Decision ID: 3217009c-2523-4fd8-b7d2-79aabe87153c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
von Beruf Lagerist,
meldete sich
erstmals
im Juni 2010 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die er
werbli
chen und medizinischen Abklärungen und zog die Akten des
Kranken
taggeldversicherers
(
Urk.
7/11)
,
einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
11/12),
einen Fragebogen für
Arbeitgebende
(
Urk.
11/15) sowie Berichte von den behandelnden Ärzten bei (
Urk.
11/16-17). Zudem führte sie am 1
4.
Juli 2010 ein Eingliederungsgespräch mit dem Versicherten durch (vgl.
Ver
laufs
protokoll
Eingliederungsberatung vom 2
2.
Juli 2010,
Urk.
11/20), in dessen Anschluss sie am
3.
August 2010 die schriftliche Mitteilung erliess, es seien zur
zeit keine beruflichen Massnahmen möglich, da der Versicherte gemäss eigenen Angaben seine bisherige Tätigkeit in leicht geändertem Rahmen bereits wieder teilweise habe aufnehmen können und an einer Unterstützung beim
Arbeits
platzerhalt
derzeit nicht interessiert sei (
Urk.
11/21).
Mit Vorbescheid vom 1
1.
November 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten sodann die Ableh
nung des Anspruchs auf eine IV-Rente in Aussicht (
Urk.
11/26). Dieser erhob dagegen am
4.
Dezember 2010 Einwand (
Urk.
11/28). Die IV-Stelle verfügte
als
dann
am 2
6.
Januar 2011 im Sinne des Vorbescheids und wies das
Rentenbe
gehren
ab (
Urk.
11/31).
1.2
Am 1
5.
März 2011 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle zur Arbeitsver
mittlung an (
Urk.
11/34). Nach Abschluss einer entsprechenden
Zielvereinba
rung
vom
5.
April 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 18.
April 2011 mit, sie gewähre ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche während eines Jahres durch die
Y._
AG,
Z._
(
Urk.
11/40). Z
um
Eintritt des Versi
cherten in das
Y._
-Programm kam es in der
Folge nicht, da dieser sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Teilnahme in der Lage fühlte. Folglich hob die IV-Stelle am
4.
August 2011 die Mitteilung vom 1
8.
April 2011 auf und hielt neu fest, dass Arbeitsvermittlung durch die
Y._
AG zurzeit nicht ange
zeigt sei (
Urk.
11/44).
1.3
Am 1
7.
Oktober 2011 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Hilfsmitteln (orthopädische Serienschuhe) an (
Urk.
11/48). Nach erfolgten Abklärungen teilte ihm die
IV-Stelle
am
1
8.
November 2011 mit, sie übernehme die Kosten für orthopädische Serienschuhe einschliesslich deren Fertigstellung nach ärztlicher Verordnung vom
4.
November 2011 bis 3
0.
November 2016 (
Urk.
11/54).
1.4
Im Oktober 2012 meldete sich der Versicherte von
Neuem
zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an (
Urk.
11/56).
Die
IV-Stelle
nahm daraufhin
einen aktuellen Bericht des
A._
zu den Akten (
Urk.
11/61)
.
Mit Schreiben vom
2
7.
Dezember 2012
teilte sie dem Versicherten
mit, es sei eine
medizinische
Abklärung notwendig
(
Urk.
11/66)
und gab beim
B._
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 1
2.
April 2013 erstattet wurde
(
Urk.
11/71)
.
Das Gutachten gelangte zum Ergebnis, in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist sei der Beschwerdeführer als zu 100
%
arbeitsunfähig einzustufen. In einer angepassten Tätigkeit mit wechselnder Belastung am Arbeitsplatz, mit regelmässigen mehrfachen Pausen, ohne Schicht- und Wochenenddienst, in einem kleinen Team, ohne körperliche Belastung, in der Nähe des Wohnortes
,
sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
auszugehen (
Urk.
11/71/15). Gestützt auf diese Beurteilung stellte die IV
Stelle dem Versicherten
mit Vorbescheid vom 1
4.
August 2013
die
Zuspra
che
einer halben Rente
ab 1. April 2013
in Aussicht (
Urk.
11/78).
Seitens des Versicherten wurden dagegen keine Einwände erhoben. Die IV-Stelle verfügte schliesslich am 1
4.
November 2013 im Sinne des Vorbescheids und sprach dem Versicherten eine halbe
Rente
zu. Den monatlichen Rentenbetrag setzte sie auf
Fr.
162.-- (massgebendes durchschnittliches Einkommen
Fr.
42‘120.--;
Beitrags
dauer
vier Jahre und zwei Monate; Rentenskala 8) fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
Dezember 2013 Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es sei eine Neuberechnung der Beitragszeit vorzunehmen bzw. sei schlüssig zu begründen, weshalb ihm eine Beitragsdauer von vier Jahren und zwei Monaten angerechnet worden sei (
Urk.
1). Am 1
7.
Februar 2014 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Vernehm
lassung ein, in welcher sie Antrag auf Abweisung der Beschwerde stellte (
Urk.
6).
Der Eingabe legte sie eine Stellungnahme der Ausgleichskasse PROMEA sowie das Berechnungsblatt
Acor
bei (
Urk.
8-9).
Mit Verfügung vom 2
4.
Februar 2014 setzte das hiesige Gericht der Beschwerdegegnerin Frist an, zur Frage Stellung zu nehmen, in welchem Zeitpunkt der Versicherungsfall ein
getreten sei (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin äusserte sich dazu mit Eingabe vom 1
8.
März 201
4.
In dem betreffenden Schreiben stellte sie sich
neu
auf den Standpunkt, dass die
Zusprache
einer halben Rente
gestützt auf die vorhande
nen medizinischen Unterlagen nicht vollkommen nachvollziehbar sei (
Urk.
12). Dem Beschwerdeführer wurden
die Eingaben
der Beschwerdegegnerin ein
schliesslich der Unterlagen der Ausgleichskasse am 2
0.
März 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13)
.
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.
4
Die Wartezeit im Sinne
Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröff
net, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
Unter relevanter Arbeitsunfähig
keit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funk
tionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen
(vgl.
Art.
6 ATSG; BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen
Art.
6 ATSG; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts bzw. des Bundesge
richts I 392/02 vom 23. Oktober 2003 und 9C_684/07 vom 27. Dezember 2007)
. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermah
nung des
Arbeitsge
bers
oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rück
wirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähig
keit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Einschätzung, die
ordentlicher
weise
echtzeitli
cher
Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträg
liche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen
ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012
vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen
).
1.
5
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Artikel 28
Abs.
1
lit
. b IVG liegt gemäss
Art.
29
ter
IVV vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwer
defall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.
8
Gemäss
Art.
29
bis
Abs.
1 AHVG werden für die Rentenberechnung Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der
renten
berechtigten
Person zwischen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Alters-jahres und dem 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter o
der Tod) berücksichtigt
. Als Beitragsjahre gelten Zeiten, in welchen eine Per
son Beiträge geleistet oder der Ehegatte mindestens den doppelten Mindestbei
trag entrichtet hat, und Zeiten, für die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (
Art.
29
ter
Abs.
2 AHVG).
2.
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob das psychiatrische Gutachten des
B._
vom 1
2.
April 2013 eine zuverlässige Grundlage für die Beurteilung eines Rentenanspruchs darstellt.
2.1
In diesem Gutachten werden folgende Diagnosen gestellt (
Urk.
7/71/11-12):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11);
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, Akzen
tuierung von zwanghaften Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73);
Postpoliomyelitis-Syndrom (ICD-10: G14);
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(ICD-10: M54.5);
sekundäre
Coxarthrose
bei St. n.
Femurkopfnekrose
rechts (ICD-10: M16.6);
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
links (ICD-10: M77.0).
2.2
Im Zusammenhang mit den psychopathologischen Befunden wird ausgeführt, im Rahmen der Untersuchung habe sich ein gepflegt gekleideter, wacher, in körperlich deutlich eingeschränktem Allgemein- und sehr schlankem Ernäh
rungszustand befindender Explorand präsentiert. Dieser sei allseits orientiert gewesen. Die Überprüfung von Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis sei unauffällig gewesen, es hätten keine Konfabulationen oder
Paramnesien
bestanden. Das formale Denken sei mittelgradig eingeengt gewe
sen auf die täglichen Schmerzen und den Funktionsverlust. Er habe eine starke
Grübeltendenz
beklagt, die er oft gar nicht durchbrechen könne. Er beschreibe sich als leicht misstrauisch, es bestehe jedoch kein Hinweis auf Hypochondrie, Phobien, Zwangsdenken, -impulse oder –
handlungen
. Wenn es ihm psychisch besonders schlecht gehe, würde er vermehrt Dinge kontrollieren, jedoch nicht in der letzten Zeit
.
Es seien keine Hinweise auf wahnhaftes Erleben vorhanden gewesen; auch optische, akustische oder olfaktorische Sinnestäuschungen habe der Explorand noch nie erlebt. Ebenfalls fehlten Hinweise auf Ich-Störungen.
In
der Affektivität beschreibe der Beschwerdeführer ein Gefühl der Gefühllosigkeit mit der beklagten Unfähigkeit
,
Glücksgefühle wahrzunehmen. Auch seien die Vitalgefühle (Schwung, Elan) deutlich gestört und herabgesetzt. Er habe die Hoffnung beinahe aufgegeben. Es habe sich in letzter Zeit auch eine starke Ängstlichkeit breitgemacht, vor allem „wie es weitergehen soll“ im Sinne einer Zukunftsangst. Auch die Angst von seiner Ehefrau verlassen zu werden, fühle er beinahe täglich, auch wenn es keinen objektiven Anlass gäbe. Er
berichte
über schon länger anhaltende
dysphorische
Gefühle und eine enorme Gereiztheit und starke innere Unruhe. Er habe auch Schuldgefühle und präsentiere sich ambi
valent. Das Selbstwertgefühl sei aktuell „am Boden“. Der Antrieb sei deutlich verringert und gehemmt. Er fühle sich vor allem und
regelmässig
morgens schlechter. Es bestünden hochgradige Durchschlafstörungen. Er habe sich sozial zurückgezogen, wofür für ihn die Schmerzen ursächlich seien. Ebenfalls von den steten Schmerzen verursacht spüre er eine
Dünnhäutigkeit
und eine erhöhte Aggressivität, die sich in häufigerem Streit mit seiner Ehefrau
äussere
. Er habe sich noch nie selber verletzt. Er könne sich glaubhaft von suizidalem Gedan
kengut und Suizidabsichten oder –
plänen
distanzieren. Er habe auch noch nie einen Suizidversuch unternommen. Er habe in den letzten Monaten ungewollt über 10
kg an Körpergewicht verloren und habe einen verminderten Appetit (
Urk.
7/71/10-11).
2.3
In der diagnostischen Beurteilung wird ausgeführt, die psychiatrische Lebensge
schichte des Exploranden sei bis zum Jahr 2009 unauffällig gewesen. Parallel zur körperlichen Verschlechterung und der schleichend wahrgenommenen
Leistungseinbusse
sei auch eine Verschlechterung des psychischen Zustands des Exploranden erfolgt. In zunehmendem Masse könne er seinen Arbeitsalltag nicht für ihn zufriedenstellend absolvieren, vor allem wegen der Hüft-, Bein- und Schulterschmerzen. Aufgrund der geschilderten Symptome und des zeitli
chen Verlaufs sei von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom auszugehen. In Bezug auf den Algorithmus dieser Diagnose sei folgendes zu bemerken
:
Für die Diagnose einer Depression
gemäss
ICD-10 leide eine betroffene Person gewöhnlich unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einer Verminderung des Antriebs. Die Verminderung der Energie führe zu erhöhter
Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung. Deutliche Müdigkeit trete oft nach nur kleinen Anstrengungen auf.
Andere häufige Symptome seien verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit (sogar bei leichten depressiven Episoden), negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken bzw. erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen, Schlafstörungen sowie
verminderter Appetit. Die gedrückte Stimmung ändere sich von Tag zu Tag wenig, reagiere nicht auf die jeweiligen Lebensumstände, könne aber charakte
ristische Tagesschwankungen aufweisen. Stimmungsänderungen könnten durch zusätzliche Symptome wie Reizbarkeit, exzessiver Alkoholgenuss,
histrionisches
Verhalten, Verstärkung früher vorhandener phobischer oder zwanghafter Symptome oder durch hypochronische Grübeleien verdeckt sein. Für die Diag
nose einer einzelnen depressiven Episode werde gewöhnlich eine Dauer von mindestens zwei Wochen verlangt. Es dürften sich auch in der Vorgeschichte keine Episoden finden, die die Kriterien für eine hypomanische oder manische Episode erfüllten. Für die Diagnose einer rezidivierenden Störung müssten mehrere Episoden mit symptomfreien Intervallen vorliegen.
Die Besserung zwi
schen den Episoden sei im Allgemeinen vollständig. Wenigstens zwei Episoden sollten mindestens zwei Wochen gedauert haben und von mehreren Monaten ohne eindeutige affektive Symptomatik getrennt gewesen sein. Für die Diagnose eines begleitenden somatischen Syndroms müssten vier der folgenden Symp
tome vorliegen: Interessenverlust oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten; mangelnde Fähigkeit, auf eine freundliche Umgebung oder freudige Ereignisse emotional zu reagieren; frühmorgendliches Erwachen, zwei oder mehr Stunden vor der gewohnten Zeit; Morgentief; psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit; deutlicher Appetitverlust; Gewichtsverlust, häufig mehr als 5
%
des Körpergewichts im vergangenen Monat; deutlicher
Libidover
lust
.
Beim Beschwerdeführer seien bis auf die psychomotorische Hemmung und Agi
tiertheit alle Symptome vorhanden. Der Beginn der Depression sei ungefähr dem Jahr 2009 zuzuordnen, als die körperlichen Beschwerden des Exploranden den Arbeitsalltag deutlich negativ zu beeinflussen begonnen hätten. Er habe von schmerzärmeren Episoden berichtet, wo er auch über längere Zeit keine depressiven Symptome verspürt habe. Diese Episoden seien jedoch immer kür
zer, sodass er zurzeit psychisch kaum mehr Energie habe, seinen Arbeitsalltag aufrecht zu erhalten. Er berichte, dass er beinahe den gesamten Nachmittag nach der Arbeit schlafen müsse, weil er sich bis zur Erschöpfung an seiner Arbeitsstelle fordere. Schmerzbedingt schlafe er auch nie mehr als zwei bis drei Stunden am Stück, dies
schon seit Jahren. Auch testpsychologisch fänden sich Hinweise auf eine zumindest mittelgradig depressive Episode. Der Explorand vervollständige den BDI (Beck Depressionsinventar), welcher die Schwere von depressiven Symptomen im klinischen Bereich erfasse. Der Score des Exploran
den liege bei 27 Punkten und widerspiegle den Schweregrad einer mittelschwe
ren Depression (leichte Depression: 14
–
19 Punkte; mittelschwere Depression: 20 – 28 Punkte; schwere Depression: 29 – 63 Punkte).
Differentialdiagnostisch müsse auch eine
somatoforme
Schmerzstörung disku
tiert werden, die betreffenden Kriterien seien vorliegend indes in keinem Punkt erfüllt.
In der Exploration und auch den fremdanamnestischen Angaben falle eine hohe Leistungsbereitschaft, Gewissenhaftigkeit, beinahe naive Befolgung von Kon
ventionen, ständige Selbstzweifel, erhöhte Vorsicht und Rigidität auf. Auch spielten Stolz, ausgeprägte Angst vor Rollenverlust und Fremdbeurteilung eine wichtige Rolle, was zu beinahe selbstschädigendem Verhalten führe. Er sei oft auch ungeduldig und forsch mit seinen ihm unterstellten Mitarbeitern, da er nicht verstehen könne, warum sie so schlampig arbeiteten. Der Beschwerde
führer erfülle die Kriterien für eine zwanghafte (
anankastische
)
Persönlichkeits
störung
nicht, jedoch könne von einer diesbezüglichen Akzentuierung der Per
sönlichkeit ausgegangen werden (
Urk.
7/71/12-15).
2.4
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
ist dem Gutachten zu entnehmen, derzeit werde der Explorand als zu 100
%
arbeitsunfähig in seiner Tätigkeit als Lagerist eingeschätzt. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei deutlich und in über
wiegendem Ausmass den schwerwiegenden körperlichen Einschränkungen zuzuschreiben. Von psychiatrischer Seite leide der Explorand bei bestehender mittelgradiger Depression und zwanghafter Persönlichkeitsakzentuierung unter reduzierter Belastbarkeit und Konzentration, ausgeprägten Schlafstörungen,
Dünnhäutigkeit
, reduzierter Kritikfähigkeit, deutlicher psychischer und physi
scher Erschöpfung und Versagensängsten.
Was die Frage nach einer angepass
ten Tätigkeit betreffe, sei bisher gemäss Aussagen des Exploranden keine sub
stantielle Anpassung der Tätigkeit auf seine Bedürfnisse erfolgt. Auch in ange
passter Tätigkeit mit wechselnder Belastung am Arbeitsplatz mit regelmässigen Pausen, ohne Schicht- und Wochenenddienst, in einem kleinen Team ohne kör
perliche Belastung in der Nähe des Wohnorts führten die Symp
tome der Depression zu einer 50
%igen Arbeitsunfähigkeit. Sie seien untrennbar und sich bedingend mit den schwerwiegenden körperlichen Einschränkungen verknüpft. Vor allem die schweren Erschöpfungszustände körperlicher und psychischer Natur seien über die Zeit schleichend zunehmend und verstärkten die Depres
sion. Die Arbeitsfähigkeit könnte gegebenenfalls auch über 50
%
gesteigert werden, wenn vor allem die körperlichen Belastungen deutlich reduziert wür
den, wie es in einer anderen Tätigkeit, z. B. als Bibliothekar, durchaus vorstell
bar wäre (
Urk.
7/71/15-16).
3.
3.1
In beweismässiger Hinsicht ist festzustellen, dass das Gutachten des
B._
auf eigenständigen Abklärungen
beruht
und für die streitigen Belange umfassend
ist
. Die medizinischen
Vorakten
wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt.
Zwischen den beiden Parteien war zunächst nicht strittig, dass dem Gutachten für die
B
eurteilung
der invaliditätsspezifischen Voraussetzungen
voller
Beweis
wert
zuerkannt werden kann. I
n
der
Beschwerde
antwort
wird von der Beschwerdegegnerin
nunmehr
geltend gemacht, die vom Gutachter diagnosti
zierte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, sei aus Rechtsanwendersicht nicht unter Berücksichtigung der
Über
wind
barkeit
gemäss
Art.
7
Abs.
2 ATSG auf deren invalidisierende Auswirkung hin geprüft worden
.
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Im Gut
achten wird ausdrücklich betont, dass eine psychiatrische Diagnose mit
Krank
heits
wert
vorliege bzw. dass die Arbeitsfähigkeit unter Ausschluss von psycho
sozialen Belastungsfaktoren beurteilt werde.
Gemäss diesen Angaben
kann nicht von der
willentlichen
Überwindbarkeit des psychiatrischen Leidens
ausgegangen werden.
Das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung wird nach ein
gehender Diskussion ausdrücklich verneint (
Urk.
7/71/14).
Im Ergebnis bestehen keinerlei Anhaltspunkte für die Rechtsfehlerhaftigkeit der gutachterli
chen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Im Sinne der
Ausführungen in der angefoch
tenen Verfügung ist die
Invaliditätsbemessung somit
basierend auf der An
nahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorzu
nehmen.
3.2
In erwerblicher Hinsicht setzte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung das
Valideneinkommen
auf
Fr.
55‘249.-- und das
Invalideneinkom
men
auf
Fr.
25‘107.-- fest. Diese Zahlen sind
nicht strittig
.
Gestützt hierauf errechnete die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von 55
%
. Unbe
strittenermassen erfolgt die Auszahlung der Rente in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG ab
1.
April 2013.
3.3
Für die Frage der
strittigen
Rentenhöhe
(Berechnung)
ist nun von Bedeutung in welchem Zeitpunkt der Versicherungsfall eingetreten bzw. das Wartejahr gemäss
Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG abgelaufen ist
(E. 1.8)
. Zu prüfen ist
im Folgen
den
somit der Verlauf de
r Arbeitsfähigkeit. Im Gutachten des
B._
wurde ausgeführt, am 31. August 2009
habe die Arbeitsunfä
higkeit 100 % betragen, vom 1. bis 20. September 2009 50 %, vom 6. bis 30. April 2010 50 %, vom 1. bis 31. Mai 2010 50 % und vom 1. Juli 2011 bis dato 50 %. Zusätzlich erfolgte der Hinweis, dass sich die Angaben
an
die Beurteilungen der
Orthopädie der
C._
und des Hausarztes
Dr.
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
bzw.
an
den IV-Antrag vom
3.
Oktober 2012
anlehnten
.
Was die Einschätzungen der behandelnden Ärzte betrifft, beschei
nigte
Oberarzt
Dr.
E._
von der
C._
am 31. August 2009
für den 3
1.
August 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und bis zum 2
0.
September 2009 noch
eine solche
von 50
%
(
Urk.
7/11/11)
.
Dr.
D._
hielt
in einem
Arztzeugnis vom 3
0.
März 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom
6.
bis 3
0.
April 2010
fest
(
Urk.
7/11/4). In einem
„Zwischenzeugnis“
vom 13. April 2010
attestierte der Hausarzt sodann
folgende Arbeitsunfähigkeiten: vom 31. August bis 20. September 2009 50 %; vom 6. bis voraussichtlich 30. April 2010 50 % (Urk. 7/11/3). Die Orthopädie der
C._
,
Dr.
E._
,
äusserte sich am 2. Dezember 2009 dahingehend, am 6. August 2009 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen und anschliessend noch bis zum 20. September 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Urk. 7/11/5).
In einem
weiteren
Arztzeugnis
vom
2
7.
April 2010
beschei
nigte
Dr.
D._
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(bezogen auf eine 90
%
-Anstellung) für den Zeitraum
1.
bis 3
1.
Mai 2010 (
Urk.
7/11/2)
.
M
it
IV-Arztbe
richt
vom 2
2.
Juni 2010
hielt Dr.
D._
dann
ab dem
6.
April 2010 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
fest (
Urk.
7/16/2-5).
Schliesslich ist noch ein (undatierter) Bericht des
A._
dokumentiert, wel
chen der Beschwerdeführer nach der Neuanmeldung im Oktober 2012 bei
der
Beschwerdegegnerin eingereicht hatte. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ist darin vermerkt, der Beschwerdeführer sei
ab dem
3
1.
August 2009
drei Wochen zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben
gewesen
und seit April
(gemeint wohl 2010)
sei er für ein 90
%
-Pensum zu 50
%
krankgeschrieben. An anderer Stelle ist
in diesem Bericht
vermerkt, die aktuelle Zuweisung sei im Rahmen einer allgemeinen kör
perlichen Erschöpfung in der Anstellung als Lagerist in einer Kleiderfirma erfolgt, mit Ausüben von hoch repetitiven Bewegungsabläufen und seit April 2010 attestierter Teilarbeitsunfähigkeit (bezogen auf ein 90
%
-Pensum). Die aktuelle Arbeits
fähigkeit wurde in dem Bericht hinsichtlich der angestammten Tätigkeit auf maximal 50
%
beziffert, in einer angepassten Tätigkeit auf
etwa 75
%
(
Urk.
7/
61).
Ob die psychische Problematik eine darüber noch hinausge
hende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke, müsse aus psychiatrischer Sicht beurteilt werden.
3.4
In der angefochtenen Verfügung wurde der Beginn der Wartezeit auf den 31.
August 2009 festgesetzt, womit der Zeitpunkt des Eintritts des Versiche
rungsfalls auf den 3
0.
August 2010 fiel. Dies kann indes – auch angesichts der formell rechtskräftigen Verfügung vom 2
6.
Januar 2011 (Urk.
11/31) - nicht nachvollzogen werden. Gemäss vorstehenden Erwägungen (E. 3.3) erscheint wohl vom
6.
bzw. 3
1.
August bis 2
0.
September 2009 eine anfänglich 100%ige, danach 50%ige Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen (Urk.
7/11/5,
Urk.
7/11/8), anschliessend ist jedoch bis am
6.
April 2010 keine (durchgehende) Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit dokumentiert (vgl. auch
Urk.
7/15/9.12).
Es stellt sich nun die Frage, ob - nachdem
Dr.
D._
mit IV-Arztbericht vom 2
2.
Juni 2010 rückwirkend ab dem
6.
April 2010 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte - die einjährige Wartezeit per
6.
April 2010 zu eröffnen ist. Die Beschwerdegegnerin stellt sich in ihrer Eingabe vom 1
8.
März 2014 auf den Standpunkt, aufgrund der Angaben von
Dr.
D._
könne bis Ende Mai 2010 eine reduzierte Arbeitsfähigkeit angenommen werden, der wei
tere Verlauf sei allerdings nicht dokumentiert. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zwar sind für den Zeitraum nach dem Bericht von
Dr.
D._
vom 2
2.
Juni 2010 keine weiteren hausärztlichen Berichte,
Taggeldabrechnun
gen
oder Lohnunterlagen der Arbeitgeberin in den Akten mehr zu finden. Eine diesbezügliche Aktenergänzung kann indes unterbleiben. Dem
A._
-Bericht vom Juli/August 2011 (
Urk.
7/47 und
Urk.
7/71/10) kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer seit April 2010 für sein 90%-Pensum zu 50
%
krankge
schrieben war (
Urk.
7/61/2). Dies deckt sich auch mit den Aktennotizen der Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Bemühungen um berufliche Eingliede
rung (
Urk.
7/43), den wiederholten (echtzeitlichen) Angaben des Beschwerde
führers (
Urk.
7/20/3,
Urk.
7/28,
Urk.
7/39,
Urk.
7/41) sowie der Auskunft, dass die Krankentaggelder im April 2011 eingestellt wurden (Urk.
7/61/1). Gestützt auf diese Angabe ist ab dem
6.
April 2010 durchgehend von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen.
Der Beginn der psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit auch in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit wird von den Gutachtern nicht genau bestimmt; es ist von einem schleichenden Verlauf seit 2009 die Rede, wobei festgehalten wird, dass eine umfassende medizinische Beurteilung erstmals am 2
6.
Juli 2011 (im
A._
) erfolgt sei, anlässlich welcher auch erstmals eine psy
chologische Evaluation erhoben und von einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode berichtet worden sei (
Urk.
7/712/6 und
Urk.
7/71/17). Dem
zufolge kann aufgrund des psychiatrischen Gutachtens des
B._
ab Juli 2011 auch in angepasster Tätigkeit eine bis auf
Weiteres
beste
hende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
angenommen werden, was im Grundsatz auch von der Beschwerdegegnerin anerkannt wird. Der Eintritt des Versiche
rungsfalles erfolgte demnach spätestens im Juli 2011 (ununterbrochene Warte
zeit seit
6.
April 2010 mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit in ange
stammter Tätigkeit von mindestens 50
%
).
3.5
Die angefochtene Rentenverfügung geht indes - basierend auf dem entsprechen
den Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
August 2013 (Urk.
7/80) - davon aus, dass der Versicherungsfall im August 2010 eingetreten ist, was sich sowohl auf die Anzahl Beitragsjahre (Rentenskala) wie auch auf
das durchschnittliche Jahreseinkommen auswirkt. Die Sache ist daher in teil
weiser Gutheissung der Beschwerde an die Beschwerdegegnerin zur
Neuberech
nung
des
Rentenbetreffnisses
zurückzuweisen. Laut Schreiben der
Ausgleichs
kasse
Promea
vom 1
3.
Februar 2013 (
Urk.
8) wird dabei allenfalls auch die Anrechnung ausländischer Versicherungszeiten zu prüfen sein.
4.
4.1
Zusammenfassend ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
4.
November 2013 aufgehoben und die Sache zur Neuberechnung der
Rentenbetreffnisse
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, wobei
bei
der Neuberechnung davon auszugehen sein wird, dass der Versicherungsfall im Juli 2011 eingetreten ist.
4.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt. Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.