Decision ID: 225ddb9d-bec5-4c86-997b-19c3940ac4d8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1978, war bei der
Y._
seit April 2001 im Personalbereich tätig und ab dem
1.
September 2009 arbeitsunfähig. Sie meldete sich am 3
1.
Januar 2010 wegen
einer
posttraumati
sche
n
Beeinträchtigung, Panikattacken und Angstzuständen bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (
Urk.
7/2).
Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich
, IV-Stelle, liess
daraufhin
erwerbliche und medizinische Abklärungen vornehmen, insbesondere gab sie bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutach
ten in Auftrag, welches am 2
3.
Dezember 2010 erstattet wurde (
Urk.
7/15)
,
und
liess
den
Haushaltsabklärungsbericht
vom
9.
Mai 2011
verfassen
(
Urk.
7/16)
.
Mit Verfügung vom
8.
August 2011 wurde der Versicherten
per
1.
August 2010
bei einem Invaliditätsgrad von 71
%
eine ganze Invalidenrente zugesprochen (
Urk.
7/23,
Urk.
7/27).
1.2
Am
1.
Januar 2013 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Rentenrevision ein. In diesem Zusammenhang liess
s
ie die Versicherte einen Fragebogen aus
füllen und führte mit ihr ein Standortgespräch durch (
Urk.
7/35,
Urk.
7/36,
Urk.
7/38). Weiter
holte
die IV-Stelle
ärztliche Berichte ein
(
Urk.
7/41) und gab
ein psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag, welches dieser am 2
9.
November 2013 erstat
tete (
Urk.
7/45). Zudem wurde am 1
3.
Mai 2014 erneut eine Haushaltsabklärung durchgeführt (
Urk.
7/47). Mit Vorbescheid vom 2
1.
Mai 2014 stellte die IV-Stelle die Reduktion der ganzen Invalidenrente auf eine
Viertelsrente
in Aus
sicht (
Urk.
7/51). Hiergegen erhob die Versicherte am
1.
Juni 2014 Einwand und ergänzte dessen Begründung am 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/54
,
Urk.
7/56
).
Mit Ver
fügung vom
6.
Oktober 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbe
scheids (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
6.
Oktober 2014 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Alex R. Le Soldat, am
6.
November 2014 Beschwerd
e erheben. Sie beantragte, es s
e
i
ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Dezember 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Eventualiter
beantragte sie die Rückweisung zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhaltes und der Einschränkungen im Haushaltsbereich (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
8). Am 2
8.
Januar 2015 liess die Versicherte die Replik erstatten (
Urk.
10) und am 2
7.
Februar 2015 verzichtete
die IV-Stelle auf das Er
statten einer Duplik (
Urk.
12). Schliesslich wurde mit Verfügung vom
7.
August 2015 die Vorsorgeeinrichtung der Versicherten, die Pensionskasse der
Y._
, zum Prozess beigeladen (
Urk.
14), welche mit Eingabe vom 1
4.
August 2015 auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
15).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IV
V
]
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönli
chen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilde
t
die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswür
digung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person ausei
nander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Die IV-Stelle hielt in der
angefochtenen
Verfügung vom
6.
Oktober 2014 fest, dass die
Versicherte im Gesundheitsfall
zu 60
%
erwerbstätig wäre und nun gesundheitsbedingt im Erwerbsbereich eine Einschränkung im Umfang von 75
% bestehe, was einen Teilinvaliditätsgrad von 45
%
ergebe. Im
Haushaltsbe
reich
, in welchem die Versicherte im Gesundheitsfall zu 40
%
tätig wäre, bestehe eine Einschränkung von 8
%
, was einen
Teilinvalidiätsgrad
von 3,2
%
ergebe. Insgesamt ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 48,2
%
und somit
noch
ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
2). In der Beschwerdeantwort vom 1
0.
Dezember 201
4
führte die IV-Stelle zudem
im Sinn eines Eventualantrages
aus, es seien unter Umständen noch weitere medizinische Abklärungen, eine neue Bestimmung des
Valideneinkommens
und eine Wiederholung der
Haus
haltsabklärung
notwendig (
Urk.
6)
.
2.2
Die Versicherte liess
demgegenüber
in der Beschwerde vom
6.
November 2014
und
der
Replik vom 2
8.
Januar 2015
insbesondere vorbringen, es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
für sämtliche Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt
auszugehen.
Bei der Teilzeittätigkeit in
einer
Spielgruppe handle es sich um eine freiwillige
Tätigkeit
in geschütztem Rahmen (
Urk.
1 S. 6-8).
Zu
dem wäre sie im Gesundheitsfall
zu 100
%
arbeitstätig, da s
ie
aus ökonomischen Gründen dazu gezwungen wäre (
Urk.
1 S. 14-16,
Urk.
10 S. 3-5). Eine
Rück
weisung
für weitere Abklärungen sei nicht notwendig (
Urk.
10 S. 5-7).
2.3
Die hier zu beurteilende Verfügung erging am
6.
Oktober 2014 (
Urk.
2). Zuvor war der Versicherten mit der ursprünglich
en
rentenzusprechenden Verfügung vom
8.
August 2011
per
1.
August 2010
eine ganze Invalidenrente zugespro
chen worden (
Urk.
7/23,
Urk.
7/27). Nachfolgend
ist zunächst zu prüfen
, ob sich im Zeitraum zwischen dem Erlass der Verfügung vom
8.
August 2011 (
Urk.
7/23,
Urk.
7/27) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
6.
Oktober 2014 (
Urk.
2) eine revisionsrechtlich relevante Änderung eingestellt hat.
3.
3.1
Die ursprünglich
e
rentenzusprechende Verfügung vom
8.
August 2011 (
Urk.
7/23,
Urk.
7/27) beruhte im Wesentlichen auf dem psychiatrischen Gut
achten von
Dr.
Z._
vom 2
3.
Dezember 2010 (
Urk.
7/15).
Die Versicherte
erklärte
Dr.
Z._
anlässlich der Untersuchung vom 2
0.
Juli 2010
, sie sei vor sechszehn Monaten bei der Geburt ihrer Tochter beinahe erstickt. Vor ungefähr einem Jahr seien Panikattacken aufgetreten
,
begleitet von
der Angst zu ersti
cken. Ihr sei schwindlig gewesen und sie habe nichts mehr tun können
(
Urk.
7/15/6).
Dr.
Z._
nannte
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/15/9)
eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine depressive Entwicklung, zum Untersuchungszeitpunkt
leichtgradig
ausgeprägt (ICD-10 F32.01)
,
vor dem Hintergrund einer zum
Untersuchungs
zeitpunkt
subsyndromalen
posttraumatischen Belastungsstörun
g (ICD-10 F43.1,
subsyndromal
)
. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, es bestehe auf
grund der ängstlich-depressiven, wenig modulationsfähigen, freud- und ratlo
sen Stimmungslage, der Störung der Vitalgefühle (Antriebsminderung), de
r
kognitiven Beeinträchtigungen (Konzentrationsminderung), der
formalgedankli
chen
Beeinträchtigung in Form von Gedankenkreisen/Einengung, zahlreiche
r
diffuse
r
Ängste und Befürchtungen sowie einer deutlichen
Agitiertheit (Unruhe) eine erhebliche
Beeinträchtigung der psychophysischen und psychosozialen Leistungsfähigkeit der Versicherten. Es bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf sowie in vergleichbaren, den Fähigkeiten der Versicherten entsprechenden Verweistätigkeiten
. Seit August 2009 bestehe aus psychiatrischer Sich
t
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit unter
den
Bedingungen der freien Wirtschaft
(
Urk.
7/15/12).
3.2
Im Revisionsverfahren gab die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
A._
in Auftrag
, welc
hes dieser am 2
9.
November 2013, nachdem er die Versicherte am 1
5.
November 2013 untersucht hatte,
erstattete (
Urk.
7/45/1)
.
Dr.
A._
hielt die Diagnosen einer protrahierten Panikstörung (ICD-10 F41.0),
einer posttraumatische
n
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), einer depressive
n
Entwicklung leichten Grades (ICD-10 F32.01) und eines chronischen Asthmas fest (
Urk.
7/45/10). Die Panikstörung sei unter Psychotherapie in Besserung begriffen gewesen. Ende Juli 2013 sei es jedoch beim Zahnarzt anlässlich einer Zahnwurzelbehandlung mit Lokalanästhesie wieder zu
einer schwer
st
en Pani
kattacke gekommen
, was als Rezidiv der Panikstörung anzusehen sei (
Urk.
7/45/11)
.
Nachdem sich der Gesundheitszustand zunächst leicht verbessert habe, sei also seit Juli 2013 wieder eine Verschlechterung eingetreten. Prognos
tisch sei langfristig gesehen eine erneute Verbesserung möglich (
Urk.
7/45/13).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, die Versicherte könne seit Oktober 2013
erneut
nur noch an sechs Wochenstunden auswärts arbeiten, was in Anbetracht der momentan schweren Paniksymptome nachvollziehbar sei
. Im angestammten Beruf im Bankfach und als Personalassistentin
seien
die Anfor
derungen an das Konzentrationsvermögen und die Belastbarkeit noch höher
als in ihrer jetzigen Tätigkeit, weshalb die Arbeitsfähigkeit
noch geringer
wäre
. Seit Januar 2013 sei die Versicherte generell für alle auswärtigen Arbeitstätigkeiten höchstens in einem Umfang von ungefähr 15
%
arbeitsfähig, das heisse zu 85
%
arbeitsunfähig. Der Grund für diese Arbeitsunfähigkeit liege vor allem in der anhaltenden schweren Panikstörung mit rezidivierenden behindernden Pani
kattacken, einer immobilisierenden beständigen psychovegetativen
Stress
symp
to
matik
und einem einschränkenden Vermeidungsverhalten betreffend Stress
situationen. Nach Pro
dro
men in der Kindheit habe sich eine Panikstörung basierend auf einer posttraumatischen Belastungsstörung, welche heute selbst keine klinische Bedeutung mehr habe, entwickelt.
Den Haushalt könne die Ver
sicherte mit leichter Hilfe durch den Ehemann bewältigen und es bestehe bezüglich
Haushaltsarbeit heute keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung mehr. Trotz der reserviert zu stellenden Prognose könne die Panikstörung und damit die Arbeitsfähigkeit langfristig, wahrscheinlich mindes
tens
den Zeitraum von zwei
Jahre
n in Anspruch nehmend
, durch eine psychiat
rische Behandlung gebessert werden (
Urk.
7/45/12).
3.3
Der Gutachter
Dr.
A._
hielt
somit bezüglich der Arbeitsfähigkeit
fest, dass die Versicherte maximal sechs Stunden pro Woche arbeitstätig sein könne (
Urk.
7/45/12). Die Versicherte geht in diesem Umfang tatsächlich
als Assisten
tin
einer Arbeitstätigkeit in einer
Spielgruppe
des
B._
nach (
Urk.
7/32,
Urk.
7/35/2).
Soweit die Versicherte geltend machen liess, sie sei arbeitsunfähig, weil sie aufgrund der Panikattacken weder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen noch selber Auto
fahren könne (
Urk.
1 S.
7-8), ist anzumerken, dass es der Versicherten zuzumuten ist, ihren
Arbeits
weg
für ein
kleines
Teil
zeit
pensum
im Umfang
von 15
%
anderweitig zu orga
nisieren. Dies ist aktuell auch der Fall,
da
die Versicherte sich von ihrem Ehe
mann und ihren pensionierten Schwiegereltern zum Arbeitsort und wieder nach Hause bringen lässt (
Urk.
1 S. 7
-8
). Es liegt somit im Vergleich zur
im Gutach
ten von
Dr.
Z._
festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für jegliche Tätigkeit unter den Be
dingungen der freien Wirtschaft
(
Urk.
7/15/12), auf wel
chem die ursprünglich
e
rentenzusprechende Verfügung vom
8.
August 2011 basierte (
Urk.
7/23,
Urk.
7/27)
, eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit vor
.
Zwar brachte
die Versicherte
vor
, es handle sich
bei ihrer Tätigkeit als Assistentin in einer Spielgruppe
um eine freiwillige Tätigkeit an einem geschützten Arbeits
platz (
Urk.
1 S. 8),
doch
dem kann nicht gefolgt
werden
, da si
e bei
einem Stundenlohn von
Fr.
30.--
(
Urk.
7/
40
/2
-3
)
für eine solche Tätigkeit durchaus eine marktü
bliche
Entlöhnung
bezieht
.
Entgegen der Ansicht der Versicherten (
Urk.
1 S. 8) ging die IV-Stelle nie von einer Tätigkeit in geschütztem Rahmen aus, sondern hielt die
se
Tätigkeit der Versicherten
im Gesprächsleitfaden für das Standortgespräch „Eingliederung aus Rente“ lediglich in der
Rubrik fest, in wel
cher sowohl Arbeitstätigkeiten als auch Tätigkeiten in geschütztem Rahmen erfasst werden (
Urk.
7/38/3).
Zudem hielt
Dr.
A._
,
anders als von der
Versi
cher
ten
geltend gemacht
(
Urk.
1 S. 7)
,
eindeutig eine bestehende
Restarbeitsfä
higkeit
fest (
Urk.
7/45/12).
Weiter wurde vo
n
Gutachter
Dr.
A._
ausgeführt
, die Versicherte sei bei der Haushaltsführung nicht mehr
in
versicherungsrecht
lich
relevanter Hinsicht
eingeschränkt (
Urk.
7/45/12) und ergab sich bei der Haushaltsabklärung vom 1
3.
Mai 2014
(
Urk.
7/47)
eine Ver
minderung der Ein
schränkungen
im Vergleich zur
erstmaligen Haushaltsabklärung im
Mai 2011 (
Urk.
7/16).
Selbst die Versicherte
gestand in ihrem Einwand vom
1.
Juni 2014
ein
, dass sie sich mit grosser Mühe im Haushalt habe verbessern können, wenn auch nicht in dem Umfang, wie von der IV-Stelle angenommen (
Urk.
7/54/1).
Die IV-Stelle brachte in der Beschwerde
antwort
vom 1
0.
Dezember 2014 vor, ob die im November 2013
gutachterlich
beurteilte
,
nach einer
Zahnwurzelbehand
lung
eingetretene Verschlechterung dauerhaft sei, sei nicht geprüft worden
, was noch nachzuholen wäre
(
Urk.
6).
Doch
Dr.
A._
hat
klar festgehalten, dass erst langfristig, das heisse nach einem Zeitraum von
wahrscheinlich
mindestens zwei Jahren,
als Folge psychiatrischer Behandlung
mit einer Besserung zu rech
nen sei (
Urk.
7/45/12).
3.4
I
m Rahmen einer Rentenrevision
ist
eine
Besserung
festzustellen
, welche vorliegend zwar gegeben ist, jedoch nur im Ausmass, wie si
e sich
aus dem Gutachten von
Dr.
A._
ergibt.
Dieser hielt darin fest, schon
Dr.
Z._
hätte aufgrund von dessen Feststellungen
eine Panikstörung diagnostizieren können,
statt nur eine generalisierte Angststörung, welche im Allgemeinen im Krankheitswert weniger schwer wiege. Denn schon damals seien die für
Panikstörungen typischen Atta
cken, das Vermeidungsverhalten und die Erwartungsangst belegt gewesen. Nachdem sich die Panikstörung in der Folgezeit gebessert habe, sei seit Juli 2013 wieder
ein schweres Rezidiv aufgetreten. Zur Panikstörung disponiere die Asthmakrankheit, so wie sie die Versicherte schon in ihrer Kindheit in schwe
rem Ausmass gehabt habe. Sie habe an häufigen Asthmaattacken gelitten (
Urk.
7/45/10).
Die gesundheitlichen Beschwerden der Versicherten haben sich
demnach
nicht wesentlich geändert, folgt man
dazu de
n einleuchtenden Ausführungen
Dr.
A._
.
Doch offensichtlich haben sich die Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit und die Tätigkeiten im Haushalt geändert, so dass ein Rentenrevisionsgrund vorliegt.
Somit
sind der Invaliditätsgrad und
damit
der Rentenanspruch der Versicherten
gestützt auf die geänderten Grund
lagen neu
zu bestimmen.
4
.
4.1
Z
unächst
ist
zu prüfen, ob die IV-Stelle zu Recht davon ausging, dass die Ver
si
cherte im Gesundheitsfall
zu 60
%
erwerbstätig und zu 40
%
im Haushalt tätig wäre.
Der Gutachter
Dr.
Z._
führte am 2
3.
Dezember 2010 gestützt auf
s
eine Untersuchung vom 2
0.
Juli 2010 aus,
gemäss der Versicherten
habe
das Arbeitsverhältnis bei der
Y._
im August 2010
geendet,
und
arbeite
die Versi
cherte seit September 2009 wieder im Pensum von 60
%
. Die Versicherte hätte auch ein Angebot der
C._
für ein 60-70%iges Pensum annehmen könne
n
, w
as
sie dann krankheitsbedingt habe ab
sagen
müssen (
Urk.
7/15/4). Allerdings hielt
Dr.
Z._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit in der freien Wirtschaft
ab
August 2009 fest (
Urk.
7/15/12),
ging also
kaum
davon aus, die Versicherte arbeite seit September 2009
tatsächlich
60
%
, sondern
sie sei in
diesem Zeitpunkt in einem 60%igen Pensum angestellt
.
Dr.
A._
hielt
im Gutachten vom 2
9.
November 2013
dementsprechend
fest, die Versicherte habe ihm gesagt, sie habe gedacht
nach der Geburt
bei der
Y._
wieder zu 60
%
zu arbeiten und keine anderen Pläne gehabt (
Urk.
7/45/9).
4.2
Bei der ersten Haushaltsabklärung vom
3.
Mai 2011 gab die Versicherte an, sie habe ihre Arbeitsstelle aufgrund ihrer Erkrankung
,
die nach der Geburt ihres Kindes aufgetreten sei, aufgeben müssen und
in der Folge sei ihr
von der Arbeitgeberin per 3
1.
August 2010 gekündigt worden. Sie habe vorgehabt, nach der Geburt der Tochter und dem Mutterschaftsurlaub mit einem Pensum von 60
% zu arbeiten.
Dabei
habe
sie
sich vorgestellt,
dies
an drei
aufeinanderfol
genden
Tagen arbeiten zu
tun
, was für sie sowie die Arbeitgeberin gut machbar gewesen wäre. Sie habe diesbezüglich auch schon mit
einer
Kinderkrippe
Rücksprache genommen, welche sehr flexibel gewesen wäre (
Urk.
7/16/3).
Der Abklärungsdienst
der IV-Stelle
hielt zu diesem Punkt ausdrücklich fest, dass dieser Bereich mit der Versicherten vor Ort klar besprochen
worden sei
und
die Versicherte
die Richtigkeit der Wiedergabe im Bericht bestätigt
habe
. Die Versi
cherte
habe klar geäussert
, dass sie nach der Geburt noch an drei Tagen pro Woche in ihrem angest
ammten Beruf gearbeitet hätte, was
bereits mit de
r
Arbeitgeber
in
abgesprochen gewesen sei
,
und sie die Tochter an diesen drei Tagen in
eine
Kinderkrippe gegeben hätte (
Urk.
7/16/3).
Anlässlich der
Haus
haltsabklärung
im Revisionsverfahren
vom 1
3.
Mai 2014 gab die Versicherte
gegenüber dem Abklärungsdienst der IV-Stelle
an, dass sie
im Gesundheitsfall
noch immer in einem 60%igen Pensum ausserhäuslich arbeiten würde.
Es sei ein
Haus
vorhanden
und
ihr
Ehemann
sei voll erwerbstätig
. Die Tochter sei noch klein und
es wäre ausreichend
,
sie an drei vollen Arbeitstagen in eine
r
Kindertagesstätte
betreuen zu lassen
(
Urk.
7/47/3).
4.3
In der Beschwerde vom
6.
November 2014 liess die Versicherte zur
Statusfrage
vorbringen, die Darstellung in den Akten dazu sei chaotisch und unzutreffend, was zwei von ihr eingereichte Bestätigungen der Arbeitgeberin
Y._
bewiesen, gemäss welchen sie bis am 3
1.
August 2010 in einem Pensum von 100
%
angestellt nach ihrem Mutterschaftsurlaub aufgrund einer Umstrukturierung freigesetzt und zum Zweck der beruflichen Neuorientierung von ihren Aufgaben entbunden worden sei (
Urk.
1 S. 11,
Urk.
3/4,
Urk.
3/5).
Weiter machte die Ver
sicherte geltend, sie wäre aus ökonomischen Gründen gezwungen, 100
%
zu arbeiten, da sie die Hauptlast
für die
Finanzierung der Familie trage und
ihr Ehemann
als
selbständigerwerbender
Karosseriespengler
in den letzten fünf Jahren durchschnittlich lediglich rund
Fr.
30‘000.-- pro Jahr an das Einkommen der Familie habe beisteuern können (
Urk.
1 S. 16).
4.4
Die in den Haushaltsabklärungsberichten festgehaltenen Äusserungen der Versi
cherten erscheinen überzeugend. Es ist nicht ersichtlich, weshalb ihre Aussagen von zwei verschiedenen Mitarbeiterinnen des Abklärungsdienstes
der IV-Stelle
falsch hätten
wiedergegeben
werden sollen. Zudem wurde
in diesen Berichten
nicht nur festgehalten, dass die Versicherte gemäss ihren
Äusserungen
im Gesundheitsfall
60
%
arbeiten würde, sondern
auch die nachvollziehbaren Begründungen dieser Entscheidung notiert
. Weiter führte die Versicherte
im
Vorbescheid
verfahren
in ihre
n
Ergänzungen zum Einwand vom 3
0.
Juni 2014 selbst aus, dass sie gerne eine Stelle mit einem Pensum von 60
%
angenommen hätte, es jedoch leider nie dazu gekommen sei und sie nicht wisse, ob dieser Fall auch wirklich eingetroffen wäre. Je nach vorhandenen Jobangeboten und pri
vater finanzieller Situation hätte sie
im Gesundheitsfall
auch 70, 80, 90 oder 100
%
gearbeitet (
Urk.
7/56).
Die Frage,
in welchem Umfang
eine versic
herte Person im Gesundheitsfall
einer Lohnarbeit nachgehen würde
, ist
jedoch
naturgemäss
mit hypothetischen Annahmen zu beantworten
(vgl. E. 1.2)
. Bei der Versicherten ist basierend auf ihren eigenen
klaren
Angaben anlässlich der Haushaltsabklärungen
(
Urk.
7/16/3,
Urk.
7/47/3)
von einer 60%igen Erwerbstätigkeit
im
Gesundheits
fall
auszugehen. Zudem hat sie in ihren Ergänzungen zum Einwand
(
Urk.
7/56)
bestätigt, dass sie 60
%
würde arbeiten wollen und
lediglich
ergänzt, dass sie unter Umständen ein anderes Pensum hätte annehmen müssen. Was die wirt
schaftliche Situation der Familie anbelangt
,
ist
darauf hinzuweise
n, dass der Ehemann der Versicherten, falls er mit seiner selbständigen Tätigkeit tatsächlich ein solch geringes Einkommen erwirtschaftete, wie von der Versicherten aus
geführt
worden ist
(
Urk.
1 S. 13)
,
und dies zu finanziellen Engpässen der Fami
lie führte,
auch eine
besser
entlöh
nte
unselbständige Tätigkeit aufnehmen könnte.
Da eine zur Verfügung stehende
Kinderbetreuung sich für die
Status
frage
als nicht massgeblich erweist, kann auf die von der Versicherten offerierte Befragung der Schwiegereltern als Zeugen (
Urk.
1 S. 14) verzichtet werden.
4.5
Die
Y._
bestätigte der Versicherten am 2
4.
Oktober 2014, dass sie bei ihr bis am 3
1.
August 2010 zu 100
%
angestellt gewesen sei (
Urk.
3/4) und
hielt in
einer weiteren
Bestätigung vom
3.
November 2014 fest, dass die Versicherte bis am 2
2.
August 2009 einen sechsmonatigen Mutterschaftsurlaub bezogen habe und nach diesem Mutterschaftsurlaub aufgrund einer Umstrukturierung freigesetzt und zum Zweck der beruflichen Neuorientierung von ihren Aufgaben entbun
den worden sei (
Urk.
3/5). Diese Bestätigungen ändern
jedoch
nichts daran, dass die Versicherte mehrfach geäussert hatte, sie habe nach der Geburt ihrer Tochter in einem Pensum von 60
%
arbeiten wollen. Insbesondere beweist die Tatsache, dass sie nach ihrem Mutterschaftsurlaub gemäss dieser Bestätigung noch ein Jahr lang einen Lohn für ein 100%iges Pensum bezog, während sie freiges
etz
t war, keineswegs, dass sie
ohne Freis
etz
ung nach ihrem Mutterschaftsurlaub ein 100%iges Arbeitspensum
angenommen
hätte. Anzumerken ist, dass die
Y._
im Fragebogen für
Arbeitgebende
am 2
4.
Februar 2010 noch an
gab
, das Arbeits
verhältnis sei ungekündigt
, nichts von einer Freis
etz
ung erwähnte und
ärztliche Zeugnisse der Versicherten einreichte
(
Urk.
7/8).
Doch ob
die Versicherte
im Gesundheitsfall
bei der
Y._
oder einer anderen Arbeitgeberin
in einem 60%igen Pensum gearbeitet hätte,
ist für die
Statusfrage
irrelevant. Daher kann auch auf die Befragung der von der Versicherten
dazu
offerierten Zeugin
D._
(
Urk.
1 S. 10) verzichtet werden.
Es ist somit
,
um den
Invaliditäts
grad
zu bestimmen, von einer 60%igen
Erwerbstätigkeit und einer 40%igen Tätigkeit im Haushalt auszugehen
, weshalb die gemischte Methode der
Invali
ditätsbemessung
zur Anwendung kommt
.
Von
diesem Status
ging die IV-Stelle im Übrigen auch bereits anlässlich der erstmaligen Rentenzusprechung mit Verfügung vom
8.
August 2011 aus (
Urk.
7/23,
Urk.
7/27).
5.
5.1
Die IV-Stelle berechnete das
Valideneinkommen
der Versicherten, indem sie von den
Fr.
86‘256.-- ausging, welche die Versicherte im Jahr 2008 gemäss ihrem Auszug aus dem Individuellen Konto
als Bruttojahreslohn
erzielt
hatt
e
(
Urk.
7/7/2)
und
passte diesen Lohn für das
Jahr 2013
an die
Nominallohnent
wicklung
an (
Bundesamt fü
r Statistik,
Schweize
rischer Lohnindex nach Bran
che, im Internet abrufbar
,
Nominallohnindex Frauen [T1.2.05, T1.2.10])
. Anschliessend passte sie den Lohn eine
m
6
0%igen
Pensum
an (
Urk.
7/48
,
Urk.
2
).
D
ieses
Vorgehen der IV-Stelle
ist
korrekt
. Es ergibt sich somit ein
Vali
deneinkommen
in der Höhe von
Fr.
54‘876.91 (
Fr.
86‘256.-- x 1,021 x 1,011 x 1,01 x 1,01 x 1,007 x 0,6) für ein 60%iges Pensum im Jahr 201
3.
Zwar br
achte
die IV-Stelle
nunmehr
in der Beschwerdeantwort vom 1
0.
De
zember 2014 vor
, das
Valideneinkommen
müsste aufgrund von Lohnstatistiken festgelegt werden, da die Versicherte ihre Anstellung bei der
Y._
gemäss den
im Gerichtsverfahren neu
eingereichten Unt
erlagen auch im Gesundheitsfall
verloren hätte (
Urk.
6
). Dies ist jedoch nicht notwendig.
Bei einer zeitlichen Nähe der Auflösung
eines
langjährigen Arbeitsverhältnisses und des Eintritts der gesundheitlichen Beein
trächtigung besteht
nämlich
regelmässig kein hinreichender Grund
,
auf
Tabel
lenlöhne
anstelle des tatsächlich erzielten Verdienstes abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_699/2010 vom 2
2.
Dezember 2010 E. 3.2).
5.2
Was das Invalideneinkommen betrifft, ging die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte ihrer angestammten Tätigkeit im Umfang von 15
%
nachgehen könne und setzte das Invalideneinkommen somit auf 15
%
des 100%igen
Vali
deneinkommens
fest (
Urk.
7/48
,
Urk.
2
).
Dr.
A._
hielt jedoch in seinem Gut
achten vom 2
9.
November 2013
deutlich und schlüssig
fest, dass die Arbeitsfä
higkeit der Versicherten in ihrer angestammten Tätigkeit geringer wäre als 15
%
(
Urk.
7/45/12), weshalb nicht von einer 15%igen Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit ausgegangen werden kann.
E
ine Arbeitsfähigkeit von
noch
weniger als 15
%
in einer
anspruchsvollen
Tätigkeit im Personalbereich
ist indessen
sowieso
als auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwertbar an
zuschauen
. Da die Versicherte seit März 2012 (vgl.
Urk.
7/38/3) tatsächlich einer Arbeit nachgeht, mit welcher sie ihre momentan vorhandene Arbeitsfähigkeit ausschöpft, ist auf dieses von ihr konkrete erzielte Invalideneinkommen abzustellen.
Eine
Rück
weisung
zur Erstellung eines Anforderungsprofils für eine zumutbare Tätigkeit, wie von der IV-Stelle in der Beschwerdeantwort vom 1
0.
Dezember 2014 even
tualiter beantragt (
Urk.
6), erweist sich unter diesen Umständen als nicht erfor
derlich.
Es ist
vielmehr
vom
gemäss Lohnausweis tatsächlich erzielten
Brutto
einkommen in der Höhe von
Fr.
6‘650.-- im Jahr 2013 auszugehen (
Urk.
7/53/5). Somit ergibt sich ein Minderverdienst in der Höhe von
Fr.
48‘226.91
(
Fr.
54‘876.91 -
Fr.
6‘650.--)
. Dies entspricht einer Einschränkung von 87,88
%
im Erwerbsbereich, was einen Teilinvaliditätsgrad von 52,73
%
(87,88
%
x 0,6) ergibt.
5.
3
Bezüglich des Haushaltbereichs liess d
ie Versicherte
in den Ergänzungen zum Einwand vom 3
0.
Juni 2014
vorbringen
, sie bügle keine Wäsche, weil es ihr schwindlig werde und sie Angstzustände bekomme, doch das Bügeln wäre nötig, da die Kleider meist zerknittert seien (
Urk.
7/56). Es besteht jedoch k
ein Anlass anzunehmen, dass im A
bklärungsbericht vom 1
5.
Mai 2014 die Aussage der Versicherten zu Unrecht festgehalten worden wäre, dass sie die trockene Wäsche mehrheitlich glatt streiche und bügeln nicht nötig sei,
da
weder sie noch ihr Ehemann im Alltag Hemden
benötigten
(
Urk.
7/47/6). Dies deckt sich vielmehr mit dem
A
bklärungsbericht vom
9.
Mai 2011, gemäss welc
hem prak
tisch die ganze Wäsche im Tumbler getrocknet
und zusammengelegt werde, wobei der Ehemann vorwiegend Jeans und
T
-Shirts trage, welche nicht gebügelt würden (
Urk.
7/16/7). Weiter kritisierte die Versicherte in den Ergänzungen zum Einwand
,
dass im Falle einer Arbeitsfähigkeit nicht
zwingend
gewisse
Haus
haltsa
rbeiten
am Samstag erledigt werden müssten, da s
ie in diesem Falle
eventuell eine Putzfrau
beschäftigen würde
(
Urk.
7/56/1). Dazu ist anzumerken, dass die Versicherte auch bei einer
60%igen
Arbeitstätigkeit Unterstützung im Haushalt benötigte und es versicherungsrechtlich irrelevant ist, ob
s
olche Hilfe von ihrer Familie oder
entgeltlich von
einer Drittperson
erbracht würde.
Die IV
Stelle liess in der Beschwerdeantwort
vom 1
0.
Dezember 2014
das Ergebnis der
Haus
haltsabklärung
hinsichtlich der Einschränkung von 30
%
in der
Woh
nungs
pflege
und von 20
%
in der Kinderbetreuung
bezweifeln und beantragte eventualiter eine Rückweisung, um diese Abklärung erneut vorzunehmen
(
Urk.
6)
. Doch die Versicherte hätte selbst dann Anspruch auf eine halbe Invali
denrente, wenn sie bei der Haushaltsführung gar nicht eingeschränkt wäre
, so dass
sich eine Wiederholung der
Haushaltsabklärung
ohne nähere Prüfung die
ser Vorbringen erübrigt
.
Im Aufgabenbereich wurde im Abklärungsbericht vom 1
5.
Mai 2014 eine Einschränkung von insgesamt 8
%
festgehalten (
Urk.
7/47/8), was einen Teilinvaliditätsgrad von 3,2
%
ergibt. Somit ergibt sich insgesamt ein Invaliditätsgrad von 55,93
%
(52,73
%
+ 3,2
%
) und ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
6.
Die Versicherte hat somit
neu
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
.
Die Beschwerde ist
daher
teilweise gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder
die
Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Die Kosten sin
d
der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Nach der Rechtsprechung ist bei bloss teilweisem Obsiegen dann eine unge
kürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt. In Streitig
keiten um die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die bean
tragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen wird. Dahinter steht die Überlegung, dass eine „
Überklagung
“ eine Reduktion der Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das Rechtsbegehren keinen Einfluss auf den Prozessaufwand ausübt (Urteil des Bundesgerichts 9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013 mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerde
führer
in
hat somit Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung.
Die Parteientschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
Art.
61
lit
. g ATSG,
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich). Unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.-- bis Ende 2014 und von
Fr.
220.-- ab dem Jahr 2015 ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung in der Höhe von
Fr.
2‘300.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.