Decision ID: e47d40aa-4f36-4607-93a8-367600d480ea
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1974
geborene
X._
meldete sich am
17. Januar 2005 zum Bezug von Leistungen (Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 7/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und zog
wiederholt - die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei.
Vom 28. April bis 2. Mai 2008 liess sie den Versicherten von den Ärzten des
Y._(Y._
; vgl. p
olydisziplinär
es
Gutachten v
om 28. August 2008, Urk. 7/68) und am 27. Oktober 2008 von
pract
. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Arzt des Regionalärztlichen Diensts (RAD) der IV, untersuchen (vgl. Bericht vom 12. November 2008, Urk. 7/72). Nachdem sie de
n
Versicherten – unter Hinweis auf seine Schadenminderungspflicht – mit Schreiben vom 11. Februar 2009 (Urk. 7/77) angehalten hatte, die ambulante psychiatrische Behandlung weiterzuführen, verfügte sie am
6. Mai beziehungsweise am 18. Juni 2009
für die Zeit vom 1. Februar bis 30. Juni 2004 eine ganze, für die Periode vom 1. Juli 2004 bis 30. November 2008 eine Dreiviertels- und mit Wi
rkung ab 1. Dezember 2008 wieder
eine ganze Rente
(
vgl.
Urk. 7/84, Urk. 7/86
, Urk.
7/105
;
vgl. auch Vorbescheid vom 12. Februar 2008 [Urk. 7/79])
.
1.1.2
Ende Juni
2010
wurde
X._
– im Auftrag der SUVA und unter Beteiligung der IV-Stelle – von den Ärzten der
A._
polydisziplinär untersucht (vgl. Expertise
vom 20. Oktober 2010
[
Urk. 7/131
] und Ergänzung dazu vom 4. September 2012 [Urk. 7/154/3-5]
)
. Im Rahmen des daraufhin Anfang 2011 von Amtes wegen veranlassten
Revisions
verfahrens
tätigte
die
IV-Stelle
weitere Abklärungen
, zog abermals die Akten der SUVA bei
und stellte dem Versicherten daraufhin mit Vorbescheid vom 17. September 2013 (Urk. 7/159) die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
, da die
Rentenzusprache
aufgrund von
p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder
n
ohne nachweisbare organische Grund
lage
(
päusBonoG
) erfolgt und die Gesundheitsstörung bei zumutbarer
Willens
anstrengung
überwindbar sei.
Hiegegen
liess
der Versicherte
am
19. September beziehungsweise
am
28. Oktober 2013 Einwand erheben (Urk. 7/161, Urk. 7/167)
. In der Folge teilte die IV-Stelle ihm am 24. März 2014 mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine
bidisziplinäre
Untersuchung
erforderlich sei, und schlug
vor, die Begutachtung durch Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, und durch Prof. Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie,
vornehmen zu lassen (Urk. 7/176).
Nachdem Dr.
B._
sich am 12. April 2014
-
unter Hinweis auf das
äusserst
umfangreiche Aktendossier -
ausserstande
erklärt hatte, die Begutachtung innert der dafür vorgesehenen Frist und zum ansonsten üblichen Preis vorzunehmen (Urk
.
7/178), beschied die IV
Stelle dem
Versicherten
m
it Schreiben vom
29. April 2014
(Urk. 7/181), die Kosten für eine umfassende
polydisziplinäre (allgemeininternistische, rheuma
to
logische und psychiatrische) - medizinische Untersuchung zu über
nehmen.
Ohne sei
nen
begründeten
Gegenbericht werde
die Wahl der
Gutachter
stel
le
nach dem Zufallsprinzip erfolgen. Die IV-Stelle ersucht
e
den Versicher
ten, allfällige Zusatzfragen zu den
-
der fraglichen Mitteilung beigelegten
-
Fragen an die Gutachter bis am 13. Mai 2014 einzureichen. Den Auftrag betreffend die ursprünglich vorgesehene
bidisziplinäre
Expertise stornierte sie am 29. April 2014 (Urk. 7/182).
Der Versicherte
liess
sich dazu nicht v
e
rnehmen.
Am 4. Juni 2014 erteilte sie dem
D._ GmbH
, der
durch
E._
zugeteilte
n
Gutachterstelle
(Urk. 7/183), den Auftrag zur polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (Urk. 7/184)
; diesen
informierte
sie
am 18. Juni 2014 entsprechend (Urk. 7/186).
D
er Versicherte
teilte der IV-Stelle daraufhin mit Schreiben vom 3. Juli 2014 (Urk. 7/191) mit, dass eine weitere interdisziplinäre Begutachtung aufgrund der überzeugenden und ausführlichen Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. med.
F._
vom 8. und vom 10. Oktober
2013 (Urk. 7/165 S. 1 f.)
nicht erforderlich sei. Er beantrage, statt der erneuten Einholung einer Expertise
-
in seinem Beisein - eine Besprechung mit den Integrations- und Eingliederungsspezialisten der IV
Stelle sowie Dr.
F._
durchzuführen. Sofern die IV-Stelle dennoch auf der sofortigen nochmaligen polydisziplinären Untersuchung beharre, würden Einwände gegen die Betrauung des
-
voreingenommenen -
D._
mit dieser Aufgabe erhoben. Hinzuweisen sei zud
em darauf, dass ihm der Fragebogen an das
D._
nicht zugestellt worden se
i.
Unter Hinweis darauf, dass s
i
e
die Wahl der Gutachte
r
stelle nicht beeinflussen könne, gab die IV-Stelle dem Versicherten daraufhin am 11. Juli 2014 Gelegenheit, bis 23. Juli 2014 triftige Einwendungen gegen die polydisziplinäre medizinische Untersuchung zu erheben (Urk. 7/192) und
liess
ihm am 14. Juli das Auftragsschreiben an das
D._
vom
4
.
Juni
2014 und den Frage
n
katalog zukommen (Urk. 7/194). Der Versicherte
beantragte daraufhin mit Schreiben vom 17. Juli 2014 (Urk. 7/197) erneut eine Besprechung im Hinblick auf Integrations- beziehungsweise
Eingliederungsmassnahmen
sowie die Einholung eines Berichts des behandelnden Neurologen Dr. med.
G._
. Zudem legte er dar, weshalb er
-
im Falle des Festhaltens der IV-Stelle an der polydisziplinären Begutachtung
-
das
D._
als Begutachtungsstelle ablehne und den dem
D._
zugestellten Fragenkatalog für unpassend halte. Nachde
m die IV-Stelle einen
vom 12.
August 2014 datierenden
-
Bericht von Dr.
G._
(Urk. 7/198) eingeholt und diesen dem Versicherten am 19. August 2014 zur Stellungnahme zugestellt hatte (Urk. 7/199), ersuchte dieser am 22. August 2014 um
Anfor
derung
auch eines Berichts der behandelnden Ärzte des Medizinischen Zentrums
H._
und
opponierte erneut gegen die
vorgesehene
Ein
holung einer Expertise
(Urk. 7/201). Die IV-Stelle
hielt ihrerseits mit
Zwischen
verfügung
vom 1. September 2014 (Urk. 2) an der Begutachtung durch das
D._
fest und stellte dem Versicherten in Aussicht,
noch einen Bericht des Medizi
nischen Zentrums
H._
einzuholen und diesen direkt den Experten des
D._
zukommen zu lassen.
1.2
1.2.1
Die SUVA hatte im Zusammenhang mit fünf vom Versicherten zwischen 1997 und 2005 erlittenen Auffahr
kollisionen
jeweils
Heilbehandlungs- und
Taggeld
leistungen
erbracht.
Nachdem sie den Versicherten am 31. Januar 2006 neurologisch
hatte
untersuchen lassen (Urk.
7/174/99 f.)
, stellte
sie
ihre Leistungen - unter Hinweis auf das Fehlen eines adäquaten Kausal
zusammen
hanges zwischen den noch geklagten Beschwerden und den
Ver
kehrs
unf
ällen - mit Verfügung vom 13. Februar 2006 (Urk.
7/27/1 f.
) per 28. Februar 2006 ein.
An diesem Entscheid hielt sie auf Einsprache hin am
10. Mai 2006
fest
(Urk.
7/29/1-11 S. 2-11
).
Die vom Versicherten
hiegegen
im Prozess Nr. UV.2006.00280 am
7. September 2006
erhobene Beschwerde
(Urk. 7/174/5-19)
wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. April 2008 ab. In Gutheissung der gegen diesen Entscheid gerichtete
n
Beschwerde stellte das Bundesgericht mit Urteil
8C_477/2008
vom
19. Dezember 2008
(Urk. 7/169/78
96)
fest
, dass der
Versicherte
auch nach dem 28.
Februar 2006 Anspruch a
uf Versicherungs
leistungen habe, da die über diesen Zeitpunkt hinaus persistierenden Beschwerden in einem natürlichen und einem adäquaten Kausalzusammenhang zu den erlittenen Unfällen stünden.
1.2.
2
In der Folge
veranlasste die
SUVA
im Jahr
2010
die
(bereits erwähnte)
polydisziplinäre Begutachtung durch die
Ärzte der
A._
(vgl.
Expertise vom 20. Oktober 2010
[
Urk. 7/
131
]
und Ergänzung dazu vom 4. September 2012 [Urk. 7/154/3-5]
). Nach weiteren medizinischen Abklärungen verfügte sie am 25. Januar 2013 die Einstellung der Taggeld- und Heilbehandlungs
leistungen
auf den 28. Februar 2012 beziehungsweise am 6. Februar 2013 - in
Wieder
erwägung
dieses Entscheides - auf den 28. Februar 2013 und verneinte einen Anspruch auf weitere Geldleistungen (Rente, Integritätsentschädigung). Daran hielt sie auf Einsprache
(Urk. 7/169/21-40)
hin am 19. April 2013 fest
(Urk. 7/169/4-18)
. Das hiesige Gericht wies die gegen diesen
Einsprache
entscheid
im Prozess Nr. UV.2013.00131
am 21. Mai 2013 erhobene Beschwerde mit
noch nicht in Rechtskraft erwachsene
m
Urteil vom
17. November 2014 ab.
2.
Gegen die Zwischenverfügung
der IV-Stelle vom 1. September 2014
betreffend Begutachtung
(Urk. 2) liess
X._
am 30. September 2014 mit nachstehenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei festzustellen, dass eine weitere interdisziplinäre Begutachtung nicht nötig ist und der Versicherte weiterhin Anrecht auf eine ganze IV-Rente hat
.
2.
Eventualiter sei die IV anzuweisen, mit dem Versicherten und dessen Rechtsvertreterin die Möglichkeiten einer Ausdehnung der Erwerbs
tätigkeit aus der noch vorhandenen Restarbeitsfähigkeit zu besprechen.
3.
Subeventualiter
sei mit der polydisziplinären Begutachtung eine ausserhalb von
I._
domizilierte MEDAS zu beauftragen und dieser im Auftrag darzulegen, welche Beschwerdebilder/Arbeitsunfähigkeit zu welchem Zeitpunkt miteinander zu vergleichen sind.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
.“
Die IV-Stelle schloss am 3. November 2014 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 5. November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in de
n
nachstehenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Bei der angefochtenen Verfügung (Urk.
2; Entscheid über die Notwendigkeit einer polydisziplinären Expertise und gleichzeitige Benennung der
Gutachter
stelle
[
D._
])
handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
che
rungsrechts
(ATSG) in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundes
gesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
), welche zufolge Bejahung des
nicht wieder gutzumachenden Nachteils (Art. 46 Abs. 1
lit
. a
VwVG
; BGE 132 V 93 E. 6.1) selbständig mit Beschwerde ange
fochten werden kann.
1.1.2
Für di
e Bejahung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext des
invalidenversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens mit seinen spezifi
schen
Gegebenheiten (dazu eingehend BGE 137 V 210) muss berücksichtigt
werden, dass das Sachverständigengutachten im Rechtsmittelverfahren mit Blick
auf die
fachfremde Materie faktisch nur beschränkt überprüfbar ist: Der
Rechts
anwen
der
sieht sich mangels ausreichender Fachkenntnisse kaum in der Lage, in formal korrek
t abgefassten Gutachten objektivfachlich
e
Mängel zu er
kennen. Zugleich
steht die faktisch vorentscheidende Bedeutung der medizi
ni
schen Gutachten für den Leistungsentscheid in einem Spannungsverhältnis zur grossen Streubreite der
Möglichkeiten, einen Fall medizinisch zu beurteilen, und zur entsprechend ge
ring
en Vorbestimmtheit der Ergebnisse (BGE 137 V 210 E. 2.5 mit Hinweisen). Diesen Umständen ist mit verfahrensrechtlichen Garantien zu begegnen (BGE
137 V 210 E. 2.5 und E. 3.4.2.3). Die Mitwirkungsrechte müssen im
Beschwerde
verfahren
durchsetzbar sein. Ist dies durch Anfechtung des Endentscheids nicht mehr möglich, kann ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen, der den Rechtsweg an eine Beschwerdeinstanz eröffnet. Da systemimmanent kein Anspruch auf Einholung eines Gerichtsgutachtens besteht (vgl. BGE 136 V 376), ist das Administrativgutachten häufig zugleich die wich
tigste medizinische Ent
s
cheidungsgrundlage im Beschwerdeverfahren. In sol
chen Fällen kommen die bei
der Beweiseinholung durch ein Gericht vorgesehe
nen Garantien zugunsten der
privaten Partei im gesamten Verfahren nicht zum Tragen. Um dieses Manko wirksam auszugleichen, müssen die gewährleisteten Mitwir
kungsrechte durch
setz
bar sein, bevor präjudizierende Effekte eintreten (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.4). Mit Blick auf das naturgemäss begrenzte Überprüfungsvermögen der rechtsanwendenden Behörden genügt es daher nicht, die Mitwirkungsrechte erst nachträglich, bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und
Beschwerde
verfahren
,
einzuräumen. Für die Annahme eines drohenden unumkehrbaren Nach
teils spricht
schliesslich auch, dass die mit medizinischen Untersuchungen einhergehenden Belastungen zuweilen einen er
heblichen Ein
griff in die physische oder psychische Integrität bedeuten (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7; BGE 139 V 339 E. 4.3). Aus diesen Gründen hat das Bundesgericht die
Anfecht
barkeitsvoraussetzung
des nicht wieder gutzumachenden Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV
Angelegenheiten bejaht, zumal die nicht sachgerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur tatsächlichen Nach
teil bewirkt (BGE 139 V 339 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
Auf die Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom
1. September 2014
(Urk. 2) ist demnach einzutreten.
1.2
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer
oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei
deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Grün
den
ablehnen und kann Gegenvorschläge machen (Art. 44 ATSG). Zum einen werden von den
triftigen Gründen die eigentlichen gesetzlichen
Ausstandsgründe
(vgl. Art. 10
VwVG
und Art. 36 Abs. 1 ATSG) erfasst; zum andern zählen auch weitere As
pekte - etwa die fehlende Sachkenntnis - zu den triftigen Gründen (
Kieser
, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009,
Rz
17 zu Art. 44; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 6.4-5).
Die Anforderungen an die Unbefangenheit eines medizinischen Sachverständigen
ergeben sich aus dem Anspruch auf ein faires Verfahren gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechts
kon
vention
(Urteil des Bundesgerichts 6B_299/2007 vom 11. Oktober 2007 E.
5.1.1).
Nach der Rechtsprechung ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vor
liegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der
Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer
bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ab
lehnung nicht nach
gewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tat
sächlich befangen ist.
Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenhei
t und die Gefahr der Voreingenommenheit zu be
gründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1 mit Hinweis).
Deshalb ist ein triftiger Grund auch etwa gegeben, wenn es dem Gutachter an der
im konkreten Fall erforderlichen Kompetenz fehlt oder er aus persönlichen Gründen
nicht als geeignet erscheint (
Kieser
, a.a.O.,
Rz
18 zu Art. 44 mit Verweis auf
Maeschi
, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärver
sicherung, Bern 2000,
Rz
12 zu Art. 93).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete das Festhalten an der Begutachtung durch das
D._
damit, dass die vorgesehene medizinische Abklärung zur Beurteilung des Leistungsanspruchs notwendig sei
.
Gegen die
begutachtenden Personen
liege kein schützenswerter Ausstands- oder Ablehnungsgrund vor
, und die
Gut
achter
stelle
als solche könne gar nicht befangen sein (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenübe
r
auf den Standpunkt, eine (weitere) Begutachtung sei insofern nicht erforderlich, als aus den aktuellen Berichten der behandelnden Ärzte hervorgehe, dass die
physischen und psychischen Beschwerden unverändert persistierten (Urk. 1 S. 7). Zudem seien das
D._
beziehungsweise die
für die Begutachtung vorgesehenen Ärzte voreingenommen und befangen.
Beim
D._
handle es sich nämlich – wie auch beim
Y._
und
bei
der
A._
,
wo er sich bereits einmal einer Begutachtung unterzogen habe - um
eine
in
I._
domizilierte
Medizinische Abklärungsstelle
. Einzelne Gutachter seien dabei
gleichzeitig für zwei der drei
genannten
Begutachtungsinstitute tätig.
Aufgrund d
i
e
se
r personellen Ver
flechtungen zwischen den Gutachterstäben
der drei MEDAS sei eine
recht
sprechungsgemäss zwingend erforderliche
absolute Unabhängigkeit der Gutachter nicht gewährleistet (Urk. 1 S. 8). Zudem fehlten den Experten des
D._
die fachlichen Fähigkeiten für die Begutachtung, sei doch sowohl in dem Urteil des Bundesgerichts C-3255/2007 vom 15. Dezember 2009 als auch in einem kürzlich in den Printmedien publizierten Fall die Qualität von
D._
Gutachten beanstandet worden. Sofern das Gericht eine Begutachtung überhaupt für erforderlich befinde, sei
mit dieser Aufgabe
daher eine
MEDAS
ausserhalb von
I._
zu betrauen (Urk. 1 S. 8 f.)
. Zu beanstanden sei schliesslich auch die Formulierung der ergänzenden Fragen der Beschwerdegegnerin an die Gut
achter (Urk. 1 S. 9).
3.
3.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich - in Form einer Ver
fügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
- Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3.2
Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Zwischenverfügung (Urk. 2) einzig über das Festhalten an der Begutachtung durch das
D._
befunden. Hinsichtlich der beantragten Feststellung des Fortbestehens des Anspruchs auf eine ganze Rente
sowie
der Anweisung der IV-Stelle zur Durchführung einer Besprechung betreffend Aus
dehnung der Erwerbstätigkeit (Urk. 1 S. 2) ist daher mangels Anfechtungsobjekt
s
nicht auf die Beschwerde einzutreten.
I
n Bezug auf die – zumindest implizit – beantragte Änderung des den Gut
achtern zugestel
lten Fragebogens (Urk. 1 S. 9)
ist einerseits
anzumerken
, dass unpräzise Fragen an die Experten keinen nicht wieder gut zu machenden Nachteil bewirken, da allfällige darauf zurückzuführende materielle Mängel des Gutachtens mit dem Endentscheid angefochten werden können. Andererseits ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer Gelegenheit hatte, selbst Fragen zu stellen (Urk. 7/181),
er die angesetzte Frist jedoch unbenutzt verstreichen liess
.
Die später erhobenen Einwendungen
(
Urk.
7/197,
Urk.
7/201) haben daher unberücksichtigt zu bleiben. Darüber hinaus scheint der Beschwerdeführer zu verkennen, dass die Gutachter sich nicht zu gesundheitlichen Veränderungen zu äussern haben.
4.
4.1
Hinsichtlich der (zu hörenden [vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7]) Rüge, die Begut
achtung durch das
D._
sei nicht notwendig, weil sich der weitere
Leistungs
anspruch
schon gestützt auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte zuverlässig beurteilen lasse (Urk. 1 S.
7
), ist festzuhalten,
dass der Beschwerde
führer aktenkundig ein komplexes Beschwerdebild aufweist, dessen Beurteilung in verschiedene medizinische Fachgebiete fällt. Angesichts dieses Umstands und der Tatsache, dass die letzte Begutachtung rund vier Jahre zurückliegt (vgl. Expertise der
A._
vom 20. Oktober 2010, Urk. 7/131), ist eine erneute umfassende interdisziplinäre Untersuchung
zur Überprüfung des weiteren
Leistungs
anspruchs
durchaus angezeigt
, auch wenn im Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
7.
November 2014 schon verschiedene Feststellungen getroffen wurden, welche allein unfallkausale Belange beschlagen
.
Daran ändern d
ie
bereits bei den Akten liegenden beziehungsweise noch einzuholenden - Berichte der behandelnden Psychiater und des Neurologen nichts. Einerseits vermögen diese einzelnen fachspezifischen Einschätzungen
-
gerade in Anbe
tracht der vielschichtigen Symptomatik -
eine polydisziplinäre
Gesamtbeur
teilung
nicht zu ersetzen, und andererseits
entspricht es einer
Erfahrungs
tatsache, dass behandelnde Arztpersonen
beziehungsweise Therapiekräfte
mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Insofern ist nicht zu beanstanden, dass die IV
Stelle, die aufgrund des Untersuchungsrundsatzes verpflichtet ist, die notwen
digen Abklärungen vorzunehmen, eine polydisziplinäre Begutachtung ange
ordnet hat.
4.2
Ausstandsgründe
im Sinne von Art. 36 ATSG können ausschliesslich gegen natürliche Personen vorliegen; ein
Ausstandsgesuch
gegen das
D._
als solches ist demnach von vornherein ausgeschlossen (vgl.
BGE 137 V 210 E. 1.3.3
mit Hinweisen
). Von den
drei
für die Begutachtung des Beschwerdeführers
konkret
vorgesehenen
Sachverständigen
des
D._
(Urk. 7/190 S. 2)
ist keiner gleichzeitig für die
A._
und/oder das
Y._
tätig (vgl. Gutachterverzeichnisse
d
i
e
se
r drei Institute, Urk. 3/7-9).
Insofern fallen die vom Beschwerdeführer geltend gemachten personellen Verflechtungen als Befangenheitsgrund jedenfalls ausser Betracht. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang,
dass
selbst
ein
Gutachter
, der eine
versicherte Person
schon früher einmal untersucht
hat
,
aufgrund dieses Umstands
hinsichtlich der Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes im
Rahmen
der
Überprüfung des weiteren Leistungsanspruchs an sich noch nicht befangen ist.
Grundsätzlich
sind bereits früher involvierte Gutachter
gar besser in der Lage als erstmals beauftragte Experten,
den
Verlauf
zu beurteilen beziehungswese allfällige seit der Voruntersuchung eingetretene gesundheitli
che Veränderungen festzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_35/2014 vom 16. Juni 2014 E. 2.3).
Der Umstand schliesslich,
dass
D._
-Gutachten verschiedentlich – aufgrund formeller und/oder materieller Mängel – die Beweistauglichkeit abgesprochen wurde
(zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
, lässt per se noch nicht auf das
Fehlen
der für eine medizinische Begutachtung erforderlichen fachlichen Qualifikationen der für das
D._
tätigen Ärzte schliessen
(Urk. 1 S. 8 f.)
. Dass die für die polydisziplinäre Untersuchung des Beschwerdeführers
konkret vorgesehenen Gutachter zur Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgabe
nicht fachkompetent seien, machte der Beschwerdeführer – nach Lage der
Akten zu Recht – nicht geltend.
4.3
Nach dem Gesagten gibt es keinen triftigen Grund, der gegen die Begutachtung durch das
D._
und die für die Aufgabe konkret vorgesehenen Ärzte als Exper
ten spricht. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5
.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leis
tungen geht, ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung von Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) - gemäss Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos.