Decision ID: efc60f93-8695-5626-bd63-1aa82403a941
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Oktober 2018 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur
Altersrente der AHV an (Dossier 1, EL-act. 48). Sie gab an, dass sie sich ab
1. Dezember 2018 im Alters- und Pflegeheim B._ aufhalten werde. Sie reichte unter
anderem Unterlagen betreffend ein Grundstück ein, an der sie im Rahmen einer
Erbengemeinschaft, bestehend aus ihr und ihren beiden Söhnen, Eigentum hatte.
Dieses Grundstück war nach dem Tod des Ehemannes der Versicherten im Jahr 1991
in das Eigentum der Erbengemeinschaft übergegangen. Auf dem Grundstück hatten
sich damals ein Wohnhaus (Vers.-Nr. 611), eine Scheune (Vers.-Nr. 612) und eine
Garage (Vers.-Nr. 1529) befunden. Der amtliche Schätzwert hatte am 7. März 1985
Fr. 176'000.-- betragen und es hatte ein Grundpfandrecht in derselben Höhe
bestanden (D.1, EL-act. 50). Eine Schätzung durch den Fachdienst für
Grundstückschätzung am 7. Mai 2014 hatte einen Verkehrswert (Steuerwert) von
Fr. 963'000.-- und einen Mietwert von Fr. 41'140.-- ergeben (zur Berechnung vgl. D.1,
EL-act. 52). Die Schätzung hatte sich dabei auf die Grundstücksfläche, zwei
Wohnungen (Vers.-Nr. 611 und 612) und eine Doppelgarage (Vers.-Nr. 2627) bezogen.
Am 31. Dezember 2017 hatten zulasten der Erbengemeinschaft eine 1. Hypothek von
Fr. 45'000.-- und eine 2. Hypothek von Fr. 176'000.-- bestanden (D.1, EL-act. 55-4,
55-5). Die Versicherte bewohnte das Grundstück (Vers.-Nr. 611) bis zum Eintritt in das
Alters- und Pflegeheim. Am 6. Februar 2019 liess die Versicherte, vertreten durch ihren
Sohn C._, weitere Unterlagen einreichen (D.1, EL-act. 44): Am 31. Dezember 2018
hatte die 1. Hypothek Fr. 43'000.-- und die 2. Hypothek Fr. 176'000.-- betragen.
Gemäss einem Nachlassinventar vom 24. Juli 1991 hatte der Nachlass des Ehemannes
der Versicherten im Wesentlichen aus dem Grundstück bestanden. Eine
A.a.
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Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte am 15. Februar 2019 nach einem
Telefonat mit C._ (D.1, EL-act. 43), dass dieser die zweite Wohnung bewohne.
Mit einer Verfügung vom 18. Februar 2019 verneinte die EL-Durchführungsstelle
infolge eines Einnahmenüberschusses einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab
1. Oktober 2018 (D.1, EL-act. 39). Bei der Anspruchsberechnung hatte sie die
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung und die
Lebensbedarfspauschale (bis 30. November 2018) bzw. die anrechenbaren Kosten für
den Heimaufenthalt (ab 1. Dezember 2018) als Ausgaben sowie die AHV-Rente, die
BVG-Rente, eine ausländische Rente, ein hypothetisch anrechenbarer
Vermögenverzehr (das anrechenbare Vermögen resultierte aus Sparguthaben/
Wertschriften und aus der unverteilten Erbschaft) und Vermögenserträge (bestehend
aus Erträgen aus Sparguthaben/Wertschriften und aus der unverteilten Erbschaft) als
Einnahmen berücksichtigt (vgl. die Berechnungsblätter, D.1, EL-act. 36-38). C._ teilte
am 24. Februar 2019 mit (D.1, EL-act. 33), der Berechnung aus der unverteilten
Erbschaft liege ein Fehler zugrunde. Die unverteilte Erbschaft beziehe sich auf den
Altbau (Vers.-Nr. 611). Der Neubau (Vers.-Nr. 612) und die Garage (Vers.-Nr. 2627)
stünden im alleinigen Eigentum von ihm und seiner Ehefrau. Diese Werte dürften bei
der EL-Berechnung nicht angerechnet werden. Fraglich sei ausserdem, ob aufgrund
des Heimaufenthalts der Versicherten ein Eigenmietwert angerechnet werden dürfe. Er
reichte folgende Unterlagen ein: Auszug aus einem Kreditvertrag vom 4. Mai 1993
betreffend die Errichtung von drei Hypotheken mit dem Grundstück als Grundpfand in
der Gesamthöhe von Fr. 525'000.--, wobei Fr. 25'000.-- zusätzlich durch in den Depots
von C._ und D._ sich befindenden Kassenobligationen gesichert worden waren,
Kreditvertrag vom 22. April 1993 lautend auf C._ und D._ zur Finanzierung des Um-
und Ausbaus des Elternhauses, Baubewilligung vom 30. Januar 1992 betreffend ein
Wohnhaus-Anbau (Umbau Scheune) auf dem Grundstück sowie Auszüge aus
Kreditverträgen vom August 2011 betreffend die Gewährung von drei Hypotheken mit
dem Grundstück als Grundpfand (Hypothek von Fr. 630'600.-- zulasten von C._ und
D._ sowie Hypotheken von Fr. 58'000.-- und Fr. 176'000.-- zulasten der
Erbengemeinschaft).
A.b.
Die EL-Durchführungsstelle korrigierte ihre Berechnung, indem sie das Vermögen
und die Erträge aus der unverteilten Erbschaft als Positionen bei den Einnahmen
A.c.
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reduzierte sowie für die Zeit ab 1. Oktober 2018 bis 30. November 2018 neu einen
Mietzins als Ausgabe berücksichtigte (vgl. die Berechnungsblätter, D.1, EL-act. 28-30).
Die Berechnung ergab dennoch einen Einnahmenüberschuss. Mit einer Verfügung vom
3. Mai 2019 ersetzte die EL-Durchführungsstelle die Verfügung vom 18. Februar 2019
und verneinte einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen (D.1, EL-act. 31).
Die Versicherte liess am 19. Mai 2019 eine Einsprache gegen die Verfügung vom
3. Mai 2019 erheben (D.1, EL-act. 27). Der sie vertretende Sohn C._ beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen ab
1. Dezember 2018. Er machte geltend, der von der EL-Durchführungsstelle
berücksichtigte Wert des Anteils der Versicherten am Grundstück sei zu hoch.
Nachdem der Markt- bzw. Verkehrswert aus der Schätzung nicht hervorgehe, sei
dieser vom Mietwert abzuleiten. Gemäss seiner Berechnung betrage der Anteil der
Versicherten am Grundstück Fr. 108'357.--. Nach Abzug des Anteils an den
bestehenden Hypotheken von Fr. 110'500.-- verbleibe kein anrechenbarer
Vermögensanteil aus der unverteilten Erbschaft. Der Eigenmietwert dürfe nicht
angerechnet werden, da die Versicherte seit dem 1. Dezember 2018 nicht mehr im
Eigenheim wohne.
A.d.
Am 15. Juli 2019 forderte die EL-Durchführungsstelle beim Grundbuchamt E._
Unterlagen an (D.1, EL-act. 23), die am 19. Juli 2019 eingingen (D.1, EL-act. 22):
Gemäss einer Mitteilung vom 30. November 1987 war die Grundstückschätzung vom
7. März 1985 zufolge eines Küchenumbaus im Wohnhaus (Vers.-Nr. 611) bereinigt
worden. Gemäss einem Erbteilungsvertrag vom 17. Januar 1959 war dem Ehemann
der Versicherten das Grundstück nach dem Tod von dessen Vater als Miterben
übertragen worden. Im Weiteren reichte das Grundbuchamt E._ eine
Baukostenabrechnung über den Neubau (Vers.-Nr. 612) vom 3. August 1993 mit einem
Total der Anlagekosten Gebäude von Fr. 568'072.-- und einem Total der Anlagekosten
Grundstück/Umgebung von Fr. 74'269.-- ein. Am 23. Juli 2019 bat die EL-
Durchführungsstelle C._ um die Einreichung von weiteren Unterlagen betreffend
allfällige wertsteigernde Umbauten in den Jahren 1959 bis 1992, die Finanzierung des
Anbaus im Jahr 1992 und eine allfällige Vermietung des Hauses (gemeint wohl: Vers.-
Nr. 611; D1, EL-act. 21). Dieser kam am 4. August 2019 dem Ersuchen nach und gab
an (D.1, EL-act. 19), dass der Unterhalt des rund 120-jährigen Wohnhauses zu einer
A.e.
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allmählichen Erhöhung der Hypothek geführt habe, da die nötigen Investitionen nicht
aus dem Barvermögen hätten beglichen werden können. Erst in den Jahren 1985 und
1987 seien grössere Investitionen erfolgt. Im Jahr 1985 sei das Haus isoliert und im
Jahr 1987 sei die Küche ersetzt worden. Dabei habe es sich um werterhaltende
Investitionen gehandelt, die über eine Erhöhung der Hypothek finanziert worden seien.
Der Anbau im Jahr 1992 sei ausschliesslich aus seinen Eigenmitteln und denjenigen
seiner Ehefrau finanziert worden. Der Altbau stehe seit dem Umzug der Versicherten in
das Alters- und Pflegeheim leer. Eine Vermietung sei nicht einfach, da dafür grössere
bauliche Investitionen nötig wären. Der erste Stock befinde sich noch im Zustand, wie
er in den 1950er-Jahren bestanden habe. Er reichte Baukostenabrechnungen vom
20. Februar 1985 betreffend eine Renovation im Betrag von Fr. 66'892.85 und vom
29. September 1987 betreffend einen Küchenumbau im Betrag von Fr. 45'762.--, einen
(Bau-)Kreditvertrag vom 18. Oktober 1983 im Betrag von Fr. 60'000.-- lautend auf den
Ehemann der Versicherten sowie ein Schreiben der F._ vom 20. Januar 1977
betreffend die Gewährung eines zusätzlichen Hypothekar-Darlehens im Betrag von
Fr. 20'000.-- (Erhöhung des Schuldbriefes von Fr. 40'000.-- auf Fr. 60'000.--) ein. Am
27. August 2019 fragte die EL-Durchführungsstelle nach, weshalb das Haus nicht
bewohnbar sei (D.1, EL-act. 16). C._ teilte am 1. September 2019 mit (D.1, EL-
act. 15), im 1. Stock müssten alle Zimmer renoviert und isoliert werden, da im Winter
die Temperatur trotz voll geöffneter Heizung nicht über 18 Grad steige. Zudem müsste
eine neue Nasszelle mit einer Waschmaschine erstellt werden und die Treppe sei zu
ersetzen, da diese abgetreten und gefährlich sei. Im Weiteren müssten in der Küche
sämtliche Geräte ersetzt werden, da die jetzigen rund 30-jährig seien. Kurz- und
mittelfristig seien solche Investitionen nicht möglich, zumal das Vermögen der
Versicherten von Monat zu Monat schrumpfe. Bei einer allfälligen Vermietung sei auch
relevant, dass sich sein Bruder (wohnhaft im Kanton G._) entsprechend seinem
Erbanteil an den Hypothekarkosten beteilige und bei seinen regelmässigen Besuchen
auch die Möglichkeit haben müsse, im "eigenen" Haus wohnen zu können. Er reichte
Fotos von einigen Zimmern und der Treppe ein (D.1, EL-act. 14).
Mit einem Entscheid vom 29. November 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (D.1, EL-act. 8). Sie hielt fest, die Ablehnung des EL-Anspruchs bis
30. November 2018 sei nicht angefochten worden. Die Versicherte bewohne die
A.f.
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Liegenschaft seit dem 1. Dezember 2018 nicht mehr selbst, weshalb ihr grundsätzlich
kein Eigenmietwert als Ertrag aus der unverteilten Erbschaft anzurechnen sei. Sie habe
mit Eingabe vom 1. September 2019 nachvollziehbar dargelegt und mit Fotos belegt,
dass die Liegenschaft in einem sehr schlechten Zustand sei und eine Vermietung
derselben kostspielige Renovationsarbeiten voraussetzen würden, zu welchen der
Erbengemeinschaft derzeit die finanziellen Mittel fehlten. Aus diesem Grund sei eine
Vermietung unwahrscheinlich und die angerechneten Erträge aus der unverteilten
Erbschaft seien aus der EL-Berechnung zu streichen. Da der EL-Anspruch erst ab dem
1. Dezember 2018 strittig sei, könne auf die Prüfung der Anrechnung solcher Erträge
für den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis 30. November 2018 verzichtet werden. In
der der angefochtenen Verfügung vom 3. Mai 2019 zugrundeliegenden Berechnung sei
ein Vermögen aus der unverteilten Erbschaft von Fr. 35'831.-- angerechnet worden.
Der einzige sich im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft befindliche
Vermögensgegenstand stelle das Grundstück dar. Dieses habe Eigengut des
verstorbenen Ehemannes der Versicherten gebildet. Da davon auszugehen sei, dass
die während der Ehe am Haus vorgenommenen Renovationen mit Mitteln des
Eigenguts des Ehemannes bzw. mit Mitteln aus der Grundpfandschuld getätigt worden
seien, habe die Versicherte gegenüber ihrem verstorbenen Ehemann in Bezug auf das
Grundstück keinen güterrechtlichen Anspruch gehabt. Der gesamte Wert des
Grundstücks sei also in die Erbmasse gefallen. Der Sohn der Versicherten, C._, habe
im Jahr 1992 einen Anbau an das Wohnhaus erstellt. Der Anbau sei Teil des im
Gesamteigentum der Erbengemeinschaft stehenden Grundstücks; auf eine
Abparzellierung sei verzichtet worden. Verwende jemand fremdes Material auf seinem
Boden oder eigenes Material auf fremden Boden, werde es gemäss Art. 671 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210) Bestandteil des Grundstückes.
Gemäss Art. 672 Abs. 1 ZGB habe der Grundeigentümer für das Material eine
angemessene Entschädigung zu leisten, wenn keine Trennung des Materials vom
Boden stattfinde. C._ und dessen Ehefrau hätten gegenüber der Erbengemeinschaft
also einen Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für den Anbau. Der
Sachwert des Anbaus (Neuwert) habe gemäss der Schätzung vom 7. Mai 2014
Fr. 552'000.-- und derjenige der Doppelgarage Fr. 34'000.-- betragen. Der Ertragswert
des Anbaus habe Fr. 442'000.-- und derjenige der Doppelgarage Fr. 36'000.--
betragen. Zusammengerechnet ergebe dies einen Sachwert von Fr. 586'000.-- und
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B.
einen Ertragswert von Fr. 478'000.--. Gemäss der Marktwertberechnung des
Steueramts (Mischwertmethode) ergebe dies einen Marktwert von Fr. 527'090.-- ([1.20
x Fr. 478'000.-- + Fr. 586'000.--] : [1.2 + 1]). Die angemessene Entschädigung betrage
somit Fr. 527'090.--. Der Gesamtwert der Liegenschaft betrage Fr. 963'000.--.
Abzüglich der zulasten der Erbengemeinschaft bestehenden zwei Hypotheken von
Fr. 219'000.-- (Fr. 176'000.-- + Fr. 43'000.--) und der Entschädigung an C._ und an
dessen Ehefrau von Fr. 527'090.-- resultiere ein Nettovermögen der
Erbengemeinschaft von Fr. 216'910.--. Der Erbanspruch der Versicherten betrage die
Hälfte davon (Art. 462 Ziff. 1 ZGB), was einem Betrag von Fr. 108'455.-- entspreche.
Somit sei der Versicherten ein Betrag von Fr. 108'455.-- als Vermögen aus der
unverteilten Erbschaft anzurechnen. Die Versicherte habe zu Recht gerügt, dass ab
1. Dezember 2018 kein Eigenmietwert zu berücksichtigen sei. Auf die Anrechnung
eines Vermögens aus der unverteilten Erbschaft sei jedoch nicht zu verzichten.
Vielmehr sei von einem höheren Betrag als demjenigen, der der angefochtenen
Verfügung zugrunde gelegen habe, auszugehen. Gemäss den beiliegenden
Berechnungsblättern resultiere kein EL-Anspruch, weshalb die angefochtene
Verfügung im Resultat korrekt und die dagegen erhobene Einsprache abzuweisen sei.
Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess am 15. Januar 2020 eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 29. November 2019 erheben (act.
G 1). Der sie nun vertretende Rechtsanwalt beantragte die Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids und die Rückweisung der Sache an die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur Neufestsetzung des
Anspruchs der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember 2018
unter Berücksichtigung eines Vermögens aus unverteilter Erbschaft von Fr. 47'000.--.
Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache zur
Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Weiteren beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte er geltend, im
Jahr 1992 hätten C._ und seine Ehefrau im Einverständnis mit der
Erbengemeinschaft einen Anbau zum bestehenden Wohnhaus erstellt. Später seien
eine Wärmepumpe und eine Doppelgarage erstellt worden. Der Anbau, die
B.a.
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Wärmepumpe und die Doppelgarage seien mittels einer weiteren Hypothek auf dem
Grundstück finanziert worden. Gegenwärtig lasteten zwei Hypotheken im
Gesamtbetrag von Fr. 869'000.-- auf dem Grundstück (vgl. Grundbuchauszug vom
11. Dezember 2019, act. G 1.2.2). Im angefochtenen Einspracheentscheid sei zu Recht
ab 1. Dezember 2018 kein Eigenmietwert mehr angerechnet und ein aus einer
Vermietung erzielbarer Mietertrag verneint worden. Selbst wenn sich der Altbau in
einem guten Zustand befinden würde, dürfte kein hypothetischer Mietertrag
angerechnet werden, da die Beschwerdeführerin diesen ohne die Zustimmung der
Miterben nicht vermieten könnte. Nicht bestritten werde, dass das Grundstück
vollumfänglich der Erbmasse zuzuordnen sei. Bestritten werde die Berechnung des
Vermögens aus der unverteilten Erbschaft. Die Beschwerdegegnerin habe vom
Gesamtwert des Grundstücks von Fr. 963'000.-- Hypotheken von Fr. 219'000.--
abgezogen. Zutreffend sei, dass die Erbengemeinschaft die Eigentümerin des
Grundstücks sei; der Anbau, der Einbau der Wärmepumpe und der Bau einer
Doppelgarage hätten an den Eigentumsverhältnissen nichts geändert. Wenn aber der
Erbengemeinschaft der Gesamtwert des Grundstücks angerechnet werde, sei auch die
gesamte darauf lastende Hypothekarschuld abzuziehen. Das Vermögen der
Erbengemeinschaft betrage also Fr. 94'000.-- (Fr. 963'000.-- abzüglich Fr. 869'000.--),
woran die Beschwerdeführerin zur Hälfte beteiligt sei. Ihr seien damit Fr. 47'000.-- aus
der unverteilten Erbschaft anzurechnen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. Februar 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung brachte sie vor, gemäss dem
Grundbuchauszug bestehe die Hypothekarschuld von Fr. 43'000.-- nicht mehr,
weshalb bei der Berechnung des Vermögens aus der unverteilten Erbschaft nur noch
eine Hypothekarschuld der Erbengemeinschaft von Fr. 176'000.-- statt Fr. 219'000.-- in
Abzug zu bringen sei. Damit ergebe sich ein Nettovermögen der Erbengemeinschaft
von Fr. 259'910.--. Der der Beschwerdeführerin zustehende hälftige Anteil betrage
damit Fr. 129'955.--. Die auf C._ und seine Ehefrau lautende Hypothekarschuld von
inzwischen Fr. 693'000.-- (vgl. EL-act. 33-11) stelle kein Passivum im Gesamtvermögen
der Erbengemeinschaft dar und sei demnach auch nicht von dessen Aktiven
abzuziehen. Zu berücksichtigen sei zudem, dass vom Wert der Gesamtliegenschaft
bereits eine angemessene Entschädigung von Fr. 527'090.-- in Abzug gebracht worden
B.b.
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sei. Weiter gelte es festzuhalten, dass gemäss Art. 17 Abs. 4 der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV,
SR 831.301) Grundstücke zum Verkehrswert einzusetzen seien, wenn diese dem
Bezüger oder einer Person, die in der EL-Berechnung eingeschlossen sei, nicht zu
eigenen Wohnzwecken dienten. Die Beschwerdeführerin nutze das Grundstück nicht
mehr zu Wohnzwecken, weshalb dieses grundsätzlich zum Verkehrswert einzusetzen
wäre. Im Einspracheentscheid sei mangels Relevanz und zugunsten der
Beschwerdeführerin von den Steuerwerten des Grundstücks ausgegangen worden.
Wenn der Wert des Vermögens aus der unverteilten Erbschaft mit dem Verkehrswert
der Liegenschaft berechnet würde, würde dieser erneut höher ausfallen.
Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen bewilligte
am 11. Februar 2020 die unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 6). Sie wies darauf hin,
dass keine Gerichtskosten erhoben würden.
B.c.
Mit einer Replik vom 12. März 2020 liess die Beschwerdeführerin ergänzend
geltend machen (act. G 8), der Umstand, dass die Hypothek von Fr. 693'000.-- auf
C._ und seine Ehefrau laute, ändere nichts an der Belastung des Grundstücks. Die
Beschwerdegegnerin gehe davon aus, dass der Verkehrswert des Grundstücks höher
sei als der Steuerwert. Sie habe dies jedoch nicht mit Fakten belegt. Der für die
Steuern massgebende Verkehrswert basiere auf der Grundstücksschätzung vom 7. Mai
2014. Diese Schätzung berücksichtige den aktenkundig desolaten Zustand des Altbaus
nicht. Die Beschwerdeführerin bestreite daher, dass eine den baulichen Zustand des
Altbaus berücksichtigende Neuschätzung des Grundstücks zu einem höheren
Verkehrswert führen würde.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin brachte in einer Duplik vom 8. April 2020 ergänzend vor
(act. G 10), es sei gerichtsnotorisch, dass der Steuerwert von Grundstücken tiefer sei
als der Verkehrswert. Aus den Schreiben vom 4. August 2019 und 1. September 2019
von C._ ergebe sich, dass der renovationsbedürftige Zustand des Altbaus bereits bei
der Schätzung vom 7. Mai 2014 berücksichtigt worden sei.
B.e.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 5. Juli 2021 eine
Honorarnote im Betrag von Fr. 5'152.35 ein (act. G 12).
B.f.
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Erwägungen
1.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung, aELG,
SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 aELG geregelt, die
anrechenbaren Einnahmen in Art. 11 aELG. Da eine erstmalige Leistungszusprache
strittig ist, muss – anders als insbesondere in einem Revisionsverfahren nach Art. 17
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) – die gesamte Anspruchsberechnung auf ihre Rechtmässigkeit
geprüft werden, um dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen und dem
Untersuchungsgrundsatz Rechnung zu tragen. Insbesondere ist der Anspruch auf
Ergänzungsleistungen ab 1. Oktober 2018 zu überprüfen, obwohl der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin die Zusprache von Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember
2018 beantragt hat, denn bei einer rückwirkenden Leistungszusprache (respektive -
verweigerung) bildet die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid als
Ganzes den Anfechtungs- und Streitgegenstand (vgl. BGE 131 V 164).
2.
Die Beschwerdegegnerin hat im Berechnungsblatt zum Einspracheentscheid vom
29. November 2019 für den Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab 1. Oktober 2018
bis 30. November 2018, also vor dem Heimeintritt der Beschwerdeführerin am
1. Dezember 2018, im Vergleich zum Berechnungsblatt der Verfügung vom 3. Mai 2019
bei den Positionen unverteilte Erbschaft und Erträge aus der unverteilten Erbschaft
Korrekturen vorgenommen (vgl. D.1, EL-act. 7 und 29). In der Erwägung 3 des
Einspracheentscheids hat die Beschwerdegegnerin mit der Begründung, dass der
Anspruch auf Ergänzungsleistungen erst ab 1. Dezember 2018 strittig sei, auf die
Überprüfung der Anrechnung eines Ertrags aus der unverteilten Erbschaft allerdings
verzichtet. Der angerechnete Betrag der unverteilten Erbschaft hat demjenigen
entsprochen, der in der Berechnung der Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember 2018
berücksichtigt worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat also den Anspruch auf
Ergänzungsleistungen ab 1. Oktober 2018 bis 30. November 2018 im
Einspracheentscheid offensichtlich nicht überprüft. Dies ist unzulässig gewesen. Das
Versicherungsgericht kann einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen grundsätzlich nur
2.1.
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3.
soweit beurteilen, als die Beschwerdegegnerin diesen im Einspracheverfahren geprüft
hat. Aus verfahrensökonomischen Gründen ist es jedoch gerechtfertigt, den Anspruch
auf Ergänzungsleistungen für diesen Zeitraum im Beschwerdeverfahren dennoch zu
überprüfen, denn wie nachfolgend aufgezeigt wird, hat aufgrund eines
Einnahmenüberschusses kein Anspruch bestanden.
Der Beschwerdeführerin sind als einer "zu Hause lebenden Person" als Ausgaben
die Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung der
Prämienregion 1 des Kantons St. Gallen von Fr. 5'412.--, die Pauschale für den
allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.-- sowie die Wohnkosten anzurechnen
(Art. 10 Abs. 1 und Abs. 3 lit. d aELG). In Bezug auf die Wohnkosten wäre zu prüfen, ob
die Beschwerdeführerin als Person, die eine ihr gehörende Liegenschaft bewohnt hat,
zu qualifizieren wäre und wenn ja, in welcher Höhe die Wohnkosten anzurechnen
wären; Grundeigentümerin des von der Beschwerdeführerin bewohnten Altbaus (Vers.-
Nr. 611) ist nämlich die Erbengemeinschaft und nicht die Beschwerdeführerin gewesen
(vgl. den Grundbuchauszug vom 11. Dezember 2019, act. G 1.2.2). Dies kann jedoch
offengelassen werden, sofern bei einer Anrechnung des Höchstbetrags von
Fr. 13'200.-- (Art. 10 Abs. 1 lit. b aELG i.V.m. Art. 16a Abs. 4 ELV) ein
Einnahmenüberschuss resultiert. Die anerkannten Ausgaben haben also maximal
Fr. 37'902.-- (Fr. 5'412.-- + Fr. 19'290.-- + Fr. 13'200.--) betragen. Als Einnahmen sind
der Beschwerdeführerin die AHV-Rente von Fr. 28'200.--, die BVG-Rente von
Fr. 27'342.-- und die deutsche Rente von Euro 3'079.-- (Euro 256.61 x 12) anzurechnen
(Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG). Die anrechenbaren Einnahmen haben also mindestens
Fr. 55'542.-- und Euro 3'079.-- betragen. Selbst wenn also das Vermögen inklusive
dem Anteil an der unverteilten Erbschaft (vgl. dazu E. 3) und die Vermögenserträge als
Einnahmen nicht berücksichtigt werden und selbst wenn ein maximaler Mietzinsabzug
als Ausgabe berücksichtigt wird, resultiert ein Einnahmenüberschuss. In Anwendung
von Art. 56 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons
St. Gallen (VRP, sGS 951.1) ist deshalb festzuhalten, dass für die Zeit ab 1. Oktober
2018 bis 30. November 2018 kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen bestanden hat.
2.2.
Bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern wird ein Zehntel des Reinvermögens,
soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37'500.-- übersteigt, als Einnahme
angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. c aELG). Für in einem Heim oder in einem Spital lebende
Personen beträgt der anrechenbare Vermögensverzehr einen Fünftel (Art. 11 Abs. 2
ELG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 des Ergänzungsleistungsgesetzes des Kantons
St. Gallen, ELG/SG, sGS 351.5).
3.1.
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Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid vom 29. November 2019
Fr. 108'455.-- als Vermögen aus der unverteilten Erbschaft angerechnet. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die unverteilte Erbschaft
sei mit Fr. 47'000.-- zu berücksichtigen. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist,
welcher Betrag der Beschwerdeführerin aus der unverteilten Erbschaft anzurechnen ist.
3.2.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin ist im Jahr 1991 verstorben. Die
Beschwerdeführerin und ihre beiden Söhne haben eine Erbengemeinschaft gebildet,
die im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3. Mai 2019, die dem angefochtenen
Einspracheentscheid zugrunde gelegen hat, nach wie vor bestanden hat. Beim Tod des
Ehegatten der Beschwerdeführerin hat als Vermögenswert im Wesentlichen das
Grundstück bestanden (vgl. das Nachlassinventar vom 24. Juli 1991, D.1, EL-
act. 44-10). Die Akten enthalten keine Anhaltspunkte dafür, dass eine güterrechtliche
Auseinandersetzung stattgefunden hätte. Im Folgenden ist deshalb zur Bestimmung
des Anteils der Beschwerdeführerin an der unverteilten Erbschaft als erstes eine
güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen. Mangels Anhaltspunkten dafür,
dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann einen Ehevertrag abgeschlossen hätten,
ist vom ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung auszugehen (Art. 181
ZGB). Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat das Grundstück im Jahr 1959 von
seinem damals verstorbenen Vater geerbt (vgl. den Erbteilungsvertrag vom 17. Januar
1959, D.1, EL-act, 22-6). Das Grundstück hat damit Eigengut des Ehemannes der
Beschwerdeführerin gebildet (vgl. Art. 198 Ziff. 2 ZGB). Während der Ehe der
Beschwerdeführerin sind als grössere Investitionen in das Grundstück im Jahr 1985
eine Isolation des Hauses und im Jahr 1987 ein Küchenumbau erfolgt. Zu prüfen ist, ob
diese Investitionen aus einer Aufstockung der Hypothek oder aus Barvermögen
finanziert worden sind, denn je nachdem ist ein allfälliger Mehr- oder Minderwert des
Grundstücks dem Eigengut oder der Errungenschaft des Ehemannes der
Beschwerdeführerin zuzuordnen. Belegt ist, dass im Jahr 1983 ein Baukreditvertrag
von Fr. 60'000.-- abgeschlossen worden ist (D.1, EL-act. 19-21) und dass die Hypothek
von Fr. 60'000.-- im Jahr 1977 (D.1, EL-act. 19-33) auf Fr. 176'000.-- im Jahr 1985 (D.
1, EL-act. 50) angestiegen ist. Im Jahr 1991 hat die Hypothek bzw. das
Grundpfandrecht unverändert Fr. 176'000.-- betragen (D.1, EL-act. 50). Damit ist es
überwiegend wahrscheinlich, dass die Investitionen von rund Fr. 112'000.-- (rund
Fr. 67'000.-- für die Isolation des Hauses und rund Fr. 45'000.-- für den Küchenumbau,
D.1, EL-act. 19-30, 19-31) nur mit Mitteln aus der Hypothekarschuld finanziert worden
sind. Eine Hypothek belastet die Gütermasse, der das Grundstück zugeordnet wird; ein
durch eine Hypothekarschuld erwirtschafteter Mehr- oder Minderwert des Grundstücks
verbleibt in der Regel bei der entsprechenden Gütermasse (vgl. Art. 209 Abs. 2 und 3
3.3.
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ZGB; Heinz Hausheer/Regina E. Aebi-Müller, Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I,
5. Auflage, Basel 2014, Art. 209 N 15 und 27, m.w.H.). Vorliegend ist das Grundstück
und die darauf lastende Hypothekarschuld also in das Eigengut des Ehemannes der
Beschwerdeführerin gefallen; ein allfälliger Mehr- oder Minderwert des Grundstücks ist
ebenfalls in dessen Eigengut verblieben. Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin
güterrechtlich keinen Anspruch auf einen Anteil am Wert des Grundstücks gehabt hat.
Damit ist der gesamte Wert des Grundstücks in die Erbmasse gefallen. Das
Grundstück hat am 1. Dezember 2018 im Eigentum der Erbengemeinschaft gestanden.
Der Erbanteil der Beschwerdeführerin beträgt die Hälfte (vgl. Art. 462 Ziff. 1 ZGB).
Grundstücke, die einem EL-Bezüger oder einer Person, die in die EL-Berechnung
eingeschlossen ist, nicht zu eigenen Wohnzwecken dienen, sind zum Verkehrswert,
also zum Marktwert, einzusetzen (Art. 17 Abs. 4 ELV in der bis 31. Dezember 2020
gültig gewesenen Fassung; Rz 3444.02 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen
zur AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar 2019). Massgebend zur Bestimmung des Anteils
der Beschwerdeführerin an der unverteilten Erbschaft ist also die Bestimmung des
Marktwerts des Grundstücks am 1. Dezember 2018. Vom Marktwert abzuziehen sind
die seit dem Tod des Ehemannes der Beschwerdeführerin durch einen Miterben (also
nicht durch die Erbengemeinschaft) getätigten wertvermehrenden Investitionen in das
Grundstück, nämlich der durch C._ und dessen Ehefrau in Auftrag gegebene Anbau
(Vers.-Nr. 612) und der Bau der Doppelgarage (Vers.-Nr. 2627). Gemäss den
Ausführungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ist auch eine
Wärmepumpe eingebaut worden. Wann diese eingebaut worden ist und wer diese
finanziert hat, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Sofern diese nach dem Tod des
Ehemanns der Beschwerdeführerin eingebaut sowie durch einen Miterben der
Erbengemeinschaft finanziert worden ist, ist diese als wertvermehrende Investition
ebenfalls vom Marktwert des Grundstücks in Abzug zu bringen. Bei der Bestimmung
des Werts der in Abzug zu bringenden wertvermehrenden Investitionen ist ebenfalls der
Marktwert, also der bei einem Verkauf erzielbare Erlös (und nicht der Steuer- oder der
Neuwert) am 1. Dezember 2018 massgebend. In Abzug zu bringen sind schliesslich die
Hypotheken von Fr. 44'000.-- und Fr. 176'000.-- (D.1, EL-act. 44-4, 44-5). Der
Marktwert des Grundstücks am 1. Dezember 2018 steht bislang nicht fest. Die letzte
Grundstückschätzung vom 7. Mai 2014 ist weder aktuell noch hat sich der Fachdienst
für Grundstückschätzungen darin zum Marktwert des Grundstücks geäussert; die
Schätzung hat vielmehr den Steuerwert des Grundstücks betroffen, der – wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht vorgebracht hat – tiefer als der Marktwert sein dürfte.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, der Wert der
unverteilten Erbschaft sei anhand des Verkehrswerts des Grundstücks gemäss der
Grundstückschätzung vom 7. Mai 2014 abzüglich der im Grundbuch eingetragenen
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4.
Grundpfandrechte zu bestimmen. Abgesehen davon, dass der Markt- und nicht der
Verkehrswert massgebend ist, ist festzuhalten, dass die im Grundbuch eingetragenen
Grundpfandrechte nicht mit den tatsächlich bestehenden Hypothekarschulden
übereinstimmen müssen, weshalb diese Berechnungsmethode ausser Betracht fällt.
Die von den Erben am 1. Januar 2020 vereinbarte Erbteilung (act. G 1.2.3) betrifft den
Sachverhalt ab 1. Januar 2020 und bildet damit nicht Streitgegenstand. Die Sache ist
deshalb zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie
wird durch eine unabhängige Fachperson den am 1. Dezember 2018 bestandenen
Marktwert des Grundstücks und des Werts der davon in Abzug zu bringenden
wertvermehrenden Investitionen abzuklären haben. Anschliessend wird sie den Anteil
der Beschwerdeführerin an der unverteilten Erbschaft neu zu berechnen haben.
Als Einnahmen werden Renten, Pensionen und andere wiederkehrende
Leistungen, einschliesslich Renten der AHV und der IV angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. d
ELG).
4.1.
Die Beschwerdeführerin bezieht eine Rente aus Deutschland von monatlich Euro
256.61 (D.1, EL-act. 49 und 19-17). Die Beschwerdegegnerin hat diese mit einem
Umrechnungskurs Euro – Schweizer Franken von 1.1695125 für das Jahr 2018 und
1.14132 für das Jahr 2019 angerechnet (D.1, EL-act. 40-3). Auf welcher Grundlage die
von der Beschwerdegegnerin gewählten Umrechnungskurse basieren, ist nicht
ersichtlich. Gemäss Rz 3452.01 WEL ist eine Rente, die in einer Währung von
Mitgliedstaaten des Freizügigkeitsabkommens CH-EG ausgerichtet werden, nach den
Tageskursen umzurechnen, welche durch die Europäische Zentralbank (EZB) publiziert
werden. Massgebend ist der erste verfügbare Tageskurs des Monats, der dem Monat
des Anspruchsbeginns unmittelbar vorausgeht. Der Tageskurs Euro – Schweizer
Franken der EZB hat am 3. September 2018 1.1268 und am 3. Dezember 2018 1.1323
betragen. Die Beschwerdegegnerin hätte also die deutsche Rente gestützt auf diese
Kurse umrechnen müssen (wobei die Rente für jeden Monat umzurechnen wäre).
Verwaltungsweisungen richten sich grundsätzlich nur an die Durchführungsstellen und
sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Indes berücksichtigen die
Gerichte die Verwaltungsweisungen insbesondere dann und weichen nicht ohne
triftigen Grund davon ab, wenn diese eine dem Einzelfall angepasste und gerecht
werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen und eine
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten. Dadurch wird dem
Bestreben der Verwaltung Rechnung getragen, durch interne Weisungen eine
rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten (BGE 147 V 82, E. 7.3.2).
4.2.
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5.
Rz 3452.01 WEL ist bei einer kritischen Würdigung nicht als überzeugende
Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben zu qualifizieren, was wie folgt zu begründen
ist: Der gesetzliche Zweck der Ergänzungsleistung ist, den jeweils aktuellen Bedarf
unter Berücksichtigung der jeweils aktuell zur Verfügung stehenden Einnahmen zu
decken. Massgebend für die Umrechnung einer ausländischen Rente kann deshalb
nicht ein aufgrund des Tageskurses der EZB errechneter, teilweise fiktiver
Rentenbetrag sein, sondern nur der Betrag, der der versicherten Person tatsächlich auf
dem Bankkonto gutgeschrieben worden ist. Da die Ergänzungsleistung frankengenau
und jeweils dem aktuellen Bedarf entsprechend zu berechnen ist, muss die
gesetzmässige Lösung darin bestehen, der versicherten Person jeweils jenen
Rentenbetrag anzurechnen, der ihr am Ende des Vormonats effektiv gutgeschrieben
worden ist (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
26. März 2021, EL 2019/44, E. 4.1). Damit liegt ein triftiger Grund vor, von Rz 3452.01
WEL abzuweichen. Vorliegend ist einzig die Gutschrift der deutschen Rente am
30. April 2019 von Fr. 288.17 belegt (D.1, EL-act. 19-17). Die Bank hat einen
Umrechnungskurs von 1.123 gewährt (dieser ist damit tiefer gewesen als der damalige
Tageskurs der EZB von 1.1437). Der Beschwerdeführerin hat also im Mai 2019 zur
Deckung des Lebensbedarfs effektiv (nebst den anderen Einnahmen) nur ein Betrag
von Fr. 288.17 und nicht der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte Betrag von
Fr. 292.83 (Fr. 3'514.-- : 12) zur Verfügung gestanden. Der Auszahlungsbetrag der
deutschen Rente in Schweizer Franken ist für den Zeitraum von November 2018 bis
März 2019 nicht belegt. Die Sache ist deshalb auch diesbezüglich zur weiteren
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird von der
Beschwerdeführerin die erforderlichen Gutschriftennachweise einzuholen und bei der
Neuberechnung der Ergänzungsleistungen für jeden Monat den tatsächlich
ausbezahlten Rentenbetrag zu berücksichtigen haben.
Als Einnahmen werden Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen
angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. b aELG).
5.1.
Die Beschwerdegegnerin hat folgende Erträge aus Sparguthaben/Wertschriften
angerechnet: Fr. 28.-- ab 1. Dezember 2018, Fr. 12.-- ab 1. Januar 2019 und Fr. 4.-- ab
1. Mai 2019. Per 31. Dezember 2017 ist belegt, dass auf dem Konto bei der
Postfinance kein Zinsertrag angefallen ist (D.1, EL-act. 55). In Bezug auf die weiteren
Konti liegen keine Kontoabschlüsse vor, aus denen ersichtlich wäre, ob ein Zinsertrag
angefallen ist. Der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte Ertrag von Fr. 16.04
aus dem Fonds bei der H._ und von Fr. 12.-- aus dem Genossenschaftsanteil bei der
5.2.
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6.
7.
In Bezug auf die weiteren Positionen zur Berechnung des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember 2018 ergeben sich keine Hinweise darauf, dass
die angerechneten Beträge falsch sein könnten.
8.
H._ sind nicht nachvollziehbar (vgl. D.1, EL-act. 40 und 55-2). Gemäss der
Veranlagungsberechnung der Kantons- und Gemeindesteuer 2017 des Steueramts
E._ vom 13. Juni 2018 haben die Einkünfte aus Wertschriften/Guthaben Fr. 62.--
betragen. Für die Berechnung der Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember 2018 ist
somit auf diesen Betrag abzustellen. Per 31. Dezember 2018 ist ein Zinsertrag von
Fr. 11.15 belegt (Fr. 0.90, Fr. 10.25 und Fr. 0.--; D.1, EL-act. 19-8, 19-12, 44-7). Ob auf
den zwei weiteren Konti (Bank H._ Konto I._ und Bank H._ Anteilschein) ein
Ertrag angefallen ist, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin hat im
Beschwerdeverfahren im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung die Veranlagungsberechnung der Kantons- und
Gemeindesteuer 2018 des Steueramts E._ vom 25. September 2019 eingereicht (act.
G 5.9). Demnach haben die Einkünfte aus Wertschriften und Guthaben Fr. 20.--
betragen. Für die Berechnung der Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2019 ist deshalb
darauf abzustellen. Die Beschwerdegegnerin wird bei der Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen als Erträge aus Sparguthaben/Wertschriften also Fr. 62.-- (ab
1. Dezember 2018) und Fr. 20.-- (ab 1. Januar 2019) zu berücksichtigen haben.
Als Einkommen werden Einkünfte und Vermögen, auf die verzichtet worden ist,
angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. g aELG).
6.1.
Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid vom 29. November 2019 im
Unterschied zur Verfügung vom 3. Mai 2019 auf die Anrechnung eines Ertrags aus der
unverteilten Erbschaft ab 1. Dezember 2018 verzichtet. Sie hat dies überzeugend damit
begründet, dass eine Vermietung des seit dem Heimeintritt der Beschwerdeführerin am
1. Dezember 2018 leerstehenden Altbaus (Vers.-Nr. 611) aufgrund seines
renovationsbedürftigen Zustands unwahrscheinlich sei. Unter diesen Umständen hat
die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Anrechnung eines hypothetischen Ertrags
aus der unverteilten Erbschaft ab 1. Dezember 2018 verzichtet.
6.2.
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Demnach ist die Sache zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
9.
Das Beschwerdeverfahren ist gemäss der nach Art. 82a ATSG anwendbaren, bis
zum 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung von Art. 61 lit. a ATSG kostenlos.
9.1.
Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Praxisgemäss ist die
Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen der
Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO, sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote im
Betrag von Fr. 5'152.35 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht. Er hat
das Honorar entsprechend dem bei einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zur
Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 200.-- in Rechnung gestellt
(Fr. 4'600.-- bei einem Aufwand von 23 Stunden). Die Honorarnote hat sich somit nur
auf den Fall bezogen, dass die Beschwerdeführerin unterliegt, da der Rechtsvertreter
nur in diesem Fall vom Staat hätte entschädigt werden müssen. Für die Berechnung
der von der Beschwerdegegnerin zu bezahlenden Parteientschädigung ist daher auf
das mittlere Honorar für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte abzustellen, welches
Fr. 250.-- je Stunde beträgt (Art. 24 Abs. 1 HonO). Bei einem Stundenansatz von Fr.
250.-- beträgt das Honorar Fr. 5'750.-- (23 x Fr. 250.--). Hinzu kommt ein pauschaler
Betrag für Barauslagen von 4%, d.h. Fr. 230.-- (Art. 28 Abs. 1 HonO). Zuzüglich der
Mehrwertsteuer von 7.7% (Fr. 460.45) ergibt dies einen Betrag von Fr. 6'440.45. In
einem durchschnittlich aufwendigen Fall betreffend Ergänzungsleistungen spricht das
Versicherungsgericht neu eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. In
einer Plenarsitzung vom 25. Mai 2021 haben die Versicherungsrichterinnen und
Versicherungsrichter beschlossen, die durchschnittlichen Ansätze für die
Parteientschädigungen um Fr. 500.-- zu erhöhen. Aus Praktikabilitätsgründen findet
diese Praxisänderung sofort auf alle hängigen Fälle Anwendung. Diese
Übergangsregelung führt dazu, dass die Beschwerdegegnerin einen Nachteil erleidet,
weil sie allein deswegen eine um Fr. 500.-- höhere Parteientschädigung ausrichten
muss, weil die Beschwerde erst nach dem Plenumsbeschluss vom 25. Mai 2021
beurteilt wird. Gemäss dem Beschluss des Richterplenums soll die
9.2.
bis
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