Decision ID: b933f114-8dc9-40a2-b5aa-59ab6bde65d9
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Sebastian Lorentz, Weinbergstrasse 29,
8006 Zürich,
gegen
ASGA Pensionskasse, Rosenbergstrasse 16, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marta Mozar, Seestrasse 6, Postfach 1544,
8027 Zürich,
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und
Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Passage Saint-François 12, Postfach,
1002 Lausanne,
Beigeladene,
betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war nach einer im Jahr 1998 abgeschlossenen
Hochbauzeichnerlehre bis 2001 sowie erneut im Jahr 2003 und von Oktober 2004 bis
Mai 2006 im Architekturbüro seines Vaters B._ (nachfolgend: Arbeitgeber) tätig (act.
G 10.1/4; IV-act. 17). Bei der Arbeitslosenversicherung hatte die Rahmenfrist für den
Leistungsbezug vom 1. Oktober 2002 bis 30. September 2004 gedauert. Von Mai bis
September 2004 erhielt der Versicherte bei uneingeschränkter Vermittlungsfähigkeit
ALV-Taggelder (IV-act. 5, 19). Am 20. November 2004 stellte der Arbeitgeber bei der
ASGA Pensionskasse (nachfolgend: Pensionskasse) Antrag auf Abschluss eines
Anschlussvertrags. Als einzige zu versichernde Person meldete er den Versicherten an
(act. G 10.1/7). Gleichzeitig beantwortete der Arbeitgeber bzw. der Versicherte auch
Fragen der Pensionskasse zum Gesundheitszustand des Versicherten (act. G 10.1/8).
In der Folge liess die Pensionskasse dem Arbeitgeber den Anschlussvertrag
zukommen, welchen die Parteien am 13. und 26. Januar 2005 unterzeichneten und
welcher auf den 1. Oktober 2004 in Kraft trat (act. G 10.1/9). Im April 2005 meldete sich
der Versicherte zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (act. G 10.1/10),
zog das Leistungsgesuch in der Folge jedoch zurück (IV-act. 4, 7). Im Juni 2006
erfolgte erneut eine IV-Anmeldung mit dem Hinweis des Versicherten, dass er seit
Geburt an einer Schizophrenie leide (act. G 10.1/11). Bei der Arbeitslosenversicherung
lief vom 1. September 2006 bis 31. August 2008 eine weitere Rahmenfrist für den
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Leistungsbezug (IV-act. 19) und es kamen ALV-Taggeldleistungen zur Ausrichtung (vgl.
act. G 14 Beilage).
A.b Am 11. Oktober 2007 teilte die Pensionskasse dem Arbeitgeber des Versicherten
mit, aufgrund der IV-Akten habe sie festgestellt, dass der Versicherte mehrere Fragen
falsch beantwortet habe. Sie mache deshalb eine Anzeigepflichtverletzung geltend und
trete vom Anschlussvertrag rückwirkend ab 1. Oktober 2004 zurück. Wenn der
Versicherte die Gesundheitsprüfung wahrheitsgemäss ausgefüllt hätte, hätte sie den
Arbeitgeber nicht als Mitglied aufgenommen. Die einbezahlten Beiträge würden ohne
Zins zurückbezahlt (act. G 10.1/15). Eine ähnlich lautende Mitteilung der Pensionskasse
ging gleichentags an den Versicherten (act. G 10.1/16). Am 13. Dezember 2007 teilte
die Pensionskasse dem Arbeitgeber mit, die am 7. und 9. Februar 2005 erhaltenen
Freizügigkeitsleistungen von total Fr. 6'684.80 (Fr. 2'686.95 + Fr. 3'977.85) würden auf
ein Freizügigkeitskonto oder an eine neue Vorsorgeeinrichtung überwiesen. Für die Zeit
vom 1. Februar 2005 bis 30. September 2007 werde ein Zins von Fr. 454.25 (2.5% p.a.)
gutgeschrieben (act. G 10.1/18). Die IV-Stelle Aargau verfügte am 25. Juni 2009 die
Zusprache einer ganzen IV-Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 100% mit
Wirkung ab 1. Juni 2007 (act. G 10.1/12; IV-act. 47). Die Stiftung Auffangeinrichtung
BVG verneinte im Schreiben an den Versicherten vom 5. Februar 2010 ihre Pflicht zur
Ausrichtung von Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge mit dem Hinweis, dass
der Beginn der einjährigen Wartefrist von der IV auf den 1. Juni 2006 festgesetzt
worden sei. Der Bezug von ALV-Taggeldern habe am 1. September 2006 gestartet.
Somit sei der Versicherungsschutz bei der Stiftung Auffangeinrichtung bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit nicht gegeben gewesen (act. G 1.3). Am 31. März 2010 gab die
Pensionskasse dem Rechtsvertreter des Versicherten bekannt, grundsätzlich sei seiner
Ansicht, dass die Leistungen nach BVG zu gewähren seien, zu folgen. Jedoch sei der
Anschlussvertrag wegen Meldepflichtverletzung rückwirkend aufgelöst worden (act. G
1.4).
B.
B.a Mit Eingabe vom 19. Mai 2010 erhob Rechtsanwalt lic. iur. S. Lorentz, Zürich, für
den Versicherten Klage gegen die Pensionskasse mit den Anträgen, die Beklagte sei zu
verpflichten, dem Kläger die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, insbesondere eine
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ganze BVG-Rente, zuzüglich Zinsen von 5% ab Rechtshängigkeit der Klage; die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG sei zum Verfahren beizuladen. Zur Begründung legt
der Rechtsvertreter unter anderem dar, es sei unbestritten, dass die Arbeitsunfähigkeit,
die schlussendlich zur Invalidität geführt habe, seit 1. Juni 2006 bestehe.
Gesundheitsvorbehalte seien ausschliesslich in der weitergehenden Vorsorge
(überobligatorischer Bereich) zulässig. Ergo seien sie im obligatorischen Bereich
unzulässig. Daraus folge, dass per se schon unzulässige Fragen nie eine Berechtigung
begründen könnten, einen Anschlussvertrag wegen einer Anzeigepflichtverletzung des
Destinatärs in corpore rückwirkend aufzulösen. Werde wider Erwarten davon
ausgegangen, dass für eine Anzeigepflichtverletzung ein genügender Rechtsgrund
gegeben und deshalb der Anschlussvertrag aufzuheben sei, sei die Aufhebung gemäss
Art. 53 lit. e BVG (SR 831.40) vorzunehmen. Der Ablauf der Vertragsauflösung im Sinn
dieser Bestimmung sei nicht eingehalten worden. Insbesondere seien dann die
laufenden Rentenbestände zu berücksichtigen. Als Fazit bestehe die Leistungspflicht
der Beklagten im Rahmen der obligatorischen Vorsorge.
B.b In der Klageantwort vom 15. Oktober 2010 beantragte Rechtsanwältin lic. iur. M.
Mozar für die Beklagte Abweisung der Klage, unter Entschädigungsfolge. Zur
Begründung führt sie unter anderem aus, der Kläger sei die meiste Zeit seines
Arbeitslebens im Architekturbüro seines Vaters angestellt gewesen. Anstellungen auf
dem freien Arbeitsmarkt seien demgegenüber jeweils nach kürzester Zeit gescheitert.
Der von der IV auf Anfang Juni 2006 (Ende des Arbeitsverhältnisses) angenommene
Beginn der Wartefrist sei offensichtlich falsch. Den ärztlichen Berichten sei zu
entnehmen, dass die psychische Störung des Klägers schon lange vor dem Juni 2006
eine erhebliche Verminderung der Leistungsfähigkeit bewirkt habe. Je nach Resultat
der im Rahmen der "Vorabklärung" eingeholten Gesundheitserklärung lehne die
Beklagte den Vertragsschluss mit dem Arbeitgeber bzw. der "Kleinst-Firma" ab.
Entgegen der Darstellung des Klägers sei gerade der Bestand des
Vorsorgeverhältnisses und mithin die Versicherteneigenschaft des Klägers bei der
Beklagten strittig. Mit Ausnahme der Stiftung Auffangeinrichtung könne keine
Vorsorgeeinrichtung dazu gezwungen werden, mit einem Arbeitgeber einen
Anschlussvertrag abzuschliessen. Da nicht nur der Kläger, sondern mit ihm auch der
Arbeitgeber anlässlich der Antragstellung zum Abschluss des Anschlussvertrags eine
Anzeigepflichtverletzung begangen habe, sei die Beklagte zu Recht vom Vertrag
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zurückgetreten. Sie habe fristgemäss gehandelt und die Gründe klar und
unmissverständlich bezeichnet. Sie hätte den Anschlussvertrag gar nie abgeschlossen,
wenn ihr bekannt gewesen wäre, dass der einzige zu versichernde Arbeitnehmer des
Arbeitgebers an gravierenden Problemen leide und praktisch ausserhalb des elterlichen
Betriebes nie eine längerfristige Tätigkeit habe ausüben können. Immerhin sei das
Risiko, dass es bei diesem Anschluss zu einem "Schadenfall" kommen würde, von
vornherein praktisch 100% gewesen. Es sei auch objektiv erkennbar gewesen, dass
der Gesundheitszustand des einzigen Arbeitnehmers für die Beklagte für den Entscheid
über den Vertragsschluss wesentlich gewesen sei. Selbst wenn ein Rücktritt vom
Anschlussvertrag bzw. eine Kündigung durch die Beklagte nicht zulässig wäre, so wäre
der Anschlussvertrag zumindest irrtumsbehaftet (Art. 23 und 24 Abs. 1 Ziff. 4 des
Schweizerischen Obligationenrechts [OR; SR 220]) und aus diesem Grund aufzuheben.
Die Beklagte habe mit ihrem Schreiben vom 11. Oktober 2007 die Jahresfrist zur
Aufhebung des Vertrags gemäss Art. 31 OR eingehalten. Sodann sei dem Arbeitgeber
der Umstand, dass er die psychischen Probleme des Klägers beim Vertragsschluss
nicht erwähnt habe, als gravierendes Fehlverhalten im Sinn einer absichtlichen
Täuschung gemäss Art. 28 Abs. 1 OR vorzuwerfen. Selbst wenn der Irrtum kein
wesentlicher wäre, so hindere jedenfalls die Täuschung die Verbindlichkeit des
Vertrags. Zudem sei die Arbeitsfähigkeit des Klägers bereits vor dem Anschluss des
Arbeitgebers bei der Beklagten in derart erheblichem Mass beeinträchtigt gewesen,
dass er lediglich im elterlichen Betrieb habe arbeiten können. Er habe einen
rentenausschliessenden Lohn wohl im Sinn eines Soziallohns bezogen. Die IV-Stelle
hätte denn auch den Beginn der Wartefrist nicht erst auf August 2006 (richtig: Juni
2006) festlegen dürfen. Indem sie die vorbestehende Arbeitsunfähigkeit nicht beachtet
habe, habe sie einen stossend falschen Entscheid erlassen, der für die Beklagte nicht
bindend sei. Da die Arbeitsunfähigkeit nicht während der (bestrittenen)
Versicherungszeit bei der Beklagten eingetreten sei, entfalle eine Leistungspflicht.
B.c Die zum Verfahren beigeladene Stiftung Auffangeinrichtung BVG beantragte in
ihrer Eingabe vom 30. Dezember 2010 die vollumfängliche Abweisung der Klage,
soweit sie gegen sie als Beigeladene gerichtet sei. Es sei festzustellen, dass der
Arbeitgeber ab 1. Oktober 2004 zwecks Durchführung der obligatorischen beruflichen
Vorsorge bei der Beklagten angeschlossen sei, und diese die Invalidenleistungen zu
erbringen habe, da die IV-Verfügung, welche ihr eröffnet worden sei, unangefochten in
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Rechtskraft erwachsen sei. Zur Begründung führt die Beigeladene unter anderem aus,
sie habe am 5. Februar 2010 ihre Leistungspflicht im Unwissen, dass die Beklage vom
Anschlussvertrag zurückgetreten sei, mit der Begründung abgelehnt, dass der Kläger
bei ihr erst ab 1. September 2006 versichert sei. Gesundheitsfragen seitens der
Vorsorgeeinrichtung seien lediglich im Bereich der überobligatorischen Vorsorge von
Nutzen, wenn sie allenfalls einen gesundheitlichen Vorbehalt anbringen wolle. Da ein
Gesundheitsvorbehalt im obligatorischen Bereich nicht möglich sei, habe die Beklagte
im Sinn einer dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz entsprechenden Datenbearbeitung
dem Kläger gar keine Gesundheitsfragen stellen dürfen. Der am 11. Oktober 2007
durch die Beklagte ausgesprochene Vertragsrücktritt sei daher ungültig. Zudem sei er
verspätet erfolgt und daher auch aus diesem Grund ungültig. Wenn die Beklagte ihren
Vertragsrücktritt mit Art. 23 OR begründen wolle, vergesse sie, dass sie an der
Durchführung der obligatorischen beruflichen Vorsorge teilnehme, was selbstredend
mit Risiken behaftet sei. Es scheine so zu sein, dass der Kläger schon im Jahr 2002 im
Dienst des Arbeitgebers gestanden und bei der Beklagten versichert gewesen sei,
denn auf der Mutationsmeldung vom 20. November 2004 sei "Wiedereintritt"
angekreuzt worden. Es frage sich, wieso die Beklagte den Rücktritt vom
Anschlussvertrag damals nicht erklärt habe. Sofern der Vertragsrücktritt als ungültig
bestätigt werde, ergebe sich die Leistungspflicht der Beklagten allein aus der Tatsache,
dass die IV-Verfügung in Rechtskraft erwachsen sei.
B.d Mit Replik vom 26. Januar 2011 (act. G 18) und Duplik vom 23. März 2011 (act. G
24) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte. Die Beigeladene verzichtete auf eine
weitere Stellungnahme (vgl. act. G 25).
B.e Das Versicherungsgericht zog die Akten der Invalidenversicherung betreffend den
Kläger bei (act. G 26). Die Parteien verzichteten auf eine Einsichtnahme (act. G 29).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Beklagte dem Kläger für die Zeit ab Juni 2007 Invalidenleistungen
auszurichten hat. Nach Art. 23 lit. a BVG (in Kraft seit 1. Januar 2005) haben (im
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Obligatoriumsbereich) Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der IV
zu mindestens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Anspruch auf eine volle
Invalidenrente hat die versicherte Person, wenn sie im Sinn der IV zu mindestens 70
Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG). Aus der engen Verbindung zwischen dem
Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und demjenigen auf eine
Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen
Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der
gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeeinrichtungen frei, den
Invaliditätsbegriff bereits in der obligatorischen Versicherung zugunsten des
Versicherten zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsgrad von
weniger als 40% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des
Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu
halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen
Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des
versicherten Ereignisses an die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen (der Kantone und
des Bundes) gebunden, es sei denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar
erweist (vgl. BGE 126 V 308; BGE 115 V 208 und 215; BGE 118 V 35 E. 2b/aa; BGE
120 V 106 E. 3c). In BGE 129 V 73 wurde eine Bindungswirkung der
invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für die Vorsorgeeinrichtung verneint,
wenn diese nicht spätestens im Vorbescheidverfahren (Art. 73 IVV) und, nach dessen
Ersetzung durch das Einspracheverfahren von 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006,
bei der Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren
einbezogen wird. Hält sich die Vorsorgeeinrichtung demgegenüber im Rahmen des
invalidenversicherungsrechtlich Verfügten, ist das Problem des Nichteinbezugs des
Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren gegenstandslos. In diesem Fall kommt ohne
Weiterungen die vom Gesetzgeber gewollte, in den Art. 23 ff BVG zum Ausdruck
gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter Vorbehalt offensichtlicher Unrichtigkeit des IV-
Entscheids zum Zug. Stellt somit die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
[bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 14. August
bis
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2000, B 50/99, E. 2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-
Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Februar 2004, B
39/03, E. 3.1).
2.
2.1 Die Ärzte der Privatklinik C._, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierten beim Kläger im Bericht vom 13. September 1996 eine chronische
paranoid-halluzinatorische Schizophrenie bei früherem langjährigem Cannabis- und
unregelmässigem Heroin- und Alkoholabsus (act. G 10.1/2). Im Austrittsbericht der
psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau vom 19. Juli 2000 wurden eine
schizoaffektive Störung, aktuell depressiv, sowie ein Status nach schädlichem
Gebrauch von Cannabis bescheinigt. In den letzten eineinhalb Jahren sei der
psychische Zustand des Klägers "wellenförmig" gewesen. Er habe gute Phasen
gehabt. In schlechten, wie aktuell, sei er deprimiert gewesen und habe sich als
Versager gefühlt. Er arbeite bei seinem Vater im Architekturbüro als Hochbauzeichner
zu 100%. In letzter Zeit habe er Mühe gehabt, morgens aufzustehen, habe aber täglich
acht Stunden gearbeitet. Seit ca. einem Jahr stehe er in psychiatrischer Behandlung
bei Dr. D._ (act. G 10.1/3). Dem Lebenslauf des Klägers ist zu entnehmen, dass er
nach einer im Jahr 1998 abgeschlossenen Hochbauzeichnerlehre bis 2001 im
Architekturbüro seines Vaters tätig war und danach in den Jahren 2001 und 2002 bei
E._ sowie F._, arbeitete. Im Jahr 2003 sowie in den Jahren 2004 bis 2006 war er
erneut in der Unternehmung seines Vaters tätig. Zwischenzeitlich übte er die
Hochbauzeichnertätigkeit im Jahr 2004 bei G._, aus (act. G 10.1/4). In der IV-
Anmeldung vom April 2005 gab der Kläger an, er sei seit zwei Jahren arbeitslos (act. G
10.1/10). Im IV-Fragebogen erklärte er am 2. Juli 2006, seine gesundheitlichen
Beschwerden (Schizophrenie, Depressionen, Psychose) bestünden seit 17 Jahren. Er
befinde sich deswegen in ärztlicher Behandlung und nehme Medikamente ein. Der
letzte Arbeitstag der zuvor ausgeübten Tätigkeit (B._) sei der 30. Mai 2006 gewesen
(IV-act. 14). Die Psychotherapeutin Dr. med. H._, berichtete am 4. Juli 2006 über eine
seit 1991 bestehende schizophrene Psychose mit tage- bzw. wochenweisem
Fernbleiben vom Arbeitsplatz. Da der Patient im elterlichen Geschäft angestellt
gewesen sei, sei undurchsichtig, weshalb kein Arztzeugnis verlangt worden sei. Die
Behandlung bei ihr habe vom 28. Juni 2005 bis 28. März 2006 gedauert. Die bisherige
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Tätigkeit sei während 4-5 Stunden pro Tag zumutbar. Andere Tätigkeiten
(Landschaftsgärtner, Handwerk, Gastronomie, Betreuungssektor) seien während mehr
als 5 Stunden (pro Tag) zumutbar. Falls sich eine praktischere Arbeit (weniger am
Computer) stabilisierend auf die Psyche auswirke, sei eine Umschulung sinnvoller als
eine Rente (act. G 10.1/14; IV-act. 15). Im Fragebogen Arbeitgeber erklärte B._
(unterzeichnet durch die Mutter des Klägers) am 14. September 2006, das vollzeitliche
Arbeitsverhältnis habe vom 1. Oktober 2004 bis 31. Mai 2006 gedauert (IV-act. 17). Dr.
med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bescheinigte am 23.
Oktober 2006 einen Behandlungsbeginn am 21. Juni 2006 und eine volle
Arbeitsunfähigkeit vom 16. Oktober bis 15. November 2006, nachdem er zuvor die
Arbeitsfähigkeit ab 24. Juli 2006 als wieder gegeben erachtet hatte. Anschliessend sei
eine Neubeurteilung vorzunehmen (IV-act. 19-4/16ff). Am 27. Oktober 2006 gab die
Arbeitslosenkasse bekannt, der Kläger habe die Kontrollpflicht ab 1. September 2006
erfüllt, und es sei eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. September 2006 bis
31. August 2008 eröffnet worden. Es sei eine uneingeschränkte Vermittlungsfähigkeit
anerkannt worden (IV-act. 19-2/16). Dr. I._ bestätigte am 24. November 2006 die
Diagnose einer seit 1996 bestehenden schizoaffektiven Störung. Seit Januar 2006
bestehe im Beruf als Hochbauzeichner eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (4 Stunden pro
Tag). Das Arbeitsmilieu müsse ruhig sein. Die Leistungen seien wohl am besten in
einem kleinen Arbeitsteam (IV-act. 21). Der RAD-Arzt hielt hierauf im Bericht vom 5.
April 2007 fest, es bestehe seit sicher Mai 2006 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit (IV-act. 22).
2.2 Im Bericht Berufsberatung vom 28. August 2008 der Sozialversicherungsanstalt
(SVA) Aargau wurde unter anderem festgehalten, der Kläger habe anlässlich der ersten
Besprechung vom 10. August 2007 ausgeführt, er habe im Büro seines Vaters
gearbeitet und dort ein Einkommen von Fr. 3'000.-- erzielt. Bei der Anstellung bei
seinem Vater rechne er mit Schwierigkeiten, die dazu führen würden, dass er keinen
Lohn mehr erhalte. Der Berufsberater kam zum Schluss, dass der Kläger derzeit nicht
eingegliedert werden könne. Massive Stimmungsschwankungen verunmöglichten
einen Einsatz an einem Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft. Auch unter geschützten
Bedingungen sei ein volles Pensum eher unwahrscheinlich. Der Kläger habe sich in
keiner Weise auf die Planung einer beruflichen Umstellung einlassen können. Berufliche
Massnahmen könnten nicht vorgeschlagen werden. Gemäss dem Fragebogen
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Arbeitgeber vom 14. September 2008 habe der Kläger ein Einkommen von Fr. 5'500.--
x 13 (Stand 2006) bei einer Arbeitszeit von 42 Stunden (pro Woche) erzielt. Die Stelle
sei ihm gekündigt worden. Allerdings habe er später wieder im gleichen Betrieb
gearbeitet (act. G 10.1/5; IV-act. 35). Dr. med. Z._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 9. März 2009 eine schizoaffektive
Störung, bestehend seit 1996. Der Arzt legte unter anderem dar, beim Kläger seien
nach der psychiatrischen Hospitalisation im Jahr 1996 verschiedene psychiatrische
Hospitalisationen sowie ambulante psychiatrische Behandlungen bei verschiedenen
Psychiater/Innen erfolgt. Abgesehen von der Tätigkeit im Architekturbüro des Vaters
sei er im Jahr 2003 in Zürich ein Jahr und 2005 in Aarau einen Monat "in der freien
Wirtschaft" beschäftigt gewesen. Bei der im November 2007 angetretenen Stelle sei
schon ab 3. Dezember 2007 eine Krankschreibung (100%) und am 12. Dezember 2007
eine fristlose Kündigung erfolgt. Da sich der Kläger Anfang 2008 wieder arbeitsfähig
gefühlt habe, sei im Februar 2008 eine Anmeldung beim RAV erfolgt. Dort habe er sich
im März 2008 wieder abgemeldet, da er an einem eigenen Projekt arbeiten wollte,
jedoch schon einen Monat später wieder völlig demotiviert gewesen sei. Beim
Patienten habe eine grosse Ambivalenz bestanden, ob er sich arbeitsfähig fühle oder
beim Sozialamt vorstellig werden solle. In den folgenden Monaten habe er nicht
konstant am eigenen Projekt gearbeitet; die Arbeit sei immer wieder durch teils
psychotisch, teils depressiv gefärbte Krisen unterbrochen worden. Im Juni 2008 sei
eine erneute Anmeldung beim RAV erfolgt. Im November 2008 habe er eine Stelle in
einem Architekturbüro in Brugg angetreten. Dort sei es nach wenigen Wochen erneut
zu einer zunehmenden Überforderung gekommen, vor allem durch die "Kleinarbeit".
Wegen Zustandsverschlechterung mit depressiver und psychotischer Symptomatik sei
am 5. Januar 2009 die Krankschreibung erfolgt; am 15. Januar 2009 sei dem Patienten
gekündigt worden. Es bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 100% (act. G
10.1/13; IV-act. 36). Am 8. Juli 2010 teilte der Kläger der SVA mit, dass er Anfang Juli
2010 einen Arbeitsversuch im Architekturbüro seines Vaters gestartet habe (IV-act. 56).
Am 13. Juli 2010 gab er den Abbruch und am 27. Juli 2010 die erneute Aufnahme des
Arbeitsversuchs bekannt (IV-act. 59). Der Arbeitgeber (Vater des Klägers) teilte am 5.
Oktober 2010 mit, der Kläger sei vom 1. Juli bis 30. September 2010 zeitweise tätig
gewesen. Die Entlöhnung für die drei Monate habe Fr. 3'200.-- betragen (IV-act. 61).
3.
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3.1 Gemäss Art. 26 des Kassenreglements der Beklagten, gültig ab 1. Januar 2007
(act. G 10.1/19), liegt Invalidität vor, wenn die versicherte Person im Sinn der IV invalid
ist (Abs. 2). Die Leistungen richten sich nach dem von der IV verfügten Invaliditätsgrad
(Abs. 3 letzter Satz). Der Anspruch beginnt nach der vertraglich vereinbarten Wartefrist.
Mehrere Perioden von Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres aus gleicher Ursache
werden zusammengezählt (Ziff. 4). - Zu prüfen ist konkret die Frage, in welchem
Zeitpunkt beim Kläger eine Arbeitsunfähigkeit erstmals aufgetreten ist, welche in
sachlichem und zeitlichem Zusammenhang zu der von der IV ab 1. Juni 2007
anerkannten Invalidität steht. Zu klären ist sodann, ob der Kläger bei der Beklagten in
diesem Zeitpunkt vorsorgeversichert war. Mit Blick auf die vorangehend dargelegten
Reglementsbestimmungen ist festzuhalten, dass die Beklagte denselben
Invaliditätsbegriff wie die IV verwendet. Die Verfügung vom 25. Juni 2009 wurde der
Beklagten zugestellt (act. G 10.1/12). Die Beklagte stellt sich nun aber auf den
Standpunkt, dass der von der IV angenommene Beginn der Arbeitsunfähigkeit (Juni
2006) offensichtlich unrichtig sei und darauf nicht abgestellt werden könne. Unter
Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss
erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann
bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für
Sozialversicherungen, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit
Hinweis auf die Rechtsprechung). Die Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit geht von
ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich diese für das Gericht nicht verbindlich sind,
so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund umgestossen oder abgeändert
werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder der Ärztin zukommt, ist auch
vom Gericht zu respektieren (RSKV 1983, S. 266). Der von einer versicherten Person
effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann soweit Bedeutung zukommen, als durch sie
eine widersprechende ärztliche Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an
Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 25. Februar 2003 i/S G.D. [BV 2002/2] E. 3b).
3.2 Zu prüfen ist vorab die Versicherteneigenschaft des Klägers bei der Beklagten
bzw. der Bestand des Vorsorgeverhältnisses. Im Antrag auf Abschluss eines
Anschlussvertrags vom 20. November 2004 meldete der Arbeitgeber (Vater des
Klägers) den Kläger als einzigen zu versichernden Arbeitnehmer mit einem
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anrechenbaren Jahreslohn von Fr. 65'000.-- an und erklärte, dass dieser aus
gesundheitlicher Sicht voll arbeitsfähig sei (act. G 10.1/7). Bereits gut zwei Monate
später meldete sich der Kläger bei der IV erstmals zum Leistungsbezug an, zog seine
Anmeldung in der Folge jedoch wieder zurück (IV-act. 4, 7). Unbestritten unter den
Parteien ist in diesem Zusammenhang, dass es konkret ausschliesslich um
Vorsorgeleistungen im Rahmen der obligatorischen beruflichen Vorsorge geht und dass
in diesem Bereich Vorbehalte für bestehende gesundheitliche Einschränkungen
ausgeschlossen sind (vgl. dazu H.U. Stauffer, Berufliche Vorsorge, 2005, 122f).
3.3 Anschlussverträge, d.h. Verträge zwischen Arbeitgebern und
Vorsorgeeinrichtungen, werden nach der Rechtsprechung als Innominatverträge sui
generis qualifiziert (vgl. BGE 120 V 299). Ihre Rechtsgültigkeit beurteilt sich bei
privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen nach privatrechtlichen Grundsätzen, weshalb
die allgemeinen Regeln des Obligationenrechts (OR) zur Anwendung kommen (vgl.
dazu insbesondere nachstehende Erw. 3.8). Obschon kein Versicherungsvertrag im
Sinn des Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) vorliegt,
schliesst dies die analogieweise Anwendung von Bestimmungen des VVG nicht aus.
Praxisgemäss haben die Anzeigepflicht für Gefahrstatsachen (Art. 4 VVG) sowie die
Möglichkeit des Rücktritts vom Vertrag durch die Vorsorgeeinrichtung (Art. 6 VV) ins
Vorsorgerecht Eingang gefunden (vgl. Stauffer, a.a.O., Rz 314a, 315).
Zu unterscheiden vom Anschlussvertrag ist der Vorsorgevertrag, d.h. der Vertrag
zwischen der versicherten Person und der Vorsorgeeinrichtung. Für das
Zustandekommen und den Bestand dieses Innominatkontrakts sind die Bestimmungen
des Allgemeinen Teils des OR (Art. 1ff), wie für den Anschlussvertrag, von wesentlicher
Bedeutung (vgl. Stauffer, a.a.O., Rz 327). Vorliegend beinhaltete der Antrag auf
Abschluss eines Anschlussvertrags mit der Nennung der Lohnhöhe und der
Arbeitsfähigkeits-Bestätigung (act. G 10.1/7) explizit auch denjenigen auf Abschluss
eines Vorsorgevertrags mit dem einzigen Destinatär, dem Kläger. Das rechtliche
Schicksal der beiden Verträge hängt in dieser Situation insofern untrennbar zusammen,
als sich die Beantwortung der streitigen Frage des Bestands des Anschlussvertrags
automatisch auch auf den Bestand des (einzigen) Vorsorgevertrags auswirkt.
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3.4 Die Beklagte legte dem Kläger vor Abschluss des Vertrags Fragen zum
Gesundheitszustand (vgl. act. G 10.1/8) nicht deshalb vor, um allenfalls einen (wie
erwähnt im Obligatoriumsbereich unzulässigen) Gesundheitsvorbehalt anzubringen,
sondern um zu prüfen, ob sie den Anschlussvertrag mit dem Arbeitgeber überhaupt
eingehen möchte (vgl. act. G 10 S. 8f). Tatsächlich ist die Frage, ob eine
Vorsorgeversicherung bei bestehendem Anschlussvertrag mit dem Arbeitgeber bei
Eintritt eines Arbeitnehmers (Abschluss Vorsorgevertrag) gesundheitliche Vorbehalte
bzw. eine Anzeigepflichtverletzung geltend machen kann, von derjenigen zu
unterscheiden, ob sie den Abschluss eines Anschlussvertrags mit einem Arbeitgeber
nach Kenntnisnahme des gesundheitlichen Zustands des einzigen zu versichernden
Arbeitnehmers ablehnen kann. Die Beklagte lässt in diesem Zusammenhang ausführen,
dass beim Abschluss von Anschlussverträgen oftmals die Frage, ob ein Arbeitgeber
von der bisherigen Vorsorgeeinrichtung invalide oder in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkte Personen "mitbringt" und damit mit dem Eintritt von Vorsorgefällen
demnächst zu rechnen ist, ausschlaggebend für den Entscheid über den
Vertragsschluss ist (act. G 24). Dies lässt sich unter dem Gesichtspunkt der
Vertragsfreiheit (dazu nachstehend Erw. 3.5) grundsätzlich nicht beanstanden. Der
Umstand allein, dass nur im überobligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge
gesundheitliche Vorbehalte zulässig sind, bedeutet dabei - entgegen der Auffassung
der Beigeladenen (act. G 14 S. 4 oben) und des Klägers (act. G 18 S. 2) - noch nicht,
dass es der Vorsorgeeinrichtung auch verwehrt ist, einer im Obligatorium zu
versichernden Person Fragen über den Gesundheitszustand vorzulegen und die
erhaltenen Antworten in der Folge im Rahmen der Vertragsprüfung (Anschlussvertrag)
zu verwenden. Dies zumal dann, wenn wie vorliegend die Vorsorgeeinrichtung im
Rahmen der Ermittlung des Vertragsrisikos bzw. der notwendigen Deckungskapitalien
die Frage zu klären hat, ob sie einen Anschlussvertrag mit einem Arbeitgeber eingehen
möchte, der mit diesem Vertragsschluss ausschliesslich den Vorsorgeschutz des
einzigen Arbeitnehmers (und Sohns) gewährleisten möchte. Die Zulässigkeit der
Bearbeitung besonders schützenswerter Daten zur Durchführung der beruflichen
Vorsorge ist dabei nunmehr in Art. 85a BVG (in Kraft seit 1. Dezember 2007)
ausdrücklich festgehalten. Die Unterbreitung der erwähnten Fragen erweist sich somit
insgesamt als gerechtfertigt.
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3.5 Einem Versicherer steht es grundsätzlich frei, mit wem und zu welchen
Bedingungen er einen Versicherungsvertrag abschliessen will (vgl. H. Landolt, Die
freiwillige Sozialversicherung im Spannungsfeld zwischen Vertragsfreiheit und
Sozialversicherungszwang, in: Schaffhauser/Schlauri Hrsg.,
Sozialversicherungsrechtstagung 2004, S. 63ff, 70; vgl. auch Art. 53e Abs. 4bis BVG).
Im hier zur Diskussion stehenden BVG-Obligatoriumsbereich stellt sich jedoch die
Frage, ob sich durch die Ablehnung des Abschlusses eines Anschlussvertrags nicht
eine unzulässige Benachteiligung des gesundheitlich angeschlagenen Klägers, welcher
wie erwähnt einziger Destinatär war, ergibt. Im Zusammenhang mit öffentlich
angebotenen Dienstleistungen (wozu auch Versicherungsleistungen gehören) gilt seit
dem 1. Januar 2004 ein in Art. 6 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG; SR
151.3) spezialgesetzlich verankertes Diskriminierungsverbot in dem Sinn, dass Private,
die Dienstleistungen öffentlich anbieten, Behinderte nicht auf Grund ihrer Behinderung
diskriminieren dürfen. Eine Benachteiligung liegt dabei vor, wenn die Inanspruchnahme
der Dienstleistung für Behinderte nicht oder nur unter erschwerenden Bedingungen
möglich ist. In der Lehre wird dabei die Auffassung vertreten, dass eine
Vertragsverweigerung dann ausgrenzend oder herabwürdigend sei, wenn sie von der
überwiegenden Mehrzahl der Versicherer praktiziert werde oder dem Versicherer eine
marktbeherrschende Stellung zukomme und der verweigerte Versicherungsschutz von
einiger Bedeutung sei (vgl. Landolt, a.a.O.,5.98, 100f). Dabei dürfte es sich allerdings
nicht um die herrschende Lehre handeln. Sie findet sich auch in der Rechtsprechung
nicht. Nach der Rechtsprechung setzt eine Kontrahierungspflicht voraus, dass ein
Unternehmer seine Dienstleistung allgemein und öffentlich anbietet, die Dienstleistung
zum Normalbedarf gehört, aufgrund der starken Marktstellung des Anbieters
zumutbare Ausweichmöglichkeit auf andere Anbieter fehlen und wenn der Unternehmer
keine sachlich gerechtfertigen Gründe für die Verweigerung des Vertragsabschlusses
anzugeben vermag. Diese vier Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein (vgl.
BGE 129 III 35 E. 6.3).
In der beruflichen Vorsorge ergibt sich aus Art. 1j Abs. 1 lit. d BVV 2 (in der ab 1. Januar
2005 gültigen Fassung) als Umkehrschluss, dass Personen, die zu weniger als 70%
invalid sind, von der obligatorischen Versicherung nicht ausgenommen sind. Der Kläger
gehörte somit jedenfalls im Zeitpunkt der Antragstellung vom 20. November 2004 zu
dem von der obligatorischen Versicherung nicht ausgenommenen Personenkreis. Die
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Beklagte bot Vorsorgeversicherungen, welche zum "Normalbedarf" gehören, unstreitig
allgemein und öffentlich an. Eine marktbeherrschende Stellung im oben erwähnten Sinn
kam ihr jedoch insofern nicht zu, als Anschlussverträge zur Durchführung der
beruflichen Vorsorge bei einer grossen Zahl von Vorsorgeeinrichtungen und
Sammelstiftungen abgeschlossen werden können. Arbeitnehmer können zudem - und
dies erscheint entscheidend - auch bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, welche
verpflichtet ist, Arbeitgeber auf deren Begehren anzuschliessen (vgl. Art. 60 Abs. 2 lit. b
BVG), im Obligatoriumsbereich versichert werden (zu den Leistungsansprüchen vor
dem Anschluss vgl. Art. 12 BVG). Zu prüfen bleibt somit einzig noch, ob die Beklagte
einen sachlichen Grund für die Verweigerung des Vertragsabschlusses geltend machen
kann. Ein solcher dürfte vorliegen, wenn die einzige im Rahmen eines
Anschlussvertrages zu versichernde Person auf konkrete Fragestellung hin falsche
Angaben über ihren Gesundheitszustand macht und damit dem Versicherer
unzutreffende Grundlagen für den Entscheid über den Vertragsabschluss liefert.
3.6 Nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 130 V 11 E. 2.1) beurteilen sich die
Verletzung der Anzeigepflicht und deren Folgen nach den statutarischen und den
reglementarischen Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtung, bei Fehlen entsprechender
Normen analogieweise nach Art. 4ff des VVG. Nach Art. 36 des Kassenreglements der
Beklagten (act. G 10.1/19) sind die versicherte Person und die Mitgliedfirma auf
Verlangen verpflichtet, wahrheitsgetreu über die für die Versicherung massgebenden
Verhältnisse Auskunft zu erteilen (Ziff. 2). Die Beklagte lehnt jede Haftung für allfällige
nachteilige Folgen ab, die sich aus einer Verletzung der Auskunftspflicht ergeben (Ziff.
6). Für die hier zu prüfende Frage erscheint die analogieweise Anwendung der VVG-
Bestimmungen lediglich insoweit gerechtfertigt, als das Reglement selbst keine
abschliessende Regelung enthält oder eine Analogie aufgrund anderer
Reglementsbestimmungen nicht möglich ist.
Beurteilt sich eine Anzeigepflichtverletzung noch nach dem bis zum 31. Dezember
2005 geltenden Recht, so ist die Vorsorgeeinrichtung befugt, bei Vorliegen einer
Anzeigepflichtverletzung des Versicherten rückwirkend vom Vorsorgevertrag
zurückzutreten, ohne dass zwischen der nicht oder unrichtig angezeigten
Gefahrstatsache und dem eingetretenen Schaden ein Kausalzusammenhang bestehen
muss (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2010, 9C_80/2010, E. 5).
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Massgebend sind dabei die im Zeitpunkt der Pflichtverletzung in Kraft stehenden
Rechtsgrundlagen (vgl. Urteil des EVG vom 20. April 2000, B 46/99, E. 2b). Art. 4 Abs. 1
VVG sieht vor, dass die antragstellende Person dem Versicherer an Hand eines
Fragebogens oder auf sonstiges schriftliches Befragen alle für die Beurteilung der
Gefahr erheblichen Tatsachen, soweit und so wie sie ihr beim Vertragsabschluss
bekannt sind oder bekannt sein müssen, schriftlich mitzuteilen hat. Dabei sind
diejenigen Gefahrstatsachen erheblich, die geeignet sind, auf den Entschluss des
Versicherers, den Vertrag überhaupt oder zu den vereinbarten Bedingungen
abzuschliessen, einen Einfluss auszuüben (Art. 4 Abs. 2 VVG). Die Gefahrstatsachen,
auf welche die schriftlichen Fragen des Versicherers in bestimmter, unzweideutiger
Fassung gerichtet sind, werden als erheblich vermutet (Art. 4 Abs. 3 VVG). Die
antragstellende Person verletzt die Anzeigepflicht, wenn sie eine zulässige Frage des
Versicherers entweder gar nicht (BGE 125 V 292 E. 3c) oder dann unrichtig oder
unvollständig beantwortet. Nicht erforderlich ist, dass die antragstellende Person
vorsätzlich gehandelt hat. Ob eine Anzeigepflichverletzung vorliegt, beurteilt sich
verschuldensunabhängig sowohl nach subjektiven als auch nach objektiven Kriterien
(BGE 109 II 60 E. 3c).
Nach Art. 6 VVG ist der Versicherer, sofern die anzeigepflichtige Person beim
Abschluss der Versicherung eine erhebliche Gefahrstatsache, die sie kannte oder
kennen musste, unrichtig mitgeteilt oder verschwiegen hat, an den Vertrag nicht
gebunden, wenn er binnen vier Wochen, nachdem er von der Anzeigepflichtverletzung
Kenntnis erhalten hat, vom Vertrag zurücktritt. Bei dieser Frist handelt es sich
praxisgemäss um eine Verwirkungsfrist, deren Lauf weder gehemmt noch
unterbrochen werden kann. Sie beginnt erst, wenn der Versicherer zuverlässige Kunde
von Tatsachen erhält, aus denen sich der sichere Schluss auf Verletzung der
Anzeigepflicht ziehen lässt. Blosse Vermutungen, die zu grösserer oder geringerer
Wahrscheinlichkeit drängen, dass die Anzeigepflicht verletzt ist, genügen nicht (BGE
130 V 12 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 119 V 286 ff. E. 4 und 5). Das Kassenreglement
enthält nun jedoch ebenfalls eine einschlägige Regelung bei
Anzeigepflichtverletzungen. Art. 2 Ziff. 3 der Bestimmungen für die zusätzliche
Vorsorge sieht vor, dass die Zusatzvorsorge Leistungen bei Anzeigepflichtverletzung
ablehnen kann, wobei die Leistungsaufhebung der versicherten Person innert zwölf
Wochen nach Einsicht in die Akten der übrigen beteiligten Versicherer schriftlich
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anzuzeigen ist (Kassenreglement in der ab 1. Januar 2003 gültigen Fassung; act. G
24.1). Für die Frage, ob die Beklagte den Vertragsrücktritt rechtzeitig erklärte, erscheint
es sachgerecht, die erwähnte reglementarische Bestimmung für die zusätzliche
Vorsorge analog zur Anwendung zu bringen, weshalb die ebenfalls im Sinn einer
Analogie in Betracht fallende, hier jedoch subsidiäre Regelung des VVG nicht zum
Tragen kommt.
3.7 Im Rahmen der Antragstellung hatte der Kläger der Beklagten verschiedene
formularmässig gestellte Fragen zum Gesundheitszustand zu beantworten (act. G
10.1/8): Unter Frage 1 hatte er mit ja/nein anzukreuzen, ob er zur Zeit voll oder teilweise
arbeitsunfähig sei, an einer Krankheit leide, in ärztlicher Behandlung sei oder
regelmässig Medikamente nehme. Diese Frage verneinte er. Mit nein beantwortete er
sodann die Fragen 2a und c, ob er in den letzten fünf Jahren in ärztlicher Behandlung
oder in einem Spital gewesen oder ob ihm Kuren verordnet worden seien und ob ein
Arzt-, Spital-, oder Kuraufenthalt vorgesehen sei. Die Frage 3, ob er schon von
Psychologen behandelt worden sei, verneinte er ebenso wie die Frage 7a, ob er jemals
an Krankenheiten des Nervensystems (unter anderem Depressionen) gelitten habe (act.
G 10.1/8). Die vorliegend im Hinblick auf den Abschluss eines Versicherungsvertrags
aus dem Bereich der beruflichen Vorsorge, beinhaltend unter anderem die Risiken Tod
und Invalidität, gestellten Fragen, beziehen sich unbestrittenermassen auf Tatsachen,
welche geeignet sind, auf den Entschluss des Versicherers zum Abschluss des
Vertrags überhaupt oder zu den vereinbarten Bedingungen einen Einfluss auszuüben.
Die Fragen sind eindeutig und präzis. Die genannten Fragen sind deshalb als zulässig
zu erachten, und der Kläger wäre gehalten gewesen, sie wahrheitsgetreu und
vollständig zu beantworten. Fest steht mit Blick auf die vorangehenden Darlegungen,
dass er dies nicht getan hat. Im November 2004 (Antragstellung bei der Beklagten) litt
er an einer Krankheit (Frage 1 in act. G 10.1/8). Jedenfalls in den Jahren 1999 und 2000
war er deswegen in ärztlicher (psychiatrischer) Behandlung (vgl. Fragen 2, 3 und 7a in
act. G 10.1/8 sowie act. G 10.1/3). Bei diesem Sachverhalt ist ein sachlicher Grund für
den Nichtabschluss bzw. Rücktritt vom Anschlussvertrag im vorerwähnten Sinn (vgl.
Erw. 3.3) auf Seiten der Beklagten zu bejahen. Nachdem die Anzeigepflichtverletzung
praxisgemäss unabhängig vom Verschulden die vorgesehenen Rechtsfolgen zeitigt,
war die Beklagte bei der geschilderten Ausgangslage grundsätzlich berechtigt,
rückwirkend auf den Abschlusszeitpunkt vom Versicherungsvertrag zurückzutreten (vgl.
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Urteile des EVG vom 17. Dezember 2001, B 69/00 und B 70/00, E. 3c und vom 26.
November 2001, B 41/00, E. 4).
Die SVA Aargau hatte der Beklagten die IV-Akten mit Schreiben vom Freitag,
7. September 2007 (Einschreibe-Sendung) zugestellt (IV-act. 26). Die Akten dürften
somit am 10. September 2007 (Montag) bei der Beklagten eingetroffen sein. Die Frage,
ob allein der Zugang der Akten bei der Beklagten bereits Kenntnis des
Meldepflichtverletzungs-Sachverhalts (vgl. dazu Kasuistik bei Urs Ch. Nef in:
Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Bundesgesetz über den
Versicherungsvertrag [VVG], Basel 2001, Rz 21ff zu Art. 6 VVG) zur Folge hatte, wenn
die Beklagte die IV-Akten für die Beurteilung des Leistungsgesuchs angefordert und
sich die Meldepflichtverletzung aufgrund des Aktenstudiums lediglich nebenbei
ergeben hatte, kann vorliegend offen bleiben. Der - im Nachgang zum Studium der IV-
Akten und erst dadurch erlangter Kenntnis von der falschen Beantwortung von Fragen
- mit Schreiben vom 11. Oktober 2007 mitgeteilte Versicherungsrücktritt erfolgte bei
analoger Anwendung der erwähnten reglementarischen Bestimmung mithin
fristgerecht. Er erfolgte ausserdem - was unbestritten geblieben ist - mit der
erforderlichen inhaltlichen Klarheit und Ausführlichkeit bezüglich der festgestellten
Anzeigepflichtverletzung und des Vertragsrücktritts. Im Weiteren bezieht sich der vom
Kläger sinngemäss angeführte Art. 53e Abs. 6 BVG (in Kraft seit 1. April 2004)
betreffend das Weiterbestehen des Anschlussvertrags bezüglich der Rentenbezüger
auf die Beendigung des Anschlussvertrags durch Kündigung einer Vertragspartei.
Vorliegend geht es nicht um eine Kündigung, sondern um einen Vertragsrücktritt.
Zudem war der Kläger im Zeitpunkt des Vertragsrücktritts nicht Rentenbezüger der
Beklagten. Art. 53e Abs. 6 BVG kann im vorliegenden Kontext somit nicht zur
Anwendung kommen.
3.8 Gemäss Art. 23 OR ist ein Vertrag für denjenigen unverbindlich, der sich beim
Abschluss in einem wesentlichen Irrtum befunden hat. Wesentlich ist ein Irrtum unter
anderem dann, wenn er einen Sachverhalt betraf, der vom Irrenden nach Treu und
Glauben im Geschäftsverkehr als notwendige Grundlage des Vertrags betrachtet
wurde (Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR). Für den Irrenden muss zum einen (subjektiv) der
irrtümlich vorgestellte Sachverhalt eine unerlässliche Voraussetzung (conditio sine qua
non) dafür bilden, dass er den Vertrag überhaupt oder mit dem betreffenden Inhalt
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abschliesst (vgl. I. Schwenzer, in: Honsell/Vogt/Wiegand hrsg., Basler Kommentar,
Obligationenrecht I, 4. A., Rz 21 zu Art. 24 OR). Für die Beklagte war bei
Vertragsschluss die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit des vom Arbeitgeber als einziger
Arbeitnehmer beschäftigten Klägers subjektiv wesentlich. Sie legte dem Arbeitgeber
bzw. dem Kläger denn auch aus diesem Grund noch vor Vertragsschluss
entsprechende Fragen vor, welche jedoch unzutreffend beantwortet wurden. Sodann
ist als objektives Merkmal verlangt, dass der Irrende den vorgestellten Sachverhalt
"nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr" als eine notwendige Grundlage des
Vertrags betrachten darf (Schwenzer, a.a.O., Rz 22 zu Art. 24 OR). Die Beklagte durfte
(und musste) nach Treu und Glauben - objektiv und für die Vertragspartner gerade
durch die Fragestellung klar erkennbar - davon ausgehen, dass der Kläger im Zeitpunkt
des Abschlusses des Vertrags, welcher ausschliesslich seinen Vorsorgeschutz betraf,
gesund und arbeitsfähig ist, zumal entsprechende Fragen auch in diesem Sinn
beantwortet worden waren. Die Beklagte hielt mit ihrer Rücktrittserklärung vom 11.
Oktober 2007 die Jahresfrist nach Art. 31 OR offensichtlich ein. Auch wenn somit der
Vertragsrücktritt wegen Anzeigepflichtverletzung als nicht rechtmässig (rechtzeitig)
anzusehen wäre, müsste der Anschlussvertrag für die Beklagte als unverbindlich
betrachtet werden, weil sie sich beim Vertragsschluss in einem wesentlichen Irrtum
befand.
Die Beigeladene und der Rechtsvertreter des Klägers lassen in diesem Zusammenhang
ausführen, dass der Kläger bereits im Jahr 2002 im Dienst des Arbeitgebers gestanden
und bei der Beklagten vorsorgeversichert gewesen und es deshalb nicht erklärlich sei,
warum die Beklagte den Rücktritt vom Anschlussvertrag nicht schon damals erklärt
habe (act. G 14, G 18 S. 3). Dazu ist festzuhalten, dass der Kläger im Jahr 2002 zwar
beim Arbeitgeber angestellt und dadurch bei der Beklagten versichert war, dass der
Anschlussvertrag jedoch aufgelöst worden war, nachdem der Arbeitgeber der
Beklagten am 3. Oktober 2002 mitgeteilt hatte, dass er keine versicherungspflichtigen
Arbeitnehmer mehr beschäftige (act. G 24.2). Die Beklagte konnte, wie sie zu Recht
vorbringt (act. G 24 S. 6), erst nach Einsicht in die IV-Akten erkennen, dass auf Seiten
des Klägers eine Anzeigepflichtverletzung vorlag. Die IV-Akten hatte sie im Jahr 2007
aber einzig zur Prüfung des damals gestellten Leistungsgesuchs angefordert.
Demgegenüber bestand im Jahr 2002 kein Anlass, die IV-Akten anzufordern, da
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damals kein Leistungsgesuch zu prüfen war. Daher stand im Jahr 2002 eine
Anzeigepflichtverletzung auch nicht zur Diskussion.
3.9 Unter diesen Umständen kann offenbleiben, ob dem Arbeitgeber, wie die
Beklagte zusätzlich geltend machen lässt (act. G 10 S. 10f), wegen der
Nichterwähnung der psychischen Probleme des Klägers (welche dem Vater zweifellos
bekannt waren) bei Vertragsschluss absichtliche Täuschung (Art. 28 Abs. 1 OR)
vorzuwerfen ist und der Anschlussvertrag auch aus diesem Grund unverbindlich wäre.
Die Beigeladene wird dementsprechend ihre Versicherungs- und Leistungspflicht
gestützt auf Art. 12 BVG zu prüfen haben.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Die Beklagte beantragte die Ausrichtung einer
Entschädigung. Als Vorsorgeeinrichtung hat sie praxisgemäss keinen diesbezüglichen
Anspruch, soweit - wie vorliegend - die Prozessführung der Gegenpartei nicht als
mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (BGE 112 V 356, SZS 1995, 114; BGE 126
V 143, 128 V 323). Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung ist deshalb
abzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP