Decision ID: 848d0ef5-4aa1-5d6e-aa83-a50463db7116
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A. A.Y. war Eigentümer des Hotels X. in Q. (Grundstück Nr. 0000, Grundbuch Q.)
und führte dieses bis ins Jahr 2012 als Einzelunternehmer. Er ist mit B.Y. verheiratet.
Im Jahr 2010 amortisierte A.Y. mit WIR eine (private) Darlehensschuld gegenüber
seiner Schwester; ebenfalls leistete er die Darlehenszinsen in WIR. Die Schwester
nahm die WIR-Guthaben zum Nominalwert entgegen, rechnete sie also ohne Einschlag
an die Darlehensschuld an. Teile der verwendeten WIR (nominal 300‘000) hatte A.Y. im
Jahr 2010 tranchenweise von Dritten zu einem Preis von insgesamt Fr. 210‘000.--
erworben. In der Geschäftsbuchhaltung wurden eine Privatentnahme von Fr. 210‘000.--
und eine Privateinlage von Fr. 300‘000.-- gebucht. Die Differenz bzw. der Gewinn
(Fr. 90‘000.--) wurde dann über das Kapitalkonto (als Privateinlage) ausgebucht.
A.Y. und B.Y. deklarierten in der Steuererklärung 2010 Einkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit von Fr. 70‘905.-- (Saldo der Erfolgsrechnung 2010), eine
Erwerbsausfallrente von Fr. 5‘870.--, Kinderzulagen von Fr. 3050.-- sowie Erträge aus
Wertschriften und Guthaben von Fr. 399.--. Die Veranlagungsbehörde rechnete mit
Verfügungen vom 2. Oktober 2012 einen Überführungsgewinn von Fr. 90‘000.-- auf
und berücksichtigte gleichzeitig AHV/IV/EO-Beiträge von pauschal Fr. 9‘000.--. Die von
A.Y. und B.Y. erhobenen Einsprachen wies die Veranlagungsbehörde mit Entscheiden
vom 18. März 2014 im Hauptpunkt ab.
B. Gegen die Einspracheentscheide liessen A.Y. und B.Y. mit Eingabe vom
8. April 2014 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission erheben.
Sie beantragten, die Aufrechnung von Fr. 81‘000.-- (netto) sei zu streichen und das
steuerbare Einkommen sei bei der Kantons- und Gemeindesteuer 2010 auf
Fr. 59‘400.-- und bei der direkten Bundessteuer 2010 auf Fr. 48‘700.-- festzusetzen.
Mit Entscheid vom 30. September 2014 hiess die Verwaltungsrekurskommission die
Rechtsmittel gut und veranlagte die Rekurrenten mit einem steuerbaren Einkommen
von Fr. 59‘700.-- (Kantons- und Gemeindesteuer) bzw. Fr. 45‘700 (direkte
Bundessteuer). Die Rekursinstanz hielt fest, im fraglichen Zeitraum habe ein WIR-
Guthaben in dieser Grössenordnung offenbar mit einem Einschlag von 30% gegenüber
dem gesetzlichen Zahlungsmittel erworben werden können. Es dürfe daher nicht
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angenommen werden, das Guthaben habe im Zeitpunkt der Überführung ins
Privatvermögen einen höheren Marktwert gehabt. Dass es die Schwester des
Pflichtigen zum Nominalwert entgegengenommen bzw. an die Tilgung des von ihr im
Rahmen einer Erbteilung gewährten Darlehens angerechnet habe, sei dem privaten
Bereich der Pflichtigen zuzuordnen. Bei der Differenz handle es sich mithin um einen
privaten Kapitalgewinn. Dieser sei nicht Ausdruck eines höheren Marktwertes des WIR-
Guthabens, sondern sei in der verwandtschaftlichen Beziehung begründet. Hinzu
komme, dass die Empfängerin ebenfalls in der Gastronomie tätig sei und auch aus
diesem Grund WIR-Guthaben in erheblicher Höhe akzeptiert habe.
C. Gegen den für kantonale und eidgenössische Steuern gemeinsam verfassten
Rekursentscheid erhob das Kantonale Steueramt (Beschwerdeführer) mit Eingaben
vom 3. November 2014 Beschwerden beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen um
dessen Aufhebung und um Bestätigung der Einspracheentscheide vom 18. März 2014
(act. 1). Die Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) beantragte mit
Vernehmlassungen vom 5. November 2014 Abweisung der Beschwerden (act. 5).
Gleiches beantragte die Prefera Treuhand AG für A.Y. und B.Y. (Beschwerdegegner)
am 8. Dezember 2014 (act. 10); unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der
Beschwerdeführer nahm am 12. Januar 2015 zu den Vernehmlassungen Stellung
(act. 14); er hielt an seinen Anträgen fest.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur
Veranlagung der Einkommens- und Vermögenssteuern sind vereinheitlicht (vgl.
insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten
Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG). Die Vorinstanz erledigte
deshalb den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die
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Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen
Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch
der Beschwerdeführer die Beschwerden mit gleichlautenden Rechtsschriften erheben
(BGE 135 II 260 E. 1.3.1). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2).
2. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in
Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und
Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS
815.1; Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der
Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeerhebung legitimiert, und die Eingaben vom
3. November 2014 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 64 und Art. 48
Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die
Beschwerden ist einzutreten.
3. Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen
beschränkt; der Beschwerdeführer kann sich sodann auch darauf berufen, die
angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig
oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Das Verwaltungsgericht
entscheidet, ohne an die Begehren der Beteiligten gebunden zu sein (Art. 196 Abs. 2
StG).
4. Umstritten ist in erster Linie, ob dem deklarierten Einkommen 2010 der
Beschwerdegegner aus selbständiger Erwerbstätigkeit ein «Überführungsgewinn» von
Fr. 90‘000.-- (bzw. Fr. 81‘000.-- netto) aus Privatentnahme von WIR aufzurechnen ist.
4.1. Im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung 2010 deklarierten die
Beschwerdegegner ein (privates) Darlehen von C.T. (Schwester des Ehemannes) in der
Höhe von Fr. 64‘890.--. Am Anfang der Veranlagungsperiode hatte sich das Darlehen
noch auf einen Betrag von Fr. 459‘747.-- belaufen. Im Jahr 2010 amortisierten die
Beschwerdegegner das Darlehen teilweise, indem sie der Schwester des Pflichtigen in
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zahlreichen Raten insgesamt WIR 399‘000 zukommen liessen. Auch die
Darlehenszinsen leisteten sie in WIR. Die Empfängerin nahm die WIR-Guthaben zum
Nominalwert an und verrechnete sie ohne Einschlag mit der Darlehensschuld (vgl. vi-
act. 7/2.4). Insgesamt WIR 300‘000 beschafften sich die Beschwerdegegner, indem sie
der O. AG in verschiedenen Tranchen total Fr. 210‘000.-- überwiesen. Den
entsprechenden Betrag buchten sie als Privatentnahme (Gegenkonto
«Lieferantenschulden»). Die O. AG trat offensichtlich als Vermittlerin auf, denn in der
Folge gingen WIR-Guthaben von nominal 300‘000 von der P. AG, der R. GmbH und
von D.Z. und E.Z. ein. Die Pflichtigen buchten diese Geschäftsfälle als Privateinlagen
auf das (geschäftliche) WIR-Konto zum Nominalwert der WIR-Guthaben (vgl. vi-
act. 7/3.8). Die Mittelabflüsse an die Schwester des Pflichtigen (zwecks
Darlehensamortisation und Zinszahlungen) von total Fr. 410‘213.35 (bzw. WIR zum
Nominalwert) buchten sie wiederum als Privatentnahmen. Den streitigen
«Überführungsgewinn» von Fr. 90‘000.-- verbuchten sie als Privateinlage auf das
Kapitalkonto unter dem Titel «Einschlag WIR-Käufe» (vgl. vi-act. 7/3.3, Beiblatt
«Entwicklung Kapitalkonto»).
4.2. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Pflichtigen hätten im
Jahr 2010 über das Einzelunternehmen des Ehemannes WIR 300‘000 erworben und
hierfür Fr. 210‘000.-- aufgewendet. Dieses WIR-Guthaben hätten sie vom Geschäfts-
ins Privatvermögen überführt. Es sei notorisch, dass mit WIR-Guthaben – obwohl von
der WIR-Bank reglementarisch verboten – reger Handel betrieben werde, der sich
insbesondere durch einen Minderwert der WIR-Guthaben gegenüber Franken
kennzeichne. Diesem Umstand werde die Praxis des Kantonalen Steueramtes gerecht,
bei Geschäften mit WIR einen Einschlag von 20% zu berücksichtigen. Dies gelte
ebenfalls bei der Überführung solcher Guthaben vom Geschäfts- ins Privatvermögen,
und zwar bei einem Betrag bis WIR 100‘000 ohne jeglichen Nachweis (besondere
Verhältnisse vorbehalten). Im vorliegenden Fall seien keine Anhaltspunkte ersichtlich,
wonach die Pflichtigen das WIR-Guthaben auf dem freien Markt zu einem besonders
günstigen bzw. nicht marktkonformen Preis erworben hätten. Offenbar sei es möglich
gewesen, WIR-Guthaben in dieser Grössenordnung mit einem Einschlag von 30%
gegenüber dem gesetzlichen Zahlungsmittel zu erwerben. Die Annahme, das Guthaben
habe einen höheren Marktwert gehabt als Fr. 210‘000.-- verbiete sich daher; es sei zu
diesem Wert vom Geschäfts- ins Privatvermögen überführt worden. Die im Rahmen der
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Tilgung des privaten Darlehens erfahrene Aufwertung auf Fr. 300‘000.-- sei ein privater
Kapitalgewinn, der wohl nur deshalb möglich gewesen sei, weil sich die Schwester des
Ehemannes bereit erklärt habe, das WIR-Guthaben in Parität zu Franken anzunehmen.
Dies sei indessen nicht Ausdruck eines höheren Marktwerts des WIR-Guthabens,
sondern der verwandtschaftlichen Bindung geschuldet und auch unter diesem
Blickwinkel in der privaten Sphäre angesiedelt. Hier komme noch dazu, dass auch die
Schwester in der Gastronomie tätig sei und offenbar WIR-Guthaben auch aus diesem
Grund in erheblicher Höhe akzeptiert habe.
4.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, Einigkeit bestehe darin, dass das WIR-
Guthaben aus geschäftlichen Mitteln erworben, von den Pflichtigen bilanziert und zur
Begleichung einer privaten Schuld verwendet worden sei. Ebenfalls unbestritten sei die
Überführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen. Falsch sei allerdings die Annahme
der Vorinstanz, dass der Marktwert im Erwerbszeitpunkt nicht von demjenigen bei der
Entnahme abweichen könne. Bei WIR-Geld seien auch kurzfristige Wertsteigerungen
möglich; sein Wert bestimme sich nach den konkreten Verwendungszwecken und
Geschäftsbereichen. Wie das WIR-Guthaben im Entnahmezeitpunkt zu bewerten
gewesen sei, liege auf der Hand: Die Schwester des Pflichtigen habe es zum vollen
Nominalwert an die Darlehensschuld angerechnet. Privatbezug und
Darlehensamortisation seien zeitgleich erfolgt. Dementsprechend sei es auch nicht
möglich, dass die Wertsteigerung von Fr. 210‘000.-- auf Fr. 300‘000 im Privatvermögen
eingetreten sei. Der hier angefallene Gewinn bzw. Reinvermögenszugang von
Fr. 90‘000.-- sei deshalb steuerbar. Einen Ausnahmetatbestand hätten die Pflichtigen
nicht nachgewiesen. Im übrigen sei zu beachten, dass die Schwester das WIR-Geld in
ihrem Geschäftsvermögen zum Nominalwert aktivieren könne und bei einer
Weiterveräusserung unter pari den Einschlag als Aufwand zum Abzug bringen könne
(act. 1 und 14).
4.4. Art. 16 DBG bzw. Art. 29 StG bringen im Bereich der Besteuerung des
Einkommens natürlicher Personen das Konzept der «Reinvermögenszugangstheorie»
zum Ausdruck. Danach unterliegen aufgrund der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1
DBG bzw. Art. 19 Abs. 1 StG und des nicht abschliessenden Positivkatalogs (Art. 17 -
23 DBG bzw. Art. 30 - 36 StG) alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der
direkten Bundessteuer. Vorbehalten bleiben die Kapitalgewinne aus der Veräusserung
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von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG) und die im Negativkatalog von Art. 24 DBG
abschliessend aufgezählten Fälle (zum kantonalen Recht vgl. Art. 37 StG). Zu den
(steuerbaren) Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit zählen namentlich
Kapitalgewinne aus der Veräusserung, Verwertung oder buchmässigen Aufwertung von
Bestandteilen des Geschäftsvermögens. Der Veräusserung (als steuersystematischer
Realisationstatbestand) gleichgestellt ist die Überführung vom Geschäfts- ins
Privatvermögen (Art. 18 Abs. 2 DBG, Art. 8 Abs. 1 StHG und Art. 31 Abs. 2 StG; statt
vieler vgl. BGer 2C_1273/2012 vom 13. Juni 2013 E. 2.1).
4.4.1. Die Zuordnung eines Vermögenswerts zum Geschäftsvermögen setzt eine
selbständige Erwerbstätigkeit voraus. Als Vermögenswerte in diesem Sinn gelten die
Aktiven ebenso wie die Verbindlichkeiten (vgl. z.B. BGer 2C_1273/2012 vom 13. Juni
2013 E. 2.3 mit Hinweis). Nach der übereinstimmenden Legaldefinition in Art. 18 Abs. 2
DBG, Art. 8 Abs. 2 des Gesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) und Art. 31 Abs. 2 StG liegt
Geschäftsvermögen vor, wenn der Vermögenswert ganz oder vorwiegend der
selbständigen Erwerbstätigkeit dient bzw. (sinngemäss) «wenn er für Geschäftszwecke
erworben worden ist und dem Geschäft auch tatsächlich (mittelbar oder unmittelbar)
dient» (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz,
3. Aufl. 2013, N 81 zu § 18). Ob ein Wertgegenstand dem Privat- oder dem
Geschäftsvermögen zuzurechnen ist, entscheidet sich aufgrund einer Würdigung aller
in Betracht kommenden tatsächlichen Umstände. Ausschlaggebendes
Zuteilungskriterium ist die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion des fraglichen
Vermögensgegenstandes. Der Terminus «technische Funktion» weist primär auf das
geschäftliche Dienen der Vermögenswerte aufgrund ihrer äusseren Beschaffenheit hin,
die Bezeichnung «wirtschaftliche Funktion» verweist dagegen auf den entsprechenden
Widmungswillen der steuerpflichtigen Person. Massgeblich ist also in erster Linie, ob
der Gegenstand in seiner tatsächlichen Nutzung dem Geschäft dient. Daneben können
als weitere Abgrenzungskriterien die äussere Beschaffenheit des Vermögenswerts, die
Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv,
die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse und auch die buchmässige Behandlung
dienen. Nach der Legaldefinition gilt zudem die Präponderanzmethode (vgl. z.B. BGE
133 II 420 E. 3.2; BGer 2C_458/2011 vom 2. April 2012 E. 3.2 mit Hinweisen;
M. Arnold, Geschäfts- und Privatvermögen im schweizerischen
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Einkommenssteuerrecht, ASA 75 S. 271 ff. mit weiteren Hinweisen). Bei sog.
«Alternativgütern», die sowohl mit einem von der selbständig erwerbstätigen Person
betriebenen Geschäft in Zusammenhang stehen als auch für die private Verwendung
geeignet sein können, lässt sich aus der äusseren Beschaffenheit allein regelmässig
nicht auf die technisch-wirtschaftliche Funktion schliessen. Hier bedarf es der
Beachtung weiterer Gesichtspunkte (Arnold, a.a.O., S. 277 f.).
4.4.2. Zu beachten ist, dass die steuerpflichtige Person letztlich alle geschäftlich
genutzten Vermögensgegenstände dem geschäftlichen Zweck durch Widmung zuführt
und dienstbar macht, etwa durch Sacheinlage, Investition oder Eigenproduktion. Die
Widmung ist ein subjektiver Vorgang, der sich allerdings nicht aus einzelnen, beliebigen
Willenserklärungen ergibt. Der Widmungswille muss vielmehr in den tatsächlichen
Verhältnissen zum Ausdruck gebracht und effektiv verwirklicht worden sein; er ist in
diesem Sinn zu objektivieren. Rechtsprechungsgemäss ist trotz entsprechender
Erklärungen des Steuerpflichtigen von Privatvermögen auszugehen, wenn erwiesen ist,
dass dieses tatsächlich nicht dem Geschäft dient. Allein durch entsprechende
Erklärungen gegenüber der Veranlagungsbehörde kann ein Steuerpflichtiger
Vermögensgegenstände weder ganz noch teilweise zu solchen des
Geschäftsvermögens machen. Dennoch stellt das Bilanzieren eines Vermögenswerts
(als Willensbetätigung) ein gewichtiges Indiz für Geschäftsvermögen dar, sofern der
betreffende Gegenstand nicht als Privatvermögen gekennzeichnet wird und der mit ihm
zusammenhängende Aufwand und Ertrag konsequent über das Privatkonto verbucht
wird (zu letzterem vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 85 zu § 18). Aus dem
Gesagten folgt jedoch, dass auch der in der buchmässigen Behandlung zum Ausdruck
gebrachte Widmungswille tatsächlich verwirklicht sein muss (zum Ganzen vgl. Arnold,
a.a.O., S. 278 f. mit Hinweis u.a. auf StR 49/1994 575 E. 4).
4.5. Dass die Beschwerdegegner den Hotel- und Restaurationsbetrieb des
Ehemannes als selbständig Erwerbstätige führten (und demnach Geschäftsvermögen
hatten), ist unbestritten. Aus den Akten ergibt sich ferner, dass die streitigen WIR-
Guthaben in die Geschäftsbuchhaltung aufgenommen worden sind. Gegen die
steuerliche Behandlung als Geschäftsvermögen spricht jedoch, dass das streitige
Aktivgut nicht dem Geschäft diente. Das WIR-Geld wurde in Tranchen von nominal
150‘000, 20‘000, 12‘000 und 100‘000 erworben bzw. eingebucht und jeweils nach ca. 3
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Tagen wieder zu Gunsten der Schwester des Pflichtigen (bzw. «Hotel Hirschen») dem
WIR-Konto belastet (vgl. vi-act. 7/3.6). In dieser kurzen Zeit konnte es dem Geschäft
nicht dienstbar gemacht werden, zumal das WIR-Geld aus rein privaten Motiven
erworben und für unbestritten private Zwecke verwendet wurde. Von einem effektiv
verwirklichten Widmungswillen kann bereits wegen der buchhalterischen Behandlung
nicht die Rede sein: Entscheidend ist auch hierbei, dass die Geschäftsfälle im
konkreten Fall konsequent über das Privat- bzw. Kapitalkonto gebucht worden sind
(vgl. E. 4.1 hiervor). Die Erwerbs- und Veräusserungsvorgänge hatten offensichtlich –
wie die Beschwerdegegner im Einspracheverfahren erfolglos geltend machten (vgl. vi-
act. 7/2.3) – keinen geschäftlichen Hintergrund. Der Handel mit WIR gehört nicht zum
Geschäftsfeld des Gastronomiebetriebes; etwaige Verluste in diesem Zusammenhang
wären steuerlich nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand zu erfassen.
Demnach ist der Veranlagung eine Privatentnahme in bar in der Höhe des Kaufpreises
der WIR-Guthaben (Fr. 210‘000.--) zu Grunde zu legen. Die als Surrogat erstandenen
WIR 300‘000 wurden nicht zu geschäftlichen Zwecken erworben und dienten diesen
nie. Die Differenz zwischen Erwerbspreis und Anrechnung an das Darlehen
(Fr. 90‘000.--) ist steuersystematisch als steuerfreier privater Kapitalgewinn zu
erfassen. Die Beschwerdegegner nutzten eine sich bietende Chance eines
Kursgewinnes aus, worin in diesem Zusammenhang keine selbständige
Erwerbstätigkeit erblickt werden kann. Ob allenfalls eine gemischte Schenkung vorliegt,
muss nicht abgeklärt werden, da die potentielle Schenkerin ausserkantonalen Wohnsitz
hat und demnach die Schenkungssteuerpflicht im Kanton St. Gallen grundsätzlich
entfällt (vgl. Art. 147 Abs. 1 lit. b StG e contrario).
4.6. Ohnehin nicht zu beanstanden ist die Einlage der erstandenen WIR-Guthaben
zum Nominalwert – auch wenn es sich um Geschäftsvermögen gehandelt hätte.
Bilanzrechtlich stellt WIR-Geld entgegen der irreführenden Terminologie weder Bargeld
noch ein Sichtguthaben in in- oder ausländischer Währung dar und darf
dementsprechend nicht unter den flüssigen Mitteln bilanziert werden; es wird
gemeinhin den anderen kurzfristigen Forderungen zugerechnet. Es handelt sich um ein
aktives Wirtschaftsgut, dessen Bewertung nach dem Verkehrswert zu erfolgen hat. Ein
etwaiger Minderwert ist nach den konkreten Verwendungsumständen und
Geschäftsbereichen differenziert zu ermitteln (vgl. BGer 2A.602/2002 vom 23. Juli 2003
E. 3.1.2.1 sowie – illustrativ – StE 2002 B.72.14.1 Nr. 21). Der Verwendungszweck
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bestand im vorliegenden Fall in der Tilgung eines Darlehens, wobei nach den
Umständen von Anfang an klar war, dass die WIR-Guthaben in Parität zu Franken
angerechnet würden. Damit spricht nichts gegen die vorgenommene (paritätische)
Bewertung von Einlage und Entnahme zum Nominalwert.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerden abzuweisen sind und
es damit bei den vorinstanzlichen Rechtssprüchen sein Bewenden hat. Die von der
vorinstanzlichen Beurteilung abweichende Begründung ändert an diesem Ergebnis
nichts. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat
(Beschwerdeführer) zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144
Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf deren Erhebung wird nicht
verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG). Der
Staat (Beschwerdeführer) hat die durch eine Treuhandgesellschaft vertretenen
Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich mit Fr. 1‘500.--
zuzüglich vier Prozent pauschale Barauslagen und Mehrwertsteuer zu entschädigen
(sachgemässe Anwendung von Art. 6, Art. 19, Art. 22 Ingress und lit. b, Art. 28bis Abs.
1 und Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75,
HonO; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003,
Rz. 839 letzter Satz).