Decision ID: 93d125a5-02ee-5716-a241-41d0f9aa4d9f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1967 geborene S._ meldete sich am 24. Mai 2002 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Sie gab an, im
ehemaligen Jugoslawien von 1975 bis 1982 die Schule besucht und danach eine
Anlehre als Schneiderin gemacht zu haben. 1992 sei sie definitiv in die Schweiz
gekommen, wobei sie schon in den Jahren 1990 und 1991 während einiger Monate in
der Schweiz gearbeitet habe. Seit Januar 2002 sei sie wegen Rücken-, Nacken- und
Kniebeschwerden voll arbeitsunfähig (act. G 5.1/1).
A.b Im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 11. Juni 2002 (act. G 5.1/6) gab die A._
an, die Versicherte sei vom 1. Februar 2001 bis 31. August 2002 als Hilfsarbeiterin in
der Endkontrolle X._ bei ihr beschäftigt gewesen. Ihr letzter effektiver Arbeitstag sei
der 14. Januar 2002 gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei wegen Kapazitätsproblemen
durch den Arbeitgeber aufgelöst worden. Die Versicherte habe bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von 41 Stunden vom 1. Februar 2001 bis 31. Mai 2002 Fr. 65'887.10
verdient, wobei in diesem Betrag eine einmalige Gewinnbeteiligung enthalten sei. Auf
telefonische Anfrage der IV-Stelle hin erklärte der Arbeitgeber am 29. Januar 2004
(act. G 5.1/36 und 38), die Versicherte habe im Jahr 2002 monatlich Fr. 3'820.-- brutto
verdient. Im Jahr 2004 würde der Jahreslohn Fr. 52'000.-- brutto betragen.
A.c Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Anästhesiologie, teilte mit Arztbericht vom
12. Juli 2002 (act. G 5.1/7) mit, die Versicherte leide an einem LWS-Syndrom mit
mehreren Diskushernien und einem Status nach Unfall mit schmerzhafter Heilung. Seit
dem 10. Mai 2002 und bis auf Weiteres sei sie deswegen zu 100% arbeitsunfähig. Die
Versicherte sei seit dem 10. Mai 2002 bei ihm in Behandlung, ihr Zustand
verschlechtere sich, die Prognose sei schlecht. Sie leide an mehreren Diskushernien im
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LWS-Bereich mit grotesk falscher Haltung und an einem HWS-Syndrom. Bei der
bisherigen Tätigkeit leide sie deswegen an Schmerzen, diese sei nicht mehr zumutbar.
Andere Tätigkeiten seien der Versicherten zumutbar, es bestehe aber eine verminderte
Leistungsfähigkeit.
Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, hielt in seinem Arztbericht vom 11. November
2002 (act. G 5.1/11) fest, die Versicherte leide seit 2001 an einem cervicalen und
lumbovertebralen Schmerzsyndrom sowie an einem St. nach Operation des rechten
Knies im Jahr 1993 und einer Medialisierung der Tuberositas tibiae im Jahr 2002. Diese
Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit sei der Ulcus duodeni im Jahr 1996. Vom 21. Januar bis 5. Mai 2002
sei die Versicherte wegen der Kniebeschwerden, seit dem 9. Mai 2002 wegen
Rückenbeschwerden zu 100% arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei stationär.
Die Arbeitsunfähigkeit werde von den LWS- und HWS-Beschwerden begründet. Die
Versicherte sei deswegen aber seit über sechs Monaten nicht mehr bei ihm in
Behandlung, weshalb er keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
und zur Art einer adaptierten Tätigkeit machen könne. Seinem Bericht legte Dr. C._
die Schreiben von Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin,
Rehabilitation und Rheumakrankheiten, vom 14. Mai 2002, von Dr. med. E._, Innere
Medizin, speziell Rheumatologie FMH, vom 11. und 22. April 2002, der Radiologie der
Klinik Stephanshorn, St. Gallen, vom 26. April 2002 und der Orthopädie des
Kantonalen Spitals Rorschach vom 22. Januar und 12. Juni 2002 bei. Dr. D._
diagnostizierte bei der Versicherten ein myofasziales Schmerzsyndrom lumbosacral
links und cervikothorakal linksbetont und hielt fest, ein radikuläres Problem liege nicht
vor und auch Gelenke dürften nicht mitbeteiligt sein. Von den drei gängigen
Schmerzursachen muskulär verursachter Schmerzen (Überlastung, traumatische
Überdehnung und psychische Spannung) dürfte die psychische Spannung
möglicherweise eine grössere Rolle spielen, er hätte ein bisschen den Eindruck, dass
die Versicherte aspektmässig etwas nach depressiver Stimmungslage wirke. Das doch
schon chronische Schmerzsyndrom sei nicht eine zwingende Ursache für eine
Reduktion der Arbeitsfähigkeit. Dr. E._ hielt als Diagnosen ein chronisches
Panvertebralsyndrom bei Skoliose, lumbosakraler Hyperlordose, segmentaler
Dysfunktion und Tendenz zur Symptomausweitung, Medialisierung der Tuberositas
tibiae nach Elmslie rechts am 22. Januar 2002 und einen Status nach Tonsillektomie
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fest. Die objektivierbaren pathologischen Befunde korrelierten nur zum Teil mit dem
Ausmass der geschilderten subjektiven Beschwerden und pathologische Waddell-
Tests hätten auf eine nicht organische Genese der Beschwerden hingewiesen. Aus
rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht
beeinträchtigt. Aufgefallen sei die deutlich depressive Grundstimmung der
Versicherten. Die Radiologie der Klinik Stephanshorn führte eine lumbo-vertebrale
Kernspintomografie durch. In ihrer Beurteilung hielt sie eine Osteochondrose Th12/L1
und eine kleinvolumige paramedian rechtsgelegene Diskushernie Th12/L1 ohne
Nervenwurzelkompression fest. Im Übrigen liege ein altersentsprechend reguläres
lumbovertebrales Kernspintomogramm vor. Die Orthopädie des Kantonalen Spitals
Rorschach führte am 22. Januar 2002 eine Arthroskopie und eine Medialisierung der
Tuberositas tibiae nach Elmslie durch. Bei der Nachkontrolle wurde der Versicherten
von Seiten des Kniegelenks eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert.
A.d Aufgrund dieser Arztberichte hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz
am 14. Januar 2003 fest, bei der Versicherten liege eine psychisch/skelettale
Problematik vor und empfahl eine bidisziplinäre psychiatrisch/rheumatologische
Begutachtung.
A.e Diese Exploration wurde am 21. März 2003 von den Dres. med. F._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und G._, Spezialarzt FMH für Innere
Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, durchgeführt. Dem Gutachten vom 1. April
2003 (act. G 5.1/28) ist zu entnehmen, dass die Versicherte an einer leichten
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), einem Status nach Knieoperation rechts 1993
sowie einem zervikalen und lumbovertebralen Schmerzsyndrom leidet. Aus
medizinisch-rheumatologischer Sicht sei eine geringgradige Pathologie objektivierbar,
jedoch sei die Versicherte diesbezüglich für leichte körperliche Tätigkeiten im
bisherigen Rahmen nicht eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich das Bild
einer leichten Somatisierungsstörung, differentialdiagnostisch könne eine
Persönlichkeitsstörung diskutiert werden. Die Versicherte sei aus psychiatrischer sowie
aus medizinisch-rheumatologischer Sicht, in Kontrastierung der subjektiv
vorgebrachten Symptomatik, in körperlich leichten Tätigkeiten mit wechselnden
(sitzenden und stehenden) Positionen im Prinzip voll arbeitsfähig.
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A.f Gestützt auf dieses Gutachten verfügte die IV-Stelle am 1. März 2004
(act. G 5.1/40), dass die Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 0% keinen
Anspruch auf eine IV-Rente habe.
A.g Gegen diese Verfügung erhob S._ am 15. März 2004 (act. G 5.1/44) Einsprache.
Sie sei mit der Verfügung nicht einverstanden und ihre behandelnden Ärzte
behaupteten, dass sie zu 100% arbeitsunfähig sei. Sie legte ihrem Schreiben die
Adressen ihrer Ärzte bei und ersuchte die IV-Stelle, bei diesen Berichte einzufordern.
A.h Die IV-Stelle holte daraufhin Berichte der Psychiatrischen Klinik Wil sowie der Klinik
für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen ein. Die Psychiatrische Klinik Wil
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 8. Januar 2004 (act. G 5.1/48) eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und attestierte der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Auch die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St.
Gallen hielt in ihrem Bericht vom 19. März 2004 (act. G 5.1/47) als Diagnose eine
somatoforme Störung (ICD-10: F45.8) bei Depression, Nacken-, Kreuz- und
Oberschenkelschmerzen rechtsbetont mit Kraftlosigkeit fest. Klinisch-neurologisch sei
der Befund unauffällig. Insgesamt falle eine depressive Stimmung auf, in deren Rahmen
die Versicherte über Schmerzen im Hals, im Wirbelsäulen- und Kreuzbereich und in
den Beinen klage, ohne dass sich objektive pathologische Befunde erheben liessen.
A.i Dr. med. F._ hielt auf Anfrage hin am 12. Mai 2004 (act. G 5.1/50) fest, die
Psychiatrische Klinik Wil komme zur selben Konklusion wie er und auf die anderen
Berichte wolle er nicht eingehen.
A.j Nachdem Dr. med. H._ trotz mehrmaliger Aufforderung durch die IV-Stelle keinen
Bericht einreichte und der Rechtsvertreter der Versicherten auch einen Bericht von Dr.
med. I._ in Aussicht stellte, sistierte die IV-Stelle am 10. November 2004
(act. G 5.1/63) das Einspracheverfahren bis zum Vorliegen dieser Arztberichte.
B.
B.a Am 17. Dezember 2004 (act. G 5.1/65) reichte der Rechtsvertreter der Versicherten
einen Bericht von Dr. med. H._ vom 6. Dezember 2004 (act. G 5.1/64) ein. Diesem
Bericht ist zu entnehmen, dass die Versicherte depressiv, psychomotorisch unruhig,
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innerlich verspannt und ängstlich sei. Ihre Beschwerden stünden nicht nur im
Zusammenhang mit den körperlichen Symptomen, sondern seien Ausdruck einer
Depression, die auf dem Boden einer Persönlichkeitsstörung entstanden sei. Dr. H._
diagnostizierte eine depressive Störung mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11)
auf dem Boden einer histrionischen Persönlichkeit und attestierte der Versicherten eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 9. Dezember 2003.
B.b Mit Schreiben vom 7. September 2006 (act. G 5.1/71) reichte der Rechtsvertreter
der Versicherten diverse Arztberichte aus den Jahren 2004 bis 2006 ein. Der Bericht
von Dr. med. J._, Klinik Gais, wo sich die Versicherte vom 20. Februar bis 10. März
2006 aufgehalten hatte, diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11), einen Verdacht auf anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und einen Verdacht auf undifferenzierte
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Die Versicherte leide an einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom, die sich im Rahmen einer
somatoformen Schmerzstörung entwickelt habe. Der wichtigste Belastungsfaktor sei
die schwierige familiäre Situation mit mangelnden Copingstrategien. Subjektiv fühle
sich die Versicherte weiterhin 100% arbeitsunfähig, aus rein psychiatrischer Sicht wäre
allerdings eine 50%ige Arbeit möglich. Dr. med. K._, Fachärztin für Physikalische
Medizin und Rehabilitation, Manuelle Medizin SAMM, hielt in ihrem Bericht vom 25. Juli
2006 ihrerseits fest, die Versicherte leide an einer chronischen
Schmerzverarbeitungsstörung bei Fibromyalgie, posttraumatischem
Zervikovertebralsyndrom seit 1995, Status nach Operation des linken Knies 2001
(Medialisierung der Tuberositas tibiae), kleiner Diskushernie C5/6 links paramedial
sowie Hypermobilität C3/4 und C4/5 vor allem in Flexion.
B.c Der RAD führte auf Anfrage hin am 5. Oktober 2006 (act. G 5.1/72) aus, insgesamt
hätten sich nach über zweijährigen Abklärungen keine rentenrelevanten neuen
Gesichtspunkte ergeben. Die seit der Verfügung eingetroffenen medizinischen
Unterlagen zeigten immer deutlichere Zeichen einer chronifizierten
Schmerzverarbeitungsstörung. Im Austrittsbericht der Klinik Gais vom 11. Mai 2006
werde die Diagnose einer mittelgradig depressiven Episode mit somatischen
Symptomen gestellt, wobei explizit bestätigt werde, dass sich die mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom im Rahmen einer anhaltenden
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somatoformen Schmerzstörung entwickelt habe. Akute episodische
Verschlechterungen des psychischen Gesundheitszustandes könnten im Rahmen einer
somatoformen Schmerzstörung auftreten und zu einer vorübergehenden
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit führen. Die Diagnose vom März 2006 stehe somit
nicht im Widerspruch zur Diagnose und Beurteilung des Gesundheitszustandes zum
Zeitpunkt der Rentenverfügung vom März 2004. An dieser Verfügung könne daher
festgehalten werden.
B.d Mit Schreiben vom 15. Dezember 2006 (act. G 5.1/77) reichte der Rechtsvertreter
der Versicherten einen weiteren Bericht von Dr. med. I._ sowie einen Bericht von Dr.
med. H._ ein. Der Rechtsvertreter der Versicherten führte aus, beide Ärzte
bestätigten, dass zumindest von einer Teilinvalidität auszugehen sei. Offensichtlich
liege ein äusserst komplexes Beschwerdebild vor, weshalb an der Einsprache
festgehalten und eventualiter eine umfassende interdisziplinäre Begutachtung
beantragt werde. Dr. H._ hielt in seinem Bericht vom 17. November 2006 fest, die
Versicherte leide schon lange unter Depression und intensiven Angstgefühlen,
chronischen Schmerzen sowie Störung der kognitiven Funktionen. Aus psychiatrischer
Sicht sei sie nach wie vor zumindest zu 60% arbeitsunfähig. Die Prognose sei
ungünstig und es sei nicht damit zu rechnen, dass die Arbeitsfähigkeit besser als 40%
werde. Dr. I._ führte in seinem Bericht vom 8. Dezember 2006 aus, während aus
rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, gehe der
Psychiater von einer Arbeitsunfähigkeit von 60% aus. Die Gesamtarbeitsfähigkeit in
einer körperlich nicht anstrengenden Tätigkeit betrüge somit 30-35%.
B.e Mit Einspracheentscheid vom 16. Januar 2007 (act. G 1.1) wies der Rechtsdienst
der Sozialversicherungsanstalt (SVA) St. Gallen die Einsprache der Versicherten ab. Die
im Verlauf des Einspracheverfahrens zugestellten medizinischen Unterlagen seien vom
RAD Ostschweiz zusammenfassend gewürdigt worden. Der RAD habe ausgeführt,
dass die seit Erlass der angefochtenen Verfügung eingegangenen medizinischen
Unterlagen immer deutlichere Zeichen einer chronifizierten
Schmerzverarbeitungsstörung zeigten. In Bezug auf die Diagnose einer mittelgradig
depressiven Episode mit somatischen Symptomen im Austrittsbericht der Klinik Gais
habe der RAD festgehalten, dass akute episodische Verschlechterungen des
psychischen Gesundheitszustandes im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung
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auftreten und zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit führen
könnten. Diese Diagnose stehe daher nicht im Widerspruch zur Diagnose und
Beurteilung des Gesundheitszustandes zum Zeitpunkt der Rentenverfügung. Die
medizinischen Abklärungen hätten aus somatischer Sicht keine Befunde geliefert,
welche die geklagte Schmerzsymptomatik der Versicherten hinreichend erklären
könnten. Eine diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung als solche vermöge aber in
der Regel keine langdauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Da es sich bei einer mittelgradigen depressiven Episode
definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden handle, sei die im Zusammenhang
mit der somatoformen Schmerzstörung stehende mittelgradige depressive Episode
nicht als mitwirkende, psychisch ausgewiesene schwerwiegende Komorbidität
anzusehen. Hinweise, die auf einen sozialen Rückzug in allen Belangen oder auf einen
primären Krankheitsgewinn schliessen liessen, bestünden nicht. Auch sei an der
Ernsthaftigkeit der psychiatrischen Therapiebemühungen der Versicherten aufgrund
ihres durch die Vielzahl von Konsultationen bei somatischen Fachärzten untermauerten
Bestrebens, eine somatische Erklärung für ihre Beschwerden zu bekommen, zu
zweifeln, so dass nicht von unbefriedigenden Behandlungsergebnissen trotz
konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungsbemühungen
gesprochen werden könne. Die Versicherte erfülle somit nicht die Kriterien, welche eine
willentliche Schmerzüberwindung unzumutbar machen würden. Es sei daher davon
auszugehen, dass die Versicherte in einer körperlich leichten wechselbelastenden
Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Von zusätzlichen medizinischen Abklärungen seien keine
relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten.
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die am 16. Februar 2007 (act. G 1) von
Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler für die Betroffene erhobene Beschwerde mit den
Anträgen, die Verfügung (recte: der Einspracheentscheid) vom 16. Januar 2007 sei
aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei ab dem 1. Mai 2001 eine ganze IV-Rente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit für ergänzende Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem seien der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsvertretung zu gewähren. Zur Begründung führt er aus, die
Beschwerdeführerin sei seit geraumer Zeit in invaliditätsrechtlich relevanter Art und
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Weise in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt und habe daher Anspruch auf eine ganze
IV-Rente. Insbesondere die psychischen Beeinträchtigungen seien bereits in einem
früheren Zeitpunkt ausdrücklich anerkannt worden. Diesbezüglich verweise er auf das
beigelegte psychiatrische Gutachten (act. G 1.3), das im Jahr 2005 von der Mobiliar
Versicherung in Auftrag gegeben worden sei. Diesem Gutachten von Dr. med. L._,
FMH Psichiatria e psicoterapia, vom 12. Februar 2005 ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4, differentialdiagnostisch ICD-10: F68.1) leidet. Vom rein psychiatrischen
Standpunkt aus sei die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen als auch in einer
adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Eine krankhafte Persönlichkeitsstruktur liege
nicht vor. Zwischen den subjektiven Beschwerden und den erhobenen Befunden lägen
Differenzen vor, welche eher als Tendenz zu sozialen Vorteilen (finanzielle Vorteile,
bessere Lebensbedingungen etc.) denn als Störung der Persönlichkeitsstruktur zu
qualifizieren seien.
Mit Beschwerdeergänzung vom 21. März 2007 (act. G 3) beantragt Rechtsanwalt lic.
iur. Fredy Fässler für die Betroffene, die Verfügung (recte: der Einspracheentscheid)
vom 16. Januar 2007 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei mit Wirkung ab
dem 1. Januar 2003 eine ganze IV-Rente zuzusprechen, eventualiter sei die
Angelegenheit für ergänzende Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem
seien der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
zu gewähren. Die Haltung der IV-Stelle, dass von weiteren medizinischen Abklärungen
keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten seien, sei nicht haltbar. Aus dem
Arztbericht von Dr. med. M._ vom 16. März 2007 (act. G 3.2) gehe hervor, dass drei
Testverfahren existierten, welche die von ihm diskutierten Läsionen der cervicalen
Facettengelenke und der tiefen paravertebralen dorsalen Halsmuskulatur objektivieren
könnten. Allein aus diesem Grund sei die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Aus allein psychiatrischer
Sicht werde die Beschwerdeführerin durch mehrere "unabhängige" Arztzeugnisse (Dr.
med. J._, Dr. med. L._) zu 50% als arbeitsunfähig eingeschätzt. Dr. med. I._
schätze in seinem Bericht vom 16. Februar 2007 (act. G 3.3) die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin zufolge mangelhafter Konditionierung, depressiver Entwicklung,
chronischer Panvertebralgie mit Ausstrahlung in Kopf und Arme sowie Selbstlimitierung
auf 30-35% ein. Somit stehe fest, dass vorliegend nicht einwandfrei habe festgestellt
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werden können, ob die Beschwerden der Beschwerdeführerin ausschliesslich
psychischer Natur seien und die psychischen Beschwerden derart einschränkend
seien, dass sie allein zu einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit führten. Die Ablehnung des
Rentengesuchs durch die IV-Stelle sei daher wenig nachvollziehbar. Die beurteilenden
Ärzte hätten sich vorliegend in keiner Weise dahingehend geäussert, dass die
Beschwerdeführerin in der Lage wäre, ihre verbleibende Arbeitskraft auf dem
Arbeitsmarkt zu 100% zu verwerten. Im Gegenteil gingen sie von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus. Auch im Gutachten von Dr. F._
vom 24. März 2003 sei "aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit mindestens zu
80% gegeben". Somit könne in keiner Weise davon ausgegangen werden, dass es der
Beschwerdeführerin zumutbar sei, ihre Schmerzen zu überwinden und wieder ins
Berufsleben einzusteigen.
D.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2007 (act. G 5) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Da das Krankheitsbild der
Beschwerdeführerin nicht in das Fachgebiet eines Spezialarztes für
Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirugie, wie es Dr. M._ sei, falle, könne auf
seine Beurteilung nicht abgestellt werden. Massgebend sei, dass der Neurologe Dr.
I._ in seinem Bericht vom 1. September 2006 die diagnostischen Abklärungen der
Beschwerdeführerin, die in der Zeit vom 7. April 2004 bis 18. August 2006 bei ihm in
Behandlung stand, als abgeschlossen bezeichnet habe. Vor diesem Hintergrund sei mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, dass weitere medizinische
Abklärungen auf neurologischer Ebene und allgemein in somatischer Hinsicht relevante
neue Erkenntnisse im Sinne einer neuen somatischen Diagnose als Erklärung für die
geklagte Schmerzsymptomatik der Beschwerdeführerin liefern würden. Im Übrigen
werde auf die Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid verwiesen.
E.
Mit Schreiben vom 4. Mai 2007 (act. G 7) teilt Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler mit,
dass er an den Anträgen und Ausführungen in der Beschwerdeergänzung vom
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21. März 2007 festhalte. Im Übrigen hat er aber auf die Erstattung einer Replik
verzichtet.
F.
Am 30. Oktober 2007 (act. G 9) reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine
Bestätigung der Klinik Teufen vom 26. September 2007 (act. G 9.1) ein. Gemäss dieser
Bestätigung wurden bei der Beschwerdeführerin eine mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), ein Verdacht auf anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und ein Verdacht auf undifferenzierte
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) diagnostiziert. Aus rein psychiatrischer Sicht sei
die Beschwerdeführerin 50% arbeitsfähig.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da der streitige Einspracheentscheid am 16. Januar 2007, mithin
vor dem 1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007
geltenden materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE
121 V 366 E. 1b).
2.
2.1 Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann der Einkommensvergleich zur
Ermittlung des Invaliditätsgrades erst erfolgen, wenn allfällige
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden sind bzw. wenn aufgrund der
Sachverhaltsabklärungen feststeht, dass keine Eingliederung möglich
ist ("Eingliederung vor Rente"; vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, N 15 zu Art. 16 und
N 11 zu Art. 7). Mögliche Eingliederungsmassnahmen sind nach Art. 8 Abs. 3 IVG
neben medizinischen Massnahmen Massnahmen beruflicher Art wie Berufsberatung,
Umschulung und Arbeitsvermittlung. Allerdings ist die Arbeitsvermittlung nicht
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geeignet, die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse zu vermindern, denn sie
bezweckt nur, die Verwertung einer bestehenden (Rest-) Erwerbsfähigkeit auf dem
realen und aktuellen Arbeitsmarkt zu fördern.
2.2 Da sich die Beschwerdeführerin, obwohl ihr selbst die von ihr eingereichten
ärztlichen Berichte (act. G 5.1/71) aus psychiatrischer Sicht noch eine Arbeitsfähigkeit
von 50% und aus rheumatologischer Sicht sogar eine Arbeitsfähigkeit von 100%
attestieren, aufgrund ihrer diversen Beschwerden zu 100% arbeitsunfähig fühlt und
deshalb ihre Restarbeitsfähigkeit nicht in zumutbarem Umfang ausgeschöpft hat, ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin vorliegend von
Eingliederungsmassnahmen abgesehen hat.
3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Ist die versicherte Person vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, gilt nach Art. 8 Abs. 3 ATSG
die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität.
3.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
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wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
4.
4.1 Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden
verschiedene ärztliche Abklärungen durchgeführt. In somatischer Hinsicht
diagnostiziert Dr. med. G._ in seinem Teilgutachten vom 24. März 2003 (act.
G 5.1/29) einen Status nach Medialisierung der Tuberositas tibiae rechts am 22. Januar
2002, eine cervikale und lumbale Diskopathie mit verminderter Rückenbelastbarkeit
resultierend aus einer paramedian links reichenden cervikalen Diskushernie C6/7 ohne
neurale Kompression und einer diskreten medianen Protrusion der Chondrosen C4/5
und C5/6 sowie einer lumbalen kleinvolumigen Diskushernie paramedian rechts Th12/
L1 und einer flachbogigen kleinvolumigen Diskusprotrusion L5/S1 ebenfalls ohne
neurale Kompression sowie als Nebenbefund eine leichte linkskonvexe lumbale
Skoliose 4. Grades. Tätigkeiten, welche die Wirbelsäule vor allem im cervikalen und
lumbalen Bereich sehr schwer belasten würden, seien der Beschwerdeführerin nicht
zumutbar. Für eine leichte bis mittelschwere, teils sitzend und teils stehend ausübbare
Arbeit in nicht vornehmlich reklinierter oder stark vorgebeugter Körperhaltung mit einer
Lasthebegrenze von repetitiv 5 kg, einmalig maximal 10 kg sei die Beschwerdeführerin
jedoch voll arbeitsfähig. Die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen hält in
ihrem Bericht vom 19. März 2004 (act. G 5.1/47) fest, der klinisch-neurologische
Befund sei unauffällig, objektive pathologische Befunde zu den von der
Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen im Hals, Wirbelsäulenbereich, Kreuzbereich
und in den Beinen liessen sich nicht erheben. Dr. med. I._ seinerseits hält in seinem
Bericht vom 1. September 2006 fest, klinisch falle auf, dass das Schmerzbild dauernd
wechsle, wobei es sich mal auf die Lumbalregion, mal zervikal und auf die
Schultermuskulatur konzentriere. Die Diagnose von Dr. med. K._ (chronische
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Schmerzverarbeitungsstörung bei Fibromyalgie, posttraumatischem
Zervikovertebralsyndrom seit 1995, Status nach Operation des linken Knies 2001)
umschreibe das Krankheitsbild am besten. Im Bericht vom 8. Dezember 2006 attestiert
er der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 30-35%
in einer der angestammten sehr ähnlichen Tätigkeit. Im Schreiben vom 16. Februar
2007 schliesslich führt er aus, eine eindeutig fassbare neurologische Diagnose könne
nicht gestellt werden. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 30-35% beziehe
sich auf die Gesamtarbeitsfähigkeit, unter Berücksichtigung der rheumatologischen wie
auch der psychiatrischen Beurteilung. Rein neurologisch sei die Arbeitsfähigkeit
höchstens für schwere Arbeiten eingeschränkt, nicht jedoch für leichte Arbeiten.
Zusammenfassend ergibt sich, dass in den vorliegenden medizinischen Akten weder
aus rheumatologischer noch aus neurologischer Sicht eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgewiesen ist.
4.2 In psychiatrischer Hinsicht diagnostiziert Dr. med. F._ im Gutachten vom 1. April
2003 (act. G5.1/28) eine leichte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0). Die
psychischen Symptome wie Interesse-, Energie- und Lustlosigkeit, die geringgradigen
Ein- und Durchschlafstörungen sowie die einigermassen hartnäckige Weigerung der
Beschwerdeführerin, die medizinische Feststellung zu akzeptieren, dass keine
ausreichende körperliche Ursache für die Symptome vorliege, ergebe aus
psychiatrischer Sicht das Bild einer leichten Somatisierungsstörung. Immerhin ergebe
sich bei der Beschwerdeführerin eine ca. in der Norm befindliche Affektivität sowie eine
einigermassen normale kognitive Funktionsfähigkeit. Obwohl die Beschwerdeführerin
ihre Schmerzsymptomatik graduell glaubhaft vorbringe, sei aus psychiatrischer Sicht
die Arbeitsfähigkeit mindestens zu 80% gegeben. Demgegenüber attestiert Dr. med.
H._ der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 6. Dezember 2004 (act. G 5.1/64)
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit dem 9. Dezember 2003 aufgrund einer
depressiven Störung mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11) auf dem Boden
einer histrionischen Persönlichkeit (ICD-10: F60.4). Die Psychiatrische Klinik Wil, in
welcher die Beschwerdeführerin vom 9. bis 31. Dezember 2003 hospitalisiert war,
diagnostiziert in ihrem Bericht vom 8. Januar 2004 (act. G 5.1/48) eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und attestiert der Beschwerdeführerin
bei Austritt eine Arbeitsfähigkeit von 100%.
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4.3 Festzuhalten ist, dass Dr. med. F._ und die Psychiatrische Klinik Wil sehr
ähnliche Diagnosen stellen. Auch in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit stimmen sie
überein und halten fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die gänzlich konträre Ansicht von Dr. med.
H._ ist nicht geeignet, diese Einschätzung in Zweifel zu ziehen. Nach der ständigen
höchstrichterlichen Rechtsprechung ist überdies stets der Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 17. August 2005
[I 212/05]). Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zum
Zeitpunkt des Erlasses der ersten Verfügung, am 1. März 2004, zu 100% arbeitsfähig
war.
5.
5.1 Aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten ist eine Veränderung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nach Erlass der Verfügung vom
1. März 2004 anzunehmen. In ihrem Bericht vom 12. Februar 2005 diagnostiziert Dr.
med. L._ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und
attestiert der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Auch Dr. med. J._,
Klinik Gais, wo sich die Beschwerdeführerin vom 20. Februar bis 10. März 2006
aufhielt, nimmt im Bericht vom 11. Mai 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 50% an. Die
Beschwerdeführerin leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), die sich im Rahmen einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) entwickelt habe. Wichtigster
Belastungsfaktor sei die schwierige familiäre Situation, kombiniert mit mangelnden
Copingstrategien. Dr. med. H._ hält die Beschwerdeführerin in einem weiteren
Bericht vom 17. November 2006 noch für mindestens 60% arbeitsunfähig. Die Klinik
Teufen schliesslich attestiert der Beschwerdeführerin im Bericht vom 26. September
2007 (act. G 9.1) ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 50% und diagnostiziert eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), einen
Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und einen
Verdacht auf undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1).
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5.2 Der RAD Ostschweiz hält demgegenüber in seiner Stellungnahme vom 5. Oktober
2006 fest, die diagnostizierte mittelgradig depressive Episode mit somatischen
Symptomen stehe nicht im Widerspruch zur Diagnose und Beurteilung des
Gesundheitszustandes zum Zeitpunkt der Rentenverfügung, weil im Rahmen einer
somatoformen Schmerzstörung akute episodische Verschlechterungen des
psychischen Gesundheitszustandes auftreten und zu einer vorübergehenden
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit führen könnten. Für das Gericht ist diese Ansicht
kaum nachvollziehbar. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die im Zeitraum von über
zwei Jahren verteilt erstellten ärztlichen Berichte lediglich akute episodische
Verschlechterungen widerspiegeln. Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Berichte ist
vielmehr davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab Februar 2005 und
jedenfalls bis zum hier massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheids (16. Januar
2007) ohne wesentlichen Unterbruch zu 50% arbeitsunfähig war.
6.
6.1 Für die Invalidität massgebend sind die erwerblichen Auswirkungen der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist
nach der Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu
erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person
vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 20. November 2001 [I 716/00]; ZAK
1980 S. 593), da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 27. Februar 2004 [I 601/03]; BGE 129 V 224 E. 4.3.1).
Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) ist für die Vornahme des
Einkommensvergleichs auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222). Vorliegend ist der
Einkommensvergleich für 2006 vorzunehmen, da die einjährige Wartezeit (vgl. Art. 29
Abs. 2 IVG) im Februar jenes Jahres ablief (in den medizinischen Unterlagen ist
erstmals im Februar 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgewiesen).
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6.2 Die Beschwerdeführerin hat letztmals am 14. Januar 2002 gearbeitet. Bei einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 41 Stunden verdiente sie monatlich Fr. 3'820.--
(act. G 5.1/6, 36 und 38). Inklusive 13. Monatslohn resultiert ein Jahreseinkommen von
Fr. 49'660.--. Um die Nominallohnentwicklung erhöht ergibt dies für das Jahr 2006 ein
Einkommen von Fr. 51'931.-- (2002 111.5 Punkte, 2006 116.6 Punkte; vgl. LE 2006).
7.
7.1 Nach Art. 16 ATSG ist beim Einkommensvergleich als Invalideneinkommen
dasjenige Erwerbseinkommen einzusetzen, welches die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Im
vorliegenden Fall arbeitet die Beschwerdeführerin seit Januar 2002 nicht mehr, womit
sie die ihr attestierte Arbeitsfähigkeit von 50% nicht ausschöpft. Für die Ermittlung des
Invaliditätsgrades ist daher die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen. Der monatliche
Durchschnittslohn im Anforderungsniveau 4 betrug im Jahr 2006 für Frauen Fr. 4'019.--
(TA1 S. 25) oder pro Jahr 48'228.--. Da diese Werte auf einer durchschnittlichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beruhen, sind sie noch auf die im Jahre
2006 betriebsüblich gewesene Arbeitszeit von 41.7 Stunden umzurechnen. Dies ergibt
ein Einkommen von Fr. 50'278.- pro Jahr. Der Beschwerdeführerin ist ein Pensum von
50% zumutbar. Das Jahreseinkommen beläuft sich bei 50% auf Fr. 25'139.--.
7.2 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig
von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen
leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche oder berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) auf das Invalideneinkommen unter
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Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen. Letztlich ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller
jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen
(vgl. BGE 126 V 75).
7.3 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin wegen des Status
nach Medialisierung der Tuberositas tibiae rechts am 22. Januar 2002, der cervikalen
und lumbalen Diskopathie mit verminderter Rückenbelastbarkeit resultierend aus der
paramedian links reichenden cervikalen Diskushernie C6/7 ohne neurale Kompression
und der diskreten medianen Protrusion der Chondrosen C4/5 und C5/6 sowie der
lumbalen kleinvolumigen Diskushernie paramedian rechts Th12/L1 und der
flachbogigen kleinvolumigen Diskusprotrusion L5/S1 ebenfalls ohne neurale
Kompression sowie der leichten linkskonvexen lumbalen Skoliose 4. Grades nur noch
leichte bis mittelschwere, teils sitzend und teils stehend ausübbare Arbeiten in nicht
vornehmlich reklinierter oder stark vorgebeugter Körperhaltung mit einer
Lasthebegrenze von repetitiv 5 kg, einmalig maximal 10 kg, ausüben kann. In allen
körperlich geeigneten Tätigkeiten ist die Beschwerdeführerin zudem aufgrund ihrer
psychischen Einschränkung nur zu 50% einsatzfähig. Da die Schweizerische
Lohnstrukturerhebung auf den Löhnen gesunder Arbeitnehmerinnen basiert, erscheint
vorliegend ein Leidensabzug gerechtfertigt, der unter den gegebenen Umständen auf
10% festzusetzen ist. Es resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr. 22'625.--. Der Verdienstausfall macht Fr. 29'306.-- aus, womit sich ein
Invaliditätsgrad von 56% ergibt. Damit hat die Beschwerdeführerin ab Februar 2006
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 16. Januar 2007 ist aufzuheben und die Sache ist zur
Festsetzung der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 bei der IV hängigen
Einsprachen das bisherige Recht (lit. b der Schlussbestimmungen). Somit gelangt
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Art. 69 Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur
Anwendung. Gerichtskosten sind demnach keine zu erheben.
8.3 Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Beschwerdebegehren nur teilweise
durchgedrungen. Trotzdem ist von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen,
denn die Beschwerdeführerin war gezwungen, Beschwerde zu führen, um eine
Korrektur des teilweise rechtswidrigen Einspracheentscheids vom 16. Januar 2007 zu
erreichen. Der ihr entstandene Vertretungsaufwand ist deshalb grundsätzlich als
notwendig zu qualifizieren und zwar unabhängig davon, ob sie mit ihrem konkreten
Beschwerdebegehren ganz oder nur teilweise durchgedrungen ist. In Analogie zur
höchstrichterlichen Rechtsprechung betreffend den Anspruch auf eine
Parteientschädigung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts,
bei dem die Beschwerde führende versicherte Person trotz eines weitergehenden
Beschwerdebegehrens ebenfalls "nur" die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
erreicht hat (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), ist deshalb davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin mit ihrem eigentlichen Beschwerdebegehren, der angefochtene
Einspracheentscheid sei als rechtswidrig aufzuheben, vollumfänglich obsiegt hat. Es
besteht deshalb keine Veranlassung, in Analogie zum zivilprozessualen Klageverfahren
von einem nur teilweisen Obsiegen auszugehen und nur eine reduzierte
Parteientschädigung auszusprechen (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 8. Januar 2008 [IV 2007/214]; Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007).
8.4 Die Parteientschädigung wird vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint vorliegend eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
8.5 Das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
und Rechtsverbeiständung wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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