Decision ID: ef5ee136-37c3-5ff8-a734-c660544171fc
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Am 13. Mai 2015 meldete sich A._ (nachfolgend: Versicherter) bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen an (IV-act. 4). Der Versicherte gab an, aufgrund einer Diskushernie
LWK 4-5 sowie eines Burnout bzw. einer Depression (vgl. IV-act. 4 S. 5) seine
angestammte Tätigkeit als B._ (vgl. IV-act. 4 S. 4) seit dem 17. Januar 2015 nicht
mehr ausüben zu können (vgl. IV-act. 4 S. 3).
A.a.
Am 8. Juni 2015 berichtete der behandelnde Psychiater med. pract. C._,
Facharzt FMH Psychiatrie Psychotherapie, der IV-Stelle, dass der Versicherte seit dem
Januar 2015 in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Als
Diagnosen nannte med. pract. C._ eine rezidivierende depressive Störung seit etwa
fünf Jahren, gegenwärtig mittelgradig, sowie chronische Rückenschmerzen,
phasenweise schwerwiegend. Weiter führte med. pract. C._ aus, dass der
Versicherte beispielsweise Kurierdienste ausüben könnte, wobei er bei einem guten
Verlauf bis zu einem Pensum von 80 % tätig sein könnte. Die Prognose sei stark von
den möglichen Wiedereingliederungsmassnahmen und von der Anpassung der
beruflichen Tätigkeit abhängig. Für eine Tätigkeit im Kurierdienst bestehe bei einem
guten Verlauf eine positive Prognose. Schwere körperliche Arbeiten könne der
Versicherte nicht mehr ausführen (IV-act. 13). Am 19. Juni 2015 berichtete der Hausarzt
Dr. med. D._, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, dass beim Versicherten am
11. Juli 2012 mittels MRT eine Diskushernie L4/5 mit relativer Enge rechtsseitig
diagnostiziert worden sei. Im Verlauf habe der Versicherte die Beschwerden
grundsätzlich im Griff gehabt. Als zunehmendes Problem habe sich die Adipositas
gezeigt, weshalb am 9. Dezember 2013 ein proximaler Magen-Bypass eingesetzt
A.b.
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worden sei, wodurch es zu einem Gewichtsverlust gekommen sei. Bei zunehmenden
psychischen Störungen habe der Versicherte seine selbständige Tätigkeit aufgegeben
und eine Stelle als B._ angenommen. Seit August 2014 habe der Versicherte erneut
über Lumbalgien geklagt, weshalb er diesen zu einem Spezialisten geschickt habe. Der
Spezialist habe primär einen physiotherapeutischen Muskelaufbau und bei Bedarf eine
Analgesie empfohlen. Der Versicherte habe eine Infiltration abgelehnt. Letztmals sei der
Versicherte am 31. Dezember 2014 in der Sprechstunde gewesen. Seit Oktober 2014
habe er dem Versicherten wegen des Rückenleidens keine Arbeitsunfähigkeit mehr
attestiert (IV-act. 18 S. 2).
Nach einem erfolglosen Versuch, eine Stelle als Buschauffeur zu erhalten (vgl. IV-
act. 23 und 29), gab der Versicherte in einem Gespräch vom 21. Januar 2016
gegenüber der Eingliederungsverantwortlichen der IV an, eine Tätigkeit im ersten
Arbeitsmarkt könne er sich nicht mehr vorstellen, da er oft starke Rückenschmerzen
habe. Er müsse aufgrund der Rückenschmerzen immer wieder Therapietermine bei
med. pract. C._ absagen. Letzterer gab anlässlich des Gesprächs an, er halte den
Versicherten nicht mehr für arbeitsfähig. Er ziehe eine erneute Einweisung in eine
psychiatrische Tagesklinik in Betracht (IV-act. 32 S. 2). Am 26. Januar 2016 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie das Leistungsbegehren um berufliche
Massnahmen abweise, da er sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 34).
A.c.
In einem Bericht vom 11. Februar 2016 gab Dr. D._ an, dass er den Versicherten
aufgrund einer Belastungsdepression im November 2014 med. pract. C._
zugewiesen habe. Er gehe davon aus, dass sich der Versicherte weiterhin in
psychiatrischer Behandlung befinde und dass die Depression der Grund für die
Anmeldung bei der IV-Stelle gewesen sei. Er selber habe den Versicherten zuletzt am
31. Dezember 2014 wegen einer Diarrhoe gesehen. Seither habe er keine
Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert (IV-act. 35 S. 6).
A.d.
Am 11. April 2016 berichtete med. pract. C._, dass der Versicherte seit April
2013 bei ihm in ambulanter Behandlung sei. Der Versicherte sei ihm durch Dr. D._
aufgrund einer depressiven Symptomatik infolge einer psychosozialen Drucksituation
und eines jahrelangen Ehe- und Scheidungskrieges zugewiesen worden. Nach einer
intensiven psychotherapeutischen und medikamentösen Therapie sei eine
A.e.
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Behandlungspause erfolgt. In dieser Zeit sei es auch zu einer Magenbypassoperation
gekommen, in deren Folge der Versicherte zum Normalgewicht habe zurückkehren
können. Seit November 2014 habe der Versicherte die Behandlung aufgrund einer
erneut aufgetretenen starken depressiven Symptomatik wieder aufgenommen. Im
weiteren Verlauf habe er den Versicherten einer Tagesklinik zugewiesen. In dieser sei
der Versicherte während ca. neun Monaten behandelt worden, wobei er eine leichte,
nachhaltige Verbesserung seines Gesundheitszustandes erfahren habe. Aktuell werde
die intensive ambulante Begleitung weitergeführt. Seit dem Januar 2015 bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte sei in seinem Konzentrationsvermögen,
seinem Auffassungsvermögen sowie in seiner Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit
eingeschränkt (IV-act. 38).
Am 6. und 8. September 2016 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von
der medexperts AG polydisziplinär (orthopädisch, psychiatrisch und internistisch)
untersucht (IV-act. 52 und 54). Im polydisziplinären Konsens ihres Gutachtens vom 23.
September 2016 (vgl. IV-act. 54 S. 1) nannten die Sachverständigen als Hauptdiagnose
mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre Symptomatik bei deutlichen degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule (LWS). Weiter hielten sie folgende Nebendiagnosen ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest: eine Angst- und depressive
Störung gemischt, eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert),
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit und der Arbeitslosigkeit, Probleme in
Verbindung mit den Wohnbedingungen und den ökonomischen Verhältnissen, einen
Status nach drei bariatrischen Operationen wegen massiven Übergewichts (zurzeit
mässige Adipositas mit BMI von 28,2 kg/m ), eine essentielle arterielle Hypertonie (mit
Cansartan 32 mg gut eingestellt), einen Status nach Behandlung eines Helicobacter-
pylori-Infektes sowie einen Nikotinkonsum (IV-act. 54 S. 28). Weiter hielten die
Sachverständigen fest, aus ihrer Sicht sei der Versicherte wegen der Beeinträchtigung
seiner Wirbelsäule seit der Aufgabe der beruflichen Selbständigkeit, also seit dem Juni
2012, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und jede andere körperlich schwere Tätigkeit
nicht mehr geeignet. Für eine rückengerechte, adaptierte, leichte bis mittelschwere
Tätigkeit bestehe aus polydisziplinärer Sicht keine wesentliche Einschränkung. Möglich
seien dem Versicherten leichte bis mittelschwere, wechselbelastende, vorwiegend
A.f.
2
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sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, selbständig aufzustehen und umherzugehen,
wobei nicht regelmässig Gewichte über 10 kg und nur gelegentlich solche bis 15 kg
gehoben werden müssten. Der Beginn der adaptierten Arbeitsfähigkeit sei aus
orthopädischer Sicht entsprechend dem Bericht von Dr. D._ vom 19. Juni 2015 auf
den Oktober 2014 festzulegen (IV-act. 54 S. 31). Der psychiatrische Sachverständige
hatte in seinem Teilgutachten zur abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung des
behandelnden Psychiaters med. pract. C._ ausgeführt, dass eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der von med. pract. C._ gestellten Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Störung nicht nachvollziehbar sei.
Versicherungsmedizinisch sei bei einer mittelgradigen depressiven Störung in der
Regel eine Arbeitsfähigkeit von 50 % anzunehmen. Warum ein chronisches Fatigue-
Syndrom vorliegen solle, habe med. pract. C._ nicht begründet. Auch im
Austrittsbericht der Tagesklinik E._ vom 2. Dezember 2015 sei dem Versicherten eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Aufgrund der in diesem Austrittsbericht
erwähnten Diagnosen (rezidivierende Störung mittelgradig bis schwere Episode sowie
andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung) wäre eine
hochgradige Arbeitsunfähigkeit zwar nachvollziehbar, jedoch sei die Diagnose einer
andauernden Persönlichkeitsveränderung nach einer psychischen Erkrankung nicht
nachvollziehbar. Die Diagnose einer schweren depressiven Episode werde im
Austrittsbericht nicht begründet (IV-act. 54 S. 21 f.). Aktuell leide der Versicherte an
leichten depressiven Symptomen und Angstsymptomen. Diese reduzierten seine
Fähigkeit, sich an Regeln und Routinen zu halten, nur minim. Die Fähigkeit zur Planung
und Strukturierung von Aufgaben sei kaum betroffen. Die Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit seien leicht reduziert, jedoch seien die Entscheidungs- und
Urteilsfähigkeit intakt. Die Durchhaltefähigkeit sei wegen einer selbstlimitierenden
Haltung des Versicherten leicht reduziert. Die Selbstbehauptungsfähigkeit, die
Kontaktfähigkeit zu Dritten und die Gruppenfähigkeit seien intakt. Die Fähigkeit, sich
mit dem eigenen Fahrzeug oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen, sei
ebenfalls intakt. Insgesamt bestünden aus psychiatrischer Sicht derzeit keine
relevanten Funktionseinschränkungen (IV-act. 54 S. 20). Die beobachteten und
berichteten depressiven Symptome und Angstsymptome reichten nicht aus, um die
Diagnose einer depressiven Störung nach ICD 10 oder die Diagnose einer phobischen
Störung, einer Panikstörung oder einer generalisierten Angststörung stellen zu können.
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B.
Die Symptomatik habe die diagnostische Schwelle nicht erreicht. Andererseits habe
der Versicherte seine Sorgen und Befürchtungen sehr genau erklären können. Diese
rührten direkt von der psychosozialen Situation her und seien nicht die Folge einer
eigenständigen psychischen Erkrankung. Die Abgrenzung der
Funktionseinschränkungen von den direkten Folgen nicht versicherter Faktoren
(invaliditätsfremde Faktoren wie Arbeitslosigkeit, schwierige wirtschaftliche Lage, Alter
etc.) sei in jedem Fall schwierig. Beim Versicherten scheine die Wirkung der
psychosozialen, invaliditätsfremden Faktoren jedoch zu überwiegen. Hinweise auf eine
somatoforme Schmerzstörung fehlten ebenfalls. Die depressiven Symptome und die
Angstsymptome könnten nach ICD 10 am besten als "Angst – und depressive Störung
gemischt" bezeichnet werden. In Anbetracht der in den vergangenen Jahren von den
behandelnden Ärzten wiederholten Beschreibung einer rezidivierenden depressiven
Störung könne aktuell zusätzlich eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
remittiert, attestiert werden (IV-act. 54 S. 19).
Mit einem Vorbescheid vom 26. September 2016 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von 34 % in Aussicht (IV-
act. 58). Am 2. Dezember 2016 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter
einwenden, die Auffassung der Gutachter, wonach die psychischen Beschwerden
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten, sei falsch. Die Schlussfolgerungen
der Gutachter widersprächen denjenigen von med. pract. C._ krass. Dem
Einkommensvergleich liege somit eine falsche Ausgangslage zu Grunde (IV-act. 69; vgl.
ferner IV-act. 59). Am 24. Februar 2017 nahm Dr. med. F._ vom regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) zum Einwand des Versicherten Stellung. Er führte aus, dass der
Versicherte keine neuen wesentlichen medizinischen Erkenntnisse vorgebracht habe,
sodass aus versicherungsmedizinischer Sicht an der gutachterlichen Einschätzung
festzuhalten sei (IV-act. 70).
A.g.
Am 6. März 2017 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens bei
einem Invaliditätsgrad von 34 % (IV-act. 71).
A.h.
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Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
5. April 2017 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde erheben. Er liess beantragen,
die Verfügung vom 6. März 2017 sei vollumfänglich aufzuheben und ihm sei eine ganze
Invalidenrente auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von mindestens 70 %
auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Zur Begründung liess er im Wesentlichen
anführen, dass er die Ansicht der Gutachter, wonach die psychischen Beschwerden
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkten, nicht teile. Die gutachterlichen
Schlussfolgerungen stünden in einem krassen Widerspruch zu den Einschätzungen von
med. pract. C._, die auch Arzt med. pract. G._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, Psychiatrisches Zentrum E._, teile. Weiter liess der
Beschwerdeführer anführen, dass er vom 16. Januar bis zum 20. März 2017 jeweils
drei Tage in der Woche in der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums E._
verbracht habe. Nur schon vor diesem Hintergrund müsse die gutachterliche
Auffassung, wonach die psychischen Beschwerden keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit hätten, als falsch eingestuft werden. Die Beobachtungen des
psychiatrischen Gutachters würden zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte
derartige Widersprüche aufweisen, dass eine neue Begutachtung notwendig sei. Im
Übrigen liess der Beschwerdeführer geltend machen, im Rahmen der
Invaliditätsbemessung sei ein Tabellenlohnabzug von mindestens 15 % vorzunehmen
(act. G 1). Der Beschwerdeführer liess ein an die Krankenversicherung gerichtetes
Kostengutsprachegesuch von med. pract. C._ vom 21. März 2017 einreichen, in
welchem dieser unter anderem angegeben hatte, der Beschwerdeführer leide unter
chronischen Depressionen und chronischen schwerwiegenden Rückenschmerzen. Der
Beschwerdeführer habe seine angestammte Tätigkeit als B._ aufgeben müssen. Mit
viel Motivation und Bereitschaft habe der Beschwerdeführer im Krankentransport
wieder eine Arbeitstätigkeit mit einem Pensum von 20 % aufnehmen können. Die
Erkrankungen führten den Beschwerdeführer bei der neuen Tätigkeit an sein absolutes
Leistungslimit, zumal sich die Situation der chronischen Rückenbeschwerden bei
chronischen Diskushernien zuletzt massiv verschlimmert habe. Im Dezember letzten
Jahres habe es eine schwerwiegende Verschlechterung der depressiven Symptomatik
gegeben, weshalb er den Beschwerdeführer zu einem erneuten tagesklinischen
Aufenthalt habe motivieren können. Seit Mitte Januar habe der Beschwerdeführer das
B.a.
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tagesklinische Angebot wahrnehmen, aber leider nur wenig bis im weiteren Verlauf gar
nicht mehr von den Therapien profitieren können, weil die Probleme der Mitpatienten
zu einer Symptomverstärkung geführt hätten. Daher werde der Beschwerdeführer aus
der Tagesklinik austreten und eine engmaschige ambulante Behandlung benötigen
(act. G 1.1.4). In einem ebenfalls zusammen mit der Beschwerde eingereichten
Schreiben vom 27. März 2017 hatte med. pract. G._ die Einschätzung von med. pact.
C._ bezüglich der Diagnose einer langanhaltenden depressiven Störung geteilt.
Weiter hatte er ausgeführt, dass rein deskriptiv auch ein chronisches
Müdigkeitssyndrom diagnostiziert werden könne, jedoch werde diese Diagnose von
der Beschwerdegegnerin nicht anerkannt. Aus seiner Sicht bestehe beim
Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % für sämtliche Tätigkeiten im ersten
Arbeitsmarkt (act. G 1.1.5). Der Beschwerdeführer liess auch den Austrittsbericht des
Psychiatrischen Zentrums E._ vom 28. März 2017 einreichen, in welchem die
Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode,
chronisches Fatiguesyndrom, Status nach Magenbypass 2012 und arterielle
Hypertonie aufgeführt waren. Weiter hiess es in dem Bericht, dass med. pract C._
den Beschwerdeführer zur erneuten tagesklinischen Behandlung wegen einer
Verschlechterung der Symptomatik seit etwa zwei Monaten, der fehlenden
Tagesstruktur, grosser Zukunftsängste, Negativspiralen und lebensmüden Gedanken
zugewiesen habe. Der Beschwerdeführer sei gekränkt und verbittert, dass sein IV-
Antrag abgelehnt worden sei. Er habe angegeben, dass er Existenzängste habe. Würde
er eine IV-Rente erhalten, würde es ihm sofort besser gehen und er würde nach H._
auswandern. An drei Tagen pro Woche habe er jeweils vormittags an den Werk- und
Entspannungstherapien teilgenommen. Insgesamt habe er wenig stabil gewirkt und
einen depressiven Eindruck gemacht. Die Mitpatienten und deren soziale Not hätten
bei ihm zu negativen Gedankenspiralen geführt. Er habe aus der Klinik austreten wollen
(act. G 1.1.7).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellte sich auf den
Standpunkt, dass das vom Beschwerdeführer kritisierte psychiatrische Teilgutachten
die von der Rechtsprechung an ein beweiskräftiges Gutachten gestellten
Anforderungen erfülle. Auch habe sich der psychiatrische Gutachter mit den
B.b.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
2.
abweichenden Meinungen der Behandler auseinandergesetzt. Die nach der
Begutachtung eingereichten Berichte würden keine Zweifel am gutachterlichen
Abklärungsergebnis wecken. Auch sei davon auszugehen, dass die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens noch gegeben
gewesen sei, auch wenn das Auffinden einer Stelle für den Beschwerdeführer aufgrund
des Alters erschwert gewesen sein dürfte. Ein Tabellenlohnabzug sei entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers nicht angezeigt (act. G 4).
In seiner Replik vom 4. September 2017 liess der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen festhalten (act. G 8).
B.c.
Mit einem Schreiben vom 3. November 2017 liess der Beschwerdeführer einen
Verlaufsbericht von med. pract. C._ vom 30. Oktober 2017 einreichen (act. G 12 und
12.1).
B.d.
Am 14. November 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung
einer Duplik (act. G 14).
B.e.
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
2.1.
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3.
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich
zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung gesetzt zum Einkommen,
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
Zur Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. ferner BGE 115 V 134 E.
2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei,
d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.2.
Zunächst ist demnach zu prüfen, ob aufgrund der medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und Urteil
des Bundesgerichts vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2). Während sich die
Beschwerdegegnerin für die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster Linie auf das
eingeholte Gutachten gestützt hat (vgl. act. G 1.1 und 4), erachtet der
Beschwerdeführer das psychiatrische Teilgutachten als nicht überzeugend, da es in
einem krassem Widerspruch zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte stehe
(vgl. act. G 1 und 8).
3.1.
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Die psychiatrische Begutachtung beruht auf einer ausführlichen Anamnese und
einer eingehenden Exploration. Es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass
objektiv wesentliche Tatsachen in der Untersuchung nicht berücksichtigt worden wären
oder dass die psychiatrische Untersuchung nicht lege artis durchgeführt worden wäre.
Die gutachterliche Beurteilung ist in Kenntnis und Würdigung der Vorakten erstellt
worden. Der psychiatrische Gutachter hat auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, die erhobenen Befunde erwähnt und eine schlüssige
Gesamtbeurteilung unter Berücksichtigung der einschlägigen Standardindikatoren
vorgenommen (vgl. IV-act. 54 S. 15 ff.). Mit der divergierenden Einschätzung des
behandelnden Arztes med. pract. C._ vom 11. April 2016 hat sich der psychiatrische
Gutachter eingehend auseinandergesetzt. Er hat nachvollziehbar dargelegt, warum
dessen Einschätzung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht gefolgt werden könne
(vgl. IV-act. 54 S. 18 und 21 f.). Dabei ist anzumerken, dass aus dem Bericht vom 11.
April 2016 ohnehin nicht deutlich hervorgeht, ob med. pract. C._ die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit auf die angestammte Tätigkeit oder auch auf sämtliche adaptierten
Tätigkeiten bezogen hatte (act. G 1.1.3), zumal er im Juni 2015 noch davon
ausgegangen war, beim Beschwerdeführer bestehe in einer optimal adaptierten
Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 13). Weiter ist die
Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung eher geneigt sein können, zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten auszusagen (BGE 135 V 470 E. 4.5; Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). Aus den in diesem
Beschwerdeverfahren neu eingereichten Berichten kann der Beschwerdeführer
ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zwar ist diesen Berichten zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer aufgrund einer von med. pract. C._ wahrgenommenen
Zustandsverschlechterung vom 16. Januar bis 20. März 2017 im Psychiatrischen
Zentrum E._ in der tagesklinischen Behandlung gewesen ist und dass med. pract.
G._ ihm für diese Zeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bzw. ab dem 27. März 2017
eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt
attestiert hat (act. G 1.1.5 und 1.1.7). Aber der Austrittsbericht des Psychiatrischen
Zentrums E._ erschöpft sich im Wesentlichen darin, die subjektiven Empfindungen
des Beschwerdeführers wiederzugeben, während eine medizinisch fundierte
Begründung für die gestellten Diagnosen und die attestierte Arbeitsunfähigkeit fehlt
(act. G 1.1.7). So ist im Austrittsbericht beschrieben worden, dass der
Beschwerdeführer wegen einer seit etwa zwei Monaten eingetretenen
Verschlechterung der Symptomatik, der fehlenden Tagesstruktur, grosser
Zukunftsängste und lebensmüden Gedanken in die tagesklinische Behandlung
zugewiesen worden sei. Als Problem ist im Bericht weiter festgehalten worden, dass
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/16
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der Beschwerdeführer gekränkt und verbittert darüber sei, dass sein IV-Antrag
abgelehnt worden sei. Der Beschwerdeführer habe angegeben, ihm gehe es schlecht.
Er habe Existenzängste, weil er keine IV-Rente erhalten habe. Ihm würde es sofort
besser gehen, wenn er diese Rente hätte. Er würde dann nach H._ auswandern (act.
G 1.1.7 S. 1). Aufgrund dieser Schilderungen ist anzunehmen, dass eine allfällige
Verschlechterung des psychischen Befindens in erster Linie auf den negativen
Vorbescheid zurückzuführen und somit bloss vorübergehender Natur sein dürfte. Der
psychiatrische Gutachter hat schlüssig ausgeführt, dass der Beschwerdeführer unter
nachvollziehbaren Sorgen und Ängsten leide, die daraus resultierenden
Funktionsbeeinträchtigungen jedoch keinen Krankheitswert erreichen würden (vgl. IV-
act. 54 S. 19 f.). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit primär entscheidend sind die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen (vgl. Art. 6 ATSG; Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 143 V
418 E. 6). Demnach sind der Austrittbericht des Psychiatrischen Zentrums E._ vom
28. März 2017 und die von med. pract. G._ vorgenommene Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit, die im Schreiben vom 27. März 2017 unbegründet geblieben ist
(vgl. act. G 1.1.5), nicht geeignet, um die gutachterliche Einschätzung in Zweifel zu
ziehen. Aus dem Kostengutsprachegesuch von med. pract. C._ vom 21. März 2017
ergibt sich im Wesentlichen lediglich, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers gemäss seiner Einschätzung verschlechtert habe (act. G 1.1.4).
Allerdings ist schon im Zeitpunkt der Begutachtung ein Bericht vorgelegen, in welchem
med. pract. C._ von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen war (vgl. IV-
act. 38). Was den Verlaufsbericht von med. pract. C._ vom 30. Oktober 2017 betrifft,
so ist dieser, soweit er sich auf den Zeitraum nach dem Verfügungserlass bezieht, für
dieses Beschwerdeverfahren nicht zu berücksichtigen. Aus der im Bericht enthaltenen
Kritik an den im Gutachten gestellten Diagnosen ergibt sich ebenfalls nichts Neues
(vgl. act. G 12.1), hat sich der psychiatrische Gutachter doch bereits einlässlich mit der
divergierenden Meinung des Behandlers auseinandergesetzt (vgl. IV-act. 54 S. 18 ff.).
Bei einer psychiatrischen Beurteilung besteht immer Ermessensspielraum, sodass
verschiedene medizinische Interpretationen möglich sind. Aus diesem Grund und unter
Berücksichtigung der unterschiedlichen Zielsetzungen eines Behandlungsauftrags auf
der einen Seite und eines Begutachtungsauftrags auf der anderen Seite kann eine
medizinische Expertise nicht stets dann in Frage gestellt und zum Anlass weiterer
Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte an vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (vgl. Urteile des Bundesgerichts
vom 4. März 2013, 9C_794/2012 E. 4.2 und vom 10. August 2011, 8C_997/2010 vom
10. August 2011, E. 3.2). Die seitens des Beschwerdeführers erhobenen Einwände
gegen das psychiatrische Gutachten erweisen sich nach dem Gesagten als nicht
stichhaltig. Auf das psychiatrische Gutachten kann abgestellt werden.
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4.
Die Einschätzung des orthopädischen Gutachters hat der Beschwerdeführer nicht
konkret bemängelt (vgl. act. G 1 und 8). Gründe, die gegen die Schlüssigkeit des
orthopädischen Gutachtens sprechen, sind denn auch nicht ersichtlich.
3.3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das von der Beschwerdegegnerin
eingeholte Gutachten abgestellt werden kann. Demnach ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer im Gutachtenszeitpunkt bzw. im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses in der Lage gewesen ist, leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, selbständig
aufzustehen und umherzugehen, wobei nicht regelmässig Gewichte über 10 kg und nur
gelegentlich solche bis 15 kg gehoben werden müssen, in einem Pensum von 100 %
auszuüben (vgl. IV-act. 54 S. 31).
3.4.
In einem nächsten Schritt ist die Frage zu beantworten, inwiefern der
Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von 100 % auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwerten kann.
4.1.
Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter
Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134
V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein Gleichgewicht zwischen dem Angebot
von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen
Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE
110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Dezember 2003, I 349/01, E.
6.1 mit Hinweisen).
4.2.
Im Zeitpunkt, als die medizinisch zumutbare Erwerbsfähigkeit aufgrund des
Gutachtens vom 23. September 2016 festgestanden hat (vgl. IV-act. 54 S. 1), ist der
Beschwerdeführer _ Jahre alt gewesen (vgl. IV-act. 4 S. 1). Angesichts des
gutachterlich attestierten Zumutbarkeitsprofils (vgl. IV-act. 54 S. 31) sowie seiner
Berufserfahrungen ausserhalb des B._-dienstes (vgl. IV-act. 27) ist davon
auszugehen, dass das Finden einer Stelle auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt für
den Beschwerdeführer nicht ausgeschlossen gewesen ist.
4.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/16
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5.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
bleiben die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei
ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1).
5.1.
Massgebend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im
Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Die vorliegend zu
beurteilende IV-Anmeldung hat der Beschwerdeführer am 13. Mai 2015 bei der IV-
Stelle eingereicht (vgl. IV-act. 4). Der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs
im Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG wäre somit der 1. November 2015. Das
Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist zu diesem Zeitpunkt bereits verstrichen
gewesen, da der Beschwerdeführer gemäss dem polydisziplinären Gutachten in seiner
angestammten Tätigkeit als B._ bereits ab Juni 2012 arbeitsunfähig gewesen ist (vgl.
IV-act. 54 S. 31). Für den Einkommensvergleich massgebend ist somit das Jahr 2015.
5.2.
Zwar ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bereits im Juni 2012 für
die körperlich belastende Arbeit als B._ nicht mehr geeignet gewesen ist (vgl. IV-
act. 54 S. 31). Gleichwohl hat er nach der Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit im
Rahmen eines Anstellungsverhältnisses bis zum Jahr 2014 weiterhin auf diesem Beruf
gearbeitet (vgl. IV-act. 9 und 4 S. 3). Angesichts der im Rahmen der beruflichen
Selbständigkeit schwankenden Einkommen rechtfertigt es sich vorliegend, das
Valideneinkommen ausgehend vom im Jahr 2014 erzielten Verdienst des
Beschwerdeführers als angestellter B._ festzulegen (vgl. IV-act. 8 und 9). Die
Beschwerdegegnerin hat ihrer Berechnung des Valideneinkommens ebenfalls den im
Jahr 2014 vom Beschwerdeführer als B._ erzielten Verdienst zu Grunde gelegt
(vgl. act. G 1.1.1), was der Beschwerdeführer nicht beanstandet hat (vgl. act. G 1 und
8). Ausgehend von dem als B._ im Jahr 2014 erzielten Verdienst von Fr. 100'628.--
(vgl. IV-act. 8 S. 1; vgl. ferner IV-act. 69 S. 8 und act. G 4 S. 6) ergibt sich unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2015 (vgl. die Werte für
Männer der Tabelle T 39 der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE]) ein aufgerundetes Valideneinkommen
von Fr. 100'900.-- (100'628 / 2220 x 2226; vgl. ferner act. G 4 S. 6).
5.3.
Zwar geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer vor seiner Tätigkeit
als B._ auch in anderen Berufsfeldern gearbeitet hat (IV-act. 25 ff.). Allerdings kann
den Akten nicht entnommen werden, dass er Fähigkeitszeugnisse erworben hätte, die
ihm tatsächlich Berufsoptionen eröffnen würden, die über die Verdienstmöglichkeiten
eines Hilfsarbeiters hinausgingen. Daher kann zur Berechnung des
5.4.
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6.