Decision ID: 8dd2b954-a2ad-49fb-b7bf-966b314a5584
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
war ab dem 1. März 2009 bei der
A._
tätig
und
dadurch bei der
Swica
Assurances
SA obligatorisch gegen die Folgen von Un
fällen versichert.
Die Arbeitgeberin
(Zweigniederlassung in
B._
, Hauptsitz in Zürich
[vgl. www.zefix.ch]
)
meldete am 11. März 2014, die Versicherte sei am 2. März 2014
in
Thollon
-les-
Mémises
(F)
vom Skilift gestürzt und habe sich da
bei zwei Lendenwirbel gebrochen (Urk. 8/1).
Zum genauen Unfallhergang schil
derte die Versicherte, kurz vor dem Ausgang des Sessel
lifts habe sich der Ski
stock ihrer
Tochter zwischen
ihrem Schuh und ihrer
Hose
verf
angen. Sie habe dem Per
sonal zurufen wollen, den Sessellift abzustellen, doch es sei niemand da ge
wesen. Die Versicherte habe es geschafft, de
n Stock zu befreien und habe ihre
Tochter vom Sessellift gestossen.
Ihr Sitz s
ei
um den Mast (Umlenkrolle) herum
weitergefahren
, und
sie
habe sich vorgelehnt, um die Höhe einschätzen zu
kön
nen. Dabei sei sie
vom Sitz gerutscht
, welcher in Richtung
Tal
weiter
gefahren sei.
Sie sei etwa zwei bis drei Meter in die Tiefe gefallen (Urk. 8/109 S. 2). Der Versicherten wurde
per sofort eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (U
rk. 8/4.1
).
A
m 4
. März 2014
wurde sie im
C._
operiert (Urk. 8/29.2
)
.
Die
Swica
erbrachte die Ver
sicherungsleist
ungen (Urk. 8/7). In der Folge persistier
ten bei der Versicherten Schmerzen im Lendenbereich (
vgl.
Urk. 8/38.1).
Am 1. September 2014 wurde sie
von Dr. med.
D._
, Facharzt
FMH
für Neuro
chirurgie,
untersucht (
Gutachten
vom 8. September 2014 [Urk. 8/58]).
Auf dessen Empfehlung sowie auf die Empfehlung des Arztes der
C._
vom 2. September 2014 (Urk. 8/60) wurde ein
stationärer Aufenthal
t im E._
der
Suva bewilligt
(Urk. 8/68
, Urk. 8/79 und Urk. 8/82
)
.
Der
Auf
enthalt dauerte
vom 29
. Oktober
bis am 5. Dezember 2014 (Urk. 8/84) mit einem familiär bedingten Unterbruch
vom
6. bis am 16. November 2014 (Urk. 8/71-73 und
Urk. 8/77)
.
In der Folge
absolvierte
die
Versicherte
diverse Therapien zur Verbesserung der Beweglichkeit u
nd zur Stärkung der Musku
latur.
Sie wurde sodann
psycholo
gisch betreut
.
Am 16. November 2015 veranlasste die
Swica
eine
erneute
medi
zinische Untersuchung der Versicherten bei Dr.
D._
(Urk. 8/152
; vgl. auch Urk. 8/159 und Urk. 8/163
f.
).
Dieser erstattete sein Gutachten über
die Untersu
chung vom 18. Januar 2016 am 21. Januar 2016 (Urk. 8/174).
In der Folge bat ihn die
Swica
mit Schreiben vom 8. Februar 2016 um Ergänzung des
Gutach
tens
(Urk. 8/175). Dieser Bitte k
am Dr.
D._
mit Schreiben
vom 16. Februar 2016 nach (Urk. 8/176).
Mit Verfügung vom 29. Februar 2016
(Urk. 8/182) stell
te die
Swica
die Taggeldleistungen per
sofort
ein und erklärte gleichzeitig, eigentlich seien bereits ab dem Frühling 2015 keine Taggeldleistungen mehr geschuldet
gewesen;
sie verzichte
aber auf eine Rückforderung dieser
bereits ausgerichteten Leistungen. Sodann würden ab dem 1. Februar 2016 keine
Behandlungskosten mehr übernommen. Im Zusammen
hang mit dem Unfall
ereignis vom 2. März 2014 werde der Versicherten eine Integritätsentschädi
gung von Fr. 31'500.--, ausgehend von einer Integritätsein
busse von 25 %, aus
gerichtet.
Gegen die Verfügung vom 29. Februar 2016 erhob
die Versicherte mit Schreiben vom 10. März 2016 (Urk. 8/185) beziehungsweise vom 25. April 2016 (Urk. 8/194) Einsprache. Diese wurde mit Eingabe vom 9.
Mai 2016 begründet (Urk. 8/196)
.
Mit Entscheid vom 14. November 2016 wurde die Einsprache der Versicherten abgewiesen (Urk. 2 [= Urk. 8/201]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 13. Dezember 2016
(Urk. 1) und unter Beilage diverser Unterlagen (Urk. 3/2-26)
Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
die
Leistung
spflicht
der Unfall
versicherung
sei
über den 31. Dezember 2015
hinaus
an
zuerkennen
(Urk. 1/1). Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 14. Februar 2017 angezeigt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
-
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 2. März 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des
Be
griffes „namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
wei
tere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als
auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuc
hungsgrundsatzes (Art. 61
lit
.
c ATSG
) und der Beweis
wür
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der
zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese
) abgegeben worden ist, in der Beurtei
lung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuc
htet und ob die Schlussfolgerun
gen des Experten begründet und nachvollziehbar sind. Aus
schlaggebend für den Beweis
wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352
E. 3a). Den Berichten versicherungs
interner Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht der
selbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren na
ch Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, a
ls keine Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7).
1.4.2
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die
Unfallversicherung
im Administrativverfahren einho
lt, seit je davon
aus, dass diese
, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der
Unfallver
sicherung
beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen ge
langen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, es sei auf die Beur
teilung von Dr.
D._
abzustellen. Die Tätigkeit als Verkäuferin sowie auch jede andere Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin seit Frühling 2015 zu 100 % zumutbar. Die Berichte von Dr.
F._
vom 27. April 2016 sowie von Dr.
G._
(Hausarzt)
vom 10. März 2016 würden
nichts an der Nachvoll
ziehbarkeit der Beurteilung von Dr.
D._
ändern. Sowohl Dr.
F._
als auch Dr.
G._
würden sämtliche Beschwerden in ihre Beurteilung miteinbeziehen und hätten nicht den Auftrag, sich zur natürlichen Unfallkausalität zu äussern, so wie dies Dr.
D._
aufgrund seiner Expertenrolle tun müsse (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
sie habe der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 14. September 2016
den Bericht
von Dr.
H._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabili
tation sowie Rheumatologie,
R
egionale
r
Ärztlicher
Dienst
(RAD)
der Invalidenversiche
rung (Service
médical
r
égional
Assurance-
Invalidité
de
la Suisse
Romande
) zu
gestellt, um die Widersprüche im
Gutachten
von Dr.
D._
festzu
stellen. Daraus ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf nicht mehr arbeiten könne und dass sie in einer angepassten Tätigkeit noch zu 60 % arbeitsfähig sei. Darauf sei die
Swica
nicht eingegangen. Die Schlussfolgerun
gen von Dr.
D._
seien nicht nachvollziehbar und würden sich einzig auf
die Feststellung stützen,
die Beschwerdeführerin
habe bereits vor dem Unfall
ein paar Mal
über Rückenschmerzen geklagt. Dr.
F._
sei jedoch der Ansicht, dass die gravierenden Verletzungen an der Wirbelsäule die noch heute bedeutsamen Beschwerden erklären könnten. Vor dem Unfall sei die Beschwer
deführerin sehr sportlich gewesen und habe keine nachweisbaren Einschrän
kungen gehabt (Urk. 1/1).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2017 führte die Besch
werdegegnerin aus,
das Gutachten
von Dr.
D._
weise keine Inkohärenzen auf.
Betreffend die
divergierende Bemessung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
D._
und Dr.
H._
(
im RAD-
Bericht
)
sei festzuhalten, dass die Invalidenversicherung dabei die gesund
heitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin gesamthaft und nicht nur un
fallbedingt berücksichtige (Urk. 7).
2.4
Was den Vorwurf der Beschwerdeführerin
anbelangt
, die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör
verletzt, indem sie im
Einsprachee
ntscheid
nicht auf den
RAD-
Bericht
von Dr.
H._
eingegangen sei,
ist Folgendes festzuhalten: Es
lässt sich den Akten nicht entnehmen, ob die Beschwerdegegnerin das Schreiben
der Beschwerdeführerin
vom 14. September 2016
(Urk. 3/22a)
mit dem beigelegten RAD-
Bericht
(Urk. 3/22/2)
vor der Fällung des
Einsprache
ent
scheids
erhalten hat. In den Akten der Be
schwerdegegnerin findet sich der
RAD-
Bericht
nämlich bloss einmal und zwar in den Unterlagen, welche ihr vom hiesigen Gericht zugestellt worden sind (
nach Urk. 8/201
). Allerdings bestreitet
die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
vom 30. Januar 2017 (Urk. 7
) auch nicht, den
RAD-
Bericht
noch vor Erlass des
Einspracheentscheids
erhalten zu haben.
Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs kann vorliegend aber als geheilt be
trachtet werden, da sich
die Beschwerdegegnerin im Be
schwerdeverfahren zum besagten RAD-
Bericht äussern konnte
und
das hiesige Gericht den Sachverhalt sowie die Rechtslage frei überprüfen kann.
3.
3.1
3.1.1
Im Bericht
des
C._
vom 2. März 2014 über die gleichentags erfolgte Erst
behandlung wurde die folgende Diagnose gestellt: K
ompressionsfraktur der Wirbel TH
12 und L1, mit einem Bruch der Hinterwand des Wirbels L1, ohne Beein
trächtigung des Rückenmarks (Urk. 8/2.1
).
3.1.2
Am 4. März 2014 wurde eine Osteosynthese durchgeführt mit interner Fixation der Wirbel TH11
/
12
-
L2 sowie eine Korrektur der segmentalen Kyphose (
Opera
tionsbericht des
C._
vom 5. März 2014 [Urk. 8/29.2]).
3.
1.3
Gemäss Entlassungsschreiben des
C._
vom 21. März 2014
habe
die
Reha
bili
tation zur
Wiedererlangung
der Gehfähigkeit gut begonnen
und die Schmerzen hätten mit Schmerzmedikamenten gut kontrolliert werden können. Die Be
schwer
deführerin sei am 15. März 2014 nach Hause entlassen worden. Eine radiologische Kontrolle sei acht Wochen nach der Operation auf Wunsch der Beschwerdeführerin in der Nähe ihres Wohnortes durchzuführen (Urk. 8/29.5).
3.2
Im
Gutachten
vom 8. September 2014 (Urk. 8/58)
führte
Dr.
D._
die folgen
den Diagnosen
auf
: Status nach einem
Skiunfall
(ICD-10 W02.0), instabiler Bruch der Wirbel TH12/L1 (ICD-10: S22.0/32.0)
, Rückenschmerzen ohne neuro
logische
respektive
radikuläre
Ausfälle (ICD-10 M54.8) sowie Verdacht auf Aus
weitung der Symptome (Urk. 8/58 S. 4).
Dr.
D._
hielt sodann
fest, g
emäss
eigenen
Angaben
sei die
Beschwerde
füh
rerin als Verkäuferin bei A._
mit einem Arbeitspensum von 91 % ange
stellt gewesen. Die Arbeitsbedingungen seien relativ streng gewesen. Als Ver
käuferin habe man sich nicht setzen können, nur wenig Kontakt mit der Kund
schaft ge
habt und grosse schwere Objekt
e heben müssen
(Urk. 8/58 S. 2)
.
Bezüglich des aktuellen Zustands befragt
,
habe sie angegeben,
primär
unter lumbalen Schmerzen zu leiden, welche sich bis zur Halswirbelsäule
ausdehnten
, sowie unter einer verminderten Beweglichkeit, sekundär unter einer Abhängig
keit von Dritten, einer Beschränkung in den Aktivitäten sowie einem Verlust der Auto
no
mie und tertiär unter
Kopfschmerzen sowie Schmerzen im
linken Knie.
Sie könne maximal für circa 15-20 Minuten
sitzen, 20 Minuten aufrecht stehen
, 5-10 Minuten ein Fahrzeug lenken. Sie gehe zweimal pro Tag 30 Minuten spazieren. Das Liegen sei sehr schmerzhaft, nach 20 bis 30 Minuten müsse sie wieder aufstehen. Während der Nacht stehe sie alle zwei bis drei Stunden auf und erwache am Morgen nicht ausgeruht. Auf der linken Seite könne sie nicht liegen, sie spüre die Platten im Rücken. Einkäufe könne sie nicht mehr tätigen, die Handtasche könne sie maximal für 10-15 Minuten tragen (Urk. 8/58 S. 3).
Dr.
D._
hielt in seiner Beurteilung fest, objektiv betrachtet würden regel
r
echte Verhältnisse nach der Rückenoperation vorliegen.
Der Gesundheitszu
stan
d der Beschwerdeführerin habe sich während der letzten Monate jedoch zuneh
mend verschlechtert. Möglicherweise aufgrund einer mangelhaften Organi
sation der medizinischen Betreuung (Anmerkung des Gerichts: die Beschwerdeführerin hatte berichtet, sie habe während zweier Monate nach der Rückkehr nach Hause aufgrund administrativer Probleme zwischen Frankreich und der Schweiz weder eine Physiotherapie noch eine Rehabilitation beginnen können [Urk. 8/58 S. 2])
sei die Beschwerdeführerin mehr und mehr in einen depressiven und passiven Zustand verfallen. Medizinisch-theoretisch betrachtet hätte die Beschwerdefüh
rerin sechs Monate nach dem Unfall die Hausarbeiten sowie eine angepasste Tätigkeit wieder vollumfänglich aufnehmen müssen. Dies sei aktuell bei Weitem noch nicht möglich.
Wenn verhindert werden solle, dass sich der aktuelle Zu
stand der Beschwerdeführerin weiter verschlechtere, dränge sich eine adä
quate Behandlung dringend auf.
Ein Aufen
thalt in der Rehaklinik der Suva
(
E._
)
werde deshalb empfohlen. Dr.
D._
führte sodann aus,
medizinisch-theo
retisch und aus somatischer Sicht müsste die Beschwerdeführerin eine ange
pa
sste Tätigkeit ab sofort wieder
aufnehmen
können
. Die Tätigkeit als Kleider
-
verkäuferin sei aktuell nicht zumutbar. Die Beschwerdeführerin habe vor ein paar Jahren eine Ausbildung als Arztsekretärin absolviert, was eine sofortige
Rückkehr ins Berufsleben erlauben würde, unter der Voraussetzung, dass eine solche Tätigkeit angepasst ausgestaltet wäre. Nach einer adäquaten und opti
malen Behandlung sei eine Rückkehr
in eine normale Aktivität und eine ange
passte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar
(Urk. 8/58 S. 4)
.
Nach der Rehabili
ta
tion sei der Beschwerdeführerin für die ersten Wochen nach der Wiederauf
na
hme einer Arbeit ein Case-Manager zur Seite zu stellen. Mit einer Wiederaufnahme der Arbeit sei etwa Anfang des Jahres 2015 zu rechnen (Urk. 8/58 S. 5). Eine
Reevaluation
sei im Juni 2015 vorzunehmen,
wobei die Entwicklung eventuell gemeinsam mit einem Psychiater zu beurteilen sei (Urk. 8/58 S. 6).
3.3
Im Bericht des
C._
vom 25. September 2014
(Urk. 8/67)
über die Konsultation
vom 9. September 2014 wurde festgehalten, die radiologische Untersuchung habe
gezeigt, dass sich die Implantate noch immer an der richtigen Stelle befänden und keine Anzeichen für eine Lockerung oder eine Komplikation bestünden. Es sei aber auch zutage getreten, dass auf dem Niveau des Wirbels L1 noch keine vollständige Verwachsung stattgefunden habe, weshalb in drei Monaten eine neue radiologische Untersuchung notwendig sei. Die Beschwerdeführerin klage ausserdem über Schmerzen im linken Knie seit dem Unfall.
3.4
3.4
.1
Im Bericht der
E._
vom 17. Dezember 2014
(Urk. 8/88)
wurden als Grund für den Aufenthalt
dorsolumbale
chronische Schmerzen genannt, welche mit Phy
sio
therapie und funktioneller Therapie behandelt worden seien. Lumbalgien seien bereits vorbestehend gewesen.
Die Beschwerdeführerin habe vor drei bis vier Jahren bereits an starken Rückenschmerzen gelitten, als sie im Lager
tätig gewesen sei und die Ware
, welche mit dem
Lastwagen geliefert worden sei
, habe entladen müssen. Es habe eine Arbeitsunfähigkeit von
ein
bis
zwei
Wochen bestanden und sie habe einen Hochstuhl beantragt, um diesen bei der Kasse benutzen zu können. Die Benutzung des Hochstuhls sei aber nicht regelmässig möglich gewesen.
Ein bis zwei
Monate vor dem Unfall vom 2. März 2014 sei es zu einem Sturz in
Ouchy
gekommen, welcher Rückenschmerzen verursacht und zu einer Arbeitsunfähigkeit von 15 Tagen geführt habe
(Urk. 8/88 S. 1-2)
.
Sodann wurde ausgeführt, es hätten sich bildgebend postoperativ regelrechte Befunde gezeigt (Urk. 8/88 S. 3). Der Verlauf während der
Hospitalisation
sei subjektiv und objektiv erfreulich gewesen. Es habe eine bessere
dorsolumbale
Beweglichkeit erzielt werden können. Die Bewegungen und das Gehen seien
sicherer geworden bei
weniger Besorgnis
von Seiten der Beschwerdeführerin
. Die Schmerzen seien unverändert, aber erträglich mit
der Schmerzmedi
kation. Der behandelnde Arzt des
C._
habe während des Aufen
thalts der Beschwer
de
-
führerin in der
E._
die lumbalen CT-Bilder angeschaut und darüber infor
miert, dass es keinen Grund gebe, das Heben von Lasten und die Mobilisation im täglichen Rahmen zu limitieren. Er sehe die Beschwerdeführerin in acht Wochen wieder. Die Beschwerdeführerin werde sodann di
e Rehabilitation in
I._
fortsetzen und den hausinternen Psychologen einmal pro Monat sehen, um die Expositionstherapie weiterzuführen (Bewegungsangst). Eine ambulante multidi
sziplinäre
Reevaluation
werde in der
E._
am 12. Februar 2015 statt
finden. Die Gesundheitssituation sei aktuell aus medizinischer Sicht und
betref
fend die
funktionellen Anpassung
en
noch nicht stabilisiert.
Eine medizinische Stabilisation sei aber in etwa neun Monaten zu erwarten beziehungsweise 18 Monate nach dem Unfall. Die Prognose für eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei günstig (Urk. 8/88 S. 4 f.).
Was das linke Knie betreffe, sei
bildgebend
keine traumatische Läsion oder ein schwerer degenerativer Zustand dargestellt worden. Es liege eine Verkalkung des äusseren Meniskus vor
(Urk. 8/88 S. 4)
.
3.4
.2
Im Bericht der
E._
vom 9. Dezember 2014 (Urk. 8/88 S. 9-11) über das psy
chiatrische Konsilium vom 31. Dezember 2014 wurde
die Diagnose einer Anpas
sungsstörung mit einer gemischten Reaktion, ängstlich und depressiv (ICD-10: F43.22)
gestellt. Die Beschwerdeführerin habe von der psychotherapeutischen Therapie während ihres Klinikaufenthaltes profitiert. Zu Beginn der Therapie hätten die Gespräche die familiären Sorgen der Beschwerdeführerin betroffen.
Man habe Wege gesucht, wie sich die Beschwerdeführerin schützen könne, unter
anderem mittels der Technik der Selbstaffirmation. Im Verlauf der Therapie sei man das Thema der Bewegungsangst vertiefter angegangen. Die Beschwerde
führerin erlange das Vertrauen in ihren Rücken dank der Physiotherapie und der Rückversicherungen der
Ärzte zurück, aber sie sei
dennoch darauf bedacht, gewisse Dinge zu vermeiden
(zum Beispiel Orte, an denen das Risiko bestehe, irgendwo anzustossen) oder
zu forcieren
(Spaziergang im Wald, Treppenlaufen et
cetera
). Am Schluss des Aufenthalts habe
sich
die Beschwerdeführerin
dahin
gehend
geäusser
t, sich psychisch besser zu fühlen und
mehr Vertrauen ge
wonnen zu haben. Die psychische Problematik sei ohne direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
3
.5
Im Bericht des
C._
vom 8. Januar 2015 hielt der behandelnde Arzt fest, es habe sich in der Bildgebung eine Längendifferenz der Beine gezeigt mit einer kleinen Skoliose im Bereich der Verbindung zwischen Brust- und Lenden
wirbel
säule, unterhalb des Materials. Er schlage deshalb eine kleine Schuheinlage rechts vor, um die Höhendifferenz im Becken zu kompensieren und die Skoliose auszugleichen und
um
möglicherweise die Schmerzen im Lendenbereich zu re
duzieren (Urk. 8/96).
3.
6
3.6.1
Im Bericht der
E._
vom 24. Februar 2015
(Urk. 8/105.1)
über die gleichentags durchgeführte Konsultation wurde festgehalten, ein Jahr nach dem Unfall und der Operation bestünden noch immer Schmerzen und Bewegungsein
schrän
kungen, welche im Zusammenhang mit dem Unfall stünden. Die bisherige Tätig
keit sei der Beschwerdeführerin ni
cht mehr zumutbar. Der Gesund
heits
zustand habe sich, was das Zumutbarkeitsprofil anbel
ange, medizinisch stabili
siert.
Durch Behandlungen sei noch eine Verbesserung der Lebensqualität zu erwarten, insbesondere eine Reduktion der Schmerzen und eine Verbesserung der Beweglichkeit des Rückens. Dies würde die Geschicklichkeit
bei der Verrichtung der
alltäglichen Aktivitäten
stark verbessern
,
woraus sich die Indi
kation für das Wiedererlangen der Beweglichkeit in den nächsten sechs Mona
ten ergäbe (Urk. 8/100.1).
Eine Eingliederung wäre im Rahmen von vier Stun
den pro Tag während vier Tagen pro Woche möglich.
3.6.2
Im Bericht
der
E._
vom 14. April 2015 über die gleichentags durchgeführte Untersuchung wurde im Wesentlichen festgehalten, es liege ein exzellenter All
gemeinzustand vor, das Sitzen während der gesamten Untersuchung werde, so
weit sichtbar, toleriert. Ein Hinken sei nicht erkennbar. Die Beschwerde
füh
rerin nehme nun an einem optimalen Programm zur Rehabilitation in
Evian
teil. Sie fühle sich besser und bemerke einen langsamen Fortschritt bei der Verrich
tung der alltäglichen Aktivitäten
. Die Rückenschmerzen würden aber persis
tie
ren und mit unterschiedlicher Intensität bis ins linke Gesäss und in den linken
Ober
schenkel ausstrahlen. Manchmal träten Schmerzen unterhalb der Knie
sch
ei
be rechts auf. Der behandelnde Arzt gelangte zum Schluss,
seine
Fest
stel
lungen im Ber
icht vom 24. Februar 2015 hätten nach wie vor Gültigkeit
(Urk. 8/106).
3.6.3
Im Bericht
der
E._
vom 16. Juni 2015
über die gleichentags erfolgte Unter
suchung
(Urk. 8/118) bestätigte der behandelnde Arzt, dass der Befund nichts
Neues zeige, dass die Beschwerdeführerin von kleinen Fortschritten berichte.
Über
die psychosomatische Konsultation vom 16. Juni 2015 (Bericht vom 23. Juni 2015
[Urk. 8/122]) wurde
sodann
berichtet, dass die Beschwerdeführerin noch immer sehr vorsichtig sei in ihren Bewegungen, da sie Angst habe vor Schmer
zen oder
davor,
sich irgendwo zu stossen. Sie habe die antidepressive Behand
lung schrittweise beenden können und man trete nun
in eine Phase der Konso
lidierung
ein, in welcher die Behandlung
ausgeweitet w
erde
.
3.6.4
Im Bericht der
E._
vom 5. Oktober 2015 (Urk. 8/140) hielt der behandelnde Arzt fest, der medizinische Endzustand sei aus seiner Sicht erreicht. Es sei eine Untersuchung durch einen unabhängigen Experten vorzunehmen. In einer opti
mal angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin darauf angewiesen, einige
zusätzliche Pausen einlegen zu können, um lockernde Übungen für die lumbale Muskulatur zu absolvieren. Gemäss der Beschwerdeführerin akzentuiere sic
h die Lumbalgie, wenn sie ihr aktuelles Übungsprogramm nicht verfolge (vgl. auch Urk. 8/140.1).
3.7
3.7
.1
Dr
.
D._
hielt in seinem Gutachten
vom 21. Januar 2016
(Urk. 8/174)
über die Untersuchung vom 18. Januar 2016
fest, trotz
Waddelzeichen
habe sich der klinische Befund des Rückens und der Lendenwirbelsäule deutlich verbessert im Vergleich zur Untersuchung Ende 2014 (Urk. 8/174 S. 4).
Seit dem Aufenthalt in der
E._
Ende 2014 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sowohl physisch als auch psychisch in einer erfreulichen Weise verbessert. Auch die klinische Untersuchung habe einen deutlichen Fortschritt gezeigt, sodass aktuell nur noch von einem
chronischen
lumbovertebr
alen
S
yndrom
(ICD-10:
M54.5/6)
ohne neurologisches Defizit ausgegangen werden könne, welches nicht
mehr in Zusammenhang mit dem Unfall gebracht werden könne. Bald zwei Jahre nach dem Unfall spiele der Vorzustand eine dominierende Rolle; die Be
schwerdeführerin habe bereits vor dem Unfall an mehreren lumbalen Schmerz
episoden gelitten. In Anbetracht der somatischen Entwicklung des Gesundheits
zustands und dem Verschwinden der Beschwerden bei der Anpassung im
Verlauf des vergangenen Jahres könne davon ausgegangen werden, dass der End
zustand (
status
quo ante) per 31. Dezember 2015 erreicht worden sei, also spä
tes
tens 22 Monate nach dem Unfall. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sei aus medizinisch-theoretischer Sicht davon auszugehen, dass eine angepasste Tätig
keit zu 100 % zumutbar sei, beispielsweise als
Arzts
ekretärin, worin die Be
schwer
deführerin ausgebildet sei. Unzumutbar seien das Heben, Tagen und Arbei
ten in einer starren Haltung während einer längeren Zeit und das Arbeiten in einer exponierten Position (auf einer Leiter usw.). Die
Integritätseinbusse betrage
25 % (Urk. 8/174 S. 5-7)
.
3.7
.2
Im ergänzenden Bericht vom 16. Februar 2016 hielt Dr.
D._
fest (Urk. 8/176), der
status
quo ante sei per 31. Dezember 2015 erreicht. Die lumbalen Schmer
zen seien dann nicht mehr in Zusammenhang mit dem Unfallereignis zu brin
gen, derartige Beschwerden hätten bereits vor dem Unfall bestanden.
Diese un
fallfremden Beschwerden ausgeklammert, sei der Beschwerdeführerin nach dem 31. Dezember 2015 wieder eine Tätigkeit als Verkäuferin oder eine andere Tätigkeit zumutbar. Aufgrund des unfallfremden lumbalen Schmerzsyndroms sei die Tätigkeit als Verkäuferin aber nicht mehr zumutbar. Aufgrund des Arzt
berichts von Dr.
F._
(
E._
) vom 24. Februar 2015 sei bereits zu diesem Zeit
punkt von einem stabilisierten medizinischen Zustand auszugehen. Medizi
nisch-theoretisch sei die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit also bereits ab Frühling 2015 vollumfänglich zumutbar gewesen. Unter Berücksichtigung des unfallfremden lumbalen Schmerzsyndroms sei eine rückenadaptierte Tät
ig
keit vollumfänglich zumutbar.
3.8
3.8.1
Im Bericht der
E._
vom 27. April 2016 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (Urk. 8/196 Anhang
= Urk. 3/21
) wurde zum Teil auf die bisherigen Berichte verwiesen. Sodann wurde ausgeführt, vor dem Unfall hätten
keine Bewegungseinschränkungen bestanden, die Beschwerdeführerin sei, sofern
diese Angaben zuträfen, sportlich aktiv gewesen, habe insbesondere Fitness und Gymnastik betrieben sowie getanzt. Am 23. September 2015 habe sich die Lumbalgie noch zum überwiegenden Teil durch den Unfall und dessen Folgen erklären lassen. Dagegen sei die funktionelle Einschränkung, oder mit anderen Worten die präsentierte funktionelle Einschränkung, zu einem minderen Teil
auch
durch eine
Kinesiophobie
erklärbar gewesen.
Die bereits vorbestehende
Diskopathie
L4-L5 habe keine Rolle bei der Symptomatik und deren Persistenz gespielt. Die
Diskopathie
sei sehr diskret gewesen, und es habe keine Anzeichen dafür gegeben, dass sie der Ursprung für die Schmerzen sei. Ausserdem handle es sich bei der
Kinesiophobie
nicht um eine psychiatrische Erkrankung.
3.8.2
Im Bericht vom 31. Mai 2016
(Urk. 8/199)
bestätigte der
behandelnde Psycho
the
rapeut der
E._
, dass im Juni 2015 ein bedeutender Fortschritt habe fest
gestellt werden können in Bezug auf die
Kinesiophobie
. Am 29. September 2015 sei die Beschwerdeführerin zum letzten Mal in der Kontrolle gewesen. Das Ziel sei gewesen, sich darüber zu versichern,
dass der erreichte Zustand in Bezug auf
den Gemütszustand und die Bewegungsangst
erhalten geblieben sei. Dies sei der Fall gewesen, weshalb man in Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin entschieden habe, die Psychotherapie zu beenden.
3.9
Im
RAD-
Bericht
vom 14. Juni 2016
führte
Dr.
H._
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auf (Urk. 3/22/2 S. 8):
-
Chronisches
dorsolumbales
Sch
m
erzsyndrom, ohne Ausfaller
schei
n
ungen, im Kontext eines Status nach
Spondylodese
TH11-L2
-
Diskopathie
TH10-TH11
-
l
umbale
Rückenb
eschwerden degenerativer Natur
-
Persistenz eines
Wirbelsäulensyndroms (ICD-10: M54.9)
Als Begleitdiagnose führte Dr.
H._
eine Läsion des Labrum
s
(
Hüfte links
) auf (Urk. 3/22/2 S. 8).
Dr.
H._
nannte die folgenden Einschränkungen
(Urk. 3/22/2 S. 10) betref
fend die Lendenwirbelsäule
:
u
nzumutbar seien wiederholte Bewegungen mit B
eugung, Drehung und Dehnung,
das längere Ve
rharren in vorgeneigter Hal
tung, das
Gehen ohne Pause
nach einem Kilometer, das wiederholte Hin
auf
steigen auf eine Leiter beziehungsweise Hinabsteigen von einer Leiter, kein wiederholtes
Tragen
von Lasten über 5
kg
(sehr leichte Lasten),
das Verharren in einer s
itzenden Position von mehr als 3
0 Minuten
, das
längere Verha
rren in der aufrechten Position von mehr als 15 Minuten. Betreffend die linke Hüfte seien die folgenden Tätigkeiten unzumutbar: eine kniende Arbeit, das Hinaufsteigen auf eine Leiter beziehungsweise Hinabsteigen von einer Leiter, das Gehen ohne Pause nach einem Kilometer. Die bisherige Tätigkeit als Verkäuferin sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar, da sie für die Lendenwirbelsäule zu
belastend sei.
In Übereinstimmung mit Dr.
F._
und Dr.
D._
werde das Fort
bestehen eines
lumbovertebralen
Syndroms festgestellt, welches heute aufgrund der Spontanbewegungen und der detaillierten Untersuchung der Lendenwirbel
-
säule als mässig qualifiziert werde. Die Hüftproblematik werde als zweitranging eingestuft. Eine angepasste Tätigkeit sei
täglich à 2 Mal 3 Stunden mit einer Beeinträch
tigung von 20 %, somit also
zu 60 %
,
zumutbar; bei dieser Einschät
zung würden das moderate Lendenwirbelsyndrom und die degenerativ beding
ten Beschwerden (sichtbar im MRI-Bild vom April 2016) berücksichtigt. Mit der Beurteilung von Dr.
D._
, wonach eine Tätigkeit seit Frühling 2015 zumutbar sei, sei einig zu gehen.
Als präzises Datum werde der 14. April 2015
,
das Datum der Konsultation durch Dr.
F._
, festgehalten
.
3.10
3.10.1
Im Bericht des
C._
vom 11. Mai 2016, welchen die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren einreichte (Urk. 3/35), wurde betreffend die gleichentags stattgehabte Konsultation festgehalten, das erste Problem betreffe dorsale Schmerzen
, welche im Zusammenhang
mit dem
Material
stehen könnten
.
Bild
gebend bestehe eine gute Konsolidation der Frakturen bei Absenz eines Hyper
signals. Zu diskutieren sei eine
Ablation des Materials. Der Beschwerdeführerin sei erklärt worden, dass von einem derartigen chirurgischen Eingriff nur mit Vorbehalt ein Nutzen erwartet werden könne, dass bei gewissen Patienten im Zusammenhang mit dieser Art von Muskelschmerzen aber dennoch ein Nutzen habe festgestellt werden können. Die zweite Problematik betreffe die tief-lum
balen Schmerzen, welche im Zusammenhang mit der
Spondylarthrose
im tiefe
ren lumbalen Segment stehen könnten.
Es werde eine Behandlung mit TENS (
transkutane ele
ktrische Nervenstimulation) vorgeschlagen; und es sei die Mög
lichkeit einer Facettengelenksinfiltration zu diskutieren. Die dritte Proble
matik betreffe Schmerzen der linken Hüfte bei Drehbewegungen.
Bildgebend sei eine
Läsion des Labrums mit
chondrolabralem
anterosuperiorem
Riss links nachge
wiesen worden. Dies könne einen Teil der Symptome erklären, vor allem
die
rissbedingte
Tendinopathie
der kleinen und mittleren
Gesässmuskeln mit einer infektiösen Komponente. Diesbezüglich seien die Hüftspezialisten zu kon
sultieren. Die letzte Problematik betreffe eine leichte Hypersensibilität
an
der linken Hüfte. In diesem Zusammenhang sei man überein
gekommen, vorläufig nichts zu unter
nehmen.
3.10.2
Im Bericht des
C._
vom 14. Juni 2016 (Urk. 3/26), welchen die Beschwerde
füh
rerin im Beschwerdeverfahren einreichte, wurde ausgeführt, die Beschwerde
füh
rerin habe
vor dem Unfall
kein
e
echten lumbalen Beschwerden oder Beschwerden
an der unteren linken Gliedmasse gehabt. Die beschriebenen Schmer
zen seien erst nach dem Unfall auf
getreten, weshalb sich
ein Zusam
menhang mit dem Un
fall sowohl aus zeitlicher
als auch aus Sicht der
aufge
tretenen Symptomatik erhärten lasse. Gemäss den zur Verfügung stehenden Dokumenten habe die Beschwerdeführerin vor dem Unfall keine lumbale Patho
logie
präsentiert. Sie habe von einem chirurgischen Eingriff profitiert, welcher eine Stabilisation der Fraktur erlaubt habe. Die Entwicklung sei ungünstig gewesen mit mehr oder weniger normalen posttraumatischen und postope
rativen lumbalen Schmerzen. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin Anfang 2016 erneut Schmerzen gehabt.
Man habe ihr vorgeschlagen, ein MRI anzu
fertigen, um nach anderen Ursachen, des Typs Diskushernie L4-L5, zu suchen. Gleichzeitig sei eine Schuheinlage empfohlen worden von circa 1.5 cm im rech
ten Schuh. Sie sei mit entzündungshemmenden und muskelentspannenden Medikamenten versorgt worden. Sie sei noch immer in Behandlung und es wer
de erneut diskutiert, ob das Material gelöst werde, um die
thoracolumbale
Mus
kulatur zu entlasten. Die Hüftproblematik stehe möglicherweise in direktem Zusammenhang mit dem Unfall. Diese Pathologie werde aber noch immer von den Hüftspezialisten abgeklärt.
4.
4.1
Mit Verfügung vom 29. Februar 2016 stellte d
ie Beschwerdegegnerin die Tag
geldleistungen
per sofort ein und
die Leistungen für Heilbehandlungskosten
per 1. Februar 2016, wobei sie feststellte, die Taggeldleistungen seien eigentlich be
reits ab dem Frühling 2015 nicht mehr geschuldet gewesen; sie verzichte aber auf eine Rückforderung (Urk. 8/182). Der faktische Fallabschluss per Februar 2016 ist aus den folgenden Gründen nicht zu beanstanden:
Die Beurteilung des RAD
-Arztes
Dr
.
H._
(E. 3.9)
erscheint
einleuc
htend und nachvollziehbar,
s
eine Einschätzung basiert auf sorgfältigen und umfassenden
Untersuchungen. Damit ist seinem Bericht vom 14. Juni 2016
umfassende
Be
weis
kraft zuzumessen.
Dr.
H._
ging mit Dr.
D._
– gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte –
darin einig, dass der Beschwerdeführerin ab Fr
ühling 2015, konkret ab dem 14.
April 2015, wieder
eine Tätigkeit
in
seither gleich
bleibendem
Umfang
zumutbar sei (E. 3.9
). Implizit ging er damit per
diesem Zeitpunkt
von einem stabilisierten Gesundhe
itszustand aus.
Von einem stabili
sierten Gesundheitszustand kann
darüber hinaus
allerspätestens im Oktober 2015 ausgegangen werden, da dies d
er behandelnde Arzt
der
E._
im Bericht vom 5. Oktober 2015
explizit so festhielt
(E. 3.6.4
beziehungsweise Urk. 8/140 S. 2 [„La
situation
est
à
mon
avis
médicalement
stabilisée
“]
). D
amit erweist sich der
Fallabschluss per Februar 2016 jedenfalls als rechtens, liegen doch keine ärztlichen
Berichte
vor
, aus denen zu schliessen wäre, der Gesund
heitszustand liesse sich durch
eine
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
noch namhaft
ver
bessern
.
Die
danach noch
durchgeführte Physiotherapie
(Urk. 8/174 S. 3
und Urk. 3/20 S. 3
)
dient
e
in erster Linie der Stabilisierung des erreichten Zustandes sowie der Linderung der Beschwerden, was nicht mit einer zu erwar
tenden namhaften Besserung des Gesundheitszustandes gleichzusetzen ist (Urtei
l des Bundesgeric
hts 8C_402/2007 vom 23.
April 2008
E. 5.1.2.2
).
4.2
4.2.1
Beim Fallabschluss ist zu prüfen, ob ein Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung besteht. Die Beschwerdegegnerin
sprach der Beschwer
deführerin eine Integritätsentschädigung von Fr. 31‘500.
-- zu und verneinte
implizit
einen
Anspruch auf eine Invalidenrente.
Dabei stützte sie sich vollumfänglich auf das Gutachten von Dr.
D._
. Dessen Beurteilung verma
g indessen nicht
vollständig
zu überzeugen, da er seine Schlussfolgerung prak
tisch nicht begründete. Er führte etwas lapidar aus, die klinische Untersuchung habe einen deutlichen Fortschritt gezeigt, sodass aktuell nur noch von einem chronischen
lumbovertebralen
Syndrom (ICD-10: M54.5/6) ohne neurologisches Defizit ausgegangen werden könne, welches nicht mehr in Zusammenhang mit dem Unfall gebracht werden könne. Bald zwei Jahre nach dem Unfall spiele der Vorzustand eine dominierende Rolle; die Beschwerdeführerin habe bereits vor dem Unfall an mehreren lumbalen Schmerzepisoden gelitten
(E. 3.7)
.
4.2.2
Dass
die Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall an mehreren lumbalen Schmerzepisoden gelitten hatte und dass das aktuelle
Beschwerdebild von einem degenerativen Zustand (mit)beeinflusst wird,
ist
trotz der vorstehenden Kritikpunkte am Gutachten von Dr.
D._
ausgewiesen. Dr.
H._
nannte als Grund für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit das Lendenwirbelsyndrom und die degenerativ bedingten Beschwerden (E. 3.9). Ein vorbestehender dege
ne
rativer Zustand im Bereich der Lendenwirbelsäule wurde sodann in früheren Berichten erwähnt:
Im Bericht
des
C._
vom 2.
März 2014 über die gleichen
tags erfolgte Erstbehandlung wurde
n
unter dem Titel „
Comorbidités
“ (Komorbi
di
tä
ten) – unter anderem – c
hronische Br
achialgien erwähnt (Urk.
8/2.1). Im Aus
tritts
bericht des
C._
vom 21. März 2014 wurde als Vorzustand eine Verkür
zung des rechten unteren Gliedmasses
mit Schmerzen und chronischen Br
achialgien aufgeführt (Urk. 8/29.5). Auch im Bericht der
E._
vom 17. Dezember 2014 wurde festgehalten, Lumbalgien seien bereits vorbestehend gewesen, was schon vor dem Unfall zu Arbeitsunfähigkeiten geführt habe (E. 3.4.1). Ange
sichts
dessen ist nicht nachvollziehbar, weshalb
der behandelnde Arzt des
C._
in seinem neusten Bericht vorbestehende Lumbalgien bestritt („
Selon
les
documents
qui
sont
à
disposition
, la
patiente
ne
présentait
à priori
pas
de
pathologie
lombaire
avant la
fracture
“ [Urk. 3/256 beziehungsweise E. 3.10.2]).
4.2.3
Wie gesagt, nannte Dr.
H._
in seinem ausführlichen Bericht vom 14. Juni 2016 (E. 3.9) als Grund für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit das Lenden
wirbelsyndrom und die degenerativ bedingten Beschwerden.
Da im Unfallver
sicherungsrecht für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unfallfremde bezieh
ungsweise rein degenerativ bedingte Beschwerden auszuklammern sind, kommt man nicht umhin, die unfallkausalen von den unfallfremden Faktoren abzu
grenzen. Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 30. Janu
a
r 2017 (Urk. 7)
aber
zu Recht anmerkte,
war dies nicht Aufgabe des RAD-Arztes
Dr.
H._
. Dementsprechend schlüsselte er nicht auf, welcher Teil der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit von 40 % einer degenerativ bedingten Ursache und welcher Teil einer unfallkausalen Ursache zuzuordnen wäre. Insofern bietet sein Bericht
keinen
Aufschluss über die Unfallkausalität der Beschwerden.
Zu prüfen bleibt deshalb insbesondere, ob es bezüglich des Vor
-
zu
standes (Lumbalgien) zu einer richtunggebenden Verschlimmerung gekomme
n ist.
4.2.4
Eine richtunggebende Verschlimmerung ist
angesichts der erheblichen Verlet
zung (Bruch
zweier Wirbel
)
durchaus denkbar.
Dies könnte sodann auch aus den
Angaben der Beschwerdeführerin
–
welche für sich alleine betrachtet zwar nicht massgebend sein können, im vorliegenden Kontext aber durchaus erwäh
nenswert sind – geschlossen werden. Die vorbestehenden Lumbalgien führten jeweils bloss zu vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten und
hinderte
n
die Be
schwerdeführerin
beispielsweise nicht daran, Ski zu fahre
n
.
Heute fährt die Beschwerdeführerin nicht mehr Ski. Sie soll gemäss eigenen
Angaben vor dem Unfall
auch sonst
sportlich
sehr
aktiv gewesen
sein
;
so habe sie
insbesondere Fitness und Gymnastik betrieben sowie
getanzt (E. 3.8.1)
. Seit dem Unfall ist sie zwar noch immer aktiv (sie geht spazieren, betreibt Aquafitness und Pilates und
macht Dehnungsübungen [Urk. 3/22/2 S. 5
]
)
,
dies aber
eher zum Zwecke der
Schmerzbekämpfung und zur Lockerung der Muskulatur. Es erscheint daher nicht
ohne Weiteres nachvollziehbar, dass sich der
Gesundheitszustand
beim Fallab
schluss genauso präsentierte wie
unmittelbar vor dem Unfall
(
status
quo ante).
4.2.5
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
sich
a
ngesichts der doch erheblichen Ver
letzungen (Bruch zweier Wirbel
), des erfolgten Eingriffs (Osteosynthese meh
rerer Wirbel
)
und der seither geklagten Beschwerden
das
G
utachten von Dr.
D._
zur
Frage der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
als nicht hin
reichend nachvollziehbar begründet erweist. De
r Sachverhalt
ist
somit hinsicht
lich der Frage des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Inte
gri
tät
s
entschädigung illiquid.
Es sind deshalb
weitere medi
zinische Abklärungen vorzunehmen
, wobei zu prü
fen
ist,
ob und in welchem Umfang die von der Beschwerdeführerin ge
klagten Beschwerden unfallkausal sind. Dabei
hat sich die
zu beauftragende
medizinische Fachperson auch darüber zu äussern,
ob
die dorsalen Schmerzen mit dem verschraubten Material in Verbindung zu bringen sind und ob die
Knie- und Hüftproblematik
in Zusammenhang mit dem Unfall oder der Osteo
synthese
stehen
(vgl. E. 3.10).
4.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese
nach der Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen
im Sinne der Erwägungen
(E. 4.2.3 und E. 4.2.5)
über den Anspruch auf Dauerleistungen (Invalidenrente und Integri
täts
entschädigung) neu verfügt. Im Übrigen
ist
die Beschwerde ab
zuweisen
.
5.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
führerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in An
wendung von Art. 61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
,
auf Fr. 2'0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.