Decision ID: 4b95b1c6-1203-5b2b-9535-25c3876e4919
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 8. April 1993 haben das Bau- und das Finanzdepartement der Politischen
Gemeinde X. und der einfachen Gesellschaft P. das bis 31. Dezember 2027 befristete
Recht eingeräumt, den der Parzelle Nr. 751 in R., Politische Gemeinde X.,
vorgelagerten Teil des Walensees als Bootshafen zu nutzen. Die jährliche
Nutzungsentschädigung wurde auf Fr. 8'000.-- festgesetzt. Sodann wurde
festgehalten, die Nutzungsentschädigung stehe unter dem Vorbehalt neuer
Rechtsvorschriften und geänderter Geldwertverhältnisse.
Die B. AG betreibt den Bootshafen mit 117 Liegeplätzen.
B./ Mit Verfügung vom 11. September 2003 setzte das Tiefbauamt die jährliche
Nutzungsentschädigung gestützt auf Art. 5 der Verordnung über
Nutzungsentschädigungen und Gebühren für Bewilligungen nach dem Gesetz über die
Gewässernutzung (sGS 751.12, abgekürzt VNEGNG) auf Fr. 88'984.-- fest. Vorbehalten
wurde wiederum die Anpassung der Nutzungsentschädigung aufgrund neuer
Rechtsvorschriften und geänderter Geldwertverhältnisse.
Gegen diese Verfügung erhoben die Politische Gemeinde X., die einfache Gesellschaft
P. und die B. AG am 26. September 2003 Rekurs bei der Regierung. Sie stellten die
Rechtsbegehren, die Verfügung vom 11. September 2003 sei aufzuheben und auf die
Erhöhung der Nutzungsentschädigung sei zu verzichten (Ziff. 1), eventuell sei die
ursprüngliche Nutzungsentschädigung von Fr. 8'000.-- um höchstens 50 Prozent (plus
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Geldentwertung seit 1993), d.h. auf maximal Fr. 12'000.-- (plus Geldentwertung seit
1993) zu erhöhen.
Die Regierung wies den Rekurs am 11. Mai 2004 ab (RB 2004/268).
C./ Am 2. Juni 2004 erhoben die Politische Gemeinde X., die einfache Gesellschaft P.
und die B. AG gegen den Entscheid der Regierung vom 11. Mai 2004 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht. Sie stellten folgende Rechtsbegehren: Der Entscheid der
Regierung vom 11. Mai 2004 und die Verfügung des Tiefbauamtes vom 11. September
2003 seien aufzuheben (Ziff. 1); auf die Erhöhung der Nutzungsentschädigung sei zu
verzichten (Ziff. 2a), eventuell sei die ursprüngliche Nutzungsentschädigung von Fr.
8'000.-- um höchstens 50 Prozent (plus Geldentwertung seit 1993), d.h. auf maximal
Fr. 12'000.-- (plus Geldentwertung seit 1993) zu erhöhen (Ziff. 2b); subeventuell sei die
Angelegenheit zur Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 2c); unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten
des Kantons St. Gallen (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerinnen rügen eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs und machen geltend, die Regierung habe bezüglich des Ausmasses
der Erhöhung der Nutzungsentschädigung bundesrechtliche Schranken missachtet.
Sodann habe diese gegen den Vertrauensgrundsatz sowie gegen die Gebote der
rechtsgleichen Behandlung und der Gleichbehandlung direkter Konkurrenten
verstossen.
Mit ihrer Stellungnahme vom 2. Juli 2004 beantragte die Regierung, die Beschwerde
sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid sachlich zuständig (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die B. AG,
welche den Bootshafen betreibt, ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Sodann sind die Politische Gemeinde X.
und die Mitglieder der einfachen Gesellschaft P., denen die Konzession am 8. Mai 1993
erteilt worden ist, zur Beschwerde befugt (zur Rechtsmittelbefugnis des Gemeinwesens
vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
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Rz. 443 mit Hinweisen). Die Beschwerdeschrift vom 2. Juni 2004 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Die Beschwerdeführerinnen machen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend. Sie begründen dies damit, die Vorinstanz habe ihrem Antrag, es sei eine
Expertise bezüglich der wirtschaftlichen Tragbarkeit der neu verfügten
Nutzungsentschädigung zu erstellen, nicht stattgegeben. Sodann beantragen sie auch
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens, es sei diesbezüglich eine Expertise
anzuordnen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Wie noch zu zeigen sein wird, ist die Vorinstanz zwar zu Unrecht davon ausgegangen,
es sei rechtlich unerheblich, ob die Erhöhung der Nutzungsentschädigung die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betreiberin des Bootshafens übersteige. Die
Frage, ob dies zutrifft, lässt sich indessen anhand der Akten beurteilen. Der Vorwurf,
die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerinnen verletzt, erweist
sich deshalb als unbegründet, und es erübrigt sich, diesbezüglich im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens eine Expertise zu erstellen.
3./ Unbestritten ist, dass Bau und Betrieb einer Hafenanlage die typischen
Voraussetzungen einer Sondernutzungskonzession erfüllen, weil die Stationierung von
Booten eine Umgestaltung der öffentlichen Sache erfordert (vgl. VerwGE vom 14.
Dezember 1999 i.S. Ortsgemeinde A. mit Hinweis auf ABl 1995, S. 347 mit Hinweis auf
BGE 95 I 243, 249).
a) Die Rechtsnatur der Konzessionserteilung ist umstritten. Das Bundesgericht
unterscheidet zwischen einem verfügungsmässig und einem vertraglich begründeten
Teil der Konzession (Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/
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Basel/Genf 2002, Rz. 2593 mit Hinweis auf BGE 127 II 69, 76 f.; 109 II 76, 77 f;. 96 I
282, 288; vgl. auch GVP 1999 Nr. 24). Zum Verfügungsteil gehören diejenigen
Konzessionsbestimmungen, die durch das Gesetz weitgehend festgelegt sind und
Pflichten des Konzessionärs regeln, an deren Erfüllung ein wesentliches öffentliches
Interesse besteht. Vertraglich sind diejenigen Teile der Konzession, bei denen die
Bestimmtheit der gesetzlichen Grundlage gering und damit der Spielraum für die
Ausgestaltung des Konzessionsverhältnisses im einzelnen Fall gross ist. Vorausgesetzt
ist, dass diese Konzessionsteile Fragen betreffen, welche für die Ausübung der im
öffentlichen Interesse liegenden Tätigkeiten des Konzessionärs weniger wichtig sind
(Häfelin/Müller, a.a.O, Rz. 2593 mit Hinweisen).
Mit Sondernutzungskonzessionen können wohlerworbene Rechte entstehen, deren
Gehalt aus Gründen des Vertrauensschutzes unwiderruflich und gesetzesbeständig ist
und unter dem Schutz der Eigentumsgarantie steht, sofern davon Gebrauch gemacht
worden ist (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 2594 mit Hinweis auf BGE 123 III 454, 459 f.;
Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,
Basel 1990, Nr. 119 B.IV.; ZBl 86/1985, S. 499; ABl 1995, S. 347 mit Hinweis; vgl. auch
GVP 2000 Nr. 21). Wohlerworbene Rechte machen indessen nur einen Teil des
verliehenen Nutzungsrechts aus (GVP 2000 Nr. 21 mit Hinweis auf V. Augustin, Das
Ende der Wasserrechtskonzession, Diss. Freiburg 1983, S. 28). Es ist für jedes einzelne
Recht, das dem Konzessionär aufgrund der Konzession zusteht, zu prüfen, ob es als
wohlerworbenes zu gelten habe (Rhinow/Krähenmann, a.a.O., Nr. 122 B.IV. mit Hinweis
auf ZBl 86/1985, S. 499; vgl. auch GVP 2000 Nr. 21 und 1999 Nr. 24). Nach der Praxis
des Bundesgerichts sind diejenigen Rechte innerhalb einer Konzession zur
ausschliesslichen Nutzung als wohlerworben und damit als gesetzesbeständig zu
betrachten, die nicht durch einen Rechtssatz, sondern aufgrund freier Vereinbarung der
Parteien entstanden sind (vgl. BGE 127 II 77 mit Hinweis auf BGE 113 Ia 361 mit
Hinweis; vgl. auch GVP 2000 Nr. 21 mit Hinweis auf ZBl 86/1985, S. 500 und Imboden/
Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 5. Aufl., Basel 1976, Nr. 122 B.
IV.) und die zudem als wesentlicher Bestandteil der erteilten Konzession zu betrachten
sind, weil sich der Bewerber ohne sie über die Annahme der Verleihung gar nicht hätte
schlüssig werden können (vgl. GVP 2000 Nr. 21 mit Hinweis auf ZBl 86/1985, S. 500
mit Hinweisen).
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b) Die Beschwerdeführerinnen berufen sich darauf, beim hier zur Diskussion stehenden
Vorbehalt neuen Rechts hinsichtlich der Nutzungsentschädigung handle es sich um
einen gezielten Vorbehalt im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Sie halten
dafür, demzufolge sei die Tragweite des Vorbehalts nach vertragsrechtlichen
Gesichtspunkten - Willensprinzip und Vertrauensgrundsatz - zu ermitteln. Sodann sei
es nicht zulässig, die Nutzung in wirtschaftlich untragbarer Weise zu verteuern. Die
Beschwerdeführerinnen verweisen in diesem Zusammenhang auf ZBl 89/1988 273 ff.
sowie auf BGE 119 Ib 254 ff., 125 II 18 ff. und 126 II 171 ff.. Die Vorinstanz vertritt
demgegenüber den Standpunkt, der verfügten Erhöhung der Nutzungsentschädigung
um Fr. 80'462.-- (Fr. 88'984.-- abzüglich Fr. 8'522.--) liege eine Gesetzesänderung
zugrunde, welche vom in der Konzession enthaltenen und nach Treu und Glauben
auszulegenden Vorbehalt erfasst werde. Eine Verletzung des Vertrauensprinzips liege
demnach nicht vor. Sodann seien nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts
nur diejenigen Rechte innerhalb einer Konzession als wohlerworben zu betrachten, die
aufgrund freier Vereinbarung der Parteien entstanden seien. Die Höhe des Entgelts für
das Sondernutzungsrecht sei ursprünglich nach Massgabe des geltenden
Gebührenrahmens einseitig festgelegt worden, weshalb kein wohlerworbenes Recht an
der Höhe der Nutzungsentschädigung bestehe.
aa) Gegenstand eines Urteils des Bundesgerichts vom 16. September 1987, publiziert
in ZBl 89/1988 273 ff., war u.a. die Frage, inwieweit es ein Vorbehalt in einer
Wasserkraftnutzungskonzession aus dem Jahr 1958 erlaube, aufgrund neuen Rechts
die Mindestabflussmengen zu erhöhen. Das Bundesgericht führte aus, die Tragweite
des Vorbehalts sei nach dem Vertrauensprinzip zu ermitteln, d.h. so, wie sie sowohl
von der Verleihungsbehörde als auch von der Beliehenen zu verstehen gewesen sei. Es
gelangte zum Ergebnis, das Recht zur Nutzung der Wasserkraft sei der Beliehenen zu
wirtschaftlich tragbaren Bedingungen verschafft worden. Der längst rechtskräftige
Vorbehalt schliesse es zwar aus, dass sich das wohlerworbene Recht auch auf jene
Wassermenge beziehe, die der Nutzung entzogen werden müsse, um berechtigten
Anforderungen der Hygiene und des Landschaftsschutzes Rechnung zu tragen. Die
von den Beliehenen in Kauf zu nehmende Schmälerung des Rechts könne indessen
niemals so weit gehen, dass die Nutzung der Wasserkraft zu wirtschaftlich tragbaren
Bedingungen verunmöglicht werde. Es könne nicht Sinn des Vorbehalts sein, ein
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verliehenes Recht, für dessen Nutzung enorme Investitionen getätigt worden seien, mit
weitergehenden Auflagen im Ergebnis wieder zu entziehen (vgl. ZBl 89/1988, S. 277).
In BGE 119 Ib 254 ff., der den Bau des Saison-Speicherkraftwerks Curciusa-Spina
betrifft, hat das Bundesgericht bestätigt, dass im Fall eines gezielten Vorbehalts
künftigen Rechts keine Anordnungen getroffen werden dürfen, welche die Nutzung der
Wasserkraft zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen verunmöglichen. Ergänzend hat
es ausgeführt, das eidgenössische Wasserrechtsgesetz (SR 721.80, abgekürzt WRG)
sehe ausdrücklich vor, dass Wassernutzungsrechte wohlerworbene Rechte seien.
Sodann sei eine Schmälerung oder Rücknahme des Nutzungsrechts "nur aus Gründen
des öffentlichen Wohles und gegen volle Entschädigung" möglich. Aus diesem Grund
könne sich ein Vorbehalt bestehender und künftiger Gesetze nur auf Normen beziehen,
die keinen Eingriff in wohlerworbene Rechte zur Folge hätten (vgl. E. 5a). Das
verliehene Recht dürfe daher nicht ohne Entschädigung einseitig aufgehoben oder in
so weit gehendem Mass geändert werden, dass in die Substanz oder den
Wesensgehalt des Rechts eingegriffen werde (Er. 5 a).
Auch BGE 125 II 18 ff. hat Rechtsfragen im Zusammenhang mit einem Kraftwerk zum
Gegenstand. Das Bundesgericht hielt indessen fest, die zu beurteilende Situation sei
mit denjenigen, die den beiden vorstehend erwähnten Urteilen zugrunde liegen, nicht
vergleichbar. Dort sei es um Konzessionen gegangen, welche viele Jahre früher erteilt,
aber noch nicht ausgenutzt worden seien. Im vorliegenden Fall gehe es um eine
Konzession, bei welcher der Gesuchstellerin aufgrund des ersten, missglückten
Versuchs, eine neue Konzession zu erhalten, habe bewusst sein müssen, dass für die
angestrebte Gewässernutzung fischereirechtliche Auflagen zu erfüllen seien. Wenn sie
sich dennoch entschieden habe, zunächst lediglich eine Konzession anzubegehren und
das fischereirechtliche Bewilligungsverfahren auf eine spätere Phase zu verschieben,
so habe sie die damit verbundenen Nachteile in Kauf genommen. Dies bedeute, dass
sie nicht von einem wohlerworbenen Recht habe ausgehen dürfen, bis nicht auch die
rechtskräftige fischereirechtliche Bewilligung vorgelegen habe (Erw. 4 e bb).
BGE 126 II 171 ff. schliesslich befasst sich mit der Erhöhung des in der
Konzessionsurkunde festgesetzten Wasserzinses auf den bundesrechtlichen
Höchstsatz (vgl. Art. 49 Abs. 1 WRG). Zunächst wird mit diesem Urteil bestätigt, dass
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der Wasserzins nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den durch die
Konzession verschafften wohlerworbenen Rechten gehöre. Sodann nimmt das
Bundesgericht Bezug auf W. Dubach, Die wohlerworbenen Rechte im Wasserrecht,
Mitteilung Nr. 1/80 des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Bern 1979, S. 110, wonach
eine Bestimmung, dass "der Wasserzins nach Massgabe der jeweiligen Gesetzgebung"
festzusetzen sei, genüge, um zu verhindern, dass ein wohlerworbenes Recht im
Bereich des Wasserzinses entstehe (Erw. 4 c aa). Es kommt indessen zum Ergebnis,
eine allgemeingültige Betrachtungsweise sei nicht möglich. Bei der Auslegung von
Konzessionen sei entscheidend, wie ein Vorbehalt der künftigen Gesetzgebung von
den Parteien tatsächlich verstanden worden sei (wirklicher Parteiwille) oder nach dem
Vertrauensgrundsatz verstanden werden durfte und musste (Erw. 4 c bb).
Mit dieser Rechtsprechung bringt das Bundesgericht zum Ausdruck, dass bei der
Auslegung einer Konzession, wie generell bei öffentlich-rechtlichen Verträgen, neben
der gesetzlichen Regelung das Vertrauensprinzip zu beachten ist. Danach ist eine
Willensäusserung so auszulegen, wie sie unter Berücksichtigung des früheren
Verhaltens des Erklärenden und der im Zeitpunkt der Erklärung bekannten Umstände in
guten Treuen vernünftigerweise verstanden und als wirklich betrachtet werden durfte
und musste. Im Zweifelsfall ist allerdings zu vermuten, dass die Verwaltung nicht bereit
ist, etwas anzuordnen oder zu vereinbaren, was mit den von ihr zu wahrenden
öffentlichen Interessen und der einschlägigen Gesetzgebung in Widerspruch steht (vgl.
VerwGE vom 14. Dezember 1999 i.S. W.N. mit Hinweis auf BGE 121 II 85 mit
Hinweisen; Imboden/Rhinow, a.a.O., Nr. 20 B. V.; vgl. auch Häfelin/Müller, a.a.O., Rz.
1103).
bb) Am 8. April 1993 wurde der Politischen Gemeinde X. und der einfachen
Gesellschaft P. das Recht eingeräumt, den der Parzelle Nr. 751 vorgelagerten Teil des
Walensees ausschliesslich zu nutzen. Was die jährliche Nutzungsentschädigung
anbetrifft, wurde festgehalten, sie richte sich nach Art. 12 der Vollzugsverordnung zum
Gesetz über die Gewässernutzung (sGS 751.11) und betrage nach Ziff. 26.14 des
Gebührentarifs für die Staats- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5) Fr. 8'000.--.
Sodann werde die Anpassung der Nutzungsentschädigung aufgrund neuer
Rechtsvorschriften oder geänderter Geldwertverhältnisse vorbehalten.
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Die Beschwerdeführerinnen bestreiten nicht, dass die Höhe des Entgelts für das
eingeräumte Sondernutzungsrecht nicht das Ergebnis vertraglicher Verhandlungen war.
Es wurde nach Massgabe der damals geltenden rechtlichen Grundlagen vom Bau- und
vom Finanzdepartement einseitig festgelegt. Sodann wurde eine Anpassung der
Nutzungsentschädigung "aufgrund neuer Rechtsvorschriften" ausdrücklich
vorbehalten. Die Beschwerdeführerinnen durften somit nach Treu und Glauben nicht
damit rechnen, die Höhe der Nutzungsentschädigung werde im Verlauf der
Konzessionsdauer unverändert beibehalten bzw. neues Recht komme in ihrem Fall
nicht zur Anwendung. Entgegen ihrer Annahme haben sie somit keinen Anspruch auf
Beibehaltung der Nutzungsentschädigung (zuzüglich Geldentwertung), wie sie
ursprünglich verfügt worden ist.
Eine andere Frage ist, ob die Auffassung der Beschwerdeführerinnen zutrifft, nach dem
Vertrauensgrundsatz könne die Nutzungsentschädigung aufgrund neuen Rechts nicht
beliebig erhöht werden bzw. die Verteuerung der vereinbarten Nutzung müsse
wirtschaftlich tragbar sein. Durch die Konzession wird ein Rechtsverhältnis mit
gegenseitigen Rechten und Pflichten der Verleihungsbehörde und des Konzessionärs
begründet, unabhängig davon, inwiefern wohlerworbene Rechte entstehen, die den
Schutz der Eigentumsgarantie geniessen. Die konzessionierte Unternehmung investiert
aufgrund der Sondernutzungskonzession in der Regel in ein Werk. Die Rentabilität
dieser Investitionen über die ganze Konzessionsdauer lässt sich nicht kalkulieren, wenn
nicht (minimale) Sicherheit über die finanziellen Lasten aus der Konzession besteht,
was indessen, wie dargelegt, nicht bedeutet, dass sich das verleihende Gemeinwesen
nicht die Freiheit wahren kann, die Nutzungsentschädigung zu erhöhen (vgl. dazu BGE
126 II 181). Im vorliegenden Fall mussten die Beschwerdeführerinnen, wie bereits
ausgeführt, aufgrund des Vorbehalts davon ausgehen, dass neue Rechtsgrundlagen
geschaffen werden und dass sich die Nutzung im Verlauf der Konzessionsdauer
deshalb verteuert. Nach dem Vertrauensgrundsatz kann es indessen nicht Sinn des zur
Diskussion stehenden Vorbehalts sein, dass das verliehene und damit wohlerworbene
Recht durch eine Erhöhung der Nutzungsentschädigung im Ergebnis vor Ablauf der
Konzessionsdauer wieder entzogen wird. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz
dürfen die Beschwerdeführerinnen nach dem Grundsatz von Treu und Glauben somit
damit rechnen, dass ihnen das Recht, den der Parzelle Nr. 751 vorgelagerten Teil des
Walensees ausschliesslich zu nutzen, während der ganzen Konzessionsdauer zu
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wirtschaftlich tragbaren Bedingungen verschafft wird, zumal zum Zeitpunkt der
Konzessionserteilung bekannt war, dass sie den Hafen kommerziell zu betreiben
gedenken.
cc) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der zur Diskussion stehende Vorbehalt
neuer Rechtsvorschriften die Erhöhung der Nutzungsentschädigung aufgrund neuer
Rechtsgrundlagen ermöglicht. Den Beschwerdeführerinnen ist indessen beizupflichten,
dass der Vertrauensgrundsatz verletzt ist, wenn die Erhöhung ein Ausmass erreicht,
das für die Betreiberin des Hafens wirtschaftlich nicht tragbar ist.
4./ Nutzungsentschädigungen sind Abgaben, die von den Kantonen für die Benützung
öffentlicher Einrichtungen oder Sachen erhoben werden (vgl. GVP 2000 Nr. 22 mit
Hinweis auf L. Widmer, Das Legalitätsprinzip im Abgaberecht, Diss. Zürich 1988, S. 44
und K.A. Vallender, Grundzüge des Kausalabgabenrechts, Bern 1976, S. 53 f.; vgl.
auch Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 2630). Das Verwaltungsgericht hat die
Nutzungsentschädigung für Bewilligungen nach dem GNG als kostenunabhängige
Kausalabgabe qualifiziert (vgl. GVP 2000 Nr. 22 mit Hinweis auf VerwGE vom 14.
Dezember 1999 i.S. Ortsgemeinde A.; vgl. auch VerwGE vom 19. September 2000 i.S.
Genossengemeinde S.). Nach dem Aequivalenzprinzip muss die Höhe der Abgabe im
Einzelfall in einem vernünftigen Verhältnis stehen zum Wert, den die staatliche Leistung
für den Abgabepflichtigen hat. Ein gewisser Ausgleich im Hinblick auf die
wirtschaftliche Bedeutung und das Interesse der Privaten an der Leistung ist zulässig,
ebenso in beschränktem Ausmass eine Pauschalisierung aus Gründen der
Verwaltungsökonomie. Die Relation zwischen Höhe der Gebühr und Wert der Leistung
muss aber bestehen bleiben (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 2642; vgl. auch VerwGE vom
14. Dezember 1999 i.S. Ortsgemeinde A.).
a) Die Beschwerdeführerinnen stellen nicht in Frage, dass der angefochtene Entscheid
auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage beruht (vgl. dazu G. Müller, Sind
"Service public-Abgaben" im Bereich der Versorgung mit elektrischer Energie
zulässig ? in: ZBl 9/4004 S. 466 mit Hinweisen und GVP 2000 Nr. 22 mit Hinweisen)
und dass die Nutzungsentschädigung anhand der gesetzlichen Kriterien errechnet
worden ist.
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Art. 41bis des Gesetzes über die Gewässernutzung (sGS 751.1, abgekürzt GNG), in
Vollzug seit dem 1. August 1996 (nGS 31-89), legt in Abs. 1 fest, dass die Höhe der
Nutzungsentschädigung nach dem verschafften wirtschaftlichen Vorteil (lit. a), dem der
Oeffentlichkeit entstehenden Nachteil (lit. b) sowie nach Dauer und Art der Bewilligung
(lit. c) bemessen wird. Art. 41bis Abs. 2 GNG statuiert sodann den
Bemessungsgrundsatz, dass für Bewilligungen von Bauten und Anlagen auf oder über
Strand- oder Seeboden, der unter der Hoheit oder im Eigentum des Staates steht,
Nutzungsentschädigungen bis höchstens Fr. 30.-- je Quadratmeter beanspruchter
Land- oder Wasseroberfläche, wenigstens Fr. 200.-- je Nutzung, erhoben werden. Der
Gesetzgeber hat somit einen Gebührenrahmen für eine Flächeneinheit festgelegt und
es im übrigen dem Verordnungsgeber überlassen, dessen Anwendung im Einzelfall
anhand der in Art. 41bis Abs. 1 GNG verankerten Grundsätze zu konkretisieren, was
das Verwaltungsgericht als mit dem Legalitätsprinzip vereinbar bezeichnet hat (vgl.
VerwGE vom 14. Dezember 1999 i.S. Ortsgemeinde A. mit Hinweis auf Vallender,
a.a.O., S. 153).
In Anwendung von Art. 41quater GNG hat die Regierung die VNEGNG erlassen und am
1. August 1996 in Vollzug gesetzt. Art. 1 Abs. 1 VNEGNG legt fest, dass die
Nutzungsentschädigung aus einer Grundnutzungsentschädigung und einem Zuschlag
besteht. Die Grundnutzungsentschädigung richtet sich nach Art und Dauer der
Bewilligung (Art. 2 VNEGNG), während der Zuschlag nach dem verschafften
wirtschaftlichen Vorteil und dem für die Oeffentlichkeit entstehenden Nachteil
bemessen wird (Art. 3 Abs. 1 VNEGNG). Massgebend für den Zuschlag sind nach Art. 3
Abs. 2 lit. a bis f VNEGNG: der kommerzielle Zweck einer Nutzung; die Grösse der
Nutzungsanlagen; die Intensität der Nutzung; die Erstellungs- und Betriebskosten; die
Auswirkungen der Nutzung auf die Umwelt und das Ausmass der Beeinträchtigung des
Gemeingebrauchs. Was die Bemessung der Nutzungsentschädigung anbetrifft, ist
sodann Art. 5 VNEGNG in der Fassung vom 21. August 2001, in Vollzug seit dem 1.
Januar 2002 (nGS 36-90), massgebend. Nach Art. 5 Abs. 1 VNEGNG beträgt die
Grundnutzungsentschädigung für die Inanspruchnahme von Strand- und Seeboden,
der unter der Hoheit und im Eigentum des Staates steht, je Quadratmeter der
beanspruchten Fläche: Fr. 4.-- bei einer Bewilligungsdauer von bis 10 Jahre (lit. a); Fr.
6.-- bei einer Bewilligungsdauer von über 10 Jahren bis 20 Jahre (lit. b); Fr. 8.-- bei
einer Bewilligungsdauer von über 20 Jahren (lit. c). Sie wird angemessen reduziert,
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wenn besondere Verhältnisse vorliegen, insbesondere wenn der Strand- und Seeboden
unter der Hoheit des Staates, aber im Eigentum Dritter steht (Art. 5 Abs. 2 VNEGNG).
Der Zuschlag beträgt nach Art. 5 Abs. 3 VNEGNG sodann bis Fr. 9.-- je Quadratmeter
der beanspruchten Fläche. Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass die
Verordnungsbestimmungen für die Bemessung der Nutzungsentschädigungen durch
die gesetzliche Delegation gedeckt sind und sich als rechtmässig erweisen (vgl. GVP
2000 Nr. 22). Sodann hat es die Erhöhung einer Nutzungsentschädigung von Fr. 300.--
auf Fr. 1'072.-- (GVP 1999 Nr. 24) und von Fr. 1'000.-- auf Fr. 57'715.-- (VerwGE vom
14. Dezember 1999 i.S. Ortsgemeinde A.) als zulässig erachtet.
b) Die umstrittene Nutzungsentschädigung von Fr. 88'984.-- beruht auf einer
massgeblichen Fläche von 7'088 m2, einer Grundnutzungsentschädigung von Fr. 8.--
je Quadratmeter (Art. 5 Abs. 1 lit. c VNEGNG) und einem Zuschlag von Fr. 4.-- je
Quadratmeter (Art. 5 Abs. 3 VNEGNG). Was die Höhe des Zuschlags anbetrifft, hat das
Tiefbauamt am 11. September 2003 gegenüber dem Gemeinderat X. ausgeführt, weil
im Hafen Bootsplätze vermietet würden, werde er im Sinn von Art. 3 Abs. 2 lit. a
VNEGNG kommerziell genutzt, weshalb ein Punkt veranschlagt werde. Sodann werde
ein weiterer Punkt hinsichtlich "Grösse der Nutzungsanlagen" sowie "Erstellungs- und
Betriebskosten" (Art. 3 Abs. 2 lit. b und d VNEGNG) in Rechnung gestellt. In dieser
Hinsicht sei die Zahl der Bootsplätze (im konkreten Fall 117) massgebend (bis 50
Bootsplätze: O Punkte; 50 bis 100 Bootsplätze: 1⁄2 Punkt; über 100 Bootsplätze: 1
Punkt). Bezüglich der "Intensität der Nutzung" (Art. 3 Abs. 2 lit. c VNEGNG) werde auf
das Verhältnis der Gesamtfläche der Anlage zur Stationierungsfläche abgestellt
(Verhältniszahl grösser sei als 3.5: 0 Punkte; Verhältniszahl zwischen 3.5 und 2: 1⁄2
Punkt; Verhältniszahl unter 2: ein Punkt). Die Anlage weise eine Gesamtfläche von
7'931 m2 und eine Stationierungsfläche von 3'480 m2 auf, was eine Verhältniszahl von
2.32 ergebe, weshalb 1⁄2 Punkt veranschlagt werde. Weil sodann der Anteil der
Motorboote mehr als einen Drittel der Gesamtzahl der Boote ausmache (was gegen
Ziff. 5 der Bewilligung vom 8. April 1993 verstösst), müsse unter dem Gesichtspunkt
"Auswirkungen der Nutzung auf die Umwelt" (Art. 3 Abs. 2 lit. e VNEGNG) ein weiterer
Punkt hinzugerechnet werden. Was das "Ausmass der Beeinträchtigung des
Gemeingebrauchs" anbetreffe (Art. 3 Abs. 2 lit. f VNEGNG), werde schliesslich
ebenfalls ein Punkt veranschlagt, weil es sich um eine Hafenanlage handle, die nicht
jedermann zugänglich sei. Das Tiefbauamt kam aufgrund dieser Berechnungen zum
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Ergebnis, die Tatsache, dass 4.5 Punkte zu veranschlagen seien, habe zur Folge, dass
der maximale Zuschlag (Fr. 4.-- je Quadratmeter) zu bezahlen sei (0 bis 2 Punkte: kein
Zuschlag; 2.5 bis 3.5 Punkte: 50 Prozent des Zuschlags; 4 bis 5 Punkte: 100 Prozent
des Zuschlags).
5./ Die Beschwerdeführerinnen berufen sich bezüglich der sie am Walensee
konkurrenzierenden Häfen auf Art. 94 Abs. 1 und 4 der Bundesverfassung (SR 101,
abgekürzt BV). Sie sind der Ansicht, der angefochtene Entscheid verletze den
Grundsatz der Gleichbehandlung direkter Konkurrenten, weil für gewisse Häfen (M., G.,
M., Q.) keine und für weitere Häfen (W., D.) eine wesentlich geringere
Nutzungsentschädigung verlangt werde. Sodann sei die Erhöhung der
Nutzungsentschädigung wirtschaftlich untragbar.
a) Art. 94 Abs. 1 BV bindet Bund und Kantone an den Grundsatz der
Wirtschaftsfreiheit. Damit wird festgelegt, dass Bund und Kantone nur Vorschriften
erlassen dürfen, die mit dem Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit im Einklang stehen (vgl.
B. Ehrenzeller, St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung, Zürich/
Basel/Genf 2002, Rz. 5 zu Art. 94 BV). Abweichungen vom Grundsatz der
Wirtschaftsfreiheit, insbesondere auch Massnahmen, die sich gegen den Wettbewerb
richten, sind nach Art. 94 Abs. 4 BV nur zulässig, wenn sie in der Bundesverfassung
vorgesehen oder durch kantonale Regalrechte begründet sind. Abweichungen sind
insbesondere auch Massnahmen, die sich gegen den Wettbewerb richten. Bund und
Kantonen ist es untersagt, Regelungen und Massnahmen zu treffen, die den
Wettbewerb unter privaten Wettbewerbssubjekten verzerren oder den Wettbewerb gar
ganz verunmöglichen (Ehrenzeller, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 94 BV). Unter dem
Gesichtspunkt des Verbots wettbewerbsverzerrender Massnahmen sind Massnahmen
unzulässig, die bestimmten Marktteilnehmern vorteilhaftere Positionen verschaffen
oder die einen Markt abriegeln und neue Konkurrenz behindern oder fernhalten (vgl. R.
Rhinow, Die Bundesverfassung 2000, Basel/Genf/München 2000, S. 314 mit
Hinweisen).
b) Nach Art. 664 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210) stehen die
öffentlichen Sachen unter der Hoheit des Staates, in dessen Gebiet sie sich befinden.
Es ist Aufgabe des jeweiligen Kantons, die erforderlichen Bestimmungen über den
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Gebrauch der öffentlichen Sachen aufzustellen (vgl. Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 2371;
Imboden/Rhinow, a.a.O., Nr. 115 B.IV.). Folglich können sich die
Beschwerdeführerinnen nicht darauf berufen, das st. gallische Recht wirke sich im
Vergleich zur Regelung des Kantons Glarus hinsichtlich der am Walensee liegenden
Häfen M. und G. wettbewerbsverzerrend aus. Nicht zu beanstanden ist sodann, dass
die Vorinstanz die Höhe der Nutzungsentschädigung für den Hafen M. als unantastbar
betrachtet, weil die Konzession im Jahr 1976 ohne Vorbehalt bezüglich einer
Anpassung der Nutzungsentschädigung erteilt worden ist. Auch hinsichtlich der
Hafenanlage Q., für die keine Nutzungsentschädigung bezahlt werden muss, wird der
Grundsatz der Gleichbehandlung direkter Konkurrenten nicht verletzt. Es handelt sich
um eine Hafenanlage, die vor dem Jahr 1860 geschaffen wurde und die deshalb ohne
Verleihungsurkunde anerkannt wird und von der Wasserzinspflicht befreit ist (vgl. Art.
51 Ziff. 1 GNG). Dementsprechend ist von Bedeutung, dass im übrigen alle
Nutzungsentschädigungen für Bootshäfen im Kanton St. Gallen aufgrund des neuen
Rechts eine Anpassung erfahren haben, auch diejenigen für die Häfen W., D. und C.,
welche unbestrittenermassen in einem direkten Konkurrenzverhältnis zum Bootshafen
R. stehen. Aktenkundig ist zwar, dass die Betreiber der Häfen W. und C. wesentlich
geringere Nutzungsentschädigungen zu bezahlen haben als die B. AG. Diese hat neu
Fr. 88'984.-- zu entrichten, während die Nutzungsentschädigung für den Bootshafen
W. neu Fr. 29'625.-- und diejenige für den Bootshafen C. Fr. 28'477.-- beträgt. Der
Bootshafen R. beansprucht indessen eine Fläche von 7'088 m2, wogegen sich die
massgebliche Fläche für den Bootshafen W. auf lediglich 2'923 m2 und diejenige für
den Bootshafen C. auf 2'722 m2 beläuft. Zutreffend ist auch, dass die
Nutzungsentschädigung je m2 beanspruchter Fläche für den Bootshafen R. Fr. 12.--
beträgt, während sie für die Bootshafen W. und C. Fr. 10.-- ausmacht. Dieser
Unterschied ergibt sich indessen einerseits aus der unterschiedlich hohen
Grundnutzungsentschädigung je m2 der beanspruchten Fläche (Fr. 8.-- für die
Bootshäfen R. und C. sowie Fr. 6.-- für den Bootshafen W.; vgl. dazu Art. 5 Abs. 1 und
2 VNEGNG), anderseits aus dem unterschiedlich hohen Zuschlag je m2 der
beanspruchten Fläche (Fr. 4.-- für die Bootshäfen R. und W. [Basis: 4 1⁄2 Punkte] sowie
Fr. 2.-- für den Bootshafen C. {Basis: 3 1⁄2 Punkte]; vgl. dazu Art. 3 VNEGNG). Zu
berücksichtigen ist weiter, dass der Bootshafen R. im Verhältnis zur
Stationierungsfläche, die dem Konzessionär wirtschaftlichen Nutzen bringt, eine relativ
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grosse Verkehrsfläche aufweist, was sich auf die Höhe der Nutzungsentschädigung je
m2 Stationierungsfläche ungünstig auswirkt. Abgesehen davon, dass die Belastung
auch der Verkehrsfläche mit einer Nutzungsentschädigung sachgerecht ist, was die
Beschwerdeführerinnen nicht bestreiten, macht diese Verkehrsfläche im Hafen R. 3'608
m2 aus, wofür eine Nutzungsentschädigung von Fr. 43'296.-- zu entrichten ist,
während die Stationierungsfläche 3'480 m2 beträgt, wofür eine
Nutzungsentschädigung von Fr. 41'760.-- zu bezahlen ist. Auch der Bootshafen C.
weist in dieser Hinsicht ungünstige tatsächliche Gegebenheiten auf. Die Verkehrsfläche
beträgt dort 1'422 m2, während die Stationierungsfläche 1'300 m2 ausmacht. Weil die
Verkehrsfläche viel kleiner ist als diejenige des Bootshafens R. ergibt sich aber eine
Belastung von lediglich Fr. 14'220.--.
Es ergibt sich somit, dass von einer wettbewerbsverzerrenden Ungleichbehandlung
direkter Konkurrenten nicht gesprochen werden kann, auch wenn für den Bootshafen
R. je m2 Stationierungsfläche eine höhere Nutzungsentschädigung resultiert als für die
Häfen W. und C.. Insbesondere ist nicht zu beanstanden, dass sich die Grösse der im
Einzelfall beanspruchten Fläche entscheidend auf die Höhe der
Nutzungsentschädigung auswirkt. Die Bemessung der Nutzungsentschädigung erfolgt
nach einheitlichen Kriterien und die unterschiedliche Belastung der einzelnen
Hafenbetreiber ergibt sich aufgrund der unterschiedlichen tatsächlichen
Gegebenheiten, was sachlich gerechtfertigt ist. Lediglich der Vollständigkeit halber sei
darauf hingewiesen, dass für den Hafen R. Fr. 12.-- je m2 beanspruchter Fläche zu
entrichten sind, obschon es nach Art. 41bis Abs. 2 GNG möglich wäre, dafür bis zu Fr.
30.-- zu erheben.
c) Die Beschwerdeführerinnen machen sodann unter Berufung auf eine im Rahmen des
Rekursverfahrens eingereichte Stellungnahme von R. vom 26. September 2003 wie
bereits im Rekursverfahren geltend, die B. AG würde im Fall der Abweisung der
Beschwerde ruiniert. Aufgrund der Konzession seien Investitionen in der Höhe von Fr.
3.5 Mio. getätigt worden, welche während der Konzessionsdauer zu amortisieren seien.
Der jährliche Betriebsaufwand (ohne Finanzaufwand und Abschreibungen) betrage rund
Fr. 88'000.--. Die Erhöhung der Nutzungsentschädigung bewirke, dass sich dieser
Aufwand um Fr. 80'462.-- erhöhe, somit nahezu verdoppelt werde. Dies wiederum
habe zur Folge, dass die Mieten für die Bootsplätze, die bereits heute die höchsten am
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Walensee seien (Fr. 1'500.-- bis Fr. 3'400.--), um rund 34 Prozent angehoben werden
müssten, was die bestehende Konkurrenzsituation nicht zulasse. Gemäss
Kurzgutachten von R. könne die Einnahmenseite mit einem Betriebsertrag von Fr.
264.--/m2 nicht verbessert werden. Weil der B. AG nicht zugemutet werden könne, auf
die betrieblich notwendigen Abschreibungen zu verzichten, würde die
Nutzungsentschädigung nicht bezahlt. Dies wiederum hätte zur Folge, dass die
Gesellschaft betrieben und der Kanton St. Gallen letztlich Eigentümer der Hafenanlage
würde.
Mit diesen pauschalen Ausführungen vermögen die Beschwerdeführerinnen den
Nachweis nicht zu erbringen, dass die verfügte Erhöhung der Nutzungsentschädigung
mit dem Vertrauensgrundsatz nicht vereinbar ist. Sie haben darauf verzichtet, mit
entsprechenden Unterlagen (Bilanzen und Erfolgsrechnungen der letzten Jahre,
Mietverträge für Liegeplätze im Hafen R., nähere Angaben über die Höhe der Mieten für
Bootsplätze in anderen Häfen des Walensees), konkret zu belegen, dass sie eine
Erhöhung der Nutzungsentschädigung im verfügten Ausmass wirtschaftlich in den Ruin
treibt. Entsprechend der Annahme der Beschwerdeführerinnen ist es zwar möglich,
dass Bootsplätze in den Häfen von W. und C. günstiger zu mieten sind als im Hafen R..
Der Hafen R. verfügt aber im Durchschnitt über wesentlich grössere Flächen für
Bootsplätze als die beiden konkurrierenden Häfen (29.74 m2 gegenüber 25.50 m2 bzw.
18.57 m2), was eine entsprechend höhere Miete nach sich zieht. Nicht nachvollziehbar
ist sodann, warum die Mieten für Bootsplätze, die nach den Angaben der
Beschwerdeführerinnen zwischen Fr. 1'500.-- und Fr. 3'400.-- betragen, zufolge der
verfügten Erhöhung der Nutzungsentschädigung um rund 34 Prozent, somit um rund
einen Drittel, angehoben werden müssen. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, besteht
entgegen der Annahme der Beschwerdeführerinnen aber kein Grund zur Annahme, die
Mieter der Liegeplätze würden abwandern bzw. die Liegeplätze könnten nicht mehr
vermietet werden. Weil Bootsplätze nur in beschränkter Zahl verfügbar sind, werden
erfahrungsgemäss ausserordentlich hohe Preise für einen Liegeplatz bezahlt. Dem
Bericht des Planungsamtes des Kantons St. Gallen aus dem Jahr 1999
"Seeuferplanung Walensee" kann in diesem Zusammenhang sodann entnommen
werden, dass der Bestand der Bootsplätze im Bereich des festgelegten
Maximalbestandes liegt. Das Angebot kann demzufolge nur noch in sehr beschränktem
Rahmen erweitert werden, was ebenfalls dafür spricht, dass für Bootsplätze hohe
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Preise erzielt werden. Anzunehmen ist weiter, dass der Hafen R. mit seiner grossen
Verkehrsfläche und grossen Liegeflächen je Boot wirtschaftlich besser genutzt werden
könnte als dies heute der Fall ist.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass aufgrund der Tatsache allein, dass eine
Verteuerung des Sondernutzungsrechts zur Diskussion steht, die eine erhebliche
Erhöhung des jährlichen Betriebsaufwands der B. AG bewirkt, nicht dargetan ist, dass
der Hafen R. nicht mehr rentabel betrieben werden kann.
6./ Nicht folgen kann das Gericht den Beschwerdeführerinnen schliesslich insofern, als
sie argumentieren, der angefochtene Entscheid verletze das Rechtsgleichheitsgebot,
weil die Nutzungsentschädigung für den Hafen R. nach denselben rechtlichen Kriterien
bemessen werde wie die Nutzungsentschädigungen für Häfen am Zürich- und am
Bodensee. Sie begründen dies damit, ein Hafen am Walensee bringe dem Betreiber
weniger Nutzen als ein Hafen am Zürich- oder Bodensee, weil diese Seen zufolge ihrer
Grösse und ihres Infrastrukturangebots wesentlich attraktiver seien.
Knüpft das Recht an zwei miteinander vergleichbare Sachverhalte die gleichen
Rechtsfolgen an, liegt absolute Gleichbehandlung vor. Im übrigen wird die
Rechtsgleichheit dadurch verwirklicht, dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit
gleich, Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln ist.
Dabei kommt dem Gesetzgeber erhebliche Gestaltungsfreiheit zu. Es ist ihm jedoch
verboten, Differenzierungen zu treffen, für die sachliche und vernünftige Gründe fehlen,
oder sich über erhebliche tatsächliche Unterschiede hinwegzusetzen. Ein Erlass
verletzt das Rechtsgleichheitsgebot, wenn er rechtliche Unterscheidungen trifft, für die
ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder
Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen (Häfelin/
Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. Aufl., Zürich 2001, Rz. 752 f. mit
Hinweis auf BGE 122 I 18,25).
Hafenbetreiber sind berechtigt, einen Teil eines öffentlichen Gewässers ausschliesslich
zu nutzen, unabhängig davon, ob es sich um den Zürich-, den Boden- oder den
Walensee handelt. Sodann weichen die tatsächlichen Verhältnisse an diesen drei Seen
nicht derart voneinander ab, dass es sich aufgedrängt hätte, die
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Nutzungsentschädigung nach einem anderen Verteilschlüssel festzulegen. Die
Tatsache allein, dass der kantonale Gesetzgeber auf eine seespezifische Regelung
verzichtet hat, stellt jedenfalls aufgrund des gleichartigen tatsächlichen Nutzungsrechts
keine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots dar.
7./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Politischen Gemeinde X., der einfachen Gesellschaft P.,
bestehend aus: ..... sowie der B. AG zu gleichen Teilen aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Auf die Erhebung des Kostenanteils der Politischen
Gemeinde X. wird nicht verzichtet, weil sie eigene finanzielle Interessen wahrnimmt (Art.
95 Abs. 3 VRP; VerwG vom 14. Dezember 1999 i.S. Ortsgemeinde A. und vom 19.
September 2000 i.S. G.S. Genossengemeinde S.). Die Entscheidgebühr ist mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Die Beschwerdeführerinnen können keine ausseramtliche Entschädigung
beanspruchen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht