Decision ID: c358c122-6580-5eae-a5d6-f11be6045ade
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Eheleute H. und E. V. sind in A.wohnhaft. H. V. war 1998/1999 als Projekt
Manager bei der ... tätig. Er ist Eigentümer des von der Familie bewohnten
Einfamilienhauses in A.und ausserdem an Liegenschaften im Kanton Zürich beteiligt.
Die Eheleute haben fünf Kinder, die zwischen 1973 und 1979 geboren wurden. Vier
ihrer Kinder befanden sich anfang 1999 in einer Ausbildung; für ihren Unterhalt kamen
die Eltern auf.
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In der Steuererklärung für die Hauptveranlagung 1999 deklarierten die Eheleute V.
Schulden von insgesamt Fr. 1'534'050.--, wovon Fr. 915'000.—- auf
Hypothekarschulden (davon Fr. 530'000.—- auf der Liegenschaft in A.und Fr.
385'000.-- auf Liegenschaften im Kanton Zürich lastend) und Fr. 619'050.-- auf andere
Schulden entfielen. Ein Anteil von Fr. 340'731.-- an diesen anderen Schulden bestand
aus Darlehen, die den Eheleuten V. von ihren fünf Kindern gewährt wurden (Beträge
zwischen Fr. 61'000.-- und Fr. 68'000.-- je Kind). Für diese Darlehen der Kinder
deklarierten die Eheleute V. in der Steuererklärung Zinszahlungen von insgesamt Fr.
18'534.-- im Jahr 1997 und Fr. 30'049.-- im Jahr 1998.
H. und E. V. wurden für 1999 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 54'800.-- und
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 108'000.-- zum Satz von Fr. 162'000.-- veranlagt.
Wegen Steuerumgehung anerkannte die Veranlagungsbehörde die Darlehen der Kinder
nicht als Schulden der Steuerpflichtigen und liess die Schuldzinsen nicht zum Abzug
von deren Einkünften zu.
Gegen diese Veranlagung erhoben H. und E. V. mit Eingaben vom 21. August und 30.
September 2004 Einsprache. Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache mit
Entscheid vom 19. November 2004 teilweise gut und reduzierte das steuerbare
Einkommen auf Fr. 53'000.--. Das steuerbare Vermögen von Fr. 108'000.-- zum Satz
von Fr. 162'000.-- wurde bestätigt. Das kantonale Steueramt hielt im Zusammenhang
mit den Darlehen der Kinder an seinem Standpunkt fest, es liege eine Steuerumgehung
vor.
B./ Gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts erhoben die Eheleute
V. mit Eingabe vom 20. Dezember 2004 Rekurs mit dem Antrag, die Darlehen der
Kinder im Umfang von Fr. 340'731.-- seien als Schulden anzuerkennen und die in den
Jahren 1997 und 1998 ausgewiesenen Schuldzinsen von insgesamt Fr. 18'534.-- bzw.
Fr. 30'049.-- seien zum Abzug zuzulassen.
Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs mit Entscheid vom 18. Oktober
2005 teilweise gut, hob den angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. November
2004 auf und veranlagte die Eheleute V. für 1999 mit einem steuerbaren Einkommen
von Fr. 27'500.-- und ohne steuerbares Vermögen. Die amtlichen Kosten von Fr.
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1'200.-- auferlegte sie zu einem Viertel den Steuerpflichtigen und zu drei Vierteln dem
Staat. Die Verwaltungsrekurskommission gelangte zum Schluss, die Schenkung von
Vermögenswerten an die Kinder und die anschliessende Gewährung eines
verzinslichen Darlehens der Kinder an die Eltern stellten im Streitfall keine
Steuerumgehung dar.
C./ Mit Eingaben vom 4. und 21. November 2005 erhob das kantonale Steueramt
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission vom 18. Oktober 2005 sei aufzuheben und der
Einspracheentscheid vom 19. November 2004 sei zu bestätigen. Das kantonale
Steueramt hält an seinem Standpunkt fest, es liege eine Steuerumgehung vor. Es sei
mehr als ungewöhnlich, wenn Eltern ihren unterhaltsberechtigten Kindern
Erbvorbezüge bzw. Schenkungen ausrichteten und sich die hingegebenen Beträge
gleich wieder als verzinsliche Darlehen zur Verfügung stellen liessen. Auch die
Vermögensverhältnisse der Eltern zeigten, dass die gesamte Konstruktion sach-widrig
und den wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht angemessen sei. Zudem führe das
Konstrukt zu einer Steuerersparnis, wenn die Kinder zufolge Volljährigkeit selbständig
steuerpflichtig und anderseits noch in Ausbildung seien oder zufolge ihres jugendlichen
Alters wenig verdienten. Auf die einzelnen Vorbringen des kantonalen Steueramts wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 9. Dezember 2005 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdegegner liessen sich mit Eingabe vom 2. Januar 2006 vernehmen und
beantragten ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das kantonale Steueramt ist zur
Beschwerdeführung legitimiert, und seine Eingaben entsprechen zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 161
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StG sowie Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2./ Nach Art. 26 lit. b und Art. 61 Abs. 1 des im vorliegenden Fall anwendbaren, bis
Ende 1999 geltenden Steuergesetzes vom 23. Juni 1970 (nGS 25-93) können
Schuldzinsen von den steuerbaren Einkünften und Schulden vom steuerbaren
Vermögen abgezogen werden. Streitig ist im Beschwerdeverfahren ausschliesslich die
Frage, ob die von den Beschwerdegegnern als Schulden ausgewiesenen Darlehen ihrer
Kinder und die diesen gutgeschriebenen Zinszahlungen steuerlich anzuerkennen sind
oder ob eine Steuerumgehung vorliegt, welche eine Zurechnung der Darlehen zum
Vermögen bzw. der Zinsen zum Einkommen der Beschwerdegegner rechtfertigten.
a) Nach der Rechtsprechung liegt eine Steuerumgehung vor, wenn die von den
Beteiligten gewählte Rechtsgestaltung ungewöhnlich, sachwidrig oder absonderlich,
jedenfalls der wirtschaftlichen Gegebenheit völlig unangemessen erscheint, wenn
anzunehmen ist, dass diese Wahl missbräuchlich, lediglich deshalb getroffen worden
ist, um Steuern einzusparen, welche bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse
geschuldet wären, und wenn das gewählte Vorgehen tatsächlich zu einer erheblichen
Steuerersparnis führen würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen
würde. Sind diese drei Voraussetzungen erfüllt, so ist der Besteuerung die
Rechtsgestaltung zugrunde zu legen, die sachgemäss gewesen wäre, um den
erstrebten wirtschaftlichen Zweck zu erreichen (Blumenstein/Locher, System des
Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 32 mit zahlreichen Hinweisen auf die
Rechtsprechung; vgl. auch GVP 1996 Nr. 16 mit Hinweisen).
In der herrschenden Lehre wird eine Steuerumgehung angenommen, wenn ein
steuerbegründender Tatbestand vermieden wird und dabei der wesentliche
wirtschaftliche Nutzen, den der vermiedene steuerbare Tatbestand dem Pflichtigen
gebracht hätte, trotz dessen Vermeidung dennoch erreicht wird, und wenn dabei eine
unbeabsichtigte Unvollständigkeit der Rechtsordnung ausgenützt wird (vgl. F.
Cagianut, Grundsätzliche Gedanken zur rechtlichen Würdigung der Steuerumgehung,
in: Aktuelle Probleme des Staats- und Verwaltungsrechts, Festschrift für O.K.
Kaufmann, Bern 1989, S. 249 f.). Die Ausnützung beabsichtigter Unvollständigkeiten
stellt demgegenüber eine legale Steuereinsparung dar. Ob eine unbeabsichtigte
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Unvollständigkeit der Rechtsordnng vorliegt, ist durch Auslegung zu ermitteln. Ein
wichtiges Indiz dafür, dass die Unvollständigkeit nicht beabsichtigt ist, bildet die
Tatsache, dass der Steuerpflichtige ungewöhnliche, den wirtschaftlichen
Gegebenheiten völlig unangemessene Gestaltungen des Sachverhalts und der
rechtlichen Beziehungen wählen musste, um zum Ziel zu gelangen (Höhn/ Waldburger,
Steuerrecht, 9. Aufl., Bern 2001, § 5 Rz. 73; vgl. VerwGE vom 16. November 1998 i.S.
KStA/J. und H. B., teilw. publiziert in GVP 1998 Nr. 35).
Die Frage einer Steuerumgehung stellt sich vor allem bei einer zivilrechtlichen
Anknüpfung. Dabei sind die Fälle unproblematisch, wo sich wirtschaftliche und
zivilrechtliche Betrachtungsweise decken. Wenn wirtschaftliche und zivilrechtliche
Betrachtungsweise nicht deckungsgleich sind, ist grundsätzlich das privatrechtliche
Kleid massgebend. Einzig in zwei Fällen darf gleichwohl davon abstrahiert werden,
nämlich im Falle einer Simulation, d.h. wenn ein ernstlich nicht gewolltes
Scheingeschäft vorgeschoben wird, oder im Fall einer Steuerumgehung, d.h. wenn ein
ernstlich gewolltes Geschäft vorliegt, das prima vista nicht unter die Steuerrechtsnorm
fällt, zufolge besonderer Umstände aber eine Subsumtion gleichwohl gerechtfertigt
erscheint. In einem solchen Fall ist eine unechte Lücke im Steuergesetz anzunehmen.
Allein nicht jede unechte Lücke darf ohne weiteres von den rechtsanwendenden
Organen ausgefüllt werden. Es müssen vielmehr die Voraussetzungen eines offenbaren
Rechtsmissbrauchs gemäss Art. 2 Abs. 2 ZGB, der als allgemeiner Rechtsgrundsatz
auch im Steuerrecht gilt, gegeben sein. Nur extrem krasse Fälle rechtfertigen unter
verfassungsrechtlichem Aspekt eine Gesetzeskorrektur. Da der Rechtsmissbrauch
objektiviert ist, sind die subjektiven Absichten und Gründe für die Wahl der rechtlichen
Konstruktion unerheblich. Weil eine unechte Lücke fiskalisch neutral ist, spielt auch
keine Rolle, ob aufgrund der Normberichtigung mehr oder weniger Steuern zu
entrichten sind (Blumenstein/Locher, a.a.O., S. 33).
b) Die Beschwerdegegner bezeichnen die den Kindern zugeschriebenen
Vermögenswerte als "Sparhefte" bzw. "Spar-Konti". Sie machten im Rekursverfahren
geltend, die Sparhefte enthielten die persönlichen Ersparnisse der Kinder (aus
Schenkungen von Gotte/Götti etc.). Die Sparkonti enthielten die an die Kinder
weitergegebene Erbschaft ihrer verstorbenen Grosseltern. Alle fünf Kinder seien
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erwachsene Personen, einzelne mit eigenem Haushalt und abgeschlossener
Ausbildung.
Die Bezeichnung als Sparheft oder Sparkonto durch die Beschwerdegegner spielt
keine entscheidende Rolle. Es handelt sich um Darlehen im Sinne des
Obligationenrechts. Aufgrund der im Rekursverfahren eingereichten Akten wurde für
den Sohn F. ein Sparheft der ZKB geführt, das 1981 saldiert wurde. Anschliessend
erfolgten Eintragungen durch die Steuerpflichtigen bzw. den Sohn auf den ungültigen
bzw. gelochten Heften. Von den Töchtern wurden lediglich Kopien der
handschriftlichen Einträge auf gelochten Sparheften eingereicht. Bis zu welchem
Zeitpunkt diese Sparhefte bei einer Bank geführt wurden, kann nicht festgestellt
werden.
Die von den Beschwerdegegnern ausgewiesenen Darlehen betrugen zu Beginn des
Jahres 1999 Fr. 340'731.--, wovon Fr. 315'591.-- auf die sog. "Spar-Konti" und Fr.
25'140.-- auf die sog. "Sparhefte" entfielen. Die Zinsen beliefen sich auf Fr. 18'534.—-
im Jahr 1997 und Fr. 30'049.-— im Jahr 1998, wovon Fr. 28'690.-— die "Sparkonti"
und Fr. 1'359.-- die "Sparhefte" betrafen. Im Rekursverfahren reichten die
Beschwerdegegner eine von ihnen und den Kindern unterzeichnete Erklärung ein, die
diesen Sachverhalt bestätigte.
Unbestritten ist, dass die von den Beschwerdegegnern und ihren Kindern getätigten
Geschäfte in zivilrechtlicher Hinsicht zulässig sind. Wie auch das Bundesgericht in
einem Urteil vom 12. Juli 2001 festhielt, geschieht es häufig, dass Eltern ihren Kindern
Erbvorbezüge als Schenkungen ausrichten, und auch das Aufnehmen eines von den
Kindern gewährten Darlehens durch die Eltern ist an sich weder als sachwidrig noch als
absonderlich zu betrachten, obwohl letzteres eher selten und, wenn die Kinder noch
minderjährig sind, nicht unproblematisch ist (StE 2001 A 12 Nr. 10).
c) Das Bundesgericht hat es jedoch als "mehr als ungewöhnlich" qualifiziert, wenn
Eltern Erbvorbezüge bzw. Schenkungen an Kinder ausrichten, für deren Unterhalt sie
zu sorgen haben, und sich die hingegebenen Beträge gleich wieder als verzinsliches
Darlehen zur Verfügung stellen lassen. Da nur Schuldzinsen, nicht jedoch auch
Unterhaltsleistungen vom rohen Einkommen abziehbar seien, sei davon auszugehen,
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dass die Kombination von Schenkung und verzinslichem Darlehen deshalb gewählt
wurde, um den Kindern über den zulässigen Sozialabzug hinaus abzugsfähige Beträge
zukommen zu lassen, was die Voraussetzungen für eine Steuerumgehung erfülle (StE
2001 A 12 Nr. 10).
Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass die Beschwerdegegner ihren Kindern die
Darlehenszinsen nicht auszahlten, sondern diese zur Darlehensforderung geschlagen
wurden. Nur in diesem Punkt verhält sich der Sachverhalt anders als in dem vom
Bundesgericht beurteilten Fall. Dieser betraf zwar unmündige, aber wegen Aufenthalts
im Ausland ebenfalls selbständig besteuerte Kinder. In der selbständigen Besteuerung
der Kinder liegt die Gemeinsamkeit des vorliegenden Falles mit der vom Bundesgericht
beurteilten Streitsache. Solange die Kinder im Rahmen der Familienbesteuerung
gemeinsam mit den Eltern besteuert wurden, hatte die Aufteilung des Vermögens und
die Verzinsung steuerlich keine wesentliche Bedeutung. Festzuhalten bleibt jedoch,
dass die Beschwerdegegner die Schenkungen zwischen 1983 und 1994 in den
Wertschriftenverzeichnissen nicht deklarierten.
An der ungewöhnlichen bzw. absonderlichen Gestaltung vermögen die dargelegten
Umstände nichts zu ändern. Der Einwand der Beschwerdegegner, die Kinder hätten
vollumfänglich über ihr Vermögen verfügen können und mittels Geldbezügen davon
regen Gebrauch gemacht, ist nicht stichhaltig. Von den als "Spar-Konti" bezeichneten
Guthaben sind keine Bezüge ausgewiesen, und von den auf den alten Sparheften
geführten Guthaben sind lediglich sporadische Bezüge vermerkt.
Die von den Beschwerdegegnern ausgewiesenen Darlehen betrugen wie erwähnt
anfang 1999 Fr. 340'731.--, wovon Fr. 315'591.-- auf die sog. "Spar-Konti" und Fr.
25'140.-- auf die sog. "Sparhefte" entfielen. Die Zinsen betrugen Fr. 18'534.-- im Jahr
1997 und Fr. 30'049.—- im Jahr 1998, wovon Fr. 28'690.—- auf die "Sparkonti" und Fr.
1'359.-- auf die "Sparhefte" entfielen.
Der Saldo der "Sparkonti" betrug per Ende 1997 Fr. 286'901.--. Für 1998 wurde ein
Zins von Fr. 28'690.-- gutgeschrieben, womit dieser genau 10 Prozent entspricht. Zum
Saldo per Ende 1996 von Fr. 71'239.-- wurde für das erste Halbjahr 1997 Fr. 3'562.--
Zins gutgeschrieben. Anfang des zweiten Halbjahres wurde ein Saldo von Fr.
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273'239.-- ausgewiesen und für das zweite Halbjahr ein Zins von Fr. 13'662.--
gutgeschrieben. Somit wurde auch für 1997 ein Zins von 10 Prozent verbucht. Diese
nicht an Marktwerten orientierten Zinsen belegen ebenfalls, dass eine sachwidrige und
ungewöhnliche, den gegebenen Umständen nicht gerecht werdende Konstruktion
vorliegt.
d) Die Beschwerdegegner hatten aufgrund ihrer Rechtsgestaltung die Möglichkeit,
kontinuierlich einen Teil ihrer Einkünfte den Kindern zu übertragen und diese
Zuwendungen vom steuerbaren Einkommen abzuziehen. Gleichzeitig verfügten sie
faktisch aufgrund der Hingabe der Schenkungen als Darlehen über die entsprechenden
flüssigen Mittel. Sowohl die kontinuierliche Uebertragung von Vermögenswerten auf die
Kinder als auch die Hingabe von Darlehen der Kinder an die Eltern ist für sich allein
betrachtet nicht aussergewöhnlich. Die vorliegend gewählte zivilrechtliche Gestaltung
bewirkt allerdings, dass die Verfügungsmöglichkeit der Beschwerdegegner über die
Vermögenswerte erhalten bleibt und die Zuwendungen steuerlich abgerechnet werden
können. Somit haben die Beschwerdegegner den wesentlichen wirtschaftlichen
Nutzen, den ihnen der vermiedene steuerbare Tatbestand gebracht hätte, trotz dessen
Vermeidung dennoch erreicht. Insoweit sind die Voraussetzungen für die Annahme
einer Steuerumgehung erfüllt.
e) Die Vorinstanz ging davon aus, die Beschwerdegegner seien per 1. Januar 1999 in
der Lage gewesen, die Darlehen zurückzuzahlen. Das Verwaltungsgericht kann sich
dieser Auffassung nicht in dieser Vorbehaltlosigkeit anschliessen. Der
Beschwerdegegner ist Eigentümer der Wohnliegenschaft in A.und an mehreren
Liegenschaften im Kanton Zürich beteiligt. Anfang 1999 standen den Aktiven von Fr.
1'503'950.--, wovon auf das Wertschriftenvermögen Fr. 140'950.-- entfielen,
Grundpfandschulden von Fr. 915'000.-- und Darlehen (mit Einschluss jener der Kinder)
von Fr. 619'050.--, insgesamt Fr. 1'534'050.--, gegenüber. Die Vorinstanz erwog, bei
diesem geringfügigen Passivenüberschuss von rund Fr. 30'000.-- könne noch nicht von
einem fehlenden Rückzahlungswillen und damit einer Simulation ausgegangen werden.
Mit Erhöhung der Hypotheken hätte der Beschwerdegegner zudem die erforderlichen
Mittel zur Rückzahlung der Darlehen beschaffen können.
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Die im Wertschriftenverzeichnis aufgeführten Vermögenswerte der Beschwerdegegner
bestanden zum Teil aus Anteilen an unverteilten Nachlässen; daneben entfielen rund
Fr. 73'000.-- auf Aktien des Arbeitgebers des Beschwerdegegners. An Barmitteln und
Bankguthaben wurden anfang 1999 weniger als Fr. 30'000.-- ausgewiesen. Unter
diesen Umständen dürften die Beschwerdegegner im Jahr 1999 erhebliche
Schwierigkeiten gehabt haben, bei gleichzeitiger Darlehenskündigung durch die Kinder
genügend liquide Mittel zu beschaffen, um die Darlehen zurückzuzahlen. Wie das
kantonale Steueramt zutreffend ausführt, ist bei Grundstücken im Regelfall eine
maximale Belehnung von 80 Prozent des Verkehrswertes üblich, was vorliegend eine
Erhöhung der auf dem Einfamilienhaus lastenden Hypothek um höchstens Fr.
160'000.-- zuliesse. Wohl ist anzunehmen, dass eine Belehnung aufgrund der übrigen
Vermögenswerte der Beschwerdegegner durchaus im Bereich des Möglichen gelegen
wäre, doch lässt sich nicht ernstlich in Abrede stellen, dass die Beschwerdegegner
etwelche Schwierigkeiten gehabt hätten, innert nützlicher Frist eine genügende
Liquidität herzustellen, um die aufgezinsten Schenkungen auszuzahlen.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass den volljährigen Kindern die Verfügung über ihr
Vermögen weitgehend entzogen ist, dass die Beschwerdegegner für die Darlehen
einen Zins von 10 Prozent bezahlen, was weitaus übersetzt wäre, wenn die Darlehen
durch die Liegenschaften und Wertschriften sichergestellt sind, wie in der
gemeinsamen Vereinbarung der Pflichtigen und der Kinder festgehalten wird, und dass
ein überaus ungewöhnlicher Weg beschritten wurde, um die gewählte Konstellation zu
erreichen. Dieses Vorgehen ist in objektiver Hinsicht als missbräuchlich einzustufen.
f) Fest steht weiter, dass eine Steuerersparnis einträte, wenn die zivilrechtlich gewählte
Konstruktion steuerlich anerkannt würde. Dieser Umstand ist allerdings aufgrund der
herrschenden Lehre nicht ausschlaggebend. Alle Kinder waren jedenfalls am 1. Januar
1999 volljährig und damit selbständig steuerpflichtig. Die Steuerersparnis trat
insbesondere bei den Beschwerdegegnern ein, da diese ein höheres Vermögen und ein
höheres Einkommen zu versteuern hätten, wenn die den Kindern zugeschriebenen
Vermögenswerte ihrem eigenen Vermögen angerechnet und die den Kindern
gutgeschriebenen Schuldzinsen nicht vom Einkommen abgerechnet würden. Selbst
wenn berücksichtigt wird, dass bei den Kindern die Schuldzinsen als Einkünfte und die
Darlehen als Vermögen erfasst würden, so würde mit dem Vorgehen der
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Beschwerdegegner die Progression gebrochen, da sich die Einkünfte und
Vermögenswerte auf fünf Kinder verteilen und namentlich beim Vermögen bei der
Besteuerung der Kinder ein erheblicher Freibetrag ins Gewicht fällt.
g) Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Ausführungen, dass in der
vorliegenden Streitsache eine Steuerumgehung zu erblicken ist. Folglich ist die
Beschwerde gutzuheissen, und der Rekursentscheid vom 18. Oktober 2005 ist
aufzuheben. Die Beschwerdegegner sind für 1999 entsprechend dem
Einspracheentscheid mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 53'000.-- und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 108'000.-- zum Satz von Fr. 162'000.-- zu veranlagen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdegegner. Eine Entscheidgebühr von Fr.
3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12).
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'200.-- sind ebenfalls den
Beschwerdegegnern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdegegner sind
unterlegen (Art. 98bis VRP) und der Beschwerdeführer hat als verfügende Behörde
keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S.
176 f.).