Decision ID: e603b046-7bba-4c4a-99d0-5dcddd91e22c
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter oder Beschwerdeführer) absolvierte keine
Berufsausbildung. In der Schweiz arbeitete er ab dem Jahr 1985 als Saisonier im
Gerüst- und Gartenbau und ab dem Jahr 1991 mit dem Status Jahresaufenthalter als
Arbeiter in einem Produktionsbetrieb in Altstätten (IV-act. 1, 3-2, 13, 51-2 ff., 85 f.; act.
G 1.4-2).
A.b Beim Versicherten traten im Jahr 2008 vermehrt Rückenbeschwerden auf (vgl.
Fremdakten, interdisziplinäre psychiatrische und rheumatologische Beurteilung vom 4.
Dezember 2008, S. 5). Deswegen erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Klinik Valens
von 17. Juni bis 5. Juli 2008. Die Klinikärzte diagnostizierten: 1. ein
lumbospondylogenes und intermittierend lumboradikuläres Syndrom beidseits mit
Rechtsbetonung mit/bei Wirbelsäulenfehlform und Fehlhaltung bei Haltungsinsuffizienz,
muskulären Dysbalancen, mehrsegmentären degenerativen Veränderungen mit caudal
sequestrierter Diskushernie L4/5 rechts, kleiner extraforaminaler flachbogiger
Diskushernie L3/4 links mit knappem Kontakt zur Nervenwurzel L3 links, kleinvolumiger
medio links-lateraler, nach caudal recessal gerichteter Diskushernie L5/S1 mit dadurch
bedingter mittelgradiger Dekonfiguration der Nervenwurzeltasche S1 links,
mehrsegmentärer, mittelschwerer bis schwerer, hypertropher lumbaler
Spondylarthrose L3-S1, reaktiver Verdickung der Ligamentum flavum; 2. arterielle
Hypertonie; 3. psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Krankheiten. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wurde
auf 50% geschätzt (IV-act. 2, vgl. auch IV-act. 6, 9, 10, 18-3 ff., 32).
A.c Am 24. Juli 2008 meldete sich der Versicherte wegen des die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigenden Rückenleidens (Bandscheibenbeschwerden beidseits) und
Knieproblemen zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1,
3, 4, 5).
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A.d Mehrere Arbeitsversuche beim bisherigen Arbeitgeber in einer leidensangepassten
Tätigkeit mit reduziertem Arbeitspensum scheiterten (IV-act. 22, 26-2). Gemäss der
Arbeitgeberin war das vom Versicherten gezeigte Verhalten unzumutbar. So habe er
nur widerwillig an einem Schonarbeitsplatz gearbeitet. Der letzte Arbeitstag war der 27.
August 2008 (IV-act. 51-2; vgl. dazu Fremdakten, Telefonnotiz vom 13. August 2008
und Arbeitsplatzdokumentation Schonarbeitsplätze).
A.e Im Arztbericht des Psychiatrie-Zentrums Rheintal B._ vom 5. September 2008
wurden folgende Diagnosen gestellt, denen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen wurde: Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
und ein lumbospondylogenes und intermittierend lumboradikuläres Syndrom beidseits
mit Rechtsbetonung. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(IV-act. 36). Im Arztbericht vom 30. Oktober 2008 diagnostizierte der Dermatologe Dr.
med. C._ ein anuläres elastolytisches Riesenzellgranulom bzw. aktinisches
Granulom, welches sich auf Nacken, Hände, Vorder- und Oberarme erstrecke. Die
Arbeitsfähigkeit sei dadurch um ca. 20% eingeschränkt (IV-act. 35). Am 12. Dezember
2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass wegen des Gesundheitszustandes
zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 34). Am 25.
Februar 2009 wurde ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung mit der Begründung
abgelehnt, der Versicherte fühle sich subjektiv nicht in der Lage, einer geregelten
Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 48).
A.f Die Arbeitgeberin kündigte nach Ablauf der Sperrfrist das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per Ende Februar 2009 (IV-act. 45, 51-9; act. G 1.4-2).
A.g Gestützt auf die eingeholten Arztberichte (IV-act. 52, 55) und auf Anraten des
Regionalen Ärztlichen Dienstes der Ostschweiz (nachfolgend RAD; IV-act. 53)
veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten durch
das Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (nachfolgend ABI; IV-act. 59). Im
Gutachten vom 4. November 2009 (IV-act. 64/1-25) wurden folgende Diagnosen,
denen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde, genannt: Eine leichte
depressive Episode, ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bilateral
rechtsbetont und ein anuläres elastolytisches Riesenzellgranulom. Als Diagnosen, die
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, wurden insbesondere eine
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Schmerzverarbeitungsstörung, eine arterielle Hypertonie und ein chronisch
unspezifisches zervikozephales und zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts
aufgeführt. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wurde auf 50% und in
einer leidensangepassten Tätigkeit (körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit
unter spezifischen Arbeitsplatzbedingungen wie regelmässig selbständig wechselbare
Arbeitsposition, Vermeidung von Oberkörpervorneigepositionen, stereotypen
Rotationsbewegungen sowie von repetitivem Heben, Stossen, Ziehen und Tragen über
15 kg) auf 80% eingeschätzt.
A.h Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2010 informierte die IV-Stelle den Versicherten
über die geplante Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 70, 71). Der Versicherte
erhob Einwand und reichte weitere Arztzeugnisse ein (IV-act. 74). Mit Verfügung vom
25. Februar 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren auf eine IV-Rente gestützt
auf den ermittelten IV-Grad von 21% ab (IV-act. 75). Die Verfügung trat unangefochten
in Rechtskraft.
B.
B.a Am 14. Dezember 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 84). Nach Aufforderung durch die
IV-Stelle (IV-act. 87) reichte er weitere Arztberichte u.a. vom Wirbelsäulenzentrum D._
und von der Neurologie und Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend
KSSG) ein (IV-act. 90, 91, 92). In der Stellungnahme vom 25. Januar 2012 erklärte der
RAD, dass mit den eingereichten Arztberichten keine Verschlechterung glaubhaft
gemacht werden könne (IV-act. 94).
B.b Mit Vorbescheid vom 30. Januar 2012 informierte die IV-Stelle den Versicherten
über das geplante Nichteintreten auf das Leistungsbegehren (IV-act. 96, 97). Mit
Schreiben vom 12. Februar und Ergänzung vom 6. März 2012 erhob dieser Einwand
(IV-act. 98, 105). Im Arztbericht vom 12. September 2012 diagnostizierte med. prakt.
E._, Oberärztin am Psychiatrie-Zentrum B._, eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) mit rezidivierenden
depressiven Episoden, abhängig von der bei körperlicher Belastung auftretenden
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Schmerzsymptomatik bzw. bei starker psychosozialer Belastung im Zusammenhang
mit seinem Wirbelsäulenleiden (IV-act. 112).
B.c In der Folge bot die IV-Stelle dem Versicherten Eingliederungsmassnahmen an (IV-
act. 115, 116). Da sich dieser jedoch subjektiv nicht arbeitsfähig fühlte und
diesbezüglich auf die ärztlich bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit verwies (IV-act.
119, 120, 121), lehnte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 21. März 2013 den Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 123, 125).
B.d Im Rahmen der Rentenprüfung holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (IV-act.
126, 127, 130, 133). Auf Anraten des RAD (vgl. IV-act. 137) veranlasste die IV-Stelle
eine erneute Verlaufsbegutachtung durch das ABI. Diese fand am 20. und 21. Januar
2014 statt (IV-act. 140). Im Gutachten vom 30. Juni 2014 (IV-act. 143) diagnostizierten
die Fachärzte ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre
Symptomatik sowie anamnestisch bilaterale, linksbetonte Hüftschmerzen. Im Weiteren
wurde erklärt, dass dem Versicherten körperlich mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr
zumutbar seien. Dagegen bestehe für körperlich leichte, wechselbelastende berufliche
Tätigkeiten ohne Arbeiten im Freien eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. In der Stellungnahme
vom 11. Juli 2014 erklärte der RAD, dass auf das Gutachten abgestützt werden könne
(IV-act. 144).
B.e Mit Vorbescheid vom 17. Juli 2014 informierte die IV-Stelle den Versicherten über
den ermittelten Invaliditätsgrad von 25% und die vorgesehene Abweisung des
Leistungsbegehrens auf eine IV-Rente (IV-act. 147, 148).
B.f Mit Schreiben vom 30. Juli 2014 (Eingang: 8. August 2014) und Ergänzung vom 5.
September 2014 erhob der Versicherte Einwand und reichte zum Nachweis des
verschlechterten Zustandes weitere Arztberichte ein (IV-act. 149, 153). Der RAD nahm
am 9. Oktober und 24. November 2014 nach Einholung eines Berichts bei der
neurochirurgischen Klinik des KSSG (IV-act. 158) Stellung (IV-act. 155, 159). Am 13.
März 2015 reichte der Versicherte weitere Arztberichte ein (IV-act. 161 ff.). Am 13. April
2015 erklärte der RAD, dass sich durch die eingereichten Zusatzunterlagen keine
Änderungen hinsichtlich der bisherigen Einschätzung ergeben würden (IV-act. 168).
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B.g Mit Verfügung vom 15. April 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren auf
eine IV-Rente ab (IV-act. 169).
C.
C.a Am 8. Mai 2015 erhob der Versicherte Beschwerde und stellte das Begehren um
erneute Überprüfung der Invalidität. Im Weiteren ersuchte er um unentgeltliche
Prozessführung und Befreiung von den Gerichtskosten (act. G 1, G 1.2). Zur
Begründung führte er insbesondere an, dass sein physischer und psychischer
Gesundheitszustand keine 80%ige Leistungsfähigkeit zulassen würde. Gemäss dem
Austrittsbericht der Rheinburgklinik, Walzenhausen, vom 21. April 2015 (vgl. act. G 1.4)
könne lediglich von einer theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit (sitzende und wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben von Lasten) von zwei
bis drei Stunden pro Tag ausgegangen werden.
C.b Am 3. Juni 2016 reichte der Beschwerdeführer Arztberichte von Dr. med. F._,
Orthopädische Chirurgie FMH, Wirbelsäulenzentrum D._, vom 31. Oktober 2014 (act.
G 4.2, G 4.3) und 12. März 2015 ein (act. G 4.4).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, dass
sich die im Gutachten vom 30. Juni 2014 ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit von 80% für
leidensangepasste Tätigkeiten im Vergleich zum Gutachten des Jahrs 2009 nicht
verändert habe. Auch die nach der ABI-Begutachtung erstellten und eingereichten
Arztberichte vermöchten gemäss der Beurteilung des RAD an der bisherigen
Einschätzung nichts zu ändern (act. G 6).
C.d Mit Schreiben vom 19. Juni 2015 wurde gestützt auf die eingereichten Dokumente
(act. G 4.1) dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege vor
Versicherungsgericht entsprochen (act. G 7).
C.e In der Replik, eingereicht am 3. August 2015, machte der Beschwerdeführer
geltend, dass nicht davon ausgegangen werden dürfe, er könne seine Schmerzen
überwinden und eine angepasste Tätigkeit zu 80% wahrnehmen. Mit Verweis auf die
aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung, forderte er zudem die
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Mitberücksichtigung der Auswirkungen der Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit und die
Alltagsfunktionen (act. G 9).
C.f Mit Schreiben vom 12. August 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 11).
C.g Mit Schreiben vom 9. Juni 2016 reichte der Beschwerdeführer den definitiven
Austrittsbericht vom 13. April 2016 über die vom 22. März bis 12. April 2016 dauernde
stationäre Behandlung in der Klinik G._ ein (act. G 17). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 19).

Erwägungen
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine
anspruchsrelevante Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
verneint hat, bzw. ob nun eine rentenbegründende Einschränkung vorliegt.
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit
können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne
von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines
psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
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abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser
Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass
sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat
sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der
versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, 133 V 108 E.
5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab.
Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt,
um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu
beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch
dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen).
2.5 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt, da der
Beschwerdeführer als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren ist und deshalb ein reiner
Einkommensvergleich durchzuführen ist, vor allem von der ärztlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die versicherte
Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG; vgl.
BGE 128 V 29 E. 1; 130 V 343 E. 3.4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2014,
9C_152/2014, E. 3.1).
2.6 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1; Art. 61 lit. c ATSG).
2.7 Die Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Für das gesamte Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG).
2.8 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3.
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3.1 Die ursprüngliche rentenabweisende Verfügung vom 25. Februar 2010 (IV-act. 75),
welche unangefochten in Rechtskraft trat, beruhte im Wesentlichen auf den
Erkenntnissen aus der polydisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers durch
das ABI am 12. Oktober 2009 (IV-act. 64, vgl. Sachverhalt A.g). Nach erfolgter
Wiederanmeldung am 14. Dezember 2011 (IV-act. 84) trat die Beschwerdegegnerin,
nachdem sie zuerst eine Nichteintretensverfügung erlassen wollte (vgl. IV-act. 87, 97),
auf die Wiederanmeldung ein und prüfte den Leistungsanspruch materiell. Mit
Verfügung vom 15. April 2015 wies sie den Anspruch auf eine Invalidenrente wegen
eines zu geringen Invaliditätsgrades (25%) ab (vgl. IV-act. 107, 114, 115, 118, 169).
3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 15. April 2015 (IV-act. 169) stützte sich die
Beschwerdegegnerin insbesondere auf das ABI-Verlaufsgutachten vom 30. Juni 2014
(IV-act. 143) und die Stellungnahmen des RAD vom 11. Juli, 9. Oktober, 24. November
2014 und 13. April 2015 (IV-act. 144, 155, 159, 168) ab und ging infolgedessen
unverändert von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus. Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer in den Rechtsschriften (vgl. act. G 1,
G 4, G 13, G 17) sinngemäss geltend, das ABI-Gutachten vom 30. Juni 2014 sei nicht
beweiskräftig, denn die angegebene Arbeitsfähigkeit von 80% sei zu hoch, zumal er
sich nach der ABI-Begutachtung erneut einer Rückenoperation (11. Juli 2014) habe
unterziehen müssen (vgl. act. G 4.2) bzw. sich sein Gesundheitszustand erneut
verschlechtert habe. Die Verschlechterung sei belegt durch den Austrittsbericht der
Klinik H._ vom 21. April 2015 und den Arztbericht des Wirbelsäulenzentrums D._
vom 12. März 2015. Gemäss den Fachärzten betrage seine theoretische
Arbeitsfähigkeit lediglich zwei bis drei Stunden pro Tag in einer sitzenden und
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben von Lasten bzw. bis 5 kg (vgl. act. G 1.4, G
4.4). Im Weiteren wendet der Beschwerdeführer ein, sein psychisches Leiden sei von
den ABI-Gutachtern nicht ausreichend berücksichtigt worden, denn gemäss Bericht
der Klinik G._ vom 1. Juni 2016, in welchem u.a. eine rezidivierende depressive
Störung (Suizidversuch 2012), gegenwärtig schwere Episode mit jetzt chronischem
Verlauf (ICD-10: F33.2), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit vorwiegend narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61) ausgewiesen werde, sei
längerfristig von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit auf dem freien Markt auszugehen
(vgl. act. G 17.1).
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3.3 Festzustellen ist, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowohl im
Erstanmeldungs- als auch im Wiederanmeldungsverfahren polydisziplinär durch ABI-
Gutachter beurteilt worden war. In beiden Gutachten wurde die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit auf 80% eingeschätzt (vgl. IV-act.64, 144). Die den
Beschwerdeführer behandelnden Ärzte gehen dagegen sowohl in physischer als auch
in psychischer Hinsicht von einer geringeren Arbeitsfähigkeit aus (vgl. act. G 1.4-3: AF
von 2 bis 3 Stunden pro Tag; act. G 4.3: "Ist wegen den Beschwerden arbeitsunfähig";
act. G 4.4: AF von 2 bis 3 Stunden pro Tag in einer leichten Tätigkeit; act. G 13.2:
100%ige AUF aus psychiatrischer Sicht; act. G 17.1: AF von 0% für jegliche Form von
Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt auch längerfristig).
3.4 Nachfolgend ist zuerst das ABI-Gutachten vom 30. Juni 2014 (IV-act. 143) zu
würdigen.
3.4.1 An der Begutachtung waren die Fachärzte Dr. med. I._, Allgemeine Innere
Medizin FMH (Fallführung), Dr. med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Dr.
med. K._, orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med. L._, Dermatologie FMH,
beteiligt. Festzustellen ist, dass mit dieser Besetzung die relevanten medizinischen
Fachdisziplinen ausreichend vertreten sind und den Gutachtern die medizinischen
Vorakten zur Verfügung standen.
3.4.2 Gemäss dem internistischen und fallführenden ABI-Gutachter Dr. I._
entsprachen die erhobenen Befunde denjenigen, die auch in den Akten erwähnt seien.
Gegenüber der ersten ABI-Begutachtung im Jahr 2009 sei der Diabetes mellitus und
die PAVK neu dazugekommen. Diese hätten jedoch keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit, weshalb aus internistischer Sicht die Arbeitsfähigkeit weiterhin nicht
eingeschränkt sei (IV-act. 143-16).
3.4.3 Der psychiatrische Gutachter Dr. J._ erhob keine psychiatrische Diagnose mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte
er eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0; IV-act. 143-20). Er führte aus, dass die
geklagten somatischen Beschwerden durch die somatischen Befunde nicht
hinreichend objektiviert werden könnten, so dass eine gewisse psychische
Überlagerung angenommen werden müsse. Eine eigentliche depressive Störung liege
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jedoch nicht vor. Die geklagten Beschwerden seien relativ schwierig einzuordnen, da
die geklagten depressiven Symptome überhaupt nicht mit dem Auftreten des
Beschwerdeführers übereinstimmten, der einen sehr aktiven, zum Teil auch
energischen Eindruck hinterlassen habe. Zudem liege weder eine chronische
körperliche Begleiterkrankung vor noch lasse sich ein ausgeprägter sozialer Rückzug
feststellen. Schwere lebensgeschichtliche Belastungen fänden sich nicht. Hinweise auf
unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Dass
alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge wesentlich damit
zusammen, dass der Beschwerdeführer auf Grund der ausgeprägten subjektiven
Krankheitsüberzeugung wenig Motivation gezeigt habe, sich trotz allfälliger
Restbeschwerden aktiv um die Genesung zu bemühen und sich den Belastungen der
Arbeitswelt wieder auszusetzen. Die vom Beschwerdeführer geklagten psychischen
Beschwerden hätten im Rahmen der Untersuchung nicht objektiviert werden können.
So leide er nicht unter Konzentrationsstörungen, Antriebsstörungen oder ausgeprägten
depressiven Verstimmungen. Die imperativ vertretene Überzeugung des
Beschwerdeführers, nicht mehr arbeiten zu können und Anrecht auf eine Rente zu
haben, seien nicht vereinbar mit einer mittelgradigen oder schweren depressiven
Störung. Zudem sei der Blutspiegel des eingenommenen Antidepressivums weit unter
dem therapeutischen Bereich gelegen. Im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2009
seien keine eigentlichen depressiven Symptome mehr feststellbar gewesen. Zur
Einschätzung des Psychiatrie-Zentrums B._ wurde erklärt, dass diese diskrepant sei.
So sei in den Jahren 2008 bis 2012 einerseits eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 50 und
100% attestiert und andererseits im Bericht vom 12. September 2012 festgestellt
worden, dass eine Depression mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht vorliege. Da
das Psychiatrie-Zentrum B._ festgestellt habe, dass keine eigentliche psychiatrische
Komorbidität vorliege, könne aus psychiatrischer Sicht auch keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei denn
auch von den Klinikärzten aufgrund der körperlichen Einschränkungen und
psychosozialen Belastungen postuliert worden. Dem Beschwerdeführer könne aus
psychiatrischer Sicht zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige
Willensanstrengung aufzubringen, um einer ganztägigen beruflichen Tätigkeit
nachzugehen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung für berufliche
Tätigkeiten, die den körperlichen Einschränkungen angepasst seien (IV-act. 143-19 ff.).
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3.4.4 Die orthopädische Untersuchung durch Dr. K._ ergab folgende Diagnosen,
welchen einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wird: 1. ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5),
degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit Osteochondrosen,
beginnenden Spondylarthrosen und Diskusalterationen, klinisch und bildgebend ohne
objektivierbare Kompression neuraler Strukturen (M47.85/M51.2), anamnestisch
Angabe von nicht dermatomal zuzuordnenden Ausstrahlungen in die Beine, links
grösser als rechts; 2. anamnestisch bilaterale, linksbetonte Hüftschmerzen vor allem
gluteal und trochanter (ICD-10: M79.65), intraossäres Ganglion am Femurkopf links
(ICD-10: M67.45), aktuell kein erkennbares Defizit. Als Diagnose, die ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit sei, wurde genannt ein anamnestisch intermittierendes
multilokuläres Schmerzsyndrom, aktuell weitgehend ohne objektivierbares Korrelat
(ICD-10: R52.1). Gemäss dem Gutachter seien bereits in der Untersuchung im Jahr
2009 degenerative Veränderungen fast der ganzen Wirbelsäule festgestellt worden.
Basierend auf den erhobenen Befunden ging der Gutachter aus orthopädischer Sicht
für körperlich leichte Tätigkeiten in Wechselposition, wobei eine Hebe- und Traglimite
von 10 kg nur ausnahmsweise und von 15 kg nicht überschritten wird und keine länger
dauernden Zwangshaltungen des Rumpfes oder der unteren Extremitäten vorkommen,
von einer vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit mit einer um 20% reduzierten Arbeitsleistung
aus. Diese Einschätzung entspreche der bereits im Gutachten des Jahres 2009
attestierten Arbeitsfähigkeit. Bereits damals hätten sich deutliche Diskrepanzen bei
vergleichbaren klinischen Befunden, die auf eine Selbstlimitierung des
Beschwerdeführers hinwiesen, gezeigt. In Bezug auf die weiteren Arztberichte und
insbesondere diejenigen von Dr. F._ wird im Gutachten festgestellt, dass sich keine
sehr gute Korrelation zwischen den Beschwerdeangaben und den bildgebenden
Befunden finden lasse. Es sei eine klare Selbstlimitation erkennbar, denn bei geduldiger
Untersuchung habe der Beschwerdeführer deutlich bessere Ressourcen mobilisieren
können. Im Weiteren weist der Gutachter darauf hin, dass es nicht statthaft sei,
undifferenziert eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten rein
aufgrund von bildgebend sichtbaren degenerativen Veränderungen an der
Lendenwirbelsäule zu attestieren. Korrekterweise hätten nur für belastende Tätigkeiten
wesentliche Einschränkungen attestiert werden dürfen (IV-act. 143 25 ff.).
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3.4.5 In der dermatologischen Untersuchung durch Dr. L._ zeigte sich ein anuläres
elastolytisches Riesenzellgranulom (ICD-10: K10.1) bei Status nach Analfissur (ICD-10:
K60.2). Es bestehe aus dermatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im
Freien. Zudem müsse der Kontakt zu Chemikalien gemieden werden. Für angepasste
Tätigkeiten in geschlossenen Räumlichkeiten bestehe dagegen keine
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 143-29 f.).
3.4.6 In der Gesamtbeurteilung wurde festgehalten, dass sich die vom
Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden mit den objektivierbaren Befunden
nicht vollständig erklären liessen. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende
berufliche Tätigkeit ohne Arbeiten im Freien bestehe eine 80%ige Arbeits- und
Leistungsfähigkeit (ganztägig verwertbar, erhöhter Pausenbedarf). Insgesamt habe sich
die Arbeitsfähigkeit seit der letzten Untersuchung im Jahr 2009 nicht verändert. Es
könne dem Beschwerdeführer zugemutet werden, die nötige Willensanstrengung
aufzubringen, um einer angepassten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 143-31 ff.).
3.4.7 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vermag mit Blick auf das zuvor
Gesagte das ABI-Gutachten vom 30. Juni 2014 zu überzeugen. Es beantwortet die
gestellten Fragen umfassend, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten
Beeinträchtigungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und
Zusammenhänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schlussfolgerungen in
nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Das Gutachten wird damit den von der
Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Stellungnahme (vgl. Erwägung 2.8) gerecht. Ihm ist daher volle Beweiskraft
zuzuerkennen.
3.5 Der Beschwerdeführer reichte verschiedene Arztberichte von behandelnden Ärzten
zum Nachweis einer höheren Arbeitsunfähigkeit ein. Nachfolgend sind insbesondere
die nach der ABI-Begutachtung erstellten fachärztlichen Berichte zu würdigen.
3.5.1 In Bezug auf die Arztberichte des Facharztes für orthopädische Chirurgie Dr.
F._ ist festzustellen, dass die gestellten orthopädischen Befunde und Diagnosen
weitestgehend mit denjenigen des orthopädischen ABI-Gutachters übereinstimmen.
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Die Berichte enthalten jedoch nur wenig differenzierte und nachvollziehbare Aussagen
zur Arbeitsfähigkeit. Im Arztzeugnis vom 31. Oktober 2014 (IV-act. 163-3) wird zum
Nachweis der Arbeitsunfähigkeit auf gescheiterte Arbeitsversuche nach dem 21. Juni
2011 verwiesen. Dazu ist festzustellen, dass die letzten aktenkundigen Arbeitsversuche
im Jahr 2008 bei der früheren Arbeitgeberin stattfanden. Bereits damals scheiterten die
Arbeitsversuche insbesondere an der Selbstlimitierung des Beschwerdeführers (vgl.
Sachverhalt A.d). Im Arztbericht vom 12. März 2015 (IV-act. 163) erklärte Dr. F._,
dass dem Beschwerdeführer aus orthopädischen Gründen eine tägliche Arbeitszeit in
einer körperlich leichten Tätigkeit (Gewichtsbelastung bis 5 kg) von zwei bis drei
Stunden zumutbar sei, wobei die Anwesenheitsdauer erhöht werden könne, um
vermehrte Pausen zu ermöglichen. Aus dieser Umschreibung der Arbeitsfähigkeit kann
nicht unbesehen gefolgert werden, dass dem Beschwerdeführer eine besonders leichte
Tätigkeit (bspw. eine Kontrolltätigkeit) nicht ganztägig mit einem Leistungsgrad von
80% gemäss der gutachterlichen Einschätzung zumutbar wäre. Die Berichte von Dr.
F._ vermögen daher die gutachterliche Einschätzung betreffend einer zumutbaren
leidensangepassten Tätigkeit bei einem Leistungsgrad von 80% nicht zu widerlegen.
3.5.2 Im Schreiben des Psychiatrie-Zentrums B._ vom 10. Februar 2015 zu Handen
des Sozialamtes (IV-act. 164) wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht attestiert, wobei der Einfluss der psychiatrischen Symptomatik
auf die Arbeitsunfähigkeit wechsle und nicht isoliert von den körperlichen Beschwerden
betrachtet werden könne. Dieser Bericht bringt keine neuen Erkenntnisse, welche die
Einschätzung der ABI-Gutachter und des RAD widerlegen würde, denn es fehlen
insbesondere differenzierte Aussagen zu den Auswirkungen der psychischen Leiden
auf die Arbeitsfähigkeit und speziell hinsichtlich des vom ABI definierten
Anforderungsprofils für eine leidensangepasste Tätigkeit. Es ist daher nicht
nachvollziehbar, dass selbst für eine leidensangepasste Tätigkeit aus psychiatrischer
Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliegen soll.
3.5.3 Im Austrittsbericht der Klinik H._vom 21. April 2015 (act. G 1.4-3) wird die
theoretische Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (sitzende und
wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben von Lasten) unter Berücksichtigung der
emotionalen Situation mit zwei bis drei Stunden pro Tag angegeben. Die Aussagekraft
der Arbeitsfähigkeitseinschätzung muss jedoch relativiert werden, denn gemäss dem
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Klinikbericht bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen der vom Beschwerdeführer
beschriebenen Leistungsfähigkeit im Alltag und derjenigen in den durchgeführten
Tests, welche deutlich geringer gewesen sei (act. G 1.4-3).
3.5.4 Zum Austrittsbericht der Klinik G._ vom 1. Juni 2016 (act. G 17.1) ist
festzustellen, dass sich dieser auf den Klinikaufenthalt vom 22. März bis 12. April 2016
bezieht und damit auf einen Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom
15. April 2015. Zum vorliegend relevanten Zeitraum vor Verfügungserlass (vgl. dazu
BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N
99 zu Art. 61) können aus dem Bericht keine gesicherten Erkenntnisse zur
Arbeitsfähigkeit bis zum Verfügungserlass gewonnen werden, zumal der
Beschwerdeführer gegenüber den Klinikärzten kundtat, dass er seit Dezember 2015 -
und damit nach Verfügungserlass - nun unter weiter zunehmenden Problemen mit
Schmerzen und depressiven Symptomen leide.
3.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Arztberichte der behandelnden
Fachärzte die im ABI-Gutachten ausgewiesene Arbeits- und Leistungsfähigkeit von
80% hinsichtlich einer zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit nicht derart zu
erschüttern bzw. gar zu widerlegen vermögen, dass weitere Abklärungen geboten
wären bzw. nicht mehr auf das ABI-Gutachten vom 30. Juni 2014 (und die RAD-
Stellungnahmen) abgestellt werden könnte. An dieser Einschätzung vermag die
Diskushernienoperation im Juli 2014 nichts zu ändern, wurde doch die
Rückenproblematik insgesamt vom ABI-Gutachter erkannt, gewürdigt und im
Anforderungsprofil für eine zumutbare leidensangepasste Tätigkeit berücksichtigt. Vom
RAD wurde gestützt auf den eingeholten Bericht der Neurochirurgischen Klinik des
KSSG vom 31. Oktober 2014 (IV-act. 158) nachvollziehbar und schlüssig dargelegt,
dass die nach dem ABI-Gutachten erstellten Arztberichte an der Arbeits- und
Leistungsfähigkeitseinschätzung der ABI-Gutachter bezüglich einer
leidensangepassten Tätigkeit nichts zu ändern vermöchten. So habe sich die
therapierefraktäre Schmerzsymptomatik im Dermatom L4 links, die von einer
extraforaminalen lumbalen Diskushernie L4/5 links hergerührt habe, nach einer
mikrochirurgischen Herniensanierung komplett zurückgebildet. Damit sei der
Beschwerdeführer wieder auf die im ABI-Gutachten beschriebene Funktions- und
Beurteilungsebene zurückgekehrt, so dass auf das ABI-Gutachten und die bisherigen
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RAD-Einschätzungen weiterhin abgestellt werden könne (IV-act. 155, 159). Es ist daher
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Selbstlimitierung die
leidensangepassten Tätigkeiten gemäss ABI-Gutachten ausführen kann (z.B. eine
Kontrolltätigkeit in einem Produktionsbetrieb). Folglich ist auf die vom ABI festgelegte
Arbeits-/Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 80% abzustellen.
4.
Im Weiteren ist der Grad der Invalidität zu bestimmen. Dafür wird gemäss Art. 16 ATSG
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarklage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (vgl. auch Erwägung 2.5).
4.1 Da vorliegend mangels gegenteiliger Hinweise davon auszugehen ist, dass der
Beschwerdeführer als Gesunder im gleichen Umfang in seiner bisherigen Tätigkeit
weitergearbeitet hätte, bildet das zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte
Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens. Den Akten kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer
beim Auftreten der gesundheitlichen Beschwerden als Produktionsmitarbeiter im
Schichtbetrieb bei der M._ AG angestellt war (IV-act. 51). Gemäss den Angaben der
damaligen Arbeitgeberin vom 4. März 2009 verdiente er in seinem 100%-Pensum
zuletzt Fr. 61'973.- pro Jahr (IV-act. 51). Die Beschwerdegegnerin ging folglich korrekt
im Erstanmeldungsverfahren von einem Valideneinkommen von Fr. 61'973.- (IV-act. 68,
75) und im Wiederanmeldungsverfahren unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung
von einem solchen von Fr. 65'872.- (IV-act. 145, 169) aus.
4.2 Beim Invalidenlohn stellte die Beschwerdeführerin auf die Tabellenwerte der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (Privater Sektor, Niveau 4)
ab. Ausgehend vom Tabellenlohn im Erstanmeldungsverfahren von Fr. 61'466.- (vgl. IV-
act. 68) und im Wiederanmeldungsverfahren von Fr. 61'776.- (vgl. IV-act. 145) sowie
einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 80% ermittelte sie einen
erzielbaren Invalidenlohn von Fr. 49'174.- bzw. Fr. 49'421.-. Da diese Art der
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Bestimmung des Invalidenlohns der langjährigen Rechtsprechung entspricht und keine
(Ermittlungs-) Fehler ersichtlich sind, ist auf den von der Beschwerdegegnerin im
Wiederanmeldungsverfahren ermittelten Invalidenlohn von Fr. 49'421.- abzustellen (vgl.
BGE 135 V 297 E. 5.2; 129 V 475 E. 4.2.1).
4.3 Ein Valideneinkommen von Fr. 65'872.- und ein Invalideneinkommen von Fr.
49'421.- ergeben einen Invaliditätsgrad von 25%.
4.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne angemessen gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen können (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg
zu verwerten in der Lage sind (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Dabei hängt die Frage, ob und
in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen – insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren –
des konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzuges ist unzulässig
(BGE 126 V 75 E. 5b; 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigte bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads keinen Leidensabzug (vgl. IV-
act. 145). Diesbezüglich ist festzustellen, dass im zuvor ermittelten Invalidenlohn die
20%ige Leistungsreduktion bereits berücksichtigt ist, weshalb nur noch die qualitativen
Einschränkungen, welche zu einer unterdurchschnittlichen Bezahlung im Vergleich zum
Durchschnittslohn führen, zu berücksichtigen sind. Ein 15% übersteigender Abzug
erscheint vorliegend jedenfalls nicht gerechtfertigt, zumal der Beschwerdeführer über
langjährige Erfahrung in einem Produktionsbetrieb sowie über recht gute
Deutschkenntnisse verfügt, welche wirtschaftlich verwertbar sind (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 14. November 2017, 9C_200/2017, E. 4). Da auch der hier
höchstmöglich in Frage kommende Abzug von 15% keinen Rentenanspruch zu
bewirken vermag (resultierender Invaliditätsgrad von 36%; vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG),
kann eine exakte Bestimmung des Abzugs vorliegend unterbleiben.
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4.5 Liegt wie vorliegend der Invaliditätsgrad unter 40%, besteht kein Anspruch auf eine
Invalidenrente der Invalidenversicherung (vgl. Erwägung 2.2).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der
Bezahlung zu befreien.
5.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).