Decision ID: 33ba92d6-dc63-4e8e-b6e5-10f6fe6340a8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1981 geborene
X._
meldete sich am 24. Januar 2014 beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
zur Arbeits
vermittlung an (Anmeldebestätigung vom 24. Januar 2014, Urk. 9/93) und beantragte ab dem 23. Januar 2014 Arbeitslosenentschädigung (Antrag vom 23. Januar 2014, Urk. 9/89-92). Mit Verfügung vom 25. Februar 2014 ver
neinte die
Unia
Arbeitslosenkasse einen Anspruch von
X._
auf Arbeitslosenentschädigung, da kein Lohnfluss nachgewiesen sei (Urk. 9/22-23). Die von
X._
erhobene Einsprache (Urk. 9/10) wies die
Unia
Arbeits
losenkasse mit
Einspracheentscheid
vom 31. März 2014 ab (Urk. 9/2-5).
Dage
gen erhob
X._
am 13. Mai 2014 Beschwerde
. Diese
hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
2.
Dezember 2014 in dem Sinne gut, dass der
Ein
spracheentscheid
der
Unia
Arbeitslosenkasse vom 3
1.
März 2014 mit der Fest
stellung, dass
X._
die Beitragszeit erfüllt hat, aufgehoben und die Sache an die
Unia
Arbeitslosenkasse
zurückgewiesen wurde, damit sie von
X._
vollständige Auszüge
der letzten Jahre
des Kontos der
A._
bei der
B._
und des Kontos von
X._
persönlich bei der
C._
beiziehe und hernach den versicherten Verdienst von
X._
- sofern er die übrigen Anspruchsvoraussetzungen gemäss
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG) erfüllt – neu berechne (
Prozess Nr. AL.2014.00085;
Urk.
7/I/20).
1.2
In der Folge
forderte die
Unia
Arbeitslosenkasse
X._
mit Schreiben vom 1
9.
Januar 2015 auf, vollständige Auszüge seines Privatkontos bei der
C._
für die Zeit von Januar bis Dezember 2013, vollständige Aus
züge des Kontokorrentkontos bei der
B._
für die Zeit von Januar bis Dezember 2013 und Kontoblätter der
Konti
„
1000 Kasse
“
sowie
„
1100 Forde
rungen gegenüber Dritten
“
für das Jahr 2013 einzureichen und zu erklären, woher, respektive von welchem Konto die Gutschriften auf dem Konto der
C._
stammen (
Urk.
7/I/19). Am 1
9.
Februar 2015 reichte
X._
der
Unia
Arbeitslosenkasse Auszüge seines Privatkontos bei der
C._
für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2013 (
Urk.
7/I/11), Aus
züge des Kontokorrentkontos der
A._
bei der
B._
für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2013 (
Urk.
7/I/12) sowie Kontoblätter der
Konti
„
1000 Kasse
“
sowie
„
1100 Forderungen gegenüber Dritten
“ (Urk.
7/I/13)
ein
und er machte Ausführungen zu getätigten Überweisungen (
Urk.
7/I/1
0
). Mit Verfügung vom 1
1.
März 2015 setzte die
Unia
Arbeitslosenkasse den versicher
ten Verdienst
von
X._
ab 2
4.
Januar 2014 auf Fr. 3‘517.-- fest (
Urk.
7/I/7). Die von
X._
am 3
1.
März 2015 erhobene
Einsprache (
Urk.
7/I/5) wies die
Unia
Arbeitslosenkasse mit
Einspracheentschei
d
vom 20.
April 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 3
0.
April 2015 Beschwerde und beantragte, der versicherte Verdienst sei ab dem 2
4.
Januar 2014 auf Fr. 5‘000.
--
festzuset
zen und es seien ihm Verzugszinsen von 5
%
ab 2
4.
Januar 2014
auf d
en
zu wenig ausgerichteten Leistungen
zu bezahlen
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Mai 2015
auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am
2.
Juni 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Festsetzung des versicherten Verdienstes auf Fr. 3‘517.-- davon aus, dass dem Beschwerdeführer von der
A._
in den Monaten Januar bis Juni 2013 jeweils Fr. 5‘000.-- und im Juli 2013 Fr. 9‘532.-- überwiesen worden seien, was ein total von Fr. 39‘352.--ergebe. Unter Abzug der Kinderzulagen von Januar bis Juli 2013 in Höhe von total Fr. 2‘800.--, jedoch unter Aufrechnung von Sozialversicherungsbeiträgen von 13,39
%
, resultiere ein versicherter Bruttolohn von total Fr. 42‘203.
--
bzw. Fr. 3‘517.
--
pro Monat (
Urk.
7/I/7,
Urk.
2 und
Urk.
6)
.
1.2
Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde im Wesentlichen vorbringen, von August bis Dezember 2013 sei
ihm
ein monatlicher Lohn
in Höhe von
netto
Fr.
4‘730.50 bar ausgerichtet worden.
Sein versicherter Ver
dienst belaufe sich daher auf Fr. 5‘000.-- pro Monat (
Urk.
1
,
Urk.
7/I/5
und
Urk.
7/I/
10
).
2.
Nach
Art.
23
Abs.
1 AVIG gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde.
Art.
37
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung (
AVIV
)
regelt den Bemessungszeitraum. Danach bemisst sich der versicherte Verdienst nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs
Bei
tragsmonate
(nach
Art.
11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den
Leis
tungsbezug
(
Abs.
1). Er bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als derjenige nach Absatz 1 (
Abs.
2).
Massgebend f
ür die Berechnung des versicherten Verdienstes
sind die Lohn
zahlungen, welche
die versicherte Person effektiv bezog
en hat
(vgl. Kupfer Bucher in:
Murer
/Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversi
cherungsrecht
, AVIG,
4.
Auflage, S. 130
bzw. 134
)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 1
1.
März 2015 (
Urk.
7/I/7) bzw. im
Einspracheentscheid
vom 2
0.
April 2015 (
Urk.
2) davon aus, dass
Januar bis Dezember 2013
die letzten zwölf Beitragsmonate des Beschwerde
führers waren. Nachdem der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben bis 2
2.
Januar 2014 bei der
A._
ge
arbeitet
hatte
(vgl.
Urk.
9/89-92
,
Kündigung vom 2
3.
Januar 2014,
Urk.
9/87
), er selber für Januar 2014 jedoch keine Lohnzahlung mehr geltend macht
(
Urk.
7/I/10)
, kann er gegen diese Einschätzungen nichts vorbringen
, was zu einer abweichenden Beurteilung zu seinen Gunsten führen würde
(vgl. BGE 131 V 444)
.
3.2
Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Auszüge
n
seines Privatkontos bei der
C._
(
Urk.
7/I/11) und des
Kontokorrentkonto
s der
A._
bei der
B._
(
Urk.
7/I/12) gehen für die Zeit von Januar bis Juni 2013 monatliche Zahlungen in Höhe von Fr. 5‘000.
--
und für Juli
2013
eine Zahlung in Höhe von Fr. 9‘352.-- vom Konto der
A._
auf das Privatkonto des Beschwerdeführers hervor. Dies ergibt
insgesamt Zahlungen
in Höhe
von Fr. 39‘352.--
. Diese wurden von
der Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des versicherten Verdiensts berücksichtigt.
Für die Zeit von August bis Dezember 2013 sind keine
Banküberweisungen mehr ausgewiesen. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe monatlich einen Lohn in Höhe von
Fr. 4‘730.50
in bar
bezogen. Dem Konto
„
1000 Kasse
“
der
A._
sind für die Monate August bis Dezember 2013
tat
sächlich
monatliche Belastungen
mit dem Buchungstext „
X._
“
in Höhe von Fr. 4‘730.50 zu entnehmen (
Urk.
7/I/13).
Diese Buchung
en sind
jedoch kein Beleg dafür, dass die Zahlungen tatsächlich erfolgt sind.
Dies gilt umso mehr, als a
us der Bilanz der
A._
hervorgeht, dass Ende 201
2
ein
Kontokorrentguthaben der
A._
gegenüber dem Be
schwerdeführer
von
Fr.
42‘689.26
bestand
. Ende 2013 wich dieses Guthaben einem Ausstand von
Fr.
14‘076.74 (
Urk.
9/39, vgl.
Urk.
9/81 ff.), was darauf schliessen lässt, dass für das Jahr 2013 zumindest nicht die vollständigen Löhne ausbezahlt wurden. Es fällt zudem auf, dass
auch die Löhne von Januar bis und mit Juli 2013 als Barauszahlungen verbucht wurden (
Urk.
9/79-81),
betreffend diese Löhne jedoch
unbestrittenermassen keine
Barauszahlung erfolgte, wurden diese Löhne doch mittels
Banküberweisung
beglichen
.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, dass dem Beschwerdeführer für das Jahr 2013 von der
A._
Löhne in Höhe von Fr. 39‘352.-- ausgerichtet wurden.
3.3
Da
die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung des versicher
ten Verdienstes
gestützt auf die ausgewiesenen Zahlungen in Höhe von Fr. 39‘352.--
nicht zu beanstanden ist
(
[
Fr. 39‘352.-- - Fr. 2‘
800.--]
: 86,61 [vgl.
Urk.
9/79] x 100 : 12 = Fr. 3‘516.--
)
und der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Verzugszinsen hat (vgl. Kupfer Buch
er, a.a.O.
, S. 117 f.)
,
erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.