Decision ID: faf4e7b6-16b4-5f5a-a5c6-e20f6399bb34
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 16. August 2004 bei der Invalidenversicherung (IV)
zum Leistungsbezug an. Sie wuchs in B._ auf und lebte von 1991 bis zur Einreise in
die Schweiz am 30. Juni 2004 in C._ (act. G 4.1/1). Grund der Anmeldung war
gemäss Arztbericht vom 13. Oktober 2004 von Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine
Innere Medizin FMH, eine Spondylolisthesis Grad I L5/S1 (Z. n. dorsaler Stabilisierung
sowie zuletzt ventraler interkorporeller Spondylodese 26. Mai 2005; act. G 4.1/6).
A.b Mit Verfügung vom 7. Oktober 2005 wurde ein Rentenanspruch abgewiesen, da
die Versicherte schon vor ihrer Einreise in die Schweiz an Rückenschmerzen gelitten
habe (act. G 4.1/11).
A.c Um einen allfälligen Anspruch auf Ergänzungsleistung prüfen zu können, wurde
eine Haushaltsabklärung (act G 4.1/23) sowie eine interdisziplinäre Abklärung beim
Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen (act. G 4.1/29 und 39) durchgeführt. Mit
Schreiben vom 26. Februar 2008 teilte die IV-Stelle mit, der Invaliditätsgrad betrage
13% (act. G 4.1/42).
B.
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B.a Am 15. März 2012 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an. Die Versicherte gab eine psychische Beeinträchtigung aufgrund des
Todesfalles ihres Ehemannes an (act. G 4.1/45).
B.b Gemäss Fragebogen für Arbeitgebende vom 21. September 2012 hatte die
Versicherte von April 2009 bis 17. November 2011 zu einem Arbeitspensum von 100%
bei der E._ GmbH als Reinraumangestellte für Verpackungsarbeiten gearbeitet. Seit
dem Suizid ihres Ehemannes sei sie krankgeschrieben (act. G 4.1/54).
B.c Mit Arztbericht vom 22. Juni 2012 führte Dr. med. F._ aus, die Versicherte leide
seit Anfang Dezember 2012 (richtig: 2011) an einer mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10: F32.1). Seit Behandlungsbeginn am 11. Dezember 2011 bzw. seit Dezember
2011 sei die Versicherte bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Die bisherige
Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar, da Konzentrationsschwächen,
Vergesslichkeit, Angstgefühle und Orientierungsschwächen bestünden, welche sich
negativ auf die Arbeit auswirkten. Es bestehe ein schwer depressiver Zustand. Aktuell
könne keine verlässliche Prognose gestellt werden (act. G 4.1/64).
B.d Im Arztbericht vom 8. Januar 2013 wurde von Dr. med. G._, Fachärztin
Psychiatrie und Psychotherapie vom Psychiatrie-Zentrum H._, eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und ein Zustand nach fünfmaliger
Wirbelsäulenoperation (zuletzt 2003 in I._) diagnostiziert. Aktuell sei die Versicherte
noch zu 100% arbeitsunfähig, in absehbarer Zeit könne mit einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Aufgrund von Ein- und Durchschlafstörungen,
ausgeprägten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie depressiver
Symptomatik mit reduzierter Belastbarkeit, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit und
passiver Todessehnsucht sei die Versicherte derzeit nicht in der Lage, einer Arbeit
nachzugehen (act. G 4.1/74).
B.e Am 20. März 2013 ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung in den
Fachgebieten allgemeine Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie an (act. G 4.1/81).
B.f Mit polydisziplinärem Gutachten vom 27. Oktober 2013 der Medas Interlaken
Unterseen GmbH wurden folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
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Arbeitsfähigkeit festgehalten: Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1),
bestehend seit dem 17. November 2011; rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichtgradige Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.00),
bestehend seit mehr als zehn Jahren; chronisches lumboradikuläres Schmerzsyndrom
L5/S1 (ICD-10: M54.6) links; chronische Zervikobrachialgie links (ICD-10: M54.02) bei
leichtgradiger Spondylarthrose und Osteochondrose HWK3/4 und HWK5/6. Auf der
psychisch-geistigen Ebene sei die Versicherte aufgrund der Diagnosen vom 17.
November 2011 bis 15. Juli 2013 zu 100% eingeschränkt gewesen, seit dem 15. Juli
2013 noch zu 50%. Der Versicherten seien auf körperlicher Ebene mittelschwere und
schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr zumutbar, eine angepasste Verweistätigkeit
sowie die bisherige Tätigkeit seien zur Hälfte eingeschränkt. Im sozialen Bereich habe
der Selbstmord des Ehemannes die Familie aufgewirbelt und durcheinandergebracht.
Die Versicherte selbst sehe sich nicht mehr als arbeitsfähig an. Durch die psychischen
und somatischen Störungen bestehe eine Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit.
Die bisherige als auch eine angepasste Tätigkeit seien der Versicherten noch zu 4.2
Stunden pro Tag zumutbar, am besten aufgeteilt auf vormittags und nachmittags,
wobei keine zusätzlich verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Der Versicherten seien
angepasste, leichte und wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar. Heben und Tragen
von Lasten über fünf Kilogramm sowie auch Tätigkeiten, die langdauernde
Zwangshaltungen des Kopfes oder des Rückens erfordern und Tätigkeiten in kniender
oder kauernder Körperstellung, auf Leitern, Podesten oder unebenem Boden, sollten
vermieden werden (act. G 4.1/89).
B.g Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, ihr ab 17. November 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze
Rente und ab 1. November 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 48% eine Viertelsrente
zuzusprechen. Als Hilfsarbeiterin habe die Versicherte unterdurchschnittlich verdient,
weshalb die beiden Vergleichseinkommen (Valideneinkommen Fr. 49'140.--;
Invalideneinkommen Fr. 25'799.--) parallelisiert worden seien (act. G 4.1/95).
B.h Gegen diesen Vorbescheid erhob die Rechtsvertreterin der Versicherten am 10.
Februar 2014 Einwand. Die "Einsprache" erfolge einzig bezüglich des Invaliditätsgrades
von unter 50%. Der Versicherten sei auch ab August 2013 eine "1/2-, 3/4-Rente"
zuzusprechen und auszubezahlen. Beim Valideneinkommen sei auf das Einkommen
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2011 abzustellen, womit, unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (NLE),
das Valideneinkommen Fr. 52'500.-- betrage, oder es sei auf Tabellenlöhne
abzustellen. Es rechtfertige sich aufgrund der qualitativ ausgewiesenen
Einschränkungen ein Leidensabzug von mindestens 10%. Zu berücksichtigen sei auch
ein Teilzeitabzug von 10%. Der Invaliditätsgrad der Versicherten liege bei
verschiedenen Varianten zwischen 50-61% (act. G 4.1/99).
B.i Mit Verfügung vom 12. Juni 2014 stellte die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten
auf eine ganze Rente ab 17. November 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 100% bzw.
auf eine Viertelsrente ab 1. November 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 48% fest.
Trotz Teilinvalidität (48%) bestehe ab November 2013 weiterhin Anspruch auf eine
ganze Rente, da die Versicherte gleichzeitig die Voraussetzungen für eine Witwenrente
erfülle. Der Durchschnittswert der Erwerbseinkommen gemäss IK-Auszug für die Jahre
2009-2011 betrage unter Abzug der Kinderzulagen Fr. 45'300.--, die IV-Stelle habe
aber dennoch auf den im Fragebogen des Arbeitgebers angegebenen Betrag von Fr.
49'140.-- abgestellt. Ein Leidensabzug sei aufgrund des vorhandenen
Minderverdienstes nicht ausgewiesen und bei vorhandenen Lohnzahlungen könne
nicht auf den LSE-Tabellenlohn abgestellt werden (act. G 4.1/105-108).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhebt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am
16. Juli 2014 Beschwerde mit dem Antrag, die IV-Verfügung betreffend Anspruch und
Rentenleistung einer 1/4 Invalidenrente (Verfügungsteil 2, Invaliditätsgrad=48%) sei
dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin eine Rente in dem den
Invaliditätsgrad von 48% überschreitenden Mehrbetrag zugesprochen werde. Die
Vorinstanz sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine 1/2, 3/4 oder ganze Rente
ab November 2013 zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Begründung
und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die Beschwerdeführerin habe ein schutzwürdiges Interesse an
der Ermittlung eines höheren Invaliditätsgrades, da durch die falsche Ermittlung
Nachteile in anderen Sozialbereichen wie bspw. BVG- oder Ergänzungsleistungen
entstünden. Das Valideneinkommen betrage unter Berücksichtigung der Gratifikation
von Fr. 4'400.-- und der NLE (Frauen = 1%) für das Jahr 2012 Fr. 54'075.40.--.
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Ausgangspunkt für das Invalideneinkommen sei die LSE Tabelle 2010 zzgl. der NLE
von 2% Fr. 51'714.--. Die Beschwerdeführerin müsse aufgrund der qualitativ
ausgewiesenen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sowie erhöhter Anforderungen
an den Arbeitsplatz eine Lohneinbusse in Kauf nehmen. Deshalb rechtfertige sich ein
Leidensabzug von mindestens 15%. Zudem betrage bei einer Arbeitsfähigkeit
zwischen 50-74% der Teilzeitabzug 10%, welcher zusätzlich zu berücksichtigen sei.
Auf der Grundlage dieser Zahlen resultiere bei verschiedenen Varianten ein
Invaliditätsgrad von 50-64.14% (act. G 1).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. August 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, mit der Begründung,
es fehle am Rechtsschutzinteresse. Bei einer nicht gegebenen Legitimation binde der
im IV-Verfahren ermittelte Invaliditätsgrad andere Sozialversicherungen nicht (act. G 4).
C.c In der Replik vom 27. November 2014 hält die Beschwerdeführerin daran fest, ein
Rechtsschutzinteresse sei gegeben. Es bestehe eine Bindung der Z._ an die IV-
Ermittlung der Beschwerdegegnerin, da die Vorsorgeeinrichtung ins
Einwendungsverfahren einbezogen worden sei, und auch aufgrund von Art. 26 Ziff. 2
und 3 des Kassenreglements der Z._ vom 1. Januar 2014. Die Verbindlichkeit der
Festsetzung des rentenbegründenden Invaliditätsgrades sei umso mehr zu bejahen, da
die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad exakt berechnet habe und die
Vorsorgeeinrichtung stets ins laufende Verfahren einbezogen gewesen sei.
Hauptsächlich gehe es darum, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen IV-
Verfügung die Berechnung des Valideneinkommens nicht richtig und einen Leidens-
und Teilzeitabzug zu Unrecht nicht vorgenommen habe. Im Übrigen sei auch eine
Wiederverheiratung nicht nur in theoretischer Hinsicht gegeben (act. G 10).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 12).
C.e Mit Schreiben vom 31. August 2015 wurde den Parteien durch die
Verfahrensleitung mitgeteilt, es sei vorgesehen, die Pensionskasse in das
Beschwerdeverfahren beizuladen (act. G 14). Am 30. September 2015 wurde die
Pensionskasse förmlich beigeladen und ihr Gelegenheit gegeben, sich vernehmen zu
lassen (act. G 17). Mit Stellungnahme vom 19. Oktober 2015 führte die Z._ aus, die
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am 12. Juni 2014 erlassene Verfügung der Beschwerdegegnerin sei für sie verbindlich,
soweit sie in Rechtskraft eintrete oder eingetreten sei. Die Verfügung sei nicht
offensichtlich unhaltbar (act. G 18).

Erwägungen
1.
Vorliegend wird das Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin bestritten. Vorweg
ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der
materiellen Prüfung der Beschwerde hat.
1.1 Nach Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch
die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat.
1.2 Nach der Rechtsprechung muss für eine Überprüfung des Invaliditätsgrades ein
unmittelbares und aktuelles Interesse rechtlicher oder tatsächlicher Natur
nachgewiesen sein. Eine "Rechtsanwendung auf Vorrat" für hypothetische künftige
Sachverhalte ist daher ausgeschlossen. Beispielsweise vermag der Umstand, dass
eine Witwe möglicherweise in der Zukunft wieder heiraten wird, was zum Verlust der
Witwenrente führen würde, kein Rechtsschutzinteresse an der Überprüfung des durch
die IV-Stelle festgesetzten, allenfalls lediglich grob geschätzten Invaliditätsgrades zu
begründen. Sollte die Witwe tatsächlich später erneut heiraten, wäre der
Invaliditätsgrad auf der Grundlage ihres dannzumaligen Gesundheitszustandes zu
bestimmen (BGE 125 V 24 Erw. 1b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18.
März 2005, I 791/03, Erw. 2.6.1). Bei einer Verfügung über eine Rente der
Invalidenversicherung kann dennoch ein schutzwürdiges Interesse an der sofortigen
Feststellung eines höheren Invaliditätsgrades bestehen, auch wenn sich ein solcher
nicht auf die Höhe der IV-Leistung auswirkt. Ein solches schutzwürdiges Interesse liegt
vor, wenn die Verfügung der IV für eine andere Sozialversicherung verbindlich ist. Eine
Bindungswirkung entsteht, wenn die Sozialversicherung ins Vorbescheidverfahren
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einbezogen und ihr die Verfügung eröffnet wurde. Im Übrigen entfalte der im IV-
Verfahren ermittelte Invaliditätsgrad dann keine Bindungswirkung für die berufliche
Vorsorge, wenn er nicht genau ("präzis") bestimmt werden müsse, weil eine grobe
Schätzung für die Festsetzung des Umfangs des Anspruchs oder die Verneinung
genüge (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2012, 9C_822/2011, E. 3.1 mit
Hinweis und E. 3.2.2).
1.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass eine Bindung der Z._ an die IV-
Ermittlung der Beschwerdegegnerin bestehe. Die Z._ sei gemäss Schreiben vom 15.
Mai 2014 betreffend den Beschluss vom 7. Mai 2014 informiert worden (act. G 10.2).
Die Beschwerdeführerin legte am 25. August 2015 (act. G 13) zudem das Schreiben
der Z._ vom 18. August 2015 ins Recht, welches eine Berechnung der Invalidenrente
gestützt auf die Verfügungen der IV bestätigte (act. G 13.1). Die beigeladene Z._ führt
ihrerseits mit Eingabe vom 19. Oktober 2015 aus, die am 12. Juni 2014 erlassene
Verfügung der Beschwerdegegnerin sei für sie verbindlich, zumal diese Verfügung aus
ihrer Sicht nicht offensichtlich unhaltbar sei (act. G 18). Gemäss Art. 26 Ziff. 2 und 3
des Kassenreglements der Z._ vom Januar 2014 liegt Invalidität in dem Masse vor,
wie eine versicherte Person im Sinne der IV invalid ist. Ist eine Versicherte teilweise
invalid, werden die für Vollinvalidität festgesetzten Leistungen in der Höhe gewährt, die
dem Invaliditätsgrad entsprechen (act. G 10.1). Die Z._ zeigte der
Beschwerdeführerin denn auch in ihrem Schreiben vom 15. Mai 2014 bereits an,
gestützt auf den Beschluss der Beschwerdegegnerin bzw. auf die noch zu erlassende
Verfügung unter anderem von einer Erwerbsunfähigkeit von 48% ab 1. November 2013
auszugehen (act. G 10.2). Bei der Verfügung vom 12. Juni 2014 handelt es sich denn
auch nicht um eine grobe Schätzung des Invaliditätsgrades. Vielmehr hat die
Beschwerdegegnerin eine konkrete Berechnung aufgrund eines konkreten
Einkommensvergleiches vorgenommen. Da es offensichtlich ist, dass die Z._ ins
Verfahren eingebunden war, und diese auch bestätigt, an die Verfügung vom 12. Juni
2014 und den darin berechneten Invaliditätsgrad gebunden zu sein, ist das
Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin zu bejahen. Auf die Beschwerde ist
daher einzutreten.
2.
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Der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung vom 12. Juni 2014 mitgeteilt, ab 17.
November 2012 bestehe ein Invaliditätsgrad von 100% und somit ein Anspruch auf
eine ganze Rente. Ab August 2013 sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert, woraus
ein Invaliditätsgrad von 48% resultiere. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen
Karenzfrist bestehe somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. November 2013.
Aufgrund eines gleichzeitigen Anspruchs der Beschwerdeführerin auf eine Witwenrente
verfügte die Beschwerdegegnerin formell einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
ab 1. November 2013. Der Zeitraum vom 17. November 2012 bis 31. Oktober 2013, mit
einem Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin von 100% und folglich der Anspruch
auf eine ganze Rente blieb unbestritten. Bestritten ist jedoch der Invaliditätsgrad von
48% ab November 2013. Die Beschwerdeführerin macht ein anderes
Valideneinkommen als die Beschwerdegegnerin sowie einen von dieser nicht
vorgenommenen Leidens- und Teilzeitabzug geltend, woraus ein höherer
Invaliditätsgrad resultiere. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist jedoch
grundsätzlich der ganze Zeitraum zu prüfen, da es um ein einheitliches
Rechtsverhältnis (Rentenanspruch) geht. Aufgrund der medizinischen Abklärung (vgl.
Gutachten vom 27. Oktober 2013, act. G 4.1/89 S. 32) steht fest, dass die
Beschwerdeführerin vom 17. November 2011 bis 15. Juli 2013 zu 100% und danach -
angestammt und adaptiert - zu 50% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Davon
ist auszugehen, fehlen doch konkrete Anhaltspunkte dafür, dass vom Ergebnis der
medizinischen Abklärung abzuweichen wäre.
2.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2
2.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
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überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59 E. 3.1). Das
Valideneinkommen ist so konkret wie möglich - in der Regel gestützt auf den vor Eintritt
der Invalidität tatsächlich allenfalls während einer längeren Zeitspanne erzielten
Durchschnittsverdienst - zu bestimmen. Hat eine versicherte Person aus
invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen,
ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu
tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken
mit einem bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so
genannte Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des
Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten
Lohnes oder durch Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz
Invalidität realisierbaren Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des
statistischen Wertes vorgenommen. Ergibt sich, dass das Einkommen vor Invalidität
mehr als 5% unter üblicherweise für die gleiche Tätigkeit entrichteten Gehältern lag,
hat im Rahmen des darauf durchzuführenden Einkommensvergleichs die
Parallelisierung der Vergleichseinkommen zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts vom
26. Februar 2010, 8C_683/2009 E. 3.1 und E. 4.1).
2.2.2 Gemäss Angaben der Arbeitgeberin würde die Beschwerdeführerin ohne
Gesundheitsschaden im Jahr 2012 Fr. 49'140.-- (13 x Fr. 3'780.--) bei einem
Arbeitspensum von 40 Stunden pro Woche verdienen (act. G 4.1/54). Gemäss IK-
Auszug generierte die Beschwerdeführerin im Jahr 2009 ein AHV-pflichtiges
unterjähriges Einkommen von Fr. 34'462.-- (April bis Dezember), wovon gemäss
Kumulativjournal Fr. 1'350.-- Schichtzulage und Fr. 500.-- Gratifikation sind. Im Jahr
2010 verdiente die Beschwerdeführerin Fr. 48'918.--, wobei Fr. 2'813.-- auf die
Schichtzulage und Überzeit, und Fr. 650.-- auf die Gratifikation entfallen. Der
Jahreslohn 2011 belief sich auf Fr. 52'500.--, die Schichtzulage betrug Fr. 1'800.-- und
die Gratifikation Fr. 4'400.-- (act. G 4.1/51 und 54). Es wurden somit jedes Jahr
Schichtzulagen und Gratifikationen ausbezahlt, womit diese grundsätzlich
mitzuberücksichtigen sind. Diese sind in der Höhe des Betrages aber nicht derart klar
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definiert oder regelmässig, als dass auf diese abgestellt werden kann, zumal für einen
repräsentativen Durchschnittswert das Arbeitsverhältnis zu wenig lang bestand. Damit
fehlt eine aussagekräftige Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens
aufgrund der lediglich rund 2.5-jährigen Beschäftigung am letzten Arbeitsplatz.
2.3 Da somit vorliegend für die Bestimmung des Valideneinkommens keine
repräsentative Grundlage besteht, ist auf die Tabelle TA1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik, Total sämtlicher
Wirtschaftszweige im privaten Sektor, Kompetenzniveau 1 für Frauen, abzustellen.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit beträgt das
Valideneinkommen im Jahr 2012 somit Fr. 51'441.-- (12 x 4'112.-- / 40 x 41.7). Eine
Parallelisierung wegen Minderverdienstes, wie es die Beschwerdegegnerin
vorgenommen hat, entfällt somit. Nachdem die Beschwerdeführerin nicht erwerbstätig
ist, ist auch das Invalideneinkommen nach dem Tabellenlohn zu bestimmen. Da sowohl
das Validen- wie das Invalideneinkommen auf derselben Grundlage zu berechnen sind,
kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.1). Zu klären ist damit nur noch die Frage der Höhe
des Tabellenlohnabzuges bei der Bestimmung des Invalideneinkommens.
3.
3.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der Abzug soll
aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht
übersteigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1
mit Hinweisen).
3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund der ausgewiesenen körperlichen
und psychischen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sowie der erhöhten
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Anforderungen an den Arbeitsplatz, rechtfertige sich ein Leidensabzug von mindestens
15%. Zudem sei ein Teilzeitabzug von mindestens 10% zu berücksichtigen. Im
orthopädischen Teilgutachten der Medas werden an eine Verweistätigkeit diverse
Anforderungen gestellt: Sie muss leicht und möglichst wechselbelastend sein und
keine Lasten über fünf Kilogramm beinhalten. Vermieden werden müssen Tätigkeiten,
die langandauernde Zwangshaltungen des Kopfes oder des Rückens erfordern und
Tätigkeiten in kniender oder kauernder Körperstellung auf Leitern, Podesten oder
unebenem Boden (act. G 4.1/89 S. 33). Es sind längere Pausen notwendig,
idealerweise mit Aufteilung des Pensums in 2x2.25 Stunden vormittags und
nachmittags (act. G 4.1/89 S. 60). Die Beschwerdeführerin ist demnach auch in nur
leichten Tätigkeiten zusätzlich eingeschränkt. Unter Berücksichtigung dieses
Umstandes und der Aufteilung der 50%igen Arbeitsfähigkeit auf den Vormittag und auf
den Nachmittag ist ein Tabellenlohnabzug von 10% jedenfalls gerechtfertigt, da die
Beschwerdeführerin in der Arbeitssuche erheblich eingeschränkt ist. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung gibt es keinen Anlass für einen Teilzeitabzug bei
Frauen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember 2012, 8C_303/2012, E. 6.2).
Bei einem Tabellenlohnabzug von 10% ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 55% (50% +
[50% x 10%]).
3.3 Zusammenfassend ist somit vom 17. November 2012 bis 15. Juli 2013 von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten und danach von einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit sowohl für die angestammte leichte als auch für eine adaptierte
Tätigkeit auszugehen (vgl. Gutachten Medas vom 27. Oktober 2013, act. G 4.1/89 S.
32). Damit resultiert für die Zeit ab November 2012 ein Invaliditätsgrad von 100% und
ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, und für die Zeit ab 1. November 2013 ein
Invaliditätsgrad von 55% und somit gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
Gemäss Art. 43 Abs. 1 IVG hat die Beschwerdeführerin indessen weiterhin Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, da sie sowohl die Anspruchsvoraussetzungen für eine
Hinterlassenenrente als auch für eine Rente der Invalidenversicherung erfüllt.
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom 12.
Juni 2014 insoweit zu ändern, als die Beschwerdeführerin aufgrund eines
Invaliditätsgrades von 55% gemäss obigen Erwägungen Anspruch auf eine halbe
Rente ab 1. November 2013 hat, es jedoch aufgrund der parallelen Witwenrente bei
einem Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bleibt.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig und die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. In einem
Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine
Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ausgerichtet.