Decision ID: 10d21c63-1560-5f26-ac48-f281552ebace
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im August 1997 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe keine Berufslehre absolviert;
während zehn Jahren habe er als Gärtner-Vorarbeiter und Maschinist und
anschliessend während zwei Monaten (Januar und Februar 1997) als Bodenleger sowie
nebenbei als Hauswart gearbeitet. Zurzeit sei er arbeitslos. Der ehemalige Arbeitgeber
(Gartenbau) berichtete am 29. August 1997, er habe dem Versicherten ab Januar 1996
einen Jahreslohn von 55'635 Franken ausgerichtet. Der Versicherte habe das
Arbeitsverhältnis per Ende Jahr 1996 gekündigt. Im September 1997 gab der
Versicherte an, die Hauswarttätigkeit werde mehrheitlich von seiner Ehefrau ausgeübt
(IV-act. 6). Der orthopädische Chirurg Dr. med. B._ hatte schon am 30. August 1997
berichtet (IV-act. 8), der Versicherte leide an einer starken muskulären
Dekonditionierung mit generalisierten Schmerzen am Bewegungsapparat (vor allem am
Rücken), an einer Beinverkürzung links von 1,5cm mit einer entsprechenden
Skoliosierung sowie an einem Senkfuss links. Wegen der diffusen Rückenschmerzen
seien wiederholt medizinische Abklärungen getätigt worden, mit denen eine
rheumatologische oder neurologische Erkrankung habe ausgeschlossen werden
können. Der Versicherte sei – ausser in Bezug auf Tätigkeiten, bei denen er
regelmässig Lasten von mehr als zehn Kilogramm heben müsste – uneingeschränkt
arbeitsfähig. Ein Berufsberater der IV-Stelle notierte im März 1998 (IV-act. 12), der
Versicherte werde mithilfe von Einarbeitungszuschüssen des regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums in eine neue Tätigkeit eingearbeitet. Ab dem 1. September
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1998 werde er einen Monatslohn von 4'000 Franken erhalten, womit er eine
Erwerbseinbusse von lediglich 300 Franken pro Monat erleide. Es liege „ganz
eindeutig“ keine Invalidität vor. Mit einer Verfügung vom 16. April 1998 wies die IV-
Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab (IV-act. 15).
A.b Im November 2001 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(IV-act. 16). Der Allgemeinmediziner Dr. med. C._ berichtete am 18. Dezember 2001
(IV-act. 22), der Versicherte leide an einer grossvolumigen, links-medio-lateral bis nach
recessal und foraminal reichenden Discushernie L4/5 mit einer Wurzelkompression L5
links sowie an degenerativen Veränderungen der distalen Lendenwirbelsäule. Seit dem
6. August 2001 sei er vollständig arbeitsunfähig. Nach der beruflichen Eingliederung
habe er weiterhin schwere Tätigkeiten verrichten müssen. Die Wiederaufnahme der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, weshalb die Arbeitgeberin das
Arbeitsverhältnis gekündigt habe, obwohl sie mit der Arbeitsleistung des Versicherten
an sich sehr zufrieden gewesen sei. Der Zustand des Versicherten sei besserungsfähig.
Nach einer Operation und einer Rehabilitation dürften Tätigkeiten, bei denen der
Versicherte keine schweren Lasten tragen müsse, uneingeschränkt zumutbar sei. Der
Versicherte habe allerdings Angst vor einem operativen Eingriff. Die ehemalige
Arbeitgeberin teilte am 23. Januar 2002 mit, sie habe dem Versicherten ab dem 1.
Januar 2001 einen Jahreslohn von 62'080 Franken ausgerichtet (IV-act. 23). Im April
2002 berichtete Dr. C._ (IV-act. 28), der Versicherte habe sich am 5. April 2002 doch
noch operieren lassen. Der Verlauf sei komplikationslos gewesen. Nun sei ein
Rehabilitationsaufenthalt vorgesehen. In etwa drei Monaten dürfte der Versicherte
wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sein. Am 28. Juni 2002 gab Dr. B._ an (IV-act.
29), der Versicherte leide trotz der Operation und des Rehabilitationsaufenthaltes an
unveränderten Schmerzen. Es liege wohl eine Somatisierungsstörung vor, weshalb eine
umfassende Abklärung durch eine medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
durchgeführt werden sollte. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS Ostschweiz
am 2. Mai 2003 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 39). Die Sachverständigen
führten aus, aus orthopädischer Sicht seien dem Versicherten nur noch Tätigkeiten
zumutbar, die er stehend und sitzend verrichten könne und bei denen er nicht
wiederholt Lasten von mehr als zehn Kilogramm heben müsse. Dabei benötige er aber
häufige Pausen, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent zu attestieren sei. In
psychiatrischer Hinsicht liege eine gemischte Angst- und depressive Störung mit einer
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ausgeprägten Tendenz zur Somatisierung vor. Die vom behandelnden Psychiater Dr.
med. D._ in einem von der MEDAS Ostschweiz eingeholten Bericht vom 16. Januar
2003 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent sei zu hoch gegriffen. Dieser habe
zahlreiche invaliditätsfremde Faktoren in seine Beurteilung einfliessen lassen.
Gesamthaft sei der Arbeitsunfähigkeitsgrad auf 40 Prozent zu schätzen. Ein
Eingliederungsberater der IV-Stelle notierte im Mai 2003 (IV-act. 41), das
Valideneinkommen betrage 62'080 Franken. Für die Ermittlung des zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens sei auf den Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne gemäss
den Ergebnissen der Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2002 abzustellen. Das
Invalideneinkommen betrage unter Berücksichtigung des Arbeitsunfähigkeitsgrades
von 40 Prozent 34'300 Franken. Mit einer Verfügung vom 5. März 2004 und vom 5. Mai
2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. August 2002 bei
einem Invaliditätsgrad von 45 Prozent eine Viertelsrente zu (IV-act. 52 und 62).
Dagegen liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte am 1. und 22. April 2004 eine
„Beschwerde“ (recte: Einsprache) erheben (IV-act. 53 und 59). Mit einem Entscheid
vom 28. Mai 2004 wies die IV-Stelle die Einsprache ab (IV-act. 64). Dieser
Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.
A.c Im März 2005 erkundigte sich der Versicherte telefonisch bei der IV-Stelle nach
einem Formular für eine Rentenrevision (IV-act. 70). Am 11. März 2005 teilte ihm die IV-
Stelle mit (IV-act. 71), dass er eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse glaubhaft machen müsse. Sie forderte ihn auf, bis spätestens am 14. April
2005 entsprechende Belege einzureichen. Am 8. April 2005 liess der Versicherte ein
Arztzeugnis des Chirurgen Dr. med. E._ vom 15. März 2005 einreichen, laut dem er
seit dem 28. Mai 2004 vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 72 f.). Am 14. April 2005
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 74), dass damit noch keine wesentliche
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht sei. Sie räumte ihm eine
Frist von 30 Tagen zur Einreichung weiterer Belege ein. Nach unbenütztem Ablauf der
Frist erliess sie am 5. Juli 2005 eine Nichteintretensverfügung (IV-act. 78).
A.d Im Februar 2007 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, ein Formular zur
Überprüfung des Rentenanspruchs auszufüllen. Dieser gab am 16. März 2007 an (IV-
act. 81), sein Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahr 2005 verschlechtert. Die
Schmerzen hätten zugenommen und strahlten nun auch in beide Beine bis zu den
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Füssen aus. Am 24. April 2007 berichtete Dr. E._ (IV-act. 85), der
Gesundheitszustand des Versicherten sei seit dem 2. Mai 2003 stationär. Im Mai 2006
sei eine stationäre Rehabilitation durchgeführt worden, die sowohl für den Versicherten
als auch für die Ärzte frustrierend verlaufen sei. Im März 2006 habe der Versicherte
einen Auffahrunfall erlitten. Die in der Folge aufgetretenen Schmerzen in der
Halswirbelsäule seien aber zwischenzeitlich wieder verschwunden. Auf eine Nachfrage
der IV-Stelle hin führte Dr. E._ am 9. Juli 2008 aus (IV-act. 106), der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich im Wesentlichen nicht verändert. Die
beigezogenen Neurochirurgen hätten jeglichen Eingriff abgelehnt. Am 29. August 2008
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er weiterhin einen unveränderten
Anspruch auf die laufende Viertelsrente habe (IV-act. 111). Am 4. September 2008 liess
dieser den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung beantragen (IV-act. 112). Am 19.
Januar 2009 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten die Weiterausrichtung der
unveränderten Rente mit einem Vorbescheid (IV-act. 116). Am 18. Februar 2009 liess
der Versicherte einwenden, Dr. E._ habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert (IV-act. 120). Am 8. April 2009 notierte Dr. med. F._ vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD), Dr. E._ habe keine neuen Befunde genannt, die
eine Rentenerhöhung rechtfertigen könnten (IV-act. 121). Mit einer Verfügung vom 11.
Juni 2009 wies die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch des Versicherten ab (IV-act.
122). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.
A.e Im Juni 2013 notierte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle (IV-act. 140), sie habe
geprüft, ob es sich um einen „syndromalen Fall“ im Sinne der Schlussbestimmungen
zum ersten Massnahmenpaket der sechsten IVG-Revision handle. Unter
Berücksichtigung der im Gutachten der MEDAS vom Mai 2003 erwähnten Diagnosen
sei dies nicht der Fall. Es liege also kein „syndromales Leiden“ vor. Im August 2013
forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen Fragebogen zur Überprüfung des
Rentenanspruchs auszufüllen (IV-act. 141). Dieser gab im September 2013 an (IV-act.
143), sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Er leide an Rückenschmerzen,
an Nackenschmerzen, an Schmerzen in den Beinen und an Schlafstörungen. Zudem
habe sich sein psychischer Zustand verschlechtert. Im Februar 2012 sei eine
Versteifungsoperation am Rücken durchgeführt worden. Am 31. Oktober 2013
berichtete Dr. Z._ (IV-act. 150–1 ff.), dem Versicherten könne keine Erwerbstätigkeit
mehr zugemutet werden. Er benötige eine ganze Rente („100% IV nötig!“). Am 23.
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Oktober 2013 hatte der Neurochirurg Dr. med. G._ berichtet (IV-act. 150–5 f.), der
Versicherte leide an einem chronischen Schmerzsyndrom mit Lumbago, an einer
Cervicalgie, an einer Osteochondrose C6/7 mit linksbetontem Bandscheibenvorfall, an
einem Bandscheibenvorfall mit Spondylodese C5/6 sowie an einer chronischen
Depression. Die Kliniken Valens hatten am 27. März 2013 berichtet (IV-act. 150–10 ff.),
der Versicherte leide an einem chronifizierten panvertebralen Syndrom, an einer
Somatisierungsstörung sowie an einer derzeit remittierten Depression. Eine leichte,
wechselbelastende Halbtagsarbeit sei ihm zumutbar. Am 14. März 2014 teilte die IV-
Stelle dem Versicherten mit, dass er weiterhin einen Anspruch auf die laufende
Viertelsrente habe (IV-act. 157). Am 29. April 2014 liess der Versicherte den Erlass einer
beschwerdefähigen Verfügung beantragen (IV-act. 163). Diesem Begehren entsprach
die IV-Stelle am 6. Mai 2014 (IV-act. 165).
A.f Am 6. Juni 2014 liess der Versicherte eine Beschwerde gegen die Verfügung vom
6. Mai 2014 erheben (IV-act. 168). Sein Rechtsvertreter beantragte die Zusprache
mindestens einer halben Rente spätestens ab dem 1. Mai 2012, eventualiter die
Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Durchführung weiterer Abklärungen und
subeventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Durchführung eines
Vorbescheidsverfahrens. Mit einer Verfügung vom 6. August 2014 widerrief die IV-
Stelle ihre Verfügung vom 6. Mai 2014 (IV-act. 182). Das Beschwerdeverfahren wurde
als gegenstandslos abgeschrieben (vgl. IV-act. 191). Am 16. Oktober 2014 berichtete
Dr. G._ über einen stationären Gesundheitszustand des Versicherten (IV-act. 196).
Am 20. Oktober 2014 berichtete Dr. D._ (IV-act. 197), der Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittel- bis schwergradigen
Episode, an einer selbstunsicheren Persönlichkeit, an einem chronifizierten
Schmerzsyndrom bei bekannten Wirbelsäulenveränderungen sowie an einem Status
nach wiederholten Wirbelsäulenoperationen. Nach einer erfolglosen stationären
Behandlung im März 2013 habe der Versicherte die Hoffnung auf eine Verbesserung
seines Gesundheitszustandes verloren. Seit Juli 2013 sei er vollständig arbeitsunfähig;
davor sei er zu 50 Prozent arbeitsunfähig gewesen.
A.g Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinisches Gutachtenzentrum Region St.
Gallen (MGSG) GmbH am 29. März 2015 ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten
mit einer internistischen Beurteilung (IV-act. 208). Der orthopädische Sachverständige
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hielt fest, der Versicherte leide an einem Cervicovertebralsyndrom bei einer mässigen
Osteochondrose C4–7, an einer Discushernie C5/6 und C6/7 ohne eine neurale
Kompression sowie an einem failed low back surgery syndrome. Die Ergebnisse einer
im Rahmen der Begutachtung durchgeführten Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit seien infolge einer Symptomausweitung und einer Selbstlimitierung
nicht verwertbar. Aus medizinisch-theoretischer Sicht seien dem Versicherten
körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend
und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte, reklinierte
oder rotierte Körperhaltungen eingenommen werden müssten, uneingeschränkt
zumutbar. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, der Versicherte leide
spätestens seit März 2012 an einer rezidivierenden depressiven Störung mit
mittelgradigen depressiven Episoden bei einem Status nach Angst und depressiver
Störung gemischt, an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie an einer
ängstlichen, vermeidenden Persönlichkeitsstörung. Bei der depressiven Störung handle
es sich um eine sich verselbständigende, von den Schmerzen unabhängige depressive
Erkrankung mit einem niederen sozialen Funktionsniveau. Die therapeutischen
Optionen seien noch nicht ausgeschöpft. Zudem verfüge der Versicherte noch über
Ressourcen, die ihm die Verrichtung einer Erwerbstätigkeit erlaubten. Eine
leidensadaptierte Tätigkeit sei zu 50 Prozent zumutbar. Der RAD-Arzt Dr. med. H._
notierte am 15. April 2015 (IV-act. 209), aus orthopädischer Sicht habe sich der
Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zum Jahr 2002 – „trotz oder wegen
der Spondylodese im Jahr 2012“ – nicht verändert. Aus psychiatrischer Sicht liege aber
eine Verschlechterung vor. Ab April 2015 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent
für leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen. Am 28. April 2015 notierte eine
Mitarbeiterin des Rechtsdienstes, die vom psychiatrischen Sachverständigen
attestierte Arbeitsunfähigkeit sei „nicht invalidisierend“ (IV-act. 210). Mit einem
Vorbescheid vom 11. Mai 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die
Aufhebung der Rente auf das Ende des der Zustellung der späteren Verfügung
folgenden Monats vorsehe (IV-act. 213). Dagegen liess der Versicherte am 30. Juni
2015 einwenden (IV-act. 216), das Abweichen von den Schlussfolgerungen der
Sachverständigen der MGSG GmbH sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei davon
auszugehen, dass die im Rahmen der Änderung der bundesgerichtlichen Praxis
betreffend somatoforme Schmerzstörungen definierten Indikatoren im vorliegenden Fall
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vorlägen, weshalb weiterhin mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente bestehen
müsse. Eventuell seien weitere Abklärungen mit Blick auf die neue Praxis notwendig.
Am 3. Juli 2015 teilte Dr. D._ mit (IV-act. 218), der Versicherte leide tatsächlich an
einer verselbständigten depressiven Störung. Die Arbeitsfähigkeit betrage höchstens
noch 40 Prozent. Am 3. März 2016 notierte ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes (IV-act.
224), die geänderte bundesgerichtliche Praxis im Sinne des BGE 141 V 281 ändere
nichts am vorgesehenen Entscheid, denn die Anwendung des neu definierten
Indikatorenkataloges zeige, dass der Versicherte nicht an einer invalidisierenden
psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung leide. Insbesondere seien die
therapeutischen Optionen bezüglich der depressiven Störung nicht ausgeschöpft. Am
8. März 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie nach wie vor die
Aufhebung der laufenden Rente vorsehe (IV-act. 226). Dagegen liess der Versicherte
am 28. April 2016 einwenden (IV-act. 230–1 ff.), das Abweichen von den
Schlussfolgerungen der medizinischen Sachverständigen sei unzulässig. Allenfalls
müsse eine Verlaufsbegutachtung durchgeführt werden. Vor einer Rentenaufhebung
seien zudem berufliche Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Der Eingabe lagen
zwei medizinische Stellungnahmen bei: Am 12. April 2016 hatte Dr. med. I._ vom
Spital J._ berichtet, der Versicherte sei keinesfalls uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-
act. 230–5 f.); am 18. April 2016 hatte Dr. D._ festgehalten, er könne die Beurteilung
der IV-Stelle nicht nachvollziehen (IV-act. 230–6 f.). Mit einer Verfügung vom 23. Mai
2016 hob die IV-Stelle die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats auf; einer allfälligen Beschwerde entzog sie die
aufschiebende Wirkung (IV-act. 232).
B.
B.a Am 22. Juni 2016 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. Mai 2016 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Weiterausrichtung der bisherigen Viertelsrente, die Ausrichtung einer halben Rente
rückwirkend ab dem 1. Mai 2012, eventualiter die Rückweisung der Sache zur
Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen oder die Einholung eines
Gerichtsgutachtens und subeventualiter die Gewährung von beruflichen Massnahmen.
Zudem beantragte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Zur
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Begründung führte er aus, eine geänderte Rechtspraxis rechtfertige keine
Rentenrevision im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG. Der orthopädische Sachverständige
der MGSG GmbH habe keine wesentliche Sachverhaltsveränderung genannt, sondern
einen seit der ersten Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz unverändert
gebliebenen Sachverhalt anders beurteilt, was keinen Revisionsgrund darstelle. In
psychiatrischer Hinsicht habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
erheblich verschlechtert. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen
Sachverständigen der MGSG GmbH sei überzeugend. Davon dürfe die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) nicht abweichen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. August 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, die Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers stelle einen
Revisionsgrund dar. Die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung habe allerdings
gemäss der bundesgerichtlichen Praxis keine „invalidisierende Wirkung“, weshalb für
die Bemessung der Invalidität von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen sei. Eingliederungsmassnahmen seien nicht
notwendig, denn der Beschwerdeführer habe das 55. Altersjahr noch nicht
zurückgelegt und die Rente noch nicht 15 Jahre lange bezogen. Der Invaliditätsgrad
belaufe sich nur noch auf drei Prozent, weshalb die Rente aufzuheben sei. Angesichts
dieses eindeutigen Ergebnisses dürfe die aufschiebende Wirkung der Beschwerde
nicht wiederhergestellt werden.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 27. Oktober 2016 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 8) und mehrere Berichte des Neurochirurgen Dr. med. K._ einreichen, laut
denen seine Schmerzen „bandscheibengeneriert“ seien (act. G 8.1.1–8.1.4). Der Replik
lag zudem ein Bericht der Klinik für Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen vom
19. Oktober 2016 bei, in dem das Vorliegen einer entzündlichen rheumatologischen
Systemerkrankung ausgeschlossen, selbst für leidensadaptierte Tätigkeiten aber
dennoch nur eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent attestiert worden war (act. G
8.1.5).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).
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B.e Mit einem Zwischenentscheid vom 6. Dezember 2016 stellte die
verfahrensleitende Richterin die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder her
(act. G 12). Zur Begründung führte sie aus, wenn auf das Gutachten der MGSG GmbH
abgestellt werde, werde der Beschwerdeführer weiterhin einen Rentenanspruch haben;
falls aber nicht auf das Gutachten abgestellt werden könne, erweise sich der
massgebende Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, womit die Sache wohl an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden müsste, was als eine teilweise
Gutheissung der Beschwerde zu qualifizieren wäre. Eine Abweisung der Beschwerde
erscheine dagegen als wenig plausibel. Diese eindeutigen Aussichten rechtfertigten die
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Mit einem Urteil vom 9. März 2017
hiess das Bundesgericht eine gegen diesen Zwischenentscheid erhobene Beschwerde
gut (act. G 20). Es machte sinngemäss geltend, das Versicherungsgericht habe nicht
einmal ansatzweise begründet, weshalb der Entzug der aufschiebenden Wirkung das
Beschwerdeverfahren nicht sollte „überleben“ können. Damit sei die
Begründungspflicht grob verletzt worden. Das Versicherungsgericht werde einen
neuen, nun ausreichend begründeten Zwischenentscheid zu erlassen haben.
B.f Am 7. April 2017 teilte die verfahrensleitende Richterin den Parteien mit (act. G 22),
dass die Sache spruchreif sei. Sinnvollerweise sei anstelle eines weiteren
Zwischenentscheides möglichst bald ein Endentscheid zu erlassen. Die Parteien
erklärten sich mit diesem Vorgehen einverstanden (act. G 23 f.).
B.g Der Beschwerdeführer hatte in der Zwischenzeit weitere medizinische Berichte
einreichen lassen, nämlich einen Bericht des orthopädischen Chirurgen Dr. med. L._
vom 30. November 2016, in dem eine weitere Operation an der Wirbelsäule als sinnvoll
bezeichnet worden war (act. G 13.1), einen Austrittsbericht der Klinik für
Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. Januar 2017 betreffend eine
stationäre Behandlung im Zeitraum vom 3.–16. Januar 2017, in dem nebst der
chronischen Schmerzstörung und dem lumbo-radiculären und lumbo-spondylogenen
Schmerzsyndrom eine Polyarthrose diagnostiziert worden war (act. G 21.1.2), und eine
Terminbestätigung für einen operativen Eingriff am 19. April 2017 (act. G 21.1.1). Am 8.
Mai 2017 liess der Beschwerdeführer darauf hinweisen, dass die geplante Operation
auf den 1. Juni 2017 verschoben worden war (act. G 26). Am 19. Juni 2017 liess der
Beschwerdeführer einen Operationsbericht vom 1. Juni 2017 (act. G 28.1.1) und einen
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Austrittsbericht der Klinik M._ vom 6. Juni 2017 (act. G 28.1.2) einreichen und darauf
hinweisen, dass er bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig sein werde (act. G 28).

Erwägungen
1.
1.1 Laut dem Art. 17 Abs. 1 ATSG muss eine formell rechtskräftig zugesprochene
Rente für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn sich der
Invaliditätsgrad des Rentenbezügers nach der Rentenzusprache erheblich verändert
hat. Der Sinn und Zweck des Art. 17 Abs. 1 ATSG besteht darin, eine infolge einer
nachträglichen Sachverhaltsveränderung unrichtig gewordene Rente für die Zukunft so
zu modifizieren, dass diese dem nun aktuellen Sachverhalt entspricht. Die
revisionsweise Korrektur einer formell rechtskräftig zugesprochenen Rente beschränkt
sich deshalb typischerweise auf das Auswechseln jener Sachverhaltselemente, die sich
zwischenzeitlich verändert haben (vgl. RALPH JÖHL, Die Revision nach Art. 17 ATSG,
in: JaSo 2012, S. 153 ff.). In einem Revisionsverfahren kann sich eine IV-Stelle
allerdings mit dem Problem konfrontiert sehen, dass sich nach der Rentenzusprache
nicht nur der relevante Sachverhalt, sondern auch das zur Anwendung gelangende
Recht verändert hat. In einer solchen Situation stellt sich die Frage, ob der
(aktualisierte) Sachverhalt unter Berücksichtigung jener Rechtslage zu würdigen sei,
wie sie im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache gegolten hat, oder ob das
aktuell geltende Recht anzuwenden sei. Aus dem Art. 17 Abs. 1 ATSG lässt sich keine
Pflicht zur Anwendung des aktuell geltenden Rechtes ableiten, denn die Rentenrevision
zielt wie oben dargestellt nur auf eine Aktualisierung des Sachverhaltes ab. Umgekehrt
enthält der Art. 17 Abs. 1 ATSG allerdings auch keine ausreichende Grundlage für die
Annahme, es müsse zwingend das aufgehobene (bei der ursprünglichen
Rentenzusprache noch geltende) Recht weiter angewendet werden.
Zusammenfassend äussert sich der Art. 17 Abs. 1 ATSG also nicht zur Frage nach dem
anwendbaren Recht. Massgebend für deren Beantwortung ist vielmehr der allgemeine
Grundsatz zum zeitlichen Geltungsbereich von Gesetzesbestimmungen im
Sozialversicherungsrecht. Dieser muss entweder lauten, dass im Rahmen eines
Rentenrevisionsverfahrens generell weiterhin das aufgehobene Recht zur Anwendung
kommen müsse, oder besagen, dass generell geltendes Recht anzuwenden sei. Eine
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dritte Möglichkeit gibt es nicht. Für die Anwendung des aufgehobenen Rechtes spricht
– allerdings nur bei Änderungen zum Nachteil der Versicherten – der Vertrauensschutz.
Für die Anwendung des geltenden Rechtes spricht – unabhängig von den finanziellen
Auswirkungen – das Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV). Dieses fordert die Anwendung
des geltenden Rechtes. Altes, ausser Kraft gesetztes Recht gehört nicht zum geltenden
Recht, sondern hat nur noch eine historische Bedeutung. Diese Ausprägung des
Legalitätsprinzips wird in der Lehre als Geltungsprinzip bezeichnet (RALPH JÖHL,
Übergangsrechtliche Probleme im Leistungsrecht der Sozialversicherung, Diss. 1996,
S. 1 ff.). Wo keine spezifische gesetzliche Norm existiert, die in Abweichung vom
Geltungsprinzip eine Anwendung von altem, nicht mehr geltendem Recht anordnen
würde, könnten also nur vertrauensschutzrechtliche Überlegungen eine Abweichung
vom Geltungs- und damit dem Legalitätsprinzip rechtfertigen. Eine entsprechende
Regelung fehlt im Revisionsrecht. Im Rentenrevisionsverfahren muss also der im
Revisionsverfahren ermittelte aktuelle Sachverhalt immer unter Berücksichtigung des
aktuell geltenden Rechts gewürdigt werden.
1.2 Für die Rechtsanwendung sind in erster Linie die Bundesgesetze massgebend
(vgl. Art. 190 BV). Deren Bestimmungen müssen aber ausgelegt werden. Ein
Interpretationsergebnis kann sich zu einer Praxis verfestigen, die faktisch ähnliche
Auswirkungen wie eine Gesetzesbestimmung zeitigt. Das geltende Recht ändert sich
deshalb nicht nur dann, wenn ein Gesetz überarbeitet wird, sondern auch dann, wenn
eine (feste) Praxis geändert wird. Anders als eine Gesetzesrevision, die vielfältige
Gründe haben kann, müsste eine Praxisänderung immer auf einer besseren Erkenntnis
des objektiven Rechts beruhen (vgl. etwa BGE 137 V 282 E. 4.2 S. 291 f. mit
zahlreichen Hinweisen), denn bei einer Praxis handelt es sich ja nicht um
eigenständiges Recht, sondern um das Ergebnis einer Interpretation der
massgebenden Gesetzesbestimmungen, das nur dann – neu – anders ausfallen kann,
wenn erkannt worden ist, dass die alte Auslegung falsch gewesen ist. Nach einer
Praxisänderung ist es deshalb unzulässig, weiterhin die – nun als falsch erkannte – alte,
abgeänderte Praxis anzuwenden. Das bedeutet aber nicht, dass automatisch die neue
Praxis zu befolgen wäre, denn eine Praxis ist nicht wie eine Gesetzesbestimmung eo
ipso massgebend. Ihre „Verbindlichkeit“ bemisst sich vielmehr anhand der
Überzeugungskraft der für das Interpretationsergebnis angeführten Argumente. Auch
eine neue Praxis kann also falsch sein. Deshalb darf sich ein unteres Gericht nicht
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damit begnügen, eine neue Praxis des oberen Gerichtes sklavisch zu befolgen.
Vielmehr muss es sich mit der neuen Praxis des oberen Gerichtes auseinandersetzen
und anhand einer eigenständigen Interpretation beurteilen, ob die neue Praxis
überzeugend und deshalb zu befolgen sei. Gelangt das untere Gericht zur Auffassung,
dass auch die neue Praxis falsch ist, darf es diese nicht anwenden. In einem solchen
Fall muss es vielmehr die massgebenden Bestimmungen eigenständig auslegen, das
heisst eine eigene neue Praxis begründen.
2.
2.1 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache am 5. März 2004 hat der
Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht an einer gemischten Angst- und
depressiven Störung gelitten. Unter Berücksichtigung der orthopädischen
Beeinträchtigungen ist er für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu 40 Prozent
arbeitsunfähig gewesen. Der psychiatrische Sachverständige der MGSG GmbH hat
überzeugend aufgezeigt, dass sich der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nach der Rentenzusprache (spätestens im März 2012) wesentlich
verschlechtert hat. Der Beschwerdeführer hat nun an einer eigenständigen depressiven
Störung mit einer mittelgradigen Episode gelitten und ist deswegen neu zu 50 Prozent
arbeitsunfähig gewesen. Der orthopädische Sachverständige der MGSG GmbH hat –
anders als noch der Sachverständige der MEDAS Ostschweiz – für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert. Der Grund für die
entsprechende Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist wohl in der im März 2012
durchgeführten Wirbelsäulenoperation zu erblicken. Der Beschwerdeführer hat diese
zwar als subjektiv wirkungslos bezeichnet, aber objektiv betrachtet dürfte sie die
Belastbarkeit der Wirbelsäule wesentlich verbessert haben. Allerdings kommt der
Verbesserung des Gesundheitszustandes in orthopädischer Hinsicht keine
entscheidende Bedeutung zu, denn hinsichtlich des Rentenanspruchs steht die
Einschränkung der psychischen Gesundheit im Vordergrund. Diesbezüglich steht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich
der Sachverhalt nach der Rentenzusprache wesentlich verändert hat, weshalb die
Rente in Anwendung des Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert werden muss.
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2.2 Die Beschwerdegegnerin hat im Revisionsverfahren, das sie im September 2013
eröffnet und mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossen hat, den aktuellen
Sachverhalt unter Berücksichtigung der aktuellen Bundesgerichtspraxis zur
„invalidisierenden Wirkung“ von depressiven Störungen gewürdigt. Das ist im Lichte
des in der E. 1.1 dargelegten Grundsatzes richtig gewesen, denn es existiert keine
gesetzliche Norm, die die Beschwerdegegnerin verpflichtet hätte, die frühere, zufolge
einer besseren Erkenntnis des objektiven Rechts als falsch verworfene Praxis des
Bundesgerichtes weiter anzuwenden. Allerdings hat die Beschwerdegegnerin verkannt,
dass sie sich inhaltlich mit der aktuellen Praxis des Bundesgerichtes hätte
auseinandersetzen müssen, da diese nicht zwingend die richtige Auslegung der
massgebenden Gesetzesbestimmungen sein muss (vgl. E. 1.2). Dieses Versäumnis
muss im vorliegenden Beschwerdeverfahren behoben werden. Es ist also zu prüfen, ob
die neue Praxis des Bundesgerichtes überzeugt.
3.
3.1 Der psychiatrische Sachverständige der MGSG GmbH hat die psychiatrischen
Berichte gewürdigt und im Rahmen einer persönlichen Untersuchung eigene Befunde
erhoben. Gestützt darauf hat er mit einer überzeugenden Begründung seine Diagnosen
gestellt, wobei allerdings zu bemängeln ist, dass die Ausführungen zum für die
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung entscheidenden psychischen Konflikt
eher knapp ausgefallen sind. Das ändert aber nichts daran, dass die Diagnosen für
einen medizinischen Laien nachvollziehbar und überzeugend hergeleitet worden sind.
Der behandelnde Psychiater Dr. D._ hat die gestellten Diagnosen als im Ergebnis
zutreffend bestätigt, weshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststeht, dass der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden
depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden bei einem Status nach
Angst und depressiver Störung gemischt, an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung sowie an einer ängstlich, vermeidenden Persönlichkeitsstörung
gelitten hat. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung hat sich der psychiatrische
Sachverständige der MGSG GmbH am Kriterienkatalog gemäss der inzwischen
aufgegebenen bundesgerichtlichen Praxis zu den somatoformen Schmerzstörungen
(BGE 130 V 352) orientiert. Das bedeutet aber nicht, dass das psychiatrische
Teilgutachten der MGSG GmbH ohne Weiteres jeden Beweiswert eingebüsst hätte (vgl.
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BGE 141 V 281 E. 8 S. 309). Dieses Gutachten enthält nämlich nebst den nun
überflüssigen Ausführungen zu den sogenannten Foerster’schen Kriterien auch
Ausführungen zu den Funktionseinschränkungen und Ressourcen des
Beschwerdeführers, die es erlauben, die Arbeitsfähigkeitsschätzung unter
Berücksichtigung der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis auf deren Zuverlässigkeit zu
überprüfen. Der psychiatrische Sachverständige hat überzeugend dargelegt, dass die
emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die
Motivation, die Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit des Beschwerdeführers
durch die rezidivierende depressive Störung, durch die anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und durch die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung
erheblich beeinträchtigt seien, dass aber angesichts der vom Beschwerdeführer
angegebenen (wenigen) Aktivitäten und (reduzierten) sozialen Kontakten durchaus
noch Ressourcen vorhanden seien, die dieser für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit
nutzen könnte. Gestützt auf die in der formell rechtskräftigen leistungszusprechenden
Verfügung definierten Vergleichskarrieren kommt zwar nur noch eine
Hilfsarbeitertätigkeit in Betracht, die definitionsgemäss keine hohen Anforderungen an
die geistige Flexibilität und an die Konzentrationsfähigkeit stellt. Aber auch in einer
Hilfsarbeit wirken sich der reduzierte Antrieb, die herabgesetzte Motivation und
insbesondere die erheblich beeinträchtigte Dauerbelastbarkeit naturgemäss wesentlich
auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus. Das bedeutet, dass dessen
Arbeitsfähigkeit auch in einer ideal leidensadaptierten Hilfsarbeit wesentlich
eingeschränkt ist, wie der psychiatrische Sachverständige der MGSG GmbH
überzeugend begründet und wie der RAD-Arzt Dr. H._ bestätigt hat. Der
psychiatrische Sachverständige der MGSG GmbH hat zwar darauf hingewiesen, dass
die therapeutischen Optionen zur Behandlung der depressiven Störung noch nicht
ausgeschöpft seien, weil bisher noch keine teilstationäre oder stationäre
psychotherapeutischen oder psychosomatischen Behandlungen durchgeführt worden
seien. Daraus kann aber nicht abgeleitet werden, dass der Beschwerdeführer nun aus
psychiatrischer Sicht plötzlich wieder für leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt
arbeitsfähig wäre. Entgegen der entsprechenden Behauptung des Bundesgerichtes
gibt es nämlich keine medizinische Erfahrung, wonach leicht- bis mittelgradige
depressive Störungen „therapeutisch gut angehbar“ seien. Das Gegenteil ist der Fall,
denn neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die früheren Annahmen bezüglich
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der Therapierbarkeit von depressiven Störungen viel zu optimistisch gewesen sind (vgl.
etwa ULRIKE HOFFMANN, Psychische Beeinträchtigungen in der Rechtsprechung: Ein
Blick aus psychiatrischer Sicht, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2015, S. 78). Die
bundesgerichtliche Praxis zur fehlenden „invalidisierenden Wirkung“ von depressiven
Störungen widerspricht auch dem klaren Willen des Gesetzgebers, der keine
Sonderkriterien für einzelne Krankheitsbilder hatte schaffen wollen (vgl. den Entscheid
IV 2014/428 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 21. Februar 2017, E. 3.2 f., mit
zahlreichen Hinweisen). Noch in einem Entscheid aus dem Jahr 2014 hatte das
Bundesgericht selbst explizit festgehalten, die Überwindbarkeitsvermutung finde keine
Anwendung, wenn kein „syndromales“ Leiden vorliege (vgl. das Urteil 8C_914/2013
vom 27. Juni 2014, E. 3.2 in fine). Weiteren Urteilen des Bundesgerichtes lässt sich
entnehmen, dass es unzulässig ist, im Rahmen der „Rechtskontrolle“ die eigene
Einschätzung über die beweiskräftige medizinische Fachmeinung zu setzen (Urteil
8C_651/2012 vom 8. April 2013, E. 5.3), dass die Möglichkeit einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes die Zusprache einer Rente nicht ausschliesst, sondern bloss
allenfalls einen späteren Revisionsbedarf zur Folge haben wird (Urteil 9C_395/2014
vom 2. September 2014, E. 4.5), dass die Behandelbarkeit einer psychischen Störung
für sich allein betrachtet nichts über deren invalidisierenden Charakter aussagt (Urteil
9C_947/2012 vom 19. Juni 2013, E. 3.2.1) und dass sogar bei einer grundsätzlich
guten Prognose ein Rentenanspruch nicht zum Vorneherein ausgeschlossen ist (Urteil
8C_148/ 2014 vom 29. August 2014, E. 3.1, mit Hinweis auf das Urteil 8C_56/2014
vom 17. Juni 2014, E. 4.1). In einem neueren Urteil hat das Bundesgericht einer
versicherten Person gar eine ganze Rente zugesprochen, obwohl sich diese einer
zumutbaren psychopharmakologischen Behandlung widersetzt hatte (Urteil 9C_391/
2016 vom 4. November 2016, E. 3.3 f.; vgl. auch den mit diesem Urteil aufgehobenen
Entscheid IV.2015.00132 des Zürcher Sozialversicherungsgerichtes vom 31. März
2016, E. 4.1 ff.). In der Lehre wird deshalb die Auffassung vertreten, der Tenor der
Rechtsprechung gehe dahin, dass eine (konsequente Depressions-) Therapie nicht als
eine zwingende Voraussetzung für einen Rentenanspruch zu erachten sei (RAHEL
SAGER, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS
59/2015, S. 319). Zusammenfassend kann daher nicht von der – vom RAD als
überzeugend qualifizierten – Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen
Sachverständigen der MGSG GmbH abgewichen werden. Für die Berechnung des
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Invaliditätsgrades ist folglich von einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen.
3.2 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache hat die IV-Stelle den zuletzt erzielten
Lohn als Valideneinkommen herangezogen. Das ist falsch gewesen, denn der
Beschwerdeführer hatte jenen Lohn nach einer beruflichen Eingliederung in eine neue
Tätigkeit, das heisst erst nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung erzielt.
Dieser Fehler kann aber nicht im Rentenrevisionsverfahren korrigiert werden, denn das
Valideneinkommen hat nichts mit der relevanten Sachverhaltsveränderung (Erhöhung
des Arbeitsunfähigkeitsgrades) zu tun. Eine Korrektur dieses Fehlers wäre eine
unzulässige Wiedererwägung der (diesbezüglich von Beginn weg unrichtigen)
rentenzusprechenden Verfügung mit Wirkung ex nunc. Das wäre rechtswidrig, denn
das Revisionsverfahren darf nicht mit einem (verkappten) Wiedererwägungsverfahren
vermischt werden, sondern muss sich auf jenes Sachverhaltselement beschränken,
das sich nach der Rentenzusprache wesentlich verändert hat. Dasselbe gilt
sinngemäss auch in Bezug auf das von der Beschwerdegegnerin aus nicht
nachvollziehbaren Gründen unberücksichtigt gebliebene Einkommen aus der
Nebenerwerbstätigkeit als Hausabwart. Folglich muss für das Valideneinkommen auf
den Lohn abgestellt werden, den die Beschwerdegegnerin bei der ursprünglichen
Rentenzusprache herangezogen hat; dieser ist allerdings an die zwischenzeitliche
Nominallohnentwicklung bis zum Eintritt der massgebenden Sachverhaltsveränderung
im Frühjahr 2012 anzupassen. Der Indexstand (Basis 1993) hat im Jahr 2003 112,3
Punkte (Männer) und im Jahr 2012 125,5 Punkte betragen. Dem Jahreslohn 2003 von
62'080 Franken entspricht folglich ein Jahreslohn 2012 von 69'377 Franken. Dieser
Betrag ist als Valideneinkommen in die Invaliditätsgradbemessung einzusetzen. Für die
Ermittlung des Invalideneinkommens ist wie bei der ursprünglichen Rentenzusprache
auf den Lohn abzustellen, den männliche Hilfsarbeiter statistisch erzielt haben (damals:
LSE 2002, TA1, Niveau 4; heute: LSE 2012, TA1, Kompetenzniveau 1). Dieser hat sich
im Jahr 2012 auf 5'210 Franken pro Monat belaufen. Unter Berücksichtigung einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden entspricht dies einem Jahreslohn von
65'177 Franken. Trotz der bereits bei der ursprünglichen Rentenzusprache
bestehenden erheblichen Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent hat die
Beschwerdegegnerin damals keinen Abzug vom Tabellenlohn berücksichtigt. Die nach
der Rentenzusprache eingetretene Verschlechterung des psychischen
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Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist nicht so stark gewesen, dass sich
die ökonomischen Auswirkungen der depressiven Erkrankung erheblich erhöht hätten.
Folglich kann auch aktuell kein solcher Abzug berücksichtigt werden. Das
zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen beträgt also 50 Prozent von 65'177
Franken, das sind 32'589 Franken. Im Verhältnis zum Valideneinkommen von 69'377
Franken ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 53 Prozent. Damit hat der
Beschwerdeführer gemäss dem Art. 28 Abs. 2 IVG neu einen Anspruch auf eine halbe
Rente.
3.3 Das Revisionsverfahren, das mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossen
worden ist, war auf den vorgängig festgesetzten Termin (13. September 2013) von
Amtes wegen eröffnet worden. Gemäss dem Art. 88bis Abs. 1 lit. b IVV ist die
Rentenerhöhung deshalb frühestens per 1. September 2013 zulässig, obwohl die
massgebende Sachverhaltsveränderung bereits im März 2012 eingetreten ist. Gemäss
der gängigen Interpretation des Art. 88a Abs. 2 IVV verzögert sich die Rentenerhöhung
nochmals um drei Monate. Die Rente ist deshalb rückwirkend per 1. Dezember 2013
von einer Viertelsrente auf eine halbe Rente zu erhöhen. Die Sache ist zur Berechnung
der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten zu bezahlen, die
angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festgesetzt
werden. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600
Franken selbstverständlich zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der notwendige
Vertretungsaufwand ist gesamthaft als durchschnittlich zu qualifizieren. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat zwar im Beschwerdeverfahren einen
zusätzlichen Aufwand betrieben, indem er das Versicherungsgericht jeweils mit den
aktuellen medizinischen Berichten bedient hat, aber dabei hat es sich nicht um einen
notwendigen Vertretungsaufwand gehandelt, denn diese Berichte haben den in diesem
Verfahren irrelevanten Sachverhalt nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung
betroffen. Die Parteientschädigung ist deshalb praxisgemäss auf 3'500 Franken
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
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