Decision ID: 258365c6-099c-4192-bbc9-faec904393a6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich vom 22. Dezember 2016 (FP160065-L)
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Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung Einzelgericht, vom 22. Dezember 2016:
1. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin folgende monatliche Unterhalts-
beiträge zu bezahlen:
- Fr. 530.– vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017;
- Fr. 580.– vom 1. August 2017 bis zum ordentlichen Abschluss einer
angemessenen Erstausbildung der Klägerin (auch über die Mündigkeit
hinaus).
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar jeweils monatlich im Voraus bis zur
Mündigkeit an die gesetzliche Vertretung der Klägerin bzw. ab der Mündig-
keit an die Klägerin selbst oder an eine von ihr ermächtigte Person.
2. Die Unterhaltsbeiträge (Basisunterhaltsbeiträge) gemäss Ziffer 1 des Urteils
passen sich dem Landesindex für Konsumentenpreise des Bundesamtes für
Statistik, Stand Ende November 2016 mit 100.1 Punkten (Basis Dezember
2015 = 100 Punkte) an. Die Anpassung erfolgt jeweils auf den 1. Januar ei-
nes Kalenderjahres, ausgehend vom jeweiligen Indexstand per Ende No-
vember des Vorjahres, erstmals auf den 1. Januar 2018, und zwar nach fol-
gender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
3. Der Antrag der Klägerin betreffend Leistung eines Unterhaltsbeitrages von
Fr. 15'840.– durch den Beklagten wird abgewiesen.
4. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird auf Fr. 11'400.– festgesetzt. All-
fällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Wird auf eine Begründung des Urteils verzichtet, so ermässigt sich die Ge-
richtsgebühr um einen Drittel.
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5. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, der Anteil des Be-
klagten wird jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der Beklagte wird auf die
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
6. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
(7./8. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 57):
1. Dispositiv-Ziff. 1 und 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 22. De-
zember 2016 (FP160065-L) seien aufzuheben und auf die Klage der  sei nicht einzutreten.
2. Eventualiter, Dispositiv-Ziff. 1 und 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich
vom 22. Dezember 2016 (FP160065-L) seien aufzuheben und die Klage der Berufungsbeklagten sei vollumfänglich abzuweisen.
3. Dispositiv-Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 22. Dezember
2016 (FP160065-L) sei aufzuheben und die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich der Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten.
Prozessualer Antrag: Dem Berufungskläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person der Unterzeichneten eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 63):
1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWST) zu Lasten des
Beklagten/Berufungsklägers.
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Erwägungen:
I.
1. Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan Klägerin) wurde am tt.mm.2013
geboren und ist die Tochter von C._ und A._ (Beklagter und Berufungs-
kläger; fortan Beklagter). An Weihnachten 2014 trennten sich die nicht verheirate-
ten Eltern. Die Klägerin zog mit ihrer Mutter vom damaligen gemeinsamen Wohn-
sitz mit dem Beklagten in Berlin nach Zürich, während der Beklagte in Berlin ver-
blieb (Urk. 4/3 S. 3). Im Februar 2015 wurde bei der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) der Stadt Zürich ein Verfahren betreffend die elterliche
Sorge, die Zuteilung der Obhut und die Regelung des persönlichen Verkehrs bzw.
der Betreuungsanteile anhängig gemacht. Mit Beschluss der KESB der Stadt Zü-
rich vom 6. September 2016 wurde die Klägerin unter die gemeinsame elterliche
Sorge beider Eltern und unter die Obhut der Mutter gestellt, und es wurde die
Vereinbarung der Eltern vom 22. bzw. 25. Juli 2016 betreffend die Betreuung der
Klägerin genehmigt (Urk. 17/155). Diese Vereinbarung enthält eine ausgedehnte
Betreuungsregelung durch den Beklagten, nämlich alle vier Wochen von Don-
nerstagabend bis Sonntagabend bzw. ab August 2017 von Mittwoch nach Schul-
schluss bis Sonntagabend zuzüglich ein Ferienbesuchsrecht. Bereits am 19. Mai
2016 hatte die Klägerin, vertreten durch ihre Mutter, eine Unterhaltsklage erho-
ben. Für den Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann auf den angefochte-
nen Entscheid verwiesen werden (Urk. 58 S. 3 f.). Am 22. Dezember 2016 fällte
die Vorinstanz ihr Urteil, das sie am 12. Januar 2017 unbegründet und am 27.
März 2017 in begründeter Fassung versandte (Prot. I S. 37).
2. Am 8. Mai 2017 erhob der Beklagte Berufung mit den eingangs wiedergege-
benen Anträgen (Urk. 57 S. 2). Die Berufungsantwort datiert vom 29. Juni 2017
(Urk. 63). Mit Eingabe vom 4. September 2017 nahm der Beklagte Stellung zu
den Noven in der Berufungsantwort und machte von seinem Replikrecht Ge-
brauch (Urk. 70). Die Stellungnahme wurde mit Verfügung vom 13. September
2017 der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 73).
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3. Die Einlegung der Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Um-
fang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Berufung richtet sich gegen die Ver-
pflichtung zu Unterhaltsbeiträgen. Nicht angefochten wurden Dispositiv-Ziffer 3
(Abweisung Leistung UHB Pauschalbetrag), Dispositiv-Ziffer 4 (Gerichtsgebühr)
und Dispositiv-Ziffer 6 (Entschädigungsfolgen). Diese Ziffern sind mit Ablauf der
Anschlussfrist am 29. Juni 2017 rechtskräftig geworden, was vorzumerken ist.
4. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO); die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache,
mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen. In der
schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau
aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punk-
ten als fehlerhaft zu betrachten ist. Dazu hat sich der Berufungskläger inhaltlich
mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen und mittels genügend
präziser Verweisungen auf die Akten aufzuzeigen, woraus sich der geltend ge-
machte Berufungsgrund ergeben soll. Pauschale Verweisungen auf frühere
Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür nicht (vgl. BGE 138 III 374
E. 4.3.1; BGE 141 III 569 E. 2.3.3). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen
von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstan-
dungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise
erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist auf die
Parteivorbringen insofern einzugehen, als sie für die Entscheidfindung relevant
sind.
5. Neue Tatsachen können gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO im Berufungsverfah-
ren nur noch berücksichtigt werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden
und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht
werden konnten. Der im Berufungsverfahren geltende Untersuchungsgrundsatz
(vgl. Art. 272 ZPO) ändert daran nichts (BGE 138 III 625 E. 2.2; BGE 138 III 788
E. 4.2).
6. Der Beklagte wirft der Vorinstanz wiederholt eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht vor, da sie sich nicht mit all seinen Vorbringen auseinandergesetzt
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habe (z.B. Urk. 57 S. 5, 9, 10). Der Anspruch auf rechtliches Gehör geht nicht so
weit, dass sich die Behörde mit jeder tatsächlichen Behauptung und mit jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Insgesamt muss die
Begründung eines Entscheides so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gege-
benenfalls sachgerecht anfechten kann, was der Fall ist, wenn sowohl er wie auch
die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen
können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-
den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Ent-
scheid stützt (BGE 142 III 433 E. 4.3.2; BGE 136 I 184 E. 221). Diese Vorgaben
hält der angefochtene Entscheid ein. Im Übrigen kann aufgrund der umfassenden
Überprüfungsbefugnis der Berufungsinstanz eine Verletzung des Gehörsan-
spruchs im Rechtsmittelverfahren geheilt werden.
7. Auf die weitschweifigen Parteivorbringen ist nur insofern einzugehen, als sie
entscheidrelevant sind.
II.
1. Die Klägerin besitzt die Staatsangehörigkeit der Vereinigten Staaten von
Amerika sowie von Deutschland und wohnt mit ihrer Mutter in Zürich. Der Beklag-
te ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in Berlin. Es liegt ein internationaler
Sachverhalt vor. Nicht in Frage stehen die Zuständigkeit und das anwendbare
Recht. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 58
S. 4 f.).
2.1 Der Beklagte hält an der vor Vorinstanz vertretenen Auffassung fest, dass es
der Kindsmutter an der Vertretungsmacht fehle. Zum einen sei er seit dem 6. Sep-
tember 2016 Mitinhaber der elterlichen Sorge. Entsprechend sei seit diesem Da-
tum seine Genehmigung der Klageeinleitung und seine Zustimmung zur weiteren
Prozessführung durch die Klägerin erforderlich. Er habe ausdrücklich erklärt, dass
er damit nicht einverstanden sei. Zum anderen stehe die Kindsmutter in einem In-
teressenkonflikt (Urk. 57 S. 3).
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2.2 Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 58 S. 7 ff.). Vorliegend hat die Kindsmutter die alleinige Obhut über
die gemeinsamen Tochter B._. Gemäss Art. 289 Abs. 1 ZGB wird der An-
spruch auf Unterhaltsbeiträge durch Leistung an den gesetzlichen Vertreter oder
den Inhaber der Obhut erfüllt. Ein Interessenkonflikt ist unter dieser Prämisse
nicht ersichtlich. So ist es sowohl im Interesse der Klägerin wie auch der Kinds-
mutter, dass sich der Beklagte in finanzieller Hinsicht am Unterhalt der Klägerin
beteiligt. Umgekehrt verliert der Beklagte seine Verwaltungskompetenz insoweit,
als sein eigener Unterhaltsbeitrag für die nicht unter seiner Obhut stehende Toch-
ter betroffen ist. Gemeinsame elterliche Sorge bedeutet nicht, dass die Eltern bei
der Verwaltung des Kindesvermögens stets gemeinsam handeln müssten. Wie
die vorliegende Situation zeigt, gibt es Fälle, in denen zwecks Mehrung des Kin-
desvermögens das alleinige Handeln eines Elternteils zulässig oder sogar gebo-
ten ist (vgl. BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 318 ZGB N 53 f; OGer ZH LZ160005
vom 23.12.2016, E. 2e).
2.3 Zum Interessenkonflikt zwischen der Kindsmutter und der Klägerin macht
der Beklagte geltend, er habe vor Vorinstanz ausgeführt, es liege nicht im Interes-
se der Klägerin, dass er so hohe Unterhaltsbeiträge bezahlen müsse, dass er die
von der KESB genehmigten Besuche nicht mehr finanzieren könne. Es gehe eben
nicht um eine "rein finanzielle Frage", sondern es gehe um die Frage, ob die inni-
ge Beziehung zwischen dem Beklagten und der Klägerin fortgeführt werden kön-
ne (Urk. 57 S. 5). Im Streit steht die Unterhaltsfrage und nicht die Betreuungsre-
gelung. Es sind keinerlei Hinweise dafür vorhanden, dass die Kindsmutter mit Hil-
fe ihrer Rechtsbeiständin nicht in der Lage wäre, den Unterhaltsprozess für die
Klägerin zu führen. Auch befindet sich die Kindsmutter offensichtlich nicht in ei-
nem Loyalitätskonflikt zum Beklagten, welcher sie daran hindern würde, über-
haupt bzw. genügend hohe Unterhaltsbeiträge vom Beklagten zu fordern und die-
se auf dem Prozessweg durchzusetzen. Zudem ist kein abstrakter Interessenkon-
flikt zu erkennen. Der Beklagte wendet weiter ein, die Anordnung einer Vertre-
tungsbeistandschaft hätte in Einklang mit dem im Kindesschutz geltenden Ver-
hältnismässigkeits- und Komplementaritätsprinzip gestanden und auch die Offizi-
al- und Untersuchungsmaxime könne nichts daran ändern, dass das Gericht nicht
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darüber entscheiden könne, ob eine Klage eingeleitet werde (Urk. 57 S. 6). Dem
ist entgegenzuhalten, dass auch eine Vertretungsbeistandschaft von Gesetzes
wegen verpflichtet wäre, den Unterhaltsanspruch für die Klägerin zu wahren (vgl.
Art. 308 Abs. 2 ZGB). Ob der Klägerin Unterhaltsbeiträge in der geforderten Höhe
zuzusprechen und wie weit die Auslagen für das Besuchsrecht zu berücksichtigen
sind, ist eine Frage des materiellen Rechts. Grundsätzlich sind hohe Unterhalts-
beiträge im Interesse der Klägerin. Gegenläufig sind einzig die Interessen des
Beklagten. Da es der Kindsmutter nicht an der Vertretungsmacht mangelt, fehlt es
auch nicht an der Prozessfähigkeit der Klägerin. Die Vorinstanz ist daher zu Recht
auf die Klage eingetreten. Der Berufungsantrag Ziffer 1 ist abzuweisen.
3. Unterhalt
3.1 Die Vorinstanz verpflichtete den Beklagten zu Unterhaltsbeiträgen von
Fr. 530.– (Januar bis Juli 2017) bzw. von Fr. 580.– (ab August 2017). Diese Ver-
pflichtung basiert auf den folgenden Eckwerten: hypothetisches Einkommen Be-
klagter Fr. 2'730.–, Bedarf Beklagter Fr. 2'200.– (bis Ende Juli 2017) bzw.
Fr. 2'150.– (ab August 2017), Einkommen Kindsmutter Fr. 5'550.– netto minus
Fr. 500.– Gestehungskosten, Bedarf Kindsmutter Fr. 3'900.–, Bedarf Klägerin
Fr. 1'800.– (unter Berücksichtigung der Familienzulage). Die Vorinstanz erwog,
dass die Kindsmutter anteilsmässig 65 % und der Beklagte 35 % zu tragen habe
(Urk. 58 S. 14 f., 21. f.).
3.2 Bedarf Klägerin
a) Bemessungsmethode
Die Vorinstanz stützte sich auf die Zürcher Tabellen 2016 und legte ihrem Ent-
scheid einen durchschnittlichen Unterhaltsbeitrag inklusive Pflege und Erziehung
von Fr. 1'999.– zugrunde (minus Familienzulage; Urk. 58 S. 22). Der Beklagte
moniert, die Vorinstanz wende zu Unrecht die Zürcher Tabellen an, anzuwenden
sei das Kreisschreiben des Obergerichts des Kantons Zürich. Dies müsse insbe-
sondere in Fällen wie vorliegend geltend, da bei den Eltern, insbesondere bei ihm
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persönlich, mit dem Existenzminimum gerechnet werde. In den Zürcher Tabellen
seien auch Kosten für Hobbys, Ferien etc. enthalten. Es erscheine nicht ange-
messen, ihn auf das Existenzminimum zu setzen und der Klägerin einen höheren
Lebensstandard zuzugestehen. Die Vorinstanz habe sich gar nicht erst die Mühe
gemacht, sich mit den konkreten Bedarfspositionen der Klägerin auseinanderzu-
setzen und deshalb das rechtliche Gehör verletzt. Die Klägerin habe lediglich An-
spruch auf Teilhabe an der Lebenshaltung der Eltern, insbesondere an derjenigen
des Beklagten (Urk. 57 S. 8 f.).
Die Rüge ist unbegründet. Das Gesetz schreibt keine konkrete Bemessungsme-
thode für die Berechnung des Kindesunterhaltes vor. Sind die finanziellen Ver-
hältnisse gut, sollen der Kindesunterhalt und der Bedarf des Kindes auf Grund der
massgeblichen Lebenshaltung des Unterhaltspflichtigen konkret bemessen wer-
den. Die Berechnung der "tatsächlich gelebten Lebensstellung" bzw. die konkrete
Bedarfsermittlung kommt freilich nicht ohne gewisse Pauschalierungen aus, so
dass das Abstellen auf vorgegebene Bedarfszahlen (z.B. die Zürcher Tabellen)
unumgänglich und auch ohne Weiteres zulässig ist, soweit die erforderlichen An-
passungen an den konkreten Einzelfall vorgenommen werden. Die Festsetzung
des Unterhaltsbeitrages bleibt ein Ermessensentscheid, bei dem alle bedeutsa-
men Umstände berücksichtigt werden müssen (BGer 5A_90/2017 vom 24. August
2017, E. 9.1 m.H.). Das Vorgehen der Vorinstanz steht daher in Einklang mit der
langjährigen Rechtsprechung und ist nicht zu beanstanden. Der Beklagte selbst
macht geltend, dass keine guten Verhältnisse vorliegen würden. Somit besteht
auch keine Veranlassung, den Unterhaltsbeitrag nach der sog. konkreten Metho-
de zu ermitteln. Im Weiteren hat das Kind gegenüber beiden getrenntlebenden El-
tern Anspruch darauf, an deren Lebensstellung teilzuhaben. Zu beachten ist da-
bei, dass Vater und Mutter den Unterhalt des Kindes gemeinsam – ein jeder pro-
portional nach seinem effektiven Einsatz und seiner wirtschaftlichen Leistungsfä-
higkeit – zu tragen haben. Der Beklagte übersieht dabei, dass er den Barunterhalt
nicht vollumfänglich zu decken hat, sondern lediglich zu 35 %. 65 % der Kosten
trägt die Kindsmutter, weshalb die Klägerin auch ein Anrecht hat, an deren Le-
benshaltung teilzunehmen. Gemäss Bundesgericht liegt den Werten der Tabelle
ein Haushaltseinkommen von Fr. 7'000.– bis Fr. 7'500.– zugrunde (BGer
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5C.49/2006 Urteil vom 24. August 2006, Erw. 2.2.). Der vorinstanzliche Entscheid
basiert auf Einnahmen von Fr. 2'730.– (Beklagter) und von Fr. 5'550.– (Mutter der
Klägerin; Urk. 58 S. 22) und daher auf einem durchschnittlichen Haushaltsein-
kommen. Somit besteht keine Veranlassung, den Tabellenunterhalt nach unten zu
korrigieren.
b) Fremdbetreuung
Die Vorinstanz veranschlagte für die Fremdbetreuung der Klägerin monatlich
Fr. 500.–, welche sie der voll erwerbstätigen Kindsmutter als Gestehungskosten
anrechnete. Entsprechend reduzierte sich deren Leistungskraft. Gleichzeitig be-
rücksichtigte sie im Unterhalt die Position "Pflege und Erziehung" in Höhe von
Fr. 716.– vollumfänglich. Dies wird vom Beklagten beanstandet. Seiner Auffas-
sung nach hätte maximal ein Betrag von Fr. 1'231.– plus effektive Fremdbetreu-
ungskosten berücksichtigt werden dürfen, wie er in der neuen Zürcher Tabelle,
gültig ab 1. Januar 2017, enthalten sei (Urk. 57 S. 7f.).
Die Klägerin hält dem im Wesentlichen entgegen, es bestehe das Verbot der
Vorwirkung, weshalb die Vorinstanz zu Recht nicht auf die Zürcher Tabellen 2017
abgestellt habe. Bei den Zürcher Tabellen 2016 seien unter dem Titel "Pflege und
Erziehung" die Fremdbetreuungskosten nicht berücksichtigt. Die Vorinstanz habe
die Fremdbetreuungskosten beim Einkommen abgezogen und sie im Bedarf der
Klägerin nicht nochmals berücksichtigt (Urk. 63 S. 5 ff.).
Im Berufungsverfahren sind nunmehr Kinderunterhaltsbeiträge ab 2017 strittig.
Per 1. Januar 2017 sind die neuen Bestimmungen zum Kindesunterhaltsrecht in
Kraft getreten. Nach Art. 13cbis Abs. 1 SchlT ZGB findet auf Verfahren, die beim
Inkrafttreten der Änderung am 1. Januar 2017 rechtshängig sind, das neue Recht
Anwendung. Die Berufungsinstanz hat daher die Kinderunterhaltsbeiträge nach
dem revidierten Unterhaltsrecht festzusetzen. Auf das Vorgehen der Vorinstanz
betreffend die Anrechnung von Gestehungskosten muss deshalb nicht eingegan-
gen werden.
c) Neues Kindesunterhaltsrecht
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Gemäss Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen
des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entspre-
chen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen.
Der Unterhaltsbeitrag dient neu auch der Gewährleistung der Betreuung des Kin-
des durch die Eltern oder Dritte. Jedes Kind soll dadurch von den bestmöglichen
Betreuungsverhältnissen profitieren können. Gemäss Botschaft zum neuen Kin-
desunterhalt umfasst der Betreuungsunterhalt grundsätzlich die Lebenshaltungs-
kosten der betreuenden Person, soweit diese aufgrund der Betreuung nicht selber
dafür aufkommen kann. Damit soll die Präsenz des betreuenden Elternteils auch
wirtschaftlich sichergestellt werden (Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 529, S.
554). Somit ist beim Kindesunterhalt neuerdings zwischen dem Barunterhalt und
dem Betreuungsunterhalt zu unterscheiden. Der Barunterhalt (Art. 276 Abs. 2
nZGB) deckt dabei alle direkten Kosten des Kindes, wie beispielsweise Ernäh-
rung, Unterkunft, Bekleidung, Krankenkassenprämien, Fremdbetreuung, Schul-
auslagen, etc. Der Betreuungsunterhalt dahingegen deckt die indirekten Kosten,
welche durch die persönliche Betreuung durch einen Elternteil entstehen. Damit
ist auch gesagt, dass ein Betreuungsunterhalt nur dann geschuldet ist, wenn das
Eigenversorgungsmanko eines Elternteils betreuungsbedingt ist. Rechnerisch
ergibt sich der Betreuungsunterhalt aus den Lebenshaltungskosten des betreuen-
den Elternteils, welche grundsätzlich dem familienrechtlichen Existenzminimum (=
Notbedarf) entsprechen, abzüglich des eigenen Einkommens der Hauptbetreu-
ungsperson.
d) Barunterhalt
aa) Gemäss den Zürcher Tabellen 2017 betragen die Barkosten für die Klägerin
für das 1. bis 6. Altersjahr Fr. 1'231.–, für das 7. bis 12. Altersjahr Fr. 1'481.– und
für das 13. bis 18. Altersjahr Fr. 1'781.–. Zum Barbedarf aufzurechnen sind die
Fremdbetreuungskosten. Der Beklagte anerkennt solche lediglich bis zum 10. Al-
tersjahr. Spätestens in der vierten Primarklasse werde nur noch Betreuung über
Mittag benötigt, weshalb noch Kosten von Fr. 286.– anfallen würden; mit 13 Jah-
ren werde gar keine Fremdbetreuung mehr benötigt (Urk. 57 S. 9, 11). Dieser Auf-
fassung kann so nicht gefolgt werden. Es liegt nicht im Kindswohl, von einem
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10jährigen Kind zu verlangen, die Stunden nach Schulschluss, an den freien
Nachmittagen und in den Schulferien alleine zu verbringen, während seine Mutter
erwerbstätig ist. In Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes sind jedenfalls bis
zum 12. Altersjahr die Hortkosten im Betrag von Fr. 500.– zu berücksichtigen. Ab
dem 13. bis 16. Altersjahr ist ermessensweise für den Mittagshort und unter Be-
rücksichtigung von Spontanbesuchen während der Schulferien eine Pauschale
von Fr. 200.– monatlich zu veranschlagen.
bb) Ab 1. April 2017 reduzierte die Kindsmutter ihr Arbeitspensum auf 80 % (vgl.
unten Ziff. 6). Daher sind die Hortkosten um 1/5 auf Fr. 400.– bzw. auf Fr. 160.–
zu reduzieren.
cc) Die Zürcher Tabellen enthalten Wohn- und Wohnnebenkosten in Höhe von
Fr. 485.– und Fr. 75.–. Der Beklagte macht geltend, dass die Kindsmutter ihre
Mietkosten von zur Zeit Fr. 1'840.– auf Fr. 1'200.– zu senken habe und der Kläge-
rin nur Fr. 400.– anzurechnen seien, was die Vorinstanz nicht berücksichtigt habe
(Urk. 57 S. 10). Gemäss angefochtenem Entscheid verdiente die Kindsmutter
Fr. 5'500.–, weshalb ihre Miete rund einem Drittel entsprochen hat, was vertretbar
ist (vgl. indessen unten E. 7.3). Ebenso vertretbar ist der Anteil für die Klägerin,
da er weniger als einen Drittel beträgt und das Abstellen auf vorgebenene Be-
darfszahlen wie erwähnt zulässig ist (BGer 5A_90/2017 vom 24. August 2017, E.
9.1 m.H.).
dd) Betreffend die Krankenkasse macht der Beklagte geltend, es seien lediglich
Fr. 100.– anzurechnen, was von der Klägerin nicht bestritten worden sei (Urk. 57
S. 10). Der Tabellenwert beträgt Fr. 106.– und dieser ist zu übernehmen.
e) Damit resultiert ein Unterhaltsbedarf von Fr. 1'631.– (1.-6. Altersjahr), von
Fr. 1881.– (7.-12. Altersjahr), von Fr. 1'941.– (13.-16. Altersjahr) und von
Fr. 1'781.– (17.-18. Altersjahr). Der mittlere Unterhaltsbedarf beträgt daher gerun-
det Fr. 1'800.– bzw. nach Abzug der Familienzulage Fr. 1'600.–.
4. Einkommen Beklagter
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4.1 Gemäss angefochtenem Entscheid hat der Beklagte in Deutschland ein Stu-
dium der Politik- und Rechtswissenschaften abgeschlossen und in der Folge di-
verse Praktikas (darunter ein Praktikum in New York beim "D._") absolviert,
bevor er ab März 2014 in Berlin eine Festanstellung als Politik-Berater in einem
80%-Pensum bei der Firma E._ annahm. Nebst seiner Festanstellung arbei-
tete er in Berlin im Auftragsverhältnis für die Schweizer Firma "F._". Mit die-
sen selb- und unselbständigen Erwerbstätigkeiten erzielte er gemäss den ent-
sprechenden Steuerbescheiden im Jahr 2014 ein Brutto-Einkommen von €
45'091.– bzw. ein Netto-Einkommen (nach Krankenkasse und Steuern) von €
32'712.– (entsprechend rund Fr. 35'000.– pro Jahr bzw. rund Fr. 2'916.– pro Mo-
nat. Im Jahr 2015 waren es netto Fr. 2'575.– pro Monat. Diese Tätigkeiten verlor
der Beklagte im Januar bzw. Februar 2016 primär aus wirtschaftlichen Gründen
(vgl. Urk. 58 S. 11). In der Folge machte er sich als Berater selbständig. Dabei er-
zielte er gemäss Vorinstanz Fr. 1'292.– pro Monat. Die Vorinstanz erwog zusam-
mengefasst, spätestens nach rund 6 Monaten selbständiger und nicht erfolgsver-
sprechender Tätigkeit hätte der Beklagte sich nachhaltiger um eine unselbständi-
ge Anstellung bemühen müssen. Auch wenn in der Beraterbranche ein hoher
Konkurrenzdruck mit vielen Bewerbungen herrsche, hätte sich der Beklagte re-
gelmässig um eine Anstellung bemühen müssen. Aus dem eingereichten Presse-
artikel gehe hervor, dass in der Hauptstadt Berlin eine der grössten Regierungen
samt dazugehöriger Verwaltung angesiedelt sei und somit auch zahlreiche Lobby-
Organisationen ihrer Tätigkeit nachgehen würden. Dem Beklagten sei anlässlich
der Verhandlung vom 24. Oktober 2016 die Notwendigkeit eines "Kurswechsels"
deutlich kommuniziert worden. Dennoch habe der Beklagte keinerlei belegte An-
strengungen unternommen, um in Berlin oder anderswo eine Anstellung auf dem
freien Arbeitsmarkt zu finden. Auch habe er sein Einkommen als Selbständiger-
werbender in keiner Weise steigern können. Dem Einwand des Beklagten, er sei
ihm aufgrund seiner Besuche bei seiner Tochter nicht möglich, im Vollzeitpensum
zu arbeiten, sei nicht zu folgen. Aufgrund der heutigen flexiblen Arbeitszeitmodelle
seien monatliche Reisen in die Schweiz für ein verlängertes Wochenende ohne
weiteres mit einer Vollzeitstelle vereinbar. Unter diesen Umständen sei dem Be-
klagten ein hypothetisches Einkommen anzurechnen, zumal er auch keine Be-
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handlung mehr für seine psychischen Probleme beanspruchen müsse. Betrags-
mässig sei vom Lohn für das 80 %-Pensum bei E._ auszugehen, diesen auf
100 % umzurechnen und ein Nettoverdienst von € 2'550.– entsprechend Fr.
2'730.– ab Januar 2017 anzurechnen (Urk. 58 S. 13 f.).
4.2 In seiner Berufungsschrift moniert der Beklagte vorab, er habe keinen Mas-
ter-, sondern lediglich einen Bachelorabschluss. Es dürfe als gerichtsnotorisch
gelten, dass zahlreiche Stellen einen Masterabschluss voraussetzen würden. Er
habe vor Vorinstanz im Detail darauf hingewiesen, dass in Berlin allfällige Arbeits-
stellen an Bewerber mit einem Masterabschluss vergeben würden und er daher
einen Wettbewerbsnachteil habe. Auch habe er dargetan, dass er spätestens im
Vorstellungsgespräch darauf hinweisen müsse, dass er Zeit für seine monatlichen
Reisen zur Klägerin benötige. Sodann wiederholt der Beklagte über weite Teile
seine vor Vorinstanz vorgebrachten Argumente, weshalb es aktuell nicht möglich
sei, eine Arbeitsstelle in Berlin zu finden. Er verweist insbesondere auf die hohe
Arbeitslosenquote von Berlin und dass im Bereich der angehenden Politikberater
die Arbeitsmarktsituation äusserst angespannt sei. Aktuell habe er kaum eine
Chance, eine Arbeitsstelle in Berlin zu finden. Entsprechend müsse er seine selb-
ständige Tätigkeit fortführen, womit er lediglich € 1'500.– bzw. Fr. 1'650.– verdie-
ne (Urk. 57 S. 15 ff.).
4.3 Die Klägerin macht in der Berufungsantwort geltend, der Beklagte habe der
Vorinstanz verschwiegen, dass er seit Oktober 2016 als Geschäftsführer der
G._ GmbH agiere. Diese Firma habe im Jahr 2015 einen Bilanzwert von €
209'304 ausgewiesen. Der Beklagte habe die Übernahme der Geschäftsführer-
funktion mit keinem Wort erwähnt, obwohl dieser berufliche Schritt bereits seit Ok-
tober 2016 festgestanden habe. Somit stehe fest, dass er mindestens eine Ein-
kommensquelle vor Vorinstanz verschwiegen habe (Urk. 63 S. 10 f.).
Der Beklagte erachtet das Vorbringen als novenrechtlich verspätet. Gemäss der
eingereichten Urkunde sei die sog. Geschäftsführerstellung bei der G._
GmbH am 14. Oktober 2016 bekannt gemacht worden. Die Klägerin lege nicht
dar, weshalb sie diese Tatsache nicht bereits im erstinstanzliche Verfahren darge-
tan habe. Die Vorbringen seien daher nicht zu beachten. Nachdem er mit der
- 15 -
G._ GmbH keinerlei Einkommen erzielt habe und die Erzielung eines Ein-
kommens auch nicht annährend absehbar sei, habe es für den Beklagten keinen
Anlass gegeben, diese zu erwähnen. Die G._ sei 2016 aufgrund ihrer wirt-
schaftlichen Situation gar nicht in der Lage, Löhne oder Honorare zu bezahlen.
Die Firma sei vollkommen überschuldet. Die Bilanzsumme sage nichts über die
wirtschaftliche Situation aus. Die Erfolgsrechnung zeige, dass das Unternehmen
2015 einen Verlust erzielt habe. Der Beklagte habe keinen Arbeitsvertrag mit der
G._ GmbH abgeschlossen, er erhalte keinen Lohn und kein Honorar. Viel-
mehr habe ihm die Firma für die Zeit vom Januar 2017 bis August 2017 ein Dar-
lehen gewährt (Urk. 70 S. 7 ff.).
4.4 Die Vorinstanz orientierte sich an derjenigen Stelle, die der Beklagte bei sei-
nem früheren Arbeitgeber E._ versah (Urk. 58 S. 14), für welche offenbar
kein Masterabschluss vorausgesetzt wurde. Der Erwägung der Vorinstanz, dass
monatliche Reisen in die Schweiz mit den heutigen flexiblen Arbeitszeitmodellen
vereinbar seien, setzt der Beklagte entgegen, dass Arbeitgeber im Bereich der
Politikberatung keine Mitarbeiter wollten, welche nicht zumindest während der üb-
lichen Bürozeiten erreichbar und einsetzbar seien. Tatsächlich werde sogar voll-
zeitige Erreichbarkeit (insbesondere per Mail und Telefon) heute in der Dienstleis-
tungsbranche als selbstverständlich vorausgesetzt (Urk. 57 S. 21 f.). Diese Anga-
ben erfolgen erstmals im Berufungsverfahren und sind daher prozessual verspä-
tet (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Vor Vorinstanz wurde argumentiert, die allerwenigsten
Arbeitgeber würden akzeptieren, dass ein Arbeitnehmer einen Monat pro Jahr,
zusätzlich zu den Ferien, fehle (Urk.33 S. 15). Selbst wenn das neue Vorbringen
zu hören wäre, handelt es sich um eine blosse Behauptung. Zudem wäre es mit
den digitalen Technologien auch möglich, eine Erreichbarkeit von der Schweiz
aus sicherzustellen, zumal die Klägerin seit August 2017 den Kindergarten be-
sucht (vgl. Urk. 33 S. 15) und damit zumindest halbtags nicht persönlich betreut
werden muss. Entscheidend kommt hinzu, dass der Beklagte weder vor Vor-
instanz noch im Berufungsverfahren ausreichend Suchbemühungen nachgewie-
sen hat. Bereits an der Verhandlung vom 24. Oktober 2016 zeigte der erstinstanz-
liche Richter dem Beklagten auf, dass er seine Erwerbsstrategie werde ändern
müssen (Prot. I S. 12). Dies in Einklang mit der Rechtsprechung, wonach im Ver-
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hältnis zum unmündigen Kind besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung
der Erwerbskraft zu stellen sind (BGE 137 III 118 E. 3.1). Daher kann es nicht ge-
nügen, auf der wenig einträglichen Selbständigkeit zu beharren, ist der Beklagte
doch von Gesetzes wegen verpflichtet, zusammen mit der Kindsmutter für den
Unterhalt der Klägerin zu sorgen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Das Argument des Be-
klagten, mit dem Angebot, für seinen ehemaligen Arbeitgeber als Freelancer zu
arbeiten, habe er mehr verdient als mit dem Arbeitslosengeld (Urk. 57 S. 16), ist
nicht zielführend. Zwar kann der Entscheid, sich selbständig zu machen, dem Be-
klagten nicht per se zum Vorwurf gemacht werden. Letztlich kommt es nämlich
darauf an, ob ein Unterhaltsschuldner in zumutbarer Weise so weit leistungsfähig
bleibt, dass er seinen Unterhaltsverpflichtungen nachkommen kann. Der Beklagte
als Unterhaltsschuldner hat aber das unternehmerische Risiko bei einem risiko-
reichen Gang in die Selbständigkeit selber zu tragen. Und wie die Vorinstanz er-
wogen hat, hätte der Beklagte aufgrund der bescheidenen Einnahmensituation
seine Strategie ändern müssen. Das unbegründete Urteil ging den Parteien am
16. Januar 2017 zu (Urk. 50). Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste sich der
anwaltlich vertretene Beklagte bewusst sein, dass er seine Leistungsfähigkeit
umgehend steigern muss.
4.5 Der Beklagte kritisiert weiter, die Klägerin sei ihrer Beweislast nicht nachge-
kommen, dass ihm die Erzielung eines höheren Einkommens, als das tatsächlich
erzielte Einkommen, tatsächlich möglich sei (Urk. 57 S. 18). Geht es um die Fest-
setzung des Unterhalts, obliegt es grundsätzlich der fordernden Partei zu bewei-
sen, wie gross die wirtschaftliche Leistungskraft der pflichtigen Partei ist; nur bei
einer Abänderungsklage liegt die Beweislast hinsichtlich anspruchserheblich ver-
änderter Tatsachen bei jener Partei, welche die Abänderung fordert. Gewisse In-
formationen über das tatsächliche oder hypothetische Leistungsvermögen sind al-
lerdings nur für die unterhaltsverpflichtete Person greifbar. Den nach den allge-
meinen Regeln (bei erstmaliger Festsetzung) nicht beweisbelasteten Unterhalts-
verpflichteten trifft daher eine Behauptungs- und Substantiierungsobliegenheit,
wenn er bestreitet, das strittige hypothetische Einkommen tatsächlich erzielen zu
können (BGer 5A_96/2016 vom 18. November 2016, E. 3.1).
- 17 -
Es mag zutreffen, dass der Beklagte bei der G._ GmbH (einem Kunstbuch-
vertrieb) weder Lohn noch Honorar erhält. Allerdings zieht er selber in Erwägung,
dass es sich beim gewährten Darlehen auch um Honorar handeln könnte (vgl.
Urk. 70 S. 11: "Selbst wenn man die Darlehenszahlungen der G._ GmbH zu den Bruttohonorareinnahmen ... hinzuzählen würde, sie also als Honorar betrachten würde,
..."). Jedenfalls zeigt das Engagement bei dieser Firma, dass der Beklagte, im
Wissen darum, dass die Klägerin gegen ihn einen Unterhaltsprozess angestrengt
hat, nicht mit der nötigen Intensität versuchte, seine Verdienstmöglichkeiten aus-
zuschöpfen. Gegenteils hat er eine Stelle angenommen, von welcher er - zufolge
der Überschuldung (Urk. 70 S. 8) - keine Einnahmen erwarten konnte und kann.
Es kann der Klägerin auch nicht vorgeworfen werden, sie sei ihrer Behauptungs-
last nicht nachgekommen, hat sie doch keinerlei Einfluss auf den Entscheid des
Beklagten, eine Stelle anzunehmen, bei der er offenbar keinerlei Einkommen er-
zielt. Und da der Beklagte diese Anstellung nicht einmal offenlegte, ist er zumin-
dest seiner Behauptungs- und Substantiierungsobliegenheit im erwähnten Sinne
nicht nachgekommen. Die Klägerin hingegen stützte sich zur Begründung der
Klage auf den Lohn bei E._ in Berlin und auf die Einnahmen, welche der Be-
klagte bei der in der Schweiz domizilierten "F._" erzielt hatte (Urk. 2 S. 6). Es
hätte somit am Beklagten gelegen, darzutun, dass er nicht einmal als Geschäfts-
führer eines Kunstbuchvertriebs ein Einkommen erzielen könne.
4.6 Nach dem Gesagten vermögen die Vorbringen des Beklagten die erstin-
stanzlichen Erwägungen nicht umzustossen. Der Beklagte ist auch im Berufungs-
verfahren den konkreten Beweis schuldig geblieben, dass er trotz aller Bemühun-
gen keine Stelle mehr finden kann, welche ihm ein Einkommen generiert, wie er
es etwa bei E._ erzielt hatte. Wenn er wiederholt, er habe vor Vorinstanz da-
rauf hingewiesen, dass die Gehälter in den Unternehmensberatungen deutlich
höher seien als im Bereich Kommunikations-/Politikberatung und er höchstens im
Bereich der Politikberatung überhaupt geringe Erfolgsaussichten auf eine Stelle
habe (Urk. 70 S. 21), ist dem entgegenzuhalten, dass er in einer E-Mail vom 1.
Februar 2016 selber angab, seit Abschluss des Studiums im Bereich der Unter-
nehmenskommunikation zu arbeiten (Urk. 34/13). Im Rahmen des Unterhaltspro-
zesses kann es nicht genügen, sich für die mangelnde Leistungsfähigkeit auf die
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statistischen Werte zur Arbeitslosigkeit und zum Zugang zum Arbeitsmarkt zu
verweisen, ohne zusätzlich konkret ernsthafte Suchbemühungen nachzuweisen.
Daher geht auch der Vorwurf, die Vorinstanz habe die eingereichten Urkunden
34/7-34/9 gänzlich ausser Acht gelassen (Urk. 57 S. 17), fehl, betreffen diese Ur-
kunden doch ausschliesslich statistische Angaben. Zudem hielt die Vorinstanz
unangefochten fest, dass für den Zeitraum November 2015 bis Februar 2016 nur
fünf Bewerbungen vorliegen würden. Auch der weitere Einwand, die Vorinstanz
habe für die Frage der Suchbemühungen die Zeugen nicht einvernommen (Urk.
57 S. 19), verfängt nicht. Es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor,
wenn das Gericht in antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme beantragter
Beweise verzichtet, weil diese aufgrund der bereits abgenommenen Beweise die
gewonnene Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer behaupteten
Tatsache nicht zu erschüttern vermag oder weil das beantragte Beweismittel von
vornherein nicht geeignet ist, die behauptete Tatsache zu beweisen (BGE 141 I
60 E. 3.3). Dabei schliesst auch die Geltung der Untersuchungsmaxime eine vor-
weggenommene Beweiswürdigung nicht aus (BGE 130 III 374 E. 2.2.3). Wenn
der Beklagte vor Vorinstanz noch angab, er könne keine schriftlichen Bewerbun-
gen einreichen, da diese grösstenteils online eingereicht worden seien (Urk. 35 S.
6), hätte der rechtskundig vertretene Beklagte zumindest im Berufungsverfahren
Bewerbungen mit den entsprechenden Absagen einreichen können und müssen,
abgesehen davon, dass auch elektronische Korrespondenz ausgedruckt werden
kann. Ernsthafte und ausreichende Suchbemühungen für eine Anstellung sind in
erster Linie mit schriftlichen Unterlagen (Bewerbungsschreiben, Stellengesuche,
Absagen) zu belegen. Aber auch im Berufungsverfahren wurden keinerlei Such-
bemühungen dokumentiert. Mit Blick auf die im Streit liegenden Kinderunterhalts-
beiträge ist zu schliessen, dass der Beklagte sein Bewerbungspotential nicht voll
ausschöpft, weshalb er sich nicht darauf berufen kann, dass eine Erwerbsmög-
lichkeit im von der Vorinstanz angenommenen Umfang unmöglich ist. Dieser Auf-
fassung stehen weder das Alter noch gesundheitliche Gründe entgegen. Der Be-
klagte ist anfangs 30 und hat einige Jahre Berufserfahrung. Die Erwägung der Vo-
rinstanz, dass seine psychischen Probleme soweit ausgestanden seien, dass er
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seit dem Frühling 2016 keinerlei Behandlung mehr in Anspruch nehmen müsse
(Urk. 58 S. 13), blieb in der Berufung unangefochten.
4.7 Betreffend die Höhe des Einkommens hatte der Beklagte in einem der selte-
nen Bewerbungsschreiben anfangs Jahr 2016, folglich bereits nach der Trennung
von der Mutter der Klägerin, noch Gehaltsvorstellungen von brutto € 4'800.– ge-
äussert (Urk. 34/13). Wenn er im Berufungsverfahren wiederholt, selbst wenn er
eine Stelle finden würde, könnte er höchstens mit einem Einkommen von
€ 1'500.– rechnen (Urk. 58 S. 21), steht diese Behauptung mit seinen eigenen
Angaben offenkundig in Widerspruch. Sie steht auch in Widerspruch zum geltend
gemachten Bedarf von rund Fr. 2'700.–, miteingeschlossen die Besuchsrechts-
kosten (Urk. 57 S. 14). Die vorinstanzliche Annahme von Fr. 2'730.– basiert auf
dem früheren Nettosalär des Beklagten von € 2'040.– für 80 %, umgerechnet auf
100 % (= € 2'550.–; Urk. 58 S. 14). Dies gilt es zu bestätigen, zumal sich der Be-
trag in Schweizerfranken auf einem Eurokurs von 1.07 stützt (vgl. unten Ziff.
4.11).
4.8 Die Vorinstanz rechnete das hypothetische Einkommen im Entscheid vom
22. Dezember 2016 ab Januar 2017 an. Sie erwog, dem Beklagten hätte spätes-
tens Mitte 2016 die Notwendigkeit einer intensiven Stellensuche bewusst sein
müssen, und er habe selbst dann nichts in diese Richtung unternommen, als er -
wie erwähnt - vom Gericht anlässlich der Verhandlung vom 24. Oktober 2016 un-
missverständlich darauf hingewiesen worden sei. Daher sei ihm keine weitere
Übergangsfrist zur Umstellung auf die neue Situation zu gewähren, sondern es
sei davon auszugehen, dass das anzurechnende Einkommen spätestens per 1.
Januar 2017 erzielt werden könne (Urk. 58 S. 13 f.).
4.9 Der Beklagte moniert, entgegen dem angefochtenen Entscheid habe ihm
das Gericht anlässlich der Verhandlung vom 25. (rechte: 24.) Oktober 2016 nicht
gesagt, er müsse eine Anstellung suchen. Da er den Entscheid erst am 16. Janu-
ar 2017 erhalten habe, könne ihm zweifellos nicht ab 1. Januar 2017 ein hypothe-
tisches Einkommen angerechnet werden. Vom Beklagten zu verlangen, er hätte
zwischen 25. Oktober 2016 und 1. Januar 2017 eine neue Stelle finden müssen,
sei daher selbst dann absurd, wenn man davon ausgehen würde, die Vorinstanz
- 20 -
habe dem Beklagten am 25. Oktober 2016 aufgegeben, er müsse eine Arbeits-
stelle finden. Tatsächlich müsse ihm zumindest eine angemessene Frist von ei-
nem Jahr ab Rechtskraft des gerichtlichen Entscheides eingeräumt werden (Urk.
57 S. 22 f.).
4.10 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist einem Unterhaltsschuldner
einerseits keine Übergangsfrist für die Erzielung eines höheren hypothetischen
Einkommens anzusetzen, wenn er bereits bis anhin einer vollzeitlichen Erwerbs-
tätigkeit nachgegangen ist. Denn in diesem Fall braucht er seine Lebensverhält-
nisse nicht umzustellen. Und wer sich - selbst nach einem unfreiwilligen Stellen-
wechsel - wissentlich mit einer nur ungenügend einträglichen Erwerbstätigkeit be-
gnügt, muss sich andererseits auch rückwirkend anrechnen lassen, was er unter
den gegebenen Umständen zu erwirtschaften vermocht hätte, ist er doch ver-
pflichtet, seine Leistungsfähigkeit im Hinblick auf die Unterhaltspflicht voll auszu-
schöpfen (vgl. BGer 5A_549/2017 vom 11. September 2017, E. 4; BGer
5A_59/2016 vom 1. Juni 2016, E. 3.2).
Der Beklagte ist seit Mai 2016 mit der Unterhaltsforderung der Klägerin konfron-
tiert. Dass er mit einem Einkommen von € 1'500.– und einem eigenen Bedarf –
ohne Besuchsrechtskosten – von rund Fr. 2'200.– (Urk. 58 S. 13) seiner Unter-
haltspflicht nicht nachkommen kann, war für den Beklagten ohne weiteres ersicht-
lich. Unter diesen Umständen und ohne Aussichten auf eine wesentliche Ein-
kommenssteigerung war der Beklagte aber verpflichtet, sich um eine andere Er-
werbstätigkeit oder zusätzliche Aufträge anderer Auftraggeber zu bemühen. In
diesem Sinne spielt es keine Rolle, ob die Vorinstanz explizit darauf hingewiesen
hat, der Beklagte müsse sich anstellen lassen. Mit dem Hinweis, er müsse seine
Erwerbsstrategie umstellen (Prot. I S. 12), machte die Vorinstanz jedenfalls deut-
lich, dass der Beklagte seine Leistungsfähigkeit steigern müsse. Das angefochte-
ne Urteil wurde den Parteien im Januar 2017 eröffnet. In Nachachtung der zitier-
ten Rechtsprechung und mit Berücksichtigung der unbestritten weit höheren Ar-
beitslosigkeit in Deutschland als in der Schweiz erscheint es angemessen, dem
Beklagten das hypothetische Einkommen ab Juni 2017 anzurechnen.
- 21 -
4.11 Nach dem Gesagten ist dem Beklagten ab Juni 2017 ein hypothetisches
Einkommen gemäss Vorinstanz von Fr. 2'730.– anzurechnen. Auf eine wäh-
rungsbedingte Erhöhung ist zu verzichten. Dies rechtfertigt sich einerseits auf-
grund des von der KESB genehmigten ausgedehnten Besuchsrechts und dem
Umstand, dass durch den Umzug der Klägerin nach Zürich unstrittig höhere Be-
suchsrechtskosten anfallen (unten Ziff. 5.2). Andrerseits sind periodische Leistun-
gen für rund 15 Jahre strittig und die Währungsentwicklung lässt sich längerfristig
nicht prognostizieren.
5. Bedarf Beklagter
5.1 Die Vorinstanz veranschlagte den Bedarf des Beklagten mit Fr. 2'200.– bzw.
ab August 2017 mit Fr. 2'150.– (Urk. 58 S. 21).
Angefochten sind die Kosten der Besuchsrechtsausübung, der Krankenkasse und
die Höhe der Steuern.
5.2 Kosten Besuchsrechtsausübung
Vor Vorinstanz beantragte der Beklagte, dass ihm die anfallenden Kosten für die
Besuchsrechtsausübung im Rahmen seines Bedarfs anzurechnen seien, und
machte monatlich Fr. 590.– geltend für Flug, Unterkunft, Essen etc. Die Vor-
instanz verwies auf die bundesgerichtliche Praxis, welche keine Berücksichtigung
von fixen Bedarfspauschalen für die Ausübung des Besuchsrechts kenne. Ob der
Sachrichter dem Besuchsberechtigten im familienrechtlichen Streit um die Fest-
setzung von Kinderalimenten für die Ausübung des Besuchsrechts einen gewis-
sen Betrag zugestehen wolle, sei eine Frage des Ermessens. Letztlich sei ein an-
gemessener Ausgleich zwischen dem Nutzen, den das Kind aus seinem Kontakt
mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil ziehen könne, und dem Interesse an
der Sicherung eines gebührenden Unterhalts zu suchen (Urk. 58 S. 18 m.H.). Im
Ergebnis sprach sie monatlich Fr. 350.– resp. ab August 2017 Fr. 400.– zu (Urk.
58 S. 20 f.).
a) Flugkosten Beklagter
- 22 -
Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beklagte die Besuchswochenenden in
Zürich und die Ferien zu Hause in Deutschland verbringen werde. Sie berücksich-
tigte daher 10 Flüge (Hin- und Rückflug) und zusätzlich 8 weitere Flüge für die Fe-
rien- bzw. Weihnachtsbetreuung. Dabei ging sie von durchschnittlichen Kosten
von rund Fr. 90.– pro Flug an den verlängerten Wochenenden und von rund
Fr. 150.– pro Flug in der teureren Ferienzeit aus und veranschlagte Fr. 2'100.– als
jährliche Flugkosten (Urk. 58 S. 19 f.).
Der Beklagte macht geltend, er habe durchschnittliche Flugkosten von Fr. 222.25
pro Monat für sich persönlich zu bezahlen. Die Vorinstanz habe ausser Acht ge-
lassen, dass an Weihnachten die Flugkosten deutlich höher seien als während
der Ferienzeit. Und entgegen der Vorinstanz könne er die Flüge nicht Monate im
voraus buchen, da er einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfüge und
andrerseits sich die Mutter der Klägerin nicht an die Abmachungen halte (Urk. 57
S. 24).
Die Klägerin entgegnet, es gelte der Grundsatz, wonach der Besuchsberechtigte
die Besuchskosten selber zu tragen habe. Die Flugkosten würden in Zukunft noch
tiefer ausfallen, da die Klägerin ab Eintritt in den Kindergarten unter Inanspruch-
nahme des Begleitdiensts allein nach Berlin werde fliegen können. Es würden
somit maximal 10 Flüge für den Beklagten und maximal 4 Flüge für die Klägerin
verbleiben. Auch würden faktisch nie so viele Flüge stattfinden, wie von der
Vorinstanz angerechnet. Die Unfähigkeit, wegen Geldmangels Flüge im Voraus
zu buchen, habe der Beklagte selber zu vertreten (Urk. 63 S. 22 ff.).
Nach Rechtsprechung und Doktrin sind die Kosten der Besuchsrechtsausübung
grundsätzlich vom Besuchsberechtigten zu tragen, es sei denn, die Häufigkeit und
Dauer der Besuche würde das Übliche weit überschreiten oder die Betreuung der
Kinder erfordere ausserordentliche Anstrengungen. Nach Ansicht des Bundesge-
richtes ist die Berücksichtigung von Auslagen bei der Besuchsrechtsausübung im
Bedarf des besuchsberechtigten Elternteils aber – auch in knappen Verhältnissen
– dennoch möglich. Das Zugeständnis eines gewissen Betrages für die Ausübung
des Besuchsrechts liegt im dem Gericht in Unterhaltsbelangen zukommenden
weiten Ermessen (BGer 5A_106/2016 vom 7. Juni 2016, E. 5.2; BGer
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5A_390/2012 vom 21. Januar 2013, E. 6.4 m.H.; FamPra 2013 S. 463 ff., 468
m.w.H.; vgl. OGer ZH LE150051 vom 01.07.2016, E. 3.2.2.5).
Der Beklagte verkennt, dass er keinen bedingungslosen Anspruch darauf hat,
dass sämtliche Besuchsrechtskosten in seinen Bedarf aufgenommen werden.
Dazu kommt, dass in der Flugbranche stark variierende Ticketpreise die Regel
sind. Vor Vorinstanz reichte der Beklagte beinahe ausschliesslich Belege für Flü-
ge von Swiss ein (Urk. 34/26, 34/33-35, 34/39). Zu jener Zeit bediente indes noch
die Gesellschaft Air Berlin die Strecke Zürich ↔ Berlin mit deutlich tieferen Prei-
sen. Die Klägerin reichte entsprechende Angebote ein (Urk. 32/26). Und inskünf-
tig wird neben Swiss die Gesellschaft Easyjet die Strecke bedienen, so dass dem
Beklagten wiederum mehrere Optionen zur Auswahl stehen
(http://www.easyjet.com/de/billigfluege/deutschland/berlin). Indem die Vorinstanz
für monatliche Flugkosten Fr. 175.– zubilligte, basierend auf durchschnittlichen
Preisannahmen, hat sie ihr Ermessen in vertretbarer Weise ausgeübt.
b) Flugkosten Klägerin
Für die Klägerin rechnete die Vorinstanz keine Flugkosten ein. Sie erwog, es sei
davon auszugehen, dass die gut situierten Eltern den Beklagten zumindest in die-
ser Hinsicht finanziell unterstützen und für ihre Enkelin die entsprechenden Kos-
ten begleichen würden (Urk. 58 S. 20).
Der Beklagte beansprucht weiterhin in seinem Bedarf Fr. 61.65 für die Flugkosten
der Tochter. Er moniert, er habe vor Vorinstanz im Detail dargetan, dass seine El-
tern nicht länger in der Lage und willens seien, ihm Darlehen in der Höhe von
€ 700.– pro Monat zu gewähren. Es habe sich bei den Zahlungen seiner Eltern
ausschliesslich um Darlehen gehandelt. Seine Eltern würden Wert darauf legen,
dass er das Darlehen zurückbezahle, zumal er drei Geschwister in Ausbildung
habe und die geliehenen Beträge für seine Eltern wirtschaftlich erheblich seien.
Die Eltern könnten das Darlehen jederzeit kündigen. Wie die Vorinstanz darauf
komme, dass seine Eltern "gut situiert" seien, sei nicht nachvollziehbar. Er habe
dafür die Eltern als Zeugen offeriert und die Vorinstanz habe, indem sie die Zeu-
gen nicht einvernommen habe, das Recht auf Beweis verletzt (Urk. 57 S. 25 f.).
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Mit Datum vom 3. Februar 2015 schlossen der Beklagte und seine Eltern einen
Darlehensvertrag. Die Eltern erklärten sich bereit, wegen des Rechtsstreits im Zu-
sammenhang mit der Klägerin dem Beklagten monatlich € 700.– als unbefristetes
und unverzinsliches Darlehen zu gewähren, zuzüglich und sofern notwendig Ein-
zelzahlungen für Anwaltsrechnungen bzw. Reisekosten (Urk. 21/34). Im Rahmen
der Einkommensermittlung verzichtete die Vorinstanz darauf, der Forderung der
Klägerin zu folgen und die von den Eltern des Beklagten regelmässig ausgerichte-
ten monatlichen Raten von € 700.– als Einkommen anzurechnen (Urk. 57 S. 15).
Im Zusammenhang mit den Flugkosten hielt die Vorinstanz dafür, dass zu beach-
ten sei, dass die Unterstützer im vorliegenden Fall als Eltern bzw. Grosseltern ein
virulentes Interesse daran hätten, dass der Kontakt zwischen der Klägerin und ih-
rem Sohn bzw. ihnen selbst regelmässig gepflegt werde, weshalb auch nicht zu
erwarten sei, dass diese Geldquelle plötzlich zum Erliegen komme. Es sei auch
offensichtlich, dass die regelmässigen Ferienbesuche der Klägerin in Deutschland
auch von den Eltern des Beklagten befürwortet und gefördert würden, zumal die
von ihnen gewährten Gelder (von immerhin € 700.– pro Monat) explizit auch für
die entsprechenden Reisekosten des Beklagten gesprochen würden und der Be-
klagte einräume, diese Gelder würden so lange fliessen, wie er diese Reisen nicht
selber finanzieren könne (Urk. 57 S. 15). Mit diesen Erwägungen setzt sich der
Beklagte nicht auseinander. Die Vorinstanz hat auch das Recht auf Beweis nicht
verletzt, der Wortlaut des Schreibens ist klar. Immerhin wird im Schreiben von an-
fangs 2015 festgehalten, die Situation in einem Jahr neu zu besprechen. Wäre ein
Jahr später, also im Frühling 2016, eine andere Abmachung zwischen dem Be-
klagten und seinen Eltern getroffen worden, hätte ersterer diese im vorinstanzli-
chen Verfahren einreichen müssen. Der Vorwurf, die Betrachtungsweise der Vo-
rinstanz führe faktisch zum selben Ergebnis, wie wenn das Darlehen als Einkom-
men berücksichtigt würde (Ur. 57 S. 27), geht fehl, betragen doch die monatlichen
Raten € 700.– und die Kosten für die Flüge für die Klägerin lediglich Fr. 60.–.
Dass die Eltern Flugkosten der Enkelin tatsächlich übernehmen, zeigt beispiels-
weise die am 7. Oktober 2016 vorgenommene Buchung für Weihnachten 2016.
Laut Urk. 34/32a ist H._, die Mutter des Beklagten, Bestellerin der Tickets.
Damit sind mit der Vorinstanz für die Klägerin keine Reisekosten anzurechnen.
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c) Übernachtungen
Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beklagte an den zehn verlängerten Wo-
chenendaufenhalten dreimal bzw. ab August 2017 viermal in Zürich übernachten
werde. Im Vordergrund würden Logiermöglichkeiten via private Vermittlungen
oder via "Airbnb" stehen und es sei von Kosten von rund Fr. 200.– bzw. von
Fr. 260.– pro Aufenthalt auszugehen. Damit seien die Übernachtungskosten in
der ersten Phase mit Fr. 2'000.– und in der zweite Phase mit vier Übernachtun-
gen auf Fr. 2'600.– zu beziffern (Urk. 58 S. 20).
Der Beklagte moniert, er habe vor Vorinstanz Fr. 174.– bzw. ab August 2017
Fr. 232.– beantragt. Die Differenz zu den von der Vorinstanz berücksichtigten
Kosten möge nicht allzu gross erscheinen. Für ihn, der gemäss dem vorinstanzli-
chen Entscheid faktisch unter dem Existenzminimum leben müsse, sei die Diffe-
renz entscheidend. Die Vorinstanz begründe nicht, von welchen Belegen sie aus-
gehe. Die Klägerin habe lediglich einen Beleg für Ende Januar 2017 ins Recht ge-
legt. Es sei bekannt, dass im Winter weniger Touristen nach Zürich reisen wür-
den. Aber selbst aus dem Beleg der Klägerin würden durchschnittliche Kosten
von Fr. 71.75 hervorgehen (Urk. 57 S. 28 ff.).
Die Vorinstanz billigte letztlich monatlich Fr. 175.– bzw. Fr. 225.– zu (Fr. 350.– ./.
Fr. 175.–; Fr. 400.– ./. Fr. 175.–; Urk. 58 S. 20 f.), was sich im Rahmen der vom
Beklagten geforderten Beträgen bewegt, weshalb nicht näher auf die Vorbringen
einzugehen ist.
d) Öffentlicher Verkehr
Vor Vorinstanz machte der Beklagte Auslagen für den öffentlichen Verkehr in Zü-
rich von Fr. 38.– bzw. von Fr. 43.75 geltend (Urk. 57 S. 30). Die Vorinstanz er-
wog, dass dem Beklagten mit Bezug auf die Betreuungskosten Aufwendungen im
Bedarf anzurechnen seien, welche sich für eine erste Phase im Bereich von
Fr. 4'200.– pro Jahr, entsprechend Fr. 350.– pro Monat, und in einer zweiten
Phase im Bereich von Fr. 4'800.– pro Jahr, entsprechend Fr. 400.– pro Monat,
bewegen würden. Diese Pauschalen, welche die vorstehend berechneten effekti-
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ven Kosten für Flüge und Übernachtungen leicht übersteigen würden, sollten ge-
nügend hoch bemessen sein, um auch einzelne Aufwendungen des Beklagten für
den öffentlichen Verkehr in der Schweiz zu decken. Allfällige darüber hinausge-
hende Kosten der Betreuung müssten entweder aus dem Grundbetrag des Be-
klagten bestritten oder durch Dritte finanziert werden. Die Berücksichtigung von
höheren Betreuungskosten im Bedarf des Beklagten würde bei den gegebenen
Verhältnissen letztlich auch keinen gerechten Ausgleich der Interessen der Kläge-
rin auf einen Kontakt mit dem Vater sowie auf Sicherung ihres gebührenden Un-
terhaltes gewährleisten, zumal die finanziellen Verhältnisse der Kindesmutter
nicht derart gut sind, dass sie auf einen substantiellen Unterhaltsbeitrag des Kin-
desvaters verzichten könnte.
Der Beklagte bemängelt, die Vorinstanz habe ihm lediglich Fr. 100.– pro Jahr zu-
gestanden. Es sei darauf hinzuweisen, dass die Klägerin ab 6 Jahren selber ein
Ticket benötige. Die Kosten des öffentlichen Verkehrs seien effektive Kosten, die
zwingend anfallen würden (Urk. 57 S. 30 f.). Der Beklagte setzt sich mit der Er-
wägung, wonach die Kosten für den öffentlichen Verkehr aus dem Grundbetrag
zu bezahlen seien und dass höhere Betreuungskosten letztlich auch keinen ge-
rechten Ausgleich der Interessen der Klägerin auf einen Kontakt mit dem Vater
sowie auf Sicherung ihres gebührenden Unterhaltes gewährleisten würden, nicht
auseinander, weshalb nicht näher darauf einzugehen ist. Im Übrigen sind auch
diese Kosten sog. Besuchsrechtskosten, welche nur ermessensweise zuzubilligen
sind.
e) Lebenshaltungskosten Zürich (und Berlin)
Die Vorinstanz rechnete dem Beklagten den Grundbetrag gemäss Kreisschreiben
des Obergerichtes des Kantons Zürich für die Berechnung des betreibungsrechtli-
chen Existenzminimums vom 16. September 2009 (fortan Kreisschreiben) von
Fr. 1'100.– bzw. von Fr. 1'200.– pro Monat an und berücksichtigte im Bedarf kauf-
kraftbereinigt Fr. 640.– bzw. ab August 2017 Fr. 700.– (Urk. 58 S. 16 f.).
Der Beklagte moniert, er habe vor Vorinstanz dargelegt, dass er für die Besuchs-
tage in Zürich - da er hier über keinen eigenen Haushalt verfüge - jährliche Aus-
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gaben von Fr. 500.– für sich persönlich und von Fr. 400.– für die Klägerin habe.
Wenn man davon ausgehe, dass er 32 Tage pro Jahr in Zürich verbringe, seien
dies Fr. 28.12 für zwei Personen, was ohnehin minimal sei. Die Vorinstanz sei auf
diese Ausführungen nicht eingegangen. Auch benötige er für die Klägerin
Fr. 19.50 für deren Aufenthalt in Berlin. Die Auffassung, die weiteren Kosten der
Betreuung müssten aus dem Grundbetrag gedeckt oder von Dritten finanziert
werden, sei willkürlich. Dass er mit dem auf Berliner Verhältnisse zugeschnittenen
Existenzminimum seine Lebenshaltungskosten im rund doppelt so teuren Zürich
nicht finanzieren könne, dürfte offensichtlich sein (Urk. 57 S. 31 ff.).
Die Klägerin bestreitet die Ausgaben. Im Jahr 2017 werde der Beklagte die Kläge-
rin lediglich an 12 Tagen besuchen. Auch seien die Ausgaben fürs Fliegen viel zu
hoch angesetzt. Weiter habe die Kindsmutter anerboten, dass der Beklagte das
Besuchsrecht in deren Wohnung ausüben könne (Urk. 63 S. 26). Dem wiederum
widerspricht der Beklagte. Selbst nach Auflistung der Klägerin werde er diese im
Jahre 2017 an insgesamt 67 Tagen, mithin sogar an mehr als zwei Monaten, be-
treuen (Urk. 70 S. 17).
Wie erwähnt, wurde der Grundbetrag des Beklagten auf das Berliner Preisniveau
gesenkt. Da die Lebenshaltungskosten in Zürich erheblich teurer sind und der Be-
klagte den Wohnsitzwechsel nicht zu vertreten hat, erscheint es grundsätzlich an-
gemessen, insgesamt Fr. 50.– zusätzlich zu veranschlagen. Damit aber gelten
auch die Lebenshaltungskosten der Klägerin in Berlin als abgedeckt.
f) Fazit
Nach dem Gesagten wäre es vertretbar, die von der Vorinstanz zugestandenen
pauschalen Besuchsrechtskosten von Fr. 350.– bis Juli 2017 und von Fr. 400.–
ab August 2017 um je Fr. 50.– anzuheben. Eine Erhöhung erscheint aufgrund der
eher tiefen Leistungsfähigkeit des Beklagten indessen nicht opportun. Wie unter
Ziff. 4.11 ausgeführt, kann der Beklagte währungsbedingt über einen gewissen
Spielraum verfügen. Eine Erhöhung würde zudem mittelbar die Interessen der
Klägerin beeinträchtigen, indem die für den Kinderunterhalt notwendigen Mittel für
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die Kosten der Besuchsrechtsausübung verwendet würden, was es zu vermeiden
gilt (vgl. BGer5A_292/2009 vom 2. Juli 2009, E. 2.3.1.3). Daher bleibt es bei pau-
schalen Besuchsrechtskosten von Fr. 350.– bzw. von Fr. 400.– gemäss ange-
fochtenem Entscheid.
5.3 Krankenkasse / Steuern
Die Vorinstanz erwog, Kosten für die Krankenkasse und die Steuerlast seien bei
der vorliegend präsumierten Konstellation eines Anstellungsverhältnisses nicht im
Bedarf des Beklagten zu beachten, da diese in Deutschland jeweils direkt vom
Bruttolohn an den entsprechenden Gläubiger abgeführt würden, was bei der vor-
stehenden Berechnung des dem Beklagten zur Verfügung stehenden Nettoein-
kommens auch bereits berücksichtigt worden sei (Urk. 58 S. 17).
Der Beklagte hält dem entgegen, von einer Anstellung könne nicht ausgegangen
werden, weshalb die Steuern und die Prämien für die Krankenversicherung zu be-
rücksichtigen seien (Urk. 57 S. 34). Wie dargelegt, hat es der Beklagte unterlas-
sen darzulegen, dass er genügende Suchbemühungen für eine Anstellung unter-
nommen hat. Auch setzt er sich nicht substantiiert mit den angefochtenen Erwä-
gungen auseinander. Es genügt nicht, lediglich auf die Ausführungen vor Vor-
instanz verweisen (Urk. 57 S. 34), weshalb darauf nicht näher einzugehen ist.
5.4 Zusammenfassung
Nach dem Gesagten ist der vorinstanzlich festgesetzte Bedarf des Beklagten mit
Fr. 2'200.– und ab August 2017 mit Fr. 2'150.– zu bestätigen.
6. Leistungsfähigkeit Mutter der Klägerin
6.1 Zur Zeit der erstinstanzlichen Verhandlung versah die Mutter der Klägerin
ein 100 %-Pensum bei I._ als Journalistin. Ab 1. April 2017 senkte sie das
Pensum auf 80 %. Sie begründet die Reduktion damit, dass die Belastung durch
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das 100 %-ige Arbeitspensum zusammen mit der Betreuung der Klägerin zu einer
zu grossen Belastung geworden sei. Zudem könne gemäss Lehre und Recht-
sprechung bei Kleinkindern von einem viel tieferen Arbeitspensum des obhutsbe-
rechtigten Elternteils ausgegangen werden und sei ein 100 %-Arbeits-pensum
erst ab dem 16. Lebensjahr als zumutbar zu erachten (Urk. 63 S. 7).
6.2 Der Beklagte moniert, es werde nicht substantiiert dargetan, weshalb die Be-
lastung gerade im April 2017 zu gross geworden sein soll, daher seien die Aus-
führungen unbeachtlich. Auch habe sich der Lohn als solcher offenbar erhöht. Der
Monatsbetrag von Fr. 4'383.– würde bei 100 % Fr. 5'479.– entsprechen, was un-
ter Berücksichtigung des 13. Monatslohns Fr. 5'935.– ergeben würde. Bisher sei
die Mutter der Klägerin bestens in der Lage gewesen, mit Hilfe der Fremdbetreu-
ung eine 100 %-Erwerbstätigkeit mit der Betreuung der Klägerin zu kombinieren
(Urk. 70 S. 4 ff.). Auch sei die von der Klägerin zitierte Rechtsprechung nicht ein-
schlägig, da sie im Rahmen von Eheschutz- und Scheidungsverfahren entstanden
sei. Diese Rechtsprechung könne nicht auf die Frage des Unterhaltsanspruchs
eines Kindes unverheirateter Eltern übertragen werden (Urk. 70 S. 6).
6.3 Gemäss der Botschaft zum neuen Kindesunterhaltsrecht dauert die persön-
liche Betreuung grundsätzlich so lange, wie das Kind diese im konkreten Fall
auch tatsächlich benötigt (Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2013, 529 ff., 577). Ei-
nes der Ziele der Revision des Kindesunterhaltsrechts war sodann die zivil-
standsunabhängige Ausgestaltung des Unterhaltsrechts. Mit andern Worten sol-
len dem Kind keinerlei Nachteile aus dem Zivilstand der Eltern erwachsen (Bot-
schaft Kindesunterhalt, BBl 2013, 529 ff., 534). Damit kann die Rechtsprechung
zur Wiederaufnahme einer Vollzeiterwerbstätigkeit zumindest analog herangezo-
gen werden (vgl. auch Leitfaden neues Unterhaltsrecht des Obergerichts des
Kantons Zürich, publiziert auf http: // www.gerichte-zh.ch, S. 16).
6.4 Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die obhutsberechtigte Mutter
der Klägerin habe ein volles Pensum zu absolvieren und ein Einkommen von rund
Fr. 6'000.– zu erzielen, während er als Vater der Klägerin nichts an deren finanzi-
ellen Unterhalt beitragen müsse. So wiederholt er in der Berufungsschrift, dass er
- 30 -
ausdrücklich erklärt habe, dass er mit der Klageeinleitung und der Prozessführung
nicht einverstanden sei (Urk. 57 S. 3). Diese Auffassung kann nicht geschützt
werden. Im Weiteren entspricht es der Erfahrung, dass der Arbeitsalltag als al-
leinerziehende Person strenger und belastender ist, als wenn sich die Eltern die
Betreuungsaufgaben teilen können. Die Mutter der Klägerin hat an der Zeugen-
einvernahme vom Dezember 2016 ausgesagt, dass sie mit ihrem Arbeitgeber be-
reits im Dezember 2015 über eine Pensumsreduktion gesprochen habe
(Urk. 36 S. 4). Angetreten hatte sie die Arbeitsstelle per 27. Juli 2015 (Urk. 31 S.
14). Die Aussage des Beklagten, die Belastung sei angesichts der Tatsache, dass
die Klägerin an fünf Tagen pro Woche fremdbetreut werde, ohnehin nicht beson-
ders hoch (Urk. 70 S 6), befremdet, geht es doch um die Belastung der Erwerbs-
tätigkeit in Kombination mit den Betreuungsaufgaben vor und nach der ausser-
häuslichen Erwerbsarbeit, an Wochenenden etc. Auch bei umfassender Fremdbe-
treuung (d.h. Besuch des Kindergartens und der Krippe/des Horts) leistet die Mut-
ter der Klägerin als hauptbetreuender Elternteil ein bedeutendes "Mehr" an Natu-
ralunterhalt als der Beklagte. Nach dem Gesagten ist im Rahmen der vorliegen-
den Unterhaltsberechnung der Mutter der Klägerin ein Pensum von 80 % anzu-
rechnen. Es ist daher vom aktuellen Nettoeinkommen von Fr. 4'750.– netto aus-
zugehen.
7. Bedarf Kindsmutter
7.1 Die Vorinstanz bezifferte den Bedarf der Kindsmutter mit Fr. 3'900.– (Urk. 58
S. 22). Sie hielt Folgendes fest: "Der monatliche Bedarf der Kindesmutter beträgt
gemäss den eingereichten Unterlagen insgesamt Fr. 3'500.– (Grundbetrag
Fr. 1'350.–; Anteil Wohnkosten Fr. 1'480.–; Krankenkasse Fr. 416.–; Versicherung
Fr. 10.–; Kommunikation Fr. 222.–; Billag Fr. 13.–; Zeitschriften Fr. 10.–; vgl. act.
4/2 ff.), welcher sich nach angemessener Reduktion der Kommunikationskosten
und nach zusätzlicher Berücksichtigung eines monatlichen Anteils für die jährliche
Steuerlast auf insgesamt rund Fr. 3'900.– pro Monat erweitert. ..." (Urk. 58
S. 21 ).
- 31 -
7.2 Der Beklagte anerkennt einen Bedarf von Fr. 2'805.–. Er beanstandet insbe-
sondere die Positionen Wohnkosten, Krankenkasse und Steuern (Urk. 57
S. 35 ff.).
7.3 Miete
Der Bruttomietzins für die Wohnung der Kindsmutter beträgt Fr. 1'840.– und ist
ausgewiesen (Urk. 4/2/1). Der Beklagte anerkennt lediglich eine Miete von
Fr. 1'200.– und kritisiert, die Vorinstanz habe sich mit diesem Argument nicht
auseinandergesetzt (Urk. 37 S. 35). Die Kindsmutter wohnt mit der Klägerin in ei-
ner 3 1⁄2-Zimmerwohnung in Zürich. Bei der Prüfung der Angemessenheit der
Wohnkosten sind auch die Kosten für den Arbeitsweg zu berücksichtigen. Das
bedeutet, dass leicht überhöhte Mietkosten im Einzelfall auch dann noch ange-
messen sein können, wenn im Gegenzug die Arbeitswegkosten entsprechend tie-
fer ausfallen. Die Mutter der Klägerin arbeitet in Zürich, weshalb die Arbeitsweg-
kosten entsprechend tief ausfallen. Zudem gilt es zu beachten, dass sie bis März
2017 Fr. 5'500.– verdiente. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Miete von
Fr. 1'840.– als angemessen. Wird der Anteil der Klägerin von Fr. 485.– abgezo-
gen, verbleibt ein Anteil von Fr. 1'355.–.
Seit 1. April 2017 beträgt das Einkommen wie ausgeführt Fr. 4'750.–. Neu beträgt
die Bruttomiete somit knapp 40 %. Damit erscheinen die Wohnkosten nicht länger
als angemessen und sie sind per 1. Juli 2018 ebenfalls um 20 % auf gerundet
Fr. 1'500.– zu reduzieren. Der Anteil der Mutter der Klägerin ist damit ab 1. Juli
2018 mit Fr. 1'015.– zu beziffern.
7.4 Krankenkasse
Die Vorinstanz veranschlagte für die Krankenkasse Fr. 416.– basierend auf der im
Recht liegenden Prämienabrechnung (Urk. 58 S. 21). Der Beklagte moniert, es
sei lediglich die KVG-Prämie (Fr. 200.–) zu berücksichtigen. Die Vorinstanz habe
einfach auf die Behauptung des Klägerin abgestellt und sei dem Editionsbegehren
nicht gefolgt (Urk. 57 S. 35). Die Klägerin liess nicht behaupten, dass es sich le-
diglich um die KVG-Prämie ihrer Mutter handle. Es spricht auch einiges dafür,
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dass der VVG-Anteil in der Prämie enthalten ist. Gleichwohl ist der Betrag zu be-
stätigen. Zu beachten ist nämlich, dass sich die Klage vorliegend gegen den Be-
klagten als Vater richtet und seine Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen ist. Da-
bei ist der Grundsatz zu wahren, dass bei der Festsetzung von Unterhaltsleistun-
gen das Existenzminimum zu wahren ist (BGE 135 III 66 E. 2-10). Diese Vorgabe
erfüllt der angefochtene Entscheid. Die Mutter der Klägerin ist nicht Verfahrens-
partei und hat ihre Eigenversorgung selbst zu decken. Anzustreben ist nicht eine
Gleichbehandlung zwischen den nicht verheirateten Eltern, sondern zwischen
dem Bedarf des Beklagten und demjenigen der Klägerin.
7.5 Steuern
Die Vorinstanz gewährte für Steuern mutmasslich ca. Fr. 400.–, der genaue Be-
trag lässt sich dem Entscheid nicht entnehmen. Der Beklagte macht geltend, es
seien lediglich Fr. 229.– anzurechnen (Urk. 57 S. 36). Bei einem Einkommen von
Fr. 66'000.- und den möglichen Abzügen von insgesamt Fr. 18'300.– würden ma-
ximal Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 2'746.15 pro Jahr resultieren (Urk. 57
S. 36). Die Mutter der Klägerin substantiierte ihre Steuern nicht. In Anwendung
der Offizialmaxime und unter Berücksichtigung der Pensumsreduktion erscheinen
Fr. 200.– für Steuern angemessen.
7.6 Fazit
Ausgehend von den Positionen Grundbetrag Fr. 1'350.–, Mietanteil Fr. 1'355.–,
Krankenkasse Fr. 416.–, Versicherung Fr. 10.–, Kommunikation Fr. 150.–, Steu-
ern Fr. 200.–, Arbeitsweg Fr. 79.– (vgl. Urk. 57 S. 36) resultiert ein Bedarf von
Fr. 3'560.–. Ab Juli 2018 reduziert er sich zufolge tieferer Mietkosten (Fr. 1'015.–)
auf Fr. 3'220.–.
8. Aufteilung Unterhaltskosten Klägerin
8.1 Im Zusammenhang mit der Aufteilung der Unterhaltskosten kritisiert der Be-
klagte, die Vorinstanz habe ihn auf das Existenzminimum gesetzt, während sie
der Kindsmutter einen deutlich grösseren Spielraum belassen habe. Dies wider-
spreche dem Grundsatz, wonach die Eltern den Unterhalt entsprechend ihrer je-
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weiligen Leistungsfähigkeit zu tragen hätten. Für die aktuelle Situation, in der für
die Klägerin höhere Lebenshaltungskosten anfallen würden, sei ausschliesslich
die Mutter verantwortlich. Er, der Beklagte, mache nicht geltend, dass die Kinds-
mutter alleine für die Trennung der Parteien verantwortlich wäre, indessen hätte
die Kindsmutter auch nach der Trennung vom Beklagten in Berlin wohnen bleiben
können (und sollen). Der gemeinsam gewählte Wohnsitz der Familie sei Berlin
(Urk. 57 S. 12). Unklar ist, was der Beklagte aus dem sog. Familienwohnsitz ab-
leiten will. Die Niederlassungs- bzw. die Bewegungsfreiheit der Elternteile ist zu
respektieren (vgl. BGE 142 III 502 E. 2.5 m.w.H.). Die Kindsmutter lebt seit an-
fangs 2015 wieder in der Schweiz. Zu dieser Zeit hatte sie die alleinige elterliche
Sorge inne, weshalb sie alleine über den Aufenthaltsort der Klägerin bestimmen
konnte. Die Klägerin ist zudem in Zürich geboren (Urk. 4/3), und die Kindsmutter
und der Beklagte haben zumindest von Frühsommer 2013 (Urk. 35 S. 3) bis Früh-
ling 2014 in Zürich bzw. ... [Stadt in der Schweiz] gelebt, bevor die Familie nach
Berlin zog (Urk. 17/1). Es trifft zwar zu, dass für die Klägerin in Zürich höhere Le-
benshaltungskosten anfallen, andrerseits ist deren Mutter auch in der Lage, ein
höheres Einkommen als in Berlin zu erzielen. Ferner hat die Vorinstanz sowohl
dem Beklagten wie der Kindsmutter den familienrechtlichen Grundbedarf belas-
sen (Urk. 58 S. 22). Die Rüge ist unbegründet.
8.2 Nach dem Ausgeführten resultiert beim Beklagten ein Überschuss von min-
destens (vgl. oben Ziff. 4.11) Fr. 530.– bzw. Fr. 580.– (Fr. 2'730.– ./. Fr. 2'200.–;
Fr. 2'730.– ./. Fr. 2'150.–). Bei der Mutter der Klägerin resultieren Fr. 1'220.– bzw.
Fr. 1'560.– (Fr. 4'780.– ./. Fr. 3'560.–; Fr. 4'780.– ./. Fr. 3'220.–).
8.3 Bei einem durchschnittlichen Bedarf der Klägerin von Fr. 1'600.– monatlich
ist der Beklagte zu verpflichten, seinen Überschuss als Unterhaltsbeitrag zu be-
zahlen. Dieser entspricht, wie im angefochtenen Entscheid, ca 35 %. Zu beachten
ist nämlich, dass die Mutter der Klägerin auch bei umfassender Drittbetreuung
(während der Arbeitszeiten) als hauptbetreuender Elternteil einen erheblichen Teil
des Unterhalts bereits in Form von Naturalunterhalt leistet. Diesem Beitrag ist im
Gegensatz zur vorinstanzlichen Betrachtungsweise noch nicht Rechnung getra-
gen worden. Selbst wenn sich der prozessual anerkannte Bedarf der Kindsmutter
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ab Sommer 2018 auf Fr. 3'220.– reduzieren wird, erscheint es nicht angemessen,
den vom Beklagten zu leistenden finanziell Anteil zu senken.
9. Zusammenfassend ist in teilweiser Gutheissung der Berufung der Beklagte
zu verpflichten, der Klägerin folgende monatliche Unterhaltsbeiträge (Barunter-
halt) zu bezahlen:
- Fr. 530.– für Juni und Juli 2017;
- Fr. 580.– ab August 2017 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemes-
senen Erstausbildung der Klägerin (auch über die Volljährigkeit hinaus).
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar jeweils monatlich im Voraus bis zur Volljäh-
rigkeit an die gesetzliche Vertretung der Klägerin bzw. ab der Volljährigkeit an die
Klägerin selbst oder an eine von ihr ermächtigte Person.
Weiter sind diese Unterhaltsbeiträge zu indexieren. Die Indexklausel ist an die ak-
tuellen Verhältnisse anzupassen.
10. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Mutter der Klägerin ihre
Lebenshaltungskosten selbst decken kann, weshalb kein Betreuungsunterhalt ge-
schuldet ist.
11. Abschliessend ist mit der Vorinstanz zu wiederholen, dass bei dauernden
und wesentlichen Veränderungen seitens der Klägerin oder des Beklagten ein
Abänderungsverfahren anzustreben wäre.
12. Kosten I. Instanz
12.1 Die Vorinstanz auferlegte die Kosten den Parteien je zur Hälfte und sprach
keine Parteientschädigungen zu (Urk. 58 S. 28).
12.2 Der Beklagte beantragt, die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien
der Klägerin aufzuerlegen (Urk. 58 S. 2). Er habe zu deutlich mehr als 50 % ob-
siegt, da der geltend gemachte Betrag von Fr. 15'840.– nicht zugesprochen wor-
- 35 -
den sei. Im Weiteren habe die Klägerin Fr. 1'320.– verlangt, während die
Vorinstanz nur Fr. 530.– bzw. Fr. 580.– zugesprochen habe. Selbst wenn das Ur-
teil von der Berufungsinstanz bestätigt werden sollte, dürften die Kosten dem Be-
klagten lediglich zu 40 % auferlegt werden. Der Beklagte übersieht, dass die Vor-
instanz sehr wohl festgehalten hat, dass er leichtgradig obsiegen würde, dass die
Bestimmung von Art. 107 Abs. 1 lit c ZPO indessen erlauben würde, vom Grund-
satz gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO abzuweichen. Mit diesen Erwägungen setzt
sich der Beklagte nicht auseinander. Es ist daher nicht näher darauf einzugehen,
sondern die angefochtene Dispositiv-Ziffer 5 zu bestätigen.
12.3 Der Beklagte rügt, wenn ihm Kosten von 40 % auferlegt würden, hätte er ei-
nen Anspruch auf eine 20 %-ige Parteientschädigung. Der Beklagte hat die be-
treffende Dispositiv-Ziffer 6 nicht angefochten, weshalb die Frage der Entschädi-
gung bereits rechtskräftig erledigt ist. Wie Berufungsanträge in der Sache wären
im Übrigen auch Anträge betreffend die Parteientschädigung zu beziffern.
III.
1. Ausgangsgemäss sind die Kosten- und Entschädigungsfolgen festzulegen.
Die Vorinstanz rechnete mit einer Unterhaltsdauer von 15 1⁄2 Jahren. Während
rund eines halben Jahres legte sie einen Unterhalt von Fr. 530.– fest und danach
einen solchen von Fr. 580.– und sprach insgesamt rund Fr. 107'600.– zu. Der
Beklagte will keinerlei Unterhaltsbeiträge bezahlen. Die Berufungsinstanz kürzt
die geschuldeten Unterhaltsbeiträge um ca. Fr. 2'650.–. Dies entspricht einer Re-
duktion von rund 2.5 %. Bei der Klägerin handelt es sich um ein Kleinkind, von
dem der Beklagte nicht behauptet, dass es über Vermögen verfügt. Es erscheint
daher angemessen, die Kosten vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen und
diesen zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Klägerin eine Parteienschädi-
gung auszurichten.
Die Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1-3 und § 12 Abs. 1 und 2
GebV OG auf Fr. 5'500.– festzulegen, die Parteientschädigung in Anwendung von
- 36 -
§ 4 Abs. 1- 3 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 5'000.– zuzüglich 8 %
Mehrwertsteuer.
2. Die Vorinstanz gewährte dem Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege. Im
Berufungsverfahren erneuert er sein Gesuch (Urk. 57 S. 2).
2.2 Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspfle-
ge, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbe-
gehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Sofern es zur Wahrung der Rechte
notwendig ist, besteht darüber hinaus ein Anspruch auf einen unentgeltlichen
Rechtsbeistand (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
2.3 Die prozessuale Bedürftigkeit ist ausgewiesen. Nach dem unter E. II. Ausge-
führten kann die Berufung nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch
ist daher gutzuheissen und dem Beklagten in der Person von Rechtsanwältin lic.
iur. X._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.
2.4 Die Kosten des Berufungsverfahrens sind daher einstweilen auf die Ge-
richtskasse zu nehmen unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art.
123 ZPO.