Decision ID: 123df48b-121e-5ac6-bb77-cc732bdb8844
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_002
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. A1_ und A2_ wurden am 26. Oktober 2016 für die Staats- und Gemeindesteuern 2014
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 203‘300 zum Satz von Fr. 223‘600 und mit
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 8‘236‘000 zum Satz von Fr. 9‘307‘000 veranlagt.1
B. Gegen die Veranlagung liessen A1_ und A2_ am 8. November 2016 bei der
kantonalen Steuerverwaltung Einsprache erheben. Diese richtete sich gegen die
Aufrechnung der Sitzungsgelder im Betrag von Fr. 5‘760, da es sich hierbei um einen
Auslagenersatz handle.2 Mit Schreiben vom 16. März 2017 forderte die Steuerverwaltung
weitere Unterlagen an.3 Am 27. April 2017 liessen A1_ und A2_ Stellung nehmen und
ergänzende Unterlagen einreichen bzw. Angaben machen.4 Mit Einspracheentscheid vom
23. Mai 2017 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab.5
1 Act. 2.4 2 Act. 2.6 3 Act. 2.7 4 Act. 2.8 5 Act. 2.1
Seite 3
C. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von A1_ und A2_ am 21. Juni
2017 erhobene Beschwerde an das Obergericht Appenzell Ausserrhoden. Im Wesentlichen
bringen sie vor, dass bei Hinzurechnung der Sitzungsgelder zum Einkommen auch die im
Zusammenhang mit der Verwaltungsratstätigkeit entstandenen Berufsaufwendungen zum
Abzug zuzulassen seien. In den vorangegangen Jahren seien die Sitzungsgelder auch
nicht zum Einkommen hinzugerechnet worden. Die erwachsenen Kosten seien im
Schreiben vom 27. April 2017 der Art nach beschrieben worden. Eine
Verwaltungsratstätigkeit sei mit einer Behördentätigkeit vergleichbar, weshalb eine
steuerliche Gleichbehandlung in Bezug auf den Abzug von Berufskosten gelten müsse.6
D. Mit Vernehmlassung vom 14. August 2017 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung
der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass eine steuerliche
Gleichbehandlung der Verwaltungsratstätigkeit mit einer Behördentätigkeit nicht gefordert
werden könne, da die Staatssteuerkommission nur für ausserberufliche öffentliche
Tätigkeiten eine Weisung über deren Besteuerung erlassen habe. Im Übrigen seien die
Berufsauslagen im Zusammenhang mit der Verwaltungsratstätigkeit nicht nachgewiesen.7
E. Mit Replik vom 1. September 2017 hielten A1_ und A2_ an ihren Anträgen fest,
während die Steuerverwaltung ihrerseits unter Festhaltung an ihren Anträgen am
25. September 2017 duplizierte.8
F. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den Akten sowie die Vorbringen der
Parteien in den Rechtschriften wird, soweit für die Beurteilung entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1. Formelles
Die Erfüllung der Prozessvoraussetzungen ist von Amtes wegen zu prüfen. Die
Beschwerdeführer haben mit Vollmacht vom 12. Juni 2017 die B_ beauftragt, gegen den
Einspracheentscheid der Vorinstanz betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2014
6 Act. 1 7 Act. 6 8 Act. 9 und act. 12
Seite 4
Beschwerde beim Obergericht zu erheben.9 Die B_ ist als handlungsfähige juristische
Person grundsätzlich befugt, die Beschwerdeführer in Steuersachen vor Obergericht zu
vertreten.10 Der im vorliegenden Verfahren für die B_ handelnde C_ ist als Präsident
mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen. Da auch die übrigen
Prozessvoraussetzungen (Zuständigkeit sowie Form- und Fristerfordernisse) erfüllt sind, ist
auf die Beschwerde einzutreten.11
2. Materielles
Strittig ist im Wesentlichen die Abzugsfähigkeit von Auslagen, welche die
Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Verwaltungsratstätigkeit des Ehemannes
geltend machen.
2.1
Die Beschwerdeführer bringen zunächst vor, dass die Vorinstanz in den vorangegangenen
Jahren die Sitzungsgelder, welche in den Bescheinigungen bzw. Lohnausweisen
ausgewiesen seien, auch nicht zum Einkommen gerechnet habe.
Gemäss Art. 20 StG sind alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlich-rechtlichem
Arbeitsverhältnis mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für
Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke,
Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen
und andere geldwerte Vorteile steuerbar.12
In obenerwähnter (kantonaler) Bestimmung geht es um die Einkünfte aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit. Als solche Tätigkeit gilt gemäss ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichts auch die Verwaltungsratstätigkeit.13 Somit sind Verwaltungsratshonorare
und Sitzungsgelder als Einkünfte steuerbar.14
9 Act. 2.3 10 Art. 3 Abs. 1 lit. d des Gesetzes vom 11. April 2005 über die Ausübung des Anwaltsberufes
(Anwaltsgesetz, bGS 145.52) i.V.m. Art. 54 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210)
11 Art. 188 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 (StG, bGS 621.11) i.V.m. Art. 28 Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31)
12 Vgl. auch Art. 17 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11) und Art. 7 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG, SR 642.14)
13 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N. 14 und N. 18 zu Art. 17 DBG
14 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 36 zu Art. 17 DBG; Wegleitung zur Steuererklärung 2014 Kantonale Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden, S. 9 <https://www.ar.ch/fileadmin/user_upload/
Seite 5
Die vorliegend interessierenden Sitzungsgelder in Höhe von insgesamt Fr. 5‘760 sind im
Lohnausweis der F_ Bank AG, im Lohnausweis des D_ und in der Bescheinigung der
E_ AG ausgewiesen.15 Sie sind den Beschwerdeführern als steuerbares Einkommen
anzurechnen. Dass die Sitzungsgelder allenfalls früher – wie die Beschwerdeführer
vorbringen – nicht angerechnet worden waren, hindert die Vorinstanz nicht daran, die
Aufrechnung im Rahmen einer neuen Veranlagung erneut zu prüfen.16
2.2
Die Beschwerdeführer fordern sodann die steuerliche Gleichbehandlung der in
Nebenbeschäftigung ausgeübten Verwaltungsratstätigkeit mit der nebenamtlichen
Behördentätigkeit in Bezug auf die Berufsauslagen. Diese Tätigkeiten seien in den
wesentlichen Strukturen und Elementen – bezüglich Vorbereitung, Aktenstudium und
Vornahme von Analysen und Abklärungen, die Beanspruchung von eigener Infrastruktur
sowie auch Fahr- und andere Spesen – vergleichbar. Es sei daher unverhältnismässig und
rechtsungleich, wenn für eine Verwaltungsratstätigkeit ein detaillierter Nachweis der
Kostenauslagen eingefordert bzw. dessen Darstellung der Berufskosten zurückgewiesen
werde, währenddem einem nebenamtlichen Behördenmitglied ohne besonderen Nachweis
Berufsauslagen pauschaliert zugebilligt werden. Die Vorinstanz setze sich mit diesen
Argumenten nicht auseinander und verletze mit ihrer Feststellung, wonach eine
Verwaltungsratstätigkeit keine Behördentätigkeit darstelle, mangels Begründung das
rechtliche Gehör.
Die Staatssteuerkommission von Appenzell Ausserrhoden kann nach Art. 151 Abs. 1 StG
Weisungen über den Vollzug des Steuergesetzes erlassen. Gemäss Art. 19 Abs. 2 StV17
kann die Staatssteuerkommission für ausserberufliche öffentliche Tätigkeiten und andere
unselbständige Nebenerwerbstätigkeiten Gewinnungskostenpauschalen festlegen.
Die Staatssteuerkommission hat von dieser Kompetenz Gebrauch gemacht und die
Weisung über die Besteuerung von Entschädigungen an nebenamtliche Mitglieder von
Legislativ-, Exekutiv-, Judikativ- und Verwaltungsbehörden, Schulbehörden des Kantons
und der Gemeinden sowie der staatlich anerkannten Kirchen vom 27. November 2012
erlassen.18 Die Staatssteuerkommission und deren Weisungsbefugnis beruht auf einer
Departement_Finanzen/Steuerverwaltung/Bibliothek/2014/Formulare/Wegleitung.pdf> (besucht am 30. April 2018)
15 Act. 7.6, act. 7.7 und act. 7.10 16 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 59 zu Vorbemerkungen zu Art. 109-121 DBG; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 2A.581/2005 vom 1. Februar 2006 E. 3 17 Verordnung vom 8. August 2000 zum Steuergesetz (Steuerverordnung, StV, bGS 621.111) 18 https://www.ar.ch/verwaltung/departement-finanzen/steuerverwaltung/gesetze-und-weisungen/
Seite 6
gesetzlichen Grundlage und ist auch auf Verordnungsstufe legitimiert. Die Weisung bezieht
sich indessen ausschliesslich auf ausserberufliche öffentliche Tätigkeiten, nicht jedoch auf
andere unselbständige Nebenerwerbstätigkeiten. Vergleichbare Regelungen für
nebenamtliche Behördentätigkeiten haben auch andere Kantone getroffen.19 Nach der
Rechtsprechung kann der Begriff der Behörde eng gefasst werden und es ist nicht zu
beanstanden, dass der zusätzliche Abzug nur für Tätigkeiten bei Behörden gewährt wird,
welche unmittelbar hoheitliche Befugnisse ausüben.20 Eine öffentliche nebenamtliche
Tätigkeit ist daher nicht vergleichbar mit anderen (privatrechtlich) unselbständigen
Nebenerwerbstätigkeiten. Somit geht die von den Beschwerdeführern geforderte
Gleichbehandlung mangels Vergleichbarkeit fehl.21 Es liegt zudem auch keine Verletzung
des rechtlichen Gehörs vor. Aus dem Einspracheentscheid geht die Ansicht der
Steuerverwaltung, wonach die Staatssteuerkommission nur für ausserberufliche öffentliche
Tätigkeiten Gewinnungskostenpauschalen festgelegt habe, vorliegend aber keine solche
Entschädigung für nebenamtliche Behördentätigkeit – sondern Einkünfte aus
Verwaltungsratstätigkeit sowie Sitzungsgelder – in Frage stehe, weshalb die diesbezügliche
Regelung nicht in Frage komme, deutlich hervor. Damit hat sich die Steuerverwaltung mit
dem Standpunkt der Beschwerdeführer auseinandergesetzt und in die
Entscheidbegründung einfliessen lassen.22 Die Begründungspflicht bzw. Art. 29 Abs. 2 BV23
ist demnach nicht verletzt.
2.3
Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, die Begründung der Vorinstanz, dass trotz
Einforderung keine Aufstellung der tatsächlichen Berufskosten nachgereicht worden sei
und somit kein Abzug der effektiven Berufsauslagen berücksichtigt werden könne,
missachte den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Die dargelegten Aufwendungen liessen
sich nicht über Auslagenbelege bescheinigen, es müsse aber möglich sein, die
Aufwendungen in der Art und Höhe glaubhaft darstellen zu können. Ziehe die Vorinstanz
diese Darstellung in Zweifel, hätte sie allenfalls eine Konkretisierung und Quantifizierung
bezüglich der einzelnen Kostenarten verlangen können. Die Vorinstanz hätte bei nicht
nachgewiesenen Berufsauslagen diese im pflichtgemässen Ermessen festsetzen müssen.
Indem sie keine Berufsauslagen angenommen habe, habe sie nicht nur einen falschen
Ermessensentscheid getroffen, sondern ihre Ermessensausübung entspreche einer
missbräuchlichen und damit willkürlichen Rechtsanwendung. Die Berufsaufwendungen
seien für die einzelnen Aufwandarten konkretisierbar und beständen in Höhe von total
19 Vgl. St. Galler Steuerbuch StB 39 Nr. 4; Zürcher Steuerbuch ZStB-Nummer 17.3 20 Urteil des Bundesgerichts 2A.581/2005 vom 1. Februar 2006 E. 3 mit Hinweis 21 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 99f zu Vorbemerkungen zu Art. 109-121 DBG 22 BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 133 III 235 E. 5.2 23 Bundesverfassung vom 18. April 1999 der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101)
Seite 7
Fr. 8‘000: Anteil Büromiete Fr. 3‘300, Anteilige Nebenkosten für Elektrisch/Wasser Fr. 500,
Aufwendungen für EDV und Telekommunikation, mtl. pauschal Fr. 200 und damit Fr. 2‘400,
Fahrspesen zu den Sitzungen in St. Gallen Fr. 500, Allgemeine Repräsentationsauslagen
Fr. 1‘800. Somit entständen im Rahmen der Verwaltungsratstätigkeit mindestens
Berufsauslagen in der Höhe der vereinnahmten Sitzungsgelder von Fr. 5'760.
2.3.1
Art. 9 StHG regelt abschliessend – und inhaltlich weitgehend übereinstimmend mit Art. 26
Abs. 1 DBG – die zulässigen Abzüge vom Einkommen, und die Kantone sind verpflichtet,
diese Abzüge ohne Abweichung oder Einschränkung auf kantonaler Ebene zu
übernehmen. Dies gilt namentlich für die zur Erzielung der Einkünfte notwendigen
Aufwendungen (Gewinnungskosten oder organische Abzüge), die nach Art. 9 Abs. 1 StHG
bzw. Art. 26 Abs. 1 DBG generell abziehbar sind.24
Bei unselbständiger Erwerbstätigkeit werden nach Art. 29 Abs. 1 StG als Berufskosten
unter anderem abgezogen die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und
Arbeitsstätte (lit. a) sowie die übrigen für die Ausübung des Berufes erforderlichen Kosten
(lit. c).25 Nach Art. 19 Abs. 1 StV werden bei unselbständigen Nebenerwerbstätigkeiten die
notwendigen Berufskosten nach den für die direkte Bundessteuer massgebenden
Pauschalansätzen abgezogen. Für die direkte Bundessteuer regelt die
Berufskostenverordnung Näheres.26
Gewinnungskosten sind von den Lebenshaltungskosten abzugrenzen. Mischausgaben sind
in einen Gewinnungskosten- und einen privaten Anteil aufzuteilen, sei es anhand sachlich
vorgegebener Abgrenzungskriterien, sei es anhand einer Schätzung.27 Der Beweis für
steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen, zu denen auch das Anfallen von
Berufskosten gehört, obliegt der steuerpflichtigen Person. Diese hat die steuermindernde
Tatsache nicht zur zu behaupten, sondern auch zu belegen.28
2.3.2
Dem von den Beschwerdeführern geltend gemachten Aufwand für ein Arbeitszimmer samt
anteiligen Nebenkosten ist entgegenzuhalten, dass die Anforderungen an die
24 Urteile des Bundesgerichts 2C_540/2015, 2C_541/2015, 2C_542/2015, 2C_543/2015 vom 25. No-
vember 2016 E. 1.2 mit Hinweisen 25 in der bis Ende 2014 geltenden Fassung; vgl. auch Art. 26 Abs. 1 DBG und Art. 9 Abs. 1 StHG 26 Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements vom 10. Februar 1993 über den Abzug von
Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer (, SR 642.118.1)
27 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 9f zu Art. 25 DBG 28 BGE 140 II 248 E. 3.5 mit Hinweis; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 77 zu Art. 123 DBG
Seite 8
Abzugsfähigkeit von Kosten für ein privates Arbeitszimmer besonders streng sind. Bloss
gelegentliche berufliche Arbeiten in der Privatwohnung verursachen keine Mehrkosten und
geben daher keinen Anspruch auf einen Abzug.29 Eine gemischte Nutzung wäre
grundsätzlich zwar denkbar, jedoch fehlen vorliegend Ausführungen des
Beschwerdeführers zum Umfang der beruflichen Arbeiten in der Privatwohnung. Angesichts
der geltend gemachten 10 Sitzungen pro Jahr und den hierfür erforderlichen Vorarbeiten ist
davon auszugehen, dass das Ausmass der Tätigkeit insgesamt zu gering ist, als dass ein
Anspruch auf einen Abzug bestehen könnte.
Die Aufwendungen für EDV und Telekommunikation sind Auslagen für Gegenstände, über
die ein normaler Haushalt sowie verfügt und daher nicht abzugsfähig.30 Ebenfalls nicht
abzugsfähig sind die geltend gemachten allgemeinen Repräsentationsauslagen, da diese
von den Beschwerdeführern lediglich behauptet, jedoch nicht nachgewiesen wurden.31 Im
Übrigen werden gemäss Praxis der Steuerverwaltung bei Vergütungen für
Verwaltungsratsmandate keine pauschalen Berufskosten gewährt.
Der Beschwerdeführer hat als Fahrspesen insgesamt 10 Fahrten zu Sitzungen in St. Gallen
geltend gemacht plus Fahrspesen zu allgemeinen repräsentativen Veranstaltungen.
Letztere wurden vom Beschwerdeführer lediglich behauptet, jedoch nicht belegt, weshalb
diese Fahrspesen nicht abzugsfähig sind. Abzugsfähig sind jedoch die Fahrten zu den
Sitzungen, wobei deren Anzahl aufgrund der belegten Anzahl Mandate als ausgewiesen
erscheint. Gemäss Art. 5 Abs. 2 Berufskostenverordnung sind bei Benützung privater
Fahrzeuge als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel anfallen würden. Der Beschwerdeführer hat mehrere Mandate
inne und die Sitzungen finden irgendwo in St. Gallen statt, weshalb nebst den Kosten für
die Appenzeller Bahnen allenfalls auch noch Kosten für die Verkehrsbetriebe St. Gallen
anfallen könnten. Der Einfachheit halber ist somit von Fahrtkosten von Fr. 112 (10 Fahrten
Teufen - St. Gallen und zurück, 10 x 2 x 8km x Fr. 0.70) auszugehen, welche als
Berufskosten zum Abzug zuzulassen sind.
29 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 34 zu Art. 26 DBG 30 RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 31 zu Art. 26 DBG 31 BGE 140 II 248 E. 3.5
Seite 9
2.4
Zusammenfassend ist demnach die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als im
Zusammenhang mit der Verwaltungsratstätigkeit des Beschwerdeführers Fr. 112
Fahrtkosten als Berufskosten zum Abzug zuzulassen sind. Die Vorinstanz hat unter
Berücksichtigung oben erwähnter Berufskosten eine neue Veranlagungsverfügung
betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2014 zu erlassen. Im Übrigen wird die
Beschwerde abgewiesen.
3. Kosten und Entschädigung
3.1
Im Rechtsmittelverfahren ist gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise
unterliegt oder auf dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 19
Abs. 3 VRPG32). Die Beschwerdeführer sind weitestgehend – mit Ausnahme der
Fahrtkosten – unterlegen, weshalb sie ausgangsgemäss die Entscheidgebühr zu bezahlen
haben.
Das Obergericht erhebt für seine Urteile in Verwaltungssachen Gebühren bis Fr. 5’000.33
Nach Art. 20 VRPG sind innerhalb des Gebührenrahmens die Gebühren nach dem Zeit und
Arbeitsaufwand, der Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gebührenpflichtigen zu bemessen. In
Berücksichtigung dieser Umstände erscheint vorliegend eine Entscheidgebühr von Fr. 800
als angemessen. Der bei den Beschwerdeführern erhobene Kostenvorschuss für das
vorliegende Verfahren von Fr. 800 ist daran anzurechnen.
3.2
Der obsiegenden Vorinstanz wird keine Entschädigung zugesprochen (Art. 53 Abs. 3 i.V.m.
Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG).
32 Gesetz vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) 33 Art. 4a des Gesetzes vom 25. April 1982 über die Gebühren in Verwaltungssachen (GGV, bGS 233.2)
Seite 10