Decision ID: 9ee503c5-d5d0-4a07-bdba-3aa5f41e3f3b
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

der Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt worden sei, das
Valideneinkommen höher eingestuft werden müsse und dass er objektiv
nicht in der Lage sei, eine Arbeit im ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu
verrichten, da er in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei.
6. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2014 wies die IV-Stelle den Einwand des
Versicherten ab. Seine Vorbringen würden weder einzelne Teilgutachten
noch die Konsensbeurteilung des ABI-Gutachtens zu erschüttern
vermögen. Betreffend die Ermittlung des Valideneinkommens verwies die
IV-Stelle auf das Urteil S 07 153, wo sich das Verwaltungsgericht bereits
zu dieser Frage geäussert habe.
7. Mit Eingabe vom 23. Januar 2015 erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden und beantragte, dass die Verfügung der IV-Stelle vom
2. Dezember 2014 aufzuheben und ihm eine ganze IV-Rente ab dem
13. November 2006 zuzusprechen sei. Zudem habe die IV-Stelle das
gesamte ABI-Gutachten vom 19. Mai 2014 inkl. der Teilgutachten zu
edieren und dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme zu unterbreiten.
Der Beschwerdeführer rügte, dass sich der angefochtene Entscheid
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hauptsächlich auf das ABI-Gutachten vom 19. Mai 2015 stütze, welches
aber unvollständig sei. Zudem sei nicht schlüssig, dass keine
Verschlechterung seit dem MEDAS-Gutachten vom 31. August 2006
stattgefunden habe. Die Schlussfolgerung des ABI-Gutachtens, wonach
trotz einer Vielzahl von Beschwerden und Diagnosen keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, sei nicht nachvollziehbar und
werde auch nicht begründet. Es bestehe eine logische Lücke zwischen
der Darstellung von Diagnosen, Einschränkungen und der
Schlussfolgerung. Zudem sei auch die Persönlichkeitsstörung, welche bei
früheren Gutachten klar diagnostiziert worden sei, zu berücksichtigen,
auch wenn sich das ABI bei dieser Diagnose nicht sicher sei. Der
Beschwerdeführer hielt zusammenfassend fest, dass es das ABI gänzlich
unterlassen habe, eine echte Gesamtbeurteilung vorzunehmen. Es habe
sich durchgehend auf die einzelnen Fachbereiche und deren
Einzelbeurteilungen fokussiert. Schliesslich beantragte er, dass ihm ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnenden zu
bestellen und eine angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen
sei.
8. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Februar 2015 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter
Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Betreffend das
Valideneinkommen wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass dieses
bereits im Verwaltungsgerichtsverfahren S 07 153 überprüft worden sei.
9. In seiner Replik vom 11. Februar 2015 nahm der Beschwerdeführer zur
Kenntnis, dass keine Teilgutachten zum ABI-Gutachten vom 19. Mai 2014
erstellt wurden und lediglich ein Gesamtgutachten vorliegt. Jedoch sei in
diesem Gesamtgutachten nicht ersichtlich, welche fachliche Einschätzung
die einzelnen Teilgutachter vorgenommen hätten. Das pauschalisierte
Gesamtgutachten gebe dies nicht rechtsgenügend detailliert und
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nachvollziehbar wieder. Zudem seien Meinungen in das ABI-Gutachten
hineininterpretiert worden, welche so nicht geäussert worden seien. So
sei sich der psychiatrische Teilgutachter entgegen der Vorinstanz nicht
sicher, ob keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Gemäss dem im
Rahmen der MEDAS-Begutachtung vom 8. und 9. Juli 2008 erstellten
Teilgutachten von Dr. med. B._ vom 10. September 2008 sei sogar
die Rede von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und einer
Verschlechterung gegenüber der MEDAS-Begutachtung im Juni 2006.
Weiter sei ein Leidensabzug von 25 % angemessen. Ausserdem sei der
Beschwerdeführer am 21. November 2014 mittels MRI an der rechten
Schulter untersucht worden, wobei eine deutliche Degeneration
festgestellt und der Verdacht einer beginnenden "frozen shoulder"
geäussert worden sei.
10. Mit Duplik vom 19. Februar 2015 führte die Beschwerdegegnerin aus,
dass im Rahmen des ABI-Gutachtens vom 19. Mai 2014 jeder
Teilgutachter separat eine Anamnese, einen Untersuchungsbefund, eine
Diagnose und eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit festgehalten habe.
Erst am Schluss des Gutachtens sei die gemeinsame, durch einen
interdisziplinären Konsensus erarbeitete Gesamtbeurteilung erfolgt. Der
psychiatrische Teilgutachter habe bei den Diagnosen keine
Persönlichkeitsstörung festgestellt und habe dies auch in der
Auseinandersetzung mit früheren psychiatrischen Einschätzungen klar
und ausführlich begründet. Betreffend den MRI-Bericht vom
21. November 2014 führte die Beschwerdegegnerin aus, dass sie diesen
dem RAD Ostschweiz unterbreitet habe. Dr. med. C._ komme in
seiner detaillierten, schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung vom
18. Februar 2015 zum Schluss, dass die MRI-Befunde bereits bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden seien, indem
Arbeiten über Schulterhöhe ausgeschlossen worden seien.
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Weitergehende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit könnten aus den
MRI-Befunden nicht abgeleitet werden.
11. Mit Schreiben vom 2. März 2015 äusserte sich die Beschwerdegegnerin
zur Honorarnote des Beschwerdeführers dahingehend, dass diese
Positionen enthalte, die nicht im Zusammenhang mit dem vorliegenden
Verfahren stünden. Dementsprechend beantragte die
Beschwerdegegnerin, dass im Fall eines Obsiegens des
Beschwerdeführers die Honorarnote um die Positionen vom 5. Juni 2014
bis und mit 18. Juli 2014 gekürzt werde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Dezember 2014. Das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 69
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der
erhobenen Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als
Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung ausserdem unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist er zur
Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinden Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die im Übrigen frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist demnach einzutreten.
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2. Die Beschwerdeschrift vom 23. Januar 2015 enthält folgende
Rechtsbegehren:
"1. Die Verfügung der SVA Graubünden vom 2. Dezember 2014 sei
aufzuheben;
2. dem Beschwerdeführer sei ab dem 13. November 2006 eine ganze
IV-Rente zuzusprechen;
3. die Beschwerdegegnerin habe das gesamte ABI-Gutachten vom
19. Mai 2014 inkl. Teilgutachten zu edieren und dem
Beschwerdeführer zur Stellungnahme zu unterbreiten;
4. dem Beschwerdeführer sei in der Person des Unterzeichneten ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen;
5. dem Beschwerdeführer sei eine angemessene
Prozessentschädigung zuzusprechen."
3. In seiner Replik vom 11. Februar 2015 zog der Beschwerdeführer das
Editionsbegehren betreffend die Teilgutachten zurück. Weiter bringt er
vor, dass das pauschalisierte Gesamtgutachten die entsprechenden
medizinischen Qualifikationen der einzelnen Disziplinen nicht
rechtsgenügend detailliert und nachvollziehbar wiedergebe. Eine vertiefte
Auseinandersetzung mit dem Gutachten sei deshalb nicht möglich.
Den pauschalen Vorbringen des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt
werden. Für das ABI-Gesamtgutachten hat jeder Teilgutachter separat
eine Anamnese, einen Untersuchungsbefund, eine Diagnose und eine
Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit erstellt. Somit liegen die
fachspezifischen Einschätzungen aus jeweils psychiatrischer,
orthopädischer, neurologischer sowie aus dermatologischer Sicht vor.
Eine spezifische Auseinandersetzung mit dem Gutachten ist demzufolge
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ohne Weiteres möglich. Insbesondere hat sich jeder Teilgutachter zur
Arbeitsfähigkeit und zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit aus
seiner fachspezifischen Sicht unabhängig geäussert und zudem zu
früheren Einschätzungen Stellung genommen. Somit hat jeder
Teilgutachter umfassend und korrekt eine Beurteilung auf seinem
Fachgebiet vorgenommen, welche am Ende im Rahmen einer
Konsensbeurteilung, wie dies bei multidisziplinären Gutachten üblich ist,
in eine Gesamtbeurteilung eingeflossen sind. Zudem haben alle
Teilgutachter das Gesamtgutachten unterschrieben und somit bestätigt,
dass die darin enthaltenen Fachgutachten ihrer Einschätzung
entsprechen. In seiner Replik setzt sich der Beschwerdeführer denn auch
mit dem psychiatrischen Fachgutachten auseinander, wie dies auch von
der Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkt wurde. Es ist somit nicht
ersichtlich, inwiefern eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem ABI-
Gutachten nicht möglich sein sollte.
4. a) Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin
gewisse Aussagen im Gesamtgutachten vom 19. Mai 2014 falsch
verstanden und Meinungen hineininterpretiert habe, welche nicht
geäussert worden seien. So sei sich der psychiatrische Teilgutachter
entgegen der Vorinstanz nicht sicher, ob eine Persönlichkeitsstörung
vorliege. Zudem setze er sich nicht mit dem Bericht der Klinik X._
auseinander, wo beim Beschwerdeführer ausdrücklich eine
Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei. Im Sinne einer
allgemeinen Rüge bringt der Beschwerdeführer somit vor, dass zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht auf dem Gesamtgutachten
abgestellt werden könne.
b) Im Zentrum steht demnach die Frage, ob der medizinische Sachverhalt im
Rahmen des Gesamtgutachtens vom 19. Mai 2014 rechtsgenügend
abgeklärt wurde. Der Beweiswert der durch diese Beweisvorkehren
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gewonnenen ärztlichen Stellungnahmen hängt nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen
Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigen, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen
zu überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den Beweiswert
ärztlicher Stellungnahmen ist somit grundsätzlich weder die Herkunft
eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder
Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1; 125 V 351 E.3a, 122 V 160 E.1c).
Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. Danach haben Gutachten
versicherungsexterner Ärzte, insbesondere solche von der
interdisziplinären medizinischen Gutachterstellen der
Invalidenversicherung (MEDAS), vollen Beweiswert, wenn sie die
vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete Indizien gegen
deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E.3b/bb; zuletzt bestätigt
in BGE 137 V 210 E.1.2.1). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf
und soll das Gericht hingegen der Erfahrungstatsache Rechnung tragen,
dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Ebenso haben
Parteigutachten nicht denselben Rang wie eine von der IV-Stelle im
Rahmen des Abklärungsverfahrens eingeholte Expertise. Zu prüfen bleibt
jedoch, ob das Parteigutachten das von der IV-Stelle förmlich eingeholte
Gutachten derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist
(vgl. BGE 125 V 351 E.3c). Auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie
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als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen
BGE 125 V 351 E.3b; 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Stützt sich eine
angefochtene Verfügung indes im Wesentlichen oder ausschliesslich auf
solche Beweisgrundlagen, sind an die Beweiswürdigung höhere
Anforderungen zu stellen. Bestehen in einem solchen Fall auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen, erweist sich das fragliche Gutachten nicht als voll
beweiskräftig und es sind weitere Beweiserhebungen zu veranlassen
(BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des Bundesgerichts I 142/04 vom 20.
November 2007 E.3.2.1; MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der
Invalidenversicherung, Bern 2010, N. 1730; FLÜCKIGER, in: STEIGER-
SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014,
N. 4.146).
aa) Als umstritten gilt vorliegend die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
beim Beschwerdeführer. So bringt dieser vor, dass in dem von der
Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen MEDAS-Gutachten vom
13. Oktober 2008 der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung diskutiert
werde. Tatsächlich nennt das besagte MEDAS-Gutachten einen Verdacht
auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und passiv-
aggressiven Zügen. Der damals für das psychiatrische Teilgutachten
zuständige Psychiater, Dr. med. B._ (Spezialarzt FMH für Psychiatrie
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und Psychotherapie) kam in seiner Beurteilung zum Schluss, dass eine
Arbeitsfähigkeit schwierig zu beurteilen sei. Die Anerkennung einer vollen
Arbeitsunfähigkeit würde jedoch einer Resignation gleichkommen und das
unkooperative Verhalten des Versicherten belohnen. Doch zeige sich
beim Versicherten im Vergleich mit dem MEDAS-Gutachten aus dem Jahr
2006 eine zunehmende depressive Entwicklung, welcher Krankheitswert
zukomme und aufgrund von raschen Stimmungsschwankungen mit
Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit, Lustlosigkeit und Selbstwertverlust zu
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von schätzungsweise 50 %
führe. Hinzu kämen indirekt aber auch IV-fremde Faktoren, wie der
fehlende Druck aufgrund Fremdfinanzierung, die berufliche
Dekonditionierung, das fehlende Verantwortungsgefühl seinen eigenen
Verpflichtungen gegenüber oder die ungenügende Bereitschaft, sich einer
angemessenen psychiatrischen Behandlung zu unterziehen (IV-act. 125,
S. 38). In der Schlussbeurteilung wird festgehalten, dass die Gutachter
bei dem noch jüngeren Versicherten noch nicht bereit resp. nicht in der
Lage seien, die Arbeitsfähigkeit definitiv zu beurteilen. Vom Versicherten
seien ganz klar Leistungen und Mitarbeit bei Eingliederungsabklärungen
zu verlangen. Die Arbeitsfähigkeit könne nur durch Beobachtungen über
längere Zeit beurteilt werden. In geeigneten Tätigkeiten sei der
Beschwerdeführer zu mindestens 50 % arbeitsfähig. Für das weitere
Vorgehen wurde deshalb der Einbezug einer beruflichen Abklärungsstelle
(BEFAS) empfohlen (vgl. IV-act. 125, S. 22 und 23).
Dr. med. D._ (FMH Psychiatrie und Psychotherapie) nahm im ABI-
Gutachten vom 19. Mai 2014 zu den psychiatrischen Vorbringen in den
MEDAS-Gutachten aus den Jahren 2006 und 2008 Stellung. Er führte
aus, dass im MEDAS-Gutachten 2006 zwar der Verdacht auf Vorliegen
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und passiv-
aggressiven Zügen geäussert worden sei, die Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung jedoch nie mit Sicherheit habe gestellt werden
können. Aufgrund seiner Untersuchungen könne er die Diagnose einer
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Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht
bestätigen. Es bestünden zwar akzentuierte narzisstische und passiv-
aggressive Persönlichkeitszüge, dabei handle es sich aber nicht um eine
Störung mit Krankheitswert. Eine Persönlichkeitsstörung manifestiere sich
im frühen Erwachsenenalter auf Dauer und bleibe dann im Verlauf im
Schweregrad mehr oder weniger gleich. Der Versicherte habe früher aber
mit voller Leistung arbeiten können, was bei einer Persönlichkeitsstörung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht der Fall gewesen wäre. Auch
aufgrund der psychiatrischen Beurteilung im MEDAS-Gutachten 2008
könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Wegen der
Persönlichkeitsstörung sei damals eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit angenommen worden, wobei dem Versicherten eine
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % attestiert worden sei. Die
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei jedoch nicht abschliessend
angegeben worden. Eine solche Angabe sei ungenau und könne das
Gutachten in Frage stellen. Fest stehe, dass keine Persönlichkeitsstörung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Dies vor allem aufgrund des
Verlaufs, da vor der Erkrankung die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
gewesen sei. Berufliche Massnahmen seien aufgrund der beim
Versicherten bestehenden deutlich ausgeprägten Krankheits- und
Behinderungsüberzeugung nicht empfehlenswert. (zum Ganzen IV-
act. 235, S. 17).
bb) Ebenfalls im Zusammenhang mit der fraglichen Persönlichkeitsstörung
bringt der Beschwerdeführer vor, dass sich das ABI-Gutachten nicht mit
dem Bericht der Klinik Y._ resp. X._ (Dr. med. E._), in
welchem ausdrücklich eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden
sei, auseinander setze.
Dr. med. E._ diagnostiziert gemäss Arztbericht vom 1. Februar 2008
beim Beschwerdeführer eine seit Jahren bestehende Dysthymie mit
wiederholt auftretenden Phasen, die einer leichten bis mittelgradigen
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depressiven Episode entsprechen würden, seit der Adoleszenz
bestehende, akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und
selbstunsicheren Persönlichkeitsmerkmalen sowie ein chronisches
Schmerzsyndrom. Dem Beschwerdeführer wurde in jenem Arztbericht
eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 50 % seit Februar 2005 bescheinigt.
Festgehalten wurde ebenfalls, dass sich der Gesundheitszustand seit
dem Behandlungsbeginn im Februar 2005 nicht wesentlich verändert
habe. Weiter führt Dr. med. E._ aus, dass weitere therapeutische
sowie auch berufliche Massnahmen prinzipiell angezeigt seien, auch
wenn sich das tief greifende innerpersönliche Dilemma zwischen
ausgeprägten Versagerängsten bei gleichzeitig überhöhtem
Selbstbild/Anspruch als bislang unüberwindbares Hindernis erwiesen
habe. Betreffend die Arbeitsfähigkeit sieht der Bericht vor, dass dem
Beschwerdeführer seine bisherigen Tätigkeit als Aushilfe im F._
weiterhin zumutbar, sein Leistungsvermögen bei der jeweiligen
achtstündigen Anwesenheit jedoch um ca. 20 bis 50 % eingeschränkt sei.
Zudem seien dem Beschwerdeführer auch andere Tätigkeiten zumutbar,
bei denen auf seine ausgeprägten Stimmungsschwankungen Rücksicht
genommen werden könne (d.h. Aufgaben mit freier Zeiteinteilung). Bei
einem Pensum von sechs bis acht Stunden an zwei bis drei Tagen pro
Woche wird dem Beschwerdeführer dabei eine geschätzte verminderte
Leistungsfähigkeit von 20 bis 50 % bescheinigt (IV-act. 103, S. 1 ff.). In
seinem Schreiben an die IV-Stelle vom 4. März 2009 führt Dr. med.
E._ aus, dass er den Beschwerdeführer nach seinem Arztbericht
vom 1. Februar 2008 im Rahmen der Behandlung im ambulanten
psychiatrischen Dienst der Klinik Y._ noch zwei oder drei Mal
gesehen habe, ohne dass sich gegenüber den im Arztbericht mitgeteilten
Einschätzungen wesentliche Veränderungen ergeben hätten. Nach einem
längeren Unterbruch habe sich der Beschwerdeführer wieder bei ihm an
seiner neuen Arbeitsstelle in der Klinik X._ gemeldet, wo am
2. Februar 2009 auch ein ambulanter Termin stattgefunden habe. Eine
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Psychotherapie im engeren Sinne sei jedoch nie vorgenommen worden,
weshalb Dr. med. E._ auch den von der IV-Stelle gewünschten
ausführlichen Bericht über die laufende Psychotherapie nicht erstellen
könne (IV-act. 137). In einem Schreiben an den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers vom 28. Februar 2011 bestätigt die Klinik X._
(Dr. med. E._) neben den rezidivierenden depressiven Phasen
zusätzlich das Vorliegen von Angstattacken, welche in den letzten beiden
Jahren an Heftigkeit zugenommen haben sollen. Die Arbeitsunfähigkeit
wurde dabei im Längsschnitt auf ca. 50 % (IV-act. 176, S. 2 und 3)
geschätzt.
Betreffend die Einschätzungen von Dr. med. E._ führt Dr. med.
D._ im ABI-Gutachten aus, dass eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der gestellten Diagnose zu hoch eingeschätzt sei, weshalb auf
diese Beurteilung nicht abgestützt werden könne. Bei den aufgeführten
akzentuierten Persönlichkeitszügen handle es sich gemäss der aktuell
gültigen Ausgabe der internationalen statistischen Klassifikation der
Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) im
Gegensatz zu einer Persönlichkeitsstörung nicht um eine Diagnose mit
Krankheitswert. Bereits im Jahr 2007 sei gemäss den Psychiatrischen
Diensten Graubünden eine Dysthymie und eine rezidivierende depressive
Störung diagnostiziert worden (IV-act. 75, S. 7). Aufgrund einer
Dysthymie könne jedoch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Auch
eine rezidivierende depressive Störung könne für sich genommen keine
Arbeitsunfähigkeit begründen. Es würden die genauen Angaben des
Schweregrades der jeweiligen depressiven Episoden im Rahmen dieser
rezidivierenden depressiven Störung fehlen. Bezüglich der im Jahr 2011
durch die Klinik X._ (Dr. med. E._) diagnostizierten
rezidivierenden depressiven Phasen hält Dr. med. D._ fest, dass
auch diese keine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten, da auch hier
genaue Angaben zum Schweregrad der jeweiligen depressiven Phase
fehlten. Angstattacken könnten aufgrund der eigenen Untersuchungen
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nicht bestätigt werden. Dazu müssten nach ICD-10 das häufige Auftreten
anfallsartiger Angst, auch unabhängig der Situation und mit vegetativen
Symptomen als Ausdruck der Angst und ein Vermeidungsverhalten
bestehen, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall sei. Somit sei auch
die 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht begründet (zum Ganzen IV-act. 235,
S. 17 f.).
c) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich Dr. med. D._ als
psychiatrischer Teilgutachter im Rahmen des ABI-Gutachtens detailliert
und nachvollziehbar mit den früheren Einschätzungen auseinandersetzt
und schlüssig begründet, warum gemäss seiner Beurteilung beim
Versicherten keine Persönlichkeitsstörung vorliegt. Insbesondere die
Feststellung, wonach sich die fragliche Persönlichkeitsstörung beim
Beschwerdeführer bereits im frühen Erwachsenenalter hätte
manifestieren müssen, erscheint überzeugend. Ebenfalls legt das ABI-
Gutachten anschaulich dar, warum die früher diagnostizierten
Angstattacken resp. Dysthymie nicht bestätigt werden können. Das
Gericht erkennt keinen Grund, warum es Zweifel an den
Schlussfolgerungen des ABI-Gutachten resp. an den Stellungnahmen Dr.
med. D._s zu früheren Einschätzungen haben sollte. Dieses wird
durch die vage und pauschale Argumentation des Beschwerdeführers
nicht erschüttert. Der RAD kommt denn auch zum Schluss, dass der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum MEDAS-
Gutachten 2006 im Wesentlichen unverändert geblieben sei. In der Tat
weicht das ABI-Gutachten im Wesentlichen nicht von früheren
Beurteilungen ab. Auch wenn das MEDAS-Gutachten 2006 den Verdacht
auf eine Persönlichkeitsstörung äusserte und eine solche nun nicht
diagnostiziert wurde, ist entscheidend, dass auch im Jahr 2006 eine
solche von den Gutachtern nicht als die Arbeitsfähigkeit einschränkend
beurteilt worden ist. Auf das ABI-Gutachten vom 19. Mai 2014 kann
deshalb abgestellt werden.
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5. a) Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass das Valideneinkommen zu tief
eingestuft worden sei. Bei der Berechnung sei zu beachten, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 1997 bei einer 35-Stunden-Woche monatlich
Fr. 4'400.-- verdient habe, was einen Jahresverdienst von Fr. 57'200.--
ergebe. Aufgerechnet auf 41.6 Wochenstunden resultiere daraus ein
Jahreseinkommen von Fr. 67'986.--, was indexiert auf das Jahr 2013
Fr. 75'308.-- entspreche.
Die Beschwerdegegnerin verweist auf Erwägung 3b des
Verwaltungsgerichtsurteils S 07 153 vom 15. Januar 2008, wo das
Valideneinkommen bereits geprüft und für rechtens befunden worden sei.
Werde das in jenem Urteil bestätigte Valideneinkommen von Fr.
49'440.25 auf das Jahr 2014 aufindexiert, so erhalte man das von der IV-
Stelle ermittelte Valideneinkommen von Fr. 54'808.--.
b) Wie von der Beschwerdegegnerin ausgeführt, hat sich das
Verwaltungsgericht bereits im Urteil S 07 53 vom 15. Januar 2008 in den
Erwägungen 3a und 3b ausführlich mit der Ermittlung des hypothetischen
Valideneinkommens des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Bereits
damals ist das Gericht zum Schluss gekommen, dass das
Valideneinkommen korrekt berechnet wurde und keine Anzeichen
bestehen, dass der Beschwerdeführer mittlerweile einer besser bezahlten
Tätigkeit nachgehen würde. Der Beschwerdeführer bringt vorliegend nicht
vor, weshalb von dem in Urteil S 07 53 bestätigten Valideneinkommen
abgewichen werden sollte. Die IV-Stelle hat somit zu Recht auf ein
hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 54'808.-- abgestellt.
6. a) Betreffend die Ermittlung des Invalideneinkommens bringt der
Beschwerdeführer vor, dass nicht vom generellen Zentralwert aller
Wirtschaftszweige ausgegangen werden könne, da dieser Wert die hohen
Einkommen in physisch oder geistig anspruchsvollen Branchen enthalte,
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die für ihn nicht in Frage kämen. Er schlägt deshalb vor, dass auf den
Tabellenlohn für Gastronomie abzustellen sei, wobei ein
Invalideneinkommen von Fr. 45'720.-- resultiere. Unter Beachtung eines
Leidensabzuges von 25 % betrage der Vergleichslohn somit Fr. 34'290.--.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens auf die vom Bundesamt für Statistik
herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Jahres 2010
(LSE 2010) und nimmt dabei den monatlichen Bruttolohn (Zentralwert bei
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für einfache und
repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor (Total,
Durchschnitt aller Wirtschaftszweige) bei Männern im Jahr 2010 von Fr.
4'901.-- als Basis. Dieser Durchschnittslohn hochgerechnet auf 41.6
Stunden pro Woche und unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung bis
zum Jahr 2014 ergebe ein Invalideneinkommen von Fr. 63'515.55.
b) Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher der Versicherte konkret steht. Übt er nach Eintritt
der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders
stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass er die
ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist hingegen nach Eintritt eines
Gesundheitsschadens kein tatsächlich erzieltes Einkommen vorhanden,
so können zur Ermittlung des Invalideneinkommens gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Löhne von noch in Frage
kommenden Tätigkeiten in verschiedenen Betrieben in der Region des
Versicherten herangezogen werden (BGE 126 V 76 E.3b/bb).
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c) Der Beschwerdeführer geht gegenwärtig keiner Erwerbstätigkeit nach,
weswegen nicht auf ein tatsächlich erzieltes Einkommen abgestützt
werden kann. Gemäss der angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember
2014 sind dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht angepasste
Tätigkeiten (körperlich leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung)
weiterhin zu 100 % zumutbar. Der Beschwerdeführer kann keinen
Ausbildungs- oder Umschulungsabschluss vorweisen, welcher ihm den
Einstieg in eine spezifische Branche ermöglichen oder zumindest
erleichtern würde, womit auch die anwendbaren Tabellenlöhne
konkretisiert werden könnten. Somit ist der Einwand des
Beschwerdeführers nicht stichhaltig, angesichts seiner Einschränkungen
sei es unzulässig, auf den Zentralwert aller Wirtschaftszweige der LSE-
Tabelle abzustellen. Denn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zum
Begriff BGE 134 V 64 E.4.2.1) sind im gesamten Anforderungsniveau 4
zweifellos Stellen vorhanden, die seinen Beeinträchtigungen (körperlich
leichte Tätigkeit unter Wechselbelastung) Rechnung tragen. Folglich hat
die IV-Stelle zu Recht auf den Zentralwert für männliche Arbeitnehmer mit
Anforderungsniveau 4 abgestellt.
7. a) Zu klären bleibt noch die Frage nach der Berechtigung eines allfälligen
Leidensabzugs, der vom ermittelten Invalideneinkommen in Abzug zu
bringen wäre und deshalb für die Höhe des Invaliditätsgrades von
Bedeutung sein könnte. Der Beschwerdeführer rügt, dass aufgrund der
fehlenden Ausbildung, mangelnder Berufserfahrung, des langen zeitlichen
Unterbruchs und der psychischen wie auch körperlichen
Einschränkungen ein Leidensabzug von 25 % angemessen sei.
Gemäss der Beschwerdegegnerin sei aufgrund der vorhandenen
Arztberichte und der objektiv erfassbaren Beschwerden davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Umfang seiner
Restarbeitsfähigkeit eine adaptierte Tätigkeit wohl nur noch ausüben
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könne, indem ein Arbeitgeber weitere gesundheitlich bedingte
Einschränkungen des Leistungsvermögen zu gewärtigen hätte, weshalb
ein Leidensabzug von 15 % angemessen erscheine.
b) Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter
Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu berücksichtigen, dass
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 317
E.3b/bb mit Hinweisen; vgl. auch BGE 126 V 75 E.4 und 5). Sodann ist
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere persönliche und
berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (AHI
2000 S. 81 E.2b; vgl. auch BGE 124 V 317 E.3b/aa). In BGE 126 V 75 hat
das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis dahin
gehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf
das Invalideneinkommen ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der
Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 126 V 75 E.5b/aa-cc).
Ein Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen, sondern nur dann, wenn
im Einzelfall genügend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der
Versicherte wegen einem oder mehrerer der genannten Merkmale seine
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur noch mit unterdurchschnittlichem Erwerbserfolg
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verwerten kann (BGE 134 V 322 E.5.2; 129 V 472 E.4.2.3; 126 V 75 E.5b;
Urteil des Bundesgerichts 8C_559/2008 vom 15. Dezember 2013 E.4).
c) Im vorliegenden Fall ist dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit
zu 100 % zumutbar, weshalb ein Abzug aufgrund eines verminderten
Beschäftigungsgrades von vornherein wegfällt, wie dies auch die
Beschwerdegegnerin festgestellt hat. Die gesundheitlichen
Einschränkungen für leichte Tätigkeiten können keinen höheren
Leidensabzug als 10 % rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E.4.4). Im Urteil 9C_386/2012 vom
18. September 2012 hat das Bundesgericht in Erwägung 5.2 festgehalten,
dass die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich
schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer weiteren
Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns führt, weil der
Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten
und mittelschweren Tätigkeiten umfasst. Im vorliegenden Fall hat die
Beschwerdegegnerin richtigerweise aufgrund der zahlreichen Arztberichte
und der objektiv erfassbaren Beschwerde erkannt, dass der
Beschwerdeführer im Umfang seiner Restarbeitsfähigkeit eine adaptierte
Tätigkeit wohl nur noch ausüben kann, indem sich ein potentielle
Arbeitgeber auf weitere gesundheitlich bedingte Einschränkungen des
Leistungsvermögens einstellen müsste. Der zur Berücksichtigung der
zumutbaren leichten Tätigkeiten vorgenommene Leidensabzug von 15 %
erscheint unter diesem Blickwinkel als angemessen. Bei den vom
Beschwerdeführer weiter vorgebrachten Kriterien (fehlende Ausbildung,
mangelnde Berufserfahrung, langer zeitlicher Unterbruch) handelt es sich
um invaliditätsfremde Faktoren. Allfällige bereits bei der Parallelisierung
der Vergleichseinkommen mitspielende invaliditätsfremde Faktoren
dürfen im Rahmen des Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt
werden (BGE 134 V 322 E.5.2 m.H.a. Urteil des Bundesgerichts U 454/05
vom 6. September 2006 E.6.6.3). Eine mangelnde berufliche Ausbildung
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stellt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein Abzugsgrund dar,
sondern ist bei der Bestimmung des Anforderungsniveaus des
herangezogenen Tabellenlohns zu berücksichtigen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_427/2011 vom 15. September 2011 E.5.2). Indem die
Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf
das Anforderungsniveau 4 abgestellt hat, wurden die fehlende Ausbildung
und die geringe Berufserfahrung des Beschwerdeführers bereits
berücksichtigt. Demzufolge wurde den vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Faktoren bereits bei der Berechnung des
Invalideneinkommens Rechnung getragen, weshalb sie nicht nochmals
für die Ermittlung eines allfälligen Leidensabzuges berücksichtigt werden
dürfen. Selbst bei einer Erhöhung des Leidensabzuges auf die maximal
zulässigen 25 % würde jedoch ein Invaliditätsgrad von lediglich 13 %
resultieren, welcher keinen Anspruch auf eine Invaliditätsrente zu
begründen vermag (aufindexiertes Jahreseinkommen 2014 ohne
Leidensabzug = Fr. 63'515.55; Berechnung Invalideneinkommen inkl.
25 % Leidensabzug: Fr. 63'515.55 x 0.75 = Fr. 47'636.65; Berechnung
Invaliditätsgrad: Fr. 54'808 - Fr. 47'636.65 = Fr. 7'171.35; Umrechnung in
Prozent: [100 : 54'808] x 7'171.35 = 13 %).
8. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren – in
Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung
von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festzulegen. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.--
angemessen.
b) Der Beschwerdeführer beantragt, dass ihm ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnenden, Rechtsanwalt lic.
iur. Christoph Erdös, bestellt wird. Auch wenn der Beschwerdeführer
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lediglich einen unentgeltlichen Rechtsbeistand beantragt, geht das
Gericht wohlwollend davon aus, dass damit auch ein Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung gemeint ist. Gemäss Art. 61 ATSG
bestimmt sich das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht –
von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen – nach kantonalem
Recht; es hat jedoch den im genannten Artikel angeführten
Mindeststandards (lit. a – i) zu genügen.
c) Gestützt auf Art. 29 Abs. 3 Satz 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101), wonach jede Person,
die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege hat, wenn ihr Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, ist der Anspruch auf die unentgeltliche
Prozessführung auch bei Verfahren, die entgegen Art. 61 lit. a ATSG für
die Parteien nicht kostenlos sind, garantiert. Dieser Grundsatz wird in Art.
76 VRG bundesrechtskonform konkretisiert: Hiernach kann einer Partei,
die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag die
unentgeltliche Prozessführung bewilligt werden, falls ihr Rechtsstreit nicht
offensichtlich mutwillig oder von vornherein aussichtslos ist (Abs. 1).
Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG ist eine Partei, die zur Leistung
der Parteikosten die Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für sich und
ihre Familie angreifen müsste. Dabei liegt die Grenze der Bedürftigkeit
höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SVR
2007 AHV Nr. 7 S. 20). Aussichtslos ist ein Prozess, dessen
Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und kaum
als ernsthaft bezeichnet werden können. Hingegen darf nicht von
Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn sich Gewinnaussichten
und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig
geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die
nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess
entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
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Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen
können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4; KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 61 N. 173 ff.). Die
Bewilligung befreit von allen behördlichen Kosten und Gebühren, wobei
die Bestimmungen über die Erstattung ausdrücklich vorbehalten bleiben
(Art. 76 Abs. 2 VRG).
Gemäss der vorgelegten definitiven Veranlagungsverfügung, aus der sich
ein steuerbares Jahreseinkommen von Fr. 6'400.-- ersehen lässt, ist beim
Beschwerdeführer die Voraussetzung der Bedürftigkeit zweifellos erfüllt.
Ebenfalls ist der Rechtsstreit nicht von vornherein als aussichtslos zu
bezeichnen. Aufgrund dieser Fakten werden die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 700.-- auf die Gerichtskasse genommen.
d) Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu
lassen, gewährleistet sein. Art. 76 Abs. 3 VRG besagt, dass die Behörden
auf ihre Kosten der gesuchstellenden Partei eine Anwältin oder einen
Anwalt bestellen, wenn es die Verhältnisse rechtfertigen.
Angesichts der Komplexität der Materie erscheint vorliegend der Beizug
eines Rechtsvertreters notwendig und angemessen, weshalb auch
dessen Kosten grundsätzlich auf die Staatskasse zu nehmen sind. Soweit
der Vertreter des Beschwerdeführers aber eine Kostennote bezüglich der
erstinstanzlichen Anwaltskosten einreicht, kann dieser nicht entsprochen
werden. Somit sind lediglich diejenigen Positionen in der Honorarnote zu
beachten, welche nach dem Verfügungsdatum (2. Dezember 2014)
entstanden sind. Die Bemessung der Entschädigung richtet sich nach
kantonalem Recht (KIESER, a.a.O., Art. 61 N. 184; BGE 110 V 362 f.) und
somit nach der Anwaltsgesetzgebung (Art. 76 Abs. 3 VRG). Gemäss
Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR
310.250) gilt für den berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung
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ein Stundenansatz von Fr. 200.--. Die vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers eingereichte Honorarnote vom 24. Februar 2015
entspricht diesem Stundenansatz. Unter Beachtung aller ab dem
2. Dezember 2014 aufgelisteten Positionen ergibt sich somit ein Total von
11.1 geleisteten Stunden, woraus eine aussergerichtliche Entschädigung
in der Höhe von total Fr. 2'466.05 (Honorar Fr. 2'220.-- zzgl. Barauslagen
Fr. 63.40 zzgl. MWST Fr. 182.65 [8 % auf Fr. 2'283.40]) resultiert. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).