Decision ID: 0d4b8d7e-099e-4f58-bb5e-70b98f8e63ff
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, arbeitete
ab 1
0.
März
2011 teilzeitlich
als Pflegeas
sistentin bei der
Y._
(
Urk.
8/
22/287-299
). Am 2
9.
Mai 2011 zog sie sich durch einen Sturz eine Verletzung am linken Handgelenk zu. In der Folge
musste sie sich Operationen unterziehen und
war für ihre bisherige Tätig
keit a
rbeitsunfähig geschrieben (vgl.
Urk.
8/76, 8/97/6-10
).
Im September 2012 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/10). Die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, zog die Akten des Unfallversicherers bei und gewährte
der Versicherten Eingliede
rungsmassnahmen in Form von Beratung und Unterstützung bei der Stellensu
che (
Urk.
8/18, 8/19, 8/22/1-291, 8/24-25, 8/29-30
, 8/32-35). In deren Rahmen er
folgte ab
1.
April 2013 ein Arbeitsversuch im
Z._
in A._
. Befristet war er bis 3
0.
September 2013, musste aber im Juli 2013 aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden
(
Urk.
8/39-44, 8/57-58,
8/75/2
, 8/80/5
). Im weiteren Verlauf gewährte die IV-Stel
le vom
7.
Juli bis 2
4.
Oktober
2014 Arbeitsvermittlung (
Urk.
8/79
, 8/89; vgl. auch
Urk.
8/75, 8/80/8, 8/90).
Bei deren Abschluss teilte sie der Versicherten überdies mündlich mit, dass kein Anspruch auf eine Umschulung bestehe (
Urk.
8/75).
In Hinblick auf die
Rentenprüfung
zo
g die IV-Stelle sodann
weitere Akten des Unfallversicherers, unter anderem das
bidisziplinäre
(neurologi
sche/orthopädische) Gutachten der
B._
vom
3.
Dezember 2014, bei
(
Urk.
8/92, 8/99
), t
ätigte
neu
erliche
medizinische
sowie erwerbliche Abklärungen (
Urk.
8/97, 8/111-114) und führte eine Haushaltsabklärung (Bericht vom
2.
Oktober 2015,
Urk.
8/115) durch. Mit Vorbescheid vom
1.
Dezember 2015 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/119).
Im dagegen erhobenen Einwand ersuchte die Versicherte um Gewährung beruflicher Massnahmen, insbesondere
um
Um
schulung (
Urk.
8/126/2).
Mit weiterem Vorbescheid vom 1
6.
Mai 2017 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Umschulung (
Urk.
8/142). In die
sem Sin
ne verfügte sie
am 1
5.
Juni 2017 (
Urk.
2, vgl. auch
Urk.
8/144-145).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
5.
Juni 2017 erhob die Versicherte am 1
4.
August 2017 Beschwerde und beantragte, ihr sei Kostengutsprache für eine Umschulung zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vor
instanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung
d
er unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Be
schwerdeantwort vom 1
9.
September 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
5.
September 2
017 wurde der Versicherten
die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Renate
Vitelli-Jucker
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren be
stellt (
Urk.
9). Die Versicherte hielt in der Replik vom 3
0.
Oktober 2017 an ihren Anträgen fest (
Urk.
11). Die IV-Stelle verzichtete auf eine Duplik (
Urk.
14), was der Versicherten
am 1
3.
November 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
3.
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Dezember 2016 stellte der Unfallversicherer, die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, die Heilbehandlungskosten ein, verneinte einen Rentenanspruch und sprach der Versicherten eine Integri
tätsentschädigung (basierend auf einer Integritätseinbusse von 15
%
) zu. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 2
6.
Januar 2017 hiess das Gericht mit Urteil heutigen Datums in Bezug auf die Rentenfrage unter
Zusprache
einer Invaliden
rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12
%
teilweise gut und wies die Sache teilweise zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurück, soweit die Beschwerde nicht abgewiesen wurde (Prozess UV.2017.00020).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Streitig
und zu prüfen ist
allein der Anspruch auf eine Umschulung nach Art. 17 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG).
2.
2.1
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not
wendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstä
tigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Auf
nahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benö
tigen.
2.2
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewe
senen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Er
werbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annä
hernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jewei
ligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E
. 4.2 mit Hinweisen;
Bun
desgerichts
urteil
8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die ver
sicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bis
her ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung
offen stehenden
zumutbaren Erwerbstä
tigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet
(BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
Ob die Vor
aussetzungen
hierfür gegeben sind, d.h.
eine Invalidität im Sinne des
Art.
17 IVG vorliegt, bestimmt sich nach den tatsächlichen und rechtlichen Verhältnis
sen zur Zeit des Erlasses
der
angefochtenen Verfügung respektive des angefoch
tenen
E
inspracheentscheids
(
Bundesgerichts
urteil
8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.
3.1
Im Vorbescheid vom
1.
Dezember 2015 qualifizierte die IV-Stelle
die Beschwer
deführerin
als zu 60
%
erwerbs- und zu 40
%
im Haushalt tätig.
Gestützt auf das Gutachten der
B._
ging die IV-Stelle
von einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin, aber von einer vollen Arbeitsfähig
keit in
einer leidensangepassten Tätigkeit aus. Die Haushaltsabklärung hatte ei
ne Einbusse im Haushalt vo
n 43.10
%
ergeben. Dement
sprechend errechnete die IV-Stelle
für den
Erwerbsbereich einen Invaliditätsgrad von 0
%
und für den Haushaltsbereich einen solchen von 17.24
%
, womit ein (Gesamt-)Invaliditätsgrad von 17.24
%
resultierte (
Urk.
8/119
, vgl. auch
Urk.
8/115/10,
8/117
). Daran anknüpfend hielt die die IV-Stelle im Vorbescheid vom 1
6.
Mai 2017 und in der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juni 2017 fest,
es
bestehe kein Anspruch auf eine Umschulung
,
da der In
validitätsgrad unter 20
%
liege
. Darüber hinaus erklärte sie, die Beschwerdeführerin habe einen einjährigen Kurs zur Pflegehelferin absolviert
, was mit dem qualitativen Ausbildungsstand einer Berufslehre nicht vergleichbar sei (
Urk.
2, 8/142). In der Beschwerdeantwort vom 1
9.
September 2017 ergänzte die IV-Stelle, dass ein Umschulungsanspruch auch zu verneinen sei
, wenn die Beschwerdeführerin,
wie sie in
der Beschwerde geltend mache,
als vollerwerbstätig zu qualifizieren wäre. Im Rahmen eines auf dieser Basis getätigte
n neuen Einkommensvergleichs errechnete
die IV-Stelle
ei
nen Invaliditätsgrad von 5
%
(
Urk.
6).
3.2
Die Beschwerdeführerin führte in der Beschwerde aus,
zur Zeit
lass
e
sie
sich bei der
C._
zur
Arzt-/Spitalsekretärin umschulen.
Diese Ausbildung sei ihrer Behinderung angepasst und entspreche ihren Fähigkeiten. Sie führe zu einer Erwerbsmöglichkeit, die der früheren Tätigkeit gleichwertig sei (
Urk.
1
S. 4-6). Die Auffassung der IV-Stelle, wonach sie heute, ohne weitere Ausbildung, in einer leidensangepassten Tätigkeit gleich viel verdienen könne, treffe nicht zu. Dabei sei davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbs
tätig wäre (
Urk.
1 S. 7).
Bei korrekter Berechnung de
r
Vergleichse
inkommen re
sultiere ein Invaliditätsgrad von 41
%
. Die Erwerbseinbusse liege somit deutlich über 20
%
, womit ein Anspruch auf Umschulung ausgewiesen sei (
Urk.
1 S. 8-1
3
). In der Replik machte die Beschwerdeführerin
primär Ausführungen zur Sta
tusfrage (
Urk.
1
1
S. 2-5).
Sie
bestritt erstmals, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähig bestehe. Sie habe am
7.
Juni 2016 operativ
eine Metallplatte im linken Handge
lenk entfernen lassen müssen, weil
diese zu Be
schwerden geführt habe.
Im Bericht der
D._
vom 2
4.
August 2016 werde ihr deshalb vom
4.
Mai bis 2
4.
August 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aufgrund der vorhandenen Beschwerden sei davon auszugehen, dass auch vor dem
4.
Mai 2016 keine volle Arbeitsfähigkeit be
standen habe. Überdies habe sie sich im 2015 einer
Magenbypassoperation
un
terzogen. Eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem
bariatischen
Ein
griff sei von der IV-Stelle unberücksichtigt geblieben (
Urk.
1
1
S. 7 f.).
4.
Aus dem Gutachten
der
B._
vom
3.
Dezember 2014
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin als Folge des Unfalls vom 2
9.
Mai 2011 unter einer sekun
dären Handgelenksarthrose links mit assoziierten chronischen Handgelenks
schmerzen (nach stabilisierender
Ulnaverkürzungsosteotomie
links vom
3.
September 2013, Resektion der proximalen Handwurzelreihe links vom 1
4.
August 2012, Entfernung HCS linkes Handgelenk vom 2
5.
Oktober
2011, Rekonstruktion des SL-Bandes mit FCR-Sehne vom
7.
Juni 2011 und
scapho
lunärer
Bandruptur links) leidet (
Urk.
8/
92/3, 8/92/45).
In ihrem angestammten
Beruf als Pflegeassistentin sei
sie auf die Dauer nicht mehr arbeitsfähig, da diese Tätigkeit einen sicheren und kräftigen beidhändigen Einsatz erfordert. Für Tä
tigkeit
en
, die vorrangig den Gebrauch der rechten (domina
nten) Hand voraus
setzen, bestehe
jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit (Pensum und Rendeme
nt 100
%
). Leistbar seien
etwa Arbeiten in Telefon- und Wach
t
diensten, an Pforten und Rezeptionen oder einfache Bürotätigkeiten (
Urk.
8/92/3, 8/92/51).
5.
Das Gutachten der
B._
entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. dazu E. 2.3 hiervor). Ihm kommt deshalb volle Beweiskraft zu. Dies wird auch von der Bes
chwerdeführerin nicht in Frage gestellt
(vgl.
Urk.
1, 11).
In der Replik bestreitet sie erstmals, dass vor der Opera
tion vom
7.
Juni 2016
(vgl.
Urk.
8/138/1)
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestanden habe. Jedoch scheint auch sie von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit ab 2
4.
August 2016 auszuge
hen (
Urk.
1
1
S. 8). Dazu ist festzuhalten, dass ihr die Ärzte der
D._
bereits im Bericht vom
3.
September 2013 eine volle Arbeitsfähig
keit für leidensangepa
sste Tätigkeiten attestierten (
Urk.
8/97/8-9
). Am
2.
Juni 2015 unterzog sie sich einer
Magenbypassoperation
(
Urk.
8/106/3
). In der Folge verlor sie über 50 kg an Gewicht. Dies führte dazu, dass die Platte im Bereich der
Ulna
zunehmend störte. Insbesondere beim Aufstützen auf den Unterarm traten Schmerzen auf. Ihr wurde deshalb ab
9.
Mai 2016 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
8/129/6-7
). Aufgrund des positiven Heilungsverlaufs nach der Op
e
ration vom
7.
Juni 2016 wurde im Bericht vom 2
4.
August 2016 für leichte Tätigkeiten wieder eine volle Arbeits
fähigkeit bescheinigt (
Urk.
8/
138/6
,
vgl.
Urk.
8/131/2-3
). Vorliegend massgebender Zeitpunkt für die Beurteilung der In
validität ist, wie unter E. 2.2 ausgeführt, der Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung vom 1
5.
Juni 201
7.
Zu diesem Zeitpunkt bestand laut ärztlicher Einschätzung
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in leid
ensangepasste
r
Tätigkeit
. Vor diesem Hintergrund ist auch eine vorübergehende Arbeitsunfä
higkeit infolge des bariatrischen Eingriffs vom
2.
Juni 2015 (vgl.
Urk.
11 S. 8) ohne
Belang
.
6.
6.1
In der angefochtenen Verfügung
erläuterte die Beschwerdegegnerin die Invali
ditätsbemessung nicht im Detail
(
Urk.
2). Die Beschwerdeführerin machte be
schwerdeweise geltend, sie wäre im Gesundheitsfall voll erwerbstätig (
Urk.
1 S.
7,
Urk.
11 S. 2-5).
Davon ging
die IV-Stelle in der
Beschwerdeantwort
denn auch
primär aus (
Urk.
6). Wie es sich damit genau verhält
,
kann
offen bleiben
. Da eine
Umschulung
nur direkte Auswirkungen auf den
Erwerbsbereich haben kann
, muss der Mindestinvaliditätsgrad
im Rahmen der gemischten Methode
einzig im Erwerbsbereich - und nicht im Rahmen der Gesamtinvalidität - erfüllt sein
(Bundesgerichtsurteil 9C_337/2012 vom
9.
Juli 2012 E.
4
,
Urteil des
Eidg
. Versicherungsgerichts I 190/01 vom
6.
Dezember 2001 E. 2
).
6.2
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
, also des Einkommens, das die Be
schwerdeführerin ohne Invalidität erzielen könnte,
stellte die IV-Stelle auf die Tabellenlöhne gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
2014
ab (
Urk.
7
S. 2
). Die Beschwerdeführerin hält demgegenüber dafür, dass das
Vali
deneinkommen
auf der Basis des Verdienstes, den sie
bei der
Y._
im 45
%
-Pensum verdien
te, berechnet wird (
Urk.
1 S. 8
).
Die Beschwerdeführerin absolvierte im Jahr 2001 eine einjährige Ausbildung zur Pflegea
ssistentin (
vgl.
Urk.
8/
141/10
-11
). Im Jahr 2002 erzielte sie im
E._
,
F._
, ein Einkommen von
Fr.
47'782.-- und von Ja
nuar bis September 2003 ein solches von
Fr.
37'847.--. Danach hatte sie kurz
zeitig eine Stelle in einem anderen Pflegeheim inne. Ab Februar 2005 war sie bei der
G._
angestellt. Im Jahr 2005 verdiente sie
Fr.
43'864.-- und im Jahr 2006
Fr.
35'842.--. Von Mai bis Oktober 2007 arbei
tete sie im
H._
. Schliesslich trat sie am 1
0.
März 2011 die Stelle als Pflegeassistentin bei der
Y._
an
(
Urk.
8/
16-18, 8/41, 8/65
). Da die Beschwerdeführerin am 2
9.
Mai 2011 den Unfall erlitt, übte sie diese Tätigkeit nur relativ kurze Zeit aus. Kommt hi
nzu, dass sie ein
sehr schwankendes
Pensum von
etwa
4
0
%
verrichtete und der Umfang des Arbeits
pensums letztlich von den einzelnen Einsatzverträg
en abhing (vgl.
Urk.
1 S. 8,
Urk.
8/99/16
,
Urk.
8/111-114
). Es rechtfertigt sich daher, das
Valideneinkom
men
anhand der Tabellenlöhne LSE zu bestimmen. Abzustellen ist auf den Lohn für Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen gemäss LSE 201
4.
Gemäss
Rechtsprechung des Bundesgerichts (Bundesgerichtsurteil 8C_504/2014 vom 2
9.
September 2014 E. 7) ist für die Tätigkeit als Pflegeassistentin das Kompe
tenzniveau 2 anwendbar (respektive das Anforderungsniveau 3 gemäss LSE 2010, welches in etwa dem Kompetenzniveau 2 gemäss LSE 2014 entspricht; anders noch Bundesgerichtsurteil 8C_303/2012 vom
6.
Dezember 2012 E. 6.1, in welc
hem auf das Anforderungsniveau 4
gemäss
LSE 2008 abgestellt wurde). Es ergibt sich somit ein
Valideneinkommen
von
Fr.
64‘341.60 (
Fr.
5‘168.
--
[LSE 2014 TA1
Ziff.
86-88
, Frauen
]
x
12
:
40 x 41,5 [vgl.
Bundesamt für Statistik
, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, „Gesundheits- und Sozialwesen“, Jahr 2014, Abschnitt 86-88]
).
6.3
Für die Festsetzung des Erwerbseinkommens, das die Beschwerdeführerin nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), ist wiederum auf die Tabellenlöhne respektive auf die LSE 2014 abzustel
len
, was insoweit unbestritten ist.
Aufgrund ihrer Erfahrung im Gesundheitsbereich ist es der Beschwerdeführerin
mit Blick auf ihre Schadenminderungspflicht
zuzumuten, ihre Restarbeitsfähig
keit in diesem Berufszweig zu verwerten. Nachdem sie nicht mehr als Pflegeas
sisten
t
in tätig sein kann, ist nicht ersichtlich, welche Tätigkeit sie im Gesund
heitsbereich auszuüben vermöchte, die der bisherigen gleichwertig ist. In diesem Zusammenhang ist (noch) nicht relevant, dass sich die Beschwerdeführerin
zur Zeit
auf eigene Kosten zur Arztsekretä
rin umschulen lässt (
Urk.
8/148
). Als mas
s
gebend erweist sich daher das Kompetenzniveau
1.
Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
56‘585.25 (
Fr.
4‘545.-- [LSE 2014 TA1
Ziff.
86-88, Kompetenzniveau 1]
x
12
:
40 x 41,5
)
.
Da sowohl das Validen- als auch das In
valideneinkommen auf der Basis der LSE 2014 zu berechnen ist, kann auf die Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis
2017 verzichtet werden, da
sich
dies
bei beiden Einkommen
gleichermassen
auswirken würde.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen.
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist nicht automatisch ange
zeigt, wenn aus gesundheitlichen Gründen keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichtet werden kann. Sind
nurmehr
leichte körperliche Tätigkeiten zu
mutbar, bildet dies vielmehr - grundsätzlich - keinen Anlass für einen zusätzli
chen leidensbedingten Abzug (Bundesgerichtsurteil 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2 mit Hinweis).
Ist von einem genügend breiten Spek
trum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Ti
tel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) als
ausseror
dentlich
zu bezeichnen sind (Bundesgerichtsurteil 9C_264/
20
16 vom
7.
Juli 2016 E. 5.2). Da die Beschwerdeführerin für Tätigkeiten
, die vorrangig den Ge
brauch der rechten (dominanten) Hand voraussetzen, voll arbeitsfähig (Pensum und Rendement 100
%
) ist, besteht kein Grund für die Gewährun
g eines Abzugs vom Tabellenlohn
.
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
56‘585.25
resultiert gemessen am
Va
l
i
deneinkommen
von
Fr.
64‘341.60 ein Invaliditätsgrad von 12
%
.
Dies
schliesst
einen Anspruch auf eine Umschulung aus.
Bei dieser Ausgangslage braucht das Erfordernis der Gleichwertigkeit
des mit der Umschulung angestrebten Berufs im Vergleich zur angestammten Tätigkeit
nicht näher geprüft zu werden.
Die Beschwerdegegnerin stellte hinsichtlich des Invalideneinkommens nicht auf eine Hilfsarbeitertätigkeit im Gesundheitswesen ab, sondern zog den (tieferen) Monatslohn von Fr. 4'300.-- als den Durchschnitt sämtlicher Tätigkeiten für Frauen heran (LSE 2014 TA1 Total Frauen, Kompetenzniveau 1; Urk. 6 S. 2). Ei
ne Anpassung an die Nominallohnentwicklung kann - wie bereits dargelegt - unterbleiben; angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Tabelle T 03.02.03.01.04.01) resultiert damit ein Invalideneinkommen von Fr. 53'793.-- (Fr. 4'300.-- x
12 :
40 x 41,7). Beim Vergleich mit dem
Validen
einkommen
von Fr. 64'341.60 ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 16 %, was auch keinen Anspruch auf Umschulung zu begründen vermag.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die In
validenversicherung (IV
G) sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetze
n. Die
se sind
ausgangsgemäss
der
Beschwerdeführer
in
aufzue
rlegen, infolge der be
willigten unentgeltlichen
Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
7.2
Mit Honorarnote vom 1
1.
April 2018 machte Rechtsanwältin Renate
Vitelli-Jucker
einen Aufwand von 14 Stunden 30 Minuten geltend (
Urk.
16). Der
in Rechnung gestellte
Aufwand für Instruktion, Aktenstudium und Redaktion der Beschwerde von 5 Stunden 45 Minuten ist nicht zu beanstanden, wobei zu be
achten ist, dass sie die Beschwerdeführerin bereits im verwaltungsrechtlichen Verfahren vertrat und ihr die Akten somit bekannt waren. Darüber hinaus macht
e
sie einen Aufwand für die Replik
(inklusive eines Kontakts mit dem So
zialamt
)
von 9 Stunden 45 Minuten
sowie
von 25 Minuten für die Kenntnis
nahme einer IV-Verfügung geltend
(vgl. auch
Urk.
12/3)
. Letzteres steht mit dem vorliegenden Verfahren nicht i
m Zusammenhang und kann
bereits deshalb nicht berücksichtigt werden.
Der für die Replik geltend gemachte Aufwand er
scheint angesichts ihres Umfangs von 10 Seiten als überhöht. Dazu kommt, dass darin
schwergewich
tig (S. 2-5 der Replik) Ausführungen zum
Erwerbststatus
gemacht werden
. Die Beschwerdeantwort gab indes keinen Anlass dazu, nach
dem darin diese Frage
offen gelassen
worden war (vgl.
Urk.
6)
. Vielmehr er
scheint für
di
e Redaktion der Replik
ein Aufwand von vier Stunden als ange
messen, so dass bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenan
satzes von
Fr.
220.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) und unter Berücksichtigung der Barausla
gen (vgl.
Urk.
16) d
ie Entschädigung auf
Fr.
2‘400.--
festzusetzen ist. Die
Be
schwerdeführer
in
ist sodann auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen.