Decision ID: b8721c9e-dfe5-49d0-b40d-6fadf469317f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1940, war bei der
Y._
als Taxifahrer tätig und über diese bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gemäss dem Bundesgesetz über die Unfall
ver
si
cherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche
Körperschä
digun
gen
und Berufs
krankheiten ver
sichert, als er
am
1
1.
August 2011 an seinem Wohnort
auf der Treppe ausglitt und stürzt
e
(
Urk.
9/5) und sich dabei eine Commotio cerebri
so
wie
Kontusionen im Bereich
d
es linken Handgelenks,
d
es linken Ellenbogen
s und der Brustwirbelsäule zuzog
(
Urk.
9/18)
.
Die SUVA erbrachte vorerst die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld)
. Am 2
4.
Februar 2012 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass ein Aufent
halt in der
Z._
vorgesehen sei
(
Urk.
9/45), worauf die behan
delnde Ärztin des Versicherten der SUVA a
m
1.
März 2012 (
Urk.
9/49 S.
2) mit
teilte
, dass sie statt eines Aufenthalts in der
Z._
die Durch
führung einer Trapezektomie sowie die Durchführung einer
Synovektomie
des Beugekanals
empfehle
. Am
2.
März 2012 bot die
Z._
den Versi
cherten für einen stationären Aufenthalt ab 2
7.
März 2012 a
uf (
Urk.
9/50), worauf die
behandelnde
Ärztin des Versicherten der SUVA am 1
5.
März 2012 mit
teilte, dass eine Trapezektomie, eine
Suspensionsarthroplastik
und eine
Synovektomie
des Beugekanals li
nks am 2
3.
März vorgesehen sei. Die SUVA s
tornierte
infolgedessen
den vorgesehenen Aufenthalt des Versicherten in der
Z._
(
Urk.
9/53)
und der
Versicherte
wurde
am 2
3.
März 2012
operativ behandelt
(
Urk.
9/63).
Mit Schreiben vom 1
8.
April 2012 (
Urk.
9/72)
teilte
die SUVA dem Versicherten mit, dass sie
die Versicherungsleistungen per 2
3.
März 2012 einstellen werde. Nachdem der Versicherte dagegen Einwendungen erhoben und den Erlass einer Verfügung verlangt hatte (vgl.
Urk.
9/75)
,
verneinte die SUVA mit Verfügung vom 2
7.
April 2012 (
Urk.
9/82) einen natürlichen Kausalzusammenhang zwi
schen dem Unfallereignis vom 1
1.
August 2011 und den
ab dem 2
3.
März 2012
weiterbestehenden Beschwerden und stellte d
ie Versicherungs
leistungen infolge Erreichens des Status quo sine auf diesen Zeitpunkt hin
ein. Die vom Versi
cherten am 2
4.
Mai 2012 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/81) wies die SUVA mit Entscheid vom
5.
September 2012 (
Urk.
9/91 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
5.
September 2012
(
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am
5.
Oktober
2012 Be
schwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben, und es sei die
weitere gesetzliche Versicherungsleistungspflicht der SUVA festzustellen, eventuell sei die Versicherungsleistungspflicht für die Zeit vom
2
3.
März bis 2
7.
April 2012 zu bejahen, beziehungsweise der rückwirkende Teil der Verfügung vom 2
7.
April 2012 aufzuheben (
Urk.
1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
November
2012 beantragte die
SUVA
die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
8
S. 2). Eine Kopie dieser Eingabe wurde dem Beschwerdeführer am
1
3.
Mai
2013 zugestellt (
Urk.
12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz
über die Un
fallversicherung
(UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
er
eig
nis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs
sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetre
tene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungswei
se nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
sal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittel
bare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Inte
grität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht wer
den kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitli
che Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber
derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sund
heitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
aufhebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammen
hang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfall
versi
cherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im Folgenden ist der für die Beurteilung der Frage nach der Rechtmässigkeit
der Einstellung der Versicherungsleistungen per 2
3.
März 201
2
massgebende medi
zinische Sachverhalt zu prüfen.
2.2
Die Ärzte des Spitals
A._
,
Chirurgische Klinik,
diagnostizierten
in ihrem Bericht vom 1
1.
August 2011 (
Urk.
9/18)
eine Commotio cerebri und Kontusio
nen im Bereich des linken Handgelenks, des linken Ellenbogens und der
Brust
wirbelsäule
und erwähnten,
dass sie vom Beschwerdeführer gleichen
tags
not
fall
mässig
konsultiert worden seien, nachdem dieser in der vorangegan
genen Nacht gestolpert und die Treppe runtergerutscht sei. Dabei habe er sich vor allem den linken Ellenbogen und den Kopf angeschlagen.
Seither leide er unter dumpfen Kopfschmerzen und unter leichten Schmerzen über dem linken Ellen
bogen und dem linken Handgelenk. Radiologisch sei
en
keine frischen
ossären
Läsionen zu erkennen.
2.3
Dr.
med.
B._
,
Fachärztin für Chirurgie und Handchirurgie FMH,
diagnostizierte mit Bericht vom
8.
November 2011 (
Urk.
9/14) eine trau
ma
tisierte
Rhizarthrose
(
Daumen
sattelgelenk-Arthrose
) und eine STT-Arthrose (Handgelenksarthrose) sowie eine leichte
scapho-lunäre
Instabilität links. Der Beschwerdeführer werde mit einem
Flector
-Pflaster sowie mittels Ergotherapie behandelt.
Da er
schmerzbedingt
ein
Steuerrad nicht längere Zeit halten
könne
,
sei
er als Taxi- und Busfahrer vollständig arbeitsunfähig.
2.4
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und
Facharzt
für Tropen- und Reisemedizin FMH,
diagnostizierte mit Bericht vom 1
5.
November 2011 (
Urk.
9/17) eine Handgelenksdistorsion links mit traumatischer
Rhiz
- und STT-Arthrose und erwähnte, dass der Beschwerdeführer gegenwärtig mittels Ergo
therapie behandelt werde, und dass die voraussichtliche Dauer der Behand
lung noch offen sei.
2.5
Am 2
5.
November 2011 stellte
Dr.
B._
eine
weiterhin eingeschränkte Handgelenksbeweglichkeit sowie eine
Druckdolenz
über den CMC I- und STT-Gelenken fest und erwähnte, dass
davon auszugehen sei
, dass die Schmerzen im Bereich der linken Hand und des linken Handgelenks durch die Ergotherapie zwar gelindert
werden könnten
, dass
die Schmerzen
wegen der bestehenden
Rhizarthrose
und STT-Arthrose
voraussichtlich
jedoch nicht gänzlich zum Ver
schwinden gebracht werden könnten (
Urk.
9/21).
Am 2
7.
Januar 2012 stellte
Dr.
B._
fest, dass die Schmerzen an der Daumenbasis beziehungsweise die Schmerzen im Bereich des CMC I-Gelenks gebessert hätten, dass der Beschwerdeführer jedoch unter einer Zunahme der Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks (proximal volar) leide. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
9/36,
Urk.
9/47).
2.6
In ihrem Bericht vom
1.
März 2012
(
Urk.
9/49 S. 2) erwähnte
Dr.
B._
,
dass sie dem Beschwerdeführer anstatt eines
Rehabilitations
aufent
hal
tes
in der
Z._
dringend die Durchführung einer Trapezektomie und eine
Synovektomie
des Beugekanals empfohlen habe.
Mit Bericht vom 1
5.
März 2012 (
Urk.
9/56) stellte
Dr.
B._
fest, dass sie den Beschwerdeführer am 2
3.
März 2012 ambulant operativ mittels
Trapez
ekto
mie
,
Suspensionsarthroplastik
und
Synovektomie
des Beugekanals links behandeln
werde.
2.7
Mit
Operationsbericht vom 2
3.
März 2012
(
Urk.
9/61)
diagnostizierte
Dr.
B._
eine Tendovaginitis der Beugesehnen im Karpaltunnel mit Kompres
sion des
Nervus
medianus
links sowie eine traumatisierte
Rhizarthrose
und eine STT-Arthrose links und erwähnte, dass beim Beschwerdeführer am 2
3.
März 2012 eine totale
Tendosynovektomie
der Beugesehnen im Karpalkanal
mit
Neurolyse
des
Nervus
medianus
und eine
Trapeziumexzision
mit FCR-Plastik und proximaler Trapezoid-Resektion links
durchgeführt worden sei.
Bei der Fragmentierung und Entfernung des
Trapezium
sei ein grosser, knöcherner, abgesprengter
Osteophyt
, welcher sich frei im Gelenk bewegt habe,
entdeckt
und entfernt worden.
Das Gelenk zwischen
Scaphoid
und Trapezoid habe eine wesentliche Arthrose aufgewiesen. Mit dem definitiven Heilungsresultat könne in sechs Monaten gerechnet werden.
2.8
Am 1
8.
Mai 2012 nahm
Dr.
B._
zum Schreiben der
Beschwer
de
gegnerin
vom 1
8.
April 2012 betreffend Verneinung der Leistungspflicht Stel
lung und führte aus, dass die beim Beschwerdeführer bestehende
Rhizarth
rose
und STT-Arthrose vor dem Ereignis vom 1
1.
August 2011 indolent gewe
sen und durch dieses Ereignis traumatisiert worden seien. Da es trotz intensiver Ergo
therapie zu keiner wesentlichen Besserung gekommen sei, habe sie dem Beschwerdeführer empfohlen, anstatt eines Rehabilitationsaufenthalts eine
Trapez
ektomie
mit
Suspensionsarthroplastik
und eine Karpaltunneloperation durch
zuführen. Intraoperativ sei dann ein grosser, knöcherner, abgesprengter
Osteoph
yt
gefunden und entfernt worden. Dieser habe sicher zur Entstehung der Schmerzen beigetragen (Urk. 9/80).
2.9
Der Arzt der Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Chirurgie, erwähnte in seinem Bericht vom
3.
September 2012 (
Urk.
9/90), dass in den medizinischen Akten zur
Erstbe
hand
lung
der Folgen des Ereignisses vom 1
1.
August 2011 am Spital
A._
im Bereich des Daumens der linken Hand des Beschwerdeführers keine Verletzungszeichen, wie Schürfungen, Prellmarken, Schwellungen oder Verfär
bun
gen dokumentiert seien. Die Röntgenaufnahmen gestatteten jedoch
die Diagnose einer
ausgeprägten
Rhizarthrose
im Bereich des linken
Daumensattel
gelenks
. Hinweise auf eine knöcherne Läsion seien den Röntgenaufnahmen nicht
zu entnehmen
. Auf Grund der Röntgenaufnahmen vom
3.
November 2011 und vom 1
3.
März 2012 könne im Vergleich zu den Röntgenaufnahmen vom 1
1.
August 2011 nicht auf eine massive Verschlechterung der Arthrosen im
Hand
wurzelbereich
geschlossen werden, weshalb lediglich von einer vorüber
gehen
den Verschlimmerung der schweren Arthrosen des Daumensattelgelenks und des STT auszugehen sei.
Grundsätzlich fehle ein tatsächlicher und
echtzeit
licher
Nachweis einer strukturellen, bildgebend objektivierbaren, unfallkausalen Läsion im Bereich der linken Handwurzel des Beschwerdeführers. Auf Grund der vorliegenden Röntgenbilder könne ausgeschlossen werden, dass das versicherte Ereignis vom 1
1.
August 2011 eine richtunggebende Verschlimmerung der vor
be
stehenden degenerativen Veränderungen verursacht habe. Ausgehend von einer Kontusion des l
inken Handgelenks sei davon aus
zugehen, dass der Status quo sine nach Ablauf von sechs Monaten nach dem Unfallereignis vom 1
1.
August 2011 erreicht worden sei (S. 3).
2.10
Dr.
B._
nahm am
1.
Oktober 2012 (
Urk.
9/97 =
Urk.
3) zum Bericht von
Dr.
D._
vom
3.
September 2012 Stellung und erwähnte, dass ein anläss
lich der Operation vom 2
3.
März 2012 entfernter
Osteophyt
die zuneh
men
den Schmerzen nach dem Unfall vom 1
1.
August 2011
erklär
en
könnte
.
3.
3.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sich der Be
schwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 1
1.
August 2011 unter
a
nde
rem Kontusionen im Bereich des linken Ellenbogen- und des linken Hand
ge
lenks zugezogen hat. Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals
A._
stellten keine frischen
ossären
Läsionen fest (vorstehende E. 3.1).
Ossäre
Läsionen wurden
auch nicht
anlässlich der von
Dr.
B._
am
3.
November 2011 (vgl.
Urk.
9/14)
und am 1
3.
März 2012 (vgl.
Urk.
9/56) durchgeführten Rönt
genun
tersuchungen des linken Handgelenks des Beschwerdeführers festgestellt.
3.2
Dr.
D._
ging
in seinem Bericht vom
3.
September 2012 (vorstehende E.
2.9
), davon aus, dass die Folgen des Unfallereignis
ses
vom 1
1.
August 2011
im Sinne einer
Kontusion des linken Handgelenks nach einer Zeit von sechs Monaten nach dem Unfallereignis
ver
heilt seien,
weshalb
der
Status quo sine
in Bezug auf das
versicherte
Unfallereignis
nach sechs Monaten seit diesem Ereignis
er
reicht worden sei
. Bei den
nach diesem Zeitpunkt weiterbestehenden Beschwer
den
handle es sich
um
solche, welche durch
einen unfallfremden Vorzustand
verursacht
worden seien
.
Da
eine massive Verschlechterung der Arthrosen im
Handwurzelbereich
auf Grund der Röntgenaufnahmen
nicht erstellt
sei
,
sei
davon auszugehen, dass das Unfallereignis vom 1
1.
August 2011 lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
des unfallfremden Vorzustandes im Sinne von
schweren Arthrosen des Daumensattelgelenks und des STT
und nicht zu
eine
r
richtunggebende
n
Verschlimmerung der
vorbe
ste
henden
degenerativen Veränderungen
geführt habe
.
Demgegenüber vertrat
Dr.
B._
am 1
8.
Mai 2012 (vorstehende E. 2.8) und am
1.
Oktober 2012
(vorstehende E. 2.10) die Meinung, dass die beim Beschwerdeführer bestehende
Rhizarthrose
und STT-Arthrose vor dem Ereignis vom 1
1.
August 2011 indolent gewesen seien und durch dieses Ereignis trau
matisiert worden seien
, und dass ein
während der Operation vom 2
3.
März 2012 entfernter,
grosser, knöcherner, abgesprengter
Osteophyt
zur Entstehung der Schmerzen beigetragen
habe.
3.3
In Bezug auf die Beurteilung
durch Dr.
D._
vom
3.
September 2012 (vorste
hende E. 2.9) fällt ins Gewicht, dass dieser über eine für die vorliegend in Frage stehende Gesundheitsbeeinträchtigung an
gezeigte fachärztliche Speziali
sierung in Chirurgie verfügt, dass er in seinen Beurteilungen sowohl die geklag
ten Be
schwerden, als auch sämtliche medizinischen
Vorakten
, insbesondere den Be
richt der Ärzte des
Spitals
A._
zur Erstbehandlung der Unfallfolgen und die Ergebnisse eigener fach
ärztlicher Untersuchungen mit
berücksichtigte, und dass er seine
Schlussfolgerung, wonach
der Status quo sine sechs Monate nach dem Unfallereignis vom 1
1.
August 2011 erreicht worden sei,
in nachvollzieh
barer Weise
begründete
.
3.4
Die schlüssige Beurteilung durch Dr.
D._
vermag
insbesondere
zu über
zeugen, als
dies
er
einerseits
davon ausging, dass der Beschwerdeführer
zur Hauptsache durch
ausgeprägte
Arthrosen
im Bereich des linken Daumensattelgelenks
und des linken STT in seiner Gesundheit beeinträchtigt werde, und als er anderer
seits
in Berücksichtigung
der unmittelbar anschliessend an den Unfall vom 1
1.
August 2011 und der zu späteren Zeitpunkten erstellten Röntgenaufnahmen zum Schluss kam, dass eine massive Verschlechterung der Arthrosen im
Hand
wurzelbereich
in der Zeit nach dem versicherten Unfallereignis
nicht erstellt sei,
weshalb
davon auszugehen
sei
, dass
dieses
lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des unfallfremden Vorzustandes und nicht zu einer richtung
gebenden Verschlimmerung geführt habe.
3.5
In Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
D._
gilt es indes zu beachten, dass dieser
Arzt
der Abteilung Versicherungsmedizin
der Beschwerdegegnerin ist. Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen kommt
rechtspre
chungsgemäss
zwar Beweiswert zu. Diesen Berichten wird indes nicht dieselbe
Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach
Art.
44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zu
erkannt. Vielmehr sind bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergän
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.6).
3.6
Vorliegend vermag die abweichende Beurteilung durch
Dr.
B._
die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch
Dr.
D._
indes
nicht in Zweifel zu ziehen.
Denn d
ie Beurteilung
von
Dr.
B._
vermag insbe
sondere insoweit nicht zu überzeugen, als sie die von ihr postulierte weiterbe
stehend Unfallkausalität der Beschwerden im Bereich des Handgelenks des Beschwerdeführers damit begründete, dass ein während der Operation vom
2
3.
März 2012 entfernter, grosser, knöcherner, abgesprengter
Osteophyt
die Beschwerden mitverursacht habe
.
B
ei einem
Osteophyten
handelt es sich um eine degenerative Knochenneubildung
am Rande
einer
Gelenkfläche
, welche
im Röntgenbild nachweisbar
ist (Alfred M.
Debrunner
, Orthopädie Orthopädische Chirurgie,
4.
Aufl., Bern 2002, S. 58; Hans-Jürgen
Hettenkofer
[Hrsg.], Rheu
matologie Diagnostik - Klinik - Therapie,
5.
Aufl., Stuttgart 2003, S. 26).
Ein
abgesprengter, grosser
Osteophyt
wurde jedoch
weder anlässlich der Röntgen
untersuchung der erstbehandelnden Ärzte des Spitals
A._
vom 1
1.
August 2011 noch anlässlich der späteren von
Dr.
B._
veran
lassten Röntgenuntersuchungen
(
vom
3.
November 2011
und
1
3.
März 2012
)
festgestellt.
Aus diesem Grunde
kann
auf Grund des Umstandes, dass
Dr.
B._
anlässlich der Operation
vom 2
3.
März 2012 einen abgesprengten
Osteophyt
aus dem Handgelenk des Beschwerdeführers entfernte, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
darauf
geschlossen werden, dass dieser
Osteophyt
anlässlich
des
Unfallereignisses vom 1
1.
August 2011 ab
ge
sprengt wurde. Vielmehr
ist auf Grund der Röntgenbilder nicht auszu
s
chlies
sen
, dass dieser
Osteophyt
allenfalls
erst nach der
letzten vor der Operation
durchgeführten Röntgenuntersuchung
vom
3.
November 2011
abgebrochen ist. Aus diesem Grunde sowie mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann
betreffend
die vorliegend im Streite stehende Frage nach der Unfallkausalität auf
die
Beurteilung
von
Dr.
B._
nicht abgestellt werden.
3.7
Die Beurteilung
von
Dr.
B._
ist so
mit
in Bezug auf die Frage nach der Unfallkausalität der nach einer Zeit von sechs Monaten nach dem Unfall weiterbestehenden Beschwerden nicht geeignet
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch
Dr.
D._
zu erwecken
.
Vielmehr kann
auf
dessen
nachvollziehbare und schlüssige Beurteilung vom
3.
S
eptember 2012 abgestellt werden
.
Gestützt darauf ist daher davon
auszugehen, dass
das Unfallereignis vom 1
1.
August 2011 lediglich zu einer vorübergehenden und nicht zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des unfallfremden Vorzustandes im Bereich des linken Daumen- und Handgelenks des Beschwerdeführers führte, und dass der Status quo sine spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis vom 1
1.
August 2011 erreicht wurde. Bei den nach diesem Zeitpunkt weiterbestehenden Beschwerden im Bereich des linken Daumen- und Handgelenks des Beschwerdeführers handelt es sich daher
um
solche, welche durch einen unfallfremden Vorzustand im Sinne von schweren Arthrosen des Daumensattelgelenks und des STT verursacht wurden.
4.
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
5.
September 2012 (
Urk.
2)
einen natürli
chen Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom
1
1.
August 2011 und der ab dem 2
3.
März 201
2
weiterbe
stehenden gesundheit
lichen Beeinträchtigung des Beschwerdeführers verneinte
und
die Versiche
rungs
leistungen auf
diesen Zeitpunkt hin
einstellte
.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Da das Verfahren kostenlos ist (
Art.
61
lit
. a ATSG in Verbindung mit
§
33 Abs.
1
des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
), erweist sich das Gesuch des
Beschwerdeführes
vom
5.
Oktober 2012
um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne
d
er
unentgeltlichen Prozessführung (
vgl.
Urk.
1 S. 1 und Urk.
11)
als gegenstandslos.