Decision ID: fa6e890d-cdc5-41d9-a0e6-edf3594079cc
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend gewerbsmässiger Betrug etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 2. März 2017 (DG160249)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 24. August 2016
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1 86/25).
Urteil und Beschluss der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 146 Abs. 2 StGB,
− des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverar-
beitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 147 Abs. 2 StGB,
− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 1⁄4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon
126 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit dem
9. Oktober 2015 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
5. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV
des Kantons Zürich vom 28. März 2012 ausgefällten Strafe von 14 Tagen
Freiheitsstrafe wird widerrufen.
6. Der bedingte Vollzug bezüglich des mit Urteil des Obergerichts des Kantons
Zürich vom 31. Oktober 2011 ausgefällten Strafteils von 11 Monaten Frei-
heitsstrafe wird widerrufen.
7. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, unter solida-
rischer Haftung mit B._ (separates Verfahren, Prozess Nr. DG160248),
der Privatklägerin C._ AG Schadenersatz von CHF 200'000 zu bezah-
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len. Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin C._ AG auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
8. Die Privatklägerin D._ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
9. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin E._ Switzerland AG
wird abgewiesen.
10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. August
2015 beschlagnahmten Barschaften in der Höhe von:
− CHF 1'126.10 (Beleg Nr. ...), − CHF 400 (Beleg Nr. ...), − CHF 40'000 (Beleg Nr. ...),
werden eingezogen und der Privatklägerin C._ AG zur teilweisen De-
ckung ihrer Schadenersatzforderung gemäss Dispositiv-Ziffer 7 zugespro-
chen.
11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. August
2015 beschlagnahmten CHF 5'000 (Beleg Nr. ...) werden nach Eintritt der
Rechtskraft zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
22. September 2015 beschlagnahmten CHF 4'172.50 (Beleg Nr. ...) werden
eingezogen und der Privatklägerin C._ AG zur teilweisen Deckung ihrer
Schadenersatzforderung gemäss Dispositiv-Ziffer 7 zugesprochen.
13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. August
2015 beschlagnahmten Gegenstände:
− zwei Daunendecken von G._ (A008'268'277), − TV Gerät der Marke Philips, Modell PFK6409/12 (A008'268'573), − TV Gerät der Marke Samsung, Curved 55" (A008'268'562),
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werden eingezogen und durch die Kasse des Bezirksgerichts Zürich verwer-
tet. Der Verwertungserlös wird der C._ AG zur teilweisen Deckung ihrer
Schadenersatzforderung gemäss Dispositiv-Ziffer 7 zugesprochen.
14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 5'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 8'000.00 Gebühr Anklagebehörde
CHF 11'605.00 Auslagen Untersuchung (Telefonkontrolle)
CHF 1'550.00 Auslagen Kantonspolizei
CHF 472.50 amtliche Verteidigung (Rechtsanwalt X2._)
CHF 11'900.00 amtliche Verteidigung, Akontozahlung (Rechtsanwalt X1._) CHF 14'712.25 amtliche Verteidigung (Rechtsanwalt X1._)
15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
16. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
17. Rechtsanwalt lic. iur. X1._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger mit CHF 26'612.25 (inkl. MwSt. und Akontozahlung von
CHF 11'900) entschädigt.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 121 S. 1)
1. Dispositivziffer 2 des Urteils vom 2. März 2017 sei aufzuheben und der Be-
schuldigte sei mit 21 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zu den wider-
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rufenen Strafe von 14 Tagen (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV vom
28. März 2012) sowie 11 Monaten (Urteil des Obergerichts des Kantons Zü-
rich vom 31. Oktober 2011) zu bestrafen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt).
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 116, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Formelles
1. Verfahrensgang
1.1. Mit Urteil vom 2. März 2017 wurde der Beschuldigte des gewerbsmässigen
Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 146 Abs. 2
StGB, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-
tungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 147 Abs. 2
StGB sowie der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig
gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 4 1⁄2 Jahren bestraft. Weiter wurde
vom Einsitzen des Beschuldigten im vorzeitigen Strafvollzug seit dem 9. Oktober
2015 Vormerk genommen, wurde der bedingte Vollzug zweier Vorstrafen widerru-
fen, wurden die Zivilforderungen dreier Privatkläger behandelt und Einziehungen
von Vermögenswerten zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten einerseits
sowie zur Verwendung zu Gunsten zweier Privatkläger vorgenommen. Schliess-
lich wurden dem Beschuldigten die Verfahrenskosten auferlegt (Urk. 109).
1.2. Der Beschuldigte liess gegen das vorinstanzliche Urteil mit Eingabe seines
Verteidigers vom 10. März 2017 fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 105). Nach
Erhalt des begründeten erstinstanzlichen Entscheids am 31. Mai 2017 (Urk. 107/2)
erfolgte mit Eingabe vom 20. Juni 2017, hier eingegangen am 22. Juni 2017, in-
nert Frist (Postaufgabe am 20 Juni 2017) die Berufungserklärung (Urk. 112).
2. Berufungsthema
2.1. In dieser Berufungserklärung wird eine Reduktion der Strafe auf 2 Jahre
Freiheitsstrafe beantragt und zur Begründung wird das Folgende ausgeführt:
"Der Beschuldigte ficht nur die Strafzumessung an und anerkennt die weiteren
Punkte des Urteilsdispositivs. Er macht im Wesentlichen geltend, dass ihm die Be-
teiligung an wesentlich mehr betrügerischen Transaktionen vorgeworfen wird, als er
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tatsächlich begangen hat. Zudem erfolgte die Strafzumessung nicht korrekt. Die
Berufungsanträge werden anlässlich der Berufungsverhandlung näher begründet."
Der Beschuldigte ficht somit im ersten Satz explizit nur den Strafpunkt an und an-
erkennt demnach insbesondere auch den Schuldpunkt. Gleichwohl zieht er mit
seinem zweiten Satz die erstinstanzliche Sachverhaltserstellung (teilweise) in
Zweifel.
Ein solches Vorgehen ist gemäss der neueren Rechtsprechung des Bundesge-
richts zulässig: Im Falle einer Beschränkung der Berufung auf die Strafzumes-
sung hat das Berufungsgericht aufgrund seiner umfassenden Kognition in rechtli-
cher und tatsächlicher Hinsicht seine Prüfung auf die nicht angefochtenen Punkte
des Urteils auszudehnen, soweit diese in engem Zusammenhang mit der ange-
fochtenen Strafhöhe stehen (vgl. Bundesgerichtsurteil 6B_1167/2015 vom
26. August 2016, E.1 m.w.H.).
Der vom Beschuldigten geltend gemachte Umstand, wonach ihm mehr als die tat-
sächlich begangenen Einzeltaten angerechnet worden seien, ist sehr wohl geeig-
net, die Strafhöhe zu beeinflussen. Mit diesem auf den Sachverhalt zielenden
Einwand hat sich das Berufungsgericht deshalb – im Rahmen der Strafzumes-
sung – neu und unabhängig von der Vorinstanz auseinanderzusetzen (dazu unten
Ziff. II.3.).
2.2. Gleich an dieser Stelle ist allerdings vorwegzunehmen, dass das Berufungs-
gericht bei dieser Neubeurteilung des angefochtenen Sachverhalts aus Gründen
der Verfahrensökonomie auf die Begründung der Vorinstanz verweisen darf, so-
weit dieser gefolgt werden kann (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf jeden Fall einzu-
gehen ist allerdings auf Behauptungen und Argumente, welche erst vor dem Be-
rufungsgericht erhoben wurden (vgl. Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar,
3. Aufl., Art. 82 N 15).
2.3. Nach dem Gesagten ist vorab mit Beschluss festzuhalten, dass das vor-
instanzliche Urteil infolge entsprechender Nichtanfechtung hinsichtlich der folgen-
den Dispositivziffern in Rechtskraft erwachsen ist: 1 (Schuldpunkt), 3 (Vormerk-
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nahme betr. vorzeitigem Strafvollzug), 7-9 (Zivilansprüche), 10-13 (Einziehungen
und Verwertungsanordnungen), 14 und 17 (Kostenfestsetzung).
2.4. Als nicht in Rechtskraft erwachsen zu betrachten sind – nebst der Dispositiv-
ziffer 2 (Strafe) – die Dispositivziffern 5-6 (Widerrufe). Diese haben als implizit
mitangefochten zu gelten, denn die Frage des Einbezugs der widerrufenen Stra-
fen hat im vorliegenden Fall – aufgrund der per 1. Januar 2018 erfolgten Revision
von Art. 46 StGB – direkte und konkrete Auswirkungen auf die Strafzumessung
(vgl. hierzu nachstehende Ziff. II.1.3. und II.7.). Dass die Widerrufe seitens des
Verteidigers erst anlässlich der Berufungsverhandlung thematisiert wurden (vgl.
Urk. Urk. 121 S. 8) bzw. nicht schon mit der Berufungserklärung vom 20. Juni
2017 explizit angefochten worden waren, kann dem Beschuldigten nicht als Ver-
säumnis angelastet werden, war doch damals nicht voraussehbar, dass die Beru-
fungsverhandlung erst nach Inkrafttreten der erwähnten Gesetzesrevision stattfin-
den würde.
II. Sanktion
1. Einleitung
1.1. Theoretische Ausführungen zur Strafzumessung
Die Vorinstanz hat die vom Gesetz und von der Rechtsprechung für die Strafzu-
messung aufgestellten Regeln und Grundsätze richtig wiedergegeben, weshalb
auf deren Ausführungen verwiesen werden kann (Urk. 109 S. 68 f. Ziff. V.A.).
1.2. Widerruf des bedingten Vollzugs zweier Vorstrafen
Das erstinstanzliche Gericht hat sodann überzeugend dargetan, dass der mit Ur-
teil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 31. Oktober 2011 bedingt ausgefäll-
te Strafteil von 11 Monaten Freiheitsstrafe sowie die mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft IV des Kantons Zürich vom 28. März 2012 bedingt ausgefällte Frei-
heitsstrafe von 14 Tagen zu widerrufen sind (Urk. 109 S. S. 78 f. Ziff. VII. b. und
c.).
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Diese zwei Widerrufe sind deshalb zu bestätigen.
1.3. Ausführungen zur Gesamtstrafe
Das erstinstanzliche Gericht hat richtig festgehalten, dass zum damaligen Urteils-
zeitpunkt eine Gesamtstrafe im Sinne von Art. 46 StGB (i.V.m. Art. 49 StGB) nicht
in Frage kam (vgl. Urk. 109 S. 79 oben).
Zum vorliegenden Urteilszeitpunkt stellt sich die Gesetzeslage indes verändert
dar. Im Gegensatz zum alten Recht (BGE 134 IV 236, 137 IV 254) setzt der seit
dem 1. Januar 2018 in Kraft stehende revidierte Art. 46 StGB gemäss klarem
Wortlaut gerade voraus, dass (ausschliesslich) bei Gleichartigkeit der widerrufe-
nen Strafe(n) und der neuen Strafe eine Gesamtstrafe zu bilden ist.
Dieser neugefasste Art. 46 StGB ist heute anwendbar, denn er stellt – da die
neuen Delikte mit einer Freiheitsstrafe zu sanktionieren sind (vgl. hierzu unten
Ziff. 2 ff.) – im vorliegenden Fall milderes Recht im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StGB
dar, profitiert doch der Beschuldigte bei der Gesamtstrafenbildung vom Asperati-
onsprinzip (vgl. unten Ziff. 7).
Es ist somit eine Gesamtstrafe im Sinne von Art. 46 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 Abs. 1
StGB auszusprechen. Hierfür ist in einem ersten Schritt die Einsatzstrafe für die
heute zu beurteilenden neuen Taten festzulegen (dazu nachstehend Ziff. 2 bis 6),
in dessen Rahmen auch auf die sachverhaltlichen Einwände der Verteidigung
einzugehen ist (Ziff. 3). Diese Einsatzstrafe ist einem zweiten Schritt unter Einbe-
zug der widerrufenen Vorstrafen in Anwendung des Asperationsprinzips zu einer
Gesamtstrafe zu erhöhen (Ziff. 7 ff.).
2. Strafrahmen
2.1. Für gewerbsmässigen Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m.
Art. 146 Abs. 2 StGB sowie für gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch ei-
ner Datenverarbeitungsanlage i.S.v. Art. 147 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 147 Abs. 2
StGB sieht das Gesetz einen Strafrahmen von 90 Tagessätzen Geldstrafe bis 10
Jahren Freiheitsstrafe vor. Von diesem Strafrahmen ist vorliegend auszugehen,
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nachdem Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB den geringeren
Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre vorsieht.
2.2. Der Strafschärfungsgrund der Deliktsmehrheit ist vorliegend aufgrund des
Fehlens aussergewöhnlicher Umstände lediglich straferhöhend innerhalb dieses
Strafrahmens zu berücksichtigen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8). Da der Beschuldig-
te – wie sogleich aufzuzeigen ist (Ziff. 3) – durch den gewerbsmässigen betrüge-
rischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1
StGB i.V.m. Art. 147 Abs. 2 StGB den höchsten Deliktsbetrag erzielte, ist bei der
nachfolgenden Strafzumessung (Ziff. 4) in einem ersten Schritt eine Einsatzstrafe
für diese Tat festzulegen und diese dann unter Berücksichtigung der anderen De-
likte (mehrfacher gewerbsmässiger Betrug / Urkundenfälschung) angemessen zu
erhöhen.
3. Nachweisbare Einzeltaten und Deliktssumme
3.1. Annahmen der Vorinstanz
3.1.1. Die Vorinstanz ist im Rahmen der Gewichtung der objektiven Tatschwere
des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanla-
ge von über 100 Transaktionen bzw. Einzeltaten mit einer gesamten Deliktsumme
von Fr. 343'533.– ausgegangen (Urk. 109 S. 70 f.).
Sodann ist sie im Rahmen der Gewichtung der objektiven Tatschwere des ge-
werbsmässigen Betrugs von über 100 Transaktionen bzw. Einzeltaten mit einer
Gesamtdeliktsumme von rund Fr. 84'495.– ausgegangen.
Sie stützt sich dabei auf die von ihr im Rahmen des Schuldpunktes vorgenomme-
ne Sachverhaltserstellung, mit welcher sie sämtliche Anklageziffern als vollum-
fänglich erstellt erachtete (vgl. Urk. 109 S. 15 f. S. 16-25 und S. 25-65).
3.1.2. Bei der Berechnung der Deliktssumme des gewerbsmässigen betrügeri-
schen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage ist der Vorinstanz ein (letztlich
nicht ins Gewicht fallender) Rechenfehler unterlaufen. Die unter den Anklagezif-
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fern C1 bis C5 eingeklagten und von der Vorinstanz als erstellt erachteten Teilbe-
träge von
• Fr. 13'000.– (Anklageziffer C1, vgl. Urk. 109 S. 28),
• Fr. 227'420.– (Anklageziffer C2, vgl. Urk. 109 S. 34),
• Fr. 13'218.– (Anklageziffer C3, vgl. Urk. 109 S. 54),
• Fr. 91'895.– (Anklageziffer C4, vgl. Urk. 109 S. 58) und
• Fr. 1'160.– (Anklageziffer C5, vgl. Urk. 109 S. 65)
ergeben im Gesamtbetrag nicht Fr. 343'533.– (so die Vorinstanz in Urk. 109
S. 70), sondern Fr. 346'693.–.
Damit resultiert ein Gesamtbetrag für sämtliche eingeklagte Delikte von (gerun-
det) Fr. 431'188.–, wie er in der Anklage aufgeführt wird (Urk. D1 86/25 S. 3) und
von der Vorinstanz im Rahmen ihrer Sachverhaltsprüfung korrekt genannt worden
ist (vgl. Urk. 109 S. 16).
3.2. Standpunkt des Beschuldigten und seines Verteidigers
3.2.1. Wie bereits ausgeführt, moniert die Verteidigung des Beschuldigten mit der
Berufungserklärung, dass diesem im Rahmen der Strafzumessung eine Beteili-
gung an wesentlich mehr betrügerischen Transaktionen vorgeworfen werde, als
er tatsächlich begangen habe. Mit ihrem Plädoyer anlässlich der Berufungsver-
handlung führte die Verteidigung hierzu zum Einen aus, dass der Sachverhalt
hinsichtlich der Wareneinkäufe vor Dezember 2014 entgegen den Ausführungen
der Vorinstanz keinesfalls klar erstellt sei. Vielmehr müsse aufgrund der letztlich
nicht klaren Aktenlage davon auszugehen, dass der Beschuldigte nur vereinzelte
der zur Anklage gebrachten Wareneinkäufe getätigt habe (vgl. Urk. 121 S. 4 f.).
Zum Andern brachte sie (zusammengefasst) vor, dass dem Beschuldigten auch
nicht alle eingeklagten Bargeldbezüge angelastet werden könnten. Die Identifika-
tion des Beschuldigten durch die Kleidung und Mütze sei keineswegs (in jedem
Falle) gesichert. Zudem lasse sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine
Mittäterschaft des Beschuldigten an den von B._ ausgeführten Transaktio-
nen begründen. Der Beschuldigte sei weder an der Entschliessung und Planung,
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noch an der Ausführung der von B._ getätigten Transaktionen beteiligt ge-
wesen und habe diese auch nicht als seine eigenen gewollt (vgl. a.a.O. S. 5-7).
Der Beschuldigte sagte anlässlich der persönlichen Befragung im Rahmen der
Berufungsverhandlung aus, dass er (zwar) den eingeklagten Sachverhalt aner-
kenne bzw. nicht sage, dass es nicht so gewesen sei, sich aber nicht an alle
Transaktionen erinnern könne (vgl. Prot. II S. 9 ff.).
3.2.2. In der Untersuchung anerkannte der Beschuldigte einzelne Transaktionen
und machte hinsichtlich anderer geltend, sich nicht erinnern zu können bzw. dies-
bezüglich nicht sicher zu sein. So gestand er grundsätzlich zwar ein, für Waren-
bezüge, die auf männliche Kunden lauteten, verantwortlich zu sein. Dabei machte
er aber geltend, er sei fast zu hundert Prozent überzeugt, erst im Dezember 2014
mit solchen Bezügen begonnen zu haben, räumte andererseits allerdings auch
wieder ein, dass er sich diesbezüglich möglicherweise irre könne bzw. es sein
könne, dass er einzelne Bezüge auch schon im November getätigt habe, sich
aber nicht mehr zu erinnern vermöge. Betreffend die Bargeldbezüge gab der Be-
schuldigte (u.a.) einzelne Transaktionen in ... [Ort] und an der ...strasse in Zürich
zu. In zahlreichen weiteren Fällen machte er aber auf Vorhalt der entsprechenden
Überwachungsaufnahmen geltend, sich darauf nicht zu erkennen (vgl. die
Schlusseinvernahme der Staatsanwaltschaft, Urk. D1/17/10 S. 2 Rz. 7 und S. 3
ff., bes. auch S. 12 Rz. 74). Vor der Vorinstanz erklärte sich der Beschuldigte
(grundsätzlich) schuldig. Er anerkenne das, was er vor der Staatsanwaltschaft
anerkannt habe. Er anerkenne die Anklageschrift, könne sich jedoch an die De-
tails, namentlich an die einzelnen Bezüge und Transaktionen, nicht erinnern
(Urk. 98 S. 4 und 7 f.).
Der Verteidiger führte vor Vorinstanz aus, der Beschuldigte sei hinsichtlich der
ihm vorgeworfenen Handlungen grundsätzlich geständig, es stelle sich allerdings
die Frage, an welchen Transaktionen der Beschuldigte teilgenommen habe
(Urk. 101 S. 3, vgl. auch Prot. II S. 12 ff.). Es sei nicht so, dass der Beschuldigte,
jeweils bestreiten würde, an einer einzelnen Transaktion teilgenommen zu haben,
er wisse es ganz einfach nicht mehr. Bei einer Vielzahl der Transaktionen sei
nicht erwiesen, ob der Beschuldigte daran beteiligt gewesen sei oder nicht. Vor
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diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte etwa bei der
Hälfte derselben beteiligt gewesen sei (Prot. I S. 13). Bezüglich der Wareneinkäu-
fe bestreite der Beschuldigte die Bezüge von November 2014, anerkenne aber
die Bezüge ab Dezember 2014. Es liege ein Geständnis bezüglich einer Delikts-
summe von Fr. 150'000.– bis Fr. 200'000.– vor (Prot. I S. 14). Der Verteidiger
führte – später im Rahmen seiner Ausführungen zur Strafzumessung – allerdings
auch an, dass das Geständnis des Beschuldigten entgegen der Auffassung des
Vorsitzenden (hiezu Prot. I S. 14) nicht als ein Teilgeständnis zu werten sei. Der
Beschuldigte sei vielmehr vollumfänglich geständig, soweit er sich an den Tather-
gang erinnern könne. Er könne sich (zwar) nicht daran erinnern, welche Transak-
tionen er durchgeführt habe, sei aber geständig, eine Vielzahl von Transaktionen
ausgeführt zu haben. Dies gelte als vollumfängliches Geständnis. Es sei nicht
notwendig, dass er gestehe, bei welchen Transaktionen er genau dabei gewesen
sei, wenn er sich nicht erinnern könne (Prot. I S. 19 f.).
3.3. Prüfung des Sachverhalts
3.3.1. Einleitung
3.3.1.1. Die Vorinstanz ist zutreffend davon ausgegangen (Prot. II S. 14 f.), dass
die konkreten Eingeständnisse des Beschuldigten – entgegen den vorerwähnten
Ausführungen der Verteidigung – als Teilgeständnis aufzufassen sind (vgl. hiezu
auch unten Ziff. 5.3.) bzw. sein Nichterinnern hinsichtlich einzelner Transaktionen
der Sache nach als entsprechende Bestreitung gewertet werden muss und dass
deshalb einzelfallweise zu prüfen ist, ob sich der Sachverhalt erstellen lässt oder
nicht.
3.3.1.2. Dieser erforderlichen detaillierten Sachverhaltsprüfung hat sich die Vor-
instanz im erstinstanzlichen Urteil sodann auf über 50 Seiten gestellt. Sie hat sich
mit jedem Sachverhaltsabschnitt der Anklageschrift einlässlich auseinanderge-
setzt (Zur Vorgeschichte bzw. Anklageziffer A vgl. Urk. 109 S. 15 f.; zum gewerbsmässigen  und der mehrfachen Urkundenfälschung bzw. Anklageziffer B vgl. a.a.O. S. 16-25; zum ge-
werbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage: Bargeldbezüge mit
F._-Kundenkarten von G._ bzw. Anklageziffer C1 vgl. a.a.O. S. 25-32; zum gewerbs-
mässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage: Bargeldbezüge mit Kun-
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denkarten der E._ Switzerland AG bzw. Anklageziffer C2 vgl. a.a.O. S. 32-52; zum gewerbs-
mässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage: Bargeldbezüge mit Kun-
denkarten der H._ [Bank] ... [Ort] und der H._ Genossenschaft bzw. Anklageziffer C3
vgl. a.a.O. S. 52-56; zum gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbei-
tungsanlage: Transaktionen auf anderen Konten zum Nachteil der E._ Switzerland AG bzw.
Anklageziffer C4 vgl. a.a.O. S. 54-64; zum gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer
Datenverarbeitungsanlage: Bargeldbezüge mit Kundenkarte der H._ ohne Bezug zu I._
bzw. Anklageziffer C5 vgl. a.a.O. S. 64 f.; zu Taten, die nicht eingeklagt wurden vgl. a.a.O. S. 65
f.).
Dabei hat die Vorinstanz sämtliche sich aus den Akten ergebenden Beweise und
Indizien – vorerst jeweils mit Bezug auf die allgemeinen Ausführungen der ent-
sprechenden Ziffer des Anklagesachverhalts und anschliessend hinsichtlich sämt-
licher einzelner in der Anklage aufgeführten Transaktionen – richtig dargelegt und
überzeugend gewürdigt. Das Bezirksgericht ist bei alledem sehr sorgfältig und alle
Eventualitäten abwägend vorgegangen und hat sich auch mit den relevanten
Einwänden der Verteidigung auseinandergesetzt. Seine Beweiswürdigung ist in
allen Details gut nachvollziehbar und überzeugt im Einzelnen wie auch im Ge-
samten.
3.3.1.3. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann an dieser Stelle deshalb vorab
vollumfänglich auf die gut bedachte und durchs Band überzeugende Beweiswür-
digung im erstinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO;
Urk. 109 S. 14-66).
Im Folgenden ist die erstinstanzliche Beweiswürdigung deshalb lediglich hinsicht-
lich derjenigen Punkte kurz zusammenzufassen und allenfalls zu ergänzen, wel-
che für das vorliegende Berufungsverfahren noch von Relevanz sind bzw. die von
der Verteidigung in Zweifel gezogene Frage der Anzahl der Transaktionen bzw.
Einzeltaten des Beschuldigten betreffen.
3.3.2. Zum gewerbsmässigen Betrug (und der mehrfachen Urkundenfälschung)
gemäss Anklageziffer B
3.3.2.1. Hinsichtlich dieses Tatkomplexes hielt die Vorinstanz mit überzeugender
Argumentation fest (vgl. Urk. 109 S. 24 f.), dass nebst den vom Beschuldigten
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anerkannten Waren- und Gutscheinbezügen ab Dezember 2014 auch die von ihm
bestrittenen Bezüge im November 2014 erstellt werden können.
a) Dabei wies sie zutreffend darauf hin, dass entgegen der Ansicht des Verteidi-
gers (Urk.101 S. 3; Urk. 121 S. 4 f.) anhand der Akten sehr wohl gefolgert werden
kann, ab wann der Beschuldigte an den deliktischen Handlungen beteiligt war. Da
es sich um Waren- und Gutscheinbezüge handelte, welche mit Karten lautend auf
männliche Namen erfolgten, kommt (aus dem Kreis der Mitbeschuldigten) nur der
Beschuldigte als Benutzer derselben in Frage und dies auch schon für die Bezüge
ab dem 3. November 2014, gab doch der Beschuldigte selber an – in Überein-
stimmung mit den Aussagen des Mitbeschuldigten B._ –, dass Letzterer kei-
ne Warenbezüge mit G._-Karten auf männliche Namen lautend getätigt habe
(Urk. D1 17/7 S. 8 f.). Bezüge durch J._ oder I._ können sodann ausge-
schlossen werden, da Warenbezüge durch eine Frau mit auf männliche Namen
lautenden Karten (im Unterschied zu automatisierten Bargeldbezügen) viel zu ris-
kant gewesen wären, da beim Warenkauf gegen Unterschrift der Name des Käu-
fers in aller Regel durch das Verkaufspersonal mittels Vergleich der Unterschriften
auf der Karte und dem Rechnungsbeleg geprüft wird. Aus einzelnen Aussagen
des Beschuldigten und seiner Komplizen B._ und J._ geht denn auch
übereinstimmend hervor (wie die Vorinstanz einleitend zutreffend darlegte,
Urk. 109 S. 16 ff.), dass die Beschuldigten bei der Verwendung der F._-
Kundenkarten zum Warenkauf (im Unterschied zum automatisierten Bargeldbe-
zug) strikt auf Geschlechtsübereinstimmung achteten, bzw. der Beschuldigte nur
Karten mit männlichen Namen (vgl. dessen Aussage in D1 15/11 S. 8) und
J._ nur Karten mit weiblichen Namen (vgl. deren Aussage in D1 15/11 S. 7)
verwendete.
b) Für die Täterschaft des Beschuldigten hinsichtlich der Waren- und Gutschein-
bezüge von November 2014 spricht (u.a.) weiter (so die Vorinstanz zutreffend in
Urk. 109 S. 24) die Tatsache, dass am ...weg in Zürich, wo dieser sich zeitweise
aufhielt, Quittungen für Gutscheinbezüge von G._ vom 3. November 2014
gefunden worden waren (vgl. Urk. D1 43/11-12; D1 17/10 S. 12 f.).
- 16 -
c) Dass der Beschuldigte nicht erst ab Dezember 2014, sondern bereits ab Be-
ginn des Novembers 2014 deliktisch tätig war, erschliesst sich im übrigen auch
aus den nachweisbaren Bargeldbezügen im entsprechenden Zeitraum (betr. An-
klageziffern C1-C5, vgl. hiezu unten Ziff. 3.3.3.). So wurde er etwa dabei gefilmt,
wie er (zusammen B._) am 4. November 2014 an einem Bancomaten der
H._ in Zürich (Anklageziffer C5 (vgl. hiezu die Vorinstanz in Urk. 109 S. 24
und 65) und am 6. November 2014 an einem Postomaten in ...[Ort] Bargeld be-
zog (Anklageziffer C1: Barbezüge mit F._-Kundenkarten von G._ ge-
mäss Dossiers A6, A7, A8, A9, A10, A13, A15, A17 und A18, vgl. hiezu die Vo-
rinstanz in Urk. 109 S. 24 und 29).
d) Ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz kann angemerkt werden,
dass der Beschuldigte selber seine Täterschaft hinsichtlich der Waren- und Gut-
scheinbezüge vom November 2014 nicht dezidiert vorbrachte, sondern – in sich
windenden Aussagen (vgl. vorstehend Ziff. 3.2., siehe auch nachstehend
Ziff. 5.3.) – die Möglichkeit nicht ausschloss, dass er Warenbezüge auch schon im
November 2014 getätigt habe.
3.3.2.2. In Anbetracht aller erwähnten Umstände steht ohne rechtserhebliche
Zweifel fest, dass der Beschuldigte sämtliche in der Anklageschrift unter Ziffer B
aufgeführten Bezüge getätigt hatte. Mit der Vorinstanz sind dem Beschuldigten
deshalb im Rahmen der Strafzumessung hinsichtlich des gewerbsmässigen Be-
trugs über 100 Einzeltaten mit einer Deliktsumme von insgesamt rund
Fr. 84'495.– anzulasten.
3.3.3. Zum gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbei-
tungsanlage gemäss Anklageziffer C (C1 bis C5)
3.3.3.1. Hinsichtlich dieses Tatkomplexes legte die Vorinstanz mit einer minutiö-
sen und rundum überzeugenden Argumentation dar (vgl. Urk. 109 S. 24-66), dass
nebst den vom Beschuldigten anerkannten Bargeldbezügen – (Dossiers A83 und A84, vgl. Urk. 109 S. 32) / Dossiers U5, U6, U7, U24, U25, U26, U30, U34, U45, U46, U47, U50
und U54 vgl. a.a.O. S. 52 / Dossiers R1, R6 und R10, vgl. a.a.O. S. 55) – auch alle weiteren,
von ihm bestrittenen Bezüge zweifelsfrei erstellt werden können.
- 17 -
a) Zunächst hat die Vorinstanz richtig betont (Urk. 109 S. 32, S. 52, S. 56 und
S. 64), dass entgegen der Auffassung des Verteidigers dem Beschuldigten aus-
schliesslich solche Bargeldbezüge vorgeworfen werden, die er entweder alleine
oder zusammen mit dem Mitbeschuldigten B._ getätigt hatte (vgl. die Ankla-
geschrift vom 24. August 2016, Urk. D1 86/25 S. 8, 9, 11 12 und S. 14) nicht aber
auch noch solche, die der Mitbeschuldigte B._ alleine – d.h. in Abwesenheit
des Beschuldigten – ausgeführt hatte.
Hinsichtlich solch letzterer Bezüge ist eine Mittäterschaft des Beschuldigten somit
überhaupt kein Thema, weshalb die diesbezüglichen Ausführungen des Verteidi-
gers, welche vor Vorinstanz wie auch wieder vor Berufungsgericht sein Hauptar-
gument bildeten, weshalb dem Beschuldigten höchstens die Hälfte der Bargeld-
bezüge und Überweisungen angelastet werden könne (vgl. Urk. 101 S. 5; Prot. I
S. 13; Urk. 121 S. 7; Prot. II S. 13) – von vornherein an der Sache vorbeizielen.
b) Schliesslich hat die Vorinstanz sämtliche aus den Akten zu gewinnenden Be-
weise und Indizien, anhand derer Gesamtbild die (Mit-)Täterschaft des Beschul-
digten hinsichtlich sämtlicher unter den Anklageziffern C1 bis C5 eingeklagter
Bargeldbezüge und Transaktion mit rechtgenügender Sicherheit erstellt werden
kann, in jedem Einzelfall zutreffend dargelegt und gewürdigt:
aa) Dass der Beschuldigte mit den fraglichen F._-Kundenkarten von
G._ (Anklageziffer C1), Kundenkarten der E._ (Anklageziffer C2) so-
wie der H._ (Anklageziffer C3 und C5) teilweise alleine und grösstenteils
gemeinsam mit dem Mitbeschuldigten B._ an den betreffenden Post- und
Bancomaten unter Eingabe der PIN-Codes Bargeld bezog und dabei wenn
notwendig auch Querüberweisungen zur Erreichung eines ausreichenden Be-
zugssaldos vornahm (Anklageziffer C4), ergibt sich an erster Stelle aus dem
aus den Videoüberwachungen der jeweiligen Geldautomaten gewonnenen
Bildmaterial.
Der Beschuldigte konnte nämlich, alleine oder zusammen mit seinem Komplizen
B._, bei sämtlichen Einzelaktionen (anlässlich welcher jeweils innert weniger
Minuten mehrfache Bezüge an einem oder mehreren der vor Ort anwesenden
- 18 -
Geldautomaten vorgenommen wurden) gefilmt werden. Abhängig von der Anzahl
und dem Blickwinkel der vor Ort installierten Überwachungskameras zeigen die
zu den Akten erhobenen Bildauszüge jeweils zur fraglichen Tatzeit am entspre-
chenden Tatort:
− wie der Beschuldigte vor dem Geldautomaten steht und an diesem hantiert,
− oder wie der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte B._ (nachdem sie
miteinander oder unmittelbar hintereinander den Raum zu den Geldauto-
maten betreten haben) sich nebeneinander je vor einen Geldautomaten
stellen und an diesen hantieren,
− oder wie die beiden Komplizen unmittelbar nacheinander an demselben
Geldautomaten hantieren,
− oder wie der Beschuldigte am Geldautoamten hantiert, während der Mitbe-
schuldigte B._ unmittelbar in dessen Nähe steht,
− oder wie B._ am Geldautoamten hantiert, während der Beschuldigte
unmittelbar in dessen Nähe steht.
Dabei ist der Beschuldigte in mehreren Fällen eindeutig an seinem Gesicht zu
identifizieren (vgl. zu den Einzelfällen die Vorinstanz in Urk. 109 S. 30, 31, 35 f.,
44, 45, 46, 48, 49, 51, 55, 59, 61, 62, 63, 64 und 65 mit den jeweiligen Belegstel-
len). In allen übrigen Fällen kann der Beschuldigte anhand seiner Statur (er ist
etwas grösser als B._), seiner Haltung, seinem Kleidungsstil und insbeson-
dere an seiner charakteristischen Schiebermütze identifiziert werden, die er auf
beinahe allen Fotos der diversen Überwachungskameras trägt; auch auf denjeni-
gen, auf welchen sein Gesicht zweifelsfrei erkannt werden kann (vgl. hiezu
Urk. 109 S. 29 f., 31, 37, 38, 39, 40, 42, 43, 45, 46, 47, 48, 49, 55, 59, 61, 63 und
64 mit den entsprechenden Belegstellen, vgl. dazu auch die Fotoübersicht in
Urk. 99).
Neben dem Beschuldigten ist mehrfach auch der Mitbeschuldigte B._ an
dessen Gesicht zu identifizieren (vgl. hiezu die Vorinstanz in Urk. 109 S. 29, 35 f.,
45, 46, 48, 49, 59 und 62 samt entsprechenden Belegstellen). Auch dieser trägt
- 19 -
eine charakteristische Kopfbedeckung (in seinem Fall eine Dächlikappe) und
Kleidung, anhand derer er auch auf weiteren Fotos identifiziert werden kann, auf
welchen sein Gesicht nicht erkennbar ist (vgl. hiezu die Vorinstanz in Urk. 109
S. 38, 42, 43, 45, 46, 49, 59, 64 samt Belegstellen sowie die Fotoübersicht in
Urk. 99).
bb) Für die (Mit-)Täterschaft des Beschuldigten spricht im Übrigen auch das
Tatmuster. Sämtliche eingeklagten Barbezüge und Transaktionen wurden mit
Karten getätigt, die nicht beim vorgesehenen Empfänger ankamen und demnach
entwendet worden waren. Der Beschuldigte hatte (hinsichtlich der von ihm aner-
kannten Bezüge) sowohl in der Untersuchung als auch vor Vorinstanz eingestan-
den, dass er Karten verwendete, die er (samt den einige Tage später eintreffen-
den PINs) teils selber aus den Briefkästen ihm unbekannter Personen rausge-
fischt hatte und teils von B._ erhalten hatte (vgl. hiezu die Vorinstanz in
Urk. 109 S. 18 f., 19 f., sowie Urk. 98 S. 4).
c) Schliesslich hat die Vorinstanz auch überzeugend dargetan (vgl. Urk. 109
S. 18, 19 f., 30, 31 f., 35 f., 38 f., 40 ff., 42 f., 45, 46 f., 48, 49 f., 51 f., 55 f., 59 f.,
60 f., 61, 61 f., 62, 63 f., 64 mit den entsprechenden Belegstellen), dass der Be-
schuldigte bei sämtlichen diesen Transaktionen, bei welchen er stets vor Ort war,
als Alleintäter oder als unmittelbarer Mittäter von B._ agierte. Sie betonte völ-
lig zurecht, dass auch die Barbezüge, die nicht der Beschuldigte, sondern sein
Komplize tätigte, im Einverständnis bzw. Wissen und Wollen des Beschuldigten
erfolgten. Dies legt nicht nur das Bildmaterial nahe, sondern geht auch aus den
Aussagen des Beschuldigten hervor (vgl. Urk. 98 S. 5): Beide benutzten die Kar-
ten, um Geld zu beziehen und dieses für sich selbst zu verwenden, und sie wuss-
ten dies voneinander. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 121
S. 6) gab der Beschuldigte gemäss seinen ausdrücklichen Aussagen nicht nur
B._ jeweils einen Teil des bezogenen Geldes ab, sondern teilte auch
B._ das Geld mit dem Beschuldigten, wenn dieser einen finanziellen Eng-
pass hatte. Die Beute sei "je nach Bedarf" aufgeteilt worden (vgl. Urk. 98 S. 5 f.)
Zudem bezeichnete der Beschuldigte sie beide bereits in der Untersuchung aus-
drücklich als Duo, und meinte, bei einem Duo gebe es keinen Chef (Urk. D1 17/6
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F/A 72). Auch noch vor Berufungsgericht sagte er aus, dass sie zwar nicht gene-
rell ein Duo gewesen seien, da der Mitbeschuldigte B._ auch seine eigenen
Sachen gemacht habe, sie indes "in dem Moment als wir zusammen etwas tätig-
ten", ein Duo gewesen seien (Prot. II S. 12). Entgegen den Ausführungen der
Verteidigung (Urk. 121 S. 7 Rz. 18) beschränken sich diese Aussagen des Be-
schuldigten klarerweise nicht ausschliesslich auf die von ihm getätigten Transak-
tionen. Unter all diesen Umständen und da die beiden Komplizen sich bei den
konkreten Bezügen jeweils zur selben Zeit (oder nur kurze Zeit hintereinander) in
die selben Geldautomatenräume begeben und nebeneinander oder nacheinander
an den sich dort befindlichen Geldautomaten hantiert hatten, ist zweifelsfrei nach-
gewiesen, dass der Beschuldigte auch mit sämtlichen (eingeklagten) Bezügen
von B._ einverstanden war. Beide Komplizen handelten gleichberechtigt; ihre
Rollen waren letztlich austauschbar. Sämtliche eingeklagten und nachgewiesenen
Bezüge dieses Mitbeschuldigten sind dem Beschuldigten deshalb im Sinne von
Mittäterschaft anzurechnen.
3.3.3.2. In Anbetracht aller erwähnten Umstände steht ohne rechtserhebliche
Zweifel fest, dass dem Beschuldigte sämtliche in der Anklageschrift unter Ziffer C
aufgeführten Tathandlungen (Barbezüge und Transaktionen) anzulasten sind.
Somit ist bei der Strafzumessung im Rahmen des gewerbsmässigen betrügeri-
schen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage anklagegemäss von über
100 Transaktionen bzw. Einzeltaten mit einer gesamten Deliktsumme von
Fr. 346'693.– (vgl. vorstehend Ziff. 3.1.2.) auszugehen.
4. Tatkomponenten
4.1. Tatkomponenten des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage
4.1.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere des gewerbsmässigen betrügeri-
schen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage hat die Vorinstanz zutreffend
angemerkt, dass vorab die hohe Deliktssumme (von recte Fr. 346'693.–) und die
damit verbundene hohe Anzahl von Einzeltaten stark ins Gewicht fällt. Der Be-
- 21 -
schuldigte agierte bei sämtlichen dieser Einzeltaten als alleiniger Täter oder un-
mittelbarer Mittäter von B._ und war bei der Tatausführung stets vor Ort. Das
geplante und systematische Handeln des Beschuldigten (und seines Komplizen)
zeugt von einer doch erheblichen kriminellen Energie. Basierend auf dem Insi-
derwissen von I._ gingen sie an den jeweils richtigen Tagen zu den entspre-
chenden Briefkästen, um die Karte und ein paar Tage später den PIN-Code her-
auszufischen. Dem Einwand des Verteidigers, dass vorliegend "bloss" juristische
Personen betroffen wurden (Urk. 101 S. 7, Prot. I S. 17 f.), hat die Vorinstanz
überzeugend entgegnet, dass dieser Umstand lediglich zum Ausbleiben einer
Verschuldenserhöhung, nicht aber zum Zugutehalten einer Verschuldensminde-
rung führt, da die Grössenordnung des Schadens der betroffenen Unternehmen
zwar nicht als exorbitant bezeichnet kann, andererseits aber deutlich über einem
blossen Bagatellbereich liegt. Entgegen einem weiteren Argument der Verteidi-
gung (Urk. 101 S. 7, Prot. I S. 17 f.) ist mit der Vorinstanz kein Mitverschulden der
geschädigten Unternehmen auszumachen. Mit dem jeweils getrennten Versenden
der Karte und des dazugehörigen PIN-Codes per A-Post haben diese ausrei-
chende Vorsichtsmassnahmen getroffen. Ein Mehraufwand (Versand per Ein-
schreiben) ist ihnen angesichts des Massencharakters des Versands von Kredit-
und Kundenkarten nicht zuzumuten. Zudem wären die Taten kaum möglich ge-
wesen ohne das Insiderwissen, womit aber die Unternehmen nicht zu rechnen
hatten.
Das objektive Tatverschulden ist damit mit der Vorinstanz als nicht mehr leicht zu
qualifizieren. Auch ist ihr darin zu folgen, dass sich von der objektiven Tatschwere
des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsan-
lage her eine (theoretische) Strafe von rund 30 Monaten bzw. 2 1⁄2 Jahren Frei-
heitsstrafe als angemessen erweisen würde.
4.1.2. Auch hinsichtlich der subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz alles We-
sentliche genannt und zureichend berücksichtigt (Urk. 109 S. 71 f.). Der Beschul-
digte handelte bei voll erhaltener Schuldfähigkeit, mit direktem Vorsatz, und aus
rein egoistischen Motiven. Entgegen der Argumentation der Verteidigung
(Urk. 101 S. 8, Prot. I S.18) hat die Vorinstanz dem Beschuldigten zurecht kein
- 22 -
Handeln aus einer existenziellen Notlage heraus zugestanden. Das Ausmass der
von ihm erbeuteten Mittel manifestiert deutlich, dass es dem Beschuldigten nicht
etwa um die Deckung seiner finanziellen Grundbedürfnisse, sondern primär um
eine über seinen Verhältnissen liegende, luxuriöse Lebensführung ging. Im Übri-
gen hatte der Beschuldigte selbst als Wegweisungsbetroffener zumindest An-
spruch auf staatliche Nothilfe, weshalb entgegen der Verteidigung keinesfalls von
einem deliktischen Verhalten aus reinem Überlebenstrieb gesprochen werden
kann.
4.1.3. Insgesamt führt die subjektive Tatschwere nicht zu einer Relativierung der
objektiven Komponente, womit mit der Vorinstanz von einem nicht mehr leichten
Gesamtverschulden auszugehen und entsprechend die hypothetische Einsatz-
strafe für diesen ersten Tatkomplex bei rund 30 Monaten bzw. 2 1⁄2 Jahren Frei-
heitsstrafe zu belassen ist.
4.2. Tatkomponenten des gewerbsmässigen Betrugs
4.2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere dieses Tatkomplexes hat die Vor-
instanz zutreffend hervorgehoben, dass die vom Beschuldigten in Alleintäterschaft
in über 100 Transaktionen erbeuteten Vermögenswerte von insgesamt rund
Fr. 84'495.– als ein relativ hoher Deliktsbetrag bezeichnet werden muss. Auch
hier zeugt das Vorgehen des Beschuldigten von einer erheblichen kriminellen
Energie. Der Beschuldigte gab jeweils vor, der Inhaber der verwendeten Karten
zu sein, dabei hatte er diese zusammen mit seinem Komplizen B._, aus den
Briefkästen gefischt. Betreffend den Umstand, dass es sich bei den Geschädigten
"bloss" um juristische Personen handelt, kann auf die entsprechenden Ausfüh-
rungen zur Tatschwere des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage verwiesen werden.
Die objektive Tatschwere ist innerhalb des für den Tatbestand des gewerbsmäs-
sigen Betrugs zur Verfügung stehenden Strafrahmens (Freiheitsstrafe bis zu zehn
Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen) und damit auch im Vergleich
mit anderen derartigen Delikten als (noch) leicht einzustufen.
- 23 -
4.2.2. In subjektiver Hinsicht sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die ob-
jektive Tatschwere zu relativieren vermöchten. Der Beschuldigte handelte auch
bei diesem Tatenkomplex bei voll erhaltener Schuldfähigkeit, mit direktem Vor-
satz, aus rein egoistischen Motiven und nicht aus einer Notlage heraus. Dies
ergibt ein (noch) leichtes Gesamtverschulden.
4.2.3 Die von der Vorinstanz in Anwendung des Asperationsprinzips gemäss
Art. 49 Abs. 1 StGB vorgenommene Erhöhung der zuvor festgesetzten hypotheti-
schen Einsatzstrafe um 10 Monate auf 40 Monate Freiheitsstrafe erweist sich als
angemessen.
4.3. Tatkomponenten der Urkundenfälschung
Die Vorinstanz hat zutreffend dargetan, dass die Urkundenfälschungen Mittel zum
Zweck zur Erreichung des gewerbsmässigen Betrugs waren, hinsichtlich der ob-
jektiven Tatschwere deshalb die dort behandelten Kriterien Geltung beanspru-
chen, diese allerdings aufgrund des engen Zusammenhangs zum Betrug subjek-
tiv wieder relativiert werden.
Das Gesamtverschulden für diese Delikte ist deshalb mit der ersten Instanz in-
nerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens (Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder Geldstrafe) als leicht einzustufen. Entgegen der Auffassung der Ver-
teidigung (Urk. 121 S. 11 Rz. 31, vgl. auch S. 3) sind im Rahmen der Strafzumes-
sung, wie dies bereits die Vorinstanz getan hat, sämtliche ausgewiesenen Urkun-
denfälschungen (und nicht nur eine einzelne) zu berücksichtigen, auch wenn die
Vorinstanz unter dem Aspekt der rechtlichen Würdigung nicht von mehrfacher,
sondern einfacher Urkundenfälschung spricht und dieses offensichtliche erstin-
stanzliche Versehen heute aus Gründen des Verbots der reformatio in peius nicht
korrigiert werden kann. Andererseits ist der enge Zusammenhang zwischen den
Urkundenfälschungen und dem Betrug noch etwas stärker zu Gunsten des Be-
schuldigten zu gewichten, als dies die Vorinstanz getan hat; diesen Urkundenfäl-
schungen kommt kein grosser selbständiger Unrechtsgehalt zu, weshalb hierfür
die hypothetische Einsatzstrafe in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB bloss um
weitere 3 Monate auf 43 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen ist.
- 24 -
5. Täterkomponente
5.1. Persönliche Verhältnisse
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten – welche gemäss
den Angaben des Beschuldigten vor Berufungsgericht zwischenzeitlich keine we-
sentliche Veränderung erfahren haben (vgl. Prot. II S. 4 ff.) – kann auf die Ausfüh-
rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 109 S. 74), die auch zutreffend
festgestellt hat, dass sich der Biographie des Beschuldigten nichts für Strafzu-
messung relevantes ableiten.
5.2. Vorstrafe
Hingegen wirken sich die vier – in zwei Fällen einschlägigen – Vorstrafen des Be-
schuldigten (vgl. Urk. 92) insgesamt deutlich straferhöhend aus, wie die Vor-
instanz richtig erkannt hat, auf deren differenzierte Erwägungen ohne Weiterun-
gen verwiesen werden kann (Urk. 109 S. 74 f.)
5.3. Geständnis
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 109 S. 75), zeigte sich der Beschul-
digte erst im späteren Untersuchungsverfahren geständig und dies materiell bis
und mit heute nur im Grundsatz bzw. konkret lediglich hinsichtlich rund der Hälfte
der ihm vorgeworfenen Bezüge. Ein solches Teilgeständnis führt lediglich zu einer
leichten Strafminderung, wie die Vorinstanz zutreffend festhielt.
Den Ausführungen der Verteidigung (vgl. Urk. 121 S. 12), mit welchen diese eine
stärkere Berücksichtigung des Geständnisses des Beschuldigten zu begründen
versucht, kann nicht gefolgt werden. Zwar erscheint angesichts der Vielzahl von
Einzeltaten bis zu einem gewissen Grade durchaus nachvollziehbar, wenn sich
der Beschuldigte nicht an jeden einzelnen Bezug im Detail zu erinnern vermag.
Soweit er indes einerseits mit sich windenden Aussagen geltend machen will, kei-
ne Erinnerung mehr darüber zu haben, ob er generell schon seit November 2014
deliktisch tätig gewesen sei, und auch soweit er vorgibt, sich auf dem Bildmaterial
verschiedener Überwachungskamera nicht zu erkennen, kann sein Aussagever-
- 25 -
halten nicht als ein Geständnis, sondern nur als ein (inkonsistentes) Bestreiten
der entsprechenden Vorhalte gewertet werden (welches in Anbetracht des ihn klar
belastenden Beweismaterials als Schutzbehauptung interpretiert werden muss).
5.4. Verhalten im Verfahren
Die Vorinstanz hat unter diesem Titel eine leichte Straferhöhung angenommen,
da der Beschuldigte sich anlässlich der Polizeieinvernahme vom 15. August 2015
respektlos und renitent verhalten habe (vgl. die erstinstanzlichen Erwägungen in
Urk. 109 S. 75 f.).
Diese Umstände wurden vom Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhand-
lung bestritten. Er habe deswegen rülpsen müssen, da er nach dem Transport mit
dem Polizeiauto das Bedürfnis verspürt habe, zu erbrechen, und dass er sich auf
den Boden geworfen habe und nicht habe laufen wollen, habe daran gelegen,
dass er aufgrund zuvor eingenommener Medikamente eine Ohnmacht erlitten ha-
be (Prot. II S. 14). Diese Behauptungen können dem Beschuldigten nicht mit
rechtsgenügender Sicherheit widerlegt werden, weshalb sein Verhalten im Ver-
fahren als neutral zu werten ist.
6. Zwischenfazit (Einsatzstrafe für die neuen Taten)
In Berücksichtigung der relevanten täterbezogenen Faktoren erweist sich eine Er-
höhung der vorgenannten Sanktion von 43 Monaten Freiheitsstrafe um rund
5 Monate Freiheitsstrafe auf 48 Monate Freiheitsstrafe als angezeigt.
Nach Würdigung sämtlicher massgebender Strafzumessungsgründe erscheint für
die neuen Straftaten des Beschuldigten somit eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren
als angemessen.
7. Gesamtstrafenbildung
Hinzu kommen sodann die bezüglich ihres bedingten Vollzugs widerrufenen Stra-
fen von 11 Monaten Freiheitsstrafe gemäss Urteil des Obergerichts des Kantons
Zürich vom 31. Oktober 2011und von 14 Tagen gemäss Strafbefehl der Staats-
anwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 28. März 2012 (vgl. vorstehend Ziff.
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1.2.). Wie ausgeführt sind diese Vorstrafen indes – anders als noch unter dem al-
ten, für die Vorinstanz verbindlichen Gesetzesregime – nicht kumulativ hinzuzu-
schlagen, sondern in sinngemässer Anwendung von Art. 49 StGB bloss asperie-
rend zu berücksichtigen.
Entsprechend erweist sich eine Erhöhung der vorstehend eruierten Strafe für die
neuen Delikte von 4 Jahren um 6 Monate angezeigt.
8. Fazit
Im Ergebnis ist der Beschuldigte somit im Sinne einer Gesamtstrafe unter Einbe-
zug der widerrufenen Strafen mit 4 1/2 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.
9. Anrechnung der Haft und des vorzeitigen Strafvollzugs
Der Beschuldigte sass im Zusammenhang mit den heute beurteilten neuen Delik-
te vom 5. Juni 2015 bis am 9. Oktober 2015 in Untersuchungshaft und befindet
sich seither im vorzeitigen Strafvollzug (vgl. Urk. 109 S. 76 bzw. Urk. D1 17/2 S.5
und D1 45/8). Der bis und mit heute erstandene Freiheitsentzug von 953 Tagen
ist an die ausgefällte Strafe anzurechnen.
An die heute ausgefällte Strafe anzurechnen sind sodann auch die 2 Tage Unter-
suchungshaft, in welcher sich der Beschuldigte im Zusammenhang mit der wider-
rufenen Vorstrafe der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich befand (vgl.
Urk. 111 S. 2).
III. Strafvollzug
Bei dieser Strafhöhe kommt ein (teil-)bedingter Strafvollzug nicht in Betracht und
ist die ausgefällte Freiheitsstrafe demnach zu vollziehen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Verfahrensausgang ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-
ziffern 15 und 16) zu bestätigen. Sodann sind dem Beschuldigten auch die Kosten
- 27 -
des Berufungsverfahrens aufzuerlegen; mit Ausnahme der Kosten der amtlichen
Verteidigung, welche unter Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichts-
kasse zu nehmen sind.
Das Honorar der amtlichen Verteidigung ist gestützt auf die eingereichten Hono-
rarnoten vom 7 Januar 2018 (Urk. 120) und vom 12. Januar 2018 (Urk. 122) auf
pauschal Fr. 8'500.– (inkl. MwSt.) festzusetzen.