Decision ID: 4bb24192-d943-48b6-8f4e-e1dda48fc961
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1967
geborene und in Deutschland zur
Konditor
in
ausgebildete
X._
war
seit 2008 bei der Y._
als Mitarbeiterin Verkauf tätig (
Urk.
7/21)
. Am 1
0.
Januar 2018 meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit Dezember 2017 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit bei der Sozial
ver
si
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistung
en (beruf
liche Integration/Rente) an (
Urk.
7/3). Diese tätigte beruflich-erwerb
liche (Arbeit
geberfragebogen:
Urk.
7/21, IK-Auszug:
Urk.
7/8) sowie medizi
ni
sche Abklä
r
ung
en,
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers von
X._
bei (
Urk.
7/28
, 7/44
)
und führte am
7.
Februar 2018 ein Stand
ortgespräch mit der Versicherten durch (
Urk.
7/15). Nachdem sich infolge einer Knieoperation eine Unterstützung zum Arbeitsplatzerhalt
als
zurzeit nicht möglich
erwiesen
hatte (Mitteilung vom 1
8.
Juli 2018,
Urk.
7/32
-33
)
, ersuchte
X._
nach zwischenzeitlich
erfolgter Kündigung der bisherigen Arbeitsstelle (
Urk.
7/65/3)
mit Schreiben vom 1
1.
November 2018 um Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
Urk.
7/38).
Infolgedessen nahm die IV-Stelle die Eingliederungsberatung am 1
0.
Januar 2019 wieder auf (
Urk.
7/69) und gewährte der Versicherten mit Mitteilung vom 3
0.
April 2019 (
Urk.
7/52) Kostengutsprache für Beratung und Unterstüt
zung bei der Stellensuche
vom 3.
April bis zum
2.
Dezember 2019, längstens bis
1.
Juni 202
0.
Im
Rahmen
dieser Eingliederungs
bemühungen
- bei
gleich
zeitiger Beanspruchung der Regionalen Arbeitsvermitt
lung (vgl.
Urk.
7/48, 7/54, 7/56
, 7/65
)
-
schloss die Versicherte am 2
6.
September 2019 einen vom
2.
Oktober bis zum 2
4.
Dezember 2019 befristeten Arbeitsvertrag als Mit
arbeiterin in der Füllabteilung der
Z._
ab (
Urk.
7/59).
Am 2
7.
Novem
ber 2019 zeigte
X._
der IV-Stelle an, sie habe not
fall
mässig am Auge operiert werden müssen, weshalb es ihr nicht möglich sei, das Arbeitsverhältnis
bei der
Z._
zu Ende zu führen
(
Urk.
7/63)
. Hier
auf
beendete
die IV-Stelle
die Arbeitsvermittlung
mit Mitteilung
vom 1
5.
Janu
ar
2020
(
Urk.
7/68
; Schlussbericht
A._
vom 16.
Dezem
ber 2019,
Urk.
7/65
)
und
nahm nach
telefonische
r
Besprechung
mit der Versicherten
(Ge
sprächsnotiz vom 17. Januar 2020,
Urk.
7/70)
die Renten
prüfung
an Hand (
Urk.
7/109/8
).
Nachdem sich die Versicherte damit gleich
wohl nicht mehr einver
standen erklären konnte, sondern nunmehr eine be
schwerdefähige Verfügung verlangte (
Eingabe vom 31.
Januar
2020,
Urk.
7/76), bot ihr die IV-Stelle
an
, den
aktuellen Verfahrensstand und die Eingliederung
erneut
zu besprechen (
Urk.
7
/79).
Der hierfür
auf den 17.
März 2020
angesetzte Termin wurde indes seitens der Versicherten aufgrund der aktuellen Lage (
Coronavirus
) abgesagt (
Urk.
7/86
-87
)
,
während sie erklärte, am Antrag
auf
eine beschwerdefähige Verfügung festzuhal
ten (
Urk.
7/89)
.
Mit Vorbescheid vom 3.
April 2020 zeigte die IV-Stelle daraufhin den Abschluss der Arbeitsvermittlung an (
Urk.
7/92), wogegen
X._
am 1
1.
Mai 2020 Einwand erheben liess (
Urk.
7/98-99). Am
2.
Juni 2020 hielt die IV-Stelle verfügungsweise am Abschluss der Arbeitsvermittlung fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
Juli 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Eingliederung/Umschulung zuzusprechen
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
September 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am 18. Septem
ber 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8). Am 1
3.
Oktober 2020 äusserte sich die Beschwerdeführerin hierzu (
Urk.
9 und 10/5), worüber die Beschwerde
geg
nerin am 1
5.
Oktober 2020 informiert wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Nachdem Massnahmen zum Erhalt des Arbeitsplatzes nicht möglich waren (
Urk.
7/32-33)
und die bisherige Arbeitsstelle per 3
0.
April 2019 gekündigt war
, erbat sich die Beschwerdeführerin mit Zusatzgesuch vom 1
1.
November 2018 «Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes» (
Urk.
7/38)
, was denn in der Folge auch alleiniger Inhalt der Eingliederungsbemühungen bildete (
Urk.
7/52: Kostengutsprache für Beratung und Unterstützung bei der Stellen
suche) und zu einer - befristeten -
Anstellung bei der
Z._
führte (
Urk.
7/59).
Weil
die Beschwerdeführerin
diese Tätigkeit infolge einer ophthalmo
logischen
Problematik nicht fort
setzte
, zeigte die Beschwerdegegnerin der Be
schwerdeführerin den Abschluss der Arbeitsvermittlung an (
Urk.
7/68). In ihrem «Antrag für eine beschwerdefähige Verfügung» vom 3
1.
Januar 2020 liess die Beschwerdeführerin erklären, sie sei hoch motiviert und überzeugt, dass sie eine ihr angepasste Arbeit zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligter ausführen könne, wofür sie indes weitere, sehbehindertenspezifische berufliche Integrationsmass
nahmen und massgeschneiderte Hilfsmittel benötige (
Urk.
7/76).
Eine weitere Besprechung hinsichtlich beruflicher Eingliederung (
Urk.
7/79) scheiterte an der Pandemiesituation (
Urk.
7/86-87).
In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid vom
3.
April 2020 mit dem Titel «Abschluss Arbeitsvermittlung» (
Urk.
7/92). Darin hielt sie fest, gemäss Unterlagen und getätigten Abklärungen bestehe in gesundheitsangepasster Tätigkeit eine Arbeits- und Vermittlungs
fähig
keit von 100
%
, weshalb das Regionale Arbeitsvermittlungsamt (RAV) als zu
ständig erachtet werde.
Hieran hielt sie mit Verfügung vom
2.
Juni 2020 fest
und führte
angesichts des erhobenen Einwandes zusätzlich aus, auch unter Beachtung der jüngsten Arztberichte
bestehe
aus medizinisch-theoretischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in gesundheitsangepasstem Rahmen, weshalb das RAV zuständig sei (
Urk.
2).
Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildet demnach lediglich der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitsvermittlung. Hieran vermag nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin auch - da sie ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben könne - den Wunsch auf eine Um
schulung geäussert hatte (
Urk.
7/70, vgl. auch
Urk.
7/99). Dass die Beschwerde
gegnerin einzig über den Anspruch auf Arbeitsvermittlung entschieden und sich weder zur Frage einer etwaigen Umschulung noch eines allfälligen Rentenan
spruchs geäussert hat, ergibt sich
denn
auch
unverkennbar
aus den Eintragungen im Verlaufsprotokoll
der
Eingliederungs
beratung: S
o hat die Beschwerdegegnerin weder berufliche Massnahmen unter de
m Blickwinkel der Umschulung geprüft (
Urk.
7/105/3)
,
noch
weitere Abklärungen hinsichtlich eines allfälligen Rentenan
spruchs getätigt (
Urk.
7/105/4). Eine Aus
dehnun
g des Anfechtungsgegenstandes
auf weitere gesetzliche Leistungen, wie etwa Umschulung,
fällt damit ausser Betracht.
Soweit die Beschwerdeführerin
mit ihrer Beschwerde
mehr oder anderes als den Anspruch auf Arbeitsvermittlung im Sinne
von
Art.
18
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
verlangt, kann auf
sie somit
nicht eingetreten werden.
2.
2.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.2
2.2.1
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt,
dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
2.2.2
Art.
18
Abs.
1 IVG setzt als Anspruchsvoraussetzung eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG voraus. Damit ist nicht nur dessen erster Satz gemeint, sondern ist auch auf den zweiten verwiesen: «Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück
sich
tigt.» Bei - qualitativ und quantitativ - voller Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit besteht mit Blick auf
Art.
6 zweiter Satz ATSG keine Arbeitsunfähigkeit und mithin auch kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Ein solcher setzt auch nach Inkrafttreten der
5.
IV-Revision bei voller Zumutbarkeit leichter Tätigkeiten zusätzlich eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art voraus. Ist die fehlende berufliche Eingliederung nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen, sondern auf inva
li
ditätsfremde Probleme, sind die Voraussetzungen für Arbeitsvermittlung durch die Invalidenversicherung nicht erfüllt (Urteil des Bundesgerichts 9C_329/2020 vom
6.
August 2020 E. 3.2.3 mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die Beschwer
de
führerin sei in leidensadaptierter Tätigkeit zu 100
%
arbeits- und vermittlungs
fähig (
Urk.
2). Dies stellt
e
die Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerde vom
3.
Juli 2020 denn
auch nicht in Frage, sondern
hielt
einzig pauschal dafür, sie könne aufgrund der Hyperhidrose nicht mehr als Filialleiterin tätig sein; ebenso sei eine weitere Tätigkeit im Verkauf aufgrund der Sehbeschwerden nicht mehr vorstell
bar. Da sie eine über 20
%
liegende Einkommenseinbusse erleide, habe sie An
spruch auf Umschulung beziehungsweise weitere Eingliederung (
Urk.
1 S. 7).
Mit Eingabe vom 1
3.
Oktober 2020 hielt sie ergänzend fest, allein wegen der Sehbe
schwerden seien Einschränkungen im angestammten Tätigkeitsbereich ausgewie
sen, womit spezifische Einschränkungen gesundheitlicher Art bei der Stellen
suche vorlägen, was einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung begründe (
Urk.
9).
3.2
Dass eine qualitativ und quantitativ voll
ständige
Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in angepasster Tätigkeit besteht, ist mithin weder strittig, noch
ergeben sich aus den Akten Hinweise dafür, dass der Schluss der Beschwerdegegnerin (E.
3.1) unzutreffend wäre.
Die mehrfach ärztlich dokumentierte generalisierte Hyperhidrose ist für die Beschwerdeführerin
zwar
nachvollziehbar stark störend, vermag aber
- zumindest in adaptierten Tätigkeiten - keine invalidenversi
che
rungsrelevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit zu begründen. So hielten die Ärzte der dermatologischen Klinik des
B._
mit Bericht vom
8.
März 2018 fest, die Beschwerdeführerin sei körperlich prinzipiell fit; aus Gründen der persönlichen Integrität sei die aktu
e
lle Arbeit als Verkäu
ferin/Filialvertretung für sie verständlicherweise sehr belastend. Eine Tätigkeit ohne solch häufigen Kundenkontakt sowie eine Bürotätigkeit (keine Provokation des Schwitzens) wäre für die Versicherte angenehmer und zumutbar (
Urk.
7/25).
A
m 3
1.
Januar 2019
erachteten die behandelnden Ärzte des
B._
eine starke körperliche Arbeit, vor allem in warmen oder besonders kalten Räumen, als nicht empfehlenswert, während sie eine Schreibtischtätigkeit in einem gut klimatisier
ten Raum als ideal bezeichneten (
Urk.
7/46). Eine Einschränkung aus somatischer Sicht lässt sich
damit nicht begründen. Soweit die Ärzte der
thoraxchirurgischen
Sprechstunde des
B._
davon abweichend
eine permanente Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 50 - 60
%
postulierten (Bericht vom 2
8.
April 2020,
Urk.
7/98/
6-7
), vermag deren Einschätzung angesichts der Aktenlage nicht zu überzeugen. Zum einen legten sie dar, die Problematik daure bereits seit elf Jahren an, womit sie ihre Beurteilung angesichts der
von der Beschwerdeführerin
bis zum Jahr
2016 ausgeübten Tätigkeit bei
Y._
(vgl. IK-Auszug,
Urk.
7/8)
nach
gerade
selber
widerlegten. Andererseits
zielen die Suchbemü
hung
en der Beschwerdeführerin auf eine Vollzeitstelle (vgl.
Urk.
7/38-39
, 7/65/2, 7/69/3).
Ebenso wenig fällt
hinsichtlich der Fuss- (Urk. 7/75/5) und Knieproblematik (Urk. 7/36/7)
eine relevante Einschränkung
in leidensangepassten Tätigkeiten
in Betracht. Was die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin betrifft, so zeigt sich die vormalig diagnostizierte mittelgradige depressive Episode als remittiert (
Urk.
7/88/1), was einer
massgeblichen
Beeinträchtigung aus psychiatrischer Sicht entgegensteht; die Beschwerdeführerin war denn
auch
offenkundig in der Lage,
ein
Praktikum im Pflegebereich anzutreten (
Urk.
7/88/3). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass anlässlich der vom Krankentaggeldversicherer in Auf
trag gegebenen psychiatrischen B
egutachtung
(Gutachten
vom
9.
April 2018
,
Urk.
7/28) Restsymptome einer Anpassungsstörung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben worden waren und der Gutachter eine Rückkehr in die berufliche Tätigkeit als Verkäuferin als zumutbar erachtet hatte (
Urk.
7/28/42).
Aus dem Bericht der
C._
vom 3
0.
Januar 2018 (
Urk.
7/28/13) ergibt sich sodann, dass
die damalige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht als arbeitsplatzbezogen zu werten war. Schliesslich
scheint sich die Sehfähigkeit der Beschwerdeführerin trotz hinterer Glaskörperabhebung mit operativ stabili
siertem Lappenriss (
Urk.
7/66/8) nicht
derart
verschlechtert zu haben
, dass von einer Minderung ihrer
Arbeit
sfähigkeit auszugehen wäre
. Während Prof.
Dr.
D._
, Spezialarzt für Augenheilkunde, mit Bericht vom
2.
Oktober 2018 einen
Visus
rechts von 0.55 und links von 0.35 erhoben und eine leidensangep
asste Tätigkeit als vollständig
möglich erachtet hatte (
Urk.
7/37), ergab sich im Januar 2020 ein
Visus
rechts von 0.50 und links von 0.40.
Mit Blick auf diese
Aktenlage ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwer
de
gegnerin von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging, was denn die Beschwerdeführerin
,
wie bereits ausgeführt, nicht in
Ab
rede
stellt
.
Damit wäre der vorgenannten Re
chtsprechung folgend (E. 2.2.2)
ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung zu verneinen. Ob angesichts der ophthalmo
logischen Problematik spezifische Einschränkungen vorliegen, die
- wie dies die Beschwerdeführerin vorbrin
gt (E. 3.1
) -
gesundheitsbedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche begründen, braucht, wie nachfolgend zu zeigen ist, nicht ab
schliessend geklärt zu werden.
Immerhin ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass es der Beschwerdeführerin (mit Hilfe des RAV) gelungen ist, eine Prak
ti
kumsstelle erhältlich zu machen (vgl.
Urk.
7/88/3, vgl. auch
Urk.
7/65/6).
3.3
3.3.1
Wie alle Eingliederungsmassnahmen unterliegt auch der Anspruch auf Arbeits
vermittlung dem Prinzip der Verhältnismässigkeit (vgl. E. 2.1). Danach hat
die versicherte Person in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliede
rungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren; das Gesetz will die Ein
gliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist; ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliede
rungs
massnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen. Unverhält
nismässig erscheint die Arbeitsvermittlung, wenn von weiteren Bemühungen keinerlei Erfolg mehr erwartet werden kann, obwohl vorher eine intensive Be
treuung stattgefunden hat, was jeweils im Einzelfall entschieden werden muss
(Urteil des Bundesgerichts 8C_388/2013 vom 1
6.
Dezember 2013 E. 3.2.1).
Gemäss Kreisschreiben
des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV
wird die Arbeitsvermittlung
in der Regel für die Dauer von sechs
Monaten
gewährt
und kann um eine angemessene Daue
r verlängert werden, wenn die versicherte Person
aufgrund der Umstände im Einzelfall besondere Schwierigkeiten hat, eine Stelle zu finden (Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art
, KSBE, Stand
1.
Januar 2020,
Rz
5009)
.
3.3.2
Die Beschwerdegegnerin hat mit Mitteilung vom 3
0.
April 2019 Kostengutsprache für die Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt (
Urk.
7/52) und der Beschwerdeführerin einen
externen
Jobcoach
,
E._
von der
A._
, zur Seite gestellt (
Urk.
7/50, 7/52, 7/53). Dieser war
ab April 2019
mit der Beschwerdeführerin zusammen besorgt, deren Lebenslauf und Motiva
tionsschreiben gemäss Stellenausschreibungen anzupassen
. Er
absolvierte mit ihr ein Netzwerktraining und
begle
itete sie bei der Stellensuche (
Urk.
7/65/2).
Daneben
reichte
der
Jobcoach
die Bewerbungsunterlagen der Beschwerdeführerin bei mehreren möglichen Betrieben ein
und führte Gespräche mit potentiellen Arbeitgebern (
Urk.
7/65/3-4)
.
Dabei berücksichtigte er, dass Arbeiten im Verkauf durch die Dermatologie und
die
Psychiaterin als ungeeignet taxiert worden
seien
und die (Arbeits-)Bekleidung weiss sein sollte (
Urk.
7/56, 7/65/1).
Die solcher
massen intensive und aktive
Betreuung
bei der Stellensuche führte
einzig
zu einer
befriste
ten
Anstellung als Produktionshilfe bei der
Z._
(
Urk.
7/
59
)
, welche die Beschwerdeführerin aufgrund einer ophthalmologischen Problematik
indes vorzeitig
beendete
. Angesichts
der vom externen
Jobcoach
während mehr als sechs Monaten
getätigten intensiven
Unterstützung bei der Stellensuche
war
von weiteren Bemühungen keinerlei Erfolg mehr zu erwarten
. Entgegen den Vor
bringen der Beschwerdeführerin waren die von ihr
im
Einwandverfahren
geltend gemachten
Einschränkungen (vgl.
Urk.
7/98) dem
Jobcoach
bekannt
(
Urk.
7/65/6) und
wurde
diesen bei der
Unterstützung
auch Rechnung getragen (vgl.
Urk.
7/65/2).
Mit Blick auf den zu beachtenden Verhältnismässigkeitsgrundsatz (E. 3.3.1) sind mithin die Vermittlungsbemühungen durch die Beschwerdegeg
nerin sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch in ihrer Intensität als zureichend zu erachten.
Bei diesem Ergebnis kann auf die Beurteilung des für den Anspruch weiter vor
ausgesetzten subjektiven Eingliederungswillens verzichtet werden.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie benötige - um beispielsweise
im als Berufsfeld angestrebten Pflegebereich Fuss fassen zu können (
vgl.
Urk.
7/88/3,
7/99/3
) -
eine entsprechende Ausbildung oder Umschulung, ist mangels Anfechtungsgegenstand
s
darauf
nicht
einzutreten (vgl. E. 1.2).
3.4
Zusammenfassend ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Arbeitsvermittlung abgeschlossen und nunmehr das RAV als zuständig erachtet hat. Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- fes
tzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführer
in
aufzuer
legen.