Decision ID: 23172b4f-5934-583b-ac54-188ea79bd297
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1972
geborene X._ ist gelernter Elektromonteur (Urk. 7/3/1) und arbeitete ab dem 1. August 2011 bei der Y._ als Key Account Manager (Urk. 7/3/2, Urk. 7/22). Diese Anstellung wurde ihm von Sei
ten der Arbeitgeberin im Februar 2012 gekündigt (Urk. 7/40/8) und per Ende November 2012 aufgehoben (Urk. 7/24/1). Anfang März 2012 hatte der Versi
cherte einen tieflumbalen Band
scheiben
vorfall erlitten (L5/S1; Urk. 7/9/1-2). Vom 26. September bis 25. Oktober 2012 war er wegen einer operativen
Be
hand
lung eines Meniskusrisses im linken Kniegelenk hospitalisiert (Urk. 7/84/23, Urk. 7/84/32).
Am 9. Juli 2012 meldete sich der Ver
sicherte bei der Eidgenös
sischen Invaliden
versicherung zur Früherfassung (Urk. 7/7) und anschliessend zum Leistungs
be
zug an (Eingang vom 31. Juli 2012, Urk. 7/15-16). Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), klärte die erwerb
lichen und medi
zinischen Ver
hältnisse ab. Mit Vorbescheid vom 3. De
zember 2012 kün
digte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens auf beruf
liche Mass
nahmen an (Urk. 7/25), wo
gegen der Versicherte mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 (Urk. 7/28), ergänzt mit Schreiben vom 15. und 17. Januar 2013 (Urk. 7/34, Urk. 7/42), Ein
wände erhob. Mit Verfügung vom 22. März 2013 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Mass
nahmen (Urk. 7/44). Die dagegen erhobene Be
schwerde (Urk. 7/46/3-7) hiess das Sozial
ver
sicherungsgericht mit Urteil vom 28. Oktober 2013 im Verfahren Nr. IV.2013.00397 in dem Sinne gut, dass es die Sache zur ergänzenden medizi
nischen Abklärung und erneuter Verfügung über den An
spruch auf Umschu
lung an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 7/51/).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge die Berichte vom Z._ vom 17. März 2014, unterzeichnet von A._, Facharzt für Neurochirurgie (Urk. 7/62), von der Chiropraktorin Dr. B._ vom 16. April 2014 (Urk. 7/66) und von Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin, vom 1. Juli 2014 (Urk. 7/68) sowie das polydisziplinäre Gutachten der Gutachtensstelle D._ vom 11. Mai 2015 (Urk. 7/84) ein. Mit Vorbescheid vom 12. November 2015 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens auf Um
schulung an (Urk. 7/91). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 17. No
vember 2015 (Urk. 7/94) und vom 4. Januar 2016 (Urk. 7/96) Einwände. Mit Verfügung vom 6. Mai 2016 wies die IV-Stelle das Begehren um Kosten
übernahme für die bereits absolvierte Umschulung wie angekündigt ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 23. Mai 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 6. Mai 2016 aufzuheben und die
Be
schwerde
gegnerin sei zu verpflichten, die Kosten der Umschulung vollum
fäng
lich zu übernehmen; eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und den Gutachtern seien Ergänzungsfragen betreffend zukünftige Leistungs
fähigkeit mittel- und langfristig mit und ohne Umschulung zu stellen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2016 auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Be
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
einkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wieder
einschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Um
schulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erst
mali
gen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.3.2
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Ein
gliede
rungs
massnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und ge
eignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Er
werbs
mög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „an
nähern
den Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver
dienst
mög
lichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gege
be
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Einglie
de
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bun
desgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der An
spruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Er
werbs
tätig
keiten eine bleibende oder längere Zeit dauer
nde Erwerbseinbusse von etwa 20
% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Recht
sprechung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Er
werbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Mo
mentaufnahme – ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeit
punkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Ent
wicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Viel
mehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Ver
dienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung eben
falls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbs
möglich
keit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu ver
wirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen ver
gleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts I 826/05 vom 28. Fe
bruar 2006 E. 4.1 in fine und I
783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Ver
hält
nismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leis
tungsrecht, Diss. Bern 1985, S.
186).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, dass die Voraus
setzung eines 20%igen Erwerbseinbusse nicht gegeben sei und daher auch kein Anspruch auf eine Umschulung bestehe. Der Beschwerdeführer sei auch ohne Um
schulung in der Lage, eine leidensangepasste Tätigkeit zu finden. Die Kündi
gung der ange
stammten Tätigkeit (als Key Account Manager bei der Y._) sei aus wirt
schaftlichen Gründen erfolgt. Diese Tätigkeit habe einer leidensan
gepassten Tätigkeit entsprochen. Er sei bereits damals in der Lage gewesen, eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen, welche dem Belastungsprofil entspreche. Eine Um
schulung sei daher nicht notwendig (Urk. 2 S.1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, die angestammte Tätigkeit sei ihm wegen des Anteils an langen Autofahrten nicht mehr zumutbar, wie die poly
disziplinäre Abklärung der Gutachtensstelle D._ bestätigt habe. Auch vergleichbare Tätigkeiten seien ohne Umschulung nicht zumutbar. Die
Be
schwerdegegnerin habe in Verletzung der Begründungspflicht und des recht
lichen Gehörs einen invaliditätsbedingten Minderverdienst von 20 % verneint, ohne insbesondere das Invalideneinkommen zu bestimmen und ohne einen Ein
kommensvergleich durchzuführen, obschon das Gericht sie dazu ver
pflichtet habe. Es treffe nicht zu, dass er seine Arbeitsstelle bei der Y._ aus wirt
schaftlichen Gründen verloren habe. Er gehe vielmehr davon aus, dass er sie wegen seiner langsam schwindenden Arbeitsleistung und der ungünstigen Leistungsperspektive verloren habe. Kein Arbeitgeber kündige aus medi
zi
nischen Gründen, da dies nicht gerne gesehen werde. Er habe bei seiner letzten Arbeitsstelle bei der Y._ ein Einkommen von Fr. 110‘400.-- erzielt. Selbst für das Jahr 2010 weise der IK-Auszug einen Verdienst von Fr. 109‘795.-- und für das Jahr 2011 einen solchen von Fr. 110‘175.-- aus. Bereits in den Jahren 2001 und 2002 habe er über Fr. 100‘000.-- verdient. Eine Nivel
lierung nach unten sei nicht gestattet, da gar keine unregelmässigen oder gar selbständigen Tätigkeiten vorgelegen hätten. Er hätte vielmehr den Ver
dienst bei der Y._ noch steigern können. Ohne Umschulung würde er niemals annähernd das gleiche Einkommen verdienen können. Die wirt
schaftliche Einbusse würde min
destens mittel- und langfristig 20 % und mehr betragen, weil er die handwerk
liche Tätigkeit gar nicht mehr und die Verkaufstätigkeit nur im beschränkten Umfang, wenn überhaupt hätte ausüben können. Die Argumentation des Ein
wandschreibens vom 4. Januar 2016 (Urk. 7/96) werde zum integrierenden Bestandteil der Beschwerde erklärt. Im Übrigen sei die von ihm geforderte Ergänzungsfrage an die Gutachter, wie sich die berufliche Situation bezüglich Lohnentwicklung ohne Umschulung mittel- und langfristig im Hinblick auf die medizinische Problematik gestalten würde, bei der Begutachtung nicht berück
sichtigt worden (Urk. 1 S. 3 ff.).
2.3
2.3.1
Die gerügte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung, BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a) ist vorab zu beurteilen.
Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass und weshalb die
Be
schwerde
gegnerin den Anspruch auf die Kostenvergütung der Umschulung ver
neinte. Zwar trifft es zu, dass sie in der Begründung keinen Einkommensver
gleich aufführte, obschon die Ermittlung der Erwerbseinbusse respektive des In
validitätsgrades rechtsprechungsgemäss im Hinblick auf den massgeblichen Richt
wert von 20 % in der Regel angezeigt ist. Es trifft indes nicht zu, dass die Beschwerdegegnerin mit Urteil IV.2013.00397 vom 28. Oktober 2013 (Urk. 7/51) zu einem Einkommensvergleich ausdrücklich verpflichtet wurde. Entscheidend für den Anspruch auf rechtliches Gehör ist, dass der Be
schwerde
führer den Entscheid der Beschwerdegegnerin sachgerecht anzufechten vermochte und sein Anliegen mit der Beschwerde gegen die Ver
fügung vom 6. Mai 2016 (Urk. 2) vor einer Be
schwerdeinstanz vortragen konnte, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Die Ver
wal
tung kann sich im Übrigen rechtsprechungsgemäss auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus
drücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht
lichen Ein
wand aus
einan
dersetzen (BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b, 126 V 75 E. 5b/dd; Urteil des Bun
desgerichts 8C_30/2016 vom 8. März 2016 E. 2 mit Hinweisen). Insbe
sondere eine schwere, die Heilung des Verfahrensmangels aus
schliessende Ge
hörs
verlet
zung, welche von Amtes wegen zur Aufhebung der mit dem Ver
fahrensfehler behafteten Verfügung führen würde (vgl. BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen), liegt nicht vor.
2.3.2
In materieller Hinsicht s
trittig und zu prüfen is
t, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten
oder vergleichbaren
Tätigkeit den Anspruch auf
eine Umschulung
, namentlich zum diplomierten Be
triebswirtschafter NDS HF (Nach
diplom
s
tudium, höhere Fachschule; Urk.
7/11
/2-3, Urk. 7/23
) verneinte (
Urk.
2).
3.
3.1
Im Urteil IV.2013.00397 vom 28. Oktober 2013 (E. 3.3; Urk. 7/51/7) wurde festge
halten, dass beim Beschwerdeführer unstrittig eine paramediane Dis
kus
hernie im Segment L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 rechts und leichte Facettengelenks-Arthrosen L3-S1 festgestellt worden seien und dass ihm des
wegen seit Anfang März 2012 nur noch rückenschonende Tätigkeiten zumutbar seien (vgl. Bericht des Röntgeninstituts vom 19. März 2012 über die Magnet
re
sonanz
tomographie [MRT] der Lendenwirbelsäule [LWS] gleichen Datums, Urk. 7/9/2; Berichte von Dr. B._ vom 18. und 20. Juli 2012, Urk. 7/3/3-4, Urk.
7/9
/
1
).
Zu klären galt es, welche Einschränkungen sich im Einzelnen aus dieser
Ge
sund
heitsbeeinträchtigung ergaben und ob ihm damit insbesondere die bis
he
rige Tätigkeit als Key Account Manager, welche ihm per Ende No
vem
ber 2011 gekündigt worden war (Urk. 7/24/1), weiterhin zumutbar war res
pektive wäre. Das Gericht wies die Sache im Hinblick auf die rechtsprechungsgemäss für die Umschulung massgebliche Erheblichkeitsschwelle einer invaliditätsbe
ding
ten Erwerbsein
busse von etwa 20 % zur medizinischen Ab
klärung der Arbeitsfähig
keit in der angestammten und leidensangepassten Tätigkeit für die Zeit ab März 2012 an die Beschwerdegegnerin zurück (E. 4.4; Urk. 7/51/9).
3.2.
3.2.1
Gemäss dem nunmehr vorliegenden Gutachten der Gutachtenstelle D._ vom 11. Mai 2015 wurden nach internistischer, neurologischer, neuropsycho
lo
gischer und rheumatologischer Begutachtung sowie konsiliarischer Beurtei
lung der radiologischen Befunde (Urk. 7/84/2, Urk. 7/84/5) die folgenden Diag
nosen gestellt: Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei geringen vor
zeitigen degenerativen Veränderungen bis und mit L4/5, auf Höhe Segment L5/S1 mit residueller Diskushernie ohne Nervenwurzel
kompression, und Hypä
sthesie am rechten Oberschenkel im Ausbreitungsgebiet des Nervus cutaneus femoris late
ralis im Sinne einer Meralgia paraesthetica, sowie femoropatellares Syndrom, leichtgradig, mit/bei Zustand nach Meniskus
operation am linken Knie zirka im Jahr 1990 und im Jahr 2012 (Urk. 7/84/25). Die vom Beschwerdeführer be
schriebenen Beschwerden (Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung ins Gesäss rechts
seitig und in das rechte Bein insbesondere bei längerem Sitzen und Stehen, Urk. 7/84/22) seien bei lang einzuhaltender stehender oder sitzender Tätigkeit aufgrund des strukturellen Befundes, insbesondere mit ausge
prägter Facetten
arthrose nachvollziehbar. In der bisherigen Tätigkeit als Key Account Manager, bei welcher es sich um eine Betreuungs- und Koordinationsfunktion vor Ort für Grosskunden, verbunden mit Sitzungen, Planungs-, Berechnungs- und Repor
tingaufgaben sowie externen Besuchen, gehandelt habe, sei wegen des Anteils an langen Autofahrten als wesentlicher Bestandteil dieser Tätigkeit keine Arbeits
fähigkeit mehr gegeben. Denn der Beschwerdeführer sei in seinem Kun
den-Einzugsgebiet ständig unterwegs gewesen, so dass mit dieser Tätigkeit sehr häufiges Autofahren mit langen Anfahrten verbunden gewesen sei. Diesen Tätigkeitsanteil habe der Beschwerdeführer auf etwa 60 % der Gesamtarbeitszeit von 55 Stunden wöchentlich beziffert. In einer leidensangepassten, körperlich leichten bis zeitweise mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne häuf
i
ges Bücken, Heben oder Tragen ohne mechanische Hilfsmittel, ohne Zwangs
haltungen und ohne kniebelastende Arbeiten im Kauern, Knien, auf unebenem Gelände und auf mehreren Arbeitsebenen sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ge
geben. Rückblickend sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit infolge des akuten Zustandes der frischen Diskushernie im Jahr 2012 nachvollziehbar. Eine Besse
rung mit Reduktion der Beschwerden und der funktionellen Beeinträchtigungen habe etwa ein Jahr darauf wenn auch langsam, so doch stetig eingesetzt. Im weiteren Verlauf habe sich die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erholt und kontinuierlich verbessert. Da zur Abstimmung mit der behandelnden Entourage keine entsprechenden Verlaufsberichte vorlägen, sei als Zeitpunkt der wiedererlangten Arbeitsfähigkeit der Zeitpunkt der rheumatologischen Unter
suchung (vom 26. Februar 2015, Urk. 7/84/5) anzunehmen. Tatsächlich habe der Beschwerdeführer ab Januar 2015 eine angepasste Erwerbstätigkeit aufge
nom
men (Urk. 7/84/26-29).
3.2.2
Damit schlossen sich die Gutachter im Wesentlichen der Beurteilung der behan
delnden Chiro
praktorin Dr. B._ ge
mäss deren Bericht vom 20. Juli 2012 an. Dort hatte sie festge
halten, der
Be
schwerdeführer sei aufgrund eines Band
scheiben
vorfalls seit Anfang März 2012 bei ihr in Behandlung, wobei sich im Laufe der Therapiezeit klar herausgestellt habe, dass eine sitzende Tätig
keit (speziell Auto
fahren) nicht mehr zu 100 % ausgeübt werden könne. Eine Umschulung sei da
her notwendig. Dabei sei eine Tätigkeit mit wechselnder Arbeitsposition und ohne Tragen von Lasten anzu
streben. Eine Vollzeit
be
schäf
tigung sei bei ange
passter Arbeitssituation möglich (Urk. 7/9
/
1).
Den Berichten von Dr. A._ vom Z._ vom 17. März und
16. De
zember 2014 ist nichts Abweichendes zu entnehmen. Dr. A._ führte aus, dass der Beschwerdeführer von Dr. B._ wegen lumbo
radi
kulären Schmerzen rechts im S1-Dermatom bei kernspintomo-graphisch nachge
wiesener Diskushernie LWK5/SWK1 rechts zugewiesen worden sei. Er sei ab dem 18. April 2012 ambulant behandelt worden, wobei die letzte Kontrolle am 14. März 2014 stattgefunden habe. Die durchgeführten Infiltrationsbehand
lun
gen hätten zu einer Desensibilisierung und Besserung des Beschwerdebildes ge
führt. Da der Beschwerdeführer als Aussendienstmitarbeiter stundenlang im Auto unterwegs gewesen sei, sei seinerseits der Wunsch nach einer Umschulung ge
äussert worden, welchen er mit Dr. B._ erörtert habe. Sie habe diese Um
schulung befürwortet und eine rückenschonende Tätigkeit mit wech
selnder Belastung empfohlen, welcher Empfehlung sie sich angeschlossen hät
ten. Von Seiten der Ärzte des Z._ sei vom 6. Juli bis 6. August 2012 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden. Im Übrigen werde eine arbeits
medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit empfohlen (Urk. 7/62/1-2Urk. 7/84/35).
3.3
3.3.1
Unstrittig ist aufgrund dieser medizinischen Ausgangslage festzuhalten, dass dem Be
schwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung Ende 2014/Anfang 2015 (Urk. 7/84/29) eine körper
lich leichte bis zeitweise mittelschwere, wechsel
be
las
tende Tätigkeit ohne häuf
iges Bücken, Heben oder Tragen ohne mecha
nische Hilfsmittel, ohne Zwangs
haltungen und ohne kniebelastende Arbeiten im Kau
ern, Knien, auf unebenem Gelände und auf mehreren Arbeits
ebenen in einem 100%igen Pensum zumutbar war.
Eine grundsätzlich 100%ige leidensangepasste Arbeitsfähigkeit ist aufgrund des Berichts von Dr. B._ vom 20. Juli 2012 indes bereits ab diesem Datum anzunehmen, da sie eine Vollzeitbeschäftigung in einer leidens
ange
passten Tätigkeit bereits damals als zumutbar attestierte (Urk. 7/9/1). Dies gilt umso mehr als die Gutachter der Gutachtensstelle D._ für die Zeit vor der Begutach
tung empfahlen, auf die Angaben der behandelnden Ärzte respektive der Chiro
praktorin Dr. B._ abzustellen (Urk. 7/84/29) und als dem radiologischen Konsilium von Dr. med. E._ zu ent
nehmen ist, dass der Vergleich der Magnetresonanztomographien (MRT) der Lenden
wirbel
säule (LWS) vom 19. März 2012 und vom 8. Januar 2013 eine partielle Regression der Hernie und Rückbildung der Nervenwurzelkompression im Laufe dieses Zeit
raums zeigte (Urk. 7/84/16).
Davon auszunehmen ist lediglich der Behandlungszeitraum mit der stationär im Z._ durchgeführten Operation des linken Kniegelenkes vom 26. Sep
tember 2012 bis am 25. Oktober 2012 (Urk. 7/68/1), für welchen Zeit
raum eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit wahrscheinlich ist. Jedoch wurde eine zusätzliche, längerfristige Einschränkung der Arbeits
fähigkeit aufgrund der Kniebehandlung und -beschwerden weder attestiert noch be
haup
tet, weshalb dies bezüglich der Frage des Umschulungsanspruchs nicht zusätz
lich zu der Rückenproblematik ins Gewicht fällt. Der rheumatologische Gutachter hielt in den spezialärztlichen Aus
füh
rungen des Gutachtens denn auch fest, dass inso
fern keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 7/84/23, Urk. 7/84/25).
3.3.2
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Key Account Manager bei der Y._ sodann ist nicht vor dem 7. März 2012 ausge
wie
sen. Und zwar attestierte Dr. B._ eine 100%ige Arbeits
unfähig
keit vom 7. bis 16. März, eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit vom 17.
März bis 4. Mai und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 5. Mai 2012 (Urk. 7/3/4-5, Urk. 7/3/8-11, Urk. 7/9/3-7, Urk. 7/66/2). Auch aus dem Arbeitgeberbericht vom 19. No
vember 2012 ergibt sich dementsprechend, dass die krank
heits
be
dingte Ab
wesen
heiten ab dem 7. März 2012 begannen (Urk. 7/24/4-5). Beacht
lich ist ausserdem das Attest der Ärzte des Z._s mit einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit vom 6. Juli bis 8. Juli 2012 (Urk. 9/84/35).
In Bezug auf die in diesem Umfang attestierte Arbeitsunfähigkeit in der dama
ligen Tätigkeit des Beschwerdeführers als Key Account Manager bei der Y._ ist jedoch fest
zuhal
ten, dass sowohl die Gutachter der Gutachtensstelle D._ (Urk. 7/87/27, Urk. 7/84/29) als auch Dr. B._ (Urk. 7/3/3, Urk. 7/66/2) lediglich langes anhal
tendes Sitzen von mehr als einer Stunde ins
besondere bei langen Autofahrten als das hauptsächliche Einschrän
kungskrite
rium erach
teten. Kürzere Autofahrten und Sitzungen ohne Pause von bis zu einer Stunde wurden damit nicht ausgeschlossen. Die Gutachter gingen dabei gestützt auf die An
gaben des Beschwerdeführers davon aus, dass die Tätigkeit im Aus
sendienst als Key Account Manager bei der Y._ bei einer 55 Stundenwoche zu 60 % darin bestanden habe, dass er in seinem Kun
den-Einzugsgebiet unter
wegs ge
wesen,
womit
auch
sehr häufiges Autofahren mit langen Anfahrten ver
bun
den ge
wesen sei
(Urk. 7/84/26). Bei der Berufsberatung der Beschwerde
gegnerin hatte der Beschwerdeführer zu seiner damaligen Tätig
keit ausgeführt, er habe Kundenakquisition gemacht und sei dafür in die ver
schiedenen Filialen ge
fah
ren. Er sei für die Region Ost zuständig gewesen, wozu er nach St. Gallen und teilweise auch zum Hauptsitz Zürich gefahren sei. In der Filiale St. Gallen habe er Sitzungen gehabt, danach sei er zu den Kunden gefahren, um sie zu akqui
rieren und er habe dort Gespräche geführt. Er habe auch Messen besucht, zwischen
zeitlich Offerten geschrieben und Besprechungen gehabt. Teilweise hätten sie Sitzungen in der ganzen Schweiz, etwa in Genf und in Bern gehabt (Urk. 7/40/4).
3.3.3
Der Beschwerdeführer wohnt in F._. Die Fahrt mit dem Auto nach St. Gallen mit rund 100 Kilometern dauerte mit oder ohne Weiterfahrt an andere Orte in der Region Ost länger als eine Stunde. Es ist nachvollziehbar, dass bei der wie vom Beschwerdeführer beschriebenen Tätigkeit als Key Account Manager bei der Y._ die längeren Autofahrten notwendig waren und nicht etwa durch Fahrten mit den öffentlichen Verkehrs
mitteln erfüllt wer
den konnten, wie dies in der Stellungnahme der Berufsberatung der Be
schwerde
gegnerin vom 11. September 2012 argumentiert wurde (Urk. 7/40/4).
Gestützt auf das Gutachten der Gutachterstelle O._ ist daher davon aus
zugehen, dass die Tätigkeit bei der Y._ nicht mehr zumutbar war. Dabei kann - wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt - offen bleiben, ob der Anteil des Aussendienstes nicht 60 %, sondern 30 % be
trug, wie in der Stellungnahme der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin vom 12. Novem
ber 2015 (Urk. 7/90/1-2) mit Verweis auf die Telefonnotiz vom 23. Oktober 2012 zum Telefongespräch mit der Mitarbeiterin der Personal
abteilung der Y._ (Urk. 7/40/8) ausge
führt wurde. Festzuhalten ist jedenfalls, dass die neue Anstellung des Be
schwerdeführers ab Januar 2015 (Urk. 7/84/15) zeigt, dass - wie im Gutachten vom 11. Mai 2015 bestätigt wird (Urk. 7/84/23) - eine Anstellung als Aussen
dienst
mitarbeiter mit Grosskundenbetreuung im tech
nischen Bereich zu 100 % zumindest dann möglich ist, wenn längere Anfahrts
wege zu den Kunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich sind und der Aussendienst etwa 30 % der Arbeitszeit ausmachen.
4.
4.1
Bei der Festsetzung des Valideneinkommens ist die Frage zu beur
teilen, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Ren
ten
beginns auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber bei sonst unver
änderten Verhältnissen v
erdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S.
100 E
.
3b mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts I 132/05 vom 13. Juni 2005). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Ver
dienst ange
knüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1).
4.2
4.2.1
Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer über
wiegend wahrscheinlich auch ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2013 nicht mehr bei der Y._ gearbeitet hätte. Gemäss dem Arbeitgeberbericht vom 19. November 2012 wurde das Arbeitsverhältnis zwar erst per Ende November 2012, mithin nach Eintritt des Gesundheitsschadens (Anfang März 2012) auf
gelöst (Urk. 7/24/1). Die Kündigung erfolgte danach und gemäss der telefo
nischen Auskunft der Y._ vom 23. Okto
ber 2012 (Urk. 7/40/8) jedoch aus wirt
schaftlichen Gründen und nicht wegen des Gesundheitsschadens. Diese sei zudem bereits im Februar 2012 mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten (Urk. 7/22/2), mithin vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit respektive des Gesund
heitsschadens ausgesprochen worden (Urk. 7/40/8). Hinzu kommt, dass der Be
schwerdeführer bei der Y._ erst seit wenigen Monaten, nämlich seit dem 1. August 2011 (Urk. 7/24/1), angestellt war und er auch für die drei vor
her
ge
henden Betriebe jeweils nicht mehr als zwei Jahre (24 Monate, 12 Monate und 7 Monate) tätig gewesen war (vgl. die Übersicht „Resumé“; Urk. 7/11/1-2).
4.2.2
Dafür, dass die Y._ die Kündigung ausgesprochen habe, weil seine Arbeits
leistung gesundheitsbedingt bereits zuvor, mithin vor dem 7. März 2012 (Urk. 7/66/2), vermindert gewesen sei, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht (Urk. 1 S. 5), finden sich in den Akten indes keine Anhaltspunkte.
Somit ist nicht nur das Invalideneinkommen, sondern auch das Validenein
kom
men anhand der Tabellenlöhne gemäss der Schweiz
erischen Lohnstrukturerhe
bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BGE 126 V 76 f. E. 3b sowie RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412) zu bestimmen.
Aber auch wenn man für die Bestimmung des Valideneinkommens vom tat
säch
lichen Einkommen des Beschwerdeführers ausginge, würde dies zu dem
sel
ben Ergebnis führen, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
4.3
4.3.1
Gemäss dem Arbeitgeberbericht der Y._ vom 19. November 2012 (Urk. 7/24/3) erzielte der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von Fr. 110‘400.-- (12 x Fr. 9‘200.--). Unter Berück
sichtigung der Nominallohn
ent
wicklung resul
tiert ein Valideneinkommen von Fr. 111‘376.-- im Jahr 2013 (
Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Wirt
schafts
zweigen [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer 2011-2013 [Tabelle T1.1.10], Sektor 3 Dienstleistungen, 2012: 101.8; 2013: 102.7
).
4.3.2
In Bezug auf das Invalideneinkommen ist zu berücksichtigen, dass der Be
schwer
deführer gelernter Elektromonteur mit Fähigkeitszeugnis ist (Urk. 7/14/1) und mehrjährige Berufserfahrung als technischer Berater und Verkäufer mit Verkaufsplanung, -analyse, Projektmanagement sowie Kundenbetreuung von Grosskunden in Kaderposition mit Umsatzverantwortung hat (Urk. 7/11, Urk. 7/22, Urk. 7/24/7). Gemäss seinen Angaben gegenüber den Gutachtern hat er in den Jahren 1999 bis 2000 zudem den Fachausweis Technischer Kaufmann in der kaufmännischen Berufsschule Rorschach (WBZ) erworben (Urk. 7/84/11). Ausserdem ist wie erwähnt (vgl. E. 4.3.3 hiervor) eine
Anstellung als Aussen
dienstmitarbeiter mit Grosskundenbetreuun
g im technischen Bereich zu 100
%
grund
sätzlich weiterhin zumutbar.
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich das Abstellen auf die Tabelle T17 der LSE 2012, Ziffer 33, nicht akademische betriebswirtschaftliche und kauf
män
nische Fachkräfte, Lebensalter 30-49 Jahre, Männer, mit einem Ein
kommen von Fr. 8‘145.-- pro Monat respektive Fr. 97‘740.-- pro Jahr. Unter Berück
sichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41,7 Stun
den
(BFS,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
,
Tabelle T
03.02.03.01.04.01,
2012, G-S Sektor 3) und der Nominallohn
ent
wicklung
(
BFS, a.a.O.,
Tabelle
T1.1.10
, Sektor
3 Dienstleistungen, 2012: 101.8; 2013: 102.7)
ist ein Einkommen im Jahr 2013 von Fr. 102‘794.75 (Fr. 97‘740.-- : 40 x 41,7; : 101,8 x 102,7) anzunehmen.
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss maximal um 25 % zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Be
schäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/aa, 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Hier rechtfertigt die gesundheitsbedingte Beein
trächtigung, welche eine wechselbelastende, körperlich eher leichte Tätigkeit verlangt, keinen Abzug, da Bürotätigkeiten auch mit gelegentlichen regional nahen Ausseneinsätzen diesem Anforderungsprofil in der Regel ent
sprechen. Auch von den übrigen persön
lichen und beruflichen Merkmalen ist keine zusätzliche Reduk
tion des statistischen Wertes zu erwarten. Das Invalidenein
kommen im Jahr 2013 ist damit auf Fr. 102‘794.75 festzusetzen.
4.3.3
Aus der Differenz des Valideneinkommens (gemäss dem Einkommen bei der Y._) zum Invalideneinkommen (Fr. 111‘376.-- - Fr. 102‘794.75 = Fr. 8‘581.25) resultiert eine Erwerbseinbusse respektive ein Invaliditätsgrad von gerundet höchstens 8 %. Eine solche Erwerbseinbusse begründet recht
spre
chungs
gemäss (
BGE 130 V 488 E.
4.2
) keinen Anspruch auf eine Um
schulung. Dies gilt erst recht, wenn das Valideneinkommen gleich wie das In
validen
ein
kommen ebenfalls nach dem genannten LSE-Lohn bestimmt wird.
An diesem Ergebnis vermögen sämtliche weiteren Vorbringen d
es
Be
schwerde
führers
nichts zu ändern.
Von weiteren Sachverhaltsabklärungen
, namentlich von Ergänzungsfragen an die Gutachter der Gutachtensstelle D._ (Urk. 1 S. 3 und S. 5),
sind keine anderen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwar
ten, weshalb davon abzu
sehen ist (anti
zipierte Beweis
würdigung; vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d;
BGE 136 I 229
E. 5.3;
Urteil des Bundesge
richts 8C_320/2014 vom 1
4.
August 2014 E. 11
).
4.4
Nach dem Gesagten verneinte die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Umschulung zu Recht. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.
Streitgegenstand des Verfahrens bildet die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzu
setzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
dem Beschwerdeführer aufzu
erlegen.