Decision ID: ac8432d2-a1a8-5fb3-9bb5-e76d6b5d74e6
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21, Post-
fach 21, 9101 Herisau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a W._ erlitt am 19. Mai 2005 einen Unfall und zog sich dabei Verletzungen an der
linken Hüfte zu. Am 8. August 2005 wurde ihm eine Totalendoprothese links eingesetzt.
Da er weiterhin über Beschwerden klagte, wurde er am 23. Juni 2006 erneut operiert
(Pfannenwechsel links; Débridement, Mobilisation der ventralen glutealen
Sehnenplatte). Die SUVA richtete ihm die gesetzlichen Leistungen aus (act. G 4.2). Per
30. Juni 2007 stellte sie die Taggeldleistungen vorläufig ein, ohne den Fall
abzuschliessen (vgl. act. G 4.1.40), wobei sie in der Folge offenbar rückwirkend wieder
Taggelder ausrichtete (vgl. act. G 11).
A.b Am 29. August 2006 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen
(Rente) an (act. G 4.1.1). Im September 2006 holte die IV-Stelle einen Arztbericht bei
der Uniklinik Z._ ein, welche die zweite Hüftoperation durchgeführt hatte. Diese
konnte keine umfassende Beurteilung abgeben, da es dazu noch zu früh sei. Der
weitere Verlauf werde zeigen müssen, inwieweit der Versicherte wieder arbeitsfähig
werde. Eine nächste klinische und radiologische Verlaufskontrolle sei erst wieder im
Oktober 2006 vorgesehen. Bis dahin bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G
4.1.9). Der Hausarzt, A._, attestierte dem Versicherten am 21. September 2006 unter
Beilage anderer Arztberichte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 19. Mai 2005 (act. G
4.1.10). Im Verlaufsbericht vom 26. Januar 2007 gab er an, der Gesundheitszustand
des Versicherten sei stationär. Es bestehe eine starke Schmerzhaftigkeit sowohl im
Rücken wie auch in der Hüfte (act. G 4.1.23). Im Verlaufsbericht vom 25. Januar/9.
Februar 2007 führte die Uniklinik Z._ aus, der Heilungsverlauf sei noch nicht
vollständig abgeschlossen; dies sei ab Juni 2007 zu erwarten. Erst dann könnten
wesentliche Angaben über die weitere Tätigkeit gemacht werden. Der Versicherte sei
sicher von Seiten des Hüftgelenks für eine nichtbelastende Tätigkeit, welche
vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden könne, mit Möglichkeit von Positionswechseln
zu 50% arbeitsfähig (halbtags). Nach einem Arbeitsversuch sei eine Steigerung einer
solchen Tätigkeit zu erwarten (act. G 4.1.26). Am 28. Juni 2007 berichtete die Uniklinik
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Z._, ein Jahr nach dem Pfannenwechsel bestünden noch erhebliche Hüftschmerzen
sowie eine ausgeprägte muskuläre Schwäche, wodurch der Versicherte im Alltag
massiv eingeschränkt sei. Gemäss seinen Angaben sei im Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) die Wirbelsäule weiter abgeklärt worden. Es werde eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 4.1.36).
A.c Im Mai 2007 wurde der Versicherte von Dr. med. B._, Spezialarzt Orthopädische
Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), orthopädisch untersucht und begutachtet. Im
Gutachten vom 11./23. Mai 2007 (Eingang bei der IV-Stelle: 10. Juli 2007)
diagnostizierte Dr. B._ als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Hüftschmerzen
links bei Status nach Implantation einer zementfreien Hüfttotalprothese links 08/05 und
Pfannenwechsel sowie Revision der Glutealsehnenplatte 06/06; eine fortgeschrittene
Spondylarthrose L4 bis S1 mit spondylogener und diskogener foraminaler Enge L4/5
und leichter Nervenwurzelirritation rechts sowie mässiger diskogener und
spondylogener foraminaler Enge L5/S1 mit leichter Kompression der Nervenwurzel L1
rechts rezessal sowie eine Adipositas. Als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte er eine vermehrte Kyphose der Brustwirbelsäule sowie eine Allergie auf
Lebensmittel. Die lumbalen Schmerzen und die abnormen objektiven Befunde der LWS
seien durch die im MRI dargestellten degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule grösstenteils plausibilisiert. Die Ausstrahlung der Schmerzen in das
linke Kniegelenk und die Hyposensibilität des gesamten linken Beins seien bei
fehlender Nervenwurzelkompression links allerdings nicht zu erklären. Durch das
gleichzeitige Übergewicht komme es zu einer vermehrten Belastung der abgenutzten
Lendenwirbelsäule. Die Ursache der Schmerzen in der linken Hüfte und der
pathologischen Untersuchungsbefunde derselben sei bei radiologisch normalem
Befund nach wie vor unklar. Adaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten bei voller
Stundenpräsenz zu ca. 80% zumutbar. Etwa ein Jahr nach dem letzten Eingriff an der
linken Hüfte könne von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden,
zumal die Beschwerden als unverändert beschrieben würden (act. G 4.1.38).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 6. August 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er vom 19. (bzw. 1.) Mai 2006 befristet bis 31. Mai 2007 Anspruch auf
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eine ganze Invalidenrente habe. Ab Juni 2007 betrage sein Invaliditätsgrad
(rentenausschliessende) 29% (act. G 4.1.47). Hiergegen erhob der Versicherte,
vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Anwander, am 17. September 2007 Einwand
und machte im Wesentlichen geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nicht
verbessert (act. G 4.1.53). Der Hausarzt hielt in seinem Schreiben vom 3. September
2007 an den Vertreter des Versicherten weitere Abklärungen für angezeigt (act. G
4.1.54).
B.b Am 2. Oktober 2007 legte die IV-Stelle Dr. B._ den Bericht der Uniklinik Z._
vom 28. Juni 2007 sowie das Schreiben des Hausarztes vom 3. September 2007 zur
Stellungnahme vor und fragte ihn, ob an der im Gutachten attestierten 80%igen
Arbeitsfähigkeit festgehalten werden könne (act. G 4.1.56). In seiner Stellungnahme
vom 16. Oktober 2007 hielt Dr. B._ an seiner ursprünglichen Beurteilung fest (act. G
4.1.57).
B.c Mit zwei Verfügungen je vom 10. April 2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
eine ganze Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2007 zu (act. G
4.1.62).
C.
C.aMit Eingabe vom 9. Mai 2008 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde
und beantragt, die Verfügungen vom 10. April 2008 seien teilweise aufzuheben und
dem Beschwerdeführer sei ab 1. Juni 2007 weiterhin eine Invalidenrente auszurichten.
Eventuell sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zu Begründung bringt er im Wesentlichen vor, der Beschwerdeführer
sei damit einverstanden, dass er vom 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2007 Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente habe. Gegenstand der Beschwerde bilde der Teil der Verfügung,
wonach ab 1. Juni 2007 kein Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente mehr
bestehen soll. Dem Gutachten von Dr. B._ lasse sich nicht entnehmen, wieso sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab 1. Juni 2007 plötzlich derart
verbessert haben soll, dass ein Rentenanspruch entfalle. Der Beschwerdeführer
befinde sich nach wie vor in ärztlicher Behandlung. Vom 10. März bis 24. April 2008
habe er sich stationär in der Klinik Y._ aufgehalten. Momentan sei er aus
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psychiatrischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig. Es stehe ausser Frage, dass dem
Beschwerdeführer eine Tätigkeit in den früheren Berufen (Landwirt, Chauffeur) nicht
mehr möglich sei. Auch bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit bestünden
erhebliche Einschränkungen. Denkbar seien im besten Fall leichte Hilfsarbeiten, mit
denen sich aber unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10% kein (von der
Beschwerdegegnerin ermitteltes) jährliches Einkommen von Fr. 42'494.-- erreichen
lasse. Zudem wäre ein Leidensabzug von mindestens 20% vorzunehmen (act. G 1). Mit
der Beschwerdeschrift reicht der Vertreter des Beschwerdeführers u.a. einen Bericht
der Uniklinik Z._ vom 20. März 2008 (act. G 1.2) sowie einen vorläufigen
Austrittsbericht der Klinik Y._ vom 23. April 2008 (act. G 1.3) ein.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, Dr. B._
und die Uniklinik Z._ würden die gleichen Befunde erheben. Im Gegensatz zur
Uniklinik Z._ äussere sich die Klinik Y._ zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit. Letztere gehe sogar im Gegensatz zu Dr. B._ von einer vollen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Die beiden Operationen hätten den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers offensichtlich verbessert. Zwar treffe es
zu, dass die Klinik Y._ im April 2008 eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht attestiert habe, allerdings habe sie eine gute Prognose gestellt
und bei Therapieoptimierung eine Besserung im Verlauf erwartet. Diese
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit habe somit keinen Einfluss auf das vorliegende
Verfahren. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer bei leichten
Hilfsarbeiten unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzugs kein jährliches
Einkommen von Fr. 42'494.-- erreichen können sollte (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 5. September 2008 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest. Dessen Gesundheitszustand habe sich nicht gebessert. Gemäss
den Zeugnissen der Uniklinik Z._ vom 12. Juni und 7. Juli 2008 (act. G 6.2) sei er
nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 8).
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C.e Am 13. Oktober 2008 teilt der Vertreter des Beschwerdeführers unter Beilage eines
Berichts der Klinik X._ vom 8. Oktober 2008 (act. G 10.1) mit, es sei eine weitere
Operation vorgesehen. Zumindest bis dahin sei der Beschwerdeführer weiterhin zu
100% arbeitsunfähig (act. G 10). Am 17. Februar 2009 orientiert er die
Beschwerdegegnerin sowie das Gericht darüber, dass die Operation in der Klinik X._
am 19. Februar 2009 stattfinde. Die SUVA richte dem Beschwerdeführer rückwirkend
wieder Taggelder aus (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen ergingen am 10.
April 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu
Recht eine befristete Rente zugesprochen hat. Auch wenn der Beschwerdeführer die
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angefochtenen Verfügungen nur insoweit rügt, als ihm über den 31. Mai 2007 hinaus
keine Rente zugesprochen wurde, ist die richterliche Prüfungsbefugnis nicht
dahingehend eingeschränkt, sondern erstreckt sich auf das gesamte Rechtsverhältnis,
also auch auf die nicht beanstandete Rentenperiode vom 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2007
(vgl. BGE 131 V 164 mit Hinweis auf BGE 125 V 413).
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen erforderlich,
den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe
der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V
16; BGE 109 V 125).
3.3 Der Entscheid über eine befristete Invalidenrente enthält gleichzeitig die Gewährung
der Leistung und deren Abstufungen analog der für eine Revision geltenden IVV-
Bestimmungen. Das hat zur Folge, dass jede Anpassung einer laufenden Rente
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bezogen auf die Veränderung des rentenrelevanten Sachverhaltes mit einer mindestens
dreimonatigen Verzögerung erfolgt (vgl. auf dem Internet publiziertes Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Mai 2008, IV 2008/3, E. 3.3.2).
3.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies
bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder
beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen
Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein
vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in
rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen
wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten
ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des
Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen
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allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht
vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich
einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen
Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
4.
4.1 Die Ärzte sind sich weitgehend einig, dass der Beschwerdeführer seit seinem Unfall
im Mai 2005 bis ca. ein Jahr nach der letzten Operation vom 23. Juni 2006 zu 100%
arbeitsunfähig war; ungefähr ein Jahr nach der letzten Operation könne wieder von
einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden (vgl. act. G 4.1.26-4,
4.1.38-7). Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer zu Recht eine ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. Mai 2006
(Ablauf des Wartejahrs, aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) bis 31. Mai 2007 zugesprochen. Zu
prüfen bleibt damit, ob der Beschwerdeführer über den 31. Mai 2007 hinaus einen
Rentenanspruch hat.
4.2 Die Beschwerdegegnerin verneint einen weitergehenden Rentenanspruch des
Beschwerdeführers in erster Linie gestützt auf das Gutachten von Dr. B._ vom
11./23. Mai 2007, in welchem dieser dem Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hat (act. G 4.1.38).
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Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, gemäss den Berichten der
Uniklinik Z._ sowie der Klinik Y._ habe sich sein Gesundheitszustand seit Sommer
2007 nicht verbessert. Es bestehe nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Zudem leide er gemäss Bericht der Klinik Y._ an Depressionen.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers ab Juni 2007 verbessert hat, zumindest nicht dauerhaft.
Offenbar richtet denn auch die SUVA dem Beschwerdeführer nach einer
vorübergehenden Einstellung der Taggeldleistungen rückwirkend wieder Taggelder aus
(vgl. act. G 11), wobei aus den Akten nicht hervorgeht, auf welche medizinischen
Berichte sie sich dabei stützt. Die Beschwerdegegnerin wird daher die betreffenden
SUVA-Akten beiziehen müssen. Darüber hinaus hielt sich der Beschwerdeführer vom
10. März bis 24. April 2008, also zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügungen vom 10. April 2008, stationär in der Klinik Y._ auf. Im entsprechenden
vorläufigen Austrittsbericht vom 23. April 2008 attestierten ihm die Ärzte eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (act. G 1.3). Zwar erwarteten sie bei
Therapieoptimierung eine Besserung dieses Zustands und sahen eine Reevaluation in
sechs Wochen vor, doch finden sich in den Akten keine Angaben über den weiteren
diesbezüglichen Verlauf, weshalb der Sachverhalt auch insoweit zu wenig abgeklärt
erscheint. Die Beschwerdegegnerin wird den vollständigen Austrittsbericht der Klinik
Y._ sowie allfällige weitere medizinische Berichte betreffend den psychischen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers beiziehen müssen. Schliesslich scheinen
auch die zwei Hüftoperationen nicht den erhofften Erfolg gebracht zu haben, musste
sich der Beschwerdeführer doch offenbar am 19. Februar 2009 einer weiteren
Operation unterziehen, diesmal in der Klinik X._ in Zürich (vgl. act. G 11). Zwar
datieren diese Operation sowie die vorgängige Untersuchung vom 8. Oktober 2008
(vgl. act. G 10.1) erst nach Erlass der angefochtenen Verfügungen, doch ist davon
auszugehen, dass die diesbezüglichen Einschränkungen und Beschwerden des
Beschwerdeführers bereits seit der IV-Anmeldung des Beschwerdeführers im Juni
2006 bestehen, weshalb sie vorliegend ebenfalls zu berücksichtigen sind. Unter diesen
Umständen erscheint das Gutachten von Dr. B._ vom 11./23. Mai 2007 (act. G
4.1.38) wohl als zu optimistisch und vermag nicht zu überzeugen. Auch diesbezüglich
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sind weitere Abklärungen, insbesondere die Einholung eines Berichts bei der Klinik
X._, angezeigt.
4.3 Zusammengefasst erscheint der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht zu wenig
abgeklärt, weshalb die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Eine
allfällige Verbesserung des Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist gemäss
Art. 88a IVV erst zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentlichen Unterbruch
drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bei diesem
Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Rügen des Beschwerdeführers
einzugehen.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die angefochtenen
Verfügungen vom 10. April 2008 sind aufzuheben, und die Sache ist zur weiteren
Abklärung und neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist
der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG