Decision ID: dff0f222-af8b-4a1a-9029-a6cf48768037
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 01.06.2017 Art. 28 abs. 1 IVG Ungenügend begründete und widersprüchliche Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juni 2017, IV 2014/330). Entscheid vom 1. Juni 2017 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/330 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hermann Lei, Thundorferstrasse 8, 8500 Frauenfeld, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt
Entscheid Versicherungsgericht, 01.06.2017
A.
A.a A._ meldete sich am 26. März 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act.
22). Aus seinem Lebenslauf ergab sich, dass er von 1987 bis 2005 als Maler, teils
selbstständig, teils festangestellt, tätig gewesen war. Gemäss dem beiliegenden
Lohnausweis des B._ hatte der Bruttolohn des Versicherten im Jahr 2004 Fr.
73'705.-- betragen. Zuletzt hatte er von Juli bis September 2006 als Bauleiter bei der
C._ AG gearbeitet (IV-act. 23, 26).
A.b Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, teilte am 29. Mai 2007 mit, der
Versicherte sei seit dem 23. Mai 2007 wegen seiner Schulterbeschwerden als Maler zu
100% arbeitsunfähig (IV-act. 35). Am 1. Februar 2008 gab Dr. med. E._ vom Zentrum
F._ an, der Versicherte leide unter einer grossen medio rechts nach kaudal
sequestrierenden Diskushernie L3/4 (wohl eher L4/5) mit rechtsrezessaler Stenose und
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rechtsforaminaler Hernie L4/5 (wohl eher L5/S1) (IV-act. 85). Seiner Einschätzung nach
sei dem Versicherten nach den vorgenommenen Facetteninfiltrationen L4/5 vom 29.
Februar und vom 14. März 2008 eine Tätigkeit mit Wechselbelastung zwischen Sitzen,
Stehen und Gehen, ohne Gewichtsbelastung über 10kg, ohne Arbeiten in vorgeneigter
Position oder in einer anderen Zwangshaltung und ohne Arbeiten über Brusthöhe
vollschichtig zumutbar (IV-act. 92). Auch die durch die IV-Stelle angeordnete BEFAS-
Abklärung in Appisberg ergab gemäss dem Schlussbericht vom 10. Juli 2008, dass der
Versicherte künftig nur körperlich und speziell den Rücken und die Gelenke wenig
belastende Tätigkeiten ausführen sollte, in einer solchen adaptierten leichten Tätigkeit
mit der Möglichkeit des Einnehmens von Wechselpositionen und ohne grössere
Kraftaufwendungen jedoch zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 102).
A.c Nach dem Abbruch eines Praktikums bei der G._ AG aufgrund der physischen
Instabilität des Versicherten (IV-act. 118) wurden die beruflichen Massnahmen u.a.
auch auf Wunsch des Versicherten abgeschlossen (IV-act. 120). In dem zur Klärung
des medizinischen Sachverhalts durch die IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten
der Klinik H._ vom 3. Dezember 2009 wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit angegeben: Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bds.,
beginnende Coxarthrose rechts, chronische Periarthropathia humero-scapularis rechts,
anamnestisch Anpassungsstörung und kurze depressive Reaktionen (ICD-10 F43.20)
für einen Zeitraum von maximal 4 Wochen im Februar 2008. Die gemeinsame
Arbeitsfähigkeitsschätzung der beteiligten Sachverständigen ergab für adaptierte
Tätigkeiten keine Einschränkung, da der Versicherte mit einer zumutbaren
Willensanstrengung die bei einer körperlich mindestens leichten, angepassten Tätigkeit
auftretenden Schmerzen überwinden könne (IV-act. 150).
A.d Mit einem Vorbescheid vom 6. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, er
sei mit seiner Behinderung in einer adaptierten Tätigkeit weiterhin zu 100%
arbeitsfähig. Aus der Gegenüberstellung seines Valideneinkommens als Maler im Jahr
2009 von Fr. 87'569.-- und seines Invalideneinkommens als Hilfsarbeiter von Fr.
61'468.--, welches anhand der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(nachfolgend LSE) ermittelt worden sei, ergebe sich lediglich ein Invaliditätsgrad von
30% (IV-act. 152 ff.). Trotz des dagegen vom Versicherten am 4. Februar 2010
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erhobenen Einwands wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mit einer
Verfügung vom 25. Februar 2010 ab (IV-act. 155, 157). Das Versicherungsgericht wies
die dagegen am 24. März 2010 erhobene Beschwerde des Versicherten am 24. August
2011 ab. Zur Begründung führte es aus, bei einem Valideneinkommen von Fr. 82'220.--
und einem Invalideneinkommen als Hilfsarbeiter von Fr. 58'510.-- resultiere ein
Invaliditätsgrad von 29% (IV-act. 175).
B.
B.a Am 7. November 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 189). Dr. med. I._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH,
hatte am 2. November 2011 neu eine Psoriasis-Arthritis mit Haut- und Nagelbefall
sowie Arthralgien seit ca. 10 Jahren angegeben (IV-act. 192). Dr. med. J._,
Neurologie FMH, hatte am 22. Oktober 2012 berichtet, die Ursache für die
intermittierenden Dysästhesien im Bereich der rechten oberen Extremität sei eine
Kompromittierung der Wurzel C7 bei degenerativen HWS-Veränderungen, u.a. eine
mediorechtslaterale und teils foraminale Diskushernie C6/C7 sowie kleine
Spondylophyten mit mittelgradiger rechtsforaminaler Stenose. Aktuell bestehe lediglich
eine radikuläre Reizsymptomatik C7. Eine neurologische Ausfallsymptomatik sei nicht
fassbar (IV-act. 194). Dr. D._ ergänzte die bisher bekannten Diagnosen mit
wiederholten depressiven Reaktionen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der
Versicherte werde aktuell psychosomatisch begleitet, da die Gesamtsituation sehr
belastend sei (IV-act. 198). Dr. med. K._, Neurochirurgie FMH, berichtete am 15.
Januar 2013, dass beim Versicherten eine der im Jahre 2010 eingesetzten
Bandscheibenprothesen (L5/S1) eingebrochen sei. Bislang habe der Versicherte eine
Spondylodese L5/S1 abgelehnt. In seiner bisherigen Tätigkeit als Maler sei er zu 100%
und in einer körperlich leichten, rückengerechten Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig (IV-
act. 201, vgl. auch ärztliches Zeugnis vom 22. August 2013, IV-act. 217 S. 36). Dr. med.
L._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FHM,
gab am 28. Januar 2013 an, die Schulterproblematik des Versicherten habe sich hin zu
einer mässig hypotrophen AC-Arthrose mit einer ödematösen Kapselschwellung
entwickelt. Zudem habe die Dysästhesie in allen Fingern deutlich zugenommen (IV-act.
202).
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B.b Im Rahmen der von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären
Untersuchung durch die Ärztliche Begutachtungsinstitut Basel GmbH (nachfolgend
ABI) konnte Prof. Dr. med. M._, Allgemeine Medizin FMH, im entsprechenden
Gutachten vom 28. November 2013 aus allgemeininternistischer Sicht keine Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten angeben. Auch Dr. med. N._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, konnte aus der Sicht seines Fachgebiets keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellen. Er führte vielmehr aus, dass von einer
gewissen Symptomausweitung ausgegangen werden müsse, wenn sich die beklagten
Schmerzen aus somatischer Sicht nicht objektivieren lassen sollten. Dr. O._,
Neurologie FMH, gab als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein LWS-
Syndrom (ICD-10 M54.4) bei Zustand nach Drei-Etagen Bandscheibenersatz 08/10 an.
Aufgrund dieser Diagnose seien rückenbelastende Tätigkeiten nicht mehr möglich, was
jedoch vor allem rheumatologischerseits zu beurteilen sei. Für alle übrigen Tätigkeiten
bestehe aus neurologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus rheumatologischer
Sicht gab Dr. med. P._, Rheumatologie FMH, folgende Diagnosen an:
Psoriasisarthritis mit vorwiegendem Befall beider Hände (ICD-10 M07.3), chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.4), chronische
Schulterschmerzen rechts (ICD-10 M75.4) mit/bei aktivierter AC-Arthrose und Tenditis
der Subscapularissehne, aktivierter AC-Arthrose und leichtgradiger
Ansatztendinopathie der Supraspinatussehne und beginnende Coxarthrose rechts bei
femoro-acetabulärem Impingement mit Labrumläsion und Os acetabuli (ICD-10 M16.3).
Er erklärte, die körperliche Belastbarkeit des Versicherten sei aus rheumatologischer
Sicht insbesondere betreffend die Wirbelsäule und die Hände deutlich vermindert.
Daneben bestehe höchstens eine mässiggradig eingeschränkte Belastbarkeit der
rechten Schulter und des rechten Beines. Eine Tätigkeit als Maler und andere
körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten mit starker und mittelstarker
Rückenbelastung seien dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich
leichte Tätigkeit bestehe ein eingeschränktes Belastungsprofil. Insbesondere sei die
Möglichkeit zu Wechselpositionen nötig, beide Hände dürften nur leicht belastet
werden und Arbeiten über Brusthöhe sowie monoton-repetitive Haltungen oder
Bewegungen dürften nicht vorkommen. Aufgrund des Vorliegens einer Psoriasis-
Arthritis sowie angesichts der labilen Situation im Bereich der Lendenwirbelsäule sei
der Versicherte in einer solchen adaptierten Tätigkeit seit Herbst 2011 zwar
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vollschichtig, jedoch mit einer Einschränkung von 30% arbeitsfähig. Als Hausmann mit
teilweise mittelschwerer körperlicher Belastung, jedoch mit der Möglichkeit zur
selbstständigen Arbeitseinteilung und regelmässigen Pausen, liege eine Einschränkung
von 20% vor (IV-act. 212, 217).
B.c Mit einem Vorbescheid stellte die IV-Stelle dem Versicherten am 17. Januar 2014
die Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht. Sie begründete dies damit, dass der
Versicherte gemäss dem ABI-Gutachten in einer angepassten Tätigkeit zu 70%
arbeitsfähig sei. Da es ihm ohne gesundheitliche Einschränkungen möglich wäre, auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Fr. 61'776.-- zu verdienen, und da er trotz seiner
reduzierten Leistungsfähigkeit als Hilfsarbeiter Fr. 43'243.-- erwirtschaften könne,
resultiere ein Invaliditätsgrad von 30% (IV-act. 222). Am 17. Februar 2014 liess der
Versicherte den Arbeitsvertrag seiner letzten Anstellung bei der C._ AG einreichen,
gemäss welchem er während der Probezeit monatlich Fr. 6'500.-- verdient hatte (IV-
act. 223). In seinem Einwand vom 18. Februar 2014 liess er beanstanden, dass die IV-
Stelle ihm ein zu niedriges Valideneinkommen und ein zu hohes Invalideneinkommen
angerechnet habe. Er habe zuletzt bei der C._ AG einen Jahreslohn von Fr. 84'000.--
brutto gehabt, womit sich unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein
Valideneinkommen von über Fr. 90'000.-- ergebe. Die IV-Stelle selbst habe ihm im
Vorbescheid vom 6. Januar 2010 ein Valideneinkommen von Fr. 87'569.-- und das
Versicherungsgericht im Entscheid vom 21. August 2011 unter Berücksichtigung eines
tieferen letzten Lohns ein Valideneinkommen von Fr. 82'220.-- angerechnet. Das neu
von der IV-Stelle angerechnete Valideneinkommen sei selbst unter Berücksichtigung
der Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik
(nachfolgend LSE) zu niedrig, da er mit seinen Berufs- und Fachkenntnissen im
Baugewerbe Fr. 70'889.-- verdienen könnte. In Bezug auf sein Invalideneinkommen sei
festzuhalten, dass aufgrund der Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen und
der geringen Flexibilität infolge der vorliegenden Gesundheitsbeschwerden von einem
Lohnnachteil von mindestens 20% auszugehen sei, da es nicht denkbar sei, dass ein
derart eingeschränkter Mann wie er ohne Lohneinbusse eine Stelle finden könne. Da
also sein Valideneinkommen Fr. 90'000.-- und sein Invalideneinkommen Fr. 33'794.--
betrügen, ergebe sich ein IV-Grad von 62%. Er habe somit einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente (IV-act. 224).
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B.d Daraufhin nahm die IV-Stelle einen neuen Einkommensvergleich vor. Sie stellte
einem Valideneinkommen von Fr. 84'980.-- ein Invalideneinkommen von Fr. 52'137.--
(70% von Fr. 74'482.-- [LSE, Privater Sektor, Niveau 3], keine Abzüge) gegenüber und
ermittelte so einen IV-Grad von 38,65% (IV-act. 226). Zudem erklärte Q._ vom RAD
am 9. Mai 2014, dem Versicherten sei es aufgrund seiner Fachkenntnisse möglich, in
einem kleinen Farben-Fachgeschäft zu arbeiten, wo er vermehrt sitzen, Kunden
telefonisch beraten, Offerten schreiben und Bestellung machen könne. Eine andere
Möglichkeit sei eine Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter für ein grösseres
Unternehmen im Bereich Farben und Lacke mit der Hauptaufgabe des Vertriebs dieser
Produkte an diverse Malergeschäfte (IV-act. 229). Am 13. Mai 2014 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass sie ergänzende Abklärungen durchgeführt sowie einen
neuen Einkommensvergleich erstellt habe und dennoch am bisherigen Entscheid
festhalten werde (IV-act. 230). Die mit diesem Schreiben aufgezeigte Möglichkeit einer
zweiten Stellungnahme nutzte der Versicherte, indem er am 22. Mai 2014 ergänzend
festhalten liess, dass nach wie vor nicht ersichtlich sei, weshalb bei der Bestimmung
des Valideneinkommens nicht auf den letzten verdienten Lohn abgestellt werde,
obwohl die Voraussetzungen dafür erfüllt seien. Auch die Berechnung der
Nominallohnentwicklung sei nicht nachvollziehbar. Weiter sei nicht erkennbar, weshalb
die IV-Stelle von dem im Vorbescheid berücksichtigten Invalideneinkommen von Fr.
43'112.-- abweiche, obwohl dieses mit jenem im Entscheid des Versicherungsgerichts
vom 24. August 2011 berechneten Invalideneinkommen beinahe übereinstimme. Er
könne weder in einem kleinen Farbenladen noch im Grossmarkt arbeiten, da er auch
als Angestellter schwer heben müsste, was er nur bedingt könne, und da er anfallende
Büroarbeiten mangels einer entsprechenden Ausbildung nicht oder nur eingeschränkt
verrichten könnte. Auch ein Aussendiensteinsatz sei nicht möglich, da er nur kurzzeitig
Autofahren könne und zwischendurch immer wieder liegen müsse. Bei einem
zusätzlichen "Leidensabzug" von mindestens 10% ergebe sich - ausgehend vom
Invalideneinkommen der IV-Stelle im Vorbescheid - ein Invalideneinkommen von Fr.
34'489.84 (IV-act. 231).
B.e Mit der Verfügung vom 28. Mai 2014 (IV-act. 232) wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren des Versicherten ab. Zu dessen Einwand führte sie aus, dass mit
der 70%igen Arbeitsfähigkeit sämtliche Einschränkungen berücksichtigt seien, sodass
ein "Leidensabzug" nicht gerechtfertigt sei. Auch ein Teilzeitabzug komme nicht in
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Frage, da die Arbeitskraft vollschichtig verwertbar sei. Das vom Versicherungsgericht
im Urteil vom 24. August 2011 berücksichtigte Valideneinkommen habe der Versicherte
gemäss seinem Auszug aus dem individuellen Konto nie erzielt, auf das Jahr 2011
aufgerechnet würde es jedoch Fr. 84'980.-- betragen. Da der Versicherte über eine
Ausbildung sowie Fachkenntnisse und Berufserfahrung verfüge und teilweise auch
selbstständig erwerbend gewesen sei, stehe ihm ein breites Feld von möglichen
Tätigkeiten im Anforderungsniveau 3 offen. Er könne daher ein Invalideneinkommen
von Fr. 52'137.-- erzielen. Da selbst eine Gegenüberstellung dieser beiden Einkommen
keinen rentenrelevanten IV-Grad ergebe, sei am bisherigen Entscheid festzuhalten.
C.
C.a In seiner am 27. Juni 2014 (act. G 1) dagegen erhobenen Beschwerde liess der
Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente seit
dem 8. Mai 2013 beantragen. Zur Begründung liess er in Ergänzung zu seinen
bisherigen Schreiben ausführen, dass die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin)
nach der Korrektur des Valideneinkommens von Fr. 61'776.-- auf Fr. 84'980.-- völlig
grundlos auch das Invalideneinkommen von Fr. 43'243.-- auf Fr. 52'137.-- erhöht habe.
Es sei nicht ersichtlich, weshalb er innerhalb von vier Monaten über 20% mehr solle
verdienen können. Weiter ergebe sich für ihn ein Lohnnachteil von mindestens 20%.
Seine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mit leichter Belastung der
Hände, ohne Arbeiten in Brusthöhe und ohne monoton repetitive Haltungen oder
Bewegungen bei erhöhtem Pausenbedarf setze ihm enge Grenzen, die selbst auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur noch realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten
zuliessen. Zusätzlich sei aufgrund der nicht vollschichtig verwertbaren Arbeitsfähigkeit
ein "Leidensabzug" von mindestens 5% vorzunehmen.
C.b Darauf entgegnete die Beschwerdegegnerin am 20. August 2014 (act. G 4), sie sei
aufgrund der Tatsache, dass das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer keine
IV-Rente zugesprochen habe, nicht an das entsprechende Urteil gebunden. Im Jahr
2006 hätte der Beschwerdeführer Fr. 74'570.-- verdient, sodass ihm dieses
Valideneinkommen anzurechnen sei. Da der Beschwerdeführer von April 1987 bis März
2005 als Maler, ab April 2005 als Chauffeur und ab Juli 2005 bis September 2006 als
Bauleiter gearbeitet habe und somit über vielfältige berufliche Erfahrungen (u.a. in einer
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Vorgesetztenfunktion) verfüge, sei es gerechtfertigt, das Invalideneinkommen gestützt
auf den Durchschnitt der Anforderungsniveaus 4 und 3 zu bestimmen. Gemäss den
Tabellenlöhnen 2006 ergebe sich bei einer 41,7 Stundenwoche ein durchschnittliches
Erwerbseinkommen von jährlich Fr. 64'677.--. Dem Beschwerdeführer stünden im
Bereich der Hilfsarbeiten eine Vielzahl von Stellen offen, insbesondere könne er leichte
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und
leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung vornehmen. Bei einem
Invalideneinkommen von Fr. 45'274.-- (Fr. 64'677.-- x 0,7) ergebe sich ein IV-Grad von
39%.
C.c In seiner Replik vom 8. September 2014 (act. G 6) liess der Beschwerdeführer
ergänzend festhalten, dass die Beschwerdegegnerin nunmehr drei verschiedene
Einkommensvergleiche vorgenommen habe. Die sich daraus ergebenden
Schwankungen der Validen- und Invalideneinkommen sowie des IV-Grades liessen sich
nicht erklären und erweckten den Anschein, als verändere die Beschwerdegegnerin die
Werte je nach Bedarf, um einen rentenrelevanten IV-Grad umgehen zu können.
C.d Nach Abschluss des Schriftenwechsels liess der Beschwerdeführer am 8.
Dezember 2014 ein Schreiben von Dr. K._ vom 25. November 2014 einreichen, in
welchem dieser festgehalten hatte, dass das Kontroll-Röntgen wie auch das MRI einen
Hinweis für eine segmentale Instabilität mit einer vermehrten linkskonvexen
skoliotischen Fehlhaltung im Stehen im Vergleich zum Liegen gezeigt hätten. Dazu
bestehe eine spondylarthrotisch bedingte mässige Spinalkanaleinengung, L3/L4 evtl.
auch L4/L5 bei St. n. Prothesenimplantation L3-S1, rudimentären Bandscheiben S1/S2
und Osteochondrose L1/L2 nur minimal L2/L3. Bei diesem Befund werde zur
längerfristigen Schmerzlinderung eine Aufrichtespondylodese mind. zwischen L3 und S
1, evtl. mit Einbezug der Segmente L1/L2 und L2/L3 im Sinne einer Hybrid-Stabilisation
mit Peek, vorgeschlagen (act. G 9).
C.e Am 28. April 2015 liess der Beschwerdeführer einen ärztlichen Kurzbericht von Dr.
med. R._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, einreichen. Darin hatte Dr. R._
festgehalten, der Beschwerdeführer leide neben den massiven somatischen
Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule unter einer rezidivierenden depressiven
Episode, gegenwärtig mittelgradig und sei daher aus psychischer sowie aus physischer
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Sicht sowohl in seiner angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100%
arbeitsunfähig (act. G 11).
C.f In einem Verlaufsbericht vom 10. Oktober 2015 hatte Dr. R._ aufgeführt, der
Beschwerdeführer befinde sich seit April 2015 aufgrund einer starken inneren Unruhe
mit Gereiztheit und Anspannung, die zu nie dagewesenen Konfliktsituationen im
familiären Umfeld geführt hätten, in fachärztlicher Behandlung. Aufgrund der hohen
Therapiemotivation habe sich in Bezug auf die Familiensituation eine deutliche und
nachhaltige Besserung gezeigt. Im Zuge der ungünstigen Entwicklung der somatischen
Erkrankungen des Beschwerdeführers sei es jedoch im Verlauf der letzten Jahre bis
dato zu einer chronisch-depressiven Erkrankung mit stellenweise schweren Phasen
(ICD-10 F33.1 bis F 33.2) gekommen. Darüber hinaus bestehe der Verdacht einer
andauernden Persönlichkeitsveränderung aufgrund dieser Leidensgeschichte. Infolge
der vorliegenden Erkrankung des Beschwerdeführers liege aktuell aus psychiatrischer
Sicht keine Arbeitsfähigkeit vor und es sei davon auszugehen, dass diese auch
dauerhaft zu einer sehr eingeschränkten Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers
führen werde (act. G 13).
C.g Am 24. Februar 2017 hielt Dr. R._ in einem weiteren ärztlichen Verlaufsbericht
fest, dass innerhalb der letzten zwei Jahre aus rein psychiatrischer Sicht ein
ausreichend kompensiertes Zustandsbild habe erzielt werden können. Vor
Behandlungsbeginn und auch während der ersten Phase der Behandlung sei es bei
dem Beschwerdeführer zu schweren psychischen Verhaltensstörungen gekommen.
Gegenüber den früheren (hauptsächlich somatischen) Beschwerden sei es zu einer
deutlichen Zustandsverschlechterung gekommen, weshalb bis dato eine intensive
psychiatrische Behandlung erforderlich sei. Aktuell hätten diverse Beschwerden im
Rahmen einer dualen antidepressiven Medikation stabilisiert werden können. Mit
derselben Medikation sei auch erstmals eine längerfristige leichte, aber nachhaltige
Zustandsbesserung eingetreten. Neben der depressiven Diagnose (zwischenzeitlich
mittelgradig bis schwer) bestünden beim Beschwerdeführer sowohl eine Legasthenie
als auch eine Rechenschwäche. Beides belaste den Beschwerdeführer zusätzlich und
schränke die Möglichkeiten einer Umschulung aus körperlichen Arbeitsbereichen zu
diversen Bürotätigkeiten stark ein bzw. verunmögliche diese. Mit der Hausarbeit und
der Organisation des Familienhaushaltes sei der Beschwerdeführer bereits
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vollumfänglich ausgefüllt, er könne diese Arbeiten gerade noch ausreichend erledigen.
Insgesamt bestehe ein sehr chronifiziertes Zustandsbild (act. G 17).
C.h Der Beschwerdeführer liess am 2. Mai 2017 einen Bericht von Dr. K._ vom 24.
April 2017 einreichen, in welchem dieser bekannt gegeben hatte, dass der
Beschwerdeführer wegen einer erneut gebrochenen Schraube auf der Höhe L5
abermals am Rücken habe operiert werden müssen. Weiter hatte Dr. K._ ausgeführt,
die neurochirurgische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei mit 50% in einer
leichten bis mittelschweren Tätigkeit offenbar zu hoch eingeschätzt worden. Um
weitere Operationen resp. weitere Schraubenbrüche zu vermeiden, werde empfohlen,
von einer Teilarbeitsfähigkeit von 20-30% auszugehen (act. G 19.1).

Erwägungen
1.
1.1 Ist ein Rentengesuch wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades abgewiesen
worden, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise
geändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Da es sich beim Invaliditätsgrad nicht um ein
Sachverhaltselement, sondern um das Ergebnis einer Rechtsanwendung handelt, kann
er nicht direkt glaubhaft gemacht werden. Die Glaubhaftmachung einer relevanten
Veränderung muss sich deshalb - entgegen dem Wortlaut der genannten Bestimmung
- auf jene Sachverhaltselemente beziehen, die für die Invaliditätsbemessung relevant
sind. Die glaubhaft gemachte Veränderung eines solchen Sachverhaltselements muss
so erheblich sein, dass mit der Entstehung eines anspruchsbegründenden
Invaliditätsgrades zu rechnen ist, falls sich die Veränderung in einem anschliessenden
umfassenden Verwaltungsverfahren nachweisen lassen sollte. Die in Art. 87 Abs. 3 IVV
aufgestellte "Prüfungs-" bzw. Eintretenshürde ist also u.a. dann überwunden, wenn die
sich neu anmeldende versicherte Person glaubhaft machen kann, dass sich ihr
Gesundheitszustand verschlechtert hat und dass damit ihr Arbeitsunfähigkeitsgrad in
einem erheblichen Ausmass angestiegen ist. Da das Beweismass nur im
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Glaubhaftmachen besteht, muss es genügen, wenn die Indizien auf den Eintritt einer
solchen Verschlechterung des Gesundheitszustandes hindeuten.
1.2 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer Arztzeugnisse eingereicht, laut
denen bei ihm neu eine Psoriasis-Arthritis sowie eine mediorechtsseitige und teils
foraminale Diskushernie C6/C7 rechts mit/bei Kompromittierung C7 rechts im
foraminalen Verlauf festgestellt worden waren (IV-act. 192, 194). Zudem hatte der
Versicherte im November 2011 Antidepressiva eingenommen, womit ein Verdacht auf
eine Depression bestand (IV-act. 193). Damit war eine Veränderung der Arbeitsfähigkeit
glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht auf das
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers eingetreten (IV-act. 207).
2.
2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), zu dem
Einkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen).
3.
3.1 Um das Invalideneinkommen und damit den Invaliditätsgrad ermitteln zu können,
muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
begutachtenden Ärzte des ABI vom 28. November 2013 gestützt, die aufgrund der
rheumatologischen Befundlage von einer Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten Tätigkeit von 70% ausgegangen sind. Dr. P._ hatte im ABI-
Gutachten angegeben, dass es im Vergleich zu der früheren Begutachtung der Klinik
H._ im Dezember 2009 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers gekommen sei, indem nun in einer adaptierten körperlich leichten
Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen, mit lediglich leichten Belastungen
der Hände, ohne Arbeiten über Brusthöhe, ohne monoton-repetitiven Haltungen oder
Bewegungen aufgrund des Vorliegens einer Psoriasis-Arthritis sowie angesichts der
labilen Situation im Lendenwirbelsäulenbereich eine Einschränkung von 30% vorliege
(IV-act. 217). Dr. K._ war hingegen am 15. Januar 2013 aufgrund der linksseitigen
Lumboischialgien mit einer vermehrten skoliotischen Fehlhaltung infolge eines
Einbruchs der Deckplatte der Prothese auf Höhe L5/S1 von einer 50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer leichten, rückengerechten Tätigkeit ausgegangen (IV-act. 201
S. 5 f.). Diese Einschätzung hatte er am 22. August 2013 bestätigt und dabei
angegeben, dass sich ein Facettengelenksyndrom entwickelt habe. Der
Beschwerdeführer benötige immer wieder Infiltrationen und aufgrund seiner Arthritis
auch Steroide (IV-act. 217 S. 36). Diesbezüglich hatte Dr. P._ im Gutachten jedoch
festgehalten, dass sich bei der klinischen Untersuchung keine hochgradig
pathologischen Befunde gezeigt hätten, womit eine Einschränkung von 50% in einer
adaptierten Tätigkeit nicht nachvollziehbar sei (IV-act. 217). Dem ist unter
Berücksichtigung des im ABI-Gutachten festgehaltenen, eher unauffälligen
rheumatologischen und neurologischen Status zu folgen. Allerdings kann auch auf die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. P._ im ABI-Gutachten nicht abgestellt werden.
Dr. P._ hatte zwar zunächst plausibel dargelegt, dass der Beschwerdeführer
aufgrund des Vorliegens lumbospondylogener Beschwerden, chronischer
Schulterschmerzen, einer Psoriasis-Arthritis und einer beginnenden Coxarthrose nur
einer adaptierten körperlich leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit zu
Wechselpositionen, mit lediglich leichten Belastungen der Hände, ohne Arbeiten über
Brusthöhe und ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen nachgehen
könne. Weiter hatte Dr. P._ jedoch festgehalten, in einer an diese gesundheitlichen
Einschränkungen angepassten leichten körperlichen Tätigkeit bestehe aufgrund der
vorliegenden Psoriasis-Arthritis und der labilen Situation im Bereich der
Lendenwirbelsäule eine zu 30% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Abgesehen davon,
dass die Lendenwirbelsäulenproblematik bereits bei der Umschreibung der adaptierten
Tätigkeit Berücksichtigung gefunden hatte, bestehen insbesondere deshalb Zweifel an
dieser Einschätzung, weil Dr. P._ dem Beschwerdeführer in einer Tätigkeit als
Hausmann mit teilweise sogar mittelstarker körperlicher Belastung lediglich eine
20%ige Einschränkung zugestanden hatte. Es leuchtet zwar ein, dass die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Tätigkeit als Hausmann durch die
Möglichkeit der selbstständigen Einteilung des Pensums und der Pausen positiv
beeinflusst wird. Dennoch handelt es sich bei der Arbeit im Haushalt um eine teilweise
mittelschwere, nicht dem Belastungsprofil des Beschwerdeführers entsprechende und
ihn somit körperlich überfordernde Tätigkeit (z.B. Staubsaugen -> monoton-repetitiv,
Staubwischen -> z.T. über Schulterhöhe). Dass der Beschwerdeführer als Hausmann
einzig aufgrund der freien Pensen- und Pauseneinteilung leistungsfähiger sein soll als
in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit, die er ganztags mit vermehrtem
Pausenbedarf ausüben würde, ist daher nicht nachvollziehbar. Schliesslich müsste der
ursprüngliche Arbeitsunfähigkeitsgrad als Hausmann aufgrund der zu bewältigenden,
teilweise nicht leidensangepassten Aufgaben deutlich unter jenem in einer adaptierten
Tätigkeit liegen, sodass unter Berücksichtigung der genannten
leistungsbegünstigenden Faktoren allenfalls ein identischer, nicht jedoch ein geringerer
Einschränkungsgrad resultieren dürfte. Aufgrund dieser Unstimmigkeiten ist der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers weder in einer Tätigkeit als Hausmann
noch in einer adaptieren Tätigkeit mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Die Beschwerdegegnerin hat die
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Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers demnach erneut und insbesondere genügend
begründet abklären zu lassen.
4.
Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass eine versicherte Person
gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG unter anderem erst dann einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen hat
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können. Sollten die Abklärungen der
Beschwerdegegnerin also ergeben, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, müssten alle zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen gescheitert sein, bevor die Beschwerdegegnerin
überhaupt einen Einkommensvergleich und eine Rentenprüfung vornehmen könnte.
Schliesslich würde es sich dann nicht wie bisher um den blossen Anspruch auf eine
berufliche Eingliederung handeln, sondern um die dem Grundsatz "Ein¬gliederung vor
Rente" entsprechende Pflicht zur beruflichen Eingliederung, die gestützt auf Art. 21
Abs. 4 ATSG durchgesetzt werden kann. Im Rahmen der im Jahr 2008 durchgeführten
BEFAS-Abklärung sind konkrete Eingliederungsmassnahmen empfohlen worden (IV-
act. 102 S. 11 f.). Da der Beschwerdeführer jedoch während der Berufsberatungsphase
darauf beharrt hat, für alle Arten von Erwerbstätigkeiten voll arbeitsunfähig zu sein, und
da er an keinen weiteren beruflichen Abklärungen mehr hat teilnehmen wollen, ist die
berufliche Eingliederung nicht weiter geprüft worden (vgl. IV-act. 119, 120). Somit steht
bislang nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer
beruflich nicht mehr eingegliedert werden könnte. Da davon ausgegangen werden
müsste, dass der Beschwerdeführer noch 15 Jahre im Berufsleben vor sich hat (IV-act.
1) und aufgrund seiner Berufserfahrung auch in der Lage ist, intellektuell
anspruchsvollere Tätigkeiten zu übernehmen, hätte die Beschwerdegegnerin unter
Berücksichtigung aller Umstände (insbesondere der gegenwärtigen gesundheitlichen
Situation des Beschwerdeführers, vgl. auch act. G 9.1, 11, 13.1, 19.1) die Möglichkeit
einer beruflichen Eingliederung zu prüfen. Nur wenn sich ergeben sollte, dass der
Beschwerdeführer nicht eingliederungs- bzw. umschulungsfähig ist, wäre sein
Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen. Andernfalls müsste sich der
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Beschwerdeführer einer geeigneten Umschulung unterziehen. Erst im Anschluss daran
wäre erneut ein Rentenanspruch zu prüfen.
5.
5.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Sachverhalt in Bezug auf den
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers als unvollständig abgeklärt erweist. Die
angefochtene Verfügung vom 28. Mai 2014 ist daher in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens
im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
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