Decision ID: 92cabc74-5abe-48ae-ba6a-907c7571d146
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958,
wurde am 1
4.
Dezember 1998 mittels bila
teraler
Laminektomie
im Bereich
L
2
, teilweiser
Laminektomie
in den Be
reichen
L1
und
L3
,
intraduraler
Exploration und makros
k
opisch totaler Resektion eines
intraduralen
Tumors auf Höhe L2 behandelt, wobei die Histologie
in der Folge
ein frische
s Hämatom und keinen Tumor ergab
.
Anschliessend litt sie
am 1
4.
Dezember 1998
unter einer
intradural
en
Hämorrhagie, welche eine komplette
Paraplegie ab Niveau L1 zur Folge hatte (
Urk.
8/40/4,
Urk.
8/58/5 und Urk
. 8/66/1)
.
I
m
Februar 2020 ersuchte die Versicherte
die Invalidenversicherung um Über
nah
me der Kosten baulicher Massnahmen an ihrem Wohnort
(
Urk.
8/293;
Urk.
8/295
)
.
Mit ihrem Gesuch reichte
sie bei
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
e
in Protokoll der individuellen Abklärung
ihrer
W
ohnsituation des Zentrums Y._, Z._
, vom
7.
Januar 2020 (
Urk.
8/
294/1-10) ein. Die IV-Stelle holte bei der
A._
,
B._
,
eine fachtechnische Beurteilung
vom
8.
Mai
2020
(
Urk.
8/313/1-5) ein
. Mit Mitteilungen vom
2.
Juni 2020 sprach
sie
der Versicher
ten Kostenbeiträge für eine Rampe bei
der
Hauseingangstüre (inklusive Anpas
sung des Türflügels) im Betrag von
Fr.
1'880.10 (
Urk.
8
/
320) und für eine Rampe
beim
Ausgang
zum
Gartensitzplatz im Betrag von
Fr.
845.45 (Urk. 8/321) zu. Mit Mitteilung vom 2
9.
Juli 2020 (
Urk.
8/332) sprach
sie
der Versicherten einen Kos
tenbeitrag für bauliche Anpassungen in der Küche im Betrag von
Fr.
10'391.35 zu.
1.2
Nach
Erlass des Vorbescheids vom
2.
Juni 2020 (
Urk.
8/322)
sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 2
9.
Juli 2020 (
Urk.
8/333)
einen Kostenbei
trag
für bauliche
Anpassungen
im
Badezimmer
ihrer Wohnung
im Betrag von
Fr.
24’77
0.75
zu und verneinte
einen Anspruch
der Versicherten
auf
Übernahme der Kosten der
durch das
Y._
ausgeführten
Bauleitung
im Betrag von
Fr.
5'606.6
0.
Am 1
3.
August 2020 (
Urk.
8/335) ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 2
9.
Juli 2020,
da ihr keine Gelegenheit zu einer ergänzenden Stellungnahme zu ihrem Einwand auf den Vorbescheid vom
2.
Juni 2020 beziehungsweise zur Begründung ihres Einwandes gewährt worden sei, obwohl sie am
2.
Juli 2020
(
Urk.
8/
326
/1)
darum ersucht habe. In der Folge hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
August 2020 (Urk. 8/337) ihre Verfügung vom 2
9.
Juli 2020 wiedererwägungsweise auf.
1.3
Die IV-Stelle holte bei der
A._
eine ergänzende fachtechnische Beurteilung vom
6.
November 2020
(
Urk.
8/341)
ein
und
sprach
der Versicherten mit Verfügung vom
9.
November 2020 (
Urk.
8/354 =
Urk.
2)
einen Kostenbeitrag für die bereits
durchgeführten
bauliche
n
Anpassungen
im Badezimmer ihrer
Wohnung im Be
trag von
Fr.
26'302.80
zu
und verneinte
erneut
einen Anspruch der Versicherten auf Übernahme der Kosten der Bauleitung durch das
Y._
im Betrag von
Fr.
5'606.60
.
2.
Gegen die Verfügung vom
9.
November 2020
(
Urk.
2) erhob die Versicherte am
1
1.
Dezember 2020
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
diese
sei
insoweit
auf
zuheben
, als dass darin ihr Anspruch auf Übernahme des Bauleitungshonorars im Betrag von
Fr.
5'606.60 verneint
worden sei
, und es sei die IV-Stelle zu verpflich
ten,
die
Kosten
der Bauleitung bei den baulichen Anpassungen im Badezimmer
im Betrag von
Fr.
5'606.60
zu
übernehmen
(S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort
vom
2
6.
Januar 2021 (
Urk.
7
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerd
eführerin
am
1.
Februar 2021 Kenntnis gegeben
wurde
(
Urk.
9
).
Mit Eingabe vom 1
6.
Februar 2021 (
Urk.
10) reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme des
Y._
vom 1
5.
Dezember
2020
ein
(
Urk.
11/4), wovon der Beschwerdegegnerin am 2
4.
Februar 2021 Kenn
t
nis gegeben wurde (
Urk.
13). Mit Eingabe vom
8.
März 2021 (
Urk.
15) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme, was der Beschwerdeführerin am 1
9.
März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 3
0’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einz
elrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
, GSVGer, in der ab 1.
Juni 2020 geltenden Fas
sung
).
1.2
Gemäss
Art.
21 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste An
spruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invali
di
tät für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit
Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versicherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Weg
fall der Anspruchsvoraussetzungen
weiter verwenden
darf (Abs. 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vor
schriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) an das Eidgenössische Departe
men
t des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfs
mitteln
durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufgeführter Hilfsmittel
liste
erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgaben
bereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
Die im HVI-Anhang enthaltene Liste ist insofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfsmittel
kate
gorien aufzählt (
Art.
21 IVG; vgl.
Art.
2
Abs.
1 HVI; BGE 131 V 9 E. 3.4.2; BGE 140 V 538 E. 4.1).
1.3
Der Anspruch auf Hilfsmittel gemäss
Art.
21
Abs.
1 IVG und
Art.
2
Abs.
2 HVI besteht gemäss
Art.
8
Abs.
2 IVG unabhängig von der Möglichkeit einer Einglie
derung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich. Er setzt keine Verbesse
rung des Invaliditätsgrades voraus und auch der Bezug einer ganzen Invaliden
rente schliesst den Anspruch auf Hilfsmittel nicht aus (BGE 117 V 271 mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 215 E. 2bb)
.
1.4
Der Anspruch auf Hilfsmittel fü
r die Selbstsorge wird in
Ziff.
14 HVI-Anhang geregelt.
Ziff.
14.04
HVI-
An
hang
nennt unter dem Titel «
i
nvaliditätsbedingte baul
iche Änderungen in der Wohnung»
abschliessend (
Urteil des Bundesgerichts 9C_114/2012 vom 1
2.
März 2012 E. 2.2;
SVR 1999 IV Nr. 27 S. 84 E. 3a)
die
folgenden baulichen Massnahmen:
Anpassen von Bade-, Dusch- und WC-Räu
men an die Invalidität, Versetzen oder Entfernen von Trennwänden, Verbreitern oder
Auswechseln von Wohnungs- und Haustüren, Anbringen von Haltestangen, Hand
läufen, Zusatzgriffen sowie Wohnungs- und Haustüröffnern, Entfernen von Tür
schwellen oder Erstellen von Schwellenrampen, Installation von Signalanlagen
für hochgradig Schwerhörige, Gehörlose und Taubblinde, wobei der Höchstbetrag für Signalanlagen
Fr.
1'300.-- beträgt (inklusive Mehrwertsteuer).
1.
5
Bei baulichen Änderungen in der Wohnung oder im Eigenheim oder bei Neu
bauten ist überdies zu beachten, dass nur die eindeutig und einzeln umschrie
be
nen baulichen Anpassungen einer Leistungszusprechung zugänglich sind. Wegen des abschliessenden Charakters dieser Kategorie der Hilfsmittel können aber keine Beiträge an die allgemeinen Mehrkosten aus der Erstellung eines rollstuhl
gän
gigen Hauses gewährt werden (BGE 127 V 121 E. 2b; nicht in
BGE 144 V 319
publizierte E. 2.2 des Urteils des Bundesgerichts 9C_904/2017 vom
5.
September 2018; Urteil des Bundesgerichts 9C_832/2007 vom
8.
September 2008 E. 4).
1.6
Gemäss
Art.
2
Abs.
3 HVI
erstreckt sich
der Anspruch
auch auf das invalidi
täts
bedingt notwendige Zubehör und die invaliditätsbedingten Anpassungen
. Ge
mäss
Abs.
4
dieser Bestimmung
besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung und die versicherte Person hat die durch eine andere Ausführung bedingte zusätzlichen Kosten selbst zu tragen
(Satz 1). Wenn in der Liste in HVI-Anhang für ein Hilfsmittel keines der In
str
u
mente der Preisfestsetzung, welche gemäss
Art.
21
quater
IVG vorgesehen sind
, ge
nannt werden, so werden die effektiven Kosten des Hilfsmittels vergütet
(Satz 2).
1.7
Gemäss der
Ziff.
2161 des
Kreisschreiben
s
des
Bundesamtes für Sozialversi
cherungen (
BSV
)
über die Abgabe von Hilfsmitteln d
urch die Invalidenver
siche
rung (KHMI)
,
Fassung vom
1.
Januar 2020 (w
ww.bsv.adm
in.ch/vollzug),
ist
vor
jeder Planung eine Vorabklärung no
twendig, wobei
Bauleitungsh
onorare
in der Regel nicht von der Invalidenversicherung
zu übernehmen sind
. Während der Planungsphase
ist
die vom BSV bezeichnete Abklärungsstelle (Rz 3010) mit
einer Abklärung zu beauftragen, wobei
darauf zu achten
ist
, dass
den
über
Art.
74 IVG mitfinanzierten Organisationen keine Leistungen doppelt vergütet werden.
Die folgenden
Kriterien
sprechen für eine ausnahmsweise Übernahme der Kosten der Bauleitung
:
-
erhebliche
Eingriffe in die Bausubstanz
(lit. a)
-
Anpassungen in bereits fertig geplanten Neubauten
(lit. b)
-
Anpassungen mit Baueingabepflicht (
zum Beispiel
Aussen
t
reppenlifte
; lit. c
)
-
komplexe Bauverhältnisse (lit. d)
-
die Koordination der baulichen Anpassungen
ist
der
versicherten Person
behinderungsbedingt (
zum Beispiel
Minderintelligenz) oder umstände
halber (
zum Beispiel
Spital-
oder
Rehaaufenthalt
) nicht zumutbar
und
weder ein Angehöriger noch eine Drittperson
können diese Aufgaben
übernehmen
(lit. e)
.
1.8
Gemäss Rz 3010
KHMI
handelt es sich bei der vom
BSV bezeichnete
n
Ab
klärungsstelle
gemäss Rz 2
1
61
KHMI
um die
A._
, welche
auf Anfrage der IV-Stelle
insbesondere fachtechnische Beurteilungen für bauliche Massnahmen (inklu
sive Nasszellenanpassungen) du
rchführt
.
Gemäss den Angaben auf der Homepage des
BSV
(
www.bsv.admin.ch/
bsv
/de/
home
/
finanzhilfen
/invalidenhilfe.html
) handel
t es sich bei der Vereinigung C._
um eine Organisation der privaten Behindertenhilfe gemäss
Art.
74 IVG, welcher von der Invalidenversicherung Finanzhilfen zur Förderung der sozialen Eingliederung Behinderter mit dem Ziel, ihnen eine möglichst selbst
bestimmte und selbstverantwortliche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, gewährt wurden.
1.9
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
1.10
Gemäss Rz 2162
KHMI
sei die
Aufzählung in
Ziff.
14.04 HVI abschliessend (
Urteil
des Bundesgerichts I 133/06 vom 1
5.
März
2007). In neu zu erstellenden Eigen
heimen könn
t
en unter
Ziff.
14.04 HVI
indes
nur Haltestangen,
Handläufe, Zu
satzgriffe und Signalanlagen bewilligt we
rden.
Gemäss der
Recht
spre
chung (BGE
146 V 233
E. 4.2.2
)
ist
Rz 2162
KHMI
insofern nicht gesetzeskonform, als sie die
Beteiligung der Invalidenversicherung beim Bau neuer Eigenheime von vorn
he
re
in auf die Installation von Haltestangen, Handläufen, Zusatzgrif
fen und Signal
an
lagen beschränk
t
. Vielmehr
ist
im Einzelfall zu klären, ob die beantragte Leistung in
Ziff.
14.04 Anhang HVI aufgeführt
ist
.
Ist
dies der Fall,
m
u
ss
geprüft werden, ob die betreffenden baulichen Änderungen von vornherein in die Planung einbezogen und ohne zusätzliche Kosten hätten umgesetzt werden können.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
9.
November 2020 davon aus, dass die Beschwerdeführerin während des Umbaus ihrer Woh
nung diese nicht
habe benützen können
, da das Badezimmer und die Küche nicht zugänglich gewesen seien
. W
ährend der Zeit des Umbaus
ihre Wohnung habe sich die Beschwerdeführerin
in einer Übergangswohnung in
D._
aufgehal
ten und sich nicht
in Spitalpflege befunden
. Da
die
Schwester
der Be
schwer
deführerin
, welche ungefähr dreihundert Meter
von der Wohnung der Beschwer
deführerin
entfernt wohne,
die Umbauarbeiten
mit den Handwerkern vor Ort hätte besprechen können, und da eine Koordination dieser Arbeiten auch ohne Fachwissen möglich sei, seien die Voraussetzung zur Übernahme von Honoraren beziehungsweise
der
Kosten der Bauleitung
für den Umbau des Badezimmers
nicht erfüllt (
Urk.
2 S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass
sie sich während des Umbaus ihrer Wohnung vorübergehend in einer Übergangswohnung in
D._
aufge
halten habe, und dass es ihr während des Umbaus
ihrer Wohnung
nicht möglich gewesen sei, mit dem Rollstuhl in ihre Wohnung zu gelangen.
Sodann habe es die
Beschwerdegegnerin
unterlassen, ihr während der Zeit des
Umbaus
mitzu
teilen
, dass sie
von einer Zumutbarkeit einer Übernahme der Bauleitung durch
ihre Schwester
ausgehe
. Zudem wäre ihre Schwester gar nicht in der Lage ge
wesen, die Bauleitung zu übernehmen. Denn
sie habe
nicht mit der Beschwerde
führerin zusammengewohnt
und sei
während der Zeit des Umbaus erwerbstätig gewesen
. A
us zeitlichen Gründen
wäre ihr die Ausübung der Aufgabe der
Bau
leitung
nicht möglich gewesen
. Des Weiteren habe ihre Schwester über keine
notwendigen Fachkenntnisse oder Erfahrungen verfügt,
welche sie befähigt hätte
n
,
die
Aufgaben einer
Bauleitung
auszuüben
. Der
Beizug
einer Fachperson für die Bauleitung sei daher unumgänglich gewesen, weshalb ein Anspruch auf Über
nahme des Bauleitungshonorars
(für den Umbau des Badezimmers)
ausgewiesen sei (
Urk.
1 S. 4).
2.3
Im Streite steht daher der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Übernahme der Kosten der durch das
Y._
tatsächlich ausgeübten Bauleitung beim
Umbau
ihres
Badezimmers
im Betrag von
Fr.
5’606.60 (
Rechnung des
Y._
vom 2
3.
Oktober 2020
;
Urk. 8/342/4).
3.
3.1
Beim Bauleitungshonorar beziehungsweise bei den Kosten der Bauleitung, welche im Rahmen von i
nvaliditätsbedingte
n
bauliche
n
Änderungen in
einer
Wohnung
entstehen
, handelt es sich nicht um eine
der
in
Ziff.
14.04 An
hang HVI
abschlies
send
genannten baulichen
Massnahmen
(vorstehend E.
1.4
).
Gemäss
Ziff.
2161
KHMI
sind
Bauleitungshonorare in der Regel
denn auch
nicht von der Inva
lidenversicherung zu übernehmen
. Ausnahmsweise
seien jedoch
Bauleitungs
honorare, welche für die
in
Ziff.
14.04 Anhang HVI
genannten baulichen Mass
nah
men erforderlich sind,
zu übernehmen
,
wenn
es sich um
solche bei
erheb
liche
n
Eingriffen in die Bausubstanz
,
bei
Anpassungen in bereits fertig geplanten Neubauten
,
bei
baulichen Massnahmen
für welche eine
Baueingabepflicht
besteht
(zum Beispiel
bei
Aussentreppenlifte
n
)
oder bei
besonderes komplexe
n
Bauver
hältnisse
n
handelt,
oder wenn die
Koordination der baulichen Anpassungen der versicherten Person behinderungsbedingt nicht zumutbar ist und
wenn
weder ein Angehö
riger noch eine Drittperson die Bauleitung
übernehmen können.
3.2
Es ist davon auszugehen, dass es sich bei
Ziff.
2161 KHMI
(vorstehend E. 1.7)
um
eine überzeugende Konkretis
ierung der rechtlichen Vorgaben handelt, weshalb nicht ohne triftige
n Grund
davon abzuweichen ist
(vorstehend E. 1.9)
.
3.3
Bei den Akten befindet sich ein Protokoll der individuellen Abklärung der Wohn
situation des
Y._
(
Urk.
8/294), welches anlässlich der Abklärung am Wohnort der Beschwerdeführerin vom
7.
Januar 2020 erstellt wurde (
Urk.
8/294). Darin führte das
Y._
aus, dass
das
Transferieren vom Rollstuhl auf die Toilette für
die Beschwerdeführerin in ihrem
bestehenden Badezimmer
nur schwer möglich sei. Sodann behindere die
Bedienstange für den
Lavabostöp
sel
unter dem Lavabo
ein
Unterfahren
des Lavabos
mit dem Rollstuhl
. Die
Beschwerdeführerin
werde
i
n Zukunft einen Duschrollstuhl ohne Griffe benü
tzen.
Um der Beschwerdeführerin die Benü
tzung eines Duschrollstuhls und eine möglichst hohe Selbst
ändigkeit zu ermöglichen,
seien die
folgende
n
baulichen
Massnahmen
angezeigt
:
-
Ausbau
der
bestehend
en Badewanne und
Entfernen
aller Wand- und Bodenplatten
-
Demontage
des bestehenden
Lavabo
s, des
Spiegelschrank
es, der beste
henden
Stützgriffe bei
m
WC
und des bestehenden Radiators
-
Einbau einer bodenebenen Dusche
ohne Sitz sowie einer n
eue
n Gleit
stange, welche als
Stützgriff
dienen soll
-
Einbau n
eue
r
rutschfeste
r
Bodenplatten
mit einem
Gefällsbruch
zu neuem Ab
lauf hin
-
Montage
eines neuen
Handtuchradiator
s
-
Montage
eines neuen
Waschtisch
es mit Ablagefläche
-
Montage
eines neuen
Spiegelschrank
es mir tiefliegender Steckdose
-
Montage einer h
öhenverstellbare
n
WC-Erhöhung auf
dem
best
ehenden
WC
-
Montage
eines neuen
Winkelgriff
es
links und
eines
Stützgriff
es r
echts
der
Toilette
(S. 6).
Für die notwendigen baulichen Anpassungen sei der
Beizug
eines Architekten
oder Baufachmannes zu empfehlen, da die verschiedenen Arbeiten von einer Fac
h
person koordiniert und
da
die fachgerechte Ausführung der Anpassungen
durch eine solche Fachperson
kontrolliert werden müssten
. Die
Beschwerdeführerin und ihre Angehörigen
seien
wegen fehlender Fachkenntnisse und umständehalber nicht in der Lage, die Planungs- und Bauleitungsaufgaben selbst wahrzunehmen (S. 8).
3.4
Die
A._
ging in ihrer fachtechnischen Beurteilung vom
8.
Mai
2020 (Urk. 8/313/1-5) davon aus, dass der
Transfer auf das Badewannenbrett für die
Beschwerdeführerin
immer schwieriger
werde, und dass eine
akute Sturzgefahr
bestehe
. Auf
G
rund der starken Osteoporose
, unter welcher die Beschwerde
füh
rerin leide,
sei der
Umbau der Badewanne zu einer schwellenfreien Dusche nach
zu
vollziehen
, wobei ein passender Duschroll
stuhl zum selbst Antreiben bereits vorhanden
sei
. Das b
estehende Lavabo könne vo
n
der Beschwerdeführerin
mit dem Rollstuhl nicht unterfahren werden. Aus diesem Grund
müsse dieses ersetzt werden, wobei
auch die Armatur de
s Lavabos er
setzt werden
müsse. Da de
r Spiegelschrank
auf Grund der tiefen Sitzposition im Roll
stuhl zu hoch
sei, werde ein
zwischen Lavabo
und Spiegelschrank eingepasster
Spiegel
empfohlen (S. 3)
.
Geplant
sei,
die Toilette zu versetzen, um den Transfer für die
Beschwerdeführerin
zu optimieren. Deshalb
müsse
auch die Position des Lavabos verändert
werden. Die
s
e
baulichen Änderungen stell
t
en eine bestmög
liche Anpassung
dar und
seien i
nvaliditätsbedingt nicht
erforderlich
. Die Toilettenkeramik sowie das Lavabo müss
ten n
icht zwingend versetzt werden. Ebenfalls invaliditätsbedingt nicht not
wendig
sei
der Austausch des bestehenden Spiegelschrankes sowie des Heizkör
pers.
Vielmehr sei die Montage
ein
es
Wandspie
gels zwischen Lavabo und Spiegel
schrank
angemessen. Da der Eigentümer der Liegenschaft
sodann
auf ein
en
Rückbau verzichte
, sei der Ersatz
sämtliche
r
Keramikplatten am Boden und
an
den Wänden
nachzuvollziehen
(S. 4)
.
3.5
In der fachtechnischen Beurteilung vom
6.
November 2020 (
Urk.
8/341) führte die
A._
aus, dass der Umbau der Wohnung der Beschwerdeführerin zwischen
zeitlich wie geplant ausgeführt worden sei. Die ausgeführten Anpassungen seien vor Ort mit der Beschwerdeführerin und ihrer Schwester besprochen worden. Die Beschwerdeführerin benötige gemäss ihren Angaben für den Transfer auf das WC seitlich viel Raum, um den Rollstuhl im richtigen Winkel zu positionieren (S. 1). Bei der von der
A._
(mit der
fachtechnisc
hen Beurteilung vom
8.
Mai 2020) empfohlenen Variante sei ein seitlicher Transfer gemäss den Angaben der Be
schwerdeführerin nicht möglich, da dort das Lavabo im Weg wäre. Mit der nun gewählten Anpassung müsse sie sich weniger drehen und könne
sich besser an
den Haltegriffen
festhalten
.
Auf Grund der Schilderungen der Beschwerdeführerin und dem Augenschein der Transfersituation seien die Angaben
der Beschwer
de
führerin
nach
zu
vollziehen.
Zudem sei davon auszugehen, dass
sich der
g
esund
hei
t
liche Zus
t
and
der Beschwerdeführerin in Zukunft verschlechtern werde. Falls sie in Zukunft allenfalls
für den Transfer
eine Hilfsperson benötigen werde, müsse
genügend Platz beim WC
vorhanden sein.
Aus diesen Gründen
sei ein
Versetzen des WC und
des Lavabos angebracht (S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin sei alleinstehend und habe während des Umbaus ihre Wohnung nicht benützen kön
n
en, da weder das Badezimmer noch die Küche zu
gänglich gewesen seien. Aus diesem Gr
u
nd sei sie
vorübergehend
in eine Über
gangswohnung bei ihrem Arbeitgeber in
D._
gezogen. Dabei
habe es
sich nicht um
einen Spitalaufent
halt
gehandelt
.
Es sei davon auszugehen, dass die Schwester der Beschwerdeführerin, welche bei der Besprechung vor Ort anwesend gewesen sei, und welche lediglich ungefähr 300 Meter
von der Wohnung
der Beschwerdeführerin
entfernt
wohne, während des Umbaus jederzeit
mit den Handwerkern vor Ort die Arbeiten
hätte
besprechen können. Dies
habe auch die Beschwerdeführerin, welche die Hilfe ihrer Schwester oft in Anspruch nehme,
bestätigt
.
Sie
habe jedoch die Ansicht vertreten,
dass die Ausübung der Baulei
tung durch ihre Schwester und
deren
Ehegatte
n
auf Grund fehlenden Fachwissens schwierig gewesen wäre.
Die
Koordination von Handwerkern
sei aber
auch ohne Fachwissen möglich
.
Das Fachwissen sei bei den Handwerkern vorhanden. Die
Voraussetzungen für eine
Übernahme
der Bauleitungsh
onorar
e durch die Invali
den
versicherung
seien
nicht erfüllt
(S. 3).
3.6
Nach Gesagtem steht fest, dass die durchgeführten baulichen Anpassungen im Badezimmer der Beschwerdeführerin den Ausbau der Badewanne,
die Entfernung
der Wand- und Bodenplatten,
des
Lavabos, des Spiegelschrankes, der beste
hen
den
Stützgriffe beim WC und des Radiators
, das Versetzen des WC und des Lava
bos sowie den Einbau einer bodenebenen Dusche,
einer Gleitstange
, von
rutsch
festen Bodenplatten
, eines
Handtuchradiators
, eines
Waschtisches
und eines
Spie
gel
schrankes
umfasste (vorstehend E.
3.
3
und E. 3.4
). Dabei handelt es
sich weder
um erhebliche Eingriffe
in die Bausubstanz
,
noch
um
Anpassungen in bereits fertig geplanten Neubauten
oder
um
Massnahmen
mit einer
Baueingabepflicht
oder
um besonderes komplexe Bauverhältnisse
(
vgl.
vorstehend E.
1.
7
).
Demzu
folge sind
diesbezüglich
die in
Ziff.
2161
KHMI
lit. a-d
aufgeführten Voraus
setzungen
für
eine
ausnahmsweise Übernahme von Bauleitungshonoraren durch die Invalidenversicherung
bei den
durchgeführten baulichen Anpassungen im Badezimmer der Wohnung der Beschwerdeführerin
n
icht erfüllt.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzung für eine
aus
nahmsweise Übernahme von Bauleitungshonoraren
von
Ziff.
2161
KHMI
lit.
e erfüllte. Da
bei
wird vorausgesetzt, dass
eine
Koordination der baulichen Anpas
sun
gen
de
r
versicherte
n
Person
behinderungsbedingt oder umständehalber
nicht
möglich ist
, und dass auch Angehörige
oder
Dri
ttpersonen diese Aufgabe
n
nicht übernehmen können.
4.2
Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
die
Koordination der baulichen Anpassungen
im
Badezimmer nicht durchführen konnte, weil sie
be
hinderungsbedingt
mit ihrem Rollstuhl keinen Zugang zum Badezimmer hatte.
4.3
Gemäss der Beurteilung durch die
A._
vom
6.
November
2020 (vorstehend E.
3.
5) wäre es einerseits der Schwester der Beschwerdeführerin zuzumuten ge
wesen, die für den Umbau des Badezimmers notwendigen Arbeiten mit den Hand
werkern vor Ort zu besprechen und zu koordinieren, wobei
andererseits
das
(hier
für)
nötige Fachwissen bei den Handwerkern vorhanden
gewesen
sei.
Mithin wurde
sinngemäss geltend gemacht, dass eine Koordination der erforderlichen Arbeiten beim Umbau des Badezimmers auch durch die beteiligten Handwerker selbst mög
lich gewesen wäre. Dies erscheint
angesichts der vorliegend nicht besonders komplexen Bauverhältnisse (vgl. vorstehend E. 3.6)
nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Es kann damit davon ausgegangen werden, dass die involvierten Spezialisten in der Lage gewesen wären, die für den Umbau des Badezimmers der Beschwerdeführerin erforderlichen Arbeiten zu koordinieren und auszuführen, ohne dass eine externe Bauleitung dafür zwingend erforderlich gewesen wäre.
4.4
Nicht abgestellt werden kann vorliegend a
uf die gegenteilige
Beurteilu
ng durch das
Y._
vom Januar 2020
(vorstehend E.
3.3
). Denn das
Y._
, welches bereits
bei
der Abklärung vor Ort und
bei
der
Erstellung des Protokolls vom
7.
Januar 2020
(
Urk.
8/294) als Offerentin für die streitigen Leistungen der Bauleitung auftrat und
anschliessend die Bauleitung tatsächlich
selbst
ausführte
(vgl. Bauabrech
nung des
Y._
vom 2
3.
Oktober 2020
S. 4;
Urk.
8/342/4)
,
kann
daher
nicht als unab
hängig und neutral gelten (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_607/2020 E.
4), weshalb in Bezug auf die Frage nach der Notwendigkeit einer Bauleitung durch eine externe Fachperson auf dessen Beurteilung vom
7.
Januar 2020 nicht abge
stellt werden kann.
Zudem gilt es vorliegend zu beachten, dass es sich beim
Y._
beziehungsweise
der Vereinigung C._
um eine Organisation der privaten Behindertenhilfe gemäss
Art.
74 IVG
handelt
, welcher von der Inva
lidenversicherung Finanzhilfen
gewährt wurde
n
(vorstehend E.
1.8
)
. In Bezug auf
das
Y._
gilt es deshalb zusätzlich zu vermeiden, dass Leistungen doppelt vergütet werden (vgl.
Ziff.
2161 KHMI
)
.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt, ob
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
9.
November 2020 (
Urk.
2 S. 4) zu Recht davon ausging, dass die in unmittelbarer Nähe wohnende Schwester der Beschwerdeführerin
mit den Handwerkern vor Ort die Umbauarbeiten
im Badezimmer
hätte besprechen
und
die Bauleitung hätte übernehmen können. Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, dass ihr
dies
die
Beschwerdegegnerin
während des Umbaus
nicht mitgeteilt
habe
, und dass
ihre
Schwester
während der Zeit des Umbaus erwerbstätig gewesen
sei
, weshalb
ihr die Übernahme der Bauleitung
aus zeitlichen Gründen nicht möglich gewesen sei.
Zudem habe sie nicht über die für eine Bauleitung erforderlichen
Fachkenntnisse oder Erfahrungen verfügt
(
Urk.
1).
5
.2
Gemäss der Rechtsprechung ist die Schadenminderungspflicht als allgemeiner
Grundsatz des Sozialversicherungsrechts bei der Leistungsfestsetzung regel
mässig
und zwingend zu beachten (BGE 129 V 460 E. 4.2 und 117 V 394 E.
4b; Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2016 vom
4.
April 2017 E. 2.2). Danach hat die ver
sicherte Person nach Eintritt des Schadens alle ihr möglichen und zumutbaren Massnahmen zu treffen, um diesen zu mindern oder zu beheb
en (BGE 129 V 460 E. 4.2). Einer leistungsansprechenden versicherten Person
sind im Rahmen der Schadenminderungspflicht diejenigen Massnahmen zuzumuten, die ein ver
nün
f
ti
ger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Ent
schä
digung zu erwarten hätte (BGE 133 V 504 E. 4.2).
5
.
3
Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip ist die versicherte Person bei einer Verlet
zung der Schadenminderungspflicht grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte, was umgekehrt bedeutet, dass Leistungen, welche bei gesetzeskonformem Verhalten dennoch zu erbringen wären, nicht gekürzt oder verweigert werden können (Urteile des Bundesgerichts 9C_842/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E. 2.2 und 9C_429/2013 vom 2
3.
Oktober 2013 E. 3.2; SVR 2008 IV Nr. 7 S. 19, I 824/06 E. 3 und 4).
5
.4
Art.
21
Abs.
4 ATSG
bestimmt
, dass einer versicherten Person, welche sich einer
zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben entzieht oder wide
r
setzt, die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert wer
den
können, wobei
vorher Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchzuführen ist. Gemäss der Rechtsprechung
(Urteile des Bundesgerichts 9C_251/2019 vom
9.
Janu
ar 2020 E. 8.2 und 9C_179/2021 vom
8.
Juli 2021 E. 3.2)
ist
Art.
21
Abs.
4
ATSG auf die Ergänzungsleistungen
nicht anzuwenden. Denn
diese Bestimmung
beziehe
sich
lediglich
auf die Widersetzlichkeit gegenüber einer zumutbaren B
e
handlung oder Eingliederungsmassnahmen sowie auf mangelnde Selbsteinglie
derung (Urteil
des Bundesgerichts
9C_3
26/2012 vom
2.
Juli 2012 E.
4.2;
BGE 133 V 511 E. 4.2).
Die
Anrechnung
eines
Verzichtseinkommen
s
gemäss
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
b
esch
lage
indes weder die Behandlung noch die Eingliederung, sondern
sei
ein gesetzlich vorgesehenes Element der Ergänzungsleistungs
bemessung. Dere
n
Leistungen
bezweckten
die Deckung des Existenzbedarfs (Urteil
des Bundesge
richts
9C_717/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E.
7.1).
Einer
Anwendung von
Art.
21
Abs.
4 ATSG au
f die Ergänzungsleistungen fehle
somit ein sachlicher Zusa
mmen
hang.
Gleiches
muss
auch für die vorliegend im Streite stehende Frage nach der Anrechnung einer Mitwirkung von Angehörigen oder Drittpersonen bei der Bauleitung im Rahmen von baulichen A
npassungen gelten.
5
.5
Demzufolge ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass der
Schwester der
Beschwerdeführerin die Übernahme der Bauleitung
h
ätte zugemutet
werden könne
n
, und dass sie diesbezüglich von der Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
absah
.
Die Frage nach der Möglichkeit einer Übernahme der Bauleitung durch
die Schwester der Beschwer
deführerin, durch weitere
Angehörige oder Drittpersonen
braucht
vorliegend indes
nicht abschliessend geklärt zu
werden. Denn, wie bereits erwähnt (vorste
hend E.
4.3
),
ist ang
esichts der Beurteilung der A._
vom
6.
November 2020 und der konkreten Verhältnisse davon auszugehen, dass die involvierten Handwerker auch ohne externe Bauleitung in der Lage gewesen wären, den Umbau des Badezimmers zu planen und die dabei erforderlichen Arbeiten zu koordinieren und auszuführen
. Zudem ist nicht ersichtlich, weshalb die in der Nähe wohnende Schwester nicht in der Lage hätte sein sollen, die Umbaumassnahmen zumindest zu überwachen.
Die
Beschwerdeführerin war daher
gehalten
, in Nachachtung der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht
(vorstehend E.
5.2
)
von einer externen Bauleitung abzusehen und die beteiligten Handwerker mit der Koordination der für den Umbau des Badezimmers erforderlichen Aufgaben zu
beauftragen.
6
.
Nach Gesagtem
sind
die Voraussetzungen für eine Übernahme der Kosten der Bauleitung
bei den
baulichen Anpassungen im Badezimmer der Beschwerde
führerin
vorliegend nicht erfüllt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- fest
zusetzen und der unter
lie
genden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.