Decision ID: 15e26038-092e-404a-88e7-e2d36e1f95e1
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
Y._
arbeitete ab
dem 1. Dezember 1996 als La
ger
mitar
beiterin bei
Z._
und war infolgedessen bei der
X._
vor
sorgeversichert (Urk.
2/
2/2), als sie am 28. Mai 1999 einen Unfall erlitt und sich dabei Verletzungen am rechten Fuss zuzog (vgl. Urk.
2/
2/17 S. 2). Während der Unfallversicherer, die Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Zü
rich),
die Taggeldleistungen rückwirkend per 31. März 2002 einstellte, für die so
ma
ti
schen Unfallfolgen vorab ei
nen Invaliditätsgr
ad von 20 % ab 1. April 2002 er
mittel
te (Verfügung vom 12. Februar 2003, Urk.
2/2/9), den Invaliditäts
grad an
läss
lich des Einspracheverfahrens auf 34 % erhöhte, ansonsten aber an seiner Ver
fügung festh
ielt (Einspracheent
scheid vom 3. Juni 2003, vgl. Urk.
2/
2/18 S. 4),
sprach die Sozialversicheru
ngsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
Y._
mit Verfügung vom 21. Januar 2003 respektive Ein
spracheentscheid vom
6. Juni 2003 eine ganze Rente vom 1. Mai 2000 bis zum 31. Oktober 2001 und her
n
ach eine halbe Rente der Invali
denversicherung (IV) zu (vgl. Urk.
2/
2/17 S.
2)
.
1.2
Mit Schreiben vom 29. Januar 2003 (Urk.
2/
2/6) anerkannte die
X._
ihre (grundsätzliche) Leistungspflicht für eine Invalidenrente von 100 % rück
wirkend ab 1. Mai 2000 sowie von 50 % ab 1. November
2001, wies aber gleich
zeitig da
rauf hin, die Frage einer allfälligen Überversicherung sei noch zu
prüfen. Von der Versicherten darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie gegen den Ent
scheid der IV-Stelle sowie des Unfallversicherers Beschwerde erhoben habe (Schrei
ben vom 21. Februar 2003, Urk.
2/
2/8), erstellte die
X._
ge
stützt auf die damals vorhandenen A
kten am 19. März 2003 eine Überversi
cherungs
rechnung (Urk.
2/
2/10). Diese
ergab, dass – unter der Voraus
setzung fehlenden Resterwerbs beziehungsweis
e fehlender Arbeitslosenentschä
digung – ab 1. November 2002 keine Überversicherung mehr bestand und
Y._
ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine Invalidenrente d
er
X._
habe
. Am 24. März 2003 erklärte sich die Versicherte bereit, von der Pensions
kasse zu viel erbrachte Leistungen zurückzuvergüten, sollte sich nach Vorliegen der Entscheide in Sachen
IV beziehungsweise Zürich erge
ben, dass diese Renten zusammen mit der Leistung der Pensionskasse 100 % des zuletzt gültigen Jah
reslohnes gemäss Reglement übersteigen (Urk.
2/
2/13). In der Folge richtete die
X._
am 30. Juni 2004 rückwirkend ab 1. November 2002 Ren
ten
leistungen aus (Urk.
2/
2/15).
1.3
Nachdem das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die gegen die Ent
scheide der IV respektive der Zürich erhobenen Beschwerden (vgl. Urk.
2/2/17
S. 2-3
) mit Urteil vom 31. August 2004 (IV.2003.00217, Urk.
2/
2/17; UV.2003.00153, Urk. 2
/2
/18) in dem Sinne gutgehei
ssen hatte, als es die Streit
sachen zu ergänzen
den medizinischen Abklärungen zurückwies,
Y._
darauf die
X._
am 14. September 2004 (Urk.
2/2/19) vergeblich um zusätzliche Vorleistun
gen ersucht hatte (Urk.
2/
2/20) un
d im unfallversi
che
rungs
r
echtlichen Verfahren eine interdiszipli
näre Begutachtung veranlasst und durchgeführt worden war, der sich die IV-Stelle angeschlossen hatte, sprach die IV-Stelle
Y._
mit Verfügung vom 2. September 2005 ab 1. November
2001 eine ganze und ab 1. September 2005 eine halbe Invaliden
rente
zu. Die hier
gegen erhobene Ein
sprache hiess die IV-Stelle teilweise gut und richtete bis Ende Mai 2006 eine ganze, hernach ab 1. Juni 2006 eine halbe Rente aus (vgl.
Urk.
2/
2/24 S.
3). Gestützt auf die Verfügungen der IV vom 5. und 11. Dezem
ber
2006 sowie vom 11. Oktober 2007 (Urk.
2/
2/28-30) er
stellte die
X._
am 10. März 2008 (Urk.
2/
2/42) eine Überversi
cherungsberechnung ab
1. No
vember 2002, die – abgeänderte sozialversiche
rungs
rechtliche Verfügun
gen
ausdrücklich vorbehalten – unter Berücksichti
gung der bis am 29. Februar 200
8 von der
X._
ef
fektiv er
brachten Leistungen eine Differenz von
Fr. 8'044.10 zugunsten
Y._
ergab. Dabei wies die
X._
namentlich auf die Ver
pflichtung der Versicherten hin, allfällig z
u viel er
brachte
Leistungen zu
rückzuerstatten (Urk.
2/
2/42 S. 6).
Zwischenzeitlich war im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ein Streit über
die Frage entbrannt, wer für die Folgen der Diskushernien, welche im Herbst 2005
Anlass für eine Hospitalisation von
Y._
gegeben hatten (vgl.
Urk.
2/2/25 S.
3), aufzu
kommen habe. Mit Verfügung vom 3. März 2006 ver
nein
te die Zürich eine diesbezügliche Leistungspflicht, woran sie – nach er
folgloser
Aufforderung der Versicherten, sich einer Begutachtung zu unterzie
hen – mit Ein
spracheentscheid vom 22. Novem
ber 2006 (Urk.
2/2/25 S. 3/4) fest
hielt. So
wohl gegen diesen Entscheid als auch gegen den Einspracheent
scheid der IV-
Stelle erhob die Versicherte erneut Be
schwerde. Dabei wies das Sozial
versiche
rungs
gericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 23. September 2008 (IV.2007.00145, Urk.
2/
2/24) die Beschwerde im IV-Verfahren, soweit es darauf
ein
trat, ab, während es im unfallversicherungsre
chtlichen Verfahren die Be
schwer
de
teilweise guthiess, die Sache zu weiteren Abklärungen betreffend die Diskushernien zurück-, die Beschwerde i
m Übrigen abwies und den Unfall
ver
si
cherer aufforderte, ohne Verzögerung über den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente als Folge des Unfalles vom 28. Mai 1999 zu verfügen (Urteil vom 23. September 2008, UV.2007.0091, Urk.
2/2/25). Nachdem schliess
lich der Unfallversicherer mit Verfügung vom 26. Nov
ember 2008 (Urk. 2/34) den Inva
liditätsgrad auf 57 % festgesetzt – Rentenleistungen waren bereits ab 1. Juli 2005 erbracht worden (vgl. Urk.
2/
2/34 S. 1; vgl. auch Urk.
2/2/33) –, den Inte
gri
tätsschaden mit 20 % be
ziffert und in Anwe
ndung von Art. 20 Abs. 2 des
Un
fallversiche
rungsgesetzes (UVG) die Ausrichtung einer ordentlichen Re
nte in Höhe von Fr. 1'969.-- mo
natlich als rechtens bezeichnet und
Y._
der
X._
mit
geteilt hatte, die ent
sprechenden Entscheide zu akzep
tie
ren (Schreiben vom 12. Januar 2009, Urk.
2/
2/26), nahm die
X._
gestützt auf die zwi
schenzeitlich in Rechtskraft er
wachsenen Verfügungen der IV,
die Verfügung der Zürich vom 26. November 2008 und deren Schreiben vom 25. Ok
tober 2006 (Urk.
2/
2/33) am
5. Juni 2009 eine definitive Be
rechnung be
treffend Überversicherung vor (Urk.
2/
2/27). Dabe
i ergab sich unter Berück
sich
ti
gung der von der
X._
bis zum
31. Mai 2009 effek
tiv erbrach
ten
Leistun
gen eine Überversicherung im Umfang von insgesamt Fr
. 56'592.90, wes
halb die Renten
zahlungen aus beruflicher Vorsorge ab Juni 2009 eingestellt und
der Betrag in Höhe von Fr.
56'592.90 von
Y._
zu
rückgefordert wurd
e (Urk.
2/
2/27 S. 7). Nachdem die Versicherte mit Schreiben vom 6. Januar 2010 (Urk.
2/
2/35) auf die Einrede der Verjährung verzichtet, am 4. Februar 2010
(Urk.
2/
2/36) ein Erlassgesuch ge
stellt, am 18. Februar 2010 (Urk.
2/
2/38) die Frage der geset
zesmässigen Be
rechnung der Über
entschädigung aufgeworfen und
endlich die vergleichsweise Bezahlung eines Betrages von Fr. 10'000.-- per saldo
aller Ans
prüche in Aus
sicht gestellt hatte (Schreiben vom 5. Oktober 2010, Urk.
2/2/45), hielt die
X._
an ihrer Forde
rung auf Rücker
stattung von Fr. 56'592.90 fes
t und setzte den Betrag nach Ab
lauf der bis zum 31. Oktober 2010 angesetzten Frist (Brief vom 20. Oktober 2010, Urk.
2/
2/49) in
Betreibung (Zahlungsbefehl vom 8. November 2010, Urk. 2
/2
/50). Hiergegen lies
s die V
ersicherte Rechts
vorschlag erhe
ben.
2.
2.1
Mit Eingabe vom 21. März 2011 (Urk.
2/
1) erhob die
X._
Klage gegen
Y._
mit dem Rechtsbegehren, es sei die Beklagte zu verurtei
len, der Klägerin den Betrag von Fr. 56'592.90 nebst Zins zu 5 % ab Klageein
reichung zuzüglich der Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 100.-- zu bezahlen. Sodann sei in der Betreibung Nr.
O._
des Betreibungsamtes
A._
für den Betrag von Fr. 56'592.90 zuzüglich der Kosten des Zahlungsbefehls von
Fr. 100.-- der Rechtsvorschlag zu beseitigen und der
Klägerin die definitive Rechts
öffnung zu erteilen. Nachdem der Klägerin mit Verfügung vom 23. März 2011
(Urk.
2/
5) Frist zur rechtsgültigen Unterzeichnung ihrer Eingabe gesetzt worden war, legte diese am 29. März 2011 (Urk.
2/7) eine neu unterzeichnete Kla
ge
schrift (Urk.
2/
8) auf. Zur Klageantwort – und
irrtümlich zur Auflage der voll
ständigen Akten – aufgefordert (Verfügung vom 31. März 2011, Urk.
2/
9), liess die Beklagte am 5. April 2011 (Urk.
2/
11) um Er
gänzung der Akten durch die Klä
gerin und um Abnahme der Frist zur Erstattung der Klageantwort nach
suchen. Nachdem das Gericht (Verfügung vom 12. April 2011, Urk.
2/
12) die
sem
Ersuchen nicht stattgegeben hatte, schloss die Beklagte – nach Frister
stre
ckung am 23. Mai 2011 (Urk.
2/
14) und Gewährung einer Notfrist am 14. Juni 2011 (Urk.
2/
15) war eine weitere Fristerstreckung nicht bewilligt worden (Urk.
2/
17) – am 22. Juni 2011 (Urk.
2/18) auf Nichtein
treten, eventualiter auf Abweisung
der Klage. Sodann erhob sie Wi
derklage mit den Re
chtsbegehren, es sei festzu
stel
len, dass die Widerklägerin Anspruch auf eine Erwerbsunfähig
keitsrente habe
,
und es s
ei die Widerbeklagte zur Erbrin
gung der gesetzlichen Leistungen bzw. zur
Nachzahlung der ab Juni 2009 zu Unrecht
zurückbehalte
nen Rentenleistungen
zu verpflichten. Die nachzuzahlen
den Rentenleistungen seien mit 5 % zu ver
zin
sen (Urk.
2/
18 S. 2). Schliesslich seien ein
e Referenten
audienz und eine öffent
liche Gerichtsver
handlung durchzu
führen (Urk.
2/
18 S.
6). Mit Eingabe vom 22. September 2011 (Urk.
2/
24) hielt die Klägerin an
ihrem Klagebegehren fest und er
suchte als Widerbeklagte (im Folgend
en nur noch: Klägerin) um Ab
wei
sung der Widerklage. Am 28. Oktober 201
1 erneuerte die Beklagte und Wider
klägerin (fortan: Beklagte) ihre Anträge mit der Präzisie
rung, die Klägerin sei zur Erbringung der gesetzlichen Leis
tungen, beziehungs
weise zur Nachzahlung der grundsätzlich anerkannten,
aber ab Juni 2009 zu
rückbehaltenen Renten zu ver
pflichten (Urk.
2/28 S. 2). Unverän
dert hielt die Klägerin mit Eingabe vom 15. November 2011 (Urk.
2/32, Widerklageduplik) an ihren Anträ
gen fest, wo
von die Beklagte am 17. November 2011 (Urk.
2/33) in Kenntnis ge
setzt wurde.
2.2
Mit Verfügung vom 19. Januar 2012 (Urk.
2/
36) verp
flichtete das Gericht die Klä
ge
rin, den aufgelisteten Perioden folgend geeignete Urkunden aufzulegen, welche
die Zahlungen der provisor
ischen Rentenbetreffnisse beleg
ten. Zugleich wurden die Parteien unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht angehalten, all
fällige Ein
wendungen gegen die vom Gericht entsprechend den Akten aufgelis
teten Daten
("Eckdaten") substantiiert darzulegen. Mit Eingaben vom 10. Feb
ruar 2012 (Urk.
2/
38
unter Auflage detaillierter Bankauszüge, Urk.
2/
39/1-13) sowie vom 24. Februar 2012 (Urk.
2/
41) liess sich die Klägerin und mit Eingabe vom 23. März 2012 (Urk.
2/
43 unter Beilage einer Aufstellung der von d
er Be
klagten er
haltenen Rentenzahlungen, Urk.
2/44/1-4) die Beklagte verneh
men. Mit Ver
fü
gung vom 25. April 2012 (Urk.
2/
46) wurde den Parteien die Möglich
keit zur Stellungnahme eingeräumt, wovon die Klägerin am 14. Mai 2012 (Urk.
2/
48)
und die Beklagte am 18. Juni 2012 (Urk.
2/
50) Gebr
auch machten. Diese Stell
ung
nah
men wurden den Parteie
n zur Kenntnis gebracht (Mittei
lung vom 22. Jun
i 2012, Urk.
2/
52).
2.3
Mit Urteil vom 2
8.
August 2012 (
Urk.
2/53) hiess das Gericht die Klage teilweise gut, verpflichtete die Beklagte und Widerklägerin, der Klägerin und Widerbe
klagten den Betrag von
Fr.
54‘574.75 inklusive Zins von 5
%
ab 22. März 2011
zu bezahlen und wies im Mehrbetrag die Klage ab. Den Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr.
O._
des Betreibungsamtes
A._
hob das Gericht im Um
fang von
Fr.
54‘574.75 auf. Die Widerklage wies es ab.
Die hiergegen von
Y._
erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 3
0.
Januar 2013 (
Urk.
1) in dem Sinne gut, als es den Entscheid des
hiesigen Gerichts aufhob und dieses verpflichtete, eine öffentliche Ver
hand
lung durchzuführen und danach über die Klage und Widerklage neu zu ent
schei
den.
2.4
Am 2
8.
März 2013 (
Urk.
7) zeigte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
den Parteien
die Durchführung einer Hauptverhandlung am 2
8.
Mai 2013
an und räumte
ihnen
mit Verfügung vom 2
2.
April 2013 (
Urk.
11) die Ge
le
gen
heit ein, vorab zur Frage der Anrechnung von Anwaltskosten bei der Überent
schä
digungsberechnung Stellung zu nehmen. Während sich die Klägerin hierzu am
7.
Mai 2013 (
Urk.
15) verneh
men liess, stellte die Beklagte am 1
6.
Mai 2013 (
Urk.
17) „Ausführungen zum Recht“ für die Hauptverhandlung in Aussicht und
verwies auf
ein zwischenzeitlich durch die IV-Stelle an die Hand genommenes Re
visionsverfahren ab dem
1.
August 2008 (
Urk.
17 S. 2).
In der Folge zog das Gericht die Akten der Invalidenversicherung bei (
Urk.
21/1-352) und führte am 2
8.
Mai 2013
die
Hauptverhandlung durch
(Protokoll S. 2-11)
. Nachdem die Parteien anlässlich der Hauptverhandlung die Bereitschaft für Vergleichs
ge
spräche gezeigt,
sich
hinsichtlich des
Inhalt
s
eines Vergleichs aber nicht hatten
einig
werden
können, setzte das Gericht der Klägerin eine Frist von 14 Tagen, um
dem Gericht das Ergebnis der aussergerichtlichen Vergleichsge
spräche
anzu
zeigen
(Protokoll,
S. 9).
Nach zweimaliger Fristerstreckung zeigte die Klägerin am 1
5.
August 2013 (
Urk.
32 unter Beilage von
Urk.
33/1-10) das Scheitern
der
Vergleichsgespräche an, was der Beklagten mit Verfügung vom 2
1.
August 2013
(
Urk.
34) zur Kenntnis geb
racht wurde. Mit Eingabe vom 6.
September 2013
(
Urk.
37 unter Beilage von
Urk.
38/1-5) verzichtete die Be
klagte
im jetzigen Au
gen
blick
auf eine
Ergänzung bzw.
Stellungnahme, behielt sich eine solche je
doch für die Fortsetzung der Hauptverhandlung vor.
3.
Nachdem - wie vom Bundesgericht angeordnet - eine öffentliche Verhandlung am 2
8.
Mai 2013 durchgeführt worden ist und Vergleichsverhandlungen ge
schei
tert sind, erweist sich die Streitsache als spruchreif.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit entscheidrelevant, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Klägerin führte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen aus, in Kennt
nisnahme der damals laufenden sozialversicherungsrechtlichen Verfahren habe
sie gestützt auf ihre Vorleistungspflicht gemäss Art. 70 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und in Anwendung von Art. 23 des Reglements
X._
sowie nach Unterzeichnung der Verein
barung vom 24. März 2003, dass zu viel geleistete Zahlungen von der Beklagten zurückzuerstatten seien, rückwirkend ab 1. November 2002 Renten
leistungen erbracht (Urk.
2/
1 S.
3). Nach Vorliegen des rechtskräftigen Urteils in Sachen IV und der Verfügung des Unfallversicherers, welche die Beklagte zu akzeptieren bereit gewesen sei, habe die endgültige Berechnung gestützt auf Art. 23 des Reglements zu hohe Vorleistungen im Umfang von Fr. 56'592.90 ergeben. Die
ser Betrag sei mit Schreiben vom 5. Juni 2009 von der Beklagten eingefordert worden, welcher Verpflichtung die Beklagte trotz getroffener Ver
einbarung und Verjährungsverzicht bislang aber nicht nachgekommen sei. Das von der Be
klag
ten gestellte Erlassgesuch habe sodann keine Anhaltspunkte für das Vorlie
gen einer finanziellen Notlage ergeben (Urk.
2/
1 S. 5). Zur Widerklage führte die
Klägerin aus, der Leistungsanspruch der Beklagten sei grundsätzlich unbestrit
ten
(Urk.
2/
24 S. 2) und es lägen einzig zu viel bezogene Leistungen aufgrund nach
träglicher Änderungen im Streit (Urk.
2/
24 S. 3). Es sei völlig unzutreffend, dass
die Parteien die Berücksichtigung von Anwaltskosten vereinbart hätten. Dies wider
spräche sowohl den gesetzlichen als auch reglementarischen Grund
lagen und würde gegen das Gleichbehandlungsprinzip verstossen. Schliesslich ziele da
s
Vorbringen, die Klägerin habe mit Schreiben vom 10. März 2008 vor
behaltlos eine
Überentschädigung verneint, ins Leere, sage der Wortlaut des Briefes doch genau das Gegenteil aus. Und endlich sei das Verhalten der Be
klagten, welche trotz abgegebenem Verjährungsverzicht nun die Einrede der Verjährung erhebe, widersprüchlich (Urk.
2/
24 S. 4).
1.2
Demgegenüber liess die Beklagte insbesondere vorbringen, als Überentschädi
gungsgrenze seien 100 % des hypothetischen Bruttovalideneinkommens verein
bart und davon ausgegangen worden, dass die Beklagte nicht in der Lage sei, die
medizinisch-theoretisch festgestellte Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (Urk.
2/
18
S.
21). Zudem seien die Parteien übereingekommen, dass die tatsäch
lichen Auf
wand
positionen (anwaltschaftliche Vertretung [für die Zeit vom 3. April 2002 bis zum 25. August 2005 im Gesamtbetrag von Fr. 85'240.70, Urk.
2/
18 S. 38], un
gedeckte Heilungskosten) vom erzielten Ersatzeinkommen abzuziehen seien. Zu einer Gesamtbeurteilung sei es in der Folge jedoch nicht gekommen, da die
Klägerin eine Überentschädigung mit Schreiben vom 10. März 2008 vorbehalt
los
verneint habe (Urk.
2/
18 S. 22, 34; Urk.
2/
50 S. 5). In einer als Überschlags
rech
nung bezeichneten Annäherung errechnete die Be
klagte ein durchschnittliches
hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 53'000.-- (für die Jahre 1999 - 2009) und
erklärte, die Klägerin hätte darzutun, dass während dieser 10 Jahre Lohn
fort
zahlungsleistungen und Lohnersatzleistungen von mehr als Fr. 530'000.
--
er
bracht worden wären und ein allfälliger Über
schuss nicht durch die krank
heits
bedingten Kosten kompensiert würde (Urk.
2/
18 S. 34). Schliesslich brachte die Beklagte vor, die Ansprüche der Klä
gerin seien verjährt beziehungsweise hätten keinen Bestand mehr (Urk.
2/
18 S. 27). Im Übrigen sei auf die Klage mangels Substantiierung nicht einzutreten (Urk.
2/
18 S. 31). In Bezug auf die Widerklage liess die Beklagte ausführen, dass die Klägerin ihre grundsätzliche Leistungspflicht nach Massgabe der Renten
verfügung der IV zwar anerkenne (Urk.
2/
18 S. 39), aber unzulässigerweise Verrechnung geltend mache (Urk.
2/
18 S. 40).
2.
2.1
Aus übergangsrechtlicher Sicht sind mangels anderslautender Übergangsbestim
mungen diejenigen gesetzlichen Überentschädigungsregeln anwendbar, welche im Zeitpunkt, in dem sich die Überentschädigungsfrage stellt, Geltung haben. Es
sind somit diejenigen Normen, welche im Entstehungszeitpunkt des Leistungs
anspruchs gültig waren, nicht weiterhin unverändert anwendbar (vgl. Marc Hürzeler, in Handkommentar zum BVG und FZG, Schneider et al [Hrsg], Bern 2010
, Rz 51 zu
Art.
34
a
BVG mit Hinweis auf BGE 122 V 316 E. 3c S. 319, wo
nach im Falle einer Änderung des bisherigen Rechts auf dem Gebiete der Über
entschädigung grundsätzlich die neuen Bestimmungen Anwendung finden). Glei
ches gilt in Analogie dazu auch für Änderungen reglementarischer Über
ent
schädigungsregelungen (BGE 134 V 64 E. 2.3.1 S. 67).
2.2
2.2.1
Gemäss Art. 34
a
Abs. 2
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
las
senen- und Invalidenvorsorge,
BVG
,
(bis 31. Dezemb
er 2002: Art. 34 Abs. 2 BVG) er
lässt der Bundesrat Vorschriften zur Verhinderung ungerechtfer
tigter Vor
teile des Versicherten oder seiner Hinterlassenen beim Zusammentref
f
en mehre
rer Leistungen.
2.2.2
Gestützt auf diese Gesetzesbestimmung hat der Bundesrat unter anderem Art. 24 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali
denvorsorge (BVV 2) erlassen, wonach die Vorsorgeeinrichtung die Hinterlasse
nen- und Invalidenleistungen kürzen kann, soweit sie zusammen mit anderen
anrechenbaren Einkünften 90 Prozent des mutmasslich entgangenen Verdiens
te
s übersteigen (Abs. 1). Als anrechenbare Einkünfte gelten Le
istungen gleicher Art
und Zweck
bestimmung, die der anspruchsberechtigte
n Person aufgrund des schä
digen
den Ereignisses ausgerichtet werden, wie Renten oder Kapitalleistun
gen mit
ihrem Rentenumwandlungswert in- und ausländischer Sozialversiche
rungen und
Vorsorge
einrichtungen, mit Ausnahme von Hilflosenentschädigun
gen, Abfin
dung
en und ähnlichen Leistungen. Bezügern von Invalidenleistungen wird über
dies das weiterhin erzielte (Abs. 2 in der bis zum 31. Dezember 2004 gültigen Fassung) oder zumutbarerweise noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatz
einkommen angerechnet (Abs. 2 in der ab 1. Januar 2005 gültigen Fassung).
Die Vorsorgeeinrichtung kann die Voraussetzungen und den Umfang einer Kür
zung jederzeit überprüfen und ihre Leistungen anpassen, wenn die Verhältnisse sich wesentlich ändern (Abs. 5).
2.2.3
Art. 23 Ziffer 1 des Versicherungsreglements 1999 der Klägerin (Urk.
2/2/11) zu
f
olge können die Leistungen gekürzt werden, so
fern ihre Leistungen an eine in
valide Person oder an Hinterbliebene einer verstorbenen versicherten Person zu
sammen mit den in Absatz 2 erwähnten Leistungen (so insbesondere Leistun
gen der Eidg. Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [lit. a] und Leistung
en gemäss Eidg. Unfallversicherungsgesetz [lit. b]) einen Betrag erge
ben, der grösser ist als 100 % des mutmasslich entgangenen Verdienstes gemäss Art. 14
(Jahreslohn; dieser entspricht dem massgebenden AHV-Lohn des lau
fenden Jahres)
.
Gemäss Art. 24 Ziffer 1 des seit 1. Januar 2005 in Kraft stehenden Versiche
rungs
reglements 2005 (Urk.
2/
25/9) kürzt die Klägerin ihre Leistungen, sofern diese mit den in Abs. 2 genannten Leistungen 100 % des mutmasslich entgangenen Ver
dienstes übersteigen.
Die entsprechende Formulierung im seit dem 1. Januar 2008 gültigen Versiche
rungs
reglement 2008 (Art. 23, Urk.
2/
2/1) lautet: Ergeben Leistungen der
X._
an eine invalide Person oder an Hinterbliebene einer verstorbenen ver
sicherten Person zusammen mit den in Absatz 2 erwähnten Leistungen einen Be
trag, der grösser ist als 100 % des massgebenden Jahreslohnes beim Kol
lek
tiv
mitglied, so kürzt die
X._
ihre Leistungen entsprechend. Bei der Be
rechnung des Maximums von 100 % des massgebenden Jahreslohnes werden allfällige Kinder- und ähnliche Zulagen nicht berücksichtigt.
2.3
Nach Art. 35
a
Abs. 1 BVG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuer
statten. Von der Rückforderung kann gemäss Satz 2 der genannten Bestimmung
abgesehen werden,
wenn der Leistungsempfänger gut
gläubig war und die Rück
forderung zu einer grossen Härte führt.
Der Rückforderungsanspruch verjährt mit Ablauf eines Jahres, nachdem die Vor
sorgeeinrichtung Kenntnis davon erhalten hat, spätestens aber mit Ablauf von fünf Jahren seit der Auszahlung der Leistung (Art. 35
a
Abs. 2 Satz 1 BVG).
3.
3.1
Vorab ist h
insichtlich des Antrags der Beklagten, auf die Klage sei nicht ein
zu
tre
ten (E. 1.2) sowie ihrer Rüge der Parteilichkeit des hiesigen Gerichts auf die
Aus
führungen des höchsten Gerichts zu verweisen (
Urk.
1 E.
1) und erübri
gen sic
h weitere Ausführungen.
3.2
Es steht unzweifelhaft fest, dass die Klägerin angesichts der umstrittenen Leis
tungspflicht der IV und des Unfallversicherers (vgl.
Sachverhalt) die Ausrich
tung
von Renten unter den Vorbehalt der Überentschädigung stellte und sich eine all
fällige Rückerstattung zu viel erbrachter Leistungen vorbehielt. So no
tierte sie in der ersten Leistungsabrechnung vom 19. März 2003 (Urk.
2/
2/10), sie wolle die Möglichkeit haben, je nach Ausgang des Rekurses allenfalls zu viel bezahlte Renten zurückzuerhalten, weshalb sie um Unterzeichnung der beilie
genden Ver
einbarung ersuche. Die von der Klägerin aufgesetzte und von der Beklagten in der Folge am 24. März 2003 unterzeichnete Vereinbarung (Urk.
2/
2/13) hält so
dann ausdrücklich fest, die Beklagte verpflichte sich, allfäl
lig zu viel bezahlte
Leistungen zurückzuvergüten, sollte sich nach Vorliegen der Einspracheent
scheide
in Sachen IV beziehungsweise Unfallversicherer heraus
stellen, dass die entstehenden Renten zusammen mit den Leistungen der Kläge
rin 100 % des
zuletzt gültigen Jahreslohnes übersteigen. In der Abrechnung vom 10. März 2008
(Urk.
2/
2/42) wies die Klägerin erneut darauf hin, dass neue Verfügungen vor
be
halten seien (Seite 1), beziehungsweise die Beklagte sich verpflichtet habe, allfällig zu viel überwiesene Leistungen zurückzuerstatten (Seite 6). Was die Be
klagte hiergegen vorbringen lässt, zielt vollends ins Leere. Anhaltspunkte dafür, dass die Klägerin vorbehaltlos auf eine Rückerstattung verzichtet hätte (E.
1.2), sind nicht auszumachen. Aus der Aktenlage ergibt sich ohne
weiteres
, dass die Klägerin ihre Leistungen vom Ergebnis der rechtsgülti
gen Erledigung des IV- und UV-rechtlichen Verfahrens abhängig machte. Dass die Beklagte ebenfalls von der Möglichkeit einer Rückzahlung ausging, ergibt sich schliesslich un
zwei
deutig aus dem Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 24. August 2005, in welchem
er ausdrücklich von Vorleistungen sprach und im Hinblick auf die Frage der Rückzahlung um die Erstellung eines Leistungsaus
zuges ersuchte
(Urk.
2/
19/B10/01/18) sowie aus seinem am
4.
Februar 2010 (
Urk.
2/2/36) ge
stell
ten „förmlichen Erlassgesuch“.
Nachdem die Festsetzung einer ganzen Rente bis Ende Mai 2006 und hernach einer halben Rente ab 1. Juni 2006 durch die IV in Rechtskraft erwachsen war (
Ur
teil des hiesigen Gerichts vom 28. September 2008, Urk.
2/
2/24) und sich dies
bezüglich keine Änderung betreffend die Berechnung der Klägerin vom 10. März
2008 ergab (vgl. Urk.
2/
2/42 und Urk.
2/
2/27), richtete d
er Unfallversi
cherer mit Verfü
gung vom 26. November 2008 (Urk.
2/
2/34) bis zum 30. Juni 2005 Tag
gelder (Urk.
2/
2/33) sowie ab 1. Juli 2005 eine Invalidenrente bei ei
nem Inva
lidi
tätsgrad von 57 % aus, während der vormaligen Berechnung der Klägerin (Urk.
2/
2/42) bereits ab 1. November 2002 (wesentlich tiefere) Renten
leistungen des Unfallversicherers zugrunde lagen. Mithin war die Klägerin be
rechtigt sowie auch verpflichtet, ihre Leistungen neu zu berechnen, gegebenen
falls zu kürzen (E. 2.2.3) und zu viel ausgerichtete Zahlungen gestützt auf die Vereinbarung vom 24. März 2003 zurückzufordern.
Während
sich
nun
gezeigt hat, dass die Invalidenversicherung den Rentenan
spruch der Beklagten einer Revision ab August 2008 unterzogen hat (
Urk.
21/221; Feststellungsblatt:
Urk.
21/338/14; Vorbescheid vom 1
2.
Februar 2
0
13
,
Urk.
21/341),
steht e
iner definitiven Festsetzung der Überentschädigungs
be
rechnung und einer allfälligen Rückforderung durch die Klägerin
bis zum 3
1.
Juli
2008
damit
nichts im Wege.
Demgegenüber erweist sich die Überentschädigungsberechnung der Klägerin ab
dem
1.
August 2008 als illiquid,
sind
infolge Rentenrevision doch insbesondere die Höhe der IV-Rente als auch jene des zumutbaren Resterwerbs derzeit
in Frage
gestellt und damit noch ungewiss
(vgl. auch Protokoll, S. 9)
.
Mithin
kann
die Klage
,
soweit sie
die
Rückforderung
gestützt auf eine Überentschädigung
ab
dem
1.
August 2008
betrifft,
derzeit noch nicht beurteilt werden, sondern ist vorab
der rechtskräftige
Abschluss
des IV-
Revisionsverfahrens
sowie allenfalls jenes des
Unfallversicherers
abzuwarten.
Im Sinne eines Teilentscheids
ist
daher das vorliegende Klageverfahren auf
zu
tei
len
(
§
28 lit. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer, in Verbindung mit
Art.
125 ZPO) und lediglich die Period
e 1.
November 2002 bis
3
1.
Juli 2008
zu beurteilen
. In Bezug auf den Zeitraum nach dem
1.
August 200
8
ist
das abgetrennte Verfahren
unter der Prozess-Nr. BV.2014.0009
weiter
zu
füh
ren
und gleichzeitig bis zum rechtskräftigen
Abschluss des Revisionsverfahrens
über den invalidenversiche
rungsrechtlichen Rentenanspruch
zu sistieren
(
§
28 lit.
a GSVGer in Verbindung mit
Art.
126 ZPO).
Die Akten des vorliegenden Pro
zess
es
werde
n
im Verfahren
BV.2014.0009
als Urk. 2/1-41 geführt
.
4.
4.1
Die Überentschädigungsberechnung der Klägerin (Urk.
2/
2/27) umfasst den in
dexierten Bruttolohn, die Leistungen der IV und des Unfallversicherers, den ab dem 1. Juni 2006 zumutbaren Resterwerb gemäss Feststellungen der IV sowie
die eigenen Leistungen aus beruflicher Vorsorge. Aktenkundig und belegt sind die Rentenleistungen der IV (Urk.
2/
2/28-32, Urk.
2/
42/5) und des Unfallversi
che
rers (Urk.
2/
2/33-34), deren Eingänge von der Beklagten bestätigt wurden, wo
bei
sich Überschneidungen bezüglich den Berechnungsperioden ergeben, in
dem die
IV und der Unfallversicherer grössere Nachzahlungen leisteten (Urk.
2/
44/02 S. 4, 8)
, kleinere Zahlungen von der Beklagten jedoch nicht na
mentlich genannt
wurden (vgl. Urk.
2/
44/02 z.B. S. 3: "In dieser Zeitperiode gab es keine grösseren
, einmaligen Einzahlungen“). Sodann bezeichnete die Be
klagte die ihr von der
Klägerin ausgerichteten und belegten (Urk.
2/
39/1-11) Zahlungen im Umfang vo
n Fr. 66'877.-- (Urk.
2/
39/13; Urk.
2/
2/27 S. 7) aus
drücklich allesamt als korrekt (Urk.
2/
51/02).
Soweit
der Rechtsanwalt der Beklagten bereits
mit Schreiben vom 24. März 2003
die Ansicht vertrat, Honorarkosten seien in Analogie zum Steuerrecht vom Er
satz
einkommen abzuziehen (Urk.
2/
2/12), ist diese Interpretation der Über
ver
si
che
rungsberechnung weder durch die Vereinbarung der Parteien vom 24. März 2003 (Urk.
2/
2/13) abgedeckt, noch ergibt sich solches aus deren Kor
respondenz oder den reglementarischen Bestimmungen (E. 2.2.3). Ebenso wenig vermag die Beklagte mit dem Hinweis (E. 1.2) auf das in RKUV 2002 S. 347 zi
tierte Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, wonach eine Kürzung von Sozial
ver
sicherungsleistungen zu vermeiden sei, solange die versicherte Person Kosten
oder Einbussen im Sinne von Art. 122 Abs. 2 der Verordnung über die Kranken
versicherung (KVV) (in der bis zum 31. Dezember 2002 gülti
gen Fassung) zu tragen hat, etwas zu gewinnen, werden in der genannten Ge
setzesbestimmung doch ausdrücklich krankheitsbedingte Kosten (Diagnose-, Behandlungs-, Pflege- und andere Krankheitskosten) genannt. Zweifelsohne ist das Anwaltshonorar hier
zu nicht zu zählen, wovon der Rechtsvertreter der Be
klagten denn ursprüng
lich auch selber auszugehen schien (Urk.
2/
2/12).
Nichts anderes ergibt sich aus dem am 2
8.
März 2013 ergangenen Urteil des Bundes
gerichts (
8C_730/2012 =
BGE 139 V 108
)
. Dieses hatte
die Berechnung der Überentschädigung in einem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren und da
mit die Auslegung von
Art.
69
Abs.
2 ATSG
zum Gegenstand
. Weder gelangt in der beruflichen Vorsorge
Art.
69
Abs.
2 ATSG zur Anwendung
(BGE 130 V 78
)
, noch ist
dessen
Wortlaut
mit jenem
der in der beruflichen Vorsorge massgebli
chen Bestimmung,
Art.
24
BVV 2 (E.
2.2.2),
ähnlich
oder gar
vergleichbar.
An einer Grundlage,
allfällig angefallene
Anwaltskosten
im Rahmen
der Überent
schädigungsberechnung im
berufsvorsorgerechtlichen Verfahren
zu be
rücksich
tigen, mangelt es damit.
Im Übrigen
lässt sich den
Honorarabrechnungen des Rechtsvertreters
der Be
klagten
weder entnehmen, wofür er tätig geworden ist, noch ob es sich dabei
um notwendige Aufwendungen handelte (
Urk.
2/19/B01/1-5)
.
Mit
Verfügung de
s
hiesigen Gerichts vom 2
2.
April 2013
(
Urk.
11)
dazu aufgefordert,
zur An
rech
nung
von Anwaltskosten
im Lichte des
n
euesten
Urteil
s
des Bundesgerichts
Stellung zu nehmen, liess sich der Rechtsvertreter der Beklagten nicht verneh
me
n
und unterliess es t
rotz gegenteil
iger Ankündigung (
Urk.
17 S.
3)
selbst
an
lässlich
der Hauptverhandlung
,
seine
anwaltschaftlichen Aufwendungen zu substan
tiie
ren
und zu belegen
.
Schliesslich vermochte weder
er
noch die Be
klagte sich daran zu erinnern, ob
die Beklagte rechtsschutzversichert war oder
noch
ist
,
und ver
zichtete die Beklagte
offenbar
über Jahre hinweg, ein Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege zu stellen
(Protokoll S. 10).
Endlich wurden in den am hiesigen Gericht vor
an
gehenden Verfahren Anwalts
kosten im Umfang von insgesamt
Fr.
8‘700.--
durch
Parteientschädigung
en
ab
gegolten (IV.2003.00217:
Fr.
3‘000.--; UV.2003.00153:
Fr.
4‘200.--; UV.2007.00091: Fr. 1‘500.--)
, weshal
b
sie in diesem Umfang ohnehin nicht geltend gemacht werden könnten.
Zu
sam
men
gefasst
sind
damit
die unter dem Titel Anwaltskosten behaupteten Aufwen
dungen
- soweit sie über die bereits ausgerichteten Parteientschädigungen hin
aus
gehen -
weder substantiiert noch
belegt,
und
es fehlt der Nachweis, dass die
Beklagte
solche
überhaupt
selber zu tragen hatte
.
Eine
Berücksichtigung fällt damit bereits aus diesen Gründen aus
ser Betracht.
4.2
4.2.1
R
echtsprechungsgemäss gilt der Grundsatz de
r Kongruenz von Invalidenein
kom
men und zumutbarerweise noch erzielbarem Erwerbseinkom
men, in wel
chem
Verhältnis auch Valideneinkommen und mutmasslich entgan
gener Ver
dienst steh
en (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
30. Dezember 2010, 9C_538/2010
E.
2.2
mit Hinweis auf BGE 134 V 64). Im Sinne einer Vermutung darf damit die Vorsorgeeinrichtung davon ausgehen, das im invalidenversiche
rungsrechtlichen Verfahren ermittelte Valideneinkommen entspreche dem in der Überentschädi
gungsberechnung der beruflichen Vorsorge zu berücksichtigenden mutmasslich entgangenen Verdienst. Da die hier anwendbaren Versic
herungs
reg
lemente eben
falls den mutmasslich entgangenen Verdien
st (beziehungsweise massgebenden
Jahreslohn) nennen (E. 2.2.3), haben diese Grundsätze vorlie
gend auch im über
obligatorischen Bereich zu gelten. Mit Eingabe vom 24. Februar 2012 (Urk.
2/
41
)
hat die Klägerin dieser Praxis Nachachtung ver
schafft und ausgehend von dem mit Urteil vom 23. September 2008 (IV.2007.00145, Urk.
2/
2/24 E. 4.1) rechts
kräf
tig festgesetzten Valideneinkom
men für das Jahr 2005
in Höhe
von Fr. 50'960.-- den massgeblichen Verdienst für die Jahre 2006 bis 2009 fest
gelegt. Dass sie hierbei
den Landesindex für Konsumenten
preise in Anwendung ge
bracht hat, ist mit Blick auf den in der beruflichen Vorsorge geltenden
Grund
satz der Gleichbehandlung (Art. 1 Abs. 3 BVG) sowie angesichts dessen, dass
eine Leistungsanpassung gesetzlich nur
bei wesentlichen Änderungen vor
gesehen ist (E. 2.2.2; so auch Versicherungsregle
ment 2008, Art. 23 Ziffer 10, Urk.
2/
2/1), nicht zu beanstanden.
Im Lichte des
sen kann der "Grob
rechnung"
der Beklagten, welche ein hypothetisches Jahres
einkommen von durchschnitt
lich
F
r. 53'000.-- veran
schlagte (E.
1.2), nicht ge
folgt werden. Um
stände, welche auf
einen höheren, als den
von der Klägerin zugrunde geleg
ten mutmasslich ent
gang
enen Ver
dienst schliessen lassen wür
den -
wie etwa eine angekündigte aber
noch nicht vollzogene Beförderung oder eine vereinbarte aber noch nicht an
hand
ge
nommene Umschulung oder Weiter
bildung
-
wurden von der Beklagten weder gel
tend gemacht, noch substantiiert oder belegt.
So unterliess es die Be
klagte
auch
anlässlich
der Hauptverhandlung -
das
Bundesgericht
hatte
aus
drücklich
d
ie
Höhe des mutmasslich entgan
gen
en
Verdienstes oder die Höhe eines zumutba
rer
weise noch erz
ielbaren Erwer
b
s
ein
kommens
als im Vordergrund stehend ge
nannt
(
Urk.
1 S.
6) -
Substantielles
hierzu
vorzubringen (
Urk.
23; Protokoll S.
3-10). Mit
hin hat
es bei der
Vermu
tung, wonach das
im invalidenversiche
rungs
recht
lichen Verfahren festgesetzte
Valideneinkommen jenem des mutmasslich ent
gange
nen Verdienstes entspricht,
zu bleiben.
4.2.2
Nichts anderes gilt für
die Festsetzung des zumu
tbaren Resterwerbseinkommens
. Mit Versicherungsreglement 2005, in Kraft seit 1. Januar 2005, (Urk.
2/
25/9) hat
die Klägerin die seit 1. Januar 2005 gültige Fassung des Art. 24 Abs. 2 BVV über
nommen, wonach nicht bloss das weiterhin erzielte, sondern auch das zu
mutba
rerweise weiterhin erzielba
re Erwerb
s
einkommen bei der Über
entschädi
gung in
An
schlag zu bringen ist (E. 2.2.2). Lag eine Ermächtigung zur Regle
ments
än
de
rung vor (vgl. Art. 89 Ziffer 1 Versicherungsreglement 1999, Urk.
2/
2/11) und fehlte es im Zeitpunkt der Re
glementsänderung an einem er
wor
benen Anspruch der
Beklagten (vgl. oben, E. 3.2
), so ist die neue reglemen
tari
sche Bestimmung ab 1. Januar 2005 zur Anwendung zu bringen (E. 2.2.1
; BGE 134 V 64 E. 2.3.1 S.
67
). Wie für den mutmasslich entgangenen Verdienst ist
für das zumut
barer
weise weiter
hin erzielbare Resterwerbseinkommen auf den i
m invalidenversi
che
rungsrechtlichen Ver
fahren ermittelten Wert und damit auf Fr. 22'103.-- für das
Jahr 2005 (vgl. Urteil vom 23. September 2008, E. 4.2.2, Urk.
2/
2/24: Rester
werb
bei 50%-Pensum: Fr. 24'559.-- minus 10 % leidensbe
dingter Abzug) abzustellen und im Sinne der Kongruenz der Teuerung anzu
passen (Urk.
2/
2/
41; vgl. auch Hürzeler, a.o.O., Rz 42 zu Art. 34
a
BVG betref
fend wese
ntliche Entwicklungen). Das hie
sige Gericht hat mit Urteil vom 23. September 2008 (Urk.
2/2/24) rechts
kräftig fest
gestellt, der Beklagten sei ab 1. Februar 2006 – gestützt auf Art. 88
a
Abs. 1 der Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV) jed
och erst per 1. Juni
2006 zu be
rücksichtigen (Urk.
2/
2/24 E. 4.2.2) – eine angepasste Arbeits
tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar (Urk.
2/
2/24 E. 3.5). Hiergegen hat die Be
klagte im vorsorgerechtli
chen Verfahren
einzig in pauschaler Art und Weise vorgebracht,
die Parteien seien davo
n ausgegangen, dass sie zur Ver
wertung der me
dizinisch-theoretisch festgestellten Restarbeitsfähigkeit nicht mehr in der
Lage sei (Urk.
2/
18 S. 21).
Im konkreten Einzelfall massgebende persönliche Um
s
tände oder tatsächliche Arbeitsmarktchancen, welche der Erzielung eines mit
dem Invalideneinkommen äquivalenten Resterwerbseinkommens entgegenstehen
würden, hat die Beklagte
demgegenüber
trotz ihrer diesbezüglichen Mitwir
kungs
pflicht (BGE 134 V 64 E.
4.2.
2.
S.
72) weder behauptet, noch substantiiert oder
belegt. Im Gegenteil hat sie ausgeführt, sich
nie
bei
der Arbeitslosen
versi
che
rung
zur Verfügung gestellt und keiner
lei
Bewerbungsanstrengungen gemacht zu habe
n
(Protokoll S.
9-10).
Damit hat es bei d
er Anrechnung eines Rester
werbs
ein
kommens ab
1.
Juni 2006
entsprechend
dem
im invalidenversicherungs
recht
lichen Verfahren ermittelten Wert
sein Bewenden.
Zusammenfassend besteht m
it Ausnahme dessen, dass das rechtskräftig fest
ge
setzte Validen- und Invaliden
einkommen als mutmasslich entgangener Ver
dienst
beziehungsweise zumutbarerweise noch erzielbares R
esterwerbseinkom
men in die
Überentschädi
gungsberechnung einzusetzen und mittels Index der Konsumen
ten
preise an die Teuerung anzupassen sind (vgl. oben), kein Anlass, die Berech
nung
der Klägerin
vom
5.
Juni 2009
(Urk.
2/
2/27) zu modifizieren.
4.
2.
3
Mithin ergeben sich folgende Korrekturen (Werte gemäss Berechnung Klägerin vom 5. Juni 2009 [Urk. 2
/2
/27] in eckiger Klammer) bis zum 3
1.
Juli 2008 (vgl. E. 3.2):
Selbst wenn für die Jahre 2002 bis 2004 ebenso wie für das Jahr 2005 (vgl. oben) ein mutmasslich entgangener Verdienst von Fr. 50'960.-- zu
grunde
gelegt wird, ergibt sich bis zum 30. Juni 2005 unverändert eine gänz
liche Überversicherung, weshalb die Klägerin ihre Leistungen zu Recht sistierte.
1. Juli bis 31. Dezember 2005: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 49‘680.--]: Fr. 50'960.-- (Urk. 2/2/24 E. 4.1; Urk. 2/41) und demzufolge für 6 Monate Fr. 25'480.-- [Fr. 24‘840.--].
Differenz
(geringere Überentschä
digung)
:
Fr.
640.--
.
1. Januar bis 31. März 2006: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 50‘202.--]: Fr. 51'469.60 (Urk. 2/41) und demzufolge für 3 Monate Fr. 12'867.40 [Fr. 12‘551.--].
Differenz:
Fr.
316.40
.
1. April bis 31. Mai 2006: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 50‘202.-]: Fr. 51'469.60 (Urk. 2/41) und demzufolge für 2 Monate Fr. 8'578.25
[Fr. 8‘367.--].
Differenz
: Fr. 211.25
.
1. Juni bis 31. Juli 2006: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 50‘202.--]: Fr. 51'469.60 (Urk. 2/41) und demzufolge für 2 Monate Fr. 8'578.30 [Fr. 8‘367.--]. Zumut
barer Resterwerb [Fr. 22‘081.--]: Fr. 22'324.--
(Fr. 22'103.-- für das Jahr 2005, vgl. oben, mit 101 % indexiert [Urk. 2/41]) und demzufolge für 2 Monate Fr. 3'720.65 [Fr. 3‘680.--]. In dieser Pe
riode resultiert eine gänzliche Überentschädigung, weshalb die Klägerin ihre Leis
tungen zu Recht sistierte.
1. August bis 31. Dezember 2006: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 50‘202.--]: Fr. 51'469.60 (Urk. 2/41) und demzufolge für 5 Monate Fr. 21'445.65 [Fr. 20‘917.50] Zumutbarer Resterwerb [Fr. 9'292.--]: Fr. 9'301.65 für 5 Mo
nate (Fr. 22'324.-- für 12 Monate, vgl. oben).
Diffe
renz:
Fr.
518
.--
.
1. Januar bis 31. August 2007: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 50‘487.--]: Fr. 51'775.40 (Urk. 2/41) und demzufolge für 8 Monate Fr. 34'516.90 [Fr. 33‘658.--]. Zumutbarer Resterwerb [Fr. 22‘434.--]: Fr. 22'456.65 (Fr. 22'103.-- mit 101.6 % indexiert, Urk. 2/41), für 8 Monate Fr. 14'971.10 [Fr. 14‘956.--].
Differenz:
Fr.
137.
8
0
.
1. September bis 31. Dezember 2007: Mutmasslich entgangener Verdienst [Fr. 50‘487.--]: Fr. 51'775.40 (Urk. 2/41) und demzufolge für 4 Monate Fr. 17'258.40 [Fr. 16‘829.--]. Zumutbarer Resterwerb für 4 Mo
nate [Fr. 7'478.--]: Fr. 7'485.55. In dieser Periode ergibt sich unverändert eine gänz
liche Überentschädigung, weshalb auch hier die Sistierung der Leistun
gen rechtens ist.
1. Januar bis 3
1.
Juli
2008: Mutmasslich entg
angener Verdienst
[Fr. 51'531.--
]: Fr. 52'845.50 (Urk. 2/41)
und demzufolge für
7
Monate Fr. 30‘826.5
5.
Zumutbarer Resterwerb [Fr. 22‘898.--
]:
Fr. 22'920.80 (Fr. 22'103.-- mit 103.7 % indexiert, Urk.
2/
41)
für
7
Monate: Fr. 13‘370.4
5.
Differenz: Fr.
250.10
.
4.
3
Die Höhe der Überentschädigung ergibt sich damit aus folgenden Werten:
Zeitraum
Rente aus beruflicher Vorsorge
(
Urk.
2/2/27)
Überversich
e-
r
ung
(
Urk.
2/2/27)
[korrigierter Wert bei Brut
tolohn
Fr.
50‘960.-]
Korrektur
z
ugunsten
Beklagter
(vgl. oben
; ÜE geringer als von Klägerin einge
setzt
)
Leistungen Kläge
rin
nach Überent
schädigungsbe
rechnung
1.1
1.
- 31.12.2002
Fr.
3‘984.-
Fr.
4‘680.38
[
Fr.
4‘238.10]
---
1.0
1.
- 31.12.2003
Fr.
23'904.-
Fr.
28‘021.70
[
Fr.
25‘697.70]
---
1.0
1.
- 31.12.2004
Fr.
23‘904.
Fr.
27‘594.70
[
Fr.
25‘697.70]
---
1.0
1.
- 30.06.2005
Fr.
11‘952.-
Fr.
13‘484.98
[
Fr.
12‘845.-]
---
1.0
7.
- 31.12.2005
Fr.
11‘952.-
Fr.
6‘732.-
+
Fr.
640.-
Fr.
5‘860.-
1.0
1.
- 31.03.2006
Fr.
5‘976.-
Fr.
3‘235.-
+
Fr.
316.40
Fr.
3‘057.40
1.04.- 31.05.2006
Fr.
3‘320.-
Fr.
997.-
+
Fr.
211.25
Fr.
2‘534.30
1.0
6.
- 31.07.2006
Fr.
1‘660.-
Fr.
1‘965.-
---
1.08 - 31.12.2006
Fr.
3‘320.-
Fr.
3‘554.-
+
Fr.
518.-
Fr.
284.-
1.0
1.
- 31.08.2007
Fr.
5‘352.-
Fr.
6‘058.-
+
Fr.
137.80
---
1.0
9.
- 31.12.2007
Fr.
3‘345.20
Fr.
4‘210.20
---
1.01.- 31.07.2008
Fr.
5‘854.10
(7 Monate)
Fr.
6‘357.50
(7 Monate)
+
Fr.
250.10
(7 Monate)
---
Geschuldet von Klägerin nach Überentschädi
-
gungsberechnung
Fr.
11‘
735.70
Bezahlt von Klä
gerin
(
Urk.
2/39/13;
Urk.
33/2: Anlage A)
Fr.
60‘187.-
Überentschädigung
1.11.02 - 31.07.08
Fr.
48‘
451.30
Zusammenfassend beläuft sich damit der Rückforderungsbetrag bis zum
3
1.
Juli 2008 auf Fr. 48‘451.30
.
Was den Einwand der Beklagten, die Ansprüche der Klägerin – sollten
solche
be
stehen – seien verjährt bzw. verwirkt (Urk.
2/
18 S. 27), betrifft, ist dieser an
gesichts der eindeutigen Erklärung der Beklagten vom 6. Januar 2010, auf die Einrede der Verjährung zu verzichten (Urk.
2/
2/35), so haltlos wie unbehelflich.
Soweit ferner weitere Beweisanträge der Beklagten vorliegen (vgl. etwa Urk.
2/
18
S.
7: Befragung von Personen) oder sich die
Beklagte
vorbehalten hat, in der Fort
setzung der Hauptverhandlung Ergänzungen vorzubringen bzw. eine Refe
ren
tenaudienz für sinnvoll erachtete (
Urk.
37),
ist festzuhalten, dass
hierzu kei
nerlei Anlass besteht. Mit der Durchführung der öffentlichen Hauptverhand
lung ist dem Urteil des Bundesgerichts Nachachtung verschafft worden und hat die Beklagte
erneut
Gelegenheit gehabt, sich zur Sache zu äussern. Desweitern war sie vorgängig zur Stellungnahme aufgefordert worden (
Urk.
11) und hätte sich
schliesslich auch unaufgefordert zu den von der Klägerin eingereichten Un
terlagen hinsichtlich Vergleichsbemühungen (
Urk.
32,
Urk.
33/1-10) äussern könn
en.
Der
Sachverhalt
ist mithin hinlänglich
erstellt
. W
eitere Abklärungen
vermögen
zu keinem anderen Ausgang des Verfahrens
zu führen
, weshalb in antizipierender Beweiswürdigung davon abzusehen ist.
4
.4
Gestützt auf die vertragliche Vereinbarung vom 24. März 2003 (Urk.
2/
2/13) –
vgl. auch Art. 35
a
BVG (E. 2.4) – hat die Beklagte damit der Klägerin im Zeit
raum
vom 1. November 2002 bis zum
3
1.
Juli 2008
zu viel ausgerichtete Ren
tenbe
treffnisse in Höhe von Fr.
48‘451.30
zurückzuerstatten.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass mangels entsprechen
dem
Rechtsbegehren die Frage des Erlasses nicht zu prüfen ist.
5.
5
.1
Die Klägerin beantragte die Zusprache von 5 % Zins seit Klageeinreichung
(Urk.
2/
1 S.
2) sowie die Beseitigung des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr.
O._
des Betreibungsamts
A._
(Urk. 2/2/50).
5
.2
Nach Art. 104 Abs. 1 OR hat der Schuldner, wel
cher mit der Zahlung einer Geld
schuld in Verzug ist, Verzugszinse zu fünf vom Hundert für das Jahr zu be
zahlen. Gemäss Art. 102 Abs. 1 OR wird der Schuldner durch Mahnung des Gläu
bigers in Verzug gesetzt, wenn eine Verbindlichkeit fällig ist.
Die Klägerin forderte die Beklagte mit Schreiben vom 5. Juni 2009 (Urk. 2/2/27) auf, den Betrag von Fr. 56'592.90 zurückzuerstatten. Nachdem sie dem Erlass
gesuch der Beklagten vom 4. Februar 2010 (Urk. 2/2/36) nicht stattgegeben
(Urk. 2/2/37) und am 9. Juni 2010 (Urk. 2/2/39) die ratenweise Rückzahlung der ein
geforderten Summe angeboten hatte, setzte sie am 6. Oktober 2010 (Urk. 2/2/46) die Beklagte in Verzug und es begann demnach die Zinszahlungs
pflicht. Da sich aus der Rückzahlungsvereinbarung vom 24. März
2003 (Urk. 2/2/13
) nichts anderes ergibt, hat die Beklagte
somit 5 % Zins auf Fr. 48‘451.30
seit 22. März 2011 (Eingang der Klage) zu bezahlen.
5
.3
Nach Art. 88 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs
(SchKG) erlischt das Recht zur Stellung des Fortsetzungsbegehrens ein Jahr nach
der Zustellung des Zahlungsbefehls. Ist Rechtsvorschlag erhoben worden, so steht diese Frist zwischen der Einleitung und der Erledigung eines dadurch ver
an
lassten Gerichts- oder Verwaltungsverfahrens still.
Der Zahlungsbefehl in der Betreibung
Nr.
O._
vom 8. November 2010 im Be
trag von Fr. 56'592.90 wurde am 9. November 2010 zugestellt (Urk. 2/2/50). Mit Klageerhebung beim hiesigen Gericht (Eingang: 22. März 2011) und unter Berücksichtigung des Fristenstillstands während des vorliegenden Verfahrens ist die Jahresfrist noch nicht abgelaufen, weshalb der Rechtsvorschlag im Umfang von Fr. 48‘451.35 aufgehoben werden kann.
Demgegenüber dürfen die eingeklagten Kosten von Fr. 100.-- in der Betreibung
Nr.
O._
des Betreibungsamtes
A._
(Zahlungsbefehl, Urk. 2/2/50) recht
sprechungsgemäss (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts vom 26. September 2001, B 61/00 E. 5) nicht im vorliegenden Ver
fahren zugesprochen werden, weil der Gläubiger von Gesetzes wegen be
rechtigt ist, diese Kosten von den Zahlungen des Schuldners vorab zu erheben (Art. 68 Abs. 2 SchKG).
6
.
Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung der Klage.
Im Mehrbetrag für den beurteilten Zeitraum wird die Klage abgewiesen.
7
.
Mit Widerklage ersuchte die Beklagte um gerichtliche Feststellung des An
spruchs
auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente sowie um Auszahlung der entspre
chenden Leis
tungen ab Juni 2009 inklusive Zinsen (Urk. 2/18 S. 2). Dass eine grund
sätz
li
che Leistungspflicht der Klägerin besteht, ist unbestritten und von dieser aus
drücklich auch anerkannt (Urk. 2/18 S. 39; Urk. 2/24 S. 2). Angesichts dessen,
dass
infolge Rentenrevision ab August 2008 insbesondere die Höhe der IV-Rente
als auch jene des zumutbaren Resterwerbs derzeit in Frage gestellt und damit noch ungewiss ist (vgl. auch Protokoll, S. 9), kann vorliegend
ebenso we
nig wie
über eine allfällige
Rückforderung
(E. 3.2) über einen allfälligen Aus
zahlungs
be
trag nach Überentschädigungsberechnung ab
August 2008 entschie
den werden
.
Die Widerklage
ist daher
ebenfalls vom vorliegenden Verfahren ab
zutrennen
, weiter
zuführen
und bis zur rechtskräftigen Erledigung des Revisi
onsverfahrens
zu sistieren
(vgl. oben E. 3.2).
8
.
Die obsiegenden Vorsorgeeinrichtungen als mit einer öffentlichen Aufgabe be
traute Organisationen haben in der Re
gel keinen Anspruch auf Prozess
ent
schä
d
i
gung (BGE 118 V 169 f. E. 7). In der vorliegenden Streitsache besteht kein An
lass, von dieser Regel abzuweichen.
Mit Blick auf das geringfügige Obsiegen ist auch ein Anspruch der
Beklagten auf
eine Parteient
schädigung zu verneinen.