Decision ID: e2551a76-b880-5183-bd9a-c85d1478b3ed
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2015 Art. 6 UVG: Bejahung natürlich kausaler Unfallrestfolgen im Bereich des rechten Knies.Art. 19 Abs. 1 UVG: Bejahung der Voraussetzungen für den "Fallabschluss" für einen späteren Zeitpunkt; weitere Ausrichtung von Taggeldern und Übernahme von Heilungskosten.Art. 18 Abs. 1 UVG: schlüssige ärztliche Beurteilung betreffend Arbeitsfähigkeitsgrad bzw. zumutbarer Tätigkeit. Verneinung eines Rentenanspruchs nach Durchführung eines Einkommensvergleichs in Anwendung von  (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. April 2015, UV 2014/6).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_390/2015.Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein WerzEntscheid vom 24. April 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Willi Füchslin, Zürcherstrasse 49, Postfach 644, 8853 Lachen SZ,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:
A.
A.a A._, zuletzt als Hilfsarbeiter bzw. Fenstermonteur bei der B._ GmbH tätig, war
seit dem 1. Februar 2012 arbeitslos und damit über die Kantonale Arbeitslosenkasse
St. Gallen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 15. Oktober 2012 auf
einer Treppe ausrutschte und das rechte Knie an einer Kante anschlug (Suva-act. 1).
Dr. med. C._, Allgemeinmedizin, Chirotherapie, bestätigte im Arztzeugnis vom 11.
Januar 2013 eine Erstbehandlung am 31. Oktober 2012 (Suva-act. 16). Die von ihm in
die Wege geleitete und am 3. Dezember 2012 im Röntgeninstitut D._ durchgeführte
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MRI-Untersuchung des rechten Knies hatte einen Knorpeldefekt des lateralen
Femurcondylus zentral mit einer Ausdehnung bis 13 mm, eine Meniskopathie mit
kleinem Vorderhorneinriss des lateralen Meniskus, einen erheblichen Gelenkerguss
ohne sichere Identifizierung eines freien Gelenkkörpers sowie eine Bakerzyste gezeigt.
Das mediale und retropatelläre Kompartiment hatte sich unauffällig dargestellt (Suva-
act. 13). Nach einem erfolglosen konservativen Therapieversuch (Suva-act. 18) sowie
einer sich zwischenzeitlich entwickelten ausgeprägten Begleitsynovitis wurde beim
Versicherten am 7. Februar 2013 in der Klinik E._ eine Kniearthroskopie rechts
durchgeführt (Suva-act. 23). Die Suva erbrachte entsprechend der ärztlich attestierten
100%igen Arbeitsunfähigkeit Taggelder und kam für die Heilungskosten auf (Suva-act.
3, 19, 27, 36).
A.b Nachdem sich postoperativ weiterhin eine erhebliche Immobilität aufgrund
belastungsabhängiger Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks gezeigt hatte
und am 25. März 2013 eine weitere MRI-Untersuchung in der F._ durchgeführt
worden war (Suva-act. 39 f.), weilte der Versicherte vom 24. Juni bis 31. Juli 2013 zur
stationären Behandlung in der Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 55 f.). Gestützt auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. Umschreibung der noch möglichen und zumutbaren
Tätigkeiten durch Assistenzärztin Dr. med. G._ und Oberarzt med. pract. H._,
Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Arbeitsorientierte Rehabili
tation, Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 55 f.), sowie nach Einholung einer Beurteilung
ihres Kreisarztes Dr. med. I._ (Suva-act. 71) teilte die Suva dem Versicherten mit
Schreiben vom 24. September 2013 die Einstellung der Heilkostenleistungen per sofort
sowie der Taggeldleistungen per 31. Oktober 2013 mit (Suva-act. 72).
A.c Mit Schreiben vom 23. Oktober 2013 informierte Dr. C._ die Suva unter Beilage
eines neuen MRI-Untersuchungsberichts des Röntgeninstituts D._ vom 10. Oktober
2013 (Suva-act. 85) darüber, dass sich beim Versicherten neue Gesichtspunkte
bezüglich seiner Arbeitsfähigkeit ergeben hätten, der Versicherte wahrscheinlich neu
operiert werden müsse und wieder bei der Klinik E._ in Behandlung stehe (Suva-act.
84).
A.d Mit Verfügung vom 28. Oktober 2013 lehnte die Suva einen Anspruch des Ver
sicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung ab. Es liege weder
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eine erhebliche unfallbedingte Erwerbseinbusse noch ein erheblicher
Integritätsschaden vor. Bezüglich der psychischen Beschwerden sei ein adäquater
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 15. Oktober 2012 zu verneinen, weshalb
diesbezügliche Leistungen entfallen würden (Suva-act. 82).
A.e Am 31. Oktober 2013 attestierte Dr. C._ dem Versicherten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 87). Am 4. November 2013 berichtete Dr. med. J._,
Orthopädische Chirurgie FMH, Klinik E._, über ambulante Konsultationen des
Versicherten vom 21. und 31. Oktober 2013 und stellte fest, dass die MRI-Befunde
nicht mit dem präsentierten klinischen Bild korrelieren würden. Vielmehr bestehe ein
retropatelläres Problem. Ob dies arthroskopisch angegangen werden könne, sei zu
bezweifeln (Suva-act. 88).
B.
B.a Am 18. November 2013 wurde der Versicherte von der Suva darüber informiert,
dass ihr Kreisarzt das Eintreten einer Verschlimmerung des Gesundheitszustands
verneint habe (Suva-act. 89 f.), worauf der Versicherte am 22. November 2013 gegen
die Verfügung vom 28. Oktober 2013 Einsprache erhob. Die ärztlichen Abklärungen
seien nicht abgeschlossen und es stehe eine weitere Operation des Kniegelenks an
(Suva-act. 91).
B.b Am 25. November 2013 teilte Dr. C._ der Suva mit, dass der Versicherte bei Dr.
med. K._, Chirurgische Klinik, Orthopädie, Spital L._, in Behandlung stehe (Suva-
act. 93). Am 2. Dezember 2013 hielt dieser gegenüber Dr. I._ und am
6. Dezember 2013 in seinem Sprechstundenbericht fest, dass aufgrund der zusätzlich
zum schriftlichen MRI-Befund im MRI bestehenden auffälligen diffusen Hoffa-Hyper
trophie der Verdacht auf eine Arthrofibrose des Kniegelenks bestehe, weshalb eine
Untersuchung des rechten Kniegelenks in kurzer Narkose geplant sei (Suva-act. 97 f.).
B.c Nach Vorliegen des Ergebnisses der Untersuchung unter Narkose vom 16.
Dezember 2013 (Suva-act. 120) und einer Rückmeldung von Dr. K._ an Dr. I._
(Suva-act. 102) wies die Suva die Einsprache des Versicherten vom 22. November
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2013 (Suva-act. 91) gegen die Verfügung vom 28. Oktober 2013 (Suva-act. 82) mit
Einspracheentscheid vom 13. Januar 2014 ab (Suva-act. 104).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 10. Februar 2014 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt
lic. iur. W. Füchslin, Lachen, beantragen, der angefochtene Einspracheentscheid vom
13. Januar 2014 sei dahingehend abzuändern, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer weiterhin (über den 24. September bzw. 31. Oktober 2013 hinaus)
die gesetzlichen Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung zu erbringen
habe, insbesondere Heilkosten und Taggelder. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung
des angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. Januar 2014 zu ergänzenden
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). Mit der
Beschwerde legte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Bericht von
Dr. C._ vom 6. Februar 2014 ins Recht (act. G 1.3).
C.b Am 24. Februar 2014 forderte die Beschwerdegegnerin die
Sprechstundenberichte von Dr. K._ ab Dezember 2013 ein (Suva-act. 119 ff.).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.d Mit Replik vom 26. März 2014 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an
den gestellten Anträgen fest (act. G 6).
C.e Mit Duplik vom 23. April 2014 erneuerte auch die Beschwerdegegnerin ihren
Antrag auf Beschwerdeabweisung (act. G 8).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
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1.1 Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der
Einspracheentscheid vom 13. Januar 2014 (Suva-act. 104), dem die Verfügung vom 28.
Oktober 2013 (Suva-act. 82) zugrunde liegt. Darin prüfte die Beschwerdegegnerin den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Sie nahm zunächst Bezug
auf ihr Schreiben vom 24. September 2013, worin sie die Einstellung der
Heilkostenleistungen per sofort und die Einstellung der Taggeldleistungen per 31.
Oktober 2013 angekündigt hatte, und anschliessend eine erhebliche unfallbedingte
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit per 1. November 2013 und damit einen
Rentenanspruch verneinte. Ebenfalls verneint wurde ein entschädigungspflichtiger
Integritätsschaden. Streitig ist, ob die im Nachgang zum Ereignis vom 15. Oktober
2012 erbrachten Heilkosten- und Taggeldleistungen zu Recht per 24. September bzw.
31. Oktober 2013 eingestellt wurden und, wenn ja, ob dem Beschwerdeführer für die
Folgezeit eine Rente zuzusprechen ist. Bezüglich des Rentenanspruchs sind die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, die Höhe des zumutbaren noch erzielbaren
Invalideneinkommens sowie der Invaliditätsgrad umstritten. Bezüglich der
Integritätsentschädigung ist der Einspracheentscheid vom 13. Januar 2014 in
Rechtskraft erwachsen.
1.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte Person
infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Nach Gesetz und Praxis ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld) und Prüfung
des Anspruchs auf eine Invalidenrente abzuschliessen, wenn allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann. Für die
Bejahung des medizinischen Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit
vorausgesetzt (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 112 ff. E. 3 und 4; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
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Basel/Genf 2012, S. 143, 145). Ebenfalls nicht verlangt wird, dass eine ärztliche
Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2). Es genügt für eine weiterdauernde
Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (Alfred Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern 1989, S. 274). Ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann, bestimmt sich
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 115 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni
2009, 8C_25/2009, E. 4.1.1 mit Hinweisen).
2.
2.1 Angesichts der in Erwägung 1.2 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet
die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Rumo-
Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 53 ff.). Vorab ist mithin zu prüfen, welche gesundheitlichen
Beeinträchtigungen als unfallkausal zu beurteilen und damit für die Festlegung der
Ansprüche relevant sind.
2.2
2.2.1 Anlässlich des Unfallereignisses vom 15. Oktober 2012 erlitt der
Beschwerdeführer unbestrittenermassen eine strukturelle Verletzung des rechten
Kniegelenks in Form eines Knorpeldefekts des lateralen Femurcondylus zentral mit
einer Ausdehnung bis 13 mm sowie einer Meniskopathie mit kleinem Vorderhorneinriss
des lateralen Meniskus. Das mediale und retropatellare Kompartiment stellten sich
unmittelbar nach dem Unfall unauffällig dar (Suva-act. 13). Nachdem sich in der Folge
zusätzlich eine ausgeprägte Begleitsynovitis (Suva-act. 23) entwickelt hatte, wurden
der Knorpelschaden, die Meniskopathie sowie die Synovitis am 7. Februar 2013
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arthroskopisch mit Knorpel-Débridement und Microfracturing am lateralen
Femurcondylus, Synovektomie, PE der Synovialis und Aussenmeniskus-Vorderhorn-
Débridement therapiert (Suva-act. 23). Nachfolgend persistierten allerdings
retropatellare Schmerzen, weshalb wegen eines Verdachts auf eine Osteonekrose der
Trochlea femoris am 25. März 2013 erneut eine MRI-Untersuchung des rechten
Kniegelenks in der F._ durchgeführt wurde. Diese brachte verschiedene
Gesundheitsschäden hervor; eine diskret aktivierte, geringgradige, laterale
Retropatellararthrose bei Dysplasie des Retropatellargelenks, eine aktivierte
osteochondrale Läsion im zentralen Anteil des lateralen Femurkondylus mit
Knorpeldefekt, einen mässiggradigen Gelenkerguss, eine betonte Plica mediopatellaris,
eine kleine popliteale Baker-Zyste, eine erhebliche Substanzdegeneration des
Aussenmeniskus-Vorderhorns und Corpus, eine geringgradige Tendinopathie der
Patellarsehne, einen begleitenden Reizzustand des Hoffa-Fettkörpers und ein
subkutanes Ödem präpatellar-prätibial (Suva-act. 39). Dr. J._ und Dr. med. M._,
Orthopädische Chirurgie FMH, Klinik E._, bezeichneten es im Bericht vom 10. Mai
2013 als nicht verwunderlich, bei Knorpel-/Knochendefekten im Bereich der lateralen
Femurcondyle belastungsabhängige Schmerzen zu verspüren (Suva-act. 40). Im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 5. August 2013 ist das obgenannte
radiologische Untersuchungsergebnis als Diagnose bzw. Folge der am 15. Oktober
2012 erlittenen Kniekontusion angeführt und wird die zumutbare Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers durch physische, kniebezogene Gesundheitsbeeinträchtigungen
als eingeschränkt bezeichnet (Suva-act. 56; vgl. auch nachfolgende Erwägung 4.3.2).
Angesichts der vorgenannten medizinischen Akten liegen mithin beim
Beschwerdeführer gewisse organische Gesundheitsbeeinträchtigungen im Bereich des
rechten Kniegelenks vor, die dem Unfallereignis vom 15. Oktober 2012 zuzuschreiben
bzw. deren Folge sind, was grundsätzlich auch seitens der Beschwerdegegnerin
unbestritten ist (vgl. dazu auch nachfolgende Erwägung 4.3.1).
2.2.2 Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 5. August 2013 werden
sodann die Diagnosen einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(ICD-10: F43.21), teilremittiert, sowie die Differentialdiagnose einer leichten depressiven
Episode (ICD-10: F32.0), teilremittiert, gestellt (Suva-act. 56). Die während der
Rehabilitation durchgeführte psychosomatische Abklärung hatte ergeben, dass sich
durch den protrahierten Heilungsverlauf und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit
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mit der Zeit eine psychische Symptomatik mit Konzentrationsstörungen, Grübeln,
bedrückter und ängstlicher Stimmung, innerer Unruhe, Reizbarkeit bzw. Gereiztheit,
Insuffizienzgefühlen, Schlafstörungen und vermindertem Antrieb entwickelt habe. Der
Beschwerdeführer habe sich sozial zurückgezogen und Suizidgedanken entwickelt,
wobei er sich bei Eintritt in die Klinik glaubhaft von akuter Suizidalität distanziert habe. -
Dieses Resultat liesse grundsätzlich auf einen natürlichen Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis vom 15. Oktober 2012 schliessen. Nachdem jedoch im Austrittsbericht
abschliessend festgehalten wird, dass sich die psychische Situation während der
stationären Rehabilitation deutlich stabilisiert und die Stimmung aufgehellt habe, der
Beschwerdeführer wieder vermehrt soziale Kontakte suche, besser schlafe und sich
auch subjektiv wohler fühle, und die festgestellte psychische Störung aktuell keine
arbeitsrelevante Leistungsminderung begründe, fällt die Berücksichtigung einer
psychischen Gesundheitsstörung ausser Betracht. Selbst vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers wird in der Replik vom 26. März 2014 vertreten, dass es im
konkreten Fall sicher nicht um psychische Unfallfolgen gehe (act. G 6, Ziff. 2).
2.2.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Rahmen der nachfolgenden
Prüfung von Ansprüchen des Beschwerdeführers auf Leistungen der
Beschwerdegegnerin einzig die Knieproblematik rechts zu berücksichtigen ist.
3.
3.1 Hierbei ist zunächst streitig, ob per 24. September bzw. 31. Oktober 2013 der
sogenannte "Fallabschluss" vorgenommen werden durfte, d.h. Heilkosten- und
Taggeldleistungen ab diesen Zeitpunkten eingestellt werden durften, und per 1.
November 2013 der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu
prüfen war. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung des Falls
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen
Einspracheentscheids (hier: 13. Januar 2014) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V
356 E. 1 mit Hinweisen).
3.2 Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dargelegte und angewendete
Theorie des Nachweises des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens (vgl. dazu Rumo-Jungo/ Holzer,
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a.a.O., S. 54) findet im vorliegenden Fall keine Anwendung. Das Vorliegen
unfallkausaler Restfolgen ist unbestritten und in den medizinischen Akten ausgewiesen.
Nicht ihr Dahinfallen ist mithin die zu prüfende Rechtsfrage, sondern wann der
Fallabschluss vorzunehmen bzw. der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen ist.
Anschliessend folgt die Anspruchsprüfung an sich.
3.3 Am 6. September 2013 teilte die IV der Beschwerdegegnerin mit, dass sie einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
mangels gesundheitsbedingter Einschränkungen, welche die Stellensuche
einschränken würden, bzw. der Möglichkeit, bei Verwertung der medizinisch
zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein Renten ausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen, abgewiesen habe (Suva-act. 65). Eingliederungsmassnahmen der IV stehen
damit einem Fallabschluss nicht entgegen.
3.4
3.4.1 Gestützt auf das Ergebnis der MRI-Untersuchung vom 25. März 2013 in der
Rodiag (Suva-act. 39) hatten Dr. J._ und Dr. M._ im Bericht vom 10. Mai 2013
erklärt, dass zurzeit keine interventionellen Massnahmen anstehen würden, jedoch eine
stationäre Aufnahme in der Rehaklinik Bellikon empfohlen werde (Suva-act. 40). Eine
solche fand vom 24. Juni bis 31. Juli 2013 statt. Im Rahmen der stationären
Rehabilitation konnte laut Austrittsbericht vom 5. August 2013 keine namhafte
Verbesserung der Beschwerden erzielt werden. Weitere physiotherapeutische
Massnahmen wurden nicht vorgesehen, sondern lediglich die Fortsetzung des
instruierten Heimprogramms. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers schätzten
Dr. G._ und med. pract. H._ in einer knieadaptierten Tätigkeit auf 100% (Suva-act.
55 f.). Dr. I._ stellte am 23. September 2013 fest, dass weitere Behandlungen
langfristig nicht indiziert seien (Suva-act. 71). Gestützt auf diese medizinische
Aktenlage nahm die Beschwerdegegnerin per 24. September bzw. 31. Oktober 2013
den Fallabschluss unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und per 1.
November 2013 die Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente vor.
3.4.2 Nach der kreisärztlichen Beurteilung und vor Erlass der Verfügung vom
28. Oktober 2013 (Suva-act. 82) bzw. des angefochtenen Einspracheentscheids vom
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13. Januar 2014 (Suva-act. 118) wurden jedoch die medizinischen Untersuchungen
fortgesetzt. Der Beschwerdeführer litt fortdauernd unter Kniegelenksschmerzen und am
10. Oktober 2013 wurde bei ihm eine weitere MRI-Untersuchung im Röntgeninstitut
D._ durchgeführt (Suva-act. 85). Gestützt auf deren Ergebnis hielt Dr. C._ am 23.
Oktober 2013 gegenüber der Beschwerdegegnerin fest, dass sich neue
Gesichtspunkte wegen der fehlenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergeben
hätten. Im neu erstellten MRI würden sich ein neuer Einriss des Meniskus und eine
Chondromalazie des Knorpels zeigen, aufgrund dessen wahrscheinlich neu operiert
werden müsse. Der Beschwerdeführer sei zurzeit wieder in der Klinik E._ in
Behandlung (Suva-act. 84). Die neue MRI-Untersuchung im Röntgeninstitut D._ hatte
eine Degeneration des lateralen Vorderhorns mit schrägen Unterrandrissen des
lateralen Meniskusvorderhorns, im Übergang vom zentralen zum posterioren
Femurkondylus lateral eine Chondropathie mit Signalalteration des Knorpels und
angrenzender subchondraler Ödemzone sowie im medialen Kniegelenk eine femorale
Chondropathie mit einem kleinen Defekt von 6 x 6 mm hervorgebracht (Suva-act. 85).
Während im entsprechenden Untersuchungsbericht des Röntgeninstituts D._ die
Chondropathie lateral bereits als am 3. Dezember 2012 (vgl. dazu Suva-act. 13)
abgrenzbar bezeichnet wurde, wurde die Chondropathie medial als neuer Defekt
angegeben. Die Entstehung der schrägen Unterrandrisse am lateralen
Meniskusvorderhorn wurde zwar zeitlich nicht explizit eingegrenzt, doch hatte man
auch intraoperativ am 7. Februar 2013 (Suva-act. 39) eine deutliche Fragmentation und
Auffaserung des Vorderhorns des Aussenmeniskus und im Rahmen der MRI-
Untersuchung vom 25. März 2013 eine erhebliche Substanzdegeneration des
Aussenmeniskus-Vorderhorns festgestellt (Suva-act. 39). Entsprechend hat Dr. J._ im
Bericht vom 4. November 2013 als Diagnose einen nicht objektivierbaren rechtsseitigen
Knieschmerz (unter anderem) mit einer intraoperativ bereits dokumentierten
degenerativen Veränderung des Aussenmeniskus-Vorderhorns angeführt (Suva-act.
88). Neu ist demgemäss offenbar tatsächlich die Chondropathie im medialen
Kniegelenk, deren Kausalität zum Unfall als sekundäre degenerative Spätfolge nicht in
Frage gestellt wird.
3.4.3 Diese Feststellung für sich hindert jedoch den Fallabschluss nicht.
Massgebend ist, inwiefern eine Unfallfolge einer ärztlichen Behandlung bedarf bzw. von
einer solchen eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten ist.
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Aufgrund der medizinischen Akten folgten anschliessend an das neue MRI-Untersu
chungsergebnis des Röntgeninstituts D._ weder hinsichtlich der Chondropathie noch
der Meniskuspathologie weitere Therapien. Anders gesagt wurden die am 10. Oktober
2013 erhobenen Befunde offensichtlich nicht derart beurteilt, dass weitere Therapien
als indiziert erachtet wurden. Dr. J._ hielt zudem im Bericht vom 4. November 2013
(Suva-act. 88) fest, es bestehe kein Hinweis, dass die MRI-Befunde mit dem vom
Beschwerdeführer klinisch präsentierten Bild korrelieren würden, und diagnostizierte
nicht objektivierbare Knieschmerzen. Allein aufgrund dieser Aktenlage wäre der
Fallabschluss per 24. September bzw. 31. Oktober 2013 nicht in Frage gestellt.
Dennoch lag für den Fallabschluss noch kein überwiegend wahrscheinlicher
Sachverhalt vor. Dr. J._ zog im obgenannten Bericht ein retropatelläres Problem
(Probleme beim Treppensteigen, Kniebeuge) in Erwägung und stellte die
Verdachtsdiagnose eines femoropatellären Schmerzsyndroms. Eine diesbezügliche
arthroskopische Heilung (ein laterales Retinakulumrelease) wurde zwar damals als
zweifelhaft bezeichnet und Dr. I._ stellte sich am 14. und 18. November 2013 auf
Rückfrage der Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass die beklagten
Knieschmerzen laut Bericht von Dr. J._ nicht objektivierbar seien bzw. keine
Verschlimmerung des Gesundheitszustandes eingetreten sei und keine Neubeurteilung
zu erfolgen habe (Suva-act. 89 f.). Andererseits wurde der Beschwerdeführer am 29.
November 2013 durch Dr. K._ untersucht, der im Sprechstundenbericht vom 6.
Dezember 2013 (Suva-act. 98) die Befunde von Dr. J._ als unvollständig bezeichnete
und darauf hinwies, dass zusätzlich zum schriftlichen Befund des MRIs vom 10.
Oktober 2013 (Suva-act. 85) im MRI eine auffällige diffuse Hoffa-Hypertrophie bestehe.
Im MRI imponiere entgegen der klinischen Untersuchung kein Erguss im Recessus
suprapatellaris, allerdings sei der gesamte Recessus mit hypertropher Synovia
ausgefüllt. Auch popliteal bestehe eine deutliche hypertrophe Synovitis. Aufgrund des
MRI-Befunds sowie der klinischen Untersuchung bestehe ein hochgradiger Verdacht
auf eine postoperative Arthrofibrose des rechten Kniegelenks. Geplant sei eine
Untersuchung des rechten Kniegelenks in Narkose. Nachfolgend an das Resultat
dieser Untersuchung werde das definitive Vorgehen festgelegt (Suva-act. 98, vgl. auch
Suva-act. 97). Die Untersuchung unter Narkose vom 16. Dezember 2013 brachte
sodann kein mechanisches Problem hervor und Dr. K._ schloss, dass die Situation
mit einem erneuten chirurgischen Eingriff nicht verbessert werden könnte, ja sogar
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dringend davon abzuraten sei (Suva-act. 120). Erst mit dieser abschliessenden
Beurteilung stand mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 134 V 125 E. 9.5, 126 V 360 E. 5.b;
RKUV 1985 Nr. K 613 S. 19 E. 3a; Thomas Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) fest, dass der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers durch eine Fortsetzung der medizinischen
Behandlung nicht mehr verbessert werden
konnte.
3.4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Fallabschluss nicht bereits per
24. September bzw. 31. Oktober 2013, sondern erst per 31. Dezember 2013 erfolgen
konnte. Ein solcher Fallabschluss erscheint angemessen, obwohl dem
Beschwerdeführer von Dr. G._ und med. pract. H._ in einer knieadaptierten
Tätigkeit bereits im Austrittsbericht vom 5. August 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert worden ist (Suva-act. 56). Angesichts der nach dem 24. September bzw. 31.
Oktober 2013 gestellten Verdachtsdiagnose und der nachfolgend geprüften allfälligen
Unfallrestfolgen hätte sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung je nach
Untersuchungsergebnis anders darstellen können. Per 31. Dezember 2013 fällt jedoch
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
ausser Betracht, indem eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
kein Raum für eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit übrig lässt (vgl. dazu nachfolgende
Erwägung 4.3.2). Ein Fallabschluss kann stattfinden. Der Bericht von Dr. C._ vom 6.
Februar 2014 (act. G 1.3), wonach im Gelenk des Beschwerdeführers massive narbige
Verwachsungen seien, infolge bereits erfolgter Operationen eine weitere Operation
kontraindiziert sei, der Beschwerdeführer zur Zeit konservativ behandelt werde und der
Endzustand noch nicht erreicht sei, vermag einen Fallabschluss per 31. Dezember
2013 nicht in Frage zu stellen. Die Beschwerdegegnerin argumentiert in der
Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 (act. G 3) überzeugend, dass der
Beschwerdeführer hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Dies, indem Dr.
C._ nicht ausführe, mit welchen medizinischen Massnahmen (insbesondere auch im
Hinblick auf die bisherige Therapieresistenz des Beschwerdeführers) eine
massgebende Verbesserung im Sinn einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten
wäre. Die Umstände, dass in den radiologischen Berichten keine Rede von massiven
narbigen Verwachsungen im Kniegelenk ist und Dr. C._ selbst eine weitere Operation
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als kontraindiziert bezeichnet, lassen seinen kurz gehaltenen Bericht bezüglich der hier
zu prüfenden Rechtsfrage ohnehin nicht als beweiskräftig erscheinen.
3.5 Damit ist festzuhalten, dass die Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(Taggelder, Heilungskosten) nicht, wie von der Beschwerdegegnerin vorgenommen,
bereits per 24. September bzw. 31. Oktober 2013, sondern erst per 31. Dezember
2013 erfolgen durfte und die Prüfung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente entsprechend per 1. Januar 2014 zu erfolgten hatte. Unabhängig von
einem Anspruch auf eine Invalidenrente hat die Beschwerdegegnerin mithin dem
Beschwerdeführer bis 31. Dezember 2013 Taggelder auszurichten sowie die
Abklärungs- und Heilbehandlungskosten im Zusammenhang mit dem rechten
Kniegelenk zu übernehmen.
4.
4.1 Zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Der Grad der
für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 ATSG durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des
Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung und die
Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können,
ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
4.2 Während sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, der
Beschwerdeführer sei in einer den unfallbedingten Restbeschwerden angepassten
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bzw. knieadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig und beim Einkommensvergleich
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 5%, hält der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers dagegen, dass aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen
werden könne.
4.3
4.3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten und radiologisch objektiviert, dass beim
Beschwerdeführer infolge des am 15. Oktober 2012 erlittenen Knorpeldefekts der
dorso-lateralen Femurcondyle mit korrespondierendem Aussenmeniskus-Vorderhorn
riss, trotz arthroskopischer Behandlung des rechten Knies am 7. Februar 2013 mit
Knorpeldébridement und Microfracturing der lateralen Condyle, Synovektomie, PE der
Synovialis sowie einem Aussenmeniskus-Vorderhorn-Débridement (Suva-act. 23), die
im MRI des Röntgeninstituts D._ vom 10. Oktober 2013 dargestellten
Gesundheitsschäden vorliegen; Degeneration des lateralen Vorderhorns mit schrägem
Unterrandeinriss des lateralen Meniskusvorderhorns, laterale Chondropathie mit
angrenzender subchondraler Ödemzone (bereits am 3. Dezember 2012 abgrenzbar;
vgl. Suva-act. 13); mediale Chondropathie (am 3. Dezember 2012 war das mediale
Kompartiment noch unauffällig; vgl. Suva-act. 85). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung und
Umschreibung des Zumutbarkeitsprofils durch Dr. G._ und med. pract. H._ vom 5.
August 2013 basieren hingegen auf dem MRI-Befund der F._ vom 25. März 2013
(Suva-act. 39, 56). Damals hatten sich eine - am 10. Oktober 2013 nicht mehr explizit
festgestellte - diskret aktivierte, geringgradige laterale Retropatellararthrose, eine
geringgradige Tendinopathie der Patellarsehne, ein begleitender Reizzustand des
Hoffa-Fettkörpers und ein subkutanes Ödem präpatellar-prätibial gezeigt, und - gleich
wie am 10. Oktober 2013 - eine osteochondrale Läsion im lateralen Femurkondylus mit
Knorpeldefekt, ein mässiggradiger Gelenkerguss sowie eine erhebliche
Substanzdegeneration des Aussenmeniskus-Vorderhorns dargestellt. Neu ergeben hat
sich am 10. Oktober 2013 gegenüber dem 25. März 2013, wie bereits erwähnt, die
mediale Chondropathie. Die von Dr. K._ zusätzlich erhobene Hoffa-Hypertrophie,
welche ihn die Verdachtsdiagnose einer postoperativen Arthrofibrose des rechten
Kniegelenks stellen liess, konnte - wie in Erwägung 3.4.3 dargelegt - in einer
Untersuchung unter Narkose nicht bestätigt werden.
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4.3.2 Die Parteien sind sich darüber einig, dass dem Beschwerdeführer die
angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Fensterbau wegen der verbleibenden
Unfallfolgen am rechten Knie nicht mehr zugemutet werden kann. Hingegen erachtet
die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung im Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon vom 5. August 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 100% in einer knieadaptierten,
d.h. leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, ohne wiederholtes
Gehen in unebenem Gelände und ohne repetitive Einnahme von Zwangshaltungen wie
Knien, Kauern und Hocken als zumutbar (Suva-act. 56). Mit dem von Dr. G._ und
med. pract. H._ definierten Zumutbarkeitsprofil wird auf die am 25. März 2013
radiologisch objektivierten Gesundheitsschäden umfassend Rücksicht genommen.
Aber auch die am 10. Oktober 2013 neu erhobene mediale Chondropathie kann mit
dem fraglichen Zumutbarkeitsprofil als hinlänglich berücksichtigt betrachtet werden.
Die Einwirkung auf das rechte Knie bzw. dessen Gebrauch wird in der adaptierten
Tätigkeit exakt entsprechend den vom Beschwerdeführer besonders geklagten und im
Grundsatz medizinisch nicht in Frage gestellten Beschwerden (vgl. dazu Erwägung
2.2.1; Suva-act. 40) - eingeschränkte Beweglichkeit und bewegungsabhängige
Schmerzen insbesondere beim Stehen und Treppen steigen sowie beim Laufen in
unebenem Gelände (vgl. Suva-act. 56, S. 6) - weitgehend reduziert. Dr. G._ und med.
pract. H._ sprechen in ihrem Austrittsbericht vom 5. August 2013 von einer
beobachteten erheblichen Symptomausweitung, indem sich das Ausmass der vom
Beschwerdeführer demonstrierten physischen Einschränkungen mit den
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und
Abklärungen sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären lasse (Suva-act. 56).
Entsprechendes hatten zuvor auch Dr. J._ und Dr. M._ in ihrem Bericht vom 10.
Mai 2013 festgestellt, indem sie die präsentierte nahezu komplette
Belastungsinsuffizienz und Bewegungsaufhebung als mit den
kernspintomographischen Befunden nicht einhergehend bezeichneten (Suva-act. 40).
Der vom Beschwerdeführer subjektiv geklagte Dauerschmerz (Suva-act. 56, 98) konnte
also von den Ärztinnen und Ärzten nicht bestätigt werden. Es sind keine Anhaltspunkte
ersichtlich, die geeignet wären, Zweifel daran zu begründen, dass mit dem
Zumutbarkeitsprofil im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon den in Frage stehenden
Gesundheitsschädigungen bzw. damit verbundenen Beschwerden und ihren
praktischen Auswirkungen nicht genügend Rechnung getragen worden wäre.
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Gegenteiliges ist jedenfalls nicht erkennbar und wird vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers auch in keiner Weise überzeugend konkretisiert. So vermögen, wie
in Erwägung 3.4.2 dargelegt, die von Dr. C._ in seinem Schreiben vom 23. Oktober
2013 erwähnten neuen Gesichtspunkte (Suva-act. 84), sofern sie denn überhaupt neu
sind, und sein Bericht vom 6. Februar 2014 (act. G 1.3) das Zumutbarkeitsprofil im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon nicht in Frage zu stellen. Die
Zumutbarkeitsbeurteilung wurde gestützt auf die objektivierten Befunde vorgenommen.
Die Ärztinnen und Ärzte der Klinik sehen sodann die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nur in qualitativer Hinsicht eingeschränkt. Aus der
Zumutbarkeitsbeurteilung darf denn auch theoretisch ohne Weiteres gefolgert werden,
dass dem Beschwerdeführer im darin umschriebenen Rahmen bzw. mit den
erwähnten, limitierenden Bedingungen ein ganztägiger Einsatz mit voller Leistung
zumutbar ist. Gesundheitlichen Störungen kann nicht nur mit einem eingeschränkten
Arbeitsfähigkeitsgrad, sondern auch mit einer angepassten Tätigkeit Rechnung
getragen werden. Im Folgenden ist mithin in einer leichten bis mittelschweren Arbeit
unter Berücksichtigung der von Dr. G._ und med. pract. H._ angeführten speziellen
Einschränkungen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt, ob aus einer Restarbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten
Tätigkeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.
5.2 Das Valideneinkommen 2013 des Beschwerdeführers von Fr. 61'512.--
(Fr. 4'784.-- x 12 Monate + Nachzahlung gemäss GAV 2011 von Fr. 4'104.45; vgl.
Suva-act. 77, 79) blieb als solches unbestritten und erscheint aufgrund der Akten
ausgewiesen.
5.3 Das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin
gestützt auf DAP-Zahlen, d.h. die Arbeitsplätze Nummern 10886, 5388, 338509, 9977
und 2556, festgelegt und daraus ein solches von Fr. 58'219.-- ermittelt (Durchschnitt;
Suva-act. 81). Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der
daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der
Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu
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machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage
kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie
über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil
entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen
Gerichts, die Rechtskonformität der konkreten DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen,
gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-
Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE
129 V 478 ff. E. 4.2.2). Ein Zugriff auf die gesamte DAP-Datenbank seitens der
versicherten Person oder der Gerichte ist nach der Rechtsprechung nicht gefordert.
Laut der zitierten Erwägung 4.2.2 im Urteil des EVG vom 28. August 2003 (BGE 129 V
472 [S. 478 ff.]) ist das Recht auf Akteneinsicht und Aktenzugang auf jene Akten
beschränkt, die Grundlage einer Entscheidung bilden. Es kann daraus keine Pflicht der
Behörde zur umfassenden Veröffentlichung interner Dokumentationen abgeleitet
werden. Um die Repräsentativität im Einzelfall zu gewährleisten, genügt nach der
Rechtsprechung der bereits erwähnte Nachweis von fünf zumutbaren Arbeitsplätzen
mit den genannten zusätzlichen Angaben. Diese Regelung entspricht einem fairen
Verfahren im Sinne von Art. 6 EMRK. Die ausgewählten DAP-Blätter müssen aufgelegt
werden, sodass in diesem Rahmen das rechtliche Gehör gewahrt ist (BGE 139 V 598 f.
E. 7.8; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 136). Die Beschwerdegegnerin hält in der
Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 zutreffend fest, dass sie in der Verfügung vom
28. Oktober 2013 auf solche, das errechnete Invalideneinkommen belegende
Unterlagen Bezug genommen hat (vgl. Suva-act. 82). Die ausgewählten Arbeitsplätze
inklusive die Blätter mit den zusätzlich geforderten Angaben sind Bestandteil des
Unfalldossiers und standen mithin dem Beschwerdeführer im Rahmen des
Einspracheverfahrens zur Einsichtnahme offen. Vor Erlass der Verfügung war die
Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet, den Beschwerdeführer anzuhören (Art. 42 Satz
2 ATSG; vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 21 ff. zu Art. 42).
5.4 Konkret liegen die von der Rechtsprechung geforderten DAP-Angaben vor. Auch
die von der Beschwerdegegnerin getroffene Auswahl der DAP-Arbeitsplätze ist nicht zu
beanstanden. Die Arbeitsplätze sind sowohl dem von Dr. G._ und med. pract. H._
allgemein formulierten Zumutbarkeitsprofil (leichte bis mittelschwere Arbeit,
wechselbelastend) als auch den von ihnen angeführten spezifischen
behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst (kein
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wiederholtes Gehen in unebenem Gelände, keine repetitive Einnahme von
Zwangshaltungen wie Knien, Kauern, Hocken). Auch von Seiten des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers werden gegen die ausgewählten DAP-Arbeitsplätze keine
Einwände erhoben.
5.5 Eine Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 61'512.-- und des
gestützt auf die fünf DAP's errechneten Invalideneinkommens von Fr. 58'219.-- lässt
die Schlussfolgerung zu, dass der Beschwerdeführer auch nach dem Unfall ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG).
6.
Die Beschwerdegegnerin hält in der Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 (act. G 3,
S. 6) zutreffend fest, dass eine Übergangsfrist zur Anpassung an die veränderten
Verhältnisse bzw. für die Vornahme eines Berufswechsels nur das Rechtsverhältnis des
Taggeldes betrifft. Während sich der Taggeldanspruch am Begriff der
Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 6 ATSG) orientiert und hierbei die Unfähigkeit, im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, bei langer Dauer aber auch
die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt
wird, basiert die Invalidität auf dem Begriff der Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 7 ATSG),
der nur noch den Zumutbarkeitsgrundsatz beinhaltet (vgl. hierzu auch Art. 18 Abs. 2
UVG). Sind die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einstellung der vorübergehenden
Leistungen erfüllt (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. Erwägung 3), fällt mithin die Einräumung
einer angemessenen Übergangsfrist, während der das bisherige Taggeld geschuldet
bleibt, ausser Betracht.
7.
7.1 Nach dem Gesagten sind dem Beschwerdeführer in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde bis 31. Dezember 2013 Taggelder auszurichten. Ebenfalls bis 31.
Dezember 2013 hat die Beschwerdegegnerin die Abklärungs- und Heilungskosten im
Zusammenhang mit dem rechten Kniegelenk zu übernehmen. Diesbezüglich ist der
Einspracheentscheid vom 13. Januar 2014 aufzuheben. In Bezug auf die Invalidenrente
wird die Beschwerde abgewiesen.
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7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der
teilweise obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung
gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist vom Gericht
ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG). Da der
Beschwerdeführer mit seinem Antrag nur zu einem unbedeutenden Teil
durchgedrungen ist, rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal
Fr. 800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP