Decision ID: 4942dc22-e7e5-4696-9b34-0eac75a6a4c2
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1,
Postfach 112, 9006 St. Gallen,
gegen
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St.Galler Gerichte
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente; berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a M._ (Jg. 1953) meldete sich am 2. Juli 2004 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr.
med. A._ berichtete der IV-Stelle am 6. September 2004, der Versicherte leide an
einem chronischen lumbospondylogenen Syndrom bei ausgeprägten degenerativen
Veränderungen der LWS und medianer Diskushernie L4/5, an einem Zervikalsyndrom
bei degenerativen Veränderungen der LWS und an einem Schulterimpingement links.
Der Versicherte habe bis zu seiner Entlassung (wegen Personalabbau) körperlich
schwerste Arbeit auf der Baustelle verrichtet. Aufgrund der Röntgenbefunde, der
klinischen Untersuchung und der fachärztlichen Konsiliarberichte könne man davon
ausgehen, dass der Versicherte nicht mehr als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle
eingesetzt werden könne. Dr. med. A._ konnte die Frage, ob dem Versicherten eine
andere Tätigkeit zumutbar sei, nicht beantworten. Die B._ teilte der IV-Stelle am 13.
September 2004 mit, sie habe den Versicherten bis 30. September 2003 als
Bauarbeiter beschäftigt. 2003 habe der Lohn Fr. 4'440.- (x13) betragen. Die Kündigung
sei vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erfolgt. Dr. med. C._ berichtete der IV-
Stelle am 14. Oktober 2004, er habe folgende Diagnosen erhoben: Lumbalgie bei
Spondylarthrose L4 bis S1 und kleiner, nicht neurokompressiver Protrusion L4/5,
Zervikalgie C6/7 sowie initiale Coxarthrose links. Der Versicherte sei als Bauarbeiter
seit dem 18. August 2003 zu 100% arbeitsunfähig. Welche Tätigkeiten seiner
Behinderung angepasst seien und welche Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit
bestehe, müsse durch ein Gutachten geklärt werden.
A.b Die IV-Stelle beauftragte das Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) mit einer
interdisziplinären Abklärung. Im Gutachten des ABI vom 27. Mai 2005 wurde
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ausgeführt, der Versicherte leide seit fünf bis sechs Jahren an Rückenschmerzen. Nach
der Kündigung sei es rasch zu einer Schmerzexazerbation und zu einer vollen
Arbeitsunfähigkeit gekommen. Konservative Therapiemassnahmen hätten keine
Besserung bewirkt und die eingenommenen Analgetika hätten höchstens
vorübergehend zu einer leichten Reduktion der Beschwerden geführt. Diese
Beschwerden seien konstant vorhanden und reagierten kaum auf Veränderungen der
äusseren Bedingungen. Bei der orthopädischen Untersuchung habe der Versicherte
angegeben, er habe Schmerzen im Bereich der gesamten linken Körperhälfte vom Kopf
bis zum Fuss. Nach der Sistierung der körperlich schweren Arbeit sei es nicht zu einer
Beschwerdebesserung gekommen. Es handle sich um einen Dauerschmerz. Gestützt
auf die klinische Untersuchung und die bildgebenden Verfahren stellte der
orthopädische Gutachter folgende Diagnosen: panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre Symptomatik (mit/bei mässiggradigen degenerativen Veränderungen der
unteren HWS und der unteren LWS, ohne MR-tomographisch nachweisbare
Kompression neuraler Strukturen) und – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit –
Verdacht auf ein linksbetontes multilokuläres Schmerzsyndrom. Der orthopädische
Gutachter führte dazu aus, das Gangbild auf ebenem Terrain und auf der Treppe sei
mitsamt den geprüften Gangvarianten flüssig und hinkfrei gewesen. Der leichte
vermehrte Finger-Boden-Abstand sei im wesentlichen auf die Verkürzung der
ischiokruralen Muskulatur zurückzuführen gewesen. Bei der Untersuchung sei die
Wirbelsäule weitestgehend schmerzlos gewesen. Insbesondere habe der Kopf in alle
Richtungen unauffällig und schmerzfrei bewegt werden können. Es hätten sich keine
Verspannungen der paravertebralen oder der Nackenmuskulatur palpieren lassen. Die
unteren Extremitäten seien in sämtlichen Gelenken frei und schmerzlos beweglich
gewesen. Die Kraftentfaltung sei gut gewesen. Dasselbe gelte für die oberen
Extremitäten, allerdings bei vermindertem Krafteinsatz vor allem im Bereich der Hände.
Auf neurologischer Ebene hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer Pathologie
im Bereich des peripheren Nervensystems ergeben. Die MR-tomographischen
Dokumente hätten keine sichtbare Neurokompression gezeigt. Die konventionellen
radiologischen Dokumente hätten höchstens mässiggradige Veränderungen der
unteren HWS und LWS belegt, die gesamthaft als altersentsprechend anzusehen
gewesen seien. Für die angegebenen Beschwerden im Bereich der HWS und der LWS
hätten sich also zumindest auf radiologischer Ebene Korrelate finden lassen, aber der
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Dauerschmerz lasse sich nicht begründen. Die übrigen Beschwerden im Bereich der
linken Körperhälfte liessen sich nicht erklären. Das früher postulierte Impingement-
Problem der linken Schulter habe nicht mehr bestanden, da der Versicherte keine
diesbezüglichen Beschwerden angegeben habe und die Untersuchung unauffällig
gewesen sei. Für körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten bestehe aus
orthopädischer Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Auf somatischer Ebene lasse sich die Tatsache, dass die anhaltende
Arbeitsunfähigkeit erst nach der Kündigung eingetreten sei, nicht begründen. Es
bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen dem subjektiven Schmerzerleben und den
objektivierbaren Befunden.
A.c Der psychiatrische Gutachter des ABI berichtete, der etwas älter wirkende
Versicherte sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Auf seinen Wunsch
hin sei kein Dolmetscher beigezogen worden. Er habe sich aber nur knapp in Deutsch
verständigen können. Hinweise auf kognitive Störungen seien nicht vorhanden
gewesen, der Gedankengang sei formal unauffällig, doch etwas einfach strukturiert und
konkretistisch gewesen. Auch Hinweise auf Zwänge, Wahn oder psychotische
Phänomene hätten gefehlt. Der Affekt sei leicht gedrückt, aber aufhellbar gewesen. Der
Versicherte habe angegeben, er fühle sich nicht übermässig nervös oder angespannt,
sorge sich aber um die Situation. Der psychiatrische Gutachter berichtete weiter, die
affektive Modulation des Versicherten sei erhalten gewesen, er habe seine
Ausführungen mit einer adäquaten Gestik und Mimik begleitet. Psychomotorisch habe
der Versicherte etwas verlangsamt gewirkt. Der psychiatrische Gutachter
diagnostizierte eine mögliche leichte Anpassungsstörung und eine beginnende
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, die aber beide die Arbeitsfähigkeit nicht
beeinträchtigten. Die massive Fehlverarbeitung der Körperbeschwerden müsse wohl
auch im Rahmen der schwierigen psychosozialen Situation interpretiert werden. Das
Ausmass der sich anbahnenden Anpassungsstörung und der sich entwickelnden
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sei zu gering, um eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu begründen. Es liege eine starke Fehlverarbeitung vor. Der
Versicherte scheine sich zurückzuziehen. Er sollte sich vermehrt aktivieren. Allenfalls
wäre an eine Therapie in einer Schmerzgruppe zu denken, wo der Versicherte bessere
Bewältigungsstrategien erlernen könnte. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für jede Art
von Erwerbstätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Da nur relativ geringe Ressourcen
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vorhanden seien, da eine Regressionstendenz bestehe und da die
Bewältigungsstrategien ineffizient seien, sei die Prognose ungünstig. Gestützt auf die
multidisziplinäre Konsensdiskussion hielten die Gutachter des ABI u.a. fest, der
Versicherte halte sich mittlerweile für arbeitsunfähig in jeder Art von Erwerbstätigkeit.
Dies stehe in einem deutlichen Gegensatz zum objektiven Zustand. Diese Diskrepanz
sei wohl dadurch zu erklären, dass der Versicherte davon ausgehe, körperlich
vollständig gesund sein zu müssen und zu keiner Zeit mehr Schmerzen verspüren zu
dürfen, bevor er wieder einer Arbeit nachgehen könne. Zudem bestünden bei
Schmerzverarbeitungsstörungen immer höhere Selbstlimitierungen, als medizinisch-
theoretisch und im Hinblick auf die aus psychiatrischer Sicht zumutbare
Willensanstrengung gerechtfertigt sei.
A.d Die Gesamtdiagnose lautete: panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre
Symptomatik (mässiggradige degenerative Veränderungen der unteren HWS und der
unteren LWS, MR-tomographisch keine nachweisbare Kompression neuraler
Strukturen) sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – leichte Anpassungsstörung
möglich, beginnende anhaltende somatoforme Schmerzstörung und V. a. linksbetontes
multilokuläres Schmerzsyndrom. Für die angestammte, körperlich schwere Tätigkeit
gingen die Gutachter von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. In einer körperlich
leichten bis mittelschweren Tätigkeit erwarteten die Gutachter keine wesentlichen
Schmerzprovokationen, so dass sie von einer Arbeitsfähigkeit von 100% ausgingen.
Aus orthopädischer Sicht bestanden nach Ansicht der Gutachter keine
Therapieoptionen, aus psychiatrischer Sicht wurde eine Integration des Versicherten in
eine Schmerzgruppe vorgeschlagen.
A.e Mit einer Verfügung vom 31. August 2005 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
des Versicherten ab, da dieser nicht im Sinne des Gesetzes invalid sei. Sie empfahl
dem Versicherten, sich für die Stellensuche an das zuständige RAV zu wenden. Der
Versicherte liess am 2. September 2005 Einsprache erheben. In der
Einsprachebegründung vom 9. November 2005 liess er geltend machen, Dr. med.
A._ und Dr. med. C._ hätten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Im
Gutachten sei für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit
angegeben worden. Diese Beurteilungen deckten sich nicht unbedingt. Zudem sei im
Gutachten nur in sehr pauschaler Form von schwerer, mittelschwerer und leichter
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Tätigkeit die Rede. Welche Arbeiten nun tatsächlich zumutbar seien, werde nicht
ausgeführt. Deshalb sei das Gutachten unvollständig. Das Ausgangseinkommen zur
Bemessung des Invalideneinkommens hätte tiefer angesetzt werden müssen und
ausserdem hätte ein "Leidensabzug" erfolgen müssen. Die IV-Stelle wies die
Einsprache am 27. Dezember 2005 ab. Geprüft wurde ausschliesslich die
Rentenberechtigung des Versicherten. Die IV-Stelle begründete ihren Entscheid
insbesondere damit, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten des ABI
überzeugend sei. Dieser Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.
Der Versicherte füllte am 5. April 2007 erneut das Formular "Anmeldung zum Bezug
von IV-Leistungen für Erwachsene" aus. Darin gab er auf die Frage nach seiner
Behinderung nur an, dass er sehr krank sei und dass die Behinderung seit August 2000
bestehe. Anders als bei der ersten Anmeldung kreuzte der Versicherte diesmal nicht
nur die Rente als Leistung an, die er beanspruchte. Er stellte vielmehr auch ein Gesuch
um Berufsberatung, Umschulung, Wiedereinschulung und Arbeitsvermittlung. In einem
Begleitschreiben gab der damalige Rechtsvertreter des Versicherten sinngemäss an,
die gesundheitliche Situation habe sich seit dem Einspracheentscheid vom 27.
Dezember 2005 erheblich verschlechtert. Der Versicherte führe regelmässige Therapien
durch, die aber nicht den gewünschten Erfolgt gezeigt hätten. Er stehe bei Dr. med.
C._, Dr. med. D._ und bei Dr med. E._ in Behandlung. Diese Ärzte könnten über
den aktuellen Gesundheitszustand Auskunft geben. Aufgrund der Verschlechterung
könne davon ausgegangen werden, dass die Voraussetzungen einer Neuanmeldung
erfüllt seien. Somit seien die Voraussetzungen zum Leistungsbezug zu prüfen. Am 16.
April 2007 reichte der Rechtsvertreter des Versicherten ein Schreiben von Dr. med.
E._ vom 5. April 2007 ein. Dr. med. E._ hatte darin ausgeführt, beim Versicherten
bestehe ein chronisches panvertebrales Syndrom bei muskulärer Dysbalance,
ausgeprägten degenerativen Wirbelsäulenveränderungen und anamnestisch einer
medianen Diskushernie L4/5. Der Versicherte sei aktuell als Bauarbeiter nicht voll
arbeitsfähig. Zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit könne
er nicht Stellung nehmen. Dr. med. E._ gab abschliessend an, er wisse nicht, wie
sich der Gesundheitszustand verändert habe, denn er habe den Versicherten nur vom
9. bis 23. März 2007 behandelt. Die IV-Stelle forderte den Rechtsvertreter des
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Versicherten am 20. April 2007 auf, Nachweise wie ausführliche Arztberichte,
Lohnausweise usw. einzureichen, damit sie den Verlauf und allfällige rechtserhebliche
Veränderungen seit dem 31. August 2005 beurteilen könne. Sie setzte dazu eine Frist
bis 21. Mai 2007 und wies darauf hin, dass der Versicherte mit einem Nichteintreten
rechnen müsse, wenn sie bis dahin keine Unterlagen oder "Unterlagen mit nicht
nachgewiesenen Revisionsgründen" erhalten habe. Die IV-Stelle verlängerte dies Frist
in der Folge bis 12. Juni 2007. Der Rechtsvertreter des Versicherten teilte der IV-Stelle
am letzten Tag dieser Frist mit, gemäss dem Bericht von Dr. med. E._ vom 5. April
2007 sei eine akute Dysfunktion im BWS-Bereich aufgetreten. Diese habe verbessert
werden können, aber trotzdem sei eine Verschlechterung gegenüber 2005
zurückgeblieben. Er werde baldmöglichst einen Bericht von Dr. med. C._ einreichen.
Die IV-Stelle solle bei Dr. med. D._ einen Bericht einholen. Er gehe aber davon aus,
dass ihm im Verlauf der nächsten Woche ein solcher Bericht zugehen werde. Am 25.
Juni 2007 forderte der Rechtsvertreter des Versicherten die IV-Stelle auf, beim X._
einen Bericht einzuholen. Bereits am 18. Juni 2007 hatte die IV-Stelle bei Dr. med.
C._, bei Dr. med. A._ und bei Dr. med. D._ Berichte angefordert. Am 29. Juni
2007 ersuchte sie auch das X._, einen Bericht einzureichen. Dr med. A._ führte am
9. August 2007 aus, der Versicherte leide an einem chronischen lumbospondylogenen
Syndrom mit Ischialgie links bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der LWS
und Diskushernie L4/5 und an einem Zervikalsyndrom bei degenerativen
Veränderungen der LWS, an einem Schulterimpingement links und an Coxarthrose
links. Als Bauarbeiter sei der Versicherte seit dem 10. Februar 2005 zu 100%
arbeitsunfähig. Dr. med. A._ verwies auf seinen Bericht vom 6. Mai 2004 und auf das
Gutachten des ABI. Er gab an, in der Zwischenzeit habe sich nicht viel geändert. Der
Versicherte profitiere nur sehr bedingt von Physiotherapie und manipulativen
Massnahmen. Er klage immer über Schmerzen im linken Bein, die x-fach abgeklärt
worden seien. Dr. med. C._ teilte der IV-Stelle am 19. September 2007 mit, es
bestehe eine Lumbalgie bei Spondylarthrosen L4 bis S1 und kleiner Diskusprotrusion
L4/5, ausserdem eine Zervikalgie bei Osteochondrose C4-7 und Unkarthrose C6/7 mit
grenzwertig engem Spinalkanal C6/7 und eine initiale Coxarthrose links. Seit Jahren
klage der Versicherte über Halbseitenschmerzen links, die vom Kopf bis in den linken
Fuss ausstrahlten. Röntgenaufnahmen vom 17. September 2007 hätten
altersentsprechende Befunde ergeben. Es sollte nochmals eine MRI-Untersuchung
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durchgeführt werden. Dr. med. D._ berichtete am 10. Dezember 2007, der
Versicherte leide an einer chronischen Rhino-Pharyngitis, an fluktuierenden
Kopfschmerzen und an einer hochgradigen Hochtonsenke bds. seit 1995. In einem
Schreiben an den Rechtsvertreter des Versicherten vom 10. Dezember 2007 hielt Dr.
med. D._ fest, er habe den Versicherten nie arbeitsunfähig schreiben müssen. Dr.
med. F._ vom RAD stellte am 9. Januar 2008 fest, dass sich im Vergleich zur
medizinischen Referenzsituation 2004 und 2005 keine erhebliche, objektivierbare und
arbeitsfähigkeitsrelevante Veränderung eingestellt habe.
C.
Mit Vorbescheiden vom 3. März und vom 4. März 2008 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, dass sie beabsichtige, sein Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen abzuweisen und auf seine Neuanmeldung betreffend
Rente nicht einzutreten. Der erste Vorbescheid wurde damit begründet, dass jegliche
Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar seien. Im zweiten Vorbescheid wies die IV-Stelle
darauf hin, dass der Versicherte keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse seit dem Einspracheentscheid glaubhaft gemacht habe. Der Versicherte
liess am 21. April 2008 einwenden, die gesundheitliche Situation habe sich
verschlechtert, weshalb die Eintretensvoraussetzung klar erfüllt sei. Dies ergebe sich
insbesondere aus dem Bericht von Dr. med. E._ vom 12. April 2008. Am 15. Mai
2008 liess der Versicherte ergänzend ausführen, der Sachverhalt sei noch nicht
rechtsgenüglich abgeklärt, denn die IV-Stelle habe bei Dr. med. E._ noch keinen
Bericht eingeholt. Auch die von Dr. med. A._ vorgeschlagene Einholung eines
Berichts von Dr. med. G,_ sei noch nicht erfolgt und im Übrigen sei gemäss der
Auffassung von Dr. med. C._ eine MRI-Untersuchung oder sogar eine Begutachtung
notwendig. Die IV-Stelle forderte am 10. Juni 2008 bei Dr. med. G._ einen Bericht an.
Dr. med. G._ gab am 12. September 2008 folgende Diagnosen an: chronisches
generalisiertes Schmerzsyndrom (mit/bei Diskopathie L4/5, ohne Neurokompression,
positiven Waddell-Zeichen, degenerativen Veränderungen zervikal, rezidivierendem
Impingement-Syndrom linke Schulter) und anhaltende Anpassungsstörung. Er
berichtete weiter, der deprimiert wirkende Versicherte habe ein unsicheres und
schwankendes Gangbild gezeigt. Die Druckdolenzen seien diffus und oberflächlich
gewesen. Vier von fünf nichtorganischen Zeichen nach Waddell seien positiv gewesen.
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An der ganzen Wirbelsäule sei die aktive Beweglichkeit hochgradig eingeschränkt, die
passive Beweglichkeit aber erhalten gewesen. In der linken Schulter sei eine
endgradige Abduktionshemmung festzustellen gewesen, die übrigen peripheren
Gelenke seien altersentsprechend beweglich gewesen. Links habe ein Pseudolasègue
bestanden. Nervendehnschmerzen seien nicht sicher nachweisbar gewesen. Die
Sensomotorik sei an den oberen und den unteren Extremitäten symmetrisch gewesen.
Im Juli, August und September 2007 seien interventionelle Schmerztherapien erfolgt.
Da der Versicherte nicht darauf angesprochen habe, seien sie sistiert worden. Der
Verlauf und das fehlende Ansprechen auf die diagnostischen Infiltrationen wiesen
darauf hin, dass keine Korrelation zwischen den angegebenen Schmerzen und den
kernspintomographisch erhobenen Befunden bestehe. Dr. med. F._ vom RAD hielt
dazu am 21. Oktober 2008 fest, generalisierte Schmerzen seien bereits anlässlich der
Begutachtung beklagt worden. Die kleine Diskushernie L4/5 und die degenerativen
Veränderungen der HWS und der LWS seien damals bekannt gewesen. Es bestehe
weiterhin kein Hinweis auf eine Nervenkompression. Das Schulterimpingement sei
bereits 2004 verneint worden. Es könne nach wie vor keine arbeitsfähigkeitsrelevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt werden. Mit zwei
Verfügungen vom 10. November 2008 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen ab und trat sie nicht auf die Neuanmeldung zum Bezug
einer Invalidenrente ein.
D.
Der Versicherte liess am 12. Dezember 2008 gegen beide Verfügungen Beschwerde
erheben und die Rückweisung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zur
Neubeurteilung beantragen. Eventualiter beantragte er die Zusprache beruflicher
Massnahmen und einer Rente. Er ersuchte ausserdem um die Vereinigung der beiden
Beschwerdeverfahren. Zur Begründung liess er sinngemäss geltend machen, die nach
der Stellungnahme zum Vorbescheid eingeholten Arztberichte seien ihm nie eröffnet
worden, so dass er dazu nicht habe Stellung nehmen können. Damit sei sein Anspruch
auf rechtliches Gehör verletzt worden. Eine Heilung dieses Mangels sei nicht möglich.
In der Beschwerdeergänzung vom 17. April 2009 liess der Versicherte ausführen, der
Sachverhalt sei nicht vollständig und rechtsgenüglich abgeklärt worden. Immer noch
fehlten ein Bericht von Dr. med. E._ und ein psychiatrisch-orthopädisches Gutachten
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mit einer MRI-Untersuchung. Die IV-Stelle hätte zudem nicht auf den 15 Monate alten
Bericht von Dr. med. A._ vom 9. August 2007 abstellen dürfen. Er habe bei Dr. med.
A._einen aktuellen Bericht angefordert. Auch der Bericht von Dr. med. G._ sei nicht
aktuell, da die letzte Untersuchung am 22. November 2007 erfolgt sei. Der Sachverhalt
sei somit nicht vollumfänglich abgeklärt worden. Es sei aber glaubhaft gemacht, dass
sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 2. Juni 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte zur
Begründung u.a. aus, der Bericht von Dr. med. G._ habe an der Sachlage nichts
geändert. Insofern wiege es nicht schwer, wenn dieser Bericht und die RAD-
Stellungnahme dem Versicherten nicht zugestellt worden seien. Sie habe den
Versicherten bei der Glaubhaftmachung unterstützen wollen, indem sie selbst
Arztberichte eingeholt habe. Das Verfahren habe sich immer im Stadium der
Eintretensprüfung befunden. Da keine erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades
glaubhaft gemacht sei, sei sie zu Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten. In
der Vergangenheit habe die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Massnahmen implizit
mit der Rentenverfügung abgewiesen. Jetzt habe sie den Anspruch auf berufliche
Massnahmen materiell abgewiesen. Da das zum ersten Mal geschehen sei, sei zu
Recht ein materieller Entscheid ergangen.
F.
In seiner Replik vom 22. Juni 2009 liess der Versicherte ausführen, die IV-Stelle habe
zwar eine Verletzung des rechtlichen Gehörs eingestanden, aber behauptet, diese
Verletzung wiege nicht schwer. Tatsächlich komme es aber aufgrund der formellen
Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör nicht darauf an, ob die Anhörung für den
materiellen Ausgang des Verfahrens von Bedeutung gewesen sei oder nicht. Deshalb
sei es irrelevant, ob die eingeholten Berichte und die Stellungnahme des RAD die
Auffassung der IV-Stelle verändert hätten oder nicht. Der Versicherte hielt daran fest,
dass der Sachverhalt nicht rechtskonform erhoben worden sei sowie dass die
erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades glaubhaft gemacht sei. Im Übrigen sei er
dringend auf berufliche Eingliederungsmassnahmen angewiesen.
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G.
Die IV-Stelle verzichtete am 3. August 2009 auf eine materielle Stellungnahme zur
Replik.
H.
Die Rechtsvertreterin des Versicherten reichte am 16. April 2010 einen
Operationsbericht vom 26. März 2010 ein. Dr. med. A._ hatte dazu am 9. April 2010
festgehalten, die Annahme des (operierenden) Kantonsspitals St. Gallen, der
obstruktive Hydrocephalus sei für die Kopfschmerzen verantwortlich, treffe wohl nicht
zu, denn der Versicherte gebe nur eine geringfügige Verbesserung an. Die cervico-
occipitalen Kopfschmerzen seien wohl eher auf die bekannten degenerativen
Veränderungen der HWS zurückzuführen.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat das von ihr durchgeführte Verwaltungsverfahren mit zwei
Verfügungen abgeschlossen, mit der Abweisung eines Gesuchs um berufliche
Eingliederungsmassnahmen und mit dem Nichteintreten auf ein Rentengesuch. Die
Beschwerdegegnerin hat den Verfahrensabschluss durchaus zu Recht auf zwei
Verfügungen aufgeteilt, denn sowohl die Abweisung eines Gesuchs um berufliche
Eingliederungsmassnahmen als auch das Nichteintreten auf ein Gesuch um eine
Invalidenrente muss je für sich rechtskraftfähig sein. Demnach ist auch gesondert über
die Rechtmässigkeit dieser beiden Verfügungen zu urteilen. Wie aber bereits der
Umstand zeigt, dass die Beschwerdegegnerin nicht zwei formal getrennte
Verwaltungsverfahren durchgeführt hat, besteht eine weitgehende Deckung des jeweils
relevanten Sachverhalts. Da der Gesuchsteller und Verfügungsadressat zudem ein und
dieselbe Person, nämlich der Beschwerdeführer gewesen ist, rechtfertigt sich aus
verfahrensökonomischen Gründen eine Behandlung in einem einzigen Urteil. Dabei
muss aber durch getrennte Urteilsdispositive dem Umstand Rechnung getragen
werden, dass der Beschwerdeführer auch bei einer allfälligen Anfechtung des Urteils
wieder die Wahl haben muss, ob er einen oder aber beide möglichen
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Leistungsansprüche zum Gegenstand eines bundesgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens machen will, d.h. die Entscheidung über die beiden möglichen
Leistungsansprüche muss wieder getrennt rechtskraftfähig sein.
2.
2.1 Gemäss Art. 42 Satz 1 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
In der Invalidenversicherung wird die Aufgabe der Gehörsgewährung vor dem Erlass
einer Verfügung durch die Zustellung eines Vorbescheids erfüllt. Mit dem Vorbescheid
teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein
Leistungsbegehren mit (Art. 57a Abs. 1 Satz 1 IVG). Das gilt praxisgemäss auch für -
notwendigerweise verfahrensabschliessende - Nichteintretensentscheide. Mit dem
Vorbescheid erhält die versicherte Person nicht nur die Möglichkeit, Einsicht in die
Akten zu nehmen und sich dazu vernehmen zu lassen, sondern es wird ihr die
Möglichkeit eingeräumt, auch zum vorgesehenen materiellen Entscheid Stellung zu
nehmen. Nimmt die IV-Stelle – aufgrund der Stellungnahme der versicherten Person
zum Vorbescheid oder von Amtes wegen – zusätzliche Abklärungen vor, so muss sie
der versicherten Person gestützt auf Art. 42 Satz 1 ATSG zumindest die neu
produzierten Akten zur Kenntnis bringen und ihr ermöglichen, dazu Stellung zu
nehmen. Nun ist es aber immer möglich, dass die neu produzierten Akten die IV-Stelle
veranlassen, von der bisher vorgesehenen Rechtsfolgeanordnung abzuweichen und
eine andere Rechtsfolgeanordnung ins Auge zu fassen. Nach dem Sinn und Zweck des
Art. 57a Abs. 1 Satz 1 IVG muss die versicherte Person in einem solchen Fall die
Möglichkeit erhalten, auch zur neu vorgesehenen Rechtsfolgeanordnung Stellung zu
nehmen. Daraus folgt, dass bei korrekter Auslegung des Art. 57a Abs. 1 Satz 1 IVG ein
neuer Vorbescheid ergehen muss, wenn nach der Zustellung des (ersten)
Vorbescheides weitere Sachverhaltsabklärungen vorgenommen worden sind, denn mit
jeder Sachverhaltsergänzung ist die Möglichkeit verbunden, dass sich die vorgesehene
Rechtsfolgeanordnung ändert. Die Beschwerdegegnerin hätte also nach der Einholung
des Berichts von Dr. med. G._ einen neuen Vorbescheid erlassen und damit dem
Beschwerdeführer Gelegenheit geben müssen, sich unter Berücksichtigung aller Akten
zur vorgesehenen Erledigung - Nichteintreten auf das neue Rentengesuch und
Abweisung des Gesuchs um berufliche Eingliederungsmassnahmen - zu äussern. Die
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beiden angefochtenen Verfügungen sind demnach in Verletzung des Art. 57a Abs. 1
Satz 1 IVG ergangen.
2.2 Die beiden angefochtenen Verfügungen mögen zwar materiell rechtmässig sein,
aber sie sind in Verletzung einer Verfahrensnorm zustande gekommen und damit
rechtswidrig. Bei der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist praxisgemäss
immer die Frage der sogenannten "Heilung" zu stellen. Gemeint ist damit das
Ignorieren der Rechtswidrigkeit, die auf die Verletzung einer Verfahrensnorm
zurückzuführen ist. Begründet wird die Heilung immer mit dem Grundsatz der
Verfahrensökonomie bzw. aus der Sicht der versicherten Person gesprochen mit dem
Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung. Anwendungsgebiet dieser Praxis ist aber
nicht nur die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern beispielsweise
auch die Verletzung der Pflicht, bei der Abmahnung der Schadenminderungspflicht
nach Art. 21 Abs. 4 ATSG eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Ist die
Bedenkzeit objektiv zu kurz gewesen, um als angemessen qualifiziert werden zu
können, wird dies aber von der versicherten Person gegenüber dem mit der
Beurteilung der Sanktionsverfügung nach Art. 21 Abs. 4 ATSG befassten Gericht nicht
moniert, so müsste diese Verletzung des Verfahrensrechts an sich von Amtes wegen in
die Beurteilung der Sanktionsverfügung einfliessen und dazu führen, dass die
Verfügung als rechtswidrig qualifiziert und aufgehoben und die Sache anschliessend
zur korrekten Durchführung des sogenannten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens an die
Verwaltung zurückgewiesen würde. Die Rechtswidrigkeit als Folge der Verletzung einer
verfahrensrechtlichen Bestimmung hat eine besondere Natur, da das Verfahrensrecht
nur dazu dient, die korrekte Einzelfallanwendung des materiellen Rechts
sicherzustellen. Deshalb besteht bei einer formellen Rechtswidrigkeit nicht dasselbe
Interesse an einer Korrektur wie bei einer materiellen Rechtswidrigkeit. Daraus folgt,
dass bei einer Abwägung zwischen der durch eine "Heilung" erreichbaren
Verfahrensbeschleunigung einerseits und dem Legalitätsprinzip, d.h. dem Interesse an
einer auch formell rechtmässigen Entscheidung andererseits das
verfahrensökonomische Interesse bzw. das Beschleunigungsinteresse in der Regel
überwiegt, der verfahrensrechtliche Fehler also ignoriert und die zugrunde liegende
materiell-rechtliche Frage beurteilt wird (vgl. Hansjörg Seiler, Abschied von der
formellen Natur des rechtlichen Gehörs, SJZ 2004 S. 377 ff.).
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2.3 Bei der Berufung auf die besondere formelle Natur des Anspruchs auf rechtliches
Gehör, die bei einer Gehörsverletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache
selbst zu einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung zwingen soll (vgl. etwa den
von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers angegebenen BGE 127 V 437
Erw. 3d/aa m.H.), handelt es sich nur um eine historische Referenz an die Zeit, als die
Verfahrensordnungen noch sehr rudimentär waren und den Anspruch auf rechtliches
Gehör nicht regelten, so dass – eigentlich in Ausfüllung einer echten
Verfahrensrechtslücke – auf die Verfassung zurückgegriffen werden musste. Dabei
wurde der Anspruch auf rechtliches Gehör im konkreten Verfahrenseinzelfall direkt mit
Verfassungsrang (hergeleitet aus dem Persönlichkeitsschutz und der Menschenwürde)
versehen und damit überhöht. Seitdem der Anspruch auf rechtliches Gehör im
Verfahrensrecht geregelt und in eine bestimmte Form (Vorbescheid) gebracht (bzw. bei
einsprachefähigen Verfügungen vom Verfahrensgesetzgeber bewusst ganz über Bord
geworfen) worden ist, besteht kein Bedarf mehr nach einer solchen Überhöhung. Damit
entfällt auch die Möglichkeit der Berufung auf die besondere formelle Natur des
Anspruchs auf rechtliches Gehör. Bezogen auf den vorliegenden Fall bedeutet das,
dass das Unterbleiben je eines zweiten Vorbescheids als "geheilt" betrachtet werden
muss, weil die durch die materielle Beurteilung der beiden angefochtenen Verfügungen
erreichte Verfahrensökonomie höher zu werten ist als die Nachholung zweier korrekter
Vorbescheidsverfahren. Die anschliessend zu erlassenden neuen Verfügungen hätten
nämlich wieder denselben Inhalt wie die angefochtenen beiden Verfügungen, wie sich
den Äusserungen der Beschwerdegegnerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens klar
entnehmen lässt.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hat bei der ersten Anmeldung am 2. Juli 2004 nur die Rente
als beanspruchte Leistung angekreuzt. Das daraufhin durchgeführte
Verwaltungsverfahren hat nur die Prüfung einer allfälligen Rentenberechtigung
beinhaltet. In der Verfügung vom 31. August 2005 ist dem Beschwerdeführer zwar
empfohlen worden, er solle sich für die Arbeitsvermittlung an das zuständige RAV
wenden, aber im – formell rechtskräftigen – Einspracheentscheid vom 27. Dezember
2005 hat die Beschwerdegegnerin dann ausschliesslich das Rentengesuch
abgewiesen. Ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
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Eingliederungsmassnahmen ist also am 27. Dezember 2005 weder explizit noch
konkludent beurteilt worden. In Bezug auf die beruflichen Eingliederungsmassnahmen
hat es sich bei der Anmeldung vom 5. April 2007 also nicht um eine sogenannte
Neuanmeldung gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV (per analogiam), sondern um ein erstmaliges
Leistungsgesuch gehandelt. Die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht
voraussetzungslos, d.h. ohne die Glaubhaftmachung einer leistungsrelevanten
Sachverhaltsveränderung zu verlangen, auf die Anmeldung vom 5. April 2007 zum
Bezug beruflicher Eingliederungsmassnahmen eingetreten. Sie hat demnach am 10.
November 2008 auch zu Recht in der Sache verfügt.
3.2 Trotz der widersprüchlichen Begründung der Verfügung vom 10. November 2008,
mit der ein Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen verneint worden ist, hat es sich nach dem oben
Ausgeführten um die erstmalige Prüfung eines solchen Anspruchs gehandelt. Ob sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorgängig verändert hatte bzw. ob
aus medizinischer Sicht neue Tatsachen geltend gemacht worden waren oder nicht, ist
deshalb irrelevant. Massgebend als Begründung der Abweisungsverfügung ist nur der
Satz: "Ihnen sind jegliche Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar". Die
Beschwerdegegnerin ist also davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer nach
wie vor in einer adaptierten Hilfsarbeit zu 100% arbeitsfähig sei. Die vom
Beschwerdeführer zur Glaubhaftmachung einer Veränderung eingereichten oder von
der Beschwerdegegnerin zum gleichen Zweck eingeholten Berichte behandelnder
Ärzte haben den aktuellen Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Hilfsarbeit nicht belegt. Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen,
diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen. Für die Annahme einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Hilfsarbeit muss die Beschwerdegegnerin deshalb
auf das Ergebnis des früheren Verfahrens, das sie mit dem Einspracheentscheid vom
27. Dezember 2005 abgeschlossen hatte, abgestellt haben. Das kann nur in der
Meinung geschehen sein, die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person werde immer
nur im Rahmen der Prüfung eines Rentenbegehrens ermittelt, so dass in jenen Fällen,
in denen die Arbeitsfähigkeit auch für den Anspruch auf eine berufliche
Eingliederungsmassnahme (i.d.R. also für eine Umschulung) massgebend sei, keine
eigenständige Abklärung der Arbeitsfähigkeit nötig sei. Deshalb müsse auch im
vorliegenden Fall auf die im Rahmen der Rentenprüfung per 27. Dezember 2005
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ermittelte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abgestellt werden. Der Normalfall ist
tatsächlich die gleichzeitige Prüfung eines Rentenbedarfs und eines Bedarfs nach
beruflicher Eingliederung. Hier kann kein Problem entstehen, weil die zu ermittelnde
Arbeitsfähigkeit ohne weiteres für beide Leistungsarten massgebend ist. Aus diesem
Normalfall kann aber entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin nicht abgeleitet
werden, dass in jenen Fällen, in denen nur die berufliche Eingliederung zu prüfen sei,
keine eigenständige Prüfung der Arbeitsfähigkeit erfolgen dürfe, weil auf die in einem
früheren Rentenprüfungsverfahren ermittelte Arbeitsfähigkeit abgestellt werden müsse.
Kann ein Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen nur umfassend geprüft
werden, wenn der aktuelle Arbeitsfähigkeitsgrad feststeht, so muss die dazu
notwendige Abklärung erfolgen, selbst wenn dies eine polydisziplinäre Begutachtung
erfordert. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person als Element der
eingliederungsspezifischen Invalidität muss wie bei einer Rentenprüfung mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit feststehen. Deshalb kann jedenfalls nicht auf den
2005 ermittelten Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers abgestellt werden. Zu
prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin den Antrag des Beschwerdeführers
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen hat verweigern können, ohne die aktuelle
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu kennen.
3.3 Der Beschwerdeführer hat zwar angegeben, er habe in seinem Herkunftsland den
Maurerberuf erlernt, und die B._ hat ihn als Maurer bezeichnet. Der ihm ausgerichtete
Lohn war aber ein Hilfsarbeiterlohn, denn als qualifizierter Maurer hätte der
Beschwerdeführer im lohnmässig stark reglementierten Baugewerbe sicher einen
höheren Lohn erhalten. Als Hilfsarbeiter hat der Beschwerdeführer grundsätzlich keinen
Anspruch auf eine Umschulung in einen Beruf (Art. 17 Abs. 1 IVG), da er nach einer
Berufsausbildung besser qualifiziert wäre als vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung. Diese zusätzliche Qualifikation wäre nicht
invaliditätsbedingt notwendig. Besteht allerdings in einer adaptierten Hilfsarbeit eine
Arbeitsunfähigkeit, die im Vergleich zum Lohn als Hilfsbauarbeiter eine
Erwerbseinbusse von wenigstens 20% bewirkt (vgl. Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Invalidenversicherung, bearbeitet von
Ulrich Meyer, 2.A., S. 191 f.), so entsteht doch ein Umschulungsanspruch (der bei
einem Hilfsarbeiter eigentlich de facto ein Anspruch auf eine erstmalige
Berufsausbildung sein muss), selbst wenn es sich bei der Umschulung um eine
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sogenannt höherwertige handelt. Nur so kann nämlich die umschulungsspezifische
Invalidität, d.h. die wenigstens 20% betragende behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse, beseitigt werden. Da das Bestehen bzw. gegebenenfalls das
Ausmass einer behinderungsbedingten Erwerbseinbusse in einer adaptierten Hilfsarbeit
weitgehend vom Arbeitsfähigkeitsgrad in einer solchen Hilfsarbeit abhängt, hätte die
Beschwerdegegnerin eigentlich den aktuellen Arbeitsfähigkeitsgrad des
Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ermitteln müssen, um einen allfälligen Umschulungsanspruch beurteilen zu können.
Nun setzt die Umschulung aber nicht nur eine leistungsspezifische Invalidität, eben
eine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von wenigstens 20%, voraus. Anders als
bei der Invalidenrente muss kumulativ zur leistungsspezifischen Invalidität eine zweite
Leistungsvoraussetzung erfüllt sein: Die versicherte Person muss fähig sein, eine
entsprechende Umschulung erfolgreich zu absolvieren und damit die
leistungsspezifische Invalidität zu beseitigen oder zu reduzieren. Der Beschwerdeführer
müsste also in der Lage sein, die trotz seines langjährigen Aufenthalts in der Schweiz
sehr dürftigen Deutschkenntnisse so zu verbessern, dass er in der Lage wäre,
insbesondere dem schulischen Teil der Berufsausbildung zu folgen, er müsste sein
Schulwissen so weit ergänzen, dass er fähig wäre, die Gewerbeschule zu absolvieren,
und er müsste über die intellektuellen Fähigkeiten verfügen, die sowohl zur
Bewältigung des Gewerbsschulstoffes als auch zum Erlernen eines qualifizierten
Berufes notwendig sind. Schliesslich müsste er auch entsprechend motiviert sein, denn
eine zeitlich so aufwendige Ausbildung (Deutschunterricht, Nachholung der
Schulausbildung bis zum Niveau Sekundarschulabschluss, mindestens dreijährige
Lehre) kann nur mit einer besonders starken Motivation absolviert werden,
insbesondere wenn die versicherte Person bereits einiges über 50 Jahre alt und immer
nur einer Hilfsarbeit nachgegangen ist. Zudem müsste die nach dem Abschluss der
Umschulung verbleibende erwerbliche Aktivitätsphase lang genug sein, um eine
entsprechend teure berufliche Eingliederung vor dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz
zu rechtfertigen. Ob der Beschwerdeführer diese besondere Motivation aufbringen
würde, ist zu bezweifeln. Diese Frage kann aber offen bleiben, denn die intellektuellen
Fähigkeiten des Versicherten reichen nicht aus, um eine Umschulung zu absolvieren.
Der Psychiater des ABI hat nämlich beim Beschwerdeführer einen einfach
strukturierten und konkretistischen Gedankengang festgestellt. Daran hat sich
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inzwischen nichts ändern können. Der Beschwerdeführer ist 1953 geboren, d.h. nach
dem Abschluss der Umschulung verbliebe keine relevante erwerbliche Aktivitätsphase
mehr. Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin einen Umschulungsanspruch zu
Recht verneint hat, obwohl sie über die aktuelle Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht informiert gewesen ist. Kommt eine Umschulung nicht in
Betracht, besteht auch kein Bedarf nach einer Berufsberatung (Art. 15 IVG), denn es ist
keine Berufsberatung notwendig, um eine adaptierte Hilfsarbeit zu suchen. Eine
Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf (Art.17 Abs. 2 IVG) kommt nicht in Betracht,
weil der Beschwerdeführer nie einen Beruf erlernt hat, in den er wieder eingeschult
werden könnte. Der Beschwerdeführer erfüllt aber die objektiven Voraussetzungen
einer Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG), denn er hat keine Arbeitsstelle. Ob er
in einer adaptierten Hilfsarbeit zu 100% oder zu weniger als 100% arbeitsfähig ist,
spielt seit dem Inkrafttreten der mit der 5. IV-Revision geänderten Fassung des Art. 18
Abs. 1 lit. a IVG keine Rolle mehr (vgl. das Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2009, IV 2007/493, Erw. 3), denn damit ist die frühere
bundesgerichtliche Praxis, die erst bei einer Arbeitsunfähigkeit auch in einer
adaptierten Tätigkeit von wenigstens 5% eine arbeitsvermittlungsspezifische Invalidität
anerkennen wollte, nicht mehr massgebend. Nun setzt die Arbeitsvermittlung aber wie
die anderen beruflichen Eingliederungsmassnahmen eine spezifische Motivation
voraus, d.h. die arbeitslose versicherte Person muss überzeugt sein, arbeiten zu
können, und sie muss tatsächlich arbeiten wollen. Die (oft nur verfahrenstaktisch
begründete) Erklärung, berufliche Eingliederungsmassnahmen inklusive
Arbeitsvermittlung zu wollen, reicht dazu nicht aus. Eine adäquate Motivation lässt sich
etwa damit nachweisen, dass die versicherte Person bereits aus eigenem Antrieb
begonnen hat, eine Arbeitsstelle zu suchen, oder dass sie sich zumindest an das RAV
gewendet hat. Der Beschwerdeführer hat nichts dergleichen unternommen, d.h. es ist
davon auszugehen, dass keine ausreichende Motivation vorhanden ist, eine
Arbeitsstelle zu suchen und bei Erfolg auch anzutreten. Die subjektiven
Voraussetzungen eines Anspruchs auf Arbeitsvermittlung sind also nicht erfüllt
gewesen. Das ist für die Zukunft des Beschwerdeführers nicht belastend, weil die
gemäss dem (analog anwendbaren) Art. 87 Abs. 4 IVV glaubhaft zu machende
Sachverhaltsveränderung auch im Aufbringen der notwendigen Motivation wird
bestehen können. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin
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zu Recht jeden Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen verneint hat.
4.
4.1 Ist eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden, so
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn glaubhaft gemacht wird, dass sich der
Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe (Art. 87
Abs. 4 i.V.m. Art. 87 Abs. 3 IVV). Da der Invaliditätsgrad das Resultat eines komplexen
Vorgangs, nämlich in der Regel eines Einkommensvergleichs gemäss Art. 16 ATSG ist,
muss praxisgemäss nicht eine erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades, sondern
nur eine erhebliche Veränderung des dem Invaliditätsgrad zugrunde liegenden
Sachverhalts glaubhaft gemacht werden. Erheblich ist die glaubhaft gemachte
Sachverhaltsveränderung, wenn anzunehmen ist, dass sie zu einer massgeblichen
Veränderung des Invaliditätsgrades führt. Diese Sachverhaltsveränderung kann
insbesondere die Arbeitsfähigkeit, das Ausgangseinkommen zur Ermittlung des
Invalideneinkommens, den in der Verwaltungspraxis missverständlich als
"Leidensabzug" bezeichneten zusätzlichen Abzug von einem statistischen
Durchschnittseinkommen, das Valideneinkommen und nach der Ansicht des
Bundesgerichts sogar die Umstände betreffen, von denen die Wahl der Methode zur
Bemessung der Invalidität abhängt. Die Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 4 IVV sind
also beispielsweise dann erfüllt, wenn die versicherte Person eine Erhöhung ihres
Arbeitsunfähigkeitsgrades auf ein Mass glaubhaft gemacht hat, das einen
Rentenanspruch begründen würde. Art. 87 Abs. 4 IVV stellt aber nicht nur eine
Eintretenshürde auf, er ordnet auch an, dass die sich neu anmeldende versicherte
Person die Glaubhaftmachungslast zu tragen habe, d.h. dass die versicherte Person
jene Indizien zu sammeln und der IV-Stelle vorzulegen habe, die eine erhebliche
Veränderung glaubhaft machten. Die sich neu anmeldende versicherte Person kann
sich also nicht darauf beschränken, eine bestimmte Sachverhaltsveränderung zu
behaupten, um sich dann zurückzulehnen und zuzusehen, wie die IV-Stelle in Erfüllung
des Untersuchungsgrundsatzes die Indizien zur Glaubhaftmachung dieser Behauptung
sammelt. Vielmehr ist der Untersuchungsgrundsatz bei der Glaubhaftmachung nach
Art. 87 Abs. 4 IVV ausgeschaltet. Die sich neu anmeldende versicherte Person muss
also die Arztzeugnisse anfordern und der IV-Stelle einreichen, mit denen sie die von ihr
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behauptete Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. die daraus resultierende
Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit glaubhaft machen will.
4.2 Das Anmeldeformular enthält keinen Hinweis auf die Eintretenshürde und die
Glaubhaftmachungslast nach Art. 87 Abs. 4 IVV. Die Beschwerdegegnerin hat die
entsprechende Information mit einem Schreiben an den damaligen Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers nachgeholt. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat von
sich aus einen Bericht von Dr. med. E._ in Auftrag gegeben und der
Beschwerdegegnerin eingereicht. In diesem Bericht vom 5. April 2007 hat Dr. med.
E._ zwar eine Verschlechterung (akute Dysfunktion im Bereich der BWS) angegeben,
aber er hat auch darauf hingewiesen, dass es sich um eine interkurrente Erkrankung
gehandelt habe, weil seine Therapie erfolgreich gewesen sei. Dieser Bericht enthält
also keinen Hinweis auf eine dauernde, erhebliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes bzw. auf eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit. Trotz der
Aufforderung vom 20. April 2007 an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers,
Arztberichte zur Glaubhaftmachung der behaupteten Verschlechterung einzureichen,
hat die Beschwerdegegnerin von sich aus am 18. Juni 2007 bei Dr. med. E._, Dr.
med. A._, Dr. med. C._ und bei Dr. med. D._ und am 29. Juni 2007 auch noch
beim X._ Berichte angefordert. Warum sie der Auffassung gewesen ist, sie müsse
den - anwaltlich vertretenen – Beschwerdeführer bei der Glaubhaftmachung der
behaupteten Verschlechterung unterstützen, lässt sich nicht nachvollziehen.
Entscheidend ist aber, dass die Beschwerdegegnerin damit bewusst bei der
Eintretensprüfung geblieben ist. Es besteht keine Veranlassung anzunehmen, sie sei
konkludent auf die Neuanmeldung eingetreten, unmittelbar bevor sie die Arztberichte
angefordert habe, so dass diese Arztberichte nur noch der materiellen Prüfung der
Anmeldung hätten dienen können. Im Übrigen wäre ein solches Eintreten rechtswidrig
gewesen, da es gegen Art. 87 Abs. 4 IVV verstossen hätte. Die Arztberichte waren
tatsächlich dazu da, die Glaubhaftigkeit der von der Beschwerdeführerin behaupteten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu prüfen. Dr. med. A._ hat am 9.
August 2007 angegeben, dass sich seit dem Gutachten vom 27. Mai 2005 nicht viel
geändert habe. Sein Bericht enthält keinen Hinweis auf eine erhebliche und dauernde
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Dasselbe gilt für
den Bericht von Dr. med. C._ vom 19. September 2007. Dr. med. C._ hat zwar
auch für eine adaptierte Tätigkeit eine Teilarbeitsunfähigkeit nicht ausgeschlossen, aber
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er hat eine Begutachtung vorgeschlagen, um diese Frage zu beantworten. Das zwingt
zum Schluss, dass er das Gutachten aus dem Jahr 2005 nicht gekannt hat. Die von
ihm vorgeschlagene Begutachtung war demnach nicht als Verlaufsbegutachtung
gedacht, die eine mögliche Verschlechterung aufdecken sollte. Dr. med. C._ hat
vielmehr eine tendenziell abweichende Einschätzung eines unveränderten Sachverhalts
vorgenommen. Dr. med. D._ hat aus der Sicht seines Fachgebietes überhaupt keine
Arbeitsunfähigkeit festgestellt. Auch im Bericht vom Dr. med. G._ vom 12.
September 2008 fehlt ein Hinweis auf eine mögliche dauernde Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Der nachgereichte Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen kann nicht gewürdigt werden, da eine nachträgliche
Glaubhaftmachung ausgeschlossen sein muss. Sie würde nämlich zu dem paradoxen
und damit unzulässigen Ergebnis führen, dass eine rechtmässige
Nichteintretensverfügung aufgehoben werden müsste. Im Übrigen enthält auch dieser
Bericht keinen Hinweis auf eine relevante Verschlechterung. Zusammenfassend ist
festzustellen, dass in den vom Beschwerdeführer eingereichten und in den von der
Beschwerdegegnerin für ihn eingeholten Arztberichten jeder Hinweis auf eine
anhaltende Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes fehlt. Eine
Verschlechterung der psychischen Gesundheit ist weder behauptet noch gar glaubhaft
gemacht worden. Da es dem Beschwerdeführer also trotz der Unterstützung durch die
Beschwerdegegnerin nicht gelungen ist, eine dauernde, erhebliche Erhöhung der
Arbeitsunfähigkeit glaubhaft zu machen, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf
die Neuanmeldung zum Bezug einer Invalidenrente eingetreten.
5.
Da sich die beiden angefochtenen Verfügungen vom 10. November 2008 als
rechtmässig erweisen, sind die dagegen erhobenen Beschwerden abzuweisen. Damit
ist auch das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung von Fr. 3'865.10
abzuweisen. Grundsätzlich trägt der unterliegende Beschwerdeführer die
Gerichtskosten. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1
IVG). Der Verfahrensaufwand hat trotz der Tatsache, dass zwei vereinigte Beschwerden
zu beurteilen gewesen sind, das Mass eines durchschnittlichen IV-Verfahrens nur
geringfügig überschritten. Deshalb erweist sich praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von
Fr. 700.- als angemessen. Dem Beschwerdeführer ist am 2. Juni 2009 die
bis
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unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Das bedeutet, dass er von der
Bezahlung dieser Gerichtsgebühr zu befreien ist. Ausserdem übernimmt der Staat die
Vertretungskosten, wobei gemäss Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes
nur 80% des Honorars vergütet werden. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
hat ein Honorar von Fr. 3'350.- in Rechnung gestellt. Als Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung sind Fr. 2'680.- zu vergüten. Dazu kommen die
Barauslagen von Fr. 242.10 und die Mehrwertsteuer von Fr. 222.10. Der Staat
entschädigt die Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers also mit Fr. 3'144.20.
Aufgrund des jeweiligen Verfahrens- und Vertretungsaufwandes davon auszugehen ist,
dass sowohl die Gerichtsgebühr als auch die Entschädigung für die
Rechtsverbeiständung hälftig auf die beiden (vereinigten) Beschwerdeverfahren
aufzuteilen ist. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es
später einmal gestatten sollten, wird der Staat den Beschwerdeführer jedoch zur
Nachzahlung des vom ihm entschädigten Teils der Gerichts- und Parteikosten
verpflichten (Art. 99 Abs. 2 VRP/SG i.V.m. Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG