Decision ID: ada8d0b3-88a0-4016-b600-20dc92cc6152
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1988 geborene
X._
war seit dem 1. September 2005 bei
m
von
Y._
geführten Unternehmen
Z._
als
angelernter
Gärtner tätig
und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 7. Dezember 2011 als Fussgänger von einem
Personenwagen
angefahren wurde (Urk. 9/
3
und Urk. 9/15
) und sich dabei multiple Kontusionen zuzog (Urk. 9/11).
Das
CT der Halswirbelsäule vom 7. Dezember 2011 zeigte keine
ossären
oder
ligamentären
Verletzungen
(Urk. 9/20). Der Versicherte wurde in der Folge physiotherapeutisch behandelt.
Am 20. Februar
2012
wurde ein ärztliches
Triagekonsilium
zur
arbeitsorientier
te
n
Rehabilitation in der
A._
durchgeführt (Urk. 9/21). V
om 7. März 2012 bis zum 11. April 2012
hielt sich
der Versicherte stationär in der
A._
auf (Urk. 9/33
-
35
)
.
Die MRI des Schädels vom 26. März 2012
zeigte keinen
pathologisch
en Befund
(Urk. 9/37).
Diverse Arbeits
versuche scheiterten.
Am 28. September 2012 wurde der Versicherte in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
B._
abgeklärt (Urk. 9/60).
Ab dem 4. Oktober 2012 begab sich der Versicherte in eine ambulante psychiatrische Behandlung zu
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 9/74)
.
Dieser attestierte
ihm ab 1. Februar 2013 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/116).
Die SUVA
kam für die
Heilbehandlun
g auf und
richtete
Taggelder
aus
.
Mit Verfügung vom 27. Juni 2013
stellte
sie
die Versicherungslei
s
tungen per 1. Juli 2013 ein
(Urk. 9/129). Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom
29. August 2013 (Urk. 9/136)
wies sie mit Entscheid vom
31. Oktober 2013
ab (Urk. 9/
153
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
5. Dezember 2013
Beschwerde
und beantragte
,
die Sache sei zur Vornahme weiterer Abkläru
ngen an die
Ver
waltung
zurückzuweisen;
e
s seien ihm weitere Leistungen, insbesondere Taggel
der und medizinische Leistungen
,
zu entrichten; n
ach weiteren Abklärung
en sei der Endzustand, eine Rente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2014 beantragte die
Be
schwer
degegnerin
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Die
Be
schwer
deantwort
wurde dem Beschwerdeführer am 26. Februar 2014 zuge
stellt
(Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal r
eagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR
1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein ein
ziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfall
be
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl.
auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr.
10 E.
2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
einerseits seien keine organischen Unfallfolgen nachweisbar, andererseits fehle es am erforder
lichen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwer
den und dem Unfall vom 7. Dezember 2011 (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte dagegen im Wesentlichen geltend,
er habe
einen Kopfanprall erlitten. Es sei nicht klar, worauf sich die Beschwerdegegnerin stütze, wenn sie davon ausgehe,
dass
kein Kopfanprall stattgefunden
habe
. Da die Leistungen der Beschwerdegegnerin davon abhingen, ob er eine leichte trauma
tische Hirnverletzung erlitten habe, seien diesbezüglich Abklärungen zu tätigen
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
wurde nach dem Unfall am 7. Dezember 2011 in das Spi
tal
D._
eingeliefert und
hielt sich
b
is
am 9.
Dezember 2011
dort
auf.
Im Austrittsbericht wurden folgende Diagnosen genannt:
Anpralltrauma rechte Körperhälfte durch PW mit/bei
Thoraxkontusionen
rechts
Kontusion HWS und
lumbosakral
Kontusion linke Schulter
Distorsion rechtes OSG
Sonographie Abdomen am 07.12.2011 und 08.12.2011: unauffällig
CT HWS 07.12.2011 (
E._
): Keine
ossären
oder
ligamentären
Ver
letzungen
Der Austritt
sei
in gutem Allgemeinbefinden und schmerzarm
erfolgt
(Urk. 9/20).
3.2
Der Beschwerdeführer hielt si
ch vom 7. März 2012 bis zum 11.
April 2012 statio
när in der
A._
auf. Im Austrittsbericht vom 12. April 2012
wurden folgende Diagnosen festgehalten:
A
.
Unfall vom 7. Dezember 2011: Auf dem Fussgängerstreifen von einem PW links
seitig angefahren
Multiple Kontusionen: Wirbelsäule, Becken, Schul
t
er links, OSG rechts
07.12.2011 Röntgen HWS, Thorax, LWS, Becken, Schulter links, OSG rechts: Kein Hinweis auf frische
ossäre
Läsionen
09.12.2011 CT-HWS: Unauffälliger Befund.
Lobus
venae
atygos
.
Hyper
dense
Struktur im HWK3, Kompaktinsel
Leichte traumatische Hirnverletzung möglich (Angabe von Bewusst
losigkeit
beim Unfall)
Anamnestisch retrograde Amnesie bis weit in die Kindheit
26.03.2012 MRI Kopf: unauffälliges Hirnparenchym
03.04.2012 Neuropsychologische Beurteilung: Leichte neuro
psychologi
sche Störung
03.04.2012 Neurologisches
Konsil
: unauffällige Befunde
B.
Psychiatrische Diagnosen
A._
03/2012
ICD-10: F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung nach Unfall
ICD-10: F32.0 Leichte depressive Episode
ICD-10: F44
.0 Verdacht auf dissoziative Amn
esie (DD: Maladaptiver Umgang mit psychischen Beschwerden im Sinn einer
Symptom
aus
weitung
)
ICD-10: F45.4 Verdacht auf
somatoforme
Anteile im
Schmerz
mechanis
mus
ICD-10: Z73.1 Mindestens selbstunsicher
e
und abhängige
Persönlich
keitszüge
C.
Adipositas Grad I (BMI 33)
D.
V.a. Arterielle Hypertonie
Es wurde ausgeführt, fünf Monate nach dem Unfall bestünden aktuell
regre
diente
Kopfschmerzen, eine leichte Schonung und Kraftreduktion der linken oberen Extremität bei leichten Schulterschmerzen links, ferner lumbale Schmer
zen mit
pseudoradikulärer
Ausstrah
lung bis zum rechten Knie. Des W
eiteren seien
psychotraumatologische
und depressive Symptome sowie eine leichte neuropsychologische Störung
, welche ä
tiologisch am ehesten im Rahmen der Psychopathologien einzuordnen sei,
diagnostiziert worden
.
Klinisch zeige sich eine Einschränkung der aktiven Beweglichkeit der LWS in der Rotation und in der Lateralflexion beidseits jeweils zu einem Drittel. Die HWS-Beweglichkeit sei allseits aktiv
geringgradig
eingeschränkt mit Druckschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen zervikal. Die Nackenmuskulatur im Schultergürtelbereich sei druckschmerzhaft, die
Waddel
l
-Zeichen seien negativ. Insgesamt ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine Läsion des zentralen peripheren Nervensystems. Aufgrund der leichten traumatischen Hirnverletzung sei eine neurologisch
e
Beurteilung durchgeführt worden mit unauffälligen Befunden. Gesamthaft betrachtet könne man aufgrund der Diagnosen und klinischen radiologischen Befunde die Beschwerden und die Funktionseinschränkung zwar teils in ihrer Lokalisation, jedoch nicht in ihrer Intensität erklären.
Während der Rehabilitation sei eine psychosomatische Abklärung erfolgt. Es habe sich eine komplexe psychische Situation gezeigt, welche diagnostisch nicht einfach einzuordnen sei. Es liege eine posttraumatische
Belastungsstö
r
u
ng nach
A
ngefahren
werden
auf dem Fussgängerstreifen vor und es sei von einer mindestens leichten depressiven Episode auszugehen. Die scheinbar bestehende Amnesie hinsichtlich seiner Biographie
sei bei unauffälligem Hirnparenchym schwierig einzuordnen. Im Allgemeinen seien keine schwerwiegenden kogniti
ven Probleme aufgefallen, wobei bereits vorbestehend von einem eher einfach strukturierten jungen Ma
n
n auszugehen sei. Am ehesten sei das Ganze als dissoziative Amnesie nach Unfall oder hypothetisch schwieriger Kindheit einzu
ordnen. Auch könn
t
e es sich dabei um einen maladaptiven Umgang mit den psychischen Beschwerden im Sinne einer Symptomausweitung zur Verdeutli
chung seines schlechten Zustandes handeln. Da
der Beschwerdeführer
im
Malingering
-Test
jedoch
keine auffälligen Ergebnisse gezeigt habe und auch auf körperlicher Ebene keine starke Symptomausweitung präsentiert habe, scheine dies jedoch eher unwahrscheinlich. Objektivierbar sei nur eine leichte neuropsy
chologische Störung, welche vermutlich durch den derzeitigen psychischen Zustand erklärbar sei. Vor diesem komplexen Hintergrund bei gleichzeitig mitt
lerweile fehlenden körperlichen Korrelaten sei zumindest von einer
somatofor
men
Mitbeteiligung im Schmerzgeschehen auszugehen.
Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm hätten auf eine mässige Symptomausweitung hingewiesen. Die Beschreibung der Schmerzen sei differenziert gewesen, das Schmerzverhalten jedoch nicht ganz adäquat.
Die arbeitsrelevanten Probleme seien noch geringe
Schulter
schmerzen
links, LWS-Schmerzen mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung bis zum rechten Knie und
regrediente
Kopfschmerzen, wobei die Beschwerden durch eine mässige Symptomausweitung funktionell überlagert würden. Aus medizi
n
i
sch-theoretischer Sicht gebe es keine arbeitsrelevanten Ei
nschränkungen mehr
(Urk. 9/33
-36
).
3.3
Im Bericht der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
B._
vom 3. Oktober 2012 wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe Beschwerden in Form von Schlafstörungen und Albträumen, Schmerzen der linken Hüfte und der rechten Körperhälfte, einen pulsierenden Schmerz am rechten Nacken und
eine
eingeschränkte Bewältigungsfähigkeit des Alltags mit grossem Unterstützungsbedarf durch die Ehefrau angegeben. Die Beschwerden bestünden seit Beendigung der Behandlung in der
Klinik
A._
.
Der Beschwerdeführer habe sich im Gespräch verschlossen
gezeigt
, wenig präzise in seinen Angaben, vorübergehend auch gereizt beim Thema der therapeutischen Möglichkeiten und darauf bedacht, in seinen Beschwerden und seiner Ein
schätzung, nicht arbeitsfähig zu sein
, ernst genommen zu werden
. Eine weitere Gesprächssitzung zur Besprechung
ps
ychoedukativer
Aspekte wie
Krank
heits
modell
, Schmerzverarbeitung und vertieftes Eingehen auf therapeutische Behandlungsstrat
e
gien seien vom Beschwerdeführer nicht gewünscht worden. Aus diagnostischer Sicht hätten sich keine neuen Aspekte bezüglich der durch die
Klinik
A._
genannten Diagnosen ergeben. Insbesondere die Kriterien einer Depression, posttraumatischen Belastungsstörung und dissoziativen Stö
rung schienen unverändert
. Ein relevantes Moment in der Situation des Beschwerdeführers scheine ein Kränkungserleben zu sein, welches mit der Berechtigung nach Kompensationsmassnahmen beziehungsweise Anerkennung seines Leidens einhergehe. Im Rahmen der Gesprächssituation sei der Eindruck entstanden, dass die Veränderungsmotivation nicht
klärbar
sei und möglicher
weise erst in der Folge einer Anerkennung seines Leidens durch eine Teilrente entwickelt werden könne (Urk. 9/86).
3.4
Im Schreiben der
A._
zuhanden der
Beschwer
de
gegne
rin
vom 30. November 2012 wurde in Bezug auf die Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung festgehalten, diese habe auf den anam
nestischen Angaben des Beschwerdeführers (Kopfanprall auf den Hinter
kopf, Bewusstlosigkeit und
ant
e
rograde
Amnesie) beruht
. Am 29. Oktober 2012 habe nun der Beschwerdeführer gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter diese Anga
ben ausführlich verneint und die missverständliche Auffassung auf Sprach
schwierigkeiten zurückgeführt
(Urk. 9/76)
. Auch d
ie Fahrerin des PKW habe am 31.
Oktober 2012 glaubhaft Angaben zum Unfallhergang und Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers
am
Unfallort gemacht, welche kein
e
Hin
weise auf ein
e
leichte traumatische Hirnverletzung ergäben
(Urk. 9/78)
. In Über
einstimmung damit gebe es auch im Protokoll von
F._
(Urk. 9/82)
keinerlei Angaben, die auf eine leichte traumatische Hirnverletzung hindeuteten. In Zusammensch
au all dieser
Angaben hätten sich die Hinweise auf eine leichte traumatische Hirnverletzung zerstreut. Die Diag
nose des neurologischen
Konsils
vom 18. April 2012 müsse revidiert und durch die Schlussfolgerung, dass es beim Unfall nicht zu einer leichten traumatischen Hirnverletzung gekommen sei, ersetzt werden (Urk. 9/89).
3.5
In seinem Schreiben zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 20. März 2013 führte der behandelnde Psychiater
Dr.
C._
aus, im Verlauf der Behandlung habe er festgestellt, dass der Beschwerdeführer stark
somatisiere
. Im Gespräch vom 30. Januar 2013 habe er ihn informiert, dass er aus psychiatrischer Sicht a
b
dem 1. Februar 2013 im ersten Arbeitsmarkt wieder zu 100 % arbeitsfähig sei. Danach habe er ihn nie mehr wiedergesehen (Urk. 9/116).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfallereignis und den vom Beschwerdeführer gel
tend gemachten Beschwerden zu Recht verneint hat.
4.2
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer beim
Un
fall
ereignis
vom 7. Dezember 2011
multiple Kontusionen
erlitt
(Urk. 9/
11 und Urk. 9/20
)
. In der Folge traten
Schulterschmerzen links,
lumbale
Schmerzen mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung bis zum rechten Knie und Kopfschmerzen
auf. Anhand der CT- und MR-Aufnahmen konnten keine posttraumatischen Läsio
nen nachgewiesen werden
(Urk. 9/37 und Urk. 9/
85
)
. Es liessen sich keinerlei
organisch nachweisbare Unfallfolgen feststellen.
Ob der Beschwerdeführer einen Kopfanprall erlitt und
allenfalls sogar
bewusstlos war
was er jedoch erst nachträglich vorbrachte
und später
teilweise
wieder dementierte
(
vgl.
Urk. 9/76)
und
was
im Übrigen den Polizeiakten widerspricht (vgl. Urk. 9/15)
kann vor
liegend offen bleiben, zumal
ohnehin
keine
objektiv
nachweis
bare
organische
Gesundheitsschädigung
vorliegt.
Dementsprechend ist
auch
nicht massgebend, ob
der Beschwerdeführer
beim
Unfall
ereignis
eine leichte traumatisch
e
Hirn
verletzung
erlitt
oder nicht.
Jedenfalls wurde eine solche vom erstbehandelnden Arzt nicht diagnostiziert
(Urk. 9/
20
)
und
die
von der
A._
ursprünglich gestellte
Diagnose
wurde
später
aufgrund der Akten
zum Unfallhergang
revidiert
(Urk.
9/89)
.
Aus
den medizinischen Akten
geht
über
einstimmend
hervor, dass
die psychischen Beschwerden im Vordergrund stehen und
objektivierbare
körperliche Korrelate fehlen
.
Da die
objektive medizinische Sachlage
somit
erstellt
ist, besteht kein
Anlass für weitere
Abklärungen, wie dies der Beschwerdeführer beantragt.
4.3
Es stellt sich
im Weiteren
die Frage, ob der erlittene Unfall nach dem gewöhnli
chen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, die vom Beschwerdeführer
g
eklagten
psychische
n
Beschwerden
, welchen kein klares unfallbedingtes organisches Korrelat zugrunde liegt,
herbeizuführen.
Die Beschwerdegegnerin
p
rüfte die Adäq
uanz
in Anwendung
der sogenannten Psycho-Praxis
(
BGE
115 V 133
)
, was zutreffend ist, zumal vorliegend allenfalls vorhandene, zum typischen Beschwerdebild eines Schädel-Hirntraumas gehö
rende Beeinträchtigungen gegenüber den bereits kurz nach dem Unfall aufge
tretenen psychischen Störungen eindeutig in den Hintergrund getreten sind und im Verlauf der Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben
(vgl.
BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E.
2a,
Urteil des Bundesgerichts 8C_101/2007 vom 17. August 2007 E. 5.1)
.
D
ie für Beschwerden nach HWS-Distorsi
onsverletzungen entwickelte
Adä
quanz
prüfung
g
e
mäss BGE 134 V 109
fällt im Übrigen
auch
deshalb ausser Betracht, weil sie
nur nach
einem
Schädel-Hirntrauma ab einem bestimmten Schweregrad
zur Anwendung
kommt
, was vorliegend klarerweise nicht gegeben ist
(
vgl.
Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 276/04 vom 13. Juni 2005 E. 2.2
)
.
Im Rahmen der Adäquanzprüfung ging die Beschwerdegegnerin von einem Unfall höchstens im mittleren Bereich aus (Urk. 2 S. 5), was nicht zu beanstan
den ist.
D
ie Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit zu bejahen, wenn eines der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mehrere der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben
wären (
vgl. vorne E. 1.5
).
Objektiv betrachtet hat sich der Unfall
vom 7. De
zember 2011
weder unter besonders dramatischen
Begleitumständen ereig
net, noch ist er als besonders eindrücklich zu bezeichnen
.
Der Beschwerdeführer zog sich dabei multiple Kontusionen zu. Die erlittenen Verletzungen waren damit nicht besonders schwer
und
erfahrungsgemäss
auch
nicht geeignet, psy
chische Fehlentwicklungen auszulösen
.
Daran würde auch die Annahme einer leichten traumatischen Hirnverletzung nichts ändern, zumal eine solche allein nicht genügt, um dieses Kriterium zu bejahen.
Von einer ungewöhnlich langen Dauer der Behandlung kann bezüglich der somatischen Verletzungen nicht gesprochen werden. Der Beschwerdeführer wurde
bereits am 9. Dezember 2011
aus dem Spital entlassen. Für die in der Folge geklagten Beschwerden konnte kein organisches Substrat gefunden werden und die ärztlichen Bemühungen
konzen
trier
ten sich weitgehend
auf
die psychischen Beeinträchtigungen.
Anzei
chen für eine die Unfallfolgen erheblich verschlechternde ärztliche Behandlung sind ebenso wenig vorhanden wie für einen bezüglich der organischen Ver
letzungen schwierigen Heilungsverlauf oder diesbezügl
iche erhebliche Kompli
kationen.
Da keine somatischen Befunde objektiviert werden konnten, sind auch die Kriterien Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu ver
neinen
. Die von den Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit erging unter Berück
sichtigung der psychischen B
e
schwerden
, welche
vorliegend jedoch
ausser Acht zu lassen sind.
Nicht gegeben ist schliesslich das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen, weil diese schon kurz nach dem Unfall psychisch überlagert waren.
Nach dem Gesagten ist keines der massgebenden Adäquanzkriterien erfüllt, wes
halb die Adäquanz eines etwaigen natürlichen Kausalzusammenhangs zwi
schen dem Unfallereignis vom
7. Dezember 2011
und den über den
1. Jul
i 2013
hinaus geklagten Beschwerden zu verneinen ist. Somit ist die
Beschwerdegeg
nerin
nicht leistungspflichtig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.