Decision ID: d690221c-f6d9-42f0-91fc-ae726aeaa419
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1985 geborene
X._
war
nach einer Ausbildung zum Poly
mechaniker
zunächst bei verschiedenen Arbeitgebern angestellt und seit Dezem
ber 2012 mehrheitlich nicht erwerbstätig. Am
4.
Juli 2017 meldete er sich unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 8/5
und
Urk.
8/8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kanto
ns Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und aufer
legte ihm mit Schreiben vom 6. September 2017
(
Urk.
8/13)
unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht
eine
Massnahme und eine Behandlung zur Verbesse
rung des Gesundheitszustandes
(psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung, aktive Zusammenarbeit mit Psychiater, nachgewiesene Abstinenz von Alkohol und Cannabis sowie Herstellung einer Tagesstruktur
während mindestens sechs Monaten
). Nach durchgefüh
rtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8/30 und
Urk.
8/32) und einem Standortgespräch am 1
6.
Januar 2019 (Urk. 8/34) wies sie
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2019 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
6.
Februar 2019 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 2
9.
Januar 2019 sei aufzuheben und es sei die Sache zu neuer Abklärung und Entscheidung an die
Vorinstanz
zurückzuweisen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung einer unent
geltlichen Rechtsvertretung zu bewilligen. Am 2
0.
März 2019 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgeh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheits
schaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwür
di
gung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer
Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychischen
Krank
heit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt
. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesge
richts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.
4
Gemäss Art. 7 Abs. 1
IVG
muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unter
nehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6
ATSG
)
zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorüber
gehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesent
liche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit ver
spricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumut
bare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behand
lungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesund
heit darstellen, sind nicht zumutbar. Die Regelungen von Art. 43 Abs. 3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten) und Art. 7b Abs. 1 IVG (Kürzung oder Verweigerung der Leistung) sind grundsätzlich nebeneinander an
wendbar. Die Sanktion bei verletzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungs
pflicht hat sich an das Verhältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 2
9.
Januar 2019 (Urk. 2) damit, dass sie dem Beschwerdeführer eine Schadenminderungspflicht auferlegt habe. Diese
habe er
nicht erfüllt und
er
habe erklärt, dass er die Massnahmen auch inskünftig nicht durchführen werde. Auf die Konsequenzen einer verweigerten Mitwirkung sei er hingewiesen worden. Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden liege nicht vor (S. 1 f.).
Im Laufe des Verfahrens hielt sie ergänzend fest (
Urk.
7), nebst der psychischen Erkrankung werde das Beschwerdebild des Beschwerdeführers durch den Konsum von Alkohol und THC mitbestimmt. Sie sei gestützt auf die Aktenlage davon aus
gegangen, dass sich seine Arbeitsfähigkeit mit
der
Fortführung einer regelmässi
gen psychotherapeutischen Behandlung
während
mindestens sechs Monaten und einer Abstinenz von Alkohol und Cannabis wesentlich verbessern lasse. Zudem habe sie die Herstellung einer Tagesstruktur beispielsweise im Rahmen eines Be
schäftigungsprogrammes seitens des Sozialamts als förderlich angesehen (S. 1 f.). Es sei weiterhin von einem Alkoholkonsum auszugehen. Zudem sei
d
er
Be
schwer
deführer
ablehnend gegenüber jeglicher Medikation und spreche sich weiterhin gegen eine externe Kontrolle seiner Blutwerte aus. Ein schriftliches Mahn- und Bedenkzeitverfahren sei zwar nicht durchgeführt worden. Es sei jedoch im Vor
bescheid eine Abweisung der Leistungen angekündigt worden, da er seiner Mit
wirkungspflicht nicht in genügender Weise nachgekommen sei. Daraufhin sei er im Rahmen eines persönlichen Gesprächs über die Säumnisfolgen aufgeklärt worden. 12 Tage nach dem Gespräch habe er mitgeteilt, dass er
die
Massnahmen nicht
erfüllen
werde. Ihm
sei
dann
wohl
klar gewesen, welche Konsequenzen sein Handeln nach sich
ziehe
. Auch sei ihm genügend Bedenkzeit eingeräumt worden, denn der angefochtene Entscheid sei erst ergangen, nachdem er sich gegen die angeordneten Massnahmen ausgesprochen habe. Abgesehen davon, dass er sich rasch unter Druck gesetzt fühle, sprächen keine medizinischen Probleme gegen die Durchführung der geforderten Massnahmen. Diese seien ihm zumutbar. Der Rentenanspruch sei damit gestützt auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG zu Recht verneint worden (S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom
5.
Dezember 2017 stelle keine Mah
nung im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG dar. Es fehle die schriftliche Mitteilung, der Hinweis auf mögliche Rechtsfolgen und auch eine Fristansetzung seien nicht getroffen worden. Zudem hätte ihm eine ausreichende Bedenkfrist eingeräumt werden müssen, in
welcher er sich mit seiner behandelnden Ärztin hätte be
sprechen können
. Stattdessen sei
bereits einen Tag später die angefochtene Verfügung erlassen
worden
(S. 3-5). Seine behandelnde Ärztin habe im Gespräch mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zum Ausdruck gebracht, dass ein Gut
achten einzuholen sei. Er leide an einer schweren Depression, einer para
noi
den Persönlichkeitsstörung und allenfalls an einem Krankheitsbild mit schizoiden Zügen. Auch äussere er Verschwörungstheorien und habe lediglich mit seiner Schwester Kontakt. Seine Suchtproblematik habe sich hingegen deutlich ver
bessert. Der RAD sei zwar davon ausgegangen, dass weiterhin eine Sucht
problematik bestehe, doch habe er in seiner Stellungnahme ebenso festgehalten, eine abschliessende Beurteilung sei nur im Rahmen eines Gutachtens möglich (S.
3 f.). Weshalb dennoch kein invalidenversicherungsrechtlicher Gesundheits
schaden festgehalten worden sei, bleibe schleierhaft. Dass sein Alkoholmiss
brauch
und der THC-Konsum sekundärer Natur seien, sei im Übrigen nicht gewürdigt worden (S. 4). Ohnehin
sei der
Nachweis, dass ihm eine Behandlung zumutbar sei, nicht erbracht
worden
. Seine Suchtproblematik sei wohl Folge eines Versuchs der Selbstmedikation, mit der die Grunderkrankung angegangen werden sollte (S.
5).
3.
3.1
Med. pract.
Y._
, Stv. Oberärztin
an
der
Z._
,
stellte in ihrem Bericht vom 2
1.
August 2017
(
Urk.
8/12
)
folgende
psychiatrischen
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
2
):
-
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradige depressive Epi
sode
-
seit ungefähr 2010
-
Verdacht auf Persönlichkeitsstörung
-
könne derzeit aufgrund der seit Jahren im Vordergrund stehenden depres
siven Symptomatik nicht abschliessend beurteilt werden, zudem fehlende fremdanamnestische Angaben für weitere differentialdiagnostische Überle
gungen
-
vom Persönlichkeitsstil her im Vordergrund misstrauisch, selbstunsicher und erhöhte Kränkbarkeit
-
Status nach psychische
n
und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängig
keitssyndrom
-
bis Frühling 2017 zunehmende selbständige Reduktion des Konsums, aktu
ell seit einigen Monaten eigenanamnestisch Normalkonsum (alle paar Tage ein Bier)
Dazu führte sie aus,
eigen- wie fremdanamnestisch sei der Beschwerdeführer 2010
in eine schwere depressive Krise mit Suizidalität geraten, damals sei sicherlich über einen
längeren Zeitraum keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben gewesen. Noch im Januar 2017 sei er nicht auf eigene Initiative zum Sozialamt gegangen, sondern habe von seiner Schwester
dazu
motiviert werden müssen. Seine wich
tigsten Unterlagen seien auch von seiner Schwester zusammengesucht worden. Er habe in den letzten Jahren nich
t einmal mehr die Post geöffnet. D
ie wichtigsten administrativen Angelegenheiten habe über Jahre die Schwester übernommen, was von ihm nur widerwillig akzeptiert worden sei. Es sei nicht davon auszu
gehen, dass in den letzten Jahren eine Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt möglich gewesen wäre. Die Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht sei derzeit schwer abzuschätzen. Die depressive Symptomatik habe sich deutlich verbessert. Er schaffe es besser, sich wieder Sorge zu tragen und habe auch selbständig den Alkoholkonsum gestoppt. Da davon auszugehen sei, dass unter der depressiven Störung auch eine besondere Persönlichkeitsstruktur vorliege mit dysfunktio
na
len Lösungsstrategien und dysfunktionaler Beziehungsgestaltung
,
sei eine gelin
gende Reintegration auf dem ersten Arbeitsmarkt auch mittelfristig wohl schwierig.
Voraussetzung
dafür
wären unterstützende Massnahmen sowie eine sehr wert
schätzende und einfühlsame Begleitung bei der Reintegration (S. 1 f.). Er komme ungefähr alle drei bis vier Wochen zu Gesprächsterminen. Aktuell
würden
vor allem eine supportive Begleitung und klärende Gespräche
durchgeführt
. Gegen
über Ärzten sei er generell sehr kritisch eingestellt, Medikamente würden auch aus dem somatischen Bereich abgelehnt.
Für eine Psychotherapie im engeren Sinne sei er nicht motiviert, zudem erscheine der Zeitpunkt auch verfrüht. Derzeit werde weiterhin vor allem versucht, eine tragfähige Beziehung zu ihm aufzu
bauen und zu einer gewissen Klärung beizutragen. Er habe ausgeprägte Vermei
dungstendenzen
. Seit Behandlungsbeginn (8. August 2016; S. 2), wahrscheinlich schon seit 2010 sei der Beschwerdeführer als Polymechaniker zu 100 %
a
rbeits
unfähig
(S. 5). Betreffend eine allfällige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit werde eine Potentialabklärung empfohlen (S. 6).
3.2
Zur von der Beschwerdegegnerin gemachten Anfrage für einen Behandlungsplan hielt med. pract.
Y._
von der
Z._
am 2
7.
November 2017 (
Urk.
8/22) fest, die Termine fänden in ungefähr dreiwöchentlichen Abständen statt
. Eine höhere Frequenz werde vom Beschwerdeführer nicht gewünscht. Er habe in den letzten Monaten bereits grosse Fortschritte gemacht und habe den Alkohol- und THC-Konsum in Eigenmotivation fast vollständig sistiert. Für einen laborchemischen Nachweis der Abstinenz sei er nicht bereit. Er habe in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen mit Behörden und Institutionen gemacht und wolle keine per
sönlichen Daten teilen.
Er sei sehr
zurückhaltend bezüglich Medikation und auch sehr misstrauisch. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Medikation derzeit in der Behandlung nicht prioritär (S. 1 f.). Der Beziehungsaufbau zum Beschwerdeführer werde derzeit als prioritär angesehen. Dabei sei zu beachten, dass er in den letzten Jahren kaum mehr Kontakte gepfleg
t
habe, der Kontakt zur Familie sei - bis auf seltene Kontakte zu einer der Schwestern - gänzlich abgebrochen. Dieser Prozess (Beziehungs- und Vertrauensaufbau)
lasse sich nicht beschleunigen. Es werde bereits als Erfolg angesehen, dass er sich auf die dreiwöchigen Gespräche a
n der
Z._
einlasse. Eine Psychotherapie im engeren Sinne sei derzeit nicht möglich. Aktuell werde im Sinne von psycho-edukativen Gesprächen vor allem versucht darauf hinzuarbeiten, dass er selbst zunehmend aus seiner Vermeidungshaltung herauskomme und sich so womöglich auf ein Integrationsprojekt vom Sozialamt einlasse. Grundsätzlich sei er motiviert für eine Tagesstruktur, aufgrund seiner sehr eigenen Wahrnehmung und Deutung der Realität sei er dabei aber sehr ein
geengt (S. 2).
3.3
Im Verlaufsbericht vom
2.
August 2018 (
Urk.
8/26) hielt med. pract.
Y._
von der
Z._
folgende psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest (S. 1 f.):
-
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
-
seit ungefähr 2010, zwischenzeitlich schwer mit Verdacht auf psychotische Symptome
-
verletzliche Persönlichkeit
-
könne derzeit aufgrund der seit Jahren im Vordergrund stehenden depres
siven Symptomatik nicht abschliessend beurteilt werden, zudem ungenü
gende fremdanamnestische Angaben für weitere differentialdiagnostische Überlegungen (wünsche keinen Kontakt zu Angehörigen)
-
bisherige Angaben würden auf eine selbstunsichere und überangepasste Lebensführung im Kindes- und Jugendalter deuten
-
SKID Selbstbeurteilung wolle er nicht ausfüllen, da er nicht wisse, was danach mit diesen Unterlagen passiere (aufgrund persönlicher schlechter Vorerfahrungen)
-
vom Persönlichkeitsstil her im Kontakt misstrauisch, ängstlich-vermei
dend/
selbstunsicher und hohe Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung und Kritik
-
in den letzten Jahren deutlich eingeschränkte persönliche Ressourcen zur Selbstfürsorge und Selbstbehauptung
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: aktuell schädlicher Ge
brauch, Status nach Abhängigkeitssyndrom
-
ab Herbst 2016 bis heute zunehmende selbständige Reduktion des Alko
hol
konsums
-
deutliche Reduktion des Konsums (auch Tage ohne Alkohol möglich), fokussiere viel mehr auf gesündere Lebensführung: körperliche Aktivität (Velo fahren), Ernährungsumstellung (grosses Interesse an gesunder, schad
stofffreier und wenig umweltbelastender Ernährung)
-
der übermässige Konsum von psychotropen Substanzen in den letzten Jahren müsse als «Selbst-Medikations-Versuch» betrachtet werden
-
ablehnend gegenüber jeglichen Medikamenten («Chemie», «Machtstellung der Pharmaindustrie») wie auch gegenüber externen Kontrollen durch «Behörden/System» bezüglich seiner Blutwerte
Dazu führte sie aus,
das Ressourcenprofil für eine berufliche Tätigkeit könne nicht genannt werden. Rein technisch-inhaltlich (gelernter Polymechaniker) bestehe wahr
scheinlich weniger ein Problem als im Vertrauensverlust in Mitmenschen und das Wirtschafts- und Sozialsystem der Schweiz.
In der angestammten Tätig
keit bestehe weiter keine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Bezüglich einer angepassten Tätigkeit werde zuerst ein langsamer Einstieg in einem Inte
grationsprojekt empfohlen. Derzeit sehe sich der Beschwerdeführer aber überfor
dert damit. Es beständen starke Vermeidungs- und Rückzugstendenzen bei Stress/
Druck. Sie hoffe, dass nach einer weiteren Stabilisierung in einigen Monaten die Teilnahme an einem Integrationsprojekt gelingen könne. Danach wären beruf
liche Massnahmen und eine Potentialabklärung notwendig, um Klarheit über Ressourcen und Defizite zu bekommen (arbeitstechnisch und Sozialkontakt; S. 3).
Eine Psychopharmakotherapie werde empfohlen (stimmungsstabilisierend, schlaf
fördernd, Unterbrechung Grübelneigung und Gedankenkreisen), der Beschwerde
führer lehne dies aber strikt ab, was respektiert werde (S. 4).
3.4
Pract. med.
A._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
vom RAD
führte in seiner
Stellungnahme vom 1
7.
September 2018 aus (
Urk.
8/29/5), die auferlegte Schade
n
minderungspflicht sei vom Beschwerdeführer nicht erfüllt worden. Ob
dennoch
weitere medizinische Ab
klärungen angezeigt seien, müss
e vom Rechtsanwender beurteilt werden.
Eine abschliessende Beurteilung des primären Gesundheits
zu
stands und eventueller Folgeschäden sei auch aufgrund der anhaltenden Sucht
problematik erschwert
und
wahrscheinlich nur im Rahmen
eines Medas-Gut
ach
tens möglich
.
3.5
Mit Stellungnahme vom 2
2.
November 2018 zum Vorbescheid (
Urk.
8/31) führte
die behandelnde
med. pract.
Y._
aus, der über Jahre bestehende Alkohol
miss
brauch werde im Rahmen eines Selbstmedikationsversuches
gewertet
(ebenso der THC-Konsum) und sei somit als sekundär und nicht primär zu werten (S. 1). Es werde unbedingt die E
rstellung eines fachärztlichen p
sychiatrischen Gutachtens empfohlen.
Es treffe zu, dass die Schadenminderungspflicht nicht erfüllt worden sei. Es sei bereits erläutert worden, weshalb dies in direktem Zusammenhang mit der Diagnose des Beschwerdeführers stehe und somit nicht umsetzbar sei. Das bestehende Misstrauen gegenüber Ärzten - se
i es für eine Entzugsbehandlung oder
einen
Nachweis einer Abstinenz mit Blutentnahmen
-
und Behörden (Wei
ter
gabe
vo
n persönlichen Informationen wie Blutwerte) sei diagnose-immanent und als Symptom der Erkrankung zu werten. Der Aufbau einer tragfähig
en
B
eziehung (a
u
ch einer therapeuti
sc
h
e
n) benötige Zeit und könne nicht beschleu
nigt werden. Vertrauensaufbau benötige Zeit.
Er
habe
im Verlauf der letzten über zwei Jahre im Rahmen seiner Möglichkeiten gut mitgearbeitet, sei es im
Ambu
latorium
oder
auf dem Sozialamt. Er habe selbständig und eigenmotiviert den Alkoholkonsum massiv reduziert und sei per definitionem nicht mehr abhängig, auch wenn weiter ein Missbrauch bestehe. Er habe vor ungefähr vier Wochen mitgeteilt, dass er gerne regelmässiger in die Therapie kommen möchte, auch wenn er Angst davor habe, da i
h
n die Termine emotional sehr aufwühlen würden (S. 2).
3.6
Am
7.
Dezember 2018 hielt pract. med.
A._
vom RAD fest, aus versiche
rungsmedizinischer Sicht sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Möglichkeiten an den therapeutischen Massnahmen teilnehme. Die ihm auferlegte Schadenminderungspflicht sei aus medizinischer Sicht min
des
tens teilweise erfüllt und auf Grund der Erkrankung teilweise eingeschränkt (
Urk.
8/36/2).
3.7
Mit Stellungnahme vom 1
7.
Dezember 2018 präzisierte pract. med.
A._
, der Beschwerdeführer erfülle aus medizinischer Sicht die Schadenminderungspflicht im Rahmen seiner derzeit - durch den behandelnden Arzt eingeschätzten
–
be
steh
enden Möglichkeiten (
Urk.
8/36/3).
4.
4.
1
Mit Schreiben vom
6.
September 2017 (
Urk.
8/13) auferlegte die Beschwer
de
gegnerin dem Beschwerdeführer während mindestens sechs Monaten eine Alko
hol- und Cannabisabstinenz, die Fortführung einer regelmässigen und adäquaten psychiatrisch/psychotherapeutischen Behandlung, eine aktive Zusammenarbeit mit der Psychiaterin sowie die Herstellung einer Tagesstruktur. Ob es sich bei den angeordneten Massnahmen um solche im Rahmen der Mitwirkungspflicht bei der Abklärung
(
Art.
7b
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
43
Abs.
2
ATSG) handelt - wovon die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom
6.
September 2017 aus
ging
- oder ob sie
dem Beschwerdeführer
unter dem Titel der Schadenmin
de
rungspflicht (
Art.
7b
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
4 ATSG) auf
erlegt wurden - wie dies in der angefochtenen Verfügung
ausgeführt wurde
- kann vorliegend offen bleiben. Denn
Art.
7b
Abs.
1 IVG legt
in beiden Fällen
fest, dass Leistungen nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können
, wenn
die auferlegten
Massnahmen nicht
erfüllt
wurde
n
.
Eine Entzugs
behandlung kann zudem unter beiden Titeln nur angeordnet werden, wenn sie zumutbar ist
(
Art.
21
Abs.
4 und
Art.
43
Abs.
2 ATSG, Art 7a IVG)
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die von ihr auferlegten Massnahmen einer
seits damit, dass
zurzeit nicht beurteilt werden könne, ob die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit längere Zeit andauere
(
Urk.
8/
13/1)
.
Die Anordnung einer (kurzfristigen) Entzugsbehandlung und der Nachweis einer Abstinenz bereits im Abklärungsverfahren kann unter dem Titel der Mitwir
kungs
pflicht angezeigt sein, wenn es darum geht, einen invaliditätsfremden Alkohol
konsum bei der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auszublenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Die Zulässigkeit der Anordnung einer längeren Entzugsbehandlung unter dem Titel Mitwirkungspflicht liess das Bundesgericht offen (E. 4.2.2) und verwies im Falle einer möglichen wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf eine entsprechende Anordnung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht.
Aufgru
nd der medizinischen Aktenlage ist nicht erstellt, dass
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ein
e
vorgängige
sechsmonatige Absti
nenz
erforderlich
wäre
, um allfällige invaliditätsfremde suchtbedingte Faktoren
ausblenden zu können
. Die in
E. 4.2.1
des vorgenannten
Urteil
s
9C_370/2013
geschilderten Voraussetzungen für die Anordnung einer Entzugsbehandlung sind vorliegend nicht erfüllt.
So war die behandelnde med. pract.
Y._
durchaus in der Lage, eine Zumutbarkeitsbeurteilung vorzunehmen und schätzte die Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf 0
%
.
In Bezug auf
eine allfällige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit empfahl sie eine Potentialab
klärung
; dass dazu ein vorgängiger Entzug erforderlich wäre, machte sie nicht geltend
. R
AD-Arzt
A._
hielt zwar fest, eine abschliessende Beurteilung des primären Gesundheitszustands und eventueller Folgeschäden sei auch aufgrund der anhaltenden Suchtproblematik erschwert
;
wahrscheinlich sei eine solche nur im Rahmen eines Medas-Gutachten
s
möglich. Dass ein
Alkoholentzug
erforder
lich wäre, bevor eine Begutachtung durchgeführt werden könnte,
ist seinen Aus
führungen
hingegen
nicht
zu entnehmen
(
vgl.
E. 3.4 hievor).
Ein
von vornherein verfügter
Verzicht auf die erforderlichen
Abklärungen
mit Verweis auf d
ie vom Beschwerdeführer
nicht
erfüllten Massnahmen
ist
damit nicht zulässig
(vgl. dazu
auch
Fässler, Schadenminderungsauflagen und Leistungsverweigerung im Abklä
rungsverfahren? SZS 2017 S. 137, 159-160 und 165)
, zumal die Beschwerde
geg
nerin nicht einmal geltend machte, dass eine Begutachtung nicht möglich wäre.
4.3
Andererseits
stellte sich
die Beschwerdegegnerin zur Begründung der von ihr geforderten Massnahmen
auf den Standpunkt
,
sie
erwarte
davon
eine Erhöhung der Eingliederungsfähigkeit
(
Urk.
8/
13/1)
.
Den Akten ist jedoch nicht zu entnehmen, gestützt auf welche Erkenntnisse sie von einer wesentlichen Verbesserung der
Eingliederungsfähigkeit
durch eine unter anderem sechsmonatige Alkoholabstinenz
ausgegangen ist
.
Dies gilt umso mehr, als sie verfügungsweise annahm, eine Arbeitstätigkeit sei seit Juni 2018 nicht mehr möglich, ohne indes den Zeitpunkt näher darzulegen.
Gemäss der behandelnden med. pract.
Y._
leidet der Beschwerdeführer an einer rezidivie
renden depressiven Störung sowie an einer verletzlichen Persönlichkeit. Den über Jahre bestehenden Alkoholmissbrauch sowie den THC-Konsum wertete sie im Rahmen eines Selbstmedikationsversuches und somit als sekundärer und nicht primärer Natur (E. 3.5 hievor). Pract. med.
A._
äusserte sich dazu nicht. Es ist damit
weder
auszuschliessen, dass die Alkoholerkrankung Folge der patholo
gischen psychischen Grundproblematik des Beschwerdeführers ist
, noch
dass
sei
ne
Erwerbsfähigkeit
trotz
Erfüllen
der ihm auferlegten Massnahmen
in invaliden
ver
sicherungsrechtlich relevantem Ausmass
verbessert werden
könnte
. Eine ge
nau
ere Abklärung
seiner
Arbeitsfähigkeit ist
deshalb
unumgänglich. Dies umso mehr, da
die
Schadenminderungspflicht in einem Kausalzusammenhang zur Erwerbsfähigkeit stehen muss und eine allfällige Sanktion bei einer
Verletzung der Schadenminderungspflicht verhältnismässig zu sein hat (vgl.
Meyer/Reich
muth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3
. Aufl., 2014,
N
25 zu Art.
7-7b IVG
)
.
4.4
Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, dass
keine medizinischen Probleme gegen die
auferlegten
Massnahmen sprechen (
Urk.
7 S. 2)
.
Zur Zumutbarkeit der Durchführung der geforderten Massnahmen (
Art.
7a IVG)
wurden
die medizini
schen Fachpersonen
aber
nicht
befragt, auch tätigte die Beschwerdegegnerin keine weiteren entsprechenden Abklärungen. Von einer Zumutbarkeit ist damit nicht ohne weiteres auszugehen.
Zudem
hielt med. pract.
Y._
fest, dass der Beschwerdeführer die ihm auferlegten Massnahmen aufgrund seiner Diagnosen nicht erfüllen
kann
. Das bestehende Miss
trauen gegenüber Ärzten - sei es für eine Entzugsbehandlung
oder
den
Nach
weis einer Abstinenz mit Blu
tentnahmen -
und Behörden (Weitergabe an per
sön
lichen Informationen wie Blutwerte) wertete sie als diagnose-immanent und als Symptom der Erkrankung, der Zeitpunkt für eine Psychotherapie im engeren Sinne erachtete sie als verfrüht (E. 3.1 und E. 3.5 hievor). Pract. med.
A._
war
entsprechend
der Ansicht, dass der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht
der
Schadenminderungspflicht im Rahmen seiner derzeit bestehenden Möglich
keiten
nachkommt
(E. 3.7 hievor).
Eine Leistungsverweigerung ist
jedoch
nicht zulässig, wenn die
Massnahme
aus entschuldbaren Gründen
nicht erfüllt wurde
, etwa weil die versicherte Person krankheitshalber oder aus anderen Gründen ihren Pflichten nicht nachkommen kann (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 5.3 mit Hinweisen).
Auch hierzu wären weitere Abklärungen erforderlich gewesen.
4.5
Zusammenfassend wäre die Beschwerdegegnerin
gehalten gewesen, eine umfas
sende psychiatrische
Begutachtung
des Beschwerdeführers
zu veranlassen,
welch
e
insbesondere Aufschluss darüber gibt, ob
seine
Alkoholkrankheit eine Folge eines psychischen Gesundheitsschadens ist
(primäres vs. sekundäres Suchtgeschehen)
, ob zur Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsun
fähig
keit ein kurzfristiger, im Rahmen einer Abklärungsmassnahme durchzu
füh
render Entzug erforderlich und ob
ihm
ein solcher zumutbar ist
. Ebenso hätte diese
sich
zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sowie zu den
Auswir
kungen eines Entzuges
darauf
zu
äussern
, da insoweit nicht einfach auf die erfah
rungsgemäss mitunter zu Gunsten ihrer Patienten
aussagenden behandelnden Ärzte
abgestellt werden kann
.
In Bezug auf eine Begutachtung
ist
der Beschwerdeführer
im Rahmen der Mit
wirkungspflicht aufzufordern, sich der notwendigen Massnahme zu unterziehen. Weigert
er
sich, kann gestützt auf
Art.
7b IVG entschieden werden, wobei auch
Abs.
3 die
ser Bestimmung zu beachten ist.
Erst wenn feststeht, dass die Alkoholabhängigkeit die aus invaliden-versiche
rungs
rechtlicher Sicht massgebende Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt und dass
dem Beschwerdeführer
ein langfristiger Entzug aus ärztlicher Sicht zumutbar ist, kann im Rahmen der Schadenminderungspflicht ein - allenfalls auch stationärer - Entzug verlangt und
er
bei Weigerung mit Sanktionen im Sinne von
Art.
7b IVG belegt werden. Die angefochtene Verfügung ist
deshalb
aufzu
heben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit
diese
weitere Abklärungen tätige
und
anschliessend
über das Leistungs
begehren
des Beschwerdeführers
neu entscheide.
Unter diesen Umständen kann offenbleiben, ob die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren rechtsgenügend durchgeführt hat.
5
.
5
.
1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des
Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht, GSVGer).
Entsprechend ist ihm eine Prozessentschädigung von Fr.
1
‘
9
00.--
(inkl. Barauslagen und MWSt) auszurichten.
5
.3
Das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung eine
s
unent
geltlichen Rechtsvertret
ers
erweist sich damit als gegenstandslos.