Decision ID: 36cd5982-4406-58ca-9357-ac23025f84dc
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.- X und Y Z sind verheiratet und wohnen in ihrem Einfamilienhaus in A. Daneben sind
sie Eigentümer einer Liegenschaft in B, welche vermietet ist. Im Jahr 2007 war X Z für
die C AG mit Sitz in Zürich unselbständig erwerbstätig. Gleichzeitig war er
Verwaltungsratsmitglied und besass 36 von 200 Namenaktien. In der Steuererklärung
2007 deklarierte er Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr.
104'130.--. Y Z gab ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von Fr.
1'800.-- an. Das deklarierte steuerbare Einkommen betrug Fr. 44'731.--. Im August
2008 stellte das kantonale Steueramt Zürich dem kantonalen Steueramt St. Gallen eine
von der C AG ausgefüllte Bescheinigung über Bezüge von Mitgliedern der Verwaltung
und Organen der Geschäftsführung zu. Darin wurde für das Jahr 2007 ein Nettolohn
von Fr. 198'611.-- an X Z ausgewiesen. Die Steuerbehörde ging von diesen Einkünften
aus und veranlagte X und Y Z für die direkte Bundessteuer 2007 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 165'300.--.
B.- Mit Schreiben vom 5. Februar 2010 erhoben X und Y Z Einsprache gegen die
Veranlagung mit dem sinngemässen Antrag, die Einkünfte aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit bei der C AG seien um Fr. 100'000.-- zu reduzieren. Diesen Betrag
habe X Z seiner Arbeitgeberin zurückerstatten müssen. Nach weiteren Abklärungen
wies das kantonale Steueramt die Einsprache mit Entscheid vom 3. Juni 2010 ab.
C.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und Y Z mit Eingabe vom 2. Juli 2010
Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Einkünfte aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers seien um Fr. 100'000.-- zu
reduzieren. Mit Vernehmlassung vom 23. September 2010 beantragte die Vorinstanz
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Dazu nahmen die Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 18. Januar 2011 Stellung. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine
Vernehmlassung.
Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 2. Juli 2010 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR
642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.- Umstritten ist die Höhe der Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers für die Veranlagung der direkten Bundessteuer 2007.
a) Die Beschwerdeführer machen geltend, die C AG sei ein Beratungsunternehmen. Für
jeden der fünf Partner werde innerhalb der Firma eine Schattenbuchhaltung geführt, in
welcher die Einnahmen und Ausgaben festgehalten würden. Im Jahr 2007 seien dem
Beschwerdeführer die im Lohnausweis ausgewiesenen Beträge vergütet worden.
Aufgrund fehlender Einnahmen und infolge Vertragsauflösung eines grossen Mandats
habe sich Ende 2007 gezeigt, dass der Beschwerdeführer der Gemeinschaft wegen zu
hoher Bezüge den Betrag von Fr. 100'000.-- zurückvergüten müsse. Diese Zahlung sei
Mitte 2008 erfolgt und von der C AG bestätigt worden. Dafür habe der
Beschwerdeführer die Hypothek auf der Liegenschaft in B erhöhen müssen. Es sei
daher offensichtlich, dass das im Jahr 2007 effektiv erzielte Einkommen Fr. 100'000.--
unter dem im Lohnausweis angeführten Betrag gelegen habe.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, der offizielle und rechtsgültig unterzeichnete
Lohnausweis, welcher zeitlich erst nach dem vom Beschwerdeführer selbst
ausgestellten Dokument vorgelegen habe, habe sowohl die Basis für die Abrechnung
mit der Sozialversicherungsanstalt und der Pensionskasse für das Jahr 2007 als auch
für die steueramtliche Meldung des Kantons Zürich gebildet.
b) Gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG unterliegen der Einkommenssteuer alle
wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte und insbesondere alle Erträge aus
beweglichem Vermögen. Nach dem Prinzip der Gesamtreineinkommenssteuer werden
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
grundsätzlich alle Vermögenswerte, die dem Steuerpflichtigen während eines
bestimmten Zeitabschnitts zufliessen, gesamthaft als Einkommen besteuert. So
unterliegen neben regelmässig wiederkehrenden Einkünften auch einmalige Zugänge,
neben reinen Wertzuflüssen auch Veräusserungsgewinne, neben Bareinkünften auch
Naturaleinkünfte der Einkommensbesteuerung. Nach der gesetzlichen Umschreibung
gilt grundsätzlich jeder Wertzufluss unabhängig von Art und Quelle als steuerbares
Einkommen, sofern das Steuergesetz nicht selber eine Ausnahme von der Steuerpflicht
vorsieht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N
16 zu den Vorbemerkungen zu Art. 16–39 DBG). Gemäss Art. 17 Abs. 1 DBG sind alle
Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlichrechtlichem Arbeitsverhältnis mit
Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen,
Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen,
Trinkgelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile steuerbar. Steuerbar sind
sämtliche geldwerte Vorteile, welche ein Arbeitnehmer als Gegenleistung für seine
Tätigkeit erhält, die er gestützt auf ein Arbeitsverhältnis ausübt (Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 28 zu Art. 17 DBG). Der Einkommensbegriff gemäss Art. 17 Abs. 1
DBG umfasst neben periodischen auch einmalige bzw. unregelmässig wiederkehrende
Leistungen.
Das steuerbare Einkommen bemisst sich nach den Einkünften in der Steuerperiode
(Art. 210 Abs. 1 DBG). Einkommen gilt grundsätzlich als realisiert, wenn dem
Steuerpflichtigen Leistungen zufliessen oder wenn er einen festen Rechtsanspruch
erwirbt, über den er tatsächlich verfügen kann. Voraussetzung des Zufliessens ist ein
abgeschlossener Rechtserwerb, der Forderungserwerb oder Eigentumserwerb sein
kann. Der Forderungserwerb ist in der Regel Vorstufe der Geldleistung. Der
Steuerpflichtige erwirbt eine Geldforderung; mit der Zahlung fällt das Geld in sein
Eigentum. Nach St. Galler Steuerrecht gelten Einkünfte in demjenigen Zeitpunkt als
zugeflossen und damit als realisiert, in welchem der Steuerpflichtige über den
entsprechenden Vermögenswert tatsächlich und wirtschaftlich verfügen kann
(Realisationsprinzip). Dieser Zeitpunkt lässt sich allerdings nicht generell festlegen;
vielmehr ist auf die konkreten Verhältnisse abzustellen, wobei die in Frage stehende
Einkommensart eine wesentliche Rolle spielt (Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 30 f.). Art. 16 Abs. 1
und 2 und Art. 17 Abs. 1 DBG stimmen inhaltlich mit Art. 29 Abs. 1 und 2 und Art. 30
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen (sGS 811.1, abgekürzt: StG) überein. Damit
gelten die oben gemachten Ausführungen auch für die direkte Bundessteuer (Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 21 zu Art. 210 DBG).
Beim unselbständigen Erwerb wird das Einkommen in der Regel in derjenigen Periode
erzielt, in welcher der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung erbringt, da er damit einen
festen und frei verfügbaren Anspruch auf sein Gehalt erwirbt. Die Lohnforderung
entsteht fortlaufend mit der Erbringung der Arbeitsleistung, wird aber in der Regel erst
am Ende jedes Monats fällig (Art. 323 Abs. 1 des Obligationenrechts, SR 220). Am
Monatsende ist daher der vertragliche Lohnanspruch gesichert und das entsprechende
Einkommen grundsätzlich realisiert. Bei Zahlungsunfähigkeit bzw. -unwilligkeit des
Arbeitgebers werden Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit erst im Zeitpunkt
der Auszahlung erfasst (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 26 zu Art. 210 DBG
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Zulagen zum Normallohn wie Gratifikationen,
Bonus oder Sondervergütungen realisiert der Arbeitnehmer erst dann, wenn sie ihm
vom Arbeitgeber zugesichert oder tatsächlich ausgerichtet werden. Sie sind jener
Bemessungsperiode zuzuordnen, in welcher der Arbeitnehmer einen festen
Rechtsanspruch auf die Vergütung erwirbt. Kann der Unselbständigerwerbende den
Auszahlungszeitpunkt dank seiner beherrschenden Stellung in der Arbeitgeberfirma
jedoch frei bestimmen, sind solche Zulagen zum Normallohn ebenfalls in jener Periode
zu erfassen, in welcher die Arbeitsleistung erbracht wurde, falls für eine spätere
Auszahlung keine unternehmerischen Gründe sprechen (Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 35 f. zu Art. 210 DBG; Urteil des Bundesgerichts 2A.471/2003 vom
16. Juni 2004, E. 2.3). Bei auflösend bedingten Rechtsgeschäften erfolgt der
Einkommenszufluss mit dem Erwerb. Ein Einkommenszufluss ist nur dann zu
verneinen, wenn das auflösende Ereignis unmittelbar bevorsteht (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 31 zu Art. 210 DBG).
Hinsichtlich der Verteilung der Beweislast gilt im Steuerrecht die Grundregel, dass die
Veranlagungsbehörde die steuerbegründenden oder -erhöhenden Tatsachen
nachzuweisen hat, die steuerpflichtige Person dagegen jene Tatsachen, welche die
Steuerschuld mindern oder aufheben (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 77 zu
Art. 123 DBG).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
c) Der Beschwerdeführer trat per 1. Dezember 2002 als Partner in die C AG ein. Er
erwarb Aktien der Gesellschaft und sass von 2004 bis 2009 in deren Verwaltungsrat. In
den Jahren 2007 und 2008 bezog er Gehaltszahlungen von der Firma. In einem Vertrag
vom 13. November 2002 wurde nebst anderen Bestimmungen zur Aktienübernahme,
Einbringung von Kundenbeziehungen etc. vereinbart, dass die C AG als Vorausleistung
die monatliche Zahlung eines noch zu bestimmenden Bruttosalärs übernehme. In der
Periode 1. Dezember 2002 bis 30. Juni 2003 werde folgendermassen abgerechnet:
Fakturierbare Honorare des Beschwerdeführers abzüglich vorausbezahlte Leistungen
der Gesellschaft (monatliches Brutto-Salär, Arbeitgeberbeiträge an die Pensionskasse,
Sozialversicherung, pro rata-Anteil an die Infrastrukturkosten). Bei positivem Saldo
werde mit dem Bonus per 31. Dezember 2003 verrechnet, bei negativem Saldo erfolge
ein Ausgleich durch die Reduktion weiterer Bezüge. Für die Abrechnungsperiode 1. Juli
2003 bis 31. Dezember 2003 würden dieselben Modalitäten wie in der Vorperiode
gelten. Bei positivem Saldo erhalte der Beschwerdeführer einen Bonus, bei negativem
Saldo erfolge ein Ausgleich durch den Beschwerdeführer (vgl. act. 10/I.c). Am 26. Mai
2003 schloss der Beschwerdeführer mit der C AG einen Aktionärbindungsvertrag ab
(act. 10/I.c). Im Jahr 2007 bezog er von der C AG monatliche Gehaltszahlungen,
basierend auf separaten, als "Lohnblatt" bezeichneten Abrechnungen. Der Bruttolohn
betrug Fr. 15'176.75 pro Monat. Hinzu kamen Spesen von Fr. 1'200.-- und bis Mai
2007 eine Ausbildungszulage für den studierenden Sohn. Die ausbezahlten Netto-
Beträge variierten zwischen Fr. 14'366.80 und Fr. 14'914.--. Im November 2007 wurde
zusätzlich ein Bonus für 2006 in der Höhe von Fr. 5'540.-- ausgerichtet. Im Jahr 2008
erhöhte der Beschwerdeführer die Hypothek auf der Liegenschaft in B um
Fr. 150'000.--. Per 25. Juni 2008 überwies er zulasten der neu gesprochenen Hypothek
Fr. 100'000.-- an die C AG (act. 10/I.c).
Der Beschwerdeführer macht geltend, Ende 2007 habe sich gezeigt, dass er der
Gesellschaft aufgrund zu viel bezogener Leistungen Fr. 100'000.-- habe
zurückvergüten müssen. Sein effektives Gehalt im Jahr 2007 sei daher um Fr.
100'000.-- geringer ausgefallen als von der Vorinstanz veranlagt.
Dem Beschwerdeführer wurden von der C AG im Jahr 2007 Fr. 198'611.-- (ohne
Spesenvergütungen) ausbezahlt. Obschon kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt –
beim oben erwähnten Vertrag vom 13. November 2002 handelt es sich um eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Vereinbarung, welche die Regelung der Anfangsphase des Arbeitsverhältnisses bis
31. Dezember 2003 betraf, nicht um einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Definition
von Arbeitsleistung und Lohnhöhe –, ist von einer unselbständigen Erwerbstätigkeit
auszugehen. Der Beschwerdeführer bezog einen fixen Monatslohn. Den einzelnen
Lohnblättern war kein Hinweis zu entnehmen, dass es sich dabei lediglich um
Akontozahlungen handle, die allenfalls zurückbezahlt werden müssten (act. 10/I.c).
Solche Rückzahlungen waren im Vertrag vom 31. Dezember 2002 lediglich für die Zeit
bis Ende 2003 vorgesehen. Einen Arbeitsvertrag für das hier massgebende Jahr 2007
oder eine schriftliche Vereinbarung mit der Verpflichtung des Beschwerdeführers, einen
allfälligen negativen Saldo per Ende 2007 auszugleichen, reichte der Beschwerdeführer
nicht ein. Die laufenden Akontolohnbezüge im Jahr 2007 gingen somit in das Eigentum
des Beschwerdeführers über; er konnte frei über das Geld verfügen. Die Arbeitgeberin
bestätigte jedoch im Nachhinein, dass ihre Honorierung erfolgsorientiert sei. Jeder
Partner erhalte monatliche Akontozahlungen. Die interne Endabrechnung am Ende des
Kalenderjahres (gemeint Ende 2007) habe beim Beschwerdeführer aufgrund einer
unerwarteten Kündigung eines Grossmandats ein Manko von Fr. 100'000.--
aufgewiesen. Diesen Betrag habe der Beschwerdeführer im ersten Semester 2008
zurückbezahlt (act. 6/2). Eine interne Abrechnung, welche den Beschwerdeführer zur
Zahlung von Fr. 100'000.-- an die Arbeitgeberin veranlasste, wurde aber nicht
eingereicht. Dabei fällt auf, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Veranlagung
2008 gegenüber der Steuerbehörde festhielt, er sei aufgrund der sehr grosszügigen
Pensionskassenregelung, die er aber vollständig selber habe finanzieren müssen,
gezwungen gewesen, einen "zusätzlichen Einschuss" von Fr. 100'000.-- an die
Arbeitgeberin zu leisten. Diese wiederum bestätigte gegenüber dem Beschwerdeführer,
die Zahlung sei als "Partnerbeitrag für Büro- und Verwaltungsunkosten" überwiesen
worden. Zum Zeitpunkt, in dem sich die Zahlung an die Arbeitgeberin abzeichnete,
wird in der Beschwerde festgehalten, es habe sich Ende 2007 gezeigt, dass der Betrag
von Fr. 100'000.-- zurückvergütet werden müsse. In der Stellungnahme zur
Beschwerdevernehmlassung wird ausgeführt, die Differenz zwischen Lohnbezügen und
Umsatz habe sich im März 2008 herausgestellt.
Die Arbeitgeberin selber ging von ausgerichteten Einkünften im Jahr 2007 in der Höhe
von Fr. 198'611.-- aus. Natürliche Personen sind gestützt auf Art. 125 Abs. 1 lit. a DBG
verpflichtet, der Steuererklärung den Lohnausweis über ihre Einkünfte aus
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
unselbständiger Erwerbstätigkeit beizulegen. Der Lohnausweis ist ein amtliches
Formular, das der Arbeitgeber für die Bescheinigung des Lohnes jährlich auszustellen
hat (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 13 zu Art. 127 DBG). Ihm kommt erhöhte
Beweiskraft zu. Er gilt solange als beweiskräftig, als nicht Tatsachen nachgewiesen
sind, aus denen sich seine Fälschung, Verfälschung oder Unwahrheit ergibt (Klöti-
Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 3. Aufl. 2009, N 6 zu
§ 181 StG, der inhaltlich mit Art. 125 DBG übereinstimmt). Der mit der Steuererklärung
2007 eingereichte Lohnausweis, worin ein Nettolohn von Fr. 104'130.-- angegeben
wird, wurde vom Beschwerdeführer allein unterzeichnet (act. 10/II.c). Da dieser nicht
einzelzeichnungsberechtigt war, kann der von ihm allein unterschriebene Lohnausweis
bezüglich der Höhe der Lohnzahlung nicht als massgebend betrachtet werden. Der von
der Arbeitgeberin am 25. Dezember 2007 ausgestellte, rechtsgültig unterzeichnete
Lohnausweis weist ein Nettoeinkommen von Fr. 198'611.-- aus. Dieser Lohn wurde
von der Arbeitgeberin nach eigenen Angaben bei der Sozialversicherungsanstalt und
der Pensionskasse abgerechnet und in ihrer Erfolgsrechnung verbucht. Auch in der
Bescheinigung über Bezüge von Mitgliedern der Verwaltung und Organen der
Geschäftsführung vom 13. August 2008, als die Zahlung von Fr. 100'000.-- bereits
erfolgt war, gab die Arbeitgeberin zuhanden des Kantonalen Steueramts Zürich
unverändert ein Nettogehalt des Beschwerdeführers von Fr. 198'611.-- an (act. 10/II.b).
Wenn die Arbeitgeberin nun im Rechtsmittelverfahren ausführt, sie sei der Ansicht, das
effektiv erzielte Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2007 sei um Fr. 100'000.--
geringer ausgefallen, als dies im Lohnausweis zum Ausdruck komme (vgl. act. 6/2),
widerspricht sie damit ihren eigenen früheren Angaben gegenüber den Behörden.
d) Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer im Jahr
2007 Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 198'611.--
(ohne Pauschalspesen) zugeflossen ist. Für das Jahr 2007 entspricht die steuerliche
Erfassung des Einkommens auch der Abrechnung der Arbeitgeberin mit der
Sozialversicherungsanstalt und der Pensionskasse. Ob es sich bei der Überweisung
des Beschwerdeführers von Fr. 100'000.-- am 25. Juni 2008 an die C AG um eine
Rückzahlung von Lohn handelt, die von den Einkünften in Abzug gebracht werden
kann, ist allenfalls im Rahmen der noch offenen Veranlagung für das Jahr 2008 zu
entscheiden. Daraus folgt, dass die Beschwerde gegen die Veranlagung 2007
abzuweisen ist.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Beschwerdeführer die Kosten des
Verfahrens unter solidarischer Haftbarkeit zu bezahlen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in
Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zu verrechnen. Die Gebühr ist gesamthaft bei X Z zu
erheben.