Decision ID: b7de0048-7b5e-4f63-b1c9-6a017dfabbc3
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist Eigentümer eines vermieteten Mehrfamilienhauses in St. Gallen. Mit Rechnung
vom 26. Mai 2010 forderten die St. Galler Stadtwerke von X für den im Zeitraum 2.
Februar bis 30. April 2010 in der Wohnung im Erdgeschoss bezogenen Strom eine
Gebühr von Fr. 84.45 ein. Als X die Rechnung nicht innert Frist zahlte, wurde er
mehrmals gemahnt. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2012 auferlegte die
Unternehmensleitung der St. Galler Stadtwerke X die Stromgebühren von Fr. 84.45
sowie die Kosten für die Mahnungen von Fr. 25.-- und für die erfolglose Betreibung von
Fr. 33.--.
B.- Gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2012 erhob X mit Eingabe vom
16. Dezember 2012 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem
sinngemässen Antrag, unter Kostenfolge zu Lasten der St. Galler Stadtwerke sei die
angefochtene Verfügung ersatzlos aufzuheben. Am 11. Februar 2013 reichte er ein
weiteres Schreiben ein.
Mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses. Im Rahmen der Rekursbearbeitung wurden zusätzliche Abklärungen
getätigt, was den Beteiligten zur Kenntnis gebracht wurde.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Bei der
angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2012 handelt es sich um eine selbständige
Verfügung über Gebühren, die allerdings nicht von der obersten Verwaltungsbehörde
im Sinn von Art. 41 lit. h Ziff. 5 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS
951.1, abgekürzt: VRP), d.h. vom Stadtrat der Stadt St. Gallen, sondern von der
Unternehmensleitung der St. Galler Stadtwerke ergangen ist. Indessen macht das
städtische Recht von der in Art. 40 Abs. 2 VRP vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch
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und sieht vor, dass Verfügungen und Entscheide unterer städtischer Instanzen
unmittelbar an die kantonale Rekursinstanz weitergezogen werden können (Art. 1
Abs. 1 des Reglements über den Weiterzug von Verfügungen und Entscheiden unterer
Instanzen, sRS 93.2, in Verbindung mit Art. 26 des Geschäftsreglements des Stadtrats,
sRS 173.1). Die Verwaltungsrekurskommission ist deshalb zum Sachentscheid
zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom
16. Dezember 2012 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 45, 47 und 48 VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Streit liegt die Gebühr für den Strombezug im Zeitraum 2. Februar bis 30. April
2010. Die Rechtsgültigkeit der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen und des
Tarifs werden vom Rekurrenten nicht bestritten. Sie sind jedoch von Amtes wegen zu
prüfen.
a) Im Bereich des Abgaberechts kommt dem Erfordernis der gesetzlichen Grundlagen
eine besondere Bedeutung zu. Einerseits gilt das Erfordernis des Rechtssatzes,
welches besagt, dass die Abgabe in einer generell-abstrakten Rechtsnorm vorgesehen
sein muss, die genügend bestimmt ist. Andererseits besteht das Erfordernis der
Gesetzesform, die besagt, dass der Gesetzgeber die wesentlichen Elemente einer
Abgabe festzulegen hat. Das Gesetz muss mindestens den Kreis der Abgabepflichtigen
(Subjekt der Abgabe), den Gegenstand der Abgabe (den abgabebegründenden
Tatbestand, Objekt der Abgabe) und die Höhe der Abgabe in den Grundzügen
(Bemessungsgrundlage) umschreiben (vgl. Art. 164 Abs. 1 lit. d der Bundesverfassung,
SR 101, für Abgaben auf Bundesebene). Der vollziehenden Behörde kann die
Kompetenz übertragen werden, nach den im Gesetz bestimmten Kriterien die absolute
Höhe der Abgabe festzulegen (vgl. statt vieler Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 2693 ff.).
Die Gebühr stellt eine Entschädigung dar, die entweder für eine vom Pflichtigen
veranlasste Amtshandlung (Verwaltungsgebühr) oder für die Benützung einer
öffentlichen Anlage oder Anstalt (Benützungsgebühr) entrichtet werden muss (vgl.
Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 2626). Vorschriften über Gebühren umfassen
einerseits die Grundsätze der Gebührenerhebung, nämlich die Festlegung der
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gebührenpflichtigen Personen, den Gegenstand der Gebühr und die
Bemessungsgrundlagen. Andererseits fallen unter die Gebührenvorschriften die
wertmässigen Ansätze der Gebühr, also die Festlegung der Gebühr in Franken und
Rappen. Diese Gebührenansätze werden vom Gemeindegesetz als "Gebührentarif"
bezeichnet vgl. (Art. 23 lit. a des Gemeindegesetzes, sGS 151.2, abgekürzt: GG;
R. Dubs, Organisation der Gemeinden, in: Das neue st. gallische Gemeindegesetz,
Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der
Hochschule St. Gallen, Neue Reihe, Bd. 15, St. Gallen 1980, S. 57; vgl. auch H.-R. Arta,
Die Zuständigkeitsordnung nach dem st. gallischen Gemeindegesetz in der politischen
Gemeinde mit Bürgerversammlung, S. 86 ff.). Durch diese Zweiteilung der
Gebührenvorschriften wird das eingangs erwähnten Verfassungsprinzip berücksichtigt,
wonach der rechtsetzende, dem Referendum unterstehende Erlass (formelle
gesetzliche Grundlage) den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand der Abgabe
und deren Bemessung in den Grundzügen festzulegen hat, während die Befugnis zur
Festsetzung der Abgabe, d.h. des Tarifs, an eine untergeordnete Behörde, also
beispielsweise an den Gemeinde- oder den Verwaltungsrat übertragen werden darf.
Als formelle gesetzliche Grundlage kommt auch ein unter dem Vorbehalt des
fakultativen Referendums stehender Gemeindeerlass in Betracht. Dem Legalitätsprinzip
ist Genüge getan, wenn der die Abgabe regelnde kommunale Erlass in einem
demokratischen Rechtsetzungsverfahren ergeht und auf einer klaren, durch Verfassung
oder Gesetz erteilten Ermächtigung an den Gemeindegesetzgeber zur Einführung der
betreffenden Abgabe beruht (BGE 97 I 804; GVP 1990 Nr. 21).
b) Die Ermächtigung des Parlaments der Stadt St. Gallen zur Festsetzung von
Benützungsgebühren – und damit auch der Stromgebühr – ergibt sich aus Art. 3 Abs. 2
GG. Das Stadtparlament erliess am 2. November 2005 das Reglement über die
Versorgung der Stadt mit Energie und Wasser (sRS 511.1, abgekürzt: SWR). Nachdem
es dem fakultativen Referendum unterstellt und vom Baudepartement am 20. März
2006 genehmigt worden war, trat es am 1. April 2006 in Kraft. Die Grundsätze der
Gebührenerhebung sind im referendumspflichtigen Erlass geregelt (Art. 8 und 10 f.
SWR); die Festsetzung des Tarifs wird gemäss Art. 33 SWR an den Stadtrat delegiert.
Es besteht daher kein Zweifel, dass das SWR mit seiner Delegationsordnung in einem
demokratischen Rechtsetzungsverfahren erging.
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c) Nach Art. 8 Abs. 1 und Art. 11 SWR bezwecken die Beiträge und Gebühren für die
Energieversorgung die Deckung sämtlicher Kosten, eine angemessene
Reservenbildung, die Einlage in den Energiefonds sowie die Entrichtung einer
jährlichen Ablieferung an den Allgemeinen Haushalt. Die Bezugsgebühr für die
Elektrizitätsversorgung setzt sich aus einem Grundpreis pro Zähler, einem Arbeitspreis
nach bezogener Menge, einem Leistungspreis nach bezogener Höchstleistung, einem
Preis für Blindenergiebezug und einem Preis für den Bezug ökologischer
Stromprodukte zusammen (Art. 10 Abs. 1 SWR). Hinzu kommt die Netzgebühr, die aus
einem Grundpreis pro Ausspeisepunkt, einem Arbeitspreis nach durchgeleiteter
Menge, einem Leistungspreis nach bezogener Höchstleistung und einem Preis für
Blindenergiebezug zusammensetzt. Die Zusammensetzung der Bezugs- und der
Netzgebühr kann je nach Verbrauchercharakteristik variieren. Sie muss nicht alle
Komponenten enthalten (Art. 10 Abs. 2 und Art. 10a Abs. 2 SWR). Der Stadtrat erlässt
Gebührentarife sowie Ausführungsbestimmungen (Art. 33 SWR).
Bei den genannten Stromgebühren handelt es sich um wiederkehrende Gebühren für
die Benützung, den Betrieb und den Unterhalt der kommunalen Energieversorgung, die
unter anderem nach Massgabe der bezogenen kWh Elektrizität erhoben werden.
Derartige Benützungsgebühren werden durch den Grundsatz der Verhältnismässigkeit
sowie durch das Kostendeckungs- und das Äquivalenzprinzip beherrscht; sie müssen
regelmässig den sich ändernden tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden
können. Das SWR regelt den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand der Abgabe
und deren Bemessung in den Grundzügen. Unter diesen Umständen ist es zulässig,
dass Art. 33 SWR den Erlass des Tarifs, d.h. die Festlegung der Gebührenansätze in
Franken und Rappen, an den Stadtrat delegiert (Arta, a.a.O., S. 72). Dieser hat am
15. Dezember 2009 den für 2010 gültigen Tarif erlassen (Gebührentarif der
Elektrizitätsversorgung, cRS 2010, 23, nachfolgend: GT-EV).
3.- Der Rekurrent bringt vor, er sei nicht Gebührenschuldner und damit nicht
Abgabesubjekt.
a) Der Rekurrent macht geltend, er sehe nicht ein, weshalb er den Energiebezug von
Mietern übernehmen sollte. Es sei nicht sicher, ob die grüne Karte via Post übermittelt
worden sei. Wenn dies nicht funktioniere, sei dies nicht sein Problem. Die
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Anmeldungen der Mieter seien von ihm stets erfolgt. Er sei nicht in der Lage, bei jedem
Mieter nachträglich zu kontrollieren, ob er angemeldet sei oder nicht. Im System der
Stadtwerke bestünde eine grosse Lücke. Die Abmeldungen erfolgten meist durch die
ausziehenden Mieter.
Dem hält die Vorinstanz im Wesentlichen entgegen, bei vermieteten Objekten, für die
eigene Messeinrichtungen installiert seien, gelte der Mieter als Kundschaft. Stehe ein
Objekt leer, sei es der Vermieter. Bei einem Wechsel der Kundschaft gehe das
Bezugsverhältnis auf die neue Person über. Der Wechsel sei den Stadtwerken mit einer
Frist von drei Werktagen auf einen beliebigen Werktag anzukündigen. Gemäss den zur
Verfügung stehenden Informationen habe die Wohnung in der fraglichen Zeit leer
gestanden, weshalb der Rekurrent als Kunde gegolten habe. Den Umstand, dass die
Wohnung ab 22. Februar 2010 wieder vermietet gewesen sei, habe der Rekurrent den
Stadtwerken nicht innert der dreitägigen Frist, sondern erst am 30. April 2010
mitgeteilt. Eine rückwirkende Mutation sei mangels Zählerablesung nicht möglich. Als
Vermieter könne der Rekurrent aber die Bezugsgebühren für jene Zeit, in welcher die
Wohnung vermietet gewesen sei, dem Mieter über die Nebenkostenabrechnung
weiterbelasten. Die offene Rechnung sei dreimal gemahnt worden. Am 23. November
2012 sei die Betreibung eingeleitet worden. Der Rekurrent habe gegen die Forderung
von Fr. 84.45 nebst Zins zu 3% seit 23. Juni 2012 sowie Mahngebühren von Fr. 25.--
Rechtsvorschlag erhoben.
b) Das Bezugsverhältnis ist ein öffentlich-rechtliches Rechtsverhältnis, in dessen
Rahmen die Sankt Galler Stadtwerke (nachfolgend: sgsw) der Kundschaft Energie oder
Wasser liefern und diese im Gegenzug die dafür vorgesehenen wiederkehrenden
Bezugsgebühren entrichtet (Art. 6 Abs. 1 SWR). Nach Art. 5 SWR gelten als Kundschaft
bei vermieteten und verpachteten Objekten, für die eigene Messeinrichtungen installiert
sind, die mietenden respektive pachtenden Personen (lit. a), bei Objekten mit einer
gemeinsamen Messeinrichtung die Person, welche mit der Verwaltung betraut ist, oder
ersatzweise die Eigentümerschaft des Grundstücks, auf welchem die Messeinrichtung
installiert ist (lit. b) und in den übrigen Fällen die Grundeigentümerschaft (lit. c). Das
Bezugsverhältnis beginnt mit der Anmeldung zum Bezug, spätestens jedoch mit dem
tatsächlichen Bezug von Energie und Wasser (Art. 6 Abs. 2 SWR). Bei einem Wechsel
in der Person der Kundschaft geht das Bezugsverhältnis auf die neue Person über. Der
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Wechsel ist den sgsw mit einer Frist von drei Werktagen auf einen beliebigen Werktag
anzukündigen. Die bisherige Kundschaft bezahlt die Bezugsgebühren bis zum Ende
ihres Bezugsverhältnisses, falls die durch den Wechsel bedingte Zählerablesung nicht
vorher erfolgt (Art. 6 Abs. 3 SWR).
c) Gemäss übereinstimmenden Aussagen der Beteiligten war die fragliche Wohnung im
Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses in St. Gallen, in welchem eigene
Messeinrichtungen installiert sind, bis 27. Januar 2010 an die Familie Y vermietet. Herr
Y teilte dem Kundendienst der sgsw an jenem Tag telefonisch mit, dass er ausgezogen
sei. Am 1. Februar 2010 erfolgte die Zählerablesung durch einen Mitarbeiter der sgsw.
Damit endete das Bezugsverhältnis des bisherigen Kunden Y für diese Wohnung (vgl.
Art. 6 Abs. 3 SWR). Nachdem den sgsw in der Folge innert der dreitägigen Frist kein
neuer Mieter gemeldet worden war, galt gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. c SWR der
Rekurrent – Eigentümer jener Wohnung – als Kunde und damit als Abgabesubjekt der
Stromgebühr. Am 30. April 2010 teilte der Rekurrent den sgsw per E-Mail mit, dass die
Wohnung im Erdgeschoss seit 22. Februar 2013 an Z vermietet sei. Den Strom könne
er daher nicht ablesen (act. 10/2). Daraufhin erfolgte am 4. Mai 2010 eine erneute
Zählerablesung. Selbst wenn der Rekurrent, wie von ihm behauptet wird, von den sgsw
nicht mittels Zustellung des Formulars betreffend Mieterwechsel (sog. grüne Karte)
aufgefordert worden ist, den neuen Mieter mitzuteilen, hätte es an ihm als Vermieter
und Grundeigentümer gelegen, die sgsw rechtzeitig über das neue Mietverhältnis zu
informieren. Ansonsten lief er Gefahr, für die Zwischenzeit, in welcher kein Mieter als
Kunde gemeldet ist, selbst als Kunde für die Stromgebühr herangezogen zu werden
(vgl. Art. 5 lit. a und c SWR). Da es einerseits einen Leerstand von einigen Wochen gab
(28. Januar bis 21. Februar 2010) und andrerseits eine rückwirkende Zählerablesung
per 22. Februar 2010 nicht möglich war, ist der Rekurrent für den Strombezug im
fraglichen Zeitraum als Kunde und damit Gebührenschuldner zu betrachten.
d) Die Berechnung der Stromgebühr wird vom Rekurrenten nicht gerügt. Die
Ergebnisse der Zählerablesungen vom 2. Februar und 4. Mai 2010 sind unbestritten. In
jenem Zeitraum fand ein Stromverbrauch von 140 kWh Strom im Hochtarif und 185
kWh im Niedertarif statt. Dies ergibt gemäss dem damals gültigen Gebührentarif vom
15. Dezember 2009 eine Bezugsgebühr von Fr. 18.13 für die Energielieferung (Art. 3
GT-EV), Abgaben von Fr. 5.13 (Fr. 3.57 Abgaben an das Gemeinwesen [Art. 4 GT-EV]
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und Fr. 1.56 für die kostendeckende Einspeisevergütung [Art. 15b des
Energiegesetzes, SR 730.0, Art. 5 Abs. 1 der Energieverordnung, in der Fassung AS
2008 1223) sowie eine Netznutzungsgebühr von Fr. 61.19 (Tarif K, Art. 6 Abs. 2 GT-EV).
e) Nach Art. 21 Abs. 1 SWR können Verzugszinsen und Mahngebühren erhoben
werden, wenn Forderungen, die sich auf das SWR stützen, bis zum Ablauf der
Zahlungspflicht nicht bezahlt werden. Die Gebühr für die zweite Mahnung beträgt Fr.
10.--, jene für die dritte Mahnung Fr. 15.-- (Art. 1 des Allgemeinen Gebührentarifs der
Stadtwerke, sRS 512.1). Bei Zahlungsverzug wird ab Zustellung der zweiten Mahnung
Verzugszins erhoben. Der Zinssatz entspricht dem Verzugszins des kantonalen
Steuerrechts (Art. 11 Abs. 3 des Reglements zum Vollzug des SWR, sRS 511.11).
Der Rekurrent wurde am 30. Juli, 20. August, 24. September und 20. Oktober 2010 für
den ausstehenden Betrag von Fr. 84.45 gemahnt. Gestützt auf die erwähnten
reglementarischen Bestimmungen sind daher die geforderten Mahngebühren von Fr.
25.-- wie auch der Verzugszins von 3% ab 23. Juni 2012 zweifellos geschuldet.
f) Für die Betreibungskosten von Fr. 33.-- besteht keine entsprechende
Verfügungskompetenz der Vorinstanz. In Bezug auf die Betreibungskosten von Fr. 33.--
ist die angefochtene Verfügung daher aufzuheben. Die Betreibungskosten sind vom
Schuldner jedoch aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen des Schuldbetreibungs-
und Konkursrechts geschuldet (vgl. Art. 68 SchKG).
4.- Zusammenfassend ist der Rekurs somit teilweise gutzuheissen und Ziff. 1 der
angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember 2012 aufzuheben. Die vom Rekurrenten
geschuldete Gebühr für Energiebezug inkl. Mahngebühren beträgt Fr. 109.45 zuzüglich
Zins zu 3% seit 23. Juni 2012.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
zu drei Vierteln und der Politischen Gemeinde St. Gallen zu einem Viertel aufzuerlegen
(vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
(Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von
Fr. 500.-- ist bis zum Betrag von Fr. 450.-- zu verrechnen und im Restbetrag von Fr.
50.-- zurückzuerstatten.
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