Decision ID: e94786af-23d0-4468-aeb3-ed6997e3de28
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1990, wurde erstmals im Jahre 1996 bei der Invaliden
versicherung für Beiträge zu Sonderschulmassnahmen angemeldet (Urk. 7/1 Ziff. 5.7). Die Versicherte lebte bei einer Pflegefamilie
und
besuchte Logopädie
sowie
Psychomotorik (vgl. Bericht der Logopädischen IV-A
bklärungsstelle im Bezirk Z._
vom 7. Juni 1996, Urk. 7/4 Ziff. 1 und 2).
Mit Verfügung vom 12. Juni 1996
sprach
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
der Versicherten Sprachheilbehandlungen zu
(Urk. 7/5).
Auf ent
spre
chen
des Gesuch vom 11. Dezember 2004 (Urk. 7/7) erteilte die IV-Stelle Kosten
gut
sprache für
eine
Anlehre
zur Bäckerei-Konditoreimitarbeiterin im Rahmen einer erstmaligen beruflichen Ausbildung (Urk. 7/24)
und gewährte am 2. Juli 2008 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 7/42). Mit Schreiben vom 23. April 2009 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, nachdem die Ver
sicherte in einem Pensum von 90 % ein Praktikum in einem Altersheim
ange
tre
ten hatte
(Urk. 7/55). In der Folge gewährte die IV-Stelle am 4. November
2009 Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes (Urk. 7/67)
. Diese Massnahme wurde mit
Schreiben vom 17. Juni 2010 ab
geschlossen
(Urk. 7/82).
Mit Verfügung vom
17. Februar
2011
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar
2010 eine
Viertelsrente
zu (Urk. 7/102).
1.2
Nach Eingang des am
10. Oktober
2020
ausgefüllten Revisionsfragebogens
(Urk. 7/111
/1-3
) täti
gte die IV-Stelle erwerbliche (Urk. 7/115-117) sowie medizi
nische Abklärungen (Urk. 7/120) und hob nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/124, Urk. 7/127) mit Verfügung vom 11. März
2021 die bisher
aus
gerichtete
Rente auf
(Urk. 7/130 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 15. März 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. März 2021 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss die
Weiterausrichtung
der bis
herigen Rente (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 7. Mai
2021 schloss die IV
Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am
26. Mai 2021
mitgeteilt wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine un
terschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine ver
änderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April
2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine
Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2021 (Urk. 2) aus, die Beschwerdeführerin könne ihrer Tätigkeit als Assistentin Gesundheit und Soziales
in einem Pensum von 80 % uneingeschränkt nachgehen. Beim Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkungen sei gestützt auf die sta
tistischen Werte der Invalidenversicherung von Fr. 83'500.-- auszugehen (S. 1). Auf
grund des Stellenwechsels belaufe sich das aktuelle Einkommen gemäss Ar
beitsvertrag auf Fr. 53'287.--, woraus ein rentenausschliessender Invaliditäts
grad von 36 % resultiere. Aus medizinischer Sicht sei die Arbeitstätigkeit von 80 % zumutbar, die Beschwerdeführer
in
weise seit dem Stellenwechsel im April 2020 auch keine Arbeitsunfähigkeiten mehr auf (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom
7. Mai 2021 wies die Beschwerdegegne
rin sodann darauf hin, dass die Beschwerdeführerin beim
Valideneinkommen
auf den Bruttoertrag, beim
Inv
alideneinkommen jedoch auf den Nettobetrag abstelle. Dieses Vorgehen lasse sich durch sachliche Gründe nicht rechtfertigen (Urk. 6 S. 1).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk. 1), die gesundheit
liche Situation sei nicht ausreichend abgeklärt. Die Einnahme von Medikamenten zur Erreichung eines stabilen Tagesablaufes sowie die Auswirkungen bei Lang
zeiteinnahme der Medikamente seien nicht berücksichtigt worden (S. 1). Bei Vor
nahme eines korrekten Einkommensvergleiches resultiere sodann ein Invaliditäts
grad von 43.11 % (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit
der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
per Februar 2010 verbessert haben und die Renteneinstellung demnach zu Recht erfolgt ist.
3.
Anlässlich der
Rentenzusprache
per 1. Februar 2010 wurde die Beschwerdefüh
rerin im Auftrag der Beschwerdegegnerin durch
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet.
Für das
Gutachten vom 16. Juli 2009 (Urk. 7/62)
stützte sich
Dr.
A._
auf die eigene Untersuchung, eine neu
ropsychologische Abklärung, fremdanamnestische Angaben sowie die vorhande
nen medizinischen Akten (S. 2)
und
nannte folgende Diagnosen (S. 5):
-
neuropsychologische Defizite
-
Intelligenz im Grenzbereich zur leichten Intelligenzminderung
-
leicht- bis mittelgradige psychomotorische Verlangsamung
-
leicht- bis mittelgradig verminderte Belastbarkeit
Die Beschwerdeführerin
absolviere derzeit in einem Pensum von 100 % ein Praktikum in einem Altersheim. Ab dem 1. Juli
2009 könne sie dort zu 80 % als Pflegehelferin arbeiten (S. 3). S
eit
Geburt
leide sie
unter neuropsychologischen Defi
ziten, die im Kindesalter zu Entwicklungsverzögerungen geführt hätten und jetzt noch als grenzwertige Intelligenzminderung, psychomotorische Verlang
samung und verminderte Belastbarkeit imponierten. Im Berufsleben sei die Beschwerde
führerin daher immer wieder überfordert. In der neuropsycho
logi
schen Untersu
chung sei dies beispielsweise bei steigenden Anforderungen und unter Zeitdruck der Fall gewesen. Deswegen seien Beruf
e
mit Zeitdruck und (relativ!) hohen An
forderungen an die Flexibilität nicht geeignet. Sie habe eine eher handlungsprak
tische Begabung. Damit sei gut vereinbar, dass sie einen hauswirtschaftlichen Jahreskurs und eine
Anlehre
in einer Bäckerei / Konditorei absolviert habe. Aus gutachterlicher Sicht sei es am wahrscheinlichsten,
dass die Beschwerdeführerin nur im geschützten Rahmen beschäftigt werden könne oder allenfalls einen der zunehmend selteneren Plätze in der Wirtschaft finde, die fast ähnliche Bedingun
gen - bei einem Leistungslohn - zur Verfügung stellten. Eine Tätigkeit im pflege
rischen Bereich scheine eher ungünstig, da hier eine hohe geistige Flexibilität gefordert sei und die Fähigkeit, zumindest zeitweise unter
Zeitdruck arbeiten zu können. Weitere psychiatrische Erkrankungen
lägen
nicht vor (S. 5).
Im Rahmen des Arbeitsversuches könne die Arbeitsfähigkeit auf 70 bis 80 % festgesetzt wer
den. Es gebe jedoch Hinweise darauf, dass diese Arbeitsfähigkeit auf Dauer zu hoch sei beziehungsweise dass eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft nicht zu
mutbar sei, es sei denn, es würden ideale Bedingungen gefunden, die sich einem geschützten Arbeitsplatz annäherten. Dann müsste ein Leistungslohn vereinbart und die tatsächliche Leistungsfähigkeit auf dem konkreten Arbeitsplatz eruiert werden (S. 6 Ziff. 2). Im geschützten Rahmen betrage die Arbeitsfähigkeit 80 bis 100 % (S. 6 Ziff. 3). Sollte der Arbeitsversuch im Altersheim scheitern, wäre eine erneute Unterstützung beziehungsweise Vermittlung eines geeigneten Arbeits
platzes im geschützten Bereich sinnvoll
. Wahrscheinlich wäre dann eine vorge
schaltete Berufsabklärung sinnvoll, um gemeinsam mit der
Beschwerdeführerin i
n die gleiche Richtung zu suchen, da sie die Idee einer Arbeit mit Menschen im Kopf habe (S. 6 Ziff. 4). Im Rahmen der gegebenen
Limiten
seien zum jetzigen Zeitpunkt berufliche Massnahmen aussichtsreich (S. 6 Ziff. 5).
4.
4.1
Im Rahmen des Rentenrevisionsverfahrens liegen nun die folgenden medizini
schen Berichte bei den Akten
:
4.2
Nach einer Erstuntersuchung nannten die Ärzte der
B._
AG in ihrem Bericht vom 23. Januar 2020 folgende Diagnosen (Urk. 7/121 S. 1):
-
rezidivierende dep
r
essive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Ge
brauch (ICD-10 F10.1)
Die Beschwerdeführerin
berichte
über Schwierigkeiten bei der Arbeit, sie sei vom Team ausgegrenzt und gemobbt worden.
Demzufolge leide sie aktuell
unter ge
drückter Stimmung, Weinanfällen, Angst, Reizbarkeit, Grübeln und Schlafpro
blemen (S. 1). Bereits im Jahre 2012 habe sie an einer mittelgradigen depressiven Störung gelitten, im Januar
2016 sei es nach der Trennung vom damaligen Freund zu einer Anpassungsstörung
mit depressiver Reaktion
gekommen. Auf
grund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin handle es sich um eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, aus
gelöst durch Mobbing und Ausgrenzung sowohl durch den Gruppenleiter als auch
Mitarbeiter (S. 2). Es werde die Umstellung der medikamentösen Behandlung so
wie die Beratung betreffend Rechte und Unterstützung durch eine Sozialarbeiterin empfohlen (S. 3).
4.3
Dr.
med. C._
, Facha
rzt für Chirurgie, Klinik D._
, führte in seinem Bericht vom 18. März 2020 aus, die Beschwerdeführerin berichte telefonisch über Beschwerden im Zusammenhang mit der Schambeinastfraktur rechts, die sie sich am 19. November 2019 zugezogen habe. Sie verspüre weiterhin Schmerzen, ins
besondere nach dem Rennen.
Für die
Schmerzen nach Belastung
sei wohl
die noch nicht vollständig konsolidierte Fraktur verantwortlich (Urk. 7/122 S. 1). Die Nebenbefunde im Bereich des
posterosuperiore
n
Acetabulum
sowie des
anterosu
perioren
Labrum halte er für irrelevant. Dies habe er der Beschwerdeführerin auch so mitgeteilt. Er habe ihr empfohlen, die körperliche Belastung so anzupassen, dass die Beschwerden nicht überhandnehmen würden. Weitere Massnahmen seien nicht erforderlich, die Behandlung sei abgeschlossen (S. 2).
4.4
Der Hausarzt Dr. med. E._
,
praktischer Arzt,
nannte in seinem Bericht vom 23. Dezember
2020 folgende Diagnosen (Urk. 7/120 Ziff. 1.2):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
-
psychische
und
Verhaltensstörung durch Alkohol (ICD-10 F10.1)
-
Status nach Schambeinfraktur rechts
-
verzögerte Entwicklung, Lernbehinderung
Nach einer Mobbingsituation sowie einer depressiven Störung im Januar
2020 sei die Beschwerdeführerin inzwischen wieder sehr stabil. Sie habe selber eine gute, neue Arbeitsstelle gefunden und arbeite dort sehr zufrieden in einem Pen
sum von 80 %. Gemäss Auskunft der Pflegeeltern sei sie nun auch deutlich aus
geglichener, die Arbeit mache ihr Freude (Ziff. 1.3). Die Beschwerdeführerin komme mit dem Arbeitspensum von 80 % gut zurecht, sofern die Arbeitsbedin
gungen ordentlich seien. Sie arbeite seit Jahren zu 80 % als Pflegehelferin in öffentlichen Pflegeheimen (Ziff. 2.1). Aktuell werde sie mit
Trittico
,
Lamict
a
l
sowie
Concert
a
Kapseln behandelt (Ziff. 3.2). Einmal pro Monat finde ein Bera
tungsg
espräch bei der F._
statt (Ziff. 3.4). Die Prognose sei gut (Ziff. 3.3). Seit dem Arbeitsplatzwechsel im April 2020 sei die Beschwerdeführerin beschwerdefrei, es sei nicht mehr zu Arbeitsunfähigkeiten gekommen. Die Prob
lematik bei der früheren Stelle sei Mobbing gewesen, wobei sich viele Mitarbei
tende über die Arbeitsplatzsituation beklagt hätten (Ziff. 4.4).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin erhält
seit
Februar
2010 bei einem Invaliditätsgrad von
40
% eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung.
Die
Rentenzusprache
erfolgte gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
, welcher verschiedene neuropsychologische Defizite
festgestellt
hatte (E. 3).
Im Rahmen des Revisions
verfahrens
wurden sodann zusätzlich die Diagnosen einer rezidivierenden depres
siven Störung sowie psychischer und Verhaltensstörungen durch schädlichen Gebrauch von Alkohol gestellt (E. 4.2, E. 4.4).
Gleichzeitig haben sich die erwerb
li
chen Bedingungen geändert, denn die Beschwerdeführerin erzielt
in einer Tätig
keit des allgemeinen Arbeitsmarkts ein der tatsächlichen Leistung entsprechendes und marktübliches Einkommen (vgl. IK-Auszug;
Urk.
7/115). Damit
ergibt
sich
ohne Weiteres, dass eine Veränderung des Sachverhaltes vorliegt und demnach eine Rentenrevision durchgeführt werden kann.
Somit ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig und ohne Bindung an frühere Be
urteilungen zu prüfen.
5.2
Bezüglich des aktuellen Gesundheitszustandes liegt ein Bericht des
Hausarzt
es
Dr.
E._
vor, welcher am
23. Dezember
2020 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in der aktuellen Tätigkeit als Pflegehelferin
attestierte
und weiter aus
führte
, nach einer Mobbingsituation sowie einer depressiven Stö
rung im Januar 2020 sei die Beschwerdeführerin inzwischen wieder sehr stabil. Seit dem Arbeitsplatzwechsel im April
2020 sei sie beschwerdefrei. Mit dem Arbeitspensum von 80 % komme sie gut zurecht, sie arbeite seit Jahren in diesem Pensum als Pflegehelferin in öffentlichen Pflegeheimen (E. 4.4). Diese
Beurteilung wird
gestützt durch die Angaben der Ärzte der
B._
vom 23. Januar 2020
, wel
che
davon ausgegangen
waren
, dass die dannzumal festgestellte depressive Stö
rung durch Mobbing und Ausgrenzung am Arbeitsplatz ausgelöst worden sei.
Für eine lediglich vorüber
gehende und nicht sehr ausgeprägte depressive Episode spricht sodann auch die Tatsache, dass die Ärzte der
B._
a
ls weiterführende Behandlung lediglich eine Umstellung der Medikamente, nicht jedoch eine regel
mässige Therapie
empfahlen
(E. 4.2).
Hinsichtlich
der medizinischen Situation machte die Beschwerdeführerin insbe
sondere geltend, weder die Auswirkungen der langjährigen Medikamentenein
nahme noch die Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme zur Erreichung eines stabilen Tagesablaufes seien genügend berücksichtigt worden (E. 2.2).
Diesbezüg
lich ist festzuhalten, dass
sich weder aus dem Bericht des Hausarztes noch dem
jenigen der Ärzte der
B._
Hinweise auf Nebenwirkungen oder
negative
Aus
wirkungen
der Medikamenteneinnahme
ergeben. Selbst die Beschwerdeführerin
machte keine weiteren Ausführungen dazu, inwiefern
sie
die Einnahme der ver
schiedenen Psychopharmaka
in der Alltagsbewältigung behindere oder sich
auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Nachdem zudem der Hausarzt
– in Kenntnis der aktuellen Medikation -
festhielt, die Beschwerdeführerin sei nun stabil und komme mit dem Arbeitspensum gut zurecht,
und es seit dem Arbeitsplatzwechsel nicht mehr zu Arbeitsunfähigkeiten gekommen ist (E. 4.4),
kann
unter Hinweis auf die
folgende
höchstrichterliche Rechtsprechung
auf weitere Abklärungen ver
zichtet werden.
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu
gung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrach
ten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss
Art.
29
Abs.
2 BV (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
5.3
Die Beschwerdeführerin arbeitet seit
April 2020 in einem Pensum von 80 % als Assistentin Gesundheit und Soziales (Urk. 7/117 Ziff. 2.2-3). Damit schöpft sie die vom Hausarzt attestierte Arbeitsfähigkeit voll aus und bewegt sich auch im Rahmen der Leistungsfähigkeit, die bereits im früheren Gutachten von Dr.
A._
festgestellt worden war (E. 3).
Die Arbeitgeberin zeigte sich zudem erstaunt dar
über, dass die Beschwerdeführerin eine IV-Rente bezieht, es habe sich nie eine gesundheitliche Beeinträchtigung gezeigt (vgl. Urk. 7/116, Urk. 7/117 Ziff. 5.2).
Angesichts der eindeutigen und stabilen erwerblichen Situation kann von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
aus Gründen der Verhält
nismässigkeit
abgesehen werden
(
BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1
)
.
6.
6.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversiche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Ar
beits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.3
Zur Bestimmung des
Valideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf Art. 26 Abs. 1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV
;
Urk. 7
/
123 S. 3), was nicht zu beanstanden ist. Unter Art. 26 Abs. 1 IVV fallen gemäss dem Gesetzeswortlaut zum einen jene Versicherte, die wegen der Invali
dität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Zum anderen fallen aber auch jene Versicherte darunter, welche zwar eine Berufsbildung be
ginnen und allenfalls auch abschliessen, zu Beginn der Ausbildung jedoch bereits invalid sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine nichtbehinderte Person mit derselben Ausbildung (KSIH
Rz
3035, vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_233/2018 vom 11. April 2019, E. 3.1).
Die Beschwerdeführerin ist unbestrittenermassen als Frühinvalide zu qualifizie
ren, da ihre gesundheitlichen Einschränkungen seit der Geburt bestehen (vgl. Urk. 7/4, Urk. 7/10). So absolvierte sie invaliditätsbedingt ihre erstmalige beruf
liche Ausbildung im geschützten Rahmen einer
Anlehre
als Bäckerei- Kondito
reimitarbeiterin (Urk. 7/
22-
24). Die im Jahre 1990 geborene
Beschwerdeführerin hat im Zeitpunkt der Rentenrevision im März 2021 das 30. Altersjahr beendet, weshalb das
Valideneinkommen
auf Fr. 83'500.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 26 Abs. 1 IVV und IV-Rundschreiben Nr. 403 vom 17. November
2020).
6.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
li
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Die Beschwerdeführerin ist seit April 2020 in einem Pensum von 80 % unbefristet als Assistentin Gesundheit und Soziales in einem Alterszentrum angestellt und schöpft damit ihre Leistungsfähigkeit voll aus. Gemäss den Angaben des Arbeit
gebers beträgt der AHV-pflichtige Lohn der Beschwerdeführerin Fr. 4'099.-- mo
natlich
zuzüglich Nacht- und Wochenendzulagen
(Urk. 7/117 Ziff. 5.1). Dieser Lohn entspricht vollumfänglich der Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin und ist damit nicht als Soziallohn zu werten.
Der Arbeitgeber hielt denn auch aus
drücklich fest, die Beschwerdeführerin zeige in Bezug auf die Arbeit keine Ein
schränkungen (Urk. 7/117 Ziff. 5.2). Insgesamt kann damit für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf den aktuellen Lohn abgestellt werden.
Der Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach nicht
auf den Bruttolohn, sondern vielmehr auf das Nettoeinkommen abzustellen
sei
(E. 2.2)
, ist
die stän
dige Praxis des Bundesgerichts auf dem Gebiet der Invalidenversicherung sowie die IV-Rundschreiben Nr. 273 und Nr. 328 entgegenzuhalten
, gemäss welchen a
uf dem Gebiet der Invalidenversicherung für den Verwendungszweck des Ein
kommensvergleiches auf die Bruttolöhne abzustellen
ist
(BGE 124 V 321 E. 3.
b.aa
, BGE 142 V 178 E. 2.5.1 und 2.5.7
).
Beim tatsächlich erzielten Monatseinkommen von Fr. 4'099.-- ergibt sich damit ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 53’287.-- (Fr. 4'099.-- x 13, vgl. auch Arbeitsvertrag vom 15. April 2020, Urk. 7/111/9).
6.5
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 53'287.--
(vorstehend E. 6.4)
sowie einem
Valideneinkommen
von
Fr. 83'500.-- (vorstehend E. 6.3) ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 30'213.--. Dies entspricht einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 36 %.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 11. März 2021 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.