Decision ID: e0016db1-1317-49af-b3e7-d085a28b208f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Erlass einer Rückforderung
Sachverhalt:
A.
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Ab 1. Januar 2005 bezog L._ eine Ergänzungsleistung zur Invalidenrente, bei deren
Berechnung auf der Einnahmenseite nur die Invalidenrente und der Vermögensertrag
erschienen. Am 23. Februar 2005 meldete die zuständige AHV-Zweigstelle
verschiedene Veränderungen in den wirtschaftlichen Verhältnissen des Versicherten,
u.a. die Tatsache, dass der Versicherte im Jahr 2004 erstmals ein Erwerbseinkommen
erzielt hatte. Gemäss dem Lohnausweis hatte sich das Bruttoerwerbseinkommen auf
Fr. 108.- belaufen. Die EL-Durchführungsstelle nahm rückwirkend ab 1. Januar 2005
eine Neuberechnung unter Berücksichtigung der gemeldeten Veränderungen vor. Das
Erwerbseinkommen von Fr. 108.- wirkte sich nicht auf die Höhe der
Ergänzungsleistung aus, da es den gesetzlichen Freibetrag von Fr. 1000.- nicht
überschritt. Die entsprechende Revisionsverfügung erging am 24. März 2005.
B.
Am 21. Februar 2006 meldete die AHV-Zweigstelle u.a., der Versicherte habe im Jahr
2005 kein Erwerbseinkommen erzielt. Trotzdem wiesen die Anspruchsberechnungen
ab 1. Januar 2006 und ab 1. Januar 2007 weiterhin das Erwerbseinkommen von Fr.
108.- aus. Die Verfügungen wurden jeweils den Sozialen Diensten A._ eröffnet.
C.
Die AHV-Zweigstelle teilte am 23. Februar 2007 u.a. mit, dass der Versicherte im Jahr
2006 ein Erwerbseinkommen von Fr. 7171.- erzielt habe. Sie legte vier Lohnausweise
bei, die Bruttoerwerbseinkommen von Fr. 301.-, Fr. 645.-, Fr. 4560.- und Fr. 1665.-
auswiesen. Die EL-Durchführungsstelle forderte die Sozialen Dienste A._ am 12.
März 2007 auf, allfällige Lohnausweise für das Jahr 2005 einzureichen. Mit einer den
Sozialen Diensten A._ eröffneten Verfügung vom 15. März 2007 setzte die EL-
Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung per 1. April 2007 unter
Berücksichtigung u.a. eines Bruttojahreseinkommens von Fr. 7171.- herab. Die
Sozialen Dienste A._ reichten am 15. März 2007 Lohnausweise für das Jahr 2005 ein.
Diese wiesen Nettolöhne von Fr. 885.-, Fr. 3290.-, Fr. 219.- und Fr. 602.- aus. Die EL-
Durchführungsstelle nahm rückwirkend ab Januar 2005 eine Neuberechnung vor,
wobei sie für 2005 ein Nettoerwerbseinkommen von Fr. 4996.-, für 2006 ein
Bruttoerwerbseinkommen von Fr. 7171.- und für 2007 ebenfalls ein
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Bruttoerwerbseinkommen von Fr. 7171.- berücksichtigte. Diese Neuberechnung ergab,
dass der Versicherte in der Zeit von Januar 2005 bis März 2007 im Betrag von Fr.
7341.- zu Unrecht Ergänzungsleistungen bezogen hatte. Die EL-Durchführungsstelle
forderte diesen Betrag mit einer wiederum den Sozialen Diensten A._ eröffneten
Verfügung vom Versicherten zurück. Die Verfügung erging am 22. März 2007.
D.
Die Sozialen Dienste A._ machten am 27. März 2007 gegenüber der EL-
Durchführungsstelle geltend, der Versicherte habe sich ein Postscheckkonto
eingerichtet, um die Lohnleistungen direkt zu vereinnahmen. Die Lohnleistungen seien
für ihn der äussere Beweis einer sehr sinnvollen Freizeitbeschäftigung. Diese Mittel
hätten nicht der Verwaltung durch die Sozialen Dienste A._ unterstanden. Weiter
führten die Sozialen Dienste A._ aus, sie trügen eine Mitverantwortung für die
lückenlose Beitragspflicht des Versicherten. Sie seien davon ausgegangen, dass die
Beitragspflicht im internen System der Sozialversicherungsanstalt dazu führe, dass
auch die Abteilung Ergänzungsleistungen davon erfahre. Der Versicherte leide an einer
Schizophrenie. In den vergangenen vier Jahren habe sich der Gesundheitszustand
stabilisiert. Ein wichtiger Faktor dabei sei die Möglichkeit des Versicherten gewesen,
als Journalist im Bereich der Berichterstattung über klassische Musik für verschiedene
Zeitungen tätig zu sein. Die gesundheitliche Stabilisierung habe dazu geführt, dass
anstelle der früheren Vormundschaft bzw. Beistandschaft nur noch eine freiwillige
Rentenverwaltung durch die Sozialen Dienste A._ bestehe. Der Versicherte reagiere
äusserst sensibel auf seine Finanzen. Schulden hätten grosse Existenzängste zur
Folge. Dem Versicherten seien erhebliche berufliche Gestehungskosten (hohe
Kleideranschaffungen, Schuhe, PC, Abonnemente für Verkehrsmittel, Fotokamera
usw.) entstanden. Das Sparguthaben habe sich am 1. Januar 2007 auf Fr. 3409.55
belaufen. Die Sozialen Dienste A._ ersuchten um den Erlass der Rückforderung. Mit
einer Verfügung vom 15. Mai 2007 wies die EL-Durchführungsstelle das Erlassgesuch
ab. Sie ging davon aus, dass die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens nicht erfüllt
sei, weil das Erwerbseinkommen nicht gemeldet worden sei.
E.
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Die Sozialen Dienste A._ ersuchten am 23. Mai 2007 "um eine Wiedererwägung für
einen Erlass der Rückforderung". Sie machten sinngemäss geltend, die Entlassung des
Versicherten in die Autonomie habe einen Lernprozess in Gang gesetzt. Dazu gehöre,
dass der Versicherte als freier Journalist sein geringes Sparguthaben selbst verwalte,
weil die Arbeitgeber den Lohn direkt auf sein Postscheckkonto überwiesen. Dieser
Lohn sei nicht deklariert worden, weil die Verwaltung nicht durch die Sozialen Dienste
A._ erfolgt sei. Der Versicherte müsse mit dieser Mehrverantwortung leben lernen. Im
Rahmen der Anmeldung des Versicherten als Nichterwerbstätiger sei der Lohn
gemeldet worden. Weshalb diese Information durch die Sozialversicherungsanstalt
nicht verarbeitet worden sei, sei nicht bekannt. Die Sozialen Dienste A._ legten eine
Aufstellung des Versicherten über die "notwendigen Gegenstände und
Dienstleistungen, die ich für die Ausübung des Berufs von Anfang 2005 bis heute
gekauft und aus dem Einkommen (Honorare) bezahlt habe" bei. Die EL-
Durchführungsstelle schätzte die jährlich wiederkehrenden Unkosten für 2005 auf
Fr. 652.-, für 2006 auf Fr. 582.- und für 2007 ebenfalls auf Fr. 582.-. Die einmaligen
Anschaffungen im Jahr 2005 wurden mit Fr. 4471.95 beziffert. Die EL-
Durchführungsstelle nahm eine korrigierte Neuberechnung ab 1. Januar 2005 vor.
Dabei berücksichtigte sie für 2005 kein anrechenbares Erwerbseinkommen mehr, da
die Anschaffungen und Unkosten den Nettolohn überschritten hatten. Für 2006 und
2007 rechnete sie weiterhin den Bruttolohn von Fr. 7171.- an, sie berücksichtigte aber
zusätzliche Gewinnungskosten von Fr. 582.-. Die Neuberechnung ergab eine Reduktion
der Rückforderung (Januar 2006 bis März 2007) auf Fr. 4197.-. Damit wurde eine aus
der Berücksichtigung der Gewinnungskosten resultierende Nachzahlung für April bis
Juni 2007 von Fr. 96.- verrechnet. Die EL-Durchführungsstelle wies das Erlassgesuch
erneut ab und sie machte auf die Möglichkeit einer Verrechnung der laufenden
Ergänzungsleistung im Teilbetrag von Fr. 229.- monatlich mit der Rückforderung
aufmerksam. Die entsprechende Verfügung erging am 7. Juni 2007. Sie wurde wieder
den Sozialen Diensten A._ eröffnet.
F.
Die Sozialen Dienste A._ wandten am 18. Juni 2007 ein, sie seien vorschriftsgemäss
anfangs 2007 der Deklarationspflicht für das Lohneinkommen 2006 nachgekommen.
Dieses Einkommen wirke sich nun auf die "EL 2007" und eben auch rückwirkend für
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das Jahr 2006 aus. Es stelle sich weiterhin die Frage, weshalb damit die Melde- und
Sorgfaltspflicht verletzt sein soll. Die finanzielle Lage des Versicherten erlaube es nicht,
die Rückforderung aus dem Sparguthaben oder durch Verrechnung zu tilgen. Die
Sozialen Dienste A._ ersuchten darum, die Erlassfrage nochmals zu prüfen.
Eventualiter sei ein Teilerlass von Fr. 692.- zu gewähren und der monatliche
Verrechnungsbetrag sei auf Fr. 142.- zu reduzieren. Die EL-Durchführungsstelle wies
am 19. Juni 2007 darauf hin, dass das seit 2005 deutlich höhere Erwerbseinkommen
weder mit der Mutation vom 21. Februar 2006 noch auf den Versand des
Berechnungsblatts vom 23. März 2006 hin gemeldet worden sei. Die Meldung sei erst
am 23. Februar bzw. 16. März 2007 erfolgt.
G.
Die Sozialen Dienste A._ erhoben am 4. Juli 2007 Einsprache gegen die Verfügung
vom 7. Juni 2007. Sie stellten den Antrag, die Rückforderung sei aufzuheben und auf
die Rückforderung und Verrechnung sei aus Härtefallgründen zu verzichten, weil der
Versicherte Treu und Glauben nicht verletzt habe und weil seine Einkommens- und
Vermögensverhältnisse eine Rückerstattung nicht zuliessen. Zur Begründung machten
die Sozialen Dienste A._ geltend, die Einkommens- und Vermögensverhältnisse seien
am 23. Februar 2007 ordentlich per 1. Januar 2007 deklariert worden. Der Lohn 2005
sei als Folge der Eigenverwaltung des Lohneinkommens durch den Versicherten
versehentlich nicht deklariert worden. Allerdings hätten diese Kosten nicht schon mit
der Mutation vom 23. Februar 2005 deklariert werden können. Das wäre erst am 21.
Februar 2006 rückwirkend für 2005 möglich gewesen. Nachdem die Nichtdeklaration
für das Jahr 2005 als Folge der nachträglich ausgewiesenen Gestehungskosten keine
Bedeutung habe, könne von einer Verletzung der Melde- und Sorgfaltspflicht keine
Rede sein. Am 23. Februar 2007 sei die Meldepflicht für das Jahr 2006 korrekt erfüllt
worden, denn erst zu diesem Zeitpunkt habe das 2006 erzielte Erwerbseinkommen
deklariert werden können. Dies habe nun Auswirkungen nicht nur für das Jahr 2007,
sondern auch - rückwirkend - für das Jahr 2006. Es liege keine Verletzung von Treu
und Glauben vor, weil man Einkommen erst deklarieren könne, wenn es erzielt sei. Die
grosse Härte sei zweifellos gegeben.
H.
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Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache am 2. November 2007 ab. Sie machte
geltend, der Versicherte sei weder bevormundet noch verbeiständet. Obwohl die
Verfügungen jeweils den Sozialen Diensten A._ eröffnet worden seien, müsse sich
der Versicherte deren Verhalten wie sein eigenes anrechnen lassen. Dazu gehöre auch
die Verletzung der Meldepflicht. Bei den für das Jahr 2005 berücksichtigten
Gestehungs-/Gewinnungskosten habe es sich grösstenteils um einmalige Kosten
gehandelt. Ab 2006 seien die Gewinnungskosten wesentlich tiefer gewesen. Davon
könne auch für das Jahr 2007 ausgegangen werden, solange keine anderweitige
Meldung erfolge. Berechungsfehler seien nicht ersichtlich. Die Rückforderung sei
deshalb korrekt ermittelt worden. Gegen die Rückforderung bringe der Versicherte
auch nichts weiter vor. Die Frage nach einer Meldepflichtverletzung sei für den Erlass
massgebend. Bei gebotener Aufmerksamkeit hätte der Versicherte anhand der in den
Verfügungen enthaltenen Hinweise auf die Meldepflicht und anhand der
Berechungsblätter bemerken müssen, dass ein zu tiefes Erwerbseinkommen
berücksichtigt worden sei. Bereits Ende 2005 sei dem Versicherten der Anstieg des
Erwerbseinkommens bekannt gewesen. Deshalb spiele es keine Rolle, dass für das
Jahr 2005 schliesslich kein anrechenbares Erwerbseinkommen resultiert habe. Die
Meldung der veränderten Einkommensverhältnisse hätte sofort erfolgen müssen. Da
der Versicherte nichts gemeldet habe, müsse er seine Sorgfaltspflicht verletzt haben.
I.
Der Versicherte erhob am 1. Dezember 2007 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Er beantragte dessen Aufhebung. Zur Begründung führte er aus,
die Sozialen Dienste A._ verwalteten die Einnahmen aus der Rente und der
Ergänzungsleistung. Diese Einnahmen kämen auf ein Konto, auf das er keinen Zugriff
habe. Alle festen Ausgaben würden von den Sozialen Diensten A._ mit diesen
Einnahmen bezahlt. Im Gegenzug behalte er das Einkommen aus der Tätigkeit als
Musikjournalist. Er verwalte dieses Einkommen selbständig, ohne darüber
Rechenschaft abgeben zu müssen. Die administrativen Angelegenheiten würden
ausschliesslich durch die Sozialen Dienste A._ getätigt. Er habe nie Kopien vom
Kontakt zwischen den Sozialen Diensten und der Sozialversicherungsanstalt erhalten.
Von den Sozialen Diensten A._ habe er die Auskunft erhalten, dass es bis fast Fr.
1500.- monatlich keine Abzüge gebe. Da er nur ca. Fr. 600.- monatlich verdient habe,
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habe er sich keine Sorgen mehr gemacht. Er habe sich von den Sozialen Diensten
A._ korrekt vertreten geglaubt. Die Sozialen Dienste A._ hätten ihm nicht beratend,
sondern handelnd zur Seite gestanden. Er habe seine Meldepflicht nicht in grober
Weise verletzt. Deshalb habe er die überhöhte Ergänzungsleistung in gutem Glauben
bezogen. Die Erlassvoraussetzung der grossen Härte sei offensichtlich erfüllt. Gemäss
einem Arztzeugnis vom 30. November 2007 war der Versicherte nicht in der Lage, die
administrativen Aufgaben selbst zu erledigen.
J.
Die EL-Durchführungsstelle wies am 24. Januar 2008 darauf hin, dass der Versicherte
sich das Verhalten der Sozialen Dienste A._ als sein eigenes anrechnen lassen
müsse. Die Sozialen Dienste A._ hätten die Meldepflicht verletzt. Sie hätten nämlich
erst im Februar 2007 das Erwerbseinkommen 2006 mitgeteilt, was dann die
rückwirkende Überprüfung auch für 2005 ausgelöst habe.
K.
Der Versicherte wandte am 19. Februar 2008 ein, massgebend sei, ob er die
Meldepflicht schuldhaft verletzt habe. Das sei nicht der Fall, da er alles Zumutbare
unternommen, nämlich eine behördliche Fachstelle damit beauftragt habe, ihn korrekt
zu vertreten.
L.
Die EL-Durchführungsstelle verzichtete am 27. Februar 2008 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
Mit der Verfügung vom 7. Juni 2007 hat die Beschwerdegegnerin ihre Rückforderung
korrigiert und erneut den Erlass verweigert. Die Sozialen Dienste A._ haben in ihrer
Einsprache vom 4. Juli 2007 zwar formell neben der Bewilligung des Erlassgesuches
auch die Aufhebung der Rückforderung beantragt. Die Einsprachebegründung (vgl.
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insbesondere deren Ziff. 3.7 a.E.) zeigt aber, dass sie die Rückforderung akzeptiert
haben, dass sie also nur die Abweisung des Erlassgesuches angefochten haben. Die
Beschwerdegegnerin hat zwar im angefochtenen Einspracheentscheid die
Rückforderung als rechtmässig bestätigt. Dabei kann es sich aber mangels einer
Anfechtung nur um ein obiter dictum gehandelt haben. Die Frage, ob die
Rückforderung selbst auch Gegenstand des Einspracheverfahrens gebildet hat, kann
letztlich offen bleiben, da sich der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 1.
Dezember 2007 nur auf die Erlassfrage beschränkt hat. Zwar lautet der erste Teil des
Beschwerdeantrages, der Einspracheentscheid sei aufzuheben. Der Rest des
Beschwerdeantrages und insbesondere die Beschwerdebegründung zeigen aber, dass
sich das Begehren um die Aufhebung des Einspracheentscheides nur auf die
Verweigerung des Erlasses bezieht. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet also
nur die Frage, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch darauf habe, dass ihm die
Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistung erlassen werde.
2.
Mit einer Verfügung vom 22. März 2007 hat die Beschwerdegegnerin vom
Beschwerdeführer Fr. 7341.- zurückgefordert. Die Sozialen Dienste A._ haben am 27.
März 2007 Unkosten bei der Erzielung des Erwerbseinkommens geltend gemacht und
gleichzeitig ein Erlassgesuch gestellt. Die Beschwerdegegnerin hat dies als reines
Erlassgesuch qualifiziert. Sie hat das Erlassgesuch am 15. Mai 2007, also nach dem
Eintritt der formellen Rechtskraft der Rückforderungsverfügung vom 22. März 2007,
abgewiesen. Noch während der laufenden Einsprachefrist haben die Sozialen Dienste
A._ am 25. März 2007 ein Wiedererwägungsgesuch gestellt, das sich sowohl auf die
formell rechtskräftige Rückforderungsverfügung vom 22. März 2007 als auch auf die
Abweisungsverfügung vom 15. Mai 2007 bezogen hat. Die Beschwerdegegnerin hat
daraufhin am 7. Juni 2007 die Rückforderung wiedererwägungsweise auf Fr. 4197.-
reduziert und sie hat das Erlassgesuch erneut abgewiesen. Diese Wiedererwägung
auch der noch nicht formell rechtskräftigen Abweisungsverfügung vom 15. Mai 2007
war angesichts der Veränderung des Rückforderungsbetrages und insbesondere
angesichts der veränderten Aktenlage (Nachweis von Unkosten zur Erzielung der
Erwerbseinkommen) durchaus sinnvoll. Es liegt also trotz der Identität des Dispositivs
der Verfügungen vom 15. Mai 2007 und vom 7. Juni 2007 keine Neuverfügung vor,
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deren einziger Zweck darin bestehen würde, die gesetzliche Einsprachefrist zu
"verlängern". Die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht auf die Einsprache vom 4.
Juli 2007 gegen die Verfügung vom 7. Juni 2007 eingetreten.
3.
Über ein Erlassgesuch kann erst entschieden werden, wenn der
Rückforderungsentscheid in formelle Rechtskraft erwachsen ist, denn eine Gewährung/
Verweigerung des Erlasses "auf Vorrat" wäre ein reiner Feststellungsentscheid, der
mangels eines schützenswerten Feststellungsinteresses (Art. 49 Abs. 2 ATSG)
rechtswidrig wäre (vgl. das unveröffentlichte Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2004, EL 2003/46). Die Beschwerdegegnerin hat das
Erlassgesuch des Beschwerdeführers mit der Verfügung vom 7. Juni 2007 abgewiesen.
Da sie die Rückforderung mit derselben Verfügung wiedererwägungsweise neu
festgesetzt hat, muss der Entscheid über das Erlassgesuch notwendigerweise vor dem
Eintritt der formellen Rechtskraft des Rückforderungsentscheides ergangen sein.
Demnach hätte der Erlassteil der Verfügung vom 7. Juni 2007 eigentlich im
Einspracheentscheid als unzulässiger Feststellungsentscheid aufgehoben werden
müssen. Nun ist der Rückforderungsteil der Verfügung vom 7. Juni 2007 aber in
formelle Rechtskraft erwachsen, bevor die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 2. November 2007 einen Anspruch des Beschwerdeführers
auf den Erlass der Rückforderung verneint hat. Das formell korrekte Vorgehen hätte
darin bestanden, die Einsprache gutzuheissen, die Verfügung vom 7. Juni 2007 im
Erlassteil als unzulässige Feststellungsverfügung aufzuheben und anschliessend über
das Gesuch um den Erlass der nun rechtskräftig feststehenden Rückforderung zu
verfügen. Dabei wäre das Erlassgesuch abgewiesen worden. Unter diesen Umständen
war es gestützt auf den Grundsatz der Verfahrensökonomie zulässig, die rechtswidrige
Feststellungsverfügung vom 7. Juni 2007 direkt durch einen rechtsgestaltenden
Einspracheentscheid zu ersetzen. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist also
nicht eine rechtswidrige verfrühte Feststellung, dass die Erlassvoraussetzungen für den
Fall, dass die Rückforderung in der verfügten Höhe bestehen sollte, nicht erfüllt seien.
Vielmehr steht eine Abweisung des Erlassgesuches zur Diskussion.
4.
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4.1 Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht
zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG). Von
einem gutgläubigen Bezug von Sozialversicherungsleistungen ist auszugehen, wenn
sich die versicherte Person der Unrechtmässigkeit des Bezuges nicht bewusst
gewesen ist, sofern dies bei objektiver Betrachtung entschuldbar ist, insbesondere
wenn der versicherten Person keine grobe Nachlässigkeit vorzuwerfen ist. Deshalb ist
bei einem leicht schuldhaften Verstoss gegen die Meldepflicht noch von einem
gutgläubigen Bezug von Sozialversicherungsleistungen auszugehen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar N. 23 zu Art. 25 ATSG). Ist die versicherte Person im Verkehr mit
dem leistungserbringenden Sozialversicherungsträger vertreten, so ist nicht ihr eigenes
Verhalten, sondern dasjenige des Vertreters relevant für die Frage, ob der
unrechtmässige Leistungsbezug gutgläubig erfolgt ist oder nicht (vgl. das
Bundesgerichtsurteil vom 21. Aug. 2007, P 57/06 Erw. 3 m.H.). Im vorliegenden Fall ist
deshalb ohne Bedeutung, ob dem Beschwerdeführer selbst in entschuldbarer Weise
die Unrechtmässigkeit des Bezuges entgangen ist. Ob die Erlassvoraussetzung des
gutgläubigen Bezugs der Ergänzungsleistung erfüllt ist, kann nur anhand des
Verhaltens der Sozialen Dienste A._ als Vertreter des Beschwerdeführers gegenüber
der Beschwerdegegnerin geprüft werden.
4.2 Jede ins Gewicht fallende Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse muss der
EL-Durchführungsstelle unverzüglich gemeldet werden (Art. 24 ELV i.V.m. Art. 31 Abs.
1 ATSG). Ein Anstieg des Erwerbseinkommens über die Grenze des Freibetrages einer
alleinstehenden Person (Fr. 1000.-) ist eine ins Gewicht fallende Änderung, da sie zur
erstmaligen Anrechnung eines Erwerbseinkommens als Einnahme führt. Der Anstieg
des jährlichen Bruttoerwerbseinkommens des Beschwerdeführers von Fr. 108.- im Jahr
2004 auf beinahe Fr. 5000.- im Jahr 2005 hätte die Sozialen Dienste A._ also bei
Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt veranlassen müssen, die Erhöhung der
Beschwerdegegnerin oder deren Zweigstelle zu melden. Zwar standen dem
Bruttoerwerbseinkommen 2005 im gleichen Jahr entstandene Unkosten in mindestens
gleicher Höhe gegenüber. Ob diese Unkosten aber unter Art. 3b Abs. 3 lit. a ELG
subsumiert werden konnten, hatte - für die Sozialen Dienste A._ bei pflichtgemässer
Sorgfalt ohne weiteres erkennbar - ausschliesslich die Beschwerdegegnerin und nicht
die Sozialen Dienste A._ zu entscheiden. Unter diesen Umständen kann das
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Unterbleiben der Meldung des 2005 erzielten Bruttoerwerbseinkommens nicht mehr als
leichter Verstoss gegen die Meldepflicht gewertet werden.
4.3 Diese Meldepflichtverletzung ist aber irrelevant für den unrechtmässigen
Leistungsbezug ab 1. Januar 2006. Die Beschwerdegegnerin hat nämlich für die
korrigierte Anspruchsberechnung ab 1. Januar 2006, die der Rückforderung von Fr.
4197.- zugrunde liegt, gar nicht auf das 2005 erzielte und spätestens im Februar 2006
zu meldende Erwerbseinkommen abgestellt. Vielmehr hat sie das 2006 erzielte
Erwerbseinkommen berücksichtigt. Wäre der Beschwerdeführer mit einem fixen
Monatslohn angestellt, hätten die Sozialen Dienste A._ bereits Ende 2005/Anfang
2006 das Erwerbseinkommen 2006 bekanntgeben können. In diesem Fall läge also
doch eine relevante Meldepflichtverletzung vor. Nun ist der Beschwerdeführer aber als
freier Journalist tätig, d.h. er wird nur für jene Artikel entlöhnt, die von einer Zeitung
angenommen werden. Seine Situation ist vergleichbar mit derjenigen eines
Selbständigerwerbenden, der erst mit der Erstellung der Jahresrechnung wissen kann,
wie hoch sein Nettoeinkommen ausgefallen ist. Das bedeutet, dass die Sozialen
Dienste A._ frühestens Anfang 2007 das von der Beschwerdegegnerin in die
korrigierte Anspruchsberechnung ab 1. Januar 2006 eingesetzte
Nettoerwerbseinkommen haben melden können, denn erst zu diesem Zeitpunkt hat
aufgrund der Lohnausweise festgestanden, wie hoch das Erwerbseinkommen des
Beschwerdeführers im Jahr 2006 ausgefallen ist. Die vier Lohnausweise datieren alle
vom Januar 2007. Die Sozialen Dienste A._ haben das Einkommen im Februar 2007
gemeldet, wie sich der Mutationsmeldung der Zweigstelle vom 26. Februar 2007
entnehmen lässt. Dies ist als unverzügliche Meldung im Sinne von Art. 24 ELV zu
qualifizieren. Es liegt somit keine für den unrechtmässigen Leistungsbezug ab Januar
2006 bzw. für die am 7. Juni 2007 verfügte Rückforderung kausale
Meldepflichtverletzung vor. Damit ist die Erlassvoraussetzung des gutgläubigen
Leistungsbezuges erfüllt. Da der Beschwerdeführer weiter eine Ergänzungsleistung
bezieht, ist auch die in Art. 6 ELV definierte Erlassvoraussetzung der grossen Härte
gegeben.
5.
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Im Sinne der vorstehenden Ausführungen erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid als rechtswidrig, denn der Beschwerdeführer hat einen Anspruch
auf den Erlass der gesamten Rückforderung von Fr. 4197.-. Der angefochtene
Einspracheentscheid ist deshalb aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist die
Rückforderung zu erlassen. Die Beschwerdegegnerin wird dem Beschwerdeführer
deshalb noch eine mit der - nun erlassenen - Rückforderung verrechnete Nachzahlung
von Fr. 96.- auszurichten haben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG