Decision ID: 12515362-67b0-5118-9780-40d1daec8a67
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 11. Oktober 2009 in der Schweiz ein erstes Asylgesuch stellte, auf welches das BFM im Rahmen eines Dublin-Verfahrens mit Verfügung vom 4. Januar 2010 nicht eintrat und den Beschwerdeführer nach Italien wegwies,
dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs und der Beschwerdeführer am 4. Februar 2010 nach Italien zurückgeführt ,
dass er am 9. Mai 2010 erneut in die Schweiz gelangte und  ein zweites Asylgesuch stellte,
dass er anlässlich der summarischen Befragung im B._ vom 25. Mai 2010 zur Begründung seines Asylgesuchs geltend machte, nach der in der Schweiz erfolgten (...)operation habe ihm in Italien niemand geholfen, anderes habe er nicht vorzubringen,
dass das BFM dem Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens, wo er – wie  ausgeführt – daktyloskopisch erfasst worden war, für die  seines Asylgesuches gewährte und dieser keine spezi - fischen beziehungsweise überhaupt keine Gründe dagegen ,
dass er auch gegen eine Wegweisung nach Italien nichts vorbrachte mit Ausnahme der Feststellung, dort wolle ihn niemand unterstützen,
dass das Bundesamt mit Verfügung vom 16. Juli 2010 – eröffnet am 22. Juli 2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und den Beschwerdeführer nach Italien wegwies,
dass das BFM den Beschwerdeführer gleichzeitig aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu , den Kanton C._ mit dem Vollzug der  beauftragte und festhielt, eine Beschwerde gegen diese  habe keine aufschiebende Wirkung,
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dass die Vorinstanz zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer sei am Ende seines ersten Asylverfahrens am 4. Februar 2010 von der Schweiz nach Italien weggewiesen worden, und er habe – wie dies aus einem Fingerabdruckvergleich mit der Datenbank EURODAC  – am 29. Januar 2009 in Italien ein Asylgesuch eingereicht,
dass Italien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dies aufgrund des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der  Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) beziehungsweise des Übereinkommens vom 17. Dezember 2004  der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und  des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und  zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags,
dass Italien innerhalb der gesetzten Frist auf die Anfrage um  des Beschwerdeführers nicht geantwortet habe und deshalb von der Zustimmung dieses Landes auszugehen sei,
dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens zum 19. Dezember 2010 zu  habe,
dass dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt worden sei und dieser gesagt habe, er wolle nicht nach Italien zurückkehren, weil er dort keine Unterstützung erhalte,
dass diese Aussage kein Hindernis für den Vollzug einer Wegweisung nach Italien darstelle, da Italien ein Rechtsstaat und gemäss  zur Rückübernahme verpflichtet sei,
dass Italien die Minimum-Standards der EU für die Aufnahme der  anwende,
dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei,
dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 26. Juli 2010 (Poststempel) in materieller Hinsicht – unter Kosten- und Entschädi-
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gungsfolge – beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten,  sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das  anzuweisen, sein Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erachten,
dass er im Sinne eines "superprovisorischen Antrages" darum ersucht, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die  anzuweisen, von einer Überstellung nach Italien , bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt der eingereichten Beschwerde entschieden habe,
dass ihm die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20.  1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung  Kostenvorschusses zu verzichten sei,
dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit für den  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 27. Juli 2010 den Vollzug der Wegweisung per sofort aussetzte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 28. Juli 2010 beim Gericht ,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz  hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise
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Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie  aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass – wie vorliegend – bei Beschwerden gegen , mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine  hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die  der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – namentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von  (Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des  stellen,
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dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl - suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die  des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass sich aus den Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer in Italien daktyloskopisch erfasst worden ist und dort um Asyl nachgesucht hat,
dass bei dieser Sachlage Italien für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers zuständig ist (vgl. die einschlägigen  Bestimmungen namentlich im Dublin-Assoziierungsabkommen und in der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedsstaat gestellt hat [Dublin-II-Verordnung]),
dass das BFM die italienischen Behörden am 4. Juni 2010 um  des Beschwerdeführers gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. c -II-Verordnung ersuchte und diese die Frist zur Stel lungnahme  verstreichen liessen, weshalb angesichts der Verfristung eine stillschweigende Zusage zur Rückübernahme des  gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung vorliegt,
dass der Beschwerdeführer somit ohne weiteres in einen Drittstaat (vorliegend Italien) ausreisen kann, welcher für die Prüfung seines Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,
dass Italien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmensch- liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,
dass entgegen der Rechtsmitteleingabe, die sich nebst Spekulationen weitgehend in im vorliegenden Zusammenhang nicht direkt  Ausführungen erschöpft, geht es doch im Kern einzig um die Zuständigkeit Italiens für die Behandlung des Asylgesuches des  und die Frage, ob sich dieses Land an die  Konventionen hält, keinerlei konkrete Hinweise dafür beste-
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hen, Italien missachte – insbesondere – das Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK,
dass demnach für das Bundesverwaltungsgericht keine Gründe  sind, die das BFM zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung) hätten veranlassen ,
dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik steht, in den Aufenthalts- und Verfahrensbedingungen für , welche sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, indessen insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E-4109/2009 vom 17. August 2009 und E-6195/2009 vom 30. Oktober 2009),
dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen bezüglich  von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt  und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche  Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,
dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der  und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des  und deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist,
dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern allenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der Ausübung des Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Dublin-II-Verordnung) oder gegebenenfalls - falls sich Familienmitglieder in verschiedenen  befinden und allenfalls zusammengeführt werden  - bei der Ausübung der sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin-II-Verordnung),
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dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung ohne weiteren Begründungsaufwand zu bestätigen ist und daran auch die geltend gemachten medizinischen Probleme nichts zu ändern vermögen, zumal das Bundesamt solchen beim Vollzug der Wegweisung (konkrete Abwicklung der Rückübernahme) Rechnung zu tragen hat,
dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder  ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass mit dem Entscheid in der Hauptsache ohne vorgängige  der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines  gegenstandslos geworden ist,
dass der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ungeachtet der ausgewiesenen  des Beschwerdeführers abzuweisen ist, da die  nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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