Decision ID: 196166db-a30c-400f-be8f-71d71f88d78b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Erlass der Rückerstattung
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1946 geborene R._ (damals noch A._) meldete sich am 27. August/
4. September 2007 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur IV an. Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen sprach ihr (als Alleinstehender) am
15. Mai 2008 (act. 34) ab Oktober 2006 (Zuzug in den Kanton) Ergänzungsleistungen
zu. Im Jahr 2008 machte der monatliche Anspruch Fr. 1'858.-- (Fr. 1'708.-- ordentliche
und Fr. 150.-- ausserordentliche EL) aus.
A.b Am 20. November 2008 (act. 33) meldete die EL-Bezügerin telefonisch, sie habe
am 24. Oktober 2008 geheiratet. Sie habe das der Gemeinde mitgeteilt.
A.c Die Sozialversicherungsanstalt teilte der EL-Bezügerin am 20. November 2008
(act. 32) mit, ihr Anspruch als Alleinstehende entfalle und es sei ein EL-Anspruch als
Ehepaar zu prüfen. Sie möge sich neu anmelden. Auf den 1. Dezember 2008 werde die
Ergänzungsleistung eingestellt.
A.d Am 2./10. Dezember 2008 (act. 29) meldete sich die EL-Ansprecherin erneut an.
A.e Mit Verfügungen vom 19. März 2009 (act. 23) forderte die
Sozialversicherungsanstalt ordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 1'708.-- und
ausserordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 150.--, insgesamt Fr. 1'858.--, nämlich
die ganzen ausbezahlten Ergänzungsleistungen für den Monat November 2008, von
der EL-Bezügerin zurück. Nach der Heirat vom 24. Oktober 2008 würden die
Ergänzungsleistungen anhand der wirtschaftlichen Verhältnisse des Ehepaars neu
berechnet. Diese rückwirkende Anpassung ergab für die Zeit ab November 2008 einen
Einnahmenüberschuss von Fr. 24'319.--, ab Januar 2009 einen solchen von
Fr. 34'080.-- (act. 22).
A.f Die EL-Ansprecherin liess am 17. April 2009 (act. 20) Einsprache erheben und ein
Erlassgesuch stellen. Sie sei nicht in der Lage, die Rückerstattung zu leisten. Das wäre
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eine unangemessene Härte und ausserdem sei der gute Glaube vorhanden. - Die
Einsprache wurde am 6. Juli 2009 (act. 15) zurückgezogen.
A.g Mit Verfügung vom 17. August 2009 (act. 8) wies die Sozialversicherungsanstalt
das Erlassgesuch ab. Der gute Glaube könne nicht zugestanden werden, weil die EL-
Bezügerin damit habe rechnen müssen, dass die Berechnung der
Ergänzungsleistungen infolge der Heirat angepasst werde. Die Prüfung der
Erlassvoraussetzung der grossen Härte erübrige sich damit.
A.h Am 24. August 2009 (act. 6) liess die Betroffene Einsprache erheben. Zumindest
die Dezember-Zahlung sei ausgerichtet worden, nachdem die Meldung erstattet
worden sei. Von einem bösen Glauben könne - jedenfalls für die letzte Zahlung - nicht
gesprochen werden. Sie habe gemeint, die Ergänzungsleistungen könnten unabhängig
vom Güterstand bezogen werden, und sei erstaunt gewesen, als ihr Rechtsvertreter ihr
das Gegenteil erklärt habe. - Am 28. August 2009 (act. 4) liess die Einsprecherin
ergänzen, sie habe schon vor der Heirat mit der Sozialversicherungsanstalt telefoniert
und die Auskunft erhalten, sie solle die Heirat erst melden, wenn sie stattgefunden
habe. Der gute Glaube sei gegeben. Die Rückforderung sei ganz zu erlassen.
A.i Mit Entscheid vom 10. November 2009 wies die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen die Einsprache ab. Auf den EL-Verfügungen befinde sich ein
Hinweis auf die Meldepflicht. Ausserdem werde festgehalten, der Bezüger müsse bei
nicht sofortiger Meldung die deshalb zu Unrecht bezogenen Ergänzungsleistungen
zurückerstatten. Das schliesse den guten Glauben regelmässig aus; eine abweichende
Beurteilung komme nur in Frage, wenn besondere Umstände vorlägen. Dass sie am
24. Oktober 2008 geheiratet habe, habe die Einsprecherin erst am 20. November 2008
mitgeteilt. Damals sei die EL für den November 2008 bereits ausbezahlt gewesen.
Angesichts des Hinweises auf die Meldepflicht bei Wiederverheiratung helfe es nicht,
dass die Einsprecherin geglaubt habe, sie erhalte die EL unabhängig vom Güterstand,
und dass sie deswegen die Änderung nicht sofort gemeldet habe. - In einer
ergänzenden Begründung zum Einspracheentscheid vom 12. November 2009 hielt die
Sozialversicherungsanstalt fest, in ihren Akten finde sich weder ein Vermerk auf eine
telefonische Konversation, wie sie der Rechtsvertreter der Einsprecherin erwähne, noch
eine schriftliche Mitteilung. Wenn schon eine solche Auskunft erteilt worden wäre, hätte
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das für die Einsprecherin Anlass sein müssen, die Heirat ohne Verzug zu melden, statt
damit fast einen Monat zuzuwarten. Deshalb könne die Einsprecherin aus der
Behauptung einer vorgängigen Meldung nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die
Information sei ihr (der Verwaltung) erst am 20. November 2008 und damit zu spät
zugekommen. Der gute Glaube könne nicht bejaht werden.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso
Glavas für die Betroffene am 9. Dezember 2009 erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
das Erlassgesuch vollständig gutzuheissen. Es sei eine Zeugenbefragung unter
Einschluss einer öffentlichen Verhandlung durchzuführen. Bei einem Telefonat habe
sich ergeben, dass die zuständige Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin über das
Gespräch mit der Beschwerdeführerin vor deren Heirat keine Aktennotiz erstellt habe.
Obwohl die Beschwerdegegnerin über diese Heiratsankündigung schon am 28. August
2009 informiert gewesen sei, habe sie das im angefochtenen Entscheid nicht
thematisiert. Bei der betreffenden Meldung habe die Sachbearbeiterin zur
Beschwerdeführerin gesagt, sie solle die Heirat melden, wenn sie erfolgt sei. Nach der
Eingabe vom August 2009 habe die Beschwerdeführerin dies dem Sekretariat des
Rechtsvertreters berichtet. Auch der relativ bescheidene Rückforderungsbetrag sei für
die Familie der Beschwerdeführerin nicht aufzubringen, da der Ehemann in der Klinik
Wil stationiert sei und die Familie nicht mehr in der Lage sei, für die Existenz
aufzukommen. Die Angaben der Beschwerdeführerin seien glaubhaft. Am
12. November 2009 habe die Beschwerdegegnerin mit der ergänzenden Begründung
des Einspracheentscheids versucht, den Entscheid formell zu retten. Das werde
beanstandet. Es liege jedenfalls eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Es könne
der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil gereichen, wenn die Mitarbeiterin der
Beschwerdegegnerin nicht rechtzeitig und korrekt reagiert habe. Der gute Glaube liege
vor. Das Erlassgesuch sei umso mehr gutzuheissen, als aufgrund von fehlenden
Einnahmen und fehlendem Vermögen eine Rückzahlung nicht möglich sei.
C.
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Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. November

2009 die Abweisung der Beschwerde und verweist auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und in der ergänzenden Begründung zum
Einspracheentscheid vom 12. November 2009.
D.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 19. Februar 2010 auf die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet.
Erwägungen:
1.
Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin den Erlass
einer Rückforderung ordentlicher und ausserordentlicher Ergänzungsleistungen
abgelehnt. Die Rückforderung als solche ist rechtskräftig geworden und bildet nicht
Streitgegenstand.
2.
Die Beschwerdeführerin lässt eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör
rügen, weil die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid auf das Vorbringen
der vorzeitigen Meldung nicht eingegangen sei. Aus dem Anspruch auf rechtliches
Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden,
ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst
sein, dass die betroffene Person diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere
Instanz weiterziehen kann; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr
Entscheid stützt (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 4. Mai 2009, 8C_541/2008; BGE
134 I 83 E. 4.1). Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt (Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom 28. Oktober 2008,
9C_508/2008; BGE 133 III 439 E. 3.3). Die Beschwerdegegnerin hat sich mit dem
Einwand, die Beschwerdeführerin habe eine Meldung schon vor der Heirat erstattet, im
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angefochtenen Entscheid nicht auseinandergesetzt. Sie hat aber in einer ergänzenden
Begründung zwei Tage später dazu Stellung genommen. Selbst wenn von einer
Verletzung der Begründungspflicht auszugehen wäre, ist sie jedenfalls als leichte zu
beurteilen, welche als geheilt gelten kann (da sich die Beschwerdeführerin vor dieser
Beschwerdeinstanz äussern konnte, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage
frei überprüfen kann; Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 26. Juni 2007, I 496/06). Eine
Rückweisung der Sache würde zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu
unnötigen Verzögerungen führen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse
der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung nicht zu vereinbaren wären
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S Z. vom 14. Juli 2006,
I 193/04; BGE 116 V 187 E. 3d), was ebenfalls eine Heilung rechtfertigt (vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 16. Juni 2008, IV
2008/8). Die Beschwerdeführerin selber bevorzugt eine materielle Behandlung, lässt sie
doch den Erlass beantragen.
3.
3.1 Nach Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht
zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Für einen Erlass müssen beide
Voraussetzungen (gutgläubiger Bezug und grosse Härte) kumulativ erfüllt sein. Nach
Art. 13 Abs. 1 lit. c des kantonalen Ergänzungsleistungsgesetzes (sGS 351.5) sind für
den Erlass die Bestimmungen des ATSG und des ELG sachgemäss anwendbar.
3.2 Die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens ist nicht schon mit der Unkenntnis
des Rechtsmangels gegeben. Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen dem guten
Glauben als fehlendem Unrechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter den
gegebenen Umständen auf den guten Glauben berufen kann beziehungsweise ob er
bei zumutbarer Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen sollen
(BGE 122 V 223 E. 3). Der Bezüger unrechtmässiger Leistungen darf sich nicht nur
keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit schuldig
gemacht haben. Der Erlass der Rückforderung ist daher zu verweigern, wenn der
Leistungsbezüger die nach den Umständen gebotene zumutbare Aufmerksamkeit nicht
beachtet oder seine Meldepflicht hinsichtlich Änderungen in den massgebenden
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Verhältnissen in grober Weise verletzt hat (BGE 102 V 245). Die versicherte Person, die
sich auf den guten Glauben beruft, darf ihre Melde- und Auskunftspflicht somit nicht in
grober Weise verletzt haben; eine bloss leichte Verletzung der Sorgfalts- und
Aufmerksamkeitspflicht schliesst hingegen eine Berufung auf den guten Glauben nicht
aus (BGE 110 V 176 = ZAK 1985 S. 63). Nach der Rechtsprechung ist grobe
Fahrlässigkeit gegeben, wenn jemand das ausser Acht lässt, was jedem verständigen
Menschen in gleicher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte
einleuchten müssen (BGE 110 V 181 E. 3d). Das Mass der erforderlichen Sorgfalt
beurteilt sich also zwar nach einem objektiven Massstab, doch darf das den
Betroffenen in ihrer Subjektivität noch Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit,
Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden (RKUV 1989 Nr. U
79 S. 368; vgl. zum Ganzen auch der Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S E. vom 14. August 2006, I 622/05).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin hat aufgrund einer formell rechtskräftigen Verfügung
Ergänzungsleistungen bezogen, die basierend auf ihren wirtschaftlichen Verhältnissen
als Alleinstehender berechnet worden waren. Nach Art. 24 ELV hat unter anderem der
Anspruchsberechtigte der kantonalen Durchführungsstelle von jeder Änderung der
persönlichen und von jeder ins Gewicht fallenden Änderung der wirtschaftlichen
Verhältnisse unverzüglich Mitteilung zu machen (vgl. auch Art. 31 Abs. 1 ATSG). In der
Verfügung war die Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht
worden, dass unter anderem bei Wiederverheiratung eine Meldepflicht bestehe und
dass die Unterlassung einer sofortigen Anzeige einer solchen Änderung in den
Verhältnissen eine Rückerstattung der zu Unrecht bezogenen Leistungen zur Folge
haben könne.
4.2 Nach der Aktenlage und dem Standpunkt der Beschwerdegegnerin hat sie am
20. November 2008 durch die Beschwerdeführerin telefonisch von der Verheiratung
vom 24. Oktober 2008 Kenntnis erhalten. Die Beschwerdeführerin hat eine Meldung
demnach erstattet. Hätte sie diese Meldung unverzüglich gemacht, wäre die
Beschwerdegegnerin in der Lage gewesen, eine vorsorgliche Leistungseinstellung (vgl.
Franz Schlauri, Die vorsorgliche Einstellung von Dauerleistungen in der
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Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Die Revision der
Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen, 1999, S. 226 f.) im Hinblick auf
den Anpassungsbedarf (ab 1. November 2008; vgl. Art. 25 Abs. 2 lit. a ELV) zu
verfügen, so dass es nicht zu der EL-Auszahlung für November gekommen wäre.
4.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe die Beschwerdegegnerin schon
vor Eintritt des Anpassungsgrundes über diesen informiert, also rechtzeitig. Dass diese
Meldung bei der Beschwerdegegnerin (und nicht etwa auf der Gemeinde) gemacht
wurde, ist bestritten. Selbst wenn sie aber erfolgt ist, wie die Beschwerdeführerin
vorbringt, musste diese hernach wissen, dass es damit nicht getan war und sie nicht
untätig bleiben durfte. Denn wie sie berichtet, wurde sie darauf hingewiesen, dass sie
die Meldung nach erfolgter Heirat erstatten solle. Eine Meldepflicht kann denn auch
nicht für künftige mögliche Änderungen erfüllt werden (vgl. GVP 2004, 18).
4.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei der Meinung gewesen, der EL-Bezug sei
unabhängig vom Güterstand (hier betroffen: der Zivilstand). Bei zumutbarer
Aufmerksamkeit musste ihr aber klar sein, dass sich der EL-Anspruch bei verheirateten
Personen nach den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Eheleute richtet. Im
Anmeldeformular sind die Fragen zum Einkommen und Vermögen und zu den
Ausgaben stets auch in Bezug auf den Ehepartner gestellt.
4.5 Bei diesen Gegebenheiten musste der Beschwerdeführerin, selbst wenn sie die
Unrechtmässigkeit der entgegengenommenen Ergänzungsleistungen tatsächlich nicht
erkannt haben sollte, bei zumutbarer Sorgfalt bewusst sein, dass ihr ab ihrer
Verheiratung nicht mehr der unveränderte EL-Anspruch zustand. Mit der Verheiratung
änderten sich denn auch die finanziellen Verhältnisse angesichts des Einkommens
(später Taggeldes) des Ehemannes merklich. Die Beschwerdeführerin durfte die nach
bisheriger Art berechnete Ergänzungsleistung für den Monat November 2008 demnach
nicht in gutem Glauben entgegennehmen.
4.6 Kann sich die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht auf ihren guten Glauben beim
Bezug der überhöhten Leistungen berufen, so kann dahingestellt bleiben, ob die
Erlassvoraussetzung der grossen Härte erfüllt wäre. Die Beschwerdegegnerin hat das
Erlassgesuch zu Recht abgelehnt.
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5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben. Es rechtfertigt sich, auch für den
kantonalrechtlichen Teil auf die Erhebung amtlicher Kosten zu verzichten (Art. 97 VRP/
SG, vgl. Art. 95 VRP).
5.3 Soweit sich die Abweisung der Beschwerde auf das Ersuchen um den Erlass der
Rückforderung ordentlicher, d.h. bundesrechtlicher Ergänzungsleistungen bezieht,
kann gegen den vorliegenden Entscheid beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden. Gegen die Abweisung des Ersuchens um
Erlass der Rückforderung der ausserordentlichen, kantonalrechtlichen
Ergänzungsleistungen steht - innert kürzerer Frist - das Rechtsmittel der Beschwerde
an das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen zur Verfügung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53