Decision ID: 189e45f6-3250-4618-999e-745f6406d16d
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Februar 2009 wegen seit dem 12. Februar 2008
bestehender gesundheitlicher Beeinträchtigung bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Der Versicherte war an diesem Tag bei einem
Gleitschirm-Tandemflug in B._ verunfallt, als der Gleitschirm in eine ungünstige
Luftströmung geriet und wiederholt gegen eine Felswand geschleudert wurde, wobei
der Versicherte direkt an der Wand aufprallte und abstürzte (Schadenmeldung UVG
vom 18. Februar 2008, UV-act. 2-2 f.). Der Versicherte erlitt dabei ein einfaches
Schädel-Hirntrauma sowie Frakturen am linken Oberschenkel (interkondyläre distale
Trümmerfraktur des Femurs), am linken Knöchel (Pilonfraktur des linken Knöchels mit
Abriss des Retinaculum peronaeorum und vormaliger Luxation der Peronaeussehnen)
und am linken Daumen (Bennettfraktur) sowie eine Verletzung am rechten Knöchel
(Luxation der Peronaeussehnen mit Riss des Retinaculum). Die operative Versorgung
der Verletzungen erfolgte zunächst im Spital C._ und dann im Universitätsspital D._
(Berichte Spital C._ vom 12. und 25. Februar 2008, UV-act. 2-28 ff.; Bericht
Universitätsspital D._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, vom 28. Februar 2008, UV-act. 2-23 ff.).
A.b Am 17. Dezember 2008 wurde aufgrund einer Varusfehlstellung und einer
Pseudoarthrose eine erneute Operation am linken Oberschenkel durchgeführt
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(Achsenkorrektur, Dekortikation, Spongiosaplastik und Valgisationsosteotomie, vgl.
Berichte von Dr.med. E._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, vom 23. Januar,
6. Februar und 29. April 2009, UV-act. 3-4 f. und IV-act. 20; vgl. auch RAD-
Stellungnahme vom 27. April 2009, IV-act. 16). Am 10. Juni 2009 entfernte Dr. E._
das Osteosynthesematerial am linken (Innen-)Knöchel (Operationsbericht, UV-act. 6-62
f.; Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.med. F._, Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 6. Oktober 2009, IV-act. 31).
A.c Dr. med. G._, Orthopädie H._, führte gestützt auf eine Röntgenuntersuchung
vom 15. September 2009 der Klinik I._ (IV-act. 30-1) im Bericht vom 29. September
2009 aus, der Versicherte habe schon jetzt ausgeprägte Arthrosen an beiden oberen
Sprunggelenken (OSG) und zusätzlich eine Rhizarthrose links. Wegen der starken
Schmerzen an beiden OSG sei ihm ein im Stehen auszuübender Beruf wie die
bisherige Tätigkeit als Koch nicht mehr zumutbar. Es sei mit einer baldigen weiteren
Zunahme der Arthrose in den Sprunggelenken zu rechnen. Auch eine nur teilweise
Arbeitsfähigkeit als Koch werde nicht mehr erreicht. Es sollte eine berufliche Abklärung
der IV in die Wege geleitet werden (IV-act. 29).
A.d Dr. med. J._ und Dr.med. K._, beide Fachärzte Orthopädie H._, äusserten
sich in ihrem Bericht vom 9. Oktober 2009 zum aktuellen Gesundheitszustand und zu
allfällig weiteren notwendigen Heilbehandlungen (IV-act. 32). Dr. K._ nahm am 16.
Oktober 2009 wegen einer Malunion nach Metacarpale I Fraktur links eine
Metallentfernung und Korrekturosteotomie vor (Bericht vom 2. Juli 2010, IV-act. 48;
Operationsbericht UV-act. 6-55). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 26. Oktober
2009 mit, zurzeit seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act.
34).
A.e RAD-Arzt Dr. F._ hielt in einer Stellungnahme vom 22. Oktober 2009 fest, der
Versicherte sei seit seinem Unfall in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Es
bestehe ein instabiler Gesundheitszustand und kein Eingliederungspotential (IV-act.
33).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 30. September 2010 durch
Dr.med. L._, Orthopädische Chirurgie FMH, begutachtet. Der Experte diagnostizierte
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eine Coxarthrose links, eine verheilte metaphysäre Trümmerfraktur Femur links nach
Korrekturosteotomie und Spongiosaplastik, eine beginnende Gonarthrose,
Poplitealzyste, eine OSG-Arthrose links nach verheilter Fraktur und
Peronealsehnenluxation, eine OSG-Arthrose rechts nach Peronealsehnenluxation
sowie eine verheilte Metacarpale I-Fraktur links nach Korrekturosteotomie,
Rhizarthrose. An beiden Sprunggelenken und der Fusswurzel links hätten sich
degenerative Veränderungen entwickelt, welche die Gehleistung einschränkten. Die
Hauptbeschwerden gingen von einer linksseitigen Coxarthrose aus, wo die Indikation
zur Implantation einer Totalprothese gegeben sei. Die noch anstehenden
Behandlungen erschwerten eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, da kein stabiler
Gesundheitszustand vorliege. Sei einmal das linke Hüftgelenk ersetzt, würden die
Beschwerden von Seiten der Sprunggelenke limitierend sein und weiterhin die Steh-
und Gehfähigkeit einschränken. Der Versicherte absolviere zurzeit einen Arbeitsversuch
in einem zeitlichen Pensum von 50 % in Form eines halben Tages. Er sei Zudiener in
einer grossen Küche, könne aber aufgrund des aktuellen Zustandes nicht alle Arbeiten
ausführen und dürfte eine Leistung von 35 % (von 100 % ganztags) erbringen. Bei
einer allfälligen Umschulung würden aus orthopädischer Sicht Ganztageskurse nicht
toleriert. Die Einschränkungen durch den Bewegungsapparat würden langfristig
zunehmen, und es müsse eine vorwiegend sitzende Tätigkeit angestrebt werden
(Gutachten vom 1. Oktober 2010, IV-act. 56). Dem Versicherten wurde am 3. Dezember
2010 das Osteosynthesematerial am linken Oberschenkel entfernt (Operationsbericht
Dr. E._, IV-act. 63-2) und am 25. März 2011 links eine Hüftgelenktotalprothese
eingesetzt (Operationsbericht Dr. E._, UV-act. 4-2; RAD-Stellungnahme vom 23. Mai
2011, IV-act. 72).
A.g Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 6. Juni 2011 Berufsberatung zu (IV-act.
73) und delegierte die Erledigung dieses Auftrags am 17. Juni 2011 an die IV-Stelle des
Kantons Genf, da der Versicherte nach M._ umgezogen war (IV-act. 74 und 75).
Diese sprach dem Versicherten eine berufliche Abklärung bei den Etablissements
publics pour l'intégration (EPI) vom 26. September 2011 bis insgesamt 4. März 2012 zu
(Mitteilungen vom 26. September 2011, IV-act. 87, vom 15. Dezember 2011, IV-act. 93,
und vom 20. Februar 2012, IV-act. 97). Die Institution berichtete, beim Versicherten
habe nach zwei Wochen Praktikum als sozialpädagogischer Werkstattleiter Küche
festgestellt werden müssen, dass diese Tätigkeit dessen Einschränkungen nicht
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angepasst sei. In dieser Funktion müsste der Versicherte den Küchenchef während vier
Stunden ersetzen können, was seine Möglichkeiten übersteige. Er habe eine sehr gute
soziale und zwischenmenschliche Eignung gezeigt und möchte eine angepasste
Tätigkeit finden, die den menschlichen Kontakt erlaube (Eingliederungsbericht vom 15.
Dezember 2011, IV-act. 92). Der Versicherte absolvierte anschliessend bei den EPI ein
Praktikum als Fachmann Betreuung im Bereich der Betreuung von Menschen mit
geistiger und psychischer Behinderung, wobei gemäss Eingliederungsbericht vom 20.
Februar 2012 (IV-act. 96) zumindest in dieser Art Werkstätte mit Tagesbetreuung nur
wenig körperliche Einschränkungen bestünden. Der Versicherte habe eine sehr gute
Eignung für diesen Beruf gezeigt. Die Tätigkeit sei körperlich klar fordernder gewesen,
sei aber als erträglich bezeichnet worden, weil es sich um punktuelle körperliche
Anstrengungen handle (undatierter Eingliederungsbericht, IV-act. 99; vgl. auch Berichte
der EPI vom 29. März 2012, IV-act. 105). Mit Mitteilung vom 29. August 2012 wurde
dem Versicherten Kostengutsprache für die Ausbildung zum Fachmann Betreuung bei
den EPI für die Dauer vom 27. August 2012 bis 31. August 2014 erteilt (IV-act. 112;
Lehrvertrag vom 4. Juli 2012, IV-act. 110-1 f.).
A.h Dr.med. N._, Spezialärztin Innere Medizin FMH, hielt in Berichten vom 13. März
2013 (IV-act. 115) und vom 19. April 2013 (IV-act. 117-2 ff.) im Wesentlichen fest, der
Versicherte habe sie am 25. Februar 2013 notfallmässig konsultiert. Er schaffe es nicht
mehr, seine Arbeit (mit unterbrochenen Arbeitszeiten von 07.30-11.30 und von 16.00
bis 22.00 Uhr) und Kurse zu bewältigen. Er leide unter physischer und psychischer
Erschöpfung, Konzentrations- und Merkfähigkeitsproblemen, Minderwertigkeitsgefühl,
Pessimismus hinsichtlich der Zukunft, Gelenkschmerzen in beiden Knöcheln und Knien
und im rechten Daumen sowie Schwierigkeiten mit der Feinmotorik der rechten Hand.
Als Fachmann Betreuung in Ausbildung sei die Leistungsfähigkeit vom 26. Februar bis
21. April 2013 zu 100 % und seit 22. April 2013 zu 50 % eingeschränkt.
A.i Dr.med. O._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte gemäss
Arztbericht vom 16. August 2013 eine rezidivierende depressive Störung, aktuell
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.11). Der Versicherte sei seit 3. Mai 2013 in seiner
Behandlung. Aus psychiatrischer Sicht bestünden Einschränkungen der Konzentration,
Ermüdbarkeit und Stressanfälligkeit. Der Eingliederungsversuch sei gescheitert und
habe zu einer manifesten Verschlechterung der depressiven Episode mit kompletter
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Arbeitsunfähigkeit vom 26. Februar bis 22. April 2013 und psychiatrischer Behandlung
ab 3. Mai 2013 geführt. In einer nicht qualifizierten Arbeit betrage die Arbeitsfähigkeit
aktuell 50 %, wahrscheinlich definitiv. Es bestehe das Risiko einer (weiteren)
Verschlechterung mit erneuter Abnahme der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 119). Im
Verlaufsbericht vom 18. Dezember 2013 führte Dr. O._ aus, die Behandlung erfolge
unregelmässig. Eine definitive Steigerung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei
unwahrscheinlich. Eine intensivere psychiatrische Behandlung würde den psychischen
Zustand verbessern, wahrscheinlich aber nicht zu einer höheren Arbeitsfähigkeit führen
(IV-act. 130).
A.j Die berufliche Eingliederungsmassnahme (Ausbildung zum Fachmann Betreuung
[assistant socio-éducatif]) wurde auf Ende August 2013 abgebrochen. Weitere
berufliche Massnahmen wurden als nicht angezeigt betrachtet (Eingliederungsbericht
vom 3. September 2013, IV-act. 124)
A.k Dr.med. P._, Spezialärztin Rheumatologie und Innere Medizin, welche den
Versicherten seit dem 7. März 2014 behandelte, diagnostizierte eine gichtige Arthritis
mit entsprechenden Beschwerden in den Handgelenken. Ein Zusammenhang dieser
Beschwerden mit dem Unfall vom Februar 2008 bestehe nach ihrer Auffassung nicht
(Bericht vom 31. Oktober 2014, IV-act. 161-2).
A.l Dr. O._ attestierte am 22. Mai 2015 eine 70 %ige Arbeitsunfähigkeit in
unqualifizierter Arbeit vom 22. Mai bis und mit 30. Juni 2015, welche wahrscheinlich
definitiv sei (IV-act. 167).
A.m Im Auftrag der Unfallversicherung wurde der Versicherte in der Klinik Q._
polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 30. September 2015, UV-act. 10-13 ff.;
Untersuchungen vom 2. und 13. Juni und 20. Juli 2015; Dr.med. R._, Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates; Dr.med. S._, Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, med.prakt. T._,
Neurochirurgie; Dr.med. U._, Psychiatrie). Die Gutachter kamen zum Schluss,
aufgrund der Kniearthrose im Tibiofemoral- und Femoropatellargelenk links und der
Knöchelarthrose im Tibiotalargelenk links und rechts und Talonaviculargelenk links
sowie der Implantation einer Hüftgelenkstotalprothese links im März 2011 bestehe seit
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12. Februar 2008 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit als Koch. In angepasster Tätigkeit
bzw. als Fachmann Betreuung sei die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Fraktur des
Femur links bis zum 21. April 2010 100 % und ab dem 22. April 2010 0 %. Eine
befristete Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei weiter gerechtfertigt als Folge der
Arthroplastie der linken Hüfte vom 25. März bis 25. Juni 2011. Danach sei die
Arbeitsunfähigkeit wiederum 0 % (UV-act. 10-304 ff.). Der psychiatrische Gutachter
diagnostizierte psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol,
Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.24; UV-act. 10-267). Insgesamt sei festzuhalten,
dass keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne, weil das Syndrom der
Alkoholabhängigkeit dominiere. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 10-289, 300 f.).
A.n Am 14. Oktober 2015 wurde sodann beim Versicherten im Universitätsspital D._,
Neurochirurgie, eine postero-laterale Fixation L4-S1 mit Fusion mit L5-S1
vorgenommen, nachdem dieser an einer sich seit Frühjahr 2015 verstärkenden
Lumbalgie gelitten hatte (IV-act.179-6 ff., IV-act. 181-2).
A.o Mit Vorbescheid vom 15. März 2016 stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
dem Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Er sei seit 1. Juni
2011 als Fachmann Betreuung und in anderen adaptierten Tätigkeiten voll arbeitsfähig
(IV-act. 185). Dagegen liess der Versicherte am 20. April 2016 Einwand erheben (IV-act.
186-1 ff.) und am 16. Dezember 2016 ein psychiatrisches Privatgutachten von Dr.med.
V._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. Mai 2016 (IV-act. 214) einreichen
(IV-act. 213).
A.p Dr. V._ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), sowie Persönlichkeitszüge nach
Extrembelastung (ICD-10: F62.0). Der Versicherte sei seit dem Gleitschirmunfall 2008
nicht fähig, eine Arbeit in einem nicht geschützten Rahmen zu verrichten. Er habe kein
Syndrom einer Alkoholabhängigkeit festgestellt, obwohl der Versicherte eine Periode
des Alkoholkonsums im Jahre 2013 beschreibe. Diese entspreche einer
Verschlimmerung seiner psychischen Probleme und sei deren direkte Folge (IV-act.
214).
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A.q RAD-Arzt Dr.med. W._, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, nahm
am 16. Januar 2017 Stellung, der von Dr. V._ erhobene psychopathologische Befund
sei vollkommen unauffällig. Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradig, sei nicht nachvollziehbar. Dr. V._ diagnostiziere sodann
keine Persönlichkeitsstörung, sondern erwähne rigide und unangemessene
Persönlichkeitszüge sowie eine feindselige und misstrauische Einstellung gegenüber
jedermann. Diese beruhe lediglich auf den subjektiven Angaben des Versicherten und
spiegle sich nicht in den objektiven Befunden. Es bestehe versicherungsmedizinisch
kein Grund, von der bisherigen Einschätzung abzuweichen (IV-act. 216).
A.r Mit Verfügung vom 17. Januar 2017 verneinte die IV-Stelle unter Verweis auf die
RAD-Stellungnahme vom 16. Januar 2017 einen Rentenanspruch des Versicherten. Die
spezialärztlichen Abklärungen hätten ergeben, dass dem Versicherten sowohl die
Tätigkeit als Fachmann Betreuung als auch andere adaptierte, vorwiegend sitzende
Tätigkeiten in Wechselposition (mit wenig Stehen oder Gehen, ohne Knien, mit
seltenem Gehen auf unebenen oder glitschigen Böden, ohne Treppen-/Leiternsteigen,
ohne Anforderungen an die Fasskraft der linken, adominanten Hand, mit
Gewichtsbelastungen bis max. 10 kg) seit 1. Juni 2011 in vollzeitlichem Rahmen
zumutbar seien. Die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse betrage 18 %, weshalb kein
Rentenanspruch bestehe (IV-act. 217).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 17. Januar 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr.iur. U. Glaus, am 10. Februar 2017 Beschwerde erheben. Er
beantragt, die angefochtene Verfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben und die Angelegenheit zu neuer Beurteilung an die IV-Stelle
zurückzuweisen. Für die Annahme eines übermässigen Alkoholkonsums des
Beschwerdeführers vor dem Unfall bzw. lange Zeit vor der Blutuntersuchung fehle im
Gutachten von Dr. U._ eine nachvollziehbare nähere Begründung. Der Gutachter
stütze sich in diesem Zusammenhang auf Vermutungen und Hypothesen, die in keiner
Weise belegt seien. Abgesehen von den erhobenen Blutwerten im Frühsommer 2015
und von einer Phase mit einem Alkoholproblem Mitte 2013 lägen keine Nachweise für
einen Alkoholabusus vor. Dr. U._ fokussiere die Arbeitsfähigkeitsschätzung
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ausschliesslich auf den Alkoholabusus, ohne andere psychiatrische Diagnosen zu
prüfen und psychische Erkrankungen aufgrund eigener Untersuchungen ausschliessen
zu können. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Diagnosen von Dr. O._ und
Dr. N._ sei nicht erfolgt. Das Gutachten sei bezüglich der psychiatrischen
Problematik des Beschwerdeführers nicht verwertbar. Selbst wenn der Beurteilung von
Dr. U._ gefolgt würde, wäre eine Alkoholabhängigkeit nicht rentenausschliessend.
Denn eine Sucht, die eine Krankheit bilde oder selber Folge eines
Gesundheitsschadens sei, habe eine IV-rechtliche Relevanz. Da die angefochtene
Verfügung somit nicht die gesamte, einschliesslich psychiatrisch begründete
Arbeitsunfähigkeit berücksichtige, sei sie jedenfalls aufzuheben. Die angestrebte
Ausbildung sei infolge des Erschöpfungszustandes abgebrochen worden, der Folge
des Unfalles sei. Selbst wenn der Beschwerdeführer während einer gewissen Zeit nach
dem Unfall phasenweise übermässig Alkohol konsumiert hätte, was allerdings weder
bezüglich der Dauer noch der Menge ausreichend belegt sei, wäre dies als Folge des
Unfalls vom 12. Februar 2008 anzusehen. Die Beschwerdegegnerin hätte zur
Behebung der aufgezeigten Widersprüche weitere Abklärungen erheben müssen.
Allenfalls wäre eine neue psychiatrische Begutachtung anzuordnen gewesen. Für die
Ermittlung des Invalideneinkommens sei auf ein Invalideneinkommen aus
unqualifizierter Hilfsarbeit zu einem erheblich reduzierten Prozentsatz abzustellen, der
gemäss Dr. L._ bei ca. 35 % liegen dürfte (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde sei abzuweisen. Das polydisziplinäre Gutachten der Klinik Q._ vom
30. September 2015 entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung und es könne
darauf abgestellt werden. Es seien sowohl unfallbedingte als auch unfallfremde Leiden
berücksichtigt worden. Der psychiatrische Gutachter habe sich mit den Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und
einer Anpassungsstörung ausführlich auseinandergesetzt und sei zum Schluss
gekommen, dass keine depressive Symptomatik vorliege. Gemäss Stellungnahme von
RAD-Arzt Dr. W._ sei der von Dr. V._ beschriebene psychopathologische Befund
vollkommen unauffällig und es sei nicht nachvollziehbar, worauf die gestellte Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig, gründe. Die vom
Beschwerdeführer behauptete Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei gemäss RAD-
Stellungnahme vom 16. Januar 2017 nicht gestellt worden und wäre nicht
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nachvollziehbar (act. G 8). Der Beschwerdeantwort beigelegt ist die RAD-
Stellungnahme vom 26. Juni 2017, wonach seit der Begutachtung keine neuen
relevanten medizinischen Erkenntnisse bekannt geworden seien. Der gemäss Bericht
des Universitätsspitals D._ vom 28. November 2016 (IV-act. 223) geplante Eingriff am
rechten Fussgelenk werde - unabhängig davon, ob es sich um ein künstliches
Fussgelenk oder um einen athroskopischen Eingriff handle - postoperativ nur zu einer
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führen (act. G 8.3).
B.c Mit Replik vom 20. September 2017 macht der Beschwerdeführer erneut geltend,
Dr. U._ habe lediglich aufgrund von Vermutungen auf einen lange vor dem Unfall
bestehenden Alkoholabusus geschlossen. Die im Jahre 2013 berichteten
Alkoholprobleme stünden jedoch in direktem Zusammenhang mit den psychischen
Folgen des Unfalles, den Schmerzen als Folge der multiplen physischen Verletzungen.
Dr. V._ habe ausdrücklich festgehalten, dass die von ihm gestellten Diagnosen Folge
des Unfalles vom 12. Februar 2008 seien und der Beschwerdeführer vor dem Unfall
weder psychische Probleme noch ein Alkoholproblem gehabt habe. Die psychische
Problematik hänge direkt, wenn auch nicht ausschliesslich, mit den immer noch
bestehenden somatischen Einschränkungen des Beschwerdeführers und allenfalls
drohenden Operationen eng zusammen. Die Behandlung daure an und es lasse sich
noch nicht beurteilen, wie sich die aktuell durchgeführten Behandlungen auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Beim Einkommensvergleich übergehe die
Beschwerdegegnerin die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht als "Fachmann
Betreuung", sondern als "assistant socio-éducatif" hätte ausgebildet werden sollen
und dass die IV-Stelle selber die Ausbildung abgebrochen habe. Schliesslich hätte der
Beschwerdeführer auch als "assistant socio-éducatif" nicht ein volles Arbeitspensum
leisten können. Die Beschwerdegegnerin habe keine Tatsachen erhoben, welche dafür
sprächen, dass er ein höheres Arbeitspensum als die von Dr. L._ vertretenen 35 % in
einer adaptierten Hilfstätigkeit leisten könnte (act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 14).
B.e Mit Eingaben vom 16. Februar 2018 (act. G 16) und vom 2. März 2018 (act. G 17
und act. G 17.1) weist der Beschwerdeführer darauf hin, das Bundesgericht habe mit
Urteil vom 22. Dezember 2017, 2C_32/2017, den befristeten Entzug der Bewilligung
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der ehemaligen Klinik Q._, eine Gesundheitsinstitution zu betreiben, bestätigt und
grundsätzliche Bedenken gegen das Begutachtungsinstitut geäussert, weshalb
mangels Vertrauenswürdigkeit der Gutachterstelle auf das Gutachten nicht abgestellt
werden könne.
B.f Mit Eingabe vom 26. März 2018 legt der Beschwerdeführer Protokolle von
Zeugeneinvernahmen von Dr. V._, Dr. O._ und Dr. P._, die anlässlich des
unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens vor der Chambre des assurances sociales de
la Cour de Justice des Kantons Genf durchgeführt wurden, ins Recht. Damit werde
insgesamt von drei fachkundigen Zeugen belegt, dass der Beschwerdeführer zwar
nach dem traumatischen Unfall zeitweise einen hohen Alkoholkonsum gehabt habe,
dass aber vor dem Unfall kein Alkoholproblem bestanden habe und ebenso wenig ein
dauerhaftes oder aktuelles Alkoholproblem vorliege. Auf dem Hintergrund dieser
Aussagen sei die These von Dr. U._ nicht haltbar (act. G 19 und G 19.1).
B.g Der Beschwerdeführer lässt am 22. Juni 2018 weitere Akten aus dem Verfahren im
Kanton Genf ins Recht legen, unter anderem den Beweisbeschluss vom 20. April 2018
hinsichtlich Anordnung einer psychiatrischen Begutachtung durch Dr.med. X._,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie schriftliche Aussagen von
Dr. U._ vom 7. März 2018 (act. G 23.1). Mit Blick auf die vorgesehene Begutachtung
beantragt er die Sistierung des vorliegenden IV-Verfahrens (act. G 23 und G 23.1).
B.h Am 9. Juli 2018 reicht der Beschwerdeführer das Gutachten von Dr. X._ vom 28.
Juni 2018 zu den Akten (act. G 25 und G 25.1). Der Experte kommt zum Schluss, es
bestehe keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt. Im geschützten Rahmen sei
eine Arbeitsfähigkeit von nicht über 50 % ohne Leistungseinbusse möglich in einem
stark strukturierten Rahmen mit eng umschriebenen Arbeitszeiten (act. G 25.1-62 f.).
Das Gutachten der Klinik Q._ sei nicht beweiskräftig (act. G 25.1-70).
B.i Mit prozessleitender Verfügung vom 13. Juli 2018 sistiert die vorsitzende Richterin
das Verfahren vor Versicherungsgericht bis zum Abschluss des Verfahrens vor dem
Genfer Versicherungsgericht (act. G 26).
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B.j Mit Entscheid vom 9. Oktober 2018 heisst die sozialversicherungsrechtliche
Kammer der Cour de Justice des Kantons Genf die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid des Unfallversicherers vom 4. Mai 2017 gut, hebt diesen auf und
stellt fest, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente, basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 100 %, habe (act. G 27.1).
B.k Mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 lässt der Beschwerdeführer vorbringen, dass
Gutachten von Dr. X._ sei grundsätzlich auch im Verfahren betreffend IV-Rente zu
beachten. Erwachse das Urteil vom 9. Oktober 2018 betreffend
Unfallversicherungsleistungen in Rechtskraft, sei dieses auch im Verfahren betreffend
Leistungen der Invalidenversicherung zu beachten. Insgesamt könne somit auf die
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente im UV-Verfahren vor dem
Versicherungsgericht des Kantons Genf abgestellt werden. Es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Folglich sei ihm eine ganze IV-Rente zuzusprechen (act.
G 27)
B.l Die vorsitzende Richterin hebt am 18. Oktober 2018 die Sistierung auf und eröffnet
der Beschwerdegegnerin Frist zur Stellungnahme zum Urteil des Genfer
Versicherungsgerichts vom 9. Oktober 2018 und zum psychiatrischen
Gerichtsgutachten von Dr. X._ vom 28. Juni 2018 sowie zur Eingabe des
Rechtsvertreters vom 12. Oktober 2018 (act. G 28). Die Beschwerdegegnerin teilt am
29. Oktober 2018 mit, dass sie auf eine Vernehmlassung verzichte (act. G 29). Auf
Anfrage vom 21. November 2018 (act. G 31) reicht der Beschwerdeführer am 29.
November 2018 eine Bestätigung der Bundesgerichtskanzlei ein, wonach gegen das
Urteil des Genfer Versicherungsgerichts vom 9. Oktober 2018 keine Beschwerde
eingegangen sei (act. G 33; act. G 33.1).

Erwägungen
1.
Zu befinden ist über den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung.
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1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid
ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
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Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1).
1.4 Die Beurteilung, in welcher Tätigkeit die versicherte Person in welchem Umfang
arbeitsfähig ist, obliegt den begutachtenden Ärzten (Urteil des Bundesgerichts vom 10.
Dezember 2014, 9C_432/2014 E. 3.2.1; vgl. E. 2.1). Das Gericht weicht bei
Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der
Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen von einem
Gerichtsgutachten kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt
sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht
als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu
stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens
abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3 b aa, mit weiteren
Verweisen).
1.5 Die unfallversicherungsrechtliche Invaliditätsbemessung ist für das
invalidenversicherungsrechtliche Verfahren nicht bindend; die IV-Stellen haben die
Invaliditätsbemessung selbständig vorzunehmen. Die Voraussetzungen für eine Rente
in diesen Sozialversicherungszweigen sind trotz des grundsätzlich gleichen
Invaliditätsbegriffs verschieden. Insbesondere berücksichtigt die Invaliditätsschätzung
der Unfallversicherung lediglich die natürlich und adäquat kausalen gesundheitlichen
und erwerblichen Unfallfolgen (BGE 133 V 554, E. 6.1 f.). Soweit sich indes die
medizinischen Einschätzungen aus dem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren nicht
ausdrücklich auf unfallbedingte Behinderungen beschränken, können diese
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grundsätzlich auch für die Belange der Invalidenversicherung Geltung beanspruchen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2008, 8C_691/2008, E. 3.2).
1.6 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 17. Januar 2017
bildete das im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren eingeholte polydisziplinäre
Gutachten der Klinik Q._ vom 30. September 2015 (UV-act. 10).
2.2 Im unfallversicherungsrechtlichen Parallelverfahren im Kanton Genf wurden der
Privatgutachter Dr. V._, der behandelnde Psychiater Dr. O._ sowie die
behandelnde Rheumatologin Dr. P._ als Zeugen einvernommen (13. März 2018, act.
G 19.3). Der psychiatrische Gutachter der Klinik Q._, Dr. U._, hatte am 7. März
2018 schriftlich Fragen der Sozialversicherungskammer beantwortet (act. G 23.6; act.
G 23.4). Das Gericht wies im Beweisbeschluss vom 20. April 2018 zunächst auf bei
psychiatrischen Begutachtungen in der Klinik Q._ in anderen Fällen vermutete
Unregelmässigkeiten hin (act. G 23.1-9), welche sich bestätigt hatten und dazu führten,
dass das Departement für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Kantons Genf der
ehemaligen Klinik Q._, Departemente für Psychiatrie und Begutachtung, für drei
Monate die Bewilligung entzog, eine Gesundheitsinstitution zu betreiben (vgl. Feuille
officielle d'avis de la République et Canton de Genève [FAO], 21. Februar 2018,
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Entscheid des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2017, 2C_32/2017). Gestützt auf die
Ergebnisse der Beweismassnahmen war die Genfer Instanz zum Schluss gekommen,
dass der Beweiswert des Gutachtens aufgrund der Zeugenaussagen zumindest
zweifelhaft sei, ohne dass aber an der Auffassung von Dr. V._ und Dr. O._
festgehalten werden könne, wonach der Beschwerdeführer im freien Arbeitsmarkt nicht
und im geschützten Milieu höchstens zu 50 % arbeitsfähig sei. Es sei daher eine
psychiatrische Begutachtung anzuordnen (vgl. act. G 23.1-19).
2.3 Im Gegensatz zu Dr. U._ diagnostizierten sowohl Dr. V._ (Privatgutachten vom
9. Mai 2016, IV-act. 214; Protokoll Zeugeneinvernahme vom 13. März 2018, act. G
19.3) als auch Dr. O._ (Bericht vom 8. Dezember 2015, IV-act. 186-10;
Zeugeneinvernahme vom 13. März 2018, act. G 19.3) eine mittelgradige depressive
Episode. Beide psychiatrischen Fachärzte halten zwar einen zeitweise regelmässigen
Alkoholkonsum für möglich bzw. gehen von einem solchen aus, verneinen aber ein
übermässiges Ausmass bzw. eine Alkoholabhängigkeit (Privatgutachten Dr. V._ vom
9. Mai 2016, IV-act. 214-7 f.; Zeugeneinvernahme Dr. V._ vom 13. März 2018, S. 3;
Zeugeneinvernahme Dr. O._ vom 13. März 2018, S. 2). Die Ausführungen von Dr.
V._ und Dr. O._ sind, soweit sie den Alkoholkonsum des Beschwerdeführers und
die Diagnose der Depression betreffen, schlüssig und nachvollziehbar. Zudem hielt
auch der Gerichtsgutachter Dr. X._ das Gutachten der Klinik Q._ für nicht
beweiskräftig. Er führte aus, dieses weise wesentliche Lücken und Fehler in der
Anamnese auf (Tod des jüngeren Bruders 2013, Beziehung zu den Eltern der
Lebensgefährtin, entbehrungsreiche Kindheit, keine Arbeitsunfähigkeit trotz
Beschwerden während einer Chemotherapie etc.). Die Veränderung der Persönlichkeit
durch den Unfall werde ausgeblendet. Dies habe den Gutachter gehindert, eine
Diagnose im affektiven Bereich zu stellen mit sekundärem Alkoholismus. Die
Zuordnung aller Beschwerden zu einem primären Alkoholismus erscheine tendenziös.
Dass das Gutachten dem Beschwerdeführer eine schwache Motivation zur Arbeit
zuschreibe, zeige ein totales Unverständnis gegenüber dem Beschwerdeführer
(Gerichtsgutachten vom 28. Juni 2018, act. G 25.1-69 f.). Mit der Genfer
Sozialversicherungskammer (und in Abweichung zur Auffassung von RAD-Arzt Dr.med.
W._, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen [Stellungnahme vom 16. Januar
2017, IV-act. 216]), ist auch für das vorliegende invalidenversicherungsrechtliche
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Verfahren von einer fehlenden Beweistauglichkeit des psychiatrischen Teilgutachtens
der Klinik Q._ auszugehen.
3.
Zu prüfen ist somit, ob im vorliegenden Verfahren auf das im UV-Verfahren eingeholte
Gerichtsgutachten von Dr. X._ abgestellt werden kann.
3.1 Der Gerichtsgutachter schloss eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende
insbesondere primäre Alkoholabhängigkeit beim Beschwerdeführer aus: Vor 2012 gebe
es keinen medizinischen oder anamnestischen Nachweis eines krankhaften
Alkoholkonsums. Es bestehe keine funktionelle Beeinträchtigung in den durch
chronischen Alkoholkonsum am häufigsten tangierten Lebensbereichen wie Arbeit oder
Paarbeziehung. Ein Alkoholkonsum vor dem Auftreten der Gicht 1985-1986 sei nicht
nachweisbar. Der einzige Zusammenhang bestehe zwischen der Exazerbation der
Gicht und dem vom Beschwerdeführer anerkannten Mehrkonsum ab dem Jahr 2013.
Es fehle an klassischen Charakteristiken des Gewohnheitstrinkens (Trinken am Morgen,
Mischen verschiedener Alkoholika, Konsum starker Alkoholika, Rauschtrinken,
Suchtdruck). Der Rückgang des CDT innerhalb eines Monats von 4 auf 2 U/l deute
darauf hin, dass der Beschwerdeführer seinen Konsum beherrschen könne, was bei
einem chronischen Alkoholiker nicht der Fall wäre, der die Krankheit nicht einsehe und
leugne. Nichts deute auf eine signifikante Zunahme des Alkoholkonsums vor dem
Unfall hin. Insbesondere die Scheidung, der Verlust des Vaters und des älteren Bruders
seien nicht mit einem höheren Alkoholkonsum verbunden, was im Rahmen eines
primären Alkoholismus zu erwarten wäre (act. G 25.1-57). Die Leberwerte seien in den
Jahren 2015-2017 nur leicht angestiegen, was Zeichen sei, dass der Alkoholkonsum
nach vorübergehendem Alkoholismus im Jahre 2013 wieder auf das normale Niveau
zurückgegangen sei. Während ein primärer Alkoholismus klar ausgeschlossen werden
könne, weise alles auf einen sekundären Alkoholismus hin, aufgetreten wahrscheinlich
zwischen 2013 und 2015, als Folge der damaligen affektiven und ängstlichen
Dekompensation. Man könne einen Zusammenhang zwischen den biologischen
Werten und den Ereignissen im Leben wie dem Tod der "Schwiegermutter" und des
"Schwiegervaters" beobachten. Der Beschwerdeführer konsumiere aktuell regelmässig
Alkohol. Nichts deute aber auf eine tägliche oder dauerhafte funktionelle
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Beeinträchtigung im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum hin (act. G 25.1-58). Das
Alkoholproblem sei innerhalb der Therapie auch nicht prioritär gewesen (act. G
25.1-59). Der Gerichtsgutachter diagnostizierte eine leichtgradige depressive Störung
(ICD-10: F32.0) sowie eine Panikstörung (ICD-10: F41.0). Zum Verlauf der depressiven
Erkrankung legte er dar, eine erste andauernde psychische Dekompensation sei im
Februar 2013 eingetreten nach dem Scheitern der Rehabilitation in den EPI. Es habe
sich eine wahrscheinlich mittelgradige Depression entwickelt, zu der eine
Alkoholabhängigkeit als Selbstmedikation hinzugetreten sei. Ohne diese wäre der
depressive Zustand wahrscheinlich schwerwiegender gewesen. Es habe sich nicht um
einen die berufliche Sphäre, sondern alle Lebenssphären tangierenden Zustand
gehandelt. Dieser habe sich zugespitzt während des Jahres 2013 wahrscheinlich im
Zusammenhang mit dem Tod des jüngeren Bruders. Im Sommer 2013 habe der
Beschwerdeführer begonnen, psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich als
suizidal beschrieben. Seither sei der depressive Zustand nie mehr remittiert. Er habe
fluktuiert aufgrund von Lebensereignissen und der mehr oder weniger regelmässigen
Einnahme von Antidepressiva. Die antidepressive Behandlung sei nicht ausreichend
gewesen, um wirksam zu sein. Die Beziehung zur Familie der Freundin, die eine Art
"Adoptivfamilie" darstelle, sei für den Beschwerdeführer in den schwierigen Jahren eine
wichtige Unterstützung gewesen. Der Tod der Eltern seiner Partnerin 2014 und 2016
hätte die Persönlichkeit stark destabilisiert. Bei der Gerichtsverhandlung im März 2018
habe der Beschwerdeführer die Abwesenheit der Ärzte der Klinik Q._ als grosse
Ungerechtigkeit, Verachtung, Zurückweisung und Nichtanerkennung empfunden. Dies
habe andere Ungerechtigkeiten in seinem Leben reaktualisiert, die er im Verhältnis zu
seiner ersten Ehefrau, zum Gleitfluglehrer und zum Unfallversicherer erlebt habe.
Daraufhin habe er für zwei Monate eine verstärkte antidepressive Therapie benötigt.
Unter dieser sei es wahrscheinlich zu einer gewissen Remission der Symptomatik
gekommen, welche den Schweregrad von mittel auf leicht reduziert habe. Die Dosis
von 10 mg sei wahrscheinlich zu schwach, um die Gesamtheit der Symptomatik in
bedeutendem Ausmass zu beseitigen (act. G 25.1-55). Während Dr. V._ rigide,
unangepasste, feindselige und misstrauische Persönlichkeitszüge festhielt
(Privatgutachten vom 9. Mai 2016, IV-act. 214-7), beschrieb Dr. X._ eine
bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und eine zuvorkommende, liebenswerte und um
andere besorgte, altruistische Persönlichkeit (act. G 25.1-67). Der Gerichtsgutachter
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verneinte sodann das Vorliegen einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
(ICD-10: F62.0). Nichts deute auf akuten oder posttraumatischen Stress hin. Vor dem
Jahr 2013 habe der Beschwerdeführer keine anxiolytische oder depressive Medikation
oder Therapie in Anspruch genommen. Posttraumatische Stresssymptome fänden sich
nicht. Es bestünden keine eigentlichen Flashbacks. Manchmal sehe der
Beschwerdeführer die Szenen des Unfalls in der Entspannung mehr oder weniger
freiwillig vor sich, jedoch ohne Auftreten einer signifikant verstärkten Angst. Es bestehe
auch keine andauernde Hypervigilanz. Der Beschwerdeführer habe an den Ort des
Unfalls zurückkommen und die Weste, die er damals getragen habe, anziehen können.
Er beschreibe gelegentliche Albträume im Zusammenhang mit dem Unfall, aber nicht
ausschliesslich (act. G 25-1-56). Zur Persönlichkeit führte der Gutachter aus, der
Beschwerdeführer sei eine sehr gesellige Person, offen gegenüber anderen und
zuvorkommend, keineswegs paranoid. Er zeichne sich durch hohe Professionalität,
eine Überangepasstheit an die Bedürfnisse anderer, Perfektionismus und hohe
Erwartungen an sich selbst aus. Er habe selbst während der Chemotherapie keine
längere Arbeitsunfähigkeit beansprucht. Der ursprünglich fröhliche, initiative, sportliche,
ehrgeizige, zur Führung von Equipen, zur Anpassung an verschiedene Stellen und zur
Ausbildung von Personal fähige, hyperaktive und gesellige Beschwerdeführer sei zur
schwer physisch handicapierten, einer Vielzahl von Operationen ausgesetzten und um
die Weiterexistenz kämpfenden Person geworden. Dies habe eine starke narzisstische
Verletzung verursacht. Als ab 2014 die Hoffnung (auf körperliche Genesung)
geschwunden sei und der kleine, von ihm beschützte Bruder und seine "Adoptiveltern"
gestorben seien, sei das Gefühl der erlittenen Ungerechtigkeit und Zurückweisung
exazerbiert und die Ressourcen zur Adaptation hätten sich erschöpft. Die Verbindung
zwischen krankhaft selbstlosen Persönlichkeitszügen und einer affektiv-ängstlichen
Beeinträchtigung führe zu einer negativen Interaktion, indem diese sich gegenseitig
verstärkten (act. G 25.1-60 f.). Als funktionelle Einschränkungen erwähnte der
Gutachter eine herabgesetzte Anpassungsfähigkeit, eine verminderte Stresstoleranz,
einen Verlust von Selbstvertrauen und Lebenselan, ein reduziertes Rendement in
Tätigkeiten mit erforderlicher konstanter Geschwindigkeit, Schwierigkeiten, sich an
einen variablen Arbeitsplan anzupassen, eine Erschöpfung durch Überforderung sowie
die aufgrund der Ohrgeräusche bestehende Schwierigkeit, Diskussionen unter
mehreren Personen zu verfolgen (act. G 25.1-62). Der Gerichtsgutachter hielt sodann
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folgende Ressourcen fest: verbleibende psychiatrische therapeutische Möglichkeiten
(auch der Alkoholproblematik), Unterstützung durch die Freundin und der Kinder, die
Existenz eines adaptierten Arbeitsplatzes, an dem sich der Beschwerdeführer seit
Jahren entfalte, und die starke Motivation, diesen zu behalten, der kämpferische
Charakter und das Fehlen eines prozessfreudigen Charakters und einer Fixierung auf
das Leiden. Als ressourcenhemmend sei die fragile Persönlichkeit zu erwähnen (act. G
25.1-65). Die Konsistenz hielt der Gerichtsgutachter für gegeben, indem er ausführte,
der Beschwerdeführer wirke authentisch, ohne Verdeutlichung, Symptomausweitung,
Begehrenshaltung oder Fixierung auf das Leiden. Es bestehe eine Motivation für eine
psychiatrische Behandlung, die Einnahme der (allerdings offenbar zu niedrig dosierten,
act. G 25.1-45, 55) Psychopharmaka und für eine Arbeitstätigkeit (act. G 25.1-52).
3.2 Weiter ist dem Gutachten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit August
2013 bei den EPI als nicht diplomierter Betreuer arbeitet, zunächst zu 50 % und
vorübergehend ab Mai 2015 zu 30 %. Er begleite und überwache minder- und
volljährige Jugendliche in Schwierigkeiten. Seine Arbeit erfordere keinen körperlichen
Einsatz und er habe grosse Freiheit bezüglich Körperpositionen ohne Tragen von
Lasten und Fehlbelastungen. Er schätze seine Arbeit, fühle sich geachtet und schätze
die Anwesenheit und Hilfe des qualifizierten Betreuungspersonals. Er arbeite stets
zusammen mit einem diplomierten Betreuer. Seit zwei Monaten sei der Arbeitsplan
unregelmässig. Das Pensum liege immer noch bei 50% (20 Std. pro Woche), aber er
beginne und beende die Arbeit zu unterschiedlichen Zeiten. Er arbeite zwischen 4 und
7 Stunden mit einer Pause von 30 Minuten. Er könne frei nehmen, wenn er Erholung
benötige (act. G 25.1-40). Der Beschwerdeführer gibt weiter an, er helfe mit bei der
Gartenarbeit (im Elternhaus der Freundin) und besorge zusammen mit der Freundin den
Haushalt; seine administrativen und finanziellen Angelegenheiten erledige er selbst.
Wegen Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen könne er nur 25 bis maximal 30 km Auto
fahren (act. 25-1-42). Er habe viele Freunde in Y._ und der Schweiz, die er
wöchentlich treffe. Dieses soziale Netz bedeute für ihn eine wichtige Unterstützung und
halte die Hoffnung auf eine Verbesserung seines Zustandes aufrecht (IV-act. 25.1-41).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gerichtsgutachter fest, diese sei auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt 0 %. Die angestammte Tätigkeit als Koch sei aufgrund der
Belastungsspitzen namentlich zu den Essenszeiten nicht mehr zumutbar. Die (aktuelle)
Tätigkeit sei anspruchsvoll, erfordere grosse Geduld und Hingabe für die Bedürfnisse
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der Schwerbehinderten. Bei Personen mit Tendenz zur Überforderung führe dies zu
einer fortschreitenden Erschöpfung. Der Wechsel auf einen variablen Arbeitsplan habe
den Beschwerdeführer destabilisiert. Das Pensum von 30 % im geschützten Rahmen
bei den EPI seit 1. September 2013 sei zumutbar. Das aktuell seit Ende 2015
ausgeübte Pensum von 50 % sei grundsätzlich zu bewältigen, ausser dass es während
gewissen Zeiten übergangsweise auf 30 % reduziert werden müsse. Im geschützten
Rahmen bei einer Arbeitsfähigkeit von nicht über 50 % in einem gut strukturierten
Rahmen und mit eng definiertem Arbeitsplan bestehe keine Leistungsminderung (act. G
25.1-62 f.).
3.3 Das Gerichtsgutachten berücksichtigt die familiäre, berufliche und medizinische
Anamnese, die relevanten Akten und setzt sich damit auseinander. Die Begutachtung
dauerte sieben Stunden (act. 25.1-51). Die gemäss neuer Rechtsprechung für
depressive und andere psychische Leiden erforderliche strukturierte Beweisführung
anhand von Standardindikatoren (BGE 143 V 409, 418) ist berücksichtigt. In Anbetracht
der erhöhten Beweiskraft von Gerichtsgutachten und des im Bereich der Psychiatrie
naturgemäss weiteren Ermessensspielraums bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 9C_661/2009, E. 3.2) ist auf
das Gutachten von Dr. X._ abzustellen.
4.
4.1 Der Unfallversicherer machte im unfallversicherungsrechtlichen Gerichtsverfahren
geltend, es bestehe (gemäss Gerichtsgutachten, in adaptierter Tätigkeit) eine
Arbeitsfähigkeit von 50 %, wogegen der Beschwerdeführer einwendete, er sei lediglich
zu 30 % - und dies in einem geschützten Rahmen - arbeitsfähig (vgl. act. G 27.1-17).
Hierzu erwog die Genfer Sozialversicherungsrechtskammer, nach dem Wortlaut des
Gutachtens von Dr. X._ sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig, ausser in einer
nicht qualifizierten Arbeit als Hilfsbetreuer, in einem sehr spezifischen Rahmen eines
geschützten Umfeldes zu höchstens 50 % und innerhalb eines festen Zeitplans. Ein
solcher Arbeitsplatz sei nicht Teil des ausgeglichenen Arbeitsmarktes im Sinne von Art.
16 ATSG, sondern eine Beschäftigung, die dem Beschwerdeführer zugewiesen worden
sei, ohne Garantie, dass er sie bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionsalters
behalten könne. Die Tabellenwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes
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für Statistik (BFS), die auf Stellen im freien Arbeitsmarkt beruhten, könnten nicht
angewendet werden. Der Beschwerdeführer sei sowohl als Koch als auch in jeder
anderen Erwerbstätigkeit 0 % arbeitsfähig. Sein Invaliditätsgrad betrage folglich 100 %
(act. G 27.1-23 f.). Es besteht im vorliegenden invalidenversicherungsrechtlichen
Verfahren kein Anlass, von dieser Auffassung des Genfer Gerichts abzuweichen.
4.2 Im Übrigen hielt der Gerichtsgutachter fest, die Arbeitsfähigkeit erreiche bestenfalls
30 %, das aktuelle Pensum von 50 % werde mit Mühe erreicht. Das Pensum von 30 %,
wie es der Beschwerdeführer ab 1. September 2013 ausgeübt habe, sei zumutbar. Das
seit Ende 2015 verrichtete Pensum von 50 % könne im Prinzip bewältigt werden,
ausser während gewissen Übergangsperioden, während denen es auf 30 % reduziert
werden müsse (act. G 25.1-62 f.). In Anwendung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (Urteile vom 19. August 2009, 9C_226/2009, E. 3.2 mit zahlreichen
Hinweisen und vom 4. Juni 2013, 9C_730/2012, E. 4.2) wäre, wenn auf das Erfordernis
eines geschützten Rahmens verzichtet würde, von einer (durchschnittlichen)
Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer leichten Hilfstätigkeit auszugehen. In seiner
Anstellung als Koch in einem kommunalen Altersheim erzielte der Beschwerdeführer
vor seinem Unfall im Jahr 2007 ein Einkommen von Fr. 82'000.-- (Lohnabrechnung
Arbeitgeberin, IV-act. 11-11; Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 6-1). Da
davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer diese Tätigkeit ohne Eintritt des
Unfalls weiterhin ausgeübt hätte, entspricht dieses Einkommen dem
Valideneinkommen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung bis zum Jahr
2009, dem Jahr des frühestmöglichen Rentenbeginns, beträgt es Fr. 85'565.--
(Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung, T39, Indizes Männer 2007: 2047,
2009: 2136). Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittswert
gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)/Lohnentwicklung des BFS für das Jahr 2009,
Anforderungsniveau 4, Männer, auszugehen. Er beträgt Fr. 61'240.-- (Informationsstelle
AHV/IV, Textausgabe IV, Anhang 2). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 40 % beträgt das
Invalideneinkommen selbst ohne Tabellenlohnabzug Fr. 24'496.--. Es resultierte ein
Invaliditätsgrad von 71,4 %, welcher ebenfalls Anspruch auf eine ganze Rente
begründen würde.
5.
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5.1 Der Beschwerdeführer meldete sich am 28. Februar 2009 bei der IV zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Im Anschluss an die somatischen Behandlungen bzw.
somatisch bedingte vollständige Arbeitsunfähigkeit erfolgte vom 26. September 2011
bis insgesamt 4. März 2012 die berufliche Abklärung (IV-act. 87; IV-act. 97, 99).
Während dieser Zeit erhielt der Beschwerdeführer ein IV-Taggeld (IV-act. 90, 108-2 f.).
Am 27. August 2012 begann der Beschwerdeführer die Ausbildung zum Fachmann
Betreuung (assistant socio-éducatif; vgl. Lehrvertrag, IV-act. 110-1 f.; Mitteilung vom
29. August 2012, IV-act. 112). Auch für diese Zeit wurde ihm von der IV ein Taggeld
zugesprochen (IV-act. 114). Der Unfallversicherer legte den Fallabschluss und damit
auch das Ende der UV-Taggeldleistungen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) auf Ende August 2013
und den Beginn des Rentenanspruchs auf den 1. September 2013 fest, nachdem die
Eingliederung bei den EPI durch Vertragsauflösung auf diesen Zeitpunkt hin beendet
worden war (Verfügung vom 12. Dezember 2016, E. 2.1, UV-act. 12-7; Entscheid
Versicherungsgericht GE vom 9. Oktober 2018, act. G 27.1, E. 2b).
5.2 Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG begann mit dem Unfallereignis vom
12. Februar 2008 und war somit im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug am
28. Februar 2009 bereits verstrichen. Gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG besteht der
Rentenanspruch somit ab 1. August 2009. Die Gutachter der Klinik Q._ gingen zwar
aufgrund der Konsolidation der Femurfraktur vom 22. April 2010 bis zur Arthroplastie
der linken Hüfte am 25. März 2011 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adoptierter
Tätigkeit aus (UV-act. 10-312, E. 3.4). Indessen führte Dr. L._ in seinem Gutachten
vom 1. Oktober 2010 zeitnah aus, die Hauptbeschwerden gingen von einer
linksseitigen Coxarthrose aus. Die noch anstehenden Behandlungen erschwerten eine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, da kein stabiler Gesundheitszustand vorliege (IV-act.
56-6). Diese war denn auch Grund für die Versorgung der linken Hüfte mit einer
Totalprothese am 25. März 2011 (vgl. Operationsbericht, UV-act. 4-2). Sodann gingen
die RAD-Ärztin Dr. med. Z._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, und RAD-Arzt
Dr.med. Ba._, Facharzt für Allgemeinmedizin, in ihrer Stellungnahme vom 26.
Oktober 2010 erst von einer 50%igen bis allenfalls 70%igen Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten aus (IV-act. 58). Dr. Z._ nahm am 23. Mai 2011 erneut
Stellung, die 100 %ige Arbeitsunfähigkeit als Koch seit Februar 2008 bleibe weiterhin
bestehen. Ab 1. Juni 2011 bestehe eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter
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Tätigkeit (IV-act. 72). Darauf stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 17. Januar 2017 (IV-act. 217), wo sie ausführte, dem Beschwerdeführer
sei die angestammte Tätigkeit seit dem Unfall vom 12. Februar 2008 nicht mehr
zumutbar. Die Tätigkeit als Fachmann Betreuung und andere angepasste - im
Wesentlichen vorwiegend sitzend zu verrichtende Tätigkeiten - seien ihm seit 1. Juni
2011 in vollzeitlichem Rahmen zumutbar. Von einer ununterbrochenen vollen
Arbeitsunfähigkeit ging sodann offenbar auch die Unfallversicherung aus, indem sie
dem Beschwerdeführer bis zum Beginn der beruflichen Abklärung am 26. September
2011 Taggelder ausrichtete (UV-act. 12-7). Aufgrund der unter Berücksichtigung einer
postoperativen Erholungszeit nach der Hüftoperation vom 25. März 2011 bis Juni 2011
andauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit, bedingt durch die somatischen
Unfallfolgen, hat der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der Dreimonatsfrist
gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201) einen bis 30. September 2011 befristeten Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente.
5.3 Wegen der psychischen Gesundheitseinschränkung besteht nach dem Gutachten
von Dr X._ seit 1. September 2013 erneut eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im
freien Arbeitsmarkt (vgl. act. G 25.1-63). Mit Blick auf Art. 29bis IVV stellt sich die
Frage, ob der Rentenanspruch ab dem genannten Datum oder erst nach erneutem
Ablauf des Wartejahres nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG wieder auflebt. Der Tatbestand
von Art. 29bis IVV ist komplementär zu demjenigen einer neuen Erkrankung und somit
eines neuen Versicherungsfalles (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2016,
9C_421/2016, E. 3). Ein neuer invalidenversicherungsrechtlicher Versicherungsfall liegt
vor, wenn sich der Invaliditätsgrad aufgrund einer von der ursprünglichen
gesundheitlichen Beeinträchtigung völlig verschiedenen Gesundheitsstörung erhöht
(BGE 136 V 375, E. 3.1.2 und 3.2). Kriterien für das Vorliegen "desselben"
Gesundheitsschadens sind die Diagnose (Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2017,
9C_658/2016, E. 4) und die Ursache der Invalidität (Entscheide des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 13. Januar 2014, IV.2012.00838,
E. 1.2.2, vom 4. November 2013, IV.2012.01004, E. 1.2.2 und vom 18. Dezember 2007,
IV.2006.00491, E. 1.4.2). Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich erachtete
für die Anwendung von Art. 29bis IVV als ausreichend, dass die spätere psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit auf dasselbe Leiden zurückzuführen ist wie die
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vorangehende somatische Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. März 2012, IV.2010.01033, E.
7.2.4, betreffend psychisch bedingter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als teilweise
Folge einer zuvor erlittenen Kniedistorsion und einer mehrfragmentären, intraartikulären
Radiusfraktur). Vorliegend führte der Gerichtsgutachter aus, die psychischen
Beschwerden seien auf den Unfall vom 12. Februar 2008 zurückzuführen. Wäre der
Beschwerdeführer durch den Unfall nicht derart in seiner körperlichen und psychischen
Integrität verletzt worden, hätte er ausreichende Ressourcen, um die
Herausforderungen des Lebens zu bewältigen (act. G 25.1-62). Der Gutachter stimmt
hierin mit Dr. V._ überein (vgl. IV-act. 214-8). Somit ist der Gleitschirmunfall nicht nur
Ursache der Arbeitsunfähigkeit aus somatischen, sondern auch jener aus psychischen
Gründen. Auch wenn der Unfall zunächst zu somatischen und erst später auch zu
psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen geführt hat, ist ein kausaler
Zusammenhang gegeben, dem mit der Anwendung von Art. 29bis IVV Rechnung zu
tragen ist. Somit hat der Beschwerdeführer ab 1. September 2013 einen erneuten,
unbefristeten Anspruch auf eine ganze Rente.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 17. Januar 2017 in Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung vom 1. August 2009
bis 30. September 2011 und ab 1. September 2013 eine ganze Rente zuzusprechen.
Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
6.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
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ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hatte sich mit französischsprachigen
Gutachten aus dem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren auseinanderzusetzen, in
welchem er den Beschwerdeführer nicht vertrat. In diesem
unfallversicherungsrechtlichen Parallelverfahren wurde insbesondere ein
Gerichtsgutachten eingeholt, zu welchem der Rechtsvertreter in diesem
invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren Stellung nehmen musste. In
Berücksichtigung des dadurch entstandenen Mehraufwands erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 4‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.