Decision ID: 324a4068-f4b9-45d7-8ee3-f4f51fa3357d
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

5. Den Beklagten 1-3 sei in Bezug auf bis heute bekannte Sachverhalte die Publikation fol-
gender Äusserungen, direkt oder sinngemäss, gerichtlich zu verbieten: 5.1. Der Kläger 1 oder andere Mitarbeiter der Kesb Linth hätten Marco H.'s _füsse
medizinisch vernachlässigt bzw. sich über ärztliche Anordnungen hinweggesetzt; 5.2. Der Vergleich von der Kesb Linth betreuter Kinder mit Verdingkindern; 5.3. Die Behauptung, im Fall von Marco H. seien "Kindsrechte mit Füssen getreten" bzw.
die UNO-Konvention für Kinderrechte verletzt worden; 5.4. Die Verwendung strafrechtlicher und anderweitig skandalisierender Terminologie,
namentlich der Begriffe "Entführung", "Deportierung", "Gefängnis", "Verbannung" und "Inhaftierung" zur Beschreibung der im Fall von Marco H. angeordneten  auf dem Jugendschiff [_Name_];
5.5. Die Behauptung, die Kesb Linth bzw. der Kläger 1 hätten nur aufgrund des , namentlich desjenigen der Beklagten, bestimmte von den Medien geforderte Massnahmen umgesetzt;
5.6. Der Kläger 1 sei "machtbesessen" bzw. ein "Tyrann" oder Ähnliches; 5.7. Behauptung, die Kesb Linth habe je eine Mutter zum Abstillen gezwungen bzw. ei-
nem Kind die Mutterbrust genommen; 5.8. Der Kläger 1 habe sich als Handlanger eines Bauriesen einspannen lassen bzw.
sich aggressiv in einen Geschäftsstreit eingemischt o.ä. und sei dabei "parteiisch" und "verbissen" vorgegangen;
5.9. Die Äusserung der Behauptung oder des Verdachts, bei der Wahl des Klägers 1 zum Präsidenten der Kesb Linth sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen bzw. diese Wahl sei "gezinkt" gewesen;
5.10. Die Behauptung, die Kesb Linth habe im Fall H._sel. den Kindern die  verweigert;
5.11. Die Behauptung, diese Verweigerung der Akteneinsicht sei erfolgt, um zu , dass Rechte verletzt worden seien;
5.12. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, es  ein Kausalzusammenhang zwischen der Geschäftsführung der Kesb Linth bzw. des Klägers 1 und dem Suizid von Herrn H._sel.;
5.13. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, die Kesb Linth habe zur Begründung eines Beschlusses im Fall Marco H. gefälschte E-Mails verwendet;
5.14. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, der  "Samuel" sei durch seinen Vater in seiner körperlichen oder sexuellen  gefährdet;
5.15. Die Aussage, die Platzierung von "Samuel" bei einer Pflegefamilie sei "illegal", " willkürlich", "skandalös" oder "barbarisch" bzw. Bezeichnung dieser Platzierung als "Entführung";
5.16. Die Behauptung, die Kesb Linth habe im Fall M._ eine "gesunde" und " normale" Frau M._ in die Psychiatrie eingewiesen.
5.17. Die Behauptung, die Kesb Linth habe die "geistig gesunde" Frau A.S. in die  Klinik einliefern wollen;
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5.18. Die Behauptung, Stadtpräsident Q._ bzw. seine Enkelkinder hätten durch die Kesb Linth eine "Sonderbehandlung" erfahren;
5.19. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, die  O._ sei auf Initiative des Klägers 1 entlassen worden, weil sie sich geweigert habe, den Q._-Enkeln eine "Sonderbehandlung" angedeihen zu lassen bzw. weil sie sich geweigert habe, ein Schreiben zu Handen des Stadtrats zu unterzeichnen;
5.20. Die Behauptung, N._ sei zur Zentrumsleiterin befördert worden und/oder ihr sei eine Zusatzausbildung finanziert worden, weil sie bei der "Sonderbehandlung" der Q._-Enkel mitgewirkt habe;
5.21. Die im Zusammenhang mit den in der bisherigen Berichterstattung geschilderten Fällen erhobene Behauptung, die Kesb Linth würde Kinder, Erwachsene und/oder Familien zerstören;
5.22. Die Verwendung der Begriffe "Sozialschlamassel", "Filz" und "Vetternwirtschaft" oder Begriffe ähnlichen Inhalts im Zusammenhang mit der Wahl des Klägers 1 zum  oder im Zusammenhang mit Behandlung des Falles der "Q._-Enkel" durch die Verantwortlichen der Klägerin 2;
5.23. Die Verwendung von Vergleichen mit oder Anspielungen auf totalitäre, despotische und/oder korrupte Staaten, Gesellschaftssysteme, Organisationen und/oder Politiker wie "Mafia", "Stasi", "Erdogan-Türkei", oder "Nordkorea";
5.24. Die direkte oder indirekte (als Zitat einer Drittperson aufgestellte) Behauptung, der von der Kesb eingesetzte Beistand und Treuhänder T._ habe S._ , er werde nur aus der Psychiatrischen Klinik entlassen, wenn er ein  Papier unterschreibe sowie die explizite Unterstellung, S._ sei von der Kesb Linth oder von einer durch sie eingesetzten Hilfsperson "erpresst" worden;
5.25. Explizite oder sinngemässe Unterstellung, die Kesb Linth und/oder der Kläger 1  S._"seiner wirtschaftlichen Existenz beraubt", dessen "Firma ", "Kunden geholt" bzw. Kundendossiers "geraubt".
6. 6.1. Es sei festzustellen, dass die Beklagten mit ihrer Kesb-Kampagne die Persönlichkeit
des Klägers 1 und der Klägerin 2 verletzt haben. 6.2. Es sei festzustellen, dass die Beklagten mit ihrer Berichterstattung zu nachfolgenden
Themen die Persönlichkeit des Klägers 1 und/oder der Klägerin 2 verletzt haben; 6.2.1. Im Fall "Marco H. / Therapieschiff [_Name_]" die Persönlichkeit des Klägers
1 und der Klägerin 2; 6.2.2. Im Fall "Samuel / Kindsentführung" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der
Klägerin 2 (Dieses Begehren bezieht sich nur auf die Beklagte 1 und den Beklagten 2 und nicht auf den Beklagten 3);
6.2.3. Im Fall "Pia Gmür / Stillverbot" die Persönlichkeit der Klägerin 2 (Dieses  bezieht sich nur auf die Beklagte 1 und den Beklagten 2 und nicht auf den Beklagten 3);
6.2.4. Im Fall "G._ / F._" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der  2;
6.2.5. Im Fall "H._sel. / Akteneinsicht und Selbstmord" die Persönlichkeit des  1 und der Klägerin 2;
6.2.6. Im Fall "F.B. / Rentner mit Ehegattenvertretung" die Persönlichkeit der  2 (Dieses Begehren bezieht sich nur auf die Beklagte 1 und den  2 und nicht auf den Beklagten 3);
6.2.7. Im Fall "A.S. / Psychiatrische Klinik" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klägerin 2 (Dieses Begehren bezieht sich nur auf die Beklagte 1 und den Beklagten 2 und nicht auf den Beklagten 3);
6.2.8. Im Fall "Ehepaar M._ / Altersheim und psychiatrische Klinik" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klägerin 2 (Dieses Begehren bezieht sich nur auf die Beklagte 1 und den Beklagten 2 und nicht auf den  3);
6.2.9. Im Fall "Q._ / Kinder bei Grossvater" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klägerin 2;
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6.2.10. Im Fall "Wahl von A._" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klägerin 2;
6.2.11. Im Fall "S._" die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klägerin 2.
7. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, das ergangene Urteil folgendermassen zu publizieren: 7.1. In der Printausgabe der ON sei in der ersten Ausgabe nach Rechtskraft des Urteils
vollständig und in gut leserlicher Schrift, schwarz auf weissem Hintergrund, mit  Anriss auf der Titelseite (1/2 Seite direkt unter dem ON-Logo bis hinunter zur Seitenmitte und über die gesamte Seitenbreite) auf die Urteilspublikation  und das Urteilsdispositiv sei auf den folgenden Seiten (beginnend spätestens auf der Seite 5) zu publizieren;
7.2. Auf der Startseite der Homepage der Beklagten 1 (www.obersee-nachrichten.ch/) sei spätestens eine Woche nach Rechtskraft des Urteils unmittelbar unter dem Titel "Dossiers" mit dem Untertitel "Publikation Urteil gegen ON betr.  im Zusammenhang mit Berichterstattung zu Kesb Linth" eine Verlinkung , die auf eine Folgeseite verweist, auf welcher das ganze Urteilsdispositiv publiziert wird; Die Verlinkung und das Urteil seien während mindestens zwölf Monaten  zu lassen;
7.3. Auf der Facebook-Seite der Beklagten 1 (www.facebook.com/oberseenachrichten) sei spätestens eine Woche nach Rechtskraft des Urteils ein Beitrag mit dem Titel "Publikation Urteil gegen ON betr. Persönlichkeitsverletzung im Zusammenhang mit Berichterstattung zu Kesb Linth", zusammen mit einem Link zur Urteilspublikation auf der Homepage der Beklagten 1, anzubringen. Der gleiche Beitrag sei in den drei Folgemonaten, jeweils am Tag, der die gleiche Zahl trägt wie der Tag, an dem der Beitrag erstmals veröffentlicht wurde, erneut anzubringen; Nach jedem der Beiträge seien für 24 Stunden keine weiteren Beiträge auf der -Seite der Beklagten 1 zu veröffentlichen und jeder der Beiträge sei zusammen mit der Verlinkung während mindestens zwölf Monaten aufgeschaltet zu lassen.
8. Die Verfügungen gemäss Ziff. 1, 2, 3, 4, 5 und 7 vorstehend seien unter Androhung der Un-
gehorsamsstrafe von Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu erlassen, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer behördlichen Verfügung nicht Folge leistet.
9. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, den Klägern den durch die persönlichkeitsverletzenden
Publikationen erzielten Gewinn zzgl. Zins von 5% seit Klageeinleitung und 8%  herauszugeben;
Die Kläger behalten sich die Bezifferung des Gewinnherausgabeanspruchs nach erfolgter, vollständiger Auskunftserteilung durch die Beklagte 1, spätestens aber nach Durchführung und Abschluss des Beweisverfahrens, ausdrücklich vor; Der vorläufige Streitwert dieses Anspruchs wird auf CHF 100'000 geschätzt.
10. Die Beklagten 1-3 seien solidarisch zu verpflichten, dem Kläger 1 für die erlittene seelische
Unbill eine Genugtuung von CHF 25'000.- nebst 5% Zins seit Klageeinleitung zu bezahlen, wobei der Kläger 1 die Beklagten anweist, den entsprechenden Betrag nicht ihm selbst, sondern der gemeinnützigen Organisation "[_Name_]", [_Ort_], zu überweisen und ihm eine  der betreffenden Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen.
11. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zzgl. Mehrwertsteuer von 8% zu Lasten der
Beklagten 1-3.
b) der Beklagten (gemäss Duplik vom 16. August 2017)
1. Die Klage sei abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.
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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag für die nicht
mehrwertsteuerpflichtigen Beklagten 2 und 3, solidarisch zu Lasten der Kläger.
Teilentscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland, 2. Abteilung, vom 8. Dezember 2017
1. Es wird festgestellt, dass die Berichterstattung der Beklagten Obersee Nachrichten AG,
B._ _ und C._, verbunden mit den publizierten bzw. veröffentlichten  und Beiträgen auf der Facebook-Seite der Obersee Nachrichten AG (www..com/oberseenachrichten) zu den Themen "Marco H. / Therapieschiff [_Name _]", "Samuel / Kindsentführung", "Pia Gmür / Stillverbot", "G._ / F._", "H._sel. /  und Selbstmord", "F.B. / Rentner mit Ehegattenvertretung", "A.S. / Psychiatrische ", "Ehepaar M._ / Altersheim und psychiatrische Klinik", "Q._ / Kinder bei Grossvater", "Wahl von A._" und "S._" eine persönlichkeitsverletzende  gegen A._ und die Stadt Rapperswil-Jona darstellt.
Teil dieser Kampagne sind insbesondere die Beiträge auf der Facebook-Seite der Obersee Nachrichten gemäss nachfolgender Ziff. 3 sowie die Berichte und die Leserbriefe in den  56 Ausgaben der Obersee Nachrichten: 25. September 2014, 9. Oktober 2014, 23. Oktober 2014, 6. November 2014, 13. November 2014, 11. Dezember 2014, 18.  2014, 8. Januar 2015, 29. Januar 2015, 19. Februar 2015, 23. April 2015, 30.  2015, 11. Juni 2015, 18. Juni 2015, 16. Juli 2015, 30. Juli 2015, 6. August 2015, 13.  2015, 20. August 2015, 27. August 2015, 3. September 2015, 17. September 2015, 24. September 2015, 1. Oktober 2015, 15. Oktober 2015, 5. November 2015, 19.  2015, 26. November 2015, 17. Dezember 2015, 23. Dezember 2015, 7. Januar 2016, 21. Januar 2016, 28. Januar 2016, 4. Februar 2016, 11. Februar 2016, 18. Februar 2016, 25. Februar 2016, 3. März 2016, 10. März 2016, 17. März 2016, 7. April 2016, 14.  2016, 21. April 2016, 28. April 2016, 4. Mai 2016, 12. Mai 2016, 19. Mai 2016, 26. Mai 2016, 2. Juni 2016, 9. Juni 2016, 16. Juni 2016, 7. Juli 2016, 14. Juli 2016, 21. Juli 2016, 28. Juli 2016 und 4. August 2016.
2. Die Obersee Nachrichten AG wird verpflichtet, innert 7 Tagen seit Rechtskraft dieses Ent-
scheids bei sämtlichen unter Ziff. 1 genannten Berichten und Leserbriefen, in deren  (www.oberseenachrichten.ch/archiv/) sowie in allen anderen verfügbaren  auf deren Website, auf deren Facebook-Seite (www.facebook.com/oberseenachrichten) sowie den Mediendatenbanken SMD und Swissdox am oberen Rand der jeweils  Zeitungsseite gut lesbar in roter Schrift und im Schriftformat analog dem Ingress bzw., bei fehlendem Ingress, analog dem Fliesstext, folgenden Text anzubringen:
"Der auf dieser Seite enthaltene Bericht bzw. Leserbrief zum Thema KESB Linth bzw. A._ _ als Präsidenten der KESB Linth ist gemäss Gerichtsentscheid Teil einer  Kampagne gegen die Stadt Rapperswil-Jona und A._ als Präsidenten der KESB Linth."
Sollte der Text nicht direkt auf der jeweiligen Zeitungsseite angebracht werden können, ist er anderweitig elektronisch bei der entsprechenden Zeitungsseite anzubringen, und zwar so, dass er beim Anklicken der jeweiligen Seite auf den ersten Blick gut sicht- und lesbar ist (ebenfalls mit roter Schrift und im Schriftformat analog dem Ingress oder bei dessen Fehlen analog dem Fliesstext) und dass er untrennbar mit der jeweiligen Zeitungsseite verbunden ist.
3. Die Obersee Nachrichten AG wird verpflichtet, innert 7 Tagen seit Rechtskraft dieses Ent-
scheids folgende Textpassagen auf ihrer Facebook-Seite (www.facebook.com/) zu löschen.
1) Beitrag vom 18. März 2016
"Die KESB muss weg und damit die Willkür der Behörden!";
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2) Beitrag vom 05. April 2016 a) "Typisch.... Statt zu argumentieren greift man lieber zu Stasi Methoden...."; b) "KESB MAFIA"; c) "Die Kesb muss abgeschafft werden sonst wird es noch viel unheil geben das ist
eine gefährliche Mafia";
3) Beitrag vom 07. April 2016 a) "Eine Ärztin nennt die KESB-Massnahme 'barbarisch'."; b) "Das grenzt nicht an Kindesentführung sondern es ist Kindesentführung!"; c) "was sie mit dem jungen machen ist schlichtweg ein verbrechen"; d) "Es ist eine Schweinerei was da abgeht!";
4) Beitrag vom 14. April 2016 a) "Die Verantwortlichen dieser miesen Machenschaften gehören hinter Gitter, und
zwar für sehr sehr lange Zeit!!! Es kann nicht sein, dass man einfach so das  anderer Menschen und vor allem von so jungen Menschen ruiniert und nicht zur Rechenschaft gezogen wird."
b) "Ich sage ja die KESB ist nicht da für das Wohl des Kindes nein um Ihre  FETT zu füllen. Muss wieder ein Fall wie in FLAACH zuerst kommen damit die Gerichter das Gesetz sich mal um diese verfluchte KESB kümmert???? Schlimm nur schlimm?";
c) "Die Hauptschuldigen gehören wegen Kindesentführung Angeklagt!"; d) "Absoluter Schwachsinn die studierte Behörde gehören doch weggesperrt so Un-
menschliches Verhalten und das auf den oberen Stühle 'riessen Sauhaufen'!" e) "Das kann doch nicht sein in unserer heutigen Zeit, dass es solche unmenschli-
che Personen gibt, die (zum Wohle unserer Jugend) so viel zerstören. Raus mit ihnen!!!!!";
f) "Hier überschreiten Leute ihre Kompetenzen......neben dem dass sie auch INNKOMPETENT sind!"
g) "DIie KESB sollte eine Kinder- und Erwachsenen SCHUTZ Behörde sein. In Tat und Wahrheit zerstört sie Familien, entscheidet nie zum Wohl des betroffenen Kindes oder des betroffenen Erwachsenen. Abschaffen und zwar unverzüglich diese unsägliche Brut.";
h) "Ein Riesenskandal. Har man aus der Vergangenheit nicht's gelernt. Erst die  der Fahrenden, dann Waisenkinder die in Heime ge- steckt wurden, . Wo leben wir eigentlich??? Rückt das Kind sofort heraus und übergebt es der Mutter. Verdammte Schweinerei!!!!!!";
i) "Die politik muss sofort handeln um die Kesb Mafia zu underbinden";
5) Beitrag vom 21. April 2016 a) "Kesb= kindererwachsenenschadenbehoerde: gut getarnt als: kesb."; b) "Mann ist das ne Drecksbande unglaublich sowas.";
6) Beitrag vom 28.04.2016 a) "Dass diese Leute von der KESB Linth überhaupt noch mit ruhigem Gewissen
schlafen gehen können mit all dem Leid das sie täglich anrichten, unglaublich und unmenschlich! Meiner Meinung sollte man die KESB und alle ihre Mittäter boykottieren! So das sie nirgends mehr willkommen sind!";
b) "Die gehören allesamt in die psychiatrie gesperrt !!!... ausgenommen familie M._";
c) "Verding-Menschen Version 2.0"; d) "Unglaublich. Sofort abschaffen diese Familienzerstörerbehörde!"; e) Kindes- u. Familien-Terrororganisation KESB"; f) "Diktatur!!!";
7) Beitrag vom 04. Mai 2016
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a) "Das hat nichts mit Menschlichkeit und Hilfe zu tun – sondern mit Macht-spiel-
chen"; b) "Das geschieht nicht zuhinderst in China. Auch nicht in Deutschland zur Zeit von
Hitler. NEIN: HEUTE und JETZT mitten in der SCHWEIZ.";
8) Beitrag vom 12. Mai 2016 "Typisch für diese unsägliche Familienzerstörerbehörde.";
9) Beitrag vom 19. Mai 2016 zur neuen Ausgabe a) "Das ist ja nicht nur Vertterli-Wirtschaft, sondern Betrug am Bürger."; b) "Unglaublich diese Vetternwirtschaft."; c) "Schreckensherrschaft der KESB";
10) Beitrag vom 19. Mai 2016 zum Artikel "A._: Stadtrat hat Bürger getäuscht" a) "Sofort entlassen und mit Berufsverbot belegen!" b) "Zum Kotzen!!!!"; c) "Genau...kann gar nicht soviel Essen wie ich kotzen müsste";
11) Beitrag vom 19. Mai 2016 zum Artikel "Geheimer Besuch in der Psychi [_Ort_]" a) "Eine riesen Sauerei. Pfui Deibel. Die KESB ist zum Kotzen."; b) "Stasi-Methoden-pfui Teufel"; c) "Zum Kotzen!!!!" (mit Bild);
12) Beitrag vom 26. Mai 2016 zur neuen Ausgabe a) "Aber die Machenschaften der KESB erinnern an den ehemaligen Stasiapparat."; b) "Söihäfeli – Söideecheli!"
13) Beitrag vom 26. Mai 2016 zum Artikel "KESB: Sonderdienste für den "
a) "Man kann hier nicht mehr von Sozialindustrie reden, hier geht es um !";
b) "Da fehlen mal wieder die Worte! Mafia!";
14) Beitrag vom 26. Mai 2016 zum Artikel "Der Fall M._ und die KESB Linth" a) "Wahnsinn! Und dieser Irre hat noch die Frechheit, Journalisten, die seine Ma-
chenschaften aufdecken, anzuzeigen! Wir sind doch hier in der Schweiz und nicht in Nordkorea.";
b) "...ich hoffe, dass beide jetzt die ruhe finden werden nach all dem grauen was die KESB über sie gebracht hat.";
15) Beitrag vom 02. Juni 2016
Huere Mafia alli lueged zueh als ob mo im Kino wöhr nume isch es Real!";
16) Beitrag vom 09. Juni 2016 a) "Diese Visage sagt alles. Wann kappt man das offizielle Luegen amtlich. Was für
eine Scheisse..."; b) "säuhäfeli - säudeckeli..";
17) Beitrag vom 21. Juli 2016 zur neusten Ausgabe a) Die Kesb ist Unmenschlisch. Denken wir an die Vergangenheit und in der Gegen-
wart sieht es noch schlimmer aus. VERDINGKINDER";
18) Beitrag vom 21. Juli 2016 ("Schlammschlacht um H._sel. Erbe")
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a) Redaktioneller Aufhängertext: "H._sel. erbte Geld von seiner Mutter. Die KESB
und das Beratungszentrum Uznach entzogen ihm die Verfügung darüber.  schied H._sel. aus dem Leben. Die Aufklärung des Falles nimmt immer schmutzigere Dimensionen an.";
b) "Könnte es sein dass sich gewisse Leute 'an der Macht' unrechtmässig bereichert haben? Es wäre nicht zum ersten Mal in den letzten Jahren. (...) Hoffe dass der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona für sein unprofessioneles Verhalten auch bestraft wird.";
c) "Hat das der Staat KESB nötig, Geld zu ergaunern, dass Ihnen gar nicht gehört   die sind ja schlimmer als die Mafia  ";
d) "Was sich hier ereignete ist schlichtweg eine Sauerei!" e) "Wie lange will der Staat der KESB noch zusehen? Wenn es Juristisch so
schwierig ist der KESB bei zu kommen? Wartet der Staat auf den Bürger der zur Waffe greift oder will er die Kontrolle ohne Blutvergießen endlich selber lösen?"
19) Beitrag vom 28. Juli 2016 (S._)
a) "Aber seine [diejenige von {_Name_}, einem Mitglied der Kesb-Rekursinstanz] Aussage ist exemplarisch für die Scheinheiligkeit und Herzlosigkeit der KESB. Wie soll ein 73-jähriger, halb krank, in die Psychi gesteckt und dann polizeilich begleitet seiner Kunden bestohlen – und erst noch seiner Selbstbestimmung , sich gegen diesen KESB-Apparat wehren?" (Persönlicher Beitrag des  2);
b) "wo können Leute die hilfe brauchen hilfe erwarten ohne das man die KEBS am Halse hat (...)";
c) "hochkriminelle Organisation"; d) "einmal mehr das pack von kesb, diktatorisch ja gerade kriminell. Was muss ei-
gentlich noch alles geschehen dass dieser staatlichen missgeburt der stecker  wird?";
e) "Solange die 'KESB' uns terrorisiert sind wir Spitze in Europa....in der !!!!!!!!!";
f) "Selber Psychos wo sich dort mit ihrere Arbeit befridiget"; g) "Da sind Schwerverbrecher am Werk. Die Verantwortlichen gehören für Jahre im
Knast versorgt."; h) "so es saupack vonere KESB"; i) Behördenwillkür!!!"; j) "Sauerei mit diesen Papiergeiern.."; k) "Unmenschliche Behörde";
4. Die Obersee Nachrichten AG wird verpflichtet, den ergangenen Entscheid im Dispositiv wie
folgt zu publizieren:
4.1. In der Printausgabe der ON ist in der ersten Ausgabe nach Rechtskraft des  vollständig und in gut leserlicher Schrift, schwarz auf weissem Hintergrund, mit einem Anriss auf der Titelseite auf die Urteilspublikation hinzuweisen und das  ist auf den folgenden Seiten (beginnend spätestens der Seite 5) zu ;
4.2. Auf der Startseite der Homepage der Beklagten 1 (www.oberseenachrichten.ch/) ist
spätestens 7 Tage nach Rechtskraft des Entscheids unmittelbar unter dem Titel "" mit dem Untertitel "Publikation Urteil gegen ON betreffend  im Zusammenhang mit Berichterstattung zur KESB Linth" eine Verlinkung , die auf eine Folgeseite verweist, auf welcher das ganze Urteilsdispositiv  wird;
Die Verlinkung und das Urteil sind so lange aufgeschaltet zu lassen, wie die in  Ziff. 1 erwähnte Berichterstattung auf der Homepage der Obersee  AG, auf der Facebook-Seite der Obersee Nachrichten oder an einem anderen Ort, auf den die Obersee Nachrichten AG hinweist, auffindbar ist.
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4.3. Die Obersee Nachrichten AG wird verpflichtet, auf ihrer Facebook-Seite (www..com/oberseenachrichten) spätestens 7 Tage nach Rechtskraft dieses  einen Beitrag mit dem Titel "Publikation Urteil gegen ON betreffend  im Zusammenhang mit Berichterstattung zu KESB Linth",  mit einem Link zur Urteilspublikation auf der Homepage der Obersee Nachrichten AG anzubringen. Der gleiche Beitrag ist in den drei Folgemonaten, jeweils am Tag, der die gleiche Zahl trägt wie der Tag, an dem der Beitrag erstmals veröffentlicht wurde, erneut anzubringen.
Die Obersee Nachrichten AG wird verpflichtet, während jeweils 24 Stunden nach den Beiträgen gemäss vorstehender Ziff. 4.3. Abs. 1 keine weiteren Beiträge zu .
Die Beiträge sind während mindestens 12 Monaten aufgeschaltet zu lassen.
5. In Bezug auf das Rechtsbegehren Nr. 9. der Kläger betreffend Gewinnherausgabe wird die Klage in ein separates Verfahren verwiesen.
6. Im weiteren Umfang werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit sie nicht infolge
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden.
7. Die Gerichtskosten, bestehend aus der Entscheidgebühr von CHF 18'000.00 für den be-
gründeten Entscheid, werden im Umfang von CHF 4'500.00 und unter solidarischer  der Stadt Rapperswil-Jona und A._ und im Umfang von CHF 13'500.00 den solidarisch haftenden Obersee Nachrichten AG, B._ und C._ auferlegt. Erhoben werden die Gerichtskosten im Umfang von CHF 12'000.00 bei den Klägern, unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 12'000.00. Weiter werden je CHF 3'000.00 bei der Obersee Nachrichten AG und bei B._ erhoben. Der Stadt Rapperswil-Jona und A._ wird im Umfang von CHF 7'500.00 das Rückgriffsrecht auf die solidarisch haftenden Beklagten eingeräumt. Im Innenverhältnis werden die  auf Seiten der Kläger zu CHF 3'000.00 der Stadt Rapperswil-Jona und zu CHF 1'500.00 A._ und auf Seiten der Beklagten im Umfang CHF 6'750.00 den Obersee Nachrichten AG und im Umfang von CHF 6'750.00 B._ auferlegt. C._ werden im Innenverhältnis keine Gerichtskosten auferlegt.
8. Die Obersee Nachrichten AG und B._ werden unter solidarischer Haftbarkeit ver-
pflichtet, der Stadt Rapperswil-Jona und A._ für deren Parteikosten CHF 160'193.30 zu bezahlen. Im internen Verhältnis entfallen auf Seiten der Beklagten je CHF 80'096.65 auf die Obersee Nachrichten AG und auf B._. C._ hat im Innenverhältnis keine Parteikosten zu übernehmen. Auf Seiten der Kläger entfallen CHF 106'795.55 der Parteientschädigung auf die Stadt Rapperswil-Jona und CHF 53'397.75 auf A._.
Anträge vor Kantonsgericht
A) Berufung der Beklagten 2 und 3 (BO.2018.28+29-K1)
a) Anträge der Beklagten 2 und 3
1. Dispositiv Ziff. 1 des Entscheids der Vorinstanz sei aufzuheben und auf die Feststellungs-
klage gegen die Beklagten 2 und 3 sei nicht einzutreten, eventuell sei sie vollumfänglich , unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositiv Ziff. 7 und 8) zu Gunsten der Beklagten 2 und 3 und vollumfänglich zu Lasten der Kläger.
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2. Eventualiter: Der Kosten- und Entschädigungsentscheid (Dispositiv Ziff. 7 und 8) der Vorin-
stanz sei insofern aufzuheben, als er den Beklagten 2 und 3 im Aussenverhältnis 3⁄4 der  und dem Beklagten 2 im Aussenverhältnis die Hälfte der klägerischen  (d.h. CHF 160'193.30) sowie dem Beklagten 2 im Innenverhältnis jeweils die Hälfte davon auferlegt, und es seien – selbst bei Aufrechterhaltung des Entscheids der  in der Sache – den Beklagten 2 und 3 keine Gerichtskosten aufzuerlegen und eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag für die nicht
mehrwertsteuerpflichtigen Beklagten 2 und 3, solidarisch zu Lasten der Kläger.
b) Anträge der Kläger
1. Die Berufung der Beklagten 2 und 3 sei vollumfänglich abzuweisen; 2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwertsteuern, solidarisch zu Lasten
der Beklagten 2 und 3.
B) Berufung der Kläger (BO.2018.30-32-K1)
a) Anträge der Kläger
1. In Abänderung von Ziff. 6 des Urteilsdispositivs (und in Gutheissung von Ziff. 5 des erstin-
stanzlichen Rechtsbegehrens) sei den Beklagten 1, 2 und 3 in Bezug auf bis zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils bekannte Sachverhalte die Publikation folgender , direkt oder sinngemäss, gerichtlich zu verbieten: 1.1. Der Kläger 1 oder andere Mitarbeiter der Kesb Linth hätten Marco H.'s _füsse
medizinisch vernachlässigt bzw. sich über ärztliche Anordnungen hinweggesetzt; 1.2. Der Vergleich von der Kesb Linth betreuter Kinder mit Verdingkinder; 1.3. Die Behauptung, im Fall von Marco H. seien "Kindsrechte mit Füssen getreten" bzw.
die UNO-Konvention für Kinderrechte verletzt worden; 1.4. Die Verwendung strafrechtlicher und anderweitig skandalisierender Terminologie,
namentlich der Begriffe "Entführung", "Deportierung", "Gefängnis", "Verbannung" und "Inhaftierung" zur Beschreibung der im Fall von Marco H. angeordneten  auf dem Jugendschiff [_Name_];
1.5. Die Behauptung, die Kesb Linth bzw. der Kläger 1 hätten nur aufgrund des , namentlich desjenigen der Beklagten, bestimmte von den Medien geforderte Massnahmen umgesetzt;
1.6. Der Kläger 1 sei "machtbesessen" bzw. ein "Tyrann" oder Ähnliches; 1.7. Behauptung, die Kesb Linth habe je eine Mutter zum Abstillen gezwungen bzw. ei-
nem Kind die Mutterbrust genommen; 1.8. Der Kläger 1 habe sich als Handlanger eines Bauriesen einspannen lassen bzw.
sich aggressiv in einen Geschäftsstreit eingemischt o.ä. und sei dabei "parteiisch" und "verbissen" vorgegangen;
1.9. Die Äusserung der Behauptung oder des Verdachts, bei der Wahl des Klägers 1 zum Präsidenten der Kesb Linth sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen bzw. diese Wahl sei "gezinkt" gewesen;
1.10. Die Behauptung, die Kesb Linth habe im Fall H._sel. den Kindern die  verweigert;
1.11. Die Behauptung, diese Verweigerung der Akteneinsicht sei erfolgt, um zu , dass Rechte verletzt worden seien;
1.12. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, es  ein Kausalzusammenhang zwischen der Geschäftsführung der Kesb Linth bzw. des Klägers 1 und dem Suizid von Herrn H._sel.;
- 29 -
1.13. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, die Kesb Linth habe zur Begründung eines Beschlusses im Fall Marco H. gefälschte E-Mails verwendet;
1.14. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, der  "Samuel" sei durch seinen Vater in seiner körperlichen oder sexuellen  gefährdet;
1.15. Die Aussage, die Platzierung von "Samuel" bei einer Pflegefamilie sei "illegal", " willkürlich", "skandalös" oder "barbarisch" bzw. Bezeichnung dieser Platzierung als "Entführung";
1.16. Die Behauptung, die Kesb Linth habe im Fall M._ eine "gesunde" und " normale" Frau M._ in die Psychiatrie eingewiesen.
1.17. Die Behauptung, die Kesb Linth habe die "geistig gesunde" Frau A.S. in die  Klinik einliefern wollen;
1.18. Die Behauptung, Stadtpräsident Q._ bzw. seine Enkelkinder hätten durch die Kesb Linth eine "Sonderbehandlung" erfahren;
1.19. Direkte oder suggestive Aussagen, die beim Leser den Eindruck erwecken, die  O._ sei auf Initiative des Klägers 1 entlassen worden, weil sie sich geweigert habe, den Q._-Enkeln eine "Sonderbehandlung" angedeihen zu  bzw. weil sie sich geweigert habe, ein Schreiben zu Handen des Stadtrats zu unterzeichnen;
1.20. Die Behauptung, N._ sei zur Zentrumsleiterin befördert worden und/ ihr sei eine Zusatzausbildung finanziert worden, weil sie bei der "" der Q._-Enkel mitgewirkt habe;
1.21. Die im Zusammenhang mit den in der bisherigen Berichterstattung geschilderten Fällen erhobene Behauptung, die Kesb Linth würde Kinder, Erwachsene und/oder Familien zerstören;
1.22. Die Verwendung der Begriffe "Sozialschlamassel", "Filz" und "Vetternwirtschaft" oder Begriffe ähnlichen Inhalts im Zusammenhang mit der Wahl des Klägers 1 zum  oder im Zusammenhang mit Behandlung des Falles der "Q._-Enkel" durch die Verantwortlichen der Klägerin 2;
1.23. Die Verwendung von Vergleichen mit oder Anspielungen auf totalitäre, despotische und/oder korrupte Staaten, Gesellschaftssysteme, Organisationen und/oder Politiker wie "Mafia", "Stasi", "Erdogan-Türkei", oder "Nordkorea";
1.24. Die direkte oder indirekte (als Zitat einer Drittperson aufgestellte) Behauptung, der von der Kesb eingesetzte Beistand und Treuhänder T._ habe S._ , er werde nur aus der Psychiatrischen Klinik entlassen, wenn er ein  Papier unterschreibe sowie die explizite Unterstellung, S._ sei von der Kesb Linth oder von einer durch sie eingesetzten Hilfsperson "erpresst" worden;
1.25. Explizite oder sinngemässe Unterstellung, die Kesb Linth und/oder der Kläger 1  S._ "seiner wirtschaftlichen Existenz beraubt", dessen "Firma ", "Kunden geholt" bzw. Kundendossiers "geraubt".
2. In Abänderung von Ziff. 6 des Urteilsdispositivs (und in Gutheissung von Ziff. 8 des  Rechtsbegehrens) seien die Anordnungen gemäss Ziff. 1-4 des  Urteils sowie gemäss Ziff. 1.1. bis 1.25. vorstehend unter Androhung der  von Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu erlassen, wonach mit Busse  wird, wer einer behördlichen Verfügung nicht Folge leistet.
3. In Abänderung von Ziff. 6 des Urteilsdispositivs (und in Gutheissung von Ziff. 10 des erstin-
stanzlichen Rechtsbegehrens) seien die Beklagten 1-3 solidarisch zu verpflichten, dem  1 für die erlittene seelische Unbill eine Genugtuung von CHF 25'000.- nebst 5% Zins seit Klageeinleitung zu bezahlen, wobei der Kläger 1 die Beklagten anweist, den  Betrag nicht ihm selbst, sondern der gemeinnützigen Organisation "[_Name_]", [_Ort_], zu überweisen und ihm eine Kopie der betreffenden Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen.
- 30 -
4. In Abänderung von Ziff. 7 des Urteilsdispositivs (und in vollständiger Gutheissung von
Ziff. 11 des erstinstanzlichen Rechtsbegehrens) seien die Beklagten 1 bis 3 in solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, die gesamten Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu übernehmen.
Eventualiter:
Im Fall der Abweisung der vorstehend aufgeführten Berufungsanträge seien die  des erstinstanzlichen Verfahrens in Abänderung von Ziff. 7 des Urteilsdispositivs den Klägern 1 und 2 in solidarischer Haftbarkeit zu 1/8 und den Beklagten 1, 2 und 3 in  Haftbarkeit zu 7/8 aufzuerlegen.
5. In Abänderung von Ziff. 8 des Urteilsdispositivs (und in vollständiger Gutheissung von
Ziff. 11 des erstinstanzlichen Rechtsbegehrens) seien die Beklagten 1 bis 3 in solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, den Klägern für deren Parteikosten im erstinstanzlichen  die volle Parteientschädigung von CHF 320'386.59 zu bezahlen.
Eventualiter:
Im Falle der Abweisung der vorstehend aufgeführten Berufungsanträge seien die Beklagten 1 bis 3 in Abänderung von Ziff. 8 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs in solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, den Klägern für deren Parteikosten im erstinstanzlichen  3/4 der vollen Parteientschädigung von CHF 320'386.59, d.h. CHF 240'289.95, zu .
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 1-3.
b) Anträge der Beklagten 2 und 3
1. Es sei, soweit darauf einzutreten ist, das Rechtsbegehren Ziff. 1 der Berufung der Beru-
fungskläger 1 und 2 (ursprüngliche Kläger 1 und 2) abzuweisen und Ziff. 6 des  des Entscheids der Vorinstanz (Abweisung des erstinstanzlichen Klagebegehrens Ziff. 5), zu bestätigen.
2. Es sei, soweit darauf einzutreten ist, das Rechtsbegehren Ziff. 2 der Berufung der Beru-
fungskläger 1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2) abzuweisen und Ziff. 6 des  des Entscheids der Vorinstanz (Abweisung des erstinstanzlichen Klagebegehrens . 8), zu bestätigen.
3. Es sei, soweit darauf einzutreten ist, das Rechtsbegehren Ziff. 3 der Berufung der Beru-
fungskläger 1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2) abzuweisen und Ziff. 6 des  des Entscheids der Vorinstanz (Abweisung des erstinstanzlichen Klagebegehrens . 10), zu bestätigen.
4. Es sei, soweit darauf einzutreten ist, das Rechtsbegehren Ziff. 4 der Berufung der Beru-
fungskläger 1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2) abzuweisen, und es sei Ziff. 7 des  des Entscheids der Vorinstanz i.S. der beklagtischen Anträge in Ziff. 1, eventualiter Ziff. 2, des Rechtsbegehrens der Berufung vom 14. Mai 2018 der  Beklagten 2 und 3 (Geschäfts Nr. BO.2018.28-K1) abzuändern.
5. Es sei, soweit darauf einzutreten ist, das Rechtsbegehren Ziff. 5 der Berufung der Beru-
fungskläger 1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2) abzuweisen und es sei Ziff. 8 des  des Entscheids der Vorinstanz i.S. der beklagtischen Anträge in Ziff. 1,  in Ziff. 2, des Rechtsbegehrens der Berufung vom 14. Mai 2018 der ursprünglichen  2 und 3 (Geschäfts Nr. BO.2018.28-K1) abzuändern.
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6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzuschlag für die nicht
mehrwertsteuerpflichtigen Beklagten 2 und 3, solidarisch zu Lasten der Berufungskläger 1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2).
c) Anträge der Beklagten 1
1. Die Berufung der Berufungskläger 1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2) sei, soweit darauf
einzutreten ist, vollständig abzuweisen. Insbesondere sei/seien: - das Rechtsbegehren Ziff. 1 der Berufung abzuweisen und Ziff. 6 des Urteilsdispositivs
des Entscheids der Vorinstanz (Abweisung des erstinstanzlichen Klagebegehrens Ziff. 5) zu bestätigen;
- das Rechtsbegehren Ziff. 2 der Berufung abzuweisen und Ziff. 6 des Urteilsdispositivs des Entscheids der Vorinstanz (Abweisung des erstinstanzlichen Klagebegehrens Ziff. 8) zu bestätigen;
- das Rechtsbegehren Ziff. 3 der Berufung abzuweisen und Ziff. 6 des Urteilsdispositivs des Entscheids der Vorinstanz (Abweisung des erstinstanzlichen Klagebegehrens Ziff. 10) zu bestätigen;
- die Rechtsbegehren Ziff. 4 und 5 der Berufung abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MwSt., zu Lasten der Berufungskläger
1 und 2 (ursprünglich Kläger 1 und 2) in Solidarhaftung.
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Inhaltsverzeichnis
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 1. Zusammenfassung des Sachverhaltes
2. Erstinstanzliches Verfahren
3. Berufungsverfahren

II. Formelle Erwägungen 1. Prüfung der Prozessvoraussetzungen
2. Begründungspflicht der Berufungskläger/innen
3. Zulässigkeit von Noven im Berufungsverfahren
III. Materielle Erwägungen 1. Verbleibende Streitpunkte
2. Einwände betreffend grundlegende Aspekte
2.1 Klagebewilligung / Klageänderung
2.2 Fehlendes bzw. nicht mehr vorhandenes Rechtsschutzinteresse
an der Feststellungsklage
2.3 Bestehen bzw. Fortbestehen einer drohenden Verletzungsgefahr
2.4 Verletzung des Dispositionsgrundsatzes, ungenügende Bestimmtheit
des Rechtsbegehrens Ziff. 6 (Feststellungsklage)
2.5 Ungenügende Bestimmtheit des Verbotsbegehrens
2.6 Fehlende Aktivlegitimation der Klägerin 2
2.7 Facebook und Leserbriefe: Keine Passivlegitimation der
Beklagten 2 und 3 und nicht Teil der Kampagne
2.8 Unrichtige Feststellung des Sachverhaltes / Tendenziöse Wiedergabe des Sachverhaltes durch die Vorinstanz
3. Persönlichkeitsverletzung im Allgemeinen
3.1 Theorie
3.2 Behauptungs- und Substantiierungslast
3.3 Prüfprogramm im Falle einer Medienkampagne
4. Persönlichkeitsverletzende Berichterstattung im Einzelnen
4.1 'Marco H. / Therapieschiff [_Name_]'
4.1.1 ON-Ausgabe vom 25. September 2014
4.1.2 ON-Ausgabe vom 9. Oktober 2014
4.1.3 ON-Ausgabe vom 11. Dezember 2014
4.1.4 ON-Ausgabe vom 18. Dezember 2014
4.1.5 ON-Ausgabe vom 8. Januar 2015
4.1.6 ON-Ausgabe vom 19. Februar 2015
4.1.7 ON-Ausgabe vom 23. April 2015 4.1.8 ON-Ausgabe vom 11. Juni 2015
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4.1.9 ON-Ausgabe vom 16. Juli 2015
4.1.10 ON-Ausgabe vom 30. Juli 2015
4.1.11 ON-Ausgabe vom 6. August 2015
4.1.12 ON-Ausgabe vom 17. September 2015
4.1.13 ON-Ausgabe vom 17. Dezember 2015
4.1.14 ON-Ausgabe vom 21. Januar 2016
4.1.15 ON-Ausgabe vom 18. Februar 2016
4.1.16 ON-Ausgabe vom 25. Februar 2016
4.1.17 Fazit
4.2 'Samuel / Kindesentführung'
4.2.1 ON-Ausgabe vom 23. Oktober 2014
4.2.2 ON-Ausgabe vom 6. November 2014
4.2.3 ON-Ausgabe vom 7. April 2016 4.2.4 ON-Ausgabe vom 14. April 2016
4.2.5 ON-Ausgabe vom 21. April 2016
4.2.6 ON-Ausgabe vom 12. Mai 2016
4.2.7 ON-Ausgabe vom 16. Juni 2016
4.2.8 Fazit
4.3 'Pia Gmür / Stillverbot'
4.3.1 Hintergründe des Falls
4.3.2 Beiträge in den ON
4.3.3 Beurteilung der Vorinstanz
4.3.4 Würdigung
4.4 'G._ / F._'
4.4.1 Hintergründe des Falls
4.4.2 Beiträge in den ON 4.4.3 Beurteilung der Vorinstanz
4.4.4 Würdigung
4.5 'H._sel. / Akteneinsicht und Selbstmord'
4.5.1 Hintergründe des Falls
4.5.2 Beiträge in den ON
4.5.3 Beurteilung der Vorinstanz
4.5.4 Würdigung
4.6 'Rentner F.B.'
4.6.1 Hintergründe des Falls
4.6.2 Beiträge in den ON
4.6.3 Beurteilung der Vorinstanz
4.6.4 Würdigung
4.7 'A.S. / Psychiatrische Klinik'
4.7.1 Hintergründe des Falls 4.7.2 Beiträge in den ON
- 34 -
4.7.3 Beurteilung der Vorinstanz
4.7.4 Würdigung
4.8 'Ehepaar M._ / Altersheim und psychiatrische Klinik'
4.8.1 Hintergründe des Falls
4.8.2 Beiträge in den ON
4.8.3 Beurteilung der Vorinstanz
4.8.4 Würdigung
4.9 'Q._ / Kinder bei Grossvater'
4.9.1 Hintergründe des Falls
4.9.2 Beiträge in den ON
4.9.3 Beurteilung der Vorinstanz und Würdigung
4.10 'Wahl von A._ als Präsident der KESB Linth'
4.10.1 Ergebnisse der GPK-Untersuchung 4.10.2 Beiträge in den ON
4.10.3 Beurteilung der Vorinstanz und Würdigung
4.11 'S._'
4.11.1 Hintergründe des Falls
4.11.2 Beiträge in den ON
4.11.3 Beurteilung der Vorinstanz und Würdigung
4.12 Gesamtbeurteilung
4.12.1 Verletzungsebene
4.12.2 Rechtsfertigungsebene
4.12.3 Schlussfazit
5. Verbotsbegehren (Klage Ziff. 5.1-5.25)
5.1 Beurteilung der Vorinstanz
5.2 Würdigung 5.2.1 Nicht auszusprechende Verbote
5.2.2 Auszusprechende Verbote
5.3 Fazit
6. Vollstreckungsbegehren (Berufung Kläger Ziff. 2)
6.1 Antrag der Kläger
6.2 Vollstreckungsfähigkeit und schutzwürdiges Interesse
6.3 Androhung der Ungehorsamsstrafe gemäss Art. 292 StGB
an eine juristische Person
6.4 Fazit
7. Genugtuungsbegehren (Berufung Kläger Ziff. 3)
7.1 Antrag Kläger 1
7.2 Theorie
7.3 Seelischer Schmerz
7.4 Objektive Schwere der Verletzung 7.5 Bemessung der Genugtuung
- 35 -
7.6 Fazit
IV. Prozesskosten 1. Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens
1.1 Gerichtskosten
1.2 Parteientschädigung
2. Prozesskosten des Berufungsverfahrens
2.1 Verfahren BO.2018.28+29-K1
2.2 Verfahren BO.2018.30-32-K1
- 36 -
Erwägungen
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Zusammenfassung des Sachverhalts
1.1 Die Obersee Nachrichten AG (Beklagte 1) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in
Rapperswil-Jona. Sie bezweckt die Herausgabe der Zeitung "Obersee Nachrichten"
(ON). Bei dieser handelt es sich um eine einmal wöchentlich erscheinende und in ei-
nem Grossteil des Wahlkreises See-Gaster, der Schwyzer Bezirke Höfe und March so-
wie der Zürcher Ortschaften Rüti, Feldbach und Wolfhausen gratis an alle Haushalte
verteilte Regionalzeitung mit einer beglaubigten Auflage von deutlich über 60'000 Exemplaren (vgl. dazu kläg.act. 1, kläg.act. 295). Daneben betreibt die Beklagte 1 eine
eigene Homepage, auf deren Startseite sich u.a. jeweils ein Link zur aktuellen Ausgabe
der ON in elektronischer Form findet, sowie eine eigene Facebook-Seite, auf der sie re-
gelmässig Beiträge mit Links zur elektronischen Zeitungsausgabe postet (kläg.act. 74,
93, 101, 106, 178, 196, 206, 209, 211, 216, 227, 228, 252, 260, 262-265, 268, 284).
B._ (Beklagter 2) war lange Zeit Verleger und Chefredaktor der Beklagten 1,
C._ (Beklagter 3) war für diese als Redaktor tätig.
1.2 Mit Verwaltungsvereinbarung vom August/September 2012 (kläg.act. 274)
übertrugen die zehn politischen Gemeinden Amden, Benken, Eschenbach, Gommis-
wald, Kaltbrunn, Rapperswil-Jona, Schänis, Schmerikon, Uznach und Weesen die Auf-
gaben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) organisatorisch an die
Stadt Rapperswil-Jona (Klägerin 2). Sie setzten damit die Klägerin 2 als  der "KESB Linth" ein, die nach Art. 136 lit. a Gemeindegesetz (GG; sGS
151.2) auch für die übrigen Gemeinden handelt (Art. 2 lit. a Einführungsgesetz zur Bun-
desgesetzgebung über das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht [EG-KES; sGS
912.5]). A._ (Kläger 1) war vom [Datum] 2014 bis (zu seiner Freistellung
per [_Datum_] 2018 bzw.) zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses per [_Datum_]
2019 Präsident der KESB Linth (vgl. kläg.act. 45; Beilage 1 zu B/22 im Verfahren
BO.2018.28-K1).
1.3 Von Ende September 2014 bis Anfang August 2016 berichteten die ON in rund
50 Wochenausgaben (oftmals schon mit einer Schlagzeile oder einem Hinweis auf der
Titelseite) über diverse Ereignisse, bei denen die KESB Linth und (unmittelbar oder mit-
telbar) der Kläger 1, als deren Präsident, eine Rolle spielten. Dabei wurden insbeson-
dere neun von der KESB Linth betreute Fälle aufgegriffen und anhand dieser die Tätig-
keit und Kompetenz der Behörde beurteilt. Daneben wurden wiederholt die Wahl des
- 37 -
Klägers zum Präsidenten kritisch beleuchtet, mutmassliche Verflechtungen verschiede-
ner Akteure des regionalen Sozialwesens (KESB Linth, Zweckverband Soziale Dienste
Linthgebiet bzw. Beratungszentren Rapperswil-Jona und Uznach sowie Stadtrat der
Klägerin 2) thematisiert und schliesslich die Betreuungssituation der Enkel des ehema-
ligen Stadtpräsidenten der Klägerin 2, Q._, aufgegriffen. Insgesamt erschienen
in den erwähnten 50 Ausgaben (inkl. Einleitungsartikeln und Kommentaren) rund 130
Beiträge (zu denen teilweise in den aufgezählten, teilweise in weiteren Ausgaben eine
Vielzahl von Leserbriefen abgedruckt wurden), die in irgendeiner Weise etwas mit der
Tätigkeit oder Organisation der KESB Linth zu tun hatten und für die auf der Startseite
der Homepage ein eigenes Dossier "KESB" (wiederum unterteilt in verschiedene The-
menschwerpunkte) angelegt und bewirtschaftet wurde (kläg.act. 285-291). Ausserdem
posteten Drittpersonen zu verschiedenen Artikeln (hauptsächlich ab Mitte Februar
2016) eine Vielzahl von Kommentaren auf der Facebook-Seite der Beklagten 1, die sich teilweise in aufgebrachtem, gehässigem oder sogar verachtendem Ton gegen die
KESB Linth, den Kläger 1 und/oder bestimmte Stadträte der Klägerin 2 richteten (s. die
Aktenhinweise in E. 1.1 hiervor).
2. Erstinstanzliches Verfahren
2.1 Der Kläger 1 und die Klägerin 2 empfanden die erwähnte Berichterstattung als
persönlichkeitsverletzend und leiteten deshalb am 24. Februar 2016 beim Vermittlungs-
amt See ein Schlichtungsverfahren gegen die Beklagten 1, 2 und 3 ein. Nach Durch-
führung der Schlichtungsverhandlung wurde den Klägern mangels Einigung zwischen
den Parteien am 26. Mai 2016 die Klagebewilligung erteilt (vi-act. 1A). Daraufhin reich-
ten die Kläger am 9. August 2016 beim Kreisgericht See-Gaster Klage gegen die Be-
klagten ein (vi-act. 1). Mit dieser verlangten sie unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB im Ungehorsamsfall (Klagebegehren Ziff. 8) die Löschung von insgesamt 276
Passagen aus dem Online-Archiv der Beklagten 1 (Ziff. 1) sowie aus allen weiteren ver-
fügbaren Archiven, insbesondere dem Dossier "KESB" auf der Website der Beklagten
1 (Ziff. 2), und, soweit sie dort aufgeschaltet waren, auf der Facebook-Seite der Beklag-
ten 1 (Ziff. 3), die Löschung von 75 Kommentaren auf der Facebook-Seite der Beklag-
ten 1 (Ziff. 4), das gegenüber sämtlichen Beklagten auszusprechende Verbot, 25
Äusserungen zu verbreiten (Ziff. 5), die Feststellung einer ihre Persönlichkeit verletzen-
den Kampagne (Ziff. 6.1) sowie die Feststellung von elf die Persönlichkeit der Klägerin
2 und neun zugleich auch die Persönlichkeit des Klägers 1 verletzenden Themenbe-
richterstattungen (Ziff. 6.2), die Publikation des Urteils in der Printausgabe, auf der
Homepage und mit einem Beitrag sowie einem Link auf der Facebook-Seite der Be-
klagten 1 (Ziff. 7), die Herausgabe eines nach Durchführung des Beweisverfahrens zu
beziffernden Gewinns von schätzungsweise mindestens Fr. 100'000.00 (Ziff. 9) und
- 38 -
schliesslich die solidarische Verpflichtung sämtlicher Beklagten, dem Kläger 1 eine Ge-
nugtuung von Fr. 25'000.00 zuzüglich Zins zu bezahlen bzw. einen Betrag in entspre-
chender Höhe einer bestimmten gemeinnützigen Organisation zu überweisen (Ziff. 10).
2.2 Mit Schreiben vom 18. August 2016 ersuchte der Präsident des Kreisgerichts
See-Gaster das Präsidium des Kantonsgerichts um Prüfung der Zuweisung des Ver-
fahrens an ein Gericht eines anderen Gerichtskreises (vi-act. 4). Aufgrund des An-
scheins der Befangen- und Voreingenommenheit der festangestellten Richterinnen und
Richter des Kreisgerichts See-Gaster überwies der Präsident des Kantonsgerichts das
Verfahren mit Entscheid vom 5. Oktober 2016 (vi-act. 5) gestützt auf Art. 57 des Ge-
richtsgesetzes (GerG, sGS 941.1) an das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland (Vo-
rinstanz).
2.3 Aufgefordert zur Einreichung der Klageantwort (vi-act. 10) liessen die Beklagten
durch ihren gemeinsamen Rechtsvertreter, anfänglich Rechtsanwalt Dr. Peter Philipp
und später nach einem ersten Anwaltswechsel (vi-act. 15) Rechtsanwalt David Stärkle,
zunächst verschiedene Verfahrensanträge stellen (vi-act. 11 und 19), welche – abgese-
hen davon, dass die Vorinstanz sie zur Einforderung (vi-act. 14) bzw. die Kläger zur
Beibringung von Ergänzungen betreffend die Bevollmächtigung veranlassten (vi-act. 13
[kläg.act. 302-304]; vi-act. 16 [kläg.act. 306 f.] – jeweils abgewiesen wurden (vi-act. 17
und 19). Am 1. März 2017 bzw. mit rechtsgenüglicher Unterschrift am 3. März 2017
(vgl. vi-act. 24-25) erstatteten die Beklagten schliesslich ihre Klageantwort (vi-act. 26).
2.4 Mit ihrer Replik vom 25. April 2017 hielten die Kläger an ihren Rechtsbegehren
gemäss Klageschrift fest (vi-act. 30), woraufhin die Beklagten nunmehr gemeinsam
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Daniel Glasl mit Duplik vom 16. August 2017 auf  Abweisung der Klage, soweit darauf einzutreten sei, schlossen (vi-act. 41).
2.5 Nach Abschluss des Schriftenwechsels und Eingang mehrerer im Rahmen des
allgemeinen Replikrechts eingereichter (Noven-)Eingaben (der Kläger vom 16. und
17. Oktober 2017 [vi-act. 51 und 51A] sowie vom 6. November 2017 [vi-act. 55] und der
Beklagten vom 1. November 2017 [vi-act. 53]) fand am 5. Dezember 2017 die Haupt-
verhandlung statt (vi-act. 57 [Verhandlungsprotokoll]), anlässlich welcher die Kläger um
Abschreibung von zwölf der die Facebook-Kommentare betreffenden Löschungsbegeh-
ren zufolge Gegenstandslosigkeit ersuchten und ansonsten – wie auch die Beklagten –
unverändert an ihren bisherigen Begehren festhielten (vi-act. 57a, S. 2 [Plädoyernoti-
zen Kläger]; vgl. auch die unveränderten Begehren der Beklagten in vi-act. 57c [Plädo-
yernotizen Beklagte]). Daneben stellten die Kläger den prozessualen Antrag, das Ver-
fahren vorerst auf die Klagebegehren Ziff. 1-8 sowie 10 und 11 zu beschränken und
über das Rechtsbegehren Ziff. 9 betreffend Gewinnherausgabe in einem separaten
- 39 -
Teilverfahren zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden, da nur diesbezüglich ein Be-
weisverfahren durchgeführt werden müsse (Plädoyernotizen Kläger, S. 73-76).
2.6 Nachdem sowohl der Rechtsvertreter der Beklagten (vi-act. 58-60) als auch der
Rechtsvertreter der Kläger (vi-act. 61-63 bzw. kläg.act. 385) zwischenzeitlich ihre Kos-
tennoten (sowie jene ihres direkten Vorgängers) zu den Akten gereicht hatten, eröff-
nete die Vorinstanz den Parteien im Dispositiv und mit Kurzbegründung den eingangs
aufgeführten Teilentscheid vom 8. Dezember 2017 (vi-act. 64 [vi-Entscheid]). Darin
stellte sie zunächst fest, dass die Berichterstattung der Beklagten 1, 2 und 3 verbunden
mit den publizierten Leserbriefen und veröffentlichten Beiträgen auf der Facebook-Seite
der Beklagten 1 zu den eingeklagten elf Themengebieten eine persönlichkeitsverlet-
zende Kampagne gegen den Kläger 1 und die Klägerin 2 darstelle (Entscheiddispositiv
Ziff. 1). Daran anknüpfend verpflichtete sie die Beklagte 1, sämtliche unter  Ziff. 1 genannten Berichte und Leserbriefe in ihrem Onlinearchiv sowie in allen an-
deren verfügbaren Datenquellen auf ihrer Website, ihrer Facebook-Seite sowie in den
Mediendatenbanken SMD und Swissdox als Teil einer persönlichkeitsverletzenden
Kampagne gegen die Kläger zu kennzeichnen (Dispositiv Ziff. 2), 63 Kommentare auf
ihrer Facebook-Seite zu löschen (Dispositiv Ziff. 3) und schliesslich das Entscheiddis-
positiv in der Printausgabe der ON und auf ihrer Homepage zu publizieren sowie auf
ihrer Facebook-Seite mehrmals einen darauf hinweisenden Beitrag zu posten, jeweils
verbunden mit einem Link auf die Urteilspublikation auf der eigenen Homepage (Dispo-
sitiv Ziff. 4). Mit Ausnahme des Klagebegehrens Ziff. 9 betreffend Gewinnherausgabe,
welches die Vorinstanz in ein separates Verfahren verwies (Dispositiv Ziff. 5), wies sie
die übrigen Klagebegehren (insbesondere das Unterlassungs- und das Genugtuungs-
begehren) ab, soweit diese nicht infolge Gegenstandslosigkeit (betrifft die zwölf bereits
gelöschten Kommentare auf der Facebook-Seite) abgeschrieben wurden (Dispositiv Ziff. 6). Die Kosten des (unbegründeten) Teilentscheids von Fr. 12'000.00 auferlegte
sie im Umfang von 1/4 (d.h. Fr. 3'000.00) den beiden Klägern und im Umfang von 3/4
(d.h. Fr. 9'000.00) den drei Beklagten (Dispositiv Ziff. 7). Letztere verpflichtete sie aus-
serdem, den Klägern Fr. 160'193.30 für deren Parteikosten zu bezahlen (Dispositiv
Ziff. 8). Darüber hinaus regelte die Vorinstanz die Kostentragungspflicht der solidarisch
haftenden Parteien nicht nur im Aussenverhältnis, sondern bestimmte jeweils zugleich
auch, wieviel die einzelnen Kläger bzw. Beklagten im Innenverhältnis an Gerichts- resp.
Gerichts- und Parteikosten zu tragen hätten bzw. wieviel von der Parteientschädigung
auf jeden Kläger entfalle (vgl. Dispositiv Ziff. 7 und 8).
2.7 Während die Beklagte 1 den Teilentscheid vom 8. Dezember 2017 akzeptierte
und ihrerseits auf eine Begründung verzichtete (vi-act. 67 und 68), verlangte Rechtsan-
walt Dr. Daniel Glasl nunmehr noch namens und im Auftrag der Beklagten 2 und 3
nebst der Zustellung des vollständigen Verhandlungsprotokolls und der Einsicht in die Kostennote der Klägerschaft eine schriftliche Urteilsbegründung (vi-act. 69). Die Kläger
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schlossen sich letzterem Begehren an (vi-act. 70). Mit Schreiben vom 27. Dezem-
ber 2017 stellte die Vorinstanz u.a. sämtlichen Parteien das Protokoll der Hauptver-
handlung vom 5. Dezember 2017 und Rechtsanwalt Dr. Daniel Glasl die umfangreiche
Kostennote der Kläger zu, wobei die weitergeleitete Version – auf ein entsprechendes
vorgängiges Ersuchen des Rechtsvertreters der Kläger hin – bei den Rechnungsdetails
einige wenige Schwärzungen enthielt (vi-act. 73; vgl. auch vi-act. 59-63 und 71 f.). In
der Folge verlangten die Beklagten 2 und 3 die Zustellung der ungeschwärzten klägeri-
schen Honorarnote zur Kenntnisnahme (vi-act. 74) und in einer weiteren Eingabe die
Berichtigung zahlreicher Passagen des Verhandlungsprotokolls (vi-act. 78). Beides
wurde im Begleitschreiben, welches zusammen mit der schriftlichen Entscheidbegrün-
dung (vi-act. 86) am 11. April 2018 versandt wurde, abgewiesen (vi-act. 85).
3. Berufungsverfahren
3.1 Gegen den vorinstanzlichen Teilentscheid vom 8. Dezember 2017 erhoben so-
wohl die Beklagten 2 und 3 als auch die Kläger mit Eingaben vom 14. Mai 2018 Beru-
fung beim Kantonsgericht (B/1 im Verfahren BO.2018.28+29-K1 [nachfolgend: Beru-
fung [Beklagte 2 und 3] bzw. BO.2018.28] resp. B/1 im Verfahren BO.2018.30-32-K1
[nachfolgend: Berufung [Kläger] bzw. BO.2018.30]). Die Beklagten 2 und 3 verlangen
mit ihrer Berufung, die ausschliesslich auf eine Abänderung zu Ungunsten der Kläger
abzielt, die Aufhebung von Ziff. 1 des angefochtenen Teilentscheids und das kostenfäl-
lige Nichteintreten, eventualiter die kostenfällige Abweisung der Feststellungsklage
(Begehren Ziff. 1) sowie subeventualiter die Befreiung von Gerichtskosten und die Zu-
sprechung einer angemessenen Parteientschädigung (Begehren Ziff. 2), alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.) zulasten der Kläger (Begehren 3).
Letztere ersuchen mit ihrer Berufung, welche neben den Beklagten 2 und 3 auch  die Beklagte 1 ins Recht fasst, um Gutheissung ihrer erstinstanzlichen Unterlas-
sungsbegehren (Begehren Ziff. 1), Androhung der Ungehorsamsstrafe von Art. 292
StGB im Widerhandlungsfalle in Bezug auf die bisherigen Entscheidziffern 1-4 sowie
die angestrebten Unterlassungsanordnungen (Begehren Ziff. 2), Gutheissung des erst-
instanzlichen Genugtuungsbegehrens des Klägers 1 (Begehren Ziff. 3), Verpflichtung
der Beklagten 1-3, in solidarischer Haftbarkeit die gesamten erstinstanzlichen Gerichts-
kosten, eventualiter 7/8 davon, zu übernehmen (Begehren Ziff. 4), und schliesslich Ver-
pflichtung der Beklagten 1-3, in solidarischer Haftbarkeit ihnen, den Klägern, für die
erstinstanzlichen Parteikosten eine Entschädigung von Fr. 320'386.59, eventualiter
Fr. 240'289.95, zu bezahlen (Begehren Ziff. 5), alles unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Beklagten 1-3 (Begehren Ziff. 6).
3.2 Sowohl die Beklagten 2 und 3 als auch die Kläger beantragen mit ihrer jeweili-
gen Berufungsantwort vom 16. Juli 2018 resp. vom 16. August 2018 sinngemäss, die
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gegnerische Berufung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulas-
ten der jeweiligen Berufungskläger abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (B/10 im
Verfahren BO.2018.30 [nachfolgend: Berufungsantwort Beklagte 2 und 3] resp. B/10 im
Verfahren BO.2018.28 [nachfolgend: Berufungsantwort Kläger]). Gleich – auch hin-
sichtlich des Mehrwertsteuerzuschlags – lauten sinngemäss auch die Rechtsbegehren
der neu durch Rechtsanwalt Reto T. Annen vertretenen Beklagten 1 in ihrer Berufungs-
antwort vom 14. August 2018 im Verfahren BO.2018.30 (B/13 [nachfolgend: Berufungs-
antwort Beklagte 1]).
3.3 Mit separaten Schreiben vom 22. August 2018 informierte der verfahrenslei-
tende Richter die Parteien in beiden Verfahren dahingehend, dass weder ein zweiter
Schriftenwechsel noch eine Verhandlung vorgesehen sei und – die Teilnahme an ei-
nem allfälligen Beweisverfahren vorbehalten – voraussichtlich aufgrund der Akten  werde (B/12 im Verfahren BO.2018.28 und B/15 im Verfahren BO.2018.30).
Daraufhin reichten die Kläger am 3. September 2018 im Verfahren BO.2018.30 (B/16)
und die Beklagten 2 und 3 am 28. September 2018 im Verfahren BO.2018.30 (B/16;
vgl. auch B/13-15) je eine zusätzliche Eingabe ein, zu denen keine weiteren Stellung-
nahmen eingingen bzw. seitens der Kläger mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 aus-
drücklich auf eine solche verzichtet wurde (B/19 im Verfahren BO.2018.28). Weitere
Eingaben erfolgten hingegen im Zusammenhang mit der Medienmitteilung der Klägerin
2 vom 23. Oktober 2018, gemäss welcher der Kläger 1 [_] freige-
stellt worden sei und das Arbeitsverhältnis mit ihm per [_Datum_] 2019 aufgelöst
werde; nachdem die Beklagten 2 und 3 mit Eingabe vom 31. Oktober 2018 auf diese
Mitteilung aufmerksam gemacht hatten (B/22 im Verfahren BO.2018.28), liessen sich
am 14. November 2018 die Kläger (B/25 im Verfahren BO.2018.28) und alsdann am
23. November 2018 auch die Beklagten 2 und 3 (B/28 im Verfahren BO.2018.28)  vernehmen. Darauf, auf die Berufungsbegründungen und die Erwägungen der
Vorinstanz ist, soweit erforderlich, im Folgenden einzugehen.
II. Formelle Erwägungen
1. Prüfung der Prozessvoraussetzungen
1.1 Wie bereits angekündigt (B/7 im Verfahren BO.2018.28; B/6 im Verfahren
BO.2018.30) – und von keiner Partei beanstandet – werden die zunächst parallel ge-
führten Berufungsverfahren BO.2018.28 und BO.2018.30 aus Gründen der Zweckmäs-
sigkeit (identisches Anfechtungsobjekt, sich überschneidende Anträge, Sachverhalts-
und Rechtsfragen) mit Eintritt der Spruchreife vereinigt und die beiden Berufungen in
einem einzigen Entscheid beurteilt (Art. 125 Abs. 1 lit. c ZPO; A. STAEHELIN, in: /Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 125 N 5).
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1.2 Die von Amtes wegen zu prüfenden Prozessvoraussetzungen erweisen sich
dabei (vorbehaltlich des schutzwürdigen Interesses am Vollstreckungsbegehren, wo-
rauf noch zurückzukommen sein wird [s. E. III.6.2 hernach]) bezüglich beider Berufun-
gen als erfüllt (Art. 59 f.; Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 e contrario [nicht vermögens-
rechtliche Streitigkeit], Art. 311 Abs. 1 ZPO). Auf die Berufungen ist daher grundsätzlich
einzutreten. Zuständig ist die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts (Art. 16 Abs. 1 EG-
ZPO; Art. 14 Abs. 1 lit. b GO).
2. Begründungspflicht der Berufungskläger/innen
Mit der Berufung nach Art. 308 ff. ZPO können die unrichtige Rechtsanwendung und/o-
der die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Den Berufungskläger trifft dabei eine Begründungspflicht (Art. 311 Abs. 1 ZPO).
Er hat sich sachbezogen mit dem Entscheid der Vorinstanz auseinanderzusetzen und
unter Bezugnahme auf die erstinstanzlichen Erwägungen im Einzelnen darzulegen, wa-
rum dieser in den angefochtenen Punkten unrichtig sein soll (REETZ/THEILER, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 311 N 36; ZPO-
Rechtsmittel-KUNZ, 2013, Art. 311 N 92; SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, N 893
ff.). Um dieser Anforderung gerecht zu werden, darf er sich folglich nicht darauf be-
schränken, lediglich auf vor erster Instanz vorgetragene Ausführungen zu verweisen,
diese in seiner Rechtsmitteleingabe zu wiederholen oder den angefochtenen Entscheid
bloss in allgemeiner Weise zu kritisieren. Die Begründung muss (vielmehr) hinreichend
genau und eindeutig sein, um von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden
zu können, was grundsätzlich – und insbesondere in einem umfangreichen Fall wie hier
– voraussetzt, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 138 III
374 E. 4.3.1; BGer 4A_174/2017 E. 4.4.2.4; BGer 4A_290/2014 E. 3.1 f.; BGer
4A_651/2012 E. 4.2; HUNGERBÜHLER/BUCHER, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Art. 311
N 31 und 39). Ungeachtet der Begründungspflicht gilt allerdings auch im Rechtsmittel-
verfahren der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen, weshalb die Beru-
fungsinstanz in rechtlicher Hinsicht nicht auf die Prüfung geltend gemachter Rechtsver-
letzungen beschränkt ist (Art. 57 ZPO; ZPO-Rechtsmittel-KUNZ, Art. 311 N 94;
LEUENBERGER/UFFER-TOBLER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Aufl., N 4.52 und
12.41; SEILER, a.a.O., N 893; vgl. auch REETZ/THEILER, ZPO Komm., Art. 311 N 36).
3. Zulässigkeit von Noven im Berufungsverfahren
3.1 Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweismittel nur noch be-
rücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317
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Abs. 1 lit. b ZPO). Praxisgemäss ist dabei zwischen echten und unechten neuen Vor-
bringen (sog. Noven) zu unterscheiden. Bei echten Noven ("vrais nova"), also Tatsa-
chen und Beweismitteln, die erst nach dem Zeitpunkt entstanden sind, bis zu dem im
erstinstanzlichen Verfahren (einschliesslich unter den eingeschränkten Voraussetzun-
gen von Art. 229 Abs. 1 ZPO) letztmals Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge
möglich waren, was dem Beginn der Urteilsberatung – und damit in aller Regel und so
auch hier dem Ende der Hauptverhandlung – entspricht, ist die in lit. b enthaltene Vo-
raussetzung der Neuheit ohne Weiteres gegeben und einzig das unverzügliche Vor-
bringen zu prüfen. Unverzüglich i.S.v. lit. a dieser Bestimmung bedeutet bei erster Ge-
legenheit und damit grundsätzlich im Rahmen des ersten Schriftenwechsels, anschlies-
send jedenfalls nur noch sofort nach der Entdeckung und spätestens bis zur Urteilsbe-
ratung (BGE 142 III 413 E. 2.2.3-2.2.6; s. m.w.H. zur Zehntagesfrist Entscheid des
Kantonsgerichts vom 16. November 2017 i.S. BO.2017.4 [http://www..sg.ch/home/dienstleistungen/rechtsprechung/kantonsgericht.html]). Die Zulas-
sung von unechten Noven ("pseudo nova"), d.h. Tatsachen und Beweismitteln, die be-
reits vor dem erwähnten Zeitpunkt entstanden waren, hängt hingegen zusätzlich von
der Voraussetzung ab, dass sie bei Beachtung der zumutbaren Sorgfalt nicht bereits im
erstinstanzlichen Verfahren hätten vorgebracht werden können (zum
Ganzen: BGE 143 III 348 E. 4.1 = Pra 107 Nr. 131; BGE 143 III 272 E. 2.3 = Pra 107
Nr. 5; BGE 143 III 42 E. 4.1; REETZ/HILBER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/
Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 317 N 56 ff.). Die Beachtung der zumutbaren
Sorgfalt setzt voraus, dass jede Partei im erstinstanzlichen Verfahren den Sachverhalt
sorgfältig und umfassend darlegt und alle Elemente vorbringt, die zum Beweis der er-
heblichen Tatsachen geeignet sind (BGer 5A_282/2016 E. 8.1; BGer 5A_695/2012
E. 4.2.1; BGer 5A_739/2012 E. 9.2.2). Auf jeden Fall obliegt es der Partei, welche vor
der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen will, substantiiert darzulegen und zu beweisen, dass die genannten Voraussetzungen (kumulativ) erfüllt sind
(REETZ/HILBER, ZPO Komm., Art. 317 N 34; BGer 5A_739/2012 E. 9.2.2). Nicht unter
das Novenrecht fallen neue Vorbringen rechtlicher Art. Solche sind im Rahmen des or-
dentlichen Verfahrensganges jederzeit und voraussetzungslos zulässig. Dies ergibt
sich aus dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (vgl. REETZ/HILBER,
ZPO Komm., Art. 317 N 31 und 33).
3.2 Auf die Zulässigkeit der in beiden Berufungsverfahren zahlreich vorgebrachten
neuen Tatsachen und Beweismittel ist, soweit erforderlich, im entsprechenden Sachzu-
sammenhang einzugehen. Dasselbe gilt für die Frage, inwieweit die im Rahmen des
allgemeinen Replikrechts erfolgten zusätzlichen Eingaben der Kläger und der Beklag-
ten 2 und 3 zu berücksichtigen sind (vgl. B/12, B/19 im Verfahren BO.2018.28; B/16 im
Verfahren BO.2018.30).
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3.3 Herauszugreifen und bereits an dieser Stelle zu behandeln sind allerdings die
drei Noveneingaben (B/22, B/25 und B/28 im Verfahren BO.2018.28), die im Anschluss
an die Medienmitteilung der Klägerin 2 vom 23. Oktober 2018 (bekl.act. 1 zu B/22 im
Verfahren BO.2018.28) eingereicht wurden. Sowohl die Medienmitteilung als solche als
auch die darin kommunizierten personalrechtlichen Massnahmen, also die Beendigung
des Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger 1 per [_Datum_] 2019 und die [_] Frei-
stellung desselben infolge Vertrauensverlusts, stellen – wenn nicht gar offenkundige
Tatsachen (Art. 151 ZPO; s. dazu HASENBÖHLER, in: Sutter-Somm/
Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 151 N 3-3d), so doch zumindest –
echte Noven dar, welche die Beklagten 2 und 3 mit Noveneingabe vom 31. Okto-
ber 2018 (B/22 im Verfahren BO.2018.28) unverzüglich vorbrachten. Insofern sind sie
aus novenrechtlicher Perspektive genauso wie die damit verbundenen Beweisanträge
lautend auf Aktenedition und Befragung von Stadtrat [_Name_] als Zeuge nicht zu beanstanden (indes sind Letztere mangels Zuordnung zu einer bestimmten Tatsachen-
behauptung unzulässig [vgl. BGer 4A_338/2017 E. 2.1 m.w.H.]). Die erwähnte Noven-
eingabe der Beklagten 2 und 3, welche den Klägern mit Schreiben vom 2. Novem-
ber 2018 zur Kenntnis- und allfälligen Stellungnahme innert zehn Tagen zugestellt
wurde (B/24 im Verfahren BO.2018.28), veranlasste diese wiederum dazu, auf die
neuen Vorbringen der Gegenseite zu reagieren und Erkundigungen anzustellen, bei
denen sie, die Kläger, wie sie mit Noveneingabe vom 14. November 2018 mitteilten,
auf die Internetplattform '[_Name_]' stiessen (B/25, insbes. S. 6 f. im Verfahren
BO.2018.28). Bei dieser handelt es sich offenbar um ein seit Oktober 2018 vom Be-
klagten 2 als Verleger und vom Beklagten 3 als Verleger und Chefredaktor betriebenes
Gratis-Nachrichtenportal, welches ähnlich der Zielsetzung der ON hauptsächlich über
das lokale Geschehen im Linthgebiet informiert (kläg.act. 416 [neu eingereicht mit B/25
im Verfahren BO.2018.28]) und unter der Rubrik "Dossiers" u.a. ein "Dossier: KESB" mit mehreren Beiträgen zur Kündigung und Freistellung des Klägers 1 führt (kläg.act.
416-421 [neu eingereicht mit B/25 im Verfahren BO.2018.28]). Auch bei den klägeri-
schen Tatsachenbehauptungen und Beweismitteln (kläg.act. 416-421) zu diesem The-
menkomplex handelt es sich nach dem Gesagten um echte und – da unbestrittener-
massen sofort nach deren Entdeckung vorgebracht (vgl. B/28, S. 2 im Verfahren
BO.2018.28) – zulässige Noven.
III. Materielle Erwägungen
1. Verbleibende Streitpunkte
1.1 Die Berufung hemmt die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des angefochtenen
Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 ZPO). Während sich die Berufung der  2 und 3 gegen Dispositiv Ziff. 1 (Feststellung einer persönlichkeitsverletzenden
- 45 -
Kampagne) sowie – eventualiter auch separat – gegen Dispositiv Ziff. 7 und 8 (Kosten-
und Entschädigungsregelung) des angefochtenen Entscheids richtet, verlangen die
Kläger mit ihrer Berufung die Abänderung von Dispositiv Ziff. 6 (Gutheissung statt Ab-
weisung ihrer erstinstanzlichen Unterlassungs- und Vollstreckungsbegehren sowie des
Genugtuungsbegehrens des Klägers 1) sowie – eventualiter ebenfalls separat – die Ab-
änderung von Dispositiv Ziff. 7 und 8. Damit stehen die Dispositiv Ziff. 2 (Verpflichtung
der Beklagten 1 zur Kennzeichnung), 3 (Verpflichtung der Beklagten 1 zur Löschung
von 63 Kommentaren auf ihrer Facebook-Seite), 4 (Verpflichtung der Beklagten 1 zur
Publikation des gesamten Entscheiddispositivs) und 5 (Verweis des Klagebegehrens
auf Gewinnherausgabe in ein separates Verfahren) des angefochtenen Entscheids
nicht mehr zur Diskussion.
1.2 Daran ändert entgegen der Auffassung der Beklagten 2 und 3 (Berufung, S. 5 f.) nichts, dass die Vorinstanz den in den vorerwähnten Entscheidziffern enthaltenen
Verpflichtungen der Beklagten 1 die Feststellung einer persönlichkeitsverletzenden
Kampagne zugrunde legte (vi-Entscheid, S. 177-183, 190 f., 194 f.). Die Beklagten 1-3
wurden von den Klägern aus Zweckmässigkeitsgründen (Sachzusammenhang) ge-
meinsam als einfache passive Streitgenossen ins Recht gefasst (Art. 71 Abs. 1 ZPO;
vgl. zu diesem Begriff: BSK ZPO-RUGGLE, 3. Aufl., Art. 71 N 1-7; LEUENBERGER/UFFER-
TOBLER, a.a.O., N 3.28 und 3.43), zumal es das materielle Recht (Art. 28 f. ZGB i.V.m.
Art. 49 Abs. 1 und Art. 50 Abs. 1 OR) auch erlaubt hätte, gegen jeden oder auch nur
einzelne von ihnen separat vorzugehen. Bei einfacher Streitgenossenschaft bleibt die
Verbindung lose und die Mehrheit von Streitgegenständen und Parteien bestehen
(STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 3. Aufl., § 13 N 37 ff.). Die einfa-
chen Streitgenossen können den Prozess unabhängig voneinander führen (Art. 71
Abs. 3 ZPO) und das Urteil, das zu ergehen hat, kann für jeden unterschiedlich . Weil diese Unabhängigkeit im Rechtsmittelverfahren fortbestehen bleibt, kann je-
der einfache Streitgenosse getrennt und selbständig Berufung ergreifen, wobei er je-
weils nur jenen Teil des Entscheids anfechten darf, der ihn betrifft; die Gegenpartei
kann ihrerseits frei entscheiden, ob sie gegen einen oder gegen mehrere Streitgenos-
sen ein Rechtsmittel einlegen will. Dementsprechend ist der Eintritt der (materiellen)
Rechtskraft für jeden Streitgenossen und Gegner der Streitgenossen jeweils gesondert
zu prüfen (BGE 140 III 520 E. 3.2.2; BGer 4A_632/2012 E. 1; BSK ZPO-RUGGLE,
Art. 71 N 30, 32 und 41-44).
Nachdem die Beklagte 1, die als einzige von den Dispositiv Ziff. 2-4 beschwert ist, auf
eine (Anschluss-)Berufung verzichtete (vgl. schon vi-act. 68), sind die darin enthaltenen
Anordnungen und in Bezug auf ihre Person ebenso die Feststellung in Dispositiv Ziff. 1
des angefochtenen Entscheids in (materielle) Rechtskraft erwachsen. Zwar könnte sich
so je nach Begründung ein Wertungswiderspruch ergeben, sollte die Berufung der Be-
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klagten 2 und 3 im Hauptpunkt gutgeheissen werden, doch spielt dies nach dem Ge-
sagten keine Rolle. Damit ist grundsätzlich auch nicht mehr darüber zu befinden, wer
für die Löschung persönlichkeitsverletzender Kommentare auf der Facebook-Seite ei-
ner Zeitungsherausgeberin ins Recht gefasst werden kann (weitgehend unerheblich
daher Berufung Beklagte 2 und 3, S. 20-24). Ohnehin könnte diesbezüglich auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vi-Entscheid, S. 179-182).
Von der die Vollstreckbarkeit aufschiebenden Wirkung der Berufungsanträge miterfasst
wird immerhin aber Dispositiv Ziff. 4 betreffend Urteilspublikation, dies allerdings bloss
insofern, als diese inzwischen rechtskräftige Verpflichtung der Beklagten 1 das ge-
samte Dispositiv umfasst und dieses wiederum vom Schicksal der beiden Berufungen
abhängt (vgl. REETZ/ HILBER, ZPO Komm., Art. 315 N 21).
1.3 Streitig sind demnach noch das (bzw. die) klägerische(n)  in Bezug auf die Beklagten 2 und 3 (Klagebegehren Ziff. 6 und Dispositiv Ziff. 1),
die klägerischen Unterlassungsbegehren (Klagebegehren Ziff. 5 und Dispositiv Ziff. 6),
die klägerischen Vollstreckungsbegehren (Klagebegehren Ziff. 8 und Dispositiv Ziff. 6),
das Genugtuungsbegehren des Klägers 1 (Klagebegehren Ziff. 9 und Dispositiv Ziff. 6)
und schliesslich – auch unabhängig von den vorgenannten Punkten – die erstinstanzli-
che Gerichts- und Parteikostenregelung (Dispositiv Ziff. 7 und 8). Vom Aufbau her
rechtfertigt es sich dabei, im Folgenden zunächst diejenigen Einwände beider Berufun-
gen zu prüfen, die grundlegende Aspekte zum Gegenstand haben (Klagebewilligung;
Rechtsschutzinteresse; Verletzungsgefahr; ausreichende Bestimmtheit des Feststel-
lungsbegehrens und der Unterlassungsbegehren; Aktivlegitimation der Klägerin 2; Pas-
sivlegitimation der Beklagten 2 und 3), alsdann – gegebenenfalls – auf jene betreffend
den Kern der vorliegenden Auseinandersetzung, d.h. die Persönlichkeitsverletzung(en),
einzugehen, daraufhin die Einwände betreffend die Abweisung der weiteren  Begehren zu behandeln und schliesslich jene betreffend die erstinstanzliche
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu beurteilen. Zu guter Letzt sind die Gerichts- und
Parteikosten des Berufungsverfahrens zu verlegen.
2. Grundlegende Aspekte
2.1 Klagebewilligung / Klageänderung
2.1.1 Die Beklagten 2 und 3 machen zunächst geltend, es fehle bezüglich der Fest-
stellungsklage gegen sie an einer gültigen Klagebewilligung. Die Vorinstanz habe rich-
tigerweise festgestellt, dass es sich beim Klagebegehren Ziff. 6 (Feststellungsklage)
um ein Rechtsbegehren handle, welches in der Klagebewilligung noch nicht enthalten
gewesen sei. Dieses möge zwar die gleichen Fälle betreffen, welche bereits Gegen-
stand des klägerischen Löschungsbegehrens gemäss Klagebewilligung gewesen seien, doch habe die Vorinstanz übersehen, dass sich die Löschungsbegehren nur auf
- 47 -
die Beklagte 1 bezogen gehabt hätten. Weil für jeden einzelnen passiven Streitgenos-
sen ein Schlichtungsverfahren durchgeführt werden müsse und es für die Zulässigkeit
der Klageänderung an einer Zustimmung ihrerseits sowie an einem voraussehbaren
sachlichen Zusammenhang zwischen dem neuen Feststellungsbegehren und den ge-
mäss Klagebewilligung auch gegen sie gerichteten Unterlassungs- und Genugtuungs-
begehren mangle, sei Dispositiv Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und
habe, was sie beide anbelange, stattdessen ein Nichteintreten zu ergehen (Berufung,
S. 9-11).
2.1.2 Die Beklagten 2 und 3 machen zu Recht geltend, dass die Schweizerische Zivil-
prozessordnung für Streitigkeiten der vorliegenden Art die Durchführung eines vorgän-
gigen Schlichtungsverfahrens vorschreibt (Art. 197 ff. ZPO) und dass ein solches nach
Ansicht verschiedener Autoren im Falle einer passiven einfachen Streitgenossenschaft gegen jeden einzelnen Streitgenossen durchgeführt werden muss (etwa BSK ZPO-
RUGGLE, Art. 71 N 27; STAEHELIN/SCHWEIZER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber-
ger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 71 N 9). Ebenso ist überall dort, wo dem Prozess ein
Schlichtungsverfahren vorauszugehen hat, das Vorliegen einer Klagebewilligung der
Schlichtungsbehörde nach Art. 209 ZPO in der Tat eine Prozessvoraussetzung, deren
Fehlen ein Nichteintreten zur Folge hat (Art. 59 f. ZPO; BGE 139 III 273 E. 2.1). Die
Rechtsbegehren in der Klage müssen daher – insoweit ist den Beklagten 2 und 3 eben-
falls noch zu folgen – grundsätzlich (auch in personeller Hinsicht) mit jenen in der Kla-
gebewilligung übereinstimmen, es sei denn, die Gegenpartei stimme der Beurteilung
eines geänderten oder neuen Anspruchs zu (lit. b) oder dieser stünde mit dem bisheri-
gen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang (Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO analog;
vgl. BGer 4A_222/2017 E. 4.1.1 und 4.1.2).
Nicht gefolgt werden kann den Beklagten 2 und 3 hingegen in Bezug auf die von ihnen
aus diesen Erkenntnissen gezogenen Schlüsse: Vorliegend ging der Klage vom 9. Au-
gust 2016 (vi-act. 1) ein Schlichtungsverfahren voraus, in welches sämtliche Beklagten
als einfache passive Streitgenossen miteinbezogen wurden. Gemäss der mangels Eini-
gung ausgestellten Klagebewilligung vom 26. Mai 2016 (vi-act. 1.A) richteten sich dabei
zwar bloss die Unterlassungs- (Ziff. 2) und das Genugtuungsbegehren des Klägers 1
(Ziff. 6) auch gegen die Beklagten 2 und 3. Dies ändert indessen nichts daran, dass der
für die zusätzliche Geltendmachung der Feststellungsansprüche gebotene sachliche
Zusammenhang gemäss Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO auch gegenüber den Beklagten 2
und 3 gegeben ist. Die Beklagten 2 und 3 verkennen nämlich, dass die beiden schon
im Schlichtungsverfahren gegen sie gerichteten Begehren sich hinsichtlich Lebens-
sachverhalt und Rechtsgrund nicht von den anderen, lediglich die Beklagte 1 betreffen-
den Begehren gemäss Klagebewilligung (Löschung bestimmter Aussagen aus Online-
Archive der Beklagten 1 [Ziff. 1], Publikation des Urteils [Ziff. 4], Herausgabe des durch
- 48 -
die persönlichkeitsverletzenden Publikationen erzielten Gewinns [Ziff. 5]) unterschei-
den. Mit den in der Klagebewilligung festgehaltenen Begehren machten die Kläger im
Gegenteil gestützt auf ein und denselben Lebensvorgang (d.h. in den ON vom 25. Sep-
tember 2014 bis 18. Februar 2016 abgedruckte Beiträge und Leserbriefe) sowie basie-
rend auf derselben Rechtsgrundlage (s. vi-act. 1.A: "Streitgegenstand: Persönlichkeits-
verletzung") nebeneinander mehrere Ansprüche einerseits gegen die Beklagte 1 (als
Zeitungsherausgeberin) und andererseits gegen die Beklagte 1 und die Beklagten 2
und 3 (als Verleger und Chefredaktor bzw. Redaktor der Zeitung) geltend (vgl. Art. 28a
Abs. 1-3 ZGB). Soweit also ein hinreichender sachlicher Zusammenhang zwischen
dem mit der Klage neu eingebrachten Feststellungsbegehren und dem ursprünglichen
Löschungsbegehren besteht, was offenkundig der Fall ist und von den Beklagten 2 und
3 auch gar nicht in Abrede gestellt wird, besteht ein solcher eben auch zwischen Erste-
ren und den übrigen Begehren gemäss Klagebewilligung (so schon vi-Entscheid, S. 47). Vor diesem Hintergrund erachtete die Vorinstanz die diesbezügliche Klageände-
rung auch hinsichtlich der Beklagten 2 und 3 zu Recht als zulässig (vi-Entscheid,
S. 47). Inwiefern diesen dadurch die Verteidigung übermässig erschwert worden wäre,
vermögen sie allein mit dem zu kurz greifenden Hinweis (vgl. E. 2.4.3 hernach) darauf,
dass sie ohne die Klageänderung vor Vorinstanz obsiegt hätten, jedenfalls nicht darzu-
tun (Berufung, S. 10 f.).
2.2 Fehlendes bzw. nicht mehr vorhandenes Rechtsschutzinteresse an der Fest-
stellungsklage
2.2.1 Die Beklagten 2 und 3 halten im Berufungsverfahren daran fest, dass auf Sei-
ten beider Kläger ein Rechtsschutzinteresse an der Feststellungsklage (Ziff. 6) zu ver-
neinen sei (vgl. Replik, S. 8 f.; vi-act. 53, S. 4; Plädoyernotizen Beklagte, S. 6). Sie  dies nunmehr aber damit, dass seit Einreichung der Klage bis zum Entscheid
der Vorinstanz während rund eineinhalb Jahren keine die Persönlichkeit der Kläger ver-
letzenden Artikel in den ON erschienen seien, weshalb bereits im Urteilszeitpunkt keine
Störungswirkung mehr bestanden habe (Berufung, S. 8 f.). Dafür verweisen sie auf
S. 97 ihrer Duplik, wo sie allerdings bloss die klägerische Behauptung (Replik, S. 9 f.)
weiterer tendenziöser und sogar persönlichkeitsverletzender Artikel bestritten hatten.
Hingegen berufen sie sich nicht mehr darauf, dass ein solches Interesse auch deshalb
fehle, weil die Feststellungsklage subsidiär zum klägerischen Beseitigungsbegehren sei
(vgl. Replik, S. 8 f.). Ohnehin setzte sich bereits die Vorinstanz ausführlich mit dem
Verhältnis zwischen der Feststellungsklage und den übrigen Klagen gemäss Art. 28a
Abs. 1 ZGB auseinander (vgl. vi-Entscheid, S. 37 f. insbes. unter Bezugnahme auf
HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches,
4. Aufl., N 14.29 f. sowie m.w.H.) und stellte sich die Frage nach der Subsidiarität so –
wie von den Beklagten aufgeworfen – gar nicht, zumal sich das Löschungsbegehren gegen einzelne Ausdrücke, Formulierungen oder Passagen richtete, während sich das
- 49 -
Feststellungsbegehren mit den Fallberichterstattungen bzw. der behaupteten "KESB-
Kampagne" als Ganzes befasst; dem Feststellungsbegehren kam daher von vornhe-
rein eine selbständige Bedeutung zu.
2.2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB kann der Kläger dem Gericht beantragen,
die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin störend
auswirkt. Entgegen dem, worauf die Beklagten 2 und 3 hier offenbar hinauswollen,
setzt schon der Gesetzeswortlaut nicht voraus, dass die Verletzungshandlung andauert
oder ohne Feststellung der Widerrechtlichkeit unaufhörlich weitere gleichartige Verlet-
zungen drohen oder erfolgen (könnten). Angesichts der Beseitigungsfunktion, die der
persönlichkeitsrechtlichen Feststellungsklage innewohnt (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER,
a.a.O., N 14.29; BGE 122 III 449 E. 2.a S. 452; BGE 95 II 481 E. 9), braucht sich nicht
einmal die abgeschlossene Verletzungshandlung weiterhin oder erneut störend  (Störungswirkung). Vielmehr genügt es, wenn der durch die Verletzung hervor-
gerufene Störungszustand fortbesteht (BGE 127 III 481 E. 1.a-c; vgl. schon vorher
[zum gleichlautenden Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG] BGE 123 III 354 E. 1.e-g; bestätigt in
BGer 5A_374/2013 E. 7).
2.2.3 Unhaltbar wäre es aber auch, wenn die Beklagten 2 und 3 behaupten wollten,
die Verhältnisse hätten sich in der Zwischenzeit – also in den angesprochenen einein-
halb, mittlerweile rund vier Jahren – derart geändert, dass die beanstandeten Fallbe-
richterstattungen jede Aktualität eingebüsst hätten und das beim Durchschnittsleser
insgesamt gezeichnete Bild der Kläger 1 und 2 jede Bedeutung verloren habe und des-
halb auch ausgeschlossen werden könne, dass frühere Äusserungen bei neuem aktu-
ellem Anlass wieder aufgegriffen und verbreitet würden (so aber die negative Um-
schreibung des Störungszustands in BGE 123 III 354 E. 1.g; BGE 127 III 481 E. 1.c/aa; BGer 5A_286/2012 E. 2.2; BGer 5A_376/2013 E. 7.2). Einerseits hob bereits die Vor-
instanz zu Recht hervor, dass die Beklagten vorliegend über einen Zeitraum von rund
zwei Jahren regelmässig und intensiv über die KESB Linth und deren Präsidenten, den
Kläger 1, berichteten (vi-Entscheid, S. 38), andererseits waren im Zeitpunkt der erstin-
stanzlichen Urteilsberatung (abgesehen von zwölf Kommentaren auf der Facebook-
Seite der Beklagten 1 [Plädoyernotizen Kläger, S. 2]) unbestrittenermassen noch sämt-
liche der beanstandeten Publikationen im Internet auffindbar (inzwischen offenbar nicht
mehr [Berufung, S. 14; Berufungs-antwort Kläger, S. 10 und 114; Berufungsantwort Be-
klagte 1, S. 7 und 12 f.]; ähnlich vi-Entscheid, S. 194; vgl. auch BGer 5A_605/
2007 E. 3). Ein durch rund 130 Zeitungsbei-träge und über 40 abgedruckte Leserbriefe
sowie 75 Drittkommentare auf der Facebook-Seite der Zeitungsherausgeberin, um nur
die beanstandeten zu nennen, hervorgerufener Eindruck verschwindet nicht einfach
von selbst in einigen wenigen Jahren, sondern ist – nach allgemeiner Lebenserfahrung
– geeignet, sich während Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, ansehensmindernd
- 50 -
auszuwirken (vgl. vi-Entscheid, S. 194). Es kommt hinzu, dass die Einstellung persön-
lichkeitsverletzender Äusserungen noch lange nicht bedeutet, dass der Störungszu-
stand (verstanden als Gedankenbild in den Köpfen des Publikums) nicht weiter bewirt-
schaftet wird. Die Aktualität früherer Äusserungen kann auch dadurch aufrechterhalten
werden, dass beispielsweise die Leser über damit zusammenhängende Gerichtsver-
fahren auf dem Laufenden gehalten werden (kläg.act. 311-317; vgl. auch die unverzüg-
lich [vor {vi-act. 76} oder mit Berufung] vorgebrachten echten Noven [kläg.act. 386,
387, 390; 394-397]) oder öffentlich über die Hintergründe der von einer gegenüber dem
anderen Betroffenen ausgesprochenen Kündigung spekuliert wird (kläg.act. 418-421
[s. zu deren Zulässigkeit E. II.3.3 hiervor]). Dass beide Kläger bis heute ununterbro-
chen über ein schutzwürdiges Interesse an den beantragten Feststellungen verfügen,
ist unter den gegebenen Umständen daher ohne Weiteres zu bejahen.
2.3 Bestehen bzw. Fortbestehen einer drohenden Verletzungsgefahr
2.3.1 Strittig ist weiter auch, ob von den Beklagten 1-3 im Zeitpunkt der erstinstanzli-
chen Urteilsberatung noch eine unmittelbar drohende Verletzungsgefahr ausging und
– falls ja – ob eine solche auch im Berufungsverfahren fortbesteht. Beides wird sowohl
von den Beklagten 2 und 3 als auch von der Beklagten 1 in ihrer jeweiligen Berufungs-
antwort in Abrede gestellt. Zur Begründung wird weitgehend übereinstimmend ausge-
führt, dass seit Ende September 2016 keine Artikel zu den von den Unterlassungsbe-
gehren betroffenen Themen mehr in den ON erschienen seien und dass die Beklagte 1
das Arbeitsverhältnis mit den Beklagten 2 und 3 aufgelöst habe, wobei im Falle des Be-
klagten 3 die Kündigung und die [_] Freistellung noch vor und im Falle des Be-
klagten 2 die Kündigung vor und die [_] Freistellung unmittelbar nach der Eröff-
nung des angefochtenen Entscheids im Dispositiv ausgesprochen worden seien ( Beklagte 2 und 3, S. 7-9; Berufungsantwort Beklagte 1, S. 5 f.).
2.3.2 Nach Art. 28a Abs. 1 Ziff. 1 ZGB kann der Kläger dem Richter beantragen, eine
drohende Verletzung zu verbieten. Ein derartiges Unterlassungsbegehren setzt voraus,
dass eine widerrechtliche Verletzung der Persönlichkeit unmittelbar droht. Davon ist
auszugehen, wenn das Verhalten des Beklagten eine bevorstehende oder erneute
Rechtsverletzung ernsthaft befürchten lässt. Bei der dem Kläger diesbezüglich oblie-
genden Beweisführungslast geht es also stets um den Nachweis bisherigen Verhal-
tens, aus dem sich die Vermutung – künftiges Verhalten einer Person lässt sich nie mit
absoluter Sicherheit beweisen – einer unmittelbar drohenden Verletzungsgefahr ergibt,
wobei die Anforderungen an diesen Nachweis nicht allzu hoch anzusetzen sind
(BGE 97 II 97 E. 5.a; BGer 5A_228/2009 E. 4.1; BGer 5A_658/2014 E. 3.5;
FÜLLEMANN, Dike-Komm-ZPO, 2. Aufl., Art. 84 N 2; BK-MARKUS, 2012, Art. 84 ZPO
N 9; BSK ZPO-DORSCHNER, 3. Aufl., Art. 84 N 19).
- 51 -
Eine Wiederholungsgefahr ist in der Regel anzunehmen, wenn eine Verwarnung in der
Vergangenheit keine Wirkung zeitigte oder der Beklagte die Widerrechtlichkeit des be-
anstandeten Verhaltens bestreitet, ist doch dann zu vermuten, dass er sein Verhalten
im Vertrauen auf die Rechtmässigkeit weiterführen wird (BGE 124 III 72 E. 2.a [zu
Art. 9 Abs. 1 lit. a UWG]; BK-MARKUS, Art. 84 ZPO N 9; BSK ZPO-DORSCHNER, Art. 84
N 19, beide u.a. mit Hinweis auf BGE 102 II 122 E. 1; vgl. für Fälle, in denen dies nicht
genügte, BGer 5A_228/2009 E. 4.1 und BGE 95 II 481 E. 11; ähnlich BGer 5A_286/
2012 E. 2.4.2). Dies gilt insbesondere, wenn der Verletzer zwar im Hinblick auf den
Prozess die Verletzung einstweilen einstellte, in seinen Rechtsvorträgen aber nach wie
vor sein Verhalten als rechtmässig verteidigt (BGE 128 III 96 E. 2.e; BGer 4A_38/2014
E. 2.3.1). Hinreichend konkrete Anhaltspunkte für eine Erstbegehungsgefahr liegen
etwa vor, wenn der Beklagte bereits vorbereitende Anstalten traf und eine Unterlas-
sungspflicht schlechthin von sich weist (vgl. BK-MARKUS, Art. 84 ZPO N 9; BSK , Art. 84 N 19). So oder anders muss die unmittelbar drohende Verlet-
zungsgefahr als materielle Anspruchsvor-aussetzung (vgl. Art. 28a Abs. 1 Ziff. 1 ZGB;
BOPP/BESSENICH, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl.,
Art. 84 N 9) auch im Urteilszeitpunkt noch gegeben sein, ansonsten es je nach Zeit-
punkt des Wegfalls auch noch im Berufungsverfahren zu einer Abweisung kommen
kann (BGer 5A_309/2013 E. 5.3.2).
2.3.3 Soweit sich die angesprochenen Einwände der Beklagten gegen die Beurtei-
lung der drohenden Verletzungsgefahr im vorinstanzlichen Entscheid richten, erweisen
sie sich als nicht stichhaltig. Die Vorinstanz durfte bereits aufgrund des bisherigen Ver-
haltens der Beklagten, also des Ausmasses der beanstandeten Berichterstattung, zur
Auffassung gelangen, dass die künftige Gefahr weiterer Persönlichkeitsverletzungen im
Urteilszeitpunkt gegeben war (vi-Entscheid, S. 192). Die Richtigkeit dieses Ergebnisses wird umso deutlicher, wenn man in Betracht zieht, dass die bis dahin noch gemeinsam
anwaltlich vertretenen Beklagten sämtliche der beanstandeten Äusserungen, Passa-
gen, Artikel und Fallberichterstattungen als rechtmässig verteidigt und das Vorliegen
einer persönlichkeitsverletzenden Kampagne bestritten hatten (schon Klageantwort,
S. 13-152; Duplik, S. 41-76, 80 f., 84-88). Überdies hatten diese zu ihrer Verteidigung
noch in der Duplik vom 16. August 2017 sieben bislang unveröffentlichte Interviews ins
Recht gereicht, die sie erst wenige Tage zuvor mit den Direktbetroffenen über einige
der in den Unterlassungsbegehren angesprochenen Themen geführt hatten (Beilagen
42-44, 46-48 und 50 zur Duplik; vgl. auch Duplik, S. 98, 103, 107, 112-114, wo auf eine
mögliche Publikation jeweils ausdrücklich hingewiesen wurde). Ebenso brauchte die
Vorinstanz bezüglich der Verletzungsgefahr nicht zwischen den einzelnen Beklagten zu
unterscheiden, verzichteten diese doch darauf, die Entlassung und [_] Freistel-
lung des Beklagten 3 sowie die einen Tag vor der Hauptverhandlung ausgesprochene
Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Beklagten 2 anlässlich der  vorzubringen (vgl. Beilagen 3 und 4 zur Berufungsantwort der Beklagten 2 und 3;
- 52 -
Beilagen 2-4 zur Berufungs-antwort der Beklagten 1). Diese – der Vorinstanz erst nach
Eröffnung des Zwischenentscheids im Dispositiv zugetragenen (vgl. vi-act. 76) – Tatsa-
chen durften selbstredend keine Berücksichtigung mehr finden (s. dazu E. II.3.1).
2.3.4 Wichtiger ist aber ohnehin die Frage, ob von den Beklagten weiterhin eine un-
mittelbar drohende Verletzungsgefahr ausgeht, da die Vorinstanz die Unterlassungs-
klage aus anderen Gründen abwies und die Kläger diese im Berufungsverfahren gutge-
heissen haben wollen. Diesbezüglich ist nun aber zwischen den Beklagten 2 und 3 ei-
nerseits und der Beklagen 1 andererseits zu unterscheiden und sind die erwähnten
Tatsachen (wie auch die Freistellung des Beklagten 2 per [_Datum_] 2017 [Bei-
lage 2 zur Berufungsantwort Beklagte 1]) trotz allfällig verspäteter Geltendmachung zu
berücksichtigen (vgl. dazu BGer 4A_229/2017 E. 3; BGer 4A_429/2018 E. 4).
2.3.4.1 Was dabei die Beklagten 2 und 3 anbelangt, fällt Folgendes in Betracht: Zwar
mögen diese mittlerweile nicht mehr für die Beklagte 1 tätig sein, dennoch sind sie in
der Medienlandschaft immer noch gut vernetzt. Dies zeigt sich allein schon an den
zahlreichen Publikationsorganen, in denen sich der Beklagte 2 zum vorinstanzlichen
Entscheid äusserte (vgl. die unverzüglich vorgebrachten kläg.act. 386, 387, 390, 391,
393, 394, 395, 396 und 397). Sodann wurde der Beklagte 3 von der Beklagten 1 ge-
rade deshalb entlassen, weil er sich angeblich geweigert hatte, das von deren Verwal-
tungsrat beschlossene Berichtsverbot über die KESB Linth einzuhalten (Beilage 3 zur
Berufungsantwort Beklagte 2 und 3 = Beilage 4 zur Berufungsantwort Beklagte 1). Aus
den bereits als zulässig qualifizierten Noven kläg.act. 416-421 (s. E. II.3.3 hiervor)
ergibt sich weiter, dass die Beklagten 2 und 3 inzwischen wieder eine Nachrichtenplatt-
form ([_Name_]) betreiben, auf der sie wie im Rahmen ihrer früheren Tätigkeit bei
der Beklagten 1 vornehmlich über Regionalthemen und Regionalpolitik berichten. Der einzige – in diesem Kontext aber vernachlässigbare – Unterschied besteht darin, dass
es sich dabei um ein online-News-portal ohne Printausgabe handelt. Auf diesem findet
sich wieder ein "Dossier: KESB" und äusserten sich die Beklagten 2 und 3 bereits
mehrfach zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger 1 durch den Stadtrat
der Klägerin 2, wobei sie kaum eine Gelegenheit ausliessen, die Entlassung und sofor-
tige Freistellung des Klägers 1 in einen Zusammenhang mit dessen fachlicher Arbeit zu
bringen, über die in den ON kritisch berichtet worden sei. Um dies zu untermauern,
nahmen sie ansatzweise auch schon wieder auf einzelne der beanstandeten Fallbe-
richterstattungen Bezug (kläg.act. 418, 419, 420 und 421). Die in anderen Zeitungen
abgedruckten Äusserungen des Beklagten 2, die soeben erwähnten Beiträge auf dem
Newsportal "[Name]" wie auch sämtliche Eingaben der Beklagten 2 und 3 im Beru-
fungsverfahren (vgl. Berufung, S. 27-83, 106-114, 119-127; Berufungsantwort, S. 11-
37) sodann haben gemein, dass darin jeweils jede Unrechtmässigkeit der beanstande-
ten Publikationen von der Hand gewiesen wird. Soweit die Beklagten 2 und 3  an unzähligen Stellen ihrer Berufungsantwort (S. 10-37) einwenden, einige der
- 53 -
Aussagen, um deren Unterlassung ersucht werde, seien gar nicht in den ON publiziert
worden oder würden von Drittpersonen stammen, ist ihnen entgegenzuhalten, dass
nach dem Gesagten nicht bloss eine Wiederholungs-, sondern gegebenenfalls auch
eine Erstbegehungsgefahr ausreicht, um einen Unterlassungsanspruch zu begründen.
Da hier indes eine Vielzahl gleichartiger Verletzungen zur Diskussion stehen und es in
der Vergangenheit schon vorgekommen ist, dass Formulierungen von Drittpersonen in
Leserbriefen später aufgegriffen und vom Beklagten 2 in den redaktionellen Teil der ON
eingebaut wurden (vgl. betreffend "Verdingkind" kläg.act. 102 [daneben aber auch
kläg.act. 31, 95, 100 und 255] mit kläg.act. 105; betreffend "deportiert" kläg.act. 59 mit
kläg.act. 60), liegt es dennoch näher, von einer Wiederholungsgefahr zu sprechen, wel-
che von den Beklagten 2 und 3 jedenfalls im Grundsatz weiterhin ausgeht. Für eine Un-
terscheidung zwischen ihnen beiden gibt es schliesslich ebenfalls keinen Grund. Die
Kläger wiesen völlig zu Recht schon in der Klage (S. 276) darauf hin, dass sich in der Vergangenheit gezeigt habe, dass die Beklagten 2 und 3 in Sachen KESB Linth und
Kläger 1 eine "identische Linie" verfolgten. Aufgrund ihrer Austauschbarkeit und fortbe-
stehenden Zusammenarbeit spielt es mit Blick auf die unmittelbar drohende Gefahr er-
neuter Verletzungen keine Rolle, ob die einzelnen zu verbietenden Äusserungen bisher
nur vom Beklagten 2, vom Beklagten 3 oder von ihnen beiden erhoben worden waren.
2.3.4.2 Anders verhält es sich mit der Beklagten 1: Nicht nur hat sie den vorinstanzli-
chen Zwischenentscheid umgehend und ausdrücklich akzeptiert (vi-act. 68); sie hat in
Übereinkunft mit den Klägern (noch bevor die beiden hier zu behandelnden Rechtsmit-
tel ergriffen wurden) sämtliche beanstandeten Publikationen aus den Archiven ge-
löscht, obschon sie eigentlich bloss zur Kennzeichnung derselben als Teil einer wider-
rechtlichen Kampagne verpflichtet gewesen wäre (Berufung, S. 14; Berufungsantwort
Beklagte 1, S. 7 und 12 f.; Berufungsantwort Kläger, S. 10; vgl. zur Löschung der -Kommentare auch Berufung Beklagte 2 und 3, S. 114 und Berufungsantwort Klä-
ger, S. 114 ["sofort und ohne Wenn und Aber"]). Dass sich dahinter eine ernsthafte Ab-
sicht verbirgt, inskünftig auf Beiträge solcherart über die Kläger zu verzichten, ergibt
sich denn auch aus den vor resp. unmittelbar nach Eröffnung des Zwischenentscheids
im Dispositiv gegenüber den Beklagten 2 und 3 ergriffenen arbeitsrechtlichen Mass-
nahmen (Kündigung und Freistellung bis zum Ablauf Kündigungsfrist [Beilagen 2-4 zur
Berufungsantwort Beklagte 1]). Zudem erschienen in den ON seit der Freistellung der
Beklagten 2 und 3 (per [_Datum_] resp. [_Datum_] 2017), soweit ersichtlich, we-
der Berichte über die Tätigkeit der KESB Linth noch solche über das vorliegende Ge-
richtsverfahren, was seitens der Kläger für die rund fünf Monate bis zur Erhebung der
Berufung sogar ausdrücklich anerkannt wird (Berufung, S. 15).
Damit brachte die Beklagte 1 durch ihr Verhalten bereits kurz nach Ausfällung des vor-
instanzlichen Zwischenentscheids zum Ausdruck, dass sie die Widerrechtlichkeit der von der Vorinstanz als "persönlichkeitsverletzende Kampagne gegen [den Kläger 1]
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und die [Klägerin 2]" (Dispositiv Ziff. 1) beurteilten Berichterstattung einsehe und der
Zwischenentscheid bei ihr Eindruck hinterlassen habe. Selbst die Kläger erachteten es
in ihrer Berufung (S. 15) deshalb als fraglich, ob von der Beklagten 1 noch eine Verlet-
zungsgefahr ausgehe. In der Tat fehlten bereits im Zeitpunkt der Berufungserhebung
konkrete Anhaltspunkte dafür – die befürchtete Übernahme durch den Beklagten 2
blieb bislang reine Spekulation (Berufung, S. 15 unter Hinweis auf kläg.act. 392; Beru-
fungsantwort Beklagte 1, S. 8) –, dass die Beklagte 1 die beanstandeten Äusserungen
direkt oder sinngemäss nochmals veröffentlichen könnte. Daran ändert schliesslich
nichts, dass die Beklagte 1 das Vorliegen einer widerrechtlichen Kampagne in ihrer
(späteren) Berufungsantwort (S. 12 [im Ansatz bereits S. 7]) abermals bestritt. Darin
mag zwar ein gewisser Widerspruch zu ihrer initialen, von Einsicht zeugenden Reaktion
auf den vorinstanzlichen Zwischenentscheid liegen, doch ist dieser offenkundig auf pro-
zesstaktische Überlegungen hinsichtlich des noch offenen Streitpunkts Genugtuung , in welchem Zusammenhang die angesprochene Bestreitung letztlich
auch fiel. Dementsprechend wird dadurch weder ein Sinneswandel offenbart noch ein
begründeter Verdacht neuerlicher Persönlichkeitsverletzungen geweckt. Da von der
Beklagten 1 somit bereits bei Einreichung der Berufung keine Verletzungsgefahr mehr
ausging, ist Ziff. 1 der klägerischen Berufung, insoweit sie die Beklagte 1 betrifft, abzu-
weisen.
2.4 Verletzung des Dispositionsgrundsatzes, ungenügende Bestimmtheit des
Rechtsbegehrens Ziff. 6 (Feststellungsklage)
2.4.1 Die Beklagten 2 und 3 werfen der Vorinstanz sodann eine Verletzung des Dis-
positionsgrundsatzes (Art. 58 Abs. 1 ZPO) vor. Zum einen sei das klägerische Feststel-
lungsbegehren zu unbestimmt gewesen, um beurteilt werden zu dürfen, und zum an-
dern habe die Vorinstanz den Klägern letzten Endes mehr und/oder etwas anderes zu-
gesprochen, als diese damit verlangt hätten (Berufung, S. 11-14).
2.4.2 Gemäss Art. 58 Abs. 1 ZPO darf das Gericht einer Partei nicht mehr und nichts
anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt
hat (sog. Dispositionsgrundsatz). Ob ein Gericht mehr oder anderes zugesprochen hat, als eine Prozesspartei verlangt hat, misst sich in erster Linie an den gestellten Rechts-
begehren (BGer 4A_440/2014 E. 3.3; BGer 4A_307/2011 E. 2.4). Darin gibt die kla-
gende Partei bekannt, was sie vom Gericht zugesprochen erhalten will (LEUENBERGER,
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 221 N 25). Das
Rechtsbegehren muss daher grundsätzlich so bestimmt sein, dass es bei Gutheissung
der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann (LEUENBERGER, ZPO Komm.,
Art. 221 N 28; PAHUD, Dike-Komm-ZPO, 2. Aufl., Art. 221 N 7; BGE 137 III 617 E. 4.3).
Das mit einer Feststellungsklage (Art. 88 ZPO) angerufene Gericht soll klar erkennen
können, welches Recht oder Rechtsverhältnis Gegenstand der Feststellung sein soll,
- 55 -
und die Gegenpartei zur Wahrung ihres rechtlichen Gehörs (Art. 53 ZPO) wissen, wo-
gegen (Bestand oder Nichtbestand des umschriebenen Rechts oder Rechtsverhältnis-
ses) sie sich verteidigen muss (vgl. LEUENBERGER, ZPO Komm., Art. 221 N 28 f.; BK-
KILLIAS, 2012, Art. 221 ZPO N 13). Nichtsdestotrotz steht die Rechtsfolge des Nichtein-
tretens wegen eines ungenügenden Rechtsbegehrens unter dem Vorbehalt des über-
spitzten Formalismus. Das Gericht darf den Kläger daher nicht auf einem unklaren oder
unbestimmten Wortlaut behaften, wenn der Sinn, der dem Begehren nach Treu und
Glauben zukommt, unter Hinzuziehung der Begründung ohne Weiteres erkennbar ist
(BGE 137 III 617 E. 6.2; BGer 4A_383/2013 E. 3.2.1; BGer 5A_621/2012 E. 4.3.1;
LEUENBERGER, ZPO Komm., Art. 221 N 38; SUTTER-SOMM/SEILER, in: Sutter-Somm/Ha-
senböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 58 N 10; PAHUD, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 221 N 8). Ebenso wenig ist es dem Gericht verwehrt, im Falle des Klageschutzes
im Dispositiv des Entscheids eine vom Rechtsbegehren abweichende Formulierung zu wählen, wenn dies zur Verdeutlichung notwendig ist (LEUENBERGER/UFFER-TOBLER,
a.a.O., N 6.5; BGer 5A_658/2014 E. 3.4).
2.4.3 Mit Klagebegehren Ziff. 6.1 verlangten die Kläger, "[e]s sei festzustellen, dass
die Beklagten mit ihrer KESB-Kampagne die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klä-
gerin 2 verletzt haben". Bezüglich des darin verwendeten Ausdrucks "KESB-
Kampagne" ist den Beklagten 2 und 3 zuzustimmen, dass es sich dabei um einen un-
bestimmten und daher auslegungsbedürftigen Begriff handelt. Das erwähnte Rechtsbe-
gehren ist folglich nicht schon aus sich selbst heraus verständlich. Allerdings ergibt
sich, wie schon die Vorinstanz erkannte (vi-Entscheid, S. 55), aus den übrigen Klage-
begehren (insbes. Ziff. 1 und 4) und der Klagebegründung ohne Weiteres, was die Klä-
ger darunter verstanden wissen wollten, nämlich die Gesamtheit der zwischen dem
25. September 2014 und dem 4. August 2016 in den ON abgedruckten Beiträge (, Interviews und Kommentare) über die KESB Linth und den Kläger 1 sowie der
durch diese hervorgerufenen Reaktionen von Drittpersonen (Leserbriefe und Kommen-
tare auf der Facebook-Seite der Beklagten 1). Was die Beklagten 2 und 3 gegen diese
Erkenntnis vortragen lassen (Berufung, S. 12 f.), mag nicht generell falsch sein, ist aber
jedenfalls unter den gegebenen Umständen hier nicht zutreffend: So ist vorliegend von
vornherein insofern ausgeschlossen, dass sich ihre Vertretung nicht mit sämtlichen Be-
gehren und Begründungssträngen der Kläger befasste, als es sich bei dieser im erstin-
stanzlichen Verfahren noch jeweils um dieselbe(n) Person(en) handelte, welche auch
die Beklagte 1 zu vertreten hatte(n) (vi-act. 11 A-D; vi-act. 22 A-C; vi-act. 37 ff.). Ohne-
hin reichen aber bereits die fraglos alle Beklagten betreffenden Ausführungen der Kla-
gebegründung unter den Titeln "III. Materielles" (vgl. S. 50-195) und "5. Feststellungs-
begehren" (S. 287-301) aus, um zu erkennen, welche Sachverhalte die Kläger unter
dem Oberbegriff "KESB-Kampagne" zusammengefasst haben wollten und wogegen
sich die Beklagten zu verteidigen hatten. Indem die Vorinstanz inhaltlich über dieses Begehren befand, missachtete sie das Bestimmtheitsgebot nicht.
- 56 -
Weiter ist unverkennbar, dass die Vorinstanz das Rechtsbegehren nicht wortwörtlich
zum Entscheid erhob. Zum einen orientierte sie sich bei der Ausformulierung von Dis-
positiv Ziff. 1 näher am Wortlaut von Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB ("Widerrechtlichkeit ei-
ner Verletzung festzustellen") und zum andern bezeichnete sie zum besseren Ver-
ständnis ergänzend die einzelnen Bestandteile, aus denen sich die "persönlichkeitsver-
letzende Kampagne" zusammensetze (Abs. 1 und 2). Als solche nannte sie die Bericht-
erstattung der Beklagten, die publizierten Leserbriefe und die Beiträge auf der Face-
book-Seite der Beklagten 1 zu den angeführten elf Themen. Diese rein redaktionellen
Änderungen sind mit Blick auf das zuvor Ausgeführte ebenso wenig zu beanstanden
wie die Tatsache, dass die Vorinstanz hinsichtlich der Berichterstattung nicht danach
unterschied, welchen Anteil die einzelnen Beklagten daran hatten. Auch die dem Straf-
recht entliehene Wortwahl, der sich die Beklagten 2 und 3 in diesem Zusammenhang auf S. 13 ihrer Berufung bedienen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit der
Feststellung in Dispositiv Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids niemand für irgendet-
was und erst recht nicht für "alle Berichte verurteilt wurde" (Hervorhebung hinzugefügt).
Vielmehr stellte die Vorinstanz damit – im Sinne des Klagebegehrens Ziff. 6.1 und in
Achtung des Dispositionsgrundsatzes – lediglich fest, dass die Kläger 1 und 2 durch die
Kampagne widerrechtlich in ihrer Persönlichkeit verletzt wurden und die Beklagten 1-3
an der einen wesentlichen Bestandteil dieser Kampagne bildenden Berichterstattung in
den ON mitwirkten. Anders (d.h. im Sinne einer Verletzung des Dispositionsgrundsat-
zes) würde es sich bloss dann verhalten, wenn man in Dispositiv Ziff. 1 zugleich auch
eine Gutheissung der Klagebegehren Ziff. 6.2.1-6.2.11 erblicken wollte, da sich diese
teilweise – und mit Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse zu Recht – bloss auf die Be-
klagten 1 und 2 bezogen (so ausdrücklich Ziff. 6.2.2, 6.2.3, 6.2.6, 6.2.7, 6.2.8). Davon
ist jedoch nicht auszugehen. Eine solche Interpretation entspricht weder der  Intention der Vorinstanz, die in ihrer Begründung wiederholt andeutete, dass sie
das Klagebegehren Ziff. 6.1 als im Vordergrund stehendes Hauptbegehren verstehe
(vi-Entscheid, S. 69, 74 f., 172, 188-191), noch dem Verständnis der Verfahrenspar-
teien (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 6 f., 128; Berufungsantwort Kläger, S. 10 [leicht
anders hingegen S. 86, 103]; Berufungsantwort Beklagte 1, S. 7, 12). Im Hinblick auf
die Kostenfolgen bleibt dennoch anzumerken, dass die Vorinstanz die weiteren geltend
gemachten Feststellungsansprüche zwar grundsätzlich als berechtigt einstufte, infolge
Gutheissung des Hauptbegehrens aber weder bis zum Schluss prüfte (vi-Ent-scheid,
S. 76-175, insbes. S. 186-189) noch separat zum Urteil erhob. Von einer Abweisung,
wie sie die Beklagten 2 und 3 zu erkennen glauben (Berufungsantwort, S. 7, 96 und
128), kann daher keine Rede sein.
2.5 Ungenügende Bestimmtheit des Verbotsbegehrens
- 57 -
2.5.1 Die Vorinstanz trat zwar auf das Verbotsbegehren (Klagebegehren Ziff. 5 [1-
25]) der Kläger ein, da sie ein Nichteintreten mangels genügender Bestimmtheit, insbe-
sondere mit Blick auf die Formulierung "direkt oder sinngemäss", nicht für angezeigt er-
achtete (vi-Entscheid, S. 54 f.), wies dieses dann aber doch u.a. gerade deshalb integ-
ral ab, weil sie aufgrund der relativ unbestimmten Formulierung der geltend gemachten
Unterlassungsansprüche Vollstreckungsprobleme vermutete bzw. ausmachte (vi-Ent-
scheid, S. 192 f.). Die Kläger, welche mit ihrer Berufung die Gutheissung dieses Be-
gehrens verlangen, erachten die Befürchtungen der Vorinstanz hinsichtlich der Voll-
streckbarkeit für verfehlt, da die Umschreibungen der einzelnen Verbotsansprüche den
höchstrichterlichen Anforderungen an die Bestimmtheit genügten, insbesondere im
Lichte der Begründung, nicht den geringsten Zweifel daran offenliessen, was genau in
Zukunft zu unterlassen sei (Berufung Kläger, S. 13 f.). Demgegenüber schliessen sich
die Beklagten 2 und 3 der Vorinstanz an, indem sie ausführen, das befürchtete  sei über weite Teile viel zu ungenau formuliert, als dass der Vollstreckungsrichter
ohne Weiteres feststellen könnte, ob mit einer künftigen Aussage das Verbot verletzt
werde oder nicht (Berufungsantwort Beklagte 2
und 3, S. 8 f.; vgl. ähnlich auch Berufungsantwort Beklagte 1, S. 6).
2.5.2 Die Unterlassungsklage nach Art. 28a Abs. 1 Ziff. 1 ZGB zielt darauf ab, dem
Beklagten – unter Androhung einer Strafe im Widerhandlungsfall (vgl. insbes. Art. 343
Abs. 1 lit. a und b ZPO) – gerichtlich zu verbieten, in der Zukunft ein bestimmtes Ver-
halten (erneut) zu zeigen, das den Kläger in seinen Persönlichkeitsrechten widerrecht-
lich verletzen würde (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 14.13 und 14.18). Entspre-
chend muss sie, wie Unterlassungsklagen allgemein (Art. 84 Abs. 1 ZPO), auf das Ver-
bot eines genügend bestimmten Verhaltens gerichtet sein. Die zu verpflichtende Partei
soll erfahren, was sie nicht mehr tun darf, und die Vollstreckungs- oder Strafbehörden müssen wissen, welche Handlungen sie zu verhindern oder mit Strafe zu belegen ha-
ben. Werden diese Behörden mit der Behauptung angerufen, der Beklagte habe eine
ihm untersagte Handlung trotz des Verbots des Zivilrichters erneut begangen, sollen
sie einzig noch zu prüfen haben, ob die tatsächliche Voraussetzung der Widerhandlung
erfüllt ist; die Vollstreckung des Verbots muss mit anderen Worten möglich sein, ohne
dass der dafür zuständige Richter nochmals eine materielle Beurteilung des fraglichen
Verhaltens vorzunehmen hat (BGE 142 III 587 E. 5.3; BGE 131 III 70 E. 3.3; BGer
4A_281/2018 E. 3.1.1; BGer 5A_658/2014 E. 3.3). Als zu unbestimmt wurde deshalb
ein Verbot erachtet, welches dem Beklagten die Zustellung von Briefen und Äusserun-
gen gegenüber Dritten untersagte, "welche die Klägerin in ihren persönlichen Verhält-
nissen verletzten" (BGE 97 II 92; zitiert in BGer 5A_658/2014 E. 3.3 und BK-MARKUS,
Art. 84 ZPO N 10).
- 58 -
Bei der Anwendung des Bestimmtheitsgebots ist allerdings stets zu bedenken, dass die
Unterlassungsklage ihrer Natur nach auf Verhaltensweisen gerichtet ist, die in der Zu-
kunft liegen. Geht es um das Verbot künftiger Presseäusserungen und sind in der Ver-
gangenheit bereits wiederholt solche oder ähnliche Äusserungen publiziert worden,
dürfen die Anforderungen an die Umschreibung der zu verbietenden Aussagen nicht
überspannt werden (vgl. HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 14.15). Einerseits kann
vom Kläger nicht verlangt werden, in seinem Begehren in allen Einzelheiten den Text
vorherzusehen und auszuformulieren, mit dem das beklagte Medienunternehmen seine
Persönlichkeit zu verletzen droht (BGer 5A_658/2014 E. 3.3), und andererseits soll es
den Medienschaffenden auch nicht allzu leichtgemacht werden, das Verbot zu umge-
hen, indem sie derselben Aussage einfach ein neues Gewand verpassen. In derartigen
Konstellationen muss es genügen, das erwartete rechtswidrige Verhalten nur der Gat-
tung nach, d.h. in einer Art und Weise zu umschreiben, die zwar eine bestimmte  an verbotenen Ausdrucksweisen und Formulierungen erfasst, trotzdem aber kei-
nen Zweifel daran offenlässt, worin die befürchtete Persönlichkeitsverletzung besteht
(BGer 5A_658/2014 E. 3.3 und 3.4, insbes. zum Zusatz "ähnliche Formulierungen mit
gleichem Sinngehalt"; zustimmend HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 14.15). Des Wei-
teren gilt es jeweils genau zu untersuchen, ob eine Unterlassungsklage wirklich auf das
Verbot eines unbestimmten Verhaltens gerichtet ist oder ob es bloss das Rechtsbegeh-
ren ist, welches das zu verbietende – bestimmte – Verhalten nicht präzis genug um-
schreibt. Während im ersten Fall ohne Weiteres ein Nichteintreten zu ergehen hat, lässt
sich im zweiten Fall im Lichte der Begründung der Sinn des Unterlassungsbegehrens
ermitteln und durch entsprechende Ergänzungen und Präzisierungen im Urteilsspruch
verhindern, dass es zu Schwierigkeiten bei der Vollstreckung kommt. Ein solches Vor-
gehen gebietet sich nicht zuletzt aufgrund des Verbots des überspitzten Formalismus
sowie des allgemeinen Grundsatzes der Auslegung von Rechtsbegehren nach Treu und Glauben, welche beide auch im Bereich von Unterlassungsklagen Anwendung fin-
den (vgl. BGer 5A_658/2014 E. 3.3 und 3.4; zur Auslegung nach Treu und Glauben
BGer 5A_705/2013 E. 6.2.3; zum Verbot des überspitzten Formalismus BGE 142 I 10
E. 2.4.2 f.).
2.5.3 Wie gezeigt, gibt es Ausnahmefälle, in denen es ausreicht, das zu verbietende
Verhalten bloss der Gattung nach zu umschreiben (vgl. BGer 4A_281/2018 E. 3.2.2).
Ein solcher liegt hier vor. Die Äusserungen, deren Publikation den Beklagten 2 und 3
inskünftig untersagt sein soll, erschienen spartenübergreifend mehrfach in unterschied-
licher Aufmachung in den ON und wurden von den Beklagten 2 und 3 – wenngleich
auch teilweise kein einziges Mal wortwörtlich, so doch sinngemäss – auch im redaktio-
nellen Teil der Zeitung verbreitet. Vor diesem Hintergrund muss es zulässig sein, durch
die Verwendung eines Einschubs wie "direkt oder sinngemäss" zum Ausdruck zu brin-
gen, dass auch ähnliche Formulierungen mit gleichem Sinngehalt vom Verbot der  erfasst seien (Klagebegehren Ziff. 5; Berufungsbegehren Ziff. 1). Die
- 59 -
Entscheidung darüber, ob zwei vom Wortlaut her unterschiedliche Aussagen den glei-
chen Sinn aufweisen, setzt denn auch keine erneute materielle Prüfung voraus, wes-
halb sie entgegen der Ansicht der Vorinstanz (vi-Entscheid, S. 192) durchaus den Voll-
streckungs- oder Strafbehörden überlassen werden darf.
Auch sonst erscheinen die Vollstreckungsbedenken der Vorinstanz sowie der sich ihr
anschliessenden Beklagten 2 und 3 als unbegründet: Gewiss mögen einzelne Äusse-
rungen, deren erneute Publikation gerichtlich untersagt werden soll, im entsprechenden
Begehren etwas unbestimmt formuliert worden sein. Davon zeugt etwa das von der Vo-
rinstanz aufgegriffene Beispiel Klagebegehren Ziff. 5.6 (vi-Entscheid, S. 192; ähnlich
Klagebegehren Ziff. 5.5, 5.11). Die Kläger weisen jedoch zu Recht darauf hin (Beru-
fung, S. 13), dass sie die Äusserungen, deren erneute Verbreitung sie befürchten und
gerichtlich verhindern wollen, in der Klagebegründung jeweils näher umrissen hätten (dazu Klage, S. 276-286 mit Verweisen auf S. 202-205, 206-213, 215 f., 225 f., 227 f.,
237 f., 241-245). Insofern zielt die Unterlassungsklage nicht auf das Verbot eines unbe-
stimmten Verhaltens ab, sondern ist es bloss die Ausformulierung des Begehrens, wel-
che dem Sinn der Klage nicht überall gerecht wird. Ein solcher Mangel lässt sich besei-
tigen, indem das Gericht das Verbot im Falle der Gutheissung mit eigenen Worten for-
muliert oder ergänzt. Dem steht vorliegend nichts im Wege. Die Unterlassungsklage
bezieht sich ausdrücklich bloss auf "bis heute bekannte" (Klagebegehren Ziff. 5) bzw.
auf "bis zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils bekannte Sachverhalte" (Begehren
Ziff. 1 der klägerischen Berufung). Darunter ist mit den Klägern sowie den Beklagten 2
und 3 nach Auffassung des Gerichts eine Einschränkung dahin zu verstehen, dass es
den Beklagten lediglich untersagt sein soll, die streitgegenständlichen Äusserungen in
Bezug auf diejenigen Fälle zu verbreiten, über die in der Vergangenheit (präziser aus-
gedrückt: in der strittigen 'Kampagne') in den ON berichtet wurde (Berufung Kläger, S. 32 f.; Berufungsantwort Beklagte 2 und 3, S. 12 Ziff. 31, S. 17 Ziff. 56, S. 19 Ziff. 63,
S. 20 Ziff. 69 f.). Entsprechend liegen die Angaben, die es mancherorts zur Verdeutli-
chung des befürchteten Verhaltens noch bedarf, auf der Hand; sie wurden in den
Rechtsschriften zur Genüge thematisiert (z.B. Klagebegehren Ziff. 5.2 ["von 'Marco H.'
und 'Samuel'" anstatt "von der Kesb Linth betreuter Kinder"], Ziff. 5.7 ["Pia Gmür" an-
statt "je eine Mutter"], Ziff. 5.8 ["{...} habe sich im Fall 'G._' als {...}"],
Ziff. 5.11 ["{...}, dass im Rahmen der altrechtlichen Beistandschaft von 'H._sel.'
Rechte {...}"). Was die Vorinstanz mit ihren Bedenken wirklich meinen dürfte, ist denn
auch eher, dass die Kläger die Grenzen des zu verbietenden Verhaltens bzw. der zu
verbietenden Äusserung oftmals weit zogen. Darauf und auf allfällige Widersprüche
zwischen der zuvor erwähnten Einschränkung, auf der die Kläger zu behaften sind, und
der Begründung der einzelnen Verbotsansprüche (Klage, S. 277 Ziff. 623, S. 278 Ziff.
626; Berufung Kläger, S. 16 a.E.) ist nicht an dieser Stelle, sondern im Rahmen der
materiellen Beurteilung einzugehen.
- 60 -
Nach dem Gesagten schadet es den Klägern unter den gegebenen Umständen und
aufgrund einer Auslegung ihrer Unterlassungsklage im Lichte der Begründung nicht,
dass ihr Verbotsbegehren, so wie sie es in Ziff. 5 ihrer Klagebegehren und Ziff. 1 ihrer
Berufungsbegehren formulieren, im Falle einer Gutheissung nicht wortgetreu zum Urteil
erhoben werden kann. Soweit dies nicht ohnehin schon der Fall ist, lassen sich die dem
Sinn nach in rechtsgenügender Weise vorgetragenen Verbotsansprüche im Urteilsdis-
positiv dahin umformulieren, dass der Vollstreckungs- oder Strafrichter weder auf die
Entscheid- oder Klagebegründung noch auf sonstige Aktenstücke des Erkenntnisver-
fahrens zurückgreifen muss, um herauszufinden, ob die zur Unterlassung verurteilte
Partei im konkreten Fall dem richterlichen Verbot zuwiderhandelte.
- 61 -
2.6 Fehlende Aktivlegitimation der Klägerin 2
2.6.1 Die Beklagten 2 und 3 wie auch die Beklagte 1 halten sodann ihren Einwand
aufrecht, wonach die Klägerin 2 nicht legitimiert sei, die eingeklagten Persönlichkeits-
verletzungen geltend zu machen. Einerseits könne sie sich als juristische Person des
öffentlichen Rechts nicht auf den privatrechtlichen Persönlichkeitsschutz berufen und
andererseits sei von den beanstandeten Publikationen nicht sie, sondern – wenn über-
haupt – die KESB Linth betroffen (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 14-18; Berufungsant-
wort Beklagte 1, S. 4).
2.6.2 Mit der bereits in den erstinstanzlichen Rechtsschriften mehrfach thematisierten
Frage nach der Aktivlegitimation der Klägerin 2 (Klage, S. 197-199; Klageantwort, S. 5
f.; Replik, S. 6 f.; Duplik, S. 14-19) setzte sich die Vorinstanz auf zehn Seiten ausführ-
lich auseinander (vi-Entscheid, S. 57-67) und erwog dabei im Wesentlichen was folgt:
2.6.2.1 Zunächst führte sie aus, dass nicht nur natürliche, sondern auch juristische
Personen den Persönlichkeitsschutz nach Art. 28 ff. ZGB in Anspruch nehmen könnten
(vi-Entscheid, S. 57 f.). Das entspricht, nicht zuletzt was den Ehrschutz (Anspruch auf soziale Geltung) anbelangt, der konstanten Praxis des Bundesgerichts
(BGE 138 III 337 E. 6.1= Pra 2012 Nr. 131 [wonach eine in ihrer Persönlichkeit ver-
letzte juristische Person sogar eine Genugtuung geltend machen könne]; BGE
121 III 168 E. 3.a; BGE 95 II 481 E. 4; BGer 5A_286/2012 E. 2.4) sowie der klar vor-
herrschenden Auffassung in der Literatur (PEDRAZZINI/OBERHOLZER, Grundriss des Per-
sonenrechts, 4. Aufl., S. 212; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 10.32; NOBEL/WEBER,
Medienrecht, 3. Aufl., § 4 N 45 und 115; BSK ZGB I-MEILI, 6. Aufl., Art. 28 N 33;
BRÜCKNER, Das Personenrecht des ZGB, 2000, N 1059; TERCIER, Le nouveau droit de
la personnalité, 1984, N 520 f.; TUOR/SCHNYDER/SCHMID/JUNGO, Das Schweizerische
Zivilgesetzbuch, 14. Aufl., § 15 N 11; RIEMER, Personenrecht des ZGB, 2. Aufl., § 18
N 520 f. und 526 ff.).
2.6.2.2 Alsdann hielt sie unter Bezugnahme auf unzählige Lehrmeinungen (s. vi-Ent-
scheid, S. 58; vgl. daneben auch RIEMER, a.a.O., § 16 N 472; NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4 N 115), die Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
vom 5. Mai 1982 (BBl 1982 S. 656), die Rechtsprechung in der Bundesrepublik
Deutschland (s. vi-Entscheid, S. 58 f.; vgl. daneben auch die hiesige höchstrichterliche
Rechtsprechung zum Namensschutz BGE 128 III 401 E. 5; BGE 112 III 369 E. 5;
BGE 72 III 147 E. 1) sowie Art. 53 ZGB dafür, dass Selbiges für juristische Personen
des öffentlichen Rechts gelten müsse, sich also auch politische Gemeinden als öffent-
lich-rechtliche Körperschaften auf den privatrechtlichen Persönlichkeitsschutz berufen
könnten (vi-Ent-scheid, S. 59).
- 62 -
2.6.2.3 Anschliessend prüfte sie, ob die Klägerin 2 unter den konkreten Umständen
auch tatsächlich aktivlegitimiert sei. Dabei verwarf sie zunächst den klägerischen
Standpunkt, wonach die Klägerin 2 als Arbeitgeberin anstelle und zum Schutz ihrer An-
gestellten eine persönlichkeitsrechtliche Abwehrklage erheben könne (vi-Entscheid,
S. 60). Danach wandte sie sich der Frage zu, ob die Klägerin 2 aus eigenem Recht An-
griffe auf die KESB Linth geltend machen könne oder ob dies allenfalls die KESB Linth
selbst, ihre Mitarbeiter oder die zehn Träger-Gemeinden, für die sie tätig sei, hätten tun
müssen; klar sei jedenfalls, dass die Klägerin 2 für die sie, die Stadt Rapperswil-Jona,
direkt betreffenden Persönlichkeitsverletzungen aktivlegitimiert sei (vi-Entscheid,
S. 60).
Zu diesem Zweck analysierte die Vorinstanz die Verwaltungsvereinbarung vom August/
September 2012 (kläg.act. 274, insbes. deren Art. 4, 6, 7 und 8) sowie die kantonalen Gesetzesbestimmungen, auf welche sich die Verwaltungsvereinbarung stützt (Art. 136
lit. a GG und Art. 2 Abs. 1 EG-KES). Dabei gelangte sie zum Schluss, dass sich die an
der Verwaltungsvereinbarung beteiligten zehn Gemeinden für das sog. 'Trägergemein-
demodell' entschieden und als Trägerin der 'KESB Linth' die Stadt Rapperswil-Jona,
also die Klägerin 2 eingesetzt hätten. Insofern sei die 'KESB Linth' trotz ihres Namens
und obwohl sie auch für die übrigen neun Gemeinden handle, nichts anderes als die
KESB der Stadt Rapperswil-Jona (vi-Entscheid, S. 60-62). Deshalb, und weil die Ver-
waltungsvereinbarung keine Regelung enthalte, wonach den übrigen Gemeinden in
derartigen Angelegenheiten besondere Kompetenzen oder ein Mitspracherecht zu-
komme, scheide eine Aktivlegitimation sämtlicher zehn Gemeinden aus (vi-Entscheid,
S. 62). In der Folge schloss sie auch die Aktivlegitimation der KESB Linth aus, da es
dieser an der eigenen Rechtspersönlichkeit fehle, und ebenfalls jene der Mitarbeiter der
KESB Linth, da diese mit Ausnahme des Klägers 1 von der beanstandeten  nicht in rechtlich relevanter Weise betroffen seien (vi-Entscheid, S. 63). Als
mögliche Aktivlegitimierte bleibe somit nur noch die Klägerin 2 übrig, welche sich als
übergeordnete juristische Person gegen von Privatpersonen ausgehende Angriffe auf
eine ihrer Verwaltungseinheiten müsse wehren können, selbst wenn die entsprechende
Verwaltungseinheit, wie hier die KESB Linth, in inhaltlicher und fachlicher – anders als
in organisatorischer – Hinsicht unabhängig sei; ansonsten hinge es im Kanton St.Gal-
len von der Wahl der Organisationform ab, ob der privatrechtliche Persönlichkeits-
schutz für Angriffe auf die KESB überhaupt in Anspruch genommen werden könne, d.h.
wäre dies bei zwei von drei zur Verfügung stehenden Organisationsformen infolge Aus-
stattung der KESB mit eigener Rechtspersönlichkeit möglich, bei der dritten, hier stritti-
gen, hingegen gerade nicht, was unter diesem Aspekt eine ungerechtfertigte Ungleich-
behandlung nach sich ziehen würde und nicht sachgerecht sei (vi-Entscheid, S. 64).
Abschliessend ging die Vorinstanz auf die seitens der Beklagten vorgetragenen Gegen-
argumente, Präjudizen und Lehrmeinungen ein, wobei sie erläuterte, weshalb diese nicht überzeugend oder einschlägig seien, und nochmals betonte, dass ein Angriff auf
- 63 -
eine Verwaltungseinheit stets auch ein Angriff auf die Persönlichkeit der ihr übergeord-
neten juristischen Person darstelle (vi-Entscheid, S. 65 f.).
2.6.3 Dieser in jeder Hinsicht überzeugenden Begründung gibt es seitens des Kan-
tonsgerichts nichts hinzuzufügen. Auch die Beklagten vermögen dagegen nicht anzu-
kommen. Sie wiederholen weitgehend bloss ihre bereits im erstinstanzlichen Verfahren
vorgetragenen Ausführungen (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 14 und 17 f.; Berufungs-
antwort Beklagte 1, S. 4; vgl. inhaltlich gleich Duplik, S. 15-18) oder argumentieren am
angefochtenen Entscheid vorbei, indem sie sich auf einen klägerischen Standpunkt
stürzen, auf den die Vorinstanz gerade nicht abstellte (Berufung Beklagte 2 und 3,
S. 15 f.). Damit lassen sie eine sachbezogene Auseinandersetzung mit der vorinstanzli-
chen Entscheidbegründung vermissen (s. E. II.2). Ohnehin lägen die Beklagten 2 und 3
(Berufung, S. 16) mit ihrer katalogartigen Auflistung von Rechtsverletzungen aber auch falsch. Die Vorinstanz berücksichtigte sämtliche ihrer massgebenden Argumente. Da-
rin, dass sie diesen nicht das gewünschte Gewicht beimass und unter Würdigung der
wesentlichen Beweismittel zu einem anderen Schluss gelangte, liegt weder eine Verlet-
zung der Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 53 Abs. 1 ZPO) noch eine solche
des Rechts auf Beweis (Art. 152 ZPO) oder des Verhandlungsgrundsatzes (Art. 55
Abs. 1 ZPO). Schliesslich war es der Vorinstanz auch nicht verwehrt, das Vorliegen der
Aktivlegitimation mit einer von der Klagebegründung abweichenden Rechtsauffassung
zu begründen (vgl. Art. 57 ZPO; Berufung Beklagte 2 und 3, S. 15 Ziff. 40).
2.7 Facebook und Leserbriefe: Keine Passivlegitimation der Beklagten 2 und 3 und
nicht Teil der Kampagne
2.7.1 Weiter legen die Beklagten 2 und 3 in ihrer Berufung grosses Gewicht darauf, dass erstens sie bezüglich der Äusserungen auf der Facebook-Seite der Beklagten 1
und der in den ON abgedruckten Leserbriefe nicht passivlegitimiert seien und dass
zweitens die Facebook-Kommentare – im Titel ist ebenfalls von den Leserbriefen die
Rede, wohingegen sich in der zugehörigen Begründung kein Wort mehr dazu findet –
auch nicht Teil der bestrittenen Kampagne seien (Berufung, S. 18-27).
2.7.2 Ihre Ausführungen zu Ersterem (Berufung, S. 18-25) gehen an der Sache vor-
bei: Die Vorinstanz machte die Beklagten 2 und 3 nicht für Leserbriefe oder Drittkom-
mentare auf der Facebook-Seite der Beklagten 1 verantwortlich. Sie stellte, wie bereits
erläutert (s. E. 2.3.3 hiervor), lediglich deren Mitwirkung an einer "persönlichkeitsverlet-
zenden Kampagne" gegen die beiden Kläger fest, und zwar in Einklang mit Art. 28
Abs. 1 ZGB. Danach kann, wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, zu
seinem Schutz gegen jeden, der an der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen und
u.a. beantragen, die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen (Ziff. 3; vgl. dazu auch nachfolgende E. 3.1). Als Mitwirkung im Sinne des Gesetzeswortlauts gilt dabei
- 64 -
jeder kausale Beitrag, welcher die Verletzung verursacht, ermöglicht oder begünstigt,
wobei ein Verschulden des Mitwirkenden nicht vorausgesetzt ist (BGE 126 III 161
E. 5.a/aa; BGE 113 II 213 E. 2.b; BGer 5A_963/2014 E. 5.3.1; BGer 5A_792/2011
E. 6.2; BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 37). Darunter fällt ohne Zweifel auch die Mitwirkung
an einer Berichterstattung, die ihrerseits einen von mehreren Bestandteilen einer "per-
sönlichkeitsverletzenden Kampagne" darstellt. Die Vorinstanz umschrieb mit ihrer Auf-
zählung in der strittigen Dispositiv-Ziff. 1 denn auch nicht die Mitwirkung der Beklagten,
sondern charakterisierte damit den Umfang der "persönlichkeitsverletzenden Kam-
pagne". Mit der Wendung "die Berichterstattung der Beklagten Obersee Nachrichten,
B._ und C._" (Dispositiv Ziff. 1 Abs. 1) brachte sie sodann hinrei-
chend deutlich zum Ausdruck, dass die Mitwirkung der Beklagten 2 und 3 im Rahmen
der Berichterstattung stattgefunden habe. Dass es sich bei einer sog "Kampagne" mit
der Anwendung der soeben beschriebenen allgemeinen Grundsätze nicht anders als bei 'gewöhnlichen' Persönlichkeitsverletzungen verhält, bestätigte das Bundesgericht
durch seine Beurteilung des den Urteilen BGE 143 III 297 (E. 6.5 und 6.8) und
BGer 5A_658/2014 (E. 9.3) zugrundeliegenden Sachverhalts, waren dort die Medien
der beklagten Verlagshäuser doch bei weitem nicht die Einzigen, welche sich an der
als widerrechtlich persönlichkeitsverletzend eingestuften Medienkampagne rund um die
Verhaftung des dortigen Klägers 1 beteiligt hatten. Entsprechend spielt es aber eben
auch hier – da sich die 'Kampagne' nicht auf Facebook-Kommentare und Leserbriefe
beschränkte – überhaupt keine Rolle, ob die Beklagten 2 und 3 selber Zeitungsartikel
auf der Facebook-Seite der Beklagten 1 verlinkten, ob sie in der Lage waren oder in-
tern dazu berechtigt gewesen wären, derartige Einträge Dritter zu löschen und ebenso
wenig, ob sie dafür zuständig waren, die Leserbriefe zu selektionieren und über deren
Veröffentlichung zu entscheiden (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 18 f. und 25). Die Vor-
instanz brauchte nichts dergleichen festzustellen. Es ist daher nicht die Vorinstanz,  mit ihrer Dispositiv Ziff. 1 Art. 28 ZGB (oder eine andere Gesetzesbestimmung)
falsch anwandte, sondern sind es die Beklagten 2 und 3, welche die Tragweite dieser
Bestimmung und den Aussagegehalt der entsprechenden Entscheidziffer nicht erken-
nen wollen (richtig daher Berufungsantwort Kläger, S. 19 f.).
2.7.3 Was die Beklagten 2 und 3 gegen Letzteres (Berufung, S. 25-27), also dagegen
vortragen lassen, dass die Facebook-Kommentare und Leserbriefe von der Vorinstanz
als Teil der Kampagne beurteilt wurden (vi-Entscheid, S. 181-183), erweist sich vor
dem Hintergrund des Gesagten ebenso wenig als stichhaltig: Dies versteht sich von
selbst, soweit die Beklagten 2 und 3 der vorinstanzlichen Feststellung, wonach die Fa-
cebook-Präsenz und die dazugehörigen Drittkommentare bewusst genutzt worden
seien, um die KESB-Kampagne auszuweiten bzw. das Interesse der Leser zu steigern
(vi-Entscheid, S. 182 f.), bloss entgegenhalten, dies sei für sich genommen zulässig
und gehöre zum "courant normal" (Berufung, S. 25 Ziff. 70 und S. 26 Ziff. 75). Nicht an-
- 65 -
ders verhält es sich aber, wenn die Beklagten 2 und 3 die Richtigkeit dieser Feststel-
lung bestreiten, indem sie auf die angeblich fehlende Verallgemeinerungsfähigkeit der
von der Vorinstanz angeführten Beispiele hinweisen (Berufung, S. 26 f., vgl. auch S.
113 f.; vi-Entscheid, S. 182), zumal es noch unzählige weitere – prozesskonform vorge-
brachte – Beispiele gegeben hätte, die sich dafür hätten anführen lassen (vgl. neben
den von der Vorinstanz gemeinten kläg.act. 252 und kläg.act. 253 auch Klage, S. 84
[mit Verweis auf kläg.act. 92], S. 86 [mit Verweis auf kläg.act. 6 und 94], S. 141 [mit
Verweis auf kläg.act. 210] sowie [für eine Zusammenfassung] S. 305; daneben aber
auch kläg.act. 76, 98 und die jeweils extrem plakativen Hinweise zu den Links auf der
Facebook-Seite der Beklagten 1 kläg.act. 74, 93, 96, 101, 106, 178, 196, 206, 216,
228, 252; zu den Leserbriefen kläg.act. 6 [i.V.m. KAB 30], 91, 94, 102 i.V.m. 105).
2.8 Unrichtige Feststellung des Sachverhaltes / Tendenziöse Wiedergabe des
Sachverhaltes durch die Vorinstanz
Unter dem vorgenannten Titel werfen die Beklagten 2 und 3 der Vorinstanz eine ten-
denziöse Erstellung des Sachverhaltes, allenfalls unter Einfluss von Befangenheit, vor.
Des Weiteren habe die Vorinstanz in der rechtlichen Begründung den ON "krasse Aus-
drücke" in den Mund gelegt, die so nie publiziert worden seien, und gerade daraus oft-
mals die bestrittene Persönlichkeitsverletzung abgeleitet (Berufung, S. 27 f.). Die Be-
klagten 2 und 3 nennen dabei aber weder konkrete Beispiele noch bezeichnen sie die
Stellen des angefochtenen Entscheids, auf welche sie ihre doch heftigen Vorwürfe be-
ziehen. Damit werden sie ihrer Begründungsobliegenheit nicht ansatzweise gerecht
(vgl. E. II.2 hiervor), weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Ergänzend sei darauf
hingewiesen, dass es bei einem Streit wie dem vorliegenden in der Natur der Sache
liegt, dass primär "die pointierteren Aussagen der Berichte" im Fokus stehen (Berufung, S. 27).
3. Persönlichkeitsverletzung im Allgemeinen
3.1 Theorie
3.1.1 Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann zu seinem Schutz
das Gericht anrufen (Art. 28 Abs. 1 ZGB). Eine Verletzung ist nach Art. 28 Abs. 2 ZGB
dann widerrechtlich, wenn sie nicht durch Einwilligung des Verletzten, durch ein über-
wiegendes privates oder öffentliches Interesse oder durch Gesetz gerechtfertigt ist. Da-
raus folgt, dass eine Persönlichkeitsverletzung (Persönlichkeit als absolutes Rechtsgut)
stets widerrechtlich ist, es sei denn, der Verletzer könne sich ausnahmsweise auf einen
der gesetzlich vorgesehenen Rechtfertigungsgründe berufen (BGE 127 III 481 E. 2.c).
Der Verletzte hat deshalb die Tatsachen und Umstände nachzuweisen, aus denen sich die Verletzung der Persönlichkeit sowie deren Schwere ergibt, während dem Verletzer
- 66 -
der Nachweis der Sachumstände obliegt, die das Vorliegen eines Rechtfertigungsgrun-
des erschliessen (BGE 136 III 410 E. 2.3). Praxisgemäss wird dabei in zwei Schritten
vorgegangen: Zuerst ist zu untersuchen, ob überhaupt eine Persönlichkeitsverletzung
vorliegt, und – bejahendenfalls – muss anschliessend geprüft werden, ob ein Rechtfer-
tigungsgrund gegeben ist (BGE 136 III 410 E. 2.2.1; BGer 5A_195/2016 E. 5.1; BGer
5A_553/2012 E. 3; BGer 5A_376/2013 E. 3).
3.1.2 Art. 28 ZGB enthält weder eine Definition der Persönlichkeit noch eine Um-
schreibung des unerlaubten Verhaltens, welches eine Verletzung der Persönlichkeit be-
gründet. Nach der gebräuchlichen Definition umfasst die Persönlichkeit alles, was zur
Individualisierung einer (natürlichen oder juristischen) Person dient und im Rahmen der
guten Sitten schutzwürdig erscheint (BGE 143 III 297 E. 6.4.1; BGE 70 II 127 E. 2 =
Pra 1994 Nr. 148; BGer 5A_458/2018 E. 5.1; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.03 ff.). Die Verletzung der Persönlichkeit kann in einem Tun, einem Dulden oder einem
Unterlassen bestehen. Sie erfasst den einmaligen Akt ebenso wie Wiederholungshand-
lungen (vgl. dazu BGer 5C.210/2002 E. 3.1 ff.) und einen Zustand (z.B. Plakatwer-
bung). Von der Form her spielt es keine Rolle, ob die Verletzung in verbaler, schriftli-
cher oder (audio-)visualisierter Form erfolgt (BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 40; BGE 143
III 297 E. 6.4.3; BGer 5A_458/2018 E. 5.1; NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4 N 87). Von den
verschiedenen Gütern, die Gegenstand des Persönlichkeitsrechts sind, steht hier – als
Teilgehalt der sozialen Persönlichkeit – das Recht auf Achtung des gesellschaftlichen,
beruflichen und wirtschaftlichen Ansehens, also der Ehre in Frage (BGE 129 II 715
E. 4.1; BGE 129 III 49 E. 2.2; BGE 127 III 481 E. 2.b/aa). Der privatrechtliche Ehr-
schutz geht dabei deutlich weiter als der strafrechtliche; eine Verletzung der Persön-
lichkeit im zivilrechtlichen Sinn liegt nicht nur vor, wenn der Ruf, ein ehrbarer Mensch
zu sein (sog. menschlich-sittliche Geltung), beeinträchtigt wird, sondern insbesondere auch dann, wenn das berufliche oder gesellschaftliche Ansehen (sog. gesellschaftliche
Geltung) einer natürlichen oder juristischen Person geschmälert wird (BGE 129 III 715;
BGer 5A_975/2015 E. 5.1; BGer 5A_78/2007 E. 4; BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 28;
HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.84 ff.; s. zum strafrechtlichen Ehrbegriff etwa
TRECHSEL/LIEBER, DIKE-Komm-StGB, 3. Aufl., Art. 173 N 1 ff. m.w.H.).
Voraussetzung einer Persönlichkeitsverletzung im erwähnten Sinn ist zunächst, dass
der Betroffene aufgrund der Verletzungshandlung – beispielsweise der Ausführungen
in einer Zeitung oder auf der Facebook-Seite der Zeitung wie hier – individualisiert wer-
den kann. Er muss mithin als Adressat erkennbar sein (BGE 135 III 145 E. 3 f.; BSK
ZGB I-MEILI, Art. 28 N 39; NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4 N 85). Weiter muss die Verletzung
eine gewisse Intensität erreichen (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.06 ff.). Leichte
Fälle, wie sie im gesellschaftlichen Umgang laufend vorkommen, sind nicht persönlich-
keitsverletzend (BGE 129 III 715 E. 4.1; BRÜCKNER, a.a.O., N 623). Eine Minderung des Ansehens kann aber bereits dann eintreten, wenn jemandem 'lediglich' ein sozial
- 67 -
missbilligtes Verhalten in Gestalt eines rechtsstaatlich bedenklichen Handelns vorge-
worfen wird (BGE 138 III 641 E. 3; BGE 127 III 481 E. 2.b/aa). Ob eine bestimmte
Äusserung insbesondere in einem Presseerzeugnis geeignet ist, das Ansehen resp. die
gesellschaftliche Geltung einer Person empfindlich (d.h. in rechtlich relevanter Weise)
herabzumindern, beurteilt sich nicht nach dem subjektiven Empfinden des Betroffenen,
sondern nach einem objektiven Massstab. Ohne Bedeutung ist dabei, ob eine behaup-
tete Tatsache der Wahrheit entspricht oder ob die geäusserte Kritik fundiert ist
(BGer 5A_458/2018 E. 4.3.3 und 5.1; BGer 5A_658/2014 E. 8.3). Es kommt einzig und
allein darauf an, ob die betroffene Person in den Augen eines durchschnittlichen Be-
trachters in ihrem Ansehen herabgesetzt wird, wobei diese Beurteilung unter Würdi-
gung der konkreten Umstände wie etwa des Gesamteindrucks (BGE 126 III 209 E. 3.a;
BGer 5A_376/2013 E. 3.2), der Form der Darstellung (BGer 5A_658/2014 E. 8.3) sowie
des Rahmens eines Presseartikels zu erfolgen hat (BGE 135 III 145 E. 5.2; BGE 127 III 481 E. 2.b/aa). Einzelne Textstellen oder Passagen sind demnach nicht nur anhand der
verwendeten Ausdrücke je für sich allein genommen zu würdigen, sondern nach dem
allgemeinen Sinn, der sich aus dem Text als Ganzes ergibt (BGer 5A_354/2012,
5A_374/2012 E. 3 m.w.H.; BGer 5A_78/2007 E. 3.5); auch das Zusammenspiel mit an-
deren Publikationen kann dabei eine Rolle spielen (BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 42). Für
die Rechtsfigur des Durchschnittsbetrachters oder auch Durchschnittslesers gilt, dass
sich diese hinsichtlich ihres Wissens, ihrer Interessen und ihres Eindrucks am durch
das konkrete Presseerzeugnis anvisierten Zielpublikum orientiert (BGer 5A_376/2013
E. 3.2; illustrativ BGer 5A_458/2018 E. 5.2 und 5.3.2; BGer 5A_354/2012, 5A_374/
2012 E. 4.1; ähnlich AEBI-MÜLLER, Personenbezogene Informationen im System des
zivilrechtlichen Persönlichkeitsschutzes, 2005, N 818; GEISER, Persönlichkeitsschutz:
Pressezensur oder Schutz vor Medienmacht?, in: SJZ 92, 1996, S. 77).
3.1.3 Eine Persönlichkeitsverletzung ist nicht widerrechtlich, wenn ein Rechtferti-
gungsgrund gegeben ist. Als Beispiel nennt das Gesetz den Fall, dass die Verletzung
durch ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse gerechtfertigt ist (Art. 28
Abs. 2 ZPO). Weil an der Erfüllung des Informationsauftrags der Presse, auf den sich
die Beklagten 2 und 3 hier hauptsächlich berufen, ein öffentliches Interesse besteht,
kann er einen Rechtfertigungsgrund darstellen: Den Medien kommt in einem demokra-
tischen Rechtsstaat die Funktion eines Bindeglieds zwischen Staat und Öffentlichkeit
zu, indem sie durch ihre Informationstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Transpa-
renz und Kontrolle behördlicher Tätigkeit leisten (sog. Wächteramt der Presse; vgl.
dazu BGer 5A_195/2016 E. 5.2 sowie die darin aufgeführten Hinweise; BGE 137 I 8
E. 2.5; BGE 137 I 209 E. 4.2; auch Urteil des EGMR Narodni List D. D. gegen Kroatien
vom 8. November 2018 [Nr. 2782/12] Rz. 58 ff.). Die Öffentlichkeit hat beispielsweise
ein Interesse daran, über unzulässiges Geschäftsgebaren, fehlerhafte Amtshandlungen
oder fehlbare Amtsträger informiert zu werden (BGE 126 III 209 E. 3.a und 4). Sodann
- 68 -
verdienen unter der verfassungsmässig und völkerrechtlich garantierten Meinungs-
äusserungsfreiheit (Art. 14 BV, Art. 10 EMRK) nicht nur Informationen und Ideen
Schutz, die positiv aufgenommen oder als harmlos oder gleichgültig angesehen wer-
den, sondern auch solche, die provozieren, schockieren oder beunruhigen
(BGE 138 I 274 E. 2.2.1; Urteil des EGMR GRA Stiftung [...] gegen Schweiz vom 9. Ja-
nuar 2018 [Nr. 18597/13] Rz. 51; BGer 6B_1270/2017, 6B_1291/2017 E. 2.4.3; vgl.
auch BGE 106 II 92 E. 2.b und c), was es aufgrund des Gebots grundrechtskonformer
Auslegung von Rechtsnormen im Rahmen von Art. 28 Abs. 2 ZGB zu berücksichtigen
gilt (BGE 132 III 641 E. 5.2 m.w.H.; BGE 120 II 225 E. 3.b; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER,
a.a.O., N 10.51 ff.; CHK ZGB-AEBI-MÜLLER, 3. Aufl., Art. 28 N 33; HOFER/HRUBESCH-
MILLAUER, Einleitungsartikel und Personenrecht, 2012, N 20.70). Allerdings ist der In-
formationsauftrag der Presse kein absoluter Rechtsfertigungsgrund (BGE 138 III 641
E. 4.1.1; BGE 132 III 641 E. 5.2; BGer 5A_195/2016 E. 5.1); demjenigen Interesse, welches die Medien- und/oder Meinungsäusserungsfreiheit für sich in Anspruch neh-
men kann, kommt nicht automatisch grösseres Gewicht zu, weil mit der persönlichen
Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV; Art. 8 EMRK) auch auf Seiten der verletzten Person stets
mindestens ein Grundrecht in Frage steht (vgl. auch Art. 13 BV; HOFER/HRUBESCH-
MILLAUER, a.a.O., N 20.70; vertiefter: BACHER, Interessenabwägung bei Persönlich-
keitsverletzungen durch Medien, Medialex 2017, S. 5-8). Das Interesse des Individu-
ums auf Unversehrtheit seiner Person ist daher immer sorgfältig gegen dasjenige der
Presse an der Erfüllung des Informationsauftrags abzuwägen. Dabei kann die Rechtfer-
tigung stets nur soweit reichen, wie ein legitimes Informationsinteresse der Öffentlich-
keit besteht (BGE 143 III 297 E. 6.7.3; BGE 138 III 641 E. 4.1.1; BGE 132 III 641
E. 3.2; BGE 126 III 209 E. 3.a; BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 49).
Darüber hinaus haben sich in der reichhaltigen Praxis zur Rechtfertigung (klargestellt in BGer 5A_658/2014 E. 8.2 f. m.w.H.; bestätigt in BGer 5A_458/2018 E. 4.3.3, 5.1 und
5.3.3; zuvor schon BGE 138 III 641 E. 4; ungenau daher BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 43
oder NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4 N 88; aber auch BGer 5A_195/2016 E. 5.1;
BGer 5A_975/2015 E. 5.1) von verletzenden Presseäusserungen – wozu auch Leser-
briefe zählen, unabhängig davon, ob der Leserbriefverfasser oder das publizierende
Organ ins Recht gefasst wird (BGE 106 II 92 E. 2 f.; BGer 5A_489/2012 E. 2.6.1) – fol-
gende Grundsätze herausgebildet, wobei zwischen der Mitteilung von Tatsachen (Tat-
sachenbehauptungen) einerseits und deren Würdigung (Werturteile) andererseits un-
terschieden wird (vgl. zur im Einzelfall schwierigen Abgrenzung HAUSHEER/AEBI-
MÜLLER, a.a.O., N 12.103 ff.; illustrativ BGer 5A_195/2016 E. 5.7 und BGE 127 III 481
E. 2.c/cc und d):
3.1.3.1 Die Verbreitung wahrer Tatsachen – d.h. von Behauptungen, die einem Beweis
zugänglich und objektiv feststellbar sind – ist grundsätzlich durch den  der Presse gedeckt, es sei denn, es handle sich um Tatsachen aus dem Geheim-
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oder Privatbereich oder die betroffene Person werde in unzulässiger Weise herabge-
setzt, weil die Form der Darstellung über das Ziel hinausschiesst, völlig sachfremd, un-
sachlich oder unhaltbar ist und deshalb unnötig verletzt (BGE 138 III 641 E. 4.1.1;
BGE 132 III 641 E. 3.2; BGE 126 III 305 E. 4.b; zum Begriff unnötig verletzend
BGer 4A_481/2007 E. 3.3). Voraussetzung ist allerdings auch hier ein legitimes Infor-
mationsinteresse der Öffentlichkeit, welches regelmässig anzunehmen ist, wenn die
berichtete wahre Tatsache in einem Zusammenhang mit der öffentlichen Tätigkeit oder
Funktion der betreffenden Person steht (BGE 138 III 641 E. 4.1.1; BGer 5A_195/2016
E. 5.1; BGer 5A_975/2015 E. 5.1).
Die Veröffentlichung unwahrer Tatsachen ist demgegenüber an sich widerrechtlich, wo-
bei es keine Rolle spielt, ob der tatsachenwidrige Bericht unverschuldet oder gar in gu-
ten Treuen publiziert wurde, ob er das Ergebnis eigener Recherche ist oder ob er  die Sichtweise eines Dritten darstellt (BGE 126 III 209 E. 3.a; BGE 126 III 161
E. 5.a/aa und bb = Pra 2001 Nr. 80; BGE 106 II 92 E. 2.d; BGer 5A_658/2014 E. 4.2
und 9.3; vgl. auch BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 37 und 55; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER,
a.a.O., N 12.09 und 12.109; eine subjektive Vorwerfbarkeit ist anders als zur Begrün-
dung von Schadenersatz- oder Genugtuungsansprüchen nicht vorausgesetzt). Ein
Presseunternehmen kann sich der Verantwortung für seine Publikationen nicht einfach
mit dem Hinweis entziehen, bloss die Behauptungen eines Dritten originaltreu wieder-
gegeben zu haben. Es kommt daher auch nicht darauf an, ob der unzutreffende Ein-
druck, der bei der Leserschaft erweckt wird, auf eine ungenaue oder verkürzte Wieder-
gabe der Behauptungen Dritter oder darauf zurückzuführen ist, dass die wiedergegebe-
nen Behauptungen selbst unrichtig oder irreführend sind (BGE 126 III 305 E. 4.b/aa;
BGE 123 III 354 E. 2.a; BGer 5A_658/2014 E. 7.2.2; vgl. GEISER, a.a.O., S. 77, wonach
eine Unwahrheit nicht deshalb zur Wahrheit wird, weil ein Dritter sie tatsächlich  hat). An der Verbreitung von Unwahrheiten kann nur in sehr seltenen, speziell gela-
gerten Ausnahmefällen ein hinreichendes Interesse bestehen (s. für einen solchen
BGE 126 III 209 E. 3.a). Indes lässt noch nicht jede journalistische Unkorrektheit, Un-
genauigkeit, Verallgemeinerung oder Verkürzung eine Berichterstattung insgesamt als
unwahr erscheinen (illustrativ dazu BGE 129 III 49 E. 2.3; BGE 107 II 1 E. 4.b;
BGE 105 II 161 E. 3.b; BGer 5A_445/2010 E. 3.2; Entscheid des Kantonsgerichts vom
19. April 2016 i.S. BO.2016.5 [http://www.gerichte.sg.ch/home/dienstleistungen/
rechtsprechung/kantonsgericht.html]); die Allgemeinverständlichkeit eines journalisti-
schen Textes kann gewisse Vereinfachungen oder Auslassungen gebieten (GEISER,
a.a.O., S. 73). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts erscheint eine in diesem
Sinne unzutreffende Presseäusserung deshalb nur dann als insgesamt unwahr und wi-
derrechtlich, wenn sie in wesentlichen Punkten nicht zutrifft und die betroffene Person
dergestalt in einem falschen Licht zeigt bzw. ein spürbar verfälschtes Bild von ihr zeich-
net, das sie im Ansehen der Mitmenschen – verglichen mit dem tatsächlich gegebenen
- 70 -
Sachverhalt – empfindlich herabsetzt (BGE 138 III 641 E. 4.1.2; BGE 129 III 49 E. 2.2;
BGE 126 III 305 E. 4.b/aa m.w.H.; BGer 5A_658/2014 E. 7.2.2).
3.1.3.2 Kritik, Meinungsäusserungen und Kommentare, sprich Werturteile, sind zuläs-
sig, sofern sie sich nicht einer unangemessenen Form bedienen, völlig überziehen oder
sich auf die Verunglimpfung einer Person beschränken und damit unnötig verletzend
ausfallen (BGE 106 II 92 E. 2.c; BGE 71 II 191 E. 1; BGer 5A_376/2013 E. 5.2.3 und
5.3; illustrativ BGer 5A_354/2012 E. 4.1, 4.2.1 und 4.3.1; HAUSHEER/AEBI-MÜLLER,
a.a.O., N 12.106-107a; NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4 N 91). Sie sind einer Wahrheitsprü-
fung nicht zugänglich. Soweit sie allerdings zugleich auch Tatsachenbehauptungen
darstellen oder die Wertung einen erkennbaren Bezug zu einer solchen aufweist, wie
es bei einem sog. gemischten Werturteil der Fall ist (s. zur etwas engeren Umschrei-
bung der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts BGE 138 III 641 E. 4.1.3; vgl. die insofern treffendere Umschreibung der strafrechtlichen Abteilung
BGer 6B_1270/2017, 6B_1291/2017 E. 2.1), gelten für den Sachbehauptungskern der
Aussage die gleichen Grundsätze wie für Tatsachenbehauptungen. Zudem können ge-
mischte Werturteile – selbst wenn sie auf einer wahren Tatsachengrundlage beruhen –
widerrechtlich sein, sofern sie von der Form her eine unnötige Herabsetzung bedeuten.
Insofern verhält es sich nicht anders als bei den sog. reinen Werturteilen (vgl. dazu
HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.107). Weil die Veröffentlichung einer Wertung
unter die Meinungsäusserungsfreiheit (Art. 16 Abs. 1 und 2 BV; Art. 10 EMRK) fällt, ist
diesbezüglich aber eine gewisse Zurückhaltung am Platz; das gilt umso mehr, wenn für
das Publikum erkennbar ist, auf welche – wahren – Fakten sich das Werturteil stützt
(vgl. dazu BGer 5A_354/2012 E. 4.1, 4.2.1 und 4.3.1). Eine pointierte Meinung ist
ebenso hinzunehmen wie scharfe, beissende und sarkastische Kritik
(vgl. BGE 106 II 92 E. 2.c). Nicht rechtfertigen lässt sich eine Wertung nur, wenn sie den Rahmen des Haltbaren sprengt bzw. auf einen tatsächlich nicht gegebenen Sach-
verhalt schliessen lässt oder der betroffenen Person jede Menschen- oder Personen-
ehre streitig macht (zum Ganzen BGE 138 III 641 E. 4.1.3; BGE 127 III 481 E. 2.c/cc; BGE 126 III 305 E. 4.b/bb).
Wie bereits bei der Beantwortung der Frage, ob das Ansehen einer Person in den Au-
gen eines Durchschnittsadressaten als beeinträchtigt erscheint (sog. Tatbestands-
ebene; illustrativ BGer 5A_458/2018 E. 5.2 und 5.3.2 [Persönlichkeitsverletzung in ei-
ner Klageantwort]), kommt es auch – und erst recht – bei der Abwägung der auf dem
Spiel stehenden gegenseitigen Interessen stets auf die konkreten Umstände des Ein-
zelfalls an (vgl. Art. 4 ZGB; BGer 5A_553/2012 E. 3.2). Von diesen hängt die Schwere
der Persönlichkeitsverletzung und/oder das Gewicht des Rechtfertigungsgrunds ab. So
ist es beispielsweise nicht einerlei, ob es sich bei der in einem Presseerzeugnis ver-
breiteten um eine öffentlich-zugängliche, private oder gar geheime Information handelt
(BGer 5A_975/2015 E. 5.1; BGer 5A_195/2016 E. 5.1; zur sog. Sphärentheorie vgl.
- 71 -
HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.113-12.124; zur Kritik an der Sphärentheorie
AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 512-540). Ebenso wenig ist gleichgültig, ob eine bestimmte
Darstellung auf der Frontseite einer Tageszeitung oder unter der Rubrik "Sachen zum
Lachen" erfolgt, ob sie in einem Satireblatt oder in einem seriösen Presseerzeugnis
präsentiert wird, ob sie eine künstlerische Ausdrucksform, eine Information über gesell-
schaftsrelevante aktuelle oder historische Ereignisse darstellt oder ob sie der reinen
Unterhaltung dient (BGer 5A_553/2012 E. 3.2; vgl. auch BGE 143 III 297 E. 6.7.3; BGE
135 III 145 E. 4.3; BGE 109 II 353 E. 4.c; BGer 5C.26/2003 E. 2.3 und 3.3). Zu den
konkreten Umständen, die für die Interessenabwägung von Bedeutung sind, ist dem-
nach auch die Thematik der Äusserung zu zählen: Im Zusammenhang mit der politi-
schen Diskussion und Meinungsbildung, beispielsweise im Rahmen eines Abstim-
mungskampfes, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mehr erlaubt (BGer
5A_975/2015 E. 5.1; BGer 5A_195/2016 E. 5.1; illustrativ BGer 5A_489/2012 E. 4.2.1 und 5.2.3; BGer 5A_456/2013 E. 6; BGer 5A_553/2012 E. 3.6) bzw. das Interesse der
Öffentlichkeit am freien Austausch von Meinungen und Informationen besonders hoch
zu gewichten. Gemäss der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte sind in diesem Bereich sogar nur äusserst beschränkt Restriktionen zulas-
ten der Meinungsäusserungsfreiheit (Art. 10 Abs. 2 EMRK) möglich (vgl. die Urteile Pe-
rincek gegen Schweiz vom 15. Oktober 2015 [Nr. 27510/08] Rz. 197; Cicad gegen
Schweiz vom 7. Juni 2016 [Nr. 17676/09] Rz. 50; illustrativ GRA Stiftung [...] gegen
Schweiz vom 9. Januar 2018 [Nr. 18597/13] Rz. 61, 64, 65, 71-73). Schliesslich gehört
zu den konkreten Umständen auch die Person des Betroffenen; so müssen sich abso-
lute (z.B. Politiker, berühmte Sportler, Wissenschaftler oder Künstler) und relative Per-
sonen der Zeitgeschichte mehr gefallen lassen als gewöhnliche Personen oder, anders
ausgedrückt, besteht an ihrer Person und Teilnahme am öffentlichen Leben (Stellung,
Funktion oder Leistung) allgemein oder in Zusammenhang mit einem bestimmten  Ereignis ein gesteigertes Informationsinteresse (BGE 127 III 481
E. 2.c/aa; BGer 5A_658/2014 E. 5.6; BGer 5A_553/2012 E. 3.1; vgl. auch
BGer 5A_195/2016 E. 5.1-5.3; BGer 5A_975/2015 E. 5.1 und 5.4).
3.2 Behauptungs- und Substantiierungslast
3.2.1 Die Beklagten 2 und 3 sind vorab der Ansicht, die Kläger seien ihre Pflicht zur
Substantiierung der eingeklagten Persönlichkeitsverletzungen nicht nachgekommen
(Berufung, S. 88 f. und S. 99-103; vgl. schon Duplik, S. 29-32). Der Vorinstanz, welche
sich mit diesem Einwand nur am Rande befasste (vgl. vi-Entscheid, S. 55), werfen sie
eine Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes (Art. 55 Abs. 1 ZPO) und eine Verlet-
zung der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 ZPO; Art. 29 Abs. 2 BV)
fliessenden Begründungspflicht vor.
3.2.2 Weder das Eine noch das Andere ist gegeben:
- 72 -
3.2.2.1 Richtig ist, dass der vorliegende Streit dem Verhandlungsgrundsatz untersteht,
was bedeutet, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren
stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben (Art. 55 Abs. 1 ZPO).
Diese sog. Behauptungslast der Parteien bezieht sich wie schon der Gesetzeswortlaut
zeigt allerdings bloss auf Tatsachen, d.h. auf Behauptungen über die Existenz von
nach Ort und Zeit bestimmten Gegebenheiten der Aussenwelt oder des geistigen In-
nenlebens, die einem Beweis zugänglich sind (BK-HURNI, 2012, Art. 55 ZPO N 12, 15
und 17; SUTTER-SOMM/SCHRANK, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO
Komm., 3. Aufl. Art. 55 N 32 ff.). Das, was die Beklagten 2 und 3 vor Vorinstanz und
nunmehr auch im Berufungsverfahren als "mangelhafte Substanziierung" bean-
stande(te)n (Duplik, S. 29-32; Berufung, S. 99-103) – dass die Kläger nicht zu jeder
eingeklagten Äusserung (vorliegend wären dies über 300) im Einzelnen ausführten, weshalb sie im Kontext des konkreten Berichts und in der Wahrnehmung des Durch-
schnittslesers persönlichkeitsverletzend sei –, beschlägt die rechtliche Würdigung von
Tatsachen und fällt daher in Wirklichkeit gar nicht unter die Behauptungs- und Substan-
tiierungslast. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Frage, wie eine
Presseäusserung bei einem Durchschnittsleser ankommt, nämlich nicht als Tatsachen-
feststellung zu behandeln, sondern als Rechtsfrage bzw. als ihr gleichgestellte Folge-
rung aus der allgemeinen Lebenserfahrung zu prüfen (BGer 5A_76/2018 E. 2;
BGer 5A_658/2014 E. 7.2.2; BGer 5A_376/2013 E. 3.2). Dies geschieht von Amtes we-
gen (Art. 57 ZPO; vgl. BGE 143 III 297 E. 6.7.1). Folglich mag es nützlich sein, wenn
sich die Parteien dazu äussern, doch sind derartige Ausführungen in den Rechtsschrif-
ten entbehrlich (vgl. dazu GLASL, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Art. 57 N 5; BK-KILLIAS,
Art. 221 ZPO N 42; LEUENBERGER, ZPO Komm., Art. 221 N 47). Den Klägern kann es
daher nicht zum Nachteil gereichen, dass sie die beanstandeten Äusserungen im  Teil ihrer Klage verschiedenen Themenschwerpunkten zuordneten und alsdann
summarisch für jede gebildete Gruppe erläuterten, weshalb sie die dadurch vermittelte
Kernbotschaft als persönlichkeitsverletzend erachteten (Klage, S. 200-273; s. zur Gül-
tigkeit der Klagebegründung für jeden einzelnen passiven einfachen Streitgenossen
E. 2.3.3 hiervor). Gleich verhält es sich mit der angeblich fehlenden Unterscheidung
zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen (Duplik, S. 29), welche für die
Rechtfertigung, nicht aber für die vorgelagerte Frage nach der Verletzung von Bedeu-
tung ist (s. E. 3.1.1 und 3.1.3), und als rechtliche Qualifikation ebenso wenig von der
Behauptungslast erfasst wird.
3.2.2.2 Abgesehen davon führen die Beklagten 2 und 3 in ihrer Berufung neu lediglich
repetitiv aus, "die blosse Identifizierung von streitigen Medienberichten oder ihre inhalt-
liche Wiedergabe und pauschale Behauptungen, diese und ihre Gesamtheit verursach-
ten die behaupteten Verletzungen, genügen [...] den Substanziierungsanforderungen nicht" (Berufung, S. 88, 99, 102). Dieser von Erwägungen des Handelsgerichts des
- 73 -
Kantons Zürich inspirierte Satz (wiedergegeben in BGer 5A_658/2014 E. 6.3.2) – mag
er in der Sache richtig sein oder nicht (s. dazu BGer 5A_658/2014 E. 6.3.5) – hat je-
denfalls im vorliegenden Fall keinerlei Berechtigung. Während die Kläger zwar bloss
summarisch erläuterten, weshalb verschiedene Äusserungen persönlichkeitsverletzend
seien, führten sie sehr wohl bezüglich jedes einzelnen Berichts, Leserbriefs oder Kom-
mentars auf der Facebook-Seite der Beklagten 1 aus, was sie daran konkret störe bzw.
was genau sie daran als persönlichkeitsverletzend erachteten (Klage, S. 50-195). Es ist
also keineswegs so, dass sich die Kläger in ihrer Klage (und Replik) darauf beschränkt
hätten, die strittigen Berichte zu identifizieren, inhaltlich wiederzugeben und zu zeigen,
wann und wo diese erschienen seien und wer sie verfasst bzw. herausgegeben habe.
Ganz im Gegenteil stellten sie in der Klagebegründung betreffend jede beanstandete
Fall- bzw. Themenberichterstattung gesondert und umfassend zunächst ihre eigene
Sicht des Sachverhaltes dar und gingen anschliessend auf die Darstellung desselben im redaktionellen Teil der ON sowie auf die Reaktionen darauf seitens der Leserschaft
(Leserbriefe und Kommentare auf Facebook-Seite der Beklagten 1) ein. Die Persön-
lichkeitsverletzung verorteten sie dabei nicht einfach nur in der Gesamtheit der Be-
richte, Leserbriefe und Facebook-Kommentare, sondern in konkret bestimmten und
kursiv hervorgehobenen Ausdrücken, Formulierungen oder Textpassagen sowie im
stark negativ gefärbten Eindruck der KESB Linth und des Klägers 1, den diese für sich
genommen und im Zusammenspiel (z.B. Klage, S. 288-292) jedenfalls bei einem Teil
der Leser hinterliessen (zum Ganzen Klage, S. 50-195 und 292 f.). Dies alles legten sie
in ihrer Klageschrift ausführlich(st) dar, weshalb die Beklagten wussten oder zumindest
ohne Weiteres hätten wissen können, wogegen sie sich zu verteidigen bräuchten.
3.2.2.3 Gemessen an der Unbegründetheit des Vorwurfs (s. E. 3.2.2.1 hiervor) sowie
angesichts dessen, dass noch die Beurteilung einer Vielzahl an vermeintlich  Berichterstattungen ausstand und die Beklagten schon im erstinstanzlichen Ver-
fahren kaum einen Einwand ausliessen, um eine inhaltlichen Prüfung dieser Berichter-
stattungen zu vermeiden, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dieser Rüge in
ihrer Begründung praktisch keinen Raum einräumte. Vielmehr durfte sie sich in diesem
Zusammenhang mit der zwar äusserst knappen, nach dem Gesagten aber zutreffen-
den Bemerkung begnügen, dass die Kläger jede einzelne Passage sowohl bei der Be-
richterstattung in den ON als auch auf der Facebook-Seite der Beklagten 1 klar be-
zeichnet hätten, die ihrer Meinung nach persönlichkeitsverletzend sei (vi-Entscheid,
S. 55). Daraus ergibt sich hinreichend klar, dass und weshalb die Beklagten bei der Vo-
rinstanz kein Gehör fanden. Vor diesem Hintergrund genügt der vorinstanzliche Ent-
scheid (auch) den Anforderungen an die Begründungspflicht (vgl. dazu BGE 142 III 433
E. 4.3.2; BGE 141 III 28 E. 3.2.4).
- 74 -
3.3 Prüfprogramm im Falle einer Medienkampagne
3.3.1 Sodann üben die Beklagten 2 und 3 auf über 20 Seiten ihrer Berufung vor-
nehmlich allgemeine Kritik an der Art und Weise, wie die Vorinstanz die vorstehend be-
schriebenen Grundsätze auf den vorliegenden Fall anwandte. Sie stossen sich insbe-
sondere daran, dass die Vorinstanz den persönlichkeitsverletzenden Gehalt der bean-
standeten Äusserungen nicht im Einzelnen im Kontext des jeweiligen Artikels, sondern
jeweils im Zusammenhang mit der gesamten Berichterstattung zu einem bestimmten
Fall oder Thema beurteilte (vgl. vi-Entscheid, S. 76-171). Ferner rügen sie, dass die
Vorinstanz im Anschluss an die Feststellung einer "persönlichkeitsverletzenden Kam-
pagne" (vi-Entscheid, S. 171-183) geprüft habe, ob sich die Kampagne rechtfertigen
lasse (vi-Entscheid, S. 184-189), angeblich aber nicht, ob sich die einzelnen beanstan-
deten Äusserungen, Berichte oder Zeitungsausgaben hätten rechtfertigen lassen.  zu Letzterem hätten sie jedoch zahlreiche Behauptungen aufgestellt und Beweis-
mittel angeboten (Berufung, S. 103-126). Im Fokus der Kritik steht schliesslich auch der
Umstand, dass sich die Vorinstanz dabei von den Ausführungen des Bundesgerichts
im Urteil BGE 143 III 297 (= BGer 5A_256/2016) vom 9. Juni 2017 leiten liess, obwohl
diesem nach Ansicht der Beklagten 2 und 3 ein ganz anders gelagerter Fall zugrunde
gelegen habe (Berufung, S. 89-94). Insgesamt werfen sie der Vorinstanz eine Verlet-
zung der Begründungspflicht, eine Verletzung ihres ebenfalls aus dem Gehörsanspruch
fliessenden Rechts auf Beweis (Art. 53 ZPO, Art. 152 ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6
Ziff. 1 EMRK) sowie eine Verletzung der "Prüfungspflicht" (womit sie eine unrichtige
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 und 2 ZGB meinen dürften) vor (Berufung, S. 101, 103 f.
und 106).
3.3.2 Was zunächst den Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs,  der Begründungspflicht anbelangt, so stösst dieser abermals ins Leere. Die fragli-
chen Erwägungen lassen deutlich erkennen, wieso die Vorinstanz die Begründetheit
der Klage bzw. das Vorliegen einer widerrechtlich persönlichkeitsverletzenden Medien-
kampagne auf die entsprechende Art und Weise prüfte. Sie erläuterte gleich mehrfach,
weshalb sie nicht jede einzelne Äusserung und jeden einzelnen Bericht gesondert un-
ter die Lupe nehme, sondern sowohl, auf der Tatbestands- als auch auf der Rechtferti-
gungsebene den je Fall oder Thema sowie insgesamt vermittelten Gesamteindruck be-
urteile. Naturgemäss ging sie daher – mangels Relevanz (Art. 150 Abs. 1 und Art. 152
Abs. 1 ZPO; vgl. statt Vieler LEUENBERGER/UFFER-TOBLER, a.a.O., N 9.28 und 9.157) –
nicht auf alle Behauptungen und Beweismittel ein, welche die Parteien zu den einzel-
nen beanstandeten Äusserungen vorgebracht hatten. Inwiefern sie dabei die Überle-
gungen nicht genannt habe, von denen sie sich habe leiten lassen und auf die sich ihr
Entscheid gestützt habe (s. dazu E. 3.2.2.2 hiervor), zeigen die Beklagten 2 und 3 nicht
auf. Im Gegenteil lässt gerade ihre eigene Zusammenstellung der einschlägigen  der Vorinstanz (Berufung, S. 95-99 [zitiert oder resümiert werden vi-Entscheid,
- 75 -
S. 74-76, 171-175, 177-189]) erkennen, weshalb dem eben nicht so war. Ob diese Vor-
gehensweise der Vorinstanz auch in der Sache richtig war, ist keine Frage der Begrün-
dungspflicht oder des Rechts auf Beweis, sondern eine solche der Anwendung des ma-
teriellen Rechts (Art. 28 ZGB).
3.3.3 Betreffend die Rechtsanwendung ist vorweg in Erinnerung zu rufen, worum es
in der Sache überhaupt noch geht: Streitig ist abgesehen von den erstinstanzlich abge-
wiesenen klägerischen Unterlassungs- und Genugtuungsbegehren einzig noch die
Feststellung einer widerrechtlichen Kampagne gegen den Kläger 1 und die Klägerin 2,
und dies auch nur gerade in Bezug auf die Mitwirkung der Beklagten 2 und 3 (s. E. 1
hiervor). Letzteren hilft es daher nicht weiter, wenn sie in ihrer Berufung so argumentie-
ren, wie wenn noch die – durch das Verhalten der Beklagten 1 ohnehin gegenstandslos
gewordene – Löschung sämtlicher beanstandeter Äusserung aus den Archiven sowie auf der Facebook-Seite der Beklagten 1 zur Diskussion stünde (vgl. Berufung, S. 103 f.
[Ziff. 313-316], S. 107 [Ziff. 329]). Die zu den einzelnen Äusserungen aufgestellten Be-
hauptungen und angebotenen Beweismittel tun daher nur noch insoweit etwas zur Sa-
che, als sie entweder für die Beurteilung des Unterlassungsbegehrens oder für die Be-
urteilung des Feststellungsbegehrens eine Rolle spielen. Angesprochen ist damit in
erster Linie das Prüfprogramm zur Feststellung einer widerrechtlichen Kampagne. Im
Zentrum dieser Feststellung steht nicht die Beurteilung einzelner Äusserungen, son-
dern die Beurteilung des Ganzen. Eine persönlichkeitsverletzende Medienkampagne
muss nicht zwangsläufig die Summe zahlreicher persönlichkeitsverletzender Presse-
äusserungen sein; deren persönlichkeitsverletzende Beeinträchtigung kann und muss
erst in der Gesamtwirkung liegen (vgl. BGE 143 III 297 E. 6.5), mithin in der über einen
längeren Zeitraum mit einer hohen Intensität erfolgten Berichterstattung über eine be-
stimmte Person (vgl. BACHER, Persönlichkeitsverletzung durch eine Medienkampagne, in: sui generis 2017, S. 250 f.). Kommt es aber entscheidend auf die Gesamtwirkung
an, brauchen die einzelnen Artikel nicht schon für sich genommen unrechtmässig zu
sein (vgl. dazu BGer 5A_658/2014 E. 13.2.3; BACHER, Persönlichkeitsverletzung durch
eine Medienkampagne, S. 254; SCHWAIBOLD, Ein Schrecken ohne Ende, Medialex
2017, S. 25). Folglich kann vom urteilenden Gericht nicht erwartet werden, dass es im
Rahmen dieser Feststellung vorfrageweise jede einzelne beanstandete Äusserung bis
ins letzte Detail prüft. Stattdessen drängt(e) sich – abgesehen von den klägerischen
Unterlassungsbegehren, die immerhin in Bezug auf gewisse Äusserungen eine ver-
tiefte Prüfung gebieten (vgl. vi-Entscheid, S. 193) – ein auf den Feststellungsgegen-
stand zugeschnittenes Prüfprogramm auf. Vor diesem Hintergrund ist weder zu bean-
standen, dass die Vorinstanz das Vorliegen einer Persönlichkeitsverletzung (und die
Widerrechtlichkeit derselben) im Kontext der gesamten Berichterstattung zu einem be-
stimmten Fall oder Thema beurteilte, noch, dass sie zum Schluss zusätzlich prüfte, ob
sich die in der Gesamtwirkung sämtlicher Beiträge bestehende Beeinträchtigung recht-
- 76 -
fertigen lasse. Nachdem die Vorinstanz durchwegs betont hatte, es könne auf eine Be-
urteilung der Einzelberichterstattungen nicht verzichtet werden (vi-Entscheid, S. 74 f.),
kann entgegen der Auffassung der Beklagten 2 und 3 (Berufung, S. 107) auch nicht ge-
sagt werden, sie habe ihren eigenen Vorgaben zuwidergehandelt, indem sie eine Prü-
fung der inkriminierten Aussagen auf ihren persönlichkeitsverletzenden Gehalt unter-
liess.
Was die Beklagten 2 und 3 unter Hinweis auf die Unterschiede zum "Präjudiz-Fall" so-
wie die stets unterschiedliche Thematik der verschiedenen Berichte vorbringen (Beru-
fung, S. 89-94, 106-111), steht einem Prüfprogramm im soeben beschriebenen Sinne
nicht im Wege, sondern beschlägt die Rechtfertigungsebene, genau genommen die
Feststellung und Gewichtung des öffentlichen Interesses am Inhalt sowie an der Inten-
sität und am Ausmass der Berichterstattung über den Kläger 1 und die Klägerin 2;  wird zurückzukommen sein. Die Urteile des Bundesgerichts BGer 5A_658/2014
vom 6. Mai 2015 und BGE 143 III 297 (= BGer 5A_256/2016) vom 9. Juni 2017 sind
nicht dahin zu verstehen, dass damit ein für alle Mal festgelegt wurde, unter welchen
Umständen eine persönlichkeitsverletzenden 'Medienkampagne' vorliege. Sie liefern
nur ein Beispiel einer solchen 'Kampagne'. Es bringt daher nichts, die beiden Fälle eins
zu eins miteinander zu vergleichen (vgl. Berufung Beklagte 2 und 3, S. 89-94; Beru-
fungsantwort Kläger, S. 87-99). Richtungsweisend für das vorliegende Verfahren sind
die Grundgedanken und nicht die Einzelheiten, die sich in der Tat teilweise nur be-
schränkt vergleichen lassen. Lässt man das im angesprochenen Leitentscheid als ver-
letzt erkannte Rechtsgut (informationelle Selbstbestimmung) aussen vor, fällt auf, dass
es sich im Grunde genommen bloss um einen Anwendungsfall des allgemeinen Grund-
satzes handelte, wonach der Eingriff in die Persönlichkeit einer bestimmten Person
nicht nur durch einen einmaligen Akt, sondern auch durch das Zusammenspiel  Handlungen erfolgen kann (vgl. BGE 143 III 297 E. 6.4.3 und 6.5; auch BGer
5A_658/2014 E. 9.3; s. zum Grundsatz lit. 3.1.2 hiervor; BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 40;
NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4 N 87; BGE 133 III 153 E. 3.5; illustrativ BGer 5C.210/2002
E. 3.1). Insofern verwendete das Bundesgericht den Begriff "Medienkampagne" (wohl)
gleich wie schon den Begriff "Kampagne" in einem früheren Entscheid (BGE 133 III 153
E. 3.5 [wo eine Dreiteilung in "Artikel", "Serie" und "Kampagne" vorgenommen wurde]),
nämlich im Sinne einer Anhäufung von Presseberichten über eine bestimmte Person,
die sich aufgrund ihres quantitativen Ausmasses und ihrer zeitlichen Dimension nicht
mehr als "Serie" bezeichnen lässt (vgl. BGer 5A_658/2014 E. 9.3 und E. 13.2; BACHER,
Persönlichkeitsverletzung durch eine Medienkampagne, S. 250 ff.). So verstanden
macht es jedoch keinen Unterschied, ob die Mehrheit von Handlungen resp. Anhäufung
an Presseberichten ("Serie" oder "Kampagne") am Recht der betroffenen Person auf
informationelle Selbstbestimmung rührt (BGE 143 III 297 E. 6.5) oder ob sie diese Per-
son in den Augen eines Durchschnittslesers in ihrem gesellschaftlichen, beruflichen  wirtschaftlichen Ansetzen herabsetzt. Die Vorinstanz zog daher die richtigen
- 77 -
Schlüsse aus den angesprochenen Präjudizien, wenn sie ausführte, "der ehrverlet-
zende Charakter einer Kampagne ergibt sich einerseits aus der Wortwahl und dem
Bild, welches aus den einzelnen Berichten gewonnen wird, und andererseits aus der
Intensität, aus der Menge an Berichterstattung und daraus, ob der Leser die Berichter-
stattung als Einheit wahrnimmt, die in ihrer Summe persönlichkeitsverletzend ist" (vi-
Entscheid, S. 74).
Mit Blick auf das Gesagte bringen auch die Kläger zu Unrecht verschiedene Aspekte
durcheinander, wenn sie im Streit über die Definition einer Kampagne dafürhalten,
diese entspreche begriffsnotwendig einem "gewollten, orchestrierten Vorgehen zu Las-
ten des Verletzten", mit welchem "ein politisches, gesellschaftliches oder vergleichba-
res Anliegen" verfolgt werde (Berufungsantwort Kläger, S. 88 f., 90 f.). Richtig daran ist,
dass die Publikationen zusammenwirken müssen, und zwar insofern, als sie geeignet sein müssen, gemeinsam eine Persönlichkeitsverletzung zu bewirken. Dies dürfte in al-
ler Regel dann der Fall sein, wenn sie bewusst auf dieses Ziel ausgerichtet sind. Als
Voraussetzungen für die Annahme einer Persönlichkeitsverletzung durch eine "Medien-
kampagne" taugen die erwähnten Elemente gleichwohl insofern nicht, als sie das Ver-
schulden des vermeintlichen Verletzers betreffen, auf das es nach der Konzeption von
Art. 28 ZGB gerade nicht ankommen darf (vgl. die Hinweise in E. 2.7.2 hiervor; BGE
106 II 92 E. 3.c; BGer 5A_792/2011 E. 6.2 m.H.; BSK ZGB I-MEILI, Art. 28 N 55;
HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.09). Der Begriff "Kampagne" mag deshalb etwas
missverständlich anmuten, wird ihm doch nach dem herkömmlichen Verständnis eine
weitergehende Bedeutung zugemessen (vgl. Berufungsantwort Kläger, S. 88). Es ist
aber stets vor Augen zu halten, dass es bei der in Frage stehenden Feststellung nicht
darum geht, ob sämtliche Merkmale erfüllt sind, welche nach dem gewöhnlichen
Sprachgebrauch eine Kampagne auszeichnen, sondern darum, ob eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung vorliegt. Die Bezeichnung "Kampagne" oder "Medienkam-
pagne" dient dabei in einem rechtstechnischen Sinne bloss zur Umschreibung des Vor-
gangs, der zur Verletzung führte (Anhäufung von Berichten); er sagt jedoch weder et-
was über das verletzte Rechtsgut noch etwas über die Absicht oder das Verschulden
der daran beteiligten Personen aus.
Schliesslich ist auf die Frage einzugehen, inwiefern der Wahrheitsgehalt der streitigen
Presseäusserungen bei der Rechtfertigung einer Medienkampagne eine Rolle spielt
(vgl. dazu Berufung Beklagte 2 und 3, S. 103-105). Zwar hielt das Bundesgericht in
BGE 143 III 297 E. 6.7.2 fest, "dass einzelne Medienberichte unwahre Tatsachen ent-
halten hätten, beschlägt nicht die Rechtfertigung der Medienkampagne". Bereits im Fol-
gesatz fügte es jedoch konkretisierend an, dass es "bei dieser Persönlichkeitsverlet-
zung nicht um den Wahrheitsgehalt einzelner Berichte, sondern um den Verlust an Pri-
vatsphäre" gehe (Hervorhebung hinzugefügt). Insofern leuchtet die erwähnte  ohne Weiteres ein, darf eine Person doch auch durch wahre Berichterstattung nicht
- 78 -
ohne ein berechtigtes Interesse an der Ausbreitung vor der Öffentlichkeit blossgestellt
werden (vgl. HAUSHEER/ AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.105; NOBEL/WEBER, a.a.O., § 4
N 90; vgl. die Hinweise in E. 3.1.3.2 hiervor). Darum geht es indessen vorliegend nicht.
Zunächst einmal besteht an der Funktionsweise einer KESB – jedenfalls im Grundsatz
– durchaus ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit, weshalb sich auch der Kläger 1
als deren (ehemaliger) Präsident eine Berichterstattung mit Namensnennung (vgl. BGE
126 III 209 E. 4) sowie auf beruflicher Ebene ein erhöhtes Mass an Aufmerksamkeit
und Kritik gefallen lassen muss (vgl. HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 12.138), selbst
wenn ihn dieses Amt entgegen der Auffassung der Vorinstanz (vi-Entscheid, S. 186)
noch lange nicht zu einer sog. Person der Zeitgeschichte bzw. des öffentlichen Lebens
macht (zu diesem Begriff BGE 127 III 481 E. 2.c; BGer 5A_658/2014 E. 5.1-5.7; vgl.
auch Berufungsantwort Kläger, S. 116). Im zu beurteilenden Fall steht zudem der
Schutz des Ansehens im Vordergrund. Bei diesem kann die Wahrheit einer Tatsache auf der Rechtfertigungsebene fraglos eine Rolle spielen (vgl. E. 3.1.3.2 hiervor; auch
BGer 5A_658/2014 E. 9.3). Indes kommt es dabei, wie dies die Vorinstanz richtiger-
weise betonte, weniger auf den Wahrheitsgehalt einzelner Äusserungen als vielmehr
auf jenen des Gesamtbildes an, welches durch die Berichterstattung beim Durch-
schnittsleser hervorgerufen wurde (vi-Entscheid, S. 76). Weil hier anders als im Präju-
dizfall nicht nur die Intensität und Häufigkeit, sondern auch der Inhalt der Berichterstat-
tung eine grosse Rolle spielt, wird dieser nachfolgend vertieft geprüft werden, obwohl
der Vorinstanz in dieser Hinsicht im Grundsatz nichts vorgeworfen werden kann. Ge-
nauer unter die Lupe genommen wird dabei die Berichterstattung im redaktionellen Teil
der ON, an welcher der Beklagte 2 durchwegs und der Beklagte 3 im Umfang der von
ihm verfassten Beiträge mitwirkten (Klage, S. 42 und 199 f.; Plädoyernotizen Beklagte,
S. 12; Verhandlungsprotokoll, S. 3). Die Leserbriefe und Facebook-Kommentare wer-
den dagegen im Folgenden aussen vor gelassen und, soweit erforderlich, in der  berücksichtigt.
4. Persönlichkeitsverletzende Berichterstattung im Einzelnen
4.1 'Marco H. / Therapieschiff [_Name_]'
Bei dieser Geschichte geht es im Wesentlichen um Folgendes: Nach rund sechs Jah-
ren mit etlichen gescheiterten Beschulungsversuchen und erfolglos gebliebenen Mass-
nahmen (kläg.act. 7-14; kläg.act. 15, S. 2 f.; kläg.act. 16, S. 2-5; kläg.act. 17, S. 5-8)
wurde der Mutter des damals 14-jährigen 'Marco H.' auf Verfügung der KESB Linth –
der Kläger 1 war daran noch nicht beteiligt – die Obhut über ihren Sohn entzogen und
dieser fürsorgerisch auf dem Jugendschiff '[_Name_]' untergebracht; beide Kindes-
schutzmassnahmen erfolgten gegen den Willen der Kindsmutter und ihres Sohnes (kläg.act. 15). Sie wurden in der Folge sowohl von der Verwaltungsrekurskommission
- 79 -
(erste Rechtsmittelinstanz [nachfolgend: VRK]) als auch vom Kantonsgericht St.Gallen
(zweite Rechtsmittelinstanz) als geeignet, notwendig und verhältnismässig befunden
(kläg.act. 16 und 17).
4.1.1 ON-Ausgabe vom 25. September 2014
Den Beginn der in Frage stehenden Kampagne markiert die ON-Ausgabe vom 25. Sep-
tember 2014, in welcher der Fall 'Marco H.' erstmals thematisiert wurde (Klage, S. 57),
und zwar zum einen mit einer prominent platzierten Nachricht auf der Titelseite der Zei-
tung (kläg.act. 24) und zum anderen mit einem Bericht, einem Kommentar des Beklag-
ten 2 sowie einem Textkasten auf S. 5 unter der Rubrik 'Lokalspiegel' (kläg.act. 25). Im
Vordergrund der mitunter vom Beklagten 2 verfassten Beiträge stehen die von der Ge-
meinde [_Name_] und damit vom Steuerzahler zu tragenden Kosten der  (Fr. 160'000.00 pro Jahr). Im grauen Textkasten werden sodann – mit ironischem
Unterton – Auszüge aus dem "harten" Alltag auf dem Schiff präsentiert. Die Kläger stör-
ten sich am Begriff "Sozialwahnsinn", der sowohl im Obertitel der Nachricht auf der
Frontseite als auch als Obertitel des Berichts auf S. 5 verwendet wird, und an zwei
Aussagen in der direkt neben dem Bericht postierten Kommentarspalte des Beklagten
2 ("Es mag ja sein, dass die Therapie dem Jungen hilft, aber die Unverfrorenheit, wie
die Sozialämter mit dem Geld der Bürger umgehen, ist scheinbar grenzenlos", "Jeder,
der täglich zur Arbeit geht und seine Steuern abliefert, muss sich betrogen vorkom-
men").
Dazu gilt es was folgt auszuführen: Der Sinn der Bezeichnung "Sozialwahnsinn", die
sich im Obertitel der Nachricht und des Berichts findet, erschliesst sich dem Leser erst,
wenn er die ganze Geschichte liest. In Anbetracht des Gesamtkontexts der fraglichen
Ausgabe zielt der Begriff "Sozialwahnsinn" genauso wie die beiden beanstandeten
Aussagen in der Kommentarspalte darauf ab, die zur Therapie eines verhaltensauffälli-
gen Jugendlichen gewählte Massnahme im Hinblick auf ihre vom Gemeinwesen zu  Kosten als unvernünftig oder unverschämt zu bezeichnen. Dem kritischen
Durchschnittsleser erhellt, dass die Autorschaft die Auffassung vertritt, dass die Kosten
dieser als "Luxustherapie" oder "Segeltörn" bezeichneten Massnahme in keinem Ver-
hältnis zu einem allfälligen Nutzen derselben stehen bzw. konventionellere und billigere
Massnahmen (z.B. Internat oder Arbeit auf dem Bauernhof [insbes. kläg.act. 25]) es
auch getan hätten. Insofern berufen sich die Beklagten vergeblich darauf, dass die strit-
tigen Äusserungen keinen erkennbaren Bezug zur KESB Linth aufwiesen (Replik,
S. 43); die Publikationen drehen sich um ein einziges Thema, sodass der Durch-
schnittsleser unter 'Sozialämter, die unverfroren mit dem Geld der Bürger umgehen',
und "Sozialwahnsinn" gar nichts anderes verstehen konnte als die KESB Linth und de-
ren Verfügung in Sachen 'Marco H.'. Ob im Vorwurf, die KESB Linth lasse einem ver-
haltensauffälligen Jugendlichen auf Kosten des hart arbeitenden Steuerzahlers eine
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Luxusbehandlung zukommen, tatsächlich schon eine Persönlichkeitsverletzung zu er-
blicken ist, kann offenbleiben; jedenfalls wöge diese nicht besonders schwer, da auch
dem durchschnittlichen Leser einer solchen Regionalzeitung geläufig sein dürfte, dass
bei der Anordnung einer Kindesschutzmassnahme nicht das Kriterium der Preisgüns-
tigkeit im Vordergrund steht.
Ohnehin wäre eine solche Persönlichkeitsverletzung aber auch gerechtfertigt: Zu jener
Zeit war anhand eines anderen in die Schlagzeilen geratenen Jugendlichen ('Carlos'
bzw. [Name]), auf den sowohl der Vorspann der Nachricht als auch Titel und Text des
Berichts Bezug nehmen, ein landesweiter Diskurs über aussergewöhnliche Resoziali-
sierungsmassnahmen (Boxtraining; Einzelsetting) und deren Kosten entbrannt. Seitens
der Beklagten bestand daher durchaus ein Interesse daran, die Leserschaft ihrer Zei-
tung über eine ebenfalls nicht gerade alltägliche und kostengünstige  aus der Region sowie ihre Haltung dazu zu informieren. Sodann entspra-
chen die in den Publikationen präsentierten Kosten ungefähr dem, wovon damals tat-
sächlich auszugehen war (Klage, S. 56; Replik, S. 14; kläg.act. 15, S. 3; kläg.act. 20),
und wenden die Beklagten 2 und 3 zu Recht ein (Berufung, S. 29 f.), dass die Leser im
Hauptbericht im Grossen und Ganzen wahrheitsgetreu über die Hintergründe der Mas-
snahme (vgl. kläg.act. 25 mit kläg.act. 15, S. 1-3; kläg.act. 16, S. 2-5; kläg.act. 17, S. 2-
3; auch Klage, S. 57) und über die Tatsache informiert wurden, dass die Mutter von
'Marco H.' die Sache erfolglos an die Rechtsmittelinstanzen (kläg.act. 16 und 17) wei-
tergezogen hatte (kläg.act. 25), wobei das Interview mit dem Kläger 1 nicht in dieser,
sondern in der nächsten ON-Ausgabe vom 2. Oktober 2014 abgedruckt wurde
(kläg.act. 27 f.; vgl. Berufung Beklagte 2 und 3, S. 30). Nichtsdestotrotz war es dem
Publikum nach dem Gesagten möglich, den Sachverhalt einigermassen zutreffend zu
erfassen und sich basierend darauf eine eigene Meinung zu bilden. Unter diesen  sprengen die drei Äusserungen, bei denen es sich auch für den Durchschnitts-
leser erkennbar um (gemischte) Werturteile des Verfassers handelt, den Rahmen des
Haltbaren nicht, mögen sie auch plakativ daherkommen, an die Missgunst des Lesers
appellieren und ausblenden, dass die Unterbringung von 'Marco H.' in einer vergleich-
baren Einrichtung im Inland womöglich noch teurer zu stehen gekommen wäre (vgl.
Klage, S. 56; kläg.act. 21). Im Rahmen der damals doch heftig geführten und ohne
Weiteres im öffentlichen Interesse liegenden Diskussion über das Kosten-Nutzen-Ver-
hältnis von Resozialisierungs- resp. Erziehungsmassnahmen sind – innerhalb gewisser
Grenzen – auch Dysphemismen wie "Sozialwahnsinn" und provokative Wortmeldungen
hinzunehmen.
4.1.2 ON-Ausgabe vom 9. Oktober 2014
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Während die Folgeausgabe vom 2. Oktober 2014 seitens der Klägerschaft zu keinerlei
Beanstandungen Anlass gab, erhielten dort doch sowohl der Kläger 1 als auch der Ge-
meindepräsident von [_Gemeinde_] Gelegenheit, ihre grundsätzlichen Überlegungen
zum Fall 'Marco H.' zu schildern (kläg.act. 26-28; Klage, S. 58; vgl. auch vi-Entscheid,
S. 77), befasste sich auch die übernächste Ausgabe mit dem Thema 'Marco H.'. Im Fo-
kus dieser Ausgabe vom 9. Oktober 2014 steht dabei dessen Mutter, welche – wie mit
einem Bild und einer Kurznachricht auf der Frontseite angekündigt (kläg.act. 29) – in
einem fast ganzseitigen Interview auf S. 5 ausführlich ihre Sicht der Dinge präsentierte.
Anstoss nahmen die Kläger dabei an folgender Passage des u.a. vom Beklagten 2 ge-
führten Interviews (kläg.act. 30):
"Ihr Sohn hat ein Geburtsgebrechen, er hat sogenannte _füsse. Er sollte, wie wir den uns  Arztberichten entnehmen, zu einem ärztlichen Untersuch. Seine Füsse tun ihm immer wieder weh. Die Beiständin und die KESB haben aber die ärztliche  auf Schiffstauglichkeit abgelehnt. Uns liegt ein Schreiben des [_Name des Spitals_] vom [_Datum_] vor. Der leitende Arzt der Kinderorthopädie bietet Marco zu einem Untersuch auf. Ist dies geschehen? Nein. Mein Sohn müsste dringend untersucht werden, aber was kann ich machen? Die Beiständin schrieb mir, das könne nach dem Schiffsaufenthalt geschehen, obwohl der Arzt vor Gesundheitsschäden warnt. Was geht in Ihnen vor? Ich fühle mich schrecklich. Das ist Kindeswohlgefährdung, nichts anderes."
Problematisch daran ist in erster Linie das Zusammenspiel der zitierten Fragen und
Antworten. Bereits mit der ersten Frage wird der Aussage, dass 'Marco H.' aufgrund
seiner "_füsse" zu einem ärztlichen Untersuch müsste, eine gewisse Objektivität
verliehen ("wie wir den uns vorliegenden Arztberichten entnehmen"). Wenn die Mutter
alsdann von den häufigen ("immer wieder") Fussschmerzen ihres Sohnes spricht und
der KESB Linth vorwirft, sie habe eine ärztliche Untersuchung der Schiffstauglichkeit
von 'Marco H.' abgelehnt, erscheint es für den mit der Gesundheitsgeschichte nicht ver-
trauten und nur mässig medizinisch bewanderten Durchschnittsleser umso klarer, dass
dieser Junge – objektiv betrachtet – dringend zu einem Arzt müsste. Mit der zweiten Frage wird dieser Eindruck zusätzlich verstärkt, indem seitens der Redaktion ("[u]ns
liegt ein Schreiben [...] vor") darauf hingewiesen wird, dass der leitende Arzt der Kin-
derorthopädie des [_Name des Spitals_] 'Marco H.' schon mit Schreiben vom
6. August 2014 zu einem solchen Untersuch aufgeboten habe. Auch hier brauchte die
Mutter nur noch zu bestätigen, was aufgrund der vorangegangenen beiden Fragestel-
lungen ohnehin schon klar war (insbes. Frage 1 "[...] sollte [...]"), dass nämlich dieser
Untersuch nicht habe stattfinden können bzw. die Beiständin sie und ihren Sohn dafür
auf die Zeit nach dem Schiffsaufenthalt vertröstet habe. Gleichzeitig strich sie in ihrer
Antwort ausdrücklich die Dringlichkeit und die Warnung des leitenden Arztes vor Ge-
sundheitsschäden heraus. In ihrer Antwort auf die dritte – erstmals offen gestellte –
Frage, fasste die Kindsmutter schliesslich ihre Befindlichkeit zusammen und bezeich-
nete das Vorerwähnte als "Kindswohlgefährdung, nichts anderes". Auch wenn dies im
Interview nicht ausdrücklich ausgesprochen wird, muss der Leser aus der entsprechen-
den Passage schliessen, dass sich die KESB Linth nicht hinreichend um die  von 'Marco H.' kümmere bzw. mehr oder weniger bedenkenlos eine Gefährdung
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derselben in Kauf nehme. In diesem Vorwurf, der darauf hinausläuft, dass die KESB
Linth in diesem Einzelfall genau das Gegenteil davon tue, wofür sie von Gesetzes we-
gen da wäre, liegt eine schwerwiegende Verletzung ihrer Ehre.
Was eine allfällige Rechtfertigung durch den Informationsauftrag der Presse anbelangt,
ist festzuhalten, dass einiges der erwähnten Interviewpassage der Wahrheit entsprach.
Es ist zutreffend, dass 'Marco H.' mit zwei sog. _füssen zur Welt gekommen war,
dass die KESB Linth im Vorfeld ihres Entscheids keine Prüfung der Schiffstauglichkeit
durchgeführt hatte (vgl. kläg.act. 16, S. 17) – wobei die Kindsmutter solches auch erst
später verlangt hatte (vgl. Klageantwort, S. 25) – und dass Dr. med. J._, leiten-
der Arzt Abteilung Kinderorthopädie des [_Name des Spitals_], in Reaktion auf
eine Besprechung mit der Kindsmutter am [_Datum_] 2014 ein Schreiben zu 'Marco H.'
verfasst hatte (KAB 11). Darin bot er diesen allerdings nicht zu einem Untersuch auf, sondern empfahl einen solchen, und auch das nur, weil 'Marco H.' nach den Schilde-
rungen seiner Mutter in den Monaten seit Beginn des Schiffsaufenthalts regelmässig
über belastungsabhängige Schmerzen in beiden Füssen geklagt habe (vgl. KAB 10, 11
und 13). Gerade an diesem letzten Punkt scheitert eine Rechtfertigung, denn die be-
hauptungs- und beweisbelasteten Beklagten (s. E. 3.1.1 hiervor) haben noch nicht ein-
mal behauptet, geschweige denn zum Beweis verstellt, dass 'Marco H.' tatsächlich an
regelmässigen Fussschmerzen gelitten habe (vgl. Klageantwort, S. 25-28; Duplik,
S. 43, 98 und 99); die Akten legen jedenfalls eher das Gegenteil nahe (KAB 14;
kläg.act. 16, S. 14 f.; kläg.act. 17, S. 10). Gab es jedoch keine solchen Schmerzen, wo-
von nach dem Gesagten auszugehen ist, gab es auch keinen Grund und erst recht
keine Dringlichkeit dafür, die Erziehungsmassnahme zu unterbrechen, um 'Marco H.'
einer Untersuchung in der Schweiz zuzuführen (vgl. KAB 10). Weshalb es abgesehen
davon zum Informationsauftrag der Presse gehören soll, die Sachlage so darzustellen, als ob sich niemand (weder die KESB Linth, die Beiständin noch sonst wer) um die Ge-
sundheit des Jungen kümmern würde, obwohl zum Zeitpunkt der Publikation des Inter-
views durch die von der VRK verfügten Massnahmen längst sichergestellt war, dass
der Problematik mit den _füssen auf dem Schiff Aufmerksamkeit geschenkt wurde
(kläg.act. 16, S. 17; kläg.act. 17, S. 10; RAB 14), vermochten die Beklagten ebenso
wenig zu erläutern. Wie ebenfalls schon gesagt (E. 3.1.3.1 hiervor), können sie sich da-
bei der Verantwortung für den Inhalt ihrer Veröffentlichungen nicht einfach mit dem Hin-
weis entziehen, sie hätten bloss "tatsächlich gemachte Drittäusserungen" weitergege-
ben (vgl. Duplik, S. 43), erst recht nicht, nachdem sie diesen Drittäusserungen zusätz-
lich eine gewisse Objektivität verliehen hatten. Da der Sachbehauptungskern der stritti-
gen Interviewpassage genau in den persönlichkeitsrelevanten Punkten nicht zutrifft und
die KESB Linth in ein falsches Licht rückt, lässt sich folgerichtig auch das darauf auf-
bauende heftige Werturteil der Kindsmutter ("Das ist Kindeswohlgefährdung, nichts an-
deres") durch kein überwiegendes Interesse rechtfertigen. An der Sache vorbei geht es
- 83 -
schliesslich, wenn die Beklagten 2 und 3 die Rechtmässigkeit des Kommentars zu ver-
teidigen versuchen (Berufung, S. 30). Dieser wurde von den Klägern nicht beanstandet.
4.1.3 ON-Ausgabe vom 11. Dezember 2014
Nachdem in der Zwischenzeit der Fall 'Samuel' Eingang in die Berichterstattung der ON
gefunden hatte (s. dazu E. 4.2 hernach), erschienen erstmals wieder in der Ausgabe
vom 11. Dezember 2014 auf der Frontseite eine Kurznachricht (kläg.act. 33) sowie auf
S. 5 unter der Rubrik "Lokalspiegel" ein vom Beklagten 2 verfasster Bericht samt
Textkasten zum Fall 'Marco H.' (kläg.act. 34). Die Kurznachricht, die den Haupttitel "Ju-
gendschiff – Haben Behörden versagt?" trägt, und der Bericht mit der fettgedruckten
Schlagzeile "Machtspiel? KESB Linth beharrt auf gescheiterter Beiständin" befassen
sich mit dem vermeintlichen Konflikt zwischen der Mutter von 'Marco H.' und dessen Beiständin sowie der Weigerung der KESB Linth, die Beiständin auszuwechseln. Im
unterhalb des Berichts platzierten Textkasten beschreiben verschiedene Personen aus
dem weiteren Umfeld von 'Marco H.' (u.a. Nachbarin und ehemalige Lehrerein), wie sie
ihn als einen aufgeweckten, umgänglichen und hilfsbereiten Jugendlichen kennenge-
lernt und wahrgenommen hätten. Die Kläger empörten sich sowohl über den Titel des
Berichts als auch über eine Textpassage desselben, die sich im vierten Abschnitt unter
der Überschrift "Geht es um Macht?" wiederfindet und wie folgt lautet: "Warum sich die
KESB gegen einen Beistandswechsel wehrt, ist schleierhaft. Geht es um Macht, was
der unkontrollierbaren Behörde quer durchs Land vorgeworfen wird?"
Isoliert betrachtet mag die beanstandete Textpassage eher unproblematisch erschei-
nen, zumal sie durch die Frageform und die Begriffe "schleierhaft" (worunter unerklär-
lich bzw. ein Rätsel sein verstanden wird [vgl. www.duden.de]) sowie "vorgeworfen" eine gewisse Relativierung erfährt und sich das Wort "unkontrollierbar" offenkundig
("quer durchs Land") auf die KESB allgemein bezieht. Obwohl auch im beanstandeten
Titel hinter der Wendung "Machtspiel" ein Fragezeichen gesetzt wurde, erscheint die-
ser demgegenüber schon für sich genommen nicht unbedenklich, enthält er im Weite-
ren doch ein gemischtes Werturteil ("gescheiterter Beiständin"), an welches insbeson-
dere in Verbindung mit der anfänglichen Frage ein tatsachenbasierter Vorwurf an die
namentlich genannte KESB Linth geknüpft ist. Abstellend auf die Information im zwei-
ten Teil wird der Leser somit bereits einleitend mit der Frage konfrontiert, ob es sich
beim Beharren auf einer gescheiterten Beiständin um ein Machtspiel der KESB Linth
handle.
Was dem (Durchschnitts-)Leser dann aber im fraglichen Artikel vorgesetzt wird, lässt
die beschriebenen Stellen endgültig nicht mehr harmlos erscheinen. Der Grund hierfür
liegt darin, dass der Beklagte 2 in seinem Bericht zum Konflikt zwischen der  und der Beiständin sowie zur Weigerung der KESB Linth, dem Wunsch der Mutter
- 84 -
nach einem Beistandswechsel zu entsprechen, Drittaussagen konsequent, unvermittelt
und selektiv mit eigenen Rechercheergebnissen anreichert, um beides zusammen als
Früchte seines Enthüllungsjournalismus zu präsentieren. Der Bericht erzählt basierend
auf Drittaussagen der Kindsmutter, ihres Ex-Lebenspartners sowie der Gotte von
'Marco H.' die Geschichte eines ganz normalen Jungen, der erst im Pubertätsalter auf-
grund einer dannzumal in
Erscheinung getretenen Verhaltensstörung sowie eines Übergriffs durch einen Mitschü-
ler etwas schwierig geworden sei und dessen eigentliches Problem darin liege, dass
die eingesetzte Beiständin, anstatt seiner Mutter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen,
mit dieser einen regelrechten Machtkampf führe, welcher am Ursprung der Fremdplat-
zierung gestanden habe bzw. in einem Antrag der Beiständin auf Obhutsentzug und
fürsorgerische Unterbringung gegipfelt sei. Zur Stärkung dieses Narrativs werden Dritt-
aussagen miteinander verknüpft ("Dasselbe sagt"), mit Aktenzitaten ergänzt ("Protokoll der Vormundschaftsbehörde vom 18.12.2012"; "[...], wie es im Protokoll heisst") und
Überleitungen verwendet wie "doch von 'Rat und Tat' geht aus den umfangreichen Ak-
ten, welche den ON vorliegen, wenig hervor", "So ist es nicht verwunderlich", "kann [...]
einfach aus den Akten lesen" oder "Klar, dass". Überall drängt sich dem Leser der Ein-
druck auf, dass es sich dabei nicht nur um die (parteiische) Sichtweise naher Angehöri-
ger, sondern um das Ergebnis ausgiebiger Recherche handle. Wird in der beschriebe-
nen Form eine Sachlage dargestellt, die in den Augen eines Durchschnittslesers gera-
dezu nach einer Auswechslung der Beiständin schreien muss, die KESB Linth darauf-
hin als eine Behörde präsentiert, die das nun schon zum zweiten Mal grundlos verwei-
gere, und anschliessend die Frage aufgeworfen, ob es um Macht gehe, liegt darin
nichts anderes als die (implizite) Aussage des Autors, dass es angesichts der Beharr-
lichkeit und Unbegründetheit der Weigerungshaltung um Machtausübung gehen dürfte.
Dies ergibt sich umso deutlicher aus dem angefügten Nebensatz ("was der  Behörde quer durchs Land vorgeworfen wird"), mit dem der Autor in subtiler
Weise versucht, den Leser durch Hinweis auf die gesamtschweizerische Verbreitung
dieses Vorwurfs von dessen Begründetheit zu überzeugen (sog. argumentum ad popu-
lum). Deutlich wird das Gesagte aber auch aus dem Gesamtkontext der Ausgabe, zu-
mal darin nicht weniger als vier Mal gefragt wird, ob es der Klägerin 2 um Machdurch-
setzung gehe (vgl. Vorspann Kurznachricht [kläg.act. 33] sowie Titel, Untertitel und
Textpassage des Berichts [kläg.act. 34), sodass der durchschnittliche Leser diese (rhe-
torische) Frage allein schon aufgrund der stetigen Wiederholung als impliziten Aus-
druck einer Meinung bzw. eines Vorwurfs verstehen musste. Der spekulative Vorwurf,
ohne legitimen Grund auf einer gescheiterten Beiständin zu beharren, um gegenüber
der Kindsmutter Macht zu demonstrieren, was in etwa der Begriffsdefinition von Willkür
entspräche (vgl. www.duden.de), rührt in klarer Weise an der Persönlichkeit der Kläge-
rin 2.
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Soweit die Beklagten zur Rechtfertigung ausführten, "darüber dürfe berichtet werden"
und "die These, dass es [hier womöglich] um Macht[durchsetzung] ging, ist zulässig"
(Klageantwort, S. 28; Duplik, S. 45 und 99), ist ihnen entgegenzuhalten, dass sie ge-
rade in dieser Ausgabe einem allfälligen Informationsauftrag nicht ansatzweise gerecht
wurden. Bei allem Verständnis für das Anliegen, den Direktbetroffenen von behördli-
chen Massnahmen und Handlungen Gehör zu verschaffen, geht es nicht an, deren
Sichtweise unreflektiert zu übernehmen und dem Leser verstärkt durch vereinzelte irre-
führende Einschübe seitens der Redaktion auch noch als die durch investigativen Jour-
nalismus hervorgebrachte ungefärbte Wahrheit zu verkaufen. Auf diese Weise werden
in der fraglichen Ausgabe die ernsthaften und keineswegs erst seit dem Pubertätsalter
bestehenden Probleme von 'Marco H.' (kläg.act. 7; kläg.act. 9; kläg.act. 16, S. 2-4 und
15 ff.; kläg.act. 17, S. 2-3, 5-9 und 11) unter den Tisch gekehrt und stattdessen Ele-
mente wie der vermeintliche Konflikt zwischen der Beiständin und der Kindsmutter, die jedenfalls phasenweise guten schulischen Leistungen (vgl. KAB 2) oder die zahlreichen
positiven Charakterzüge von 'Marco H.' (vgl. kläg.act. 8, S. 4; kläg.act. 13 f.;
kläg.act. 17, S. 9) in den Vordergrund gerückt, die nicht im Geringsten etwas mit der
fürsorgerischen Unterbringung auf dem Jugendschiff zu tun hatten. Gerade weil es sich
bei 'Marco H.' um einen aufgeweckten, umgänglichen und liebevollen Jugendlichen
handelte, der sich von klein auf bestimmte Verhaltensmuster angewöhnt hatte, von de-
nen ihn seine Mutter nicht abbringen konnte, sondern ihn eher noch darin bestärkte
und die ihm im schulischen Alltag und im Umgang mit Mitschülern und Autoritätsperso-
nen erhebliche Schwierigkeiten bereiteten, erachteten es die mit dem Fall befassten In-
stanzen – nachdem alle anderen Möglichkeiten erfolglos ausgeschöpft worden waren –
zur Förderung seiner Entwicklung und seines Reifeprozesses als notwendig, ihm ab-
seits von seinem bisherigen Umfeld eine klare Führung und Tagesstruktur sowie eine
engmaschige Betreuung zukommen zu lassen, wie dies so nur auf dem Jugendschiff möglich sei (kläg.act. 15, S. 2-5; kläg.act. 16, S. 13-19; kläg.act. 17, S. 8-11).
Auch für das Verständnis der Weigerung der KESB Linth, einen Wechsel in der Person
des Beistandes vorzunehmen, macht es einen gewichtigen Unterschied, ob die Fremd-
platzierung dem Leser mehr oder weniger als Auswuchs eines Konfliktes zwischen der
Beiständin und der Kindsmutter oder aber – wie es in den Augen dreier unabhängiger
Instanzen der Fall war (kläg.act. 15-17) – als eine offensichtlich notwendige Mass-
nahme zur Abwendung einer akuten Gefährdung des Kindeswohls präsentiert wird. So
wie die Sachlage im Gesamtkontext daherkommt, kann der Durchschnittsleser unmög-
lich von sich aus auf die Idee kommen, dass das fehlende Problembewusstsein der
Mutter, von dem auch der geschilderte Konflikt mit der Beiständin zeugt (kläg.act. 15,
S. 1), gerade mit ein Grund dafür gewesen sein könnte, dass im Jahr 2008 überhaupt
eine Erziehungsbeistandschaft hatte errichtet und 'Marco H.' sechs Jahre später den-
noch auf dem Jugendschiff hatte platziert werden müssen (vgl. kläg.act. 7; kläg.act. 8, S. 4; kläg.act. 13 f.; kläg.act. 15; kläg.act. 17, S. 9). Ebenso wenig kann der kritische
- 86 -
Durchschnittsleser sich so ausmalen, dass die Kindsmutter ähnliche Vorwürfe auch ge-
genüber den beiden Amtsvorgängerinnen der fraglichen Beiständin geäussert hatte o-
der dass sie sich mit ihrem (ersten) Gesuch aus dem Jahr 2012 der Beistandschaft als
solcher und nicht einer bestimmten amtsführenden Person hatte entledigen wollen (vgl.
kläg.act. 8). Mag Letzteres im Bericht auch Erwähnung finden ("Aufhebung der Bei-
standschaft" [kläg.act. 34]), wird es dem Leser kurzerhand doch so verkauft, als ob es
sich dabei um das Gleiche gehandelt habe, wie beim späteren Gesuch um einen Bei-
standswechsel ("neues Gesuch"; "Doch die KESB Linth wehrte wieder ab"
[kläg.act. 34]; vgl. auch "weigert sich die KESB mit allen Mitteln" [kläg.act. 35]).
Losgelöst von all diesen (diskreten) Fehlinformationen rechtfertigt es der Umstand,
dass sich die KESB Linth zu den Gründen für die einmalige Verweigerung eines Bei-
standswechsels nicht äussern wollte ("keine Kommentare") und insofern darüber  bestand, noch lange nicht, ihr sachfremde Motive zu unterstellen. Die Mitglie-
der der KESB Linth unterstehen einer umfassenden (bundesrechtlichen) Verschwie-
genheits- und (kantonalrechtlichen) Geheimhaltungspflicht (Art. 451 ZGB; BSK ZGB I-
GEISER, Art. 451 N 9; Art. 99 Gemeindegesetz [GG, sGS 151.2]), welche es ihnen ver-
bieten, (ohne Einwilligung oder Ermächtigung) mit Details eines bestimmten Falles an
die Öffentlichkeit zu gelangen (vgl. Art. 320 StGB). Schliesslich trifft es nicht zu, dass
die Vorinstanz die Berichterstattung zu 'Marco H.' bis und mit dieser Ausgabe als un-
problematisch erachtete (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 30). Auf S. 79 des angefochte-
nen Entscheids hielt sie lediglich fest, dass die Wortwahl ab der nächsten Ausgabe
vom 18. Dezember 2014 zunehmend harsch werde (vgl. vi-Entscheid, S. 89).
4.1.4 ON-Ausgabe vom 18. Dezember 2014
Auch in der Folgeausgabe der ON vom 18. Dezember 2014 erschien auf S. 5 unter der
Rubrik "Lokalspiegel" ein vom Beklagten 2 verfasster ausführlicher Bericht zu 'Marco
H.' mit dem Titel "[_Herkunft_] Junge auf dem Schiff gefangen / Jugendschiff – Kinder-
rechte werden mit Füssen getreten" (kläg.act. 36). Anstoss nahmen die Kläger am
zweiten Teil des Titels, an der mehrfachen ausdrücklichen oder sinngemässen Um-
schreibung des Jugendschiffs als Gefängnis ("[_Herkunft_] Junge auf dem Schiff ge-
fangen"; "schlimmer als ein Gefängnis" [2x]; "Das Schiff ist ein Gefängnis"; "Seither ist
er dort gefangen") sowie an der Bezeichnung der Unterbringung als "Verbannung" ("ob
mit der Verbannung von Marco H."; "Der aufs Meer verbannte [_Herkunft_] Marco";
"Die Verbannung auf das Meer"; "den Jungen aufs Jugendschiff zu verbannen") oder
als "Entführung" (Klage, S. 61). Dazu was folgt:
4.1.4.1 Schon der Titel und die Aufmachung des fraglichen Berichts (prominent plat-
ziertes Bild von 'Marco H.' in Matrosenuniform [verpixelt] mit der Bildlegende "Der aufs
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Meer verbannte [_Herkunft_] Marco (14) mit Betreuerin: Verstossen die Sozialinstitutio-
nen gegen seine fundamentalen Rechte?") suggerieren dem Leser einen Justizskan-
dal. Im Begleittext wird dem Leser alsdann – etwas dezenter – die Botschaft vermittelt,
dass die "Schiffstherapie" in einem potentiellen Konflikt mit der "UNO-Konvention zu
den Grundrechten eines jeden Kindes" stünde und deshalb unvertretbar, kindesunwür-
dig oder eben – nach Einschätzung der zitierten und abgebildeten Präsidentin des Ver-
eins [_Name des Vereins_] – "für Minderjährige" "'strikte' abzulehnen" sei. Indem
'Marco H.' dem Leser bereits im Lead als Junge beschrieben wird, der von der KESB
aufs Jugendschiff "verfrachtet" worden sei, und die völkerrechtsbasierte Kritik in den
ersten beiden Absätzen am Entscheid ansetzt, ihn fürsorgerisch auf dem Jugendschiff
unterzubringen, gerät auch die KESB Linth in den Fokus des Artikels. Diese ist es, die
in den Augen des regelmässigen Lesers der ON hinter der Massnahme steckt, was im
Textkasten "Was bisher geschah" nochmals ausdrücklich betont wird ("KESB Linth" [2x]). Sie und ihr Direktor, d.h. der Kläger 1, sind es aber auch, gegen die 'Marco H.'
nach Meinung des Autors des Berichts als Erwachsener dereinst klagen könnte, "weil
ihm mit 14-Jahren seine Rechte genommen" worden seien (Abs. 6). Insgesamt mag
zwar die Situation von 'Marco H.' auf dem Jugendschiff im Vordergrund der fraglichen
Ausgabe stehen, doch wird die KESB Linth darin nebenbei – wie schon in den Ausga-
ben vom 9. Oktober und 11. Dezember 2014 – als (erbarmungslose) Behörde darge-
stellt, welche für die bedauernswerten Umstände des Jungen verantwortlich sei und da-
mit möglicherweise gegen Rechte verstossen habe, deren Einhaltung hierzulande an
sich eine Selbstverständlichkeit sein sollte (vgl. Klage, S. 216). So werden zur Um-
schreibung der Kindesschutzmassnahme nicht wertneutrale Begriffe, sondern fast aus-
nahmslos solche verwendet (z.B. "verfrachtet", "Verbannung", "Entführung", "zwangs-
haften Einweisung"), die geeignet sind, beim Leser negative Assoziationen zu wecken
und den Eindruck zu vermitteln, die KESB Linth habe den bemitleidenswerten Jungen (vgl. Textkasten) abgeschoben, abgestraft oder unschädlich gemacht. In dieses Bild
passt nicht nur der Titel ("Kinderrechte werden mit Füssen getreten"), der dem Leser im
Gedächtnis haften bleibt, auch wenn er sein Augenmerk dem Inhalt des Berichts zu-
wendet, sondern auch der Umstand, dass im Bericht zu guter Letzt die Frage aufge-
worfen wird, was 'Marco H.' eigentlich von den Verdingkindern unterscheide, denen vor
Jahrzenten ihre Rechte genommen worden seien. Insofern besteht entgegen den an-
derslautenden Bekundungen (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 31; Duplik, S. 45) sehr
wohl ein Konnex zwischen der im fraglichen Artikel geübten Kritik und der Klägerin 2.
Dieser stark an die Emotionen der Leserschaft appellierende Artikel war geeignet, bei
einem grossen Teil der Adressaten, die von einer KESB ein fürsorgliches und geset-
zestreues Verhalten erwarten (vgl. Klage, S. 216), Gefühle des Missmuts, der Gering-
schätzung, ja sogar des Abscheus gegen die KESB Linth zu erwecken.
- 88 -
4.1.4.2 Soweit die Beklagten 2 und 3 der Meinung sind, der fragliche Artikel sei insge-
samt schon dadurch gerechtfertigt, dass er für den Leser erkennbar eine Dritt- bzw. Ex-
pertenmeinung zum Jugendschiff wiedergebe (Berufung, S. 31), verkennen sie, dass
dies nur die allgemeine Kritik an dieser Therapieform rechtfertigen könnte. Diese steht
hier indes nicht im Vordergrund, da die Klägerin 2 davon höchstens mittelbar betroffen
ist. Werden einzelne Aspekte des Jugendschiffs mit einem "Gefängnis" verglichen oder
als "schlimmer als ein Gefängnis" bezeichnet, wird die KESB Linth dadurch entgegen
der Auffassung der Kläger (Klage, S. 61 und 206-213) noch nicht in ein so schlechtes
Licht gerückt, dass von einer Persönlichkeitsverletzung gesprochen werden könnte;
aus dem Kontext erschliesst sich dem Durchschnittsleser nämlich jeweils ohne Weite-
res, auf welche nicht unwahren Tatsachen (fehlende Aufsichtsmöglichkeit; faktischer
Einschluss) sich diese Vergleiche bzw. Werturteile beziehen, sodass er sie grundsätz-
lich als Ausdruck einer pointierten Meinung einzuordnen weiss. Problematisch werden die Umschreibungen des Schiffs als "Gefängnis" (3x) und erst recht des Zustands von
'Marco H.' als "gefangen" (2x) hingegen (erst) dadurch, dass sie sich nahtlos in die An-
sammlung abwertender Ausdrücke für die von der KESB Linth verfügte Kindesschutz-
massnahme einreihen und insofern dazu beitragen, das persönlichkeitsverletzende und
bereits in früheren Ausgaben angerissene Bild einer unbarmherzigen Behörde zu be-
wirtschaften bzw. aufrechtzuerhalten. Inwiefern an einer solch abschätzigen Tonart
("Auf Schiff gefangen", "Kinderrechte werden mit Füssen getreten", "Verbannung",
"Entführung", "zwangshaften Einweisung", "Verbannung auf das Meer", "schlimmer als
ein Gefängnis", "Gefängnis", "den Jungen aufs Jugendschiff zu verbannen", "dort ge-
fangen"), die in der Summe nichts anderes bezweckt, als die verfügte Kindesschutz-
massnahme unter geflissentlicher Ausserachtlassung ihrer eigentlichen Stossrichtung
(Kindeswohl) schlecht zu machen, in irgendeiner Weise ein schutzwürdiges Interesse
bestanden haben soll, können die Beklagten 2 und 3 nicht erklären – nicht mit der Skepsis, die dieser Therapieform seitens der Fachwelt entgegenschlug, und ebenso
wenig mit ihrer letztlich wider besseres Wissen erfolgenden Behauptung, wonach die
Schiffstherapie auf einer fehlenden Rechtsgrundlage beruhe (Berufung, S. 31; Kla-
geantwort, S. 30; Replik, S. 45 f.). Mit Letzterem weisen sie im Endeffekt nur auf eine
weitere, keineswegs unbedeutende Ungenauigkeit im fünften Abschnitt des fraglichen
Berichts hin, die darin besteht, dass das zuständige Jugendamt die Heimbewilligung für
das Jugendschiff nicht zu entziehen, sondern die bis 1. August 2016 befristete Bewilli-
gung nicht mehr zu verlängern beabsichtigte (vgl. Klageantwort, S. 30-34). Es bleibt
demnach dabei, dass die Wortwahl und der Ton des Artikels für den redaktionellen Teil
einer (Gratis-)Wochenzeitung, in welcher der Durchschnittsleser nicht von vornherein
mit polemischer und völlig unsachlicher Berichterstattung rechnet, unangebracht ist und
die Klägerin 2 dadurch unnötig verletzt wird.
Schliesslich lässt sich auch der Vorwurf nicht rechtfertigen, die KESB Linth habe durch ihren Entscheid zur Unterbringung von 'Marco H.' auf dem Jugendschiff möglicherweise
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gegen das UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes (SR 0.107) verstossen.
Zwar kann diese Spekulation als solche nicht wahrheitswidrig sein, zumal die Vermu-
tung eines Rechtsverstosses immer auch eine Wertungskomponente beinhaltet und
daher ein (gemischtes) Werturteil darstellt. Den Klägern ist jedoch insoweit zuzustim-
men (vgl. Klage, S. 216), als sich das Werturteil hier auf einen unzutreffenden Sachbe-
hauptungskern stützt. Der Bericht verweist hierfür ("siehe Box") auf den Textkasten
"Was bisher geschah". Dort werden ähnlich wie schon in der Ausgabe der Vorwoche
die wesentlichen Elemente weggelassen und stattdessen andere, unwesentliche Ele-
mente betont, sodass das, was dem Leser als Hintergrund der Massnahme präsentiert
wird, letztendlich kaum noch etwas mit dem gemein hat, was die KESB Linth zu ihrer
Verfügung veranlasste (vgl. dazu kläg.act. 15, S. 2-3; auch kläg.act. 16, S. 2-5;
kläg.act. 17, S. 5-8). Insgesamt wird dem Leser dadurch der Eindruck vermittelt, es
hätte keine sorgfältige Abwägung zwischen den Freiheitsrechten der Betroffenen und den Gründen, die für eine Einschränkung derselben sprachen, stattgefunden, wovon
unter Miteinbezug der beiden Rechtsmittelverfahren wahrlich keine Rede sein kann
(vgl. kläg.act. 15, S. 4 f.; kläg.act. 16, S. 15-19; kläg.act. 17, S. 8-11). Aus demselben
Grund unhaltbar (d.h. weil ebenfalls auf eine fehlende Interessenabwägung schliessen
lassend) ist denn auch der Titel "Kinderrechte werden mit Füssen getreten", was so viel
heisst, wie Kinderrechte seien grob missachtet worden.
4.1.5 ON-Ausgabe vom 8. Januar 2015
An der ersten ON-Ausgabe des Jahres 2015 vom 8. Januar 2015 (kläg.act. 40) störten
die Kläger ein vom Beklagten 2 mit der Schriftstellerin K._ geführtes Interview
(E. 4.1.5.1) sowie ein redaktioneller Kommentar desselben (E. 4.1.5.2).
4.1.5.1 Die beanstandete Passage des Interviews mit dem Titel "KESB Zugriffe auf
Kinder – Die KESB treibt Menschen in die Verzweiflung" lautet folgendermassen:
"[...] K._, Sie wehren sich gegen die KESB. Nun ereignete sich der Fall Natalie K. Die Mutter brachte ihre beiden Kinder um, weil die KESB sie ihr weggenommen und in ein Heim gesteckt hat. Sehen sie Parallelen zum Fall des 14-jährigen Jungen in [_Gemeinde_], der von der KESB auf ein Jugendschiff verbannt wird? Selbstverständlich. In beiden Fällen masst sich die KESB an, den Eltern ihre Kinder wegzunehmen. Ein unglaublicher Vorgang."
Diesbezüglich ist Folgendes festzuhalten: Die Art und Weise, wie der Interviewer, d.h.
der Beklagte 2, die Ereignisse im Fall "der getöteten zwei Kinder in Flaach" interpretiert
("Die Mutter brachte ihre beiden Kinder um, weil die KESB sie ihr weggenommen [...]
hat"), mag zwar eindimensional und für viele stossend anmuten, betrifft die Kläger aller-
dings noch nicht in ihrer Persönlichkeit. Das ändert sich jedoch, sobald die Frage des Beklagten 2 alsdann darauf abzielt, Parallelen zwischen der vorgenannten Interpreta-
tion des Falls 'Flaach', dessen tragischer Verlauf grosse Wellen warf, mit dem Fall
- 90 -
'Marco H.' herzustellen. Bereits in dieser in Frageform gekleideten Verknüpfung
schwingt angesichts der Vorberichterstattung zum Fall 'Marco H.' (s. E. 4.1.2-4.1.4 hier-
vor), aufgrund welcher der Durchschnittsleser annehmen musste, die KESB Linth treibe
den Jungen und die Kindsmutter dem Titel des Interviews folgend "in die Verzweiflung",
der Vorwurf eines sozial missbilligten Verhaltens mit. Erst recht zur Geltung kommt die-
ser Vorwurf des Beförderns anstatt des (bestimmungsgemässen) Verhinderns mensch-
licher Tragödien dann aber dadurch, dass K._ in ihrer Antwort bestätigt, dass es
"[s]elbstverständlich" Parallelen gebe, weil sich die KESB in beiden Fällen anmasse
(d.h. ohne Berechtigung für sich in Anspruch nehme [vgl. www.duden.de]), den Eltern
ihre Kinder wegzunehmen – ein unglaublicher Vorgang, wie sie abschliessend meint.
Letztendlich wird der KESB Linth durch das geschilderte Zusammenspiel von Titel,
Frage und Antwort insbesondere vor dem Hintergrund der bisherigen Berichterstattung
unterstellt, sie nehme mit ihrem unberechtigten Vorgehen im Fall 'Marco H.' , wie jene, die sich im Fall "Flaach" ereignete, in Kauf (so auch Klage, S. 62),
wodurch die Klägerin 2 entgegen der Auffassung der Beklagten 2 und 3 (Berufung Be-
klagte 2 und 3, S. 31 f.; vgl. Duplik, S. 46) sehr wohl in ihrer Persönlichkeit verletzt wird.
Diese Persönlichkeitsverletzung wiegt sogar derart schwer, dass sie sich nicht durch
das private und öffentliche Interesse an der Meinung einer aussenstehenden KESB-
Kritikerin aufwiegen lässt (vgl. Duplik, S. 46).
4.1.5.2 Bezüglich des Kommentars des Beklagten 2 kritisierten die Kläger einerseits,
dass dieser dem Leser suggeriere, die KESB Linth würde 'Marco H.' oder seine Mutter
mit dem Obhutsentzug und der fürsorgerischen Unterbringung in den Selbstmord trei-
ben, und andererseits eine bestimmte – nachfolgend kursiv hervorgehobene – Aussage
im drittletzten Satz desselben. Der "Kommentar" lautet im Wesentlichen wie folgt:
"Der Fall Flaach schockiert und wirft auch ein Licht auf den Fall des [_Herkunft_] Jungen Marco H. auf dem Jugendschiff: Die Mutter Natalie K. bringt am Neujahrstag ihre beiden [...] Kinder um und will sich danach selbst richten. Dies, weil die [...] KESB der Mutter ihre Kinder weggenommen hat und in ein Heim steckte. Derweil: Die Mutter hat weder etwas verbrochen, noch war sie angeklagt oder . Zudem standen die Grosseltern bereit, die Kinder aufzunehmen. Doch die KESB wollte die  nun verstorbenen Kinder auch nach Neujahr ins Heim zwingen. Natalie K. hielt die Willkür und Trennung nicht mehr aus und tat das Unglaubliche, aber auch Vorhersehbare. Denn einer Mutter ihre Kinder derart kompromisslos wegzunehmen, ist eine Massnahme, die nur im allerallergrössten Notfall geschehen darf – sonst wird sie zum Verbrechen.
Was ist, fragte ich vor gut einem Monat den Leiter des Beratungszentrums Uznach, wenn sich der 14-jährige Junge, den die KESB gewaltsam von seiner Mutter getrennt und aufs Schiff verfrachtet hat, etwas antut, oder wenn die Mutter das alles nicht mehr aushält? Von meinem Gegenüber erntete ich nur Schweigen.
Der erschütternde Fall von Flaach zeigt, wie mit der KESB eine Behörde herangewachsen ist, die dank Intransparenz und kaum kontrollierbarem Machtgehabe zu einem Schandfleck unserer  geworden ist. Scheinbar ist die Politik unfähig, dieses Behörden-Monstrum zu reformieren. Umso wichtiger sind die Medien, die über diese tragischen Fälle berichten und den Hilfesuchenden eine Stimme geben."
Den Beklagten 2 und 3 ist darin beizupflichten, dass sich die beanstandete Aussage im
Kommentar an sich klar auf die KESB allgemein bezog (Berufung, S. 32; vgl. auch
Klage, S. 63; Duplik, S. 46). Insofern braucht an dieser Stelle nicht beurteilt, ob sie den
- 91 -
Rahmen des Haltbaren sprengt. Tendenziös und jedenfalls in Zusammenhang mit der
Vorberichterstattung persönlichkeitsverletzend ist es dann aber, wenn der Beklagte 2 in
seinem Kommentar ausführt, der Fall 'Flaach' bzw. – präziser ausgedrückt – seine In-
terpretation des Falls 'Flaach' mache sichtbar ("wirft auch ein Licht auf den Fall [...]
Marco H."), dass sich auch 'Marco H.' oder seine Mutter etwas antun könnte ("Was ist,
fragte ich [...] wenn [...]"). Zwar sagt oder impliziert der Hinweis darauf, dass sich
'Marco H.' oder seine Mutter etwas antun könnten, dem Leser noch nicht, die KESB
Linth treibe die beiden möglicherweise in den Selbstmord. Diese Gedankenverbindung
entsteht aber zwangsläufig dann, wenn der Leser im ersten Absatz zunächst die Schil-
derung des Falls 'Flaach' liest, diese alsdann mit der Kurzfassung des Falls 'Marco H.'
im zweiten Absatz vergleicht und sich schliesslich an die emotional gefärbte und, wie
erörtert (s. E. 4.1.3 und 4.1.4 hiervor]), persönlichkeitsverletzende Darstellung der Ge-
schehnisse in den früheren ON-Ausgaben zurückerinnert. Zu einem allfälligen  für das Vorgenannte äusserten sich die Beklagten nicht (Klageantwort,
S. 35; Duplik, S. 46 und 100 f.; Berufung Beklagte 2 und 3, S. 31 f.).
4.1.6 ON-Ausgabe vom 19. Februar 2015
Die nächste ON-Ausgabe, welche sich mit dem Thema 'Marco H.' befasste, war jene
vom 19. Februar 2015. Sie enthält eine Kurznachricht auf der Frontseite, die sich vor-
nehmlich mit den inzwischen aufgelaufenen Kosten des Schiffsaufenthalts und den bis
anhin erst wenigen (in neun Monaten sechs von 40) bestandenen Wochen befasste
(kläg.act. 41). Daneben beinhaltet sie einen halbseitigen, vom Beklagten 2 verfassten
Bericht, welcher auf S. 5 unter der Rubrik "Lokalspiegel" erschien (kläg.act. 42). Der
Bericht, der in der Mitte eine Grossaufnahme der nachdenklich schauenden Kindsmut-
ter enthält, dreht sich ebenfalls um die Kosten und die Verlängerung der  aufgrund der bisherigen Benotung des Verhaltens von 'Marco H.', daneben aber
auch um die wenigen, kurzen und teilweise der fehlenden Verbindung zum Opfer fal-
lenden telefonischen Kontakte zwischen Mutter und Sohn.
Vor allem der Bericht bedient sich dabei des gleichen Musters wie schon die ON-
Ausgabe vom 18. Dezember 2014. Auch hier werden zur Umschreibung der fürsorgeri-
schen Unterbringung und der Kindesschutzmassnahme hauptsächlich Ausdrücke ver-
wendet, die beim Leser negative Assoziationen wecken und ausschliesslich dazu die-
nen, die verfügende Behörde in ein schlechtes Licht zu rücken. In diesem Fall sind dies
Begriffe wie "gefangen", "verbannt" (3x) oder "Schiffs-Inhaftierung", Wendungen wie
"auf dem Schiff gefangen gehalten" oder "gewaltsam herbeigeführte Trennung von
Mutter und Sohn" und schliesslich Sätze wie "Was für andere eine schöne Kreuzfahrt
wäre, ist für Marco H. ein Gefängnis" oder "Es war die [...] Beiständin [...], die vor-
schlug, der [_Kindsmutter_] den Sohn wegzunehmen und aufs Schiff zu verbannen". Mit einer "kritischen" und "pointierten" Meinungsäusserung zur Massnahme, über die
- 92 -
man sich trefflich streiten kann, hat der Begleitton auch hier wenig zu tun (vgl. Berufung
Beklagte 2 und 3, S. 32). Er zielt vielmehr direkt auf die verfügende Behörde ab. Dies-
bezüglich kann weitgehend auf die Ausführungen unter E. 4.1.4 hiervor verwiesen wer-
den. Wiederum mag die unnötige Herabsetzung nicht schon in den Einzelteilen liegen,
sie ergibt sich jedenfalls aber aus der Summe.
4.1.7 ON-Ausgabe vom 23. April 2015
4.1.7.1 In der Ausgabe vom 23. April 2015 erschien ein fast ganzseitiger Bericht des
Beklagten 2 mit dem Titel "Wie die Geheimbehörde KESB mit ihren Klienten umgeht -
Psychokrieg mit der KESB-Beiständin". Der Bericht, der sich mit Konflikten zwischen
der Beiständin [_] und der Mutter von 'Marco H.' sowie einer weiteren Mutter befasst,
wird ergänzt durch einen Textkasten unten rechts, der die Überschrift trägt, "Ist A._ der richtige KESB-Chef?" (kläg.act. 44).
Von den sechs Passagen, welche die Kläger an dieser Ausgabe bemängelten (Klage,
S. 64 f.), beziehen sich nur deren drei unmittelbar auf den Kläger 1 oder auf die KESB
Linth ("Verbannung", "falsches Machtbewusstsein", "Jahressalär von rund 240 000
Franken"). Aus dem Kontext kann der Leser dabei klar erkennen, dass das Wort "de-
ren" in "Wer in deren Fänge kommt, hat oft nichts mehr zu lachen" für die KESB allge-
mein steht ("die meistkritisierte Behörde der Schweiz") und dass mit "Psychokrieg" in
erster Linie die Beiständin, vor allem aber deren Verhalten in einem anderen Fall ange-
sprochen ist ("[...] gespickt mit Angriffen gegen die [_Herkunft_] Mutter. Psychokrieg
pur!"). Etwas anders verhält es sich mit der Bezeichnung "Geheimbehörde KESB". Mag
die negative Konnotation, die sich aus der Verbindung der beiden Begriffe 'geheim' und
'Behörde' ergibt, auch generell auf die KESB abzielen (vgl. Berufung Beklagte 2 und 3, S. 32; Duplik, S. 48), sind es doch Fälle der KESB Linth, die dem Betrachter als Bei-
spiele dafür, wie die "Geheimbehörde KESB mit ihren Klienten umgeht", präsentiert
werden und ist es deren Direktor "A._", der gemäss dem letzten Absatz sowohl
des Berichts als auch des Text-kastens auf Medienanfragen nicht oder nur mit "vorbe-
reiteten Standardtexten" bzw. "Standardfloskeln" reagiere. Die KESB Linth wird dem
Leser mithin als repräsentative Vertreterin der "Geheimbehörde KESB" präsentiert.
4.1.7.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Bezeichnung "Geheimbehörde KESB"
von einem merkwürdigen Verständnis der behördlichen Schutzpflichten und der Aufga-
benverteilung im Rechtsstaat zeugt. Die KESB erfüllt ihre Aufgaben in einem sehr heik-
len, intimen Bereich. Ihre Entscheidungen basieren in aller Regel auf persönlichen, oft
auch höchst sensiblen bzw. besonders schützenswerten Daten (vgl. zum Begriff Art. 1
Abs. 1 lit. b DSG SG [sGS 142.1]) über die Betroffenen und allenfalls auch über deren
Umfeld (HUBER, FHB Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, N 22.133; CHK ZGB-
- 93 -
AFFOLTER, Art. 413 N 9). Aus diesem Grund, nämlich zwecks Wahrung der Pri-
vatsphäre der betroffenen Personen, gelten für die KESB resp. deren Mitglieder eine
umfassende Verschwiegenheitspflicht (Art. 451 ZGB), das strafbewährte (kantonal-
rechtliche) Amtsgeheimnis (Art. 99 Gemeindegesetz [GG; sGS 151.2]; Art. 320 StGB)
sowie in verfahrensmässiger Hinsicht eine Einschränkung vom Öffentlichkeitsprinzip
der Verwaltung (vgl. Art. 13 EG-KES [sGS 912.5] i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und 2 sowie
Abs. 3 Öffentlichkeitsgesetz [sGS 140.2]; vgl. auch Art. 54 Abs. 4 ZPO). Sodann mö-
gen die Medien zwar auch in diesem persönlichkeitsbezogenen Bereich eine Wächter-
rolle wahrnehmen, indem sie sich stellvertretend für den Einzelnen mit der Tätigkeit der
KESB befassen und darüber informieren. Gleichwohl sind die Presse und die Öffent-
lichkeit keine zusätzliche Stelle, der gegenüber sich eine KESB für ihre Beschlüsse und
Verfügungen zu rechtfertigen hätte. Diese Rechtfertigung bzw. Begründung hat einzig
und allein gegenüber den Betroffenen zu erfolgen, welche – der KESB nicht schutzlos ausgeliefert sind, sondern – den Entscheid bei Bedarf von mindestens einem Gericht
mit voller Kognition überprüfen lassen können (Art. 450 f. ZGB; Art. 27 ff. EG-KES).
Rufschädigend wird die Bezeichnung "Geheimbehörde" allerdings erst dann, wenn ei-
ner bestimmten KESB damit verbunden (d.h. im Gesamtkontext) der Vorwurf gemacht
wird, sie würde der Öffentlichkeit nach eigenem Gutdünken Informationen vorenthalten.
In der fraglichen Ausgabe sind die entfernt dahin gehenden Vorwürfe allerdings (noch)
zu unbestimmt ("Man müsste [...] KESB-Direktor A._ doch fragen dürfen, wie
die Arbeit seiner Beistände kontrolliert werde"; "Mit seiner Kommunikationsfähigkeit
scheint es aber auch im neuen Amt schlecht zu klappen") oder zu allgemein ("verlieren
die KESB-Leute kein Wort"; "Der Behörde würde es durchaus nicht schaden, [...] ihre
Kommunikation zu verbessern") formuliert, um die für eine Persönlichkeitsverletzung
geforderte Intensität zu erreichen.
4.1.7.3 Ebenfalls noch nicht persönlichkeitsverletzend ist die einmalige Bezeichnung
der Kindesschutzmassnahme als Verbannung. Der Leser kann aus dem Kontext erken-
nen, dass der Autor (d.h. der Beklagte 2) damit auf den Fall 'Marco H.' Bezug nehmen
wollte, bei dem es sich nach dessen Auffassung um eine "über 250 000 Franken teure
Verbannung" handle. Der Ausdruck mag zwar abermals provokant sein, doch kann
vom Durchschnittsleser erwartet werden, dass er ihn vor dem Hintergrund der inzwi-
schen erkennbar nicht mehr neutralen Sichtweise des Beklagten 2 zu würdigen weiss.
4.1.7.4 Weiter ist auf den drittletzten Satz im ersten Abschnitt des Textkastens einzu-
gehen, wonach "Ex-Mitglieder des _clubs" "ihrem Clubpräsidenten A._ in ei-
nem Leserbrief 'falsches Machtbewusstsein' vorgeworfen" hätten. Damit werden beim
Leser Zweifel daran geschürt, ob der Kläger 1 sich der mit seinem Amt verbundenen
Befugnis, über Kinder und Erwachsene zu bestimmen, bewusst ist und mit dieser sach-
gerecht und gewissenhaft umzugehen weiss. Angesichts der Verantwortung, die mit
- 94 -
der Position als Präsident einer KESB einhergeht, und des von der KESB Linth bis an-
hin gezeichneten Bildes rührt dies unweigerlich am beruflichen und gesellschaftlichen
Ansehen des Klägers 1. Dass aus der Formulierung klar ersichtlich wird, dass der Vor-
wurf von Dritten und nicht direkt von den Beklagten stammt, steht dem nicht im Wege
(Duplik, S. 49). Im Gegenteil, die ehrverletzende Wirkung ist umso grösser, wenn dem
Leser suggeriert wird, dass Drittpersonen, die mit dem Kläger 1 in einer leitenden Funk-
tion zu tun gehabt hätten, ihm in der Öffentlichkeit Entsprechendes vorwarfen.
Inwiefern dieses Werturteil ehemaliger Mitglieder des _clubs zu ihrem früheren
Präsidenten auf einem "wahren Tatsachenkern" basieren sollte, erläuterten die Beklag-
ten nicht (Duplik, S. 49). Sie vermochten noch nicht einmal hinreichend zu belegen,
dass tatsächlich ein Leserbrief mit besagtem Inhalt irgendwann und irgendwo publiziert
wurde (vgl. Klage, S. 65: "angeblich 'falsches Machtbewusstsein' vorgeworfen hätten"; ferner Beilage 52 zur Duplik, S. 2 f.). Was es mit dem Sachbehauptungskern dieses ge-
mischten Werturteils auf sich hat, tut aber ohnehin wenig zur Sache. Entscheidend
wäre, dass das Interesse der Öffentlichkeit, vom Inhalt dieses angeblichen Leserbriefs
zu erfahren, dasjenige des Klägers 1 an der Vermeidung einer erneuten Verbreitung
überwiegt. Dem ist nicht so. Zwar muss sich der Kläger 1 aufgrund seiner beruflichen
Funktion ein (etwas) höheres Mass an Eingriffen seitens der Presse gefallen lassen (s.
E. 3.3.3 hiervor), doch hat auch er ein wohlverstandenes Interesse daran, dass nicht
jeder – unbestrittenermassen (Klage, S. 65: "ausgegraben wird"; vgl. Klageantwort,
S. 35 f. und Duplik, S. 49) – länger zurückliegende und dem Privatleben entstammende
Vorwurf ehemaliger Weggefährten von Neuem ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerät
(sog. Recht auf Vergessen; vgl. dazu etwa AEBI-MÜLLER, a.a.O., N 87 und 778).
4.1.7.5 Schliesslich störten sich die Kläger am Umstand, dass im Textkasten davon die Rede ist, dass der vom Stadtrat der Klägerin 2 gewählte "KESB-Leiter" ein Jahresgeh-
alt von rund Fr. 240'000.00 beziehe. Dabei handelt es sich zweifelsohne um eine
Falschmeldung, zumal der Kläger 1 bei einem Beschäftigungsgrad von 80% und inkl.
13. Monatslohn ein Bruttojahresgehalt von Fr. 133'488.15 erzielte (kläg.act. 45). Aller-
dings verletzt diese Information, mag sie auch unrichtig sein, den Kläger 1 noch nicht in
seiner Persönlichkeit, und wie es sich damit in Bezug auf das Ansehen der Klägerin 2
verhält, braucht mangels einer entsprechenden Beanstandung nicht geprüft zu werden
(Klage, S. 65; Replik, S. 19 f.).
4.1.8 ON-Ausgabe vom 11. Juni 2015
In der ON-Ausgabe vom 11. Juni 2015 erschien unter der Rubrik "Im Fokus" auf S. 3
ein weiterer, ausführlicher Bericht zum Fall 'Marco H.' mit dem Titel "Mit etwas Glück
kommt [_Gemeinde_] mit 300 000 Franken davon – Wende im Fall Jugendschiff: Plötz-
lich gibt es Fortschritte". Der wiederum vom Beklagten 2 verfasste Bericht befasst sich
- 95 -
im Wesentlichen mit den guten Noten, welche 'Marco H.' für sein Betragen seit einiger
Zeit erhalte, und der vom Kläger 1 nunmehr abgesegneten Auswechslung der Beistän-
din.
4.1.8.1 Entgegen dem Dafürhalten der Kläger (Klage, S. 67 f.) wird dem Leser in die-
sem Bericht nirgends suggeriert, dass die KESB Linth oder der Kläger 1 ihre Ent-
scheide aufgrund des öffentlichen, durch die Beklagten ausgeübten Drucks fälle. Der
zweite Abschnitt unter der beanstandeten Überschrift "Der öffentliche Druck nützt" be-
zieht sich ausschliesslich auf die Benotung des Jungen, die, wie im letzten Satz klar
zum Ausdruck kommt, durch "die Schiffstherapeuten" erfolgt ("Wenn die Schiffsthera-
peuten weiterhin so gnädig sind mit ihm, wird er voraussichtlich an Weihnachten frei
kommen").
4.1.8.2 Beizupflichten ist den Klägern hingegen, was den Satz "[i]n Sozialkreisen wird
die Schiffstherapie als Gefängnis kritisiert" anbelangt (Klage, S. 68). Im vierten Ab-
schnitt des Berichts dient der fragliche Satz nämlich dazu, aufzuzeigen, weshalb Zwei-
fel am Nutzen der Kindesschutzmassnahme angebracht seien. Wird beim Leser aber
der Eindruck hervorgerufen, der pädagogische Wert des Jugendschiffs werde in Fach-
kreisen mit jenem eines Gefängnisaufenthalts verglichen, wirft dies unweigerlich ein
schlechtes Licht auf die Behörde, die einen (bekanntlich nicht straffälligen) Jugendli-
chen darauf unterbrachte. Ein überwiegendes Informationsinteresse der Öffentlichkeit
lässt sich nicht ausmachen. Zwar wurden der Rahmen und das pädagogische Konzept
des Jugendschiffs von verschiedenen Seiten kritisch hinterfragt, die Beklagten ver-
mochten jedoch nicht zu belegen, dass jemand aus den Sozialkreisen überhaupt, ge-
schweige denn in Zusammenhang mit dem Nutzen der Schiffstherapie den Begriff "Ge-
fängnis" in den Mund genommen hätte (Klageantwort, S. 30-34; vgl. Replik, S. 17 f.). So wie der fragliche Satz aber lautet, kann der Durchschnittsleser unmöglich von sich
aus auf die Idee kommen, dass es sich beim Begriff "Gefängnis" sozusagen um einen
Einschub von fremder Hand handelt, der in Wahrheit bloss der Sichtweise der Beklag-
ten (1 und 2) sowie der in einer früheren ON-Ausgabe als 'Kinderrechtsexpertin' prä-
sentierten [_Name_] (vgl. kläg.act. 36) entspricht. Was die Beklagten 2 und 3 zu
ihrer Verteidigung dagegen vorbringen (Berufung, S. 32), ist weitgehend ohne Belang.
So tut es diesbezüglich nichts zur Sache und ist es im Übrigen fast schon heuchlerisch,
wenn sie behaupten, dass in der entsprechenden Ausgabe verbunden mit dem Bei-
standswechsel auch Positives zum Handeln der KESB bzw. des Klägers 1 publiziert
worden sei (vgl. "Dass eine derartige Beistandschaft nicht mehr zu halten ist, müsste
jedem klar sein. Nur die KESB Linth unter ihrem Präsidenten A._ wollte
das nicht einsehen. Nun ist aber doch noch Vernunft eingekehrt"). Auch ihre Ausfüh-
rungen zum Titel des vierten Abschnitts des Berichts "Nächste Drohung in der Luft" und
zur darin enthaltenen Passage "Im Klartext heisst das: Die Mutter tut, was die KESB verlangt, oder der Junge bleibt auf dem Schiff – und [Gemeinde] zahlt weiter", stossen
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ins Leere, zumal sich die Kläger an dieser besonders bedenklichen Passage (vgl. vi-
Ent-scheid, S. 82) aus welchen Gründen auch immer nicht störten (vgl. Klage, S. 67 f.)
4.1.9 ON-Ausgabe vom 16. Juli 2015
In der ON-Ausgabe vom 16. Juli 2015 erschienen eine prominent platzierte Kurznach-
richt mit dem fettgedruckten Titel "Die Standpauke des Doktor A._" auf der Frontseite
(kläg.act. 49) und ein Bericht ("Die KESB unter dem Schutz der Gemeinden / Der
KESB-Präsident A._ zieht vom Leder"), zwei Textkasten sowie ein Kommentar
des Beklagten 2 ("Das Schweigen der KESB") auf S. 5 unter der Rubrik "Lokalspiegel"
(kläg.act. 50).
4.1.9.1 Wenn die Beklagten 2 und 3 einwenden, der Bericht vom 16. Juli 2015 könne nicht zur Berichterstattung zu 'Marco H.' gezählt werden (Berufung, S. 33), kann dies
kaum ernst gemeint sein, widmet er sich doch ungefähr zur Hälfte den "[e]rschrecken-
den Fakten" in besagtem Fall. Dieser Einwand dürfte denn auch eher vom Bestreben
geleitet sein, eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt der fraglichen Ausgabe vermei-
den zu können, wurden darin doch offenkundig sowohl die Persönlichkeit des Klägers 1
als auch jene der Klägerin 2 verletzt:
4.1.9.2 Hinsichtlich des im vierten Absatz des Berichts unter der Aufzählung der
"[e]rschreckenden Fakten" befindlichen und dort ohne jegliche Relativierung erfolgen-
den Vorwurfs, das Vorgehen der KESB verstosse gegen die "UNO-Konvention über die
Rechte der Kinder", kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter E. 4.1.4 hiervor
verwiesen werden. Was in der früheren ON-Ausgabe vom 18. Dezember 2014 der
Textkasten war, sind im hier zu beurteilenden Bericht die 13 "Fakten", die dem Leser vor Augen geführt werden. Dabei wird abermals die nach Auffassung dreier mit dem
Fall befasster Instanzen sowie eines beigezogenen Sachverständigen als offensichtlich
bzw. massiv eingestufte (kläg.act. 15, S. 3 ff.; kläg.act. 16, S. 15-19; kläg.act. 17, S. 8
f.) Kindeswohlgefährdung ausgeblendet und werden dem Leser stattdessen Sachver-
haltselemente in Erinnerung gerufen, die für den Obhutsentzung und die fürsorgerische
Unterbringung nicht ausschlaggebend waren: Es handelte sich dabei nicht um irgend-
eine Form der Bestrafung, mit der ein kriminelles oder sonst wie missbilligtes Verhalten
des betroffenen Kindes oder seiner Mutter gesühnt werden sollte; vielmehr wollte die
KESB Linth damit im Interesse des Kindes einer ernsthaften Gefährdung seiner Ent-
wicklung entgegenwirken. Umso verletzender ist es, dass auch in dieser Ausgabe mit
allen erdenklichen Mitteln versucht wird, dem Leser genau diesen unrichtigen Eindruck
zu vermitteln.
- 97 -
4.1.9.3 Daneben kritisierten die Kläger (Klage, S. 190) mit gutem Grund die nachfol-
gende Passage im zweiten Absatz der Kommentarspalte des Beklagten 2
(kläg.act. 50):
"Als die ON mit A._ im letzten Herbst zu Marco H.* auf dem Jugendschiff ein Gespräch  wollten, sagte er schon am Telefon: Fotos von ihm gebe es aber keine. Der mit über 200000  Jahreslohn bezahlte Spitzenbeamte, der sich in allen Mails und Briefen Doktor nennt, wollte also inkognito bleiben. Später verstummte er ganz."
Diesbezüglich ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie ausführt, dass dieser Passus schon deshalb persönlichkeitsverletzend sei, weil er das Klischee vom volksfremden,
überbezahlten Akademiker befeuere (vgl. vi-Entscheid, S. 92). Es kommt hinzu, dass
der Kläger 1 bei weitem kein Jahresgehalt von Fr. 200'000.00 bezog, von einem sol-
chen über Fr. 200'000.00 ganz zu schweigen (kläg.act. 45).
4.1.9.4 Weiter ist den Klägern zuzustimmen, dass es die KESB Linth ist, welche im
Kommentar als "Geheimbehörde" bezeichnet wird (Klage, S. 170). Zu einer solchen
Deutung muss der Betrachter spätestens dann gelangen, wenn er den fünften Absatz
des Kommentars liest, der sich ausschliesslich um das Schweigen des Klägers 1 dreht
und mit dem Schlusssatz endet, "[d]ie ON werden weiter über diese Geheimbehörde
informieren". Schon im ersten Absatz spricht der Ausdruck "Geheimbehörde" die Angst
des Lesers an, im Linthgebiet könnte im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschut-
zes eine Behörde am Werk sein, die im Dunkeln operiere, kaum einer Kontrolle unter-
liege und dazu noch von einer Person geführt werde, deren ungenügende  und Kommunikationsfähigkeit bereits mehrfach Schlagzeilen gemacht hätten.
Dass die KESB Linth dadurch bei der Leserschaft in ein ungünstiges Licht gerückt wird,
liegt auf der Hand. Allgemein ist die Art und Weise, wie sich der Beklagte 2 in der fragli-
chen Ausgabe das Amtsgeheimnis bzw. die Verschwiegenheitspflicht zunutze macht,
nicht unbedenklich. Zwar muss es eine Behörde wie die KESB Linth grundsätzlich hin-
nehmen können, wenn in der Presse einseitig über ihre Tätigkeit berichtet wird, da sie
bei einer Richtigstellung oftmals persönliche Informationen über Betroffene gegenüber
der Öffentlichkeit preisgeben müsste. Doch ist es zumindest dreist, wenn dem Präsi-
denten dieser Behörde das Schweigen auch noch als Charakterschwäche ausgelegt
wird, wohlwissend, dass er sich strafbar machen könnte (Art. 320 StGB), wenn er es
nicht täte (vgl. dazu kläg.act. 75).
4.1.9.5 Was schliesslich den im Textkasten ("Marco H.: Es sieht nicht gut aus") unten links befindlichen Satz "Der Junge müsste zum Orthopäden ins [_Ort_] Spital, er darf
aber nicht" anbelangt, ist auf die nachfolgenden Ausführungen zur ON-Ausgabe vom
6. August 2015 zu verweisen, welche sich intensiv mit diesem Thema befasst.
- 98 -
4.1.9.6 Zur Rechtfertigung bringen die Beklagten 2 und 3 zunächst vor, dass auch
pointierte Kritik an der Amtsführung erlaubt sein müsse (Berufung, S. 33). Dem ist bei-
zupflichten mit der Ergänzung, dass sich die pointierte Kritik in einem sachlichen Rah-
men halten muss. Die fragliche Ausgabe überschritt diesen Rahmen jedoch deutlich.
Mehr und mehr weitete sie sich zu einer persönlichen Abrechnung vor allem mit dem
Kläger 1 aus, der sich zuvor im Amtsblatt von [_Gemeinde_] ohne Namen zu nennen
über die Berichterstattung der Medien zur KESB beklagt hatte (vgl. kläg.act. 50). Die
Beklagten 2 und 3 machen zudem geltend, der Bericht habe im öffentlichen Informa-
tionsinteresse gelegen (Berufung, S. 33). Dem kann nicht gefolgt werden. Die Ausgabe
enthielt abgesehen von der Information über die Wortmeldung des Klägers 1 keine
nennenswerte Neuerung. Die Ausführungen des Beklagten 2 machen vielmehr deut-
lich, dass er die Kritik des Klägers 1, die nicht direkt – wohl aber implizit – an die Ad-
resse der ON gerichtet war, nicht auf sich sitzen lassen wollte. Bei dieser Sachlage können sich die Beklagten von vornherein nicht auf den Informationsauftrag der Presse
berufen, sondern wenn, dann höchstens auf ein überwiegendes privates Interesse ih-
rerseits. Es ist denn auch nicht zu verkennen, dass der Kläger 1 aufgrund dessen, dass
er seinem Unmut über die Presse mit deutlichen Worten (z.B. "Nebelpetarden", "jeden
Blödsinn") Ausdruck verschafft hatte, mit harten sachlichen Erwiderungen rechnen
musste. Keineswegs musste er aber in Kauf nehmen, dass er und die von ihm geleitete
KESB Linth im vorne beschriebenen Sinn verunglimpft würden.
4.1.10 ON-Ausgabe vom 30. Juli 2015
In der ON-Ausgabe vom 30. Juli 2015 erschienen zum Fall 'Marco H.' wiederum eine
Kurznachricht auf der Frontseite sowie ein ausführlicher Bericht (kläg.act. 51) und ein
Kommentar des Beklagten 2 unter der Rubrik "Lokalspiegel" (kläg.act. 52). Die  mit dem Titel "Der Fall des [_Herkunft_] Jungen Marco H.* läuft aus dem Ru-
der / KESB verweigert nötigen Arztbesuch" enthält, wie schon die Ausgaben vom
18. Dezember 2014 (kläg.act. 36) und vom 11. Juni 2015 (kläg.act. 47), das verpixelte
Bild von 'Marco H.' in Matrosenuniform mit einer Betreuerin. Auch im Bericht mit dem
Titel "Arzt fordert 'unabdingbare' Untersuchung – KESB mauert / 'KESB verbietet
Marco ärztliche Untersuchung'" werden Bilder platziert, eine Grossaufnahme der be-
drückt wirkenden Kindsmutter und ein kleines Bild des _ Fusses von 'Marco
H.' in Turnschuhen. Während sich die Kurznachricht und der Bericht ganz der neuerli-
chen Verweigerung eines ärztlichen Untersuchs widmen, übt der Beklagte 2 in seinem
Kommentar ("Der Fall läuft aus dem Ruder") allgemeine Kritik an der KESB Linth und
deren Fallführung in Sachen 'Marco H'.
4.1.10.1 In der Kurznachricht und im Bericht wird den Klägern vorgeworfen, sie verwei-
gerten bzw. verböten beharrlich, unnachgiebig und ohne wirklichen Grund ("doch die
- 99 -
KESB Linth liess das nicht zu"; "Doch KESB-Chef A._ liess den Termin absa-
gen"; "Wiederum lief sie [die Kindsmutter] ins Leere"; "Es geht um 2000 Franken";
"meist mit der Ausrede verhindert"; "Nicht einmal diese klaren ärztlichen Worte zeigen
Wirkung") eine seit längerem gebotene ("seit Monaten"; "schon lange müsste er", "seit
über einem Jahr"; "unabdingbar und sollte durchgeführt werden") ärztliche Untersu-
chung der Fussgebrechen von 'Marco H.'. Es steht ausser Zweifel, dass die Angespro-
chenen, die nach dem Verständnis des Lesers für das Wohl des Jungen und daher
auch für eine ausreichende medizinische Versorgung besorgt sein sollten, dadurch in
ein schlechtes Licht gerückt werden.
Die Persönlichkeit der Klägerin 2 verletzt es aber auch, wenn im Kommentar ausge-
führt wird, 'Marco H.' sei von der KESB auf das Jugendschiff "verbannt" worden, weil er
im Alter von zwölf Jahren eine schwierige Lebensphase durchlaufen habe und die Schule [_Ort _] ihn nach der Spezialschule [_Region_] nicht mehr habe aufneh-
men wollen. Damit wird beim Betrachter abermals die Vorstellung geweckt, dass es
keinen hinreichenden Grund für die Fremdplatzierung gegeben hätte. Im Kommentar
des Beklagten 2 erscheint die fürsorgerischen Unterbringung wie ein weiterer tragi-
scher Schicksalsschlag im Leben des seit seiner Geburt von gesundheitlichen Proble-
men geplagten Jugendlichen. Dieser Eindruck wird bestärkt dadurch, dass der Be-
klagte 2 im selben Abschnitt hervorhebt, dass am gewohnten Umfeld des Jungen bzw.
an der Erziehungsfähigkeit seiner Mutter nichts "faul" gewesen sei ("macht stets einen
sehr gefassten und korrekten Eindruck"). Auch die Beistandschaft sei bloss errichtet
worden, weil die Mutter alleinerziehend sei und 'Marco H.' ein gemeindeexternes Schul-
heim habe besuchen müssen. In dieses Bild passen auch der Titel des Kommentars
"Der Fall läuft aus dem Ruder" und der einleitende Satz "Die KESB wird die Gefangene
ihres eigenen Tuns", mit denen der Beklagte 2 – wie er im mittleren Absatz erläutert – darauf hinauswill, dass der KESB Linth und dem Kläger 1 allmählich bewusst werde,
dass sich "die Mutter" bzw. "die schwache Seite" oder "das KESB-Opfer" nicht ruhig-
stellen und von "der Machtbehörde" brechen lasse.
4.1.10.2 Was die Rechtfertigung anbelangt, ist den Beklagten 2 und 3 beizupflichten,
dass der Artikel insofern eine neue Ausgangslage hatte, als der leitende Arzt für Kin-
der-orthopädie des [_Name des Spitals_], Dr. med. J._, der Kindsmutter über
das Sekretariat am [_] 2015 hatte ausrichten lassen, dass "eine kinderorthopädi-
sche Verlaufskontrolle mit Ganganalyse" aufgrund der "ausgeprägten Fussdeformität
unabdingbar" sei und nun durchgeführt werden sollte (KAB 15). Zwar war es wiederum
die Mutter, die das Ganze ins Rollen brachte, weil sie sich per E-Mail an das [_Spi-
tal_] gewandt und sich über die Schiffsleitung und die fortbestehende Schmerzbelas-
tung ihres Sohnes beklagt hatte. Nichtsdestotrotz lässt sich damit zumindest der vierte
Abschnitt des Berichts ("Arzt schreibt an die KESB") rechtfertigen. Ebenfalls  lässt sich der erste Absatz des fünften Abschnitts ("KESB sagt Termin ab"), da der
- 100 -
Beistand der Mutter tatsächlich geschrieben hatte, dass er den auf den [_] 2015 an-
gesetzten Termin nach Abklärung mit "Hr. A._ von der KESB" und – was im Bericht
nicht zur Sprache kommt – mit "Fr. _" vom "[Spital]" abgesagt habe (KAB 17; vgl.
kläg.act. 32). Nicht rechtfertigen lässt sich hingegen, dass dem Leser wiederholt mitge-
teilt wird, die ärztliche Untersuchung sei "seit Monaten" resp. "seit über einem Jahr"
überfällig, sowie das daran anknüpfende Zitat der Mutter, die KESB gefährde damit
seine Gesundheit. Wie bereits unter E. 4.1.2 hiervor ausgeführt, behaupteten die Be-
klagten selbst nicht, 'Marco H.' habe auf dem Schiff regelmässig unter Fussschmerzen
gelitten. Es ist daher davon auszugehen, dass die fraglichen Äusserungen nicht der
Wahrheit entsprachen und dass frühestens ab Mitte des Jahres 2015 ein Bedarf nach
einer kinderorthopädischen Verlaufskontrolle bestand (KAB 15; vgl. auch KAB 10).
Keine Rechtfertigung gibt es auch für die gemischten Werturteile im Kommentar des
Beklagten 2. Der dort geschilderte Sachbehauptungskern hat kaum noch etwas mit der Realität zu tun (vgl. bzgl. der Beistandschaft kläg.act. 7 sowie bzgl. der Vorgeschichte
allgemein kläg.act. 16, S. 2-5 und kläg.act. 17, S. 5-8). Im Übrigen müsste wohl auch
die mit den verwendeten Ausdrücken "verbannt", "KESB-Opfer" und "Machtbehörde"
verbundene negative Konnotation insgesamt als unhaltbar bezeichnet werden.
4.1.11 ON-Ausgabe vom 6. August 2015
Auch in der ON-Ausgabe vom 6. August 2015 wurde die Absage der ärztlichen Unter-
suchung nochmals aufgegriffen. Auf der Frontseite findet sich dort eine eher unschein-
bare Kurznachricht ("Marco H. / Arztuntersuch war schon geplant" [kläg.act. 53]), wel-
che auf S. 7 verweist, wo der eigentliche Bericht mit dem Titel "Marco H.* auf dem Ju-
gendschiff darf nicht zum Arzt / Neue Fakten zum verhinderten Arztbesuch" folgt
(kläg.act. 54). Der halbseitige Bericht lehnte sich an einen Artikel in der Pendlerzeitung "[_Name_]" an (KAB 18) und informiert den Leser darüber, dass der Arztbesuch
schon geplant gewesen und vom Kläger 1 höchstpersönlich abgesagt worden sei
("KESB Direktor A._ hat den Termin aber absagen lassen"; "A._ hat
Termin abgesagt"; " Wie mittlerweile bekannt ist, hat der Leiter der KESB Linth,
A._, die Untersuchung abgelehnt"; "Die KESB hat sich [...] knallhart über
das ärztliche Aufgebot hinweggesetzt"; Bildunterschrift: "'[_Zeitung_]' enthüllt: Der Arzt-
besuch von Marco H.* war schon geplant; KESB-Chef A._ stellte sich dage-
gen.").
4.1.11.1 Auch dieser Bericht verletzt das berufliche Ansehen des Klägers 1. Er zeich-
net das Bild eines Mannes, der sich in Eigenregie rücksichtslos (vgl. die Definition von
"knallhart" [www.duden.de]; "zum Nachteil des Jugendlichen") über ein ärztliches Auf-
gebot hinwegsetzte. So muss es der Leser jedenfalls auffassen, wenn er auf einer hal-
ben Seite viermal liest, dass niemand anderes als der Kläger 1 die Untersuchung  bzw. abgelehnt habe. Zum Schluss des Berichts folgt auf die angebliche Aussage
- 101 -
des Klägers 1, "die ärztliche Kontrolle von Marco könne 'nach seiner Rückkehr in die
Schweiz' durchgeführt werden", auch noch die unverkennbar sarkastisch gemeinte Be-
merkung, es sei anzunehmen, dass der Kläger 1 für gesundheitliche Folgeschäden des
Jungen die Verantwortung übernehme und dies auch dann so bleibe, falls 'Marco H.'
später gegen ihn Klage erhebe.
4.1.11.2 Soweit die Beklagten 2 und 3 (Berufung, S. 33) zur Rechtfertigung vorbringen,
es sei darüber zu berichten gewesen, dass der Schiffsleiter gegenüber '[Zeitung]' er-
klärt habe, der Kläger 1 habe die Reise von 'Marco H.' ins Spital abgesagt, kann ihnen
nicht gefolgt werden. Zunächst ist bereits der Neuigkeitswert dieser Information frag-
lich, wurde doch schon in der Vorausgabe ausgeführt, der "KESB-Chef A._
liess den Termin absagen" (kläg.act. 51) bzw. der "neue KESB-Beistand des Jungen"
habe nach "Rücksprache mit KESB-Linth-Präsident A._" den  abgesagt (kläg.act. 52). Vor allem aber ergibt sich aus dem entsprechen-
den Artikel der '[_ Zeitung_]' nirgends, dass der Kläger 1 höchstpersönlich und ei-
genmächtig die Untersuchung abgelehnt hätte. Ganz anders im Bericht der ON, in dem
aus im Bezugsartikel bloss sinngemäss wiedergegebenen Ausführungen des Schiffslei-
ters L._ ein wörtliches Zitat konstruiert wird ("'Deshalb wurde die Reise nicht
durchgeführt', sagte L._"), welchem in Verbindung mit dem vorangestellten Satz
unmissverständlich genau diese Bedeutung zukommt. Das eigentliche Zitat L.'s_,
"[g]esundheitlich gehe es Marco aber gut" (bekl.act. 18), wurde im Bericht der ON dem-
gegenüber weggelassen. Schon daraus wird deutlich, dass es beim fraglichen Bericht
nicht um die Information der Leserschaft über Neuigkeiten aus einem anderen Zei-
tungsartikel, sondern ausschliesslich um einen persönlichen Angriff auf den Kläger 1
ging. Nicht anders lässt es sich erklären, weshalb der Kläger 1 im Bericht als alleiniger
Urheber der Terminabsage dargestellt wird, obwohl dem Beklagten 2 aus dem E- zwischen der Kindsmutter und dem Beistand bestens bekannt war, dass die
Terminabsage auf einer Absprache zwischen dem Beistand, dem Kläger 1 und der zu-
ständigen Ansprechperson des [_Spitals_] beruhte (KAB 17 ["Gesendet: [_Tag_],
[_Datum_] 2015 [_Zeit_] / An: B._"]; vgl. auch KAB 18 ["Der Beistand habe mit
dem Spital abgemacht {...}"]; ferner auch kläg.act. 32). Aus demselben Grund war dem
Beklagten 2 auch bekannt, dass die Untersuchung im Herbst 2015 stattfinden sollte,
weshalb es doch mehr als befremdlich anmutet, wenn er im Bericht davon schreibt,
dass es noch bis weit ins nächste Jahr dauern könnte, bis die ärztliche Kontrolle von
'Marco H.' durchgeführt werden könne. Auch handelt es sich bei den Schlussbemer-
kungen nicht einfach nur um "Ausführungen zur allfälligen Verantwortlichkeit von Amts-
trägern" (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 33). Vielmehr bedient sich der Beklagte 2 darin
des Stilmittels des Sarkasmus, um den Kläger 1 für dessen angeblich gegenüber
'[_Zeitung_]' getätigte Aussage zu verspotten, "die ärztliche Kontrolle von Marco könne
'nach seiner Rückkehr in die Schweiz' durchgeführt werden". Allerdings wurde auch diese Aussage entfremdet. Das Originalzitat, so wie es im Bezugsartikel in indirekter
- 102 -
Rede wiedergegen wurde, lautet folgendermassen: "Der Beistand habe mit dem Spital
abgemacht, dass die Kontrolle nach Marcos Rückkehr in die Schweiz durchgeführt
werde, da keine Dringlichkeit bestehe" (KAB 18). Es bedarf keiner Erläuterung dafür,
dass das Interesse des Klägers 1 an der Wahrung seines Ansehens dasjenige der Be-
klagten an einer (ohnehin nicht schützenswerten) gezielten Diffamierung des Erstge-
nannten deutlich überwiegt.
4.1.12 ON-Ausgabe vom 17. September 2015
4.1.12.1 In der ON-Ausgabe vom 17. September 2015 erschien im "Lokalspiegel" auf
S. 9 ein Kommentar des Beklagten 2, in welchem 'Marco H.' – getreu nach dem Vorbild
eines in der Ausgabe vom 3. September 2015 abgedruckten Leserbriefs (vgl.
kläg.act. 59) – als 15-jähriger [_Herkunft_] beschrieben wird, "der von der KESB Linth auf ein Schiff deportiert wurde" (kläg.act. 60). Dass der Beklagte 2 die fürsorgerische
Unterbringung als eine 'Deportation' bezeichnet, worunter nach herkömmlicher Auffas-
sung Zwangsverschickung, Verschleppung, Verbannung von Verbrechern, unbeque-
men politischen Gegnern oder ganzen Volksgruppen (www.duden.de) verstanden wird
und im kollektiven Gedächtnis vor allem Erinnerungen an dunkle Kapitel der Weltge-
schichte abgespeichert sind, mag das eine sein (vgl. Klage, S. 72). Das andere ist,
dass er zur Begründung dafür, weshalb sich die Kindesschutzmassnahme seiner Mei-
nung nach – in einem übertragenen Sinn – als 'Deportation' verstehen lässt, die Vorge-
schichte wiederum auf eine schwierige Lebensphase im zwölften Altersjahr reduziert
("Der 15-jährige muss seit fast eineinhalb Jahren tausend Kilometer von zu Hause ent-
fernt bei fremden Menschen leben, obwohl er nie eine Straftat begangen hat, und das
nur, weil er als 12-jähriger in eine schwierige Lebens-phase kam"). Damit zeichnet er
zweifelsohne ein ungünstiges Bild von der Arbeit der KESB Linth.
4.1.12.2 Es ist nicht zu übersehen, dass die Meinungen zu dieser Art von fürsorgeri-
schen Unterbringung geteilt sind und dass der erzwungene Aufenthalt fernab vom ge-
wohnten Umfeld auf einem Hochseeschiff für den Betroffenen eine gewisse Härte be-
deutet und nicht immer und schon gar nicht zwangsläufig den gewünschten Effekt
bringt. All dies darf und soll in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft öffentlich
thematisiert und kommentiert werden. Dabei sind auch "pointierte Aussagen" erlaubt,
denen mit provokativen, plakativen und bisweilen negativ konnotierten Ausdrücken wie
"Deportation" Nachdruck verliehen werden kann (vgl. Berufung Beklagte 2 und 3,
S. 34). Nicht angehen kann indessen, dass sich der Beklagte 2 zur Untermauerung sei-
nes (gemischten) Werturteils einer Kurzfassung der Vorgeschichte bedient, die der
Wirklichkeit nicht ansatzweise gerecht wird, dafür aber selbst beim kritischen Betrach-
ter die unrichtige Vorstellung hervorruft, dass hier ein missliebiger Jugendlicher bestraft
oder abgeschoben wurde, und das erst noch wegen einer Lappalie resp. Alltäglichkeit. Mit anderen Worten darf die Anordnung und Auswahl der Massnahme durch die KESB
- 103 -
Linth ohne Weiteres scharf beanstandet werden, doch gibt es keine Rechtfertigung da-
für, ihr dabei implizit und ohne irgendeinen Anhaltspunkt rechtsstaatlich bedenkliche
Beweggründe zu unterstellen.
4.1.13 ON-Ausgabe vom 17. Dezember 2015
In der ON-Ausgabe vom 17. Dezember 2015 erschienen eine Nachricht auf der Front-
seite ("Überforderte Behörde / Irrfahrt mit Marco H." [kläg.act. 61]) sowie ein Bericht
("Schiffsjunge: Acht Tage in der Schweiz / Marco H.*: Eingeflogen, rumgereicht, abge-
schoben") und ein Kommentar des Beklagten 2 ("Das macht sprachlos") zu 'Marco H.'
auf S. 5 unter der Rubrik "Lokalspiegel" (kläg.act. 62). Im Zentrum dieser auffällig
inszenierten Beiträge (u.a. mit einer Grossaufnahme des _ Fusses von
'Marco H.') steht die achttägige Rückkehr von 'Marco H.' in die Schweiz zwecks  in einer Schule und zwecks Arztbesuchs.
4.1.13.1 Soweit im Bericht wiederum davon die Rede ist, dass der Arztbesuch seit ein-
einhalb Jahren nötig gewesen wäre und im vergangenen Herbst vom Kläger 1 höchst-
persönlich vereitelt worden sei, kann auf die Ausführungen unter E. 4.1.2, 4.1.10 und
4.1.11 hiervor verwiesen werden (vgl. Klage, S. 73). Entgegen der Auffassung der Be-
klagten 2 und 3 (Berufung, S. 34) entsprechen die Schilderungen zur Notwendigkeit
des Arztbesuchs eben gerade nicht den belegten Fakten.
4.1.13.2 Was die beiden anderen beanstandeten Passagen anbelangt ("Wie die KESB
Linth mit dem 15-Jährigen [und ihrer Verantwortung] plan-, hilf- und gefühllos umgeht,
macht sprachlos" und "Und tatsächlich täten die KESB-Verantwortlichen gut daran, den
Jungen, der absolut nichts verbrochen hat, nicht wie eine Ware herumzuschieben"; vgl. Klage, S. 72 f.), ist festzuhalten, dass sich in Nachricht, Bericht und Kommentar noch
zahlreiche weitere dahingehende Formulierungen finden ("Zuerst wurde er ['Marco H.']
wie ein Häftling in ein Heim verfrachtet, [...]"; "Marco H.*: Eingeflogen, rumgereicht, ab-
geschoben"; "Der Umgang der Behörde mit ihm ['Marco H.'] und seiner Mutter ist uner-
träglich."; "Wie die KESB den wehrlosen Jungen umherschiebt, ihn Tausende Kilome-
ter herumfliegt, um ihn dann von einem Schulleiter wie einen Aussätzigen abweisen zu
lassen, ist trostlos"). Auch der Kläger 1 gerät in diesem Zusammenhang ins Kreuzfeuer
der Kritik ("Dass der KESB-Direktor den Jungen, den er noch nie persönlich gesehen
hat, auch während der acht Tage nie sehen konnte oder wollte, ist beschämend"; "Die
Verantwortung für dieses Treiben liegt beim Direktor der KESB-Linth, Doktor
A._"). Bei jeder erdenklichen Gelegenheit wird auf die KESB Linth und den
Kläger 1 aufmerksam gemacht und (mehr oder weniger) subtil deren Plan- und Gefühl-
losigkeit im Umgang mit 'Marco H.' herausgestrichen. So wird aus dem Beistand der
"KESB-Beistand" ("[_Name_] verlässt die KESB, [...]"), aus dem Regionalen  Rapperswil-Jona das "Beratungszentrum der KESB" und aus einer darin
- 104 -
abgehaltenen Sitzung die "KESB-Sitzung" gemacht. Sodann wird für den akademi-
schen Grad des Klägers 1 nicht wie üblich die Abkürzung verwendet, sondern – um
dessen Status als Akademiker besonders zu betonen – mehrfach von "Doktor
A._" (2x) gesprochen. Insgesamt vermitteln die fraglichen Beiträge dem Leser
den Eindruck, dass die unbedacht agierenden KESB Linth und der Kläger 1 den 15-
jährigen 'Marco H.' im Zuge seiner Rückkehr nicht wie einen Menschen, sondern wie
eine "Ware" oder einen "Häftling" behandelt hätten und dass sich der Kläger 1, der
Akademiker, sogar zu schade gewesen sei, ihn bei dieser Gelegenheit persönlich zu
treffen. Da das beschriebene Verhalten dem, was der Leser von einer KESB und deren
"Direktor" erwartet, diametral zuwiderläuft, liegt auch darin eine Persönlichkeitsverlet-
zung.
4.1.13.3 Betreffend die Rechtfertigung ist den Beklagten 2 und 3 zuzustimmen, dass sich die fraglichen Beiträge um "für den Fallverlauf relevante und neue Tatsachen" (Be-
rufung, S. 34) drehten, ging es doch einerseits um eine mögliche Anschlusslösung und
andererseits um den bereits mehrfach thematisierten Arztbesuch. Die Schilderung der
nach Ort und Zeit bestimmten Gegebenheiten des Kurzaufenthalts gab denn auch kei-
nen Anlass zu Beanstandungen (vgl. Klage, S. 72 f.; Replik, S. 22). Es ist deshalb da-
von auszugehen, dass die Tatsachen mit einer Ausnahme im Kommentar des Beklag-
ten 2 ("Er machte als Zwölfjähriger Schwierigkeiten in der Schule, weshalb ihn die
KESB im Mai 2014 aufs Jugendschiff verbannte") einigermassen zutreffend wiederge-
geben wurden. Unter diesen Umständen würden sich auch die einseitigen und tenden-
ziösen Wertungen zum Umgang mit 'Marco H.' gerade noch halten lassen. Unter Mit-
einbezug der Vorberichterstattung kann davon allerdings nicht mehr gesprochen wer-
den.
4.1.14 ON-Ausgabe vom 21. Januar 2016
In der ON-Ausgabe vom 21. Januar 2016 erschienen auf der Frontseite eine Kurznach-
richt mit dem Titel "Jugendschiff / Der Fall Marco H. und die KESB" (kläg.act. 65) und
unter der Rubrik "Lokalspiegel" ein ausführlicher, mit Bildern bespickter und einem
Textkasten versehener Bericht über die Hintergründe der Massnahme ("Die Lebens-
geschichte von Marco H. und die KESB / Warum Marco H* aufs Jugendschiff musste"
[kläg.act. 66]). Neben dem Bericht befindet sich wie üblich ein Kommentar des Beklag-
ten 2, dieses Mal mit der Überschrift "(Ohn)Macht der KESB".
4.1.14.1 Auch in diesen Beiträgen wird die Klägerin 2 in ihrer Persönlichkeit verletzt.
Grund dafür sind weniger die einzelnen Wertungen wie etwa jene, dass der Schiffsauf-
enthalt "therapeutisch fragwürdig und rechtlich eigentlich gar nicht erlaubt"
(kläg.act. 65) oder "anerkanntermassen einem Gefängnis" (kläg.act. 66) gleichkomme (vgl. Klage, S. 74 f.; Berufung Beklagte 2 und 3, S. 35), als vielmehr das gezeichnete
- 105 -
Gesamtbild. Über die gesamten Beiträge hinweg werden die Hintergründe des Obhuts-
entzugs und der fürsorgerischen Unterbringung verharmlost (s. dazu sogleich lit. bbb),
die Beweggründe und die Arbeit der KESB Linth angeschwärzt ("Marco H. hat nie et-
was verbrochen. Seine Mutter auch nicht"; "Als es im [_] 2014 um die Auswechslung
von Marcos KESB-Beiständin ging, wurde der Junge auf Antrag seiner Betreuerin aufs
Schiff spediert"; "Der Fall Marco zeigt auf verstörende Weise, wie mächtig die KESB ist
und wie überfordert sie mit ihren eigenen Massnahmen sein kann" [kläg.act. 66]) und
die Fragwürdigkeit der erst noch Fr. 300'000.00 teuren Schiffstherapie betont (u.a.
auch "schulisch wurde nichts erreicht"; "Gefängnis" [4x]; "seelisch wurden das Kind und
die Mutter faktisch vergewaltigt" [kläg.act. 66]). Zusammenfassend muss der Durch-
schnittsleser daraus schliessen, die eher geringfügigen Probleme von 'Marco H.' und
seiner Mutter hätten einen Obhutsentzug und eine fürsorgerische Unterbringung nicht
indizieren können, Antipathien der Beiständin gegenüber der Mutter sowie das Gesuch Letzterer um Auswechslung Ersterer hätten dabei eine massgebliche Rolle gespielt und
sowieso müsse man die ausgewählte Unterbringung in praktisch jeder Hinsicht als un-
haltbar bezeichnen. Dadurch wird das Ansehen der KESB Linth bzw. der Klägerin 2
schwer verletzt.
4.1.14.2 Dem Rechtfertigungsversuch der Beklagten 2 und 3, wonach es in den er-
wähnten Zeitungsbeiträgen um Neuigkeiten gegangen sei, über die es zu berichten ge-
golten habe (Berufung, S. 34), kann dabei nicht gefolgt werden. Sie verweisen dafür
auf einen Umstand, der gerade einmal im Textkasten ("Jugendschiff gleicht einem Ge-
fängnis" [kläg.act. 66]) und auch dort erst unter der Überschrift "Anmerkung 2" beiläufig
erwähnt wird. Die Kurznachricht, der Bericht und der Kommentar des Beklagten 2 han-
deln indes nicht von der künftigen Einweisung von 'Marco H.' in ein geschlossenes
Heim in [_], sondern von Themen, die bereits in zahlreichen früheren ON-Ausgaben zur Sprache gekommen waren. Auch kann keine Rede davon sein, dass die ON damit
einen – auch nur einigermassen zutreffenden – Überblick zum Fall geschaffen hätten
(Berufung, S. 34). Die diesbezüglichen Ausführungen im Bericht sind derart tendenziös,
dass sie im Ergebnis der (vorsätzlichen) Verbreitung einer Unwahrheit gleichkommen:
So werden die (wahren) Gründe dafür, weshalb 'Marco H.' Anfang 2008 in ein Schul-
heim im [_Region_] musste, nicht erwähnt (kläg.act. 7). Gleich verhält es sich mit je-
nen, die zur Anordnung der Beistandschaft führten (massive Verhaltensschwierigkeiten
und zahlreiche Gefährdungselemente [kläg.act. 7]). Stattdessen wird die Anordnung im
Bericht auf das Getrenntleben der Eltern und die auswärtige Beschulung reduziert. Zu-
mindest übertrieben ist es, wenn der Bericht weiter davon spricht, dass im [_Re-
gion_] Schulheim bis zur [_] Klasse alles bestens lief (vgl. dazu KAB 2; kläg.act. 8,
9, 16 [S. 3] und 17 [S. 5 f.]). Grob unvollständig werden auch die Geschehnisse erzählt,
die zur Herausnahme des Jungen aus dem Schulheim führten, sowie jene, die sich un-
- 106 -
mittelbar danach zutrugen. So findet sich im Bericht kein Wort zur mangelnden Koope-
rationsbereitschaft und zum destruktiven Verhalten der Mutter sowie zur Gefährdungs-
meldung der Schule [Gemeinde] (kläg.act. 8-12). Im Gegenteil wird die Sachlage so
dargestellt, wie wenn die Schule [_Gemeinde_] den Jungen einfach nicht hätte integrie-
ren oder aufnehmen wollen (vgl. demgegenüber kläg.act. 16, S. 4 und kläg.act. 17,
S. 6). Bedenklich ist aber auch, wie der Bericht im dritten Abschnitt aus einem Zeugnis
des [Sonderschulinternats] zitiert ("Bei Überforderung komme es 'manchmal zu
[_]" [kläg.act. 66]). In Tat und Wahrheit lässt
sich in besagtem Zeugnis nirgends ein solcher Passus ausfindig machen und verwen-
det dieses zur Umschreibung der Häufigkeit der _ von 'Marco H.'
nicht das Adverb "manchmal", sondern "immer wieder" (vgl. KAB 3). Im selben Stil un-
terschlägt der Bericht im fünften Abschnitt auch, dass es neben "fehlender Motivation
und Kooperation" (kläg.act. 66) noch einen weiteren Grund für den Ausschluss aus dem [Sonderschulinternat] gab (kläg.act. 13 f.). Ganz allgemein kommt im Bericht nir-
gends zum Ausdruck, dass im Zeitpunkt des Fremdplatzierungsentscheids nach Auf-
fassung zahlreicher Personen (bspw. Schuldirektor von [_Gemeinde_], Psychologe Kli-
nik [_Name_] [kläg.act. 9]; Schulleiter von [_Gemeinde_] [kläg.act. 12], Leiter des
[Sonderschulinternats] [kläg.act. 13 f.]) wie auch der KESB Linth, der VRK und der II.
Zivilkammer des Kantonsgerichts (kläg.act. 15-17) eine massive Gefährdung des Kin-
deswohls vorlag. Es kommt hinzu, dass zu dieser Zeit bei der VRK nicht ein Gesuch
der Mutter um Auswechslung, sondern ein solches um Aufhebung der Beistandschaft
hängig war (vgl. kläg.act. 8 und kläg.act. 16, S. 5), womit der – auch im Kommentar des
Beklagten 2 wiederzufindenden – These, gemäss welcher sich der Antrag zur
Fremdplatzierung mit dem Unmut der Beiständin erklären liesse ("Beiständin gegen
Mutter"; "Ihre Arbeit jedoch war über Jahre hinweg fragwürdig" [kläg.act. 66]), der Bo-
den entzogen ist.
Auch der Textkasten, in dem die tatsächlichen Grundlagen für die Wertungen zum The-
rapieschiff erläutert werden, ist ein Musterbeispiel von manipulativem Journalismus. Er
beginnt damit, dass abermals behauptet wird, Mitte 2016 werde dem Jugendschiff vom
zuständigen Amt die Betriebserlaubnis entzogen, obwohl dem Beklagten 2 bestens be-
kannt war, dass die bis dahin befristete Bewilligung nicht mehr verlängert werden sollte.
Darauf, dass es sich dabei keineswegs um eine unbedeutende Ungenauigkeit handelt,
da es in den Augen eines durchschnittlichen Lesers einer solchen Zeitung durchaus ei-
nen Unterschied macht, ob eine weiterlaufende Bewilligung entzogen oder eine auslau-
fende nicht mehr verlängert wird, wurde bereits unter E. 4.1.4.2 hiervor hingewiesen.
Unmittelbar anschliessend folgt im Textkasten dann eine Passage, in der eine in indi-
rekter Rede wiedergegebene Drittaussage mit eigenem Gedankengut angereichert
("sei faktisch also ein Gefängnis") und eine andere aus dem Zusammenhang gerissen
wird ("Dafür bräuchte es eine Bewilligung des Bundesamtes für Justiz, die nicht " [kläg.act. 66; vgl. Klageantwort, S. 31 und 33; Replik, S. 17). Diese unverkennbar
- 107 -
mit Bedacht gewählte Abfolge ist klarerweise darauf ausgerichtet, beim Leser unbe-
rechtigte Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit der Massnahme zu schüren und ihn so
vom eigenen Werturteil ("rechtlich eigentlich gar nicht erlaubt" [kläg.act. 65] und "weder
rechtlich noch [...] haltbar" [kläg.act. 66]) zu überzeugen.
Schon aus dem Gesagten wird klar, dass an dieser Art der Berichterstattung kein über-
wiegendes Interesse bestehen kann. Nicht nur konnte der Leser den unwahren Ge-
samteindruck unmöglich erkennen; er wurde in seinem Glauben an die Richtigkeit des-
selben auch noch dadurch bestärkt, dass der Beklagte 2 zu Beginn seines Kommen-
tars ausführte, den ON lägen alle Unterlagen zum Fall vor und die Informationen sei-
tens der Mutter hielten allen Prüfungen stand (kläg.act. 66).
4.1.15 ON-Ausgabe vom 18. Februar 2016
In der ON-Ausgabe vom 18. Februar 2016 erschien eine Kurznachricht mit dem Titel
"[_Herkunft_] Bub daheim / Schiffsjunge Marco H. packt aus" auf der Frontseite (kläg.
act. 67), welche auf ein fast zweiseitiges Interview mit 'Marco H.' ("Marco H. zurück
vom Jugendschiff / Marco H.: 'Bei schlechten Noten musste ich in den Schiffsdienst'")
auf den S. 8 und 9 verweist (kläg.act. 68). Neben drei Bildern von 'Marco H.' mit seiner
Mutter enthält die entsprechende ON-Ausgabe auch einen Textkasten ("Marco H.*: Wie
weiter:"), der sich auf S. 9 direkt neben dem zweiten Teil des Interviews befindet
(kläg.act. 68).
4.1.15.1 Entgegen der Auffassung der Kläger ist das Interview mit 'Marco H.' aus per-
sönlichkeitsrechtlicher Optik unproblematisch (Klage, S. 75 f.). Es mag sein, dass ei-
nige der Antworten von 'Marco H.' im Widerspruch zu einer E-Mail stehen, die er am [Datum] 2015 an den Kläger 1 versandt und in der er dem Schiffsaufenthalt durchaus
auch Positives abgewonnen hatte (vgl. kläg.act. 69). Dem durchschnittlichen Leser ei-
ner Wochenzeitung ist jedoch durchaus zuzumuten, dass er die Antworten kritisch hin-
terfragt und als Ausdruck einer subjektiven Sichtweise erkennt. Es kommt hinzu, dass
es sich hier nicht um "[e]in besonders übles Beispiel für die suggestive Interviewtechnik
der ON" (Klage, S. 76) handelt. Die Fragen der Beklagten 2 und 3 sind ausnahmslos
offen gestellt. In den Antworten von 'Marco H.' kommt darüber hinaus auch eines seiner
Kernprobleme zum Vorschein, führt er doch mit einem gewissen Mass an Selbstkritik
aus, er habe im Kindergarten gelernt, dass man nach Hause gehen könne, wenn man
nicht mitmache, und das habe er in der Schule einfach weitergezogen (kläg.act. 68).
Das Interview lässt den kritischen Leser deshalb zumindest erahnen, weshalb zahlrei-
che Beschulungsversuche gescheitert waren und 'Marco H.' auf dem Jugendschiff plat-
ziert wurde. Entsprechend schadet es nicht, wenn dieser auf die Frage, ob er während
der Zeit auf dem Schiff Selbstmordgedanken hatte, antwortet: "Ja, ein paarmal. Ich habe gedacht, was soll ich hier noch. Aber das bringt ja nichts" (kläg.act. 68). Daraus
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kann der Durchschnittsleser schliessen, dass jedenfalls zu keinem Zeitpunkt eine ge-
festigte und ernsthafte Selbst-tötungsabsicht bestand. Ob die Publikation dieses Inter-
views für die Fortentwicklung des Jungen sinnvoll war, ist schliesslich nicht Prozess-
thema (vgl. Klage, S. 75 f.).
4.1.15.2 Weit problematischer ist dagegen der letzte Abschnitt des Textkastens, in
welchem unter der Überschrift "Gefälschte E-Mail?" (kläg.act. 68) erläutert wird, dass
der Kläger 1 in seinem Beschluss das Einverständnis von 'Marco H.' zur Anschlusslö-
sung [_Heim Z._] mit einer E-Mail zu belegen versuche, die der Junge selbst nicht ge-
schrieben haben wolle ("Erstaunlich nur, Marco H. sagt, er habe die Mail zum [_Heim
Z_] nicht geschrieben" [kläg.act. 68]). Es trifft zwar zu, dass der entsprechende Ab-
schnitt offenlässt, von wem die fragliche E-Mail gefälscht worden sei (vgl. Duplik, S. 62
und 102 f.). Dem Kläger 1 wird darin jedoch unterstellt, er hätte sich zur Begründung eines Beschlusses einer unverkennbar und für jedermann ersichtlich gefälschten E-
Mail ("Und tatsächlich: Der Schreibstil dieser Mail an A._ unterscheidet sich komplett
von den zwei anderen. Das ist auch für Nicht-Kriminologen sofort erkennbar"
[kläg.act. 68]) bedient. Damit wird sein Verhalten – entgegen der Auffassung der Be-
klagten (Duplik, S. 102 f.) – sehr wohl in die Nähe des Straftatbestandes der Urkunden-
fälschung (i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 Abs. 3 StGB) gerückt (vgl. Replik, S. 23). Nicht nur vor
dem Hintergrund des erwähnten Straftatbestandes, sondern ganz allgemein ist dieser
Vorwurf geeignet, das Behördenmitglied, das einen Beschluss zur fürsorgerischen Un-
terbringung resp. Umplatzierung eines Jugendlichen mit einem offensichtlich gefälsch-
ten Einverständnis desselben begründet (vgl. die ersten beiden Abschnitte des
Textkastens [kläg.act. 68] und kläg.act. 70), im Ansehen der Mitmenschen empfindlich
herabzusetzen. Ihm wird damit zumindest ein aus rechtsstaatlicher Sicht höchst be-
denkliches Handeln vorgeworfen (vgl. BGE 138 III 641 E. 3; BGE 129 III 49 E. 2.2; BGE 127 III 481 E. 2.b/aa).
4.1.15.3 Betreffend die Rechtfertigung machten sich die Beklagten nicht einmal die
Mühe, aufzuzeigen, inwiefern sich der Schreibstil der mutmasslich gefälschten E-Mail
vom [_Datum_] 2016 (kläg.act. 73) "komplett" von den anderen beiden von 'Marco H.'
stammenden E-Mails (kläg.act. 69 = kläg.act. 71; kläg.act. 72) unterscheiden soll.
Nachdem die Kläger schon in ihrer Klage (S. 76) ausgeführt hatten, es bestünde kein
Anlass, an der Authentizität der fraglichen E-Mail zu zweifeln, konnten sich die insoweit
substantiierungspflichtigen Beklagten nicht mit der blossen Behauptung begnügen, es
habe sich um eine Feststellung von Fakten gehandelt (Duplik, S. 62). Wäre es ihnen im
Übrigen wirklich nur darum gegangen (vgl. Duplik, S. 102 f.), auf etwaige Zweifel an der
Autorschaft dieser E-Mail hinzuweisen, hätten sie eben solche und nicht Ausführungen
machen sollen, die beim Leser den Eindruck hervorrufen, der Fälschungscharakter
stehe ausser Zweifel und sei selbst für Nicht-Kriminologen sofort erkennbar (vgl. kläg.act. 68).
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4.1.16 ON-Ausgabe vom 25. Februar 2016
Den Abschluss der Berichterstattung rund um den Fall 'Marco H.' machte ein nicht ganz
halbseitiger Artikel in der ON-Ausgabe vom 25. Februar 2016 mit dem Titel "Der KESB-
Präsident / Marco H.: Die KESB greift an" (kläg.act. 75). Darin geht es im Wesentlichen
darum, wie und mit welchen Argumenten der Kläger 1 das Vorgehen der KESB Linth in
Sachen 'Marco H.' gegenüber dem "[_Zeitung_]" verteidigte. Auch wenn einige der
darin getätigten Aussagen ("Trotzdem aber schwärzt der oberste Leiter der Sozialbe-
hörden aller St.Galler Linth-Gemeinden den Jungen mit diesen alten Schwierigkeiten
im '_' an"; "Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammen die Informationen an den '_'
somit vom KESB-Präsidenten. Trifft dies zu, ginge es hier um Amtsmissbrauch, was zu
ahnden wäre") in auffälligem Kontrast zum früheren Vorwurf stehen, der Kläger 1  sich hinter dem Amtsgeheimnis, verletzt dieser Artikel weder die Persönlich-
keit des Klägers 1 noch jene der Klägerin 2, und zwar auch nicht dadurch, dass noch
einmal wiederholt wird, dass "[i]n A._ Beschluss, mit dem er Marco H. ins Heim
verbannt", eine E-Mail des Jugendlichen abgedruckt sei, von der sich dieser distanziere
(vgl. Klage, S. 77). Der damit verknüpfte Vorwurf, "A._ ging darauf bis jetzt nicht ein"
(kläg.act. 75), worunter der Leser angesichts des Kontexts verstehen muss, der Kläger
1 sei darauf in der Öffentlichkeit nicht eingegangen, reicht nicht aus, um Letzteren in
ein derart schlechtes Licht zu rücken, dass von einer Persönlichkeitsverletzung gespro-
chen werden könnte. Der kritische Durchschnittsleser dürfte den Widerspruch zu den
vorangestellten – und oben zitierten – Ausführungen zu erkennen und den Gehalt die-
ser Vorhaltung entsprechend einzuordnen wissen.
4.1.17 Fazit
4.1.17.1 Nach dem Gesagten ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie ausführt, die
Berichterstattung zu 'Marco H'. habe darauf abgezielt, die KESB Linth und den Kläger 1
mit Vorwürfen wie beispielsweise Machtgier, Willkür, soziale Inkompetenz und fehlende
Kommunikationsfähigkeit (s. E. 4.1.3, 4.1.7, 4.1.9 und 4.1.14 hiervor) in einem schlech-
ten Licht dastehen zu lassen (vi-Entscheid, S. 88). Diese Anschuldigungen, die nichts
mit (sachlicher) Kritik an einer zugegebenermassen kontroversen Massnahme zu tun
hatten, sondern sich direkt gegen den Kläger 1 und die KESB Linth richteten, können
die Beklagten mit ihren Erklärungsversuchen (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 35-37)
nicht unter den Tisch kehren. Angesichts der Einseitigkeit der Berichterstattung er-
scheint es auch haltlos, wenn die Beklagten 2 und 3 in ihrer Berufung auf S. 37 glaub-
haft machen wollen, sie hätten den Verlauf der Sozialmassnahme von allen Seiten be-
leuchtet.
- 110 -
Es mag sein, dass mit den ersten beiden ON-Ausgaben vom 25. September und vom
2. Oktober 2014 tatsächlich noch ein Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit befriedigt
und eine gesellschaftliche Debatte über die Sinnhaftigkeit kostenintensiver Massnah-
men angestossen bzw. aufrechterhalten wurde (Berufung Beklagte 2 und 3, S. 37; vgl.
auch E. 4.1.1 hiervor). Im weiteren Verlaufe der Berichterstattung rückte der Informati-
onsauftrag allerdings zusehends in den Hintergrund und wurde bei allen erdenklichen
Gelegenheiten und um jeden Preis versucht, ein desaströses Bild von der KESB Linth
und später auch vom Kläger 1 zu zeichnen. Die Vorinstanz machte dies zu Recht daran
aus, dass die Entscheide der Rechtsmittelinstanzen ab der ON-Ausgabe vom 9. Okto-
ber 2014 weitgehend ausgeblendet wurden und die Berichterstattung einen Richtungs-
wechsel erfuhr, weg von der "Luxustherapie" und vom Vergleich mit dem Fall 'Carlos'
([Name]) hin zur Darstellung von 'Marco H.' als rechtlosem, zu kurz gekommenem und
– quasi wehrlos – der Behördenwillkür ausgesetztem Jungen (vi-Entscheid, S. 89).  nahm die Informationsdichte je länger je mehr ab, während die Vorwürfe gleichzei-
tig immer zahlreicher und heftiger wurden (s. E. 4.1.3, 4.1.4, 4.1.5, 4.1.7, 4.1.9, 4.1.13
und 4.1.15). Über die wirklich diskussionswürdigen Themen, nämlich die vom zuständi-
gen Amt (beabsichtigte) Nichtverlängerung der Betriebsbewilligung und die Kritik, die
dem pädagogischen Konzept der Stiftung Jugendschiff aus der pädagogischen Fach-
welt entgegenschlug (vgl. Berufung Beklagte 2 und 3, S. 35 f.), wurden die Leser hinge-
gen nur einmal in einem Textkasten in der ON-Ausgabe vom 2. Oktober 2014 ("Behör-
den stoppen Schiff" [kläg.act. 28]) umfassend und zutreffend aufgeklärt. Abgesehen
davon, wurden diese erwähnenswerten Umstände nur noch bruchstückhaft, aus dem
Kontext gerissen oder sogar bewusst verfälscht wiedergegeben (s. E. 4.1.8 und
4.1.14), um damit die jeweils gerade in Frage stehende These zu untermauern.
Folglich liegt die Vorinstanz auch nicht falsch, wenn sie festhält, die Berichterstattung zu 'Marco H.' sei sukzessive ausgeweitet und der Schwerpunkt darauf ausgelegt wor-
den, Negativberichterstattung über die KESB Linth und den Kläger 1 zu betreiben (vi-
Entscheid, S. 89); wie in E. 4.1.9, 4.1.11 und 4.1.14 hiervor aufgezeigt, verfolgten ei-
nige Beiträge nicht nur hauptsächlich, sondern ausschliesslich diesen Zweck. Ob der
Grund dafür an der Resonanz der Leserschaft lag oder ob anderweitige Motive dahin-
tersteckten (vgl. vi-Entscheid, S. 89), ist an dieser Stelle ohne Belang. Entsprechend
gehen die Ausführungen der Beklagten 2 und 3 (Berufung, S. 36), mit denen sie sich
gegen den Vorwurf wehren, eine verkaufsfördernde Kampagne betrieben zu haben, an
der Sache vorbei. Ganz allgemein hilft ihnen die Glaubwürdigkeit, welche die ON-
Artikel beim Publikum genossen, aber nicht weiter, sondern – im Gegenteil – schadet
sie ihnen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, wurde dem Leser durch die Menge
an Berichten zum Fall 'Marco H.' – daneben aber auch durch Formulierungen wie "Alle
Unterlagen zum Fall liegen den ON vor" (kläg.act. 66; vom Eindruck her ähnlich
kläg.act. 30; kläg.act. 34; kläg.act. 50; kläg.act. 52) – suggeriert, der Fall werde objektiv und von allen Seiten eingehend betrachtet (vgl. Berufung Beklagte 2 und 3, S. 36 f.).
- 111 -
Effektiv bekamen die Leser jedoch immer wieder dieselbe subjektiv gefärbte Sichtweise
in unterschiedlicher Verkleidung zu lesen und waren insbesondere die Ausführungen
zu den Hintergründen der Massnahme derart unvollständig, tendenziös und irreführend
(s. E. 4.1.3, 4.1.4, 4.1.5, 4.1.9, 4.1.10, 4.1.12 und 4.1.14 hiervor), dass es auch einem
besonders kritischen Leser nicht möglich war, die Überlegungen der KESB Linth und
der (kaum noch erwähnten) Rechtsmittelinstanzen einigermassen zutreffend erfassen
bzw. nachempfinden zu können. Vom Gesamtbild her muss die Berichterstattung des-
halb als unwahr bezeichnet werden (vgl. vi-Entscheid, S. 90 f.), wobei auch die einzel-
nen Artikel unwahre Aussagen resp. Behauptungen enthielten, welche die Beklagten
nicht zu beweisen vermochten (s. E. 4.1.2, 4.1.4, 4.1.7, 4.1.9, 4.1.11, 4.1.12, 4.1.13
und 4.1.16 hiervor; vgl. vi-Entscheid, S. 91). Entgegen der Darstellung der Beklagten 2
und 3 (Berufung, S. 36) konnten die Kläger unwahre Berichte und haltlose Vorwürfe
auch nicht einfach widerlegen, sind sie doch bekanntlich von Gesetzes wegen zur  verpflichtet, was die Beklagten indes nicht daran hinderte, ihnen auch
aus der Einhaltung dieser Verpflichtung sprichwörtlich einen Strick zu drehen (s. E.
4.1.3 und 4.1.9). Insgesamt wurde beim Durchschnittsleser unbestreitbar die Meinung
erzeugt, die KESB Linth und deren Präsident handelten infolge ihrer Überforderung, In-
kompetenz, Kaltherzigkeit, Arroganz und ihres Geltungsdrangs dem Kindeswohl emp-
findlich zuwider und schreckten dabei nicht einmal davor zurück, sich über elementare
Menschenrechte hinwegzusetzen. Zur miserablen Figur, welche die KESB Linth und
der Kläger 1 über die ganze Berichterstattung hinweg abgaben, trug zweifelsohne auch
die abschätzige Ausdrucksweise bei (s. E. 4.1.4 und 4.1.6; vgl. vi-Entscheid, S. 90).
4.1.17.2 Auch der Auffassung der Vorinstanz zur Intensität und Dauer der Berichter-
stattung ist zu folgen (vi-Entscheid, S. 91 f.). Es ist richtig, dass den Medien bei der
Auswahl, aber auch bei der inhaltlichen und zeitlichen Gestaltung der Berichterstattung ein weiter Spielraum einzuräumen ist (vgl. BGE 129 III 529 E. 4.2). Mit zunehmender
Dauer der kritischen Berichterstattung in einer Wochenzeitung steigen allerdings die
Anforderungen an die Genauigkeit und wird mit der Zeit zumindest ein Mindestmass an
Objektivität verlangt, ansonsten das Ganze zu einer systematischen Diffamierung ver-
kommt. Hier hatte entgegen den Ausflüchten der Beklagten 2 und 3 (Berufung, S. 36)
längstens nicht jede ON-Ausgabe einen neuen, relevanten Tatsachenhintergrund (s. E.
4.1.9 und 4.1.11). Auch ist nicht recht ersichtlich, inwiefern etwa der Arztbesuch
(kläg.act. 30, 51 f., 53 f., 62 und 66) oder der angebliche Konflikt zwischen der Kinds-
mutter und der früheren Beiständin (kläg.act. 30, 33, 44, 47 und 66) in je fünf ON-
Ausgaben thematisiert werden musste. Das meiste von dem, worüber die ON in den
rund eineinhalb Jahren in unzähligen Beiträgen und Ausgaben berichteten, findet sich
fast haargenau in den Antworten der Kindsmutter wieder, die diese im Interview in der
(dritten zu diesem Thema erschienenen) ON-Ausgabe vom 9. Oktober 2014 gab (vgl.
kläg.act. 30). Daraus erschliesst sich zum einen, dass die Dauer der Berichterstattung nur dazu dienlich war, das schlechte Bild der Kläger zu zementieren und dem Leser
- 112 -
weiterhin konstant die gleiche einseitige und verkürzte Sachverhaltsdarstellung einzu-
hämmern (vgl. vi-Entscheid, S. 91 f.), und zum anderen, dass die Sichtweise einer Di-
rektbetroffenen, d.h. der Kindsmutter, weitgehend unkritisch und ungeprüft übernom-
men wurde, was Ziff. 3.1 ("Quellenbearbeitung") der Richtlinien zur "Erklärung der
Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten" zuwiderläuft.
4.1.17.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die ON-Berichterstattung
zum Fall 'Marco H.', an welcher der Beklagte 2 durchgehend – der Beklagte 3, soweit
ersichtlich, hingegen nur an einem unproblematischen Interview (kläg.act. 68) – mit-
wirkte, die Persönlichkeit des Klägers 1 und der Klägerin 2 in schwerwiegender Weise
verletzt. Zwar konnte von einer Stadt wie der Klägerin 2 und angesichts seiner Stellung
und Funktion auch vom Kläger 1 ein erhöhtes Mass an Kritikresistenz und Toleranz er-
wartet werden. Selbst unter Berücksichtigung dieser Abstriche sprengt die  zum Fall 'Marco H.' den Rahmen dessen, was sich die Kläger gefallen lassen
mussten, bei Weitem. Bereits aufgrund dieser Berichterstattung spricht einiges dafür,
dass nicht nur im rechtlichen Sinne, sondern buchstäblich eine Kampagne gegen den
Kläger 1 und die KESB Linth geführt wurde (s. dazu E. 3.3.3 hiervor). Dabei ist noch
nicht einmal berücksichtigt, dass dazu in den ON zahlreiche Leserbriefe abgedruckt
wurden, in denen die Kläger mehr als nur scharf angegriffen wurden (vgl. vi-Entscheid,
S. 78 [zu kläg.act. 31], 82 f. [zu kläg.act. 46 und 48], 84 f. [zu kläg.act. 55 f.], 85 [zu
kläg.act. 59], 86 [zu kläg.act. 256], 87 [zu kläg.act. 63 f.]).
4.2 'Samuel / Kindesentführung'
Dem Fall 'Samuel / Kindesentführung' liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt
zugrunde: Die unverheirateten Eltern von 'Samuel' trennten sich ein Jahr nach der  des Kindes, d.h. im [_] 2007 (kläg.act. 79, S. 2 und kläg.act. 83, S. 2). Seit-
dem bereitete der persönliche Verkehr zwischen Vater und Sohn Probleme. Das dem
Vater eingeräumte Besuchsrecht wurde von der Mutter mit allen Mitteln bekämpft
(kläg.act. 78, S. 2 und 5; kläg.act. 79, S. 2, kläg.act. 83, S. 2; vgl. auch Klage, S. 77 f.).
Dabei versuchte sie mit immer neuen, teils massiven Vorwürfen, die sie vor Behörden,
vor Ärzten, Kinderrechtsorganisationen und anderen Anlaufstellen verbreitete und auch
vor 'Samuel' nicht verborgen hielt, den Vater schlecht zu machen (kläg.act. 319, S. 17-
31, 45-47). Die Vorwürfe liessen sich alle zumindest nicht bestätigen. So wurde [_]
2012 auch eine Strafuntersuchung gegen den Vater wegen des Verdachts sexueller
Handlungen mit seinem Sohn eingestellt, nachdem sich Hinweise, welche die von der
Mutter aufgesuchte Kinderpsychiaterin gefunden zu haben glaubte, nicht erhärtet hat-
ten (vgl. kläg.act. 77, S. 3; kläg.act. 78, S. 2; kläg.act. 79, S. 2 f., 7-9; kläg.act. 83, S. 2,
11 ff.; kläg.act. 319, S. 17-31, 45-48; vgl. auch Klage, S. 78; KAB 25i). Trotz etlicher
Bemühungen (kinderpsychologische Begutachtung, Besuchsbeistandschaft, begleitete
- 113 -
Besuche, Mediationssitzung, Besprechungen am runden Tisch) gelang es nicht, 'Sa-
muel' einen regelmässigen Umgang mit seinem Vater zu verschaffen. Besuche des Va-
ters wurden auch fünf Jahre nach der Trennung noch verweigert, wobei die Mutter zur
Begründung auf Berichte des Hausarztes, Nachbarn und Vertrauten, Dr.
D._, verwies (kläg.act. 78, S. 2 f.; kläg.act. 79, S. 2 f., 8 f.;
kläg.act. 83, S. 2, 10 ff. und Verhandlungsprotokoll, S. 6; kläg.act. 319, S. 17-31, 45-50;
vgl. KAB 25e-h). Als der Vater [_] 2013 eine Gefährdungsmeldung einreichte und
der Besuchsbeistand in seiner Stellungnahme dazu eine vorübergehende Fremdplat-
zierung von 'Samuel' empfahl (kläg.act. 78, S. 4; kläg.act. 79, S. 3 und 7; kläg.act. 83,
S. 2 und 13; kläg.act. 319, S. 47), gab die KESB Linth der Mutter mit Verfügung vom
[_Datum_] 2013 (kläg.act. 78) nochmals eine (letzte) Chance, die Beziehung ihres
Kindes zum Vater zu unterstützen, und drohte ihr ausdrücklich an, einen Obhutsentzug
zu prüfen, falls sie das Besuchsrecht des Vaters weiterhin missachte. Doch zeigte diese Warnung keine Wirkung. Am [_Datum_] 2014 gelangte der Besuchsbeistand da-
her mit einem Fremdplatzierungsantrag an die KESB Linth und teilte dieser mit, dass
die Ausübung des Besuchsrechts seit kurzem dadurch verhindert werde, dass der
Sohn weggebracht werde. So lasse sich das Besuchsrecht auch mit polizeilicher Hilfe
nicht durchsetzen. Zudem brächten die Interventionen der Mutter und Grossmutter von
'Samuel' in der Schule und die Weiterverbreitung der Geschichten über sexuelle Über-
griffe des Vaters das Kind zunehmend in eine unerträgliche Situation (kläg.act. 77, S. 2;
kläg.
act. 78, S. 3 f., 6 f.; kläg.act. 83, S. 3, 13 f.; kläg.act. 319, S. 31 und 47). Da auch die
KESB Linth die sexuelle und persönliche Integrität von 'Samuel' als hochgradig gefähr-
det erachtete, hob sie mit Verfügung vom [Datum] 2014 (kläg.act. 77) die elterliche Ob-
hut der Mutter auf und brachte 'Samuel' vorübergehend in einer nicht näher bezeichne-
ten Pflegefamilie unter. Dabei verzichtete sie darauf, die Mutter vorgängig anzuhören, weil sie aufgrund der bisherigen Erfahrungen befürchtete, diese könnte ihren Sohn an
einen unbekannten Ort verbringen (kläg.act. 77, S. 3). Die Verfügung wurde schliess-
lich vollzogen, indem Polizisten 'Samuel' direkt in der Schule abholten (Klage, S. 80;
kläg.act. 319, S. 53). Gegen die Fremdplatzierung setzte sich die Mutter auf dem
Rechtsweg zur Wehr (vgl. kläg.act. 79, S. 4; kläg.act. 83, S. 3). Daneben gelangte sie
bzw. die Grossmutter von 'Samuel' an die ON, welche die Geschichte Ende Okto-
ber 2014 erstmals thematisierten.
4.2.1 ON-Ausgabe vom 23. Oktober 2014
In der ON-Ausgabe vom 23. Oktober 2014 erschien auf der Frontseite eine Nachricht,
die ein Bild der Mutter mit ihrem Sohn enthält und den Titel trägt: "Von KESB angeord-
net – Polizei führt Achtjährigen aus Schule ab / Verzweifelte Mutter: 'Wo ist mein
Kind?'" (kläg.act. 85). Auf S. 3 unter der Rubrik "Im Fokus" folgte ein ausführlicher, von U._ verfasster Bericht ("KESB versteckt Kind – Mutter und Grossmutter sind
- 114 -
verzweifelt" / 'Ich lasse die Kerze brennen, bis unser Goldschatz wieder da ist'"), der
sich hauptsächlich mit der Abholung von 'Samuel' und der Gemütslage seiner Mutter
und seiner Grossmutter befasst. Er wird ergänzt durch zwei Textkästen ("Das sagt die
KESB" und "Das sagt der Schulchef" [kläg.act. 86]). In der Mitte des Berichts befindet
sich eine Grossaufnahme der Grossmutter, die neben eine weisse Kerze mit ihrer lin-
ken Hand ein kleines (verpixeltes) Bild von 'Samuel' hält. In der Bildunterschrift heisst
es: "Neben Samuels Bild brennt eine Kerze. [Grossmutter]: 'Die KESB hat meinen En-
kel entführt'" (kläg.act. 86).
Die Kläger störten sich am wörtlichen Zitat der Grossmutter, weil dieses den Eindruck
erwecke, die KESB Linth hätte etwas Illegales getan, ja sogar ein Verbrechen began-
gen (Klage, S. 80 f.). Entgegen deren Ansicht wird der durchschnittliche Leser damit in-
des nicht zwangsläufig den Vorwurf strafrechtlich relevanten Verhaltens verbinden.  im Gesamtkontext und mit Blick auf die stark an das Einfühlungsvermögen
appellierende Inszenierung (vgl. auch "'Ich lasse die Kerze brennen, bis unser Gold-
schatz wieder da ist'") dürfte er diese in Anführungszeichen gesetzte und eher unauffäl-
lig platzierte grossmütterliche Aussage als Ausdruck ihrer Betroffenheit wahrnehmen.
Mit anderen Worten kann der Betrachter erkennen, dass die Grossmutter mit dem Aus-
druck "entführt" betonen wollte, wie sich die im Bericht geschilderten Ereignisse für sie
anfühlten, nämlich (so schlimm) wie eine Entführung. Ob darin eine Ehrverletzung der
KESB Linth liegt, kann mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen dahingestellt blei-
ben. Problematisch im Hinblick auf eine allfällige Rechtfertigung wäre denn auch weni-
ger die in dieser Aussage zum Ausdruck kommende Wertung, sondern die Darstellung
im zweiten Abschnitt des Berichts ("Grossmutter zählt nicht"), wonach die KESB Linth
an der mütterlichen Betreuung zu zweifeln begonnen habe, weil die Mutter zu 100 Pro-
zent gearbeitet und die Grossmutter tagsüber auf 'Samuel' geschaut habe. Dadurch wird dem Leser ein komplett falsches Bild von den Beweggründen der KESB Linth ver-
mittelt, zumal die Arbeitstätigkeit der Kindsmutter wahrlich kein Faktor war und eines
der Hauptprobleme gerade im Verhalten der Grossmutter verortet wurde, womit diese
für die KESB Linth eben doch zählte (vgl. kläg.
act. 77, S. 2 f.; kläg.act. 78, S. 2-5).
4.2.2 ON-Ausgabe vom 6. November 2014
In der ON-Ausgabe vom 6. November 2014 erschien auf der Titelseite eine prominent
platzierte Kurznachricht mit dem aufsehenerregenden Titel "Allein gegen die Behörden
/ KESB-Sumpf weitet sich aus" (kläg.act. 87). Die Kurznachricht sticht auch insofern
hervor, als sie ein Bild von Dr. med. D._ (bestimmter Blick und ver-
schränkte Arme) enthält, das die Unterschrift trägt, "[d]er Arzt D._ wollte
den Jungen schützen". Auf S. 5 unter der Rubrik "Kanton St.Gallen" und der  "Amtsarzt wollte 'KESB-Entführung' verhindern / 'Die Bedrohung für den Jungen
- 115 -
ging von der KESB aus'" kommt alsdann in einem fast eine Seite füllenden Interview
Dr. med. D._ zu Wort. Darunter befindet sich ein Artikel ("Behörden neh-
men Stellung / Kantonsarzt kontert: 'Es war keine amtliche Verrichtung'"), in dem in
Kürze die Stellungnahmen der Vorgängerin des Klägers 1, des Kantonsarztes, des Po-
lizeisprechers und der von der Mutter angerufenen VRK wiedergegeben werden
(kläg.act. 88). Die Beiträge dieser Ausgabe stammen allesamt von U._,
wobei der Beklagte 2, wie die Beklagten vor Vorinstanz an Schranken selbst ausführ-
ten, in seiner Funktion als Verleger und Chefredaktor an allen und damit auch an die-
sen Beiträgen mitwirkte (Plädoyernotizen Beklagte, S. 12; Verhandlungsprotokoll, S. 3).
Im Gesamtkontext vermittelt die entsprechende Ausgabe dem Leser den Eindruck, die
KESB Linth sei nicht auf die durchaus berechtigten Bedenken der Kindsmutter einge-
gangen ("Es war offensichtlich, dass ihm der Vaterbesuch nicht guttat. Das äusserte der Knabe nicht nur direkt, sondern es gab [...] auch eindeutige psychische und körper-
liche Anzeichen"; "Aufgrund des Arztgeheimnisses kann ich nicht mehr dazu sagen.
Nur so viel: ich musste das Besuchsrecht stoppen"). Stattdessen habe sie aus sach-
fremden Motiven ("ging nur noch ums Rechthaben"; "teils schikanös und von oben
herab", "Mit der Zeit ging es der KESB nur noch darum, ihren Machtanspruch durchzu-
setzen"; "wie Frau V._, die ihrerseits ständig willkürlich agierte" [kläg.act. 88]),
mit einer an Arroganz grenzenden Überheblichkeit ("Sie sagte einfach, ich sei kein
Arzt"; "Darauf angesprochen meinte die KESB-Leiterin, man könne kleine Kinder eben
nicht ernst nehmen" [kläg.act. 88]) sowie in Überschreitung ihrer Kompetenzen ("Ob-
wohl ich in medizinischen Fragen ihr Vorgesetzter war. Indem sie das väterliche Be-
suchsrecht weiterlaufen liess, hat sie ihre Kompetenzen überschritten" [kläg.act. 88])
nicht mehr von 'Samuel' und seiner Mutter ablassen wollen ("Die Bedrohung für den
Jungen ging von der KESB aus" [2x kläg.act. 88]), sodass schliesslich auch der von  Stelle zur anderen eilende "Ex-Amtsarzt von [_Gemeinde_]" das von ihm voraus-
gesehene "Unheil" (Abholung des Jungen) nicht mehr habe abwenden können (vgl.
kläg.act. 88). Dadurch wird die KESB Linth bzw. die Klägerin 2 empfindlich in ihrem An-
sehen herabgesetzt. Es ändert deshalb nichts, dass der kritische Durchschnittsleser
aufgrund des Zusammenhangs und der Formulierung erkennen kann, dass die zwei-
malige Verwendung des Begriffs "Entführung" ("KESB-Entführung"; "Das ist faktisch
eine Entführung, welche die KESB angeordnet hat" [kläg.act. 88]) nicht als Vorwurf, ein
Verbrechen begangen zu haben, sondern im übertragenen Sinne als Ausdruck eines
als unberechtigt und nicht rechtskonform durchgeführt empfundenen Obhutsentzugs zu
verstehen war.
Betreffend die Rechtfertigung ist anzumerken, dass die fraglichen Beiträge zwar auch
Wahres enthalten, die Sachlage im Grossen und Ganzen aber geradezu auf den Kopf
stellen. Dies beginnt bereits mit der Rolle, die Dr. med. D._ darin ein-
- 116 -
nimmt. So wird er in der Kurznachricht wie auch im Titel und in der Einleitung des Inter-
views als (damaliger) Amtsarzt von [_Gemeinde_] präsentiert, woraus der unbe-
darfte Durchschnittsadressat schliessen muss, dass seinen Feststellungen, Diagnosen
und Berichten ein besonderes, objektives und hoheitlich-verbindliches Gewicht zu-
komme. In dieser Ansicht wird der Leser durch die Wiedergabe der Meinung von Dr.
med. D._ bestärkt, er sei in medizinischen Fragen der Vorgesetzte der
KESB-Leiterin. Indessen war er weder Vorgesetzter der KESB-Leiterin noch hatten
seine Handlungen in dieser Sache irgendeinen amtlichen Charakter. Er war vielmehr
der Hausarzt des Jungen und in der Vergangenheit des Öfteren die erste Anlaufstelle
der Mutter und Grossmutter, wenn es darum ging, die anstehenden Besuche beim
Kindsvater zu verhindern. Davon zeugen auch die Akten, welche die Beklagten zum
Beweis einreichten (vgl. KAB 25a-h, worin sich keinerlei "eindeutige psychische und
körperliche Anzeichen" [kläg.act. 88] finden lassen). Entsprechend bestand das  seiner "amtsärztlichen Verfügung" denn auch nicht darin, dass diese mit keiner