Decision ID: 51248666-e21a-58b9-9122-b67cd5b6ae33
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war bei der B._ AG
als Lastwagenchauffeur im Bauhauptgewerbe tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als er am 21. Januar 2013 einen Verkehrsunfall auf der nicht
richtungsgetrennten Autostrasse mit frontal-seitlicher Kollision mit einem ihm
entgegenkommenden Fahrzeug erlitt, welches nach Kollision mit einem Sattelschlepper
auf seine Fahrbahn geschleudert wurde (UV-act. 1; 24 S. 2; 27 S. 5 f.; 64; 72 S. 8 f.).
A.b Vom 21. bis am 25. Januar 2013 war der Versicherte im Spital C._
hospitalisiert (UV-act. 24). Im Austrittsbericht diagnostizierten Dr. med. D._, Leitender
Arzt Chirurgie, Dr. med. E._, Arzt Chirurgie, und Dr. med. F._, Assistenzärztin
Chirurgie, ein posttraumatisch innerhalb von fünf bis sechs Stunden remittierendes
sensomotorisches Hemisyndrom brachiokrural links sowie wohl ein Distorsionstrauma
der Halswirbelsäule. Die CT- und MRI-Untersuchungen von Schädel, Wirbelsäule,
Thorax und Abdomen ergaben keine frische traumatische Läsion (UV-act. 57 S. 14 bis
21). Die am 22. Januar 2013 von Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie FMH,
durchgeführte Untersuchung ergab einen unauffälligen Neurostatus, jedoch
schmerzhaft eingeschränkte HWS-Beweglichkeit ohne Meningismus und
Lhermittephänomen (UV-act. 57 S. 12 f.). Nach dem Spitalaustritt stand der Versicherte
in Behandlung bei Dr. med. H._, Allgemeine und Innere Medizin FMH, und Dr. med.
I._, Innere Medizin FMH, (UV-act. 28 und 52).
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A.c Am 4. und 5. März 2013 fanden erstmals Arbeitsversuche mit reduzierter
Belastung statt. Wegen starker Kopfschmerzen mussten diese jedoch nach wenigen
Stunden abgebrochen werden (UV-act. 32).
A.d Am 7. März 2013 fand eine Untersuchung durch Kreisarzt Dr. med. J._,
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, statt. Dieser erkannte keine strukturellen Unfallfolgen und empfahl die
Fortsetzung der physiotherapeutischen Behandlung (UV-act. 33). Am 2. April 2013
erfolgte eine neurologische Untersuchung durch Dr. med. K._, Facharzt für
Neurologie FMH. Der Arzt stellte ausser chronischen Spannungskopfschmerzen sowie
einer Verspannung der paravertebralen zervikalen Muskulatur keine neurologischen
Auffälligkeiten fest (UV-act. 43). Am 15. April 2013 wurde an der Rehaklinik Bellikon ein
ambulantes Assessment durchgeführt. Die Ärzte empfahlen die Fortsetzung der
Physiotherapie, die Durchführung einer medizinischen Trainingstherapie (MTT) sowie
eine psychiatrische Konsiliaruntersuchung (UV-act. 57). Vom 17. Juni bis 19. Juli 2013
erfolgte ein Rehabilitationsaufenthalt in der Zürcher Höhenklinik in Davos.
Diagnostiziert wurde u.a. eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (UV-act.
85 und 88 f.).
A.e Die am 29. August 2013 am Zentrum L, erfolgte MRI-Untersuchung der HWS
zeigte ausschliesslich degenerative Veränderungen (UV-act. 101 und 104). Im
Arztbericht vom 5. November 2013 hielt Dr. med. M._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Ärztin am psychiatrischen Ambulatorium N._, fest, dass aktuell
keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne, weshalb die Fortsetzung der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung gegenwärtig nicht indiziert sei (UV-
act. 130).
A.f An vier Tagen im November 2013 fanden bei der bisherigen Arbeitgeberin
erneut Arbeitsversuche, diesmal jedoch in einer leichten Tätigkeit, statt. Wegen
auftretenden Genick- und Kopfschmerzen mussten die Arbeitsversuche aber jeweils
nach zwei bis drei Stunden abgebrochen werden (UV-act. 120).
A.g Mit Verfügung vom 12. Februar 2014 eröffnete die Suva dem Versicherten die
Einstellung der Versicherungsleistungen per 28. Februar 2014. Zur Begründung legte
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sie dar, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend
nachweisbar seien und nach Prüfung der massgebenden Kriterien die Adäquanz zu
verneinen sei (UV-act. 137). Die gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom
18. März 2014 (UV-act. 146) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 22. Mai 2014
ab (UV-act. 157).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwältin
lic. iur. Nicole Gierer Zelezen, Jona, am 24. Juni 2014 Beschwerde erheben mit
folgenden Rechtsbegehren (act. G 1): 1. Der Einspracheentscheid vom 22. Mai 2014
sei aufzuheben. 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auch nach dem
28. Februar 2014 die gesetzlichen Leistungen nach dem Unfall vom 21. Januar 2013 zu
erbringen. 3. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Beurteilung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4. Die aufschiebende Wirkung der
Beschwerde sei wiederherzustellen und dem Beschwerdeführer während der Dauer
des Verfahrens weiterhin das Taggeld auszurichten. 5. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt) zulasten der Beschwerdegegnerin. Im Weiteren
wurde eine persönliche Anhörung des Beschwerdeführers verlangt. Zur Begründung
führte die Rechtsvertreterin u.a. aus, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall unter
den typischen Beschwerden nach einem Schleudertrauma leide. Bereits leichte
Arbeiten wie Gartenarbeiten würden ihn seither massiv überfordern. Er benötige nach
Anstrengungen jeweils ausgiebige Erholungsphasen. Sämtliche durchgeführten
Arbeitsversuche seien wegen der massiv aufgetretenen Beschwerden fehlgeschlagen.
Ungenügend von der Beschwerdegegnerin abgeklärt worden sei, ob sich durch den
Unfall ein vorbestehendes, jedoch unproblematisches Krankheitsbild verschlimmert
habe, respektive die Ursache der eingetretenen Arbeitsunfähigkeit in der
unfallbedingten Einwirkung auf die vorbestehende Osteochondrose im Segment C4/5
und C5/6 liege. Sollte dies zutreffen, würde sich die Adäquanzprüfung gestützt auf die
Schleudertrauma-Praxis erübrigen. Es dränge sich deshalb die Einholung eines
polydisziplinären Gutachtens auf. Im Weiteren wird verlangt, von einer
Geschwindigkeitsänderung von mehr als 20 bis 30 km/h auszugehen. Es handle sich
nicht, wie im biomechanischen Bericht erhoben, um einen mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Ereignissen, sondern wegen der höheren
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kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung um einen mindestens mittelschweren
Unfall. Zudem sei davon auszugehen, dass der Unfall die adäquat kausale Ursache für
die Beschwerden und damit die eingetretene Arbeitsunfähigkeit sei, denn fünf von
sieben massgeblichen Kriterien zur Bejahung der adäquaten Kausalität seien
vorliegend erfüllt (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen,
fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche Behandlung, Dauerbeschwerden,
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 4. September 2014 (act. G 5) beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Luzern,
die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids. Im Weiteren wurde beantragt, das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen, da das Interesse der
Beschwerdegegnerin an der sofortigen Vollstreckbarkeit der Verfügung überwiege und
der Beschwerdeführer den Antrag auch nicht begründet habe. Zur Begründung ihrer
Anträge verwies die Beschwerdegegnerin auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und führte unter anderem aus, dass beim Beschwerdeführer keine
objektivierbaren Unfallfolgen ausgewiesen seien. Die vom Beschwerdeführer geklagten
Schmerzen seien weder organisch erklärbar noch mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit unfallkausaler Natur. Es handle sich auch nicht um einen schweren
Unfall. Zudem sei lediglich eines der Adäquanz-Prüfkriterien vorliegend knapp erfüllt.
Der Fallabschluss sei zu Recht erfolgt, da gemäss den medizinischen Beurteilungen
keine weiteren medizinischen Behandlungen angezeigt seien und von solchen auch
keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten wäre. Mit
Verweis auf die Rechtsprechung wird vorgebracht, dass eine traumatische
Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der
Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem
Jahr als abgeschlossen zu betrachten sei. Ein interdisziplinäres Gutachten sei nicht
erforderlich, da bereits mehrere medizinische Spezialberichte vorlägen.
B.c Mit Präsidialentscheid vom 10. September 2014 wurde das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen (act. G 6).
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B.d Mit Replik vom 2. Oktober 2014 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerdeschrift gestellten Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 8). Ausgeführt
wird u.a., dass der Fallabschluss zu früh erfolgt sei. Der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers habe sich verbessert und weitere Verbesserungen seien
längerfristig zu erwarten. Zurzeit sei er in einem durch das RAV vermittelten
Beschäftigungsprogramm im Umfang von ca. 60% in einer leidensangepassten
Tätigkeit tätig. Im Weiteren wird gerügt, dass die Beschwerdegegnerin sich nur auf die
„eigenen“ Arztberichte abstützte und den weiteren Berichten (bspw. vom Hausarzt und
von der Rehaklinik) weniger Bedeutung zugemessen habe. Ein unabhängiges
Gutachten würde Klarheit schaffen.
B.e Mit Duplik vom 15. Oktober 2014 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin am gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 10).

Erwägungen
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom
21. Januar 2013 erbrachten Leistungen auf den 28. Februar 2014 zu Recht einstellte
oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (UV-act. 157,
E. 1 und 5a) die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Gesundheitsschädigung sowie
die Beweisanforderungen zutreffend dar; darauf wird verwiesen.
2.
2.1 Am 7. März 2013 führte der Kreisarzt Dr. J._ eine Untersuchung des
Beschwerdeführers durch (UV-act. 33). Er diagnostizierte ein belastungs-, bewegungs-
und haltungsabhängiges Cervicobrachial-Syndrom links mit intermittierenden
Schwindelattacken bei Zustand nach HWS-Distorsionstrauma am 21. Januar 2013 mit
posttraumatisch innerhalb ca. fünf bis sechs Stunden remittierendem,
sensomotorischem Hemisyndrom brachiocrural links. Festgestellt wurde eine
eingeschränkte Beweglichkeit der HWS links mehr als rechts, schmerzhaft verspannte
Schultergürtelmuskulatur im Bereich des Musculus trapezius und Musculus levator
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scapulae sowie druckschmerzhafte Facettengelenke polyetager links mehr als rechts.
Strukturelle Unfallfolgen konnten nicht nachgewiesen werden.
2.2 Anlässlich der am 2. April 2013 von Dr. K._ durchgeführten neurologischen
Untersuchung (UV-act. 43) berichtete der Beschwerdeführer über ständige Schmerzen
an der linken Seite des Nackens, die sich bis in die Schulter ausbreiten würden. Von
dort aus könnten sie in drückender Qualität in den gesamten Kopf ausstrahlen.
Auslösend für die Kopfschmerzen seien bereits kleinste Belastungen wie max. 30
Minuten Fernsehen oder wenige Minuten Autofahren. Der Facharzt stellte fest, dass der
Beschwerdeführer an einem chronischen Spannungskopfschmerz und Schmerzen aus
der verspannten paravertebralen zervikalen Muskulatur leide. Neurologisch seien die
Druckdolenzen der paravertebralen zervikalen Muskulatur und des Musculus trapezius
links und die Hypertrophie des Musculus trapezius links fassbar. Der übrige
neurologische Befund sei unauffällig. So seien auch im MRI des Kopfes, der MR-
Angiographie der hirnversorgenden Gefässe und im MRI der gesamten Wirbelsäule
strukturelle Unfallfolgen nicht fassbar.
2.3 Am 15. April 2013 wurde in der Rehaklinik Bellikon ein ambulantes Assessment
durchgeführt (UV-act. 57). Als aktuelle Probleme wurden genannt: Nacken- und
Kopfschmerzen, Schlafstörungen mit gedrückter Stimmung und
Konzentrationsstörungen, Schwindelphasen intermittierend sowie eine leichte
Einschränkung der Beweglichkeit OSG links. Anhand der CT-/MRI-Bilder vom 21. und
24. Januar 2013 diagnostizierten
Dr. med. O._, Spitalfacharzt, und Dr. med. P._, Facharzt für Physikalische Medizin
und Rehabilitation, u.a. eine degenerative Veränderung der LWS (flache subligamentäre
Diskushernie L4/L5 mit hypertrophen Spondylarthrosen, bilaterale Einengung der
lateralen Recessi mit möglichen Reizungen der Wurzeln L5) und eine moderate
degenerative Veränderung der HWS (diskale und ossäre Einengung der Foramina auf
allen Etagen mit möglichen Wurzelreizungen). Empfohlen wurde eine intensivierte,
ambulante Therapie (Einzelphysiotherapie und MTT).
2.4 Vom 17. Juni bis 19. Juli 2013 erfolgte eine psychosomatische Rehabilitation in
der Zürcher Höhenklinik in Davos (UV-act. 89). Die Ärzte prakt. med. Q._, Oberarzt,
und Dr. med. R._, Assistenzärztin, diagnostizierten eine Anpassungsstörung mit
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depressiver Reaktion (ICD-10: F32.21) bei beruflicher Belastungssituation und Status
nach Contusio spinalis bei PKW-Frontalkollision. Zudem wurden festgestellt u.a. eine
frei bewegliche HWS sowie ein deutlicher muskulärer Hartspann paravertebral und
cervical. Die Schmerzsymptomatik mit Kopfschmerzen sei fluktuierend, provoziert
insbesondere durch körperliche Mehrbelastung oder statische Gegebenheiten (längere
Inklination beim Lesen oder Reklination). Eine berufliche Re-Integration wurde wegen
der belastungsabhängigen Schmerzen als wenig realistisch eingeschätzt. Empfohlen
wurden die Weiterführung der vorbestehenden Psychotherapie und die Fortsetzung
einer ambulanten Physiotherapie.
2.5 Am 19. August 2013 attestierte Dr. I._ die Reisefähigkeit des
Beschwerdeführers für den geplanten Urlaub vom 6. bis 22. September 2013 (UV-act.
100 und act. G 8 S. 2).
2.6 Die am 29. August 2013 erfolgte MRI-Untersuchung der HWS am Zentrum L._
zeigte ausschliesslich degenerative Veränderungen. Festgestellt wurde eine mässige
degenerative Veränderung mit Osteochondrosen, wobei diese am ausgeprägtesten
seien im Segment C4/5 und C5/6. Beim Letztgenannten komme es bei bilateralen
foraminalen Engen gemischter Genese zu einer möglichen C6-Wurzel-Beeinträchtigung
beidseits. Eine C5-Wurzel-Beeinträchtigung beidseits im Segment C4/5 könne nicht
ausgeschlossen werden (UV-act. 101 und 104).
2.7 Kreisarzt Dr. S._ hielt in seiner Stellungnahme vom 22. November 2013 fest,
dass aktives Training zur Verbesserung und Stabilisation notwendig sei. Nach drei
Monaten Training sei jedoch eine Besserung des Gesundheitszustandes nicht mehr
überwiegend wahrscheinlich zu erwarten (UV-act. 122).
2.8 Im Arztbericht vom 5. November 2013 erklärte die Fachärztin Dr. E._, dass
aktuell keine psychiatrische Diagnose im Sinne einer schweren Depression, einer
posttraumatischen Belastungsstörung oder einer somatoformen Schmerzstörung
gestellt werden könne, weshalb die Fortsetzung der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung gegenwärtig nicht indiziert sei (UV-act. 130).
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2.9 Im Arztbericht vom 26. März 2013 beurteilte Kreisarzt Dr. S._ die Unfallfolgen
aus medizinischer Sicht (UV-act. 149). Der Facharzt für Chirurgie hielt fest, dass der
Beschwerdeführer mehrmals spezialärztlich und auch radiologisch untersucht worden
sei. Strukturelle Läsionen wie auch neurologische Pathologien hätten nicht
überwiegend wahrscheinlich bestätigt werden können. Mit der stationären
Rehabilitation habe eine deutliche Besserung des Gesundheitszustandes erreicht
werden können. Seither habe jedoch keine namhafte Verbesserung mehr erreicht
werden können. Es sei daher davon auszugehen, dass mittlerweile nicht mehr mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes erreicht werden könnte.
3.
3.1 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die vom Beschwerdeführer
über den 28. Februar 2014 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar
ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller
Veränderungen erklärbar sind. Die während der nach dem Unfall erfolgten
Hospitalisierung durchgeführten bildgebenden Untersuchungen (CT/MRI) ergaben
keine frischen Läsionen (UV-act. 24 und 57 S. 14 bis 21).
3.2 Die in den Berichten vom 7. März 2013, 2. April 2013, 15. April 2013 und 24. Juli
2013 (UV-act. 33, 43, 57 und 89) festgehaltenen muskulären Veränderungen im
Schulterbereich stellen ebenfalls keine objektivierbaren Befunde im Sinn einer
nachweisbaren strukturellen Veränderung dar, denn klinisch erhobene Druckdolenzen,
Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen
praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteile des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilung des Bundesgerichts] vom 3. August 2005, U 9/05, E. 4 und vom
23. November 2004, U 109/04, E. 2.2).
3.3 In diesem Zusammenhang ist sodann festzuhalten, dass beim
Beschwerdeführer degenerative Veränderungen der LWS und der HWS festgestellt
wurden (vgl. Erwägung 2.3). Gemäss der einschlägigen Literatur (E. Bär/B. Kiener,
Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67
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der Suva, S. 45 ff.) ist nach einem Unfall mit fehlenden strukturellen Schädigungen der
Wirbelsäule eine vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands
nach spätestens einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten. Eine eigentliche
Verursachung bzw. eine richtunggebende (dauernde) Verschlimmerung einer
Wirbelsäulenpathologie durch das in Frage stehende Unfallereignis fällt angesichts der
geschilderten medizinischen Gegebenheiten sowie des Unfallsachverhalts ausser
Betracht. Eine allfällige vorübergehende unfallbedingte Verschlimmerung wäre
demzufolge längst als abgeheilt anzusehen.
3.4 Zum Vorbringen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, dass sich die
Beschwerdegegnerin nur auf die „eigenen“ Berichte abgestützt habe, ist festzustellen,
dass die „anderen“ Arztberichte durchaus gewürdigt worden sind, wurde doch der
Kreisarzt Dr. S._ mehrmals um eine Stellungnahme zu ärztlichen Berichten gebeten
(act. G 8 S. 3, vgl. UV-act. 93, 104, 122 und 149). Dazu ist anzumerken, dass auch den
Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte rechtsprechungsgemäss
Beweiswert beigemessen werden kann, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 E. 3b/ee mit Hinweis). Art. 8 BV
und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben denn auch keinen formellen Anspruch auf eine
versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind.
Vorliegend gibt es keine konkreten Anhaltspunkte, aufgrund welcher die begründeten
Schlussfolgerungen des Kreisarztes Dr. S._ in Frage zu stellen wären.
4.
4.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS
diagnostiziert und liegt – wie vorliegend – kein fassbarer organischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
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72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05 und vom 15. März 2007, U 258/06;
RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl.
z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005, U 312/05) nicht der gesamte
Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.
4.2 Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals C._ (UV-act. 24) bestanden ein
innerhalb von fünf bis sechs Stunden remittierendes sensomotorisches Hemisyndrom
brachiokrural links und wohl ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule. Festgestellt
wurde auch eine eingeschränkte HWS Beweglichkeit. Im Dokumentationsbogen für
Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma gab der
Beschwerdeführer gemäss den Einträgen von Dr. H._ vom 28. Januar 2013 an, nach
dem Unfall an Brustschmerzen und linksseitigen Lähmungserscheinungen, Nacken-
und Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen gelitten zu haben (UV-act. 8). Der
Beschwerdeführer konnte sich jedoch nicht mit Sicherheit daran erinnern, ob und wo er
den Kopf angeschlagen und ob er eine Schreck-/Angstreaktion erlebt hatte. Eine
Bewusstlosigkeit verneinte er allerdings. Im Weiteren gab er an, vor dem Unfall nicht an
Kopf- oder Nackenschmerzen gelitten zu haben. Der Arzt ging diagnostisch von einem
Grad II der Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation aus (Nackenbeschwerden und
muskuloskelettale Befunde [verminderte Beweglichkeit und punktuelle
Druckschmerzhaftigkeit mit eingeschlossen]). Aus dem Erhebungsblatt der
Beschwerdegegnerin für die Abklärung von HWS-Fällen vom 29. Januar 2013 können
wegen der fehlenden Zuverlässigkeit der enthaltenen Informationen keine zusätzlichen
Erkenntnisse gewonnen werden, wurden doch alle Fragen zu vorbestehenden
Krankheiten wie Schulter-, Nacken-, Kopf- und psychische Beschwerden mit ja
beantwortet (UV-act. 9). Angesichts der Aktenlage kann trotzdem vom Auftreten eines
typischen Beschwerdebilds unmittelbar nach dem Unfall gesprochen werden, das mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-
Traumas zu betrachten ist. Entsprechend anerkannte die Beschwerdegegnerin einen
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers bis zum 28. Februar 2014.
5.
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5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast –
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206
S. 329 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen
Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember
2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001,
U 285/00).
5.2 Aufgrund der in den Erwägungen 2.1 bis 2.9 dargelegten medizinischen Akten
und der weiteren fachmedizinischen Untersuchungen können die nach dem streitigen
Einstellungszeitpunkt (28. Februar 2014) weiter bestehenden Gesundheitsstörungen an
der HWS nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche (Teil-) Folge des
versicherten Unfalls angesehen werden. Aber selbst wenn dies zweifelhaft wäre, würde
sich eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer Abklärung des natürlichen
Zusammenhangs erübrigen, weil es – wie nachstehend zu zeigen sein wird – an der
Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt.
5.3 Zu prüfen ist sodann, ob per 28. Februar 2014 noch eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19
Abs. 1 UVG – als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 E. 4) –
ausgegangen werden durfte oder nicht. Der Abschluss des Falls durch den
Unfallversicherer bedingt dabei lediglich, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet
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werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.; BGE
137 V 199 E. 2.2.3.1).
5.3.1 Für die Annahme einer Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme genügt
es nicht, dass eine Therapie lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder
dass für eine namhafte Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht
(A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer namhaften
Besserung des Gesundheitszustandes kann auch dann nicht gesprochen werden,
wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die
sich aus einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine
begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines
medizinischen Endzustandes wird denn auch keine vollständige Schmerzfreiheit
vorausgesetzt (vgl. A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. A., S. 143
f.).
5.3.2 In psychischer Hinsicht ist aufgrund des Arztberichts vom 5. November 2013 von
der Fachärztin Dr. M._ von einem stabilen nicht mehr behandlungsbedürftigen
Zustand auszugehen (vgl. Erwägung 2.8; UV-act. 130).
5.3.3 Zur Verbesserung des physischen Zustandes wurden verschiedene
Therapieformen angewandt. Im Bericht des Rehaklinik Bellikon vom 24. April 2013
wurde empfohlen, eine intensivierte, ambulante Therapie durchzuführen (täglich
Einzelphysiotherapie mit Betonung auf aktiver Bewegungstherapie, mit Übergang in
MTT; UV-act. 57). Im Abschlussbericht vom 24. Juli 2013 des
Rehabilitationsaufenthaltes in der Zürcher Höhenklinik in Davos wurde festgehalten,
dass physiotherapeutisch das Hauptaugenmerk auf Aktivierung und Entspannung
gelegt worden sei. Empfohlen wurde die Fortführung einer ambulanten Physiotherapie
(UV-act. 89). Spätestens im September 2013 musste sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers gebessert bzw. stabilisiert haben, denn der Hausarzt gab seine
Zustimmung zur geplanten gut zweiwöchigen Ferienreise mit dem Wohnmobil (UV-act.
100 und act. G 8 S. 2), obwohl dies einen Unterbruch der Therapie bedeutete und der
Beschwerdeführer bei früheren Untersuchungen angeben hatte, dass er nicht längere
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Zeit in einem Auto (mit-) fahren könne, da es ihm schwindelig werde (vgl. UV-act. 43
S. 1 f.). In der Stellungnahme vom 22. November 2013 erklärte Kreisarzt Dr. S._, dass
der Beschwerdeführer gemäss seiner Erkenntnis zurzeit noch Osteopathie-
Behandlungen habe (UV-act. 122). Der Kreisarzt empfahl anstelle von passiven
Massnahmen bzw. Behandlungen, da diese nur kurzzeitige Verbesserungen brächten,
aktives Training zur Stabilisation und Verbesserung der Situation. Er erklärte aber auch,
dass nach drei Monaten Training eine Besserung des Gesundheitszustandes nicht
mehr überwiegend wahrscheinlich sei.
5.3.4 Damit kann nicht als belegt gelten, dass mit Behandlungen nach Ende Februar
2014 eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
erwartet werden konnte. Die geschilderte tatsächliche und rechtliche Situation spricht
bei ausgebliebenen weiteren Erfolgen der Therapien dafür, dass spätestens auf Ende
Februar 2014 von den Unfallfolgen her zu Recht von einem Behandlungsabschluss im
vorerwähnten Sinn ausgegangen wurde (vgl. UV-act. 130 und 149 S. 3). Aber selbst
wenn von einer unfallbedingten Notwendigkeit einer therapeutischen Weiterbetreuung
über das erwähnte Datum hinaus auszugehen wäre, müsste – wie nachstehend zu
zeigen sein wird – die Adäquanz verneint werden.
5.3.5 Von einer interdisziplinären Begutachtung im Sinn einer Gesamtschau (vgl. dazu
BGE 134 V 109 E. 10.2.4) kann vor diesem Hintergrund abgesehen werden, zumal der
Beschwerdeführer auch neurologisch (UV-act. 43 und 57 S. 12 f.) und psychiatrisch
(UV-act. 89 und 130) umfassend abgeklärt wurde. Zudem sind
rechtsprechungsgemäss weitere Abklärungen bezüglich der natürlichen Unfallkausalität
dann nicht erforderlich, wenn der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2008, 8C_217/2008, E. 7.3). Sodann bedarf es
eines poly-/interdisziplinären Gutachtens für die Klärung von bei der Prüfung einzelner
Adäquanzkriterien zuweilen auftauchenden Problemen nicht zwingend, wenn – wie hier
– Berichte von Ärzten verschiedener in Betracht fallender Fachrichtungen vorliegen,
welche eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 27. November 2008. 8C_527/2008, E. 3.2.2).
6.
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6.1 Sind Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die
versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. keine
schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE
115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen
eines Schleudertraumas oder einer diesem ähnlichen Verletzung, muss geprüft werden,
ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134
V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS sowie bei äquivalenten
Verletzungen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall
hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das
Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr.
U 397 S. 328 E. 3b).
6.2 Angesichts der geschilderten medizinischen Gegebenheiten ist die Adäquanz
nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 E. 10
präzisierten Kriterien zu beurteilen und dabei auf eine Differenzierung zwischen
psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, kann doch nach Lage der
Akten eine eindeutige Dominanz psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a)
ausgeschlossen werden bzw. als nicht nachgewiesen gelten.
6.3 Hinsichtlich der Unfallschwere ist insbesondere auf die Erkenntnisse aus der
biomechanischen Kurzbeurteilung abzustellen (UV-act. 131).
6.3.1 Gemäss dem Bericht vom 16. Dezember 2013 lag aufgrund der gegebenen
technischen Informationen die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v)
für das Fahrzeug des Beschwerdeführers innerhalb oder oberhalb eines Bereiches von
20-30 km/h. Die Geschwindigkeitsänderung trat dabei hauptsächlich im Sinne einer
Verlangsamung der Fahrzeuggeschwindigkeit bzw. hauptsächlich in einer vorwärts
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gerichteten Relativbewegung des Körpers des Beschwerdeführers auf. Gemäss
Gutachter liegt der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden
nach frontalen Kollisionen im Normalfall für das verzögerte Fahrzeug in einem Bereich
der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung von 20-30 km/h. Individuelle
Faktoren können ein Abweichen vom Normalfall begründen. Gemäss Bericht sind
vorliegend keine biomechanisch relevanten Faktoren erkennbar bzw. aktenkundig,
weshalb von einem Normalfall auszugehen sei. Die Gutachter folgerten aufgrund der
technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen, dass die im Anschluss an
das Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten, von der HWS ausgehenden
Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall „eher
erklärbar“ seien. Anzumerken ist, dass bei Frontalkollisionen – einschliesslich Nahezu-
Frontalkollisionen, d.h. solchen, die eine Fahrzeug-Seite etwas stärker betrafen als die
andere – die sog. Harmlosigkeitsgrenze für HWS-Beschwerden bei einem Delta-v-Wert
von 20-30 km/h liegt und demnach deutlich höher ist als bei den klassischen
Heckauffahrunfällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2010, 8C_327/2010,
E. 5.2.1, mit Hinweis auf Urteile vom 4. Januar 2010, 8C_786/2009, E. 4.6.1, vom
29. April 2008, 8C_582/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). Sodann ist zu beachten, dass der
Beschwerdeführer den Sicherheitsgurt trug und der Airbag durch den Aufprall aktiviert
wurde (UV-act. 8, 27 S. 5 und 125 S. 11), wodurch sich eine erhebliche Verminderung
der aufprallbedingten Krafteinwirkung ergab (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7.
August 2008, 8C_239/2007, E. 6.3).
6.3.2 Beim Ereignis vom 21. Januar 2013 mit frontal-seitlicher Kollision ist in
Anbetracht der Unfallumstände sowie der dokumentierten Fahrzeugschäden (UV-act.
27, 34, 125 und 131) nicht von einem ausserordentlich schweren, lebensbedrohlichen
Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, Nr. U 215, S. 91; vgl. auch
Urteile des EVG vom 20. Juli 2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3),
sondern (höchstens) von einem mittelschweren Unfall auszugehen (vgl. dazu etwa die
Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und des
Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008,
8C_609/2007, E. 4.1.3). Weitere Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache
vermöchten an der Einstufung als (höchstens) mittelschweres Ereignis im eigentlichen
Sinn nichts zu ändern.
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6.4 Bei Unfällen im mittelschweren Bereich müssen nach der Praxis mehrere
Kriterien erfüllt sein, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl umso
geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu
BGE 115 V 133 E. 6c/bb; vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 59 bis 69). So kann bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu leichten
Unfällen die Unfalladäquanz nur bejaht werden, wenn mindestens vier von sieben
Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, E. 5). Bei mittelschweren Unfällen müssen
mindestens drei Adäquanzkriterien in der einfachen Form oder aber eines in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht
werden kann (SVR 2010 UV Nr. 25, 100 [8C_897/2009 E. 4.5]; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. September 2011, 8C_465/2011, E. 8.2). Vorliegend müssen
aufgrund der Unfallschwere zumindest drei Adäquanzkriterien erfüllt oder eines
besonders ausgeprägt sein.
6.4.1 Eine gewisse Eindrücklichkeit für den Beschwerdeführer kann dem Ereignis nicht
abgesprochen werden, war doch ein Lastwagen in das Unfallgeschehen involviert. Die
Lenkerin des vorausfahrenden Fahrzeuges konnte das Entstehen des Unfallereignisses
(Kollision PW mit LKW und Abdriften des PW auf die Gegenfahrbahn) beobachten und
dem sich auf ihrer Fahrbahn befindenden Personenwagen gerade noch ausweichen.
Da im Unfallrapport nichts vermerkt ist, muss davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer die vorgängige Kollision des Personenwagens mit dem Lastwagen
nicht beobachtet hatte. Der Beschwerdeführer nahm „lediglich“ den sich auf seiner
Fahrbahnhälfte befindlichen Personenwagen wahr. Trotz Vollbremsung kam es zur
Kollision. Weitere besondere dramatische Umstände wie besondere Örtlichkeiten oder
schlechte Sichtverhältnisse (bspw. Unfall auf unbeleuchteter Strasse nachts oder in
einem Tunnel) sind nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer konnte sich zudem selbst
aus dem Auto befreien und sich auf den Rücksitz hinlegen, woran ihn offensichtlich
auch die geltend gemachte „halbseitige Lähmung“ nicht hinderte. Der vom
Beschwerdeführer bemerkte Rauch stammte auch nicht von einem Brand, denn ein
solches Ereignis wäre sicherlich im Unfallbericht vermerkt worden. Wahrscheinlicher
ist, dass es sich beim „Rauch“ um ausgetretene, verdampfende Kühlerflüssigkeit
handelte oder dieser durch die bei der Kollision ausgelösten Airbags verursacht wurde.
Wäre der Beschwerdeführer von einem Fahrzeugbrand ausgegangen, hätte er sich
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kaum auf den Rücksitz seines Fahrzeuges hingelegt. Die gefahrene Geschwindigkeit
war auch nicht aussergewöhnlich hoch (etwa im Vergleich zu den gefahrenen
Geschwindigkeiten auf Autobahnen), denn die Höchstgeschwindigkeit auf diesem
Autostrassenabschnitt ist auf 80 km/h beschränkt (UV-act. 27 S. 4). Anzumerken ist,
dass es sich beim Beschwerdeführer zudem um einen erfahrenen Berufschauffeur
(LKW) handelt. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände
sind auch nicht anderweitig belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen massgebend
ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 69 bis 71,
sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März
2005, U 309/03, E. 5.1; Urteile des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07,
E. 6.1, und vom 22. August 2008, 8C_623/2007, E. 8.1 [Massenkollision auf der
Autobahn]).
6.4.2 Beim erlittenen Trauma handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung,
die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 17. August 2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom
21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004,
U 116/04). Das Trauma traf konkret auch keine im Zervikal-Bereich erheblich
vorgeschädigte, die Leistungsfähigkeit einschränkende Wirbelsäule (vgl. UV-act. 57,
101 und 8 S. 2). Unmittelbar nach dem Unfall bestätigte der Beschwerdeführer sodann,
dass er auf die Kollision gefasst war und eine gerade Kopfhaltung beim Aufprall hatte
(UV-act. 8 f.). Zwar machte der Beschwerdeführer eine linksseitige Lähmung geltend,
jedoch konnte er offensichtlich das Fahrzeug verlassen und sich auf die Rückbank
legen. Die geltend gemachten psychischen Beschwerden erforderten bereits ein halbes
Jahr nach dem Unfall keine Behandlung mehr (vgl. UV-act. 130). Eine Verletzung
besonderer Art (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_785/2007,
E. 4.4) ist damit nicht ersichtlich, zumal hierfür das Vorliegen von (vorbestehenden)
degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule (vgl. UV-act. 57 und 101) allein nicht
genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2010, 8C_726/2010, E. 4.1.2.2).
6.4.3 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 21. Januar 2013 mit initialer Behandlung im
Spital C._ und anschliessender konservativer Therapie einen einmonatigen
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Rehabilitationsaufenthalt in der Zürcher Höhenklinik in Davos absolvierte (UV-act. 85
und 88). Daran anschliessend folgten weitere Behandlungen. Anfänglich insbesondere
MTT und Einzelphysiotherapie, später auch Osteopathie-Sitzungen. Reine
Abklärungsmassnahmen bei Spezialärzten sowie Verlaufskontrollen fallen in diesem
Zusammenhang ausser Betracht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008,
8C_57/2008, E. 9.3.3, und vom 26. August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Spätestens
Ende Februar 2014 war von weiteren Behandlungsmassnahmen keine namhafte
Besserung mehr zu erwarten (vgl. vorstehende Erwägung 5.3). In Anbetracht dieser
Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische, den Beschwerdeführer belastende
ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3) weder hinsichtlich der Art der Behandlungen
noch aufgrund der Behandlungsdauer oder des Behandlungsumfangs bejaht werden.
6.4.4 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Gemäss den
Arztberichten klagte der Beschwerdeführer wiederholt über Schmerzen, welche
insbesondere bei körperlichen Belastungen auftreten würden (UV-act. 43 und 89; vgl.
Erwägungen 2.2 und 2.4). Gegenüber den Ärzten der Rehaklinik Bellikon gab der
Beschwerdeführer das Bestehen von Nacken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen,
intermittierende Schwindelphasen und leichte Einschränkung der Beweglichkeit OSG
links an (UV-act. 57 S. 2). Der Beschwerdeführer machte wiederholt geltend, dass die
Beschwerden dazu führten, dass er bereits bei leichten Arbeiten eingeschränkt sei und
jeweils ausgiebige Erholungsphasen danach benötige (vgl. bspw. UV-act. 109 S. 3,
121, 136 und 149 sowie act. G 1 und G 8). Angesichts dieser Aktenlage kann das
Kriterium von ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden
allenfalls in geringem Umfang als erfüllt gelten.
6.4.5 Demgegenüber können ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen angesichts der medizinischen Aktenlage nicht als gegeben erachtet
werden. Der Beschwerdeführer absolvierte zwar während mehrerer Monate
Physiotherapiesitzungen und Trainingseinheiten (MTT; vgl. UV-act. 78, 79, 87, 90, 92,
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106) und ab dem Herbst 2013 auch Osteopathie-Sitzungen (vgl. UV-act. 143). Den ihn
behandelnden Arzt konsultierte er bis zum Aufenthalt in der Zürcher Höhenklinik in
Davos (17. Juni bis 19. Juli 2013) wöchentlich und ab August 2013 meist noch einmal
pro Monat (vgl. UV-act. 74, 84, 115). Zudem unterzog er sich mehreren
Untersuchungen zur Klärung seiner Schmerzen. Aus der Behandlungsintensität und
dem Umstand, dass trotz der regelmässigen Therapien weder eine Beschwerdefreiheit
noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden
konnten, kann jedoch nicht schon auf ein Erfüllen des Kriteriums des schwierigen
Heilungsverlaufes geschlossen werden. Dazu bedürfte es nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung besonderer Gründe, welche die Heilung
beeinträchtigt haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007,
E. 7.6. und 8C_57/2008, E. 9.6.1, vom 3. Januar 2012, 8C_786/2011, E 3.2, vom
1. April 2015, 8C_791/2014, E. 4.2.5 und vom 4. August 2015, 8C_108/2015 E. 4.5.3).
Solche Gründe bestehen hier nach Lage der Akten nicht und könnten auch nicht in
dem vom Beschwerdeführer aufgeführten Gesichtspunkt der langen Dauer der
Behandlung gesehen werden (vgl. act. G 1 S. 11), denn diese ist gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht mehr massgebend (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_239/2007 E. 6.4.3). Auch nichts zu ändern
vermag, dass der Beschwerdeführer verschiedene Therapien absolvierte und
verschiedentlich hinsichtlich der Schmerzursache abgeklärt wurde. Vom
Beschwerdeführer wurde auch nicht geltend gemacht, dass die ärztlichen
Untersuchungen oder die Therapien mit erheblichen (zusätzlichen) Schmerzen
verbunden waren oder dass erhebliche Komplikationen auftraten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_682/2013, E. 11.3 und vom 20. Oktober
2015, 8C_510/2015, E. 6.3). Zu den Schwierigkeiten am Arbeitsplatz ist anzumerken,
dass solche gemäss Rechtsprechung nicht als erhebliche Komplikationen gelten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2015, 8C_436/2015; E. 3.2.3.6).
Anzufügen ist, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Laufe der
Zeit verbesserte. So ergab eine ärztliche Untersuchung anfangs November 2013, dass
keine psychotherapeutische Behandlung mehr erforderlich sei (vgl. UV-act. 130).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwar verschiedene Therapien Anwendung
fanden, jedoch liegen weder besondere, den Heilungsverlauf beeinträchtigenden
Gründe noch Komplikationen vor. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Ebenso
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wenig steht eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung
zur Diskussion.
6.4.6 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen
Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist
daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in
den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person
können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). Der Beschwerdeführer
unternahm innerhalb eines Jahres wiederholt aus eigener Initiative mehrtägige
Arbeitsversuche, wenn auch immer im bisherigen Betrieb. Die Arbeitsversuche betrafen
sowohl die bisherige Tätigkeit als Lastwagenchauffeur als auch leidensangepasste
Tätigkeiten. Die erbrachte Leistung in der angestammten Tätigkeit betrug dabei
weniger als 50%. Regelmässig musste der Beschwerdeführer wegen Schmerzen die
Arbeitsversuche abbrechen (vgl. UV-act. 47, 50, 52 und 120). Das Kriterium der
erheblichen (unfallbedingten) Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen kann bei diesem
Sachverhalt als erfüllt betrachtet werden, wenn auch nicht im besonderen Umfange.
6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kein Adäquanzkriterium im besonders
ausgeprägten Umfang gegeben ist und lediglich zwei Kriterien in nicht sehr
ausgeprägten Umfange vorliegen. Selbst bei der Einstufung des Unfalls als
mittelschweres Ereignis kommt diesem bei Erfüllung von zwei Adäquanzkriterien in
nicht sehr ausgeprägtem Umfang keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung
für die andauernden gesundheitlichen Beschwerden zu.
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6.6 Bei fehlendem bzw. mit Erreichen des medizinischen Endzustands
weggefallenem adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist ein Anspruch auf Rente und
Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung
des Einspracheentscheids vom 22. Mai 2014 abzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).