Decision ID: ed43ef0b-2fab-491a-936a-3c5b16501ae6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1970, zuletzt tätig als
Mitar
beiterin Pflege,
meldete sich erstmals am 1
7.
Juni 2013 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
7/16
; vgl. Arbeitgeberfragebogen vom
9.
Juli 2013,
Urk.
7/25
). Nach beruflichen und
medizinische
n
Abklärungen wies die
IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
3.
Januar 2014 ab (
Urk.
7/40).
Am 2
7.
Juni 2014 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf eine psychische Erkrankung, bestehend seit Januar 2013, bei der
IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/50).
Die IV-Stelle tätigte erneut erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere das
poly
disziplinäre
Gutachten des
Z._
vom
3.
März 2015 ein (
Urk.
7/70). Mit Vorbescheid vom 2
6.
März 2015
(
Urk.
7/73)
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Versicherte am
7.
Mai 2015 Einwand erhob (
Urk.
7/81). Die
IV-Stelle holte daraufhin den Arztbericht von med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
am Psychiatriezentrum
B._
, vom 2
4.
Juli 2015 (
Urk.
7/89) sowie die diesbezügliche Stellungnahme der Gutachter des
Z._
vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
7/94) ein. Mit Verfü
gung vom
7.
März 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie
vor
beschieden
ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
1.
April 2016 Beschwerde und bean
tragte, es se
i die angefochtene Verfügung
aufzuheben und es sei die
Be
-
schwerdegegnerin
zu verpflichten, ihr die Leistungen der Invalidenversi
cherung, namentlich eine Rente, zu gewähren. Eventualiter sei ein
Gerichts
gutachten
, insbesondere unter Einbezug eines Psychiaters, eines Ort
hopäden und eines Rheumatologen
zur abschliessenden Klärung des medizinischen Sachverhalts anzuordnen.
Subeventualiter
sei die Sache zur Vornahme von weiteren Abklärungen medizinischer und beruflicher Art an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Anord
nung ein
es zweiten Schriftenwechsels,
Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und
Bestellung von Rechtsanwalt Martin Hablützel als unent
geltlicher Rechtsvertreter (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Mai 2016 schloss die
Beschwerdegegne
-
rin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-100), was der Beschwerdeführerin am 2
3.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
8)
. Gleichzeitig wurde ihr mitgeteilt, dass das Gericht die Anord
nung eines zweiten Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte und über den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsver
-
tretung
zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde (
Urk.
8). Am 2
0.
Dezember 2016 nahm die Beschwerdeführerin erneut Stellung (
Urk.
9) und reichte den Bericht von
Dr.
med.
C._
,
Oberärztin am Psychiatriezentrum
B._
,
vom 1
1.
November 2016 ein (
Urk.
10), worüber die
Beschwerdegegne
rin
am 2
2.
Dezember 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im Wesentlichen dafür, dass die medizinischen Abklärungen ergeben hätten, dass kein invalidenversicherungsrechtlich rele
vanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Störung in die Kindheit und Jugend zurückverfolgt werden. Die psy
chischen Probleme hätten am Arbeitsplatz begonnen und seien nach Beendi
gung des Arbeitsverhältnisses besser geworden. Der Gesundheitsschaden sei überwindbar, womit weiterhin kein invalidenversicherungsrechtlich relevan
ter Gesu
ndheitsschaden ausgewiesen sei (
Urk.
1).
Allerdings würde selbst bei einer Einschränkung von 30
%
kein invalidenversicherungsrechtlich rele
vanter Invaliditätsgrad resultieren, da ihr die bisherige Tätigkeit weiterhin zu 70
%
zumutbar sei (
Urk.
6).
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass keine invaliditätsfremden Gründe ersichtlich seien, die derart ausgeprägt seien, dass deshalb ohne weitere Abklärungen davon ausgegangen werden könne, dass der festgestellte Gesundheitsschaden nicht relevant sei. In Anbe
tracht der diversen gutachterlich attestierten Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar, wie von einer fehlenden
IV-Relevanz ausgegangen werden könne. Aufgrund des Verlaufs werde zudem klar, dass die gesundheitlichen Einschränkungen nicht überwindbar seien.
Demnach lasse sich auch die Verbesserung des Gesundheitszustandes ab dem 2
1.
Juni 2014 nicht nachweisen, womit zumindest bis zur Erstattung des Gutachtens am
3.
März 2015 von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen sei. Die Arbeitsunfähigkeit sei damit ohne wesentlichen Unterbruch ausgewiesen (
Urk.
1 S. 9 f.).
Des Weiteren
sei
das
Z._
-Gutachten sowie die gutachterliche Ergänzung mangelhaft und würden nicht überzeugen. Gegen die Zumutbarkeit der bis
herigen Tätigkeit, welche physisch
und psychisch anspruchsvoll gewesen sei
, spreche auch die eingeschränkte Belastbarkeit bzw. Stressintoleranz. Die Frage nach der Zumutbarkeit bzw. dem detaillierten Belastung
s
profil der Pflegehelferin sei nicht
rechtsgenüglich
geklärt. Dies gelte es nachzuholen.
Auch sei gestützt auf die Aktenlage entgegen dem Gutachten davon auszu
gehen, dass bis zur Begutachtung eine relevante Arbeitsunfähigkeit bestan
den habe.
Der
ausführliche und fachärztliche Bericht
von med
.
pract
.
A._
zeige
klare Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens auf (
Urk.
1 S. 11 ff.).
Das
Z._
-Gutachten sei noch vor dem Hintergrund der Förster-Kriterien erstellt worden. Somit stehe es auf einem falschen rechtlichen Fundament und tauge nicht als verbindl
iche Grundlage. Entsprechend sei
ein
Gerichts
gutachten
einzuholen (
Urk.
1 S. 15 ff.).
Die
Beschwerdegegnerin
habe des Weiteren
den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie die noch vor Verfügung
s
erlass geltend gemachten Ände
rungen nicht mehr berücksichtigt habe. Es wäre zur
rechtsgenüglichen
Abklärung zwingend notwendig gewesen, weitere Abklärungen zu treffen (
Urk.
1 S. 17 f.).
Zur Statusfrage, dem Einkommensvergleich und der Berechnung des
Invalidi
tätsgrades
sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im
Gesund
heitsfalle
voll erwerbstätig wäre. Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr möglich. Aufgrund der gesamten Umstände sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20
%
gerechtfertigt (
Urk.
1 S. 19). Die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht bei Nichtgewährung einer Rente sei nicht gerechtfertigt.
Des Weiteren stelle der Alkoholkonsum keine Problematik dar und die Beschwerdeführerin nehme die Psychotherapie bereits regelmässig wahr (
Urk.
1 S. 19 f.).
1.3
In der Stellungnahme vom 2
0.
Dezember 2016 führte die
Beschwerdeführer
in
aus, dass der gleichentags eingereichte Bericht von
Dr.
C._
zu berück
sichtigen sei, da er wesentliche Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand vor Verfügungserlass zulasse - insbesondere sei gestützt darauf nicht von einem überwindbaren Gesundheitsschaden auszugehen.
Des Weiteren
seien mittlerweile Qualitätsleitlinien der SGPP hinsichtlich
versi
cherungspsychiatrischer
Gutachten erlassen w
o
rden. Das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, sei damit gleich doppelt veraltet: So halte es sich noch an die Förster-Kriterien und es genüge den SGPP Qualitätsleitlinien nicht. Entspre
chend sei die Durchführung eines gerichtlichen Obergutachtens notwendig (
Urk.
9).
2.
2.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109
V
108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Die aktuelle medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
3.1.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
7.
März 2016
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, orthopädische Chirur
gie) Gutachten des
Z._
vom
3.
März 2015
ab
(
Urk.
7/70)
. Darin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizini
schen Berichte zusammengefasst (Urk. 7/
70/6 f
f.
;
Urk.
7/70/61 f.;
Urk.
7/70/71 ff.;
Urk.
7/70/86 ff.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgen
den Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.
1.
2
Die begutachtenden Ärzte des
Z._
hielten folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/70/49):
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden und abhängig-
selbstunsicheren Zügen (ICD-10
Z73.1)
Anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung (ICD-10
F45.4)
Rezidi
vierend depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradige
Episode (ICD-10
F33.0)
Lumbo-spondylogenes
Syndrom mit
p
seudoradikulärer
Symptomatik links,
differentialdiagnostisch
ISG-Dysfunktion
bei
erheblicher muskulärer
Dekonditionierung
Status nach
subacromialem
Impingement
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie folgendes:
Chronisches links
cervicobrachiales
Schmerzsyndrom
kl
inisch kein
Cervicalsyndrom
subjektiv sensomotorische Störungen im linken Arm und Bein
kein objektivierbares neurologisches Substrat
Intermittierende teils
migräniforme
Cephalea
Se
kundäre Alkoholproblematik, gegenwärtig
weitgehend abstinent (ICD-10
F10.20)
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Neurologie
,
führte aus, dass
d
ie seit 1990 in der Schweiz lebende, aus
F._
stammende
Beschwerdeführerin
in der Schweiz
während Jahren im Gastgewerbe (Service, Buffet) gearbeitet
habe
. Nach einem mutterschaftsbedingten Unterb
ru
ch
von
2005 bis 2008
habe
sie als Hilfspflegerin zu arbeiten
begonnen, gemäss ihren Angaben in einem
60%-Pensum. Nach einem Arbeitsunterbruch infolge einer
Schilddrü
senoperation
im Juni 2012 habe sie ihre Berufstätigkeit nochmals aufge
nommen, seit einem im gleichen Jahr erlittenen
Verhebetrauma
arbeite
sie nicht mehr. In den Akten we
rd
e
eine
seit Anfang 2013 bestehende 100%
ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen vermerkt. Unter Berücksich
tig
ung der Datenlage und der
Untersuchungsbefunde k
ö
nn
e
aus neurologi
scher Sicht weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfspflegerin noch in der früheren Tätigkeit im Gastgewerbe eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit begründet
werden. Es bestehe
aus
neurologischer Sicht eine voll
schichtige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Auch für die
Haus
haltsarbeiten
k
ö
nn
e
neurologisch keine Einschränkung der Arb
eitsfähigkeit begründet werden (
Urk.
7/70/50 f.).
Dr.
med.
D._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie
,
legte dar, dass
die Beschwerdeführerin b
ei oben im Fachgutachten analysierten Items des Mini-ICF
nicht ungebührlichem Stress und Leistungsdruck ausge
setzt sein
sollte; aus psychiatrischer Sicht bestehe
ein um 30
%
vermindertes Rendemen
t. Aus psychiatrischer Sicht sei sie
in der Lage, ihre bisherigen Tätigkeiten oder entsprechend andere Tätigkeiten
wieder aufzunehmen
. Bei Schichtarbeiten wäre darauf zu achten, dass
sie
zu entsprechend regelmässi
gen Freitagen komm
e
. Basierend auf der Aktendurchsicht
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom
3
1.
Dezember
2012
bis
zum
1.
August 2013 und
eine 70%
ige Arbeitsunfähigkeit während der tagesklinischen Behand
lung
zwischen 1
7.
März und 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/70/51).
Nach Auffassung von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für orthopädi
sche Chirurgie, seien der Beschwerdeführerin a
ufgrund des genannten,
lumbo-spondylogenen
Syndroms mit möglicher
pseudora
dikulärer
Aus
strahlung in das linke Bein bei ISG-Dy
sfunktion und erheblicher musku
lärer
Dekonditionierung
ständig schwere, das
Achsenskelett belastende Tätig
keiten im Moment nicht zumutbar. Wechselbelastende, teils sitzende, teils stehende, teils gehende, leichte und mi
ttelschwere Tätigkeiten sollten ihr jedoch zuge
mutet werden können, folglich
auch eine Tätigkeit in der Pflege mit mehr
heitlich administrativem Anteil. Von
Seiten der linken Schulter seien stän
dige Ü
berkopftätigkeiten derzeit sicherlich
nicht sinnvoll (
Urk.
7/70/51).
Gesamtmedizinisch
sei
somit festzuhalten, dass ab Juli 2014 in einer wechsel
belastende
n
, teils sitzenden, teils stehenden, teils gehenden, leichten und mittelschweren Tätigkeit eine Einschränkung von 30
%
bezogen auf
ein vollschichtiges Arbeitsvolu
men attestiert werden k
ö
nn
e
. Ständige
Ü
berkopf
tätigkeiten
sollten vermieden werden. Aufgrund des
lumbo-spondylogenen
Syndroms mit möglicher
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in das linke Bein bei ISG-Dysfunktion und erheblicher mu
skulärer De-konditionierung seien
ständig schwere, das Achsenskelett belastende Tätigkeiten im Moment nicht zumutbar. Bei Schichtarbeiten wäre darauf zu achten, dass die
Beschwerde
führerin
zu entsprechend regelmässigen Freitagen komm
e
. Basierend
auf der Aktendurchsicht
bestehe
eine 100%
ige Arbe
itsunfähigkeit
vom
3
1.
Dezember 2012 bis
zum
1.
August 2013 und eine 70%
ige Arbeitsu
nfähigkeit während der tageskli
ni
schen Behandlung zwischen 1
7.
März
und
2
0.
Juni
201
4.
3.2
Med.
pract
.
A._
notierte in seinem Bericht vom 2
4.
Juli 2015 folgende psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/89/2):
Akute
schizophreniforme
psychotische Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F23.2)
Soziale Phobie (ICD-10 F40.1), differentialdiagnostisch akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden und abhängig selbstunsicheren Zügen
(ICD-10 Z73.1)
Rezidivierende depressive Störung, seit 2012, letzte Episode im Früh
jahr 2014, gegenwärtig remittiert, reaktive leichte bis mittelgradige
depressive
Symptomatik mit somatischem Syndrom bei anhaltenden Belastungssituationen, auch psychosozialer Art
Er diagnostizierte folgende psychiatrischen Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Abhängigkeitssyndrom von Hypnotika, seit gegen Ende 2014 absti
nent (ICD-10 F13.20)
Abhängigkeitssyndrom von Alkohol, seit Ende Dezember 2014 absti
nent (ICD-10 F10.20)
Sie sei seit Anfang 2013 bis heute vollumfänglich arbeitsunfähig als
Pflegehel
ferin
. Eingeschränkt sei sie durch vordergründige Ängste um die Zukunft, ihre Familie, um sich, um ihren Selbstwert und um ihre körperliche Integrität. Es sei nicht hinreichend zu bezeichnen, wie sich diese bei der Arbeit auswirkten.
Über e
ine Ausübung der bisherigen Tätigkeit könne zu einem späteren Zeitpunkt der voraussichtli
chen Stabilisierung neu befunden werden,
i
n welchem zeitlichen Rahmen sei nicht erfassbar. Eine verminderte Leistungsfähigkeit sei
dabei
zu bejahen, allerdings sei noch unklar, in wel
chem Ausmass. Ob, ab wann und in welchem Belastungsprofil eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit möglich sei, sei nicht erfassbar (
Urk.
7/89/6 f.).
Die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
3.
Juli 2015 kontinuierlich einge
schränkt im Konzentrationsvermögen, wie auch in der Anpassungsfähigkeit nach phobischer Kognition. Sie sei auch nicht voll belastbar (
Urk.
7/89/9).
3.3
Dr.
D._
und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, des
Z._
führten in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
September 2015 zum Bericht von med.
pract
.
A._
vom 2
4.
Juli 2015
aus, dass sie weiterhin vollumfänglich zu den gutachterlichen Aussagen stünden. Aus ihrer Sicht dürfte es im Zusammenhang mit der aktuellen IV-Situation zu der von med.
pract
.
A._
beschriebenen Reaktion gekommen sein. Der Bericht sei ausführlich und differenziert, med.
pract
.
A._
halte einen stufigen, adaptierten Eingliederungsprozess für möglich, ebenso die Wiederaufnahme einer Tätigkeit zu 30-40
%
ab Stabilisierung und erfolgreicher Bewältigung des Expositionstrainings. Aktuell spreche er sich gegen einen sofortigen Beginn der Wiedereingliederungsbemühungen aus. Sie hielten vor dem Hin
tergrund des ausführlichen Berichtes am Teilgutachten vom 2
8.
Januar 2015 fest (
Urk.
7/94).
Diskrepant seien die Auss
a
gen im Bericht von med.
pract
.
A._
in Bezug auf den Alkoholkonsum. Der Bericht stelle die Diagnose ICD-10 F10.20, Abhängigkeitssyndrom von Alkohol, seit Ende Dezember 2014 absti
nent. Anlässlich der gutachterlichen Exploration habe die
Beschwerdefüh
-
re
rin
klar davon gesprochen, dass es an Weihnachten 2014 zu einem
ver
-
mehr
ten Alkoholkonsum gekommen sei, seither sei es ihr gelungen, den
Alkohol
konsum
deutlich zu mässigen, sie trinke eine halbe Flasche Wein ca. ein- bis zweimal wöchentlich. Anlässlich der Laboruntersuchung habe sich der CDT-Wert mit 1.1
%
im Normbereich befunden. Nicht zuletzt auch aufgrund die
ser Diskrepanz hielten sie daran fest, dass es sinnvoll scheinen würde, suchtspezifische Parameter einzuführen, wie zum Beispiel eine regelmässige CDT-Kontrolle oder eine parallele Betreuung durch eine
Alkoholberatungs
stelle
. Ihre Aussagen würden sich auf das Teilgutachten vom 2
8.
Januar 2015 unter Kenntnisnahme des
I._
Berichtes vom 2
4.
Juli 2015 beziehen, zur aktuellen Situation könnten sie sich nicht genauer äussern.
4.
4.1
Das Gutachten des
Z._
vom
3.
März 2015 (
Urk.
7/70
)
beruht
auf für die streitigen Belange umfassenden fachärzt
lichen Untersuchungen und wurde
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst. Die Gutachter haben detaillierte
Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowi
e dem Verhalten der Beschwerdeführerin
auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medi
zinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargelegt un
d ihre Schlussfol
gerungen
nachvollziehbar begründet. Das
Gutachten des
Z._
er
füllt daher
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche Ents
cheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.5
).
Namentlich erlaubt
es
auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss dem Urteil des Bundesgerichtes BGE 141 V 281 (vgl. dazu E.
4.5
).
4.
2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin brachte vor, dass erhebliche Divergenzen zwischen dem psychiatrischen Teilgutachten und dem ausführlichen Bericht von med.
pract
.
A._
vom 2
4.
Juli 2015 bestünden
, so dass nicht auf das Gut
achten abgestellt werden könne.
Allerdings vermag der Bericht von med.
pract
.
A._
das Gutachten nicht zu entkräften, bzw. zu einer davon abweichenden Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit zu führen:
4.2.2
Dr.
D._
stellte unter Berücksichtigung der vorhandenen Aktenlage nach
-
voll
ziehbar und schlüssig dar, dass die Beschwerdeführerin
aus psychi
atrischer Sicht zu 30
%
eingeschränkt ist
und dass
zwischen
dem
3
1.
Dezember 2012
und dem
1.
August 2013
eine vollumfängliche
und
zwi
schen dem
1
7.
März und 2
0.
Juni 2014 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit
bestand (vgl. E. 3.1.2
).
Die von med.
pract
.
A._
retrospektiv attestierte vollumfängliche Arbei
tsunfähigkeit vermag hingegen -
zumal
unter Berück
sichtigung des
echtzeitlichen
Berichtes von
Dr.
C._
vom 1
9.
August 2013
(
Urk.
7/27)
,
die
der Beschwerdeführerin ab dem
1.
August 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Pflegehelferin atte
stierte - nicht zu überzeugen.
4.2.3
Des Weiteren ist gestützt auf den Bericht von med.
pract
.
A._
auch keine anhaltende und damit invalidenversicherungsrechtlich relevante Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes nach der Begutachtung anzunehmen:
Med.
pract
.
A._
stellte ausführlich dar, dass es
bei der Beschwerdeführe
rin
nach Einsicht in das
Z._
-Gutachten zu einer massi
ven Überforderungssituation und dann zu einer deutlichen
Exacerbation
der vormals bekannten Angstsym
pt
omatik mit auch Verfolgungsideen gekom
men sei. In der Folge sei ein erster stationärer psychiatrischer Aufenthalt vom 2
2.
April bis zum
2.
Juni 2015 erfolgt, dem ein zweiter stationärer Auf
enthalt vom 1
2.
bis zum 1
7.
Juni 2015 gefolgt sei (
Urk.
7/89/5 und
Urk.
7/89/3).
Aktuell befinde sie sich nach den stationären Aufenthalten und Optimierung der Medikation in einem
euthymen
Zustandsbild, wobei
die
ängstlich-
depen
dente
Persönlichkeitsstruktur wieder im Vordergrund stehe. Die sozialen Kontakte seien vor dem Hintergrund der stattgehabten
Hospitalisation
stark reduziert worden; die Beschwerdeführerin beschreibe eine Art „
Sprachhem
mung
“ im Kontakt mit Dritten, die nicht objektiviert werden könne. Eine Fremdbetreuung für den jüngeren Sohn für die Zeit der Ferien sowie ein für vorläufig 3 Wochen aufgegleister tagesklinischer Aufenthalt im
Psychiatrie
zentrum
J._
hätten Erleichterung verschafft. Im Erstgespräch am 2
1.
Juli 2015 in der
Tagesklinik
seien keine psychotischen, aber nachvoll
ziehbare, wenn auch übersteigerte Ängste exploriert
worden
(
Urk.
7/89/5).
En
t
s
prechend ist
k
eine anhaltende Verschlechterung, welche eine abwei
chende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zum
Z._
-G
utachten veranlas
sen würde
,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Vielmehr ist von einer durch das laufende Versicherungsverfahren ausgelösten
,
vorübergehen
den
Dekompensation auszugehen.
Dafür spricht der
von med.
pract
.
A._
erhobene
weitestgehe
nd unauffällige Befund (vgl. oberer Absatz;
Urk.
7/89/5
)
, in welchem lediglich ein
euthymes
Zustandsbild, die wieder im Vordergrund stehende ängstlich-
dependente
Persönlichkeitsstruktur
und
die Reduktion der sozialen Kontakte erhoben wurde - die von der Beschwerde
führerin beschriebene „Sprachhemmung“ konnte nicht objektiviert werden.
4.3
Auch der erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von
Dr.
C._
vom 1
1.
November 2016
(
Urk.
10)
vermag - zumindest im hier relevanten Beurteilungszeitraum bis zur angefochtenen Verfügung - keine erhebliche Veränderung bzw. Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem Gu
tac
hten des
Z._
zu begründen:
Sie
behandelte die Beschwer
deführerin lediglich bis August 2014 und danach wieder ab Juli 2016 (
Urk.
10), womit sie nur aktenanamnestisch eine Einschätzung der Entwick
lung des Gesundheitszustandes zwischen
der
Erstattung des Gutachtens am
3.
März 2015 und
dem
Verfügungserlass am
7.
März 2016 vornehmen konnte.
Weiter
ist
auf die Erfahrungstatsache hinzu
weisen,
dass
behandelnde Arztpersonen und Therapeuten
mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtli
che
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Die Beschwerdeführerin brachte des Weiteren vor, das psychiatrische
Teilgut
achten
genüge den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gut
achten nicht.
Dem ist entgegenzuhalten, dass der psychiatrische Teilgutachter eine ausführli
che Anamnese erhob (
Urk.
7/70/78 ff.), die geklagten Beschwerden
berück
sichtigte (
Urk.
7/70/83 f.), die
Befund
e
ausführlich
darstellte
(
Urk.
7/
70
/
89
ff.), gestützt darauf die Diagnosen begründet
e
(
Urk.
7/70/92 ff.) und die funktionellen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, auch unter Berücksichtigung des analysierten Mi
ni-ICF
(
Urk.
7/70/96 f.;
Urk.
7/70/100)
,
begründet und nachvollzieh
bar darlegte
. Dass das
psychiatrische
Teilgutach
ten
von
Dr.
D._
nicht dem exakten Wortlaut und Prüfschema
der Leitli
nien
folgt
,
ändert nichts daran, dass es die Anforderungen
der
Leitlinien erfüllt und voll beweiskräftig ist.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass
Dr.
D._
eine Aussage zur retrospektiven Arbeitsfähigkeit macht, welche
er basierend auf eine Akten
durchsicht festsetzte
, so dass diese Einschätzung den notwendigen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durchaus erfüllt (vgl.
Urk.
7/70/100). Auch nahm er klar Stellung zum noch zumutbaren
Belas
tungsprofil
, indem er ausführte, dass sie nicht ungebührlichem Stress und Leistungsdruck ausgesetzt sein sollte und aus psychiatrischer Sicht ein um 30
%
vermindertes Rendement bestehe (
Urk.
7/70/100).
4.5
Zu prüfen bleibt, ob
die Auswirkungen der
somatoforme
n
Schmerzstörung
auf die Arbeitsfähigkeit u
nter Berücksichtigung der neuen
bun
desgerichtli
chen
Rechtsprechung
abweichend vom
Z._
-Gutachten zu beurteilen sind.
4.5.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshin
-
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensati
onspoten
-
zialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare
Leis
tungsvermö
-
gen
einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
-
gerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das
Aktivitätsni
veau
der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffen
-
de Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit
zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berück
-
sichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
4.5.2
Die diagnoserelevanten Befunde sind gestützt auf das
Z._
-Gutachten nur mässig ausgeprägt (
Urk.
7/70/90 f.):
Die B
ewusstseinslage und Orientierung
s
eien unauffällig.
Die
Beschwerdeführerin
zeig
e
einen
leichtgradig
einge
schränkten etwas unsicheren Antrieb und ein
leichtgradig
verunsichertes Ausdrucksverhalten mit einer
leichtgradigen
Zurückhaltung bei freilich bei entsprechenden Themen aufhellendem mimischem Mitgehen (zum Beispiel beim Schildern des älteren Sohnes oder beim Gespräch über den beim Chat
ten kennengelernten Kollegen).
Sie
spreche
gut artikuliert und mit körper
hafter, gu
t vernehmbarer Stimme. Sie zeige
einen etwas verunsicherten, durchaus jedoch vorhandenen Willen. Trotz gewisser Zurückhaltung
ent
wickle sich der affektive
Rapport
gut
. Formal
bestehe eine
gewisse Einen
gung auf die körperlichen Schmerzen sowie die Müdigkeit bei ansonsten formal unauffälligem Gedankengang;
es seien
leichtgradige
, emoti
onale, vorübergehende Einbrüche,
zum Beispiel
bei
der Prüfung der Kognition während des Subtraktionstests (sie sei mathematisch nicht begabt)
oder
beim Gespräch über den verstorbenen Halbbruder oder die Trennung vom Vater des jüngeren Sohnes - Ende letzten Jahres habe sie erfahren, dass er viel gelogen habe
-
festzustellen
.
Ü
berwertige Ideen, Wahn, Wahrnehmungsstö
rungen oder
lch
-Störungen könn
t
en nicht nachgewiesen werden.
Sie
gebe
gewisse nicht behindernde Höhenängste an, ansonsten diffusere,
leichtgradig
ausgebildete Ängste in Bezug auf die berufliche Situation, die berufliche Perspektive, so
ziale Ängste - diese Ängste seien
nicht fok
ussiert auf den sozialen Aspekt.
E
rwähnenswert
sei
auch, dass
sie in
B._
viele Leute kenne und
auch in der Lage
gewesen sei
, beim Chatten einen neuen Kollegen ken
nenzulernen.
Es bestehe eine
l
eichtgradige
depressive
Verstimmung mit
leichtgradigem
Ä
ussern von Sorgen, von
Müdigkeit und
von
gewissen
Sinn
losigkeitsgefühlen
.
Sie zeige
keine depressiv starre Verstimmung, die Modu
lationsfähigkeit der Stimmung
sei
leichtgradig
eingeschränkt.
E
ine ängstlich-unsichere weiche Emotionalität, sowie eine
leichtgradige
Affektlabilität mit zeitlich limitiertem Weinen
liege
vor. Sie
k
ö
nn
e sich selber wieder auffangen, gewinne
wie
der Boden und die Exploration kö
nn
e
problemlos weitergeführt werden.
Es bestehe eine
l
eichtgradige
Einschränkung der Vitalität. Hinter
gründig
werde
insgesamt
eine
ängs
tlich-unsichere abhängige
Haltung
spür
bar
. Klinisch-psychiatrisch
sei die
Prüfung der Kognition
unauffällig. Sie spreche fliessend Deutsch, habe
keine Probleme ihren Lebenslauf
aktenko
härent
zu präsentieren,
könne langsam
,
bildungskonform s
ubtrahieren in
4
-er Schritten von 100 gegen
0.
Sie sei
problemlos in der Lage
gewesen
, die Praxis von Züri
ch aus mit dem Zug zu erreichen und dort den Bus zu benut
zen.
Sie
sei
freilich eine Station zu spät aus
gestiegen. Bei
leichtgradigen
Sinnl
osigkeitsgefühlen
bestehe
keine akute Suizidalität
. Sie zeige
eine prak
tisch/sprachlich ausgerichtete Intelligenz bei knappem
Sekundarschulab
schluss
und g
ewissen mathematischen
Limiten
(
Urk.
7/70/90 f.).
Allerdings ist bezüglich des funktionellen Schweregrades zu berücksichtig
ten, dass gestützt auf das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
D._
komorbide
psychische Störungen in Form einer deutlichen
Persönlichkeitsak
zentuierung
und einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig
leicht
gradig
vorliegen (
Urk.
7/70/97).
4.5.3
Das
von
Dr.
D._
erhobene Aktivitätsniveau
lässt auf Ressourcen schlies
sen
und die sozialen Kontakte sind nicht in erheblichem Ausmass eing
e
schränkt (
Urk.
7/70/85): Die Beschwerdeführerin habe g
utnachbarschaftliche, nicht nähere Kontakte. Nach dem Aufstehen räume sie die Wohnung auf, mache sauber, gehe zum Beispiel abends im Aldi oder in der Migros einkau
fen, unternehme zum Beispiel Spaziergänge alleine in Richtung Spital für ca. 30 Minuten, mache zum Teil mit einer guten Kollegin ab, lege sich auch hin und schlafe. Via Chatten habe sie einen Kollegen kennengelernt, mit diesem gehe sie ausserhalb von
B._
spazieren.
Sie habe g
ewisse Kontakte mit zwei Kollegen aus
K._
sowie mit den in
K._
lebenden
Kindern einer Cousine via
WhatsAp
p
. Sie kenne viele Leute, diese treffe sie gelegentlich, man begrüsse sich.
Die l
etzte
n
Ferien im Februar 2014 während zweier Wochen
habe sie
zusammen mit den Kindern
in
K._
verbracht und habe
in einem Hotel in
L._
gewohnt.
Sie
habe
d
ort auch einen Onkel
getroffen
, sei mit den Kindern zum Beispiel i
n einem Park spazieren gegangen und
habe ihnen ein Dorf gezeigt;
sie b
esuche
K._
ca. alle drei Jahre. Der Sohn habe Mäuse
als Haustiere
. Im Fernseher schaue sie sich Nachrichten an oder ver
folge Sen
dungen wie zum Beispiel „Vermiss
t" oder „Bauer
sucht Frau".
S
ie schalte sowohl schweizerische wie zum Beispiel auch nordamerikanische Kanäle ein. Nur selten höre sie Radio.
Sie lese auch Gratispresse,
zum Bei
sp
iel „20 Minuten", gelegentlich
lese sie
die „Schweizer I
llustrierten". Via Computer unterhalte sie Facebook-
Kontakte, sie chatte. Sie fahre nicht
Velo. Bei Notw
endigkeit beziehe sie
Einzelbillette
für den Bus. Sie besitze ein
1/2-Tax-Abo
der SBB. Vor drei Jahren
habe sie einen
Peugeot für
CHF 9'000.-
gekauft
, das Auto sei
bezahlt (
Urk.
7/70/85).
4.5.4
Hinzu kommt, dass der Leidensdruck
behandlungsanamnestisch fraglich ist: Die Beschwerdeführerin besuchte vom 1
7.
März bis zum 2
0.
Juni 2014 die multimodale teilstationäre tagesklinische Behandlung in der Klinik
I._
jeweils
von 9.00 bis 16.00 Uhr (
Urk.
7/48;
Urk.
7/70/84). Nach dem Austritt aus der Tagesklinik bis zum Begutachtungstermin sei eine integrativ-psychi
atrische Behandlung bei med.
pract
.
A._
erfolgt, zu Beginn in einem wöchentlichen, dann in einem 14-tägigen und seit Dezember 2014 wieder in einem wöchentlichen Setting (
Urk.
7/70/84).
Eine wöchentliche integrativ-psychiatrische Behandlung lässt keinen ausgeprägten Leidensdruck anneh
men.
Hinzu kommt, dass anlässlich der gutachterlich angeordneten Laboruntersuchung festgestellt wurde, dass sich
Risperidon
weit unterhalb des Normbereiches befinde, eine gewisse
Kowirksamkeit
in Bezug auf das eingesetzte
Valdoxan
dürfte vorhanden sein. Deutlich unterhalb des
Norm
bereiches
befinde sich
Trazodon
; als Schlafhilfe dürfte
Trazodon
in dieser Dosis hilfreich sein (
Urk.
7/70/100 f.).
Dass die Beschwerdeführerin nach der Erstattung des
Z._
-Gutachten eine
r
stationäre
n
Behandlung
und danach einer intensivierten Therapie
bedurfte
(vgl.
Urk.
10 S. 2)
,
dürfte
durch das laufende
Versicherungsverfah
ren
mitbeeinflusst worden sein (vgl. hierzu E. 4.2.3).
4.5.5
Gesamthaft ist aufgrund dieser Feststellungen höchstens von einem mässigen Schweregrad und einer mässigen Konsistenz der funktionellen Auswirkungen der Schmerzstörung auszugehen. Ob diese überhaupt einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt, ist zumindest fraglich. Eine höhere als die gutachter
lich attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit lässt sich damit
aus psychiatrischer Sicht
aber
gesamthaft
sicherlich nicht begründen.
4.6
Zusammenfassend ist die Beschwerdeführerin gestützt auf das Gutach
ten des
Z._
gesamtmedizinisch
in einer wechselbelastenden, teils sitzenden, teils stehenden, teils gehenden, leichten und mittelschweren Tätigkeit zu
(höchs
tens)
30
%
eingeschränkt bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen. Ständige Überkopftätigkeiten sollten vermieden wer
den und bei Schichtar
beiten ist
zu beachten, dass sie
zu regelmässigen Freitagen kommt und sie
nicht ungebü
h
rlichem Stress und Leistungsdruck ausgesetzt
wird
(
Urk.
7/70/51 f.).
5.
Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen-
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und all
fällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Ver
fügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE 129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2; BGE
128 V 174
;
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3
).
5.1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat
tin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der
Invaliditätsbemes
sung
).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im
Erwerbs
bereich
ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich
vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
5.2
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 2
7.
Juni 2014 erneut zum
Leistungs
bezug
an. Der früheste hypothetische Rentenbeginn und damit massgebliche Vergleichszeitpunkt ist somit Dezember 2014 (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG).
B
is zum 3
1.
Mai 2013 (letzter effektiver Arbeitstag: 2
4.
Dezember 2012)
war die Beschwerdeführerin
in einem 60%-Pensum als Mitarbeiterin in der Pflege tätig (
Urk.
7/25/2). Wie folgend gezeigt wird, kann offen bleiben, ob sie heute unverändert in einem 60%-Pensum oder -
wie von ihr geltend gemacht - vo
llumfänglich erwerbstätig wäre, da bei Annahme einer vollen Erwerbstä
tigkeit bereits ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultiert und - da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von keiner Einschränkung im Haus
halt auszugehen ist - der Invaliditätsgrad bei Bemessung mittels der gemischten Methode geringer ausfallen würde
.
5.
3
5.3.1
In der letzten Tätigkeit als Mitarbeiterin Pflege erzielte sie im Jahr 2013 bei einem 60%-Pensum ein Einkommen in Höhe von
Fr.
31‘891.2
0.
Umgerechnet auf ein volles Pensum hätte sie im Jahr 2013 ein Einkommen in Höhe von
Fr.
53‘152.
-- erzielt, was auch dem
V
alideneinkommen
für das Jahr 2014 bei einem vollen Pensum entspricht (Bundesamt für Statistik [BFS],
T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2015
, Gesundheits- und Sozialwesen, Ver
änderung 2013-2014 = 0.0
%
).
5.3.2
Strittig ist, ob der Beschwerdeführerin diese Tätigkeit gestützt auf das
Z._
-Gutachten w
eiterhin zumutbar ist, da
Dr.
G._
ausführte, dass ihr eine Tätigkeit in der Pflege mit mehrheitlich administrativem Anteil zumutbar sei (
Urk.
7/70/75). Davon ausgehend, dass die frühere Tätigkeit als Mitarbeiterin Pflege noch möglich wäre, so wäre der Beschwerdeführerin ein Invalideneinkommen in Höhe von 70
%
des
Valideinkommens
anzurechnen - womit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad
resultieren
würde.
Unter der Annahme, dass die frühere
Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist
,
wäre
das Invalideneinkommen anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012 des Bundesamtes für Statistik zu bemessen. Der monatliche Bruttolohn für eine Frau in einer Hilfstätigkeit betrug für das Jahr 2012
Fr.
4‘112.-- (BFS, LSE 2012, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Total, Frauen, Einfach
e Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art). Bereinigt um die betriebsübliche Arbeitszeit (BFS,
T 03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche, Total 2014 = 41.7) und die Nominallohnentwicklung (BFS
, T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2015,
Total, Stand 2012 = 102, Stand 2014 = 103.6)
resultiert ein Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
52‘248.--
bei einem vollen Pensum (
Fr.
4‘112.-- : 102 x 103.6 : 40 x 41.7 x 12) . Unter Berücksichtigung der 30%igen
leistungsmässigen
Einschränkung
im Rahmen eines
Vollzeitpen
sums
ist entsprechend ein Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
36‘573.60 (
Fr.
52‘248.-- x 0.7)
anzurechnen
. Nach
der Rechtsprechung
rechtfertigt
der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom Tab
ellenlohn (Entscheid des Bundesgerichts
9C_126/2011
vom
8.
Juli 2011, E. 5.2). Aufgrund der lediglich geringfügigen zusätzlichen qua
litativen Einschränkungen ist kein Leidensabzug gerechtfertigt, zumal die leistungsmässige Einschränkung mit 30 % bereits grosszügig bemessen ist.
5.3.3
Stellt man das
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
53‘152.-- dem anrechenba
ren Invalideneinkommen in einer Hilfstätigkeit in Höhe von
Fr.
36‘573.60
gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse in Höhe von
Fr.
16‘578.40 (
Fr.
53‘152.-- -
Fr.
36‘573.60)
, was einem
rentenausschliessen
den
Invaliditätsgrad von
maximal
rund 31
%
(
Fr.
16‘578.40 :
Fr.
53‘152.--)
entspricht.
5.4
Damit ergibt sich, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse
seit der Verfügung vom 2
3.
Januar 2014
nicht anspruchsbeeinflussend geändert haben. Demzu
folge erweist sich die angefochtene Verfügung im Resultat als richtig und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.5
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbe
hörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehba
ren
Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125
V
413 E. 1a).
Die Auferlegung der Schadenminderungspflicht erfolgte nicht
mit der ange
fochtenen Verfügung
sondern mit Schreiben vom 2
6.
März 2015 (
Urk.
7/72), womit dies
e
nicht Anfechtungsgegenstand im vorliegenden
Beschwerdever
fahren
bildet.
6.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
6
.2
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeich
net werden. Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin bedürftig (Urk.
3
). Antragsgemäss (Urk. 1) ist ihr deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten sind dem
nach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Da zudem die anwaltliche Vertretung der Beschwerdeführerin geboten war, ist ihr
Rechtsanwalt Martin Hablützel
als unentgeltliche
r Rechtsvertreter
zu bestellen. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit - wie mit Verfü
gung
2
3.
Mai 2016
(Urk.
8
) mitgeteilt - die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist eine Entschädigung in Höhe von
Fr. 2‘
5
00.-- (
inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Kommt die Beschwerdeführerin künftig in günstige wirtschaftliche Verhält
nisse, so kann sie das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unent
geltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozial
versiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuchs vom 21. April 2016 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt Martin Hablützel, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die
Nachzahlungs
pflicht
gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Martin Hablützel, Zürich,
wird mit
Fr.
2‘
5
00
.-- (
inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die
Nachzahlungs
pflicht
gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Martin Hablützel
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5.