Decision ID: 13ae6c16-fbfe-4e6e-8bad-2dc3a5a97cd9
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. ist serbischer Staatsangehöriger. Er wurde am 29. März 1989 als Sohn der K.P.
und des O.D. in Bregenz/A geboren und wuchs bei seinem Vater und dessen Eltern in
Lauterach/A auf. Am 18. September 2002 erteilte ihm die Fremdenpolizei (heute
Migrationsamt) des Kantons St. Gallen im Rahmen des Familiennachzugs eine
Aufenthaltsbewilligung, und X.Y. lebte fortan in Staad bei seiner Mutter und deren
Ehemann E.G. In der Schweiz besuchte er während dreier Jahre die Realschule und
absolvierte anschliessend eine Lehre als Detailhandelsfachmann. Wegen Delikten, die
er im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Motorfahrrades beging, wurde X.Y. von
der Jugendanwaltschaft Altstätten am 26. April 2005 mit Fr. 120.- und am
15. Dezember 2005 mit Fr. 100.- gebüsst. Am 11. Dezember 2006 erhielt er die
Niederlassungsbewilligung. Wegen des Führens eines nicht eingelösten
Personenwagens und des missbräuchlichen Verwendens von Kontrollschildern wurde
er vom Untersuchungsamt Altstätten am 14. Mai 2008 zu einer bedingt erlassenen
Geldstrafe von drei Tagessätzen zu je Fr. 30.- und zu einer Busse von Fr. 300.-
verurteilt.
B./ Anlässlich einer Personenkontrolle in Staad stellte die Kantonspolizei St. Gallen am
5. Januar 2011 fest, dass X.Y. wegen einer strafrechtlichen Verurteilung durch das
Landesgericht Vorarlberg mit einem ab 29. November 2010 gültigen Aufenthaltsverbot
für Österreich belegt ist. Das Ausländeramt (heute Migrationsamt) des Kantons
St. Gallen eröffnete daraufhin am 17. Januar 2011 ein Verfahren zur Überprüfung des
Aufenthaltsverhältnisses. Aus dem Strafurteil vom 11. Oktober 2010 ergibt sich, dass
X.Y. zusammen mit einem in Spreitenbach/AG wohnhaften Cousin am 18. Juli 2010 in
Dornbirn/A einen Raubüberfall auf ein Wettbüro begangen hatte. Dabei hatte er sich
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insbesondere vorgängig Informationen bei seiner im Lokal beschäftigten Cousine
beschafft, sich an der Erkundung der Örtlichkeiten und des Fluchtweges beteiligt, den
Überfall bei seiner Cousine angekündigt, sich am Tatabend als Fahrer zur Verfügung
gestellt und seinem Cousin zur Durchführung des Überfalls eine schwarze Softair-
Pistole Colt MK IV überlassen. Sieben Monate der insgesamt 22-monatigen
Freiheitsstrafe waren vollziehbar. Nach dem Vollzug von dreieinhalb Monaten war X.Y.
am 14. Dezember 2010 entlassen worden. Am 1. Januar 2011 trat er eine Stelle als
Roboter-Operateur bei der Q. AG in Widnau an.
Das Untersuchungsamt Altstätten verurteilte X.Y. mit Strafbefehl 18. Januar 2011
wegen mehrfacher Vergehen gegen das Waffengesetz durch Missachtung des
Waffenverbots für Staatsangehörige bestimmter Staaten sowie Mitführens und Ausfuhr
einer verbotenen Softair-Pistole zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu
je Fr. 30.- und einer Busse von Fr. 500.-.
Am 1. April 2011 heiratete X.Y. in Rorschach die serbische Staatsangehörige F.S., die
zusammen mit dem gemeinsamen, am 22. April 2009 geborenen Sohn T. in Dornbirn/A
wohnt.
C./ Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen widerrief am 15. September 2011 die
Niederlassungsbewilligung. Am 1. März 2012 stellte die Kantonspolizei St. Gallen fest,
dass X.Y. als Lenker eines Personenwagens die zulässige Höchstgeschwindigkeit
ausserorts von 80 km/h um 43 km/h überschritt. Das Sicherheits- und
Justizdepartement (nachfolgend Vorinstanz) wies am 1. Mai 2012 den gegen den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung am 30. September 2011 erhobenen Rekurs ab.
D./ Gegen den Entscheid vom 1. Mai 2012 erhob X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer)
durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 16. Mai 2012 und Ergänzung vom
15. Juli 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben.
Mit Vernehmlassung vom 17. Juli 2012 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei
unter Kostenfolge abzuweisen. Der Beschwerdeführer nahm dazu am 3. August 2012
Stellung.
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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung,
welche dem Beschwerdeführer am 11. Dezember 2006 erteilt wurde.
2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung unter
anderem widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt
sind. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde
Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese
Voraussetzung erfüllt, wenn gegenüber dem Ausländer eine Freiheitsstrafe von mehr
als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt,
teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer
2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis). Von Bedeutung sind auch
im Ausland verhängte Strafen (vgl. etwa BGer 2C_220/2012 vom 5. September 2012
E. 2.1 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung; 2C_756/2011 vom 23. September
2011 E. 2.2.1; ferner BGE 134 II 25 E. 4.3.1). Dabei ist zu verlangen, dass es sich bei
den ausländischen Delikten um Verbrechen oder Vergehen im Sinne des
schweizerischen Strafrechts handelt und der Schuldspruch in einem Staat erging, in
welchem die Beachtung der grundlegenden rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze
und Verteidigungsrechte im Strafprozess als garantiert erscheint (vgl. BGer
2C_136/2012 vom 17. April 2012 E. 3.4 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
Dass das Urteil wegen der begangenen Straftat in der Schweiz möglicherweise milder
ausgefallen wäre, ändert nichts (vgl. BGer 2C_427/2008 vom 23. Januar 2009 E. 3.1
und 3.2; 2C_381/2008 vom 14. Januar 2009 E. 2.3).
§ 142 Abs. 1 des österreichischen Bundesgesetzes vom 23. Jänner 1974 über die mit
gerichtlicher Strafe bedrohten Handlungen (nachfolgend StGB/A) verlangt für die
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Erfüllung des Tatbestandes des Raubes die Wegnahme oder Abnötigung einer fremden
beweglichen Sache in Bereicherungsabsicht unter Einsatz von Gewalt gegen eine
Person oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben. Die
Umschreibung deckt sich im Wesentlichen mit jener in Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 139 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0,
abgekürzt StGB). Der Beschwerdeführer wurde gestützt auf § 12 StGB/A als Täter
bestraft. Nach dieser Bestimmung begeht die Tat nicht nur der unmittelbare Täter,
sondern auch jeder, der einen anderen dazu bestimmt, sie auszuführen oder der sonst
zu ihrer Ausführung beiträgt. Nach der schweizerischen Rechtsprechung wird als
Mittäter – und nicht als Gehilfe im Sinn von Art. 25 StGB - bestraft, wer bei der
Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in
massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als
Hauptbeteiligter dasteht; es wird danach gefragt, ob der Tatbeitrag nach den
Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so
wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (vgl. Trechsel/Jean-Richard, in: Trechsel
et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2013, N 12 vor
Art. 24 StGB mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die
Bestrafung des Beschwerdeführers in Österreich als (Mit-)Täter ist mithin auch mit den
Regeln des schweizerischen Strafrechts zur Teilnahme vereinbar. Schliesslich ist der
Strafrahmen nach beiden Strafrechtsordnungen - § 142 Abs. 1 StGB/A sieht eine
Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren, Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine solche
bis zu zehn Jahren vor – vergleichbar.
Im Licht der dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Auslegung und
Anwendung von Art. 62 Ingress und lit. b AuG und unter Berücksichtigung der
Vergleichbarkeit der Strafrechtsordnungen Österreichs und der Schweiz sind die
Vorbringen in der Beschwerde, bei der österreichischen Strafe handle es sich nicht um
eine längerfristige Freiheitsstrafe, weil deren Dauer von 22 Monaten nach
schweizerischem Strafrecht sowohl bedingt wie teilbedingt aufschiebbar sei, 15
Monate bei einer Probezeit von drei Jahren erlassen worden seien und der
Beschwerdeführer tatsächlich lediglich 31⁄2 Monate verbüsst habe, unbehelflich. In der
Beschwerde wird zudem zu Recht nicht geltend gemacht, das österreichische
Strafverfahren genüge den grundlegenden Anforderungen an die Rechtsstaatlichkeit
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nicht. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich dementsprechend
grundsätzlich als rechtmässig.
2.2. Sowohl Art. 63 Abs. 1 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als
"Kann-"Bestimmung formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen gewissen
Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die Verhältnismässigkeit der
Massnahme.
2.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in
jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101,
abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK
beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 96
Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem
Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135
II 377 E. 4.3 mit Hinweisen).
An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je
länger der Betroffene in der Schweiz gelebt hat. Indessen schloss die
bundesgerichtliche Rechtsprechung zum früheren Bundesgesetz über den Aufenthalt
und die Niederlassung von Ausländern selbst bei einem Betroffenen, der in der
Schweiz geboren und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hatte
(Ausländer der "zweiten Generation") bei Gewalt-, Sexual- und
Betäubungsmitteldelikten bzw. wiederholter Straffälligkeit eine Ausweisung nicht aus
(vgl. BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2). Neben dem strafrechtlichen Verschulden
sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat
verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder
mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Dem
strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist zwar im Rahmen der umfassenden
Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die Prognose über das Wohlverhalten ist
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jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht der Ausländerbehörden das
Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht. Aus
ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je
schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. Im Zusammenhang
mit Gewaltdelikten muss selbst ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen
werden (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63
AuG mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das Interesse an
der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das
Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits
über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung
auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer
2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
2.2.2. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei der am 18. Juli 2010 begangenen
Straftat wiegt in ausländerrechtlicher Hinsicht schwer. Entsprechend den
Feststellungen im Strafurteil hat der Beschwerdeführer vor dem Raub bei seiner im
überfallenen Wettbüro angestellten Cousine für den Zeitpunkt und die Durchführung
der Tat bedeutsame Informationen beschafft sowie mit seinem Cousin den Abstellplatz
für das Fluchtfahrzeug und den Fluchtweg ausgekundschaftet, das Lokal besichtigt
und den konkreten Ablauf der Tat geplant. Er hat Gesichtsmasken besorgt und der
Mittäterin aufgetragen, dafür zu sorgen, dass deren Mutter am Tatabend gegen 23.00
Uhr im Wettlokal nicht aufräumte. Am Tatabend hat er seinen Cousin zum Tatort
gefahren, ihm die illegal in seinem Besitz befindliche schwarze Softair-Pistole Colt MK
IV (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. g und Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Waffen,
Waffenzubehör und Munition [Waffengesetz, SR 514.54] in Verbindung mit Art. 12
Abs. 1 der Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition [Waffenverordnung,
SR 514.541]) zur Verfügung gestellt, nachgeschaut, ob sich noch Gäste im Lokal
aufhielten, und in der Folge hinter dem Lokal gewartet. Anschliessend flüchtete er
zusammen mit seinem Cousin in die Schweiz. Anlässlich der Hauptverhandlung vor
dem Landesgericht Feldkirch gab der Beschwerdeführer zudem an, er sei es gewesen,
der auf die Möglichkeit gekommen sei, "irgendwo Geld zu machen bzw. zu holen". Er
habe seinem in Geldnöten steckenden Cousin erzählt, er kenne ein Wettlokal, wo eine
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gemeinsame Cousine (vgl. act. 19/86) arbeite, von der man Informationen holen könne.
Zudem erscheint die Begründung, das Delikt sei begangen worden, um Mittel zur
Finanzierung teurer Medikamente für die kranke Mutter des Mittäters zu beschaffen,
unglaubwürdig. Einerseits lebte die Mutter des Mittäters im Zeitpunkt der Tat offenbar
in der Schweiz (vgl. act. 19/126 und 131), so dass davon ausgegangen werden kann,
dass sie der obligatorischen Krankenversicherung unterstand. Anderseits wurde die –
hinter den Erwartungen zurückliegende – Beute schliesslich geteilt und weder
insgesamt noch überwiegend für den geltend gemachten Zweck eingesetzt
(vgl. act. 19/124).
Der Beschwerdeführer hat sich trotz des laufenden Verfahrens zur Überprüfung seines
Aufenthaltsrechts nicht an die schweizerische Rechtsordnung gehalten, sondern am
1. März 2012 gemäss Lasermessung der Kantonspolizei St. Gallen mit dem
Personenwagen seiner Mutter in Mörschwil um 15.55 Uhr die zulässige
Höchstgeschwindigkeit ausserorts von 80 km/h um 43 km/h überschritten (vgl. act. 19/
Rekurs-act. 9). Das Ausmass der Geschwindigkeitsüberschreitung stellt eine grobe
Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR
741.01, abgekürzt SVG) dar und rechtfertigte die Abnahme des Führerausweises auf
der Stelle durch die Polizei. Der Beschwerdeführer hat der Polizei gegenüber
angegeben, er habe seine Begleiterin ins Spital bringen müssen. Aus dem von ihm
unterzeichneten Protokoll der polizeilichen Befragung sind dazu keine weiteren
konkreten Umstände ersichtlich (vgl. act. 19/Rekurs-act. 9, Befragung S. 2).
Auch wenn der Beschwerdeführer die in Österreich begangene Straftat reumütig
gestanden, wichtige Hinweise zu deren Aufklärung gegeben und eine teilweise
Wiedergutmachung des Schadens geleistet hat, wiegt das öffentliche Interesse am
Entzug seiner Niederlassungsbewilligung angesichts seines strafrechtlichen
Verschuldens beim Raubüberfall vom 18. Juli 2010 und seines (weiterhin) mangelnden
Bestrebens, die schweizerische und vergleichbare österreichische Rechtsordnung
einzuhalten, schwer.
2.2.3. Den öffentlichen Interessen sind im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung
die privaten Interessen des Beschwerdeführers an seinem Verbleib in der Schweiz
gegenüberzustellen.
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Der Beschwerdeführer hat sein ganzes bisheriges Leben im Rheintal im Grenzgebiet
zwischen Vorarlberg und St. Gallen am Bodensee verbracht und wurde in diesem
Kulturraum sozialisiert. 1989 in Bregenz/A geboren, wuchs er bis zum Alter von 13
Jahren bei seinem aus Serbien stammenden Vater und dessen Eltern in Lauterach/A,
wo er Kindergarten sowie Volks- und Hauptschule besuchte, auf. Nach der Einreise in
die Schweiz lebte er bei seiner Mutter und dessen Ehemann in Staad/SG in der
Schweiz. Realschule und Berufsausbildung absolvierte er in Staad und in Heerbrugg.
Am 1. Januar 2011 trat er eine Stelle als Roboter-Operateur bei einer in Widnau
ansässigen Unternehmung, die ihm am 16. Mai 2011 ein gutes Arbeitszeugnis
ausstellte, an. In beruflicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer mithin in der Schweiz
integriert.
Am 1. April 2011 hat der Beschwerdeführer eine Landsfrau geheiratet, die zusammen
mit dem gemeinsamen, am 22. April 2009 geborenen Sohn in Dornbirn/A lebt. Im
Vergleich zur Kernfamilie tritt die Beziehung des mündigen Beschwerdeführers zu
seiner in der Schweiz lebenden Mutter deshalb in den Hintergrund. Der völkerrechtlich
in Art. 8 EMRK geschützte Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens mit
dem damit verbundenen Recht auf Familiennachzug kommt vorab seiner Ehefrau und
dem gemeinsamen Sohn, welche in Österreich aufenthaltsberechtigt sind, zu
(vgl. J. Meyer-Ladewig, EMRK Handkommentar, 3. Aufl. 2011, N 52 zu Art. 8 EMRK mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte). Ob die zuständigen österreichischen Behörden die Frage des
Aufenthaltsrechts des Beschwerdeführers unter diesem Aspekt geprüft haben, ist den
Akten nicht zu entnehmen. Jedenfalls aber kommt dem Beschwerdeführer und seiner
Familie ein Anspruch auf eine solche Prüfung zu.
Soweit sich aus den Akten Anhaltspunkte zu seinen persönlichen Beziehungen
ergeben, pflegt der Beschwerdeführer diese in erster Linie unter Landsleuten. Dies gilt
sowohl in familiärer Hinsicht als auch für die Freizeit. Die Mittäter bei dem in Österreich
am 18. Juli 2010 begangenen Raub sind mit ihm verwandt. Aus der Begründung der
Beschwerde ergibt sich, dass der Beschwerdeführer – ebenso wie seine Ehefrau – der
serbischen Sprache zumindest nicht völlig unkundig ist. Zudem erleichtern die
abgeschlossene Berufsausbildung, sein Alter und die Gewohnheit, sich auch in der
Schweiz und im angrenzenden Ausland im Umfeld von Landsleuten zu bewegen, eine
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Integration des Beschwerdeführers in seiner Heimat. Erstmals in der Beschwerde wird
geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe sich in psychologische Behandlung
begeben. Er scheint diese - aktenmässig nicht belegte – Behandlung offenbar weniger
unter dem Eindruck seines strafbaren Verhaltens als vielmehr wegen des drohenden
Entzugs der Niederlassungsbewilligung aufgenommen zu haben. Soweit vom
Beschwerdeführer als erforderlich erachtet, kann diese Therapie auch in seinem
Heimatland weitergeführt werden.
2.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gewicht der privaten Interessen an der
Beibehaltung der Niederlassungsbewilligung in der Schweiz durch den Umstand
relativiert wird, dass die Ehefrau und das gemeinsame Kind des Beschwerdeführers,
die einen völkerrechtlichen Anspruch auf Familiennachzug geltend machen können, in
Österreich – und nicht in der Schweiz - aufenthaltsberechtigt sind. Das öffentliche
Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung überwiegt damit das private
Interesse des Beschwerdeführers an deren Beibehaltung.
3. (...).
4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht