Decision ID: a0131092-e543-4137-9ea3-18be0e5ad8fb
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1971 in
Y._
geborene
X._
reiste im Jahr 2007
in die Schweiz ein, wo
er bei
verschiedenen Arbeitgebern
vorwiegend
als
Fa
ssadenisoleur
tätig war.
Am 26
.
Februar 2015
(Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf einen Unfall
bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
14/3
).
In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche u
nd medizinische Abklä
rungen,
zog die Akten der Unfallversi
che
rung
bei (
Urk.
14/11, 14/22, 14/30, 14/40, 14/62, 14/66, 14/69, 14/71, 14/73, 14/
7
8)
und veranlasste
eine allgemeinmedizinisch-
interni
stische sowie eine orthopädisch-
chirurgische Untersuchung beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD,
Urk.
14/98, 14/99)
. Nach
Erlass des Vorbescheides vom 26. Februar 2019 (
Urk.
14/125
) und Erhalt des dagegen gerichteten Einwandes vom
26. Februar und
3. April 2019 (
Urk.
14/126,
14/131) holte sie bei der
Z._
Gmb
H ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 22. Juni 2020 erstattet wurde (
Urk.
14/171). Nachdem der Beschwerdeführer
hierzu
S
tellung genommen
hatte (
Urk.
14/181
),
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
26. November 2020
einen
Anspruch auf IV-Leistungen (
Urk.
2 =
Urk.
14/188).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11. Januar 2021 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, es sei die ange
fochtene Verfügung aufzuheben und ihm eine ganze IV-Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Prozess
führung und Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2). Mit Verfügung vom 14. Januar 2021 wurde ihm Frist zum Nachweis seiner Bedürftigkeit angesetzt (
Urk.
5), welche nach Ein
reichung der Unterstützungsbestätigung der Gemeinde
A._
vom 13. J
anu
ar 20
2
1
(
Urk.
6) wieder abgenommen wurde (Urk.
9). Mit Beschwer
deantwort vom
18. Februar 2021
beantragte die Beschwerdegegnerin die A
bweisung der Be
schwerde (
Urk.
13
), was dem Besch
werde
führer mit Verfügung vom 22. Februar 2021
angezeigt wurde (
Urk.
15
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, dass dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit eine
80
%ige Arbeits
fähigkeit zukomme.
In dieser Beurteilung sei der
benötigte erhöhte Pausenbedarf bereits berücksichtigt.
Damit resultiere bei Durch
f
ührung eines Einkommensver
gleichs ein nicht ansp
ruchsrelevanter IV-Grad
von 15 %
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dem
gegenüber im Wesentlichen vor,
dass er auf
grund seiner zahlreichen gesundheitlichen Probleme nicht mehr arbeitsfähig sei.
Er beanstandet
e
zudem, dass sich die
IV-Stelle
über die
im Gutachten bereits
viel zu hoch attestierte Restarbeitsfähigkeit zusätzlich hinweg
ge
setz
t
habe
(
Urk.
1).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid massgeblich auf das von ihr veranlasste polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 22. Juni 20
20 (
Urk.
14/171). Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgem
eine Innere Medizin, Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chiru
rgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates
, Dr.
med.
D._
, Fachä
rzt
in
FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, Dr.
med.
E._
, Facharzt FM
H für Neu
rologie
,
und Dr.
med.
F._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin und
Rheumatologie, stellten darin die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
14/171/9 f.):
-
Chronische Unterschenkel- und Fussbeschwerden rechts (ICD-10 T93.2/M79.60)
-
Status nach konservativ behandelter Unterschenkelfraktur vor Jahren
-
Status nach mehrfragmentärer Fraktur des Os
cuneiforme
mediale sowie
undislozierter
Fraktur des Os
cuneiforme
intermedium am 20.08.2014
-
r
adiologisch p
rogrediente
ossäre
Konsolidatio
n, geringe bis moderate Degeneration der Zehengelenke sowie des TMT I und nicht
ossäre
Coalitio
calcaneonaviculare
(CT 08.11.2016, MRI 21.12.2016, Röntgen 08.11.2016 und 03.06.2019)
-
Chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-10 M54.5)
-
m
yostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloliga
men
tären
Überlastungsreaktionen
-
ISG-F
unktionsstörung rechts
-
r
adiologisch
Osteochondrose
und ventrale Spondylose Th9 bis LWK1 (
Rx
05/2020)
-
Status nach möglicher
Radikulopathie
L4 links (PSR-Abschwächung) mit
residueller
sensibler Ausfallssymptomatik (ICD-10 M50.1)
-
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1)
-
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur
-
r
adiologisch mässige multisegmentale degenerative Veränderungen (
Rx
11/18)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
f
unktionelles sensibles
Hemisyndrom
links (ICD-10 R20.1)
-
a
usgedehntes Schmerzsyndrom, ausgehend vom rechten Fuss betref
fend beide Beine und den Rücken unklarer Ursache (ICD-10 R52.2)
-
Hypertensive
und koronare Herzkrankheit (ICD-10 I11/I25.19)
-
Vorhofflimmern
-
Status nach PTCA und
Stentimplantationen
am 22.03.2017 bei koro
narer Zweiasterkrankung
-
m
ittelschwer eingeschränkte LVEF bei TEE am 20.02.2020
-
k
ardiovaskuläre Risikofaktoren
-
m
etabolisches Syndrom
-
Nikotinabusus (ICD-10 F17.1)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende gestellt:
-
Depressive Episode, gegenwärtig weitgehend remittiert (ICD-10 F32.4)
-
Arthritis
urica
(ICD-10 M10.09)
-
Metabolisches Syndrom (ICD-10 E88.9)
Im Rahmen der Konsensbeurteilung führten die Gutachter aus
, dass sich bei der
orthopädischen
Untersuchung der Wirbelsäule die Beweglichkeit
thorakolumbal
weitgehend frei gezeigt habe. Am rechten Fuss habe sich mehr als auf der Ge
genseite eine H
ohlfusskonfiguration mit ausge
prägter, anatomisch klar
zuor
den
barer
Druckdolenz
und guter Beweglichkeit am Sprunggelenk und
Vorfuss
ge
funden
. Radiologisch
hätten
sich die Frakturen am rechten
Rückfuss
konsolidiert
gezeigt
. An den Zehengelenken beständen mässige Degenerationszeichen. Der radiologische Befund an der LWS
sei alter
sentsprechend ohne klar abgrenzbare
Neurokompression. Zusammenfassend beständen aus
orthopädischer Sicht Hin
weise für eine deutliche nicht-organische Beschwerdekomponente.
Orthopä
di
scher
seits
bestände keine zumutbare Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit und
andere körperlich mittelschwere und schwerbelastende
sowie überwiegend
ste
hend und gehend zu verrichtende
Tätigkeiten. Für körperlich leichte, über
wie
gend sitzend zu verrichtende Tätigkeiten unter Wechselbelastung bestehe eine zeit
lich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das längere Gehen
und Stehen sollte ebenso wie das wiederholte Überwinden von Treppen und Gehen
auf unebenem Grund sowie das Heben und Tragen von Lasten über 5 kg vermie
den werden.
Bei der rheumatologischen Untersuchung
habe
sich eine
myostatische
Insuffi
zienz mit entsprechenden
muskuloligamentären
Überlastungsreaktionen
gezeigt
. Der Beschwerdeführer
habe
eine in sämtlichen Ebenen deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der LWS
demonstriert
, die sich bei unbewussten Bewegungen nicht
gezeigt habe
. Die HWS-Beweglichkeit sei ebenfalls in sämtlichen Ebenen massiv eingeschränkt gewesen, was sich bei unbewussten Bewegungen ebenfalls nicht habe feststellen lassen. Es fänden sich
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur. Unter Therapie mit Allopurinol seien beim Beschwerdeführer keine weiteren Gichtanfälle erfolgt, nachdem es im Herbst 2017 erstmalig zu einem Gichtanfall im Bereich der linken Grosszehe gekommen sei. Weder klinisch, labortechnisch noch radiologisch hätten Hinweise für ein entzündlich-rheumatisches Geschehen
gefunden werden können.
Die Gelenke
seien bei der Untersuchung reizlos und frei
beweglich gewesen und es hätten sich keine
Synovitiden
oder
Tenosynovitiden
gefunden. Aus rheumatologischer Sicht bestehe keine zumutbare Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Fassadenisoleur
. Für körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne regelmässige Arbeiten
über Kopf und ohne Einnahme von
wirbelsäulenbelastenden Zwangs
haltungen bestehe aus rheumatologischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Anlässlich
der neurologischen Untersuchung habe keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Es habe eine PSR-Abschwächung auf der linken Seite bestanden und der Beschwerdeführer habe eine das gesamte linke Bein zirkulär betreffende Hypäst
h
esie und –
algesie
ohne Differenz bei ver
gleichender Prüfung angegeben. Die Befunde seien mit dem Status nach mög
licher
Radikulopathie
L4 links vereinbar. Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein neu
rologischer Sicht nicht eingeschränkt.
Im Rahmen
der psychiatrischen Untersuchung seien die Diagnosekriterien für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung erfüllt
gewesen
. Weitere psychia
trische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nicht gestellt werden können. Zum Untersuchungszeitpunkt habe klinisch-phänomenologisch kein depressives Syndrom von relevanter Schwere festgestellt werden können. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %. Für angepasste klar strukturierte Arbeiten in einem ruhigen Arbeitsumfeld bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeits- und L
ei
stungsfähigkeit von 90
%
.
Bei der allgemeininternistischen Untersuchung habe der Verdacht auf ein per
sistierendes Vorhofflimmern mit unregelmässigem Puls bestanden. Eine am 20. Februar
2020 durchgeführte TEE habe eine mittelschwer eingeschränkte links
ventrikuläre Funktion gezeigt. Aufgrund der
hypertensiven
und koronaren Herzkrankheit bestehe aus allgemeininternistischer Sicht keine zumutbare Arbeitsfähigkeit für körperlich mittelschwer- und schwerbelastende Tätigkeiten inklusive der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Fassadenisoleur
. Für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe aus allgemeininternistischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähig
keit von 80 % (
Urk.
14/171/10 f
.).
Zusammenfassend kamen die Gutachter aus polydisziplinärer Sicht zum Schluss, dass eine Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit seit dem Unfallereignis vom 20.
August 2014 nicht mehr gegeben sei. Demgegenüber bestehe in angepassten
Tätigkeiten (Anforderungsprofil siehe vorgehende orthopädische Beurteilung) eine
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, wobei die Leistungsein
schrän
kung von 20 % seit März 2017 anzunehmen sei. Vorangehend könne keine länger
dauernde,
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit zugeordnet werden (Urk. 14/171/11-12).
4.
4.1
Das Gutachten des
Z._
vom 22. Juni 2020 (
Urk.
14/171)
beruht auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kennt
nis der und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben, be
ant
wortet sämtliche Fragen, erscheint in der Dar
legung der medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge als einleuchtend
und begründet die Schluss
folge
rungen in nach
vollziehbarer Weise. Folglich erfüllt
es die formellen An
forde
rungen an eine be
weiskräftige E
xpertise (vgl. vorstehend E. 1.4
), weshalb darauf ab
zustellen ist.
4.2
Insofern der Beschwerdeführer
anführt,
dass der orthopädische und der rheuma
to
logische Gutachter jeweils nur einen Teilbereich der Beschwerden beurteilt hätten, was insbesondere in Bezug auf die Rückenbeschwerden
keinen Sinn er
gebe und zu einer unvollständigen
Einschätzung
geführt habe
(
Urk.
1 S. 7)
, kann ihm nicht gefolgt werden.
Im Gegenteil
resultiert
vorliegend
durch die Unter
suchung
aus orthopädischer
und
aus rheumatologischer Sicht eine besonders umfassende Beurteilung der
bestehenden
Problematik, sind (chronische) Schmer
zen des Bewegungsapparates doch Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch
der Orthopädie
(Urteile des Bun
desgerichts 9C_547/2010 vom 26. Januar 2011 E. 4.1; 9C_203/2010 vom 21.
September 2010 E. 4.1)
. Die einzelnen Fach
rich
tun
gen
im Rahmen
einer polydisziplinären Begutachtung
ermöglichen
nach
gera
de die Beleuchtung einer Symptomatik aus unterschiedlichen B
lickwinkeln. Mittels der erfolgten interdisziplinären G
esamtbeurteilung
im Sinne einer
Kon
sensbeur
teilung
wird
sodann
sichergestellt, dass die
Ergebnisse
aus den anderen Fac
h
be
reichen
von jedem Teilgutachter zur Kenntni
s genommen und
gesamthaft
be
rück
sichtigt we
rden
(vgl.
Urk.
14/171/13)
, was sich namentlich aus dem rheu
mato
logischen Teilgutachten durch verschiedene Verweise auf das orthopädische
aber auch andere
Teilgutachten ergibt (vgl.
beispielsweise
Urk.
14/171/57)
.
Ausser
dem
zeigt sich anhand der Untersuchungsbefunde
, dass
der rheumato
lo
gische Teilgut
achter die Wirbelsäule
entgegen den
Ausführungen des Beschwer
de
führers (
Urk.
1
S.
7
)
offensichtlich vollständig
,
unter Einbezug der Lenden
wirbel
säule
,
unter
sucht
hat
(
Urk.
14/171/53
f.
). Des Weiteren
wurde
im Wider
spruch zur Ansicht
des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 7)
auch das MRI der Uni
versitätsklinik
G._
vom 18.
August
2015 (
Urk.
14/40/24
)
ausführlich disku
tiert und
berücksichtigt
(
Urk.
14/171/47 ff.,
14/171/65 ff.)
und
vom Orthopäden gar in die L
iste
der Dia
gnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufge
nommen (
Urk.
14/17
1/46).
Da
zudem
lediglich aus einer
somatischen
Fachrich
tung (allgemeininternistisch) eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in adaptierten Tätigkeiten vorliegt, erübrigen sich Erwägungen bezüglich allfällig additivem oder ergänzen
dem Effekt (vgl.
Urk.
14/171/12).
Soweit der Beschwerdeführer sodann Widersprüche innerhalb des Gutachtens zu erkennen glaubt, da lediglich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert und dennoch eine 8-stündige Täti
gkeit für zumutbar erachtet werde (
Urk.
1 S. 6)
, vermag er ebenfalls nicht durchzudringen
. Der Allgemein
mediziner legte diesbezüglich verständlich und nachvollziehbar dar, dass die Arbeitstätigkeit ganztags
, also bei voller Stundenpräsenz,
bei um 20 % ver
min
derter Leistungsfähigkeit
aufgrund der Herzerkrankung mit persistierendem Vor
hofflimmern und mittelschwer eingeschränkter linksventrikulärer Funktion
aus
ge
übt werden
könne
(
Urk.
14/171/30), weshalb sich weitere Erklärungen hierzu erübrigen.
4.3
Auch die vom Beschwerdeführer
nach Erstattung des Gutachtens zu den Akten gelegten medizinischen Unterlagen vermögen das
Z._
-Gutachten
nicht in Zweifel zu ziehen, zumal sie keine neuen Erkenntnisse gegenüber
letzterem
au
fweisen. Der Arztbericht des Universitätsspitals
H._
vom 25. Mai 2020
(
Urk.
14/172
)
weist nach elektrischer Kardioversion eine normale Funktion des linken Ven
tri
kels aus mit einer LVEF von 66 %
.
Damit lässt sich keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber dem B
e
gutachtungszeitpunkt belegen (vgl.
Urk.
14/185/9).
Dasselbe gilt für den Bericht
der Uniklinik
G._
vom 8.
Okto
ber 2020
(
Urk.
14/183)
, welcher
einen weitgehend unveränderten Zustand im Vergleich zum Bericht vom 16. Oktober 2019
(
Urk.
14/154/4 ff.)
festhält; letzterer hat
dem
Z._
im Zeitpunkt der Gutachten
er
stellung
bereits vorgelegen
und
wurde
entsprechend
gewürdigt
.
Die einzig neu hinzugekommene Verdachtsdiagnose einer
Peronealsehne
n
tend
in
opathie
rechts hat keinen
wesentlichen
Einfluss auf
die Restarbeitsfähigkeit
und verringert diese nicht zusätzlich
(vgl.
Urk.
14/185/11).
In diesem Zusammenhang ist in Bezug auf Berichte von behandelnden Arzt
per
sonen beziehungsweise Therapiekräften im Übrigen auf die Erfahrungstat
sache hinzuweisen, dass
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
wei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte be
nennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Entgegen dem Dafürhalten
des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 12 ff.
) fehlt es nach dem oben Gesagten aber an solch unberücksichtigt gebliebenen Aspekten, welche zu weiteren Abklärungen Anlass gäben.
4.4
Alsdann der
Beschwerdeführer schliesslich geltend macht,
dass
die Ergebnisse aus der Begutachtung nicht einmal Eingang in die Verfügung der IV-Stelle gefunden hätten, insbesondere was das Belastungsprofil und die attest
ierte Resta
rbeits
fähigkeit anbelange
(
Urk.
1 S. 4 und 6)
,
e
rscheint dies nicht stichhaltig
.
Sowohl im Gutachten vom 22. Juni 2020
(
Urk.
14/171/
12
)
als auch in der RAD-Stel
lungnahme vom 17. Juli 2020
(
Urk.
14/185/
8 f.
)
wurde übereinstimmend festge
halten, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte, überwiegend sitzend zu verrichtende, wechselbelastende Tätigkeit zumutbar ist.
Längeres Gehen und Stehen und das wiederholte Überwinden von Treppen und Gehen auf unebenem Grund sowie das Heben und Tragen von Lasten über 5 kg sollten vermieden werden. Ebenfalls sollten regelmässige Arbeiten über Kopf und die Einnahme von wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen vermieden werden.
Damit wurde das ursprünglich vom RAD festgelegte Belastungsprofil, mit welchem noch ein gele
gentliches Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg körpernah als möglich erachtet wurde
(
Urk.
14/
99/8, 14/121/7 f.
)
, nach
dem
erhobene
n
Einwand und der an
schliessenden Begutachtung angepasst. Dies ergibt sich auch aus dem Aufbau der Verfügung, in welcher
in einem ersten Teil
die Erwägungen aus dem Vorbescheid übernommen
wurden
und anschliessend
in einem zweiten Teil zum
Einwand und
der
Begutachtung
Stellung
bezogen
wurde. Entsprechend wurde auch festge
halten, dass die weiterführenden Abklärungen – sprich die Einholung
des
poly
disziplinären Gutachtens – ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit
(nur)
zu 80 % arbeitsfähig sei. Dass sich damit dennoch keine Änderung des Invaliditätsgrades
gegenüber der Berechnung im
Vorbescheid
ergab
, liegt zum einen darin, dass die Anpassung des Zumutbarkeitsprofils nicht zu einem anderen Tabellenlohn für das Invalideneinkommen führt
e
(vgl
. E. 6.4
). Zum anderen wurde
in der Verfügung
begründet, dass sich
ein
– im Vorbescheid
noch berücksichtigter
–leidensbedingter Abzug
nicht
rechtfertige
, da der erhöhte Pausenbedarf bereits in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
einberechnet
worden sei
(vgl. E.
6.5
).
Damit
wurde
der leidensbedingte Abzug
rein rechnerisch
durch eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in gleicher Höhe (
20 %
) ersetzt, womit sich
am Ergebnis des Einkommensvergleichs selbstredend nichts
ändert
e
.
Insofern kann der Beschwerdegegnerin auch keine Verletzung der Begründungspflicht vorgeworfen werden. Jedenfalls war dem Beschwerdeführer e
ine sachgerechte Anfech
tung
der Verfügung
ohne
Weiteres
möglich
.
Hinzu kommt, dass
der Be
schwerdeführer sein Anlie
gen mit der Beschwerde gegen
die Verfügung vom 26. November 2020
vor einer Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über
prüft, vortragen konnte, womit eine allfällige Verlet
zung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu betrachten wäre
(vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
4.5
Die von den Gutach
tern
aus somatischer Sicht attestierte Ar
beits
fähigkeit von 80 % in leidensangepasster Tätig
keit er
scheint vor diesem Hintergrund schlüssig.
Für weitere medi
zinische Abklärun
gen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen
entscheid
relevanten
Erkenntnisse zu erwar
ten sind (antizipierte Beweis
würdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Zu prüfen bleibt, ob auf die Einschätzung aus psychiatrischer Sicht – insbeson
dere auch hinsichtlich der Schmerzsymptomatik – ebenfalls abzustellen ist.
5.
5.1
Wie dargelegt (E. 1.2.2), sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen.
5.2
5.2.1
Was den Komplex «Gesundheitsschaden» betrifft, ist bezüglich des Indikators «Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde» festzuhalten, dass
die diagnos
ti
zierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
gemäss
der
psychiatrischen
Gut
achter
in
n
ur leichtgradig ausgeprägt ist, wobei die beklagte Schmerzintensität
und Schmerzdauer nicht nachvollzogen werden
konnte
(vgl. auch Urk. 14/171/3
5)
.
Sodann
konnte zum Untersuchungszeitpunkt klinisch-phänomenologisch kein depressives Syndrom von relevanter Schwere
und auch keine andere psychia
trische Störung
festgestellt werden. D
er Beschwerdeführer
war
allseits orientiert und bewusstseinsklar. Die Konzentration konnte für die Dauer des einstündigen Gesprächs problemlos aufrechterhalten werden. Ebenfalls ergaben sich keine Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Übersetzung. Der Beschwerdeführer konnte problemlos seine Aufmerksamkeit zwischen Dolmetscherin und Referen
tin teilen. Es gaben sich keine Hinweise für Störungen der Auffassung, der Merk
fähigkeit oder des Gedächtnisses. Formalgedanklich
war
d
er
Beschwerdeführer
klar und kohärent, nicht verlangsamt, weder umständlich noch eingeengt.
Es fan
den sich keine Störungen der Kognition. Weder Antriebsstörungen noch sozialer Rückzug wurden beklagt.
E
s fa
nden sich keine Hinweise für psychotisches Erleben wie Wahn, Sinnestäuschungen oder I
ch-S
törungen. Ängste bestanden lediglich in Form
von
klaustrophobischen
Ängsten;
Zwangsgedanken oder –
handlungen
waren keine
explorierbar
. Affektiv war der Beschwerdeführer weit
gehend
euthym
. Die Schwingungsfähigkeit war durchgängig adäquat gege
ben. Der Rapport war herstellbar. Psychomotori
sch war
d
er
Beschwerdeführer
ruhig
(
Urk.
14/171/36
f.
)
.
Mit Blick auf den Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg» ist zu be
rück
sichtigen, dass sich der Beschwerdeführer
gegenwärtig
nicht in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befindet
und nie psychiatrische
Medikamente eingenommen hat
(Urk. 14/171/35)
.
Zumindest
war
das vom Kardio
logen
verschriebene
Antidepressivum nicht
in der Serumspiegelmessung
nach
weis
bar
(vgl.
Urk.
14/171/29
und 73
)
.
Dasselbe gilt für das Medikament Ibuprofen 800 mg, welches der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben angeblich zwei
mal täglich einnimmt (
Urk.
14/171/29
und 73
).
Auch hat
d
er
Beschwerdeführer
nie spezifische Entspannungsmethoden für einen besseren Umgang mit seinen Schmerzen erlernt (
Urk.
14/171/35
).
Sodann sind bislang keine Eingliederungs
bemühungen erfolgt
(vgl.
Urk.
14/
171/
51)
.
Hinsichtlich des Indikators «Komorbidität» ist zu berücksichtigen, dass der Be
schwerdeführer an somatischen Symptomen l
eidet,
welchen die psychiatrische Gutachterin allerdings keinen massgeblichen Einfluss im Sinne einer Komorbidi
tät zumass. Sodann hat der Beschwerdeführer
in der Vergangenheit zwar an einer depressiven Episode gelitten. Diese war zum Zeitpunkt der Begutachtung aber weitgehend remittiert (
Urk.
14/171/36 f.).
5.2.2
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, ist festzuhalten, dass
keine spezi
fische Persönlichkeitsproblematik vorliegt
und der Beschwerdeführer eine gute Kindheit schilderte
(
Urk.
14/171/3
4 und 37).
Insgesamt fehlt es an Anhaltspunk
ten, welche für eine ressourcen
hem
mende Persönlichkeitsstruktur sprechen.
5.2.3
Zum Komplex «sozialer Kontext» ist dem Gutachten zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer
gemäss seinen Angaben sozial gut eingebunden
ist
. E
r pflegt
sehr guten Kontakt zu seiner Primärfamilie und der Familie seiner Trauzeugin
. Z
udem hat
er viele Bekannte und Kollegen
(
Urk.
14/171/34 f.). Auch wenn der Beschwer
deführer in seiner
Beschwerde
nunmehr
bestreitet
, Kontakte innerhalb der Pri
mär
f
amilie zu
pflegen (
Urk.
1 S. 13), so sind doch zumindest enge und
gute
Be
ziehungen
ausserhalb der Familie
ausgewiesen
.
Der Beschwerdeführer verfügt
sodann
über einen strukturierten Tagesablauf: Um 7 Uhr
erledigt er
jeweils
die
Mo
rgenhygiene, duscht und rasiert
sich. Danach nimmt er seine Medikamente ein und trinkt Kaffee und Tee. Um 9 Uhr
kommt
sodann
die Tochter seiner Gotte mit ihren drei Kindern
vorbei
, erledigt den Haushalt und leistet ihm Gesellschaft. Die Kinder sind für ihn eine gute Ablenkung. Nachmittags wird der Beschwerdeführer vom Schwiegersohn seiner Gotte abgeholt und die beiden fahren zusammen in dessen Schrebergarten. M
anchmal
wird dort auch das Abendessen eingenommen. Abends ist der
Besch
werdeführer zuhause und schaut sich Filme an
, bis er um 23 Uhr zu Bett geht
. Einkäufe werden von der Familie seiner Gotte
getätigt
.
Ebenso werden administrative Auf
gaben von seiner Gotte erledigt;
dies war allerdings schon vor dem Unfall
so
.
Manchmal geht der Beschwerdeführer
ausserdem
spa
zie
ren und trifft Kollegen (
Urk.
14/171/33 ff.).
5.2.4
Bezüglich der beweisrechtlich relevanten Kategorie «Konsistenz» ist auf die von
den Gutachtern gemachte Feststellung hinzuweisen, wonach
der Beschwerdeführer nicht arbeitet und keine Tätigkeiten im Haushalt erledigt, ansonsten aber sozial aktiv ist, Kontakte pflegt und spazieren geht
(
Urk.
14/171/37).
Ein Leidensdruck ist zudem nur bedingt ausgewiesen. So nimmt der Beschwerde
führer ke
ine ambulante psychiatrisch-psy
chotherapeutische
Behandlung wahr und
nimmt keine psychiatrische Medikation ein
.
Zumindest konnte d
as
vom Kardio
logen verschriebene
Antidepressivum
(
Cital
opram
)
laborchemisch nicht nachge
wiesen werden.
Ebenso wenig wurde bislang
eine schmerzmodulierende Medika
tion eingesetzt.
Zudem war während des psychiatrischen Untersuchungs
ge
spräch
s, welches bereits das vierte des Tages darstellte, keine Schmerzempfindung er
kennbar. Der Beschwerdeführer sass in unveränderter Position entspannt auf dem S
t
uhl und stand im Anschluss an die Untersuchung rasch und ohne erkennbare Schwierigkeiten auf
(
Urk.
14/171/35
ff.
).
5.2.5
Zusammengefasst ist aus der detaillierten Prüfung der Standardindikatoren sowie deren Gesamtwürdigung ersichtlich, dass die Ressourcen des Beschwerdeführers durch seine Beschwerden nur leicht beeinträchtigt sind und weder Be
hand
lungs
resistenz noch eine ressourcenhemmende Persönlichkeitsstruktur vorliegen. Im sozialen Kontext verfügt der Beschwerdeführer zudem über gute mobilisierende Ressourcen. Massgebend für die Be
ur
teilung sind schliesslich auch die vorstehend aufge
führten
sowie die aus den somatischen Untersuchungen sich ergebenden (vgl. E. 3)
In
kon
sis
tenzen. Gesamthaft sprechen die objektiv
erhebbaren
psycho
pa
thologischen Befunde und die täglichen Aktivitäten, die dem Beschwer
deführer möglich sind, gegen eine Arbeitsunfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
von über 10 %
aus psychiatrischer Sicht
, weshalb der gutachterlichen Einschätzung (E. 3) zu folgen ist
.
An diesem Ergebnis vermögen sodann weder der Bericht der Betreuerin der Spitex
I._
(
Urk.
14/182/1 ff.)
, welche keine (Fach-)Ärztin ist
, noch der Bericht von
Dr.
med. J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 13. Okto
ber 2020
(
Urk.
14/182/16 ff.)
etwas zu ändern. Insbesondere erschöpft sich
letz
terer weitgehend in einer unkritischen
Aufzählung der vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
. D
ie von der Ärztin erhobene
n
Befunde
sind
in dieser leichten Ausprägung
jedenfalls
keineswegs mit der gestellten Diagnose einer mittelgradigen b
is schweren depressiven Episode
vereinbar.
Und schliesslich setzt sich die behandelnde Psychiat
e
rin
auch
nicht mit der im
Z._
-Gutachten vorge
nommenen Einschätzung und insbesondere den dort aufgeführten Inkonsistenzen auseinander
(vgl. Urk. 14/185/11)
.
Soweit der Beschwerdeführer die Feststel
lun
gen der psychiatrischen Gutachterin hinsichtlich strukturier
t
en Beweisverfahrens bemängelt, ist er daran zu erinnern, dass hierfür in erster Linie Aspekte aus psychiatrischer Sicht zu berücksichtigen sind (E. 1.2).
Zusammenfassend ergibt sich mithin kein Anhalt, die im Rahmen des interdis
ziplinären Konsenses gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % in ange
passter Tätigkeit in Frage zu stellen.
6.
6.1
Zu
prüfen bleibt
damit
, wie sich die 80
%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Bei er
werbs
tätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
ge
gli
che
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n
icht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
ein
kom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad be
stim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2; 128 V 29 E. 1).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des früh
est
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt er
zielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kom
mens
entwick
lung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1).
Vorliegend stellte die IV-Stelle zur Ermittlu
ng des
Valideneinkommens
auf die
Angaben des ehemaligen Arbeitgeb
e
rs
K._
GmbH vom 1. Juli
2015
(
Urk.
14/27)
ab und
berechnete
einen
Jahresver
dienst von Fr. 62'
899.20
(
Fr. 28.80 x 42 x 52 [
Urk.
14/
120]
)
.
Darauf kann abgestellt werden.
6.4
Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je
denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, können
zur Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
struktur
erhebun
gen (LSE) herangezogen werden. Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fügungs
zeit
punkt
aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.2 f.).
Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil
und den beruflichen Werdegang des Beschwerdeführers
ist mi
t der IV-Stelle auf die LSE 2014
, Tabelle TA1, Kom
petenzniveau 1, Männer, Total, abzustellen. Der Lohn für Hilfsarbeiten betrug unter Berücksichtigung der betriebsü
blichen Arbeitszeit im Jahr 2015
und der Nominallohnentwicklung bis ins massgeb
liche Jahr 2015
Fr. 66'652.50
(Fr. 5'312
.
-- :
40 x 41.7 x 12
x 1.003
[Bundes
amt für
Statistik [BFS], Tabelle T1.1.10
, Nominallo
hnindex, Männer, 2011-2018
, Ziff. 05-96, Total]
) für ein voll
schichtiges Pensum.
Für das zumutbare Pensum von 80 % resultiert damit ein Einkommen von Fr. 53'322.--.
6.5
Ein basierend auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermit
tel
tes Invalideneinkommen ist allenfalls zu kürzen, da persönliche oder berufliche Merkmale wie Lebensalter, Nationalität oder Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Indes soll der Abzug nicht automatisch erfolgen; er ist vielmehr unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 332 E. 5.2).
Zunächst führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich
schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypo
thetischen
Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, sogar bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kom
petenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten
(
und mittel
schweren
)
Tätig
keiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Zu beachten ist
weiter
, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliesse
n und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Insofern kann auch der erhöhte Pausenbedarf, welcher aus
kardio
logischer Sicht zu einer 20%
igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
führt, nicht
zusätzlich
beim leidensbedingten Abzug
berücksichtigt werden.
Zutreffender
weise
hat
denn auch
die IV-Stelle
in der Verfügung vom 26. November 2020
– nach Vorliegen des
Z._
-Gutachtens –
k
einen
zusätzlichen
Abzug
gewährt, ist doch mit einer Arbeitsfähigkeit von 80 % den entsprechenden Einschränkung
en
und notwendigen Pausen bereits Rechnung getragen
.
Sodann führt ein allfällig fortge
schrittenes
Alter nicht automatisch zu einem Ab
zug, zumal sich dieses im Anfor
derungsniveau 4 (resp. Kompetenzni
veau 1 ge
mäss LSE 2016) sogar eher lohner
höhend auswirkt (Urteil des Bundes
gerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2).
Schliesslich sind auch mangelnde Sprachkenntnisse oder eine ungenügende Aus
bildung nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kom
pe
tenz
niveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Folglich
besteht
vorliegend
kein Anlass, einen leidensbe
dingten Abzug
zu be
rücksichtigen
.
6.6
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (
Validenei
nkommen
Fr. 62’899.--
; Invalideneinkommen Fr. 53’322
.--) resultiert eine Erwerbs
ein
busse
von Fr. 9’577
.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerun
det
15
% ent
spricht.
7.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom
2
6.
November
2020 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
8
.1
Der Beschwerdeführer beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege unter Bestellung von Rechtsanwältin Stéphanie Baur als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
(
Urk.
1 S. 2).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Ver
beiständung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (
Urk.
6); da auch die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, ist dem Beschwerdeführer die unent
gelt
liche Prozessführung zu bewilligen und die unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwältin Stéphanie Baur zu gewähren.
8
.2
Die Verfa
hrenskosten sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweil
en auf die Gerichtskasse zu neh
men.
8
.3
Die unentgeltliche
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Stéphanie Baur,
hat davon abgesehen, eine Kostennote einzureichen, weshalb ihre Entschädigung vom Gericht
festzulegen
(vgl. Urk. 15)
und u
nter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht
[
GSVGer
]
)
auf Fr. 2‘300.-- (
inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) festzusetzen ist
.
8
.4
Der Beschwerdeführer
wird au
f § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach er
zur Na
chzahlung der ihm
erlassenen Ger
ichtskosten und der Kosten seiner
Rechtsver
tretung verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.