Decision ID: efc2c0f0-32bb-508a-921b-e3af61d252f4
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war vom 1. Mai 2001 bis 30. April 2014 als Mit
arbeiter Post bei der
Y._
tätig, wobei der letzte Ar
beitstag am 4. April 2014 war und ihm aufgrund seiner Gesundheit
per Ende April 2014
gekündigt wurde (Urk. 6/13). Unter Hinweis auf eine post
trauma
tische Gonarthrose recht
s und ein
chronische
s
Lumbovertebral
syn
drom
meldete sich der Versicherte am 2. September 2014 bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3).
Die
Sozialversicherungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situa
tion ab
, zog die Akten der Unfallv
ersicherung Suva (Urk. 6/15/1-114)
bei
und
teilte dem Versicherten am 10. Februar 2015 mit, dass
berufliche Ein
gliederungsmassnahmen
nicht möglich
seien (Urk. 6/21)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/27; Urk. 6/32) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Oktober 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 6/36 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 26. November 2015 Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 23. Oktober 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm ab April 2015 eine Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2016 (Urk. 5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 25. Janu
ar 2016 einstweilen zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 16. Februar 2016 (Urk. 8) erachtete das Gericht den
be
schwerdeweise
(vgl. Urk. 1 S. 2) beantragten zweiten Schriftenwechsel als nicht erforderlich, liess es aber dem Beschwerdeführer frei, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen
, wovon dieser
keinen Gebrauch machte
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass
eine
leidensange
passte
Tätigkeit weiterhin zu 100 % zumutbar sei. Aus dem
Einkommensver
gleich
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 18 % (S. 2 f.)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), er leide unter multiplen Beschwerden, die ihn in seiner Arbeitsfähigkeit mas
siv einschränkten
. Die medizinischen Unterlagen, auf denen die angefochtene Verfügung basiere, seien nicht mehr aktuell. Insbesondere habe der Arzt des Regionalen Ärztlichen
Dienstes
(RAD) bei der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit die Auswirkungen des schweren obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms nicht berücksichtigt. Das
Valideneinkommen
betrage Fr. 74‘786.5
0.
De
r
Ermittlung des Invalideneinkommens sei die LSE 2010 und nicht wie
dies die
Beschwerdegegnerin
geta
n
habe
die LSE 2012 zu Grunde zu legen. Schliess
lich werde der 10%ige leidensbedingte Abzug seinen Eins
chränkun
gen nicht gerecht (S. 3 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
3.
3.1
Dem Bericht
der Ärzte
des
Z._
vom 4. Juli 2014 (Urk. 6/12/15-16)
,
wo
sich der Beschwerdeführer wegen des Schlafapnoe-Syndroms behan
deln liess,
lassen sich die folgenden Diagnosen entnehmen (S. 1):
schweres, rückenlageabhängiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
invalidisierende
Gonarthrosen
und Rückenbeschwerden
allergische
Rhinopathie
3.2
Dr. med.
A._
, Facharzt
für Allgemeine
Innere Medizin
und
für Rheumatologie
, nannte in seinem Bericht vom 19. September 2014 (Urk. 6/8) als Diagnose ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(LVS) mit
mehre
tag
i
g
er
Fazettenge
lenksarthrose
und lumbaler Instabilität sowie eine posttrau
matische
Gelenks
arthrose
rechts (links leichte Gonarthrose) und eine Adi
po
sitas (Ziff. 1.1). Anamnestisch hielt er fest, der Beschwerdeführer habe chronisch wiederkeh
rende
Beschwerden am Bewegungsapparat, wechselnde Blockaden im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) und der Rippengelenke sowie
Gonarthrosenbe
schwerden
rechtsbetont.
Nach einer vorderen
Kreuz
band
operation
sei i
m Jahr 2000 eine laterale
Teilmeniskektomie
erfolgt
. Grund
sätzlich bestehe eine gute Prognose, eine Knieprothese werde zur gegebenen Zeit fällig werden (Ziff. 1.4). Eine Arbeitsunfähigkeit sei keine zu attestieren (Ziff. 1.6).
3.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berichtete am 23. September 2014 (Urk. 6/11/5-6)
über den Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers. Er nannte als Diagnose eine unfallbedingte postt
r
auma
tische Gonarthrose rechts sowie anamnestisch ein
Lumbovertebralsyndrom
(Ziff. 1.1)
.
Der Beschwerdeführer habe sich in den 80iger Jahren eine wesent
liche Knieverletzung rechts mit einer vorderen Kreuzbandoperation
in den Jahren
1982 und 1986 zugezogen, später sei eine laterale
Teilmeniskektomie
im Jahr 2000 erfolgt. D
er Beschwerdeführer habe berichtet, dass er seine Arbeit am Flughafen aufgegeben habe, da er
einerseits
zu viel Schmerzen
im
Kniegelenk gehabt habe, andererseits der Arbeitgeber ihm keine leichtere Arbeit habe offerieren können (
Ziff. 1.4
).
Mit dieser Kniearthrose sei der Beschwerdeführer für schwere körperliche Arbeiten nicht einsatzfähig. Wechselbelastende Tätigkeiten seien möglich
,
auch zum Teil mit leichteren
Hebe
belastungen
. Chauffeur-Tätigkeiten wie sie der Beschwerdeführer jetzt durchführe
,
seien wahrscheinlich machbar. Sollte dies nicht erreicht werden
,
empfehle er die Knieprothesenoperation. Die Einschränkungen würden sich durch medizinische Massnahmen vermindern lassen. Er sei der festen Über
zeugung, dass der Beschwerdeführer in leichten bis auch mittelschweren Arbeiten einsatzfähig bleibe, möglicherweise mit einer entsprechend grossen Knieoperation. Leichtere Arbeiten seien auch jetzt zu 100 % zumutbar. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (
Ziff. 1.6-1.8
).
3.4
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin, berichtete am 9. Oktober 2014 (Urk. 6/12/1-4) der
Be
schwerdegegnerin
. Er nannte folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.1):
posttraumatische Gonarthrose rechts bei
Status nach vorderer Kreuzbandruptur und Insertion 1982/1984
Status nach vorderer Kreuzbandplastik 1986
Status nach lateraler
Teilmeniskektomie
2000
leichte mediale Gonarthrose links
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei
mehre
tagiger
Fazettengelenksarthrose
lumbale
r
Instabilität
Adipositas
s
chweres rückenlageabhängiges, obstruktives Schlafapnoesyndrom
(
un
ter Auto-CPAP-Therapie seit 27. Juni 2014
)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine arterielle Hypertonie, eine allergische
Rhinopathie
(
Sensibilisierung gegen Hasel, Birken, Erlen, Gräser, Pollen und Katzenhaaren
)
, einen Status nach benignem paroxysmalen Lagerungsschwindel des
posterioren
Bogenganges sowie eine unklare subjektive Sensibilitätsstörung (Ziff. 1.1).
Dr.
C._
hielt fest, beim Beschwerdeführer bestünden seit vielen Jahren progrediente Gelenksschmerzen. Es bestehe eine bekannte posttraumatische Gonarthrose von mittlerer bis schwerer Ausprägung. Mühe bereite vor allem das Treppensteigen. Daneben beschreibe der Beschwerdeführer chronische, lumbale Rückenschmerzen, welche sich in den letzten Monat verstärkt hätten (Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer habe aufgrund der Gesundheitsbeschwerden seine Arbeit auf Ende April 2014 aufgegeben, weil er den internen
Postzu
stelldienst
mit langen Gehstrecken nicht mehr habe erfüllen können
, wobei aus medizinischer Sicht eine wechselbelastende, leichte
bis mittelschwere
Tätigkeit ohne lange Gehstrecke und ohne Treppensteigen durchaus zuge
mutet werden könne
(Ziff. 1.6
-1.8
).
3.5
In ihrem Bericht vom 12. November 2014 über die am 10. November 2014 erfolgte Untersuchung (Urk. 6/15/6-12) führte Suva-Kreisärztin Dr. med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie,
aus,
die dokumentierten
belas
tungsabhängige
n
Restbeschwerden bei posttraumatischer Gonarthrose rechts bei Status nach vorderer Kreuzbandplastik und
Teilmeniskektomie
seien unfallkausal.
Betreffend die
vom Beschwerdeführer weiter angegebenen Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule, Wirbelsäule, lägen keine Unterlagen vor, je
doch
seien die Beschwerden
aufgrund des festgestellten Hohlkreuzes und der Adipositas als multifaktoriell zu bewerten
. Ihre Unter
suchung h
ab
e erge
ben, dass der Beschwerdeführer in einer leichten bis mittel
schweren wechsel
belastendenden Tätigkeit mit einem sitzenden Anteil von bis zu 50 %, nur manchmal Treppensteigen, ohne Gehen auf unebenem
Gelände, ohne Bestei
gen von Leitern und Gerüsten beziehungsweise knien
de
n
oder kauernde
n
Tätigkeiten, ganztags arbeitsfähig sei (S. 6
f.
).
3.6
Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Tra
u
ma
tologie, RAD, erachtete
in seiner Stellungnahme vom 17. April
2015 (Urk. 6/26
/4)
bei bekannter Diagnose
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit haupt
sächlich wegen der posttraumatischen Gonarthrose rechts bei fehlender realer Arbeitsunfähigkeitsattestierung nur medizintheoretisch seit April 2014 nicht
mehr möglich beziehungsweise
un
zumutbar
. Eine angepasste Tätigkeit jedoch
wäre auch retrospektiv uneingeschränkt möglich, sofern folgendes
Be
las
tungsprofil
beachtet werde: Körperlich leichte bis selten mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne längere Gehstrecken oder Treppenstei
ge
n, ohne Knien, Kauern und Bücken.
3.7
RAD-Arzt Dr.
E._
führte am 25. September 2015 (Urk. 6/35/2) ergänzend aus, das vom Beschwerdeführer erwähnte Schlafapnoe-Syndrom werde zwar im Bericht des Hausarztes Dr.
C._
vom 9. Oktober 2014 (vgl. vorstehend E. 3.4) unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
gelistet, jedoch sei im Bericht des Hausarztes mit keinem Wort davon die Rede, dass dieses Schlafapnoe-Syndrom im vorliegenden Fall die Arbeits
fähigkeit einschränke.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde viel
mehr
mit belastungsabhängigen Knieschmerzen bei progredienter Gonar
throse rechts begründet, wobei der Hausarzt den Beschwerdeführer theoretisch für leichte bis mittelschwere Arbeiten als arbeitsfähig
erachte
,
weshalb
ab sofort eine vollständige Arbeitsfähigkeit vor
liege
. An seiner
vorgängigen
Stellung
nahme vom 17. April 2015 (vgl. vorstehend E. 3.6) sei deshalb festzuhalten.
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer
seit Jahren
an
einer posttraumatischen Gonarthrose rechts
und einem chronischen
Lumbovertebralsyndrom
leidet und neu
, ab Juni 2014
,
ein
schweres, rückenlageabhängiges, obstruktives Schlafapnoesyndrom diag
nos
tiziert wurde
(vgl. vorstehend E. 3.1-7)
.
Uneinigkeit besteht hingegen bei der Beurteilung der Auswirkungen dieser Beschwerden im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Während die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass aus
ver
si
che
rungsmedizinischer
Sicht keine dauerhaften Einschränkungen in der Arbeits
fähigkeit vorhanden seien, erachtete sich der Beschwerdeführer
als zu wenig abgeklärt, namentlich seien die Auswirkungen des schweren obstruk
tiven Schlafapnoe-Syndroms nicht berücksichtigt worden
(vgl. vorstehend E. 2.1, E. 2.2)
.
4.2
Die Würdigung der mediz
inischen Akten ergibt, dass übereinstimmend auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit zu schliessen ist.
So legten sowohl der Rheumatologe Dr.
A._
in seinem Bericht vom 19. September 2014 (vgl. vorstehend E. 3.2) als auch der orthopädische Facharzt Dr.
B._
mit Bericht vom 23. Septem
ber 2014 (vgl. vorstehend E. 3.3) überzeugend dar, dass zu keiner Zeit eine
Arbeitsunfähigkeit zu attestieren sei (vgl. vorstehend E. 3.2). Zum selben Ergebnis gelangte auch Dr.
C._
, welcher aus medizinischer Sicht eine wechsel
belastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne lange
Geh
strecke
und ohne Treppensteigen als zumutbar erachtete (vgl. Bericht vom 9. Oktober 2014, E. 3.4). Auch die Suva-Kreisärztin bestätigte in ihrer am 10. November 2014 erfolgten Untersuchung, dass die dokumentierten
belas
tungsab
hän
gi
gen
Restbeschwerden be
i posttraumatischer Gonarthrose
rechts
- unter Berück
sichtigung eines Belastungsprofils - eine
leichte bis mittelschwere Tätigkeit
zulassen würden
(vgl. vorstehend E. 3.5), was schliesslich vom RAD-Arzt auf
genommen und bestätigt wurde (vgl. Stellungnahmen vom 17. April und 25. September 2015, vorstehend E. 3.6-7).
Zwar mögen diese Unterlagen im Verfügungszeitpunkt bereits ein Jahr alt gewesen sein, der Beschwerdeführer reichte aber keine neueren
Arzt
berichte
ein, die eine Arbeitsunfähigkeit be
legen würden.
RAD
-
Arzt Dr.
E._
legte
mit Hinweis auf den Hausarztbericht vom 9. Okto
ber 2014 (vgl. vorstehend E. 3.4) ausserdem
überzeugend dar, dass auch das Schlafap
n
oesyndrom keinen Einflu
ss auf die Arbeitsfähigkeit hat, da im Be
richt nicht erwähnt werde, dass das Schlafapnoe-Syndrom die Ar
beitsfähig
keit einschränke.
Etwas Anderes wurde auch von ärztlicher Seite nirgends geltend gemacht. Im Gegentei
l hielt Dr.
C._
im genannten Be
richt fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund des obstruktiven
Schlafapno
esyndroms
seit dem 27. Juni 2014 in Behandlung beziehungsweise Therapie stehe und trotz Kenntnis dieser Erkrankung von einer sofortigen und voll
ständigen an
gepassten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei.
Gestützt auf die medizinischen Akten und die Einschätzung des RAD ist
somit
davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer
in einer
behinderungs
an
gepassten
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 100
%
arb
eits
fähig ist. Zu vermeiden sind
indes
längere Gehstrecken oder Treppen
steigen, Knien, Kauern und Bücken.
In diesem Sinne ist der medizinische Sachverhalt als erstellt zu betrachten.
5.
5.1
Es
bleibt
die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der Einschränkungen
mittels Einkommensvergleich
vorzunehmen.
Dabei
ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 201
5
, abzustellen (BGE 129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2; BGE 128 V
174; Urteile des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3
).
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Berechnung des
Valideneinkom
mens
auf
den Arbeitgeberfragebogen der
Y._
für das Jahr 2012
und errechnete ein
der Teuerung angepasstes
Valideneinkom
men
für das Jahr 2015 von Fr.
74‘006.75 (vgl.
Urk. 6/13/7 und
Urk. 6/25).
Dem
gegenüber ermittelte der Beschwerdeführer
für das Jahr 2015
ein
unwe
sent
lich höheres
Valideneinkommen
von Fr. 74‘786.50 gestützt auf den
Jah
res
lohn
von 2013, welcher Fr. 73‘020.-- betrug (Urk. 1 S. 4).
Welches
Vali
den
einkommen
einzusetzen ist, kann im Ergebnis
jedoch
offen gelassen wer
den
, wie nachstehend zu zeigen ist
(vgl. nachstehend E. 5.6).
5.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch
realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtspre
chung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel
cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeits
verhält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeits
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Ein
kommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozi
allohn, gilt
grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
In der LSE 2012 erfolgten vielfältige Anpassungen der erhobenen Daten an die entsprechenden
Reglemente
der Europäischen Union (EU). Neu wird darunter nun nach Berufen (
Skill
Levels) differenziert statt nach den bisherigen
An
forderungsniveaus
1 bis 4 der Stelle. Das Bundesgericht hat in BGE 142 V 178 E.
2.5.3
festgestellt, dass das statistische Einkommen nach TA1
Kompe
tenzniveau
1 der LSE 2012 bei den Männern gegenüber dem Tabellenlohn nach TA1 Anforderungsniveau 4 der LSE 2010 ein Plus von 6,3 Prozent, bei den Frauen ein Minus von 2,7 Prozent und beim Total ein Plus von 5,4 Pro
zent zeige, was nicht mit der Lohnentwicklung von 2010 bis 2012 überein
stimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6). Es hat erkannt, dass die LSE 2012 im Rahmen einer erstmaligen
Invali
ditätsbemessung
(Art. 28 ff. IVG) und im Neuanmeldungsverfahren nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der In
va
lidenrente sowie grundsätzlich auch im Revisionsverfahren (mit Entste
hung
des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruchs im Jahr 2012 oder später) zur Festlegung der Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG dennoch grundsätzlich als Beweis geeignet ist (
BGE 142 V 178
E. 2.5.7 und E. 2.5.8.1;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. Septem
ber 2016 E. 6 und 9C_369/2016 vom
6.
September 2016 E. 2.1). Laufende, gestützt auf die LSE 2010 rechtskräftig zugesprochene Invaliden
renten dürfen aber nicht allein aufgrund der Tabellenlohnwerte
gemäss
LSE 2012 in Revision gezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 und 2.5.8.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2016 vom 20. Juli 2016
E. 4.2)
.
Gemäss Bundesgericht dürfen für die Invaliditätsbemessung – zumindest bis auf Weiteres – nur die (unter anderem)
nach
dem Kompetenzniveau differen
zierten TA1-Tabellen der LSE 2012 verwendet
werden, hingegen nicht die TA1
b-Tabellen (BGE 142 V 178 E. 2.5.7).
5.5
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Tabellenlöhne
der LSE 201
2, wobei sie auf die Tabelle TA
17 abstellte und einen nominallohnangepassten Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert) für das Jahr 2015 von Fr. 67‘
817.35 ermittelte
, welchen sie aufgrund der langen
An
stellungsdauer
von 14 Jahren und der Beschränkung auf leichte Tätigkei
ten um einen zusätzlichen Abzug von 10 % auf Fr. 61‘035.60 kürzte
(Urk. 2 S. 2;
Urk. 6/
25).
Die Bestimmung des Invalideneinkommens gestützt auf die Tabellenlöhne ist angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer derzeit keine Tätigkeit ausübt und
er
über keine Berufsausbildung verfügt
sowie
nur noch in einer
angepassten Tätigkeit arbeitsfähig
ist,
nicht zu beanstanden.
Ebenfalls ist – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 5) –
in
Berücksichtigung der Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 5.4) auf die LSE 2012 abzustellen.
Unter Heranziehung der Tabelle TA1 (monatlicher Brutto
lohn privater Sektor) der LSE 2012 könnte
der Beschwerdeführer in ein
fachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau eins) ein Einkommen von
monatlich Fr. 5‘210.-- erzielen
. Nachdem dem Beschwerdeführer keine körperlich schweren Arbeiten
sowie Tätigkeiten mit längeren Gehstrecken, Treppensteigen
mehr möglich sind
(vgl. vorstehend E. 3.6)
, ist der Tabellenlohn zusätzlich um 10 % zu kürzen.
Gründe, welche einen höheren Abzug rechtfertigen würden
(vgl. hierzu die Rechtsprechung, BGE 135 V 297 E.
5.2
)
,
sind nicht ersichtlich und wurden vom Beschwerde
führer auch nicht substantiiert geltend gemacht.
An
ge
passt an die
Nominal
lohnentwicklung
von
1.9
%
für die Jahre 2013-2015
(
Bundesamt für Sta
tistik, Lohnentwicklung 2011,
T1.1
.1
0
, Nominallohnindex nach Geschlecht,
2011
-
2015) und unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitsze
it von 41.7 Stunden im Jahr 2015 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02
)
ergibt s
ich ein
hypothetisches
Invalidene
inkommen von rund Fr. 59‘77
3.90
(Fr.
5‘210.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.019
x 0.9).
5.6
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 74‘006.75
(vgl. vorstehend E. 5.3)
dem Invalideneinkommen von Fr. 59‘773.90
(vgl. vorstehend E. 5.5)
gegenüber
ge
stellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 14‘232.85 und somit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet
19 %.
Selbst wenn auf das vom Beschwerdeführer ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 74‘786.50
(Urk. 1 S. 4 oben)
abgestellt werden würde, ergäbe dies einen (immer noch) rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 20 % und auch die Gewährung des maximal zulässigen leidensbedingten Abzug
s
von 25 % vermag
einen Rentenanspruch nicht zu begründen
(Invaliditätsgrad von gerundet 33 %).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind
die Kosten auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.