Decision ID: 2790afa8-32a3-4666-b7b7-797d74ed2d6d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
ist
1963
geboren
und
ge
lernter Zweiradmechaniker
.
Er übte im Laufe der Zeit verschiedenste Erwerbstätigkeiten aus und
arbeite
t
e
zuletzt
bis 31. August 2011 (letzter Arbeitstag) als
Klärwart
,
welches
Arbeitsverhältnis durch die Arbeitgeberin aufgelöst
wurde
(wegen Alkoholismus
;
Urk.
7/21
)
.
I
m
November
2011
meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine seit Mai 2011 bestehende schlechte
seelische
Verfassung
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
7
). Nach getätig
ten Abklärungen in erwerblicher wie medizinischer Hinsicht verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom
9. Mai 2012
einen Anspruch auf Leistungen der In
validenversicherung (
Urk. 7/26
). Eine dagegen erhobene Beschwerde
hiess
das hiesige Gericht
mit Urteil vom 24. April 2013
(Prozess-Nr. IV.2012.00749)
in dem Sinne gut, als
es die Sache in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu
fachlich-
psychiatrischen
Abklärungen
an die IV-Stelle zurückwies
(Urk. 7/44)
.
Die IV-Stelle holte
daraufhin
beim Hausarzt (Urk.
7/60) sowie bei
m behandeln
den Psychiater (Urk.
7/70) medizin
i
sche Berichte ein
und veranlasste
in der Folge
die polydisziplinäre Beguta
chtung des Versicherten. Diese wurde
bei der
Y._
AG,
durchgeführt, welche das Gutachten am 14. April 2015 er
stattete (Urk. 7/89)
und
Rückfragen der Verwaltung
vom 27. April 2015 (Urk. 7/90)
mit Schreiben vom 16.
Juni 2015 beantwortete
(Urk.
7/95).
Nach
Durchführung des Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/100 und Urk. 7/105 bzw
. Urk.
7/108)
und
gleichzeitigem Hinweis
des Versicherten dar
auf
, dass er mit Blick auf seine
Mitwirkungspflicht
aufgefordert sei, sich denjenigen Massnah
men zu unterziehen, die zur Erhaltung oder Verbesserung des Gesundheitszu
standes beitragen würden (Urk. 7/99)
,
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. April 2016 m
angels
eines
rechtlich erheblichen Gesundheitsschadens
abermals
den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/113
=
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob
X._
hierorts mit Eingabe vom 3.
Mai 2016 Besch
werde (Urk.
1) und beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin in Aufhebung der an
gefochtenen Verfügung zu verpflichten, die ihm zustehenden Leistungen zu er
bringen, insbesondere sei ihm eine Invalidenrente auszurichten (1.); unter Kos
ten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In verfah
rensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Durchführung eines zweiten Schrif
tenwechsels (2.
; Urk. 1 S. 2
). Mit Vernehmlassung vom
6. Juni 2016 stellte die
IV-Stelle Antrag auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf eine wei
tergehende Stellungnahme (Urk. 6). Dies wurde dem Beschwe
rdeführer mit Verfügung vom 14.
Juni 2016 zur Kenntnis gebracht, unter Ablehnung des An
trags auf Durchführung eines förmlichen zweiten Schriftenwechsels (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Für den Sachverhalt im Einzelnen und die vorliegend massgeblichen rechtlichen Bestimmungen, insbesondere zum Invaliditätsbegriff (Art.
8 Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG),
für die Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter welchen Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit)
invalidenversicherungs
rechtlich
von Bedeutung
ist
sowie für die Rechtsprechung
zum Beweiswe
rt eines ärztlichen Gutachtens
wird auf das Urteil des hiesigen Gerichts vom
24.
April 2013
(Urk. 7/44
; E. 1
) verwiesen.
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung zur Hauptsache damit,
dass
das polydisziplinäre Gutachten
der
Y._
AG
(einschliesslich der Stel
lungnahme vom 16. Juni 2015)
ergeben
habe
, dass kein vom Suchtgeschehen unabhängiger Gesundheitsschaden vorliege. Neurologische oder kognitive Stö
rungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
seien nicht gegeben
und eine er
hebliche vom Suchtgeschehen unabhängige psychische Erkrankun
g könne
aus
geschlossen werden.
Demzufolge sei d
ie Arbeitsunfähigkeit massgeblich durch das Abhängigkeitsverhalten begründet
, weshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege
(Urk. 2)
.
2.2
Dagegen lässt der Beschwerdeführer zur Hauptsache vorbringen, dass auf das Gutachten
der
Y._
AG aus
formellen wie auch inhaltlichen
Gründen
nicht abzustellen sei
. Namentlich würden die mit Urteil vom
24. April 2013
aufgege
benen
Vorgaben nicht umgesetzt und die
psychiatrisch abzuklärenden Frage
stellungen nicht hinreichend
beantwortet. Es sei daher für den Rentenentscheid auf die Ausführungen der behandelnden Ärzte abzustellen (Urk. 1).
3.
3.1
Nach erfolgter Rückweisung der Sache mit Urteil vom 2
4.
April 2013 nahm die Verwaltung zur Hauptsache folgende medizinische Berichte zu den Akten:
3.
2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie seit November 2012 behandelnder Psychiater
des Beschwerdeführers
, diagnostizierte in seinem Bericht vom 18.
März 2014 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Episode,
gegenw
. mittelgradig (F.33.1),
eine
kom
binierte Persönlichkeitsstörung (F61.0),
eine
PTBS (F43.1); sekundär: multipler Substanzgebrauch
(F.19.2)
. Er gab im Wesentlichen an,
der Patient leide seit seiner Kindheit und Jugendzeit an rezidivierenden depressiven Episoden, seine Persönlichkeitsentwicklung sei durch schwere Misshandlungen und Gewalter
fahrungen im Elternhaus sowie durch einen sexuellen Missbrauch gestört.
Auf
grund dieser Erlebnisse hätten sich zusätzlich Sympt
o
me einer PTBS herausge
bildet.
Der Patient, der mit den Belastungen nicht habe umgehen können
,
sei in seiner späteren Jugendzeit in die Suchtproblematik abgerutscht. Der Patient sei motiviert, mit seinem Suchtverhalten aufzuhören, wegen der Tiefe der Proble
matik komme es
aber
immer wieder zu neuen Rückfällen. E
s bestünden Ein
schränkungen in Form von psychischer und emotionaler Instabilität, rasche
Er
schöpfbarkeit
, Kraftlosigkeit, Motivationslosigkeit sowie kognitive Einschrän
kungen in Form
von
Konzentrationsstörungen und Gedächtniseinbussen.
Dadurch werde die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit verunmöglicht; seit
dem
22.
März 2011 bestehe eine vollst
ändige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
7/70).
3.
3
Im v
on der Verwaltung angeordneten p
olydisziplinären (internistischen, neurolo
gischen, psychiatrischen und neuropsychologischen) Gutachten der
Y._
AG vom 14.
April 2015 stellten die verantwortlich zeichnenden Fach
ärzte bzw
.
der Neuropsychologe (Dipl. Psych
.
) folgende Diagnosen
(Urk. 7/89
S. 45)
:
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: keine
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Polytoxikomanie
mit fortgesetztem Konsum von Alkohol, Opiaten und
Cannabinoiden
-
Chronisch venöse Insuffizienz Stadium II
-
Anamnestisch asthmatische Beschwerden seit Kindesalter
-
Chronische Hepatitis C
-
Adipositas Grad II mit BMI 35.1 kg/m2
-
Migräne
-
Meralgia
parästhetica
links
Die Gutachter führten im Wesentlichen aus, in Zusammenfassung aller
Teilgut
achten
, der dabei erhobenen Anamnesen und Befunde sowie der Aktendaten seien
sie
gemeinsam zum Schluss gekommen,
dass
die A
rbeitsfähigkeit
des Versicherten
in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren oder
auch
i
n einer anderen körperlich leichten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit als suchtmittelkonsumunabhängig eingeschränkt anzusehen
sei
, dies p
er sofort und auch retrospektiv
. Durch die gesamte medizinische Vita des Versicherten ziehe sich eine suchttherapeutisch inkonsequente
,
die Sucht-
Alibisierung
stützende unkritische Übernahme einer Kausalitätsinterpretation
(Sucht auf dem Boden einer Persönlichkeitsstörung und rezidivierenden depressiven Störung), die nämlich bei neutraler Betrach
tung zumindest ebenso gut in umgekehrter Richtung ausfallen k
önne
(im Rah
men eines Suchtmittelmissbrauchs seien depressive und weitere psychische Störungen schulmedizinisch bestens bekannt und Gegenstand jeder ärztlichen Ausbildung)
. Selbst wenn man
an der bisherigen aktenkundigen Interpretation weiter festhalten
wollte
, sei die Attestierung einer anhaltenden Arbeitsunfähig
keit bereits aus dem Grund versicherungsmedizinisch gar nicht statthaft, als der durch eine vollständige Entgiftung und Entwöhnung erzielbare Besserungseffekt auf die psychischen Beschwerden erst unter stabiler Abstinenz bestimmbar sei. Angesichts der bestimmten Leberwerte (die der aktenkundigen Hepatitis, dem fortgesetzten Suchtmittelkonsum oder beiden Faktoren zugeordnet werden könnten) sei ebenfalls eine vollständige Abstinenz geboten, da ansonsten eine progrediente Leberschädigung sehend in Kauf genommen würde
;
allein aus diesem Grund sei eine vollständige Abstinenz zu fordern. Die Mitarbeit des Versicherten bei einer vollständigen Abstinenz sei medizinisch gut zumutbar
und stehe in seinem Gesundheitsinteresse
;
die notwendige Willensanstrengung könne aufgebracht werden,
und
kognitive
Störungen
oder anderweitige
Sucht
folgen
, die dem im Wege stünden, seien nicht evident. Neurologische oder in
ternistische Gesundheitsstörungen oder kognitive Störungen mit Einfluss auf die A
rbeitsfähigkeit lägen nicht vor
(Urk.
7/89 S. 43 ff.).
3.
4
Nach Eingang des Gutachtens veranlasste
Dipl. med.
A._
, Facharzt für Neurolo
gie
sowie
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD),
am 27.
April 2015 ergänzende
Rückfragen
an die Gut
achter
(
Bitte legen Sie ausführlich dar, weshalb Sie die Diagnose einer
Persön
lichkeitsstörung
verwerfen? Bitte nehmen Sie ausführlich Stellung zu den so
matischen Beschwerden und
warum diese nicht auch
als
Som
atisierungsstörung
eingeordn
e
t werden könnten? Anhand welcher
K
rite
r
ien wurde die D
i
agnose ei
ner rezidiviere
n
den depressiven St
ö
rung ausgeschlossen?
Vgl.
Urk. 7/90 und Urk.
7/98 S
.
4).
3.
5
In der er
gänzenden Stellungnahme vom 16.
Juni 2015
äusserten sich
die Gutach
ter
dahingehend
,
dass
zur Frage einer Persönlichkeitsstörung
bzw
.
wes
halb
eine solche nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliege
,
bereits ausdrücklich und schlüssig Stellung genommen worden sei
(da eben eine ebenso
gut mögliche konkurrierende Ursache in Form
der
fortgeset
zten
Polyto
xikomanie
bestehe); h
ier bedürfe es keiner Ergänzungen und es werde empfoh
len, die genannten Beurteilungen nochmals gründlich zu prüfen.
Die im Rah
men der Rückfrage gewählte Formulierung („ausgeschlossen,
„
verwerfen
“
) sei überdies zumindest missverständlich. So müsse eine Persönlichkeitsstörung nicht „verworfen“, eine depressive Störun
g nicht „ausgeschlossen“ werden;
vielmehr seien die genannten Diagnosen versicherungsmedizinisch überwiegend wahrscheinlich zu machen, um leistungsbegründend zu sein.
Alsdann weise d
er
vorliegende psychiatrische Befund
zweifelsfrei aus, dass keine e
rhebliche De
pressivität bestehe. Die
Achsenkriterien einer depressiven Episode seien nicht ausreichend erfüllt und die
geringgradigen
Auffälligkeiten seien zudem nicht von einem Effekt der
Polytoxikomanie
zu trennen, was im Gutachtenstext be
reits schlüssig ausgeführt worden sei.
D
ie zitierten somatischen Beschwerden
seien zumindest anteilig wesentlich auch im Kontext
der
Polytoxikomanie
ver
stehbar;
angesichts der konkurrierenden Kausalität sei
eine eigene
Somatisie
rungsstörung
nicht überwiegend wahrscheinlich. Es
werde
nochmals auf die in der herausgearbeiteten Laborsituation, die eine prekäre Leberschädigung belege
,
hingewiesen. Bei einer fortgesetzten Bagatellisierung des Suchtmittelkonsum
s
sei eine erhebliche dauerhafte Gesundheitsschädigung zu erwarten
,
so dass hier ein dringlicher Abstinenzbedarf objektiv zweifelsfrei bestehe (Urk.
7/95).
3.
6
In seiner Stellungnahme zu den eingeholten Ergänzungen führte RAD-Arzt
A._
am 2
6.
Juni 2015
w
as
folgt aus:
„D
ie Rückfragen
werden
nur unzureichend beantwortet. Die Verwaltung soll ihre Schlüsse
aus dem
Gutachten ziehen.
Kurz zusammengefasst gehen
die Gutachter weiterhin von ein
er primären
Suchter
krankung
aus
.
E
s sei
eine Abstinenz zur Vermeidung von Sekundärschäden zu fordern, dies sei auch medizinisch zumutbar. Eine von der Suchterkrankung un
abhängige Arbeitsunfähigkeit habe und hat nie bestanden
“
(Urk. 7/98 S. 4).
4.
D
er Beschwerdeführer
lässt
zunächst
die Verwertbarkeit des Gutachtens
der
Y._
AG
in grundsätzlicher Hinsicht in Frage stellen. Er
begründet dies
da
mit
, dass
das Gutachten
unter der Federführung von Prof.
Dr.
med.
B._
erstellt worden sei, dessen Unabhängigkeit
fraglich und
durch ein anderes kantonales Gericht verneint worden sei
. Dies mit Blick auf eine Vortragsveranstaltung, zu welcher
Dr.
B._
eingeladen habe, und im Rahmen welcher Veranstaltung Möglichkeiten der zukünftigen Begrenzung von unzureichend begründeten Krankentaggeld
-
, IV- und UV-Leistungen präsentiert worden seien (
Urk. 1 S.
5 ff.)
. Daraus kann der
Beschwerdeführer jedoch nichts
zu
gunsten eines An
scheins der Befangenheit
ableiten
. So hat
das Bundesgericht
mit Blick auf eben
diese
n
Sachverhalt
festgestellt, dass
(allein)
der Umstand, wonach ein Gutachter seine persönliche Meinung zur Vermeidbarkeit von ungerechtfertigten Versi
cherungsleistungen öffentlich bekannt mache oder im Rahmen einer Publika
tion eine von der Rechtsprechung abweichende Meinung vertrete, für sich allein noch nicht auf eine Voreingenommenheit in einem konkret zu beurteilenden Fall schliessen
lasse
(vgl. zum Ganzen etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_19/2017
vom 30.
März 2017
E. 5.2 unter Hinweis auf Urteil 8C_548/2016 vom
4.
Januar 2017 E. 4.2).
V
orliegend besteht kein Anlass für eine abwei
chende Beurteilung.
5
.
5.1
Die Verwaltung verneinte gestützt auf das Gutachten
der
Y._
das Vorliegen einer rechtserheblichen Gesundheitsschädigung
,
was sie damit begründete, dass die Arbeitsunfähigkeit massgeblich durch das Abhängigkeitsverh
alten begrün
det
sei
.
Wie
an sich bereits
der RAD
zu Recht
feststellte
(vgl. E
.
3.
6
hievor
)
und auch der Beschwerdeführer geltend mach
t,
beantwortet das Gutachten
die
sich
im psychiatrischen Bereich
stellenden Fragen
jedoch
nur ungenügend
, weshalb nicht
ohne Weiterungen
darauf abgestellt werden kann.
5.2
So
beleuchtet
die
psychiatrische Expert
ise
die
nach der Rechtsprechung
bei
Alko
h
olismus
/Sucht
geschehen
interessierenden
und im Urteil vom
24. April 2013
(Urk.
7/
44
E.
4.4
)
aufgezeigten Fragestellungen
nur teilweise. Namentlich
geht
sie
weder
in der gebotenen Ausführlichkeit
auf
die
p
ersönliche
Lebensge
schichte
des Versicherten
noch
näher auf
die
der Entstehung der
Suchterkran
kung
zugrunde
liegenden
biograf
ischen Umstände
ein
und
es
wird insbesondere
nicht
hinlänglich
und abschliessend
diskutiert,
ob eine
krankheitswert
i
ge
und für die Suchtentwicklung hinreichend schwere
psychische
Störung
bestand, welche
die Sucht verursacht hat oder
ob eine solche psychi
a
trische Erkrankung
Folge davon ist
,
und gegebenenfalls, wie es sich mit den Wechselwirkungen zwischen Sucht und
psychischer Krankheit verhä
lt
.
A
ufgrund
der bisherigen Ausführungen
im Gutachten
ist
aber auch
etwa
nicht
nachvollziehbar,
aufg
ru
nd welcher
Üb
erlegungen
der psychiatrische Gutach
t
er
hinsichtlich der
von den behandelnden Ärzten
gestellten
(
und nach deren Auffassung für die
Suchtent
stehung
verantwortlichen
)
Diagnosen
(
wie etwa
Depression und
Persönlich
keitsstörung
)
zu einer anderen Auffassung gelangt
.
Die nachvollziehbare
Ausein
andersetzung mit in den
Vorakten
dokumentierten Diagnosen und ab
weichenden fachärztlichen
Beurteilungen
ist
– entgegen der offenbaren Auf
fassung des Gutachters
(wonach eine Diagn
o
se nicht zu
„
verwerfen
“
sei)
–
je
doch
sehr wohl
vorausgesetzt, damit das Gutachten
als
für die Belange der In
validenversicherung beweiswertig
bezeichnet werden kann
(vgl. auch das
[
dem G
utachtensauftrag wohl beigelegte
]
Merkblatt: Das polydisziplinäre Gutachten in der Invalidenversicherung
;
Urk.
7/73
).
5.3
Anzumerken ist, d
ass
allerdings
auch nicht überrascht
, dass
d
ie
sich
stellenden F
ragen
n
icht
hinreichend beantwort
et
worden sind
.
So
ist
weder aus dem Gut
achtensauftrag noch den
im
Gutach
t
en
aufgeführten „Gutachtenfragen“
(Urk. 7/89 S.
45)
ersichtli
c
h
,
dass
die Verwaltung
bei
der Auftragserteilung
nach den
Angaben gefragt hätte, die
im Kontext einer Suchterkrankung
für die Be
u
r
teilung des Leistungsanspruchs
rechtsprechungsgemäss
massgebend sind
.
Wie sich aus den Akten ergibt,
beschränkte sich
die Verwaltung
auf
die Zustellung der
Standardfragen
und sah von Zusatzfragen ab
(vgl.
Urk. 7/72-73
)
bezie
hungswei
s
e
stellte
solche
mit
den kurzen Rückfragen vom
27.
April 2015 (Urk. 7/90)
nur unvollständig
und nicht mit der erforderlichen Konsequenz
.
Die Unvollständigkeit ist daher weitgehend von der Verwaltung zu vertreten.
5.
4
Hat aber die Verwaltung schon gar nicht
erst
nach den
relevanten
Auskünften gefragt und
nach Erhalt der
–
selbst aus Sicht des RAD unge
n
ü
genden Antwor
ten -
gleichwohl
auf die Expertise
abgestellt,
ist
sie
der ihr aufgegebenen
Ab
klärung
nur
unvollständig
nachgekommen
und
hat
ihre
A
bklärungspflicht
in
nicht un
erheblichem Masse
verletzt
.
Kommt hinzu
,
dass
die
von der Verwaltung
in der Folge
gestützt auf das
–
unvollständige
-
G
utachten
gezogene
n Schlü
ss
e
,
wonach
die Gutachter von einer
„
primären
“
Suchterkrankung ausgehen
würden
und
die Arbeitsfähigkeit massgeb
lich durch diese beeinträchtigt
sei
, so nicht zulässig
erschein
en
. Zum einen
hat der psychiatrische Experte
-
soweit ersicht
lich
–
vielmehr beide „Kausalitäts
i
nterpretationen
“ als gleich wah
rscheinlich be
zeichnet („mindestens ebenso
gut“
; vgl.
Urk.
7/89 S.
47
; vgl.
ebenso
Urk.
7/95 S. 1
)
.
Z
um andern
hat
er
bezogen auf
das B
estehen eine
r
suchtmittelunabhängi
gen
namhaften Gesundheitsstörung (Urk. 7/89 S. 37) bzw. einer anhaltenden
Arbeits
un
fähigkeit (
vgl. Urk. 7/89 S.
44
) unter Hinweis auf
das
konkurrierende Suchtgeschehen
sowie das Erfordernis von Abstinenzbedingungen
keine ab
schliessenden Angaben gemacht
.
5.
5
Bei dieser Ausgangslage
und
da
es nicht Sache des hiesigen Gerichts sein kann,
das von
der Verwaltung
Versäumte
nachzuholen,
ist
die Sache
in Aufhebung der angefochtenen leistungsverneinenden Verfügung
an
die Verwaltung
zu
rückzuweisen, damit sie
- nunmehr
in gehöriger Nachachtung
der
einschlägigen
Rechtsprechung (
vgl.
Urteil des hiesigen Gerichts vom 24.
April 2013; E. 1.3
) – die
bei Suchtgeschehen erforderlichen
spezifischen
Auskünfte beim
psychiatri
schen Experten
ergänzend
einhole,
welchem die entsprechenden Fragen in hin
reichend klarer Form
zu
unterbreiten
sind.
Dabei wird – soweit
für die
E
rgän
zung
der psychiatrischen Expertise
erforderlich
und zumutbar
-
dem Versicher
ten
vorgängig unter Hinweis auf die
Mitwirkungspflicht
eine
Suchtmittela
bsti
nenz
aufzuerlegen
sein
(vgl.
zum Ganzen
etwa Urteil des Bundesgerichts 9C
_370/2013
vom 22. November 2013; E.
4.2.1).
Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde kann
auch
nicht auf die neue
ren Berichte der behandelnden Ärzte abgestellt werden.
Namentlich
erweist sich d
er
einzige
fachärz
t
lich
-psychiatrische
(Formular-)
Bericht von
Dr.
Z._
vom
18. März 2014
(Urk. 7/70)
als
zu wenig
umfassend, als dass er
die sich stellen
den Fragen
zu
beantworten
vermöchte
. Er ist
dem psychiatrischen Experten je
doch ebenfalls zur ergänzenden Stellungnahme zuzustellen.
5.
6
Da es lediglich um Ergänzungen von gutachterlichen Ausführungen geht, steht die Rückweisung in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (
vgl.
BGE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen).
6
.
6
.
1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Ausgangsgemäss steht dem
Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
So
zialversicherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den
Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf Fr.
2‘600
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.