Decision ID: ecd980cd-ca4d-52e1-879d-25e8b7bbe92d
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juli 2001 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 19). Im
Auftrag der IV-Stelle erstattete die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
B._ am 29. November 2002 ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 18). Die Gutachter
führten aus, der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome, an einer Epilepsie, an chronischen, migräniformen
Kopfschmerzen, an Flankenschmerzen links sowie an lumbalen Rückenschmerzen. Bis
zu einer Besserung der depressiven Symptomatik sowie der sozialen Ängste sei der
Versicherte voll arbeitsunfähig. Bei einer guten Erholung von der Depression und wenn
die Anfallsfreiheit erreicht sei, sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent in einer leichten
Arbeit realistisch, sofern die Körperhaltung (Gehen, Stehen, Sitzen) regelmässig
angepasst werden könne. Am 12. Juni 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
dem 1. September 2001 eine ganze Rente zu (IV-act. 59). Am 10. Februar 2005 wurde
diese Verfügung ersetzt, da infolge nachträglich gemeldeter Einkommen eine
Neuberechnung der Rentenbeträge notwendig war (IV-act. 64). In der neuen Verfügung
wurde dem Versicherten ebenfalls ab dem 1. September 2001 eine ganze Rente mit
allerdings anderen Rentenbeträgen zugesprochen.
A.a.
Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie B._ legte am 12. April
2006 dar (IV-act. 78), dass beim Versicherten eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes vorliege. Er leide neu auch noch an einer Mitralinsuffizienz. Die
Ärzte führten als weitere Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode, einen
Schwindel und einen Tinnitus an. Die Symptomatik sei stark schwankend. Am 16. Juni
2006 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass er weiterhin
einen Anspruch auf die bisherige ganze Rente habe (IV-act. 85).
A.b.
Am 24. Januar 2011 berichtete die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals
St.Gallen (IV-act. 95-11 f.), die Versicherte leide an rezidivierenden
Bewusstseinsstörungen unklarer Genese und an einer koronaren, valvulären und
A.c.
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hypertensiven Herzkrankheit mit einer angiographisch nachgewiesenen
Dreigefässerkrankung. Dr. med. C._ und Dr. med. D._ vom Psychiatrie-Zentrum
B._ gaben am 6. September 2012 an (IV-act. 104), dass sich der Gesundheitszustand
des Versicherten seit der Begutachtung im November 2002 wesentlich verändert habe.
In psychiatrischer Hinsicht habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten
insofern verändert, als bei der letzten Konsultation im August 2012 eine leichte
depressive Symptomatik festgestellt worden sei. Am 15. Januar 2013 notierte Dr. med.
E._ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 111), dass bezüglich der Epilepsie
von einer seit Jahren bestehenden Anfallsfreiheit ausgegangen werden könne. Das
Herzleiden sei stabil und beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer
körperlich angepassten Tätigkeit nicht. Die depressive Störung habe sich auf das
Niveau einer leichtgradigen Ausprägung verbessert, womit dem Versicherten für
adaptierte Tätigkeiten ohne Zeitdruck und ohne allzu hohen Leistungsdruck sowie ohne
erhöhtes zwischenmenschliches Konfliktpotential eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert
werden könne. Am 12. April 2013 verfügte die IV-Stelle, dass die Einstellung der Rente
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats und entzog einer
allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung die aufschiebende Wirkung (IV-act. 122).
Am 30. April / 23. Mai 2013 liess der Versicherte Beschwerde erheben (IV-act.
128-2 ff.). Sein Vertreter beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 12. April 2013
und die Weiterausrichtung der Rente über den 31. Mai 2013 hinaus sowie eventualiter
die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab dem 1. Juni 2013, verbunden mit der
Anweisung an die IV-Stelle, für den Versicherten geeignete Massnahmen zur
beruflichen Eingliederung anzuordnen. Am 25. Juni 2013 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde (IV-act. 138). Das Versicherungsgericht des Kantons
St.Gallen entschied am 11. Mai 2015 (IV-act. 146), dass die angefochtene Verfügung
vom 12. April 2013 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und die
Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen und zur anschliessenden neuen
Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden. Es führte aus, der Versicherte leide
an verschiedenartigen Gesundheitsbeeinträchtigungen und bislang sei keine
interdisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeholt worden, die allen Beschwerden
und deren Wechselwirkungen Rechnung tragen würde. Es sei daher nicht überwiegend
wahrscheinlich bewiesen, dass der Versicherte trotz der vielfältigen Beschwerden
A.d.
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tatsächlich in der Lage sei, in leidensadaptierten Tätigkeiten eine volle Arbeitsleistung
zu erbringen.
Am 5. September 2015 berichtete der Hausarzt Dr. F._, Allgemeine Innere
Medizin FMH, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert (IV-
act. 154-1). Der Versicherte leide an einem mittel bis schweren depressiven
Zustandsbild mit Angststörungen und unklaren neurologischen Beschwerden mit
Bewusstseinsstörungen. Es gehe ihm damit psychisch schlechter; somatisch seien
keine neuen relevanten Beschwerden aufgetreten. Deshalb bestehe aktuell eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Am 14. Januar 2016 berichtete der behandelnde Psychiater, Dr.
med. D._ vom Psychiatrie-Zentrum B._, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten seit dem 6. September 2012 (IV-act. 104) verschlechtert habe (IV-act.
168). Neu seien beim Versicherten folgende Diagnosen erhoben worden: Sonstige
organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit,
Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns, rechts-hemisphärische organische
affektive Störung, epilepsiebedingt und sonstige Reaktionen auf schwere Belastung.
Für den Versicherten sei aufgrund der Überforderung mit den finanziellen
Angelegenheiten eine freiwillige Beistandschaft errichtet worden. In Zusammenhang
mit den Finanzen gebe es häufig konflikthafte Situationen. Beim Versicherten bestehe
allgemein eine auffallende Abhängigkeit von einem wertschätzenden, wohlwollenden
und unterstützenden Umfeld. Er empfinde Kritik oder die Unterstellung von
Fehlverhalten fast als vernichtend. Der Versicherte zeige zunehmend eine
Wesensänderung mit einer im Vordergrund stehenden Affektlabilität bei einer
gleichzeitig ständig abnehmenden Fähigkeit, sich auf notwendige soziale Erfordernisse
einzustellen. Er sei in seinen Einstellungen völlig unflexibel und im Verständnis
komplexer und teilweise auch einfacher Zusammenhänge überfordert. Aufgrund der
gelegentlichen absence-ähnlichen Anfälle bleibe die Ehefrau des Versicherten meistens
in dessen Nähe. Beim Versicherten bestehe auf dem ersten Arbeitsmarkt für jede
Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit.
A.e.
Am 6. April 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie zur Klärung der
Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung als notwendig
erachte (IV-act. 179). Das Schweizerische Zentrum für medizinische Abklärungen und
Beratungen (SMAB AG) erstatte am 9. September 2016 ein polydisziplinäres Gutachten
A.f.
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B.
in den Fachgebieten Psychiatrie, Orthopädie/Traumatologie, Neurologie, Innere
Medizin, Kardiologie und Neuropsychologie (IV-act. 190). Daraus ging hervor, dass der
Versicherte (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) an einer diskreten
Affektregulationsstörung bei einer rechtshemisphärisch-organischen affektiven Störung
mit Neigung zu Erschöpfung/ Ermüdung litt. Aus internistischer Sicht sei, auch wenn
ein Verdacht auf rezidivierende Nierensteine und eine funktionslose linke Niere
bestünde, sowie auch aufgrund des Übergewichtes keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gegeben. Kardiologisch seien lediglich schwere körperliche Arbeiten zu
vermeiden; andere Tätigkeiten seien uneingeschränkt zumutbar. Aus orthopädischer
Sicht sei der Versicherte in der Lage, körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten
mit Heben und Tragen von Lasten von bis zu 15 kg auszuüben. Neurologisch sei
ebenfalls nichts vorhanden, was einen negativen Einfluss auf die kognitive
Leistungsfähigkeit haben dürfte. Aus psychiatrischer Sicht sei die rezidivierende
depressive Störung unter der Behandlung remittiert. Eine leichte
Affektregulationsstörung im Sinne einer Affektinkontinenz sei am ehesten als Ausdruck
einer rechtshemisphärisch-affektiven Regulationsstörung zu interpretieren. Dies führe
zu einer geringeren Einschätzung des Leistungsvermögens um 20 Prozent.
Zusammenfassend liege die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sowohl in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit bei 80 Prozent; diese
Arbeitsfähigkeit bestehe seit September 2012. Zumutbar seien leichte bis
mittelschwere, körperlich nicht übermässig belastende Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von Lasten bis maximal 15 kg. Ständige Arm-Vorhalte und extreme
Temperaturschwankungen seien zu vermeiden. Der Versicherte könne Tätigkeiten
ausüben, die seinem Ausbildungs- und Kenntnisstand entsprächen; Tätigkeiten mit
überdurchschnittlichen Verantwortungsbereichen und einem besonderen Zeitdruck
sowie mit hohen Anforderungen an die Konfliktfähigkeit sollten vermieden werden. Am
13. Januar 2017 verfügte die IV-Stelle die Renteneinstellung per 1. Juni 2013 (IV-act.
194). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 14. September 2017 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 201). Er gab an, sein
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Am 30. Mai 2017 hatten Dr. med. G._
B.a.
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und Dr. med. H._ vom Departement Innere Medizin des Kantonsspitals St.Gallen
(KSSG) in ihrem Austrittsbericht zur Hospitalisation vom 29. bis 30. Mai 2017
angegeben (IV-act. 202-1 ff.), dass der Versicherte an einer schweren koronaren
Dreigefässerkrankung, einer valvulären Herzerkrankung, nodulären Veränderungen im
Oberlappen pulmonal links, einem depressiven Zustandsbild mit Angststörungen
sowie, als Nebendiagnosen, an einer chronischen Lumbago und an einer
Schrumpfniere links leide. Beim Eintritt habe der Versicherte über unveränderte Angina
pectoris (AP) Beschwerden sowie eine Belastungsdyspnoe beim Treppensteigen
berichtet. Im Rahmen des Aufenthalts sei die chronisch verschlossene ACD mit einem
guten Resultat rekanalisiert worden. Sie gingen davon aus, dass sich die Symptomatik
dadurch deutlich verbessern werde. Am 15. August 2017 hatten Dr. G._ und med.
pract. I._ vom KSSG berichtet (IV-act. 203), der chronisch verschlossene proximale
RIVA habe mittels drei Drug-eluting-Stents erfolgreich revaskularisiert werden können.
Am 14. September 2017 gab der Versicherte gegenüber Dr. med. J._ und Dr. med.
K._ der Kardiologie des KSSG an, dass er sich seit der koronaren Revaskularisation
klar besser fühle (IV-act. 212); die zuvor typischen pektanginösen Beschwerden seien
komplett regrediert. Der Versicherte habe geäussert, er weise eine deutliche
Verbesserung der Symptomatik seit dem Eingriff vor sechs Wochen auf und sei zurzeit
beschwerdefrei. In ihrer Beurteilung hatten die Ärzte festgehalten, der Versicherte sei in
einer psychisch schlechten Verfassung mit einer deutlichen Verunsicherung seit den
beiden Koronarinterventionen. Der Hausarzt Dr. F._ berichtete am 9. Oktober 2017,
der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich insbesondere durch das
Herzleiden deutlich verschlechtert (IV-act. 211). Der behandelnde Psychiater Dr. D._
berichtete am 12. Oktober 2017 (IV-act. 210), der Versicherte leide an sonstigen
organischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, an
einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns, an einer rechts-hemisphärischen
organischen affektiven Störung, epilepsiebedingt, sowie an sonstigen Reaktionen auf
eine schwere Belastung. Seit Anfang 2016 hätten sich die Kernsymptome der
organischen Wesensänderung kontinuierlich verschlechtert. Der Mangel an
Differenzierungsfähigkeit und damit auch die immer schlechtere kognitive
Zugangsweise zu logischen Problemstellungen habe sich weiter verstärkt. Der
Versicherte sei immer weniger in der Lage, einfache finanzielle und lebenspraktische
Abläufe rational durchzudenken und zu lösen; daraus würden ständig kränkende
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Situationen mit entsprechenden emotionalen Ausnahmezuständen resultieren, denen
auch die Familie nur noch teilweise gewachsen sei. Die Arbeitsfähigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt sei ausgeschlossen. Am 7. Februar 2018 notierte der RAD-Arzt Dr. med.
L._, dass im September 2016 eine umfassende gutachterliche Abklärung
stattgefunden habe (IV-act. 218). Bei einer bekannten koronaren und valvulären
Herzkrankheit seien 2017 mehrere Koronarinterventionen erforderlich gewesen, die zu
einem guten Ergebnis geführt hätten. So erbringe der Versicherte ergometrisch eine
nahezu normale Leistung ohne Anhalt für eine Koronarinsuffizienz. Psychiatrischerseits
sei eine Belastungsreaktion postinterventionell festgestellt worden. Hieraus könne in
der Regel keine längerdauernde nennenswerte Leistungseinschränkung abgeleitet
werden. Am 15. Februar 2018 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten in einem
Vorbescheid an, dass sie auf sein Leistungsbegehren nicht eintreten werde (IV-act.
219). Sie führte aus, dass keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse seit der letzten Verfügung glaubhaft gemacht worden sei.
Am 21. März 2018 wendete der Versicherte ein, dass die Begründung des
Vorbescheides einer reinen Unterstellung gleichkomme, die jeglicher Grundlage
entbehre. Er reichte Berichte von Dres. G._ und M._ vom 21. Februar 2018, Dr.
N._, Facharzt für Kardiologie FMH, vom 12. März 2018, Dr. F._ vom 15. März 2018
und Dr. D._ vom 19. März 2018 ein. Im Bericht vom 21. Februar 2018 hatten Dres.
G._ und M._ von der interventionellen Kardiologie des KSSG (IV-act. 221)
angegeben, der Versicherte leide an einer schweren koronaren Dreigefässerkrankung,
einer mittelschweren Mitralinsuffizienz, nodulären Veränderungen im Oberlappen
pulmonal links, einem depressiven Zustandsbild mit Angststörungen, einer chronischen
Niereninsuffizienz, an unklaren Oberbauchschmerzen sowie einem Verdacht auf
Morbus Meulengracht (erheblich bedingte Transport- und Stoffwechselstörung). Der
Versicherte habe sich kardiopulmonal kompensiert präsentiert. In der Ergometrie sei
eine unverändert eingeschränkte Belastbarkeit ohne Hinweise auf das Vorliegen einer
relevanten myokardialen Ischämie zu sehen gewesen. Bei maximaler Belastung sei es
zu einem präsynkopalen Ereignis gekommen; dies sei möglicherweise im Rahmen der
hypertensiven Blutdruckwerte zu sehen. Zusammenfassend sei von einem relativ
günstigen Verlauf auszugehen. Jedoch bestehe eine ausgeprägte psychosoziale
Belastungssituation, die sicherlich durch die schwere Herzerkrankung aggraviert oder
B.b.
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ausgelöst worden sei. Im Rahmen des Rentenbegehrens erscheine ihnen die
psychische Situation als essentiell. Am 12. März 2018 hatte Dr. N._, berichtet, dass
eine relevante Ischämie vorhanden sei. Weiter bestehe ein hochgradiger Verdacht auf
eine Progredienz der KHK, weshalb eine Koronarangiographie durchgeführt werden
müsse (IV-act. 222). Am 15. März 2018 hatte der Hausarzt Dr. F._ geäussert, dass
der Entscheid der IV-Stelle nicht medizinisch begründbar und nachvollziehbar sei (IV-
act. 222-6). Der Versicherte leide an einem schweren Herzleiden, sei deshalb mehrfach
im Spital gewesen. Der nächste Eingriff sei bereits geplant. Der Versicherte sei seit
längerer Zeit nicht arbeitsfähig. Am 19. März 2018 gab der behandelnde Psychiater Dr.
D._ an, dass beim Versicherten aufgrund der tiefgreifenden psychoorganischen
Erkrankung mit schwerer Veränderung seiner Persönlichkeit keinerlei verwertbare
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe; die Arbeitsfähigkeit sei sogar in
einem geschützten Rahmen fraglich (IV-act. 222-5). Die psychiatrische Begutachtung
erscheine zwar schlüssig, gebe aber in keiner Weise ein zutreffendes Bild des
tatsächlichen Zustandes des Versicherten wieder.
Am 16. April 2018 hielt Dr. L._ vom RAD fest, aus den eingereichten
Arztberichten gehe hervor, dass neu ein Ischämienachweis bestehe. Er gehe aber von
einem – hoffentlich vorübergehend – kurzfristig instabilen Gesundheitszustand aus.
Gleichentags forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, die Berichte über die
Befundbesprechung vom 23. März 2018 und die stationäre Herzkatheteruntersuchung
vom 28. März 2018 einzureichen (IV-act. 227). Daraufhin teilte der Versicherte der IV-
Stelle am 28. Mai 2018 telefonisch mit, dass er den Termin vom 23. März 2018
abgesagt habe und sich nicht operieren lassen werde, da ihm dies zu riskant sei (IV-
act. 230). Am 29. Mai 2018 äusserte der Versicherte dann, dass die vorgesehenen
Herzuntersuchungen wieder im Kantonsspital St. Gallen stattfinden würden. Die
Untersuchungen hätten sich zeitlich verschoben, weil akut eine Leistenhernie
aufgetreten sei. Am 12. Juni 2018 notierte der RAD-Arzt Dr. L._, es sei nicht
nachvollziehbar, wieso die akut aufgetretene Leistenhernie erst nach Monaten
behandelt werde und wieso die kardiologischen Untersuchungen davon abhängig
gemacht würden (IV-act. 232). Dr. G._ und med. pract. O._ vom KSSG berichteten
am 12. September 2018, dass sich der Versicherte derzeit sehr gut fühle und seit 14
Tagen keine Beschwerden mehr habe (IV-act. 236). Die Therapie erfolge weiterhin
B.c.
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C.
medikamentös. Am 25. September 2018 berichtete der Hausarzt Dr. F._ (IV-act. 235),
dass bezüglich des Herzens keine weiteren Massnahmen notwendig seien. Der
Versicherte befinde sich aber aus psychischer Sicht in einer sehr schlechten
Verfassung. Er sei vor allem aus psychischer Sicht, aber auch kardial voll
arbeitsunfähig. Der RAD-Arzt Dr. L._ führte am 10. Oktober 2018 aus (IV-act. 238),
dass die Arztberichte vom 12. September und 25. September 2018 sehr
unterschiedlich seien ("schwer depressiv" versus "fühlt sich ... sehr gut"). Aus den
fachärztlichen Berichten ergebe sich kein dauerhaft und deutlich verschlechterter
Gesundheitszustand. Am 12. Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle, dass auf das
Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (IV-act. 239).
Am 11. November 2018 (Versand am 12. November 2018) erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) Beschwerde gegen die Nichteintretensverfügung der
IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 12. Oktober 2018 (act. G 1). Er
stellte den Antrag, die Verfügung sei aufzuheben, ihm sei eine Rente nach Massgabe
einer gutachterlichen Einschätzung auszurichten und es sei ein Gerichtsgutachten
einzuholen. Er führte im Wesentlichen aus, das Vorgehen der Beschwerdegegnerin sei
auch im Hinblick auf die Berichte von Dr. G._ und des Hausarztes Dr. F._ nicht
nachvollziehbar. Seine Situation habe sich seit der Abweisung vom 13. Januar 2017
nachweislich massiv verschlechtert. So hätten auch die psychiatrischen Dienste eine
tiefgreifende psychoorganische Erkrankung mit schwerer Veränderung der
Persönlichkeit bestätigt. Er sei sowohl auf dem ersten Arbeitsmarkt als auch in einer
angepassten Tätigkeit arbeitsunfähig. Widersprüchliche Angaben seien mittels eines
gerichtlichen Gutachtens auszuräumen. Bei sich widersprechenden Beweismitteln sei
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und es sei anzugeben, weshalb jeweils
darauf abgestellt werde oder nicht. Am 18. Oktober 2018 berichtete der Hausarzt Dr.
F._ (act. G. 1.3), dass der Versicherte seit vielen Jahren an einer doch schweren
Depression leide und es ihm auch auf kardialer Seite nicht gut gehe. Die medizinische
Situation habe sich verändert, weshalb es nicht korrekt sei, auf das Leistungsbegehren
nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer sei für leichte Arbeiten mindestens zu 50
Prozent arbeitsunfähig. Am 29. Oktober 2018 berichtete der behandelnde Psychiater
Dr. D._ (act. G 1.2), dass der Beschwerdeführer weiterhin in Behandlung sei. Seit
C.a.
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dem Bericht vom 12. Oktober 2017 hätten sich keine wesentlichen neuen Aspekte
ergeben. Für den ersten Arbeitsmarkt bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit.
Allenfalls sei in einem geschützten Rahmen eine Teilarbeitsfähigkeit in einem geringen
Ausmass möglich.
Am 14. Januar 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7). Sie führte aus, der RAD habe ausführlich begründet, weshalb
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der abweisenden Verfügung
nicht glaubhaft erheblich verschlechtert habe. Weiter würden behandelnde Ärzte
überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagen. Der behandelnde Psychiater Dr.
D._ vertrete den Beschwerdeführer engagiert, was nicht mit der geforderten
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit eines Gutachters vereinbar sei. Entsprechend sei
nach Art. 87 Abs. 3 IVV nicht auf die Neuanmeldung einzutreten. Für weitere
medizinische Abklärungen bestehe kein Anlass, da es bis zur Überwindung der
Eintretenshürde Sache des Beschwerdeführers sei, die notwendigen medizinischen
Berichte vorzulegen.
C.b.
Am 6. Februar 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (act. G
10). Er führte aus, der behandelnde Psychiater Dr. D._ sei ihm auf neutraler Basis als
Facharzt zugeteilt worden. Der Bericht von Dr. Z._ vom KSSG vom 21. Februar 2018
sei nicht beachtet worden. Interdisziplinär sei eine Veränderung der gesundheitlichen
Situation mit Auswirkung auf die Resterwerbsfähigkeit bestätigt.
C.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).C.d.
Am 1. Mai 2019 reichte der Beschwerdeführer ein Arztzeugnis des behandelnden
Psychiaters Dr. D._ vom 8. Mai 2019 sowie ein Arztzeugnis des Hausarztes Dr. F._
vom 9. Mai 2019 ein (act. G 13). Beiden Zeugnissen war zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer seit längerer Zeit zu 100 Prozent arbeitsunfähig sei.
C.e.
Weiter reichte der Beschwerdeführer am 13. März 2020 (Eingangsdatum) eine
ärztliche Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit des behandelnden Psychiaters Dr. D._
vom 5. März 2020 sowie ein Arztzeugnis des Hausarztes Dr. F._ vom 4. März 2020
ein (act. G 15). Beiden Dokumenten war zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer für
das Jahr 2019 zu 100 Prozent arbeitsunfähig gewesen sei.
C.f.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat als Erstes den Antrag gestellt, die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 12. Oktober 2018 sei aufzuheben. Er hat sich also gegen
den Nichteintretensentscheid der Beschwerdegegnerin zur Wehr gesetzt, d.h. er hat
eigentlich beantragt, dass auf seine Neuanmeldung vom 14. September 2017
einzutreten sei. Offenbar ist er davon ausgegangen, dass das Gericht, wenn es die
Nichteintretensverfügung der Beschwerdegegnerin aufheben sollte, auf seine
Neuanmeldung eintreten und anschliessend seinen Anspruch auf eine Invalidenrente
prüfen werde. Er hat dem Gericht nämlich als Zweites die Ausrichtung einer
Invalidenrente beantragt. Da der Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens aber
nicht weiter sein kann als der Entscheidgegenstand der angefochtenen
(Nichteintretens-) Verfügung vom 12. Oktober 2018, ist es dem Gericht verwehrt, im
Rahmen der Überprüfung dieser Verfügung über den Rentenanspruch des
Beschwerdeführers zu entscheiden. Auf den zweiten Antrag des Beschwerdeführers,
ihm sei eine Invalidenrente auszurichten, kann das Gericht deshalb nicht eintreten.
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet demnach nur die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 14. September 2017 hätte eintreten
müssen.
2.
Gemäss Art. 87 Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung für
Rentenleistungen nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad
der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach einer
vorausgegangenen rechtskräftigen Leistungsverweigerung immer wieder mit
gleichlautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des
Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 117 V 200 E. 4b). Da es sich
beim Invaliditätsgrad nicht um ein Sachverhaltselement, sondern um das Ergebnis
einer Rechtsanwendung handelt, kann er nicht direkt glaubhaft gemacht werden. Die
Glaubhaftmachung einer relevanten Veränderung muss sich deshalb – entgegen dem
Wortlaut der genannten Bestimmung – auf jene Sachverhaltselemente beziehen, die für
die Invaliditätsbemessung relevant sind. Die glaubhaft gemachte Veränderung eines
solchen Sachverhaltselements muss so erheblich sein, dass mit der Entstehung eines
2.1.
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3.
anspruchsbegründenden Invaliditätsgrades zu rechnen ist, falls sich die Veränderung in
einem anschliessenden umfassenden Verwaltungsverfahren nachweisen lassen sollte.
Die in Art. 87 Abs. 3 IVV aufgestellte "Prüfungs-" bzw. Eintretenshürde ist also unter
anderem dann überwunden, wenn die sich neu anmeldende versicherte Person
glaubhaft machen kann, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat und dass
damit ihr Arbeitsunfähigkeitsgrad in einem erheblichen Ausmass angestiegen ist. Da
das Beweismass nur im Glaubhaftmachen besteht, muss es genügen, wenn die
Indizien auf den Eintritt einer solchen Verschlechterung des Gesundheitszustandes
hindeuten (Entscheid Versicherungsgericht St. Gallen vom 19. Juni 2018, IV 2017/450
E. 1.2). Die Beantwortung der Frage, ob eine wesentliche Sachverhaltsveränderung
glaubhaft gemacht worden ist, setzt einen Vergleich zwischen dem aktuellen
Sachverhalt (der allerdings noch nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ermittelt, sondern nur glaubhaft gemacht sein muss) und jenem
Sachverhalt respektive jener Sachverhaltsannahme voraus, der bzw. die der ersten
Ablehnungsverfügung zugrunde gelegt worden ist (vgl. hierzu auch BGE 130 V 73 ff.
E. 3).
Erst nach der Nichteintretensverfügung eingereichte Berichte sind nicht relevant,
da der Sachverhalt zu beurteilen ist, der sich der Verwaltung auf der Grundlage der
Aktenlage bei Verfügungserlass dargeboten hat (BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Entsprechend
sind alle Berichte, welche der Beschwerdeführer nach dem Verfügungszeitpunkt vom
12. Oktober 2018 (IV-act. 239) eingereicht hat, nicht zu berücksichtigen. Dem
Beschwerdeführer ist im Rahmen des Verwaltungsverfahrens von der
Beschwerdegegnerin genügend Gelegenheit geboten worden, Unterlagen in das
Verfahren einzubringen, die eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
glaubhaft machten würden. Gegenteiliges ist den Akten nicht zu entnehmen.
Entsprechend sind die nachträglich eingereichten Berichte des Hausarztes Dr. F._
vom 18. Oktober 2018 (act. G 1.3), vom 9. Mai 2019 (act. G 13) und vom 4. März 2020
(act. G 15) sowie des behandelnden Psychiaters Dr. D._ vom 29. Oktober 2018 (act.
G 1.2), vom 8. Mai 2019 (act. G 13) und vom 5. März 2020 (act. G 15) für die Prüfung
der Nichteintretensverfügung vom 12. Oktober 2018 nicht relevant und damit nicht zu
berücksichtigen.
2.2.
Die Beschwerdegegnerin hat die Rente des Beschwerdeführers am 13. Januar
2017 im Rahmen einer Rentenrevision (Art. 31 IVG) per 1. Juni 2013 eingestellt (IV-act.
194). Sie hat sich dabei im Wesentlichen auf das SMAB-Gutachten vom 9. September
2016 (IV-act. 190) abgestützt. Die Sachverständigen hatten als Diagnosen mit
3.1.
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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine diskrete Affektregulationsstörung bei
rechtshemisphärisch-organisch affektiver Störung mit Neigung zu Erschöpfung und
Ermüdung genannt. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hatten die Gutachter
als Diagnosen eine narzisstisch akzentuierte Persönlichkeitsstruktur, eine anamnetisch
rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert), ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei bekannten Spondylarthrosen und kongenital
engem Spinalkanal, eine Schrumpfniere links, ein Verdacht auf rezidivierende Nierenste
ine, Übergewicht, eine koronare valvuläre und hypertensive Kardiopathie mit bekannter
koronarer Dreigefässerkrankung, einem Status nach dreifach Revaskularisation, einer
mässigen Mitralinsuffizienz bei Mitralklappenprolaps des anterioren Mitralsegels,
kardiovaskuläre Risikofaktoren (Adipositas, BMI 30.0 kg/,m ), keiner bekannten
Diabetes oder Fettstoffwechselstörung, keinem Nikotingebrauch und keiner positiven
Familienanamnese zugehörig aufgeführt. Sie hatten den Beschwerdeführer in seiner
zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie auch in Verweistätigkeiten seit September 2012 als zu
80 Prozent arbeitsfähig erachtet.
2
Die rentenabweisende Verfügung vom 13. Januar 2017 (IV-act. 194) hat bezüglich
des Gesundheitszustandes auf das SMAG-Gutachten vom 9. September 2016 (IV-act.
190) abgestellt. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer mithilfe der relevanten Akten,
die sich auf seinen Gesundheitszustand seit Erlass der rentenabweisenden Verfügung
vom 13. Januar 2017 beziehen und die vor dem Erlass der angefochtenen
Nichteintretensverfügung eingereicht worden sind, eine relevante Verschlechterung
seines Gesundheitszustands hat glaubhaft machen können. Folgende Akten liegen im
Recht: Berichte des Hausarztes Dr. F._ vom 9. Oktober 2017 (IV-act. 211), vom 15.
März 2018 (IV-act. 222-6) und vom 25. September 2018 (IV-act. 235), des
behandelnden Psychiaters Dr. D._ vom 12. Oktober 2017 (IV-act. 210) und vom 19.
März 2018 (IV-act. 222-5), von Dr. G._ des KSSG vom 30. Mai 2017 (IV-act. 202),
vom 15. August 2017 (IV-act. 203), vom 21. Februar 2018 (IV-act. 221) und vom 12.
September 2018 (IV-act. 236), von Dr. med. J._ des KSSG, vom 25. September 2017
(IV-act. 212), von Dr. med. P._, Oberarzt Nuklearmedizin, und pract. med. Q._,
Assistenzarzt Nuklearmedizin, des KSSG vom 5. März 2018 (IV-act. 237) und von Dr.
N._ vom 12. März 2018 (IV-act. 222-11).
3.2.
Der Hausarzt Dr. F._ hat in seinem Attest vom 9. Oktober 2017 ausgeführt (IV-
act. 211), dass sich die verminderte Herzleistung des Beschwerdeführers auf die
Gesamtleistung auswirke und dass sich der psychische Zustand durch das Herzleiden
deutlich verschlechtert habe. Wegen letzterem sei der Beschwerdeführer mehrfach
hospitalisiert gewesen. Am 15. März 2018 (IV-act. 222-6) hat Dr. F._ im Wesentlichen
3.3.
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nochmals dasselbe wie im vorangehenden Bericht vom 9. Oktober 2017 geäussert. Am
25. September 2018 (IV-act. 235) hat Dr. F._ weiter berichtet, dass von Seiten des
Herzens aktuell keine weiteren Massnahmen notwendig seien; aus psychiatrischer
Sicht gehe es dem Beschwerdeführer schlecht; dieser sei als schwer depressiv
einzustufen. Diesen ärztlichen Attesten sind keine Hinweise auf eine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zu entnehmen.
Die Herzleiden des Beschwerdeführers waren bereits zum Zeitpunkt der letzten
abweisenden Rentenverfügung bekannt. Der Hausarzt hat zudem nicht ausgeführt,
welche Diagnosen er unter den allgemeinen Begriff "Herzleiden" subsumiert hat. Auch
hat er zu wenig begründet, worauf seine Annahme basiert hat, dass der
Beschwerdeführer schwer depressiv sei. Zudem hatte Dr. F._ bereits vor der
Begutachtung vom 9. September 2016 (IV-act. 190) in seinem Bericht vom 5.
September 2015 (IV-act. 154-1) festgehalten, dass beim Beschwerdeführer ein mittel-
bis schwergradiges depressives Zustandsbild vorliege. Bei der Begutachtung durch
einen Sachverständigen hatte sich jedoch gezeigt, dass eine solche Diagnose bereits
damals nicht vorgelegen hatte (IV-act. 190-17). Damit geht aus den Berichten von Dr.
F._ nicht glaubhaft eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers hervor.
Am 12. Oktober 2017 hat der behandelnde Psychiater Dr. D._ angegeben (IV-
act. 210), dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit Anfang 2016
verschlechtert habe. Er hat ausgeführt, der Versicherte leide an sonstigen organischen
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, einer Schädigung
oder einer Funktionsstörung des Gehirns, einer rechts-hemisphärischen organischen
affektiven Störung, epilepsiebedingt, und an sonstigen Reaktionen auf schwere
Belastung. Die gleichen Diagnosen hatte Dr. D._ bereits in seinem Bericht vom 14.
Januar 2016 (IV-act. 168) angegeben. Die Diagnose der rechts-hemisphärischen
organischen affektiven Störung wurde im SMAG-Gutachten vom 9. September 2016
bestätigt (IV-act. 190-17/82); die übrigen Diagnosen sind darin widerlegt worden. Beim
Vergleich der Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. D._, die vor und nach der
Begutachtung ausgefertigt wurden, ist keine Verschlimmerung der Beschwerden bzw.
Erhebung neuer Diagnosen zu erkennen. Im Gegenteil ist den Akten nichts zu
entnehmen, das darauf hindeuten würde, dass der Beschwerdeführer an
Epilepsieanfällen leiden würde. Es ist daher aufgrund fehlender plausibler anderweitiger
Erklärungen davon auszugehen, dass die von Dr. D._ festgestellten Diagnosen auch
am 12. Oktober 2017 nicht vorgelegen haben. Dem Bericht vom 12. Oktober 2017 ist
bezüglich den Ausführungen zum Verlauf seit anfangs 2016 jedoch zu entnehmen, dass
es zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Kernsymptome der organischen
3.4.
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Wesensveränderung gekommen sei, erkennbar in oft unkontrollierten affektiven
Ausbrüchen, sobald der Beschwerdeführer von selber beeinträchtigenden Umständen
betroffen sei, jedoch auch bei subjektiv überwältigenden Emotionen, trotz der
Gewissheit, dass eine Distanzierung notwendig und sinnvoll wäre. Der Mangel an
Distanzierungsfähigkeit und auch die immer schlechtere kognitive Zugangsweise zu
logischen Problemstellungen hätten sich weiter verstärkt. Im SMAG-Gutachten vom 9.
September 2016 erwähnten die Gutachter diesbezüglich noch (IV-act. 190-18), dass
aus psychiatrischer Optik eine leichte Affektregulationsstörung im Sinne einer
Affektinkontinenz am ehesten als Ausdruck einer rechtshemisphärisch-affektiven
Regulationsstörung zu interpretieren sei. Dies führe "zu einer geringeren Einschätzung
des Leistungsvermögens um 20 Prozent". Aufgrund den Darlegungen von Dr. D._ ist
eine Verschlechterung der Affektregulationsstörung und damit des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers glaubhaft gemacht worden; mithin
kann nicht ausgeschlossen werden, dass daraus eine tiefere Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit resultieren könnte. Dem Bericht von Dr. D._ vom 19. März 2018 (IV-
act. 222-5) sind keine detaillierten Angaben und Erklärungen bezüglich der
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zu entnehmen;
er enthält keine Informationen, die Dr. D._ nicht bereits in seinem früheren Bericht
geliefert hatte.
Dem Bericht vom 30. Mai 2017 (IV-act. 202) von Dr. G._ ist zu entnehmen, dass
beim Beschwerdeführer eine Rekanalisation der verschlossenen ACD vorgenommen
worden war. Dies war angiografisch mit einem guten Resultat gelungen. Am Tag nach
dem Eingriff hatte der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand nach Hause
entlassen werden können. Dr. G._ war daher davon ausgegangen, dass sich die
Symptomatik deutlich verbessern würde. Am 15. August 2017 hatte Dr. G._ berichtet
(IV-act. 203), auch der chronisch verschlossene proximale RIVA habe mittels drei Drug-
eluting-Stents revaskularisiert werden können. Der postinterventionelle Verlauf sei
komplikationslos verlaufen. Der Beschwerdeführer hatte das Spital am Tag nach dem
Eingriff verlassen können. Dr. J._ hatte am 25. September 2017 berichtet (IV-act.
212), der Beschwerdeführer habe nach der von einem Monat durchgeführten
Revaskularisation über eine komplette Regredienz der zuvor typischen pektanginösen
Beschwerden berichtet. In der Ergometrie hätten sich keine Hinweise auf eine
myokardiale Ischämie gefunden, worin eine Normalisierung gegenüber dem Zustand
vom April 2017 zu erkennen sei. Die Leistungsfähigkeit sei ebenfalls normal und
verbessert gegenüber der Voruntersuchung gewesen. Dr. J._ hatte ausgeführt, dass
er nach der koronaren Revaskularisation von einem erfreulichen Befund ausgehe. Am
21. Februar 2018 hatte Dr. G._ anlässlich der Verlaufskontrolle nach rund 6 Monaten
3.5.
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berichtet, dass er von einem relativ günstigen Verlauf ausgehe. Im aktuellsten Bericht
vom 12. September 2018 hatte Dr. G._ geäussert (IV-act. 236), dass die Re-
Koronarangiographie nach den Rekanalisationen von ACD und RIVA trotz positivem
Szintigraphiebefund und Senkungen sowie monomorphen ventrikulären Extrasystolen
in der Ergometrie ein gutes Ergebnis gezeigt habe. Der Beschwerdeführer habe
berichtet, er fühle sich sehr gut; er habe seit 14 Tagen keine Beschwerden mehr. Aus
den Berichten von Dres. G._ und J._ geht damit hervor, dass beim
Beschwerdeführer erfolgreich eine Rekanalisation des ACD und RIVA vorgenommen
worden ist. Diese Operationen haben bewirkt, dass der Beschwerdeführer sich gemäss
dem Bericht vom 12. September 2018 sehr gut gefühlt und keine somatischen
Beschwerden mehr aufgewiesen hat. Die Berichte von Dres. G._ und J._ zeigen
damit insgesamt einen erfolgreichen Behandlungsverlauf auf, durch den beim
Beschwerdeführer eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Diese
Berichte sind damit offensichtlich nicht geeignet, eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers glaubhaft zu machen.
Am 5. März 2018 haben Dr. P._ und pract. med. Q._ berichtet (IV-act. 237),
dass beim Beschwerdeführer bezüglich Ischämie als Befund eine aussagekräftige,
subjektiv negative und formal grenzwertig positive Ergometrie vorliege. Entsprechend
führten die Ärzte in ihrer Beurteilung aus, dass eine inferolaterobasale bis inferolateral
midventrikuläre reichende Narbe mit deutlicher, angrenzender und überlagernder
Ischämie vorliege. Auch aus dem Bericht von Dr. N._ vom 12. März 2018 (IV-act.
222-11 ff.) geht hervor, dass neu bezüglich der Ischämie eine formal wieder
pathologische Ergometrie zu verzeichnen sei. Dieser Befund führte unter anderem
dazu, dass Dr. N._ den Beschwerdeführer für weitere Abklärungen an das KSSG
verwiesen hat. So notierte auch der RAD-Arzt Dr. R._ am 16. April 2018 (IV-act. 225),
dass sich bei der Szintigraphie im März 2018 neu ein Ischämienachweis
(Sauerstoffmangelversorgung) des Herzmuskels im Randbereich einer Narbe habe
feststellen lassen. Damit ist nicht auszuschliessen, dass beim Beschwerdeführer eine
Ischämie vorliegt.
3.6.
Folglich ist festzuhalten, dass aufgrund einer verstärkten Affektregulationsstörung
in psychiatrischer Hinsicht sowie auch infolge einer möglichen Ischämie in somatischer
Hinsicht eine relevante gesundheitliche Verschlechterung seit Juni 2013 glaubhaft
gemacht worden ist. Die Beschwerdegegnerin wird also abklären müssen, ob und
wenn ja, welche funktionellen Auswirkungen die psychischen und die somatischen
Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
behinderungsadaptierten Tätigkeit haben.
3.7.
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4.