Decision ID: 39d84f03-d5cd-49ed-8e7a-4ffdd2c22d52
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Am 15. Mai 2007 meldete sich die 1964 geborene
X._
erstmals
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Beschwerden an der rechten Hand zum Bezug von Leistungen der In
vali
denversicherung an (Urk. 8
/2). Daraufhin klärte die IV-Stelle die medizi
nische und erwerbliche Situation ab. Insbesondere beauftragte sie die MEDAS
Y._
mit einer Begutachtung (Guta
chten vom 24. April 2008; Urk. 8/31
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 30. September 2008
(Urk. 8/47)
einen
Rentenanspruch der Versicherten
.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 30. Oktober
2008
(Urk.
8/
51
) wies
das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 30. März 2010
im Prozess-Nr.
IV.2008.01105
ab (Urk.
8/59
).
1.2
Am
24
.
Dezember
20
10
(Urk. 8/60, Urk. 8/62)
meldete sich
X._
unter Auflage von Arztberichten
(Urk. 8/6
1
) erneut zum Rentenbezug
an. Die IV-Stelle holte
Auszü
g
e
aus dem individuellen Konto (
IK-Auszu
g
vom 31. März 2011
respektive 17. August 2011
,
Urk. 8/67
,
Urk. 8/72
) ein und
ver
anlasste eine interdisziplinäre Begutachtung der Versi
cherten durch
die
Ab
klä
rungsstelle
Z._
Gutachten vom
19. Juli 2011, Urk. 8/
70)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/
75)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
8
.
November 2011
(Urk. 2) weiter
hin einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 8. November 2011 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 2
9. November 2011
Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zu
heben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zu
zusprechen. Eventuell sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung (psychiatrisches und rheu
matologisches Obergutachten) und zu einem neuen Entscheid an die
Be
schwer
de
gegnerin
zurückzuweisen, alles unter Kosten- und
Ent
schädigungs
folgen
zulas
ten der
Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht
stellte sie den Antrag auf
un
ent
gelt
liche Prozessführung und Rechtsvertretung durch
Rechtsanwalt
Dr.
Urs
Leemann
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
2
.
Januar
20
12
(Urk. 7)
auf Abweisung der Beschwerde
. Mit Verfügung vom 2
6
. März 2012 (Urk. 9) wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung ge
währt
und Rechtsanwalt
Dr.
Urs
Leemann
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesent
lichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen,
ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V
294 E.
5a S. 299; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenz
beitrag
entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
Verordnung über die Invalidenversicherung ([IVV]
bis 31. Dezember 2011: Abs. 4)
eine neue Anmel
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
(bis 31. Dezember 2011: Abs. 3)
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilflosigkeit oder einen
anspruchs
begründenden
Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Be
schwerdefall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Mit Verfügung vom
8
.
November 2011
(Urk. 2) verneinte die IV-Stelle den An
spruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente mit der Begründung,
dass kein IV-relevant
er Gesundheitsschaden vorliege
.
Auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
24. Dezember 2010 (Urk. 8/60, Urk. 8/62)
ist die Verwaltung
demnach
eingetreten
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
,
womit sich die richterliche Be
ur
teilung der
Ein
tretensfrage
erübrigt (BGE 109 V 108 E. 2b).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der Verfügung
vom
8. November 2011
(Urk. 2)
davon
aus
,
dass
die Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer, internistischer und psy
chi
atrischer Sicht
abgesehen von einer Limitierung
(
Be
lastungs
profil
: Ver
meiden von Überkopfarbeiten und/oder repetitive Be
lastung
en des rechten Schultergürtels)
in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei und somit kein IV-relevanter
Gesundheitsschaden bestehe. Zudem hätten ihre erneuten medi
zi
nischen Abklärungen ergeben, dass keine neuen objektiven Befunde gel
tend gemacht worden seien.
2.3
Dagegen machte die Beschwerdeführerin
unter Auflage von verschiedenen medi
zinischen
Berichten (Urk. 3/4/1
-4)
geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit
dem
Verfügungsdatum vom 30. September 2008
(Urk. 8/47)
erheblich und dauernd
verschlechtert
(Urk. 1 S. 3)
.
Zudem äusserte
sie
in Bezug auf d
ie medizinische Abklärung durch das
Z._
verschiedene Kritikpunkte. Ins
beson
dere machte sie geltend, das
Z._
-Gutachten sei tendenziös, wider
sprüch
lich und
unvollständig
(S. 6 f.
Ziff.
3.2)
sowie
die
darin gezogenen
Schluss
folgerun
gen
seien
nicht nach
voll
ziehbar
und unhaltbar
(S. 19 unten)
und
verwies
auf die nachvollziehbaren, medizinisch begründeten und plausiblen medizinischen
Bericht
e
von
Dr.
med.
A._
,
Dr.
med.
B._
,
Dr.
med
.
C._
und
Dr.
med.
D._
, auf welche abzustellen sei
(S. 20)
.
3.
3.1
Im Rahmen der Erstanmeldung
stellten
die
Fachpersonen der MEDAS
Y._
am
24. April 2008
(Urk. 8/31)
keine Diagnosen mit wesentlicher Ein
schränkung der Arbeitsfähigkei
t sowie (S. 23 f
.
Ziff.
4.1)
als
Diagnosen
ohne
wesentliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert
(
S. 23
f.
Ziff.
4.2
)
,
eine a
nhalt
ende
somatoforme
Schmerz
störung
, eine
An
passungs
stö
rung
mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Ge
fühlen, eine
Panik
stö
rung
mit Herz
klopfen, ein
Schmerzsyndrom der rechten Hand beziehungs
weise der rechten
Hand
gelenksregion
, sich ausdehnend auf die rechte obere Extremi
tät mit "
Neglect
-Symptomatik" und mit funk
tioneller
Kral
len
hand
, einen
Status
nach
Sehnen
fachspaltung
unter der Diagnose einer Tendo
vagi
niti
s de
Quervain
im September 2006, einen
Status nach Diagnose eines
komplexen regionalen
Schmerzsyndrom
s (
CRPS
)
mit unsicheren, fluktuierenden Sta
dien-Einteilungen, ein
Hyper
mobilitätssyndrom
(
wahr
schein
lich in diesem Zusammenhang inter
mittierende Knie
schmer
zen
), a
namnestisch
eine chronische Gastritis
bei
eine
m
Status nach
Helico
bacter-Eradikationen
2003 und 2007
, a
namnestisch
eine
Bienen
gift
allergie
, eine
Allergie auf
Assan
,
Lyrica
und
Neu
rontin
, eine r
e
zidivie
rende Eisen
mangel-Anämie und einen
Spreizfuss mit
Hallux
valgus
beidseits
fest
.
Die
Gutachter
der MEDAS
Y._
kamen
zum Schluss, dass die Be
schwerdeführerin seit dem Tag der Schlussbesprechung am 4. April 2008 sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kantinenangestellte als auch in allen anderen, übli
cherweise durch eine Frau ausgeübten Tätigkeiten
,
voll ar
beitsfähig sei. Die erfolgte
Krankschreibung ab dem 25. Mai 2006 konnten sie aus ihrer Optik
hingegen
nicht nachvollziehen (Urk. 8/31 S. 24
Ziff.
5.1-5.2 und
Ziff.
5.4
; vgl.
dazu
Ausführungen im Urteil des Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.
2008.01105
v
om 30. März 2010 E. 3.5
, Urk. 8/59
).
3.2
Am 28. Mai 2010
(Urk. 8/61/19-20)
berichtete
Dr.
D._
, Oberarzt,
Rheuma
tologie, Spital E._
,
zu Händen der Beschwerde
führerin und na
nnte folgende Diagnosen:
Algodystrophie
der rechten Hand (CRPS I)
im dystrophen bis
athrophen
Stadium
Schmerzzentralisierung und Wind-
Up
-Phänomen
sekundäre muskuläre
Dysbalancen
und
Myotendinosen
im Nacken-
/
Schulter
gürtel
bereich
beidseits
Status nach Sehnenfachspaltung bei Tendovaginitis de
Quervain
rechts
(9/2006)
Depressive Entwicklung
gemäss
Diagnosestellung und Berichte
der psy
chiat
rischen Fachärzte
Dr.
A._
und
Dr.
C._
Dr.
D._
führte in seiner Beurteilung
aus, dass
sich im Verlauf eine chroni
sche
Algodystrophie
bis hin zum
atrophen
Stadium entwickelt und eine um
fas
sende multimodale Therapie inklusive Ausschöpfung aller medi
kamentösen
The
ra
piemöglichkeiten
die Problematik nur unwesentlich positiv be
ein
flusst habe. Die rechte Hand werde
in Schonstellung,
rumpf
nah
getragen und prak
tisch für alle Tätigk
eiten geschont beziehungsweise
n
eglectartig
aus dem
Kör
perschema
ausgeblendet. Mittlerweile hätten sich zudem Finger
kontraktionen gebildet. In dieser Situation sei die Beschwerde
führerin funktionell eine
Einhän
derin
, wobei
zu bemerken se
i, dass auch die "
gesunde“ linke obere Extremität und linke Hand nur vermindert belastbar sei
en
. Das etablierte Endstadium der Atrophie sei als irreversibel und als Dauerzustand zu betrachten. Eine Verbes
serung der Funktionalität jener Extremität sei kaum noch möglich.
Als Nah- und Fernziel gelte es, weitere schmerz- und
muskel
ver
spannungsbedingte
mul
tiregionäre
Sekundärprobleme zu verhindern, so dass die Beschwerdeführerin möglichst für die Aktivitäten des täglichen Lebens selbständig bleibe
n
könne.
Auf dem freien Arbeitsmarkt sei die Be
schwerde
führerin a
ls funktionelle
Ein
händerin
weder arbeitsfähig noch vermittelbar
(S.
19-20).
3.3
Die die Beschwerdeführerin seit Juni 2008 in Gruppentherapie behandelnde Psy
chiaterin
Dr.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
be
rich
tete am
1. Juli 2010 (Urk. 8/61
/13-16
)
an den Rechtsanwalt
der Beschwerde
führerin und nannte
-
nebst den von
Dr.
D._
mit Bericht vom 28. Mai 2010 gestellten rheuma
tologischen Diagnosen
–
als psychiatrische Diagnosen eine d
e
pressive Störung ohne zwischen
zeitliche Remission, phasenweise
schwer
gra
diges
Aus
mass mit
Todes
wün
schen
(ICD-10 F32.2)
, eine
Panikstörung (ICD-10 F41.0) mit Hyper
venti
lation (ICD-10 45.33)
, eine c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren (ICD-10 F45.42)
und a
kzentuierte ängst
liche,
selbst
un
sichere
und
dependente
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
.
Dr.
A._
führte in ihrem Ber
icht aus
, es habe sich ein
schwer
gradig
depressi
ves Zustandsbild mit erheblicher Verzweiflung, Weinen,
An
triebs
verlust
,
Inte
res
senverlust
, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verlust des Selbst
wert
gefühls,
Gefühl von Nutzlosigkeit, Schuld- und Schamgefühlen,
Todes
wünschen
, erhöh
ter
Ermüdbarkeit, Schlafstörung, App
etitverminderung,
Libido
ver
lust
und
sozi
a
lem Rückzug
gezeigt.
Zudem
hielt sie Schmerzklagen
in
verschiedene
n
Kör
per
regionen
(rechter und linker Arm, Schulter-Nacken-Kopf, Rücken) mit
Ein
schränkungen der
Funktionsfähigkeit und Be
we
g
lich
keit sowie
eine
Angststörung
mit Ängsten
(
insbesondere Angst
vor Ausweitung der Krankheit mit schwe
rer Be
hinderung und Abhängigkeit)
fest
. Die Regulation von Panikattacken und
Hyper
ventilationskrisen
habe die Beschwerdeführerin im Lauf der Therapie etwas verbessern können, sodass keine notfallmedizinischen Konsultationen
mehr erfolgt seien
.
Sodann
führte sie danach gefragt aus, dass ab Sommer 2009 eine kontinuierliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit de
pressiver Ein
engung,
katastrophisierenden
Ängsten, Rückzug, verarmtem An
trieb, ge
rin
gem Handlungs- und Bewegungsspielraum und Todeswünschen ein
ge
treten sei, so
dass die Beschwerdeführerin zur stationären psychiatrischen Be
hand
lung ein
gewiesen worden sei.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin (mindestens ab Sommer 2009) zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.4
Mit
Austrittsbericht
vom 22. Juli 2010 (Urk. 8/61/5-10
)
berichteten
Dr.
B._
, Oberärztin,
und
dipl.
psych.
F._
,
Psychologin,
G._
,
über die stationäre Behandlung vom 2. bis 12. Juli 2010
in der
Depressions- und Angststation. In ihrem Bericht nannten sie
als Diagnosen
eine m
ittel
gradige de
pres
sive Episode mit soma
ti
schem Syndrom (ICD-10 F33.11), eine
Agoraphobie m
it
Panik
störung
(ICD-10 F40.01) und
eine a
nhaltende
somato
forme
Sc
hmerz
störung
(ICD-10 F45.4) bei einem
Status nach
Carpaltunnel-Operation (9/2007) sowie
sonstige oder nicht näher bezeichnete Probleme mit Be
zug auf die Berufs
tätig
keit (abgelehnte IV
Rente bei subjektiver Arbeits
un
fähig
keit; ICD-10 Z56.7)
.
In ihrer Beurteil
ung führten die Fachpersonen der
G._
aus, die Be
schwerde
füh
rerin leide an einer depressiven Symptomatik mit Suizidalität und Ängsten
als
Folge langjähriger Schmerzstörung nach Operation wegen eines
Car
paltun
nel-Syndroms
(2006). Das dauernde Sc
hmerzerleben und in der Folge da
s Erleben von Abhän
gigkeit, Ohnmacht, Hilf-
und Perspektivlosigkeit seien die aus
lösen
den und aufrechterhaltenden Bedingungen für die depressive Symp
tomatik
ge
wesen
.
Zudem verfüge
d
ie
Beschwerdeführerin
über wenig
e
Bewältigungsmög
lichkeiten
. Die
Tat
sache, dass ihr bisheriges Lebens- und Selbstkonzept vor der Erkrankung (stark und unabhängig sein, viel arbeiten, für die anderen sorgen, Werte schaf
fen) nicht mehr erreichbar sei, und es ihr bisher kaum möglich gewesen sei, ein neues Konzept zu entwickeln, trage zur
Chron
ifizierung
der Symptomatik bei.
Des Weiteren
führten sie aus, dass bei Austritt der
Hospitali
sation
die Symp
tomatik in deutlich geringerer Ausprägung
und keine akute Suizidalität mehr bestanden
habe, jedoch das Schmerzerleben der Beschwerde
führerin un
ver
ändert geblieben sei. Schliesslich attestierten sie eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bis zum 2
5. Juli 2010
.
3.5
Gleichen Datums
(Urk. 8/61/11-12)
berichtete
der ärztliche Co-Direktor für
Phy
sio
- und Bewegungstherapie
H
._
, Physiotherapeut FH, über den
stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der
G._
zu
Hän
den
der be
handelnden Hausärztin Dr.
med.
I
._
und nannte die physio
therapeutische Diagnose einer mittelgradig depressiven Beschwerde
führerin mit ängstlicher Persön
lichkeit und chroni
scher
somatoformer
Schmerz
störung
mit
Bewegungs
ein
schränkung
der rechten Hand (Diagnose CRPS I) bei lang
an
haltender Situa
tion eines
aspezifisch
erhöhten
Arousals
mit inadäquater
Schmerz
verarbeitung
.
3.6
Der
seit April 2007
behandelnde
Psychiater
Dr.
C._
, Oberarzt der
G._
,
J._
,
berichtete am
23
. Juli 2010 (Urk. 8/61/17-18)
an den Rechts
vertreter
der Beschwerdeführerin und
bestätigte seine am
14. Oktober 2008 genannten Diagnosen einer m
ittelgradige
n
bis schwere
n
de
pres
sive Epi
sode (ICD-10 F32.1)
und
eine
r
g
emischte
n
Angststörung mit generalisierten, phobischen,
panikartigen, agoraphobischen, hypochondrischen und post
traum
a
tischen Ängsten (ICD-10 F41.3
9). Zudem stellte er
die Diagnose
eine
r
c
hroni
sche
n
Schmerz
störung
mit somatischen
(gemäss Bericht des Rheuma
tologen)
und psy
chi
schen Faktoren (ICD-10 F45.1
).
Dr.
C._
führte
weiter
aus, dass er
die
im Bericht vom 14. Oktober 2008 von ihm prospektiv positive Einschätzung einer möglichen 50%igen Arbeitsfähigkeit mittler
weile nicht
mehr
bestätigen könne.
Im Verlauf habe sich ein
durch
gängig depressives Zustandsbild mit anhaltenden Suizidgedanken, teil
weise auch kon
krete Handlungsabsichten, ausgeprägte Scham- und Schuld
ge
fühle
,
Schlafstö
rungen mit Albträumen,
Verlust von Lebensfreude und
Ge
danken
kreisen
mit selbstabwertenden Inhalten bis hin zum Selbsthass gezeigt. Über
dies habe die Beschwerdeführerin phasenweise ihr Haus nicht mehr alleine ver
lassen, mithin habe sich der soziale Rückzug weiterhin verstärkt.
Dabei handle e
s sich
, so
Dr.
C._
weiter,
um eine chronische psychiatrische Erkrankung mit
komor
bider
chronischer Schmerzstörung. Eine
somato
forme
Schmer
zstörung schliesse er indes aus, da sich d
as typische Drängen auf wiederholte
medizinische Untersuchungen und eine Konflikthypothese für die Verursachung und Aufrechterhaltung der Schmerzstörung nicht
feststellen
lasse
.
B
ei verfestigtem Krankheitsverlauf, erfolglos durchgeführter psycho
somatischer Rehabilitation, ausgeprägte
m
soziale
m
Rückzug, depressiver Erkrankung mit mittelschwerer, teilweise schwerer Ausprägung, Angststörung und chronischer Schmerzstörung
beurteile er die Prognose
als ungünstig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeits
unfähigkeit
von 100
%
. Ob im weiteren Verlauf
nach stationärer psychi
atrischer
Be
handlung und weiterer intensiverer langfristiger Psychotherapie eine Verbesserung der Arbeits
fähigkeit hergestellt werden könne, sei zum gegen
wär
tigen Zeitpunkt nicht abschätzbar
.
3.7
Am 19. Juli 2011
(Urk. 8/70
/1-49
)
erstatteten die Fachpersonen des
Z._
nach
Untersuchungen
internistische, rheumatologische und psychiatrische
Fach
dis
ziplin
ein polydisziplinäres Gutachten
zu Händen der
Beschwerde
gegnerin
und
nannten folgende
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit (S. 41 f.
Ziff.
6.2):
Tachykarder
Sinusrhythmus (anamnestisch bekannt)
Funktionelles Schulter-Hand-Syndrom rechts bei/mit
Status nach Sehnenfachspaltung I bei
Tendovaginits
de
Quervain
rechts
(9/2006)
aktenmässig
em
Status nach Diagnose
eines CRPS Stadium I bis II
myofasz
ialem
Schmerzsyndrom rechter Schultergürtel
reaktiver
Brachialgie
mit
Kettentendomyosen
,
referred
pain
-Symptomatik
und irritiertem Nervensystem rechts
klinisch rechte Hand nicht adäquat untersuchbar
deutlich demonstrativer Komponente mit Schmerzausweitung und
Schmerz
verarbeitungsstörung
röntgenologisch beidseits unauffällige
ossäre
Strukturen der Hände (1
3.
und 20. Mai
2011)
radiologisch normale Schultergelenke beidseits und unauffällige
Hals
wir
bel
säule
(HWS)
/
Brustwirbelsäule (
[
BWS
]
20. Mai
2011)
Lumbospondylogenes
Syndrom mit
pseudoradikulären
Ausstrahlungen links bei/mit
wenig segmentalen Bewegungsstörungen mittelthorakal und untere
L
enden
wirbelsäule
reaktiven
Tendomyosen
gluteal
links mit
referred
pain
-Symptomatik
klinisch ohne Anhaltspunkte für ein
radikuläres
Reiz- oder
Aus
fall
syn
drom
radiologisch
Lumbalisation
von S1, sonst unauffällig (13. Mai
2011)
magnetresonanztomographisch
mediane
r
Bandscheibenprotrusion
L5/S1
ohne Neurokompression (
Dezember
2010)
Die
Z._
-Gutachter führten aus
,
die internistische Untersuchung der Be
schwer
de
führerin habe das Bild einer 47-jährigen
,
leicht übergewichtigen,
kardio
pul
monal
kompensierten Beschwerdeführerin in unauffälligem
All
ge
mein
zustand
gezeigt
.
In der
klinische
n
Untersuchung h
ätten sich
keine Hin
weise für eine
Links- oder Rechtsherzinsuffizienz
oder für eine
Lungen
er
krankung
er
geben.
Im
Abdom
inal- und Neurostatus hätten sich
ebenfalls
keine neuro
logischen Be
fund
e
erheben lassen.
Korrelierend dazu hätten sich in den
Labor
untersuchun
gen
mit Ausnahme eines grenzwertig erhöhten
Cholesterin
wertes
durchwegs
Normalwerte (inklusive unauffälligem TSH-Wert) finden
lassen. Das Elektrokar
diogramm habe ebenfalls einen unauffälligen
Erregungs
ablauf
bei einem
tachykarden
Sinusrhytmus
, welcher eine Limitierung der Arbeitsfähigkeit nicht rechtfertige und sich auch nicht auf eine allfällige Schild
drüsen
über
funktion bei normalem TSH-Wert zurückführen lasse, gezeigt. Aus internistischer Sicht lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus ange
passten
Verweistätig
keit
begründen (S. 45 f.
Ziff.
7.3).
Des Weitern führten sie aus, dass sich bei der aktuellen rheumatologischen Unter
suchung
keine Hinweise auf eine massiv
den Alltag erheblich ein
schrän
kende
lokale Schmerzsymptomatik
, keine Zeichen einer Muskelatrophie bei
sym
metrischen Umfangmassen und aktiv möglicher Innervation der
Thenar
-Mus
kulatur sowie keinerlei
zu erwartende
Mazerationen im Bereiche der
Hohlhand
bei fixierter „Krallenhandstellung“
gezeigt hätten
. Es sei davon auszu
gehen, dass die Be
schwerdeführerin ihre Hand für bestimmte Tätigkeiten mindestens teilweise
als Hilfshand einsetzen könne.
Vom demonstrativen Krank
heitsbild
her
sei die Beschwerdeführerin
ei
narmig (linksseitig,
adominante
Hand), nicht aber aufgrund der objektiven Kriterien. Unter diesem Ge
sichts
punkt sowie aufgrund der erhobenen
Befunde sei die
linke obere Extremität
voll einsetzbar
;
für den
rechten Arm
seien
wegen
des
myofaszialen
Schulter
gürtel
syndroms
rechts rein rheumaorthopädisch
qualitative Ein
schränkungen für Überkopfarbeiten und/oder repetitive Be
lastungen des rechten Schultergürtels zu objektivieren. Diese Beurteilung erfolge rein aufgrund der erwähnten nach
weisbaren somatischen Kriterien und bildgebenden Ab
klärungen und nicht unter Mitberücksichtigung
der angegebenen und klinisch nicht objektivierbaren Funktionslosigkeit der rechten Hand. In Bezug auf das
lumbo
spondy
loge
ne
Syndrom mit
pseudoradikulären
Ausstrahlungen links
seien höchstens etwas qualitative Einschränkungen für körperliche Schwerstarbeiten mit häufigem He
ben und Tragen schwerer Gewichte aufgrund des spärlichen klinischen Befundes und der erwähnten bildgebenden A
bklärungen zu objektivieren (S.
46
Ziff.
7.3).
Im Rahmen der psychiatrischen gutachterlichen Untersuchung
sei
ein nahezu un
auffälliger psychischer Befundstatus
erhoben
und
versicherungs
medizinisch
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit gestellt
worden
. D
ie Be
schwerde
führerin
habe zum Explorationszeitpunkt
nicht über eigen
ständige
psychiatrische Beschwerden, sondern mehr
heitlich über be
ste
hende Beeinträchtigungen aufgrund von körperlichen Schmerzen und psy
cho
sozialen Belastungsfaktoren
berichtet.
Sie habe sich auch
in einer defizit- und beschwerdeorientierten Schilderungsweise über gewisse Un
pässlich
keit
en
und Unbehagen im Alltag geäussert.
Die berichtete Symp
tomatologie, welche im Rahmen der subjektiv berichteten Schmerzen im Rahmen der
sozio
konstel
lati
ven
Umstände zu interpretieren
gewesen
sei
en
, habe nich
t
aus
gereicht, um eine eigenständige anhaltende psychiatrische Störung mit Krankheitswert
mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit zu attestieren
. Über einen spezifischen psy
chi
atri
schen Symptomkomplex mit einem eigenständigen Krankheitswert habe die Be
schwerdeführerin als solches nicht berichtet. Eine
klagsame
Grundhaltung, eine Forderungshaltung, regressive Verhaltensmuster mit Krankheitsgewinn oder die
soziokonstellativen
Umstände wü
rden nicht im Sinne einer psy
chi
atrisch invali
di
sierenden Störung interpretiert, weshalb auch
nicht von einer Be
ein
trächti
gung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus
zu
gehen
sei
(S. 47
Ziff.
7.3).
Zusammenfassend
hielten die Gutachter fest,
aus rheuma
tolo
gischer, inter
nisti
scher und aus psychiatrischer Sicht
sei
die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen
Tätigkeit als Serviceangestellte/Kantinenmitarbeiterin als
auch in
entsprechenden Verweistätigkeiten
zu 100
%
arbeitsfähig
, indes mit
quali
tativen rheumatologischen Einschränkungen
. Insbesondere seien
körper
liche Schwerst- und Überkopfarbeiten sowie repetitive Belastungen des rechten Schulter
gürtels
zu vermeiden
(S.
47
-48
Ziff.
7.4
,
Ziff.
7.6-7.7
).
4.
4.1
Umstritten ist vorliegend, ob
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf
grund eines
inzwischen (siehe E.
2)
verschlechterten somatischen und psychi
schen Ge
sund
heits
zustand
es
ein
geschränkt ist.
4.2
Für die Frage, ob eine Verschlechterung des somatischen und psychischen Ge
sund
heitszustandes der Beschwerdeführerin mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit eingetreten ist, kann auf
das
Z._
-Gutachten vom 1
9.
Juli 2011 (
E. 3.7
hiervor
)
abgestellt werden: Dieses Gutachten entspricht
in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den
Be
weis
wert
einer Expertise
. So ist es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend, gibt es doch detailliert Auskunft über die Arbeits
fähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit (
100
%
) unter Berücksichtigung der
rheuma
ortho
pädischen
Ein
schränkungen
und unter Aus
schluss einer psychischen Pathologie.
Das Gutachten basiert auf internistischen
(
S. 20 ff.
Ziff.
4.1-4.2
)
, rheuma
tologischen
(
S. 25 ff.
Ziff.
5.1
, S.
50-60
)
sowie
psychiatrischen
(S.
34 ff. Ziff.
5.2
)
Unter
suchungen
und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben (S. 1-10
Ziff.
1.2-1.3).
Unter anderem
setzten
sich die
Z._
-
Gutachter
mit dem Gutachten der MEDAS
Y._
sowie mit dem Bericht von
Dr.
D._
vom 28. Mai 2010
(E. 3.2 hiervor) und der darin gestellten Dia
gnose einer
Algo
dystro
phie
der rechten Hand (CRPS I) im dy
strophen bis
atro
phen
Stadium
aus
einander
.
Insbesondere führten
sie diesbezüglich aus, dass die ent
sprechenden
Diagnose
kriterien
für ein CRPS I nicht zuträfen (S. 33 Mitte).
D
as Gutachten
berücksichtigt ferner
die geklagten Beschwerden
(S. 18 Ziff.
3.4
, S.
52 f.
),
setzt sich mi
t diesen sowie dem Verhalten der
Be
schwerde
führerin
aus
einander
und
leuchtet
in der Darlegung der medizinischen
Zustände und Zu
sammenhänge ein
. Sodann sind
die Schluss
fol
gerungen in der Expertise in einer Weise begründet, dass die
rechts
an
wendende
Person sie prüfend nach
vollziehen
kann.
Die
Z._
-Gutachter
legten
schlüs
sig dar
, das
s
keine
objektiven
Befunde für den Funktionsverlust der
rechten
dominanten Hand
vorlägen
und
die Be
schwerde
führerin
ihre Hand zu
mindest
teil
weise
als
Hilfs
hand
einsetzen könne
und
lediglich qualitative rheumatologische Ein
schränkungen
aufgrund des
myo
faszialen
Schulter
gürtel
syndroms
rechts sowie aufgrund des
lumbo
spondy
logene
n
Syndroms mit
pseudoradikulären
Aus
strahlungen links
be
stünden.
Zu
dem hielten sie auch in nachvollziehbarer Weise in ihrer Be
urteilung fest, dass im Rahmen der psy
chiatrischen Untersuchung ein nahezu unauffälliger psy
chi
scher Befundstatus festgestellt worden sei, weshalb aus
versicherungs
medizini
scher
Sicht keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigk
eit habe gestellt werden können, da die Be
schwerdeführerin vor
wiegend über körperliche Beschwerden sowie über Beein
trächtigungen im Zusam
men
hang mit psycho
sozialen Belastungsfaktoren ge
klagt habe (S. 46-47).
Über
dies
legten sie auch in schlüssiger Weise dar, wes
halb im
Beurteilungs
zeit
raum
eine depressive Problematik, eine
somato
forme
Schmerz
störung
sowie eine Angst- und
Panik
symptomatik
nicht aus
zumachen gewesen seien
(S. 37-41
).
4.3
Die übrigen vorliegenden (fach-)ärztlichen Beurteilungen, gemäss welchen
die
Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund
psychischer oder somati
schen Beschwerden
100 % betrage, vermögen den Beweiswert des
Z._
-Gut
achtens vom
19. Juli 2011 nicht zu schmälern.
Mit der
somatischen
Kompo
nente setzte
n
sich
Dr.
D._
(E. 3.2 hiervor) sowie Physio
therapeut
H._
(E.
3.5 hiervor)
auseinander.
Vertieft
mit
der psychischen Kom
po
nente
befassten
sich Dr.
A._
(E. 3.
3
),
Dr.
B._
vom
G._
(E. 3.
4
),
sowie
Dr.
C._
(E.
3.
6
)
:
4.3.1
Das gilt zunächst für den Bericht von
Dr.
D._
vom 28. Mai 2010 (E. 3.2 hiervor), worin er der Beschwerdeführerin
vorwiegend
gestützt auf die Diagnose einer
Algodystrophie
der rechten Hand (CRPS I
)
,
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestierte.
Zwar
führte
Dr.
D._
in seinem Bericht
aus
,
da
ss die Kri
terien für diese Diagnose einer
Sudeck’schen
Algodystrophie
sowohl nach der
steinbrock’schen
Definition wie auch gemäss den revidierten validierten Krite
rien nach
Brüehl
et
alteri
erfüllt seien,
auf
welche klinischen
und allenfalls
bild
gebenden
Befunde er seine dies
be
zügliche Schlussfolgerung stützte, geht
indes
aus dem Bericht nicht hervor, wes
halb seine Beurteilung auch nicht ohne wei
t
eres nachvollziehbar er
scheint.
Anzufügen bleibt, dass bereits die Fachpersonen der MEDAS
Y._
anlässlich ihrer Beurteilung im Jahr 2008
die von den Fachärzten des
E._
diagnostizierte Diagnose einer
Algody
strophie
der rechten Hand zum
Be
gut
achtungszeitpunkt
nicht bestätigen konnten und d
er
Beschwerdeführerin aus rheumaorthopädischer Sicht
bei fehlenden klar
objektivierbare
n
Befunden
keine
Arbeitsunfähigkeit attestierten
(Urk. 8/31 S. 32
Ziff.
6)
, was wiederum
für
die Beurteilung der Fachpersonen des
Z._
s
pricht
.
4.3.2
Auch aus dem Bericht
des Physiotherapeuten
H._
vom 2
2.
Juli 2010 (E.
3.5 hiervor)
des
G._
an die behandelnde Hausärztin
kann die Be
schwerde
führerin nichts zu ihren Gu
nsten ableiten, verfügt
Physiotherapeut
H._
doch nicht über die fach
ärztliche Qualifikation für eine rheumatologische respektive psy
chiatrische
Diagnose
stellung
.
4.3.3
Bei
Dr.
A._
und
Dr.
C._
,
welche
der Beschwerdeführerin
gestützt auf die gestellten p
sychiatrischen Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(E.
3.3
und 3.4
hiervor)
attestierten
,
ha
ndelt es sich um die einzel- beziehungs
weise
gruppen
therapeutisch behandelnden Psychiater der Beschwerdeführerin.
Da z
wische
n der Beschwerdeführerin
auf der einen Seite
und den
behandelnden Psychiater
auf der anderen Seite
ein
besonderes
Ver
trauens
verhältnis
-
wie es auch zwischen Patient und Hausarzt
besteht
- vorliegt
,
sind
auch
diese
Bericht
e
rechtsprechungsgemäss im Zwei
felsfall mit einem gewissen Vor
behalt zu be
trachten
, zumal
sie
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Hinsichtlich der divergierenden medizinischen Ansichten ist anzumerken, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann.
Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psy
chiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1 mit Hinweis).
Die unterschiedliche Natur von Behand
lungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutach
tungs
auftrag
des amtlich bestellten
fach
medizinischen
Experten ande
rerseits lassen es nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichts
gutachten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln
den Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen ge
langen.
Anders ver
hält es sich nur, wenn die behandelnden Ärzte objektiv fest
stellbare Gesichts
punkte vor
bringen, welche im Rahmen der (psychiatrischen) Begut
achtung unerkannt ge
blieben und die geeignet sind, zu einer abweichen
den Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_79/2008 vom 19. August 2008 E. 4.1 mit Hin
weis und 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 mit weiteren Hinwei
sen)
. Ob
jektiv feststellbare Gesichtspunkte, welche im Rahmen der psych
iatri
schen
Begutachtung durch die
Z._
-Gutachter un
erkannt geblieben und geeig
net ge
wesen wären, zu einer abweichenden Be
urteilung zu führen, sind nicht
ersicht
lich.
D
ie
Z._
-Gutachter
legten
in ausführlicher Art und Weise dar, wes
halb sie
im Beurteilungszeitpunkt kein medizinische
s
Substrat
feststellen konn
ten
, w
el
ches die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt
, e
rho
ben
sie
in ihrer psychiatrischen Beurteilung doch
einzig
Befunde
,
welche
von
körperlichen Beeinträchtigungen sowie
psychosozialen und
soziok
onstell
a
tiven
Faktoren her
rühren
(Urk. 8/70 S.
36 unten und 47 oben)
und
darin
ihre hin
längliche Erklä
rung finden
.
4.3.4
In Bezug auf den Austrittsbericht von
Dr.
B._
und
dipl.
psych.
F._
de
s
G._
vom 2
2.
Juli 2010 (E. 3.4 hiervor) ist festzuhalten, dass
ihre
Beurteilung der
Einschätzung d
urch die Fachpersonen des
Z._
nicht
grund
sätzlich
ent
ge
gensteht,
da
die
Z._
-
Gutachter eine Verschlechterung des
Ge
sundheitszustan
des
für den Zeitraum der stationären
Hospitalisation
in der
G._
nicht in Frage
stellten
(Urk. 8/70 S. 41).
Zudem attestierten
Dr.
B._
und
dipl.
psych.
F._
der Beschwerdeführerin
bei Austritt
aus dem
G._
lediglich eine befris
tete Arbeits
unfähigkeit von 100
%
bis zum 25. Juli 2010
und damit keine lang
an
haltende Arbeitsunfähigkeit
bei deutlich geringerer Symptomatik unter Aus
sc
hluss einer akuten Suizidalität
.
4.4
An dieser Beurteilung vermögen auch die Einwände der Beschwerdeführerin nichts zu ändern:
Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass die psychiatrische Befragung durch
Dr.
med.
K._
höchstens 20 Minuten gedauert habe
und anlässlich der all
gemein internistischen Untersuchung erfolgt sei. Sie habe nicht einmal reali
siert,
dass es sich dabei um die psychiatrische Begutachtung gehandelt habe
(Urk. 1 S. 7-8).
Diesbezüglich ist festzuhalten,
dass es für den
Aussage
gehalt ei
nes medizinischen Gutachtens in erster Linie darauf an
kommt
, ob die Ex
pertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier
– zu, ist die
Un
tersuchungsdauer
grundsätzlich nicht ent
scheidend und damit auch nicht zu
beanstanden.
Anzufügen
bleibt, dass
Dr.
K._
das Verhalten der Be
schwerdeführerin
als Fachärztin für All
gemeinmedizin und Psychiatrie
auch während der Durchführung einer internistischen Untersuchung beobachten und würdigen
sowie
den Psychostatus
zumindest teilweise
erheben
konnte
.
Zudem setzte sich
Dr.
K._
auch mit den
Vorakten
auseinander, aus welchem auch der Längsschnitt des
Krank
heits
verlaufs
ersichtlich ist.
Ferner brachte
die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf einzelne Aus
führungen (Urk. 1 S. 8-10)
vor
, die Formulierungen des
Z._
seien verharm
losend und tendenziös
. In Bezug auf diesen Kritikpunkt ist festzuhalten, dass es
die Aufgabe der Gutachter ist, ihre Wahrnehmungen zu schildern und auf all
fällige Inkonsistenzen
hinzuweisen.
Auch der Einwand, wonach das Gutachten widersprüchlich sei (
Urk. 1
S. 11-14),
z
ielt ins Leere
,
leitete die
Beschwerdeführerin
doch die
geltend gemachten Wider
sprüche
vorwiegend aus
der Di
vergenz
zwischen den subjektiv geklagten Be
schwerden
und den Fest
stellungen der Gutachter ab
.
E
s
i
st
gerade die
Auf
gabe
eines Gutachters
,
die geklagten Beschwerden kritisch und in
fach
medizi
nischer
Art und Weise zu würdigen. Wesentliche und
ent
scheidrelevante
Wider
sprüche sind hingegen nicht ersichtlich.
Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, das
Z._
-Gutachten sei un
voll
stän
dig
(Urk. 1 S. 14-
18
)
,
kann ihr
ebenfalls
nicht gefolgt werden
.
In diesem Zu
sam
menhang monierte die Beschwerdeführerin vorwiegend
,
aus dem Gutachten
sei
nicht ers
ichtlich
, ob
überhaupt eine ausreichende psychiatrische Prüfung
ins
be
sondere
betreffend Angststörung, Depression, depressionstypische Denk
in
halte,
mnestische
und kognitive Funktionen, Konzentrations- und Auf
fas
sungs
vermö
gen,
eigenständige psychiatrische Beschwerden
, stabiler
Krank
heits
ver
lauf
, Re
mission der anamnestischen Symptomatologie unter
anti
depressiver
Be
hand
lung
durchgeführt worden sei
und machte zudem geltend,
dass es sich hierbei
eher
um
un
be
gründete Behauptungen denn
um
eine
seriöse
Be
urteilung
handle
.
In Bezug auf diese Kritikpunkte ist festzuhalten, dass
es sich bei den
verurkun
deten
Feststellungen um Schlussfolgerungen der Gutachter han
delt und von den Gutachtern kaum je verlangt werden kann, alles im Detail fest
zu
halten. We
sentliche Aspekte, die bei der Beurteilung nicht berücksichtigt wor
den sind und an der Beurteilung durch d
as
Z._
etwas zu ändern
ver
möchten, sind nicht er
sichtlich.
Die Beschwerdeführerin monierte bezugnehmend auf die auf Seite 18 in der Be
schwerdeschrift (Urk. 1) zitierte Passage weiter, dass ein beharrliche
s
Auftreten ihrerseits weder in einem der Arztberichte noch in den Unter
suchungs
befunden der Begutachtungssituation beschrieben worden und die Einschaltung eines Rechts
anwaltes ihr elementares Recht sei. In Bezug auf diesen Kritikpunkt ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als in den
medizinischen Be
rich
ten
keine
diesbezüglichen Feststellungen konstatiert worden sind und es ihr gu
tes Recht ist, anwaltliche Unterstützung anzufordern.
Die Tatsache, dass sich die
Z._
-Gutachter
aber
trotzdem dazu
äusserten
, ändert jedoch nicht
s am
Be
weis
wert
des Gutachtens, stellten sie in Bezug auf die frühere Attestierung doch einzig Vermutungen an, wonach letztere aufgrund der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin sowie weiterer
konstellativer
Aspekte erfolgt sein könnte (Urk. 7/70 S. 40 f.).
5.
Nach dem Gesagten ist
in erwerblicher Hinsicht
gestützt auf
das interdiszip
linäre Gutachten vom
19. Juli 2011
(Urk. 8/70)
mit dem im
Sozialversiche
rungs
recht
massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass die Beschwerde
führerin
sowohl in
der
zuletzt ausgeübte
n Tätigkeit
(
die bis
herige Tätigkeit als Serviceangestellte/Kantinenmitarbeiterin entspricht dem
noch zumutbaren Stellenprofil
[
Urk
. 8/70 S.
47
-48
Ziff.
7.4
,
Ziff.
7.6-7.
7
]
)
als auch in
angepasster Verweistätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig ist
.
Die an
gefochtene renten
abweis
ende Verfügung
vom
8.
November 2011
erweist sich somit als rechtens. Demnach ist die
Beschwerde abzuweisen.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 1‘000.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der un
entgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
, Rechtsanwalt
Dr.
Urs
Leemann
,
Winterthur
, nach Einsicht in
sein
Leistungsverzeichnis
vom
17. Juli 2013
(
Urk.
11
) mit
Fr.
2‘
929
.--
(inklu
sive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen
.