Decision ID: 2b6cf87c-d8d7-58c1-ba74-1288816820cb
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1959, arbeitete seit
Anfang April 2012
zu 100
%
als Plattenleger bei der
Y._
AG (Urk. 9/5/
4, Urk. 9/21/1),
als er
laut Schadenmeldung vom 2
5.
Juni 2012 am 1
5.
Juni 2012 im Treppenhaus aus
rutschte und hinfiel (Urk. 9/10/51). A
m
7.
Dezember 2012
meldete er sich
unter Hinweis auf Schmerzen beim Treppensteigen, beim Bücken,
beim
Tragen sowie bei langem Stehen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leis
tungs
bezug
an (Urk. 9/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und zog die
Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
sowie der
Kranken
taggeldversicherung
bei.
Namentlich liess sie den Versicherten rheumatologisch (Gutachten vom 2
5.
Mai 2014, Urk. 9/71) und psychiatrisch
- inklusive
bidis
zi
plinärer
Beurteilung
– begutachten
(Gutachten vom
30. Mai
2014
, Urk. 9/
73
)
.
Mit Vorbescheid vom 5.
November 2014 stellte sie ihm die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 9/81).
Dagegen erhob er am
3.
Dezember 2014 (Urk. 9/83), ergänzt am
8.
Januar 2015 (Urk. 9/
88),
am 9. Februar 2015 (Urk. 9/92) sowie am 1
6.
März 2015 (Urk. 9/101),
Einwand
und reichte
zusätzli
ch
e medizinische Unterlagen ein (Urk. 9/87). Die IV-Stelle nahm weitere
Arzt
berichte
zu den Akten
(Urk. 9/89-90,
9/94, 9/96, 9/99, 9/102-104, 9/106-107
), liess ihren
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 16. Juni 2015 Stellung nehmen
(Urk. 9/
108/5-6) und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2015 wie angekündigt ab
(Urk. 9/
109 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Juni 2015 erhob der Versicherte am 2
5.
August 2015
Beschwerde
und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die
Be
schwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihm eine ganze Invalidenrente auszu
richten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 30. September 2015 unter Hinweis auf ihre Wiedererwägungsverfügung vom 2
8.
September 2015 (Urk. 7) die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens
, even
tualiter eine teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer
Rück
weisung
zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung
(Urk. 8).
Der Versicherte
äusserte sich am 1
6.
Oktober 2015 dazu (Urk. 12). Seine Stellungnahme wurde der IV-Stelle am 2
6.
Oktober 2015 zugestellt (Urk. 13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
53
Abs.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) kann der Versicherungsträger eine Verfügung oder einen
Einspracheentscheid
, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange
wie
dererwägen
, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die neue Verfügung oder der neue
Einspracheentscheid
beendet den Streit insoweit, als damit den Anträgen der
beschwerdeführenden
Partei entsprochen wird. Soweit
den Beschwerdeanträgen nicht stattgegeben wird, besteht der Rechtsstreit wei
ter;
in diesem Fall muss die Beschwerdebehörde auf die Sache eintreten, ohne dass die
beschwerdeführende
Partei die neue Verfügung oder den neuen
Ein
spra
che
entscheid
anzufechten braucht (vgl. BGE 113 V 237).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den
Standpunkt, die vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden würden die Ar
beits
fähigkeit zwar subjektiv einschränken, jedoch handle es sich nach ihren Ab
klärungen um überwindbare Einschränkungen.
Gemäss dem rheumatolo
gisch-
psychiatrischen Gutachten vom 3
0.
Mai 2014 sei unter adäquater Thera
pie zudem
eine vollständige Remission möglich. Eine dauerhafte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit sei aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen nicht ge
geben. Auch die vorhandenen kardiologischen sowie
pulmologischen
Befunde würden aus ärztlicher Sicht keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit begründen
(Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 3
0.
September 2015 sowie in der
Wiedererwä
gungsverfügung
vom 2
8.
September 2015 führte sie aus, in der angefochtenen Verfügung sei nur das psychische Leiden berücksichtigt worden, jedoch lägen auch somatische, organisch objektivierbare Befunde vor. Diese würden ihm die
bis
herige, körperlich schwere Tätigkeit als Plattenleger verunmöglichen. Es seien
daher weitere Abklärungen zu tätigen
, insbesondere die erwerblichen Auswir
kungen
seien
zu prüfen, und es sei hernach neu über die
Leistungsan
sprüche
des Beschwerdeführers zu entscheiden (Urk. 7 und 8).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerdeschrift vom 2
5.
August 2015
(Urk. 1)
geltend,
gemäss dem rheumatologischen Gutachten sei ihm nur noch eine angepasste Tätigkeit möglich (S. 4). Aus psychiatrischer Sicht sei er sowohl laut dem für die CSS-Taggeldversicherung erstatteten Gutachten als auch ge
mäss der behandelnden Psychiaterin zu 100
%
arbeitsunfähig. Der von der IV-Stelle beauftragte psychiatrische Gutachter habe die Erkrankung zwar als bes
serungsfähig eingeschätzt, jedoch auch auf einen prognostisch negativen Faktor hingewiesen und
den Beschwerdeführer aktuell als nicht arbeitsfähig gesehen. Somit habe er zumindest Anspruch auf eine temporäre Invalidenrente
(S. 4-
6
).
Des Weiteren leide er an einer chronischen Sinusitis maxillares beidseit
s, an ei
nem Lungenemphysem, an zwei kontrollbedürftigen Lungenherden apikal links,
an einer chronischen Bronchitis bei Status nach
Nikotinabusus
, an Nierenstei
nen
sowie an starken Kniegelenksbeschwerden, welche ihm das Gehen seit Kur
zem völlig verunmöglichen würden (S. 6-7). Falls er überhaupt noch arbeitsfä
hig sei, müsse es sich um einen Nischenarbeitsplatz handeln (S. 8).
Weiter machte er geltend, er wäre nicht mehr in Anwendung der Foerster-Kriterien, sondern unter Berücksichtigung der Indikatoren nach der neuen Rechtspre
chung (BGE 141 V 281) zu beurteilen gewesen, was zu einer Bejahung der In
validität geführt hätte (S. 8-10).
In der Stellungnahme zur Beschwerdeantwort vom 1
6.
Oktober 2015 führte er aus
, sein Gesundheitszustand sei - abgesehen von der Knieproblematik - bereits genügend abgeklärt und es gehe ihm so schlecht, dass ihm auch keine ange
passte Arbeitstätigkeit mehr zugemutet werden könne, weshalb ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei
. Die Beschwerdegegnerin
habe die ihr oblie
gende Aufgabe
, den Sachverhalt abzuklären, gänzlich vernachlässigt
(Urk. 12).
3.
Mit der Wiedererwägungsverfügung vom
2
8.
September 2015 (Urk. 7) entsprach die Beschwerdegegnerin nicht dem Antrag des Beschwerdeführers auf Zuspre
chung einer ganzen Rente. An diesem Rechtsbegehren hielt
letzter
er in der
Stell
ungnahme zum Wiedererwägungsentscheid vom 1
6.
Oktober 2015 aus
drück
lich fest und erklärte sich nur im Eventualstandpunkt mit einer
Rückwei
sung
an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen einverstanden (Urk. 12 S. 3). Der Rechtsstreit besteht somit weiter. Die Beschwerde ist materiell zu beurteilen.
4.
4.1
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für
Psy
chiatrie und Psychotherapie
, diagnosti
zierte in ihrem Bericht vom 24.
Oktober 2013
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10:
Z73.0) sowie ein chronisches
Schmerz
syndrom
somatischer Genese (Urk. 9/54/1). Sie attestierte dem Be
schwer
deführer
ab de
m
9.
Juli 2013 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Diese begründete sie mit einer ausgeprägten Antriebsstörung, einem Man
gel an Konzentrationsvermögen, rascher Ermüdbarkeit, kaum aushaltbarer in
nerer Unruhe und sozialer Isolation (Urk. 9/54/2).
In ihrem Bericht vom 2
8.
Januar 2014 nannte sie die Diagnosen einer mittel
gradigen depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10) mit erheblichen Schwierigkeiten, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fort
zusetzen, sowie diejenige einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F45.1) und
äusserte den Verdacht auf eine
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.0). Weiter führte sie aus, die stationäre Behandlung in der
Klinik A._
vom 1
1.
November bis
1.
Dezember
2013 habe nach der
Empfindung
des Be
schwer
deführers keine wesentliche Zustandsänderung gebracht. Bei den
komor
biden
Störungen von Depression, Angststörung und Schmerzsyndrom mit den herab
gesetzten Ressourcen könne keine günstige Prognose
gestell
t werden (Urk. 9/66/7-8).
Ab
dem
1.
Juni
2014
attestierte
sie
eine
Arbeitsunfähigkeit
von
50
%
(Urk. 9/74/1,
9/76/1, 9/77/1, 9/79/3-4
, 9/82/2, 9/86/1
, 9/90/1
, 9/99/2
, 9/103/1
).
4.2
Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung CSS wurde der Beschwerdeführer durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
so
wie für
Pharmazeutische Medizin
, psychiatrisch begutachtet.
Dr.
B._
gelangte
im Gutachten vom 2
2.
März 2014
zum Schluss,
der erhobene Befund sei mit
einer mittelgradig ausgeprägten Depression vereinbar. Er diagnostizierte entspre
chend eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10:
F32.1).
Des Weiteren
führte
er
aus, das Beschwerdebild sei vorwiegend durch affektive
Herabge
stimm
theit
, psychophysische Beschwerden, Konzentrationsmangel und sozialen Rückzug geprägt (Urk. 9/66/5).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsunfähig
keit bislang ausgewiesen. Der weitere Verlauf sei anhand aussagekräftiger
Ver
laufsberichte
der für die geplante teilstationäre Behandlung in Frage kommen
den Tagesklinik zu verfolgen. Für einen Zeitraum von rund zwei Monaten sei der Beschwerdeführer weiterhin arbeitsunfähig.
Die Prognose einer mittelgradi
gen depressiven Episode sei unter sachgerechter Behandlung prinzipiell günstig zu bewerten. Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass sie innerhalb einiger Monate deutlich rückläufig sei
(Urk. 9/66/6)
.
4.3
4.3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere
Medizin,
begutachte
te den Beschwerdeführer am 1
1.
April 2014 rheumato
lo
gisch
(Urk. 9/71/1). Er berichtete, von Seiten des Bewegungsapparates stünden
tief
lumbale
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein sowie eine schmerz
hafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter im Vordergrund. An der Lendenwirbelsäule finde sich eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung in Extension und Seitneigung nach links. Die klinischen Befunde korrelierten mit dem radiologischen MRI-Befund einer fortgeschrittenen
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L5/S1 mit im MRI auch deutlichen Zeichen einer aktivierten
Spondylarthrose
links.
Somit entspräche
n
die ins linke Bein ausstrahlenden Schmer
zen in erster Linie einem
lumbospondylogenen
Syndrom im Sinne eines
Facettengelenk
-Syndroms bei aktivierter
Spondylarth
r
ose
L5/S1 links. Hingegen
finde er keinerlei
Anhaltspunkte
für eine
radikulär
e
Reiz- oder
Ausfallssympto
matik
.
An der linken Schulter finde sich neben positiven
Impingement
-Zeichen eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung aktiv und passiv sowohl für die seitliche Elevation, die vordere Flexion,
geringgradig
aber auch in
Aussenrota
tion
. Im MRI vom 1
2.
April 2013 sei eine
Tendinopathie
der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
beschrieben mit ansatznaher Verkalkung der
Infraspinatus
sehne
. Zusätzlich bestehe eine AC-Gelenksarthrose, welche aufgrund des aktu
ellen klinischen Befundes jedoch asymptomatisch scheine. Diese radiologischen Befunde seien gut vereinbar mit einer
Impingement
-Symptomatik der linken Schulter. Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung auch bei passiver
Bewe
gungsprüfung
lasse sich allerdings mit diesen Befunden alleine nicht erklären. Klinisch liege zusätzlich ein
kapsuläres
Muster der Bewegungseinschränkung im Sinne einer
Frozen
Shoulder
vor (Urk. 9/71/12).
Ansonsten fänden sich bis auf eine mässig ausgeprägte
Epicondylopathia
humeri
radialis
links keine weiteren pathologischen Befunde (Urk. 9/71/13).
Durch die degenerativ bedingte
lumbo
spondylogene
Problematik einerseits und die schmerzhafte
Bewegungsein
schrän
k
ung
der linken Schulter andererseits sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in qualitativer Hinsicht eingeschränkt. Aufgrund der Rückenproblematik seien ihm rein sitzende und vorwiegend an Ort stehende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Ebenso nicht mehr zumutbar seien repetitives, häufiges Heben von Lasten über 7,5 Kilogramm bis Taillenhöhe beziehungsweise über fünf Kilo
gramm bis Brusthöhe sowie das Heben und Tragen von vereinzelten Lasten über 20 Kilogramm. Von Seiten des linken Schultergelenkes
sei einhändiges Tragen links von Lasten körperfern über fünf Kilogramm beziehungsweise körpernah über zehn Kilogramm zu vermeiden und Arbeiten oberhalb der Horizontalen könnten mit dem linken,
adominanten
Arm nicht ausgeführt werden
. Daher sei
dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Plattenleger auf Dauer nicht
mehr zumutbar, retrospektiv aufgrund der Akten seit dem Treppensturz vom 15. Juni 2012 (Urk. 9/71/13). Der
Epicondylopathia
humeri
radialis
links mass
Dr.
C._
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 9/71/11). In quantitativer Hinsicht sah er die Arbeitsfähigkeit aus rheu
matologischer Sicht nicht als eingeschränkt
. Demnach sei in einer den obigen Einschränkungen an
ge
passten,
körperlich
leichten bis teilweise mittelschweren, wechselbelastenden
Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht medizinisch-theore
tisch eine volle Arbeit
s
fähigkeit gegeben. Diese gelte spätestens seit der Begut
achtung durch
Dr.
med.
D._
,
Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom 1
6.
April 201
3
(vgl. Urk. 9/
34/
4-13)
.
Denn seither hätten sich von Seiten des Bewegungsapparates weder das subjektive
Beschwer
debild
noch die objektiven Befunde wesentlich verändert (Urk. 9/71/13-14).
4.3.2
Am 2
9.
April 2014 erfolgte die psychiatrische Begutachtung durch
med.
pract
.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
(Urk. 9/73/1).
Med.
pract
.
E._
hielt fest, im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung habe er im Befund - korrespondierend zur Aktenlage - ein derzeit noch maxi
mal mittel
gradig ausgeprägtes depressives Zustandsbild nachvollziehen können. Der Be
schwerdeführer zeige in der Grundstimmung weiterhin eine depressive
Auslen
kung
, einen reduzierten Antrieb und eine verminderte kognitive Leis
tungs
fähig
keit, Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit im Sinne einer
depressi
onsbedingten
leicht bis maximal mittelgra
digen Verlangsamung. Der Befund
entspreche weitest
gehend dem von
Dr.
B._
am
4.
März 2014 erhobenen, wo
bei die vom Be
schwerdeführer selbst berichtete Besserungstendenz auch im Rahmen der aktuell
en Untersuchung nachvollziehbar sei
. Hinweise für das Vor
liegen einer
generalisierten
Angststörung
seien hingegen keine feststellbar ge
wesen.
Hin
sicht
lich seiner Schmerzbeschwerden zeige der Beschwerdeführer keine demon
stra
tive oder betont
aggravierende
Darstellungsweise, es
lägen aber gewisse Hin
weise für eine erschwerte Beschwerdeverarbeitung mit einer begin
nenden dys
funk
tional vermeidenden Fehlentwicklung im Sinne eines sozialen Rückzugs mit Einstellung von sozialen Aktivitäten und
von
Hobbies vor
. Gleichzeitig sei die wiederholt formulierte Bereitschaft zum Wiedereinstieg in einen angepassten Arbeitsprozess auch aufgrund der gewonnenen
Untersu
chungseindrücke
und erhobenen Befunde ausdrücklich als noch aktivierbare Ressource zu werten (Urk. 9/73/10).
Med.
pract
.
E._
diagnostizierte im Ergebnis eine maximal mittelgradig aus
geprägte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), welche
er als besserungsfähig einstufte, eine erschwerte
Schmerzbeschwerde
verar
bei
tung
(ICD-10: F54) mit sozialem Rückzug und dysfunktionalem
Ver
meidungs
verhalten
bei
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom und eine sekun
där ent
wickelte Benzodiazepin- (
Temesta
-)Abhängigkeit (ICD-10: F13.25). Er gelangte zum Schluss, der Beschwerdeführer sei aktuell noch nicht stabil genug für den direkten erfolgversprechenden Wiedereinstieg in einen stabil
leistbaren
Arbeits
prozess unter Bedingungen der freien Wirtschaft, auch bezogen auf ein ange
passtes Tätigkeitsprofil.
Die von Dr.
B._
angenommene Arbeitsunfähig
keit
könne daher bestätigt werden, wobei der medizinische Endzustand bei ge
gebe
ner
Behandel- und Besserbarkeit des Zustandsbilds nicht erreicht sei. Eine andau
ernde, therapeutisch nicht mehr beeinflussbare Einschränkung der Ar
beitsfähig
keit im Rahmen eines psychischen Krankheitsgeschehens könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeleitet werden
. Es werde eine
Therapieintensivie
rung
im Rahmen eines Behandlungsprozesses in einer geeigneten psychiatri
schen
Tages
klinik
empfohlen. Unter entsprechender Behandlung sei innerhalb von zwei bis
drei Monaten eine Zustandsbesserung mit Wiedererlangung einer zunächst min
destens 50%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein angepasstes
Tä
tigkeits
prof
il
gemäss insbesondere auch rheumatologischen Vorgaben mit er
höhter Wahr
scheinlichkeit erreichbar. Bei adäquater Behandlung sei bezüglich des depressi
ven Störungsbildes eine vollständige Krankheitsremission mit er
höhter Wahr
schein
lichkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten zu erwarten
. Erschwert werde
die Prognose allerdings durch die subjektive Schmerz-Situa
tion sowie die
Belastungsfaktoren im psychosozialen und biographischen Kon
text
(Urk. 9/73/11-12).
D
ie 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei seit Juli 2013 nach
vollziehbar dokumentiert (Urk. 9/73/13).
Im Zusammenhang mit der anzuneh
menden erschwerten Schmerzverarbeitung seien die Foerster-Kriterien zu dis
kutieren, jedoch seien diese mehrheitlich nicht erfüllt (Urk. 9/73/13).
4.3.3
Dr.
C._
und med.
pract
.
E._
gelangten in ihrer
bidisziplinären
Kon
sensbeurteilung
zum Schluss, aufgrund der rheumatologischen Befundlage und Beurteilung sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit seit dem Treppensturz vom 15. Juni 2012 nicht mehr zumutbar. In einer angepassten, körperlich leichten bis teilweise mittelschweren und wechselbelastenden Tätig
keit jedoch bestehe seit dem Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr.
D._
(vgl. Gutachten vom 16. April 2013; Urk. 9/34/4-11) eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht fassten die Experten zusammen, nach einem inten
sivierten
Therapieprozess könne innerhalb von zwei Monaten zunächst eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einem gemäss den rheumatologischen Vorgaben an
gepassten Tätigkeitsprofil erreicht werden. Nach weiteren sechs Monaten sei
eine vollständige Remission möglich. Der zu erwartende Behandlungs- und
Reha
bilitationszeitraum
betrage maximal sechs weitere Monate (Urk. 9/73/15).
4.4
RAD-Ärztin
Dr.
med.
F._
hielt am 1
8.
Juli 2014 fest, die im
psychiatri
schen
Gutachten dokumentierten funktionellen Einschränkungen (Verlangsa
mung
des Antriebes, verminderte kognitive Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und
Durchhaltefähigkeit, erschwerte
Schmerzbeschwerde
verarbeitung
mit sozi
alem Rückzug und dysfunktionalem
Vermeidungs
verhalten
) begründe
ten
grundsätz
lich aus versicherungsmedizinischer Sicht eine ganztags umsetzbare Arbeits
fähig
keit, aktuell sei die Leistungsfähigkeit allerdings um 100
%
redu
ziert. Diese
100%ige Einschränkung könne in Abhängigkeit vom
fachpsychiat
rischen
Thera
pie
verlauf
stufenweise innert eines Jahres auf (medizinisch-theo
retisch) 0
%
reduziert werden (Urk. 9/80/10).
4.
5
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Pneumologie und Innere Medizin,
H._
, diagnosti
zierte in ihrem Bericht vom 16.
Dezem
ber 2014 eine chronische
Sinusitis maxillares beidseits, ein Lungen
emphysem sowie zwei kontrollbedürftige Lungenrundherde apikal links (Urk. 9/87/1).
Sie hielt fest, der Beschwerdeführer habe sich wegen
Hustenatta
cken
selbst zugewiesen.
Die Hustensymptomatik interpretiere sie am ehesten als Ausdruck der chronischen Sinusitis. Sie habe dem Beschwerdeführer empfohlen, konsequent
Nasonex
und
Rhinomer
-Nasenspülungen anzuwenden (Urk. 9/87/2).
Nach der Kontrolle vom 1
5.
Januar 2015
führte sie aus, subjektiv bestehe eine starke Empfindlichkeit auf Gerüche, Staub und Dämpfe, was zu Hustenanfällen führe (Urk. 9/89/2). Eine formale Testung der Leistungsfähigkeit sei nicht er
folgt. Die Lungenfunktion in Ruhe zeige keine relevanten Einschränkungen, womit aus
pneumologischer
Sicht die meisten Tätigkeiten in Frage kämen, so
fern sie in lufthygienisch einwandfreier Umgebung (rauch- und staubfrei) statt
fänden (Urk. 9/89/3 und Urk. 9/89/5).
Am 2
7.
Januar 2015 fügte
Dr.
G._
an, der Beschwerdeführer leide in letzter Zeit verstärkt an Herzrasen bei Anstrengung. Sie empfehle daher eine kardiolo
gische
Reevaluation
(Urk. 9/94).
Dr.
med.
I._
,
Fachärztin für All
gemeine Innere Medizin,
J._
, diagnostizierte in ihrem Be
richt über die kardiologische Abklärung vom 2
6.
Januar 2015 eine symptoma
tische ventrikuläre
Extrasystolie
(Urk. 9/102/1).
Bei Extrasystolen handle es
sich
per se um einen Normalbefund, der ohne therapeutische und prognostische Re
levanz sei (Urk. 9/102/2).
5.
5.1
Zu den nach der Begutachtung eingereichten kardiologischen und
pulmologi
schen
Berichte
n
hielt
RAD-Arzt
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
K._
, Facharzt für Innere Medizin,
in seiner Stellungnahme vom 1
6.
Juni 2015 fest, durch die
se
lasse sich keine wesentliche Änderung der bisherigen oder der
adap
tierten Arbeitsfähigkeit begründen (Urk. 9/108/6).
Diese Beurteilung ist nach
vollziehbar, denn in keinem der genannten Berichte (vgl. insbesondere vorsteh
ende E. 4.
5
) wurde eine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Wegen der
Lun
genbe
schwerde
n
sollte allerdings eine Tätigkeit in einer lufthygienisch ein
wandfreien Umgebung angestrebt werden (Urk. 9/89/3).
Eine
Rentenzuspre
chung
gestützt auf diese Berichte kommt indes nach dem Gesagten nicht in Frage.
5.2
Die in der Beschwerdeschrift geklagten Kniebeschwerden waren zum (mass
ge
ben
den) Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung noch nicht vor
handen beziehungsweise noch nicht dokumentiert. Sie durften daher unberück
sichtigt bleiben. Auch zusammen mit der Beschwerde wurden keine diesbe
züg
lichen medizinischen Berichte eingereicht (vgl. Urk. 3/3-8).
Somit ist dem
Beschwerdeführer im aktuellen Beschwerdeverfahren auch wegen seiner
Knie
beschwerden
keine Rente zuzusprechen.
5.3
5.3.1
Die IV-Stelle verneinte eine Invalidisierung aus psychischen Gründen
unter Hin
weis auf die Überwindbarkeit sowie die Therapierbarkeit der psychischen Beeinträchtigungen (Urk. 2).
Die Überwindbarkeits-Prüfung erfolgte noch
in An
wendung der
Foerster-Kriterien (Urk. 9/73/13, Zusatzfrage 1c).
Nun gelten dafür die in BGE 141 V 281 formulierten Standardindikatoren. Ohnehin sind aber die Foerster-Kriterien sowie die Standardindikatoren
nur auf
pathogene
tisch-ätiologisch
unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare orga
nische Grundlage, nicht hingegen beispielsweise auf Depressionen anwend
bar (BGE 14
0
V 193 E. 3.2 am Ende).
5.3.2
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De
pression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden
Schmerz
problematik
zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014
,
E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014
,
E. 5.1.2).
Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Stö
rung nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressi
ves Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bun
desgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014
,
E. 4.2 mit Hinweisen).
Eine diagnostizierte rezidivierende depressive Störung als solche stellt keinen psychischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu
begründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. Novem
ber 2014
,
E. 4.2).
Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014
,
E. 4.2). Leichte
bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
gelten zudem grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil
e
des Bun
desgerichts 8C_759/2013 vom
4.
März 2014
,
E. 3.6.1 mit Hinweisen
; Urteil 8C_905/2014 vom 2
3.
Juli 2015, E. 6.1
). Bei mittelschweren depressiven Episo
den (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht regelmässig deren invalidisie
rende Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014
,
E. 4.2 mit Hinweisen).
5.3.
3
Die Depressivität des Beschwerdeführers wurde sowohl von der behandelnden Psychiaterin
Dr.
Z._
als auch von den beiden psychiatrischen Gutachtern
Dr.
B._
und
med.
pract
.
E._
als mittelgradig
e
beziehungsweise maximal mittelgradig
e depressive Episode
eingestuft (vorstehende E. 4.1, 4.2 und 4.3.2).
Währenddem
Dr.
Z._
keine günstige Prognose erwartete (Urk. 9/66/8
), hielt
Dr.
B._
fest, die Prognose einer mittelgradigen depressiven Episode sei unter sachge
rechter Behandlung günstig zu bewerten und es sei grundsätzlich davon auszu
gehen, dass sie innerhalb einiger Monate deutlich rückläufig sei (Urk. 9/66/6).
Med.
pract
.
E._
prognostizierte,
unter einer optimalen Be
hand
lung könne der Beschwerdeführer innerhalb von zwei bis drei Monaten eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gemäss den rheu
ma
tologischen Vorgaben erreichen und bei adäquater Behandlung sei bezüglich des depressiven Störungsbildes mit erhöhter Wahrscheinlichkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten eine vollständige Krankheitsremission zu erwarten (Urk. 9/73/12).
Nach dem Gesagten gingen sowohl
Dr.
B._
als auch
med.
pract
.
E._
davon aus, dass die mittelgradige Depression noch therapeutisch
angehbar
sei.
Med.
pract
.
E._
hielt explizit fest, eine bleibende Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines andauernden, therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren psychischen Krankheitsgeschehens könne zum jetzigen Zeitpunkt weder abg
e
leitet noch prognostiziert werden (Urk. 9/73/12).
Damit in Übereinstimmung steht, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung durch
med.
pract
.
E._
selber über eine
Besserungstendenz
durch die The
rapie
berichtete
, welche
vom Gutachter im Rahmen
von
dessen Untersuchung nach
vollzogen werden
konnte
(Urk. 9/73/10).
Zudem vermochte der Beschwer
de
führer offenbar d
ie im Gutachten prognostizierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (Urk. 9/73/12) im weiteren Verlauf zu erreichen, was sich aus den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen der behandelnden Psychiaterin ergibt (vgl. vorstehende E. 4.1 am Ende).
Nach dem Gesagten handelt es sich nicht um eine therapeutisch nicht mehr angehbare psychische Störung, welche eine inva
lidisierende Wirkung, wie die
bundesgerichtliche
Rechtsprechung sie fordert (vgl.
vorstehende E.
5.3.2
), nach sich ziehen könnte. Infolgedessen hat der Be
schwer
deführer auch infolge seiner depressiven Störung keinen Rentenan
spruch.
5.4
Bei
Schmerzstörungen
ohne erkennbare orga
nische Ursache und bei vergleich
baren psychosomatischen Leiden
ist grundsätzlich zu überprüfen, ob die ärztli
chen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf eine
Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (vgl. BGE 141 V 281 E. 7).
Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach
Art.
4
Abs.
1 IVG sowie
Art.
6 ff. und insbesondere
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der
Leis
tungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge
einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diag
nosti
ziert worden ist (
BGE 141 V 281 E.
2.1
mit Hinweis auf
BGE 130 V 396).
Zudem gelten
auch
psychische Störungen solcher Art
nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht
(mehr)
angeh
bar
sind (
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2).
Med.
pract
.
E._
nannte als Diagnose eine erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung (ICD-10: F54) mit sozialem Rückzug und dysfunktionalem Vermeidungsverhalten bei
lumbo
spon
dy
logenem
Schmerzsyndrom
(Urk. 9/73/14)
.
Bei
den unter
ICD-10
F54
subsu
mierten Störungen
handelt es sich um psychologische Faktoren und
Verhaltens
faktoren
bei andernorts klassifizierten Krankheiten. Diese psychischen Störungen sind meistens leicht und of
t
lang anhaltend und rechtfertigen die Zuordnung zu einer andere Kate
gorie im Kapital V (F
) nicht
(
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien,
9.
Auflage 2014, S.
268
)
.
Dass die diagnostizierte Störung auch beim Beschwerdeführer nur leicht ausgeprägt ist
, ist daran erkennbar, dass
med.
pract
.
E._
in seiner Beurteilung aus
führte, es fänden sich gewisse Hinweise für eine erschwerte
Beschwerde
verar
beitung
mit einer beginnenden dysfunktio
nal vermeidenden Fehlentwicklung (Urk. 9/73/10).
Bei dieser sich in den Anfän
gen befindenden Störung, welche lediglich auf Hinweisen basiert, sind die Kri
terien der Schwere sowie der therapeutischen Nicht-mehr-Angehbarkeit nicht erfüllt.
Auch
bestehen noch Ressour
cen in Fo
r
m von einer wiederholt formu
lierten Bereitschaft zum
Wieder
einstieg
in einen angepassten Arbeitsprozess
(Urk. 9/73/10-11), es findet sich kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Lebenslagen und es bestehen noch therapeutische Optimierungsmöglichkeiten betreffend das psychiatrische Fach
ge
biet (Urk. 9/73/13).
Die erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung ist dem
nach nicht als invalidisierend
einzustufen
.
5.5
Alkoholismus
,
Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit begründe
n
für sich allein keine Inv
alidität im Sinne des Gesetzes
(Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009
,
E.
2
mit Hinweisen
).
Der
sekundär entwickel
ten Benzodiazepin- (
Temesta
-) Abhängigkeit (ICD-10: F13.25)
wurde im Gut
ach
ten von
med.
pract
.
E._
zwar
ebenfalls Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen (Urk. 9/73/14),
jedoch werden aus dem Gutachten keine konkreten Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
ersichtlich
. Vielmehr wurde die Arbeits
unfähigkeit von den Gutachtern aufgrund dessen anerkannt, dass der Be
schwer
deführer noch nicht stabil genug sei für einen erfolgversprechenden
Wieder
einstieg
(Urk. 9/73/11). Dies ist aber kaum der regelmässigen - verschrie
benen (Urk. 9/66/7) - Medikamenteneinnahme zuzuschreiben, stabilisiert diese den Beschwerdeführer doch gerade (Urk. 9/73/6)
.
5.
6
Das rheumatologische Gutachten, wonach
dem Beschwerdeführer
nurmehr
eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar
ist
(Urk. 9/71/13)
, wurde von keiner der Parteien beanstandet
.
Bei den dokumentierten, auf rheumatologischen Diagno
sen fussenden (Urk. 9/71/11) schmerzhaften Bewe
g
ungseinschränkungen von Lendenwirbelsäule und linker Schulter
(Urk. 9/71/12) ist denn auch nachvoll
ziehbar, dass dem Beschwerdeführer gewisse Bewegungen und Belastungen nicht mehr zumutbar sind, weniger belastende beziehungsweise
leidensange
passte
indes uneingeschränkt (Urk. 9/71/13). Dafür, dass sich bezüglich
der so
matischen
Beschwerden noch etwas Relevantes verändert hätte nach der Begut
achtung und vor Verfügungserlass, liegen keine Anhaltspunkte vor (vgl. insbe
sondere vorstehende E.
5.1 und 5.2).
Daher sind auch aus somatischer Sicht keine weiteren Abklärungen angezeigt. Da dem Beschwerdeführer seine ange
stammte Tätigkeit
seit dem Treppensturz vom 15.
Juni 2012
nicht mehr zumut
bar ist (Urk. 9/71/13),
ist jedoch noch eine Invaliditätsbemessung durchzufüh
ren.
6.
6.1
Bis zum zur Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit führenden Treppensturz vom 1
5.
Juni 2012 arbeitete der Beschwerdeführer zu 100
%
als Plat
tenleger bei der
Y._
AG und erzielte dabei ein Brutto
einkom
men von monatlich Fr. 5‘500.--
, wobei auch ein 1
3.
Monatslohn ausbe
zahlt wurde
(Urk. 9/
20/12, Urk. 9/21/2).
Somit erzielte
der Beschwerdeführer im Jahr
20
12
in der bisherigen Tätigkeit ein
E
inkommen von
Fr.
71‘500.--
.
6.2
Zur Festsetzung des Invalideneinkommens ist auf die Tabelle TA 1 der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 20
10
abzustellen. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4
1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) für Männer betrug Fr. 4'
901
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 20
12
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hoch
zurechnen (Die Volkswirtschaft,
3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B9.2) sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar],
Nominal
lohnindex
Männer [T1.1.
10
], Total; 20
10
:
100
; 20
12
:
101.7
). Daraus resultiert
ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr.
62‘354.--
(
Fr.
4‘
901
.-- x 12 : 40 x 41,7 :
100
x
101.7
).
6.3
Die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs drängt sich nicht auf, zumal dem Beschwerdeführer trotz seiner Einschränkungen
und auch unter Berücksichti
gung des Erfordernisses einer lufthygienisch einwandfreien Umgebung (vgl. vorstehende E.
5.1)
noch ein breiter Fächer von Tätigkeiten
offen steht. Ferner werden
Hilfsarbeiten altersunabhängig nachgefragt
(Urteil
e des Bundesgerichts
I
304/06 vom 2
2.
Januar 2007
,
E.
4.2
mit Hinweis; 9C_130/2010 vom 14. April 2010, E. 3.3.3; 8C_328/2011 vom
7.
Dezember 2011, E. 10.2)
. Vergleicht man das Invalideneinkommen von
Fr.
62‘354.--
mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
71‘500.--
,
ergibt sich ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr.
9‘146.--
und somit ein Invaliditätsgrad von aufgerundet
13
%.
6.4
6.4.1
Diese Beurteilung gilt nicht uneingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht bestand gemäss Dr.
Z._
ab dem 9. Juli 2013 eine vollständige und ab dem 1. Juni 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vorstehende E. 4.1). Dr.
B._
kam in seinem Gutachten vom 22. März 2014 zum Schluss, eine Arbeitsunfähigkeit sei
ausgewiesen (vorstehende E.
4.2). Med.
pract
.
E._
führte im Gutachten vom
30.
Mai
2014 aus, die ab Juli 2013 aus psychiatrischer Sicht attestierte voll
ständige Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar (vorstehende E.
4.3.2). Der Konsensbeurteilung von med.
pract
.
E._
und Dr.
C._
vom 30. Mai 2014 ist zu entnehmen, aus somatischer Sicht bestehe ab dem Zeitpunkt des Gutachtens von Dr.
D._
vom 16. April 2013 (vgl. Urk. 9/34/4-11) eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich nach intensiviertem Therapieprozess innert zweier Monate eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer den rheumatologischen Vorgaben entsprechenden Tätigkeit erreichen und innerhalb von weiteren sechs Monaten sei eine vollständige Remission möglich (vorstehende E. 4.3.3).
6.4.2
Der Gesundheitsschaden und damit der Beginn des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) traten mit dem Unfall (Treppensturz) vom 15. Juni 2012 ein. Hernach bestanden aufgrund der somatischen Folgen des Unfalles zunächst eine volle und später eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vgl. 9/34/11 f.). Ab April 2013 bestand aus somatischer Sicht wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit, jedoch nur in einer angepassten Tätigkeit. Die angestammte Tätigkeit blieb dauerhaft nicht mehr zumutbar. Somit bestand bei Ablauf des Wartejahres im Juni 2013 zwar eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %, jedoch war der Beschwerdeführer ab dann in der Lage, eine angepasste Tätigkeit aus
zu
üben, jedoch trat ab 9. Juli 2013 aus psychiatrischer Sicht eine weitere Arbeits
unfähigkeit ein. Dem Beschwerdeführer war es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr
zumutbar, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Somit ist ab Juli 2013 unter Berück
sichtigung des im Juni 2013 bestandenen Wartejahres eine vollständige Erwerbs
unfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG und damit der Anspruch auf eine ganze Rente zu bejahen. Die Wartefrist von sechs Monaten gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG war zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden, da die Anmeldung im Dezember 2012 erfolgt war.
6.4.3
Nach Ablauf von zwei Monaten seit der Beurteilung von Dr.
C._
und med.
pract
.
E._
vom 30. Mai 2014, das heisst ab August 2014, war der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in der Lage, eine angepasste Tätig
keit im Umfang von 50 % auszuüben. In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist die Verbesserung spätes
tens ab Oktober 2014 zu berücksichtigen. Bei einer Restarbeitsfähigkeit von
50 % beträgt das Invalideneinkommen Fr. 31‘177.-- (50 % von Fr. 62‘354.--; vgl.
vorstehende E. 6.2). Verglichen mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 71‘500.-- (vgl. vorstehende E.
6.1) beträgt die Einkommensdifferenz Fr. 40‘323.-- und da
mit der Invaliditätsgrad 56 %. Ab Oktober 2014 hatte der Beschwerdeführer somit Anspruch auf eine halbe Rente.
6.4.4
Nach weiteren sechs Monaten gerechnet ab August 2014, das heisst ab Februar 2015, bestand aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit. Gestützt auf Art. 88a Abs. 2 IVV ist die Verbesserung spätes
tens ab Mai 2015 zu berücksichtigen, weswegen ab dann kein Rentenanspruch mehr ausgewiesen ist (vgl. vorstehende E. 6.3).
Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine befristete Rente. Für die Zeit ab Juli 2013 besteht Anspruch auf eine ganze Rente und für die Zeit ab Oktober 2014 bis und mit April 2015 besteht Anspruch auf eine halbe Rente. Hernach ist kein Anspruch auf eine Rente mehr ausgewiesen. Im Umfang des befristeten Rentenanspruchs ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, im Übrigen aber abzuweisen.
7.
7.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem Be
schwerdeführer
zu drei Vierteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel
aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss hat
der Beschwerdeführer
gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
redu
zierte
Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
800
.-- (inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.