Decision ID: 6301b23f-bf2c-4d61-8cd8-af917d7e7694
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 13. März 2008 aufgrund eines Alkoholabusus sowie Status
nach Unfall vom 22. Dezember 2006 zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung
bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b Am 10. April 2008 erstattete die B._ AG einen Arbeitgeberbericht. Der Versicherte
sei seit 1. August 2003 als Lagerist im Betrieb tätig. Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens habe er im Vollzeitpensum, nach Eintritt des Gesund
heitsschadens ab 1. März 2008 nur noch teilzeitlich (1.6 Stunden pro Tag) gearbeitet.
Der Arbeitgeber führte aus, dass der Versicherte in allen Bereichen nicht mehr in der
Lage sei, seine Aufgaben zu erfüllen. Durch seine Unkonzentriertheit werde er im
Lagerbetrieb zum Sicherheitsrisiko (IV-act. 23-1 ff.).
A.c In einem internen Protokoll vom 8. April 2008, unterzeichnet am 8. und 21. April
2008, führte Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) nach
einem gleichentags geführten Gespräch mit dem behandelnden Arzt Dr. med. D._,
Facharzt für Innere Medizin FMH, aus, das Vollbild einer alkoholbedingten Schädigung
würde die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Funktion einschränken; aktuell sei
jedoch keine Arbeitsunfähigkeitsschrift ausgestellt worden (IV-act. 25-1 f.).
A.d Der RAD diagnostizierte am 30. April 2008 nach einer internen ärztlichen Unter
suchung vom 23. April 2008 eine Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.24) sowie einen
Status nach LWK 1 Keilkompressionsfraktur vom 22. Dezember 2006 mit dreimonatiger
Korsettbehandlung. Die vom Arbeitgeber als gravierend beschriebene Einschränkung
der Leistungsfähigkeit könnte hauptsächlich durch den Alkoholkonsum erklärt werden.
Um jedoch eine anderweitige psychische Beeinträchtigung ausschliessen zu können,
sei es nötig, dass der Versicherte nach einer längeren Abstinenzzeit noch einmal
klinisch beurteilt und gegebenenfalls auch neuropsychologisch getestet werde (IV-act.
27-1 ff.). Dementsprechend forderte die IV-Stelle den Versicherten mit Schreiben vom
19. Mai 2008 auf, den Nachweis einer mindestens sechsmonatigen Alkoholabstinenz
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zu erbringen. Dafür müsse er sich in monatlichen Abständen Blutuntersuchungen
unterziehen und die Resultate der monatlichen Laborbefunde der Verwaltung
unaufgefordert zustellen (IV-act. 28-1 f.). Die Zustellung der Laborwerte wurde in der
Folge zweimal durch die IV-Stelle abgemahnt (IV-act. 31 und 32); das zweite Mal durch
ein Schreiben betreffend Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht vom 15. Juli
2008, welches dem Versicherten androhte, sein Gesuch infolge fehlender Erfüllung der
Mitwirkungspflicht abzuweisen, falls die IV-Stelle nicht bis spätestens am 15. Oktober
2008 die erstmalig für September 2008 erforderlichen Laborwerte erhalten würde (IV-
act. 32-1 f.).
A.e Am 16. Juli 2008 erstatteten die behandelnden Ärzte des Spitals Wattwil einen
Bericht über den stationären Aufenthalt des Versicherten in der Zeit vom 23. Juni 2008
bis 16. Juli 2008. Sie diagnostizierten eine Alkoholabhängigkeit vom Typ des Pegel
musters - chronische Phase mit somatischem Entzug im Spital Altstätten sowie Status
nach Gelegenheitskrampfanfall bei Äthylenentzug 2007 im Spital Altstätten, eine
Plantarmykose beidseits, Unterschenkelödeme beidseits rechts mehr als links, eine
leichte normochrome normozytäre Anämie und einen Status nach Wirbelkörperfraktur
2006 sowie einen Status nach traumatischer Augenverletzung rechts. Die Ärzte führten
aus, dass der Versicherte am 23. Juni 2008 zur freiwilligen 3.5 wöchigen Alkohol
entwöhnungstherapie in die psychosomatische Abteilung eingetreten sei. Der Ver
sicherte habe in gebessertem Allgemeinbefinden entlassen werden können (IV-act.
37-5 ff.).
A.f Mit Vorbescheid vom 22. September 2008 wies die IV-Stelle den Anspruch auf
berufliche Eingliederungsmassnahmen ab. Gemäss Abklärungen der IV-Stelle sei der
Versicherte in der angestammten Tätigkeit bei der Firma B._ AG angemessen
eingegliedert. Berufliche Massnahmen seien nicht notwendig. Hinsichtlich Prüfung der
Rentenfrage wurde der Versicherte um monatliche Zustellung der notwendigen
Laborwerte gebeten (IV-act. 39-1 f.). Mit Verfügung vom 3. November 2008 wies die IV-
Stelle das Leistungsbegehren (Anspruch auf berufliche Massnahmen) ab (IV-act. 42-1
f.).
A.g Mit Schreiben vom 6. Februar 2009 wurde der Versicherte erneut abgemahnt. Für
den Januar 2009 seien keine Laborwerte eingereicht worden. Er habe bis spätestens
19. Februar 2009 der IV-Stelle diesbezüglich Mitteilung zu machen (IV-act. 46-1).
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A.h Am 19. März 2009 ging bei der IV-Stelle ein undatierter Verlaufsbericht von Dr.
D._ ein. Aus dem Bericht geht hervor, dass Dr. D._ den Versicherten am
25. Februar 2009 letztmals ärztlich kontrolliert habe. Offenbar bestehe wieder ein
Alkoholabusus, der sich ungünstig auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (IV-act. 51-1 f.).
Dementsprechend forderte die IV-Stelle den Versicherten mit eingeschriebenem Brief
vom 24. März 2009 mit Betreff Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht erneut auf,
den Nachweis einer mindestens sechsmonatigen Alkoholabstinenz zu erbringen. Dafür
müsse er sich in monatlichen Abständen Blutuntersuchungen unterziehen und die
Resultate der monatlichen Laborbefunde der Verwaltung unaufgefordert zustellen; der
erste Laborbericht werde Ende April 2009 erwartet. Die IV-Stelle drohte dem
Versicherten bei Nichteinhaltung der Auflagen an, die Erhebungen einzustellen und
einen Nichteintretensentscheid zu erlassen (IV-act. 53-1 f.). Mit Schreiben "letzte
Mahnung" vom 11. Mai 2009 wurde der Versicherte nochmals an die Auflage erinnert
(IV-act. 55-1).
A.i Der RAD hielt am 5. Juni 2009 in einer internen Stellungnahme fest, nach dem
letzten Verlaufsbericht des Hausarztes Dr. D._ sei der CDT-Wert wieder deutlich im
Toleranzbereich nachgewiesen worden, so dass nach dem 25. Februar 2009 von einer
weitgehenden Abstinenz ausgegangen werden könne. Es solle daher eine neuro
psychologische Testung und eine erneute psychiatrische Exploration mit Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit in einer den Rücken schonenden Tätigkeit durchgeführt werden
(IV-act. 59-1 f.). Mit Schreiben der IV-Stelle vom 16. Juni 2009 wurde der Versicherte
daher aufgefordert, sich einer ambulanten medizinischen Abklärung in der Klinik
Beverin zu unterziehen (IV-act. 61-1 f.).
A.j Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Psychiatrische Dienst der Klinik Beverin am
3. September 2009 ein Gutachten mit Untersuchungsdatum vom 30. Juni 2009. Die
Gutachter stellten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit keine Diagnose; ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine F 10.20-Störung durch
Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, bestehend seit Jahren, sicher bereits zum Zeitpunkt
der Arbeitslosigkeit 2000/2001. Die Gutachter attestierten eine 100 %ige Arbeits
fähigkeit (8 Stunden täglich) in der bisherigen Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht
bestünden keine speziellen Anforderungen an den Arbeitsplatz; nicht zu empfehlen sei
jedoch eine Tätigkeit im alkoholnahen Bereich, z.B. im Gastgewerbe (IV-act. 66-1 ff.).
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A.k Der RAD hielt am 14. Oktober 2009 in einer internen Stellungnahme fest, dass die
Beurteilungen im Gutachten vom 3. September 2009 in sich schlüssig und wider
spruchsfrei seien; die medizinischen Schlussfolgerungen seien plausibel nachvollzieh
bar. Demnach hätten keine schwerwiegenden neurokognitiven und psychiatrischen
Beeinträchtigungen objektiviert werden können, so dass die durch den Arbeitgeber
beurteilte (höchstens) 25 %ige Leistungsfähigkeit einen aktuell vorliegenden (IV-
relevanten) Gesundheitsschaden entbehrte und sich nur durch den seinerzeit be
triebenen regelmässigen Alkoholkonsum und die dadurch bedingten Auswirkungen auf
die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit erklären lassen könne (IV-act. 68-1).
A.l Mit Vorbescheid vom 23. Oktober 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Der Invaliditätsgrad betrage 0 %
(Validen- und Invalideneinkommen je Fr. 58'500.--).
A.mDer Versicherte liess am 29. Januar 2010 Einwand gegen den Vorbescheid erheben
(IV-act. 82-1 ff.).
A.n Am 26. März 2010 erstattete Dr. D._ im Auftrag der IV-Stelle einen
Verlaufsbericht. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. An der
Diagnose habe sich nichts geändert. Hingegen bestehe seines Erachtens doch eine
verminderte Leistungsfähigkeit am momentanen Arbeitsplatz. Dies auch nach
Rücksprache mit dem Vorgesetzten der Firma B._ AG, bei welcher das alte
Arbeitsverhältnis gekündigt und ab Februar ein neues Arbeitsverhältnis im
Arbeitspensum von 50 % vereinbart worden sei (IV-act. 89-1 f.).
A.o Mit Verfügung vom 30. April 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten ab. Als Begründung wurde angeführt, dass Dr. D._ in seinem Verlaufs
bericht vom 26. März 2010 weder neue objektive Befunde noch neue Diagnosen
bekannt gegeben habe, die eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach der
Begutachtung in der Klinik Beverin plausibel nachvollziehbar machten. Die Klinik
Beverin sei eine Institution mit viel Erfahrung in der Behandlung und Begutachtung von
psychisch Kranken und insbesondere von suchtkranken Menschen. Insofern müsse
davon ausgegangen werden, dass Dr. D._ den Gesundheitsschaden hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit lediglich anders beurteilt habe. Da zum medizinischen Sachverhalt
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keine neuen Tatsachen bekannt geworden seien, werde auch bezüglich Einkommens
vergleich am Entscheid festgehalten (IV-act. 91-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 31. Mai 2010 erhobene Beschwerde.
Darin wird beantragt, es sei dem Beschwerdeführer ab dem 13. März 2008 eine ganze
IV-Rente auszurichten. Eventualiter sei ein neutrales psychiatrisches und rheuma
tologisches/orthopädisches Gutachten einzuholen. Für das Gerichtsverfahren seien die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren, alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer im
Wesentlichen aus, obwohl er den Alkoholkonsum nach der psychiatrischen Be
gutachtung nachweisbar eingestellt habe, sei ihm seine bisherige Anstellung aufgrund
seiner gesundheitlichen Einschränkung, welche den Leistungsabfall auslöse, per
31. Januar 2010 gekündigt worden. Dies belege, dass seine Leistungseinbusse trotz
der eingehaltenen mehrmonatigen Abstinenz angehalten habe bzw. seine verminderte
Leistung nicht mehr auf das alte Niveau habe gesteigert werden können. Der Ursprung
der Leistungseinbusse sei somit vielfältig, wobei die körperlichen Beeinträchtigungen
durch den jahrzehntelangen Alkoholabusus im Vordergrund stünden. Trotz des
Leistungsabfalls sei ihm derselbe Lohn ausbezahlt worden, was für das Ausrichten
eines Soziallohnes durch den Arbeitgeber spreche. Der Hausarzt Dr. D._ habe im
Weiteren die verminderte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in seinem
ärztlichen Zeugnis vom 30. Januar 2010 als auch im Schreiben vom 26. März 2010
bestätigt. Da das IV-Gutachten der Klinik Beverin vom 3. September 2009 dem
Beschwerdeführer keine Verminderung der Arbeitsfähigkeit attestiere, Dr. D._ jedoch
klar eine verminderte Leistungsfähigkeit am jetzigen Arbeitsplatz diagnostiziert habe,
könne nicht einfach von einer "anderen Beurteilung" gesprochen werden. Das Gut
achten der Klinik Beverin vom 3. September 2009 stelle im übrigen ein Parteigutachten
dar, da es von der Beschwerdegegnerin veranlasst worden sei. Das Gutachten habe
nur allfällige psychische Folgen des Alkoholabusus untersucht; es sei auf eine
eingehende, insbesondere bildgebende, Untersuchung, welche die körperlichen Folgen
des jahrzehntelangen Alkoholmissbrauchs belegten, verzichtet worden. Um diese
Unklarheiten zu bereinigen, insbesondere um die physischen und psychischen Folgen
des Alkoholabusus erheben zu können, sei ein neutrales psychiatrisches und
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rheumatologisches/ orthopädisches Gutachten einzuholen. Hinsichtlich des
Einkommensvergleichs sei zu bemerken, dass der ursprünglich ausgerichtete Lohn von
Fr. 4'570.-- als Valideneinkommen zu gelten habe. Der ab dem 1. Februar 2010 neu
ausgerichtete Lohn von Fr. 900.-- sei als Invalideneinkommen zu werten, obwohl er
gemäss Angaben des Arbeitgebers auch eine geringe Sozialkomponente enthalte. Die
Gegenüberstellung dieser beiden Einkommen ergebe einen IV-Grad von 80.3 %, was
den Beschwerdeführer zum Bezug einer ganzen Rente berechtige. Da der
Beschwerdeführer gemäss Arztzeugnissen von Dr. D._ am 13. März 2008 seit einem
Jahr zu mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sei, habe er ab diesem Datum
Anspruch auf eine ganze IV-Rente (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. Juli 2010
die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, die
Arbeitsunfähigkeit sei auf IV-fremde Faktoren zurückzuführen. Es sei erstellt, dass
medizinische Gründe – bei einer Alkoholabstinenz – für die Leistungseinbusse des
Beschwerdeführers nicht in Fragen kämen. Die Klinik Beverin sei eine Institution mit viel
Erfahrung in der Behandlung und Begutachtung von suchtkranken Personen. Auch der
Hausarzt Dr. D._ sei der Ansicht, dass die im Gutachten gestellten Diagnosen
zutreffen würden. Der Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Arbeitgeberin sei keine
Bedeutung beizumessen; diese habe durch Mediziner zu erfolgen. Der Verlaufsbericht
von Dr. D._ vom 13. März 2010 spreche eher für die Wiederaufnahme des
Alkoholkonsums, da der Beschwerdeführer es abgelehnt habe, zu weiteren
Blutbildkontrollen zu erscheinen. Dr. D._ stelle seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit – im Gegensatz zur Klinik Beverin – in den Raum, ohne eine Erklärung
hierzu zu liefern. Nach objektiver, umfassender, eingehender und inhaltsbezogener
Würdigung sei auf die Einschätzung der Gutachterstelle abzustellen. Hausärzte würden
mitunter aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
dazu neigen, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen. Zudem sei die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt - welcher im Übrigen seinen Patienten schon über
drei Monate nicht mehr gesehen habe - einzig aufgrund der Rücksprache mit der
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erfolgt. Zudem verhalte sich Dr. D._
widersprüchlich, da er dem Beschwerdeführer zu einem früheren Zeitpunkt eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Schliesslich rechtfertige der Umstand allein, dass ein
Gutachten von einer Partei in Auftrag gegeben worden sei, nicht Zweifel an seinem
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Beweiswert. Da der medizinische Sacherhalt hinlänglich abgeklärt worden sei, müsse
auch nicht ein rheumatologisch/orthopädisches Gutachten eingeholt werden (act. G 4).
B.c Die zuständige Abteilungspräsidentin bewilligte am 30. Juli 2010 das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung, act. G 7).
B.d In der Replik vom 7. September 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Er führt im Wesentlichen aus, dass das Gutachten der Klinik Beverin
vom 3. September 2009 vordergründig die psychische Seite des alkoholbedingten
Leistungsabfalls untersucht und kein umfassendes Gesamtbild vor dem Hintergrund
der physischen und psychischen Beeinträchtigungen gezeichnet habe. Im Widerspruch
zu diesem Gutachten gingen sowohl Dr. D._ als auch die Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers von einer verminderten Leistungsfähigkeit desselben aus. Aufgrund
dieser Widersprüche sei eine neutrale Gesamtbegutachtung des Beschwerdeführers
unumgänglich, sofern nicht auf der Basis der beigebrachten Arztzeugnisse von einer
ganzen IV-Rente ausgegangen werde. Da der Beschwerdeführer zudem seit mehreren
Jahren bei Dr. D._ in Behandlung sei und dieser seine medizinischen Einschätzungen
in voller Kenntnis jeglicher Vorakten abgegeben habe, erfüllten die ins Recht gelegten
Berichte von Dr. D._ die Anforderungen an die geforderte Unabhängigkeit von Arzt
zeugnissen. Der vom Beschwerdeführer betriebene Alkoholabusus habe einen starken
körperlichen Verfall seines Allgemeinzustandes bewirkt, was in Anbetracht seines Alters
nachvollziehbar sei. Selbst unter Einhaltung der Alkoholabstinenz sei dieser Verfall
vorhanden und irreversibel leistungsbeeinträchtigend im Rahmen des geltend ge
machten Invaliditätsgrades. Somit sei auf die Einschätzung von Dr. D._ und des
Arbeitgebers abzustellen und dem Beschwerdeführer ab dem 1. März 2008 eine ganze
IV-Rente auszurichten oder zumindest ein neutrales psychiatrisches und rheuma
tologisches/orthopädisches Gutachten einzuholen (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:
1.
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1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Rente zu Recht verneint hat.
1.2 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) hat die versicherte
Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Drei
viertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens
zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist.
1.3 Die Feststellung des Gesundheitsschadens, das heisst die Befunderhebung und
die gestützt darauf gestellte Diagnose, aber auch die Prognose und die Ätiologie, die
durch den festgestellten Gesundheitsschaden verursachte Arbeitsunfähigkeit sowie
das noch vorhandene funktionelle Leistungsvermögen oder das Vorhandensein und die
Verfügbarkeit von Ressourcen sind Tatfragen (BGE 132 V 398 E. 3.2), deren
Beantwortung entsprechendes Fachwissen voraussetzt. Im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) hat die IV-Stelle daher in aller Regel
ärztliche Sachverständige zur Beantwortung dieser Fragen beizuziehen (vgl. Art. 43
Abs. 2 ATSG und Art. 69 Abs. 2 und 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV; SR 831.201]), so etwa jene des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD;
vgl. Art. 49 Abs. 1 IVV) oder solche einer MEDAS. Aufgabe der IV-Stelle und des
Versicherungsgerichts ist es, diese Tatsachen rechtlich zu würdigen, das heisst zu
beurteilen, ob die ärztlichen Aussagen und Schätzungen die zuverlässige Beurteilung
des Leistungsanspruchs erlauben und, falls dies der Fall ist, gestützt auf diese
Feststellungen sowie die Feststellungen zu den im Rahmen des Einkommensvergleichs
nach Art. 16 ATSG relevanten Einkommen (Validen- und Invalideneinkommen) den
Invaliditätsgrad zu bemessen (vgl. BGE 132 V 398 f. E. 3.2 f.).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer moniert, sein behandelnder Arzt Dr. D._ habe eine klar
verminderte Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit am Arbeitsplatz des Beschwerdeführers
attestiert. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, das Gutachten der Klinik
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Beverin stelle ein Parteigutachten dar, da es von der Beschwerdegegnerin veranlasst
worden sei. Auf eine eingehende Untersuchung, insbesondere auf bildgebende
Untersuchungen, welche die körperlichen Folgen des jahrzehntelangen
Alkoholmissbrauchs belegten, sei verzichtet worden. Das Gutachten zeichne kein
umfassendes Gesamtbild vor dem Hintergrund der physischen und psychischen
Beeinträchtigung.
2.2 Die Beschwerdegegnerin stützt die angefochtene Verfügung in erster Linie auf das
psychiatrische Gutachten der Klinik Beverin vom 3. September 2009 mit ambulanten
Untersuchungen vom 30. Juni 2009 und 7. Juli 2009 (IV-act. 66-1 ff.).
3.
3.1 Es stellt sich die Frage, ob das Gutachten der Psychiatrischen Dienste Grau
bünden, Klinik Beverin, vom 3. September 2009 als Grundlage für die Beurteilung der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers genügt.
3.1.1 Zunächst ist zu klären, ob das Gutachten die formellen Anforderungen
erfüllt. Hinsichtlich einer allfälligen Befangenheit der Gutachter der Klinik Beverin unter
dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit bzw. im Sinne des Gutachtens
als reines Parteigutachten führt der regelmässige Beizug eines Gutachters oder einer
Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben
Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende
Honorarvolumen für sich allein genommen nach ständiger Praxis nicht zum Ausstand
(BGE 137 V 210 Erw. 1.3.3 m. H. auf SVR 2009 UV Nr. 32 S. 111 Erw. 6, 8C_509/2008;
SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69 Erw. 2, 9C_67/2007; RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/
bb, U 212/97). Ein Ausstandsbegehren könne sich ohnehin stets nur gegen Personen
und nicht gegen Behörden richten; nur die für eine Behörde tätigen Personen, nicht die
Behörde als solche, könnten befangen sein (SVR 2010 IV Nr. 2 S. 3 Erw. 2.1,
9C_500/2009; Urteil 9C_603/2010 vom 6. Oktober 2010 Erw. 5.2). Nach dem Gesagten
ist der pauschale Vorwurf des Beschwerdeführers, das Gutachten stelle ein Partei-
gutachten dar, nicht zu hören. Eine persönliche Befangenheit unter den Gutachtern hat
der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. In den Akten finden sich auch keine
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Hinweise, die für eine Befangenheit der Gutachter sprechen würden. Somit erfüllt das
Gutachten die formellen Anforderungen (vgl. auch BGE 137 V 210).
3.1.2 Der Beschwerdeführer wurde am 30. Juni 2009 und 7. Juli 2009 in der Klinik
Beverin ambulant begutachtet. Die Begutachtung bestand aus einer eingehenden
psychiatrischen Exploration, einer testpsychologischen Untersuchung sowie einer
Blutentnahme (IV-act. 66-1). Aus psychiatrischer Sicht wurde keine Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit wurde eine Störung durch Alkohol (F 10.20), ein
Abhängigkeitssyndrom, bestehend seit Jahren, sicher bereits zum Zeitpunkt der
Arbeitslosigkeit 2000/2001, gestellt (IV-act. 66-17). Im Gutachten wurde ausgeführt, der
Beschwerdeführer erfülle fünf von sechs der Kriterien gemäss den klinisch-
diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen nach
ICD-10 und damit die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit. Eine Erklärung für das vom
Arbeitgeber geschilderte Ausmass der Einschränkungen vermöge die
testpsychologische Untersuchung nicht zu bieten. Die Verneinung eines kognitiven
Abbaus werde auch durch den geschilderten Therapieverlauf im Spital Wattwil
gestützt. Der Beschwerdeführer habe sich im Rahmen der Therapiegespräche
zunehmend klarer ausgedrückt, sei schneller auf den Punkt gekommen und habe sich
wach und interessiert beteiligt. Er habe im kreativen Gestalten mit seinen Ideen und
seiner gestalterischen Zielsicherheit überrascht, selbständig gearbeitet, seine Zeit
geschickt eingeteilt und stets die Verantwortung für seine Werke übernommen.
Zusammenfassend könne nebst der Alkoholabhängigkeit keine andere psychiatrische
Störung diagnostiziert werden. Die vom Arbeitgeber beschriebene massive
Einschränkung der Leistungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht begründbar
(IV-act. 66-16 f.).
Das psychiatrische Gutachten ist schlüssig und nachvollziehbar. Bei der Würdigung
des Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf eigenständigen Abklärungen beruht und
für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten, insbesondere der
Austrittsbericht des Spitals Altstätten über die Hospitalisation des Beschwerdeführers
vom 11. bis 16. April 2007 (IV-act. 66-5), der ärztliche Bericht der RAD-Untersuchung
vom 23. April 2008 (IV-act. 66-6) sowie der Austrittsbericht des Spitals Wattwil,
psychosomatische Abteilung, über die Hospitalisierung des Beschwerdeführers vom
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23. Juni 2008 bis 17. Juli 2008 (IV-act. 66-7), wurden verwertet und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, seine Zukunftsvorstellungen und seine
Selbsteinschätzung berücksichtigt und gewürdigt. Im Weiteren erfolgte eine
telefonische Auskunftseinholung bei Dr. med. E._ vom Psychiatriezentrum F._ (IV-
act. 66-11) sowie eine aussagekräftige testpsychologische Untersuchung. Daher
erscheint die Diagnosestellung in genügendem Masse fundiert zu sein und die
Entscheidung der Gutachter, auf eine bildgebende Untersuchung zu verzichten, als
nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Die Tatsache, dass den Gutachtern das
bildgebende Material, welches allfällige körperliche Folgen des Alkoholmissbrauchs
belegen könnte, nicht vorlag, reicht unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die
relevanten Vorakten beigezogen wurden, jedenfalls nicht aus, eine weitere
Begutachtung in psychiatrischer Hinsicht anzuordnen. Dies, obwohl vor Erstellung des
Gutachtens mit Vorteil ein schriftlicher Bericht bei Dr. E._ eingeholt worden wäre.
3.2 Das Gutachten kann daher grundsätzlich für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit
berücksichtigt werden.
4.
4.1 In seinem ärztlichen Bericht vom 30. April 2008 führte der RAD-Arzt Dr. G._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seiner Schlussfolgerung bezüglich
Eingliederungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit aus, dass keine Anhaltspunkte für Ich-
Störungen und Wahrnehmungsstörungen vorhanden seien. Die emotionale
Schwingungsfähigkeit sei erhalten; in der Stimmung habe der Beschwerdeführer
ausgeglichen gewirkt. Es gäbe keine Anhaltspunkte für akute Suizidalität oder Fremd
gefährdung. In der Exploration hätten keine klinisch fassbaren psychiatrischen
Störungen objektiviert werden könnten. Der Beschwerdeführer sei weder depressiv
noch psychotisch und in der interpersonellen Interaktion unauffällig gewesen (IV-act.
27-2 f.). Die Gutachter der Klinik Beverin führten aus, dass der Beschwerdeführer im
Rahmen der psychiatrischen Exploration und der neuropsychologischen Untersuchung
ein psychopathologisch unauffälliges Zustandsbild gezeigt habe. Insbesondere lasse
sich ein neurokognitiver Abbau nicht nachweisen. Es zeige sich keine depressive
Symptomatik, sie werde auch eigenanamnestisch nicht berichtet. Gemäss
telefonischer Auskunft vom 14. August 2009 beim den Beschwerdeführer nach dessen
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Aufenthalt im Spital Wattwil längere Zeit behandelnden Arzt Dr. E._ hätten nie klare
Anzeichen für einen kognitiven Abbau festgestellt werden können (IV-act. 66-11). Dr.
E._ habe für die Zeit direkt nach der Entzugsbehandlung über eine depressive
Symptomatik berichtet, die aber mittlerweilen remittiert sei. Die Schilderung der
Schmerzen erfolge nicht in einer für die anhaltende somatoforme Schmerzstörung
typischen Weise. Der Beschwerdeführer beschreibe Schmerzen beim Aufstehen, beim
schweren Heben und bei Überkopfarbeiten. Auch würden diese erst auf Nachfrage
geschildert und im Rahmen der psychiatrischen Untersuchungssituation werde kein
Schmerzverhalten demonstriert. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung liege
eindeutig nicht vor, die Diagnose könne nicht gestellt werden (IV-act. 66-14). Im
Gutachten kam man nach eingehender Exploration zusammenfassend zum Schluss,
dass nebst der Alkoholabhängigkeit keine andere psychiatrische Störung diagnostiziert
werden könnten. Die vom Arbeitgeber beschriebene massive Einschränkung der
Leistungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht begründbar (IV-act. 66-16 f.).
4.2 Aufgrund dieser Aktenlage erscheint der medizinische Sachverhalt für den mass
gebenden Zeitraum in psychiatrischer Hinsicht als genügend abgeklärt; auf die Ein
holung eines neuen psychiatrischen Gutachtens kann verzichtet werden. Ein psychisch
relevanter Gesundheitsschaden ist vor dem Hintergrund der Erwägung 4.1 nicht aus
gewiesen.
5.
5.1 Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer als Hauptproblem
bei der Arbeit die Rückenbeschwerden, welche vom Unfall vor Weihnachten 2006 her
rühren, bezeichnete. Bei normaler Tätigkeit gehe das gut. Das Heben über Kopf mache
ihm aber Beschwerden. Zudem machte der Beschwerdeführer geltend, er habe eine
Sehschwäche auf einem Auge, habe 1963 einen Unfall erlitten, es sei ihm das
Sägeblatt bei Laubsägearbeiten gerissen und habe ihn am Auge verletzt (IV-act. 66-10).
Im Bericht des RAD Ostschweiz vom 30. April 2008 diagnostizierte Dr. G._ nebst
einer Alkoholabhängigkeit einen Status nach LWK 1 Keilkompressionsfraktur vom
22. Dezember 2006 mit dreimonatiger Korsettbehandlung. Der Beschwerdeführer habe
anlässlich der RAD-Untersuchung vom 23. April 2008 eine Alkoholabhängigkeit,
Probleme wegen Rückenschmerzen nach einer LWK 1 Fraktur sowie Sehprobleme be
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schrieben (IV-act. 27-2). Dem Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 20. Juni 2007 ist jedoch zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer nach der erlittenen Keilkompressionsfraktur vom 22. Dezember
2006 einen problemlosen Verlauf im 3-Punkte-Korsett gehabt habe und aktuell
schmerzfrei sei. Als Befunde wurden ein flüssiges Gangbild, fehlende Klopfdolenz am
thorakolumbalen Übergang sowie fehlende sensomotorische Ausfälle genannt (nicht
nummerierte Fremdakten G 4.2). Dass der Beschwerdeführer im Weiteren immer
wieder über Augen- und Rückenbeschwerden klagen würde und zwecks Heilung oder
Linderung selber Abklärungen und Behandlungen in die Wege geleitet hätte, lässt sich
den Akten nicht entnehmen. So wird denn auch im Gutachten der Klinik Beverin
ausgeführt, dass der Beschwerdeführer zwar Schmerzen beim Aufstehen, beim
schweren Heben und bei über Kopf Arbeiten beschreibe. Diese würden jedoch erst auf
Nachfrage geschildert und im Rahmen der psychiatrischen Untersuchungssituation
werde kein Schmerzverhalten demonstriert (IV-act. 66-14). Im Arbeitgeberbericht der
B._ AG vom 10. April 2008 (IV-act. 23-2 ff.) werden die Rücken- und
Augenbeschwerden nur marginal erwähnt; es wird hauptsächlich auf den
kontinuierlichen Leistungsabfall des Beschwerdeführers, einhergehend mit
Unkonzentriertheit und Langsamkeit in Arbeitstempo und Reaktion, hingewiesen (IV-
act. 23-6, 23-8). Daher ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass die Rücken- und Sehproblematik des Beschwerdeführers nicht die Ursache der
Einschränkungen der Leistungsfähigkeit darstellt. Den medizinischen Akten lässt sich
im Übrigen kein Hinweis entnehmen, dass Organe des Beschwerdeführers durch seine
Alkoholabhängigkeit dauerhaft geschädigt worden sein könnten. Die Ärzte führten im
Bericht des Spitals Wattwil vom 16. Juli 2008 aus, dass sich der Beschwerdeführer bei
Eintritt in ordentlichem Allgemein- und Ernährungszustand befunden habe. Die
Untersuchungen bei Eintritt hätten insgesamt unauffällige Befunde ergeben (IV-act.
37-7). Den Akten sind zudem keine Angaben über intensiv beklagte Schmerzen des
Beschwerdeführers zu entnehmen. Im Gegenteil kann dem Arbeitgeberbericht der
B._ AG entnommen werden, dass der Beschwerdeführer selber den Wunsch
geäussert habe, ab der letzten Aprilwoche 2007 wieder im Pensum 50 % arbeiten zu
dürfen (IV-act. 23-8). Schliesslich ist festzustellen, dass selbst der behandelnde Arzt Dr.
D._ in seinem Verlaufsbericht vom 26. März 2010 von einem stationären
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ausging und die Diagnose des
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Gutachtens der Psychiatrischen Dienste der Klinik Beverin vom 3. September 2009
bestätigte (IV-act. 89-1).
5.2 Aufgrund dieser Aktenlage erscheint der medizinische Sachverhalt für den mass
gebenden Zeitraum in somatischer Hinsicht als genügend abgeklärt. Von weiteren
medizinischen Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
dem Antrag des Beschwerdeführers auf Einholung eines rheumatologischen/ortho
pädischen Gutachtens nicht zu entsprechen ist (antizipierte Beweiswürdigung). Vor
dem Hintergrund der Erwägung 5.1 ist ein relevanter Gesundheitsschaden in
somatischer Hinsicht in rentenbegründendem Ausmass nicht ausgewiesen.
6.
6.1 Es ist zusammenfassend davon auszugehen, dass keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ausgewiesen und die Arbeitsfähigkeitsschätzung (8 Stunden täglich,
IV-act. 66-18) des Gutachtens der Klinik Beverin vom 3. September 2009 beweiskräftig
ist. Auch die Frage nach den zumutbaren Tätigkeiten wurde im Gutachten hinreichend
beantwortet, wird doch ausgeführt, dass keine speziellen Anforderungen an den
Arbeitsplatz bestünden, ausser dass eine Tätigkeit im alkoholnahen Bereich, wie z.B.
dem Gastgewerbe, nicht empfohlen werde (IV-act. 66-19). Zudem schreibt der RAD-
Arzt Dr. G._ in seinem ärztlichen Bericht vom 30. April 2008, dass hinsichtlich der
beklagten Rückenschmerzen in einer rückenadaptierten Tätigkeit keine gravierenden
Einschränkungen zu erwarten seien (IV-act. 27-3). Auszugehen ist gemäss dem
Gutachten und dem RAD somit insgesamt von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers von 100 % in einer optimal adaptierten Tätigkeit.
6.2 Betreffend Valideneinkommen ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden den angestammten Beruf als Stickerei-
Puncher weiter ausgeführt hätte. Es ist notorisch, dass im Stickereigewerbe seit den
1990er-Jahren die mechanischen Punchmaschinen durch computergesteuerte
Maschinen ersetzt wurden und der Arbeitsmarkt vielen mechanischen Punchern auf
grund der reduzierten Nachfrage keine Möglichkeit bot, sich einerseits auf die ent
sprechende Computertechnik umzuschulen und andererseits ihre Stelle entsprechend
anzupassen. Die Akten liefern keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer die
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computerbasierte Umschulung aus gesundheitlichen Gründen nicht vorgenommen
hätte. Doch selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Validenkarriere des Be
schwerdeführers jene des mit Computer arbeitenden Punchers wäre, würde dies ver
glichen mit Invalideneinkommen (dem durchschnittlichen Einkommen eines Hilfs
arbeiters bei vollem Pensum) doch nicht einen so hohen Validenlohn bedeuten, dass
eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse in der rentenbegründenden Höhe von
mindestens 40% bestünde. Dies zumal der vom Beschwerdeführer im Stickerei-
Gewerbe in den 1990er-Jahren effektiv erzielte Lohn nicht deutlich über den Tabellen
löhnen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung, Sektor Textilien, Anforderungs
niveau 3, aus jenen Jahren lag. Weitere diesbezügliche Abklärungen können daher
unterbleiben. Bei voller Arbeitsfähigkeit in einer angestammten Tätigkeit erreicht der
Beschwerdeführer keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad.
7.
7.1 Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Dem Beschwerdeführer wurde am 30. Juli 2010 die unentgeltliche Prozessführung
(unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung) bewilligt. Wenn
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden (Art. 404 Abs. 1
der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 288 Abs. 1 der
Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen [ZPO/SG] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
7.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dem unterliegenden Beschwerdeführer
sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
7.4 Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat aufgrund der bewilligten un
entgeltlichen Rechtsverbeiständung sodann grundsätzlich Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
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der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In einem Fall mit mittlerem Aufwand und
Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3’500.--
ausgerichtet. Da der vorliegende Fall nicht als überdurchschnittlich aufwendig zu
qualifizieren ist, rechtfertigt sich für die Bemessung der Entschädigung vom
pauschalen Mittelwert von Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) auszugehen. Der Staat ist zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers aufzukommen. Die entsprechende Entschädigung ist gemäss
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (AnwG; sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen.
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2’800.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP