Decision ID: eb244ef5-a277-5db3-aa2a-e229107e3f11
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich)
obligatorisch gegen Unfälle versichert als sie am 17. März 2009 wegen einer akuten
Gastroenteritis zu Hause kollabierte und von der Toilette stürzte, wobei sie mit dem
Kopf auf dem Plattenboden aufschlug (UV-act. z1, zm2). Dabei erlitt sie eine Commotio
cerebri, wies bei Spitaleintritt 15 Punkte auf der Glasgow Coma Scale (GCS) aus, hatte
Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und eine aufgeschlagene Oberlippe.
Ausserdem zeigten sich eine Kontusionsmarke auf der Mitte der Stirn und eine
minimale Fissur am Nasenbein ohne Dislokation. Radiologisch konnte eine Fraktur am
Schädel ausgeschlossen werden (UV-act. zm2).
A.b In der Folge wurde der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert,
welche im Lauf der Zeit abnahm. Am 10. Juli 2009 erlangte sie eine volle
Arbeitsfähigkeit (UV-act. zm21). Bereits am 17. Juli 2009 wurde die Arbeitsfähigkeit
wieder auf 50% herabgestuft und die Hausärztin, Dr. med. B._, Allgemeine Medizin
FMH, ersuchte um eine vertrauensärztliche Untersuchung der Versicherten (UV-act.
zm21 und zm22).
A.c Die Zürich erbrachte die entsprechenden Leistungen und stellte diese mit
Verfügung vom 29. Juli 2010 aufgrund des Berichts von Prof. Dr. med. C._,
Chefärztin der Klinik für Neurologie, per 19. Oktober 2009 ein (UV-act. z141, zm32).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. R. Braun, Mels, am 24. August 2010 Einsprache. Sie beantragte, die Verfügung
sei aufzuheben und es seien ab dem 1. Oktober 2009 weiterhin die gesetzlichen
Versicherungsleistungen auszurichten (UV-act. z144).
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B.b Mit Schreiben vom 7. September 2010 teilte die Zürich der Versicherten mit, dass
sie die Taggeldleistungen entgegenkommenderweise und ohne jegliches Präjudiz bis
zum 18. Oktober 2009 zu 50% ausrichten werde (UV-act. z148).
B.c Mit Entscheid vom 26. November 2010 wies die Zürich die Einsprache ab. Sie
begründete dies damit, dass weder ein natürlicher noch ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vorliege
(act. G1.1).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 5. Januar 2011. Die
Beschwerdeführerin beantragt, der Einspracheentscheid vom 26. November 2010
sowie die Verfügung vom 29. Juli 2010 betreffend UVG-Leistungen seien aufzuheben.
Es seien ihr ab 19. Oktober 2009 weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen
auszurichten. Unter Entschädigungsfolgen. Sie macht im Wesentlichen geltend, auf
den Bericht von Prof. Dr. med. C._ könne nicht abgestellt werden. Der Wegfall der
natürlichen Kausalität sei nicht bewiesen (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem Bericht von Prof. Dr. C._
sei der Unfall nur eine mögliche Ursache neben anderen Ursachen. Die natürliche
Kausalität sei damit dahingefallen. Sodann liege auch keine adäquate Kausalität vor, da
es sich um einen leichten, höchstens mittelschweren Unfall gehandelt habe und die
massgeblichen Kriterien nicht erfüllt seien. (act. G5).
C.c Mit Replik vom 25. März 2011 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Sie bringt ergänzend vor, die zahnärztlichen Unterlagen würden bestätigen, dass sie
mit dem Kopf heftig auf dem Plattenboden aufgeschlagen habe. Zudem weist sie
darauf hin, dass Prof. Dr. C._ weitere ärztliche Behandlungen bzw.
Therapiemassnahmen empfohlen habe (act. G7).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G9).
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C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zunächst von einer
Leistungspflicht ihrerseits ausging, was unbestritten ist. Aufgrund der vorliegenden
Akten erscheint dieser Standpunkt korrekt. Der Sturz von der Toilette mit Aufprall des
Kopfs auf dem Boden ist als Unfall im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu qualifizieren. Die
Beschwerdegegnerin erbrachte demzufolge zu Recht die entsprechenden Leistungen
(Kosten für die Heilbehandlung, Taggelder).
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die
Versicherungsleistungen zu Recht per 18. Oktober 2009 eingestellt hat. Sie hat mit
Entscheid vom 26. November 2010 eine Leistungspflicht verneint, da kein natürlicher
Kausalzusammenhang mehr vorliege. Es seien aus neurologischer Sicht keine
somatischen Befunde festgestellt worden (act. G1.1).
2.2 Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem
versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden,
wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von
jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie BGE 117 V 359 und
BGE 134 V 109). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung des Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1
und BGE 118 V 289 f. E. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur
für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000
UV Nr. 14 S. 45). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
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adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 112 E. 3a). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit bildgebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, BGE 123 V 102 E. 3b, BGE 118 V 291 f. E. 3a, BGE 117 V 365
E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie
folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma
bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).
3.
3.1 Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals Walenstadt vom 18. März 2009 wurden
bei der Beschwerdeführerin eine Commotio cerebri und eine akute Gastroenteritis
diagnostiziert. Radiologisch konnte eine Fraktur des Schädels ausgeschlossen werden.
Hingegen zeigte sich eine minimale Fissur am Nasenbein (UV-act. zm2, zm4).
Anlässlich der zahnärztlichen Untersuchung durch Dr. med. dent. D._ präsentierten
die Röntgenbilder vom 23. März 2009 einen unauffälligen Befund der OK/UK-Front. Es
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wurden jedoch Querrisse festgestellt (Zahnschadenformular vom 21. April 2009 [UV-
act. zm8]). Ein im September 2009 durchgeführtes EEG zeigte ein unregelmässiges
9-11/s Alpha-EEG einer teils vigilanzgeminderten Patientin mit einer unspezifischen
Funktionsstörung in Form von intermittierenden kurzen Gruppen von generalisierten
höher gespannten Alpha- und Theta-Wellen frontal betont, vereinzelt auch eingelagerte
steile Transienten, jedoch ohne Nachweis von sicheren epilepsietypischen Potentialen
(UV-act. zm26). Auch die MRI-Untersuchung, welche am 8. Oktober 2009 durchgeführt
wurde, ergab unauffällige Resultate. Es lag eine grenzwertig normale Weite der
Liquorräume vor. Sodann zeigten sich keine Hinweise auf eine fokale posttraumatische
Läsion respektive eine stattgehabte intracerebrale Blutung. Die Virchow' Robinschen
Räume hoch parietal beidseits waren gering erweitert. Zudem fand sich eine lokalisierte
polypoide Schleimhautschwellung im linken Sinus maxillaris (UV-act. zm25).
3.2 Insgesamt steht somit fest, dass keine organisch-strukturell ausgewiesenen
Unfallfolgen vorgelegen haben bzw. noch vorliegen. Denn die durchgeführten
bildgebenden Verfahren ergaben allesamt unauffällige Befunde, mit Ausnahme von
leichten Verletzungen, namentlich der minimalen Fissur am Nasenbein sowie der
Querrisse.
4.
4.1 Gemäss dem Bericht von Prof. Dr. C._ vom 11. Februar 2010 erbrachte die
klinisch-neurologische Untersuchung einen in allen Einzelheiten regelrechten Befund
(UV-act. zm32). Aus neuropsychologischer Sicht hingegen zeigte sich insgesamt eine
leichte kognitive Funktionsstörung. Dr. phil. D._, Psychologin FSP / Fachpsychologin
für Neuropsychologie FSP, Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen, führte
aus, es stünden dabei im Vordergrund bis mittelschwere Störungen der Aktivierung
und der Daueraufmerksamkeit/ Vigilanz mit im Verlauf nach drei Stunden und bei
monotonen Aufgaben deutlich erhöhter Ermüdbarkeit und abnehmender qualitativer
Leistungsfähigkeit. Im Weiteren komme es zu Einbrüchen im Lernen, im sprachlichen
Arbeits- sowie Langzeitgedächtnis. Im emotionalen und Persönlichkeitsbereich falle
eine verminderte psychische Belastbarkeit mit Angabe von Schmerzen, kompliziertem
Verhalten und (Über-)Betonung von somatischen und geistigen Symptomen im Alltag
auf. In der Vorgeschichte scheine es mehrfach nach belastenden Lebensereignissen zu
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psychischen Anpassungsschwierigkeiten gekommen zu sein. Im Weiteren sei ein
regelmässiger Schmerzmittelkonsum beschrieben worden. Insgesamt zeige sich aus
neuropsychologischer Sicht eine leichte kognitive Funktionsstörung, welche
umschrieben Aktivierung, Daueraufmerksamkeit und Vigilanz, somit vor allem die
Leistungskonstanz und Aufmerksamkeitsbelastung betreffe. Es bestehe ein klinisches
Bild wie es nach leichter traumatischer Hirnverletzung und/oder HWS-Trauma
angetroffen werden könne. Im Verlauf schienen die somatischen und geistigen
Symptome übermässig zu persistieren. Ursächlich kämen dafür aus
neuropsychologischer Sicht die verminderte psychische Belastbarkeit mit Anpassungs
problemen, ein chronischer Schmerzmittelgebrauch, ein ungenügendes Training der
Daueraufmerksamkeit und der geistigen Belastbarkeit sowie die mangelnde Übung in
beruflichen Tätigkeiten in Frage. Die Arbeitsfähigkeit als Mutter und Hausfrau sei
gegeben. In einer Bürotätigkeit dürfte die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Störungen der
Daueraufmerksamkeit/ Vigilanz und erhöhten Ermüdung in geistigen Tätigkeiten
eingeschränkt sein. Dabei dürften vermehrte Pausen und ein Wechsel auf körperliche
Tätigkeiten notwendig werden. Eine ausserhäusliche Tätigkeit von ca. 10% pro Woche
sei möglich. Insgesamt sei von einer theoretischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in geistigen Tätigkeiten von 20-30% auszugehen. In diesen Angaben seien
Einschränkungen durch neurologische oder psychiatrische Erkrankungen als Folge des
Unfalls vom 17. März 2009 nicht mitberücksichtigt und müssten von den jeweiligen
Fachgebieten beantwortet werden. Ein regelmässiges Training der Daueraufmerk
samkeit/Vigilanz und Training der geistigen Fähigkeiten sei indiziert. Aktuell scheine die
Patientin psychisch stabil. Aufgrund der Familientätigkeit komme dabei ein tägliches
kognitives Training zu Hause, ein Training in Form von Kursen abends und ein
regelmässiges Arbeitstraining in Bürotätigkeiten im Umfang von ca. 10% pro Woche
(halber Tag) in Frage. Ein spezifisches neuropsychologisches Training sei nicht
notwendig (UV-act. zm31).
4.2 Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro
psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 f.
E. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
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Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese abschliessend
vorzunehmen (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 E. 3). Nach B. P. Radanov (Über den
Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion,
SZS 1996 S. 471 ff.) sind psychologische Probleme (und die eingenommenen
Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477).
Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer und kognitiver
Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475).
4.3 Aufgrund der neuropsychologischen Ergebnisse lässt sich das Vorliegen einer
natürlichen Kausalität zwischen den noch bestehenden Beschwerden und dem Unfall
vom 17. März 2008 nicht eindeutig bejahen oder verneinen. Einerseits ist die Rede von
einem klinischen Bild, wie es nach leichter traumatischer Hirnverletzung und/oder
HWS-Trauma angetroffen wird (vgl. medizinisches Gesamtbild und Unfallhergang,
nachstehend E. 5.2). Andererseits wurde eine um 20-30% verminderte Arbeitsfähigkeit
attestiert. Hingegen kommen ursächlich für die festgestellten somatischen und
geistigen Symptome die verminderte psychische Belastbarkeit mit
Anpassungsproblemen, ein chronischer Schmerzmittelgebrauch, ein ungenügendes
Training der Daueraufmerksamkeit und der geistigen Belastbarkeit sowie die
mangelnde Übung in beruflichen Tätigkeiten in Frage. Dabei handelt es sich
ausschliesslich um unfallfremde Ursachen bzw. höchstens indirekte Unfallfolgen, was
wiederum eher gegen das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs spricht.
Sodann ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der unklaren Formulierungen im Bericht
von Dr. phil. D._, der psychischen Vorgeschichte der Beschwerdeführerin (mehrfach
psychische Anpassungsschwierigkeiten nach belastenden Lebensereignissen) sowie
der Resultate der bildgebenden Verfahren zwar von einem eindeutigen Befund und
somit einem Aussagewert der neurologischen Diagnose ausgegangen werden kann
(vgl. act. G1.1, UV-act. z141). Jedoch erscheint aufgrund des teilweise
widersprüchlichen und nicht explizit auf die Kausalität Bezug nehmenden Berichts
auch aus neuropsychologischer Sicht eine natürliche Kausalität nur möglich.
5.
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5.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organisch-struktureller
(unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der
natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 360 E. 4b;
vgl. auch BGE 117 V 379 f. E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 121 f. E. 9). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädelhirntrauma in Form von
Kopfschmerzen - manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007,
U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Im
Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November
2005, U 312/05) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer
Unfallkausalität ausgehen zu können.
5.2 Im Austrittsbericht des Spitals Walenstadt vom 18. März 2009 werden als
Diagnose eine Commotio cerebri sowie als Befund u.a. Schmerzen im HWS-Bereich
genannt (vgl. UV-act. zm2). Im Dokumentationsbogen nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma, erstellt am 14. April 2009, wird u.a. das Vorliegen von
Nackenbeschwerden und muskuloskelettalen Befunden (verminderte Beweglichkeit
und punktuelle Druckschmerzhaftigkeit mit eingeschlossen) bestätigt, was einem Grad
II in Anlehnung an die QTF-Klassifikation entspricht (vgl. UV-act. zm4). Auch die
Hausärztin und der behandelnde Osteopath erwähnen in ihren Berichten stets, die
Beschwerdeführerin klage über Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und
Nackenschmerzen (vgl. UV-act. zm5, zm10, zm16, zm20, zm22). Aufgrund der
Beschreibung des Unfallhergangs (Sturz von der Toilette und dadurch Aufprall mit dem
Kopf auf dem Boden), der bei der Beschwerdeführerin festgestellten Verletzungen
(insbesondere der Commotio cerebri sowie der Prellung an der Stirn und der
aufgeschlagenen Oberlippe) und der Angaben im Dokumentationsbogen nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma (UV-act. zm2, zm4) ist darauf zu schliessen, dass
die Beschwerdeführerin eine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitt (vgl. BGE 134 V
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117 E. 6.2.2). Auch ein typisches Beschwerdebild liegt vor, das mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Folge der schleudertraumaähnlichen
Verletzung zu betrachten ist. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin einen
Leistungsanspruch bis am 19. Oktober 2009 anerkannt.
5.3 Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab 19. Oktober 2009 seien
keine Unfallfolgen mehr vorhanden, so ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht
des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen
erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den
negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder
dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom
18. Dezember 2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August
2001, U 285/00).
5.4 Die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang vorliegt, kann in casu offen
bleiben, da - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz zu verneinen ist. Weil
ein schleudertraumaähnlicher Sachverhalt vorliegt, hat die Beurteilung der Adäquanz
nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung (BGE 134 V 109) zu erfolgen.
6.
6.1 Das Bundesgericht hat den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung in BGE 134 V 109 mit
dem Zeitpunkt gleichgesetzt, an dem der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen
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habe (E. 3.2 und ganze E. 4 S. 113ff.). Nach dieser Rechtsprechung ist der Zeitpunkt
für die Adäquanzprüfung dann erreicht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann (analoge Anwendung von Art. 19 Abs. 1 UVG). Die
Beschwerdegegnerin hat vorliegend die Adäquanz per 19. Oktober 2009, dem Datum
der Untersuchung durch Prof. Dr. C._, geprüft. Dabei konnte ein neurologischer
Normbefund festgestellt und eine Behandlungsbedürftigkeit verneint werden (UV-act.
zm32). Von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung der Beschwerdeführerin konnte
in jenem Zeitpunkt keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden, weshalb sich der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung als
rechtsprechungskonform erweist.
6.2 Für die Bejahung eines adäquaten Kausalzusammenhangs muss im Einzelfall
geprüft werden, ob dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse
Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Um diese Frage
zu beurteilen, ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom
augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits,
schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren
Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel
bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden
kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht
aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen
oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und
abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder
müssen mehrere herangezogen werden (vgl. BGE 134 V 126 E. 10.1).
6.3 Im vorliegenden Fall kollabierte die Beschwerdeführerin auf der Toilette und
schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Dies ist vergleichbar mit einfachen
Auffahrunfällen und dementsprechend als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu
leichten Unfällen zu qualifizieren (vgl. Urteil des EVG vom 15. März 2005, U 380/04,
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E. 5.1.2 mit Hinweisen; sowie A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl.
2003, S. 64 ff.). Gemäss Bundesgericht sind bei Vorliegen eines derartigen Unfalls
spezifische adäquanzrelevante Kriterien zu prüfen, welche jedoch allesamt bei der
Beschwerdeführerin nicht erfüllt sind (vgl. BGE 134 V 130 E. 10.3): In casu ging der
Unfall weder mit besonders dramatischen Begleitumständen einher noch handelte es
sich um einen besonders eindrücklichen Unfall. Sodann liegen keine schweren
Verletzungen oder solche besonderer Art vor. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ist ebenfalls nicht gegeben. Auch fehlt es
an einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Aus den Akten
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin sich in osteopathische Behandlung begab
und mehrmals ihre Hausärztin aufsuchte. Dabei kann nicht von einer fortgesetzt
spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung im Sinn der Rechtsprechung
gesprochen werden (vgl. BGE 134 V 128 E. 10.2.3; SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80
[8C_209/2008] E. 5.4 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009,
E. 4.2.2 mit Hinweisen). Ob erhebliche Beschwerden vorliegen, beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (vgl. BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Zwar
leidet die Beschwerdeführerin an Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten,
jedoch ist sie gemäss dem neuropsychologischen Bericht in ihrer Tätigkeit als Mutter
und Hausfrau nicht eingeschränkt. Es kann daher nicht von erheblichen Beschwerden
die Rede sein. Die Beschwerdeführerin war in ihrer Arbeitsfähigkeit seit dem Unfall vom
17. März 2009 zu 100%, seit dem 20. April 2009 zu 80% bzw. seit dem 27. April 2009
zu 50% (mit Ausnahme von einer Woche) arbeitsunfähig. Ab dem 19. Oktober 2009
wurde ihr aufgrund der neuropsychologischen Untersuchung eine 20-30%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Beschwerdeführerin gibt an, sie führe selbst ein
Training der Daueraufmerksamkeit/Vigilanz bzw. ihrer geistigen Fähigkeiten durch (act.
G7). Aufgrund dieser Aktenlage kann nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen gesprochen werden, zumal deren natürliche
Kausalität zum Unfall fraglich ist. Selbst wenn jedoch dieses Kriterium bejaht würde,
reichte dies allein nicht aus, um eine Adäquanz zu bejahen.
7.
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7.1 Zusammenfassend wird die Frage, ob im vorliegenden Fall der natürliche Kausal
zusammenhang gegeben ist oder nicht, offen gelassen. Denn aufgrund des fehlenden
adäquaten Kausalzusammenhangs ist eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
für die über den 19. Oktober 2009 hinaus andauernden Beschwerden ohnehin zu
verneinen. Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP