Decision ID: 8152017d-8ec4-4b60-9753-b2318f47fec2
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2012 Art. 43 Abs. 3 ATSG. Sachverhaltsabklärung im Revisionsverfahren. Rückweisung zur Abklärung der Höhe der Arbeitsfähigkeit mit Sucht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2012, IV 2012/27).
Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-
Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer
Entscheid vom 21. Juni 2012
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Sozialamt der Stadt St. Gallen, Brühlgasse 1, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 22. August 1999 wegen starker Depression, Rücken- und
Kopfschmerzen zum Bezug von Invalidenleistungen an (act. G 5.1/98). Sein Hausarzt
Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, hielt im Bericht vom 19. November 1999 als
Diagnosen eine pathologische Entwicklung mit Panikattacken und Phobien, drohende
soziale Verwahrlosung, Tranquillizerabusus, Nikotinabusus sowie einen Status nach
Cholecystektomie fest (act. G 5.1/91).
A.b Gestützt auf eine psychiatrische Untersuchung vom 25. April 2000 diagnostizierte
Dr. med. C._, im Gutachtensbericht vom 19. Mai 2000 eine psychische Überlagerung
von körperlichen Beschwerden aus dem rheumatischen Formenkreis und Migräne
(ICD-10: F54) bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit histrionischen und
zyklothymen Zügen (ICD:-10 F60.8), eine rezidivierende Agoraphobie mit Panikstörung
(ICD-10: F40.01) sowie einen sekundären Benzodiazepinabusus (ICD-10: F19.2). Die
Arbeitsfähigkeit sah er auf Grund des psychischen Leidens um 25% eingeschränkt.
Zudem sei eine Psychotherapie inklusive eine adäquate Psychopharmakatherapie
dringend indiziert (act. G 5.1/84). Auf entsprechende Aufforderung der IV-Stelle hin
nahm der Versicherte am 25. August 2000 in der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle
eine Psychotherapie auf. Auf Anfrage der IV-Stelle erklärte med. pract. D._,
Stellvertretender Oberarzt der Beratungsstelle, am 27. Oktober 2010, der Versicherte
habe kooperativ an bisher vier Beratungsterminen teilgenommen. Es liege aber ein
langer Krankheitsverlauf vor, wobei das Zustandsbild weitgehend chronifiziert sei. Der
Versicherte sei zur Zeit sehr unselbständig und zeige ein Vermeidungsverhalten. Aktuell
sei der Versicherte nicht eingliederungsfähig. Es wäre daher sinnvoll, einen Arztbericht
erst in 2 - 3 Monaten einzureichen (act. G 5.1/80). Mit ausführlich begründetem Bericht
vom 18. Januar 2001 attestierte med. pract. D._ dem Versicherten ab
Behandlungsbeginn vom 25. August 2000 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (act.
G 5.1/76).
A.c Mit Verfügungen vom 11. April 2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. November 2000 bis 31. Januar 2001 eine Invalidenrente gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 40% (act. G 5.1/69) und ab 1. Februar 2001 eine ganze
Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100% zu (act. G 5.1/70). Am 20. April
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2001 schloss med. pract. D._ die ambulante Behandlung des Versicherten für den
Moment ab (act. G 5.1/68), wie er der IV-Stelle mitteilte. Dr. B._ bestätigte im
Verlaufsbericht vom 23. März 2003, es bestehe beim Versicherten weiterhin eine
hochgradige Tranquillizerabhängigkeit. Zudem sei der Versicherte in keiner Weise
motiviert, sich in einen stationären Tranquillizerentzug zu begeben. Nach wie vor sei
keine berufliche Eingliederungsfähigkeit gegeben (act. G 5.1/66). Darauf teilte die IV-
Stelle dem Versicherten mit, die Überprüfung des Invaliditätsgrads habe keine
Änderung ergeben (act. G 5.1/65).
A.d Im Revisionsverfahren 2006 bestätigte Dr. B._ am 10. November 2006
unveränderte Verhältnisse (act. G 5.1/52). Da der Versicherte unverändert als
Selbständigerwerbender bei der Kantonalen Ausgleichskasse erfasst war, wurden die
finanziellen Verhältnisse bei der Ausgleichskasse und beim Steueramt nachgefragt.
Dabei ergab sich, dass die Steuerbehörde ermessensweise Einkommen aus
selbständiger Tätigkeit einsetzte. Darüber hinaus sei einmalig im Jahr 2003 ein Betrag
von Fr. 15'000.-- als Einkommen aus einem Restaurationsbetrieb eines Vereins
eingeschätzt worden (act. G 5.1/45f.). In der Folge wurde dem Versicherten am 7. Mai
2007 mitgeteilt, er habe unverändert Anspruch auf eine ganze Rente (act. G 5.1/41).
A.e Im Mai 2010 wurde erneut eine Revision eingeleitet (act. G 5.1/39). Im
Verlaufsbericht vom 9. Juli 2010 bestätigte der neue Hausarzt des Versicherten, Dr.
med. E._, Innere Medizin FMH, einen stationären Gesundheitszustand (act. G 5.1/33).
A.f RAD-Arzt Dr. med. F._ hielt mit Stellungnahme vom 27. August 2010 fest, dass
sich anhand des Verlaufsberichts des Hausarztes keinerlei Schlüsse ziehen liessen. Die
zu Grunde liegenden Gesundheitsschäden seien mit keinem Wort erwähnt, die
anhaltenden Funktionsstörungen nicht aufgeführt. Bei einem Schaden, der eine volle
Invalidität ausmachen solle, fehlten Unterlagen von Fachärzten (act. G 5.1/32-2). Der
Versicherte gab im Formular zur Leistungsüberprüfung vom 3. November 2010
(Eingang IV-Stelle) an, nicht in psychiatrischer Behandlung zu sein (act. G 5.1/27).
Gemäss seinem Hausarzt war er auch nicht zur erneuten Aufnahme einer
psychologischen/ psychiatrischen Betreuung zu bewegen (act. G 5.1/25).
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A.g Vom 14. bis 16. März sowie am 23. März 2011 wurde der Versicherte
polydisziplinär in der MEDAS Ostschweiz abgeklärt. Gemäss Bericht vom 25. Mai 2011
wurde aus psychiatrischer Sicht eine stationäre Entzugsbehandlung empfohlen mit
anschliessender ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Erst
wenn das Lorazepam abgesetzt und gegebenenfalls durch geeignetere
nichtsuchtfördernde Substanzen ersetzt werde, könne die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten nochmals beurteilt werden. Seit der psychiatrischen Begutachtung durch
Dr. C._ am 19. Mai 2000 habe sich der Gesundheitszustand nicht wesentlich
verändert. Die Beurteilung durch den Sozialpsychiatrischen Dienst, wonach eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne aus aktueller Sicht nicht nachvollzogen
werden. So lasse sich den Akten entnehmen, dass der Versicherte von 2000 bis 2005
einer selbständigen Tätigkeit nachgegangen sei. Aus orthopädischer Sicht wurde die
Arbeit als Maurer als nicht mehr zumutbar, diejenige als Altmetallhändler unter
gewissen Voraussetzungen als möglich erachtet. Hauptgutachterlich wurde zudem
festgehalten, dass die chronische Cephalea (Mischkopfschmerz) infolge
unvorhersehbarer Schmerzattacken zu einer rund 10 bis maximal 20%
eingeschränkten Leistungsfähigkeit führen dürfte (act. G 5.1/20). Der RAD-Arzt
Dr. med. G._ nahm dazu am 11. Juli 2011 Stellung. Er sah aus ärztlicher Sicht keine
Gründe, welche der Durchführung einer stationären Lorazepamentzugs- und
Entwöhnungsbehandlung entgegenstünden (act. G 5.1/19).
A.h Unter dem Titel der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht wurde der
Versicherte mit Schreiben vom 1. September 2011 zur Durchführung einer stationären
Lorazepamentzugs- und Entwöhnungsbehandlung sowie zur Behandlung der
psychischen Störung (Agoraphobie, Panikstörung) aufgefordert. Ausserdem habe er
sich während mindestens sechs Monaten zweimal monatlich Urinuntersuchungen zum
Nachweis der Lorazepamabstinenz zu unterziehen. Nach Einhalten einer
sechsmonatigen Abstinenz werde die IV-Stelle medizinische Abklärungen einleiten und
den Anspruch auf die bisherigen Leistungen überprüfen (act. G 5.1/18).
A.i Darauf bezugnehmend hielt der Hausarzt Dr. E._ am 15. September 2011 fest,
dass allein der Gedanke der Abwesenheit von zu Hause und die stationäre
Unterbringung an einem familienfernen Ort, dem Versicherten unerträglich erschienen.
Dieser Umstand sei sehr ernst zu nehmen, da eine latente Suizidalität nicht
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auszuschliessen sei. Der Versicherte sei allerdings bereit, in einem ambulanten Rahmen
eine psychiatrisch-psychologische Betreuung zu beginnen mit der Massgabe, dass
dann im Verlauf eine Umstellung auf andere Medikamente ohne suchtförderndes
Potenzial möglich sei (act. G 5.1/17-1).
A.j RAD-Arzt Dr. G._ bestätigte am 3. Oktober 2011 erneut, aus
versicherungsmedizinischer, insbesondere psychiatrischer Sicht gäbe es keine
stichhaltigen Gründe, die einer stationären Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung
entgegenstünden. Sofern sich der Versicherte dieser Massnahme weiterhin hartnäckig
verschliesse, wäre auch eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit trotz 4 - 5 mg Temesta
täglich anzudenken. Bekanntlich sei der Benzo-Entzug wegen der Gefahr von
symptomatischen hirnorganischen Krampfanfällen lege artis unter stationären und nicht
ambulanten Bedingungen durchzuführen (act. G 5.1/16). Am 5. Oktober 2011 wurde
der Versicherte unter dem Titel "Mahn- und Bedenkzeitverfahren" letztmals zur
Erfüllung der Auflagen bis spätestens 31. Oktober 2011 aufgefordert (act. G 5.1/15).
A.k Mit Verfügung vom 6. Dezember 2011 wurde die Invalidenrente des Versicherten
auf Grund Nichterfüllung der gestellten Auflagen und damit Verletzung seiner
Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht per sofort eingestellt. Der Beschwerde
wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (act. G 5.1/12).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde des Versicherten, vertreten durch den
Rechtsdienst des Sozialamts der Stadt St. Gallen, vom 20. Januar 2012 mit den
Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, der Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vorinstanz sei entsprechend anzuweisen,
dem Versicherten seine bisherige Rente weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die
Streitsache zur Wiederholung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Zudem sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die
unentgeltliche Rechtspflege samt Rechtsverbeiständung zu gewähren; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung machten die Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers gestützt auf das Schreiben des Hausarztes vom 15. September
2011 in erster Linie die Unzumutbarkeit der gemachten Auflagen geltend (act. G 1).
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B.b In einer E-Mail vom 29. Februar 2012 hielt die zuständige Sozialarbeiterin fest,
gestützt auf einen ersten Termin des Versicherten bei Dr. med. H._, Psychiater der
Suchtfachstelle, habe dieser einen ambulanten Entzug für realistisch erachtet. Zuerst
werde das aktuelle Benzo (Temesta) durch Valium ersetzt, dann werde dieses
sukzessive abgebaut. Dies alles passiere in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt. Wenn
das Valium immer mehr abgebaut sei, würden wohl die Panikattacken wieder vermehrt
auftreten. Diese würde man dann versuchen, mit anderen Medikamenten (z.B.
Antidepressiva) und / oder Verhaltenstherapie zu behandeln. Wie die anschliessende
Arbeitsfähigkeit aussehe, werde sich zeigen (act. G 5.1/6-7).
B.c In der Beschwerdeergänzung vom 2. März 2012 wiesen die Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers auf die Aussagen Dr. H._s hin. Zudem rügten sie, die
Beschwerdegegnerin sei ihrer Begründungspflicht keineswegs rechtsgenüglich
nachgekommen (act. G 4).
B.d Mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 4. April 2012 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) bewilligt (act. G 6).
B.f In der Replik vom 3. Mai 2012 beantragte der Beschwerdeführer zusätzlich zu
seinem Hauptantrag, die Zumutbarkeit des von der Beschwerdegegnerin geforderten
Entzugs im Auftrag des Gerichts von einer neutralen Stelle prüfen zu lassen (act. G 8).
B.g Mit Duplik vom 22. Mai 2012 äusserte sich die Beschwerdegegnerin zum verfügten
Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Sie führte weiter aus, dass es
sich bei der Nichterfüllung des von der MEDAS geforderten Entzugs um eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht handle (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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Vorliegend wurde im Mai 2010 ein weiteres Revisionsverfahren eingeleitet. Im Rahmen
dieses Revisionsverfahrens verfügte die Beschwerdegegnerin eine Renteneinstellung
per sofort, weil der Beschwerdeführer den Mitwirkungspflichten bei der Abklärung nicht
nachgekommen sei, indem er die ihm auferlegten Auflagen nicht erfüllt habe (vgl. act.
G 5.1/12). Es ist folglich die Rechtmässigkeit der angeordneten Auflage zu prüfen.
Dabei ist namentlich umstritten, ob der Beschwerdeführer sich vorgängig einer
stationären Lorazepam-Entzugsbehandlung zu unterziehen habe.
2.
2.1 Im Revisionsverfahren stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts keine revisionsbegründende Änderung
dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer
umfassenden materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit
dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2). Seit
der ursprünglichen Rentenzusprache mit Verfügungen vom 11. April 2001 hat keine
umfassende Prüfung stattgefunden. Die von den Hausärzten in den Revisionsverfahren
eingeholten Verlaufsberichte fielen jeweils knapp aus (vgl. act. G 5.1/66 und 52).
Gestützt auf sie ist die bisher ausgerichtete ganze Rente jeweils bestätigt worden.
Somit ist der Sachverhalt bei Erlass der Verfügung vom 6. Dezember 2011 zu
vergleichen mit dem Sachverhalt, wie er sich im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache im April 2001 dargestellt hat. Das scheint die Beschwerdegegnerin
zu übersehen, wenn sie im Revisionsverfahren als Referenzpunkt die Beurteilung von
Dr. C._ als Ausgangspunkt nimmt und die seitherige Entwicklung erfragt (vgl. act. G
5.1/23-2). Die Rentenzusprache erfolgte nicht gestützt auf die Beurteilung von Dr.
C._, sondern gestützt auf den Bericht von med. pract. D._ vom 18. Januar 2001.
Eine Wiedererwägung hat die Beschwerdegegnerin bislang nicht thematisiert.
2.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht, indem Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen
haben. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in
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den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2 mit Hinweisen; vgl. BGE
130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 265 E. 3b mit Hinweisen).
2.3 Nach Art. 43 Abs. 2 ATSG hat sich die versicherte Person ärztlichen oder
fachlichen Untersuchungen zu unterziehen, soweit diese für die Beurteilung notwendig
und zumutbar sind. Gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger nach
durchgeführtem Mahnverfahren auf Grund der vorliegenden Akten entscheiden oder
auf das Leistungsbegehren nicht eintreten, wenn die versicherte Person, die
Leistungen beansprucht, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in
unentschuldbarer Weise nicht nachkommt. Lässt sich jedoch der Sachverhalt ohne
Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand abklären, auch wenn die versicherte
Person die Mitwirkung verweigert oder unterlässt, so wird die Verwaltung die
betreffenden Erhebungen zu tätigen und anschliessend materiell zu entscheiden haben
(BGE 108 V 231 f.). In Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes ist die Verwaltung
daher vor einem Entscheid zunächst verpflichtet, diejenigen Sachverhaltsabklärungen
zu treffen, die ohne Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand auch ohne die
verlangte Mitwirkung der Versicherten möglich sind.
3.
3.1 Anlässlich der ersten psychiatrischen Begutachtung durch Dr. C._ vom 25. April
2000 schätzte dieser die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in allen Tätigkeiten
auf Grund des psychischen Leidens als zu 25% eingeschränkt ein. Der
Beschwerdeführer erlebe sich selber aber als gänzlich arbeitsunfähig. Die Diskrepanz
zwischen der Eigenwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung komme zum Teil von
IV-rechtlich nicht relevanten Faktoren, die aber doch einen Einfluss auf das
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Wohlbefinden und indirekt auf die Erwerbsfähigkeit hätten; teilweise spielten auch
körperliche Störungen eine Rolle (act. G 5.1/84-8). Mit Bericht vom 18. Januar 2001
diagnostizierte med. pract. D._, stellvertretender Oberarzt der sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle, es bestehe eine Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01), eine leichte
depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.01), ein Tranquilizer-
Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch (F13.25) sowie ein schädlicher
Gebrauch von Alkohol (F10.1). Der Beschwerdeführer sei seit August 2000 zu bislang
insgesamt 9 Konsultationen erschienen. Objektiv erscheine eine ambulante Therapie im
Hinblick auf das vorgegebene Ziel einer beruflichen Wiedereingliederung nicht
ausreichend. Insbesondere werde der notwendige Tranquilizer-Entzug im ambulanten
Setting nicht gelingen. Eine stationäre Behandlung lehne der Beschwerdeführer
vehement ab. Erfolgversprechend wäre eine stationäre Behandlung freilich nur, wenn
als Grundvoraussetzung der Beschwerdeführer dafür auch bereit sei. Vor dem
Hintergrund der langjährigen Krankheitsentwicklung ohne adäquate Behandlung und
der Chronifizierung der psychischen Störung sei eine berufliche Eingliederungsfähigkeit
aktuell nicht gegeben. Med. pract. D._ schätzte die Arbeitsunfähigkeit seit
Behandlungsbeginn auf 100%. Im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Behandlung
könne im Verlauf mit dem Beschwerdeführer eine seinem Gesundheitszustand
angepasste Tätigkeit erarbeitet werden (act. G 5.1/76). Der Beschwerdeführer brach
allerdings die Behandlung am 20. April 2001 ab (act. G 5.1/68), ohne dass diese
Mitteilung durch med. pract. D._ bei der Beschwerdegegnerin Beachtung gefunden
hätte. Vielmehr blieb es bei der Rentenzusprache ohne jede (Behandlungs-)Auflage.
3.2 Im März 2011 wurde der Beschwerdeführer erstmals polydisziplinär durch die
MEDAS Ostschweiz begutachtet (act. G 5.1/20ff.). Mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit wurden diagnostiziert psychische und Verhaltensstörungen durch
ständigen Gebrauch von Lorazepam, Analgetika und Tabak (F19.25) bzw. eine
sekundäre Suchtproblematik auf dem Boden einer Störung der
Persönlichkeitsentwicklung mit histrionischen und zyklothymen Zügen (F60.8),
chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp, ein chronisches cervicales und
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Osteochondrose und Spondylose C 6,7,
Spondylarthrose und Spondylose L 4/5 sowie ein intermittierendes subacromiales
Impingement Schulter links. Aus somatischer Sicht wurde eine Einschränkung von
10-20% wegen der Kopfschmerzen angegeben. Eine psychiatrische bzw. gesamthafte
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Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wurde nicht abgegeben. Dr. I._ hielt dafür, der
Beschwerdeführer müsse vorerst das Lorazepam (Temesta) abgesetzt haben, worauf
eine neue Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolgen könne. In gewissem Widerspruch
dazu schätzte Dr. I._ die Verhältnisse beim Beschwerdeführer für praktisch
unverändert seit der letzten psychiatrischen Begutachtung durch Dr. C._. Dennoch
übernahm er dessen Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht, erachtete anderseits die
Beurteilung durch med. pract. D._ als nicht nachvollziehbar, offenbar im
Wesentlichen deshalb, weil aus den Akten eine Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers in den Jahren 2000 bis 2005 hervorgehe. In den vorhandenen
Akten ist allerdings eine Erwerbstätigkeit nicht ausreichend dokumentiert. Der
Beschwerdeführer blieb zwar bei der kantonalen Ausgleichskasse als
Selbstständigerwerbender (Alteisenhändler) erfasst. Allerdings mussten die
Sozialversicherungsbeiträge regelmässig als nicht eintreibbar abgeschrieben werden;
die Steuerbehörde schätzte den Beschwerdeführer nach Ermessen mit einem niedrigen
Einkommen ein (vgl. act. G 5.1/45f.).
3.3 Nach der Rechtsprechung begründet eine Drogen- bzw. Medikamenten- und
Alkoholsucht für sich allein keine Invalidität im Sinn des Gesetzes. Die Suchterkrankung
kann jedoch im Rahmen der Invalidenversicherung relevant werden, wenn sie eine
Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger,
die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder
wenn sie selber Folge eines geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert
zukommt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. April
2007, I 207/2006). Ob die Sucht ursächlich für eine andere Gesundheitsschädigung war
oder erst in Folge einer solchen auftrat, ist in einem solchen Fall nicht mehr von Belang.
Erforderlich ist lediglich, dass auch ein anderer Gesundheitsschaden vorliegt, der mit
der Sucht in Zusammenhang steht. Ist dies erfüllt, so geht es nicht etwa darum, den
auf die Sucht entfallenden Anteil der Arbeitsunfähigkeit abzuspalten und als nicht
invalidisierend zu bezeichnen. Vielmehr ist bei Bejahung eines solchen
Zusammenhangs mit einer anderen Erkrankung auch die Sucht vollumfänglich zu
berücksichtigen (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni
2009, IV 2008/307, E. 2.1). Im vorliegenden Fall schätzten nicht nur Dr. C._ und med.
pract. D._ die Suchtproblematik des Beschwerdeführers als sekundäre Folge
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psychiatrischer Störungen ein; auch Dr. I._ geht von dieser Sichtweise aus. Es geht
deshalb schon von daher nicht an, die Arbeitsfähigkeit mittels eines diktierten "ad-hoc-
Entzugs" ohne Suchtanteil festhalten bzw. abklären zu wollen.
3.4 Insgesamt ergeben sich erhebliche Zweifel am psychiatrischen Gutachten von
Dr. I._. Obgleich er bezüglich der Diagnosen auf das Gutachten von Dr. C._
verwies und auch hinsichtlich der Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festhielt, diese
würden weiterhin auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beruhen, wollte
er sich nicht zur Höhe der Arbeitsfähigkeit äussern. Er liess damit offen, ob er die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._, welcher eine Einschränkung von 25%
festhielt, teilte, ob er eine Schätzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als möglich
erachtete oder ob diese nur deshalb unterblieb, weil sich auf Grund der
Suchtproblematik sowieso eine stationäre Entzugsbehandlung empfiehlt. Dass die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht bei 100% liege, wie sie med. pract.
D._ im Bericht vom 18. Januar 2001 festgehalten habe, hielt er dagegen für
offensichtlich, allerdings ohne überzeugende Begründung, namentlich auch hinsichtlich
des Verlaufs (vgl. act. G 5.1/20-14).
3.5 Für Dr. C._ war es für die Festlegung einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung von
25% nicht notwendig, vorgängig den Entzug durchzuführen (vgl. act. G 5.1/84-8). Auch
RAD-Arzt Dr. G._ führte in der Stellungnahme vom 3. Oktober 2011 aus, dass eine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit trotz 4 - 5 Temesta täglich anzudenken wäre, sollte
sich der Beschwerdeführer weiterhin hartnäckig weigern, eine stationäre Entwöhnung
durchzuführen (act. G 5.1/16-1). Beide Aussagen - diejenigen von Dr. C._ wie von
Dr. G._ - lassen darauf schliessen, dass eine "Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit
Sucht" möglich bzw. es zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit unnötig ist, vorgängig einen
stationären Entzug durchzuführen. Damit bestehen im vorliegenden Revisionsverfahren
gestützt auf das Gutachten von Dr. I._ keine genügenden Grundlagen zur
Überprüfung der Rente. Es bedarf daher zuerst einer Klärung des medizinischen
Tatbestands, d.h. der Höhe der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (einschliesslich
Suchtanteil). Dabei wird auch die Frage zu klären sein, ob und wieweit medizinische
und berufliche Eingliederungsmassnahmen die Arbeitsfähigkeit verbessern können.
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3.6 Schliesslich wird im Revisionsverfahren auch die Frage zu klären sein, ob aus
medizinischer Sicht eine stationäre Entzugsbehandlung dem Beschwerdeführer ohne
Weiteres zumutbar ist, wovon offenbar RAD-Arzt Dr. F._ ausging (act. G 5.1/19-3).
Dagegen befand der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. E._, dass es dem
Beschwerdeführer auf Grund dessen aktueller psychischen Befindlichkeit nicht möglich
sei, einen stationären Lorazepamentzug durchzuführen, da allein der Gedanke der
Abwesenheit von zu Hause und die stationäre Unterbringung an einem familienfernen
Ort ihm unerträglich erschienen. Der Hausarzt hielt diesen Umstand für ernst zu
nehmend, da eine latente Suizidalität nicht auszuschliessen sei (act. G 5.1/17-1). Ob
eine stationäre Entzugsbehandlung unumgänglich ist, wie der RAD-Arzt Dr. G._
angenommen hat (vgl. act. G 5.1/ 16), wird ebenfalls zu prüfen sein. Immerhin hielt Dr.
H._, Psychiater der Suchtfachstelle, offenbar ein ambulantes Setting auch für
möglich (act. G 4.4). Wie es sich damit verhält, wird die Beschwerdegegnerin noch zu
prüfen haben.
3.7 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der von der
Beschwerdegegnerin geforderten sechsmonatigen Lorazepamabstinenz um eine
klassische Schadenminderungsauflage im Sinn von Art. 21 Abs. 4 ATSG und nicht
mehr um eine Mitwirkungspflicht in der Abklärungsphase handelt. Die
Beschwerdegegnerin berief sich denn auch bei der Anordnung der
Suchtmittelabstinenz zusätzlich auf die Schadenminderungspflicht (vgl. etwa act.
G 5.1/18). Es ist indessen unzulässig, das Abklärungsverfahren mit
Schadenminderungspflichten - deren Sanktionsfolgen sich erst nach einem
feststehenden Leistungsanspruch aktualisieren - zu verbinden und das
Abklärungsverfahren bis zur Erfüllung der Schadenminderungsauflagen einzustellen.
Eine solche Massnahme ist frühestens dann angebracht, wenn sich der
Beschwerdeführer zumutbaren Eingliederungsmassnahmen nach ordentlich
durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG
widersetzen sollte.
4.
Zusammenfassend ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Dezember 2011
gutzuheissen. Die Beschwerdegegnerin wird die erforderlichen medizinischen
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Abklärungen in die Wege zu leiten haben. Dazu ist die Sache an sie zurückzuweisen,
damit sie das Revisionsverfahren fortführe. In diesem Rahmen wird auch die Frage der
medizinischen und beruflichen Eingliederung zu prüfen sein.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Dezember
2011 gutzuheissen und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinn der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Damit wird der Antrag auf
Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb der Beschwerdeführer
grundsätzlich einen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Jedoch ist
diesbezüglich folgendes auszuführen: Der Beschwerdeführer wird durch das Sozialamt
der Stadt St. Gallen, handelnd durch einen Juristen des Rechtsdienstes, vertreten.
Nach Art. 10 Abs. 1 des St. Gallischen Anwaltsgesetzes (AnwG; sGS 963.70) ist die
berufsmässige Vertretung vor Gericht dem in einem kantonalen Anwaltsregister
eingetragenen Rechtsanwalt vorbehalten. Berufsmässig ist die Tätigkeit mit der
Bereitschaft, von unbestimmt vielen Personen Aufträge zu übernehmen; die
Berufsmässigkeit wird vermutet, wenn ein Entgelt verlangt oder entgegengenommen
wird (Art. 10 Abs. 2 AnwG). Gestützt auf Art. 7 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes über
die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (SR 935.61) setzt die Eintragung in
einem kantonalen Anwaltsregister voraus, dass der Anwaltsberuf unabhängig ausgeübt
werden kann. Rechtsanwältinnen und -anwälte, die in einem Anstellungsverhältnis sind,
können sich in einem Anwaltsregister nur eintragen lassen, wenn die Personen, bei
denen sie angestellt sind, ebenfalls in einem kantonalen Register eingetragen sind.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Diese Voraussetzungen erfüllt der Jurist des Sozialamtes der Stadt St. Gallen als
Vertretung des Beschwerdeführers nicht. Im Übrigen ist auch keine Ausnahme gemäss
Art. 12 AnwG gegeben, da der Jurist nicht als Vertreter von Selbsthilfe- und
gemeinnützigen Organisationen auftritt. Es kann daher keine Parteientschädigung
zugesprochen werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht