Decision ID: e04d4591-c171-4abd-b4ed-a56715003fe2
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ kam im Juli 2003 mit einer Dandy-Walker-Malformation (Missbildung des
Zentralnervensystems, Geburtsgebrechen [GG] Ziff. 381) mit einer ausgeprägten
Kleinhornhypoplasie, einer riesigen Cysterna magna und einer internen Hydrozephalie
(GG Ziff. 386, IV-act. 37-1) zur Welt (IV-act. 12 und 28-3; vgl. auch IV-act. 21). Im
August 2003 erlitt er zwei Krampfanfälle (IV-act. 40). Wegen der internen Hydrozephalie
erfolgte am 9. September 2003 eine rechtsseitige Shuntversorgung. Als Komplikation
dieser Operation kam es zu einer Hirnblutung mit Ventrikeleinblutung (IV-act. 40, 57,
103-2). Am 11. Mai 2009 wurde der Versicherte zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung angemeldet (IV-act. 65). Die Kinderärztin des Versicherten, Dr.
med. B._, erklärte am 3. Juni 2009 (IV-act. 68), dass die Dritthilfe aufgrund des
kognitiven Entwicklungsrückstandes nötig sei. Neu gab sie zudem die Diagnose einer
Epilepsie an. Am 2. Oktober 2009 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt (Bericht
vom 21. Oktober 2009, IV-act. 77). Die Abklärungsperson notierte am 21. Oktober
2009, dass der sechsjährige Versicherte beim Essen, beim An- und Auskleiden, bei der
Fortbewegung, beim Verrichten der Notdurft und bei der Körperpflege regelmässig auf
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erhebliche Hilfe angewiesen sei. Der Mehraufwand betrage pro Tag zwei Stunden und
14 Minuten. Zudem bestehe eine Überwachungsbedürftigkeit von zwei Stunden pro
Tag. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab dem 12. Mai 2008 eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren
Grades und rückwirkend ab dem 1. Oktober 2009 zusätzlich einen
Intensivpflegezuschlag bei einem täglichen invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand
von mindestens vier Stunden zu.
B.
B.a Am 29. Mai 2012 bat die Mutter des Versicherten die IV-Stelle, das
Revisionsverfahren vorzeitig durchzuführen, da der zeitliche Mehraufwand in den
letzten Monaten stark zugenommen habe (IV-act. 134). Dr. B._ berichtete am 14. Juni
2012 (IV-act. 136), dass die Epilepsie unter Kontrolle sei. Die Entwicklungsfortschritte
seien leider rudimentär. Am 12. Oktober 2012 fand erneut eine Abklärung an Ort und
Stelle statt (Bericht vom 24. Oktober 2012, IV-act. 140). Die Mutter des Versicherten
gab dabei an, dass der neunjährige Versicherte mittlerweile viel Kraft habe. Je älter er
werde, desto unruhiger werde er in seinem Verhalten. Er könne keine Minute alleine
gelassen werden. Er sei ständig in Bewegung und stelle irgendetwas an. Vor allem
Messer und Feuerzeuge zögen ihn an. Er klettere auf alles hoch und wisse dann
teilweise nicht mehr, wie er wieder herunterkomme. Er stelle Elektrogeräte ein und
mache Gegenstände kaputt, wenn man nicht aufpasse. In der Küche seien alle Geräte
mit einer Sicherung ausgestattet, damit der Versicherte sie nicht öffnen könne. Die
Haustür sei immer abgeschlossen, da der Versicherte sonst weglaufe. Der Versicherte
sei unglaublich schnell und unberechenbar. Zu Hause halte sich ständig eine
Betreuungsperson im gleichen Zimmer auf wie der Versicherte. Das Verständnis des
Versicherten für Situationen sowie dessen Sprachverständnis seien schwer
einschätzbar. Es sei jedoch davon auszugehen, dass er geistig stark retardiert sei und
vieles nicht verstehen könne. Die Abklärungsperson stellte eine Hilflosigkeit beim An-
und Auskleiden (Mehraufwand von 31 Minuten/Tag), bei der Körperpflege
(Mehraufwand von 37 Minuten/Tag), bei der Verrichtung der Notdurft (Mehraufwand
von 10 Minuten/Tag) und bei der Fortbewegung (Mehraufwand für
Intensivpflegezuschlag nicht anrechenbar) fest. In der Lebensverrichtung "Essen" sah
sie den Versicherten nicht mehr als hilflos an. Für die EEG-Kontrolle (drei Mal pro Jahr
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à ca. drei Stunden) und für die Shunt-Kontrolle (einmal pro Jahr à ca. zwei Stunden)
ermittelte sie einen Mehraufwand von durchschnittlich zwei Minuten und für
therapeutische Massnahmen (Medikamente verabreichen) von 20 Minuten pro Tag. Der
Mehraufwand für die Grund- und Behandlungspflege wurde auf insgesamt eine Stunde
und 40 Minuten festgelegt. Bei einer Überwachungspauschale von vier Stunden pro
Tag (besonders intensive Überwachung) betrug der anrechenbare Mehraufwand
insgesamt fünf Stunden und 40 Minuten pro Tag.
B.b Mit Vorbescheid vom 26. Oktober 2012 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des
Gesuchs um Erhöhung der Hilflosenentschädigung/des Intensivpflegezuschlags an (IV-
act. 142). Dagegen wendeten die Eltern des Versicherten am 2. November 2012 ein (IV-
act. 144), dass sie den Versicherten 24 Stunden pro Tag betreuen und überwachen
müssten. Trotzdem verfügte die IV-Stelle am 19. November 2012 im Sinne des
Vorbescheides (IV-act. 146).
B.c Im Zusammenhang mit einem Gesuch um Kostengutsprache für eine ambulante
Ergotherapie ging bei der IV-Stelle am 3. Juli 2015 ein Verlaufsbericht der Ergotherapie
vom 22. Mai 2015 ein (IV-act. 164). Diesem war unter anderem zu entnehmen, dass der
Versicherte eine grössere Vorstellung von alltäglichen Tätigkeiten habe und dass er
vermehrt einzelne Teilschritte einer Handlung durchführen könne. Es komme allerdings
immer wieder vor, dass er bei einer schwierigen Aufgabe oder bei Regeln (z.B.
regelmässiger WC-Gang) ein stures Verhalten zeige und sich regelrecht verweigere.
Insgesamt habe der Versicherte in den
verschiedenen Entwicklungsbereichen aber deutliche Fortschritte erzielen können.
C.
C.a Im Juli 2015 wurde ein weiteres Revisionsverfahren eingeleitet. Die Mutter des
Versicherten gab im Fragebogen vom 10. August 2015 an (IV-act. 167), dass der
Gesundheitszustand des _-jährigen Versicherten gleich geblieben sei. Je älter der
Versicherte werde, desto schwieriger werde dessen Verhalten und desto mehr Zeit
beanspruche die Betreuung. Der Versicherte sei sehr oft stur, wolle nicht duschen,
wolle die Zähne nicht putzen, wolle sich nicht ausziehen oder wolle die Medikamente
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nicht einnehmen; er verstehe den Sinn dieser Handlungen nicht. Er könne für nichts
selber Verantwortung übernehmen. Er sei beim An- und Auskleiden, beim Essen, bei
der Körperpflege, beim Verrichten der Notdurft und bei der Fortbewegung auf Hilfe
angewiesen.
C.b Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 28. August 2015 (IV-act. 170), dass der
Gesundheitszustand des Versicherten besserungsfähig sei. Der Versicherte werde
jedoch immer auf Unterstützung angewiesen sein. Der Entwicklungsrückstand sei
schwer und anhaltend. Der Versicherte leide an schweren kognitiven Einschränkungen,
sei unselbständig, unverantwortlich und benötige ständige Aufsicht. Er habe wenig
soziale Kontakte, sei langsam, unkooperativ und verweigere sich oft. Der
behinderungsbedingte Mehraufwand an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung
habe sich nicht geändert.
C.c Am 2. November 2015 fand wiederum eine Abklärung an Ort und Stelle statt
(Bericht vom 23. November 2015, IV-act. 180). Die Abklärungsperson notierte, dass der
Versicherte ein sehr freundlicher und aufgestellter Junge sei. Es komme jedoch immer
wieder zu Situationen, in denen er seinen eigenen Kopf durchsetzen wolle (z.B. nicht
mit dem Schulbus fahren, Arztbesuche seien äusserst schwierig). In diesen Situationen
könne er nur selten umgestimmt werden. Seit der letzten Abklärung sei der Versicherte
aber etwas ruhiger geworden. Seit ca. Sommer 2014 fühle er sich nicht mehr von
jedem gefährlichen Gegenstand angezogen. Zudem müssten die Türen und Schränke
nun nicht mehr zusätzlich verriegelt werden. Trotzdem sei das Verhalten des
Versicherten noch schwierig einzuschätzen. Eine erwachsene Person sei immer in
seiner Nähe und überwache ihn hörend oder mit Kontrollblicken. Der Versicherte
müsse wegen der Epilepsie weiterhin Medikamente einnehmen. Letztmals sei es im
Sommer 2014 zu einem Grand mal-Anfall gekommen. Ein erneuter Anfall sei jedoch
nicht ausgeschlossen. Die Eltern kontrollierten daher in der Nacht zwei bis drei Mal, ob
es dem Versicherten gut gehe. Der Versicherte könne sich heute mit einfachen Sätzen
ausdrücken. Eigene Wünsche und Bedürfnisse äussere er nur sehr selten. Die Eltern
forderten ihn immer wieder zum Essen und Trinken oder zur Verrichtung der Notdurft
auf. Wichtig sei, dass er Aufträge unverzüglich ausführe, da er diese ansonsten wieder
vergesse. Aufgrund seiner Erkrankung könne der Versicherte weder Schreiben noch
Lesen. Die Abklärungsperson ermittelte für das An- und Auskleiden (Mehraufwand von
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30 Minuten/Tag), für die Körperpflege (Mehraufwand von 30 Minuten/Tag), für das
Verrichten der Notdurft (Mehraufwand von 20 Minuten/Tag) und für die Fortbewegung
(Mehraufwand für Intensivpflegezuschlag nicht anrechenbar) eine Hilflosigkeit. Den
Bedarf für die Begleitung zum Arzt schätzte sie wie bisher auf durchschnittlich zwei
Minuten pro Tag (EEG-Kontrolle und Shunt-Kontrolle). Den Bedarf nach
therapeutischen Massnahmen legte sie wegen einer klaren Verbesserung seit der
letzten Abklärung auf 10 Minuten pro Tag (bisher 20 Minuten) und den Mehraufwand
für die Grund- und Behandlungspflege auf eine Stunde und 32 Minuten pro Tag fest.
Die Abklärungsperson notierte in ihrer Beurteilung, dass der Versicherte aufgrund der
allgemeinen Entwicklungsverzögerung Gefahren nicht adäquat einschätzen könne.
Auch die Folgen seines Handelns seien ihm nicht bewusst. Der _-Jährige sei in den
letzten Jahren aber ruhiger geworden. Die Eltern liessen ihn im Zimmer nebenan
spielen/fernsehschauen, während sie sich in der Küche aufhielten. Eine hörende
Überwachung mit Kontrollblicken müsse trotz der verbesserten Situation immer
gewährleistet sein. Der Versicherte könne aufgrund seiner Behinderung nicht alleine zu
Hause bleiben. In einer Notfallsituation wäre es ihm nicht möglich, korrekt zu reagieren.
Im Freien zeige er keine Angst und erkenne keine Gefahren, weshalb er stets begleitet
werde. Da seit Sommer 2014 keine ständige Interventionsbereitschaft mehr nötig sei,
könne die Überwachungspauschale von vier auf zwei Stunden pro Tag reduziert
werden. Zudem sei der Versicherte bei der Durchführung der einzelnen Verrichtungen
kooperativer als noch vor drei Jahren. Da der tägliche Mehraufwand aktuell drei
Stunden und 40 Minuten betrage, habe der Versicherte keinen Anspruch mehr auf
einen Intensivpflegezuschlag. Die Eltern des Versicherten machten in einem Beiblatt
vom 17. November 2015 zum Abklärungsprotokoll geltend, dass der Mehraufwand bei
den einzelnen Verrichtungen grösser sei, der Versicherte auch beim Essen auf Hilfe
angewiesen sei und eine indirekte Dritthilfe beim Aufstehen und Absitzen geprüft
werden müsse.
C.d Mit Vorbescheid vom 24. November 2015 (IV-act. 182) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, dass ihm weiterhin eine Entschädigung wegen mittlerer
Hilflosigkeit, aber kein Intensivpflegezuschlag mehr zustehe. Dagegen liess der
Rechtsvertreter des Versicherten am 11. Januar 2016 einwenden (IV-act. 185), dass nur
ansatzweise eine gesundheitliche Veränderung stattgefunden habe. Da sich bezüglich
der Betreuung und der Überwachung keine wesentliche Änderung ergeben habe,
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müsse der Intensivpflegezuschlag wie bisher ausgerichtet werden. Auch die
Kinderärztin habe erklärt, dass sich bezüglich des behinderungsbedingten
Mehraufwandes an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung keine Veränderung
ergeben habe. Die Eltern des Versicherten hatten in einem Schreiben vom 10. Januar
2016 festgehalten (IV-act. 185-3), dass der Versicherte wie vor zwei Jahren immer noch
ständige Überwachung und Betreuung benötige. Die Veränderung des Versicherten sei
für sie nicht einfacher oder besser geworden. Er sei zwölf Jahre alt und könne nichts
alleine bewältigen. Er brauche viel mehr Pflege und Aufsicht.
C.e Am 8. Februar 2016 (IV-act. 188) verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids
die Weiterausrichtung einer Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit und die
Aufhebung des Intensivpflegezuschlags auf Ende des Monats, der dem Datum der
Verfügung folgte. Zum Einwand hielt sie fest, dass sich die Situation zu Hause seit der
Abklärung im Jahr 2012 etwas beruhigt habe. Zwar sei der Versicherte weiterhin auf
eine hörende Überwachung mit Kontrollblicken angewiesen. Eine stetige
Interventionsbereitschaft sei jedoch nicht mehr notwendig. Auch die Kinderärztin habe
eine Besserungsfähigkeit beschrieben. Ein Mehraufwand von vier Stunden für die
Überwachung sei somit nicht mehr gegeben. Die Verfügung war an den Vater des
Versicherten adressiert. Am 9. Februar 2016 bat der Rechtsvertreter des Versicherten
die IV-Stelle darum, ihm die Verfügung zuzusenden (IV-act. 189). Mit Verfügung vom
16. Februar 2016 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 8. Februar 2016 (IV-act.
192). Die Verfügungen unterschieden sich lediglich insoweit, als die Verfügung vom 16.
Februar 2016 an den Rechtsvertreter und nicht an den Vater adressiert war.
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 16. Februar 2016 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 4. April 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache eines
Intensivpflegezuschlags von über vier Stunden. Zudem stellte er ein Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung. Er machte geltend, dass sich zwar eine minimale
Verbesserung oder Angewöhnung ergeben habe; der Aufwand und die intensive
Überwachungsbedürftigkeit seien aber nach wie vor gegeben. Eine revisionsrechtlich
erhebliche Veränderung liege nicht vor. Am 31. Mai 2016 machte der Rechtsvertreter
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ergänzend geltend (act. G 5), dass einzig die Anrechnung der Überwachungspauschale
für die Berechnung des Intensivpflegezuschlages von zwei oder von vier Stunden
strittig sei. Die Beurteilung der Hilflosenentschädigung sowie die Beurteilung der
zeitlichen Einschränkungen in den fünf anzurechnenden Lebensverrichtungen würden
nicht beanstandet. Der Beschwerdeführer leide an einer Epilepsie, die grundsätzlich
jederzeit ausbrechen könne. Er sei während der aktuellen Abklärung an Ort und Stelle
im Wohnzimmer gewesen, welches mit der offenen Küche verbunden sei. Es habe sich
also nicht um einen anderen Raum gehandelt, weshalb die Mutter die Überwachung
auch mit Kontrollblicken habe vornehmen können. Die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) habe sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Mutter den
Beschwerdeführer hörend und sehend überwachen könne. Damit sei nach wie vor eine
Interventionsbereitschaft gegeben. Der Beschwerdeführer werde weder zu Hause noch
auf dem Schulweg allein gelassen. Dass sich seine kognitiven Fähigkeiten erfreulich
entwickelt hätten, ändere an dieser Situation nichts. Auch aus dem Bericht der
Kinderärztin ergebe sich keineswegs eine Verbesserung des Gesundheitszustandes.
Die Voraussetzungen für eine revisionsrechtliche Herabsetzung des
Intensivpflegezuschlages seien somit nicht gegeben. Der Rechtsvertreter zog das
Gesuch um eine unentgeltliche Prozessführung zurück. Die Eltern hatten in einem
Schreiben vom 28. April 2016 angemerkt (act. G 5.1), dass der Beschwerdeführer nie
alleine in einem Zimmer oder einem Raum sei; das Wohnzimmer sei zur Küche hin
offen. Der Beschwerdeführer gehe auch nicht alleine zum Schulbus.
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 11. Juli 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung hielt sie fest, die Kinderärztin habe im Bericht
vom 18. August 2015 angegeben, dass der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers besserungsfähig sei. Dies sei von der Ergotherapeutin am 22. Mai
2015 bestätigt worden. Der Beschwerdeführer habe in den verschiedenen
Entwicklungsbereichen deutliche Fortschritte erzielen können. Die Mutter des
Beschwerdeführers habe die Angaben bezüglich der Überwachung im aktuellen
Abklärungsbericht nicht beanstandet. Da es sich hierbei um eine spontane Aussage
"der ersten Stunde" gehandelt habe, sei darauf abzustellen. Bei der aktuellen
Abklärung an Ort und Stelle habe eine mehrheitlich hörende Kontrolle stattgefunden.
Die Mutter habe zwischendurch kurz nachgeschaut, ob alles in Ordnung sei. Eine
ständige unmittelbare Interventionsbereitschaft sei also nicht notwendig gewesen. Es
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habe sich nicht ständig direkt jemand neben dem Beschwerdeführer befinden müssen.
Im Übrigen werde auf die Stellungnahmen des Fachbereichs Hilflosenentschädigung
vom 8. Juni 2016 sowie auf die angefochtene Verfügung verwiesen. Die zuständige
Fachmitarbeiterin hatte am 8. Juni 2016 notiert (IV-act. 198 f.), dass bei einem
Vergleich des Abklärungsberichtes vom 2015 mit jenem vom 2012 einige Fortschritte
herauszulesen seien. Da der letzte epileptische Anfall im Sommer 2014 stattgefunden
habe, könne die besonders intensive Überwachung sicherlich nicht berücksichtigt
werden.
D.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Replik vom 12.
September 2016 ergänzend geltend (act. G 10), dass eine Betreuungsperson mit
erhöhter Aufmerksamkeit immer in unmittelbarer Nähe des Beschwerdeführers bleiben
müsse. Es bestehe eine jederzeitige Einsatzbereitschaft. Eine wesentliche
Verbesserung der Überwachungsbedürftigkeit sei weder durch die Kinderärztin noch
durch die Eltern oder die Abklärungsperson der IV festgestellt worden. Die Eltern des
Beschwerdeführers hatten in einem Schreiben vom 6. März 2016 (act. G 10.1) anhand
von Beispielen geschildert, weshalb der Beschwerdeführer eine ständige Aufsicht
benötige.
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen
1.
1.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist.
Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Eine Partei kann sich, wenn sie
nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit vertreten lassen (Art. 37 Abs. 1 ATSG).
Solange die Partei die Vollmacht nicht widerruft, macht der Versicherungsträger seine
Mitteilungen an die Vertretung (Art. 37 Abs. 3 ATSG). Aus der mangelhaften Eröffnung
einer Verfügung darf der betroffenen Person gemäss Art. 49 Abs. 3 Satz 3 ATSG kein
Nachteil erwachsen. Nach der Rechtsprechung ist nicht jede mangelhafte Eröffnung
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schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass die Rechtsmittelfrist nicht zu laufen
beginnen könnte. Aus dem Grundsatz, dass den Parteien aus einer mangelhaften
Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt vielmehr, dass dem beabsichtigen
Rechtsschutz schon dann Genüge getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte
Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht. Das bedeutet nichts anderes, als
dass nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen ist, ob die betroffene
Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und dadurch
benachteiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist der auch in
diesem prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem
die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. November 2010, 9C_791/2010 E. 2.2).
1.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat der IV-Stelle das
Vertretungsverhältnis am 11. Januar 2016 angezeigt (IV-act. 185). Trotzdem ist die
Revisionsverfügung vom 8. Februar 2016 dem Vater des Beschwerdeführers zugestellt
worden (IV-act. 88). Die Eltern des Beschwerdeführers haben den Rechtsvertreter am
Tag der mangelhaften Eröffnung, d.h. am 9. Februar 2016, über den Erhalt der
Verfügung in Kenntnis gesetzt. Da der Rechtsvertreter noch am selben Tag bei der
Beschwerdegegnerin die Zustellung der Verfügung verlangt hat, ist davon auszugehen,
dass er von den Eltern des Beschwerdeführers nur telefonisch über die
Verfügungseröffnung informiert worden ist, d.h. dass ihm die Verfügung selber zu
diesem Zeitpunkt (9. Februar 2016) noch nicht vorgelegen hat. Die mangelhafte
Eröffnung hatte ihren Zweck zum damaligen Zeitpunkt also noch nicht erreicht:
Entscheidend ist nicht die Kenntnis des Rechtsvertreters über den Bestand und das
Dispositiv einer irrtümlicherweise der versicherten Person eröffneten Verfügung,
sondern die Kenntnis der Verfügung im eigentlichen Wortlaut, d.h. samt Begründung.
Dies ist in aller Regel erst der Fall, wenn der Rechtsvertreter die Verfügung (im Original
oder in Kopie) in den Händen hält (oder wenigstens in den Händen halten könnte). Erst
ab diesem Zeitpunkt vermag er die volle Tragweite des Verwaltungsentscheides und
die Möglichkeit eines Weiterzugs an die höhere Instanz abzuschätzen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10. November 2010, 9C_791/2010 E. 4.2). Der Rechtsvertreter hat
am 10. Februar 2016 die vollständigen Akten des Verwaltungsverfahrens angefordert.
Die Akten sind ihm am 11. Februar 2016 per A-Post zugestellt worden, d.h. er dürfte
die Akten am 12. Februar 2016 erhalten haben. Im Aktendossier muss sich auch die
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Verfügung vom 8. Februar 2016 befunden haben. Dem Rechtsvertreter hat am 12.
Februar 2016 somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Kopie der Verfügung
vom 8. Februar 2016 vorgelegen. Die mangelhafte Eröffnung hatte ihren Zweck also am
12. Februar 2016 erreicht, weshalb die Beschwerdefrist eigentlich am 13. Februar 2016
hätte zu laufen beginnen müssen. Allerdings hat die Beschwerdegegnerin am 16.
Februar 2016 erneut eine Verfügung erlassen: Der Inhalt der Verfügung hat demjenigen
der Verfügung vom 8. Februar 2016 entsprochen. Die Verfügungen haben sich lediglich
hinsichtlich des Verfügungsdatums unterschieden. Zudem ist auf der Verfügung vom
16. Februar 2016 in fetter Schrift vermerkt worden, dass diese die Verfügung vom 8.
Februar 2016 ersetze. Indem die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 16. Februar
2016 erlassen hat, hat sie beim Rechtsvertreter den − falschen − Eindruck erweckt,
dass die Verfügung vom 8. Februar 2016 aufgehoben und die Beschwerdefrist erst mit
der Eröffnung der Verfügung vom 16. Februar 2016 zu laufen begonnen habe. Da die
Beschwerdegegnerin dem Rechtsvertreter eine neu datierte Verfügung zugestellt und
auf dieser vermerkt hat, dass die neue Verfügung die Verfügung vom 8. Februar 2016
ersetze, hat vom Rechtsvertreter nicht verlangt werden können, dass er das
unzulässige Vorgehen der Beschwerdegegnerin durchschaue. Gestützt auf den
Vertrauensgrundsatz hat die Beschwerdefrist somit nicht bereits am 13. Februar 2016,
sondern erst am Tag nach der Zustellung der Verfügung vom 16. Februar 2016, d.h. am
20. Februar 2016, zu laufen begonnen. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach
Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom siebten Tag vor Ostern bis und mit
dem siebten Tag nach Ostern still (Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG). Der Ostersonntag ist im
Jahr 2016 auf den 27. März gefallen, d.h. die Frist hat vom Sonntag, 20. März bis und
mit Sonntag, 3. April stillgestanden. Der letzte Tag der Frist ist somit der 4. April 2016
gewesen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat an diesem Tag und somit
rechtzeitig Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer bezieht seit dem 12. Mai 2008 eine Entschädigung wegen
Hilflosigkeit mittleren Grades sowie seit dem 1. Oktober 2009 zusätzlich einen
Intensivpflegezuschlag (Verfügung vom 15. Dezember 2009). Mit der
Revisionsverfügung vom 19. November 2012 ist der Anspruch des Beschwerdeführers
unverändert bestätigt worden. Mit der angefochtenen Revisionsverfügung vom 16.
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Februar 2016 hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eröffnet, dass ihm
ab dem 1. Juli 2015 weiterhin eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades
zustehe (Hilflosigkeit beim An- und Auskleiden, bei der Körperpflege, bei der
Verrichtung der Notdurft und bei der Fortbewegung; Notwendigkeit einer dauernden
persönlichen Überwachung). Den Intensivpflegezuschlag hat sie demgegenüber für die
Zukunft (per 31. März 2016) aufgehoben. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht einen weiteren Anspruch auf einen
Intensivpflegezuschlag verneint hat.
2.2 Eine formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung wird von Amtes wegen
oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu
Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat (Art. 17 Abs. 2
ATSG). Da die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers zuletzt im Jahr 2012
materiell überprüft worden ist, ist zu klären, ob sich der Sachverhalt zwischen dem 10.
November 2012 und dem 16. Februar 2016 anspruchsrelevant verändert hat.
3.
3.1 Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive
Betreuung brauchen, wird um einen Intensivpflegezuschlag erhöht; dieser Zuschlag
wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der monatliche
Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von
mindestens acht Stunden pro Tag 60 %, bei einem solchen von mindestens sechs
Stunden pro Tag 40 % und bei einem solchen von mindestens vier Stunden pro Tag 20
% des Höchstbetrages der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG. Der Zuschlag
berechnet sich pro Tag (Art. 42ter Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Eine intensive Betreuung liegt bei
Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge der Beeinträchtigung der
Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens vier Stunden benötigen (Art. 39
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Anrechenbar
als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu
nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der
Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche durch
medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-
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therapeutische Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV). Bedarf eine minderjährige Person
infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer andauernden Überwachung,
so kann diese als Betreuung von zwei Stunden angerechnet werden. Eine besonders
intensive behinderungsbedingte Überwachung ist als Betreuung von vier Stunden
anrechenbar (Art. 39 Abs. 3 IVV).
3.2 Gemäss den bundesrätlichen Erläuterungen zu den Änderungen der IVV vom 21.
Mai 2003 (AHI 2003 S. 311, S. 330) entsteht ein Anspruch auf den
Intensivpflegezuschlag im Sinne von Art. 39 Abs. 3 IVV nicht bereits dann, wenn ein
Kind bloss während bestimmter Stunden am Tag pflegerische Unterstützung benötigt.
Abgegolten werden soll vielmehr die für die Eltern extrem belastende Tatsache einer
darüber hinausgehenden, rund um die Uhr notwendigen invaliditätsbedingten
Überwachung, sei es aus medizinischen Gründen (z.B. Gefahr epileptischer Anfälle), sei
es infolge einer spezifischen geistigen Behinderung oder bei Autismus. Der Bundesrat
schlug vor, den "gewöhnlichen" Überwachungsbedarf (wie er für den Anspruch auf
eine leichte Hilflosenentschädigung definiert ist) wie zwei Stunden Pflege zu gewichten.
Ist die Überwachungsintensität besonders gross (wie z.B. in schweren Fällen von
Autismus, bei denen ein Kind keine fünf Minuten aus den Augen gelassen werden kann
und die Eltern permanent intervenieren müssen), soll die Überwachungsbedürftigkeit
wie vier Stunden Pflege gewichtet werden. Die Abgrenzung zwischen einem
gewöhnlichen und einem besonders intensiven Überwachungsbedarf sei auf der Ebene
Kreisschreiben noch weiter zu präzisieren (vgl. auch Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 19. Dezember 2006, I 684/05 E. 4.4).
3.3 Den Verwaltungsweisungen gemäss liegt eine besonders intensive dauernde
Überwachung vor, wenn von der Betreuungsperson eine überdurchschnittlich hohe
Aufmerksamkeit und eine ständige Interventionsbereitschaft gefordert werden. Zur
Bejahung einer besonders intensiven Überwachung stellt die Nachtwache keine
Voraussetzung dar (Rz. 8079 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung, KSIH, Version gültig ab 1. Januar 2015; Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Februar 2014, 9C_666/2013 E. 8.2.2.1). Im Kreisschreiben
wird das folgende Beispiel erwähnt: "Ein autistisches Kind hat erhebliche Probleme,
seine Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu kommunizieren. Das zeigt sich in seinem
alltäglichen Umgang mit Gegenständen (z.B. Ausleeren von Behältern, Herumwerfen
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beliebiger Gegenstände, Beschädigung von Möbeln etc.). Das Kind kann auch keine
Gefahren erkennen: So kann es z.B. unvermittelt aus dem Fenster steigen. Es ist
allenfalls auch nicht in der Lage, auf verbale Rufe oder Warnungen entsprechend zu
reagieren. In bestimmten Situationen kann es bspw. zu selbstverletzendem oder
fremdagressivem Verhalten kommen. Die Betreuungsperson muss deshalb dauernd mit
erhöhter Aufmerksamkeit in unmittelbarer Nähe des Kindes bleiben und jederzeit bereit
sein einzugreifen." Per 1. März 2016 ist ein zweites Beispiel in das Kreisschreiben
aufgenommen worden: "Ein Kind leidet an einer schweren Form von Epilepsie. Es hat
täglich mehrere Serienanfälle, die plötzlich auftreten und bei denen jeweils die Atmung
unterbricht. Die Betreuungsperson muss deshalb dauernd mit erhöhter
Aufmerksamkeit in unmittelbarer Nähe des Kindes bleiben und jederzeit bereit sein
eingreifen zu können."
3.4 Strittig und zu prüfen ist, ob sich die Situation des Beschwerdeführers seit der
letzten materiellen Anspruchsprüfung im November 2012 in dem Sinne verbessert hat,
dass der Beschwerdeführer nicht mehr auf eine besonders intensive Überwachung,
sondern lediglich noch auf eine "gewöhnliche" Überwachung angewiesen ist. Die
Beschwerdegegnerin hat die Reduktion des Überwachungsaufwandes damit
begründet, dass der Beschwerdeführer seit der letzten Abklärung ruhiger geworden
sei. Gefährliche Gegenstände wie Feuerzeuge und Messer zögen ihn nicht mehr
automatisch an. Es müssten nicht mehr alle Schränke und Türen zusätzlich verriegelt
werden. Die Eltern könnten sich in der offenen Küche aufhalten, während der
Beschwerdeführer im Wohnzimmer spiele/fernsehe. Die Eltern haben anlässlich der
Abklärung an Ort und Stelle vom 2. November 2015 erklärt, dass der Beschwerdeführer
Gefahren immer noch nicht adäquat einschätzen könne und ihm die Folgen seines
Handelns nicht bewusst seien. In ihrem Schreiben vom 6. März 2016 haben sie die
Defizite des Beschwerdeführers anhand von Beispielen illustriert: Der
Beschwerdeführer ist bereit, aus dem Fenster zu steigen, wenn er einen Rasenmäher
hört oder sieht. Fühlt er sich bedroht, zerrt er seine Schwester an den Haaren und lässt
diese nicht mehr los, weil er sich so verkrampft. Aus einem Taschentuch formt er
Kügelchen und steckt sie sich in die Ohren. Dass der Beschwerdeführer Gefahren nicht
adäquat einschätzen kann und ihm die Folgen seines Handelns nicht bewusst sind,
bestätigt der Bericht der Ergotherapeutin vom 22. Mai 2015. Zwar hat der
Beschwerdeführer in den verschiedenen Entwicklungsbereichen im Schuljahr
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2014/2015 deutliche Fortschritte erzielt. Diese müssen allerdings in Relation mit den
Zielsetzungen gesehen werden: Das Ziel der Ergotherapie im Schuljahr 2014/2015 ist
insbesondere gewesen, dass der Beschwerdeführer einzelne Teilschritte einer
bekannten Alltagshandlung (z.B. An- und Auskleiden) ohne Input einer Bezugsperson
vermehrt selbständig planen und ausführen kann. Aufgrund des derzeitigen
Entwicklungsstandes leuchtet es ein, dass der Beschwerdeführer Gefahren sowie die
Folgen seines Handelns nur ungenügend einschätzen kann. Eine hörende
Überwachung mit Kontrollblicken muss daher weiterhin gewährleistet sein. Zwar
besteht gegenüber der letzten Abklärung insoweit eine verbesserte Situation, als sich
der Beschwerdeführer eine Zeit lang selber beschäftigen kann und die Eltern weniger
oft intervenieren müssen. Die Beobachtungen während der Abklärung an Ort und Stelle
müssen allerdings insoweit relativiert werden, als bekannt ist, dass (auch gesunde)
Kinder mit dem Fernseher "ruhig gestellt" werden können. Die Beobachtungen der
Abklärungsperson vermögen somit kein umfassendes Bild über das Verhalten des
Beschwerdeführers im Tagesverlauf zu liefern. Der Überwachungsbedarf ist aber sicher
nicht mehr derart intensiv, dass der Beschwerdeführer keine Sekunde aus den Augen
gelassen werden könnte oder dass sich die Eltern jederzeit unmittelbar neben dem
Beschwerdeführer befinden müssten. Der betreuende Elternteil kann sich also neben
der Überwachung kurzzeitig auch anderen Aufgaben wie z.B. dem Haushalt oder der
Betreuung der beiden anderen Kinder widmen. Trotzdem ist der betreuende Elternteil
bei der Erledigung anderer Aufgaben durch die Überwachungsbedürftigkeit des
Beschwerdeführers weiterhin stark eingeschränkt: Die Betreuungsperson kann sich nur
wenige Meter vom Beschwerdeführer entfernt aufhalten und muss alle paar Minuten
kontrollieren, was dieser macht. Der ganze Tagesablauf ist auf den Beschwerdeführer
ausgerichtet, was für die ganze Familie extrem belastend sein muss.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Situation zwischenzeitlich zwar
insoweit verbessert hat, dass sich der Beschwerdeführer besser mit sich selber
beschäftigen kann und die Eltern weniger oft intervenieren müssen. Da der
Beschwerdeführer Gefahren nicht adäquat einschätzen kann und sich der Folgen
seines Handelns nicht bewusst ist, ist es aber unverändert notwendig, dass sich eine
Bezugsperson in seiner Nähe (hörende Überwachung) befindet, die jederzeit eingreifen
kann. Der Überwachungsbedarf hat sich also insoweit nicht geändert, als sich weiterhin
eine Bezugsperson mit überdurchschnittlich hoher Aufmerksamkeit zumindest in
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Hörweite des Beschwerdeführers befinden muss, um bei Bedarf sofort intervenieren zu
können. Die Kinderärztin hat in ihrem Bericht vom 28. August 2015 bestätigt, dass sich
der behinderungsbedingte Mehraufwand an Hilfeleistung und persönlicher
Überwachung nicht geändert habe. Dem widerspricht nicht, dass sie den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als besserungsfähig bezeichnet hat. Von
einem besserungsfähigen Zustand kann keinesfalls ohne weiteres darauf geschlossen
werden, dass der Beschwerdeführer nicht mehr auf eine besonders intensive
Überwachung angewiesen ist. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer infolge seiner Gesundheitsbeeinträchtigung nicht nur einer
"gewöhnlichen", sondern weiterhin einer besonders intensiven Überwachung bedarf,
weshalb ihm nach wie vor gemäss Art. 39 Abs. 3 Satz 2 IVV als Betreuung vier Stunden
anrechenbar sind. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für die Grund-
und Behandlungspflege einen invaliditätsbedingten Mehraufwand von einer Stunde und
40 Minuten angerechnet (siehe IV-act. 180-7 und 192). Da zuzüglich vier Stunden pro
Tag für die besonders intensive Überwachung anzurechnen sind, beläuft sich der
invaliditätsbedingte Mehraufwand pro Tag auf insgesamt fünf Stunden und 40 Minuten.
Der Beschwerdeführer hat bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von
mindestens vier, aber weniger als sechs Stunden daher weiterhin Anspruch auf den
bisherigen Intensivpflegezuschlag von 20 % des Höchstbetrages der Altersrente nach
Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG.
3.5 Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat − zusätzlich zur Entschädigung bei einer
mittelschweren Hilflosigkeit − ab dem 1. April 2016 weiterhin Anspruch auf einen
Intensivpflegezuschlag bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von
wenigstens vier, aber weniger als sechs Stunden. Die Sache wird zur Festsetzung des
konkreten Leistungsanspruchs an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
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Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer
zurückerstattet.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Bei der
Festsetzung der Parteientschädigung ist zu berücksichtigen, dass der
Vertretungsaufwand sowohl in Bezug auf den Umfang der massgebenden Akten als
auch in Bezug auf die Komplexität der zu beantwortenden Rechtsfragen erheblich tiefer
gewesen ist als bei einem durchschnittlichen IV-Fall. Dies rechtfertigt es, von einem
Vertretungsaufwand von Fr. 2'500.-- auszugehen. Die Beschwerdegegnerin hat den
Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 2'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.