Decision ID: edf2cc48-620e-4409-90a1-44ddc6d383f1
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1987
, meldete sich am
2
1.
September 2009
unter
Hinweis auf
psychische B
eschwerden bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk.
7/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
zog
Akten de
s Krankenversicherers
bei (
Urk.
7/2
1,
Urk.
7/26
)
und
verneinte
mit
Mitteilung vom 1
0.
August 2010 (
Urk.
7/38) ei
nen Anspruch auf berufliche Massnahmen und mit
Verfügung vom
1
7.
Dezember 2010
(
Urk.
7/48)
bei einem Invaliditätsgrad von
23
%
eine
n
Rente
nanspruch
.
1.2
Nach Eingang eines am
8.
Mai
2015
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
7
/51
)
forderte
die IV-Stelle
den Versicherten auf, die Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse bis am 2
6.
Juni 2015 mittels
Arztberichten glaub
haft zu machen
(Urk.
7/55
). Nach
Einreichung von Arztberichten durch den
Versicherten (
Urk.
7/56-57) und
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/64
;
Urk.
7/65
)
trat
die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
Dezember 2015
auf das neue Leistungsbegehren des Versicherten
mangels Glaubhaft
mach
ung einer Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht ein
(Urk.
7/75
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
0.
Januar 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
3.
Dezember 201
5
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und
es sei
auf das neue Leistungsbegehren einzutreten. Ferner sei die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten, ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen,
ge
stützt darauf Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen und die Verfügung vom 1
7.
Dezember 2010 revisionsweise aufzuheben
. In prozessu
aler Hinsicht beantragte er die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und einer öffentlichen Verhandlung
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Februar 2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom
1.
März 2016 zog der Beschwerdeführer seinen Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück (
Urk.
10)
,
und am 2
4.
März 2016 erstattete er die Replik (
Urk.
11). Am 1
4.
April 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Er
stattung einer Duplik (
Urk.
14).
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2
5.
Apri
l
2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
15
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
de
rung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
he
n, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person über
haupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne wei
tere Abklärungen
durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu be
rücksichtigen ha
ben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe An
for
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser
Be
urteilungsspielraum
zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwal
tung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person
deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurtei
lun
g der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353
E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend ge
m
ach
ten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhalts
punkte be
stehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Er
heblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die gel
tend ge
machten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesge
richts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.4
Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidi
tät, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invali
disierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschä
den keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchti
gung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundes
gerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
1.
5
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tat
sachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Erheblich sind dabei nur Tatsachen, die zur Zeit der
Erstbeur
teilung
bereits bestanden, jedoch unverschuldeterweise unbekannt waren oder unbewiesen blieben (BGE 108 V 167 E. 2b; ZAK 1989 S. 159 E. 5a).
1.6
Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechts
kräftige Verfü
gungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts kann der Versiche
rungsträger allerdings weder von der betroffenen Person noch vom Gericht zu einer Wiedererwägung verhalten werden (BGE 119 V 180 E. 3a). Es be
steht darum kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Verfügungen, mit denen das Eintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch abgelehnt wird, sind demnach grundsätz
lich nicht anfechtbar. Wenn der Versi
cherungsträger hingegen auf ein Wiedererwägungsgesuch eintritt, die Wiedererwägungs
voraussetzungen prüft und anschliessend einen erneut ab
leh
nenden
Sach
entscheid
trifft, ist dieser beschwerdeweise anfechtbar. Die nachfolgende gerichtliche Überprüfung hat sich in einem sol
chen Fall in
dessen auf die Frage zu beschränken, ob die Vor
aussetzungen für eine
Wie
der
erwägung
der bestätigten Verfü
gung gegeben sind. Prozessthema ist also
diesfalls
, ob der Versicherungsträger zu Recht die ursprüngliche, formell rechts
k
räftige Verfügung nicht als zweifellos unrichtig und/oder ihre Korrek
tur als von unerheblicher Bedeutung qualifiziert hat (BGE 117 V 8 E. 2a).
1.
7
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qua
lifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin am
3.
Dezember
2015 zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten ist. Zu prüfen ist demnach, ob der Be
schwerdeführer mit den von ihm innert der ihm von der Beschwerdegegnerin unter Androhung von Nichteintreten im Säumnisfall angesetzten Frist bis 2
6
.
Juni 2015
(Urk.
7
/
55
) und im Rahmen des
Vorbescheidver
fahrens
einge
reichten medizini
schen Berichten glaubhaft gemacht hat, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse zwischen dem Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
17. Dezember 2010
(Urk.
7
/
4
8) und der Neu
anmeldung am
8. Mai 2015 (Urk. 7
/
5
1) in anspruchsrelevanter Weise ver
ändert haben.
Da Streitgegenstand die
Eintretensfrage
und nicht die materielle Prüfung des Rentenanspruchs ist, fällt die eventualiter beantragte Anordnung eines Gerichtsgutachtens
ausser
Betracht
(
Urk.
1 S. 2, S. 8)
. Zu prüfen ist mithin lediglich, ob der Beschwerdeführer - welchen in diesem Zusammenhang eine Beweisführungslast trifft (vgl. vorstehend E. 1.
1-1.3
) - eine wesentliche Änderung der Verhältnisse glaubhaft gemacht hat.
3.
3.1
Die Verfügung vom
1
7.
Dezember 2010 (
Urk.
7/48)
fusste im Wesentlichen auf
folgenden medizinischen Unterlagen:
Dr.
med.
Y._
hielt mit Bericht vom 2
2.
Oktober 2009 als Diagno
sen eine Adipositas, eine Hypertonie und rezidivierende depressive Störungen fest (
Urk.
7/14).
3.2
Laut
Bericht der Ärzte
der Tagesklinik
Z._
vom 1
1.
November 2009 war bei einer seit 2007 bestehenden Diagnose einer depressiven Episode mit soziophobischen Anteilen vor dem Hintergrund einer ängstlichen vermeiden
den Persönlichkeitsstörung von einer vollen Arbeitsfähigkeit ab 2
5.
Oktober 2009 auszugehen (
Urk.
7/17).
3.3
Die Ärzte de
r
A._
stellten in ihren Be
richten vom
1.
Dezember 2009 und vom
8.
Januar 2010 als Diagnosen
im Wesentlichen
eine Ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6)
und
eine
Dysthymia
des Sozialverhaltens (ICD-10: F34.1) sowie sozi
ale Phobien (ICD-10: F40.1) fest
. Weiter führten sie aus, dass körperliche Einschränkungen aufgrund des starken Übergewichts bestünden, welches zu erhöhtem Blutdruck und bei grosser Anstrengung zu vegetativen Symptomen wie starkem Herzklopfen führte. Die dadurch oft ausgelösten Angstzustände bewirkten darüber hinaus zitternde Hände und übermässiges Schwitzen, da
mit verbunden seien auch starke Konzentrationsstörungen (
Urk.
7/19/5). Ent
gegen der bisherigen Einschätzung sei der Beschwerdeführer gegenwärtig nicht in der Lage, einer strukturierten Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachzugehen; der Verlauf habe sich nach zunächst guten
E
rfolgen während der stationären danach teilstationären Behandlung eher ungünstig gezeigt (
Urk.
7/25/7).
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Re
gio
nalärztlicher
Dienst (RAD), diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
1.
Juli
2010 (
Urk.
7/37) aufgrund seiner Untersuchung vom
6.
Juli 2010 ak
zen
tu
ier
te
Persönlichkeitszüge mit ängstlich-unsicheren, vermeidenden,
selbstunsi
che
re
n
, abhängigen und unreifen Anteilen sowie eine
Dysthymie
(F34.1) bei einem Zustand nach depressiver Episode. Der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne hingegen nicht ohne weiteres gefolgt werden.
Invalidenver
siche
rungs
rechtlich
fremde Faktoren spielten eine nicht unwe
sentliche Rolle bei der Erhaltung der Symptomatik, und in therapeutischer Hinsicht sei eine sozio-therapeutische Wohngemeinschaft empfehlenswert. Plausibel sei, dass es während der Lehrzeit zu einer psychischen Krisensitua
tion mit depressiver Dekompensation gekommen sei.
D
ie depressive Komponente
sei
am Ende der tagesklinischen Behandlun
g soweit abgeklungen gewesen
, dass ab dem 2
6.
Oktober 2009 medizin-theoretisch von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ausgegangen werden könne, dies
in einer den kog
nitiven, intellektuellen und manuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers entsprechenden Tätigkeit so
wie
in
einem wohlwollenden Umfeld, das eine an
gemessene Kombination aus Fördern und Fordern sicherstelle (S. 4 f.).
3.5
In Würdigung dieser Arztberichte ging die Beschwerdegegnerin in der Folge von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab 2
6.
Oktober 2010
in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit
(Überwachungs-, Konfektions- oder
Reparatur
arbeiten
)
aus
, wobei
der Beschwerdeführer
auf ein wohlwollendes Umfeld angewiesen sei, weshalb sich ein leidensbedingter Abzug von 10
%
rechtfer
tige. Ausgehend davon, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden die erstmalige berufliche Ausbildung als Sanitärmonteur abgeschlossen hätte, ermittelte sie in der Folge einen
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 23
%
(Urk. 7/48)
.
Mit Mitteilung vom 1
0.
August 2010 verneinte die Beschwerdegegnerin so
dann einen Anspruch auf berufliche Massnahmen unter Hinweis darauf, dass eine erstmalige berufliche Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt zumutbar sei (
Urk.
7/
38-
39 S. 1).
4.
Im Rahmen der Neuanmeldung gingen folgende medizinische Berichte ein:
Mit Bericht vom 2
1.
Oktober 2010 hielt (
Urk.
7/57/13)
Dr.
Y._
als Diag
nosen eine
Visusverschlechterung
bei ungenügender Korrektur, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas, eine ängstliche (vermeidende)
Persönlichkeits
störung
(ICD-10
:
F60.6), eine
Dysthymia
(ICD-10
:
F34.1) und Angststörungen
und Panikattacken (ICD-10
:
F41) fest. Weiter führte er aus, dass der Be
schwerdeführer seit 2007 von Psychiatern aus verschiedenen Institutionen der
A._
behandelt werde, unter anderem in de
r
Sprechstunde für Angst- und Zwangsstörungen.
In den Überweisungen an das
C._
vom
9.
Mai 2011
und vom 2
2.
Dezember
2014 hielt
Dr.
Y._
als Diagnosen den
Wunsch nach Gewichtsabnahme bei einer Körpergrösse von 170 cm und eine
m Gewicht von etwa 140 kg, ein Colon
irrita
bile
mit Blähungen und Krämpfen sowie
eine Neigung zu depressiver Verstimmung fest. Er führte
aus, dass der Beschwerdeführer nie schwer krank oder verunfallt sei und kei
ne Opera
tionen oder
Hospitalisationen
gehabt habe (
Urk.
7/57/5,
Urk.
7/57/10 =
Urk.
7/57/16).
Mit ärztlichem Zeugnis vom 1
3.
März 2015 führte
Dr.
Y._
aus, dass er
den Beschwerdeführer seit 1991 gelegentlich hausärztlich berate und be
handle
.
Wegen verschiedener gesundheitlicher Probleme fänden seit
3.
Novem
ber 2014
wieder regelmässig Konsultationen statt. Aufgrund des massiven Überge
wichts und einer längeren Arbeitslosigkeit - der Beschwer
deführer habe seit 2012 nicht mehr gearbeitet - sei die psychische und kör
perliche Leis
tungs
fähigkeit aktuell nur schwer abzuschätzen. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einem
Arbeitspro
gramm
beobachtet und trainiert werden könnte (
Urk.
7/57/1).
Dr.
Y._
hielt in einer handschriftlichen Notiz vom
5.
Juni
2015 fest,
dass der Tatbeweis durch die Unfähigkeit, einer Arbeitstätigkeit nachzuge
hen
, erbracht worden sei und dass die letzte Arbeitstätigkeit Mitte Januar 2012 (
Temporärstelle
) stattgefunden habe (
Urk.
7/56).
Am
3.
September 2011 erlitt der Beschwerdeführer
bei
einem Angriff meh
rer
e Tritte ins Gesicht und wurde bis am
4.
September 2011 im
D._
hospitalisiert. In der Zusammenfassung der Krankenge
schichte (
Urk.
7/57/19) diagnostizierten die Ärzte des
D._
ein leichtes
Schä
del
hirn
trauma
Grad I und eine Nasenbeinfraktur. Sie führten aus, dass ins
gesamt ein
unauffälliger neurologischer Verlauf mit guter
Schmerzkompen
sation
während
des gesamten stationären Aufenthalts bestanden habe und dass der Be
schwer
de
führer in subjektivem Wohlbefinden mit reizlosen
Wundverhält
nissen
nach Hause habe entlassen werden können.
5.
5.1
Die genannten, im Verfügungszeitpunkt einzigen vorhandenen ärztlichen Be
rich
te sind
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8 f.
Ziff.
2.8-2.9
,
Urk.
11 S. 3
Ziff.
5
)
offensichtlich ungeeignet, eine Ver
schlech
terung im Vergleich zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeit
punkt des Erlasses der Verfügung vom
17. Dezember 2010
glaubhaft zu machen
.
5.2
Zunächst ist zu bemerken, dass - entgegen der Auffassung des Beschwer
de
füh
rers (
Urk.
1
1
S.
4
Ziff.
6
) - d
ie Diagnosen, welche in den mit der Neu
anmeldung eingereichten Arztberichten gestellt wurden
(vorstehend E.
4)
, unge
eignet
sind
, um eine
versicherungsrechtlich relevante Invalidität zu be
gründen
. W
eder genügt rechtsprechungsgemäss eine
Dysthymie
bezie
hungs
weise eine
leichte Depression
mangels nachgewiesener
Therapieresis
tenz
zur Begründung einer Invalidität (
BGE 140 V 193
E. 3.3
)
, noch bestehen vor
lie
gend Anhaltspunkte dafür, dass die angeführte Adipositas sich invali
di
sie
rend auswirk
en würde
;
insbesondere
ist nicht aktenkundig, dass geeig
nete
Be
handlungsversuche
erfolgt
und erfolglos geblieben wären
(vor
stehend E.
1.4).
D
u
rch den Angriff erlitt
der Beschwerdeführer ein leichtes
Schädelhirntrauma
und eine Nasenbeinfraktur, und das
D._
beschrieb einen insgesamt unauf
fälligen neurologischen Verlauf mit guter
Schmerzkompen
sation
und einer Entlassung nach Hause in subjektivem Wohlbefinden und reizlosen
Wund
verhältnissen
. Auch hier ist
damit
ein
invalidisierender
Ge
sundheitsschaden
zu verneinen.
Im Übrigen fehlen
Befunde, welche die ge
stellten Diagnosen untermauern würden, und es wurde keine daraus resul
tierende Arbeitsun
fähig
keit attestiert.
Sodann liegen i
m Vergleich zur Verfügung vom 1
7.
Dezember 2010 keine wesentlichen neuen Diagnosen vor, denn die Adipositas
und
die leichte depressive
Episode
beziehungsweise die
Dysthymie
wurden bereits damals
diagnostiziert
. Die
damals
ebenfalls diagnostizierte Persönlichkeitsstörung wurde durch den RAD verneint.
Diese Einschätzung erachtete die
Beschwer
degegnerin
nach Würdigung sämtlicher Arztberichte
a
ls überzeugend
(vor
stehend E. 3)
.
Die vom Beschwerdeführer erneut angeführten Diagnosen erweisen sich damit als bereits bekannt, und sie werden in den mit Neuanmeldung einge
reichten Arztberichten auch nicht
mit neuen Befunden untermauert
.
Die vom Beschwerdeführer beschwerdeweise vorgebrachten Einschränkungen wurden
im Übrigen
bereits
bei der Festlegung des Zumu
tbarkeitsprofils
in der Verfü
gung vom 1
7.
Dezember 2010
berücksichtigt
.
5.
3
Zusammenfassend
ist mi
t den vorliegend zu beachtenden medizinischen Ak
ten keine
anspruchs
beeinflussende Verschlechterung des Gesundheitszu
stan
des glaubhaft gemacht worden
. Angesichts des F
ehlens
neuer Diagnosen
und
Befunde
, welche einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu begründen
vermögen,
verneinte die
Beschwerdegegnerin
zu Recht die Glaubhaftma
chun
g
einer massgeblichen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Be
schwer
de
führers
.
6
.
Zur
Rüge des Beschwerdeführers, wonach die in
formelle
Rechtskraft erwach
sene Verfügung vom 1
7.
Dezember 2010 zufolge unrichtiger und unvoll
ständiger medizinischer Abklärungen aufzuheben sei
(
Urk.
1 S.
2
Ziff.
5
)
,
ist fest
zuhalten, dass keine e
rhebliche neue Tatsachen oder Beweismittel beige
bracht
wurden
.
Damit entfällt eine Revision nach
Art.
53
Abs.
1 ATSG
ohne weiteres
(vorstehend
1.
5
).
Der Vollständigkeit halber - ein Wiedererwägungsgesuch wurde nicht gestellt - ist zu bemerken, dass e
ntgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S.
7
Ziff.
2.5
) auch
keine Anhaltspunkte
daf
ür
bestehen
, dass der
Entscheid offensichtlich unrichtig
gewesen
wäre
. D
ies wäre
insbesonde
r
e
dann
der Fall,
wenn fachmedizinische Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt worden wären
(Urteil des Bundesge
richts 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007, E. 3.3
,
Urteil des
Bundesgerichtes
I 561/05 vom 31. März 2006, E. 3.4).
V
orliegend
trifft dies
indessen nicht zu, denn es wurden
alle
relevante
n,
insbesondere fachpsychiatrischen
Arztbe
richte
berücksichtigt, und der Beschwerdeführer wurde
durch den
Arzt des Regionalärztlichen Dienstes psychiatrisch untersucht.
Es
ist nicht zu bean
stan
den, dass
die Beschwerdegegnerin nach Würdigung sämtlicher mediz
ini
scher Unterlagen
auf diese versicherungsinterne Beurteilung
abstellte, zumal
sie den
praxisgemässen Anforderung
en an ein ärztliches Gutachten
genüg
te,
Dr.
B._
über die notwendigen fachli
chen Qualifikationen verfügt und
der Bericht insgesamt als schlüssig und zuverlässig erschien
(vorstehend E.
1.
7
)
.
Damit sind auch die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG nicht erfüllt
,
wobei zu bemerken ist, dass darauf ohne
hin kein Rechtsanspruch bestünde
(vorstehend E. 1.
6
)
.
7.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen ge
ht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Angesichts des Aufwands für das vorliegende Verfahren sind sie auf Fr. 800.-- festzu
setzen.
Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.