Decision ID: 64825eba-febd-5925-804c-ffeef691a07f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, war vom
1.
September 2004 bis 3
1.
Mai 2013 in einem Pensum von 70
%
als Verkäuferin bei der
Y._
,
Z._
, tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 2
6.
September 2012 war (
Urk.
11/16,
Urk.
11/19). Unter Hinweis auf ein psychisches Leiden meldete sich die Ver
sicherte am
5.
April 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Krankentag
geldversicherers bei (
Urk.
11/7) und führte eine Eingliederungsberatung durch (
Urk.
11/28). Am 2
9.
Oktober 2014 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, nachdem die Versicherte mitgeteilt hatte, auf Beratung und Unterstützung
bei der Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu verzichten (Urk. 11/29
). Mit Verfügung vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
11/32) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invaliden
versi
che
rung.
1.2
Am
9.
Mai 2016 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
ver
si
che
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/34), wobei sie Integrations
mass
nah
men
beantragte (vgl. Urk. 11/33). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 11/35-36,
Urk. 11/40) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. August
2016 (
Urk.
11/42) einen Anspruch auf Integrationsmassnahmen unter Hinweis auf eine separate Verfügung betreffend den Rentenanspruch
.
Nach Einholung eines aktuellen Arztberichts (
Urk.
11/46) und durchgeführtem Vorbescheidver
fahren (
Urk.
11/49) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
April 2017 (
Urk.
11/50 =
Urk.
2) einen Anspruch
der Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Mit Eingabe vom 1
3.
April 2017 (Datum Poststempel,
Urk.
11/52 =
Urk.
1 sowie dazugehöriges Couvert) gelangte
X._
an die IV-Stelle und Erhob „Einwand“ gegen den Vorbescheid (richtig: die Verfügung) vom
6.
April 201
7.
Mit Schreiben vom 2
1.
Juli 2017 (
Urk.
11/59 =
Urk.
4) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie an ihrem Entscheid festhalte und sie die ihr
zugestellte Eingabe zuständigkeitshalber dem hiesigen Gericht weiterleiten we
rde. Die Weiterleitung erfolgte am 2
4.
Juli 2017 (
Urk.
11/60 =
Urk.
3).
Mit Gerichtsverfügung vom
2.
August 2017 (
Urk.
5) wurde der Beschwerde
führerin Frist angesetzt, um ein Rechtsbegehren zu stellen und ihre Beschwerde zu begründen. Mit Eingabe vom 1
0.
August 2017 (
Urk.
7) beantragte die Be
schwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen und begründete ihren Antrag.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
2.
September 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den An
fechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen
stand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsver
hält
nisse, gehören die nicht beanstandeten Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfech
tungs-, nicht aber zum Streitgegenstand.
1.2
Die Beschwerdeführerin stellte formell den Antrag auf Zusprache von (nicht näher genannten) Eingliederungsmassnahmen (Urk. 7 S. 1 Mitte).
Die angefochtene Verfügung
vom 6. April 2017 trägt die Überschrift „Kein An
spruch auf IV-Leistungen“. Der Entscheid selbst lautet:
„Das Leistungsbegehren wird abgewiesen
“. Die in der Verfügung angestellten Erwägungen betreffen (allerdings nur) den Anspruch auf eine Invalidenrente.
Dies unter Hinweis darauf, dass der Anspruch auf Integrationsmassnahmen mit Verfügung vom 5. August 2016 verneint worden sei.
In der Verfügung vom 5. August 2016 (
Urk. 11/42)
war der Anspruch auf Inte
grationsmassnahmen mit der Begründung verneint worden,
gemäss
(neustem)
ärztlichem Bericht bestehe keine Arbeitsfähigkeit und stehe die Stabilisierung der gesundheitlichen Problematik im Vordergrund, weshalb zurzeit keine Inte
gra
tionsmassnahmen plan- und durchführbar seien.
Die Beschwerdegegnerin ging in der Folge zur Rentenprüfung über (vgl. Urk. 11/42 S. 2 Mitte, Urk. 11/48 S. 2 oben). In der angefochtenen Verfügung
vom 6. April 2017 (Urk. 2) ver
neinte sie
einen Rentenanspruch sinngemäss mit der Begründung, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Im Schreiben vom 21. Juli 2017 (Urk.
11/59 =
Urk.
4
), auf welches die Beschwerdegegnerin in der Beschwer
de
antwort (Urk. 10) verwies, verneinte die Beschwerdegegnerin mit im Wesent
lichen gleichlautender Begründung sodann generell einen Anspruch der Be
schwer
deführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung und hielt fest, die Abweisung des Leistungsgesuchs der Beschwerdeführerin vom 28. April 2016 (beziehungsweise vom 9. Mai 2016, vgl. Urk. 11/33-34) erweise sich als rech
tens. Nachdem das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin auf Integrations
massnahmen zielte (vgl. Urk. 11/33-34), die Beschwerdegegnerin sowohl gemäss Dispositiv der angefochtenen Verfügung als auch gemäss Schreiben vom 21. Juli 2017 das Leistungsgesuch abwies und zumindest gemäss den Ausfüh-rungen im Schreiben vom 21. Juli 2017 generell einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneinte, ist davon auszugehen, dass Gegenstand des angefochtenen Entscheids (auch) der Anspruch auf Eingliederungs
mass
nahmen ist, weshalb dieser im Folgenden zu prüfen ist.
Insoweit die verfü
gungsweise Abweisung des Leistungsbegehrens die Rentenfrage beschlägt, blieb die Verfügung unangefochten, womit
der
Renten
anspruch
nicht strittig ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf Leistungen der Invalidenversicherung mit der Begründung, die Beschwerde
füh
rerin habe die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft. Eine Therapieresi
stenz liege nicht vor. Zudem bestünden etliche psychosoziale Belastungsfak
toren, welche das Beschwerdebild mitprägten. Zumindest der Anstieg der Schwere der depressiven Störung sei als reaktives Geschehen auf die psycho
so
zialen Belastungsfaktoren zu sehen, womit in Bezug auf die Schwere nicht von einer invalidisierenden Wirkung ausgegangen werden könne. Aus recht
licher Sicht sei folglich kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung begründen würde (Urk. 2, Urk. 10 mit Ver
weis auf
Urk.
11/59 =
Urk.
4).
2.2
Die Beschwerdeführerin begründete ihren Antrag auf Eingliederungsmass
nah
men damit, dass sie ohne Unterstützung der Beschwerdegegnerin nicht in der Lage sei, die berufliche Eingliederung zu schaffen. Aufgrund ihres gesund
heit
lichen Zustands sei sie überfordert, den Weidereinstieg ins Berufsleben zu finden
. Seit der Kündigung ihrer letzten Stelle bei der Y._ im September 2012
habe sie zwei depressive Episoden erlebt. Die letzte bestehe seit Juli 201
5. Derzeit sei sie noch in einem Genesungsprozess, wobei es ihr seit ein paar Wochen besser gehe. Deshalb wolle sie einen nächsten Schritt in Richtung Tagesstruktur und berufliche Wiedereingliederung machen. Ihre Belastbarkeit sei allerdings noch sehr reduziert und sie könne daher keinen Job im ersten Arbeitsmarkt antreten. Längerfristig sei dies jedoch ihr Ziel. Da sie nicht wisse, wie es nach dieser langen Pause um ihre beruflichen Fähigkeiten stehe, wünsche sie einen von Fachleuten begleiteten Wiedereinstieg (Urk. 7).
3.
3.1
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geis
tigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
3.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Be
funde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
3.4
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben ge
mäss Art.
8
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (
IVG
)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen,
soweit (Abs. 1):
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Art. 8
Abs. 3
IVG in
me
di
zinischen Massnahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufs
be
ra
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapi
tal
hilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
Drohende Invalidität
im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG
liegt gemäss
Art.
1
novies
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist unerheblich.
3
.5
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die materiell
recht
liche Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung eingetretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliede
rungs
leistungen gleich wie Renten und Hilflosenentschädigungen zu behandeln sind und dass demzufolge
Art.
17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungs
be
stimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungs
leis
tungen angewendet werden müssen.
3.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
ab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heits
zustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswir
kungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verän
dert
haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bil
den die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspra
cheentscheid, welche oder welcher auf einer mate
riellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klä
rung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
4.
4.1
Lic. phil. A._, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, berichtete am 7. Juni 2013 (Urk. 11/11) die Beschwerdeführerin stehe seit 11. Januar 2013 in ihrer Behandlung (Ziff. 1.2). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte lic. phil. A._ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1 (Ziff. 1.1). Sie führte aus, der Beschwerdeführerin sei im September 2012 gekündigt worden, worauf sie depressiv dekompensiert sei. Seit ein paar Wochen sei eine langsame Besserung feststellbar. Aufgrund der Arbeitsanamnese sollte bei behutsamer Integrations
begleitung eine Reintegration in den Arbeitsprozess gelingen. Fraglich sei jedoch, ob die Arbeit als Verkäuferin weiterhin empfehlenswert sei (Ziff. 1.4 am Ende). Es bestehe eine fraglich reduzierte Stressbelastbarkeit (Ziff. 1.7).
4.2
In ihrem Verlaufsbericht vom 26. Februar 2014 (Urk. 11/14) nannte lic. phil A._ als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F33.4). Sie führte aus, die Beschwerdeführerin wünsche sich aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation eine berufliche Neuorientierung in einer ruhi
ge
ren Beschäftigung wie beispielsweise an der Rezeption im Kosmetikbereich. Aufgrund der Anamnese sei eine seit Jahren bestehende erhöhte Stressvul
ne
ra
bilität bestätigt, welche früher zu psychotischen und letztens zu einer schweren depressiven Dekompensation sowie wiederholt zu Arbeitsschwierigkeiten ge
führt habe. Ein Wiedereinstieg mit Hilfe von Integrationsmassnahmen, im Rahmen welcher eine Abklärung des Belastungsprofils empfehlenswert wäre, sei weiterhin dringend indiziert.
4.3
Mit
Verfügung vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
11/32)
verneinte die Beschwerde
geg
nerin einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Eingliede
rungs
massnahmen oder Invalidenrente) sinngemäss mit der Begründung, es sei kein hinreichend schwerer psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen.
5.
5.1
Der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 (Urk. 2) lagen folgende medizinische Berichte zugrunde:
5.2
Am 28. April 2016 (Urk. 11/33) berichteten Dr. med. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. A._, die Beschwerdeführerin stehe aufgrund einer erneut depressiven Symptomatik seit
September 2015 wieder in ambulanter delegierter psychotherapeutischer Behand
lung. Zu diagnostizieren sei eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig depressive Störung (ICD-10 F33.1). Im behandlungsfreien Intervall habe die Beschwerdeführerin keine Arbeitsstelle finden können. Im Sommer 2015 sei es zur Trennung von ihrem Ehemann und zu einer erneuten depres
siven Dekompensation gekommen. Seit 24. September 2015 sei sie zu 100 % krank geschrieben. Unter Hinweis auf die psychische Instabilität und die lang
dauernde Arbeitslosigkeit empfahlen Dr. B._ und lic. phil. A._ eine erneute Prüfung des Anspruchs auf Integrationsmassnahmen. Eine schrittweise Belastung bezeichneten sie als zumutbar.
5.3
In ihrem Verlaufsbericht vom 14. Juli 2016 (Urk. 11/40) führten Dr. B._ und lic. phil. A._ aus, der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich zunehmend in Richtung einer schweren depressiven Symptomatik (ICD-10 F33.2) entwickelt. Ihr sei dringend die Einnahme eines Antidepressivums emp
fohlen worden. Unter der eingeleiteten Medikation habe die Beschwerdeführerin ein stark wechselhaftes Stimmungsbild mit bis zu euphorischen Stimmungs
lagen entwickelt. Aufgrund der Anamnese und des jetzigen Zustandsbildes sei deshalb differentialdiagnostisch eine bipolare Störung (ICD-10 F31) in Betracht zu ziehen (S. 1 Mitte). Aktuell gehe es um eine Stabilisierung der depressiven Symptomatik und die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsun
fähig. Sobald jedoch eine Verbesserung der Symptomatik eintrete, werde drin
gend eine IV-begleitete Reintegration ins Berufsleben empfohlen. Die Beschwer
deführerin schaffe den selbständigen Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht (S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin erachte eine IV-begleitete Integrationsmass
nahme als hilfreich und sei kooperativ (S. 2).
5.4
In ihrem Bericht vom 3. Oktober 2016 (Urk. 11/46) nannte Dr. B._ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2) und als Differentialdiagnose eine bipolare Störung, ICD-10 F31 (Ziff. 1.1). Sie führte aus, die gegenwärtige Therapie bestehe in ambulanter Psychotherapie alle zwei bis drei Wochen sowie einer (seit dem letzten Bericht umgestellten, vgl. Ziff. 1.4) medikamentösen Therapie (Ziff. 1.5). Leider hätten die medikamen
tösen Interventionen den erwünschten Effekt in Richtung vermehrtem Antrieb und Verbesserung der Schlafstruktur noch nicht gebracht. Immerhin berichte
die Beschwerdeführerin von geringeren Stimmungsschwankungen, leichter Schlaf
v
erbesserung und vermehrtem Appetit. An eine Erhöhung der Belastung durch ausserhäusliche Aktivitäten oder sogar Integrationsmassnahmen sei momen
tan nicht zu denken (Ziff. 1.4 am Ende). Aufgrund der derzeitigen depressiven Episode sei sie seit 24. September 2015 zu 100 % arbeitsunfähig. Sobald jedoch die depressive Symptomatik rückläufig sei, sollten geeignete Integrationsmassnahmen geprüft werden. Dabei sollte beachtet werden, dass eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin in einem grösseren Betrieb nicht möglich sei. Die Beschwerdeführerin leide unter eingeschränkter Anpassungsfähigkeit und Überforderung durch Reizüberflutung bei Stress wie etwa der Anwesenheit vieler Kunden. Die Einschränkung der Anpassungs
fähig
keit beziehe sich auch auf Hygiene und soziale Situationen (Ziff. 1.6-7).
6.
6.1
Ausgewiesen ist, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit Ergehen der Verfügung vom
April 2015 (
Urk.
11/32)
verändert hat. Wäh
rend das depressive Leiden der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verfügung vom April 2015 remittiert war (vgl. vorstehend E. 4.2), beschrieben die behan
delnden Fachpersonen anlässlich der Neuanmeldung vom Mai 2016 eine erneute
depressive Dekompensation seit September 2015 mit mittelgradig ausgeprägter Depressivität (vgl. vorstehend E. 5.2). In dieser Veränderung des Gesundheitszu
stands ist ein Revisionstatbestand zu erblicken und daher der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Eingliederungsmassnahmen (neu) zu prüfen.
6.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte sinngemäss das Vorliegen einer Invalidität
im Sinne von Art. 8 IVG, dies im Wesentlichen mit der Begründung, es liege kein
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor, da hin
sicht
lich des depressiven Leidens nicht von der rechtsprechungsgemäss geforderten Therapieresistenz auszugehen sei und weil überdies psychosoziale Faktoren das
Beschwerdebild massgeblich mitbestimmten (vgl. vorstehend E. 2.1).
Dabei über
sieht sie jedoch, dass das IVG keinen einheitlichen Invaliditätsbegriff kennt, sondern dem System der le
ist
ungsspezifischen Inva
lidität folgt (BGE 126 V 241 E.
4). Die für den Rentenanspruch geltenden Voraussetzungen können daher
nicht unbesehen auf die einzelnen Eingliederungsmassnahmen übertragen werden
.
Was inhaltlich in Bezug auf die Invalidität erforderlich
ist
, kann daher nur im Zusammenhang mit
einer
bestimmten Eingliederungsmassnahme gesagt werden. Es rechtfertigt sich diesbezüglich, die Inv
alidität nicht primär nach Art. 8 Abs.
1 IVG zu definieren, sondern nach der von der fraglichen Mass
nahme verlangten Einschränkung (vgl. dazu Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Inval
idenversicherung, Bern 2011, S. 64 f. Rz 101 und Rz
103-104). Denn andernfalls werden die Versicherten mit Krankheitsbildern, welche die Recht
sprechung mit Blick auf den Rentenanspruch als überwindbar qualifiziert, von den Eingliederungsmassnahmen von vornherein ausgeschlossen, w
as dem nicht zuletzt von der 5.
IV-Revision verfolgten Zweck der Unterstützung beim Erhalt der Erwerbstätigkeit und dadurch auch der besseren gesellschaftlichen Inte
gration auch von psychisch Kranken entgegenläuft.
6.3
Die Beschwerdeführerin legte nicht dar, welche Eingliederungsmassnahmen sie konkret beantragt. Aus ihren Ausführungen (vorstehend E. 2.2) darf jedoch geschlossen werden, dass ihre Beschwerde weder auf medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 12 ff. IVG noch auf die Abgabe von Hilfsmitteln im Sinne von Art. 21 ff. IVG und auch nicht auf eigentliche berufliche Massnahmen im Sinne von Art. 15 ff. IVG zielt, da die Beschwerdeführerin schrieb,
sie
sei
zur Zeit
nur
sehr reduziert belastbar und
könne
daher keinen Job im normal
en Arbeits
markt antreten. In Betracht fallen somit Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung im Sinne von Art. 14a IVG, was auch durch den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerde
ver
fahrens eingereichten Arztbericht vom 8. August 2017 (Urk. 8/1) gestützt wird. Darin bezeichneten Dr. B._ und lic. phil. A._ die Beschwer
deführerin im zweiten Arbeitsmarkt als derzeit teilarbeitsfähig und empfahlen
einen einem Belastbarkeitstraining entsprechenden Wiedereinstieg mit einer lan
g
samem Belastungssteigerung mit zwei Stunden pro Tag (Urk. 8/1 S. 4 unten).
Unter dem Blickwinkel der leistungsspezifischen Invalidität ist im Folgenden zu prüfen, wie es sich mit dem Anspruch der Beschwerdeführerin auf Integrations
massnahmen nach Art. 14a IVG verhält.
6.4
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 %
arbeits
un
fähig (Art.
6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruf
licher Art geschaffen werden können (
Art.
14a
Abs.
1
IVG
). Als Integrations
massnahmen gelten
gemäss Abs. 2
gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (lit.
a) und
Beschäf
tigungsmassnahmen (lit.
b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verlo
ren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten (BBl
2005 4521
ff., 4564; Erwin Murer, Invalidenversicherung: Prävention, Früh
erfassung und Integration, Bern 2009, N.
4 und 31 zu Art.
14a IVG; Silvia Bucher, Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung nach Art.
14a IVG, in: Soziale Sicherheit
–
Soziale Unsicherheit, Festschrift für Erwin Murer zum 65.
Geburtstag, 2010, S.
111). Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn
auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE
137 V 1 E.
7.2.3).
6.5
Die in Art.
14a IVG geregelten Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ei
ngliederung wurden durch die 5.
IV-Revision eingeführt. Sie sollen bei der betroffenen Person die Voraussetzungen für Massnahmen
beruf
licher Art schaffen (Art. 14a Abs.
1 IVG)
beziehungsweise
die betroffene Person auf den (Wieder-)Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten. Sie sind insbesondere für Personen mit Eingliederungspotenzial konzipiert, die psychisch noch nicht hinreichend stabil sind, um den direkten Einstieg in eine Erwerbs
tätigkeit in der freien Wirtschaft oder in eine Massnahme beruflicher Art be
wältigen zu können (Silvia Bucher, Rentenaufhebung/herabsetzung und Begleit
massnahmen nach der IV-Revision 6a, in: Luzerner Beiträge
zur Rechts
wissen-schaft Band/Nr. 81, 2014, Rz
55).
Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung sollen möglichst niederschwellig ausg
estaltet werden (BGE 137 V 1 E.
5.3). Es soll rasch, einzelfallbezogen und auf die berufliche Eingliederung gerichtet inter
veniert werden können. Dies
ist
s
innvoll und notwendig, um Chronifizie
rungsprozessen so weit wie möglich vorzubeugen. Diese Massnahmen sollen versicherten Personen zugesprochen werden, deren massgebender Gesundheits
schaden eine Art und Schwere erreicht, welche die bisherige Arbeitstätigkeit seit mindestens sechs Monaten in einem Umfang von minde
stens 50 %
einschränkt (Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes übe
r die Invalidenversicherung, 5. Revision, S.
4523 Mitte).
6.6
Anspruch auf sozialberufliche Rehabilitation besteht nur, wenn die Eingliede
rungs
fähigkeit auf Massnahmen beruflicher Art noch nicht gegeben ist (Art. 4
quater
Abs.
2 IVV); der Anspruch auf Beschäftigungsmassnahmen setzt voraus, dass die Eingliederungsfähigkeit in Bezug auf Massnahmen beruflicher Art verloren zu
gehen droht (Art. 4
quater
Abs.
3 IVV).
Damit die Voraussetzungen zur Durchführung beruflicher Massnahmen ge
schaffen
werden können, legte der Bundesrat fest,
müsse
die versicherte Person eine Präsenzzeit von mindestens zwei Stunden während mindestens vier Tagen pro Woche erf
üllen können (Art. 4
quater
Abs. 1 IVV).
6.
7
Anders als zum Beispiel die Umschulung (
Art.
17 IVG) setzen Integrations
mass
nahmen keine Invalidität nach
Art.
8 IVG voraus, verwe
ist
doch
Art.
14a
Abs.
1 IVG auf
Art.
6 ATSG, der die Arbeits
un
fähigkeit definiert. Die behan
deln
den Fachpersonen attestierten der Beschwerdeführerin seit dem 2
4.
Septem
ber 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen, dies nicht nur in der bisherigen, sondern in jeder Tätigkeit, was insbesondere aus dem Bericht vom Oktober
2016 (vorstehend E.
5.4) erhellt. Unter diesen Umständen ist die quan
titat
ive Voraussetzung der sechsmona
t
i
gen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
jedenfalls erfüllt (vgl. dazu auch BGE 137 V 1 E. 7.2.3).
Immerhin ist erforderl
ich, dass die Arbeitsunfähigkeit durch eine Beein
träch
tigung der psychischen Gesundheit bedingt
ist
(vgl. vorstehend E. 3.1
)
.
Wenn die Beschwerdegegnerin dies unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Recht
sprechung zur invalidisierenden Wirkung von leichten bis mittelgradigen de
pressiven Störungen
(
vgl.
statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis)
sinn
gemäss in Abrede stellt, verkennt sie, dass für die nach Art.
6 ATSG geforderte Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die le
ist
ungsspezifische Invalidität (vorstehend E. 6.2
) die Frage der Überwindbarkeit und der
Invalidisierung des Leidens im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG ausser Acht zu bleiben hat. Im Einklang mit dieser Betrachtungsweise steht, dass das Bundesamt für Sozialversicherungen in
der im Zusammenhang mit der 5.
IV-Revision herausgegebenen Broschüre Fragen und Antworten zur
5.
IV
-
Revision, ergänzte Fassung vom
5.
Juni
2007 (abrufbar unter: https://www.bsv.admin.ch
, P
ublikationen
und S
ervice
, Gesetz
gebung, Abstimmungen, 5. IV-Revision) unter Frage 7 Folgendes ausführte: „Die
5.
IV-
Revision
ist
auf diejenigen Personen ausgerichtet, die nicht an schweren, unheilbaren Krankheiten oder Unfallfolgen leiden. Es geht darum, bei Erkran
kungen, die leicht chronifizieren, aber grundsätzlich
,
sofern schnell gehandelt wird
,
nicht schwer verlaufen müssen, rasch und richtig einzugreifen, um einen Invalidisierungsprozess zu vermeiden. Dies sind z.B. mittlere Depressionen, Burnout-Situationen, Schleudertraumata oder somatoforme Schmerzstörungen.“
Die Tatsache schliesslich, dass die Störung der Beschwerdeführerin durch psy
cho
soziale Faktoren (Kündigung der Arbeitsstelle, Trennung vom Ehemann; vgl. vorstehend E.
4.1 und E.
5.2) ausgelöst wurde und
wohl auch durch die
anhal
-
tende Arbeitslosigkeit ungünstig beeinflusst wird
, vermag
mit Blick auf die in den Berichten der behande
lnden Fachpersonen beschriebene
Befundlage (vgl. insbesondere
Urk.
11/46
Ziff.
1.4 Mitte) die Krankheitswertigkeit der Störung nicht in Frage zu stellen.
6.8
Damit
ist festzuhalten
, dass die Beschwerdeführerin die seitens der gesund
heit
lichen Einschränkungen geforderten Anspruchsvoraussetzungen für Integra
tions
mass
nahmen
im Sinne von Art. 14a IVG
sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht erfüllt.
Mangels weitergehender Erhebungen durch die Beschwerdegegnerin bleibt aller
dings unklar, welche konkreten Integrationsmassnahmen (sozialberufliche Reha
bi
li
tation oder Beschäftigungsmassnahmen; vgl. vorstehend E. 6.6) überhaupt in Betracht fallen und wie es sich mit der hie
r
für jeweils geforderten Einglie
de
-
rungsfähigkeit (Fehlen für sozialberufliche Rehabilitation, drohender Verlust fü
r Beschäftigungsmassnahme; Art.
4
quater
Abs.
2-3 IVV) verhält, weshalb sie darü
ber noch zu entscheiden haben wird.
6.9
Zusammenfassend ist damit die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin seit wenigstens sechs Monaten arbeitsunfähig im Sinne von Art. 14 a IVG ist und Anspruch hat auf Integrationsmassnahmen, sofern die übrigen Anspruchsvor
aus
setzungen erfüllt sind.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 700.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen
.
7.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich
das Gesuch
der Beschwerde
führerin
um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung
(Urk. 7 S. 2) als gegenstandslos.