Decision ID: 2ed9bc39-82fa-4dad-b9ff-2c9e11d3169a
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 Der 1964 geborene X._ arbeitete von April 2002 (Urk. 8/II/1) bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. März 2008 (Urk. 8/I/72) als Unterhaltsangesteller beim Y._ und war durch die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert.
1.2 Am 25. November 2005 erlitt der Versicherte als Lenker eines Personenwagens einen Auffahrunfall (Unfallmeldung vom 28. November 2005, Urk. 8/II/1). Der Unfallverursacher fuhr bei schneebedeckter Fahrbahn auf den in einer Fahrzeugkolonne stehenden Wagen des Versicherten auf (Polizeirapport vom 25. November 2005, Urk. 8/II/6). Gleichentags meldete sich der Versicherte bei seiner Hausärztin Dr. med. Z._, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin (Urk. 8/II/8 und Urk. 8/II/14) und liess sich untersuchen. Bei diesem Auffahrunfall erlitt er ein Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (HWS; Urk. 8/II/1). Ab dem 9. Januar 2006 war der Versicherte wieder zu 50 % arbeitsfähig (Zeugnis der Hausärztin vom 24. Februar 2006, Urk. 8/II/14). Ab dem 29. März 2006 arbeitete er wieder vollschichtig in seiner angestammten Tätigkeit (Urk. 8/II/27.1 und Urk. 8/II/28.2).
1.3 Am 3. Juni 2006 war der Versicherte als Lenker eines Motorrads in einen von einem anderen Motorrad verursachten Auffahrunfall (Unfallmeldung vom 14. Juli 2006, Urk. 8/III/1) verwickelt. Mit seiner Honda CBR 1000 XX musste er im Verkehr anhalten und wurde daraufhin von hinten von einem anderen Motorrad, einer Honda RC 07, angefahren. Er konnte sein Motorrad an dem vor ihm stehenden Auto vorbei manövrieren und ohne zu stürzen wieder anhalten. Der andere Motorradlenker sei als Folge des Aufpralls gestürzt (Urk. 8/III/4). Die Polizei wurde nicht hinzugezogen. Nach diesem Unfall arbeitete der Versicherte vorerst weiter. Wegen Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel begab er sich nach dem genannten Ereignis erstmals am 7. Juli 2006 in ärztliche Untersuchung (Urk. 8/III/5). Ab dem 30. Juni 2006 setzte er die Arbeit aus (Urk. 8/III/1 und Urk. 8/III/3).
Nachdem die SUVA vom zweiten Unfall Kenntnis erhalten hatte, meldete sie den Versicherten zu einem ambulanten Assessment in der A._ an (Urk. 8/III/6), welches am 3. Oktober 2006 stattfand (Urk. 8/III/15). Dabei wurde ein zerviko-zephales myofasziales Schmerzsyndrom festgestellt und ein stationärer Rehabilitationsaufenthalt von ca. 6 Wochen empfohlen. Dieser Aufenthalt fand vom 10. Oktober bis 21. November 2006 statt (Austrittsbericht vom 12. Dezember 2006 Urk. 8/III/23).
Aufgrund der Austritts-Empfehlungen der A._ unternahm der Versicherte in Absprache mit dem Case-Manager der SUVA und dem Arbeitgeber ab dem 22. November 2006 einen Arbeitsversuch. Dabei wurde vereinbart, dass er zu 50 % arbeiten solle, ohne eine Leistungsvorgabe. Im Rahmen einer Besprechung vom 13. Dezember 2006 wurde festgestellt, dass der Versicherte tatsächlich noch keine Leistung wie vor den Unfällen zu erbringen vermochte, seine Leistung liege lediglich bei ca. 10 % (Urk. 8/III/24). Man kam überein, dass der therapeutische Arbeitsversuch bei vollen Taggeldleistungen fortgesetzt werde.
1.4 In Fortführung des therapeutischen Arbeitsversuchs erlitt der Versicherte am 5. Januar 2007 an seinem Arbeitsplatz einen Starkstrom-Unfall (Telefonnotiz vom 5. Januar 2007, Urk. 8/III/27 und Unfallmeldung vom 16. Januar 2007, Urk. 8/I/1). Beim Revidieren eines Elektrofilters auf dem Dach der Kehrichtverbrennungsanlage löste er die Schrauben der Abdeckung und wollte einen Isolator auswechseln. Vorgängig hatte er es versäumt, die notwendige Erdung vorzunehmen. Er berichtete, plötzlich habe er sich inmitten eines Lichtbogens befunden, dabei habe es sich vermutlich um eine Spannung von 40'000 bis 50'000 Volt gehandelt (Urk. 8/I/2/2). Mit der Repetiertaste des Handys gelang es ihm, Hilfe herbeizurufen. Wegen Verbrennungen an beiden Füssen wurde der Versicherte am Unfalltag notfallmässig im B._ hospitalisiert. Nach einem problemlosen Verlauf wurde er am 10. Januar 2007 aus der Spitalpflege entlassen. Die Arbeitsunfähigkeit wurde mit 100 % vom 5. bis am 21. Januar 2007 angegeben (B._, Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 25. Januar 2007, Urk. 8/I/4).
1.5 Am 23. Mai 2007 fand in der A._ eine berufliche Standortbestimmung statt (Bericht vom 29. Mai 2007, Urk. 8/I/20.2). Dabei wurde festgestellt, dass der Versicherte wegen seiner nur geringen Belastbarkeit die Voraussetzungen für eine berufliche Abklärung nicht erfülle. Nachdem Dr. med. H._, Facharzt FMH für Rheumaerkrankungen, am 6. August 2007 (Urk. 8/I/36.1) aufgrund eines zerviko-brachialen Syndroms eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte, war der Versicherte vom 6. September bis 22. November 2007 erneut in der A._ hospitalisiert. Am 7. Dezember 2007 trat er in die Tagesklinik der C._, ein. Gemäss Austrittsbericht vom 19. Mai 2008 (Urk. 8/I/116) weilte er dort vom 7. bis zum 10. Dezember 2007, vom 7. Januar bis zum 25. April 2008 und nochmals vom 6. bis zum 14. Mai 2008.
Am 12. Februar 2008 (Urk. 8/I/72) teilte das Y._ dem Versicherten mit, dass das Arbeitsverhältnis per 31. März 2008 aufgelöst werde.
Auf Veranlassung der Hausärztin (vgl. Urk. 8/I/69) fand vom 28. bis 30. April 2008 am D._, Neurologische Klinik, eine erneute Untersuchung statt zur Klärung der Folgen des Starkstromunfalls aus neurologischer, neurophysiologischer oder auch histomorphologischer Sicht (Urk. 8/I/132).
1.6 Die SUVA erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. September 2008 (Urk. 8/I/147) stellte sie mit Verfügungen vom 23. Februar 2009 hinsichtlich der Unfälle vom 25. November 2005 (Urk. 8/II/150) und vom 3. Juni 2006 (Urk. 8/III/134) die Versicherungsleistungen per 28. Februar 2009 ein mit der Begründung, die noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang sei zu verneinen. In einer weiteren Verfügung vom selben Datum (Urk. 8/I/172) wurden auch die Versicherungsleistungen bezüglich des Unfalls vom 5. Januar 2007 ebenfalls per 28. Februar 2009 eingestellt, da bei diesem Unfall die Adäquanz gleichfalls zu verneinen sei. Im Übrigen wurden die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung ebenfalls verneint.
Die gegen diese Verfügungen am 26. März 2009 erhobene Einsprache (Urk. 8/I/186) wies die SUVA am 3. Juni 2009 ab (Urk. 2).
1.7 Nachdem sich der Versicherte am 26. Februar 2007 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen angemeldet und Umschulung auf eine neue Tätigkeit oder eine Rente beantragt hatte (Urk. 8/I/13), verfügte diese am 13. Dezember 2007 (Urk. 8/I/64.1), dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe, da der Gesundheitszustand des Versicherten dies nicht zulasse.
2. Gegen den Einspracheentscheid der SUVA liess der Versicherte am 22. Juni 2009 Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben, dem Versicherten seien die vollen Taggelder/Heilkosten für eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % weiter auszurichten, eventualiter seien die Rentenfrage, die Frage der Integritätsentschädigung und die Frage einer Hilflosenentschädigung neu zu prüfen, subeventualiter sei das Verfahren im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Mit Eingabe vom 10. März 2010 liess der Beschwerdeführer mitteilen, er werde neu durch Rechtsanwältin Katharina Landolf vertreten. Er liess sodann die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragen (Urk. 11-12), was das Gericht mit Verfügung vom 16. März 2010 ablehnte (Urk. 13).
Mit Schreiben vom 21. Januar 2011 (Urk. 16) teilte Rechtsanwältin Landolf ihrerseits mit, dass sie die anwaltliche Tätigkeit aufgegeben habe und Rechtsanwältin Dr. Cristina Schiavi den Beschwerdeführer vertreten werde (vgl. auch Urk. 17 und Urk. 18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
1.3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2 Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3.3 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 337 E. 1, 117 V 360 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b festgelegten Kriterien (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen; Urteil des vormaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 207/01 vom 22. November 2002, E. 1).
1.3.4 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen oder der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit weiterbestehenden Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit, die nicht auf organisch nachweisbere Funktionsausfälle zurückzuführen ist,
ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich. Der adäquate Kausalzusammenhang wird in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichteren verneint (BGE 115 V 139 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 116 E. 6.1, 120 V 355 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.3.5 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist (BGE 115 V 133 Erw. 6c/bb).
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden wird bei Unfällen im mittleren Bereich hinsichtlich der anwendbaren Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden. Dementsprechend wird das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung nach der sogenannten Schleudertrauma-Rechtsprechung als fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung und dasjenige der körperlichen Beschwerden als körperliche Dauerbeschwerden umschrieben, und nur eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen zählt als erschwerendes Kriterium (BGE 134 V 109 ff.).
1.4 Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle eine psychische Fehlentwicklung ein, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs insbesondere dann, wenn diese Unfälle verschiedene Körperteile betreffen und zu völlig unterschiedlichen Verletzungen führen, grundsätzlich für jeden Unfall gesondert gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff. E. 6) zu beurteilen (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 E. 4b).
Auch im Anschluss an zwei oder mehrere Unfälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule hat die Adäquanzprüfung grundsätzlich für jeden einzelnen Unfall gesondert zu erfolgen (Bundesgerichtsurteil 8C_684/2009 vom 23. April 2010 E. 4.3 mit Hinweisen).
2.
2.1 Streitig ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund der von ihm geltend gemachten Beschwerden auch nach dem 28. Februar 2009 Leistungen der Unfallversicherung als Folge der Unfälle vom 25. November 2005, 3. Juni 2006 und vom 5. Januar 2007 beanspruchen kann.
2.2 Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Standpunkt, es mangle an der adäquaten Kausalität zwischen den Unfällen und den nach wie vor geklagten Beschwerden.
2.3 Seitens des Beschwerdeführers wird dagegen vorgebracht, bereits die Sachverhaltsschilderung der SUVA lege eine untolerierbar schwere Gehörsverletzung offen. Die Beschwerdegegnerin habe nicht alle Kernaspekte des Gesamtunfallereignisses berücksichtigt und nachdem unbestritten kein erhebliches somatisches Substrat mehr vorliege, seien die rechtsprechungsgemässen Kriterien zur Weiterabklärung in psychiatrischer Hinsicht "übererfüllt" und die angefochtene Einstellung der Versicherungsleistungen sei in jedem Fall verfrüht ergangen.
3. Zur geltend gemachten Gehörsverletzung ist festzustellen, dass diese in keiner Weise substanziiert ist. Weder wird konkret dargetan, welche wesentlichen Sachverhaltselemente im Rahmen der Entscheidfindung unbeachtet geblieben sein sollen, noch welche konkreten Nachteile dies zur Folge gehabt haben soll. Eine Gehörsverletzung ist denn auch nicht ersichtlich. Ob es eines psychiatrischen Gutachtens bedarf, wie der Beschwerdeführer geltend macht, ist eine Frage der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts und in materiellrechtlicher Hinsicht zu klären
4.
4.1
4.1.1 Nach dem Auffahrunfall vom 25. November 2005 wurde am 19. Dezember 2005 ein triplanares vertebro-spinales Magnetresonanz-Tomogramm (MRT), zervikal, erstellt (Urk. 8/II/19) und dabei eine kleinste mediane subligamentäre Diskushernie (C3/4) ohne Nachweis einer radikulären Kompression diagnostiziert. Im Übrigen ergab sich ein normaler Befund ohne Nachweis nennenswerter degenerativer Veränderungen beziehungsweise allfälliger fokaler Myelonläsionen.
4.1.2 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 22. Dezember 2005 (Urk. 8/II/7) stellte die Hausärztin die Diagnose eines zerviko-zephalen Schmerzsyndroms mit Schwindel, rechts mehr als links, nach HWS-Beschleunigungstrauma und gab die Arbeitsunfähigkeit mit 100 % ab Unfalldatum bis voraussichtlich 8. Januar 2006 an.
In einem Zwischenbericht vom 6. März 2006 (Urk. 8/II/20) attestierte die Hausärztin dem Beschwerdeführer weiterhin ein zerviko-zephales Schmerzsyndrom mit bewegungsabhängigen Schwindelzuständen und Sensibilitätsstörungen beider Hände nach einem HWS-Beschleunigungstrauma vom 25. November 2005 und attestierte ihm weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
4.1.3 Für die geklagten intermittierenden Sensibilitätsstörungen in beiden Händen konnten anlässlich einer Untersuchung durch Dr. med. K._, Fachärztin FMH für Neurologie, vom 10. März 2006 (Bericht vom 13. März 2006, Urk. 8/II/26.1), keine objektiv nachweisbaren Befunde erhoben werden. Es wurde vermutet, dass die Störungen pseudoradikulärer Natur im Rahmen eines zerviko-zephalen Syndroms, eines Thoracic-Outlet-Syndroms oder eines beginnenden, elektroneurographisch derzeit nicht fassbaren Karpaltunnelsyndroms zu sehen seien.
4.1.4 Eine sonographische Abklärung der rechten Schulter vom 23. März 2006 (Urk. 8/II/26.3) ergab allseits normale Verhältnisse.
4.1.5 Am 10. April 2006 (Urk. 8/II/30) berichtete Dr. med. J._, Facharzt FMH ORL, bei dem vom Beschwerdeführer geklagten Tinnitus handle es sich um einen beidseitig wahrgenommenen Hochtontinnitus, der sich vor allem in ruhiger Umgebung störend auswirke, insgesamt jedoch kompensiert sei, nicht pulssynchron wahrgenommen werde und ohne zusätzliche Ohrensymptome bestehe. Wahrscheinlich sei er durch das Unfallereignis und die folgende depressive Entwicklung exazerbiert.
4.1.6 Ab dem 17. März 2006 attestierte die Hausärztin dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/II/31).
4.1.7 Am 27. März 2006 berichtete der Beschwerdeführer anlässlich einer Besprechung am Arbeitsplatz von einer Besserung der Beschwerden (Urk. 8/I/27). Ab dem 29. März 2006 arbeitete er wieder in seiner angestammten Tätigkeit (Urk. 8/II/27.1 und Urk. 8/II/28.2). Nach der eigenen Einschätzung vom 17. Mai 2006 hatte er damals beinahe wieder die volle Leistung erreicht, einzig bei Überkopfarbeiten in Zwangshaltung erachtete er sich noch als eingeschränkt (Urk. 8/II/28.1).
4.2
4.2.1 Im Zwischenbericht der Hausärztin vom 11. Juli 2006 (Urk. 8/II/31 = Urk. 8/III/3) wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer am 3. Juni 2006 erneut Opfer eines Auffahrunfalls, dieses Mal als Lenker eines Motorrads, geworden sei. Er habe die Arbeit am 30. Juni 2006 wegen wiederholter Schmerzattacken ausgesetzt. Es wurde eine zunehmende depressive Grundstimmung, welche eine psychologische oder psychiatrische Begleitung angezeigt erscheinen lasse, erwähnt. Im Dokumentationsbogen Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 25. August 2006 (Urk. 8/III/5) attestierte die Hausärztin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.2.2 Dem Austrittsbericht der A._ vom 12. Dezember 2006 (Urk. 8/III/23) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer unter einem zerviko-vertebralen und -zephalen Schmerzsyndrom leidet und es darüber hinaus zu einer längeren depressiven Reaktion im Rahmen einer schweren Anpassungsstörung gekommen ist, die sich im Verlauf des Aufenthalts besserte. Die auf die beim ersten Unfall erlittene HWS-Distorsion zurückführenden Beschwerden hätten sich zwischenzeitlich zurückgebildet.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, es bestehe neben den muskuloskelettal bedingten Einschränkungen eine leichte Leistungsminderung infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert. Dem Beschwerdeführer sei seine angestammte Tätigkeit aktuell nicht zumutbar, da er die Anforderungen bezüglich wiederholten Hantierens mit schweren Lasten sowie häufiger länger andauernder Tätigkeit über Brusthöhe nicht erfüllen könne. Die Belastbarkeit und allgemeine Kondition hätten sich jedoch verbessert, allerdings bei subjektiv unveränderter Schmerzsymptomatik.
4.3
4.3.1 Im Anschluss an den während des therapeutischen Arbeitsversuchs erlittenen Starkstromunfall vom 5. Januar 2007 wurden im B._ an der Eintrittstelle am rechten Fuss (Dig. I) eine ca. 2 cm auf 1,5 cm grosse Verbrennung dritten Grades und an der Austrittstelle am linken Fuss (Dig. V) eine ca. 2 cm auf 1 cm grosse Verbrennung, ebenfalls dritten Grades, diagnostiziert. Nach einem problemlosen Verlauf sei der Beschwerdeführer am 10. Januar 2007 aus der Spitalpflege entlassen worden. Die Arbeitsunfähigkeit wurde mit 100 % vom 5. bis zum 21. Januar 2007 angegeben (B._, Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 25. Januar 2007, Urk. 8/I/4).
4.3.2 Eine durch die Hausärztin angeordnete Untersuchung bei Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 6. Februar 2007 (Bericht vom 8. Februar 2007, Urk. 8/I/6), ergab keine objektivierbare Schädigung am Nervensystem durch den Elektrounfall, wobei allerdings darauf verwiesen wurde, dass eine erneute Untersuchung in etwa zwei bis drei Monaten angezeigt sei. Der neurologische Status, die EMG-Untersuchung der unteren Extremitäten wie auch das abgeleitete EEG ergaben durchwegs normale Befunde.
4.3.3 Am 13. Februar 2007 (Urk. 8/I/16) berichtete der Psychiater und Psychotherapeut med. pract. E._, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 5. Oktober 2006 ca. ein Mal wöchentlich bei ihm in Behandlung. Es liege ein chronifiziertes Schmerzerleben mit psychischen Auswirkungen vor, welches sich in Annäherung wohl am ehesten mit der ICD-10 Diagnose „somatoforme Schmerzstörung“ beschreiben lasse, wobei seines Wissens durchaus auch organische Befunde vorlägen. Psychisch bestehe ein ausgeprägtes depressives Syndrom mit Schlafstörungen, Selbstzweifeln, unterschwelligen Selbstvorwürfen, deprimierter und gelegentlich gereizter Stimmung und Gefühlen der Hoffnungs- und Perspektivenlosigkeit. Der Antrieb sei vermindert, die Erschöpfbarkeit erhöht, der Gedankengang sei grüblerisch und die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt. Durch den Stromunfall fühle sich der Beschwerdeführer zurückgeworfen, die Traumaverabeitung sei sicher noch nicht abgeschlossen. Beschrieben würden Alpträume mit an den Unfall erinnernden Inhalten. Eine posttraumatische Belastungsstörung im engeren Sinne liege zum Beurteilungszeitpunkt nicht vor. Die depressive Symptomatik habe sich verstärkt.
4.3.4 Am 27. März 2007 (Urk. 8/I/18) berichtete die Hausärztin über persistierende Schmerzen und subjektive Kraftlosigkeit in beiden Beinen. Die Brandwunden an den Füssen seien verheilt; es bestünden noch Sensibilitätsstörungen und Belastungsschmerzen im Bereich der Kleinzehe links. Der Beschwerdeführer zeige einen auffallenden Schongang. Auch gebe er die Nacken- und Kopfschmerzen als verstärkt an seit dem Stromunfall. Es bestehe eine zunehmende psychische Erschöpfung.
4.3.5 Eine erneute Untersuchung durch Dr. F._ am 15. Juni 2007 (Bericht vom 18. Juni 2007, Urk. 8/I/23.2) ergab in neurologischer Hinsicht durchwegs normale Befunde. Desgleichen ergab auch eine kardiologische Untersuchung inklusive Ergometrie und Echokardiographie keine Hinweise für eine strukturelle Herzkrankheit (Bericht von Dr. med. G._, Facharzt FMH Kardiologie und Innere Medizin, vom 4. Juni 2007, Urk. 8/I/25.3). Ein 7-Tage-Elektrokardiogramm (Urk. 8/I/30) blieb ebenfalls ohne relevanten Befund.
4.3.6 Dr. med. H._, Facharzt FMH für Rheumaerkrankungen, diagnostizierte in seinem Bericht vom 6. August 2007 (Urk. 8/I/36.1) ein zerviko-brachiales Syndrom und attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit.
4.4 Dem Austrittsbericht der A._ vom 26. November 2007 (Urk. 8/I/62.6), ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach dem Starkstromunfall unter einem panvertebralen Schmerzsyndrom, fluktuierenden Fuss- und Beinbeschwerden beidseits, Spannungkopfschmerzen, einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer mittelgradigen depressiven Episode (Major Depression) litt. Als Folge des Motorrad-Auffahrunfalls bestehe ein zerviko-vertebrales und -zephales Schmerzsyndrom, die Beschwerden der HWS-Distorsion vom Personenwagen-Auffahrunfall hätten sich zwischenzeitlich zurückgebildet. Eine Harnblaseninstabilität bei nachgewiesener Kongestion der Prostata wurde als nicht unfallbedingt bezeichnet.
Dem Beschwerdeführer sei aus rein somatisch-funktioneller Sicht eine leichte bis mittelschwere Arbeit im vollen Umfang zumutbar, allerdings bestehe aktuell eine mittelschwere Leistungsminderung infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert. Daher wurde ihm eine Arbeitsunfähigkeit von vorläufig 100 % attestiert. Bezüglich Arbeitsaufnahme zur Angewöhnung/Anpassung an die Arbeit wurde eine halbtägige Tätigkeit mit 2-3 Arbeitsstunden ab Mitte Dezember als zumutbar erachtet.
4.5 Im Austrittsbericht der Tagesklinik C._ vom 19. Mai 2008 (Urk. 8/I/116), wurden als Austrittsdiagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) angegeben. Zum Berichtszeitpunkt liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor und es werde in absehbarer Zukunft nicht mit einer massgeblichen Verbesserung des Befindens oder der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit gerechnet.
4.6 Anlässlich einer Untersuchung vom 28. bis 30. April 2008 am D._, Neurologische Klinik, wurde abgeklärt, ob durch den Starkstromunfall aus neurologischer, neurophysiologischer oder auch histomorphologischer Sicht objektivierbare Läsionen in Nerven, Muskeln oder Bindegewebe der Beine oder des Unterleibes erhebbar seien. Gemäss dem Bericht vom 30. April 2008 (Urk. 8/I/132) liessen sich keine klinisch objektivierbaren Befunde für die geklagten Beschwerden erheben.
4.7 Am 29. September 2008 fand eine Untersuchung durch den SUVA-Kreisarzt Dr. med. I._ statt. Mit Bericht vom 1. Oktober 2008 (Urk. 8/I/147) hielt dieser als aktuelle Beschwerden einen starken Druck im Kopf, einen permanenten Drang zu schlafen mit gleichzeitigen Schlafproblemen, Sehstörungen mit Doppelbildern und Schatten, ein permanentes Pfeifen in den Ohren, eine eingeschränkte Kopfbeweglichkeit, einen ständigen, bis in die Finger ausstrahlenden Schmerz in der linken Schulter, Einschlaf-, Taubheits- und Schwellungsgefühle in den Händen, manchmal Ameisenlaufen im ganzen Körper, Licht- und Lärmempfindlichkeit, brennende oder stechende Schmerzen, Einschlafgefühle und Kraftlosigkeit in den Beinen mit extremen Kälte- und Hitzeempfindungen sowie Kribbeln links und Gefühllosigkeit rechts, ein allgemeines Gefühl von Instabilität und Schwindel, öfteres Zittern am ganzen Körper, Attacken von Herzrasen, Probleme in der Lendenwirbelsäule, häufiges Wasserlösen, eine stark zunehmende Vergesslichkeit, erhebliche Konzentrationsprobleme, eine starke Nervosität, Magenschmerzen mit ständigem Ziehen und Krämpfen sowie ein Völlegefühl im Bauch fest. Dr. I._ erklärte, aus chirurgisch-orthopädischer Sicht seien zum Untersuchungszeitpunkt somatische Unfallfolgen der Ereignisse vom 25. November 2005 und vom 3. Juni 2006 nicht mehr klinisch nachweisbar. Weiter wies er darauf hin, dass keine der bisher durchgeführten Untersuchungen und bildgebenden Abklärungen strukturelle Läsionen hätten erheben können. Auch der Starkstromunfall habe, wie mehrfach bestätigt worden sei, keine fassbaren neurologischen Schäden hinterlassen.
5.
5.1 Diese Akten belegen, dass der Beschwerdeführer nach den einzelnen Unfällen jeweils in mehrfacher Hinsicht von zahlreichen Fachärzten untersucht wurde. Keine dieser Untersuchungen erbrachte klinisch fassbare Anhaltspunkte oder ein organisches Substrat im Sinne nachweisbarer struktureller Veränderungen, welche die vom Beschwerdeführer nach wie vor geklagten Schmerzen zu erklären vermöchten. Diese können somit nicht auf eine direkt objektivierbare traumatische, den jeweiligen Unfällen zuordenbare Ursache zurückgeführt werden. So geht denn auch der Beschwerdeführer davon aus, dass kein somatisches Substrat mehr vorliege (vgl. Beschwerdeschrift, Urk. 1 Ziff. 2.2.3 S. 6). Hinsichtlich der im Zeitpunkt der Leistungseinstellung Ende Februar 2009 nach wie vor vorhandenen Beschwerden und Einschränkungen stellt sich daher unabhängig davon, ob diese überhaupt noch in einem natürlichen Kausalzusammenhang zu den SUVA-versicherten Unfällen stehen, die Adäquanzfrage.
5.2 Was die anwendbare Adäquanzbeurteilung anbelangt, ist zu beachten, dass die nunmehr vorhandenen, namentlich im kreisärztlichen Bericht vom 1. Oktober 2008 beschriebenen Beschwerden weit über das Beschwerdebild, das nach einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule typisch ist, hinausgehen. Der Beschwerdeführer hatte nach dem ersten Auffahrunfall vom 25. November 2005 seine Arbeit am 17. März 2006 wieder zu 100 % aufnehmen können (Urk. 8/II/31 und 8/II/40) und er hatte sich selbst im Mai 2006 als beinahe zu 100 % leistungsfähig erachtet (Urk. 8/II/28.1). Laut Bericht der A._ vom 12. Dezember 2006 (Urk. 8/III/23) hatten sich die Beschwerden aus dem ersten Auffahrunfall zwischenzeitlich zurückgebildet. Hingegen wurde eine mögliche depressive Entwicklung bereits am 10. April 2006, mithin bereits vor dem erneuten Unfall vom 3. Juni 2006, von Dr. J._ im Zusammenhang mit der Tinnitus-Abklärung erwähnt (Urk. 8/II/31) und die Hausärztin berichtete dann einige Wochen nach diesem zweiten Auffahrunfall von einer zunehmenden depressiven Grundstimmung (Urk. 8/III/3). Ab dem 5. Oktober 2006 befand sich der Beschwerdeführer in psychologisch/psychiatrischer Betreuung bei med. pract. E._ (Urk. 8/I/16). Gemäss Austrittsbericht der A._ vom 12. Dezember 2006 (Urk. 8/III/23) bestand denn auch nebst dem auf den Motorrad-Unfall zurückgehenden zerviko-vertebralen und -zephalen Schmerzsyndrom eine längere depressive Reaktion im Rahmen einer schweren Anpassungsstörung, die nach der während des Klinikaufenthaltes eingetretenen Besserung noch eine leichte Leistungsminderung zur Folge hatte. Die in der angestammten Tätigkeit bestehende Arbeitsunfähigkeit wurde bei subjektiv unveränderter Schmerzsymptomatik trotz verbesserter Belastbarkeit und allgemeiner Kondition jedoch in erster Linie mit den muskuloskelettal bedingten Einschränkungen begründet. Nach dem Starkstromunfall stellte der behandelnde Facharzt dann aber ein ausgeprägtes depressives Syndrom fest. Er ordnete das chronifizierte Schmerzerleben mit psychischen Auswirkungen einer somatoformen Schmerzstörung zu, dies sogar in der Annahme, dass noch organische Befunde gegeben seien (Urk. 8/I/16). Danach wurde von Seiten der Hausärztin eine zunehmende psychische Erschöpfung konstatiert (Urk. 8/I/18). Schliesslich begründeten die Ärzte der A._ im Austrittsbericht vom 26. November 2007 (Urk. 8/I/62.6) die von ihnen vorläufig attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer mittelgradigen depressiven Episode. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit erachteten sie als mit dem als Folge des Morrad-Auffahrunfalles bestehenden zerviko-vertralen und -zephalen Schmerzsyndrom in vollem Umfang vereinbar. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit blieb indes aufgrund der psychiatrischen Diagnosen und den von den Ärzten der Tagesklinik C._ im Austrittsbericht vom 19. Mai 2008 zusätzlich angeführten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bestehen.
Demnach hatte bereits nach der Rückbildung des durch das ursprüngliche HWS-Schleudertrauma bewirkten Beschwerdebildes und der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit eine depressive Entwicklung eingesetzt, die sich nach dem Motorradauffahrunfall verstärkte, unabhängig vom dadurch erneut hervorgerufenen zerviko-vertebralen und -zephalen Schmerzsyndrom weiterbestand, sich nach dem Starkstromunfall zusätzlich verstärkte und ausweitete und schliesslich in Verbindung mit weiteren psychiatrischen Diagnosen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit begründete.
Es ist folglich davon auszugehen, dass nur nach dem ersten Unfall das nach einem HWS-Schleudertrauma typische Beschwerdebild vorlag. Mit dem zweiten Auffahrunfall trat die psychische Problematik gegenüber den erneut ausgelösten physischen Beeinträchtigungen in den Vordergrund. Daran änderte sich auch nach dem Abheilen der Fussverletzungen nach dem Starkstromunfall nichts.
6.
6.1 Da die Adäquanzprüfung für jeden Unfall gesondert vorzunehmen ist, sind die Folgen des ersten Auffahrunfalls nach der für das HWS-Schleudertrauma entwickelten Rechtsprechung, diejenigen des zweiten Motorradauffahrunfalles angesichts der nunmehr in den Vordergrund getretenen psychischen Störung ebenso wie die ausschliesslich psychischen Folgen des Starkstromunfalls nach der Praxis gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen. Dementsprechend kann bei mehreren Unfällen - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht eine Gesamtbeurteilung der Unfallschwere gleichsam aus der Summe der Unfälle vorgenommen werden. Die Unfallschwere ist vielmehr für jedes Ereignis gesondert nach dem jeweiligen augenfälligen Geschehensablauf und den sich dabei entwickelnden Kräften zu bestimmen. Eventuelle unfallbedingte erhebliche Vorschädigungen sind einzig im Rahmen der Beurteilung der Adäquanzkriterien - beispielsweise der besonderen Art der erlittenen Verletzung, der Arbeitsunfähigkeit oder der ärztlichen Behandlung - zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 8C_51/2010 vom 21. Mai 2010, E. 7.1 und 8C_177/2009 vom 12. August 2009, E. 7.1, jeweils mit zahlreichen weiteren Hinweisen).
6.2 Beim ersten Unfall vom 25. November 2005 fuhr der Verursacher bei schneebedeckter Fahrbahn auf den in einer Fahrzeugkolonne stehenden Wagen des Beschwerdeführers auf (Polizeirapport vom 25. November 2005, Urk. 8/II/6). Rechtsprechungsgemäss werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug regelmässig den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zugeordnet (Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010, E. 7.1 m.w.H.). Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was dieser Zuordnung des Unfalls vom 25. November 2005 entgegenstehen würde.
Der Motorrad-Auffahrunfall vom 3. Juni 2006 lässt sich bei den leichten Unfällen einordnen, gelang es doch dem Beschwerdeführer gar, das Motorrad zu beherrschen und an dem vor ihm stehenden Personenwagen vorbeizulenken, ohne dass er stürzte. Darüber hinaus liess der Beschwerdeführer trotz der Anwesenheit eines Polizisten keinen Rapport aufnehmen (Urk. 8/III/4). Auch gegen diese Zuordnung bringt der Beschwerdeführer nichts vor.
Beim Starkstromunfall vom 5. Januar 2007, bei welchem eine Stromspannung von zwischen 40'000 bis möglicherweise 80'000 Volt (Urk. 8/I/1, Urk. 8/I/68 und Urk. 8/I/97.2) auf den Körper des Beschwerdeführers einwirkte und dieser dabei kleine Verbrennungen an der jeweiligen Eintritts- und Austrittsstelle erlitt, ging die Beschwerdegegnerin von einem mittelschweren Unfall im eigentlichen mittleren Bereich aus, was aufgrund des objektiven Geschehens und in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_746/2010 vom 12. November 2010, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen) nicht zu beanstanden ist.
6.3 Damit zeigt sich vorab, dass der Motorrad-Auffahrunfall vom 3. Juni 2006 im Sinne der bundesgerichtlichen Adäquanzrechtsprechung aufgrund seiner Qualifikation als leichter Unfall nicht geeignet war, einen psychischen Gesundheitsschaden hervorzurufen (BGE 134 V 109 E. 10.1, 115 V 139 E. 6a).
Selbst wenn der Motorradunfall an der unteren Grenze der mittelschweren Unfälle angesiedelt würde, könnten seine Folgen nicht als adäquat beurteilt werden, da keines der erforderlichen Kriterien erfüllt ist. Der Unfall war nicht besonders eindrücklich, und dramatische Begleitumstände lagen nicht vor. Da die Folgen des ersten Auffahrunfalles abgeklungen waren, kann auch nicht von einer erheblichen Vorschädigung der vom zweiten Auffahrunfall erneut betroffenen Halswirbelsäule ausgegangen werden, weshalb das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung ebenfalls nicht erfüllt ist. Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht ersichtlich. Da die Schmerzen, die ärztliche Behandlung und die Arbeitsunfähigkeit praktisch von Anfang an von der im Vordergrund stehenden psychischen Problematik bestimmt wurden, sind auch diese Kriterien nicht erfüllt.
6.4 Der Auffahr-Unfall vom 25. November 2005 ereignete sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen, noch lag eine besondere Eindrücklichkeit des Unfallgeschehens vor (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_915/2008 vom 11. September 2009, E. 5.3).
Der Beschwerdeführer erlitt anlässlich des Unfalls ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (Urk. 8/II/7). Daneben wurden keine weiteren körperlichen Beeinträchtigungen festgestellt. Damit liegt weder eine besondere Schwere noch eine besondere Art der Verletzung vor, welche erfahrungsgemäss eine psychische Fehlentwicklung auszulösen vermöchte.
Weiter vermag der Beschwerdeführer nicht substanziiert darzutun, weshalb der Krankheitsverlauf oder die erfolgten Behandlungen nach dem Unfall besonders belastend gewesen sein sollten. Solches ist denn auch aus den Akten nicht ersichtlich. Damit ist dieses Merkmal ebenfalls nicht erfüllt.
Nachdem im Austrittsbericht der A._ vom 12. Dezember 2006 (Urk. 8/III/23) festgehalten wurde, dass sich die Beschwerden aus dem ersten Auffahrunfall zwischenzeitlich zurückgebildet hätten, ist das Kriterium der körperlichen Dauerbeschwerden in Bezug auf dieses Unfallereignis nicht gegeben.
Den Akten lassen sich keine Hinweise auf ärztliche Fehlbehandlungen entnehmen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten und der physische Heilungsverlauf hielt sich im Rahmen des nach derartigen Unfällen Üblichen. Es traten keine erheblichen Komplikationen auf.
Schliesslich nahm der Beschwerdeführer nach diesem ersten Unfall seine Arbeit ab dem 17. März 2006 wieder im vollen Umfang auf (Urk. 8/II/31). Auch der Umstand, dass er im Juni 2006 das Motorrad benutzte, zeigt, dass er wieder bei guter Gesundheit war. Damit können auch der Grad und die Dauer der rein physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit keineswegs als derart auffallend bezeichnet werden, dass sie aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet gewesen wären, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bezüglich des Unfalls vom 25. November 2005 keines der sieben relevanten Kriterien erfüllt ist.
6.5 Dem als mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich zu qualifizierenden Starkstromunfall ist, wie jedem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich, eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, dies alleine reicht jedoch noch nicht aus für eine Bejahung des Kriteriums (Urteil des Bundesgerichts 8C_655/2010 vom 15. November 2010, E. 4.2.2 mit weiterem Hinweis). Nachdem der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls weder an der Stromquelle „kleben“ geblieben ist, noch weggeschleudert wurde oder anschliessend einen tieferen Fall hinnehmen musste (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_584/2010 vom 11. März 2011, E. 4.3.2), erscheint das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit im Sinne der Adäquanzkriterien hier nicht erfüllt.
Ausser den kleinflächigen Verbrennungen am Ein- und Austrittspunkt erlitt der Beschwerdeführer keine weiteren Verletzungen, somit ist auch das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzungen nicht erfüllt. Weiter liegen weder eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, eine Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, noch ein schwieriger Heilungsverlauf oder Komplikationen vor. Dementsprechend ist auch das Kriterium des erheblichen Ausmasses einer rein physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt. Schliesslich erscheint das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen, wenn überhaupt, lediglich in einfacher Form erfüllt, zumal die Brandwunden rasch heilten und bereits ab März 2007 im Bereich der Füsse laut den medizinischen Akten nur noch Sensibilitätstörungen angeführt werden.
Bezüglich des dritten Unfalls ist damit keines der Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägtem Ausmass erfüllt. Alternativ bedürfte es des Vorliegens von drei Kriterien in einfacher Form um eine Adäquanz bei einem mittelschweren Unfall im eigentlichen mittleren Bereich anzuerkennen (Urteil des Bundesgerichts 8C_421/2011 vom 29. September 2011, E. 7.2 mit Hinweisen), was hier ebenfalls nicht gegeben ist.
6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es an der Adäquanz eines Kausalzusammenhangs zwischen den einzelnen Unfallereignissen und den über das Datum der Leistungseinstellung vom 28. Februar 2009 hinaus bestehenden psychischen Beschwerden, welche nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit bewirken, fehlt. Für eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit oder Integritätseinbusse, welche zu den einzelnen Unfallereignissen in einem krassen Missverhältnis steht, hat die obligatorische Unfallversicherung nicht einzustehen. Damit aber erübrigt sich auch die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, wie dies der Beschwerdeführer fordert.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. Juni 2009 (Urk. 2) erweist sich daher als korrekt und die Beschwerde ist demnach abzuweisen.