Decision ID: 3eb62caf-c6ee-43e5-a921-af5cc1f4feba
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügungen vom 1
7.
August 2018 setzte die Ausgleichskasse Zürcher Arb
eit
geber die persönlichen Beiträge
als Nichterwerbstätige
von
X._
, geboren 1953
,
und
Y._
, geboren
1957
,
jeweils
für das Jahr 2013 auf
Fr.
0.--, für das Jahr 2014 auf
Fr.
14'928.60, für das Jahr 2015 auf
Fr.
13'836.-- und für das Jahr 2016 auf
Fr.
13'614.-- fest (
Urk.
7/6/2-5 und
Urk.
7/6/8-11).
Für die Jahr
e
2017 und 2018 stellte sie
ebenfalls am 1
7.
August 2018
Akontobeiträge
für Nichterwerbstätige
in Rechnung (
Urk.
7/6/6-7 und
Urk.
7/6/12-13).
Dabei qualifizierte sie das Ehepaar als Nichterwerbstätige (
Urk.
7/1).
Die dagegen erho
bene Einsprache (
Urk.
7/5) wies sie mit Entscheid vom
5.
April 2019 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhoben die Versicherten am 1
0.
Mai
2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der
Einspracheentscheid
ersatzlos aufzuheben und festzu
stellen, dass keine AHV-Nichterwerbstätigenbeiträge geschuldet sei
en (
Urk.
1 S.
2). Die Ausgleich
skasse Zürcher Arbeitgeber schloss am 1
4.
Juni 2019 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde.
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hiel
ten die Parteien an den gestellten Anträgen fest (
Urk.
10 und
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Bei
Akonto
erhobenen Beiträgen handelt es sich um provisorisch festgesetzte Beiträge.
Nach der Rechtsprechung kommt a
uch einer erst auf provisorischer
Grundlage erfolgten Beitragsfestsetzung Verfügungscharakter zu, weshalb der Be
i
tragspflichtige Beschwerde führen muss, wenn er den Eintritt
der Rechtskraft ver
hindern will
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_719/2013 vom 9. April 2014 E. 1).
Dem
gemäss
war
auch in Bezug auf die Jahre 2017 und 2018 - trotz fehlender formeller Verfügung - auf die Einsprache einzutreten
und damit auf vorliegende Beschwerde
.
2.
2.1
Gemäss
Art. 3 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
siche
rung
(AHVG) sind die Versicherten beitragspflichtig, solange sie eine Erwerbs
tä
tigkeit ausüben. Für Nichterwerbstätige beginnt die Beitragspflicht am 1. Janu
ar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dauert bis zum Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr vollendet haben (Abs. 1).
2.2
Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten werden in Prozenten des Einkom
mens aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit festgesetzt (Art. 4 Abs. 1 AHVG).
Als
massgebender
Lohn gilt jedes Entgelt für in unselbständiger
Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistet
e
Arbeit (
Art.
5
Abs.
2 Satz
1
AHVG).
Nichterwerbstätige bezahlen
einen Beitrag nach ihren
sozialen
Verhältnissen
(Art. 10 Abs. 1
Satz 1
AHVG
)
.
Nichterwerbstätige, für die nicht der jährliche Min
destbeitrag vorgesehen ist
(vgl. dazu
Art.
10
Abs.
2 AHVG)
, bezahlen die Beiträge aufgrund ihres Vermögens und Renteneinkommens (Art. 28 Abs. 1
Satz
der Ver
ord
nung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVV).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Beitragserhebung als Nichterwerbstätige damit, dass die Beschwerdeführenden nicht erwerbstätig gewesen seien. Der Be
schwerdeführer 1
führe keine tatsächliche Tätigkeit mehr aus,
habe
indes
Mitar
bei
teroptionen
erhalten, die sofort
ausübbar
seien und bis spätestens zehn Jahre nach dem Zustellungsdatum ausgeübt werden dürften. Auch wenn die allfällige Ausübung der Optionen daran geknüpft sei, dass der Beschwerdeführer 1 keine
kon
k
urrenzierende
Tätigkeit ausübe, könne dies nicht als Erwerbstätigkeit betrach
tet
werden. Auch könne nicht davon gesprochen werden, dass der Beschwer
de
führer 1 noch für den Arbeitgeber tätig sei, weshalb die aus den Mitarbeiterop
tionen erzielten Einkommen unter dem letzten Jahr der tatsächlichen Tätigkeit in das individuelle Konto eingetragen würden (
Urk.
2
)
.
3.2
Die Beschwerdeführenden hielten dagegen, bei den vorliegenden Aktienoptionen handl
e
es sich um unechte Mitarbeiterbeteiligungen. Dazu gehörten Anreiz
sy
s
teme, welche dem Mitarbeitenden im
Ergebnis
keine Beteiligung am Eigenkapital des Arbeitgebers, sondern in der Regel nur eine Geldleistung in Aussicht stellten, welche sich nach der Wertenwicklung des Ba
s
istitels bestimme. Sie gälten steuer
rechtlich als blosse Anwartschaften. Die AHV richte
sich
bezogen auf die Unter
scheidung von echten und unechten Mitarbeiterbet
e
ili
g
u
n
gen nach den Regeln des Bundessteuerrechts. Auf dem massgebenden Lohn aus unechten Mitarbeiter
beteiligungen sei der AHV-Bei
t
rag im Zeitpunkt des Zuflusses zu erheben (
Urk.
1
Ziff.
4).
Vorliegend sei bezogen auf die
Lohnabzüge
des Beschwerdeführers 1 in den inte
ressierenden Jahren 2014 bis 2018 Lohn ausgerichtet wo
r
den, über den die Arbei
t
geberin
mit der Beschwerdegegnerin abgerechnet habe und
bezogen
auf welchen Lohn
paritätische AHV-Beiträge erhoben worden seien.
Damit liege offensichtlich
ein massgebender Lohnbezug vor, was von vornherein aufzeige, dass die Quali
fi
ka
tion der Beschwerdeführenden als Nichterwerbstätige unzutreffend sei. Zu
treffend sei entschieden worden, dass auf dem massgebenden Lohn aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen der AHV-Beitrag im Zeitpunkt des Zuflusses erhoben worden sei (
Ziff.
5).
Vorliegend sei die Besonderheit gegeben, dass die Lohnbezüge aus der unechten Mitarbeiteroption die
vertragliche
Verpflichtung
berücksichtig
t
en
, dass der jewei
lige Mitarbeiter weder in Wettbewerb zum Unternehmen
eintrete,
ohne
schrift
liche
Zustimmung des
Unternehmens
ein Arbeitsverhältnis mit einem Mitbe
wer
ber des Unternehmens eingehe oder für ein
solches
Unternehmen
Dienstleis
tungen erbringe noch sich in einer Weise verhalte, die dem Unternehmen zum Nachteil gereiche. Damit liege offensichtlich eine arbeitsvertragliche Pflicht vor, welche bezogen auf die
jeweilige
Auszahlung des interessierenden Lohnes vor
gängig erfüllt werden müsse.
Es liege also ein weiterhin massgebender Arbeits
vertrag vor, bei dem sich eine bestimmte Verhaltenspflicht und eine daraus resultierende
Zahlungspflicht
vereinten. Damit stehe fest, dass es sich bei den
inte
ressierenden
Zahlungen zum einen um echte Lohnzahlungen handle; zum ande
ren stehe
fest
, dass es sich um einen Lohnzufluss handle, welcher direkt ver
knüpft sei mit der Erbringung der vertraglich festgelegten Pflicht (
Ziff.
6).
Natürlich stelle die Verpflichtung, sich verschiedenen Verhaltensweisen zu ent
halten, eine
untypische
«Arbeitsleistung» dar, als sie in einer Nichttätigkeit bestehe. Indessen müsse beachtet werden, dass die Erwerbstätigkeit sowohl im
Steuerrecht
wie auch im AHV-Beitragsrecht weit umschrieben werde und äusserst unterschiedlich gelagerte Verhaltensweisen erfasse. Die Steuerbehörde habe das dem Beschwerdeführer ausgerichtete Lohneinkommen als solches erfasst. Es sei
deshalb
die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation als Lohn durchaus zutreffend, was mit sich bringe, dass der Beschwerdeführer während der Phase, in der er Geldleistungen erhalte, weiterhin als erwerbstätig anzusehen sei (
Ziff.
8).
4.
4.1
Aus den Akten ergibt sich, dass
der Beschwerdeführer 1 für die
Z._
AG tätig war und das Arbeitsverhältnis per 3
0.
April 2013 im Alter von 60 Jahren wegen Frühpensionierung aufgelöst wurde (
Urk.
7/
8-
9). Noch während seiner Anstellung
waren
ihm Optionen
vergeben worden, zuletzt seit September 2006 jährlich in unterschiedlichem Umfang (zwischen 1'000 und 1'598 Stück). Diese mussten innerhalb von zehn Jahren seit Erhalt ausgeübt werden (
Schreiben der
Z._
Inc. vom 1
7.
Mai 2013,
Urk.
7/2 Beilage 2). Mit den Optionen wurde den
Mitarbeitenden ermöglicht, Aktien zu kaufen und diese sofort wieder zu verkaufen, wobei der d
a
raus resultierende Gewinn dem Mitar
beiter ausgerichtet wurde
(Vereinbarung über Aktienoptionen,
Urk.
7/2 Beilage 1
Ziff.
1)
.
4.2
Zu Recht unbestritten und ausgewiesen ist, dass die nach der Frühpensionierung und mithin nach dem Austritt aus der Arbeitgeberin erzielten Gewinne als Ein
kom
men aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu fassen sind und darauf Sozial
versicherungsbeiträge zu entrichten sind.
Bei den Zahlungen handelt es sich um geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen im Sinne von
Art.
7
lit
.
c
bi
s
AHVV. Klar ist, dass
d
ie Zahlungen mit dem Arbeitsverhältnis zusammen
hängen
.
Als beitragspflichtiges Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gilt
nach der Rechtsprechung
nicht nur unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit, sondern grundsätzlich jede Entschädigung oder Zuwendung, die sonst wie aus dem Arbeitsverhältnis bezogen wird
(BGE 133 V 556 E. 4).
Strittig und zu prüfen ist indes, in welchem Zeitpunkt die Beitragserhebung zu erfolgen hat und ob der Geldzufluss in den Jahren 2014 bis 2018 dazu fü
hrt, dass der Beschwerdeführer
1 als
Unselbständigerwerbender
gilt oder ob die Beschwer
de
führenden
trotz d
i
es
es
Einkommens als Nichterwerbstätige zu fassen s
ind
.
5.
5.1
5.1.1
Unbestritten ist,
dass es sich bei den fraglichen Optionen um unechte Mitar
bei
terbeteiligungen handelt, welche nur eine eigenkapital- bzw. aktienkursbezogene Geldleistung in Aussicht stellen (Wegleitung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO [WML],
Rz
. 2022). Denn die zu erwerbenden Aktien verbleiben nicht beim Arbeitnehmer, sondern werden nach dem Erwerb umgehend
wieder verkauft
. Damit entspricht der Gewinn der Differenz zwischen dem bei Gewäh
rung der Option festgelegten Preis der Aktien und dem Aktienwert bei Verkauf. Der Arbeitnehmer profitiert damit vom Wert der Unternehmung und es fliesst ihm ein aktienkursbezogener Geldanteil zu.
5.1.2
Laut
Art.
30
ter
Abs.
3
lit
. a AHVG werden die beitragspflichtigen Einkommen von Arbeitnehmern im individuellen Konto unter dem Jahr eingetragen, in dem sie ausbezahlt wurden. Die Einkommen werden jedoch im Erwerbsjahr
(
Jahr,
in dem die Arbeit ausgeführt wurde
, BGE 139 V 12 E. 5.3)
eingetragen, wenn der Arbeit
nehmer zum Zeitpunkt der Lohnauszahlung nicht mehr für den Arbeitgeber tätig war.
Nach
Art.
7
lit
.
c
bis
AHVV
gelten für die Zeitpunkte der Beitragserhebung und für die Bewertung von geldwerten Vorteilen aus Mitarbeiterbeteiligungen die Vor
schrif
ten über die direkte Bundessteuer.
Geldwerte Vorteile aus unechten Mit
arbeiterbeteiligungen sind
gemäss
Art.
17c des Bundesgesetzes über
die direkte Bundessteuer
(DBG)
im Zeitpunkt ihres Zuflusses steuerbar.
Damit sind auf dem massgebenden Lohn aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen die Beiträge grund
sätzlich im Zeitpunkt ihres Zuflusses zu erheben (WML
Rz
. 2025 und
Rz
. 2041).
5.1.3
In
letzterem
Sinne argumentierten die Beschwerdeführenden und schlossen auf eine Beitragserhebung im jeweiligen Jahr des Geldzuflusses mit der Folge, dass der Beschwerdeführer 1 als
Unselbständigerwerbender
zu fassen ist und die Be
schwerdeführenden nicht als Nichterwerbstätige
gelten
. Zu berücksichtigen ist indes Folgendes.
5.1.4
Die
Gesetzes- respektive Verordnungsbestimmung
en
sind
für den Fall
wider
sprüch
lich
, dass eine Zuwendung aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem der Arbeitnehmer nicht mehr für den Arbeitgeber tätig ist. Denn eine Zuwendung, welche an ein Arbeitsverhältnis gebunden ist, muss im Erwerbsjahr eingetragen werden und damit in jenem, in welchem die Arbeitsleistung erbracht
wurde. Gleichzeitig aber soll der Eintrag im Jahr des Zuflusses erfolgen. Zur Lösung dieser Diskrepanz ist die Rechtsprechung des Bun
desgerichts zu beleuchten.
5.2
5.2.1
Nach konstanter Rechtsprechung folgt aus dem Gesetz der Grundsatz, dass bei
tragspflichtiges Einkommen
Unselbständigerwerbender
im individuellen Konto unter demjenigen Jahr zu verbuchen ist, in welchem der Versicherte die ent
sprechende Erwerbstätigkeit ausgeübt hat.
Bei Lohnnachzahlungen lässt sich der Eintrag im individuellen Konto
unter
dem Auszahlungsjahr nur dann nicht bean
standen, wenn er sich bei der späteren Rentenberech
n
ung für den Versicherten nicht nachteilig auswirken kann
oder
wenn er nicht zu einer Umgehung der ge
setzlichen Beitragspflicht für Nichter
wer
bstätige führt (BGE 111 V 161).
Das Bundesgericht erwog hierzu (E. 4d), dass es für die in späteren Jahren vorzu
nehmende Berechnung der ordentlichen Rente keine Rolle spielt, ob die Nachzah
lung im Realisierungsjahr oder im Erwerbsjahr verbucht wird. Der Eintrag im Realisierungsjahr berührt weder das Beitragsstatut, noch kann sich eine Beitrags
lücke ergeben, noch beeinflusst er das massgebende durchschnittliche Jahresein
kommen im Rentenfall, werden doch die eingetragenen Einkommen nicht jahres
weise, sondern gesamthaft aufgewertet. Bei fortdauernder Unterstellung unter das Beitragsstatut eines Erwerbstätigen in den fraglichen Jahren kann sich der Eintrag einer Lohnnachzahlung im Realisierungsjahr somit AHV-rechtlich nicht zum
Nachteil des Versicherten auswirken. Anders verhält es sich indessen, wenn die An
wendung des Realisierungsprinzips dazu führte, dass im Jahr der tatsächlichen Arbeitsleistung überhaupt kein Einkommen aufgeführt wäre, mithin also eine Bei
tragslücke entstünde. In diesem Falle liesse sich das Realisierungsprinzip nicht mit der gesetzlichen Beitragsordnung vereinbaren. Gleiches gilt, wenn bereits im Jahr der Nachzahlung der Anspruch auf eine Rente entsteht und damit das nach dem Realisierungsprinzip eingetragene Einkommen nicht mehr rentenbildend wäre.
Sodann darf eine Lohnnachzahlung nicht im Realisierungsjahr verbucht werden, wenn ein Versicherter in diesem Jahr gar nicht mehr erwerbstätig ist. Die Anwen
dung des Realisierungsprinzips liefe hier dem Grundsatz zuwider, wonach
Unselb
ständigerwerbende
in dieser Eigenschaft so lange beitragspflichtig sind, als sie gegen Entgelt Arbeit leisten, wogegen nach Aufgabe der Erwerbstätigkeit die Bei
tragspflicht für Nichterwerbstätige zum Tragen kommt. Mit andern Worten käme die Verbuchung einer Lohnzahlung in einem Jahr ohne tatsächliche Arbeitsleis
tung einer Umgehung der vom Gesetz für Nichterwerbstätige aufgestellten Bei
tragspflicht gleich.
5.2.2
Im gleichen Sinne entschied das Bundesgericht knapp drei Jahrzehnte später, dass Arbeitnehmeraktien im Zeitpunkt ihres Erwerbs massge
be
nden Lohn darstellen. Es handelt sich dabei um eine Form der nachträglichen Lohnzahlung (BGE 138 V 463 E.
8.1.2)
. Wie die Beitragspflicht bestimmt sich auch der Eintrag im indivi
duellen Konto nach dem Erwerbsjahr, mithin unabhängig vom Zeitpunkt der Ent
richtung der Beiträge durch die Arbeitgeberin. Nachträgliche Lohnzahlungen sind grundsätzlich unter dem Jahr aufzuzeichnen, für welches die Zahlung bestimmt ist (E. 8.1.3). Vorliegend handelt es sich allerdings nicht um Mitarbeiteraktien, sondern lediglich um Optionen auf
unechte Mitarbeiterbeteiligungen
.
5.3
Die Durchsicht der zitierten Rechtsprechung zeigt auf, dass
erzielte Einkommen grundsätzlich in dem Jahr zu
verabgaben
sind, in welchem die zugrundeliegende Arbeitsleistung erbracht worden ist.
Gänzlich ausgeschlossen ist ein Eintrag im individuellen Konto jedenfalls dann, wenn dies zur Umgehung der gesetzlichen Beitragspflicht für Nichterwerbstätige führt.
Damit ergibt sich, dass vom Sinn der Bestimmungen her
Art.
30
ter
Abs.
3
lit
. a AHVG (Eintragung im Erwerbsjahr) der Vorzug vor
Art.
7
lit
.
c
bis
AHVV (Eintra
gung im Realisierungsjahr) zu geben ist. Damit ist dem vorherrschenden Grund
satz Genüge getan und ist
eine Umgehung der gesetzlichen Beitragspflicht für Nichterwerbstätige ausgeschlossen. Überdies ist der
formellgesetzlichen
Regelung der Vorzug vor einer widersprechenden Verordnungsbestimmung zu geben.
Dass bei - wie vorliegend konzipierten - unechten Mitarbeiterbeteiligungen die Höhe
des Einkommens erst im Realisierungsjahr bekannt wird, ändert hieran nichts. Denn die Realisierung des Einkommens ist nur möglich dank der zurückliegenden Arbeitsleistung und damit auch diesem Jahr zuzuordnen und nicht dem (zufälli
gen) Jahr der Versilberung.
6.
6.1
Zum hauptsächlichen Vorbringen der
Beschwerdeführenden
,
d
er
Beschwerde
führer 1
sei nach wie vor erwerbstätig, weil er zur Ausübung der Optionen ver
trag
li
che Pflichten erfüllen müsse (E. 3.2), ist auf die Rechtsprechung des Bun
des
ge
richts zu verweisen. Dieses entschied zur Frage der Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit, dass sich dies nicht in Funktion der Beitragshöhe beurteilt, son
dern nach den tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten.
Eine versicherte Person untersteht dann dem Beitragsstatut eines Erwerbstätigen, wenn sie im Zeit
raum, auf den sich die Beitragserfassung bezieht, eine Erwerbstätigkeit mit gewissen Beiträgen auf dem Arbeitserwerb und von bestimmten Umfang ausübt
(BGE 139 V 12)
.
Das Bundesgericht hielt namentlich fest, dass d
er Begriff der Erwerbstätigkeit im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 AHVG nach konstanter Rechtsprechung die Ausübung einer auf die Erzielung von Einkommen gerichteten bestimmten (persönlichen) Tätigkeit voraussetzt, mit welcher die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhöht werden soll. Für die Beantwortung der Frage, ob Erwerbstätigkeit vorliegt, kommt es nicht darauf an, wie ein Beitragspflichtiger sich selber - subjektiv - qualifiziert. Entscheidend sind vielmehr die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse und Gegebenheiten, die durch eine Tätigkeit begründet werden oder in deren Rahmen eine solche ausgeübt wird. Mit anderen Worten muss die behauptete Erwerbs
absicht aufgrund der konkreten wirtschaftlichen Tatsachen nachgewiesen sein. Wesentliches Merkmal einer Erwerbstätigkeit ist sodann eine planmässige Ver
wirklichung der Erwerbsabsicht in der Form von Arbeitsleistung, welches Element ebenfalls
rechtsgenüglich
erstellt sein muss
.
Entsprechend dieser Legaldefinition besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Erwerbstätigkeit des Versi
cherten und dem daraus resultierenden Zufluss von geldwerten Leistungen
(E. 4.3 mit Hinweisen)
.
6.2
Vor
liegend ist erstellt, dass kein
Arbeitsvertrag mehr zwischen der
Z._
AG und dem Beschwerdeführer 1
besteht.
Mit Vereinbarung vom 2
9.
Juni 2011 (
Urk.
7/9) wurde die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per
1.
Mai 2013 im Alter von 60 Jahren festgelegt respektive die Verpflichtung des Beschwerde
führers 1, per
dieses Datum
zu kündigen. Auch der Beschwerdeführer 1 behauptet nicht, noch in einem Arbeitsverhältnis zur
Z._
AG zu stehen. Er rückte indes seine vertraglich
en
Pflichten in den Vordergrund
und schloss daraus auf eine Erwerbstätigkeit, dies im Rahmen eines «weiterhin massgebenden Arbeits
vertrags».
6.3
Da zwischen dem Beschwerdeführer 1 und der
Z._
AG kein
Arbeitsverhältnis mehr besteht, ist nicht erkennbar, inwiefern ein «weiterhin mas
s
gebender Arbeitsvert
r
ag» den Beschwerdeführer 1 zu einem
unselbständig
Erwer
benden machen könnte.
Wohl entsprang der Anspruch auf die fraglichen Optio
nen dem Arbeitsvertrag, die Einlösung war indes mit
(maximal)
zehn Jahren nach Erwerb auf einen Zeitpunkt nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses terminiert.
Sämtliche Verpflichtungen des Beschwerdeführers gehen auch nicht aus einem Arbeitsvertrag hervor, sondern aus der «Vereinbarung über Aktienoptionen nach
dem Z._
Inc. Aktienprämienplan des Geschäftsjahrs 2002
» (
Urk.
7/2 Beilage 1). Unter
Ziff.
3 wurden Voraussetzungen festgelegt, unter welchen die Ausübung der Optionen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses möglich ist. Dazu gehören, dass der
Mitarbeiter
weder (i) i
n
Wettbewerb zum Unternehmen eintritt, ohne schriftliche Zustimmung des Unternehmens ein Arbeitsverhältnis mit einem Mitbewerber des Unternehmens, seiner verbundenen Unternehmen oder Tochterunternehmen eingeht oder für ein solches Unter
nehmen
Dienstleistungen erbringt noch (ii) sich in einer Weise verhält, die dem Unternehmen zum Nachteil gereicht.
Die Pflichten des Beschwerdeführers 1 erschöpfen sich im Wesentlichen in einem
Konkurrenzverbot. Dass dies zu einem Arbeitsverhältnis führen würde, bringt nicht
einmal der Beschwerdeführer 1 explizit vor und solches wäre in der Tat abwegig. Diese Pflichten sind nicht etwa - wie die Beschwerdeführenden vorbringen
–
arbeits
vertragliche
r Natur, sondern entspringen der Vereinbarung über Aktien
optionen und gelten explizit für die Ausübung nach Beendigung des Arbeitsver
hältnisses (Überschrift
Ziff.
3).
Bei Fehlen eines Arbeitsverhältnisses ist nicht weiter von Bedeutung, ob die Nicht
tätigkeit einer Arbeitsleistung entspricht oder nicht. Nach der bundesge
richtlichen Rechtsprechung ist indes wohl eine gewisse aktive Tätigkeit erfor
derlich, ein Nichtstun dürfte nicht ausreichend sein zur Annahme eines Arbeits
ver
hältnisses. Dass der Gewinn als Lohneinkommen gefasst wird, ändert an dieser Feststellung nichts. Es ist in der Tat von Lohneinkommen auszugehen, aber von einem, welches
sein
en Grund in der in den vorangegangenen Jahren erbrachten Arbeitsleistung hat und nicht einer in den Jahren 2014 bis 2018 ausgeübten.
6.4
Da die Sache liquid und nicht erkennbar ist, welche zusätzlichen Beweis
mass
nahmen zu einer anderen Erkenntnis führen könnten, ist von solchen abzusehen (vgl. den entsprechenden Antrag der Beschwerdeführenden,
Urk.
10
Ziff.
3).
7.
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerde
führer 1 (und damit auch die Beschwerdeführerin 2) in den Jahren 2014 bis 2018 zu Recht als Nichterwerbstätige erfasst hat und diese die Sozialver
siche
rungs
bei
träge nach den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen zu entrichten haben. Da
für die Jahre 2017 und 2018 nur über die Qualifikation im Grundsatz zu entscheiden ist und
in Bezug auf die bereits verfügten und
einspracheweise
be
stätigen Beitragsforderungen der Jahre 2014 bis 2016 keine Anh
altspunkte für Fehler vorliegen
und solches auch nicht geltend gemacht wurde, ist der ange
fochtene
Einspracheentscheid
zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.