Decision ID: 36b3edf7-6af8-4f72-940a-dbc7acf6d080
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1958 geborene
X._
war seit dem
8.
Februar 2016 in einem Pensum von 50
%
als hauswirtschaftliche Angestellte in der Spitex der Stiftung
Y._
angestellt, und dadurch bei der Unfallversicherung Stadt Zürich (nachfolgend: UVZ) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 1
6.
Oktober 2017 zuhause bei der Fensterreinigung von der Leiter stürz
t
e und auf den rechten Ellbogen fiel (Urk. 8/G1 S. 1)
.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Chirurgie, nannte in seinem Bericht vom 2
6.
Oktober 2017 als Diagnose eine Kontusion des rechten Ellbogens und attestierte d
er Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
voraussichtlich bis zum 3
0.
Oktober 2017
(Urk. 8/M1)
, welche in der Folge immer wieder verlängert wurde (Urk. 8/T1-43). Die UVZ nahm medizinische Berichte zu den Akten, wobei sie namentlich ein rheumatologisches Konsilium durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, veranlasste (Bericht vom
1.
Juni 2018,
Urk.
8/M7).
Nach Vorankündigung vom 2
1.
Juni 2018 (
Urk.
8/G37) stellte die UVZ die Taggeldleistungen m
it Verfügung vom
7.
September 2018 per 1
3.
Juli 2018 ein, wobei sie ausführte, Leistungen für Heilbehandlungen werde sie weiterhin entrichten (Urk. 8/G46). Dagegen erhob die Versicherte am
2.
Oktober 2018 (Urk. 8/J3), ergänzt am
8.
Oktober 2018 (Urk. 8/G51),
am
1.
und am
5.
sowie am 26.
November 2018 (Urk.
8/G55,
Urk.
8/G58 und Urk. 8/G61), Einsprache,
welche die UVZ mit
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Dezember 2018 abwies (Urk. 8/J4 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Dezember 2018 liess die Versicherte am 2
4.
Januar 2019 Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Angelegenheit sei unter Weiterausrichtung der Taggelder zur Sachverhaltsfeststellung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten beide Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom 6. Juni 2019, Urk. 14; Duplik vom
1
9.
Juni 2019
, Urk.
18
).
Am 2
5.
Juli 2019 erfolgte eine weitere Eingabe der Beschwerdegegnerin
, womit
diese
unter Hinweis auf den einen Rentenanspruch verneinenden Vorbescheid der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
vom 8.
Juli 2019 (
Urk.
23/1) schloss, das Taggeld sei per 1
3.
Juli 2018 bezogen auf ein 50%-Pensum anzupassen
(
Urk.
22)
. Dazu nahm
die Beschwerdeführerin am
4.
September 2019 Stellung (
Urk.
26). Diese Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom
5.
September 2019 zugestellt (
Urk.
27).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeits
fähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
],
BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
Bei voller
Arbeitsunfähigkeit
beträgt das Taggeld 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser
Arbeitsunfähigkeit
wird es entsprechend gekürzt (Art. 17
Abs.
1 UVG).
1.2
Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6
ATSG
die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete den
angefochtenen Entscheid
vom 11. Dezember 2018
damit, dass
gestützt auf die medizinische Aktenlage der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit im bisherigen Pensum von 50 % zumutbar
sei
(
Urk.
2 S. 4-5). Die ab dem 17. Oktober 2017 attestierte Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf sei als langandauernd zu qualifizieren (
Urk.
2 S. 5), weshalb von der Beschwerdeführerin verlangt werden könne, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit in einem anderen Tätigkeitsbereich verwerte (
Urk.
2 S. 3
lit
. e). Folglich
seien die
Taggeld
leistungen
zu Recht per 1
3.
Juli 2018 eingestellt
worden
(
Urk.
2 S. 2 in Verbindung mit S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte in ihrer Beschwerde vom 2
4.
Januar 2019 dagegen ein,
die Einstellung der Taggelder sei verfrüht gewesen, zumal von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
habe
erwartet werden könn
e
n
(
Urk.
1 S. 6). Dabei habe Dr.
A._
in seinem Gutachten vom
1.
Juni 2018 den Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und der
Epiocondylopathia
humeri
radia
lis
weiter
hin klar bejah
t und bestätigt, dass die noch bestehende
residuelle
E
picondylopathie
am rechten Ell
bogen als Teilursache des gesamten Beschwerdebildes am rechten Arm angesehen werden müsse (
Urk.
1 S. 6).
In Bezug auf eine Taggeldeinstellung gestützt auf
Art.
6 Satz 2 ATSG hielt sie fest, die Arbeitsfähigkeit in einer anderen Beschäftigung dürfe erst berücksichtigt werden, wenn feststehe, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätig
keit aufgrund
ein
es stabilisierten Gesundheitszustandes nicht mehr oder definitiv nur noch in geringerem Umfang als in einer leidensangepassten Arbeit
in Frage komme
und die versicherte Person überdies eingliederungsfähig sei (
Urk.
1 S. 8).
Bei ihr sei indes der Status quo sine bezüglich der
Epicondylopathia
humeri
radialis
mit Partialruptur der
Extensorensehne
noch nicht erreicht
,
die Behand
lung noch nicht abgeschlossen
, ihr Gesundheitszustand sei nicht stabilisiert und es stehe nicht fest, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommen werde
(
Urk.
1 S. 8-9).
Hinzu komme, dass ihr in einer Gesamtwürdigung sämtlicher objektiver und subjektiver Umstände - namentlich aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters - ein Berufswechsel nicht zumutbar sei (
Urk.
1 S. 9-10, vgl. auch S. 7 f.).
Ferner habe die Beschwerdegegnerin sie zu keinem Zeitpunkt zu einem Berufswechsel aufgefordert und auch die Höhe des Restschadens nicht geprüft (
Urk.
1 S. 10).
Die Beschwerdeführerin hielt zusammenfassend fest, die Voraussetzungen für die Anwendung von
Art.
6 Satz 2 ATSG seien nicht erfüllt, weshalb weiterhin die Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
am bisherigen Arbeitsplatz massgebend sei (
Urk.
1 S. 11 i
n
V
erbindung
m
it
S. 7).
2.3
Die Beschwerdegegnerin brachte in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
3.
Februar 2019 vor, für eine Taggeldanpassung nach
Art.
6 Satz 2 ATSG müsse kein medizinischer Endzustand vorliegen
. Bei einer - wie vorliegend - mehr als sechs Monate dauernden Arbeitsunfähigkeit
werde die Zumutbarkeit der Aufnahme einer anderen Tätigkeit vermutet
(
Urk.
7 S. 3
f.
).
Die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei laut
Dr.
A._
zu 40
%
unfallbedingt und zu 60 % krankheitsbedingt. Hinsichtlich der
residuellen
unfallbedingten
Epicondylopathie
am rechten Ellbogen zeige sich eine gewis
s
e Therapieresistenz, aufgrund welcher eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit
vorliege. Die Voraus
setzungen eines stabilen Gesundheitszustands sowie einer voraussichtlich andauernd beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit seien demnach zu bejahen. Sodann führte sie unter näherer Begründung aus, der Beschwerdeführerin sei ein
Wechsel des Arbeitgebers
zumutbar
(
Urk.
7 S. 4).
Dabei handle es sich nicht um eine
n
Berufswechsel, sondern lediglich um eine leichte Anpassung der angestammten
Tätigkeit, weshalb hinsichtlich der Taggeldanpassung keine Übergangsfrist anzu
beraum
en
gewesen sei
. Selbst falls die Beschwerdeführerin nur in einer Verweistätigkeit arbeitsfähig wäre, müsse für die Anwendung von
Art.
6 Satz 2 ATSG nicht ausgewiesen sein, dass die Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit für immer ausgeschlossen wäre
(
Urk.
7 S. 5
-6
).
Sodann wies sie darauf hin, der bisherige Arbeitgeber habe sich bemüht, der Beschwerdeführerin eine Arbeitsstelle mit einem anderweitigen Aufgabenbereich im gleichen Pensum bereitzustellen, und die Beschwerdeführerin müsse alles ihr Zumutbare tun, um ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (
Urk.
7 S. 6). Des Weiteren stellte sie sich auf den Standpunkt, sie dürfe die Taggeldleistungen mit sofortiger Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
oder auch rückwirkend einstellen (
Urk.
7 S. 6 f.). Ferner habe sie nur für den unfallbedingten Teil der Arbeitsunfähigkeit aufzukommen (
Urk.
7 S. 7).
2.4
Die Beschwerdeführerin
bestritt
in ihrer Replik vom
6.
Juni 2019,
dass ein stabiler Gesundheitszustand und eine dauerhafte Beeinträchtigung in der angestammten Tätigkeit vorliege
n würden
(
Urk.
14 S. 2 f.).
Indem die Beschwerdegegnerin
die Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit nicht bereits vor dem Beschwerdeverfahren geprüft habe, habe sie
sodann
ihr rechtliches Gehör verletzt (Urk. 14 S. 4).
Die Ausübung einer leichten körperlichen Tätigkeit unter Schonung der rechten oberen Extremität sei bei der bisherigen Arbeitgeberin nicht möglich
und es handle sich dabei nicht mehr um die angestammte Tätigkeit
.
Die von der Beschwerdegegnerin angeführten Tätigkeiten seien ihr im Übrigen vom Belastungs
profil her nicht zumutbar (Urk.
14 S. 4 f.
und S. 7
).
Die Voraussetzungen für die Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit in einer anderen Tätigkeit seien nicht erfüllt
und es sei ihr überdies keine angemessene Anpassungsfrist gewährt worden
(
Urk.
14 S. 5 ff.
und S. 8
).
Hinzu komme, dass die Beschwerdegegnerin das
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen nicht mit demjenigen in der angestammten Tätigkeit verglichen habe (
Urk.
14 S. 6). Ferner führte die Beschwerdeführerin aus, der Unfall sei teilkausal für die gesundheitliche Störu
ng, was ausreiche (
Urk.
14 S. 7
f.).
2.5
Die Beschwerdegegnerin wies in ihrer Duplik vom 1
9.
Juni 2019 erneut darauf hin, dass kein Endzustand gegeben sein müsse (
Urk.
18 S. 2). Es sei der Beschwerdeführerin indes andauernd - auch am 1
3.
März 2019 noch - eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert worden. Dies trotz intensiver Therapien. Bereits vor dem Unfall sei es immer wieder zu längeren Arbeitsunfähigkeiten gekommen
. Ein stabiler Zustand liege demnach vor
(
Urk.
18 S. 3
f.
).
Weiter führte sie aus, konkrete Möglichkeiten betreffend berufliche Verweistätigkeiten ergäben sich aufgrund der ärztlichen Ausführungen
zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit aus der hauswirtschaftlichen bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin. Demgemäss vermöge sie leichtere Tätigkeiten ohne schweres Heben von Gewichten oder Überkopf-Arbeiten im Rahmen der Haushaltshilfe zu verrichten. Somit handle es sich nicht um eine berufliche Um- beziehungsweise
Neuorientier
ung und eine entsprechende Fristansetzung erübrige sich. Ebenso entfalle die Notwendigkeit eines Einkommensvergleichs deswegen (
Urk.
18 S. 4).
Mit Eingabe vom 2
5.
Juli 2019 (
Urk.
22) reichte sie Vorbescheid und Feststellungsblatt der
IV-Stelle
ein (
Urk.
23/1-2) und hielt dazu fest, diese Akten
stücke bestätigten eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit dem 1
0.
April 2018 und dass die Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit auf unfallfremde Diagnosen zurückzuführen sei (
Urk.
22 S. 2).
2.6
Die Beschwerdeführerin postulierte am
4.
September 2019, die neu eingereichten Akten seien für das vorliegende Verfahren nicht relevant und sie werde Einwand erheben gegen den eingereichten Vorbescheid
der IV-Stelle
(
Urk.
26).
2.7
Streitig ist nach dem Gesagten der Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin über den 1
3.
Juli 2018 hinaus.
Dabei
anerkannte die Beschwerdegegnerin zunächst
, dass die
Beschwerden auf
grund der
Epicondylopathie
unfallkausal sind und
dass
die Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit
weiterhin
vollständig
arbeitsunfähig ist.
Dementsprechend
übernimmt
die Beschwerdegegnerin
die Leistungen für Heilbehandlungen im Zusammenhang mit der unfallbedingten
Epicondylopathie
humeri
radialis
auch nach dem 1
3.
Juli 2018
(vgl.
Urk.
2 S. 2,
Urk.
7 S. 5).
Die
seitens
der Beschwerdegegnerin
erstmals mit Eingabe vom 2
5.
Juli 2019 - unter Hinweis auf die Darstellung des Arztes des regionalen
ärztlichen
Dienstes (RAD) der IV-Stelle (
Urk.
23/2) -
geäusserte
Auffassung, die Arbeitsun
fähigkeit sei vornehmlich unfallfremd (
Urk.
22),
findet in den Akten keine Stütze
. Denn der RAD-Arzt hat sich
im Rahmen seiner Aktenbeurteilung
nicht mit der Frage der Unfallkausalität auseinandergesetzt.
Weiterungen dazu
können daher unterbleiben
.
3.
3.1
Die
vom behandelnden Chirurgen veranlasste
CT-Untersuchung vom 2
6.
Oktober 2017 zeigte laut dem gleichentags verfassten Bericht des Prof.
Dr.
med.
B._
,
Medizinisch Radiologisches Institut
, keinen Nachweis einer frischen traumatischen
ossären
Läsion im Bereich des Ellbogengelenks und keinen
wesentlichen Erguss, hingegen kleinste Ossifikationen/Verdickungen im Bereich des
Epikondylus
humeri
ulnaris
. Es wurde ausgeführt,
bei Status nach bekannter Sanierung des
Epikondylus
humeri
lateralis
/
radii
liege eine marginale
Imbibierung
der
Extensoren
musku
latur
/Sehne mit kleinen Verkalkungen subkutan vor, differentialdiagnostisch eher kein frisches Hämatom (Urk. 8/M2).
PD
Dr.
med.
C._
, Medizinisch Radiologisches Institut, nahm am 23. November 2017 eine MRI-Untersuchung des rechten Arms vor und gab an, es seien eine leichte bis mässige Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
, eine mässig bis deutliche AC-Gelenksarthrose mit Aktivierung, eine
Tendopathie
der
Supraspinatussehne
sowie deutliche Zeichen einer
Epicondylopathia
humeri
radialis
mit Partialruptur der Extensoren-Sehnenursprünge zu sehen gewesen (Urk. 8/M3).
3.2
Der behan
delnde
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt in seinem Bericht vom 1
0.
März 2018 fest, die Beschwerdeführerin sei zurzeit voll
umfänglich arbeitsunfähig, da eine 50%ige Arbeitstätigkeit wegen zu schwerer Arbeit gescheitert sei. Mit leichter Arbeit könne sie beginnen (Urk. 8/M5 S. 2).
3.3
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, stellte in seinem am
9.
April 2018
bei gleichentags durchgeführter Untersuchung zuhanden der Pensionskasse
F._
erstatteten Gutachten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/M6 S. 2):
-
chronische belastungsinduzierbare
Epicondylopathia
humero-radialis
et -
ulnaris
mit Partialruptur der
Extensorensehnen
-Ursprünge nach Kontusion des rechten Ellbogens nach Leitersturz am 1
6.
Oktober 2017 auf die rechte Körperseite; Status nach Operation eines «Tennisell
en
bogens» 2013
-
chronische
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts mit Bursitis
suba
c
romialis
/
subdeltoidea
rechts, mässig bis deutliche AC-Gelenksarthrose mit Aktivierung,
Tendopathie
der
Supraspinatussehne
-
chronisches
cervicovertebrales
und (anamnestisch) intermittierend
cervicoradikuläres
Schmerzsyndrom rechts C6 bei Fehlhaltung der Hals
wirbelsäule,
Retrolisthesis
C4/5,
Osteochondrose
C5/6 und
Spondylosis
deformans
C4-6
Prof.
E._
bezeichnete die Prognose für die bisherige Tätigkeit als schlecht, weil die Schmerzintensität unter körperlicher Belastung steige (Urk. 8/M6 S. 5). Leichte körperliche Tätigkeiten unter Schonung der rechten oberen Extremität seien im bestehenden Pensum von 50
%
hingegen medizinisch-theoretisch denkbar (Urk. 8/M6 S. 6
und S. 10
).
Bezogen auf die bisherige Tätigkeit liege vorübergehend bis circa Ende September 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Es könne mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit gerechnet wer
den (Urk. 8/M6 S. 9).
Momentan sei
die Beschwerdeführerin
im vorbestehenden
Aufgabenspektrum nicht arbeitsfähig. Möglich seien Tätigkeiten, welche eine Schonung der rechten oberen Extremität ermöglich
t
en. Das bedeute, mit der rechten oberen Extremität sei nur
f
ixieren möglich,
hingegen kein Heben von Lasten grösser als ein Kilogramm und keine Überkopfarbeiten rechts
(Urk. 8/
M6 S. 10).
Prof.
E._
empfahl die Versetzung an einen Arbeitsplatz mit leichter körperlicher Belastung, zum Beispiel in einem Alters-Zentrum in der Cafeteria oder in einer Kantine mit einem angepassten Tätigkeitsprofil (Urk. 8/M6 S. 11).
3.4
Dr.
A._
erstattete am
1.
Juni 2018 ein Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/M7). Dabei
stützte
er sich auf die vorhandenen Akten und Röntgenbilder sowie auf seine klinische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
6.
Mai 2018 (Urk. 8/M7 S. 1). Als Diagnosen nannte er eine
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts mit ansatznaher Partialruptur der Unterarm-Extensoren, eine
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
rechts, ein
cervicospondylogenes
Syndrom rechts bei fortgeschrittener Segmentdegeneration C5/6, mässiger Degeneration C4/5 und mehrsegmentalen
Spondylarthrosen
sowie eine symptomatische
Rhizarthrose
rechts bei beidseitiger Fingerpolyarthrose (Urk. 8/M7 S. 6).
Er führte aus, insgesamt bestehe als Ursache der anhaltenden Beschwerden im rechten Arm eine komplexe Situation. Die Beschwerdeführerin beschreibe ihre Schmerzen dabei als wechselnd, auch je nach spezifischer Belastung oder Bewegung. Die Beschwerden im Schultergürtel sowie die beschriebenen plötzlich bewegungs- oder belastungsabhängig einschiessenden Schmerzen im
ganzen
rechten Arm könnten vorwiegend auf die degenerativen Veränderungen
an der Halswirbelsäule
(HWS)
im Sinne eines
cervicospondylogenen
Syndroms zurück
geführt werden. Die anfänglich beschriebenen Schulterschmerzen rechts müssten aufgrund des MRI-Befundes in erster Linie auf die traumatisch aktivierte, doch deutliche AC-Gelenksarthrose zurückgeführt werden. Diese scheine aufgrund des jetzigen klinischen Befundes weitgehend abgeheilt zu sein. Eine strukturelle traumatische Läsion im Bereich des rechten Schultergelenkes bestehe nicht. Die leichte
Tendinopathie
im Bereich der
Supraspinatussehne
sei mit grösster Wahr
scheinlichkeit vorbestehend und spiele aufgrund der Klinik im aktuellen Beschwerdebild keine Rolle.
Neben diesen
cervicospondylogenen
Beschwerden
bestehe weiterhin eine
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts, wobei im MRI vom 2
3.
November 2017 eine deutliche
Aufreibung
und auch eine Partialruptur der
Extensorenmuskulatur
im Ansatzbereich gefunden worden seien. Diese Veränderungen und auch die
anhaltenden Beschwerden am radialen
Epicondylus
seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf das Unfallereignis vom 1
6.
Oktober 2017 zurückzuführen.
Eine Partialruptur könne
zwar gelegentlich auch bei lang
anhaltender
atraumatischer
Epicondylopathie
gesehen werden, jedoch müsste sie in diesem Fall auf jeden Fall symptomatisch sein, was bei der Beschwerdeführerin vor dem Unfallereignis glaubhaft nicht der Fall gewesen sei. Daher müssten die Beschwerden und die strukturellen Veränderungen im Bereich des radialen
Epicondylus
auf das Unfallereignis zurückgeführt werden. Der Verlauf einer
Epicondylopathie
insbesondere mit Partialruptur der Muskelfasern sei häufig sehr protrahiert, sodass weiterhin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von gegebener Unfallkausalität auszugehen sei.
Daneben bestehe indes auch der typische klinische Befund einer
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
. Dieser sei in unfallnahen Befunden nicht beschrieben worden und auch im MRI vom 23. November 2017 habe sich am
ulnaren
Epicondylus
kein relevanter pathologischer Befund gezeigt. Folglich sei davon auszugehen, dass diese Beschwerden erst im Verlauf sekundär infolge einer Fehlbelastung aufgetreten und somit höchstens möglicherweise unfallkausal seien (Urk. 8/M7 S. 8).
Zusammenfassend sei in diesem komplexen, multifaktoriellen Beschwerdebild im Bereich der rechten oberen Extremität einzig die
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts noch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 1
6.
Oktober 2017 zurückzuführen
. Die übrigen Beschwerden seien krank
hafter, degenerativer Natur. Bezüglich der unfallbedingt aktivierten AC-Gelenksarthrose sei der Status quo sine erreicht. Insgesamt sei geschätzt etwa ein Drittel der Beschwerden noch auf die unfallbedingte
residuelle
Epicondylopathie
am rechten Ellbogen zurückzuführen und die übrigen zwei Drittel auf die vorbestehenden krankhaften degenerativen Veränderungen an der Halswirbel
säule und die
Rhizarthrose
. Bezüglich der
Epicondylopathia
humeri
radialis
mit Partialruptur der
Extensorensehnen
sei der Status quo sine nicht erreicht. Erfahrungsgemäss seien derartige Beschwerden häufig sehr protrahiert mit Ver
läufen von teilweise mehr als einem Jahr
(Urk. 8/M7 S. 9).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
A._
fest, in ihrer angestammten Tätigkeit als Hauswirtschafterin der Spitex bestehe aufgrund der komplexen Situation im Bereich der dominanten rechten oberen Extremität weiterhin keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Die meisten erforderlichen Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin nicht zumutbar
. Sowohl aufgrund der
Rhizarthrose
wie auch der radialen und
ulnaren
Epicondylopathie
seien repetitive Greif-, Hebe- und Haltebelastungen mit der rechten Hand nicht möglich; derartige Belastungen seien nur gelegentlich und leicht bis maximal mittelschwer zumutbar. Auch von Seiten der
cervicospondylogenen
Beschwerden seien häufiges Heben oder Tragen
von Lasten nur eingeschränkt für leichtere Gewichte möglich, für mittelschwere Gewichte nur selten und für schwere Lasten nicht. Für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seien die
residuellen
unfallbedingten Beschwerden am radialen Ellbogen nur eine Teilursache der Arbeitsunfähigkeit, wobei der Anteil nicht eindeutig bestimmt werden könne (Urk. 8/M7 S. 9).
Er gehe davon aus, ein Anteil von rund 40
%
sei unfallbedingt und die übrigen 60
%
krankheitsbedingt
. In einer angepassten Tätigkeit sei mit gleichzeitig weitergeführter symptomatischer Behandlung eine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Arbeitspensum von 50
%
aus rheumatologischer Sicht
gegeben
(Urk. 8/M7 S. 10).
Weiter führte
Dr.
A._
aus, bezüglich der unfallbedingten
residuellen
Epicondylopathie
radial sei die Beschwerdeführerin bereits erfolglos mit einer einmaligen Steroid-Injektion und nachfolgend auch mit aktiven und passiven physiotherapeutischen Massnahmen behandelt worden. Nachdem diese Behandlungen nicht zu einer zufriedenstellenden
Beschwerderegredienz
geführt hätten, seien auch andere Behandlungsmethoden in Erwägung zu ziehen. Einer
seits empfehle er eine Dosissteigerung der entzündungshemmenden Medikation. Andererseits könne eine Handgelenk-stabilisierende Orthese versucht werden. Zu Steroid-Injektionen bestünden alternative lokale Behandlungsmethoden mit teil
weise nicht schlechten Erfolgsaussichten. Dazu gehörten Injektionen mit
Platelet
-
rich
-Plasma oder Eigenblut-Therapie, Stosswellentherapie, Akupunktur und Neuraltherapie. Erst wenn diese möglichen konservativen Behandlungs
massnahmen nicht zu einer Beschwerdelinderung am radialen Ell
bogen führen
und diese Beschwerden auch im weiteren Verlauf in den Vorder
grund treten würden, wäre auch eine chirurgische Intervention zu prüfen (Urk. 8/M7 S. 10 f.).
Die noch bestehende unfallbedingte
residuelle
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts habe prinzipiell auch bei protrahiertem Verlauf eine günstige Prognose, sodass keine dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vorliege (Urk. 8/M7 S. 11).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, nannte in seinem Bericht vom 11. September 2018 als Diagnosen eine multisegmentale intervertebrale Degeneration C2 bis C7,
Bandscheibenprotrusionen
mit Neuroaffektionen C4 bis C7 sowie eine
Tendinopathie
am
Epicondylus
medialis
Ellbogen rechts. Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei am 1
6.
Oktober 2017 von einer Leiter aus circa zwei Metern Höhe direkt auf den rechten Ellbogen mit Fortleitung auf die rechte Schulter und die Halswirbelsäule gefallen (Urk. 8/M11 S. 1).
Unter Hinweis auf eine MRI-Untersuchung vom Vortag hielt er fest, da auf der Höhe der Halswirbelkörper (HWK) 5 bis 7 nebst zartem Knochenmarksödem auf derselben
Höhe ein Knochenmarksödem der
Processi
spinosi
nachweisbar sei, handle es sich vermutlich um posttraumatische Veränderungen
(Urk. 8/M11 S. 2, vgl. auch Urk. 8/M16 S. 5)
. Neben einer leichten
medialbetonten
Tendinopathie
des rechten Ellbogengelenkes seien die Befunde der Halswirbelsäule kausal für die Beschwerden der Beschwerdeführerin. Zur weiteren Abklärung der Halswirbelsäule und deren Einfluss auf die Armbeschwerden habe er die Beschwerdeführerin an eine spezielle Wirbelsäulenchirurgin überwiesen. Die Beschwerdeführerin sei seit dem Unfallereignis zu 100
%
arbeitsunfähig und auch Arbeitsversuche in angepasster Tätigkeit seien wegen Schmerzen gescheitert (Urk. 8/M11 S. 2).
Anlässlich der aktuellen Untersuchungen seien neue medizinische Befunde zu Tage getreten, welche die langandauernden Beschwerden erklären würden. Die weitere Entwicklung der Symptomatik müsse nach Behandlung der Halswirbelsäule neu beurteilt werden. Aktuell sei
die Beschwerdeführerin
weiterhin arbeitsunfähig und auch eine sitzende angepasste Tätigkeit sei nicht empfehlenswert (Urk. 8/M11 S. 3).
3.6
Dr.
med.
H._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie
und beratender Arzt der UVZ
, hielt am 18. September 2018 fest, die Befunde der MRI-Untersuchung vom 1
0.
September 2018 seien eindeutig degenerative Befunde. Das Knochenmarksödem sei auf die
Spondylarthrose
zurückzuführen. Die Fest
stellung von
Dr.
G._
, es handle sich um eine posttraumatische Veränderung, sei falsch (Urk. 8/M12 S. 1). Den Ellbogen betreffend sei es noch zu früh, um die Frage nach einer dauernden und erheblichen Schädigung zu beant
worten (Urk. 8/M12 S. 2).
Am 1
6.
November 2018 gelangte
Dr.
H._
zum Schluss, die
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 1
6.
Oktober 2017 zurückzuführen. Die im MRI vom 2
3.
November 2017 ersichtlich gewordene Partialruptur der Muskelansätze sei überwiegend wahr
scheinlich auf das Trauma zurückzuführen. Die
Epicondylitis
humeri
ulnaris
sei unfallfremd (Urk. 8/M15 S. 1).
Die HWS-Beschwerden seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingt. Im MRI vom 1
8.
Mai 2018 hätten sich eine ausgeprägte
Osteochondrose
C5/6,
Unkarthrosen
und eine
Spondylarthrose
gezeigt. Die gemäss MRI vom 2
3.
November 2017 ausgeprägte AC-Arthrose habe anlässlich der rheumatologischen Begutachtung keine Beschwerden mehr verursacht. Bei der
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
rechts handle es sich um altersentsprechende Befunde, welche eher nicht unfall
kausal seien (Urk. 8/M15 S. 2).
Auch die Degenerationen C2-7 sowie die
Band
scheibenprotrusion
C4-7 seien eher nicht unfallkausal. Vielmehr sei der
Bone
bruise
Ausdruck der
Spondylarthrose
. Aufgrund der posttraumatischen
Epicondylitis
könne die Beschwerdeführerin in Bezug auf die angestammte
Tätigkeit nicht mehr schwer tragen (maximal fünf bis zehn Kilogramm), keine nassen Lumpen mehr auswinden, keine stundenlangen Computerarbeiten verrichten, nicht stricken oder nähen und keine langen repetitiven Bewegungen ausführen wie beim Sortieren, Fenster reinigen, bügeln etc.
In einer angepassten Tätigkeit mit nicht allzu vielen Rotationen im Ellbogen sei mindestens eine 50%ige Arbeitstätigkeit zumutbar. Die im Gutachten von
Dr.
A._
beschriebenen wenigen alternativen Therapien sollten noch durchgeführt werden, indes habe nicht die Unfallversicherung dafür aufzukommen. Bei Versagen derselben sei eine Operation zu diskutieren
(Urk. 8/M15 S. 3).
Die
vom behandelnden Arzt
vorgeschlagenen Behandlungen seien unfallbedingt und sie würden dazu beitragen, die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit namhaft zu verbessern (Urk. 8/M15 S. 4).
3.7
Am 1
1.
Oktober 2018 berichtete PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, über die Beschwerdeführerin, welche sich erstmals am 2
5.
September 2018 bei ihm vorgestellt hatte. Er führte aus, die Kernspintomographie der Halswirbelsäule zeige deutliche degenerative Veränderungen der gesamten Halswirbelsäule, welche durch einen Sturz offen
sichtlich symptomatisch geworden seien (Urk. 8/M13).
Seinem Bericht vom 2
5.
September 2018
zufolge
sei möglich, dass die Halswirbelsäule für einen Teil der Beschwerden verantwortlich sei. Insbesondere die lokalen Beschwerden im Bereich des rechten Ellbogens stünden aber nicht in Verbindung mit der Halswirbelsäule (Urk. 8/M14 S. 2).
3.8
In seinem Bericht vom 2
2.
September 2018 gab
Dr.
D._
an, als Spitex-Haus
haltshilfe sei die Beschwerdeführerin auf Dauer zu 100
%
arbeitsunfähig. Davon seien circa 40
%
unfallbedingt. Für eine behinderungsangepasste Arbeit liege eine Arbeitsfähigkeit von etwa 30
%
vor (Urk. 8/M14
S. 1
).
4.
4.1
Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage und namentlich d
er
Einschätzung durch
Dr.
H._
ist
zweifelsfrei erstellt
, dass die auf die
Ep
ic
ondylitis
zurückzuführenden Beschwerden weiterhin unfallkausal sind
. Insbesondere ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht geltend gemacht, dass
diesbezüglich
de
r
Status quo sine
vel
ante am 1
3.
Juli 2018 erreicht
gewesen wäre.
Eine Einstellung der Leistungen unter diesem Titel fällt daher ausser Acht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2)
Einigkeit
unter der Ärzteschaft
herrscht darüber, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Taggeldeinstellung in der angestammten Tätigkeit als Spitex-Haus
wirtschafterin vollumfänglich arbeitsu
nfähig war (vgl. vorstehende E. 3.3
ff.).
Für die
ausgewiesene
Arbeitsunfähigkeit ist die komplexe Situation im Bereich der dominanten rechten oberen Extremität ursächlich, bei welcher unter anderem die unfallkausale
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts mit Partialruptur der
Extensorenmuskulatur
im Ansatzbereich eine Rolle spielt (vgl. namentlich E. 3.4 vorstehend).
4.2
Bezüglich einer behinderungsangepassten Tätigkeit gingen Prof.
E._
, Dr.
A._
und
Dr.
H._
von einer Arbeitsfähigkeit (mindestens) im Um
fang vom 50
%
- mithin dem bisherigen Arbeitspensum entsprechend -
aus
, der behandelnde
Dr.
D._
hingegen von einer rund 30%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehende E. 3.3, 3.4, 3.6 und 3.8).
Dr.
A._
, dessen Beurteilung nicht nur auf den Akten, sondern auch auf einer klinischen Untersuchung der Beschwerdeführerin beruht (Urk. 8/M7 S. 1),
hielt bezüglich des Zumutbarkeits
profils fest, sowohl aufgrund der
Rhizarthrose
wie auch der radialen und
ulnaren
Epicondylopathie
seien repetitive Greif-, Hebe- und Haltebelastungen mit der rechten Hand nicht möglich. Derartige Belastungen seien nur gelegentlich und leicht bis maximal mittelschwer zumutbar (Urk. 8/M7 S. 9).
Diese Beurteilung findet Stütze in den Einschätzungen von Prof.
E._
, welcher
Tätigkeiten mit der Möglichkeit zur Schonung der rechten oberen Extremität für zumutbar hielt
(Urk. 8/
M6 S. 10).
Weshalb solche angepassten Tätigkeiten nicht mindestens im Umfang von 50
%
zumutbar sein sollten, wird aus dem Bericht von
Dr.
D._
nicht ersichtlich (Urk. 8/M14 S. 1).
Ferner sollten sich die
vorwiegend
belastungs
- und bewegungs
abhängigen Schmerzen (vgl.
Urk. 8/M7 S.
7 oben
) bei einer adaptierten Tätigkeit im Rahmen halten.
Demnach ist mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mindestens im bisherigen Pensum von 50
%
auszugehen
, was auch Eingang fand in den Vorbescheid der IV-Stelle, der
auch
die unfallfremden Leiden mitberücksichtigte (
Urk.
23/1)
.
4.3
4.3.1
Der Taggeldanspruch (
Art.
16
Abs.
1 UVG) erlischt
unter anderem
mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit
in der ang
e
stammten Tätigkeit
(
Art.
16
Abs.
2 Satz 2 UVG)
und gegebenenfalls auch in einer Verweistätigkeit (
Art.
6 ATSG)
. Der Versicherer hat die Heilbehandlung und das Taggeld solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Urteil des
Bundesgerichts 8C_714/2018 vom
5.
März 2019 E. 4.4.1).
Die durch die Pflicht zur Schadenminderung gebotene Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als dem angestammten Tätigkeitsbereich bildet die Ausnahme vom Grundsatz, wonach für die Bemessung der Arbeitsunfähigkeit auf die tatsächliche Einschränkung im zuletzt ausgeübten Beruf abzustellen ist (BGE 141 V 625 E. 4.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2018 vom 5. März 2019 E. 4.4.2). Sie
setzt eine voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der
bis zum Unfallereignis
ausgeübten Berufstätigkeit einerseits und einen stabilen Gesund
heitszustand anderseits voraus; ein labiles gesundheitliches Geschehen von zeit
lich beschränkter Dauer genügt nicht (
Urteil des Bundesgerichts 8C_702/2018 vom 1
1.
Juli 2019 E. 3.1.2 mit Hinweisen)
.
4.3.2
In seinem Bericht vom
9.
April 2018 gab Prof.
E._
an, die Prognose für die bisherige Tätigkeit sei schlecht, weil die Schmerzintensität unter körperlicher Belastung steige (Urk. 8/M6 S. 5). Andererseits bezeichnete er die 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit gleichentags als «vorübergehend bis circa Ende September 2018» und
gab
an, es könne mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit beziehungsweise einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden (Urk. 8/M6 S. 9), was insgesamt eine namhafte Besserung
d
es Gesundheitszustandes mindestens als
zumindest
wahrscheinlich
erscheinen lässt.
Dr.
A._
sprach von einem sehr protrahierten Verlauf, wie das bei einer
Epicondylopathie
insbesondere mit Partialruptur der Muskelfasern häufig vor
komme (Urk. 8/M7 S. 8), und wies daraufhin, dass solche Verläufe teilweise mehr als ein Jahr andauern könnten (Urk. 8/M7 S. 9). Er empfahl, andere Behandlungs
methoden in Erwägung zu ziehen (Urk. 8/M7 S. 10 f. und vorstehende E. 3.4), und hielt fest, die noch bestehende unfallbedingte
residuelle
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts habe prinzipiell auch bei protrahiertem Verlauf eine günstige Prognose (Urk. 8/M7 S. 11).
Laut Dr.
H._
war es selbst am 18. September 2018 noch zu früh, um den Ellbogen betreffend die Frage nach einer dauernden und erheblichen Schädigung zu beantworten (
Urk.
8/M12 S. 2). Weshalb er sich am 1
6.
November 2018 gegen die Ü
bernahme der von Dr.
A._
vorgeschlagenen Therapien durch die Unfallversicherung aus
sprach, begründete er nicht (Urk. 8/M15 S. 3).
Hingegen
gab er an, die vom behandelnden Arzt vorgeschlagenen Behandlungen seien unfallbedingt und würden dazu beitragen, die unfallbedingt Arbeitsunfähigkeit namhaft zu verbessern respektive erhöhen (Urk. 8/M15 S. 4).
E
ine voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der
bis zum Unfallereignis
ausgeübten Berufstätigkeit
lag nach dem Gesagten im Zeit
punkt
des Entscheids über die
Taggeldeinstellung nicht vor
. Vielmehr erscheint
aufgrund der aus ärztlicher Sicht empfohlenen weiteren Behandlung
eine namhafte Besserung der Arbeitsfähigkeit und eine Reversibilität der unfallbedingten Schädigung
durchaus als überwiegend wahrscheinlich
.
Damit erweist sich die
mit Verfügung vom 7. September 2018 vorgenommene und mit
Einspracheentscheid
vom 11. Dezember 2018 bestätigte
Einstellung der Taggeld
leistungen per 1
3.
Juli 2018 als verfrüht (vgl. vorstehende E.
1.3 und E.
4.3.1).
Damit erübrigt sich auch die Beantwortung der Frage nach der grundsätzlichen
Zumutbarkeit
eines
Berufswechsel
s im damaligen Zeitpunkt (vgl. den Einwand in
Urk.
1 S.
8-10)
.
4.4
4.4.1
Selbst
wenn
feststehen würde
, dass die versicherte Person unter
dem Blickwinkel der Schadenminde
rungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen
hätte
, so
hätte
der Ver
sicherungsträ
ger sie dazu auf
fordern und ihr zur A
npassung an die veränderten Ver
hältnisse sowie zur Stellensuche eine
angemessene Übergangs
frist ein
räumen
müssen
, während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt. Diese Übergangsfrist bemisst sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles und ist in der Regel auf drei bis fünf Monate festzulegen (Urteil
e
des Bundesg
erichts 8C_889/2014 vom 23. Feb
ruar 2015 E. 3.2
, 8C_702/2018 vom 1
1.
Juli 2019 E. 3.2, je
mit Hinweisen
).
4.4.2
Die Beschwerdegegnerin bringt vor,
die Beschwerdeführerin habe gar keinen Berufswechsel
beziehungsweise eine berufliche Um- oder Neuorientierung
vor
zunehmen gehabt, sondern es
habe
sich lediglich um eine leichte Anpassung der angestammten Tätigkeit
gehandelt.
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage gewesen, eine weniger anspruchsvolle Tätigkeit in ihrem Beruf auszuüben. D
eshalb
habe
sie ihr hinsichtlich der Taggeldeinstellung keine Übergangsfrist ansetzen müssen (
Urk.
7 S. 5
unten
und S. 6
,
Urk.
18 S. 4
).
4.4.3
L
aut
Dr.
A._
waren der Beschwerdeführerin
indes
die meisten erforderlichen Tätigkeiten als Hauswirtschafterin der Spitex nicht mehr zumut
bar
, respektive lag keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vor
(Urk. 8/M7 S. 9)
.
Auch g
emäss der Einschätzung von Prof.
E._
bestand
im vorbestehenden Aufgabenspektrum keine Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/M6 S. 10).
Die bisherige Arbeitgeberin sah im September 2018
ebenfalls
keine Einsatzmöglichkeit für die Beschwerdeführerin (Urk. 8/M14 S. 7). In Anbetracht dieser Gegebenheiten
ist nicht davon auszugehen, dass wegen nur geringer Adaptionen im angestammten Tätigkeitsfeld
in Abweichung von obgenannter Rechtsprechung (vgl. E. 4.4.1 vorstehend)
von der Ansetzung einer Übergangsfrist Umgang genommen werden durfte. Dabei hätte nicht nur eine
Übergangsfrist angesetzt werden müssen
,
sondern
es wären
zudem
konkrete zumutbare Täti
g
keiten zu nennen gewesen (Urteile des
Bundesgericht
s 8C_702/2018 vom 11.
Juli 2019
E.
3.3 und E.
4.5
, 8C_714/2018 v
om
5.
März 2019 E. 4.4.4 und E.
4.4.4.2
)
. Überdies
hätte
die Beschwerdegegnerin
nicht zuletzt in Anbetracht des Alters der Beschwerdeführerin
die
Zumutbarkeit eines Berufswechsels
zu prüfen gehabt
, zumal im Rahmen der
Schadenminderungspflicht vo
n
v
ersicherten
Personen
nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind
(
BGE 113 V 22 E. 4a)
. Ferner hätte
die Beschwerdegegnerin
ein
en
Einkommens
vergleich
durchführen
müssen (
U
rteil
des Bundesgerichts 8C_889/2014 vom 2
3.
Februar
2015
E. 3.2 und
E. 4.2.4
)
.
4.5
Zusammenfassend waren nach dem Gesagten die von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen für die Anwendung von
Art.
6 Satz 2 ATSG nicht erfüllt. Die Arbeitsunfähigkeit war daher weiterhin aufgrund von
Art.
6 Satz 1 ATSG und somit aufgrund der bisherigen Tätigkeit zu bestimmen.
Da die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit noch vollumfänglich arbeits
unfähig war und die Taggelder gemäss
Art.
36
Abs.
1 UVG nicht gekürzt werden, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist
(vgl. dazu auch BGE 134 V 109 E. 9.5, 123 V 43 E. 2b)
, hat die Beschwerdeführerin über den 1
3.
Juli 2018 hinaus Anspruch auf Taggeld.
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides
und zur Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde.
5.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung
dieser Grundsätze
ist die
der Beschwerdeführerin
zustehende
Prozessentschädigung
ermessensweise auf Fr.
3’100
.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen
und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.