Decision ID: 262d9f68-c3b5-5742-8d8c-a9bd4bc2f529
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die A._AG wurde am 21. Juni 2018 ins Handelsregister eingetragen. Bis 8. November
2012 hatte die Unternehmung unter B._AG und danach unter C._AG firmiert. In der
Steuererklärung 2013 deklarierte die C._AG einen Reinverlust von CHF 32'951 und ein
steuerbares Eigenkapital von CHF 380'003. In der Steuererklärung 2014 bezifferte sie
das steuerbare Eigenkapital auf CHF 407'856 und den Reingewinn auf CHF 27'853,
wobei nach Verlustverrechnung ein steuerbarer Reingewinn von CHF 0 resultierte. Mit
A.a.
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E-Mail vom 25. Januar 2016 forderte der Steuerkommissär die Gesellschaft auf, zu der
gemäss liechtensteinischem Firmenindex seit 4. Oktober 2012 bestehenden
gleichnamigen C._AG mit Sitz in Vaduz (nachstehend: FL-Gesellschaft) Unterlagen zur
Beteiligungsstruktur, den wirtschaftlich Berechtigten, den Geschäftsfeldern und
allfällige Gesellschaftsverträge einzureichen. Zudem wurde sie aufgefordert, diverse
Belege zuzustellen und Buchungen zu erläutern (act. G 10/10 III/2). Eine Antwort
erfolgte am 23. Februar 2016 (act. G 10/10 III/6 Beilage "Steuernachforderung vom 25.
Januar 2016"). Im Schreiben vom 17. August 2016 ersuchte das Kantonale Steueramt
die Gesellschaft um detaillierte Offenlegung der Leistungsbeziehungen und der
Verhältnisse der FL-Gesellschaft. Für den Säumnisfall wurde eine
Ermessensveranlagung in Aussicht gestellt (act. G 10/10 III/9). Im Antwortschreiben
vom 11. September 2016 reichte die C._AG dem Steueramt weitere Unterlagen ein.
Sie wies darauf hin, dass zwischen ihr und der FL-Gesellschaft nur mündliche
Vereinbarungen und Verträge bestünden (act. G 10/10 III/11). Hierauf veranlagte das
Steueramt die Gesellschaft am 31. Januar 2017 (act. G 10/10 I/6) aufgrund des
Jahresabschlusses per Ende 2013 für die Kantonssteuern 2013 und die direkte
Bundessteuer 2013 mit einem satzbestimmenden steuerbaren Gewinn von
CHF 115'600; für die Kantonssteuern 2013 wurde sie mit einem satzbestimmenden
steuerbaren Kapital von CHF 355'000 veranlagt. Für die Kantonssteuern 2014 und die
direkte Bundessteuer 2014 erfolgte die Veranlagung mit einem satzbestimmenden
steuerbaren Gewinn von CHF 111'900 und für die Kantonssteuern 2014 mit einem
satzbestimmenden steuerbaren Kapital von CHF 359'000. Die von der Steuerbehörde
vorgenommenen Aufrechnungen zu den deklarierten Jahresgewinnen betrugen
insgesamt CHF 173'129 (2013) und CHF 107'830 (2014). Hiervon entfielen auf die
ermessensweise erfolgten Korrekturen des Umsatzes Aufrechnungen von CHF 161'000
(2013) und CHF 89'000 (2014).
Die dagegen von der C._AG erhobene Einsprache, welche sich gegen die erwähnten
Umsatzkorrekturen sowie gegen die Aufrechnung einer geldwerten Leistung an G.S.H.
von CHF 7'694 (2014) richtete (act. G 10/10 IV/1 und IV/8), wies das Steueramt mit
Entscheiden 16. Januar 2018 ab (act. G 10/10 IV/18). Die hiergegen von der
Gesellschaft, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rolf Rüegg, Uznach, mit Eingabe
vom 19. Februar 2018 erhobenen Rechtsmittel (Rekurs: Kantonssteuern; Beschwerde:
Direkte Bundessteuer; act. G 10/1) wies die Verwaltungsrekurskommission des
Kantons St. Gallen (VRK) mit Entscheid vom 16. Dezember 2019 ab (act. G 2).
A.b.
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B.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur
Ermessensveranlagung und zur Gewinnbesteuerung von Aktiengesellschaften
vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons- und
Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer
anderseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter
diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer
gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig,
dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl.
BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2). Die sachliche Zuständigkeit
des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung
zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes
über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur
Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 5. Februar 2020 entspricht zeitlich, formal
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Rüegg für die A._AG mit Eingabe vom
5. Februar 2020 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben
(Ziffer 1) und es sei gemäss Deklaration bzw. den in der Beschwerde gemachten
Ausführungen zu veranlagen (Ziffer 2); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Gunsten der Beschwerdeführerin für dieses und das vorinstanzliche Verfahren (act.
G 1, G 7).
B.a.
Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 26. Februar 2020 Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids. Der Beschwerdegegner beantragte im Schreiben vom 16. März 2020 unter
Verzicht auf eine Vernehmlassung Abweisung der Beschwerde (act. G 12). Die
Beschwerdebeteiligte und die Beschwerdeführerin verzichteten stillschweigend auf
eine Stellungnahme (act. G 13).
B.b.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
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und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 194 Abs.
1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art.
140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht die
Veranlagung der Jahresumsätze 2013 und 2014 (Honorare) durch den
Beschwerdegegner bestätigte und diesbezüglich einen Untersuchungsnotstand als
Grund für eine Ermessensveranlagung bejahte. Im Weiteren ist zu klären, ob im
vorinstanzlichen Entscheid zu Recht Gewinn-Aufrechnungen von CHF 161'000 (2013)
und CHF 89'000 (2014) gestützt auf die Annahme eines (verdeckten) Gewinntransfers
von der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft bestätigt wurden.
Nach Art. 82 Abs. 1 lit. a und b StG setzt sich der steuerbare Reingewinn einer
Aktiengesellschaft aus dem Saldo der Erfolgsrechnung und aller vor Berechnung
dieses Saldos ausgeschiedener Teile des Geschäftsergebnisses zusammen, die nicht
zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, wie
insbesondere offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und
Gewinnvorwegnahmen (Ziff. 5) sowie geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen
an Dritte (Ziff. 6). Diese Bestimmung deckt sich inhaltlich mit Art. 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11; DBG). Verdeckte
Gewinnausschüttungen sind buchmässig nicht ausgewiesene Leistungen, die unter
einem Aufwandtitel der Erfolgsrechnung belastet werden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Rz 95 zu Art. 58 DBG; Zigerlig/Oertli/
Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. A. 2013, III. Rz 111). Nach der
Rechtsprechung müssen für die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung die
folgenden Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein: (1) Die Gesellschaft erbringt eine
Leistung ohne entsprechende Gegenleistung, wodurch das Geschäftsergebnis
gemindert wird. (2) Mit der Leistung wird ein Beteiligter oder eine diesem nahestehende
Person oder Unternehmung begünstigt; ein der Gesellschaft fernstehender Dritter hätte
sie unter gleichen Bedingungen nicht erhalten; die Leistung ist also ungewöhnlich, mit
einem sachgemässen Geschäftsgebaren nicht vereinbar. (3) Der Charakter der
Leistung bzw. das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung ist für die
handelnden Gesellschaftsorgane erkennbar (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., III. Rz
112). Für die Beweislastverteilung im Zusammenhang mit verdeckten
Gewinnausschüttungen ist zu differenzieren: Ist streitig, ob einer Leistung der
2.1.
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Gesellschaft überhaupt eine Gegenleistung des Beteiligten gegenübersteht, trägt die
Gesellschaft die Beweislast für das Vorhandensein einer solchen Gegenleistung
(Beweis der geschäftsmässigen Begründetheit der Leistung). Wenn - bei
Vorhandensein einer Gegenleistung an die Gesellschaft - umstritten ist, ob zwischen
den gegenseitigen Leistungen ein offensichtliches Missverhältnis besteht und deshalb
auf eine verdeckte Gewinnausschüttung zu schliessen ist, so ist - ausgehend von der
natürlichen Vermutung für die geschäftsmässige Begründetheit der Leistung - die
Steuerbehörde für das behauptete Missverhältnis beweispflichtig (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz 109 zu Art. 58 DBG).
Art. 177 StG bestimmt, dass eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen
vorgenommen wird, wenn Steuerfaktoren oder Steuersubstrat mangels zuverlässiger
Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können oder der Steuerpflichtige seine
Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt. Aufgrund von Art. 132 Abs. 3 DBG und
Art. 180 Abs. 2 StG kann eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher
Unrichtigkeit angefochten werden (Satz 1); die Einsprache ist zu begründen und muss
allfällige Beweismittel nennen (Satz 2). Die Voraussetzungen einer
Ermessensveranlagung werden in Art. 46 Abs. 3 und Art. 48 Abs. 2 des
Steuerharmonisierungsgesetzes (SR 642.14, StHG) sowie Art. 130 Abs. 2 DBG gleich
umschrieben. Dazu gehört, dass der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine
Verfahrenspflichten nicht erfüllt -oder - die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger
Unterlagen nicht ermittelt werden können (Looser/Fenners, in: Festgabe Prof. Dr. Ulrich
Cavelti, St. Gallen 2012, S. 170 ff.). Auch bei einer Ermessensveranlagung müssen alle
Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund der Aktenlage aufdrängen und ohne
grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn sich die Ungewissheit im Sachverhalt
trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen lässt, ist eine Ermessensveranlagung
vorzunehmen (Zweifel/Hunziker, in: Zweifel/Beusch Hrsg., Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Rz. 43 zu Art. 130 DBG). Gemäss Art. 126
Abs. 1 DBG bzw. Art. 170 StG muss der Steuerpflichtige alles tun, um eine vollständige
und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck muss er auf Verlangen der
Veranlagungsbehörde unter anderem Belege vorlegen. Kommt der Steuerpflichtige
seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, muss die Veranlagungsbehörde im Sinne einer
Schliessung von Sachverhaltslücken das steuerbare Einkommen aufgrund von
Schätzungen ermitteln und eine Ermessensveranlagung vornehmen. Abklärungspflicht
wie Ermessenseinschätzung bleiben jedoch auf den Bereich beschränkt, für den die
Steuerbehörde die Beweislast trägt. Das gilt für steuerbegründende Tatsachen, d.h. für
die Einkommensseite. Für die steuermindernden Tatsachen, also für die Abzugsseite,
2.2.
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3.
liegt dagegen die Beweislast beim Steuerpflichtigen. Soweit das Gesetz dem
Steuerpflichtigen auferlegt, Behauptungen auf bestimmte Weise zu belegen, dürfen
diese daher nicht auf dem Umweg über die Ermessenseinschätzung als erwiesen
hingenommen werden. Vielmehr hat die Einschätzungsbehörde davon auszugehen,
dass behauptete Tatsachen, die der Steuerpflichtige nachzuweisen unterlässt, obschon
das Gesetz ihm die Beweispflicht auferlegt, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Zigerlig/
Oertli/Hofmann a.a.O., VII. Rz. 24; BGE 107 Ib 213 E. 5). Immerhin ist es möglich, dass
auch hinsichtlich steuermindernder bzw. steueraufhebender Tatsachen eine Schätzung
nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen ist. Dies ist dann der Fall, wenn der
Grundsachverhalt hinsichtlich der steueraufhebenden bzw. steuermindernden
Tatsachen bewiesen ist, Unklarheit aber über den Umfang besteht (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 43 zu Art. 130 DBG; BGer 2C_681/2008 vom 12.
Dezember 2008, E. 3.5). Die ermessensweise Schätzung (unter anderem anhand von
Erfahrungszahlen und Vermögensentwicklung) darf sich in der Regel nur auf die Höhe
der Steuerfaktoren beziehen. Nicht geschätzt werden darf dagegen der
steuerauslösende Grundsachverhalt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 63, 69
und 70 zu Art. 130 DBG).
Gemäss den Jahresrechnungen 2013 und 2014 (Beilage zu den Steuererklärungen
2013 und 2014) verbuchte die Beschwerdeführerin Honorare (Ertragskonto 3000) von
CHF 833'337 (2013; ohne Mehrwertsteuer) und CHF 755'910 (2014; ohne
Mehrwertsteuer). Hiervon betrafen CHF 817'300 (2013) und CHF 706'836 (2014) die
FL-Gesellschaft; die entsprechenden Beträge wurden (mit Mehrwertsteuer) dem
Aktivkonto 1190 (KK FL-Gesellschaft) belastet (vgl. act. G 10/10 I/2 und I/4 Beilagen).
Im Nachgang zur Aufforderung des Beschwerdegegners vom 25. Januar 2016,
Angaben zur Zusammenarbeit mit der FL-Gesellschaft (gemeinsam bearbeitete
Aufträge, personelle Ressourcen, Infrastruktur u.a) zu machen und Belege über die auf
dem Konto 1190 verbuchten Beträge (CHF 882'684 für 2013 und CHF 763'383 für
2014) nachzureichen (act. G 10/10 III/3), gab die Beschwerdeführerin am 23. Februar
2016 (act. G 10/10 III/6 Beilage "Steuernachforderung vom 25. Januar 2016") unter
anderem bekannt, beinahe alle Aufträge würden zusammen mit der FL-Gesellschaft
bearbeitet, je nach Auftrag mit nahezu dem gesamten Personal und dem benötigten
Teil der Infrastruktur. Schriftliche Verträge zur Zusammenarbeit seien nicht vorhanden.
Die Beschwerdeführerin legte unter anderem Kopien von Rechnungen bei, mit welchen
sie der FL-Gesellschaft Architekturleistungen in der vorerwähnten Höhe pauschal (ohne
3.1.
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Detailangaben zu den erbrachten Leistungen) und in zusammengefasster Form in
Rechnung stellte (vgl. act. G 10/10 III/6.3 und 6.4). Auf ein weiteres Schreiben vom
17. August 2016, mit welchem der Beschwerdegegner weitere Details hinsichtlich des
Kontos 1190 und der eingereichten Rechnungskopien (Einzelheiten zu den erbrachten
Leistungen) sowie umfassende Offenlegung der Leistungsbeziehung zur FL-
Gesellschaft verlangte und eine Ermessensveranlagung für den Fall der Nichtlieferung
der Informationen in Aussicht stellte (act. G 10/10 III/9), äusserte sich die
Beschwerdeführerin am 11. September 2016. Sie legte unter anderem dar, bis anhin
hätten sich die Rechnungen jeweils auf das Honorar ohne weitere Details bezogen, was
nie bemängelt worden sei. Sie erbringe Dienstleistungen für die FL-Gesellschaft,
welche ihre grösste Auftraggeberin sei. Die Aufträge würden mit fast dem ganzen
Personal und mit der benötigen Infrastruktur (der Beschwerdeführerin) erledigt.
Verrechnet würden der FL-Gesellschaft grundsätzlich die Kosten mit einem Zuschlag
von 5 % ("cost + 5 %"). Verträge/Vereinbarungen würden dabei mündlich
abgeschlossen (act. G 10/10 III/11).
Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, die
Beschwerdeführerin habe den wesentlichen Teil ihrer Erträge mit Aufträgen der FL-
Gesellschaft erzielt. Zu den auf dem Konto 3000 verbuchten Erträgen lege sie jedoch
keine Details offen. Die Leistungen auf sämtlichen Rechnungen seien nur stichwortartig
zusammengefasst worden. Das Belegprinzip erfordere es jedoch, dass für die
Buchungen nachvollziehbare Belegnachweise vorhanden seien (Art. 957a Abs. 2 Ziff. 2
und 5 OR [SR 220]). Vorliegend mangle es offensichtlich an Buchungsbelegen im Sinn
von Art. 957a OR, weshalb sich die Beschwerdeführerin denn auch nicht auf den
Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz berufen könne (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter a.a.O., Rz. 6 zu Art. 58 DBG). Die FL-Gesellschaft firmiere unter dem
gleichen Namen wie die Beschwerdeführerin, so dass ein Näheverhältnis offenkundig
erscheine. In solchen Konstellationen prüfe die Veranlagungsbehörde, ob eine
Vorteilszuwendung unter verbundenen Unternehmen (verdeckte Gewinnausschüttung)
in Form eines offensichtlichen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung
vorliege. Da auch die Ausführungen vom 11. September 2016 (act. G 10/10 III/11, mit
nur rudimentärem/schematischem Beschrieb der Geschäftsbeziehungen und
erbrachten Leistungen) nicht zur Klärung der offenen Fragen beigetragen hätten, sei
der Beschwerdegegner hinsichtlich der verbuchten Dienstleistungserträge zu Recht
von einem partiellen Untersuchungsnotstand ausgegangen. Es sei dem
Beschwerdegegner schon aus zeitlichen Gründen nicht zumutbar, vor Ort (im Rahmen
einer Steuerrevision) nach Unterlagen zu suchen. Diese seien von der Steuerpflichtigen
3.2.
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einzureichen, zumal es um grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen gehe. Das
Übereinkommen über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen (SR 0.652.1) erfasse
erst Besteuerungszeiträume ab 1. Januar 2018 und damit nicht die vorliegend streitigen
Jahre. Die Voraussetzungen für eine ermessensweise Festlegung des Umsatzes seien
erfüllt, zumal eine Ermessensveranlagung zuvor rechtsgenüglich angedroht worden sei
(act. G 2 S. 8 f.).
Durch eine verdeckte Gewinnausschüttung werde ein Unternehmen bewusst
entreichert und der Vorteilsempfänger bewusst bereichert. Mit dem Beschwerdegegner
sei von einem besonderen Näheverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der
FL-Gesellschaft auszugehen. So seien auf einer bei den Akten liegenden Rechnung
beide Gesellschaften unter "C._" aufgeführt. Sodann bestehe unter der Firma der
Beschwerdeführerin eine Unternehmung in Vaduz und unter dem Internetlink _
würden beide Gesellschaften unter der Rubrik "Kontakt" gemeinsam auftreten. Im
Weiteren sei D._ Verwaltungsrat der FL-Gesellschaft, vom 21. Juni 2012 bis
10. Oktober 2017 auch Mitglied des Verwaltungsrats der Beschwerdeführerin gewesen.
Dass der Beschwerdegegner den Leistungsaustausch zwischen den beiden
Gesellschaften hinsichtlich verdeckter Gewinnausschüttungen habe untersuchen
wollen, sei nicht zu beanstanden, zumal der Bruttogewinn II (Bruttogewinn abzüglich
Personalaufwand) im Jahr 2013 (Bruttogewinnmarge 10%) im Vergleich zu 2012
(Bruttogewinnmarge 24.8%) erheblich gesunken sei. Gemäss den Berechnungen des
Beschwerdegegners habe die Bruttogewinnmarge in den Jahren 2009 bis 2011 bei
durchschnittlich 30.47 % gelegen. Abgesehen vom Vorbringen, dass dies eine Folge
der Restrukturierung und Auslagerung von Betriebsteilen gewesen sei, habe die
Beschwerdeführerin dazu keine Ausführungen gemacht, so dass nicht nachvollziehbar
sei, weshalb der Personalaufwand 2013 trotz einer organisatorischen Ausgliederung
erheblich zugenommen habe. Die Beschwerdeführerin habe auch keine Details zu den
von ihr fakturierten Leistungen eingereicht, obwohl sie über entsprechende Grundlagen
verfügen müsse. Es sei nicht davon auszugehen, dass ein Unternehmen eine
Rechnung über CHF 817'300 ohne vertragliche Abmachung oder Leistungsdetails
akzeptieren würde. Selbst wenn alle Verträge/Abmachungen mündlich erfolgt sein
sollten, hätte die Beschwerdeführerin deren Inhalt in den wesentlichen Zügen darlegen
können, zumal im internationalen Verhältnis erhöhte Beweisanforderungen gelten
würden. Auch den Abschlussunterlagen der FL-Gesellschaft (act. G 10/10 IV/9 prüfen)
lasse sich dazu nichts entnehmen, zumal sie keine Details enthalten würden und die
Jahre 2012 und 2013 in der Erfolgsrechnung zusammengefasst worden seien. Gleiches
gelte für die Zusammenfassung der Zahlen beider Gesellschaften (act. G 10/7). Es gehe
nicht um eine konsolidierte Betrachtung der Ergebnisse, sondern um die Vermutung, es
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habe ein verdeckter Gewinntransfer von der Beschwerdeführerin zu FL-Gesellschaft
stattgefunden. Die Beschwerdeführerin habe mithin weder die Grundlagen ihrer
Geschäftsbeziehung mit der FL-Gesellschaft offengelegt noch dargelegt, weshalb die
Bruttogewinnmarge in den Jahren 2013 und 2014 deutlich tiefer ausgefallen sei als in
den Vorjahren. Die vom Beschwerdegegner vorgenommenen Gewinnaufrechnungen
seien nicht zu beanstanden (act. G 2 S. 10-12).
Die Beschwerdeführerin bestreitet das Vorliegen der Voraussetzungen für eine
Veranlagung der Jahresumsätze 2013 und 2014 nach Ermessen und das Bestehen
eines Untersuchungsnotstandes. Die Vorinstanz unterlasse es darzulegen, inwiefern ein
Untersuchungsnotstand vorgelegen habe. Die Beschwerdeführerin habe umfassend
Auskunft erteilt, wobei es ihr allerdings nicht gelungen sei, die vorgefasste Meinung
des Beschwerdegegners zu erschüttern. Auch habe sie erklärende Unterlagen über
Leistungsbeziehungen und Beteiligungsverhältnisse eingereicht. Die Vorinstanz
verkenne, dass höchstens eine Gewinnverschiebung von FL nach CH hätte stattfinden
können, und nicht umgekehrt. Denn dass eine zu tiefe Leistungsverrechnung
vorgenommen worden sei, hätte der Beschwerdegegner allein aus der eingereichten
vollständigen und revidierten Jahresrechnung der Beschwerdeführerin erkennen
müssen. Der Beschwerdegegner habe alle Zahlen zur Verfügung, um eine zu tiefe
Leistungsverrechnung beurteilen zu können. Es sei unglaubwürdig, wenn er behaupte,
auf die FL-Zahlen und -Unterlagen angewiesen zu sein. Weder der Beschwerdegegner
noch die Vorinstanz würden erklären bzw. begründen, worin die verdeckte
Gewinnausschüttung bestehen solle. Sie würden es als klar erachten, dass eine
wirtschaftliche und personelle Verbundenheit bestehe, weshalb nach ihrer
Argumentation auch von einer verdeckten Gewinnausschüttung ausgegangen werden
müsse. Dies sei Willkür vom Feinsten. Die Begründungspflicht werde im ganzen
Verfahren verletzt. Worin das behauptete Näheverhältnis bestehe, sei nie begründet
worden. Ignoriert werde, dass derselbe Frontmann und dieselbe Unternehmung für
unterschiedliche, unabhängige Aktionäre arbeiten würden. Es sei im Weiteren so, dass
die FL-Gesellschaft eine Rechnung über CHF 817'300 ohne Leistungsdetails akzeptiert
habe. Die Zusammenfassung der Zahlen beider Gesellschaften (act. G 7) zeige
deutlich, dass keine Gewinnverschiebung habe stattfinden können. Die Vorinstanz
habe ihr Ermessen unterschritten, indem sie nicht geprüft habe, ob die Vermutung der
Gewinnverschiebung mit Blick auf die zusammengefassten Zahlen überhaupt noch
Bestand haben könne. Die Beschwerdeführerin habe dargelegt, weshalb die
Brutttogewinnmarge tiefer ausgefallen sei. Zudem wisse der Beschwerdegegner als
intimer Aktenkenner, welche Betriebsteile wann ausgelagert worden seien. Im Weiteren
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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sei nicht nachvollziehbar, wie die angewandte Schätzungsmethode bzw. der Satz von
25 % begründet werde. Der Sachverhalt sei nicht alltäglich. Er dürfe nicht einfach zu
Lasten der Beschwerdeführerin ausgelegt werden. Der Beschwerdegegner habe alle
notwendigen Unterlagen und Informationen für eine ordentliche Veranlagung besessen.
Die FL-Gesellschaft habe erklärt, dass mit Ausnahme einer revidierten Jahresrechnung
mit Vorjahreszahlen keine weiteren Unterlagen geliefert werden könnten, da dies nicht
im Interesse der Gesellschaft bzw. der Aktionäre liege. Die Beschwerdeführerin könne
nur das herausgeben, über was sie rechtlich verfüge. Mehr von ihr zu verlangen, sei
Willkür. Die Fragen seien von der Beschwerdeführerin nicht "abgeblockt" worden. Der
Beschwerdegegner habe die Tatsachen unter Weglassung von Wesentlichem für sich
zurechtgebogen (act. G 1).
3.4.
Nach der Rechtsprechung sind erhöhte Beweiserfordernisse zu beachten, wenn es um
internationale Geschäfts- und Rechtsbeziehungen geht, weil sich die Verhältnisse des
ausländischen Leistungsempfängers der Kontrolle durch die inländischen
Steuerbehörden entziehen. Es sind die gesamten Umstände darzulegen, die im
konkreten Fall zur Ausrichtung von Leistungen geführt haben. Es sind die Verträge der
jeweiligen Grundgeschäfte vorzuweisen sowie allfällige schriftliche Vereinbarungen,
ferner die Korrespondenz mit den Leistungsempfängern und den allenfalls involvierten
Banken. Die geschäftsmässige Begründetheit muss auch in einem solchen Fall derart
nachgewiesen werden, dass sich die Steuerbehörde vergewissern kann, dass
geschäftliche Gründe und nicht die engen persönlichen und wirtschaftlichen
Beziehungen für die geldwerte Leistung ausschlaggebend waren (vgl. BGer
2C_797/2012 vom 31. Juli 2013, E. 2.2.2 mit Hinweisen, sowie BGer 2C_201/2014 vom
2. Dezember 2014 E. 6.2 und E. 8.2). Vorliegend ist vom Fehlen von detaillierten und
belegten Angaben zu Aktionariat, Verwaltungsrat und Geschäftstätigkeit der FL-
Gesellschaft sowie insbesondere zur geschäftlichen Zusammenarbeit mit der
Beschwerdeführerin auszugehen, da die Beschwerdeführerin die entsprechenden
Angaben auch auf wiederholte Aufforderung des Beschwerdegegners (vgl. vorstehende
E. 3.1 m.H. auf act. G 10/10 III/3 und III/9) nicht lieferte und sich im vorliegenden
Verfahren wie dargelegt (vorstehende E. 3.3.) auf das fehlende Interesse der FL-
Gesellschaft an einer Datenbekanntgabe sowie fehlende rechtliche Voraussetzungen
berief. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auch
hinsichtlich steuererhöhender Tatsachen mitwirkungspflichtig ist; dies selbst dann,
wenn hierfür die Veranlagungsbehörde die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu
3.4.1.
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tragen hat (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 126 DBG). Mit Blick
auf das Fehlen von detaillierten Angaben betreffend die rechtlichen und geschäftlichen
Beziehungen der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft sowie gestützt auf die
nachvollziehbar begründeten vorinstanzlichen Darlegungen erfolgte hinsichtlich der
Honorare, welche der FL-Gesellschaft von der Beschwerdeführerin in den streitigen
Jahren in Rechnung gestellt wurden, bereits daher zu Recht eine
Ermessensveranlagung. Die Grundlagen der Aufrechnungen sind schlüssig belegt. Die
Ermessensveranlagung wurde auch im Sinn von Art. 45 Abs. 3 StHG und Art. 130 Abs.
2 DBG angedroht (act. G 10/10 III/9).
Wurde zu Recht eine Ermessensveranlagung vorgenommen, so hat der Einsprecher
(Beschwerdeführerin) die Unrichtigkeit der Veranlagung (Art. 132 Abs. 3 DBG, Art. 180
Abs. 2 StG) nachzuweisen; es kommt mithin zu einer Umkehr der
Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen. Die offensichtliche Unrichtigkeit
der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen
werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit
entfallen die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung, weil die
Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen Veranlagung einwandfrei ermittelt werden
können. Zum anderen steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass die
Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist im Rahmen
der Einsprache verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 67 zu Art. 132 DBG). Ob die Beschwerdeführerin im
Einspracheverfahren die offensichtliche Unrichtigkeit der Veranlagungen tatsächlich
nachgewiesen hat und der Beschwerdegegner zu Recht darauf eingetreten ist, kann
offenbleiben. Vorliegend begründete die Vorinstanz das Näheverhältnis (im Sinn der
Rechtsprechung zur verdeckten Gewinnausschüttung; vorstehende E. 2.1 zweiter
Absatz) zwischen der Beschwerdeführerin und der FL-Gesellschaft und die
Rechtmässigkeit der Annahme eines verdeckten Gewinntransfers im angefochtenen
Entscheid einlässlich und überzeugend (act. G 2 S. 11 f.). Das Näheverhältnis zeigt sich
- neben den im vorinstanzlichen Entscheid angeführten Aspekten - auch darin, dass
E._, F._ und G._ als Organe der Beschwerdeführerin in den Jahren 2013 und 2014 je
einen Lohn von der FL-Gesellschaft bezogen (vgl. act. G 10/10 IV/10). Sodann hatte
E._ gegenüber dem Beschwerdegegner bereits am 4. Mai 2012 bestätigt, dass die
Beschwerdeführerin seit 2010 bis dato sämtliche in Liechtenstein ausgeführten
Aufträge über den Firmensitz in der Schweiz abgerechnet habe; die Niederlassung in
Vaduz führe keine eigene Buchhaltung (act. G 10/10 V/5). Ein Näheverhältnis kann
3.4.2.
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bereits von daher nicht zweifelhaft sein. Umstände, welche es in Frage stellen könnten,
werden von der Beschwerdeführerin nicht einmal behauptet.
Erklärungsbedarf ergab sich für Beschwerdegegner und Vorinstanz insbesondere aus
dem Umstand, dass die Bruttogewinnmarge II von 24.8 % im Jahr 2012 auf 10 % im
Jahr 2013 gesunken war und 2014 16.6 % betrug. Auch die Tatsache, dass der
Personalaufwand 2013 (CHF 727'019; act. G 10/10 I/1 f.) im Vergleich zu 2012
(CHF 622'747; act. G 10/10 I/3 f.) - trotz organisatorischer Ausgliederung von Aufgaben
an die FL-Gesellschaft - erheblich zugenommen hatte, hätte einer nachvollziehbaren
Erläuterung der Beschwerdeführerin bedurft. Zu Recht weist die Vorinstanz in diesem
Zusammenhang darauf hin, dass der Inhalt mündlicher Verträge/Abmachungen - das
Vorliegen schriftlicher Abmachungen wird von der Beschwerdeführerin verneint - von
ihr hätte dargelegt werden können und müssen. Sodann konnte der
Beschwerdegegner - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 3
Ziff. 3 Absatz 3) - die Angemessenheit der Leistungsverrechnung gegenüber der FL-
Gesellschaft nicht allein anhand der Jahresrechnungen der Beschwerdeführerin
überprüfen bzw. eine allfällig zu tiefe Leistungsverrechnung erkennen und bemessen.
Nachdem hierfür vielmehr Details zu den von der Beschwerdeführerin gegenüber der
FL-Gesellschaft fakturierten Leistungen und Angaben zu (mündlich getroffenen)
vertraglichen Abmachungen notwendig gewesen wären, solche indes in den
vorinstanzlichen (und auch im vorliegenden) Verfahren nicht bekannt gegeben und
Beteiligungsverhältnisse nicht offengelegt wurden, helfen die von der
Beschwerdeführerin vorgelegten konsolidierten Zahlen beider Gesellschaften (act. G 7)
in diesem Zusammenhang augenscheinlich nicht weiter. Allein die Behauptung, dass
die beiden Gesellschaften "unterschiedliche, unabhängige Aktionäre" hätten (act. G 1
S. 4 Ziff. 4 am Schluss), genügt für eine Offenlegung der Beteiligungsverhältnisse nicht.
Diese Gegebenheiten bildeten zureichenden Anlass für die Annahme eines
Gewinntransfers von der Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft in Form einer zu
tiefen Leistungsverrechnung gegenüber der FL-Gesellschaft. Diese Annahme/
Vermutung wurde durch die - wie dargelegt mit dem Gegenbeweis belastete -
Beschwerdeführerin in der Folge nicht ausgeräumt. Aus der Rüge, es sei keine Busse
ausgesprochen worden, kann nichts zugunsten der Beschwerdeführerin abgeleitet
werden.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 3 f.) wurde ein
verdeckter Gewinntransfer nicht (nur) mit der wirtschaftlichen und personellen
Verbundenheit der beiden Gesellschaften begründet, sondern vor allem mit den
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4.
Veränderungen der Bruttogewinn-Marge im Zeitverlauf, den gestiegenen
Personalkosten (trotz behaupteter Auslagerung von Aufgaben) und der Beweislage
hinsichtlich des Umfangs der fakturierten Leistungen und der diesbezüglich fehlenden
Mitwirkung der Beschwerdeführerin. Damit liegt auf Seiten des Beschwerdegegners
bzw. der Vorinstanz weder eine Verletzung der Begründungspflicht noch Willkür vor.
Wenn sich die Beschwerdeführerin - bei bestehendem Näheverhältnis zur FL-
Gesellschaft - darauf beruft, dass die Lieferung von weiteren Unterlagen nicht im
Interesse der FL-Gesellschaft bzw. von deren Aktionären liege (act. G 1 S. 6), so lässt
sich als Folge davon die Beurteilung lediglich auf die vorhandene Aktenlage abstützen.
Die Berechnungsdetails für die Zugrundelegung einer Bruttogewinnmarge von 25 %
wurden der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 31. Januar 2017 (vgl. act. G 10/10 I/5
Beilage S. 2) mitgeteilt. Ausgehend von einer durchschnittlichen Bruttogewinnmarge II
für die Jahre 2009 bis 2011 von 30 % sowie der Annahme, dass die FL-Gesellschaft
effektiv bestimmte wirtschaftliche Funktionen ausübt, unterstellte der
Beschwerdegegner für die CH-Gesellschaft (Beschwerdeführerin) eine
Bruttogewinnmarge II von 25 %. Diese Pauschalisierung erscheint angesichts dessen,
dass die Beschwerdeführerin keine Details zu den Aufgaben/Funktionen der FL-
Gesellschaft und zur Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin offenlegte,
nachvollziehbar und sachgerecht. Die Annahme eines Gewinntransfers von der
Beschwerdeführerin zur FL-Gesellschaft sowie die auf einer Bruttogewinnmarge II von
25 % basierenden Gewinnaufrechnungen 2013 und 2014 von CHF 161'000 und
CHF 89'000 lassen sich dementsprechend nicht beanstanden.
Somit ist die Beschwerde unter Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids vom
16. Dezember 2019 abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
(Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine
Entscheidgebühr von CHF 3'000 (B 2020/20: CHF 1'800; B 2020/21: CHF 1'200)
erscheint angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die amtlichen Kosten werden mit den von der
Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet.
4.1.
Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, SR 172.021).
4.2. bis
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