Decision ID: d1c5ed90-f542-4b5f-9e2d-fa8a11ffbccc
Year: 2022
Language: de
Court: AG_SVWG
Chamber: AG_SVWG_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Gericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Verfügung vom 20. April 2020 wurden A. und B. von der
Steuerkommission C. für das Jahr 2018 zu einem steuerbaren Einkommen
von CHF 118'900.00 und zu einem steuerbaren Vermögen von
CHF 441'000.00 veranlagt. In Abweichung von der Selbstdeklaration
wurden anstelle der geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten von
CHF 23'452.00 lediglich CHF 13'825.00 zum Abzug zugelassen, davon
CHF 10'187.00 für die Liegenschaft D 1 in R..
2.
Gegen die Verfügung vom 20. April 2020 erhoben A. und B. mit Schreiben
vom 15. Mai 2020 Einsprache. Die Steuerkommission C. ging vom
folgenden Begehren aus:
"Die effektiven Liegenschaftsunterhaltskosten für die Liegenschaft, D 1, in R.
seien vollumfänglich zu gewähren."
3.
Mit Entscheid vom 7. Dezember 2020 wies die Steuerkommission C. die
Einsprache ab.
4.
Den Einspracheentscheid vom 7. Dezember 2020 (Zustellung am 10. De-
zember 2020) haben A. und B. mit rechtzeitigem Rekurs vom 5. Januar
2021 (Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht,
Abteilung Steuern, weitergezogen. Sie stellen den folgenden Antrag:
"Die als Liegenschaftsunterhalt geltend gemachten Aufwendungen von
Fr. 12'562.83 sollen als Aufwand gewährt werden."
Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.
5.
Das Steueramt Q. und das Kantonale Steueramt beantragen die Ab-
weisung des Rekurses.
6.
A. und B. haben keine Replik erstattet.
7.
Mit Eingabe vom 14. Juli 2022 haben A. und B. aufforderungsgemäss
weitere Unterlagen eingereicht.
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Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2018.
Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember
1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September
2000 (StGV).
2.
2.1.
Die Rekurrentin und ihre Schwester sind Eigentümerinnen der Liegenschaft
D 1 in R. und verwalten diese selber (vgl. Einsprache vom 15. Mai 2020).
Es handelt sich dabei um ein 3-stöckiges Mehrfamilienhaus. Mit dieser
Liegenschaft wurden im Jahr 2018 Mietzinsen von total CHF 82'500.00
erzielt (vgl. "Mietzinseinnahmen 2018 ohne Heiz- und
Nebenkostenanteile"). Davon ist entsprechend ihrem Eigentumsanteil die
Hälfte von der Rekurrentin als Einkommen zu versteuern (vgl. Details Steu-
erveranlagung 2018). Im Gegenzug beantragen die Rekurrenten einen Ab-
zug für die folgenden Auslagen (vgl. Rekurs):
a) Kosten für Abonnement "E." CHF 424.00
b) Anteil Kosten für Büro, Heizung, Strom, Wasser CHF 7'680.00
c) Anteil Kosten für Telefon, Internet CHF 2'616.00
d) Pauschal-Heizkosten Büro F. CHF 1'482.83
e) Spesen für Verwaltung (CHF 30.00/Mt.) CHF 360.00
Total CHF 12'562.83
Diese Auslagen werden im Rekurs wie folgt "kommentiert":
 Abo 'E.', wird für Wohnungsinserate und auch um den Überblick
über die aktuellen Mietzinse in R. zu erhalten, benötigt
 Anteil Büro, Heizung, Strom, Wasser wird zur Erstellung der Ab-
rechnungen und auch zur Abwicklung der Verwaltung der Liegen-
schaft benötigt
 Der Anteil Telefon und Internet werden ebenfalls für die Verwaltung
der Liegenschaft eingesetzt
 Die Pauschal-Heizkosten Büro F. können nicht weiterverrechnet
werden und sind somit reiner Liegenschaftsaufwand
 Für die Verwaltung fallen Weg- und Restaurantspesen an. Es er-
scheinen CHF 30.00/Monat als angemessen
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2.2.
Die Steuerkommission C. hat diese Kosten nicht zum Abzug zugelassen,
weil es um eine private Vermietung einer privaten Liegenschaft gehe, nicht
um eine selbständige Tätigkeit. Daher handle es sich bei den fraglichen
Kosten um private Lebenshaltungskosten. Auch die Entlohnung von
Eigenleistungen stelle keinen abziehbaren Aufwand dar (vgl. Ein-
spracheentscheid, S. 2).
3.
Gemäss § 30 Abs. 1 lit. a StG sind insbesondere Erträge aus Vermietung
und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen steuerbar. Dabei können
bei Liegenschaften im Privatvermögen gemäss § 39 Abs. 2 StG die Unter-
haltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegen-
schaften, Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch
Dritte davon zum Abzug gebracht werden.
4.
Die Vermietung eigener Liegenschaften gehört zur üblichen Verwaltung pri-
vaten (Anlage-)Vermögens (vgl. VGE vom 30. Juni 2021 [WBE.2020.405]).
Bei der Annahme, sie sei Gegenstand eines geschäftlichen Betriebes ist
bei fehlender selbstständiger Erwerbstätigkeit auf Grund von
Liegenschaftshandel grösste Zurückhaltung geboten (RGE vom 24. Januar
2007 [3-RV.2005.50126], mit Verweis auf ASA 74 S. 741). Die Vorinstanz
beurteilt daher vorliegend die Vermietung der fraglichen Liegenschaft zu
Recht als private Vermögensverwaltung (vgl. VGE vom 17. Mai 2022
[WBE.2021.365]).
5.
5.1.
Das aargauische Verwaltungsgericht führt im Urteil vom 17. Mai 2022
(WBE.2021.365) betreffend Steuerpflichtigen, welche im in ihrer
selbstbewohnten Mietwohnung in X. eingerichteten Büro ihre 4,5-Zimmer-
Eigentumswohnung in Z. verwalteten (zimmerweise Vermietung an fünf
verschiedene Personen), das Folgende aus (Ziff. II.5.1.2. [Kursiv im
Original]):
"[....]
Bei den Kosten für die Büromiete in der Mietwohnung in X. und den Kosten für
das Internet handelt es sich keineswegs um echte Nebenkosten der Liegen-
schaft an der Y-Strasse in Z. Im Gegensatz zu Kosten für Strom, Warmwasser,
Heizung und Treppenhausreinigung handelt es sich nämlich bei den Kosten für
die Büromiete und das Internet im Büro nicht um Beträge, welche mit der Nut-
zung der Mietsache zusammenhängen. Vielmehr handelt es sich hierbei um
Vermögensverwaltungskosten, die mit der allgemeinen Verwaltung der Liegen-
schaft zusammenhängen und folglich höchstens als Liegenschaftsunterhalts-
kosten gemäss § 39 Abs. 2 StG zum Abzug gebracht werden könnten. Gemäss
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dem ausdrücklichen Wortlaut des Gesetzes wären indes auch unter diesem Ti-
tel nur die Kosten der Vermögensverwaltung durch Dritte abzugsfähig. Für die
eigenen Bemühungen zur Verwaltung der Liegenschaft kann der Steuerpflich-
tige dagegen keinen Abzug geltend machen (DIETER EGLOFF, a.a.O., N 62
zu § 39). Soweit aus den Akten ersichtlich, besorgen die Beschwerdeführer die
Verwaltung der Liegenschaft in Z. von ihrer Mietwohnung in X. aus selbst [......].
Das Spezialverwaltungsgericht hat dementsprechend die Kosten für die Büro-
miete und das Internet im Büro in X. zu Recht nicht als Betriebs- und Verwal-
tungskosten zum Abzug zugelassen [...]."
5.2.
Daraus folgt, dass sämtliche im Zusammenhang mit der Verwaltung der
fraglichen Liegenschaft durch die Rekurrentin (und ihre Schwester) ent-
standenen Kosten nicht abzugsfähig sind, weil es sich dabei nicht um Kos-
ten der Vermögensverwaltung durch Dritte handelt. Für die eigenen Bemü-
hungen der Rekurrentin (und ihrer Schwester) zur Verwaltung der frag-
lichen Liegenschaft kann aufgrund der gesetzlichen Regelung kein Abzug
gewährt werden.
Die geltend gemachten Kosten für Büro, Heizung, Strom, Wasser, Telefon,
Internet sowie die Spesen für Verwaltung sind daher steuerlich nicht ab-
zugsfähig.
5.3.
Gemäss der Rechtsprechung des aargauischen Verwaltungsgerichts ge-
hören die Kosten für Medien (u.a. Abonnemente von Zeitungen) nicht zu
den Vermögensverwaltungskosten (VGE vom 28. August 2014
[WBE.2013.483]), bestätigt durch Bundesgerichtsurteil vom 10. August
2015 [2C_929/2014]). Diese Rechtsprechung ist zwar im Zusammenhang
mit der Verwaltung von Wertschriften ergangen, lässt sich aber nach
Auffassung des Spezialverwaltungsgerichts ohne Weiteres auf die vorlie-
gende Liegenschaftsvermietung übertragen. Die Kosten für das Abonne-
ment "E." sind daher steuerlich nicht abzugsfähig.
5.4.
5.4.1.
Die Rekurrenten beantragen im Rekurs einen Abzug für die Pauschal-Heiz-
kosten Büro F. von CHF 1'482.83, weil diese nicht weiterverrechnet werden
könnten und somit reiner Liegenschaftsaufwand seien.
5.4.2.
In der Stellungnahme vom 14. Juli 2022 räumen die Rekurrenten (unter
Beilage des mit der F. per 1. Januar 1999 abgeschlossenen Mietvertrages)
ein, dass ihnen "bei der Heizkostenabrechnung sowie der Aufstellung für
die Steuererklärung gleich zwei Fehler unterlaufen" und "die pauschal-
Heizkosten gedeckt" sind. Da lediglich der monatliche Mietzins von netto
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CHF 850.00 (Jahresmiete netto CHF 10'200.00) besteuert wurde, fällt der
geltend gemachte Abzug von CHF 1'482.83 ausser Betracht.
6.
Der Rekurs erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Bei diesem Verfahrensausgang haben die Rekurrenten die Kosten des Re-
kursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenent-
schädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG).
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