Decision ID: cff1ba90-1b23-4798-b416-08bb79de6110
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war seit
8.
Januar 1987 im Umfang eines
teil
zeit
lichen
Arbeitspensums als Sicherheitsangestellter bei der
Y._
AG,
Z._
, tätig (
Urk.
9/8), als er sich am 3
0.
Januar 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
9/3). Nach Erlass eines Vorbescheids
(
Urk.
9/29-30) sprach
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
dem Versicherten mit Verfügung vom
1
9.
November
2014 (Urk. 2
= Urk. 9/35/1-8
)
mit Wirkung ab
1.
August 2013,
bei einem Invaliditätsgrad von
100
%,
eine ganze Invalidenrente im Sinne einer Teilrente nach
der
Rentenskala 42
zu.
2.
Mit Eingabe vom
3.
Januar 2015
(
Poststempel;
Urk. 1) erhob
der
Ve
rsicherte gegen die Verfü
gung
der IV-Stelle vom
1
9.
November
2014 (Urk. 2
) Beschwerde
und beantragte sinngemäss, es sei ihm eine Vollrente zuzusprechen
, und es seien
ihm die Jahre 1980 bis 1984 als Beitragsjahre anzurechnen, da er während die
ser Zeit an der
A._
und an der Universität
B._
studiert habe. Mit der Beschwerde reichte der Versicherte unter
a
nderem Kopien eines
Marken
heftes
für Studierende
mit Beitragsmarken für die Jahre 1981 bis 1984
(Urk. 3/4-5) ein.
Mit
der
Beschwerdeantwort vom
2
7.
März 2015 (
Urk.
7)
beantragte die IV-Stelle,
es sei die Sache an sie zurückzuweisen, damit sie die
Berechnungs
grundlagen
des Rentenbetrages neu festlegen könne, und reichte
eine Stellung
nahme der Ausgleichskasse
Promea
, Schlieren, vom 1
7.
März 2015 (
Urk.
8/1) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Invalidenrenten entsprechen den Altersrenten der Alters- und
Hinterlasse
nenversicherung
(
Art.
37
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung,
IVG). Für die Berechnung der ordentlichen Invalidenrenten sind die Bestim
mungen des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversi
che
rung
(AHVG) sinngemäss anwendbar. Der Bundesrat kann ergänzende Vorschrif
ten erlassen (
Art.
36
Abs.
2 IVG). In
Art.
32
Abs.
1 der Verordnung über die In
validenversicherung (IVV) hat er vorgesehen, dass die
Art.
50-53
bis
der Verord
nung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) sinn
ge
mäss für die ordentlichen Invalidenrenten gelten.
1.2
Die ordentlichen Renten der AHV und IV gelangen als Vollrenten oder
Teilren
ten
zur Ausrichtung, wobei Anspruch auf die volle Rente besteht, wenn die
Beitragsdauer vollständig ist (
Art.
29
Abs.
2 AHVG). Die Beitragsdauer ist voll
ständig, wenn eine Person gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (
Art.
29
ter
Abs.
1 AHVG), wobei gemäss
Art.
29
ter
Abs.
2 AHVG als Beitragsjahre Zeiten gelten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (
lit
. a), in welchen der Ehegatte gemäss Artikel 3 Absatz 3 AHVG mindestens den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat (
lit
. b) oder für die Erziehungs- oder
Betreu
ungs
gut
schriften
angerechnet werden können (
lit
. c). Bei unvollständiger
Beitrags
dauer
besteht Anspruch auf eine Teilrente, entsprechend dem gerundeten Ver
hältnis zwischen den vollen Beitragsjahren der versicherten Person und den
jeni
gen ih
res Jahrganges (
Art.
38
Abs.
2 AHVG).
1.3
Gemäss
Art.
29
bis
Abs.
1 AHVG werden für die Rentenberechnung die
Beitrags
jahre
, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungs
gutschriften der
ren
ten
berechtigten
Person zwischen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Alters
jahres und dem 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) berücksichtigt.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
Novem
ber 2014 (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer eine anre
chenbare
Bei
tragsdauer
von 30 Jahren und 4 Monate
n
bei einer notwendigen Beitragsdauer für eine Vollrente von 32 Jahren aufweise,
und
berücksichtig
t
e bei der
Renten
berechnung
die Rentenskala 4
2.
Den
Rentenbetrag
setzte sie
auf Fr. 1‘912.-- fest.
Sie
stellte
in der angefochtenen Verfügung
zudem
fest
,
dass
die Teilrente auf Grund von Beitragslücken
in der Zeit
vom
1.
Januar 1981 bis 3
1.
Dezember 1984 erfolge (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer br
ach
t
e
hiegegen
vor, dass er in den Jahren 1980 bis 1984 an der
A._
und an der Universität
B._
studiert habe, weshalb ihm diese Zeit als Beitragszeit anzurechnen sei (
Urk.
1).
2.3
Die Ausgleichskasse
Promea
führte in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
März 2015 an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/1) aus, dass sie nach einer Verbuchung der auf Grund des Markenheftes für Studierende ausgewiesenen Beitragsjahre im
individuellen Konto des Beschwerdeführers eine neue Berechnung der Invali
den
rente des Beschwerdeführers vornehmen werde.
3.
Den vom Beschwerdeführer mit der Beschwerde eingereichten Kopien eines
Mar
ken
heftes
für Studierende (Urk. 3/4-5) ist zu entnehmen, dass er
als Stud
ent
für
die Zeit vom
1.
Januar 1981 bis 3
1.
Dezember 1984
durch den Kauf von Bei
tragsmarken
AHV-, IV
- und EO-Beiträge
entrich
tete.
4.
Die Sache ist daher
in Übereinstimmung mit den Anträgen der
Beschwerde
geg
nerin
(
Urk.
7)
an
diese
zurückzuweisen, damit sie beim Beschwerdeführer das Markenheft für Studierende im Original
einhole
,
die Sache
anschliessend
an die
zuständige Ausgleichskasse zur erneuten Berech
nung der Rente (
Art.
60
Abs.
1
lit
. b IVG) überweise
, und
in der Folge
in
betrag
li
cher
Hinsicht über den Ren
ten
anspruch des Beschwerdeführers ab
1.
August 2013 neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde daher gutzuheissen.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
4
00.-- fest
zusetzen und
der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.