Decision ID: 73d6d850-82ec-530f-9892-2ad58ff63a40
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, Vadianstrasse 44,
Postfach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Wartezeittaggeld
Sachverhalt:
A.
A.a O._, Jahrgang 1971, meldete sich im Mai 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Berufsberatung, Umschulung,
Arbeitsvermittlung und Rente. Er gab an, eine Bandscheibenoperation gehabt zu haben
und unter Rückenschmerzen zu leiden (IV-act. 1). Die A._ AG als letzte Arbeitgeberin
des Versicherten wies im Fragebogen vom 11. Mai 2005 darauf hin, sie habe das seit
1997 bestehende Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 30. Juni 2005 wegen
langer Arbeitsunfähigkeit gekündigt (IV-act. 9-1). Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Neurochirurgie, nannte im Arztbericht vom 9. September 2005 die Diagnosen Status
nach Diskushernienoperation L5/S1 im Juni 2002, Status nach mikrochirurgischer
Disektomie L5/S1 beidseits und Stabilisation L5/S1 links am 19. August 2004 und
belastungs- und bewegungsabhängige Lumbalgien mit vorübergehender
Lumboischialgie links. Die bisherige körperlich schwere Tätigkeit als Abkanter sei dem
Versicherten nicht mehr zumutbar. Für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Arbeit mit Heben von Gewichten bis zehn Kilogramm sei er voll arbeitsfähig (IV-
act. 16-2, 16-4). Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Diensts
(RAD) hielt am 25. Oktober 2005 unter Hinweis auf den Bericht von Dr. B._ fest, die
Eingliederungsfähigkeit sei versicherungsmedizinisch ausgewiesen (IV-act. 17).
A.b Mit zwei Verfügungen vom 3. Januar 2006 wies die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten auf Arbeitsvermittlung und auf Rente ab (IV-act. 21, 22). Mit einer gegen
beide Verfügungen gerichteten Einsprache vom 31. Januar 2006 (IV-act. 29) reichte die
Rechtsvertretung des Versicherten einen Bericht von Dr. B._ vom 27. Dezember
2005 ein. Dieser hielt darin fest, dass der Versicherte aktuell über bewegungs- und
belastungsabhängige Lumbalgien mit wechselnder Lumboischialgie beidseits klage.
Aus neurologischer Sicht sei es zurzeit nicht zumutbar, dass er irgendeine Tätigkeit
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ausübe. Bis zum Entscheid der IV über eine Umschulung sei der Versicherte auch für
eine leichtere Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 30-27). Mit Verfügung vom
7. März 2006 widerrief die IV-Stelle daraufhin die Verfügungen vom 3. Januar 2006 (IV-
act. 58) und gab bei Dr. med. C._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, ein Gutachten in Auftrag. Dieses datiert vom
5. April 2006 und nennt weitgehend dieselben Diagnosen wie Dr. B._ in seinem
Bericht vom 9. September 2005. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Abkanter in einer Metallbaufirma betrage bei voller Stundenpräsenz noch ca. 15%.
Körperlich leichte Tätigkeiten, die abwechslungsweise stehend und sitzend in
temperierten Räumen durchgeführt werden könnten, ohne dass dabei regelmässig
Gegenstände über zehn Kilogramm gehoben oder getragen und häufig
unphysiologische, insbesondere gebeugte Körperhaltungen eingenommen werden
müssten, seien dem Versicherten bei voller Stundenpräsenz zu ca. 65% zumutbar (IV-
act. 65).
A.c Die IV-Stelle veranlasste daraufhin eine Abklärung in Bezug auf berufliche
Massnahmen bei einem ihrer Eingliederungsberater (IV-act. 72). Dieser veranlasste eine
berufliche Abklärung (BEFAS) in der Abklärungsstätte Appisberg in Männedorf (vgl. IV-
act. 85). Mit Vorbescheid vom 17. Januar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
sie gedenke, ihm die Ausrichtung eines Wartezeittaggelds zu verweigern (IV-act. 89).
Im Einwand vom 19. Februar 2007 beantragte Rechtsanwalt Roland Hochreutener in
Vertretung des Versicherten die Ausrichtung eines Wartezeittaggelds ab 1. August
2005 (IV-act. 99-2). Die IV-Stelle verfügte am 7. März 2007 ablehnend über das
Wartezeittaggeld. Als versicherte Person ohne Berufsabschluss habe der Versicherte in
erster Linie Anspruch auf Arbeitsvermittlungsbemühungen der IV. Als erster Schritt sei
deshalb eine BEFAS-Abklärung vorgesehen. Zurzeit sei noch nicht klar, ob berufliche
Eingliederungsmassnahmen folgen würden. Im Rahmen der Abklärung solle unter
anderem geklärt werden, ob der Versicherte die erforderlichen Voraussetzungen/
Ressourcen für eine allfällige anschliessende Eingliederungsmassnahme mitbringe.
Keinesfalls stehe fest, dass neben der Arbeitsvermittlung andere, weitergehende
Eingliederungsmassnahmen überhaupt möglich und angezeigt seien. Ausserdem
bleibe zu bedenken, dass der Versicherte als Hilfsarbeiter zwar in der bisherigen
Tätigkeit zu 85% eingeschränkt sei, nicht aber grundsätzlich in jeder
Hilfsarbeitertätigkeit mindestens 50% arbeitsunfähig sei. Die Grundvoraussetzung für
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ein Wartezeittaggeld, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in der bisherigen Tätigkeit
vorliegen müsse, sei damit ebenfalls in Frage gestellt (act. G 1.1.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters des
Versicherten vom 23. April 2007. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung. Dem
Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Wartezeittaggelder auszurichten, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Anspruch auf Wartezeittaggeld beginne
spätestens vier Monate nach der Anmeldung für den Fall, dass die IV-Stelle längere
Zeit benötige, um zu entscheiden, ob berufliche Eingliederungsmassnahmen angezeigt
seien. Nicht erforderlich sei, dass bereits konkrete Eingliederungsmassnahmen
angezeigt seien. Entscheidend sei allein, dass Eingliederungsmassnahmen ernsthaft in
Betracht fallen würden. Dass diese Voraussetzung gegeben sei, werde selbst von der
Beschwerdegegnerin zumindest sinngemäss anerkannt, indem sie unter Hinweis auf
die Einschätzung des Eingliederungsberaters festhalte, je nach Ergebnis der BEFAS-
Abklärung stehe anschliessend eine Umschulung an. Das Erfordernis der
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% beziehe sich nach der Rechtsprechung klar auf
die bisher von der versicherten Person bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens
ausgeübte Erwerbstätigkeit. Beim Beschwerdeführer käme nicht nur Arbeitsvermittlung
in Frage. Selbst die Beschwerdegegnerin ziehe eine Umschulung zumindest ernsthaft
in Erwägung. Auch die veranlasste BEFAS-Abklärung spreche klar gegen einen blossen
Arbeitsvermittlungsanspruch. Soweit die Beschwerdegegnerin die Abweisung des
Leistungsanspruchs in der angefochtenen Verfügung erstmals damit begründe, der
Beschwerdeführer habe als Person ohne Berufsabschluss keinen Anspruch auf eine
Umschulung, missachte sie den eingliederungsrechtlichen Grundsatz der annähernden
Gleichwertigkeit, zumal der Beschwerdeführer mit einem Jahressalär von Fr. 74'000.-
zweifelsohne nicht mehr unter die Kategorie "ungelernte Arbeitskraft" falle (act. G 1).
B.b Mit Schreiben vom 14. Mai 2007 stellte der Rechtsvertreter des Versicherten dem
Gericht den BEFAS-Schussbericht vom 23. April 2007 zur Kenntnis zu. Die berufliche
Abklärung hatte vom 12. Februar 2007 bis 9. März 2007 gedauert (act. G 4, 4.1).
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B.c In der Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit des
Versicherten werde zurzeit in einem zweimonatigen Einsatz im Projekt Werkstatt in
D._ abgeklärt. Selbst wenn die Eingliederung aus medizinischen und
berufsberaterischen Gründen gegeben sein sollte, wäre noch zu prüfen, ob der
Versicherte als Gesunder ganztags arbeiten würde. Am 4. Mai 2007 habe er nämlich
angegeben, er könne am Morgen nicht arbeiten, da er wegen Kinderbetreuung zuhause
sein müsse. Aber auch bei einem möglichen ganztägigen Einsatz wäre die
Eingliederungsfähigkeit grundsätzlich fraglich. Der Versicherte sei nämlich ungelernt. Er
sei bisher Hilfsarbeiter gewesen und werde dies auch in Zukunft bleiben. Mangels
Ausbildung komme eine Umschulung nicht in Frage, höchstens eine Einarbeitung oder
eine Arbeitsvermittlung. Der Beschwerdeführer befinde sich (noch) nicht in einer
Einarbeitung, sodass er (noch) keinen Taggeldanspruch habe. Er habe Anspruch auf
Taggelder für die Untersuchungszeiten in Appisberg und im Projekt Werkstatt. Die
angefochtene Verfügung sei nicht zu beanstanden (act. G 6).
B.d Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 6. Juli 2007 an seinen Anträgen
festhalten. In formeller Hinsicht falle auf, dass die Beschwerdeführerin sich in der
Beschwerdeantwort erstmals einlässlich mit der Angelegenheit auseinandergesetzt
habe und mehrere neue Tatsachen und Argumente erwähne. Das Kriterium der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% habe sie erstmals in der
angefochtenen Verfügung in Frage gestellt. Bereits dieses Vorgehen stehe im
Widerspruch zu der mit der Einführung des Vorbescheidverfahrens bezweckten
umfassenden Wahrung des rechtlichen Gehörs. Erstmals in der Beschwerdeantwort
werde die Abweisung zudem damit begründet, dass mangels Ausbildung eine
Umschulung nicht in Frage komme. Weiter werde ein vollkommen neues Argument aus
dem Hut gezaubert, indem die Beschwerdegegnerin aus dem Umstand, dass der
Beschwerdeführer im Rahmen eines gegenwärtig stattfindenden zweimonatigen
Eingliederungsversuchs den Nachmittag als bevorzugte Einsatzzeit angegeben habe,
den offensichtlich unzulässigen Schluss ziehe, es sei fraglich, ob er als Gesunder einer
ganztägigen Arbeit nachgehen könne. Selbst wenn die Schlussfolgerungen der
Beschwerdegegnerin zutreffend wären, was explizit bestritten werde, dürften dem
Beschwerdeführer aus der fehlenden Begründung im vorinstanzlichen Verfahren keine
Nachteile erwachsen. Die Beschwerdegegnerin habe Art. 57a IVG i.V.m. Art. 42 und
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Art. 49 Abs. 3 ATSG verletzt. Dies müsse im Grundsatz zur Aufhebung der
angefochtenen Verfügung führen. Bei einer Heilung des Mangels durch das Gericht sei
die Verletzung der Begründungspflicht allerdings in jedem Fall bei der Kostenverlegung
zu berücksichtigen (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 24. Juli 2007 auf eine weitere
Vernehmlassung (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil bei
der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung
vom 7. März 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 132 V 215 Erw. 3.1.1;
Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, Erw. 3), sind vorliegend die bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Nach Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) haben die Parteien Anspruch auf
rechtliches Gehör. Daraus ergibt sich der Anspruch, sich zu tatsächlichen Fragen
äussern zu können. Geht es um Fragen rechtlicher Natur, besteht grundsätzlich kein
Anspruch auf Äusserung (Kieser Ueli, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Rz. 13 zu
Art. 42). Ausnahmsweise besteht ein Äusserungsrecht, wenn sich die Verwaltung auf
eine Rechtsnorm stützen will, deren Anwendung nicht vorhergesehen werden konnte
(Locher Thomas, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, § 68 Rz. 32).
Um dem Betroffenen eine Stellungnahme zu ermöglichen, muss ihm der
voraussichtliche Inhalt der Verfügung – bzw. zumindest die wesentlichen Elemente
davon – bekannt gegeben werden, sofern er diesen Inhalt nicht voraussehen konnte
(Häfelin Ulrich/Müller Georg/Uhlmann Felix, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl.,
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Zürich 2006, S. 361 Rz. 1681). Gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG sind Verfügungen zu
begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Auch die
Begründungspflicht folgt aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs. Die Begründung
muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf die sich ihr Entscheid stützt (Kieser, a.a.O., Rz. 23 zu Art. 49).
2.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rügt in der Replik erstmals eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs, u.a. weil die Beschwerdegegnerin in der Verfügung
ein Argument für die Ablehnung aufgeführt habe, das sie im Vorbescheid nicht erwähnt
habe. Die Beschwerdegegnerin stelle in der Verfügung erstmals in Frage, ob die
verlangte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% überhaupt
gegeben sei (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin wiederholte in der angefochtenen
Verfügung die zentrale Begründung des Vorbescheids, wonach zur Beurteilung der
Eingliederungsfähigkeit weitere Abklärungen nötig wären, weshalb kein Anspruch auf
Wartezeittaggeld bestehe. Zudem nahm sie zum Einwand des Rechtsvertreters vom
19. Februar 2007 Stellung. Sie führte im letzten Absatz der Begründung im Sinn einer
Ergänzung aus, es bleibe zu bedenken, dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter
zwar in der bisherigen Tätigkeit zu 85% eingeschränkt, nicht aber grundsätzlich in jeder
Hilfsarbeitertätigkeit mindestens 50% arbeitsunfähig sei. Die Grundvoraussetzung für
ein Wartezeittaggeld, dass eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
vorliegen müsse, sei damit ebenfalls in Frage gestellt (act. G 1.1.2).
2.3 Dem Beschwerdeführer wurden im Vorbescheid der als massgeblich erachtete
Sachverhalt, die relevanten Rechtsgrundlagen sowie eine Erläuterung der
vorgesehenen rechtlichen Würdigung dargelegt. Der Vorbescheid erfüllte damit die an
ihn gestellten Anforderungen. Es sprengt den Rahmen des Vorbescheidverfahrens,
wenn darin die detaillierte Darlegung sämtlicher möglicherweise entscheidrelevanter
Argumente und rechtlichen Würdigungen gefordert würde. Die von der
Beschwerdegegnerin in der Verfügung am Rande erwähnte Argumentation betreffend
Arbeitsunfähigkeit von 50% ist zudem nicht die zentrale Begründung der Abweisung,
sondern warf vielmehr lediglich einen zusätzlichen Gedanken auf, der schliesslich
jedoch nicht abschliessend behandelt wurde und für sich allein nicht entscheidrelevant
gewesen wäre. Dies erkannte auch der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers. In der
Beschwerde wies er darauf hin, als Begründung für die Ablehnung mache die
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Beschwerdegegnerin hauptsächlich geltend, zurzeit sei noch nicht klar, ob berufliche
Eingliederungsmassnahmen folgen würden. Seine Bemühungen konzentrieren sich
denn in erster Linie auch auf die Widerlegung dieser Argumentation. Dies macht
offensichtlich, dass der Beschwerdeführer auch dann Beschwerde erhoben hätte,
wenn die Beschwerdegegnerin den letzten Absatz der Begründung der Verfügung
weggelassen hätte. Die Beschwerdegegnerin hat die Begründung der
Leistungsablehnung in der Verfügung nicht in für den Beschwerdeführer völlig
unvorhersehbarer Weise komplett ausgewechselt, wodurch dieser zur
Beschwerdeerhebung gezwungen worden wäre, um sich zur Sache äussern zu können.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ergibt sich durch die Begründungsergänzung in
der Verfügung nicht. Dasselbe hat für die Argumente in der Beschwerdeantwort zu
gelten. Dort stellte die Beschwerdegegnerin insbesondere Überlegungen zum
materiellen Anspruch auf berufliche Massnahmen an – die für die vorliegend
massgebende Fragestellung ohnehin nicht von zentraler Bedeutung sind –, lieferte aber
nicht etwa erstmals eine Begründung für ihre Ablehnungsverfügung. Da der
Beschwerdeführer bereits seit Erhalt des Vorbescheids über den als relevant
erachteten Sachverhalt, die Rechtsgrundlagen und die Kernelemente der rechtlichen
Würdigung informiert war, wurde das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht
verletzt.
3.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf Wartezeittaggeld seit 1. August 2005 bis zum Antritt der
BEFAS-Abklärung am 12. Februar 2007. Die leistungsablehnende Verfügung datiert
vom 7. März 2007. Zu jenem Zeitpunkt befand sich der Beschwerdeführer noch in der
BEFAS-Abklärung und bezog dort unbestrittenermassen ein IV-Taggeld (vgl. IV-
act. 104). Nicht Gegenstand dieses Verfahrens bildet sodann ein allfälliger
Taggeldanspruch für die Zeit nach Abschluss der BEFAS-Abklärung, da dies nicht zum
Anfechtungsgegenstand der Verfügung vom 7. März 2007 zählt. Die
Beschwerdegegnerin hat darüber offenbar (noch) nicht verfügt (vgl. IV-act. 111).
4.
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4.1 Nach Art. 22 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung hat eine
versicherte Person während der Eingliederung Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an
wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Eingliederung verhindert ist,
einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50%
arbeitsunfähig ist. Der Bundesrat bestimmt, unter welchen Voraussetzungen Taggelder
für nicht zusammenhängende Tage sowie für Untersuchungs-, Warte- und Anlernzeiten
gewährt werden können (aArt. 22 Abs. 5 IVG). Gestützt auf diese Ermächtigung hat der
Bundesrat Art. 18 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201; in
der bis Ende 2007 gültigen Fassung) erlassen. Nach dieser Bestimmung hat eine
versicherte Person, die zu mindestens 50% arbeitsunfähig ist und auf den Beginn
bevorstehender Eingliederungsmassnahmen warten muss, für die Wartezeit Anspruch
auf Taggeld (Abs. 1). Der Anspruch beginnt im Zeitpunkt, in dem die IV-Stelle aufgrund
ihrer Abklärungen feststellt, dass Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind,
spätestens aber vier Monate nach Eingang der Anmeldung (Abs. 2). Rentenbezüger,
die sich einer Eingliederungsmassnahme unterziehen, haben keinen Anspruch auf ein
Taggeld für die Wartezeit (Abs. 3). Soweit die versicherte Person Anspruch auf ein
Taggeld der Arbeitslosenversicherung hat, besteht gemäss Abs. 4 kein Anspruch auf
das Taggeld der IV.
4.2 In ständiger Rechtsprechung (BGE 116 V 86; ZAK 1991, 178; AHI 1996, S. 189;
AHI 1997, S. 169 und AHI 2000, S. 206) hat das Bundesgericht (bis Ende 2006:
Eidgenössisches Versicherungsgericht) in diesem Zusammenhang erkannt, dass der
Anspruch auf Taggelder definitionsgemäss voraussetze, dass der Versicherte auf den
Beginn von Eingliederungsmassnahmen warten müsse und nicht bloss auf
Abklärungsmassnahmen, welche die nötigen Angaben über seinen
Gesundheitszustand, seine Tätigkeiten, seine Arbeitsfähigkeit, seine
Eingliederungsfähigkeit sowie die Zweckmässigkeit von Eingliederungsmassnahmen
liefern sollen. Ausserdem müsse die Eingliederungsmassnahme subjektiv und objektiv
angezeigt sein. Hingegen werde nicht verlangt, dass die Verwaltung darüber bereits
eine Verfügung erlassen habe, es genüge, dass solche Massnahmen im konkreten Fall
ernsthaft in Betracht gezogen worden seien (vgl. BGE 117 V 277 Erw. 2a). Blosse
Abklärungsmassnahmen lösen zwar ein Taggeld, aber keinen
Wartezeittaggeldanspruch aus (I 334/02 vom 3. September 2002, Erw. 4).
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4.3 Der Beschwerdeführer wurde vom zuständigen RAD-Arzt am 25. Oktober 2005 als
aus versicherungsmedizinischer Sicht eingliederungsfähig bezeichnet (IV-act. 17).
Nachdem Dr. B._ den Beschwerdeführer im Bericht vom 27. Dezember 2005 jedoch
auch für leichtere Tätigkeiten als voll arbeitsunfähig bezeichnet hatte (IV-act. 30-27),
wies der RAD-Arzt am 20. Februar 2006 darauf hin, dass in diesem Fall aufgrund der
fehlenden ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt keine beruflichen Massnahmen in Betracht kommen würden. Um
auszuschliessen, dass es sich lediglich um eine andere Beurteilung des im
Wesentlichen gleichen und gegenüber dem Arztbericht von Dr. B._ vom
9. September 2005 unveränderten medizinischen Sachverhalt bzw.
Gesundheitsschaden handle und um die vom Rechtsvertreter vorgebrachte
Verschlechterung des Gesundheitsschadens zu objektivieren, schlug der RAD-Arzt eine
unabhängige Begutachtung vor (IV-act. 47). Mindestens bis zum Vorliegen des
Gutachtens C._ war die objektive Eingliederungsfähigkeit zweifelhaft und konnte
jedenfalls noch nicht zuverlässig beurteilt werden. Das Ergebnis der von Dr. C._
vorgenommenen Begutachtung vom 5. April 2006 war eine Arbeitsfähigkeit von 65%
für optimal adaptierte Tätigkeiten; die versicherungsmedizinische
Eingliederungsfähigkeit konnte also grundsätzlich als gegeben betrachtet werden (IV-
act. 65; vgl. auch IV-act. 68).
4.4 Nach Kenntnis der versicherungsmedizinischen Beurteilung wurde ein
Abklärungsauftrag für berufliche Massnahmen erteilt. Die zuständige Sachbearbeiterin
wies am 15. August 2006 darauf hin, unter Berücksichtigung des zuletzt erzielten
Einkommens müsse der Anspruch auf berufliche Massnahmen gegebenenfalls geprüft
werden, wenn hiermit die Erwerbsfähigkeit wesentlich verbessert werden könnte (IV-
act. 72). Der zuständige Eingliederungsberater hielt am 12. Januar 2007 in einem
Zwischenbericht fest, der Beschwerdeführer sei motiviert und habe grosses Interesse
an beruflichen Massnahmen. Er habe aber keine Vorstellung, wie und in welcher
Tätigkeit er die vorhandene Restarbeitsfähigkeit verwerten könne. Um sich nach
längerer Arbeitsabstinenz neu orientieren zu können und herauszufinden, welche
Tätigkeiten ihm mit den vorhandenen Einschränkungen noch möglich seien, beantragte
der Eingliederungsberater für den Beschwerdeführer eine BEFAS-Abklärung (IV-
act. 85). Im Abklärungsauftrag wurden der BEFAS-Einrichtung Appisberg folgende
Ziele bzw. Fragen gestellt: Vornahme einer Leistungsabklärung; Abklärung, ob für eine
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Weiterbildung Ressourcen vorhanden seien; Aufzeigen von diversen leichteren
Tätigkeiten und Ideen zur Verwertung der vorhandenen Ressourcen (IV-act. 95). Die
BEFAS-Abklärung sollte also insbesondere klären, ob Eingliederungsmassnahmen
überhaupt geeignet wären und das Kriterium der Zweckmässigkeit erfüllen würden. Die
IV-Stelle sah im Zeitpunkt der BEFAS-Auftragserteilung demnach noch keine
bestimmen Eingliederungsmassnahmen im Sinn der oben zitierten Rechtsprechung
vor. Sie hatte auch nicht etwa Vorkehren getroffen, die der Umsetzung einer
Umschulung vorangehen (z.B. die Suche nach einer Einrichtung oder einem
Arbeitgeber mit einem geeigneten Arbeitsplatz; vgl. etwa AHI 2000, S. 208, Erw. 2b).
4.5 Die Abklärung in Appisberg bestätigte, dass dem Beschwerdeführer
behinderungsgerechte Tätigkeiten stehend/sitzend, auch mit Gelegenheit, ein paar
Schritte zu gehen, bei sechsstündiger Tagespräsenz mit einer Tagesleistung von 65%
zugemutet werden könnten. Empfohlen wurde ein aufbauendes Arbeitstraining.
Aufgrund der knappen schulischen Ressourcen und Stärken im manuellen Arbeiten
könnten insbesondere praktisch orientierte Umschulungsmassnahmen wie eine
Einarbeitung empfohlen werden. Ebenfalls möglich seien wenig schulische Kenntnisse
voraussetzende Ausbildungen wie etwa diejenige zum Bauteilemonteur. In
Zusammenschau der verschiedenen Abklärungsergebnisse und der bereits längeren
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sei dem verunsicherten Beschwerdeführer nach
Rücksprache mit der Beschwerdegegnerin ein aufbauendes und stabilisierendes
Arbeitstraining in einer der Institutionen der IV empfohlen worden (IV-act. 103-8 f.). In
einem undatierten Zwischenbericht bezog sich der zuständige Eingliederungsberater
auf den BEFAS-Schlussbericht und hielt fest, grundsätzlich habe beim
Beschwerdeführer eine genügend grosse Motivation für die Eingliederung ausgemacht
werden können. Trotzdem bleibe unsicher, ob wegen der subjektiv empfundenen
Schmerzproblematik eine konstante Arbeitsleistung umgesetzt werde. Deshalb habe
man eine Abklärung im IIZ-Programm (interinstitutionelle Zusammenarbeit)
vorgeschlagen. Um für die Arbeitsvermittlung in der freien Wirtschaft eine klare
Referenz zu haben und den Versicherten in seiner Leistungsfähigkeit einschätzen zu
können, sei eine Abklärung der praktischen Tätigkeit unumgänglich (IV-act. 109).
4.6 Für das vorliegende Verfahren ist das Ergebnis der BEFAS-Abklärung und das
darauffolgende Arbeitstraining grundsätzlich zwar nicht beachtlich, weil für die
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Beurteilung auf den Sachverhalt abzustellen ist, wie er sich bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 7. März 2007 zugetragen hat. Diese Akten neueren
Datums verdeutlichen jedoch, was bereits vor Veranlassung der BEFAS-Abklärung
erkennbar war: Die Beschwerdegegnerin konnte vor der beruflichen Abklärung noch
nicht beurteilen, ob Eingliederungsmassnahmen ernsthaft in Frage kämen. Bis zum
BEFAS-Bericht waren verschiedene wesentliche Punkte noch weitgehend ungeklärt.
So sollte die Realisierbarkeit der ärztlich attestierten Arbeitsfähigkeit verifiziert werden.
Weiter war die Beschwerdegegnerin nicht in der Lage, die schulischen und
intellektuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers insbesondere in Bezug auf eine
Umschulung abzuschätzen. Auch die Eingliederungsbereitschaft war unsicher, hatte
doch etwa die letzte Arbeitgeberin des Beschwerdeführers angegeben, dieser habe
eine angebotene Umplatzierung im Betrieb nicht angenommen (IV-act. 9-2), wozu die
Beschwerdegegnerin vermerkt hatte, gemäss Auskunft der Arbeitgeberin hätte es sich
um eine vorwiegend sitzende, leichte Tätigkeit zum gleichen Lohn gehandelt (IV-
act. 39). Die Beschwerdegegnerin konnte also noch nicht beurteilen, ob
Eingliederungsmassnahmen subjektiv und objektiv tatsächlich angezeigt wären. Da die
Eingliederungsfähigkeit also noch nicht zuverlässig beurteilt werden konnte, hat die
BEFAS-Abklärung als Abklärungsmassnahme im Sinn der oben zitierten
Rechtsprechung zu gelten, worauf auch etwa ihre kurze Dauer von lediglich 20 Tagen
hinweist (vgl. etwa ZAK 1991, 179, Erw. 3; I 334/02 vom 3. September 2002, Erw. 4;
BGE 121 V 190 Erw. 4e).
5.
5.1 Da es sich bei der BEFAS-Abklärung lediglich um eine Abklärungsmassnahme
handelte, die insbesondere Aufschluss über die grundsätzliche Eingliederungsfähigkeit
und die Zweckmässigkeit von Eingliederungsmassnahmen geben sollte, ist ein
Anspruch auf Wartezeittaggeld für die Zeit vor Beginn der BEFAS-Abklärung
ausgeschlossen. Die angefochtene Verfügung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden
und die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint bis
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als angemessen. Sie ist dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von
ihm geleistete Kostenvorschuss in gleiche Höhe ist anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG