Decision ID: c3b9906c-68c5-54ce-b185-3ef0c64dbe81
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden, syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie,
gelangten eigenen Angaben zufolge am 22. Dezember 2016 in die
Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ)
F._ um Asyl nachsuchten. Am 30. Dezember 2016 wurden sie zur
Person, zum Reiseweg sowie summarisch zu den Gesuchsgründen be-
fragt (Befragung zur Person [BzP]) und am 9. Oktober 2018 eingehend an-
gehört.
Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten sie im Wesentlichen geltend,
sie hätten seit Beginn der Unruhen in Syrien bis zur Ausreise in Afrin gelebt.
Der Beschwerdeführer habe nach Abschluss der neunten Klasse als Da-
menschneider gearbeitet und nach Beginn des Krieges als Transporteur
und Verkäufer von Wasser aus einem Tankwagen. Aus dem regulären Mi-
litärdienst sei er im September 1998 entlassen worden. In der BzP machte
er geltend, er habe Syrien verlassen, da er von den syrischen Behörden in
den Reservedienst hätte eingezogen werden können. Ein Freund seines
Vaters mit Verbindungen zur Armee habe seinen Vater über eine bevorste-
hende Aufforderung zur Leistung von Reservedienst informiert und ihm
deshalb zur Ausreise geraten. In der vertieften Anhörung gab er an, er sei
ausgereist, weil er in den Reservedienst einberufen worden sei. Als er sei-
nen Führerausweis in Aleppo habe erneuern lassen wollen, sei er auf dem
Weg an einem Kontrollposten der Regierung festgehalten, beleidigt und
geschlagen worden. Man habe ihm dort erklärt, er werde wegen des Re-
servedienstes gesucht. Wenn er einen bestimmten Betrag bezahle, werde
er aber freigelassen. Er habe deshalb seinen Vater angerufen und diesen
gebeten, das Geld zu beschaffen, indem er eine Halskette seiner Frau (der
Beschwerdeführerin) verkaufe. Nachdem sein Vater am folgenden Tag eine
Geldsumme überbracht habe, sei er freigelassen worden und nach Afrin
zurückgekehrt. Zwei bis drei Monate nach diesem Vorfall habe ein Kollege
des Vaters gesagt, der Beschwerdeführer würde wegen des Militärdienstes
gesucht. Eine persönliche Aufforderung zum Reservedienst habe es nicht
gegeben, da Afrin nicht von den Behörden des Regimes kontrolliert gewe-
sen sei. Auch habe es in den nächsten zweieinhalb bis drei Jahren bis zur
Ausreise keine weiteren Vorfälle mehr gegeben, da er nicht mehr nach Al-
eppo gereist sei und die Regierung in Afrin nicht präsent gewesen sei. Wei-
ter machte der Beschwerdeführer geltend, er sei von den YPG (Volksver-
teidigungseinheiten) aufgefordert worden, Militärdienst zu leisten. Diese
seien einmal in seiner Abwesenheit aufgetaucht und hätten seine Frau
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nach ihm gefragt. Aus diesen Gründen und weil er sich als syrischer Kurde
erniedrigt gefühlt habe sowie wegen des Krieges habe er beschlossen, das
Land zu verlassen. Die Beschwerdeführerin hat angegeben, sie habe
ebenfalls während neun Jahren die Schule besucht, nach der Heirat habe
sie als Hausfrau und Mutter gelebt. In der BzP machte sie geltend, ihr Mann
laufe Gefahr, von den syrischen Behörden verhaftet zu werden, wahr-
scheinlich werde er wegen des Reservedienstes gesucht. Dies habe ihr
Schwiegervater, der pensionierter Polizist sei, gesagt. Auf Nachfrage hin
erklärte sie, er sei nie gesucht worden, aber wenn die Behörden ihn sehen
würden, würden sie ihn verhaften. Anlässlich der Anhörung gab sie an, der
Beschwerdeführer sei eines Tages auf dem Weg nach Aleppo festgenom-
men worden. Sie habe am Abend einen Anruf von ihm erhalten, mit wel-
chem er sie angewiesen habe, Geld zu besorgen. Am folgenden Tag sei
ihr Schwiegervater gekommen und mit dem Geld aus der Veräusserung
ihrer Halskette sei der Beschwerdeführer freigelassen worden. In Afrin
seien Bomben gefallen und die Kinder hätten nicht zur Schule gehen kön-
nen. Ausserdem seien Leute der YPG gekommen und hätten den Be-
schwerdeführer mitnehmen wollen. Auch den zwölfjährigen Sohn hätten
diese später mitnehmen wollen, da dieser aber gerade operiert worden sei,
hätten sie dessen Mitnahme auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Auch der älteste Sohn der Beschwerdeführenden machte geltend, es seien
zwei Mal Leute der YPG gekommen, das erste Mal, um die Namen aufzu-
nehmen und das zweite Mal, um ihn mitzunehmen, was aber aufgrund sei-
ner Operation kurz zuvor nicht möglich gewesen sei.
Anlässlich der Anhörung reichten die Beschwerdeführenden unter ande-
rem eine Einberufung des Beschwerdeführers zum Reservedienst zu den
Akten, ausgestellt am 28. Februar 2015. Dieser lässt sich entnehmen, dass
bei einem Nichterscheinen innert 15 Tagen von einer Desertion aus dem
Militärdienst ausgegangen werde. Der Vater des Beschwerdeführers habe
das Dokument auf Nachfrage hin beim Rekrutierungsbüro erhalten, unge-
fähr im April 2018.
B.
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 (Eröffnungsdatum unbekannt) stellte
das SEM fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingseigen-
schaft nicht erfüllen und lehnte ihre Asylgesuche ab. Der Vollzug der Weg-
weisung wurde als unzumutbar befunden und zugunsten einer vorläufigen
Aufnahme aufgeschoben. Am 7. November 2018 erliess das SEM eine
neue Verfügung identischen Inhalts, welche jene vom 31. Oktober 2018
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ersetzt, da es bei der ersten Verfügung nur eines der drei Kinder der Be-
schwerdeführenden aufgenommen hatte.
C.
Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 4. Dezem-
ber 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten
die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und Rückweisung der Sa-
che an die Vorinstanz zur vollständigen und richtigen Abklärung und Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts, eventualiter die Gutheissung
der Asylgesuche, subeventualiter die Feststellung der Flüchtlingseigen-
schaft sowie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung, unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses.
Als Beweismittel reichten sie eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit
vom 7. November 2018 zu den Akten.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2018 stellte die Instruktionsrich-
terin den legalen Aufenthalt der Beschwerdeführenden während des Ver-
fahrens fest. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung gut und setzte der Vorinstanz Frist zur Vernehm-
lassung.
E.
Mit Vernehmlassung vom 14. Dezember 2018 hielt das SEM an seiner Ver-
fügung vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
F.
Am 4. Januar 2019 replizierten die Beschwerdeführenden.
G.
Mit Eingabe vom 11. Juni 2020 informierte der neue Rechtsvertreter unter
Einreichung einer Vollmacht über die Übernahme des Mandats und bat um
Zustellung aller Korrespondenz an ihn.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
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Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die Beschwerdeeingabe richtet sich ausschliesslich gegen die Ablehnung
des Asylgesuchs, die Feststellung des SEM, die Beschwerdeführenden
würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, sowie die Anordnung der
Wegweisung. Die Frage des Vollzugs der Wegweisung bildet damit nicht
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder
Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht
haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung
des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge
(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Das SEM begründete seine Verfügung im Wesentlichen damit, die Aus-
führungen der Beschwerdeführenden, wonach der Beschwerdeführer ein-
mal auf dem Weg nach Aleppo festgenommen worden und erst am folgen-
den Tag nach einer Geldzahlung freigelassen worden sei, könne nicht ge-
glaubt werden, da es sich dabei um ein zentrales Vorbringen handle, wel-
ches aber anlässlich der BzP nicht erwähnt worden sei. Zusätzliche Zweifel
an einer Festnahme würden dadurch auftreten, dass die Beschwerdefüh-
renden während der BzP auf die Frage, ob sie in ihrem Heimatland je Prob-
leme mit Armee, Polizei oder Behörden gehabt hätten, mit «Nein» geant-
wortet hätten. Ferner seien die Aussagen des Beschwerdeführers betref-
fend die Festnahme und die Zeit auf dem Kontrollposten trotz Nachfragen
oberflächlich, schematisch und undifferenziert ausgefallen. Auch der zeitli-
che Ablauf ergebe keinen Sinn. So habe der Beschwerdeführer angege-
ben, sein Vater sei etwa Ende 2013 von einem Freund über die Einberu-
fung in den Reservedienst informiert worden. Der Vorfall am Kontrollposten
sei zweieinhalb oder drei Jahre vor der Ausreise im September 2016 ge-
schehen, also Herbst 2013 / Anfang 2014. Ferner habe er geltend gemacht,
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das Ausstellungsdatum der Einberufung zum Reservedienst (28. Feb-
ruar 2015) sei das Datum, ab welchem er gesucht worden sei. Dies stimme
nicht überein. Auch die Beschwerdeführerin habe widersprüchliche Aussa-
gen gemacht indem sie vorgebracht habe, ihr Mann sei seit drei Jahren
wegen des Reservedienstes gesucht worden, auf Nachfrage hin dann aber
geltend gemacht habe, er sei nie gesucht worden, aber wenn die Behörden
ihn sehen würden, würden sie ihn verhaften. Auch sie habe den Vorfall am
Kontrollposten anlässlich der BzP nicht erwähnt. Auf Nachfragen zu die-
sem Vorfall habe sie sodann auffallend knapp und ausweichend geantwor-
tet. Die oberflächlichen und unpersönlichen Schilderungen würden darauf
schliessen lassen, dass es sich dabei nicht um etwas wirklich Erlebtes,
sondern um einen konstruierten Sachverhalt handle. Zum Vorbringen der
Rekrutierungsversuche durch die YPG führte die Vorinstanz aus, unabhän-
gig von deren Glaubhaftigkeit sei darauf hinzuweisen, dass eine allfällige
Rekrutierung durch YPG-Angehörige nicht asylrelevant sei, zumal eine sol-
che grundsätzlich an den Wohnort, das Geschlecht und das Alter der Be-
troffenen und nicht an eine der in Art. 3 AsylG erwähnten Eigenschaften
anknüpfe. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts wür-
den solche Rekrutierungsbemühungen mangels eines Verfolgungsmotivs
im Sinne von Art. 3 AsylG und mangels hinreichender Intensität keine Asyl-
relevanz zu entfalten vermögen. Auch die geltend gemachte Diskriminie-
rung und Rassismus gegen Kurden in Syrien würden keine dermassen in-
tensiven Massnahmen darstellen, dass sie ein menschenwürdiges Leben
in Syrien verunmöglichen würden. Schliesslich würde die bedrohliche Situ-
ation durch Kampfhandlungen und allgemeine Unsicherheit nicht nur die
Beschwerdeführenden, sondern die gesamte Bevölkerung der Region be-
treffen. Dabei handle es sich nicht um eine gezielte Verfolgung aus einem
der in Art. 3 AsylG erwähnten Gründe. Demzufolge komme der von ihnen
geltend gemachten problematischen Sicherheitslage kein Verfolgungscha-
rakter im Sinne des Asylgesetzes zu. Die Vorbringen der Beschwerdefüh-
renden würden somit den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft und
jenen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten.
5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe rügten die Beschwerdeführenden die Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör sowie der Pflicht zur vollstän-
digen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts. Zudem
habe die Vorinstanz Art. 3 und Art. 7 AsylG sowie Art. 9 BV verletzt. Betref-
fend Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör wurde ausgeführt,
das SEM habe die Beweismittel nicht hinreichend gewürdigt. So sei das
Militärbüchlein mit keinem Wort erwähnt und eine Dokumentenanalyse sei
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nicht durchgeführt worden. Auch zum eingereichten Reservedienstaufge-
bot habe sich das SEM nur spärlich geäussert und dieses sei ebenfalls
nicht analysiert worden. Es sei lediglich ausgeführt worden, dieses würde
keine fälschungssicheren Merkmale aufweisen und es sei allgemein be-
kannt, dass in Syrien praktisch jegliche Art von Dokumenten käuflich er-
worben werden könne. Dazu sei festzuhalten, dass der Umstand, dass die
Möglichkeit bestehe, dass ein militärisches Aufgebot abgerufen und aus-
gedruckt werden könne, das Unterlassen einer materiellen Prüfung der
vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel nicht rechtfertige. Es
sei offensichtlich, dass die eingereichten Beweismittel gewisse Tatsachen
beweisen würden. Es hätte der Vorinstanz oblegen, diese bewiesenen Tat-
sachen im Zusammenhang mit den nicht bewiesenen Vorbringen in einer
Gesamtbetrachtung zu würdigen, dies sei aber unterlassen worden. Eine
Dokumentenanalyse hätte zwingend stattfinden müssen. So habe die Vor-
instanz den Anspruch auf rechtliches Gehör in schwerwiegender und irre-
parabler Weise verletzt, weshalb die angefochtene Verfügung zwingend
aufzuheben sei und dem SEM zur vollständigen und richtigen Abklärung
und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurtei-
lung zurückzuweisen sei. Ferner habe die Vorinstanz den Sachverhalt da-
hingehend nicht richtig abgeklärt, als dass hätte geprüft werden müssen,
ob die illegale Ausreise des Beschwerdeführers aufgrund seines spezifi-
schen Profils als Wehrdienstpflichtiger in der syrischen Armee gegen be-
stimmte Ausreisebestimmungen verstossen habe und ihm eine regierungs-
feindliche Haltung unterstellt werde. Das SEM hätte somit prüfen müssen,
ob er aufgrund seiner Ausreise infolge subjektiver Nachfluchtgründe vor-
läufig als Flüchtling aufzunehmen sei. Zur Glaubhaftigkeitsprüfung der Vor-
instanz wurde vorgebracht, es sei allgemein bekannt, dass sich die Asyl-
suchenden in der BzP zu den Asylgründen relativ kurz äussern müssten.
Auch der Beschwerdeführer sei aufgefordert worden, sich kurz zu halten.
Es könne ihm somit nicht vorgeworfen werden, er habe gewisse Vorbringen
in der BzP nicht erwähnt. Auch der vom SEM angeführte Widerspruch
schlage fehl, da der Beschwerdeführer anlässlich der BzP in klarer Weise
geantwortet habe, er habe Syrien aufgrund seiner Einberufung in den Re-
servedienst verlassen. Es stehe somit fest, dass Probleme zwischen ihm
und der syrischen Regierung bestehen würden. Da er neben diesen Prob-
lemen keine weiteren Probleme mit den syrischen Behörden gehabt habe,
habe er auf die entsprechende Frage mit «Nein» geantwortet. Ferner habe
der Beschwerdeführer entgegen den Ausführungen des SEM die vorge-
brachten Ereignisse sehr ausführlich und detailliert geschildert. Seine Aus-
sagen würden auch zahlreiche Realkennzeichen enthalten, wie beispiels-
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weise die Beschreibung der Kleidung der Beamten (einmal militärisch, ein-
mal in zivil) oder der Ort, wo die Waffe getragen wurde. Die Vorbringen des
Beschwerdeführers seien somit glaubhaft. Da er den Reservedienst trotz
Aufgebot nicht angetreten habe, werde er von der syrischen Regierung
asylrelevant verfolgt. Weiter habe er sich auch geweigert, den Militärdienst
der YPG anzutreten, weshalb er auch von dieser beziehungsweise der
PYD (Partei der Demokratischen Union) verfolgt werde. Gemäss Praxis
des Bundesverwaltungsgerichts gehe aus zahlreichen Berichten hervor,
dass Personen, die sich dem Dienst in der staatlichen syrischen Armee
entzogen haben, seit dem Jahr 2011 in grosser Zahl nicht nur von Inhaftie-
rungen, sondern auch von Folter und aussergerichtlicher Hinrichtung be-
troffen seien. Dem Beschwerdeführer sei deshalb Asyl zu gewähren. Min-
destens seien die Beschwerdeführenden als Flüchtlinge vorläufig aufzu-
nehmen, da sie gegen spezifische Ausreisebestimmungen der syrischen
Regierung verstossen hätten. Ferner gehe aus verschiedenen Berichten
hervor, dass die Zwangsrekrutierung durch die YPG sehr verbreitet sei.
Eine Flucht vor der YPG werde mit Folter oder sogar mit dem Tod bestraft.
So würden die Beschwerdeführenden auch von der YPG als Verräter und
Deserteure betrachtet. Damit würden sie die Flüchtlingseigenschaft erfül-
len und ihnen sei Asyl zu gewähren.
5.3 Anlässlich ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz aus, das Militär-
dienstbüchlein würde einzig belegen, dass der Beschwerdeführer Militär-
dienst geleistet habe. Dieses Beweismittel sei per se nicht geeignet, eine
Einberufung in den Reservedienst glaubhaft zu machen. Im Übrigen werde
auf die Erwägungen in der Verfügung verwiesen.
5.4 In der Replik legten die Beschwerdeführenden dar, die Ausführungen
des SEM in der Vernehmlassung würden aufzeigen, dass sich dieses nicht
rechtsgenüglich mit den eingereichten Beweismitteln auseinandergesetzt
und diese nur ungenügend gewürdigt habe. Der Umstand, dass der Be-
schwerdeführer seinen Militärdienst geleistet habe, sei von erheblicher Re-
levanz, da dies die Grundvoraussetzung dafür bilde, in den Reservedienst
einberufen zu werden. Dass er in den Reservedienst einberufen worden
sei, habe er mit dem eingereichten Aufgebot belegt. Im Übrigen werde voll-
umfänglich an den Ausführungen in der Beschwerde festgehalten.
6.
6.1
6.1.1 Die Beschwerdeführenden rügen in formeller Hinsicht, das SEM
habe den Anspruch auf rechtliches Gehör schwerwiegend verletzt. Zudem
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habe es den Sachverhalt nicht richtig respektive unvollständig festgestellt
und Gesetzesbestimmungen, insbesondere die Art. 3 und 7 AsylG und
Art. 9 BV, verletzt. Diese Rügen sind vorab zu beurteilen, zumal sie allen-
falls geeignet sind, die Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewir-
ken.
6.1.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Dieses umfasst insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor
Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Be-
weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be-
weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-
weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der An-
spruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Be-
fugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren
ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286
E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Die Begründungspflicht gebietet,
dass die betroffene Person den Entscheid gestützt auf die Begründung
sachgerecht anfechten kann und sich sowohl die betroffene Person als
auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild
machen können (vgl. KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das VwVG, 2. Aufl. 2019,
Rz. 5 ff. zu Art. 35 VwVG; BVGE 2007/30 E. 5.6). Dabei kann sich die ver-
fügende Behörde auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken, sie
hat aber zumindest die Überlegungen kurz anzuführen, von denen sie sich
leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid stützt (BVGE 2008/47
E. 3.2). Des Weiteren gilt im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungs-
verfahren auch – der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12
VwVG). Danach muss die entscheidende Behörde den Sachverhalt von
sich aus abklären. Sie ist verantwortlich für die Beschaffung der für den
Entscheid notwendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsre-
levanter Tatsachen (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUS-
KOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxis-
kommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu
Art. 12 VwVG).
6.1.3 Soweit die Beschwerdeführenden monieren, das SEM habe das
rechtliche Gehör verletzt, weil es die Beweismittel nicht hinreichend gewür-
digt und weder das Militärbüchlein noch das Aufgebot zum Reservedienst
einer Dokumentenanalyse unterzogen habe, vermengen sie die Frage der
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Feststellung des Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der
Sache. Das SEM hat nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufge-
zeigt, von welchen Überlegungen es sich leiten liess und sich auch mit
sämtlichen zentralen Vorbringen der Beschwerdeführenden und den ein-
gereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Der blosse Umstand, dass
die Beschwerdeführenden die Auffassung und Schlussfolgerungen des
SEM nicht teilen, ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs respektive
der Abklärungs- und Begründungspflicht, sondern eine materielle Frage.
Sodann zeigt die ausführliche Beschwerdeeingabe deutlich auf, dass eine
sachgerechte Anfechtung ohne weiteres möglich war. Daher erweisen sich
die Rügen betreffend Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und
der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts als unbegründet. Auch die Rüge, wonach die Vorinstanz das
Willkürverbot verletzt habe, ist als unbegründet zu qualifizieren, zumal we-
der näher ausgeführt wird noch ersichtlich ist, dass und inwiefern die Er-
wägungen des SEM das Willkürverbot verletzen sollten.
6.1.4 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-
det. Der Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung zurückzuwei-
sen, ist abzuweisen.
6.2 Die Vorinstanz begründet ihre Verfügung teilweise mit der Unglaubhaf-
tigkeit, teilweise mit der mangelnden Asylrelevanz der Vorbringen. So hat
sie das Vorbringen, der Beschwerdeführer sei zum Reservedienst aufge-
fordert, deswegen gesucht und aus diesem Grund festgehalten worden,
als unglaubhaft eingestuft, da keiner der Beschwerdeführenden dies an-
lässlich der BzP geltend gemacht habe und weitere Widersprüche vorlie-
gen würden.
Das Bundesverwaltungsgericht verzichtet im Folgenden auf eine Prüfung
der Glaubhaftigkeit des erwähnten Vorbringens, da es dieses ohnehin als
nicht asylrelevant einstuft. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Bun-
desverwaltungsgericht nicht an die Begründung der Vorinstanz gebunden
ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG); es kann die Beschwerde auch aus anderen
Überlegungen als jenen der Vorinstanz abweisen (sog. Motivsubstitution;
vgl. MADELEINE CAMPRUBI, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin
Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019,
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Art. 62, N 16; ALFRED KÖLZ/ ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich
2013, S. 398).
6.2.1 Nach Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts wurde im Zeit-
raum vor der Ausreise der Beschwerdeführenden – welche am 16. Sep-
tember 2016 erfolgt sei – die Stadt Afrin von der syrisch-kurdischen Partei
PYD (Partiya Yekitîya Demokrat; Demokratische Einheitspartei) und deren
bewaffneten Organisation YPG kontrolliert, während sich die Sicherheits-
kräfte des staatlichen Regimes weitgehend zurückgezogen hatten (vgl.
dazu BVGE 2015/3 E. 6.7.5.3 sowie das länderspezifische Referenzurteil
D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.9.3). Dies schliesst zwar nicht
aus, dass vereinzelte behördliche Repräsentanten des staatlichen syri-
schen Regimes in diesem Gebiet damals noch Versuche unternahmen,
durch die Zustellung von entsprechenden schriftlichen Aufgeboten in ge-
wissen Fällen Rekrutierungen für die staatliche Armee durchzusetzen. Es
ist aber nicht davon auszugehen, dass zum fraglichen Zeitpunkt in der
Stadt Afrin, wo sich die Beschwerdeführenden aufgehalten haben, für die
Sicherheitskräfte des syrischen Staats noch die Möglichkeit bestand, ent-
sprechende Rekrutierungen durch Zwangsmassnahmen durchzusetzen.
Es ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der nicht erfolgten Leistung des Reserve-
diensts in der staatlichen syrischen Armee in seiner Heimat zum Zeitpunkt
seiner Ausreise der Gefahr einer Verfolgung durch das syrische Regime
ausgesetzt war. Diese Einschätzung wird auch durch die Aussagen des
Beschwerdeführers im Rahmen seiner Anhörung im vorinstanzlichen Ver-
fahren unterstützt. So machte er lediglich geltend, er sei bei einem Kon-
trollposten auf der Reise nach Aleppo festgehalten worden. Nach seiner
Freilassung sei in den zweieinhalb bis drei Jahren bis zu seiner Ausreise
nichts mehr vorgefallen. Eine persönliche Aufforderung zum Reservedienst
habe es nicht gegeben, da Afrin nicht von den Behörden des Regimes kon-
trolliert gewesen sei.
6.2.2 Der Beschwerdeführer hat eine Aufforderung zum Reservedienst zu
den Akten gereicht. Wie bereits vom SEM festgehalten, liegen gewisse
Zweifel an der Echtheit dieses Dokuments vor, einerseits da er selber an-
lässlich der Anhörung aussagte, es gebe keine solche Aufforderung, und
andererseits da das Datum (28. Februar 2015), welches gemäss Be-
schwerdeführer den Zeitpunkt darstellt, seit welchem er gesucht werde,
seinen Aussagen widerspricht, gemäss welchen er bereits seit dem geltend
gemachten Vorfall im Jahr 2013, als er festgehalten worden sei, gesucht
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worden sei. Schliesslich kann, wie ebenfalls von der Vorinstanz dargelegt,
die Authentizität des Dokuments beziehungsweise des damit zu belegen-
den Sachverhalts nicht überprüft werden, da auch echte Dokumente in Sy-
rien käuflich erworben werden können. Dennoch kann nicht ausgeschlos-
sen werden, dass für den Beschwerdeführer eine Aufforderung zum Re-
servedienst vorliegt. Nachdem er sich im fraglichen Zeitraum, wie ausge-
führt, in einem Gebiet aufhielt, welches die staatlichen Sicherheitskräfte
der weitgehenden Kontrolle der kurdischen militärischen Einheiten über-
lassen hatten, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-
hen, dass mit der Feststellung der nichterfolgten Dienstleistung nicht zu-
gleich der Vorwurf einer Dienstverweigerung verbunden ist, welche als
Feindlichkeit gegenüber dem staatlichen syrischen Regime ausgelegt wird.
6.3 In Bezug auf die Feststellung des SEM in der angefochtenen Verfü-
gung, der im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten befürchteten
Zwangsrekrutierung des Beschwerdeführers und seines ältesten Sohnes
durch die syrisch-kurdische militärische Organisation YPG komme keine
asylrechtliche Relevanz zu, ist festzuhalten, dass allfälligen Rekrutierungs-
bemühungen durch die YPG grundsätzlich keine asylrechtliche Relevanz
zukommt, da sich nicht das Bild eines systematischen Vorgehens der YPG
gegen Dienstverweigerer ergibt, welches die Schwelle zu ernsthaften
Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG erreichen würde (vgl. Referenzurteil
des Bundesverwaltungsgerichts D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3).
Diese Einschätzung ist als nach wie vor grundsätzlich zutreffend zu erach-
ten (vgl. statt vieler Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E-2092/2021
vom 17. Mai 2021 E. 5.4 oder E-7316/2018 vom 15. Februar 2021 E. 6.2).
6.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur
Einschätzung gelangt ist, die Beschwerdeführenden hätten keine asyl-
rechtlich relevante Gefährdung glaubhaft gemacht und würden die Flücht-
lingseigenschaft nicht erfüllen. Die Vorinstanz hat folglich das Asylgesuch
zu Recht abgelehnt.
7.
7.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asyl-
gesuch hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge
(Art. 44 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung er-
teilt und zudem besteht kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte Wegweisung
steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde
demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet.
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7.2 Im vorliegenden Fall ist im Übrigen anzumerken, dass sich aus den
angestellten Erwägungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführen-
den seien zum heutigen Zeitpunkt angesichts der allgemeinen Situation in
Syrien in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine solche Ge-
fährdungslage im Falle der Beschwerdeführerenden ausschliesslich auf
die allgemeine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurückzufüh-
ren, welche durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 7. November 2018 im
Rahmen der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Undurchführbar-
keit des Vollzugs der Wegweisung berücksichtigt wurde.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten an sich den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indes-
sen wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltli-
che Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfü-
gung vom 7. Dezember 2018 gutgeheissen. Von einer Veränderung in den
finanziellen Verhältnissen ist nicht auszugehen. Somit haben die Be-
schwerdeführenden keine Verfahrenskosten zu tragen.
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