Decision ID: 71ed2545-e96b-428d-a1d0-f9f00950d23b
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG angestellt und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als er sich am
11. Mai 2016 bei einem Arbeitsunfall eine tiefe Schnittwunde am linken Bein zuzog
(Suva-act. 1 und 6). Noch gleichentags wurde er in einem Spital chirurgisch
wundversorgt. Er klagte über eine verminderte Beweglichkeit im linken oberen
Sprunggelenk (OSG) und über ein vermindertes Gefühl im linken Fuss (Suva-act. 6).
Nach einer prolongierten Wundheilung ergab sich im Juni 2016 aufgrund anhaltender
Bewegungseinschränkungen der Verdacht auf eine Läsion der Tibialis-anterior-Sehne
(vgl. Suva-act. 14 f.). Bei einer MRT-Untersuchung anfangs Juli 2016 zeigten sich eine
A.a.
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komplette Durchtrennung der Sehne des Musculus tibialis anterior, eine
Kontinuitätsunterbrechung der Sehne des Musculus extensor hallucis longus sowie
eine Partialläsion des Musculus extensor digitorum links (Suva-act. 11, 15, 16 und 20).
Am 18. Juli 2016 unterzog sich der Versicherte einer operativen Wundrevision mit
Koppelung der Extensor-hallucis-longus-Sehne auf die Extensor-digitorum-longus-
Sehne und Rekonstruktion der Tibialis-anterior-Sehne mittels Sehneninterponats
(Suva-act. 18 f.). Die Suva kam für die Heilungskosten auf und entrichtete
Taggeldleistungen (vgl. z.B. Suva-act. 3 und 29).
In einer kreisärztlichen Untersuchung vom 21. September 2016 stellte Dr. med.
C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, klinisch einen Zustand wie bei einer Peronaeusläsion mit
Steppergang und Unfähigkeit zur Hebung des linken Fusses in Form von
sensomotorischen Störungen fest. Er machte ein deutliches Rehabilitationsdefizit aus,
weshalb er einen Aufenthalt in der Rehaklinik Z._ empfahl (Suva-act. 37 und 39). Vom
4. Oktober bis 2. November 2016 nahm der Versicherte an einer
Rehabilitationsbehandlung in der Rehaklinik Z._ teil, wobei im Austrittsbericht neben
somatischen Diagnosen betreffend den linken Fuss auch eine Anpassungsstörung,
Angst und depressive Reaktion gemischt, genannt wurde (Suva-act. 53). In einer
Stellungnahme vom 29. November 2016 empfahl Dr. C._ die Weiterführung der
ambulanten Physiotherapie und des Heimtrainings zur Verbesserung der im
Austrittsbericht der Rehaklinik Z._ beschriebenen Probleme (Suva-act. 54). Aufgrund
seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 26. Januar 2017 kam Dr. med. D._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am 30. Januar 2017 zum Schluss, dass bei vom Versicherten subjektiv unverändert
empfundener Beschwerdesymptomatik mit täglicher Einnahme von Schmerzmitteln
eine tendenzielle Besserung der Beweglichkeit im linken Sprunggelenk vorliege. Es
bestehe noch immer ein gestörtes Gangbild mit verlängerter Abrollphase, links
humpelnd, jedoch kein Steppergang mehr wie bei der letzten kreisärztlichen
Untersuchung. Die konsequente Weiterführung der Physiotherapie sei angezeigt. Bei
klinisch lediglich geringer muskulärer Dysbalance am linken distalen Oberschenkel sei
die vom Versicherten geschilderte, belastungsabhängige Mobilitätseinschränkung nicht
nachvollziehbar, zumal dieser selber von Wanderungen gesprochen habe. Wie bereits
A.b.
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früher festgestellt worden sei, sei dem Versicherten die angestammte Tätigkeit nicht
mehr zumutbar. Eine ideal angepasste Tätigkeit sollte jedoch zu 100 % möglich sein
(Suva-act. 74).
In einem Bericht vom 1. Mai 2017 informierte Dr. med. E._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Klinik F._, die Suva darüber, dass der Versicherte bei ihm in
regelmässiger, ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe. Als
Diagnose erwähnte er eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt. Weiter empfahl er bei einem protrahierten Krankheitsverlauf sowie schmerz-
und angstbedingter Schon- und Vermeidungshaltung eine integrative tagesklinische
Behandlung (Suva-act. 103). Vom 15. Mai bis 9. Juni 2017 nahm der Versicherte an
einer integrativen tagesklinischen Behandlung in der Klinik F._ teil, wofür die Suva die
Kosten übernahm (vgl. Suva-act. 109 und 117). Im Austrittsbericht vom 21. August
2017 nannte Dr. E._ die Diagnose Anpassungsstörung mit Angst und depressiver
Reaktion gemischt. Weiter hielt er fest, dass beim Versicherten aus psychiatrischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege (Suva-act. 121).
A.c.
Nach weiteren ambulanten Untersuchungen hinsichtlich der unteren linken
Extremität (vgl. Suva-act. 127, 132, 134, 141, 144, 150 und 152) sowie einer
orthopädischen Versorgung mit einer Fussheberorthese (vgl. Suva-act. 164 ff.) fand am
28. Juni 2018 eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt (Suva-act. 170 und 189).
Dr. med. G._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, stellte in seiner
kreisärztlichen Beurteilung vom 2. Juli 2018 die Diagnose funktioneller Fallfuss bei
anatomisch intakten Sehnen aber möglichen Vernarbungen sowie neuropathisch
interpretiertes Schmerzsyndrom bei elektromyographisch nachgewiesener Schädigung
des Nervus peronaeus superficialis (Suva-act. 170 und 189 S. 9). Er beurteile die
aktuelle Situation als stabil, sodass der versicherungstechnische Fallabschluss
angestrebt werden könne. Auch nach dem Abschluss seien dem Versicherten seitens
der Suva weiterhin eine Schmerzmedikation sowie die Kosten für die vorhandene
Fallfuss-Orthese zu vergüten (Suva-act. 170 und 189 S. 9 f.). Eine ideal angepasste
Tätigkeit erachtete Dr. G._ für den Versicherten als zu 100 % zumutbar (Suva-
act. 170 und 189 S. 10). Den Integritätsschaden schätzte er auf 10 % (Suva-act. 169
und 188).
A.d.
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B.
Mit Schreiben vom 3. Juli 2018 teilte die Suva dem Versicherten mit Verweis auf
die kreisärztliche Untersuchung mit, dass sie die Heilkosten- und Taggeldleistungen
per 31. Juli 2018 einstellen werde, wobei sie die Kosten für die notwendigen Orthesen-
und Schuhversorgungen sowie eine Schmerzmedikation weiterhin übernehmen werde
(Suva-act. 171).
A.e.
Mit Verfügung vom 12. Juli 2018 sprach die Suva dem Versicherten ab dem 1.
August 2018 eine Invalidenrente im Umfang von 11 % sowie eine
Integritätsentschädigung in der Höhe von 10 % zu (Suva-act. 176).
A.f.
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
L. Häusermann, St. Gallen, am 12. September 2018 Einsprache erheben. Er liess im
Wesentlichen geltend machen, dass seine Hüftbeschwerden links nicht abgeklärt
worden seien. Diese Beschwerden seien weder in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
miteinbezogen worden noch sei abgeklärt worden, ob von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung in Bezug auf die Hüftbeschwerden noch eine erhebliche
Besserung erwartet werden könne. Die Adäquanz der Hüftbeschwerden sei seitens des
Kreisarztes ohne spezielle Prüfung und ohne weitere medizinische Abklärungen
verneint worden, was nicht nachvollziehbar sei. Der Kreisarzt habe in der Beurteilung
vom 28. Juni 2018 ausgeführt, dass eine unfallunabhängige Pathologie im Bereich der
linken Hüfte vorhanden sei, was aber ohne ergänzende Untersuchung nicht beurteilt
werden könne. In der Untersuchung vom 26. Januar 2017 habe der Kreisarzt
festgehalten, dass ein unfallbedingt gestörtes Gangbild mit verlängerter Abrollphase
vorliege. Demnach sei es naheliegend, dass sich das gestörte Gangbild längerfristig auf
die Hüfte ausgewirkt und dort zu Beschwerden geführt haben könnte. Auch die
Kniebeschwerden seien nicht abgeklärt worden. Die Berechnung der
Integritätsentschädigung basiere demnach ebenfalls auf einem unvollständigen
Sachverhalt. Es fänden aktuell medizinische Abklärungen bei Dr. med. H._,
Allgemeinarzt und FMH Chirurgie, statt. Auch sei ein Gutachten ausstehend. Von
beiden Abklärungen seien massgebende Erkenntnisse für das
unfallversicherungsrechtliche Verfahren zu erwarten (Suva-act. 192).
B.a.
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C.
Am 17. September 2018 liess der Versicherte der Suva durch seinen damaligen
Rechtsvertreter eine medizinische Abklärung von Dr. h.c. I._, Chirurgin-
Unfallchirurgin, Klinik J._, vom 10. September 2018 zukommen (Suva-act. 195). Mit
einer E-Mail vom 20. Dezember 2018 bat der damalige Rechtsvertreter des
Versicherten die Suva, mit dem Erlass des Einspracheentscheides noch zuzuwarten,
bis ein Bericht von Dr. H._ vorliege. In einer gleichentags verfassten E-Mail
antwortete die Suva, dass die Einsprache vom September 2018 datiere. Da der Fall
keiner weiteren medizinischen Abklärungen mehr bedürfe und liquide sei, werde der
entsprechende Einspracheentscheid voraussichtlich anfangs Januar 2019 erlassen
(Suva-act. 200).
B.b.
Mit Einspracheentscheid vom 8. Januar 2019 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 202).
B.c.
Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 5. Februar 2019 durch seinen damaligen Rechtsvertreter
Beschwerde erheben. Er liess beantragen, der Einspracheentscheid vom 8. Januar
2019 sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
Eventualiter sei die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin. In formeller Hinsicht liess
der Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung beantragen (act. G 1).
Zusammen mit seiner Beschwerde liess der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr.
H._ einreichen, in welchem dieser unter anderem festgehalten hatte, dass der
Beschwerdeführer an durch die Beinverletzung verursachten Rückenschmerzen leide
(act. G 1.1.4).
C.a.
In einer Beschwerdeergänzung vom 16. August 2019 hielt der Beschwerdeführer
an seinem Antrag, wonach der Einspracheentscheid vom 8. Januar 2019 aufzuheben
und ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen seien, fest. Allerdings ergänzte er
seine Anträge dahingehend, dass die ihm mit Verfügung vom 12. Juli 2018
zugesprochene Rente zu bestätigen und ihm eine Integritätsentschädigung von 12.5 %
zuzusprechen sei; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich
C.b.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin. An seinem Eventualantrag
bezüglich Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen hielt er fest (act. G
9). Weiter reichte der Beschwerdeführer ein Gutachten von Prof. Dr. K._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 16.
Mai 2019 ein (act. G 9.2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. September 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheides vom 8. Januar 2019 (act. G 11).
C.c.
Mit einer Eingabe vom 30. Oktober 2019 teilte Rechtsanwalt Häusermann mit,
dass der Beschwerdeführer das Anwaltsmandat per 29. Oktober 2019 beendet habe
(act. G 17). Mit Schreiben vom 18. November 2019 reichte Rechtsanwalt Häusermann
seine Honorarnote über Fr. 4'710.-- ein mit der Bitte um anteilsmässige
Berücksichtigung (act. G 19).
C.d.
Mit Schreiben vom 21. November 2019 zeigte Rechtsanwältin lic. iur. C. Rempfler,
St. Gallen, ihre Mandatsübernahme an. Weiter hielt sie fest, dass sie nach der Einsicht
in die Akten noch eine Eingabe für den Beschwerdeführer machen werde, falls sie dies
als notwendig erachten würde (act. G 20).
C.e.
Mit Schreiben vom 4. Dezember 2019 teilte das Versicherungsgericht den Parteien
mit, dass es die Mandatsübernahme durch Rechtsanwältin Rempfler zur Kenntnis
genommen habe. Weiter informierte es die Parteien darüber, dass die bis zum 15.
November 2019 erstreckte Nachfrist zur Einreichung einer Replik unbenützt abgelaufen
sei und der Schriftenwechsel somit als geschlossen gelte. Selbstverständlich stehe es
Rechtsanwältin Rempfler aber weiterhin offen, neue Rechtsbegehren zu stellen oder
sich auf neue Tatsachen, Beweismittel oder Vorschriften zu berufen (act. G 22).
C.f.
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Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein
Unfallereignis vom Mai 2016 zur Debatte, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung finden.
2.
Streitgegenstand im vorliegenden gerichtlichen Beschwerdeverfahren sind die
Rechtsverhältnisse, welche - im Rahmen des durch die Verfügung bzw. den
Einspracheentscheid bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den aufgrund der
Beschwerdebegehren angefochtenen Verfügungsgegenstand bilden. Bezieht sich die
Beschwerde nur auf einzelne der im Einspracheentscheid bestimmten
Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten - verfügungsweise festgelegten -
Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand
(BGE 131 V 164 E. 2.1 und 125 V 414 ff. E. 1 f.; je mit Hinweisen).
2.1.
In seiner Beschwerde vom 5. Februar 2019 hat der Beschwerdeführer den
Einspracheentscheid vom 8. Januar 2019 zunächst zwar integral angefochten
(vgl. act. G 1 S. 1). Nach dem Eingang einer von ihm in Auftrag gegebenen ärztlichen
Beurteilung hat er in seiner Beschwerdeergänzung vom 16. August 2019 jedoch die
Bestätigung der ihm seitens der Beschwerdegegnerin zugesprochenen Rente
beantragt (vgl. act. G 9 S. 2). Demnach hat sich der Beschwerdeführer mit der ihm im
Einspracheentscheid vom 8. Januar 2019 zugesprochenen Rente als einverstanden
erklärt, sodass der Rentenpunkt nicht Streitgegenstand dieses Verfahrens bildet.
Strittig und nachfolgend zu prüfen bleibt die Frage nach der Höhe der
Integritätsentschädigung. Anzumerken ist, dass der von der Beschwerdegegnerin
angenommene und vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht bestrittene
Fallabschluss, der grundsätzlich sowohl Voraussetzung für die Zusprache einer Rente
als auch einer Integritätsentschädigung bildet (vgl. Art. 19 UVG; Philipp Geertsen, in:
Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018,
N 3 ff. zu Art. 19 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über
die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.] Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012,
S. 143 ff.), gestützt auf die Aktenlage nachvollziehbar ist.
2.2.
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3.
Gestützt auf die von ihm in Auftrag gegebene und im Beschwerdeverfahren
eingereichte ärztliche Beurteilung von Prof. K._ vom 16. Mai 2019 (vgl. act. G 9.2)
beantragt der Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von 12.5 % (vgl. act. G
9 S. 2). Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin die dem Beschwerdeführer im
angefochtenen Einspracheentscheid zugesprochene Integritätsentschädigung von 10
% für korrekt (vgl. act. G 11 S. 3 f.).
3.1.
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hat eine versicherte Person, wenn sie
durch einen Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Bemessung der
Integritätsentschädigung richtet sich gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere
des Integritätsschadens. Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala für
Integritätsentschädigungen. Die Entschädigung für spezielle, nicht in der Skala
aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert
abgeleitet (Anhang 3 UVV). In Weiterentwicklung der Skala des Anhangs 3 zur UVV hat
die medizinische Abteilung der Suva weitere Bemessungsgrundlagen in Form von
Tabellen erarbeitet, welche als Richtwerte dienen können (vgl. BGE 116 V 157 E. 3a).
3.2.
Dr. G._ hat die Integritätsentschädigung auf 10 % festgesetzt. Zur Begründung
hat er ausgeführt, dass die Lähmung des Nervus peronaeus gemäss der Suva-Tabelle
2 über die Integritätsentschädigung im UVG mit einem Integritätsschaden von 10 %
bewertet werde. Eine Peronaeuslähmung führe zu einem vollständigen Fallfuss,
während beim Beschwerdeführer lediglich eine Schädigung des Nervus peronaeus
superficialis knapp oberhalb des Knöchelbereichs vorliege und sich funktionell nur ein
unvollständiger Fallfuss zeige. Allerdings bestehe beim Beschwerdeführer mindestens
teilweise eine neuropathische Schmerzsituation am linken Fuss, sodass die Annahme
eines Integritätsschadens im Umfang einer vollständigen Peronaeuslähmung zu
verantworten sei. Im Übrigen zeige auch ein Quervergleich mit der für den Verlust eines
ganzen Fusses vorgesehenen Integritätsentschädigung von 30 %, dass eine solche
von 10 % im vorliegenden Fall als korrekt erscheine (Suva-act. 188). Die kreisärztliche
Begründung von Dr. G._ ist schlüssig und erscheint in sich stimmig. Auch Prof. K._
sieht als Hauptproblem die mangelnde Fusshebung (act. G 9.2 S. 20) und ist der
Ansicht, dass eine Integritätsentschädigung von 10 % angemessen sei (act. G 9.2
S. 17). Er empfiehlt lediglich eine Erhöhung der Entschädigung um 2.5 % wegen des
störenden posttraumatischen Neuropathieleidens am linken Fuss, welches Dr. G._
seines Erachtens bei der Festlegung der Integritätsentschädigung unberücksichtigt
gelassen habe (vgl. act. G 9.2 S. 17 i.V.m. S. 20). Der Beschwerdegegnerin ist
3.3.
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4.
allerdings darin zuzustimmen, dass Dr. G._ bei seiner Schätzung des
Integritätsschadens dem neuropathischen Schmerzsyndrom durchaus Beachtung
geschenkt hat (vgl. act. G 11 S. 3 f.). Wie bereits erwähnt, hat er das neuropathische
Leiden nämlich zur Rechtfertigung herangezogen, weshalb trotz des Fehlens eines
vollständigen Fallfusses ein Integritätsschaden von 10 % gerechtfertigt sei (vgl. Suva-
act. 188).
Zusammenfassend erweist sich die zugesprochene Integritätsentschädigung als
rechtmässig und die Beschwerde in materieller Hinsicht folglich als unbegründet.
3.4.
Zu prüfen bleibt, ob der angefochtene Einspracheentscheid aus formellen Gründen
aufzuheben ist. Der Beschwerdeführer macht nämlich geltend, sein Anspruch auf
rechtliches Gehör sei im Einspracheverfahren dadurch verletzt worden, dass die
Beschwerdegegnerin, ohne das ihr in Aussicht gestellte Gutachten abzuwarten und
ohne nachzufragen, den Einspracheentscheid erlassen habe. Sein Anspruch darauf,
dass angebotene Beweismittel abgenommen werden müssten, sei dadurch verletzt
worden. Aufgrund der mangelhaften kreisärztlichen Begründung habe er nicht
beurteilen können, ob er sich gegen den Einspracheentscheid zur Wehr setzen solle,
weshalb er zu einer vorsorglichen Beschwerdeeinreichung gezwungen gewesen sei
(act. G 9 S. 3). Demgegenüber bestreitet die Beschwerdegegnerin, das rechtliche
Gehör des Beschwerdeführers verletzt zu haben. Sie ist der Ansicht, berechtigt
gewesen zu sein, auf weitere medizinische Unterlagen in antizipierter Beweiswürdigung
zu verzichten, da sie ihren Entscheid basierend auf den beweiskräftigen kreisärztlichen
Beurteilungen von Dr. D._ und Dr. G._ gefällt habe (act. G 11 S. 3).
4.1.
Gemäss Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) haben die Parteien Anspruch auf
rechtliches Gehör. Einerseits dient das rechtliche Gehör der Sachaufklärung.
Andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines
Entscheids dar, der in die Rechtsstellung einer versicherten Person eingreift. Zum
Gehörsanspruch gehört insbesondere das Recht der betroffenen Person, sich vor
Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebliche
Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern. Der
Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht also sämtliche
Befugnisse, die notwendig sind, damit eine Partei in einem Verfahren ihren Standpunkt
4.2.
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wirksam geltend machen kann (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar
2015, 8C_738/2014, E. 6.1 mit Hinweisen).
Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe ein ihr in
Aussicht gestelltes Gutachten nicht abgewartet, ist unberechtigt. Zwar hat der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin in seiner Einsprache ein Gutachten in
Aussicht gestellt (vgl. Suva-act. 192), dieses dann jedoch auch eingereicht (Beurteilung
der Dr. med. Dr. h.c. I._, Leitende Ärztin der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie
der Klinik J._ vom 10. September 2018; Suva-act. 195), sodass es grundsätzlich
Eingang in den Einspracheentscheid hat nehmen können, auch wenn es dort nicht
speziell erwähnt wird. Ein weiteres Gutachten ist der Beschwerdegegnerin seitens des
Beschwerdeführers nicht angezeigt worden. Der Beschwerdeführer hat der
Beschwerdegegnerin in seiner Einsprache und in einer E-Mail vom 20. Dezember 2018
einzig noch die Einreichung eines hausärztlichen Berichts von Dr. H._ in Aussicht
gestellt (vgl. Suva-act. 192 und 200). In einer gleichentags verfassten E-Mail hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer dann allerdings mitgeteilt, dass sie den
Fall ohne die Einholung weiterer medizinischer Berichte abzuschliessen gedenke,
wogegen der Beschwerdeführer nicht mehr opponiert hat (Suva-act. 200). Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne einer verweigerten Abnahme angebotener
Beweismittel ist demnach nicht auszumachen.
4.3.
Nachvollziehbar ist hingegen, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerde im
Rentenpunkt erst nach dem Erhalt der medizinischen Einschätzung von Prof. K._
zurückgezogen hat (vgl. act. G 9). Denn Prof. K._ hat sich dazu geäussert, inwiefern
ein durch das Fussleiden verursachter Schongang für das Rücken- bzw. Hüftleiden des
Beschwerdeführers verantwortlich gemacht werden kann. Prof. K._ hat eine
Unfallkausalität des Hüftleidens aufgrund der im Januar 2019 erstellten MRT-Bilder
verneint. Zur Begründung seiner Einschätzung hat er ausgeführt, dass die in der MRT-
Bildgebung dargestellten degenerativen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule mit
einem asymmetrischen Gangbild ätiopathogenetisch nicht zu erklären seien. Auch sei
der in der MRT-Untersuchung vom 21. Januar 2019 abgebildete pathologische Befund
an beiden Hüftgelenken identisch. Die Offsetstörung sei ein erworbenes Leiden,
welches im langfristigen Verlauf nicht selten in eine Koxarthrose übergehe (vgl. act. G
9.2 S. 17). Dr. G._ hat in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 2. Juli 2018 allfällige
Hüftprobleme nur nebenbei erwähnt. Er hat ausgeführt, dass ohne ergänzende
Untersuchung nicht beurteilt werden könne, ob eine unfallunabhängige Pathologie im
Bereich der linken Hüfte vorhanden sei, jedoch sei dies im Rahmen der Beurteilung
nicht notwendig (Suva-act. 170 S. 9). Dass die Beschwerdegegnerin aufgrund der
4.4.
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5.
kreisärztlichen Beurteilung auf weitere Abklärungen bezüglich der Hüfte zunächst
verzichtet hat, ist nachvollziehbar. Allerdings hat der Beschwerdeführer in seiner
Einsprache vom 12. September 2018 geltend gemacht, dass der medizinische
Sachverhalt im Hinblick auf die Hüftproblematik nicht ausreichend abgeklärt worden
sei (vgl. Suva-act. 192 S. 2). Er hat sodann eine medizinische Beurteilung von Dr. I._
eingereicht, in welcher diese unter anderem festgehalten hatte, dass die Abrollstörung
zu einer Veränderung des Gangbildes geführt habe und daraus auch Verspannungen
und muskulär bedingte Beschwerden an der Hüfte resultieren würden (vgl. Suva-
act. 195 S. 9). Angesichts des im Einspracheverfahren neu eingereichten ärztlichen
Berichts von Dr. I._ und des Umstandes, dass Dr. G._ keine Begründung für die
Verneinung der Unfallkausalität der beklagten Hüftbeschwerden geliefert hatte, wären
weitere Abklärungen zu der geltend gemachten Hüftproblematik – mindestens in der
Form einer Rückfrage bei einem Kreisarzt – angezeigt gewesen. Indem die
Beschwerdegegnerin auf solche verzichtet hat, hat sich der Beschwerdeführer
nachvollziehbarerweise zur Beschwerdeerhebung und zu eigenen weiteren
Abklärungen veranlasst gesehen. Wären die vom Beschwerdeführer initiierten
ärztlichen Abklärungen unterblieben, wäre der in Verletzung der Untersuchungspflicht
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangene Einspracheentscheid grundsätzlich aufzuheben und
die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Abklärung der Hüftproblematik
zurückzuweisen. Da diese Abklärungen sowohl für die Beurteilung des
Integritätsschadens als auch der Rente bedeutend sind, gilt dies unabhängig davon, ob
der Beschwerdeführer die Beschwerde im Rentenpunkt zurückgezogen hat. Dank den
seitens des Beschwerdeführers eingereichten ärztlichen Unterlagen, namentlich der
Beurteilung von Prof. K._, ist es dem Gericht nun aber möglich, den Fall materiell
abschliessend zu beurteilen, was entsprechend den Anträgen des Beschwerdeführers
auch in dessen Interesse zu sein scheint (vgl. act. G 1 und 9). Da eine Rückweisung der
Sache aus formellen Gründen lediglich zu einem formalistischen Leerlauf führen würde
und sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren vor einer Instanz mit voller
Kognition umfassend zur Sache hat äussern können, sodass auch sein Anspruch auf
rechtliches Gehör gewahrt ist (vgl. Art. 42 ATSG), kann auf eine Rückweisung verzichtet
werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2019, 8C_305/2018,
E. 2.4; Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Januar
2019, UV 2017/39, E. 4.1 mit Hinweisen). Bei der Festlegung der Kosten- und
Entschädigungsfolge ist der Beschwerdeführer jedoch so zu stellen, als ob er
vollumfänglich obsiegt hätte (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.2).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abzuweisen.5.1.
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