Decision ID: 9a7e86a8-60b0-48f3-84b3-518d0fa6c8ae
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, zog im Primarschulalter von Spanien in die Schweiz und absolvierte hier später eine Lehre als kaufmännische Ange
stellte in einer Buchhandlung (vgl.
Urk.
6/2/3+5). S
eit Januar 2004 arbeitete sie für die Bauunternehmung
Y._
AG als Kauffrau und Personalverantwort
liche
(vgl. die Angaben der Arbeitgeberin vom 1
8.
Oktober 2019 [Eingang]
,
Urk.
6/9/1+2
), nachdem sie
seit
1999 bereits für die mit der
Y._
AG verbundene
Z._
AG gearbeitet hatte (vgl. den
Auszug aus dem individu
ellen Konto vom 2
0.
Sept
ember 2019,
Urk.
6/8, und die Handelsregisterauszüge
vom
2.
Februar 2021,
Urk.
6/65
/1+2
). Das Arbeitspensum
wurde auf Anfang des Jahres 2016
von bisher
60
%
auf 80
%
erhöht und per September 2018 wieder
auf 60
%
reduziert
(vgl. die Angaben der Arbeitgeberin vom 1
3.
November 2020,
Urk.
6/57
; vgl. auch die Lohnblätter in
Urk.
6/9/10-12 und
die
Sachverhalts
darstellung in
Urk.
1 S. 2).
1.2
Am 2
1.
Februar 2019
legte
X._
die Arbeit krankheits
bedingt nieder, und
der Hausarzt
Dr.
med. A._
, Facharzt für Innere Medizin,
attestierte ihr ab dann
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. das Zeug
nis vom
1.
März 2019,
Urk.
6/6/35)
. Die Arbeitgeberin
sprach
am 2
7.
Februar 2019 die Kündigung des Arbeitsverhältnisses per
Ende Mai 2019 aus
(
Urk.
6/6/23)
und
meldete den Krankheitsfall am
1.
April 2019
d
er
GENERALI Allgemeine Versicherungen AG
(nachfolgend
Generali
), welche die Krankentaggeld-Kollek
tivversicherung durchführte (
Urk.
6/6/34). Diese erbrachte vorerst Taggelder nach Massgabe der hausärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit
(vgl. die Zeugnisse und die Taggeldabrechnungen
bis Juni 2019
in
Urk.
8/1-43)
und
liess
mit
X._
am
7.
Mai 2019 ein Gespräch an deren Wohnort
führen
(
Urk.
6/6/25-28
); ausserdem holte
sie vom behandelnden Psychiater
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, den Beri
cht vom 1
4.
Juli 2019 (
Urk.
6/6/9-10
) und
von
Dr.
A._
die A
ngaben vom 3
1.
Juli 2019
(Anfangszeugnis)
ein
(
Urk.
6/6/
7
).
1.3
Am 3
1.
Juli 2019 meldete sich
X._
auch bei der Invaliden
versicherung an (
Urk.
6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm von der
Generali
Unterlagen entgegen (
Urk.
6/6/1-37),
führte mit der Versicherten am 2
0.
September 2019 ein Standortgespräch (
Urk.
6/7), beschaffte die Angaben der Arbeitgeberin (
Urk.
6/
9)
und liess durch
Dr.
A._
den Bericht vom 1
7.
Oktober 201
9
(
Urk.
6/10) und durch Dr.
B._
den Bericht vom
6.
November 2019 verfassen (
Urk.
6/13). Des Weiteren holte sie von der
Klinik C._
, wo die Versicherte im April 2019 Abklärungen und Behandlungen aufgeno
mmen hatte,
den Bericht vom 31.
Januar 2020 ein (
Urk.
6/15/1-3) und erhielt dabei Kenntnis von den vorangegangenen Konsul
tationsberichten vom 2
5.
April
/
6.
Mai
2019 (Urk.
6/15/
4-7)
, vom
9.
Juli 2019 (
Urk.
6/15/8-9)
, vom 1
9.
September 2019 (Urk.
6/13-15) und vom 1
4.
Januar 2020 (
Urk.
6/15/10-12)
;
zudem
liess sie sich
d
en Bericht des
Inst
it
uts D._
vom 1
3.
August 2019 über eine Magnetresonanz
tomographie des Schädels (
Urk.
6/33) und den Berich
t des Universitätsspitals E._
vom 1
2.
Mai 2020 über eine Konsultation in der Kopfwehsprechstunde
(
Urk.
6/28)
zustellen.
Durch den
Beizug
der neuesten
Unterlagen der
Generali
(
Urk.
6/18/1-40)
erhielt die IV-Stelle ferner Kenntnis von den Ausführung
en der Psychiaterin
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychoth
erapie, und des Internisten Dr.
med. G._
, Facharzt für Allgemeine Innere M
edizin, welche die Versi
cherte
als
Fachpe
rsonen der Gutachtenstelle H._
am
6.
Juli 2019 zuhanden der
Generali
untersucht hatten (
Urk.
6/18/22-37)
,
von einer Stellun
gnahme der Versicherten vom 12.
Januar 2020 zu diesen Ausführungen (
Urk.
6/18/18-19)
und von einem Bericht
von
Dr.
A._
v
om
4.
Februar 2020 (Urk. 6/18/3
4).
1.4
Mit Vorbescheid vom 1
1.
September 2020 eröffnete die IV-Stelle der Versicher
ten, dass sie ihr ab Februar 2020 eine Viertelsrente aufgrund eines Invaliditäts
grades von 40
%
auszurichten gedenke
und dabei davon ausgehe, dass sie bei guter Gesundheit zu 80
%
erwerbstätig
wäre
und
die restlichen
20
%
für die Frei
zeit einsetzen würde
(
Urk.
6/41; Feststellungsblatt in
Urk.
6/39).
Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph
Häberli
, liess m
i
t
den
E
i
ngabe
n
vom 12.
Oktober und vom 1
1.
November 2020 Einwendungen erheben und na
ment
lich geltend machen, sie wäre bei guter Gesundheit zu 100
%
erwerbstätig und
es
sei zwecks Festlegung ihre
s Rentenanspruchs
eine
polydisziplinär
e Begutachtung durchzuführen
(
Urk.
6/48
und
Urk.
6/55). Als neuen Beleg
liess sie einen aktu
ellen Verlaufsbericht der
Klinik C._
vom 1
4.
Oktober 2020 einreichen (Urk.
6/54); im Nachgang dazu (
Urk.
6/59) legte sie den Bericht des Medizinisch-Radiologischen Instituts
Klinik C._
vom 2
3.
Oktober 2020 über eine Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule vor (
Urk.
6/58)
.
Die IV-Stelle erkundigte sich bei der ehemaligen Arbeitgeberin nach den
Arbeits
pensen
der Versicherten
während der Dauer des Arbeitsverhältnisses (Angaben vom 1
3.
November 2020,
Urk.
6/57) und teilte
der Versicherten
anschliessend mit neuem Vorbescheid vom
4.
Januar 2021 mit, dass sie
d
en Rentenanspruch
nunmehr
unter Annahme eines Invaliditätsgrades von 30
%
zu verneinen beab
sichtige, dies unter der neuen Annahme, dass sie
, die Versicherte,
bei guter Gesundheit nur zu 60
%
erwerbstätig wäre, während die übrigen 40
%
der Frei
zeit zuzuordnen seien (
Urk.
6/61
; Feststellungsblatt in
Urk.
6/60). Die Versicherte liess
mit Eingabe vom
3.
Februar 2021 wiederum Einwendungen erheben und erneut beantragen, vor
dem Erlass der Rentenverfügung sei eine polydisziplinäre Begut
achtung durchzuführen, eventualiter sei ihr ab Februar 2020 eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
6/66). Als neue Unterlagen liess sie
verschiedene
Berichte der Rheumaklini
k des Universitätsspitals E._
aus den Jahren 2012 und 2013 beibringen (
Urk.
6/64/1-7). Mit Verfügung vom 1
2.
April 2021 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres neuen Vorbescheids und verneinte den Anspruch der Versi
cherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 =
Urk.
6/73;
Festellungsblatt
in
Urk.
6/72).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
2.
April 2021 liess
X._
durch Rechtsanwalt
Christoph
Häberli
mit Eingabe vom 1
2.
Mai 2021 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung und
zu
neuer Ents
chei
dung an die IV-Stelle
zurückzuweisen, even
tualiter sei ihr mindestens eine halbe Rente ab dem
1.
Februar 2020 zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle
schloss
mit Eingabe vom 2
1.
Juni 2021 auf Abweisung der B
eschwerde
(
Urk.
5 und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
6/1-79), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2021 informiert wurde (
Urk.
7).
Mit Klageschrift vom
1.
Juni 2021 hatte die Beschwerdeführerin
am
Sozialversi
cherungsgericht auch gegen die
Generali
,
welche die
Taggelder per Mitte Dezem
ber 2019
eingestellt hatte
(vgl. das Schreiben vom
3.
Februar 2020,
Urk.
8/83)
, ein Verfahren anhängig gemacht und die Ausrichtung weiterer Taggelder bean
tragt (
Urk.
1 des Prozesses Nr.
KK.2021.00020). Das Gericht zog mit
Verfügung vom 2
8.
A
pril 2022 aus jenem Prozess d
ie Akten der
Generali
bei (Urk.
8/1-168 des vorliegenden Verfahrens)
, in denen sich unter anderem ergänzende Ausfüh
rungen der beiden
Fachpersonen der
H._
vom 30.
S
eptember 2020 befinden
(
Urk.
8/127),
und gab den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zum Dossier der
Generali
im Hinblick auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens (
Urk.
9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 1
1.
Mai 2022 darauf, Stel
lung zu nehmen (
Urk.
11); die Beschwerdeführerin liess ihre Stellungnahme mit Eingabe vom 1
8.
Mai 2022 erstatten (
Urk.
12). Mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2022 wurden die beiden Eingaben der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hat das Bundes
gericht Leitlinien aufgestellt, die seit einem Grundsatzurteil des Jahres 2015 in spezifischen Standardindikatoren bestehen, anhand derer die Auswirkungen von
sogenannten
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bilde
rn ohne nachweisbare organische Grundlage, insbesondere von somato
formen
Schmerzstörungen und vergleichbaren Leiden, zu ermitteln sind (BGE 141 V 281).
Sodann hat das Bundesgericht in zwei Grundsatzurteilen des Jahres 2017 die Anwendbarkeit dieser Standardindikatoren auf grundsätzlich sämtliche psychi
schen Erkrankungen ausgedehnt, insbesondere auch auf die depressiven Störun
gen, und hat damit nicht länger an der früheren Rechtsprechung festge
halten, wonach Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur einzig dann als invalidi
sierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapie
resistent sind (BGE 143 V 418 E. 7, 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5; vgl. die Zusam
menfassung der früheren Rechtsprechung in BGE 143 V 409 E. 4.1).
Entscheidend ist somit
unabhängig von der diagnostischen Einordnung
einer psychischen Erkrankung,
ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbrin
gen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast
trägt
(
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2; vgl. auch BGE
144 V 50 E. 4.3).
2.3
2
.3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2
IVG
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertels
rente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2
.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei der Ermittlung des hypothetischen
Valideneinkommens
ist im Regelfall am Einkom
men anzuknüpfen,
das
die versicherte Person vor dem Eintritt des Gesundheits
schadens tatsächlich erzielt hat. Davon abzugehen ist jedoch dann, wenn die versicherte Person die bisherige Stelle mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne Gesundheitsschaden nicht mehr innehätte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_934/2015 vom
9.
Mai 2016 E. 2.2 mit Hinweisen).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen (sogenannter Betätigungsvergleich).
2
.3.3
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1). W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG bestimmt (vgl. Satz 2). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der A
nteil der Tätigkeit im
nichterwerblichen
Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Berei
chen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gemischte Methode der Invalidi
täts
bemessung).
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als voll- oder teilzeitlich erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessu
ng (Einkommensvergleich, Betätigungs
ver
gleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen Recht
sprechung geprüft werden, was die versichert
e Person bei im Übrigen unverän
derten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstäti
gkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen,
sind
auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen
über Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
2
.3.4
Per 1.
Januar 2018 ist in
Art.
27
bis
Abs.
2–4
IVV
ein neues Berechnungsmodell für die Festlegung des Invali
ditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemisc
hten Methode eingeführt worden.
Neu ist in
Art.
27
bis
Abs.
3 lit. a IVV bei der Ermittlung der erwerblichen Auswir
kungen vorgesehen, dass das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochgerechnet wird. Anschliessend ist nach
Art.
27
bis
Abs.
3 lit. b IVV die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäf
tigungsgrades zu gewichten,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu dieser Regelung ist
der Status der teilzeitliche
n
Erwerbstätigkeit
nicht nur bei der Bemessung des
Validen
einkommens
, sondern
auch
bei der Bemessung des
Invalideneinkommen
s ausser Acht zu lassen und
es ist hier
vom gesamten
Pensum auszugehen,
das
die versi
cherte Person unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkungen
noch zu verrichten in der Lage ist.
Der Teilerwerbstätigen-Status kommt erst danach, bei der prozentual
en Gewichtung
nach
Art.
27
bis
Abs.
3 lit. b IVV
, ins Spiel (BGE 145 V 370 E. 4
). Diese Präzisierung wurde per
1.
Januar 2022 ausdrücklich in die Verordnung aufgenommen (
Art.
27
bis
Abs.
2
lit. b IVV in der ab dem
1.
Januar 2022 in Kraft stehenden Fassung).
2
.4
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (lit. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid ist (lit. c).
Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
Während
für die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und den Invaliditätsgrad (Art. 8 und Art. 16 ATSG), wie sie nach Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG für die Renten
höhe massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, d
as
eine Person auf
dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheits
schaden angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielen könnte
, beurteilt sich die Arbeits
unfähigkeit (
Art. 6 ATSG), wie sie für das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG massgebend ist,
nach der
gesundheitlich
bedingten Einbusse an funk
tionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BG
E 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E.
2a, 97 V 226 E. 2).
War jedoch der bisherige Beruf beim Eintritt des Gesund
heitsschadens aus krankheitsfremden Gründen bereits aufgegeben worden, so sind auch alternative Tätigkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 943/06 vom 13. April 2007 E. 5.1.3).
Das System der Invalidität
s
bemessung bei Personen im Status der teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
3 IVG und
Art.
27
bis
IVV erfordert eine ana
loge Regelung für das vorgeschaltete Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG. Nach der Rechtsprechung
ist
bei dessen Bestimmung auf den
gewichteten Durch
schnitt der Arbeitsunfähigkeit
en
in beiden Teilbereichen abzustellen
, wobei die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt ebenfalls auf der Basis von medizinischen Stel
lungnahmen zu beurteilen ist, also noch nicht anhand der Ergeb
nisse einer
Haus
haltabklärung, die auch die Schaden
minderungspflicht einbezieht
(BGE 13
0 V 97 E
.
3.3.3 und E.
3.4).
Dies galt schon vor dem Inkrafttreten der Neuregelung der Invaliditätsbemessung in
Art.
27
bis
IVV per
1.
Januar 201
8.
Für die Zeit ab dem I
nkrafttreten dieser Neuregelung
gebietet es das neue System
ausserdem
, dass auch
bei der
Bestimmung des Wartejahres
in einem ersten Schritt von
der Arbeitsunfähigkeit in
einer V
ollzeitbeschäftigung ausgegangen wird und der Umstand, dass die versicherte Person vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens
lediglich ein Teilzeitpensum versehen hat,
erst im Rahmen der prozentualen Gewichtung berücksichtigt wird.
3.
Z
u prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Anmeldung vom 3
1.
Juli 2019 (
Urk.
6/2) Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
Strittige Punkte sind zum einen die gesund
heit
sbedingten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und zum andern der Umfang, in dem die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit erwerbstätig wäre.
4.
4.1
Was den Gesundheitszustand betrifft, so gab die Beschwerdeführerin im Anmel
deformular an, durch chronische Kopfschmerzen und Nackenbeschwerden sowie durch eine
erosive
Fingerpolyarthrose beeinträchtigt zu sein und als Folge der starken Schmerzen an Depressionen zu leiden (
Urk.
6/2/6-7).
4.
2
4.2.1
A
us einem
B
ericht
der Rheumaklini
k des Universitätsspitals E._
vom
3.
April 2012
geht hervor,
dass
sich die Beschwerdeführerin
ein erstes Mal
im Jahr 2011 wegen schmerzhafter Fingerschwellungen in ärztliche Behandlung begeben hatte und damals die Diagnose einer chronischen Polyarthritis
in Form einer
serone
gativen
rheumatoiden Arthritis
gestellt worden war, ohne dass jedoch entzünd
liche Veränderungen (
Synovitiden
)
hatten
festgestellt w
erden können
(
Urk.
6/64
/1+2)
. Die Schmerzen
waren
dannzumal
unter medikamentöser
Behandlung etwas zurückgegangen (
Urk.
6/64/1 und
Urk.
6/64/4); dafür hatten sich gemäss dem nachfolgenden Bericht vom 2
4.
Januar 2013 vom Nacken ausgehende Dauerschmerzen manifestiert, die der
zuständige
Rheumatologe Prof.
Dr.
med. I._
einer entzündlichen Mitbeteiligung der Halswirbelsäule
zugeordnet
hatte
(
Urk.
6/64/
4-5
).
In einem weitere
n
Bericht vom 2
2.
Mai 2013 sind mehr oder weniger unveränderte Beschwerden an den Händen und im Bereich des Nackens dokumentiert, und Prof.
Dr.
I._
hatte an der Diagnose einer chronischen Polyarthritis festgehalten (
Urk.
6/64/6-7).
A
nlass
für die Zuweisung der Beschwerdeführerin an die
Klinik C._
im Frühjahr 2019 war gemäss deren erstem Bericht vom 2
5.
April
/
6.
Mai
2019 unter anderem ein Ereignis vom Januar 2019, bei dem die Beschwerdeführerin beim Zusammenprall mit einer anderen Person auf einem Bahnhofareal den Kopf an einer Wand angeschlagen hatte; die Beschwerdeführerin klagte danach über
verstärkte Nacken- und Kopfschmerzen und über Schwindel, Gleichgewichts
störungen, Obstruktionsgefühl der Ohren sowie auch über Parästhesien an den Händen und Füssen
(
Urk.
6/15/5). Der Rheumatologe der
Klinik C._
, Chef
arzt
Dr.
med. J._
, beschrieb in Analyse einer Magnetresonanztomographie vom Februar 2019
(Bericht nicht in den Akten)
und von F
unktionsaufnahmen
vom April 2019 verschiedenste degenerative Veränderungen
der Halswirbelsäule
(
Urk.
6/15/4+6)
, des Weiteren stellte er anhand von Röntgenaufnahmen der Hände eine degenerative Fingerpolyarthrose (
Heberden
- und Bouchard-Arthro
sen) fest (
Urk.
6/15/4+6).
Dabei
stellte
er
d
ie damalige, in der Rheumaklini
k des Universitätsspitals E._
gestellte Diagnose einer Polyarthritis
in Frage und wies hierzu auf die nach wie vor nicht objektivierbaren
Syn
ovitiden
hin sowie
darauf, dass die Beschwerden unter entzündungshemmender Medikation (
Prednisolon
) unverändert geblieben seien (
Urk.
6/15/7). Dementsprechend interpretierte er die Beschwerden nunmehr im Rahmen eines
zervikospondylogenen
Schmerzsy
n
droms
(
Urk.
6/15/6).
Im Rahmen der anschliessenden B
ehandlung
führten Infiltrationen im Facetten
gelenk C3/4
zu einer Reduktion der Schmerzen, die sich jedoch gemäss den
weiteren
Berichten
der
Klinik C._
vom
9.
Ju
l
i und vom 1
9.
September 2019 als lediglich vorübergehend erwies (
Urk.
6/15/9 und
Urk.
6/15/14). Dr.
J._
sah sich daher
im September 2019 und im
Januar 2020
in der Auffassung bestärkt, dass die Schmerzsymptomatik nicht entzündlichen Ursprungs, sondern
myofaszialer
Natur sei (
Urk.
6/15/14 und
Urk.
6/
15/1
1)
, und schloss die Behand
lung im Januar 2020 einstweilen ab (
Urk.
6/15/11).
4.2.2
In Bezug auf die
Kopfschmerzen
fand im Mai 2020 eine zusätzliche Abkläru
n
g in
der Kopfwehsprechstunde
des Universitätsspitals E._
statt
. Die
medizinischen Fachpersonen
nahmen hierbei
die Angaben der Beschwerdeführerin entgegen,
wonach
nach dem
Ereignis vom Januar 2019
neuartige, von Licht- und Lärm
empfindlichkeit mit Übelkeit und Erbrechen begleitete Kopfschmerzen aufge
treten seien, die
im weiteren Verlauf in der Frequenz zugenommen hätten (
Urk.
6/28/
1+
3+4). Angesichts dessen, dass die Magnetresonanztomographie des Schädels vom August 2019 keine strukturelle Läsion als deren Ursache ergeben hatte (
Urk.
6/33), beurteilten die Fachpersonen die
Schmerzen
am ehesten
als Ausdruck einer Migräne
und als Folge eines Medikamentenübergebr
auchs und rieten therapeutisch zu einer Schmerzmittelreduktion und zu Entspannungs
übungen und Ausdauer
sport
(
Urk.
6/28/4
).
Anlässlich der erneuten Konsultation in der
Klinik C._
vom Herbst 2020 standen die Kopfschmerzen dann offenbar
nicht mehr im Vordergrund. Dr.
J._
erwähnte im Bericht vom 1
4.
Oktober 2020
im
Gegensatz zu
seinem
Bericht vom
1
4.
Januar 2020 (vgl.
Urk.
6/15/11) keine e
ntsprechende
n
Klagen
mehr, sondern befasste sich mit der geklagten Schmerzzunahme am Nacken sowie an den Armen und Händen.
Dabei hielt
er
an der Einstufung der Schm
erzen als
myofaszial
fest,
erkannte erneut keine Indizien für eine
artikuläre
Entzündungs
aktivität
und empfahl ebenfalls regelmässige Ausdaueraktivitäten
(
Urk.
6/54/2)
. Z
um Ausschluss einer zervikalen
Myelonkompression
wurde jedoch auf Veran
lassung von
Dr.
J._
(
Urk.
6/54/2) die weitere Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule vom 2
3.
Oktober 20
2
0 durchgeführt
, die wiederum zahlreiche degenerative Veränderungen sichtbar machte
(
Urk.
6/58).
4.2.
3
Neben den
beschriebenen körperlichen Befunden und Beschwerden
führte
Dr.
A._
in
seinem Anfangszeugnis zuhanden der
Generali
vom 3
1.
Juli 2019
ein
e depressive Episode auf
, deren Symptomatik im Febru
ar 2019 aufge
treten sei, und
wies darauf hin
, dass die Beschwerdeführerin seit der Kindheit an rezidivierenden depressiven Episoden leide
(
Urk.
6/6/7).
Dr.
B._
,
an den
Dr.
A._
die Besch
werdeführerin im
April
2019
über
wies
en
hatte
(vgl.
Urk.
6/
13/2+3)
,
stellte
im
Bericht an die
Generali
vom 1
4.
Juli 2019 die D
iagnose einer mittelgradig
en
depressiven Episode (F32.10
der Internationalen Klassifi
kation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation [ICD-10]
) und
sah
a
ls Auslöser dafür zum einen eine Überforderung am Arbeitsplatz und zum andern eine Reaktivierung der Halswirbelsäulenbeschwerden nach dem Ereignis vom
Januar
2019 (von ihm als Bagatelltrauma bezeichnet
;
Urk.
6/6/9).
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom
6.
November 2020 legte Dr.
B._
näher dar, bei der Behandlungsaufnahme habe sich ein mittelgradig
er
depressiver Zustand mit Müdigkeit und Schlafstörungen
sowie sozialem Rückzug gezeigt
und die Beschwerdeführerin habe den Tag damals hauptsächlich im Bett verbracht und auch keine Hausarbeiten mehr verrichtet. Unter medikamentöser Behandlung sei es jedoch
vom Mai
bis im August 2019 zu einer deutlichen Stabilisierung der d
epressiven Symptomatik gekommen;
die Beschwerdeführerin fühle sich nunmehr deutlich besser und sei bei aufgehellter Stimmung wieder dazu in der Lage, den Tag zu strukturieren (
Urk.
6/13/3). Demgemäss begrenzte
Dr.
B._
die Diagnose
der mittelgradig
en
depressiven Episode auf den Zeitraum von Februar bis August 2019 (
Urk.
6/13/3) und hielt fest,
danach
hätten die körperlichen Beschwerden mit Nacken- und Kopfschmerzen, einem diffusen Schwindelgefühl und Konzentrationsstör
ungen im Vordergrund gestanden und die
Beschwerdeführerin
wirke
zwar
noch
affektiv gedrückt
deswegen
, insgesamt aber
nicht mehr stark depressiv
(
Urk.
6/13/
3+
4). Die psychiatrische Behandlung bei
Dr.
B._
wurde in der Folge am 2
4.
Februar 2020 eingestellt, und
Dr.
B._
berichtete der
Generali
am
7.
Juni 2020, die Angaben im Bericht an die Beschwer
degegnerin
vom
6.
November 2020
(richtig 2019)
entsprächen
dem letzten Stand seines Wissens (
Urk.
8/105).
4.3
Die diagnostische Einordnung
der gesundheitlichen Problemkreise durch den Rheumatologen
Dr.
J._
von der
Klinik C._
und die medizinischen Fachpersonen der Kopfwehsprechstund
e des Universitätsspitals E._
auf der
einen Seite und den Psychiater
Dr.
B._
auf der anderen Seite leuchtet ein.
Was die rheumatologische Problematik betrifft, so setzte sich
Dr.
J._
im Rahmen von wiederholten Konsultationen eingehend mit
den Aufzeichnungen
der Rheumaklini
k des Universitätsspitals E._
über die Untersuchungen und Behandlungen in den Jahren 2011 bis 2014 auseinander, setzte seine eigenen Feststellungen in Bezug dazu und überprüfte auch diese immer wieder.
Seine Beurteilung, wonach entgegen der ursprünglichen Vermutung kein entzündliches rheumatologisches Leiden vorliege, erscheint daher als fundiert
,
und die Diag
nosen eines chronischen
spondylogenen
Schmerzsyndroms mit verschiedensten degenerativen Veränderungen in der Halswirbelsäule und einer idiopathischen
erosiven
Fingerpolyarthrose
(zuletzt
Urk.
6/54)
sind gut abgestützt.
Des Weiteren ist auch die Beurteilung der Kopfschmerzproblematik als
migräniform
und
teil
weise medikamentös bedingt
durch die Fachleu
te der Universitätsklinik K._
angesichts von fehlenden strukturellen Ursachen plausibel.
Schliesslich ist die Besprechung, die
Dr.
J._
nach Vorliegen der Magnetresonanztomographie vom 2
3.
Oktober 2020 vorgesehen hatte
(vgl. Urk. 6/54/2)
, zwar nicht in den Akten dokumentiert.
Allerdings wurde i
m Bericht über die Ergebnisse der Magnetresonanztomographie (
Urk.
6/58) zwar auf Wurzelkompressionen und eine leichte Kompression des
Myelons
auf der Höhe C5/6 hingewiesen, eine Myelopathie wurde jedoch verneint. Damit ist davon auszugehen, dass die Aufnahme vom
Oktober
2020 gegenüber derjenigen vom Februar 2019
(vgl. die
jeweilige
Beschreibung
durch
Dr.
J._
in seinen Berichten, zuletzt in
Urk.
6/54/1
)
keine
namhaften Veränderungen sichtbar gemacht hat.
Aus den
konsiliar
ärztlichen
Ausführungen von
Dr.
G._
(
H._
)
zuhanden der
Gene
rali
vom 2
5.
November 2019 (Untersuchung vom
6.
Juli 2019;
Urk.
6/18/31-37) lässt sich hingegen schon deshalb in diagnostischer Hinsicht nichts Zusätzliches oder Abweichendes ableiten, weil dieser Arzt abgesehen von der Magnetreso
nanztomographie der Halswirbelsäule vom Februar 2019 über keine medizi
nischen
Vorakten
verfügte (vgl.
Urk.
6/18/32+35). Seine Beurteilung, es
seien
keine Diagnose
n zu stellen
, welche die gegenwärtige Arbeitsunfähigkeit begrün
de
ten
(
Urk.
6/18/35), basiert
vielmehr
allein auf einer kursorischen
Funktions
p
rüfung
des Bewegungsapparates und einer kursorischen Erhebung des Neuro
status und somit
auf unvollständige
n Grundlagen. Dies monierte Dr.
A._
in seine
m Bericht
vom
4.
Februar 2020 (
Urk.
6/18/3-4) zu Recht
, und auch die entsprechende Rüge der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 8,
Urk.
6/18/18-19,
Urk.
12 S.
2) ist begründet
.
Die ergänzenden Ausführungen vom 3
0.
September 2020
sodann, für die den Fachpersonen der
H._
nunmehr die Akten zur Verfügung standen (
Urk.
8/127), setzen sich mit den Befunden und den Diag
nosen nicht auseinander, sondern nehmen nur B
ezug auf die Arbeitsunfähigkeit. Darauf ist
nachfolgend
noch näher einzugehen
.
Hinsichtlich der psy
ch
ischen Proble
matik sind die Ausführungen des behandeln
den
Dr.
B._
ebenfalls einlässlich. Der Psychiater nahm
im Bericht vom
6.
Nove
mber 2019
zunächst Bezug auf die Entwicklung des Leidens seit der Kind
heit, als die Beschwerdeführerin durch einen sexuellen Übergriff und den Suizid ihrer Grossmutter traumatisiert worden sei und danach immer wieder mit depres
siven Phasen gekämpft habe, vorerst jedoch ohne sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen, und beschrieb danach gut verständlich den Verlauf der aktuellen depressiven Episode mit allmählicher Besserung infolge der Behandlung
(
Urk.
6/13/3+4). A
uf seine Diagnose einer mittelgradigen depres
siven Episode im Zeitraum von Februar bis August 2019 kann daher
gleicher
massen
abgestellt werden.
Wiederum
liefern hingegen die
konsiliar
ärztlichen
Ausführungen von
Dr.
F._
(
H._
)
zuhanden der
Generali
vom 2
5.
Juli 2019 (Untersuchung vom
6.
Juli 2019;
Urk.
6/18/22-30) keine Erkenntnisse, welche die Beurteilung von
Dr.
B._
ergänzen oder in Frage stellen würden
, da auch
Dr.
F._
nicht über
Vorakten
verfügte (vgl.
Urk.
6/18/23) und keine Rücksprache mit dem behandelnden Ps
ychiater nahm
. Wenn
Dr.
F._
demnach ausführte, es liege aktuell höchstens eine leichte depressive Episode ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
6/18/28), so spricht dies nicht gegen die detaillier
tere, einen längeren Zeitraum berücksichtigende Diagnostik durch
Dr.
B._
.
In Bezug auf die ergänzenden Ausführungen
der Fachpersonen der
H._
vom 3
0.
September 2020 gilt wiederum das vorstehend Dargelegte.
Nach dem Gesagten
haben die
behandelnden Ärzte
die Befunde
ausführlich erhoben und
analysiert
, und die daraus abgeleiteten Diagnosen erscheinen als zuverlässig. Allein f
ür Befunderhebung und Diagnostik bedarf es daher keiner
polydisziplinären Begutachtung
.
Zu prüfen ist hingegen, ob es
einer
solchen Begutachtung
für die Beurteilung der Auswirkungen der erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen bedarf.
5.
5.1
Der Hausarzt
Dr.
A._
war offenbar zunächst von einer lediglich kurz
zeitigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen und hatte der Beschwerdeführerin in
zwei
Zeugnis
sen
vom 2
2.
Februar und
vom
8.
März 2019 ab
dem 2
8.
Februar beziehungsweise ab dem 1
5.
März 2019 keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert (
Urk.
8/24 und
Urk.
6/6/36).
In den nachfolgenden Zeugnissen verlängerte er jedoch sein A
ttest einer 100%igen A
rbeitsunfähigkeit mehrmals
und schob
selbst
die Attestierung einer 50%igen Teilarbeitsfähigkeit immer wieder hinaus
(vgl.
Urk.
8/4+9+12+18
+32+43+50+53
+63). Im Dezember 2019 schliesslich ging er nochmals von der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit ab
dem 17.
Januar
2020 aus
(
Urk.
8/76.2), verschob jedoch auch diesen Zeitpunkt im Januar 2020 und im Februar 2020 (
Urk.
8/78+88)
und attestierte der Beschwer
deführerin schliesslich ab dem 1
6.
März 2020 fortgesetzt eine 80%ige Arbeitsun
fähigkeit beziehungsweise eine versuchsweise zu realisierende 20%ige Arbeits
fähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich (U
rk.
8/96+97.4+102+116
+136+
144), letztmals am
1.
März 2021 (
Urk.
8/154).
Aus fachärztlicher Sicht hielt
der Rheumatologe
Dr.
J._
in seinem
ersten Bericht vom 2
5.
April
/
6.
Mai
2019 fest, die Beschwerdeführerin sei seit Ende Februar 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
6/15/5+7). In den nachfolgenden
Behandlungsb
erichten
war die Arbeitsfähigkeit nicht mehr Gegenstand von Ausführungen; im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
1.
Januar 2020 gab
Dr.
J._
jedoch an
, die verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule schränke das Einnehmen längerer Zwangshaltungen und die Tolerierung monoton-st
atischer Belastungen ein
und
mache
ver
mehrte Pausen erforderlich
(Urk.
6/15/2). Mit diesen Hinweisen kam er zum Schluss, dass für eine best
möglich angepasste Tätigkeit aus somatisch-rheumatologischer Sicht eine Ar
beitsfähigkeit von über 50
%
erreichbar sein sollte und die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiterin
somit zu mindestens 4-5 Stunden pro Tag zumutbar sei, falls bei der Arbeit regelmässige Pausen zum Durchbewegen gewäh
rleistet seien (Urk.
6/15/2). In einem Bericht an die
Generali
vom 1
3.
August 2020 wiederholte
Dr.
J._
diese Einschätzung
und
erklärte,
wie schon im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
1.
Januar 2020
, sie
gelte unter dem Vorbehalt
, dass die psychische Situation mit rezidivierenden depressiven Episoden der Realisier
barkeit nicht entgegenstehe (
Urk.
8/123
-123.1
; vgl.
Urk.
6/15/2).
Der
Psychiater
Dr.
B._
sodann
bemerkte
im Bericht vom
6.
No
vember 2019
bei der Frage nach der Arbeitsfähigkeit
, das
s die Beschwerdeführerin ab Anfang November für eine teilweise Arbeitsfähigkeit und eine langsame Reintegration bereit sein sollte, dass
dies allerdings am bisherigen Arbeitsplatz aus somatischen Gründen nicht möglich zu sein scheine (
Urk.
6/13/4).
5.2
Entgegen dem Dafürhalten von
Dr.
F._
und
Dr.
G._
in der Stel
lungnahme vom 3
0.
September 2020
(
Urk.
8/127.9) kann aus dem Vorbehalt von
Dr.
J._
hinsichtlich psychisch bedingter Einschränkungen nicht geschlossen werden, der Rheumatologe attestiere der Beschwerdeführerin aus der Sicht seines Fachge
bietes keine namhaften Einschränkungen
in der Arbeitsfähigkeit
. Denn Dr.
J._
nahm
bei der Attestierung der
mindestens 50%ige
n
Arbeitsfähigkeit ausdrück
lich
auf die somatisch-rheumatologische S
eite der Problematik Bezug
. Wenn er dabei den zumutbaren Tätigkeitsum
fang von 50
%
beziehungsweise 4
5
Stunden im Tag als das Mindestmass bezeichnete, so lässt sich daraus nicht ableiten, dass
er
ohne Weiteres
eine Steigerung d
er Arbeitsfähigkeit bis auf 100
% als realisier
bar erachtete
.
Nicht nur hob nämlich
Dr.
J._
di
e Notwendigkeit regelmässiger P
ausen
hervor
,
sondern es gilt auch
zu beachten, dass sich die Symptomatik nicht nur in Verspannungen und Schmerzen in der Halswirbel
säule, sondern zusätzlich
in
häufigen
Kopfschmerzen
mit Begleiterscheinungen
manifestierte.
Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
J._
leuchtet daher ein. V
on zusätz
lich einschränkenden Auswirkungen aufgrund
der psychischen Problematik ist hingegen nicht auszugehen, nachdem die depressiven Symptome
im Laufe des August
2019
abgeklungen waren.
Denn
Dr.
B._
schloss
im Bericht vom
6.
November 2019
zwar nicht aus, dass
die geklagten Konzentrationsstörungen und der diffuse Schwindel durch psychische Faktoren mitbedingt sein könnten
,
ein Zusammenhang mit der Halswirbelsäulenproblematik erschien ihm jedoch klar
(
Urk.
6/13/5)
,
und er hielt ausserdem fest, dass die aktuell noch bestehende Arbeitsunfähigkeit überwiegend somatisch begründet sein dürfte (
Urk.
6/13/6).
S
oweit
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin unter diesen Umständen
auch ab September 2019 noch eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
attestierte (
Urk.
6/13/4), so
trägt
ihr
das Zumutbark
eitsprofil von
Dr.
J._
schon genü
gend
Rechnung
.
Das Gleiche gilt
hinsichtlich einer allfälligen psychischen Komponente des Schmerzbildes, die
Dr.
J._
unter d
em Hinweis auf eine chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vermutete (
Urk.
6/15/5+9+11+14)
, da die
rheumatologischerseits
empfohlenen Reduktionen in der Belastung
dazu geeignet sind,
den
myofaszialen
Schmerzen
in ihrer Gesamtheit
entgegenzuwirken
.
5.3
Erscheint somit das Zusammenwirken von somatischen u
nd psychischen Fakto
ren
mit den Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen von
Dr.
J._
und
Dr.
B._
als ausreichend berücksichtigt, so kann auch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die beantragte polydisziplinäre Begutachtung
verzichtet werden. Dies gilt
ungeachtet der hausärztlichen Atteste einer höheren Arbeitsunfähigkeit durch
Dr.
A._
. Denn
dessen Vorgehen, die 100%ige oder 80%ige
Arbeits
un
fähigkeit entgegen der ursprünglichen Einschätzung und ohne entscheidende Zustandsveränderung immer wieder zu verlängern, lässt erkennen, dass er sich vor allem auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützte, was indessen aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
zu einseitig ist
.
5.4
Bei der Konkretisierung der massgebenden Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
beziehungsweise mindestens 4-5 Stunden
im Tag rechtfertigt es sich, die 5
Stun
den an der oberen Grenze des
gesteckten
zeitlichen
Rahmens einzusetzen, was
bei der regulären 40-Stunden-Woche im Arbeitsverhältnis mit der
Y._
AG (vgl.
Urk.
6/9/2) einem Pensum von 60
%
entspricht. Auf diese Weise wird
berücksichtigt, dass
es sich bei den Angaben von
Dr.
J._
zur Arbeitsfähigkeit um Mindestwerte handelt, ohne dass diese Werte über Gebühr
überschritten würden.
Zusammengefasst war die Beschwerdeführerin damit vom 2
1.
Februar bis Ende August 2019 in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig, und ab September 2019 war sie für die angestammte Tätigkeit und für vergleichbare Tätigkeiten wieder zu 60
%
arbeitsfähig.
Diese 60%ige Arbeitsfähigkeit erstreckt sich auf den Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
April 2021, da Änderungen in diesem Zeitraum nicht ersichtlich sind.
6
.
6.1
Sowohl für die Festlegung des Laufs des Wartejahres nach
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG und den Rentenbeginn als auch für die Invaliditätsbemessung ist
aufgrund der vorstehenden rechtlichen Erwägungen
von Bedeutung, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin
als Gesunde
erwerbstätig wäre.
6.2
B
eim Gespräch mit dem Versicherungsexperten der
Generali
vom
7.
Mai 2019
gab die Beschwerdeführerin
hierzu
an, die
Pensumsreduktion
von 80% auf 60
%
im September 2018 sei aufgrund ihrer gesundhei
tlichen Situation erfolgt (Urk.
6/6/27).
In der Beschwerdeschrift liess sie
in Präzisierung dieser Angabe
zum einen auf die langjährigen rezidivierenden depressiven Episoden hinweisen, die etwa ab dem Jahr 2009 durch den Hausarzt medikamentös behandelt worden seien, und zum andern die rheumatologische Problematik
erwähnen, die nach den vorstehenden Ausführungen im Jahr 2011 erstmals näher abgeklärt und behan
delt worden war.
Sie liess
vorbringen
, die Kombination di
eser beiden Problem
kreise habe
sie schon seit langem beeinträchtigt und eine vollzeitliche Erwerbs
tätigkeit stets ausgeschlossen
. Dass sie ihr Pensum
per
Ende 2015/Anfang 2016
auf 80
%
zu erhöhen in der Lage gewesen sei, habe nur mit der zurückgegangenen Beanspruchung in der Familie zusammengehängt; ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre sie indessen spätestens ab dann
sogar
wieder
zu 100
%
erwer
bstätig gewesen
. Die gesundheitlichen Einschränkungen
hätten dies jed
och verhindert und sie sei
dazu gezwu
ngen gewesen, das Pensum mit
Zustimmung der Arbeitgeberin wieder auf 60
%
zu reduzieren, nachdem die Belastung im
Sommer 2018 trotz der Unterstütz
ung durch den Ehemann
zu gross geworden
sei
(
Urk.
1 S. 3 f.
und S. 7 f.
)
. Eine entsprechende Arbeitsentlastung sei damit jedoch nicht einhergegangen und hinzugekommen sei, dass die Arbeitgeberin im November 2018 die Verle
gung des Arbeitsortes von L._ nach M._
(Kan
ton Schwyz) angekündigt habe, was
für sie eine zusätzliche Belastung durch einen längeren Arbeitsweg bedeutet habe
(
Urk.
1 S
. 4
f.)
.
Demgegenüber stützte sich die
Beschwerdegegnerin
, nachdem sie ursprünglich
ohne weiterführende Überlegungen ein 80%ige
s
Erwerbspensum angenommen hatte (vgl.
Urk.
6/39/9), bei der Neubeurteilung, die sie zur Annahme eines 60%igen Erwerbspensums bei guter Gesundheit bewog, auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin das Pensum schon im Herbst 2018 wieder auf 60
%
reduziert hatte, jedoch erst im Februar 2019 arbeitsunfähig geschrieben worden war, und nahm deshalb an, die Reduktion sei nicht gesundheitsbedingt erfolgt, sondern habe mit der Verlegung des Arbeitsort
es zusammengehängt (Urk. 6/60/3
4
,
Urk.
6/72/5
).
6.3
A
bgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin
dartun
liess, erst nach erfolgter
Pensumsreduktion
mit der Verlegung des Arbeitsortes konfrontiert worden zu sein (vgl.
Urk.
1 S. 5), schliesst ein Zusammenhang der Reduktion der Arbeitszeit mit dem weiteren Arbeitsweg einen gesundheitlichen Hintergrund nicht aus
angesichts dessen, dass die
Beschwerdeführerin
vorbringen
liess
, der Arbeitsweg habe sie
krankheitsbedingt
stärker belastet.
Anhand der
vorprozessualen Akten
lässt sich die Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin allerdings beim gegenwärtigen Abklärungsstand nicht ausreichend untermauern; es fehlt
darin
an Angaben und Hinweisen, die ausreichend
Aufschluss darüber geben, was die Beschwerdeführerin dazu bewogen hatte, ihr Pensum nach der langjährigen 60%igen Anstellung per Anfang 2016 auf 80
%
zu erhöhen, und was der Anlass für die erneute Reduktion gut zweieinhalb Jahre später war.
Was
das Vorbringen der Beschwerdeführerin anbelangt, sie sei schon seit jeher gesundheitlich eingeschränkt gewesen in der Ausübung einer Erwerbstätigkeit, so war sie gemäss den
Angaben der
Y._
AG vom 13.
November 2020, welche die Beschwerdegegnerin eingeholt hatte, seit dem Jahr 2010 für ein 60%-Pensum angestellt gewesen (
Urk.
6/57), und aus der Höhe der Einkünfte
im Auszug aus
dem individuellen Konto vom 2
0.
September 2019 (
Urk.
6/8) ist zu schliessen, dass sie schon in den Jahren zuvor ein Pensum dieses Ausmasses versehen hatte. Dabei hatte das Einkommen, das sie
im Rahmen der Anstellungen bei der
Z._
AG (1999 bis 2003) und bei der
Y._
AG (2004 bis 2019)
erzielt hatte, bei gleichgebliebenem, langjährigem Pensum
kontinuierlich
zuge
nommen, was darauf hindeutet, dass die Beschwerdeführerin
über viele Jahre hinweg dazu in der Lage
gewesen
war, im Rahmen ihrer 60%igen Anstellung gute Leistungen zu erbringen. Gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle sind bis zum Jahr 2011 nicht dokumentiert, das
Manifestwerden
des rheumatologischen Leidens in der Zeit von 2011 bis 2014 war nicht mit einem erwerblichen Einbruch verbunden und in der Zeit danach sind bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Februar 2019 keine weiteren ärztlichen Untersu
chungen und Behandlungen belegt oder behauptet, sondern die Beschwerdeführerin gab in der Anmeldung an, die erhebliche Verschlechterung sei im Februar 2019 eingetreten (
Urk.
6/2/6).
Was sodann das Argument betrifft, die
Pensumserhöhung
ab dem Jahr 2016 sei
nur
infolge des Rückgangs der familiären Beanspruchung möglich geworden, so waren die Kinder der Beschwerdeführerin, g
eboren 1988 und 1993 (vgl. Urk.
6/2/3), zur Zeit der
Pensumssteigerung
schon 27 beziehungsweise 22 Jahre alt
;
deren Alter
für sich allein bildet daher
kein Indiz dafür,
dass die Ausdehnung der Erwerbst
ätigkeit in einem
Zusammenhang mit familiären
Veränderungen gestanden hatte.
Schliesslich sind auch die Umstände, unter denen das Arbeits
verhältnis schliesslich aufgelöst wurde, nicht hinreichend geklärt.
Während der Versicherungsexperte der
Generali
im Bericht zum Gespräch vom 7.
Mai 2019 die Aussage der Beschwerdeführerin festhielt, die Kündigung habe sie unerwartet getroffen und sie beabsichtige, an den Arbeitsplatz zurückzukehren (
Urk.
6/6/26
+27), gab die Arbeitgeberin gegenüber der Beschwerdegegnerin an, das Arbeitsverhältnis sei aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Geschäftsleitung auf den Wunsch der Beschwerdeführerin hin aufgelöst worden (
Urk.
6/9/1
)
. Sie
konkretisierte diese A
ngabe jedoch nicht, und es bleibt offen, ob und wieweit bei der Auflösung eine allfällige, von der Beschwerdeführerin erwähnte Aufforderung der Arbeitgeberin an sie eine Rolle gespielt hatte, das Pensum wieder auf 80
%
zu erhöhen (vgl. hierzu
Urk.
1 S. 4 f.
sowie
Dr.
F._
in
Urk.
6/18/28)
.
Zudem
stellt sich die Frage, wieweit bereits die Ausdehnung des Pensums im Jahr 2016 auf Wünsche der Arbeitgeberin zurückzuführen gewesen war.
Damit ist zwar nicht auszuschliessen, dass gesundheitliche Gründe mitgespielt haben beim Entscheid der Beschwerdeführerin, für lange Zeit im 60%-Pensum zu verbleiben, und beim Entscheid, nach zweieinhalb Jahren wieder
zum
60%-
Pensum zurückzukehren. Beim gegenwärtigen Abklärungsstand kann dies jedoch nicht als überwiegend wahrscheinlich im Sinne der sozialversicherungsrecht
lichen Beweisanforderung erachtet werden.
6.4
D
ie Abklärungen zur mutmasslichen prozentualen A
ufteilung von Erwerbsarbeit und
Aufgaben
erfüllung
im Haushalt erscheinen
indessen
noch nicht als vollstän
dig. Denn dort, wo der Status der teilzeitlichen Erwerbstätigkeit zur Diskussion steht, ist nach der vorstehend wiedergegebenen bundesgerichtlichen Rechtspre
chung eine umfassende Prüfung sämtlicher persönliche
r
, familiäre
r
und er
werb
liche
r
Umstände vorzunehmen
; aus der gesundheitlichen Situation für sich allein kann also nicht auf das mutmassliche Erwerbspensum bei guter Gesundheit geschlossen werden.
Diese persönlichen und familiären Faktoren wurden
vorliegendenfalls
jedoch kaum einbezogen. B
ekannt ist aus den Aufzeichnungen der
Generali
zum Gespräch vom
7.
Mai 2019
etwa, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin
damals
als Schul
leiter tätig war
(
Urk.
6/6/27)
; über die Aufteilung der Hausar
beiten in der Vergangenheit sind jedoch keine Angaben vorhanden, sondern
Dr.
F._
gab im Bericht zuhanden der
Generali
nur die Aussage der Beschwerde
führerin wieder, sie sei
wegen der (aktuellen) Beschwerden zur Verrichtung vieler Arbeiten im Haushalt nicht in der Lage
und
sie würden
deshalb
überwiegend von einer Haushalthilfe und auc
h von ihrem Mann erledigt (Urk.
6/18/24; vgl. auch den Bericht von
Dr.
A._
vom 1
7.
Oktober 2019,
Urk.
6/10/5).
Des Weite
ren lebten die Kinder des Ehepaares zur
Z
eit der Exploration durch
Dr.
F._
beide in eigenen Haushalten (
Urk.
6/18/24), über die Betreuung in früheren Jahren ist jedoch e
benfalls nichts Näheres bekannt. S
oweit
Dr.
B._
im Bericht vom
6.
November 2019 eine depressive Erkrankung des Sohnes mit zweijähriger Behandlung erwähnte (
Urk.
6/13/3), so
fehlen Informationen zum Zeitraum und zu einem allfälligen Betreuungsbedarf innerhalb der Familie.
Unter diesen Umständen ist eine einlässliche Befragung der Beschwerdeführerin und allenfalls auch Dritter, wie etwa der ehemaligen Arbeitgeberin, unentbehr
lich. Eine
Befragung
im Zusammenhang mit der Statusfrage
ist
üblicherweise in eine
eingehende Erhebung im Haushalt
eingebettet
,
soweit die Verhältnisse nicht von vornherein eindeutig sind
. In der vorliegenden Kon
ste
llation
kann von einer solchen
Haushaltabklärung
nicht abgesehen werden.
Fa
lls
nämlich
davon auszu
gehen wäre, dass die Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit nur teilzeit
lich erwerbstätig wäre, so erwiese sich die
Qualifikation des restlichen Bereichs als Freizeit gemäss dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
6/39/9 und
Urk.
6/60/5) nicht als haltbar. Denn
die Beschwerdeführerin
lebt in einer
Eigen
tumswohnung
im gemei
nsamen Haushalt mit dem Ehemann (vgl.
Urk.
6/6/27)
und hat somit
zweifellos Aufgaben im nichterwe
rblichen Bereich zu versehen
, die
rechtsprechungsgemäss
invalidenversicherungsrechtlich relevant sind
(BGE 141 V 15 E. 4.7)
.
Daher sind neben den Abklärungen zum mutmasslichen Umfang der Erwerbstätigkeit bei guter Gesundheit auch Abklärungen zu den krankheits
bedingten Einschränkungen in den einzelnen Tätigkeitsfeldern des Haushaltes erforderlich.
7.
Damit ist die Sache zwar nicht zur medizinischen Begutachtung, aber zur Durch
führung der dargelegten Abklärung
en
zum mutmasslichen Pensum der beruflichen Tätigkeit
bei guter Gesundheit
und zu den
krankheitsbedingten
Einschrän
kungen im Haushalt an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Zusammen
hang mit diesen Einschränkungen ist gegebenenfalls auch eine ärzt
liche Stellung
nahme einzuholen, denn
Dr.
J._
hatte im Bericht vom 3
1.
Januar 2020 darauf hingewiesen, dass hierzu keine Evaluation erfolgt sei (
Urk.
6/15/2).
Ausserdem ist s
ch
on an dieser Stelle zu bemerken, dass
im Hinblick auf die
Bemessung des
Valideneinkommens
noch näher darauf einzugehen sein wird, welche Umstände
- krankheitsbedingte oder krankheitsfremde -
zum Verlust der Arbeitsstelle bei der
Y._
AG geführt hatten.
D
ie angefochtene Verfügung
vom
1
2.
April 2021
ist demnach
aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforder
lichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach
im Sinne der Erwägungen
über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
8
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die
unterliegende Beschwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 700.--
festzusetzen.
9
.
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34
des Gesetzes über das
Sozi
alversicherungsgericht [GSVGer] sowie § 7 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht [
GebV
SVGer]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, der Beschwerde
führerin eine
Prozessentschädigung von
Fr.
2'900.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.