Decision ID: 73d453d7-0f80-4d58-98c2-e4cb80f7b1d3
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 6. Februar 2012 (EE110072)
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Rechtsbegehren:
" 1. In Abänderung von Disp. Ziff. 3./2. und 3./3. der  vom 10.6.2011 (EE100163-M) sei die Obhut über das  Kind C._, geb. tt.mm.2008, dem  (Kindsvater) zuzuteilen und der Abänderungsbeklagten (Kindsmutter) ein angemessenes Kontaktrecht einzuräumen.  Anordnung sei gestützt auf Art. 261 i.V.m. 265 Abs. 1 ZPO  und superprovisorisch, ohne Anhörung der Gegenpartei, zu erlassen.
2. (Ausreiseverbot) 3. (Reisepasssperre) 4. Eventualiter für den Fall, dass die Obhut über das gemeinsame
Kind C._ bei der Abänderungsbeklagten verbleibt, sei das Besuchsrecht im Falle eines Wegzuges der  mit dem Kind C._ nach D._ (D) wie folgt :
a) Der Abänderungskläger sei für berechtigt zu erklären, das Kind C._ jedes zweite Wochenende eines jeden  zu besuchen bzw. mit sich auf Besuch zu nehmen,  die Abänderungsbeklagte das Kind jeweils mit der Bahn nach E._, Deutschland (nachfolgend: E._), als Übergabeort bringt. Dabei erfolgt die Übergabe an den  selbst oder die Grosseltern von C._ väterlicherseits jeweils am Freitagabend am Hauptbahnhof E._ Die  Zeit ist nach Fahrplan der Fernverbindung D.._ festzulegen. Die Rückgabe an die Beklagte erfolgt jeweils am darauffolgenden Montag, 10.00 Uhr am  E._;
b) [...] c) Ferner sei der Kläger (unbesehen der zur Anwendung kom-
menden Wochenendregelungsvariante) für berechtigt zu , das Kind C._ an den Feiertagen Ostern, , Weihnachten und Neujahr jeweils abwechslungsweise mit der Beklagten zu sich oder mit sich auf Besuch zu , beginnend mit Weihnachten 2011 (Freitagabend 23.12.2011 bis Dienstagmorgen 27.12.2011) beim Vater und Neujahr bei der Mutter, Ostern 2012 (Donnerstagabend 5.4.2012 bis Dienstagmorgen 10.4.2012) beim Vater,  2012 bei der Mutter.
5. Der nicht obhutsberechtigte Elternteil sei für berechtigt zu , das gemeinsame Kind C._ jedes Jahr vier Wochen (ab Schuleintritt von C._ jeweils während dessen Schulferien)
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mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen, wovon mindestens zwei Wochen jeweils zusammenhängend.
6. (Auflösung Mieterkautionsdepot) 7. In Abänderung von Disp. Ziff. 3./7 a) und b) der Eheschutzverfü-
gung vom 10.6.2011 (EE100163-M) sei die Unterhaltspflicht des Abänderungsklägers betreffend Kinderunterhalt mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 bzw. mit Wegzug der Beklagten aus der Schweiz auf monatlich CHF 920.-- (statt CHF 1'500.--; zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen) sowie betreffend Ehegattenunterhalt mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 bzw. mit Wegzug der Beklagten aus der Schweiz auf monatlich CHF 2'146.-- (statt CHF 3'500.--) zu reduzieren.
8. In Abänderung von Disp. Ziff. 3./7d) der Eheschutzverfügung vom 10. Juni 2011 (EE100163-M) sie die Verpflichtung des  zur Überweisung der hälftigen Beteiligung der  an einem allfälligen zusätzlichen variablen Einkommen des Abänderungsklägers aufzuheben.
9. Zwischen den Parteien sei mit Rechtshängigkeit des vorliegenden Begehrens die Gütertrennung nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB anzuordnen.
10. Die Prozesskosten seien gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO der  aufzuerlegen.
11. Die Beklagte sei gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO zur Bezahlung  angemessenen Parteientschädigung an den anwaltlich  Kläger (zuzügl. Mehrwertsteuer) zu verpflichten."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 6. Februar 2012:
1. Das Begehren des Gesuchstellers auf Umteilung der Obhut über das ge-
meinsame Kind C._, geb. tt. mm. 2008, an ihn und einer entsprechen-
den Regelung des Besuchsrechts für die Gesuchsgegnerin wird abgewie-
sen.
2. In teilweiser Gutheissung des Gesuchs werden die Dispositiv-Ziffern 3.3.
und 3.7. der Eheschutzverfügung vom 10. Juni 2011 (Gesch. Nr. EE100163)
wie folgt abgeändert:
"3.3. Besuchsrecht (Art. 176 Abs. 3 ZGB, Art. 273 ff. ZGB)
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Der Beklagte (heutige Gesuchsteller) ist berechtigt, das Kind
− an jedem zweiten Wochenende im Monat von Freitagabend bis Montag, 10.00 Uhr
− am zweiten Weihnachtstag (25. Dezember) und am 1. August,
− sowie in ungeraden Jahren am Ostermontag und in geraden Jahren am Pfingstmontag,
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Die Klägerin (heutige Gesuchsgegnerin) hat das Kind jeweils nach E._, Deutschland als Übergabeort zu bringen. Dabei erfolgt die Übergabe an den Beklagten (heutiger Gesuchsteller) jeweils am Freitagabend am  E._. Die genaue Zeit ist nach Fahrplan der Fernverbindung . Die Rückgabe an die Klägerin (heutige Gesuchsgegnerin) erfolgt jeweils am darauffolgenden Montag 10.00 Uhr am Hauptbahnhof E._.
Der Beklagte (heutiger Gesuchsteller) ist berechtigt, das gemeinsame Kind C._ jedes Jahr zweimal eine Woche mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen.
Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertagskontakte nach  Absprache bleiben vorbehalten.
3.7. Unterhalt (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB)
a) Kinderunterhalt
Der Beklagte (heutiger Gesuchsteller) verpflichtet sich, der Klägerin (heutige Gesuchsgegnerin) für die Dauer des Getrenntlebens monatliche  von Fr. 920.– (zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen) zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals rückwirkend auf den 1. Oktober 2011.
b) Ehegattenunterhalt
Der Beklagte (heutiger Gesuchsteller) verpflichtet sich, der Klägerin (heutige Gesuchsgegnerin) für die Dauer des Getrenntlebens monatliche  von Fr. 2'146.– zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals rückwirkend auf den 1. Oktober 2011.
c) [unverändert]
d) [aufgehoben]
e) Grundlagen der Unterhaltsberechnung
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Dieser Vereinbarung liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien :
- Erwerbseinkommen Beklagter (heutiger Gesuchsteller, zuzüglich  in der Höhe von Fr. 240.–): Fr.8'827.– netto pro Monat (inkl.  1⁄2 Pauschalspesenanteil von Fr. 200.–), zuzüglich Bonus (kein 13. Monatslohn);
- Erwerbseinkommen Klägerin (heutige Gesuchsgegnerin): Fr. 0.– netto pro Monat;
- erweiterter Bedarf Beklagter (heutiger Gesuchsteller): rund Fr.4'308.– pro Monat (Steuern geschätzt Fr. 600.–);
- erweiterter Bedarf Klägerin (heutige Gesuchsgegnerin) samt Kind C._: rund Fr. 3'100.– pro Monat."
3. Auf das Begehren um Zuteilung des Mieterkautionsdepots in Höhe von
Fr. 4'700.– zuzüglich Zinsen an den Gesuchsteller wird nicht eingetreten.
4. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung per 31. August 2011 angeordnet.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'700.– (Pauschalgebühr).
6. Die Entscheidgebühr wird zu zwei Fünfteln dem Gesuchsteller und zu drei
Fünfteln der Gesuchsgegnerin auferlegt.
7. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller eine reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 1'400.– zu bezahlen.
8. (Mitteilung)
9. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Der Gesuchsgegnerin (Urk. 54, sinngemäss):
" 1. In Abänderung des Urteils sei der Gesuchsteller (Kindsvater) , das Kind C._ ein Mal im Monat an einem  am Samstag und Sonntag in der Zeit von 10 - 18 Uhr am Wohnort des Kindes zu besuchen oder auf eigene Kosten zu sich zu nehmen.
An Feiertagen wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten ist er  mit der Kindsmutter berechtigt, das Kind an einem Feiertag
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zu besuchen oder auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu .
Weitergehende oder abweichende Wochenend- und  bleiben nach gegenseitiger Absprache vorbehalten.
2. In Abänderung des Urteils sei der Kindsvater zu verpflichten, der Kindsmutter für die Dauer des Getrenntlebens einen monatlichen Kinderunterhalt in Höhe von 1500 CHF zu bezahlen. Der  sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den  eines jeden Monats, rückwirkend auf den 1. Oktober 2011.
Die vertraglichen Kinderzulagen beantragt die Kindsmutter in Deutschland.
3. In Abänderung des Urteils sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau für die Dauer des Getrenntlebens monatliche  von 3500 CHF zu bezahlen. Die  ist im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den ersten eines jeden Monats, rückwirkend auf den 1. Oktober 2011.
4. In Abänderung des Urteils sei die Aufhebung der  der Ehefrau rückgängig zu machen.
5. In Abänderung des Urteils sei die verfügte Gütertrennung mit  per 31. August 2011 für die Dauer des Getrenntlebens nicht anzuordnen.
6. In Abänderung des Urteils sei die Entscheidgebühr dem  aufzuerlegen und die von der Ehefrau zu zahlende  rückgängig zu machen."
Des Gesuchstellers (Urk. 62):
" 1. Die Berufung sei abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid sei vollumfänglich zu bestätigen.
2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungs- und  seien vollumfänglich der Berufungsklägerin aufzuerlegen."
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Erwägungen:
I.
1. Die Parteien standen vor Vorinstanz seit Dezember 2010 in einem
Eheschutzverfahren (Urk. 1). Nach Durchführung der Hauptverhandlung vom
28. März 2011 schlossen die Parteien im Rahmen einer Vergleichsverhandlung
am 10. Juni 2011 eine Vereinbarung über die Folgen des Getrenntlebens, welche
von der Vorinstanz mit Verfügung vom selben Datum mit Bezug auf die Kinderbe-
lange genehmigt und im Übrigen vorgemerkt wurde (Urk. 23). Mit Eingabe vom
29. August 2011 machte der Gesuchsteller und Berufungsbeklagte (fortan Ge-
suchsteller) ein Abänderungsbegehren anhängig und stellte eingangs wiederge-
gebene Anträge (Urk. 1). Die Parteien wurde zur Hauptverhandlung vom 31. Ok-
tober 2011 vorgeladen, welcher die Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin
(fortan Gesuchstellerin) unentschuldigt fernblieb. Am 6. Februar 2012 fällte die
Vorinstanz sodann das eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 55), dessen be-
gründete Fassung den Parteien am 4. bzw. 8. Mai 2012 zugestellt wurde (Urk.
53/1 und 2).
2. Gegen dieses Urteil erhob die Gesuchsgegnerin mit Eingabe vom
8. Mai 2012 innert Frist Berufung, wobei sie die oben angeführten Anträge stellte
(Urk. 54). Die Berufungsantwort des Gesuchstellers datiert vom 9. Juli 2012 und
enthält die ebenfalls eingangs wiedergegebenen Anträge (Urk. 62).
3. Mit Verfügung vom 8. August 2012 wurde den Parteien sodann Frist
angesetzt, um sich zur Frage der internationalen Zuständigkeit der Schweizer Ge-
richte zu äussern. Die diesbezüglichen Stellungnahmen der Parteien gingen hier-
orts am 22. August (Urk. 70) bzw. 3. September 2012 (Urk. 75 und Urk. 76) ein.
Sie wurden je der Gegenpartei zugestellt (Urk. 77 und 78).
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II.
1. Prozesshintergrund
1.1 Das Getrenntleben der Parteien wurde durch die Parteivereinbarung
vom 10. Juni 2011 geregelt. Die Obhut über das gemeinsame Kind C._, ge-
boren am tt. mm. 2008, wurde für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchs-
gegnerin zugeteilt und dem Gesuchsteller für die Zeit ab Januar 2012 ein zweiwö-
chentliches Wochenend- (jeweils von 10 bis 18 Uhr) sowie ein Feiertagsbesuchs-
recht eingeräumt. Sodann verpflichtete sich der Gesuchsteller zur Zahlung von
monatlichen Kinderunterhaltsbeiträgen von Fr. 1'500.– und Ehegattenunterhalts-
beiträgen von Fr. 3'500.– sowie zur Weiterleitung der Hälfte der ihm vom Arbeit-
geber als freiwillige Sondervergütung ausgerichteten Bonuszahlung an die Ge-
suchsgegnerin.
1.2 Per 30. September 2011 - also rund 2,5 Monate nach Abschluss der
Getrenntlebensvereinbarung - meldete sich die Gesuchsgegnerin an ihrem Woh-
nort F._ ab und zog mit C._ nach D._, Deutschland (Urk. 12 und
13). Im Hinblick auf diesen Wegzug der Gesuchsgegnerin reichte der Gesuchstel-
ler vor Vorinstanz am 29. August 2011 eine Abänderungsklage ein, welche von
der Vorinstanz mit Urteil vom 6. Februar 2012 mit Bezug auf den Antrag auf Um-
teilung der Obhut an den Gesuchsteller abgewiesen, aber im Übrigen aufgrund
der veränderten Verhältnisse wegen des Wohnsitzwechsels mit Bezug auf das
Besuchsrecht sowie die Kinder- wie auch Ehegattenunterhaltsbeiträge abgeän-
dert wurde. Sodann ordnete die Vorinstanz per 31. August 2011 die Gütertren-
nung an.
1.3 Die Gesuchsgegnerin wehrt sich im Rahmen ihrer Berufung gegen die
Abänderung der Getrenntlebensvereinbarung vom 10. Juni 2011 sowie die An-
ordnung der Gütertrennung. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Weg-
zug der Gesuchsgegnerin mit C._ nach D._ einen Abänderungsgrund
im Sinne von Art. 179 Abs. 1 ZGB darstelle, blieb dabei unbestritten.
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2. Internationale Zuständigkeit und anwendbares Recht
Im vorliegenden Verfahren betreffend Abänderung eines Eheschutzent-
scheides stehen sich zwei Parteien mit deutscher Staatsangehörigkeit gegenüber.
Damit lag von Beginn des Verfahrens an ein Sachverhalt mit Auslandsbezug und
ein internationales Verhältnis im Sinne von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über das internationale Privatrecht (IPRG) vor. Nach übereinstimmender Darstel-
lung der Parteien ist die Gesuchsgegnerin mit C._ sodann per 1. Oktober
2011 nach Deutschland übersiedelt (Urk. 12, 13), wovon auch die Vorinstanz im
angefochtenen Urteil ausgegangen ist (Urk. 55 S. 4, S. 9, S. 11, S. 16, S.17). Be-
stand zuvor noch ein lediglich schwacher Auslandsbezug, liegt seit dem Wegzug
der Gesuchsgegnerin nach Deutschland zweifelsohne ein Sachverhalt mit qualifi-
ziertem Auslandsbezug vor, weshalb sich die Zuständigkeit der schweizerischen
Gerichte sowie das anwendbare Recht zur Beurteilung der Abänderungsklage
nach dem IPRG respektive nach den gemäss Art. 1 Abs. 2 IPRG vorgehenden
völkerrechtlichen Verträgen richtet. Die Vorinstanz hat indes keinerlei Ausführun-
gen zur internationalen Zuständigkeit oder dem anwendbaren Recht gemacht. In
der Folge wird für die Verfahrensgegenstand bildenden Positionen des Besuchs-
rechts, der Ehegattenunterhaltsbeiträge inklusive Bonusbeteiligung, der Kinderun-
terhaltsbeiträge wie auch der angefochtenen Anordnung der Gütertrennung zu-
nächst die Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte zu klären und sodann bei
Vorliegen einer solchen das anwendbare Recht zu bestimmen sein.
3. Besuchsrecht
3.1 Mit Bezug auf das Besuchsrecht zwischen C._ und dem Gesuch-
steller bestimmt sich die internationale Zuständigkeit gemäss Art. 1 Abs. 2 und
Art. 85 Abs. 1 IPRG nach dem Haager Übereinkommen vom 19. Oktober 1996
über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung, Vollstre-
ckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen Verantwortung und
der Massnahmen zum Schutz der Kinder (Haager Kindesschutzübereinkommen,
HKsÜ; BSK IPRG-Schwander, Art. 85 IPRG N 23 f. und N 108, CR LDIP-Bucher,
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Art. 85 N 8). Dieses Abkommen ist für die Schweiz am 1. Juli 2009 und für
Deutschland am 1. Januar 2011 in Kraft getreten.
3.2 Gemäss Art. 5 Abs. 1 HKsÜ sind die Gerichte am gewöhnlichen Auf-
enthaltsort der Kinder zum Erlass von Massnahmen zum Schutze des Kindes zu-
ständig, wobei ab dem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthaltes die Gerichte am
neuen Aufenthaltsort zuständig sind. Nach dem HKsÜ gibt es demnach keine
perpetuatio fori, d.h. die Zuständigkeit kann auch während hängigem Rechtsmit-
telverfahren verloren gehen (BGer 5A_622/2011 vom 27. Juni 2011, Erw. 3; BGE
132 III 586, Erw. 2.3). Nach dem Gesagten ist die Hauptzuständigkeit zur Anord-
nung von Schutzmassnahmen, die sich unter anderem auch auf die elterliche Ob-
hut (Art. 3 lit. a HKsÜ) und das Besuchsrecht (Art. 3 lit. b HKsÜ, "persönlicher
Verkehr") beziehen können, per 1. Oktober 2011 auf die deutschen Behörden
übergegangen. Eine subsidiäre Zuständigkeit in der Schweiz gemäss Art. 6 bis 12
HKsÜ besteht sodann nicht. Die Zuständigkeiten für Flüchtlingskinder (Art. 6
HKsÜ) sowie für dringende und auf das eigene Hoheitsgebiet beschränkte vor-
sorgliche Schutzmassnahmen (Art. 11 und 12 HKsÜ) fallen ausser Betracht. Auch
besteht entgegen den Ausführungen des Gesuchstellers (vgl. Urk. 76) keine Zu-
ständigkeit im Sinne von Art. 7 HKsÜ (entführte Kinder), da der Gesuchsgegnerin
als Obhutsberechtigten das Aufenthaltsbestimmungsrecht zukommt und daher
keine widerrechtliche Verbringung im Sinne der angeführten Norm vorliegen kann.
Der Gerichtsstand der Eheauflösung und -trennung (Art. 10 HKsÜ) kann nicht zur
Anwendung kommen, da es vorliegend um ein Abänderungsverfahren geht. Für
eine einvernehmliche Zuständigkeitsübertragung im Sinne von Art. 8 und 9 HKsÜ
sind die Voraussetzungen nicht erfüllt. Mangels eines hängigen Verfahrens in
Deutschland können die schweizerischen Gerichte nicht um Übernahme des Ver-
fahrens ersucht werden (Art. 8 HKsÜ). Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern die
schweizerischen Gerichte das konkrete und aktuelle Wohl des Kindes besser be-
urteilen könnten als die deutschen Behörden und aus diesem Grund ein Über-
nahmeersuchen im Sinne von Art. 9 HKsÜ zu stellen wäre. Ein schweizerisches
Gericht kann sich aus der Distanz nicht ohne Weiteres einen umfassenden Ein-
blick in die Lebensumstände von C._ in Deutschland verschaffen und eine
konkrete, alle massgeblichen Tatsachen berücksichtigende Einzelfallprüfung vor-
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nehmen. Jedenfalls bestehen keine Anhaltspunkte, dass die (sachnäheren) deut-
schen Behörden nicht genauso gut in der Lage wären, die für das Kindeswohl nö-
tigen Massnahmen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls wirksam zu verfügen.
Demzufolge entfiel mit dem Aufenthaltswechsel von C._ die Zuständig-
keit der schweizerischen Gerichte zur Beurteilung des Obhuts- und Besuchs-
rechtsstreites. Daran ändert nichts, dass es die Gesuchsgegnerin ihrerseits unter-
lassen hat, sich auf einen Zuständigkeitswechsel zu berufen. Die Zuständigkeits-
ordnung gemäss HKsÜ ist abschliessender Natur und der Parteidisposition ent-
zogen. Die Vorinstanz war nach dem 1. Oktober 2011 nicht mehr befugt, über die
Rechtsbegehren des Gesuchstellers – soweit es die Frage der Obhut und das
Besuchsrecht zwischen ihm und C._ betrifft – ein Urteil zu fällen, sondern
hätte auf die Abänderungsklage nicht eintreten müssen. Dispositiv Ziffer 2.3.3 des
Urteils vom 6. Februar 2012 (Besuchsrecht) ist somit aufzuheben und auf die Ab-
änderungsklage mit Bezug auf das Besuchsrecht über den Sohn C._ ist nicht
einzutreten. Trotz der abschliessenden Natur der internationalen Zuständigkeits-
ordnung und der auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren in Kinderbelangen
geltenden Offizialmaxime (vgl. BGer 5A_663/2001 vom 8. Dezember 2011, Erw.
4.5.2) ist Dispositiv Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils bezüglich Umteilung der
Obhut - trotz fehlender Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte- mangels ei-
nes entsprechenden Berufungsantrages der Gesuchsgegnerin in Rechtskraft er-
wachsen, was vorzumerken ist. Gleich ist mit der unangefochten gebliebenen
Dispositiv Ziffer 3 zu verfahren.
4. Ehegattenunterhalt
4.1 Die internationale Zuständigkeit für den Ehegattenunterhalt richtet sich
nach dem Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerken-
nung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Luga-
no-Übereinkommen, LugÜ; vgl. Art. 5 Ziff. 2). Dieses Abkommen ist für die
Schweiz wie auch für Deutschland am 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Im Ge-
gensatz zur Regelung der Beziehungen zwischen Eltern und Kindern findet der
Grundsatz der perpetuatio fori im Regelungsbereich des LugÜ Anwendung, d.h.
die Zuständigkeit des zu Recht angerufenen Richters bleibt trotz Wohnsitzwech-
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sels bestehen. Ist also im Zeitpunkt der Klageerhebung eine Zuständigkeit nach
dem LugÜ gegeben, schadet ein späterer Wohnsitzwechsel nicht (Dasser, Kom-
mentar zum Lugano Übereinkommen, 2. Aufl., Bern 2011, Art. 2 N 28).
Da die Gesuchsgegnerin mit C._ zum Zeitpunkt der Einreichung der
Abänderungsklage ihren Wohnsitz in F._ hatte, bestand zu diesem Zeitpunkt
die Zuständigkeit der Schweizer Gerichte (Art. 5 Ziff. 2 lit. b LugÜ i.V.m. Art. 46
IPRG). Nach dem Grundsatz der perpetuatio fori bleibt diese Zuständigkeit auch
nach der Verlegung des Wohnsitzes durch die Gesuchsgegnerin nach Deutsch-
land bestehen.
4.2 Das anwendbare Recht mit Bezug auf den Anspruch auf Ehegattenun-
terhalt - wovon auch die Frage nach der Bonusbeteiligung der Gesuchsgegnerin
erfasst wird - bestimmt sich gemäss Art. 49 IPRG nach dem Haager Überein-
kommen vom 2. Oktober 1973 über das auf die Unterhaltspflicht anwendbare
Recht. Dieses Abkommen ist für die Schweiz am 1. Oktober 1977 und für
Deutschland am 1. März 1987 in Kraft getreten. Nach Art. 4 des Abkommens ist
für die in Art. 1 genannten Unterhaltspflichten das am gewöhnlichen Aufenthalt
des Unterhaltsberechtigten geltende innerstaatliche Recht massgebend (Abs. 1).
Wechselt der Unterhaltsberechtigte seinen gewöhnlichen Aufenthalt, so ist vom
Zeitpunkt des Aufenthaltswechsels an das innerstaatliche Recht am neuen ge-
wöhnlichen Aufenthalt anzuwenden (Abs. 2). Nach Art. 15 des Abkommens kann
indessen jeder Vertragsstaat gemäss Art. 24 einen Vorbehalt anbringen, dass
seine Behörden sein innerstaatliches Recht anwenden werden, wenn sowohl der
Berechtigte als auch der Verpflichtete Staatsangehörige dieses Staates sind und
der Verpflichtete dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die Schweiz hat einen
solchen Vorbehalt angebracht. Da vorliegend alle Verfahrensbeteiligten indes
deutsche Staatsangehörige sind, wirkt sich der Vorbehalt nicht aus. Da die unter-
haltsberechtigte Gesuchsgegnerin ihren Wohnsitz während der Dauer des Verfah-
rens nach Deutschland verlegt hat, ist auf die Unterhaltspflicht grundsätzlich deut-
sches Recht anwendbar. Art. 8 des Übereinkommens sieht aber eine Son-
deranknüpfung vor, wenn es sich um die Abänderung einer bereits getroffenen
Entscheidung handelt. Danach ist abweichend von Art. 4 des Übereinkommens in
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F0.275.12
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einem Vertragsstaat, in dem eine Ehescheidung ausgesprochen oder anerkannt
worden ist, für die Unterhaltspflicht zwischen den geschiedenen Ehegatten und
die Abänderung von Entscheidungen über diese Pflichten das auf die Eheschei-
dung angewandte Recht massgebend. Dies gilt nach Abs. 2 des genannten Arti-
kels auch im Falle einer Trennung ohne Auflösung des Ehebandes. Der Richter
hat demnach auf die Unterhaltspflichten zwischen geschiedenen oder getrennten
Ehegatten nach dem im Art. 8 enthaltenen Grundsatz der Fortdauer des massge-
blichen Rechts (sogenannte perpetuatio iuris) das Recht des Staates anzuwen-
den, in dem die Scheidungs- oder Trennungsentscheidung ergangen ist. Das
Eheschutzverfahren nach schweizerischem Recht ist unter Art. 8 Abs. 2 des Haa-
ger Übereinkommens zu subsumieren. Aufgrund des Grundsatzes der perpetuatio
iuris ist auf die Abänderung des Eheschutzurteils mit Bezug auf die Ehegattenun-
terhaltsbeiträge schweizerisches Recht anwendbar.
4.3 Die Vorinstanz hat in Abänderung der Trennungsvereinbarung der Par-
teien vom 10. Juni 2011 die monatlichen Unterhaltsbeiträge der Gesuchsgegnerin
persönlich auf Fr. 2'146.– (anstatt Fr. 3'500.–) festgesetzt. Sie erwog diesbezüg-
lich, dass sich die Verhältnisse durch den Umzug der Gesuchsgegnerin nach
Deutschland verändert hätten und sich ihr Bedarf aufgrund des tieferen Preisni-
veaus in D._ verringert habe. Die Gesuchsgegnerin mache selber einen ge-
bührenden Bedarf von € 1'678.– geltend, was umgerechnet einem Betrag von
(gerundet) Fr. 2'000.– entspreche. In diesem Bedarf (welcher auch zum Teil Kin-
derkosten beinhaltet) sei der nach schweizerischem Recht gängige Grundbetrag
noch nicht enthalten, welcher in der Schweiz für die Gesuchsgegnerin persönlich
Fr. 1'350.– und für das Kind C._ Fr. 400.– betrage. Es müsse aber das in
D._ tiefere Preisniveau berücksichtigt werden, ebenso wie der Umstand,
dass einzelne Positionen in der von der Gesuchsgegnerin geltend gemachten
Bedarfsrechnung an sich in den Grundbetrag gehören würden und nicht doppelt
zu berücksichtigen seien. Vor diesem Hintergrund sowie in Anbetracht der Tatsa-
che, dass der Gesuchsteller sich zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen an die Ge-
suchsgegnerin persönlich und an das Kind C._ von gesamthaft Fr. 3'066.–
bereit erklärt habe, sei von einem Grundbetrag (für die Gesuchsgegnerin und
C._) von Fr. 1'066.– auszugehen. Den Unterhaltsbeitrag an die Gesuchs-
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gegnerin persönlich setzte die Vorinstanz sodann ohne weitere Erläuterung auf
Fr. 2'146.– fest (Urk. 55 S.15 f.).
4.4 Die Gesuchsgegnerin wendet in ihrer Berufung hiergegen ein, dass sie
ihre aktuellen Lebenshaltungskosten mit Schreiben an die Vorinstanz vom 14. Ja-
nuar 2012 auf rund € 1'700.– (Fr. 2'000.–) beziffert habe. Bei einem vom Gesuch-
steller zu leistenden Ehegattenunterhalt von € 1'780.– (Fr. 2'146.–) würden ihr für
den weiteren Bedarf lediglich € 80.– verbleiben. Der Gesuchsteller unternehme
damit den Versuch, sich in der Trennungszeit im Widerspruch zu seinem über-
durchschnittlich hohen Einkommen seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber
seiner Familie zu entziehen (Urk. 54 S. 4).
4.5 Die Einwendungen der Gesuchsgegnerin zielen ins Leere. Die Festset-
zung von Unterhaltsbeiträgen im Rahmen eines Eheschutzverfahrens soll beiden
Parteien nach Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes grundsätzlich die Fort-
setzung des ehelichen Standards ermöglichen. Entsprechend bilden die Verhält-
nisse, in welchen die Parteien in gegenseitigem Einverständnis zusammenlebten,
die Obergrenze des Unterhaltsanspruches. Den gelebten ehelichen Standard ha-
ben die Ehegatten dem Gericht glaubhaft darzulegen. Der mit Bezug auf die ehe-
rechtlichen Summarverfahren geltende Untersuchungsgrundsatz (Art. 272 ZPO)
entbindet die Parteien dabei nicht von der sorgfältigen Prozessführung und von
der Tatsache, dass das Sammeln des Prozessstoffes in erster Linie deren Aufga-
be ist. Ebenso sind sie angehalten, eigene Beweis- bzw. Glaubhaftmachungsmit-
tel einzureichen. Da Gerichte nicht über einen Ermittlungsapparat verfügen und
auch deren tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten nur schon aus praktischen
Gründen eingeschränkt sind, bedeutet der Untersuchungsgrundsatz konkret, dass
das Gericht den Parteien bei der Sammlung des Prozessstoffes durch Befragung
und genaues Aktenstudium behilflich ist; es ist aber nach wie vor Sache der Par-
teien, die entscheidrelevanten Tatsachen in das Verfahren einzubringen. Das Ge-
richt erforscht den Sachverhalt in diesem Sinne nicht, sondern stellt ihn fest (vgl.
zum Ganzen Sutter-Somm/Lazic, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
ZPO Komm., Art. 272 N 6 ff. insbesondere N 12 - 14; Staehelin/Staehe-
lin/Grolimund, Zivilprozessrecht, Zürich 2008, S. 121 Rz. 26). Die Gesuchsgegne-
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rin rügt in ihrer Berufung zwar, lediglich € 80 für ihren "weiteren Bedarf" zur Ver-
fügung zu haben, macht aber keinerlei Angaben, welche Positionen in welchem
Betrag zusätzlich zu den ihr von der Vorinstanz zugesprochenen Fr. 2'146.– zum
ehelichen Standard gehört hätten und somit in ihrem Bedarf zu berücksichtigen
wären. Vor dem Hintergrund der obgemachten Ausführungen kann es aber nicht
Aufgabe des Gerichts sein, den gebührenden Bedarf der Gesuchsgegnerin in
D._ ohne weitere Anhaltspunkte oder Ausführungen ihrerseits hierzu zu er-
mitteln. Die Gesuchsgegnerin hat ihren Bedarf im vorinstanzlichen Verfahren be-
ziffert und nicht geltend gemacht, dass noch weitere Positionen als zum ehelichen
Standard gehörend zu berücksichtigen wären. Auch im Berufungsverfahren macht
sie mit Bezug auf die Ehegattenunterhaltsbeiträge keinerlei Ausführungen, welche
zum ehelichen Standard gehörenden Ausgaben von der Vorinstanz fälschlicher-
weise nicht angerechnet worden seien. Vor diesem Hintergrund muss davon aus-
gegangen werden, dass mit den von der Vorinstanz festgesetzten monatlichen
Unterhaltsbeiträgen im Betrag von Fr. 2'146.– der gebührende Bedarf der Ge-
suchsgegnerin in D._ gedeckt ist. Eine hälftige Bonusbeteiligung fällt vor die-
sem Hintergrund ausser Betracht.
4.6 Im Lichte der gemachten Erwägungen ist das vorinstanzliche Urteil mit
Bezug auf die Festsetzung der monatlichen Ehegattenunterhaltsbeiträge auf
Fr. 2'146.– sowie die Aufhebung der hälftigen Bonusbeteiligung zu bestätigen.
5. Kinderunterhalt
5.1 Bezüglich der internationalen Zuständigkeit kann mit Bezug auf die
Kinderunterhaltsbeiträge auf die Ausführungen unter Ziffer 4.1 verwiesen werden.
Die schweizerischen Gerichte sind demnach aufgrund des Grundsatzes der per-
petuatio fori zur Beurteilung der Kinderunterhaltsbeiträge zuständig.
5.2 Nach Art. 83 IPRG gilt mit Bezug auf die Kinderunterhaltsbeiträge
ebenfalls das Haager Übereinkommen vom 2. Oktober 1973 über das auf die Un-
terhaltspflicht anzuwendende Recht. Es kann daher grundsätzlich auf die unter
Ziffer 4.2 gemachten Ausführungen zum anwendbaren Recht verwiesen werden.
Allerdings bezieht sich Art. 8 - womit der Grundsatz der perpetuatio iuris bei Ab-
- 16 -
änderungsverfahren statuiert wird - nicht auf alle nach der Ehetrennung entste-
henden Unterhaltspflichten, denn die Unterhaltspflicht gegenüber den solchen
Ehen entsprossenen Kindern bleibt weiterhin dem nach den Art. 4-6 des Haager
Übereinkommens anzuwendenden Recht unterstellt. Der Grundsatz der perpetua-
tio iuris findet mit Bezug auf die Kinderunterhaltsbeiträge somit keine Anwendung
(vgl. Botschaft des Bundesrates vom 27. August 1975 [BBl 1975 II 1395], S. 1400
f.). Da der Wohnsitz des unterhaltsberechtigten Kindes C._ während der
Dauer des Verfahrens nach Deutschland verlegt wurde, ist auf die Unterhalts-
pflicht nach Art. 4 Abs. 2 des Haager Übereinkommens über das auf die Unter-
haltspflicht anzuwendende Recht deutsches Recht anwendbar.
5.3 § 1612a BGB regelt den Anspruch minderjähriger Kinder auf Barunter-
halt. Es handelt sich dabei um einem Anspruch auf Individualunterhalt, dessen
Voraussetzungen und Umfang die §§ 1601 - 1603 BGB regeln und der sich auf
den angemessenen Unterhalt richtet (Brudermüller in: Palandt, Bürgerliches Ge-
setzbuch, 71. Aufl., München 2012, § 1612a N 2). Da diese Angemessenheit
nach dem Einkommen der Eltern zu bestimmen ist, lässt sich der Unterhalt nach
Einkommensgruppen der Eltern und Altersstufen der Kinder typisieren. Aus Grün-
den der Vereinfachung und der besseren Transparenz fixiert § 1612a Abs. 1 BGB
gesetzlich den das sozial- und steuerrechtliche Existenzminimum abdeckenden
Mindestunterhalt von Kindern bestimmter Altersgruppen, der von der die Praxis
beherrschenden Düsseldorfer Tabelle aufgegriffen und der niedrigsten Einkom-
mensgruppe von "bis 1500 Euro" zugeordnet wird. Danach kann ein minderjähri-
ges Kind von einem Elternteil, mit dem es nicht in einem Haushalt lebt, den Un-
terhalt als Prozentsatz des jeweiligen Mindestunterhaltes verlangen. Der Min-
destunterhalt richtet sich nach dem doppelten Freibetrag für das sächliche Exis-
tenzminimum eines Kindes (Kinderfreibetrag) nach § 32 Abs. 6 Satz 1 Einkom-
menssteuergesetz. Dieser beträgt monatlich für ein Kind bis zur Vollendung des
sechsten Lebensjahres (erste Altersstufe) 87% eines Zwölftels des doppelten
Kinderfreibetrags. Daraus ergibt sich für den zurzeit vierjährigen C._ ein
Mindestunterhaltsbeitrag von € 317. Dieser Mindestunterhaltsbeitrag wäre bei ei-
nem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen von bis zu € 1500 geschuldet und
bildet somit den nach der Düsseldorfer Tabelle massgebenden Prozentsatz von
- 17 -
100%.
Ein höheres Einkommen führt entsprechend zu einem höheren Unterhaltsbedarf
und zu höheren Prozentsätzen (www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_
tabelle):
Nettoeinkommen (€) Altersstufen nach Jahren Prozent
0 - 5 6 - 11 12 - 17 ab 18
1. bis 1.500 317 364 426 488 100
2. 1.501 - 1900 333 383 448 513 105
3. 1901 - 2300 349 401 469 537 110
4. 2301 - 2700 365 419 490 562 115
5. 2701 - 3100 381 437 512 586 120
6. 3101 - 3500 406 466 546 625 128
7. 3501 - 3900 432 496 580 664 136
8. 3901 - 4300 457 525 614 703 144
9. 4301 - 4700 482 554 648 742 152
10. 4701 - 5100 508 583 682 781 160
über 5101 nach den Umständen des Falles
Bei gehobenen wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern, d.h. bei Einkünften,
die über dem höchsten in der Tabelle vorgesehenen Betrag von € 5'100 liegen, ist
die Tabelle nicht einfach fortzuschreiben, sondern der über den Höchstprozent-
satz hinausgehende Bedarf ist konkret darzulegen und gegebenenfalls zu bewei-
sen (Brudermüller, a.a.o., § 1612a N 17). Das Einkommen des Gesuchstellers
liegt mit Fr. 8'827.– (rund € 7'355) über dem höchsten in der Tabelle vorgesehe-
nen Betrag von € 5'100, womit ein individualisierter Unterhalthaltsbeitrag für den
- 18 -
Sohn C._ von 160% des Mindestunterhaltsbeitrages als angemessen gilt.
Dies entspricht einem Betrag von € 508 (rund Fr. 610.–). Davon wäre noch das
hälftige Kindergeld von € 92 in Abzug zu bringen (vgl. § 1612b Abs. 1 BGB). Der
darüber hinaus geltend gemachte Bedarf wäre konkret darzulegen, was die Ge-
suchsgegnerin allerdings im vorinstanzlichen Verfahren wie auch im Berufungs-
verfahren unterlassen hat. Pauschale Verweise auf die Freizeitangebote in der
Umgebung D._ (Schwimmbad, ...-Park mit Panoramabahn, Sommerrodel-
bahn, Schmetterlingshaus, D._- Zoo, etc.) genügen diesbezüglich nicht. Da
der von der Vorinstanz festgesetzte Kinderunterhaltsbeitrag von monatlich Fr.
920.– vom Gesuchsgegner jedoch unangefochten blieb und dieser Betrag gerade
auch mit Blick auf das erheblich über der höchsten Tabellenstufe liegende Ein-
kommen des Gesuchsstellers und die bisherige Vereinbarung als angemessen
erscheint, rechtfertigt es sich, den Kinderunterhaltsbeitrag trotz geltender Offi-
zialmaxime nicht weiter herabzusetzen, sondern diesen bei Fr. 920.– (€ 760) pro
Monat zu belassen. Das vorinstanzliche Urteil ist damit auch hinsichtlich des Kin-
derunterhaltsbeitrages zu bestätigen.
6. Anordnung der Gütertrennung
6.1 Die internationale Zuständigkeit für die Frage nach der Anordnung der
Gütertrennung richtet sich nach dem IPRG (vgl. Art. 46 IPRG). Auch das IPRG
kennt wie das LugÜ die Anwendung des Grundsatzes der perpetuatio fori. Die Vo-
raussetzungen für die Begründung der Zuständigkeit schweizerischer Gerichte
müssen demnach im Zeitpunkt der Klageeinleitung gegeben sein, wobei sich der
Zeitpunkt nach Art. 9 Abs. 2 IPRG richtet. Ein nachmaliger Wohnsitzwechsel einer
Partei vermag somit mit Blick auf die perpetuatio fori keine Änderung der Zustän-
digkeit zu begründen.
Da die Gesuchsgegnerin zum Zeitpunkt der Einreichung der Abänderungs-
klage ihren Wohnsitz in F._ hatte, bestand zu diesem Zeitpunkt die Zustän-
digkeit der Schweizer Gerichte. Nach dem Grundsatz der perpetuatio fori bleibt
diese Zuständigkeit auch nach der Verlegung des Wohnsitzes durch die Ge-
suchsgegnerin nach Deutschland bestehen.
- 19 -
6.2 Das anwendbare Recht für die vermögensrechtlichen Elemente der
Ehewirkungen bestimmt sich im Allgemeinen nach Art. 48 IPRG. Die Frage nach
der Anordnung der Gütertrennung im Rahmen eines Eheschutzverfahrens gehört
zu den vermögensrechtlichen Elementen der Ehewirkungen (ZK IPRG-Volken,
Art. 48 N 3), was selbstredend auch für ein diesbezügliches Begehren im Rahmen
eines Abänderungsverfahrens gilt. Entsprechend findet Art. 48 IPRG Anwendung.
Danach unterstehen die ehelichen Rechte und Pflichten dem Recht des Staates,
in dem die Ehegatten ihren Wohnsitz haben (Abs. 1). Haben die Ehegatten ihren
Wohnsitz nicht im gleichen Staat, unterstehen die ehelichen Rechte und Pflichten
dem Recht des Wohnsitzstaates, mit dem der Sachverhalt in engerem Zusam-
menhang steht. Da die Parteien ihren letzten gemeinsamen Wohnsitz in der
Schweiz hatten und daher davon auszugehen ist, dass die Ehegatten am ehesten
die Güterrechtsordnung - welche auch die Frage nach der Anordnung der Güter-
trennung umfasst - desjenigen Staates im Auge haben, in dem sie gemeinsam
gelebt haben (vgl. Art. 54 Abs. 1 lit. b IPRG analog), besteht ein engerer Zusam-
menhang des diesbezüglichen Sachverhaltes zur Schweiz, weshalb auf die ent-
sprechende Frage schweizerisches Recht anwendbar ist.
6.3 Die Vorinstanz hat die Gütertrennung per 31. August 2011 angeordnet
und begründete dies damit, dass es gemäss Praxis des Obergerichts Zürich für
die Anordnung der Gütertrennung genügt, wenn ein Ehegatte die spätere Schei-
dung nach Art. 114 ZGB anstrebe, was beim Gesuchsteller offensichtlich der Fall
sei, da für ihn eine Wiederaufnahme des Zusammenlebens und eine Fortsetzung
der Ehe nicht mehr in Frage komme (Urk. 55 S. 18 f.)
6.4 Die Gesuchsgegnerin wendet in ihrer Berufung hiergegen ein, von ihrer
Seite sei nie der Wille zur Scheidung geäussert, sondern immer wieder Bereit-
schaft bekundet worden, wieder zueinander zu finden. Der Gesuchsteller hinge-
gen habe seinen Ehewillen bereits vor der offiziellen Trennung aufgegeben und
nicht erst mit dem Wegzug der Gesuchsgegnerin nach D._. Durch die bereits
während der Trennungsphase beantragte Gütertrennung unternehme der Ge-
suchsteller den Versuch, die Vermögensbildung für seine Zukunft zu sichern, ob-
- 20 -
wohl er gesetzlich dazu verpflichtet wäre, seine Errungenschaft mit seiner noch
bestehenden Familie zu teilen (Urk. 54 S. 5).
6.5 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Anordnung der Gütertren-
nung im Eheschutzverfahren korrekt dargelegt (Urk. 55 S. 18), worauf verwiesen
werden kann. Obwohl die Gesuchsgegnerin in ihrer Berufung vorbringt, nie den
Willen zur Scheidung geäussert zu haben, erscheint angesichts der im Abände-
rungsverfahren eingenommenen Positionen der Parteien eine Wiedervereinigung
illusorisch, zumal die Gesuchsgegnerin selbst den erloschenen Ehewillen des
Gesuchstellers bestätigt (Urk. 54 S. 5). Die Anordnung der Gütertrennung durch
die Vorinstanz ist daher nicht zu beanstanden.
7. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1 Die Vorinstanz hat dem Gesuchsteller ausgehend von den Anteilen
seines Obsiegens (Besuchsrecht, Ehegatten- und Kinderunterhalt sowie Anord-
nung der Gütertrennung) und Unterliegens (Änderung der Obhutszuteilung und
Regelung des Mietzinsdepots) die Kosten des Verfahrens zu zwei Fünfteln aufer-
legt, während die Gesuchsgegnerin zu drei Fünfteln für kostenpflichtig erklärt
wurde (Urk. 55 S. 19 f.).
7.2 Die Gesuchsgegnerin beantragt in ihrer Berufung die vollumfängliche
Kostenauflage an den Gesuchsteller. In ihrer Begründung bringt sie indes nichts
gegen die Kostenverteilung als solche vor, sondern macht einzig geltend, die Auf-
erlegung der Verfahrenskosten sowie der Parteientschädigung an sie würden eine
unzumutbare Härte darstellen, da sie über keinerlei Einkommen verfüge (Urk. 54
S. 6). Nach entsprechender Korrektur des vorinstanzlichen Verfahrens obsiegt der
Gesuchsteller nur noch bezüglich der Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträge
sowie der Anordnung der Gütertrennung, während er mit Bezug auf die übrigen
Begehren (Obhut, Besuchsrecht, Regelung des Mietzinsdepots) unterliegt. Unter
Berücksichtigung der ständigen Rechtsprechung der erkennenden Kammer, wo-
nach die Gerichtskosten bei Kinderbelangen unabhängig vom Ausgang des Pro-
zesses beiden Parteien je hälftig aufzuerlegen sind, wenn diese achtenswerte
Gründe für ihre Rechtspositionen hatten (ZR 84 Nr. 41), und der Tatsache, dass
- 21 -
die Gesuchsgegnerin durch die Wohnsitzverlegung nach Deutschland während
laufendem Verfahren die fehlende Zuständigkeit verursacht hat, erscheint jedoch
die vorinstanzliche Verteilung der Verfahrenskosten angemessen. Es besteht mit-
hin kein Anlass, von der erstinstanzlichen Kostenverteilung abzuweichen.
7.3 Inwiefern im Antrag der Gesuchsgegnerin, die Kosten seien dem Ge-
suchsteller aufzuerlegen, da sie mittellos sei und jede Kostenauflage zu ihren Un-
gunsten eine unzumutbare Härte darstellen würde, ein Begehren um Leistung ei-
nes Prozesskostenvorschusses durch den Gesuchsteller oder um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege zu erblicken ist, kann dahingestellt bleiben, da die
Gesuchsgegnerin diesfalls ihre Bedürftigkeit darzutun hätte. Sie macht diesbezüg-
lich zwar geltend, sie sei einkommenslos, doch hat sie nicht behauptet, auch ver-
mögenslos zu sein. Aus der Trennungsvereinbarung vom 10. Juni 2011 ergibt
sich gegenteils, dass (auch) die Gesuchsgegnerin über Vermögen verfügte (Urk.
22 Ziff. 7.e).
7.4 Vor dem Hintergrund der gemachten Erwägungen ist die vorinstanzli-
che Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen zu bestätigen.
III.
1.1 Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt sich in Anwendung von
§ 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und § 5 Abs. 1, § 6
Abs. 2 lit. b und § 8 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV
OG) eine pauschale Entscheidgebühr von Fr. 3'000.–.
1.2 Die Prozesskosten werden grundsätzlich der unterliegenden Partei
auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach
dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Umstritten wa-
ren im vorliegenden Berufungsverfahren im Wesentlichen die Regelung des Be-
suchsrechts, die Ehegatten- wie auch Kinderunterhaltsbeiträge, die Anordnung
der Gütertrennung sowie die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Bezüglich der Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträge, der Anordnung der Güter-
trennung sowie der vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen unterliegt
- 22 -
die Gesuchsgegnerin vollumfänglich. Mit Bezug auf das Besuchsrecht findet die
bereits unter Ziffer II.7.2 erwähnte Praxis der erkennenden Kammer Anwendung,
wonach die Kosten des Verfahrens mit Bezug auf Kinderbelange - unabhängig
vom Ausgang - den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Prozessentschä-
digungen wettzuschlagen sind, wenn die Parteien unter dem Gesichtspunkt des
Kindesinteresses gute Gründe zur Antragstellung hatten.
1.3 Gesamthaft betrachtet rechtfertigt es sich vor diesem Hintergrund, der
Gesuchsgegnerin 9/10 und dem Gesuchsteller 1/10 der zweitinstanzlichen Ver-
fahrenskosten aufzuerlegen.
2. Die Parteientschädigung wird gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO vom Ge-
richt nach den Tarifen gemäss Art. 96 ZPO zugesprochen und den Parteien in
Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO auferlegt.
Die für die Festsetzung der Parteientschädigung massgeblichen Best-
immungen finden sich in der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom
8. September 2010 (AnwGebV). Die volle Prozessentschädigung ist in Anwen-
dung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9, § 11 und § 13 der AnwGebV auf Fr. 2'000.–
festzusetzen und die Gesuchsgegnerin in Anbetracht des Verfahrensausgangs zu
verpflichten, dem Gesuchsteller eine (auf 8/10 reduzierte) Parteientschädigung
von Fr. 1'600.– zu bezahlen. Mangels eines entsprechenden Antrages ist zur Pro-
zessentschädigung kein Mehrwertsteuersatz zuzusprechen (vgl. das Kreisschrei-
ben der Verwaltungskommission des Zürcher Obergerichts vom 17. Mai 2006).