Decision ID: d0130a2b-27f4-4aa9-94cc-3949149b5fda
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1987, war vom
1.
Juli 2010 bis 3
0.
November 2018 bei der
Y._
als
Social
Media Care
Advisor
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
1.
März 2018 war (
Urk.
6/16). Unter Hinweis auf ein Burnout meldete sich die Versicherte am 3
0.
Juli 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
6/20).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/22;
Urk.
6/24,
Urk.
6/28) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Oktober 2019 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/32 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
7.
November 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
7.
Oktober 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und ihr seien - allenfalls nach weiteren medizinischen Abklärungen - die gesetzlichen Leis
tungen zu gewähren, insbesondere Integrationsmassnahmen nach
Art.
14a IVG, eventualiter eine Rente (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Dezember 2019 (
Urk.
5)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
0.
Dezem
ber 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne
wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02
vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Akten, insbesondere das vom Krankentaggeldversicherer eingeholte
bidisziplinäre
Gutachten vom 2
6.
März 2019 (
Urk.
6/20/4-51), davon aus, dass keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Social
Media Care
Advisor
bestehe. Die Beschwerdeführerin habe keine Erkrankung, die zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe. Aus diesem Grund bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente und berufliche Eingliederungsmassnahmen (S. 1). Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
komme zum Schluss, dass das
bidisziplinäre
Gutachten umfassend und nachvollziehbar sei und die eingereichten medizinischen Berichte keine neuen, unberücksichtigten medizinischen Fakten oder Tatsachen vorbringen würden (S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), auf das
bidisziplinäre
Gutachten
könne
nicht abgestellt werden, weil es die An
forderungen an die Beweistauglichkeit eines medizinischen Berichtes nicht erfülle und insbesondere in Bezug auf das vorliegende
schwergradige
obstruktive Schlaf
apnoe-Syndrom zu oberflächlich ausgefallen sei. Zudem seien die körper
lichen Beschwerden, die sich aus dem Fersensporn links und der Mittelfuss
knochen
über
lastung rechts ergeben würden, inzwischen stärker in den Vorder
grund getreten als noch im Zeitpunkt der Begutachtung. Ferner habe sich inzwi
schen auch eine Rückenproblematik eingestellt (S. 4 Mitte). Es könne als Erfah
rungstatsache gel
ten, dass als Begleiterscheinung eines Schlafapnoe-Syndroms sowohl eine ausge
prägte Müdigkeit bis hin zum Sekundenschlaf als auch Konzentrationsschwächen auftreten würden. Ferner gelte das Schlafapnoe-Syndrom auch als Ursache für das Auftreten von depressiven Erkrankungen. Diese Umstände seien weder in der internistischen noch der psychiatrischen Begutachtung diskutiert und gewürdigt worden noch habe sich der RAD damit in nachvollziehbarer Weise auseinan
der
gesetzt (S. 5 oben). Sodann sei die Verneinung des Vorliegens eines Müdigkeits
syndroms nicht nachvollziehbar. Die Frage nach der invalidisierenden Wirkung eines chronischen
Erschöpfungssyndroms sei weiter anhand eine
Indikatoren
katalogs
zu prüfen. Eine solche Prüfung hätten aber weder die Gutachter noch die Beschwerdegegnerin vorgenommen (S. 6 oben). Zusammenfassend sei festzu
halten, dass der medizinische Sachverhalt weder in psychiatrischer noch in soma
tischer Hinsicht genügend abgeklärt sei. Ebenso wenig überzeuge die gutachter
liche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, weshalb die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (S. 7 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf IV-Leistungen zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Die Fachpersonen des
Z._
berichteten am 2
3.
Juli 2018 (
Urk.
6/4/5-8) über eine stationäre und teilstationäre Behandlung vom 2
3.
April bis 2
9.
Juni 2018 und nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und Kontaktan
lässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61). Dazu führten sie aus, bei Eintritt in die tages
klini
sche Behandlung habe eine leichte depressive Episode bestanden
(vgl. auch unvollständiger Austrittsbericht,
Urk.
9/5)
. Die depressive Episode habe sich per teilstationärem Austritt remittiert gezeigt (S. 3 oben). Die Beschwerdeführerin sei kommunikativ, gepflegt und in der Lage, selbständig einen Haushalt zu führen. In der Vergangenheit habe sie einen Sprachaufenthalt im englischen Raum absolviert. Sie verfüge über langjährige Erfahrung im kauf
männischen Bereich, zuletzt als Sachbearbeiterin. In dieser Funktion habe sie auch teilweise andere Mitarbeiter instruiert und ihr Wissen weitergeben können. Seitens Arbeitgeber sei die Beschwerdeführerin als fachlich kompetente, vom Team geschätzte, pflichtbewusste Arbeitnehmerin geschildert worden. Auch auf der Station habe sie sich rasch in den Strukturen zurechtfinden können und sei in gutem Kontakt zu den Mitpatienten gestanden. Sie habe sich aktiv mit der Arbeitssituation befasst und habe in den psychotherapeutischen Gesprächen ref
lektiert gewirkt. Während der teilstationären Behandlung sei es (teils krankheits
bedingt) zu mehrfachen Terminabsagen gekommen, was eine gewisse Vermei
dungs
komponente vermuten lasse (S. 3 unten). Für die Zeit vom 2
3.
April bis zum 2
9.
Juli 2018 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Gemäss medi
zinisch-psychiatrischer Einschätzung habe bei
teilstationärem Austritt ab
dem
2.
Juli 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden (S. 4 oben).
3.2
3.2.1
Dr.
med.
A._
, Assistenzärztin Innere Medizin, Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Direktor für Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, nannten im
von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gege
benem,
bidisziplinären
Gutachten des
E._
vom 2
6.
März 2019 (
Urk.
6/20/6-51) weder eine internistische noch eine psychia
tri
sche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 oben). Als Diag
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 11 Mitte):
-
emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
-
Adipositas
-
Verdacht auf Schlafapnoesyndrom
-
anamnestisch
Reizdarm
-
Status nach
Cholezystektomie
-
Status nach ORL-Operation bei rezidivierenden Sinusitiden
-
Status nach Tonsillektomie bei rezidivierenden Tonsillitiden
-
anamnestisch Fersensporn links und Mittelfussknochenüberlastung rechts
3.2.2
Im internistischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin
berichte
über gute Langzeitergebnisse ihrer verschiedenen Operationen, so dass den Diagnosen Status nach
Cholezystektomie
, Status nach Tonsillektomie, Status
nach
Septumkorrektur
,
Streifenconchotomie
beidseits und
Infundibulotomie
beid
seits (
Dr.
F._
,
G._
) aktuell kein Krankheitswert zukomme. Die gelegentliche Verstopfungssymptomatik der Nase könne zwar den Nachtschlaf stören, eine subjektive Tagesmüdigkeitssymptomatik mit Einschlaftendenz be
stehe jedoch nicht. Eine
pneumologische
Abklärung im Sommer 2018, kurz nach dem Austritt aus der stationären Behandlung im
Z._
, habe
keine anatomische Ursache für eine prolongierte Mittellappenpneumonie erbr
acht, eine Tuberkulose sei
bronchoskopisch
ausgeschlossen worden. Die im
pneumolo
gischen
Bericht vom 1
8.
Juli 2018 erwähnte Hypothyreose sei 2013 diagnostiziert worden, laut Auskunft der Hausärztin sei seit 2014 keine Substitutionstherapie bei TSH-Werten im Normbereich mehr erfolgt. Eine nachträglich im Rahmen der Begutachtung veranlasste Kontrolle habe regelrechte Schilddrüsenfunktions
parameter gezeigt. Die angegebenen Diagnosen des
Bewegungsapparats seien momen
tan nicht limitierend, es würden keine Schmerzmittel gebraucht (S. 8 Mitte). Aus internistischer Sicht sei die Hauptdiagnose die Adipositas mit einem BMI von 44,8 kg/m
2
mit einem damit einhergehenden dringenden Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Beide Erkrankungen seien abklärungs- und potentiell therapiebedürftig, worauf die festgestellten grenzwertigen Verän
derungen der Labortests im Blut hinweisen würden. Trotz der diskreten Verän
derungen der Blutuntersuchungen sei die Beschwerdeführerin für Bürotätigkeiten prinzipiell 100
%
arbeitsfähig. Sie verneine eine Einschränkung ihrer Alltagsakti
vitäten durch die Adipositas bzw. das subjektive Konzentrationsdefizit. Es sei nicht auszuschliessen, dass ein Zusammenhang zwischen den Konzentrations
schwierigkeiten und der Adipositas mit vermutetem Schlafapnoesyndrom bestehe - ob bzw. in wieweit die bisher nicht objektivierte, subjektiv als verkürzt be
rich
tete Konzentrationsspanne die Arbeitsfähigkeit im Büro beeinträchtige, ent
ziehe sich jedoch der internistischen Evaluation. Jedenfalls erscheine die Alltags
ge
stal
tung durch die subjektiv reduzierte Konzentrationsspanne von 30 bis 120 Minu
ten je nach Tätigkeit nicht eingeschränkt und es gelinge der Beschwerdeführerin, ihren Eltern bei technischen Problemen mit Mobiltelefonen, Computer etc. zu helfen. Aus internistischer Sicht sei daher keine Minderung der Arbeitsfähigkeit für Bürotätigkeiten festzumachen, so dass die
Beschwerdeführerin
zusammen
gefasst aus rein internistischer Sicht
für Bürotätigkeiten
zu 100
%
arbeitsfähig sei (S. 8 unten). Bezüglich theoretischer Verweistätigkeiten sollte bis zum sicheren Ausschluss oder erfolgreicher Behandlung eines obstruktiven Schlafapnoe-Syn
droms gewährleistet sein, dass die Versicherte kein Fahrzeug lenke oder Maschi
nen bediene, bei denen ein Sekundenschlaf mit einem hohen Verletzungsrisiko einhergehen würde; die Beschwerdeführerin habe ohnehin keinen Führerausweis. Für Verweistätigkeiten mit derartigem Unfallrisiko wäre die Beschwerdeführerin bis zur formalen Abklärung des Schlafapnoesyndroms 100
%
arbeitsunfähig, Zusammengefasst entsprächen allfällige leidensangepasste Tätigkeiten der ange
stam
mten, wechselbe
l
astenden Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Pausen. Unab
hängig von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei die Abklärung der Adi
po
sitas in einem spezialisierten
Adipositaszentrum
mit multimodalen Therapie
op
tionen empfehlenswert, einschliesslich
Polysomnographie
, CPAP-Beatmung bis hin zu chirurgischen Eingriffen (S. 9 oben).
3.2.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde zusammenfassend ausgeführt, zu ihren aktuellen Beschwerden befragt, habe die Beschwerdeführerin einen ungünstigen Schlafrhythmus, eine stressbedingte, rasche Ermüdbarkeit und Erschöpfung und den
Begriff „Bu
rn
-out" erwähnt, wobei sie angefügt habe, dass „Burn-out" für sie keine „Modediagnose" darstelle. Die Beschwerdeführerin habe gesagt, dass die Untersuchung durch Prof.
Dr.
med.
B._
keine nennenswerten, kör
perlichen Einschränkungen zutage gefördert habe. Zu ihrem arbeitsbezogenen Beschwerdebild befragt, habe die Beschwerdeführerin eingangs gesagt, dass sie nicht mehr zu ihrem letzten Arbeitgeber (
Y._
) zurückkehren könne, sie habe per November 2018 die Kündigung erhalten. Sie habe gesagt, dass sie sich um eine neue Anstellung bemühen werde und denke, dass sie im Bereich Kundendienst bleiben wolle, in diesem Bereich sei sie routiniert und fühle sich fachlich sicher. Hinsichtlich ihres arbeitsbezogenen Beschwerdebildes sei die Beschwerdeführerin vage geblieben und habe die Frage nicht konkret zu beantworten vermocht. Zu ihrem Krankheitskonzept befragt, habe die Beschwerdeführerin erneut den Begriff „Burn-out" erwähnt und habe gemeint, sie würde realisiere
n
, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung sei. Zudem sei sie rasch erschöpft (S. 9 Mitte). Zusammen
fassend habe der nach AMDP erhobene, mehrheitlich
blande
, psychopatho
lo
gi
sche Befund, vereinzelte Items in leichter Ausprägung beinhaltet. Mittelgradig ausgeprägt sei lediglich die behinderte Nasenatmung und die angegeben „Reiz
darmbeschwerden" gewesen. In der Gesamtschau hätten sich eine Reihe der leicht
gradig ausgeprägten Items einer emotional-instabilen Persönl
ichkeitsak
zentuierung (ICD-10 Z
73.1) zuordnen lassen. Dam
it habe sich ein akutes (Achse I
der DSM Terminologie) und für die Arbeitsfähigkeit relevantes psychiatrisches Krankheitsgeschehen ausschliessen lassen. Insbesondere hätten sich aus dem AMDP-Befund keine Hinweise auf eine organisch-kognitive (ICD-10 F0), psy
chotische (ICD-10 F2) oder affektive (ICD-10 F3) Störung ergeben (S. 9 unten). Unter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben hätten zudem eine arbeits
relevante Substanzstörung (ICD-10 F1) oder eine Verhaltensstörung mit körper
licher Beeinträchtigung, wie beispielsweise eine Essstörung (ICD-10 F5), ausge
schlossen werden können. Letztlich hätten sich unter Berücksichtigung des Befundes und der Anamnese auch keine Hinweise auf eine Intelligenzminderung (ICD-10 F7) oder auf eine Verhaltens- oder emotionale Störung mit Beginn in Kindheit oder Jugend (ICD-10 F9) ergeben. Aufgrund der Anamnese und des Kontaktverhaltens während der Untersuchung sei ein Verdacht auf eine somato
forme autonome Funktionsstörung (ICD- 10 F45.3) im Sinne eines „Reizdarmes" zu formulieren, was sich hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aber nicht relevant darstelle. Eine Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F6) sei auszuschliessen gewesen, jedoch habe die Beschwerdeführerin die Kriterien einer emotionalen Instabilität im Sinne eines Persönlichkeitsakzents (ICD-10 Z73.1, Achse II der DSM Termi
no
logie) erfüllt. Unter Einbezug aller heute verfügbaren
Informationen zeige sich bei der Beschwerdeführerin ein sozial gut angepasstes und im Verlauf adaptives Verhalten, ohne Hinweise für eine Verhaltensrigidität, welche als massgebliches Kriterium einer Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F6) zu fordern sei (S. 10 oben).
Die Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht direkt aus der Diagnostik herleiten. Im Hinblick auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei daher in Anlehnung an die Empfehlungen der Swiss Insurance
Medicine
(SIM) die psychiatrische Diagnostik ergänzt worden durch die Erhebung von Fähigkeiten der Aktivität und Partizi
pation mittels des Mini-
lCF
-APP (abgeleitet von der internationalen Klassifi
kation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, ICF, der WHO). Aus psychiatrischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Partizipation und Teil
habe im Arbeitskontext begründen, so dass prinzipiell nach einer Eingliede
rungsphase von längstens einem 1/4 Jahr eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliege, sowohl für die angestammte Tätigkeit wie auch für ein theoretisch sich dar
stellendes leidensangepasstes Tätigkeitsprofil mit vornehmlich wechselbelasten
der Tätigkeit im angestammten Bereich. Zusammengefasst lasse sich daher unter Berücksichtigung sämtlicher im vorliegenden Gutachten verfügbaren Informatio
nen (Akten, Anamnese, Befunde), aktuell in der Gesamtbeurteilung der Aktivität und Teilhabe aus psychiatrischer Sicht keine massgebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in angestammter oder leidensangepasster Tätigkeit begründen. Ein zeitnaher Wiedereinstieg im Pensum 80% stelle sich medizinisch-theoretisch begründbar dar. Eine Steigerung auf ein 100
%
Pensum könne innert 1/4 Jahres erfolgen (S. 10 Mitte).
3.2.4
In der
bidisziplinären
Konferenzbesprechung seien keine neuen, über die vor
liegenden Fachgutachten hinausgehenden internistischen oder psychiatrischen Aspekte zu Tage gekommen. Es habe sich in Zusammenschau der Einzelgutachten die Gesamtbeurteilung bestätigt, dass weder aus internistischer noch aus psychia
trischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründbar sei. Dies betreffe sowohl die angestammte (Büro-)Tätigkeit als auch eine theoretische Ver
weisungstätigkeit, welche bei der Beschwerdeführerin der angestammten, wech
selbelastenden Tätigkeit entspreche. Die ausgeprägte Adipositas der Beschwerde
führerin mit dem erhöhten Risiko eines Schlafapnoe- bzw. alveolären
Hypo
ventilationssysndroms
sei unzureichend therapiert, begründe aktuell jedoch per se keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit weder aus internistischer noch aus psychiatrischer Sicht (S. 10 unten). Dennoch sei die weitere Abklärung/Therapie dringend zu empfehlen und zwar aus medizinisch-prognostischen Gründen, jenseits des Arbeitsfähigkeitsaspekts.
Zusammengefasst sei festzustellen, dass die psychiatrisch festgestellte emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung und die diversen internistischen Diagnosen weder für sich noch in ihrer Kombination eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden, sodass nach einer längstens 3-monatigen Wiedereingliederungsphase mit einem 80
%
Pensum eine volle Arbeitsfähigkeit (100
%
) in der angestammten Tätigkeit vorliege (S. 11 oben).
3.3
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
6/27) folgende Diagnosen:
-
r
ezidiviere
n
de depressive Störung
(ICD-10 F33)
-
s
oziale Phobie
(
ICD-10
F40.1)
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (
ICD-10
Z61.6)
-
Probleme bei der Erziehung (
ICD-10
Z62.3)
-
m
ult
iple somatische Krankheiten (Status nach
Cholezystektomie
, Adi
positas, schmerzhafter Fersenspo
rn
, Magen-Darm-Probleme mit chro
ni
scher Diarrhoe, Septum-Deviation mit Atemproblemen und wiederholt Sinusitiden)
-
c
hronisches Erschöpfungssyndrom (G93.3)
Dazu führte sie aus,
die Beschwerdeführerin komme alle ein bis zwei Wochen zu psychiatrisch-psychotherapeutischen Sitzungen und sei derzeit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1
Ziff.
2 und 3). Bei der Beschwerdeführerin sei seit längerem die chronische Müdigkeit das Hauptsymptom, dass sich limitierend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die chronische Müdigkeit sei als Teil eines Syndroms zu sehen in Zusammenhang mit somatischen Beschwerden, die sich gegenseitig verstärken würden (S. 1
Ziff.
4). Das psychiatrische Gutachten sei für sie schon aus dem Grund nicht verwertbar, weil der Gutachter keinen Kontakt zu ihr als Therapeutin aufgenommen habe. Sich rein auf die Berichte zu
Handen
der Kran
kentaggeldversicherung zu stützen sei mangelhaft
und nicht professionell, diese würde
n
nur
so viel
Informationen enthalten wie nötig, um die Fragestellungen der Krankentaggeldversicherung zu beantworten (S. 2 oben).
Weiter setzte sie sich aus näher dargelegten Gründen mit dem psychiatrischen Teilgutachten aus
ein
ander (S. 2 f.).
Die
Beschwerdeführerin
sei
ursprünglich wegen depressive
r
Symptome in Zu
sammenhang mit einem Paarkonflikt mit dem damaligen Freund und um ihre schwierige Familiengeschichte „aufzuarbeiten" in die Sprechstunde
gekommen
. Im Verlauf
sei
die zunehmende Erschöpfung in Zusammenhang mit der Belastung am
Arbeitsplatz hinzu
gekommen
. Dies
habe
zur
Hospitalisation
in der
Z._
geführt.
Die
Beschwerdeführerin habe
davon persönlich profitieren
können
.
Damals
habe
es so aus
gesehen
, dass die
Beschwerdeführerin
schrittweise ihre Arbeitsfähigkeit
wiedererlangen
würde. Doch der Krankheitsverlauf
habe
sich anders
entwickelt
als nach Austritt anzunehmen
gewesen sei
. Das
Z._
habe ihr eine 50
%
ige
Arbeitsfähigkeit ab dem
2.
Juli
2018
attestiert
, obschon sie die ambu
l
ante Nachbetreuung krankheitsbedingt nicht
habe
besuchen
können
.
Die
Beschwerdeführerin habe
von der Kranken
taggeld
ve
r
sicherung eine Berufsberatung
bekommen
. Diese
habe aber
sistiert werden
müssen
, weil die
Beschwerdeführerin
krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage
gewesen sei
, die Termine wahrzunehmen und Aufgaben zu erledigen. Dies
werde
nirgends erwähnt.
Somatische Probleme
seien
bereits vor Beginn der ambulanten psychiatrischen Behandlung vorhanden
gewesen
. Die
seien
damals nicht im Vor
dergrund
gestanden
. Die
Beschwerdeführerin
sei
tapfer und
könne
sich zu
sam
menreisse
n. Wegen den Schmerzen in den Fü
ssen,
sei
es ihr nicht mehr möglich
,
Sport zu treiben und
habe
schleichend an Gewicht zugenommen. Dazu
seien
die Atmungsprobleme
gekommen
, die trotz Operation, nur teilweise besser geworden
seien
. In den letzten Monaten
habe
sie Magenprob
l
eme
bekommen
. Nachdem sie mehrmals „unbegründet"
habe erbrechen
müssen
, einmal sogar während der Sprechstunde,
sei
sie zur Hausärztin
gegangen
. Die Ursache
sei
sehr wahr
schein
lich sowohl somatisch wie psychisch. Die Hausärztin
habe
die
Beschwerde
füh
rerin
für eine Untersuchung im Schlaflabor angemeldet. Diesen Verlauf
könne
man nicht in 2
.5
Stunden in einem Gutachterintervi
ew erkennen
(S. 3 unten)
.
Tatsächlich leidet die
Beschwerdeführerin
aufgrund des Entscheides der Kranken
taggeldversicherung und der IV unter Existenzängste
n
und zunehmend depressi
ve
n
Symptome. Die
Beschwerdeführerin
bekomm
e
momentan finanzielle Unter
stützung durch die Eltern, deren Möglichkeiten aber beschränkt
seien.
Sie
wolle
kein Sozialfall werden. Der Entscheid
sei
k
ontraproduktiv und ver
schlim
mere die gesundheitliche Situation (S. 4 oben).
3.4
I._
, Fachärztin für Neurologie, und
Dr.
med. J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie,
nannten im Bericht vom 1
6.
Juli 2019 (
Urk.
6/30) folgende Diagnose:
-
schwergradiges
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit Rückenlage- und REM-Betonung (AHI 40/h)
Als weitere Diagnosen nannten sie:
-
Mittellappenpneumonie
-
Upper
Airways-
Cough
-Syndrom
-
Status nach Tonsillektomie
-
Status nach Nasennebenhöhlenoperation 2016
-
Anamnestisch depressive Episode
-
Adipositas Grad III
-
symptomatische
Cholezystolithiasis
-
Hypothyreose
-
anamnestisch Reizdarmsymptom
Dazu führten sie
unter anderem
aus,
die Beschwerdeführerin sei seit Mai 2018 krankgeschrieben. In diesem Zeitraum bestünden unregelmässige Bettzeiten, sub
jektiv schlechte Schlafqualität und kurze Schlafdauer. Am Morgen stehe die Beschwerdeführerin nicht ausgeschlafen, müde und erschöpft auf. Tagsüber sei sie auch müde und schläfrig. Subjektiv bestehe eine verminderte Toleranz und die Beschwerdeführerin schlafe in monotonen Situationen schnell ein. Bezüglich der schlafbezogenen Atemstörungen sei es wichtig anzumerken, dass die Be
schwerdeführerin ständig eine verstopfte Nase habe, was zu regelmässigem Erwa
chen in der Nacht auch mit Mundtrockenheit führe. Diesbezüglich sei 2016 ohne Erfolg eine Nasennebenhöhlenoperation erfolgt. Ab und zu leiste sich die Be
schwerdeführerin einen Tagesschlaf, der ein bis zwei Stunden dauere und nicht erholsam sei (S. 2 oben).
B
ei Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom sei am 2
8.
Juni 2019 eine
poly
somnografische
Diagnostik durchgeführt worden. Dort habe sich ein
schwergradiges
Schlafapnoe-Syndrom mit Rückenlage- und REM-Betonung (AHI 40/h) gezeigt. Der Befund sei mit der Beschwerdeführerin besprochen und es sei ihr eine Überdrucktherapie empfohlen worden. Eine Titrationsnacht sei am 2
7.
Juli 2019 vorgesehen (S. 3 oben).
3.5
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in der Stellungnahme vom
4.
Oktober 2019 (
Urk.
6/31/3-4) unter anderem aus, im
bidisziplinären
Gutachten habe trotz der Verdachtsdiagnose eine Schlaf
apnoe keine Minderung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden können. Die Diagnose habe in der Zwischenzeit verifiziert werden können, sie sei aber bereits als Verdachtsdiagnose mitberücksichtigt worden. Daher ergebe sich hieraus kein neuer medizinischer Aspekt. Die Abklärung
/Therapie sei aus medizinisch-prog
nostischen Gründen dringend, jenseits des Arbeitsfähigkeitsaspekts empfohlen worden. Dies sei nachvollziehbar,
insbesondere da gute therapeutische Möglich
keiten (Überdrucktherapie, Gewichtsabnahme, Nikotinverzicht) bestünden. Insge
samt sei das
bidisziplinäre
Gutachten umfassend und nachvollziehbar und es könne weiter darauf abgestellt werden. Es seien keine neuen, unberücksichtigten medizinischen Fakten oder Tatsachen vorgebracht worden (S. 2).
3.6
Med. prakt.
L._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 1
7.
November
2019 (
Urk.
9/6) in Vertretung von
Dr.
med.
M._
aus, die Beschwerdeführerin sei seit Februar 2014 bei ihr in Behandlung. Diagnosen, die von ihr behandelt würden
,
seien vorwiegend
somatische
. Aller
dings sei das Psychiatrische nicht wegzudenken und präge die Konsultationen der vergangenen Wochen. Es bestehe ohne Zweifel eine Depression. Sie sehe die Beschwerdeführerin nicht mehr regelmässig, da sie vorwiegend psychiatrisch betreut werde. Am
1.
Oktober 2019 habe sie mit der Beschwerdeführerin be
sprochen, dass sie sie gerne in einer Tagesklinik anmelden möchte. Das gebe ihr eine vorgegebene Tagesstruktur, regelmässige Therapien und zugleich eine Belas
tungsprobe, ob sie sich täglich den Aufgaben stellen könne. Dies sei aktuell nicht möglich. Immer wieder leide sie an Panikattacken und ziehe sich zurück. Eine reguläre Stelle sei so unvorstellbar. Schon gar nicht zu 100
%
. Was sie bräuchte sei ein aufbauender Belastungstest und ein Rückgewinn des Vertrauens in ihr eigenes Können. Aktuell bei formal 100%iger Arbeitsfähigkeit laut Gutachten müsste sie sich für eine entsprechende Stelle bewerben und diese auch annehmen. Die Probezeit sei in ihren Augen aktuell nicht meisterbar, was in einer weiteren Frustration und Rückzug ende. Durch eine aufbauende Arbeitsfähigkeit an einer geschützten Arbeitsstelle, könne dieses Vertrauen zurückgewonnen und die Be
schwerdeführerin in der Folge sehr wohl auf dem
1.
Arbeitsmarkt arbeitsfähig werden. Sie sei diesbezüglich auch entsprechend motiviert.
3.7
Dr.
H._
(vorstehend E.
3.3)
führte im Bericht vom 2
5.
November
2019 (
Urk.
9/4) unter anderem und in Ergänzung zu ihrer früheren Stellungnahme aus, rückblickend sei zu vermuten, dass das Schlafapnoe-Syndrom bereits mehrere Jahre bestanden habe, dies aber durch die verschiedenen somatischen und psy
chosozialen Probleme kaschiert worden sei.
Da die von der Krankentaggeld
ver
sicherung finanzierte Berufsberatung krankheitsbedingt
habe
abgebrochen werden
müssen
, müsse auch da im Nachhinein davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin unter den Folgen des Schlafapnoe-Syndroms gelitten habe, das damals noch nicht untersucht und diagnostiziert worden sei (S. 2 unten f.).
Die vom psychiatrischen Gutachter erhobenen AMDP-Befunde würden sich aus näher dargelegten Gründen nur teilweise mit ihren Beobachtungen und den Schilderungen der Beschwerdeführerin decken (S. 4 Mitte f.).
Rückblickend
sei
anhand der Untersuchung des Schlafapnoe-Syndroms
im Juli 2019
davon aus
zu
h
eben, dass die chronische Müdigkeit seit
Jahren die Problematik
mit
depressi
ven (Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, gedrückte Stim
mung,
sozialer Rückzug, Minderwertigkeitsgefühle) wie auch die somatischen Symptome
verstärkt
habe
. Es
müsse
von einer negativen gegenseitigen Beein
flussung der Symptome ausgegangen werden. Die Therapie
durch das Gerät ge
stalte
sich durch die Angst und Panik schwierig. Die
Beschwerdeführerin
habe
bis jetzt keine nen
nenswerte Besserung feststellen können.
Die soziale Phobie
habe
bei der
Beschwerdeführerin
ein Ausmass, dass sie in ihrer Lebensgestaltung ge
hemmt
sei
. Insbesondere in Bezug auf die berufliche Weiterentwicklung. Die Angst vor Versagen
sei dermassen gross und führe
zu Blockaden, so dass die
Beschwerdeführerin
trotz Interesse sich nicht für Weiter
- oder Fortbildungen anmelde
. Die Phobie
sei
in Bezug auf eine Wiedereingliederung zu berück
sich
tigen und die
Beschwerdeführerin
brauch
e
darin dringend Unterstützung durch ein Job-Coaching. Alleine schaff
e
sie es nicht.
Es brauch
e
Wiederein
gliede
rungs
massnahmen durch die IV im Sinne von Belastbarkeits- und Aufbautraining und Job-Coaching und eine Teil-Renten-Prüfung. Je länger zugewartet
werde
, desto schwieriger die Eingliederung und schlechter die Prognose. Die
Beschwerde
füh
rerin sei
motiviert und
müsse
darin unterstützt werden. Bis jetzt
sei
sie im Stich gelassen
worden
und ihre Situation
habe
sich durch die massiven Existenzängste verschlimmert. Die
Beschwerdeführerin sei
nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 6 unten)
.
3.8
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.4) führte
im Bericht vom 1
9.
Dezember 2019 (
Urk.
9/3) aus, das neu diagnostizierte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom befinde sich aktu
ell in laufender Therapie mit dem Überdruckverfahren (CPAP-Therapie). Ein The
rapienutzen könne zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt werden. Die Therapieeinleitung sei am
5.
August 2019 erfolgt. Erfreulicherweise sei eine gute Korrektur der respiratorischen Störung gelungen, sodass unter Verwendung der Überdrucktherapie (CPAP-Therapie) eine normale Atmung mit einer physiologischen Anzahl von Atempausen vorliege. Tatsächlich sei aus der schlafmedizinischen Forschung bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen unbehandeltem Schlafapnoe-Syndrom und depressiven Störungen gebe. Erfreuli
cher
weise sei auch in Forschungsarbeiten nachgewiesen worden, dass eine aus
reichen
d
gute und
ausreichend
lang durchgeführte Therapie zu einer Verbesse
rung des Gesamtbefindens, der Tagesschläfrigkeit und auch der depressiven Problematik führen könne. Eine Prognose über Zeiträume
sei
von ihrer Seite nicht möglich. Aus schlafmedizinischer Erfahrung sei jedoch ein Zeitraum von drei Monaten bis zu einer stabilen Befundbesserung anzunehmen. In diesem Zeitraum habe sich der Körper an die Therapiemethode gewöhnt und sie würden hoffen, dass auch im weiteren Verlauf eine Verbesserung des Tagesbefindens eintrete.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für ihren ablehnenden Entscheid auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). RAD-Ärztin
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte am
4.
Oktober 2019 unter anderem aus, es könne auf das umfassende und nachvollziehbare
bidisziplinäre
Gutachten abgestellt werden (vgl. vorstehend E.
3.5).
Die Beschwerdegegnerin machte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) schliesslich geltend, es liege keine Erkrankung vor, die zu einem länger dauern
den Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe. Gemäss RAD würden auch die einge
reichten medizinischen Berichte keine neuen, unberücksichtigten medizinischen Fakten oder Tatsachen vorbringen (S. 1 f.).
4.
2
Aus den aufliegenden Akten ergibt sich, dass sich der aktuelle
Gesundheits
zu
stand
der Beschwerdeführerin, insbesondere in Bezug auf das vorliegende
schwergradige
obstruktive Schlafapnoe-Syndrom
sowie
dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
,
nur ungenügend feststellen l
ässt
und eine abschliessende Beurteilung mithin nicht möglich ist.
Sowohl aus den Akten sowie auch dem Gutachten ist zu entnehmenden, dass die
Müdigkeit und Konzentrationsprobleme im Vordergrund stünden (vgl.
Urk.
6/20
/11 oben, sowie vorstehend E.
3.2.3 und E.
3.3).
Im
zuhanden der Kran
kentaggeldversicherung erstellten
bidisziplinären
Gutachten des
E._
führte der
internistische Gutachter
in seiner Beurteilung aus, aus internistischer Sicht sei die Hauptdiagnose die Adipositas mit einem damit einhergehenden dringen
den Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Beide Erkrankungen seien abklärungs- und potentiell therapiebedürftig, worauf die festgestellten grenzwer
tigen Veränderungen der Labortests im Blut hinweisen würden. Trotz der diskre
ten Veränderungen der Blutuntersuchungen sei die Beschwerdeführerin prinzi
piell 100
%
arbeitsfähig. Weiter führte er aus, die Beschwerdeführerin verneine eine Einschränkung ihrer Alltagsaktivitäten durch die Adipositas bzw. das sub
jektive Konzentrationsdefizit. Es sei
aber
nicht auszuschliessen, dass ein Zusam
menhang zwischen den Konzentrationsschwierigkeiten und der Adipositas mit vermutetem Schlafapnoe-Syndrom bestehe. Ob bzw. in wieweit die bisher nicht objektivierte, subjektiv als verkürzt berichtete Konzentrationsspanne die Arbeits
fähigkeit im Büro beeinträchtige, entziehe sich jedoch der internistischen Eva
luation
(vgl. vorstehend E. 3.2.2).
Obschon der internistische Gutachter einen Zusammenhang zwischen den Kon
zentrationsschwierigkeiten und der Adipositas mit vermutetem Schlafapnoe-Syn
drom nicht ausschliessen und die Auswirkungen der bisher nicht objektivierten subjektiv als verkürzt berichteten Konzentrationsspanne auf die Arbeitsfähigkeit nicht abschätzen konnte,
hielt er fest, dass die Alltagsgestaltung durch die sub
jektiv reduzierte Konzentrationsspanne von 30 bis 120 Minuten je nach Tätigkeit nicht eingeschränkt erscheine und es der Beschwerdeführerin gelinge, ihren Eltern bei technischen Problemen mit Mobiltelefonen, Computer etc. zu helfen. Daraus zog er ohne weitere Untersuchung
oder spezifische Rücksprache mit dem psychiatrischen Teilgutachter
den Schluss, dass daher keine Minderung der Arbeitsfähigkeit für Bürotätigkeiten festzumachen sei (vgl. vorstehend E. 3.2.2
und E. 3.2.4
). Auch nach der
bidisziplinären
Konferenzbesprechung
kamen die Gutachter
ohne Weiterungen
zum Schluss, dass trotz ausgeprägter Adipositas mit erhöhtem Risiko eines Schlafapnoe- bzw. alveolären Hypoventilationssyndroms
aktuell per se keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
,
weder aus internistischer noch aus
psychiatrischer Sicht
,
bestehe (vorstehend E. 3.2.4).
4.3
Bei dieser Sachlage und der insbesondere vom internistischen Gutachter offen gelassenen Punkte erscheinen die
im Gutachten gezogenen
Schlussfolgerungen als wenig nachvollziehbar
und begründet
und insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen
und Wechselwirkungen
des
geäusserten
dringenden Verdachts auf ein Schlafapnoe-Syndrom als zu wenig abgeklärt, als dass einzig darauf ohne Weiterungen eine
vollständige Arbeitsfähigkeit angenommen werden könnte.
Während die Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung neben der
Kon
zentrationsschwäche,
allgemeinen Erschöpfung
und raschen Ermüdbarkeit
eine Tagesmüdigkeit mit Einschlaftendenz verneinte (vgl. vorstehend E. 3.2.2) - was in der Folge
jedoch
bestritten wurde (vgl.
Urk.
9/4 S. 5 Mitte) - wird
im Bericht der
N._
vom 1
6.
Juli 2019 im Gegensatz dazu ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin tagsüber müde und schläfrig sei und in monotonen Situationen schnell einschlafe (vgl. vorstehend E.
3.4). Sofern im Zeitpunkt der Begutachtung tatsächlich keine Tagesmüdigkeit vorgelegen hat, so
ergeben
sich zumindest aus dem Bericht der
N._
entgegen der Ansicht des RAD (vgl. vorstehend E. 3.5) neue respektive dem Gutachten entgegenstehende medizinische Aspekte, welche vom RAD weder thematisiert
wurden
noch zu weiteren Abklärungen führten.
Schliesslich führte d
ie Psychiaterin
Dr.
H._
diesbezüglich weiter aus, dass rückblickend zu vermuten sei, dass das Schlafapnoe-Syndrom bereits mehrere Jahre bestanden habe, dies aber durch die verschiedenen somatischen und psychosozialen Probleme kaschiert worden sei. Auch bei der krankheitsbedingt abgebrochenen von der Krankentaggeldversicherung finanzierten Berufsberatung müsse im Nachhinein davon ausgegangen werden, da
ss die Beschwerdeführerin unter
den Folgen des Schlafapnoe-Syndroms gelitten habe
. Rückblickend sei sodann davon auszugehen, dass die
chronische Müdigkeit seit Jahren die Prob
lematik sowohl der depressiven wie auch der somatischen Symptome verstärkt habe und von einer negativen gegenseitigen Beeinflussung ausgegangen werden müsse (vgl. vorstehend E. 3.7).
Weiter
führte
Dr.
J._
,
N._
, im Bericht
vom 1
9.
Dezember 2019
aus
, dass aus der schlafmedizinischen For
schung bekannt sei, dass es einen Zusammenhang zwischen unbehandeltem Schlaf
apnoe-Syndrom und depressiven Störungen gebe und
eine
ausreichend gute und ausreichend lang durchgeführ
te
Therapie
zu
eine
r
Verbesserung
des Gesamtbefindens
, der Tagesschläfrigkeit und auch der depressiven Problematik führen könne. Die Beschwerdeführerin befinde sich aktuell in laufender Therapie mit dem Überdruckverfahren, wobei ein Therapienutzen
z
um aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt werden könne (vgl. vorstehend E. 3.8). Gemäss der Psychiaterin
Dr.
H._
gestalte sich die Überdrucktherapie durch die Angst und Panik schwierig. Die Beschwerdeführerin habe bis jetzt keine nennens
werte Besserung feststellen können (vorstehend E. 3.7).
4.4
Nach dem Gesagten ist vorliegend der medizinische Sachverhalt ungenügend erstellt.
So zeigt
sich das
bidisziplinäre
Gutachten
als für die Beurteilung der Auswirkungen des Schlafapnoe-Syndroms, die damit
möglicherweise
zusammen
hängenden psychischen und somatischen Symptome und die möglichen Wechsel
wirkungen
als zu wenig aussagekräftig und es fehlt insbesondere auch an einer eingehenden Auseinandersetzung mit den
psychiatrischen
Vorakten
.
So setzte sich der psychiatrische Gutachter beispielsweise nicht mit der von der behan
delnden Psychiaterin diagnostizierten sozialen Phobie auseinander, welche auch in nachfolgenden Berichten unter anderem zusammen mit Ängsten und Panik
attacken
wieder
genannt wurde
n
(vgl. vorstehend E. 3.6 und E. 3.7). Weiter
fehlt es im Gutachten
auch
an einer Auseinandersetzung mit dem
verschiedentlich
erwähnte
n
krankheitsbedingte
n
Fernbleiben von Therapien und Terminen
,
wie beispielsweise
die ambulante Nachbetreuung nach der Beendigung des teilstatio
nären Aufenthalts sowie
von
der von der Krankentaggeldversicherung finan
zierten Berufsberatung
(vgl. vorstehend E. 3.3),
was auf
eine
gewisse
krank
heits
bedingte Einschränkung
hindeuten könnte oder aber (teilweise) mit den bereits
von den Fachpersonen des
Z._
vermutete
n
Vermeidungskom
ponente (vgl. vorstehend E. 3.1)
in Zusammenhang gebracht werden könnte.
Aus de
n
Akten ergibt sich sodann, dass die Krankentaggeldversicherung den Leistungsfall nochmals geprüft, die Arbeitsfähigkeit neu beurteilt und der Be
schwerdeführerin ab dem 1
8.
April 2019 weiterhin Krankentaggelder
auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
zugesprochen hat (vgl.
Urk.
9/2).
5.
Rechtsprechungsgemäss
ist
schliesslich
zu berücksichtigen, dass die behandeln
den Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den
abschliessenden
Entscheid
über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforde
rungen an ein Gutachten
gemäss
BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise
regelmässig
behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1).
Insgesamt fehlt es vorliegend
an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit
der
Be
schwerdeführer
in
und damit an der Grundlage für einen Entscheid. Zur Beur
teilung
ihrer
invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher
wei
terer
medizinischer Abklärungen
der somatischen und psychischen Beschwerden
in Form eines Gutachtens, welches sich insbesondere zur Frage
, wie sich das
diagnostizierte
schwergradige
Schlafapnoe-Syndrom
im Zusammenhang oder in Wechselwirkung mit den vorliegenden somatischen und depressiven Symptomen
auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin auswirkt
, zu äussern hat
.
Dabei
werden
sich
die
G
utachter
- allenfalls unter Einbezug der Fachrichtung Neu
ro
psychologie -
auch zur laufenden Therapie mit dem Überdruckverfahren und dessen Auswirkungen auf die bis anhin im Vordergrund stehende Konzen
tra
tionsstörung und Erschöpfung
und sodann auch zur Eingliederungsfähigkeit
zu äussern haben.
Angesichts des
vollständigen
Verzichts der Beschwerdegegnerin auf
eigene
Ab
klärungen rechtfertigt sich eine gerichtliche Begutachtung nicht (vgl. vorstehend E.
1.4
). Die angefochtene Verfügung vom
7.
Oktober 2019
(
Urk.
2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch
der Be
schwerdeführerin
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In diesem Zusam
menhang wird die Beschwerdegegnerin bei möglicherweise bedrohter Eingliede
rungsfähigkeit auch den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen neu zu prüfen haben.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen und, da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwer
de
gegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat
die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Zeitaufwand festzusetzen. Beim praxisgemässen Stunden
ansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) sowie unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist
der
Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschädigung von
Fr.
3
‘
500
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.