Decision ID: 560e957b-b2b6-54a7-add1-0ca2ca324970
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, ist Mutter zweier erwachsener Töchter (Urk. 7/2 Ziff. 3.1) und
ausgebildete
Damencoiffeuse (Urk. 7/2 Ziff. 6.2)
und mel
dete
sich am 21. Juni 2004 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Inva
liden
versicherung zum Rentenbezug an (Urk. 7/2 Ziff. 7.2).
Die Sozial
ver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Ver
fügung vom
3. Oktober 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 44.5 % eine Viertels
rente ab 1. Juni 2005
zu
(Urk. 7/28). Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 7/27) wies die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 17. Februar 2006 ab (Urk. 7/33).
Nach Eingang eines am 19. April 2006 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/34)
veranlasste die IV-Stelle eine orthopädische Begutachtung
der Ver
si
cherten (vgl. Gutachten vom 16. Januar 2007, Urk. 7/54)
und sprach
ihr
mit Ver
fügung vom
27. März 2007 eine Dreiviertelsrente ab 1. März 2006 zu (Urk. 7/59).
Mit Schreiben vom
24. Juli 2008 (Urk. 7/64)
sowie 26. Juli 2011 (Urk. 7/75)
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert.
1.2
Nach Eingang eines am 10. August 2016 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/76) tätigte die IV-Stelle medizinische (Urk. 7/78, Urk. 7/92) und erwerb
li
che Abklärungen (Urk. 7/77), holte bei
Dr.
med. Y._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und für Traumatologie des Bewegungsapparates, ein Gutachten ein (Urk. 7/87) und führte
eine Hauhaltabklärung durch (Urk. 7/93). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/95, Urk. 7/100) hob die IV
Stelle mit Verfügung vom 15. Juni 2017 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 7/103 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 16. August 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. Juni 2017 (Urk. 2) und beantragte,
diese sei aufzuheben, es sei ihr eine ganze Rente, eventuell eine Dreiviertelsrente zu gewähren und es seien ihr die Kosten des Gutachtens von Dr.
Z._
im Betrag von Fr. 3'000.-- zu ersetzen (Urk. 1 S. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Am 21. Januar 2018 erstattete die Beschwerdeführerin die Replik (Urk. 13)
und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 14/1-11)
, wohingegen die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 19. Februar 2018 ausdrücklich auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 16). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 16. April 2018 mitgeteilt (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hin
weisen).
Eine revisionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bun
desgerichts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG) zur Anwendung gelangt (BGE 144 I 21 E. 2.2). Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicher
ten Person somit grundsätzlich nicht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Auflage 2014, Rz 27 und 28 zu Art. 30–31 IVG).
1.3
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE
143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durch
geführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im
darauffolgenden
Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8
C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.
3.1.2).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
de
fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2017 (Urk. 2) insbesondere gestützt auf das Gutachten von Dr.
Y._
aus, der Beschwerdeführerin sei spätestens seit dem Zeitpunkt der Begutachtung die bis
herige Tätigkeit als Coiffeuse in einem Pensum von 50 % zumutbar. Diese Tätig
keit könne sowohl im Stehen als auch im Sitzen ausgeübt werden. In einer opti
mal angepassten Tätigkeit mit wechselnder Position wäre sogar eine noch höhere Arbeitstätigkeit zumutbar. Die Verbesserung sei vor allem in der verbesserten Angewöhnung an die Schmerzsymptomatik und durch einen besseren Umgang mit den Einschränkungen zu sehen (S. 1 f.). Die Stellungnahme des Hausarztes sei nicht stichhaltig, es sei auf das aktuelle Gutachten abzustellen.
Dieses sei schlüssig und nachvollziehbar.
Beim Besuch des Aussendienstes habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie bei guter Gesundheit in einem Pensum von 60 bis 80 % arbeiten würde. Diesen Angaben könne nicht gefolgt werden, nachdem die Beschwerdeführerin in den letzten zehn Jahren keine Arbeitsbemü
hungen getätigt habe. Es sei auch nicht geklärt, wie die Betreuung des Hundes bei einem solch hohen Arbeitspensum geregelt wäre.
Es sei damit davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin weiterhin zu 40 % arbeiten und die restlichen 60 % in den Haushaltsbereich fallen würden. Aufgrund der Abklärung betrage die Einschränkung im Haushaltsbereich 4 %, es sei sowohl dem Ehemann als auch den Töchtern zumutbar, im Haushalt mitzuhelfen. Insgesamt ergebe sich ein ren
tenausschliessender Invaliditätsgrad von 2 % (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort (Urk. 6) machte die Beschwerdegegnerin weiter geltend, das Gutachten von Dr.
Y._
entspreche vollumfänglich den bundesgerichtlichen Anforderungen (S. 2 Ziff. 3). Die Tatsache, dass Dr.
Y._
die Beschwerdeführerin im Gegensatz zum Hausarzt Dr.
A._
vor der Begut
achtung noch nie untersucht habe, liege in der Natur der Sache. Ein Gutachten beziehe sich auf den Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Begutachtung und nehme
gestützt auf die vorliegenden Verfahrensakten Stellung zum gesundheit
lichen Verlauf (S. 2 Ziff. 4).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk. 1),
ihr Gesund
heits
zustand habe sich seit der zweiten Operation im Jahre 2004 nicht verändert, ins
besondere nicht verbessert. Dies halte auch der Hausarzt Dr.
A._
ein
deutig fest. Dr.
Y._
habe sie früher noch nie untersucht und könne daher keine Aus
sagen dazu machen, ob der Gesundheitszustand früher besser gewesen sei oder nicht. Bei ihren Ausführungen handle es sich um eine von der Beurteilung des früheren Gutachters Dr.
Z._
abweichende Beurteilung bezüglich
eines
zumindest im Wesentlichen gleich gebliebenen, jedenfalls nicht ver
besser
ten Gesundheitszustandes
. Selbst wenn eine Verbesserung des Gesund
heits
zustandes festzustellen wäre, würde die Annahme von Dr.
Y._
bezüglich Arbeitsfähig
keit nicht zutreffen, insbesondere nicht bezüglich der Tätigkeit als Coiffeuse, die sie nicht mehr ausführen könne und welche entgegen der Behauptungen von Dr.
Y._
sowie der Beschwerdegegnerin nicht oder nur zu einem verschwin
dend kleinen Teil im Sitzen ausgeübt werden könne. Der Therapievorschlag von Dr.
Y._
habe sich in der Zwischenzeit als untauglich erwiesen. Die Annahme von Dr.
Y._
, wonach durch eine dreimonatige Therapie eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 50 % erreicht werden könne, habe sich als absurd erwiesen. Absurd, mit keinem Wort begründet und viel zu ungenau sei auch ihre Behaup
tung, dass für Tätigkeiten aus wechselnder Ausgangslage
ab sofort
eine Arbeits
fähigkeit von 50 % bestehe (S. 4). Es gebe nach wie vor keine Erwerbstätigkeit, für welche eine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehen würde (S. 4 f.).
Aufgrund der veränderten familiären Situation - die beiden Töchter seien nun erwachsen -
sei
davon auszugehen, dass sie bei voller Gesundheit zu 80 %, mindestens aber zu 60 % erwerbstätig wäre
. Demzufolge sei die bisherige Dreiviertelsrente auf jeden Fall zu bestätigen. Bei Annahme einer Erwerbstätigkeit von 70 % bestehe sogar Anspruch auf eine ganze Rente. Aus dem Umstand, dass sie in den letzten zehn Jahren keine Arbeitsbemühungen getätigt habe, dürfe nicht darauf geschlossen werden, dass sie keine höhere Erwerbstätigkeit ausüben würde. Sie sei in jeder Tätigkeit zu 100 % arbeitsun
fähig und es seien ihr daher auch keine Arbeitsbemühungen zumutbar (S. 5).
Im Rahmen der Replik (Urk. 13) führte die Beschwerdeführerin ergänzend aus,
für den Fall, dass den gestellten Anträgen nicht entsprochen werde, werde ein gerichtliches Obergutachten beantragt (S. 2 Ziff. 3). Eine allenfalls verbesserte Adaption an die Schmerzproblematik und ein allenfalls verbesserter Umgang mit den funktionellen Einschränkungen stelle keine Verbesserung des Gesundheits
zustandes dar und dürfe nicht zur Rentenaufhebung führen (S. 2 Ziff. 4). D
as
Fest
halten an der Qualifikation als zu 40 % erwerbstätig sei angesichts der unbe
strittener
massen veränderten Lebenssituation haltlos (S. 2 Ziff. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach einerseits die Statusfrage und andererseits, ob und falls ja in welchem Ausmass sich der Gesundheitszustand und die Arbeits
fä
higkeit der Beschwerdeführerin seit
der Zusprache der Dreiviertelsrente ab 1. März 2006
verändert haben.
3.
3.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück
sichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Ver
waltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit der im Sozialver
siche
rungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE
144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
3.2
Die Beschwerdegegnerin stufte die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 40 % erwerbstätig ein
(Urk. 2 S. 2)
, nachdem diese vor der Berentung
im Februar 2006 eine Teilzeittätigkeit als Coiffeuse im Umfang von 40 % aufgenommen hatte
(vgl. Haushaltabklärungsbericht vom 28. Juli 2006, Urk. 7/39 S. 2 Ziff. 2.4-5).
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, aufgrund der veränder
ten familiären Situation mit den nunmehr erwachsenen Töchtern wäre
sie
im Gesundheitsfall zu 60 bis 80 % erwerbstätig (Urk. 1 S. 5).
Die Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin in den letzten zehn Jahren keine Arbeitsbemühungen getätigt habe und die Betreu
ung des Hundes während einer allfälligen Arbeitstätigkeit nicht geklärt sei
(vgl.
vorstehend E. 2.1)
, vermag nicht zu überzeugen. Tatsächlich war mindestens bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr.
Y._
keine Restarbeitsfähigkeit
attestiert worden
, welche die Beschwerdeführerin hätte verwerten müssen.
Dass sie während dieser Zeit keine Arbeitsbemühungen tätigte, kann ihr demnach nicht vorgeworfen werden.
Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin einen Hund besitzt, ist zudem grundsätzlich
k
ein Hindernis
für eine
Arbeitstätigkeit.
Bei der Beurteilung der Statusfrage ist vielmehr zu beachten, dass
d
ie beiden Töchter der Beschwerdeführerin erwachsen
und in einem Pensum von 100 % berufstätig
sind
(vgl. Urk. 7/93 Ziff. 2.3.1). Selbst wenn diese noch bei
der Beschwerdeführerin
wohnhaft sind (Urk. 7/93 Ziff. 4.1), fallen
keine
Betreuungsaufgaben mehr an. Hinzu kommt, dass der Beruf als Coiffeuse für einen stundenweisen beziehungs
weise teilzeitlichen Wiedereinstieg ideal ist. Nachdem der Ehemann der Beschwer
deführerin ein monatliches Einkommen in der Höhe von Fr. 6'300.
-
erzielt (Urk. 7/93 Ziff. 2.4)
,
erscheint
es
zudem
ohne Weiteres nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nun, nachdem sie keinen familiären Verpflichtungen
mehr
nachkommen muss,
im Gesundheitsfall
wieder gearbeitet
hätte.
Zu berück
sichtigen ist dabei, dass die Beschwerdeführerin
nach der Eheschliessung und Geburt der ersten Tochter im Jahr 1992 den Fokus auf den häuslichen Bereich
legte
und bis ins Jahr 2006 mit Ausnahme der unbezahlten Mitarbeit in der Autogarage des ersten Ehemannes nicht mehr erwerbstätig
war
.
Im Jahr 2006 nahm sie stundenweise eine Tätigkeit als Coiffeuse auf, musste diese Arbeit jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben (Urk. 7/87 S. 4 Mitte). Ins
gesamt ist daher mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden in einem Pensum von 60 %
als Coiffeuse
erwerbstätig wäre.
Aufgrund dieser Erwerbsbiographie erscheint es als wenig wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ihr Pensum auf 80
%
ausgebaut hätte.
4.
4.1
Im Rahmen der Rentenzusprache im Jahr 2006 wurde die Beschwerdeführerin
am 19. Dezember 2006
durch
Dr.
m
ed. Z._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, begutachtet. In seinem Gutachten vom 16. Januar 2007 (Urk. 7/54), für welches er sich auf die eigene Untersuchung, die ihm überlassenen medizinischen Unterlagen sowie eigene bildgebende Untersuchungen stützte (S. 1), nannte Dr.
Z._
fol
gende Diagnosen (S. 13):
-
c
hronisches, invalidisierendes Lumbovertebralsyndrom bei
-
Status nach Dekompression und Spondylodese L4 bis S1 bei isthmischer Spondylolisthesis L5/S1 und Segmentdegeneration L4/5 am 6. November 2002
-
Status nach Osteosynthesematerialentfernung L4 bis S1 und Reosteo
synthese L5/S1 dorsolateral USS Titan bei Pseudoarthrose L5/S1 am 16. September 2004
-
Status nach ventraler Revisionsspondylodese L5/S1 am 21. Februar 2005
-
Status nach dorsaler Osteosynthesematerialentfernung am 31. August 2005
Die Beschwerdeführerin habe seit dem 6. November 2002 bis zum 31. August 2005 vier operative Eingriffe an der LWS erlebt. Heute funktioniere sie mit einem transdermalen Morphiumpflaster plus einem weiteren Morphinpräparat einiger
massen, aber keineswegs beschwerdefrei. Die angegebenen Beschwerden seien glaubhaft, radiologisch ausgiebig dokumentiert und die lumbale Schmerzsi
tuation sei klinisch eindrücklich beziehungsweise augenfällig (S. 12 Ziff. V). Spätestens nach dem zweiten Eingriff am 16. September 2004 sei die Beschwer
deführerin aufgrund der lumbalen Situation als zu 100 % arbeitsunfähig zu betrachten. Durch die Eingriffe vom 21. Februar sowie 31. August 2005 sei die Situation nicht mehr verbessert worden. Heute zeige die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein desolates Zustandsbild, durch die vier aufgeführten Operationen sei sie zu 100 % invalidisiert worden. Durch einen fünften Eingriff dürfte keine Änderung der Situation mehr erreicht werden, hier sei von einem Endzustand auszugehen. Seiner Meinung nach bestehe im angestammten Beruf und auch in allen anderen sowie in einer der Behinderung optimal angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, dies ab dem
zweiten Eingriff, also ab dem 16. September 2004 (S. 14). Dass die Beschwerdeführerin versuche, stundenweise in ihrem angestammten Beruf als Coiffeuse zu arbeiten, sei mehr als situations
bedingte Therapie denn als Gelderwerb zu betrachten. Aufgrund der aktuellen Klinik und der Schmerzsituation werde sie in ihrem angestammten Beruf keine renteneinschränkenden Saläre erzielen können. Richtig sehe dies der Hausarzt
Dr.
med. A._
, der eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit als Coiffeuse festhalte. Diese sei leider immer noch zu positiv beurteilt, aufgrund der ausge
wiesenen Stundenzahlen in den letzten Monaten sei mit einer über 95%igen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Die von der Beschwerdegegnerin konstruierte 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei unrea
listisch. Auch für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit betrage die aktuelle Arbeitsunfähigkeit lebenslang 100 %. Eine Umschulung in eine sitzende, leichte Tätigkeit sei aufgrund der jetzigen lumbalen Situation trotz des jugendlichen Alters der Beschwerdeführerin und trotz des vorhandenen Berufsabschlusses nicht durchführbar. So wie es aktuell aussehe, sei die Beschwerdeführerin auch für jede leichte
,
sitzende Tätigkeit lebenslang arbeitsunfähig (S. 15).
4
.2
Der Hausarzt
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, nannte in seinem Bericht vom 23. Mai 2008 (Urk. 7/62) die bekannten Diagnosen (Ziff. 1.1) und führte aus, die Beschwerdeführerin leide trotz weitgehender Ent
lastung und transkutaner Opiatabgabe weiterhin unter chronischen Lumbalgien ohne Ausstrahlung in die Beine (Ziff. 3.4).
Der Gesundheitszustand sei stationär (Ziff. 4.1), die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht mehr verbessert werden (Ziff. 4.2). Es bestehe weder in der angestammten Tätig
keit als Coiffeuse noch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit (Ziff. 5.2).
4.3
In seinem Bericht vom 14. Juni 2011 (Urk. 7/72) hielt Dr.
A._
bei unverän
derten Diagnosen (Ziff. 1.1) fest, die Situation sei gegenüber dem Jahr 2008 im Wesentlichen unverändert. Unter Daueropiatbehandlung und weitgehender Ent
lastung seien die Schmerzen knapp unter Kontrolle. Es bestünden nach wie vor Druckdolenzen im lumbosakralen Übergang bei aufgehobener LWS-Flexion. Eine Verbesserung sei nicht mehr zu erwarten. Erneute Abklärungen seien nicht vor
genommen worden, da insbesondere bei bisherigem Ausbleiben von radikulären Symptomen eine erneute operative Intervention nicht in Frage komme (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, verlässlich für eine gewisse Zeit eine Tätigkeit aufrecht zu erhalten. Auch im Haushalt benötige sie Unterstützung beim Putzen, Staubsaugen, Fensterreinigen, bei längerem Bügeln sowie beim Tra
gen von Einkäufen (Ziff. 1.7). Seit dem 1. September 2004 bestehe eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
4.4
Am 26. August 2016 nannte Dr.
A._
bei im Übrigen unveränderten Diagno
sen folgende neuen Diagnosen (Urk. 7/78 Ziff. 1.2):
-
Morbus Dupuytren sowie Sensibilitätsstörungen Dig. III-V beidseits, schnellende Kleinfinger beidseits, Status nach CTS- und Ganglion-Opera
tion rechts im Jahr 2000
-
Dysästhesien und fragliche Schnappphänomene auch am rechten Daumen
Im April 2014 habe die Beschwerdeführerin die Opiatbehandlung mit Fentanyl TTS absetzen können, worauf die diesbezüglichen Nebenwirkungen (gestörter Schlaf, Hitzewallungen, Obstipation) reversibel gewesen seien. Sie komme derzeit mit Dafalgan bis dreimal 1 g und sporadisch Mefenacid aus.
Insgesamt vermeide sie mehrstündige Wirbelsäulenbelastungen und langes Sitzen (Ziff. 3.1).
Es wür
den weiterhin nur kurze sporadische Arbeitseinsätze im Haushalt in Frage kommen. Eine Erwerbstätigkeit als Coiffeuse sei aufgrund des erforderlichen langen Stehens nicht mehr möglich, zudem sei sie durch die oben erwähnte Symptomatik der Finger eingeschränkt (Ziff. 4.1). Es bestehe keine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung (Ziff. 4.2), die Motivation sei intakt (Ziff. 4.3).
4.5
Prof.
Dr.
med. B._
, Facharzt für Rad
iologie und Nuklearmedizin,
Institut
C._
, führte in seinem Bericht vom 15. Novem
ber 2016 (Urk. 7/84) aus, im Vergleich zur Voraufnahme vom 19. Dezember 2006
bestehe eine Akzentuierung der Spondylarthrosen L3/4 beidseits bei vorbestehen
den überbrückenden Spondylarthrosen mit zum Teil fraglich fehlendem Durchbau insbesondere L5/S1 rechts. Differentialdiagnostisch sei von einer Pseudoarthro
senbildung auszugehen. Die geringgradige Anterolisthesis von L4 gegenüber L5 beziehungsweise L5 gegenüber S1 bei hyperlordotischer Fehlhaltung sei unver
ändert. Vorbestehend sei zudem eine höhergradige ossär neuroforaminale Einen
gung L5/S1 beidseits (Urk. 7/84).
4.6
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerdeführerin am 15. No
vember 2016 durch
Dr.
med. Y._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersucht. In ihrem Gutachten vom 29. November 2016 (Urk. 7/87), für welches sie sich auf die eigene Untersu
chung, die vorhandenen Akten sowie bildgebende Untersuchungen stützte (S. 1 f., S. 4), nannte sie
folgende Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (S. 12):
-
v
erminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Beschwerden tief lumbal bei Status nach Spondylodese L4 auf S1 (insgesamt vier Operationen im Zeit
raum 11/2002 bis 8/2005). Die aktuelle Röntgendiagnostik ergibt im Ver
gleich zu den Aufnahmen von 12/2006 den Verdacht auf eine Pseudo
arthrosenbildung in Höhe L5/
S
1.
Szintigraphisch konnten aktive Prozesse ausgeschlossen werden. Degenerative Veränderungen
der Facettengelenke L3/
4.
K
ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit.
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
Y._
sodann folgende (S. 13):
-
a
usgeprägte Fehlstatik und Haltungsinsuffizienz bei muskulärem Hart
spann und deutlich verschmächtigter Rumpfmuskulatur. Die hyperlordo
tische
Fehlhaltung ist auch im radiologischen Befundbericht erwähnt.
-
n
och schlanker, insgesamt schmächtiger Habitus
-
Status nach Operation bei CTS rechts und Entfer
n
ung eines Ganglions radial
Radiologisch habe zunächst der Verdacht auf eine Pseudoarthrose in Höhe L5/S1 im Raum gestanden, die weitere Abklärung mittels einem SPECT-CT habe jedoch keine aktiven Prozesse ergeben. Die hyperlordotische Fehlhaltung der Beschwer
deführerin werde auch durch den Radiologen beschrieben. Nach Ausschluss aktiver Prozesse ergebe sich eine verminderte Belastbarkeit nach durchgeführten Operationen, aber mit Verbesserungspotential bei funktioneller Fehlbelastung (S. 13 unten). Nach Anlage eines Lumbalmieders, welches in erster Linie eine bessere Aufrichtung der Wirbelsäule nach sich ziehe, verspüre die Beschwerde
führerin eine gewisse Linderung der Beschwerden. Die erhobenen Befunde und vorgetragenen Beschwerden würden klare Hinweise auf eine Insuffizienz der Halte- und Bewegungsmuskulatur ergeben. Aus orthopädischer Sicht ergebe sich die Indikation zur Haltungskorrektur und Rückenschulung. Im Rahmen der Rückenschulung solle die Beschwerdeführerin lernen, wie sie in einer späteren beruflichen Tätigkeit und/oder im Haushalt rückengerecht arbeiten könne. Nach erneut aufgenommener und abgeschlossener Therapie sei es dringend notwendig, dass die Beschwerdeführerin regelmässig Freizeitsport zur Stärkung
der Rumpf
muskulatur durchführe
. Ab sofort ergebe sich für Tätigkeiten aus wechselnder Ausgangslage eine Arbeitsfähigkeit zu 50 % mit Steigerung auf 100 % nach Ablauf von drei Monaten, in denen die vorgeschlagenen Therapie
massnahmen in die Tat umgesetzt worden seien. Nach Ablauf von drei Monaten sei für die gelernte und zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Coiffeuse ein Arbeitsver
mögen von 50 % auf Dauer zu erwarten. Gewisse Tätigkeiten als Coiffeuse könnten auch im Sitzen verrichtet werden. Bei angepassten Tätigkeiten handle es sich um körper
lich leichte Tätigkeiten, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangs
lage verrichtet werden könnten. Schweres Heben und Tragen, häufiges Bücken wie auch ständige Zwangshaltungen sollten vermieden werden.
Betreffend die Fragen im Rahmen der Revision dürfe der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin als gebessert betrachtet werden. Die Therapie sei beendet worden, durch
geführt würden regel
mässige Spaziergänge, da Bewegung guttue. Die Beschwer
de
führerin verrichte ihre Tätigkeiten im Haushalt für vier Personen. Weite
res Verbesserungspotential liege in einer gezielten Kräftigung der Halte
muskulatur, einer Haltungskorrektur sowie rückengerechtem Verhalten im Alltag und Beruf (S. 14).
4.7
Dr.
med. D._
, Facharzt für Chirurgie, RAD, führte am 5. Dezember 2016 aus, das Gutachten von Dr.
Y._
sei schlüssig und nachvollziehbar. Die vorbestehenden Berichte
hätten
ihr vorgelegen und
seien
gewürdigt worden. Die Anamnese sei erhoben und auf die Klagen der Beschwerdeführerin eingegangen worden. Die in der Untersuchung erhobenen Befunde seien nachvollziehbar dar
gestellt. Die gezogenen Schlussfolgerungen, insbesondere zur Arbeitsfähig
keit, seien nachvollziehbar (Urk. 7/101 S. 4).
4.
8
Am 27. Januar 2017
hielt
Dr.
A._
fest
, die Beschwerdeführerin sei sehr koope
rativ und nehme die vorgeschlagene Physiotherapie zwecks Haltungs
korrektur und Kräftigung auf. Aufgrund der mehrfach operierten und immobili
sierten Wirbelsäule sei es sehr ungewiss, ob diese Massnahmen diesbezüglich und gegen die Schmerzen wirksam seien und ob es zu einer Teilarbeitsfähigkeit kommen werde
.
Die von Dr.
Y._
angegebenen zukünftigen Arbeitsfähigkeiten würden Mutmassungen entsprechen, welche im Widerspruch zum bisherigen Ver
lauf stünden. Warum eine 100%ige Arbeitsfähigkeit dann doch weiterhin ver
bunden wäre mit einem 50%igen Arbeitsvermögen (wahrscheinlich sei mit diesem Begriff die Erwerbsfähigkeit gemeint), sei zudem erklärungsbedürftig. Er bitte darum, das Gutachten von Dr.
Z._
vom 16. Januar 2007 erneut detailliert zu studieren, dieses stehe in völligem Gegensatz zur Einschätzung von Dr.
Y._
(Urk. 7/92).
4.
9
Dr.
D._
wies
am 29. März 2017
darauf hin, dass
die Gutachten von Dr.
Z._
sowie Dr.
Y._
erneut gelesen und verglichen worden
seien
. Es sei nicht verständlich, wieso eine medizinische Stellungnahme durch ein zehn Jahre altes Gutachten bei einem aktuellen orthopädischen Gutachten beeinflusst wer
den sollte. Gesundheit sei kein statisches Medium, das sich über die Jahre nicht verändere. Ebenso sei der Mensch in der Lage, sich mit einer chronischen Erkrankung, wie das Rückenleiden der Beschwerdeführerin, zu arrangieren/adap
tieren und die eventuellen Schmerzen zu verarbeiten. Ebenso könne der Beschwerdeführerin die Fähigkeit zugesprochen werden, in den vergangenen Jahren gelernt zu haben, ihren Rücken zu schonen und gewisse schmerzver
stär
kende Bewegungen zu vermeiden. Immerhin habe auch die Schmerz
medi
kation von Opiaten auf Schmerzmittel wie Dafalgan reduziert werden können, was ent
weder direkt für weniger Schmerzen oder aber eine verbesserte Schmerz
ver
arbei
tung spreche (Urk. 7/101 S. 5).
4.10
Am 11. Juli 2017 erstattete Dr.
Z._
im Auftrag der Beschwerdeführerin ein aktuelles Gutachten (Urk. 7/109
/16-27
) und nannte dabei folgende Diagnosen (S. 9):
-
c
hronisches lumbales Schmerzsyndrom mit/bei
-
s
uprafusionärer Degeneration beziehungsweise Anschlussdegeneration des Segmentes L3/4
-
Durchbau der Spondylodese L4/S1 mit geringgradiger Anterolisthesis von L4 beziehungsweise L5 gegenüber S1 bei hyperlordotischer Fehl
haltung nach insgesamt vier Eingriffen lumbal zwischen 2002 bis 2005
-
d
orsalem Narbenpannus nach Resektion Prozessus spinosus L5
-
ISG
-Arthrose beidseits
Dr.
Y._
habe weder die bestehende Pathologie der Anschlussdegeneration erkannt, noch habe sie sich mit dem Anlegen eines Lenden-Mieders für drei bis fünf Sekunden korrekt verhalten. Aufgrund der Fehlbeurteilung durch
Dr.
Y._
sei Physiotherapie und Medizinische Trainingstherapie (MTT) durchgeführt wor
den, was überhaupt nichts gebracht habe. Die MTT habe wegen Schmerzen abge
rochen werden müssen. Dr.
Y._
habe die Sache überhaupt nicht begriffen.
Ihre Diagnose im Gutachten vom 29. November 2016 sei im Wesentlichen weder eine orthopädische Diagnose noch sonst Etwas, sondern recht eigentlich ein Witz. Die Diagnose der verminderten Belastbarkeit habe sie sich aus den Fingern gezogen (S. 8). Aktuell bestehe eine ausgeprägte Anschlussdegeneration L3/4 wie «im Bil
derbuch»
. Therapeutisch angezeigt wäre die Infiltration der ausgeprägten Spon
dylarthrose 3/4 mit Lokalanästhesie und bei positivem Ansprechen eine Re
Spon
dylodese L3/4 beziehungsweise eine Spondylodese der Anschlussdegene
ration. Dass damit das Ergebnis der vorhergehenden vier Operationen nicht verbessert würde, sei der beigelegten Literatur zu entnehmen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gelte weiter was er bereits im Jahre 2007 gesagt habe (S. 9). Dass es keineswegs besser geworden sei, zeige die ausgeprägte Anschluss
segmentdegeneration, die eigentlich klassisch sei
. Abschliessend bleibe festzuhal
ten, dass das Ganze nicht auf einer muskulären Dysbalance oder einer willentlich hervorgerufenen Fehlhaltung durch die Beschwerdeführerin beruhe. Dies habe die von Dr.
Y._
angestossene Physiotherapie gezeigt. Mit ihrer Beurteilung zeige Dr.
Y._
, dass sie die Sache nicht verstanden habe. Dass der beurteilende Radiologe des Instituts
C._
den Terminus Anschluss
degeneration nicht in den Mund nehme, zeige ebenfalls, dass die Qua
lität in radiologischen Instituten nicht überall gleich gut sei
(S. 10). Im Wesentli
chen habe sich seit seiner Begutachtung im Jahr 2007 die Sache so geändert, dass eine deutliche Verschlechterung eingetreten sei. Diese sei radio
logisch eindeutig nachweisbar. Die von Dr.
Y._
gemachten Aus
führungen seien weder schlüssig noch nachvollziehbar. Er halte klar fest, dass die Beschwer
deführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Coiffeuse lebenslang zu 100 % arbeitsunfähig bleiben werde und dass sich für diesen Rücken mit der aktuellen Situation, wie sie in der Diagnose dargestellt werde, auch keine Ersatztätigkeit finden lasse (S. 11).
4.11
In seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2017
(
Urk.
7/110)
führte Dr.
D._
aus, die von Dr.
Y._
empfohlene Rückenschulung sowie Stärkung der Rücken
muskulatur zur Unterstützung der Wirbelsäule sei durchaus eine logische Konse
quenz aus der defizitären Lage der Wirbelsäule, die dadurch eine hilfreiche und kräftige Stütze von aussen bekommen. Immerhin erlebe die Beschwerde
führerin ja bei Bewegung eine Verbesserung der Schmerzen. Auch sei dies nur eine Empfehlung von Dr.
Y._
gewesen, die dann erst vom Hausarzt habe evaluiert und umgesetzt werden müssen. Hätte Dr.
A._
in seiner Rolle als Hausarzt mit seinen eigenen medizinischen Kenntnissen und Erfahrungen sowie der lang
jährigen Begleitung der Beschwerdeführerin diese als schädigend oder unzumut
bar für die Beschwerdeführerin angesehen, hätte er diese Therapien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht verordnet oder verlängert (S. 3).
Beim Vergleich de
s
durch die jeweiligen Gutachter dokumentier
ten Bedarf
s
an schmerzstillenden Medikamenten sei festzustellen, dass
sich
im neuesten Gutach
ten von Dr.
Z._
der Verbrauch an Schmerzmitteln innerhalb der letzten zehn Jahre einerseits von dem Betäubungsmittelgesetz unterliegenden Medika
menten wie Morphinpflaster auf ohne ärztliches Rezept erhältliche Medikamente verschoben
habe
sowie andererseits auch in dem kurzen Zeitrahmen zwischen den beiden neuesten Gutachten der Verbrauch der rezeptfreien Medikamente wei
ter von einer regelmässigen Einnahme auf eine Bedarfsmedikation reduziert wor
den sei. Die Aussage «wenn es ganz schlimm sei, nehme sie eine Tablette Dafalgan oder ein Mefenacid beziehungsweise ein Ponstan» töne nicht nach täglich vor
handenen vernichtenden Schmerzen, die eine Arbeitsfähigkeit in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnten. Durchaus eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes und eine Entlastung des Achsen
skelettes unterstreichend sei der doku
mentierte Gewichtsverlust von 11 kg zwischen dem ersten und zweiten Gutach
ten, der jedoch leider beim dritten Gut
achten auf knapp über die Hälfte reduziert worden sei
(S. 4)
.
4.12
Mit Schreiben vom 20. November 2017 nahm Dr.
Z._
Stellung zur Ein
schätzung durch Dr.
D._
und führte aus, interessant sei, dass Dr.
D._
überhaupt nicht auf die differenten Diagnosen eingehe. Um zu zeigen, dass das Gutachten von Dr.
Y._
Makulatur sei, sei eine Beurteilung der aktuellen Bilder durch Prof.
E._
angezeigt. Seine Beurteilung der Einschätzung durch den RAD sei, dass Sachunverständige irgendetwas über irgendetwas ausgesagt hätten, das sie definitiv nicht verstanden hätten und das Ganze überhaupt keine Bedeu
tung habe, da die Problematik inhaltlich nicht verstanden worden sei (Urk. 14/3).
Mit Schreiben vom 22. Dezember 2017 hielt Dr.
Z._
an den gemachten Ausführungen fest (Urk. 14/7).
4.13
Am 27. November 2017 führte Dr.
A._
aus, der Empfehlung von Dr.
Y._
, Physiotherapie sowie MTT zur Stärkung der Rückenmuskulatur sei nicht zu widersprechen. Nicht zulässig sei jedoch, dass Dr.
Y._
bezüglich zu erwarten
der Arbeitsfähigkeit bereits einen Erfolg dieser Massnahmen vorwegge
nommen habe. Seines Erachtens habe die Physiotherapie nicht zu einer anhalten
den Ver
schlechterung der Situation geführt, vielmehr bestehe ein Status quo ante. Damit seien die Mutmassungen von Dr.
Y._
bezüglich künftiger Arbeits
fähigkeit hinfällig. Derzeit führe die Beschwerdeführerin lediglich noch Massagen durch, welche immerhin eine gute analgetische Wirkung zeigten, womit Schmerz
medi
kamente eingespart werden könnten (Urk. 14/4 Ziff. 1). Die Beschwerde
führerin habe bis Februar 2014 Opiate im mittleren Dosisbereich eingenommen. Im Februar 2014 sei sie zum Schluss gekommen, dass der nur mässige analgetische Effekt der Opiate gegenüber deren Nebenwirkungen mit namentlich Schlafstö
rungen, Dysphorie, Hitzewallungen und Obstipation in einem zunehmend ungünstigen Verhältnis gestanden habe. Innert drei Monaten hätten die Opiate vollständig abgesetzt werden können. Mittlerweile nehme sie Dafalgan und nicht steroidale Antirheumatika
(NSAR)
nach Bedarf ein. Von einer Dauer
therapie
mit
NSAR
sei aufgrund der zu erwartenden Langzeitnebenwirkungen dieser Medika
mentengruppe abzuraten. Zusammenfassend habe die Beschwerde
führerin mit ihrem Lebensstil eine Copingstrategie mit niedrigem Analgetika
verbrauch gefunden. Bei einer erzwungenen Arbeitstätigkeit müsste die Beschwerdeführerin bezüglich Analgetikaeinsatz eskalieren, wahrscheinlich würde sie zudem eine psychopharmakologische Behandlung benötigen (S. 2).
4.14
Prof.
Dr.
med. E._
, Facharzt für Radiologie, Universitäts
klinik F._
, nahm am 11. Dezember 2017 Stellung zu den radiologischen Bildern vom 15. November 2016 sowie 24. August 2017 und führte aus, es bestehe eine Anschlusssegmentdegeneration mit Facettengelenkarthrose L3/L4 rechtsbetont sowie eine lufthaltige - zystische Veränderung L3/L4 links (Facetten
gelenks
zyste), allerdings ohne pathologischen Knochenumbau in den Facetten
gelenken. Hinzu komme ein vollständiger ossärer Durchbau L4/L
5.
Auf Höhe L5/S1 bestehe kein relevanter Durchbau, allerdings bestehe kein pathologischer Knochen
umbau in diesem Segment (Urk. 14/8).
4
.
15
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (Urk. 7/65
, Urk. 7/67
) enthalten keine für die Beurteilung der vorliegend strittigen Fragen relevanten Angaben und insbesondere keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin erhält seit März 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 61 % eine Dreiviertelsrente (Urk. 7/59). Ursache dafür sind insbesondere degene
rative Wirbelsäulenbeschwerden (E. 4.1). Beim Vergleich der vorliegenden medi
zinischen Berichte fällt auf, dass sich die Diagnosen betreffend die Wirbelsäule im Verlauf nicht wesentlich verändert haben, auch wenn Dr.
Y._
in ihrem Gutachten vom 2
9.
November 2016 diese anders formulierte als Dr.
Z._
im Jahr 2006
(E. 4.1 und E. 4.6). Dies schliesst jedoch eine Rentenrevision nicht grundsätzlich aus, da jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält
nissen, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, Anlass zur Rentenrevision gibt (vgl.
vor
stehend E. 1.2). Invali
denversicherungsrechtlich erheblich ist einzig, ob und in welchem Mass eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie
–
aus
gewiesen ist
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 21. März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen). Unabhängig von der gestellten Diagnose ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit der Rentenzusprache im Jahr 2006 verbessert hat.
5.2
In ihrem Gutachten vom 29. November 2016 führte Dr.
Y._
bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus, für körperlich leichte Tätigkeiten, welche aus wechselnder Ausgangslage verrichtet werden könnten, betrage die Arbeitsfähigkeit ab sofort 50 % mit einer Steigerung auf 100 % nach Ablauf von drei Monaten, in denen die vorgeschlagenen Therapie
massnahmen in die Tat umgesetzt worden seien. Nach Ablauf von drei Monaten sei auch für die gelernte und zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Coiffeuse ein Arbeits
vermögen von 50 % zu erwarten (E. 4.6). Zwar ist der Beschwerdeführerin dahin
gehend zuzustimmen, dass die Begründung
dieser
Beurteilung im Gutachten eher knapp ausgefallen ist
.
Wie sich aus den folgenden Erwägungen ergibt,
erscheinen
jedoch
die Schlussfolgerungen von Dr.
Y._
i
n der Gesamtschau der vorliegen
den Akten
dennoch
nachvollziehbar und überzeugend.
5.3
Im Rahmen der Begutachtung durch Dr.
Z._
im Jahr 2006
gab die Beschwerdeführerin an,
trotz Morphiumpflaster habe sie am Morgen Schmerzen. Ein Morphiumpflaster reiche für drei Tage. Wenn sie
das
Morphiumpflaster wechsle, schlafe sie in der Nacht nicht gut oder überhaupt nicht, dies alle drei Tage. Sie leide in der Nacht insbesondere an Bewegungsschmerzen, wenn sie sich umdrehen müsse. S
ie könne knapp zwei Stunden gehen beziehungsweise stehen, danach müsse sie abliegen, mehr sei überhaupt nicht drin. Bügeln gehe eine halbe Stunde, aber sie lasse nie
so viel zusammenkommen, da sie das zu sehr anstrenge.
Der Haushalt werde im Wesentlichen von ihrem Freund geführt, er mache die Böden und das Badezimmer. Sämtliche vornübergebeugte Arbeiten seien ihr nicht mehr möglich. Rauf- und runtergehen sei sehr mühsam, sie könne eine Runde durchs Dorf drehen, danach sei
«
die Luft draussen
»
. Einkaufen könne sie nur kleine Sachen, die Grosseinkäufe würden delegiert (Urk. 7/54 S. 6 f.). Ebenso führte die Beschwerdeführerin im Rahmen der Haushaltsabklärung am 4. Juli 2006 aus, sie koche ohne Fremdhilfe, jedoch keine aufwändigen Gerichte. Die meisten Putzarbeiten in der Küche mache sie selber, der Partner helfe dort, wo sie sich über längere Zeit bücken müsse und wo Kraftanstrengung nötig sei (Urk. 7/39 Ziff. 6.2). Bezüglich der Wohnungspflege gab die Beschwerdeführerin an, sie räume auf, wische Staub und reinige das Lavabo und das WC. Der Partner reinige die Badewanne, die Dusche und die Plättli und staubsauge (
Urk. 7/39
Ziff. 6.3).
Sie sortiere und wasche die Kleider ohne Dritthilfe, den Transfer der Kleider erfolge durch Dritte (Urk. 7/39 Ziff. 6.5, Urk. 7/16 Ziff. 6.5).
Anlässlich der Begutachtung durch Dr.
Y._
im Jahr 2016
erklärte die Beschwerdeführerin, sie habe einen Hund, mit welchem sie regelmässig spazieren gehen müsse. Zudem besuche sie momentan einen Englischunterricht. Ansonsten gehe sie keinen weiteren Aktivitäten nach (Urk. 7/87 S. 5 oben). Zum Tagesablauf führte sie aus, sie stehe gegen sechs Uhr auf, in der Regel sei sie ausgeruht. Schmerzfrei sei sie jedoch nie, sie habe immer Schmerzen. Besserung werde bei Bewegung beobachtet, beispielsweise beim Spazierengehen mit dem Hund. Sie mache die Betten, räume auf und erledige die Wäsche. Die Arbeit werde über die Woche verteilt, viele Tätigkeiten würden auch vom Ehemann übernommen (
Urk. 7/87
S. 6 unten).
Am 20. Februar 2017 erfolgte eine aktuelle Haushaltsabklärung. Dabei führte die Beschwerdeführerin aus, sie koche jeweils am Mittag eine grosse Portion, damit die Familienangehörigen am nächsten Tag ein Mittagessen ins Geschäft mit
nehmen könnten. Sie bereit
e
vollwertige Mahlzeiten selbständig zu. Die ober
flächliche Küchenreinigung erledige sie anschliessend selbständig. Bei den gründ
lichen Reinigungsarbeiten in der Küche erhalte sie Unterstützung vom Ehemann.
Unverändert könne sie die gründlichen Küchenreinigungsarbeiten in der Tiefe sowie die Reinigungen, welche viel Kraft benötigten, nicht ausführen (Urk. 7/93 Ziff. 6.2).
Aufräumen und Abstauben wie auch die Reinigung der Lavabos erle
dige sie, Staubsaugen, Boden feucht aufnehmen sowie die Reinigung der Bade
wanne, Dusche und Toiletten übernehme der Ehemann (Urk. 7/93 Ziff. 6.3). Die gesamte Wäsche erledige sie selbständig (Urk. 7/93 Ziff. 6.5).
Was sodann den Medikamentenkonsum betrifft, führte Dr.
Z._
im Jahr 2006 aus, die Beschwerdeführerin funktioniere mit einem transdermalen
Morphiumpflaster einigermassen (E. 4.1). Auch der Hausarzt Dr.
A._
wies in den Jahre 2008 und 2011 auf die Dauerbehandlung mit Opiate
n
hin (E. 4.2-3). Demgegenüber konnte die Beschwerdeführerin gemäss den Ausführungen
von Dr.
A._
die Opiate im Frühling 2014 vollständig absetzen und nimmt
seither
Dafalgan und nichtsteroidale Antirheumatika nach Bedarf ein (
E. 4.13). Dennoch hat die Schlafqualität im Vergleich zum Jahr 2006
stark
zugenommen, fühlt sich die Beschwerdeführerin doch in der Regel am Morgen ausgeruht (Urk. 7/87 S. 6).
5.4
Damit
ist ersichtlich, dass
sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
seit der Rentenzusprache im Jahr 2006 dahingehend verbessert hat, dass einer
seits eine Behandlung mit Opiaten beziehungsweise Morphinpflaster nicht mehr notwendig ist und die Beschwerdeführerin mit rezeptfreien Schmerzmitteln nach Bedarf auskommt. Andererseits ist es der Beschwerdeführerin
nun wieder
mög
lich, den Haushalt mit Ausnahme der körperlich mittelschweren bis schweren Tätigkeiten selbständig zu führen.
Dies schlägt sich auch im Ausmass der festge
stellten Einschränkung
im Haushalt nieder. So wurde diese anlässlich der Abklä
rung vom 4. Juli 2006 auf insgesamt 35 % festgesetzt (Urk. 7/39 Ziff. 8), wohin
gegen im Abklärungsbericht vom 14. März 2017 eine solche von lediglich noch 4 % festgehalten wurde (Urk. 7/93 Ziff. 6.8
).
Unter Berücksichtigung der gesamten medizinischen Akten
ist
insgesamt entge
gen der Ansicht der Beschwerdeführerin davon
auszugehen,
dass es sich bei den Ausführungen von Dr.
Y._
nicht um eine andere Beurteilung desselben medi
zinischen Sachverhaltes handelt, sondern
dass sich die Rückenbeschwerden in ihrer Intensität und in ihren Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Beschwerdeführerin
tatsächlich
verändert haben und es diese geschafft hat, ihren Lebensstil an das Leiden optimal anzupassen. Darauf wies Dr.
A._
denn auch ausdrücklich hin (E. 4.13).
Der medizinische Sachverhalt ist damit gestützt auf das Gutachten von Dr.
Y._
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass der Beschwerdeführerin ab Dezember 2016 eine körperlich leichte Tätigkeit
aus wechselnder Ausgangslage
in einem Pensum von 50 % zumutbar ist.
Nachdem die von Dr.
Y._
empfohlenen Therapien nicht die erhoffte Wirkung gezeigt haben,
ist die zumutbare Arbeitsfähigkeit bei 50 % zu belassen.
5.5
Daran vermag auch das Gutachten von Dr.
Z._
nichts zu ändern. Dieser kritisierte insbesondere die von Dr.
Y._
gestellte Diagnose sowie die Kürze der medizinischen Beurteilung.
Die Verbesserung liegt vorliegend jedoch in der Ver
minderung der Auswirkungen des Rückenleidens auf die Arbeitsfähigkeit. U
nter Einbezug der gesamten Akten
sind
die Schlussfolgerungen von Dr.
Y._
über
zeugend und nachvollziehbar
. Dr.
Z._
äusserte sich weder zu der in der
Haushaltabklärung festge
stellten Verbesserung der bestehenden Einschränkun
gen noch zu der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin seit dem Frühling 2014 lediglich noch rezeptfreie Schmerzmittel nach Bedarf einnimmt.
Vielmehr schloss er von der gestellten Diagnose auf die Restarbeitsfähigkeit, ohne auf das im konkreten Fall noch bestehende Potential einzugehen (E. 4.10).
6.
6.1
.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 1
5.
Juni 2017 und somit vor dem Inkraft
treten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revi
dierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Nachfolgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Recht
sprechung Bezug genommen. Nach Absatz 1 der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017 ist für am 1. Januar 2018 laufende Dreiviertelsrenten, halbe Renten und Viertelsrenten, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkraft
treten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. Eine allfällige Erhöhung der Rente erfolgt auf den
1.
Januar 201
8.
Wurde eine Rente vor dem 1. Januar 2018 wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads einer teilerwerbstätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, verweigert, so wird eine neue Anmeldung geprüft, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrads nach Artikel 27
bis
Absätze 2–4 IVV voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt (Absatz 2 der Übergangsbestimmung).
6.1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Ein
kommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versi
cherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
6.2
Im Folgenden ist zunächst der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im Er
werbs
bereich zu ermitteln.
Bei
der Ermittlung des Invaliditätsgrades
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG
ist dieser
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen.
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin ist ausgebildete Coiffeuse, war jedoch seit dem Jahr 1992 mit Ausnahme eines Arbeitsversuches im Jahre 2006 (vgl. E. 4.1) sowie der unbezahlten Mitarbeit in der Autogarage des ersten Ehemannes nicht mehr erwerbstätig. Das Valideneinkommen ist damit gestützt auf die Tabellenlöhne zu bestimmen.
Das Bundesgericht hat mit
BGE 142 V 178
festgehalten, dass den
LSE
2012
nach Massgabe des bisher Erwogenen für alle Fälle erstmaliger Invalidi
tätsbemessung und auf Neuanmeldung hin nach vorausgegangener rechtskräfti
ger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie im Revisions
verfahren (mit Ent
stehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruches im Jahr
2012
oder später
) Beweiseignung zukommt.
Nachdem davon
auszugehen
ist
, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesund
heit in einem Pensum von 60 % als Coiffeuse arbeiten würde
, ist d
as Validen
ein
kommen gestützt auf den standardisierten Durchschnittslohn in
sämtlichen Wirt
schafts
zweigen des privaten Sektors zu bestimmen und es ist vom mittleren Lohn für Frauen, die praktische Tätigkeiten im Rahmen
«
von sonstigen Dienst
leistungen erbringen
»
, auszugehen. Dieser belief sich im Jahre 2012 auf monat
lich Fr. 3'962.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Ziff. 94-96, Niveau 2), mithin Fr. 47'544.-- im Jahr (Fr. 3'962.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von
42
Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Ziff. 94-96
;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit
und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nomi
nallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt
[1939 = 100], Frauen, Stand 2012: 2630, Stand 2017: 2719;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2017 ein Valideneinkommen von rund Fr. 51'611.-- (Fr. 47'544.-- : 40 x 42 : 2630 x 2719).
Da davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in einem Pensum von 60 % arbeitstätig wäre, resultiert damit ein Valideneinkom
men in der Höhe von rund Fr. 30'967.-- (Fr. 51'611.-- x 0.6).
6.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
Seit mehr als zehn Jahren geht die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, sodass auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die statistischen Löhne gemäss LSE abzustellen ist. Da ihr eine ganze Reihe behinde
rungsangepasster Tätigkeiten offensteht, ist vom mittleren Lohn für Frauen, die Hilfs
arbeiten ausführen, auszugehen. Dieser betrug im Jahr 2012 durchschnittlich Fr. 4'112.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1). Unter Berück
sichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (betriebs
üb
liche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nomi
nallohnerhöhung (vgl. vorstehend E. 6.2) ergibt dies ein Jahreseinkommen in der Höhe von rund Fr. 53'182.-- (Fr. 4'112.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2630 x 2719).
Aufgrund ihres Gesundheitszustandes ist der Beschwerdeführerin eine behinde
rungs
angepasste Tätigkeit noch im Umfang von 50 % zumutbar. Das Invaliden
einkommen beträgt demnach insgesamt rund Fr. 26'591.-- (Fr. 53'182.-- x 0.5).
6.
5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung
der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähig
keit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellen
lohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesge
richts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin über zehn Jahre nicht erwerbs
tätig war, fällt nicht ins Gewicht, nachdem die
lange Abwesenheit vom Arbeits
markt das Kriterium der Dienstjahre
betrifft
, dessen Bedeutung im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist. Mit Blick auf das Kompetenz
niveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) kommt diesem Aspekt keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015
vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.3 unter Hinweis auf 8C_351/2014 vom 14. August 2014 E. 5.2.4.2).
In Würdigung der gesamten Umstände erscheinen damit die bei der Beschwer
de
führerin bestehenden Einschränkungen
(nur körperlich leichte Tätigkeiten
aus wechselnder Ausgangslage
) als bereits in der medizinischen Beurteilung der Arbeits
fähigkeit enthalten und rechtfertigen damit keinen zusätzlichen, leidens
bedingten Abzug.
6.
6
Bei einem Valideneinkommen von Fr.
30’967
.-- (vgl. vorstehend E.
6
.2) sowie einem Invalideneinkommen in der Höhe von rund Fr.
26’591
.-- (vgl. vorstehend E.
6
.3) ergibt sich somit eine Einkommenseinbusse von Fr.
4'376
.--, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von
14.1
% ent
spricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 60 % ergibt dies anteilig einen Invaliditätsgrad von
8.46
% (
14.1
% x 0.6).
7.
7.1
Es ist im Weiteren der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im Haushalt
be
reich zu ermitteln.
7.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch Rz. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen
sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl.
auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflo
sigkeit). Diese Beweiswürdi
gungs
kriterien sind nicht nur für die im Abklärungs
bericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
7.3
Zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltbereich wurde die Beschwer
de
führerin am 20. Februar 2017 zu Hause besucht. Der Haushaltab
klärungs
be
richt vom 14. März 2017 (Urk. 7/93) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. In Übereinstimmung mit der Verwaltungspraxis (Kreisschreiben für Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH,
Stand 1. Januar 2017,
Rz 3095) wurden darin die Haushaltstätigkeiten in sieben Aufgaben einge
teilt und anschliessend nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. In der Folge machte sich die Abklä
rungsperson ein Bild über die örtlichen und räumlichen Wohnverhältnisse der Beschwerdeführerin und klärte für jeden der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinderung ab. Die Berichtstexte sind nachvollziehbar begründet sowie angemessen detailliert und die Aussagen der Beschwerdeführerin wurden dabei erwähnt und berücksichtigt. Der Abklärungsbericht erfüllt demnach die genann
ten Kriterien vollumfänglich, so dass darauf abgestellt werden kann. Zu Recht hat die Beschwerdeführerin denn auch nichts gegen den Bericht vorge
bracht (vgl.
Urk. 1).
7.4
Gemäss dem Abklärungsbericht vom 14. März 2017 kann die Beschwerdeführerin bei der Erledigung der Haushaltsarbeiten auf die Hilfe des Ehemannes sowie der beiden erwachsenen Töchter, welche im gleichen Haushalt leben, zurückgreifen (Urk. 7/93
Ziff. 6.2-6.7), so dass sich im Haushaltsbereich insgesamt eine Ein
schränkung von 4 % ergibt (Urk. 7/93 Ziff. 6.8). Bei einem Anteil des Haus
halts
bereiches von 40 % entspricht dies einem gewichteten Teilinvaliditäts
grad von 1.6 % (4
%
x 0.4).
8.
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich
mittels Addition der Teilinvaliditäts
grade. Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 8.46 % (vgl. vorstehend E. 6.5) und einem solchen von 1.6 %
im Haushaltsbereich (vgl. vorstehend E. 7.4) ein Gesamtinvaliditätsgrad von 10.06 %, was keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr begründet. Die angefochtene Verfügung vom 15. Juni 2017 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9.
9.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
.
9.2
Nach der Rechtsprechung sind unter dem Titel Parteientschädigung auch die Kosten privat eingeholter Gutachten zu vergüten, soweit die Parteiexpertise für die Entscheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c S. 63; RKUV 2000 Nr. U 362 S. 44 E. 3b, U 360/98, Nr. U 395 S. 322 E. 7a, U 160/98; Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 591/06 vom 15. Dezember 2006, E. 5.1) Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich in Art. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, S. 456).
Das von der Beschwerdeführerin eingeholte Gutachten von Dr.
Z._
vom 11. Juli 2017
sowie die weiteren von der Beschwerdeführerin veranlassten medizinischen Berichte (Urk. 14/3-7)
erwei
sen
sich nach dem Gesagten für die Entscheidfindung nicht als unerlässlich, weshalb der Beschwerdeführerin die Kosten dafür nicht zu vergüten sind.