Decision ID: 65816c9e-de70-431d-9570-5b18753d7913
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2012 Berufliche Vorsorge. Berechnungsgrundlagen einer reglementarischen Rente. Frage des Einbezugs einer Freizügigkeitsleistung in die Rentenberechnung, wenn diese wegen Konkurses der Freizügigkeitsstiftung nicht mehr erhältlich gemacht werden kann (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. November 2012, BV 2011/9).Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter SchmidEntscheid vom 8. November 2012in SachenA._,Kläger,vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1,Postfach 112, 9006 St. Gallen,gegenPensionskasse B._,Beklagte,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7, Postfach, 9008 St. Gallen,betreffendInvalidenrenteSachverhalt:
A.
A.a A._ (nachstehend: Versicherter) war von 2001 bis 31. Dezember 2005 bei der
C._ AG angestellt und dadurch bei Pensionskasse B._ (nachstehend:
Pensionskasse) vorsorgeversichert. Das Arbeitsverhältnis verlängerte sich wegen
Krankheit während Kündigungsfrist bis Ende Januar 2006 (IV-act. 7). Im März 2007
meldete sich der Versicherte zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (IV-
act. 1). Nach Durchführung von medizinischen Abklärungen sprach ihm die IV-Stelle St.
Gallen mit Verfügung vom 8. April 2009 ab Januar 2007 eine Dreiviertelsrente auf der
Basis eines IV-Grads von 63% zu. Sie ging von einem Beginn der einjährigen Wartefrist
am 9. Januar 2006 aus (IV-act. 46, 49). Diesen Rentenanspruch bestätigte die IV-Stelle
am 3. August 2011 (IV-act. 63).
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A.b Am 25. September 2009 hatte der Versicherte ein Leistungsgesuch bei der
Pensionskasse gestellt (act. G 6.1/10). Mit Schreiben vom 28. September 2009 teilte
diese dem Versicherten mit, dass er mit Wirkung ab 9. Januar 2008 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente von Fr. 683.-- pro Monat habe. Voraussetzung für die Ausrichtung
dieser Leistungen sei, dass die dem Invaliditätsgrad entsprechenden 75% des per
31. Januar 2006 an die Freizügigkeitsstiftung D._ überwiesenen (aufgezinsten)
Betrags "entsprechend beiliegendem Einzahlungsschein" an sie zurückbezahlt werde.
Sobald sie die Rückzahlung erhalten habe, werde sie die Rentenleistungen ausrichten
(act. G 6.1/11-13; act. G 1.1/12, G 1.1/17 Beilage). Ein Gesuch des Versicherten vom
13. Oktober 2009 zur Rückzahlung einbezahlten Geldes an die Pensionskasse (act. G
1.1/13) beantwortete die Freizügigkeitsstiftung D._ am 27. Oktober 2009 mit dem
Hinweis, dass aufgrund einer superprovisorischen Verfügung der Eidgenössischen
Finanzmarktaufsicht derzeit keinerlei Auszahlungen vorgenommen werden könnten
(act. G 1.1/14). Auf ein Schreiben der Rechtsvertreterin des Versicherten,
Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, St. Gallen, vom 12. Juli 2010 (act. G 1.1/16)
teilte die Pensionskasse am 13. Juli 2010 mit, sie sei nicht bereit, die der
Freizügigkeitsstiftung D._ im Januar 2006 überwiesene Freizügigkeitsleistung bei der
Berechnung der Invalidenleistungen mit einzubeziehen, bevor dieses Guthaben an sie
zurückgeführt sei (act. G 1.1/17). Auf ein weiteres Schreiben der Rechtsvertreterin vom
26. Juli 2010 liess die Pensionskasse durch Rechtsanwalt lic. iur. P. Rösler, St. Gallen,
am 17. August 2010 unter anderem mitteilen, dass sie vor Rückführung der
Freizügigkeitsleistung lediglich einen monatlichen Rentenbetrag von Fr. 288.--
anerkenne (act. G 1.1/18, 19). Mit Schreiben vom 29. September und 27. Oktober 2010
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte (act. G 1.1/22 und 23).
B.
B.a Mit Eingabe vom 3. August 2011 erhob Rechtsanwältin Rempfler für den
Versicherten Klage gegen die Pensionskasse mit dem Rechtsbegehren, die Beklagte
sei zu verpflichten, dem Kläger ab dem 1. Januar 2007 eine ungekürzte Invalidenrente
auszubezahlen. Zur Begründung legte die Rechtsvertreterin unter anderem dar, die
Beklagte habe gewusst, dass der Kläger vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus
gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz überfordert gewesen
sei. Das Arbeitsverhältnis sei wegen des schlechten Gesundheitszustands in
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gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. Die ehemalige Arbeitgeberin habe
spätestens im März 2007 Kenntnis von der IV-Anmeldung des Klägers erhalten. Sie
und die Beklagte hätten spätestens seit Anfang April 2009 ernsthaft damit rechnen
müssen, dass der Kläger eine IV-Rente zugesprochen erhalten würde. Die Beklagte
habe aber sorgfaltswidrig gar nichts unternommen. Sie habe die klägerische
Freizügigkeitsleistung Ende Januar 2006 trotz vollständiger Arbeitsunfähigkeit des
Klägers an die Freizügigkeitsstiftung D._ überweisen lassen. Diese unterstehe weder
dem Sicherheitsfonds BVG noch geniesse sie den Einlegerschutz. Das
Freizügigkeitsgesetz bestimme die Verantwortlichkeiten für die Abwicklung der
Rückerstattung der Freizügigkeitsleistung an die leistungspflichtige
Vorsorgeeinrichtung nicht näher. Das Reglement der Beklagten sehe jedoch
ausdrücklich vor, dass die Beklagte die Austrittsleistung zurückzufordern habe - und
nicht der Kläger. Nachdem die Beklagte spätestens Anfang Mai 2009 mit der
Ausrichtung einer PK-Invalidenrente habe rechnen müssen, die Austrittsleistung jedoch
nicht innert nützlicher Frist bei der Freizügigkeitsstiftung D._ zurückgefordert habe,
habe sie gegen das eigene Reglement verstossen und dem Kläger einen Schaden
zugefügt. Denn es müsse davon ausgegangen werden, dass die Beklagte bei
vertragsgemässem Verhalten die Austrittsleistung von der Freizügigkeitsstiftung D._
noch zurückerhalten hätte. Bestritten werde schliesslich, dass der Kläger erst nach
Erschöpfung der Krankentaggelder per 9. Januar 2008 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente der Beklagten habe. Der Anspruch bestehe bereits ab 1. Januar 2007
gemäss rechtskräftiger IV-Verfügung.
B.b In der Klageantwort vom 9. September 2011 beantragte Rechtsanwalt Rösler für
die Beklagte Abweisung der Klage, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung
führte er unter anderem aus, der Kläger sei fast ein Jahr vor dem Eintritt des
Leistungsfalls bei der Beklagten ausgetreten und habe damit einen klagbaren Anspruch
auf Übertragung seiner Austrittsleistung erhalten. Die Übertragung der
Freizügigkeitsleistung auf die vom Kläger bezeichnete Freizügigkeitsstiftung erweise
sich damit als korrekt. Die Wiedereinbringung oder Rückerstattung der Austrittsleistung
sei keine Pflicht des Versicherten, sondern eine blosse Obliegenheit. In diesem Sinne
benötige eine Beitragsprimatskasse wie die Beklagte die Rückerstattung früherer
Altersguthaben nicht, denn sie berechne die Rente einzig von dem Guthaben, das ihr
bei der Berentung zur Verfügung stehe. Es sei nicht Sache der leistungspflichtigen
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Vorsorgeeinrichtung, die bereits ausgerichtete Austrittsleistung zurückzufordern. Nach
der reglementarischen Regelung komme der Beklagten ein Wahlrecht zu: Sie könne die
Austrittsleistung zurückfordern oder diese mit den fälligen Leistungen verrechnen. Mit
der Überweisung der Austrittsleistung an die Freizügigkeitsstiftung D._ habe die
Beklagte befreiend auf Rechnung des Klägers geleistet. Zum Zahlungsempfänger habe
die Beklagte keine vertragliche Bindung. Die Rückforderung könne daher einzig
gegenüber dem Kläger geltend gemacht werden. Dieser wiederum könne - wenn er
möge - dafür sorgen, dass die aufgezinste Austrittsleistung wieder der früheren
Vorsorgeeinrichtung zukomme. Die Beklagte habe sich korrekt an den Kläger gewandt
und ihn ersucht, ihr die aufgezinste Austrittsleistung wieder zukommen zu lassen (act.
G 6.1/11). Es sei in der alleinigen Verantwortung des Klägers gelegen, den Bestand
seiner Freizügigkeitsleistung durch die geeignete Wahl einer Freizügigkeitseinrichtung
zu sichern. Hinsichtlich des Beginns der Rentenzahlungen (Leistungsaufschub) sei
festzuhalten, dass der Kläger mit seinen Prämien (Einzelversicherung) nicht die bereits
laufenden Leistungen (der Kollektivversicherung) finanziert, sondern ausschliesslich
einen künftigen Leistungsfall. Sodann sei darauf hinzuweisen, dass die Beklagte bei
einem früheren Beginn der Rentenzahlung die Rentenbetreffnisse ohnehin nicht dem
Kläger ausrichten dürfte, sondern diese (gleich wie die IV-Rente) der
bevorschussenden Krankentaggeldversicherung bezahlen müsste. Der Kläger habe gar
kein eigenes berechtigtes Interesse an der Ausrichtung der Invalidenrente von Januar
2007 bis 8. Januar 2008; er habe diese Ansprüche der Krankentaggeldversicherung
abgetreten. Auf das Begehren betreffend Leistungsbeginn ab Januar 2007 sei daher
nicht einzutreten.
B.c Mit Replik vom 10. Oktober 2011 bestätigte die Rechtsvertreterin des Klägers ihre
Anträge und Ausführungen (act. G 12). In der Duplik vom 3. Januar 2012 hielt der
Rechtsvertreter der Beklagten an seinem Standpunkt fest (act. G 18).
B.d Das Versicherungsgericht zog für das vorliegende Verfahren die Akten der
Invalidenversicherung betreffend den Kläger bei. Die Parteien verzichteten auf eine
Stellungnahme (act. G 20, 21). Eine ergänzende Anfrage des Gerichts vom 25. Mai
2012 betreffend Krankentaggeldversicherung (act. G 22) beantwortete der
Rechtsvertreter der Beklagten mit Eingabe vom 27. Juni 2012, welcher er weitere
Unterlagen betreffend die Kollektiv-Krankentaggeldversicherung beilegte (act. G 25 mit
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act. G 25.1/16f). Hierzu äusserte sich die Rechtsvertreterin des Klägers mit Eingabe
vom 21. Juli 2012 (act. G 29).

Erwägungen:
1.
Vorliegend anerkennt die Beklagte ihre Pflicht zur Erbringung einer auf dem von der IV
festgestellten IV-Grad von 63% basierenden Rente mit Wirkung ab 9. Januar 2008 (act.
G 6.1). Streitig sind die Rentenhöhe und der Rentenbeginn. Anwendbar ist dabei das
Vorsorgereglement 2003 der Beklagten mit dem Nachtrag 2 (letzterer in Kraft seit
1. Januar 2006, act. G 1.1/20f). Nach Art. 19 des Vorsorgereglements 2003 gilt eine
versicherte Person als erwerbsunfähig, wenn sie von der Invalidenversicherung als
invalid erklärt worden ist. Der Anspruch auf Invaliditätsleistungen richtet sich nach dem
Entscheid der IV (Ziff. 2 und 3). Besteht eine Erwerbsunfähigkeit zwischen einem Viertel
und zwei Dritteln, so wird eine dem Grad dieser Invalidität entsprechende Teilleistung
ausgerichtet (Ziff. 6). Mit Nachtrag 2 zum Vorsorgereglement 2003 wurde Art. 19
dahingehend präzisiert, dass bei einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 60%
und weniger als 70% eine anteilmässige Invalidenrente von 75% geschuldet ist (act. G
1.1/21). Die Höhe der Invalidenrente wird mittels versicherungstechnischem
Rentenumwandlungssatz aufgrund des für den Versicherten im Zeitpunkt seines
Rentenanspruchs vorhandenen Altersguthabens und den zukünftigen Altersgutschriften
(ohne Zinsen) für die bis zum Pensionsalter fehlenden Jahre bestimmt (vgl. Art. 20 Ziff.
1 Vorsorgereglement 2003). Die Beklagte legte den Rentenanspruch des Klägers ab
Januar 2008 gestützt auf die vorerwähnten reglementarischen Bestimmungen fest. Sie
macht jedoch die Ausrichtung des (ungekürzten) Rentenbetrages von Fr. 683.-- pro
Monat von der Rückführung des an die Fina Freizügigkeitseinrichtung einbezahlten
Freizügigkeitsbetrags an sie (die Beklagte) abhängig und anerkennt vor dieser
Rückführung lediglich einen monatlichen Rentenbetrag von Fr. 288.-- (vgl. act. G 1.1/12
und 19 S. 2 und 3). Der Kläger ist demgegenüber der Auffassung, dass die Beklagte in
jedem Fall die Invaliditätsleistung "ungekürzt", d.h. auf der Basis des Altersguthabens
nach Rückführung der Freizügigkeitsleistung, zu erbringen habe.
2.
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2.1 Im Versicherungsausweis per Ende Mai 2005 bescheinigte die Beklagte dem
Kläger am 3. Juni 2005 ein (reglementarisches) Freizügigkeitsguthaben von Fr.
86'620.85 (act. G 6.1/6, 6.1/14). Die C._ AG kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem
Kläger am 26. Oktober 2005 auf Ende Dezember 2005 (IV-act. 7-4/16). Wegen
Krankheit im November/Dezember 2005 und Januar 2006 verlängerte sich das
Arbeitsverhältnis bis Ende Januar 2006 (IV-act. 7-2/16; act. G 6.1/2). In seiner
Stellungnahme zuhanden der Arbeitslosenversicherung vom 21. Dezember 2005
äusserte sich der Kläger zum Kündigungsgrund dahingehend, dass es ihm nicht mehr
möglich gewesen sei, die geforderte Arbeitsleistung zu erbringen und er an seinem
Arbeitsplatz generell überfordert gewesen sei. Eine interne Versetzung an einen
anderen Arbeitsplatz sei nicht möglich gewesen (IV-act. 7-6/16). Nachdem der Kläger
zuvor am 24. November 2005 eine Anschlussvereinbarung mit der
Freizügigkeitsstiftung D._ unterzeichnet und diese am 29. November 2005 die
Eröffnung eines Freizügigkeitskontos bestätigt hatte, wies der Kläger die Beklagte mit
Schreiben vom 12. Dezember 2005 an, seine Freizügigkeitsleistung der
Freizügigkeitsstiftung D._ zu überweisen und ersuchte um rasche Erledigung (act. G
6.1/3-5). Die Beklagte nahm die Überweisung im Betrag von Fr. 93'120.10
(Austrittsabrechnung) per Ende Januar 2006 vor (act. G 6.1/8 und 9; act. G 1.1/5). Die
Freizügigkeitsstiftung D._ bestätigte am 14. Februar 2006 den Eingang der Zahlung
(act. G 1.1/6).
2.2 Vom 9. Januar bis 4. Februar 2006 hatte sich der Kläger stationär in der Klinik
Gais aufgehalten, welche im Bericht vom 13. März 2006 unter anderem eine
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt, ein synkopales Ereignis am
17. August 2003 und ein normofrequentes Vorhofflimmern mit Kollapsneigung am 30.
Januar 2006 sowie eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigte (IV-act. 8-12/22). Im Bericht
vom 26. März 2007 bestätigte Dr. med. E._, Arzt für Allg. Medizin FMH, eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit 9. Januar 2006 bis auf weiteres (IV-act. 8-1/22). Der Kläger
erhielt dementsprechend seit dem 9. Januar 2006 Krankentaggeldleistungen; diese
wurden bis 8. Januar 2008 ausgerichtet (IV-act. 9; act. G 6.1/15). Der Psychiater Dr.
med. F._ bescheinigte am 11. April und 18. Juni 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit
seit 9. Januar 2006 sowohl in der angestammten als auch in einer anderen Tätigkeit.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Arzt eine
rezidivierende depressive Störung, eine generalisierte Angststörung und eine
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somatoforme autonome Funktionsstörung (IV-act. 13-5/6f, 18-1/6f). Eine Begutachtung
in der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, ergab gemäss Bericht vom
6. Mai 2008 die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom und chronisch-rezidivierende Zervikal-
und Lumbalsyndrome. Die Gutachter schätzten den Kläger für eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit ohne erhöhten Zeit- oder Leistungsdruck,
Publikumsverkehr, Verantwortungsdruck und ohne Wechsel- oder Nachtschicht zu
50% arbeitsfähig ein (IV-act. 29). Diese Arbeitsfähigkeit legte die IV ihrem
Rentenentscheid (Dreiviertelsrente ab Januar 2007 auf der Basis eines IV-Grads von
63%; IV-act. 46, 49) zugrunde.
2.3 Gemäss Verfügung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA vom
3. Dezember 2009 wurde über die Freizügigkeitsstiftung D._ der Konkurs eröffnet.
Zuvor hatte FINMA mit superprovisorischer Verfügung vom 14. Juli 2009 zwei
Untersuchungsbeauftragte eingesetzt mit der Ermächtigung, für die
Freizügigkeitsstiftung zu handeln (act. G 1.1/8). Die Stiftung unterstand weder dem
Sicherheitsfonds BVG noch dem Einlegerschutz (vgl. act. G 1.1/9). Gegen die
ehemaligen Stiftungsräte wurde Strafklage erhoben (act. G 1.1/10). In einem
Gläubigerzirkular der Konkursliquidatoren betreffend die Freizügigkeitsstiftung D._ in
Konkursliquidation vom 11. Februar 2011 wurde unter anderem festgehalten, dass im
schlechtesten Fall mit einer Dividende von ca. 25-30% der Gläubigerforderungen zu
rechnen sei (act. G 1.1/11).
3.
3.1 Wird das Arbeitsverhältnis aus anderen Gründen als durch Pensionierung, Tod
oder Erwerbsunfähigkeit beendet und ist der Versicherte bereits für das Alter versichert
oder hat er eine Freizügigkeitsleistung aus früherer Vorsorge eingebracht, so hat er
Anspruch auf eine Austrittsleistung (Art. 28 Ziff. 1 Vorsorgereglement 2003; vgl. auch
Art. 2 Abs. 1 Freizügigkeitsgesetz [SR 831.42]). Wird die Kasse (Beklagte) nach
Auszahlung der Austrittsleistung leistungspflichtig (Todesfall-, Invaliditätsleistungen),
fordert sie die Austrittsleistung zurück oder verrechnet sie mit den fällig werdenden
Leistungen (Art. 28 Ziff. 4 Vorsorgereglement 2003). Durch das Reglement nicht
ausdrücklich geregelte Fälle werden vom Stiftungsrat durch sinngemässe Anwendung
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und unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften erledigt (Art. 33 Vorsorgereglement
2003). Art. 3 Abs. 2 FZG sieht die Rückerstattung der Austrittsleistung im Fall der
Leistungspflicht der früheren Vorsorgeeinrichtung in dem Umfang vor, als dies zur
Auszahlung der Invalidenleistungen nötig ist. Nach Art. 3 Abs. 3 FZG können die
Invalidenleistungen der früheren Vorsorgeeinrichtung gekürzt werden, soweit eine
Rückerstattung unterbleibt.
3.2 Im Zeitpunkt, in welchem die Beklagte die Überweisung im Betrag von
Fr. 93'120.10 an die vom Kläger ausgewählte Fina Freizügigkeitseinrichtung (vgl. dazu
Art. 28 Ziff. 5 Vorsorgereglement 2003) vornahm (Ende Januar 2006; act. G 6.1/8 und
9; act. G 1.1/5), standen Invalidenrentenansprüche des Klägers bzw. der Eintritt der
Invalidität/ Erwerbsunfähigkeit noch nicht zur Diskussion. Ende 2005 hatte er sich bei
der Arbeitslosenversicherung gemeldet (IV-act. 7-5/16f) und die Beklagte um "rasche
Erledigung" der Überweisung seines Freizügigkeitsguthabens an die
Freizügigkeitsstiftung D._ ersucht (act. G 6.1/3). Die IV-Anmeldung ist in der Folge
erst im März 2007 erfolgt (IV-act. 1), nachdem der Kläger vom
Krankentaggeldversicherer dazu aufgefordert worden war (act. G 1.1/7). Eine
Arbeitsunfähigkeit wurde zwar bereits ab Januar 2006 (IV-act. 29-16/17) bescheinigt
und damit im Zeitpunkt des Austritts bei der Beklagten und Übertragung des
Freizügigkeitsguthabens (vgl. dazu auch BGE 135 V 13 E. 3.4). Nach der
Rechtsprechung tritt der Vorsorgefall Invalidität (Erwerbsunfähigkeit) jedoch nicht
schon bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität führt, ein,
sondern erst bei Beginn des Anspruchs auf eine Invalidenleistung (BGE 134 V 28 E.
3.4). Die rechtlichen Voraussetzungen (Art. 28 Ziff. 1 Vorsorgereglement 2003; Art. 2
Abs. 1 FZG) für eine Übertragung des Freizügigkeitsguthaben an die
Freizügigkeitsstiftung D._ waren damit im Januar 2006 erfüllt. Hieran vermag der
Umstand nichts zu ändern, dass sich die ab 9. Januar 2006 bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit im Nachhinein (insbesondere gestützt auf ein Gutachten vom Mai
2008; IV-act. 29) als dauerhaft herausstellte und zur Berentung führte.
3.3 Die Sozialversicherungsanstalt / IV-Stelle des Kantons St. Gallen (SVA) stellte die
Beschluss-Mitteilung vom 16. Februar 2009 betreffend Rentenanspruch des Klägers ab
Januar 2007 auch der Beklagten zu (act. G 1.1/4). Eine Verpflichtung der Beklagten, die
an die Freizügigkeitsstiftung D._ überwiesene Freizügigkeitsleistung des Klägers
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ohne weiteres - d.h. ohne entsprechendes Leistungsbegehren des Klägers - und
unverzüglich zurückzufordern, löste die Zustellung der Beschluss-Mitteilung jedoch
nicht aus. Dies war auch in Bezug auf die im Mai 2009 in Rechtskraft erwachsene
Rentenverfügung vom 8. April 2009 nicht der Fall. Art. 28 Ziff. 4 Vorsorgereglement
2003 sieht lediglich vor, dass die Beklagte im Fall einer späteren Leistungspflicht die
Austrittsleistung zurückzufordern hat. Zum Zeitpunkt, in welchem dies (spätestens) zu
geschehen hat, äussert sich diese Bestimmung jedoch nicht. Im Reglement ebenfalls
nicht geregelt ist, bei wem - d.h. beim Kläger selbst oder bei der Freizügigkeitsstiftung
- die Beklagte die Freizügigkeitsleistung zurückzufordern hat. Als alternatives
(wahlweises) Vorgehen für die Beklagte sieht Art. 28 Ziff. 4 Vorsorgereglement 2003
vor, den ausstehenden Rückerstattungsbetrag bzw. die nicht wieder eingebrachte
Freizügigkeitsleistung mit den fällig werdenden (künftigen) Leistungen zu verrechnen.
Aus den alternativ ("oder") nebeneinander stehenden Vorgehensweisen erhellt, dass
die Beklagte nicht verpflichtet ist, die Austrittsleistung von der Freizügigkeitseinrichtung
zurückzufordern; sie hat auch die Möglichkeit der verrechnungsweisen Einforderung
beim Kläger selbst. Die Lehre schliesst im Übrigen aus Art. 3 Abs. 3 FZG, der
vorliegend in Verbindung mit Art. 33 des Vorsorgereglements zu beachten ist, dass die
frühere Vorsorgeeinrichtung die Rückerstattung nicht erzwingen kann und auch nicht
erzwingen muss. Stattdessen stehe ihr die Sanktion der Leistungskürzung zur
Verfügung, wenn keine Rückerstattung erfolge (Hermann Walser, in: Schneider/Geiser/
Gächter Hrsg., BVG und FZG, Bern 2010, N. 7f zu Art. 3 FZG).
Somit steht fest, dass mit Blick auf den Wortlaut von Art. 28 Ziff. 4 Vorsorgereglement
2003 die Veranlassung der Rückführung der Freizügigkeitsleistung des Klägers
grundsätzlich im Aufgabenbereich der Beklagten lag. Die eigentliche Verpflichtung zur
Rückerstattung des als Freizügigkeitsleistung ausgerichteten Altersguthabens kommt
hingegen dem Kläger selbst - gegebenenfalls im Rahmen der Leistungsverrechnung -
sowie der Folgeeinrichtung (hier: Freizügigkeitsstiftung) zu (vgl. SZS 1994, 469 E. 5b;
BGE 135 V 13 E. 3.6.3). Die Beklagte hat denn auch (mangels entsprechender
vertraglicher Beziehung) kein direktes Forderungsrecht gegenüber der
Freizügigkeitseinrichtung. Im Zeitpunkt des Leistungsgesuchs des Klägers (25.
September 2009; act. G 6.1/10) hatte die Beklagte überdies unbestrittenermassen
keine sichere Kenntnis darüber, ob das Freizügigkeitsguthaben sich überhaupt noch
bei der Freizügigkeitsstiftung D._ befand (vgl. act. G 6 S. 5 unten), weshalb sie den
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Kläger (mit Zustellung eines Einzahlungsscheins) anwies, die Rückerstattung in die
Wege zu leiten (act. G 6.1/11). Der Umstand, dass die Beklagte mit der Rückforderung
der Freizügigkeitsleistung bzw. mit der entsprechenden Anweisung des Klägers bis zu
dessen Leistungsgesuch am 25. September 2009 (act. G 6.1/10) zuwartete, stellt - bei
fehlender zeitlicher Festlegung der Durchführung dieser Transaktion im Reglement -
keine Missachtung von Art. 28 Ziff. 4 Vorsorgereglement 2003 dar und kann ihr somit
nicht als Pflichtwidrigkeit/Unsorgfalt (vgl. act. G 1 S. 7 und 13; act. G 1.1/22 S. 3)
angerechnet werden. Mit Blick auf den zwischen der Rechtskraft der IV-Verfügung (Mai
2009) und dem Schreiben vom 28. September 2009 liegenden Zeitraum von vier
Monaten kann der Beklagten auch nicht vorgeworfen werden, sie habe die
Rückerstattung nicht innert nützlicher Frist in die Wege geleitet (Standpunkt des
Klägers in act. G 1 S. 13). Wenn der Kläger festhalten liess, dass trotz
superprovisorischer Verfügung der FINMA vom 14. Juli 2009 die Freizügigkeitsleistung
auf entsprechendes Begehren der Beklagten zurückerstattet worden wäre (act. G 12
Ziff. 7.5), so ist festzuhalten, dass die Freizügigkeitsstiftung D._ dem Kläger als
Antwort auf sein Schreiben vom 13. Oktober 2009 am 27. Oktober 2009 - und damit
rund zwei Monate vor der Konkurseröffnung - die durch die FINMA-Verfügung bedingte
Unmöglichkeit von Auszahlungen bestätigte (act. G 1.1/13, 14). Es ist daher davon
auszugehen, dass nach Erlass der FINMA-Verfügung vom 14. Juli 2009 keine
Zahlungen - auch solche, die durch den Vorsorgezweck gedeckt gewesen wären -
mehr geleistet wurden.
3.4 Entscheidend erscheint in diesem Zusammenhang, dass es allein Sache des
Klägers war, für die Sicherheit der Anlage seines Freizügigkeitsguthabens zu sorgen
und nötigenfalls das Guthaben rechtzeitig auf eine andere (solvente)
Freizügigkeitseinrichtung zu übertragen. Der Beklagten kann diesbezüglich umso
weniger ein Vorwurf gemacht werden, als sie nicht voraussehen konnte, dass die Fina
Freizügigkeitseinrichtung einige Monate nach Zustellung der erwähnten Beschluss-
Mitteilung bzw. der Rentenverfügung in Konkurs geraten würde. Ihr Verhalten war
insofern nicht adäquat-kausal für die Unmöglichkeit der Rückerstattung, als sie nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der Erfahrung des Lebens nicht mit einem
zwischenzeitlichen Konkurs der Freizügigkeitseinrichtung rechnen musste. Für den Fall
einer allfällig verzögerten Gesuchsbearbeitung bzw. Leistungsausrichtung durch eine
Vorsorgeeinrichtung ist im Übrigen die Verzinsung des Leistungsausstands vorgesehen
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(BGE Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur beruflichen
Vorsorge, 1996, S. 27). Für die Insolvenz einer von ihr unabhängigen
Freizügigkeitsstiftung hat die Beklagte nicht einzustehen. Ihr Vorgehen lässt sich vor
dem geschilderten Hintergrund nicht beanstanden.
4.
4.1 Der Stiftungsrat kann den Anspruch auf Invaliditätsleistungen solange
aufschieben, als die versicherte Person von einer Krankenversicherung, die vom
Arbeitgeber mindestens zur Hälfte mitfinanziert wurde, Taggelder von mindestens 80
Prozent des Lohnes ausbezahlt erhält (Art. 19 Ziff. 5 Vorsorgereglement 2003). Der
Kläger ist der Auffassung, dass vorliegend Art. 19 Ziff. 5 des Vorsorgereglements nicht
erfüllt sei, da er weder Lohn von der Arbeitgeberin noch Krankentaggelder bezogen
habe, die von ihr mindestens zur Hälfte mitfinanziert worden seien. Er habe ab 9.
Januar 2006 Taggelder aus der Einzeltaggeldversicherung nach VVG der Helsana
bezogen; dies ohne hälftige Mitfinanzierung der Arbeitgeberin (act. G 1 S. 14).
4.2 Gestützt auf den allgemeinverbindlich erklärten Art. 24 des Gesamtarbeitsvertrags
für das Schreinergewerbe 2005/2008 (act. G 18.1/16) bestand bei der ehemaligen
Arbeitgeberin für den Kläger eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung bei der
Helsana Versicherungen AG (vgl. IV-act. 7-3/16 Ziff. 22), welche ab Eintritt einer
Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von 730 Tagen Krankentaggelder von 80% des
entgangenen Lohns ausrichtet. Die Prämien machten 4.18% der gesamten
versicherten Lohnsumme aus; hiervon wurden den Arbeitnehmern 1.5% belastet
(Versicherungsvertrag Nr. 7155913 der Helsana Versicherungen AG mit der C._ AG
mit Allgemeinen Versicherungsbedingungen 2004; act. G 18.1/17; IV-act. 7-8/16ff: Fr.
74.75 Arbeitnehmerbeitrag für die Taggeldversicherung Januar 2005 bei einem AHV-
Lohn von Fr. 5'135.75).
Gemäss Art. 11.5 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für die Helsana
Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG (act. G 25.1/17) werden die
unter dieser Versicherung erbrachten Leistungen in unveränderter Höhe fortgesetzt,
wenn die versicherte Person bereits im Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsvertrags
arbeitsunfähig ist. Der Kläger war im Kündigungszeitpunkt (26. Oktober 2005; IV-act.
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7-4/16) nach Lage der Akten jedoch nicht arbeitsunfähig (vgl. act. G 6.1/2 S. 2). Im
Kündigungsschreiben machte ihn die Arbeitgeberin darauf aufmerksam, dass er die
bisherige Krankentaggeldversicherung bei der Helsana bei Bedarf weiterführen könne
(IV-act. 7-4/16). Das Arbeitsverhältnis verlängerte sich in der Folge wegen Krankheit
während der Kündigungsfrist, d.h. vom 7. bis 14. November 2005 (act. G 6.1/2) bzw. im
Dezember 2005 (IV-act. 7-2/16 Ziff. 20), bis Ende Januar 2006. Der Kläger hatte vom 9.
Januar 2006 bis und mit 8. Januar 2008 Krankentaggeldleistungen aus seiner
Einzeltaggeldversicherung Salaria (Nr. 60136987) erhalten (IV-act. 9; act. G 1.1/24) und
nicht aus dem Kollektivvertrag (Helsana Business Salary Nr. 7155913/001; act. G
18.1/17). Bei diesem Sachverhalt waren die Voraussetzungen für einen
Leistungsaufschub im Sinn von Art. 19 Ziff. 5 des Vorsorgereglements 2003 nicht
erfüllt. Der Kläger hat ab Januar 2007, d.h. gleichzeitig mit dem Beginn der IV-Rente
(vgl. Art. 19 Ziff. 2 und 3 Vorsorgereglement 2003), Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
der Beklagten (vgl. act. G 6.1/13).
Nach Art. 10.2 Abs. 1 der zusätzlichen Versicherungsbedingungen (ZVB) Salaria-
Taggeldversicherung besteht Anspruch auf Taggeldleistungen nur in dem Mass, als der
versicherten Person kein Versicherungsgewinn erwächst. Die
Überentschädigungsgrenze liegt bei der Höhe des Erwerbsausfalls der versicherten
Person (vgl. Art. 10 Abs. 1 ZVB). Die Taggeldleistungen werden im Nachgang zu den
Leistungen von Sozialversicherungen und Versicherungen gemäss BVG erbracht (Art.
10.3 ZVB). Die Tatsache, dass die Krankentaggeldversicherung Taggelder in Höhe der
Überentschädigungsgrenze ausrichtete und sie gegebenenfalls Anspruch auf die
Vorsorgeleistungen der Beklagten für die Zeit ab 9. Januar 2006 hat, vermag nichts am
schutzwürdigen Interesse des Klägers betreffend Festlegung des Leistungsbeginns zu
ändern. Dies umso weniger, als der Krankentaggeldversicherer kein direktes
Rückforderungsrecht gegenüber der Beklagten als Vorsorgeversicherung, sondern nur
gegenüber der eidgenössischen Invalidenversicherung hat (vgl. Ziff. 10.4 ZVB; vgl.
auch Art. 22.2 AVB [act. G 25.1]). Eine ausdrückliche Abtretung von
Vorsorgeansprüchen gegenüber dem Krankentaggeldversicherer reichte die Beklagte
auch in der ergänzenden Eingabe vom 27. Juni 2012 (vgl. act. G 22 und 25) nicht ein.
Der Krankentaggeldversicherer hat gestützt auf Art. 10.3 ZVB allenfalls die Möglichkeit,
eine Rückforderung beim Kläger selbst geltend zu machen; dies bildet jedoch nicht
Thema dieses Verfahrens.
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5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage insofern teilweise
gutzuheissen, als die Beklagte verpflichtet wird, dem Kläger die Invalidenrente von
monatlich Fr. 288.-- (act. G 1.1/17, 19) ab Januar 2007 auszurichten. Im Übrigen ist die
Klage abzuweisen.
5.2 Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die Rechtsprechung die Pflicht zur
Entrichtung von Verzugszinsen bei einer verspäteten Überweisung von
Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter Auszahlung eines Alterskapitals oder bei
Invalidenrenten (Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
beruflichen Vorsorge, 1996, S. 27). Enthalten die Statuten keine Bestimmung über die
Höhe des Verzugszinses, beträgt dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der
Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V 133 Erw. 4 = Pra 83 (1994)
Nr. 67), wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst
vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen
zu bezahlen hat. Im vorliegenden Fall hat der Kläger am 3. August 2011 die Klage
eingeleitet; somit schuldet ihm die Beklagte ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5%
auf den ausstehenden Leistungen.
5.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Der Kläger hat bei
diesem Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber der
Beklagten. Es rechtfertigt sich, diese - ausgehend von einer mittleren Entschädigung
bei vollem Obsiegen von Fr. 4'000.-- - auf Fr. 2'000.-- festzulegen (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP