Decision ID: 452a1c88-04f1-48f5-aed7-54507227cf2a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1967,
hat 1985 eine Anlehre zum Verkäufer abge
brochen und war hiernach im Informatikbereich bei verschi
edenen Unterneh
men - zuletzt vom
1.
Oktober 2010 bis 3
1.
Juli 2011 bei der
Y._
AG - angestellt (
Urk.
8/5/3;
Urk.
8/7/1 ff.).
Er wurde am 1
5.
Juli 2011 von seiner Arbeitgeberin zwecks Früherfassung bei der Invaliden
versicherung angemeldet (
Urk.
8/2 f.). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle
,
schloss diese
am 2
5.
Juli 2011
mangels notwendiger Intervention
ab (
Urk.
8/6).
Unter Hinweis auf eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und ein Erschöpfungssyndrom respektive Burnout (ICD-10 Z73.0) meldete sich der Versicherte
in der Folge
am 2
3.
Mai 2012 zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/9).
Die
IV-Stelle zog
hierauf nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
8/14
,
17
und 99
)
diverse Arztberichte (
Urk.
8/18,
8/
55,
8/
101,
8/
104 und
8/
110) bei. Sie erteilte ausserdem
ab Januar 2013
mehrfach Kostengutsprache für ein Belastbarkeits- und Aufbautraining bei der
Z._
GmbH
, Zürich
(
heute
Z._
AG;
Urk.
8/29,
8/
46,
8/
62,
8/
68 und
8/
84)
, wobei zusätzlich für die Dauer dieser Eingliede
rungsmassnahmen der Anspruch des Versicherten auf ein Taggeld der Invali
denversicherung bejaht wurde (
Urk.
8/38,
8/
52,
8/
67,
8/
81 und
8/
87).
Mit Schreiben vom 2
0.
August 2014 teilte die IV-Stelle mit, dass die
beruflichen Massnahmen infolge des verschlechterten Gesundheitszustandes
des Versicher
ten
abgebrochen würden (
Urk.
8/91).
Sodann gab sie bei Prof.
Dr.
med. habil.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psy
chiatrisches Gutachten in Auftrag (
Expertise
vom
8.
Mai 2015;
Urk.
8/123).
Mit Vorbescheid vom 3
0.
Juli 2015 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/125), wogegen
jener
am 1
7.
August 2015
vertreten
durch die Sozialen Dienste
,
Einwand erhob (
Urk.
8/126
). Nach Eingang
weiterer Ergänzungen
zum Einwand
(
Urk.
8/131,
8/
136 und
8/
139) verfügte die IV-Stelle indes am 3
0.
November
2015
im ange
kündigten Sinne (
Urk.
8/142 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1
5.
Januar 2016 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine Rente zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärun
gen anzuordnen. Ausserdem wurde darum ersucht, dem Versicherten die unent
geltliche Prozessführung zu gewähren und einen unentgeltlichen Rechtsvertre
ter zu bestellen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2016 ersuchte die IV-Stelle um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), worüber der Versicherte mit Verfügung vom
4.
Februar 2016 in Kenntnis gesetzt wurde. Überdies wurde dessen Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihm wurde Rechtsanwältin Lotti Sigg als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (
Urk.
9). Diese reichte am 1
6.
Fe
bruar 2016 eine Honorarnote
(
Urk.
11 f.)
und mit Schrei
ben vom 2
3.
Juni 2017 einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
14 f.)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130
V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bun
desgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherun
gsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
en
t
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
November 2015 (
Urk.
2) auf den Standpunkt, die medizinischen Abklärun
gen hätten ergeben, dass beim Versicherten keine Diagnose
n gestellt worden seien, die zu
einer dauerhaften und anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit führen würden (S. 1). Unter Bezugnahme auf den seitens des Beschwerdeführers im
Vorbescheidverfahren
eingereichten Arztbericht hielt die IV-Stelle ausserdem fest, dass die
Situation des Versicherten und die im Bericht
genannten Diagno
sen
bereits zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung bestanden hätten, weshalb keine neuen Beweise vorliegen würden.
Es werde
folglich
an der Abweisung des Leistungsbegehrens festgehalten (S. 2).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom 1
5.
Januar 2016 (
Urk.
1) rügte der Versicherte insbesondere, dass auf das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
A._
vom 1
0.
April 2015 nicht abgestellt werden könne. Dieses sei absolut unbrauch
bar. So sei nicht auf den Längsverlauf der depressiven Erkrankung mit ihren Schwankungen
eingegangen worden (S. 4). Ferner würden Widersprüche hin
sichtlich der Thematik Aggravation respektive Verdeutlichungstendenzen beste
hen. Auch das Scheitern der beruflichen Massnahmen und die völlige psychi
sche Dekompensation während den Eingliederungsbemühungen seien vom Gut
achter nicht diskutiert worden (S. 5).
Die ausführliche Stellungnahme des behandelnden Psychiaters vom 2
3.
November 2015 belege ebenfalls, dass auf die Expertise von Prof.
Dr.
A._
nicht abgestellt werden könne (S. 6-8). Jener sei zudem wirtschaftlich derart stark von der Beschwerdegegnerin abhän
gig, dass er nicht mehr als unabhängig gelten könne (S. 8 f.).
Schliesslich habe das hiesige Gericht selbst verschiedentlich festgestellt, dass die Gutachten von Prof.
Dr.
A._
nicht widerspruchsfrei und mangelhaft seien (S. 9).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers lässt sich anhand der Aktenlage wie folgt zusammenfassen:
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 2
9.
August 2012 die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/18/1):
-
Anfänglich: m
ittelgradige bis schwere depressive Erkrankung (ICD-10 F32.1 / F32.2), heute: leichte depressive Erkrankung (ICD-10 F32.0)
-
Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73.0)
.
Nachdem der Versicherte seine Arbeitsstelle bei der
Y._
AG per Ende Juli 2011 gekündigt hatte, habe er sich dauernd niedergeschlagen gefühlt. Zudem habe er unter Interessenverlust an normalerweise angenehmen Aktivi
täten, wenig Antrieb und sehr schnell einsetzender Müdigkeit gelitten. Es sei des Weiteren zu Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten, Schlafstörun
gen und grösserem Appetit gekommen. Das Selbstwertgefühl habe zu bröckeln begonnen und der Beschwerdeführer habe an die Möglichkeit gedacht, seinem
Leben selbst ein Ende zu setzen.
Er habe realisiert, dass er auf keinen Fall mehr in der Informatik arbeiten könne. An seinem ersten Arbeitstag als Taxifahrer im März 2012 habe er sich jedoch total überfordert gefühlt und die verschiedenen Arbeitsabläufe nicht mehr nachvollziehen können, was zu einem depressiven Zusammenbruch mit Suizidgedanken geführt habe. Unter der hiernach begon
nenen ambulanten psychiatrischen Behandlung
sei es zu einer raschen Besse
rung der Depression gekommen; aktuell bestehe noch eine leichte depressive Erkrankung (
Urk.
8/18/5).
Der Beschwerdeführer werde nicht mehr in der Computerbranche arbeiten kön
nen. Das Arbeiten unter ständigem Druck und das stetige Erarbeiten neuen Knowhows seien für ihn aufgrund der reduzierten psychischen Leistungsfähig
keit unmöglich. In einer angepassten Tätigkeit bestehe für August 2012 eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit. Ende 2012 werde diese voraussichtlic
h
noch 20
%
betragen (
Urk.
8/18/6).
3.2
Med.
pract
.
C._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, des RAD hielt in ihrer Stellungnahme vom 1
1.
Dezember 2012 fest, dass
dem Versicherten
aus medizinischer Sicht Tätigkeit
en
mit erhöhten Anforderungen an die psychische Belastbarkeit, Konzentration und Verantwor
tung, mit häufigem Publikumsverkehr, mit Schicht- und Wochenenddienst sowie unter Zeitdruck nicht mehr abverlangt werden sollten. Die Ausübung einer in diesem Sinne angepassten Tätigkeit - auch der angestammten - sei aus versicherungsmedizinischer Sicht möglich (
Urk.
8/26/1).
3.3
Mit Schreiben vom
5.
Juni 2013 teilten
Dr.
B._
und die behandelnde Psy
chotherapeutin des Versicherten
lic
. phil.
D._
mit, die Depression sei gegenwärtig remittiert. Der Beschwerdeführer sei jedoch in einem sehr angespannten Zustand und es sei sehr fraglich, ob die Depression wieder ausbrechen werde. Jedenfalls sei er viel weniger belastbar als vor dem Krank
heitsausbruch im Jahr 2010 (
Urk.
8/55/1).
3.4
Am 1
3.
August 2014 trat der Versicherte auf Empfehlung der behandelnden
Psychotherapeutin infolge von
sich
zunehmend sporadisch manifestierenden Suizidgedanken und häufigerer Auseinandersetzung mit der Auswahl einer Sui
zidmethode in das
E._
der
F._
ein.
Als Diagnose
wurde im Kurzaustrittsbericht vom 1
9.
August 2014 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) genannt (
Urk.
8/101/7).
Vom 2
5.
August bis 2
7.
Oktober 2014 befand sich der Beschwerdeführer sodann in stationärer psychiatrischer Behandlung in der Depressions- und Angststation der
F._
. Dem Austrittsbericht vom 2
9.
Oktober 2014 lassen sich folgende Diag
nosen entnehmen (
Urk.
8/110/1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
abhängigen, vermeidend selbst
un
sicheren und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (Verlust naher Angehöri
ger in der Kindheit; ICD-10 Z61)
.
Der Versicherte sei bei Eintritt wach und allseits orientiert gewesen. Es hätten Konzentrationsstörungen beim Versuch zu lesen bestanden. Das formale Denken sei normal erschienen und es hätten sich keine Hinweise auf Befürchtungen, Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen eruieren lassen. Nebst einer Störung der Vitalgefühle hätten Insuffizienzgefühle, ein leicht verminder
ter Antrieb sowie ein sozialer Rückzug festgestellt werden können. Es habe eine latente Suizidalität bei aktuell glaubhafter Distanzierung eines akuten Hand
lungsimpulses vorgelegen. Die depressive Symptomatik
habe sich im Behand
lungsverlauf gebessert und sei bei Austritt nur noch leichtgradig gewesen. Die kombinierte Persönlichkeitsstörung dürfte sich aus klinischer Sicht massgebend auf dem biografischen Hintergrund emotionaler Vernachlässig
ung in der Her
kunftsfamilie,
fehlende
r
Unterstützung in der Entwicklung eigener Bedürfnisse und Wünsche sowie
differenzierter Wahrnehmung von sich und anderen heraus gebildet haben. Eine weiterführende intensive ambulante psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung sei deshalb auch nach Austritt aus der
F._
indi
ziert (
Urk.
8/110/2). Vom 2
5.
August bis 1
0.
November 2014 habe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Urk.
8/110/3).
3.5
Prof.
Dr.
A._
stellte in seinem Gutachten vom
8.
Mai 2015 folgende Diagno
sen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/123/46):
-
Rezidivierend
e
depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, selbstunsicheren, ver
meidenden und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61)
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber Kontaktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (Verlust naher Angehörig
er in der Kindheit; ICD-10 Z61).
Der Explorand habe angegeben, seine Konzentration sei schlecht. Damit meine er, dass er sich schnell unter Druck gesetzt fühle. In solchen Si
tuationen falle es ihm schwer, m
it Fokussierung auf das Notwendige eine Leistung zu erbringen. Er werde dann unsicher und sei nicht leistungsbereit. Zudem sei er schnell erschöpft und es falle ihm sehr schwer, Dinge im Kopf zu behalten. Er habe nicht gelernt, sich eine adäquate Work-Life-Balance zu erarbeiten. Ab 2008 habe er versucht, sich mit Alkohol zu betäuben. Seit circa zwei Jahren habe der Versicherte dieses Verhalten eingestellt. Stattdessen zeichne er nun viel, gehe ins Fitness und habe eine Partnerin, was ihm guttue (
Urk.
8/123/33).
Zum Untersuchungszeitpunkt habe beim Beschwerdeführer keine quantitative oder qualitative Bewusstseinsstörung vorgelegen. Er sei allseits (zeitlich, örtlich
, persönlich
und situativ) orientiert gewesen. Die vom Versicherten angegebenen Gedächtnisstörungen hätten nicht objektiviert werden können.
Selbiges gelte für die
von ihm g
eklagten starken
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstö
rungen. Bis zum Ende der zweieinhalbstündigen Exploration sei kein Abfallen der kognitiven Leistungsfähigkeit bemerkbar gewesen.
Ausserdem seien die Schwingungsfähigkeit ungestört und weder die Vitalgefühle noch die Freud
fähigkeit oder die Interessen gemindert gewesen.
Der formale Gedankengang sei hinsichtlich
Kohärenz und Stringenz re
gelrecht gewesen, was
auch
für die Geschwindigkeit des Denkens
gelte
.
Ferner hätten weder Zwänge noch Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-unsicheren Anteilen bestanden.
Es
hätten sich
allerdings
Hinweise auf Selbstlimitierung ergeben. Der Versicherte sei
denn auch
nicht zu einer beruflichen Wiedereingliederung zu
motivieren
gewesen
(
Urk.
8/123/36 f.
).
Im Psychostatus hätten sich zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Symptome
einer Depression beschreiben lassen. Die Hauptkriterien einer Depression gemäss ICD-1
0 mit gedrückter Stimmung, Freu
d- und Interessenlosigkeit sowie Antriebsstörung
würden nicht oder nicht in adäquater Ausprägung bestehen. Ab dem Begutachtungsdatum sei daher von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), auszugehen. Die neuropsycho
logische Zusatzuntersuchung durch
O._
, Fachpsychologin für Neu
ropsychologie, vom
6.
Mai 2015
habe ein nicht plausibles Defizitprofil ergeben, welches vermutlich auf einer bewusstseinsnahen Selbstlimitierung beruhe. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass keine kognitiven Einbussen vorliegen (
Urk.
8/123/44; vgl. auch
Urk.
8/123/49 ff.). Die Diagnose einer kom
binierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, vermeidenden, selbstunsiche
ren und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0)
wie auch diejenige hinsichtlich Kontaktanlässen mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (Verlust naher Angehöriger in der Kindheit) könne bestätigt werden. Der Versicherte habe eine schwierige Kindheit mit fehlender emotionaler Unterstützung erlebt. Traumatisierend sei der Verlust
beider Schwestern an den Folgen einer Anorexia
nervosa
gewesen. Die Persönlichkeitsmerkmale seien beim Versicherten in allen Lebensbereichen manifest geworden. Im Privaten hätten soziale Rückzugstendenzen aufgrund von Verlustängsten vorgelegen.
In beruflicher Hinsicht
hätten nebst einem hohen Selbstanspruch
auch
Verlustängste und Kontaktschwierigkeiten bestan
den, welche ab dem Jahr 2008 zu einem zunehmenden Erschöpfungssyndrom mit Versagens- und Zukunftsängsten sowie Selbstzweifeln geführt hätten. Im therapeutischen Setting sei es dem Exploranden jedoch gelungen, sich affektiv gut zu stabilisieren, sodass die Depression vollständig remittiert sei. Er habe auch gelernt, verstärkt auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten, wobei das Pen
del
aktuell
aus gutachterlicher Sicht von früherer Überlastung in Selbstlimitie
rung
umgeschlagen sei (
Urk.
8/123/44 f.
).
Für den Zeitraum März 2012 bis August 2014 sei von einer mittelgradigen depres
siven Episode mit kontinuierlicher Besserung auszugehen, wobei vom 2
9.
März 2013 bis 2
1.
März 2014 bezogen auf ein volles Pensum eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei. Hiernach könne in Übereinstimmung mit der Einschätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
vom
1.
Januar bis 3
0.
Juni 2014 eine 30%ige und vom
1.
Juli bis 1
1.
August 2014 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Vom 1
2.
August 2014 bis zum
3.
Februar 2015 sei eine stationäre
Hospitalisation
in der
F._
erfolgt. Definitionsgemäss habe in dieser Periode eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit vorgelegen. H
ernach habe eine leichte depressive Episode mit einer Arbeitsunfähigkeit von 20 bis 30
%
bestanden. Seit dem Begutachtungszeitpunkt sei der Versicherte aufgrund der remittierten Depression zu 100
%
arbeitsfähig. Diese Angaben würden sich sowohl auf die zuletzt ausgeübte als auch auf adaptierte Tätigkeiten beziehen (
Urk.
8/123/47).
3.6
Im Bericht der
G._
GmbH, vom 2
3.
November 2015 wurde im Unterschied zum Gutachten von Prof.
Dr.
A._
eine
rezidivie
rende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1) diagnostiziert. Unter anderem sei das Denken des Versicherten eingeengt und die Auffassungsfähigkeit beeinträchtigt. Die Konzentration und
die
Merkfä
higkeit seien stark eingeschränkt. Hinweise auf Wahn, Zwänge, Sinnes
täuschungen oder Ich-Störungen würden nicht vorliegen. Allerdings bestünden ein sozialer Rückzug, eine Störung der Vitalgefühle, eine innere Unruhe und Insuffizienzgefühle. Der Antrieb sei mittelgradig reduziert und die Belastbarkeit sehr gering (
Urk.
8/138/1).
Die Persönlichkeitsstörung sei behandlungsresistent. Deren zentrale Auswirkung sei eine sehr hohe Anpassung durch den Versicherten. Er versuche daher, alle Anforderungen und Erwartungen, die von aussen an ihn
?
gestellt werden, zu erfüllen. Die Selbstreflexion, das Selbstbild und die Affektdifferenzierung seien deutlich eingeschränkt. Dies gelte namentlich auch in Bezug auf die Fähigkeit, seine eigenen Bedürfnisse, Impulse und Gefühle regulieren zu können.
Infolge
dessen sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit bis auf
wei
teres nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit könne er in stark reduziertem Umfang - maximal in einem 10%-Pensum - arbeiten (
Urk.
8/138/2).
3.7
Aus einem weiteren Bericht der
G._
GmbH vom 1
3.
Juni 2017 geht sodann hervor, dass sich im Laufe der Therapie und der weiteren Exploration des Versicherten ergänzende Aspekte ergeben hätten
. Insbesondere sei die
Per
sönlichkeitsstörung zusätzlich durch impulsive, asthenische und passiv-aggres
sive Anteile geprägt. Zudem würden ausgeprägte paranoide,
anforde
-
rungs
ängstliche
, desorganisierte und zyklothyme Akzentuierungen bestehen (
Urk.
15 S. 1).
Schliesslich habe sich gezeigt, dass der Tod der beiden Schwestern des Versicherten infolge von Anorexie sowie die extrem schwierigen und vernach
lässigenden Lebensumstände
während der Kindheit und Jugend zu Symptomen entsprechend einer Posttraumatischen Belastungs
-
störung
geführt hätten (
Urk.
15 S. 2).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig,
ob die Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
A._
vom
8.
Mai 2015 (
Urk.
8/123) zu Recht den Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung verneint hat (vgl. E. 2.1 f.).
Im Vordergrund steht
dem
nach
die Frage, welcher Beweiswert der Expertise von Prof.
Dr.
A._
zukommt.
4.2
Der Versicherte rügt in seiner Beschwerdeschrift, dass Prof.
Dr.
A._
in den Jahren 2012 bis 2014 194 Gutachten für die Beschwerdegegnerin erstellt habe. Es bestehe folglich
nebst
einer starken wirtschaftlichen Abhängigkeit die erheb
liche Gefahr, dass Prof.
Dr.
A._
- um weitere Gutachteraufträge zu erhal
ten - das Ergebnis der Gutachten zugunsten der IV-Stelle ausfallen lasse. Ange
sichts dieses Umstandes könne nicht mehr von einem fairen Verfahren unter Berücksichtigung der Waffengleichheit nach
Art.
6 der Europäischen Men
schenrechtskonvention (EMRK) ausgegangen werden (
Urk.
1 S. 8 f.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bildet eine wirtschaftliche Abhän
gigkeit für sich allein keinen
Ausstandsgrund
(BGE 138 V 271 E. 2.2.2).
Dieser Grundsatz wurde auch für mono- und
bidisziplinäre
Gutachten explizit bestätigt (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_599/2014 vom 1
8.
Dezember 2015 E. 3.2, 8C_467/2014 vom 2
9.
Mai 2015 E. 4 und 8C_354/2016 vom 2
5.
Oktober 2016 E. 5.2, je mit Hinweisen). Die Ausführun
gen des Beschwerdeführers erlauben in Anbetracht dieser gefestigten Recht
sprechung nicht den Schluss auf eine Befangenheit von Prof.
Dr.
A._
.
Hinweise auf
eine persönliche Befangenheit sind vorliegend ebenso wenig ersichtlich und wurden vom Versicherten auch nicht gelte
nd gemacht.
4.
3
Dem Beschwerdeführer ist inde
s insofern zuzustimmen, als er geltend macht, die Expertise sei inhaltlich
mangelhaft und nicht widerspruchsfrei.
Zwar ist entge
gen
seiner Argumentation
in der Beschwerdeschrift
(
Urk.
1 S. 9) nicht zu bean
standen, dass Prof.
Dr.
A._
keine fremdanamnestischen Auskünfte einge
holt hat, da
diese nicht zwingend
vorausgesetzt werden
und es dem Ermes
sensspielraum der begutachtenden Person unterliegt, ob sie entsprechende Abklärungen für notwendig erachtet (Urteile des Bundesgerichts 9C_275/2016 vom 1
9.
August 2016 E. 4.3.2 und 9C_482/2010 vom 2
1.
September 2010
E. 4.1).
Nachvollzogen werden kann ausserdem, dass die rezidivierende depressive Störung aufgrund der objektiven Befunde als remittiert beurteilt wurde (
Urk.
8/123/37 und
8/123/
44) und folglich keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt (
Urk.
8/123/47).
Prof.
Dr.
A._
bestätigte
ferner
die bereits zuvor von der
F._
(E. 3.4) gestellte Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, vermeidenden, selbstunsicheren und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0
), wel
che Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe
(
Urk.
8/123/45 f.).
Im offenen Widerspruch hierzu
hielt er
indes an anderer Stelle im Gutachten fest, es bestünden
weder
Zwänge
noch
Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-unsicheren Anteilen (
Urk.
8/123/37).
In den Erläuterungen zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten wurde des Weiteren einzig
zur
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
Stellung
genommen
,
und infolge derer Remission eine
volle Arbeits
fähigkeit attestiert (
Urk.
8/123/46 f.).
Obwohl Prof.
Dr.
A._
auf eine Behandlungsbedürftigkeit der Persönlichke
itsstörung - unter anderem zu
m Zweck der Wiederherstellung der beruflichen Leistungsfähigkeit (
Urk.
8/123/47) - geschlossen hatte
, fehlt es
demnach
an einer Begründung dafür,
wie
sich diese
Erkrankung
konkret
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die Expertise erweist sich in diesem für die rechtliche Beurteilung einer allfälligen Invalidität entscheidenden Punkt als unvollständig und nicht nachvollziehbar.
Dies gilt im
Übrigen auch hinsichtlich der Darlegung eines leidensadaptierten Belastungsprofils. So wurde zwar ausgeführt, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine angepasste Tätigkeit ab dem Begutachtungszeitpunkt vollschichtig ausüben könne (
Urk.
8/123/47). Dem Gutachten lässt sich jedoch nicht entnehmen, welche spezifischen Anforderungen an eine adaptierte Tätig
keit zu stellen sind.
4.4
Es
ergeben sich somit nicht
überwindbare
Zweifel an der gutachterlichen Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Es kann nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(vgl. BGE 126 V 353 E. 5b
mit Hinweisen
)
ausgeschlossen wer
den, dass beim Versicherten infolge der diagnostizierten kombi
nierten Per
sönlichkeitsstörung
eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Anhaltspunkte
hierfür liefern
nebst dem Bericht der
G._
GmbH vom 2
3.
November 2015 (vgl. E. 3.6)
nicht zuletzt die im Verlaufe der
Jahre
2013 und 2014
seitens der
Z._
AG
vorgelegten Berichte
betreffend die durchge
führten Ein
g
liederungsmassnahmen
.
Aus jenen geht namentlich hervor, der Beschwerdeführer sei auf klare Aufträge, strukturierte Aufgaben, Abläufe nach festen Regeln und einfache administrative Tätigkeiten ohne Verantwortung und Kundenkontakt angewiesen
gewesen
(
Urk.
8/89/1).
Infolge eines verschlechter
ten Gesundheitszustandes
habe
gegen Ende des Arbeitstrainings überdies keine relevante Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt mehr
vorgelegen
(
Urk.
8/103/3).
4.
5
Zusammenfassend kann auf das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
A._
vom
8.
Mai 2015 nicht abgestellt werden. Da sich der rechtserheb
liche Sachverhalt
infolgedessen
als
ungenügend abgeklärt erweist, ist die ange
fochtene Verfügung vom 3
0.
November 2015 (
Urk.
2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(vgl. E. 1.6)
, damit diese
hinsicht
lich des psychischen Gesundheitszustandes des Versicherten
-
insbesondere in Bezug auf die kombi
nierte Persönlichkeitsstörung sowie der
en Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
-
weitere Abklärungen vornimmt. Danach hat die Beschwerdegegnerin erneut über einen möglichen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung zu entscheiden.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Prozessaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwer
deführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Rechtsanwältin Lotti Sigg machte mit Honorarnote vom 1
6.
Februar 2016 einen Gesamtaufwand von 8 Stunden und 45 Minuten à
Fr.
220.-- sowie Barauslagen von
Fr.
57.75 (Pauschale von 3
%
des Honorars) geltend (
Urk.
12/1 f.).
Diese Aufwendungen erscheinen unter Berücksichtigung der obgenannten Bemes
sungskriterien und mit Blick auf vergleichbare Fälle als gerechtfertigt. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat demzufolge Rechtsanwältin Lotti Sigg eine Prozessentschädigung in
der Höhe von
Fr.
2‘141.40 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.