Decision ID: c3b29756-505a-47f7-8e9b-5fcb6a55a134
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war seit 1990 beim B._ während 15 Stunden pro Woche als C._ tätig
und in dieser Eigenschaft bei der ELVIA Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft,
Zürich (nachfolgend: ELVIA; heute: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG,
nachfolgend: Allianz), obligatorisch unfallversichert. Am 19. März 1996 zog sie sich bei
einem Sturz während ihrer Tätigkeit als C._ Verletzungen im Bereich der
Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins zu (Unfallmeldung vom 20. März 1996, UV-
act. 2001). Der behandelnde Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
diagnostizierte eine Kontusion durch Stauchungstrauma lumbosacral und bescheinigte
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 24. März 1996, UV-act. 001). Die ELVIA
übernahm die Kosten der Heilbehandlung und richtete ein Taggeld aus.
A.a.
Im Auftrag der ELVIA wurde die Versicherte am 14. Januar sowie am 3. Februar
1998 in der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen begutachtet
(UV-act. 016-1). Die dortigen Sachverständigen teilten dem Vertrauensarzt der ELVIA,
Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, am 2. März 1998 mit, die Versicherte leide an
einer chronischen Lumbalgie mit ischialgieformer Ausstrahlung linksseitig bei deutlich
insuffizienter Rumpfmuskulatur und Dekonditionierung bei geringgradigem (nicht
A.b.
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relevantem) rechtskonvexem lumbalem skoliotischem Schwung und thorakalem
Gegenschwung ohne Kompromittierung nervaler Strukturen. Das Unfallereignis vom
19. März 1996 sei, anhand der Anamnese mit vor dem Unfall bestehender völliger
Beschwerdefreiheit seitens des Rückens, zwar wohl als primär auslösender Faktor zu
sehen, jedoch könne die Therapieresistenz und damit die langanhaltende Problematik
und Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem Unfall selbst erklärt werden. Der Grund für die
Schmerzpersistenz liege in der Etablierung des Teufelskreises der durch Schonung
nach Unfall rasch insuffizient gewordenen Muskulatur und der Zunahme dieser
Insuffizienz durch anhaltende Dekonditionierung (Schreiben vom 2. März 1998, UV-
act. 010; zum ausgefertigten Gutachten vom 18. Juni 1998 siehe UV-act. 016). Gestützt
auf diese medizinische Einschätzung vertrat die ELVIA die Einschätzung, dass rund
2 Jahre nach dem Ereignis vom 19. März 1996 keine Unfallfolgen mehr vorliegen
würden. Deshalb verfügte sie am 22. April 1998 die Einstellung der
unfallversicherungsrechtlichen Leistungen per Ende Februar 1998 (UV-act. 2016).
Dagegen erhob die Versicherte am 19. Mai 1998 Einsprache (UV-act. 2019), was die
ELVIA veranlasste, die Versicherte am 8. Dezember 1998 durch Dr. med. F._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
begutachten zu lassen. Dieser gelangte im Gutachten vom 28. Dezember 1998 zur
Auffassung, dass spätestens ein Jahr nach dem Ereignis vom 19. März 1996 der Status
quo ante bezüglich der Unfallfolgen erreicht worden sei (UV-act. 020, insbesondere
UV-act. 020-7). In der Folge bestätigte die ELVIA im Einspracheentscheid vom 26. April
1999 die Einstellung der Versicherungsleistungen per Ende Februar 1998 (UV-
act. 2027). Die dagegen von der Versicherten erhobene Klage vom 8. Juli 1999 (UV-
act. 1001) wies das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 27. Oktober 2000,
UV 1999/68, ab (siehe hierzu sowie zum bis dahin massgebenden Sachverhalt UV-
act. 1013). Auf Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Versicherten vom 18. Dezember
2000 hin (UV-act. 1016) hob das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) den
Entscheid des Versicherungsgerichts auf und wies die Sache an die ELVIA zurück,
damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinn der Erwägungen, über die
Leistungsberechtigung ab 1. März 1998 neu befinde. Zur Begründung führte es im
Wesentlichen aus, es sei nicht nachvollziehbar, wie Dr. F._ zum Schluss gelangt sei,
der Status quo sine sei im März 1997 erreicht worden. Die Kausalität könne anhand der
medizinischen Aktenlage nicht zuverlässig beurteilt werden, namentlich nicht in Bezug
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auf die entscheidende Frage nach dem Erreichen des Status quo sine in
grundsätzlicher und zeitlicher Sicht. Zur Klärung der offenen Fragen sei daher eine
umfassende polydisziplinäre Begutachtung notwendig (Urteil vom 29. Juni 2001,
U 501/00, UV-act. 1021).
In der Folge beauftragte die Allianz Prof. Dr. med. G._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit einer
Begutachtung der Versicherten. Die Abklärung beschränkte sie nicht bloss auf die
Folgen des Ereignisses vom 19. März 1996, sondern sie ersuchte Prof. G._ auch um
Beurteilung der Folgen von zwei weiteren, von der Versicherten zwischenzeitlich
erlittenen Ereignissen: Seit einem abrupten Bremsmanöver vom 27. Juni 1999
verspürte die Versicherte, die damals in einem Personenwagen mitgefahren war,
Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich mit Ausstrahlungen in den linken
Oberarm und linken oberen Quadranten des Rückens. Zudem hatte sie seither über
häufig auftretende Schwindelgefühle und Konzentrationsschwierigkeiten geklagt. Am
7. Oktober 2001 hatte sie als Beifahrerin eines Personenwagens einen Auffahrunfall
erlitten. Nach den Angaben der Versicherten hätten sich dadurch die Schulter- und
Nackenbeschwerden stark verschlechtert. Ärztlicherseits sei eine Distorsion cervikal
mit reaktiven cervikonuchalen Myogelosen bei Status nach Beschleunigungstraumen
bzw. -stauchung diagnostiziert worden (Schreiben der Allianz vom 2. April 2002, UV-
act. 2035; Unterlagen zu diesen beiden Unfällen und deren Folgen liegen nicht in den
Akten; siehe zum Ereignis vom 27. Juni 1999 auch den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 28. Februar 2008, UV 2007/11, worin die Frage, ob ein
versichertes Ereignis gegeben sei, mangels Vorliegens der adäquaten Kausalität offen
gelassen und die Beschwerde gegen den einen Leistungsanspruch verneinenden
Entscheid der zuständigen Zürich Versicherungs-Gesellschaft abgewiesen worden war;
siehe auch das Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 8C_325/2008,
worin das Vorliegen eines Unfallereignisses verneint und folglich die von der
Versicherten erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ebenfalls
abgewiesen worden war).
A.c.
Prof. G._ erstattete am 22. Mai 2003 das orthopädische Gutachten. Er
diagnostizierte chronische Lumbalgien mit ischialgieformer Schmerzausstrahlung
linksseitig bei diskreter Osteochondrose und Spondylarthrose L4/5 mit möglicher
A.d.
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Claudicatio spinalis sowie eine Cervikocephalgie und Cervikobrachialgie links bei
Status nach zweimaligem Verkehrsunfall. Die Versicherte leide an zwei verschiedenen
Symptomkomplexen. Einerseits klage sie über Nackenschmerzen links mit
Ausstrahlungen in den Kopf, anderseits über lumbale Rücken- und Beinschmerzen
links. Die Nackenschmerzen seien im Anschluss an die zwei Verkehrsunfälle
aufgetreten und seien besonders durch den zweiten Unfall stark exazerbiert. Die
anatomische Ursache dieser Schmerzen habe er nicht feststellen können. Andererseits
berichte die Versicherte über Kreuz- und Beinschmerzen links. Diese seien nach dem
Unfall vom 19. März 1996 aufgetreten und würden seither persistieren. Die
Osteochondrose und Spondylarthrose auf der Höhe L4/5 seien möglicherweise für
diese Beschwerden verantwortlich. Anamnestisch könne eine Claudicatio spinalis
bestehen. Da sich die Versicherte klar gegen eine operative Behandlung
ausgesprochen habe, sei eine weitere Abklärung mit lumbaler Myelographie und
gegebenenfalls Nervenwurzelinfiltrationen usw. nicht indiziert. Die Einschränkung der
Schulterfunktion links sowie die Verspannung der suprascapulären Muskulatur links
seien anamnestisch auf die Unfälle von 1999 und 2001 zurückzuführen und seien
objektivierbar. Es bestehe ferner seit dem Unfall von 1996 eine eindeutige
Druckempfindlichkeit des Sacrums sowie des Gesässes und des Trochanter maior
links. Unfallfremde Faktoren würden keine Rolle spielen. Für leidensangepasste
Tätigkeiten bescheinigte er der Versicherten eine 20%ige Arbeitsfähigkeit. Durch die
Folgen des Unfalls vom 19. März 1996 sei die Arbeitsfähigkeit bezogen auf die
angestammten Tätigkeiten als C._ und Speditionsmitarbeiterin um 66 2/3 %
beeinträchtigt worden. Die Ereignisse vom 27. Juni 1999 sowie vom 7. Oktober 2001
hätten eine Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die angestammten Tätigkeiten von 50 %
bewirkt. Den Integritätsschaden für die Folgen des Unfalls vom 19. März 1996 schätzte
er auf 10 % und denjenigen für die Folgen des Unfalls vom 7. Oktober 2001 auf 20 %
(Gutachten vom 22. Mai 2003, UV-act. 024). Auf Anfrage der Allianz vom 24. Februar
2004 (UV-act. 2066) machte Prof. G._ am 19. August 2004 ergänzende
Ausführungen, worin er an seiner Beurteilung festhielt, insbesondere daran, dass der
Unfall vom 19. März 1996 für die Kreuz- und Beinschmerzen ursächlich sei (UV-
act. 025).
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B.
Dagegen erhob die Versicherte am 6. Januar 2020 Einsprache (UV-act. 2130), welche
die Allianz mit Einspracheentscheid vom 26. November 2020 abwies. Das Gesuch der
Versicherten um Bestellung von Rechtsanwalt Z._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand
hiess die Allianz gut. Sie sprach dem Rechtsvertreter eine pauschale Entschädigung
In der Folge nahmen die Parteien Verhandlungen zu einer vergleichsweisen
Regelung der Leistungsansprüche auf (siehe das Protokoll zur Besprechung vom
27. Oktober 2004, UV-act. 2072), die sich über Monate hinzogen (siehe zum
durchgeführten Schriftenwechsel UV-act. 2074, UV-act. 2075, UV-act. 2077, UV-
act. 2078, UV-act. 2079, UV-act. 2081, UV-act. 2087 und UV-act. 2089) und
schliesslich in den zwei Verfügungen vom 21. September 2005 einen einvernehmlichen
Abschluss fanden. Betreffend die Folgen des Ereignisses vom 19. März 1996
vereinbarten die Parteien u.a.: Die Zusprache einer 50%igen Invalidenrente
rückwirkend ab 1. März 1998, basierend auf einem versicherten Verdienst von
Fr. 37'559.--. Ab 1. November 2019 wurde eine 33%ige Invalidenrente vereinbart. Des
Weiteren einigten sich die Parteien auf eine Entschädigung für einen 15%igen
Integritätsschaden (UV-act. 2097). Mit Blick auf das Ereignis vom 7. Oktober 2001
wurde eine rückwirkende Leistungseinstellung per 31. Mai 2003 sowie ein Verzicht auf
eine Rückforderung der bis 31. Mai 2004 erbrachten Taggeldzahlungen vereinbart (UV-
act. 2097/1).
A.e.
Mit Verfügung vom 26. November 2019 zog die Allianz die Verfügung vom
21. September 2005 betreffend das Unfallereignis vom 19. März 1996 in
Wiedererwägung und ordnete die Einstellung der Rentenleistungen per 30. November
2019 an. Zur Begründung führte sie aus, der Status quo sine bei der Aktivierung eines
stummen Vorzustands an der Wirbelsäule sei spätestens nach einem Jahr eingetreten.
Folglich hätte mangels (natürlicher) Kausalität gar kein Ermessensspielraum für
Vergleichsverhandlungen bestanden. Indem sie (die Allianz) die geltende
Rechtsprechung missachtet habe, sei die Verfügung vom 21. September 2005
zweifellos rechtsfehlerhaft zustande gekommen. Es habe zu diesem Zeitpunkt keine
Grundlage für die Zusprache einer Rente und einer Integritätsentschädigung bestanden
(UV-act. 2125).
A.f.
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von Fr. 2'500.-- zuzüglich 3 % Spesenentschädigung und 7.7 % Mehrwertsteuer zu.
Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung (UV-act. 2131).
C.
Gegen den Einspracheentscheid vom 26. November 2020 erhoben die Versicherte
(Beschwerdeführerin) und – betreffend die Höhe der Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung – Rechtsanwalt Z._ im eigenen Namen am 15. Januar 2021
Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, ihre Versicherungsleistungen gemäss Verfügung vom 21. September 2005
rückwirkend ab 1. November 2019 wieder aufzunehmen und fortzusetzen sowie auf
Zahlungen, die 24 Monate nach der Entstehung des Anspruchs erfolgen würden, einen
Verzugszins von 5 % zu leisten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung der Verfügung vom 21. September 2005 (betreffend das Ereignis vom
19. März 1996) seien nicht erfüllt. Der geschlossene Vergleich sei angemessen und
richtig, jedenfalls nicht zweifellos unrichtig gewesen. Zudem vertrat die
Beschwerdeführerin den Standpunkt, eine Wiedererwägung sei auch deshalb
ausgeschlossen, weil sie bereits das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht habe und
das Revisionsverbot von Art. 22 UVG per analogiam auch für die Wiedererwägung
gelte. Hinzu komme, dass der Vergleich eine Gesamtlösung enthalten und
insbesondere auch die Folgen für das Unfallereignis vom 7. Oktober 2001 erfasst habe.
Es sei daher unzulässig, wenn die Beschwerdegegnerin bloss einen Teilbereich,
nämlich die Folgen für den Unfall vom 19. März 1996, in Wiedererwägung ziehe (act.
G 1). Der im eigenen Namen im Entschädigungspunkt Beschwerde führende
Rechtsanwalt beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm,
eventualiter der Beschwerdeführerin, für das Einspracheverfahren eine Entschädigung
aus unentgeltlicher Rechtspflege von Fr. 5'407.50 zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer zu
bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er machte für das
Einspracheverfahren einen Aufwand von 21 Stunden geltend (act. G 1, Antrag Ziffer 2
und III. Rz 11).
C.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin umstritten und
nachfolgend zu prüfen sind die Rechtmässigkeit der wiedererwägungsweisen
Aufhebung der Verfügung vom 21. September 2005 betreffend die Folgen des
Unfallereignisses vom 19. März 1996 und die ex nunc et pro futuro angeordnete
Aufhebung der Rentenleistungen. Bezüglich des Antrags um Ausrichtung von
Verzugszinsen gilt es das Folgende zu beachten: Die Verzugszinspflicht setzt den
Bestand einer Hauptleistung voraus und hat insofern akzessorischen Charakter. Da die
weiteren in Art. 26 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) genannten Voraussetzungen erfüllt sein
müssen, ist der Verzugszinsanspruch als eigenständiges Rechtsverhältnis zu
qualifizieren. Dieses kann – vorbehältlich der Ausdehnung des
Anfechtungsgegenstandes – im Rechtsmittelverfahren nur überprüft werden, wenn die
Vorinstanz darüber befunden hat (Anfechtungsgegenstand) und der vorinstanzliche
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie hielt am Standpunkt fest, dass sie die Verfügung vom
21. September 2005 betreffend das Unfallereignis vom 19. März 1996 zu Recht in
Wiedererwägung gezogen und die Leistungen auf den 30. November 2019 eingestellt
habe. Es treffe nicht zu, dass der Autounfall im Jahr 2001 Gegenstand des Vergleichs
gebildet habe. Bezüglich der Höhe der Entschädigung für die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung verwies die Beschwerdegegnerin auf die Begründung im
angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 7).
C.b.
Dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht wurde am 11. Mai
2021 entsprochen (act. G 8).
C.c.
In der Replik vom 3. Juni 2021 hielt die Beschwerdeführerin und der im eigenen
Namen im Entschädigungspunkt Beschwerde führende Rechtsanwalt unverändert an
den gestellten Anträgen fest (act. G 10).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf eine Duplik (act. G 12).C.e.
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Entscheid in dieser Hinsicht angefochten wird (Streitgegenstand; siehe zum Ganzen
das Urteil des EVG vom 9. September 2005, U 59/04, E. 4, sowie dasjenige des
Bundesgerichts vom 16. Dezember 2016, 8C_425/2016, E. 6). Nicht Gegenstand des
angefochtenen Einspracheentscheids (UV-act. 2131) und somit nicht
Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Anspruch auf
Verzugszinsen, weshalb auf den entsprechenden Antrag der Beschwerdeführerin nicht
einzutreten ist.
2.
Laut Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die
Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung
einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinn der Würdigung des Sachverhalts. Das
Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt
wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich
materieller Anspruchsvoraussetzungen (wie etwa des natürlichen
Kausalzusammenhangs nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; siehe hierzu die nicht in BGE 140 V 70 publizierte
E. 3.2 des Urteils des Bundesgerichts vom 24. Februar 2014, 8C_469/2013) liegt, deren
Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung
einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen vor dem
Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser
Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran
möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss –
derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (Urteil des Bundesgerichts vom
23. November 2012, 8C_368/2012, E. 2.2).
2.1.
Eine Zurückhaltung bei der Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit hat
vorliegend umso mehr zu gelten, als die ursprünglich verfügte Leistungszusprache
Ergebnis von eingehenden Vergleichsbemühungen gewesen ist (siehe hierzu sowie zur
Zulässigkeit vergleichsweiser Regelungen bereits vor Erlass des ATSG BGE 140 V
77 ff., insbesondere E. 3.2; zu den Vergleichsbemühungen siehe UV-act. 2072, UV-
act. 2074, UV-act. 2075, UV-act. 2077, UV-act. 2078, UV-act. 2079, UV-act. 2081, UV-
act. 2087 und UV-act. 2089) und durch das von einer einvernehmlichen Lösung
2.2.
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3.
Zu prüfen ist nach dem Gesagten, ob die Bejahung der natürlichen Kausalität zwischen
der fortgeklagten Erwerbsunfähigkeit und dem Unfallereignis vom 19. März 1996 im
Zeitpunkt der Verfügung vom 21. September 2005 vertretbar war. Die Prüfung hat vor
dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage zu erfolgen, wie sie sich im Zeitpunkt der
rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot (vgl. vorstehende E. 2.1).
geprägte Vorgehen gerade Unsicherheiten tatsächlicher Art, nämlich bezüglich des
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 19. März 1996
und der fortbestehenden Erwerbsunfähigkeit, verbindlich geregelt wurden. Diesem
Gesichtspunkt ist bei der nachfolgenden Beurteilung Rechnung zu tragen.
Die Beschwerdegegnerin erblickt eine zweifellose Unrichtigkeit des
vergleichsweise vereinbarten Rentenanspruchs darin, dass gemäss einer vom
Bundesgericht bzw. bereits vom EVG etablierten Erfahrungstatsache (siehe hierzu
nachfolgende E. 3.3) spätestens ein Jahr nach dem Unfallereignis vom 19. März 1996
der Status quo sine (d.h. der mutmassliche Zustand, wie er sich auch ohne Unfall
eingestellt hätte; Urteil des EVG vom 12. April 2005, U 8/05, E. 4.2) erreicht worden und
folglich der natürliche Kausalzusammenhang bereits im Zeitpunkt des Vergleichs
zweifellos weggefallen sei.
3.1.
Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs ist eine Tatfrage und muss
daher mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Dasselbe gilt für den vom Unfallversicherer
zu beweisenden Wegfall des Kausalzusammenhanges. Während bei der Frage, ob ein
Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person
beweisbelastet ist, trägt die Unfallversicherung die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Zustands, wie er vor dem Unfall
bestand oder sich ohne diesen ergeben hätte (siehe etwa bereits das Urteil des EVG
vom 4. Mai 2005, U 372/04, E. 2.2, sowie das Urteil des Bundesgerichts vom
26. August 2019, 8C_408/2019, E. 3.2 mit Hinweisen).
3.2.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers umfasst auch die Beeinträchtigung
durch Beschwerden, welche aus einer unfallbedingten (vorübergehenden oder
richtunggebenden) Verschlimmerung einer vorbestandenen Krankheit herrühren. Nach
derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei
posttraumatischen Beschwerden an der Wirbelsäule nach drei bis vier Monaten
erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung
3.3.
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röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression
abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen
degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun
Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl. die
bereits vor der Verfügung vom 21. September 2005 vom EVG etablierte
Rechtsprechung, wiedergegeben u.a. im Urteil vom 11. April 2005, U 354/04, E. 2.2).
Die Beschwerdegegnerin begründet die zweifellose Unrichtigkeit der
vergleichsweise ergangenen Verfügung vom 21. September 2005 betreffend die Folgen
des Unfallereignisses vom 19. März 1996 hauptsächlich mit der bereits damals
praktizierten «Rechtsprechung bezüglich der medizinischen Erfahrungstatsachen,
wonach der Status quo sine bei der Aktivierung eines stummen Vorzustandes an der
Wirbelsäule spätestens nach einem Jahr eingetreten gewesen sei». Deshalb «habe
mangels Kausalität gar kein Ermessensspielraum bestanden, um
Vergleichsverhandlungen zu führen. Indem die Allianz Suisse die geltende
Rechtsprechung missachtet habe, sei die Rentenverfügung vom 21. September 2005
zweifellos rechtsfehlerhaft zustande gekommen» (UV-act. 2131, Rz 17).
3.4.
Zunächst verkennt die Beschwerdegegnerin bei ihrer Argumentation, dass die
von der Rechtsprechung bestätigte Erfahrungstatsache nicht unumstösslich ist bzw.
nicht den Charakter einer Fiktion besitzt. Es handelt sich hierbei um eine (blosse)
Vermutung, der bei der – primär den medizinischen Fachpersonen obliegenden –
Prüfung der natürlichen Kausalität im Rahmen einer umfassenden Beweiswürdigung
Rechnung getragen werden kann. Nach der konstanten Rechtsprechung sowohl des
EVG als auch des Bundesgerichts ist eine allgemeine Erfahrungsregel, wie die
vorliegend zu beurteilende Erfahrungstatsache, für sich allein genommen nicht
geeignet, den erforderlichen Nachweis für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
des Unfalls zu erbringen. Die Geltung einer solchen abstrakten Vermutung im
konkreten Fall muss anhand der einzelnen Umstände nachvollziehbar dargetan sein
(Urteil des EVG vom 12. April 2005, U 8/05, E. 4.2, bestätigt etwa im Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Dezember 2010, 8C_835/2010, E. 9). Die von der
Beschwerdegegnerin angerufene Erfahrungstatsache genügt folglich für sich allein
offensichtlich nicht, die mit dem Vergleich vereinbarte Annahme des Fortbestehens der
natürlichen Kausalität als zweifellos unrichtig erscheinen zu lassen.
3.4.1.
Von Bedeutung ist ausserdem, wie die Beschwerdeführerin ausführlich
begründet vorbringt (act. G 1, III. Rz 9.2 ff.) und worauf verwiesen wird, dass
Prof. G._ gestützt auf eine umfassende persönliche Untersuchung der
3.4.2.
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Beschwerdeführerin sowie unter Würdigung der relevanten medizinischen Aktenlage
zum Schluss gelangte, die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom
19. März 1996 und den Kreuz- und Beinschmerzen sei weiterhin zu bejahen (Gutachten
vom 22. Mai 2003, UV-act. 024; ergänzende Stellungnahme vom 19. August 2004, UV-
act. 025). Diese – jedenfalls nicht zweifellos unrichtig erscheinende – fachmedizinische
Beurteilung steht der Annahme der Beschwerdegegnerin und der von ihr angerufenen
Erfahrungstatsache entgegen, wonach der natürliche Kausalzusammenhang bereits ein
Jahr nach dem Unfallereignis vom 19. März 1996 weggefallen sein müsse. Vor diesem
Hintergrund durften die Parteien in jedenfalls noch vertretbarer Weise davon ausgehen,
dass das Unfallereignis vom 19. März 1996 nicht jegliche kausale Bedeutung verloren
hatte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2010, 8C_835/2010, E. 9).
Hinzu kommt, dass das EVG im Fall der Beschwerdeführerin – entgegen der vom
Versicherungsgericht im Entscheid vom 27. Oktober 2000, UV 1999/68, E. 3c,
vertretenen Betrachtungsweise (UV-act. 1013) – die Schlussfolgerung, der Status quo
sine sei im März 1997 erreicht worden, als «nicht nachvollziehbar» qualifizierte. «In
Anbetracht der teils unschlüssigen und widersprüchlichen medizinischen Beurteilungen
ist die Kausalität, entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung, nicht
zuverlässig zu beurteilen, namentlich nicht in Bezug auf die entscheidende Frage nach
dem Erreichen des Status quo sine in grundsätzlicher und zeitlicher Hinsicht». Das EVG
betrachtete damit die von der Beschwerdegegnerin zugunsten der Wiedererwägung ins
Feld geführte Erfahrungstatsache im Fall der Beschwerdeführerin als nicht
ausschlaggebend. Vielmehr hielt es weitere medizinische Abklärungen für angezeigt
(Urteil vom 29. Juni 2001, U 501/00, E. 3; UV-act. 1021). Selbst wenn davon
ausgegangen würde, dass die Beurteilung von Prof. G._ nicht beweiskräftig wäre, so
wäre demnach für die Beschwerdegegnerin bzw. die von ihr vorgenommene
Wiedererwägung nichts gewonnen: Vielmehr wäre diesfalls in Nachachtung der
Erwägungen des EVG von einer weiterhin fehlenden Spruchreife auszugehen, deren
Folgen die bezüglich des Wegfalls der natürlichen Kausalität beweisbelastete
Beschwerdegegnerin zu tragen gehabt hätte. Selbst bei angenommener
Mangelhaftigkeit der Beurteilung von Prof. G._ erschiene es deshalb als vertretbar,
jedenfalls nicht als zweifellos unrichtig, dass im Rahmen der Vergleichslösung
vereinbart wurde, die Beschwerdegegnerin die Folgen der allenfalls weiterhin fehlenden
medizinischen Spruchreife bzw. des allenfalls unbewiesen gebliebenen Wegfalls der
natürlichen Kausalität tragen zu lassen.
3.4.3.
Im Licht der vorstehenden Ausführungen erweist sich die Wiedererwägung der
Verfügung vom 21. September 2005 betreffend die Folgen des Unfalls vom 19. März
3.4.4.
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4.
Zu beurteilen bleibt der Antrag des im eigenen Namen Beschwerde führenden
Rechtsanwalts betreffend die Höhe der Entschädigung für die im Einspracheverfahren
gewährte unentgeltliche Rechtsverbeiständung.
1996 als nicht rechtmässig und der angefochtene Einspracheentscheid
(Dispositivziffer 1) ist unter diesem Gesichtspunkt ersatzlos aufzuheben. Deshalb kann
offenbleiben, ob die weiteren gegen die Zulässigkeit einer Wiedererwägung
vorgebrachten Einwände der Beschwerdeführerin (etwa analoge Anwendung von
Art. 22 UVG) zutreffend sind.
Infolge des Obsiegens im Hauptverfahren betreffend den Rentenanspruch stellt
sich die Frage, ob das im eigenen Namen des Rechtsanwalts angehobene
Beschwerdeverfahren betreffend die Höhe der Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist. Denn nunmehr
ist im Einspracheverfahren ebenfalls von einem Obsiegen der Beschwerdeführerin
auszugehen. Das Bundesgericht vertritt die Auffassung, eine Parteientschädigung für
das Einspracheverfahren nach Art. 52 Abs. 3 ATSG sei nur einer obsiegenden
mittellosen Partei zu gewähren, die im Fall des Unterliegens die unentgeltliche
Verbeiständung (Art. 37 Abs. 4 ATSG) hätte beanspruchen können (siehe etwa Urteil
des Bundesgerichts vom 5. Mai 2020, 9C_803/2019, E. 5.2.1). Aus der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann aber nicht abgeleitet werden, dass der
Gesetzgeber im Fall des Obsiegens einer mittellosen Partei anstelle eines Anspruchs
auf Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung als spezielle
Sozialleistung einen Anspruch auf eine Parteientschädigung als Schadenersatzleistung
hätte einräumen wollen (zu den zwei verschiedenen Rechtsinstituten des Anspruchs
auf eine Parteientschädigung und eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung siehe auch
BGE 117 V 404 E. 2b). Eine solche Auslegung von Art. 52 Abs. 3 Satz 2 ATSG würde
denn auch zu einer sachlich nicht gerechtfertigten Schlechterstellung von anwaltlich
vertretenen Einsprache führenden Personen führen, denen ein Schadenersatz bzw.
eine Parteientschädigung für eine notwendige Rechtsvertretung nicht entschädigt
würde, allein weil sie nicht mittellos sind. Aus den Materialien ergibt sich denn auch
klar, dass – wie bereits nach der damals noch herrschenden Rechtslage (siehe etwa
BGE 117 V 401) – ein Anspruch auf eine Parteientschädigung als
Schadenersatzleistung im Einspracheverfahren kategorisch ausgeschlossen werden
sollte (siehe BBl 1994 V 927; siehe auch die ursprünglich noch in Art. 58 Abs. 2 Satz 2
ATSG vorgesehene Bestimmung: «Parteientschädigungen werden nicht ausgerichtet.»,
4.1.
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BBl 1994 V 949). Daran ändert die erst später in den Gesetzesentwurf aufgenommene
Präzisierung, dass Parteientschädigungen «in der Regel» nicht ausgerichtet werden,
nichts. Denn diese Ergänzung bzw. Relativierung des grundsätzlichen Ausschlusses
eines Anspruchs auf Parteientschädigungen im Einspracheverfahren erfolgte einzig zur
Klarstellung, dass der fehlende Anspruch auf eine Parteientschädigung die Ausrichtung
einer Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung bei Obsiegen –
entsprechend der vor Inkrafttreten des ATSG geltenden Rechtslage (siehe hierzu BGE
117 V 404 E. 1b) – nicht ausschliesst (vgl. BBl 1999 4612). Demnach besteht der an
sich unbestrittene Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren trotz des nunmehr auch für das Einspracheverfahren
anzunehmenden Obsiegens der Beschwerdeführerin fort und wird nicht durch das
Rechtsinstitut der Parteientschädigung ersetzt, was eine Gegenstandslosigkeit des
vom Rechtsanwalt in eigenem Namen angehobenen Beschwerdeverfahrens und eine
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Festsetzung einer
Parteientschädigung zur Folge gehabt hätte.
Im Gegensatz zum Anspruch auf eine Parteientschädigung ist nicht die
Beschwerdeführerin, sondern der mit der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
betraute Rechtsanwalt zur Anfechtung der Höhe der aus diesem Rechtsinstitut
resultierenden Entschädigung aktivlegitimiert (BGE 131 V 155 E. 1). Auf seine
Beschwerde gegen die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene Entschädigung
aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren ist folglich
einzutreten.
4.2.
Gemäss Art. 12a der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) sind Art. 8 bis 13 des Reglements über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE;
SR 173.320.2) sinngemäss auf die Anwaltskosten einer Partei anwendbar, welche die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung geniesst. Die Entschädigung umfasst die Kosten
der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE).
Unnötiger Aufwand wird nicht entschädigt (Art. 8 Abs. 2 VGKE). Die Kosten der
Vertretung umfassen das Anwaltshonorar, die Auslagen sowie die Mehrwertsteuer
(Art. 9 Abs. 1 lit. a bis lit. c VGKE). Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendigen
Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin bemessen (Art. 10 Abs. 1 VGKE). Der
Stundenansatz beträgt für Anwälte und Anwältinnen mindestens Fr. 200.-- und
höchstens Fr. 400.-- (Art. 10 Abs. 2 VGKE).
4.3.
Der unentgeltliche Rechtsbeistand steht in einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis
zum Staat. Dabei darf der Staat vom unentgeltlichen Rechtsbeistand erwarten, dass
4.4.
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dieser speditiv und konzentriert auf das Wesentliche arbeitet. Entschädigt wird nur
jener Aufwand, der in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der rechtlichen
Interessen steht, notwendig und verhältnismässig ist (Stefan Meichssner, Das
Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft BV vom 18. April 1999], 2008, S. 205). Das
Honorar muss allerdings so festgesetzt werden, dass dem unentgeltlichen
Rechtsbeistand ein Handlungsspielraum verbleibt und er das Mandat wirksam ausüben
kann (vgl. BGE 141 I 126 E. 3.1). Bei der Beurteilung des Arbeits- und Zeitaufwandes
ist zudem zu beachten, dass der Sozialversicherungsprozess – im Unterschied zum
Zivilprozess – von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird und die
Verwaltungsbehörde den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien
zu ermitteln hat, wodurch in zahlreichen Fällen die Tätigkeit des Rechtsbeistands
erleichtert wird (Urteil des EVG vom 12. September 2006, I 786/05, E. 4.1).
Des Weiteren gilt es zu beachten, dass die Festsetzung der Höhe der
Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands im Verwaltungsverfahren im
Ermessen der Verwaltungsbehörde liegt (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar
2011, 8C_676/2010, E. 3; BGE 131 V 153 E. 6.2). Gegenstand der gerichtlichen
Überprüfung ist daher die Frage, ob die Verwaltung ihr Ermessen pflichtgemäss
ausgeübt hat. Das kantonale Sozialversicherungsgericht setzt sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung. Es muss sich auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegend erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6).
4.5.
Die Bemühungen des im eigenen Namen im Entschädigungspunkt Beschwerde
führenden Rechtsanwalts im Einspracheverfahren zeigten sich in einem kurz
begründeten Akteneinsichtsgesuch samt Interessensvertretungsanzeige vom
10. Dezember 2019 (UV-act. 2127) und einer sechseinhalb Seiten umfassenden
Einspracheschrift vom 6. Januar 2020 (UV-act. 2130). Davon widmen sich rund zwei
Seiten dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (UV-
act. 2130, S. 2 f.). Als Beilagen reichte der Rechtsanwalt vier Dokumente betreffend die
wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin ein. Mit einer weiteren – nicht in
den Akten der Beschwerdegegnerin dokumentierten – E-Mail vom 20. November 2020
machte er einen zeitlichen Aufwand von 21 Stunden bei einem Stundenansatz von
Fr. 300.-- zuzüglich Barauslagen von 3 % sowie Mehrwertsteuer von 7.7 % geltend.
Darüber hinaus forderte er eine Entschädigung von Fr. 160.-- für Sekretariatsaufwand
ebenfalls zuzüglich Barauslagen von 3 % und Mehrwertsteuer von 7.7 % (siehe den im
angefochtenen Einspracheentscheid wiedergegebenen, unbestritten gebliebenen Inhalt
4.6.
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der Kostennote, UV-act. 2131, Rz 17 f.; zur vom Rechtsanwalt im
Beschwerdeverfahren eingereichten Kostennote vom 14. Januar 2021 siehe act. G 1.3).
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Abweichung von der Kostennote damit,
dass im Einspracheverfahren einzig eine Rechtsfrage zu beantworten gewesen sei,
nämlich ob ein Wiedererwägungsgrund gegeben sei oder nicht. Ausserdem habe
Rechtsanwalt Z._ die Beschwerdeführerin bereits früher vertreten und sei mit dem
Fall vertraut. Zu berücksichtigen sei, dass grundsätzlich schon eine schlichte Mitteilung
an die Behörde genüge, Einsprache zu erheben. Damit erscheine die Anzahl der
geltend gemachten Stunden als zu hoch. Die Beschwerdegegnerin hielt einen Aufwand
von 10 Stunden für angemessen und ermittelte auf der Grundlage eines
Stundenhonorars von Fr. 250.-- eine Entschädigung von Fr. 2'500.-- zuzüglich
Barauslagen von 3 % und Mehrwertsteuer von 7.7 % (UV-act. 2131, Rz 18 f.). Dem
hielt der im eigenen Namen im Entschädigungspunkt Beschwerde führende
Rechtsanwalt entgegen, dass die Angelegenheit alles andere als leichte Kost gewesen
sei und die frühere Fallführung im Zeitpunkt des Einspracheverfahrens bereits 14 Jahre
zurückgelegen habe (act. G 1, III. Rz 11).
4.7.
Mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass sich die Bemühungen im
Einspracheverfahren auf eine zwar anspruchsvolle, aber singuläre Frage nach der
Zulässigkeit der Wiedererwägung beschränkten. Dabei war hauptsächlich bloss der
Tatbestand der zweifellosen Unrichtigkeit umstritten. Zwar ist nicht von der Hand zu
weisen, dass die vormalige Rechtsvertretung des im eigenen Namen im
Entschädigungspunkt Beschwerde führenden Rechtsanwalts im Zeitpunkt des
Einspracheverfahrens bereits lange Zeit zurücklag. Dennoch durfte die
Beschwerdegegnerin im Rahmen ihres Ermessens berücksichtigen, dass ihm die
Auseinandersetzung mit den Vorakten, insbesondere das Erfassen der wesentlichen
Vergleichsgrundlagen und der im Vordergrund stehenden medizinischen Akten, im
Verhältnis zu einem noch nie zuvor mit dem Fall der Beschwerdeführerin betrauten
Rechtsbeistand erheblich leichter und effizienter gefallen sein dürfte. Dies gilt
vorliegend umso mehr, als die damaligen Vergleichsbemühungen sowohl in zeitlicher
als auch inhaltlicher Hinsicht einen prägenden Eindruck hinterlassen haben dürften. Im
Licht dieser Umstände fällt auch der Umfang der Vorakten, die nicht über einen
durchschnittlichen unfallversicherungsrechtlichen Wiedererwägungsfall hinausgehen,
nicht bedeutsam ins Gewicht. Des Weiteren erscheint auch der am 2. und 8. Dezember
2020 für die Prüfung des Einspracheentscheids insgesamt eingeplante Aufwand von
2.67 Stunden als deutlich überhöht (siehe die Einträge vom 2. und 8. Dezember 2020,
act. G 1.3). Für das Studium des Einspracheentscheids und die Schlussbesprechung
4.8.
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5.
mit der Beschwerdeführerin als mitzuberücksichtigende Nachbearbeitung (vgl.
Richtlinien des Kantonsgerichts zur unentgeltlichen Rechtspflege im Zivilprozess und
für die Privatklägerschaft im Strafprozess vom Mai 2011) erscheint ein zeitlicher
Aufwand von einer Stunde notwendig. Ferner ist auch nicht ersichtlich, dass die
zusätzlich geltend gemachte «längere tel. Bespr.» mit der Beschwerdeführerin vom
10. Dezember 2020 für das Einspracheverfahren notwendig (gewesen) wäre (act. G 1.3
unten). Insgesamt ist der ermessensweise von der Beschwerdegegnerin festgesetzte
zeitliche Aufwand von 10 Stunden und die auf der Grundlage eines inzwischen
unbestrittenen Stundenansatzes von Fr. 250.-- bemessene Entschädigung von
Fr. 2'500.-- zuzüglich Barauslagen von 3 % und Mehrwertsteuer von 7.7 % im Ergebnis
nicht zu beanstanden. Bei dem als notwendig anerkannten Aufwand von 10 Stunden
kann auch keine Rede davon sein, dass damit keine wirksame Mandatsführung im
Einspracheverfahren möglich gewesen wäre. Mit diesen Ausführungen soll nicht zum
Ausdruck gebracht werden, dass die engagierte, rechtlich fundierte Mandatsführung
durch den im eigenen Namen im Entschädigungspunkt Beschwerde führenden
Rechtsanwalt nicht nützlich gewesen wäre. Vielmehr liegen der Abweisung von dessen
Beschwerde hauptsächlich die für die Rechtssuchenden günstigen Prozessgrundsätze
im Einspracheverfahren (siehe vorstehend E. 4.4), die eingeschränkte Streitfrage, das
restriktive Entschädigungserfordernis der Notwendigkeit und das der
Beschwerdegegnerin zustehende Ermessen zugrunde.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde der Beschwerdeführerin
teilweise gutzuheissen und die Dispositivziffer 1 des Einspracheentscheids, worin an
der wiedererwägungsweisen Aufhebung der Verfügung vom 21. September 2005
betreffend die Folgen des Unfallereignisses festgehalten wurde, ersatzlos aufzuheben.
Auf den Antrag um Zusprache von Verzugszinsen ist nicht einzutreten.
5.1.
Die Beschwerde des im eigenen Namen im Entschädigungspunkt Beschwerde
führenden Rechtsanwalts ist abzuweisen.
5.2.
Gerichtskosten sind weder im Verfahren betreffend die Beschwerdeführerin noch
des Beschwerdeführers zu erheben (Art. 61 lit. f ATSG).
5.3. bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der
5.4.
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