Decision ID: 515b244c-3c23-4528-b82a-acbee4e7b202
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X._
reiste 1998 in die Schweiz ein und war hier zuletzt bis 2015 als Reinigungsfachfrau tätig. Am 2
6.
November 2015 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf ein Mammakarzinom bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/17). Diese tätigte in der Folge medizinische (
Urk.
7/25, 7/28, 7/30, 7/32) und erwerbliche (
Urk.
7/16, 7/27) Abklärungen sowie eine solche im Haushaltsbereich (
Urk.
7/34). Gestützt darauf beschied sie der Versicherten mit Vorbescheid vom
6.
Januar 2017 die voraussichtliche Abweisung des Leistungs
begehrens (
Urk.
7/37). Nachdem die Versicherte dagegen Einwand erhoben (
Urk.
7/38 sowie
Einwandergänzung
,
Urk.
7/46) und auf die Einschränkung infolge des Lymphödems an der linken Hand hingewiesen hatte, nahm die
IV-Stelle erneut Abklärungen in medizinischer Hinsicht
(Urk.
7/40, 7/50)
und im Haushalt (
Urk.
7/52)
vor
. Mit Verfügung vom
4.
April 2018 wie
s
die IV-Stelle das Leistungsgesuch der Ver
sicherten schliesslich ab (Urk.
2 [=
Urk.
7/62]).
2.
Hiergegen liess die Versicherte
Beschwerde (
Urk.
1
)
, eingegangen am
8.
Mai 2018,
erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine
Dreiviertel
s
rente
der Invalidenversicherung auszurichten, eventualiter seien weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand und zur Ein
schränkung im Haushalt durchzuführen. Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juni 2018 (
Urk.
6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
8) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, aus medizinischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit dem 1
7.
August 2015 eingeschränkt; die angestammte Tätigkeit als Reinigungsfach
kraft könne seither nicht mehr ausgeübt werden. Angepasste leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung und ohne Überkopfarbeiten seien der Beschwerdeführerin hingegen seit August 2016 mit einer Einschränkung von höchstens 20 %
(ab Januar 2017)
zumutbar.
Im Haushaltsbereich bestehe, gestützt auf die getätigte Abklärung, eine Einschränkung von 11 %. Unter Berücksichtigung der ab
1.
Januar
2018
geltenden gesetzlichen Grundlage zur Ermittlung des Invaliditäts
grades bei Teilerwerbstätigkeit ergebe sich gesamthaft ein Invaliditätsgrad von 31 %. Ein Rentenanspruch sei daher nicht ausgewiesen.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend (
Urk.
1), sie sei aus gesundheitlichen Gründen sehr eingeschränkt und könne ihre Tätigkeit als Reinigungsfachfrau nicht mehr verrichten.
Die Beschwerdegegnerin sei der Ansicht, sie könne eine angepasste Tätigkeit ausüben, was aber im Widerspruch zur medizinischen Feststellung steh
e, dass sie keine Arbeiten mit B
ücken, Über
kopfa
rbeiten, Kauern, Knien, Heben, T
ragen und auf Leitern steigen verrichten könne. Ihr linker Arm sei kaum einsetzbar. Die von der Beschwerde
gegn
erin in Aussicht gestellten Erwerbsmöglichkeiten seien utopischer Natur, sie könne ihre Arbeitsfähigkeit nicht verwerten. Sie verfüge über keine Ausbildung und spreche keine Landessprache. Hilfsarbeiten mit geringer körperlicher Belastung gebe es kaum. Sie sei daher nicht erwerbsfähig, was bereits einem Invaliditätsgrad von 32.5 % entspreche. Auch ihre Tätigkeit im Haushalt könne sie nicht uneinge
schränkt ausüben. Es wohne nur noch ihre jüngst
e
Tochter zu Hause. Ihr Eh
e
mann sei tagsüber arbeitsbedingt ausser Haus. Die Einschränkungen seien beträchtlich grösser als im Abklärungsbericht festgehalten. Diese könnten auch nicht durch Mithilfe der übrigen Familienmitglieder – welche tagsüber ausser Haus seien – kompensiert werden. Der Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich betrage
daher
56.5 %. Der Gesamtinvaliditätsgrad betrage somit 61.5 %, weshalb sie Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe.
3.
Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich wie folgt:
3.1
In ihrem Bericht vom 2
2.
Dezember 2015 (
Urk.
7/25) führte
Dr.
med. Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, aus, im Jahr 2015 sei bei der Beschwerdeführerin ein Tumorrezidiv eines Mammakarzinoms entdeckt worden. Seit dem 1
7.
August 2015 und bis auf weiteres bestehe daher eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.2
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin
für Gynäkologie und Geburtshilf
e
,
B._
,
führte in ihrem undatierten Bericht (eingegangen bei der Beschwerdegegnerin am
6.
Juli 2016,
Urk.
7/28) aus, die Beschwerdeführerin sei ab dem 1
7.
August bis Ende September 2015 aufgrund der Operation des Mammakarzinoms arbeitsunfähig gewesen. Anschliessend habe
bis zum 1
7.
März 2016 und
aufgrund
der
Radiotherapie bis
zum
2
4.
Mai 2016
eine Arbeitsunfähig
keit
bestanden. Ab dem
1.
Juli 2016 bis zum
5.
August 2016 bestehe wegen eines Lymphödems am linken Arm erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Die Ein
schränkung bestehe in Form
von
Müdigkeit und einer eingeschränkten Funktion des linken Armes.
3.3
Am 1
4.
Juni 20
16
notierte
Dr.
A._
(
Urk.
7/30
/1-2
), die Beschwerde
führerin berichte anlässlich der ersten Tumornachsorgeuntersuchung nach Abschluss der Chemotherapie
über Müdigkeit und leichte Schmerzen im
Axi
l
l
a
bereich
.
Wegen des Lymphödems links
bestehe vom
1.
Juli 2016 bis 5.
August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.4
Dr.
Z._
hielt am
8.
August 2016 (
Urk.
7/32) fest, eine körperlich belastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin derzeit nicht möglich. Auf die Frage, ob eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung bestünde, führte sie aus, diese sei gegeben, falls keine körperliche Anstrengung erforderlich sei.
3.5
Dipl. med. C._
, Fachärztin für Innere Medizin, Fachärztin für Prä
vention und Gesundheitswesen
, Ärztin des
Regionalen Ärztlichen Diensts (
RAD
),
hielt in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
August 2016 (
Urk.
7/36/3-4) fest, bei der Beschwerdeführerin liege ein Gesundheitsschaden vor, welcher sich längerfristig und vermutlich dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit aus
wirke. In einer angepassten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeit in Wechselbe
lastung ohne Überkopfarbeiten) bestünden keine wesentlichen Einschränkungen und die Beschwerdeführerin sei
diesbezüglich
seit dem
8.
August 2016 (Bericht von
Dr.
Z._
) wieder arbeitsfähig.
3.6
In ihrem Bericht vom
7.
Februar 2017
(
Urk.
7/40)
führte
Dr.
me
d. D._
, Fachärztin für Innere Medizin, Fachärztin für Onkologie,
Leitende Ärztin
B._
,
aus,
es bestehe kein Hinweis für ein Rezidiv des Mammakarzinoms aber ein deutlich ausgeprägtes Lymphödem am linken Arm.
In den letzten Wochen sei eine Verschlechterung eingetreten.
Daher sei die Beschwerdeführerin in der Benützung des
linken Armes deutlich limitiert.
Es bestünden Bewegungs
einschränkungen und Schmerzen. Auch eine angepasste Tätigkeit sei nicht mög
lich, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit mindestens dem 3
0.
Januar 2017 bestehe. Die Prognose für das Lymphödem sei schlecht.
3.7
Mit
Stellungnahme vom 1
0.
Februar 2017 (
Urk.
7/61/3) führte
dipl.
med.
C._
aus, unter Berücksichtigung dessen, dass das Lymphödem gegebenenfalls zuge
nommen habe, sei ab dem 3
0.
Januar 2017 eine Verschlechterung eingetreten. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit müsse daher auch in einer angepassten Tätigkeit angenommen werden. Die Einschränkung erreiche aber keinesfalls einen Grad von
100 %. Unter konsequentem Tragen des Entlastungsstrumpfes am lin
ken Arm sowie Physiotherapie sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit um 20 % eingeschränkt sei.
3.8
Am 2
0.
Juli 2017 führte
Dr.
med.
E._
,
B._
,
aus (
Urk.
7/50), die Beschwerdeführerin habe auf eine weitere Abklärung ihrer persistierenden
Abdominalbeschwerden
gedrängt. Da sich bislang endoskopisch und bildgebend
sowie
bei ansonsten unauffälligem gynäkologischen
Konsil
kein abdominelles Beschwerdekorrelat finde, gehe er am ehesten vom Vorliegen (erneuter) verwach
sungsbedingter Beschwerden aus.
3.9
Dipl. med.
C._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 2
8.
März 2018 (
Urk.
7/61/6) fest, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungs
fachkraft seit dem 1
7.
August 2015 nicht mehr arbeitsfähig. Nachdem zunächst davon auszugehen gewesen sei, dass eine angepasste Tätigkeit uneingeschränkt möglich sei, habe die behandelnde Ärztin eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes vorgetragen (Lymphö
dem am li
n
ken Arm). Dies führe zu einer Ein
schränkung
von
20 % in einer angepassten Tätigkeit. Dem Bericht über die
Abdominalschmerzen
sei zu entnehmen, dass es diesen an einem organischen Korrelat fehle. Weitere Berichte diesbezüglich bestünden nicht. Auch mit Blick auf die Feststellungen im Bericht zur Haushaltsabklärung sei aus versicherungs
medizinischer Sicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit um maximal 20 % eingeschränkt sei.
4.
4.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversi
cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbe
reich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
4.2
Den aufliegenden ärztlichen Berichten ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin im Jahr 2015 ein Rezidiv eines Mammakarzinoms erlitt. Im August 2015 erfolgte daher eine Operation mit anschliessender
Tumor
therapie. Dr.
A._
hielt d
ie Beschwerdeführerin aufgrund d
er Operation bis Ende September 2015
und
infolge
der Therapie
bis
Ende Mai 2016 für
arbeitsunfähig
(vgl. E. 3.2).
Das Lymp
h
ödem und die damit verbundene Einschränkung am linken Arm wer
den erstmals
im Juli 2016
von
Dr.
A._
erwähnt. Sie
erachtete daher eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
ab dem
1.
Juli 2016 für
gegeben (E. 3.2), bejahte aber gleichzeitig die Zumutbarkeit für wechselbelastende Tätigkeiten (
Urk.
7/28/5).
Dr.
Z._
war im August 2016
sodann
der Ansicht
,
eine körperlich belastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar, eine Wiedereingliederung unter
Ausklammerung körperlicher Anstren
gung
hielt sie
hingegen
für
möglich (E. 3.4). Dass
dipl.
med.
C._
vom RAD
gestützt auf diese Datenlage die angestammte Tätigkeit als Reinigungsfachkraft als nicht mehr zumutbar erachtete, eine wesentliche Einschränkung
in einer angepassten Tätigkeit
(körperlich leichte Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Überkopfarbeiten)
demgegenüber verneinte
(E. 3.5), ist daher nicht zu beanstan
den.
Insbesondere ist mit Blick auf die Einschränkung am linken Arm
(leichte Schmerzen, minimes Lymphödem; vgl.
Urk.
7/30)
nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin dadurch nicht in der Lage sein sollte
–
wie es
Dr.
A._
proklamiert
e
(vgl.
Urk.
7/28/5)
–
bückende, kauernde oder
kniende Arbei
ten zu verrichten
.
Gemäss der Meldung von Dr.
D._
verschlechterte
sich das Lymphödem a
nfangs 201
7.
Aufgrund der Bewegungseinschränkungen und der Schmerzen schloss
Dr.
D._
auch in einer angepassten Tätigkeit auf eine voll
ständige
Arbeitsunfähigkeit (E. 3.6). Dipl. med.
C._
vertrat jedoch die Ansicht, dass zwar auch in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung angenommen werden könne, diese aber
sicherlich
nicht zu einer vollständigen Arbeits
un
fähigkeit führe
, was plausibel und nachvollziehbar erscheint. Die Beschwerdeführerin ist nachweislich in der Lage, leichte Tätigkeiten mit der lin
ken – nicht dominanten – Hand auszuführen (vgl. E. 5.2). Schliesslich beschränkt sich das formulierte Belastungsprofil ausdrücklich auf leichte Tätigkeiten und schliesst Überkopfarbeiten aus (E. 3.5), womit
–
entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
11)
–
kein Widerspruch zu erkennen ist.
Was die von der Beschwerdeführerin geklagten
Abdominalbeschwerden
betrifft, so wurden solche
einzig von
Dr.
E._
erwähnt, obschon die Beschwerdeführerin angibt
,
diese hätten schon immer (seit der Operation) bestanden
.
Dr.
E._
konnte dafür jedoch ke
in organisches Korrelat
erheben
(E.
3.8).
V
or diesem Hintergrund und in Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin diese Beschwerden bei der ersten Abklärung im Haushalt (
vgl.
E. 5.1) n
och nicht einmal erwähnt hatte und auch
in der zweiten Abklärung (
vgl.
E. 5.
2) keine
diesbezüglichen
Einschrän
kung
en
erwähnte, ist es nicht zu beanstanden,
dass
dipl.
med.
C._
denselben
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beimass.
Zusammenfassend
erweist sich daher
die Beschwerdeführerin
seit dem 1
7.
August 2015 in ihrer angestammten Tätigkeit als nicht mehr arbeitsfähig. In einer ange
passten Tätigkeit
(körperlich leichte Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Über
kopfarbeiten)
ist
sie jedoch
seit August 2016
zu
mindestens
80 % arbeitsfähig.
5.
Die Abklärungen im Haushalt ergeben folgende
n Sachverhalt
:
5
.1
Anlässlich der Abklärung im Haushalt der Versicherten vom
4.
Oktober 2016
(
Urk.
7/34)
gab diese an
,
sie leide unter Schmerzen im ganzen Körper. Es sei ihr kaum mehr möglich
,
den [linken] Arm über Kopfhöhe oder nach hinten zu bewe
gen. Da ihr linker Arm rasch
anschwelle
, trage sie einen Handschuh bis zur Achsel
(
Urk.
7/34/1)
.
Seit
der Operation am 1
7.
August 2015
sei sie keiner Arbeitstätig
keit mehr nachgegangen (
Urk.
7/34/2).
Bei guter Gesundheit würde sie im glei
chen Umfang wie zuvor (32.5 %) einer Arbeitstätigkeit nachgehen (Urk. 7/34/3).
Die invaliditätsbedingten Einschränkungen im Haushalt wurden von der Abklä
rungsperson wie folgt eingeschätzt.
Aufgabe
Gewichtung
Einschränkung
Behinderung
Haushaltsführung
1
5 %
0 %
0 %
Ernährung
2
33 %
30 %
9.9 %
Wohnungspflege
3
20 %
5 %
1 %
Einkauf
4
10 %
0 %
0 %
Wäsche/Kleider
5
20 %
0 %
0 %
Kinderbetreuung
6
10
%
0 %
0 %
Verschiedenes
7
2 %
0 %
0 %
Total
100 %
10.9 %
1
Die Beschwerdeführerin wisse, welche Aufgaben im Haushalt anfallen würden und könne diese entsprechend erledigen oder delegieren (
Urk.
7/34/4).
2
Jedes Famil
ienmitglied frühstücke selbst.
M
ittags
koche sic
h die Beschwerdefüh
rerin etwas L
eichtes. Sie sei zwar langsamer als vor ihrer Erkrankung, könne aber schneiden, schälen und rüsten. Abends koche die Kundin und die Rüstarbeiten würden von ihrem Ehemann übernommen. Die Tochter decke den Tisch u
nd räume den Geschirrspüler ein
und aus. Die oberflächliche Reinigung mache die Beschwerdeführerin, die gründliche Reinigung werde von der [bereits ausgezoge
nen] Tochter erledigt, wenn sie zu Besuch sei. Den Kühlschrank reinige die
Beschwerdeführerin selber, der Küchenboden werde von der jüngsten Tochter gereinigt; die Küchenkästchen habe niemand mehr gereinigt. Den Abfall entsorge der Ehemann. Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, die anfallenden Arbeiten in Etappen zu erledigen. Die Mithilfe der jüngsten Tochter und des Ehemannes im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt sei zumutbar.
Die Hilfe der älteren Tochter bei der gründlichen Reinigung,
dem
Bodenwischen und d
er
Reinigung der Küchenkästchen würden als Einschränkung anerkannt
(
Urk.
7/34/5)
.
3
Die Beschwerdeführerin staube selber ab. Die Tochter kümmere sich um ihr Zim
mer und erledige das Staubsaugen; die Beschwerdeführerin könne jedoch in Etap
pen auch selber staubsaugen.
Die Böden nehme die Tochter feucht auf, da die Beschwerdeführerin den Mopp nicht auswringen könne.
Die Badezimmer würden von der jüngsten Tochter gründlich gereinigt; die Beschwerdeführerin könne jedoch das Waschbecken und das WC selber reinigen. Die Fenster putze die älteste Tochter, die Vorhänge würden nicht mehr gewaschen. Das Ehebett und das Bett der Tochter beziehe die Tochter. Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, die anfallenden Arbeiten in Etappen zu erledigen. Zum Auswringen des Wischmopps gebe es zudem spezielle Vorrichtungen. Die Mithilfe der jüngsten Tochter im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt sei zumut
bar und dem Ehemann sei es zumutbar
,
das Ehebett selber zu beziehen und die Fenster zu reinigen. Die Reinigung der Vorhänge wer
de als Einschränkung aner
kannt (
Urk.
7/34/5-6).
4
Die Einkäufe erledig
t
en das Ehepaar, wie früher, gemeinsam. Kleine Einkäufe sei die Beschwerdeführerin in der Lage selber zu verrichten. Zahlungen erledige das Ehepaar zusammen und die Steuererklärung werde, wie früher, extern in Bear
beitung gegeben. Deswegen bestünden in diesem Bereich keine Einschränkungen
(
Urk.
7/34/6).
5
Wöchentlich würden 3-5 Waschgänge erledigt. Die Beschwerdeführerin sortiere die Wäsche, hänge sie auf und lege sie zusammen, manchmal bügle sie in Etap
pen. Den Rest würden der Ehemann (Wäsche
t
ragen) und die Tochter (Waschma
schine bedienen) erledigen. Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei der Beschwer
deführerin zumutbar, die anfallenden Arbeiten in Etappen zu erledigen. Die Mit
hilfe der jüngsten Tochter und des Ehemannes im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt sei zumutbar. Es bestehe daher keine E
inschränkung in diesem Bereich (
Urk.
7/34/6).
6
Die jüngste Tochter werde beim Lernen unterstützt, da die Eltern ihr aus sprach
lichen Gründen nicht helfen könnten. Zu den Elternabenden gehe deswegen auch die älteste
Tochter. Einschränkungen in der Kinderb
etreuung bestünden daher nicht (
Urk.
7/34/6-7).
7
Die Beschwerdeführerin habe keine Haustiere. Ihre Zimmerpflanze pflege sie sel
ber. Einschr
änkungen bestünden daher nicht (
Urk.
7/34/7).
5
.2
Bei der erneuten Abklärung im Haushalt a
m 2
5.
Juli 2017
(
Urk.
7/52) klagte die Beschwerdeführerin über Schmerzen im linken Arm. Sie trage nach wie vor einen Handschuh, welcher bis zur Achsel reiche und ein Anschwellen verhindere. Aus
serdem habe sie seit der Operation im August 2015 Schmerzen im Bauchbereich. Sie sei nach wie vor nicht in der Lage
,
ihren linken Arm über Schulterhöhe oder gegen den Rücken zu bewegen.
Aufgrund der Mehrbelastung habe sie auch Schmerzen im rechten Arm, weshalb sie Arbeiten im Haushalt zu vermeiden
ver
suche
(
Urk.
7/52/1-2).
Die invaliditätsbedingten Einschränkungen im Haushalt wurden von der Abklä
rungsperson neu wie folgt eingeschätzt.
Aufgabe
Gewichtung
Einschränkung
Behinderung
Haushaltsführung
1
5 %
0 %
0 %
Ernährung
2
35 %
30 %
10.5 %
Wohnungspflege
3
20 %
15 %
3 %
Einkauf
4
10 %
0 %
0 %
Wäsche/Kleider
5
20 %
0 %
0 %
Kinderbetreuung
6
10
%
0 %
0 %
Verschiedenes
7
0
%
0 %
0 %
Total
100 %
13.5 %
1
Keine Änderungen zur Vorabklärung
(
Urk.
7/52/5).
2
D
e
r Ehemann bereite das Frühstück vor, we
n
n er zu Hause sei. Die Beschwerde
führerin könne sich auch einen Kaffee rauslassen. Brot schneiden könne sie jedoch nicht. Da die Tochter mittags in der Schule sei, esse die Beschwerdeführe
rin nur etwas Kaltes oder Reste vom Vorabend. Wegen den Schmerzen in den Händen könne sie nicht mehr rüsten, schälen oder schneiden. Der Ehemann und die Tochter müssten
dies und das Kochen übernehmen. Die Tochter decke auch den Tisch und erledige den Abwasch; sie reinige auch die Küchenablage, da die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei den Wischlappen auszuwringen. Sie könne den Geschirrspüler zwar selber ausräumen, benötige dafür aber viel Zeit. Ausserdem strenge es ihre rechte Hand unnötig an.
Die gründliche Reinigung der Küche werde von der ältesten Tochter erledigt, wenn diese zu Besuch komme. Den Abfall würden die Töchter entsorgen.
Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, die anfallenden Arbeiten in Etappen zu erle
digen.
Das Brot könne auch geschnitten gekauft werden oder es könne eine Schneidmaschine verwendet werden. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin nicht mehr rüsten, schälen und schneiden könne, zumal sie als Rechtshänderin die linke Hand nur zur Unterstützung brauche.
Die Mithilfe der Tochter und des Ehemannes im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt sei zumutbar. Die Hilfe der älteren Tochter
bei der gründlichen Reinigung werde als Einschränkung anerkannt (
Urk.
7/52/5-6).
3
Die Beschwerdeführerin staube selber ab.
Aufräumen könne sie nur kleine Sachen mit wenig Gewicht.
Die Tochter kümmere sich um ihr Zimmer und erle
dige das Staubsaugen
. Die älteste Tochter übernehme das gründliche Staubsau
gen, wenn sie zu Besuch komme. Die Beschwerdeführerin könne weder staubsau
gen noch den Boden aufnehmen, da ihre Arme zu sehr schmerzten. Das Badezim
mer werde von der Tochter und dem Ehemann gereinigt. Sie weise die Tochter dabei an und sprühe ihr Putzmittel auf einen Lappen. Die Fenster
putze die älteste Tochter, die Vorhänge würden nicht mehr gewaschen. Das Ehebett
beziehe der Ehemann, die Tochter beziehe ihr Bett selbst.
Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei der Beschwerdeführerin
(nach wie vor)
zumutbar, die anfallenden
Arbeiten in Etappen
und gegebenenfalls mit Hilfsmitteln
zu erledigen.
Es sei nicht nachvoll
ziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin zwar in der Lage sei Putzmittel aufzu
sprühen aber nicht den Lappen auszuwringen, da beide Bewegungen
einen gewissen Druck erfordern würden
. Die Badezimmerreinigung sei der Beschwer
deführerin daher zumutbar.
Die Mithilfe der Tochter
und des Ehemannes
im Rah
men der
Mitwirkung im Haushalt sei zumutbar
. Die Reinigung der Fenster und der
Vorhänge werde als Einschränkung anerkannt
(
Urk.
7/52/6).
4
Keine Änderungen zur Vorabklärung (
Urk.
7/52/6-7).
5
Wöchentlich würden 2
Waschgänge erledigt. Die Beschwerdeführerin
wasche nur noch in der Küche. Sie sortiere die Wäsche. Die Tochter lege die Wäsche in die Maschine und bediene diese. Die Tochter hänge die Wäsche auf. Kleine Klei
dungsstücke könne die Beschwerdeführerin selber zusammenlegen, bei grösseren
benötige sie Hilfe. Einzelne Kleidungsstücke bügle die älteste Tochter, wenn sie zu Besuch komme.
Die Beschwerdegegnerin erwog, es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, die anfallenden Arbeiten in Etappen zu erledigen.
Es sei nicht nach
vollziehbar, weshalb sie mit der rechten Hand nicht auch weiterhin bügeln könne.
Die Mithilfe der jüngsten Tochter und des Ehemannes im Rahmen der Mitwi
rkung im Haushalt sei zumutbar (
Urk.
7/52/7).
6
Keine Änderungen zur Vorabklärung
(
Urk.
7/52/7).
7
Die Beschwerdeführerin habe keine Haustiere
; die Zimmerpflanze habe wegen einer Allergie des Ehemannes entsorgt werden müssen.
Einsch
ränkungen bestün
den daher nicht (
Urk.
7/52/8).
6.
6.1
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Ja
nuar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünfti
ger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädi
gung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine mög
lichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermögli
chen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltar
beiten nur noch mühsam und mit
viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Auf
gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Ent
löhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berück
sichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleis
tungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder über
wälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3
des Schweizerischen
Zivilgesetzbu
ch
es
(ZGB)
zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden kön
nen, an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicher
ten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung recht
lich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszuge
hen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.2
Bei der Abklärung im Haushalt berücksichtigte die Beschwerdegegnerin eine Ein
schränkung von
insgesamt
13.5 %
(vgl. E. 5.2)
.
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen vortragen, die Einschränkung im Bereich Ernährung betrage 60 % statt 30 %. Sie sei nicht mehr in der Lage
,
selber zu schneiden, rüsten oder schälen. Auch koche sie nichts am Mittag. Wenn der Ehe
mann
arbeite und die Tochter in der Schule sei, könne ihr niemand helfen (
Urk.
1 S. 6,
Ziff.
27
a
)
.
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass es der Beschwer
deführerin zumutbar ist, Arbeiten in Etappen zu erledigen oder sich auch mit Hilfsmitteln (z.B. Brotschneidemaschine) die Arbeit zu erleichtern. Es ist nicht ersichtlich, weshalb es der Beschwerdeführerin aufgrund der Einschränkung am linken Arm gänzlich unmöglich sein sollte zu schneiden, rüsten oder schälen. An ihrer rechten
dominanten
Hand erfährt die Beschwerdeführerin keine Einschrän
kung und mit Unterstützung der linken Hand erscheinen solche Tätigkeiten
–
in einem beschränkten Masse
–
weiterhin zumutbar. Im Rahmen
ihrer
Schadenmin
derungsp
flicht hat die Beschwerdeführerin
entsprechende Verhaltensweisen zu entwickeln,
welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirt
schaftlichen Bereich reduzieren (vgl. E. 6.
1
).
Infolge der Unzumutbarkeit schwerer Arbeiten und der Erschwernis in Bezug auf beidhändige Tätigkeiten ist die Beschwerde
führerin eingeschränkt.
Eine höhere Einschränkung als die durch die Beschwer
degegnerin bereits gewährten 30 % ist
jed
och
nicht ausgewiesen.
Im Ra
h
men der «Wohnungspflege
» erkannte die Beschwerdegegnerin eine Ein
schränkung von 15 % an. Die Beschwerdeführerin macht hingegen geltend, sie könne nicht mehr staubsaugen, dies würden ihre Töchter machen.
Ebenso
könne
sie viele
schwere Putztätigkeiten
nicht mehr
verrichten. Die Einschränkung betrage
daher
mindestens 75 %
(
Urk.
1 S. 7,
Ziff.
27
b)
. Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass ihr schwere Putztätigkeiten nicht mehr zu
zumuten
sind
.
Entsprechend dem ärztlichen Belastungsprofil sind jedoch leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung und ohne Überkopfarbeiten weiterhin zumutbar (vgl. E. 4
.2
).
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb es der Beschwerdegegnerin nicht möglich sein sollte, die leichten Putztätigkeiten im Haushalt selber zu erledigen, zumal es ihr dafür auch zumutbar ist, diese Arbeiten in Etappen zu erledigen und sich entsprechender Hilfsmittel (
z.B.
leichter
,
einhändig
bedienbarer
Staubsauger
oder Staubsaugroboter
,
Auswringstation für Wischmopp und Wischlappen etc.) zu bedienen. Die schweren Putztätigkeiten sind im Rahmen der Mitwirkungspflicht von den übrigen Familienmitgliedern, insbesondere d
em Ehemann, zu überneh
men (vgl.
E. 6.1). Vor diesem Hintergrund erscheint
die von der Beschwerdegeg
nerin anerkannte
Einschränkung im Umfang von 15 % angemessen.
Die Einkaufsfähigkeit erachtete die Beschwerdegegnerin als nicht eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin bringt hingegen vor, sie könne nicht Einkaufen und sei keine Hilfe dabei
, die Einschränkung betrage mindestens 75 %
(
Urk.
1 S.
7,
Ziff.
27c).
Auch
hier ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin mit ihrem gesunden rechten Arm nicht dazu in der Lage sein sollte, leichte Einkäufe selber zu erledigen und bei den gemeinsamen Einkäufen mit ihrem Mann mitzu
helfen.
Der Einkauf wurde bereits früher durch beide Ehegatten gemeinsam erle
digt und dazu gehören auch
noch andere Aspekte als das Tragen der
(schweren)
Einkaufstüten (
z.B.
Planung, Budgetierung
, leichte Produkte in den Einkaufswa
gen legen
etc.), für welche es bei der Beschwerdeführerin keine Anhaltspunkte für eine Einschränkung gibt.
Die schweren Aspekte dieser Tätigkeit sind im Rah
men der Mitwirkungspflicht vom Ehemann zu übernehmen.
Dass die Beschwer
degegnerin in diesem Bereich keine Einschränkung anerkannte, ist damit nicht zu beanstanden.
Für den Bereich «Wäsche/Kleider» anerkannte die Beschwerdegegnerin ebenfalls keine Einschränkung. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend,
d
ie Waschküche befinde sich im Untergeschoss
(Anm.: im Haushaltsabklärungsbe
richt wurde hingegen angegeben, es befinde sich auch in der Küche eine Wasch
maschine, vgl.
Urk.
7/52/4)
. Die schwere Arbeit müsse vom Ehemann verrichtet werden und sie falte die Kleider lediglich zusammen; es bestehe
daher eine Ein
schränkung
von mindestens
75 % (
Urk.
1 S. 7,
Ziff.
27d). Dieser Einschätzung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Die schweren Arbeiten, wie etwa das Bügelbrett aufstellen oder den Wäschekorb tragen
oder auch das Zusammen
legen grösserer Wäschestücke
, sind im Rahmen der Mitwirkungspflicht durch den Ehemann und die Tochter zu erledigen
.
Für die restlichen, leichten Arbeiten
(Wäsche sortieren und in die Wasch
maschine räumen, aufhängen und Z
usam
menlegen leichter Kleidungsst
ücke, B
ügeln)
ist es der Beschwerdeführerin auf
grund ihrer Schadenminderungspflicht zuzumuten diese etappenweise zu erledi
gen. Ein
e
Einschränkung in diesem Bereich ist nicht ersichtlich.
Die
übrigen Einschätzungen im Abklärungsbericht
(Haushaltführung, Kinderbe
treuung, Verschiedenes)
geben
ebenfalls
keine
n
Anlass zur Beanstandung.
Zusammenfassend erweist sich damit
die Einschätzung der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin in ihrem Aufgabenbereich zu 13.5 % einge
schränkt ist, als korrekt.
7.
7.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125
V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermit
telten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 32.5 % erwerbstätig und entsprechend zu 67.5 % im Haushalt tätig (vgl.
Urk.
7/52/2). Die Beschwerdeführerin beanstandete diese Qualifikation nicht. Mit Blick auf den Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/27) und die aufgelegten Arbeitsver
träge (
Urk.
7/16), dem durchschnittlich erzielten Jahreseinkommen (ca. 21'000.
) und dem – soweit ersichtlich
–
durchschnittlich erziel
ten Stundenlohn (ca. Fr. 30.
)
ist diese Einschätzung nicht zu beanstanden.
7.2
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der IVV vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invali
ditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
ist am
4.
April 2018 und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat
(das Wartejahr gemäss
Art.
28 IVG war im August 2016 erfüllt)
. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechts
kräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmun
gen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
7.3
Für den Erwerbsbereich
ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestim
men. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Als Valideneinkommen ist dem Einkommensvergleich das zuletzt erzielte
Ein
-
kommen
der Beschwerdeführerin zugrunde zu legen
, da davon auszugehen ist, dass sie diese Tätigkeit im Gesundheitsfalle weiterhin ausüben würde
. Dem Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/27) ist zu entnehmen, dass sie im Jahr 2012 Fr. 19'958.
, im Jahr 2013 Fr. 21'510.
und im Jahr 2014 Fr. 20'702.
erzielte. Dur
ch
schnittlich
erzielte die Beschwerdeführerin damit vor Eintritt der Gesundheitsschädigung ein Einkom
men von jährlich Fr. 20'723.
(bei einem Pensum von 32.5 %). Dem Einkommensvergleich nach alter Berechnungs
methode (bis 31.12.2017) ist dieses Einkommen zugrunde zu legen.
Angepasst an die Teuerung im Jahr 2016 beträgt das Valideneinkommen Fr. 21'002.-- (
Fr.
20'723.-- / 2673 x 2709).
In Anwendung der neuen Berechnungsmethode ab 1. Januar 2018 ist das
Valideneinkommen auf ein 100
%
-Pensum hochzurechnen und an die Teuerung im Jahr 2017 anzupassen. Daraus resultiert für die neue Berechnungsmethode ein Valideneinkommen in der Höhe von
Fr.
63'998.
(
Fr.
20‘723.
/ 2709 x 2719 / 32.5 x 100).
7.4
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie könne die ihr verbliebene Restarbeits
fähigkeit
(80 % in angepasster Tätigkeit, vgl. E. 4
.2
)
auf dem Arbeitsmarkt nicht verwerten
.
Der Arbeitsmarkt biete keine Stellen, welche ihr Anforderungsprofil (gesundheitliche Einschränkungen, keine Ausbildung, keine Sprachkenntnisse, Teilzeitarbeit von weniger als 40 %) erfüllen würde. Sie
erleide
daher im erwerb
lichen Teil
eine vollständige Erwerbseinbusse
(
Urk.
1 S. 5).
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkei
ten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellek
tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitge
bers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesge
richtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
Die ausgewiesenen
,
gesundheitlichen
Einschränkungen (angepasste Tätigkeit, körperlich leicht mit Wechselbelastung und ohne Überkopfarbeiten zu 80
%
)
füh
ren nicht dazu, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht ver
werten könnte, hält der ausgeglichene Arbeitsmarkt doch genügend solche Tätig
keiten bereit.
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
ist
erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als aus
geschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_712/2017 vom 12. Januar 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Die faktische
Einhändigkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
stellen praxisgemäss Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit dar. Doch hat die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen bestehen, die funk
tionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedien
ung und Überwachung von (halb-)
auto
matischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz von rechtem Arm und rechter Hand voraussetzen (Urteil des Bundesgericht 8C_37/2016 vom 8. Juli 2016 E. 5.1.2 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_628/2017 vom 12. Januar 2018 E. 6.4 und 8C_622/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen). Im F
alle der Beschwerdeführerin ist
nicht der (rechte) dominante Arm, sondern
bloss
der linke (Hilfs-)Arm betroffen.
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt hält für die Beschwerdeführerin demnach trotz ihrer Einschränkun
gen genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten bereit.
Die von der Beschwerdeführerin weiter angeführten Gründe sind entweder invaliditätsfremd (Ausbildung, Sprachkenntnisse) und damit unbeachtlich oder führen ebenfalls nicht zur Annahme einer Unverwertbarkeit (Teilzeittätigkeit unter 40
%
), bietet der ausgeglichene Arbeitsmarkt doch genügend Teilzeitstellen für leichte Tätig
keiten.
Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die ihr ver
bliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu verwerten in der Lage ist. Ein erheblich erschwerter Zugang zum Arbeitsmarkt ist zu ver
neinen.
7.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der
Rückgriff auf die
Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Vorliegend geht die Beschwerdeführerin seit August 2015
keiner Erwerbstätigkeit
mehr
nach,
weshalb zur Ermittlung des Invalideneinkommen
s
ein Tabellenlohn heranzuziehen
ist
. Vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Bran
chen bestehen, ist auf den branchenunabhängigen Lohn für Hilfstätigkeiten (Zentralwert), Kompe
tenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standardi
sierten monatlichen Einkommen von Fr. 4’363.-- auszugehen (LSE 2016, Tabelle TA1, TOTAL, Kompe
tenzniveau 1, Frauen).
Diese
s
ist auf
die
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, A-S)
aufzurech
nen und der
massgeblichen
Nominallohnentwicklung anzupassen. Auf dieser Grundlage ergibt sich für das bis zum 3
1.
Dezember 2017 geltende Berechnungs
modell ein Invalideneinkommen
–
Beschäftigungsgrad von
32.5
%
–
von
Fr. 17‘739.
(Fr.
4‘363
.-- / 40 x 41.7 x 12 x 0.
325). Für das neue Berechnungs
modell ab
1.
Januar 2018 ist
– bei einem der Beschwerdeführerin zumutbaren Beschäftigungsgrad von 80 %
–
von einem Invalideneinkommen in Höhe von Fr.
43
‘
826
.
(Fr.
4‘363
.-- / 40 x 41.7 x 12
/ 2709 x 2719
x 0.8
) auszugehen.
7.6
Wird
für die alte Berechnungsmethode bis 3
1.
Dezember 2017
das Validenein
kommen von
Fr.
21
’002
.
dem Invalideneinkommen von
Fr. 17‘739.
gegenübergestellt,
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
3‘263
.
, was im Erwerbsbereich einem IV-Grad von
15.53
%
entspricht.
Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 63'998.
und des Invalideneinkommens von
Fr.
43‘826
.
nach neuer Berechnungsmethode resul
tiert ab dem
1.
Januar 2018 eine
Erwerbseinbuss
von
Fr. 20‘173.
, was im Erwerbsbereich einem IV-Grad von 31.51 % entspricht.
In Anwendung der gemischten Methode beläuft sich der Gesamtinvaliditätsgrad nach altem Recht (bis 3
1.
Dezember 2017) auf
14.15
%
(
[
15.53
x 0.325
] + [13.5 x 0.675]).
Nach neuem Recht (ab
1.
Januar 2018) beläuft sich der Gesamtinvaliditätsgrad auf 19.35 % ([31.51 x 0.325] + [13.5 x 0.675]).
8.
Nach dem Gesagten besteht und bestand seit Eintritt der Gesundheitsschädigung
respektive seit dem Ablauf der Wartefrist im August 2016
kein rentenbegründen
der Invaliditätsgrad. Die Beschwerdegegnerin hat damit einen Rentenanspruch zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
9.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.