Decision ID: 52cabdb5-21cc-51e2-bf82-8f97031c1dff
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1958 geborene S._ meldete sich am 3. September 2003 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung, Umschulung auf
eine neue Tätigkeit und eine Rente. Er gab an, keine Berufsausbildung absolviert zu
haben. Am 4. März 1991 sei er aus A._ in die Schweiz gekommen, wo er als
Strassenbauer, zuletzt bei der B._ AG gearbeitet habe. Seit Juni 2001 leide er an
einer thorakovertebralen Dysfunktion der Wirbelkörper Th5/6 links (act. G 6.1/1).
A.b Mit Arztbericht vom 18. September 2003 (act. G 6.1/7) teilte Dr. med. C._,
Arztpraxis für Allgemeine Medizin, mit, der Versicherte leide seit Dezember 1992 an
einem Ulcus am Duodenum mit gehäuften Rezidiven, Helicobakternachweis und
wiederholten Eradikationsbehandlungen, seit Juni 2001 an thorako-vertebralen
Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm und seit Mai 2002 an depressiven
Verstimmungen mit Somatisierungsstörung. Seit dem 7. Oktober 2002 und bis auf
Weiteres sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei
stationär, die Prognose sei schlecht, der Versicherte habe keine Motivation mehr, eine
produktive Arbeit aufzunehmen oder sich in einen Arbeitsprozess einzugliedern. Wegen
multifokaler Beschwerden im Körper und einer schwer depressiven psychischen
Verfassung lehne der Versicherte jegliche Arbeit ab.
Im beigelegten Bericht der Klinik Gais vom 25. April 2003 wurde beim Versicherten
folgende Diagnose angegeben: eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen
Symptomen bei Verdacht auf beginnende Somatisierungsstörung (ICD-10: F32.11,
F45.1) sowie ein chronifiziertes zerviko-thorakales Schmerzsyndrom. Für eine leichtere
körperliche Arbeit wurde ab dem 31. März 2003 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert.
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Am 3. Oktober 2003 (act. G 6.1/12) beantwortete Dr. C._ die Frage nach einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit dem Bericht der
Klinik Gais vom April 2003 dahingehend, dass der Versicherte in jene Kategorie von
Patienten gehöre, die sich selbst als krank und keineswegs fähig, ihre frühere Arbeit
wiederaufzunehmen, deklariert hätten. Die bisherigen Bemühungen, den Versicherten
zu einer Wiederaufnahme der Arbeit zu motivieren, seien vollkommen gescheitert.
A.c Die B._ AG hielt im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 25. September 2003
(act. G 6.1/10) fest, der Versicherte sei vom 8. April 1998 bis 31. Oktober 2003 als
Bauarbeiter bei ihr beschäftigt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei durch den
Arbeitgeber aufgelöst worden, der letzte effektive Arbeitstag des Versicherten sei der
4. Oktober 2002 gewesen. Seit dem 1. Januar 2002 habe der Versicherte bei einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 40.5 Stunden monatlich Fr. 4'180.--, pro Jahr
Fr. 54'340.-- (inkl. 13. Monatslohn) verdient.
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz hielt auf Anfrage hin am
21. Oktober 2003 (act. G 6.1/13) fest, aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten
liege keine Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit vor. Weitere medizinische
Abklärungen seien nicht angezeigt. Aus medizinischer Sicht bestehe keine Invalidität
nach IVG.
A.e Daraufhin wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. November 2003 (act. G 6.1/19)
das Gesuch um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab.
A.f Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, St. Gallen,
für den Versicherten Einsprache mit den Anträgen, die Verfügung vom 25. November
2003 sei aufzuheben und dem Versicherten sei eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 67% zuzusprechen, eventualiter sei zur Feststellung
des Grades der Arbeitsfähigkeit des Versicherten ein MEDAS-Gutachten einzuholen,
subeventualiter seien berufliche Massnahmen zu gewähren. Zur Begründung führte
Rechtsanwalt Bodenmann aus, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Klinik
Gais vom 25. April 2003 stehe dem Bericht des behandelnden Hausarztes vom
18. September 2003 diametral entgegen. Übereinstimmung herrsche jedoch bezüglich
des augenscheinlichen psychischen Leidens des Versicherten. In seinem Schreiben
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vom 3. Oktober 2003 habe der behandelnde Hausarzt ausgeführt, wie sich die
unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten durch ihn und die
Klinik Gais erklären lasse. An seiner Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit des
Versicherten habe der Hausarzt offenbar festgehalten. Es sei deshalb davon
auszugehen, dass der Versicherte wegen seiner schweren psychischen Beschwerden
zu 100% arbeitsunfähig sei und daher Anspruch auf eine volle (recte: ganze) IV-Rente
habe.
B.
B.a Der RAD empfahl auf Anfrage hin am 20. Januar 2004 (act. G 6.1/34) die Einholung
eines MEDAS-Gutachtens. Daraufhin widerrief die IV-Stelle am 22. Januar 2004
(act. G 6.1/36) die Verfügung vom 25. November 2003 und ordnete am 30. Januar 2004
(act. G 6.1/40) eine medizinische Abklärung durch die MEDAS St. Gallen an.
B.b Diese Exploration fand ambulant vom 14. - 17. März 2005 statt. Dem Gutachten
vom 21. April 2005 (act. G 6.1/45) ist zu entnehmen, dass der Versicherte an einer
undifferenzierten Somatisierungsstörung und hypochondrischen Störung (ICD-10:
F45.1/F45.2), einem oberen thorakospondylogenen Syndrom mit Ausstrahlungen linke
Thoraxseite (ICD-10: M42.1) bei/mit erheblicher thorakaler Hyperkyphose, deutlichen
segmentalen Bewegungsstörungen der oberen BWS mit Weichteilveränderungen,
reaktiven Tendomyosen linke Thoraxseite, Spondylose C5/C6 und C6/C7, breitbasiger
Bandscheibenprotrusion C6/C7 medio-lateral links dorsal mit leichter foraminaler
Einengung sowie an einem oberen Zervikalsyndrom (ICD-10:M54.2) bei/mit erheblicher
Fehlhaltung und leichter segmentaler Dysfunktion mit reaktiven Tendomyosen am
kraniozervikalen Übergang leide. Diese Diagnosen hätten Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien der anamnestisch
chronisch rezidivierende Pylorus nahe Hp-positive Ulcus mit Eradikation 1992, 1994
und 2001, die Hepatopathie, die volaren Narben Dig. II und III links nach Verbrennung,
der Status nach Schulterluxation rechts 1988 und die Doppelniere links. Aus rein
psychiatrischen Gründen bestehe wegen der hypochondrischen Haltung und
Somatisierung sowohl für die angestammte wie auch für eine adaptierte Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von maximal 20%. Polydisziplinär betrachtet bestehe für die
bisherige Tätigkeit seit Oktober 2002 eine Arbeitsunfähigkeit von insgesamt etwa 50%.
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Für eine adaptierte Tätigkeit (kein häufiges Heben und Tragen sehr schwerer Gewichte
über 30 kg, keine ausschliesslichen Überkopfarbeiten links und keine vorwiegend
stereotypen Tätigkeiten in einer unergonomischen Flexionsstellung mit Rumpfrotation)
bestehe aus rein rheumaorthopädischen Gründen keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung des subjektiven Schmerzerlebens und der
Überzeugung, an einer schweren Erkrankung des Körpers zu leiden und deswegen
nicht mehr arbeiten zu können, müsse davon ausgegangen werden, dass die
medizinische Arbeitsfähigkeit in der Praxis nicht realisiert werden könne. Die Prognose
sei aufgrund des bisherigen Verlaufs sowie der fehlenden Motivation des Versicherten
für eine Reintegration ins Erwerbsleben als schlecht zu beurteilen.
B.c Gestützt auf dieses Gutachten wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Juni 2005
(act. 6.1/51) bei einem Invaliditätsgrad von 23% das Rentengesuch ab.
B.d Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Bodenmann für den Versicherten am
24. August 2005 (act. G 6.1/55) Einsprache mit den Anträgen, die Verfügung vom
22. Juni 2005 sei aufzuheben, dem Versicherten sei eine Invalidenrente basierend auf
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% zuzusprechen und es seien zusätzliche
medizinische Abklärungen zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Versicherten
durchzuführen.
Mit Schreiben vom 2. Januar 2006 (act. G 6.1/63) begründete Rechtsanwalt
Bodenmann seine Einsprache gestützt auf das ärztliche Zeugnis von Dr. med. D._,
Psychiatrisches Zentrum Wattwil, vom 27. Dezember 2005. Er führte aus, gemäss
diesem ärztlichen Bericht könne von einer Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 50%
ausgegangen werden. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 20% ergebe
sich ein Invaliditätsgrad von 61%, womit der Versicherte Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente habe.
C.
C.a Auf Anfrage hin empfahl der RAD in seiner Stellungnahme vom 19. Januar 2006
(act. G 6.1/64) die Einholung eines Verlaufsgutachtens, da Dr. D._ eine andere
Diagnose gestellt habe als die MEDAS. Gestützt auf diese Stellungnahme widerrief die
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IV-Stelle am 20. Januar 2006 (act. G 6.1/66) die Verfügung vom 22. Juni 2005 und
ordnete am 25. Januar 2006 (act. G 6.1/71) eine medizinische Abklärung an.
C.b Diese Exploration fand ambulant am 20. und 22. November 2006 statt. Dem
Verlaufsgutachten vom 5. Januar 2007 (act. G 6.1/74) ist zu entnehmen, dass der
Versicherte an einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1), einer
hypochondrischen Störung (ICD-10: F45.2), einem oberen thorakospondylogenen
Syndrom mit Ausstrahlungen linker Hemithorax (ICD-10: M42.1) bei/mit erheblicher
thorakaler Hyperkyphose, deutlichen segmentalen Bewegungsstörungen im oberen
BWS-Bereich mit reaktiven Weichteilveränderungen, reaktiven Tendomyosen linker
Hemithorax, Spondylose C5/C6 und C6/C7, breitbasiger Bandscheibenprotrusion C6/
C7 medio-lateral links dorsal mit leichter foraminaler Einengung und normalem Ruhe-
EKG sowie an einem leichten Zervikalsyndrom (ICD-10: M54.2) bei/mit erheblicher
Fehlhaltung, reaktiven Tendomyosen mit leichter PHS tendomyotica links und
radiologisch wenig degenerativen Veränderungen leide. Weder aus
rheumaorthopädischer/internistischer noch aus psychiatrischer Sicht ergäben sich
gegenüber der ersten Gutachtenuntersuchung vom März 2005 und den daraus
gezogenen Schlussfolgerungen relevante Veränderungen. Die im Gutachten vom
21. April 2005 festgehaltenen Beurteilungen somatischer- und psychiatrischerseits
könnten im Wesentlichen übernommen werden, ebenso die dort attestierte
Arbeitsfähigkeit.
C.c Gestützt auf dieses Verlaufsgutachten und die Stellungnahme des RAD vom
11. Januar 2007 (act. G 6.1/75) erliess die IV-Stelle am 23. Februar 2007 (act. G 6.1/80)
einen Vorbescheid, mit dem sie das Rentengesuch des Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 25% abwies.
C.d Zu diesem Vorbescheid nahm Rechtsanwalt Bodenmann für den Versicherten am
26. März 2007 (act. G 6.1/85) Stellung und beantragte, dem Versicherten sei eine
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen
und es sei ein weiteres psychiatrisches Gutachten einzuholen. Das MEDAS-Gutachten
vermöge nicht überzeugend darzulegen, aus welchen Gründen der Einschätzung von
Dr. D._ nicht gefolgt werden könne und von einem Arbeitsfähigkeitsgrad des
Versicherten von 80% ausgegangen werden müsse. Es rechtfertige sich daher nicht,
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von der Einschätzung Dr. D._' abzuweichen, die den Versicherten, anders als der
Gutachter, bereits während längerer Zeit begleitet habe und durchaus in der Lage sei,
den Arbeitsfähigkeitsgrad des Versicherten objektiv festzusetzen. Zudem sei bei der
Berechnung des Invaliditätsgrades weder ein Leidens- noch ein Teilzeitabzug
vorgenommen worden. Vorliegend rechtfertige sich ein Abzug in der Höhe von
insgesamt 20%, womit der Versicherte selbst bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von
lediglich 20% Anspruch auf eine Invalidenrente habe.
C.e Der RAD führte in seiner Stellungnahme vom 18. April 2007 (act. G 6.1/86) aus,
eine erneute psychiatrische Begutachtung sei nicht erforderlich. Dem MEDAS-
Verlaufsgutachten könne entnommen werden, dass der psychische Befund aktuell
praktisch identisch sei zu demjenigen von der Begutachtung vom 21. April 2005. Der
Gutachter habe betont, dass ein Teil der depressiv-dysphorischen Stimmung in
Verbindung mit der psychosozialen Situation zu sehen sei, womit er einen Teil der
Verstimmung als Reaktion auf einen IV-fremden Faktor zurückgeführt habe. Dr. D._
habe demgegenüber die IV-fremden Faktoren nicht extra differenziert und benannt. Es
sei allgemein so, dass behandelnde Ärzte im Rahmen der nötigen Empathie, die
aufgewendet werden müsse, um eine therapeutische Beziehung aufzubauen, die IV-
fremden Faktoren oftmals anders gewichteten als die Gutachter.
C.f Gestützt auf diese Stellungnahme wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Mai
2007 (act. G 6.1/87) bei einem Invaliditätsgrad von 25% das Rentenbegehren ab.
Gemäss MEDAS-Gutachten sei der psychische Befund aktuell praktisch identisch zu
demjenigen von der Begutachtung vom 21. April 2005. Eine erneute psychiatrische
Begutachtung sei nicht notwendig. Ein Leidensabzug könne nur vorgenommen
werden, wenn nur noch eine leichte Tätigkeit ausgeführt werden könne. Ein
Teilzeitabzug sei vorzunehmen, wenn die Tätigkeit nur noch in Teilzeit erledigt werden
könne. Beides treffe nicht zu.
D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Bodenmann für den
Betroffenen am 6. Juni 2007 erhobene Beschwerde (act. G 1) mit den Anträgen, die
Verfügung vom 4. Mai 2007 sei aufzuheben, dem Beschwerdeführer sei eine
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Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
zuzusprechen, es sei ein weiteres psychiatrisches Gutachten einzuholen und dem
Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu
gewähren. Zur Begründung führt Rechtsanwalt Bodenmann im Wesentlichen aus, es
lägen offensichtlich zwei unterschiedliche Einschätzungen bezüglich des
Arbeitsfähigkeitsgrades des Beschwerdeführers vor, nämlich diejenige durch das
MEDAS-Gutachten und diejenige von Dr. D._, weshalb sich weitere Abklärungen
insbesondere bezüglich des Arbeitsfähigkeitsgrades des Beschwerdeführers aus
psychiatrischer Sicht aufdrängten. Bezüglich der Berechnung des
Invalideneinkommens sei festzuhalten, dass, selbst wenn man dem MEDAS-Gutachten
folgen würde, von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
ausgegangen werden müsse und er nicht mehr in der Lage sei, schwere Arbeiten
auszuführen. Es rechtfertige sich daher ein Abzug von insgesamt 20% vom
Invalideneinkommen. Selbst wenn man mit dem MEDAS-Gutachten von einer
Arbeitsunfähigkeit von 20% ausgehen würde, ergäbe sich somit ein Invaliditätsgrad
von 50%, womit der Beschwerdeführer in jedem Fall Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente habe.
Mit Schreiben vom 9. Juli 2007 (act. G 4) zieht der Beschwerdeführer das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung zurück.
E.
Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2007 (act. G 6) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Sowohl der MEDAS-Psychiater als
auch die behandelnde Fachärztin Dr. D._ gingen davon aus, dass eine psychische
Erkrankung vorliege, die untrennbar mit den somatischen Beschwerden verbunden sei.
Streitig sei nur die Frage, ob die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung geeignet sei,
auch in einer der körperlichen Behinderung angepassten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Der MEDAS-Gutachter habe eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung und eine hypochondrische Störung diagnostiziert und diesen
Leiden eine höchstens 20%ige Einschränkung in der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
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zugemessen. Dr. D._ habe eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden Tätigkeit
auf 50% beziffert. Die MEDAS-Erstbegutachtung habe ein halbes Jahr vor Aufnahme
der ambulanten Behandlung bei Dr. D._ und die Verlaufsbegutachtung fast ein Jahr
nach der Berichterstattung von Dr. D._ stattgefunden. Die Feststellung des MEDAS-
Gutachters, wonach weder bei der Erst- noch bei der Verlaufsbegutachtung
Anhaltspunkte für eine Depression vorgelegen hätten, müsse bei diesen
Gegebenheiten der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode durch Dr. D._
nicht widersprechen, denn dabei handle es sich definitionsgemäss um ein
vorübergehendes Leiden. Dr. D._' Auskunft vermöge daher die Beweiskraft der
beiden MEDAS-Gutachten in keiner Weise zu erschüttern und es sei davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer körperlich angepassten Tätigkeit
höchstens 20% eingeschränkt sei. Bezüglich des Abzuges vom Invalideneinkommen
sei ein 10%iger Abzug wegen Teilzeitarbeit gerechtfertigt. Der Umstand, dass dem
Beschwerdeführer keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr zumutbar seien,
rechtfertige hingegen keinen Abzug, da nicht zu belegen sei, dass körperlich schwere
Arbeiten besser bezahlt seien als körperlich leichte. Es resultiere somit ein
Invaliditätsgrad von rund 28%. Selbst wenn ein 20%iger Abzug gewährt würde, würde
immer noch ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 36% resultieren. Die
angefochtene Verfügung sei somit im Ergebnis rechtmässig.
F.
Mit Replik vom 5. September 2007 (act. G 8) lässt der Beschwerdeführer an den
Beschwerdeanträgen festhalten. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Dr. D._, die den
Beschwerdeführer während längerer Zeit behandelt und ihn entsprechend gut gekannt
habe, zu einem völlig diametralen Ergebnis gekommen sei als die MEDAS-Gutachter,
die den Beschwerdeführer nur während der Begutachtung selbst untersucht hätten.
Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass eine mittelgradig depressive Episode
vorliege, die zu schwankenden Arbeitsunfähigkeiten führen würde, sei zu bemerken,
dass es diesbezüglich auch möglich gewesen wäre, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht vorübergehend etwas verbessert und
danach wieder verschlechtert hätte. Es müsste gerade deshalb auf die Einschätzung
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eines Psychiaters abgestellt werden, der den Beschwerdeführer während längerer Zeit
habe beobachten und begleiten können.
G.
Die Beschwerdegegnerin teilt mit Schreiben vom 11. September 2007 (act. G 10) mit,
dass sie an den Ausführungen und dem Antrag in der Beschwerdeantwort
vollumfänglich festhalte. Im Übrigen hat sie aber auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 4. Mai 2007, mithin vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE 121 V 366 E. 1b).
2.
Im Streit liegt vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente, der
von der Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 4. Mai 2007
abgewiesen wurde. Nicht zu entscheiden ist hingegen, ob der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen nach Art. 15 ff. IVG hätte.
3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
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Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
3.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
4.
4.1 Strittig ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Während die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Gutachten der MEDAS von einer Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers von mindestens 80% ausgeht, lässt der Beschwerdeführer
geltend machen, er sei höchstens zu 50% arbeitsfähig.
4.2 Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, Dr. med. D._ gehe in ihrem Bericht vom
27. Dezember 2005 unter Berücksichtigung der erfolgten medikamentösen Umstellung
von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von lediglich 50% aus. Da Dr. D._
den Beschwerdeführer über einen längeren Zeitraum begleitet habe und ihn auch
kenne, während der Gutachter den Beschwerdeführer lediglich während der
Begutachtung selbst untersucht habe, sei auf ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
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abzustellen. Diese Sichtweise kann nicht geteilt werden. Die beiden MEDAS-Gutachten
stützen sich auf die Befragung des Beschwerdeführers, die aktuellen
Untersuchungsbefunde, ein psychiatrisches Konsilium, die Röntgenbilder des Instituts
für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen, des Spitals Wattwil sowie diejenigen,
welche der Beschwerdeführer selbst mitbrachte, die Berichte des Spitals Wattwil und
von Dr. med. C._ und die Akten der IV-Stelle. Es führt als Hauptdiagnosen, mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit, eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1), eine hypochondrische Störung (ICD-10: F45.2),
ein oberes thorakospondylogenes Syndrom mit Ausstrahlungen linker Hemithorax bei/
mit erheblicher thorakaler Hyperkyphose, deutlichen segmentalen
Bewegungsstörungen im oberen BWS-Bereich mit reaktiven Weichteilveränderungen,
reaktiven Tendomyosen linker Hemithorax, Spondylose C5/C6 und C6/C7, breitbasiger
Bandscheibenprotrusion C6/C7 medio-lateral links dorsal mit leichter foraminaler
Einengung, normalem Ruhe-EKG sowie ein leichtes Zervikalsyndrom bei/mit
erheblicher Fehlhaltung und reaktiven Tendomyosen mit leichter PHS tendomyotica
links auf. Die Gutachten halten fest, aus rheumaorthopädischer Sicht bestehe in der
angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 50%. In einer Tätigkeit ohne
häufiges Heben und Tragen schwerer Gewichte über 30 kg, unter Vermeidung
stereotyper Tätigkeiten in einer unergonomischen Haltung mit Flexion und
Rumpfrotation ohne Möglichkeit zur Einnahme von Ausweichhaltungen sowie
vorwiegender Überkopfarbeiten links bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der angestammten wie auch in einer
adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Für eine Depression fänden sich
entgegen dem Bericht von Dr. D._ vom 27. Dezember 2005, in welchem sie eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostizierte, keine
Anhaltspunkte. Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass der Versicherte
zwischenzeitlich unter depressiven Verstimmungen gelitten habe, diese seien heute
aber weitgehend abgeklungen. Die von Dr. D._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von
50% könne während einiger Monate zutreffend gewesen sein, heute habe diese
Einschätzung aber keine Gültigkeit mehr. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die psychiatrische Exploration von der Natur
der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden
Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen
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verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und unter
Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag
kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets
dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (Bundesgerichtsentscheid i/S H.
vom 18. April 2006 [I 783/2005] E. 2.2). Nach der ständigen höchstrichterlichen
Rechtsprechung ist überdies stets der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 17. August 2005 [I 212/05]). Die
zumutbare Leistungsfähigkeit wird im Rahmen der therapeutischen Bemühungen oft
bewusst tief angesetzt. Dr. D._ hält denn auch in ihrem Bericht ausdrücklich fest,
dass sich der Beschwerdeführer nach einer in der Zeit vom 29. September bis
12. Dezember erfolgten Medikamentenumstellung, die zu einer deutlichen
Verbesserung der Schlaf- und Stimmungsqualität geführt habe, nun die Aufnahme
einer 50%-igen Tätigkeit mit Wechselbelastung vorstellen könne. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ beruht somit im Wesentlichen auf der ihr
gegenüber geäusserten Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers und gibt nicht die
objektive Leistungsfähigkeit in einer ihm zumutbaren adaptierten Tätigkeit wieder. Im
Übrigen braucht eine mittelgradige depressive Episode, wie sie Dr. D._ in ihrem
Bericht diagnostiziert, nicht zwangsläufig eine Arbeitsunfähigkeit nach sich zu ziehen.
So diagnostizierte Dr. med. E._, Klinik Gais, in seinem Bericht vom 25. April 2003
zwar ebenfalls eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen,
attestierte dem Beschwerdeführer aber eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit nach dem
Klinkaufenthalt. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der Bericht von Dr.
D._ vom 27. Dezember 2005 nicht geeignet ist, die MEDAS-Gutachten in Zweifel zu
ziehen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS Ostschweiz erfolgte
unter Berücksichtigung sowohl der körperlichen Beschwerden wie auch der
psychischen Probleme. Sie bezieht sich auf eine bei gutem Willen objektiv zumutbare
Leistung in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Ihr ist der Vorrang zu geben. Es ist
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deshalb davon auszugehen, dass eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 80%
besteht.
5.
5.1 Für die Invalidität massgebend sind die erwerblichen Auswirkungen der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist
nach der Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu
erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person
vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 20. November 2001 [I 716/00]; ZAK
1980 S. 593), da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 27. Februar 2004 [I 601/03]; BGE 129 V 224 E. 4.3.1).
Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) ist für die Vornahme des
Einkommensvergleichs auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222). Vorliegend ist der
Einkommensvergleich für 2003 vorzunehmen, da die einjährige Wartezeit (vgl. Art. 29
Abs. 2 IVG) im Oktober jenes Jahres ablief (nach den medizinischen Unterlagen trat
beim Beschwerdeführer am 7. Oktober 2002 eine Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit auf).
5.2 Gemäss Auskunft des Arbeitgebers (act. G 6.1/10) hätte der Beschwerdeführer im
Jahr 2003 als Bauarbeiter bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40.5 Stunden
Fr. 55'185.-- verdient. Dieser Betrag entspricht somit dem möglichen
Valideneinkommen für das Jahr 2003.
6.
6.1 Nach Art. 16 ATSG ist beim Einkommensvergleich als Invalideneinkommen
dasjenige Erwerbseinkommen einzusetzen, welches die versicherte Person nach Eintritt
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der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Im
vorliegenden Fall arbeitet der Beschwerdeführer seit Oktober 2002 nicht mehr, womit
er die ihm mit Gutachten der MEDAS Ostschweiz attestierte Arbeitsfähigkeit von 80%
nicht ausschöpft. Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades ist daher die vom
Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
heranzuziehen. Der monatliche Durchschnittslohn im Anforderungsniveau 4 betrug im
Jahr 2002 für Männer Fr. 4'557.-- (TA1 S. 43) oder pro Jahr Fr. 54'684.--. Um die
Nominallohnentwicklung erhöht ergibt dies für das Jahr 2003 ein Einkommen von
Fr. 55'469.-- (2002 111.5 Punkte, 2003 113.1 Punkte; vgl. LE 2003). Da diese Werte auf
einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beruhen, sind sie
noch auf die im Jahre 2003 betriebsüblich gewesene Arbeitszeit von 41.7 Stunden
umzurechnen. Dies ergibt ein Einkommen von Fr. 57'826.-- pro Jahr. Im Jahr 2002
erzielte der Beschwerdeführer einen Jahreslohn von Fr. 54'340.-- (vgl. act. G 6.1/10),
was lediglich ca. 95% des durchschnittlichen Jahreseinkommens von Fr. 57'008.--
gemäss LSE 2002 (TA1, Durchschnitt aller Branchen, umgerechnet auf den
schweizerischen Durchschnitt von 41.7 Wochenarbeitsstunden) entspricht. Diese
Einkommensunterschreitung darf sich nicht auf die Invaliditätsbemessung auswirken,
da sie ihre Ursache offensichtlich nicht in der Gesundheitsbeeinträchtigung hatte. Das
für 2003 aufgrund des Tabellenlohnes ermittelte Jahreseinkommen ist daher um 5%
herabzusetzen, womit ein Einkommen von Fr. 54'935.-- resultiert. Dem
Beschwerdeführer ist ein Pensum von 80% zumutbar. Das Jahreseinkommen beläuft
sich bei 80% auf Fr. 43'948.--.
6.2 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig
von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen
leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche
oder berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller
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Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen. Letztlich ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller
jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen
(vgl. BGE 126 V 75).
6.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort den nicht direkt
behinderungsbedingten Nachteilen des Beschwerdeführers auf dem Arbeitsmarkt mit
einem Abzug von 10% Rechnung getragen. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers macht demgegenüber geltend, es sei ein Abzug von 20%
angebracht. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Zu berücksichtigen ist, dass
statistisch Teilzeit arbeitende Männer bei einem Pensum zwischen 75% und 89% rund
6% weniger verdienen als vollzeiterwerbstätige Männer (LSE 2006, S. 16, T2) und
ferner, dass die Statistik auf gesunde Arbeitskräfte abstellt. Zusätzliche
behinderungsbedingte Umstände, die nicht bereits in der medizinischen
Arbeitsunfähigkeit von 20% erfasst wären, sind nicht ersichtlich. Ein Abzug von 20% ist
daher mit Sicherheit nicht gerechtfertigt. Die Frage der Höhe des Abzugs kann
vorliegend aber offen gelassen werden, denn selbst bei einem Abzug von 20% würde
der rentenbegründende Invaliditätsgrad von 40% nicht erreicht.
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen. Dem Ausgang des Verfahrens gemäss
sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG