Decision ID: caf5da79-fa2f-4ef1-9f2b-6a4290ebcc7f
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog seit Jahren Ergänzungsleistungen zu seiner Rente der Inva
lidenversicherung. Am 22. Dezember 2005 teilte die EL-Durchführungsstelle seinem
Rechtsvertreter mit (EL-act. 170), sie habe festgestellt, dass der Versicherte seit Jahren
kein Einkommen mehr aus seiner selbständigen Erwerbstätigkeit erziele. Deshalb
werde sie die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens prüfen. Sie
forderte den Versicherten auf, diverse Fragen zu beantworten. Am 24. Februar 2006
antwortete der Rechtsvertreter des Versicherten (EL-act. 166), dieser habe entgegen
der Auffassung der EL-Durchführungsstelle seine selbständige Erwerbstätigkeit erst im
Jahr 2004 aufgenommen. Das Unternehmen befinde sich noch im Aufbau, weshalb
nennenswerte Gewinne noch ausblieben. Die Tätigkeit sei ideal leidensadaptiert,
weshalb vom Versicherten nicht verlangt werden dürfe, sie wieder aufzugeben und sich
eine Arbeitsstelle zu suchen. Am 9. Januar 2007 teilte das regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) mit (EL-act. 146), der Versicherte habe sich im Mai
2006 als arbeitslos gemeldet. Anhand der Nachweise seiner Arbeitsbemühungen in den
Monaten Juni bis November 2006 sei ersichtlich, dass er sich um eine Arbeitsstelle
bemühe. Allerdings sei es schwierig, eine Stelle zu vermitteln, da der Versicherte seine
selbständige Erwerbstätigkeit nicht aufgeben möchte und daher bloss stundenweise
als Arbeitnehmer tätig sein könne. Nachdem der Rechtsvertreter des Versicherten
mitgeteilt und belegt hatte, dass der Versicherte im Jahr 2006 erstmals einen Gewinn
von knapp 7’000 Franken erzielt hatte (EL-act. 141), sah die EL-Durchführungsstelle
von der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ab (EL-act. 139).
Anstelle eines hypothetischen Erwerbseinkommens rechnete sie den aus der
selbständigen Erwerbstätigkeit erzielten Gewinn als Einnahme an (EL-act. 135 ff.). Da
der Versicherte im Oktober 2007 geheiratet hatte, mussten die Rentenleistungen der
Invalidenversicherung und die Ergänzungsleistungen neu berechnet werden. Die EL-
Durchführungsstelle stellte ihre Leistungen per November 2007 ein und forderte den
Versicherten auf, sich erneut zum Bezug von Ergänzungsleistungen anzumelden (EL-
act. 130). Anhand der in der Folge eingereichten Unterlagen errechnete die EL-
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Durchführungsstelle einen Einnahmeüberschuss, weshalb sie die
Ergänzungsleistungen mit einer Verfügung vom 16. Oktober 2008 aufhob (EL-act. 108).
Bei der Anspruchsberechnung hatte sie für den Versicherten selbst kein Einkommen
angerechnet, da dieser im Jahr 2007 einen Verlust erwirtschaftet hatte (vgl. EL-
act. 116–5 ff. und 118–7).
A.b Im August 2010 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Ergänzungs
leistungen an (vgl. EL-act. 100). Seine Ehe war im Mai 2010 geschieden worden (EL-
act. 104). Die selbständige Erwerbstätigkeit hatte er bereits im August 2009
aufgegeben (EL-act. 79). Mit einer Verfügung vom 10. Juni 2011 sprach die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten eine Ergänzungsleistung zu (EL-act. 74). Bei der
Anspruchsberechnung hatte sie ein hypothetisches Erwerbseinkommen von 19’050
Franken angerechnet. Am 28. Juli 2011 reichte der Versicherte Nachweise über
Arbeitsbemühungen ein (EL-act. 73). Er machte geltend, er habe sich seit Anfang des
Jahres um über 400 Arbeitsstellen beworben. Da ihm nicht bewusst gewesen sei, dass
er die Nachweise einreichen werden müsse, habe er diese nicht alle aufbewahrt. Er
könne deshalb lediglich noch 266 Bemühungen nachweisen. Am 31. August 2011
reichte der Versicherte weitere Nachweise ein (EL-act. 72). Am 7. September forderte
ihn die EL-Durchführungsstelle auf, seine Bewerbungsunterlagen einzureichen (EL-
act. 71). Am 16. September 2011 gab der Versicherte einen Lebenslauf ab (EL-act. 70).
Er machte geltend, er habe keine Arbeitszeugnisse, da er nie in einem gewöhnlichen
Arbeitsverhältnis tätig gewesen sei. Am 28. September 2011 teilte die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten mit (EL-act. 69), seine Bewerbungsbemühungen
seien ungenügend. Sie forderte ihn auf, seine Bewerbungsschreiben ausführlicher und
motivierter zu gestalten, keine Negativformulierungen zu verwenden (wie zum Beispiel
„seit dem Jahr 1994 bis heute IV-Rentner“) und sich schriftlich auf tatsächlich freie,
ausgeschriebene Arbeitsstellen zu bewerben. Das zuständige RAV könne ihn bei der
Stellensuche unterstützen. Da die eingereichten Stellenbemühungen diesen Kriterien
nicht entsprächen, werde weiterhin ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet. In der Folge reichte der Versicherte weitere Stellenbemühungsnachweise
ein (EL-act. 67 f.). Am 16. Januar 2012 forderte ihn die EL-Durchführungsstelle auf, die
Bewerbungsschreiben und sein Bewerbungsdossier einzureichen (EL-act. 62). Im März
2012 reichte der Versicherte weitere Stellenbemühungsnachweise ein (EL-act. 60).
Offenbar hatte er den Passus in seinem Lebenslauf, wonach er seit dem Jahr 1994 eine
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Rente der Invalidenversicherung bezogen hatte, weggelassen, denn einige Arbeitgeber
hatten in ihren Antwortschreiben die entsprechende Lücke bemängelt und den
Verdacht geäussert, der Versicherte sei in dieser Zeit wohl im Gefängnis gewesen. Am
16. März 2012 wies die EL-Durchführungsstelle den Versicherten darauf hin (EL-
act. 59), dass er natürlich den Bezug der Invalidenrente nicht verschweigen müsse. Er
solle aber vermehrt auf seine Stärken und seine Motivation aufmerksam machen. Mit
einer Verfügung vom 29. März 2012 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten ab dem 1. März 2012 eine Ergänzungsleistung ohne Berücksichtigung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu (EL-act. 56).
A.c Am 19. September 2012 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf,
die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen in den Monaten April bis und mit September
2012 einzureichen (EL-act. 52). Sie wies ihn darauf hin, dass er sich monatlich um acht
ausgeschriebene oder um 15 nicht ausgeschriebene Stellen zu bewerben und zudem
eine Übersicht über die getätigten Bewerbungen anzufertigen habe. Nachdem sie keine
Antwort erhalten hatte, forderte sie den Versicherten am 25. Oktober 2012 auf, die
verlangten Unterlagen bis spätestens 10. November 2012 zu liefern (EL-act. 50). Am
26. Oktober 2012 reichte der Versicherte die verlangten Nachweise ein (EL-act. 49). Die
EL-Durchführungsstelle wies ihn am 29. Oktober 2012 darauf hin (EL-act. 48), dass die
Unterlagen unübersichtlich seien. Insbesondere sei nicht erkenntlich, in welchem
Monat die jeweiligen Bemühungen getätigt worden seien. Sie behalte sich deshalb vor,
ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Sie forderte den Versicherten
auf, mittels eines beigelegten Übersichtsblattes die Arbeitsbemühungen der Monate
Oktober, November und Dezember 2012 zu belegen. Dabei wies sie darauf hin, dass
dem Übersichtsblatt die Bewerbungsbeispiele, Stelleninserate, Absageschreiben sowie
ein Lebenslauf beizulegen seien. Am 4. Januar 2013 gingen ihr die verlangten Belege
zu (EL-act. 40). Am 8. Januar 2013 teilte sie dem Versicherten mit, dass die
Bemühungen ausreichend seien und daher weiterhin kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werde (EL-act. 39).
A.d Am 7. August 2013 forderte die EL-Durchführungsstelle die Nachweise der in den
Monaten Januar bis und mit Juli 2013 getätigten Arbeitsbemühungen ein (EL-act. 31).
Der Versicherte gab die verlangten Unterlagen am 26. September 2013 persönlich ab
(EL-act. 21). Mit einer Verfügung vom 27. September 2013 setzte die EL-Durch
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führungsstelle die Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 infolge der
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens herab (EL-act. 19). Am
11. Oktober 2013 notierte ein Gruppenleiter (EL-act. 18), mengenmässig seien die
Bewerbungsbemühungen ausreichend. Qualitativ liessen die Bewerbungen aber zu
wünschen übrig. Das jeweils via E-Mail versendete Schreiben sei ein
„Absagensammler“. Ohne eine schriftliche Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle
werde der Versicherte keine Arbeitsstelle finden. Gesamthaft sei der Wille, eine
Arbeitsstelle zu finden, nicht ersichtlich. In einem Schreiben vom 11. Oktober 2013
wies die EL-Durchführungsstelle den Versicherten darauf hin, dass er die Qualität
seiner Bewerbungsbemühungen verbessern müsse (EL-act. 17). Der Versicherte
antwortete am 27. Oktober 2013 (EL-act. 16), er sei mit diesem Schreiben ganz und gar
nicht einverstanden. Er habe das Gefühl, dass jeder Mitarbeiter der EL-
Durchführungsstelle eigene Vorstellungen von der erforderlichen Qualität der
Bewerbungsbemühungen habe. So sei ihm untersagt worden, die mit Hilfe des RAV
erstellten Bewerbungsunterlagen zu benutzen. Er habe dreimal bei der EL-
Durchführungsstelle vorsprechen müssen, bis ein Bewerbungsschreiben akzeptiert
worden sei. Man habe ihm gesagt, dass man etwas mehr als das RAV erwarte. Es
könne doch nicht sein, dass ein Mitarbeiter von ihm verlange, dass er mit einem
bestimmten Bewerbungsschreiben arbeite, und der nächste Mitarbeiter ihm zur Last
lege, dass er ausschliesslich dieses Schreiben verwende. Er habe sich an die An
weisungen gehalten. Würden die Richtlinien geändert, werde er sich auch daran halten.
Man dürfe aber nicht neue Richtlinien aufstellen und diese rückwirkend anwenden bzw.
ihm zur Last legen, dass er sich in der Vergangenheit nicht bereits an diese neuen
Richtlinien gehalten habe. Am 28. Oktober 2013 teilte ihm die EL-Durchführungsstelle
mit (EL-act. 15), dass sie seine Eingabe als Einsprache entgegen nehme. Er müsse
diese aber noch verbessern. Die Einsprache müsse ein Rechtsbegehren und eine
Begründung enthalten und unterzeichnet sein. Der Versicherte verbesserte seine
Eingabe in diesem Sinne innert der gesetzten Frist (EL-act. 12). Am 25. November 2013
reichte er weitere Stellenbemühungsnachweise ein (EL-act. 11). Mit einem Entscheid
vom 22. Januar 2014 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 4).
Zur Begründung führte sie aus, sie habe den Versicherten wiederholt und stets
gleichbleibend auf die Anforderungen an die Stellenbemühungen hingewiesen.
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Gemessen an diesem Massstab seien die Arbeitsbemühungen qualitativ ungenügend,
weshalb zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden sei.
B.
B.a Am 31. Januar 2014 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 22. Januar 2014 (act. G 1). Er
führte aus, er habe seinen Lebenslauf zusammen mit einem Mitarbeiter der EL-Durch
führungsstelle erstellt. Man könne ihm also nicht vorwerfen, der Lebenslauf sei unvor
teilhaft formuliert. Auch habe er bereits schriftlich die Behauptung, er habe sich nur
blind beworben, widerlegt. Am 18. Februar 2014 ergänzte er seine Beschwerde im
Irrtum, die Aufforderung des Versicherungsgerichtes, eine Beschwerdeantwort
einzureichen, sei an ihn gerichtet gewesen (act. G 3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. Februar 2014 unter Hinweis auf die

Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 5).
B.c Mit einer Replik vom 11. März 2014 hielt der Beschwerdeführer an seiner Be
schwerde fest (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.
Erwägungen:
1.
1.1 Erzielt ein EL-Bezüger kein Erwerbseinkommen, obwohl ihm dies möglich und
zumutbar wäre, oder erzielt er ein Erwerbseinkommen, das deutlich unter dem zumut
barerweise erzielbaren Erwerbseinkommen liegt, soll der Staat nicht für den ent
sprechenden Fehlbetrag aufkommen müssen. Ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen
besteht nämlich nur soweit, als es einem EL-Bezüger nicht möglich ist, aus eigener
Kraft für seinen Lebensbedarf aufzukommen. Betreffend die Bezüger einer Teilrente der
Invalidenversicherung hat der Verordnungsgeber die Vermutung aufgestellt, sie
könnten – abhängig vom Invaliditätsgrad – noch mindestens ein Einkommen von zwei,
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drei oder vier Dritteln der Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf erzielen
(Art. 14a ELV; vgl. etwa BGE 115 V 88). Diese Vermutung kann durch den Nachweis
widerlegt werden, dass der Betroffene trotz ernsthafter Bemühungen kein oder
jedenfalls kein so hohes Erwerbseinkommen erzielen kann. Dieser Nachweis erfolgt in
aller Regel mittels einer Dokumentation der Stellenbemühungen inkl. entsprechender
Absagen der potentiellen Arbeitgeber. Auf diese Weise kann ein EL-Bezüger nämlich
belegen, dass er das ihm Zumutbare unternimmt, um wenigstens einen Teil seines
Ausgabenüberschusses aus eigener Kraft zu decken, dass ihm dies aber aus
arbeitsmarktlichen Gründen effektiv nicht möglich ist. Belegt werden müssen also
sowohl die Ernsthaftigkeit der Stellensuche als auch der ausbleibende Erfolg der
entsprechenden Bemühungen.
1.2 Ob sich ein EL-Bezüger ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht, muss aufgrund
der gesamten Umstände des Einzelfalles geprüft werden. Zwar bestehen anscheinend
hinsichtlich der Anzahl der verlangten Arbeitsbemühungen bestimmte interne
Verwaltungsrichtlinien (die Beschwerdegegnerin verlangt beispielsweise in der Regel
monatlich acht Bewerbungen um ausgeschriebene oder 15 Bewerbungen um nicht
ausgeschriebene Stellen), doch können diese Richtlinien die Beschwerdegegnerin (und
erst recht das Gericht) nicht von der Pflicht entbinden, allen relevanten Umständen des
Einzelfalles umfassend Rechnung zu tragen. Im Einzelfall kann deshalb ein Abweichen
von diesen internen Richtlinien erforderlich sein.
1.3 Vorliegend hat der Beschwerdeführer erwiesenermassen die quantitativen Vor
gaben der Beschwerdegegnerin erfüllt, was von der Beschwerdegegnerin denn auch
nicht bestritten wird. Streitig ist, ob die nachgewiesenen Bemühungen als ernsthaft
qualifiziert werden können. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der Beschwerde
führer habe stets dasselbe Schreiben verwendet, welches als „Absagensammler“ zu
qualifizieren sei. Im Verfahrensverlauf hat sie dem Beschwerdeführer vorgeworfen, in
seinen Bewerbungsschreiben sei die Motivation nicht ersichtlich, er weise zu wenig auf
seine Fähigkeiten hin und er müsse sich auch schriftlich (und nicht nur elektronisch) um
Stellen bewerben. Tatsächlich erweist sich das vom Beschwerdeführer für sämtliche
Arbeitsbemühungen verwendete Schreiben als „Minimallösung“. Es wäre
zweckdienlicher gewesen, wenn der Beschwerdeführer ausführlichere Schreiben
verfasst und jeweils dargelegt hätte, weshalb er sich für eine bestimmte Stelle
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interessiere und glaube, dafür (besonders) geeignet zu sein. Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein, er habe mit Hilfe eines Sachbearbeiters des regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums ein Motivationsschreiben verfasst, das er anschliessend
jeweils verwendet habe, um sich um Arbeitsstellen zu bewerben. Die
Beschwerdegegnerin habe ihm dann aber mitgeteilt, sie erwarte „etwas mehr als das
RAV“. Daraufhin habe er sein Motivationsschreiben mehrmals anpassen müssen. Ein
Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin habe ihn darauf hingewiesen, dass er weniger
Negativformulierungen verwenden und bspw. nicht einfach im Lebenslauf schreiben
solle, er beziehe seit 14 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung. In der Folge habe
er einen entsprechend angepassten Lebenslauf verwendet. Dies habe aber dazu
geführt, dass mehrere potentielle Arbeitgeber stutzig geworden seien und gemutmasst
hätten, er sei die letzten 14 Jahre im Gefängnis gewesen (was verschiedene
Absageschreiben, die bei den Akten liegen, belegen). Danach habe ein anderer
Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin ihm gesagt, er dürfe keine Lücke verwenden
und natürlich erwähnen, dass er ein Invalidenrentenbezüger sei. Folglich habe er seinen
Lebenslauf wieder entsprechend angepasst. So habe er insgesamt jede Änderung
seiner Bewerbungsunterlagen, die verlangt worden sei, umgesetzt. Es sei unfair, wenn
die Beschwerdegegnerin ihre Anforderungen verändere, ihn nicht informiere und ihm
dann vorwerfe, er habe sich nicht an die aktuellen Anforderungen gehalten. Diese
Vorbringen, die weitgehend belegt sind, zeigen, dass der Beschwerdeführer nicht in
der Lage ist, seine Bewerbungsunterlagen selbständig zu verbessern und an die
spezifischen Anforderungen der konkreten Stellenausschreibung anzupassen. Er ist nur
in der Lage, auf bestimmte generelle Anweisungen zu reagieren, wobei er belegt hat,
dass er sämtliche Anweisungen der verschiedenen Sachbearbeiter der
Beschwerdegegnerin stets so gut als möglich befolgt hat. Der Beschwerdeführer ist
bislang nie als Arbeitnehmer angestellt gewesen. Er hat nach der Ausbildung zum
Autolackierer als Versicherungsvertreter und anschliessend als selbständig
erwerbender Unternehmer gearbeitet. Von Beginn weg ist er also ein „Aussenseiter“
gewesen, der mit den Anforderungen und Gesetzmässigkeiten des Arbeitsmarktes
nicht vertraut gewesen ist. Offensichtlich ist er nicht in der Lage, sich das
entsprechende Wissen autodidaktisch anzueignen. Aus diesem Grund ist ihm nichts
anderes übrig geblieben, als sich mit Hilfe des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
möglichst optimale Bewerbungsunterlagen zusammen zu stellen und diese dann für
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sämtliche Arbeitsbemühungen zu verwenden. Obwohl er wohl kaum verstanden hat,
weshalb diese Unterlagen aus der Sicht der Beschwerdegegnerin unzureichend
gewesen sind, hat er die Hinweise zur Verbesserung der Unterlagen umgesetzt, wobei
er aber die Anweisungen der Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin offenbar
teilweise nicht hat nachvollziehen können. Aus seiner Sicht hat sich die
Beschwerdegegnerin deshalb widersprüchlich verhalten, als sie ihn zuerst aufgefordert
hat, den Zeitraum des Rentenbezuges nicht zu erwähnen, und später verlangt hat, den
Rentenbezug wieder in den Lebenslauf aufzunehmen. Die hinter diesen Anweisungen
stehenden grundsätzlichen Überlegungen hat er nicht verstanden. Dass er die
Anweisungen trotzdem so gut wie möglich umgesetzt hat, belegt, dass er sich
ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht hat. Vor diesem Hintergrund haben von ihm
keine qualitativ besseren Arbeitsbemühungen erwartet werden können.
Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer also das ihm Mögliche und Zumutbare
unternommen, um ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Gemessen an seinen
Fähigkeiten und Möglichkeiten hat er sich ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht. Die
gesammelten Absagen belegen, dass ihm im massgebenden Zeitraum der Erfolg
verwehrt geblieben ist. Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer die Vermutung, ihm
sei die Erzielung eines Erwerbseinkommens möglich und zumutbar gewesen, widerlegt
hat, weshalb die revisionsweise Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens nicht zulässig gewesen ist.
2. Der angefochtene Einspracheentscheid ist daher in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben. Die Sache ist zur Neuberechnung der Ergänzungsleistungen ohne die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VR