Decision ID: 901a8658-f7ee-5a5f-8c07-20680fbf3380
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer gab an, er sei am 23. Mai 2021 von Italien herkom-
mend in die Schweiz eingereist, wo er zwei Tage später um Asyl nach-
suchte (Vorhabens-Nr. 1097230; nachfolgend SEM-Akten [A]). Er wurde
dem Bundesasylzentrum (BAZ) B._ zugewiesen. Ein Abgleich mit
der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac)
ergab, dass er am 17. Dezember 2019 bei den griechischen Behörden ein
Asylgesuch eingereicht hatte und diese ihm am 27. November 2020 inter-
nationalen Schutz gewährt hatten. Am 8. Juni 2021 nahm das SEM die
Personalien des Beschwerdeführers auf (A12/6) und die Rechtsvertretung
reichte eine Vertretungsvollmacht ein.
B.
Am 16. Juni 2021 fand im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertretung ein
Dublin-Gespräch statt (A15/6). Dabei gab der Beschwerdeführer an, nach
dem Verlassen des Heimatstaates habe er ungefähr zwei Jahre lang in der
Türkei gelebt und sei am 15. November 2019 auf die griechische Insel Les-
bos gelangt, wo er einen Monat später um Schutz nachgesucht habe. Er
sei ins Camp Moria gebracht worden. Die Zustände dort seien unhaltbar.
Täglich habe es Streit gegeben, die Leute hätten sich gegenseitig ange-
griffen und viele hätten Drogen konsumiert. Auch in der Stadt sei er von
griechischen Faschisten angegriffen worden. Anlässlich einer Kontrolle im
Camp, als ein Polizist ihn nach scharfen Gegenständen durchsucht habe,
sei er von diesem Polizisten am Hals geschlagen worden, so dass er kaum
mehr habe atmen können; dies nachdem er auf Nachfrage hin gesagt
habe, er komme aus Afghanistan. Nach dem Brand von Moria (am 9. Sep-
tember 2020) habe er auf der Strasse gelebt und sei so immer wieder in
Konflikt mit Griechen und der Polizei gekommen. Er sei auch einmal für
eine Nacht in Haft genommen worden, obwohl er versucht habe, seine Si-
tuation auf Englisch zu erklären. Noch im September 2020 sei er dann in
ein anderes Camp gebracht worden, nachdem er auf der Strasse über-
nachtet habe, vermutlich ins Camp C._. Dort sei es etwas besser
gewesen, es habe auch eine Art medizinische Versorgung gegeben. Ob-
wohl er an starkem Husten gelitten habe, habe der Arzt ihm aber nur emp-
fohlen, Wasser zu trinken; Medikamente habe er nicht erhalten. Auch das
Essen sei nicht gut gewesen. Vermutlich im März 2021 habe er sich unter
einem LKW versteckt und sei so unentdeckt nach Athen gekommen. Weil
kein Camp ihn habe aufnehmen wollen, habe er dort in Parks geschlafen.
In Patras habe er sich wieder in einem LKW versteckt und mithilfe eines
E-4040/2021
Seite 3
Schleppers (für € 2'500.–) Italien erreicht. Für weitere € 200.– oder € 300.–
sei er in die Schweiz gebracht worden.
Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs bezüglich einer Rück-
führung in einen sicheren Drittstaat brachte er vor, die Lage für Schutzbe-
rechtigte sei in Griechenland sehr schlimm; ausserdem leide er immer noch
an Husten und könne nicht schlafen, weswegen er Tabletten bekommen
habe, die ein wenig helfen würden. Nachdem die Rechtsvertretung bean-
tragt hatte, den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers abzuklären,
informierte das SEM, dass er an die medizinische Anlaufstelle des BAZ
(D._) verwiesen werde.
Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er ein türkisches Ausweispapier mit
der Identität E._ (ohne Übersetzung), eine Bahnkarte von UNHCR
und eine Kopie seiner Tazkera (ohne Übersetzung) zu den Akten.
C.
Am 17. Juni 2021 ersuchte die Vorinstanz gestützt auf die Richtlinie
2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-
zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-
staaten zur Rückführung illegal anwesender Drittstaatsangehöriger (Rück-
führungs-Richtlinie) und auf das Abkommen zwischen der Schweiz und
Griechenland über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Auf-
enthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729) die griechischen Behör-
den um Rückübernahme des Beschwerdeführers.
D.
Diesem Ersuchen stimmten die griechischen Behörden am 19. Juni 2021
zu und sie teilten mit, dass dem Beschwerdeführer am 27. November 2020
ein subsidiärer Schutzstatus zuerkannt worden sei und er über eine Auf-
enthaltsbewilligung, gültig bis zum 29. November 2021, verfüge.
E.
Am 25. Juni 2021 brachte der Beschwerdeführer an einem Gespräch mit
der zuständigen Ärztin der D._ vor, er leide an Schlafproblemen
verbunden mit Ängsten, woraufhin diese ihm das Medikament (...) (ein An-
tidepressivum mit beruhigender und angstlösender Wirkung) verschrieb.
F.
An einem weiteren Gespräch mit dem zuständigen Arzt von D._ be-
richtete der Beschwerdeführer am 18. August 2021 über Halsschmerzen
E-4040/2021
Seite 4
und Husten; daraufhin wurde ihm ein Halsspray und ein pflanzliches Heil-
mittel abgegeben.
G.
Der Entwurf des Nichteintretensentscheides wurde der Rechtsvertretung
am 25. August 2021 zugestellt; zwei Tage später reichte diese dem SEM
ihre Stellungnahme ein.
H.
Mit gleichentags eröffnetem Entscheid vom 3. September 2021 trat das
SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn aus der Schweiz
weg und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Weg-
weisung. Gleichzeitig wurden ihm die editionspflichtigen Akten ausgehän-
digt.
I.
Am 8. September 2021 wurde vom zuständigen Arzt von D._ ein
Verdacht auf Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Schlafstörun-
gen und Angstzustände diagnostiziert. Dem Beschwerdeführer wurde (...)
(pflanzliches Arzneimittel mit schlafanstossender Wirkung) verschrieben.
J.
Gegen den Entscheid des SEM erhob der Beschwerdeführer durch seine
Rechtsvertretung am 10. September 2021 Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht. Es wurde um Aufhebung der Verfügung und Rückweisung
der Sache zur rechtsgenüglichen Abklärung des Sachverhalts und Neube-
urteilung durch die Vorinstanz ersucht. Eventualiter sei das SEM anzuwei-
sen, ihn aufgrund eines Vollzugshindernisses vorläufig aufzunehmen. Sub-
eventualiter sei von den griechischen Behörden eine individuelle Garantie-
erklärung einzuholen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung zu erteilen und im Sinne einer vorsorglichen Massnahme seien
die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer Überstellung des Beschwer-
deführers bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung abzusehen.
Ferner sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
K.
Am 14. September 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den
Eingang der Beschwerde.
E-4040/2021
Seite 5
L.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
13. September 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist
– unter Vorbehalt (vgl. E. 1.4) – einzutreten.
1.4 Weil der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu-
kommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und diese durch die Vorinstanz auch nicht
vorsorglich entzogen wurde, ist auf die Begehren, der Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien im
Sinne von vorglichen Massnahmen anzuweisen, bis zu diesem Entscheid
von einer Überstellung des Beschwerdeführers abzusehen, nicht einzutre-
ten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
E-4040/2021
Seite 6
3.
Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel
in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; Art. 21
Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen Fällen
auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1
AsylG).
4.
4.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-
instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht
auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1 und
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
4.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs
hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das
Bundesverwaltungsgericht diese Punkte ohne Einschränkung prüft.
5.
5.1 In der Beschwerde wird gerügt, der medizinische Sachverhalt sei nur
ungenügend festgestellt worden, das SEM sei diesbezüglich seiner Unter-
suchungspflicht nicht nachgekommen. So habe es die Anträge der Rechts-
vertretung, es sei ein fachärztliches (psychologisches/psychiatrisches)
Gutachten zu erstellen, implizit abgelehnt. Es sei jedoch zu beachten, dass
sich aufgrund der Umstände der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers bei einer Rückkehr nach Griechenland erheblich verschlechtern
könnte. Ferner sei bei allen Hausarztterminen kein Dolmetscher beigezo-
gen worden, was zur Frage führe, wie ohne Übersetzung eine medizinische
Diagnose und eine damit einhergehende Behandlung hätten festgehalten
werden können. Mit der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sei
auch das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt.
5.2
5.2.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter dieser Norm aufgeliste-
ten Beweismittel. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der Untersuchungspflicht bil-
det einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird; unvollständig ist sie, wenn nicht alle
E-4040/2021
Seite 7
für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt wer-
den (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26–33 VwVG konkreti-
sierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst das Recht, mit eigenen
Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den
für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklärung
und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der
Parteien dar. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs beinhaltet, dass die
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen sorg-
fältig sowie ernsthaft geprüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt
werden (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Zudem müssen die angebotenen Beweis-
mittel abgenommen werden, wenn sie zur Abklärung des Sachverhalts
tauglich erscheinen (Art. 33 Abs. 1 VwVG). Daraus folgt die grundsätzliche
Pflicht der Behörden, sich mit den wesentlichen Vorbringen des Rechtssu-
chenden zu befassen und Entscheide zu begründen (Art. 35 Abs. 1
VwVG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass
der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. In diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, die für den Entscheid
bedeutsam sind (vgl. BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.).
5.2.2 Der Beschwerdeführer führte anlässlich der Abklärung des medizini-
schen Sachverhalts am 16. Juni 2021 aus, er leide seit seinem Aufenthalt
in Griechenland an Schlaflosigkeit und an einem Husten. Tabletten, die ihm
diesbezüglich in der Schweiz verschrieben worden seien, hätten aber
schon etwas geholfen (A15 S. 5 f.). Aus den Akten ergibt sich, dass er zur
Behandlung des Hustens und seiner Schlafprobleme dreimal die Anlauf-
stelle D._ aufgesucht hatte und die zuständigen Ärzte ihm Arznei-
mittel verschrieben hatten, um diese Leiden zu lindern. Ausserdem wurde
ein Verdacht auf eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) festge-
stellt (A35). Das SEM stellte in seiner Verfügung fest, dass gestützt auf die
Arztberichte nicht von deutlichen Hinweisen auf eine psychiatrische Er-
krankung auszugehen sei, weshalb eine Überweisung an einen Facharzt
nicht als indiziert erachtet werde. Vielmehr wirke das gesundheitliche Vor-
bringen nachgeschoben. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass Grie-
chenland qualifiziert sei, die im vorliegenden Fall benötigte medizinische
Versorgung zu erbringen und den diesbezüglichen Zugang zu gewährleis-
ten.
E-4040/2021
Seite 8
5.3 Zwar kann vorliegend nicht von nachgeschobenen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen gesprochen werden, zumal die schon anlässlich des
Dublin-Gesprächs zur Sprache gebrachten Symptome durchaus mit der
Verdachtsdiagnose PTBS vereinbar sind. Daraufhin wurde der Beschwer-
deführer bei der medizinischen Anlaufstelle D._ untersucht und es
wurden Schlaflosigkeit, ein Husten und ein Verdacht auf PTBS festgestellt.
Ob dabei tatsächlich keine dolmetschende Person zugegen war, lässt sich
nicht eindeutig feststellen, zumal grundsätzlich die Möglichkeit eines Tele-
fondolmetscherdienstes zur Verfügung steht (entsprechende Hinweise ge-
hen allerdings aus den vorliegenden Akten nicht hervor). Gleichzeitig be-
steht in diesem Zusammenhang kein Anspruch auf die Beigabe einer dol-
metschenden Person. Die verordnete medikamentöse Behandlung dürfte
sodann ohne Weiteres mit den Diagnosen im Einklang stehen und hat auch
zu einer Besserung geführt. Die im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Ent-
scheides vorliegenden ärztlichen Berichte und darin festgehaltenen Diag-
nosen sowie die sonst aus den Akten hervorgehenden Hinweise auf den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers liessen hinreichend klar er-
kennen, dass der Beschwerdeführer zwar an gewissen körperlichen und
psychischen Beeinträchtigungen leidet, gleichzeitig aber nicht von einem
schwerer beeinträchtigten Gesundheitszustand auszugehen ist. Der Sach-
verhalt war unter dem Aspekt der angewandten Rechtsbestimmung ent-
scheidreif und die Vorinstanz nicht verpflichtet, weitere und umfangreichere
Nachforschungen anzustellen.
Die Vorinstanz hat sodann alle wesentlichen Umstände in ihre Würdigung
einbezogen und in ihrer Verfügung ihre Vorgehensweise und ihre Überle-
gungen dargelegt, aufgrund welcher sie – bezogen auf den vorliegenden
Einzelfall – zum Schluss gekommen ist, es lägen keine Gründe vor, die
gegen einen Wegweisungsvollzug sprächen (vgl. ebd., insbes. S. 13 f.).
Sie hat sich mit den Diagnosen, den Umständen in Griechenland und dem
Einwand in der Stellungnahme der Rechtsvertreterin, dass weitere Abklä-
rungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers notwendig
seien, genügend auseinandergesetzt und ist ihrer Begründungspflicht
nachgekommen.
5.4 Zusammenfassend ist die Vorinstanz ihren Untersuchungspflichten ge-
nügend nachgekommen, hat den Sachverhalt vollständig und richtig fest-
gestellt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt. Die
diesbezügliche Rüge ist unberechtigt und der Antrag auf Rückweisung ist
abzulehnen.
E-4040/2021
Seite 9
6.
6.1 Die Vorinstanz stellte in ihrer Verfügung fest, dass der Beschwerdefüh-
rer in Griechenland, das als sicherer Drittstaat gelte (Art. 6a Abs. 2 Bst. b
AsylG), über einen Schutzstatus verfüge, weshalb auf sein Asylgesuch
nicht einzutreten sei.
Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs wies das SEM darauf hin, dass
Griechenland die Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und
Rates vom 13. Dezember 2011 über Normen für die Anerkennung von
Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf
internationalen Schutz, für einen einheitlichen Status für Flüchtlinge oder
für Personen mit Anrecht auf subsidiären Schutz und für den Inhalt des zu
gewährenden Schutzes (Qualifikations-Richtlinie), umgesetzt habe. Da-
durch habe der Beschwerdeführer als schutzberechtigte Person Zugang
zu Wohnraum, Beschäftigung und medizinischer Versorgung; diese
Rechte seien beim griechischen Staat einklagbar. Überdies würden neben
den staatlichen Strukturen auch private und internationale Organisationen
existentielle Bedürfnisse von bedürftigen Personen abdecken. Statt diese
Leistungen bei den griechischen Behörden geltend zu machen, habe er
sich jedoch für mehr als € 2'500.– eine Weiterreise nach Mitteleuropa or-
ganisiert. Auch wenn die Lebensbedingen in Griechenland ganz allgemein
nicht einfach seien, würden keine Hinweise darauf vorliegen, dass ihm bei
einer Rückkehr eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung im
Sinne von Art. 3 EMRK drohe.
Hinsichtlich der Erlebnisse, welche er in den Camps auf Lesbos erfahren
habe, sei nicht zu verkennen, dass die Lage für schutzbedürftige Personen
in Griechenland schwierig sei. Von einer allgemeinen Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs könne indes nicht ausgegangen werden, zumal ihm
durch seinen Schutzstatus diverse Rechte wie einem griechischen Staats-
angehörigen zustehen würden. Speziell seien keine begründeten Hinweise
erkennbar, dass vorliegend eine medizinische Notlage bestehe und sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach einer Rückkehr
nach Griechenland drastisch verschlechtern würde. Auch in der Schweiz
sei ihm lediglich ein beruhigendes Schlafmittel verschrieben worden.
6.2 In der Beschwerde wird gestützt auf die Rechtsprechung des Europäi-
schen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) geltend gemacht, dass im
Einzelfall abzuklären sei, ob ein Staat als «sicheres Land» bezeichnet wer-
den könne. Bezüglich EU-Staaten wie Griechenland werde jedoch pau-
schal darauf abgestellt, dass es sich bei diesen um «sichere Drittstaaten»
E-4040/2021
Seite 10
gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG handle. Weil diese nicht wie die «wei-
teren Staaten» vom Bundesrat bestimmt worden seien, würden sie auch
nicht periodisch überprüft (Art. 6a Abs. 3 AsylG), weshalb diesbezüglich
eine Verletzung von Art. 3 EMRK vorliege.
Es sei ferner bekannt, dass die allgemeine Lage in Griechenland auch für
Schutzberechtigte dramatisch sei. Zwar würden ihnen in Theorie diverse
Rechte wie griechischen Staatsangehörigen zustehen, doch sehe die Re-
alität aufgrund der ökonomischen Krise ganz anders aus. Personen mit in-
ternationalem Schutzstatus würden mangels Versorgungsmöglichkeiten in
Situationen extremer materieller Not geraten und seien schlicht auf sich
selber gestellt. Dies sei weder mit Art. 3 EMRK vereinbar, wie auch schon
das Oberverwaltungsgericht in Münster im Januar 2021 festgestellt habe,
noch zumutbar. Vorliegend komme erschwerend hinzu, dass der Be-
schwerdeführer bei einer Rückkehr nicht mit einer medizinischen Versor-
gung rechnen könne.
7.
7.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-
getreten, wenn die asylsuchende Person in einen sicheren Drittstaat nach
Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher
aufgehalten hat.
7.2 Griechenland wurde – wie sämtliche EU- und EFTA-Staaten – am
14. Dezember 2007 durch den Bundesrat als sicherer Drittstaat im Sinne
von Art. 6a Abs. 2 Bst. B AsylG bezeichnet (vgl. hierzu die diesbezügliche
Medienmitteilung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements
EJPD vom 14. Dezember 2007). Der Beschwerdeführer hat sich vor der
Einreise in die Schweiz unbestrittenermassen in Griechenland aufgehal-
ten, wo ihm am 27. November 2020 subsidiärer Schutz gewährt wurde. Die
griechischen Behörden haben mit Schreiben vom 19. Juni 2021 seiner
Rückübernahme ausdrücklich zugestimmt. Das SEM ist folglich in Anwen-
dung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des
Beschwerdeführers nicht eingetreten.
E-4040/2021
Seite 11
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-
weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu
beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2).
9.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz (vgl. insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33
Abs. 1 des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK,
SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) ei-
ner Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Her-
kunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG).
Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund
von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind.
9.3 Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten – wie
Griechenland einer ist (vgl. E. 7.2) – die Vermutung, dass diese ihre völ-
kerrechtlichen Verpflichtungen, darunter im Wesentlichen das Refoule-
ment-Verbot und grundlegende menschenrechtliche Garantien, einhalten
(vgl. FANNY MATTHEY, in: Cesla Amarelle/Minh Son Nguyen, Code annoté
E-4040/2021
Seite 12
de droit des migrations, Bern 2015, Art. 6a AsylG N. 12 S. 68). Gestützt auf
Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass ein Wegweisungs-
vollzug in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist. Es obliegt
der betroffenen Person, diese beiden Legalvermutungen umzustossen.
Dazu hat sie ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass die Behör-
den des in Frage stehenden Staates im konkreten Fall das Völkerrecht ver-
letzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenun-
würdigen Lebensumständen aussetzen würden respektive, dass sie im in
Frage stehenden Staat aufgrund von individuellen Umständen sozialer,
wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-
raten würde (vgl. statt vieler das Urteil BVGer E-2617/2016 vom
28. März 2017 E. 4).
9.4
9.4.1 Das Vorliegen eines Vollzugshindernisses unter dem Aspekt der Zu-
lässigkeit bei Personen, denen von den griechischen Behörden ein Schutz-
status verliehen wurde, wird vom Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss
nur unter strengen Voraussetzungen bejaht. Das Gericht geht grundsätz-
lich davon aus, dass Griechenland als Signatarstaat der EMRK, der FoK
und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) seinen entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen
nachkommt. Zwar anerkennt es, dass die Lebensbedingungen in Grie-
chenland schwierig sind. Die bekannten Unzulänglichkeiten treten aber
nicht in einer Weise auf, welche darauf schliessen lassen, dass Griechen-
land grundsätzlich nicht gewillt oder nicht fähig sei, Schutzberechtigten die
ihnen zustehenden Rechte und Ansprüche zu gewähren, beziehungsweise
dass diese bei Bedarf nicht auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden
könnten. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts errei-
chen die anerkanntermassen schwierigen Lebensbedingungen also grund-
sätzlich nicht die Schwelle einer unmenschlichen oder entwürdigenden Be-
handlung im Sinne von Art. 3 EMRK und es ist nicht von einer existenziel-
len Notlage für den Fall der Rückkehr nach Griechenland auszugehen (vgl.
Urteile des BVGer D-559/2020 vom 13. Februar 2020 E. 8.2 m.w.H. [als
Referenzurteil publiziert], E-2508/2020 vom 24. September 2020, und E-
319/2021 vom 27. Januar 2021, D-3708/2021 vom 27. August 2021, E-
3183/2021 vom 16. Juli 2021). Unterstützungsleistungen und weitere
Rechte können direkt bei den zuständigen Behörden eingefordert werden,
falls notwendig auf dem Rechtsweg. Nicht zuletzt können Schutzberech-
tigte sich auch auf die Garantien in der Qualifikationsrichtlinie berufen, ins-
besondere die Regeln betreffend den Zugang von Personen mit Schutz-
E-4040/2021
Seite 13
status zu Beschäftigung (Art. 26), zu Bildung (Art. 27), zu Sozialhilfeleis-
tungen (Art. 29), zu Wohnraum (Art. 32) und zu medizinischer Versorgung
(Art. 30). Im Falle einer Verletzung der Garantien der EMRK steht zudem
gestützt auf Art. 34 EMRK nach wie vor der Rechtsweg an den EGMR offen
(vgl. Referenzurteil a.a.O. E. 8.2).
9.4.2 Aufgrund der Akten liegen entgegen den Ausführungen des Be-
schwerdeführers keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass in sei-
nem Fall ein "real risk" bestehen würde, bei einer Rückkehr nach Griechen-
land dort einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder
Behandlung ausgesetzt zu werden.
Soweit er vorbringt, er habe keinen polizeilichen Schutz bekommen res-
pektive sei sogar von einem Polizisten geschlagen worden, so soll dies
nicht grundsätzlich bestritten werden und ist bedauerlich. Dennoch wird er
sich, sollte er nach seiner Rückkehr ähnlich betroffen sein, an die griechi-
sche Polizei zu wenden haben, gegebenenfalls mit Unterstützung einer der
zahlreichen in Griechenland im Flüchtlingsbereich tätigen privaten Organi-
sationen oder Institutionen. Griechenland ist, wie bereits erwogen, ein
Rechtsstaat, der über einen funktionierenden Polizei- und Justizapparat
verfügt. Dies ergibt sich nicht zuletzt auch daraus, dass die Polizisten an-
gesichts der Unruhen im Camp Moria vor Ort gewesen seien. Der Be-
schwerdeführer macht sodann zwar geltend, er habe auf der Strasse schla-
fen müssen. Gleichzeitig ist aber aufgrund seiner Angaben davon auszu-
gehen, dass dies nach dem Brand in Moria vom 9- September 2020 gewe-
sen sei. Die griechischen Behörden von sich aus hätten ihn dann, ebenfalls
noch im September 2020, einer neuen Unterkunft zugewiesen, als sie ge-
sehen hätten, dass er auf der Strasse übernachte. Dort sei es etwas bes-
ser, insbesondere aber die ärztliche Versorgung und auch das Essen eben-
falls mangelhaft gewesen (A15 S. 3), weshalb er dieses verlassen habe.
Auch wenn die Lage in den Camps schwierig ist, kann bereits aus admi-
nistrativen Gründen nicht davon ausgegangen werden, eine schutzbedürf-
tige Person könne das Camp frei wählen, in dem sie unterkommen möchte.
So hätte der Beschwerdeführer, nachdem er in den einem Camps in Athen
nicht aufgenommen worden sei, zumindest versuchen müssen, sich an die
zuständige Behörde zu wenden, um in ein für ihn zuständiges Camp zuge-
wiesen zu werden. Dies kann auch nach seiner Rückkehr von ihm verlangt
werden.
E-4040/2021
Seite 14
Aus den Akten geht sodann nicht hervor, dass die gesundheitlichen Beein-
trächtigungen des Beschwerdeführers – Schlaflosigkeit, Husten und Ver-
dacht auf PTBS – unter die vom EGMR in seinem Urteil Paposhvili gegen
Belgien vom 13. Dezember 2016 (Nr. 41738/10, §183), genannten «other
very exceptional cases» subsumiert werden könnten; beim Beschwerde-
führer handelt es sich nicht um eine schwerkranke Person, bei welcher eine
ernsthafte Gefahr besteht, dass sie bei einer Rückschaffung nach Grie-
chenland einer ernsthaften, rapiden und irreversiblen Verschlechterung ih-
res Gesundheitszustandes, verbunden mit übermässigem Leiden oder ei-
ner bedeutenden Verkürzung der Lebenserwartung, ausgesetzt wäre, zu-
mal davon auszugehen ist, dass die notwendige medizinische Versorgung
in Griechenland gewährleistet sein wird. Daran ändert sein Vorbringen, er
habe vom Arzt nach der Untersuchung kein Medikament erhalten für den
Husten oder die Operationsnarbe eines Mitbewohners habe sich mangels
genügender Nachsorge entzündet, noch nichts.
9.4.3 Dem Beschwerdeführer ist es demnach nicht gelungen, die Vermu-
tung umzustossen, wonach Griechenland seinen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nachkommt und ein Wegweisungsvollzug in diesen EU-Mit-
gliedstaat auch zumutbar ist. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als
zulässig und zumutbar.
9.4.4 Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass für die Einholung indi-
vidueller Garantien betreffend adäquate Unterbringung und medizinische
Betreuung (vgl. Urteil BVGer E-2169/2020 vom 13. Mai 2020 E. 8.4).
9.5 Schliesslich ist der Wegweisungsvollzug auch als möglich im Sinne von
Art. 83 Abs. 2 AIG zu erachten, zumal die griechischen Behörden einer
Rückübernahme des Beschwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben.
9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
E-4040/2021
Seite 15
11.
11.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
erweist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65
Abs. 1 VwVG ist jedoch gutzuheissen, weil sich die Beschwerde bei Ein-
gang des Begehrens nicht als aussichtlos erwiesen hat und aufgrund der
Akten von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist.
(Dispositiv nächste Seite)
E-4040/2021
Seite 16