Decision ID: 55f83f57-3b36-4b94-b048-db89e30e3fd7
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Staatsanwaltschaft Konstanz gegen A. und gegen B. ein Strafverfahren führt wegen des Verdachts der Korruption und der Untreue (vgl. RR.2012.12, act. 1.1, Beilage 5, S. 1);
- die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau mit Verfügung vom
31. Mai 2011 auf ein diesbezügliches Rechtshilfeersuchen der  Konstanz eintrat und die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen mit der Durchführung einer Reihe von Rechtshilfemassnahmen (insbesondere Hausdurchsuchungen sowie die Sicherstellung und die Beschlagnahme von Beweismitteln) beauftragte (RR.2012.12, act. 1.1, Beilage 5);
- die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen am 22. Juli 2011 die Wohnungen von
A. und B. sowie die Räumlichkeiten der C. GmbH durchsuchte, hierbei zahlreiche Unterlagen und Datenträger sicherstellte und diese auf  Antrag der Betroffenen hin versiegelte (RR.2012.12, act. 1.1,  4);
- die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen am 5. August 2011 die Beschlagnahme
der sichergestellten Unterlagen und Datenträger verfügte (RR.2012.12, act. 1.1, Beilage 14);
- A. sowohl gegen den Hausdurchsuchungsbefehl sowie gegen die Be-
schlagnahmeverfügung den entsprechenden Rechtsmittelbelehrungen  beim Obergericht des Kantons Thurgau Beschwerde gemäss den Bestimmungen von Art. 393 ff. StPO erhob;
- das Obergericht des Kantons Thurgau diese Beschwerden je mit Entscheid
vom 29. September 2011 abwies, soweit es darauf eintrat (RR.2012.13 und RR.2012.14, jeweils act. 1.2);
- das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Thurgau derweil am 5. Sep-
tember 2011 das Entsiegelungsgesuch der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen hinsichtlich der am 22. Juli 2011 sichergestellten Unterlagen und  guthiess (RR.2012.12, act. 1.2);
- A. gegen die beiden Entscheide des Obergerichts des Kantons Thurgau
vom 29. September 2011 sowie gegen die Verfügung des  des Kantons Thurgau vom 5. September 2011 den  Rechtsmittelbelehrungen folgend beim Bundesgericht Be-
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schwerde erhob (RR.2012.12, RR.2012.13 und RR.2012.14, jeweils act. 1.1);
- das Bundesgericht mit Urteil 1B_563/2011 vom 16. Januar 2012 auf diese
Beschwerden nicht eintrat, die fehlerhaften Rechtsmittelbelehrungen im Durchsuchungsbefehl vom 1. Juli 2011 und im Beschlagnahmebefehl vom 5. August 2011 der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen sowie in der Verfügung vom 5. September 2011 des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Thurgau je durch einen Hinweis auf Art. 80e Abs. 2 IRSG ersetzte, die  Entscheide des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 29.  2011 aufhob und die Akten zuständigkeitshalber an die  des Bundesstrafgerichts weiterleitete;
- der Referent der Beschwerdekammer das mit der Beschwerde gegen
die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Thurgau vom 5. September 2011 gestellte Gesuch um aufschiebende Wirkung abwies (RP.2012.4, act. 2).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- vorliegend vom Beschwerdeführer drei verschiedene im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens ergangene Zwischenverfügungen angefochten ;
- die drei Verfügungen sachlich eng zusammen hängen und sich die Zuläs-
sigkeit von deren Anfechtung nach Art. 80e Abs. 2 IRSG beurteilt, weshalb es sich vorliegend rechtfertigt, über die Beschwerden in einem einzigen Entscheid zu befinden (vgl. zur Vereinigung u.a. den Entscheid des  RR.2011.144 vom 26. Januar 2012, E. 2 m.w.H.);
- ein im Rahmen des Rechtshilfeverfahrens ergangener Entsiegelungsent-
scheid nicht mittels ordentlichem Rechtsmittel, sondern erst im Rahmen  gegen die Schlussverfügung gerichteten Beschwerde angefochten werden kann (siehe Art. 80e Abs. 2 e contrario; BGE 127 II 151 E. 4c/bb S. 156; 126 II 495 E. 5e/bb-dd S. 503 ff.; Entscheid des  BE.2009.22 vom 23. Februar 2010, E. 4);
- das Gesetz im Bereich der Rechtshilfe in Strafsachen auch keine Be-
schwerdemöglichkeit gegen den hier angefochtenen  vorsieht (siehe Art. 80e Abs. 2 e contrario);
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- der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen selbstständig
angefochten werden können, sofern sie einen unmittelbaren und nicht  gutzumachenden Nachteil bewirken durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen (Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG);
- es sich bei den vorliegend beschlagnahmten Dokumenten und Datenträ-
gern nicht um Vermögenswerte und Wertgegenstände im Sinne der  Bestimmung handelt (vgl. hierzu die Entscheide des  RR.2010.177 vom 21. Oktober 2010 und RR.2010.175 vom 17. August 2010 m.w.H.);
- es der Beschwerdeführer unabhängig davon auch unterlassen hat, in sei-
nen Beschwerdeschriften vom 18. August 2011 (RR.2012.14, act. 1.1,  17) und vom 7. November 2011 (RR.2010.14, act. 1.1) hinreichend konkret geltend zu machen, weshalb ihm aus der angefochtenen  ein unmittelbarer und nicht wieder gutzumachender Nachteil erwachse (siehe zur diesbezüglichen Begründungspflicht des  den Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2010.50 vom 18. Mai 2010, E. 3.1);
- auf alle drei Beschwerden aus den genannten Gründen nicht eingetreten
werden kann;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG);
- die Gerichtsgebühr für die vereinigten Beschwerden gesamthaft auf
Fr. 2’500.-- festgesetzt und im entsprechenden Betrag mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von insgesamt Fr. 7'500.-- verrechnet wird und der Restbetrag von Fr. 5'000.-- dem Beschwerdeführer  ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG, Art. 73 StBOG und Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]);
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