Decision ID: d0ec36de-bf88-58a2-8064-d2d380f2be50
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Wyler Koch Rechtsanwälte,
Zürcherstrasse 310, Postfach 1011, 8501 Frauenfeld,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, beantragte bei der IV-Stelle am 24. September 2004 Arbeitsvermittlung. Sie
gab an, an Verkalkungen in der Schulter zu leiden (IV-act. 1). Die IV-Stelle verfügte am
12. September 2005 die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen, da der
Versicherten ihre bisherige Tätigkeit im Reinigungsdienst weiterhin zumutbar sei. Eine
Invalidität sei nicht ausgewiesen (IV-act. 24; die dagegen erhobene Einsprache zog die
Versicherte am 14. Oktober 2005 zurück, IV-act. 29). Auf die wegen einer
Schwerhörigkeit erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug (Hilfsmittel) vom 12. April
2006 hin erteilte die IV-Stelle am 7. November 2006 Kostengutsprache für eine
Hörgeräteversorgung (rechts) gemäss Indikationsstufe 2 (IV-act. 45).
A.b Am 3. März 2009 (richtig: 2008) beantragte die Versicherte die Ausrichtung von
Rentenleistungen. Ihr rechtes Ohr sei voll beschädigt (IV-act. 46). Die IV-Stelle führte
am 3. Juli 2008 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durch. Die
Abklärungsperson ging im Bericht vom 29. Juli 2008 davon aus, die Versicherte wäre
im Gesundheitsfall entsprechend dem zuletzt ausgeübten Pensum zu 25%
erwerbstätig und zu 75% im Haushalt tätig gewesen. Für den Haushaltsbereich
ermittelte die Abklärungsperson - unter Vorbehalt der medizinischen Beurteilung (IV-
act. 65-7) - eine 20%ige Einschränkung (IV-act. 65).
A.c Die Versicherte wurde im Auftrag der IV-Stelle am 15. Dezember 2008 in der ABI
Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH polydisziplinär (internistisch/allgemeinmedizi
nisch, psychiatrisch, rheumatologisch und otorhinolaryngologisch) untersucht. Die
Experten diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine hochgradige
kombinierte Schwerhörigkeit rechts (ICD-10: H90.8) mit Hörgeräteversorgung, eine
mittelgradige Schallempfindungsschwerhörigkeit links (ICD-10: H90.5) und eine
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Meningoenzephalozele der Otobasis rechts (ICD-10: G97.8). Sie bescheinigten der
Versicherten für die angestammte Tätigkeit als Reinigerin sowie für jede andere
körperlich leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeit eine vollschichtige
Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von 10%. Bei freier Zeiteinteilung und in
vertrauter Umgebung bestehe im Haushalt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(Gutachten vom 22. Januar 2009, IV-act. 70). Die gestützt auf die gutachterliche
Beurteilung und einem Statusverhältnis von 25% Erwerb/75% Haushalt verfügte
Abweisung des Rentengesuchs vom 14. April 2009 blieb unangefochten (IV-act. 75).
A.d Am 20. August 2009 meldete sich die Versicherte erneut zum Hilfsmittelbezug
(Hörgerät) bei der IV-Stelle an (IV-act. 79). Diese erteilte am 4. Februar 2010
Kostengutsprache für ein Hörgerät links gemäss Indikationsstufe 3 (IV-act. 87).
A.e In der Wiederanmeldung vom 31. Januar 2011 beantragte die Versicherte die
Ausrichtung von Rentenleistungen. Hinsichtlich der Statusfrage machte die
Rechtsvertreterin geltend, die Versicherte würde im Gesundheitsfall einer 100%igen
Erwerbstätigkeit nachgehen (IV-act. 91 f.). Mit der Wiederanmeldung reichte die
Versicherte einen Bericht der im Psychiatrischen Zentrum behandelnden Oberärztin
Dr. med. B._ vom 24. Januar 2011 ein, wonach die Versicherte an einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) leide. Für die
Haushaltsarbeiten sei die Versicherte ca. 50% arbeitsunfähig (IV-act. 93). Am 21. Juni
2011 berichtete Dr. B._, die Versicherte könne nicht mehr in einen Arbeitsprozess
reintegriert werden (IV-act. 97). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 8. August 2011
mit, aufgrund ihres Gesundheitszustands seien zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich. Es werde der Rentenanspruch geprüft (IV-
act. 100). Im den Haushalt betreffenden Fragebogen vom 19. September 2011 gab die
Versicherte u.a. an, im Gesundheitsfall ein 50 bis 70%iges Erwerbspensum auszuüben
(IV-act. 106). Gestützt auf die Abklärung im Haushalt vom 17. Januar 2012 führte die
Abklärungsperson im Bericht vom 20. Februar 2012 aus, die Versicherte sei nicht in der
Lage, die hypothetische Frage nach der ohne Behinderung ausgeübten
Erwerbstätigkeit korrekt zu begreifen. Die Angaben im Fragebogen seien gemäss
Erklärung der Schwiegertochter durch die Rechtsvertreterin gemacht worden. Die
Schwiegertochter habe mitgeteilt, wenn die Schwiegermutter gesund wäre, würde
diese heute wahrscheinlich die Grosskinder beaufsichtigen, damit sie selbst einer
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Arbeit nachgehen könnte. Im Vergleich zur Schwiegermutter könne sie sich gut in
Deutsch verständigen und so habe sie die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Die Abklärungsperson verzichtete auf eine Beurteilung der Beeinträchtigungen im
Haushalt und hielt eine medizinische Begutachtung sowohl für die Bestimmung der
Arbeitsfähigkeit als Erwerbstätige wie auch als Hausfrau für angezeigt. Hinsichtlich der
Statusfrage vertrat sie die Auffassung, an der bisherigen Qualifikation aus dem Jahr
2008 festzuhalten, da es "absolut keine Hinweise" gebe, die eine Änderung
rechtfertigen würden (IV-act. 112).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle fand am 5. Juni 2012 eine polydisziplinäre
(allgemeininternistische, psychiatrische, neurologische, orthopädische und
otorhinolaryngologische) Verlaufsbegutachtung in der ABI statt. Die Experten
diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: eine funktionelle Taubheit rechts
(ICD-10: H90.8), eine mittelgradige Schallempfindungs-Schwerhörigkeit links (ICD-10:
H90.5), einen Tinnitus beidseits (ICD-10: H93.1) sowie chronische Nacken-, Schulter-
und Armbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10: M54.2/M79.60). Es
könne eine leichte Verschlechterung der auditiven Beschwerdesymptomatik seit der
letzten Untersuchung bestätigt werden. Die Versicherte verfüge für eine körperlich
leichte bis mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeit ohne hohe auditive
Anforderungen und in ruhiger Umgebung über eine 85%ige Arbeitsfähigkeit. Diese
Arbeitsfähigkeit könne in einem ganztägigen Pensum mit etwas vermehrten Pausen
ausgeführt werden. Für die Haushaltstätigkeit bestehe eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit von 10% (Verlaufsgutachten vom 22. August 2012, IV-act.120).
RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, gelangte zur Auffassung, auf
das Verlaufsgutachten der ABI könne vollumfänglich abgestellt werden (Stellungnahme
vom 17. September 2012, IV-act. 121).
A.g Gestützt auf die verlaufsgutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung und ausgehend
von einem 25%igen Erwerbspensum im Gesundheitsfall ermittelte die IV-Stelle einen
Invaliditätsgrad von 8%, weshalb sie der Versicherten im Vorbescheid vom 24. Oktober
2012 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht stellte (IV-act. 124). Dagegen
erhob die Versicherte am 27. November 2012 Einwand (IV-act. 125), den sie am
18. Dezember 2012 ergänzend begründete (IV-act. 127). Am 10. Januar 2013 verfügte
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die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid die Abweisung des Rentengesuchs (IV-
act. 129).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Januar 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 11. Februar 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und ferner: der Abklärungsbericht
Haushalt vom 17. Januar 2012 sei wegen Verletzung der Abklärungspflicht aus dem
Recht zu weisen; das Verlaufsgutachten der ABI vom 22. August 2012 sei aus dem
Recht zu weisen; die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, einen neuen
Haushaltsabklärungsbericht zu erstellen, dieses Mal mit professioneller Übersetzung;
zudem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein korrektes polydisziplinäres
medizinisches Gutachten anzuordnen. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus,
es bestehe hinsichtlich des Abklärungsberichts ein unheilbarer Formfehler darin, dass
aus dem ganzen Abklärungsbericht ersichtlich sei, dass nicht ihre Aussagen
wiedergegeben würden, sondern die der übersetzenden Schwiegertochter, die aber
offensichtlich mit ihr in einem Interessenkonflikt stehe. Daneben bestünden noch
weitere inhaltliche Versäumnisse. Im Gesundheitsfall würde sie sicher mit einem
60%igen Pensum erwerbstätig sein. Am Verlaufsgutachten kritisiert die
Beschwerdeführerin, aus den Akten sei nicht ersichtlich, ob der Gutachtensauftrag an
die ABI unter Verletzung des Zufallsprinzips (swissmed@p) erfolgt sei. Ferner hält sie
die gutachterliche Verlaufsbeurteilung aus verschiedenen Gründen nicht für
beweiskräftig (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. April 2013
die Abweisung der Beschwerde. Unter Hinweis auf eine ELAR-Notiz der zuständigen
Sachbearbeiterin vom 16. April 2013 (IV-act. 136) führt sie aus, dass die Vergabe des
Auftrags für eine Verlaufsbegutachtung an die ABI gestützt auf das Zufallsprinzip
erfolgt sei. Es bestehe kein Anlass für eine neuerliche Abklärung im Haushalt, da keine
neuen Erkenntnisse zu erwarten wären und offen bleiben könne, in welchem Ausmass
die Beschwerdeführerin als Gesunde erwerbstätig wäre, weil sie "so oder anders"
keinen Rentenanspruch hätte. Die Ausführungen im ABI-Verlaufsgutachten seien
schlüssig und es bestehe kein Anlass, davon abzuweichen (act. G 5).
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B.c In der Replik vom 16. September 2013 "bereinigt" die Beschwerdeführerin ihre
Anträge dahingehend, dass das Gericht die anbegehrten Abklärungen durchführen
lasse. Für den Fall, dass von einer neuen interdisziplinären Begutachtung abgesehen
werde, sei mindestens das Verlaufsgutachten der ABI durch ein EEG zu ergänzen, und
es sei eine EFL sowohl bezüglich Haushalt als auch Erwerbstätigkeit durchzuführen.
Die Begründung lautet im Wesentlichen gleich wie diejenige der Beschwerde (act.
G 13).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 16).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Wiederanmeldung vom 31. Januar 2011 (IV-
act. 91 f.) eingetreten und hat in der angefochtenen Verfügung vom 10. Januar 2013
(IV-act. 129) einen materiellen Entscheid (Abweisung des Rentengesuchs) gestützt auf
eigene Abklärungen gefällt. Zu prüfen ist demnach, ob die Ablehnung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente zu Recht erfolgte.
1.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die
betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
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Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im
Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich
erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den
Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. SVR 2001 IV
Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
1.5 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
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nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
Vorweg ist die Frage zu beantworten, ob der Sachverhalt hinsichtlich der Beurteilung
der Invalidität der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 10. Januar
2013 auf das Verlaufsgutachten der ABI (IV-act. 129). Die Beschwerdeführerin hält
dieses aus verschiedenen Gründen für mangelhaft.
2.1 In formeller Hinsicht ist zu bemerken, dass die Auftragsvergabe für das
Verlaufsgutachten an die ABI in Nachachtung von Art. 72 Abs. 2 IVV erfolgt ist (vgl.
IV-act. 113, 116-1 [Referenzangabe] und 136 [ELAR-Notiz]), worauf die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ausdrücklich hingewiesen hat (act.
G 5, Rz 1) und was von der Beschwerdeführerin in der Replik nicht mehr in Frage
gestellt wird (act. G 13). Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob eine nicht nach
Massgabe des Zufallsprinzips erfolgte Zuteilung eines Auftrags für ein
Verlaufsgutachten an eine mit der Angelegenheit bereits vorbefassten Gutachterstelle -
unabhängig des inzwischen eingetretenen Zeitablaufs - zur Unverwertbarkeit der
verlaufsgutachterlichen Beurteilung zu führen vermag.
2.2 An der psychiatrischen Teilbegutachtung rügt die Beschwerdeführerin, sie stehe in
völligem Widerspruch zu den Befunden der behandelnden Psychiaterin (act. G 1, S. 7).
2.2.1 In diesem Zusammenhang ist wesentlich, dass ein den Beweisanforderungen
grundsätzlich genügendes medizinisches (Verlaufs-)Gutachten (BGE 125 V 351 f. E. 3a
und b) nicht in Frage gestellt werden kann und nicht Anlass zu weiteren Abklärungen
besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu
einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung
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unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu
führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit
Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her
nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen
Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis vorgegangen ist (Urteil
des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
2.2.2 Der psychiatrische Verlaufsgutachter begründete ausführlich gestützt auf eine
eigene Untersuchung der Beschwerdeführerin und auf die daraus erhobenen Befunde,
weshalb eine - bereits bei der Erstbegutachtung diagnostizierte (IV-act. 70) -
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54) bestehe und diese ohne Einfluss auf die
Leistungsfähigkeit sei (IV-act. 120-14 ff.). Des Weiteren diskutierte er die von seiner
Einschätzung abweichende Beurteilung durch die behandelnde Psychiaterin und
begründete, weshalb er diese nicht teilen könne (IV-act. 120-17). Aus deren Berichte
vom 24. Januar 2011 (IV-act. 93) und vom 21. Juni 2011 ergeben sich keine
wesentlichen objektiven Gesichtspunkte, die der psychiatrische ABI-Experte ausser
Acht gelassen hätte. Sodann ist angesichts des von Dr. B._ beschriebenen Befunds
(IV-act. 93-2 und 97-2) die von ihr bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht
nachvollziehbar. Die von ihr zur Begründung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
genannten massiven Einschränkungen in Bezug auf die Konzentrationsfähigkeit,
Belastbarkeit, Aufmerksamkeit (IV-act. 97-2), sind nicht näher begründet und scheinen
sich hauptsächlich auf die - von der behandelnden Psychiaterin offenbar nicht näher
hinterfragten - Angaben der Beschwerdeführerin zu stützen (vgl. IV-act. 93-2: "Die
Patientin gibt Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten an, sie vergesse
sehr viel, sei unkonzentriert, könne nicht an einer Sache bleiben"). Dem entspricht,
dass sowohl der psychiatrische als auch der neurologische ABI-Verlaufsgutachter
keine massgeblichen kognitiven Defizite feststellten ("Die Aufmerksamkeit, die
Auffassung und das Gedächtnis waren nicht beeinträchtigt", IV-act. 120-15; zur
neurologischen Prüfung der kognitiven Funktionen siehe IV-act. 120-19 ["sie gibt sich
vergesslich, gibt vor, Jahreszahlen nicht zu kennen, bei mehrfachem Nachfragen
werden letztlich aber doch die richtigen Angaben geliefert"]) und im Verlaufsgutachten
eine ausgeprägte Selbstlimitierung (IV-act. 120-21), eine deutlich ausgeprägte
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Krankheitsüberzeugung (IV-act. 120-16), Hinweise für eine Aggravation (IV-act. 120-19)
und eine "Ausgestaltungstendenz" (IV-act. 120-20) beschrieben sind (vgl. IV-
act. 120-21: "auf entsprechende Nachfrage gibt die Explorandin Beschwerden selbst
an der Nasenspitze an" sowie zur neurologischerseits diagnostizierten
Symptomausweitung IV-act. 120-20).
2.2.3 Im Licht dieser Umstände vermag die Einschätzung der behandelnden
Psychiaterin das psychiatrische Verlaufsgutachten nicht in Zweifel zu ziehen.
2.3 Aus dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie leide an näherer Abklärung
bedürfender Krampfanfälle (act. G 1, S. 8 und act. G 13, S. 8 unten) und diese seien bei
der gutachterlichen Beurteilung der Leistungsfähigkeit ausser Acht gelassen worden
(act. G 1, S. 9; vgl. auch die Ausführungen in act. G 13, S. 8 oben), vermag sie nichts
gegen die gutachterliche Beurteilung abzuleiten.
2.3.1 Denn wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, wurden die von der
Beschwerdeführerin geklagten "Krampfanfälle" bzw. Ohnmachtsanfälle im
Erstgutachten der ABI diskutiert und beurteilt (act. G 5, Rz 4.2). Der psychiatrische
Experte gelangte zur Auffassung, dass diese Anfälle im Rahmen der
Schmerzverarbeitungsstörung als Verdeutlichungstendenz zu sehen seien. Mit Hilfe
dieser Anfälle verdeutliche sie ihrer Umgebung gegenüber, dass es ihr nicht gut gehe,
dass sie Unterstützung brauche (IV-act. 70-12).
2.3.2 Im Rahmen der Verlaufsbegutachtung klagte die Beschwerdeführerin von sich
aus nicht mehr über entsprechende Anfälle. Erst auf Nachfrage des neurologischen
Verlaufsgutachters habe sie über öfters auftretende Bewusstlosigkeit geklagt. Hierzu
käme es jedes Mal, wenn sie Stress habe, wenn sie sich nervös fühle. Diese
Bewusstlosigkeiten würden ca. 15 Minuten dauern und träten im Durchschnitt einmal
pro Woche auf (IV-act. 120-18). Der neurologische Verlaufsgutachter führte klinische
Untersuchungen durch, stellte indessen keine relevanten objektiven Befunde fest.
Vielmehr diagnostizierte er u.a. eine Symptomausweitung und beschrieb eine
"unübersehbare" Ausgestaltungstendenz insbesondere auch betreffend die vaskuläre
Problematik und den Schwindel. Zeichen einer abgelaufenen Ischämie bzw. einer
transitorisch-ischämischen Attacke stellte er keine fest (IV-act. 120-20). Deshalb und
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weil die geklagten Anfälle gemäss Angaben der Beschwerdeführerin stressabhängig
sind (IV-act. 120-18), erscheint es plausibel, dass diese - wie bereits im Erstgutachten
dargestellt (IV-act. 70-12) - Ausfluss einer Verdeutlichungstendenz bzw.
Symptomausweitung sind. Ein weiterer Abklärungsbedarf ist deshalb zu verneinen und
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin besteht kein Anlass für weitere,
insbesondere bildgebende Untersuchungen (vgl. zum entsprechenden Begehren act.
G 1, S. 8).
2.4 Was die orthopädische Einschätzung anbelangt, so rügt die Beschwerdeführerin,
diese stütze sich auf sehr alte Befunde (act. G 1, S. 8). Die am 5. Juni 2012
durchgeführte orthopädische Begutachtung beruht auf einer klinischen Untersuchung
und berücksichtigte u.a. bildgebende Untersuchungsergebnisse vom 3. Januar 2010
und vom 26. November 2011 (IV-act. 120-24). Es kann daher keine Rede davon sein,
der orthopädische Experte hätte sich auf sehr alte Befunde gestützt. Sodann hat er
begründet, weshalb er auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet hat
(unauffällige Verhältnisse auf radiologischer Ebene, klinisch objektiv weitestgehend
blander Befund; IV-act. 120-25). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin
gegenüber dem orthopädischen Experten angab, die Beschwerden hätten vor acht
Jahren begonnen und sich im Verlauf nicht geändert (IV-act. 120-21). Angesichts dieser
Umstände ist nicht zu beanstanden, dass der orthopädische Verlaufsgutachter auf die
Durchführung aktueller bildgebender Untersuchungen verzichtet hat.
2.5 Die vom otorhinolaryngologischen Gutachter gestützt auf eine eingehende
Beurteilung bescheinigte 15%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit bezeichnet die
Beschwerdeführerin als "lächerlich tief" (act. G 1, S. 8). Abgesehen davon, dass die
gutachterliche Einschätzung nicht der - für sich allein nicht massgebenden -
Selbstwahrnehmung der Beschwerdeführerin entspricht (zur ausgeprägten
Krankheitsüberzeugung vgl. vorstehende E. 2.2.2), benennt sie keine konkreten Mängel
an der otorhinolaryngologischen Beurteilung. Solche ergeben sich auch nicht aus den
Akten. Vielmehr konnten die einzelnen fachärztlichen Untersuchungsgespräche unter
Einsatz eines Dolmetschers ohne wesentliche Kommunikationsprobleme durchgeführt
werden (vgl. etwa IV-act. 120-20: "mittellaute Umgangssprache wird verstanden" und
IV-act. 120-21: "die Explorandin gibt dabei wiederholt eine Schwerhörigkeit an, scheint
aber die an sie gerichteten Fragen durchaus zu verstehen").
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2.6 Schliesslich bemängelt die Beschwerdeführerin, die von den Gutachtern
bescheinigte 10%ige Einschränkung im Haushalt stehe in krasser Diskrepanz zur im
Abklärungsbericht enthaltenen 90%igen Einschränkung (act. G 1, S. 9; act. G 13, S. 6).
2.6.1 Bei diesem Einwand verkennt die Beschwerdeführerin, dass im Abklärungs
bericht vom 20. Februar 2012 die Frage nach den im Haushalt bestehenden
Einschränkungen von der Abklärungsperson bewusst offen gelassen wurde (siehe IV-
act. 112-14 Ziffer 9). Auf ein detailliertes Eingehen in der nachfolgenden Rubrik
(Ziffer 8.1 Stellungnahme zum Betätigungsvergleich unter Berücksichtigung der
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht von Familienangehörigen) verzichtete sie
ausdrücklich. Ferner bemerkte die Abklärungsperson, die zumutbare Arbeitsfähigkeit
als Erwerbstätige wie auch als Hausfrau müsse im Rahmen einer medizinischen
Begutachtung eingeschätzt werden (IV-act. 112-12). Es kann daher keine Rede davon
sein, die Abklärungsperson habe eine 90%ige Einschränkung im Haushalt ermittelt. Die
unter Ziffer 8.4 angegebenen 90% (IV-act. 112-14) entsprechen damit offensichtlich
nicht der Einschätzung der Abklärungsperson, sondern geben vielmehr allein die von
der Beschwerdeführerin geklagten Einschränkungen wieder (zu den von ihr geltend
gemachten Einschränkungen von 90% bis 100% siehe IV-act. 112-6 f.). Ein Mangel an
der gutachterlichen Beurteilung wird dadurch nicht begründet.
2.6.2 Angesichts der von der Beschwerdeführerin unrichtigen Deutung des
Abklärungsberichts zielt auch ihre in diesem Zusammenhang vorgenommene
Gehörsrüge (act. G 13, Rz 4.2) ins Leere, zumal die Beschwerdegegnerin die
angefochtene Verfügung u.a. damit begründete, dass sie auf die medizinische
Beurteilung der Einschränkungen im Haushalt abstelle, worin die Einschränkungen wie
bis anhin beurteilt worden seien (IV-act. 129-2).
2.7 Bei der Würdigung der verlaufsgutachterlichen Beurteilung fällt weiter ins Gewicht,
dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange
umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert.
Abweichungen von den Vorakten wurden eingehend und nachvollziehbar begründet.
Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden umfassend
berücksichtigt und gewürdigt. Die Attestierung einer 85%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten und einer 90%igen Leistungsfähigkeit im Haushalt
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leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Ein Anlass für die
Vornahme einer Abklärung im Haushalt besteht nicht. Dabei ist entscheidend, dass die
von der Beschwerdeführerin geklagte vollständige Leistungsunfähigkeit nach wie vor
(vgl. das Erstgutachten der ABI, IV-act. 70) ihre Begründung - abgesehen vom
gutachterlich berücksichtigten otorhinolaryngologischen Leiden - hauptsächlich in der
ausgeprägten Selbstlimitierung und Krankheitsüberzeugung bzw. Symptomausweitung
und Verdeutlichungstendenz findet (siehe vorstehende E. 2.2.2). Es handelt sich hierbei
nicht um eine somatische, sondern primär psychische Störung. Damit kommt der
ärztlichen Beurteilung zu den Einschränkungen im Haushalt grössere Bedeutung zu. In
Fällen wie vorliegend, wo sich die Abklärungsperson aufgrund des Verhaltens der
Beschwerdeführerin ausser Stande sieht, eine eigene Beurteilung abzugeben und eine
ärztliche Abklärung der Einschränkungen im Haushalt für angezeigt hält, kommt der
ärztlichen Einschätzung Vorrang gegenüber einer Abklärung vor Ort zu (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 mit Hinweis sowie Urteil des
Versicherungsgerichts vom 10. März 2014, IV 2012/255, E. 2.4).
3.
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (act. G 5, Rz 2, und IV-act. 129-2),
kann die umstrittene Statusfrage offen bleiben und es erübrigen sich weitere
Abklärungen. Da gestützt auf die gutachterliche Beurteilung (85%ige Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste Tätigkeiten; 90%ige Leistungsfähigkeit für den Haushalt) und mit
Rücksicht darauf, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Vergleich zu den
Hilfsarbeiterlöhnen nicht überdurchschnittlich verdient hat (vgl. IV-act. 4), resultiert in
beiden Teilbereichen kein über 40% liegender Teilinvaliditätsgrad, womit unabhängig
der Statusqualifikation kein rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad resultiert. Die
von der Beschwerdeführerin in diesem Kontext erhobene Gehörsrüge (es sei nirgends
begründet, weshalb die Beschwerdegegnerin zum Schluss komme, sie würde, falls sie
gesund wäre, einem 25%igen Erwerbspensum nachgehen, act. G 13, S. 8) ist
unbegründet. Denn die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung
hinsichtlich des erhobenen Einwands aus, der Qualifikation komme aufgrund der
medizinischen Beurteilung bloss untergeordnete Bedeutung zu (IV-act. 129-2), womit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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sie auf die fehlende Relevanz der Qualifikation aufmerksam gemacht hat. Im Übrigen
hat die Abklärungsperson im Abklärungsbericht begründet, weshalb an der bisherigen
Qualifikation festgehalten werde (IV-act. 112-13).
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP