Decision ID: 6af5acc3-213d-537d-989e-d265914ade0e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
S._ (Jg. 1949) meldete sich am 15. Mai 2006 zum Bezug einer Invalidenrente an. Die
A._ AG teilte der IV-Stelle am 30. Mai 2006 mit, sie beschäftige die Versicherte als
Laborgehilfin. Der aktuelle Lohn (im Gesundheitsfall) betrage Fr. 5318.- (x13). Dr. med.
B._ berichtete der IV-Stelle am 12. Juni 2006, die Versicherte leide an einem
lumbovertebralen, lumbospondylogenen und sakralen Schmerzsyndrom nach einem
Sturz über eine Treppe und an einer Syringomyelie. Seit dem 25. Oktober 2005 bestehe
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der aktuellen Erwerbstätigkeit. Die Versicherte
könne nicht längere Zeit sitzen oder stehen und sie dürfe keine Lasten heben oder
tragen. Er legte u.a. einen Austrittsbericht der Klinik Valens vom 21. März 2006 bei. Die
Versicherte hatte sich vier Wochen zur stationären Rehabilitation dort aufgehalten. Die
in diesem Bericht angegebenen Diagnosen lauteten: lumbovertebrales bis
lumbospondylogenes und sakrales Schmerzsyndrom (mit/bei St. n. Beckenkontusion
mit Dehnung der Beckenbänder 10/2005, degenerativen Veränderungen und
Spondylolyse L5/S1 mit Anterolisthesis L5 ohne zusätzliche Instabilität),
Zervikalsyndrom (mit/bei degenerativen Veränderungen der HWS, segmentaler
Dysfunktion C5/6) und Syringomyelie. In ihrer Beurteilung hatten die Ärzte der Klinik
Valens ausgeführt, die insuffiziente muskuläre Rumpfstabilisation sei mit dem Ziel des
muskulären Auftrainierens angegangen worden. Die Rumpfmuskulatur habe gestärkt
und das Körpergefühl habe verbessert werden können. Die Versicherte habe beim
Klinikaustritt tieflumbale Schmerzen mit Ausstrahlung über das linke Bein hinab
angegeben. Klinisch habe aber keine neurale Reizung bestanden. In der
neurologischen Untersuchung seien Kraft und Reflex seitengleich unauffällig gewesen.
Die Sensibilität im Dermatom L5 sei minim eingeschränkt gewesen, was
möglicherweise durch ein Diskusbulging in Höhe L5/S1 verursacht sei.
Psychopathologisch seien bei der Versicherten keine Auffälligkeiten festgestellt
worden. Für die vier auf den Klinikaustritt folgenden Wochen bestehe eine vollständige
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Arbeitsunfähigkeit. Danach sollte ein schrittweiser Einstieg in die bisherige Arbeit als
Laborantin erfolgen.
B.
B.a In einem Verlaufsbericht vom 6. Oktober 2006 führte Dr. med. B._ aus, die
Syringomyelie habe wahrscheinlich den stärksten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Sie
sei durch den Sturz extrem verschlimmert worden. Die Versicherte habe nach wie vor
äusserst starke Schmerzen vor allem beim Sitzen. Sie fühle sich nur in einer
bestimmten Lage oder bei längerem Gehen einigermassen mit weniger Beschwerden.
Die Leistungsfähigkeit der Versicherten betrage 20-30%. Alle bisher durchgeführten
Massnahmen hätten keine Besserung gebracht.
B.b Die IV-Stelle beauftragte am 7. Mai 2007 die MEDAS Ostschweiz mit einer
Begutachtung. Die MEDAS berichtete in ihrem Gutachten vom 11. Dezember 2007, die
Versicherte habe ab 1982 als Laborangestellte gearbeitet. Dabei handle es sich um
eine körperlich leichte Arbeit und um Computerarbeit. Die seit 1971 bestehenden
Lumbalgien seien kompensiert gewesen, als die Versicherte auf der Treppe mit dem
Wäschekorb in den Händen gestürzt und mit dem Gesäss mehrmals auf den
Treppenstufen aufgeprallt sei. Seither leide die Versicherte gemäss ihren eigenen
Angaben an einem sakralen, dumpf drückenden Dauerschmerz mit Ausstrahlung in die
rechte Leiste, ohne Sensibilitätsstörung oder Kraftminderung, verschlimmert bei
langem Stehen und beim Heben schwerer Gegenstände, Besserung beim
Umhergehen, bei stehender Tätigkeit Gefühl einer Instabilität im LWS-Bereich (Korsett).
Der Schmerz sei stabil auf einem Niveau von 3 bei einer visuellen Analogskala von 1 bis
10. Ausserdem bestehe ein spontan und unprovoziert einschiessender, dumpf
elektrisierender Schmerz beider Oberschenkel, der rechts bis zu einer halben Stunde
anhalte. Zudem bestünden Faszikulationen beider Beine und ein Taubheitsgefühl der
rechten Handinnenfläche und des Unterarms.
B.c Die Gesamtdiagnose lautete Osteochondrose, Spondylolyse L5/S1 mit
Anterolisthesis L5, psychische Überlagerung des lumbovertebralen, sakralen und
zervikalen Syndroms sowie – ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit –
Syringomyelie Th8-11 (keine Hinweise auf afferentes Defizit gemäss SSEP N. tibialis, N.
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cutaeneus femoris lateralis oder auf eine Pyramidenbahnläsion gemäss MEP zu Armen
und Beinen bds.), V. a. Karpaltunnelsyndrom rechtsbetont (aktuell unter volarer
Handgelenksschiene beschwerdefrei), Osteochondrose und Spondylose C5/6 mit
gelegentlichen Nackenschmerzen, Allergie auf jodhaltige Kontrastmittel, Vitamerfen,
Mydocalm und Tramal sowie benigne Faszikulationen. Dazu wurde ausgeführt, bei
einer Abklärung der Faszikulationen der Beine durch das Kantonsspital St. Gallen im
Jahr 2005 sei als Zufallsbefund die Syringomyelie Th 8-11 (MRI) erhoben worden. Als
Aetiologie seien eine kongenitale oder auch eine posttraumatische Störung im 10.
Lebensjahr diskutiert worden, wobei die Versicherte von einer Kuh mit der thorakalen
Wirbelsäule gegen eine Mauer gedrückt worden sei. Im Rahmen der Syringopathie sei
die Versicherte 5/2006 durch PD Dr. med. C._ untersucht worden. Er habe eine
leichte spastische Parese des linken Beins und eine Hypalgesie ab Th8 bis etwa
Kniehöhe sowie eine Pyramidenbahnläsion zum linken Bein festgestellt. Im Gegensatz
dazu habe die neurologische Abklärung in Valens ausser den Faszikulationen klinisch
keinen pathologischen Befund ergeben. Aktuell sei die neurologische Untersuchung im
Liegen nur in Schonhaltung mit angewinkelten Beinen oder Abpolstern des Gesässes
möglich gewesen. Die Untersuchung habe schmerzbedingte Minderinnervationen der
Hüft-/Knieextensoren/-flexoren sowie der Fussheber und –senker linksbetont gezeigt,
so dass keine sichere Beurteilung dieser Kraftgrade möglich gewesen sei. Die
Versicherte habe wechselnde Sensibilitätsstörungen mit Hypaesthesie des linken Beins
lateral betont mit intakter Spitz-/Stumpf-diskrimination angegeben, vereinbar mit den
Dermatomen L5/S1 links. Die Muskeleigenreflexe seien symmetrisch lebhaft auslösbar
gewesen. Weder eine pathologische Verbreiterung der Reflexzonen noch
Pyramidenbahnzeichen seien erkennbar gewesen. Das Auf- und Absitzen sei in
schmerzbedingter Schonhaltung der lumbalen Wirbelsäule mit Abweichen des
Oberkörpers wegen Unsicherheitsgefühlen erfolgt. Bei dezidierter Prüfung hätten sich
weder ein Hinweis auf ein zentromedulläres Syndrom noch ein Zeichen einer latenten
oder manifesten zentralen Parese gefunden. Die einzelnen Faszikulationen der
Wadenmuskulatur seien als benigne zu interpretieren, da keine weiteren Zeichen einer
axonalen Störung vorgelegen hätten. In der paravertebralen Muskulatur habe sich
keine pathologische Spontanaktivität gezeigt. Es bestünden also keine Hinweise auf
eine radikuläre Nervenschädigung Th8-11 bds. Weiter fehlten Hinweise auf ein
sensibles afferentes Defizit oder eine Pyramidenbahnläsion zu Armen und Beinen.
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Somit decke sich der elektrophysiologische mit dem klinisch-neurologischen Befund,
bei dem kein Hinweis auf ein zentromedulläres Syndrom im Rahmen der Syringomyelie
gefunden worden sei. Deshalb sei von einer Schmerzproblematik am ehesten aufgrund
der lumbalen Wirbelsäule auszugehen, was sich auch mit einer Hypaesthesiezone des
linken Beins decke, die dem Dermatom L5/S1 zugeordnet werden könne.
Reflexdifferenzen oder Einschränkungen der Kraftgrade hätten diesbezüglich allerdings
nicht objektiviert werden können. Weder klinisch noch apparativ seien manifeste
Folgen der Syringomyelie festzustellen gewesen. Somit sei der Befund von PD Dr.
med. C._ nicht reproduzierbar. Deshalb müsse die thorakale Syringomyelie als
klinisch inapparent beurteilt werden.
B.d Aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch
die Syringomyelie Th8-11. Die stark körperbezogenen Ängste der Versicherten bei
leistungsorientierter Persönlichkeit seien durch die Diagnose einer Syringomyelie
verfestigt worden. Gemäss der orthopädischen Abklärung durch Dr. med. D._
bestünden seit Jahrzehnten zunehmende degenerative Veränderungen an der lumbalen
Wirbelsäule, die radiologisch in den vergangenen zwei Jahren stationär geblieben seien
und die in der Untersuchung eine leichte Einschränkung der LWS-Beweglichkeit
bewirkt hätten. Allerdings sei ein Teil der Befunde nicht ganz konsistent gewesen. Die
nachgewiesenen Veränderungen hätten eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule
zur Folge, so dass ein mehr als eine Stunde dauerndes Stehen oder Sitzen vermieden
und durch Positionswechsel unterbrochen werden sollte. Ausserdem dürften nicht
wiederholt Lasten über 10 kg gehoben werden. Quantitativ sei die Arbeitsfähigkeit aber
nicht eingeschränkt. Somit sei die früher geleistete Arbeit im Labor weiterhin zumutbar,
sofern die Mittagspause genügend lang sei. Allerdings fehle eine detaillierte
Arbeitsplatzbeschreibung.
B.e Der Psychiater Dr. med. E._ vermutete eine gewisse Demonstration hoher sozial-
moralischer Ansprüche, eine nicht unproblematische Krankheitsverarbeitung und die
Ausgestaltung einer Unsicherheit bei der körperlichen Untersuchung.
Phänomenologisch liessen sich daraus aber keine Diagnose eines psychiatrischen
Leidens oder eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit ableiten, da es sich um einzelne,
inkohärente Verdachtsmomente handle. Eine konversionsneurotische,
psychodynamische Genese der orthopädisch nicht sicher fassbaren Beschwerden sei
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nicht ausgeschlossen. Insgesamt könnten ausgeprägte körperbezogene Beschwerden
festgestellt werden, die subjektiv als Folgen der Syringomyelie erklärt würden, was
aber aufgrund der objektiven Befunde nicht bestätigt werden könne, ohne dass eine
ausgeprägte psychische Störung dokumentiert sei, obwohl der Verdacht darauf
gegeben sei. In bezug auf die Arbeitsfähigkeit wurde im MEDAS-Gutachten
abschliessend ausgeführt, aus neurologischer und orthopädischer Sicht bestehe
insofern eine Einschränkung, als längeres Stehen oder Sitzen von mehr als einer
Stunde Dauer durch einen Positionswechsel unterbrochen werden sollte und dass
keine Lasten über 10 kg gehoben werden sollten. Aus psychiatrischer und
psychosomatischer Sicht bestehe keine wesentliche Verminderung der Arbeits-
fähigkeit.
C.
Die Versicherte liess am 5. Februar 2008 durch ihre Rechtsvertreterin einwenden, sie
habe angegeben, nach dem Unfall seien die Schmerzen auf dem Level 10 gewesen.
Einige Zeit danach bis jetzt bewegten sie sich auf dem Level 5 bis 7. Der
elektrisierende Schmerz in beiden Oberschenkeln gehe nach ihrem Empfinden vom
Rücken aus. Sie habe eine deutliche Krafteinbusse im linken Bein bemerkt. Sie habe
die Operation nicht wegen des Fehlens einer Krafteinbusse, sondern wegen der Risiken
abgelehnt. Die Nackenschmerzen bestünden dauernd. Sie gehe nicht biken oder
laufen, vielmehr gehe sie spazieren und sie fahre Velo auf ebenem Gelände. Dabei
müsse sie alle 15 Min. eine Pause einlegen. Das Treppensteigen und das In-die-Hocke-
Gehen seien nur noch unter starken Schmerzen möglich. Das Drehen des Kopfes löse
Schmerzen aus und das Drehen und Bewegen sei stark eingeschränkt. Über die
Auslösbarkeit von Bauchre-flexen hätten die Sachverständigen des MEDAS
verschiedene Auffassungen vertreten. Es sei ihr nicht mehr möglich, eine Stunde ruhig
zu sitzen, ohne sich zu stützen und dazwischen wiederholt aufzustehen. Sie könne nur
für kurze Momente frei stehen, ohne sich zu bewegen oder sich mit den Knien oder den
Armen abzustützen. Im orthopädischen Gutachten habe das alles keinen Niederschlag
gefunden, weshalb nicht festgestellt werden könne, ob es Einfluss auf die
orthopädische Beurteilung genommen habe. Die Arbeit als Laborantin sei nicht mehr
möglich, weil dabei längere Zeit konzentriert vor dem Computer gesessen werden
müsse. Dabei könne die Arbeit nicht alle fünfzehn Minuten unterbrochen werden. Sie
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könne die 10 L-Behälter mit Chemikalien nicht mehr heben und umfüllen. Im übrigen
fehle eine detaillierte Tätigkeitsanamnese. Sie habe vor der Untersuchung durch die
Sachverständigen der MEDAS starke Schmerzmittel eingenommen. Dass kein
Zusammenhang zwischen dem Beschwerdebild und der Syringomyelie zu finden
gewesen sei, erstaune angesichts der zehnminütigen, oberflächlichen Untersuchung
nicht. Obwohl die MRI-Bilder vorgelegen hätten, sei kein Verlaufsvergleich
vorgenommen worden. Dr. med. B._ hatte in einem an die Rechtsvertreterin
gerichteten Schreiben vom 21. Januar 2008 ausgeführt, die Versicherte habe immer als
sehr aufgeschlossene, die Schmerzen herunterspielende, arbeitswillige und
arbeitspflichtbewusste Person imponiert. Wegen der seit längerem bestehenden
Rückenbeschwerden (Syringomyelie) habe sie ihn nur selten konsultiert. Die
Versicherte habe die Beschwerden jeweils mit einer oder mit zwei Physiotherapien in
den Griff bekommen. Nach dem Unfall habe sich das stark verändert. Die Einschätzung
durch die MEDAS sei völlig falsch. Die Versicherte sei eindeutig rentenberechtigt.
D.
Der Chefarzt der MEDAS führte in einer Stellungnahme vom 12. März 2008 aus, da kein
Wort-für-Wort-Protokoll erstellt worden sei, könne nicht festgestellt werden, ob die
angegebenen Diskrepanzen zwischen den im Gutachten angeführten Angaben der
Versicherten und den nachträglich gemachten Angaben auf die Sachverständigen oder
auf die Versicherte zurückgingen. Das Verhalten der Versicherten während der
Untersuchung sei inkongruent gewesen. Die Versicherte habe wechselnde
Sensibilitätsstörungen angegeben, die zum Teil organmedizinisch nicht nachvollziehbar
gewesen seien. Der PACT-Test mit nur 17 von 200 möglichen Punkten sei mit dem
gezeigten Verhalten völlig unvereinbar gewesen. Diese Diskrepanz sei nur durch die
Verdeutlichung der Beschwerden zu erklären gewesen. Für die gutachterliche
Beurteilung seien nicht die geklagten subjektiven Beschwerden, sondern die objektiven
Befunde massgebend. Unbestrittenermassen leide die Versicherte an einer
Syringomyelie, erstmals 2005 als Zufallsbefund erhoben. Neben der klinischen
Abklärung seien aufwendige neurologische Spezialuntersuchungen vorgenommen
worden. Die Ergebnisse seien genau diskutiert worden. Demgemäss sei die
Syringomyelie als klinisch inapparent zu beurteilen gewesen; jedenfalls habe sie das
Beschwerdebild nicht ausreichend erklären können. Dr. med. B._ habe angegeben,
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die Rückenbeschwerden hätten mit einer oder zwei Physiotherapien sistiert werden
können. Damit sei belegt, dass die Syringomyelie nicht die Ursache dieser
Beschwerden gewesen sein könne. Im therapeutischen Kontext müssten Schmerzen
vom behandelnden Arzt akzeptiert werden, wie sie vom Patienten geäussert würden,
denn sonst wäre das für die Therapie notwendige Vertrauensverhältnis nicht gegeben.
Bei der Begutachtung sei es umgekehrt. Hier seien nur die objektivierbaren Befunde
massgebend. Der psychiatrische Sachverständige habe den Verdacht einer
erheblichen psychodynamischen Genese der Beschwerden geäussert. Es sei möglich,
dass die psychisch bedingten Einschränkungen höher seien als im Gutachten
angegeben. Kein Gutachter könne psychische Einschränkungen feststellen, wenn er
nicht die dazu notwendigen Informationen erhalte. Die Versicherte habe sich sehr
bemüht, ihr Leiden als rein körperlich bedingt zu schildern und Probleme sozialer oder
intrapsychischer Art zu negieren. Falls dadurch eine effektiv vorhandene
Arbeitsunfähigkeit übersehen worden sei, sei die Versicherte dafür verantwortlich.
E.
Mit einem Vorbescheid vom 20. März 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, ihr Rentenbegehren abzuweisen. Die Versicherte liess am 2. Mai
2008 einwenden, es sei ein Obergutachten bzw. ein neues, unabhängiges,
interdisziplinäres Gutachten einzuholen. Seit dem Sturz leide sie neben konstanten
Nackenschmerzen an Schulterbeschwerden und an verstärkten Schmerzen im
Rücken-/Kreuz-bereich. Als Laborassistentin müsste sie längere Zeit konzentriert vor
dem Computer sitzen oder längere Zeit stehend arbeiten und ausserdem schwere
Behälter heben und umfüllen. All dies sei ihr nicht mehr möglich. Es müsse davon
ausgegangen werden, dass die Syringomyelie durch den Sturz verschlimmert worden
sei. Aufgrund der beschriebenen Mängel des MEDAS-Gutachtens könne nicht davon
ausgegangen werden, dass die "objektiven" Befunde korrekt erhoben oder korrekt
wiedergegeben worden seien. Ihre Angaben seien mehrfach in das Gegenteil verkehrt
worden. Schliesslich könne ohne eine Arbeitsplatzbeschreibung gar nicht entschieden
werden, ob die Arbeit als Laborassistentin eine adaptierte Tätigkeit sei. Mit einer
Verfügung vom 30. Mai 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab.
F.
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Die Versicherte liess am 2. Juli 2008 Beschwerde erheben und beantragen, die
Verfügung vom 30. Mai 2008 sei aufzuheben und nach der Einholung eines
Obergutachtens sei eine Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren
Abklärung und zum erneuten Entscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur
Begründung liess sie insbesondere ausführen, der Sturz habe zu einer
richtungsweisenden Verschlimmerung der Syringomyelie geführt, wie Dr. med. C._
am 16. Mai 2006 festgestellt habe. Sie sei bereits für ein funktionelles MRI angemeldet.
Davon seien Befunde zu erwarten, welche die Beschwerden untermauerten. Die
Behauptung der MEDAS, die Syringomyelie sei klinisch symptomlos, habe keinen
Beweiswert, da das Gutachten mangelhaft sei. Insbesondere seien ihre Angaben
gegenüber den Gutachtern mehrfach falsch wiedergegeben worden. Das könnte das
angeblich inkongruente Verhalten erklären. Sie habe nämlich bereits früher ihre
Schmerzen eher heruntergespielt.
G.
Die IV-Stelle beantragte am 16. September 2008 die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung machte sie geltend, die Sachverständigen der MEDAS hätten sich mit
dem Bericht von Dr. med. C._ vom 16. Mai 2006 bzw. der Diagnose einer
Syringomyelie Th8-11 auseinandergesetzt. Aufgrund ihrer eigenen Befunde hätten sie
plausibel und nachvollziehbar dargelegt, dass die Syringomyelie klinisch inapparent
sei. Dr. med. B._ habe in seinem Schreiben vom 21. Januar 2008 keinen die
Schmerzen erklärenden Befund angegeben. Die subjektiven Schmerzangaben
genügten nicht, um eine Invalidität zu begründen. Beide genannten Arztberichte
vermöchten also keine Zweifel an den Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten zu
erwecken. Die weitere Kritik der Versicherten sei in der Stellungnahme des Chefarztes
des MEDAS vom 12. März 2008 entkräftet worden.
H.
Die Versicherte liess in ihrer Replik vom 28. Oktober 2008 geltend machen, ihre
Aussagen seien im MEDAS-Gutachten nicht wahrheitsgemäss wiedergegeben worden.
Sie sei als Simulantin dargestellt worden. Dem psychiatrischen Sachverständigen sei
es nur darum gegangen, die Glaubwürdigkeit ihrer Angaben zu untergraben und damit
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die Befunde der anderen MEDAS-Ärzte zu bestärken. Dr. med. F._ habe am
24. September 2008 gestützt auf die neuen fMRI-Aufnahmen festgestellt, dass sie im
Stehen, im Sitzen und beim Arbeiten in vorgeneigter Stellung massivst eingeschränkt
sei. Das Gleiten des untersten Lendenwirbels (Spondylolisthesis) sei für diese
Schmerzen verantwortlich. In bestimmten Körperlagen komprimiere er nämlich die
umliegenden Nervenbahnen. Demgegenüber habe Dr. med. D._ zwar eine Olisthesis
diagnostiziert, dieser jedoch aufgrund der weniger elaborierten
Untersuchungsmethoden nicht das erforderliche Gewicht beigemessen. Damit falle
auch eine adaptierte Erwerbstätigkeit ausser Betracht. Dr. med. F._ hatte am 24.
September 2008 angegeben, die Beschwerden lumbosakral seien invalidisierend. Eine
Reintegration in den Arbeitsprozess sei nicht realistisch. Auf der Höhe L5/S1 sollten
eine Dekompression und eine intrakorporelle Aufrichtespondylodese durchgeführt
werden. Der Replik lagen neben diesem Bericht von Dr. med. F._ auch zwei Berichte
über eine fMRI-Untersuchung vor.
I.
Dr. med. G._ vom RAD hielt am 7. November 2008 fest, Dr. med. F._ habe keine
neuen Befunde aufgeführt. Er habe nur die subjektiven Schmerzen anders gewichtet.
Die fMRI zeigten zwar degenerative Veränderungen, aber keine wesentliche Einengung
der Neuroforamina, keine Nervenkompression und keine Instabilität. Die IV-Stelle
machte am 10. November 2008 in ihrer Duplik geltend, die Behauptung, die fMRI-
Untersuchung habe die erhofften Erkenntnisse bezüglich der Ursache der Schmerzen
gebracht, lasse sich nicht aufrechterhalten.
J.
In einer Triplik vom 2. Dezember 2008 liess die Versicherte auf einen Bericht von
Dr. med. F._ verweisen, laut dem die lumbalen Beschwerden eher zugenommen
hätten, jetzt neu mit vermehrter Ausstrahlung links und einer Dysaesthesie im
Unterschenkel links. Die dynamische Engstellung der Neuroforamina nehme unter
Belastung nicht wesentlich zu. Die Osteochondrose sei etwas ausgeprägter. Eine
antero-posteriore Hypermobilität liege nicht vor. Jedoch sei die Anterolisthesis von L5
aufgrund der beidseitigen Spondylolisthesis nach wie vor vorhanden. Die
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degenerativen Veränderungen und die Anterolisthesis seien schwer, mit
Segmentkollaps bzw. Osteochondrose mit bereits Modicschen Zeichen. Eine
Reintegration in den Arbeitsprozess sei nicht sinnvoll. Eher sollte die Situation operativ
saniert werden. Die Versicherte liess geltend machen, die Schmerzen seien auf eine
erkennbare organische Schädigung zurückzuführen, die von der IV-Stelle offensichtlich
nicht erkannt worden sei. Damit sei belegt, dass dem MEDAS-Gutachten nicht die
behauptete Beweiskraft zukomme.
K.
Die IV-Stelle verzichtete am 9. Dezember 2008 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Da die Beschwerdeführerin ohne
den Treppensturz und die damit ausgelöste Gesundheitsbeeinträchtigung mit grosser
Wahrscheinlichkeit weiterhin zu 100% ihrer langjährigen Arbeit als Laborassistentin
nachgegangen wäre, stellt diese Erwerbstätigkeit die Validenkarriere dar, auf deren
Grundlage das Valideneinkommen zu ermitteln sein wird. Allerdings handelt es sich
dabei nicht zwingend um den letzten Arbeitsplatz, sondern um irgendeine,
durchschnittliche Anforderungen stellende und deshalb auch durchschnittlich entlöhnte
Arbeitsstelle als Laborassistentin. Die Definition der Invalidenkarriere ist schwieriger,
denn sie hängt von der - durch die medizinischen Sachverständigen zu definierenden -
qualitativen Komponente der Arbeitsfähigkeit, d.h. von jener Art von Erwerbstätigkeit
ab, die den höchstmöglichen Grad an medizinisch noch möglicher und zumutbarer
Arbeitsfähigkeit (quantitative Komponente) erlaubt. Bereits in bezug auf diese
qualitative Komponente der Arbeitsfähigkeit bestehen grosse Differenzen in den
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ärztlichen Einschätzungen. Die Ärzte der Klinik Valens sind im Austrittsbericht vom 21.
März 2006 davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ihre bisherige Arbeit als
Laborhilfe wieder aufnehmen und den Arbeitsfähigkeitsgrad schrittweise anheben
könne. Sie haben also angenommen, dass es sich bei der bisherigen Arbeit um eine
der Behinderung angepasste Erwerbstätigkeit handle. Der behandelnde Arzt Dr med.
B._ hat sowohl für die zuletzt ausgeübte als auch für eine ideal rückenschonende,
sogenannt adaptierte Erwerbstätigkeit jede Arbeitsfähigkeit verneint. Die
Sachverständigen der MEDAS haben im Gutachten vom 11. Dezember 2007 für eine
adaptierte Erwerbstätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
angegeben. Sie haben diese adaptierte Erwerbstätigkeit folgendermassen definiert:
Kein Stehen oder Sitzen während mehr als einer Stunde ohne Positionswechsel und
kein wiederholtes Heben von Lasten über 10 kg. Sie haben darauf hingewiesen, dass
mangels einer detaillierten Beschreibung des konkreten Arbeitsplatzes der
Beschwerdeführerin nicht mit Sicherheit feststehe, ob es sich dabei um einen
adaptierten Arbeitsplatz handle (vgl. Hauptgutachten S. 17). Dr. med. F._ hat sich im
Ergebnis ebenfalls zur qualitativen Komponente der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin geäussert, indem er angegeben hat, eine Reintegration in den
Arbeitsprozess sei derzeit nicht sinnvoll. Damit hat er sinngemäss geltend gemacht, es
gebe zur Zeit gar keine adaptierte Erwerbstätigkeit. Die Beschwerdeführerin selbst hat
wiederholt die Auffassung geäussert, ihre letzte Arbeitsstelle als Labormitarbeiterin sei
nicht adaptiert. Sie müsse dort nämlich längere Zeit konzentriert vor dem Computer
sitzen oder längere Zeit stehend arbeiten und sie müsse schwere Behälter mit
Chemikalien (10 L) heben und umfüllen. Ohne mehrfachen Positionswechsel könne sie
nicht eine Stunde sitzen oder stehen (vgl. Einwand vom 2. Mai 2008 gegen den
Vorbescheid
S. 2 f.).
1.2 Die Invalidenkarriere wird aber in qualitativer Hinsicht nicht durch die konkrete
letzte, sondern durch eine so weit wie möglich der Behinderung Rechnung tragende
Arbeitsstelle für den Beruf der versicherten Person definiert. Es ist davon auszugehen,
dass Ärzte insbesondere aufgrund ihrer Erfahrungen während der Ausbildung wissen,
wie das Belastungsprofil einer Labortätigkeit im allgemeinen aussieht. Eine detaillierte
Beschreibung dieser Tätigkeit ist also nicht notwendig, damit die Ärzte eine
überzeugende Umschreibung der qualitativen Komponente der Arbeitsfähigkeit
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abgeben können. Die Ärzte der MEDAS haben sich bei der quantitativen
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu Recht auf eine adaptierte Labortätigkeit und nicht auf
den letzten Arbeitsplatz bezogen. Die detaillierte Beschreibung des konkreten
Arbeitsplatzes, auf deren Fehlen sie hingewiesen haben, hätte nämlich nur eine –
unnötige – Arbeitsfähigkeitsschätzung am konkreten letzten Arbeitsplatz ermöglicht.
Die allgemeine Schadenminderungspflicht bezieht sich auch auf die qualitative
Komponente der Arbeitsfähigkeit. Der adaptierte Arbeitsplatz ist behinderungsgerecht
gestaltet und er ist nötigenfalls mit geeigneten Hilfsmitteln ausgestattet. Wenn die
Beschwerdeführerin geltend macht, sie müsse während Stunden ohne Unterbruch
konzentriert vor dem Computer sitzen, so übersieht sie, dass auch gesunde
Arbeitnehmer bei einer reinen Computerarbeit prophylaktisch periodisch aufstehen,
umhergehen und sich lockern sollten. Ausserdem gibt es Schreib- und
Computertische, die auf Knopfdruck in der Höhe so verstellt werden können, dass an
ihnen auch stehend gearbeitet werden kann. Die Tischverstellung bedingt keine
relevante Unterbrechung der Arbeit am Computer. Die Beschwerdeführerin könnte
einen solchen Tisch also sogar mehr als einmal pro Stunde verstellen. Auch für
grundsätzlich stehend auszuübende Arbeiten gibt es Hilfsmittel, die es erlauben, die
Position zu wechseln, ohne die Arbeit unterbrechen zu müssen (z.B. Sitzmöbel, die so
hoch sind, dass die Beine gestreckt bleiben). An einem adaptierten Arbeitsplatz werden
die Chemikalien in Behältern angeliefert und gelagert, die weniger als 10 L Inhalt
haben. Andernfalls stehen Hilfsvorrichtungen zum Heben und zum Umfüllen zur
Verfügung, die den Labormitarbeitern das vornüber geneigte längere Halten der
Behälter erspart. Ob die behandelnden Ärzte, die eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
angegeben haben, eine solcherart adaptierte Labortätigkeit vor Augen gehabt haben,
ist nicht bekannt. Es ist zu vermuten, dass sie ganz generell jede, also auch die
adaptierte Erwerbstätigkeit als nicht mehr möglich und/oder zumutbar betrachtet
haben, so dass sie keine eindeutige Aussage zur qualitativen Komponente der
Arbeitsfähigkeit gemacht, sondern sich wohl auf den konkreten, nicht ausreichend
adaptierten Arbeitsplatz bezogen haben. Letzteres gilt auch für die Angaben der
Beschwerdeführerin selbst. Deshalb ist mit den Sachverständigen der MEDAS davon
auszugehen, dass es bei der Arbeit als Laborassistentin an einem entsprechend
ausgerüsteten Arbeitsplatz um eine adaptierte Erwerbstätigkeit handelt. Die
Invalidenkarriere entspricht deshalb der Validenkarriere.
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2.
2.1 In bezug auf die quantitative Komponente weichen die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen ab. Während die Klinik Valens im Austrittsbericht vom 21.
März 2006 eine Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit erwartet und die
MEDAS im Gutachten vom 11. Dezember 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 100%
angegeben hat, sind die behandelnden Ärzte Dr. med. B._ und Dr. med. F._ in
ihren Berichten und Stellungnahmen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin ausgegangen. Gemäss Dr. med. B._ ist die Syringomyelie
Th8-11 die Ursache der vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Die Sachverständigen der
MEDAS hingegen haben diese Syringomyelie als klinisch inapparent qualifiziert. Der
medizinische Nachweis dafür, dass die Syringomyelie die massgebende Ursache einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit wäre, ist von Dr. med. B._ nicht geführt worden. Im
Gegenteil hat Dr. med. B._ ein starkes Indiz gegen die Syringomyelie als Ursache
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geliefert, indem er angegeben hat, man habe die
Rückenbeschwerden jeweils mit ein bis zwei Physiotherapien umfassend in den Griff
bekommen. Im übrigen hat die Syringomyelie bei der Abklärung durch die MEDAS
Anlass zu einer Reihe zusätzlicher Spezialuntersuchungen geboten. Die Ergebnisse
dieser Untersuchungen haben alle gegen die Syringomyelie als Ursache der geklagten
Beschwerden gesprochen. Auch Dr. med. F._ hat die Syringomyelie als irrelevant für
die Beschwerden betrachtet. Es ist deshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass die Syringomyelie die geklagten
Beschwerden nicht ausgelöst haben kann.
2.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin scheint im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens ebenfalls zu dieser Überzeugung gelangt zu sein, denn nach
der Erstellung der fMRI-Aufnahmen und nach dem ersten Bericht von Dr. med. F._
hat er die Ursache der geklagten Beschwerden nur noch in den anderen
Wirbelsäulenbeschwerden gesehen. Dr. med. G._ vom RAD hat am 7. November
2008 darauf hingewiesen, dass die fMRI-Aufnahmen keine neuen Befunde ergeben
hätten und dass keine wesentliche Einengung der Neuroforamina, keine
Neurokompression und keine Instabilität erkennbar seien. Entgegen der von der
Beschwerdeführerin vertretenen Meinung haben die nachträglich erstellten fMRI-
Aufnahmen also keine – bis dahin fehlen-de – somatische Ursache für die geklagten
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Beschwerden geliefert. Die von Dr. med. F._ angegebene vollständige
Arbeitsunfähigkeit hat ihre Ursache also nicht in einer – von den Sachverständigen der
MEDAS übersehenen – Auswirkung der Syringomyelie. Der gestützt auf diese fMRI-
Aufnahmen abgegebene Befund unterscheidet sich nicht von demjenigen im MEDAS-
Gutachten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erklärt das sinngemäss zum
einen damit, dass die Sachverständigen der MEDAS nicht über die einzig
aussagekräftigen fMRI-Aufnahmen verfügt hätten, und zum anderen damit, dass die
Sachverständigen der MEDAS die Angaben der Beschwerdeführerin beinahe
systematisch abgeschwächt, falsch dargestellt oder überhaupt nicht wiedergegeben
hätten. Die Sachverständigen der MEDAS haben tatsächlich nur über konventionelle
MRI-Aufnahmen verfügt. Dass sie deshalb nicht in der Lage gewesen wären, die
übrigen Rückenbeschwerden nach Art und Schweregrad zu beurteilen, ist nicht erstellt
und auch nicht wahrscheinlich. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die fMRI-
Aufnahmen nur die Ergebnisse der konventionellen MRI-Aufnahmen und der weiteren
Untersuchungen bestätigt haben.
2.3 Die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihre Angaben während der
Untersuchungen seien im MEDAS-Gutachten konsequent zu ihrem Nachteil nicht oder
falsch wiedergegeben worden, läuft auf den Vorwurf der Befangenheit hinaus. Warum
die Sachverständigen der Beschwerdeführerin gegenüber voreingenommen hätten sein
sollen, ist nicht ersichtlich. Es handelte sich um erfahrene Sachverständige, die sich
durch persönlich Sympathien oder Antipathien auch dann nicht beeinflussen lassen,
wenn eine versicherte Person in irgendeiner Form besondere Wesenszüge zeigt. Diese
Sachverständigen haben sonst keine Veranlassung, Untersuchungsergebnisse
zuungunsten einer versicherten Person zu manipulieren, denn sie sind unabhängig von
der Beschwerdegegnerin und von deren Aufsichtsbehörde. Sie haben vom Ausgang
der Begutachtung weder einen Vor- noch einen Nachteil irgendwelcher Art zu erwarten.
Der Vorwurf der Beschwerdeführerin ist möglicherweise darin begründet, dass das
teilweise demonstrative Verhalten und die entsprechend akzentuierten
Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin zu deren Enttäuschung nicht als
Ausdruck des objektiven Gesundheitszustandes akzeptiert worden sind. Selbst wenn
im MEDAS-Gutachten einige Aussagen der Beschwerdeführerin leicht abgeschwächt
wiedergegeben sein sollten, ändert das nichts daran, dass die Gutachter es verstanden
haben, anhand der ihnen als Resultat der Untersuchungen zur Verfügung stehenden
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objektiven Informationen in bezug auf die Aussagen der Beschwerdeführerin "den
Spreu vom Weizen zu trennen". Im übrigen kann auf die Ausführungen von Dr. med.
H._ vom 12. März 2008 verwiesen werden. Dort ist aus medizinisch-gutachterlicher
Sicht die Erfahrungstatsache be-stätigt worden, dass behandelnde Ärzte in einem
erheblichen Ausmass dazu neigen (müssen), die konsequent pessimistische
Selbsteinschätzung und –darstellung ihrer Patienten ernst zu nehmen und dann der
Arbeitsfähigkeitsschätzung zugrunde zu legen. Dazu mag in einigen Fällen auch
beitragen, dass derartige Schätzungen in der Regel nach langdauernden, aber
erfolglosen therapeutischen Bemühungen abgegeben werden, so dass aus der Sicht
des behandelnden Arztes tatsächlich ein Rentenbedarf zu bestehen scheint. Unter
Berücksichtigung dieser Erfahrungstatsachen ist der Arbeits-fähigkeitsschätzung der
unvoreingenommenen medizinischen Sachverständigen eine bedeutend höhere
Überzeugungskraft beizumessen als der Arbeitsfähigkeitsschätzung eines
behandelnden Arztes, wobei allerdings vorausgesetzt ist, dass das Gutachten den an
es zu stellenden "technischen" Anforderungen entspricht (vgl. dazu etwa Ulrich Meyer-
Blaser, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, S. 230). Die Angaben behandelnder
Ärzte vermögen nur dann die Überzeugungskraft eines solchen Gutachtens zu
erschüttern und damit zu bewirken, dass die im Gutachten angegebene
Arbeitsfähigkeit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt ist, wenn sie auf einer detaillierten und offenkundig
objektiven Auseinandersetzung mit den Resultaten der Begutachtung beruhen, wenn
also ohne weiteres erkennbar ist, dass der behandelnde Arzt sich unbefangen, fundiert
und überzeugend mit dem medizinischen Sachverhalt auseinandergesetzt hat. Die
Ausführungen von Dr. med. F._ erfüllen diese Anforderungen nicht, denn es fehlt jede
Auseinandersetzung mit der von den Sachverständigen der MEDAS vertretenen
Auffassung. Das gilt erst recht für die Angaben von Dr. med. B._, der seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung zudem zu Unrecht auf die Syringomyelie als Ursache der
Beschwerden abgestützt hat. Da das Gutachten der MEDAS vom 11. Dezember 2007
alle Anforderungen erfüllt, steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin an einem der Behinderung gut
angepassten Arbeitsplatz als Laborassistentin zu 100% arbeitsfähig ist.
3.
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In einer durchschnittlichen Tätigkeit als Laborassistentin wirkt sich die Behinderung (in
der Form einer geringen qualitativen Arbeitsunfähigkeit) nicht negativ aus, d.h. es
besteht keine Veranlassung anzunehmen, die Beschwerdeführerin könne nur noch
unterdurchschnittlich bezahlte Arbeiten als Laborassistentin ausführen, weil ihr nicht
mehr alle in diesem Beruf nötigen Verrichtungen möglich wären. Die
Beschwerdeführerin ist vielmehr trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung als qualitativ
und quantitativ voll arbeitsfähige Laborassistentin zu qualifizieren. Da die Validen- und
die Invalidenkarriere also übereinstimmen, kann sich der Einkommensvergleich auf
einen sogenannten Prozentvergleich (vgl. etwa Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, S. 203 f.) beschränken. Die Beschwerdeführerin ist trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung zu 100% arbeitsfähig und deshalb fähig, ein
durchschnittliches Einkommen zu erzielen. Es besteht also keine Invalidität gemäss Art.
8 ATSG. Die Beschwerdegegnerin hat das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin
zu Recht abgewiesen.
4.
Entsprechend den vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, weshalb das entsprechende Begehren abzuweisen ist. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten sind durch die unterliegende
Beschwerdeführerin zu tragen. Sie bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art.
69 Abs. 1 IVG). Da es sich um ein in dieser Hinsicht durchschnittliches
Beschwerdeverfahren handelt, erscheint praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr.
600.- als angemessen. Diese Gerichtsgebühr ist durch den von der
Beschwerdeführerin in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG