Decision ID: ba123562-b13b-467f-8b0d-ebb25990c668
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
arbeitete
vom 7. Januar 1997 bis 31.
August 2002 als Maschinist bei der
Y._
(
vgl.
Urk. 18/7
) und war dadurch bei der
pro
paris Vorsorge-Stiftung Gewerbe Schweiz
(vormals:
Pensionskasse Auto- und Zweiradgewerbe, später
Pensionskasse MOBIL
; im Folgenden proparis
) vorsor
geversichert
(
vgl.
Urk. 11/3)
. Das Arbeitsverhältnis wurde seitens der Arbeitge
berin aus wirtschaftli
ch- und konjunkturbedingter Red
u
z
ierung d
es Betrieb
s gekündigt, wobei der letzte Arbeitstag des Arbeitnehmers wegen Krankheit bereits auf den 15. Februar 2002 fiel (
vgl.
Urk. 18/7). Vom 1. September
2002
bis 27. August 2004 bezog X._
bei einer Vermittlungsfähigkeit von 50 % Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
vgl.
Urk. 2/7/2-3).
1.2
1.2.1
Am 2
5.
Oktober 2002 meldete sich
X._
zum ersten Mal
bei der Eidgenössi
schen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
1
8
/3). Nach Abklärung der
medizinischen und
beruflich
-erwerblichen
Situation ver
neinte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
mit Verfü
gung vom
9.
September 2003 den Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen (Urk.
1
8
/15)
und m
it Verfügung vom 1
0.
September 2003 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
1
8
/18).
Die gegen die Rentenverfügung am 2. Oktober 2003 erhobene Einsprache
(Urk. 18/20)
wies die IV-Stelle mit
Entscheid vom 3
0.
Januar 2004 ab (Urk.
18
/29). Dieser Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2.2
Mit Anmeldung vom
2
8.
Oktober 2005
ersuchte
X._
erneut
um Ausrich
tung einer Invalidenrente
(Urk.
1
8
/4
4
)
.
Nach Abklärung der medizinischen Situ
ation und
Dur
chführung des Vorbescheidverfahrens
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch
mit Verfügung vom
6.
Mä
rz 2007 (Urk. 18/86)
. Die dage
gen gerichtete Beschwerde vom
19. April 2007 (Urk. 18/90/3-8)
wies das Sozi
alversicherungsgericht mit
Entscheid vom
21. August 2008 ab (Prozess-Nr. IV.2007.00578, Urk. 18/98). Das von
X._
am 15. Oktober 2008
angeru
fene
Bundesgericht
(Urk. 18/101)
trat auf die Beschwerde
nicht ein (
Urteil vom 27. Januar 2009,
Prozess-Nr. 9C_857/2008, Urk. 18/100).
1.2.3
Mit Schreiben der behandelnden Ärzte vom 1. Oktober 2009 liess
X._
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend machen (Urk. 18/106). Nach der Prüfung des medizinischen
Sachverhalts sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Juni 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab 1. Oktober 2009 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 18/137).
1.3
Mit Schreiben vom 8. Juli 2011 teilte die
proparis
X._
mit, er habe kei
nen Anspruch auf Leistungen
der beruflichen Vorsorge
, da die Invalidität in einem Zeitpunkt eingetreten sei, in welchem er nicht mehr bei ihr versichert gewesen sei (Urk. 2/8/1). In der nachfolgenden Korrespondenz fanden die Par
teien keine Einigung (
vgl.
Urk. 2/8/2-5).
2.
A
m 14. März 2012 reichte
X._
durch Rechtsanwalt Jürg Bügler gegen die proparis Klage ein mit dem Antrag, die
se
sei zu verpflichten,
ihm
mit Wirkung ab 1. Oktober 200
9
die reglementarischen Leistungen aus der 2. Säule
auszu
richten
. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
Gewährung der unentgeltliche
n
Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt
Jürg Bügler
, Neftenbach,
als unentgeltlicher Rechtsvertreter (
Urk.
1).
In der Klageantwort vom 5. Juni 2012
schloss
die proparis
auf
Abweisung der Klage (Urk. 10).
Mit Verfügung vom 29. Juni 2012
(Urk. 17)
zog das Gericht die Akten der
IV-Stelle
(Urk. 18/1-
156) bei
. Die Parteien verzichteten auf Stellungnahme hierzu (
vgl.
Urk. 21 bzw. Urk. 24).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Als für die obligatorische Versicherung von Arbeitnehmern nach den
Art.
2 und 7 ff.
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali
denvorsorge (
BVG
)
beachtliche Mindestvorschrift (
Art.
6 BVG) begründet
Art.
23 BVG den Anspruch auf Invalidenleistungen von Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens
4
0
%
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Die obligatorische Versicherung beginnt gemäss
Art.
10
Abs.
1 BVG mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses und endet laut
Abs.
2 der genannten Bestim
mung u.a. mit dessen Auflösung. Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt der Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeversicherung versichert, sofern nicht vorher ein neues Vorsorgeverhältnis begründet wird (
Art.
10
Abs.
3 BVG).
1.2
Unter Arbeitsunfähigkeit ist die durch den Gesundheitszustand bedingte Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss zudem erheblich, offensicht
lich und dauerhaft sein. Die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen ist laut Rechtsprechung erheblich, wenn sie mindestens 20 Prozent beträgt (vgl. Mitteilungen über die berufliche Vorsorge des Bundesamtes für Sozialversiche
rung Nr. 44 vom 1
4.
April 1999, Rz 258 mit Hinweisen).
1.3
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu
70 Prozent
,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn er zu mindestens 60 Prozent,
auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte
und
auf
eine Viertelsrente, wenn er min
destens zu 40 Prozent invalid
ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeein
richtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
2
8
Abs.
1 lit. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt,
während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem Obligatorium unterstanden hat (BG
E 123 V 264 E. 1b, 121
V
101 E. 2a, 120 V 116 E
. 2b, je mit Hinweisen).
1.4
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130
V
275 E
. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlan
gung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähig
keit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähig
keit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat und
voraussichtlich andauern wird.
Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfal
les, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederauf
nahme der Arbeit ver
anlasst haben (BGE 123 V 264 E. lc, 120 V 117 f. E
. 2c/aa und; bb mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat mit BGE 134 V 20 in Präzisie
rung der Rechtsprechung entschieden, dass für den Eintritt der Arbeitsunfähig
keit im Sinne von
Art.
23 lit. a BVG die Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf massgeblich ist. Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vorsorgeeinrichtung beurteilt sich hingegen nach der Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Darunter
fallen auch leis
tungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare Ausbildungen. Diese Beschäftigungen müssen jedoch bezogen auf die angestammte Arbeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20
E.
5.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_292/2008 vom 2
2.
August 2009 E. 2.2.2).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 271 E. 2a, 120 V 108 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 311 E. 1 in fine).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die IV-Stelle allen in Betracht fallen
den Vorsorgeeinrichtungen ihre Rentenverfügung von Amtes wegen eröffnet. Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 273 E. 3.1).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, wann beim Kläger die Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, die zur Invalidität geführt hat.
Da d
ie IV-Stelle die Verfügung vom 6. Juni 2011
(Urk. 8/137), mit welcher sie dem Kläger mit Wirkung ab 1. Oktober 2009 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente der Eidge
nössischen Invalidenversicherung zugesprochen hatte, der Beklagten nicht eröffnet hat, ist der Entscheid für diese nicht bindend und in diesem Verfahren frei zu überprü
fen.
2.2
Bei der erstmaligen Abweisung des Rentenbegehrens stützte sich die Eidgenössi
sche Invalidenversicherung auf folgende Arztberichte:
2.2.1
Dr.
med.
Z._
, Medizinische
Beratungs- und Abklärungsstelle
H._
,
diagnostizierte im Bericht vom 31. Mai 2002
zu Händen der Kranken
taggeldversicherung
(Urk. 1
8
/23/6-7) ein lumbospondylogenes Syndrom, links
betont mit anamnestisch radikulärer Symptomatik bei Diskushernien L4/5 und L5/S
1.
Die Arbeitsunfähigkeit als Maschinist betrage seit dem 18. Februar 2002 100 %. Für eine leichte körperl
iche Tätigkeit sei der Kläger
theoretisch ab sofort zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 10/23/10).
2.2.
2
Gemäss Arztbericht von
Dr.
med.
A._
, Rheumatologie FMH,
B._
,
vom 25. November 2002 (Urk. 1
8
/6) leidet der
Kläger
an einem chroni
schen lumbospondylogenen Syn
drom linksbetont mit Status nach radikulärer Symptomatik bei Diskushernie L4/5 und L5/S
1.
Es habe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit vom 18. Februar bis 30. Juli 2002 bestanden, seit 1. August 2002 betrage diese 50 %.
2.2.3
Im Zusatzbericht vom 18. März 2003 (Urk. 1
8
/11) erachtete
Dr.
A._
den
Kläger
in der bisherigen Tätigk
eit halbtags und in einer behinderungs
angepass
ten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig.
2.2.
4
Am 15. Januar 2004 (Urk. 1
8/24) diagnostizierte
Dr.
A._
ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom linksbetont bei Diskushernie L4/5 und L5/S1, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, sowie eine Adipositas, welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Aus medizinischer Sicht sei eine berufliche Umstellung zu prüfen. In der bisherigen Berufstätigkeit bestehe eine halbtägige Arbeitsfähigkeit, in behinderungsangepasster Tätigkeit sei der
Kläger
ganztags arbeitsfähig.
2.3
Nach der Neuanmeldung vom 28. Oktober 2005 holte die
IV-Stelle
folgende Arztberichte ein
:
2.3.1
Im Bericht der Rheumaklinik
C._
vom 7. September 2005
wurde folgendes diagnostiziert
(Urk. 1
8
/4
8
/1-2):
"
1.
Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts bei
-
bekannten degenerativen Veränderungen
-
Status nach links foraminaler Diskushernie L4/5 und klinisch stum
mer
rechtslateraler Diskushernie L5/S1 im
Jahre 2000, aktuell keine
radikuläre
Symptomatik
-
DD: Facettengelenksarthrose
-
Fehlform und -haltung der Wirbelsäule, Verkürzung der gesamten
Oberschenkel- und Glutealmuskulatur
2.
Psychosoziale Belastungssituation".
Der Kläger
leide momentan stark unter seiner sozialen Situation und wünsche ausdrücklich eine psychiatrische Be
ratung
.
2.3.2
Nach
durchgeführter
Kernspintomografie (MRI)
berichteten
die Ärzte
der Rheumaklinik
C._
am 7. Oktober 2005 (Urk. 1
8
/4
8
/3-4), es habe neben den bekannten
degenera
tiven Veränderungen eine rechtslaterale Diskushernie, welche zusam
men mit der Spondylarthrose zu einer Einengung des rechten Neuroforamens und einer möglichen Reizung der Nervenwurzel foraminal rechts L5 bzw. rezessal rechts S1 führe,
erhoben werden können
. Entsprechend sei neben der Fortführung der Physiotherapie eine lokale Infiltration mittels Sakralblock vor
geschlagen worden. Der
Kläger
habe sich aber von der Behandlung am 5. Oktober 2005 telefonisch abgemeldet aus Sorge vor Nebenwirkungen. Den Vorschlag, ihn nochmals den Ne
urochirurgen zur Abklärung der
operative
n
Sanierung vorzustellen, habe er abgelehnt.
2.3.3
Im Zusatzbericht vom 6. Dezember 2005 (Urk. 1
8
/5
4
/5-7) ergänzten
die Ärzte
der
Rheu
maklinik C._
, sie erachteten den
Kläger
für leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne repetitives Bücken mindestens als zu 50 % arbeitsfähig. Für die früher ausgeübte Tätigkeit als Fabrikarbeiter seien diese Voraussetzungen nicht gegeben. Die später ausgeübte Tätigkeit als selbständiger Verkäufer von CDs und DVDs sollte zu mindestens 50 % wieder möglich sein, wobei das Geschäft gemäss Angaben des
Kläger
s nicht mehr existiere. Zur genaueren Abklärung empfahlen die Ärzte eine Evaluation der funktionellen Leistungsfä
higkeit (EFL).
2.3.
4
Die Diagnose im Bericht
vom 11. November 2005 (Urk. 18/5
2
/11-12) der
D._
,
an welche der Kläger von den Ärzten
der Rheumaklinik
C._
zugewiesen wurde,
lautet
e
auf Anpassungsstörung
(ICD-10: F43.23) bei chronischem lumboradikulärem Schmerzsyndrom und Dis
kushernie L5/S1 rechts lateral sowie Spondylarthrose mit Einengung des Neu
roforamens rechts. Es liege eine Anpassungsstörung mit einer schwierigen psy
chosozialen Situation (chronische Rückenschmerzen, länger dauernde Arbeits
losigkeit, mangelnde Deutschkenntnisse, kranke Ehefrau) vor. Aktuell st
änden
ein chronisches Schmerzsyndrom und eine generelle Verunsicherung bezüglich der Zukunft im Vordergrund.
2.3.
5
Dr.
A._
attestierte dem Kläger im Arztbericht vom 29. November 2005 (Urk. 18/52/1-6) eine halbtä
g
ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und eine ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit.
2.3.
6
Laut Arztbericht von
Dr.
med.
E._
, Oberarzt Neurochirurgie am
F._
vom 1.
/5.
Dezember 2005 (Urk. 1
8/58
) zeig
e das Computertomogramm
(CT)
vom
26. Oktober 2000 eine Diskushernie L5/S1 rechts sowie L4/L5 links. Es lägen weder vegetative Störungen noch ein sensibles Defizit vor. Unter weiterer intensiver konservativer Therap
ie sollten sich die Beschwer
den wieder bessern können. In behinderungsangepasster Tätigkeit bestehe eine ganztägige Arbeits
fähigkeit.
2.3.
7
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
I._
,
stellte im Bericht vom 1. Mai 2006 (Urk.
18/67
) beim
Kläger
eine rezidivieren
-
de depressive Störung - gegenwärtig mittelgradige Episode - mit somati
-
schem Syndrom (ICD-10: F33.11)
sowie
eine generalisierte Angststörung
(ICD-10: F41.1)
fest und äusserte den
Verdacht auf
eine
anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10: F
45.4)
. In den bisherigen Berichten hätten die soma
tischen Beschwerden im Vordergrund gestanden. Aus den bio
gra
phischen Schil
derungen sei nachvollziehbar, dass der
Kläger
wohl schon seit Anfang der Neunzigerjahre zunehmend unter diesen Gefühlen gelitten habe, vor allem zunehmend seit Mitte letz
t
en Jahres.
Ab Behandlungsbeginn am 22. November 2005 attestierte
Dr.
G._
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
2.3.
8
Im
psychiatrischen
Gutachten vom 26. Dezember 2006 (Urk. 1
8/76 S. 27) diagnos
tizierte
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
K.
_
,
unter Mitarbeit von lic. phil.
L._
, Psychologin FSP,
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1, aktuelle mittel
gradige depressive Episode aufgetreten gegen Ende des Jahre
s
2005), welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, sowie eine Akzen
tuierung der Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (ICD-10: Z73.1) und ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1, bestehend seit ungefähr dem Jahre 2002), welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Die Ergeb
nisse der Persönlichkeits
diagnostik seien durch die mittelgradig
en depressiven Beschwerden über
lagert. Im Untersuchungszeitpunkt hätten w
eiter depressive Beschwerden bestan
den.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell insgesamt eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30 % bei ganztägigem Arbeits
pensum.
2.4
Nachdem der
Kläger
am 1. Oktober 2009 eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes hatte geltend machen lassen, holte die Invalidenversi
cherung folgende Arztbericht
e
ein:
2.4.1
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
M._
,
diagnostizier
ten im Bericht vom 26. August 2009 (Urk. 18/107) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.
4) sowie Adipositas per
magna (
ICD-10 E66, BMI = 34).
Nach der achtwö
chigen tagesklinischen Behandlung
habe sich der Gesundheitszustand mittel
gradig verbessert, der Kläger sei aber immer noch zu 100 % arbeitsunfähig. Die Depression habe im Zusammenhang mit der verbesserten Tagesstruktur und der Steigerung des Aktivitätsniveaus reduziert werden können. Die Schmerzen seien dagegen unverändert geblieben.
2.4.2
Laut Arztbericht von
Dr.
N._
vom 12. Februar 2010
(Urk. 18/
112)
leidet der Kläger an (1) einem lumbovertebralen Syndrom bei degenerativen Verän
derungen der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, (2) einer mittelgradig depressiven Epi
sode, (3) einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie (4) Adipositas per magna. Es bestehe eine verminderte Belas
tbarkeit des Achsenorgans. Alle
Tätigkeiten mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten sowie wirbelsäulen
belastende Tätigkeiten in Zwangshaltungen,
mit
langandauernde
m
reine
m
Ste
hen insbesondere in v
ornübergeneigter Körperhaltung,
alle Tätigkeiten mit repetitiven Rumpf- oder
Halswirbelsäulen-
rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich seien für den Kläger nicht geeignet.
K
örperlich leichte Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
ohne
Heben von schweren Lasten
(
nicht mehr als 10 kg kurzfristig und 4 kg längerfristig
) seien mindestens zu 50 % zumutbar.
2.4.3
Im Gutachten von
Dr.
med.
O._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Klinik
P._
,
sowie
Dr.
med.
Q._
, Innere Medizin FM
H
spez. Rheuma
er
krankungen,
R._
,
vom 10./31. August 2010 (Urk. 18/12
5
-127) wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 18/127 S. 9):
„
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis s
ch
were Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.11/F33.2)
2.
Generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)
3.
Lumbospondylogenes Syndrom rechts bei
-
L5/S1: kleiner rechtsbetonter Diskushernie mit mässiger hypertropher Spondylarthrose mit kurzem Kontakt ohne Kompression von L5 rechts und
-
s
tationäre gering-
bis mässiggradige Rezessalstenose S1 rechts osteo
diskoligamentär bedingt ohne Kompression der Nervenwurzel S1 rechts
-
b
ei stationärer mässiger hypertropher Spondylarthrose und gering aktivierter Osteochondrose L5/S1 und
-
L4/L5: regredienter Anulusriss L4/L5 nun ohne
D
iskushernie bei statio
närer mässiger Spondylarthrose ohne Nervenkompression
-
b
ildgebend Besserung (MRI 07/2010 gegenüber 09/2005)
-
k
linisch ohne radikuläre Zeichen
“.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (Urk. 18/127 S. 9):
„
1.
Intermittierende Akzentuierung der infantilen Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
2.
Schädlicher Alkoholgebrauch (ICD-10: F10.1)
3.
A
usgedehnte chronische Schmerzen
4.
Adipositas Grad I (BMI 33,2 kg/m2)
5.
Arterielle Hypertonie mit adäquater medikamentöser Therapie“
.
In der bisherigen als auch in
jeder
anderen (adaptierten) Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Diese sei auf die reduzierte Konzentrationsfä
higkeit in Drucksituationen,
die
stark reduzierte psychische Belastbarkeit, stark reduzierte geistige Flexibilität,
auf
Antriebsstörungen, formale Denkstörungen
sowie eine
reduzierte Kontaktfähigkeit
und eine
deutlich reduzierte Durchhal
tefähigkeit zurückzuführen. Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei aus
schliesslich auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen (Urk. 18/127 S. 10). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Limitierung durch die eingeschränkte Funktion der LWS, dennoch
lieg
e in einer behinde
rungsangepassten mittelschweren Tätigkeit mit Tragen von Lasten bis 17,5 kg keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
vor
(Urk. 17/125 S. 52 f.).
3.
3.1
3.1.1
In somatischer Hinsicht diagnostizierte
Dr.
A._
im Bericht vom 25. November 2002 (E. 2.2.2)
ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom linksbetont mit Status nach radikulärer Symptomatik bei Diskushernie L4/5 und L5/S1 und bescheinigte
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %
in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit vom 18. Februar bis 30. Juli 2002 und eine solche von 50 % vom 1. August 2002 bis auf weiteres. Im Bericht vom 18. März 2003
(E.
2.2.3) attestierte
Dr.
A._
dem Kläger eine Arbeitsfähigkeit von einem halben Tag in der bisherigen und eine solche von einem ganzen Tag in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit, was er im Bericht vom 15. Januar 2004
(E.
2.2.4) wiederholte.
3.1.2
Aufgrund einer
MRI-Untersuchung der LWS
konnte
gemäss Bericht der Ärzte der
Rheumaklinik C._
vom 7. Oktober 2005 (E. 2.3.2)
nebst den bekannten degene
rativen Veränderungen eine rechtslaterale Diskushernie, welche gemäss Auf
fassung der Ärzte zusammen mit der Spondylarthrose zu einer Einengung des rechten
Neuroforamens und einer möglichen Reizung der Nervenwurzel forami
nal rechts L5 bzw. recessal rechts S1 führe
, festgestellt werden
. Diese Befunde
veranlassten die Ärzte, die
Diagnose eines lumboradikulären Schmerzsyndroms L5 und S1 rechts
zu stellen.
Diese rein diagnostische Veränderung des Gesund
heitszustandes des Klägers führt indessen zu keiner zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
In Kenntnis dieser Änderung erachtete
Dr.
A._
den
Kläger
in seinem Bericht vom 2
9.
November 2005
(E. 2.3.
5
)
in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit nach wie vor als
zu
100
% arbeitsfähig. Wenn die Ärzte de
r
Rheumaklinik C._
dem
Kläger
in ihrem Bericht vom
6.
Dezember 2005 für leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne repetitives Bücken eine Arbeitsfä
higkeit von mindestens 50
%
attestierten
(E.
2.3.3
), ist dies kein Widerspruch zur Beurteilung von
Dr.
A._
. Denn die Ärzte de
r
Rheumaklinik C._
listeten in ihren Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nebst den körperli
chen Beeinträchtigungen auch eine Anpassungsstörung
bzw. psychosoziale Belastungssituation
auf (
vgl.
E. 2.3.1
), welche offensichtlich ebenfalls in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eingeflossen war (
vgl.
auch Bericht der
D._
an die
Rheumaklinik C._
vom 1
1.
November 2005,
E.
2.3.6
, und Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 21. August 2008, Prozess Nr. IV.2007.00578 E. 3.1
).
3.1.3
Dr.
Q._
bestätigte
im bidisziplinären Gutachten vom 10./31. August 2010 (E. 2.4.3) ein
lumbospondylogenes Syndrom
.
Gestützt auf ein am 15. Juli 2010 im Institut für Radiologie am
F._
durchgeführte
s
MRI (vgl. Urk. 18/124)
stellte sie fest, dass sich die seit Jahren bekannten bildgebenden Veränderungen gebessert hätten.
Weiterhin geht auch sie davon aus, dass
aus rheumatologi
scher Sicht in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine vollstä
ndige Arbeitsfähigkeit gegeben ist.
3.2
3.2.1
Was die psychischen Beschwerden betrifft, berichteten erstmals
die Ärzte
de
r
Rheumaklinik C._
am
7.
September 2005 (E. 2.3
.
1
), dass der
Kläger
unter seiner sozialen Situation
stark
leide und eine psychiatrische Beratung wünsche. Diese fand
in der
D._
statt und deren Ärzte
stellten
im Bericht vom 11. November 2005 (E. 2.3.4)
eine Anpassun
gsstörung (ICD-10: F43.23) fest.
Im Vordergrund
stand ein
chronisches Schmerzsyndrom und eine generelle Verunsicherung bezüglich der Zukunft. Über die Arbeitsfähigkeit äusserten sich
die Ärzte nicht.
3.2.2
Dr.
G._
, zu welchem der Beschwerdeführer ab 2
2.
November 2005 in die Behandlung ging, attestierte diesem im Arztbericht vom
1.
Mai 2006 (
E.
2.3.
7
) eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ausschliesslich gestützt auf die Angaben des
Klägers
(siehe Anamnese) diagnostizierte er eine rezidivierende depressive Stö
rung mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F.33.11)
sowie eine generalisierte Angststörung
(ICD-10: F41.1)
, welche beide seit 1991 bestehen sollen, und äusserte zudem noch den Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung, welche seit 2000 vorhanden sein soll. In keinem der Arztberichte jedoch, die vor
demjenigen der
Rheumaklinik C._
vom 7. September 2005
eingeholt worden waren, ist auch nur annähernd von solchen Beschwerdebildern die Rede, und auch der
Kläger
selb
er
erwähnte in seiner ersten Anmeldung vom 2
5.
Oktober 2002 mit keinem Wort solche Störungen (
Urk.
1
8
/3), genau so wenig wie übrigens in seiner Neuanmeldung vom
2
8.
Oktober 2005 (
Urk.
1
8
/4
4
).
Auch
Dr.
J._
und lic.phil.
L._
kamen im psychiatrischen Gutachten vom 26. Dezember 2006 (E. 2.3.
8
) zum Schluss, dass der Kläger an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
leide,
verneinten aber das Vorliegen
eine
r
generalisierte
n
Angststörung
(ICD-10: F41.1) oder
eine
r
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerz
störung
(ICD-10 F.45.4).
Dr.
J._
und lic.phil.
L._
attestierten eine ganztä
gige Arbeitsfähigkeit mit einer
Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30
%
.
3.2.3
Dr.
O._
ging im bidisziplinären Gutachten vom 10./31. August 2010
(E.
2.4.3) von einer Verschlechterung des psychischen Zustandes
aus
und diag
nostizierte neben einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mit
telgradige bis schwere Episode (ICD-10 F. 33.11/F33.2)
,
eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F. 41.1). Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten als auch in jeder anderen Tätigkeit. Insoweit
Dr.
O._
die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf Januar 2007 terminiert hat, erscheint dies als nicht nachvollziehbar
.
Denn
Dr.
J._
und lic.phil.
L._
gingen
nach den Untersuchungen vom 28. September und 12. Dezember 2006 noch von einer Leistungsfähigkeit von 70 %
(vgl. E. 2.3.8)
aus. Wie im Folgen
den zu zeigen sein wird, kann die Frage, ab wann aus psychiatrischer Sicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, offen bleiben.
3.3
3.3.1
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Kläger seit Februar 2002 aufgrund seines Rückenleidens in der Arbeitsfähigkeit ununterbrochen erheblich eingeschränkt ist.
Eine psychische Erkrankung, welche sich auf die Arbeitsfä
higkeit auswirkt, ist
frühestens
seit November 2005 aktenkundig.
3.3.2
Aufgrund
des Rückenleidens ist
der Kläger
in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, hingegen besteht eine volle Arbeitsfähigkeit in behinde
rungsangepasster Tätigkeit
.
Der
Kläger hätte laut Arbeitgeberbericht vom 5. Dezember 2002 (Urk. 18/7) ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2002 ein Ein
kommen von Fr. 3‘962.--monatlich erzielen können. Aufgerechnet auf ein Jahr
(x
13)
ergibt dies ein Einkommen von Fr. 51‘
506.--.
Unter Berücksichtigung des Nominallohnindexes für Männer von
1‘933
Punkten im Jahr 2002 (
Die Volks
wirtschaft
1/2-2009
S. 9
9
Tabelle 10.3) und von 2‘136 Punkten im Jahr 2009 (mutmasslicher Rentenbeginn;
Die Volkswirtschaft 6-2013
S. 91 Tabelle 10.3) ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr.
56‘915.
0
5.
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist
von den
Angaben des Bundesamtes für Statistik in der Lohnstrukturerhebung (LSE)
2008
auszugehen, namentlich vom Wert für eine einfache und repetitive Tätigkeit, welche für Männer ein Einkommen von Fr.
4‘806
.-- für eine 40-Stunden-Woche ausweist (
S. 26
Tabelle TA1). Bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,
6
Stunden pro Woche (
Die Volkswirtschaft 6-2013
S. 90 Tabelle B9.2)
und unter Berücksichtigung des Nominallohnindexes für Männer von 2‘092 Punkten im Jahr 2008 und von 2‘136 Punkten im Jahr 2009 (
Die Volkswirtschaft 6-2013
S. 91 Tabelle 10.3)
ergibt sich ein
mögliches Einkommen
von Fr.
5‘103.35
pro Monat oder von Fr.
61‘240.20
pro Jahr.
Selbst unter Berücksichtigung des höchsten Abzugs vom Ta
bellenlohn von 25 % (vgl. BGE
126 V 75
) resultierte im Vergleich zum Valideneinkommen eine Erwerbs
einbusse von lediglich Fr. 10‘9
84
.
90
(Fr. 56‘915.
05
- Fr. 45‘930.15) bezie
hungsweise 19,3 %. Somit könnte der Kläger allein unter Berücksichtigung des Rückenleidens ein rentenausschliessendes Einkommen erwirtschaften.
3.3.3
Ein psychischer Gesundheitsschaden
, welcher sich auf die relevante Arbeitsfähig
keit auswirkt,
wird erstmals im Bericht der D._
vom 11. November 2005 (E.
2.3.4) festgestellt
. Zu diesem Zeitpunkt bestand kein Vorsorgeverhältnis mehr mit der Beklagten.
Ein sachlicher Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der im Jahre 2009 eingetretenen Invalidität liegt nicht vor.
Demgemäss stehen dem Kläger keine Ansprüche gegenüber der Beklagten zu.
4.
Nach dem Dargelegten ist die Klage abzuweisen.
5
.
5
.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sind beim
Kläger
erfüllt (Urk.
2/9/1-18
), weshalb ihm die unentgeltliche Prozessfüh
rung zu gewähren und Rechtsanwalt
Jürg Bügler
als unentgeltlicher Rechtsver
treter für das vorliegende Verfahren zu bestellen ist.
Kommt der Kläger künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtsvertre
tung verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
5
.2
Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird gestützt auf
§
9 in Verbindung mit
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschä
digungen vor dem Sozialversicherungsgericht sowie in Verbindung mit
§
34
Abs.
3
GSVGer
nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen bemessen, wobei ein unnötiger oder geringfügiger Aufwand nicht ersetzt wird.
In seiner Honorarnote vom
26. Juni
macht Rechtsanwalt
Jürg Bügler
einen Aufwand von
7,5
Stunden sowie Barauslagen von Fr.
51.--
geltend (Urk.
26
). Dies erscheint als angemessen und führt, ausgehend von einem Stundenansatz von
Fr.
200.--
,
zu einer Entschädigung von Fr.
1‘675.10
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer). Rechtsanwalt
Jürg Bügler
ist deshalb für seine anwaltlichen Bemü
hungen mit Fr.
1‘675.10
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6
.
6
.1
Gemäss
§
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
haben die Parteien auf Antrag nach Mass
gabe ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Den Versi
cherungsträgern und den Gemeinwesen steht der Anspruch auf Ersatz der Par
teikosten in der Regel nicht zu (
§
34
Abs.
2 GSVGer).
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öffentlichrechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Eidgenössische Versicherungsgericht der SUVA und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Kranken
kassen keine Parteientschädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlichrechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 361
E.
6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versiche
rer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 133
E.
5b, 126 V 150
E.
4a, 118 V 169
E.
7, 117 V 349
E.
8 mit Hinweis).
6
.2
Vorliegend besteht kein Grund, von diesen Grundsätzen abzuweichen, weshalb der Beklagten keine Prozessentschädigung zuzusprechen ist.