Decision ID: ad86c136-cefb-407f-98f0-e275822b6702
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und
ist
seit
Februar 1990 bei der
Y._
GmbH,
in Z._
, als Betriebs
mitarbeiterin in einem 100%-Pensum angestellt
(
Urk.
7/1, 7/7
, 7/8/2 f.
und 7/9).
Nach einem operativen Eingriff vom 3
0.
Oktober 2018
meldete sie sich u
nter Hin
weis auf
ein Taubheitsgefühl und starke Schmerzen am rechten Oberschenkel am 2
1.
Januar 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (U
rk.
7/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst den Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/2) einen Auszug aus dem indivi
duellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/7) sowie einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
7/9). Nachdem die Versicherte
am 1
0.
Oktober 2019 telefonisch
darüber orientiert
hatte,
ihre Arbeit
seit dem
1.
Oktober 2019 wieder in einem 60%-Pensum
aufgenommen
zu
habe
n
(vgl.
Urk.
7/10),
teilte ihr die IV-Stelle am 4. Dezember 2019 schriftlich mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Rentenanspruch geprüft werde (
Urk.
7/12). Im weiteren Verlauf holte die IV-Stelle erneut Akten des Krankentaggeldversicherers ein (
Urk.
7/15), darunter i
nsbesondere ein
viszeral
chirurgisch
-neurologisches
Gutachten von D
r.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psycho
therapie, und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, vom
11. beziehungsweise 2
5.
November 2019 (
Urk.
7/15/24-125).
Nach Eingang von Ber
ichten behandelnder Ärzte (Urk.
7/17) sowie einer Stellungnahme des Regionalen Ärzt
lichen Dienst
e
s (RAD) vom
3.
April 2020 (
Urk.
7/20/4 f.) stellte sie der Versicher
ten mit Vorbescheid vom
8.
Juni 2020 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/21).
Dagegen erhob die Versicherte am 1
8.
Juni 2020 (Eingangs
datum) sowie ergänzend am
9.
September 2020 Einwand (
Urk.
7/22, 7/27)
, worauf die IV-Stelle a
m
4.
Februar 2021 im angekündigten Sinne
verfügte
(
Urk.
2 =
Urk.
7/31).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
0.
März 2021 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei ab 13. Septem
ber 2019 eine
Viertelsrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen
namentlich zur Durchführung einer Arbeitsplatzanalyse und nötigenfalls einer
bidisziplinären
Begutachtung
und
zu
neuem Entscheid
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
7.
Mai 2021 i
n Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung nach
Art.
61
lit
. c ATSG verlangt eine umfassende, inhaltsbezogene, verantwortliche und der behördlichen Begrün
dungspflicht genügende Prüfung aller Beweismittel (BGE 140 V 193 E.
3.1) unabhängig von ihrer Herkunft und ohne Bindung an förmliche Beweisregeln (BGE 137 V 210 E. 3.4.1.1). Als sogenanntes Fremdgutachten wird das von der Invalidenversicherung beigezogene Gutachten eines Krankentaggeldversicherers bezeichnet. Einem solchen, vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten Gutachten, kommt der
Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (Urteile des Bundesgerichts 8C_71/2018 vom
1.
Juli 2016 E. 5, 8C_486/2015 vo
m 3
0.
November 2015 E.
4.1.3). Diesen
kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen
praxisgemäss
nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungs
träger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versiche
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom
4.
Februar 2021 zusammengefasst,
der Beschwerdeführerin sei es seit dem 1
3.
September 2018 nicht mehr möglich, ihrer Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin in einem 100%-Pensum nachzugehen. Eine angepasste Tätigkeit sei ihr jedoch vollum
fänglich zumutbar.
Der
E
inkommensvergleich ergebe einen nicht rentenbegrün
denden Invaliditätsgrad von 5
%
(
Urk.
2 S. 1 f.). Bezugnehmend auf den Einwand der Beschwerdeführerin betonte die Beschwerdegegnerin,
dass gemäss der medi
zinischen Beurteilung eine leidensadaptierte, leichte und wechselbelastende Tätigkeit in einem 100%-Pensum zumutbar sei. Die bisherige Tätigkeit sei bereits angepasst und als ideal beschrieben worden. Woran die versuchte Steigerung des Pensums auf über 60
%
gescheitert sei,
habe die
Beschwerdeführerin nicht aus
geführt.
Neue medizinische Unterlagen
seien ihrerseits
ebenfalls nicht eingereicht
worden
.
Vor diesem Hintergrund sei es nicht angezeigt, ein externes medizini
sches Gutachten in Auftrag zu geben (
Urk.
2 S. 2).
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 1
0.
März 2021 machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend,
in einer angepassten Tätigkeit lediglich noch zu 60
%
arbeitsfähig zu sein.
Die Bewältigung eines
100%-Pensum
s
sei ihr aufgrund der Beschwerden nicht mehr möglich. Mit der Unterstützung ihre
r
Arbeitgeber
in
habe sie ihren Aufgabenbereich einschränken und eine für sie bestmöglich angepasste Tätigkeit finden können. Es sei nicht vorstellbar, welche andere Tätigkeit sie in
einem höheren Pensum ausüben könnte.
Da sie in der angepassten Tätigkeit weiterhin denselben Lohn erhalte, ergebe der Einkommensvergleich einen Inva
liditätsgrad von 40
%
, weshalb Anspruch auf e
ine
Viertelsrente
bestehe (Urk.
1 S.
8 f.).
Mit Blick auf den Eventualantrag wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die medizinische Aktenlage einige Widersprüche enthalte. In Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes hätte die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt näher abklären müssen
. Falls die Teilarbeitsfähigkeit von 60
%
in der angepassten Tätigkeit nicht anerkannt werden sollte,
wäre somit
wie von Dr.
B._
empfohlen
eine Arbeitsplatzanalyse vorzunehmen.
Nötigenfalls wäre zusätzlich ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag zu geben, welches sich zur aktuellen A
rbeitsfähigkeit
zu äussern hätte
. Anschliessend wäre die Sache nochmals dem RAD zur Beurteilung vorzulegen (
Urk.
1 S. 11).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Mai 2021
hielt die Beschwerdegegnerin
zunächst
fest, dass auf das
im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstattete
Gutach
ten der
Dres
.
A._
und
B._
vollumfänglich abgestellt werden könne (
Urk.
6 S. 1 f.).
Die Gutachter hätten die angestammte Tätigkeit als zumutbare Verweistä
tigkeit qualifiziert. Aus neurologischer Sicht sei diesbezüglich eine Arbeitsfähig
keit von sechs Stunden an fünf Tagen pro Woche attestiert worden, was
bezogen auf ein Vollzeitpensum
einer Arbeitsunfähigkeit von 25
%
entspreche. Aus chirurgischer Sicht sei auf eine Arbeitsfähigkeit von fünf bis sieben Stunden pro Tag beziehungsweise 60-80
%
geschlossen worden, wobei
praxi
sgemäss auf den Mittelwert von 70
%
abgestellt werde
. D
a die attestierte
n
Arbeitsunfähigkeit
en
nicht zu addieren seien, sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in einer zumutbaren Verweistätigkeit auszugehen (
Urk.
6 S. 3).
Diese Restarbeitsfähigkeit schöpfe die Beschwerdeführerin bei ihrer Arbeitgeberin nicht aus, weshalb das Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu bestimmen sei.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
belaufe sich dieses auf
Fr.
34'793.6
5.
Im Vergleich
zum
Vali
deneinkommen
von Fr. 51'854.70 resultiere eine Erwerbseinbusse von
Fr.
17'061.05, was einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerun
det 33
%
entspreche (
Urk.
6 S. 2 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war
gemäss Austrittsbericht vom 8. November 2018
zwecks
Hernienrepair
bei symptomatischer
Umbilikal
- und beidseitigen Leisten
hernien
ab dem 3
0.
Oktober 2018
im Universitätsspital
C._
hospitalisiert
(
Urk.
7/2/13
; vgl. auch
Urk.
7/15/6 f.
[OP-Bericht]
)
.
Es wurde berichtet, die
Operation sei
komplikationslos verlaufen;
p
ostoperativ sei
allerdings
eine Hypäs
thesie des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
rechts aufgefallen.
Aufgrund zudem persistierender
Abdominalschmerzen
seien weitere Abklärungen vorgenommen worden, wobei eine am
2.
November 2018 durchgeführte Computertomographie unauffällig gewesen sei. Eine Magnetresonanz-
Neurographie des Beckens vom 6.
November 2018 habe eine seitenindifferente Darstellung des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
gezeigt. Am
8.
November 2018 sei die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden (
Urk.
7/2/14).
3.2
Im Rahmen von
im November und Dezember 2018 stattgefunden
habenden
Ver
laufskontrollen berichtete die Beschwerdeführerin
von
persistierende
n
Sensibili
tätsstörungen
sowie Schmerzen im rechten Oberschenkel
(
Urk.
7/2/16, 7/
2/23
und 7/15/21
).
Zwecks Behandlung wurde ihr insbesondere ein Gerät zur transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) abgegeben (
Urk.
7/2/21), welches
subjek
tiv
jedoch zu keiner Besserung führte (
Urk.
7/15/13). Des Weiteren wurden wiederholt elektrodiagnostische Untersuchungen am Universitätsspital
C._
durchgeführt
(vgl.
Urk.
7/15/14-18, 7/15/21-23)
, wobei zuletzt mit Bericht vom 2
4.
Januar 2019 festgehalten wurde,
dass ätiologisch am ehesten von einer intra
operativen Nervenirritation oder einer Neuritis auszugehen sei.
Die Beschwerde
führerin habe aktuell weder eine Infiltration des Nervs unter dem Leistenband noch eine antineuropathische Behandlung mit
Lyrica
oder eine
m
Antidepressi
vum gewünscht.
Ihr sei daher eine
topische
Behandlung mit einer
Capsaicin
-Creme verschrieben worden (
Urk.
7/15/15).
Gemäss Bericht vom 6. März 2019 sei dadurch keine Linderung der Beschwerden eingetreten, weshalb
eine Salbe mit
stärkere
r
Dosierung verordnet worden sei. Einer Infiltration oder einer operativen Exploration des Nervs stehe die Beschwerdeführerin äusserst zurückhaltend gegenüber
. Es sei mit ihr vereinbart worden, dass sie ab dem 13. März 2019
einen Arbeitsversuch mit 40
%
an ihrem A
rbeitsplatz antrete
. Bis dahin bestehe weiter
hin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/17/17 f.).
3.3
Dem im Auftrag de
s
Krankentaggeldversicher
ers des
Arbeitgeberb
etriebes
erstell
ten
bidisziplinären
Gutachten der
Dres
.
A._
und
B._
vom 11. beziehungs
weise 2
5.
November 2019
sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 7/15/121 f.):
-
Meralgia
paraesthetica
rechts (ICD-10 G57.1) mit/bei
überwiegend wahr
scheinlich intraoperative
r
Nervenirritation/Läsion bei:
-
TEEP beidseits
Hernienplastik
supraumbili
k
al
,
umbilikal
am 30. Oktober 2018 bei Leistenhernien beidseits,
umbilikal
und
epigastri
scher
Hernie
-
bisher therapierefraktär; Differentialdiagnose: beginnende Schmerz
verarbeitungsstörung
-
versehentliche Stich- oder Risswunde während eines Eingriffs, anderen
orts nicht klassifiziert (ICD-10 T81.2)
-
sonstige
Mononeuropathien
bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 G59.8)
-
andere einzelne affektive Störungen (ICD-10 F38.0)
-
Fibromyalgie: mehrere Lokalisationen (ICD-10 M79.70).
Betreffend
den
objektive
n
Befund hielt
Dr.
B._
im
viszeral
chirurgischen
Teilgutachten namentlich fest, dass
die unteren Extremitäten ohne Einschrän
kung frei beweglich gewesen seien. Die Prüfung der Reflexe und der rohen Kraft habe symmetrische Ergebnisse gezeigt. Bezüglich Sensorik
hätten
sich am rechten Oberschenkel
latero
-ventral, zehn Zentimeter unterhalb des Trochanter
major
bis auf Höhe des Oberrands der Patella rechts, eine Hyposensibilität mit gestörter Spitz-Stumpf-Diskriminierung, reduzierter Schmerzempfindung auf Provokation ohne Veränderung der
Hauttrophik
sowie ein abgeschwächtes Berührungs
empfinden eruieren lassen (
Urk.
7/15/37 f.).
G
emäss
Dr.
B._
dürfte
eine partielle Läsion beziehungsweise Irritation des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
rechts im proximalen Anteil
vorliegen
.
Dabei handle es sich um
eine bekannt
e
Komplikation
nach
laparos
kopischen
Hernienoperationen
.
Die Intensität der Beschwerden, wie sie die Beschwerdeführerin schildere, werde auch durch emotionelle Faktoren beeinflusst, was durch eine wenig differenzierte Symptom
ausweitung festgestellt werden könne. Inwiefern die in den Akten lediglich erwähnte Fibromyalgie einen Einfluss auf das Beschwerdebild ausübe, lasse sich nicht beurteilen (Urk. 7/15/39).
Funktionell eingeschränkt sei die Beschwerdefüh
rerin aufgrund der Störung von zusammenhängenden Arbeitsabläufen durch intermittierend auftretende, unvorhersehbare neuropathische Schmerzen, w
as
zu
einer schnelleren Ermüdbarkeit und einem K
onzentrationsmangel führe
. Des Weiteren bestünden Missempfindungen, welche durch die angebliche Fibro
myalgie verursacht
würden
(
Urk.
7/15/42).
In seiner neurologischen Teilexpertise äusserte sich
Dr.
A._
im Wesentlichen
dahingehend, dass
bei der Beschwerdeführerin neuropathisch anmutende
Dys
ästhesien
im Versorgungsgebiet des
Nervus
cu
t
aneus
femoralis
lateralis
imponiert
hätten (
Urk.
7/15/109).
Sie befinde sich derzeit in keiner regelmässigen fach
neurologischen Behandlung und habe eine symptomatische Behandlung der Schmerzen abgelehnt (
Urk.
7/15/110). Im Rahmen der Untersuchung hätten sich Hinweise auf nicht im vorhandenen Umfang geklagte Beschwerden zumindest im Sinne einer Symptomausweitung ergeben.
So bestünden Diskrepanzen zwischen massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation, zwischen schwerer subjektiver Beeinträchtigung und dem intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der All
tagsbewältigung sowie zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden respektive der Intensität und der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe (
Urk.
7/15/111 f., 7/15/115).
Funktionell sei die Beschwerdeführerin inso
fern eingeschränkt,
als ihr körperliches Durchhaltevermögen leicht- bis mittel
gradig beeinträchtigt sei. Sie könne deswegen vorübergehend keine volle Leistungsfähigkeit über die gesamte Arbeitszeit hinweg erbringen (
Urk.
7/15/115).
Der
bidisziplinären
Konsensbeurteilung
ist
zu entnehmen, dass in Bezug auf die bisherige Tätigkeit aus neurologischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stun
den täglich an fünf Tagen pro Woche bestehe. Dabei sei von einem um 10
%
reduzierten Rendement auszugehen. Aus chirurgischer Sicht liege eine 60-70%ige Arbeitsfähigkeit vor (respektive fünf bis sechs Stunden pro Tag), wobei zur genaueren Bestimmung eine Arbeitsplatzanalyse sinnvoll sei (Urk. 7/15/123).
Aus neurologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin auch in allen anderen leichten bis mittelschweren Tätigkeiten sechs Stunden
pro
Tag an fünf Tagen pro Woche arbeitsfähig. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei am besten an ihre Ressourcen angepasst. Von chirurgischer Seite sei eine wechselbelastende Tätigkeit mit leichter repetitiver Arbeit ohne Kraftanstrengung und ohne längere Sitzperioden an fünf bis sieben Stunden pro Tag zumutbar, was einer Arbeitsfähigkeit von 60-80
%
entspreche.
Die attestierten Arbeitsunfähigkeiten seien nicht miteinander addiert worden (Urk. 7/15/124).
3.4
Ausgehend von der Diagnose einer postoperativen Hypästhesie und neuropathi
schen Schmerzen am lateralen Oberschenkel rechts
attestierte
der Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom 1
3.
März bis
7.
Juni 2019 eine 60%ige, vom
8.
Juni bis 3
0.
September 2019 eine 50%ige und danach bis zum 2
7.
März 2020 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/17/2).
Hinsichtlich
von
Funktionseinschränkungen
hielt er in
s
einem Bericht vom
5.
März 2020 ausserdem
fest
,
die Beschwerdeführerin
berichte
von einer Zunahme der Schmerzen im rechten Bein bei längerem Stehen und bei kör
perlicher Belastung. Sie arbeite zurzeit in einem reduzierten Pensum in ihrer angestammten Tätigkeit (
Urk.
7/17/4 f.).
Eine Prognose zur Eingliederung respek
tive zur Arbeitsfähigkeit vermochte Dr.
D._
nicht abzugeben; auch die Frage nach der Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit liess er unbeantwortet. Eine leidensangepasste Tätigkeit erachtete er grundsätzlich in einem 100%-Pensum für zumutbar (
Urk.
7/17/4, 7/17/6).
3.5
Der
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie,
stützte sich in seiner Stellungnahme vom
3.
April 2020
hauptsächlich
auf den Bericht von Dr.
D._
. Er gelangte zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin die bishe
rige, überwiegend gehend und stehend ausgeübte Tätigkeit aufgrund des Gesund
heitsschadens nicht mehr vollumfänglich zumutbar sei. Seit Oktober 2019 liege diesbezüglich eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Demgegenüber sei eine leidensadaptierte Tätigkeit sei
t
dem 1
4.
März 2019 zu 100
%
zumutbar, wobei dem Belastungsprofil überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten mit leichter Wechselbelastung entsprächen (
Urk.
7/20/4 f.).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht zunächst
in erster Linie
auf
die Beurteilung des RAD (vgl.
Urk.
2 S. 1,
Urk.
7/20/5 f.).
Im Einwand- und Beschwerdeverfahren legte sie ihrer Argumen
tation sodann (zusätzlich) das
bidisziplinäre
Gutachten der
Dres
.
A._
und
B._
zu Grunde (vgl.
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6 S. 1 f.).
4.2
4.2.1
Einem im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstellten medizinischen Gutachten kommt der Beweiswert einer versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahme zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_35/2021 vom 8. März 2021 E. 6 mit Hinweisen und vorstehende E. 1.4).
Der Beschwerdegegner
in ist
zuzu
stimmen
, dass
die beiden Gutachter
umfassend
über
die medizinische
Aktenlage
orientiert waren
(vgl.
Urk.
7/15/25-34, 7/15/51-80).
In Kenntnis der von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden
insbesondere der
im Vorder
grund stehenden
Schmerzen
und
Missempfindungen im rechten Oberschenkel (
Urk.
7/15/34 f., 7/15/
85 f.)
erhoben sie den
fachärztlichen
Befund (Urk. 7/15/37 f., 7/15/91-95)
und nahmen zur Arbeitsfähigkeit Stellung.
Als funktionell ein
schränkend erachteten sie dabei
eine reduzierte Durchhaltefähigkeit sowie eine raschere Ermüdbarkeit und einen Konzentrationsmangel aufgrund der intermit
tierend auftretenden neuropathischen Schmerzen
(
Urk.
7/15/42, 7/15/115 und
Urk.
7/15/122).
4.2.2
Die Parteien vertreten allerdings unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Frage, welche
Arbeitsfähigkeit seitens der Gutachter
konkret
bescheinigt wurde. Während die Beschwerdeführerin
die Expertise in diesem Punkt für nicht gänzlich nachvollziehbar erachtet (
Urk.
1 S. 11) und gestützt auf das neurologische Teil
gutachten von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ausgeht (
Urk.
1 S. 8 f.)
,
interpretiert
die Beschwerdegegnerin
die Konsensbeurteilung dahingehend, dass auf eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für zumutbare Verweistätig
keiten geschlossen worden sei (U
rk.
6 S. 2).
Der Verständlichkeit der
Konsensbeurteilung
ist
auf den ersten Blick
abträglich, dass keine
eigentliche, die beiden medizinischen D
isziplinen
übergreifende
B
eur
teilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen wurde (vgl.
Urk.
7/15/123 f.).
Bei genauerer Betrachtung lässt sich jedoch unter Einbezug der Ausführungen in den Teilexpertisen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen,
von welcher Arbeitsfähigkeit die Gutachter ausgingen.
Vorwegzuschicken ist, dass
dabei
d
er Fokus auf dem
einen hohen
Detailliertheitsgrad
aufweisende
n
neurologische
n
Teilgutachten
liegt
,
da
das geklagte Beschwerdebild in erster Linie
neuropathische Schmerzen umfasst
und
Dr.
A._
aufgrund seiner fachärztlichen Qualifikation zusätzlich
den psychopathologischen und verhaltensneurologischen Befund (vgl.
Urk.
7/15/94 f.) in seine Beurteilung einfliessen lassen konnte.
Er attestierte
sowohl für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit,
als auch
für
andere leidensadaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche bei einem um 1
0
%
reduzierten Rendement (Urk.
7/15/116 f.). Entgegen der Sichtweise der Beschwerdeführerin entspricht dies jedoch keiner 60%igen Arbeitsfähigkeit
, da
Dr.
A._
an anderer Stelle
explizit
festhielt, dass bezogen auf ein Arbeitspensum von 100 % eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei
, wobei zusätzlich eine um 10
%
reduzierte Leistungsfähigkeit bestehe
(Urk.
7/15/112 f.).
Seiner
Einschätzung
legte er folglich
keine 42-Stunden-Woche zugrunde, wie es die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint
.
Eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ist darüber hinaus
auch mit Blick auf die weiteren fachärztlichen Feststellungen deutlich naheliegender.
Insbesondere
ergab die gut
achterliche Konsistenzprüfung
Anhaltspunkte
für
nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen.
Dr.
A._
erkannte eine ausgespro
chene Selbstlimitierung und
wies in diesem Zusammenhang zum einen auf Diskrepanzen zwischen massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation hin. Zum anderen
registrierte
er Diskrepanzen zwischen
der
schwere
n
subjektive
n
Beein
trächtigung und dem intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltags
bewältigung sowie zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und deren Intensität
und der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe (
Urk.
7/15/111, 7/15/115 f.).
Diesbezüglich ist hervorzuheben, dass
sich
die Beschwerdeführerin
nicht
in regelmässiger fachneurologischer Behandlung befindet und einzig eine
Capsaicin
-Salbe gegen die Schmerzen und Missempfin
dungen im Oberschenkel verwendet (vgl.
Urk.
7/15/36, 7/15/85,
7/15/90 f.
und 7/15/110
).
Für
die
misstrauische Haltung gegenüber einem weiteren operativen Eingriff
oder Infiltrationen (vgl. U
rk.
7/15/15
, 7/17/18
)
kann
angesichts
ihrer
persönlichen Erfahrung zwar
ein gewisses Verständnis aufgebracht werden
.
Nichtsdestotrotz ist in A
nbetracht der bestehenden, aber nicht in Anspruch genommenen
medikamentösen Therapieoptionen (vgl. Urk. 7/15/109 f., 7/15/113)
kein erheblicher Leidensdruck ausgewiesen.
4.2.3
Nach dem Gesagten
ist in neurologischer Hinsicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit bei einem um 10
%
reduzierten Rendement und dementsprechend im Ergebnis von einer 70%igen Arbeitsfähig
keit auszugehen.
Weiterungen in Bezug a
uf die von
Dr.
A._
gestellte positive Prognose mit Steigerung der Arbeitsfähigkeit innerhalb von acht bis zehn Wochen
im Falle
einer
Anpassung der medizinischen Massnahmen (
Urk.
7/15/118)
erübrigen sich mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen.
Von chirurgischer S
eite wurde eine nur unwesentlich abweichende Arbeitsfähig
keit von 60-70
%
für die bisherige Tätigkeit attestiert, wobei
eine Arbeitsplatz
analyse für sinnvoll erachtet wurde
(
Urk.
7/15/43)
.
Diesbezüglich ist anzumerken, dass
weder erläutert wurde noch ersichtlich ist, inwiefern eine solche Analyse weitere
entscheidrelevante
Erkenntnisse liefern sollte.
B
eide
G
utachter
waren darüber orientiert
, welche
Arbeiten
die Beschwerdeführerin
im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit
bei der
Y._
GmbH zu erledigen
hat (vgl.
Urk.
7/15/
37, 7/15/
41,
7/15/
85
und 7/15/120 f.
).
Dr.
A._
erwähnte ausserdem den U
mstand, dass ihr
Aufgabenbereich angepasst worden sei (U
rk.
7/15/97; vgl. auch
Urk.
7/10).
Für eine leichte, wechselbelastende Arbeit ohne Kraftan
strengung und längere Sitzperioden bescheinigte
Dr.
B._
im Übrigen
eine Arbeitsfähigkeit von 60-80
%
(
Urk.
7/15/43 f.).
4.2.4
Es kann somit festgehalten werden, dass keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der gutachterlichen A
usführungen bestehen.
Für die von der Beschwerdeführerin eventualiter beantragten weiteren medizini
schen Abklärungen besteht daher keine Veranlassung.
Der Vollständigkeit halber
bleibt anzumerken, dass
die gutachterliche Beurteilung
namentlich auch
durch den
B
ericht
von
Dr.
D._
vom
5.
März 2020
und die
RAD-Stellungnahme vom
3.
April 2020 nicht in Frage gestellt wird.
Dr.
D._
verfügt weder über die notwendige fachärztliche Qualifikation im Bereich Neurologie, noch sah er sich in der Lage,
umfassend zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen (vgl.
Urk.
7/17/6).
Zudem sind seinem Bericht keine objektiven Befunde zu entnehmen; bezugnehmend auf die bestehenden Funktionseinschränkungen
stützte er sich vielmehr auf die subjektiv von der Beschwerdeführerin geklagten gesundheitli
chen Beeinträchtigungen (Urk. 7/17/5).
Auf den Bericht von
Dr.
D._
kann unter diesen Umständen
nicht abgestellt werden. Gleiches muss für die RAD-Stellungnahme gelten,
der
lediglich dieser Bericht zu Grunde liegt, ohne dass eine Auseinandersetzung mit dem
bidisziplinären
Gutachten erfolgt wäre (vgl. U
rk.
7/20/4 f.).
Schliesslich ändert auch der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht des Universitätsspitals
C._
vom 2
4.
Juli 2020 (
Urk.
3/3)
, welcher sich ohnehin nicht zur Arbeitsfähigkeit äussert,
nichts am Beweiswert des Gutachtens. Dies wird seitens der Beschwerdeführerin
denn
auch nicht geltend gemacht.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Arbeitsun
fähigkeiten.
Die Beschwerdeführerin ist nach wie vor
bei der
Y._
GmbH angestellt und arbeitet im Bereich
Cabin
Service in einem 60%-Pensum
. Gemäss Arbeitgeberbestätigung vom
8.
März 2021
wurde ihr Aufgabenbereich auf kör
perlich angepasste Arbeiten beschränkt.
Aus neurologischer Sicht ist diese Tätig
keit
am besten
an die Ressourcen der Beschwerdeführerin angepasst (
Urk.
7/15/117).
Das
seit über 30 Jahren bestehende
Arbeitsverhältnis
erfuhr
im Übrigen
keine vertraglichen Ä
nderungen,
unbestrittenermassen
auch
nicht in Bezug auf die
Entlöhnung
(
U
rk.
1 S. 9,
Urk.
3/4 S. 1
; vgl. auch Ur
k.
7/10
).
Es besteht somit ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis
. Das
erzielte Einkommen
von über
Fr.
50'000.-- pro Jahr für ein 100%-Pensum
(vgl.
Urk.
7/7, 7/9)
erscheint
zudem
für die konkret erbrachte Arbeitsleistung
als angemessen und nicht als Soziallohn.
Derzeit schöpft die Beschwerdeführerin
die
von gutachterli
cher Seite
für leidensadaptierte Tätigkeiten
attestierte Arbeitsfähigkeit
von 70
%
(vgl. vorstehende E. 4.2.3)
nicht voll aus
, wobei
aber
keine Anhaltspunkte
vor
lie
gen
,
wonach
eine
Pensumserhöhung
durch die Arbeitgeberin ausgeschlossen wäre
. So äusserte sich die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegne
rin anlässlich eines Telefonats vom 2
1.
Februar 2020
vielmehr
dahingehend
,
selbst bestimmen zu können, ob sie das Pensum steigern wolle oder nicht
(vgl. Urk.
7/16)
.
Das
Invalideneinkommen
kann somit
auf das medizinisch-theoretisch zumutbare
Pensum
hochgerechnet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom
10.
Juli 2014 E. 7.1 f.).
Mit anderen Worten kann
vorliegend
der Invaliditätsgrad anhand eines Prozentvergleichs bestimmt werden
und beläuft sich demnach auf nicht rentenbegründende 30
%
(vgl. vorstehende E. 1.2).
Der Rentenanspruch wäre
im Übrigen selbst dann
zu verneinen
,
wenn
der Ein
kommensvergleich
nicht auf
der Grundlage des effektiv bestehenden Arbeitsver
hältnisses vorgenommen werden könnte, wie dies die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort postuliert (
Urk.
6 S. 2
Ziff.
6).
Unter dieser Annahme wäre d
as Invalideneinkommen anhand der
Tabellen der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE 2018)
zu bestimmen.
Im Ergebnis würde selbst bei
m zumutbaren Pensum von 70
%
und der
Gewährung eines leidensbedingten A
bzugs von 10
% kein Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
resultieren
, wobei in
Bezug auf die Einzelheiten der Berechnung
auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort verwiesen werden kann (
Urk.
6 S. 3).
6
.
Zusammenfassend
ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin dem
Leistungs
begehren der Beschwerdeführerin nicht entsprochen
hat. Dementspre
chend erweist sich die angefochtene Verfügung vom
4.
Februar 2021 (
Urk.
2) als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
700.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unterliegen
den
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.