Decision ID: 902aa5f3-0431-5aca-af70-6cfb69bdb3b5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
78
, war vom 1.
März
200
8
bis zur Auf
lösung des Arbeitsverhältnisses durch die Arbeitgeberin per 3
1
.
August
201
3
als
Mit
ar
beiter Corporate Services bei
der
Firma Z._
angestellt
(Urk.
8
/
26
).
Am
24. Juni 2013
meldete sich der Ver
sicherte zur Arbeits
ver
mitt
lung
an (Urk.
8
/
25
) und
stellte
am
9
.
August
201
3
(Urk.
8/24)
An
trag
auf
Ar
beits
losenentschädigung
ab
1.
September 201
3.
Am
9.
Dezember 2013 (Urk. 8/5) wies das
Regionale
Arbeits
vermittlungs
zent
rum
(RAV)
-
das
die Vorselektion für die
Firma
B._
durchführte -
den Versicherten
an
, sich
bei ihr auf eine bis 30.
September 2014
befristete Stelle als „Hilfsarbeiter Produktion“
bei
der
Firma B._
zu be
wer
ben
;
der Versicherte lehnte
die Stelle ab (
Urk. 8/6
, Urk. 8/23 S.
2
).
D
as RAV
forderte ihn
im Rahmen der Ge
währung des rechtlichen Gehörs auf, zur Ablehnung des Stellenangebotes
Stellung zu nehmen
.
Innert Frist liess sich der Versi
cherte
hiezu
nicht ver
nehmen.
Auf Grund
d
er Meldung des
RAV
stellte ihn das Amt für Wirt
schaft und Arbeit (AWA) mit Verfügung vom
9
.
Januar 2014
(Urk. 8/13)
wegen
Nicht
an
nahme einer zumutbaren Stelle
für die Dauer von
23
Tagen ab 1
0
.
Dezember
201
3
i
n der
An
spruchs
berechtigung
ein
. Die
dagegen vom Versicherten am
20. Januar 2014
erhobene Einsprache (Urk.
3
/4
/1
)
, welche er am
3.
respektive 1
7.
Februar
2014
begründete (Urk. 3/4/2
; Urk. 8/14
),
wies das AWA mit Ein
spra
che
entscheid vom
9
.
April
201
4
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
14
.
Mai
201
4
(Urk. 1)
Beschwerde und be
an
tragte,
unter Aufhebung des Einspracheentscheides vom
9.
April 2014 sei von der Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 23 Tagen abzu
sehen und ihm die entsprechende Arbeitslosenentschädigung umgehend zu ent
richten. Eventualiter sei die Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 23 Tagen zu reduzieren und es sei ihm die entsprechende
Arbeits
lo
sen
entschädigung
umgehend zu entrichten
. Das AWA schloss mit Be
schwer
de
antwort vom
1
1.
Juni
201
4
(Urk. 7)
auf A
bweisung der Beschwerde
, wovon dem Beschwerdeführer am 19. Juni 2014 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 9).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
2.
2.1
Nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeits
losen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Per
son,
die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zu
stän
digen
Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu ver
meiden oder zu verkürzen. Ins
beso
nde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes.
2.2
Gemäss Art. 16 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person zur
Schadensminde
rung
grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen.
Unzumutbare Arbeit darf die arbeitslose Person ohne
versiche
rungsrechtlich
nachteilige Folgen ablehnen. Gemäss Art. 16 Abs. 2 AVIG ist eine Arbeit
unter anderem dann
unzu
mutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen,
wenn sie nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätig
keit des Versicherten Rücksicht nimmt (
lit
. b);
wenn sie dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesund
heits
zustand des Versicherten nicht angemessen ist (
lit
. c);
wenn sie eine Wiederbeschäftigung des Versicherten in seinem Beruf we
sentlich erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht be
steht (
lit
. d);
oder wenn sie der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 Prozent des versicherten Verdienstes, es sei denn, sie erhalte
Kom
pensationsleistungen
nach Art. 24 AVIG (Zwischenverdienst
;
lit
. i).
2.3
Gemäss
Art.
30 Abs. 1
lit
.
d AVIG ist die versicherte Person in der
Anspruchsbe
rechtigung
einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen
der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht
annimmt oder eine
arbeitsmarktliche
Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht.
2.
4
Eine Ablehnung vermittelter zumutbarer Arbeit liegt nicht nur dann vor, wenn
die versicherte Person eine Stelle aus
drücklich zurückweist, sondern auch, wenn sie
eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt. Sie hat bei den Verhand
lungen mit künftigen Arbeitgeberinnen oder Ar
beit
gebern klar und eindeutig die Bereit
schaft zum Vertragsabschluss zu bekun
den, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (ARV 1984 Nr.
14 S. 167). Der erwähnte Tatbestand der Ablehnung zumutbarer Ar
beit ist nicht nur erfüllt, wenn die arbeits
lose Person bei eigent
lichen Vertragsverhandlungen eine nach den Umständen gebo
tene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt, sondern auch dann, wenn sie sich trotz Zuweisung einer Stelle durch das Ar
beitsamt gar nicht ernsthaft um die Aufnahme von Ver
trags
verhandlungen bemüht (ARV 1986 Nr. 5 S. 22).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde vom 1
4.
Mai 2014 (Urk. 1
S.
3
ff.
) geltend,
die ihm zugewiesenen
Stelle
des RAV
sei
– aus näher darge
legten Gründen -
unzumutbar gewesen, weshalb er nicht gehalten gewesen sei, die Stelle als „Hilfsarbeiter Produktion“ bei der
Firma B._
an
zunehmen.
3.2
D
e
r
Beschwerdegegner begründete die verfügte Einstellung in der
Anspruchs
be
rechtigung
von 23 Tagen damit
(Urk. 2 S
. 3 ff.)
, dass der Beschwerdef
ührer
eine ihm
objektiv
zumutbare und
zugewiesene bis zum 3
0.
September 2014 befristete Stel
le als
„
Hilfs
arbeiter Produktion
“
bei der
Firma B._
telefonisch am 1
1.
Dezember 2013 beim für die Vorselektion zu
ständigen RAV ab
ge
lehnt habe.
Insbesondere führte
er
aus, dass keine
Unzu
mutbar
keitstatbestände
im Sinne von
Art.
16
Abs.
2 AVIG
vorlägen
.
3.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschwerdegegner den Beschwerde
führer zu Recht für die Dauer von 23 Tagen in der
An
spruchsberechtigung
ein
ge
stellt hat.
4.
4.1
Fest steht, dass das RAV dem Beschwerdeführer am
9.
Dezember 2013 eine bis zum 3
0.
September 2014 befristete Stelle als
„
Hilfsarbeiter Produktion
“
bei
der
Firma B._
zug
e
wiesen hat.
Unbestritten und
auf
grund der Akten ausgewiesen ist
zudem
, dass der Be
schwer
de
führer
diese ihm
zugewiesene Stelle am 1
1.
Dezember 2013
abgelehnt hat (Urk. 8/6, Urk. 8/23 S.
2).
4.2
In
Art.
16
Abs.
1 AVIG hat der Gesetzgeber ausdrücklich fe
stgelegt, dass der
Versicherte zur Schadensminderung grundsä
tzlich jede Arbeit unverzüglich
an
nehmen muss. Diese Regel gilt nicht abs
olut, da in
Art.
16
Abs.
2 AVIG
ver
schie
dene Ausnahmen stipuliert werden
(
lit
. a-
i). Jede Arbeit ist grund
sätzlich
zumut
bar; die Ausnahmen werden abschlies
send geregelt
. Aufgrund der gewähl
t
en S
ystematik ist bei der Auslegung
von Art.
16
Abs.
2 AVIG davon aus
zu
gehen
, dass eine Unzumut
bar
keit dann
vor
liegt, wenn einer der in
lit
. a-
i dieser Bestimmung angeführten
Tat
bestände gegeben ist. Diese
Unzumut
barkeits
tat
bestände
müssen also
kumulativ ausgeschlossen wer
den könn
en, damit eine zu
mutbare Arbeit
an
ge
nom
men werden kann. Ist umge
kehrt einer
der in
Art.
16
Abs.
1
lit
. a
-
i AVIG aufge
zählten Tatbestände erfüllt, li
egt keine zumutbare Arbeit vor,
selbst wenn die anderen
A
us
nahmetatbe
stände
ausscheiden
(BGE 124 V 62 E. 3b)
.
Im Folgenden
ist
somit zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer die ihm
zugewiese
nen Stelle
in entschuldbarer Weise ablehnte
.
Es gilt somit zu
prüfen, ob er sich auf
ein
en
Unzu
mutbarkeitstatbestand nach Art.
16
Abs.
2 AVIG
berufen kann
.
4.2.1
Der Beschwerdeführer
beruft sich
zunächst
auf Art.
16
Abs.
2
lit
. b AVIG (E. 2.2
hievor
)
und macht
e
geltend
, die ihm zuge
wiesene Stelle habe mit seinen bis
he
rigen Tätigkeiten (Mitarbeiter Cor
porate Service, Chauffeur,
Kurierfah
rer
/
Pa
ket
bote
, Lagerist,
gelernter Platten
leger) nichts
g
emeinsam
.
Ferner mo
nierte er, dass
bei der ihm zugewiesenen Stel
le nicht angemessen auf seine Fä
higkeiten und bis
herigen Tätig
keiten Rück
sicht genommen
worden sei (Urk. 1 S.
3
lit
. C
Ziff.
10
)
.
Laut
Art.
16
Abs.
2
lit
. b
AVIG
ist eine Arbeit unzumutbar, wenn sie nicht ange
messen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit des Beschwerdefüh
rers Rück
sicht nimmt
. Die versicherte Person ist dazu verpflichtet, sich selbst nach Mög
lichkeiten um eine zumutbare Arbeit zu bemühen und diese beizube
halten, auch wenn es sich um eine ausserberufliche Arbeit handelt. Wenn die Tätigkeit unter den Qualifikationen und Berufswünschen liegt, ist sie zumutbar, ins
be
son
dere auch dann, wenn die Stelle ohnehin nur als Überbrückung gedacht war (
Bar
bara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeits
losen
ver
sicherung und Ins
olvenzentschädigung, in:
Murer
/
Stauffer [Hrsg.], Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
4.
Auflage, Zü
rich/
Basel/Genf 2013,
Art.
16
Abs.
2 AVIG S.
97 mit Hinweisen).
In den Akten fin
den
sich keine Hinweise dafür, dass die dem Beschwerdeführer zu
ge
wiesene
ausser
berufliche
Stelle ihn in irgendeiner Art und Weise (körperlich, geistig, fach
lich) über
fordert hätte.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die dem Be
schwerde
führer angebo
tene Arbeit eher zu einer Unterforderung geführt hätte
, was den
Beschwerdeführer jedoch nicht zur Arbeitsablehnung berechtigte, zumal die Stell
e
nur befristet war (ARV 1977 N 31 S.
154)
.
Demnach ist der
Unzu
mutbar
keits
tatbestand
im Sinne von
Art.
16
Abs.
2
lit
. b AVIG vorliegend nicht einschlägig.
4.2.2
Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend machte, dass sich eine
Wieder
be
schäftigung
in seinem Beruf wesentlich erschwert hätte (Urk. 1 S.
3
lit
. C
Ziff.
10
,
vgl. dazu auch
Art.
16
Abs.
2
lit
. d AVIG
), ist
mit dem
Beschwerdegeg
ner
fest
zu
halten
(Urk. 2 S. 3
Ziff.
4 unten)
,
dass
eine Annahme der befristeten
Hilfs
arbeit
eine all
fällige
Wieder
be
schäftigung
des Beschwerdeführers im ange
stam
m
ten Bereich nicht
erschwert hätte, zumal er durch die Anstellung wieder ein aktuelles Arbeits
zeugnis hätte vorweisen können, welches seine Chancen auf
eine An
stel
lung nach der seit 1. September 2013 dauernden Arbeits
losigkeit erheb
lich ver
bessert hätte.
4.2.3
Der Beschwerdeführer monierte weiter,
dass er durch die Anstellung bei
der
Firma B._
einen sehr geringen Lohn generiert hätte
und die
Ar
beitslosenkasse
dadurch
auf läng
ere Zeit nicht gross entlastet worden wäre
.
Auch
wenn ihm
vom Beschwerdegegner
Differenzzahlunge
n ausbezahlt wor
den wären,
habe jener
nicht berücksichtigt, dass die Annahme der Stelle
–
ins
be
son
dere
auch
aufgrund der
Schicht
arbeit – zu erheblichen und untragbaren Fahrt
-
und Verpflegungskosten geführt hätte, welche in einem Missverhältnis zum er
zielten Lohn
gestanden hätten (
Urk. 1
lit
.
C
Ziff.
10 S. 3)
.
Mit Blick darauf, dass auf
grund
von
Art.
16
Abs.
2
lit
. a AVIG eine Arbeit nicht unzumutbar ist, sofern sie den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- oder
nor
mal
arbeits
ver
trag
lichen
Bedingungen entspricht und in der
Schoko
laden
in
dustrie
ein Ge
samt
arbeitsvertrag besteht, und der Beschwerdeführer für den
Arbeits
weg
nicht länger als zwei Stunden, namentlich für die circa 20
Kilo
meter
strecke
etwa
20
Minuten,
benötigt
hätt
e
(Urk. 8/11)
,
ver
mögen
auch diese Vor
bringen die Ab
lehnung der zugewiesenen Stelle nicht zu ent
schul
digen.
Inwiefern der unbe
stritten gebliebene Stundenlohn von Fr. 21.-- bis Fr. 22.-- (vgl. Urk. 2 S.
3) zur Deckung der stets anfallenden Kosten für Arbeitsweg und Verpflegung unzu
reichend sein sollte, ist nicht ersichtlich und legte auch der Beschwerdeführer nicht dar.
4.2.4
Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass er den für den 1
0.
Dezember 2013 vorgesehenen Bewerbungstermin
bei der
Firma C._
verschoben hat, nichts zu seinen Gunsten ableiten (Urk. 1 S. 3
lit
.
C
Ziff.
11
, vgl. dazu auch Urk. 8/14
).
4.3
Hinweise für das Vorliegen anderer Unzumutbarkeitsgründe sind nicht er
sicht
lich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
Zusammenfassend
sind somit keine Gründe ersichtlich, welche den Be
schwerde
führer von der
Pflicht zur Annahme
der ihm zugewiesenen Stelle
und
Zwischen
ver
dienstmöglichkeit
befreit
hät
ten. Der Be
schwerdeführer hat somit seine
Scha
den
minderungs
pflicht
durch die Nicht
an
nahme der ihm zugewiesenen Stelle als
„
Hilfs
arbeiter Produktion
“
bei
der
Firma B._
ver
letzt, weshalb die gestützt auf
Art.
30
Abs.
1
lit
. d AVIG verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu Recht erfolgt ist.
5.
5
.1
Zweck der Einstellung als versicherungsrechtlicher Sanktion (ARV 1990 Nr. 20 S. 132) ist die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natür
lich und adäquat kausal verursacht hat. Dabei bemisst sich die Dauer der Ein
stellung nach Massgabe des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG; BGE 113 V 154,
ARV 1987 Nr. 11 S. 107).
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dauert gemäss Art. 45 Abs. 3 der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenz
entschädigung
(AVIV) 1–15 Tage bei leichtem Verschulden (
lit
. a), 16–30 Tage bei
mittelschwerem Verschulden (
lit
. b) und 31–60 Tage bei schwerem Verschulden (
lit
. c).
Bei der Bemessung der Einstellungsdauer im Falle der Ablehnung oder Aufgabe einer zumutbaren Zwischenverdienstarbeit ist der gleiche Verschuldensmassstab (Art. 30 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 AVIV) anzulegen, wie im Falle der Ablehnung einer nach Art. 16 Abs. 1 AVIG zumutbaren Arbeit (ARV 1998 Nr. 9 S. 47).
5
.2
Gemäss Art. 45 Abs. 4 AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn die ver
si
cherte Person eine zumutbare Arbeit abge
lehnt hat (
lit
. b). Nach der Recht
sprechung (BGE 130 V 125; Urteil des Bundesgerichts C 20/06 vom 30. Oktober 2006 E. 4.2) ist indes auch bei Ableh
nung einer amt
lich zugewiese
nen zumut
baren Arbeitsstelle nicht zwin
gend von einem schweren Verschulden auszu
geh
en, falls ein
„
entschuld
barer Grund" im Sinne von Art. 45 Abs. 4 AVIV vorliegt. Unter ei
nem ent
schuldbaren Grund im Sinne dieser Bestimmung ist ein Grund zu ver
stehen, der das Ver
schulden als mit
telschwer oder leicht erscheinen lassen kann. Ein sol
cher im konkreten Einzel
fall liegender Grund kann die subjektive Situation der betroffe
nen Person oder eine objektive Gegebenheit beschlagen (BGE 130 V 130 E. 3.5 mit Hinweisen).
5
.3
Der Beschwerdeführer muss sich vorwerfen lassen, dass er eine Arbeitsstelle nicht angenommen hat, obwohl sie für ihn zumutbar gewesen wäre. Auch wenn es sich nur um eine befristete Anstellung gehandelt h
a
t, wäre diese nicht von kurzer Dauer gewesen (vgl. ARV 2000 Nr. 9 S. 45), und sie hätte ihm ein
konstantes und voraussehbares Einkommen ermöglicht. Die Tatsache, dass es sich
um eine finanziell nur dank Kompensationszahlungen zumutbare
Zwischen
ver
diensttätigkeit
gehandelt hat, ist
jedoch
nicht beim Verschuldensmass son
dern bei der konkreten Berechnung des verursachten Schadens zu berück
sichti
gen (vgl. BGE 1
22 V 34 E.
4c/
bb
; ARV 1999 Nr. 32 S.
184 E. 4c; Ur
teil des Bundes
gerichts C 17/07 vom 22. Februar 2007 E. 4).
Der Beschwerdegegner erwog hinsichtlich der Dauer der Einstellung,
dass der Versicherte bei Nichtannahme einer Zwischenverdienstarbeit nur soweit einge
stellt werden könne, als der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung den An
spruch auf Kompensationszahlungen gemäss Art. 24 AVIG übersteige. Die
praxis
gemässe
Einstelldauer von 36 Tagen, die einem schweren Verschulden im
un
teren Bereich gleichkommt, entspreche wertmässig 23 Taggeldern - was unb
e
stritten blieb und wovon auszugehen ist -, so dass eine Einstellung für diese Dauer angeordnet wurde (Urk. 2 S. 4).
Dabei übersah der Beschwerdegegner jedoch, dass gemäss der dargelegten bun
desgerichtlichen Rechtsprechung die Ablehnung einer zumutbaren
Zwischen
ver
dienstarbeit
nicht zur Reduktion der Einstelltage an sich führt. Vielmehr
erfolgt
diesfalls
die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung nur in dem Umfang, in dem der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung den An
spruch
auf Differenzausgleich übersteigt, der bestanden hätte, wenn es zum
Zwischen
verdienst
gekommen wäre; Gegenstand der Einstellung ist nur der
betragliche
Unterschied der beiden Taggelder und nicht das volle Taggeld (BGE
122 V 34 E.
4c/
bb
S. 40; ARV 1999 Nr. 32 S. 184 E. 4c
).
In diesem Sinn ist der Einspracheentscheid zu korrigieren und die Dauer der Einstellung ist auf 36 Tage festzusetzen, welche in Nachachtung des vorstehend Gesagten lediglich auf dem
betraglichen
Unterschied der beiden Taggelder zu vollstrecken ist. Letztlich wird der Beschwerdeführer durch die Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 36 Tagen, lediglich bezogen auf den
betraglichen
Unterschied der Taggelder, nicht schlechter gestellt, als wenn er für die Dauer von 23 Tagen hinsichtlich des vollen Taggelds eingestellt wird. Damit stellt sich die Frage einer
reformatio
in
peius
nicht, weshalb von einer Anhörung des Beschwerdeführers zu diesem Verfahrensausgang (Art. 61
lit
. d des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts) ab
gesehen werden kann.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne abzuweisen, dass der Be
schwerdeführer ab 12. Dezember 2013 für die Dauer von 36 Tagen in der
An
spruchsberechtigung
eingestellt wird.