Decision ID: 2da93086-6da1-4153-bfe3-98155a91014f
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1948, gelernte
Coiffeuse
, seit 1997 selbständig er
werbs
tätig, meldete sich im Dezember 2009 zum Bezug von Leistungen der Inva
liden
versicherung an (
Urk.
8/2).
Die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
holte medizinische
Berichte ein
(Arztberichte von
Dr.
med.
Y._
, Or
thopädische Chirurgie FMH,
von
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt Innere Medizin FMH,
und von der
A._
Klinik;
Urk.
8
/7/
6;
Urk.
8
/10;
Urk.
8
/25)
, zog die Ak
ten der Krankentaggeldversicherung (Urk.
8
/11) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
8
/6) bei und führte
e
ine Abklärung für
Selb
ständig
er
werbende
durch
(Bericht vom 2
2.
Februar 2011,
Urk.
8
/19)
. Mit Vor
bescheid vom 20. Mai 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie habe
für
die Monate
Oktober 2008 bis April 2009 (Januar 2009 plus drei Monate) An
spruch
auf eine ganze (befristete) Rente. Aufgrund der verspäteten Anmeldung fin
de keine Aus
zahlung statt (
Urk.
8
/23).
Dagegen erhob die Versicherte
am 16.
Juni 2011 Ein
wand (
Urk.
8
/26). Ein
en
weitere
n
Einwand liess sie vorsorglich am
20. Juni 2011 durch die
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG erheben (
Urk.
8
/27). Nachdem die Versicherte in der Folge Rechtsanwalt
Kre
s
o
Glava
s
als
Rechtsvertreter
bei
ge
zogen hatte,
brachte
dieser mit Eingabe vom 19. August 2011
ebenfalls
Einw
ä
nd
e vor
(
Urk.
8
/40).
Die IV-Stelle
legte daraufhin das Dos
sier
ihrem Regionalen Ärz
t
lichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor (Stellung
nah
men von Dr. med.
B._
, Praktische Ärztin, vom 23. August 2011; von Dr. med
.
C._
vom 13. Septem
ber
2011, von Dr. med.
D._
, Facharzt für or
tho
pädische Chirurgie und Trau
ma
to
logie, vom 1. November 2011 und 21. Dez
em
ber 2011, von Dr. med.
E._
,
Facharzt für Allg. Medizin und zerti
fizierter medizinischer Gutachter, vom 23. Dezember 2011 und vom 20. Februar 2012; Urk. 8/60/2-7) und holte auf dessen Anraten
weitere Arztberichte
bei
der
A._
Klinik ein (
Urk.
8
/48;
Urk.
8
/49/6-7;
Urk.
8
/51/5-10
). Am 10. April 2012
verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte
mit Eingabe vom
25. April 2012
(
Urk.
1)
Be
schwerde erheben. Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr nach Massgabe der gesetzlichen Vorschriften eine ganze Rente zu ge
währen (1
); eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Be
schwerdegegnerin
zu verpflichten, den rechtserheblichen Sachverhalt in medi
zi
ni
scher und erwerblicher Hinsicht erneut abzuklären (2); unter Koste
n
- und
Ent
schädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin (3).
Die
Beschwerdegeg
nerin
stellte in ihrer Vernehmlassung vom 30. Mai 2012 Antrag auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
7). Am 11. Juni 2012 reichte die Versicherte
unaufgefordert eine
Replik (
Urk.
10) ein, was der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 15. Juni 2012 an
gezeigt
wur
de
(
Urk.
11).
Ferner liess die Beschwerdeführerin am 17. Janu
ar 2013 (Urk.
12)
und 7. März 2013 (Urk. 15) weitere Arztberichte einreichen, woraus u.a.
eine Nachoperation am linken Knie am 25. Februar 2013 hervor
geht.
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nach
folgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in
Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28
Abs.
2 IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das
Er
werbs
ein
kommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
mass
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beits
markt
lage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
ge
stellt werden, wo
rauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allge
mei
ne
Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinwei
sen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28
Abs.
1 IVG).
1.4
Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung) entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel
t
end
machung des Leistungsanspruches nach Art.
29 Abs.
1 ATSG. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht.
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwer
defall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinw
eisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
So
zial
versicherungsgericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
ba
ren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan
spruchs ge
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi
nischen Be
rich
ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis
material zu wür
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die an
dere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztli
chen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge
rungen in der Ex
per
tise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Ausschlag
gebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag ge
gebenen Stel
l
ung
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a).
2.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
2.1
Die
F._
hielt nach einer MR-Untersuchung
in ihrem Be
richt vom 9. November 2007 folgende
Befunde und
Diagnosen fest
: Zunehmende
Schmer
zen im li Kniegelenk mit
Druckdolenz
des medialen Meniskus, wenig Er
guss. St. n. OP nach
Patellaluxation
li 1966, 1993
Arthrotomie
li bei ausge
prä
g
ter
Femoropatellararthrose
. Der
b
ildgebende Befund des
MRI am linken Knie ergab eine laterale Fehlstellung der Patella mit nicht mehr vorhandenem Knorpel an der Kontaktfläche Patella/lateraler
Femurkondylus
; Die
Patellaform
sei
dystplas
tisch
, das Gleitlager zwischen den
Femurkondylen
ebenso. Es zeige sich ein Me
nis
kusriss medial bei ausgewalztem Meniskus und schräg horizontal zur
Unter
fläche
verlaufendem basisnahen Einriss sowie zusätzlich möglichem Vertikalriss an der Spitze im mittleren Meniskusabschnitt. Der lateral
e Meniskus präsentiere sich mit interner Signalstörung ohne durchgehenden Riss. Es bestehe eine
mäs
sig
gradige
Knorpelschädigung am medialen
Femorotibialkompartiment
. Weiter seien
intraossäre
Ganglien/Zysten im Ansatzbereich des vorderen Kreuzbands
tibial
vorhanden (
Urk.
8
/11/
13).
2.2
Dr.
Z._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1. Februar 2008
zu Händen des
Krankentaggeldversicherers
eine Arthrose linkes Knie und einen medialen Meni
s
kusriss. Das Leiden habe sich erstmals 1993 manifestiert. Dama
ls habe eine aus
geprägte
Femoro
patellararthrose
be
standen mit rezidivierenden
Kniegelenk
er
güssen
links.
Es seien eine
Arthroto
mie
mit
Abrasion
durchgeführt worden, eine
Bridie
-Bohrung, eine
Denervierung
der
Patellaspitze
sow
ie
ein lateral
release
. In
Bezug auf die Frage der Arbeitsfä
higkeit ist dem Bericht zu entnehmen, zwisch
en
dem 21. Oktober und dem 17. Dezember 2007 habe eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bestanden. Vom 18. De
zember 2007 bis 25. Februar 2008 habe die Arbeits
fähigkeit 50
%
betragen (
Urk.
8
/11/
11)
.
2.3
In seinem Bericht vom 7. Juli 2008 hielt
Dr.
Y._
zu Händen des
Krankentag
geldversicherers
als Diagnose eine schwere subluxierende
Femoropatellar
ar
thro
se
links fest, bei:
femoropatellarer
Dysplasie;
Chondromalazie
Grad II von medi
a
lem und lateralen
Tibiaplateau
links. Seit dem 6. Mai 2008 bestehe e
ine 50%ige
Arbeits
unfähigkeit. Bis heute seien ver
schiedenste Therapiemassnahmen durch
ge
führt worden ohne genügenden Nut
zen. Aufgrund der Therapieresistenz so
wie
einer
weitergehenden Abklärung mit MRI und Arthroskopie werde nun im Sep
tem
be
r 2008 eine Knietotalprothesen-O
peration erfolgen (
Urk.
8
/11/
4
; vgl. auch
Urk. 8/11/9
).
2.4
Nach erfolgter Operation am 4. September 2008 berichtete Dr.
Y._
am
1. April
2009
,
dass v
om 3. September 2008 bis 31. Januar 2009
die
Arbeits
un
fähigkeit
100
%
betragen
habe
, ab dem 1. Februar 2009 75
%
, ab Anfang April evtl. 50
%
.
Es sei nicht zu Komplikationen ge
kommen, sondern zu einem protrahier
ten Verlauf mit deutlich längerer Schmerzsymptomatik, so dass die Beschwer
de
füh
rer
in
heute weiterhin nicht f
rei belastbar sei (
Urk.
8
/11/
6).
2.5
In seinem Bericht vom 11. Juli 2009 diagnostizierte
Dr.
Y._
ein chronisches
Reizknie
links
bei schwerer subluxierender
Femoropatellararthrose
. Vom 15. Juni
bis 9. Juli 2009 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, seit dem 10.
Juli
2009 betrage die Arbeitsunfähigkeit 75
%
. Es sei anzunehmen dass das
ur
sprüngliche Arbeitspensum als
Coiffeuse
von 50
%
mittelfristig erreicht wer
den
könne
(
Urk.
8
/11/
2)
.
2.6
Im Arztbericht vom 5. Januar 2010 führte Dr
.
Y._
als Diagnose auf: St. n.
Knie
pro
thesenoperation
links am 4.9.2008, bei: therapieresistenter schwerer
Femoro
patellararthrose
; St. n.
Patellastabilisation
1966, postoperativer
Arthro
fibrose
nach
Knieprothese.
Die Beschwerdeführerin sei im September 2008 und August 2009 im Spital
G._
hospitalisiert
gewesen. Bei der Beschwerdeführerin
habe
eine therapieresistente
Femoropatellar
- und eine mässige
Femorotibial
-Arthrose bestanden, für
sie
keine haltbare Situation. Am 27. Februar 2008
(richtig wohl:
4. September 2008)
sei eine Knieprothesenoperation durchgeführt worden, ins
ge
samt mit mässigem Verlauf bei ungenügender Beweglichkeit und
Schmerzpersi
stenz
. Es seien ver
schiedenste Massnahmen ergriffen worden, zwischenzeitlich mit viel Physio
therapie, zweimaliger geschlossener Kniemobilisation. Am 21. Au
gust
2009 sei dann eine nochmalige offene Knierevision mit
Patellaersatz
er
folgt. Es bleibe ein schmerzhaftes Knie, wo es sekundär erneut zu einer
Beweg
ungseinschrän
kung
gekommen sei. In Bezug auf das linke Knie bestehe auch eine einge
schränkte Geh- und Stehbelastbarkeit. Die Prognose sei eine Per
si
stenz des
Be
schwerdebilds
mit eingeschränkter Beweglichkeit und einem
ventro
-
medialen Knieschmerz (
Urk.
8
/7/6-7
)
.
2.
7
Dr.
Z._
hielt in seinem Arztbericht vom 26. Januar 2010 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Knietotalprothese links 04.09.2008
wegen schwerer subluxierender
Femoropatellararthrose
mit
femoro
patellarer
Dys
plasie,
mit/bei:
arthroskopischer
Teilmeniskektomie
medial,
Me
niskustoilette
lateral linkes Knie 27.02.2008; Status nach
Patellastabilisati
onsoperation
1966; Status nach
arthroskopischer
Abrasio
1993; ausgedehnter medialer
Meniskus
läsion
, kleinere
r
Läsion lateraler Meniskus bei
Chondrokalzi
nose
; geschlossene
r
Arthrolyse
06.12.2008, Kniemobilisation links in Spinalan
ästhesie 15.06.2009; Knierevision links, Mobilisation mit
Adhäsiolyse
,
Tubero
sitas-Kranialisierung
,
Patellaprothese
links 21.08.2009.
Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden
daneben
aufgeführt: 1960 Tonsil
lektomie, anamne
s
tisch
als
12-jährige Hepatitis; 1966
Patellaluxation
-Operation links; 1980
Ad
nexitis
nach
laparoskopischer
Sterilisation; 2004 Szintigra
phie: kleine St
ruma
multinodosa
; 2006 Revision linkes Schultergelenk, Anfri
schen und
Trans
fixa
tion
Labrum
superior
,
subacromiale
Defilée
-Erweiterung, Exstirpation
Kalkein
la
ge
rungen
bei
Tendinosis
calcarea
; 19.01.2010
Kürretage
wegen Polyp.
Dr.
Z._
führt weiter aus, die Beschwerdeführerin leide aktuell immer noch unter starken Knieschmerzen in Ruhe und beim Gehen, das Treppensteigen sei kaum mehr möglich. Die Arbeit als
Coiffeuse
könne sie nur während rund zwei Stunden am Tag ausüben; auch hier träten nach der Arbeit dann starke Knieschmerzen auf. Die Arbeiten im Haushalt (Einkaufen, Betten, Wäsche machen, Putzen) könne sie nur zusammen mit ihrem Ehemann machen
(
Urk.
8
/10)
.
2.8
Dr.
med.
H._
, Oberarzt Orthopädie
,
A._
Klinik,
gelangte in
seinem
Be
richt vom 25. März 2010 zu folgender Beurteilung:
Die Beschwerdefüh
rerin präsentiere ein erneut deutlich
eingesteiftes
linkes Kniegelenk ohne we
sentliche
Umgebungsreaktion oder lokal auslösbare Schmerzen;
Lockerungs
hinweise
fän
den
sich r
adiologisch keine (
Urk.
8
/25/
1-2
).
2.9
Am 8. April 2010 berichtete die
A._
Klinik
(
Dr.
H._
)
über eine glei
chentags durchgeführte Operation Kniepunktion links, welche aufgrund der zu
nehmenden Problematik bei St. n.
Kniearthroplastik
II durchg
eführt worden war (
Urk.
8
/25/
3).
2.10
Gemä
ss Bericht der
A._ K
linik
(
Dr.
H._
)
vom 11. Juni 2010 habe eine Allergieabklärung eine isolierte Oberflächensensibilisierung auf Nickel ergeben. Sämtliche
Infektwerte
inklusive Schlussresultat Bakteriologie seien negativ
ge
wesen. Die Beschwerdeführerin habe über eine nochmalige Verschlechterung der
Situation in den letzten Monaten berichtet. Nicht nur die
Funktionsein
schrän
kung
sei für sie störend
, auch die belastungsbedingten Beschwerden im Alltag würden immer mehr an B
edeutung zunehmen (
Urk.
8
/25/
4
-5
).
2.11
Am 16. Juli 2010 berichtete die
A._
Klinik (
Dr.
med.
I._
/
Dr.
med.
J._
, Fachärzte Orthopädie) über eine gleichentags durchgeführte Operation, im Rahmen welcher ein Knietota
l
prothesenwechsel
links
vo
rgenommen w
orden sei
(
Urk.
8
/25/6-7
).
2.12
Im Austrittsbericht vom 9. August 20
10 nannte die
A._
Klinik
(
Dr.
K._
, Oberarzt Orthopädie
)
als Diagnose eine
Arthrofibrose
Knie links, bei: St.
n.
LCS-
Kniearthroplastik
September 2008; sekundärem
Patellarückflächen
ersatz
August 2009; Patella
baja
mit
Impingement
am Inlay; laterale
r
Flexi
on
s
instabi
lität
, persistierende
n
Schmerzen; Flexion massiv eingeschränkt bis auf ca. 40°. Unter den Nebendiagnosen sind aufgeführt: Pathologische
Glucosein
tole
ran
z
;
Dyslipidämie
; unklare Schwel
lung
Endglied
palmar
Zeigefinger rechts DD; Ganglion,
Mukoidzyste
; Alle
r
gie auf Nickel und
Natrium
tetrachlorpallat
(
Urk.
8
/25/8-10
).
2.13
In den Berichten vom 20. August
2010
, 1. Oktober 2010 und 15. Dezember 2010
gab die
A._
Klinik
(
Dr.
I._
)
dieselben Diagnosen wie im
Aus
tritts
be
richt
vom 9. August 2010 an, bezifferte das Flexionsdefizit inde
s nun auf 50°
(
Urk.
8
/25/11-12;
Urk.
8
/25/14-17
)
. Im Arztbericht vom 29. März 2011 be
nannt
e
die
A._
Klinik
(
Dr.
I._
)
als zusätzliche Diagnose persistierende mediale
Schmerzen be
i aktiver Flexion (
Urk.
8
/25/
18).
Am 6. Juni 2011 gab die
A._
Klinik
(
Dr.
L._
)
sodann als weitere Diagnosen an
:
Sonografisch
Ver
dacht auf irritierendes Synthesematerial (die zwei proximalen
Tibiaschrau
ben
); Allergien: Nickel, Überempfindlichkeit gegen Palladium
(
Urk.
8
/25/20-21
)
.
2.1
4
Mit Operationsbericht vom 16. August 2011 (
Urk.
8
/45
/1-2
) berichtete die
A._
Klinik
(
Dr.
M._
)
über
eine
gleichentags erfolgte
Entfernung des
Osteosynthesematerial
s
am
Tibiakopf
links (drei Schrauben)
.
Nach einer Nach
kontrolle vom 18. Oktober 20
11 führte die
A._
Klinik
(
Dr.
M._
)
in ih
rem
Bericht aus, bezüglich der
Osteosynthesematerialentfernung
zeige sich heute ein gutes Resultat. Die Beschwerdeführerin habe bereits drei Tage nach der Opera
tion keine Schmerzen mehr verspürt. Im Vordergrund stünden aktuell
gluteale
Schmerzen links bei seit langem bekannter LWS-Symptomatik. Diesbe
züglich sei die Beschwerdeführerin seit Jahren nicht mehr nachkontrolliert wor
den. Am linken Knie seien nur intermittierend
peripatelläre
Schmerzen medial vorhanden
(
Urk.
8
/49/
6).
2.15
Im Arztbericht vom 9. November 2011 führte
Dr.
N._
, Oberärztin Neu
rologie an der
A._
Klinik
,
folgende Diagnosen auf:
Leichtgradiges
vor
wie
gend
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom m
it/bei:
klinisch unauffälligem neurologischem Untersuchungsbefund
,
normale
r
Kennmuskulatur L4-S1 links
gemäss EMG
; St.
n. OSME
Tibiakopf
links 08/11 mit/bei: persistierenden
Knie
schmerzen wegen Schrauben,
St.
n.
Arthrofibrose
Knie links bei St.
n. LCS
Knie
arthroplastik
09/2008, sekundärem
Patellarückflächenersatz
08/2009. D
ie Be
schwer
deführerin klage anamnestisch über linksbetonte Rücken- und
Ge
säss
schmerzen
, die seit einigen Monaten auftreten würden. Klinisch fänden sich keine
sicheren neurologischen Defizite, bis auf eine leichte
Quadrizepshypotro
phie
, ins
besondere
keine Hinweise für eine
Radikulopathie
. Die elektrophysiolo
gische Untersuchung habe ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine akute oder chroni
sche
Denervation
der Kennmuskulatur L4/L5 und S1 links
er
geben, so dass die leichte
Quadrizepsschwäche
am ehesten durch den Status nach mehre
ren
Knie
eingriffen
zu erklären sei
(
Urk.
8
/51/
8-10)
.
2.16
In ihrem Arztbericht vom 29. November 2011 hielt
Dr.
N._
dieselben
Diag
nosen fest wie in jenem vom 9. November 2011.
Danebst
erwähnte die Neu
rologin, bezüglich des
lumbospondylogenen
Syndroms bestehe eine unsi
chere Prognose, es
würden
im Verlauf eine Kernspintomographie
der LWS und gege
be
nenfalls diagnostische und therapeutische Infiltrationen durchgeführt werden (
Urk.
8
/51/5-7
).
3.
Vorliegend ist
gemäss dem Arztbericht von
Dr.
Z._
(
Urk.
8
/11/11
; E. 2.2
)
ein
e me
dizinisch relevante Arbeitsunfähigkeit erstmals
ab 31. Oktober 2007 doku
men
tiert. In der Zeitspanne bis zum 30. Oktober 2008 (Ablauf des Wartejahres)
be
trug
diese durchschnittlich 70
%
(
Urk.
8
/60/7)
.
Weite
re Phasen eine
r
Arbeits
un
fähigkeit zwischen 50
%
und 100
%
wurden von
Dr.
Y._
bis Ende 200
9
be
schrieben
(
Urk.
8
/7/7).
Anschliessend
fehlt
es
– trotz wiederholter Nachfrage -
an
Angaben
seitens der behan
delnden Ärzte
zu
r
Frage der Arbeitsfähigkeit. Solche lassen sich insbesondere auch nicht für den Zeitraum ab 1. Juni 2010, also den Zeitpunkt des früh
e
st
möglichen Rentenbeginns
,
finden. Die Beschwerdegegnerin
ist
in ihrer
Renten
verfügung
den Einschätzungen des Regionalen Ärztlichen Dien
s
tes ge
folgt.
Dr.
D._
hatte im Rahmen seiner Beurteilung vom 21. De
zem
ber
2011 ausgeführt, retrospektiv
sei medizinisch-theoretisch mit überwie
gender Wahr
scheinlichkeit für die bisherige Tätigkeit von einer Arbeitsun
fähig
keit von 100
%
auszugehen, dies durchgehend und bis auf weiteres ab der ersten
Knie
operation
im September 2008. Hinsichtlich einer angepassten Tätig
keit
sei
ebenfalls ab September 2008
jeweils von einer Arbeitsunfähigkeit von
100
%
für die Zeit von drei Monaten
,
entsprechend der jeweiligen postoperati
ven
Re
konvaleszenz nach den Operationen
,
und einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für die übrigen Zeiten auszugehen. Demnach hätten
in
einer angepassten Tätig
keit
seit Ende 2009 folgende Ar
b
eitsunfähigkeiten bestanden: Vom 1. Dezember 2009 bis 15. Juli 2010 50
%
, vom 16. Juli bis 16. Oktober 2010 100
%
, vom
17.
Oktober 2010 bis 15. August 2011 50
%
und vom 16. August bis 16. Novem
ber
2011
100
%
. Seit dem 17. November 2011 belaufe sich die Arbeitsfähigkeit nun wieder auf 50
%
(
Urk.
8
/60/5).
Vorliegend ist grundsätzlich ohne
W
eiteres
nachvollziehbar, dass
die
Beschwerdeführerin
aufgrund ihres schweren
Knielei
dens
ihre
angestammte Tätigkeit als
Coiffeuse
, welche sie ausschliesslich im Stehen ausübte,
nicht mehr
zu verrichten
vermag
.
Streitig erscheint
hingegen, wie es sich mit einer angepass
ten Tätigkeit verhält.
Zumal die Beurteilung des RAD retrospektiv abgebe
n wurd
e
und insbesondere auch nicht auf einer per
sön
lichen Untersuchung der Beschwerdeführerin basiert,
ist
fraglich, inwie
weit dies
bezüglich von einer zu
verlässigen
Entscheid
ungs
grundlage ausge
gang
en werden
kann.
Unklar ist im Übrigen auch, ob
mit Blick auf die weiteren do
ku
mentierten Leiden (Schmerzen im Rücken- und Gesässbereich) die Arbeits
fähig
keit wirklich
umfassend
abge
klärt wurde. Diese Fragen brauchen indes nicht
abschliessend beantwortet zu werden, wi
e nachfolgende Ausführungen (E
.
4) zeigen.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, dass sie auf dem allgemeinen Ar
beitsmarkt gar nicht mehr vermittelbar sei, dass es ihr mithin nicht mehr mög
lich sei, eine allfällig bestehende medizinisch-theoretische
Restarbeitsfähig
keit
zu
verwerten.
4.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutba
rerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen A
rbeits
markt zu ermitteln, wobei
an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheite
n und Verdienstaussichten keine
übermässigen
Anforderungen zu stellen sind (im Ein
zelnen dazu SVR 2008 IV
Nr. 62 S. 203,
Urteil des Bundesgerichts
9C_830/2007 E. 5.1). Das fortge
schrit
tene
Alter wird, obgleich an
sich ein
inva
liditätsfremder
Faktor, in d
er Recht
sprechung als Kriterium
anerkannt, welches zusammen mit weiter
en persönli
chen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versi
cher
ten Person verbliebene
Resterwerbsfähig
keit
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt
realistischerweise
nicht mehr nach
gefragt wird, und dass ihr der
en Ver
wertung auch gestützt auf
die
Selbstein
gliederungslast
nicht mehr
zumutbar ist.
Fehlt es an einer
wirtschaftlich ver
wertbaren Resterwerbsfäh
igkeit, liegt eine voll
ständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die
einen Anspruc
h auf eine ganze Invaliden
rente
begründet (Urteil
des Bun
desgerichts
I 831/05 vom 21. August 20
06 E. 4.1.1
mit Hinweisen). Der
Einfluss des Lebensalters auf d
ie Möglichkeit, das verblie
be
ne
Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu v
erwerten, lässt
sich
nicht nach einer all
gemeinen Regel bemessen,
sondern hängt von den Umstän
den
des Einzelfalls ab.
Massgebend
können
die Art und Beschaffenheit des
Gesund
heits
schadens
und seiner Folgen,
der absehbare Umstellungs- und
Einarbei
tungs
aufwand
und in diesem Zusammenhan
g auch Persönlichkeits
struk
tur,
vorhande
ne
Begabun
gen und Fertigkeiten, Ausbild
ung, beruflicher Werde
gang oder
An
wend
barkeit von Berufserfahrung aus dem ang
estammten Bereich sein (Urteil des Bundesge
richts
9C_153/2011 vom 2
2.
März 2012 E. 3.1;
Urteil des Bundes
gerichts
9C_918/200
8 vom 28. Mai 2009 E. 4.2.2 mit
Hinweisen).
4.3
Als
massgeblicher
Stichtag
für die Beantwortung der Frage nach der Verwert
bar
keit der Restarbeitsfähigkeit
wurde vom Bundesgericht das Feststehen der me
dizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit bestimmt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_149/2011 vom 25. Oktober 2012, E. 3.3)
.
Wie
gemäss
obigen Erwägungen
(E
.
3)
bereits darauf hingewiesen wurde, basiert die angefoch
tene Verfügung auf der Beurteilung des RAD vom 21. Dezember 2011.
Es wurde ebenso
erwähnt, dass umstritten ist, ob diese Einschätzung
hinsichtlich der Frage nach der Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit
den Anforderungen an eine zuverlässige medizinische Beurteilungsgrundlage genügt.
In der vorliegen
den Angelegenheit
spielt dies jedoch keine Rolle. Bei der RAD-Stellungnahme handelt es sich de facto
ohnehin
um die einzige vorhandene Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit nach dem Datum des früh
e
stmöglichen Rentenbeginns, also dem 1. Juni 2010
. Im konkreten Fall ist demnach
für die Rentenberechtigung ab
1. Juni 2010 die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit am 21. Dezember 2011
als
entscheidend
zu betrachten
.
4.
4
Die am 3. Mai 1948 geborene Beschwerdeführerin war in dem für die richterli
che
Beurteilung
massgebenden
Zeitpunkt der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch den RAD
am 21. Dezember 2011
bereits mehr als 63
1⁄2 Jahre alt.
Sie ist gelernte
Coiffeuse
, und hat, nachdem sie zunächst lange Jahre in unselbständiger An
stellung tätig war, ab dem Jahr 1997 selbständig einen
Coiffeursalon
betrieben, w
obei sie diesen Ende Januar 2011 endgültig
aufgab (
Urk.
8
/19). In Würdigung aller Um
stände
ist vorliegend festzuhalten, dass
der
Beschwerdeführerin ein IV-rechtlich erheblicher Zugang
zum Arbeitsmarkt
objektiv betrachtet nicht mehr
offen stand.
Die Beschwerdeführerin ist
gemäss
nachvollzie
h
barer
Beurteilung des
RAD auf ihrem
angestammten Beruf als
Coiffeuse
zu 100
%
arbeitsunfähig. Auf einem anderen Beruf verfügt sie demgegenüber
– soweit ersichtlich – über keine Erfahrung
, so dass ein Wechs
el in eine andere Tätigkeit ein
hohes
Mass
an An
passungsfähigkeit voraussetzt.
Nicht minder fällt ins Gewicht, dass
die Be
schwer
d
eführerin
im
massgebenden
Beurteilungszeitpunkt des Feststehens der medizi
ni
schen Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit weniger als fünf Monate vor dem
ordentlichen AHV-Alter stand
. Folglich
war die Aussicht jedenfalls gering, für die
bis zur Pensionierung verbleibende Zeit von einem durchschnittlichen Arbeit
geber eingestellt zu werden.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin
– stützt man sich auf die Beurteilung des RAD-Arztes – auf eine Teilzei
tarbeit ange
wiesen wäre, welche
ihrer eingeschränkten Steh- u
nd Gehfähigkeit Rechnung trüge.
Mit anderen Worten wäre e
ine allfällig be
stehende Restarbeitsfähigkeit
realistischerweise
kaum
mehr nachgefragt worden, weshalb deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar war.
5.
Im Ergebnis ist vom Vorliegen einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszuge
hen.
Nachdem die Beschwerdeführerin
gemäss
den
unbestrittenen und nach
L
age
der Akten
z
utreffenden
Feststellungen
durch die Beschwerdegegnerin zu 85
%
im
Erwerbsbe
reich
tätig
war
bzw. w
ä
r
e
, besteht zufolge Vollinvalidität Anspruch auf eine ganze Rente. Rentenbeginn ist der 1. Juni 2010
.
6.
6.1
Damit ist die Beschwerde gutzuheissen.
Gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist abwei
chend von Art. 61
lit
. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200
.
-- bis
1000
.
--
fest
gelegt. Die Gerichtskosten sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen und
ausgangsge
mäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Bei diesem
Verfahrensausgang
hat die obsiegende Beschwerdeführerin An
spruch
auf eine Prozessentschädigung. Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwie
rigkeit des Pro
zesses, dem Mass des Obsiegens, dem Zeitaufwand und den
Bar
auslagen
festzu
setzen. Unter
Berücksichtigung dieser Grundsätze und nach Ein
sicht i
n die
Hono
rarnote
von Rechts
anwalt
Kre
s
o
Glava
s
vom
7.
März 2013
(
Urk.
1
5
)
ist der
Be
schwer
deführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘872.50
(inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen.