Decision ID: 857f5e40-5612-4c22-b284-1536fcd66926
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1948 geborene
X._
war seit
1.
August 2015
als Pflege
fachfrau bei der
Y._
tätig und in diesem Rahmen bei der
Visana
Versi
cherungen AG
(nachfolgend
Visana
)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Gemäss Schadenmeldung
(Eingang bei der
Visana
am 23.
Februar 2018) stolperte die Versicherte am 2
0.
Februar 2018 über ein am Boden liegendes Stromkabel einer Reinigungsmaschine
(
Urk.
8/3).
Mittels Rettungsdienst wurde sie ins Spital
Z._
eingeliefert, wo
eine ambulante Erstabklärung stattfand und mittels Röntgenuntersuchung Frakture
n an der rechten Schulter, der r
echten Hüfte sowie
am
Thorax ausgesch
l
ossen werden konnten
(Notfallbericht vom 2
0.
Februar 2018,
Urk.
8/9).
Die
Visana
trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (
Urk.
8/14).
Am
1
8.
Juni 2018
berich
tete
dipl.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine und innere Medizin und Kardiologie,
bei der Versicherten bestehe
eine irreparable
Rotatorenmanschetten
läsion
an der rechten Schulter (
Urk.
8/44).
Nachdem die
Visana
das Dossier ihrem beratenden Arzt unterbreitet hatte, stellte sie ihre Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 1
9.
September 2018
mangels natürlichen Kausalzusammenhangs der weiterhin beklagten Beschwerden per 12.
Juni 2018 ein, wobei auf eine Rück
forderung darüber hinaus erbrachter Leistungen verzichtet werde (
Urk.
8/59).
Die hiergegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
8/66) wies die
Visana
nach Einholung einer weiteren Stellungnahme ihres beratenden Arztes (Ur. 8/72) mit
E
insprachee
ntscheid
vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
August 2019 Beschwerde und beantragte, es seien ihr im Zusammenhang
mit dem Unfallereignis vom 20.
Februar 2018 auch über den 1
2.
Juni 2018 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschw
erdeantwort vom 3
0.
Oktober 2019
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mi
t Verfügung vom 3
1.
Oktober 2019
wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
9). I
n dessen Rahmen
hielten
die
Parteien mit Replik vom 2
0.
Januar 2020 (
Urk.
12) beziehungsweise Duplik vom
5.
März 2020 (
Urk.
16) an ihren Anträgen fest, wovon die Parteien in Kenntnis gesetzt wurden (Verfügung vom 2
1.
Januar 2020,
Urk.
13
,
und Verfügung vom
6.
März 2020,
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
,
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung,
UVG
,
wer
den
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
-
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körper
schädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelen
ken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner
beziehungsweise beratender
Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
; Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid
unter Hinweis
auf die Ein
schätzung von
PD
Dr.
med.
Dr.
iur
.
B._
, Facharzt Chirurgie und Intensivmedizin
, wonach die anlässlich der Erstuntersuchung nach dem Unfall
ereignis erhobenen Befunde nicht für eine frische
Rotatorenmanschetten
ruptur
sprechen würden und eine Rippenfraktur
mittels Röntgenuntersuchung nicht habe bestätigt werden können. Mithin habe sich die Beschwerdeführerin am 2
0.
Februar 2018 eine Kontusion der rechten Schulter zugezogen und sei diesbe
züglich der Status quo sine per 1
2.
Juni 2018 erreicht gewesen (
Urk.
2).
An ihrer Auffassung, der Bericht von PD
Dr.
med.
C._
, leitender Arzt Schul
terchirurgie
,
Uniklinik
D._
, vom 2
4.
September 2018 vermöge an der Ein
schätzung des beratenden Arztes, PD
Dr.
B._
, keine Zweifel zu erwecken, hielt sie mit Beschwerdeantwort fest.
D
er von der Beschwerdeführerin erlittene Stolpersturz
sei
weder geeignet, eine
Rotatorenmanschettenläsion
herbeizu
führen, noch hätten sich im MRI Hinweise für eine traumatische Läsion finden lassen. Ergänzend wies die Beschwerdegegnerin sodann darauf hin, dass sic
h die Beschwerdeführerin am 27.
Juni 2017 in Ungarn bei einem Unfall eine mediale Schenkelhalsfraktur zugezogen habe, welche operativ versorgt worden sei. Für dieses Ereignis habe die HDI Global bis zum
7.
Mai 2018 Leistungen ausgerichtet (
Urk.
7).
2.2
Demgegenüber hielt die Beschwerdeführerin dafür,
der Einschätzung des bera
tenden Arztes der Beschwerdegegnerin mangle es an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit. Vielmehr sei
gestützt auf die mittels MRI erhobenen bildgebenden Befunde sowie in Übereinstimmung mit der wissenschaftlich belegten Auffassung von PD
Dr.
C._
davon auszugehen, dass sie beim fraglichen Sturz auf die rechte Seite sowohl eine Rippenfraktur als auch eine
Ro
t
atorenm
anschettenl
äs
ion
erlitten habe.
Insbesondere sei darauf hinzuweisen, dass eine - wie im MRI dar
gestellte - Verfettung der
Rotatorenmanschetten
-Muskulatur die
trauma
bedingte
Genese
der Läsion
belege. Damit bestünden begründete Zweifel an der Beurtei
lung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1)
.
Zwar treffe es zu, dass sie
, die Beschwerdeführerin,
am 2
7.
Juni 2017 einen Stolpersturz mit Fraktur des linken Oberschenkelhalses erlitten habe; nachdem jedoch damals die linke Körperhälfte beteiligt gewesen sei, fehle es jenem Ereignis für den vorliegenden Fall an Bedeutung
(
Urk.
12).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht per 1
2.
Juni 2018 von einem Status quo sine ausgegangen ist
und demzufolge ihre Leistungen ein
gestellt hat
oder ob die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden mit der erfor
derlichen Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2
0.
Februar 2018 zurückzuführen sind.
3.
3.1
Mittels Rettungsdienst wurde die Beschwerdeführerin am 2
0.
Februar 2018 ins Spital
Z._
überführt, wo sie davon berichtete, gleichentags über ein Kabel gestolpert zu sein. Deren Ärzte
notierten
mit
ambulantem
Notfallbericht vom 20.
Februar 2018 (
Urk.
8/9), die Röntgenuntersuchung der rechten Schulter habe eine regelrechte Artikulation
glenohumeral
ohne Hinweis auf eine Fraktur oder eine Luxation gezeigt. Am
Tuberculum
majus
habe eine vermehrte
Sklerosierung
visualisiert und am Ansatz der
Supraspinatussehne
eine kleine Verkalkung (DD
im Rahmen einer PHS) nachgewiesen werden können.
Es bestehe eine AC
Arthrose rechts; im Übrigen seien die knöchernen Strukturen bei generalisierter
Osteopenie
regelrecht zur Darstellung gekommen.
An der Hüfte
hier sei der Beschwerdeführerin im September 2017 eine Hüft-Total
prothese eingesetzt wor
den
-
würden sich ebenso wenig Hinweise auf eine frische
ossäre
Läsion oder Luxation ergeben. Anhalt
s
punkte für eine
periprothetische
Fraktur bestünden ebenfalls keine.
Der Befund am Thorax sei schliesslich im Vergleich zum Vorun
tersuch vom
9.
Dezember 2015 unverändert. Es bestünden weder ein Erguss, noch ein Hinweis auf eine dislozierte Rippe
n
fraktur oder
Anhaltspunkte für einen Pneumothorax.
Am linken Oberarm bestehe ein normaler Befund, rechts bestün
den
eine
Schonhaltung sowie eine
Druckdolenz
über dem proximalen
Humerus
.
Über der Clavicula,
der
Scapula
, dem vorderen
und hinteren Gelenkspalt sowie über dem AC-Gelenk bestehe keine
Druckdolenz
.
Als Diagnosen nannten die Ärzte eine Fraktur der 6. Rippe rechts, eine Schulter
kontusion rechts sowie eine Hüftkontusion rechts.
3.2
Am 1
2.
Juni 2018
(
Urk.
8/45)
diagnostizierte PD
Dr.
C._
, Uniklinik
D._
, Folgendes:
-
irreparable
Rotatorenmanschettenläsio
n
, Schulter rechts mit Bursitis
sub
acromialis
und
Insertionsperiostose
M.
Pecoralis
major
, St. nach Stolper
sturz 20.02.2018
-
Schmerzen Hüfte links, DD
Abduktorenirritation
bei St. n. Hüft-TP links 09/2017, St. n. Schraubenosteosynthese Schenkelhals links bei lateraler Schenkelhalsfraktur 06/2017 in Ungarn
-
postoperative Lungenembolien nach Hüft-TP-Implantation 09/2017
-
deutlich
regrediente
schmerzhafte Fussschwellung links, DD:
regredientes
CRPS
-
Verdacht auf Neuropathie
-
Lipomatöse
Raumfoderung
Schulter rechts, anamnestisch abgeklärt.
Der Arzt notierte, gestützt auf das am 1
2.
Juni 2018 erstellte MRI der rechten Schulter
entspreche
die kortikale Ausziehung am
ulnarseitigen
proximalen
Humerusschaft
am ehesten einer
Insertionsperiostose
des
Musculus
pectoralis
major
, differentialdiagnostisch sei ein Status nach Tendinitis
calcarea
in Betracht zu ziehen. Ein malignitätssuspekter Befund bestehe nicht, jedoch sei
en
eine
trans
murale
Ruptur der
Supraspinatussehne
, eine Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
sowie eine Oberrandläsion der
Subscapularissehne
zur Darstellung gekommen.
Bei irreparabler
Rotatorenmanschettenläsion
sei keine gelenkserhaltende Thera
pie möglich; hierbei sei ein künstlicher Gelenkersatz mittels inverser Prothese indiziert.
3.3
PD
Dr.
B._
, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, erklärte in seiner Stellung
nahme vom 1
2.
Juli 2018 (
Urk.
8/46), im Rahmen der Erstuntersuchung am 2
0.
Februar 2018 im Spital
Z._
seien einzig degenerative Veränderun
gen ausserhalb der eigentlichen Gelenkstruktur ohne frische strukturelle Verän
derungen dokumentiert worden. Auch betreffend
das
MRI vom
7.
Juni 2018 hätten div
erse festgestellte degenerative
Veränderung
en
im Zentrum
der Beurtei
lung
gestanden.
Zudem habe sich eine
transmurale
Ruptur der
Supraspinatus
sehne
bei gleichz
eitig bestehender Bursitis
subac
romialis
bei dieser betagten Ver
sicherten (70 Jahre alt) finden lassen. Mithin seien die aktuell geltend gemachten
Schulterbeschwerden und die vorgesehene Operation im Zusammenhang mit degenerativen Veränderungen zu würdigen. Insbesondere seien keine richtungs
gebenden Veränderungen im Zusammenhang mit dem Ereignis dokumentiert,
aufgrund welcher sich
die Indikation und der Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 2
0.
Februar 2018 herleiten liesse
n
. Nachdem die Bildgebung mittels MRI und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse in der Sprechstunde vom 1
2.
Juni 2018 besprochen worden seien, sei der Endzustand auf dieses Datum festzulegen. Mit anderen Worten sei der Status quo sine am 1
2.
Juni 2018 erreicht gewesen.
3.4
Dr.
med.
E._
, Assistenzarzt Orthopädie
,
Uniklinik
D._
, erklärte mit Schreiben vom 2
7.
Juli 2018 (
Urk.
8/58), bei irreparabler
Rotatoren
manschettenruptur
nach Stolpersturz erscheine nach wie vor eine traumatische Genese plau
sibel.
3.5
Am 2
4.
September
2018
(
Urk.
8/66 S. 5)
erklärte PD
Dr.
C._
, obschon eine
Rotatorenmanschettenruptur
im Alter von 70 Jahren nicht selten vorkomme, sprächen einige Gegebenheiten für eine überwiegend traumatische Komponente (> 75
%
). Einerseits sei die Beschwerdeführerin im Hause
seit 2001
in der Fuss
chirurgie bekannt; bei der Durchsicht sämtlicher bisherigen Sprechstunden
berichte sei nie von einer Schulterproblematik die Rede
gewesen
. Auch eine aus
führliche Untersuchung durch die Kollegen der Rheumatologie vom 4. November 2014 habe kein Verdachtsmoment auf eine Pathologie der rechten Schulter auf
gezeigt. Dementsprechend sei die nun vorliegende
Rotatoren
manschettenläsion
rechts wohl dem Stolpersturz vom 2
0.
Februar 2018 mit Schulterdistorsion rechts und folgender richtungsweisender Verschlechteru
ng des Vorzustandes zuzuord
nen.
3.6
Erneu
t zur Aktenlage stellungnehmend
hielt PD
Dr.
B._
am 1
4.
Juni 2019 (Urk.
8/72) fest, in Verbindung mit der Erstuntersuchung vom 2
0.
Februar 2018 finde sich
in der Anamnese
explizit kein Sachverhalt, welcher für eine erlittene Schulterluxation spreche. Weiter sei im entsprechenden Bericht zwar die Diagnose einer Rippenfraktur genannt, betreffend die Röntgenuntersuchung sei indes ausdrücklich darauf hingewiesen worden, es lasse sich keine dislozierte Rippenfraktur erkennen. Damit sei höchstens klinisch der Verdacht auf eine mögliche Rippenfraktur anzunehmen. Auch habe er, PD
Dr.
B._
, den Bild
datensatz zur konventionellen Röntgenuntersuchung der rechten Schulter per
sönlich eingesehen; ein Hinweis für eine frakturierte (sechste) Rippe habe sich indes nicht finden lassen. Mithin lasse sich die klinische Verdachtsdiagnose einer gebrochenen sechsten Rippe nicht bestätigen. Was die Befunde zur klinischen Schulteruntersuchung anbelange, so würden diese in keiner Art und Weise für das Vorliegen einer frischen
Rotatorenmanschettenruptur
sprechen. Konkret sei
explizit keine Funktionseinbusse im Schultergelenk dokumentiert, sondern ledig
lich festgehalten worden, dass eine
Druckdolenz
über dem proximalen
Humerus
angegeben worden sei; dies bei unauffälligen Palpationsbefunden über der Clavicula,
Scapula
, dem vorderen und hinteren Gelenkspalt sowie über dem AC
Gelenk.
Die Argumentation von PD
Dr.
C._
stelle eine juristische Beur
teilung vom Typ post-hoc-ergo-
propter
-hoc dar. Er habe nicht zur Kenntnis genommen, dass die Versicherte eine Schulterkontusion
,
nicht aber -
gemäss Anamnese
-
eine Schulterluxation erlitten habe. Ebenso wenig gehe er darauf ein, dass anlässlich der Erstuntersuchung keine Befunde erhoben worden seien, die auf eine zu diesem Zeitpunkt bestehende frische
Rotatorenmanschettenruptur
hingewiesen hätten.
4.
4.1
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin vermag die Einschätzung von PD
Dr.
B._
, wonach die von
ihr
über den 1
2.
Juni 2018 hinaus geklagten Schulterbeschwerden degenerative
n
Veränderungen zuzuschreiben
sind
und sich ein Kausalzusammenha
ng zum Stolpersturz
vom 2
0.
Februar 2018 nicht herleiten
lässt (E. 3.3, E. 3.6
), zu überzeugen. Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin legte
in Auseinandersetzung mit der Aktenlage
nachvollziehbar dar,
dass
weder
die
im Rahmen der Erstuntersuchung erhobenen
klinischen Befunde noch der Bericht über die
gleichentags angefertigte
konventionelle Röntgenuntersuchung
für das Vorliegen einer
frische
n
Rotatorenmanschettenruptur
sprechen würden
.
Wenn auch
am Unfalltag von
einer
Schonhaltung
der rechten Schulter berichtet wurde, so fehlt es
ausdrücklich
an der Dokumentation einer
für eine
Rotatoren
manschettenruptur
typische
n
Funktionseinbusse des rechten Schultergelenks. Mit
Ausnahme einer
Druckdolenz
über dem proximalen
Humerus
erhoben die Ärzte des Spitals
Z._
keinerlei Pathologie am rechten Arm
, was denn in die Diagnose einer Schulterkontusion
mündete
.
Im Weiteren zeigte sich bei der fast 70-jährigen Beschwerdeführerin eine AC-Arthrose sowie eine kleine Verkalkung am Ansatz der
Supraspinatussehne
(E. 3.1) und wurde mittels MRI gleichzeitig zur
transmuralen
Ruptur der
Supraspinatussehne
eine bestehende Bursitis
sub
acromialis
visualisiert (Urk.
8/47). Die Schlussfolgerung von PD
Dr.
B._
erweist sich in Anbetracht dieser Aktenlage als begründet und nachvollziehbar, zumal PD
Dr.
C._
bestätigte,
eine
R
otatorenmanschettenruptur
würde
im Alter von 70 Jahre
n nicht selten vorkommen (E. 3.5
)
.
Eine andere, fachärztlich nachvollziehbar begründete Einschätzung, welche die diagnostizierte Läsion an der
Rotatorenmanschette
als unfallkausal qualifizieren würde, findet sich nicht in den medizinischen Unterlagen.
Die Begründung von PD
Dr.
C._
, in sämt
lichen
Sprechstundenberichten
(der Fusschirurgie)
sei nie von einer Schulter
problematik berichtet worden und auch die Untersuchu
ng vom 4.
November 2014 in der Rheumatologie habe keine Verdachtsmomente auf eine Pathologie d
er rechten Schulter ergeben (E.
3.
5
),
reicht
hierfür jedenfalls nicht
aus
,
ist
doch
die
Argumentation
nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeu
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verur
sacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Eine
andere
Begründung
für seine Annahme, die Ruptur sei überwiegend als trauma
tisch zu qualifizieren, lieferte PD
Dr.
C._
nicht. Er hielt denn auch vielmehr fest, die
Ro
t
atorenmanschettenläsion
sei wohl dem Stolpersturz zuzuordnen, was klarerweise den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht erfüllt. Ebenso wenig
vermag der Hinweis von Dr.
E._
, hinsichtlich der Ruptur nach Stolpersturz erscheine eine traumatische Genes
e nach wir vor plausibel (E.
3.4
), den Beweisanforderungen zu genügen. Was die Beschwerdeführerin dies
be
züglich vorbringen lässt (
Urk.
12 S.
3 f.), geht an der Sache vorbei.
4.2
Nachdem mithin keine
verlässliche
medizinische Einschätzung aktenkundig ist, die eine unfallkausale Ursache der
Rotatorenmanschettenläsion
nahelegen würde, erübrigen sich Ausführungen
nicht nur
zur Frage hinsichtlich Interpretation der im MRI festgestell
t
en Atrophie und
Verfettung des
Musculus
Supraspinatus
in der Fachliteratur
,
sondern auch betreffend die von PD
Dr.
C._
abweichend zum Notfallbericht
genannte
Diagnose einer
Schulterdistorsion (vgl.
Urk.
8/66
).
4.3
Was die anlässlich der Erstuntersuchung geklagten Schmerzen an der Hüfte betrifft, macht die Beschwerdeführerin angesichts der hierzu erhobenen unauf
fälligen bildgebenden Befunde (E. 3.1) zu
R
echt keine langandauernden, unfall
kausalen Beschwerden geltend.
Demgegenüber wiederholt sie ihre Behauptung, sie habe anlässlich des Sturzes einen Rippenbruch erlitten, was in den Akten aber keinerlei Stütze findet. Es trifft zwar zu, dass im Bericht
des Spitals
Z._
die Diagnose Fraktur der
6.
Rippe rechts lateral
genannt wurde
. Gleichzeitig ist indes aktenkundig, dass sich im Röntgenbefund des Thorax keine dislozierte Rippenfraktur darstellen liess (
Urk.
8/9 S. 2). Auch wenn in der Folge die Diagnose einer Rippenfraktur unkritisch in die späteren Arztberichte Eingang fand (vgl. etwa
Urk.
8/58, wo gar von Rippenfrakturen die Rede ist),
vermag die Beschwerdeführerin hieraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. PD
Dr.
B._
hat in Würdigung der Aktenlage sowie der bildgebenden Dokumente nachvoll
ziehbar dargelegt, dass eine Rippenfraktur nicht zu bestätigen ist.
Auch diese Ein
schätzung ist nicht zu beanstanden.
4.4
Weshalb schliesslich PD
Dr.
B._
als Facharzt für Chirurgie nicht qualifiziert sein sollte, eine beweiskräftige Aktenbeurteilung zu erstatten, ist nicht ersichtlich, zumal vorliegend bei an sich feststehendem medizinischen Sachverhalt die direkte fachärztliche Befassung der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom
4.
November 2016 E. 6.1 mit Hinweis).
Im Übrigen hätte es PD
Dr.
C._
als - wie von der Beschwerde
führerin hervorgehoben - hochqualifiziertem Spezialarzt offen gestanden, sich in Auseinandersetzung mit der Aktenlage nachvollziehbar zur Unfallkausalität zu äussern. Davon hat er indes offenkundig abgesehen.
4.5
Die von den behandelnden Ärzten zur Frage der Unfallkausalität gemachten Aus
führungen vermögen entgegen
dem Dafürhalten
der Beschwerdeführerin nach dem Gesagten keinerlei Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch PD
Dr.
B._
hervorzurufen. Bei der Beurteilung der Unfall
kausalität geht es darum, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine trauma
tische Genese der Verletzung sprechen
,
aus medizinischer Sicht gegen
einander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich
keit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_59/2020 vom 1
4.
April 2020 E. 5.3-5.4). Diesen Anforderungen ist PD
Dr.
B._
in seinen Beurteilungen vollumfänglich nachgekommen.
Da demnach Zweifel an dessen medizinische
r
Beurteilung nicht angebracht sind, ist in antizipierender Weise auf weitere medizinische Abklärungen zu verzichten (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
4.6
Damit ist mit der Beschwerdegegnerin gestützt auf die vertrauensärztliche
n
Beurteilungen von PD
Dr.
B._
davon auszugehen, dass
der Stolpersturz
vom 2
0.
Februar 2018
zu keinen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellbaren strukturellen Verletzungen im
rechten
Schultergelenk in Form
einer Sehnen
ruptur
, sondern lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes
geführt hat
.
In Bezug auf die Folgen der Kontusion der
rechten
Schulter ist mit
PD
Dr.
B._
vom Erreichen des Status quo sine spätestens per
1
2.
Juni 2018
, mithin
fünf
Monate nach dem Unfallereignis
,
auszugehen. Hier gilt es zu beachten, dass sich der konkrete Zeitpunkt, an dem der Status quo sine erreicht wurde, von der Natur der Sache her nicht auf den Tag genau feststellen lässt, sondern lediglich mehr oder minder präzise geschätzt werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2018 vom 28. Februar 2019 E. 6.5 mit Hinweisen). Vor diesem Hinter
grund ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fall auf den
1
2.
Juni 2018 abschloss. Dass die
Beschwerdeführer
in
zu diesem Zeitpunkt nicht
beschwerdefrei und weiter behandlungsbedürftig war, steht dem nicht entgegen, ist doch für die Erreichung des Status quo sine einzig relevant, dass die Folgen der Kontusion vom
Februar 2018
bis zu diesem Moment abgeklungen waren.
5.
5.1
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
5.2
Gemäss neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listenverletzung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurück
zuführen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätzlich leistungspflich
tig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1).
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat das Ereignis vom
2
0.
Februar 2018 als Unfall im S
in
n
e von
Art.
4 ATSG anerkannt
, indes gestützt auf die Beurteilung von PD
Dr.
B._
einen Kausalzusammenhang der
Rotatorenmanschettenruptur
mit dem Stolpersturz verneint (E. 4.6)
.
Damit ist aber auch gleichzeitig erstellt, dass die
Rotatorenmanschettenruptur
, welche unter die in Art. 6 Abs. 2 UVG auf
ge
listeten Körperschädigungen im Sinne einer Sehnenverletzung (BGE 123 V 2b; 114 V 302 E. 5c) fällt,
vorwiegend, das hei
sst zu mehr als 50 % (vgl. dazu
hier
vor zitierter BGE 146 V 51 E. 8.2.2.1
) auf Abnützung oder Erkrankung zurück
zu
führen ist, zumal es keinen Hinweis auf ein nach dem Unfall
vom Februar 2018
eingetretenes initiales Ereignis gibt, das Anlass zu Weiterungen geben könnte. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ist demnach umgestossen und der Unfallversiche
rer von seiner Pflicht befreit.
6.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Juni 2019 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.