Decision ID: 820cb255-e3fd-43b8-b588-3c7dab2ce95a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, italienischer Staatsangehöriger und wohnhaft in Italien, arbeitete ab März 2008
als Grenzgänger
bei der
Y._ AG
als Bauarbeiter und war
in dieser Eigenschaft bei der Suva für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
Am
3.
März 2011 verletzte er sich beim Verschieben eines Gewichts auf einer Baustelle in
Z._
an der rechten Schulter (Unfallmeldung vom
7.
April
2011,
Urk.
7/1). Die B
ehandlung fand in Italien statt, wo
eine Rotatorenmanschettenruptur diagnosti
zi
ert wurde und
am
2.
August 2011
im
Ospedale
OO._
die
arthroskopische
Revision
mit
Acromioplastik
und Tenotomie
stattfand (
vgl.
die
ärztlichen Berichte,
Zeugnisse
und Arbeitsunfähigkeitsbeschein
i
gu
n
gen in
Urk.
7/7-
51, namentlich den
Operationsbericht in
Urk.
7/33 S.
86-88).
1.2
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht (
Schreiben an den Versicherten und an dessen Arbeitgeberin je vom 2
1.
April 2011,
Urk.
7/8 und
Urk.
7/10
;
vgl. auch die Darstellung des Ereignisses in einer Notiz der Suva über ein Telefongespräch mit dem Versicherten vom 1
4.
November 2011,
Urk.
7/35, und die Notiz vom 14.
November 2011, worin die Suva das Ereignis als unfallähnlich
e
Körperschädigung qualifizierte,
Urk.
7/37)
und liess am 1
6.
Dezember 2011 durch
Dr.
med. A._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, eine kreisärztliche Untersuchung durchführen (Bericht vom 3
1.
Januar 2012,
Urk.
7/52).
Angesichts der festgestellten Beweglichkeitseinschränkungen der rechten Schulter und der Klagen des Versicherten über Schmerzen befand der Kreisarzt den Versic
herten als noch nicht wieder arbeits
fähig
in einer körperlich belastenden Tätigkeit
und
empfahl
die Fortführung d
er Physiotherapie
(
Urk.
7/52 S. 3)
.
Nachdem a
m 2
9.
Februa
r 2012
eine Funktions-Sonograph
ie d
er rechten Schulter erstellt
worden war
(
Urk.
7/55
)
, unternahm der Versicherte
ab Anfang
April
2012
einen Arbeitsversuch (vgl. das Schreiben der Suva an den Versicherten vom 2
9.
März 2012,
Urk.
7/61); wegen jeweils
zunehmender Schmerzen
gelang jedoch ein Ausbau der Arbeitsstunden nicht
(Notiz
en
der Suva über
die
Telefongespräch
e
mit dem Versicherten und
dem Baustellenleiter
vom 1
8.
und vom 2
7.
April 2012,
Urk.
7/66
und
Urk.
7/69
; Bericht der Suva über ein Gespräch mit dem Versicherten
auf der Agentur
vom 1
4.
Mai 2012,
Urk.
7/75).
Eine
Arthro
-Magnetresonanz
tomographie vom 2
1.
Mai 2012 erg
ab daraufhin eine neue
Rotatorenmanschettenruptur
(Bericht von
Dr.
med.
B._
, Urk.
7/80), und
der Kreisarzt
Dr.
A._
empfahl anlässlich einer weiteren Untersuchung des Versicherten vom
1
5.
Juni 2012 (
Bericht vom 1
9.
Juni 2012, Urk.
7/83)
eine spezialärztliche Abklärung, die am
5.
Juli 2012
beim
Orthopäden
Dr.
med. C._
stattfand
(Bericht vom
6.
Juli 2012,
Urk.
7/88). Nach eine
r nochmaligen Funktions-Sonograph
ie der rechten Schulter vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/89) nahm
Dr.
C._
am 1
4.
Septembe
r 2012 die empfohlene erneute
Operation mit Rekonstruktion der Supraspinatussehne vor (Bericht in
Urk.
7/107
)
. Die rechte Schulter blieb auch danach in der Beweglichkeit eingeschränkt (
vgl. den
Bericht von
Dr.
C._
vom 1
3.
Dezember 2012 sowie
den
Bericht
von
Dr.
med.
D._
vom
8.
Januar 2013 zu einer
Arthro
-Computertomographie der rechten Schulter,
Urk.
7/128 und
Urk.
7/133 S. 2-3), und
Dr.
C._
wies den Versicherten deshalb der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals
E._
, Prof.
Dr.
med. F._
, zur Beurteilung zu (Schreiben vom 2
3.
Januar 2013,
Urk.
7/130).
Dort wurde
wieder
eine
Ruptur des kompletten Supraspinatus und partiell des Infraspinatus festgestellt, und festgehalten, dass nicht mehr mit der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Tunnelbauer zu rechnen sei (Bericht von Prof.
F._
vom 1
3.
März 2013
einschliesslich
der Analyse
eine
r
veranlassten
konventionelle
n
Röntg
enaufnahme
der rechten Schulter
, Urk.
7/138 S. 2-3).
Nachdem
Dr.
C._
dies in einem Bericht vom 2
5.
April 2013 bekräftigt hatte (
Urk.
7/140),
führte
Dr.
med. G._
, Spezialärzt
in für Orthopädische Chirurgie, am
8.
Mai 2013 die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch und schätzte den Integritätsschaden (
Urk.
7/148 und
Urk.
7/147).
Gestützt darauf
teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 2
4.
Mai 2013 mit, dass sie die Taggelder per
1.
Juli 2013 einstelle, und kündigte die Festlegung der Ansprüche auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung mit separatem Entscheid an (
Urk.
7/149). Nach Durchführung der Abklärungen zu den erwerblichen Verhältnissen (
Urk.
7/151-173)
sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 ab dem
1.
Juli 2013 eine Rente
aufgrund
einer Erwerbsunfähigkeit von 23
%
zu und setzte die Integritätsentschädigung auf
der Basis
eines Integritätsschadens von 25
%
fest (
Urk.
7/174).
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
AG war
zuvor aufgelöst worden (vgl. die Aktennotiz der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-Stelle, vom
6.
Juni 2014, Urk.
14/36).
Der Versicherte erhob mit den Eingaben v
om 1
9.
Dezember 2013 und vom 3.
Januar 2014 (nunmehr vertreten durch
H._
) Einsprache (
Urk.
7/179 und
Urk.
7/182). Mit Entscheid vom
1
1.
Februar 2014 trat die Suva wegen Verspätung auf die Einsprache nicht ein (
Urk.
7/186). Der Entscheid blieb unangefochten.
1.3
Am 1
0.
Mai 2012 hatte sich
X._
auch bei der Schweizerischen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
angemeldet (
Urk.
14/1).
Die
IV-Stelle des Kantons Zürich
sah nach Beizug der Akten der Suva mit Vorbescheid vom
6.
Juni 2014 die Zusprechung einer befristeten ganzen Rente
(Invaliditätsgrad 100
%
)
für die Zeit
von
November 2012 bis
Juli
2013 vor (Urk.
14/38).
Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Oskar Müller, liess mit den Eingaben vom
7.
Juli und vom 1
8.
August 2014 Einwend
ungen erheben
(
Urk.
14/51 und
Urk.
14/56) und
am 1
0.
September 2014 (
Urk.
7/60) zusätzlich
einen Bericht von
Dr.
med. I._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, vom 2
0.
August 2014 sowie einen Bericht des
Zentrums
J._
, Prof.
Dr.
med.
K._
und
Dr.
med.
L._
, Spezialarzt und Spezialärztin für Neurologie, vom 2
9.
August 2014 einreichen
(
Urk.
14/59/1-2 und
Urk.
14/59/3-4
einschliesslich der Wiedergabe des Resultats einer Magnetresonanzuntersuchung der Halswirbelsäule vom 2
2.
August 2014
)
.
Die IV-Stelle schlug daraufhin mit Schreiben vom 2
1.
November 2014 die Durchführung einer polydi
s
ziplinären Begutachtung vor (
Urk.
14/63).
Mit Zuschrift vom
4.
Dezember 2014 gelangte Rechtsanwalt Oskar Müller im Namen des Versicherten an die Suva und ersuchte sie
mit dem Hinweis auf die Berichte von
Dr.
I._
und des
Zentrums
J._
, die Verfügung vom 22.
Oktober 2013 betreffend Rente und Integritätsentschädigung
in Wiedererwägung zu ziehen (
Urk.
7/194
S. 1-2
). Die Suva trat mit Schreiben vom 2
7.
März 2015 auf dieses Gesuch nicht ein (
Urk.
7/197).
Mit Brief vom 2
7.
April 2015 liess der Versicherte das Wiedererwägungsgesuch
wiederholen (
Urk.
7/198
). Die Suva behandelte den Brief als Einsprache gegen das als «
Decisione
»
bezeichnete und als Verfügung qualifizierte Schreiben vom 2
7.
März 2015 und trat mit Entscheid vom 1
9.
Juni 2015 auch darauf nicht ein
. Zusätzlich hielt sie
fest, dass dem Gesuch auch unter de
m
Titel der prozessualen Revision nicht entsprochen werden könne (
Urk.
7/204)
. Der Versicherte liess keine Beschwerde gegen diesen Entscheid erheben.
1.4
In der Folge liess die IV-Stelle
des Kantons Zürich
durch die Gutachtenstelle
M._
das polydisziplinäre Gutachten
vom 2
6.
April 2016
erstellen
(
Urk.
14/89;
Allgemein-Exploration durch
Dr.
med. N._
, Spezialärztin für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
O._
, Spezialarzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie; orthopädisches Fachgutachten von Prof.
Dr.
med.
Dr.
phil.
P._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 2
6.
Jun
i
2015; psychiatrisches Fachgutachten von
Dr.
med. Q._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
4.
Juni 2015; Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit durch
Dr.
med. R._
, Facharzt für Innere Medizin, und Dipl. Physiotherapeut
S._
vom 2
4.
Juni 2015 [
Testungen
vom 18./1
9.
Juni 2015]; Bericht des Spitals
T._
,
Dr.
med.
U._
,
vom
3.
Juli 2015
mit Analysen der
Arthro
-Magnetresonanztomographie
vom 2
1.
Mai 2012 und der
Arthro
-Computertomographie
vom
8.
Januar 2013
)
.
Unter Hinweis auf das Gutachten vom 2
6.
April 2016 gelangte der Versicherte durch Rechtsanwalt Oskar Müller mit Schreiben vom 1
2.
Mai 2016 erneut an die Suva, diesmal mit dem Gesuch um eine revisionsweise Änderung der Rente und der Integritätsentschädigung, die ihm mit der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 zugesprochen worden waren (
Urk.
7/207).
Im Verfahren gegenüber der Inv
a
lidenversicherung erfolgte
anschliessend
die Stellungnahme des Versicherten beziehungsweise
seines Rechtsvertreters vom 29.
Juni 2016 zum polydisziplinären Gutachten (
Urk.
14/98), der neue Vorbescheid der IV-Stelle
des Kantons Zürich
vom 2
0.
Juli 2016, mit welchem dem Versicherten für die Zeit von November 2012 bis Juli 2013 eine
befristete
ganze Rente
(Invaliditätsgrad 100
%
)
und für die Zeit ab
November
2014 eine
Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad 60
%
)
in Aussicht gestellt wurde (
Urk.
14/101
). Aufgrund der erneuten Einwendungen des Versicherten vom
8.
September und vom
9.
November 2016 (
Urk.
14/108 und
Urk.
14/121) sprach die IV-Stelle für Versicherte im Ausland dem Versicherten mit Verfügung vom 3
0.
November 2016 schliesslich für die Zeit ab November 2012 durchgehend bis No
v
ember 2014 ein
e
ganze Rente (Invaliditätsgrad 100
%
) und ab Dezember 2014 eine
Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad von 60
%
) zu (
Urk.
14/126-128). Die Verfügung wurde dem Versicherten am
8.
Dezember 2016 neu eröffnet, nachdem sie
vorher nicht an Rechtsanwalt Oskar Müller als dem zuständigen Rechtsvertreter gesandt worden war (
Urk.
14/132-133; vgl. das Schreiben des Rechtsvertreters vom
6.
Dezember 2016,
Urk.
14/130).
Die Verfügung wurde nicht angefochten.
1.5
Im Verfahren gegenüber der Unfallversicherung
holte
die Suva
bei
m Kreisarzt
Dr.
med.
V._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und T
raumatologie des Bewegungsappara
tes,
die
Aktenbeurteilung
vom Dezember 2016
zur Frage einer unfallbedingten Veränderung seit der Untersuchung durch
Dr.
G._
vo
m
Mai 2013 ein
(
Urk.
7/232)
. Des Weiteren untersuchte
Dr.
V._
den Versicherten am 2
1.
März 2017 persönlich (Bericht
vom
3.
April 2017,
Urk.
7/245).
Mit Schreiben vom 1
2.
April 2017 teilte die Suva dem Versicherten daraufhin mit, dass nach der Beurteilung von
Dr.
V._
keine gesundheitliche Verschlechterung
seit Mai 2013 nachgewiesen sei (
Urk.
7/246 S. 1). Auf das Begehren des Versicherten vom 1
8.
April 2017 hin (
Urk.
7/247) erliess sie die Verfügung vom
4.
Mai 2017 und lehnte es ab, die bisherige Rente zu erhöhen und dem Versicherten eine höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen (
Urk.
7/248). Mit Eingabe vom
2.
Juni 2017 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Oskar Müller Einsprache erheben (
Urk.
7/252) und beantragen, es sei in Ergänzung der bisherigen Suva-in
t
ernen medizinischen Abklärung eine externe p
olydisziplinäre medizinische Abklärung anzuordnen und der Anspruch auf eine Rente und auf eine Integritätsentschädigung sei gestützt darauf neu zu prüfen (
Urk.
7/252 S. 2).
In der Folge eröffnete die Suva dem Versicherten
mit Brief vom 1
7.
Januar 2018
,
dass sie
Dr.
med. W._
, Spezial
arzt für Orthopädische Chirurgie
, mit einer Begutachtung zu beauftragen gedenke (
Urk.
7/268), und unterbreitete ihm den vorgesehenen Fragenkatalog (
Urk.
7/266). Der Versicherte
liess sich mit Schreiben vom 1
9.
Februar 2018 als einverstanden mit der Person des Gutachters und den Fragen erklären (
Urk.
7/269). Am
5.
Mai 2018 legte
Dr.
W._
sein Gutachten, basierend insbesondere auf dem Untersuchungstermin vom
6.
April 2018, vor (
Urk.
7/283).
Nachdem der Versicherte zum Gutachten
am
6.
Juli 2018 hatte Stellung nehmen lassen (
Urk.
7/287), wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 2
5.
Juli 2018 ab (
Urk.
2 =
Urk.
7/288).
2.
Mit Eingabe vom 1
4.
September 2018 liess
X._
durch Rechtsanwalt Oskar Müller Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 2
5.
Juli 2018 erheben (
Urk.
1) mit den Anträgen
(
Urk.
1 S. 2)
, der Entscheid und damit auch die Verfügung vom
4.
Mai 2017 seien aufzuheben und die Suva sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen (Rente und Integritätsentschädigung) auszurichten (Ziffer 1), und der medizinische Sachverhalt sei umfassend abzuklären
, unter Einholung eines medizinischen Gerichtsgutachtens, eventuell durch Verpflichtung der Suva, ein weiteres versicherungsexternes Gutachten zu veranlassen und alsdann den Leistungsanspruch auf Rente und Integritätsentschädigung neu zu prüfen (Ziffer 2), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva (Ziffer 3). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 und die damit
eingereichten Unterlagen, Urk.
7/1-296).
Nachdem m
it Verfügung vom
5.
November 2018 (
Urk.
12) die Akten der Invalidenversicherung beigezogen worden waren (
Urk.
14/1-143), wurde mit Verfügung vom 1
2.
November 2018 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
15). Der Beschwerdeführer liess in der Replik vom
7.
März 2019 an seinen bisherigen Ausführungen und Standpunkten festhalten (
Urk.
20); die Beschwerdegegnerin verzichtete
mit Eingabe vom 2
6.
März 2019 darauf, eine Duplik zu erstatten (
Urk.
22). Mit Verfügung vom 2
7.
März 2019 wurde dem Beschwerdeführer die Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 2
6.
März 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
23).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Nach
Art.
58
Abs.
1 des Gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons für die Beurteilung einer Beschwerde zuständig, in dem die versicherte Person oder die beschwerdeführende Drittperson zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder der beschwerdeführenden Drittperson im Ausland, so ist gemäss
Art.
58
Abs.
2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat; lässt sich keiner dieser Orte ermitteln, so ist das Versicherungsge
richt desjenigen Kantons zuständig, in dem das Durchführungsorgan seinen Sitz hat.
Der Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in
Italien und
arbeitete zuletzt
bei der
Y._
AG mit Sitz in
AA._
im Kanton Zürich.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig.
2.
Zu beurteilen
sind die Ansprüche
des Beschwerdeführers, der italienischer Staatsangehöriger ist und in
Italien
lebt, gegenüber der schweizerischen Suva, bei der er im Rahmen seiner T
ätigkeit für die schweizerische
Y._
AG
versic
hert war. Das Ereignis, das diesen Ansprüchen zugrunde liegt, trat
im März 2011 auf einer Baustelle im Kanton Tessin in der Schweiz ein. Es
liegt somit ein Sachverhalt vor, der vom Personenfreizügigkeitsabko
mmen (Abkommen vom 21.
Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Fr
eizügigkeit [FZA]) erfasst ist.
Das anwendbare Landesrecht ist daher nach dem FZA und den im Anhang II als massgebend erklärten Verordnungen festzulegen, nämlich bis März 2012 der
Ver
ordnung (EWG)
Nr.
1408
/71
zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der
Gemeinschaft zu- und abwandern (VO
1408/71) und ab April 2012 der Verordnung (EG)
Nr. 883/2004 vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (VO 883/2004).
Nach
Art.
13
Abs.
2
lit
. a
VO 1408/71
unterliegt eine Person, die im Gebiet eines Mitgliedstaates abhängig beschäftigt ist, den Rechtsvorschriften dieses Staates, und zwar auch dann, wenn sie im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates wohnt oder ihr Arbeitgeber oder das Unternehmen, das sie beschäftigt, seinen Wohnsitz oder Betriebssitz im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates hat.
Diese Regelung führt zur Anwendbarkeit der schweizerischen Rechtsvorschriften, da der Beschwerdeführer zur Zeit des Unfalles von März 2011 in der Schweiz arbeitete. Die VO 883/2004, die ab April 2012 galt, änderte daran nichts. Denn nach dem Grundsatz in
Art.
11
Abs.
1 VO 883/2004 unterliegen Personen, für welche die Verordnung gilt, den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats, und dies sind nach
Art.
11
Abs.
3
lit
. a VO 883/2004 für Personen, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben, die Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaates. Auch aus dieser Rege
lung ergibt sich somit die Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts,
womit
übergangsrechtliche Fragen offen bleiben können.
3.
3.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten
, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung vom 25.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu
beurteilende Unfall hat
sich im Jahr 2011
ereignet, weshalb die bis
Ende
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur Anwendung gelangen
und in dieser Fassung zitiert werden.
3.2
N
ach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Der Ren
tenanspruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahinfallen. Ferner entsteht zusam
men mit der Festlegung der Invalidenrente beziehungsweise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung unter den Voraussetzungen in
Art.
24 UVG ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
Invalidität im Sinne der Voraussetzung für den Anspruch auf eine Invalidenrente ist nach
Art.
8
Abs.
1 ATSG
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigke
it
. Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird nach
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könn
te, in Beziehung gesetzt zum Er
werbseinkommen,
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Nach
Art.
24
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird
gestützt auf
Art.
25
Abs.
1 UVG
in Form einer Kapitalleistung gewährt
und
entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft. Die Bemessung ist in
Art.
36 UVV näher geregelt. Ferner hat der Bundesrat im Anhang 3 zur UVV zusätzliche Richtlinien zur Bemessung in Form einer Skala aufgestellt, und die Suva hat
diese Richtlinien in Tabellen verfeinert, welche die Rechtsprechung im Sinne von Richtwerten als anwendbar erklärt hat (vgl.
BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
3.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Wird eine Rente der Invalidenversicherung als Folge der Revision geändert, so erfolgt nach
Art.
34
Abs.
1 UVV auch eine Revision der Rente oder Komplementärrente der Unfallversicherung.
Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechu
ngsgemäss jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen
.
Unerheblich unter
revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Was die Integritätsentschädigung betrifft, so werden nach
Art.
36
Abs.
4 UVV bei deren Festsetzung voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens nach
Art.
36
Abs.
4 UVV angemessen berücksichtigt (Satz 1), und Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die
Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Satz
2).
3.4
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Leistung erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und Ein
spracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verh
ältnisse). Ferner bestimmt
Art.
53
Abs.
2 ATSG, dass der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
Auf die Wiederwägung eines
zweifellos unrichtigen Entscheids
besteht allerdings
rechtsprechungsgemäss kein
durchsetzbarer Anspruch
, so dass die Verwaltung auf ein Wiedererwägungsgesuch nicht einzutreten braucht und entsprechende Nichteintretensentscheide nicht mit Beschwerde anfechtbar sind
(vgl. BGE 133
V
50 E. 4 mit Hinweisen).
3.5
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Der Versicherungsträger prüft nach
Art.
43 Abs. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind.
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zu
grunde liegen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf An
gaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich von Ärz
tinnen und Ärzten, angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist nach höchstrichterlicher Praxis entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
4.
4.1
Strittig ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin Anspruch auf eine höhere Rente hat als diejenige aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 23
%
, die ihm mit der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 ab dem
1.
Juli 2013 zug
esprochen worden war (vgl. Urk.
7/174). Strittig ist des Weiteren auch, ob die gleichzeitig zugesprochene Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von 25
%
zu erhöhen ist.
Beides hängt davon ab, dass
sich der Sachverhalt
seit dem Erlass der Verf
ügung vom
2
2.
Oktober 2013 verändert hat.
4.2
Denn die Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 erwuchs in formelle Rechtskraft, nachdem die Beschwerdegegnerin mit Entscheid vom 1
1.
Februar 2014 auf die dagegen erhobene Einsprache vom 1
9.
Dezember 2013 (
mit
dem Nachtrag
vom
3.
Januar 2014,
Urk.
7/179
und
Urk.
7/182) wegen Verspätung nicht eingetreten war (
Urk.
7/186) und dieser Entscheid unangefochten gebl
ieben war.
Insbesondere war die Zustellung der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 an die Wohnadresse des Beschwerdeführers in Italien auf dem gewöhnlichen Postweg rechtlich korrekt. Dies ergibt sich aus
Art.
76
Abs.
3 VO 883/2004, wonach die Behörden und Träger der Mitgliedstaaten für die Zwecke dieser Verordnung miteinander sowie mit den betroffenen Personen oder deren Vertretern unmittelbar in Verbindung treten können, und aus
Art.
3
Abs.
4
Unterabs
. 2 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 vom 1
6.
September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der VO 883/2004 (VO 987/2009), wonach der zuständige Träger dem Antragsteller, der seinen Wohnort oder Aufen
t
halt in einem anderen Mitgliedstaat hat, seine Entscheidung unmittelbar oder über die Verbindungsstelle des Wohn- oder Aufenthaltsmitgliedstaats mitzuteilen
hat (
zur entsprechenden Regelung in
Art.
84
Abs.
3 VO 1408/71 und in
Art.
3
Abs.
3
der Verordnung
(EWG)
Nr.
574/72
über die Durchführung der VO 1408/71
[VO 574/72]
, die bis März 2012 galt
,
vgl. BGE 135 V 293 E. 2.2.3).
Damit liegt kein Eröffnungsmangel der Verfügung vom 2
2.
Oktober
2013 vor, und die Frage nach den Auswirkungen
eines solchen Mangels auf die Gültigkeit der Verfügung
stellt sich nicht. Der Beschwerdeführer liess denn auch zu Recht nichts Derartiges geltend machen.
4.3
Am Erfordernis einer Sachverhaltsänderung seit dem 2
2.
Oktober 2013 für die Anpassung der zugesprochenen Rente ändert auch die Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom
8.
Dezember 2016 nichts (zur Zuständigkeit der IV-Stellen bei Versicherten mit Wohnsitz im Ausland
vgl. Art 56
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
,
Art.
40 und
Art.
43
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV] sowie
das
Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherung [BSV] über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI],
Rz
4004 ff.
), mit der dem Beschwerdeführer
für die Zeit
von
November 2012 bis November 2014 ein
e ganze Rente
und ab Dezember 2014 eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen worden war
(
Urk.
14/132-133). Denn nach der Rechtsprechung
sind die
Versicherungsträger der Unfallversicherung und der Invaliden
-
versicherung
wohl dazu angehalten
,
bei der
Invaliditätsbemessung koordiniert vorzugehen, eine Bindung des einen Versicherungsträgers an die Invaliditätsschätzung des anderen besteht jedoch ausdrücklich nicht (vgl. BGE 133
V
549
E.
6, 131 V 362 E. 2). Und
erst recht
nicht kann der spätere Entscheid des einen Versicherungsträgers - vorliegendenfalls der IV-Stelle - für den anderen Versicherungsträger - vorliegendenfalls die Beschwerdegegnerin - Anlass dafür bilden,
ungeachtet der Revisions
voraussetzung einer Sachverhaltsänderung
auf ihren ursprünglichen Entscheid zurückzukommen.
Etwas anderes kann insbesondere auch aus
Art.
34
Abs.
1 UVV nicht abgeleitet werden.
Die
Leistungen, die dem Beschwerdeführer mit der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 zugesprochen worden sind,
könnten somit nur unter den Voraussetzungen für eine prozessuale Revision (
Art.
53
Abs.
1 ATSG) oder eine Wiedererwägung (
Art.
53
Abs.
2 ATSG) ohne Nachweis einer Änderung im Sachverhalt erhöht werden. Beide Voraussetzungen stehen jedoch nicht zur Diskussion. Auf eine Wiedererwägung besteht nach den vorstehenden Erwägungen selbst bei zweifelloser Unrichtigkeit eines Entscheids kein rechtlich durchsetzbarer Anspruch, was die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit den Nichteintretensentscheid
en vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
7/197
) und vom 1
9.
Juni 2015 (
Urk.
7/204) bereits beschieden hat
te
. Gleichermassen hat
te
die Beschwerdegegnerin im Entscheid vom 1
9.
Juni 2015 das Vorliegen der Voraussetzungen für eine prozessuale Revision - erhebliche neue Tatsachen oder neue
Beweismittel - verneint, und der Beschwerdeführer berief sich auch im vorliegenden Verfahren nicht auf
etwas
Neues in diesem Sinne.
5.
5.1
Nachfolgend ist damit zu prüfen, ob sich der Sachverhalt seit dem Erlass der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
Oktober 2013 in einer Weise verändert hat, welche es rechtfertigt, die damals zugesprochenen Leistungen zu erhöhen.
5.2
Die Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
7/174) basiert auf der kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
G._
vom
8.
Mai 2013 (
Urk.
7/
147 und
Urk.
7/148).
Anlässlich dieser Beurteilung befand sich die rechte Schulter im Zustand, wie er sich
bis dahin
nach der zweiten Operation
vom 1
4.
September 2012 (
Urk.
7/107) entwickelt hatte. Dieser war vordokumentiert durch die
Arthro
-Computertomographie vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
7/133 S. 2-3
) und durch den Bericht
von Dr.
F._
vom 1
3.
März 2013, dessen Analyse der
Arthro
-Computertomographie
eine erneute Rupt
ur der operativ rekonstruierten
Supraspinatussehne
und eine teilweise Ruptur der
Infraspinatussehne
ergeben hatte (
Urk.
7/138 S. 2-3). Der Beschwerdeführer klagte gegenüber
Dr.
G._
(
Urk.
7/148 S. 2 und S. 3)
, den rechten, dominanten Arm wegen Schmerzen und Blockaden nicht mehr bewegen zu können, gab jedoch an, sich deswegen zur Zeit keiner Behandlung zu unterziehen
und weder Schmerzmittel zu nehmen noch Gel
enksinfiltrationen erhalten zu haben
, wie sie
Dr.
F._
empfohlen hatte (vgl.
Urk.
7/138 S. 3)
.
Im Einklang
mit Dr.
F._
konnte
Dr.
G._
sodann kurz- und mittelfristi
g keine weiteren operativen
Vorkehren empfehlen, sondern schloss sich der Einschätzung von
Dr.
F._
an
, wonach
nur noch die Implantation einer inversen Schulterprothese in Frage komme (vgl.
Urk.
7/138 S. 3), und beurteilte im Übrigen die klinische Situation als stabilisiert (
Urk.
7/148 S. 3).
Nachdem
Dr.
G._
des Weiteren
wie zuletzt
Dr.
F._
(vgl.
Urk.
7/138 S. 2) die aktive und passive Beweglichkeit des rechten Schultergelenks (
Urk.
7/148 S. 2)
geprüft hatte, g
elangte
sie
in Übereinstimmung mit
Dr.
F._
und
Dr.
C._
(
Urk.
7/138 S. 2 und
Urk.
7/140) zum Schluss, dass der Bes
chwerdeführer
die angestamm
te Tätigkeit im Tunnelbau nicht mehr auszuübe
n in der Lage sei. Demgegenüber
sah die Kreisärztin in ihrem Zumutbarkeitsprofil keine Einschränkungen für das Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg auf Hüfthöhe und - für den linken Arm - für das Heben von mehr als 5 kg schweren Lasten über die Brusthöhe, wogegen sie das Heben von Lasten von mehr als 10 kg generell als nicht mehr möglich erachtete. Des Weiteren hielt
sie das Hantieren mit leichten Werkzeugen
und entsprechende Drehbewegungen der
(rechten)
Hand
für möglich,
mit dem
linken Arm auch das Arbeiten über Kopf,
nicht hingegen das Handhaben von mittelschweren und schweren Gerätschaften.
Keine Einschränkungen attestierte
Dr.
G._
für Tätigkeiten mit Rumpfro
tation sowie für sitzende, knie
nde und gehende Tätigkeiten, dies abges
ehen vom Besteigen
von Leitern (
Urk.
7/148 S. 3).
Für Tätigkeiten im Rahmen des formulierte
n Zumutbarkeitsprofils ging Dr.
G._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
7/148 S. 4), und es war diese 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten, auf
d
er die Bemessung des Invalideneinkommens in der Verfügung vom
2
2.
Oktober 2013 basierte
(Urk.
7/174 S. 2).
D
er Schätzung
des Integritätsschadens
, welche
r
die Besch
werdegegnerin ebenfalls folgte
(
Urk.
7/174 S. 3),
legte
Dr.
G._
die Tabelle 1 der Suva-Richtwerte zugrunde -
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
- und setzte den Wert von 25
%
für die schwere Form einer
Periarthrosis
humero
scapularis
ein (
Urk.
7/147).
5.3
5.3.1
Anlass für das Wiedererwägungsgesuch vom
4.
Deze
mber 2014 (
Urk.
7/194
S. 1
2)
bildeten der Bericht des Orthopäden
Dr.
I._
vom 2
0.
August 2014 (Urk.
14/59/1-2) und der Bericht des Neurologen und der Neurologin des
Zentrum
s
J._
vom 2
9.
August 2014 (
Urk.
14/59/3-4).
Anlass für das Revisionsgesuch vom 1
2.
Mai 2016 sodann (
Urk.
7/207
S. 1
) war das Gutachten der Gutachtenstelle
M._
vom 2
6.
April 2016,
das die IV-Stelle in Auftrag gegeben hatte (
Urk.
14/89).
Vorab ist festzuhalten, dass
als Folge des Unfalls vom März 2011
lediglich die Beeinträchtigung
en zur Diskussion stehen
, die von der Verletzung
der rechten Schulter
ausgehen und die rechte obere Extremität betreffen.
Hinweise auf anderweitige
Unfallfolgen sind in den Akten nicht vorhanden und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht vorgetragen. Insbesondere sind
die
degenerativen Veränderungen in der Halswirbelsäule, die das
Zentrum
J._
mit einer aktuellen Magnetresonanztomographie nachwies (
Urk.
14/59/4)
, unbestrittenermassen unfallfremd.
Die medizinischen Unterlagen sind damit einzig auf Veränderungen des Zustands der rechten Schulter
und der dadurch hervorgerufenen Einschränkungen
hin zu überprüfen.
5.3.2
Der Beschwerdeführer berief sich
für den Nachweis einer Veränderung seit der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
7/174) in erster Linie auf
das Gutachten der Institution
M._
, das vom April 2016 datiert und auf Untersuchungen vom Juni 2015 basiert
(
Urk.
1 S.
6 f. und S. 8 f.
und
Urk.
20 S. 5 sowie
Urk.
7/207 S. 1,
Urk.
7/252 S. 2 f. und
Urk.
7/287 S. 2 f.).
Darin attestierte ihm Prof.
P._
von Seiten des Fachgebietes der Orthopädie in
Abweichung von der Beurteilung von
Dr.
G._
des Jahres 2013 auch für sehr leichte
, angepasste
Tätigkeiten
nur eine - um 35
%
- eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
14/89/46), und die Gutachter übernahmen diese Einschätzung in ihre Gesamtbeurteilung
(
Urk.
14/89/21-22).
Es stellt sich die
Frage, ob
diese abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten der Institution
M._
auf eine
revisionsrechtlich relevante
Änderung des Schulterzustands schliessen lässt oder als revisionsrechtlich unerhebliche andere
Beurteilung des
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Zustands zu qualifizieren ist.
5.3.3
Prof.
P._
stellte aufgrund der
Vorakten
und der eigenen Untersuchungen einschliesslich
aktueller
konventioneller Röntgenaufnahmen
die Diagnose einer pseudoparalytischen, funktionslosen Schulter
rechts mit irreparabler
Rotatorenmanschetten
-Massen-Re-Ruptur, periartikulärer Muskelatrophie und beginnender
Glenoiddegeneration
(
Urk.
14/89/43). Zur Frage nach der Entwicklung im Zeitverlauf hielt er fest, die gegenwärtigen Untersuchungsergebnisse deckten sich mit denjenigen von
Dr.
I._
und Prof.
K._
(
Zentrum
J._
), wogegen die Einschätzungen der Suva zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden hätten, als der Beschwerdeführer noch eine Restfunktionsfähigkeit des rechten Armes besessen haben müsse. Insofern sei von einer Verschlechterung des Befundes aus orthopädischer Sicht auszugehen (
Urk.
14/89/48).
Auch diese Beurteilung wurde von den Gutachtern in die Gesamtbeurteilung übernommen (
Urk.
14/89/23).
Schon die Formulierung «... Restfunktionsfähigkeit
... besessen haben muss
» weist allerdings
auf den Vermutungscharakter dieser Feststellung hin. Eine vergleichende Darstellung der Untersuchungsergebnisse, die im Laufe der Zeit e
rhoben wurden, namentlich ein Vergleich mit den Befunden gemäss dem kreisärztlichen Bericht von
Dr.
G._
vom
8.
Mai 2013 (
Urk.
7/148),
und die konkrete Benennung der Faktoren, welche die Verschlechterung repräsentieren, fehl
en
jedoch im Gutachten der
Institution
M._
.
Dies bemerkte die Beschwerdegegnerin zu Recht (
Urk.
2 S. 15).
Im Gegensatz dazu nahm
Dr.
V._
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
1.
März 2017 einen kursorischen Vergleich mit dem Status zur Zeit der Untersuchung durch
Dr.
G._
vor und konstatierte angesichts der Resultate der Beweglichkeitsprüfung (
Urk.
7/245 S. 3
) eine unveränderte Einsatzfähigkeit des rechten Armes (
Urk.
7/245 S. 4). Auch seine Beurteilung lässt jedoch eine eingehende, vergleichende Diskussion der massgebenden Befunde
vermissen, weshalb
die Beschwerdegegnerin zu Recht die
versicherungs
externe
orthopädische Begutachtung durch
Dr.
W._
veranlasst hat.
5.4
5.4.1
Dr.
W._
führte diese
vergleichende
Diskussion in seinem Gutachten vom
5.
Mai 2018 nunmehr im erforderlichen umfassenden Mass.
Das Gutachten enthält zunächst ei
ne ausführliche Darstellung der Vorgeschichte anhand von Zusammenfassungen der medizinischen Berichte, die seit dem Ereignis
vom März 2011 erstellt worden wa
ren, der Dokumente mit den Angaben des Beschwerdeführers zum Ereignis und der massgebenden Korrespondenzen mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/283 S. 3 ff.).
Dr.
W._
befragte den Beschwerdeführer sodann zum Verlauf der Beschwerden und zum aktuellen Zustand (
Urk.
7/283 S. 10 f.). Des Weiteren untersuchte der Gutachter den Beschwerdeführer persönlich und prüfte dabei insbesondere erneut die Beweglichkeit der Schulter
(
Urk.
7/283 S. 12 f.), analysierte die Magnetresonanztomographie des rechten Schultergelenks vom 2
1.
Mai 2012 und die Computertomographie des rechten Schultergelenks vom
8.
Januar 2013 sowie die Photographien beider Hände
(vgl.
Urk.
7/243 und
Urk.
7/245 S. 4)
, die
Dr.
V._
gemacht hatte (Urk.
7/283 S. 13 f.), liess aktuelle Röntgenaufnahmen der rechten Schulter und des rechten Ellbogens erstellen (
Urk.
7/283
S. 14
)
und diskutierte anschliessend den Inhalt der Vorberichte im Hinblick auf deren Übe
rzeugungskraft und im Hinblick auf die zentrale Frage nach Veränderungen im Zeitraum bis zu den aktuellen Untersuchungen (
Urk.
7/283 S. 15 ff.). Es folgten eine erneute Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und eine erneute Schätzung des Integritätsschadens (
Urk.
7/283 S. 18 f.) und abschliessend die zusammenfassende Beantwortung der Fragen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/283 S. 19 f.).
Dabei gelangte
Dr.
W._
zum Ergebnis, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers (bezogen auf die rechte obere Extremität) habe sich seit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung (durch
Dr.
G._
) vom
8.
Mai 2013
nicht in erheblichem Mass verändert
(
Urk.
7/283 S. 18 und S. 20)
. Auf die Begründungen von
Dr.
W._
zu dieser Beurteilung ist im Folgenden einzugehen.
5.4.2
Ein
zentraler
Faktor einer möglichen Veränderung
war eine Lähmung distal des Ellbogens rechts, welche Prof.
P._
im
orthopädischen
Fachgutachten der Institution
M._
erwähnte und
die ihn zur At
testierung zusätz
licher Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit bewogen (
Urk.
14/89/46).
Die Feststellung einer solchen Lähmung ist im Fachgutachten
jedoch
nicht begründet
und ist auch nicht Bestandteil der Diagnose einer pseudoparalytischen, funktionslosen Schulter rechts, die der Gutachter stellte (
Urk.
14/89/43).
Es fällt allerdings
auf, dass Prof.
P._
bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, in deren Rahmen er von der Lähmung distal des Ellbogens sprach,
impl
i
z
i
t Bezug nahm auf die Suva-Richtwerte zur Bemessung des Integritätsschadens, wenn er ausführte, die
Periarthrosis
humeroscapularis
(schwere Form) sei mit einer Einschränkung von 25
%
und die Lähmungen distal des Ellbogens rechts mit einer Einschränkung von 10
%
angegeben (
Urk.
14/89/46). Es ist hierzu
in Übereinstimmung mit den Ausführungen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 10)
auf die bereits zitierte Tabelle 1 der Suva-Richtwerte
zum
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
hinzuweisen, wo unter dem Titel «Lähmungen» die
«
Radialisl
ähmung
distal
(
des Ellbogens
)»
mit 10
%
bemessen ist
. Dies deutet darauf hin, dass Prof.
P._
den Begriff der Lähmung nicht im technischen Sinn verwendete, sondern ihn lediglich heranzog, um den von der Schulter ausgehenden Einschränkungen in der Gebrauchsfähigkeit des gesamten Armes
(Pseudoparalyse)
Rechnung zu tragen. Prof.
P._
widersprach denn auch der Beurteilung im Bericht des
Zentrum
s
J._
vom 2
9.
August
2014
nicht, worin der Neurologe und die Neurologin die geklagte Schwäche und Schmerzhaftigkeit am rechten Unterarm auf eine muskuläre Ursache und nicht auf eine radikuläre Beteiligung zurückführten und nur eine Hypästhesie am
ventrolateralen
Oberarm mit einer Schädigung eines Nervenastes im Bereich der Operationsnarbe erklärten (
Urk.
14/59/4).
Vielmehr stimmten sowohl Prof.
P._
als auch die Gesamtheit der Gutachter in der Konsensbeurteilung den Befunden in diesem Bericht ausdrück
lich zu (
Urk.
14/89/48 und Urk.
14/89/23).
Damit ist die Feststellung von
Dr.
W._
, eine Lähmung distal des Ellbogens rechts sei nicht nachvollziehbar und liege
mit Sicherheit nicht vor (Urk.
7/283 S. 16, S. 17 und S. 20), ohn
e Weiteres plausibel. I
n dieser Hinsicht
ist somit
keine Veränderung des Zustands seit dem Jahr 2013 nachgewiesen.
5.4.3
Dr.
W._
ging des Weiteren auf die
statischen
Befunde ein, die bei den klinischen Untersuchungen
der rechten Schulter
augenfällig
oder durch Palpation
feststellbar waren
.
Er selbst
beschrieb eine nach rechts hochgezogene Schulter bei sonst achsengerechter Körperhaltung, befand die Deltoides-Muskulatur und die Supraspinatus-Grube als hypo- bis atrophisch und stellte fest, dass der Bauch des rechten
Bizepsmuskels
etwas tiefer hänge als links, was typischerweise dem Zustand nach (der durchgeführten) Tenotomie der langen Bizepssehne entspreche. Demgegenüber befand er die kurze und die distale Bi
zepssehne als intakt und die
Vorderarm
-, Hand- und Fingermuskulatur als symmetrisch (
Urk.
7/283 S. 12 und S. 17). Sodann führte
Dr.
W._
aus, der Zustand sei vergleichbar mit den Befunden und
Photos
im Gutachten der Institution
M._
vom 2
6.
April 2016
(vgl.
Urk.
14/89/38-41) und ferner auch mit dem neurologischen Bericht vom 2
9.
Augu
st 2014
(vgl.
Urk.
14/59/3-4), worin die Muskelatrop
hien bestätigt würden (Urk.
7/283 S. 17
). Demgegenüber konnte
Dr.
W._
die diesbezüglichen A
usführungen und Schlussfolgerungen im kreisärztli
chen Bericht vom 2
1.
März 2017 - nach seiner Zusammenfassung namentlich die Feststellung eines symmetrischen Schultergürtels ohne Atrophien (
Urk.
7/283 S. 9; vgl.
Urk.
7/245 S. 2 f.) - nicht na
chvollziehen (
Urk.
7/283 S. 17), und er konnte auch die von
Dr.
V._
erwähnten Hinweise auf Arbeitsspuren an den
Händen (vgl.
Urk.
7/283 S. 9 und
Urk.
7/245 S. 4) weder aus eigener Ansicht noch anhand der damals angefertigten Photographien bestätigen (
Urk.
7/283 S. 17).
Damit ist für die Zeit ab
der neurologischen Untersuchung vom
August 2014
bis zur Untersuchung durch
Dr.
W._
vom April 2018
auf jeden Fall keine Verbesserung
des
aspektmässigen
Zustandsbild
es
der rechten Schulter nachgewiesen
.
In diesem
Zeitraum
ist jedoch
auch keine
Veränderung im Sinne einer Zunahme der pathologischen Befunde
überwiegend
wa
hrscheinlich
. Namentlich ist darauf hinzuweisen, dass Prof.
P._
der Institution
M._
die periart
ikuläre Muskelatrophie ähnlich beschrieb wie
Dr.
W._
(
Urk.
14/89/36). Zusätzlich zeigten auch die Röntgenaufnahmen, welche die beiden Gutachter anfertigen
liessen, vergleichbare Befunde; beide Male zeigten sich ein Hochstand des Humeruskopfes beziehungsweise ein
unzent
r
ierter
Humeruskopf und Degenerationszeichen im
Glenoid
(
Urk.
14/89/42 und
Urk.
7/283 S. 14).
Für die Zeit ab August 2014 leuchtet die Feststellung eines im Wesentlichen unveränderten
aspektmässigen
Zustandsbildes durch
Dr.
W._
demnach ein.
Mit der Entwicklung in der Zeit davor seit d
em Erlass der Verfügung vom 22.
Oktober 2013 (
Urk.
7/174)
beziehungsweise sei
t
der kreisärztlichen Abs
chlussuntersuchung vom Mai 2013
setzte sich
Dr.
W._
nicht näher auseinander. Soweit jedoch Prof.
P._
darauf hingewiesen hatte, dass
Dr.
I._
und das
Zentrum
J._
im Gegensatz zur Suva-Untersuchung, die keine Atrophien im Schulterbereich ergeben habe, nunmehr eine klare Atrophie der rechten Schulter festgestellt hätten (
Urk.
14/89/47),
so
gilt es zu beachten,
dass
Dr.
G._
nur
feststellte, die Muskulatur des Oberarmes und des Unterarmes weise keine Atrophie auf (
Urk.
7/148 S. 3). Zur Schultermuskulatur äusserte sie sich demgegenüber gar nicht, sodass ihrem Bericht nicht die Aussage entnommen werden kann, auch dort bestehe keine Atrophie. Im Bericht über die
Arthro
-Computert
omographie, die am
8.
Januar 2013 angefertigt worden war, also ein paar Monate vor der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung, sind denn auch Muskelatrophien im Schulterbereich beschrieben
(
zusammenfassend
Urk.
7/133 S.
3)
. Zudem zeigte sich gemäss der Analyse der Aufnahmen
vom Januar 2013
durch
Dr.
W._
auch ein zugenommener
Humerushochstand
(
Urk.
7/283 S. 13
; vgl. auch die Analyse im Bericht von
Dr.
U._
des Spitals
T._
zuhanden der Institution
M._
vom
3.
Juli 2015,
Urk.
14/89/71)
.
Die
Beschreibung
einer guten glenohumeralen Zentrierung
im Bericht von
Dr.
F._
vom 13.
März 2013 (
Urk.
7/138 S. 2)
ist deshalb nicht dazu geeignet, eine Verbesserung des Zustands nachzuweisen, die bis zum Erlass der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 aufrechterhalten worden wäre, um erst danach wieder in eine Verschlechterung zu münden.
Damit erweist sich die Konstatierung eines mehr oder weniger unverände
rten Zustands auch in Bezug auf
die
aspektmässige
klinische Untersuchung der Muskulatur durch
Dr.
W._
und die
bildgebenden Befunde
a
ls einleuchtend.
5.4.4
Gegenstand weiterer vergleichender Betrachtungen war die Beweglichkei
t der rechten oberen Extremität.
Die aktive Beweglichkeit der rechten Schulter, die
Dr.
I._
im August 2014 beschrieb, stellt
e
sich als eingeschränkter dar als diejenige gemäss den Werten, die
Dr.
G._
im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom Mai 2013 aufgeführt hatte. Insbesondere hatte
Dr.
G._
rechtsseitig eine aktive Abduktion von 35°, eine aktive Flexion
von 42°, eine aktive Extension von 30°
und eine aktive Aussenrotation von 38° angegeben (
Urk.
7/148 S. 2), währenddem Dr.
I._
die entsprechenden Werte mit 20° (Abduktion), 20° (Flexion) und 10° (Aussenrotation) bezifferte (
Urk.
14/59/2). Des Weiteren stellten auch der Neurologe und die Neurologin des
Zentrum
s
J._
im August 2014 lediglich eine aktive Abdukti
on von 20° fest (
Urk.
14/59/4
).
Prof.
P._
erhielt anlässlich der Prüfung vom Juni 2015 allerdings wieder et
was höhere Beweglichkeitsausmasse
, nämlich eine
aktive Abduktion und Flexion
von
je
30°
und eine
Aussenrotation von 20° (
Urk.
14/89/37). Eine noch
grössere Beweglichkeit beschrieb
Dr.
V._
im kreisärztlichen Bericht vom April 2017, mit einer Abduktion von 30-40°, einer Flexion und Extension
von 40° und einer Aussenrotation von 54° (
Urk.
7/245 S. 3).
Dr.
V._
legte allerdings nicht klar offen, ob es sich hierbei um die Resultate der aktiven oder der passiven Beweglichkeitsprüfung handelte, und
Dr.
W._
brachte auch hier wieder gewisse Vorbehalte
gegenüber der Beurteilung von
Dr.
V._
an, indem er hinsichtlich der Angabe der Zahl von 54° auf die
Unüblichkeit
der Wiedergabe von Messergebnissen
von derart hoher Genauigkeit
hinwies (
Urk.
7/283 S. 17).
Dr.
W._
selber vermerkte bei der eigenen Untersuchung dann wiederum nur eine aktive Abduktion von 20°
, eine aktive Aussenrotation von ebenfalls nur 20° und eine aktive
Elevation (
Flexion) von 30° (
Urk.
7/283
S. 12 und S. 17
).
Damit sind
-
unter Auslassung der nicht genügend zuverlässigen Angaben von
Dr.
V._
- im Zeitraum von August 2014 bis zur Begutachtung durch
Dr.
W._
vom April 2018
gewisse Schwankungen in
der Beweglichkeit dokumentiert.
Dr.
W._
wies jedoch einleuchtend darauf hin, dass Differenzen in der Messung von Untersuchung zu Untersuchung und auch von Untersucher zu Untersucher auftreten könnten, ohne dass daraus eine Verschlechterung oder eine Verbesserung abgeleitet werden dürfe (
Urk.
7/283 S. 17).
Deutlicher ist die Differenz der Werte ab August 2014 zu den Werten
höherer Beweglichkeit, die Dr.
G._
ein gutes
Jahr vorher erhoben hatte (
Urk.
7/148 S. 2). Es fällt indessen auf, dass
Dr.
G._
teilweise
auch auf
der linken Seite eine höhere
aktive
Schulterbeweglichkeit festgestellt hatte als die später mit dem Beschwerdeführer befassten
Fachpersonen der Orthopädie. Während
Dr.
G._
links eine Abduktion von 170° und eine Flexion von 180° erhoben hatte
(
Urk.
7/148 S. 2), nannte
Dr.
I._
linksseitige Vergleichswerte von 160° (Abduktion) und 150° (Flexion), bewertete jedoch
dafür die Aussenrotation mit
80° (
Urk.
14/59/2), also höher
,
als die
Bewertung
mit 55° durch
Dr.
G._
ausfiel
(
Urk.
7/148 S. 2).
Prof.
P._
sodann bemass die Abduktion der linken Schulter sogar mit nur 120° und die Aussenrotation mit nur 45°, die Flexion dafür wieder mit 160° (
Urk.
14/89/37).
Diese unterschiedliche Quantifizierung der Beweglichkeit auch auf der linken, nicht betroffenen Seite deutet darauf hin, dass auch die grössere Differenz zwischen den Resultaten von
Dr.
G._
und den späteren Fachpersonen durch eine unterschiedliche Tagesform des Beschwerdeführers oder eine anders gewichtete Interpretation durch die
jeweilige
Fachperson
zu erklären ist.
Dies gilt umso mehr, als
Dr.
F._
die rechte Schulter im März 2013 aktiv als weniger beweglich befunden hatte als nachfolgend
Dr.
G._
im Mai 2013 (vgl.
Urk.
7/138 S. 2).
Die im Zeitverlauf variierenden Resultate der Beweglichkeitsprüfung lassen somit eine Zustandsverschlechterung ebenfalls nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen, und der Beurteilung von
Dr.
W._
ist auch in dieser Hinsicht zu folgen.
5.4.5
Schliesslich ist dokumentiert, dass die subjektiven Klagen des Beschwerdeführers über Schmerzen im Laufe der Zeit tendenziell zunahmen.
Gegenüber
Dr.
I._
und im
Zentrum
J._
hatte der Beschwerdeführer im August 2014 noch angegeben, in Ruhe t
räten keine Schmerzen auf (Urk.
14/59/1
+
3), und Prof.
P._
hielt ebenfalls die Aussage des Beschwerdeführers fest, er habe in Ruhe und in
der Nacht keine Schmerzen (Urk.
14/89/34). Demgegenüber berichtete der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
W._
von ständigen Schmerzen
, insbesondere von einem Schmerz in der vorderen Kapselregion, der Tag und Nacht
vorhanden sei, und erklärte
vergleichbar mit der Erklärung gegenüber
Dr.
V._
im März 2017 (
Urk.
7/245 S. 2),
er könne mit der rechten Hand nicht einmal mehr ein Glas vom Tisch anheben (
Urk.
7/283 S. 11).
Dr.
W._
stellte
jedoch fest, dass die Umfangmasse an den Ober- und Unterarmen praktisch identis
ch seien, und erblickte darin einen Widerspruch zur geklagten Kraftlosigkeit
(
Urk.
7/283 S. 17
).
Auf eine solche Diskrepanz zwischen dem Fehlen einer relevanten klinischen Problematik im Bereich der Hand beziehungsweise des Vorderarms und der schlechten Kraft in der Hand hatten die Fachpersonen bereits bei der
Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
vom Juni 2015
in der
I
nstitution
M._
hingewiesen (
Urk.
7/89/67). Damals hatte der Beschwerdeführer gegenüber Prof.
P._
noch von einer
möglichen
Tragelast von 3-4 kg für den rechten Arm gesprochen (
Urk.
7/89/34), hatte sich jedoch im Rahmen der EFL ausser Stande gesehen,
ein Gewicht von 2,5 kg zu heben, was die Tester als Selbstlimitierung vermerkt hatten (
Urk.
7/89/68). Auch gegenüber Dr.
I._
und im
Zentrum
J._
hatte der Beschwerdeführer eine
Belastbarkeitslimite
von nur 2 kg a
ngegeben (
Urk.
7/59/1+3), ab der bereits starke Schmerzen aufträten, und die gut mögliche Belastbarkeit im Bere
ich von 500 g angesiedelt (Urk.
7/59/1+3).
Eine deutliche Zunahme der Schmerzproblematik
, die von
der rechten Schulter ausgeht,
und eine damit verbundene Abnahme der Belastbarkeit
der rechten oberen Extremität
ab der Untersuchung durch
Dr.
G._
bis zur Begu
tachtung durch
Dr.
W._
ist damit ebenfalls nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Daran ändert angesichts der gleichmässigen Ausprägung der Muskulatur an den beiden Armen auch nichts, dass
Dr.
W._
eine etwa hälftig eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Ellbogens bei der Supination feststellte (
Urk.
7/283 S. 17), wogegen Prof.
P._
noch von beidseits unauffälligen Ellbogengelenken gesprochen hatte (
Urk.
14/89/41).
5.4.6
Damit ist die Beurteilung von
Dr.
W._
, dass sich
der Zustand der rechten oberen Extremität
und die sich daraus ergebenden Einschränkungen seit Mai 2013 nicht erheblich verändert hatte, konsis
t
ent
und plausibel. Sie erfüllt somit entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8)
und in Übereinstimmung mit der Ansicht der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 15)
die Anforderungen der Rechtsprechung an eine
n
beweiskräftigen medizinischen Bericht.
Es kann daher darauf abgestellt werden, ohne dass es der beantragten weiteren Begutachtung im Sinne einer Oberbegutachtung bedürfte.
5.5
Es ist sodann nicht dokumentiert und wurde auch nicht dargetan, dass im Zeitraum nach der Begutachtung durch
Dr.
W._
vom Frühjahr 2018
bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 2
5.
Juli 2018 eine namhafte Zustandsveränderung eingetreten wäre.
In medizinischer Hinsicht ist somit von einem unveränderten Zustand im massgeb
enden
Beurteilungszeitraum auszugehen.
5.6
Soweit der Beschwerdeführer zusätzlich sein fortgeschrittenes Alter zur Begründung einer leistungsrelevanten Veränderung anführte (
Urk.
1 S. 11), so dient die angerufene Regelung in
Art.
28
Abs.
4 UVV gerade nicht der Berücksichtigung des Alters als
anspruchserhöhenden Faktor, sondern mit dieser Sondernorm soll umgekehrt verhindert werden, dass bei
älteren
Versicherten zu hoh
e Invaliditätsgrade resultieren (vgl. BGE 134 V 392 E. 6.2 mit Hinweisen).
6.
Zusammengefasst hat sich der Sachverhalt seit dem Erlass der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013, mit der die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Rente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 23
%
und eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von 25
%
zugesprochen hat, bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 2
5.
Juli 2018 nicht in leistungserheblichem Mass verändert. Die Voraussetzungen in
Art.
17
Abs.
1 ATSG und in
Art.
36
Abs.
4 UVV für eine Erhöhung dieser Leistungen sind demnach nicht erfüllt.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, ohne dass auf die Ausführungen der Parteien und der medizinischen Fachpersonen zur Arbeitsfähigkeit und zur Höhe des Integritätsschadens noch eingegangen werden muss.