Decision ID: fba2c920-3889-4cc7-9bf3-6ae82effcd1a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
,
Mutter von fünf erwachsenen Kindern
(
Urk.
6/20
S. 1)
und seit Verlust der letzten Arbeitsstelle
als Raumpflegerin
im
Jahr 1997
ausschliesslich als Hausfrau tätig, meldete sich erstmals am 2
0.
März
1998
unter Hinweis auf Rückenschmerzen
bei der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/2
,
Urk.
6/1
, Urk. 6/8
und Urk. 10/7
). Die damals zuständige IV-Stelle
des Kantons
Schwyz
holte
beim Hausarzt,
Dr.
med.
A._
, Innere Medizin
FMH
(Urk.
10/3)
,
sowie
bei der ehemaligen Ar
bei
tgeberin einen Bericht
(
Urk.
10/7) ein
und
veranlasste eine Begutachtung
in der Rheumapoli
klin
i
k des Uni
versitätsspitals
B._
(
Urk
.
10/11).
Mit Ver
fügung vom 2
0.
Oktober 1998 wies die IV-Stelle Schwyz das Leistungsbegehren der Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 14.4
%
ab (
Urk.
10/17
; Einstu
fung als
zu
60
%
erwerbstätig und
zu
40
%
im Haushalt tätig
).
1.2
Am
2
5.
Januar 2012
meldete sich
X._
unter Hinweis auf
Rücken
probleme
und eine Beinoperation
erneut
zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (
Urk.
6/1)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, führte am 1
3.
Februar 2012 ein Ressourcengespräch durch (
Urk.
6/6)
und holte Arztberichte (
Urk.
6/7
,
Urk.
6/9,
Urk.
6/10,
Urk.
6/15 und
Urk.
6/17)
und einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Aus
zug,
Urk.
6/8) ein
. Am 1
7.
Juli 2012 fand bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
Versicherungsarzt beim
Regio
nalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD)
,
eine orthopädisch/rheumatologische Un
tersuchung statt (
Urk.
6/18)
. Zudem
veranlasste
die IV-Stelle eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Abklärungsbericht vom
2
7.
März 2013,
Urk.
6/20).
Nach d
urchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/22-24
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2013 ab
(Invaliditätsgrad von 13
%
;
Urk.
2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 16.
August 2013 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen,
die Verfügung
sei auf
zuheben und es sei ihr eine Invalidenrente
„
von minde
stens 40
%
zuzuspre
chen
“
.
Eventuel
l sei eine interdisziplinäre Begutachtung, vorzugsweise durch eine auf Schmerzsyndrome spezialisierte MEDAS-Stelle, vorzunehmen. Die Be
schwerde
führerin stellte zudem ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und beantragte die Edition der Akten der IV-Stelle Schwyz
(S. 1)
.
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 2
5.
September 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort,
Urk.
5). Mit Verfü
gun
g
vom 1
4.
Oktober 2013 wurden die Akten der IV-Stelle Schwyz beigezogen (Urk.
7
)
und
in der Folge
als
Urk.
10/1-17 zu den
Gerichtsa
kten genommen
.
Im
Weiteren wurde mit
Gerichtsverfügung
vom 2
8.
Oktober 2013 das Gesuch um un
entgeltliche Prozessführung abgewiesen (
Urk.
11), der Beschwerdeführerin das
Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt und beiden Parteien Frist zur Stell
ung
nahme zu den Akten der IV-Stelle Schwy
z
angesetzt,
welche
diese
un
be
nutzt
verstreichen liessen
(
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit
ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betrach
t
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
tho
de der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, ge
misch
te Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
ri
gen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel
chem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozialversi
che
r
ungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
weisen)
.
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fäll
ige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen
und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom
1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Diese Grundsätze gelten auch bei der Rentenrevision und im
Neuanmeldungs
verfahren
. Hier führen sie gegebenenfalls dazu, dass ein Rentenanspruch neu ent
stehen kann, nicht nur bei wesentlicher Veränderung des Gesundheitszu
standes, der erwerblichen Auswirkungen (oder der Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) und bei Wandlung des Aufgaben
bereichs (BGE 113 V 273 E.
1a, 105 V 29 mit Hinweisen), sondern auch da
durch
, dass in dem für die Methodenwahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind. Die in einem bestimmten Zeitpunkt
massgebende Methode der Invaliditätsschätzung präjudiziert die künftige Rechts
stellung der versicherten Person somit nicht. Vielmehr können die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit (
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Ver
bindung mit
Art.
7 ATSG) einerseits und der Unmöglichkeit der Betätigung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich (
Art.
5
Abs.
1 und 28a
Abs.
3 IVG in Ver
bindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG) anderseits einander ablösen (BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E.
1a,
110 V 284 E. 1a, 104 V 148 E. 2 mit Hinweisen).
1.
4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
ben
bereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch müh
sam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Li
nie ihre
Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienan
gehörigen in Anspruch nehmen.
Die
Rechtsprechung
fasst die diesbezügliche
Schadenmin
de
rungspflicht
und zumutbare Mithilfe der Familienangehörige
n
weit
(vgl. BGE 133
V 504 E. 4.2)
1.
5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
IVV)
, so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situ
a
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlag
ge
bend
für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebe
nen
Stellung
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351
E. 3a).
Der Beweiswert von RAD-Untersuchungsbericht
en
gemäss
Art. 49
Abs. 2
IVV ist
mit jenem externer medizinischer Sachverständigengut
achten vergleichbar, so
fern sie den
praxisgemässen
Anforderungen an ein ärzt
liches Gutachten genü
gen
und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E.
1.2.1). Allerdings kann auf das Er
gebnis
versicherungs
in
terner
ärztlicher Abklärungen - zu denen die RAD-Be
richte gehören - nicht ab
gestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ih
rer Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit bestehen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014
E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E.
5.2;
135 V 465
E.
4.4
und E.
4.7).
2.
2.1
Zur Begründung der auf Abweisung des Leistungsbegehren
s
schliessenden Ver
fügung
vom 2
4.
Juni 2013
(
Urk.
2)
führte die Beschwerdegegnerin aus, gemäss der Abklärung vor Ort sei die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2003 in ihr
em Aufgabenbereich der Haushalt
führung zu 13
%
eingeschränkt. Diese Einschrän
kung entspreche dem Invaliditätsgrad.
Die Beschwerdeführerin sei letztmals im Jahr 1997 erwerbstätig gewesen und zwar in einem Pensum von 50
%
. Seither
seien
keinerlei Arbeitsbemühungen
aktenkundig
, obschon aus
versiche
rungs
medi
zinischer
Sicht die Ausübung einer Erwerbstätigkeit zumutbar gewe
sen wäre
.
Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im
Gesund
heits
fall
zu 100
%
im Haushalt tätig wäre (
Urk.
2 und
Urk.
5)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein
(
Urk.
1)
, sie hätte
bei guter Ge
sund
heit gerne weitergearbeitet
. Bis Ende 1997 habe sie zu 50
%
in einem Al
ters
heim gearbeitet und sei zusätzlich als Reinigungskraft für eine Garage tätig ge
wesen. Schon damals hätten erhebliche gesundheitliche Probleme bestanden,
wes
halb sie sich an die IV-Stelle Schwyz gewandt habe. Seit
Anfang
2003 hät
ten
sich die gesundheitlichen Probleme massiv verschärft, sie sei kaum in der Lage
,
irgendwelche Haus
halt
arbeiten ohne Hilfe ihrer Schwiegertochter zu ver
richten. Das Abklärungsergebnis bezüglich der Tätigkeit im Haushalt werde be
stritten, es hätten erhebliche sprachliche Verständigungsschwierigkeiten bestan
den. Bezüg
lich Haushaltarbeiten sei von einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
aus
zu
gehen. Bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit sitzend
und
ohne
Heben
von Lasten über fünf Kilo
gramm
sei ebenfalls von eine
m
Invalidi
tätsgrad
von mindestens 50
%
auszugehen.
3.
3.1
Die
von der IV-Stelle Schwyz erlassene
anspruchsverneinende Verfügung vom 2
0.
Oktober 1998 (
Urk.
10/17) stützte sich auf ein
Gutachten der
Rheumapoli
klinik
des
B._
vom 2
2.
Juli 1998 (
Urk.
10/11)
. Darin
stellten die verantwortlich zeichnenden Ärzte die folgenden Diagnosen
(S. 4)
:
–
Lumbospondylogenes
Syndrom links bei
m
uskulärer
D
ysbalance
, Wirbelsäulenfehlform und -
haltung (linkskonvexe Skoliose)
Status nach Morbus Scheu
e
rmann
–
Tendenz zu generalisiertem Weichteilschmerzsyndrom
Status nach Unterschenkelfraktur rechts in der Kindheit mit
Varusfehlstellung
im Kniegelenk, leichter medialer
Gonarthrose
Beinlängenverkürzung links
Adipositas per magna
Die Gutachter gaben an, aufgrund der Beinlängendifferenz und der zum Teil daraus folgenden Fehlhaltung
und -
form bestehe eine statische Störung der Wirbelsäule. Infolge des Unterschenkelbruchs rechts in der Kindheit
liege
eine
Varusfehlform
am rechten Knie mit leichten degenerativen Veränderungen
vor
. Zudem bestehe eine bei ausgeprägter Adipositas nicht erstaunliche muskuläre
Dekonditionierung
mit muskulären Verkürzungen. Die von der Versicherten ge
schilderten Beschwerden gingen jedoch weit über das aufgrund der objekti
ven Befunde zu erwartende Mass hinaus. Die Weichteilschmerzen stünden im Vor
der
grund, die Rückenschmerzen würden diffus und generalisierend be
schrieben. Die als Hinweis für eine nicht organische Schmerzursache geltenden
Waddel
l
-Zeichen seien alle positiv (S. 4).
Die Gutachter kamen damals zum Schluss, für eine leichte bis mittelschwere, jedoch wechselnd belastende Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Vermieden werden müssten einseitige Belastungen in
vorwiegend stehender und gehender Tätigkeit sowie repetitives Heben von Las
te
n über 15 Kilogramm.
Für Haushaltarbeiten erachteten die Gutachter die Ver
si
cherte bei gut
einteilbar
en
Belastung
en
ebenfalls zu 100
%
arbeitsfähig.
Für die vorwiegend
stehend und gehend auszuführende
Tätigkeit als
Raumpflegerin
be
st
ehe
aufgrund der Kniefehlstellung rechts und der daraus folgenden stati
schen Problemen eine 50%ige
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
(S. 4 f.)
.
3.2
3.2.1
Nach Erhalt der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung vom 2
5.
Januar 2012 holte die IV-Stelle
bei den in der Anmeldung ge
nannten behandelnden Ärzten
(
Urk.
6/1
Ziff.
6.5) Berichte
ein. Die Uniklinik
D._
berichtete am 1
5.
Januar 2012 über
den Besuch der
ambulante
n
Knie
sprechstunde
am
2.
und 1
8.
November 2004
betreffend Schmerzen im rechten Un
terschenkel bei
Valgusfehlstellung
nach einer komplexen
Unterschenkel
frak
tur
mit Spätinfekt in der Kindheit und mehreren Folgeoperationen
(
Urk.
6/7). Der ehemalige Hausarzt
Dr.
A._
notierte am 1
7.
Februar 2012 auf seinem Bericht, die Beschwerdeführerin sei seit vier Jahren nicht mehr bei ihm gewesen (
Urk.
6/9). Die Klini
k
Chirurgie des Spitals
E._
berichtete ebenfalls, die Beschwerdeführerin sei seit dem Jahr 2007 nicht mehr bei I
hnen in Behandlung (
Urk.
6/10).
3.2
.2
Weil anhand der Aktenlage keine Klarheit über den Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit bestand, führte der RAD-Arzt
Dr.
C._
am 1
7.
Juli 2012
un
te
r
Beizug
einer Dolmetscherin
eine eigene orthopädische/rheumatologische
Unter
suchung durch (
Urk.
6/18).
Er nahm zudem
gleichentags
telefonisch Rücksprache
mit dem
Hausarzt
Dr.
F._
, Facharzt für Allgemeinmedizin
, da die Versicherte während der Anam
nese angegeben hatte, vor drei Monate dort in Behandlung gewesen zu sein
.
Dieser berichtete
Dr.
C._
, die Versicherte sei bei ihm wegen Rücken
schmerzen vom
6.
bis. 2
7.
März 2012 in Behandlung gewesen. Gemäss Rönt
gen
untersuchung bestehe eine altersentsprechende
Spondylarthrose
L2 bis L4 sowie eine Skoliose. Eine
Coxarthrose
liege nicht vor.
Dopplersonographisch
seien die
Gefässverhältnisse an den unteren Extremitäten unauffällig gewesen. Die neuro
logische Untersuchung habe ebenfalls keine
„
Pathologica
“
gezeigt. Die Versi
cher
te habe mehrfach einen
Fellingert
r
opf
verabreicht bekommen und sei dann
zum Ende der Behandlung weitgehend schmerzfrei gewesen. Darüber hin
aus habe
sie wegen ihrer Senk-Spreiz-Füsse noch Einlagen verordnet bekom
men (
S
.
1
).
Dr.
C._
stellte
in seinem Bericht
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 6)
:
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des rechten Beines bei
–
Status nach Unterschenkelfraktur zirka 1967 und mehrfacher operativer Sanierung einer Osteomyelitis der rechten Tibia in den Jahren 2003 und 2004, deutliche
valgische
Bein
achse
schmerzhafte Bewegung
s- und Belastungseinschränkung
der Lendenwirbelsäule bei
Osteo
chon
d
rose
und
Spondylarthrose
L2 bis L4 (Röntgen 2001 und 2012), kein sensomotorischer Reizzustand, keine motorischen Ausfälle
schmerzhafte
Bewegungseinschränkung
der Halswirbelsäule ohne sensomotorischen
Reiz
zustand
oder motorische Ausfälle
Fibromyalgie
Dr.
C._
gab an,
Dr.
med.
G._
, Rheumatologe in Rapperswil
,
habe schon in sei
nem Bericht vom 1
3.
Februar 1998 deutliche Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule mit druckschmerzhaften
Fibromyalgiedruckpunkten
beschrieben. In einem
B
ericht des
Spitals
H._
aus dem Jahr 1997 sei die
Fibromyalgie
auch
schon diagnostiziert worden. Röntgenbilder aus dem Jahr 1997 des Spitals
E._
zeigten beginnende Verschleisserscheinungen der Halswirbelsäule sowie
Verschleisserscheinungen der Lendenwirbelsäule mit einer Skoliose. Im Jahr 2001
hätten diese Röntgenbefunde im Rahmen von CT-Aufnahmen im Spital
E._
bestätigt werden können, ebenso auf den aktuellen Röntgenaufnahmen von
Dr.
F._
. Die in den Jahren 2003 und 2004 vom Spital
E._
und der
Uni
klinik
D._
behandelte Unterschenkelosteomyelitis rechts sei seit dem Jahr 2004 abgeheilt und in der Schmerzausprägung, auch nach Angaben der Ver
sicherten, nicht im V
ordergrund stehend. Weiter läg
en noch Berichte über eine Otitis aus dem Jahr 2004 vor sowie
Berichte
aus dem Spital
I._
über Spreizfussbeschwerden, die mit Einlagen therapiert worden seien. Danach sei bis zum März 2012
wohl
keine ärztliche Behandlung mehr erfolgt. Der Antrag zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung sei im Januar 2012 gestellt worden. Als Hauptproblem habe sich bei der heutigen Untersuchung das
Fibro
myalgie-Syndrom
herausgestellt. Insgesamt
hätten erhebliche Inkonsistenzen bei der subjektiven Schmerzangabe während des Untersuchungsvorgangs vor
ge
legen. Bei der Beurteilung der groben Kraft seien auch erhebliche Inkonsis
ten
zen aufgefallen bei deutlich mangelnder Compliance (S. 6).
Unter der Überschrift „versicherungsmedizinische Beurteilung“ führte
Dr.
C._
aus, bei der
52-jährigen
Beschwerdeführerin sei anhand der vorlie
genden me
dizinischen Berichterstattung, des Telefonats mit
Dr.
F._
und der körper
lichen Untersuchung vom 1
7.
Juli 2012 ein somatischer
Gesundheits
schaden
ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträc
htigte. Für schwere und mittel
schwere
Tätigkeiten bestehe sei Januar 2003 auf Dauer keine Arbeitsfä
higkeit mehr. In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter
wechselbelasten
der
Tätig
keit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilo
gramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und das rechte Bein belastende
Z
wangs
haltungen
und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien sowie Überkopfarbeit
und ohne Gehen auf unebenem Gelände
)
bestehe durchgehend eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
, wobei in der Zeit von Januar 2003 bis November
2004
(
wäh
rend der mehr
fachen operativen Sanierung einer Osteomyelitis der rechten Tibia
)
auch für an
gepasste Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (S.
6 f.
und
Urk.
6/21
S. 4
f.
).
Dr.
C._
fügte an, die beklagten Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens seien durch die erhobenen
Befunde
nicht nachvollziehbar; es kämen hier offensichtlich erhebliche soziokulturelle Faktoren zum Tragen (S. 7).
3.2.3
Am 1
8.
März 2013 fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit
in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zu Hause statt (
Urk.
6/20). Der Ehe
mann der Beschwerdeführerin übersetzte. Die Beschwerdeführerin gab gegen
über
der Abklärungsperson an, wegen der Rückenschmerzen und den Be
schwerden im rechten Bein sei sie bei den anfallenden Haushaltarbeiten massiv einge
schränkt. Es sei ihr nicht mehr möglich, mitzuhelfen. Sämtliche
Haushalt
arbei
ten
würden von den Schwiegertöchtern, die in der Nähe beziehungsweise im selben Mietshaus wohnten, erledigt
(S. 1 f.)
.
Die Beschwerdeführerin gab an, sie fühle sich im Haushalt
seit
zirka dem Jahr 1999 gleichermassen limitiert (S. 4).
Die
Beschwerdeführerin
berichtete
der Abklärungsperson
weiter, sie
sei im Jahr 1979 im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz eingereist
. Sie habe von 1995 bis 1997
in einem 50%-Pensum in einem Altersheim
in der Reinigung
gearbeitet. Seither sei sie keiner ausserhäuslichen Erwe
rbstätigkeit mehr nach
gegangen.
Die
Frage, welche Erwerbstätigkeit sie ohne Behinderung ausüben würde
, konnte die Beschwerdeführerin
nicht beantworten. Sie führte hierzu aus, sie sei ja nicht gesund und könne sich daher nicht vorstellen, wie es bei guter Gesundheit aussehen würde. Die Abklärungsperson merkte an, die Beschwerde
führerin habe in den letzten 15 Jahren keinerlei Arbeitsbemühungen oder
Ar
beitsversuche
unternommen, obwohl ihr dies gestützt auf die medizinischen Unterlagen zumutbar gewesen wäre. Es müsse daher mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin heute auch bei guter Gesundheit keiner ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde (S. 2).
Die
Abklärungsperson wies in ihrem Bericht mehrfach auf die Möglichkeit etap
penweiser und in Tempo und
A
usführungsweise angepasster Erledigung
von
Haushaltarbeiten
sowie die Mitwirkungspflicht des Ehemanns hin und merkte an, mit den medizinischen Unterlagen sei die Angabe der Beschwerdeführerin, sie könne im Haushalt gar keine Arbeiten mehr ausführen
,
nicht nachvollzieh
bar. Sie nahm deshalb gestützt auf di
e Ausführungen der Versicherten und die
Verhältnissen vor Ort
eine eigene Wertung der Einschränkungen in den einzel
nen häus
lichen Verrichtungen vor und errechnete so einen Invaliditätsgrad von rund 13
%
.
4.
4.1
Was den medizinischen Sachverhalt betrifft
,
kann auf
den
voll
beweiswertigen
Untersuchungsbericht des RAD-
Orthopäden
Dr.
C._
abgestellt werden, wo
nach
ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, der die Arbeitsfähig
keit beeinträchtigt. Die Beschwerdeführerin leidet
an
schmerzhaften
Bewe
gungs
-
und Belastungseinschränkung
en
des rechten Beines, die ihren Ursprung in einer
alten
,
schlecht verheilten Fraktur haben, schmerzhaften Bewegungs- und
Belas
tungseinschränkungen
der
W
irbelsäule
sowie einer
Fibr
omyalgie
.
Die
Vorgutachter der Rheuma
poli
klin
i
k des
B._
erhoben
in ihrer Expertise
aus dem Jahr 1998
, die Dr.
C._
nicht bekannt war,
ähnliche Befunde
und
ge
langten zu einer im Wesentlichen gleichen medizinischen
Würdigung
,
wobei
in Bezug auf die Situation beim rechten Bein infolge
der
notwendig geworde
nen mehrfachen operativen
Sanierung einer Osteomyelitis der rechten Tibia in den Jahren 2003 und 2004 eine Verschlechterung
ausgewiesen ist
. Diese schlägt sich
auch im
gegenüber dem Vorgutachten
eingeschränktere
n
Belastungsprofil
nieder
.
Der Beschwerdeführerin
sind nach begründeter Einschätzung von
Dr.
C._
nur noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne re
gelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm und ohne Arbeiten auf Leitern
oder Gerüsten, häufiges Treppensteigen oder häufige wirbelsäulen
belastende und
das rechte Bein belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken,
Knien, Überkopfarbeiten) sowie Gehen auf unebenem Gelände zumutbar. In
einer
derart angepassten Tätigkeit besteht seit November 2004 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit (
Urk.
6/21 S.
5).
Von Januar 2003 bis November 2004 attestierte
Dr.
C._
der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeits
unfähigkeit, was in Bezug auf die hier strittige Neuanmeldung im Januar 2012 allerdings keine
Rolle spielt (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG, wonach der Rentenan
spruch frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entsteht).
Die von der Beschwerdeführerin beklagten Einschränkungen, die
praktisch
in ei
ner
Unfähigkeit
,
irgendwel
che Arbeiten auszuführen
,
münde
n,
konnte
Dr.
C._
einzig mit
invaliditätsfremden,
soziokulturellen Faktoren
erklären
. Ähnliche
Er
klärungsmodelle
finden sich auch in anderen aktenkundigen
Arzt
berichten
(vgl.
etwa
Urk.
6/15 S.
1 f.
).
Die Rückenschmerzen konnte der Haus
arzt zumindest kurz
fristig im März 2012 erfolgreich eindämmen, so dass die Beschwerde
füh
rer
in diesbezüglich zum Ende der Behandlung weitgehend schmerzfrei war.
Ferner wird sowohl von
Dr.
C._
als
auch
von den Vorgutachtern
von erheblichen
Inkonsistenzen bei der subjektiven Schmerzangabe währen
d des
Untersu
chungs
vorgangs
,
mangelnder Compliance
beziehungsweise positiven
Wadde
l
l
-Zeichen
be
richtet
.
Angesichts des nach eigener
fachärztlicher
Untersuchung und gestützt auf die vor
handenen medizinischen Unterlagen sowie eine
telefonische
Rückfrage beim
aktuellen Hausarzt der Versicherten erfolgten überzeugenden Einschät
zung des
Orthopäden
Dr.
C._
ist eine weitere (interdisziplinäre) Begutach
tung, wie dies
die Beschwerdeführerin fordert, nicht angezeigt
(antizipierende
Beweiswürdi
gung
;
BGE 136 I 22
9 E. 5.3 und 134 I 140 E. 5.3). Weder in den aktenkundigen medi
zinischen Unterlagen noch in der Beschwerde finden sich Hinweise
auf
bisher unberücksichtigt gebliebene gesundheitliche Beeinträchti
gungen.
4.2
Zur
Einschränkung im Haushaltbereich
nahm
Dr.
C._
n
icht explizit Stel
lung
. Im Zusammenhang mit Einschrän
kungen im Haushalt ist
auch
nicht die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie sich der
Gesundheitsschaden in der nicht erwerblichen Tätigkeit konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (vgl. etwa
Bundesge
richts
urteil
9C_150/2012 vom 30. Aug
ust 2012 E. 5.3.1 mit Hinweis).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu be
rücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Per
son verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächti
gung
en und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht auf
zu
zeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und ange
messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies
zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S.
218 E.
2.3.2 [in BGE
129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03
vom
6.
April 2004 E.
5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E.
4 be
treffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilf
losig
keit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im
Abklärungs
bericht
enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil
des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hin
weisen
).
Der Abklärungsbericht vom 2
7.
März 2013
(E.
3.2.3;
Urk.
6/20)
entspricht den zitier
ten von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an die
Beweis
wertigkeit
vollumfänglich sowohl was die Kenntnis der massgebenden Um
stände, die Berücksichtigung und Auseinandersetzung mit den Angaben der Ver
sicherten als auch was die Plausibilität und Begründungsdichte betrifft. Es er
folgte eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Verhältnissen vor Ort so
wie
den Einschränkungen in den einzelnen häuslichen Verrichtungen.
Der Einwand
der Beschwerdeführerin, wonach – trotz Übersetzung durch den Ehe
mann – er
heb
liche Verständigungsschwierigkeiten bestanden hätten, ist ohne Präzisie
rung,
was
konkret
falsch verstanden worden sei, nicht tauglich, das Er
gebnis des
Ab
klä
rungsberichts
in Zweifel zu ziehen.
Mit dem voll beweiswertigen Bericht ist erstellt, dass die
Beschwerdeführerin im Haushalt
bereich zu rund 13
%
eingeschränkt ist.
Diese Einschätzung
entspricht auch den medizinischen Unterlagen. Im Jahr 1998 war es der
Beschwerdeführe
rin nach Einschätzu
ng der Gutachter noch zumutbar
, den Haushalt selber be
wältigen
.
Das damals geltende Belastungsprofil
wurde
nun von
Dr.
C._
na
mentlich
dahingehend eingeschränk
t
, als nur noch leichte Tätigkeiten möglich
,
diese jedoch uneingeschränkt zumutbar
sind.
Angemessen berücksichtigt wird auch
die Schadenminderungspflicht, ins
beso
ndere die Mitwirkungspflicht
der
Fa
milienangehörigen
(vgl. E.
1.
3
)
.
Ent
sprechend der Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
C._
,
wonach die
Unter
schenkelosteomyelitis
seit dem Jahr 2004 abgeheilt ist
,
gilt diese Einschränkung im Aufgabenbereich ab November 2004
.
5.
5.1
Laut IK-Auszug (
Urk.
6/8), Angaben der Versicherten (
Urk.
6/20 S.
2
) und
Ar
beit
geberauskunft
(
Urk.
10/
7
) war die
1960 geborene
Beschwerdeführerin
vom Juni
1995 bis Juni
1997
in einem Alters- und Pflegeheim als Raumpflegerin
mit einem Pensum von rund 50-60
%
tätig.
Zuvor hatte sie als Reinigungskraft in
einer Garage während acht Jahren ein Einkommen von wenigen hundert Fran
ken
im Monat erzielt (
Urk.
6/8
und
Urk.
1
). Sie
besuchte
in ihrem Heimatland
wäh
rend
vier Jahre
n die
Grundschule
,
absolvierte keine Ausbildung
(
Urk.
6/20 S.
2
,
Urk.
6/1 und
Urk.
6/2 S.
2
) und spricht kaum Deutsch
.
Laut
dem
Gutachten
der
Rheumapoliklinik des
B._
war
der Beschwerdeführerin
nach dem unter an
de
rem
gesundheitsbedingten Verlust der Arbeitsstelle
als Raumpflegerin
(vgl.
Urk.
10/7)
die Wiederaufnahme
eine
r
vollen Erwerbstätigkeit mit leichter bis mittel
schwe
rer
und
wechselnder körperlicher Belastung
im Jahr 19
98
zumutbar.
Ihre
fünf Kinder
(
Jahrgang 1980,
1982, 1984, 1986 und unbekannt;
vgl.
Urk.
10/6)
waren im Zeitpunkt der Neuanmeldung
schon lange selbständig.
Trotzdem unternahm die Beschwerdeführerin keine Schritte mehr in Richtung e
iner ausserhäu
slichen Tätigkeit, was zusammen mit der nur kurze
n
Erwerbsbi
ographie
in der Schweiz,
der
fehlende
n
Schul- und Ausbildung, sprachliche
r
Hindernisse s
owie den
ge
sam
ten Umstände
n
die
Einschätzung
der
Abklärungs
person
, wonach die Be
schwer
deführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch im
Gesund
heits
fall
keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde
,
als
zutref
fend
erscheinen
lässt
.
Dies stellt – bei ansonsten im Wesentlichen unveränderten gesundheitlichen Ver
hältnissen – ein Revisionsgrund dar.
Der von der Beschwerdegegnerin
neu
festgelegte unter der rentenbegründenden Schwelle von 40
%
liegende Invaliditätsgrad von 13
%
ist nach dem Gesagten
erstellt
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.2
Auch die Annahme einer Qualifikation als (teilweise) Erwerbstätige änderte nichts
an diesem Resultat. Angesichts der jahrelangen Abwesenheit vom Erwerbsleben rechtfertigte es sich
,
zur Ermittlung des Validen- wie auch des
Invalidenein
kommens
auf die identischen Tabellenlöhne in einer einfachen und repetitiven Tätigkeit gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Angesichts der vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit entspräche der Invaliditätsgrad einem allfälligen Abzug vom Tabellenlohn, wel
cher 25 % nicht übersteigen darf (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75), und für welchen bei noch breit einsetzbarer Beschwerdeführerin wohl kein Raum be
stünde.
Bei diesen klaren Verhältnissen erübrigen sich Weiterungen.
6.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Gerichtskosten sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.