Decision ID: 4455ffc0-59bb-5663-8bb5-28c8c56b0fe7
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 3. Mai 2012 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 6). Aufgrund eines im November 2011
diagnostizierten invasiv duktalen Mammakarzinoms links hatte sich die Versicherte im
Zeitraum vom 15. Dezember 2011 bis 15. Februar 2012 einer Chemotherapie
unterziehen müssen. Am 28. März 2012 war im Spital B._ eine Ablatio Mamma links
und eine axilläre Lymphonodektomie durchgeführt worden (IV-act. 15, 52-75 f.). Die
behandelnden Ärzte hatten ihr ab 19. November 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von
100% attestiert (IV-act. 2, 20-5).
A.a.
Die Alterssiedlung C._, wo die Versicherte als Pflegehelferin tätig gewesen war,
kündigte das Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2012 (IV-act. 8, 21).
A.b.
Die behandelnde Ärztin der Frauenklinik des Spitals B._ berichtete am 10.
August 2012, seit Ende Juni 2012 werde eine Radiotherapie durchgeführt. Ziel sei eine
zumindest teilweise Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit ein bis zwei Monate nach
Abschluss der Radiotherapie. Die antihormonelle Therapie müsse für mindestens fünf
Jahre, je nach Verlauf eventuell auch für insgesamt zehn Jahre fortgeführt werden (IV-
act. 52-69 f.). Dr. med. D._, Praktischer Arzt, listete in seinem Bericht vom 12.
November 2012 als für die Arbeitsunfähigkeit relevante Diagnosen ein invasiv duktales
Mammakarzinom links, eine schmerzbedingte Funktionsbeeinträchtigung des linken
Armes und eine Depression / Chemo-Brain auf. Die Versicherte sei bis auf Weiteres zu
A.c.
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100% arbeitsunfähig (IV-act. 52-57 f., vgl. IV-act. 52-66 f.). Dr. med. E._, Oberarzt am
Kantonsspital F._, berichtete am 5. Februar 2013 unter anderem über eine Capsulitis
adhäsiva im postinflammatorischen Stadium der Schulter links (IV-act. 52-63 f.).
Am 6. Februar 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, zurzeit seien keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt, weil sie vollumfänglich
arbeitsunfähig geschrieben sei (IV-act. 38). Nach einem entsprechenden Antrag der
Versicherten (IV-act. 42) teilte ihr die IV-Stelle am 8. April 2013 mit, sie übernehme die
Kosten für Brustprothesen (einseitige Versorgung) ab 30. Januar 2013 bis 29. Januar
2023 (Revision) sowie Zubehör bis zu den genannten Kostenlimiten (IV-act. 44).
A.d.
Onkologe Dr. med. G._, berichtete am 16. April 2013, die antihormonelle
Therapie mit Tamoxifen müsse trotz Nebenwirkungen weitergeführt werden. Daneben
erhalte die Versicherte Physiotherapie und Hilfe bei der Integration in den Tagesablauf.
Die Art des möglichen Arbeitseinsatzes sei vor allem vom Verlauf der
Schulterbeweglichkeit und der Schulterschmerzen abhängig. Die verminderte
Konzentrationsfähigkeit werde wohl während der antihormonellen Therapie bestehen
bleiben und es sei von einer generell verminderten Belastbarkeit auszugehen (IV-act.
45). Am 10. Juni 2013 befand Dr. G._, theoretisch scheine eine angepasste Tätigkeit
mit einer Arbeitsfähigkeit von 50% möglich (IV-act. 56-16 f.). Gleichentags hielt RAD-
Arzt Dr. med. H._ fest, in einer adaptierten Tätigkeit verfüge die Versicherte ab sofort
über eine 50%ige, schnell steigerungsfähige Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin müsse zurzeit offengelassen werden (IV-act. 51).
A.e.
Am 25. Juni 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die beruflichen
Massnahmen würden abgeschlossen, da sie sich subjektiv nicht in der Lage fühle,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-act. 54).
A.f.
Dr. med. I._, Stv. Leitender Arzt Onkologie/Hämatologie, Kantonsspital F._,
berichtete am 18. September 2013, es gäbe keine Hinweise für ein Tumorrezidiv. Die
adjuvante endokrine Therapie mit Tamoxifen werde gut toleriert, weshalb diese
unverändert fortgesetzt werde (IV-act. 61-2 f.). Am 18. Oktober 2013 hielt er fest, er
habe die Versicherte erst zweimal gesehen und könne zur Arbeitsfähigkeit noch wenig
Auskunft geben (IV-act. 61-4 f.).
A.g.
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Am 22. September 2014 berichtete Dr. I._ über das invasiv-duktale
Mammakarzinom links, über posttherapeutische Schulterschmerzen links und eine
psychosoziale Belastungsstörung. Die adjuvante endokrine Therapie mit Tamoxifen
habe die Versicherte im Januar 2014 wegen therapieresistenten Beinkrämpfen sistiert.
Es bestehe kein Hinweis auf ein Tumorrezidiv. Es sei die Wiederaufnahme einer
adjuvanten endokrinen Therapie sowie eine psychologische/psychotherapeutische
Begleitung geplant (IV-act. 87, vgl. auch den Bericht von Dr. D._ vom 23. Juli 2014;
IV-act. 82).
A.h.
RAD-Arzt Dr. med. H._ befand am 4. Oktober 2014, in der angestammten
Tätigkeit verfüge die Versicherte über keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer optimal
adaptierten Tätigkeit liege aber seit dem Ablauf des Wartejahres eine vollumfängliche
Arbeitsfähigkeit vor. Er empfehle, der Versicherten erneut berufliche Massnahmen
anzubieten (IV-act. 88). Die Versicherte gab am 16. Oktober 2014 gegenüber einer
Mitarbeiterin der IV-Stelle telefonisch an, sie fühle sich nicht in der Lage, eine Tätigkeit
aufzunehmen und wünsche keine beruflichen Massnahmen (IV-act. 89). Am 19.
November 2014 teilte sie mit, sie werde die von Dr. I._ verordneten Medikamente
nicht einnehmen und lehne eine weitere onkologische sowie psychiatrische
Behandlung ab (IV-act. 93).
A.i.
Mit Vorbescheid vom 20. Januar 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 6% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-
act. 97). Dagegen erhob die Versicherte am 22. Januar 2015 Einwand (IV-act. 100, vgl.
zur Begründung IV-act. 104).
A.j.
Die von der Versicherten konsultierte Dr. med. J._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, hielt in ihrem Bericht vom 23. März 2015 als vorläufige psychiatrische
Diagnose eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21) vor
dem Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation (Mamma-Karzinom) fest.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Indikation zur Anmeldung bei der IV-Stelle, da
eine Anpassungsstörung in der Regel nicht zu einer dauerhaften Erwerbsunfähigkeit
führe (IV-act. 111). Auf Nachfrage der IV-Stelle (IV-act. 114) führte Dr. I._ am 23. Juni
2015 aus, bei der Versicherten lägen körperliche Beschwerden (Lymphödem,
Schulterschmerzen, posttherapeutische Fatigue) vor, welche zu einer mittelschweren
A.k.
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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Zusätzlich sei eine psychische
Mitkomponente nicht ausgeschlossen. Eine volle Arbeitsfähigkeit werde wahrscheinlich
nur schon wegen der somatischen Einschränkungen nicht mehr erreicht werden
können (IV-act. 116).
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 124) wurde die Versicherte im Oktober und
November 2015 durch Ärzte der SMAB AG polydisziplinär (internistisch, onkologisch,
psychiatrisch) abgeklärt. Diese hielten in ihrem Gutachten vom 22. Dezember 2015 als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Mammakarzinom links mit
therapiebedingtem Lymphödem des linken Armes und adhäsiver, schmerzhafter
Capsulitis der linken Schulter fest. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
betrage seit der Tumorerkrankung im November 2011 0%. In einer adaptierten
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Nach drei bis sechs Monaten sei eine
Steigerung auf 100% möglich. Von November 2011 bis Ende 2012 sei auch die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aufgehoben gewesen (IV-act. 127, vgl.
auch die beigezogenen Berichte von Dr. I._; IV-act. 127-51 ff., 127-55). Auf
Nachfrage der IV-Stelle (vgl. IV-act. 129) äusserten sich die Gutachter am 21. März
2016 mit ausführlicherer Begründung erneut zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit (IV-act.
130).
A.l.
Mit Vorbescheid vom 3. Mai 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache einer ganzen Rente für den Zeitraum vom 1. November 2012 bis 31. März
2013 sowie einer Dreiviertelsrente vom 1. April bis 30. September 2013 in Aussicht. Ab
1. Oktober 2013 bestehe kein Rentenanspruch mehr (IV-act. 137, ersetzte Vorbescheid
vom 20. Januar 2015; vgl. IV-act. 97). Dagegen erhob die Versicherte am 2. Juni 2016
Einwand (IV-act. 140). Sie reichte einen Bericht von Dr. I._ vom 1. Juni 2016 ein.
Dieser hatte ein chronisches Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom [CFS];
ICD-10: G93.3) festgestellt, welches im Gutachten der SMAB AG nicht berücksichtigt
worden sei (IV-act. 141). PD Dr. med. K._, Arzt der Klinik für Onkologie/Hämatologie
am Kantonsspital St. Gallen, beurteilte am 23. Juni 2016, die Kriterien sowohl für eine
Cancer related Fatigue (CrF) als auch für ein CFS seien erfüllt (IV-act. 144). RAD-Arzt
Dr. H._ befand am 12. Juli 2016, ein CFS sei nicht als invalidisierend einzustufen. Es
sei weiterhin auf das Gutachten der SMAB AG abzustellen (IV-act. 145). Am 2.
A.m.
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B.
September 2016 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (2 Verfügungen;
IV-act. 146, 151 f.).
Dagegen erhob die Versicherte am 30. September 2016 Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 160) und reichte unter anderem
ein Schreiben von Dr. I._ vom 29. August 2016 ein (vgl. IV-act. 162). Die IV-Stelle
widerrief in der Folge die angefochtene Verfügung vom 2. September 2016 (vgl. IV-act.
175), worauf das Versicherungsgericht das Verfahren mit Entscheid vom 8. Dezember
2016 infolge Gegenstandslosigkeit abschrieb (IV-act. 177).
A.n.
Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 186) wurde die Versicherte im April und Mai 2017
erneut durch Ärzte der SMAB AG polydisziplinär (internistisch, onkologisch,
neuropsychologisch, psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom
19. Juni 2017 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Lymphödem
des linken Armes auf. Sie bestätigten ihre bereits im Gutachten vom 22. Dezember
2015 festgelegte Arbeitsfähigkeit und befanden, ein CrF sei mit hoher
Wahrscheinlichkeit auszuschliessen (IV-act. 188, vgl. IV-act. 127, 130).
A.o.
Mit Vorbescheid vom 21. August 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut
die Zusprache einer ganzen Rente für den Zeitraum vom 1. November 2012 bis 31.
März 2013 sowie einer Dreiviertelsrente vom 1. April bis 30. September 2013 in
Aussicht. Ab 1. Oktober 2013 bestehe kein Rentenanspruch mehr (IV-act. 197).
Dagegen erhob die Versicherte am 21. September 2017 Einwand und reichte unter
anderem eine Stellungnahme von Dr. I._ vom 20. September 2017 ein (IV-act. 198).
A.p.
Nach Rücksprache mit RAD-Arzt Dr. H._ (vgl. IV-act. 201) verfügte die IV-Stelle
am 13. Dezember 2017 entsprechend ihrem Vorbescheid (2 Verfügungen; IV-act. 202,
206 f.).
A.q.
Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 31. Januar 2018 die
vorliegende Beschwerde gegen die Verfügungen vom 13. Dezember 2017. Sie
beantragte deren Aufhebung und dass ihr weiterhin eine Invalidenrente zuzusprechen
sei. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle
B.a.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit den angefochtenen
Verfügungen eine ganze Rente für den Zeitraum vom 1. November 2012 bis 31. März
2013 sowie eine Dreiviertelsrente für den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2013
zugesprochen (IV-act. 202, 206 f.). Umstritten und nachfolgend primär zu prüfen ist
jedoch ein weitergehender Rentenanspruch. Gemäss Art. 29 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Nachdem sich die Beschwerdeführerin am
3. Mai 2012 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet hat (vgl.
IV-act. 6), fällt ein Rentenanspruch vorliegend frühestens ab November 2012 in
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Es sei ihr die unentgeltliche
Rechtspflege zu bewilligen und es sie sei von allfälligen Vorschuss- und
Sicherheitsleistungen zu befreien. Zudem sei ihr die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G1). Mit Eingabe vom 28. Februar 2018 liess sie ihre Beschwerde begründen und
ergänzend beantragen, es seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen. Sie brachte
vor, das Gutachten der SMAB AG sei nicht beweiskräftig. Falls doch auf das Gutachten
abgestellt werde, sei zu berücksichtigen, dass die Gutachter berufliche Massnahmen
empfohlen hätten (act. G3).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. März 2018 die Abweisung der
Beschwerde. Sie machte geltend, es sei auf das Gutachten der SMAB AG abzustellen.
Es fehle an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit, weshalb die Durchführung
beruflicher Massnahmen nicht angezeigt sei (act. G5).
B.b.
Am 3. April 2018 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung (act. G6).
B.c.
Mit Replik vom 8. Mai 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
(act. G8).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G10).B.e.
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Betracht, zumal in jenem Zeitpunkt auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
bestanden war.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.1.
Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).
1.2.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
1.3.
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2.
Die angefochtenen Verfügungen stützen sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen
auf das Gutachten der SMAB AG vom 19. Juni 2017 (IV-act. 188). Die
Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft ab und hält ihr die Einschätzungen
der behandelnden Ärzte, insbesondere von Dr. I._, entgegen (act. G1, G3, G8).
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
Die Gutachter der SMAB AG nannten in ihrem Gutachten vom 19. Juni 2017 als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig ein Lymphödem des linken
Armes. Im Gegensatz zum Vorgutachten vom 22. Dezember 2015 waren sie der
Ansicht, das Mammakarzinom links bzw. der Status nach der Erkrankung sowie die
Capsulitis der linken Schulter habe keine Auswirkung (mehr) auf die Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 188-8, vgl. IV-act. 127-13). Dies ist unbestritten und aufgrund der Akten
überzeugend. Im Folgenden ist jedoch zu prüfen, inwiefern die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Müdigkeit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit hat. Dabei ist insbesondere zu klären, ob eine CrF vorliegt.
2.1.
CrF ist ein multidimensionales Syndrom, unter dem die Mehrheit der
Krebspatientinnen und -patienten während der Therapie leidet. Die CrF kann viele
Jahre nach Therapieabschluss andauern und wird durch physische, psychologische
und auch soziale Faktoren beeinflusst. Alle Erklärungsmodelle zur Ursache und
Entstehung von Müdigkeits- und Erschöpfungssyndromen gehen von komplexen und
multikausalen Vorgängen aus. Bei der CrF können diese durch den Tumor bedingt oder
Folge der Therapie, aber auch Ausdruck einer genetischen Disposition, begleitender
somatischer oder psychischer Erkrankungen, wie auch verhaltens- oder
umweltbedingter Faktoren sein. So besteht Evidenz für metabolische Ursachen,
endokrinologische und neurophysiologische Veränderungen und Cytokine. Chemo-
und radiotherapeutische Behandlungsschemata scheinen eine Rolle zu spielen, wobei
der Toxizität der Behandlung selbst, wie auch der Akkumulation zerstörter
Tumorzellprodukte ätiologische Bedeutung zukommt. Diskutiert wird auch die These,
dass die Energieanforderungen durch die Tumorerkrankung oder durch die
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/21
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Begleitsymptomatik einen Einfluss haben oder die möglicherweise durch den
Tumornekrosefaktor mitbedingte Verminderung der Skelettmuskelmasse eine Rolle
spielen kann. Es werden verschiedene pathophysiologische Faktoren diskutiert und bei
der häufig stark verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit als Ursachen
vornehmlich Veränderungen in kortikalen und spinalen Zentren der Sensomotorik wie
auch solche des muskulären Erregungs- und Energiestoffwechsels beschrieben.
Ursachen und Entstehung der CrF sind demnach nicht ganz geklärt. Es besteht in der
medizinischen Fachwelt aber Einigkeit darüber, dass sie komplex sind und somatische,
emotionale, kognitive und psychosoziale Faktoren zusammenspielen. Die CrF kann -
auch wenn zugrundeliegende internistische oder psychiatrische Erkrankungen
behandelt worden sind - in 30 bis 40 % noch längere Zeit nach Therapieabschluss
andauern. Diese chronische Fatigue wird in Zusammenhang gebracht mit der
Krankheitsverarbeitung oder langfristigen Anpassungsproblemen. Sie wird aber auch
als mögliche Spätfolge der Therapie im Bereich von Störungen des Stoffwechsels oder
der psychovegetativen Selbstregulation des Körpers gesehen. Definitionsbedingt tritt
diese Form der Fatigue zwingend in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf.
Als Begleitsymptom onkologischer Erkrankungen und ihrer Therapie liegt der CrF
zumindest mittelbar eine organische Ursache zugrunde. Damit grenzt sich die
tumorassoziierte Fatigue auch klar vom CFS (ICD-10 G93.3) als eigenständiges
Krankheitsbild ab (BGE 139 V 346, E. 3.1 ff., mit Hinweisen insbesondere auf
spezifische medizinische Fachliteratur).
In ihrem Gutachten vom 19. Juni 2017 befanden die abklärenden Ärzte der SMAB
AG in ihrer Konsensbeurteilung, eine CrF sei mit hoher Wahrscheinlichkeit
auszuschliessen (vgl. IV-act. 188-18).
2.3.
Der onkologische Teilgutachter Dr. med. L._, Facharzt für Innere Medizin und
Onkologie FMH, hatte der Beschwerdeführerin einen Müdigkeitsfragebogen
abgegeben und kam bei dessen Auswertung zum Schluss, die Müdigkeit sei subjektiv
deutlich vorhanden. Es bestehe deswegen angeblich ein erheblicher Distress. Er
verwies jedoch auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Begutachtung, welche
die mögliche Diagnose einer CrF nicht stützten (vgl. IV-act. 188-44 f.). Die
neuropsychologische Teilgutachterin M._, Fachpsychologin für Neuropsychologie
FSP, stellte fest, weder zu Beginn noch während oder nach der zweieinhalbstündigen
Untersuchung habe sie Anzeichen für eine Ermüdung beobachten können. Die
Beschwerdeführerin habe von sich aus auch nicht über Müdigkeit geklagt (IV-act.
188-51). In der Mehrzahl der durchgeführten Testverfahren habe die
Beschwerdeführerin in Bezug auf Alter, Bildung und Geschlecht erwartungsgerechte
2.3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/21
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Ergebnisse erzielt. Es sei von einer guten Anstrengungsbereitschaft auszugehen und
die Ergebnisse der Tests würden als valide eingeschätzt. Es habe sich
testpsychologisch kein ermüdungsbedingter Leistungsabfall feststellen lassen. Weder
innerhalb mehrminütiger Aufmerksamkeitsaufgaben, noch im Verlauf der Testung sei es
zu einer Leistungsabnahme gekommen. In verschiedenen, von der Gutachterin konkret
genannten, neueren Studien habe gezeigt werden können, dass es einen hohen
Zusammenhang zwischen einer subjektiv erlebten Ermüdungssymptomatik und einem
deutlichen Abfall nach kognitiver Beanspruchung in der intrinsischen Alertness, einem
objektiv messbaren Leistungsparameter, gebe. Bei der Beschwerdeführerin sei die
Alertnessleistung nach zwei Stunden kognitiver Beanspruchung jedoch nicht
abgesunken, sondern habe sogar eine deutliche Steigerung aufgewiesen. Der im
Rahmen der Testuntersuchung gezeigte Leistungsverlauf stehe in deutlicher
Diskrepanz zu den von der Beschwerdeführerin geschilderten Leistungseinbrüchen,
zumal die Untersuchung am frühen Nachmittag stattgefunden habe und die
Beschwerdeführerin daher keinen Mittagsschlaf habe machen können (IV-act. 188-53
f.). Dr. L._ folgerte daraus überzeugend, eine CrF sei mit hoher Wahrscheinlichkeit
auszuschliessen. Die Ergebnisse des Müdigkeitsfragebogens hätten zwar einen
Hinweis auf ein CrF gegeben. Diese seien aber stark von der subjektiven
Wahrnehmung abhängig, was bei den neuropsychologischen Befunden deutlich
weniger der Fall sei (IV-act. 188-46). Auch der federführende Teilgutachter, Dr. med.
N._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt fest, es lägen keine Hinweise
für eine psychiatrische Krankheit vor, die gegebenenfalls mit einer relevanten Müdigkeit
verbunden sein könnte (IV-act. 188-27). In seinem internistischen Teilgutachten
bemerkte Dr. L._ zudem, für den angegebenen Müdigkeitszustand bestehe
internistisch keine genügende Erklärung (IV-act. 188-37). RAD-Arzt Dr. H._ befand
am 9. August 2017, es könne auf das Gutachten abgestellt werden (IV-act. 189). In
Übereinstimmung mit dem Verlaufsgutachten hatten die Gutachter der SMAB AG
bereits in ihrem Gutachten vom 22. Dezember 2015 festgehalten, die
Beschwerdeführerin klage über eine ausgeprägte, häufig bestehende Müdigkeit, habe
aber anlässlich der Begutachtung nicht müde gewirkt. Sie hatten weder ein CrF noch
ein CFS diagnostiziert (vgl. IV-act. 127-30 f., 127-36, 127-38, 127-45 f.). Der
onkologische Teilgutachter Dr. L._ hatte damals ausgeführt, der subjektiv geltend
gemachte Müdigkeitszustand sei nicht belastungsabhängig und trete nicht
systematisiert auf. Die Diagnose einer CrF scheine deswegen praktisch
ausgeschlossen (IV-act. 127-49).
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Dr. I._ führte in seiner Stellungnahme vom 20. September 2017 aus, eine
sinnvolle Beurteilung der CrF könne seines Erachtens nur durch Experten durchgeführt
werden, welche diese Krankheit kennen würden und Erfahrung in der Diagnostik
derselben mitbrächten. Im neuropsychologischen Fachgutachten der SMAB AG
scheine dies nicht der Fall zu sein, die Gutachterin scheine keine Fatigue-Spezialistin
zu sein. Es seien zwar verschiedene Assessments durchgeführt worden. Aus den
Unterlagen sei jedoch nicht ersichtlich, dass ein gezieltes Fatigue-Assessment
gemacht worden wäre. Die Gutachterin habe festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin während der Begutachtung über mehrere Stunden konzentriert
habe arbeiten können. Bei einer CrF sei dieses "Zusammenreissen" geradezu typisch.
Die Gutachterin habe es leider unterlassen, die Beschwerdeführerin zwei bis drei Tage
nach dem intensiven Assessment bezüglich ihrer Müdigkeit zu befragen. Auch habe sie
die Müdigkeit nicht mittels einer strukturierten Anamnese akribisch erfasst (IV-act.
198-2 f.). Es ist zwar korrekt, dass die neuropsychologische Teilgutachterin M._
aktenkundig kein spezifisches Fatigue-Assessment durchgeführt hat. Sie hat sich
jedoch offensichtlich detailliert mit der Thematik der CrF auseinandergesetzt und auch
auf eine diesbezügliche Studie verwiesen (vgl. IV-act. 188-53). Zudem haben sowohl
sie als auch die anderen Teilgutachter die Beschwerdeführerin zu ihrer Müdigkeit und
zum Tagesablauf befragt (vgl. IV-act. 188-22 f., 188-33, 188-41, 188-50 f.). Die von den
Gutachtern festgehaltenen (je nach Tag etwas unterschiedlichen) Tagesabläufe
weichen nicht wesentlich von den durch die Beschwerdeführerin selbst erstellten
Abläufe der Tage vom 14. bis 27. April 2018 ab (vgl. act. G8.2). Entgegen den
Ausführungen von Dr. I._ sind zudem Schwierigkeiten mit der Konzentrationsfähigkeit
und/oder dem Gedächtnis mögliche Symptome einer CrF (vgl. IV-act. 198-6), sodass
eine während der mehrstündigen Untersuchung aufrechterhaltene Konzentration
durchaus ein Argument gegen das Vorliegen einer CrF darstellt. Dr. H._ stellte zudem
fest (IV-act. 201), dass sich auch Dr. L._ detailliert und fachlich kompetent mit dem
Phänomen des CrF auseinander gesetzt habe (vgl. IV-act. 188-18 f., 188-37, 188-45 f.).
2.3.2.
Der behandelnde Dr. I._ hatte am 1. Juni 2016 erstmals über ein CFS (ICD-10:
G93.3) berichtet. Er hatte diverse Testkriterien überprüft und war zum Schluss
gekommen, die genannte Diagnose liege vor. Er habe diese bisher als Arzt nicht
gekannt und habe sich nur auf Intervention der Krebsliga damit befasst. Er stufe die
Beeinträchtigung als mittelschwer bis schwer ein, das CFS sei invalidisierend.
Bezüglich einer CrF hatte er festgehalten, diese sei oft mit einer bestehenden
Krebserkrankung oder einer laufenden Krebstherapie assoziiert. Die Diagnose sei
wahrscheinlich deshalb im Gutachten der SMAB AG vom 22. Dezember 2015
ausgeschlossen worden (IV-act. 141). Am 29. August 2016 hatte Dr. I._ ausgeführt,
2.4.
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die Abgrenzung zwischen CrF und CFS sei nicht immer einfach. Er habe inzwischen
durch Literaturstudium gelernt, dass auch ein abgeheilter Krebs und eine überstandene
Krebstherapie ein CrF auslösen könnten. Patienten mit einem chronischen
Müdigkeitssyndrom wollten nicht müde sein und strengten sich in
Ausnahmesituationen an, würden für diese Anstrengungen dann aber nachträglich
büssen. So habe die Beschwerdeführerin nach der ersten Begutachtung durch Ärzte
der SMAB AG während mehreren Tagen eine verstärkte Müdigkeit verspürt. Weiter
führte er aus, ein chronisches Müdigkeitssyndrom sei sehr wohl invalidisierend, die
Patienten hätten einen hohen Pausenbedarf, welcher mit einem "normalen"
Berufsalltag nicht vereinbar sei (IV-act. 162). Dr. I._ kam also entgegen seiner
früheren Beurteilung zum Schluss, es liege ein CrF (sinngemäss nicht aber ein CFS)
vor. Wie die SMAB-Gutachter überzeugend festhielten, kommt es auf den konkreten
Einzelfall an, ob ein chronisches Müdigkeitssyndrom tatsächlich invalidisierend ist. Sie
führten dazu aus, die von Dr. I._ gemachte generelle, gar nicht auf den Einzelfall der
Beschwerdeführerin bezogene Aussage zu chronischen Müdigkeitssyndromen sei
fehlerhaft. Ausserdem sei sein Bericht vom 29. August 2016 nicht geeignet, um die
subjektiven Beschwerdeangaben hinsichtlich einer vorliegenden Müdigkeit zu
quantifizieren. Der Bericht bestehe zum grössten Teil aus allgemein gehaltenen
Bemerkungen zu Müdigkeitssyndromen. Konkrete, sich auf die Beschwerdeführerin
beziehende Angaben seien nur rudimentär vorhanden. Ein Befund fehle völlig. Des
Weiteren fänden sich im Bericht keine detaillierten Angaben zur Anamnese, die
eventuell Hinweise auf eine alltags- und berufsrelevante Müdigkeit geben könnten. Dr.
I._ habe die subjektiven Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin nicht
ausreichend kritisch hinterfragt und überprüft (IV-act. 188-18 f.).
PD Dr. K._ hatte am 23. Juni 2016 diverse Kriterien aufgezählt, diese für die
Beschwerdeführerin bejaht und festgestellt, es seien sowohl die Kriterien einer CrF als
auch einer CFS erfüllt (IV-act. 144). Er hatte jedoch die beiden Beschwerdebilder nicht
klar auseinandergehalten. Zudem ergibt sich aus dem Bericht nicht, dass PD Dr. K._
spezifische Untersuchungen oder Testungen durchgeführt sowie eine ausführliche
Anamnese erhoben hätte. Es ist damit davon auszugehen, dass er sich bei der Prüfung
der Kriterien im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
gestützt hatte, was am Beweiswert seines Berichts Zweifel entstehen lässt.
2.5.
Nach dem Gesagten vermögen die abweichenden Einschätzungen von Dr. I._
und PD Dr. K._ die Beweiskraft des Gutachtens der SMAB AG vom 19. Juni 2017
nicht zu schmälern. Dasselbe gilt für die diversen eingereichten Studien bzw. Aufsätze
zur Thematik der CrF, welche sich nur allgemein mit der Problematik bei
2.6.
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3.
Die SMAB-Gutachter beurteilten in der angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin liege
keine Arbeitsfähigkeit mehr vor. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe zu Beginn eine
Arbeitsfähigkeit von 50%, nach drei bis sechs Monaten sei eine Steigerung auf 100%
möglich. Sie verwiesen auf das Vorgutachten vom 22. Dezember 2015 (IV-act. 188-11).
Gemäss diesem bzw. insbesondere gemäss der Stellungnahme vom 21. März 2016 gilt
die Einschätzung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
seit der Diagnose des Mammakarzinoms im November 2011. In einer adaptierten
Tätigkeit gingen sie bis zum Ende der Therapie des Mammakarzinoms (August 2012)
und der anschliessenden Erholungsphase, das heisst bis ca. Ende 2012, auch
angesichts der sich nach der Radiotherapie entwickelten Komplikationen (Lymphödem
linker Arm, Capsulitis linke Schulter) von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% aus. Ab
Beginn des Jahres 2013 habe die Capsulitis intensiv therapiert werden müssen, so
dass in einer adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen sei.
Nach Besserung des Lymphödems und vor allem der Capsulitis, das heisse drei bis
sechs Monate nach Beginn der Physiotherapie im Februar 2013, also spätestens seit
Juli 2013, liege eine 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptieren Tätigkeit vor (IV-act.
127, 130). Dieser Verlauf der Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar und wurde von RAD-
Arzt Dr. H._ übernommen (vgl. IV-act. 131, 189). Dies stimmt insofern auch mit der
Beurteilung von Dr. G._ überein, als dieser am 10. Juni 2013 in einer adaptierten
Tätigkeit (körperlich leicht bis gelegentlich mittelschwer ohne feinmotorische
Anforderungen an die linke Hand und nicht über Schulterhöhe links, emotional nicht
Krebspatienten bzw. der Begutachtung auseinandersetzen. Sie erlauben keine
Rückschlüsse auf die konkrete Situation der Beschwerdeführerin und die
Auswirkungen allfälliger Beschwerden auf deren Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 162-4 ff.,
198-6 ff., act. G8.1). Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins
Gewicht, dass das SMAB-Gutachten vom 19. Juni 2017 (IV-act. 188) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte
Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin
vorgebrachten medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven
Gesichtspunkte, welche im Gutachten vom 19. Juni 2017 ausser Acht gelassen worden
wären. Schliesslich wurden zwischen dem SMAB-Gutachten und den umstrittenen
Verfügungen vom 13. Dezember 2017 (IV-act. 202, 206 f.) eingetretene massgebliche
Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht substantiiert geltend
gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische
Abklärungen erübrigen sich.
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erheblich belastend und ohne ständigen und engen Kontakt mit vielen Menschen [vgl.
IV-act. 188-10 f.]) eine Arbeitsfähigkeit von 50% als möglich erachtete (IV-act. 56-16 f.).
Dr. I._ berichtete am 23. Juni 2015 über körperliche Beschwerden (Lymphödem,
Schulterschmerzen, posttherapeutische Fatigue), welche zu einer mittelschweren
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Zusätzlich sei eine psychische
Mitkomponente nicht ausgeschlossen (IV-act. 116). Er bezifferte jedoch die
Arbeitsfähigkeit nicht konkret und äusserte sich insbesondere nicht zu einer solchen in
einer adaptierten Tätigkeit sowie allfälligen Adaptionskriterien. Seine Beurteilung zieht
die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung damit nicht in Zweifel. Weitere
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von behandelnden Ärzten ab dem Jahr 2013 sind nicht
aktenkundig, sie äusserten sich in ihren Berichten nicht dazu (vgl. u.a. IV-act. 127-51
ff., 127-55). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass solche Einschätzungen der
Arbeitsfähigkeit nur dann aussagekräftig wären, soweit sie nicht von einem
überwiegend wahrscheinlichen Vorhandensein eines Müdigkeitssyndroms ausgehen
würden.
4.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 0% in einer adaptierten Tätigkeit vom 1.
November 2012 (frühestmöglicher Rentenbeginn) bis 31. Dezember 2012, einer
solchen von 50% vom 1. Januar bis 30. Juni 2013 und einer solchen von 100% ab 1.
Juli 2013 ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdeführerin hatte im Juni 2011 eine Ausbildung zur Fachangestellten
Gesundheit begonnen, musste diese aufgrund ihrer Krebserkrankung jedoch
abbrechen. Daneben war sie bis 31. Mai 2012 in einem Pensum von 50% als
Pflegehelferin angestellt (IV-act. 8). Mit den Parteien (IV-act. 104, 133) ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin -
wäre sie nicht erkrankt - ihre Ausbildung abgeschlossen hätte. Für das
Valideneinkommen ist damit der Lohn massgebend, den sie als gelernte
Fachangestellte Gesundheit erzielt hätte. Gemäss Angaben des Pflegeheims Z._ vom
6. März 2015 verdiente eine solche Fachperson im Alter der Beschwerdeführerin im
4.1.
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Jahr 2015 rund Fr. 4'816.-- monatlich, was einem Jahreseinkommen von Fr. 62'608.--
(13 x Fr. 4'816.--) entspricht (IV-act. 104). Dieses Einkommen deckt sich laut der
Beschwerdegegnerin mit den Besoldungsrichtlinien der O._ (vgl. IV-act. 195-3). Dazu
kommt gemäss der Auskunft des Pflegeheims Z._ eine Zulage für Nacht- und
Sonntagsarbeit von durchschnittlich Fr. 450.-- pro Monat (IV-act. 104). Mit der
Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass diese Zulage aufgrund von Ferien
und Feiertagen für rund sechs Wochen bzw. eineinhalb Monate pro Jahr entfällt. Unter
Berücksichtigung von Zulagen von insgesamt Fr. 4'725.-- (10.5 x Fr. 450.--) resultiert
ein massgebliches Jahreseinkommen von Fr. 67'333.-- (Fr. 62'608.-- + Fr. 4'725.--).
Grundsätzlich wäre das Einkommen bei Rentenbeginn im Jahr 2012 massgeblich. Statt
dieses zu ermitteln, kann jedoch beim Invalideneinkommen - welches wie nachfolgend
ausgeführt auf statistischen Werten basiert - ebenfalls auf das Jahr 2015 abgestellt
werden, sodass keine Abweichung resultiert.
Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen.
Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von
Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 4 N 46 ff.). Da der Beschwerdeführerin ab Januar 2013
Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt es sich, das Invalideneinkommen ab
dann gestützt auf die LSE, Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1,
Frauen, zu bestimmen. Der entsprechende Lohn belief sich im Jahr 2014 auf Fr.
4'300.-- pro Monat bzw. Fr. 51'600.-- jährlich. Aufgerechnet auf die betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (2014, total) und angepasst an die
Nominallohnentwicklung für Frauen bis 2015 (Index 2014: 2'673, 2015: 2'686) ergibt
sich ein massgebliches Jahreseinkommen von Fr. 54'055.-- bzw. bei einem
zumutbaren Arbeitspensum von 50% ein solches von Fr. 27'028.--.
4.2.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter)-Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie die
SMAB-Gutachter festhielten, hat die Beschwerdeführerin gewisse qualitative
Einschränkungen (vgl. zu den Adaptionskriterien die Ausführungen in der vorstehenden
4.3.
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Erwägung 3). Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmerinnen damit
lohnmässig benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen
(vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam
Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). Die konkrete
Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs kann offenbleiben, da selbst bei einem
offensichtlich nicht gerechtfertigten Abzug von 20% (die Beschwerdeführerin selbst
beantragt 15%; vgl. act. G1) kein höherer Rentenanspruch resultiert als von der
Beschwerdegegnerin bereits zugesprochen.
Im frühestmöglichen Zeitpunkt des Rentenbeginns per 1. November 2012 war das
Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt (vgl. E. 3). Für den Zeitraum vom
1. November 2012 bis 31. Dezember 2012 ergibt sich ausgehend von einer
Arbeitsfähigkeit von 0% in jeglicher Tätigkeit bei einem Valideneinkommen von Fr.
67'333.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 100%. Vom 1. Januar bis 31. Juni 2013 resultiert bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten Tätigkeit und unter Berücksichtigung
eines Tabellenlohnabzugs von 20% bei einem Valideneinkommen von Fr. 67'333.-- und
einem Invalideneinkommen von Fr. 21'622.-- (Fr. 27'028.-- x 0.8) ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 68%. Ab 1. Juli 2013 ergibt sich
ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit und unter
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 20% bei einem Valideneinkommen
von 67'333.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 43'244.-- (Fr. 54'055.-- x 0.8) ein
nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 36%.
4.4.
Demnach hat die Beschwerdeführerin ab 1. November 2012 Anspruch auf eine
ganze Rente. Die im Januar 2013 eingetretene gesundheitliche Verbesserung führt
unter Berücksichtigung der bei der Rentenanpassung gemäss Art. 88a Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) geltenden dreimonatigen
Frist und mit Blick darauf, dass gemäss Art. 19 Abs. 3 ATSG Renten für den ganzen
Kalendermonat im Voraus ausbezahlt werden, zu einem Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente ab 1. April 2013. Die weitere, im Juli 2013 eingetretene, Verbesserung
des gesundheitlichen Zustandes führt zur Einstellung der Rente per 30. September
2013.
4.5.
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5.
Die Beschwerdeführerin beantragt eventualiter die Zusprache von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung.
Mit den angefochtenen Verfügungen vom 13. Dezember 2017 hat die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint (IV-act. 202, 206
f.). Der durch diese Verfügungen definierte Streitgegenstand beschränkt sich folglich
auf den Rentenanspruch, was bedeutet, dass er sich grundsätzlich nicht auf weitere
Ansprüche gegenüber der Invalidenversicherung, namentlich auf berufliche
Massnahmen, erstrecken kann. Im Sozialversicherungsrecht gilt aber der allgemeine
Grundsatz “Eingliederung vor Rente“ (vgl. etwa Kieser, a.a.O., Vorbemerkungen N 81
ff.), laut dem die Zusprache einer Rente die Unmöglichkeit voraussetzt, die Invalidität
mit einer Eingliederung (weiter) zu minimieren. Eine Rentenverfügung, die in Verletzung
dieses Grundsatzes ergangen ist, ist rechtswidrig (vgl. dazu auch Art. 28 Abs. 1 lit. a
IVG). In einem Beschwerdeverfahren muss deshalb eine solche Verfügung aufgehoben
werden und die Verwaltung muss verpflichtet werden, die Eingliederung
abzuschliessen und erst danach über den Rentenanspruch zu verfügen. Wenn
allerdings eine IV-Stelle bereits zu einem früheren Zeitpunkt rechtskräftig über die
berufliche Eingliederung entschieden hat, kann bei der Beurteilung einer
Rentenverfügung grundsätzlich keine Prüfung des Grundsatzes “Eingliederung vor
Rente“ mehr erfolgen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn sich bei der Prüfung des
Rentenanspruchs ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt.
5.1.
Vorliegend teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 25. Juni
2013 mit, die beruflichen Massnahmen würden abgeschlossen, da sie sich subjektiv
nicht in der Lage fühle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. auch Mitteilung vom 6.
Februar 2013; IV-act. 38). Auf telefonische Nachfrage der Beschwerdegegnerin erklärte
die Beschwerdeführerin am 16. Oktober 2014 erneut, sie wünsche keine beruflichen
Massnahmen. Sie fühle sich nicht in der Lage, eine Tätigkeit aufzunehmen oder an
Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 89). Die Beschwerdegegnerin erliess
darauf keine weitere Mitteilung oder Verfügung. Über Leistungen, Forderungen und
Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht
einverstanden ist, hat der Versicherungsträger eine schriftliche Verfügung zu erlassen
(Art. 49 Abs. 1 ATSG). Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art.
49 Abs. 1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (Art. 51
Abs. 1 ATSG). Die betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (Art.
51 Abs. 2 ATSG). Hat ein Versicherungsträger formlos und nicht mittels Verfügung in
5.2.
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6.
ablehnendem Sinn entschieden, kann Art. 51 ATSG, der sich nur auf das zulässige
formlose Verfahren bezieht, keine direkte Anwendung finden. Das Gesetz enthält somit
für den vorgenannten Fall - Entscheid im formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG, der
laut Art. 49 Abs. 1 ATSG in Verfügungsform hätte ergehen müssen - keine
ausdrückliche Regelung. Damit das Verfahren in die gesetzlich vorgesehenen Wege
gelenkt und der versicherten Person der Rechtsweg geöffnet wird, ist jedoch - wie
bereits erwähnt - der (bisher nicht erfolgte) Erlass einer formellen Verfügung notwendig.
Dementsprechend drängt sich in Analogie zu Art. 51 Abs. 2 ATSG die Lösung auf, dass
die versicherte Person einen Entscheid in Form einer Verfügung verlangen kann. In
diesem Zusammenhang stellt sich insbesondere die Frage nach allfälligen zeitlichen
Grenzen dieser Befugnis (BGE 134 V 149 E. 5.1). In BGE 134 V 152 E. 5.3.2 legte das
Bundesgericht fest, dass der betroffenen Person eine Frist von einem Jahr zur
Verfügung steht, um an den Versicherungsträger zu gelangen und den Erlass einer
formellen Verfügung zu verlangen. Dies mit Blick auf das Gebot der Rechtssicherheit
sowie den Verfassungsgrundsatz von Treu und Glauben (BGE 134 V 150 E. 5.2). Der im
formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG erlassene Entscheid erwächst also nach einer
einjährigen Frist - wie die Verfügung im Anwendungsbereich von Art. 49 ATSG nach 30
Tagen (vgl. Art. 52 Abs. 1 ATSG) - in der Regel in Rechtskraft. Damit ergibt sich eine
Rechtslage, die mit derjenigen bei formellen Verfügungen übereinstimmt (Kieser, a.a.O.,
Art. 51 N 8 und N 26).
Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin erstmals mit ihrer
Beschwerdeergänzung vom 28. Februar 2018 (act. G3), mithin nach knapp fünf Jahren,
gegen die Mitteilung vom 25. Juni 2013 gewehrt bzw. eventualiter berufliche
Massnahmen beantragt. Zu diesem Zeitpunkt war die ablehnende Mitteilung bereits in
Rechtskraft erwachsen. Auf den Antrag bezüglich beruflicher Massnahmen ist
demgemäss nicht einzutreten. Eine Prüfung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen
sowie eine allfällige Zusprache solcher rückwirkend per Beginn der befristeten Rente
am 1. November 2012 ist nicht möglich, der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" greift
nicht. Für den Zeitraum ab 1. Oktober 2013 steht sodann kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad im Raum.
5.3.
Nach dem Gesagten sind die Verfügungen vom 13. Dezember 2017 nicht zu
beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
6.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
6.2.
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7.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 VRP).