Decision ID: a77724a7-5930-4702-b65c-57ed10f1fed1
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Schoch, Auer &
Partner,Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Abbundchef bei der B._, tätig und
dadurch bei der Suva unfallversichert, als er am 6. November 1992 auf dem Fahrrad
von einem Personenwagen angefahren wurde und stürzte. Der Versicherte zog sich
eine Commotio cerebri, Hautabschürfungen im Gesicht sowie ein Hämatom am
rechten Oberlid zu. Der Röntgenbefund ergab keinen Anhalt für eine Schädelfraktur
(UV-act. 1, 3). In der Folge persistierten Nackenschmerzen und die Beweglichkeit blieb
eingeschränkt (UV-act. 13). Aufgrund degenerativer Veränderungen der Bandscheiben
C5/6 und C6/7 wurde am 6. Oktober 1993 am Kantonsspital C._ eine Spondylodese
durchgeführt (UV-act. 20). In der Folge bescheinigte der Hausarzt Dr. med. D._ eine
50%ige Arbeitsfähigkeit seit 1. Februar 1994 (UV-act. 29). Hierauf erfolgten weitere
Behandlungen im Nackenbereich sowie medizinische Abklärungen (UV-act. 70, 79, 84,
149). Mit Verfügung vom 15. Februar 1999 sprach die Suva dem Versicherten für die
verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 6. November 1992 ab dem 1. Januar
1998 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 50% und eines
versicherten Jahresverdienstes von Fr. 88'260.-- sowie eine Integritätsentschädigung
auf der Basis einer Integritätseinbusse von 40% zu (UV-act. 157).
A.b In den Folgejahren wurden weitere medizinische Behandlungen der
Nackenbeschwerden sowie operative Eingriffe durchgeführt (UV-act. 176, 208, 215,
230, 241, 254, 284, 289, 292). Mit Verfügung vom 21. April 2011 bestätigte die Suva die
bereits zuvor bekannt gegebene Einstellung der vorübergehend erbrachten
Taggeldleistungen auf den 31. März 2011 (vgl. UV-act. 300) und lehnte eine
Rentenerhöhung mit der Begründung ab, dass sich die Zumutbarkeit (50%) gegenüber
der ursprünglichen Rentenfestsetzung nicht geändert habe (UV-act. 304). Die gegen
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diese Verfügung vom Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. A.
Rufener, St. Gallen, erhobene Einsprache (UV-act. 305) wies sie mit
Einspracheentscheid vom 14. Juli 2011 ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Rufener am 22. August 2011
Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom 21. April 2011 bzw. der
Einspracheentscheid seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine
Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 75% auszurichten.
Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, vorliegend sei nicht die
Frage zu beurteilen, in welchem zeitlichen Umfang dem Beschwerdeführer eine
Erwerbstätigkeit zumutbar sei, sondern welche Arbeitsleistung er heute noch erbringe.
Aufgrund der Akten sei erstellt, dass die langjährige Schmerzsituation sowie die seit
der Berentung im Jahr 1999 erhebliche Veränderung der medizinischen Situation eine
effektive Arbeitsleistung (Gegenwert der erbrachten Leistung) nur noch im Umfang von
25% zulasse. Könnte der Beschwerdeführer nicht auf einen derart verständnisvollen
Arbeitgeber zählen, wäre das Arbeitsverhältnis längstens aufgelöst worden. Auf dem
freien Arbeitsmarkt könnte er keine Stelle mehr finden, da er aus gesundheitlichen
Gründen immer wieder am Arbeitsplatz fehle oder gesundheitsbedingte Fehlleistungen
erbringe. Aufgrund der Akten und des Umstands, dass der Beschwerdeführer seit
Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit am 11. Januar 2010 nie mehr eine Arbeitsleistung
von mehr als 25% habe erreichen können, sei erstellt, dass sich einerseits der
medizinische Sachverhalt (seit 1998) verändert und sich anderseits die
Leistungsfähigkeit auf 25% reduziert habe. Mithin sei das Invalideneinkommen
entsprechend anzupassen und der Invaliditätsgrad auf 75% zu erhöhen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2011 beantragte Rechtsanwältin Dr.
M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid und legte
unter anderem dar, es lasse sich keine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustands, welche die Arbeitsfähigkeit quantitativ zusätzlich einschränke,
objektivieren. Zudem sei vom Beschwerdeführer zu erwarten, dass er die ihm
verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpfe. Die Änderung der
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Tätigkeit von der Lagerbewirtschaftung zum Avor führe nicht zu einer
Erwerbseinschränkung. Somit liege kein Revisionsgrund vor.
B.c Mit Replik vom 17. Januar 2012 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unter Einreichung einer ärztlichen Stellungnahme der Klinik E._
vom 29. Dezember 2011 seinen Standpunkt (act. G 13). In der Duplik vom 23. Januar
2012 hielt die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und ihren
Ausführungen fest (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob seit der erstmaligen Rentenzusprechung mit Verfügung vom
15. Februar 1999 (UV-act. 157) beim Beschwerdeführer eine gesundheitliche
Verschlechterung eingetreten ist, welche sich auf den Invaliditätsgrad erhöhend
auswirkt. - Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Bei der Rentenrevision (auf Gesuch hin
oder von Amtes wegen) ist zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer
anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 Erw. 5). Zum Vergleich heranzuziehen
ist der Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2;
ZAK 1984 S. 350 Erw. 4a; ZAK 1987 S. 36) bzw. des Einspracheentscheids (BGE 129 V
4 Erw. 1.2 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
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praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, die nach
der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten oder zum damaligen Sachverhalt
hinzugekommen sind oder diesen verändert haben (vgl. SVR-IV 2004 Nr. 17, 53). Im
Übrigen erfolgt die Ermittlung des Invaliditätsgrads im Revisionsverfahren nach den
allgemeinen, für die Invaliditätsbemessung geltenden Vorschriften. Gemäss Art. 16
ATSG wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Dr. med. F._, Kantonsspital C._, der beim Beschwerdeführer im Juli 1996 eine
Dorsalspondylodese C6-Th1 durchgeführt hatte, erachtete in den Berichten vom 15.
Januar und 11. Dezember 1997 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 75% für
nur sehr schwer möglich (UV-act. 107, 127). In der Abschlussbeurteilung vom 10.
Dezember 1998 kam Kreisarzt Dr. med. G._ zum Schluss, zumutbar bleibe eine
Präsenz von 75% für leichte körperliche Arbeit. Die Leistung von lediglich 50%
während dieser Präsenz sei offenbar nicht zu steigern. Tätigkeiten mit grösserer
körperlicher Beanspruchung wie Lasten heben, bücken usw. seien aktuell nicht mehr
zumutbar (UV-act. 149). Am 11. September 2003, 23. Juni 2005, 2. März 2007 und 19.
September 2008 erklärte der Beschwerdeführer dem Suva-Aussendienstmitarbeiter, er
halte an seinem Arbeitsplatz in der Arbeitsvorbereitung eine Präsenzzeit von 75% ein
bei einer verminderten Leistung von 50% (UV-act. 188, 199, 212, 223). Suva-Arzt
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, hatte am
24. September 2003 festgehalten, aufgrund der Tatsache, dass beim
Beschwerdeführer erhebliche Schäden an der HWS vorliegen würden, die doch
vorwiegend mit dem Unfallereignis in Zusammenhang stünden, dürfte es sich beim
Tinnitus ebenfalls um eine Folge der degenerativen HWS-Veränderungen handeln (UV-
act. 190). Nachdem der Beschwerdeführer in der Folgezeit im Bereich der HWS
medizinisch behandelt worden war (UV-act. UV-act. 176, 208, 215, 230, 241, 254),
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wurde im Oktober 2009 in der Klinik E._, die dorsale Metallentfernung C6-Th1
durchgeführt (UV-act. 255).
2.2 Im Bericht vom 18. Februar 2010 vermerkten die Ärzte der Klinik E._ einen
erfreulichen postoperativen Verlauf. Bezüglich der ausstrahlenden Schmerzen in den
rechten Arm werde weiterhin abgewartet. Bei Persistenz der Beschwerden werde eine
MRI-Untersuchung der HWS vorgeschlagen (UV-act. 266). Dr. med. I._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, bescheinigte am 17. April 2010 mit Hinweis auf die
Einschränkung der HWS und Schmerzen eine Arbeitsfähigkeit von 25% seit 12. April
2010 (UV-act. 270). Ein MRI der HWS vom 12. Juli 2010 ergab eine postoperative
Veränderung bei Zustand nach ventraler Spondylodese C5-C7 mit leichten
Metallartefakten. Es bestehe kein sicherer Nachweis einer Myelopathie oder
Myelonkompression. Im Weiteren liege eine kleine dorsale Diskushernie C4-C5
paramedian links vor (UV-act. 284). Gestützt auf eine Untersuchung des
Beschwerdeführers berichtete Kreisarzt Prof. Dr. med. J._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie, am 19. Oktober 2010, aufgrund dessen, dass die
rechtsseitige Nervenwurzel C6 kompromittiert sei und diese sich im Bereich der
ehemalig traumatisierten HWS darstelle, könne bei jahrelanger Symptomkonstanz mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Unfallkausalität der geklagten
Armbeschwerden rechts ausgegangen werden. Die 25%ige Arbeitsfähigkeit im
Rahmen der Rente sei aufgrund des Gesundheitszustands ausgewiesen. Unabhängig
davon, wie die momentane Situation im Hinblick auf einen nochmaligen operativen
Eingriff aussehe, sei darauf hinzuweisen, dass der Kreisarzt anlässlich der
Untersuchung von 1998 und der Festlegung von Rentenleistungen und
Integritätsschaden den Ermessensspielraum nach oben voll ausgenützt habe (UV-act.
289). Im Bericht des Neurologen Dr. med. K._, Klinik E._, vom 24. November 2010
wurde als Beurteilung festgehalten, trotz erfolgreicher HWS-Operation mit
Metallentfernung im November 2009 bestünden noch erhebliche Restbeschwerden mit
rechtsseitigen Nackenschmerzen ausstrahlend in den rechten Arm. In wieweit die
Nackenschmerzen mit der Radikulopathie, als Residualbefund der mehrfachen HWS-
Operationen, oder im Rahmen einer Anschlussdegeneration HWK4/5 einzuordnen sei,
sei unklar. Therapeutisch sei die Situation schwierig. Der Patient wolle keine weiteren
Infiltrationen mehr vornehmen lassen (UV-act. 292; Wenigstens eine weitere Infiltration
[vom 10. Juni 2011, act. 309] wurde jedoch durchgeführt).
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2.3 Kreisarzt Prof. J._ legte am 25. Januar 2011 dar, die Armbeschwerden rechts,
neurologisch schwer zuzuordnen, bestünden seit dem Unfallereignis 1992 in
wechselnder Ausprägung und müssten deshalb als unfallkausal angesehen werden.
Bezüglich Zumutbarkeit sei auf die Beurteilung des Kreisarztes vom 10. Dezember
1998 (UV-act. 149) zu verweisen. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Wie
bereits im Bericht vom 18. Oktober 2010 (richtig: 19. Oktober 2010) festgestellt worden
sei, sei eine Erhöhung der Integritätsentschädigung nicht angezeigt (UV-act. 297). Am
23. Februar 2011 bestätigte die Arbeitgeberin, dass der Beschwerdeführer versucht
habe, die Präsenzzeit (50 %) zu steigern. Es habe sich aber gezeigt, dass er sich
wegen der Schmerzen bei einer längeren Arbeitszeit nicht mehr konzentrieren könne.
Darunter habe die Qualität der Arbeit gelitten (UV-act. 299). Am 2. März 2011 ergänzte
Prof. J._, dass die Feststellung des Beschwerdeführers, wonach die Schmerzen
zugenommen hätten, seitdem nicht mehr monatlich Kortison gespritzt werde, an der
Zumutbarkeitsbeurteilung nichts zu ändern vermöge (UV-act. 299 S. 2 unten).
3.
3.1 Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob eine anspruchserhebliche
Änderung eingetreten ist, bildet vorliegend zum einen der Sachverhalt, wie er im
Zeitpunkt der die Rente zusprechenden Verfügung am 15. Februar 1999 bestanden
hat. Zum andern ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der Einstellung des vorübergehend
erbrachten Taggeldes (31. März 2011) bzw. des Erlasses der mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid bestätigten Verfügung vom 21. April 2011 massgeblich. Die
Verfügung vom 15. Februar 1999 stützte sich in medizinischer Hinsicht im
Wesentlichen auf die kreisärztliche Beurteilung vom 10. Dezember 1998 mit der
Bestätigung einer 50%igen Leistungsfähigkeit ab. Dort war ein Zustand nach HWS-
Distorsion mit Kopfaufprall bzw. ein Zustand nach Spondylodesen mit ausgeprägtem
Cervical-Syndrom und starker Funktionseinbusse der HWS in allen Richtungen mit
Ausstrahlungen in den rechten Arm vermerkt worden. Neurologische Ausfälle sowie
radikuläre Zeichen und Instabilitäten wurden verneint, hingegen eine muskuläre
Insuffizienz und ein chronisches Schmerzsyndrom mit Medikamentenabusus (2-4
Tabletten Voltaren 100 pro Tag) festgestellt. Der Beschwerdeführer hatte dem Arzt
unter anderem angegeben, wegen dem duseligen Gefühl und den Schmerzen sei er
auch verlangsamt. Freizeitaktivitäten seien (schmerzbedingt) sehr eingeschränkt (vgl.
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UV-act. 149 S. 3f). Die 50%ige Leistungsfähigkeit bestätigte der Beschwerdeführer in
den Folgejahren bis 2008 immer wieder (UV-act. 188, 199, 212, 223). Im
Zusammenhang mit dem von Dr. H._ im Jahr 2003 bestätigten unfallbedingten
Tinnitus (UV-act. 190) hatte sich offensichtlich keine Veränderung in der
Arbeitsfähigkeit ergeben.
3.2 Für die Zeit von der Operation (Metallentfernung) im Oktober 2009 bis 31. März
2011 erbrachte die Beschwerdegegnerin vorübergehend Taggeldleistungen auf der
Basis der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten (vgl. UV-act. 250, 255, 264, 267,
270, 300). Gegenüber dem Suva-Aussendienstmitarbeiter erklärte der
Beschwerdeführer am 17. Juni 2010, dass er die Arbeit am 11. Januar 2010
stundenweise wieder aufgenommen habe. Die Präsenzzeit habe er kontinuierlich
gesteigert; er arbeite jetzt während ca. 4-5 Stunden pro Tag. Wie hoch seine
Leistungsfähigkeit ausfalle, könne er nicht sagen. Vor der Operation im Oktober 2010
habe seine Leistungsfähigkeit 50% eines Vollpensums betragen (UV-act. 278). Die
Arbeitgeberin gab am 13. Juli 2010 bekannt, dass die Arbeitsleistung des
Beschwerdeführers zwischen 40 und 50% seiner Präsenzzeit (von durchschnittlich 4-5
Stunden pro Tag) variiere (UV-act. 279).
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Oktober 2010 gab der
Beschwerdeführer unter anderem an, vor der Stabentfernung im HWS-Bereich (im
Oktober 2009) sei jede versuchte Drehung des Kopfes mit Schmerzen und einem
Einengungsgefühl verbunden gewesen. Durch die Metallentfernung seien diese
Symptome deutlich besser geworden. Die Ausstrahlung in den rechten Arm sei
allerdings weiterbestehend. Diverse andere Probleme, deren Ursprung mit der HWS-
Problematik in Zusammenhang gebracht werde (kalte Finger, Einschlafen des Arms
nach einer halben Stunde beim Autofahren und bei der Arbeit am Computer), seien
weiterbestehend (Verweis auf frühere Berichte; UV-act. 289 S. 2). Der Neurologe Dr.
K._ führte am 24. November 2010 aus, die Brachialgie zeige typische Symptome
eines radikulären Reizsyndroms C6, die vorübergehend auf Infiltrationen gut
angesprochen hätten. Ein zervikales radikuläres sensomotorisches Ausfallsyndrom
liege aktuell nicht vor. Kernspintomographisch sei keine Kompression der Wurzel C6
rechts erkennbar. Nach Angaben des Patienten bestünden die Schmerzen seit 1992,
so dass eine residuelle Radikulopathie anzunehmen sei. Elektrophysiologisch fänden
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sich keine richtungsweisenden Befunde. Die Ursache der Nackenschmerzen sei unklar.
Im Rahmen der Kurzhospitalisation im Juli 2009 seien gewisse Hinweise für eine
Anschlussdegeneration HWK4/5 gefunden worden (UV-act. 292). Am 7. Januar 2011
berichtete Dr. K._, computertomographisch würden sich keine eindeutigen
strukturellen Veränderungen erkennen lassen, die für die Schmerzen verantwortlich
sein könnten. Insbesondere sei eine Kompression der Nervenwurzel C6 rechts (als
Ursache für die Brachialgie) ausgeschlossen worden. Sehr wahrscheinlich handle es
sich bei der Brachialgie um chronische, therapierefraktäre neuropathische Schmerzen
einer chronischen Radikulopathie. Die Indikation für weitere Infiltrationen sei nicht
gegeben. Die medikamentöse Therapie sei beizubehalten (UV-act. 294). Nachdem der
Beschwerdeführer von Dr. I._ erneut an die Klinik E._ überwiesen worden war (UV-
act. 298), berichteten die Klinikärzte am 16. Juni 2011, im MRI der HWS vom 10. Juni
2011 zeige sich kein Nachweis einer Myelopathie, einer Spinalkanalstenose oder einer
Myelonkompression. Die auf Höhe C5/6 bestehende Nervenwurzeltaschenzyste könne
die Beschwerden nicht verursachen. Die zuletzt am 10. Juni 2011 durchgeführte
Wurzelinfiltration C6 rechts hätte zu einem fast vollständigen Verschwinden der
Symptome während 3-4 Stunden geführt. Es sei eine neuropathische Komponente zu
vermuten. Man empfehle zunächst einen Therapieversuch mit Lyrica (UV-act. 308). Im
Operationsbericht vom 10. Juni 2011 war unter anderem festgehalten worden, dass
sich nach der Metallentfernung eine deutliche Schmerzlinderung zervikal und der
Kopfschmerzen ergeben habe (UV-act. 309).
3.3 Die geschilderte Aktenlage spricht - bezogen auf den streitigen Zeitraum ab
31. März 2011 - für einen im Vergleich zur Situation bei Erlass der Verfügung vom
15. Februar 1999 im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand im HWS-
Bereich bzw. im Bereich des rechten Arms. Insbesondere die vom Beschwerdeführer
geltend gemachte Verschlechterung der Situation im rechten Arm (UV-act. 299) findet
sich in den erwähnten medizinischen Akten nicht durch objektive Befunde bestätigt.
Vielmehr lassen sich den ärztlichen Feststellungen in E. 3.2 auch Hinweise entnehmen,
welche auf eine tendenzielle Verbesserung hindeuten. Eine lediglich unterschiedliche
Einschätzung der erwerblichen Auswirkungen eines seit Jahren im Wesentlichen gleich
gebliebenen (unfallbedingten) Gesundheitsschadens (vgl. UV-act. 270 mit
Bescheinigung einer 25%igen Arbeitsfähigkeit seit 12. April 2010) vermöchte für sich
allein keine Verschlechterung zu begründen, zumal auch der Hausarzt Dr. I._ am 17.
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April 2010 festgehalten hatte, dass die Operation sehr viel gebracht habe und deutlich
weniger Beschwerden vorlägen (UV-act. 270). Die Arbeitgeberin bestätigte am 23.
Februar 2011, dass sich die Tätigkeit des Beschwerdeführers in den letzten zwei
Jahren verändert habe. Für die Lagerbewirtschaftung, d.h. für die Ein- und Ausgänge,
sei er nicht mehr zuständig, womit auch die LWK-Kontrolle wegfalle. Auf dem
Lagerplatz müsse er auch kein Material mehr richten. Er arbeite jetzt ausschliesslich in
der Avor (Arbeitsvorbereitung). Zu 70-80% verrichte er PC-Arbeiten. Zusätzlich müsse
er noch von Hand Listen erstellen oder kontrollieren. Er habe am Arbeitsplatz keine
körperliche Belastung (UV-act. 299). Obwohl mit den Veränderungen am Arbeitsplatz
somit keine offenkundigen negativen Einflüsse auf seine Leistungsfähigkeit verbunden
waren und solche auch nicht geltend gemacht werden, reduzierte der
Beschwerdeführer die Präsenzzeit von zuvor 75% auf 50%. Unfallbedingte Gründe
dafür, dass er an seinem Arbeitsplatz die langjährige frühere Präsenzzeit von 75% nicht
mehr einhielt und die (hälftige) Leistung nicht mehr erbrachte, sind nicht auszumachen.
Die nicht näher begründete Bescheinigung einer verringerten Leistungsfähigkeit durch
die Arbeitgeberin vom 13. Juli 2010 (vgl. UV-act. 279) dürfte unter den geschilderten
Umständen das Ergebnis der am Arbeitsplatz vom Beschwerdeführer durch seine
Arbeitsleistung zum Ausdruck gebrachten Selbsteinschätzung darstellen, welche sich
nicht durch objektive medizinische Gegebenheiten begründen lässt. Nach der späteren
Darstellung der Arbeitgeberin vom 23. Februar 2011 reduziert sich die
Konzentrationsfähigkeit des Beschwerdeführers erst bei einer Arbeitszeit von über
50%. Eine (unfallbedingte) Leistungseinbusse beim Pensum von 50% in der körperlich
nicht belastenden Avor-Tätigkeit bescheinigte sie nicht (UV-act. 299).
Aus der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nachträglich eingeholten
ärztlichen Stellungnahme der Klinik E._ vom 29. Dezember 2011 (act. G 13.1)
ergeben sich sodann keine Sachverhaltsaspekte, welche nicht schon aus dem
Klinikbericht vom 16. Juni 2011 ersichtlich wären (UV-act. 308). Der Umstand, dass
voraussichtlich weiterhin medizinische Behandlungsmassnahmen (vorab eine
regelmässige Medikation zur Schmerzlinderung; UV-act. 308, act. G 13.1) nötig sein
werden, ist vom Beschwerdeführer im Rahmen der Schadenminderungspflicht
hinzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2007, U 510/05, E. 3.3) und
vermag für sich allein keine Erhöhung der Invalidität zu begründen. Wenn Kreisarzt
Prof. J._ eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation mit zusätzlicher
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Invalidisierung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als belegt erachtete und
bezüglich Zumutbarkeit die kreisärztliche Beurteilung von 1998 nach wie vor als
massgebend bezeichnet (UV-act. 297), so erscheint dies mit Blick auf die geschilderte
Aktenlage begründet und nachvollziehbar. Die Tatsache, dass der Kreisarzt im früheren
Bericht vom 19. Oktober 2010 einerseits die Frage, ob "die 25%ige Arbeitsfähigkeit im
Rahmen der Rente" ausgewiesen sei, mit "ja" beantwortete, anderseits jedoch
bezüglich Zumutbarkeit auf die kreisärztliche Beurteilung von 1998 verwies (UV-act.
289 S. 3 und 4), dürfte auf einen Irrtum bzw. eine Konfusion zurückzuführen sein, zumal
der Kreisarzt sich später klar äusserte (UV-act. 297). Ein durch den veränderten
Gesundheitszustand bedingter Revisionsgrund kann unter diesen Umständen - für den
hier zu prüfenden Zeitraum bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids
(14. Juli 2011) - nicht als belegt gelten.
3.4 Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse (im Rahmen einer von der invaliden
Person ausgeübten Tätigkeit) stimmt mit dem Umfang der Invalidität nur dann überein,
wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den
allgemeinen Arbeitsmarkt erübrigen, wenn die versicherte Person eine Tätigkeit ausübt,
bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 117 V 8 E. 2c/aa).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wies in diesem Verfahren darauf hin, dass
die Arbeitgeberin zur Vermeidung einer wirtschaftlichen Notlage beim
Beschwerdeführer sich während der Dauer des Beschwerdeverfahrens auf Zusehen hin
bereit erklärt habe, den bisherigen Lohn weiterhin zu bezahlen, obwohl die effektive
Leistung des Beschwerdeführers nur noch 25% betrage. Sie habe
entgegenkommenderweise von einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgesehen
(act. G 13 S. 3). - Diese Ausführungen, welche einen hier nicht mehr zu prüfenden
Zeitraum nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids betreffen, deuten auf
das Vorliegen eines Soziallohns hin. Sollte ein solcher tatsächlich gegeben sein, könnte
für die Festlegung der Erwerbsunfähigkeit - wie dies anlässlich der
Invaliditätsbemessung im Jahr 1998 (vgl. UV-act. 142, 157 S. 2) und auch anlässlich
der Rentenrevision 2002 (UV-act. 173-175) noch der Fall war - nicht mehr auf das
effektiv erzielte Invalideneinkommen bzw. die effektive Arbeitsleistung abgestellt
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werden, sondern es wäre das zumutbarerweise erzielbare Einkommen auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermitteln und dem Valideneinkommen
gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer hat die Möglichkeit, diese Umstände und
deren Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit im Rahmen eines erneuten
Rentenrevisionsverfahrens (Art. 17 ATSG) prüfen zu lassen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 14. Juli 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG)
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP