Decision ID: 1a7bf042-71a0-4015-bdf2-036e87dc048a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 19. September 2013 (DG130254)
Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. Juli
2013 (Urk. 35) ist diesem Urteil beigeheftet.
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Urteil der Vorinstanz: (Urk. 61)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
- der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d
StGB sowie
- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33
Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a, c und e und Abs. 5 WG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute
[19.9.2013] 115 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. Juli 2013 Ziff. 1
lit. a bis f beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse aufbewahrten Gegenstände
(Sachkautionsnummer ...; Pistole, Munition, Elektroschockwaffe, Klappmesser, Papierware)
werden eingezogen und vernichtet.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. Juli 2013 Ziff. 1
lit. g bis v beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich aufbewahrten Gegen-
stände werden eingezogen und vernichtet.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'600.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'020.– Kosten der Kantonspolizei
Fr. 3'988.– Auslagen Untersuchung
Fr. 2'000.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 12'620.– amtliche Verteidigung gem. Disp. Ziff. 8
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen
Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforde-
rung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
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8. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic.iur. X1._, wird mit Fr. 12'620.– (inkl. Mehr-
wertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
9. (Mitteilungen)
10. (Rechtsmittelbelehrung)"
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 92 S. 2 f.)
1. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei der mehrfachen Widerhand-
lung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG
i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a, c und e und Abs. 5 WG schuldig zu sprechen.
Vom weiteren Vorwurf der strafbaren Vorbereitungshandlung zu Raub
im Sinne von Art. 260bis StGB sei der Beschuldigte und Berufungsklä-
ger freizusprechen.
2. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei mit einer Geldstrafe von
45 Tagessätzen à Fr. 15.– zu bestrafen.
3. Die vom Beschuldigten und Berufungskläger erstandene Haft sei ihm
bei der auszusprechenden Strafe anzurechnen.
4. Dem Beschuldigten und Berufungskläger sei der bedingte Vollzug
der Geldstrafe zu gewähren, dies unter Ansetzung einer Probezeit von
2 Jahren.
5. Einziehung und Vernichtung der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft
IV des Kantons Zürich vom 24. Juli 2013 beschlagnahmten Gegen-
stände soweit mit der Widerhandlung gegen das Waffengesetz in
Zusammenhang stehend und Rückgabe der übrigen beschlagnahmten
Gegenstände (insbesondere auch das Spielgeld) an den Beschuldigten
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und Berufungskläger nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen
hin.
6. Dem Beschuldigten und Berufungskläger seien die in Bezug auf die
Widerhandlungen gegen das Waffengesetz entstandenen Verfahrens-
kosten aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten in Bezug auf die nicht
erstellte Vorbereitungshandlung zum Raub seien demgegenüber auf
die Staatskasse zu nehmen. Die amtlichen Verteidigerkosten seien
vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 95 S. 1)
Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. September 2013 sei
vollumfänglich zu bestätigen.

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 19. September 2013 wurde der
Beschuldigte der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von
Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das
Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a, c und
e und Abs. 5 WG schuldig gesprochen und mit einer bedingt bei einer Probezeit
von 2 Jahren aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft, wovon
115 Tage durch Haft erstanden waren. Weiter entschied die Vorinstanz über
verschiedene beschlagnahmte Gegenstände. Die Kosten der Untersuchung sowie
des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt und die Kosten
der amtlichen Verteidigung unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 61
S. 20-21).
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1.2. Gegen dieses schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil (Urk. 52) liess der
Beschuldigte seinen amtlichen Verteidiger am 26. September 2013 fristgerecht
die Berufung anmelden (Urk. 56). Nach Zustellung des begründeten Urteils
(Urk. 58 = 61; Urk. 60/2) liess der Beschuldigte am 9. Dezember 2014 ebenfalls
innert Frist die Berufungserklärung einreichen (Urk. 62). Mit Präsidialverfügung
vom 14. Januar 2014 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400
Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft übermittelt, um gegebenenfalls An-
schlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen.
Der Staatsanwaltschaft wurde zudem Frist angesetzt, um zu den Beweisanträgen
des Beschuldigten Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte
aufgefordert, verschiedene Auskünfte zu seinen finanziellen Verhältnissen zu
erteilen und durch Unterlagen zu belegen (Urk. 66).
1.3. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 28. Januar 2014 mit, dass
auf eine Anschlussberufung verzichtet und die Bestätigung des vorinstanzlichen
Urteils beantragt werde. Zudem nahm sie zu den Beweisanträgen des Beschul-
digten Stellung (Urk. 68). Der Beschuldigte liess das am 27. Januar 2014 unter-
zeichnete "Datenerfassungsblatt" einreichen (Urk. 70 und Urk. 72). Mit Präsidial-
verfügung vom 10. Januar 2014 wurde dem Beschuldigten die Eingabe der
Staatsanwaltschaft vom 28. Januar 2014 zur freigestellten Vernehmlassung
zugestellt. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefordert, die auf dem "Daten-
erfassungsblatt" dargelegten finanziellen Verhältnisse zu belegen (Urk. 73). Mit
Eingabe vom 21. Februar 2014 liess der Beschuldigte mitteilen, dass an den ge-
stellten Beweisanträgen sowie der Begründung festgehalten werde. Unterlagen,
um die finanziellen Verhältnisse zu belegen, wurden keine eingereicht (Urk. 75).
Mit Präsidialverfügung vom 28. Februar 2014 wurden die Beweisanträge des
Beschuldigten auf Einvernahme diverser Zeugen abgewiesen. Die beiden durch
den Beschuldigten eingereichten Zeitungsauschnitte (Urk. 64) wurden zu den
Akten genommen (Urk. 77).
1.4. Am 3. April 2014 wies sich Rechtsanwalt Dr. X2._
(welcher dem Gericht vorgängig bereits als Zeuge angeboten worden war) als
Vertreter des Beschuldigten aus und reichte eine sich auf das Strafverfahren be-
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ziehende Vollmacht vom 20. März 2014 sowie verschiedene Medienberichte ein.
Ausdrücklich wies Rechtsanwalt Dr. X2._ aber darauf hin, dass dadurch das
Vertretungsverhältnis zwischen dem Beschuldigten und dem amtlichen Verteidi-
ger "nicht als aufgelöst" gelte. Sodann machte Rechtanwalt Dr. X2._ Ausfüh-
rungen zu Rücksprachen, die er mit dem amtlichen Verteidiger getätigt
habe, und beantragte die Einvernahme von zwei weiteren Zeugen. Zur Sache
brachte Rechtsanwalt Dr. X2._ verschiedene Argumente vor und folgerte,
dass der Beschuldigte zumindest "in dubio pro reo" freizusprechen sei (Urk. 81).
1.5. Mit Präsidialverfügung vom 14. April 2014 wurde die Eingabe von Rechts-
anwalt Dr. X2._ den weiteren Verfahrensbeteiligten zugestellt und wurden
die Anträge auf Einvernahme der Zeugen abgewiesen. Die eingereichten Berichte
aus Online-Medien wurden dagegen zu den Akten genommen (Urk. 84).
1.6. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldig-
te, der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X1._, der erbetene Vertei-
diger Rechtsanwalt Dr. X2._ sowie die Staatsanwältin lic. iur. C. Kasper
erschienen sind, waren keine Vorfragen zu entscheiden (Prot. II S. 7 und S. 9).
Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II
S. 18 ff.).
2. Umfang der Berufung / Prozessuales
2.1. Der Beschuldigte lässt das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des Schuld-
spruchs betreffend strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von
Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB (Dispositiv-Ziffer 1, lemma), der Strafzumessung
(Dispositiv-Ziffer 2), des Strafvollzugs (Dispositiv-Ziffer 3), des Entscheids
betreffend die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom
24. Juli 2013 Ziff. 1 lit. g bis v beschlagnahmten Gegenstände (Dispositiv-Ziffern
5) und der Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 7) anfechten (Urk. 62 S. 2-3; Urk. 92,
Prot. II S. 10).
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Damit ist das vorinstanzliche Urteil in den folgenden Punkten unangefochten
geblieben und demnach in Rechtskraft erwachsen (Art. 399 Abs. 3 StPO in
Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO; Prot. II S. 10):
- Schuldspruch betreffend die Widerhandlung gegen das Waffengesetz
(Dispositiv-Ziffer 1, lemma);
- Entscheid betreffend die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des
Kantons Zürich vom 24. Juli 2013 Ziff. 1 lit. a bis f beschlagnahmten Gegen-
stände (Dispositiv-Ziffern 4)
- Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 6);
- Entscheide betreffend die Entschädigung des amtlichen Verteidigers
(Dispositiv-Ziffer 8).
Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
2.2. Der amtliche Verteidiger beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung
(Urk. 91), es seien B._ (Ziff. 1), "C._" (Ziff. 2), D._ (Ziff. 3), Fw mbA
E._ von der Kantonspolizei Zürich (Ziff. 4), F._ (Ziff. 6), G._ (Ziff. 7)
sowie H._ (Ziff. 8) als Zeugen zu befragen. Weiter beantragte er, dass der
Artikel der ... Zeitung vom tt. Juli 2013 sowie derjenige der ...zeitung vom tt. Juli
2013 (Ziff. 5), diverse Internet-Auszüge (Ziff. 9) sowie das Kaufangebot über das
Schloss I._ (Ziff. 10) zu den Akten genommen werden.
Die vorstehend erwähnten Zeitungsartikel, welche der amtliche Verteidiger mit der
Berufungserklärung eingereicht hatte, wurden bereits als Urk. 64 zu den Akten
genommen (Urk. 77 S. 6). Ebenso wurden die durch den erbetenen Verteidiger
(Rechtsanwalt Dr. X2._) eingereichten Internet-Auszüge als Urk.
83/2-4 zu den Akten genommen (Urk. 84 S. 2). Auf diese beiden Beweisanträge
(Ziff. 5 und 9) ist damit nicht weiter einzugehen. Das anlässlich der Berufungs-
verhandlung eingereichte Kaufangebot über das Schloss I._ fand
sodann – antragsgemäss (Ziff. 10) – als Urk. 90 Eingang in die Akten (vgl. Prot. II
S. 9). Auf die übrigen Beweisanträge betreffend die Einvernahmen diverser
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Personen als Zeugen (Ziff. 1-4, 6 und 7) ist nachstehend an geeigneter Stelle
einzugehen.
3. Sachverhalt / rechtliche Würdigung
3.1. Anklagesachverhalt und Standpunkt des Beschuldigten
3.1.1. Die Vorinstanz hat den Anklagesachverhalt bezüglich der strafbaren
Vorbereitungshandlungen zu Raub zutreffend wiedergegeben (Urk. 61 S. 5;
vgl. Urk. 35 S. 2-4). Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.1.2. Der Beschuldigte bestreitet auch berufungsweise, in Zürich einen Raub ge-
plant und hierzu Vorbereitungshandlungen getätigt zu haben. Er sei im Jahr 2012
mit der Aussicht auf ein Grundstücksgeschäft nach Venedig gelockt worden, wo
ihm gegen Übergabe von 80'000 Euro falsche US-Dollar-Noten übergeben wor-
den seien. Mit Hilfe eines italienischen Privatdetektivs habe er herausgefunden,
dass die Mafia diesen Betrug veranlasst habe und dass die so ertrogenen Gelder
jeweils am letzten Dienstag eines jeden Monats in Zürich bei der Bank J._
einbezahlt würden. Er habe den Betrüger in Zürich abpassen, diesen verfolgen
und sein Geld zurückfordern wollen. Die in der Anklageschrift erwähnten Gegen-
stände habe er zu seinem Selbstschutz mitgeführt. Aus diesem Grund und da er
im Zusammenhang mit seinem Patent der ... [Verein] habe Unterlagen überbrin-
gen wollen, sei er nach Zürich gekommen (Urk. 15/1 S. 3 ff., Urk. 15/3 S. 2 f.,
Urk. 15/4 S. 3 ff., Urk. 15/6 S. 2 ff., Prot. I S. 8; Urk. 62 S. 3; Urk. 89 S. 7 ff.;
Urk. 92 S. 3 ff.; Prot. II S. 11 ff.).
3.1.3. Es ist somit in der Folge zu prüfen, ob der von der Vorinstanz als erstellt
erachtete und vom Beschuldigten bestrittene Anklagesachverhalt aufgrund der
vorliegenden Beweismittel rechtsgenügend erstellt ist.
3.2. Grundsätze der Beweiswürdigung
3.2.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, wie bei der Erstellung des Anklage-
sachverhalts methodisch vorzugehen ist, zutreffend wiedergegeben (Urk. 61
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S. 3-4). Auf diese Erwägungen kann vorab verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4
StPO). Ergänzend und präzisierend ist Folgendes festzuhalten:
3.2.2. In einem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld
hohe Anforderungen zu stellen. Gemäss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV
fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime 'in dubio pro reo' ist
bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die wegen einer
strafbaren Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (BGE 127 I 40, BGE 120
Ia 31 E. 2b). Angesichts der Unschuldsvermutung, die auch in Art. 10 Abs. 1
StPO statuiert ist, besteht somit Beweisbedürftigkeit, das heisst, der verfolgende
Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemen-
te nachzuweisen, woraus folgt, dass der Beschuldigte seine Unschuld nicht zu
beweisen hat (BGE 127 I 40 f.).
3.2.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, sind die
Depositionen frei zu würdigen (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher
Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu
untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf
den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise,
wie die Angaben erfolgen. Beim Abwägen von Aussagen ist zwischen der Glaub-
würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben zu unterscheiden.
Während erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden
kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll,
ob sich der behauptete Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht
(Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Die
allgemeine Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen
Stellung auch aus ihrem wirtschaftlichen Interesse am Ausgang des Verfahrens
sowie vor allem aus deren persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den
übrigen Prozessbeteiligten. Bei der Würdigung von Aussagen darf jedoch nicht
einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden
abgestellt werden, denn dies lässt nach neueren Erkenntnissen keinen allge-
meinen Rückschluss auf die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu. Massgebend ist
vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Äusserungen.
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Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist generell auf Struktur-
brüche innerhalb einer Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf
Widersprüche, vor allem aber auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl
von Realitätskriterien und das Fehlen von Lügensignalen zu achten (Bender/
Nack/Treuer, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. Auflage, München 2007,
S. 72 ff., vgl. auch Rolf Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von
Zeugenaussagen, SJZ 81, 1985, S. 53 ff.).
3.2.4. Im Bereich rechtfertigender Tatsachen trifft den Beschuldigten indes eine
gewisse Beweislast. Seine Behauptungen müssen plausibel sein; es muss ihnen
eine gewisse Überzeugungskraft zukommen. Zumindest bedarf die Behauptung
des Beschuldigten gewisser Anhaltspunkte, sei es in Form konkreter Indizien oder
einer natürlichen Vermutung für seine Darstellung, damit sie als Entlastungs-
tatsache dem Urteil zugrunde gelegt wird. Ein strikter Beweis kann hingegen vom
Beschuldigten nicht verlangt werden; doch muss seine Behauptung glaubhaft
sein. Wenn die belastenden Beweise nach einer Erklärung rufen, welche der
Beschuldigte geben können müsste, dies jedoch nicht tut, darf nach Massgabe
des gesunden Menschenverstandes der Schluss gezogen werden, es gebe keine
mögliche Erklärung und er sei schuldig. Nichts anderes kann gelten, wenn er zwar
eine Erklärung gibt, diese aber unglaubhaft oder gar widerlegt ist. Der Grundsatz
"in dubio pro reo" zwingt somit nicht dazu, jede entlastende Angabe des Beschul-
digten, für deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis
vorhanden ist, als unwiderlegt zu betrachten. Nicht jede aus der Luft gegriffene
Schutzbehauptung braucht durch einen hieb- und stichfesten Beweis widerlegt
zu werden (Bundesgerichtsentscheide 6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011,
E. 1.6, und 6B_562/2010 vom 28. Oktober 2010, E. 2.1; vgl. auch Beschlüsse des
Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 5. Oktober 2005, AC050005, S. 10 f.;
Pra 90 (2001) Nr. 110 S. 43, und vom 3. September 1991, 91/177S, S. 5 f.).
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3.3. Rechtliches
3.3.1. Nach Art. 260bis Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer planmässig konkrete
technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang
zeigen, dass er sich anschickt, eines der abschliessend aufgezählten Delikte,
namentlich einen Raub, auszuführen.
3.3.2. In objektiver Hinsicht genügt dabei nicht jede entfernte und in ihrer Zielrich-
tung noch vage Tätigkeit zur Vorbereitung eines Delikts. Vielmehr müssen die
Vorkehrungen planmässig und konkret sein, mithin müssen mehrere überlegt
ausgeführte Handlungen vorliegen, denen im Rahmen eines deliktischen Vorha-
bens eine bestimmte Vorbereitungsfunktion zukommt. Zudem müssen sie nach
Art und Umfang so weit gediehen sein, dass vernünftigerweise angenommen
werden kann, der Täter werde seine damit manifestierte Deliktsabsicht ohne wei-
teres in Richtung auf eine Ausführung der Tat weiterverfolgen. Mit anderen Wor-
ten muss der Täter zumindest psychologisch an der Schwelle der Tatausführung
angelangt sein. Dies setzt aber noch nicht voraus, dass er auch materiell im Be-
griff ist, zur Ausführung der Tat anzusetzen. Ebenfalls verlangt diese Bestimmung
noch nicht, dass die Vorkehrungen auf ein nach Ort, Zeit und Begehungsweise
bereits hinreichend konkretisiertes Delikt Bezug haben (BGE 111 IV 155 E. 2b;
Bundesgerichtsentscheid 6P.173/2004 bzw. 6S.450/2004, vom 18. Februar 2005,
E. 4.1, je mit Hinweisen).
3.3.3. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Da die Tathandlung eine
Planmässigkeit voraussetzt, ist Eventualvorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB
grundsätzlich ausgeschlossen, mit Ausnahme der in Aussicht genommenen
Straftat (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar StGB, Zürich 2013, N 11
zu Art. 260bis StGB).
3.3.4. Aus der Planmässigkeit der Vorkehrungen lässt sich auf die verbrecheri-
sche Absicht schliessen. Das Erfordernis des planmässigen Handelns ist erfüllt,
wenn mehrere, unter sich zusammenhängende, systematisch über einen
gewissen Zeitraum hinweg fortgeführte Handlungen vorliegen, die in ihrer Ge-
samtheit nicht mehr "harmlos" sind, sondern auf den Verbrechensplan verweisen
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(Bundesgerichtsentscheid 6P.173/2004 bzw. 6S.450/2004, vom 18. Februar
2005, E. 4.1, mit Hinweisen). Der Täter, der im Hinblick auf einen Raubüberfall,
dessen Ablauf bloss in weiten Konturen (z.B. Überfall auf noch nicht bestimmte
Bank in einer bestimmten Region), aber nicht schon im Detail geplant ist, bereits
eine Reihe konkreter technischer Vorkehrungen getroffen hat, die erkennen
lassen, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach die Tat nach Abschluss weiterer
Massnahmen ausführen wird, ist an der – vorstehend erwähnten – psychologi-
schen Schwelle zur Tatausführung angelangt, und es besteht objektiv und
subjektiv eine zureichende Beziehung zwischen der Vorbereitung und einem
bestimmten Deliktstatbestand, um nach dem Willen des Gesetzgebers Art. 260bis
Abs. 1 StGB Platz greifen zu lassen (BGE 111 IV 155 E. 2b, mit Hinweisen).
3.4. Würdigung
3.4.1. Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel sorgfältig analysiert
und daraus die richtigen Schlüsse gezogen (Urk. 6-12). Darauf kann vorab
vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachstehenden
Erwägungen sind damit bloss ergänzender und präzisierender Natur.
3.4.2. Der Anklagevorwurf stützt sich im Wesentlichen darauf, dass beim
Beschuldigten bzw. in dessen Fahrzeug diverse Gegenstände sichergestellt wor-
den sind, die – objektiv und in ihrer Gesamtheit betrachtet – auf einen geplanten
Raubüberfall schliessen lassen. So führte der Beschuldigte bei seiner Verhaftung
am 28. Mai 2013 einen handschriftlichen Drohbrief mit dem Inhalt "Ich habe eine
geladene Waffe; Bombe im Gebäude; Fernzündung; Bin bereit zu sterben; Sie
sterben mit mir" (Urk. 5 S. 1; Urk. 15/2 S. 1), einen Handfunksender (Urk. 5 S. 1),
einen Zeitungsartikel vom 8. April 2013 über einen Bankraub in Berlin (Urk. 5
S. 2), ein Handfunkgerät (Urk. 5 S. 2), eine Faustfeuerwaffe der Marke SLP CZ
85, 9x19 mm (nicht geladen, mit eingesetztem Magazin, welches 11 Patronen
Aguila 9 mm enthielt; Urk. 1 S. 9; Urk. 15/2 S. 9 und S. 10), Kabelbinder,
Spielgeld-Noten (US-Dollar; Urk. 5 S. 3) sowie ein Foto einer Bombenattrappe
(Urk. 15/2 S. 11) mit sich (Urk. 1 S. 5; Urk. 23/2). Zudem konnten in der Folge
in seinem Fahrzeug – unter anderem – drei Latex- bzw. Fastnacht-Masken mit
älteren Männergesichtern, eine schwarze Unterziehkappe mit zwei Augen- und
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einem Mundloch (entgegen den bisher ergangenen Akten keine Roger-Staub-
Mütze, die bekanntlich ein grosses Loch für das ganze Gesicht aufweist),
ein künstlicher Schnurrbart, Theaterleim für Perücken und Bärte, weisse Latex-
Handschuhe, ein einhändig bedienbares Klappmesser, ein Teppichmesser, ein
Elektroschockgerät, ein Pfefferspray, eine Schachtel echter Munition (34 Patronen
Aguila 9 mm), eine Spielzeugpistole sowie weitere Bilder mit einer Bombe
sichergestellt werden (Urk. 23/2).
Sodann wird der Anklagevorwurf dadurch gestützt, dass der Beschuldigte gemäss
eigenen Angaben zweimal innert kurzen Zeit nach Zürich reiste, dabei – unter
anderem – jeweils die Bank J._ an der Bahnhofstrasse ... aufsuchte und dort
sowohl die Örtlichkeit um das Bankgebäude als auch den Innenbereich der Bank
auskundschaftete. So schaute er bei seinem ersten Aufenthalt in Zürich am
14. Mai 2013 das Gebäude zunächst von aussen an und betrat es anschliessend,
um sich ein Bild vom Eingangsbereich und der Schalterhallte zu machen (Urk. 18
S. 5; Urk. 89 S. 12, S. 15 und S. 36). Bei seinem zweiten Aufenthalt in Zürich am
28. Mai 2013 traf er sich in der Bank J._ mit einem Bankangestellten,
K._, mit welchem er einen Tag zuvor einen Termin vereinbart hatte. Bei die-
sem Beratungsgespräch gab er einen falschen Namen an und erklärte wahr-
heitswidrig, er hätte in Frankfurt für 11 Millionen Euro ein Hotel verkauft und be-
absichtige, in Kürze in die Schweiz zu ziehen (Urk. 15/1 S. 5; Urk. 18 S. 12;
Urk. 89 S. 12, S. 32 und S. 36).
3.4.3. Der Beschuldigte macht – wie vorstehend erwähnt – geltend, er sei im
Zusammenhang mit einem Grundstücksgeschäft nach Venedig gelockt worden.
Dort seien ihm die falschen US-Dollar untergejubelt worden. Es seien ihm total
80'000 Euro abgenommen worden. Es sei Ruck-Zuck gegangen, der ca.
26-jährige Mann habe das Geld von ihm genommen und sei weggerannt. Durch
einen Detektiv habe er herausgefunden, dass hinter der Angelegenheit drei
Familien stecken würden und dass jeweils am letzten Dienstag eines Monats
zwischen 9.00 und 10.00 Uhr die Gelder bei einer Schweizer Bank einbezahlt
würden. Er sei davon ausgegangen, dass wenn er diesen Italiener, der ihm
das Geld weggenommen habe, hier in Zürich finden werde, er auch dessen Vater
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finden würde, der in Zürich ein Geschäft habe. Er habe diese beiden Personen
finden und sein Geld zurückverlangen wollen (Urk. 15/1 S. 3 und auch S. 10 f.;
vgl. Urk. 15/3 S. 2; vgl. Urk. 89 S. 8 f. und S. 17).
Die Ausführungen des Beschuldigten zum Betrug in Italien sind zwar – mit der
Vorinstanz (Urk. 61 S. 7 f.) – reichlich knapp und wenig detailliert, weshalb die
genauen Umstände dieses Vorfalls unklar bleiben. Diese Geschichte wurde aber
wenigstens sinngemäss sowohl von L._ (Urk. 16/1 S. 10; Urk. 16/2 S. 3; Urk.
16/3 S. 6 f.) als auch von M._ (Urk. 17/2 S. 4) bestätigt. Es ist somit davon
auszugehen, dass der Beschuldigte zusammen mit D._ und F._ tat-
sächlich in Italien in einen Betrugsfall verwickelt war, bei welchem sie im Rahmen
eines fingierten Grundstückgeschäfts eine angebliche Provision in der Höhe von
80'000 Euro an einen unbekannten Italiener leisteten und ihnen zwar ebenfalls ei-
ne Provision in Aussicht gestellt wurde, ihnen dann aber falsche US-Dollar über-
geben worden sind. Weiter ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte selber
nicht in dieses fingierte Grundstückgeschäft involviert war. Er vermittelte lediglich
eine Person, welche die benötigten 80'000 Euro zur Verfügung stellte, und beglei-
tete schliesslich D._, den Vermittler des Grundstückverkäufers, sowie
F._ nach Italien (so gab auch L._ an, der Beschuldigte sei bei diesem
Vorfall lediglich als Bote oder Chauffeur beteiligt gewesen; Urk. 16/2 S. 3). Da der
Beschuldigte schliesslich für die ihnen zur Verfügung gestellten 80'000 Euro bürg-
te, entstand ihm trotz seiner untergeordneten Rolle bei diesem fingierten Grund-
stückgeschäft ein finanzieller Schaden (Urk. 89 S. 8 f., S. 20 ff. und S. 33).
In Bezug auf den Vorfall in Italien wird somit vollumfänglich auf die Sach-
darstellung des Beschuldigten abgestellt. Entsprechend erübrigt es sich, die
vom Beschuldigten bezeichneten Personen als Zeugen einzuvernehmen, da die-
se Anträge lediglich darauf abzielen, die in diesem Zusammenhang stehenden
Aussagen des Beschuldigten zu untermauern (vgl. Urk. 62 S. 4 ff.; Urk. 81 S. 2 f.;
Urk. 91 S. 1 f.; vgl. ebenso die Staatsanwaltschaft, Urk. 95 S. 2). Die Beweis-
anträge des Beschuldigten auf Einvernahme diverser Personen als Zeugen sind
damit abzuweisen.
- 15 -
3.4.4. Ausgehend von diesem Betrugsfall in Italien erscheint es grundsätzlich
nachvollziehbar, wenn der Beschuldigte geltend macht, er habe in der Folge
einen Privatdetektiv engagiert, um die Hintermänner dieser Betrugsgeschichte
aufzuspüren (Urk. 15/1 S. 3 f. und S. 12; Urk. 89 S. 8). Wenn dieser Detektiv dann
ein Treffen zwischen dem Beschuldigten und einem ehemaligen Mitglied der in
diesen Betrugsfall involvierten italienischen Mafia vereinbart und dieser Informant
dem Beschuldigten schliesslich mitgeteilt haben soll, dass er den unbekannten
Italiener, der ihn betrogen hat, in Zürich finden könne, da dieser jeweils am letzten
Dienstag jeden Monats Gelder auf eine Bank in Zürich, die Bank J._ an der
Bahnhofstrasse ..., bringe (Urk. 89 S. 8 f.; vgl. auch Urk. 15/1 S. 3), muten diese
Angaben jedoch reichlich abenteuerlich an und erscheinen höchst fraglich. Doch
selbst wenn von dieser Geschichte auszugehen ist, stellt sich die Frage, aus wel-
chem Grund der Beschuldigte sämtliche vorstehend aufgeführten Gegenstände
bei sich hatte bzw. in seinem Fahrzeug mitführte, als er nach Zürich reiste, und ob
er tatsächlich nur deshalb die Bank J._ aufsuchte, um den unbekannten Itali-
ener zu finden.
3.4.5. Für die Sachdarstellung des Beschuldigten, wonach er den unbekannten
Italiener bzw. dessen Vater in Zürich ausfindig machen wollte, spricht – mit der
Vorinstanz (Urk. 61 S. 8) – im Wesentlichen einzig das mitgeführte Spielgeld,
welches er ihnen zurückgeben und dafür seine 80'000 Euro zurückverlangen
wollte (Urk. 15/1; ebenso Urk. 89 S. 18). Da der Beschuldigte befürchtete, die
italienische Mafia stecke hinter der ganzen Betrugsgeschichte ("Es wurde
mir später gesagt, dass es [die] Mafia sei und ich mein Leben aufs Spiel stellen
würde."; Urk. 15/1 S. 3), erscheint es insofern auch erklärbar, dass er sich im
Hinblick auf ein allfälliges Treffen mit dem unbekannten Italiener bzw. dessen
Vater bewaffnete, um sich allenfalls schützen zu können ("Ich habe mich dazu
vorbereitet und eine Waffe mitgenommen.", Urk. 15/1 S. 6). Entsprechend ist mit
der Darstellung des Beschuldigten noch vereinbar, dass er in Zürich eine richtige
Pistole samt Munition bei sich hatte ("Wenn ich den Unbekannten oder seinen
Vater getroffen hätte, hätte ich sie [die Pistole] zum Selbstschutz dabei gehabt.
Ausserdem weiss man ja auch nicht, wie die Situation eskaliert.", Urk. 15/1 S. 14;
vgl. ebenso Urk. 89 S. 29).
- 16 -
Nicht nachvollziehbar und teilweise widersprüchlich sind aber die Ausführungen
des Beschuldigten dazu, weshalb er die weiteren sichergestellten Gegenstände
bei sich hatte bzw. in seinem Fahrzeug mitführte. Wie die Vorinstanz bereits
erwog (Urk. 61 S. 8), konnte der Beschuldigte nicht plausibel erklären, wie er
gegen den Italiener, der ihn betrogen hatte, bzw. gegen dessen Vater hätte
vorgehen wollen und wie er die jeweiligen Gegenstände konkret hätte einsetzen
wollen. So gab er in Bezug auf die Kabelbinder, die er in seiner Tasche mitgeführt
hatte, zunächst an: "Ich weiss ja nicht, wie die Situation ist. Ich habe mich wegen
diesen Personen gut vorbereitet." Auf die Frage, ob er diese im Zusammenhang
mit den Personen (gemeint dem Italiener bzw. dessen Vater) mitgeführt habe,
erklärte er dann aber: "Nein, ich hatte die einfach dabei" (Urk. 15/1 S. 14 f.).
Weiter führte er zu seinem Drohschreiben mit dem Inhalt "Ich habe eine geladene
Waffe; Bombe im Gebäude; Fernzündung; Bin bereit zu sterben; Sie sterben
mit mir" lediglich aus: "Ich habe das geschrieben und zwar vor ein paar Tag[en].
Dies aus dem Grund, wenn ich denen gegenüber trete, habe ich keine Angst und
wollte sie damit einschüchtern. Ich weiss nicht, ob es in einem Geschäft oder ei-
nem Haus gewesen wäre" (Urk. 15/1 S. 15) bzw.: "Wenn ich hier bedroht worden
wäre, dann hätte ich dieses Foto gezeigt. Hier ist eine Bombe, ich möchte wieder
hinaus. Man muss damit rechnen, dass man von diesen Leuten zurückbehalten
wird" (Urk. 89 S. 19). Sodann sind die Angaben des Beschuldigten in Bezug auf
die drei Masken mit den älteren Männergesichtern widersprüchlich. So gab er
zunächst an, dass es sich dabei um Faschingartikel von seinem früheren
Geschäft gehandelt habe. Er habe diese schon jahrelang im Auto gehabt
(Urk. 15/4 S. 2). In einer späteren Einvernahme führte er hierzu aber aus, er habe
diese Masken in Italien von seinen Freunden erhalten: "Dies war vor ca. 1 Jahr.
Seitdem liegen diese Masken in meinem Auto. Vielleicht hatte ich auch gedacht,
dass ich diese Masken brauchen würde. Dies wegen der Geschichte in Italien
damals" (Urk. 18 S. 18). Weiter gab der Beschuldigte an, die schwarze Unterzieh-
kappe mit den Augen- und Mundlöchern habe er zum Skifahren und zum Motor-
radfahren benutzt (Urk. 15/4 S. 2; wobei er aber letztmals vor etwa 8 bis 9 Jahren
Ski gefahren sei, Urk. 89 S. 6). Diese Angaben wurden allerdings von L._ –
nota bene ein langjähriger Freund und Geschäftspartner des Beschuldigten (Urk.
- 17 -
15/1 S. 6; Urk. 18 S. 2) – bestätigt. So erklärte dieser auf die Frage, ob der Be-
schuldigte Ski oder Motorrad fahre: "Ski... weiss ich nicht. Ich glaube er hat selber
kein Motorrad" (Urk. 18 S. 18). Nicht plausibel erscheinen sodann die Aussagen
des Beschuldigten in Bezug auf die in seinem Fahrzeug sichergestellten Fotos,
auf welchen eine Bombe zu sehen ist. Obwohl dieselben Bilder auf einer ebenfalls
in seinem Fahrzeug sichergestellten Fotokamera abgespeichert waren, weshalb
davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte diese Aufnahmen gemacht hatte,
konnte oder wollte er nicht erklären, ob bzw. wann und wo er diese Bilder aufge-
nommen hatte (Urk. 15/4 S. 2 f.). Angesichts des wohl nicht alltäglichen
Sujets erscheint auch sehr unglaubhaft, dass der Beschuldigte nicht einmal
angeben konnte, wo er jemals eine solche Bombe gesehen hatte (Urk. 15/4 S. 2).
Und schliesslich gab der Beschuldigte bezüglich des einhändig bedienbaren
Klappmessers sowie des Elektroschockgeräts lediglich an, dies seien Utensilien
aus seinem ehemaligen Geschäft gewesen (Urk. 15/6 S. 3).
Auch anlässlich der Berufungsverhandlung vermochte der Beschuldigte in keiner
Weise vernünftig darlegen, wie er die Gegenstände, die er bei sich hatte bzw. in
seinem Fahrzeug mitführte, konkret hätte einsetzen wollen. Während er zwar
mehrfach betonte, er habe sich einen Plan zurecht gelegt gehabt, wie er gegen
den unbekannten Italien habe vorgehen wollen, um sein Geld zurück zu holen
(Urk. 89 S. 17: "Wie ich schon gesagt habe, habe ich mir zuvor einen Plan zurecht
gelegt. Dies muss man ja, da ich diese beiden Männer finden wollte."; Urk. 89
S. 19: "Man muss sich vorstellen, was könnte alles passieren. Man muss ja mit
dem Schlimmsten rechnen. Wie gesagt, man macht sich einen Plan. Ob dieser
dann aber durchführbar ist, steht in den Sternen."), konnte er dennoch nicht
plausibel und nachvollziehbar darlegen, wie dieser Plan ausgesehen hätte und für
was er die bei ihm sichergestellten Gegenstände hätte gebrauchen wollen
(Urk. 89 S. 17: "Für mich war logisch, dass dies kein gutes Bild machte, dass all
diese Gegenstände im Fahrzeug waren."; Urk. 89 S. 17: "Der Plan war, diese
Personen finden und das Geld zurückzuholen. Also zuerst muss man diese
Personen finden. Und dann kommt dazu, was könnte passieren, vielleicht braucht
man dies oder sonst was."; Urk. 89 S. 18: "Ich hatte diese [all diese Gegenstände]
schon lange im Auto. Vielleicht hätte ich sie brauchen können, wenn ich bedroht
- 18 -
worden wäre, zum Selbstschutz. Man weiss ja nicht im Voraus, wie es ausgehen
wird.").
Bei all den Gegenständen, die der Beschuldigte bei sich hatte bzw. in seinem
Fahrzeug mitführte, handelt es sich objektiv und in ihrer Gesamtheit betrachtet
um geradezu typische Raubutensilien, ein komplettes, verschiedene Szenarien
abdeckendes "Raub-Equipment". Schon daraus muss nahezu zwingend darauf
geschlossen werden, dass der Beschuldigte auch tatsächlich eine solche Tat
plante bzw. begehen wollte. Es hätte deshalb an ihm gelegen, diesen Schluss
einigermassen nachvollziehbar zu entkräften bzw. wenigstens zu erschüttern. Der
Beschuldigte vermochte indessen in keiner Weise plausibel darzulegen, weshalb
er über all diese Sachen verfügte. Seine diesbezüglichen Aussagen sind
grösstenteils nichtssagend, ausweichend, widersprüchlich oder konstruiert
wirkend und vermögen darum nicht zu überzeugen. Sie sind vielmehr als blosse
Schutzbehauptungen zu würdigen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
3.4.6. Der Beschuldigte macht sodann – wie vorstehend dargelegt – geltend, er
habe einen Termin bei der Bank J._ abgemacht, da ihm ein Informant in
London mitgeteilt habe, dass der unbekannte Italiener jeweils am letzten Dienstag
eines Monats zwischen 9.00 bis 10.00 Uhr bei dieser Bank Geld einbezahle (Urk.
15/1 S. 3 und S. 5; Urk. 15/4 S. 5; Urk. 89 S. 9 und 25). Diese Angaben erschei-
nen aber ebenfalls als unglauhaft, stehen mit seinem eigenen Verhalten in Wider-
spruch und sind wiederum als blosse Schutzbehauptungen zu würdigen. Wäre es
dem Beschuldigten nämlich tatsächlich nur darum gegangen, den unbekannten
Italiener bei der Bank J._ ausfindig zu machen, dann wäre zu erwarten ge-
wesen, dass er während mindestens der gesamten Zeitdauer, mithin von 9.00 bis
10.00 Uhr, die Bank beobachtet hätte. Doch wie den Aussagen von L._ zu
entnehmen ist, befanden sich der Beschuldigte um ca. 9.15 Uhr noch zusammen
mit ihm (L._) und M._ in einem Café. Erst dann hätten sie bezahlt und
seien hinausgegangen (Urk. 18 S. 7). Ebenso erklärte M._, dass ihn die bei-
den (der Beschuldigte und L._) gegen 9.15 Uhr verlassen hätten (Urk. 17/1
S. 4). Aus Aufzeichnungen von Überwachungskameras ergibt sich sodann, dass
sich der Beschuldigte und M._ um 9.23 Uhr noch an der ...-gasse befanden
- 19 -
(Urk. 17/6 S. 4; vgl. ebenso der Beschuldigte, wonach er sich zusammen mit
Herrn M._ vor dem Termin mit Herrn K._ bei den Bijouterien vis-à-vis
der Bank J._ aufgehalten habe, Urk. 89 S. 26) und der Beschuldigte die
Bank J._ um 9.26 Uhr betreten hat (Urk. 10). Dort angelangt, hielt er aber
nicht Ausschau nach dem unbekannten Italiener, sondern traf sich um 9.30 Uhr
mit einem Bankangestellten namens K._. Gemäss den Angaben des Be-
schuldigten habe er sich während ca. 1⁄4 Stunde, also zwischen 9.30 und 9.45 Uhr
(Urk. 15/1 S. 5 f.; vgl. ebenso Urk. 89 S. 14), bzw. während 10 Minuten (Urk. 18
S. 12) in der Bank aufgehalten (Urk. 15/4 S. 5; "Ich habe mich vorgestellt unter ei-
nem anderen Namen und mit dem Herrn K._ ein Gespräch geführt und ge-
merkt, dass es da nicht so war, wie ich es mir vorgestellt habe und habe mich
wieder verabschiedet", Urk. 15/4 S. 10; "Es war ja nicht lange das Gespräch,
nachdem ich festgestellt habe, dass hier die Verhältnisse nicht gehen, dass man
die Kunden kommen und gehen sieht", Urk. 15/4 S. 12; "Ich sah dann, dass ich
keine Personen dort sehen kann. Deshalb habe ich das Gespräch relativ rasch
beendet", Urk. 89 S. 14). Anschliessend wartete der Beschuldigte aber wiederum
nicht darauf, dass der unbekannte Italiener in der Bank erscheint. Vielmehr holte
er gemäss seinen Angaben die Tasche mit der Pistole, die er zuvor in einer Kir-
che deponiert habe, und ging in Richtung See (Urk. 15/6 S. 1 f.; Urk. 18 S. 13; vgl.
auch Urk. 89 S. 28). Bereits um ca. 10.00 Uhr sei er dann zusammen mit L._
und M._ dort gewesen, wo sie verhaftet worden seien (Urk. 15/1 S. 8), mithin
beim Bürkliplatz (vgl. Urk. 30/1). Wie diesen Ausführungen entnommen werden
kann, hat sich der Beschuldigte somit nur während eines Bruchteils der ganzen
Stunde, innert welcher er den unbekannten Italiener angeblich erwartete, vor bzw.
in der Bank J._ aufgehalten, und zudem auch in dieser Zeit noch in einer al-
les andere als beobachtenden Position, sondern in einem Besprechungszimmer
durch ein Gespräch absorbiert. So erschien er dort erst um 9.26 Uhr und musste
diesen Ort bereits einiges vor 10.00 Uhr verlassen haben. Zudem vereinbarte er –
wie gesehen – ausgerechnet während dieser Zeit ein Beratungsgespräch. Da die-
ses Gespräch in einem Sitzungszimmer stattfand (Urk. 15/6 S. 1; Urk. 19/17; Urk.
89 S. 31), konnte er auch während dieser Zeit nicht Ausschau nach dem unbe-
kannten Italiener halten.
- 20 -
Nicht nachvollziehbar und gegen die Sachdarstellung des Beschuldigten spricht
sodann, dass der Beschuldigte beim Banktermin einen falschen Namen und eine
erfundene Geschichte über einen angeblichen Hotelverkauf angab (Urk. 15/1
S. 5; Urk. 15/4 S. 10). Wenn es dem Beschuldigten tatsächlich nur darum ge-
gangen wäre, sich mittels eines Beratungsgesprächs im Innern der Bank aufhal-
ten zu können, um dadurch den unbekannten Italiener zu finden, so ist kein Grund
ersichtlich, weshalb er gegenüber dem Bankangestellten diese falschen Angaben
hätte machen sollen. Bei diesem Gespräch hätte er vielmehr – wie er es auch
gegenüber seinen beiden Begleitern erwähnte – die Finanzierung seines Patentes
thematisieren können (vgl. Urk. 16/1 S. 4; Urk. 17/2 S. 3 f.). Die diesbezügliche
Erklärung des Beschuldigten, wonach er einen falschen Namen angegeben habe,
damit der unbekannten Italiener seine Identität nicht erfahre, wenn er diesen in
der Bank J._ getroffen hätte (Urk. 89 S. 13), vermag angesichts des in der
Schweiz zur Zeit noch geltenden Bankkundengeheimnisses nicht zu überzeugen
und erscheint damit als blosse Schutzbehauptung.
Und schliesslich spricht – mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 9) – auch der Inhalt
des Beratungsgesprächs bei der Bank J._ gegen die Sachdarstellung des
Beschuldigten. So gab der Bankangestellte, K._, als Zeuge an, der Beschul-
digte habe während des Beratungsgesprächs erwähnt, dass er sich auch im
Kunsthandel betätigen würde und dass er dann, wenn es zu einer Kunden-
beziehung käme, grössere Geldbeträge, auch 7-stellige, in Cash müsse beziehen
können. Der Beschuldigte habe sich gar nicht nach den Konditionen und
Leistungen der Bank erkundigt, sondern es sei das Hauptthema gewesen, wie er
an grössere Bargeldsummen kommen könne (Urk. 19/17 S. 5). Der Beschuldigte
bestritt zwar noch in der Untersuchung, dass er sich bei diesem Gespräch über
das Abheben von grösseren Geldbeträgen erkundigt haben soll (Urk. 15/4 S. 11).
Anlässlich der Berufungsverhandlung räumte er dann aber selber ein, dass es
bei diesem Beratungsgespräch auch um den Bezug von grösseren Geldbeträgen
gegangen sei (Urk. 89 S. 13; vgl. auch Urk. 92 S. 11). Schliesslich bleibt auch zu
berücksichtigen, dass keine Gründe ersichtlich sind, nicht auf die Aussagen des
Bankangestellten abzustellen. Seine Aussagen erscheinen erlebt und nachvoll-
ziehbar, weisen keine Brüche auf und sind in sich stimmig. Zudem hat er in keiner
- 21 -
Weise ein Interesse am Ausgang des Verfahrens gegen den Beschuldigten und
entsprechend keinen Grund, diesen falsch zu belasten. Viel eher ist anzunehmen,
dass er sich zufolge des unüblichen und speziellen Verlaufs des Gesprächs
gerade noch besonders an dessen Inhalt zu erinnern vermochte. Entsprechend
erscheinen seine Aussagen durchwegs glaubhaft.
Nach dem Gesagten spricht das gesamte Verhalten des Beschuldigten bei der
Bank J._ – im Wesentlichen mit der Staatsanwaltschaft (Urk. 95 S. 2) – klar
dagegen, dass sein primäres bzw. hauptsächliches Ziel darin bestanden hätte,
den unbekannten Italiener – und erst noch zwischen 9.00 und 10.00 Uhr – anzu-
treffen. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass er sich mit dem verein-
barten Beratungsgespräch Eintritt in die Bank verschaffen wollte, um dadurch den
Innenbereich der Bank auskundschaften und an Informationen, insbesondere
über das Vorhandensein von grösseren Geldsummern, gelangen zu können.
3.4.7. Der amtliche Verteidiger macht geltend, dass sowohl die Vorinstanz als
auch die Untersuchungsbehörden von einer Alleintäterschaft ausgehen würden.
Dabei sei aber unerklärt geblieben, welchen Sinn die bei den ehemals
Mitbeschuldigten L._ und M._ sichergestellten Funkgeräten ergeben
würden. Dies stehe diametral zum Anklagesachverhalt. Vielmehr sei hier auf die
hierzu passenden Ausführungen des Beschuldigten abzustellen, wonach seine
Freunde L._ und M._ die Funkgeräte auf sich gehabt haben sollen,
um im Falle einer Verfolgung der Italiener seine Freunde darüber informieren
zu können und eine allfällige Unterstützung von diesen zu bekommen (Urk. 92
S. 8 f.). Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Wie vorstehend ausge-
führt, ist vorliegend davon auszugehen, dass der Beschuldigte in Italien in einen
Betrug verwickelt war, durch welchen er – über die eingegangene Bürgschaft –
einen finanziellen Schaden von 80'000 Euro erlitt. Entsprechend ist plausibel und
nachvollziehbar, dass er bestrebt war, sein Geld, um welches er bei diesem
Vorfall betrogen wurde, wieder zu erhalten. Dem Beschuldigten ist damit durch-
aus zu folgen, wenn er geltend macht, er habe gehofft, den unbekannten Italiener,
der ihn in Italien betrogen hatte, bei der Bank J._ zu finden, und er habe mit
den sichergestellten Funkgeräten mit L._ und M._ in Kontakt stehen
- 22 -
wollen, um gegebenenfalls von ihnen unterstützt zu werden. Wie dargelegt war es
aber nicht das einzige Ziel des Beschuldigten, bei der Bank
J._ den unbekannten Italiener zu finden, sondern vielmehr diese Bank aus-
zukundschaften und dort an Informationen über das Vorhandensein von
grösseren Geldsummen zu gelangen. Damit steht die Tatsache, dass der
Beschuldigte sowie seine beiden Begleiter je ein Funkgerät auf sich trugen, dem
Anklagesachverhalt nicht entgegen, sondern ist mit diesem durchaus vereinbar.
Entgegen dem erbetenen Verteidiger ist es nicht nur möglich, dass der Beschul-
digte entweder einen Raub in Italien begangen oder einen Banküberfall geplant
hatte (Prot. II S. 15). Vielmehr kann von beiden Geschichten ausgegangen
werden. So wollte der Beschuldigte – wie dargelegt – hauptsächlich die Bank
J._ auskundschaften und an Informationen über das Vorhandensein von
grösseren Geldbeträgen gelangen. Gleichzeitig versuchte er aber auch, Ausschau
nach dem unbekannten Italiener zu halten, um von diesem die 80'000 Euro
zurückzuverlangen.
Wenn der amtliche Verteidiger sodann geltend macht, es sei in Betracht zu zie-
hen, dass es mit 64 Jahren und einer nachweislich angeschlagenen Gesundheit
komplett irrsinnig und fernab jeglicher Vernunft wäre, eine Privatbank in Zürich
überfallen zu wollen (Urk. 92 S. 9), so vermag dies ebenfalls nicht zu überzeugen.
Weder das Alter noch der Gesundheitszustand des Beschuldigten vermögen
den Anklagesachverhalt in Frage zu stellen oder gar auszuschliessen. Zudem ist
zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen durchaus
gewillt war, gegen unbekannte Italiener, die er der italienischen Mafia zuordnete,
vorzugehen, um sein Geld zurückzuverlangen. Da er dabei – einem wohl ebenso
gefährlichen Vorhaben wie der Begehung eines Raubes – weder durch sein Alter
noch durch seinen Gesundheitszustand beeinträchtigt war, kann davon ausge-
gangen werden, dass der Beschuldigte auch fähig war, konkrete Vorbereitungs-
handlungen für einen Raub zu treffen (vgl. auch die Staatsanwaltschaft, Prot. II
S. 16). Zu betonen bleibt, dass dem Beschuldigten nicht eine Raubtat oder gar
eine Geiselnahme vorgeworfen wird, sondern lediglich – aber immerhin –
Vorbereitungshandlungen zu einem Raub.
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3.5. Fazit
Wie vorstehend dargelegt, hat der Beschuldigte zweimal innert kurzer Zeit die
Bank J._ an der Bahnhofstrasse ... in Zürich aufgesucht und dabei die Ört-
lichkeit um das Bankgebäude sowie den Innenbereich der Bank auskundschaftet.
Zudem vereinbarte er ein Beratungsgespräch und hoffte dadurch unter Angabe
eines falschen Namens und einer erfundenen Geschichte zu Informationen zu ge-
langen, insbesondere darüber, ob bei der Bank grössere Geldbeträge vorhanden
sind. Des weiteren hatte der Beschuldigte diverse, für einen Raub absolut
typische Gegenstände bei sich bzw. in seinem Fahrzeug. So verfügte er über
Verkleidungsutensilien (drei Masken mit älteren Männergesichtern, eine Woll-
mütze mit Seh- und Atemlöchern, einen künstlichen Schnurrbart), Waffen
(eine echte Pistole samt Munition, ein einhändig bedienbares Klappmesser, ein
Teppichmesser, ein Elektroschockgerät, ein Pfefferspray), ein Drohschreiben
(Androhung einer Bombe, wobei er die Drohung mittels einer Fotografie einer
Bombenattrappe sowie der Verwendung einer Fernbedienung hätte untermauern
können) und über weitere, für einen Raub nützliche Utensilien (Kabelbinder,
Latex-Handschuhe, Spielzeugpistole). Damit hat der Beschuldigte zielstrebig,
systematisch und mit einem gewissen zeitlichen Aufwand eine ganze Reihe
von konkreten Vorbereitungshandlungen für einen in Aussicht genommenen Raub
getroffen. So manifestierte er eine derartige Tatbereitschaft, dass sich der
Schluss rechtfertigt, er habe jedenfalls psychologisch die Schwelle der Tatausfüh-
rung erreicht. Die Planmässigkeit der getroffenen Vorkehrungen lässt auf die
Absicht der Begehung einer entsprechenden Straftat erkennen und verweisen in
ihrer Gesamtheit mit hinreichender Deutlichkeit auf den Verbrechensplan. Dass
dabei offensichtlich (auch) die Bank J._ im Fokus gestanden hat, ergibt sich
deutlich aus seinen Erkundungsbesuchen. Zur Erfüllung des Tatbestandes von
Art. 260bis Abs. 1 StGB ist aber nicht erforderlich, dass dem Beschuldigten Vorbe-
reitungshandlungen zu genau diesem Raub zum Nachteil der Bank J._
nachgewiesen werden müssten. Vielmehr reicht die Überzeugung, dass der Be-
schuldigte einen Raub plante. Das steht aufgrund der Beweislage fest: Der
Beschuldigte war durch sein komplettes "Raub-Equipment" für die Verübung einer
Raubtat bestens gerüstet und hätte letztlich nur noch "loslegen" müssen, und
- 24 -
er manifestierte seine Absichten zusätzlich durch ebenfalls "raubtypische" Abklä-
rungen über geografische und logistische Gegebenheiten an einem möglichen
Überfallort. Was der Beschuldigte dagegen vorbringt, vermag dieses Beweis-
ergebnis nicht zu erschüttern: Zwar ist davon auszugehen, dass er in Italien Opfer
eines Betrugs geworden ist, und es kann ihm auch abgenommen werden, dass er
einen in seinen Augen Verantwortlichen in Zürich zu treffen hoffte. Das widerlegt
aber überhaupt nicht, dass er offenkundige Vorbereitungen zur Verübung eines
Raubes getroffen hat.
Damit hat der Beschuldigte den Tatbestand der strafbaren Vorbereitungs-
handlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 StGB sowohl objektiv als
auch subjektiv erfüllt.
4. Strafzumessung
4.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen strafbaren Vorbereitungshand-
lungen zu Raub sowie wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffen-
gesetz mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft, wovon 115 Tage durch
Haft erstanden waren, (Urk. 61 S. 20).
4.2. Die Vorinstanz ging – ausgehend von der strafbaren Vorbereitungshand-
lungen zu Raub als schwerste Straftat (Art. 49 Abs. 1 StGB) – zutreffenderweise
vom ordentlichen Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder einer
Geldstrafe aus (Urk. 61 S. 14 f.; Art. 260bis Abs. 1 StGB). Zudem hat die Vor-
instanz zutreffend darauf hingewiesen, dass vorliegend keine ausserordentlichen
Umstände ersichtlich sind, welche eine Schärfung der Strafe, die den Rahmen
nach oben öffnet, rechtfertigen würde (Urk. 61 S. 15). Auch Strafmilderungs-
gründe liegen nicht vor. Damit ist die Deliktsmehrheit innerhalb des ordentlichen
Strafrahmens zu berücksichtigen.
4.3. Sodann hat die Vorinstanz die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzu-
messen ist, richtig dargestellt (Urk. 61 S. 15 f.). Darauf (Art. 82 Abs. 4 StPO) und
auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts zu diesem Thema (BGE 136
IV 55 E. 5.4 ff.; BGE 135 IV 130 E. 5.3.1; BGE 132 IV 102 E. 8.1, je mit Hinwei-
- 25 -
sen; Bundesgerichtsentscheide 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, E. 2.1, und
6B_274/2013 vom 5. September 2013, E. 1.2.2) kann vorab verwiesen werden.
4.4. Tatkomponente
4.4.1. Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub
4.4.1.1. In objektiver Hinsicht fällt – mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 16 f.) – in
Betracht, dass die Vorbereitungshandlungen zu Raub weit fortgeschritten waren.
So hatte der Beschuldigte bereits zweimal innert kurzen Zeit die Bank J._ an
der Bahnhofstrasse ... in Zürich auskundschaftet. Er verschaffte sich sowohl von
der Örtlichkeit um das Bankgebäude als auch vom Innenbereich der Bank
einen Überblick und erkundigte sich anlässlich eines Beratungsgesprächs über
das Vorhandensein von grösseren Geldmengen. Zudem verfügte der Beschuldig-
te bei seinem zweiten Besuch in Zürich über ein grösseres Arsenal von für einen
Raub typischen Utensilien. Ins Gewicht fällt dabei, dass er eine echte Pistole
samt Munition bei sich führte. Entsprechend hätte bei der – grundsätzlich sofort
möglichen – Umsetzung seines Plans und unter Verwendung dieser Waffe eine
tatsächliche und erhebliche Gefährdung für die beteiligten Personen bestanden.
Ebenfalls hervorzuheben ist sodann, dass der Beschuldigte ein Drohschreiben mit
sich führte und zur Verdeutlichung seiner Absichten ein Foto einer Bomben-
attrappe sowie eine Fernbedienung hätte zeigen können. Da er keine echte
Bombe verwendet hätte, hätte er die anwesenden Personen so zwar nicht zusätz-
lich konkret gefährdet, er hätte diese aber ohne weiteres in Todesangst versetzt.
Das objektive Tatverschulden für dieses Delikt ist damit – unter Berücksichtigung
des konkreten Strafrahmens und insbesondere im Vergleich zu den weiteren
möglichen, teilweise schwerwiegenderen Katalogdelikten gemäss Art. 260bis
Abs. 1 StGB – gleichwohl als noch nicht erheblich zu würdigen.
4.4.1.2. In subjektiver Hinsicht fällt in Betracht, dass der Beschuldigte lediglich
aus finanziellen Gründen, mithin aus egoistischen Beweggründen handelte. Trotz
seiner – gemäss eigenen Angaben – katastrophalen finanziellen Situation kann
- 26 -
diesbezüglich aber nicht von einer Einschränkung seiner Entscheidungsfreiheit
ausgegangen werden.
Damit wird das objektive Verschulden durch die subjektive Tatkomponente – mit
der Vorinstanz (Urk. 61 S. 17) – nicht relativiert.
4.4.1.3. Wenn die Vorinstanz die objektive und subjektive Tatschwere als erheb-
lich qualifiziert, so erscheint dies zwar nach dem Gesagten – technisch gesehen –
als zu hoch. Die von ihr festgelegte Einsatzstrafe von 16 Monaten Freiheitsstrafe
(Urk. 61 S. 17) ist aber angemessen und zu übernehmen.
4.4.2. Widerhandlung gegen das Waffengesetz
4.4.2.1. Neben der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub hat sich der
Beschuldigte – gemäss dem bereits rechtskräftigen Schuldspruch – zudem der
mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1
lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a, c und e und Abs. 5 WG schuldig gemacht.
Aufgrund dieser Deliktsmehrheit ist die vorstehend festgelegte Einsatzstrafe in
Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen (Art. 49 Abs. 1
StGB). Der Tatbestand von Art. 33 Abs. 1 WG sieht für sich alleine eine Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.
4.4.2.2. Der Beschuldigte führte, ohne eine entsprechende Bewilligung zu be-
sitzen, eine echte Pistole samt Munition im eingesetzten Magazin sowie weiterer
Munition, ein einhändig bedienbares Klappmesser sowie ein Elektroschockgerät
in die Schweiz ein. Dabei stellt – mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 17) – insbesonde-
re das Mitführen der Pistole eine nicht unerhebliche abstrakte Gefahr dar. Diese
Waffen führte er – mindestens auch – im Hinblick auf die Ausübung eines Raubes
und damit zur allfälligen Durchsetzung seiner geplanten Tat ein.
4.4.2.2. Nach dem Gesagten ist das objektive und subjektive Tatverschulden in
technischer Hinsicht gleichwohl als noch leicht zu qualifizieren. Damit führt dieses
Delikt zu einer leichten Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe.
4.5. Täterkomponente
- 27 -
4.5.1. Persönliche Verhältnisse
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann zunächst auf
die zusammenfassende Wiedergabe im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden
(Urk. 61 S. 17 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhandlung
ergänzte der Beschuldigte, dass er seit ca. vier bis fünf Jahren Herzbeschwerden
und Atemnot habe. Gegen diese Krankheiten nehme er Medikamente, weshalb
sein Gesundheitszustand momentan in Ordnung sei. Ab dem 1. Mai 2014 erhalte
er eine Vollpension von 850.– bis 890.– Euro. Daneben erhalte seine Ehefrau ei-
ne Arbeitslosenentschädigung von 640.– bis 650.– Euro. Vor zwei Wochen habe
das Verfassungsgericht in Wien das letzte Urteil in Bezug auf die Enteignung sei-
nes Imbissstandes gefällt, wobei die Festlegung der Enteignungsentschädigung
unterbrochen und ein Gutachter damit beauftragt worden sei, die Entschädigung
festzusetzen. Sein Knöchelschutz habe er bereits patentieren lassen. Es sei
aber noch kein solcher produziert worden. Diesbezüglich stehe er mit ... [Geträn-
kehersteller] in Verbindung (Urk. 89 S. 2 ff.).
Die persönlichen Verhältnisse wirken sich damit bei der vorliegenden Strafzu-
messung – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 61 S. 18) – neutral aus.
4.5.2. Vorstrafen
Der Beschuldigte weist im Schweizerischen Strafregister keine Vorstrafen auf
(Urk. 65). Gemäss seinen Angaben wurde er bisher auch in keinem anderen Land
rechtskräftig verurteilt (Urk. 15/4 S. 16).
Da es als Normalfall gilt, nicht vorbestraft zu sein, ist die Vorstrafenlosigkeit des
Beschuldigten vorliegend strafzumessungsneutral zu werten (BGE 136 IV 1
E. 2.6, mit Hinweisen).
4.5.3. Nachtatverhalten
Während der Beschuldigte in Bezug auf den Vorwurf der Vorbereitungshand-
lungen zu einem Raub nicht geständig ist, gab er die Widerhandlung gegen das
Waffengesetz zu ("Das mit der Waffe, Munition, Klappmesser, Elektroschocker
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gebe ich zu, das ist zutreffend. Ich hatte die Waffe zum Selbstschutz, wenn es
zu einer Konfrontation gekommen wäre", Urk. 15/6 S. 5). Wenn die Vorinstanz
aufgrund dieses Geständnisses bezüglich der Widerhandlung gegen das Waffen-
gesetzes von einer leichten Strafminderung, mithin von einer Reduktion um
2 Monate, ausgeht (Urk. 61 S. 17 f.), so erscheint dies allerdings sehr grosszügig.
Angesichts der erdrückenden Beweislast und mangels aufrichtiger Reue und
erkennbarer Einsicht in das Unrecht seiner Taten vermag dieses Geständnis eine
Strafreduktion nicht zu rechtfertigen.
4.5.4. Fazit Täterkomponente
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass sich die Täterkomponente
insgesamt strafzumessungsneutral auswirkt.
4.6. Gesamtwürdigung
In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich – trotz
der vorgenannten Relativierungen – die von der Vorinstanz ausgesprochene
Freiheitsstrafe von 18 Monaten als dem Verschulden und den persönlichen
Verhältnissen des Beschuldigten angemessen.
An diese Freiheitsstrafe sind die durch Untersuchungshaft erstandenen 115 Tage
anzurechnen (Art. 51 StGB; vgl. Urk. 30/1 und Urk. 57).
5. Vollzug
Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug unter
Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährt (Urk. 61 S. 18 f.). Von dieser
Regelung kann bereits aus prozessualen Gründen nicht abgewichen werden
(Verschlechterungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO).
Entsprechend ist der Vollzug der auszusprechenden Freiheitsstrafe von
18 Monaten aufzuschieben und eine Probezeit von 2 Jahren anzusetzen.
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6. Beschlagnahme
Das beim Beschuldigten sichergestellte und mit Verfügung der Staatsanwaltschaft
IV des Kantons Zürich vom 24. Juli 2013 Ziff. 1 lit. i beschlagnahmte Spielgeld
wurde dem Beschuldigten – wie vorstehend ausgeführt – im Rahmen des
Betrugsfall in Italien übergeben. Aus diesem Grund führte er dieses Spielgeld bei
seinem Aufenthalt in Zürich bei sich, um es dem unbekannten Italiener bei einem
allfälligen Zusammentreffen zurückgeben und von diesem seine 80'000.– Euro
zurückfordern zu können. Entsprechend steht dieses Spielgeld in keinem
Zusammenhang mit den vorliegend dem Beschuldigten vorgeworfenen Straftaten,
weshalb es dem Beschuldigten herauszugeben ist (vgl. Art. 69 StGB).
Demgegenüber dienten die weiteren mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV
des Kantons Zürich vom 24. Juli 2013 Ziff. 1 lit. g, h, j bis v beschlagnahmten
Gegenstände der Vorbereitung des geplanten Raubes. Damit sind diese Gegen-
stände gestützt auf Art. 69 StGB einzuziehen und nach Eintritt der Rechtskraft zu
vernichten.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenauflage
(Dispositivziffer 7) zu bestätigen.
7.2. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss – der Beschuldigte unterliegt
vollumfänglich – sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme
derjenigen der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten aufzuerlegen. Dem
amtlichen Verteidiger ist für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren eine an-
gemessene Entschädigung von Fr. 8'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen
(vgl. Urk. 93 und Urk. 94). Diese Kosten sind einstweilen auf die Gerichtskasse
zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbe-
halten bleibt.
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