Decision ID: a12e37d2-dbba-4393-946a-be69cb1ee481
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, arbeitete seit August 2008 beim
Spital
Y._
als Sozialberaterin
in
einem 70%-Pensum (Urk.
8/40)
, als sie sich am 18. Januar 2015
(richtig: 2016)
bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf Brustkrebs zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
8/31; vgl. die Eingangsbe
stätigung;
Urk.
8/37
).
Die Versicherte kündigte das
Arbeitsverhältnis mit dem
Spital
auf Ende Februar 2017 und nahm am 1. März 2017 eine Tätigkeit
in einem Pensum von 60 %
bei der
Z._
an
(Urk. 8/
61 S. 2 Ziff. 2.3 und S. 3 Ziff. 2.5
).
Gestützt auf ihre
medizinischen und beruflichen Abklärungen
sowie
auf die
Er
hebungen über die häusliche Situation
sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
der Versicherten
nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(vgl. Urk. 8/64, Urk. 8/67) mit Verfügung vom
5. Oktober
2018 von Oktober
2016 bis Januar
2017 eine halbe Invalidenrente und von Februar bis April 2017 eine Viertels-Invalidenrente zu (Urk. 8/74). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 2. November
2018 (Urk. 8/81/3-11) hiess das Sozialversiche
rungsgericht im Prozess Nr. IV.2018.00963
bei übereinstimmenden Parteianträ
gen (
Urk.
8/
85;
Urk.
8/87/3-5)
in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Ver
fügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zu ergänzenden Abklärungen zurückwies (Urk. 8/89).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle neben Berichten der behandelnden Ärzte und Ärztinnen das polydisziplinäre Gutachten des
Zentrums A._
vom 23. Juli 2020 (Urk. 8/113)
ein
und stellte gestützt darauf mit Vorbescheid vom 25. August 2020 in Aussicht, den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente zu verneinen (Urk. 8/115). Nachdem die Versicherte dagegen am 23. September 2020
(Urk. 8/117) und 27. Oktober 2020 (Urk. 8/120)
Einwände erhoben hatte
,
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 8. März 2021 ab (Urk. 8/123 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 8. März
2021 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 22. April 2021 Beschwerde und beantragte, die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere unbefristete Rentenleistungen
,
zu ge
währen
. Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und erneuter Ent
scheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Replik vom 28. September 2021 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbe
gehren
fest (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf Duplik (Urk. 15), was der Beschwerdeführerin am 15. Oktober 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rent
enanspruch entsteht gemäss Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistung
sanspruchs nach Artikel 29 Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung d
es 18. Alters
jahres folgt (Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem de
r Rentenanspruch entsteht (Abs.
3).
1.4
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
Art.
16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfäl
liger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er
werbs
einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29; vgl. auch SVR 2010 IV Nr. 11, 9C_236/2009 E. 3 und 4).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und de
nen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs
.
2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitar
beit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu be
messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbe
messung (vgl. BGE 137 V 334; vgl. auch BGE 141 V 15 E. 3.2).
Gemäss BGE 131 V 51 E. 5.1.2 bemisst sich die Invalidität bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne Aufga
benbereich im Sinne von Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV
; in der bis 31. Dezember
2017 gültig gewesenen Fassung
) nach der allge
meinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren). Dabei ist das
Valideneinkommen
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die ver
sicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür
nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalidenein
kommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - ärztlich festzu
legende - Ar
beitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesund
heitliche Beein
trächtigung geleistete (vgl. auch die Anwendungsfälle Urteile 8C_504/2014 vom 2
9.
September
2014; 9C_196/2014 vom 1
8.
Juni
2014; 9C_764/2010 vom
4.
Feb
ruar 2011; 8C_752/2010 vom 2
7.
Januar 2011; I 837/06 vom 1
3.
September
2007; I 1012/06 vom 2
9.
Juni 2007; I 63/06 vom 1
8.
Januar 2007; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 948/05 vom 2
6.
Oktober 2006).
In Präzisierung dieser Rechtsprechu
ng hat das Bundesgericht in BGE
142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist
(E. 7.3)
.
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 8. März 2021 (Urk. 2) davon aus, dass
in der Tätigkeit als Sozialarbeiterin (ursprüngliche Tätigkeit)
aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs
seit Januar 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. In einer angepassten Tätigkeit
sei die Beschwerdeführerin
seit Januar 2016
vollständig
a
rbeitsfähig. Die Statusfrage habe keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Invaliditätsgrades, wodurch sich eine spezifische Abklärung all
fälliger Einschränkungen im Haushaltsbereich erübrige. Selbst bei einer Arbeits
fähigkeit von 60 % entstünde keine Erwerbseinbusse (S. 2).
Mit Beschwerdeant
wort
(Urk. 7)
nahm sie zu den Einwendungen der Besch
werdeführerin Stellung (S. 1 ff.) und schlug einen neuen Einkommensvergleich vor (S. 4 N 13).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte im Wesentlichen vor (Urk. 1), das
A._
-Gutachten erfülle die bundesgerichtlich aufgestellten Kriterien nicht, um als be
weiswertig
qualifiziert zu werten
(S. 6
). Die Gutachter hätten keine ernsthafte Würdigung von Vorbefunden und Vorbeurteilungen vorgenommen. Mit der Ein
schätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit seit 2015 stehe es im Widerspruch zu den eigenen Abklärungen der Beschwerdegegnerin, die davon ausgegangen sei, dass ihr zumindest eine befristete Rente zustehe (S. 16 unten). Sie würde ohne Gesundheitsschaden einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Sie habe nicht freiwillig lediglich in einem reduzierten Pensum gearbeitet, sondern sie habe Wei
terbildungen besucht, die in engem Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätig
keit gestanden h
ätt
en, und vom Arbeitgeber verlangt worden seien (S. 18 unten). Selbst wenn von einem Erwerbsbereich von 80 % ausgegangen würde, müsste ein Aufgabenbereich im Umfang von 20 % berücksichtigt werden, denn auch im Haushaltsbereich bestünden erhebliche Einschränkungen (S. 2 oben). Schliesslich sei bei der Berechnung des Invaliditätsgrades
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 9'757.
auszugehen und beim Invalideneinkommen sei vom tatsächlich er
zielten Lohn von Fr. 4'345.65 auszugehen (S. 22 unten).
Mit Replik hielt die Beschwerdeführerin
zusammenfassend
fest (Urk. 12), die Be
schwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, weil sie der Frage, ob bei ihr ein
e
Cancer
relate
d
Fatigue vorliege, nicht nachgegangen sei
(S.
9 Ziff. 13)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe
rin Anspruch auf eine Rente hat.
3.
3.1
3.1.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte im Be
richt vom 24. März 2016 (Urk. 8/41/6-7) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
invasives
Mammacarcinom
-
Status nach Tumorektomie
-
Status nach Radiotherapie
-
laufende
T
amoxifentherapie
seit Juli 2015
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (Ziff. 1.1):
-
Verdacht auf Morbus Crohn,
Fructoseintoleranz
-
lumbospondylogenes
bis radikuläres Reizsyndrom S1
-
Periarthropathia
coxae
beidseits
-
generalisierte
Tendomyopathien
-
Arthralgien in den Füssen mehr als Händen beidseits bei unauffälliger Serologie
-
Morbus Basedow mit Status nach Radiojodresektion
-
behandelte Hypertonie
-
therapiertes Asthma bronchiale
-
Status nach Schleudertrauma der HWS mit Commotio 1992 und 2015
(richtig: 1995;
Urk.
8/5/5)
-
Allergien auf Brufen und Aspirin
-
Vitamin
-B12-
Mangel mit Antikörpern
-
Fructoseintoleranz
Das
Mammacarcinom
in der rechten Brust sei Ende Juli 2015 festgestellt und operativ entfernt (vgl. Urk. 8/39/6) und radiotherapiert (vgl. Urk. 8/39/18-19) worden. Seither werde die Beschwerdeführerin mit Tamoxifen behandelt.
Sie
sei von der Krebstherapie massiv erschöpft und unkonzentriert. Das Tamoxifen zeige viele Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Gliederschmerzen, trockene Schleim
häute und Schwindel. Ein
Serom
in der Brust sei in Abheilung (Ziff. 1.4). Es liege eine Erschöpfung und geistige Verlangsamung infolge der Radiotherapie vor. In ihrer Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin langsamer als üblich (Ziff. 1.7).
Dem Bericht angehefteten
,
mutmasslich von der Beschwerdeführerin selber ausgefüllten
(vgl. das Schriftbild in
Urk.
8/113/58-59),
von
Dr.
B._
unter
zeichneten Fragebogen vom 27. Mai 2015 (Urk. 8/41/5) kann entnommen wer
den, dass
die Beschwerdeführerin im Konzentrations- und Auffassungsvermögen
eingeschränkt
sei
. Die Belastbarkeit sei durch die Schwäche limitiert.
Sie
versu
che, die Arbeitsfähigkeit schrittweise zu steigern.
3.1.
2
I
m Bericht vom 15. September 2017 (Urk. 8/53)
nannte
Dr.
B._
folgende
zu
sätzliche
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
Morbus Crohn
-
rheumatoide Arthritis, Beginn schleichend unbestimmt
Überdies führte er folgende zusätzliche
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
auf
(S. 1 Ziff. 1.1):
-
lumbospondylogenes
bis radikuläres Reizsyndrom S1
-
Periarthropathia
coxae
beidseits
-
generalisierte
Tendomyopathien
Die Beschwerdeführerin
berichte,
es sei mit dem
Darm zeitweise sehr beschwerlich mit Bauchweh
und aufgeblähtem Bauch mit
deshalb Gemüse
-
,
Früchte
-
und Fettunverträglichkeit. Sie beklage auch eine
Müdigkeit.
In Bezug auf das Rheuma schmerzten
Füsse, Hände und Nacken. Sie erwache deshalb aus dem Schlaf. Zeit
weise
leide sie an
Migrän
e
m
it Schmerzen
wie Blitze im Hirn. Es sei
en
eine
Tumorektomienarbe
in der Brust sowie Residuen unter Strahlendermatitis zu se
hen. Die Brust sei druckdolent, es bes
tehe ein Lymphödem in der Brust und
Arthralgien der Finger, Handgelenke und Zehen. Die Beschwerdeführerin habe Mühe beim Fussabrollen, Anlaufschmerzen, eine leichte
asthmoide
Lungen
atmung sowie einen übermässigen Schlafbedarf (10 Stunden; S. 2 oben).
Die Arbeitsfähigkeit als Sozialarbeiterin betrage 50 % seit 1. Februar 201
7.
Die Beschwerdeführerin sei durch
eine ausgeprägte Müdigkeit, Anlaufschmerzen so
wie
eine
Konzentrationsbeeinträchtigung
eingeschränkt
.
Sie
ermüde schneller, könne die Müdigkeit jedoch weitgehend durch ihre Intelligenz und Erfahrung kompensieren (S. 2 unten). Sie habe von sich aus
an einen
Arbeitsplatz
mit we
niger Stress
gewechselt
und
das Arbeitspensum freiwillig reduziert (S. 4 oben).
3.1.
3
Am 18. Dezember
2017 (Urk. 8/60 = Urk. 8/66/5) ergänzte
Dr.
B._
, die Beschwerdeführerin würde bei voller Gesundheit zu 100 % arbeiten.
Weil ihre Gesundheit dies aber nicht zulasse, habe sie eine 60
%
-Stelle angenommen.
Zusätz
lich habe sie für die Verrichtung der Hausarbeiten eine Hilfe anstellen müssen, weil sie den Haushalt nicht mehr alleine bewältigen könne. Des Weiteren besuche sie regelmässig Weiterbildungen von bis zu 20 % eines Arbeitspensums. Eine Weiterführung de
rselben
reduziere ihr jetziges Arbeitspensum auf weniger als 60 %.
3.1.
4
Am 24. Juni 2019 (Urk. 8/96/1-3) berichtete
Dr.
B._
, die Beschwerdeführerin sei seit der Bestrahlung des Mammakarzinoms schnell erschöpft und könne nicht drei
Tage aneinander voll arbeiten. Auch hinderten sie die Beschwerden an der Wirbelsäule an langem Sitzen. Die
enteropathische
Spondyloarthritis bei Morbus Crohn sei geprägt von phasenweisen Durchfallepisoden mit Schmerzen an diver
sen Gelenken, welche die Arbeitsfähigkeit und Konzentration ebenfalls ein
schränkten (S. 1 Ziff. 1.3). Die Beschwerdeführerin arbeite seit März
2017 nur noch zu 60 %. Sie habe sich aufgrund der Beschwerden eine ideale Stelle gesucht (S. 1 Ziff. 2.1).
3.2
3.2.1
Dr.
med.
C._
,
Chefarzt
Rheumatologie und muskuloskelettale Rehabi
litation am Kantonsspital
D._
,
berichtete am 22. Mai
2015 (Urk. 8/55/10-11), anlässlich der Verlaufsuntersuchung vom 19. Mai 2015 sei die zervikale Schmerzsymptomatik weitgehend abgeklungen. Es domi
nierten Poly
arthralgien (hauptsä
chlich nachts und nach langem Sitzen störend) mit ihre
n
aber nur partiell entzündlichen Charakter
en
. Eigentliche
Artikulo
- oder
Tenosynoviti
den
seien weiterhin nicht festzustellen, und an den Händen dominierten die myofaszialen über die
artikulären
Druckdolenzen
. Derzeit seien 14 der 18 Fibro
my
algie-Referenzpunkte druckschmerzhaft (S. 2 Mitte).
3.2.2
Am 18. Juni 2018 (Urk. 8/113/60-61) berichtete
Dr.
C._
, nunmehr
Chefarzt
Rheumatologie und Rehabilitation an der Klinik
E._
,
eine Behandlung der Sehnenansätze am Trochanter
major
links habe zu einer lokalen Schmerzreduk
tion um global etwa 70 % geführt. Entsprechend könne die Linksseitenlage nun wesentlich länger eingenommen werden. Die Beschwerdeführerin bleibe aber ge
stört durch das
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom mit einem
referred
pain
zur Oberschenkelvorderseite und Wade links. Die Schmerzen störten hauptsächlich beim Sitzen und nachts. Klinisch und aufgrund der bildgebenden Befund
e
handle es sich wohl hauptsächlich um ein Facettengelenkssyndrom tieflumbal links bei leichtgradigen Spondylarthrosen. Es bestehe aber eine starke
myofasciale
Aug
mentierung
.
3.2.3
Im Bericht vom 30. Juli 2018 (Urk. 8/101/9-10) stellte
Dr.
C._
fest, es sei nach der Facettengelenksinfiltration L5/S1 zu einem Auftreten von Schmerzen links
seitig über dem
Sakroiliakalgelenk
gekommen, klinisch einer Dysfunktion des
selben entsprechend. Eine relevante Störung des Segments L5/S1 lasse sich nicht mehr feststellen. Auch wenn es intermittierend zu einer Schmerzausstrahlung bis zur Grosszehe links gekommen sei, ergäben sich auch keine Indizien für eine radikuläre
Beeinträchtigung (S. 2 Mitte).
3.2.4
Seit dem 30. Juli 2018 fanden keine Behandlungen mehr durch
Dr.
C._
statt
. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert worden
(Bericht vom 19. August 2019, Urk. 8/101/7).
3.3
Mit nichtdatiertem Bericht (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 8. März 2016; Urk. 8/39/1-4) diagnostizierte
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Gynäko
logie und Geburtshilfe, ein invasives Mammakarzinom NST rechts (S. 1 Ziff. 1.1). Es seien am 11. Januar und 23. Februar 2016 Nachkontrollen erfolgt (Ziff. 1.5). Es habe ab 19. August 2015 eine dreiwöchige 100%ige Arbeitsfähigkeit bestan
den (Ziff. 1.6). Eine IV-Anmeldung sei aus seiner Sicht überflüssig (S. 3 Ziff. 1.11).
3.4
Nach einer ambulanten Konsultation diagnostizierte
Dr.
med. G._
, Oberarzt der Klinik für Rheumatologie am Universitätsspital
H._
,
im Bericht vom 26. Oktober 2016 (Urk. 8/55/2-3) eine symptomatische Fasziitis plantaris rechts mit rön
t
genologisch gesichertem Fersensporn sowie am ehesten mit mechanisch bedingter milder Tendinitis der
Peroneussehne
und Achillessehne bei Fehlbelas
tung (leichte Verkürzung der Wadenmuskulatur, milder Spreizfuss beidseits). Neben der Empfehlung einer aktiven Physiotherapie zur Behandlung der mecha
ni
schen Fehlbelastung sei eine extrakorporale Stosswellentherapie indiziert.
3.5
In seinem Bericht vom 10. Februar
2017 (Urk. 8/55/1) stellte
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Radiologie,
nach einer nach
einem am 29. Dezember
2016 erfolgten Sturz durchgeführten
Magnetresonanz-Untersuchung (MRI)
der L
en
denwirbelsäule
,
des Iliosakralgelenks
und
des
Becken
s
einen
Verdacht auf eine traumatische partielle
Avulsion
der glutealen Sehnenplatte links. Morphologisch liege jetzt eine aktivierte
Ansatztendinitis
am Trochanter
major
links vor. Es
gebe
keinen Nachweis einer Bursitis trochanterica
oder
einer akuten oder subakuten chronischen ossären Läsion lumbal und am Becken. Es
sei
eine leichte Segment
degeneration L3/L4 und L5/S1 und eine kleine, nicht
neurokompressive
Dis
kushernie L5/S1
auszumachen
.
3.6
Dr.
med. J._
, Fachärztin für Medizinische Onkologie, Hämatologie und Innere Medizin, teilte am 26. Juli 2019 (Urk. 8/98) mit, die Beschwerdefüh
rerin stehe bei ihr nicht in Behandlung. Sie habe sie zweimal konsiliarisch für ein Beratungsgespräch gesehen, am 14. März 2016 und aktuell am 1. Juli 201
9.
Da
bei seien andere Fragen im Vordergrund gestanden, und es sei nie um die Arbeitsfähigkeit gegangen.
3.
7
3.
7
.1
Am 23. Juli 2020 erstatteten
Dr.
med. K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (Federführung),
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin und Facharzt für Gastroenterologie, sowie
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Rheumatologie und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, das Gutachten des
Zentrums
A._
(
Urk. 8/113). Sie stellten folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk. 8/113/1-44
S.
7):
-
Morbus Crohn (leichte Ileitis terminalis), Erstdiagnose 2014; aktuell klinische Remission
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 7):
-
Zustand nach invasivem
Mamma-
Carzinom
rechts
-
brusterhaltende Operation am 19. August 2015
-
perkutane Radiatio der rechten Mamma zwischen 1
5.
September und 29. Oktober 2015
-
Zustand nach Radiojodtherapie bei Morbus Basedow 1999
-
sekundäre Hypothyreose (substituiert)
-
anamnestisch Asthma bronchiale
-
arterielle Hypertonie
-
anamnestisch Vitamin B12-Mangel
-
maximale axiale Hiatushernie (Gastroskopie Dezember 2019)
-
verschiedene Nahrungsmittelallergien
-
Status nach Appendektomie 2002
-
enteropathische
Polyarthralgien bei Morbus Crohn
-
Status nach dreimaligem Eingriff am linken Hüftgelenk und einmaligem Ein
griff am rechten Hüftgelenk wegen Dysplasie zwischen 2000 und 2003
-
leichte Wirbelsäulenfehlform mit Hohlrundrückenkonfiguration bei Haltungs
insuffizienz
3.
7
.2
Der
allgemein
internistische Gutachter kam zum Schluss
(Urk. 8/113/1-44)
, dass die geschilderten Beschwerden im angegebenen Ausmass internistisch nicht nach
vollzogen werden könnten. Die theoretische Möglichkeit, dass - wie von der Beschwerdeführerin gemutmasst - die Beschwerden teilweise auf die Einnahme
des Tamoxifen (antihormonelle Therapie; S. 27 oben)
zurückzuführen seien, sei gegeben. Um dies überprüfen zu können, müsste das Medikament abgesetzt wer
den, was aus medizinischer Sicht im Hinblick auf die Mamma-Karzinom-Erkran
kung bedenklich erscheine. Das seitens der Beschwerdeführerin geschilderte Akti
vitätsniveau im Alltag, auch unter Berücksichtigung dreier Flugfernreisen in einem
Jahr, wirke insgesamt diskrepant zu einer höhergradigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 29 oben).
Aus internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung in der bisherigen Arbeits
fähigkeit (S. 30 oben).
3.
7
.
3
Der Gastroenterologe
berichtete
(Urk. 8/113/1-44)
, es sei seit 2014 ein Morbus Crohn (leichte Ileitis terminalis) bekannt mit episodenweisen Durchfällen und Bauchbeschwerden. Eine zusätzlich bestehende Müdigkeit sei teilweise durch den Morbus Crohn, teilweise aber auch durch das Fibromyalgiesyndrom respektive den Status nach Mammakarzinom bedingt. Es bestehe eine leichte Einschränkung der Leistungsfähigkeit (S. 40 Mitte).
In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10-20 % aufgrund der Müdigkeit, des Konzentrationsmangels und gelegent
licher Bauchschmerzen. Eine angepasste Tätigkeit müsste die Möglichkeit ver
mehrter Pausen sowie einen geringeren Anspruch an die Konzentration aufweisen und sei zu 100 % zumutbar. Die aktuelle Tätigkeit
werde
als angepasst bezeichnet (S. 41 oben).
3.
7
.
4
Der Rheumatologe führte aus
(Urk. 8/113/45-57)
, die Beschwerdeführerin leide seit 20 Jahren an Polyarthralgien. Entsprechend der vor sieben Jahren verifizier
te
n
Diagnose eines Morbus Crohn und unter Berücksichtigung des klinischen Ver
laufs und Befunds handle es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um
enteropathi
sche
Polyarthralgien im Rahmen der chronisch entzündlichen D
armerkrankung (S. 7 Mitte).
Eine Einschränkung des Aktivitätsniveaus aufgrund der rheumatologischen Prob
lematik werde nicht geltend gemacht. Die in der Klinik
E._
2018 gestellten Diagnosen eines Fibromyalgie-Syndroms sowie eines chronischen
lumbospondy
logenen
Schmerzsyndroms seien bei der aktuellen rheumatologischen Explora
tion nicht mehr nachweisbar (S. 8 oben).
Durch die episodisch verstärkten Polyarthralgien im Rahmen des Morbus Crohn resultiere keine Einschränkung in der Tätigkeit als Sozialarbeiterin. Es sei wahr
scheinlich, dass für die Erledigung von Haushaltsarbeiten gelegentlich etwas mehr Zeit benötigt werde. Ebenfalls wahrscheinlich benötige die Beschwerdefüh
rerin vermehrt Zeit am Morge
n
, bis sie durch Wärmeanwendung die Morgenstei
figkeit überwunden habe (S. 8 Mitte).
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zu 100 % zumutbar (S. 8 unten).
3.
7
.
5
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest
(Urk. 8/113/1-44)
,
es
habe in der bisherigen Tätigkeit aus gastroenterologischer Sicht ab 26. Januar 2015 (Beginn Wartejahr) bis zum 17. August 2015 eine 8
0%ige
Arbeitsfähigkeit besta
nden, vom 18. August bis 9. September 2015 habe im Rahmen der Akuttherapie des Mammak
a
rzinoms keine Arbeitsfähigkeit be
standen und zwischen dem 10. September und dem 31. Dezember 2015 sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Radiatio und einer Rekonvaleszenz von drei Monaten nachvollziehbar. Ab dem 1. Januar 2016 habe wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 9 Mitte). Bezüglich
einer
angepasste
n
Tätigkeit gingen die Gutachter davon aus, dass die derzeitige Tätigkeit ideal adaptiert sei. In einer angepassten Tätigkeit habe bis zum 17. August 2015 keine längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Vom 18. August bis 9. September
2015
habe keine Arbeitsfähigkeit und vom 10. September bis 31. Dezember
2015 habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Ab 1. Januar
2016 habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Dabei se
i es geblieben (S. 9 unten f.).
3.8
3.8.1
Laut Feststellungsblatt vom 25. August 2020 (Urk. 8/114) stellte sich Dipl.-Med.
N._
, Fachärztin für Innere Medizin/Prävention und Gesundheitswe
sen, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nach Vorliegen des
A._
-Gutachtens am 29. Juli 2020 auf den Standpunkt, es liege ein Gesundheitsschaden vor, wel
cher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke. In angepasster Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Die geschildeten Beschwerden könnten im angegebenen Ausmass nicht nachvoll
zogen und objektiviert werden. Es bestehe der Verdacht, dass die Beschwerden zumindest teilweise auf die Einnahme des Medikaments Tamoxifen zurückzufüh
ren seien. In Abstimmung mit dem Onkologen müsste entschieden werden, ob das Medikament nach fünfjähriger Therapie nun abgesetzt werden könnte. Ein
schränkungen seien lediglich auf gastroenterologischem Gebiet gefunden wor
den. Auch ohne andauernde medikamentöse Behandlung sei der Verlauf des Morbus Crohn gutartig. Es bestehe bei aktueller Remission eine gute Prognose. Müdigkeit und Konzentrationsminderung könnten dem Morbus Crohn zuzuord
nen sein, könnten aber auch eine andere Ursache haben. Gelegentlich träten Bauchschmerzen und Durchfälle auf. Die Leistungsfähigkeit sei leicht einge
schränkt hierdurch. Die Einschätzung des Hausarztes, dass lediglich eine 60%ige Arbeitsfähigkeit vorliege, könne rein medizinisch durch die Gutachter nicht nach
vollzogen werden (S. 5 Mitte).
3.8.2
Laut Feststellungsblatt vom 8. März 2021 (Urk. 8/122) legte Dipl.-Med.
N._
dar, ein onkologischer Gutachter sei deshalb nicht beigezogen worden, weil das Mammakarzinom im Zeitpunkt der Begutachtung bereits fünf Jahre zurückgele
gen habe. Der behandelnde
Dr.
F._
habe im März 2016 festgehalten, dass aus der
Tumordiagnose keine langfristige Arbeitsunfähigkeit resultiere und
habe
eine IV-Anmeldung für nicht erforderlich gehalten. Die Behandlung mit Tamoxifen sei für fünf Jahre vorgesehen gewesen, diese dürften inzwischen vorüber sein. 2017 habe
Dr.
F._
festgehalten, dass er in den vergangenen zwei Jahren keine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe (S. 3 unten).
3.
9
3.
9
.1
Dr.
med.
O._
, Fachärztin für Innere Medizin, berich
tete am 14. April 20
21
(Urk. 3/3), die Beschwerdeführerin
klage
über eine teil
weise bleierne Müdigkeit und Erschöpfung seit der Diagnose des Mammakarzi
noms 2015 und der damit verbundenen Bestrahlung. Früher habe sie eine ähnli
che Müdigkeit nicht gekannt. Die Erholungszeiten seien viel länger geworden. Sie schlafe oft das ganze Wochenende, um am Montag wieder fit für die Arbeit zu sein. Durch die Erschöpfung sei sie auch merklich unkonzentrierter als früher. Sie brauche mehr Pausen. Auch in der Führung des Haushaltes sei sie eingeschränkt, so benötige sie eine Reinigungsfachfrau, da es ihr nicht mehr möglich sei, die Putzarbeiten selbst zu machen. Beim Treffen mit Freunden sei sie oft nach 1.5
Stunden so erschöpft, dass sie nur noch schlafen wolle. Nach einem Arbeits
tag sei es ihr nicht mehr möglich, abends noch einzukaufen. Die von ihr geschil
derten Beschwerden und Einschränkungen erschienen absolut glaubhaft. Das gesamte Beschwerdebild passe sehr gut zu einer Cancer
related
Fatigue
(
CrF
)
. Die Be
schwerdeführerin sei äusserst motiviert und positiv eingestellt. In der ange
stamm
ten Tätigkeit sei eine 50%ige Tätigkeit machbar, in einer angepassten Tätigkeit sei eventuell auch ein Pensum von 60 % möglich (S. 2).
3.
9
.2
Am 4. August 2021 (Urk. 13) führte
Dr.
O._
aus, es bestünden deutliche Einschränkungen im Alltag, welche mit überwiegender Wahrscheinlich
keit durch das
C
rF
-
Syndrom erklärt seien. Beim
CrF
-
Syndrom handle es sich um ein komplexes, multidimensionales Geschehen, welches oft vom behandelnden Hausarzt erfasst werde, da dieser die Patienten auch nach durchgemachter Tumorerkrankung noch regelmässig sehe und betreue.
4.
4.1
Während die Ärzte des
A._
(E.
3.6)
aufgrund ihrer Expertise zum Schluss ka
men, bei der Beschwerdeführerin liege lediglich ein sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkender Morbus Crohn vor
, nannte der behandelnde Hausarzt
Dr.
B._
(E. 3.1) ein invasives
Mammacarcinom
, einen Morbus Crohn sowie rheumatoide Arthritis, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
Dr.
O._
(E. 3.
9
)
vermutete
neu ein
CrF
-Syndrom
, welches eine die Arbeits
fähigkeit beeinträchtigende Müdigkeit hervorruf
e
. Während die
A._
-Gutachter eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % in der ursprünglichen Tätigkeit und keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit attestierten, bescheinigten
Dr.
B._
und
Dr.
O._
eine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit von 40 %. Alle Ärzte gingen davon aus, dass die aktuelle Tät
i
gkeit einer behinderungs
ange
passten Tätigkeit entspre
che.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich auf Empfehlung der RAD-Ärztin (E. 3.
8) auf das
A._
-Gutachten ab und legte ihrem Entscheid eine 100%ige Arbeitsfähig
keit in behinderungsangepasster Tätigkeit zugrunde (Urk. 2).
4.2
Anlässlich der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 15. Februar 2018, Urk. 8/61) gab die Beschwerdeführerin an, es gehe ihr eigentlich wieder recht gut. Dennoch habe sie sich, was ihren Energiehaushalt und ihre Kräfte betreffe, bis heute nicht recht von der Krebser
krankung erholen könne
n
. Sie ermüde bei geringster Anstrengung, nach der Ar
beit brauche sie jeweils viel Erholung, weshalb sie eine Reinigungsangestellte engagiert habe. Sie koche auch nicht mehr, dies übernehme ihr Ehemann oder
es kämen, wenn er auf Reisen sei, Freundinnen zu Besuch
und kochten für sie
(S. 2 oben)
.
Wenn auch der Gastroenterologe die anlässlich der Haushaltsabklärung gemach
ten Angaben der Beschwerdeführerin als plausibel erachtete, kann
dar
a
us nicht gefolgert werden, dass
die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit zu hoch ausgefal
len ist
(Urk. 1 S. 7)
.
Anlässlich einer Abklärung der beeinträchtigen Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt werden keine medizinischen Einschätzungen getrof
fen, sondern die Abklärung hat zum Zweck, festzustellen, in welchem zeitlichen Verhältnis Erwerbsarbeit und Haushalt einer versicherten Person stehen und all
fällige Einschränkungen im Haushalt zu benennen und einzuschätzen.
Allein aus dem Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin nach einem Arbeitstag derart erschöpft fühlt, dass sie sich nicht mehr dem Haushalt widmen mag, kann nicht auf eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden.
Abgesehen davon attestierte
d
er
Gastroenter
ologe
der Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer Konzentrationsschwierigkeiten
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
von
20 %. Schliesslich gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung angegeben hat, dass sie mehr Zeit und Pausen benötige (S. 35 unten), ihren Arbeitsalltag aber dahinge
hend schilderte, dass sie lediglich
am Vormittag
eine kurze Pause und eine Mit
tagspause
von einer Stunde
einlege (S. 36), womit sie das subjektive Empfinden eines erhöhten Pausenbedarfs im Arbeitsalltag jedenfalls nicht umsetzt.
4.3
Insoweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellte, das
Gutachten sei nicht vollständig, da der rheumatologische Gutachter die fallspezifischen Fra
gen nicht beantwortet habe (Urk. 1 S. 8 Ziff. 17), ist ihr darin nicht zu folgen. Der Rheumatologe hielt fest, dass die Beschwerdeführerin ihre Gesundheitsprobleme präzise und nachvollziehbar geschildert habe (S. 8 Ziff. 7.3).
Allerdings wurden i
n der rheumatologischen Untersuchung vor allem B
eschwerden am Bewegungs
apparat, insbesondere die Gelenkschmerzen als Hauptproblem erörtert. Die Be
schwerdeführerin erwähnte auch gegenüber dem rheumatologischen Gutachter die
aus ihrer Sicht
mit der Krebserkrankung einhergehende starke Müdigkeit und Erschöpfung. Aus rheumatologischer Sicht ging der Gutachter aber davon aus, dass im Haushalt und in der aktuellen Tätigkeit keine relevante Einschränkung vorliege. Damit wurden die Fragen nach der Plausibilität der im Abklärungsbe
richt geltend gemachten Funktionsstörungen und nach der Arbeitsfähigkeit
(S. 3 oben) unter Berücksichtigung von Beruf und Haushalt beantwortet.
4.4
D
ie Beschwerdeführerin monierte, die Beschwerden seien vom Gastroenterologen als glaubwürdig und nachvollziehbar erachtet worden, im Gesamtgutachten sei jedoch festgehalten worden, die geschilderten Beschwerden hätten im angegebe
nen Ausmass nicht nachvollzogen werden können
, was widersprüchlich sei (Urk. 1 S. 8 unten)
. Dem ist
ihr entgegenzuhalten, dass sich aus dem Kontext ergibt, dass die Gutachter die geklagten Beschwerden sehr wohl als
glaubwürdig und nachvollziehbar
, jedoch die funktionellen Auswirkungen nicht im von der Beschwerdeführerin subjektiv geltend gemachten Ausmass
als
nachgewiesen
er
achteten
.
Der Beschwerdeführerin ist insofern zuzustimmen, dass aus dem Um
stand allein, dass sie in einem Jahr drei Flugreisen unternommen hat,
nicht
auf ein höheres Aktivitätsniveau als das geschilderte geschlossen werden kann. Allerdings berücksichtigten die Gutachter bei ihrer Einschätzung auch den Alltag mit dem von der Beschwerdeführerin
geschilderten Tagesablauf
(vgl.
Urk.
8/113
S.
2
4
), woraus sich zumindest an den Arbeitstagen keine offensichtlichen funkti
onellen Einschränkungen ergeben.
4.5
Die Beschwerdeführerin war vor der Begutachtung zweimal bei einer Onkologin in einem konsiliarischen Beratungsgespräch, wobei es dabei nie um die Arbeits
fähigkeit gegangen war (E.
3.6
). Die Radiotherapie dauerte bis
Ende Oktober 2015 (vgl. Urk. 8/39/18-19), d
ie Behandlung beim Gynäkologen (E. 3.3), der das
Mammacarcinom
operativ entfernt hatte, fand im Februar 2016 ihren Abschluss. Danach wurde die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Krebserkran
kung allein durch ihren Hausarzt betreut (E. 3.1). Dieser beschrieb zwar
Müdigkeit und Erschöpfung, diagnostizierte
aber
weder ein
CrF
-Syndrom
noch überwies er die Beschwerdeführerin in eine onkologische Sprechstunde.
Darüber hinaus gab
die
Beschwerdeführerin gegenüber dem gastroenterologischen Gutachter (E. 3.7.3)
an, ihr jetziges Leiden mit Erschöpfung und Müdigkeit habe 2014 be
gonnen, wobei zum damals bestehenden Morbus Crohn 2015 ein
Mammacarci
nom
hinzugekommen sei (S. 35 unten).
Gegenüber dem Internisten (E. 3.7.2) führte sie aus, sie habe bereits 2014 einen Leistungsknick erlebt (S. 23 Mitte).
Aus welchem Grund die Gutachter hätten einen Onkologen hinzuziehen sollen
(Urk. 1 S. 11
N
28)
, erschliesst sich angesichts des
beschriebenen
langjährigen Behand
lungsverlaufs nicht.
4.6
Ob die von der Beschwerdeführerin geklagten Konzentrationsstörungen und Müdigkeit auf ein
CrF
-
Syndrom oder auf eine andere Diagnose zurückzuführen ist, ist
unerheblich,
denn es besteht kein direkter Zusammenhan
g zwischen Dia
gnose und
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
beziehungsweise Invalidität. Vielmehr sind die Auswirkungen des bestehenden Gesundheitsschadens auf die funktionelle Leis
tungsfähigkeit im Einzelfall nachvollziehbar ärztlich festzustellen. Eine Ein
schränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit erachteten die Gutachter als dahingehend vorhanden, als sie die Beschwerdeführerin in ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Sozialarbeiterin im
Spital
als zu 20 % eingeschränkt
beurteil
ten
.
Im Zusammenhang mit einem allfälligen
CrF
-Syndrom
ist lediglich zu berück
sichtigen, dass es sich hierbei nicht um eine psychiatrische Diagnose han
delt und deshalb das strukturierte Beweisverfahren nicht anwendbar ist.
Nachdem die Gut
achter lediglich auf somatische Beschwerden erkannten und kein struk
turiertes Beweisverfahren durchgeführt wurde, ist vorliegend unerheblich, ob
die geltend gemachten Einschränkungen auf ein
CrF
-Syndrom
zurückzuführen sind oder auf den Morbus Crohn oder
die Einnahme des Tamoxifen
. Anzumerken bleibt indes
sen, dass auch die neu
hinzugezogene Hausärztin (E. 3.9)
kein
CrF
Syndrom
di
agnostizierte, sondern dessen Vorliegen lediglich als wahr
scheinlich erachtete.
Im Übrigen haben die Gutachter auf eine
relevante
Arbeits
unfähigkeit erkannt, wenn auch nicht in gleichem Ausmass wie die Hausärzte (vgl. nachstehende E. 4.8).
Damit wurde den Einschränkungen der Beschwerde
führerin medizinisch fundiert begründet Rechnung getragen.
4.7
In Bezug auf die von
Dr.
C._
(E. 3.2) im Mai 2015 gemachte Feststellung, dass insgesamt 14 der 18 Fibromyalgie-Referenzpunkte durchschmerzhaft seien
(Urk. 1 S. 14 N 36)
, führte er ein Fibromyalgie-Syndrom in der Diagnoseliste
sei
nes Berichts vom 30. Juli 2018
zwar
weiter
auf, erwähnte aber keine
schmerzhaf
ten Punkte
mehr
. In den Berichten von
Dr.
B._
wird diese Diagnose nie erwähnt und als Problempunkte nannte er Müdigkeit oder Erschöpfung und Kon
zentrationseinbussen sowie Rückenschmerzen nach langem Sitzen. Anlässlich der rheumatologischen Begutachtung (E. 3.6.4) schliesslich gab die Beschwerdefüh
rerin an, sie merke höchstens noch etwas im Rücken nach langem Sitzen (S. 4).
Dementsprechend kam der Gutachter zum Schluss, dass das von
Dr.
C._
dia
gnostizierte Fibromyalgie-Syndrom
sowie
das
chronische
lumbospondylogene
Schmerz
syndrom bei der aktuellen rheumatologischen Exploration nicht mehr nachweisbar gewesen sei
en
(S. 8). Aus dem in der Vergangenheit diagnostizierten Fibromyalgie-Syndrom kann die Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Guns
ten ableiten.
4.
8
Damit
erweist sich keiner der vo
n der
Beschwerdeführer
in
gegenüber dem Gut
achten angeführten Kritikpunkte als stichhaltig.
Vielmehr genügt
dieses allen
praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehende E. 1.5)
vollumfän
gl
ich, so dass darauf abzustellen ist. Demnach ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit und eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten
besteht
. Daran ändern die Ein
schätzungen der behandelnden Ärzte (E. 3.1 und E. 3.9), die eine 60%ige Arbeits
fähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit attestierten, nichts, handelt es sich dabei um eine abweichende Einschätzung, die nicht unabhängig von sub
jektiven Gesichtspunkten erfolgt ist, da sie von den gegenwärtigen Verhältnissen ausgeht.
5.
5.1
F
ür den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128
V
174).
5.2
Der potenzielle Rentenbeginn fällt unter Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG sowie Art. 29 Abs. 1 IVG
(vgl. vorstehende E. 1.4)
frühestens auf den Juli 2016.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.4
Dass die Beschwerdeführerin Aussicht auf eine leitende Stelle gehabt haben soll (Urk. 1 S. 3 N 3), ist durch nichts belegt. Im Sozialdienst des
Spital
s erzielte sie
zuletzt ein monatliches Gehalt von Fr. 5'486.20
für ein Pensum von 70 %
(Urk. 8/40 Ziff. 2.9 und 2.10).
Sie macht geltend (
Urk.
1 S. 18
Ziff.
45 ff.), dass sie im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig gewesen wäre. Würde man dem folgen
,
so ergibt sich a
ufgerechnet auf ein 100%-Pensum und unter Berücksich
tigung eines 13. Monatslohns ein Jahresgehalt respektive ein
Valideneinkommen
von Fr. 101'887.
.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdeführerin schöpft mit einem Pensum von 60
%
ihre Restarbeitsfä
higkeit nicht aus (vgl. vorstehend E. 4.8), weshalb nicht auf den in der aktuellen Tätigkeit erzielten Lohn abgestellt werden kann.
Die Beschwerdegegnerin ging
von
einem monatlichen Einkommen von Fr.
6
'504.
bei 40 Wochenstunden (LSE-Tabelle
2016
T1_tirage_skill_level,
Gesundheits- und Sozialwesen
(86-88),
Kompetenzniveau 3
)
aus (Urk.
7 S. 4 Ziff. 13), womit sich die Beschwerdeführerin einverstanden erklärte (Urk. 12 S. 12
N 23). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen wö
chentlichen Arbeitszeit von 41.
7
Stunden
(BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
entspricht dies einem Jahreseinkommen bezie
hungs
weise einem Invalideneinkommen von Fr. 81'
365
.
beim zumutbaren Pensum von 100
%
. Verglichen mit dem
Valideneinkommen
resultiert eine Ein
kom
mens
einbusse von Fr.
20'
522
.
und damit ein Invaliditätsgrad von
20.
1
%.
5.6
Somit besteht selbst bei Annahme
einer 100%igen Erwerbstätigkeit
im Ge
sundheitsfall
kein Rentenanspruch.
Damit kann die Frage
nach dem Status der Beschwerdeführerin
offen bleiben
.
6.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
7
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 900.
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.