Decision ID: 1da7fc48-3d39-4318-9186-677ce692bd91
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reichte am 1. August 2022 im Bundesasylzentrum
in Altstätten ein Asylgesuch ein. Seine Ehefrau A._ und der minder-
jährige Sohn B._ (F-4552/2022) ersuchten dort gleichentags eben-
falls um Asyl. Ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem
(CS-VIS) ergab, dass die spanische Vertretung in Teheran ihm am 16. Juni
2022 ein vom 28. Juni 2022 bis 23. Juli 2022 gültiges Schengenvisum aus-
gestellt hatte (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM act.] 13).
B.
Im Rahmen des Dublin-Gesprächs gewährte das SEM dem Beschwerde-
führer am 9. September 2022 im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertre-
tung das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Spaniens für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer allfälligen Rückkehr dort-
hin sowie zum medizinischen Sachverhalt. Hierbei erklärte er, Angst davor
zu haben, dass ihn sein Bruder, der ihn und seinen Sohn im Iran bedroht
habe, in Spanien finden könnte. Seine Schwester habe ihm beim Zwi-
schenstopp in Dubai davon abgeraten, sich in dieses Land zu begeben, er
habe aufgrund des erteilten Visums jedoch keine andere Wahl gehabt. Sein
Bruder gehöre zur iranischen «Ettelaat». Sie hätten immer Probleme mit-
einander gehabt. Wohl wisse er nicht, ob sein Bruder in Spanien Einfluss
habe, jedoch habe er gesehen, dass er zu mächtigen und wichtigen Leuten
von «Ettelaat» Kontakt pflege. Er fürchte, dass ihn diese Personen in Spa-
nien finden könnten. Er sei hierhin gekommen, weil die Schweiz als siche-
res Land gelte. Zum Gesundheitszustand gab der Beschwerdeführer an,
dass es ihm psychisch und physisch gut gehe. Er mache sich nur Gedan-
ken über die geschilderten Probleme und seine Situation (SEM act. 26).
C.
Am 12. September 2022 ersuchte das SEM die spanischen Behörden um
Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 12 Abs. 4 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO).
Die spanischen Behörden stimmten dem Übernahmeersuchen am
20. September 2022 gestützt auf diese Bestimmung zu (SEM act. 35).
F-4554/2022
Seite 3
D.
Mit Verfügung vom 26. September 2022 (eröffnet am 3. Oktober 2022) trat
die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte seine Weg-
weisung aus der Schweiz nach Spanien und forderte ihn auf, die Schweiz
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauf-
tragte das SEM den Kanton Thurgau mit dem Vollzug der Wegweisung,
händigte ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus
und stellte fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid
keine aufschiebende Wirkung zukomme (SEM act. 39).
Die zugewiesene Parteivertretung erklärte am 3. Oktober 2022 das Rechts-
vertretungsverhältnis für beendet (SEM act. 44).
E.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 10. Oktober 2022 beantragte der Beschwer-
deführer, gemeinsam mit A._ und B._, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben. Ferner stellte er die Begehren, es sei die
Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen, ihm Asyl zu gewähren, die Unzuläs-
sigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs fest-
zustellen sowie die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtli-
cher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und, eventuali-
ter, Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
(BVGer act. 1).
F.
Am 11. Oktober 2022 setzte der Instruktionsrichter gestützt auf Art. 56
VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus (BVGer
act. 2).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das vorliegende Beschwerdeverfahren F-4554/2022 wird mit demjeni-
gen von A._ und B._, der Ehefrau des Beschwerdeführers
sowie dem gemeinsamen Sohn, koordiniert. Über deren Beschwerde wird
gleichzeitig, aber in einem separaten Verfahren befunden (siehe
F-4552/2022).
F-4554/2022
Seite 4
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG, Art. 31 und 33
Bst. b VGG). Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in der Regel – und
so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.4 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist da-
her zur Einreichung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 105 AsylG und
Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte, gerade
noch rechtsgenügliche Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG
und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-
führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, zu
behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf ein Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.H.). Die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigen-
schaft, der Gewährung von Asyl, der Feststellung der Unmöglichkeit, Un-
zulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie der An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme bilden demgegenüber nicht Gegen-
stand des angefochtenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht
des vorliegenden Verfahrens, weshalb auf die entsprechenden Anträge
nicht einzutreten ist.
F-4554/2022
Seite 5
4.
4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Staates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines so-
genannten Aufnahmeverfahrens («take charge») sind die in Kapitel III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten
Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7
Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeit-
punkt, in dem die betreffende Person erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens («take back») findet demgegen-
über grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2019 VI/7 E. 4-6; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.H.).
4.3 Gemäss Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO ist im Normalfall derjenige Mit-
gliedstaat für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz zustän-
dig, welcher der antragstellenden Person ein Visum erteilt hat. Dasselbe
gilt, wenn das Visum seit weniger als sechs Monaten abgelaufen ist und
die betreffende Person das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten nicht verlas-
sen hat (Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO).
5.
5.1 Gemäss einem Abgleich mit dem CS-VIS wurde dem Beschwerdefüh-
rer von der spanischen Vertretung in Teheran am 16. Juni 2022 ein Schen-
genvisum ausgestellt, welches vom 28. Juni 2022 bis 23. Juli 2022 gültig
war (SEM act. 13). Die spanischen Behörden stimmten dem entsprechen-
den Übernahmeersuchen am 20. September 2022 zu. Die Zustimmung
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Seite 6
stützte sich auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO (SEM act. 35). Die grundsätzli-
che Zuständigkeit Spaniens ist somit gegeben.
5.2 Nachfolgend ist demnach im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu
prüfen, ob es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren
und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Spanien würden sys-
temische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-
chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-
Grundrechtecharta mit sich bringen würden und ob nach Art. 17 Abs. 1
Dublin-III-VO das Selbsteintrittsrecht auszuüben ist.
6.
6.1 Spanien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
6.2 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
III-VO nicht gerechtfertigt.
7.
7.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte Selbst-
eintrittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung
kann das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen auch dann be-
handeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig
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wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist
der Selbsteintritt zwingend (BVGE 2015/9 E. 8.2.1).
7.2 Der Beschwerdeführer hielt in seinem äusserst knappen, auf einem
entsprechenden Formular verfassten Rechtsmittel lediglich in ganz allge-
meiner Weise fest, dass in seinem Fall eine Verfolgung vorliege bzw. er
sich vor zukünftiger Verfolgung fürchte. Damit hat er selbstredend kein kon-
kretes und ernsthaftes Risiko dargetan, die spanischen Behörden würden
sich weigern, ihn aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen
Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Wie
erwähnt, bestehen keine Hinweise darauf, dass Spanien seinen völker-
rechtlichen Verpflichtungen aus der EMRK, der FoK und der FK sowie dem
Zusatzprotokoll der FK nicht nachkommt. Dem Beschwerdeführer steht es
nach erfolgter Überstellung nach Spanien offen, dort um Asyl nachzusu-
chen und damit Zugang zu den asylrechtlichen Aufnahmestrukturen zu er-
halten. Anzumerken gilt es an dieser Stelle, dass die Dublin-III-VO den
Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat
selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Soweit der Beschwerde-
führer im Dublin-Gespräch vorbrachte, sich vor seinem Bruder und Perso-
nen aus dessen Umfeld zu fürchten, steht es ihm frei, sich an die dafür
zuständigen spanischen Stellen bzw. an die Justiz zu wenden. Spanien ist
ein Rechtsstaat und die Behörden sind grundsätzlich gewillt und fähig,
staatlichen Schutz zu gewähren. Auf Beschwerdeebene wird aber keine
derartige Bedrohung mehr geltend gemacht.
7.3 Gesundheitliche Beeinträchtigungen macht der Beschwerdeführer
keine geltend und auch aus den Akten ergibt sich nichts, das unter diesem
Blickwinkel gegen eine Überstellung nach Spanien spräche (vgl. dazu Ur-
teil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse
Kammer, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Im Übrigen verfügt Spanien über
eine ausreichende medizinische Infrastruktur.
8.
Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der
Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspielraum
(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter diesem
Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten keine Hin-
weise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive Unter-
schreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb
in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen.
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Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt Spanien der für die
Behandlung des Asylgesuches des Beschwerdeführers zuständige Mit-
gliedstaat gemäss Dublin-III-VO.
9.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da er
nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung
ist, wurde die Überstellung nach Spanien in Anwendung von Art. 44 AsylG
ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten ist, und die Verfügung des SEM zu bestätigen.
10.
Der am 11. Oktober 2022 angeordnete Vollzugsstopp fällt mit vorliegendem
Urteil dahin.
11.
Das in der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehen-
den Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Somit sind
die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt; die Verfahrens-
kosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG)
und auf insgesamt Fr. 375.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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