Decision ID: 104f45f6-2b07-4887-a332-55de352a3e2e
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
U._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1952 geborene U._ war als Schweisser bei der A._ tätig und
dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 17. Mai 2004 erlitt
der Versicherte einen Arbeitsunfall. Laut Bagatellunfallmeldung klemmte er sich in der
Werkstatt zwischen einem U-Profil und der Hebebühne das linke Fussgelenk ein (Suva-
act. 1). Dr. med. B._ bestätigte im Arztzeugnis vom 23. März 2005 eine
Erstbehandlung am 17. Mai 2004 am Unfallort. Laut Angaben des Versicherten habe es
sich um einen Arbeitsunfall mit Strom gehandelt. Er sei mit dem Fuss in den Stromkreis
geraten und habe sich diesen in einer Rampe eingeklemmt. Dr. B._ erhob im Bereich
des linken Fusses und Unterschenkels eine Rötung und Verbrennung 1. - 2. Grades
entlang des Fussrandes beidseits sowie mässige perifokale Ödeme und diagnostizierte
einen Stromunfall mit Verbrennung Fuss links 1. -2. Grades sowie einen psychischen
Schockzustand. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht vermerkt (Suva-act. 2). Die Suva
kam für die Kosten der Heilbehandlung auf.
A.b Am 4. Februar 2005 erfolgte durch die Arbeitgeberin eine als Rückfall
zum Unfall vom 17. Juni (gemeint Mai) 2004 bezeichnete Schadensmeldung (Suva-act.
3). Dr. B._ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 4. März 2005 eine Parese und
Schwäche des linken Fusses und Unterschenkels nach Stromunfall vom 17. Mai 2004
und bejahte das ausschliessliche Vorliegen von Unfallfolgen (Suva-act. 4). Er attestierte
dem Versicherten vom 24. Januar 2005 bis 28. Januar 2005 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 2.1). Nachdem sich der Kreisarzt der Suva am 6. April
2005 ebenfalls für eine Kausalität der neu geklagten Beschwerden zum fraglichen
Unfall ausgesprochen hatte (Suva-act. 5), erbrachte die Suva wiederum die
gesetzlichen Leistungen.
A.c Am 1. Juni 2007 meldete die Arbeitgeberin erneut einen Schadenfall zum
Unfall vom 17. Mai 2004 (Suva-act. 6). Dr. B._ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 27.
Juni 2007 einen Status nach Stromunfall Fuss rechts mit nachträglichen lähmenden
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Schmerzen im Bein rechts im Sinne einer Lumboischialgie. Er bejahte auch dieses Mal
das ausschliessliche Vorliegen von Unfallfolgen und vermerkte ab 7. Mai 2007 eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit auf unbestimmte Zeit (Suva-act. 7).
A.d Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. C._
vom 12. Juli 2007 (Suva-act. 9) eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung
vom 18. Juli 2007, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang
zwischen den gemeldeten Fussbeschwerden und dem Unfall vom 17. Mai 2004
bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 14).
B.
Die gegen diese Verfügung durch den Vertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur.
B. Häfliger, Luzern, am 20. Juli 2007 erhobene Einsprache (Suva-act. 15) wies die Suva
mit Einspracheentscheid vom 14. Januar 2008 (Suva-act. 18) ab.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte mit Eingabe
vom 14. Februar 2008 Beschwerde erheben. Darin wird beantragt, der
Einspracheentscheid vom 14. Januar 2008 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin habe aus dem Unfallereignis vom 17. Mai 2004 Leistungen zu
erbringen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 12. März 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 17. April 2008 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an seinen Anträgen und Standpunkten fest. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmung über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dar. Gleiches
gilt in Bezug auf die Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG geltende
Voraussetzung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis
und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu
verweisen.
1.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei
Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinn von
Art. 22 UVG darstellen (vgl. BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326).
Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer
vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu
ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt,
während von Spätfolgen dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden
im Lauf längerer Zeit organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem
andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen
folglich begrifflich an ein in der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an.
Dementsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damals haftbaren
Unfallversicherers) nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut vorgebrachten
Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296
f. E. 2c).
1.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Insofern darf das Gericht in seiner
Beweiswürdigung auch Gutachten folgen, welche der Unfallversicherer im
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Administrativverfahren einholt, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3bb/cc; RKUV 2000 Nr. U
377 S. 186 E. 4a). Auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie
vorliegend von Dr. C._ am 12. Juli 2007 (act. 9) erstellt wurde, ist nicht an sich
unzuverlässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und
gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist
ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996, 265 Erw.
3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfällen und Spätfolgen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten
natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende
Tatsache. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der versicherten Person, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten ausfällt. Selbstverständlich
greift diese obgenannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im
Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich
nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
2.
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Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Grundfalls die Leistungspflicht für das
Unfallereignis vom 17. Mai 2004 anerkannt und ist für die Heilbehandlung bei Dr. B._
aufgekommen. Offensichtlich infolge Behandlungsabschlusses wurden die
Versicherungsleistungen eingestellt. Aus den Akten ist jedoch nicht ersichtlich, dass
diesbezüglich eine schriftliche Mitteilung im Sinn von Art. 51 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) oder eine schriftliche Verfügung ergangen ist (Art. 49 Abs. 1 ATSG).
Grundsätzlich wurde damit kein rechtskonformer Abschluss des Grundfalls
vorgenommen (vgl. BGE 132 V 412 und 134 V 145). Am 4. Februar 2005 erfolgte eine
weitere Schadensmeldung durch die Arbeitgeberin unter Hinweis auf das Unfallereignis
vom 17. Mai 2004. Der Beschwerdeführer hatte am 21. Januar 2005 Dr. B._
konsultiert und war gemäss Angaben der Arbeitgeberin ab diesem Datum zu 100%
arbeitsunfähig gewesen (Suva-act. 3, 4). Die Beschwerdegegnerin anerkannte erneut
ihre Leistungspflicht. Am 31. Januar 2005 nahm der Versicherte seine Arbeit wieder auf
(Suva-act. 3) und es ist davon auszugehen, dass auch hinsichtlich dieses Schadenfalls
ein Behandlungsabschluss stattgefunden hat. Der Fall wurde dementsprechend
abgeschlossen, jedoch abermals formlos. - Während die eben dargelegte Sachlage für
einen fortdauernden Grundfall spricht, ist demgegenüber zu beachten, dass von der
zweiten Schadensmeldung weg bis zur hier streitigen Schadensmeldung vom 1. Juni
2007 rund zwei Jahre vergingen. Dieser zeitliche Ablauf liesse es wiederum als
gerechtfertigt erscheinen, von einem Rückfall auszugehen (vgl. dazu Franz Schlauri,
Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri
[Hrsg.], Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse, Band
40, S. 57). Gemäss Verfügungswortlaut vom 18. Juli 2007 (Suva-act. 14) betrachtete
die Beschwerdegegnerin die Schadensmeldung vom 1. Juni 2007 ebenfalls als
Rückfall. Wie es sich letztlich mit der Beweislastverteilung bzw. der Frage, ob im
vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden Grundfall auszugehen
ist, verhält, kann jedoch im Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben.
Denn die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich
erst, wenn es sich tatsächlich als unmöglich erweisen sollte, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
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entsprechen (vgl. Erw. 1.4), was vorliegend - wie zu zeigen sein wird - noch nicht
zutrifft.
3.
3.1 Laut Arztzeugnis von Dr. B._ vom 27. Juni 2007 hat sich der Beschwerdeführer
am 7. Mai 2007 bei diesem in Behandlung begeben. Dr. B._ attestierte dem
Beschwerdeführer ab diesem Datum eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und stellte
folgende Diagnose: Status nach Stromunfall Fuss rechts mit nachträglichen lähmenden
Schmerzen im Bein rechts im Sinne einer Lumboischialgie (Suva-act. 7). Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid vom 14. Januar 2008
die Kausalität zwischen den Beschwerden im rechten Bein und dem Unfallereignis vom
17. Mai 2004 bzw. der damals erlittenen Verletzung am linken Fuss und Unterschenkel
verneint. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber beschwerdeweise geltend, er
leide nach wie vor unter den Folgen des Eingeklemmtseins des linken Fusses. Der Fuss
fühle sich oftmals wie gelähmt an.
3.2
3.2.1 Sowohl in der Bagatellunfallmeldung betreffend den Grundfall (Suva-act.
1) und der Schadensmeldung vom 4. Februar 2005 (Suva-act. 3) als auch in der im
vorliegenden Fall streitigen Schadensmeldung vom 1. Juni 2007 (Suva-act. 6) ist
jeweils als betroffener Körperteil das linke Fussgelenk, als Unfallbeschreibung ein
Einklemmen des Fusses und als Art der Schädigung eine Prellung vermerkt. Im
Arztzeugnis von Dr. B._ vom 23. März 2005 betreffend die Erstbehandlung vom 17.
Mai 2004 sind jedoch keinerlei Befunde notiert, die auf das Geschehen einer Prellung
hinweisen würden. Dr. B._ erhob im Bereich des linken Fusses und Unterschenkels
eine Rötung und Verbrennung 1. - 2. Grades entlang des Fussrands beidseits sowie
mässige perifokale Ödeme. Laut eigenen Angaben habe der Beschwerdeführer am 17.
Mai 2004 einen Arbeitsunfall mit Strom erlitten bzw. sei mit dem Fuss in den Stromkreis
geraten und habe sich dabei seinen Fuss in einer Rampe eingeklemmt. Dr. B._
diagnostizierte einen Stromunfall mit Verbrennung des linken Fusses 1. - 2. Grades und
einen psychischen Schockzustand (Suva-act. 2). Der Unfallbeschrieb im Arztzeugnis
von Dr. B._ vom 4. März 2005 betreffend die zweite Schadensmeldung vom 4.
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Februar 2005 beinhaltet gleichfalls den Kontakt mit elektrischem Strom und nennt ein
Einklemmen des linken Fusses mit der Folge einer Verletzung (Suva-act. 4). - Wenn nun
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend macht, das Augenmerk sei
fälschlicherweise auf einen Stromunfall gelegt worden, die Hauptverletzung sei durch
das Einklemmen des linken Fusses erfolgt bzw. stelle eine Prellung dar, vermag dies
mit Blick auf die zuvor dargelegten Arztzeugnisse von Dr. B._, die gegenüber den
Vermerken in den Unfallmeldungen eher massgebend sind, nicht zu überzeugen. Zwar
kann eine Prellung durchaus durch Einklemmung entstehen, doch hatte diese im
vorliegenden Fall offensichtlich keine typischen Prellungsmarken mit entsprechenden
Symptomen, sondern eine Verbrennung zur Folge; dies nachvollziehbarerweise infolge
der Verknüpfung mit elektrischem Strom.
3.2.2 Im Arztzeugnis vom 27. Juni 2007 (Suva-ct. 7) zur hier streitigen
Schadensmeldung vom 1. Juni 2007 (Suva-act. 6) erhob Dr. B._ als Befunde eine
Lähmung und Schmerzen im ganzen rechten Bein sowie Druckschmerzen auf Höhe der
unteren Lendenwirbelsegmente im Sinn einer Lumboischialgie. Die Diagnose lautete:
Status nach Stromunfall Fuss rechts mit nachträglichen lähmenden Schmerzen im Bein
rechts im Sinne einer Lumboischialgie. - Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers kann nicht davon ausgegangen werden, dass Dr. B._ mit der
Formulierung "im Sinne einer Lumboischialgie" lediglich einen damit vergleichbaren
Schmerz bzw. keinen mit dem Rücken, sondern mit dem Fuss in Zusammenhang
stehenden Schmerz, beschreibt. Dagegen spricht zum einen der diesbezüglich
erhobene Befund von Druckschmerzen auf Höhe der unteren
Lendenwirbelsäulensegmente und zum anderen der von Dr. B._ durchgeführte
Lasegue-Test, der eine klinische Untersuchungsmethode zur Feststellung einer
Lumboischialgie darstellt (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, s. 881). Im weiteren sind Lähmungserscheinungen und
Schmerzen in den Beinen typische Symptome einer Lumboischialgie (vgl. dazu Alfred
M. Debrunner, a.a.O., S. 859, 880 ff.). Die Feststellung der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._ habe die neu aufgetretenen Gesundheitsprobleme im LWS-Bereich lokalisiert,
dieser sei jedoch beim Unfall vom 17. Mai 2004 in keiner Weise betroffen gewesen, ist
damit grundsätzlich nachvollziehbar. Dennoch erscheint es mit Blick auf die
nachfolgenden Erwägungen zweifelhaft, das Vorliegen natürlich kausaler Restfolgen
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des Unfalls vom 17. Mai 2004 mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ohne weiteres zu verneinen.
3.2.3 Dr. B._ erhob zwar im Arztzeugnis vom 27. Juni 2007 als Befunde eine
Lähmung sowie Schmerzen im rechten Bein und wiederholte den betroffenen
Körperteil in der Diagnose. In dieser hielt er jedoch auch eindeutig unzutreffend einen
Status nach Stromunfall Fuss rechts anstatt links fest. Es ist durchaus denkbar, dass
im Fall des Beschwerdeführers eine Rückenproblematik – allenfalls zurückzuführen auf
einen Auffahrunfall vom 20. Mai 2005 - besteht (vgl. dazu auch Suva-act. 8, 10, 11). Die
Frage, welche Körperseite nun aber aktuell wirklich betroffen ist - die linke, rechte oder
allenfalls beide -, erscheint dennoch unbeantwortet. Beschwerdeweise werden
zumindest Beschwerden im Bereich des linken Fusses geklagt. Es fällt zudem auf, dass
die in Bezug auf die vorherige Schadensmeldung vom 4. Februar 2005 erhobenen
Befunde - Druckschmerzen und Schwäche bis Parese (Suva-act. 4) - mit den im
Arztzeugnis vom 27. Juni 2007 erhobenen Symptomen vollständig harmonieren, auch
wenn sie einst bezogen auf den linken Fuss und Unterschenkel und nicht verbunden
mit dem rechten Bein festgehalten wurden. Damals ging die Beschwerdegegnerin von
Unfallfolgen aus (Suva-act. 5). Zu berücksichtigen ist auch, dass die Körperbereiche
Bein, Unterschenkel, Fuss fliessend ineinander über gehen bzw. das Bein den vom
Unfall vom 17. Mai 2004 betroffenen Unterschenkel und Fuss umfasst. Letzterer wird
von Dr. B._ im Arztzeugnis vom 27. Juni 2007 zudem auch erwähnt. Unklar wird die
Sachlage schliesslich vorallem auch durch den Umstand, dass Dr. B._ im
Arztzeugnis vom 27. Juni 2007 die Unfallkausalität hinsichtlich der von ihm am 7. Mai
2007 erhobenen Befunde eindeutig bejahte.
3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aus den Akten nicht widerspruchsfrei
festgestellt werden kann, ob hinsichtlich des am 1. Juni 2007 gemeldeten Schadens
zum Unfall vom 17. Mai 2004 eine Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers
gegenüber der Beschwerdegegnerin besteht. Die Beurteilung von Dr. C._ vom 12.
Juli 2007 (Suva-act. 9) vermag hinsichtlich dieser Frage keine zuverlässige Grundlage
zu bilden. Der Kreisarzt weist einzig auf den Umstand hin, dass eine Lumboischialgie
keine Folge der am 17. Mai 2004 erlittenen peripheren Verletzung am linken
Unterschenkel sein könne. Isoliert betrachtet, kann dieser Beurteilung kaum
widersprochen werden. Die in Erw. 3.2.3 dargelegten Ungereimtheiten, insbesondere
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mit Blick auf die Arztzeugnisse von Dr. B._, wurden jedoch von Dr. C._ in keiner
Weise angesprochen, womit seine Schlussfolgerung gesamthaft betrachtet nicht
einleuchtet und sich einer nachvollziehbaren Begründung als unzulänglich erweist. Die
Streitsache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine
umfassende medizinische Begutachtung - zweckmässigerweise bei einem externen
Sachverständigen - veranlasse.
4.
Entsprechend ist die Beschwerde unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom
14. Januar 2008 teilweise gutzuheissen und die Streitsache zur Durchführung
ergänzender medizinischer Abklärungen über die Anspruchsberechtigung hinsichtlich
des am 1. Juni 2007 gemeldeten Schadens an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen
hat der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts (Art. 61 lit. g ATSG). Eine
Entschädigung von pauschal Fr. 3'600.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
erscheint angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG