Decision ID: 2d26870c-a0b5-4b24-bb78-0ed36a60dc10
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 in
D._
geborene
X._
reiste am 27. April 2010 in die
Schweiz ein, wo er vornehmlich als
Officemitarbeiter
im Gastgewerbe tätig war. Nach einer Operation der linken Hand am 2. März 2012 war er zunächst bis am 30. Mai 2012 vollständig und danach teilweise arbeitsunfähig, weshalb das bei der
Y._
seit dem 1. März 2011 bestehende Arbeitsverhält
nis per Ende 2012 aufgelöst wurde (Urk. 7/3/1, 7/11, 7/15).
X._
meldete sich am 18. Juli 2012 bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung (IV) zur beruflichen Integration beziehungsweise zum
Renten
bezug
an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen (Urk. 7/5-11) und verfügte am
13. Februar 2013 im Einklang mit dem Vorbescheid vom 10. Oktober 2012 die Ablehnung des Leistungsbegehrens (Urk. 2, 10/14).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
X._
am 18. Februar 2013 Be
schwer
de und verlangte sinngemä
ss einen Beitrag von Fr. 1‘900.--
zur Vorbe
reitung auf
die Taxiprüfung (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss mit
Beschwerdeant
wort
vom 15. April
2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Davon wurde dem Be
schwer
deführer am 18. April 2013 Kenntnis gegeben (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die IV-Stelle begründet ihren ablehnenden Entscheid einerseits damit, dass mit der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne und so
mit nicht von einer voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei. Andererseits weist sie darauf hin, dass der Beschwerdeführer sich bei der Eingliederungsberaterin betreffend die zur Dis
kussion gestandene Taxiprüfung nicht mehr gemeldet habe und eine
Renten
prüfung
aufgrund fehlender versicherungsmässiger Voraussetzungen nicht ein
geleitet werde (Urk. 2).
1.2
Strittig und zu prüfen ist nur der Anspruch auf Eingliederungsmass
nah
men
be
ruflicher Art
, ist doch ausschliesslich die Taxiprüfung Thema der Beschwerde
schrift. Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei ihm nicht gelungen, aus ei
gener Kraft die Prüfung zu bestehen, weshalb er eine diesbezügliche Vorberei
tung
mit Lehrer beziehungsweise den dafür erforderlichen Betrag von Fr. 1‘900.
--
be
nötige (Urk. 1).
2.
2.
1
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben laut
Art. 8
Abs.
1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf
Einglie
der
ungsmassnahmen
, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfä
higkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzu
stellen, zu erhalten oder zu verbessern, und soweit die Voraussetzungen für den An
spruch auf die einzelnen
Massnahmen
erfüllt sind
. Die
Eingliederungsmass
nahmen
bestehen unter anderem in
Integrationsmassnahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung und in den
Massnahmen
beruflicher Art selber (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsver
mittlung, Kapitalhilfe; Art. 8
Abs.
3
lit
.
a
bis
und b IVG).
2.
2
Der Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art entsteht gemäss Art. 10 IVG
Abs.
1 IVG frühestens im Zeitpunkt der Geltendmachung des
Leistungsan
spruchs
nach Artikel 29 Absatz 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zial
versicherungsrechts
(ATSG)
. Die versicherungsmässigen Vorausset
zungen sind
g
emäss Art. 9 IVG
Abs.
1
bis
IVG mit der Unterstellung unter die ob
ligatorische oder
die freiwillige Versicherung erfüllt.
Nach Art. 4
Abs.
2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Dieser Zeitpunkt ist objektiv aufgrund des Gesundheits
zu
standes festzustellen; zufällige externe Faktoren sind unerheblich (AHI 2003 S.
209
E. 2a).
2.3
Die namentlich für die Massnahmen beruflicher Art vorausgesetzte Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähig
keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
3.
3.1
D
er vorliegend geltend gemachte Betrag von Fr. 1‘900.-- im Zusammenhang mit der Ausbildung zum Taxichauffeur fällt weder als Einarbeitungszuschuss im Sinne von Art. 18b IVG, der an einen im Rahmen der Arbeitsvermittlung ge
fun
de
nen konkreten Arbeitsplatz geknüpft ist, noch als unter anderem der Auf
nahme oder dem Ausbau einer selbständigen Tätigkeit dienende Kapitalhilfe
gemäss
Art. 18d IVG in Betracht. Auch kann die Taxichauffeurausbildung nicht
unter die
Integrationsmassnahmen
im Sinne von
Art.
14a Abs.
2 IVG subsu
miert
werden. Denn
dar
unter fallen
nur
gezielte, auf die berufliche Eingliede
rung ge
richtete
Massnahmen
zur sozialberuflichen Rehabilitation (Gewöhnung an den
Arbeitsprozess, Förderung der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlich
keit, Einüben sozialer Grundfähigkeiten) und
Beschäftigungsmass
nahmen
(Auf
recht
erhaltung einer Tagesstruktur für die Zeit bis zum Beginn von
Mass
nah
men
beruflicher Art oder bis zu einem Stellenantritt auf dem freien Ar
beits
markt
). Diese sollen d
ie Lücke
schliessen
zwischen sozialer und beruflicher Integration
(vgl.
BGE 137 V 1
E.
3.
2
mit Hinweisen)
.
Die strittige Ausbildung zum Taxichauffeur ist demnach
ausschliesslich
unter dem
Gesichtspunkt des Anspruchs auf Umschulung im Sinne von
Art.
17 IVG zu be
urteilen. Da sich die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung aber all
gemein gegen Leistungen der Invalidenversicherung ausgesprochen hat, stellt sich
auch die von Amtes wegen zu prüfende Frage nach den weiteren in Betracht fallen
den beruflichen
Massnahmen
wie Berufsberatung und Arbeitsvermittlung. Denn mit der
rechtsgenüglichen
Anmeldung vom 18. Juli 2012 (Urk. 7/1) hat der Be
schwerdeführer grundsätzlich alle seine zu diesem Zeitpunkt gegenüber
der IV bestehenden Leistungsansprüche
gewahrt
, selbst wenn er dies
mangels ent
spre
chender Fragestellung
im Anmeldeformular nicht im Einzelnen angab
(vgl. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Auflage, Zürich 2010
,
S. 449)
oder
sich
bei der Eingliederungsberaterin betreffend die
von ihm sel
ber am 6. Dezember 2012 telefonisch vorgeschlagene Ausbildung zum
Taxi
chauf
feur
nicht mehr
meldete (vgl. Urk. 7/21).
3.2
Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind,
Anspruch
auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über
Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um ei
nen
der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Ur
teil des Bundesgerichts I 431/99 vom 15. Februar 2000). In Betracht fällt jede
körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versi
cher
t
e Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Be
tätigungen
einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Aus
ge
schlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträch
ti
gung
zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invali
denver
siche
rung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 f. E. 1a mit Hinweisen).
3.3
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf
eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not
wendig ist
und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder ver
bessert wer
den kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2).
Als Um
schu
lung gelten gemäss Art. 6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer In
validität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti
gen.
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Ein
glie
derungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und ge
eig
net sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
si
cherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit
zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleich
wertig
keit"
nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck ange
messenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch ge
nügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
ge
richts
8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der An
spruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätz
liche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätig
keiten eine
bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wo
bei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91
oben, 1966 S. 439 E. 3).
Des Weiteren setzen Massnahmen im Sinne von Art. 17 IVG
subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit vo
raus (AHI 1997 S. 82 E.
2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f. E. 3).
3.4
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind,
haben gemäss Art. 18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche
eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle
ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
4.
4.1
Zu der von der Beschwerdegegnerin aufgeworfenen Frage nach dem Vorliegen einer Invalidität als Grundvoraussetzung für Umschulung und Berufsberatung und zu der sich namentlich hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung stellenden Frage nach einer Arbeitsunfähigkeit, mithin nach der durch eine Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be
ding
ten, vollen oder teilweisen Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga
ben
bereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 Satz 1 ATSG), ergibt sich aus den me
dizinischen Akten folgendes:
Die Ärzte des Spitals
Z._
, Oberärztin
Dr.
A._
und der leitende Arzt
Dr.
med.
B._
,
hielten im Bericht vom 18. Januar 2012 als Hauptdiagnose ein SNAC
wrist
[
scaphoid
nonunion
advanced
collapse
] Stadium I, Hand links bei Sta
t
us nach nicht registriertem Trauma mit
Scaphoidfraktur
vor ca. 10 Jah
r
en
, aktuell Non-Union mit
Pseudarthrose
und als Nebendiagnose einen Diabe
tes mellitus
Typ 2, insulinpflichtig nach dem Basis-Bolus-Prinzip, fest. Der Pati
ent sei Links
händer und berichte, vor zirka zehn Jahren vermutlich beim Fuss
ballspielen ein Trauma des linken Handgelenks erlitten zu haben. Er habe kei
nen Arzt aufge
sucht und keine weiteren Beschwerden gehabt. Seit er im Hotel
fach arbeite und
teilweise auch schwere Gegenstände heben müsse, habe er zu
nehmend Beschwe
r
den im Bereich des linken Ha
ndgelenks (Urk. 7/10 S. 13 f.).
Aufgrund des Ergebnisses der CT-Untersuchung vom 23. Januar 2012 empfah
len die
obgenannten
Ärzte dem Beschwerdeführer die operative Entfernung des
Scaphoides
und rechneten mit einer Rehabilitationszeit von mindestens vier Monaten (
Bericht vom 1. Februar 2012,
Urk. 7/10 S. 11 f.).
Sieben Wochen nach dem am 2. März 2012 erfolgten Eingriff, einer proximal
row
carpectomy
links, empfahlen die Spitalärzte dem Beschwerdeführer, in kon
trollierten Situationen die bisher verwendete Handgelenks-Manschette weg
zu
lassen und mittels Weiterführung der Ergotherapie Kraft und Belastbarkeit des linken Handgelenks aufzubauen (Bericht vom 26. April 2012; Urk. 7/10 S. 9 f.).
Bei der Untersuchung vom 30. Mai 2012 berichtete der Beschwerdeführer von
noch persistierenden leichten Schmerzen und zeitweiligen leichten Schwellun
gen
. Er wurde angewiesen, weiterhin ergotherapeutisch die Kraft und Beweg
lich
keit zu trainieren. Mit der Begründung, dass er bei seiner Arbeit in einer Grossküche
beim Abwasch
en
schwere Töpfe, Pfannen und Besteckkörbe her
umtragen müsse,
wurde er weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben und wurde ab dem 16. Juli
2012 ein Arbeitsversuch zu 25 % mit leichter Arbeit vor
gesehen (Bericht vom 31. Mai 2012; Urk. 7/10 S. 7 f.).
Am 2. August 2012 berichtete der Beschwerdeführer von einem „soweit tolerier
baren“ Verlauf bei der seit dem 26. Juli 2012 bestehenden 50%igen Arbeitsbe
lastung. Nach dem jeweils knapp sechsstündigen Arbeitstag habe er abends je
weils noch deutliche Schmerzen. Auch könne er keine grösseren Lasten h
e
ben. Die Ärzte konstatierten eine Kraftzunahme von 24 auf 28 kg und beurteilten den postoperativen Verlauf als soweit gutartig, beliessen die Arbeitsbelastung aber noch für zwei weitere Monate bei 50 % (Bericht vom 23. August 2010; Urk. 7/10 S. 5 f.).
Bei der abschliessenden Kontrolle vom 18. Dezember 2012 im Spital
Z._
be
ur
teilten die Ärzte die Belastbarkeit bei der Arbeit in der Küche
weiterhin
als limitiert. Eine 50%ige Belastung führe nach wie vor zu dorsal zentralen und
ul
nopalmaren
Schmerzen. Die Beweglichkeit habe sich mit 30°/0°/30° unverändert installiert; Pro- und
Supination
sowie Radial- und
Ulnar
-Deviation seien soweit frei. Die Griffkraft links betrage 12 kg, rechts 42 kg; Sensibilität, Durchblutung
und
Trophik
seien soweit intakt. Zum weite
ren Vorgehen schlugen die Ärzte zwecks
Abklärung der Belastbarkeit des linken Handgelenks eine vertrauens
ärzt
liche Untersuchung vor. Gegebenenfalls sei eine Umschulung in eine weniger
belastende Tätigkeit sinnvoll. Bis zu 5 kg könnten linksseitig problemlos belas
te
t werden (Bericht vom 19. Dezember 2012; Urk. 7/18).
4.2
Wenn die dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) angehörende med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, in ihrer Stellungnahme vom 25. September 2012 aufgrund der bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten Beurteilungen der behandelnden Ärzte mit der Wiederherstellung der
vollen Arbeitsfähigkeit rechnete und einen dauerhaften Gesundheitsschaden nicht
als ausgewiesen betrachtete (Urk. 7/12 S. 3), so
stützte
sie sich auf die damalige Aktenlage, insbesondere auf den Bericht vom 23. August 2010, worin auf Ende
Oktober 2012 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht ge
nommen worden
war (Urk. 7/10 S. 5 f.).
Ob sich diese Steigerung tatsächlich re
alisieren liess, klärte
die IV-Stelle
vor Erlass der Verfügung nicht ab
und sie legte den ihr vor
Verfügungserlass zugegangenen Abschlussbericht vom 19. Dezember 2012 (Urk. 7/18)
, worin entgegen der Prognose vom 23. August 2010 weiterhin nur
eine 50%ige Belastbarkeit des Beschwerdeführers als Kü
chenhilfe konstatiert und
eine Umschulung in eine weniger belastende Tätigkeit als sinnvoll erachtet wurde, der RAD-Ärztin nicht vor. Dementsprechend
ging
sie
in der ange
foch
te
nen Verfügung
weder
auf die Vorbringen des Beschwer
deführers
i
m
Vor
be
scheid
verfahren
,
wonach
die behandelnden Ärzte eine wei
tere Handoperation für not
wendig
erachteten, er weiterhin nur zu 50 % arbeite und sein Arbeitsvertrag ge
kündigt worden sei
(Urk. 7/15
, 7/21
)
,
noch auf den genannten Abschlussbericht ein.
Damit hat
d
ie
IV-Stelle
nicht nur
ihre Begründungspflicht im Sinne von Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG beziehungsweise den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b) verletzt
, sondern sie ist auch
ihre
r
Abklärungspflicht im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG
nicht nachgekommen
. Ihre Annahme
, dass mit der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet und nicht von einer voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit
ausgegangen werden könne
, ist da
her in medizinischer Hinsicht nicht gesichert.
4.3
Wohl
formulierte
RAD-Ärztin
C._
in ihrer Stellungnahme für den Fall, dass die volle Belastbarkeit der Hand nicht wieder eintreten würde, ein medizi
nisch-theoretisches Belastungsprofil
. Danach
wären
dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwer
e
körperliche Tätigkeiten, insbesondere ohne überwie
gen
de Belastung des linken Handgelenks, ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft,
Haltefunktionen und das Geschick der linken Hand, ohne Schlag- und
Vibra
tionsbelastungen
, repetitive Belastungen und dauernde
Umwendbewegun
gen
der
linken Hand vollschichtig zumutbar (Urk. 7/12 S. 2 f.). Auf die sich im Hinblick
auf den Anspruch auf Arbeitsvermittlung stellende Frage, ob und in
wieweit auch
die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers als Küchenhilfe, die mitunter das
Hantieren mit schweren Küchengeräten erfordert (Urk. 7/10 S. 7, 13, Urk. 7/11 S. 7),
dem Belastungsprofil entspricht
beziehungsweise
eine
dies
bezüglich
e
Ar
beits
unfähigkeit besteht
, findet sich in der RAD-Stellungnahme keine Antwort.
Davon abgesehen, bildet die medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsbeurteilung der RAD-Ärztin auch keine geeignete Grundlage, um die Arbeitsfähigkeit in ei
ner angepassten Tätigkeit abschliessend beurteilen zu können. Denn
Dr.
C._
untersuchte den Beschwerdeführer nicht persönlich und die im
Ab
schlussbericht
des Spitals
Z._
vom 19. Dezember 2012 (Urk. 7/18) festge
haltenen Befunde und Messwerte waren ihr nicht bekannt. Auch geht aus der Stellungnahme nicht hervor, ob
sie ihre medizinisch-theoretische
Zumutbar
keitsbeurteilung
i
n Kenntnis der
Linkshändigkeit des Beschwerdeführers
abgab
und dem Umstand, dass allenfalls verbleibende Einschränkungen die dominante linke Hand betreffen würden, Rechnung trug.
4.4
Um den Anspruch auf die in Betracht fallenden beruflichen Massnahmen be
urteilen zu können, sind
bei dieser Rechts- und Beweislage
die medizinischen Akten über den weiteren Verlauf beizuziehen und ist eine umfassende medizi
nische Beurteilung der Frage nach dem Vorliegen eines invalidisierenden
Ge
sundheitsschadens
und den zumutbaren Einsatzmöglichkeiten vorzunehmen. Dies umso mehr, als der seit August 2010 in der Schweiz erwerbstätige Be
schwerdeführer der obligatorischen Versicherung unterstellt ist und damit
die versicherungsmässigen Voraussetzungen
hinsichtlich Massnahmen beruflicher Art im Sinne von
Art. 9 IVG
Abs.
1
bis
erfüllt
sind
.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
entsprechenden medizinischen
und
sich
im Hinblick auf den
Umschulungsan
spruch
allenfalls
aufdrängende
n
berufliche
n
Abklärungen veranlasse und her
nach über den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Massnahmen
beruflicher Art neu verfüge.
5.
Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur erneuten Abklärung (mit offenem Ausgang) gilt für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten
im
Sinne von Art. 69 Abs. 1 bis IVG, unabhängig davon, ob sie beantragt wird (vgl.
132 V 215
E. 6.2).
Folglich sind die Gerichtskosten von Fr. 500.-- der
un
ter
lie
genden IV-Stelle aufzuerlegen.