Decision ID: 8a810e3a-7c18-4f76-9153-54f8fad50c6a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
X._
, geboren 1975, mit Verfügung
v
om 11. Oktober 2004 ab 1. Novem
ber 2001 eine ganze Rente zu (Urk. 8/6
3
). Im Jahr 2006 leitete sie ein amtliches Revisionsverfahren ein (Urk. 8/7
1
)
.
Nach erlassenem Vorbescheid vom
20. August 2009 (Urk. 8/104) hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten m
it Verfügung vom 16. November 2009
auf
(Urk. 8/12
0
). Die dagegen am 16. Dezember 2009 erhobene Beschwerde (Urk. 8/12
1
/3-10) hiess das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2009.01206
vom 31. Januar 2011 in dem Sinne gut, dass die Verfügung aufgehoben und die Sache zur Einholung eines
polydis
ziplinären
Gutachtens und nachfolgender neue
r
Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 8/14
5
).
Im Nachgang zu diesem Urteil liess
die IV-Stelle den Versicherten bei der
Y._
GmbH polydisziplinär begutachten
(Urk.
8/169
).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 8/18
2
, Urk.
8/18
7
) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Januar 2013 die ganze Rente mit Wirkung ab 1. Januar 2010 auf eine
Viertelsrente
herab (Urk
.
8/
189, Urk. 8/19
7
-203
).
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 18. Februar 2013
(Urk. 8/
209
/3-9
)
wies das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2013.00176
vom 19. September 2013 (Urk. 8/
213
) ab.
1.2
Im März 2014
ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 8/214, Urk. 8/224).
Nach
Durchführung p
ersönliche
r
Gespräch
e
(
vgl.
Urk. 8/229
)
erteilte die IV-Stelle
im Rahmen der
Frühinter
vention
am 7. Juli 2014 Kostengutsprache für eine Potentialabklärung
in der
Z._
, welche
vom
4.
bis 29. August
2014
stattfand
(Urk. 8/230
, Urk. 8/245-246
).
Mit Mitteilung vom 25. Septem
ber 20
14 schloss die IV-Stelle
die
beruflichen
Eingliederungs
massnahmen
unter Hinweis darauf, dass sich der Versicherte
nicht in der Lage fühle
,
an diesen
teilzunehmen, ab
. Gleichzeitig teilte sie
ihm
mit, dass sein Anspruch auf eine Rente geprüft werde
(
Urk. 8/247).
Nach erlassenem Vorbescheid
(Urk. 8/256
) und dagegen erhobenem
Einwand
(Urk. 8/258
, Urk. 8/265,
Urk. 8/268
)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten m
it Verfügung vom 28. Juli 2015 (Urk. 2)
mit, das Rentenerhöhungsgesuch werde abgewie
sen
.
2.
Dagegen erhob d
er
Versicherte am
10. September
2015 Beschwerde und be
antragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Angelegenheit sei zur Vornahme von weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der un
ent
geltlichen Prozessführung (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
6. Oktober
2015
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
7
, unter Beilage ihrer Akten, Urk.
8
/1-
277
)
.
Mit Eingabe vom 16. November 2015 (Urk. 10) reichte der Beschwerdeführer das Formular zur Abklärung der
prozessuale
n Bedürftigkeit samt diverser Belege ein (Urk. 11
, Urk. 12
)
.
Mit gerichtlicher Verfügung vom
18. November
2015
wurde
dem Beschwerde
füh
rer
das Doppel der
Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird,
soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
siche
rungs
rechts
, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, son
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheit
lichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Ma
i 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1
ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchser
heblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
ben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bie
tung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbs
einkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131
V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_
614/2015
vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5
.4.
).
1
.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch
zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
im Ver
gleich
zu
r Einschätzung d
urch die
Y._
-
Gutachte
r
vom März 2012 seien keine wesentlichen Änderungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers festzustellen. Psychosoziale Belastungen, wie eine ungenügende finanzielle Versorgung, könnten als IV-fremde Faktoren bei der Invaliditätsbemessung nicht berücksichtigt werden. Im Vergleich zu den Vorunterlagen würden keine neuen medizinischen Sachverhalte vorgebracht
. Der 2012 erhobene Einkommensvergleich bestätige sich damit
(Urk. 2)
.
2.
2
Der Beschwerdeführer machte seinerseits geltend
,
sein Gesundheitszustand habe sich seit der
Y._
-Begutac
htung wesentlich verschlechtert, weshalb eine polydisziplinäre Abklärung in psychiatrischer, rheumatologischer und neu
ro
psychologischer Fachrichtung vorgenommen werden müsse.
Mit Blick auf die aktuellen Arztberichte sei es
offensichtlich
bezüglich Sternum durch die Pseu
doarthrose zu einer wesentlichen Verschlechterung gekommen.
Auch die Situation am Rücken und Nacken habe sich seit der
Y._
-Begutachtung we
sentlich verschlechtert.
Schliesslich habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auch aus neuropsychologischer Sicht verschlechtert, was auch die Testung vom 26. Mai 2015 bestätige
. Im Rahmen ihrer
Abklärungs
pflicht
obliege es der Beschwerdegegnerin daher, die nötige Begutachtung in die Wege zu leiten
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Beim Erlass der Verfügung vom 28. Januar 2013, mit welcher die ganze Rente des Beschwerdeführers mit Wirkung ab 1. Januar 2010 auf eine
Vier
telsrente
herabgesetzt wurde (Urk. 8/189), stellte die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das
Y._
-Gutachten vom 6. März 2012
(Urk. 8/169) ab.
Die
Y._
-Gutachter nannten als Diagnose mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
Subduralhämatom
fronto
-
temporal links im Dezember 2000 bei Status nach Bohrlochtrepanation am 12. Dezember 2000 (ICD-10 I62.02). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
unter anderem
eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), eine Schmerzver
arbeitungsstörung (ICD-10 F54)
sowie
ein chronischer Kopf
schmerz vom Spannungstyp (ICD-10 G44.2)
.
Beim Beschwerdeführer bestehe keine zumutbare Arbeitsfähigkeit für körperlich mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten mit erhöhtem Anspruch an intellektuelle Fä
higkeiten sowie für Tätigkeiten mit hohem Planungs- und
Organisations
an
spruch
. Für körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von 60 %, vollschichtig realisierbar
(Urk. 8/169/19-21)
.
3
.2
Im vorliegenden Verfahren präsentiert sich die aktuelle medizinische Akten
lage wie folgt:
3
.2.1
Die Ärzte der Klinik für
Thoraxchirurgie
,
A._
, nannten im Bericht vom 11. Jun
i 2014
(Urk. 8/231)
insbesondere die Diagnose Pseu
do
arthrose Sternum, Prominenz
Synchondrosis
s
terni
. Der Beschwerdeführer leide unter der seit der Kindheit bestehenden
ventrothorakalen
Deformität nach
Sternumfraktur
. Im Speziellen äusserten sich die Beschwerden durch
zunehmende Schmerzsymptomatik verbunden mit
einer
Bewegungsein
schrän
kung
und
einer
generelle
n
Limitierung in den alltäglichen Aktivitäten. Aus
thoraxchirurgischer
Sicht sei eine
Osteokorrektur
indiziert.
Am
20. August 2014 (Urk. 8/253/6)
berichteten
die Ärzte, der Beschwerdeführer sei gegen
über einer Intervention eher skeptisch und wisse nicht, ob er eine Operation wünsche.
3
.2.2
Im Abschlussbericht
über die
Arbeitsdiagnostik
in der
Z._
vom 15. Septem
ber 2014 (Urk. 8/245, Urk. 8/246) wurde insbesondere
festgehal
ten
, der Be
schwerdeführer erkenne den positiven Einfluss von Arbeit auf sei
nen Alltag. Er sei aber durch somatische Beschwerden deutlich in seiner
Selbstwahr
neh
mung
geprägt, leide unter wechselnden und starken Schmer
zen und könne eine regelmässige Tagesstruktur nur undeutlich einhalten. Es erscheine not
wendig, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für eine gesundheit
liche Stabilisierung verbessere und eine Anpassung des eige
nen Verhaltens erreiche.
3
.2.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, führte im
Bericht vom
14. November 2014 (Urk. 8/253
/5
)
aus,
e
s liege eine Sternum-Pseudoa
rthrose nach Unfall vor Jahrzeh
nten vor, welche zunehmend zu einer
Dysmorphie
des Brustkastens und entsprechenden Beschwerden führe. Der Ver
lauf sei äusserst vielschich
tig und
in letzter Zeit habe sich nichts Grundlegendes geändert.
3
.2.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
Z._
, bei welche
m
der Beschwerdeführer seit Januar 2
010 in Be
handlung stand, gab
im Bericht vom 23. Oktober 2014 (Urk. 8/250)
an
,
beim Beschwerdeführer
bestünden
eine nicht näher bezeichnete organische
Per
sön
lichkeits
- und Verhaltensstörung
aufgrund
einer
Krankheit, Schädigung oder
Funktionsstörung
des Gehirns
seit Oktober 2000
(ICD-10 F07.9) sowie eine chronisch rezidivierende mittelgradig bis schwere depressive Sympto
matik (ICD-10 F33.1, F33.2). I
m Wesentlichen ergebe sich keinerlei Verän
derung zum Bericht vom Ju
n
i 201
1.
Nebst der
depressiven Symptomatik würden vor allem die kognitiven Ausfälle imponieren. Die Konzentrations- und Auffassungsfähigkeit sei
en
massiv vermindert. De facto brauche der Beschwerdeführer für Sachen, welche ausserhalb der Alltäglichkeiten lägen, eine Begleitung. In diesem Sinne könne zusammenfassend berichtet werden, dass sich diesbezüglich eine Verschlechterung des psychopathologischen Befundes seit dem letzten Bericht ergeben habe.
3
.2.5
Am 22. Februar 2015 wurde der Beschwerdeführer in
der Klinik für Neuro
logie,
A._
,
aufgrund zunehmender Schwäche beider Beine mit Taubheitsgefühl vorstellig.
Dem
gleichentags verfassten
Bericht
(Urk. 8/264/5-9)
ist zu entnehmen, dass
d
ie Ursache der angegebenen Schwäche und Schmerzen der Beine offen
bleibe
. Auffällig sei die Diskrepanz zwischen den anamnestischen Angaben und der klinischen Präsentation. Die Gangproben seien im Verlauf völlig unauffällig gewesen. Autonome Störun
gen hätten sicher nicht bestanden.
Das CT der BWS und LWS sei unauffällig ohne Hinweis auf Kompression neuraler Strukturen gewesen.
3
.2.
6
Die Ärzte der Klinik
D._
nannten im
Sprechstundenbericht vom 2. April 2015 (Urk. 8/264/2-3)
im
Wesentlichen die Diagnosen
Zervikalgie
bei
Oste
chon
drose
C5/6 und C6/7 ohne Kompression neuraler Strukturen (MRI HWS 12.03.15) sowie Lumbalgie (unauffälliges MRI LWS 19.01.15).
Bildmor
pho
lo
gi
sch
liessen sich die vom Beschwerdeführer geäusserten Beschwerden nicht vollständig erklären. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht bestehe kein Interventionsbedarf.
3
.2
.7
Im Bericht vom 21. Mai 2015 (Urk. 8/267/4-6) diagnostizierten d
ie Ärzte der Klinik
D._
im Wesentlichen
ein c
hronisches
zervikovertrebrales
und
lumbo
spon
dylogenes
Schmerzsyndrom rechts bei
allgemeine
r
Dekonditio
nie
rung
und
ausgeprägte
r
Insuffizie
nz der Rumpfmuskulatur
sowie
eine
Pseudo
arthrose Sternum. Die
radiologische
n
Abklärungen mittels MRI
der
LWS im Januar 2015 und HWS im März 2015 hätten aktenanamnestisch
Os
teochon
drosen
der unteren HWS und unteren LWS ohne Neurokompression gezeigt. Abgesehen von einer anamnestisch vorbestehenden, fehlenden
Grosszehen
heberfunktion
beidseits und einer nicht
dermatombezogenen
Sensibilitäts
minderung
des rechten Unterschenkels falle der neurologische Untersuch
der
oberen und unteren Extremitäten unauffällig aus. Die fehlende Ansteuerung der Grosszehenheber sei bei ansonsten allseits intakter
myoto
mbezogener
Kraftprüfung und fehlenden Hinweisen für neurogene Kompres
sion der MRI von HWS und LWS schmerzbedingt zu sehen.
3
.2.
8
Die Ärzte der
Z._
führten i
m
Bericht vom 26. Mai 2015
über die neuropsy
chologische Testung (Urk. 8/267
/1-3
) aus, zusammenfassend ergebe sich ein
neurokognitives Profil mit ausgeprägten Defiziten in verschiedenen Berei
chen
. Der Bildungsstand des Beschwerdeführers liege deutlich unterhalb der Norm.
Die visuell-räumliche Wahrnehmung und Kognition sei
en
stark ein
ge
schränkt
. Lernen und Abruf von insbesondere verbalem Material sei deut
lich reduziert. Konzentrationsfähigkeit und Exekutivfunktionen seien eben
falls stark einge
schränkt. Die Leistungen seien im Ve
rgleich zur Untersu
chung vom 4.
März 2010 eher noch schlechter ausgefallen. Es müsse festge
halten werden, dass die meisten Tests nach unten schlecht differenzierten, somit hätten viele Leistungen u
nterhalb eines Prozentranges
gelegen. Die vorliegenden Befunde seien als Spätfolgen der Hirnblutung von 1999 inter
pretierbar.
3
.2.
9
Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Juli 2015
(Urk. 8/269/2)
zu den
einwandweise
eingereichten
Berichten
vom 2
1.
und 26. Mai 2015
fest,
im Bericht über die
neuropsychologische Testung
werde
völlig unk
ritisch die Anamnese übernommen und
es
sei k
eine Sympt
omvalidierung durchgeführt
worden.
Eine Verschlechterung
so lange
Zeit nach dem Unfall
sei
neurolo
gisch
bei dem jungen Alter des
Versicherten
nicht erklärbar.
Der
Bericht
der Klinik
D._
würde
die bekannte Diskrepanz zwischen
Symptompräsenta
tion
und objektiven, morphologisch und klinisch
erhebbaren
Befunden auf
zeigen.
4
.
4
.1
Der Beschwerdeführer machte eine Verschlechterung seines Gesundheitszu
standes
in rheumatologischer
, neuropsychologischer
sowie in psychopatho
logischer Hinsicht
geltend
(Urk.
8/229/4, vgl. auch Urk.
8/265/2)
.
In
somati
scher
Hinsicht klagte der Beschwerdeführer ü
ber
vermehrte
Nacken- und
Rückenschmerzen
.
Gemäss Bericht der Klinik
D._
vom 2.
April 2015
lassen sich die geklagten Beschwerden
jedoch
bildmorphologisch nicht voll
ständig erklären und
es
besteht aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht kein
Inter
venti
onsbedarf
(E.
3
.2.
6
)
.
Auch dem Bericht vom 21. Mai
2015 der Klinik
D._
ist in
B
ezug auf die oberen und unteren Extremitäten ein
im
Wesentlichen
unauffälliger Untersuchungsb
efund
zu entnehmen
(E.
3
.2.
7
). D
ie
bildgeben
den
Untersuchungen
der
HWS,
B
WS und LWS waren sodann unauf
fällig ohne Hinweis auf Kompression neuraler Strukturen (E.
3
.2.5, E.
3
.2.
7
).
Weiter
klagte d
er Beschwerdeführer
über zunehmende
Beschwerden wegen
einer seit der Kindheit bestehenden
Sternum-Pseudo
arthrose
(vgl. E.
3
.2.1
)
.
Das Vorlie
gen einer Diagnose bewirkt
für sich
allein
e
jedoch
noch keine
revisionsrecht
lich
erhebliche Veränderung. Massgebend
ist allein die Auswir
kung auf die zumutbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Vorliegend be
steh
e
n
diesbezüg
lich keine Hinweise
, zumal der Beschwerdeführer trotz An
gabe
einer zuneh
menden Schmerzsymptomatik
keine
operative Korrektur
wünscht (E.
3
.2.1).
4
.
2
D
er Beschwerdeführer
machte
darüber hinaus
geltend,
eine Verschlechterung
sei aufgrund der
Ergebnisse
der neuropsychologischen Testung vom 26. Mai 2015 (E.
3
.2.8)
ausgewiesen
.
Im entsprechenden Bericht
wurde
festgehalten, dass die Leistungen im Vergleich zur Untersuchung im März 2010 eher noch schlechter ausgefallen seien.
Diese
Einschätzung
ist
jedoch
insbesondere mit Blick auf den
Test
bericht vom 1
0.
März 2010 (Urk. 8/154/8-9)
nicht
überzeu
gend.
So hatte
bereits
die Testung im Jahr 2010
eine s
tarke Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der Le
rn
fähigkeit
ergeben.
Das allgemeine Leistungs
niveau
war
unterdurchschnittlich
und
die Le
rn
fähigkeit und die Produktivität
waren
stark reduziert
gewesen
.
Die
verschiedenen Gehi
rnfunkti
onen, insbe
sondere die exekutiven
Funktionen
,
waren
stark
beeinträchtigt
gewesen
(Urk. 8/154/9). Die damalige
Beurteilung deckt sich
damit
im Wesentlichen mit derjenigen vom Mai 2015, gemäss welcher der Beschwerdeführer in der Konzentrationsfähigkeit, der Kognition sowie den Exekutivfunktionen
stark eingeschränkt
ist (vgl. E.
3
.2.8).
Mit
Blick auf die
im Wesentlichen gleich ge
bliebenen Test
ergebnisse
ist eine
Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
aus ne
uropsychologischer Sicht nicht überwiegend wahrscheinlich
, zumal d
ie
abschliessende Beurteilung
im Bericht vom Mai 2015
vage ausfällt
(„eher“ noch schlechter).
Sodann wurde dem
Beschwerdeführer
bereits
von den
Y._
-Gutachtern
aus neurologischer Sicht
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für Arbeiten mit mittlerem bis hohem Anspruch an intellektuelle Fähigkeiten sowie hohem Planungs- und Organisationsanspruch attestiert und eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Arbeiten angenommen (Urk. 8/169/19).
Eine darüber hinausgehende
relevante
Verschlechterung
ist mit Blick auf die neuropsychologische Testung nicht ausgewiesen
.
4
.
3
Schliesslich
ist
auch in psychopathologischer Hinsicht
nicht von einer rele
vanten Verschlechterung auszugehen
. Zwar
diagnostizierte
der Psychiater
Dr.
C._
nebst einer seit 2000 bestehenden Persönlichkeits- und Ver
haltensstörung
in Abweichung zu den
Y._
-Gutachte
r
n
und unter Hinweis auf die Ende 2009 von den Ärzten des Sanato
riums
E._
diagnostizierte
mittelgradig bis schwere
depressive Symptomatik
eine
rezidivierende mittel
gradig bis
schwerere depressive Störung
,
führte
aber
gleichzeitig
aus
, dass sich im Wesentlichen
keinerlei Veränderung
ergeben habe (
E.
3
.2
.4
).
Dies
stimmt sodann mit der
Ansicht
des
Hausarzt
es
des Beschwerdeführers
über
ein
, der festhielt, dass sich in letzter Zeit nichts Grundlegendes geändert habe (
E.
3
.2.3
).
4
.
4
Zusammenfassend
ist das Vorliegen einer massgeblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
seit Erlass der Verfügung
vom 28. Januar 2013
mit dem im Sozialversicherungsrecht
geltenden
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu verneinen.
5
.
Nach dem Gesagten
erweist sich die angefochtene Verfügung
vom 28. Juli 2015
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
6
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die
Kosten des Verfah
rens
auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwer
deführer aufzuerlegen.
6
.2
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom 10. September 2015 um Gewährung der
unentgeltliche
n Prozessführung (Urk. 1 S. 8).
Nach Gesetz und Prax
is sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der
un
entgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Pro
ze
ss nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeis
tän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
6
.
3
Aus den Angaben im Formular zur Abklärung
der prozessualen Bedürftigkeit
vom 28. September 2015 (Urk. 11) und den eingereichten Beilagen geht her
vor, dass der Beschwerdeführer über monatliche Einnahmen von Fr.
1‘272
.-- (IV-Renten
, Urk. 12/4, Urk. 12/5
) verfügt.
Zusätzlich erzielt die Ehefrau des Beschwerdeführers ein monatliches Einkommen von
Fr.
5‘189
.--
, so dass sich die Einkünfte
pro Monat gesamthaft auf Fr.
6‘461
.--
belaufen
.
Nach Abzug
der laufenden monatlichen Steu
errate von Fr. 105.-- (rund Fr.
1‘263.-- / 12, Urk. 12/13) ergibt sich ei
n monatliches Einkommen von Fr. 6‘356
.--.
Da der Beschwerdeführer
verheiratet ist,
ist für ihn beim Grundbetrag der Betrag für Ehepaare gemäss
Kreisschreiben des Obergerichts des Kantons Zürich zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
in der Höhe von Fr. 1‘700.-- einzusetzen. Anzurechnen ist ausserdem der
Grundbe
trag
für ein Kind im Alter von 10 bis 18 Jahren (Sohn) in der Höhe von Fr. 600.-- sowie für ein Kind im Alter bis 10 Jahren (Tochter) in der Höhe von Fr. 400.--. Der Mietzins beträgt gemäss Angabe des Beschwerdeführers Fr. 920.-- (Urk. 11 S. 5
, ohne Beleg
). Die Nebenkosten (Heizung) werden mit Fr. 661.
-- angegeben. Ob es sich dabei um eine monatliche oder jährliche
Ausgabe
handelt, wird durch den eingereichten Einzahlungsschein
nicht wei
ter substantiiert
(Urk. 12/8)
. A
ufgrund der Höhe des Betrages
und man
gels Substantiierung
ist jedoch von einer
jährlichen
Ausgleichsz
ahlung
und somit von monatlichen Ausgaben von Fr. 55.-- auszugehen. Der Vollständig
keit hal
ber ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei Annahme einer monatli
chen Zahlung von Fr. 661.--
keine Bedürftigkeit ausgewiesen wäre (vgl. nachfol
gend E. 7.
4
).
Die Prämien der obligatorischen Krankenversiche
rung belaufen
sich nach Abzug der kantonalen Prämienverbilligung auf ins
gesamt
Fr.
322.--
(
Fr.
173.-- und
Fr.
149.--, Urk. 12/9). Hinzu kommen be
sondere Berufskosten von Fr. 240.-- (Urk. 12/12).
Kosten für Telefon,
Kran
kenkassenzusatzprämien
sowie Haftpflichtversicherungen sind aus dem Grundbetrag zu decken. W
eitere anrechenbare Ausgaben
sind nicht belegt
.
6
.
4
Insgesamt weist der Beschwerdeführer einen monatlichen prozessualen
Not
bedarf
von Fr.
4‘237.--
auf. Verglichen mit dem Einkommen von
Fr.
6‘356
.-- resultiert ein Überschuss von Fr.
2‘119
.--
pro Monat. Unter Berücksichtigung eines Freibetrages von Fr.
800
.-- (
Freibetrag für Ehepaar von
Fr. 600.--; Frei
betrag für die
Kinder
von
je
Fr. 100.--) verbleiben dem
Beschwerdeführer
noch Fr.
1‘319
.--
pro Monat. Es ist dem
Beschwerdeführer
zumutbar, aus diesem Überschuss die Prozesskosten zu bezahlen. Das Gesuch um Gewäh
rung der unentgeltlichen
Prozessführung
ist demnach mangels
ausgewiesener
Bedürftigkeit abzuweisen.