Decision ID: eaecc700-8425-5839-9578-51c13358f2e1
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin – eine  Staatsangehörige, römisch-katholischen Glaubens aus B._ – ihre Heimat am 27. September 2009 auf dem Luftweg via C._ nach D._. Danach habe sie sich 20 Tage in E._ aufgehalten, sei anschliessend in einem Auto bis nach F._ gereist, ehe sie dann am 19. Oktober 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) G._ ein Asylgesuch einreichte.
B. Zur Begründung ihres Gesuches brachte die Beschwerdeführerin  der Befragung vom 26. Oktober 2009 und der Anhörung vom 30. November 2009 – jeweils durch die Vorinstanz – im Wesentlichen vor, sie habe als (Beruf) in einem Spital in B._ und ehrenamtlich im Gesundheitswesen gearbeitet. Am 20. Juli 2009 sei sie nach H._ gegangen, um die Leute in verschiedenen Orten über die Familienplanung zu informieren. Am 23. Juli 2009 habe sie anlässlich einer solchen Veranstaltung im Dorf I._ in der Nähe von H._ gesprochen. An dieser Veranstaltung seien sowohl Christinnen als auch muslimische Frauen anwesend gewesen. Die Beschwerdeführerin habe den Teilnehmerinnen verschiedene Verhütungsmethoden erklärt. Eine christliche Teilnehmerin habe bemerkt, dies sei eine Sünde. In der Folge habe sich ein verbaler religiöser Disput zwischen der Beschwerdeführerin, dieser christlichen Frau und muslimischen Frauen entwickelt. Die Beschwerdeführerin sei dabei auch geschlagen worden. Man habe sie beschuldigt, den Propheten zu beleidigen. Mit Hilfe eines Kirchendieners sei es ihr gelungen, die Veranstaltung zu verlassen. Danach sei sie nach Hause zurückgekehrt. Am 17. August 2009 habe die Beschwerdeführerin erfahren, dass sich zwei unbekannte Männer bei der Arbeit nach ihr erkundigt hätten. Tags darauf und am 22. August 2009 hätten diese Personen erneut auf der Arbeitsstelle nach ihr gefragt. Am 22. August 2009 seien die beiden Männer in Begleitung einer Frau gewesen, welche eine der Teilnehmerinnen der Veranstaltung vom 23. Juli 2009 gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe diese Personen jedoch nicht empfangen, sondern sie sei aus Angst am 22. August 2009 sofort nach Hause gegangen. Danach habe sie zuerst Urlaub beantragt, später habe sie sich krank gemeldet und sich zum Teil in J._ versteckt. Bis zum 10. September 2009 seien jeden zweiten Tag Leute
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im Krankenhaus erschienen und hätten nach der Beschwerdeführerin gefragt. Deshalb habe sie ihre Stelle am 15. September 2009 gekündigt. Sie sei nicht zu den Behörden gegangen, weil die Polizei einen Christen, der ein muslimisches Mädchen geliebt habe, unter der Beschuldigung der Blasphemie gefoltert und erschossen habe. Am 27. September 2009 sei sie schliesslich geflohen. Bei einer Rückkehr in ihre Heimat würden sowohl sie als auch ihre Familie in Gefahr geraten.
Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin ein Bestätigungsschreiben der (Kirche) in H._ vom 3. September 2009 zu den Akten.
C. Mit Verfügung vom 29. Dezember 2009 – eröffnet am 6. Januar 2010 – lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und  die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur  führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die  habe Probleme mit Drittpersonen im Anschluss an die bereits erwähnte Veranstaltung vom 23. Juli 2009 geltend gemacht. Sie habe jedoch unterschiedliche Angaben zu den Personen gemacht, welche sie hätten verfolgt haben sollen. Anlässlich der Befragung zur Person habe sie zu Protokoll gegeben, an bereits genannter Veranstaltung seien auch drei bis vier muslimische Frauen anwesend gewesen.  Teilnehmerinnen hätten danach überall im K._ gegen sie . Sie seien sogar an ihrem Arbeitsplatz in B._ erschienen, um sie zu töten (vgl. A1, S. 4 f.). Im Verlauf der Anhörung hingegen habe die Beschwerdeführerin behauptet, im Spital in B._ seien drei Mal die jeweils gleichen zwei Männer erschienen. Am 22. August 2009 seien diese in Begleitung einer Frau gekommen. Nur diese drei Personen – sonst niemand – hätten sie gesucht. Auf den Widerspruch hingewiesen habe die Beschwerdeführerin behauptet, in der Befragung keine derartigen Aussagen gemacht zu haben. Dies sei als Schutzbehauptung anzusehen, sei ihr doch das entsprechende Protokoll rückübersetzt worden. Zudem habe sie anschliessend unterschriftlich bestätigt, dass das Protokoll ihren Aussagen und der Wahrheit entspreche (vgl. A1, S. 6 sowie A8, S. 11 f. und 14). Weiter habe die Beschwerdeführerin während der Anhörung unglaubhafte Angaben zu ihrem Verhalten gemacht, nachdem sie vom Erscheinen dieser Personen im Krankenhaus erfahren habe. Sie habe am 17. August 2009 gemeint, es seien Patienten. Deshalb habe sie diese beiden Männer ignoriert. Als sie im Anschluss daran gefragt worden
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sei, weshalb sie diese ignoriert habe, wenn sie davon ausgegangen sei, es handle sich um Patienten, habe sie plötzlich behauptet, sie habe gedacht, es seien Verwandte von Patienten (vgl. A8, S. 11). Zudem habe die Beschwerdeführerin in der Anhörung vorerst zu Protokoll gegeben, der Pfarrer habe ihr mitgeteilt, dass man ununterbrochen nach ihr gesucht habe. Er habe ihr deshalb geraten, in eine andere Stadt zu gehen. Kurz darauf sei die Beschwerdeführerin gefragt worden, woher der Pfarrer wisse, dass nach ihr gesucht worden sei. Sie habe geantwortet, der Pfarrer habe ihr so etwas nicht gesagt. Vielmehr habe sie den Pfarrer über die Ereignisse vom 17., 18. und 22. August 2009 informiert (vgl. A8, S. 15). Schliesslich seien auch die Angaben zu ihrem Verhalten nach dem 22. August 2009 unglaubhaft ausgefallen. Zu Beginn der Befragung habe sie die Aussage gemacht, bis am 15. September 2009 im Krankenhaus gearbeitet, aber bis am 27. September 2009 – also bis zum Tag ihrer Ausreise – in B._ gelebt zu haben. Im weiteren Verlauf habe sie jedoch angegeben, der Pfarrer habe ihr geraten, nach J._ zu fliehen und sich dort zu verstecken. Dies habe sie getan. Zu Beginn der Anhörung habe die Beschwerdeführerin die Aussage gemacht, sie sei vor der Ausreise in einer anderen Stadt gewesen. Später habe sie sich diesbezüglich jedoch präzisiert, indem sie behauptet habe, sie sei nach dem 23. August 2009 noch ab und zu zur Arbeit gegangen. Sie sei auch nach J._ gegangen, und zwar jeden zweiten oder dritten Tag. Abgesehen von diesen widersprüchlichen Aussagen sei es nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nach dem 22. August 2009 noch gearbeitet habe und sich teilweise auch noch in B._ aufgehalten habe. Sie habe doch angesichts der bisherigen Ereignisse damit rechnen müssen, dass man sie am ehesten bei der Arbeit oder zu Hause erwischen würde (vgl. A1, S. 1 f. und S. 5 sowie A8, S. 2, 5 und 15).
Aufgrund dieser Erwägungen seien die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Probleme nicht glaubhaft. Es erübrige sich daher, auf weitere Ungereimtheiten in ihren Aussagen einzugehen. Die  Bestätigung vom 3. September 2009 (vgl. A1) habe keine Beweiskraft, da es sich um ein Gefälligkeitsschreiben handle. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.
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D. Mit Beschwerde vom 4. Februar 2010 an das  beantragte die Beschwerdeführerin, die Verfügung des BFM vom 29. Dezember 2009 sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie die Flüchtlingseigenschaft erfülle, und es sei ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, das  wieder aufzunehmen und den rechtserheblichen Sachverhalt unter Wahrung der Verfahrensrechte pflichtgemäss zu ermitteln und festzustellen. Subeventualiter sei festzustellen, dass der  eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht zumutbar respektive diese nicht zulässig sei, und es sei ihr die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In prozessualer Hinsicht sei ihr unter anderem eine angemessene Nachfrist für die Beschaffung von Beweismitteln aus dem Ausland zu gewähren und die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Auf die Begründung der Beschwerde und die eingereichten Beweismittel wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
E. Mit Verfügung vom 9. Februar 2010 teilte der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts der Beschwerdeführerin mit, sie könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Zudem erhielt sie Gelegenheit, bis zum 24. Februar 2010 den Nachweis der  zu erbringen oder im Unterlassungsfall – unter Hinweis auf die Säumnisfolgen – einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu leisten. Die Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 8. Februar 2010 – beim Bundesverwaltungsgericht am 9. Februar 2010 eingegangen – eine Fürsorgebestätigung datiert auf den 4. Februar 2010 ein.
F. Mit Schreiben vom 16. Februar 2010 reichte die Beschwerdeführerin noch einmal eine Fürsorgebestätigung (diesmal datiert auf den 15. Februar 2010) zu den Akten. Zudem informierte sie das  dahingehend, dass sie sich einer (Operation) habe unterziehen müssen und nach ihrem Kenntnisstand weitere ärztliche Untersuchungen nötig sein würden, und reichte diesbezüglich ein Bestätigungsschreiben des L._ vom 15. Februar 2010 betreffend einen Sprechstundentermin zu den Akten.
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G. Am 9. März 2010 liess die Beschwerdeführerin mit Schreiben verfasst und eingereicht durch die Beratungsstelle M._ dem Bundesverwaltungsgericht folgende Informationen zu kommen: Die Beschwerdeführerin habe sich am 8. März 2010 einer (Operation) unterziehen müssen. Sie befinde sich zurzeit auf der Intensivstation und sei noch nicht ansprechbar. Zudem sei es der Beschwerdeführerin nicht möglich, die Nummer ihres Passes beizubringen, da von diesem weder von ihr noch von ihrer Familie im Heimatland eine Kopie angefertigt worden sei. Überdies gab sie auch noch die Adresse der Familie in J._ bekannt, bei der sich ihre Familienmitglieder zur Zeit aufhalten würden. Zudem wurde die Zustellung von weiteren verfahrensrelevanten Unterlagen betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in Aussicht gestellt und zusätzliche Informationen bezüglich der Situation von Christen in Pakistan zu den Akten gereicht.
H. In ihrer Stellungnahme vom 29. März 2010 hielt die Vorinstanz unter anderem vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
I. In ihrer Replik vom 14. April 2010 (Datum des Poststempels) brachte die Beschwerdeführerin vor, die Ungereimtheiten betreffend ihre  seien einerseits auf Verständigungsschwierigkeiten und andererseits auf ihre gesundheitlichen Probleme zurückzuführen. Aus diesem Grund sei ihren Vorbringen trotzdem Glauben zu schenken. Zudem reichte sie diverse ärztliche Berichte, einen weiteren Bericht über die allgemeine Lage von Christen in Pakistan und einen Zeitungsartikel über die aktuelle Sicherheitssituation in B._ ein.
J. Mit Schreiben vom 26. April 2010 reichte die Beschwerdeführerin einen Kurzaustrittsbericht des L._ vom 25. März 2010 sowie weitere Berichte betreffend die Situation der Christen in Pakistan zu den Akten. Zudem gab sie die Postleitzahl des aktuellen Aufenthaltsortes ihrer Familienmitglieder in J._ bekannt.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in  Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht; die  hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise  und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie  wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder
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Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft , wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
3.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi - dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Die asylsuchende Person muss persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf  oder verfälschte Beweismittel abstützt, wenn sie wichtige  unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des  Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung impliziert ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des . Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtig - keit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.
4. 4.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Eingabe vom 4. Februar 2010 vor, sie könne die ihr von der Vorinstanz vorgeworfenen Wider-
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sprüche betreffend die erlittene Verfolgung in ihrer Heimat klären.  seien ihre Vorbringen glaubhaft und nachvollziehbar. Es seien ihr zwar sowohl während der Erstbefragung als auch anlässlich der  immer wieder kleinere Versprecher widerfahren, dies sei aber aufgrund der genannten Vorfälle durchaus nachvollziehbar. Sie sei  wegen des Erlebten in Pakistan nervös, aufgewühlt und es falle ihr schwer, sich zu konzentrieren. In der Replik vom 14. April 2010 hielt die Beschwerdeführerin diesbezüglich fest, beim Verfassen der  sei es zwischen ihr und der ihr dabei behilflichen  zu Verständigungsschwierigkeiten und wegen ihrer  Englischkenntnisse zu Missverständnissen gekommen. Diese Missverständnisse hätten in einem weiteren Gespräch nun  werden können. Zudem sei sie im Zeitpunkt, in welchem die  verfasst worden sei und auch das entsprechende  stattgefunden habe (4. Februar 2010), bereits krank gewesen und habe sich fiebrig gefühlt. Ihre Konzentrationsfähigkeit sei somit nachweislich eingeschränkt gewesen. Kurz darauf, am 9. Februar 2010, habe man bei ihr die (Operation) durchführen müssen und sie sei drei Tage hospitalisiert gewesen. Dem ärztlichem Bericht des L._ vom 17. Februar 2010 sei zu entnehmen, dass sie schon ungefähr eine Woche vor dem Eingriff unter höherem Fieber und nächtlichem Schüttelfrost gelitten habe. Darum sei es für sie sehr schwierig gewesen, ihre Verfolgungssituation auf Englisch genau zu erklären und die Fragen ihrer Vertrauensperson genau zu verstehen.
Zudem reichte die Beschwerdeführerin sowohl mit der  vom 4. Februar 2010 als auch in ihrer Replik vom 14. April 2010 diverse Berichte betreffend die schwierige Situation von Christen in Pakistan, verschiedene Bestätigungsschreiben unter anderem von christlichen Würdenträgern und dem Spital in B._ sowie  Arztberichte betreffend ihre Krankheitsgeschichte zu den Akten. In einem weiteren Schreiben vom 26. April 2010 reichte sie schliesslich einen Kurzaustrittsbericht des L._ ein und gab die Postleitzahl des angeblich aktuellen Aufenthaltsortes ihrer  in J._ bekannt.
4.2 Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach Überprüfung der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu beanstanden. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann daher vorab auf die  vorinstanzlichen Ausführungen in der angefochtenen  vom 29. Dezember 2009 und der Vernehmlassung vom
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29. März 2010 verwiesen werden. Die Vorbringen in der  vom 4. Februar 2010 und der Replik vom 14. April 2010 sind nicht geeignet, eine Änderung der angefochtenen Verfügung zu . Der Argumentation werden keine stichhaltigen Gründe . Eine Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen  erfolgt zwar, die Vorbringen verlaufen jedoch in allgemeinen Ausführungen, zusätzlichen Versionen und Mutmassungen, die durch keinerlei stichhaltigen Argumente gestützt werden. Die  verstrickt sich in wesentlichen Vorbringen zusätzlich in , und ihre angebliche Verfolgungsgeschichte liegt nunmehr in mehreren unterschiedlichen Versionen vor. Zudem ist ihre Argumentation betreffend die Verständigungsschwierigkeiten und die darauf folgenden Missverständnisse mit ihrer Vertrauensperson  der Abfassung ihrer Beschwerdeeingabe unbehelflich und als reine Schutzbehauptung zu werten. Im Übrigen ist selbst bei Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung darauf hinzuweisen, dass sich - wie von der Vorinstanz ausgeführt - bereits die Versionen ihrer Verfolgungsgeschichte anlässlich der Anhörung und der Befragung diametral unterscheiden. Gemäss der vorliegenden Protokolle hat die Beschwerdeführerin weder während der Anhörung noch der Befragung irgendwelche Verständigungsprobleme mit dem Dolmetscher oder gesundheitliche Probleme beziehungsweise  angemerkt (vgl. A2 und A8). Es ist überdies unverständlich und spricht ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen, weshalb die angeblichen Verfolger nicht mit aller Vehemenz versucht haben, sie zu stellen. Die muslimischen Männer hätten einerseits die Möglichkeit gehabt, ihr nach Arbeitsschluss im Spital abzupassen, oder sie dann zu Hause aufzusuchen. Gemäss eigenen Angaben habe sie sich  der Veranstaltung in I._ (H._) vorgestellt und unter anderem den Anwesenden ihren Wohnort mitgeteilt. Diese Information hätte die muslimische Frau den angeblichen Verfolgern sicherlich weitergegeben.
4.3 Zusammenfassend bestätigt das Bundesverwaltungsgericht die Erkenntnis des BFM, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrelevante Gefährdung glaubhaft darzutun. An dieser  vermag auch die Bekanntgabe des angeblich aktuellen Wohnsitzes ihrer Familienmitglieder nichts zu ändern. Es erübrigt sich, auf weitere Vorbringen in der Beschwerde oder der Replik sowie die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, weil sie an  Würdigung nichts zu ändern vermögen. Die Beschwerdeführerin
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erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht, und das BFM hat ihr Asyl - gesuch zu Recht abgelehnt.
5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt  ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner  ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei - nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom
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28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und  (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder  oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen .
6.3 Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine  erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung . Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Pakistan ist  unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen  für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN- müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete  ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen ). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der  Bestimmungen zulässig.
6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83
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Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
6.4.1 In Pakistan herrscht zur Zeit weder Krieg, Bürgerkrieg noch liegt eine Situation allgemeiner Gewalt vor. Zu prüfen ist indessen, ob die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin allenfalls  Gründe darstellen, welche gegen die Zumutbarkeit des  sprechen.
6.4.2 Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung der ARK führen medizinische Gründe grundsätzlich nur dann zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, wenn für die betroffene Person bei einer  in ihren Heimatstaat eine wesentliche medizinische Behandlung nicht erhältlich wäre. Bei der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 83 Abs. 4 AuG sind humanitäre Überlegungen im Einzelfall gegen andere öffentliche Interessen abzuwägen, die allenfalls für den Vollzug der Wegweisung sprechen würden, was den Asylbehörden einen  lässt. Entsprechend bilden etwa gesundheitliche Probleme, welche für sich allein betrachtet den Wegweisungsvollzug nicht bereits als unzumutbar erscheinen lassen, eine , welches in die vorzunehmende Interessenabwägung  werden muss und zusammen mit weiteren humanitären Aspekten zur Feststellung der Unzumutbarkeit des  führen kann (vgl. zum Ganzen EMARK 2001 Nr. 16 E. 6b S. 123, 2003 Nr. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.).
6.4.3 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass die  gemäss der Operationsberichte vom 23. Februar 2010 (Operationsdatum 9. Februar 2010) und vom 12. März 2010 (Operationsdatum 8. März 2010) jeweils des L._ im Februar 2010 mit (Schmerzen) notfallmässig vom Hausarzt zugewiesen ins Spital eingetreten sei. (Schilderung Diagnosen und Behandlungen). Gemäss dem Kurzaustrittsbericht des L._ vom 25. März 2010 werde die Beschwerdeführerin bei Austritt mit (Aufzählung Medikamente) medikamentiert. Ausserdem werde eine Weiterführung der (Therapie) in einem Monat empfohlen. Des Weiteren habe der behandelnde Arzt eine (...) Sprechstunde am 26. April 2010 für die Beschwerdeführerin vereinbart. Da in der Zwischenzeit dem Bundesverwaltungsgericht keine weiteren ärztlichen Berichte  worden sind, ist davon auszugehen, dass die empfohlene
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Therapie in der Zwischenzeit fortgesetzt wurde, die  die vereinbarte Sprechstunde wahrgenommen hat und sich ihr gesundheitlicher Zustand stabilisiert beziehungsweise zumindest nicht verschlechtert hat.
6.4.4 Gemäss Einschätzungen des U.S. State Departement und des U.K. Home Office präsentiert sich die qualitative Situation des pakista - nischen Gesundheitswesens in einem schlechten Zustand. In Pakistan existiert kein staatliches und garantiertes soziales Sicherheitsnetz mit Leistungsanspruch auf der Grundlage individueller Beitragszahlungen. Qualitativ und quantitativ hochwertige Leistungen im  werden in erster Linie von privaten Hospitälern angeboten, die sich fast ausschliesslich in urbanen Gegenden befinden. In ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung deshalb schlechter zu  als in städtischen. Trotz des Umstandes, dass die allgemeinen Zustände im pakistanischen Gesundheitswesens nicht an westliche Standards heranreichen, ist davon auszugehen, dass Pakistan eine weitgehend funktionierende Infrastruktur auch im Gesundheitswesen aufweist. Dies ist insbesondere in Grossstädten wie Islamabad,  und Lahore der Fall. Da in Pakistan keine allgemeine  existiert, muss ein Patient in den meisten Fällen selbst für die Kosten der Behandlung aufkommen. Dies gilt insbesondere für Medikamente, welche der Patient benötigt. Arztkonsultationen können - vor allem bei staatlich geführten Institutionen - unentgeltlich oder zu einem reduzierten Preis in Anspruch genommen werden. Staatliche Unterstützung kann einem Patienten in gewissen Fällen gewährt , ist aber unüblich und wird stets von Fall zu Fall von den Behörden vor Ort geprüft (vgl. FLORIAN LÜTHI/MICHAEL KIRSCHNER, Pakistan:  von Personen mit kardiovaskulären Insuffizienzen in Lahore, Auskunft der SFH-Länderanalyse, Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], 27. April 2005, mit entsprechenden Quellenangaben). Da die Beschwerdeführerin in B._ wohnhaft ist, dort jahrelang im medizinischen Bereich arbeitete und sich so ein diesbezügliches  knüpfen konnte, ist davon auszugehen, dass sie die ent - sprechende und notwendige medizinische Versorgung in ihrer Heimat erhält. Mit Unterstützung ihrer zahlreichen Verwandten in B._ sollte auch die Finanzierung der gesundheitlichen Behandlung gewährleistet sein.
6.4.5 Zudem ist es der Beschwerdeführerin unbenommen, beim BFM einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen. Betreffend die
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weitere Finanzierung der medizinischen Behandlung ist festzuhalten, dass der Wegweisungsvollzug auch zumutbar ist, wenn die medizinische Behandlung nicht lebenslang sichergestellt ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5e). Der Umstand, dass die  im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz entsprechen, macht den Vollzug der Wegweisung für die Beschwerdeführerin noch nicht unzumutbar; dies wäre einzig dann der Fall, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des  nach sich ziehen würde (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f., EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff.), was vorliegend aufgrund der Akten sowie der in der Heimat bestehenden  und des vorhandenen Beziehungsnetzes der  im gesundheitlichen Bereich offensichtlich nicht zutrifft.
6.4.6 Es ist damit zusammenfassend festzustellen, dass die  Probleme der Beschwerdeführerin kein Wegweisungsvoll - zugshindernis darstellen.
6.4.7 Auch sind keine sonstigen individuellen Gründe ersichtlich,  gegen die Zumutbarkeit einer Rückkehr der Beschwerdeführerin in ihre Heimat sprechen würden. Sie verbrachte ihr ganzes Leben in  und ist also mit den Lebensumständen ihres Heimatlandes  vertraut. Sie ist (...), verfügt über jahrelange Erfahrung als (Beruf) und über ein dichtes familiäres Beziehungsnetz in B._ (vgl. A2, S. 2 und A8, S. 3). Nach einer gesundheitlichen Genesungsphase sollte die berufliche Wiedereingliederung dementsprechend möglich sein.
6.4.8 Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass der  sowohl die soziale und wirtschaftliche Reintegration gelingen sollte und ihre gesundheitlichen Beschwerden in Pakistan  sind. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als .
6.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der  Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr  Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),  der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
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7. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der  zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als , zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs.  AuG).
8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
9. Nachdem sich die Beschwerde jedoch zum Zeitpunkt ihrer  nicht als aussichtslos erwiesen hat, die Beschwerdeführerin ihre Fürsorgeabhängigkeit ausgewiesen hat und wegen ihrer  Probleme keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen. Es sind demnach keine  zu erheben.
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