Decision ID: 14a70ced-eb7f-4382-9d79-14ec06486814
Year: 2019
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

fehlten die Darstellung eines Sachverhaltes und eine konzise Begründung,
weshalb das Gericht dem Antrag oder den Anträgen entsprechen sollte
bzw. inwiefern die Vorinstanz rechtsfehlerhaft entschieden haben sollte.
Zur Behebung dieser Mängel setzte ihr der Instruktionsrichter eine Frist bis
zum 15. Februar 2019, ansonsten auf die Eingabe nicht eingetreten werden
könne.
Schliesslich schlug der Instruktionsrichter den Wunsch von A._
betreffend Termin zur Vorsprache ab; er begründete dies mit den
Argumenten, dass sie kein Anrecht auf eine persönliche Anhörung habe
und sie sich am Vortag im Gebäude des Verwaltungsgerichts ungebührlich
und renitent verhalten habe, was nicht toleriert werde; sie dürfe ihre
Eingaben und Unterlagen dem Gericht hingegen weiterhin auf dem
Postweg zusenden oder persönlich nach Ankündigung vor dem
Gerichtsgebäude übergeben (was faktisch einem Hausverbot entspricht).
4. A._ reichte bereits am 6. Februar 2019 eine neue Eingabe ein. Darin
beschwert sie sich im Wesentlichen über alle Ablehnungen und negativen
Antworten bezüglich des Kinderunterhalts bzw. der Alimenten-
Bevorschussung, welche ausbleibe und sie stattdessen auf die subsidiäre
Sozialhilfe verwiesen werde. Das Sozialamt schulde ihr Geld. Die Ämter
würden die Eltern beschuldigen, dabei seien diese wegen der Korruption
der Beamten sogar arbeitslos geworden. Obschon sie eine Fachpflegekraft
sei und sich selbständig gemacht habe, damit sie mehr Zeit auch ihren
Kindern widmen könne, sei die eine (Tochter) schon psychisch krank
geworden, und werde das andere Kind attackiert, weil sie die
Stipendiengelder gebraucht hätten, damit sie jetzt nicht unter der Brücke
leben müssten.
- 5 -

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn ein Rechtsmittel offensichtlich
(formell) unzulässig oder offensichtlich (materiell) begründet oder
unbegründet ist. Sowohl bei der Ersteingabe vom 4. Februar 2019 als auch
der – aufforderungsgemäss – nachgereichten Ergänzungseingabe vom 6.
Februar 2019 (hiernach Beschwerde) handelt es sich bei beiden um ein
infolge Fehlens der gesetzlichen Voraussetzungen nach Art. 38 VRG
offensichtlich unzulässiges – weil nicht definierbares – Rechtsmittel,
weshalb das streitberufene Gericht in einzelrichterlicher Kompetenz und
Spruchbefugnis entscheidet.
1.2. Im konkreten Fall ist für den Einzelrichter bis zuletzt unklar geblieben, was
die Beschwerdeführerin eigentlich genau erreichen möchte. Die Frage der
Alimentenbevorschussung wurde bereits im längst rechtskräftigen
Verwaltungsgerichtsurteil (VGU) U 2018 4 vom 15. Mai 2018 behandelt. Es
ging dort um ein abgelehntes Gesuch um Alimentenbevorschussung. Die
Gemeinde X._ lehnte eine solche Bevorschussung ab mit dem
Hinweis auf das erstinstanzliche zivilgerichtliche Urteil des
Regionalgerichts D._ vom 14. November, mitgeteilt am 17. November
2017 (Proz. Nr. 115-2016-63), in welchem dieses feststellte, dass der
Kindsvater aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nicht in
der Lage sei, einen Beitrag an den Unterhalt der beiden gemeinsamen
Kinder zu bezahlen; weiter stellte das Regionalgericht fest, dass den
beiden Kindern zur Deckung des gebührenden Unterhalts jeden Monat ein
Betrag von je Fr. 1'000.-- (Barunterhalt) fehle, abzüglich allfällig bezogener
Kinderzulagen. Vor diesem Hintergrund argumentierte die Gemeinde
X._, die Unterhaltszahlungen des Kindsvaters seien nicht fällig, was
jedoch Voraussetzung für eine Alimentenbevorschussung sei. Das
- 6 -
Verwaltungsgericht hat diese Sichtweise im erwähnten Urteil (U 2018 4)
geschützt und somit die dagegen erhobene Beschwerde bereits mit Urteil
vom 15. Mai 2018 abgewiesen. Dieses Urteil ist unangefochten in
Rechtskraft gewachsen und daher weiterhin gültig. Schon aus diesem
Grund (bereits 'abgeurteilte Sache' [res iudicata]) sowie auch mangels
neuen Antrags bzw. Entscheids der sozialen Dienste der Gemeinde
X._ ist vorliegend gar kein Anfechtungsobjekt erkennbar, dass mit
einem ordentlichen Rechtsmittel – wie einer Beschwerde im Sinne von Art.
50 ff. i.V.m. Art. 38 VRG – ans Gericht weitergezogen werden könnte.
Daran ändern auch die weiter vorgebrachten Rügen betreffend
Schadenersatz für ihre gesundheitlich erkrankte Tochter im Umfang von Fr.
1 Mio. und Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'150.-- für die Eltern der
früheren Pflegekinder der Beschwerdeführerin nichts, da diese
Forderungen nicht ansatzweise belegt wurden und somit jegliche
Substantiierung derselben fehlt. Ein Anfechtungsobjekt liegt deshalb auch
unter diesem Aspekt nicht vor. Auf die zwei Eingaben vom 4. und 6.
Februar 2019 kann daher von vornherein (aus verfahrensrechtlichen
Gründen) nicht eingetreten werden.
1.3. Eine Vernehmlassung des Beschwerdegegners ist damit nicht notwendig.
2.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Es wird dabei
vorliegend ermessensweise eine Staatsgebühr von Fr. 300.-- (zzgl.
Kanzleiauslagen) als angemessen und gerechtfertigt erachtet.
2.2. Ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde nicht gestellt.
2.3. Aussergerichtlich steht dem Beschwerdegegner nach Art. 78 Abs. 2 VRG
keine Entschädigung zu; dies gilt hier umso mehr, als auf die Einreichung
einer Vernehmlassung des Beschwerdegegners sogar verzichtet wurde.
- 7 -
Der Beschwerdeführerin steht bei diesem Ausgang des Verfahrens
(Nichteintreten auf ihre nicht definierbaren Eingaben) ebenfalls keine
Parteientschädigung zu.