Decision ID: d693adf5-f2af-5418-aedb-c9e2d8207444
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
Mutter einer 2002 geborenen Tochter,
arbei
tete zuletzt mit einem Pensum von 40 % als Hortleiterin beim
Y._
(Urk. 10/3
Ziff.
5.4, Urk. 10/24, Urk. 19/29)
. Am 19. Oktober 2010 meldete sie sich wegen einer Depression bei der Invalidenversicherung zu
m
Leistungsbezug (berufliche Massnahmen) an (Urk. 10/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte
(Urk. 10/10, Urk. 10/18, Urk. 10/21
, Urk. 10/56-57
), Aus
züge
aus
dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Ausz
ü
g
e
; Urk. 10/12-13
, Urk. 10/58-59
)
sowie
Arbeitgeberberichte (Urk. 10/24, Urk. 10/29)
ein und führte eine Ab
klärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
(Urk. 10/63) durch
.
Am 25. Mai 2011 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine Umschu
lung im Sinne eines taggeldfinanzierten Arbeitstrainings vom 1. Juni bis
30. November 2011 bei der
Z._
(Urk. 10/31, Urk. 10/34), welche mit Mitteilung vom 2
2.
September 2011 (Urk. 10/45) bis zum 6. Juli 2012 verlängert wurde. Am 15. Juni 2011 erteilte die IV-Stelle sodann eine Kostengutsprache für den Besuch von zwei Modulen an der
A._
(Urk. 10/42). Die berufliche Massnahme wurde am 2
2.
Mai 2012 (Urk. 10/55) abgeschlossen.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 10/67-73) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. März 2013 (Urk. 10/74 = Urk. 2) einen Anspruch der Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
März 2013 (Urk. 2) erhob die Versicherte am
21. April 2013, ergänzt am 3. Mai 2013 Beschwerde (Urk. 1 = Urk. 5/2, Urk. 4) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine
Dreiviertelsrente
mit Wir
kung ab April 2011 auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2013 (Urk. 9) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Be
schwerdeführerin am
11. Juli 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11). Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessfüh
rung
(Urk. 4 S. 2) bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
4
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
März 2013 (Urk. 2)
gestützt auf ihre Abklärungen
davon aus,
dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Hortleiterin zu einem Pensum von 40 % nachginge und die restlichen 60 % in den Aufgaben
bereich entfielen (S. 1 unten).
Die medizinischen Abklärungen hätten ausserdem ergeben, dass die Beschwerdeführerin ab Februar 2011 ihrer
jetzigen
Tätigkeit im Gartenbau, welche einer angepassten Tätigkeit entspreche, wieder zu 50 % nachgehen könnte.
S
ie
sei demnach
in ihrem angestammten Pensum von 4
0 % wieder voll arbeitsfähig
.
Im Haushalt sei die Beschwerdeführerin zu 12.55 % eingeschränkt.
Gestützt darauf ermittelte die Beschwerdegegnerin einen
Invali
ditätsgrad
von 8 %
(S. 2)
.
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen (Urk. 1
, Urk. 4
), ohne Erkrankung würde sie als alleinstehende Mutter einer 11-jährigen Tochter 80 % als
Hortlei
terin
arbeiten. Sie habe bereits früher teilweise 60 % gearbeitet
und ihre Tochter sei mittlerweile sehr selbständig
. Falls sie anlässlich der Abklärung der Arbeits
fähigkeit im Haushalt
ein Arbeitspensum von 40 % erwähnt habe, sei dies in Zusammenhang mit der Erkrankung zu verstehen.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die Statusfrage und
sodann
der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin
.
3.
In medizinischer Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin gemäss
Feststellungs
blatt
vom
30. Januar 2013 (Urk. 10/65
S. 6
) gestützt auf die Berichte von
Dr.
med.
B._
, Oberärztin
C._
, vom 14. Juni 2012 (Urk. 10/56) sowie von
Dr.
med.
D._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 21. Juni 2012 (Urk. 10/57) davon aus, dass
für die bisher ausgeübte Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszugehen sei. Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe aus
psychosomatischer Sicht
eine Ar
beitsfähigkeit von 50 %.
Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bean
standet und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.
4.
4.1
Gemäss Akten wurde der Beschwerdeführerin von der Invalidenversicherung im Rahmen von beruflichen Massnahmen von 1992 bis 1995 eine 3-jährige Um
schulung zur Kindergärtnerin gewährt (Urk. 10/1).
4.2
Gemäss
Arbeitgeberbericht
vom 31. März 2011 (Urk. 10/29) war
die
Beschwer
-
de
führe
rin
seit dem 17. August 2009
zu
40 % als Hortleiterin tätig
(
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.9)
.
4
.
3
Laut Verlaufsprotokoll der Berufsberatung vom 25. Mai 2011 (Urk. 10/36) gab die Beschwerdeführerin anlässlich
des Erstgesprächs an
,
sie könne
aufgrund der zu tragenden Verantwortung
nicht mehr als Hortleiterin arbeiten. Sie würde gerne eine 2-jährige
Anlehre
in der
Gärtnerei
E._
machen.
D
a sie jedoch nicht zu 100 % arbeiten könne, müsste die Ausbildung vielleicht auf 3 Jahre erhöht werden. Ihr Gesundheitszustand sei aktuell noch n
icht stabil, momentanen
wäre ihr
jedoch
eine 40-60
%ige Tätigkeit möglich
.
Wegen ihrer Tochter könne sie je
doch auf keinen Fall mehr als 60 % arbeiten
(S. 4
Ziff.
3
, S. 8
Ziff.
5.1
)
.
4
.
4
A
m 1. Juni 2011
nahm die Beschwerdeführerin
bei der
Z._
ihr taggeldfinanziertes Arbeitstraining als angehende angelernte Gartenarbeiterin mit einem Pensum von 60 % auf (Urk. 10/31, Urk. 10/34). Dem
Abschlussbe
richt
vom 15. Mai 2012 (Urk. 10/54) ist zu entnehmen, dass
nach der Ausbil
dung eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft möglich sei
, wobei
die zumutbare Anzahl Wochenarbeitsstunden
mindestens 24 Stunden
und der durchschnittli
che Leistungsgrad
60 % betrage
n würde
n
(
Ziff.
1.1).
Während der im Rahmen der beruflichen Massnahme absolvierten Ausbildungssequenzen habe d
ie Be
schwerdeführerin oft Absenzen
gehabt
, unter anderem auch
weil ihre Tochter krank gewesen sei
(
Ziff.
3.3)
.
Während den letzten Monaten der Ausbildung habe der durchschnittliche Leistungsgrad der Beschwerdeführerin 40 % betragen (
Ziff.
3.5).
4
.5
Laut Abklärungsbericht vom
28. November 2012 (Urk. 10/63) gab die Beschwer
deführerin anlässlich des am 2
2.
November 2012 geführten Gesprächs zu Proto
koll,
sie habe ihre
im Ausmass von 40 % ausgeübte Tätigkeit als Hortleiterin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Im Rahmen der Um
schulung zur Hilfsgärtnerin sei ein Arbeitsversuch
mit einem höheren Pensum unternommen worden. Danach sei die Arbeitszeit jedoch wieder auf 50 % redu
ziert worden. Bei der Arbeitslosenversicherung sei eine Vermittlungsfähigkeit von 50 %
angenommen worden (
Ziff.
2.4). Ohne Gesundheitsschaden wäre sie vermutlich im bisherigen Ausmass immer noch als Hortleiterin tätig. Wie schon damals würde sie auch heute kein Vollpensum ausüben. Dieser Belastung wäre sie nicht gewachsen, zumal sie ja auch noch als allein erziehende Mutter eine Tochter (Jahrgang 2002) zu betreuen habe
(
Ziff.
2.5)
.
5.
5.1
Im vorliegenden Verfahren machte die Beschwerdeführerin geltend,
die An
nahme, sie würde ohne gesundheitliche Probleme zu 40 % als Hortleiterin ar
beiten, sei falsch. Ohne Erkrankung würde sie als alleinstehende Mutter einer 11-jährigen Tochter sicherlich zu 80 % arbeiten. S
ie habe bereits frü
her, als ihre Tochter noch jünger gewesen sei, bereits teilweise zu 60 % gearbeitet.
Sollte sie anlässlich der Abklärung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt eine Aus
sage gemacht haben, dass sie auch heute zu 40 % arbeiten würde, sei dieser Hinweis in Zusammenhang mit ihrer Erkrankung zu verstehen
.
So sei sie ja zum Zeitpunkt der Ausübung der letzten Erwerbstätigkeit bereits krank gewesen und habe sich behandeln lassen und deshalb nur noch einer Teilzeitarbeit nachgehen können.
S
ie
würde
im Gesundheitsfall
ihre Tochter jeweils mittwochs und frei
tags nachmittags betreuen, während sie im Übrigen der Tätigkeit als Hortleiterin nachginge
(Urk. 1, Urk. 4)
.
5.2
Aus den Akten geht hervor,
dass
die Beschwerdeführerin seit
dem Jahre
1992 in
B
ehandlung bei
Dr.
med.
D._
steht
(Urk. 10/21
Ziff.
1.2) und auch be
reits im Jahre 1992 Leistungen der Invalidenversicherung im Rahmen einer Umschulung zur Kindergär
t
nerin (vgl. Urk. 10/1)
zugesprochen erhielt.
Wie von ihr geltend gemacht
,
trifft es zu, dass sie in den Jahren 1998 bis 2003 mit An
stellungen zwischen 45 % und 80 % tätig gewesen ist
und a
uch nach der Ge
b
urt ihrer Tochter im Jahre 2002
bis ins Jahre 2008 zu 50 % in einem Hort
ar
beitete
(vgl. Urk. 10/26).
Zumal den damaligen Gegebenheiten hinsichtlich der Statusfrage eine wegweisende Bedeutung zukommt, erweist sich das
Abstützen im Abklärungsbericht vom 28. November 2012 (Urk. 10/63)
auf das zuletzt aus
geübte
40%-Pensum
, mithin auch mit Blick auf die Ausführungen der Be
schwerdeführerin zu ihrer Gesundheits- sowie
der
Betreuungssituation
ihrer Tochter
,
als fraglich.
Soweit die Beschwerdeführerin
aus gesundheitlichen Gründen
an der Ausübung einer
erwerblichen Tätigkeit
zu mehr als 40 %
verhindert gewesen sein soll, fin
det dies in den medizinischen Akten eine hinreichende Stütze.
So ist dem Be
richt von
Dr.
D._
vom 3. Dezember 2010 (Urk. 10/21
Ziff.
1.4) zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund von persistierend hohen Leber
werten ab Mai 2007 erneut eine Interferontherapie habe durchführen müssen und währenddessen über Abgeschlagenheit, vermehrte Müdigkeit, Schlafstörun
gen sowie depressive Verstimmungen berichtet habe. Beruflich habe die Be
schwerdeführerin wieder einsteigen können, wobei sich im Frühling 2010 hef
tige depressive Symptome gezeigt
hätten. Auch
Dr.
B._
gibt in ihrem Be
richt vom 19. November 2010 (Urk. 10/18
Ziff.
1.1) an, die Beschwerdeführerin leide
seit mindestens Anfang 2010 an einer mittelgradigen depressiven Episode. Weiter berichtete sie auch über das Auftreten einer depressiven Symptomatik mit ausgeprägten Ängsten während der Interferontherapie im Sommer 2007, was eine
bekannte Nebenwirkung
darstelle
. Im weiteren Verlauf sei dann jedoch eine zunehmende Erschöpfung aufgetreten, wobei sich die Beschwerdeführerin zunächst noch während den Wochenenden und den Schulferien habe ausrei
chend erholen können. Seit Anfang 2010 sei
sodann
eine weitere Zunahme der Erschöpfung und Energielosigkeit zu verzeichnen gewesen (
Ziff.
1.4).
Wenn diesbezüglich beschwerdeweise geltend gemacht wird, die gesundheitliche Problematik habe einer Ausdehnung des Arbeitspensums entgegengestanden
und die Ausführungen im Haushaltabklärungsbericht seien in diesem Zusam
menhang zu verstehen
, so geht dies aus den Akten deutlich hervor.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin
anlässlich des Erstgesprächs der Berufsbe
ratung
angab,
aus familiären Gründen nicht mehr als 60 % arbeiten zu können (vgl. Urk. 10/36
Ziff.
3), was ausserdem mit den Ausführungen im
Abschlussbe
richt
des Arbeitstrainings korrespondiert (Urk. 10/54
Ziff.
1.1).
Vor diesem Hintergrund erscheint es als glaubhaft, wenn
die Beschwerdeführe
rin
nunmehr
geltend
machte
,
insbesondere aufgrund ihrer gesundheitlichen Si
tuation
lediglich
im Umfang von 40 % gearbeitet
zu haben
und
mit Blick auf
die Betreuungssituation
ihrer Tochter im Gesundheitsfall durchaus ein höheres Pensum
z
ulässig gewesen wäre
.
Auch wenn aus der wirtschaftli
chen Not
wen
digkeit für sich alleine zwar nicht auf ein
vollzeitliches Er
werb
s
pensum
ge
schlossen
werden
kann, zumal bei der Beantwor
tung der
Status
frage
nicht die Erforder
lichkeit der Erwerbstätigkeit, sondern die mutmassliche Verhaltens
weise der Be
schwerdeführerin im Gesundheitsfall aus
schlaggebend ist, wofür die fi
nanzielle Situation lediglich ein Aspekt neben ande
ren darstellt (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_335/2012 vom 17. Juli 2012 E. 3.4.2), erscheinen die Aus
führungen der Beschwerdeführerin zur wirtschaftlichen Notwendigkeit eines höheren Pensums
(vgl. Urk. 10/63
Ziff.
2.5 unten, Urk. 10/36
Ziff.
4 S. 5 unten)
als glaubhaft.
5.3
Im Lichte der dargelegten Umstände ist es überwiegend wahrscheinlich und er
scheint plausibel, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beein
trächtigung einer Erwerbstätigkeit
im Umfang
von 60 % nachginge.
An dieser Schlussfolgerung ve
rmag auch die Interpretation der
Haushaltabklärungs
person
, wonach sich die Beschwerdeführerin
anlässlich des Abklärungsgesprächs
für eine Tätigkeit im bisherigen Ausmass von 40 % ausgesprochen habe, nichts zu ändern.
Hinweise
darauf, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer 80%igen E
rwerbstätigkeit
nachgehen würde,
liegen
allerdings
auch keine vor.
So wies die Beschwerdeführerin immer
wieder darauf hin, dass sie auch heute keiner
voll
zeitlichen
Tätigkeit nachgehen würde, da sie als alleinerziehende Mutter auch noch eine 11-jährige Tochter zu betreuen habe
. Sie könne deshalb aus familiä
ren Gründen nicht mehr als 60 % arbeiten
(vgl. Urk. 10/63 S. 3
Ziff.
2.5,
Urk.
10/36 S. 8
Ziff.
5.1)
.
5.4
Nach dem Ausgeführten steht fest, dass die Beschwerdeführerin im
Gesund
-
heits
fall
mit einem Beschäftigungsgrad von 60 % erwerbstätig und im Übrigen mit der Haushaltsführung und Kinderbetreuung beschäftigt wäre.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt anhand eines Einkommensvergleichs, wie sich die
gesund
-
heitli
che
Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Sowohl d
ie Beschwerdegegnerin
als
auch die Beschwerdeführerin gingen
ge
stützt auf den Arbeitgeberbericht (Urk.10/24)
von einem
Valideneinkommen
als Hortleiterin
für das Jahr 2011 von
rund
Fr.
39‘815.
--
in einem 40%igen Pensum aus (vgl. Urk. 2, Urk. 4).
Wird dieses
Valideneinkommen
auf das mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit von der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall aus
geübte
Pensum von 60 %
hochgerechnet,
ergibt dies ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2011 von
rund
Fr. 59‘723.
--
.
6.3
Gemäss den
medizinischen Abklärungen kann
die
Beschwerdeführerin ihre bishe
rige Tätigkeit als Hortleiterin
aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben
.
Die im Rahmen von beruflichen Massnahmen neu erlernte Tätigkeit als Gartenarbeiterin ist ihr hingegen im Umfang von 50 % zumutbar. Dabei kann sie gemäss Jardin Suisse, Unternehmensverband Gär
t
ner Schweiz, Anhang zum Gesamtarbeitsvertrag für die Grüne Branche,
jährlich
Fr.
20‘700.
-- (in ei
nem Vollpensum
Fr.
3‘450.-- pro Monat)
erzielen.
Bei der Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 59‘723.
--
resultiert eine Ein
kommenseinbusse von Fr. 39‘023.--
und damit ein Invaliditätsgrad
im Erwerbsbereich von 39.20
%
(
65.34
%
x 0.6).
6.4
Die im Rahmen der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt ermittelte Einschränkung von 12.55
%
im Haushaltbereich (vgl. Urk. 10/63
Ziff.
6.8)
wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Gestützt auf die Qualifizierung der Be
schwerdeführeri
n
als zu 40
%
im Haushalt Tätige, ergibt sich im
Haushaltbe
rei
c
h
ein Inval
i
ditätsgrad von 5.02
%
(12.55
%
x 0.4)
.
6.5
Die
Addition
der für den Erwerbs- (E. 6.3) und Haushaltbereich (E. 6.4) je sepa
rat ermittelten Teilinvaliditätsgrade e
rgibt
einen
Gesamti
nvali
ditätsgrad
von 44.22 % (39.20 % + 5.02 %),
was einen
Anspruch auf eine
Viertelsrente
be
gründet
.
7.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 2
2.
März 2013 (
Urk.
2) daher aufzuheben mit der Feststellung, dass ab dem
1.
April
2011 ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung besteht.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.