Decision ID: 0e6dfa5f-7154-4e82-9c68-8072af16f45e
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am
3.
Mai 2005
unter Hinweis auf
Rücken
beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
mit Verfügung vom
1
0.
Februar
2006 einen Leistungsanspruch
infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht
(Urk.
11/26 =
Urk.
11/27 =
Urk.
11/28
).
1.2
Am 3
0.
März 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(Urk.
11/35
)
.
Die
IV-Stelle
klärte daraufhin die medizini
sc
he und erwerbliche Situation ab
und verneinte nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
11/55;
Urk.
11/56) mit Verfügung vom
6.
Oktober 2015 (
Urk.
11/59 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am
2
7.
Oktober 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
6.
Oktober 2015
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuhe
ben und es sei
ihr eine Invalidenrente auszurichten
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2015
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
7. Januar 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
1
2
).
Mit Schreiben vom
8.
März 2016 (
Urk.
13) überwies die Beschwerdegegnerin die von der Be
schwerdeführerin eingereichten Arztberichte (
Urk.
14-16).
Mit Schreiben vom 2
8.
März 2016 hielt die Beschwerdeführerin sinngemäss an ihren Anträgen fest (
Urk.
17). Dies wurde der Beschwerdegegnerin am
7.
April 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit ver
ändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverän
dert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich
allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
verhaltsabklärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
3
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung reicht die analoge Anwendbar
keit der in BGE 109 V 262 E. 4a dargelegten Rechtsprechung auf das
Neu
anmeldungsverfahren
nur so weit, als auch hier von Amtes wegen zu prüfen ist, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materi
elle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten
Ablehnungsverfü
gung
abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführ
ung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vor
behältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revi
sion (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuan
meldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
ge
stützt auf die medizinischen
Abklärungen
davon aus, dass
keine Aufzeich
nungen über eine attestierte Arbeitsunfähigkeit bestehen würden. Ein
Gesund
heitsschaden
im Sinne der Invalidenversicherung sei somit auszuschliessen (S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde auf den Standpunkt, dass
die Ärzte festgestellt hätten, dass sie auf keinen Fall
Fitness
machen
oder schwere Leistungen
erbringen
dürfe (S.
1 unten). Der Arzt
der
Klinik Y._
h
ab
e gesagt, dass sie beim nächsten Besuch operier
t werden
müsse. Sie habe starke Schmerzen, habe aber Angst
,
ihn zu besuchen.
Sie könne nicht lange stehen, s
itzen oder
l
iegen. Ihre Kinder müss
ten auf ihren Rücken stehen, dass der Knochen in Position
zurück
springe
. Ihre Füsse wür
den anschwellen
,
wenn sie zu lange stehe oder sitze. Sie könne nicht wirklich arbeiten und sei kein Wert für eine Firma. Sie habe gern gearbeitet und habe trotz Beschwerden drei Schichten gemacht, da sie nicht habe als invalid da
stehen wollen
(S. 2)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, insbe
sondere ob seit Erlass der rentenablehnenden Verfügung vom 1
0.
Februar 2006 (
Urk.
11/26-28) eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes eingetreten ist.
3.
Im Zeitpunkt der
l
eistungsverneinenden Verfügung
vom
1
0.
Februar 2006
(
Urk.
11/26-28)
lagen zur Hauptsache
die
folgende
n
Berichte
vor
:
3.1
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Radiologie, Chefarzt Radiologie des
A._
, führte im Bericht vom
4.
September
1997 (
Urk.
11/11/8) aus, es bestehe eine a
usgeprägte
, sicher angeborene Fehlbil
dung am
lumbosa
k
ralen
Übergang mit hochgradig
dysplastischem
Übergangs
wirbel mit Verbl
ockung des Wirbelkörpers mit L5, fehlenden seitlichen
Wirbelbogenabschnitten und konsekutiv
erstgradiger
Spondylolisthesis
bei ho
chgrad
iger
l
umbosacraler
Hyperlordose.
Daneben
bestehe
auch
eine
m
ä
ssige, rechtskonvexe Skoliose.
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, Chefarzt Rheumatologie/Rehabilitation
des
A._
,
führte im Bericht vom 2
0.
Dezember
1999
(
Urk.
11/11/6-7)
aus,
d
as Röntgenbild der
Lendenwirbelsäule
zeig
e
bekanntlich eine ausgeprägte angeborene Fehlbildung des
lumbosakralen
Überganges mit
dysplastischem
Ü
bergangswirbel und einer
Spondylolisthesis
des untersten Lumba
lw
irbels.
Auf Grund dieser Befunde
seien
die von der Patientin angegebenen
Beschwerden
gut erklärbar. Offenbar
sei
es durch die Schwangerschaft und Geburt zu einer
Schmerzexazerbation
gekommen, mögliche
r
weise als Folge der muskulären
Dysbalance
.
Therapeutisch
sei
der
Beschwerdeführerin
vorerst eine Serie von Einze
l
gymnastik verordnet
worden
mit der Auflage, ihr ein Heimprogramm zusammenzustellen. Leider
sei
die Beschwer
de
führerin
, wenn überhaupt, nur sehr unregelmässig in die Therapie gekommen,
obwohl sie nach eigenen Angaben davon
profitiert habe
. Die Ursachen dieser Absenzen
seien
nicht
im Detail bekannt. Am 1
0.
August 19
99
h
ab
e
zusammen mit ihrem Ehemann ein längeres Gespräch über die Krankheit und über die Wichtigkeit der regelmässigen Therapie
stattgefunden
. Ein Versuch, die
Beschwerdeführerin
zum Rheumaschwimmen zu motivieren,
sei
trotzdem
gescheitert
. Schliesslich
sei
die Beschwerdeführerin
in der
medizinischen
Trainingstherapie (MTT) angemeldet worden, wo sie nun regelmässig erscheine
und einen deutlichen Erfolg erleb
e (S. 1)
.
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 1
4
.
Mai 2005 (
Urk.
11/11/5) aus, sie sei nicht orientiert über eine Arbeitsunfähigkeit oder allfällige Beschwerden. Im Jahr 1997 habe sie die Beschwerdeführerin wegen eines Rückenleidens behandelt. In den letzten fünf Jahren habe sie die Beschwerdeführerin insgesamt fünfmal wegen Baga
tellen g
esehen (nie wegen des Rückens).
3.
4
Die Ärzte der
Klinik Y._
nannten i
m Bericht vom
5.
September 2005 (
Urk.
11/17/3-4) als Diagnose
Narbenneurinome
der Nervi
cutanei
ante
brachii
lateralis
,
medialis
et
posterior
rechts bei Status nach offener
Radius
fraktur
im distalen Drittel bei Status nach Plattenosteosynthese im Jahr 1991 und einen Status nach diversen Revisionsoperationen (zwei bis drei Monate nach Erstoperation aufgrund neurologischer Beschwerden sowie zweite Ope
ration mit Metallentfernung ein Jahr später bei persistierenden Schmerzen). Im Jahr
1991
habe sich die Beschwerdeführerin
in ihrer Heimat eine
Unter
armfraktur
rechts zu
gezogen
. Diese
sei
mittels einer Plattenosteosynthese versorgt
worden
. Darauf
hin
seien
Revisionsoperationen
erfolgt (
zunächst im direkten postoperativen Verlauf aufgrund anscheinend neurologischer Prob
leme, anschliessend weitere Beschwerden und Metal
l
entfernung nach
zirka
einem Jahr
)
. Seither
bestünden
persistierende Schmerzen im Bereich des
Un
terarms
vor allem auf
Höhe
der Fraktur. Die Beschwerden
würden
vor allem bei
Belastung
auf
treten
. Die
Beschwerdeführerin
arbeite als Feinmechanikerin in der Firma
D._
in
E._
. Sie
gebe
an, bei ihrer Tätigkeit öfters mit dem Arm
beziehungsweise
mit den Händen zu zucken.
Für die Zeit vom
7.
bis 1
7.
Juli 2005 sei von der
Klinik Y._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden. Aufgrund einer Hypersensibilisierung verursacht durch
Narbenneurinome
sei die Tätigkeit als Feinmechanikerin nicht möglich. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig. Bei
persisitierenden
Spastiken
könne der Beruf als Feinmechanike
rin nicht weite
r
geführt werden. Hierzu sei das Ergebnis nach Ergotherapie abzuwarten (S. 1).
Im Verlaufsbericht vom 2
7.
Oktober 2005 (
Urk.
11/18/1-4) führten die Ärzte auf, dass die Beschwerdeführerin keinen weiteren Termin mehr gehabt habe.
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
1
0.
Februar
2006 (
Urk.
11/26-28)
finden sich in den Akten die folgenden Berichte:
4.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
berichtete am 2
3.
Januar 2014 (
Urk.
11/48) von einer Fahrrad-
Egometrie
und einem EKG
und führte dazu aus,
in der Fahrrad-
Ergometrie
habe sich eine
mässig
weit unterdurchsch
nittliche Belastbarkeit, formal
keine Ischämie sowie eine normale Hämodynamik gezeigt. W
egen der deutlichen Reduktion der Belastbarkeit und der
Fehlform
/ -haltung der Wirbelsäule
sei eine
physiatrische
Trainingsinstruktion
zu empfehlen
(S.
1 unten).
Ein Training sei
grundsätzlich sinnvoll, wenn es richtig durchgeführt werde (Aufbau- und Ausdauerkomponente). Die
pneumologischen
Verhältnisse seien genauer abzuklären
.
Die vermeintlichen Herz- Kreislauf- Pro
bleme dürften zweitrangig sein. Es bestünden
ein paar
Herz-Kreislauf-
Risikofaktoren
,
doch
seien
diese günstig
zu beeinflussen. Wichtiger sei die ungünstige Haltung.
Die Wirbelsäule zeige eine Abflachung
sowie
eine Verschiebung des
fünften
Lendenwirbels
. Noch fast wichtiger sei eine
sehr wahrscheinlich schlecht stabilisierende Muskula
tur. Damit mache sich die ungünstige Haltung noch
stärker bemerkbar (S.
2 Mitte).
Weiter führte er au
s
,
i
m EKG habe sich
bei sonst
unauffällige
n
Verhältnisse
n
ein
mässig
hyperk
inetisches Herzsyndrom gezeigt
(S. 3 unten).
4.3
Im Sprechstundenbericht der
Klinik Y._
vom 2
3.
Juli
2015 (
Urk.
11/53) nannten die Ärzte als Diagnose
eine linksbetonte
Lumboischialgie
mit/bei
Spondylolisthesis
L
5/S1
Meyerding
Grad 1 bei kongenitaler Aplasie
der L5-Pedikel sowie Blockwirbelbildung L4/
5.
Es bestehe keine Nervenwurzelkompression in dieser Höhe. Es zeige sich weiterhin ein
Conus
medullaris
Tiefstand in Höhe L
3.
Nebenbefundlich
zeige sich eine
Raumfor
derung
im Uterus. Die Beschwerdeführerin möchte zunächst eine konserva
tive Therapie in Form von Physiotherapie u
nd Gewichtsreduktion versuchen.
4.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopä
d
ische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Regionaler Dienst (
RAD
)
,
führte in der
Stellungnahme vom 2
6.
Aug
ust 2015 (
Urk.
11/54 S.
3 oben)
aus, b
ei der Beschwerdeführerin bestehe gemäss Arztbericht der
Klinik Y._
eine anlagebedingte
Form
variante
beziehungsweise
Fehlform
der unteren Lendenwirbelsäule, welche prinzipiell zu Beschwerden bei bestimmten Körperhaltungen oder Belastun
gen führen könne. Inwieweit dies in den letzten Wochen und Monaten oder überhaupt jemals zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe, sei nicht bekannt. Ein Gesundheitsschaden im IV-
rechtlichen
Sinne liege damit nicht vor.
Für eine entsprechend angepasste Tätigkeit bestehe medizin-theoretisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei Beachtung des folgenden
Belastungs
profils
: körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten, wechsel
belastend und dabei häufig sitzend, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne häufiges Bücken oder langes Stehen in vornüber oder zurück geneigter Haltung.
4.5
Die Ärzte der
Klinik Y._
berichteten am
5.
Oktober
2015 (
Urk.
11/60/6-9)
von einer ambulanten Behandlung vom
8.
bis 2
1.
Juli 2015
und nannten als Diagnose
eine linksbetonte
Lumboischialgie
mit/bei
Spon
d
ylolisthesis
L
5/S1
Meyerding
Grad 1 bei kongenitaler Aplasie der L5-Pedikel sowie Blockwirbelbildung L4/
5.
Bislang sei keine stationäre Behandlung indiziert gewesen und eine solche
habe
gemäss Dokumentation nie statt
ge
funden (
Ziff.
1.3). Insgesamt sei von einer guten Prognose auszugehen. Aufgrund der kongenitalen Fehlbildung und der konsekutiven Veränderungen, die mit dem Beschwerdebild einhergehen würden, könne jedoch eine chronische Problematik persistierend bleiben (
Ziff.
1.4). Es finde eine konservative Therapie mit physiotherapeutischer
Beübung
und Gewichtsreduktion statt. Eine Medikation bestehe gemäss Dokumentation keine (
Ziff.
1.5). Eine
Arbeitsunfähigkeit sei von ihnen nicht ausgestellt worden (
Ziff.
1.6). Aufgr
und der oben genannten Rückenschmerzen bestehe eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Gemäss Dokumentation liege aktuell keine Arbeitsunfähigkeit vor. Aufgrund der geschilderten Beschwerdesymptomatik sei die Ausübung der bisherigen Tätigkeit
als Laborantin
medizinisch-theoretisch zumutbar (
Ziff.
1.7).
Wechselbelastende Tätigkeiten seien bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Beschwerdesymptomatik von Vorteil. Inwiefern welche Tätigkeiten
als Laborantin
ganztags ausgeübt werden könnten, müsste eine
arbeitsmedizinische Untersuchung zeigen. Gemäss Dokumentation liege jedoch
aktuell keine Arbeitsunfähigkeit vor (S. 4 oben).
5.
5.1
Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert beziehungsweise verschlech
tert hat, beurteilt sich durch einen Vergleich des Gesundheitszustandes im
Zeitpunkt der rentenablehnenden Verfügung vom 1
0.
Februar
2006
(
Urk.
11/26
-28)
mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (
vgl. vorstehend E. 1.
2
).
Die Verfügung vom 1
0.
Februar 2006 wurde aufgrund der damals vorliegen
den Akten erlassen, da die Beschwerdeführer
in
trotz mehrmaliger Auffor
derung (
Urk.
11/19-24) keine weiteren Auskünfte erteilte und damit ihrer Auskunfts- und Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen war.
5.2
Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objekti
vierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser
Massstab
gilt für sämtliche Leiden
gleichermassen
(BGE 139 V 547 E. 9.4). Eine Anspruchsberechtigung setzt stets eine nachvollziehbare ärztliche Be
urteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungsfähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Be
funde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.
Nach der rentenablehnenden Verfügung vom 1
0.
Februar 2006 (
Urk.
11/26-28
) war die Beschwerdeführerin gemäss den vorliegenden Akten einzig bei
Dr.
F._
(vorstehend E.
4.2) sowie in der
Klinik Y._
(vorstehend E. 4.3 und E. 4.5) in
fachärztlicher
Behandlung. Die Würdigung der entsprechenden Berichte ergibt,
dass im revisionsrechtlich massgeblichen Vergleichszeitraum
(vgl. vorstehend E.
5.1
)
kein
veränderter Gesundheitszustand und
insbesondere keine Arbeitsunfähigkeit
dokumentiert wurden
.
5.3
Eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustandes muss durch objek
tivierbare Befunde belegt sein. Anhand der vorliegenden Berichte zeigt sich in somatischer Hinsicht gerade kein veränderter Gesundheitszustand.
Bereits aus de
m Bericht von
Dr.
Z._
aus dem Jahr 1997 (vgl. vorstehend E. 3.1) wie auch aus dem Bericht von
Dr.
B._
aus dem Jahr 1999 (vgl. vorsteh
end E.
3.2)
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin an einer ausgeprägten
angeborene Fehlbildung des
lumbosakralen
Überganges mit
dysplastischem
Ü
bergangswirbel und einer
Spondylolisthesis
des untersten Lumba
lw
irbels
leidet und diese Befunde die lumbalen Beschwerden der Beschwerdeführerin gut erklären würden.
Sowohl
Dr.
F._
(vgl. vorstehend E. 4.2)
wie
auch
bereits
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E.
3.2)
wiesen darauf hin, dass neben der angeborenen
Fehlform
eine
schlecht stabilisi
erende Muskulatur vorhanden sei, welche die
seit Jahren vorhandenen
Beschwerden mitbegünstigt.
Diesbezüglich hielt
Dr.
B._
fest, dass die durchgeführte medizinische Trainingstherapie einen deutlichen Erfolg nach sich zog (vorstehend E.
3.2).
Dass diese von der Beschwerdeführerin auch heute noch weitergeführt wird, ergibt sich aus
den Akten im hier massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses
nicht.
So geht aus dem
Bericht der
Klinik Y._
vom
5.
Oktober 2015 (vgl. vorstehend E.
4.5)
zur gegenwärtigen Behandlung
einzig
hervor, dass eine konservative Therapie mit physiotherapeutischer
Be
übung
und Gewichtsreduktion stattfinde.
Von einem
g
ezielte
n
Aufbau/Erhalt der stabilisierenden Muskulatur
kann dabei wohl nicht ausgegangen werden
.
Erst in den nach
V
erfügungserlass
eingereichten Berichten der Klinik
H._
ist
– soweit diese aufgrund der zeitlichen
G
renze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis überhaupt zu berücksichtigen sind -
ersichtlich, dass
es
zu einer ärztlichen Therapieverordnung
im Sinne einer medizinischen Trainingstherapie gekommen ist (
Urk.
14 + 15).
Schliesslich gingen
die Ärzte der
Klinik Y._
insgesamt von einer guten Prognose aus
und attestierten der Beschwerdefü
hrerin keine Arbeitsunfä
higkeit. Sie
führten explizit aus, dass aufgrund der geschilderten
Beschwer
desymptomatik
die Ausübung der bisherigen Tätigkeit medizinisch-theore
tisch zumutbar sei (vgl. vorstehend E. 4.5).
5.4
Es wird nicht in Abrede gestellt, dass die Beschwerdeführerin Schmerzen hat. Hingegen führen
Schmerzen
aus rechtlicher Sicht
nicht ohne weite
res zu einer Arbeitsunfähigkeit. Denn
z
ur Annahme einer Invalidität braucht
es wie dargelegt
in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das
fachärztlicherseits
schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt.
Mangels dokumentierter Arbeits
unfähigkeit
ist dies vorliegend entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht der Fall. Etwas anderes ergibt sich
im Übrigen
auch nicht aus den von der Beschwerdeführerin nachträglich eingereichten Berichten
, aus welchen einzig die bekannten Diagnosen hervorgehen und keine Angaben zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit gemacht wurden
(
Urk.
14-16).
Es
ist primär
eine ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus
ergebenden Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.1.2 und
4.2.2)
. D
ie
rein subjektive Einschätzung der versicherten Person be
züg
lich
ihrer Arbeitsfähigkeit
ist
dabei
nicht relevant
.
5.5
Nach dem Gesagten erweist sich
die einen Rentenanspruch verneinende Ver
fügung vom
6.
Oktober 2015 als rechtens
, was zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde
führt
.
6.
6.1
Die Voraussetzungen zur Bewilligung des Gesuches der Beschwerdeführerin betreffend Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2) sind erfüllt (vgl.
Urk.
7/1).
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600
.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.