Decision ID: 4850d1ec-f9eb-4245-ac38-b0fe80ac3eff
Year: 2005
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Strafkammer erklärte A. mit Entscheid vom 17. August 2004 (Ge-
schäftsnummer SK.2004.1) des mehrfachen einfachen und des mehrfachen, teilweise versuchten gewerbsmässigen Betruges, der mehrfachen  im Amt, der Fälschung von Ausweisen sowie der mehrfachen Geldwäscherei schuldig und sprach ihn frei von der Anklage der  einer falschen Beurkundung sowie teilweise von den Anklagen der Urkundenfälschung im Amt und der Geldwäscherei. Es verurteilte ihn zu 30 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 22 Tagen Untersuchungshaft und entschied über Einziehung nach Art. 59 StGB. Der Entscheid über die Zivilklage der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde ausgesetzt (pag. 01 01 030 f.).
B. Mit Urteil vom 6. Juni 2005 schützte der Kassationshof des Bundesgerichts eine Beschwerde der Bundesanwaltschaft teilweise. Er hob das Urteil vom 17. August 2004 auf und wies die Sache zu neuer Beurteilung an die  zurück (pag. 01 01 048). Eine Beschwerde des Verurteilten wurde gleichentags abgewiesen.
C. Auf Einladung hin stellte die Bundesanwaltschaft die genannten Anträge für das neu zu fällende Urteil (pag. 01 02 006). In Kenntnis derselben  der Verteidiger eine mündliche Verhandlung mit Beweisaufnahme und behielt sich die Einlage von Akten vor (pag. 01 02 013 f.). Der Präsident lehnte diesen Antrag mit Verfügung vom 14. September 2005 ab (pag. 01 07 016). Der Verteidiger erneuerte ihn in der Folge und reichte Unterlagen ein, welche die Arbeit des Angeklagten, seine finanzielle und  Situation sowie die Schadensregulierung dokumentieren (pag. 01 02 017 ff.).
D. Die Behandlung der Zivilklage ist noch nicht spruchreif, weil das  im Hinblick auf Vergleichsbemühungen, die  gescheitert sind, noch im Gange ist (pag. 01 02 015).
- 5 -

Die Strafkammer erwägt:
1. Prozessuales
1.1 Der Kassationshof hat den Entscheid der Strafkammer vom 17. Au-
gust 2004 insgesamt aufgehoben. Da er an die Beschwerdeanträge  war (Art. 277bis Abs. 1 Satz 1 BStP), betrifft die Aufhebung nur  Teile des Entscheids, in welchen die Beschwerde der  gutgeheissen wurde (BGE 121 IV 109, 128 E. 7). Soweit der  die Anklage gegen die mitangeklagte B. beurteilt (Ziff. II) und Zwangsmassnahmen aufhebt (Ziff. III), hat es folglich damit sein Bewenden. In Sachen A. gilt das gleiche für den teilweisen Freispruch von der Anklage der Geldwäscherei (Ziff. I/2) sowie die Einziehung und den Aufschub des Entscheids über die Zivilklage (Ziff. I/4-5).
1.2 1.2.1 Der Verteidiger beantragt, die Sache an den Eidgenössischen Untersu-
chungsrichter zur Ergänzung der Voruntersuchung zurückzuweisen. Als Gegenstand dieser Abklärungen bezeichnet er die im Urteil des  auf Seite 14 oben aufgeworfene Fragestellung. A.a.O. werden freilich die Erwägungen der Strafkammer zum versuchten Betrug wiedergegeben, welche dem neuen Entscheid gerade nicht zugrunde gelegt werden dürfen (Art. 277ter Abs. 2 BStP). Der Sache nach geht es dem Verteidiger um die Abklärung, welche Mitarbeiter der Finanzdienste an der Auszahlung der letzten drei Wavecom-Rechnungen beteiligt waren und ob sie von den  den Angeklagten bestehenden Verdachtsmomenten wussten, als sie auszahlten.
1.2.2 Der Bundesstrafprozess schreibt für das gerichtliche Verfahren die Untersu-
chungsmaxime fest (Art. 146 Abs. 2 BStP), wonach das Bundesstrafgericht und sein Präsident die materielle Wahrheit zu ermitteln haben. Allerdings gestattet er dem Gericht nicht ausdrücklich, einen Fall zur Ergänzung des Sachverhalts an die Anklagebehörde oder die Untersuchungsbehörde  zu weisen, wie es in einigen Kantonen der Fall ist (so §§ 183 Abs. 2, 278 StPO/ZH). Ob sich für eine solche Anordnung eine gesetzliche  anderweitig finden lässt oder ob nur das Gericht selbst das  zu ergänzen befugt ist, kann offen bleiben, weil aus den folgenden Gründen keine neuen Beweise zu erheben sind.
Im vorliegenden Fall hat die Strafkammer im Entscheid vom 17.  2004 hinsichtlich der vor dem 20. August 2001 erstellten  befunden, die involvierten Mitarbeiter der Finanzdienste des
- 6 -
Bundes hätten sich infolge der arglistigen, durch den Angeklagten bewirkten Täuschungen in einem Irrtum befunden. Dabei stützte es sich nicht auf  dieser Mitarbeiter, die im Verfahren auch nicht befragt worden waren und angesichts der Masse der Auszahlungsaufträge sich auch kaum an  die durch die Wavecom-Rechnungen veranlassten erinnern könnten, ja deren Identität nicht einmal feststand. Massgeblich für diese Feststellung war vielmehr die Erfahrungstatsache, dass solche Mitarbeiter, wenn sie die Bezahlung einer Rechnung auslösen, annehmen, die fakturierten  seien tatsächlich erbracht worden (E. 2.3.2, S. 21; pag. 01 01 011). Für die letzten drei Rechnungen hielt die Strafkammer den Irrtum lediglich  nicht für erwiesen, weil sie für den Irrtum nicht nur auf das Wissen  Bundesbediensteten abstellte, welche die Zahlung unmittelbar  hatten, sondern auch derjenigen, welche die Auszahlung vorbereitet oder Verantwortung für diejenigen Organisationseinheiten des Bundes  hatten, in denen die Rechnungen geprüft worden waren.  ist nach dem Urteil des Kassationshofs der Irrtum allein in Bezug auf die erstgenannten Personen zu prüfen.
Nun legt die Bundesanwaltschaft unwidersprochen dar, dass die  vom 20., 22. und 23. August 2001 durch die Nationalbank vergütet  (pag. 01 02 006). Auch wenn es Bankmitarbeiter waren, welche die Gutschrift auslösten, so handelten sie doch im Auftrag der dazu  Mitarbeiter des Bundes. Sie sind es daher, welche die  im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB vornahmen. Für diese kann nichts anderes gelten als für jene, welche die Zahlung früherer Rechnungen auslösten. Die jene bezügliche Erfahrungstatsache, die vor Bundesgericht nicht angefochten wurde, hat daher auch für diese zu gelten. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass ihnen die Verhaftung des Angeklagten oder andere Untersuchungsmassnahmen, welche die Wavecom-Rechnungen als möglicherweise fingiert erscheinen liessen, bereits vor der Zahlungsfreigabe zu Ohren gekommen sind, und dass sie sich daher nicht von der  Annahme leiten liessen, die von den Fachdiensten geprüften  bestünden zu Recht. Zwar könnte diese Erfahrungstatsache durch eine gegenteilige Aussage einer solchen Person erschüttert werden und es ist auch anzunehmen, dass sich deren Identität ermitteln liesse. Indessen muss auch für sie mit praktischer Sicherheit ausgeschlossen werden, dass sie sich an die drei zur Diskussion stehenden Rechnungen und daran erinnern könnten, was sie bei der Auszahlung darüber dachten.
Aus diesem Grunde sind die vom Verteidiger beantragten Abklärungen .
- 7 -
1.3 1.3.1 Die Bundesanwaltschaft beantragt, ohne Parteiverhandlung zu entscheiden,
während der Verteidiger begehrt, eine solche durchzuführen und an dieser – falls die Voruntersuchung nicht ergänzt werde – die mit der Auszahlung  Mitarbeiter der Finanzdienste einzuvernehmen und den Angeklagten im Hinblick auf die Strafzumessung zu befragen.
1.3.2 Das Gesetz enthält keine Regel über das Verfahren, welches im Falle einer Rückweisung durch den Kassationshof vor der Strafkammer stattzufinden hat. Insbesondere wird nicht zwingend eine neue Hauptverhandlung . Mit einer vergleichbaren Rechtslage im Kanton Luzern befasst sich BGE 103 Ia 137. Darin erachtet es das Bundesgericht als genügend, dass vor dem aufgehobenen Sachurteil eine mündliche Verhandlung  (S. 138 E. 2b). Daraus ist nicht abzuleiten, es könne nicht unter  Umständen eine zweite Hauptverhandlung durchgeführt werden. Es ist nämlich in Rechnung zu stellen, dass die Hauptverhandlung in erster Linie der Beweiserhebung dient (vgl. Art. 169 Abs. 2 BStP) und ihre  bezweckt, die richterliche Beweiswürdigung zu optimieren (in  Sinne HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches , 6. Aufl., Basel/Genf/München 2005, § 51.10). Weist der Kassationshof die Sache zur Ergänzung der Sachverhaltsfeststellung (Art. 277 BStP) oder zur Änderung des rechtlichen Fundaments des Sachurteils (Art. 277ter BStP) zurück und stellen sich im zweiten Falle im Zusammenhang mit weiteren zu erwägenden Aspekten (BGE 117 IV 97, 105 E. 4b) neue Tatfragen, so ist eine Hauptverhandlung erforderlich, wenn ein neuer Beweis erhoben  muss oder wenn es wegen der Bedeutung des Beweismittels  erscheint, die Beweisabnahme vor dem Richter zu wiederholen.
1.3.3 Nach diesen Gesichtspunkten ist zu prüfen, ob die vom Verteidiger  neue Hauptverhandlung durchzuführen sei.
In Bezug auf die Anklage der Urkundenfälschung im Amt stellt der  fest, der Freispruch vom Vorwurf der Urkundenfälschung betreffend Rechnungen, auf denen der Angeklagte einen Kontierungsstempel  und unterzeichnet hat, verletze Bundesrecht. In dieser Hinsicht kann ein Schuldspruch nach Massgabe der Akten gefällt werden. Was den Betrug angeht, so ist dem Schuldspruch die gleiche Erfahrungstatsache zugrunde zu legen wie bei den übrigen Wavecom-Rechnungen (E. 1.2.2).
Entgegen der Auffassung des Verteidigers ist auch eine persönliche  des Angeklagten nicht deshalb erforderlich, weil nach einer Änderung des Schuldspruches über die Strafe neu zu befinden ist. Zunächst war es
- 8 -
möglich, dazu schriftliche Anträge zu stellen und Unterlagen einzureichen. Sodann gilt es zu berücksichtigen, dass die Strafzumessung sich  an abgeschlossenen Sachverhalten orientieren muss: an der Tat und ihrer Vorgeschichte, ferner auch am Vorleben des Täters. Einen  Eindruck vom Angeklagten muss der Richter für die Strafzumessung nur in beschränkter Weise gewinnen, etwa zur Bewertung des Tatmotivs und um die Ernsthaftigkeit von Reue und Bemühungen zur Schadenstilgung zu ermessen. Ein Bild davon konnte sich die Strafkammer durch die  während der Verhandlung vom 11.–13. August 2004 machen; es wird nicht dargetan, dass es bezüglich der unmittelbare Wahrnehmung  Faktoren zu einer Änderung gekommen sei. Alle anderen  lassen sich durch Unterlagen darstellen und müssen auch in dieser Weise dargelegt sein, um eine sichere Grundlage für das Urteil zu bilden.
Unter diesen Umständen ist eine neue Verhandlung entbehrlich. Die  hatten Gelegenheit, sich hinsichtlich des neuen Entscheids schriftlich zu äussern.
1.4 Der Verteidiger trägt in der Eingabe vom 26. September 2005 vor, dass sich bei Verzicht auf eine neue Hauptverhandlung der „Themenkreis der “ aufdränge (pag. 01 02 022) respektive dass er sich vorbehalte, Ablehnungsgründe „aufgrund später auftauchender Umstände“ geltend zu machen (pag. 01 02 017).
Im Zusammenhang mit der Ablehnung von Beweisanträgen steht dem  das ordentliche Rechtsmittel der Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil zur Verfügung. „Vorbefangenheit“ kann nur in Frage stehen  des Umstandes, dass die Richter der Strafkammer einen Aspekt neu beurteilen, über den sie mit dem aufgehobenen Urteil in weiterem  bereits entschieden haben. Ein Richter kann seine Funktion nicht ausüben in einer Angelegenheit, in der er schon in anderer Stellung  hat (Art. 99 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 22 Abs. 1 lit. b OG). Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt für sich allein keine Verletzung des Anspruchs auf ein unparteiisches Gericht (Art. 30 Abs. 1 BV) vor, wenn der Sachrichter, dessen Urteil eine Kassationsinstanz aufgehoben hat, ein neues Sachurteil ausspricht (BGE 116 Ia 28, 30 E. 2a, 114 Ia 50, 58 E. 3d). Dieser  hat in der Lehre Zustimmung gefunden (SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2004, N. 136, OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 2. Aufl., Bern 2005, N. 187). Der höchstrichterliche  vom 6. September 2005 (1P.371/2005) verlangt nicht, von diesen Grundsätzen abzuweichen; denn das Bundesgericht hat darin die frühere
- 9 -
Rechtsprechung beibehalten und lediglich die besonderen Umstände , unter welchen der frühere Richter im gleichen Falle ausnahmsweise als vorbefasst gelten müsse. Konkret bejahte es dies für ein Gericht, das auf Beschwerde des Opfers die Beweiswürdigung, welche zu einem Freispruch geführt hatte, als willkürlich erachtet hatte und in der Folge mit einer  des dann Verurteilten befasst worden war (E. 4.2 und 4.3).  enthält das vom Parlament verabschiedete Bundesgerichtsgesetz eine ausdrückliche Regel in diesem Sinne (Art. 34 Abs. 2 BGG), die zwar nach ihrem Wortlaut die Abfolge von Verfahren im Bundesgericht betrifft, aber durch den gesetzlichen Verweis von Art. 99 Abs. 1 BStP auch für das  anzuwenden sein wird. Damit ist der Strafkammer nicht , in gleicher Besetzung zu befinden wie beim Entscheid vom 17.  2004.
2. Urkundenfälschung im Amt
Im Entscheid vom 17. August 2004 wurde der Angeklagte der  im Amt in Bezug auf zwei Lieferverträge sowie zehn Rechnungen schuldig erklärt, welche er mit dem Absender „Wavecom-Technik“ verfasst, verschiedenen Bundesstellen zugestellt und nachher mit dem Namen  Personen unterzeichnet hatte. Nach Darlegung des Kassationshofes ist dieser Tatbestand jedoch – in Form der Falschbeurkundung gemäss Art. 317 Ziff. 1 al. 2 StGB – hinsichtlich sämtlicher Rechnungen erfüllt, weil der Angeklagte wahrheitswidrig deren Richtigkeit mit seinem eigenen Visum bestätigte. Der Schuldspruch ist in diesem Sinne zu erweitern auf die  vom 27. Dezember 1994, vom 12. Januar, 14. Februar, 3. März, 26. April, 11. Juli, 18. August, 18. und 20. Oktober 1995, vom 6. und 22. März und 6. August 1996 sowie vom 12. Januar, 8. März, 15. und 28. Mai, 20., 22. und 23. August 2001. Andererseits bleibt es beim , soweit er die übrigen in der Anklage auf Urkundenfälschung im Amt genannten Dokumente betrifft.
3. Betrug
Indem der Irrtum bezüglich aller, durch die Wavecom-Rechnungen  Zahlungen zu bejahen ist (vgl. E. 1.2.2), muss durchwegs auf , einfachen und mehrfachen gewerbsmässigen Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB erkannt werden.
- 10 -
4. Strafzumessung
Die Bundesanwaltschaft beantragt, den Angeklagten „angemessen höher“ zu bestrafen. Der Verteidiger hat keinen Antrag gestellt.
Die Strafzumessung ist vom Kassationshof auf Beschwerde des  hin nicht beanstandet worden. Die in Erwägung 7.2.1 des Entscheids vom 17. August 2004 dargelegten und gewichteten Elemente sind folglich für den neuen Entscheid massgeblich. Auf der objektiven Tatseite erhält der gewerbsmässige Betrug keine wesentlich schwerwiegendere Bedeutung, weil der bisher angenommene Versuch zu keiner substanziellen Entlastung geführt hatte. Das Urkundendelikt ist neu stärker zu gewichten, indem es nun für jeden Betrugsfall, d.h. für eine mehr als dreimal höhere Anzahl von Rechnungen als im aufgehobenen Entscheid, zu bejahen ist. Allerdings ist der Beweiswert der Prüfungsvermerke auf den Rechnungen zwar für den Urkundenbegriff ausreichend, aber nicht besonders hoch; denn die  hat ihren Grund in erster Linie in der funktionalen Organisation eines grossen Betriebes. Das Urkundendelikt hat auch gegenüber dem  Betrug, unter den alle Vermögensdelikte mit Ausnahme dreier über eine Deliktssumme von etwas über Fr. 56'000.– fallen, eine im  der Strafrahmen – Freiheitsstrafe von drei Tagen bis fünf Jahren resp. drei Monaten bis zehn Jahren – viel geringere Bedeutung. Zudem sind die falschen Prüfungsvermerke das unerlässliche Element, um die Täuschung als arglistige und damit für den Betrugstatbestand unerlässliche einzustufen; wenn das Urkundendelikt auch nach bundesgerichtlicher Praxis nicht als mitbestrafte Tat ausser Acht fällt (BGE 129 IV 53, 56 ff. E. 3) und als  eine gegenüber dem allgemeinen Tatbestand (Art. 251 StGB)  Konnotation aufweist, so wird sein Unrecht im konkreten Fall doch weitgehend durch das Vermögensdelikt erfasst.
Was die subjektive Seite betrifft, so ergeben sich aus den vom Verteidiger neu aufgelegten Akten keine neuen wesentlichen Gesichtspunkte für den Entscheid: Die qualitativ gute Arbeit, die der Angeklagte an der heute  Stelle leistet, war bereits bekannt und Teil einer positiv bewerteten Lebensführung nach der Tat. Die finanzielle Situation hat sich zwar , indem dem Angeklagten und seiner Gattin neben den zur  des Notbedarfs nötigen Mitteln monatliche Einkünfte von lediglich Fr. 350.– verbleiben (pag. 01 02 037 ff.). Aus diesem Grunde und wegen des nur geringen Eigenkapitals im selbst bewohnten Haus (pag. 01 02 037 ff.) kann ihm das Scheitern der einvernehmlichen Schadenstilgung (pag. 01 02 040 f.; pag. 01 02 015) nicht zum Nachteil gereichen; seine  wurden ihm aber schon im aufgehobenen Entscheid zugute
- 11 -
gehalten. In diesem wurde auch auf eine Ersatzforderung aus Gründen der Verhältnismässigkeit verzichtet, sondern nur die Einziehung bereits  Werte angeordnet; in den verschlechterten finanziellen  liegt also kein Grund, diese Sanktion zu ändern.
In Ansehung dieser Momente erscheint eine geringfügig erhöhte  von 30 Monaten und 15 Tagen als angemessen. Die  von 22 Tagen ist aus bereits früher dargelegten Gründen anzurechnen.
5. Kosten und Entschädigung
Nach Art. 172 Abs. 1 BStP hat der Verurteilte die Verfahrenskosten „in der Regel“ zu tragen; sie können ihm „aus besonderen Gründen“ ganz oder  erlassen werden. A. hat die Neubeurteilung, welche das Urteil des Kassationshofes notwendig macht, nicht zu verantworten. Folglich sind ihm nur die bis zum aufgehobenen Entscheid angefallenen Kosten zu , deren betragsmässige Festlegung durch die Strafkammer vom  nicht beanstandet worden und folglich auch dem vorliegenden  zugrunde zu legen ist.
Fürsprecher von Ins hat für das nach Rückweisung durch den Kassationshof durchgeführte Verfahren keine Kostennote eingereicht. Seine  ist daher nach Ermessen festzulegen (Art. 3 Abs. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Entschädigung in Verfahren vor dem  [SR 173.711.31]). Nachdem ihm im Entscheid vom 17.  2004 Fr. 46'717.45 zugesprochen wurden, ist dieser Betrag, dem  seiner Bemühungen nach Kassation dieses Entscheids entsprechend, auf Fr. 50'000.– zu erhöhen; darin ist die separat zu entschädigende  (Art. 3 Abs. 1 und 4 des Reglements) berücksichtigt. Bereits  Entschädigungszahlungen an Fürsprecher von Ins sind in Abzug zu bringen. Sodann hat der Verurteilte der Bundeskasse, wenn er später dazu imstande ist, für die Entschädigung Ersatz zu leisten.
- 12 -