Decision ID: 22c9a512-400c-43e9-8cd5-26cc4fd86f58
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2011 Art. 26 Abs. 2 ATSG: Anspruch auf Verzugszinsen auf eine Forderung der versicherten Person gegenüber der Kantonalen Arbeitslosenkasse bejaht. Kein Anspruch auf Zinseszinsen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2011, AVI 2010/57). Abteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen Entscheid vom 15. März 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführer, gegen Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Verzugszinsen Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 26. Februar 2003 unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten
Kündigungsfrist von 6 Monaten per 31. August 2003 gekündigt. Er wurde per sofort
freigestellt (act. G 3.4). Der Versicherte meldete sich am 3. März 2003 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen zur Arbeitsvermittlung. Das RAV St. Gallen
bewilligte ihm sieben Informatik-Kurse. Dabei vereinbarte das RAV St. Gallen mit dem
Versicherten, dass dieser die Kurskosten im Voraus selbst bezahle und ihm die
entsprechenden Kurskosten vom RAV St. Gallen zurückerstattet würden (Aktennotiz
vom 9. Mai 2003, act. G 3.6; zu den am 7. Mai 2003 beginnenden Kursen vgl. act.
G 3.95 Beilagen).
A.b Am 14. Dezember 2006 gelangte der Versicherte an das RAV St. Gallen mit der
Anfrage, wann die Kurskosten auf das auf B._ lautende Konto überwiesen worden
seien. B._ habe ihm die Kursauslagen vorausbezahlt. Nun sei er mit einer Aussage
konfrontiert worden, dass die Rückzahlung noch immer ausstehend sei (act. G 3.83).
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A.c In der nicht in den Akten liegenden Verfügung vom 14. Februar 2007 lehnte das
kantonale Amt für Arbeit eine Erstattung der Kurskosten ab. Auf Einsprache vom
16. März 2007 hin (act. G 3.86) widerrief das Amt die Verfügung vom 14. Februar 2007
und leitete das Gesuch zuständigkeitshalber an die Kantonale Arbeitslosenkasse (act.
G 3.87). In der Verfügung vom 25. Mai 2007 lehnte die Kantonale Arbeitslosenkasse die
Vergütung der vom 7. Mai bis 3. September 2003 besuchten Kurse ab, da die
Vergütungen nicht rechtzeitig geltend gemacht worden seien (act. G 3.93). An dieser
Auffassung hielt sie im Einspracheentscheid vom 9. Juli 2007 fest (act. G 3.96). Die
dagegen gerichtete Beschwerde vom 4. September 2007 hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im Urteil vom 10. April 2008, AVI 2007/89,
teilweise gut und wies die Streitsache zur Erhebung weiterer Beweise betreffend die
rechtzeitige Geltendmachung der Kurskosten an die Kantonale Arbeitslosenkasse
zurück (act. G 3.101).
A.d Nach der Vornahme der vom Versicherten beantragten Zeugeneinvernahmen zum
rechtzeitigen Einwurf des Gesuchs um Erstattung der Kurskosten in den Briefkasten
des RAV St. Gallen am 27. September 2003 (vgl. hierzu act. G 3.102 und G 3.104) und
nach weiteren Abklärungen, teilte die Kantonale Arbeitslosenkasse dem Versicherten
am 16. September 2009 mit, dass die geltend gemachten Kurskosten übernommen
würden (act. G 3.108). Am 13. Oktober 2009 fand die Überweisung an den Versicherten
statt (act. G 1).
A.e In der nicht in den Akten liegenden E-Mail vom 30. Oktober 2009 ersuchte der
Versicherte um die Ausrichtung von Verzugszinsen im Zusammenhang mit der
Bezahlung der Kurskosten. Die Kantonale Arbeitslosenkasse lehnte in der Verfügung
vom 25. Januar 2010 einen Anspruch des Versicherten auf Verzugszinsen ab (act.
G 3.110).
A.f Dagegen erhob der Versicherte am 28. Februar 2010 Einsprache (act. G 3.111),
welche die kantonale Arbeitslosenkasse im Einspracheentscheid vom 1. April 2010
abwies (act. G 3.112).
B.
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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 1. April 2010 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 6. Mai 2010. Der Beschwerdeführer beantragt darin
unter Kosten- und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung und die Zusprache von
Verzugszinsen auf dem zugesprochenen Rückerstattungsbetrag von Fr. 16'155.-- "ab
nachweislich erfolgtem Briefeinwurf am 27.09.03 bis zur Auszahlung am 13.10.09 in der
Höhe von Fr. 4'882.40 [...] und Zinseszinsen" ab 13. Oktober 2009 "bis zum Abschluss
der Angelegenheit auf den geschuldeten Verzugszinsen" zum Zinssatz von 5%. Er
bringt im Wesentlichen vor, dass er seinen Mitwirkungspflichten stets nachgekommen
sei. Die Verfahrensverzögerungen seien nicht durch ihn verursacht worden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2010
die Abweisung der Beschwerde. Allenfalls sei eine Verrechnung in der Höhe von
Fr. 1'695.-- vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt,
dass der Beschwerdeführer mit seinem passiven Verhalten den Auflauf von
Verzugszinsen selbst verschuldet habe. Er habe während mehrerer Jahre keinerlei
Schritte zur Realisierung seines Anspruchs unternommen. Allenfalls sei der
"Zinsenlauf" durch dieses Verhalten vom Zeitpunkt des Einwurfs der Sendung (27.
September 2003) bis zur ersten Mahnung vom 14. Dezember 2006 "verzögert". Ferner
bestehe für die Rückerstattung von selbstbezahlten Ausbildungskosten kein Verfahren
mit langer Dauer aufgrund umfassender Abklärungen, weshalb "die Anwendung von
Verzugszinsen" entfalle. Dem Beschwerdeführer seien des Weiteren Kurskosten
erstattet worden, die nicht geschuldet gewesen seien. Zumindest in diesem Umfang
bestehe kein Anspruch auf Verzugszinsen. Gemäss schriftlicher Angabe des
Kursveranstalters seien nämlich am 7. April 2003 Kurskosten in der Höhe von
Fr. 1'695.-- bezahlt worden. Die Frist von drei Monaten für die Geltendmachung der
Rückerstattung dieser Kurskosten sei somit am 31. Juli 2003 abgelaufen gewesen. Die
Geltendmachung dieser Kurskosten habe aber erst am 27. September 2003
stattgefunden. Dieser Rückforderungsbetrag sei daher verrechnungsweise zu
berücksichtigen, falls die Beschwerde wider Erwarten nicht abgewiesen werde. Die
Fälligkeit der Rückerstattung sei im Zeitpunkt des Einwurfs der Postsendung vom
27. September 2003 eingetreten. Selbst wenn ein Anspruch auf Verzugszinsen
bestünde, was bestritten werde, würde der Verzugszinsenlauf frühestens 24 Monate
nach der Fälligkeit des Anspruchs und somit am 27. September 2005 beginnen (act.
G 3).
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B.c In der Replik vom 14. August 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
unverändert fest. Er bestreitet, dass die verzögerte Leistungsausrichtung auf sein
Verhalten zurückzuführen sei. Ferner interpretiere die Beschwerdegegnerin den Auszug
des Kursveranstalters betreffend die Bezahlung der Kurskosten unrichtig. Denn der
Kursveranstalter habe die amerikanische Schreibweise verwendet. Mit der
Bezeichnung "2003-07-04" sei der 4. Juli 2003 gemeint. Es seien daher sämtliche
Kurskosten innert der dreimonatigen Frist geltend gemacht worden (act. G 5).
B.d In der Duplik vom 25. August 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin, auf die
Beschwerde sei nicht einzutreten. Zur Begründung führt sie aus, dass der
Beschwerdeführer die Kurskosten nicht selbst bezahlt habe. Diese seien vielmehr "von
B." bevorschusst worden. Dementsprechend sei die Überweisung der Kursauslagen
auf das Konto "von B." verlangt worden. Der Beschwerdeführer habe demnach durch
die verzögerte Erstattung der Kurskosten keinen Schaden erlitten und könne keine
Verzugszinsen verlangen (act. G 7).
B.e Am 28. September 2010 reicht der Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme
ein. Darin führte er aus, dass die Nachzahlung nicht an Dritte, sondern am 13. Oktober
2009 auf sein Konto erfolgt sei. Die Beschwerdegegnerin habe ihm sogar "Ende 2006/
anfangs 2007" mitgeteilt, dass Überweisungen von der Kasse nur direkt an die
versicherte Person ausbezahlt würden (act. G 9).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist einzig der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Verzugszinsen auf den von der Beschwerdegegnerin erstatteten Kurskosten
(einschliesslich Essens- und Verpflegungsspesen) sowie auf Zinseszinsen umstritten.
2.
Vorab ist auf den von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Duplik erhobenen
Antrag, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, einzugehen.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin begründet den Antrag auf Nichteintreten damit, dass
B._ (bis zur Heirat mit dem Beschwerdeführer im Januar 2006 B._, act. G 3.104)
die Kurskosten bevorschusst habe. Der Beschwerdeführer habe demnach durch die
verzögerte Überweisung gar keinen Schaden erlitten und sei nicht berechtigt,
Verzugszinsen zu verlangen (act. G 7).
2.2 Bei ihrer Argumentation übersieht die Beschwerdegegnerin, dass das Darlehen von
B._ an den Beschwerdeführer zur Bezahlung der Kurskosten nichts an dessen
Gläubigerstellung gegenüber der Beschwerdegegnerin ändert. Die
Beschwerdegegnerin bleibt nämlich unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer
Fremdkapital zur Begleichung der Kurskosten aufnimmt, dessen Schuldnerin für die
Erstattung der Kurskosten. Anderes gälte lediglich dann, wenn die Forderung des
Beschwerdeführers an B._ abgetreten worden wäre. Eine solche Abtretung ist jedoch
gemäss Art. 22 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nicht zulässig. Selbst wenn eine Abtretung
vereinbart worden wäre, wofür es aus den Akten keine Hinweise gibt, wäre sie daher
unbeachtlich.
2.3 Die Beschwerdegegnerin verweist bei ihrer Argumentation zusätzlich auf Art. 26
Abs. 4 lit. a ATSG, wonach die berechtigte Person oder deren Erben keinen Anspruch
auf Verzugszinsen haben, wenn die Nachzahlung an Dritte erfolgt. Da die Nachzahlung
unbestrittenermassen an den Beschwerdeführer (zur angegebenen, auf den Namen
des Beschwerdeführers lautenden Zahlungsadresse vgl. E-Mail vom 8. Oktober 2010,
act. G 3.111) und nicht an eine Drittperson ausgerichtet wurde, findet die Bestimmung
des Art. 26 Abs. 4 lit. a ATSG von vornherein keine Anwendung, weshalb auf weitere
Ausführungen verzichtet werden kann.
2.4 Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer als Gläubiger gegenüber der
Beschwerdegegnerin bezüglich der Verzugszinsfrage aktivlegitimiert ist. Auf seine
Beschwerde ist daher einzutreten.
3.
Zu prüfen bleibt die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf die von ihm
beantragten Verzugszinsen und Zinseszinsen hat (act. G 1).
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3.1 Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen
nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber
12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig, sofern die versicherte
Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist. Der Satz für den
Verzugszins beträgt nach Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) 5% im Jahr. Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSV
wird der Verzugszins monatlich auf dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen
Leistungsanspruch berechnet. Dabei beginnt die Zinspflicht am ersten Tag des
Monats, in dem der Anspruch auf Verzugszinsen entstanden ist, und endet am Ende
des Monats, in dem der Zahlungsauftrag erteilt wird.
3.2 Gegen eine Verzugszinspflicht bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass der
Beschwerdeführer während 3 Jahren keine Nachfrage gestartet oder eine Mahnung
vorgenommen habe. Es sei somit eindeutig auf sein Verhalten zurückzuführen, dass
das Verfahren nicht innert einer angemessenen Dauer von zwei Jahren habe erledigt
werden können (act. G 3.112 und G 3). Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden.
Der Beschwerdeführer hat die Kurskosten rechtzeitig geltend gemacht, was auch die
Beschwerdegegnerin mittlerweile anerkennt. Damit ist er seinen Mitwirkungspflichten
nachgekommen. Weiter ist zu beachten, dass Geldschulden grundsätzlich
Bringschulden sind (vgl. hierzu Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
28. November 2002, E. 3.3, und vom 22. Dezember 2003, H 144/03, E. 4). Es war
demnach Sache der Beschwerdegegnerin, für eine Begleichung ihrer Schuld besorgt
zu sein. Sie trägt damit auch das Risiko der mit einer verspäteten Zahlung verbundenen
Nachteile, zumal vorliegend dem Beschwerdeführer keine Meldepflichtverletzung oder
dergleichen vorgeworfen werden kann.
3.3 Die Beschwerdegegnerin stellt sich des Weiteren auf den Standpunkt, dass für die
"Rückerstattung" von selbstbezahlten Ausbildungskosten kein Verfahren mit einer
langen Dauer aufgrund von umfassenden Abklärungen bestehe. Eine Gewährung von
Verzugszinsen gemäss Art. 26 ATSG widerspreche dem Gesetz. Ohnehin bestehe "für
solche Rückerstattungsansprüche" keine Verzugszinspflicht (act. G 3).
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3.3.1 Dem ist zu entgegnen, dass in den Anwendungsbereich von Art. 26 Abs. 2 ATSG
vorbehältlich spezialgesetzlicher Regelungen sämtliche vom Gesetz erfassten
Sozialversicherungsleistungen fallen, soweit sie eine Geldforderung begründen (Urteil
des EVG vom 16. August 2005, C 49/05, E. 6 mit Hinweis). Im
Arbeitslosenversicherungsrecht bestehen keine von der im ATSG normierten
Verzugszinsregelung abweichende Bestimmungen. Folglich wird auch die Erstattung
von Kurskosten als sozialversicherungsrechtliche Leistung von der
Verzugszinsregelung gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG erfasst.
3.3.2 Für die Verneinung einer Verzugszinspflicht "für solche
Rückerstattungsansprüche" verweist die Beschwerdegegnerin auf die Literatur (Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Rz 20 zu Art. 26), wonach
"Vergütungszinsen" auf Rückerstattungsforderungen nicht zulässig seien. Ob die
genannte Auffassung von Kieser zutreffend ist, hat das EVG offen gelassen (Urteil des
EVG vom 12. Januar 2006, K 40/05, E. 6). Diese Frage muss auch an dieser Stelle nicht
beantwortet werden, da es sich bei der Erstattung der Kurskosten an den
Beschwerdeführer nicht um eine Rückerstattung (einer unrechtmässig bezogenen bzw.
nicht geschuldeten Leistung) und nicht um eine damit verbundene
Vergütungszinsproblematik handelt. Vielmehr geht es vorliegend um eine verspätete
Erbringung von geschuldeten Sozialversicherungsleistungen und die damit
einhergehenden Verzugszinsen (vgl. zur Unterscheidung von Verzugs- und
Vergütungszinsen im Sozialversicherungsrecht Kieser, a.a.O., Rz 3 zu Art. 26).
3.4 Ferner wendet die Beschwerdegegnerin ein, dass der am "7. April 2003" bezahlte
(Teil-)Betrag erst nach Ablauf der dreimonatigen Frist gemäss Art. 86 Abs. 2 der
Verordnung über die Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV;
SR 837.02) geltend gemacht worden sei. Zumindest auf diesem Betrag bestehe keine
Verzugszinspflicht (act. G 3). Wie der Beschwerdeführer bereits zutreffend dargelegt
hat (act. G 9), hat der Kursveranstalter in der Abrechnung vom 21. Januar 2009 bei der
Datumsangabe die "amerikanische" Schreibweise verwendet (act. G 3.107). Die
Bezahlung erfolgte daher nicht schon am "7. April 2003", sondern erst am 4. Juli 2003.
Es erübrigen sich daher Weiterungen zur von der Beschwerdegegnerin beantragten
Verrechnung (vgl. hierzu act. G 3).
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3.5 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin auf dem gesamten
Betrag der Kursauslagen (einschliesslich Spesen) im Umfang von Fr. 16'155.-- (vgl. act.
G 3.108) Verzugszinsen schuldet. Der Beschwerdeführer macht Verzugszinsen bereits
ab dem Briefeinwurf vom 27. September 2003 geltend. Zu beachten ist indessen, dass
die gesetzliche Regelung erst einen Anspruch auf Verzugszinsen nach Ablauf von
24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens 12 Monate nach dessen
Geltendmachung, einräumt (Art. 26 Abs. 2 ATSG). Die Verzugszinspflicht beginnt somit
am 1. September 2005 und endet am 31. Oktober 2009 (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSV).
4.
Der Beschwerdeführer beantragt nebst der Ausrichtung von Verzugszinsen zusätzlich
die Zusprache von Zinseszinsen (act. G 1). Für die Zusprache von Zinseszinsen fehlt
eine gesetzliche Grundlage im Sozialversicherungsrecht. Deshalb ist in analoger Weise
auf Art. 105 Abs. 3 des Obligationenrechts (OR; SR 220) zurückzugreifen, wonach auf
Verzugszinsen keine Verzugszinsen erhoben werden dürfen (vgl. zur analogen
Anwendung privatrechtlicher Normen zur Lückenfüllung Ulrich Häfelin/Georg Müller,
Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 4. Auflage, Zürich 2002, N 305). Der
Beschwerdeführer hat damit keinen Anspruch auf Zinseszinsen.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist der Einspracheentscheid vom 1. April
2010 aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
im Sinn der Erwägungen die Berechnung der Verzugszinsen auf der Forderung des
Beschwerdeführers von Fr. 16'155.-- ab 1. September 2005 bis 31.Oktober 2009
vornehme. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Der Beschwerdeführer beantragt die Ausrichtung einer Parteientschädigung (act.
G 1). Dem ist jedoch zu entgegnen, dass einer nicht anwaltlich vertretenen Partei der
Zeitaufwand für das Erstellen von Rechtsschriften grundsätzlich nicht entschädigt wird,
und Barauslagen nur ersetzt werden, wenn sie erheblich und nachgewiesen sind (Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. April 2008, E. 4.2 mit
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Hinweis). So setzt der Anspruch auf eine Parteientschädigung nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung unter anderem voraus, dass die
Interessenwahrung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen
dessen überschreitet, was die einzelne Person üblicher- und zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat;
erforderlich ist somit ein Arbeitsaufwand, der die normale (z.B. erwerbliche) Betätigung
während einiger Zeit erheblich beeinträchtigt (BGE 110 V 132 E. 4d). Vorliegend geht es
zwar um einen nicht unwesentlichen Betrag. Indessen musste der Beschwerdeführer
keinen das übliche Mass überschreitenden Aufwand auf sich nehmen. Die Ausrichtung
einer Parteientschädigung an den Beschwerdeführer fällt deshalb nicht in Betracht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP