Decision ID: 593fb107-4425-5789-b486-d309ed48473a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, war
seit
November 2001
bei
der
Y._
Fassadendämmungen als
Fassadenisoleur
tätig, w
obei der letzte Arbeitstag am
13. September 2012
war
(Urk. 7/18
Ziff. 2.1, 2.3, 2.7
)
.
Unter Hinweis auf
eine
Sekund
ä
rarthrose
meldete sich
der Versicherte
am
25. Januar 2013
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5
). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab und
zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/16
).
Mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Verneinung eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 30 % in Aussicht (Urk. 7/28).
Dagegen erhob der Versicherte Einwände (Urk. 7/31, Urk. 7/42). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 3. September 2014 einen Anspruch des Versicherten auf
Arbeitsvermittlung (Urk. 7/48).
M
it Ver
fügung vom 4. September 2014
hielt sie sodann
an ihrem
Vorbe
scheid fest und verneinte
einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 7/47). Mit Ver
fügung vom 5. September 2014 hob di
e IV-Stelle
die Verfügungen vom
3.
und
4. September
2014
vor Ablauf der Beschwerdefrist
wiedererwä
gungsweise
auf, da ein Schreiben des Versicherten mit
Gesuch um
Fristerstreckung (vgl. Urk. 7/45) bei Erlass der Verfügungen nicht berücksichtigt wor
den sei (Urk. 7/49 = Urk. 7/50)
.
Mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 nahm der Versi
cherte fristgerecht Stellung im
Vorbescheidverfahren
bezüglich eines Renten
anspruches
(Urk. 7/54
= Urk. 3
).
Mit Verfügungen vom 16. Dezember 2015 verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch des Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 30 % (Urk. 7/61 = Urk. 2)
sowie
einen Anspruch auf Arbei
tsvermittlung (Urk. 7/60).
2.
Der Versicherte erhob am
28. Januar 2016
Beschwerde
gegen die
renten
ver
neinende
Verfügung vom
16. Dezember 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine Rente zuzusprechen. E
ventuell sei
die Ver
fügung vom 16. Dezember
2015
aufzuheben und die Sache an die zu
ständige IV-Stelle zur weiteren Abklärung zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7. März 2016
die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6)
. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
18. März 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
ein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in
ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
be
ur
teilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungs
anspruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medi
zinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom 16. Dezem
ber 2015
(Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei (S. 2 oben). Die im
Vorbescheidverfahren
eingereichten Arztberichte würden an dieser Einschätzung nichts ändern
(S. 2 Mitte)
. Bei der diagnos
tizier
ten Depression handle es sich um ein vorübergehend
es Leiden und da
mit um keinen invaliditätsr
elevanten Gesundheitsschaden
. Zudem liege kein Fall ei
ner nicht mehr vorhandenen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vor
(S. 2 unten). Bei der Invaliditätsbemessung sei ein leidensbedingter Abzug von 20 % zu berücksichtigen, womit ein Invaliditätsgrad von 30 % resul
tiere (S. 2 oben).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, dass mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt beim 59-jährigen Beschwerdeführer Möglichkeiten bestünden, eine Stelle zu
finden, zumal Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt würden
. Der Beschwerdeführer sei
im Sinne
des Belastungsprofils (leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen) eingeschränkt, aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig. Die ihm zumutbare Tätigkeit unterliege nicht so vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre (S. 1 Ziff. 2). Selbst wenn ihm
im Übrigen ein leidensbedingter Abzug von 25 % gewährt werden würde,
resultierte
maximal ein Invaliditätsgrad von 34 % (S. 2 Ziff. 3).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
(Urk. 1), die Beschwerdegegnerin
verletze ihre Begründungspflicht, indem sie die Fest
setzung des leidensbedingten Abzuges mit der äusserst kurzen Feststel
lung, es seien alle Faktoren berücksichtig worden, begründe un
d auf die Stellung
nahme vom 31. Oktober 2014 kaum eingehe (S. 3 Ziff.
III.1).
Er be
finde sich im 6
0.
Lebensjahr, sei seit 1983 ausschliesslich auf dem Bau tätig gewesen und dies seit dem Jahr 2001 beim selben Arbeitgeber als
Fassa
denisol
e
ur
. Er habe in seiner Heimat lediglich die Primarschule besucht und diese auch nicht abgeschlossen. Er verfüge über keine A
us- oder Weiterbil
dung und
s
eine sprachlichen Fähigkeiten seien als dürftig einzustufen. An
gesichts der ausschliesslichen Tätigkeit auf dem Bau seien keine klaren Bega
bungen oder Fertigkeiten auszumachen, welche anderweitig gut einsetzbar wären. Auch beim letzten Arbeitgeber habe keine angepasste Tätig
keit ge
funden werden können
. In Beachtung sämtlicher Umstände führe dies zum Ergebnis, dass seine Resterwerbsfähigkeit klar nicht mehr nachgefragt werde. Es liege somit ein Fall der nicht mehr vorhandenen Verwertbarkeit der
Rest
arbeitsfähigkeit
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung vor
(S. 4 Ziff. III.2)
.
2.3
S
trittig und zu prüfen ist
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie deren Verwert
barkeit, mithin der Anspruch auf eine Invalidenrente.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer machte geltend, die Beschwerdegegnerin sei in der angefochtenen Verfügung vom 16. Dezember 2015 nicht
rechtsgenüglich
auf
seine
Stellungnahme vom 31. Oktober 2014
(vgl. Urk. 7/54 = Urk. 3)
einge
gangen, wonach
ihm
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren sei. Die
Beschwerdegegnerin
habe lediglich lapidar festgehalten, es seien alle Faktoren berücksichtigt worden (Urk. 1 S. 3 Ziff. III.1).
3.2
Nach
Art.
49
Abs.
3 ATSG sind Verfügungen zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgende Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und die betroffene Person in die Lage versetzen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sowohl sie wie auch die
Rechtsmitte
l
in
stanz
sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihre Verfü
gung stützt. Inhalt und Dichte einer
rechtsgenüglichen
Begründung lassen sich nicht allgemein bestimmen, sondern nur in Relation zur konkreten materiell-, beweis- und verfahrensrechtlichen Lage
(Urteil des Bundesgerichts 8C_944 /2010 vom 21. März 2011 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.3
Es trifft zu, dass sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der Bestimmung des leidensbedingten Abzuges nicht näher auseinandersetzte und nur ober
flächlich begründete, weshalb sie a
m
–
bereits mit Vorbescheid vom 15. Okto
ber 2013 berücksichtigten
(vgl. Urk. 7/28)
–
leidensbedingten Abzug von 20 % festhielt
(Urk. 2 S. 2 unten).
Es kann
aber offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin damit die aus dem Anspruch auf
rechtliches
Gehör fliessende Begründungspflicht verletzt hat. Denn selbst wenn dies zuträfe, handelte es sich nicht um eine schwerwie
gende
Verletzung
des Gehörsanspruchs, weil dem Beschwerdeführer
dadurch
die sachgerechte Anfechtung des Verwaltungsaktes nicht verunmöglicht
wurde
. Von einer Rückweisung der Sache an die IV-Stelle ist im Sinne einer Heilung des allfälligen Mangels unter diesen Umständen abzusehen, da dem
hiesigen
Gericht die volle Kognition zusteht und eine - auch vom Beschwer
deführer selbst nicht beantragte - Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führte, die mit dem (der An
hörung gleichgestellten) Interesse des Beschwerdeführers an einer
be
förderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren sind (BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390; Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2011 vom 1
2.
Oktober 2011 E. 3.2.4).
4
.
4
.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 5. Dezember 2012 (Urk. 7/16/7-8) an den Krankentaggeldversicherer des Beschwerdeführers eine sekundäre
Coxar
thro
se
links (Differentialdiagnose Morbus
Perthes
) sowie eine schwere Hypertonie (Ziff. 1). Er führte aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 14. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig sei (Ziff. 3).
4
.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, diagnostizierte in seinem Bericht vom 13. Dezember 2012 (Urk. 7/16/5) an
den Krankentaggeldversicherer
des Be
schwerdeführers eine sekundäre
Coxarthrose
links bei Status nach Morbus
Perthes
sowie eine Beinverkürzung links (Ziff. 1).
Er führte aus, dass d
er Beschwerdeführer
zurzeit
als
Isoleur
zu 100 % arbeitsunfähig
sei
; genau fest
gelegt werde die Arbeitsunfähigkeit durch den Hausarzt (Ziff. 3). Es stelle sich die Frage, ob eine Wiederaufnahme der Arbeit als
Isoleur
angesichts dieser schweren Hüfterkrankung realistisch sei. Es sei aber auch fraglich, ob nach
endoprothetischer
Versorgung der linken Hüfte
(so sei eine
endopro
thetische
Versorgung des linken Hüftgelenkes nicht ausgeschlossen)
eine Wiederaufnahme der Arbeit als
Isoleur
möglich sei (Ziff. 6
, vgl. Ziff. 1
).
4
.3
I
n seinem Bericht vom 16. Januar 2013
(Urk. 7/16/3-4) an den
Krankentag
geldversicher
er
des Beschwerdeführers
diagnostizierte Dr.
Z._
eine
Se
kun
d
ä
rarthrose
des
Femurkopfes
links
und eine
arterielle Hypertonie
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1). Er attestierte dem
Beschwer
de
führer
eine
seit dem 14. September 2013
(richtig: 2012)
zu 100 %
beste
he
nde
A
rbeitsunfähig
keit
(Ziff. 3).
Der Beschwerdeführer
sei in fachärztlicher Be
handlung und werde voraussichtlich im März
2013
operiert. Vor sowie nach der Operation sei der Beschwerdeführer im angestammten Beruf nicht ar
beits
fähig (Ziff. 10). Die Prognose sei schlecht (Ziff. 1).
4
.4
In seinem Bericht vom 11. März
2013 (Urk.
7
/17/5-6) diagnostizierte
Dr.
A._
einzig
e
ine sekundäre
Coxarthrose
links bei Status nach Morbus
Pert
h
es
(Ziff. 1.1).
Er führte aus, dass der Beschwerdeführer seit über zwei Jahren über zunehmende Hüftschmerzen links klage (Ziff. 1.4). Mit physio
thera
peu
tischen Massnahmen habe bisher keine Schmerzfreiheit erreicht werden können, weshalb eine
endoprothetische
Versorgung des linken Hüft
gelenkes vorgesehen gewesen sei. Dies wolle der Beschwerdeführer aber vor
läufig nicht durchführen lassen (Ziff. 1.5).
D
ie Arbeitsfähigkeit
sei
durch den Hausarzt festgelegt worden; als
Fassaden
iso
leur
sei der Beschwerdeführer
aber zurzeit nicht arbeitsfähig (Ziff. 1.6).
Beim Beschwerdeführer bestehe eine deutlich verminderte Belast
barkeit des linken Hüftgelenkes; dies führe zu einer deutlichen Einschrän
kung der Ar
beits
fähigkeit in der Tätigkeit als
Fassadenisoleur
. Die körperlich belasten
de Tätigkeit als
Fassadenisoleur
dürfte auch in Zukunft nicht mehr möglich werden. Bei einer entsprechenden angepassten Tätigkeit (wenig Ste
hen oder
Umhergehen, vorwiegend Sitzen, nicht in ungünstiger Körperstel
lung arbei
ten) wäre
jedoch
eine Arbeitsleistung ganztags möglich (Ziff. 1.7).
4
.5
Dr.
Z._
führte in seinem Bericht vom
22./
2
3
. Mai 2013 (Urk. 7/19) aus, dass er den Beschwerdeführer seit September 2012 ambulant behandle
(Ziff.
1.2)
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Ziff. 1.1):
Coxarthrose
links mit Morbus
Perthes
seit 2000
Hyper
tonie
seit zirka 2007
Halswirbelsäulens
yndrom seit zirka 2005
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS) seit 2000
Er attestierte dem
Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als
Fassa
denisol
eur
vom 14. September 2012 bis jetzt
eine 100
%
ige Arbeitsunfähig
keit
(Ziff. 1.6). Die Prognose sei schlecht (Ziff. 1.4).
Dem Beschwerdeführer seien jedoch angepasste Tätigkeiten
ab sofort
zumutbar, sofern es sich dabei
um
leichte (bis 5 kg Heben/Tragen körpernah), rein sitzende Tätigkeiten
hand
l
e
(S. 4).
4
.6
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates,
RAD
, führte in seiner Stellung
nah
me vom 12. September 2013 (Urk. 7/25/3) aus, dass von Dr.
Z._
kein Grund
ge
nannt werde und keine Begründung ersichtlich sei, warum bei gleich ge
bli
e
benen Symptomen erst ab 23. Mai 2013 eine angepasste Tätig
keit mög
lich sein soll (vgl. vorstehend E.
4
.5). Es sei mit überwiegender Wahrschein
lich
keit durchgehend eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
ge
mäss Belastungsprofil (leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne
Zwangs
hal
tung
en
)
möglich, spätestens jedoch ab 11. März 201
3.
Plausibel sei hinge
gen die angegebene 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Es sei nicht ersichtlich, weshalb der im Allgemeinen gut einstellbare Hypertonus eine Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit haben soll.
Gleiches gelte für das
Halswirbelsäule
ns
yndrom und die PHS. Die wei
teren Arztberichte würden keinen weiteren Aufschluss geben.
4
.7
Aus dem Bericht der Ärzte der
C._
, Orthopädie, vom 1. Oktober 2013 (Urk. 7/33/2-3
= Urk. 7/41
)
geht hervor, dass sie den Beschwerdeführer in der Schulter-/Ellbogensprechstunde ambulant untersucht haben.
Sie diag
nostizierten einen Verdacht auf eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
links mit
Impingementsymptomatik
(Differentialdiagnose: Tendinitis
cal
carea
). Als Nebendiagnose nannten
sie
Hal
s
wirbelsäulenb
eschwerden bei
ossären
degenerativen linksbetonten Veränderungen C4 bis C7 ohne Nach
weis einer zervikalen Diskushernie (S. 1 Mitte).
4
.8
Ein Arzt
der
C._
, Orthopädie, nannte in seinem
Bericht vom 27. März 2014 (Urk. 7/43/5-6) die
folgenden Diagnosen (Ziff. 1.1
):
symptomatische Schultereckgelenksarthrose links sowie
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
Halswirbelsäule
nb
eschwerden bei
ossären
degenerativen linksbetonten Ver
änderungen C4 bis C7 ohne Nachweis einer zervikalen Diskushernie (MRI vom 22. Mai 2013)
Hüftschmerzen links
Er
führte aus, dass der Beschwerdeführer initial
d
er Wirbelsäulen-Sprech
stunde zugewiesen worden sei. Aufgrund der klinischen und radiologischen Untersuchung sei der Verdacht geäussert worden, dass die Beschwerden eher
Schulter assoziiert seien, da keine Wirbelsäulenpathologie bestehe, welche di
e Beschwerden des Beschwerdeführers erklären könnten
(Ziff. 1.2; vgl. hier
zu
auch
den
Bericht der Ärzte der
C._
vom 27. März 2014
in Urk. 7/43/11-12).
4
.9
RAD-Arzt Dr.
B._
führte in seiner Stellungnahme vom 7. Juli
2014 (Urk. 7/46/3) aus, dass
sich
anhand der neuen Arztberichte (vorstehend E. 4.7-4.8)
kein medizinischer Sachverhalt feststellen lasse, der
in den RAD-Stellungnahmen
nicht schon Eingang gefunden hätte.
4.10
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem Bericht vom 24. November 2014
(Urk. 7/55/1-6) aus, dass sie den
Beschwerdeführer seit Oktober 2014 ambulant
psychiatrisch und psychothe
rapeutisch in seiner Muttersprache
behandle
(Ziff. 1.2
, 1.5
). Sie nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Verdacht auf beginnende vaskuläre Demenz bei häufigen
Blutdruckspit
zen
einer entgleisten arteriellen Hypertonie
depressive Entwicklung bei somatischem Schmerzsyndrom: mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.11) mit somatischem Syndrom
chronisches Schmerzsyndrom: entgleiste arterielle Hypertonie mi
t vasomo
torischen Kopfschmerzen
Der Beschwerdeführer
sei in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter bezie
hungsweise
Fassadenisoleur
mindestens seit Oktober 2014 bis auf
Weiteres
mindestens zu 90 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6).
Er sei in seiner bisherigen Tätigkeit eingeschränkt, da er an einer depressiven Stimmung
, Reduktion der affektiven Schwingungsfähigkeit,
Anhedonie
, Schlafstörungen, Energielosig
keit, Antriebsverminderung, Verminderung der Ausdauer, Minderung des Selbst
vertrauens, Reduktion der Aufmerksamkeit und der
Merkfähigkeit, psy
chomotorischer
Verlangsamung, De
nkverlangsamung, eingeschränkter
kogni
ti
ve
r
Flexibilität und Rückzugstendenz leide
(Ziff. 1.7).
S
eit mindestens September 2014
sei ihm
eine angepasste Tätigkeit zumutbar, sofern es sich dabei um leichte, rein sitzende Tätigkeiten ohne Stress und Leistungsdruck in einem beschü
tzenden Rahmen handle
(S. 5).
4
.11
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrem Feststellungsblatt
vom 14. Oktober 2015
(Urk. 7/57/2
)
fest, dass die von Dr.
D._
diagnostizierte,
seit Oktober
2014
bestehende Depression
(vorstehend
E. 4.10
)
nicht langandauernd
sei und somit diesbezüglich kein
invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden vor
liege.
Ausserde
m sei eine Tätigkeit mit dem vom
RAD-Arzt am 12. September 2013 festgestellten Belastungsprofil, mithin leichte vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen (vorstehend E.
4
.6), noch verwertbar
.
5.
5.1
Aus den medizini
schen Akten geht hervor
, dass
der RAD-Arzt Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 12. September 2013
für die Beurt
eilung der Ar
beitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
die Berichte von Dr.
A._
vom 11. März 2013
(vorstehend E. 4.4)
und von Dr.
Z._
vom
23.
Mai 2013
(vorstehend E. 4.5)
heranzog
. Er übernahm
die von Dr.
Z._
, dem Hausarzt des Be
schwerdeführers, diagnostizierten
Coxarthrose
links mit Morbus
Perthes
, Hy
pertonie, Halswirbelsäulens
yndrom und Periarth
ritis
humeroscapularis
(PHS) sowie
die in der bisherigen Tätigkeit als
Fassadenisoleur
seit 14. September 2012 bestehende 100
%ige Arbeitsunfähigkeit
; jedoch habe nur die
Coxarth
rose
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/25/3, vorstehend E. 4.6).
Der RAD-Arzt führte
zudem
zu Recht aus, dass Dr.
Z._
kein
en
Grund ge
nannt
hat
und keine Begründung ersichtlich sei, weshalb bei gleich gebliebenen Symptomen erst ab 23. Mai 2013
, mithin ab Erstellungsdatum des Berichts, eine angepasste Tätigkeit möglich sein soll (
vorstehend E. 4.5,
vgl. hierzu die früheren Berichte von Dr.
Z._
vom 5. Dezember 2012 und 16. Januar 2013,
vorstehend E. 4.1,
4.3). Dass der RAD-Arzt deshalb den Schluss zog, dem Beschwerdeführer sei mit überwiegender Wahrschein
lich
keit eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gemäss
Belastungs
profil
(leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen) seit spätestens 11. März 2013 – hierbei stützte er sich auf die von Dr.
A._
am 11. M
ärz
2013 attestierte ganztäg
ig
e
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vorstehend E. 4.4) – möglich,
erscheint folglich nachvollziehbar und schlüs
sig.
Der RAD-Arzt führte in seiner Stellungnahme vom 7. Juli 2014 (vorstehend E. 4.9) sodann zu Recht aus, dass sich anhand der neuen Berichte der Ärzte der
C._
vom 1. Oktober 2013 und 27. März 2014 (vorstehend E. 4.7-4.8) kein medizinischer Sachverhalt feststellen lasse, der nicht schon
in seinen Stellungnahmen
Eingang gefunden hätte. So diagnostizierten
die Ärzte der
C._
dem Beschwerdeführer zwar neu eine sympto
matische
Schultereckgelenks
arthrose
links sowie
eine
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
und
Hals
wirbelsäulenb
eschwerden
bei
ossären
degenera
tiven linksbetonten Verände
rungen C4 bis C7 ohne Nachwei
s einer
zervi
kalen Diskushernie,
ohne
sich
je
doch
zu einer allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu äussern.
Schliesslich hielt die Beschwerdegegnerin in ihrem Feststellungsblatt vom 14. Oktober 2015 in schlüssiger und nachvollziehbarerweise fest, dass die von Dr.
D._
diagnostizierte, seit Oktober 2014 bestehende Depression (vgl. vorstehend E. 4.10) nicht langandauernd sei und somit diesbezüglich kein
invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden vorliege
(vorstehend E. 4.11)
.
Denn
nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittel
gradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder epi
sodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiese
nermassen therapieresistent sind (BGE
140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis), was vorliegend nicht der Fall ist.
5.2
Aus
dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgehen durfte
, dass
der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als
Fassa
den
isoleur
nicht mehr arbeitsfähig ist
,
ihm jedoch eine
angepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung
d
es Belastungsprofils (leichte, vorwiegend sitzende Tätig
keiten ohne Zwangshaltungen) zu 100 % zumutbar
ist
. Dies ist
im Übri
gen
unbestritten (vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. 2, Urk. 2
S. 2 oben), weshalb da
von
auszugehen
ist.
6.
6.1
6.1.1
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung stellt sich die Frage, ob der Be
schwer
de
führer angesichts des schon fortgeschrittenen
Alter
s nach allge
meiner
Lebenserfahrung in einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit er
werblich verwerten kann.
6.1
.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungs
pflicht
nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die An
for
derungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundes
ge
richts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Be
gabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder An
wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende
Schadenminde
rungspflicht
und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten.
6.1.
3
Im Zusammenhang mit der Frage, ob eine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt noch
verwertbar
ist, erachtete das Bundesge
richt etwa einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar. Es sah aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu fin
den, zumal Hilfsarbeiten auf dem
als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt grundsätzlich
alter
sunabhängig nachgefragt werden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines
Voll
pen
sums
arbeitsfähig war
(vgl. Urteil des Bundesgerichts I 376/05 vom 5. August 2005
E. 4.2
). Unter anderem mit Blick auf eine Aktivitätsdauer von immerhin noch sieben Jahren war eine erwerbliche Umsetzung der Leis
tungs
fähigkeit auch einem 58-jährigen, kaufmännisch ausgebildeten Versi
cher
ten möglich und zumutbar, der aufgrund hochgradiger
Innenohr
schwer
hörigkeit
auf ei
nen besonderen Anforderungen genügenden Arbeitsplatz ange
wiesen war (vgl. Urteil des Bundesgericht I 819/04 vom 27. Mai
2005
E. 2.2
). Als
ar
beitsmarkttauglich
angesehen wurde auch die
Restarbeits
fähig
keit
eines 60-jährigen Versicherten mit einer unter anderem wegen rheu
ma
to
logischer und kardialer Problematik um 30 Prozent eingeschränkten Leis
tungsfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 304/06 E. 4.2 vom 22. Januar 2007), gleich
viel wie diejenige eines gleichaltrigen Versicherten, dem trotz verschiedener Rückenschäden ein vergleichsweise weites Spektrum zumut
barer Hilfstätig
keiten offen stand (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_918/200
8 vom 28. Mai 2009
E. 4.3
).
Verneint hat das Bundesgericht demgegenüber die Verwertbarkeit der
Restar
beitsfähigkeit
eines über 61-jährigen Versicherten, der über keine Berufsaus
bildung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von
50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse be
sass
, dessen Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Einschränkun
gen unter
lag und dem von den Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 392/02 E.
3 vom 23. Oktober 2003). Als unver
wertbar erachtet wurde auch die 50%ige, durch verschiedene Auflagen zu
sätzlich limitierte Arbeitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 401/01 vom 4. Apri
l 2002
E. 4c und d
), ebenso eine 50%ige Arbeitsfähigkeit einer 61 Jahre und einen Monat alten Versicherten, die
bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2008 vom 19. März 2009 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Auch erkannte das Bundesgericht bei einem 60 Jahre alten Versicherten, welcher in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelportier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und behinderungsbedingt nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein konnte, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm wegen seiner Krankheit sowohl Schichtdienste als auch das Führen von Fahrzeugen und Maschinen nicht mehr möglich war, er würde mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber mehr finden (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.2).
6.1.
4
Männliche Hilfsarbeiter
, die vor Eintritt der Behinderung manuell tätig wa
ren,
werden in der Regel für Handlanger- und andere körperliche Tätigkeit eingestellt. Der diesen Versicherten offenstehende Arbeitsmarkt ist allerdings nicht ausschliesslich auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie und Ge
werbe werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, in zunehmendem Masse durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger belas
tenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung zukommt; auch in diesen Bereichen stehen somit männlichen
Hilfsarbeitern Stellen offen, ebenso im Dienstleistungssektor (Meyer/
Reich
muth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel
/
Genf 2014, N 142 zu Art. 28a mit Hinweisen).
6.1.
5
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Festste
hen der medizinis
chen Zumutbarkeit einer (Teil-)
Erwerbstätigkeit abzustellen. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit
einer (Teil-)
Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüg
lich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundes
gerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Dies war vorliegend erst
mit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. Dezember 2015 (Urk. 2) der Fall, da im
Vorbescheidverfahren
noch ein Arztbericht eingereicht wurde (vorstehend E. 4.10), der
von der
Beschwerde
gegnerin
für die
Entscheidfindung
berücksichtigt wurde (vgl. vorstehend E. 4.11). Der
am 8. Juni 1956 geborene
Beschwerdeführer war in dem
f
ür die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt
des Erlasse
s der ange
foch
tenen Verfügung 59
1/2 Jahre alt war (vgl. Urk. 7/5 Ziff. 1.3), was für sich allein die Verwertbarkeit noch nicht ausschliesst.
Der Beschwerdeführer hat in seinem Heimatland
E._
nur die
Primar
schule
besucht, hat keine Ausbildung oder Weiterbildung und war seit seiner Einreise in die Schweiz 1983 auf dem Bau tätig, seit 2001 beim gleichen Arbeitgeber als
Fassadenisoleur
(Urk. 7/5 Ziff. 1.6, 5.2-5.4, Urk. 7/10 S. 3 oben, vgl. auch den Auszug aus dem individuellen Konto in Urk. 7/14).
Dem Beschwerdeführer sind keine Tätigkeiten mehr auf dem Bau möglich, jedoch sind ihm angepasste Tätigkeiten
im Rahmen eines vollen Pensums
zumutbar, sofern es sich dabei um leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen handelt (vorstehend E. 5.2)
. Anders als etwa in dem
dem
Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 zugrunde lie
genden Sachverhalt bestehen beim Beschwerdeführer keine weiteren Ein
schränkungen, was die Ausübung zahlreicher Tätigkeiten zulässt, die keine spezifische Berufsausbildung erfordern.
Darunter fallen etwa Überwachungs- und Bedienungsarbeiten, Kontrollarbeiten, leichte Montagearbeiten, industri
elle Fertigungs- oder Abpackarbeiten.
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Faktoren
–
namentlich die
ausschliessliche Tätigkeit auf dem Bau,
die
fehlende
Aus- oder Weiterbildung
sowie die
dürftigen Sprachkennt
nisse (vorstehend E. 2.2)
–
stehen der Aufnahme einer
solchen
(Hilfs-)Tä
tig
keit nicht entgegen.
Auf dem hypothetischen ausgeglichen Ar
beitsmarkt stehen dem Beschwerdeführer
demnach
genügend Beschäfti
gungsmöglichkeiten in verschiedenen Branchen und Funktionen offen, zu
mal eine besondere Aus
gestaltung des Arbeitsplatzes und des
Arbeitsumfel
des
nicht erforderlich ist, und Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2011 vom 2
1.
April 2011 E. 6.2 mit Hin
weisen).
Im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden für die
Annahme einer unverwertbaren Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen ist fest
zuhalten,
dass
der Beschwerdeführer mit Blick auf die verbleibende
Akti
vi
tätsdauer
im massgebenden Zeitpunkt von
5
1/2 Jahren bis zum ordentli
chen Pensionsalter
sicherlich nicht leicht vermittelbar ist, jedoch
die gesund
heit
liche Beeinträchtigung
nicht derart einschränkend
ist
, dass sich der Schluss rechtfertigt, eine Anstellung sei nicht mehr realistisch. Ausserdem steht ihm ein breites Spektrum an einfachen Hilfstätigkeiten offen. Die
An
stellungs
chancen
im
von
Gesetzes wegen als ausgeglichen zu betrachtenden Arbeits
markt s
ind somit insgesamt noch intakt.
6.2
6.2
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Er
gebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesge
richts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.2.3
Der Beschwerdeführer war seit November 2001 bei der
Y._
Fassaden
dämmungen
in einem 100 %-Pensum als
Fassadenisoleur
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 13
. September 2012 war (Urk. 7/18
Ziff. 2.1, 2.3, 2.9).
Gemäss dem
Arbeitgeberfragebogen der
Y._
Fassaden
däm
mungen
vom 7. März 2013
betrug das
Einkommen
des Beschwerde
füh
rers für das Jahr 2012
Fr. 71‘
045
.--
(Urk. 7/18 Ziff. 2.10)
.
Unter Berücksichti
gung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2013 in der Höhe von 0.7 % (Schweizerischer Lohnindex, Tabellengruppe T1.10, Nominallohnindex 2011-
2015, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/
Erwerbsein
kom
men
/
Arbeitskosten, Lohnentwicklung)
resultiert
ein
Vali
deneinkommen
von rund
Fr. 71‘542
.--
(Fr. 71‘045.
--
x 1.007)
.
6.2.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
,
vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abge
stellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berück
sich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperli
che Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Re
gel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskate
gorie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben
können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten
Lei
densabzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6.2.5
Der Beschwerdeführer war seit seinem letzten Arbeitstag am 13. September 2012 nicht mehr e
rwerbstätig (vorstehend E. 6.2.3
). Zudem ist er in der angestammten Tätigkeit als
Fassadenisoleur
nicht mehr arbeitsfähig; leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen sind ihm je
doch zu 100 % zumutbar (vorstehend E. 5.2). Es rechtfertigt sich deshalb, für die
Be
messung
des Invalideneinkommens auf den
standar
disierten
Durch
schnitts
lohn
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämt
lichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE
ab
zustellen
.
Das im Jahr 2012 von Männern im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen er
zielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘210.-- (LSE 2012, S. 35,
Tabellen
gruppe
TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen,
Kompetenzni
veau
und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total Männer), mithin Fr. 62‘520.-- pro Jahr (Fr. 5‘210.-- x 12). Unter Berücksichtigung der allge
meinen Lohnentwicklung im Jahr 2013 in der Höhe von 0.7 % (
vgl. vor
stehend E. 6.2.3
) sowie der durchschnittlichen wöchen
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2013
von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Ar
beitszeit, Arbeitsstunden
, Normalarbeitsstunden gemäss der Statistik der
be
triebsüblichen
Arbeitszeit
)
ergibt dies ein
Invalidenein
kommen
von rund
Fr. 65‘633.-- für das Jahr 2013 (Fr. 62‘520
.-- x 1.007 : 40 x 41.7)
.
6.2.
6
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 71‘542.-- mit de
m
Invaliden
ein
kommen
von Fr. 65‘633.-- ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr. 5‘909.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund 8 %.
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer
einen
leidensbe
ding
ten
Abzug
vom Tabellenlohn
von 20 % (
vorstehend E. 2.1
)
.
Der Beschwerdeführer hingegen beantragte die Gewährung des maximalen Ab
zuges von 25 % (Urk. 1 S. 3 Ziff. III.1).
Die Frage, ob
und falls ja, in welcher
Höhe
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ein
leidensbedingter
Abzug
vorzunehmen ist, kann
vorliegend
offen gelassen werden, da selbst bei der Gewährung eines maxi
malen
Abzug
es
von 25 % ein nicht
rentenbe
grün
dender
Inv
alidi
tätsgrad
von rund 31 %
resultieren würde
.
6.3
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin
zu Recht
einen
Renten
an
spruch
des Beschwerdeführers verneint.
Die angefochtene Verfügung vom 16. Dezember 2015 erweist sich somit als rechtens und ist zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ent
spre
ch
end dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.