Decision ID: 358cc2fb-1379-4e40-9cdd-2e1175a37d73
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Die 1963 geborene und als selbstständige Schreinerin und Landwirtin
tätige A._ erlitt am 5. April 2018 einen Arbeitsunfall, bei welchem sie
sich mit einer Kippsäge eine subtotale Amputation der adominanten linken
Hand auf Höhe des Midkarpalgelenks zuzog. Daraufhin erfolgte eine
notfallmässige operative Replantation der Hand im Universitätsspital
Zürich mit unter anderem midkarpaler Arthrodese. In der Folge stellte sich
bei einer intensiven handtherapeutischen Behandlung ein erfreuliches
Ergebnis mit Blick auf die Knochenheilung und Schmerzarmut ein; die
(aktive) Beweglichkeit der linken Hand und Finger blieb aber sehr
eingeschränkt und neben einer Kälteüberempfindlichkeit zeigte sich eine
(im Verlauf regrediente) Sensibilitätsstörung im Medianusgebiet.
2. Unter Hinweis auf diese Verletzung meldete sich A._ am 7. Juni 2018
bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden zum Leistungsbezug an. Diese
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen.
3. Aufgrund der eingeschränkten Fingerfunktion unterzog sich A._ am
6. Mai 2019 einer Tenolyse der FDP-Beugesehnen, woraufhin sich die
Beweglichkeit der Langfinger verbesserte und die Faustbildung möglich
wurde; eine aktive Opposition bzw. Abduktion des linken Daumens aber
fehlte.
4. Um den Einsatz der linken Hand im Alltag zu üben und die beruflichen
Möglichkeiten zu erproben, begann A._ zunächst im
Einsatzprogramm B._ in der Holzwerkstatt, wofür die IV-Stelle eine
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining ab dem 9. September
2019 erteilte. Am 9. Dezember 2019 wechselte sie in das
Einsatzprogramm H._, wo sie im Rahmen einer
Vorbereitungsmassnahme (mit dem Ziel einer Anstellung zu 50 %) als
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Mitarbeiterin die Leitung der Schreinerei übernahm. Aufgrund der
fehlenden Aussichten auf eine Anstellung infolge der Übernahme des
Einsatzprogramms H._ durch Ökojob und den anstehenden (aber
Covid-bedingt zunächst nicht durchgeführten) medizinischen
Massnahmen wurde die berufliche Massnahme per 18. März 2020
aufgehoben.
5. Vom 25. August 2020 bis zum 6. September 2020 absolvierte A._
einen Arbeitsversuch im Altersheim C._ in D._ in einem 50 %-
Pensum im Bereich der Pflege und Betreuung. Dabei kamen die
involvierten Personen überein, dass die Feinmotorik der linken Hand zu
eingeschränkt sei für eine Tätigkeit in der Hilfspflege. In der Folge fand ab
dem 26. Oktober 2020 ein weiterer, von der IV-Stelle unterstützter
Arbeitsversuch bei der Gemeindeverwaltung D._ statt, wo A._
beim Mittagstisch der Volksschule mithelfen sollte.
6. Aufgrund der fehlenden Daumenabduktion erfolgte zu deren
Wiederherstellung am 25. November 2020 ein Sehnentransfer Extensor
digiti quinti auf Abductor pollicis brevis. Dadurch konnte A._ eine gute
Daumenabspreizung erreichen und die Handfunktion verbessern, indem
sie besser greifen und auch kleine Gegenstände mittels Pinch-Griff
zwischen Daumen und Zeigfinger fassen konnte.
7. Vom 8. März 2021 bis zum 30. April 2021 absolvierte A._ eine
Vorbereitungsmassnahme bei der Gemeindeverwaltung D._, wo sie
den Mittagstisch in der Schule organisierte und betreute. In der Folge
verzichtete A._ auf eine Anstellung bei der Gemeinde.
8. Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente vom 1. April 2019 bis zum
30. September 2019 sowie vom 1. November 2020 bis zum 31. März 2021
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in Aussicht. Zum Abklärungsergebnis hielt sie fest, nach Ablauf des
Wartejahres im April 2019 sei A._ keine Tätigkeit zumutbar gewesen.
Im Laufe des Jahres 2019 habe sich der Gesundheitszustand verbessert.
Ab dem 9. September 2019 sei ein Belastbarkeitstraining beim
Einsatzprogramm E._ begonnen worden, wofür ein Taggeld
ausgerichtet worden sei, weshalb ein Anspruch auf eine Invalidenrente
entfalle. Aus medizinischer Sicht sei A._ ab November 2019 eine
angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar gewesen. Aufgrund der im
November 2020 durchgeführten Operation habe bis Ende Februar 2021
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab März 2021 sei eine
Arbeitsfähigkeit von 100 % für adaptierte Arbeiten gegeben. Für die ab
dem 8. März 2021 aufgenommenen Eingliederungsmassnahmen sei
wiederum ein Taggeld ausbezahlt worden. Bei einer Arbeitsfähigkeit von
50 % ergebe der Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 22 %.
Dagegen erhob A._ am 21. Juni 2021 Einwand. Mit Verfügungen vom
12. Juli 2021 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach
A._ eine vom 1. April 2019 bis zum 30. September 2019 sowie vom
1. November 2020 bis zum 31. März 2021 befristete ganze Invalidenrente
zu.
9. Mit dagegen als Einsprache bezeichneter Eingabe vom 12. August 2021
erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss
neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügungen, ihr sei (weiterhin)
eine Invalidenrente zuzusprechen. Dazu führte sie im Wesentlichen aus,
aufgrund der massiven Funktionseinschränkung der linken Hand und
deren Anschwellen während der Arbeit müsse sie oft Pausen einlegen,
weshalb auch in einer adaptierten Tätigkeit keine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe; vielmehr betrage diese 50 %. Aufgrund des dauernden
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Anschwellens der linken Hand sei ihr zusätzlich ein Leidensabzug von
25 % zu gewähren.
10. Mit Vernehmlassung vom 8. September 2021 schloss die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und
führte zusammenfassend aus, dass selbst bei Annahme einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit und einem
grosszügigen Leidensabzug von 20 % ein Rentenanspruch entfalle. Ein
Leidensabzug von 25 % sei nicht gerechtfertigt, da die gesundheitlichen
Einschränkungen bei einer auf 50 % reduzierten Arbeitsfähigkeit bereits
grosszügig berücksichtigt würden.
11. Die Beschwerdeführerin reichte trotz der ihr eingeräumten Frist für eine
freigestellte Stellungnahme keine Replik ein.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie auf die
weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit
entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügungen der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom
12. Juli 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 2 und 3, Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 157 und 167 f.) stellen solche anfechtbaren
Verfügungen der Invalidenversicherung und folglich ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der strittigen
Verfügungen ist die Beschwerdeführerin berührt, und sie weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 1
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG).
Die Beschwerde hat eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein
Rechtsbegehren und eine kurze Begründung zu enthalten (Art. 1 Abs. 1
IVG i.V.m. Art. 61 lit. b ATSG). Was das Rechtsbegehren betrifft, lässt sich
aus der Beschwerde sinngemäss der Antrag auf Aufhebung der
angefochtenen Verfügungen und die Zusprechung einer Invalidenrente
ableiten, womit sie formgerecht eingereicht wurde. Da im Übrigen auch die
Frist eingehalten wurde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 ATSG), ist auf die
Beschwerde einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin während den Eingliederungsmassnahmen vom
9. September 2019 bis zum 18. März 2020, vom 25. August 2020 bis zum
6. September 2020, vom 26. Oktober 2020 bis zum 22. November 2020
und vom 8. März 2021 bis zum 30. April 2021, anlässlich derer sie ein
Taggeld bezog (vgl. Bg-act. 47, 70, 90, 110, 121, 129, 134), keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente hat (Art. 43 Abs. 2 IVG). Unbestritten ist
sodann die ihr vom 1. April 2019 bis zum 30. September 2019 sowie vom
1. November 2020 bis zum 31. März 2021 zugesprochene, befristete
ganze Invalidenrente. Da sich die Beschwerdeführerin in adaptierter
Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig erachtet, was mit der ab November 2019
medizinisch ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
übereinstimmt (vgl. angefochtene Verfügungen vom 12. Juli 2021 [Bg-
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act. 157, 169, 175]), ist daher primär zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin
ab dem 1. Mai 2021 weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3. Unstreitig ist dabei das gestützt auf die Tätigkeiten der
Beschwerdeführerin als selbstständige Schreinerin und Landwirtin
ermittelte Valideneinkommen von CHF 36'029.-- für das Jahr 2021 (Bg-
act. 152 und 159 S. 14 f.). Da die Beschwerdeführerin diese
selbstständigen Erwerbstätigkeiten seit 1987 ausübte (Bg-act. 3 S. 5, Bg-
act. 5 S. 2, Bg-act. 65 S. 2) und sich mithin über viele Jahre hinweg – auch
als sie noch nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war – mit einem
solchen bescheidenen Einkommen begnügt hat (vgl. hierzu auch IK-
Auszug vom 13. Juni 2018 [Bg-act. 10 S. 2 f.], Fragebogen
Selbstständigerwerbende vom 25. Juni 2018 [Bg-act. 11 S. 3] und diverse
Steuerveranlagungen [Bg-act. 12]), ist dieses rechtsprechungsgemäss für
die Festlegung des Valideneinkommens massgebend. Das Bundesgericht
hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbstständig
Erwerbenden in der Regel abgelehnt (vgl. BGE 135 V 58 E.3.4.6; Urteile
des Bundesgerichts 9C_564/2020 vom 9. Dezember 2020 E.4.2.1 und
9C_148/2016 vom 2. November 2016 E.2.1).
4. Uneinig sind sich die Parteien im Wesentlichen hinsichtlich der (Rest-
)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit: Kritisiert wird dabei die
von der Beschwerdegegnerin ab März 2021 angenommene
Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätigkeit. Die
Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, sie sei aufgrund der
Funktionseinschränkungen ihrer linken Hand und deren Anschwellung nur
zu 50 % arbeitsfähig. Zudem kritisiert sie die Bemessung des
Invalideneinkommens und dabei insbesondere die fehlende Vornahme
eines Leidensabzugs.
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5.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten
begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a).
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl.
BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch erachtet
es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125
V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit Hinweisen). So ist den im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärztinnen bzw. Spezialärzten, welche auf Grund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit
der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen bzw. Hausärzten darf und soll
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
Hausärztinnen bzw. Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
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ihrer Patientinnen oder Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V
351 E.3b/cc). Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner Ärztinnen bzw. Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).
5.2. Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die RAD-
Abschlussbeurteilung vom 3. Mai 2021 abgestellt hat oder ob konkrete
Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen bzw. diese von den
übrigen medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von der
100%igen Arbeitsfähigkeiteinschätzung in adaptierter Tätigkeit ab März
2021 abzuweichen wäre.
5.2.1. In seinem Abschlussbericht vom 3. Mai 2021 führte RAD-Arzt
Dr. med. F._ namentlich aus, dass obwohl das Resultat der
durchgeführten rekonstruktiven Massnahmen an der linken Hand als gut
bezeichnet werden könne, bestehe weiterhin eine massive
Funktionseinschränkung. Die Feinmotorik fehle und die Kraft beim Greifen
sei massiv eingeschränkt. Auch sei weiterhin mit einer deutlichen
Reduktion der Pinch-Kraft zu rechnen. Daneben bestehe eine Asensibilität
im Medianusgebiet, was den Einsatz der Hand zusätzlich erschwere.
Durch die fehlende Schweisssezernation sei bei extrem trockenen
Fingerkuppen das Greifen noch schwieriger. Die linke Hand bleibe im
Alltag weiterhin nur als Hilfshand einsetzbar. Es fehle sowohl die
Feinmotorik als auch die Kraft und Sensibilität. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht könne die angestammte Tätigkeit als
selbstständige Schreinerin und Landwirtin nicht mehr ausgeübt werden. In
einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin ab März 2021
zeitlich uneingeschränkt einsetzbar (Bg-act. 159 S. 11 f.). Als solche
leidensangepasste Tätigkeit führte Dr. med. F._ eine sitzende,
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laufende, stehende und – mit technischen Hilfsmittel unterstützt – auch
fahrende Tätigkeit, adaptierte PC-Arbeiten oder eine Ausbildungstätigkeit
an (Bg-act. 159 S. 10).
5.2.2. Mit dieser Beurteilung stellte Dr. med. F._ auf den Bericht der
behandelnden Handchirurgin des Kantonsspitals Graubünden (KSGR),
Dr. med. G._, vom 13. Januar 2021 ab, welche die genau gleiche
medizinische Situation beschrieb und identische Schlussfolgerungen zur
Arbeitsfähigkeit zog (Bg-act. 126). Zu den Funktionseinschränkungen
führte sie aus, die linke Hand könne nur als Hilfshand eingesetzt werden.
Es bestehe eine Einschränkung der Feinmotorik, eine Kraftverminderung
sowie eine fehlende Sensibilität. Tätigkeiten mit Anforderungen an die
Feinmotorik seien für die Beschwerdeführerin nicht möglich. Dies habe
sich vor allem anlässlich des Arbeitseinsatzes in der Pflege gezeigt, wo
die Beschwerdeführerin z.B. keine Reissverschlüsse habe schliessen
können (Bg-act. 126 S. 4). Daraus folgerte Dr. med. G._, dass die
bisherige Tätigkeit als Schreinerin nicht mehr zumutbar sei. In einer
angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin indes zeitlich
uneingeschränkt einsetzbar (Bg-act. 126 S. 5).
5.2.3. Für diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit spricht
denn auch der weitere Verlauf, welcher sich sehr erfreulich zeigte. So
berichtete die Beschwerdeführerin anlässlich der handchirurgischen
Sprechstunde am 19. Januar 2021 bei Dr. med. G._, sie habe eine
sehr gute, willkürlich ansteuerbare Daumenabduktion erreicht. Die
Funktion der linken Hand habe sich durch den Sehnentransfer stark
verbessert. Sie könne nun sehr viel besser greifen und auch kleine
Gegenstände mittels Pinch-Griff zwischen Daumen und Zeigfinger fassen
(Bg-act. 140 S. 1). Damit übereinstimmend hielt Dr. med. G._ in ihrer
Befunderhebung fest, die aktive Daumenabduktion gelinge problemlos.
Der Pinch-Griff zwischen Daumen- und Zeigefingerkuppe sei gut möglich.
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Es bestehe ein guter Bewegungsumfang der Langfinger mit leichtem
Einkralldefizit des Dig. II sowie ein diskretes Extensionsdefizit des Dig. V
im MCP-Gelenk. Insgesamt hielt Dr. med. G._ fest, es zeige sich acht
Wochen nach der Rekonstruktion der Daumenfunktion links ein sehr
erfreuliches Resultat (Bericht vom 21. Januar 2021 [Bg-act. 140]).
Gleichermassen berichtete Dr. med. G._ am 29. März 2021 rund vier
Monate nach der Rekonstruktionsoperation, die Funktionsfähigkeit der
linken Hand habe sich gut verbessert, auch wenn diese nur als Hilfshand
eingesetzt werden könne (Bg-act. 142).
5.3. Soweit die Beschwerdeführerin die von ihr geltend gemachte
Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit mit einer weiterhin
bestehenden massiven Funktionseinschränkung der linken Hand
begründet, übersieht sie, dass diese – wie hiervor ausgeführt – auch vom
RAD-Arzt Dr. med. F._ ausdrücklich thematisiert und im Rahmen
seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen hat. Dabei kam er
in Übereinstimmung mit der behandelnden Handchirurgin
Dr. med. G._ zum Schluss, dass die bisherige Tätigkeit als
selbstständige Schreinerin und Landwirtin nicht mehr zumutbar ist,
während in einer leidensangepassten Tätigkeit eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit besteht (Bg-act. 159 S. 11 f.). Letzteres wird denn auch –
wie aufgezeigt – durch den positiven postoperativen Verlauf mit einer
verbesserten Funktions-, Greif- und Bewegungsfähigkeit der linken Hand
bestätigt. Wenn Dr. med. G._ in dem von der Beschwerdeführerin
beigebrachten Bericht vom 4. August 2021 ausführt, es bestehe bei der
replantierten Hand eine massiv eingeschränkte Belastbarkeit mit Auftreten
von belastungsabhängigen Schmerzen sowie einer Schwellung bereits
nach einigen Stunden Arbeit (Bf-act. 1 S. 1), ist der sich darauf
abstützenden Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass
Dr. med. G._ diese Ausführungen auf die – nach einhelliger
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medizinischer Auffassung nicht mehr zumutbare – angestammte Tätigkeit
als Schreinerin und Landwirtin bezog. So hielt sie fest, die
Beschwerdeführerin könne aufgrund eines erheblichen Verletzungsrisikos
ihrer ursprünglichen Tätigkeit als Schreinerin unmöglich uneingeschränkt
nachgehen und auch bei der Arbeit als Landwirtin sei sie massiv
eingeschränkt. Aus handchirurgischer Sicht könne die linke Hand lediglich
als Hilfshand eingestuft werden und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als
Schreinerin und Landwirtin sei unrealistisch und nicht zu verantworten (Bf-
act. 1 S. 2). Soweit die Beschwerdeführerin gestützt darauf die von ihr
angeführte, auch für Verweistätigkeiten geltende Arbeitsfähigkeit von
50 % zu plausibilisieren versucht, weil die linke Hand dauernd während
der Arbeit anschwelle, kann ihr daher nicht gefolgt werden. Vielmehr legt
der Bericht von Dr. med. G._ nahe, dass solche Beschwerden bei
einer nicht leidensadaptierten, handwerklich fordernden Belastung der
linken Hand auftreten. Auch finden sich entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin in den Akten keine Hinweise dafür, dass es bei
Arbeitseinsätzen in leidensadaptierten Tätigkeiten im Rahmen von
Eingliederungsmassnahmen zu einer Anschwellung der linken Hand
gekommen wäre. So wurde denn auch beispielsweise ihre Tätigkeit als
EP-Mitarbeiterin in der Leitung der Schreinerei, welche ihr gut gefallen hat
(Bg-act. 126 S. 4) und bei welcher sie die Programmteilnehmenden
anleitete und betreute (Bg-act. 57 S. 92), von den
Eingliederungsfachpersonen trotz der gesundheitsbedingten
Einschränkungen der linken Hand für grundsätzlich möglich erachtet (Bg-
act. 88), wobei bereits damals von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
dieser leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen wurde (Bg-act. 79, 159
S. 9).
5.4. Insgesamt ergibt sich daher, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin
nicht geeignet sind, den Beweiswert der RAD-Beurteilung vom 3. Mai
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2021 zu schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die
Beschwerdegegnerin auf die darin ausgewiesene 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab dem 1. März 2021
abstellte. Dabei wird mit der davor attestierten vollständigen
Arbeitsunfähigkeit denn auch eine angemessene Rekonvaleszenzzeit seit
der letzten Rekonstruktionsoperation Ende November 2020 berücksichtigt
(Bg-act. 159 S. 12). Letztlich würde aber auch – wie nachfolgend
aufgezeigt wird – selbst bei Annahme der von der Beschwerdeführerin
angeführten Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer Verweistätigkeit kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
6.1. Insofern ist auf die Bemessung des Invalideneinkommens einzugehen.
Die Beschwerdeführerin erachtet insbesondere einen Leidensabzug von
25 % als angemessen und begründet diesen damit, dass ihre linke Hand
bei der Arbeit dauernd anschwelle, so dass oft Pausen eingelegt werden
müssten.
6.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf höchstens 25 %
begrenzter Leidensabzug gestützt auf die Tabellenlöhne der vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu ermittelnden Invalideneinkommen
vorgenommen werden kann, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des
Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder
mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. dazu
BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen
verwertet werden kann (BGE 146 V 16 E.4.1, BGE 135 V 297 E.5.2;
Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und
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9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf
das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt,
wie erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen
(BGE 135 V 297 E.5.2, BGE 134 V 322 E.5.2, BGE 126 V 75 E.5b/bb-cc;
Urteile des Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1,
9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb; Urteil des Bundesgerichts
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Zu beachten ist jedoch, dass
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen
(BGE 146 V 16 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_283/2020 vom
17. August 2020 E.7.1.1).
6.3. Soweit die Beschwerdeführerin einen Abzug mit dem Verweis auf die
Beschwerden bzw. Einschränkungen der linken Hand geltend macht, ist
ihr entgegenzuhalten, dass die sich aus medizinischer Sicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkenden Limitierungen, welche bereits in qualitativer
Hinsicht bei der Festlegung des Belastungsprofils berücksichtigt worden
sind, nicht nochmals – als abzugsrelevant – herangezogen werden dürfen.
Dies käme einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben
Gesichtspunkte gleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_48/2021 vom
20. Mai 2021 E.4.3.4 und 8C_705/2018 vom 16. Mai 2019 E.4.3 m.H.).
Wie bereits ausgeführt, liegt aufgrund der (medizinischen) Aktenlage
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nahe, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Anschwellung der linken Hand bei einer handwerklich fordernden
Belastung derselben auftreten, indes nicht bei einer leidensadaptierten
Tätigkeit. Den ausgewiesenen Funktionseinschränkungen der linken
Hand wurde dadurch Rechnung getragen, als insbesondere nur noch
körperlich leichte Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die
Feinmotorik, Beidhändigkeit, Sensibilität und Greifkraft als zumutbar
erachtet werden (dies folgt aus dem Bericht vom 13. Januar 2021 von
Dr. med. G._ [Bg-act. 126 S. 4] und der RAD-Beurteilung vom
24. Januar 2020 [Bg-act. 159 S. 10]). Bei der Beschwerdeführerin ist die
linke adominante Hand eingeschränkt. Da sie sie aber als Hilfshand
einsetzen, mit ihr beispielsweise auch Holz- bzw. Küchenarbeiten
ausführen kann (vgl. Protokolle zu den Standortgesprächen im EP
B._ vom 18. November 2019 [Bg-act. 56 S. 1] und 15. Oktober 2019
[Bg-act. 51 S. 1], Verlaufsprotokoll Eingliederung, Einträge vom
18. Februar 2021 und 30. März 2021 [Bg-act. 147 S. 5 f.], Statusbericht
Bewerbungscoaching vom 20. November 2020 [Bg-act. 146 S. 6]) und
sich die Handfunktion nach der letzten rekonstruktiven Daumenoperation
wesentlich verbessert hat, indem sie nun besser greifen und auch kleine
Gegenstände mittels Pinch-Griff zwischen Daumen und Zeigfinger fassen
kann (Bg-act. 140, 142), ist nicht von faktischer Einhändigkeit auszugehen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2). In
solchen Konstellationen verbleibt rechtsprechungsgemäss kein Raum für
einen Leidensabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_124/2019 vom
28. Mai 2019 E.3.2). Auch kann angesichts des vorerwähnten
Belastungsprofils nicht gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit nur
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene
Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_426/2020 vom 29. April 2021 E.5.2, 8C_95/2020 vom 14. Mai 2020
E.5.2.2, 9C_644/2019 vom 20. Januar 2020 E.4.2 und 9C_304/2018 vom
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5. November 2018 E.5.1.1). Vielmehr umfasst das hier anwendbare
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von zumutbaren
Tätigkeiten. Die Beschwerdegegnerin brachte dazu in der angefochtenen
Verfügung namentlich vor, dass bspw. leichte Maschinenbedienungen,
Kontrollfunktionen oder leichte Prüfarbeiten in Frage kämen. Auch ist der
ausgeglichene Arbeitsmarkt ein theoretischer und abstrakter Begriff,
weshalb für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine
invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt
werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft
noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze
dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (Urteile des
Bundesgerichts 8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 E.11.2 und 8C_330/2021
vom 8. Juni 2021 E.5.3.1; AHI-Praxis 6/1998 S. 291). Zudem kann auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einem sozialen Entgegenkommen
von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden (Urteile des
Bundesgerichts 9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019 E.4.1.3 und
8C_710/2018 vom 30. Januar 2019 E.7.1 m.H.). Insofern stehen der
Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend
Einsatzmöglichkeiten in einer leidensadaptierten Tätigkeit offen.
6.4. Die Beschwerdeführerin weist in einer Verweistätigkeit mit einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit eine höhere Leistungsfähigkeit auf als in der
angestammten Tätigkeit als selbstständige Schreinerin und Landwirtin,
welche ihr nicht mehr zumutbar ist (Bg-act. 159 S. 11 f., Bg-act. 126).
Dabei ist zu beachten, dass der im Rahmen Ersterer erzielbare Verdienst
in nicht unerheblichem Masse höher ist als in Letzterer (vgl. hierzu der
Einkommensvergleich hernach mit einem aufindexierten Einkommen als
selbstständige Schreinerin und Landwirtin von CHF 36'029.-- und einem
gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne ermittelten Invalideneinkommen von
CHF 56'288.85). Für den Wechsel der Beschwerdeführerin in eine
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unselbstständige Tätigkeit bzw. die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
sprechen des Weiteren deren persönlichen Verhältnisse und Fähigkeiten.
Ihre bisher gewonnenen Berufserfahrungen und breiten Kenntnisse
(insbesondere als Schreinerin mit Erfahrungen im Bereich von Umbauten
bzw. Innenausbau und der Verlegung von Bodenbelägen, als
Möbelrestauratorin, als Landwirtin und in der Führung ihrer Betriebe mit
den entsprechenden administrativen Aufgaben [vgl. Bg-act. 5 S. 2 f., Bg-
act. 11, 65]) würden in einer Verweistätigkeit die Vermittelbarkeit
erleichtern. Auch hat die Beschwerdeführerin bisher vornehmlich
praktische Tätigkeiten ausgeübt, weshalb sich der Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand in eine Verweistätigkeit in Grenzen halten dürfte.
Schliesslich spricht neben ihrer Persönlichkeitsstruktur als motivierte und
leistungswillige Person (vgl. Arbeitszeugnis des EP H._ vom
6. März 2020 [Bg-act. 92], Protokoll zum Standortgespräch im EP
H._ vom 21. Januar 2020 [Bg-act. 79], Schlussbericht vom
6. Dezember 2019 zum Einsatz im EP B._ [Bg-act. 71] mit
Detailbericht vom 5. Dezember 2019 [Bg-act. 73], Protokoll zu den
Standortgesprächen im EP B._ vom 15. Oktober 2019 [Bg-act. 51
S. 1] und vom 18. November 2019 [Bg-act. 56 S. 1], Sitzungsprotokoll vom
18. November 2019 [Bg-act. 57]) auch das Alter der Beschwerdeführerin
(57 Jahre im Zeitpunkt des Verfügungserlasses) und damit verbunden die
noch verbleibende Aktivitätsdauer für die Aufnahme einer
unselbstständigen Erwerbstätigkeit. In einer solchen hat die
Beschwerdeführerin denn bereits als EP-Mitarbeiterin in der Leitung der
Schreinerei, welche ihr gut gefallen hat (Bg-act. 126 S. 4), Erfahrungen
sammeln können. Insofern und aufgrund der anderen durchgeführten
Eingliederungsmassnahmen ist auch nicht ersichtlich, was mit
zusätzlichen beruflichen Massnahmen zu gewinnen wäre.
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7.1. Bei einem unbestritten gebliebenen und korrekt bemessenen
Valideneinkommen von CHF 36'029.-- für das Jahr 2021 (Bg-act. 152 und
159 S. 14 f.) und einem gestützt auf die LSE-Tabelle bemessenen
Invalideneinkommen von CHF 56'288.85 (LSE 2018, TA 1,
Kompetenzniveau 1, weiblich, Totalwert, umgerechnet auf die
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden,
Arbeitsfähigkeit 100 %, aufindexiert, ohne Leidensabzug = CHF 4'371.-- x
12 : 40 x 41.7 x 1.009117 x 1.01 x 1.01) resultiert ein negativer
Invaliditätsgrad. Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Selbst wenn aber ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt würde, würde ein
solcher 10 % jedenfalls nicht übersteigen, so dass immer noch ein
Invaliditätsgrad resultierte, der keinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu
begründen vermöchte ([Valideneinkommen von CHF 36'029.-- -
Invalideneinkommen von CHF 50'660.--] x 100 : CHF 36'029.-- =
Invaliditätsgrad von - 40.6 %).
7.2. Würde ausserdem auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Arbeitsfähigkeit von 50 % in leidensadaptierter Tätigkeit abgestellt
werden, wäre der verminderten Belastbarkeit der linken Hand,
einschliesslich des sich daraus ergebenden erhöhten Pausenbedarfs,
bereits in quantitativer Hinsicht genügend Rechnung getragen. Ein
Leidensabzug rechtfertigte sich nicht. Bei einem Valideneinkommen von
CHF 36'029.-- für das Jahr 2021 und einem Invalideneinkommen von
CHF 28'144.-- (= CHF 4'371.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.009117 x 1.01 x 1.01 x
0.5) ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 22 %. Auch diesfalls
bestünde kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
8. Zu beachten ist dabei des Weiteren, dass rechtsprechungsgemäss bei
einer (erstmaligen) rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften
und/oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden
Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88a der Verordnung über die
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Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) über die Änderung des
Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung oder Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit analog anzuwenden sind (BGE 133 V 263 E.6.1, BGE
131 V 164 E.2.2, BGE 125 V 413 E.2d; Urteil des Bundesgerichts
8C_542/2019 vom 4. Dezember 2019 E.3.2). Dementsprechend richtet
sich der Wechsel bei gleichzeitiger Verfügung über eine ganze
Invalidenrente und ein sie ablösender fehlender Rentenanspruch nach
Art. 88a Abs. 1 IVV. Damit ist vorliegend Erstere in Anwendung der
dreimonatigen Frist ab der ab März 2021 angenommenen Verbesserung
der Erwerbsfähigkeit noch bis zum 31. Mai 2021 auszurichten (und nicht
– wie von der Beschwerdegegnerin verfügt – nur bis zum 31. März 2021).
Ab dem 1. Juni 2021 besteht gestützt auf die obigen Ausführungen bei
einem negativen bzw. nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad kein
Anspruch auf eine Invalidenrente mehr. Für die jeweiligen Zeiträume als
die Beschwerdeführerin sich in den Eingliederungsmassnahmen befand,
verfügte die Beschwerdegegnerin – wie bereits dargelegt – Taggelder,
welche gemäss Art. 43 Abs. 2 IVG einem Rentenanspruch vorgehen
(Urteile des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E.3.1
ff. und 9C_450/2019 vom 14. November 2019 E.3.3.1 f.).
9. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde folglich
teilweise gutzuheissen und die angefochtenen Verfügungen vom 12. Juli
2021 insoweit aufzuheben, als dass der Anspruch der Beschwerdeführerin
auf eine ganze Invalidenrente bis zum 31. März 2021 befristet wurde. Der
Beschwerdeführerin ist die ab dem 1. November 2020 zugesprochene
ganze Invalidenrente bis zum 31. Mai 2021 auszurichten, soweit keine
Taggelder zugesprochen worden sind. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen.
10. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der
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Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Bei diesem Prozessausgang mit einer Korrektur des
Rentenanspruchs nur in zeitlicher Hinsicht mit Blick auf die Befristung
rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten zu einem Drittel und somit im
Betrag von CHF 233.-- der Beschwerdegegnerin und zu zwei Dritteln und
damit im Restbetrag von CHF 467.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
(vgl. so schon Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
[VGU] S 19 22 vom 7. April 2020 E.6 und VGU S 19 9 vom 15. April 2020
E.10). Letztere hat im Umfang ihres Obsiegens praxisgemäss keinen
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, da sie nicht anwaltlich vertreten ist.
Der Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).