Decision ID: 7dde2274-7bf2-4105-9128-07942c1c439c
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 12. Februar 2016 (IV-act. 7) unter Mitwirkung der _
Rehaklinik B._ wegen einer Arbeitsunfähigkeit seit Oktober 2015 bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung an. Beim
Früherfassungsgespräch vom 18. März 2016 (IV-act. 5) gab er an, seit 1999 in einer
Unternehmung angestellt und dort gerne und nach interner Schulung als CNC-
Mechaniker tätig zu sein. Seit ca. 2014 leide er an Augenproblemen, Müdigkeit und
Vergesslichkeit und sei mit Antibiotika behandelt worden. Einen geplanten weiteren
CNC-Kurs habe er damals wegen der Beschwerden abbrechen müssen. 2015 seien
vermehrt Schluckbeschwerden, ein trockener Mund und eine ausgeprägte Müdigkeit
aufgetreten, worauf schliesslich eine Operation wegen einer Nebenhöhlenentzündung
gemacht worden sei. Im Januar 2016 sei dann eine Neurolues bei ihm entdeckt
worden. Weil es ihm gesundheitlich nicht besser gehe, sei der Aufenthalt in der
Rehaklinik B._ verlängert worden. - Am 21./29. März 2016 (IV-act. 8) erfolgte die
angeratene Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(berufliche Integration/Rente). Darin erklärte der Versicherte, er habe in seiner Heimat
eine Ausbildung als Elektroautomatiker absolviert und sei 1990 in die Schweiz
gekommen.
A.a.
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In den Akten der Krankentaggeldversicherung des Versicherten fand sich ein
Bericht von Dr. med. C._, Arzt für Allgemeinmedizin, vom 1. März 2016 (Fremd-
act. 1-5), wonach es beim Versicherten seit Beginn des Jahres 2015 zu progredienten
Schluckstörungen, Globusgefühl, Kopfschmerzen, Vergesslichkeit, Müdigkeit und einer
Wesensveränderung gekommen sei. Seit dem 13. Oktober 2016 (recte: 2015) sei er voll
arbeitsunfähig geschrieben. - Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen
hatte in einem Austrittsbericht vom 18. Januar 2016 (Fremd-act. 1-6 ff.) nebst der
Neurolues chronifizierte Kopfschmerzen bei chronischer Sinusitis, eine chronische
Sinusitis maxillaris beidseits (beschwerdefrei seit Dezember 2015), eine Epiphora
rechts (beschwerdefrei seit Dezember 2015) und ein persistierendes Foramen ovale
(aktuell keine therapeutische Konsequenz) angegeben und den Versicherten in die
Rehabilitation überwiesen. Gemäss Konsultationsblatt vom 7. Januar 2016 (Fremd-
act. 1-9) bestehe aus neuropsychologischer Sicht [lic. phil. D._, in der Liste der
Fachpsychologen und Fachpsychologinnen für Neuropsychologie FSP mit jährlicher
kontrollierter Fortbildung, IV-act. 128, aufgeführt] ein wenig spezifisches, am ehesten
subkortikal dominiertes kognitives Störungsmuster mit von leicht bis schwer
reichenden Beeinträchtigungen in multiplen Bereichen. Im Vordergrund stünden
Probleme im Bereich Antrieb und Antriebsregulation, was zu auffälligen
Leistungsschwankungen im Untersuchungsverlauf geführt habe. Teilweise sei unklar,
ob es dem Versicherten gelinge, sein tatsächliches aktuelles Leistungspotenzial
abzurufen. Die deutlichsten Beeinträchtigungen bestünden in den Bereichen
Exekutivfunktionen und Gedächtnis. Grundstimmung und affektive
Schwingungsfähigkeit hätten leicht reduziert gewirkt. Gemäss einem Konsilium
Logopädie vom 6. Januar 2016 seien die Spontansprache sprachsystematisch und
inhaltlich adäquat sowie das Sprachverständnis angepasst gewesen,
Wortfindungsschwierigkeiten seien nicht zu beobachten gewesen. Der Versicherte
habe von Mühe berichtet, feste Konsistenzen zu schlucken. Beim Öffnen des Kiefers
träten auf der linken Seite Schmerzen auf. Es wurde festgehalten, er habe sich
während des Essens häufig postdeglutitiv räuspern und husten müssen. Die
Stimmprobe sei dabei aber stets klar gewesen. In einem Bericht vom 7. Januar 2016
(IV-act. 39-2 ff.) hatte die Klinik u.a. folgende Diagnosen (verkürzt wiedergegeben)
beschrieben: chronische drückende Kopfschmerzen rechts frontal; anamnestisch
undulierende ausgeprägte Schluckbeschwerden, Wortfindungsstörungen,
A.b.
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Wesensveränderung, psychomotorische Verlangsamung und kognitive Defizite;
mehrtägige Kraftminderung und Taubheitsgefühl der linken Körperseite 10/15 [im
Ausland]; Gewichtsverlust unklarer Ätiologie (10/15); Transparenzminderung am
Oberlappen rechts unklarer Ätiologie (10/15); chronische Antrumgastritis, CLO positiv;
okkulter Blutverlust ab ano; und ein Leberhämangiom Segment VII/VIII.
In ihrer Bescheinigung vom 18. April 2016 (IV-act. 13) gab die Arbeitgeberin an,
der Versicherte sei vom 6. Juli 2009 bis 31. Juli 2016 als Maschinenbediener
Fräsanlagen angestellt gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit sei am 9. Oktober 2015
eingetreten, der letzte Arbeitstag am 31. Juli 2016 gewesen. Sie habe das
Arbeitsverhältnis wegen der langen Absenz auflösen müssen, da keine
Umplatzierungsmöglichkeit bestanden habe. Der Versicherte habe (ohne
Ersatzleistungen wie Taggelder usw.) 2013 Fr. 61'696.--, 2014 Fr. 62'660.-- und 2015
Fr. 57'694.-- verdient. Ohne Gesundheitsschaden würde er - wie aktuell - jährlich
Fr. 57'840.-- verdienen. - Gemäss IK-Auszug (IV-act. 12) hatte er bereits einmal von
April 1999 bis September 2007 bei der betreffenden Unternehmung gearbeitet.
A.c.
Im Austrittsbericht vom 19. April 2016 (IV-act. 19) berichtete die Rehaklinik B._
nebst den erwähnten Diagnosen von einer Depression. Der Versicherte habe seit
Herbst 2014 vermehrt über Beschwerden geklagt. Bei Eintritt am 13. Januar 2016
hätten eine psychomotorische Verlangsamung, eine allgemein reduzierte Belastbarkeit
und kognitive Störungen (Gedächtnis, Wesensänderung; vgl. IV-act.19-3) bzw. eine
psychophysische Verlangsamung und ein V.a. leichte kognitive Störungen
(Exekutivfunktionen, Gedächtnis; vgl. IV-act. 19-5) bestanden und der Versicherte sei
wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten voll orientiert gewesen (vgl. IV-
act. 19-5). Die starken Kopfschmerzen hätten sich mit dem Ansetzen eines
Antidepressivums teilweise noch verstärkt. Die depressive Verstimmung habe unter
Therapie mit einem anderen Arzneimittel deutlich gebessert werden können. Auch die
Antibiotika-Therapie habe erfolgreich angesprochen. Aus den neuropsychologischen
Tests habe sich der Verdacht auf eine organische Persönlichkeitsveränderung mit
Antriebs- und Belastbarkeitsminderung, gemischt mit Symptomen von Depression und
Angst, ergeben, ausserdem ein Hinweis auf ein mittelschweres kognitives Defizit mit
Einschränkungen bei der Aufmerksamkeit, dem visuellen Scanning, dem Gedächtnis
und dem Ideenreichtum. Die Arbeitsfähigkeit sei aus diesen Gründen nicht gegeben
A.d.
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gewesen (vgl. IV-act. 19-3). In den basalen ADL (activities of daily living; unter dem Titel
Selbstversorgung) sei der Versicherte selbständig gewesen. Bei Eintritt habe er
aufgrund von Schmerzen beim Kauen (linksseitige Kiefer-/Muskel-beschwerden)
weiche Kost gegessen, im Verlauf habe die Umstellung auf normale Konsistenz ohne
Einschränkungen stattgefunden. Die klinischen Schluckuntersuchungen seien
unauffällig gewesen. Die Arm-/Handfunktion habe keine alltagsrelevanten
Einschränkungen aufgewiesen. Während der Rehabilitation habe der Versicherte
zweimal eine Stunde pro Woche in der Holzwerkstatt gearbeitet, und zwar motiviert
und selbständig (vgl. IV-act. 19-4). Bei Austritt habe die Aufmerksamkeit maximal etwa
20 bis 30 Minuten aufrechterhalten werden können. Es müsse die Möglichkeit einer
weiteren Verstärkung der Einschränkungen im Rahmen der Grunderkrankung in
Betracht gezogen werden. Der Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig. Sein
Leistungsvermögen sei sowohl quantitativ wie qualitativ deutlich vermindert.
Ressourcen für eine berufliche Wiedereingliederung hätten sich nicht abgezeichnet (vgl.
IV-act. 19-3 f.). - Im entsprechenden (später von Dr. E._ eingereichten)
neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik B._ vom 29. März 2016 (IV-act. 26-9 ff.)
hatte dipl. psych. P._ (nicht in der Liste IV-act. 128) u.a. festgehalten, ein grobes
kognitives Screening habe mit der Mini-Mental-State-Examination Werte von 24 und 25
von 30 ergeben und es sei von einem mittelschweren kognitiven Defizit mit
Einschränkungen bei Aufmerksamkeit, visuellem Scanning, Gedächtnis und
Ideenreichtum ausgegangen worden. Die Defizite könnten zu Auffälligkeiten in
Aufnahme und Verarbeitung von Informationen - grösserer Mengen oder aus parallelen
Quellen -, z.B. beim gleichzeitigen Bedienen mehrerer Geräte, zu einer Erschwerung
der Wahrnehmung visueller Gefahrenquellen, der genauen visuellen Exploration der
Umgebung oder des Lesens sowie des kurzfristigen Merkens oder der kontrollierten
Weiterverarbeitung von Informationen führen. Eine verminderte Eigeninitiative könne
die Fähigkeit erschweren, sich im Alltag selbständig angemessen zu beschäftigen (vgl.
IV-act. 26-11 f.). - Die Abteilung Ergotherapie der Rehaklinik B._ hatte in einem
(später eingegangenen) Bericht vom 25. März 2016 (IV-act. 92) u.a. erklärt, bei Eintritt
habe in den basalen ADL ein leicht erhöhter Zeitbedarf bestanden und kognitiv habe
der Versicherte im Erstkontakt leicht verlangsamt gewirkt. Er fahre Auto und habe in
der Mobilität als freier Fussgänger keine Einschränkungen bei Kraft, Beweglichkeit,
Sensibilität und Gleichgewicht. Das Bewegungsausmass der Arm-/Handfunktion sei
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uneingeschränkt gewesen, die Handkraft aber reduziert und die Feinmotorik
verlangsamt. Bei Austritt sei er in den basalen ADL selbständig und bei der Mobilität
und der Hand-/Armfunktion hätten keine alltagsrelevanten Einschränkungen
bestanden.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen teilte dem
Versicherten am 18. Mai 2016 (IV-act. 24) mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen
seien zurzeit wegen seines Gesundheitszustands nicht möglich.
A.e.
Dr. med. E._, Fachärztin für Innere Medizin, gab in einem IV-Arztbericht vom
31. Mai 2016 (IV-act. 26-1 bis -2) an, der Versicherte sei aufgrund seiner psychischen
Verfassung nicht arbeitsfähig. Gleichentags gab sie dem Krankentaggeldversicherer
bekannt, alle Diagnosen - neu genannt hat sie eine Kachexie - beeinflussten die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Er stehe ausserdem wegen eines pathologischen
Befunds im rechten Oberlappen in pulmonaler Abklärung.
A.f.
Die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des Departements Innere Medizin
am Kantonsspital St. Gallen nannte in einem Austrittsbericht vom 10. Juni 2016 (IV-
act. 35) als Diagnosen neu grössenstationäre Konsolidationen im rechten Oberlappen
unklarer Dignität, ED 10/2015, DD narbig/postentzündlich; eine partiell reversible,
mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung, DD Asthma bronchiale, ACOS; und ein
Oberlappen-betontes Lungenemphysem. Der Versicherte habe in gutem
Allgemeinzustand entlassen werden können.
A.g.
Am 2./5. August 2016 (IV-act. 40) meldete sich der Versicherte zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung an. Er sei beim Aufstehen/Absitzen/
Abliegen je nach Situation (bei Schwindel), beim Essen wegen der Schluckprobleme,
beim Rasieren und Nägelschneiden, beim Verrichten der Notdurft sowie beim
Treppensteigen, bei Spaziergängen und Arzt- und Coiffeurbesuchen hilfsbedürftig.
Manchmal bedürfe er der Hilfe durch Abholen von Medikamenten bei der Apotheke
und durch eine Kontrolle der Einnahme. Die Hilfsbedürftigkeit bestehe seit Oktober
2015 bzw. März 2016. Ausserdem sei er bei Schlafstörungen und wegen des vielen
Schwitzens auf eine persönliche Überwachung und zudem auch auf lebenspraktische
A.h.
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Begleitung angewiesen. Es müsse immer jemand da sein, der ihm helfe. Er benötige
auch für Erledigungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung im Freien Begleitung.
Dr. E._ berichtete am 10. August 2016 (IV-act. 63), sie behandle den Versicherten
seit dem 1. April 2016. Er sei sehr schlank und befinde sich in einem reduzierten
Allgemeinzustand, spreche mit leiser Stimme und sei sehr vergesslich. Er könne kaum
eine Tätigkeit selbständig machen; seine Ehefrau müsse ihn an alles erinnern. Er sei
nicht arbeitsfähig. Er brauche ständige Betreuung durch eine andere Person. Am
30. August 2016 (IV-act. 66) erklärte die Ärztin, der Versicherte könne nicht allein
zuhause sein. Er vergesse die Dinge, die er tun sollte oder schon getan habe. Er
benötige ausser Hauses auch immer eine Begleitung. Sein Aufnahmevermögen sei
stark eingeschränkt.
A.i.
Am 7. Oktober 2016 erfolgte eine telefonische Abklärung der Hilflosigkeit. Im
Bericht (IV-act. 77), den der Versicherte bzw. seine Ehefrau am 10. November 2016
handschriftlich verändert wieder einreichten, wurde angegeben, der Versicherte sei
beim An-/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, bei der Körperpflege und bei der
Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte hilflos. Der ständigen persönlichen
Überwachung bedürfe er nicht; er könne für eine bis zwei Stunden allein zuhause sein.
Es sei aber pflegebedürftig. Des Weiteren wurden Angaben zur Begleitung zur
Ermöglichung des selbständigen Wohnens, bei ausserhäuslichen Verrichtungen und
zur Vermeidung dauernder Isolation gemacht. Die Hilfe leiste die Ehefrau. - In einem
beigelegten Bericht vom 12. Oktober 2016 (IV-act. 77-4 ff.) hatte die Klinik für
Pneumologie und Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen (u.a.) den V. a. Asthma-
COPD-Overlap-Syndrom diagnostiziert. Ein vor allem nächtlicher Husten persistiere;
dieser sei zwar eine gewisse Einschränkung, vor allem aber stellten eine
Leistungsabnahme und die kognitiven Einbussen eine deutliche Einschränkung der
Lebensqualität dar. Die Ehefrau, die den Versicherten betreue und zusätzlich die _
Kinder (zwischen 200_ und 201_ geboren) versorgen müsse, sei inzwischen selber
psychisch stark in Mitleidenschaft gezogen. - Bei einer telefonischen Rückfrage gab
die Ehefrau des Versicherten am 18. November 2016 (IV-act. 78) u.a. an, während sie
erwerbstätig sei (zwei halbe Tage pro Woche), würden der Sohn oder die Tochter zum
Versicherten sehen. Zusätzlich zur _ der Ehefrau werde bald noch eine weitere
Person zur Unterstützung kommen. - Der Fachberater hielt am 1. Februar 2017 (IV-
A.j.
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act. 87-2) fest, es bestehe weder in den Alltagsverrichtungen noch im Haushaltsbereich
eine relevante Hilfsbedürftigkeit des Versicherten.
Am 18. April 2017 (IV-act. 97) erstattete die PMEDA Polydisziplinäre Medizinische
Abklärungen das in Auftrag gegebene und am 30. November 2016 durch die Plattform
med@p zur Erledigung dieser Begutachtungsstelle zugewiesene (IV-act. 79)
medizinische Gutachten. Für eine invalidisierende Gesundheitsstörung gebe es keinen
überwiegend wahrscheinlichen Anhaltspunkt; aktenkundig sei eine Neurolues belegt
mit möglichen residuellen encephalen Störungen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit bestünden eine arterielle Hypertonie und eine unklare
Pneumopathie (vgl. IV-act. 97-42). Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der zuletzt
ausgeübten und in jeglicher vergleichbaren, zumindest aber in einer anderen, körperlich
leichten und geistig einfachen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts sei nicht als mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit hinreichend belegt vermindert zu betrachten (vgl. IV-
act. 97-44 und -45 f.; Weiteres vgl. unten E. 3.2).
A.k.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung befürwortete am
29. Mai 2017 (IV-act. 101), auf das Gutachten abzustellen. Es sei kein
Gesundheitszustand zu objektivieren, der eine Erwerbstätigkeit verunmöglichen (IV-
act. 101-2; gemäss Lesart des Gutachtens durch die Sachbearbeitung: einschränken,
IV-act. 111-1) würde.
A.l.
Auf Anfrage zu diversen Erfahrungen mit Fähigkeiten des Versicherten vom
20. Februar 2017 (IV-act. 89) hatte dessen Physiotherapeut am 24. Mai 2017
(Eingangsdatum) geantwortet, die Kommunikation mit dem Versicherten laufe sehr gut;
er versuche, jede Übung richtig auszuführen, obwohl er sehr schnell ermüde und
ablenkbar sei. Die Therapiedaten könnten nicht mit ihm vereinbart werden, sondern
würden schriftlich mit der Ehefrau vereinbart. An- und auskleiden könne er sich zurzeit
selber, ebenso aufstehen, sich setzen und zur Toilette gehen. Er komme stets in
Begleitung seiner Frau in die Therapie. Er gehe zurzeit selbständig ohne Gehhilfe. Das
Ziel der Physiotherapie sei es, mittels Bewegungsübungen, Muskelaufbautrainings,
neuromuskulärer Übungen und Propriozeption die Selbständigkeit des Versicherten zu
erhalten. - Die behandelnde logopädische Therapeutin teilte am 17. Juli 2017 (IV-
act. 107) auf Anfrage vom 12. Juni 2017 (IV-act. 100) mit, der Versicherte könne die
A.m.
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Termine nicht selbständig vereinbaren. Seine Frau verwalte die Termine, führe ihn her
und hole ihn wieder ab. Der Versicherte sei von der Hausärztin wegen
Schluckbeschwerden zugewiesen worden. Im März/April 2017 sei eine HNO-Abklärung
erfolgt. Therapieziele seien das Kennenlernen des normalen Schluckablaufs, eine
Kostanpassung, eine Optimierung des Schluckablaufs (Koordination Atmung und
Schlucken bei chronischem Husten) und Übungen aus der funktionellen
Schlucktherapie. Veränderungen bewegten sich zurzeit im kleinen Rahmen.
Am 14. Juli 2017 (IV-act. 104) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien nicht
angezeigt, da er sich nicht in der Lage fühle, daran mitzuwirken.
A.n.
Mit Vorbescheid vom 25. Juli 2017 (IV-act. 112) kündigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung des
Rentenanspruchs an (Invaliditätsgrad null bei Einkommen von je Fr. 57'840.--).
A.o.
Am 18. September 2017 (IV-act. 118) wandte eine am 14. August 2017 (IV-
act. 114) beauftragte Beratungsstelle von Procap für den Versicherten ein, die
Gutachter hätten zur vollständigen Klärung der Sachlage weitere Abklärungen
empfohlen. Der medizinische Einwand der behandelnden Ärztin werde nachgereicht. -
Im entsprechenden ärztlichen Zeugnis vom 19. September 2017 (IV-act. 120-2 f.) stellte
sich Dr. E._ auf den Standpunkt, der Versicherte sei voll arbeitsunfähig und
pflegebedürftig. Ein bewusstseinsnah verfälschendes Antwortverhalten könne sie sich
bei ihm nicht vorstellen. Es liege derzeit eine klinische Symptomatik in Form einer
Meningoenzephalitis mit Affektstörungen und Antriebsminderung vor. Der Versicherte
sei nicht mobil, habe keinen Orientierungssinn und würde sich im Bus verlieren. Er
klage über Kopfschmerzen und Konzentrationsstörung, sei vergesslich, frage immer
wieder das selbe und könne sich an die Antwort nicht mehr erinnern. Er verlasse das
Haus nie allein. Bei einer Messung durch die Logopädin habe sich gezeigt, dass er in
einer Minute fünfzehnmal gehüstelt habe. Die Sitzung werde immer wieder durch den
Husten/Hustenreiz unterbrochen. Die Atmung, die Stimmgebung, der Schluckakt und
der Redefluss seien in Mitleidenschaft gezogen. Der Versicherte leide auch an einer
Depression und einer Antriebsminderung und stehe deswegen in Behandlung bei
Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie. In den fast zwei Jahren der
A.p.
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Behandlung habe sie (die berichtende Ärztin) eine zunehmende Unsicherheit und einen
zunehmenden Verfall der intellektuellen Fähigkeiten gesehen. Der Versicherte habe
während 27 Jahren ohne Krankenstand gearbeitet. Dass kein ausreichender
Anhaltspunkt für eine kognitive Störung und sichere Zeichen eines bewusstseinsnah
verfälschenden Antwortverhaltens festgestellt worden seien, könne sie (die Ärztin) nicht
nachvollziehen. - Gemäss einem beigelegten Bericht der Geriatrischen Klinik St. Gallen
über u.a. eine Mini Mental-Status-Testung vom 21. September 2017 (IV-act. 120-4 ff.;
durch G._, nicht in der Liste IV-act. 128) wurden 18 Punkte erhoben, im Uhrentest
4 Punkte. Eine Bewertung der Ergebnisse wurde nicht abgegeben.
Mit Verfügung vom 14. November 2017 (IV-act. 122) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle einen Rentenanspruch ab. - Auf Beschwerde vom
14. Dezember 2017 (IV-act. 126) hin - mit welcher eine Liste der Fachpsychologen und
Fachpsychologinnen für Neuropsychologie FSP mit jährlicher kontrollierter Fortbildung
des zeitlichen Standes vom 5. November 2017 (IV-act. 128) und ein Bericht von
Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie, vom 16. Oktober 2017 (IV-act. 129)
eingereicht wurden - widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Verfügung
am 27. Februar 2018 (IV-act. 149) und stellte Abklärungen in Aussicht. Es war unter
Hinweis auf einen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL
(recte: IV) 2016/432 vom 15. Februar 2017 von der Erforderlichkeit einer neuen
Begutachtung mit Erfüllung der Kriterien nach dem IV-Rundschreiben Nr. 367 vom
21. August 2017 (Nachweis der fachlichen Eignung des Gutachters der
Neuropsychologie) ausgegangen worden (vgl. IV-act. 145). Das Beschwerdeverfahren
wurde abgeschrieben (IV-act. 156). - Dr. H._ hatte festgehalten, eine erweiterte
stationäre Diagnostik - wie im Gutachten erwähnt - halte er für die einzige realistische
Chance, zu einer anderen Beurteilung (als das Gutachten) zu gelangen. Er halte die
Beweiskraft des Berichts der Rehaklinik B._, wo eine längere Beobachtung des
Versicherten möglich gewesen sei als bei der Begutachtung, für grösser. Dass die
fraglichen neuropsychologischen Auffälligkeiten im Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen vom Januar 2016 als wenig spezifisch, am ehesten subkortical dominiert mit
leichten bis schweren Beeinträchtigungen in multiplen Bereichen, beschrieben worden
seien, sei gut kompatibel mit den bei Neurolues beschriebenen Störungen. Es bestehe
aber die Frage, ob überhaupt eine Neurolues vorliege, und wenn ja, in welchem
A.q.
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Stadium. Nach den Abklärungen am Kantonsspital St. Gallen vom Januar 2016 könne
man das aber klar bejahen. Hingegen sei er kritisch betreffend die Frage, ob nach der
Antibiotikakur eine weitere Verschlechterung plausibel sei. Vasculäre Veränderungen
oder ischämische Areale (Zeichen einer luetischen Meningovasculitis) seien nicht
erkennbar gewesen. Differenzialdiagnostisch stelle sich die Frage nach reaktiven
psychiatrischen Veränderungen. Dr. H._ hatte im Übrigen bereits am 11. Juli 2016
(zitiert bei IV-act. 97-8) über den Versicherten berichtet und ein unauffälliges
Hirnstrombild erwähnt. Bei einer vorläufigen Beurteilung könne er sich eine
Arbeitswiederaufnahme des Versicherten im komplexen Beruf nur schwer vorstellen; es
dürfte eher nicht überwiegend an Motivation und Depression liegen.
Mit Vorbescheid vom 18. Januar 2018 (IV-act. 140) teilte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit, ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung
bestehe nicht. Der Versicherte sei in den massgeblichen Verrichtungen in zumutbarem
Mass selbständig, er könne einen relevanten Beitrag im Haushalt leisten und sei in der
Lage, beispielsweise einen einfachen Einkauf im Dorf zu tätigen. - Die Rechtsvertreterin
von der Beratungsstelle der Procap wandte am 5. Februar 2018 (IV-act. 143) für ihn ein,
die Abklärungen hierzu lägen mehr als ein Jahr zurück. Sie seien telefonisch getätigt
worden, eine Abklärung an Ort und Stelle habe nicht stattgefunden. In den Berichten
der behandelnden Ärzte werde bestätigt, dass der Versicherte umfassende
Unterstützung brauche. Aufgrund der Lähmungen in beiden Daumen benötige er Hilfe
beim Knöpfe und Gürtel Öffnen und Schliessen und beim Schneiden von Brot oder
Fleischstücken. Er habe vermehrt Mühe, sich adäquat zu kleiden, oder vergesse, beim
Verlassen der Wohnung die Jacke anzuziehen, könne sich nicht selber rasieren oder
die Fussnägel schneiden. Seine Füsse, an denen eine Hautveränderung bestehe,
müssten täglich gepflegt und eingecremt werden. Der Versicherte sei auch nicht mehr
in der Lage, seine sehr vielen Medikamente bereitzustellen. Seine Frau tue das und
überprüfe die Medikamente. Er könne auch seine administrativen Aufgaben nicht mehr
erledigen und sie müsse alle Termine für ihn planen und ihn begleiten. Am 31. Januar
2018 sei der Versicherte am Universitätsspital Zürich in Behandlung gewesen, ein
weiterer Termin werde am 15. Februar 2018 folgen. - Am 8. Januar 2018 (IV-act. 138)
beurteilte der RAD die Aktenlage betreffend die allfällige Hilflosigkeit des Versicherten.
A.r.
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Am 18. Mai 2018 (IV-act. 163) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit,
sie werde eine neuropsychologische Abklärung bei dipl. psych. I._ in Auftrag geben.
A.s.
Die (seit dem Gerichtsverfahren) beauftragte Rechtsvertreterin von der Procap
Schweiz wies mit Schreiben vom 28. Mai 2018 (IV-act. 169) darauf hin, dass - wie sie
telefonisch bereits angegeben habe - am 8. März 2018 schon eine solche
neuropsychologische Abklärung am Universitätsspital Zürich stattgefunden habe. -
Dem entsprechenden Bericht vom 8. März 2018 (IV-act. 170) der Klinik für Neurologie
(Neuropsychologin Dr. phil. J._, nicht in der Liste IV-act. 128) war u.a. zu entnehmen,
dass im Vordergrund die deutlich verlangsamte - insbesondere mentale -
Verarbeitungsgeschwindigkeit, die subjektiv beklagte Müdigkeit und kognitive
Ermüdbarkeit sowie die Beeinträchtigung von Antrieb, Aufmerksamkeits-, Exekutiv-
und mnestischen Funktionen stünden, die bereits im Januar 2016 vom Kantonsspital
St. Gallen erwähnt worden seien. Auch die motorische Flexibilität sei beim Ausführen
dreistufiger Handsequenzen und in der bimanuellen Koordination beeinträchtigt. Im
mnestischen Bereich zeigten sich schwergradige Lernstörungen und leichte
Schwächen im Abspeichern sowie ein verzögertes Erinnern unzusammenhängender
verbaler und visuell-räumlicher Informationen. Es sei dringend ein psychiatrisches
Konsil anzumelden. Die mnestischen Störungen seien vereinbar mit bilateralen
Funktionsstörungen hippocampaler oder diencephaler Areale der linken Hemisphäre.
Die Lernstörung deute auf zusätzliche temporolaterale und die Rechenstörung auf links
parietale Dysfunktionen hin. Die Verlangsamung, die attentionalen und exekutiven
Defizite wiesen auf zusätzliche Dysfunktionen frontaler bzw. subkortikaler Areale hin.
Eine zusätzliche affektive Überlagerung des kognitiven Leistungsprofils könne nicht
ausgeschlossen werden. - In einem Bericht der Neuroimmunologie-Sprechstunde der
Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich vom 22. März 2018 (IV-act. 170-4 f.)
war dem Beschwerdeführer insbesondere aufgrund der neuropsychologischen Defizite
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. - Am 11. Juni 2018 (IV-act. 172)
erkundigte sich die Ehefrau des Versicherten wegen geplanter Sommerferien nach dem
Termin der Begutachtung und erklärte, ihr Ehemann bedürfe allenfalls eines
Dolmetschers. - Der RAD erklärte am 11. Juni 2018, es sei erneut eine Penicillin-
Behandlung aufgenommen worden und im Juni 2018 solle eine neurologische Kontrolle
stattfinden. In einem von der Rechtsvertreterin eingereichten (IV-act. 181) Bericht über
A.t.
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eine Kontrolle vom 17. August 2018 in der Neuroimmunologie-Sprechstunde (IV-
act. 180) wurde u.a. angegeben, als Diagnosen bestünden eine Neurolues im
Tertiärstadium, bilaterale Subduralhämatome (ED 16.03.2018), chronische
Kopfschmerzen bei chronischer Sinusitis, ein mässiggradiges bilaterales
Karpaltunnelsyndrom, grössenstationäre Konsolidationen im rechten Oberlappen, ein
persistierendes Foramen ovale und ein Oberlappenemphysem. Am 4. Mai 2018 sei eine
Penicillin-Therapie erfolgt und sei nun noch für 14 Tage vorgesehen. Denn eine
Progredienz der Neurolues als Ursache der subjektiven Zunahme der Beschwerden
könne trotz klinisch nicht eindeutig progredienter Symptomatik nicht sicher
ausgeschlossen werden. Eine Besserung der Symptomatik sei durch die Behandlung
nicht zu erwarten. Der Versicherte sei insbesondere aufgrund der
neuropsychologischen Defizite nicht arbeitsfähig.
Der RAD erklärte am 24. September 2018 (IV-act. 183), die geplante
neuropsychologische Abklärung könne nun stattfinden. Die Sachbearbeiterin der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle meldete ihm am 1. Oktober 2018 (IV-act. 186), der
Gutachter habe mitgeteilt, zu den Zusatzfragen (sc. betreffend den allfälligen
Dritthilfebedarf bei den alltäglichen Lebensverrichtungen) werde er keine Stellung
nehmen. Er könne dem Versicherten zwar die Fragen stellen und die Antworten
protokollieren und ins Gutachten einarbeiten, aber er werde sie nicht prüfen können,
weshalb es sicherlich keine validen Angaben sein würden.
A.u.
Am 21. Dezember 2018 (IV-act. 191) erstattete der approbierte psychologische
Psychotherapeut und Fachpsychologe für Neuropsychologie und für
Verkehrspsychologie FSP dipl. psych. I._ (in Liste IV-act. 128 enthalten) das
neuropsychologische Gutachten. Darin wurde festgehalten, eine Gesamteinschätzung
des aktuellen kognitiven Leistungsvermögens des Versicherten lasse sich aufgrund von
Problemen bezüglich der Beschwerdevalidierung nicht vornehmen. Insofern sei auch
nicht möglich, eine valide neuropsychologische Diagnose zu stellen. Auch eine
Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht sei nicht
möglich. Der Versicherte habe massive Probleme mit der Krankheitsverarbeitung und
aggraviere deshalb auch in Bezug auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Die Ergebnisse
der formalisierten kognitiven Beschwerdevalidierung würden erhebliche Zweifel an der
ausreichenden Mitwirkung in der Untersuchung und der Gültigkeit des erhaltenen
A.v.
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Testprofils begründen. Aufgrund der eigenen Befunderhebung könne keine Aussage
über krankheitsbedingte Funktionsstörungen gemacht werden. Positiv belegbar und
mit hoher Sicherheit nachweisbar seien aber negative Antwortverzerrungen, so dass es
nicht möglich gewesen sei, ein gültiges Testprofil zu erstellen. Ob eine kognitive
Störung dennoch vorhanden sei, entziehe sich wegen der eingeschränkten Mitwirkung
des Versicherten den Erkenntnismöglichkeiten des Untersuchenden. Selbständig
möglich seien dem Versicherten Aufstehen/Absitzen/Abliegen und Transfers, Essen,
Verrichten der Notdurft und Fortbewegung; An- und Auskleiden von der Behinderung
angepasster Kleidung sei mit Unterstützung der Ehefrau möglich, die Körperpflege
selbständig bzw. teilweise mit Unterstützung der Ehefrau. Haushaltarbeiten habe der
Versicherte auch vor der Erkrankung noch nie ausgeführt. Es sei ihm zumutbar, einen
relevanten Beitrag an die Haushaltserledigung zu leisten. Relevante kognitive oder
psychische Einschränkungen, die einen regelmässigen Hilfebedarf bei der
Haushalterledigung erfordern würden, lägen aus neuropsychologischer Sicht nicht vor.
- Der RAD hielt am 16. Januar 2019 (IV-act. 192) dafür, die Begutachtung bestätige das
Ergebnis des Gutachtens vom April 2017 insofern, als eine Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nicht habe gestellt werden können.
Mit Vorbescheid vom 2. Februar 2019 (IV-act. 196) sah die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle erneut eine Abweisung des Rentenanspruchs des
Versicherten vor. - Der RAD hielt am 15. Februar 2019 (IV-act. 199) fest, das Gutachten
vom 5. November 2018 gelange zu einem im Wesentlichen identischen Ergebnis wie
das vorangehende Teilgutachten vom 8. Februar 2017. Es könne deshalb weiterhin
davon ausgegangen werden, dass keine relevanten (motorischen und
neuropsychologischen) Einschränkungen vorlägen, die eine Hilflosigkeit im Sinn der
Gesetzgebung (erheblich und [gemeint:] regelmässig) begründen könnte. - Am
20. Februar 2019 (IV-act. 201) wurde daraufhin auch wiederum eine Abweisung des
Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung in Aussicht gestellt.
A.w.
Die Rechtsvertreterin des Versicherten wandte am 7. März 2019 (IV-act. 202)
gegen die Rentenabweisung ein, es bestünden weiterhin erhebliche Zweifel am
PMEDA-Gutachten. Die Gutachter hätten übrigens eine stationäre Begutachtung für
notwendig erachtet. Ausserdem sei auch die Vielzahl von Berichten des
Universitätsspitals Zürich und des Kantonsspitals St. Gallen unbeachtet geblieben,
A.x.
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welche die von der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle in Frage gestellte Diagnose
bestätigten. Dr. med. K._ habe sich in einem beigelegten Bericht vom 1. März 2019
detailliert mit dem neuropsychologischen Gutachten von dipl. psych. I._ vom
Dezember 2018 befasst und es kritisiert. Ergänzend sei zu bemängeln, dass sich jener
neuropsychologische Gutachter mit dem Bericht über die neuropsychologische
Untersuchung vom 8. März 2018 der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich
nicht auseinandersetze. Im Bericht der Neuroimmunologie-Sprechstunde der Klinik für
Neurologie am Universitätsspital Zürich vom 22. März 2018 sei dem Versicherten
zudem eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Ausserdem sei auch der
Einkommensvergleich zu kritisieren. - In dem Bericht vom 1. März 2019 (IV-act. 203)
hatten die Psychiatrischen Dienste L._ (Oberarzt K._) u.a. dargelegt, die Ergebnisse
der durchgeführten Diagnostik seien im Gutachten nur zu einem kleinen Teil aufgeführt
worden, der - nicht medizinische - Gutachter habe sich auf diejenigen beschränkt, die
nach seiner Auffassung für eine Verzerrung sprächen. Das sei unlauter. Gerade bei
chronischen Erkrankungen komme es sehr häufig zu unbewussten Verzerrungen.
Daraus zu schliessen, dass das bewusst zur Täuschung geschehe, dürfe wenigstens
hinterfragt werden. Der Gutachter schreibe am Schluss, dass keine Einschränkungen
bestünden, die einen regelmässigen Hilfebedarf bei der Haushalterledigung
erforderten, obwohl er zuvor festgehalten habe, die übrigen Testergebnisse nicht
verwertet haben zu können. Die Angaben bei der Beschreibung bzw. Interpretation der
Berichte von früheren Behandlern stimmten leider nicht, denn gemäss den
Familienangehörigen und zahlreichen ärztlichen Berichten hätten von Anfang an
diverse Beeinträchtigungen bestanden. Diese Symptome könne er (Oberarzt K._)
bestätigen. Der psychiatrische Befund sei im Gutachten nicht vorhanden und die
wichtigsten psychiatrischen Bereiche seien nicht aktiv exploriert worden. - Ergänzend
reichte die Rechtsvertreterin am 8. April 2019 (IV-act. 207-1 f.) eine Stellungnahme der
Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich vom 16. März 2019 (IV-act. 207-3) ein.
Die dortige Abklärung sei zum Schluss gekommen, dass die festgestellten Defizite mit
der Diagnose übereinstimmten. Eine zusätzliche Überlagerung sei, soweit vorhanden,
bewusstseinsfern. Im April und Mai 2019 seien weitere Abklärungen vorgesehen. Die
bisherige Therapie bei K._ sei intensiviert worden. Seit der Penicillin-Therapie leide
der Versicherte vermehrt an Schmerzen. - In der erwähnten Stellungnahme vom
16. März 2019 zum neuropsychologischen Gutachten war festgehalten worden, bei der
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im März 2018 an der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich durchgeführten
neuropsychologischen Begutachtung hätten sich deutliche Einschränkungen, aber
keine Hinweise auf eine bewusstseinsnahe Täuschung gezeigt, wie es im Gutachten
von dipl. psych. I._ suggeriert werde. Eine Verlaufskontrolle im Haus sei geplant.
Ausserdem sei eine Polysomnographie geplant. Der Versicherte habe sich auch
psychisch schwer belastet gezeigt, es sei eine weitere psychiatrische Abklärung
dringend erforderlich. - Am 8. Mai 2019 (IV-act. 212) reichte die Rechtsvertreterin des
Versicherten einen Bericht des Universitätsspitals Zürich über eine
neuropsychologische Untersuchung vom 17. April 2019 (IV-act. 212-2 ff.) ein. Darin
werde ausdrücklich festgehalten, dass der Versicherte unter diesem Gesichtspunkt voll
arbeitsunfähig sei. - Im betreffenden Bericht der Klinik für Neurologie am
Universitätsspital Zürich (Neuropsychologin M._, nicht in der Liste IV-act. 128) war
festgehalten worden, aufgrund einer motorischen Beeinträchtigung, des
Doppelbildsehens sowie einer reduzierten Belastbarkeit und schnellen Erschöpfung sei
der Versicherte aus neuropsychologischer Sicht voll arbeitsunfähig. Die Einschätzung
erfolge nicht im Rahmen einer Begutachtung, es wäre eine psychiatrische Beurteilung
wichtig.
Gegen die Abweisung eines Hilflosenentschädigungsanspruchs hatte die
Rechtsvertreterin am 22. März 2019 (IV-act. 205) vorgebracht, trotz erstmaliger
Anmeldung sei lediglich eine telefonische Abklärung gemacht worden. Inzwischen
seien ausserdem schon zweieinhalb Jahre vergangen. Mit dem Einwand vom
5. Februar 2018 habe keine Auseinandersetzung stattgefunden. Es seien weitere
Abklärungen erforderlich. Ob das Universitätsspital Zürich auch die lebenspraktische
Begleitung und die indirekte Dritthilfe berücksichtigt habe, sei unklar. Der Gutachter der
Neuropsychologie (dipl. psych. I._) habe per Mail festgehalten, zur Hilflosigkeit keine
Einschätzung abzugeben, sondern nur die Antworten des Versicherten protokollieren
zu können. - Am 25. April 2019 (IV-act. 208) hatte die Rechtsvertreterin des
Versicherten den Einwand ergänzt und erklärt, die Situation habe sich seit der
telefonischen Abklärung erheblich verändert. Ausserdem seien die Angaben im
Abklärungsbericht nicht korrekt wiedergegeben gewesen. Der Versicherte benötige
Hilfe beim An-/Auskleiden (direkt und indirekt), beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen und
A.y.
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B.
Gegen die Verfügung vom 2. Mai 2019 betreffend Hilflosenentschädigung richtet sich
die von Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber, Procap Schweiz, für den Betroffenen am
6. Juni 2019 erhobene Beschwerde (IV 2019/152). Die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben und diesem
eine Hilflosenentschädigung zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu
weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dem
Beschwerdeführer sei zudem die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin. Die medizinische Aktenlage sei komplex und
kontrovers. Der Beschwerdeführer zweifle das PMEDA-Gutachten und das
neuropsychologische Ersatzgutachten an. Das Erstere sei als Ganzes widersprüchlich
und mit Zweifeln behaftet; es scheine nicht schlüssig. Es werde festgehalten, der
Beschwerdeführer sei vollumfänglich arbeitsfähig, aber auch, eine abschliessende -
Essen (je indirekt), bei der Körperpflege und der Fortbewegung. Er bedürfe ausserdem
der Überwachung und der Pflege sowie der lebenspraktischen Begleitung.
Mit Verfügung vom 2. Mai 2019 (IV-act. 209) hatte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um eine Hilflosenentschädigung
abgewiesen. Sie könne sich nicht ausschliesslich auf die subjektiven Auskünfte des
Versicherten abstützen, der sich in fast allen Alltagsverrichtungen als hilflos betrachte.
In sämtlichen massgebenden medizinischen Berichten fänden sich keine Hinweise auf
eine relevante Einschränkung, die eine Hilflosigkeit medizinisch begründen könnte.
A.z.
Der RAD stellte sich am 15. Mai 2019 (IV-act. 213) auf den Standpunkt, die
Einwendungen im Schreiben der Psychiatrischen Dienste des Kantons L._ vom März
2019 seien teilweise sprachlich und inhaltlich nicht zu verstehen und sie seien
persönlich gehalten und insofern nicht akzeptabel. Aus dem Schreiben der Neurologie
vom 17. April 2019 ergäben sich keine neuen Gesichtspunkte zur Leistungsfähigkeit
oder einer allfälligen Veränderung im Zeitverlauf.
A.aa.
Mit Verfügung vom 17. Mai 2019 (IV-act. 214) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch des
Versicherten ab (Invaliditätsgrad null). Weitere medizinische Abklärungen seien nicht
angezeigt.
A.ab.
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auch retrospektive - Bewertung sollte im Anschluss an die empfohlene stationäre
Diagnostik erfolgen. In der neurologischen Beurteilung heisse es, es sei in einer geistig
einfachen und körperlich leichten Tätigkeit eine Teilzeitarbeitsfähigkeit zu diskutieren,
da der Beschwerdeführer eine zumindest partiell erhalten gebliebene
Alltagsselbständigkeit, Selbstversorgung und Aktivität beschreibe. Das Gutachten habe
sich auch kaum mit den Berichten der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt.
Dr. H._ habe die Notwendigkeit eines stationären Aufenthalts unterstrichen, der in
der Folge in die Wege geleitet worden sei, er habe auf den Bericht der Klinik B._
hingewiesen und dafürgehalten, dort sei das Störungsbild bestätigt worden. Die
PMEDA sei nicht in der Lage gewesen, die neurologische Diagnose zu prüfen bzw. zu
bestätigen, und auch nicht, sie zu widerlegen, und habe auf die Notwendigkeit des
stationären Aufenthalts verwiesen. Die Diagnose der Neurolues im Tertiärstadium sei
aber mehrfach gestellt worden. Im Bericht des Universitätsspitals Zürich vom
14. Februar 2019 sei bezüglich der Klinik nachzulesen, dass der Beschwerdeführer an
Wesensänderung, neuropsychologischen Defiziten, Müdigkeit, Kopfschmerzen usw.
leide. Im Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 8. Januar 2016 seien
leichte bis schwere Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers in multiplen Bereichen
beschrieben worden. Ausserdem lägen mindestens zwei Berichte von umfassenden
Abklärungen am Universitätsspital Zürich vor. Das Universitätsspital Zürich sei zum
Schluss gelangt, die festgestellten Defizite stimmten mit der Diagnose überein. Der
Gutachter der Neuropsychologie (dipl. psych. I._) komme dagegen zum Schluss, es
sei ihm nicht möglich, eine valide neuropsychologische Diagnose zu stellen. Die
Beschwerdegegnerin leite daraus ab, dass keine Einschränkungen vorhanden seien. Im
Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 17. April 2019 werde eine bewusstseinsnahe
Täuschung ausgeschlossen, da sie in der Wiederholung der Tests kaum zu einem
genügenden Resultat geführt hätte, nachdem der erste Test deutlich ungenügend
gewesen sei. Auch die erste neuropsychologische Abklärung am Kantonsspital
St. Gallen habe erhebliche Einschränkungen bestätigt. Die Einschätzung des
Gutachters der Neuropsychologie (dipl. psych. I._) sei schon aus formalen Gründen
nicht überzeugend, setze sie sich doch nicht mit den Berichten des Universitätsspitals
Zürich und des Kantonsspitals St. Gallen auseinander, sondern zitiere einzig das
ungenügende PMEDA-Gutachten. In den Akten werde mehrfach festgehalten, der
psychische Zustand des Beschwerdeführers sei auffällig. Er befinde sich in
therapeutischer Behandlung. Die Stellungnahme des RAD-Arztes - unklar in welcher
medizinischen Disziplin ausgebildet - enthalte keine inhaltliche Prüfung der Berichte
und sei daher unbeachtlich. Es könne auf die umfassenden Berichte des
Universitätsspital Zürich abgestellt werden. Der Gutachter der Neuropsychologie (dipl.
psych. I._) dagegen scheine die zweifelsfreie Feststellung der Diagnose einer
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Neurolues im Tertiärstadium nicht bemerkt zu haben. Seine Einschätzung lasse auch
offen, ob die Verzerrung eine bewusstseinsnahe oder -ferne sei. Es müsse davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer massive neuropsychologische
Defizite aufweise. Der Abklärungsbericht sei bereits zweieinhalb Jahre alt und aus
formellen Gründen nicht rechtsgenüglich. Die Angaben seien einerseits nicht korrekt
wiedergegeben worden und anderseits habe sich die Situation seither erheblich
verändert. Im Einzelnen müssten die Kleider für den Beschwerdeführer ausgesucht und
diesbezügliche Anweisungen müssten kontrolliert werden. Nachts stehe er häufig auf,
gehe umher und gehe nicht von allein wieder zu Bett. Beim Essen müsse er wegen der
schlimmer gewordenen Schluckprobleme mit Gefahr der Erstickung angewiesen
werden, lediglich kleine Stücke in den Mund zu nehmen. Er benötige auch Hilfe bei
Rasur und Nagelpflege sowie beim Duschen. Zu allen Terminen ausser Hauses müsse
er begleitet werden. Dort gerate er in Panik und nehme Gefahren nicht wahr. Er könne
nicht allein gelassen werden. Auch in der Wohnung werde er unruhig und unsicher,
wenn er allein sei. Er beschädige etwa Gegenstände, weil er sie "reparieren" wolle. Die
Ehefrau stelle ihm die Medikamente bereit und überwache deren Einnahme. Der
Beschwerdeführer benötige Begleitung zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens
wie bei ausserhäuslichen Verrichtungen und zur Vermeidung dauernder Isolation.
C.
Gegen die Verfügung vom 17. Mai 2019 richtet sich die von der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers erhobene Beschwerde vom 19. Juni 2019 (IV 2019/163) mit dem
Antrag, die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine
Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein gerichtliches Obergutachten
einzuholen oder die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dem Beschwerdeführer sei zudem die
unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
(zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. Die
Beschwerdegegnerin habe anerkannt, dass der (sc. PMEDA-) Gutachter der
Neuropsychologie den Anforderungen an eine Gutachtensperson nicht genügt habe
und habe das Gutachten vom 21. Dezember 2018 veranlasst. Darin werde
festgehalten, eine Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich und
valide Aussagen könnten nicht gemacht werden. Gleichzeitig werde aber auch erklärt,
aus neuropsychologischer Sicht lägen keine relevanten kognitiven oder psychischen
Einschränkungen vor. Die durchgeführten Tests hätten aber mehrere mittelschwere und
schwere Beeinträchtigungen gezeigt. Der Gutachter habe jedoch auf ein suboptimales
Antwortverhalten des Beschwerdeführers geschlossen, weil es bei der
Beschwerdevalidierung zu Auffälligkeiten gekommen sei. Das PMEDA-Gutachten
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scheine nicht schlüssig. Dr. H._ halte das psychiatrische Gutachten für "dünn". Das
neurologische PMEDA-Gutachten sei mehrfach widerlegt, so weit es überhaupt eine
Einschätzung abgegeben habe. Das Universitätsspital Zürich habe mehrfach eine volle
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers attestiert. Gemäss dem Universitätsspital
Zürich bestünden eine deutlich verlangsamte Verarbeitungsgeschwindigkeit, eine
schwere Lernstörung, eine mittelgradig reduzierte verbale Merkfähigkeit und ein leicht
reduziertes verbales Arbeitsgedächtnis. Die PMEDA-Gutachter hätten selbst
festgehalten, sie seien nicht in der Lage, eine Einschätzung abzugeben. Für die
Beurteilung würden sie einen stationären Aufenthalt als entscheidend erachten. Dass
die Beschwerdegegnerin danach einzig Mängel des neuropsychologischen (sc.
PMEDA-) Gutachtens erkannt habe, sei nicht nachvollziehbar. Da jedoch umfassende
Berichte des Universitätsspitals Zürich vorhanden seien, könne auf diese abgestellt
werden. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer massive
neuropsychologische Defizite aufweise, die zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit in jeder
Tätigkeit führten, wie es die Gutachter der Neurologie und der Neuropsychologie am
Universitätsspital Zürich bestätigten. Der Eventualantrag auf ein polydisziplinäres
Gerichtsgutachten erfolge, weil die Beschwerdegegnerin jegliches Interesse an einer
neutralen, unvoreingenommenen Abklärung vermissen lasse. Das Valideneinkommen
sei anhand eines Durchschnittswerts der Löhne aus den fünf Jahren vor Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit gemäss IK-Auszug festzulegen, die zwischen Fr. 66'660.-- und
Fr. 72'402.-- gelegen hätten. Sollte wider Erwarten von einer Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ausgegangen werden, müsse geprüft werden, ob die
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbar sei. Der Beschwerdeführer
habe Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Juli 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde IV 2019/152. Das PMEDA-Gutachten habe die Diagnose
der Neurolues und ihre Auswirkungen gewürdigt; mögliche kognitive Einschränkungen
seien nicht ersichtlich. Auch der Psychiater habe solche Defizite nicht feststellen
können. Am Universitätsspital Zürich habe keine Beschwerdevalidierung stattgefunden
und eine solche habe auch bei der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung
nicht abschliessend durchgeführt werden können. Deshalb habe eine Aggravation nicht
ausgeschlossen werden können. Schon deswegen komme den Untersuchungen am
Universitätsspital Zürich weniger Beweiskraft zu. Kognitive Einschränkungen, die den
Beschwerdeführer im Alltag bei den Lebensverrichtungen behindern könnten, seien
somit nicht ausgewiesen. Eine Vorortabklärung erübrige sich daher in antizipierender
Beweiswürdigung, denn jegliche geltend gemachte Einschränkung besässe kein
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Fundament. Die separate neuropsychologische Begutachtung habe zudem
aggravatorisches Verhalten des Beschwerdeführers gezeigt, weshalb auf seine
Ausführungen zu seinen Einschränkungen nicht abgestellt werden könne. Eine
Veränderung oder Verschlechterung könne der Beschwerdeführer nicht ausweisen.
Wesentliche Ungereimtheiten hätten im PMEDA- und im neuropsychologischen
Gutachten nicht gefunden werden können. Der Beschwerdeführer bringe auch keine
objektiven Gesichtspunkte vor, welche die Gutachter nicht berücksichtigt hätten. - In
ihrer Beschwerdeantwort vom 6. August 2019 beantragt sie (mit gleicher Begründung)
die Abweisung der Beschwerde IV 2019/163.
E.
Am 14. August 2019 ist den Gesuchen um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) in den beiden Beschwerdeverfahren IV 2019/152 und IV
2019/163 entsprochen worden.
F.
Mit Replik vom 21. Oktober 2019 im Beschwerdeverfahren IV 2019/152 bringt die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vor, die Beschwerdegegnerin sei den
Anforderungen der Untersuchungspflicht, nämlich so lange abzuklären, bis über die für
die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit bestehe, nicht nachgekommen. Gemäss dem Schreiben des
Universitätsspitals Zürich vom 18. September 2019 seien die Inkonsistenzen am
ehesten im Rahmen der psychischen Erkrankung zu werten und weniger auf eine
bewusste Aggravationstendenz zurückzuführen. Mit Blick auf die Rechtsprechung des
Bundesgerichts (Urteil vom 11. Januar 2019, 9C_658/2018 E. 4.1) könne vorliegend
nicht von einer Aggravation ausgegangen werden, insbesondere, weil die
Inkonsistenzen mit dem Beschwerdebild übereinstimmten. Selbst im andern Fall
genüge die Annahme der Beschwerdegegnerin nicht, von einer Aggravation
auszugehen. Zudem würden die Verfahren und Ungereimtheiten rund um das
Gutachtensinstitut es gebieten, das Gutachten mit erhöhter Aufmerksamkeit zu prüfen.
Die Beschwerdegegnerin habe den Anforderungen an eine Abklärung nicht Rechnung
getragen. - Mit Replik vom gleichen Tag im Beschwerdeverfahren IV 2019/163 macht
die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend, indem die Beschwerdegegnerin
dem PMEDA-Gutachten Beweiswert zumesse, lasse sie ausser Acht, dass dieses
selber zu keinem Schluss betreffend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
komme. Vielmehr erachteten die Gutachter eine stationäre Abklärung bzw. Diagnostik
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als unumgänglich. Mit dieser zentralen Kritik habe sich die Beschwerdegegnerin weder
im Einwand- noch im Beschwerdeverfahren auseinandergesetzt. Sie ignoriere
ausserdem die seit dem Gutachten aus dem Jahr 2017 erhobenen neuen
medizinischen Erkenntnisse und entsprechende Kritik. Der Annahme der
Beschwerdegegnerin, dass die neuropsychologischen Abklärungen am
Universitätsspital Zürich ohne Beschwerdevalidierung erfolgt seien, widerspreche das
Spital im Schreiben vom 18. September 2019. Zudem sei der Beschwerdegegnerin
auch entgegenzuhalten, dass der behandelnde Ergotherapeut klar eine
Verschlechterung festgestellt habe. Bei der Neurolues handle es sich denn auch um
eine fortschreitende Erkrankung, die schliesslich zum Tod führe. Es bestehe Anspruch
auf eine ganze Rente. - In dem beigelegten Bericht vom 18. September 2019 (IV
2019/152 act. G 10.2; IV 2019/163 act. G 8.2) hatte die Klinik für Neurologie am
Universitätsspital Zürich erklärt, in der neuropsychologischen Abklärung hätten sich
schwere funktions- und modalitätsübergreifende Defizite gezeigt, die mit der
Grunderkrankung vereinbar und im Vergleich zu den Voruntersuchungen stabil seien.
Auch wenn eine Aggravationstendenz nicht auszuschliessen sei, gehe man bei
stabilem Leistungsprofil und konsistenter Anamnese seit Behandlungsbeginn von einer
validen neuropsychologischen Untersuchung aus. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der
kognitiven und psychiatrischen Einschränkungen zurzeit nicht vorhanden. Zur
Abschätzung der weiteren Prognose und Beurteilung der möglichen
Aggravationstendenz des Beschwerdeführers sei die Durchführung eines
psychiatrischen Gutachtens zu empfehlen. - Der Ergotherapeut hatte (am 21. Oktober
2019, Replik S. 3) angegeben, der Beschwerdeführer sei in der Therapie von Anfang an
stark eingeschränkt gewesen. Zunächst sei es noch möglich gewesen, für ca. 15 bis
20 Minuten eine leichte Tätigkeit in der Werkstatt auszuüben, derzeit sei ihm nicht
möglich, in der Werkstatt überhaupt etwas zu beginnen. Der Beschwerdeführer sei
desorientiert und hilflos den Anforderungen seiner Umgebung ausgeliefert.
G.
Die Beschwerdegegnerin hat von der ihr am 30. Oktober 2019 gebotenen Möglichkeit,
zu den Repliken in Sachen IV 2019/152 und IV 2019/163 Stellung zu nehmen, keinen
Gebrauch gemacht.

Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat zwei Beschwerden gegen Verfügungen der
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Beschwerdegegnerin erhoben, welchen Rechtsfragen mit Würdigung eines
weitreichend gemeinsamen medizinischen Sachverhalts zugrunde liegen, so dass es
sich rechtfertigt, die Beschwerden in einem einzigen Urteil zu erledigen.
2.
Mit der im Verfahren IV 2019/163 (E. 2 bis 7) angefochtenen Verfügung vom
17. Mai 2019 hat die Beschwerdegegnerin einen am 21./29. März 2016 gestellten
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgewiesen. Berufliche Massnahmen hatte
sie zuvor letztmals am 14. Juli 2017 wegen subjektiver Eingliederungsunfähigkeit
abgelehnt. Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde materiell einzig die
Zusprache von Rentenleistungen beantragen. Ergäbe sich, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher (Renten-) Anspruch in Frage stünde, so
gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung
den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des
Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.1.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. schon BGE 102 V 165). - Nach der jüngeren
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.; vom 30. November
2017) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche
psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
(vom 3. Juni 2015) zu unterziehen. Die funktionellen Folgen der
Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der
Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert
werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und
anderseits in jener der Konsistenz.
2.3.
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3.
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind im
Februar 2017 (vgl. IV-act. 97) bei den PMEDA polydisziplinär begutachtet worden, und
zwar internistisch am 1. Februar, neurologisch am 6. Februar und psychiatrisch am
1. Februar 2017. Die neuropsychologische Exploration und Testung durch
mag. rer. nat. N._, der nicht im Register gemäss IV-act. 128 (vgl. auch https://
www.psychologie.ch/fsp-register) aufgeführt ist, erfolgte am 8. Februar 2017.
3.1.
Bei der internistischen Begutachtung im Einzelnen beklagte der
Beschwerdeführer gemäss dem Gutachten Taubheitsgefühle im Bereich beider Beine,
die vor allem nachts und seit einem bis zwei Jahren bestünden, ausserdem Schwitzen
und damit verbundene Schlafstörungen und Schwäche, Schmerzen im Bereich der
Oberschenkel und immer wieder auftretende Nackenschmerzen, leichte, den Gang
beeinflussende Gleichgewichtsstörungen, Merkfähigkeits- und
Konzentrationsstörungen (häufig Fehler bei der Handhabung von einfachen
Rechnungen und Bankunterlagen), fast täglich auftretende Kopfschmerzen und
depressive Stimmungslage, zeitweise Doppelbildsehen, Mundtrockenheit und diffuse
Schluckbeschwerden mit häufigem Verschlucken, weniger gutes Sehen als früher und
eine Belastungsdyspnoe aufgrund einer unklaren Lungenerkrankung. Ab und zu sei er
in Ruhe nahezu beschwerdefrei (vgl. IV-act. 97-10 f.). Er mache jeden Tag kurze
Spaziergänge, könne jedoch wegen seiner reduzierten Leistungsfähigkeit andere
sportliche Betätigungen nicht ausüben. Er sehe tagsüber ab und zu nach den Kindern
und verrichte kleine Arbeiten im Haushalt; dabei ermüde er jedoch sehr schnell und
müsse dann immer wieder schlafen. Im Haushalt und bei administrativen Dingen
erhalte er Hilfe von seiner Ehefrau (vgl. IV-act. 97-12). - Nach der Erhebung des
internistischen Befundes samt Zusatzdiagnostik (EKG, Labor, Spirometrie) erklärte der
Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin, für schwere körperliche Arbeiten sei der
Beschwerdeführer bis zur vollständigen Klärung der Ursache und Einleitung einer
Therapie wegen der pulmonalen Einschränkungen voll arbeitsunfähig, für mittelschwere
und leichte Arbeiten dagegen nicht arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 97-15 f.).
3.1.1.
Bei der neurologischen Begutachtung gab der Beschwerdeführer gemäss dem
Gutachten an, seit etwa einem Jahr rezidivierend ca. zwei- bis dreimal täglich für etwa
eine Minute auftretend nebeneinanderstehende Doppelbilder zu sehen, ohne dass
damit assoziierte Symptome aufträten. Schluckstörungen habe er seit einer
Antibiotikatherapie im Jahr 2015. Er könne grössere Essensstücke nicht mehr
schlucken und müsse jeweils lange kauen, bis er das Essen - er könne grundsätzlich
3.1.2.
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alle Nahrungsmittel zu sich nehmen - hinunterschlucken könne. Ausserdem habe er
einen permanenten Hustenreiz, einen trockenen Mund und trockene Augen,
Atemschwierigkeiten, auch in Ruhe, sowie teilweise auch in Ruhe und verstärkt nachts
Schweissausbrüche betreffend vor allem die obere Körperhälfte, derentwegen er etwa
zwei- bis dreimal pro Nacht erwache. Ab und zu für jeweils etwa vier bis zehn Minuten
habe er ein Taubheitsgefühl der Füsse beidseits. Er leide oft an Müdigkeit und seit etwa
eineinhalb Jahren an holozephalen Kopfschmerzen ohne regelhaft damit assoziierte
Beschwerden, die nach Einnahme von Paracetamol 500 mg in der Regel besserten.
Velofahren könne er wegen Konzentrationsproblemen seit mehr als einem Jahr nicht
mehr (vgl. IV-act. 97-16 ff.). Der Beschwerdeführer erklärte, anfallende
Haushaltstätigkeiten würden überwiegend von der Ehefrau erledigt, in der Regel helfe
er nicht viel. Wenn er es tue, beginne er oft zu schwitzen und breche ab. Er mache
etwa ein- bis zweimal täglich Spaziergänge, könne jedoch nicht mehr (wie früher gern
getan) Velofahren. Auto fahre er seit der Einnahme von Cymbalta nicht mehr (vgl. IV-
act. 97-18). - Der Gutachter der Neurologie erhob den Befund (vgl. IV-act. 97-19 bis
-22) und erklärte, es seien lichtstarre, aber nicht erweiterte Pupillen aufgefallen und
weitere neurologische Symptome beschrieben worden. Diese Symptome seien im
Rahmen der Neurolues, deren klinisches Bild sehr variabel sein könne, plausibel,
teilweise dafür charakteristisch (Pupillenstarre). Auch die Laborbefunde seien mit einer
Seronarbe (serologischer Nachweis von Antikörpern im Blut, die eine abgelaufene,
frühere oder alte Infektion beweisen) nach Lues vereinbar. Die Kopfschmerzen seien im
Rahmen einer Neurolues zu verstehen, könnten aber bei fortgesetztem täglichem
Analgetikakonsum ebenso gut auch analgetikainduziert sein. Sie begründeten keine
Arbeitsunfähigkeit, ebenso wenig tue das die Hemihypästhesie links. Die episodisch
auftretenden Doppelbilder seien ohne objektives Befundkorrelat, weshalb die
Signifikanz fraglich bleibe. Lanzinierende Schmerzen würden nicht geschildert, ein
luetisches spinales Syndrom sei nicht evident. Die erfolgte Antibiose und der
aktenkundige Verlaufsbefund einer Normalisierung der (schon initial geringen)
Liquorpleozytose sprächen für eine suffiziente Therapie. Bildmorphologische Belege
einer fortschreitenden quartären Lues (Lues IV, Neurolues) fehlten. Es seien keine
namhaften kognitiven Störungen aufgefallen. Gravierende neuropsychologische
Störungen seien bei der klinischen neurologischen Untersuchung nicht evident
gewesen, allenfalls eine leichtgradige Beeinträchtigung (zeitliche Orientierung, Mnestik).
Zusammenfassend sei somit zumindest in einer geistig einfachen und körperlich
leichten Tätigkeit eine Teilarbeitsfähigkeit zu diskutieren, zumal der Beschwerdeführer
eine zumindest partiell erhalten gebliebene Alltagsselbständigkeit, Selbstversorgung
und Aktivität beschreibe (vgl. IV-act. 97-22 f.).
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Bei der psychiatrischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer wiederum
Mundtrockenheit, Schluckprobleme, bei Einnahme von Antibiotika u.a. Schwitzen. Das
Konzentrationsvermögen sei vermindert und er vergesse fast alles und verwechsle viele
Dinge. Er müsse deshalb immer seine Ehefrau dabei haben. Zeitweise bestehe
ausserdem ein Taubheitsgefühl der Beine. Er sei nicht belastbar und ermüde sehr
schnell, Antrieb und Energie seien vermindert. Häufig habe er das Gefühl, nicht genug
Luft zu bekommen. Er bemerke Zukunfts- und Gesundheitsängste, assoziiert leide er
an innerer Unruhe. Er sei empfindlich und reizbar (vgl. IV-act. 97-23 f.). Er berichtete
auch, dass er seit vier oder fünf Jahren eine verstärkte Müdigkeit empfinde, es vor zwei
Jahren zunehmend zu Fehlern am Arbeitsplatz gekommen sei und im Rahmen einer
Weiterbildung konzentrative Defizite bemerkt worden seien. Nach der Behandlung der
entdeckten Erkrankung sei es ihm zunächst besser gegangen, dann aber sukzessiv
immer schlechter und es seien eine Schluckstörung und andere psychische Probleme
aufgetreten (vgl. IV-act. 97-24). - Der Gutachter der Psychiatrie erhob den
psychiatrischen Befund nach AMDP und erklärte, namhafte Beeinträchtigungen seien
dabei nicht zu objektivieren gewesen, insbesondere seien Stimmung, Antrieb und
affektive Schwingungsfähigkeit ungestört gewesen, so dass keine affektive Erkrankung
zu diagnostizieren sei. Es lägen auch weder eine Angst- oder eine Zwangserkrankung
noch eine Persönlichkeitsstörung, Suchterkrankung oder Traumafolgestörung vor. Die
für eine Neurolues typischen affektiven Veränderungen lägen nicht vor, insbesondere
seien auch keine namhaften kognitiven Beeinträchtigungen deutlich geworden. Der
Beschwerdeführer sei dem Explorationsgespräch wach, alert und ohne Ermüdung oder
Leistungsabfall gefolgt und habe dabei geistig wendig und umstellfähig imponiert. Er
sei problemlos in der Lage gewesen, anamnestische und biografische Details aus dem
Gedächtnis zu reproduzieren. Auch weitere typische Symptome wie eine konsistente
Beeinträchtigung der Orientierung, der Wachheit, der Aufmerksamkeit oder der
Affektivität lägen nicht vor. Aktenkundig sei zwar ein von der Rehaklinik B._ im März
2016 geäusserter Verdacht auf eine organische Persönlichkeitsveränderung (mit
Antriebs- und Belastungsminderung, Symptomen von Depression und Angst und
einem mittelschweren kognitiven Defizit). Eine entsprechende Symptomatik sei aber
gemäss dem weitgehend unbeeinträchtigten AMDP-konform erhobenen
psychiatrischen Befund nicht - zumindest nicht mehr - ausgewiesen. Allenfalls sei von
einer abgelaufenen depressiven Episode auszugehen; insofern sei zumindest ein
ausreichender Behandlungserfolg anzunehmen. Namhafte kognitive
Beeinträchtigungen lägen nach klinischem Eindruck ebenfalls nicht vor (vgl. IV-
act. 97-28 f.). Fehlhandlungen mit Schadensfolgen seien nicht vorgetragen worden (vgl.
3.1.3.
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IV-act. 97-24). Die typische Symptomatik einer progressiven Paralyse oder eines Tabes
dorsalis sei auch aktenkundig nicht belegt (vgl. IV-act. 97-29).
Bei der neuropsychologischen Begutachtung beschrieb der Beschwerdeführer
eine erhöhte Ermüdbarkeit (seit 2013) und Konzentrationsschwäche,
Schluckbeschwerden sowie Schmerzen im Nackenbereich und in den Oberschenkeln.
Seit der Einnahme eines Antibiotikums nach der erhobenen Diagnose hätten sich die
Blutwerte verbessert, die kognitive Leistungsfähigkeit bleibe jedoch unverändert
schlecht. Es bestehe ein verminderter Visus ("neblig"), intermittierend träten
Doppelbilder auf und in beiden Füssen bestehe eine Sensibilitätsstörung. Der Schlaf sei
gestört, die Stimmung sei gebessert, aber nicht gut (vgl. IV-act. 97-29 f.). - Der als
Gutachter der Neuropsychologie amtierende Fachmann erhob ebenfalls den
psychischen Befund nach AMDP und führte ausserdem testpsychologische
Erhebungen durch (vgl. IV-act. 97-31 bis -35). Er hielt fest, der klinische Befund sei
ohne Anhaltspunkt für eine kognitive Beeinträchtigung gewesen. Die
testpsychologische Erhebung habe formal unterdurchschnittliche Leistungen
betreffend Aufmerksamkeit und Konzentration, logisches Denken und kurz- und
längerfristige Behaltensleistung visueller Stimuli erbracht (vgl. IV-act. 97-36). In der
Symptomvalidierung seien sichere Zeichen eines bewusstseinsnahen verfälschenden
Antwortverfahrens aufgetreten (vgl. IV-act. 97-35). Neuropsychologische Testungen
seien weitgehend von der Mitarbeitsbereitschaft der Testperson abhängig. Eine das
Testergebnis verfälschende, bewusste oder vorbewusste Motivation müsse bei der
Testung und der Ergebnisinterpretation stets mitgeprüft werden. Die Anzahl richtiger
Antworten des Beschwerdeführers im TOMM (Test of Memory Malingering) wäre nur
mit einer schwersten zerebralen Schädigung und ständiger Pflegebedürftigkeit
vereinbar, was in krassem Widerspruch zum klinischen Eindruck stehe (vgl. IV-
act. 97-36).
3.1.4.
In der zusammenfassenden Konsensbeurteilung des Gutachtens der PMEDA vom
18. April 2017 (vgl. IV-act. 97-38 ff.) wurde dargelegt, die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten und in jeglicher vergleichbaren,
zumindest aber in einer anderen, körperlich leichten und geistig einfachen Tätigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
hinreichend belegt vermindert zu betrachten. Es bestünden erhebliche Inkonsistenzen/
Widersprüche (vgl. IV-act. 97-38). Die bei der Begutachtung erhobenen objektiven
Befunde würden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen eine
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sprechen. Die anamnestisch aufscheinende
erhalten gebliebene Selbständigkeit und Aktivität sowie die Beschwielungszeichen an
3.2.
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Händen und Füssen, die als Hinweis auf eine rege physische Aktivität gelten dürften,
seien mit der Einschätzung der Gutachter vereinbar (vgl. IV-act. 97-43). Die erhobenen
objektiven Befunde seien mit einer Selbständigkeit, Selbstversorgung, sozialen
Integration und Aktivität vereinbar; die Ressourcen für eine Arbeitstätigkeit seien somit
gegeben (vgl. IV-act. 97-43). Die erfolgte Symptomvalidierung belege eine deutliche
Antwortverzerrung im Sinn einer bewusstseinsnahen demonstrativen Darbietung einer
kognitiven Störung (vgl. IV-act. 97-43). Für die reklamierte kognitive Beeinträchtigung
habe sich kein konsistentes klinisches Korrelat gefunden. Die Symptomvalidierung des
neuropsychologischen Gutachtens belege ein erhebliches verfälschendes
Antwortverhalten, so dass die formal auffälligen Leistungstests - auch die ohne
Symptomvalidierung durchgeführten aktenkundigen Voruntersuchungen - nicht von
einem Artefakt im Sinn einer bewusstseinsnahen Verfälschung getrennt werden
könnten. Die aktenkundige Annahme kognitiver Störungen auf dem Boden einer
Neurolues sei also (sc. lediglich) allenfalls als möglich einzustufen. Die entsprechende
Bewertung sei ausserdem vor allem auf dem Boden des subjektiven
Beschwerdevortrags erstellt worden. Der Labornachweis einer stattgehabten
Luesinfektion und einer leichten Liquorzellzahlvermehrung sei zwar als Beleg einer
entsprechenden Erkrankung zu betrachten, aber nicht einfach mit einem residuellen
oder gar progredienten Krankheitsbild gleichzusetzen. Nach antibiotischer Therapie sei
von einem normalisierten Liquorbefund berichtet worden und die encephale
Bildgebung sei ohne namhafte Auffälligkeit - vor allem ohne Anhaltspunkt für eine
progrediente encephale Schädigung - gewesen. Die bei der Begutachtung erhobenen
klinischen Befunde seien kein konsistentes Korrelat für die reklamierten Beschwerden
(vgl. IV-act. 97-44 f.). Um (sc. dennoch) mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit eine
invalidisierende Gesundheitsstörung zu attestieren, bedürfe es aus der Sicht der
Gutachter zumindest einer erweiterten stationären Diagnostik (nochmalige Bildgebung
der gesamten Neuroachse; Liquor-Verlaufsuntersuchung und klinische
Verhaltensbeobachtung, Wiederholung des EEGs, weitere Labordiagnostik: vgl. IV-
act. 97-45). Dass die aktenkundigen anderslautenden Einschätzungen überwiegend
wahrscheinlich seien, könnten die Gutachter - zumindest noch - nicht erkennen (vgl. IV-
act. 97-45). Die gutachterliche Bewertung weiche deutlich von den aktenkundigen (sc.
Vor-) Einschätzungen ab, "überschreibe" diese jedoch nicht, sondern repräsentiere
lediglich eine abweichende Einzelmeinung. Es stehe im Ermessen des Auftraggebers
(und seines ärztlichen Dienstes), eine hiervon unabhängige Abwägung vorzunehmen,
zumal die Rechtsprechung darauf hindeute, dass (sc. einem Gutachten)
vorangehenden medizinischen Einschätzungen in der nicht-medizinischen Bewertung
ein eigenständiger Beweiswert zukommen könne, der nicht der Wertigkeit von
Vorberichten in der Schulmedizin gleichzusetzen sei (vgl. IV-act. 97-45). Eine
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4.
abschliessende - auch retrospektive - Bewertung sollte im Anschluss an die
empfohlene stationäre Diagnostik erfolgen (vgl. IV-act. 97-45).
Bei der Würdigung dieser Angaben im Gutachten fällt im neurologischen Teil ein
gewisser Unterschied zwischen den erhobenen und beschriebenen Befunden, von
denen die wesentlichen als nicht objektivierbar bzw. nicht namhaft (kein Befundkorrelat
für Doppelbildersehen, nicht aufgefallene kognitive Störungen, keine
bildmorphologischen Belege für fortschreitende quartäre Lues) oder als die
Arbeitsfähigkeit nicht mindernd (Kopfschmerzen, Hemihypästhesie) beschrieben
wurden (vgl. IV-act. 97-22 f.), und der abschliessenden, zurückhaltenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung auf. Bei Letzterer hat der Gutachter der Neurologie
dargelegt, es sei zumindest in einer geistig einfachen und körperlich leichten Tätigkeit
eine Teilarbeitsfähigkeit zu diskutieren, zumal der Beschwerdeführer eine zumindest
partiell erhalten gebliebene Alltagsselbständigkeit, Selbstversorgung und Aktivität
beschreibe (IV-act. 97-23). Die qualitativen Elemente haben gemäss dem Gutachten in
der interdisziplinären Begutachtung einen Konsens gefunden, die zur Diskussion
gestellten quantitativen nicht (vgl. IV-act. 97-44). Betreffend die allgemein geäusserte
Zurückhaltung bei der gutachterlichen Beurteilung wird auf das unten (bei E. 5.7, vgl.
E. 5.6) Dargelegte hingewiesen.
4.1.
Was des Weiteren die neuropsychologischen Beeinträchtigungen im Einzelnen
betrifft, wurde bei der diesbezüglichen PMEDA-Begutachtung lediglich ein erhöhter
Rededrang des Beschwerdeführers festgestellt. Der Beschwerdeführer sei
durchgehend wach und im Verlauf nicht ermüdend gewesen (vgl. IV-act. 97-30 f.). Das
Instruktionsverständnis für die testpsychologischen Erhebungen und die geistige
Umstellungsfähigkeit seien ausreichend vorhanden gewesen. Es hätten sich keine
Ermüdungserscheinungen gezeigt und Pausen seien nicht reklamiert worden (vgl. IV-
act. 97-32). Schliesslich hielt der für die PMEDA begutachtende Fachmann fest,
klinisch habe sich kein Anhaltspunkt für eine kognitive Beeinträchtigung des
Beschwerdeführers gezeigt (vgl. IV-act. 97-36).
4.2.
Eine solche Feststellung lässt sich mit den weiteren Gutachtensteilen stützen. So
legte der Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin dar, der Beschwerdeführer sei
während der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung durchgehend
wach, orientiert und kognitiv unauffällig gewesen. Störungen des Sprechens oder der
Sprache hätten nicht bestanden. Aufmerksamkeit und Gedächtnis hätten unauffällig
gewirkt. Merkfähigkeitsstörungen hätten nicht bestanden, ebenso wenig formale oder
4.2.1.
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inhaltliche Denkstörungen (vgl. IV-act. 97-13). Der Gutachter der Neurologie hielt u.a.
fest, der Beschwerdeführer sei dem Gespräch konzentriert und aufmerksam gefolgt,
habe Fragen klar und präzis beantwortet und sei nicht ablenkbar gewesen. Er sei
während der Untersuchung durchgehend alert gewesen, ohne Zeichen einer Ermüdung
im Verlauf. Eine kurze Schreibprobe sei flüssig geschrieben worden, gerechnet worden
sei mit vereinzelten Fehlern. Hinweise auf Störungen u.a. von Sprache,
Handlungsplanung und -ausführung, räumlichem Vorstellungsvermögen und
Orientierung oder Wahrnehmung diverser Reize hätten nicht vorgelegen (vgl. IV-
act. 97-21 f.). Sein (des Neurologen) Schluss, allenfalls sei eine leichtgradige
Beeinträchtigung der zeitlichen Orientierung und Mnestik festzustellen (vgl. IV-
act. 97-22), gründet darauf, dass der Beschwerdeführer ein unzutreffendes Datum
angegeben und vor Hilfestellung lediglich zwei von drei Begriffen memoriert hatte (vgl.
IV-act. 97-21). Die Merkfähigkeit des Beschwerdeführers sei aber intakt und er in der
Lage gewesen, seine biographischen Daten korrekt wiederzugeben (vgl. IV-act. 97-21).
Der Gutachter der Psychiatrie stellte u.a. fest, der Beschwerdeführer habe mit
ausreichender Sprachproduktion ohne Antwortlatenz bei intakter Sprachmelodie
geantwortet. Er sei voll orientiert gewesen, habe Lebensdaten sicher rekonstruieren
können, habe sich aller dreier Begriffe erinnert, Lang- und Kurzzeitgedächtnis seien
intakt gewesen, Konzentration und Aufmerksamkeit unauffällig, der Subtraktionstest sei
sicher durchgeführt worden (vgl. IV-act. 97-26). Die bei der neurologischen
Untersuchung genannte allfällige Beeinträchtigung von zeitlicher Orientierung und
Mnestik wurde schliesslich interdisziplinär berücksichtigt und es wurde dabei - nach
dem Dargelegten zu Recht - festgehalten, dass sie anderweitig nicht festzustellen
gewesen sei (vgl. IV-act. 97-38).
Der als PMEDA-Gutachter der Neuropsychologie amtierende Fachmann hielt
fest, seine testpsychologische Erhebung habe formal unterdurchschnittliche
Leistungen bezüglich Aufmerksamkeit und Konzentration, des logischen Denkens
sowie der kurz- und längerfristigen Behaltensleistung visueller Stimuli erbracht (vgl. IV-
act. 97-36). Das Beschwerdevalidierungsverfahren habe indessen deutliche Hinweise
auf ein bewusstseinsnahes verzerrendes Antwortverhalten ergeben (vgl. IV-act. 97-36).
- Diese letztgenannte Ausführung vermag den krassen Widerspruch zum klinischen
Eindruck (vgl. IV-act. 97-36) nachvollziehbar zu erklären.
4.2.2.
Der als Gutachter der Neuropsychologie fungierende PMEDA-Fachmann setzte
sich auch mit den neuropsychologischen Vorbefunden auseinander und hielt fest, auch
dort habe kein stimmiges kognitives Störungsbild herausgearbeitet werden können. Es
seien starke Leistungsschwankungen und leichte bis schwere kognitive Beschwerden
4.2.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 31/42
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genannt worden, die aber - bei einem nicht namhaft auffälligen bildmorphologischen
Befund des Neurocraniums - keiner spezifischen Hirnschädigung hätten zugeordnet
werden können (vgl. IV-act. 97-36 f.).
Die gutachterliche Feststellung, dass beide Voruntersuchungen (vor der PMEDA-
Begutachtung 8. Februar 2017) ohne Beschwerdevalidierung erfolgt seien, ist
zumindest insofern zu bestätigen, als weder vom Neuropsychologen dipl. psych. P._
im Bericht der Rehaklinik B._ vom 29. März 2016 (IV-act. 26-9 ff.) noch vom
Fachpsychologen lic. phil. D._ der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen
gemäss Konsultationsblatt vom 7. Januar 2016 (vgl. Fremd-act. 1-9) solche Tests
detailliert beschrieben worden sind. Der untersuchende Fachpsychologe lic. phil. D._
hatte indessen darauf hingewiesen, dass teilweise unklar gewesen sei, ob es dem
Beschwerdeführer gelungen sei, sein tatsächliches aktuelles Leistungspotential
abzurufen (vgl. Fremd-act. 1-9), was einen Hinweis auf eine nicht ausgeschlossene
mangelnde Mitwirkung darstellt. Neuropsychologe dipl. psych. O._ hatte immerhin
darauf hingewiesen, dass die meisten Aufgaben gut hätten durchgeführt werden
können und das Instruktionsverständnis des Beschwerdeführers ausreichend
erschienen sei. Das Arbeitstempo habe überwiegend verlangsamt geschienen, die
Fehlerkontrolle überwiegend gut. Teilweise sei nach ca. 20 bis 30 Minuten die
Belastbarkeitsgrenze erreicht gewesen, teilweise seien aber auch
Aufgabenbearbeitungen über 45 Minuten Dauer möglich gewesen (vgl. IV-act. 26-11).
4.2.4.
Dazu kommt, dass das später ergänzend veranlasste Gutachten des
Fachpsychologen dipl. psych. I._ vom 21. Dezember 2018 (IV-act. 191) das
Begutachtungsergebnis der PMEDA insofern bestätigte, als der Beschwerdeführer in
einem ersten Validierungstest (15-Item-Test von Rey, mit sechs Zeichen, wobei selbst
schwer geschädigte Personen aus dem hiesigen Kulturkreis mindestens neun Zeichen
reproduzierten) ein sehr auffälliges Ergebnis, in einem zweiten (TOMM) ein ebenfalls
auffälliges Ergebnis (deutlich reduzierte Anzahl richtiger Antworten) und auch bei
eingebetteten Indikatoren zur Beschwerdevalidierung Grenzwerte unterschreitende
Ergebnisse zeigte, die auf ein suboptimales Antwortverhalten hindeuteten (vgl. IV-
act. 191-10 f.). Nach der vierstündigen Exploration hielt der Gutachter fest, infolge der
Inkonsistenzen und Unplausibilitäten müsse die Gültigkeit des Testprofils als
eingeschränkt beurteilt werden. Die Ergebnisse der formalisierten kognitiven
Beschwerdevalidierung begründeten erhebliche Zweifel an der ausreichenden
Mitwirkung des Beschwerdeführers. Eine positive Aussage über krankheitsbedingte
Funktionsstörungen könne aufgrund der eigenen Befunderhebung nicht gemacht
werden. Ob eine kognitive Störung dennoch vorhanden sei, entziehe sich den
4.2.5.
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Erkenntnismöglichkeiten des Experten (vgl. IV-act. 191-12). - Es ist allerdings als
überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, dass eine relevante kognitive Störung im
Verlauf der Verhaltensbeobachtung während der langen Dauer der Untersuchung
erkennbar geworden wäre.
Bei der (nach der PMEDA-Begutachtung und vor der Begutachtung durch dipl.
psych. I._ erfolgten) neuropsychologischen Untersuchung vom 8. März 2018 (IV-
act. 170) durch die Neuropsychologin Dr. phil. J._ von der Klinik für Neurologie am
Universitätsspital Zürich hatte der Beschwerdeführer angegeben, die Konzentrations-
und Gedächtnisleistung habe merklich abgenommen. An Gesprächsinhalte könne er
sich häufig wenige Stunden oder Tage später nicht mehr erinnern. Auch
Arbeitsaufträge würden vergessen gehen. Beim Fernsehen schweife er gedanklich
häufig ab (vgl. IV-act. 166-2). Es wurden reduzierte Leistungen in verschiedener
Hinsicht beschrieben. Und in der Folge wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit
insbesondere wegen der neuropsychologischen Defizite angenommen und eine
psychiatrische Mitbeurteilung empfohlen (vgl. IV-act. 170-5). Eine Validierung der
Beschwerden wurde allerdings nicht beschrieben.
4.2.6.
Auch bei der - nach der Aktenlage jüngsten - neuropsychologischen
Untersuchung am Universitätsspital Zürich durch die Neuropsychologin M._ vom
17. April 2019 (IV-act. 212-2 ff.) wurden diverse Beeinträchtigungen erhoben. Dieses
Mal fand jedoch auch eine Beschwerdevalidierung statt. Über die Ergebnisse der
Symptomvalidierung wurde berichtet, es habe sich in zwei durchgeführten Verfahren
ein auffälliges Verhalten gezeigt. In dem einen Verfahren, bei dem sich selbst demente
Personen einige Symbole merken könnten (sc. Rey 15 Items Matrix, IV-act. 212-5),
habe der Beschwerdeführer sich an kein einziges erinnert. Bei einer Wiederholung eine
Stunde später habe er eine genügende Zahl (9) erinnert. Die einmalige Vorlage würde
klar für eine eingeschränkte Motivation sprechen, doch hätte eine bewusste
Aggravation oder gar Simulation den Beschwerdeführer kaum eine Verbesserung im
zweiten Durchgang zeigen lassen (vgl. IV-act. 212-6). Die Resultate eines anderen,
computergestützten Verfahrens seien nicht verwertbar gewesen, da Rückfragen des
Beschwerdeführers das Ergebnis verfälscht hätten und die Untersucherin sich
gezwungen gesehen habe, den Test abzubrechen. Bei einer Extrapolation der Fehler
müsste allerdings von einer zumindest unbewussten Aggravation ausgegangen
werden. Eine eingeschränkte Kooperationsfähigkeit - nicht Kooperationsbereitschaft -
lasse den Wert von Symptomvalidierungsverfahren anzweifeln. Eine
Verdeutlichungstendenz des Beschwerdeführers lasse sich aber dennoch nicht ganz
ausschliessen und das testdiagnostische Leistungsprofil bilde die tatsächliche
4.2.7.
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Leistungsfähigkeit allenfalls nicht vollumfänglich ab (vgl. IV-act. 212-6). Eine
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bestehe aus neuropsychologischer Sicht
wegen der motorischen Beeinträchtigung, des Doppelbildsehens, der reduzierten
Belastbarkeit und der schnellen Erschöpfung nicht (vgl. IV-act. 212-6). Am
18. September 2019 legte die Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich dazu
ergänzend dar, es hätten sich schwere funktions- und modalitätsübergreifende Defizite
gezeigt, die mit der Grunderkrankung vereinbar und im Vergleich zu den
Voruntersuchungen stabil seien. Die inkonklusiven Beschwerdevalidierungsverfahren
seien am ehesten im Rahmen der psychiatrischen Erkrankung des Beschwerdeführers
zu werten und weniger auf eine bewusste Aggravationstendenz zurückzuführen. Auch
wenn eine Aggravationstendenz nicht auszuschliessen sei, gehe man bei stabilem
Leistungsprofil und konsistenter Anamnese seit Behandlungsbeginn von einer validen
neuropsychologischen Untersuchung aus. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der
kognitiven und psychiatrischen Einschränkungen zurzeit nicht vorhanden. Zur
Abschätzung der weiteren Prognose und Beurteilung der möglichen
Aggravationstendenz des Beschwerdeführers sei die Durchführung eines
psychiatrischen Gutachtens zu empfehlen. - Eine Aggravationstendenz des
Beschwerdeführers liess sich demnach zum einen auch bei dieser Untersuchung nicht
ausschliessen. Ausserdem wurde die angenommene Beeinträchtigung u.a. mit dem
Doppelbildsehen begründet, wofür vom PMEDA-Gutachter wie erwähnt kein objektives
Befundkorrelat gefunden worden war (vgl. unten E. 5.2; zur Frage einer allfälligen
psychiatrischen Beeinträchtigung vgl. unten E. 6.2). Schliesslich bleibt der auffällige
Kontrast der Annahme einer erheblichen Beeinträchtigung zu dem bei der PMEDA-
Begutachtung klinisch allseits festgestellten kognitiven Funktionsniveau zu erwähnen.
Insgesamt erfolgten fünf neuropsychologische Untersuchungen, die - soweit sich
der Validierung widmend - allesamt deutliche Anhaltspunkte für ein verzerrendes
Antwortverhalten des Beschwerdeführers enthielten. Dass die im November 2016 via
med@p zugewiesene neuropsychologische PMEDA-Begutachtung durch einen
Fachmann erfolgt ist, der gemäss den eingereichten Unterlagen die Anforderungen des
IV-Rundschreibens Nr. 367 nicht erfüllte, ist bei der oben beschriebenen Aktenlage mit
der erwähnten Übereinstimmung nicht relevant. Das Rundschreiben datiert im Übrigen
vom 21. August 2017, also aus einer Zeit, als die neuropsychologische Begutachtung
vom 8. Februar 2017 bereits stattgefunden hatte, und die Gutachterstellen wurden
gemäss dem Rundschreiben "im Februar 2017" darüber informiert, dass ab 1. Juli 2017
für neuropsychologische Begutachtungen in der Invalidenversicherung die
beschriebenen fachlichen Mindestanforderungen vorausgesetzt würden.
4.2.8.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 34/42
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5.
Zusammenfassend kann demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der
Feststellung des zur Begutachtung der Neuropsychologie eingesetzten PMEDA-
Experten gefolgt werden, wonach sich kein ausreichender Anhaltspunkt für eine
kognitive Störung gefunden habe (vgl. IV-act. 97-35).
4.2.9.
Die polydisziplinäre Begutachtung insgesamt stützt sich auf Untersuchungen in
den verschiedenen betroffenen Disziplinen und auf Anamneseerhebungen und sie
erging in Kenntnis der Vorakten. Namentlich lässt sich festhalten, dass die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden aufgenommen wurden. Die bei den
einzelnen Explorationen vorgefundenen Befunde wurden jeweils beschrieben.
5.1.
Im Ergebnis wurde dem Beschwerdeführer im gesamten Gutachten wegen einer
unklaren Pneumopathie (mit Belastungsdyspnoe) eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit einzig für körperlich schwere Arbeiten und bis zur Klärung der Ursache
und Einleitung einer Therapie gegen die pulmonalen Einschränkungen attestiert (vgl. IV-
act. 97-16), ansonsten keine. Auch die arterielle Hypertonie, die Kopfschmerzen und
die Hemihypästhesie würden keine Arbeitsunfähigkeit bewirken. - Angemerkt werden
kann, dass der Beschwerdeführer das Schwitzen in Zusammenhang mit der
Antibiotikabehandlung gebracht hat (vgl. IV-act. 97-23). Auch das wiederholte Husten
bzw. der Hustenreiz (vgl. IV-act. 97-19 und -22) und das häufige Räuspern sowie die
leichte motorische Unruhe und Angespanntheit (vgl. IV-act. 97-26) sind berücksichtigt
worden. Die geklagten Schluckbeschwerden wurden bei der internistischen
Untersuchung ebenfalls zur Kenntnis genommen, aber beim Befund nicht erwähnt (vgl.
IV-act. 97-13). Bei der Spirometrie war die Mitarbeit des Beschwerdeführers
mangelhaft gewesen (vgl. IV-act. 97-14), bezüglich der Kooperation bei den Therapien
wurde indessen im Gutachten keine namhafte Incompliance festgestellt (vgl. IV-
act. 97-42 und -44). Die Gutachter stellten zudem fest, der Beschwerdeführer habe
keinen durch Schmerz beeinträchtigten klinischen Eindruck gemacht (vgl. IV-
act. 97-13) bzw. nicht schmerzgequält gewirkt (vgl. IV-act. 97-19 und vgl. IV-
act. 97-26), und habe psychisch insgesamt nicht namhaft beeinträchtigt gewirkt (vgl.
IV-act. 97-26).
5.2.
Im PMEDA-Gutachten hat auch eine Auseinandersetzung mit den Vorberichten
stattgefunden, und zwar insofern, als die Gutachter erklärten, eine von den früheren
Beurteilungen deutlich abweichende medizinische Auffassung zu vertreten. Jene
Einschätzungen würden dadurch zwar nicht "überschrieben", doch dass sie
überwiegend wahrscheinlich seien, könnten die Gutachter - zumindest noch (vgl. dazu
5.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 35/42
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unten E. 5.6) - nicht erkennen (vgl. IV-act. 97-45). - Da die medizinischen Beurteilungen
in den Vorberichten im Vergleich zu dem im Zusammenwirken mehrerer Experten
anlässlich der polydisziplinären Begutachtung zustande gekommenen, begründeten
Ergebnis allerdings weniger objektiviert erscheinen, sind sie als weniger beweiskräftig
zu betrachten. Wenn der Gutachter der Psychiatrie unter Hinweis auf die Angaben von
dipl. psych. O._ vom 29. März 2016 festgehalten hatte, es sei allenfalls von einer
(ehemals bestehenden, inzwischen) abgelaufenen depressiven Episode auszugehen
(vgl. IV-act. 97-28 f.), rechtfertigt es sich zudem nach der Aktenlage, von einer
allfälligen früheren vorübergehenden, für einen Rentenanspruch nicht
ausschlaggebenden Beeinträchtigung auszugehen.
Die PMEDA-Gutachter gaben als Ergebnis wie erwähnt bekannt (vgl. zum
Vorbehalt unten E. 5.6 f.), dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der
zuletzt ausgeübten und in jeglicher vergleichbaren, zumindest aber in einer anderen,
körperlich leichten und geistig einfachen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hinreichend belegt vermindert zu
betrachten sei (vgl. IV-act. 97-44 und -45 f.). Die erhobenen objektiven Befunde würden
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen eine (sc. zumutbare) Arbeitstätigkeit
(Arbeitsfähigkeit) des Beschwerdeführers sprechen, die Ressourcen für eine
Arbeitstätigkeit seien gegeben. Die anamnestisch aufscheinende erhalten gebliebene
Selbständigkeit und Aktivität sowie die Beschwielungszeichen an Händen und Füssen,
die als Hinweis auf eine rege physische Aktivität gelten dürften, seien mit der
Einschätzung der Gutachter vereinbar (vgl. IV-act. 97-43).
5.4.
Das PMEDA-Gutachten enthält keine Hinweise auf eine Unvollständigkeit oder auf
Widersprüche. Anhaltspunkte für eine die Arbeitsfähigkeit tangierende gesundheitliche
Beeinträchtigung sind nicht beschrieben worden. Insbesondere machen die erhobenen
und beschriebenen Befunde das erwähnte Ergebnis, wonach eine Arbeitsunfähigkeit
nicht überwiegend wahrscheinlich belegt sei, nachvollziehbar.
5.5.
Die PMEDA-Gutachter hielten des Weiteren wie erwähnt auch fest, um beim
Beschwerdeführer mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit eine invalidisierende (und wie
aktenkundig zuletzt zudem als progredient suggerierte) Gesundheitsstörung zu
attestieren, bedürfe es zumindest einer erweiterten stationären Diagnostik (nochmalige
Bildgebung der gesamten Neuroachse; Liquor-Verlaufsuntersuchung und klinische
Verhaltensbeobachtung, Wiederholung des EEGs, weitere Labordiagnostik). Eine
abschliessende - auch retrospektive - Bewertung sollte im Anschluss an die
empfohlene stationäre Diagnostik erfolgen (vgl. IV-act. 97-45).
5.6.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 36/42
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6.
Auf diese gutachterlichen Hinweise lässt der Beschwerdeführer die Beschwerde
hauptsächlich stützen. - Nach dem oben Dargelegten ist indessen davon auszugehen,
dass weitere Abklärungen über eine bereits erreichte überwiegende Wahrscheinlichkeit
hinaus dem Ausschluss lediglich möglicher residueller encephaler Störungen (vgl. IV-
act. 97-39 f. Ziff.1 f.) dienen würden und daher im Rahmen einer Abklärung im
Sozialversicherungsverfahrens nicht beansprucht werden können. Denn im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr
jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (vgl. Entscheid des
ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute: Schweizerisches
Bundesgericht] vom 13. September 2006, I 73/05 E. 3.2, Bundesgerichtsurteil vom 8.
August 2019, 8C_246/2019 E. 3.2.2, BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2). - Dazu
kommt, dass nach der Begutachtung - zwar keine stationären, aber - noch MRI-
Abklärungen erfolgt sind, bei welcher vom 19. Januar 2019 sich kein Hinweis auf
Neurolues gezeigt hatte (IV-act. 212-2 f.). Schon Dr. H._ hatte im Übrigen gewisse
Zweifel an der Diagnose geäussert, sie aber schliesslich als klar ausgewiesen
betrachtet (vgl. IV-act. 129). Auch neuropsychologische Untersuchungen waren nach
der PMEDA-Begutachtung nochmals erfolgt (vgl. zu den jüngeren Berichten unten
E. 6.1).
5.7.
Was den Zeitraum nach der Begutachtung durch die PMEDA vom Februar 2017
betrifft, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bei der erwähnten
neuropsychologischen Untersuchung vom März 2018 eine Verschlechterung der
Konzentrations- und Gedächtnisleistung geltend machte (vgl. IV-act. 166-2) und bei
derjenigen vom April 2019 diverse Symptome wie ständige Schmerzen am ganzen
Körper, vorwiegend im Rücken, am Kiefer und im Kopf, schwere Angst um die
Gesundheit und Schuldgefühle (vgl. IV-act. 212-3) beschrieb. Nach der Aktenlage hatte
der Beschwerdeführer allerdings schon früher (2014/2015/2016) solche Symptome
beschrieben (vgl. Fremd-act. 1-10 und IV-act. 19) und es ist nach dem Dargelegten
davon auszugehen, dass eine Verschlechterung infolge der Verdeutlichungstendenz mit
neuropsychologischen Methoden nicht ausreichend objektiviert werden konnte.
Zumindest eine Verdeutlichungstendenz des Beschwerdeführers hatte sich bei der mit
Validierungstests verbundenen Abklärung vom April 2019 wie erwähnt nicht ganz
6.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 37/42
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ausschliessen lassen (vgl. IV-act. 212-6). Im betreffenden Bericht vom 17. April 2019
wurde ausserdem davon berichtet, dass bei einem MRI Neuroachse vom 16. März
2018 ein subakutes frontotempoparietales Subduralhämatom ohne Raumforderung
beidseits festgestellt worden sei. Im Februar 2019 sei es vollständig resorbiert gewesen
(vgl. IV-act. 212-2 f.). Ein cMRI vom 19. Januar 2019 habe verglichen mit der
Voruntersuchung (sc. vom 14. August 2018) allenfalls bilaterale residuelle, 1 mm
messende Subduralhämatome/möglicherweise eine nur noch residuelle durale
Verdickung betont parietal und keinen Hinweis auf Neurolues gezeigt (IV-act. 212-2 f.).
Zudem wurde einerseits darauf hingewiesen, dass die Einschätzung nicht im Rahmen
einer Begutachtung erfolgt sei, anderseits aber auch, dass eine psychiatrische
Beurteilung wichtig wäre (vgl. IV-act. 212-6).
Zu Letzterem ist zunächst festzuhalten, dass die Wiederholungen der
neuropsychologischen Testungen Auffälligkeiten bei der Validierung bestätigten, wie
sie bereits bei der PMEDA-Begutachtung festgestellt worden waren, bei welcher sie in
die polydisziplinäre, auch psychiatrische Beurteilung eingebettet war, wie es bei ihrem
beschränkten Stellenwert erforderlich ist. Denn grundsätzlich ist es Aufgabe des
psychiatrischen Facharztes, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger
neuropsychologischer Defizite einzuschätzen. Eine neuropsychologische Abklärung
stellt lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in
Erwägung zu ziehen ist (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 12. April 2019, 9C_752/2018
E. 5.3). Neuropsychologische Test-Untersuchungsergebnisse sind im Rahmen einer
gesamthaften Beweiswürdigung auch nur insoweit bedeutsam, als sie überprüf- und
nachvollziehbar sind und sich in die übrigen medizinischen Abklärungsergebnisse
schlüssig einfügen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. August 2009, 8C_261/2009; BGE
119 V 340 E. 2b/bb). Bei der Verwendung von psychodiagnostischen Instrumenten ist
in Bezug auf mögliche Verfälschungen oder Verzerrungen zudem ein besonderes
Augenmerk auf deren Aussagekraft im versicherungsmedizinischen Kontext zu richten
sowie deren Konsistenz im Hinblick auf andere Informationen oder Ergebnisse zu
prüfen (vgl. Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP,
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten, 3. A. vom 16. Juni 2016,
in SZS 2016 435 ff., 457). Angesichts der Bestätigungen kann auch für die jüngere Zeit
auf die Ergebnisse der PMEDA-Begutachtung (einschliesslich der erforderlichen
psychiatrischen Beurteilung) abgestellt werden. Auch die Psychiatrischen Dienste L._
haben im Übrigen ihrerseits keine psychiatrischen Diagnosen gestellt und begründet.
6.2.
Der RAD-Arzt - ein Facharzt u.a. für _ und Pneumologie mit weiterbildender
Qualifikation in _ Psychosozialer Medizin - hat am 15. Mai 2019 erklärt, aus dem
6.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 38/42
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7.
8.
Schreiben der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich vom 17. April 2019
ergäben sich keine neuen Gesichtspunkte zur Leistungsfähigkeit oder einer allfälligen
Veränderung im Zeitverlauf. Es rechtfertigt sich vorliegend, hierauf abzustellen.
Insgesamt ist demnach gemäss der Aktenlage mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für eine
angepasste Tätigkeit auszugehen. Selbst wenn von einem im Vergleich zum
statistischen Einkommen für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
(Kompetenzniveau 1) im Jahr 2014 von Fr. 66'453.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe
Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und
Verordnungen, 2019, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 228,
basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für
Statistik) überdurchschnittlichen (Maximal-) Einkommen von Fr. 72'402.-- gemäss IK-
Auszug als Valideneinkommen auszugehen und der höchstmögliche Abzug von 25 %
vom Tabellenlohn angezeigt wäre, ergäbe ein Einkommensvergleich einen nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 31 %.
7.1.
Die verfügte Ablehnung des Rentenanspruchs erweist sich daher als rechtmässig.7.2.
Mit der im Verfahren IV 2019/152 angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2019 hat
die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Hilflosenentschädigung abgelehnt.
8.1.
Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos
(Art. 9 ATSG) sind, haben nach Art. 42 Abs. 1 Satz 1 IVG Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der
Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Nach ständiger Praxis sind sechs
solche alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend, nämlich An- und Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen und Abliegen; Essen; Körperpflege; Verrichtung der Notdurft;
sowie Fortbewegung und Kontaktaufnahme (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 27. Mai
2020, 9C_234/2020 E. 2, BGE 133 V 450 E. 7.2). - Als hilflos gilt nach Art. 42 Abs. 3
IVG ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der
Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Ist nur die
psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit
mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente gegeben sein.
8.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 39/42
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Gemäss Art. 42 Abs. 2 IVG ist zu unterscheiden zwischen schwerer,
mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit. Diese Grade werden in Art. 37 IVV näher
umschrieben. Die Hilflosigkeit gilt danach als leicht, wenn die versicherte Person trotz
der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a
IVV), wenn sie einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b
IVV), wenn sie einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders
aufwendigen Pflege bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV), wenn sie wegen einer schweren
Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank
regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte
pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV), oder wenn sie dauernd auf lebenspraktische
Begleitung im Sinn von Art. 38 IVV angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV).
8.3.
Die zur Vornahme einer Lebensverrichtung erforderliche Hilfe kann sowohl in
direkter Hilfe Dritter als auch in indirekter Dritthilfe, d.h. in der Form einer Überwachung
der versicherten Person bei der Bewältigung der relevanten Lebensverrichtung,
bestehen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 11. Dezember 2019, 8C_533/2019 E. 3.2.1,
BGE 133 V 450 E. 7.2). Die Hilfe ist schon erheblich, wenn die versicherte Person
mindestens eine Teilfunktion einer einzelnen Lebensverrichtung nicht mehr, nur mit
unzumutbarem Aufwand oder nur auf unübliche Art und Weise selbst ausüben kann
oder wegen ihres psychischen Zustands ohne besondere Aufforderung nicht
vornehmen würde (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_533/2019 E. 3.2.3 m.H.). Gelegentliche
Zwischenfälle der Hilfsbedürftigkeit können dagegen nicht zur Annahme einer
Notwendigkeit regelmässiger Dritthilfe führen. Die Hilfe ist erst dann regelmässig, wenn
sie die versicherte Person täglich oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich benötigt
(a.a.O.).
8.4.
Was die Frage eines allfälligen Hilfsbedarfs des Beschwerdeführers betrifft, ist
vorweg festzuhalten, dass eine vom Beschwerdeführer in verschiedensten Funktionen
geltend gemachte Hilflosigkeit angesichts der wie oben dargelegt anzunehmenden
vollen Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Erwerbstätigkeit kaum plausibel zu
erscheinen vermag.
8.5.
Bezüglich des Hilfsbedarfs beim An-/Auskleiden (wie beim Essen) wurden
unterschiedliche Beschreibungen abgegeben. Ein Angewiesensein auf direkte Hilfe
scheint angesichts der differierenden Schilderungen - und bei einem Einsatz allenfalls
angepasster Kleidung, wie er zumutbar ist - nach der Aktenlage nicht überwiegend
wahrscheinlich. Ein relevanter Hilfsbedarf ist dort zwar auch vorhanden, wenn sich
jemand aufgrund kognitiver Probleme nicht der Witterung entsprechend kleiden kann
8.6.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 40/42
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(vgl. Rz 8014 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH,
Fassung ab 1. Juli 2020, vgl. auch Fassung ab 2015), von solchen Einschränkungen ist
indessen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auszugehen. Dasselbe gilt in
Bezug auf das nächtliche sich wieder Hinlegen, die Fortbewegung/Pflege
gesellschaftlicher Kontakte, Überwachung, Pflege und lebenspraktische Begleitung.
Im Einzelnen hielt zu den Alltagsverrichtungen zunächst die Klinik B._ in der
Beilage zum Austrittsbericht vom 19. April 2016 fest, der Beschwerdeführer sei in den
alltäglichen Lebensverrichtungen selbständig gewesen (IV-act. 19-4, vgl. auch den
entsprechenden Bericht der Abteilung Ergotherapie vom 25. März 2016, IV-act. 92-2,
bei Austritt). Es wurde in der erwähnten Beilage ausdrücklich festgehalten, dass die
Arm-/Handfunktion (Bewegungsausmass, Handkraft, Feinmotorik, vgl. IV-act. 92-1)
und die Mobilität (Fussgang, Kraft, Beweglichkeit, Sensibilität und Gleichgewicht, vgl.
IV-act. 92-1) keine alltagsrelevanten Einschränkungen aufgewiesen hätten, und dass im
Lauf der Behandlung eine Umstellung auf normale Kost ohne Einschränkungen erfolgt
sei (vgl. IV-act. 19-4). Als Angaben nach einem stationären Aufenthalt des
Beschwerdeführers kommt diesen Feststellungen einiges beweismässiges Gewicht zu,
während die neuropsychologischen Abklärungen dieser Klinik (vgl. Feststellung einer
psychophysischen Verlangsamung und Nennung eines V.a. leichte kognitive
Störungen, IV-act. 19-5) wie in E. 4.2.4 erwähnt ohne eine für die im Verfahren
erforderliche Validierung bzw. Objektivierung geblieben sind. Bei der PMEDA-
Begutachtung wurde auch festgehalten, das An- und Auskleiden sei selbständig und
geschickt gelungen (vgl. IV-act. 97-13). Es ergab sich dabei des Weiteren mit einer
überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine Diagnose, welche begründen könnte, dass
der Beschwerdeführer in der Selbständigkeit bzw. der Selbstversorgung eingeschränkt
wäre (vgl. IV-act. 42 f.). Das ist ausschlaggebend. Ferner bestätigte der
Physiotherapeut des Beschwerdeführers am 24. Mai 2017 namentlich, dass dieser in
den Bereichen An- und Auskleiden sowie Aufstehen und Absitzen selbständig sei,
selber zur Toilette gehen und allgemein ohne Gehhilfe selbständig gehen könne. Es
gelte, mit der Therapie die - somit vorhandene - Selbständigkeit zu erhalten (vgl. IV-
act. 89). Wenn dipl. psych. I._ schliesslich nach der neuropsychologischen
Begutachtung vom November 2018 festhielt, der Beschwerdeführer sei beim
Aufstehen/Absitzen/Abliegen (und bei Transfers) sowie beim Essen, beim Verrichten
der Notdurft und bei der Fortbewegung selbständig, bedürfe aber beim An-/Auskleiden
und bei der Körperpflege (dort teilweise) der Unterstützung durch die Ehefrau (vgl. IV-
act. 191-13), so übernahm er damit unbesehen die Angaben des Beschwerdeführers
selber (vgl. IV-act. 191-6), was in Anbetracht der festgestellten - vom Gutachter
8.7.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 41/42
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9.
allerdings mit den Schwierigkeiten mit der Krankheitsverarbeitung begründeten -
Aggravation entsprechend zu relativieren ist. Der Beschwerdeführer und seine Frau
hatten ihm u.a. erklärt, den Haushalt habe schon immer die Ehefrau allein gemacht,
Einkaufen gingen sie aber zusammen. Früher habe der Beschwerdeführer regelmässig
gekocht, jetzt helfe er nur etwas, wenn es die Kopfschmerzen oder die Müdigkeit
zulasse. Spazieren gehe er mit der Ehefrau oder der Tochter, zum Coiffeur mit dem
Sohn. Seit der Penicillintherapie 2016 müsse die Ehefrau ihm wegen der Schmerzen im
Bein teilweise beim An- und Auskleiden, vor allem bei Kniebeugen, helfen.
Unterwäsche könne der Beschwerdeführer selber anziehen, Knöpfe und Gürtel
schliessen gehe nur mit Hilfe. Beim Duschen - im Sitzen - benötige er manchmal Hilfe,
ausserdem brauche er auch Hilfe beim Nägelschneiden und Rasieren. Auf der Toilette
sei er selbständig, aber verlangsamt (bis zu einer Stunde). Beim Essen und Trinken sei
er selbständig, doch würden ihm teilweise Gläser aus der Hand gleiten (vgl. IV-
act. 191-6). Der Experte konnte aber gemäss seinem Gutachten aufgrund seiner
Untersuchung festhalten, relevante kognitive oder psychische Einschränkungen, die
einen regelmässigen Hilfsbedarf bei der Haushalterledigung erfordern würden, lägen
aus neuropsychologischer Sicht nicht vor (vgl. IV-act. 191-13). Eine mangelnde
Objektivierung ist im Übrigen auch in Bezug auf die Ausführungen des Ergotherapeuten
vom 21. Oktober 2019 anzunehmen.
Bei diesen Gegebenheiten ist zusammenfassend nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin in antizipierender Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen in
dieser Hinsicht verzichtet und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Hilflosenentschädigung abgelehnt hat. Ein ausgewiesener medizinischer Grund für
einen Hilfsbedarf ist aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich geworden.
8.8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden IV 2019/152 und
IV 2019/163 zu vereinigen und abzuweisen.
9.1.
Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. - Der
Beschwerdeführer ist in beiden Verfahren unterlegen, weshalb ihm die Gerichtskosten
in der Höhe von ermessensweise je Fr. 400.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der
Bewilligungen der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten,
vgl. Art. 99 Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, VRP/
9.2. bis
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