Decision ID: bdd9a208-f218-4064-8a34-23ed6df78dfc
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970,
Mutter zweier Kinder, geboren 1994 und 1996,
war
zuletzt vom
8.
März 2010
bis zum 3
0.
September 2011
als Prak
tikantin
bei der
Y._ AG
in
Z._
angestellt
(Urk.
7/17).
Am 1
2.
Dezember 2011 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte wegen einer schweren Erschöpfungsdepression mit neuraler Dysfunktion bei der
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto erstel
len (IK-Auszug vom
3.
Januar 2012,
Urk.
7/9) und holte
den Bericht
von
Dr.
med.
A._
, FMH Anästhesiologie, vom
3.
Januar 2012 (
Urk.
7/10), den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom
2.
Februar 2012
(Eingangsdatum, Urk.
7/12) sowie
den Arbeitgeberbericht der
Y._
AG vom 2
0.
März 2012 (
Urk.
7/17) ein. Am 2
8.
März 2012 teilte
die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass sie
das
Leis
tungsbegehren
für Integration
s
- und Eingliederungsmassnahmen zu
m
aktuellen Zeitpunkt abschreibe
(
Urk.
7/27). Daraufhin nahm die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
B._
vo
m 2
5.
Juni 2012 (Eingangsdatum;
Urk.
7/30)
zu den Akten
und gab bei
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag
, das dieser am
2.
November 2012
erstattete (
Urk.
7/33; vgl. auch
seine
ergänzende Stellungnahme vom 1
4.
Dezember 2012, Urk.
7/35).
Nach entsprechendem
Vorbescheid
vom 2
2.
April 2013 (
Urk.
7/40) verneinte die IV
Stelle
mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2013
einen Anspruch der Versicherten auf
IV-
Leistungen und begründete dies damit, dass kein IV
relevanter
Gesund
heitsschaden
ausgewiesen sei (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
5.
Juni 2013
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
es sei
die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Besch
werdeantwort vom 5.
September 2013 beantragte die
Beschwerdegeg
nerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Innert der mit Verfügung vom
9.
September 2013 (
Urk.
8) angesetzten Frist zur Replik
liess
sich die Beschwer
deführerin nicht vernehmen, was der Beschwerdegegnerin am 2
3.
Oktober 2013 angezeigt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Besc
hwerdeführerin auf
Leistungen gemäss Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), insbesondere auf
eine Invalidenrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Pro
zent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG.
1.5
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art.
8 ZGB
) hat die versicherte Person die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Wor
ten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte
Gesundheits
schaden
nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invali
dität. An diesem Nachweis kann es unter mehreren Aspekten mangeln: Die Einschränkung ist nicht gesundheitlich, sondern sozial/soziokulturell bedingt (1); die gesundheitliche Einschränkung ist nicht evident, wiegt nicht schwer, sodass sie überwindbar und der versicherten Person die Verrichtung einer adaptierten Tätigkeit dennoch zumutbar ist (2); die Einschränkung ist medizi
nisch angeh- oder gar heilbar (3); die Einschränkung ist nur vorübergehender Natur, sei es, weil sie von selbst oder nach einer medizinischen Behandlung abklingt (4). Die entsprechenden Elemente (gesundheitlicher Charakter, Evidenz und Erheblichkeit, Unheilbarkeit und Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung) sind stets - auch
ausserhalb
der unklaren Beschwerdebilder - nachzuweisen, damit ein Anspruch auf eine Dauerleistung der Invalidenversicherung geltend gemacht werden kann (BGE 139 V 547 E. 8.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes
(
bzw. ärztlichen Gutachtens
)
ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti
gen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Dr.
B._
stellte
im Bericht vom 2
5.
Juni
2012 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1; erstmals diagnostiziert in der Privatklinik
D._
am 1
9.
Juli 2011). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Neuras
the
nie
(ICD-10 F48.0)
. Er gab an, dass
die Beschwerdeführerin vom 19.
Juli bis zum
7.
Oktober 2011 in der Privatklinik
D._
behandelt worden sei
. Seit dem 1
9.
Juli 2011 bis auf
Weiteres
sei
sie
in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als
Auszubildende HF
Psychiatrie zu 100
%
arbeitsunfähig. Im angestammten Beruf
als Hotelfachfrau sei sie
wahrscheinlich zu 50
%
arbeitsfähig. Medizi
nisch-theoretisch sei mittelfristig eine 100%ige Arbeitsfähigkeit möglich
. Im Weiteren
bat er den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) der
Beschwerdegegne
rin
auch um eine eigene Beurteilung
(
Urk.
7/30/1-
4).
2.2
Dr.
C._
stellte im psychiatrischen Gutachten vom
2.
November 2012 keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (1) eine Neurasthenie (ICD-10
F48.0), (2) akzentuierte asthen
ische und ängstliche Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73) und (3) Status nach mittelgradiger depressiver Episode, ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F32.1). Er gab an, dass sich aus
psychiatrischer Sicht
ab
dem
Datum der Begutachtung
(2
6.
Oktober 2012
)
keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit mehr begründen lasse. Eine Neurasthenie gelte als psych
ische
Erkran
kung, die mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sei (
Urk.
7/33/9-11).
In der
Stellungnahme vom
1
4.
Dezember 2012 erklärte Dr.
C._
, dass
es sich bei der von
Dr.
B._
festgestellten mittelgradigen depressiven Episode
um eine temporäre Erkrankung handle,
die keine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit begründe und
die auch unbehandelt nach
einer gewissen Zeit remittiere
. Eine mittelgradige depressive Episode begründe aus
versi
cherungsmedizini
scher
Sicht
nur unter Berücksichtigung der von ihm angege
be
nen
psychiatrischen
Komorbidität
(Neurasthenie; akzentuierte asthe
nische und ängstlich-vermeidende Persönlichkeitszüge) allenfalls eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit ab dem 2
8.
Oktober 2011 bis zur Begutachtung bei ihm am 2
6.
Oktober 201
2
(
Urk.
7/35
).
2.3
Dr.
med.
E._
, FMH Praktischer Arzt, diagnost
izierte im Bericht vom 1
9.
Juni
2013 (1) ein Burn-out-Syndrom, (2) eine
Mitoch
o
ndriopathie
mit Kraf
t
ma
ngel, (3) ein
en psycho
-
physischen
Erschöpfungszustand, (
4) eine meta
bolische Acidose, (5
) ei
ne oxidative Stressbelastung, (6
) eine Immunschwäche mit Antikörpermangel (Gamma Globul
ine pathologisch erniedrigt), (7
) eine Nebennierenschwäche,
(8) ein
Colon
irritabile
und (9
)
multiple Allergien vom
Typ IgG
4.
Er erklärte, dass bei der Beschwerdeführerin eine Arb
eitsunfähigkeit vorliege (
Urk.
3/4
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen Verfügung in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf das
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
C._
vom
2.
November 2012
(
Urk.
7/33)
sowie auf dessen Stellung
nahme vom 1
4.
Dezember 2012 (
Urk.
7/35).
3.2
Dr.
C._
legte in seinem Gutachten – in Kenntnis und Auseinander
setzung mit den
Vorakten
– dar, dass der Beginn der aktuell zur Diskussion ste
henden Problematik nach Angaben der Beschwerdeführer
in
etwa drei Jahre zurückliege und im Zusammenhang mit Mo
bbing am Arbeitsplatz stehe. Akt
u
ell würden
ein chronisches Erschöpfungsgefühl
und eine reduzierte Belastbar
keit im Vordergrund
stehen
. Die
derzeitige
finanzielle Situation und die Abhän
gigkeit vom Ehemann
hätten
bei der Beschwerdeführerin
zudem zu Existenz
ängsten geführt. Unter der psychopharmakologisch-psychotherapeutischen Behandlung sei
es
zu einer gewissen Stabilisierung gekommen.
Selbstein
schätzend
beurteile sich die Beschwerdeführerin aber nach
wie vor als nicht arbeitsfähig.
Für eine berufliche Tätigkeit habe sie keine Leistungsreserven, sie sei
bereits
mit ihrem privaten Alltag überfordert. Bei der aktuellen psychiatri
schen Exploration hätten sich Hinweise auf akzentuierte asthenische und ängstlich-vermeidende Persönlichkeitszüge ergeben. Eine depr
essive Sympto
matik liege
jedoch nicht mehr vor. Die von
Dr.
B._
getroffene diagnostische Einschätzung,
wonach
die Beschwerdeführerin unter einer mittelgradige
n
depressiven Episode
leide
, könne daher nicht bestätigt werden. Typische Symp
tome einer affektiven Störung mit Beeinträchtigungen der kognitiven Funk
tionen und
der
emotionalen Auslenkbarkeit seien klinisch nicht nachweis
bar. Die Beschwerdeführerin habe ein ausgesprochen gepflegtes Erscheinungs
bild, sei affektiv gut schwingungsfähig, sozial gut eingebunden und
verfüge über eine
Tagesstruktur. Auf Nachfrage gebe sie zudem an, mit ihrem Ehemann dieses Jahr zwei Urlaube verbracht zu haben. Im Juli seien sie in der
F._
gewesen und im Oktober hätten sie eine Fernreise unternommen und einen dreiwöchigen Strandurlaub verbracht. Kurze Strecken fahre sie selbs
tändig mit dem eigenen Auto. Weiter
gehe
sie auch
Freizeitbeschäftigungen nach.
Die eigenen Untersuchungsergebnisse würden für eine
„
Neurasthenie
“
sprechen, die sich auf dem Boden der asthenischen und ängstlich-vermeidenden Persönlich
keitsstruktur habe entwickeln können. Im Erscheinungsbild der hier vorliegen
den neurotischen Störung könnten gemäss ICD-Klassifikation zwei sich über
schneidende Formen imponieren. Bei der einen Form sei das
Hauptcharakte
ristikum
die Klage über vermehrte Müdigkeit nach geistigen Anstrengungen, häufig verbunden mit abnehmender Arbeitsleitung und Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. Die geistige Ermüdbarkeit werde typischer
weise als unangenehmes Eindringen ablenkender Assoziationen oder Erinne
rungen beschrieben bzw. als Konzentrationsschwäche und allgemein ineffekti
ves Denken. Bei der anderen Form stehe ein Gefühl körperlicher Schwäche und Erschöpfung nach nur geringer Anstrengung im Vordergrund, begleitet von muskulären und anderen Schmerzen und der Unfähigkeit, sich zu entspannen. Bei beide
n
Formen fände sich eine ganze Reihe von anderen unangenehmen körperlichen Empfindungen
wie
Schwindelgefühl, Kopfschmerz und allgemeine Unsicherheit. Sorgen über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefin
den, Reizbarkeit, Freudlosigkeit, Depression und Ängste seien häufig. Der Schlaf sei oft in der ersten und mittleren Phase gestört. Es könne aber auch eine
Hypersomnie
im Vordergrund stehen. Bei der Beschwerdeführerin lasse sich aktuell keine IV-relevante psychiatrische Erkrankung (mittelgradige depressive Episode) mehr diagnostizieren und eine Neurasthenie gelte
aus
versicherungs
medizinischer
Sicht als Erkrankung, die mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
überwindbar sei.
Dr.
C._
kam daher zum Schluss, dass sich
auf dem psychiatrischen Fachgebiet ab der aktuellen Begutachtung keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründen lasse (
Urk.
7/33/10-11). Diese Beurteilung von
Dr.
C._
erscheint angesichts
der
genannten, weitgehend unauffälligen Befunde
und der Erläuterungen dazu
ohne
Weiteres
nachvoll
ziehbar.
3.3
Retrospektiv wurde der Beschwerdeführerin
ausweislich der Akten
vor dem 24.
Juni 2011 nie eine
längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
(vgl.
Arzt
zeugnisse
von
Dr.
med.
G._
vom 2
9.
September 2010 und 11.
März 2011
,
Urk.
7/2/1-2).
Ab dem
2
4.
Juni bis zum 1
9.
Juli 2011
wurde
sie
von Dr.
G._
erneut
krankgeschrieben (
vgl. Arztzeugnis
se
vom
2
8.
Juni und 23.
Juli 2011
,
Urk.
7/2/3-4)
, und ab dem
1
9.
Juli
2011
– zwei Wochen vor der Diplomprüfung im Rahmen ihrer
Ausbildung HF Psychiatrie
(vgl.
Urk.
7/30/2) – weilte sie dann
bis zum
7.
Oktober 2011 in der Privatklinik
D._
. Dort wurde
gemäss
Dr.
B._
erstmals eine mittelgradige depressive Episode diag
nostiziert
(vgl.
E. 2.1
)
. In der Folge besserte sich der
psychische
Gesundheitszu
stand
der Beschwerdeführerin
offensichtlich. Anders lässt
es
sich nicht erklären, dass
H._
,
dipl.
Sozialarbeiter
HFS
der Privatklinik
D._
,
in seinem Schreiben
(ohne Datum)
betreffend Austrittsplanung
eine schrittweise Steige
rung des Arbeitspensums
-
30
%
im Dezember 2011, 50
%
im Janua
r 2012 und 80
%
im Februar 2012 -
vorsah
(Urk.
7/2/7
).
Vor diesem Hintergrund erscheint es
nicht
nachvollziehbar,
dass
i
m Bericht
des behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
vom
2.
Feb
ruar
2012
,
der nur eine
kurze
, wenig aussagekräf
t
ige
Befund
erhebung
enthält und
in welche
m
keine Verschlechterung des Gesund
heitszustands
der Beschwerdeführerin
seit Klinikaustritt
in
D._
be
schrieben wurde, nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
in de
r zuletzt ausgeübten Tätigkeit
al
s Auszubildende HF Psychiatrie
die Rede war (
Urk.
7/12
; vgl. auch
Arztzeugnis von
Dr.
B._
vom 2
3.
März 2012,
Urk.
7/18
)
.
Dr.
C._
bemerkte
in der Stellungnahme vom 1
4.
Dezember 2012
denn auch
, dass die von
Dr.
B._
im
Arztzeugnis
vom 2
3.
März 2012 aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode
(a
ndere Diagnosen stellte
Dr.
B._
nicht
)
seit dem 2
8.
Oktober 2011 bis auf Weiteres attestierte 100%ige Arbeits
un
fähigkeit in versicherungsmedizinischer Hinsicht problema
tisch sei. Dies zum einen, weil die gestellte Diagnose keine vollständige Arbeitsunfähigkeit begründe und zum anderen, weil es sich um eine temporäre Erkrankung handle, die auch unbehandelt nach einer gewissen Zeit remittiere
(vgl.
E. 2.2
)
.
In der Tat handelt es sich bei
einer
mittelgradigen depressiven Episode
mit dem Diagnose-Code ICD-10 F32.1
definitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden, da solche Episod
en im Mittel etwa sechs Monate und
selte
n länger als ein Jahr dauern. L
änger dauernde Störungen
sind
unter F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34 (anhaltende affekt
ive Störung) zu subsumieren
(Urteile des Bundesgerichts 8C_80/
2011 vom 1
4.
Juni 2011 E.
6.3.2 und
I 1
52
/05 vom 23.
Mai 2006 E. 3.3
;
vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen
, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-di
agnostische Leitlinien,
9.
Auflage, Bern 2014, S. 177
).
Am
2
5.
Juni 2012 attestierte
Dr.
B._
, dessen Berichte
aufgrund de
r
auftrags
rechtliche
n
Vertrauensstellung zur
Beschwerdeführerin
im Übrigen
ohnehin mit Vorbehalt zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 351 E.
3b/cc),
sodann wiederum eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Auszubildende HF Psychi
atrie
sowie
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hotelfachfrau
. Gleichzeitig gab er aber auch
an, dass medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit mittelfristig möglich sei
und bat den RAD
auch
um eine eigene Beurteilung
(
E. 2.1
). Weiter lässt
sich diesem
Bericht von
Dr.
B._
entnehmen, dass
der eher stagnierende
V
erlauf auch im Zusammen
hang mit der niedrigen
Therapiefrequenz (
die
Konsultationen
fänden
alle zwei Wochen
statt
) stehe. Wöchentliche Konsultationen wären dringend indiziert. Zudem habe die
Beschwerdeführerin eine Veränder
ung der Medikation abge
lehnt
, da sie
selber
eine Verbesserung
ihres Zustandes wahrnehme (
Urk.
7/30/2-3
).
Mit anderen Worten war der
Ende
Juni
2012 festgestellte,
verzögerte
Hei
lungsverlauf
der
mittelgradigen
depressiven Episode
,
die bei Begutachtung
durch
Dr.
C._
am 2
6.
Oktober 2012
dann
komplett
remittiert war
(und die auch
rechtsprechungsgemäss
grundsätzlich
als therapeutisch
angehbar
gilt [vgl. etwa Urteile 9C_266/2012 vom 2
9.
August 2012 E. 4.3.2 und 9C_302/2012 vom 1
3.
August 2012 E. 4.3.2])
,
anscheinend
auch auf die ungenügenden the
rapeutischen Bemühungen der Bes
chwerdeführerin zurückzuführen.
Dies kann jedoch i
m Lichte des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der
Schadenminderungspflicht, nach welcher
von der versicherten Person alle Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind
(v
gl.
BGE 120
V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), nicht zulasten d
er Invalidenversi
cherung gehen.
3.
4
Schliesslich enthält der von
der Beschwerdeführerin eingereichte Bericht von
Dr.
E._
vom 1
9.
Juni 2013, der im Wesentlichen
aus einer
Auflistung von Diagnosen
besteht,
die nicht invalidisierend sind, keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführer
in zwischen der Begut
achtung bei
Dr.
C._
am 2
6.
Oktober 2012 und dem Erlass der ange
fochtenen Verfügung am 1
0.
Juni 2013 noch
in anspruchsrelevanter Wei
se ver
ändert haben könnte
(
Urk.
3/4)
. Dasselbe gilt auch für die Schilderungen der Beschwerdeführerin betreffend ihren Tagesablauf
in der Beschwerdeschrift (Urk. 1).
3.5
Es ist somit
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht ausgewiesen
, dass die Beschwerdeführerin vorliegend
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeits
unfähig war und sich daran – ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen
Renten
beginns
am
1.
Juni 2012 (sechs Monate nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs, vgl.
Art.
29 Abs. 1 IVG) - eine Erwerbsunfähigkeit in mindes
tens gleicher Höhe anschloss (vgl. E. 1.4).
Weiter ist davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des Erlasses
der angefochtenen Verfügung nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Leistun
gen der Invalidenversicherung – namentlich
auf
eine Invalidenrente
–
mangels eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens daher
zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung ist damit rechtens und die Beschwerde abzuweisen.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.