Decision ID: 1614ba47-70bf-4790-9a3b-a0f7c1c85416
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der Gemeinde B._ als Lehrer tätig und dadurch bei der Nationale
Suisse (per 1. Mai 2015 durch die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft
AG übernommen [vgl. act. K40]; nachfolgend Helvetia genannt) gegen die Folgen von
Unfällen obligatorisch versichert, als er am 16. September 2010 beim Ringturnen
"falsch" auf der Matte landete und sich dabei am Fuss links verletzte (act. UM1 ff., vgl.
act. K1). Der am Folgetag erstbehandelnde Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH,
diagnostizierte eine Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) links lateral mit einer
Kapselbandläsion. Er veranlasste eine Fixation und verordnete eine Stockentlastung,
Medikamente sowie Physiotherapie (act. M1). Am 17. Mai 2011 erfolgte eine
Röntgenuntersuchung, welche Knochenmarksreaktionen den Calcaneus und Talus
betreffend, überwiegend die Region des unteren Sprunggelenks (USG) einschliessend
mit möglichen kleineren knöchernen Avulsionen am medialen, calcanearen Rand der
Gelenkfläche zeigte. Es ergaben sich Hinweise auf eine schalenförmige
Knochenavulsion am Processus posterior tali (act. M2). Eine am 21. Juni 2011
durchgeführte Computertomographie des linken OSG und des Rückfusses erbrachte
den Nachweis eines Os trigonum und eines Os supranaviculare sowie subchondrale
A.a.
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Resorptionszonen des Calcaneus im talo-calcanearen Gelenk (act. M3). Die Helvetia
erbrachte Versicherungsleistungen.
Dr. med. D._, Oberarzt mbF Orthopädie, Spital E._, äusserte in seinem Bericht
vom 30. April 2012 den Verdacht auf eine beginnende Arthrose des USG links (act.
M5). Am 3. Juli 2012 führte Dr. med. F._, Röntgeninstitut G._, eine
Computertomographie des linken Fusses durch. Er befand, bei den weiteren ossären
Fragmenten im Bereich des Os trigonum handle es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit
um alte posttraumatische Fragmente. Die Arthrose im Talo-Calcanear-Gelenk sei
fortgeschritten und plantar der Calcaneusspitze befinde sich ein kleines ossäres
Fragment (act. M9, vgl. auch MRT vom 3. Mai 2012; act. M4).
A.b.
Dr. med. H._, beratender Arzt der Helvetia, beurteilte am 9. Juli 2012, die
unfallkausale Behandlung sei per 26. Januar 2012 abgeschlossen gewesen. Die am 27.
April 2012 wieder aufgenommene Behandlung betreffend den Verdacht auf eine
beginnende USG-Arthrose links stehe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in
Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 16. September 2010 (act. M6). Die Helvetia
teilte dem Versicherten am 17. Juli 2012 mit, sie erbringe für die Behandlung ab April
2012 keine Versicherungsleistungen (act. K4). Der Versicherte erklärte sich damit nicht
einverstanden (act. K7 f.).
A.c.
Dr. D._ befand am 13. August 2012, die Beschwerden des Versicherten stünden
in direktem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 16. September 2010 (act.
M11). Dr. med. I._, Oberärztin, Zentrum für Fusschirurgie der Klinik J._,
diagnostizierte am 11. Oktober 2012 eine beginnende posttraumatische Arthrose des
Subtalargelenks links bei Zustand nach Unfall am 16. September 2010 (act. M14). Dr.
H._ hielt am 6. November 2012 fest, aufgrund der neuen Berichte könne die
anfängliche Ablehnung nicht aufrechterhalten werden. Es liege ein Rückfall in Form
einer USG-Arthrose vor (act. M13). Am 15. November 2012 teilte die Helvetia dem
Versicherten mit, die Beschwerden und die Behandlungen ab April 2012 stünden doch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfall vom 16.
September 2010. Sie erbringe daher weiterhin die gesetzlichen
Versicherungsleistungen (act. K13).
A.d.
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Auf Nachfrage der Helvetia führte Dr. I._ am 29. September 2014 aus, der
Versicherte habe sich lediglich am 11. Oktober 2012 in ihrer Sprechstunde befunden.
Seither habe er physiotherapeutische Verordnungen erhalten. Die Physiotherapie diene
dazu, bei der beginnenden Arthrose im Bereich des linken Subtalargelenks
weiterführende Massnahmen im Sinne einer operativen Intervention aufschieben zu
können (act. M18).
A.e.
Am 2. November 2015 meldete der nun als K._ beim Amt für L._ tätige
Versicherte der Helvetia einen Rückfall (act. M19a, K131.1).
A.f.
Dr. med. M._, Oberarzt Orthopädie, Spital E._, hatte in seinem Bericht vom 7.
Oktober 2015 als Diagnosen akute Fussschmerzen links und eine beginnende
Patellofemoralarthrose links bei patellofemoraler Dysplasie und Verdacht auf
posterolaterale Instabilität bei Status nach Knieverletzung mit Seitenband-
Rekonstruktion circa 2007 festgehalten. Am 1. Oktober 2015 sei extern eine Infiltration
des Sprunggelenks durchgeführt worden (act. M19, vgl. zu den bildgebenden
Untersuchungen vom 3. September und 1. Oktober 2015 act. M22 f.). Aufgrund eines
Erysipels und des Verdachts auf einen Gelenksinfekt Articulatio talonaviculare Fuss
links bei Status nach Cortisoninfiltration hatte sich der Versicherte vom 5. bis 9.
Oktober 2015 stationär im Spital E._ zur intravenösen Antibiotikatherapie und
Ruhigstellung des Fusses links befunden. Dr. M._ hatte ihm vom 5. bis 21. Oktober
2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (act. M21). Dr. med. N._, Leitender
Arzt Orthopädie, Spital E._, berichtete am 3. November 2015, der Infekt sei
ausgeheilt. Er attestierte dem Versicherten bis zum 8. November 2015 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 9. bis 30. November 2015 eine solche von 50% (act.
M24).
A.g.
Am 8. April 2016 unterzog sich der Versicherte im Spital E._ einem Débridement
des talonavikularen Gelenks und einer Exstirpation des Os trigonum am Fuss links
sowie einer Mikrofrakturierung der Trochlea und einer Teilmetallentfernung am
Tibiakopf links. Die behandelnden Ärzte attestierten ihm vom 8. bis 15. April 2016 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (act. M26 f.). Dr. N._ befand am 30. Mai 2016, für die
Arbeit als K._ bleibe der Versicherte weitere sechs Wochen arbeitsunfähig.
Bürotätigkeiten könnte er in drei Wochen wiederaufnehmen (act. M28). Am 18. Juli
A.h.
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2016 berichtete Dr. N._, der Versicherte habe seine Arbeit am 20. Juni 2016 wieder
zu 50% aufgenommen, führe aber nur Bürotätigkeiten aus. Die Arbeitsunfähigkeit von
50% müsse bis mindestens Ende August 2016 beibehalten werden. Seine Tätigkeit als
K._ könne der Versicherte frühestens am 1. Oktober 2016 wiederaufnehmen. Diese
Angaben gälten für den hypothetischen Fall, dass lediglich die Fussoperation
durchgeführt worden wäre (act. M30). Die Helvetia bezahlte weiterhin ein Taggeld von
50% (act. K51). Am 29. August 2016 hielt Dr. N._ fest, bis Ende September bleibe die
Arbeitsunfähigkeit von 50% für Bürotätigkeit bestehen. Ab 1. Oktober 2016 sei eine
Steigerung auf eine Arbeitsfähigkeit von 70% vorgesehen, davon 40% für die
Instruktor- und 30% für die Bürotätigkeit (act. M31). In einem Bericht vom 9. Januar
2017 führte Dr. N._ aus, der Versicherte habe seine Tätigkeit als Skiinstruktor._
wiederaufgenommen, was jedoch für maximal vier Stunden täglich möglich gewesen
sei. Bei der Arbeit als K._ habe es keine Probleme gegeben. Die Arbeitsfähigkeit
könne auf 80% erhöht werden (act. M34).
Im Auftrag der Helvetia hatte Dr. med. P._, Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Zürich, am 15. Dezember 2016 ein
Aktengutachten erstellt. Er hatte beurteilt, die aus dem Unfall vom 16. September 2010
resultierenden Folgeschäden seien erst mit der Operation am 8. April 2016 effektiv
behandelt worden. Eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich des linken Fusses
habe überwiegend wahrscheinlich bis Ende Oktober 2016 bestanden (act. M36). Am
22. Januar 2017 nahm Dr. P._ Stellung zum Bericht von Dr. N._ vom 9. Januar
2017 und hielt an seiner Einschätzung fest (act. M37, vgl. act. M34).
A.i.
Mit Schreiben vom 13. Februar 2017 teilte die Helvetia dem Versicherten mit, sie
stelle die Taggeldzahlungen ab 27. Februar 2017 ein, da keine Arbeitsunfähigkeit als
K._ mehr vorliege (act. K64).
A.j.
Dr. N._ berichtete am 4. April 2017, der Versicherte habe drei Wochen lang
Skiunterricht gegeben, was vonseiten des Kniegelenks sehr gut, vonseiten des linken
Fusses recht gut möglich gewesen sei. Bei grösseren Belastungen im Alltag oder im
Training habe er allerdings noch deutliche Beschwerden, vor allem im Bereich des
entfernten Os trigonum. Der Versicherte habe seine Arbeitsfähigkeit auf 100%
gesteigert und damit deutlich mehr Beschwerden gehabt. Die Arbeitsfähigkeit werde
A.k.
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deshalb für drei Monate auf 80% reduziert (act. M39). Die Helvetia richtete dem
Versicherten wieder ein Taggeld auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 20% aus
(Schreiben vom 12. April 2017; act. K67). Am 5. Juli 2017 ging Dr. N._ für weitere drei
Monate von einer Arbeitsfähigkeit von 80% aus (act. M40).
Im Auftrag der Helvetia (act. K72) wurde der Versicherte im Juli 2017 durch Dr.
med. Q._, Spezialarzt Orthopädie FMH, Medizinisches Gutachtenzentrum Region St.
Gallen GmbH, untersucht. Dieser beurteilte in seinem Gutachten vom 17. August 2017,
die subtalare Arthrose und die Talonaviculargelenksarthrose links stünden nur in
möglichem natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 16. September 2010.
Für den körperlich belastenden Teil der Tätigkeit als K._ bestehe seit mindestens Mai
2012 bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 85%. Vorwiegend stehende
Tätigkeiten könnten seit spätestens Mai 2012 bei voller Stundenpräsenz zu 90%,
vorwiegend sitzende sowie wechselbelastende Tätigkeiten zu 100% zugemutet werden
(act. M44, vgl. auch act. M45).
A.l.
Dr. N._ hatte am 10. August 2017 über einen neu aufgetretenen Osteophyten
am Talushals links berichtet. Vor allem während der Tätigkeit als K._ habe der
Versicherte nach wie vor Beschwerden am linken Rückfuss. Ausserdem störe ihn eine
Einschränkung in der Dorsalextension im OSG. Die Arbeitsfähigkeit sei aktuell nicht zu
steigern (act. M41, vgl. die MRI-Untersuchung vom 11. Juli 2017; act. M46).
A.m.
Mit einem Schreiben vom 9. Oktober 2017 teilte die Helvetia dem Versicherten mit,
Dr. Q._ komme in seinem Gutachten - wie schon im 2012 ihr beratender Arzt - zum
Schluss, dass die Beschwerden am linken Fuss nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 16. September 2010 zurückzuführen seien. Sie
müsse deshalb ihre Leistungspflicht rückwirkend per 2012 ablehnen. Sie verzichte
jedoch auf eine Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen (act. K99). Damit
erklärte sich der Versicherte, vertreten durch seine Rechtsschutzversicherung, nicht
einverstanden (act. K120).
A.n.
Nach Eingang zweier Berichte von Dr. N._ und Dr. med. R._, FMH
Orthopädische Chirurgie, beauftragte die Helvetia Dr. med. S._, Spezialarzt für
Allgemein- und Unfallchirurgie, mit der Erstellung eines Aktengutachtens (act. M49,
A.o.
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K102). Dieser befand am 3. November 2017, es lägen zweifelsfrei organisch
nachweisbare Folgen des Ereignisses vom 16. September 2010 vor. Die USG- und
talonaviculare Arthrose seien mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal
(act. M50).
Mit Schreiben vom 19. März 2018 teilte die Helvetia dem Versicherten mit, sie
werde die Unfallkausalität anerkennen. Sie stelle ihre Leistungen jedoch per 1. Oktober
2017 ein (act. K130). Die Rechtsschutzversicherung des Versicherten stellte sich am
22. Mai 2018 auf den Standpunkt, der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht.
Die Helvetia habe weiterhin Versicherungsleistungen zu erbringen (act. K131).
A.p.
Dr. N._ hatte am 24. April 2018 festgehalten, seit Herbst 2017 sei es betreffend
die Beschwerden am linken Fuss und linken USG zu einer deutlichen Verbesserung
gekommen. Ein Endpunkt der Rehabilitation sei noch nicht erreicht. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage derzeit 20%. Voraussichtlich könne bei weiterhin gutem
Verlauf im Sommer eine Arbeitsfähigkeit von 100% erreicht werden (act. M51).
A.q.
Den von der Helvetia vorgeschlagenen Vergleich betreffend Fallabschluss (vgl. act.
K133) lehnte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. M. Köppel, Sargans,
am 6. November 2018 ab. Er liess vorbringen, er habe weiterhin Anspruch auf
Übernahme der Heilungskosten. Seit 1. Juli 2018 sei er wieder zu 100% arbeitsfähig,
bis dahin seien jedoch Taggelder geschuldet. Da der medizinische Endzustand noch
nicht erreicht sei, könne die Höhe der Integritätsentschädigung noch nicht fixiert
werden (act. K134).
A.r.
Dr. med. T._, Facharzt FMH für Chirurgie, Vertrauensarzt SGV, beurteilte am 18.
November 2018, eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes könne seit
April 2018 (Beginn des Geräteturnens) nicht mehr erwartet werden. Es sei von einem
Integritätsschaden von 15% auszugehen (act. M53).
A.s.
Mit Verfügung vom 28. November 2018 stellte die Helvetia die Taggeldleistungen
und die Übernahme der Kosten der Heilbehandlung per 30. Juni 2018 ein. Für den
Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis 30. Juni 2018 werde sie ein Taggeld basierend auf
einer Arbeitsunfähigkeit von 20% vergüten. Sie sprach dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 15% zu (act. K138).
A.t.
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B.
C.
Dagegen erhob Rechtsanwalt Köppel am 20. Dezember 2018 für den Versicherten
Einsprache (act. K140). Er reichte unter anderem Berichte von Dr. N._ vom 14. und
17. Dezember 2018 ein (act. K140.4 f.).
B.a.
Am 10. Januar 2019 erhob auch die Agrisano Krankenkassen AG (nachfolgend:
Agrisano), Krankenversicherung des Versicherten, Einsprache gegen die Verfügung
vom 28. November 2018 (act. K142).
B.b.
Am 1. Februar 2019 liess der Versicherte einen Bericht von Dr. R._ einreichen
(act. K145). Diese hatte am 17. Januar 2019 beurteilt, seit April 2018 sei eine deutliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten. Sie rechne mit dem Abschluss
der Physiotherapie per 31. Mai 2019 (act. M61).
B.c.
Dr. T._ hielt am 27. Mai 2019 fest, seit der Versicherte wieder an Geräten turne,
sei keine physiotherapeutische Behandlung mehr notwendig. Eine Selbstbeübung sei
absolut ausreichend (act. M62).
B.d.
Mit Entscheid vom 27. Juni 2019 wies die Helvetia die Einsprachen des
Versicherten und der Agrisano ab (act. K147).
B.e.
Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch
Rechtsanwalt Köppel, am 14. August 2019 die vorliegende Beschwerde. Er liess darin
die Aufhebung des Einspracheentscheids beantragen. Weiter sei die Helvetia
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, die Heilbehandlungskosten über
den 1. Juli 2018 hinaus weiterhin und uneingeschränkt zu übernehmen. Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, mit der definitiven Festsetzung der
Integritätsentschädigung bis zum Vorliegen des medizinischen Endzustandes
abzuwarten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. September 2019 die Abweisung der
Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G3).
C.b.
Mit Replik vom 11. Oktober bzw. Duplik vom 12. November 2019 hielten die
Parteien an ihren Anträgen fest (act. G5, G7).
C.c.
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Erwägungen
1.
Vorab zu prüfen ist die vom Beschwerdeführer gerügte Gehörsverletzung. Er brachte in
seiner Beschwerdeschrift vor, die Beschwerdegegnerin berufe sich im angefochtenen
Einspracheentscheid auf neue Berichte, insbesondere ein neues Aktengutachten,
welches ihm noch nicht zur Kenntnis gebracht worden sei. Dies sei nicht korrekt (act.
G1).
Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) haben die Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 42 Satz 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Das rechtliche
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der in
die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich
vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern,
erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn
dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 f. E. 3.1 mit
Hinweisen). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen
Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich
vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 437 E. 3d/aa).
1.1.
Bei dem vom Beschwerdeführer erwähnten Aktengutachten könnte es sich um das
Gutachten von Dr. T._ vom 18. November 2018 handeln. Da er sich allerdings in
seiner Einsprache vom 20. Dezember 2018 dazu äusserte, ist davon auszugehen, dass
er Kenntnis davon hatte (vgl. act. K140). Nach Eingang der Einsprache des
Beschwerdeführers holte die Beschwerdegegnerin nur noch eine sehr kurze
Stellungnahme von Dr. T._, datiert mit 27. Mai 2019, ein. Dr. T._ hatte darin
festgehalten, seit der Beschwerdeführer wieder an Geräten turne, sei keine
physiotherapeutische Behandlung mehr notwendig. Eine Selbstbeübung, wie bei der
Physiotherapie erlernt, sei absolut ausreichend (vgl. act. M62). Diese Stellungnahme
stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer offenbar nicht zu. Da die
Stellungnahme von Dr. T._ keine neuen medizinischen Ausführungen enthielt,
sondern lediglich der Bestätigung seiner vorherigen Auffassung diente, erlitt der
1.2.
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2.
Zwischen den Parteien in materiell-rechtlicher Sicht umstritten und nachfolgend zu
prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Vergütung der
Heilbehandlungskosten über den 1. Juli 2018 hinaus sowie die Frage des Zeitpunkts
der definitiven Festsetzung der Integritätsentschädigung. Nicht umstritten ist hingegen
mangels Arbeitsunfähigkeit die Einstellung der Taggeldzahlungen per 30. Juni 2018
(vgl. act. G1).
Beschwerdeführer keinen Nachteil. Eine weitere Eingabe durch ihn im
Einspracheverfahren hätte kaum etwas am Einspracheentscheid geändert. Zudem war
er trotz fehlender Kenntnis von der Stellungnahme von Dr. T._ vom 27. Mai 2019
problemlos in der Lage, seine Beschwerde ausführlich zu begründen (vgl. act. G1).
Schliesslich erhielt er nach Eingang der Vorakten beim Gericht Akteneinsicht und
konnte sich spätestens in seiner Replik zu sämtlichen Akten äussern (vgl. act. G5). Er
machte denn in seiner Replik auch keine Gehörsverletzung mehr geltend.
Eine versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR
832.20]). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10% invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte
Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten
Person mehr zu erwarten ist und damit in Bezug auf die Unfallrestfolgen ein
medizinischer Endzustand vorliegt, ist der sog. "Fallabschluss" vorzunehmen;
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen sind einzustellen und es ist der Anspruch der
versicherten Person auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung zu prüfen
(vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 114 E. 4.1).
2.1.
Angesichts der in Erwägung 2.1 ausgeführten gesetzlichen Bestimmungen besteht
ausserdem eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181, E. 3; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/
Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in
Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
2.2.
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Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert:
KOSS UVG]).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
2.3.
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3.
Der Beschwerdeführer macht geltend, der Zeitpunkt des Fallabschlusses sei noch nicht
erreicht (act. G1, G5). Bei der Festlegung des Zeitpunktes der Einstellung der
Heilbehandlungsleistungen sind unbestritten nur die Beschwerden am Fuss und am
Sprunggelenk links zu berücksichtigen. Deren Unfallkausalität ist nicht mehr umstritten
und aktenmässig ausgewiesen (vgl. act. M50, K130, G3). Nicht in kausalem
Zusammenhang zum Unfall vom 16. September 2010 stehen hingegen die
Beschwerden am Knie links.
Der Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden
Leistungen per 30. Juni 2018 noch gewisse unfallkausale Beschwerden. Diese stellen
jedoch den Fallabschluss nicht per se in Frage. Für den Anspruch auf weitere
vorübergehende Leistungen wird rechtsprechungsgemäss vorausgesetzt, dass noch
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Das Kriterium
beurteilt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Es
bedarf dabei einer ins Gewicht fallenden Besserung durch die ärztliche Behandlung.
Eine allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige
Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit oder dass die versicherte
Person etwa von Physiotherapie profitieren kann, genügt nicht. Für den Abschluss der
medizinischen Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung
somit nicht vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2016,
8C_306/2016, E. 5.3, mit weiteren Hinweisen; KOSS UVG-Philipp Geertsen, N 7 ff. zu
Art. 19).
3.1.
Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer unbestritten ab 1. Juli
2018 eine Arbeitsfähigkeit von 100% (act. K134). Der Beschwerdeführer macht jedoch
geltend, zu diesem Zeitpunkt seien ihm gewisse Teilbereiche seiner Arbeitstätigkeit
noch nicht möglich gewesen (act. G1, G5). Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob von
einer weiteren Heilbehandlung trotz der attestierten vollen Arbeitsfähigkeit eine
namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten war. Dazu ist vorerst
festzuhalten, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers unbestritten relativ hohe
Anforderungen an seine körperliche Leistungsfähigkeit stellt. So muss er sich als K._
zum Beispiel in sehr unebenem Gelände bewegen, Tiefenrettungen durchführen und
gefährliches Gelände sichern. Dabei hat er teilweise längere Anmarschzeiten,
beispielsweise bei Lawinenräumungen. Daneben ist er aber auch in der
Führungsunterstützung tätig, wo er vor allem Büroarbeiten sowie Betreuungsdienste
3.2.
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erledigt (vgl. act. M61, G1). Schliesslich ist der Beschwerdeführer im Winter auch
teilweise als Skiinstruktor tätig (act. M53, act. G1).
Nachdem die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen ursprünglich gestützt auf die
Einschätzung von Dr. Q._ (vgl. act. M44) per 1. Oktober 2017 einstellen wollte (vgl.
act. K130), richtete sie diese bis zum 30. Juni 2018 weiter aus (vgl. act. K138, K147). Im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. Juni 2019 (act. K147) bzw. der diesem
zugrundeliegenden Verfügung vom 28. November 2018 (act. K138) stützte sie sich in
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilung von Dr. T._ vom 18.
November 2018 (act. M53). Dieser hatte festgehalten, von einer weiteren Behandlung
könne keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet
werden. Der Beschwerdeführer sei wieder in der Lage, an Geräten zu turnen, was eine
hohe Belastung der Sprunggelenke darstelle. Ausserdem bestehe wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Auch zum Erhalt des derzeitigen Gesundheitszustandes sei keine
Physiotherapie mehr notwendig. Es sei nicht einzusehen, weshalb der junge
Beschwerdeführer nach derart langwierigen und zahlreichen
Physiotherapiebehandlungen nicht selbst in der Lage sein sollte, die Übungen,
insbesondere Koordinationsübungen, auszuführen. Spätestens mit Beginn des
Geräteturnens im April 2018 sei der medizinische Endzustand erreicht gewesen (act.
M53, S. 4 f.). Der Beschwerdeführer stellt dieser Beurteilung die Einschätzung seiner
behandelnden Ärzte entgegen (vgl. act. G1, G5).
3.3.
Dr. N._ hielt am 14. Dezember 2018 fest, verschiedene sportliche und berufliche
Belastungen, die der Beschwerdeführer im Frühjahr 2018 noch nicht habe durchführen
können, seien inzwischen möglich. Dazu zähle zum Beispiel die Wiederaufnahme des
Turnsports und des Barrenturnens, das der Beschwerdeführer einmal wöchentlich
trainiere. Dies sei seit Oktober 2018 möglich gewesen, im Frühjahr noch nicht (act.
K140.4). Entgegen diesen Angaben hatte Dr. N._ in Berichten vom 23. Februar und
24. April 2018 erwähnt, der Beschwerdeführer habe wieder mit Barrenturnen begonnen
(act. M51, M57). Selbst wenn in den Bereichen des Turnsports und des Barrenturnens
seit Juli 2018 aber noch gewisse Fortschritte erzielt werden konnten, spricht dies nicht
gegen einen Fallabschluss per 30. Juni 2018. Dr. N._ führte am 14. Dezember 2018
weiter aus, auch die Beweglichkeit des Sprunggelenks habe deutlich verbessert
werden können. Im April 2018 habe er die Beweglichkeit des OSG in der Dorsal-/
Plantarflexion mit 10-0-40 Grad dokumentiert, bei seiner letzten Untersuchung im
Dezember 2018 sei eine Beweglichkeit von 10-0-60 möglich gewesen. Das heisse aber
auch, dass noch ein Verbesserungspotential bestehe, da die Dorsalextension noch um
zehn Grad eingeschränkt sei. Die Beweglichkeit im USG sei im April 2018 um einen
3.4.
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Viertel eingeschränkt gewesen für die Pro- und Supination. Bei der letzten Vorstellung
im Dezember 2018 sei die Beweglichkeit in diesem Gelenk hingegen frei gewesen (act.
K140.4, vgl. act. K140.5). Wie die Beschwerdegegnerin jedoch zu Recht geltend macht,
stellt eine Verbesserung der Beweglichkeit um wenige Grade keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes dar (act. G3). Weiter hielt Dr. N._ am 14.
Dezember 2018 fest, verschiedene physiotherapeutische Behandlungen müssten unter
Anleitung durchgeführt und kontrolliert werden, wie zum Beispiel ein Explosivtraining.
Andere physiotherapeutische Behandlungen wie die Mobilisation und Dehnung des
Gelenks könnten nicht selbständig durchgeführt werden, es brauche hier klar die
fachliche Kompetenz des Physiotherapeuten. Das Stabilitätstraining führe der
Beschwerdeführer selbst durch. Seit August 2018 seien auch Trainingsformen mit
grosser Kraftentfaltung (Sprungkraft- und Explosivtraining) möglich, seit September
2018 könne der Beschwerdeführer auch mit dem Aufbau von Maximalkraft beginnen.
Dies wäre im Frühjahr 2018 definitiv noch nicht möglich gewesen. Ziel sei es, dass der
Beschwerdeführer die physiotherapeutische Behandlung im Frühjahr 2019
abschliessen könne (act. K140.4). Inwiefern diese Massnahmen die Arbeitsfähigkeit -
von bereits 100% - mindestens in qualitativer Hinsicht noch hätten verbessern können,
lässt sich dem Bericht nicht entnehmen. Dr. N._ führte weiter aus, auch in Bezug auf
die berufliche Tätigkeit habe der Beschwerdeführer im letzten halben Jahr deutliche
Fortschritte erzielen können. Seit dem Sommer 2018 habe er mit einer Arbeitsfähigkeit
von 100% beginnen können. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er nur leichtere Einsätze
durchführen können. Die schwierigen beruflichen Anforderungen (Gruppenführerkurs,
Ortung und Rettung, Absturzsicherung im steilen und schwierigen Gelände) seien erst
seit August 2018 möglich. Im Vergleich zum letzten Winter könne der
Beschwerdeführer die Anforderungen beim Durchführen des Skiexpertenkurses
deutlich besser erfüllen, obwohl hier immer noch keine vollständige Beschwerdefreiheit
bestehe. Ein definitiver Endzustand sei noch nicht erreicht, es sei zu erwarten, dass im
Frühjahr 2019 die Physiotherapie abgeschlossen werden könne (act. K140.4). Diesen
Schilderungen ist zwar eine seit Beginn des Jahres 2018 eingetretene Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Jedoch ergibt sich daraus nicht, dass seit Juli 2018
- als der Beschwerdeführer seine Arbeitstätigkeit wieder zu 100% aufnahm - eine
relevante Verbesserung eingestellt hätte.
Dr. R._ untersuchte den Beschwerdeführer am 17. Januar 2019. Gleichentags
hielt sie fest, die Einschätzung von Dr. T._ bezüglich des Erreichen des
Endzustandes sei für sie nicht nachvollziehbar. Sie gab den Bericht von Dr. N._ vom
14. Dezember 2018 teilweise wieder. Da sie den Beschwerdeführer zwischen 2015 und
dem 17. Januar 2019 nicht mehr gesehen hatte, war sie nicht in der Lage, eine allfällige
3.5.
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Verbesserung seit der Leistungseinstellung per 30. Juni 2018 mit eigenen
Untersuchungsergebnissen zu belegen. Aus ihrem Bericht ergibt sich sodann auch
keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Sie führte aus, der
Beschwerdeführer leiste als K._ körperlich sehr anspruchsvolle Arbeiten. Um
entsprechende Erholungsphasen für den Fuss zu haben, mache er
Führungsunterstützung, was überwiegend Büroarbeiten sowie Betreuungsdienste
beinhalte. Insbesondere bei den koordinativen Fähigkeiten, was zum Beispiel für das
Bewegen in schwierigem Gelände sehr wichtig sei, bestehe noch immer
Trainingsbedarf. In der Zwischenzeit könne er die verlangte Leistung in seiner Tätigkeit
weitestgehend erbringen, es fehle noch relativ wenig, um die letzten Sicherheiten durch
weitergehende Physiotherapie zu erreichen. Sie rechne mit einem Abschluss der
Physiotherapie per 31. Mai 2019 (act. M61). Dr. R._ ging damit von nur noch
geringfügigen möglichen Verbesserungen aus. Diese reichen nicht aus, um den
Fallabschluss per 30. Juni 2018 in Frage zu stellen. Dr. R._ führte zudem aus, in
Bezug auf die weitere Prognose sei die Leistungsfähigkeit bei weiterhin guter Ausdauer
und Koordination, sowie entsprechend angepasster Ausrüstung und Vermeiden von
extremen Belastungen für ca. die nächsten zehn Jahre gut. Auf lange Sicht werde es
aber sicher, insbesondere im USG, zu zunehmenden degenerativen Veränderungen
kommen, welche eventuell dann auch operative Massnahmen und gegebenenfalls eine
Anpassung der beruflichen Laufbahn erfordern würden. Aufgrund dieser Prognose sei
ein endgültiger Abschluss des Falles nicht gerechtfertigt (act. M61). Allein die
Möglichkeit einer in weiter Zukunft liegenden Verschlechterung des
Gesundheitszustandes verhindert einen Fallabschluss jedoch nicht. Sollte es später
tatsächlich zu einer relevanten Verschlechterung mit entsprechender
Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit kommen, müsste der
Beschwerdeführer einen Rückfall melden.
In Kenntnis des Berichts von Dr. R._ hielt Dr. T._ am 27. Mai 2019 wie bereits
erwähnt (vgl. E. 1.2) fest, seit der Beschwerdeführer wieder an Geräten turne, sei keine
physiotherapeutische Behandlung mehr notwendig. Eine Selbstbeübung - wie in der
Physiotherapie erlernt - sei absolut ausreichend (act. M62). Er ging damit weiterhin von
seiner überzeugenden Beurteilung aus, dass spätestens im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung keine Heilbehandlung mehr nötig war.
3.6.
Dr. T._ hatte schliesslich bei seiner Einschätzung vom 18. November 2018,
wonach der medizinische Endzustand seit Beginn des Geräturnens erreicht gewesen
sei, auf den Bericht von Dr. N._ vom 24. April 2018 verwiesen (act. M53). Dr. N._
hatte darin berichtet, die am 18. September und 9. November 2017 durchgeführten
3.7.
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Infiltrationen des Talonaviculargelenks hätten zu einer Schmerzreduktion und einer
besseren Beweglichkeit geführt. Auch die erfolgte Infiltration des USG habe zu einer
deutlichen Verbesserung beim physiotherapeutischen Aufbautraining und zur
Wiederaufnahme des Barrenturnens im Februar 2018 geführt. Der Fuss sei besser
belastbar und die Schmerzen regredient. Der Beschwerdeführer habe bei Instruktionen
im Gelände wesentlich weniger Beschwerden gehabt. Er habe auch eine Woche lang
Skiunterricht gegeben und aufgrund der reduzierten Beschwerden im OSG mehr
belasten können. Ausserdem habe er mit dem Geräteturnen begonnen, was aufgrund
der reduzierten Beschwerden am Fuss recht gut möglich sei. Die Verbesserungen
hätten sich nicht nur bei sportlichen und beruflichen Belastungen gezeigt, auch die
alltäglichen Belastungen seien deutlich besser möglich gewesen. Der
Beschwerdeführer hinke nicht mehr, der Zehengang sei praktisch problemlos möglich.
Im März 2018 habe er den ersten durchgehenden Pionierkurs absolvieren können und
habe deutlich geringere Beschwerden gehabt, als noch drei Monate zuvor (act. M51).
Dieser Bericht war Dr. T._ bekannt gewesen und er war wie erwähnt von einem
Endzustand per Datum des Berichts ausgegangen (vgl. act. M53; die
Beschwerdegegnerin leistete jedoch bis 30. Juni 2018 weiter). Dies ist insofern
nachvollziehbar, als sich dem Bericht von Dr. N._ keine wesentlichen
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr entnehmen lassen. Er hatte dem
Beschwerdeführer zwar noch eine Arbeitsfähigkeit von 20% attestiert, war aber davon
ausgegangen, dass bei weiterhin gutem Verlauf im Sommer 2018 eine Arbeitsfähigkeit
von 100% erreicht werde (vgl. act. M53). Diese Prognose traf bekanntlich ein, der
Beschwerdeführer arbeitete ab 1. Juli 2018 wieder in einem Pensum von 100% (vgl.
act. K134, G1). Spätestens ab diesem Zeitpunkt - welcher mit dem Datum der
Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin übereinstimmt - lag also auch
gemäss der Einschätzung von Dr. N._ keine Arbeitsunfähigkeit mehr vor.
Nach dem Gesagten ist der Fallabschluss per 30. Juni 2018 nicht zu beanstanden.
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde zwar vor, er habe damals noch
keine Pionierkurse, keine Tiefenrettungskurse sowie keine Wiederholungskurs-
Betreuungen im Pionierbereich durchführen dürfen. Auch sei er für einen allfälligen
Ernsteinsatz, zum Beispiel bei einem Unwetter, noch nicht einsatzfähig gewesen (vgl.
act. G1, S. 4). Wie die Beschwerdegegnerin jedoch zu Recht vorbringt (act. G3), haben
die behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2018 unbestritten eine
Arbeitsfähigkeit von 100% für seine Tätigkeit als K._ attestiert. Eine damals noch
bestehende wesentliche Einschränkung in der Ausübung seiner Tätigkeit, welche mit
weiteren Behandlungen hätte verringert werden können, ist damit nicht
nachvollziehbar.
3.8.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/19
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4.
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es sei noch verfrüht, die Höhe des
Integritätsschadens definitiv festzulegen (act. G1). Wie bereits gesagt, ist der
Integritätsschaden im Zeitpunkt des Fallabschlusses festzulegen (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Damit ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin am 28.
November 2018 über die Integritätsentschädigung verfügt hat (vgl. act. K135).
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den
Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als
gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung
der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet.
Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten
gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32
E. 1c mit Hinweis).
4.1.
Dr. T._ schätzte den Integritätsschaden am 18. November 2018 auf 15%. Er
verwies dabei auf die Suva-Tabelle 5 (Revision 2011) "Integritätsschaden bei
Arthrosen" gemäss welcher eine USG-Arthrose mit mässiger Ausprägung mit 5-15%
bewertet werde. Ausserdem sei für eine Fusswurzelarthrose bei mässiger Ausprägung
ein Integritätsschaden von 5-10% vorgesehen. Ein einfaches Zusammenzählen dieser
Angaben sei jedoch nicht zulässig. Als Referenzwert müsse die völlige
Gebrauchsunfähigkeit eines Beins herangezogen werden. Eine solche werde gemäss
Suva-Tabelle 2 (Revision 2000) "Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den
unteren Extremitäten" mit 50% taxiert. In Relation zum Referenzwert scheine es
gerecht, von einer Gesamtschädigung in der Höhe von 15% auszugehen. Dabei sei
auch ein medizinisch überschaubarer Zeitraum von fünf Jahren mit eingerechnet (act.
M53). Der Beschwerdeführer stellt die Einschätzung eines Integritätsschadens von
4.2.
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5.