Decision ID: fed00125-84d6-4eb7-b725-40ecc7e290a9
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 06.08.2008 Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision. Bei einer dem Sinn und Zweck des Art. 17 Abs. 1 ATSG Rechnung tragenden Interpretation genügt es nicht, den früheren mit dem aktuellen Invaliditätsgrad zu vergleichen und bei einer ausreichenden Differenz die laufende Rente anzupassen. Es ist vielmehr notwendig, den Eintritt einer erheblichen Sachverhaltsveränderung nachzuweisen. Dies setzt u.U. voraus, dass eine möglicherweise falsche ursprüngliche Invaliditätsbemessung, die der erstmaligen Rentenzusprache zugrunde gelegt worden ist, überprüft wird. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die laufende Rente revidiert wird, obwohl sich der Sachverhalt gar nicht verändert hat und die Differenz in den Ergebnissen der beiden Invaliditätsbemessungen nur darauf zurückzuführen ist, dass der bei der ursprünglichen Bemessung begangene Fehler im Revisionsverfahren nicht wiederholt wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. August 2008, IV 2007/119).
Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug
und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 6. August 2008
in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
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St.Galler Gerichte
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
S._ meldete sich am 6. März 1996 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med. A._
berichtete der IV-Stelle am 12. Februar 1997, der Versicherte sei in seinem Beruf als
Maler seit dem 5. Juli 1995 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Der
Gesundheitszustand sei stationär. Der Versicherte leide an einem chronischen
zervikospondylogenen Syndrom zufolge ausgeprägter Spondylarthrose C2/3 links
unklarer Aetiologie mit massivsten muskulären Verspannungen mit
Spannungskopfschmerzen. Anfangs 1995, also noch während des viermonatigen
Aufenthalts in der Alkoholentzugsstätte, habe der Versicherte zunehmend an
linksseitigen Schmerzen im Bereich der HWS mit Ausstrahlungen in den linken
Schultergürtel gelitten. Die Schmerzen hätten beim Tragen von Lasten auf der linken
Seite exazerbiert. Bewegungen der HWS hätten eher eine Verschlechterung zur Folge.
Nach der Entziehungskur habe der Versicherte zwei Tage als Maler gearbeitet. Dabei
habe er, insbesondere bei Arbeiten über Kopf, massivste Schmerzen in der HWS
verspürt. Deshalb habe er die Arbeit niedergelegt. In der Folge hätten verschiedenste
therapeutische Bemühungen die Situation nicht zu verbessern vermocht. Die
Beweglichkeit der HWS habe weiter abgenommen, und die Beschwerden träten nun
selbst bei leichtesten körperlichen Belastungen auf. Bei einer Prüfung der
Faustschlusskraft links habe der Versicherte glaubhaft eine akute Schmerzexazerbation
links zervikal angegeben. Für eine manuelle Tätigkeit sei der Versicherte zu 100%
arbeitsunfähig. Aufgrund des Verlaufs sei nicht damit zu rechnen, dass sich daran
etwas ändern werde. Unerfreulich sei, dass trotz intensivster physikalischer
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Bemühungen keine Besserung auf Dauer habe erzielt werden können. Der Versicherte
gebe an, er könne nicht längere Zeit am Schreibtisch sitzen und selbst leichteste
Belastungen bereiteten ihm starke Schmerzen. Mit einer Verfügung vom 11. Juni 1997
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 1996 eine ganze
Invalidenrente zu, weil er als Maler zu 100% arbeitsunfähig und deshalb zu 100%
invalid sei.
B.
Im Rahmen eines ersten Rentenrevisionsverfahrens berichtete Dr. med. A._ am 2.
Juni 1998, das Beschwerdebild habe sich grundsätzlich nicht geändert. Ohne
regelmässige Lockerungsmassagen habe der Versicherte "brutale" Schmerzen mit
Ausstrahlungen in den linken Arm. Er benötige regelmässig Tramal zur Analgesie.
Sicherlich sei er in dieser Situation nicht arbeitsfähig. Die IV-Stelle teilte dem
Versicherten am 15. Juni 1998 mit, dass sie keine rentenbeeinflussende Änderung
festgestellt habe. In einem erneuten Rentenrevisionsverfahren berichtete Dr. med.
A._ am 19. September 2000, im März 1999 sei ein deutliches Impingement der linken
Schulter diagnostiziert worden. Am 10. Mai 1999 seien eine Arthroskopie der linken
Schulter und eine arthroskopische Refixation der Bizepsverankerung vorgenommen
worden. In bezug auf das chronische zervikospondylogene Syndrom zufolge
ausgeprägter Spondylarthrose C2/3 links mit massivsten muskulären Verspannungen
und Spannungskopfschmerzen habe sich kaum etwas geändert. Ausserhäusliche
Tätigkeiten seien für den Versicherten gar nicht mehr denkbar (Arbeitsunfähigkeit
100%), leichte Hausarbeiten seien mühsam. Eine Umschulung sei ausgeschlossen, da
eine rein geistige Tätigkeit sicher nicht in Frage komme und da die geklagten
Schmerzen bei manuellen Tätigkeiten stark limitierend seien. Am 12. Oktober 2000
teilte die IV-Stelle mit, sie habe keine rentenbeeinflussende Veränderung festgestellt.
C.
Am 11. März 2005 leitete die IV-Stelle erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein. Der
Versicherte gab am 26. März 2005 an, sein Gesundheitszustand sei unverändert. Die
IV-Stelle ersuchte Dr. med. A._ um einen Verlaufsbericht. Da trotz mehrmaliger
Mahnung kein solcher Bericht einging, empfahl Dr. med. B._ vom RAD Ostschweiz
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am 6. Februar 2006 eine Begutachtung durch Dr. med. C._. Im
Begutachtungsauftrag vom 9. Februar 2006 fragte die IV-Stelle Dr. med. C._
ausdrücklich, ob sich die Diagnose und/oder der Gesundheitszustand des Versicherten
seit 1995/6 objektivierbar geändert hätten. Dr. med. C._ führte in seinem Gutachten
vom 6. Juni 2006 aus, seine Beurteilung stütze sich u.a. auf die von ihm am 5. Mai
2006 vorgenommene Befragung und Untersuchung, auf am gleichen Tag
durchgeführte Röntgenuntersuchungen, auf ein Arthro-MRI der Schulter und auf eine
zervikovertebrale Kernspintomographie, beide vom 29. Mai 2006. Der Versicherte habe
über persistierende stechende Schmerzen in der HWS geklagt, die bis in den linken
Vorderarm und den Hinterkopf ausstrahlten und die gelegentlich auch den Nachtschlaf
störten. Der Versicherte habe weiter angegeben, das Sitzen sei schmerzbedingt auf
zwei Stunden limitiert, das Laufen aber unbeschränkt möglich. Die Beschwerden
verstärkten sich beim Heben und Tragen von Lasten. In allen Fingern bestehe ein
Einschlafgefühl, aber Paresen seien nicht vorhanden. Er benütze regelmässig
Analgetika. Nach der Operation vom 10. Mai 1999 hätten die stechenden Schmerzen in
der linken Schulter persistiert. Beim Heben und Tragen von Lasten schmerze die linke
Schulter nicht, wohl aber beim Arbeiten über der Horizontalen. Zudem liege eine
Schwäche des linken Arms vor. In seiner Beurteilung führte Dr. med. C._ aus, die
Nackenschmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der HWS könnten durch
die radiologisch sichtbaren degenerativen Veränderungen nicht nahtlos erklärt werden.
Insbesondere könnten die Ausstrahlungen in den linken Vorderarm nicht nachvollzogen
werden, da linksseitig keine neurale Kompression nachweisbar sei. Die Schmerzen in
der linken Schulter und die pathologischen Untersuchungsbefunde derselben könnten
durch das Impingement, aber auch durch die chronische Tendinopathie der Supra- und
der Infraspinatussehne bedingt sein. Arbeiten, die mit regelmässigen Haltungen der
HWS in Inklination oder Reklination verbunden seien oder über der Horizontalen
ausgeführt werden müssten und bei denen regelmässig Gegenstände über 10 kg zu
heben oder zu tragen seien, seien nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Als Maler sei
der Versicherte bei voller Stundenpräsenz zu ca. 35% arbeitsfähig. Körperlich leichte
Tätigkeiten, die in temperierten Räumen ausgeführt würden, ohne dass dabei
vorwiegend inklinierte oder reklinierte Haltungen der HWS eingenommen werden
müssten, und die keine regelmässigen Bewegungen über der Horizontalen und auch
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kein häufiges Tragen von Lasten über 10 kg beinhalteten, könnten bei voller
Stundenpräsenz zu ca. 80% zugemutet werden.
D.
Dr. med. B._ vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 20. Juli 2006 fest, der Versicherte
habe damals (1997) einen starken Alkoholabusus betrieben. Das sei zwar damals nicht
in die Beurteilung (des Invaliditätsgrades) einbezogen worden. Es müsse aber davon
ausgegangen werden, dass die Ressourcenlage des Versicherten dadurch
beeinträchtigt gewesen sei. Seit 2000 sei der Versicherte abstinent. Gemäss der
aktuellen orthopädischen Beurteilung hätten sich die objektivierbaren Befunde
gegenüber 1996 insofern verschlechtert, als nun zusätzlich ein Impingement der linken
Schulter und eine mässige chronische Tendopathie der Supra- und Infraspinatussehne
attestiert werde. Die Schulterbeschwerden hätten allerdings bereits 1995 bestanden.
Durch die Operation vom 10. Mai 1999 seien sie vermindert worden. Diesbezüglich
liege eine graduelle Besserung der funktionellen Schulterbeschwerden vor. Die HWS-
Beschwerden hätten gemäss dem Bericht von Dr. med. A._ vom 12. Februar 1997
selbst leichteste Belastungen nicht zugelassen, da sie starke Schmerzen bereitet
hätten. Dem Versicherten sei damals das Sitzen am Schreibtisch nicht möglich
gewesen. Nun sei dies für zwei Stunden möglich und das Laufen sei unbeschränkt
möglich. Verglichen mit der Situation in den Jahren 1996/97 hätten sich die
gesundheitlichen Beschwerden und die funktionellen Ausfälle also relevant gebessert.
Damit gehe vor allem eine verbesserte Ressourcenlage einher. Zusammen mit der
Alkoholabstinenz seit 2000 lasse sich zwanglos ein verbesserter allgemeiner
Gesundheitszustand und eine verbesserte Belastbarkeit und Adaptation ableiten. Für
eine adaptierte Tätigkeit könne von einer Arbeitsfähigkeit von 80% ausgegangen
werden. Der Berufsberater der IV-Stelle hielt am 20. November 2006 fest, die
gesundheitlichen Beschwerden stünden beim Versicherten derart im Vordergrund, dass
er sich nicht auf eine BEFAS-Abklärung einlassen könne und dass für ihn auch andere
berufliche Massnahmen nicht in Frage kämen. Da sich der Versicherte nicht
eingliederungsfähig fühle, sei der berufsberaterische Abklärungsauftrag
abzuschliessen.
E.
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Mit einem Vorbescheid vom 14. Dezember 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sein Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen abzuweisen sei. Mit
einem zweiten Vorbescheid vom 14. Dezember 2006 orientierte die IV-Stelle den
Versicherten darüber, dass sie die laufende ganze Rente revisionsweise aufheben
werde. Der Versicherte wandte am 12. Januar 2007 ein, seine Invalidität sei auf eine
Spondylarthrose zurückzuführen. Dabei handle es sich um eine degenerative
Erkrankung, die sich nur verschlechtern und nicht verbessern könne. Die regelmässig
durchgeführten Revisionsverfahren hätten nie eine Veränderung ergeben. Es sei nicht
einzusehen, dass sich seine Situation nun so drastisch verändert haben sollte. Der
Bericht von Dr. med. C._ sei nicht überzeugend. Dr. med. A._ wäre jederzeit bereit,
einen detaillierten Bericht zu erstellen. Der Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert. Die Schmerzen in der HWS seien stärker geworden. Ausserdem seien
rheumatische Beschwerden im Lendenwirbelbereich, in den Kniegelenken und in der
linken Schulter hinzugekommen. Er habe häufig starke Migräneanfälle. Vor einigen
Jahren habe er sich zudem in psychiatrische Behandlung begeben müssen. Dieser
Stellungnahme lagen einige ältere Arztberichte bei. Mit einer Verfügung vom 15.
Februar 2007 wies die IV-Stelle ein Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen
ab. Zur Begründung wies sie darauf hin, dass sich der Versicherte nicht im Stande
sehe, einer Anstellung nachzugehen und sich entsprechend aktiv um den Erfolg der
beruflichen Eingliederung zu bemühen. Ebenfalls am 15. Februar 2007 verfügte die IV-
Stelle die Einstellung der laufenden ganzen Invalidenrente.
F.
Der Versicherte liess am 13. März 2007, vertreten durch Dr. med. A._, Beschwerde
gegen die Verfügung betreffend Renteneinstellung erheben. Er liess geltend machen,
die Untersuchung durch Dr. med. C._ habe nur etwas mehr als zehn Minuten
gedauert. Am Beschwerdebild, das früher zu einer Arbeitsunfähigkeit und damit zu
einer Berentung geführt habe, habe sich nichts geändert. Er schlage deshalb vor,
nochmals eine Begutachtung durch einen Fachmann für Wirbelsäulenprobleme zu
veranlassen. Die seit 1995 angegebenen Schmerzen bei geringster körperlicher
Belastung hätten eher zugenommen, weswegen er nicht plötzlich arbeitsfähig sein
könne, zumal zusätzliche Probleme von Seiten der linken und nun auch der rechten
Schulter (vor allem bei eleviertem Oberarm) bestünden. Nach der Auffassung von Dr.
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med. A._ war der Versicherte nach wie vor auch für eine adaptierte Tätigkeit
vollständig arbeitsunfähig.
G.
Die IV-Stelle beantragte am 10. April 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, es sei nicht ersichtlich und vom Versicherten auch nicht dargetan worden,
inwiefern das Gutachten von Dr. med. C._ fehlerhaft sein sollte. Deshalb sei ohne
Abstriche auf es abzustellen. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig.
Gemäss der Stellungnahme des RAD Ostschweiz verfüge der Versicherte über eine
verbesserte Ressourcenlage. Daraus lasse sich zwanglos eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes und eine verbesserte Belastbarkeit und Adaption ableiten. Darin
sei eine wesentliche Sachverhaltsveränderung zu erblicken. Wenn kein Revisionsgrund
gegeben wäre, könnte die angefochtene Verfügung mit der substituierten Begründung
geschützt werden, die Wiedererwägungsvoraussetzungen seien erfüllt. Die
ursprüngliche Rentenverfügung habe sich nämlich auf einen Einkommensvergleich
gestützt, der nur die bisherige Tätigkeit als Maler beinhaltet habe. Die Arbeitsfähigkeit
in einer zumutbaren Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage sei nicht geprüft
worden. Zudem seien keine medizinischen Berichte eingeholt worden, die für solche
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeitsschätzung beinhaltet hätten. Der rechtswidrige
Einkommensvergleich bewirke, dass die ursprüngliche Rentenzusprache zweifellos
unrichtig gewesen sei.
H.
H.a Der Versicherte liess durch Dr. med. A._ am 27. April 2007 einwenden, man
könne dem Fall nur gerecht werden, wenn man eine nochmalige Begutachtung durch
einen wirklichen Wirbelsäulenspezialisten veranlasse. In Frage käme auch eine
polydisziplinäre Abklärung durch die Klinik Valens, wenn schon dem Alkoholproblem
soviel Bedeutung beigemessen werde. Bei der erstmaligen Rentenzusprache sei die
mögliche Wiedereingliederung durchaus beachtet worden, denn er habe selbst bei
leichten Arbeiten über vermehrte Beschwerden geklagt. Deshalb sei die Berentung
richtig gewesen. Am 9. November 2007 liess der Versicherte - nun vertreten durch den
Rechtsdienst der procap - ergänzend ausführen, er beantrage die Aufhebung der
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Verfügung vom 15. Februar 2007 und die Weiterausrichtung einer Invalidenrente.
Ausserdem sei die Angelegenheit zur Prüfung beruflicher Massnahmen an die IV-Stelle
zurückzuweisen. Er liess u.a. geltend machen, die IV-Stelle sei bei der erstmaligen
Rentenzusprache gestützt auf den Bericht von Dr. med. A._ vom 12. Februar 1997
von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auch für eine adaptierte Tätigkeit ausgegangen.
Sie habe damals keinen Grund gesehen, diesen Bericht in Zweifel zu ziehen. Von einem
offensichtlich unrichtigen Entscheid könne deshalb keine Rede sein. Dr. med. C._
habe zwar für eine adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% angegeben, aber
auf die Frage, ob sich der Gesundheitszustand verändert habe, habe er angegeben, es
bestehe zusätzlich eine Gesundheitsschädigung der linken Schulter. Damit sei Dr. med.
C._ davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand nicht verändert habe.
Seine Beurteilung sei somit nur eine andere medizinische Beurteilung, die kein
Revisionsgrund sein könne. Die vom RAD Ostschweiz behauptete Verminderung der
Beschwerden in der linken Schulter sei nicht ausgewiesen. Die rückwirkende
Konstruktion einer Ressourcenverminderung sei nicht zu berücksichtigen, denn bereits
vor der ursprünglichen Berentung seien Alkoholentzugskuren vorgenommen worden.
Die behauptete gesundheitliche Verbesserung sei also nicht nachgewiesen.
H.b Der Versicherte legte einen Bericht vom 11. Juni 2007 über eine bidisziplinäre
Untersuchung durch die Klinik Valens bei. Laut diesem Bericht war der Versicherte
aktuell durch chronische Beschwerden im Bereich des Nackens und des
Schultergürtels links sowie durch leichtgradige Beschwerden im Bereich der unteren
LWS beeinträchtigt. Die Gutachter hatten ausgeführt, es könne die Diagnose eines
Zervikobrachialsyndroms links bei Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule, bei
degenerativen Veränderungen der HWS und bei muskulären Dysbalancen gestellt
werden. Weiter bestehe ein leichtgradiges subacromiales Engpasssyndrom links mit
einer leichten Reizung der Supraspinatussehne bei MRI-mässig nachgewiesener
leichtgradiger AC-Gelenksarthose. Als weitere rheumatologische Befunde könnten
noch eine diskrete Fingerpolyarthrose und ein leichtgradiges Lumbovertebralsyndrom
angefügt werden. Diese klinisch-rheumatologischen Befunde hätten eine
schmerzbedingte verminderte Belastbarkeit der HWS und eine deutlich reduzierte Kraft
und Kraftausdauer der gesamten Schultergürtel- und Rumpfmuskulatur zur Folge.
Dennoch sei im Rahmen der ergonomischen Tests eine körperliche Belastbarkeit
festzustellen gewesen, die mindestens einer leichten bis mittelschweren,
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wechselbelastenden Arbeit entsprochen habe. Indiziert seien ein regelmässiges
allgemeines Fitnesstraining und ein gezieltes Krafttraining. Es wäre möglich, in einem
arbeitsbezogenen, leistungsorientierten Ergonomietraining die funktionelle
Leistungsfähigkeit zu verbessern. Angesichts der während der Abklärung beobachteten
Tendenz zur Selbstlimitierung und angesichts der mässig konsistenten Testresultate sei
ein engagiertes und motiviertes Mitarbeiten des Versicherten aber eher fraglich. In einer
leichten bis mittelschweren Arbeit mit seltener Betätigung über Kopf könnte der
Versicherte initial eine Leistung von 50% erbringen. Nach einer gewissen
Einarbeitungszeit könnte er eine Arbeitsfähigkeit von 75-80% erreichen. In der Tätigkeit
als Maler sei der Versicherte allerdings vollständig arbeitsunfähig.
H.c Der Versicherte machte in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 9. November
2007 unter Bezugnahme auf diesen Bericht der Klinik Valens weiter geltend, diese
Beurteilung beziehe sich auf einen gleichen Gesundheitszustand. Sollte das Gericht
trotzdem die Revisionsvoraussetzungen bejahen, wäre der Invaliditätsbemessung ein
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% zugrunde zu legen. Zu klären bleibe die Frage, ob eine
Rentenherabsetzung nicht die Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen
voraussetze. Fraglich sei zudem, wie sich die Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht
auswirke. Da die IV-Stelle verpflichtet sei, die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten
zu prüfen, bevor sie eine Rentenherabsetzung verfüge, spiele die formelle Rechtskraft
der Verfügung betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen keine Rolle.
I.
Die IV-Stelle verzichtete am 16. November 2007 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG ist eine Invalidenrente für die Zukunft zu erhöhen,
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad erheblich ändert.
Interpretiert man diese Gesetzesbestimmung ausschliesslich nach ihrem Wortlaut, so
kann im vorliegenden Fall tatsächlich ohne weiteres von einem Revisionstatbestand
ausgegangen werden. Am 11. Juni 1997 hat die Beschwerdegegnerin dem
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Beschwerdeführer bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Invalidenrente
zugesprochen. Im Rahmen des 2005 eingeleiteten Revisionsverfahrens hat sie einen
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von weniger als 40% ermittelt. Beschränkt sich
das Revisionsverfahren tatsächlich auf den Vergleich der Invaliditätsgrade, ist im
vorliegenden Fall also eine revisionsrechtlich relevante Veränderung ausgewiesen, so
dass die laufende ganze Invalidenrente des Beschwerdeführers herabzusetzen oder
aufzuheben ist. Nach dieser Interpretation des Art. 17 Abs. 1 ATSG bildet einzig der der
ursprünglichen Rentenzusprache zugrunde gelegte Invaliditätsgrad die Vergleichsbasis.
Ob dieser Invaliditätsgrad korrekt ermittelt worden ist, spielt keine Rolle, denn
massgebend ist nur, dass gestützt auf diesen Invaliditätsgrad eine Rente formell
rechtskräftig zugesprochen worden ist.
1.2 Diese ausschliesslich dem Wortlaut verhaftete Interpretation von Art. 17 Abs. 1
ATSG ignoriert den Sinn und Zweck dieser Verfahrensnorm. Das Korrekturinstrument
'Revision' ist dazu bestimmt, rechtskräftig zugesprochene, laufende Invalidenrenten
einer nachträglichen Änderung des anspruchsbegründenden Sachverhalts anzupassen.
Solange der anspruchsbegründende Sachverhalt unverändert andauert, verhindert der
in der formellen Rechtskraft der ursprünglichen Rentenverfügung verfahrensrechtlich
umgesetzte Anspruch des Rentners auf Vertrauensschutz/subjektive Rechtssicherheit
eine Herabsetzung/Aufhebung der laufenden Invalidenrente. Umgekehrt verhindert die
auch zugunsten der Verwaltung wirkende, in der formellen Rechtskraft der
Rentenverfügung verankerte Rechtssicherheit, dass ohne Veränderung des
anspruchsbegründenden Sachverhalts eine Heraufsetzung der laufenden Rente
erfolgen muss. Eine nur auf den der ursprünglichen Rentenzusprache zugrunde
gelegten Invaliditätsgrad abstellende Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG trägt diesem
Sinn und Zweck nicht oder nur zufällig Rechnung. Es ist nämlich möglich, dass der der
Rentenzusprache zugrunde gelegte Invaliditätsgrad auf einer fehlerhaften/
unvollständigen Sachverhaltserhebung oder auf einem Rechtsanwendungsfehler bei
der Invaliditätsbemessung beruht. Wird dieser Fehler im Rahmen des
Rentenrevisionsverfahrens nicht wiederholt, resultiert ein anderer Invaliditätsgrad,
obwohl sich der anspruchsbegründende Sachverhalt gar nicht verändert hat. In einem
solchen Fall dient die Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG also nicht der
Anpassung der laufenden Invalidenrente an eine nachträgliche Veränderung des
anspruchsbegründenden Sachverhalts, sondern der Korrektur eines früher bei der
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Invaliditätsbemessung begangenen Fehlers für die Zukunft. Die von der
höchstrichterlichen Rechtsprechung entwickelte sogenannte Wiedererwägung ex nunc
ist deshalb bei genauer Betrachtung gar kein Anwendungsfall von Art. 53 Abs. 2 ATSG
(zumal eine Wiedererwägung verfahrenslogisch ausschliesslich ex tunc wirken kann, da
sie die zweifellos unrichtige Verfügung beseitigt, vgl. Ralph Jöhl, Zur Praxis der
substituierten Begründung der Wiedererwägung bei zu Unrecht ergangenen
Anpassungsverfügungen, AJP 2004, S. 1001 ff.), sondern eine ausschliesslich dem
Wortlaut verhaftete Interpretation des Art. 17 Abs. 1 ATSG.
1.3 Trägt man dem Sinn und Zweck des Revisionsverfahrens gemäss Art. 17 Abs. 1
ATSG Rechnung, kann als Vergleichsbasis bei der Prüfung einer allfälligen Veränderung
des Invaliditätsgrades nicht ohne weiteres immer der der ursprünglichen
Rentenzusprache zugrunde gelegte Invaliditätsgrad herangezogen werden. Abzustellen
ist vielmehr auf denjenigen Invaliditätsgrad, der bei der erstmaligen Rentenzusprache
effektiv vorgelegen hat, von dem die IV-Stelle also ausgegangen wäre, wenn sie den
anspruchserheblichen Sachverhalt korrekt und vollständig erhoben und rechtlich
korrekt gewürdigt hätte. Der Nachweis einer effektiv eingetretenen Änderung des
anspruchserheblichen Sachverhalts kann nur geführt werden, wenn der effektive
Invaliditätsgrad, der bei der erstmaligen Rentenzusprache bestanden hat, bekannt ist,
denn ohne überzeugende Vergleichsbasis ist kein Vergleich, d.h. kein Nachweis einer
effektiv eingetretenen Veränderung des anspruchserheblichen Sachverhalts möglich.
Weckt das Ergebnis des Revisionsverfahrens also in sachverhaltlicher und/oder
rechtlicher Hinsicht den Verdacht, dass die ursprüngliche Invaliditätsbemessung
fehlerhaft gewesen sein könnte, muss diese Invaliditätsbemessung überprüft und
nötigenfalls korrigiert werden. Dies setzt keine Wiedererwägung/prozessuale Revision
der Verfügung voraus, mit der die Invalidenrente erstmals zugesprochen worden ist,
denn es geht im Rentenrevisionsverfahren ja nur darum, eine verlässliche
Vergleichsbasis zu schaffen, damit die Frage, ob sich der Invaliditätsgrad effektiv
verändert habe, überzeugend beantwortet werden kann. Ist dies nicht möglich, weil der
effektive anspruchsbegründende Sachverhalt weder den damals produzierten Akten
entnommen noch im Rahmen des Revisionsverfahrens mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erhoben werden kann, scheitert die
revisionsweise Anpassung der laufenden Invalidenrente am fehlenden Nachweis einer
anspruchserheblichen Sachverhaltsveränderung. Trotz des gelungenen Nachweises,
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dass der Invaliditätsgrad im Revisionszeitpunkt nicht demjenigen entspricht, von dem
bei der ursprünglichen Rentenzusprache ausgegangen worden ist, muss eine
Anpassung also unterbleiben, weil keine Sachverhaltsveränderung ausgewiesen ist.
Kann nämlich nicht ermittelt werden, ob die ursprüngliche Invaliditätsbemessung falsch
gewesen oder ob eine effektive Veränderung des anspruchsbegründenden
Sachverhalts eingetreten ist, ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass ein Revisionsgrund i.S. von Art.
17 Abs. 1 ATSG vorliegt.
2.
2.1 Dr. med. A._ hat am 12. Februar 1997 eine Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers im erlernten und bis 1995 ausgeübten Beruf eines Malers von
100% angegeben. Er hat in seinem Bericht auch darauf hingewiesen, dass der
Beschwerdeführer ein länger dauerndes Sitzen am Schreibtisch nicht vertrage und
dass dem Beschwerdeführer selbst leichteste Belastungen starke Schmerzen
bereiteten. Die Beschwerdegegnerin hat diese Angaben zu Recht so verstanden, dass
der Beschwerdeführer nach der Ansicht von Dr. med. A._ auch in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. Sie hat gestützt auf diese Einschätzung
auf die Prüfung beruflicher Eingliederungsmassnahmen verzichtet und eine ganze
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zugesprochen. Im Rahmen des
2005 eingeleiteten Revisionsverfahrens hat Dr. med. A._ zunächst keine Angaben zur
gesundheitlichen Situation und zur Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
gemacht. In der im Auftrag des Beschwerdeführers erhobenen Beschwerde hat er dann
aber darauf beharrt, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht verändert hätten. Er hat die Arbeitsfähigkeitsschätzung von
Dr. med. C._ vom 6. Juni 2006 als unzutreffend betrachtet. Das später eingereichte
Gutachten der Klinik Valens vom 11. Juni 2007 hat dann aber weitgehend die
Einschätzung von Dr. med. C._ bestätigt. Die beiden grundsätzlich
übereinstimmenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. med. C._ und der Klinik
Valens vermögen zu überzeugen. Die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._
in der Beschwerdeschrift vom 13. März 2007 ist somit widerlegt. Es steht fest, dass der
Beschwerdeführer maximal zu 50% arbeitsunfähig ist.
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2.2 Zu prüfen bleibt, ob die Differenz in den Einschätzungen von 1997 und 2006/7 eine
Revision der laufenden ganzen Invalidenrente zu begründen vermag. Da Dr. med.
A._, der den Beschwerdeführer seit mehr als zehn Jahren behandelt und deshalb
dessen gesundheitliche Entwicklung nach 1997 kennt, darauf beharrt hat, dass sich die
Arbeitsunfähigkeit nicht verändert habe, besteht der Verdacht, dass seine
Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 1997 genauso unzutreffend gewesen sein könnte
wie diejenige vom 13. März 2007. Würde dieser Verdacht zutreffen, wäre die der
ursprünglichen Zusprache der ganzen Rente zugrunde gelegte Invalidität von 100%
falsch gewesen. Der Verdacht muss deshalb zur Folge haben, dass der von der
Beschwerdegegnerin angestellte Vergleich der Invaliditätsgrade von 1997 und 2005
nicht geeignet ist, eine rentenrelevante Sachverhaltsveränderung nachzuweisen und
die laufende ganze Rente zu revidieren. Es fehlt nämlich eine verlässliche
Vergleichsbasis 1997, die notwendig ist, um den effektiven Eintritt einer
rentenrelevanten Sachverhaltsveränderung mit dem notwendigen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen zu können. Es genügt nicht, dass im
Rahmen des (durch das Beschwerdeverfahren in Bezug auf die Sachverhaltsabklärung
ergänzten) Revisionsverfahrens mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ein aktueller Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von weit unter
100% nachgewiesen worden ist, denn allein damit lässt sich keine relevante
Veränderung belegen.
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat die Notwendigkeit, eine effektiv eingetretene
rentenrelevante Sachverhaltsveränderung nachzuweisen, eigentlich erkannt. Sie hat Dr.
med. C._ nämlich die Frage gestellt, ob sich die Diagnose und/oder der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 1995/6 objektivierbar geändert
hätten. Hätte Dr. med. C._ eine erhebliche Veränderung angegeben, so hätte kein
Verdacht bestanden, dass die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ von
1997 - und damit die damalige Invaliditätsbemessung - falsch gewesen sein könnten,
denn die Abweichung zwischen jener Arbeitsunfähigkeitsschätzung und jener von Dr.
med. C._ wäre dann wohl durch die Veränderung ausreichend erklärt gewesen. Nun
hat Dr. med. C._ in seinem Gutachten vom 6. Juni 2006 aber keine präzise Antwort
auf die Frage nach einer allfälligen Veränderung von Diagnose und/oder
Gesundheitszustand gegeben. Insbesondere hat er sich nicht dazu geäussert, ob die
Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ vom 12. Februar 1997 richtig
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gewesen sei. Trotz dieses Mankos im Gutachten vom 6. Juni 2006 hat die
Beschwerdegegnerin die Abklärung der Frage nach einer effektiven Veränderung des
rentenrelevanten Sachverhalts und damit nach dem effektiven Invaliditätsgrad in der
Zeit bis 1997 nicht weitergeführt. Sie hat sich stattdessen darauf beschränkt, Art. 17
Abs. 1 ATSG ausschliesslich nach dem Wortlaut zu interpretieren und direkt von der
abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ auf das Vorliegen einer
rentenrelevanten Sachverhaltsveränderung zu schliessen. Da diese Interpretation des
Art. 17 Abs. 1 ATSG falsch ist, erweist sich die Vorgehensweise der
Beschwerdegegnerin als rechtswidrig. Die angefochtene Verfügung, mit der die
laufende ganze Invalidenrente hat eingestellt werden sollen, ist deshalb aufzuheben.
2.4 Dr. med. A._ dürfte als behandelnder Arzt eine detaillierte Krankengeschichte
geführt haben. Es ist deshalb denkbar, dass die Frage nach der effektiven
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zum
Zeitpunkt der Zusprache einer ganzen Invalidenrente anhand der dokumentierten
gesundheitlichen Entwicklung durch einen medizinischen Sachverständigen
nachträglich noch mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt
werden kann. Die Beschwerdegegnerin hat diese Möglichkeit nicht ausgeschöpft.
Damit hat sie die Sachverhaltsabklärung im Revisionsverfahren abgebrochen, bevor sie
den relevanten Sachverhalt pflichtgemäss vollständig abgeklärt hatte. Sie wird die
entsprechenden Abklärungsmassnahmen nachzuholen haben. Dazu ist die Sache an
sie zurückzuweisen. Die von der Beschwerdegegnerin als Eventualbegründung der
Rentenaufhebung vorgeschlagene "Wiedererwägung ex nunc" kommt unter diesen
Umständen zum vornherein nicht in Frage, da die Möglichkeit einer revisionsweisen
Herabsetzung oder Aufhebung der laufenden ganzen Invalidenrente noch nicht definitiv
auszuschliessen ist und deshalb die zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 11.
Juni 1997 nicht nachgewiesen werden kann. Im übrigen ist bereits oben ausgeführt
worden, dass eine Wiedererwägung aus verfahrenslogischen Gründen gar nicht ex
nunc wirken kann.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer am 15. Februar 2007 zwei
Verfügungen eröffnet, nämlich die revisionsweise Aufhebung der laufenden ganzen
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Invalidenrente und die Abweisung eines (tatsächlich gar nie gestellten) Gesuchs um
berufliche Eingliederungsmassnahmen. In der Beschwerde vom 13. März 2007 ist in
der Überschrift nur die Verfügung betreffend die Aufhebung der Rente als
Anfechtungsgegenstand genannt worden. In der Beschwerdebegründung ist zwar auch
die berufliche Eingliederung angesprochen worden, aber nur im Hinblick auf die
Arbeitsunfähigkeit und damit bezogen auf den beschwerdeweise geltend gemachten
Rentenanspruch. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die
Verfügung vom 15. Februar 2007 betreffend die Abweisung des Gesuchs um berufliche
Eingliederungsmassnahmen bewusst in Rechtskraft hat erwachsen lassen. Erst sehr
viel später, am 9. November 2007, hat der Beschwerdeführer dem Gericht das
Begehren gestellt, die Angelegenheit sei zur Prüfung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Um ein
Fristwiederherstellungsgesuch verbunden mit einer Beschwerde handelt es sich dabei
nicht, denn der Beschwerdeführer ist selbst von der formellen Rechtskraft
ausgegangen, weshalb die Verfügung vom 15. Februar 2007 nicht Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens bildet (vgl. die Ziff. II/15 der Eingabe vom 9. Nov. 2007). Es
könnte sich beim entsprechenden Begehren in der Eingabe vom 9. November 2007
auch um einen Antrag an das Gericht handeln, den durch die angefochtene Verfügung
vom 15. Februar 2007 definierten und deshalb auf die Rentenberechtigung
beschränkten Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens auf einen allfälligen
Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen auszudehnen. Der bei der
Stellungnahme vom 9. November 2007 anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat
sich nicht in dieser Hinsicht geäussert. Im übrigen wäre eine derartige Ausdehnung
offensichtlich gar nicht zulässig, weil eine rechtskräftige Ablehnungsverfügung vorliegt.
Das Begehren, die Angelegenheit zur Prüfung beruflicher Eingliederungsmassnahmen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, kann nur so verstanden werden, dass der
Beschwerdeführer angenommen hat, bei einer allfälligen Rückweisung der Streitsache
an die Beschwerdegegnerin zur Weiterführung des Rentenrevisionsverfahrens müsse
die Eingliederungsproblematik wegen des Grundsatzes der Eingliederung vor Rente
vorweg geprüft werden (vgl. die Ziff. II/16 der Eingabe vom 9. Nov. 2007). Dahinter
steht wohl die Überlegung, dass mit der rechtskräftigen Verfügung vom 15. Februar
2007 nur ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen verneint worden sei,
während im Rahmen der Rentenrevision und damit auch im Rahmen des
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Beschwerdeverfahrens eine Pflicht zur beruflichen Eingliederung zur Diskussion stehe.
Diese Unterscheidung kann nicht relevant sein, denn mit der rechtskräftigen Verfügung
vom 15. Februar 2007 ist ungeachtet der Frage, ob es sich um einen Anspruch oder
um eine Ausprägung der allgemeinen Schadenminderungspflicht i.S. des Grundsatzes
der Eingliederung vor Rente gehandelt hat, jede Eingliederungsmöglichkeit verneint
worden. Ob dies richtig war, muss offen bleiben. Sollte sich im weiterzuführenden
Rentenrevisionsverfahren tatsächlich eine Situation ergeben, in der eigentlich eine
Eingliederungspflicht des Beschwerdeführers bestehen würde, kann die
Beschwerdegegnerin dies nur umsetzen, indem sie die rechtskräftige Verfügung vom
15. Februar 2007 beseitigt. Damit steht fest, dass auf das Begehren des
Beschwerdeführers, die Angelegenheit sei zur Prüfung von beruflichen Massnahmen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, nicht eingetreten werden kann.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde, soweit auf sie
eingetreten werden kann, teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur Weiterführung des
Rentenrevisionsverfahrens und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser Verfahrensausgang
ist rechtsprechungsgemäss in bezug auf das Begehren um eine Parteientschädigung
als vollumfängliches Obsiegen zu interpretieren (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a).
Die Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Dabei ist zu berücksichtigen,
dass der Beschwerdeführer erst für die Eingabe vom 9. November 2007 anwaltlich
vertreten gewesen ist. Vorher ist er privat, durch seinen behandelnden Arzt, vertreten
gewesen. Es ist davon auszugehen, dass nur für die anwaltliche Vertretung Kosten
entstanden sind. Diese Kosten sind nicht vollumfänglich zu entschädigen, da sie sich
zu einem - geringen - Teil auf jenes Beschwerdebegehren bezogen haben, auf das
nicht eingetreten werden kann. Unter Berücksichtigung der obgenannten gesetzlichen
Kriterien erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2500.- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist
kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr beträgt Fr. 200.- bis Fr. 1000.-. Sie bemisst sich
nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
erscheint als gerechtfertigt. Sie ist der vollumfänglich unterliegenden
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Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG