Decision ID: 4e76e4dc-d678-4088-b051-5da90e791161
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist schweizerische und kubanische Staatsangehörige. Im Jahr 2007 erwarb sie in
Kuba den Führerausweis für die Kategorie B. Im gleichen Jahr reiste sie in die Schweiz
ein.
B.- Am 29. Juni 2013 stellte X beim Strassenverkehrsamt St. Gallen ein Gesuch um
Erteilung eines Lernfahr- und Führerausweises der Kategorie B. Das
Strassenverkehrsamt teilte ihr mit, dass sie den schweizerischen Führerausweis nicht
im ordentlichen Verfahren erwerben müsse; ihr kubanischer Führerausweis könne nach
Bestehen einer Kontrollfahrt in einen schweizerischen Führerausweis umgetauscht
werden. Am 11. November 2013 bestand X die Kontrollfahrt und am 12. November
2013 wurde ihr ein schweizerischer Führerausweis auf Probe ausgestellt, gültig bis
15. Dezember 2015.
C.- Am 14. Juni 2016, um 23.35 Uhr, wurde X auf der Holzwiesenstrasse in Jona
anlässlich einer Verkehrskontrolle von der Kantonspolizei St. Gallen angehalten. Sie
wies sich mit dem Führerausweis auf Probe aus, welcher am 15. Dezember 2015
abgelaufen war. Der Führerausweis wurde ihr abgenommen. Mit Strafbefehl des
Untersuchungsamtes Uznach vom 12. August 2016 wurde sie des mehrfachen Führens
eines Motorfahrzeugs mit abgelaufenem Führerausweis auf Probe schuldig gesprochen
und zu einer bedingten Geldstrafe in der Höhe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 70.– sowie
zu einer Busse von Fr. 300.– verurteilt. Der Strafbefehl ist rechtskräftig.
D.- Aufgrund des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis verweigerte das
Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 18. Juli 2016 die Erteilung eines
Lernfahrausweises für die Dauer von sechs Monaten. Die Dauer der Sperre setzte es
vom 14. Juni bis 13. Dezember 2016 fest. Einem allfälligen Rekurs wurde die
aufschiebende Wirkung entzogen. Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom
28. Juli 2016 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, die
Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 18. Juli 2016 sei aufzuheben, dem Rekurs
sei aufschiebende Wirkung zu gewähren und es sei die Probezeit, innert welcher die
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Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen seien, um drei Monate, beginnend ab
Rekursentscheid, zu verlängern. Mit Schreiben vom 3. August 2016 teilte die
Gerichtsleitung X mit, dass die Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht dazu führen
würde, dass sie sofort wieder ein Fahrzeug lenken dürfe; vielmehr würde die Sperrfrist
erst nach Eintritt der Rechtskraft des Gerichtsentscheids zu laufen beginnen, was sich
zu ihrem Nachteil auswirken könnte, weshalb ohne gegenteilige Mitteilung über das
Gesuch nicht formell entschieden werde. X erklärte sich stillschweigend mit diesem
Vorgehen einverstanden. Die Vorinstanz verzichtete am 24. August 2016 auf eine
Vernehmlassung zum Rekurs. Am 2. September 2016 reichte sie weitere Unterlagen
ein, welche X am 5. September 2016 zugestellt wurden.
Auf die Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 28. Juli 2016 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Die Vorinstanz verfügte eine Sperrfrist für die Erteilung eines Lernfahrausweises
für die Dauer von sechs Monaten mit der Begründung, dass die Rekurrentin einen
Personenwagen gelenkt habe, obwohl sie nicht im Besitz eines Führerausweises
gewesen sei. Ihr Führerausweis auf Probe sei wegen des Nichtabsolvierens der
Weiterbildungskurse bereits früher verfallen.
b) Die Rekurrentin bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass ihr nicht klar gewesen sei,
dass sie einen Führerausweis auf Probe erhalten habe. Aufgrund des verkürzten
Verfahrens habe sie nicht damit gerechnet, eine Neulenkerin zu sein. Sie habe einzig
den Brief, den sie mit dem Führerausweis erhalten habe, nicht genau studiert, weshalb
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sie nicht gewusst habe, dass sie die Fortbildungstage hätte absolvieren müssen.
Ansonsten habe sie jedoch seit November 2013 keine Busse erhalten, keinen Unfall
oder Schaden verursacht und sich auch sonst nichts zu Schulden kommen lassen. Die
sechsmonatige Sperre und die anschliessende Wiederholung des ganzen Verfahrens
zum Erwerb des Führerausweises seien unverhältnismässig und würden sie erheblich
in ihrer Berufstätigkeit beeinträchtigen.
3.- a) Motorfahrzeugführer aus dem Ausland dürfen in der Schweiz nur Motorfahrzeuge
führen, wenn sie einen gültigen nationalen Führerausweis oder einen gültigen
internationalen Führerausweis besitzen (Art. 42 Abs. 1 der Verordnung über die
Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt:
VZV). Dem Inhaber eines gültigen nationalen ausländischen Ausweises wird der
schweizerische Führerausweis der entsprechenden Kategorie erteilt, wenn er auf einer
Kontrollfahrt nachweist, dass er die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der
Kategorien, für die der Ausweis gelten soll, sicher zu führen versteht (Art. 44 Abs. 1
VZV). Nur wenn der Ausweis von einem Staat ausgestellt worden ist, der auf der so
genannten Länderliste steht, entfällt diese Kontrollfahrt (Weissenberger, Kommentar
SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 22 N 11). Inhabern eines gültigen ausländischen
Führerausweises, der zum Führen von Motorfahrzeugen der Kategorie A oder B
berechtigt, wird auf Gesuch hin ein schweizerischer Führerausweis auf Probe erteilt
(Art. 44a Abs. 1 VZV). Der schweizerische Führerausweis wird definitiv erteilt, wenn der
ausländische Führerausweis vor dem 1. Dezember 2005 ausgestellt wurde oder bei der
Wohnsitznahme seines Inhabers in der Schweiz bereits mindestens ein Jahr gültig war
(Art. 44a Abs. 2 VZV). War der Betroffene weniger als ein Jahr im Besitz des
ausländischen Führerausweises, als er Wohnsitz in der Schweiz nahm, ist ihm der
schweizerische Füh-rerausweis auf Probe auszustellen. Dabei ist von der dreijährigen
Probezeit die Zeitdauer zwischen dem Ausstellungsdatum des ausländischen
Führerausweises und dem letzten regulären Umtauschtermin nach Art. 42 Abs. 3 lit.
a VZV abzuziehen (Art. 44a Abs. 1 VZV). Ist der schweizerische Führerausweis an eine –
wenn auch verkürzte – Probezeit zu knüpfen, gelten die Weiterbildungspflichten nach
Art. 15a Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
ebenfalls. Der unbefristete Führerausweis wird ausgestellt, sofern der Antragssteller
den Besuch der Weiterbildung gemäss Art. 27a bis g VZV nachweist. Daran ändern die
weiteren, für Inhaber ausländischer Führerausweise geltenden Voraussetzungen nach
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Art. 44 VZV nichts (Weissenberger, a.a.O., Art. 15a N 10; Demierre/Mizel/Mouron, Les
mesures administratives liées au nouveau permis de conduire à l'essai, in: AJP 2007
Nr. 6, S. 735).
b) Inhaber des Führerausweises auf Probe müssen Weiterbildungskurse besuchen
(Art. 15a Abs. 2 SVG). Der erfolgreiche Besuch der Weiterbildungskurse während der
Probezeit ist Voraussetzung für den Erwerb des definitiven Führerausweises. Hat der
Inhaber des Führerausweises auf Probe die Weiterbildung während der Probezeit nicht
besucht, muss er die Weiterbildung während einer Nachfrist von drei Monaten
nachholen. Läuft die Nachfrist unbenützt ab, muss er ein Gesuch um Erteilung eines
Lernfahrausweises stellen. Es ist dann die gesamte Zweiphasenausbildung erneut zu
durchlaufen (BSK SVG-Bickel, Basel 2014, Art. 15a N 24 und N 31 ff.).
4.- a) Als die Rekurrentin in die Schweiz einreiste, war sie noch nicht ein Jahr im Besitz
des kubanischen Führerausweises, weshalb sie von der Vorinstanz zu Recht als
Neulenkerin eingestuft und ihr nach Bestehen der Kontrollfahrt ein Führerausweis auf
Probe ausgestellt wurde. Die Gültigkeit des schweizerischen Führerausweises wurde
bis am 15. Dezember 2015 befristet. Die Berechnung der Befristung wurde zu Recht
nicht angefochten. Der Führerausweis auf Probe wurde der Rekurrentin mit einem
standardisierten Schreiben der Vor-instanz zugestellt. Auf der Vorderseite wird
festgehalten, dass die Hinweise auf der Rückseite unter anderem auch Neulenker mit
umgeschriebenen ausländischen Führerausweisen betreffen. Die Rückseite enthält in
der ersten Spalte Informationen zum befristeten Führerausweis. Die Fahrzeuglenker
werden darauf aufmerksam gemacht, dass während der Probezeit die obligatorische
Weiterausbildung zu absolvieren sei. Werde die Weiterausbildung während der
Probezeit nicht besucht, verliere der Inhaber des Führerausweises grundsätzlich
sämtliche im Ausweis eingetragenen Fahrberechtigungen und müsse ein neues Gesuch
um einen Lernfahrausweis einreichen sowie die ordentliche theoretische und praktische
Führerprüfung bestehen. Schliesslich wird darauf hingewiesen, dass die Absolvierung
der Kurse innerhalb der Probezeit in der Verantwortung des Betroffenen liege und von
der Vorinstanz kein Erinnerungsschreiben ergehe. In einem weiteren Schreiben der
Vorinstanz werden Personen, die innerhalb von zwei Jahren nach Erteilung eines
ausländischen Führerausweises einen schweizerischen Führerausweis mit der
Kategorie A oder B erwerben, darauf aufmerksam gemacht, dass ihnen ein
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Führerausweis auf Probe erteilt worden sei. Die Dauer der Probezeit sei auf dem
Führerausweis unter der Rubrik 4b ersichtlich. In der Probezeit müsse eine
Weiterbildung von zwei Tagen absolviert werden. Ein unbefristeter Führerausweis
werde erst nach Ablauf der Probezeit und dem nachgewiesenen Besuch der
zweitägigen obligatorischen Weiterbildung ausgestellt. Die Weiterbildung müsse
grundsätzlich während der Probezeit absolviert werden. Ausnahmsweise –
beispielsweise wegen Krankheit – könne sie in einer Nachfrist von drei Monaten
nachgeholt werden. Wer die Weiterbildung auch während der Nachfrist nicht
absolviere, erhalte keinen unbefristeten Führerausweis. Wer danach Motorfahrzeuge
führen wolle, müsse wieder ein Gesuch um einen Lernfahrausweis einreichen. Es folgt
sodann eine Auflistung von Kursanbietern in der Region. Die Rekurrentin wurde damit
genügend auf die Voraussetzungen, welche für den Erwerb eines unbefristeten
schweizerischen Führerausweises nötig sind, aufmerksam gemacht. Das Ablaufdatum
des Führerausweises war zudem auf der Vorderseite des Führerausweises unter der
Ziffer 4b vermerkt. Aus dem Umstand, dass sie das Schreiben der Vorinstanz nicht
genau gelesen habe, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten.
b) Die Rekurrentin besuchte die für die Ausstellung eines unbefristeten
Führerausweises nötigen Weiterausbildungskurse innerhalb der Probezeit
unbestrittenermassen nicht. Gemäss Art. 24b Abs. 2 VZV muss der Inhaber eines
Führerausweises auf Probe, der die Weiterbildung während der Probezeit nicht
besucht, die Weiterbildung in einer Nachfrist von drei Monaten nachholen. Hinsichtlich
der Nachfrist werden in der Lehre unterschiedliche Meinungen vertreten. Für die einen
ist die Teilnahme an den Weiterbildungskursen bis zum Ablauf der Probezeit eine
notwendige Bedingung für die Ausstellung eines unbefristeten Führerausweises. Daher
müsse das Gesuch um Ansetzung einer Nachfrist im Sinne von Art. 24b Abs. 2 VZV
unmittelbar im Anschluss an den dreijährigen Fristenlauf, also spätestens am letzten
Tag der Frist, erfolgen (Giger, Kommentar zum SVG, 8. Aufl. 2014, Art. 15a N 30). Nach
der anderen Lehrmeinung ist es nicht erforderlich, dass spätestens am letzten Tag der
Probezeit ein entsprechendes Gesuch zu stellen ist. Dass die Anmeldebestätigung des
Kursveranstalters noch innerhalb der Probezeit vorgelegt werden müsse, ergebe sich
nicht aus dem Verordnungstext (Bickel, a.a.O., Art. 15a N 32). Ausser Frage steht, dass
die dreimonatige Nachfrist direkt nach Ablauf der Probezeit zu laufen beginnt. Das
Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat in einer Weisung zum Führerausweis auf Probe
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vom 26. Januar 2009 festgehalten, dass die versäumten Kurse „innert drei Monaten
seit dem Ablauf der Gültigkeit des Führerausweises“ nachzuholen sind (Weisungen
betreffend den Führerausweis auf Probe vom 26. Januar 2009, abrufbar unter
www.astra.admin.ch). Die Rekurrentin hätte die Kurse somit innert drei Monaten nach
dem 15. Dezember 2015 nachholen müssen. Ihrem Antrag, es sei die Probezeit um drei
Monate, beginnend ab Rekursentscheid, zu verlängern, innert welcher sie die
Fortbildungskurse noch besuchen könne, kann deshalb nicht entsprochen werden.
Würde man die in Art. 24b Abs. 2 VZV vorgesehene dreimonatige Nachfrist immer erst
nach Entdecken des Nichtabsolvierens der nötigen Weiterausbildung gewähren,
könnte dies unter Umständen dazu führen, dass die Kurse erst viele Jahre nach Ablauf
des Führerausweises auf Probe absolviert würden. Dies widerspräche jedoch dem Sinn
der Weiterausbildung für Inhaber eines Führerausweises auf Probe, bei der es
insbesondere um die Verstärkung der bei der Erlangung des Führerausweises auf
Probe erworbenen Grundfähigkeiten geht (vgl. Giger, a.a.O., Art. 15a N 20 ff.). Müsste
die Rekurrentin zudem als Neulenkerin aus dem Ausland keine Weiterbildungskurse
besuchen, würde dies eine ungerechtfertigte Besserstellung gegenüber dem
inländischen Neulenker mit sich bringen. Zusammengefasst bedeutet dies für die
Rekurrentin, dass ihr keine andere Möglichkeit bleibt, als ein Gesuch um Erteilung
eines Lernfahrausweises zu stellen und die gesamte Ausbildung von Anfang an zu
durchlaufen.
5.- a) Wer ein Motorfahrzeug geführt hat, ohne einen Führerausweis zu besitzen, erhält
während mindestens sechs Monaten nach der Widerhandlung weder Lernfahr- noch
Führerausweis (Art. 15e Abs. 1 Satz 1 SVG). Ein Lenker, dessen Führerausweis auf
Probe abgelaufen ist, weil er nicht innerhalb der Probezeit die vorgeschriebenen
Weiterbildungskurse besuchte, gilt als Motorfahrzeugführer ohne gültigen
Führerausweis. Daran ändert nichts, dass das Gesetz eine solche Tat wegen geringerer
Schwere in Art. 95 Abs. 2 SVG milder bestraft (Weissenberger, a.a.O., Art. 15e N 5). Die
Sperrfrist läuft vom Tag der Widerhandlung an. Sie dauert mindestens sechs Monate.
Bei ihrer Bemessung hat die Behörde alle Umstände des jeweiligen Falles zu
berücksichtigen, namentlich das Alter des Betreffenden, den Leumund und die
Schwere der Tat (Weissenberger, a.a.O., Art. 15e N 9 und 11).
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b) Die Rekurrentin lenkte am 14. Juni 2016 ein Fahrzeug, obwohl der Führerausweis auf
Probe am 15. Dezember 2015 abgelaufen war. Sie war somit ohne gültigen
Führerausweis unterwegs. Die Vorinstanz verfügte deshalb zu Recht eine Sperrfrist. Sie
hat die Sperrfrist auf sechs Monate festgesetzt. Dies entspricht der Mindestdauer
gemäss Art. 15e Abs. 1 Satz 1 SVG. Diese gilt absolut und darf in keinem Fall
unterschritten werden (Bickel, a.a.O., Art. 15e N 11). Deshalb können weder
massnahmemindernde Umstände wie insbesondere ein ungetrübter automobilistischer
Leumund oder eine berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis geprüft, noch
Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinne der Erforderlichkeit
zur Besserung der Betroffenen angestellt werden. Die sechsmonatige Sperrfrist ist
somit zu bestätigen. Sie wurde richtigerweise vom Zeitpunkt der Widerhandlung an
festgesetzt. Der Rekurrentin kann somit frühestens ab 14. Dezember 2016 auf
entsprechendes Gesuch hin ein neuer Lernfahrausweis ausgestellt werden.
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.