Decision ID: 1632eddb-d4dc-4ac3-827a-c59daac8fe70
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1950
geborene
X._
war seit dem
24. Januar 2011
als
Zimmer
mann
bei der
Firma Y._
angestellt und als solcher bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatori
sch gegen Be
triebs- und Nichtbe
triebsunfälle versichert.
Mit Schadenmeldung vom 11. März 2013 gab er an, sich am 8. Februar 2013 auf dem Bau mehrmals das Bein an ei
nem Balken angeschlagen zu haben (
Urk.
7/5).
Für die Folgen dieses Unfalles richtete die SUVA ab dem 11. Februar 2013 die gesetzlichen Leistungen aus (
Urk.
7/2,
Urk.
7/50).
Am 26. März 2013 wurde ein MRI des linken Kni
e
s
erstellt, wobei eine ausgepräg
te
Meniskopathie
des medialen Meniskus mit einem kom
plexen Riss des
Hinterhorns
festgestellt werden konnte (
Urk.
7/28).
Der
erstbe
han
delnde
Arzt, Dr. med.
Z._
, Facharzt
für Allg
e
meinmedizin (D), führte
diesbezüglich in seinem Bericht vom 20. April 2013
aus, dass sich der Versi
cherte bei einem Sturz auf Glatteis eine mediale Meniskusläsion am linken Knie zugezogen habe (Urk. 7/9,
Urk.
7/29
) und eine operative Behandlung geplant sei (
Urk.
7/9). Am 2
2.
April 2013 wurde planmässig eine Kniearthroskopie und
Teilmeniskektomie
medial am linken Knie durchge
führt (
Urk.
7/18). Aufgrund einer chronischen Bursitis
präpatellaris
am linken Knie wurde am 10. Juni 2013 ein weiterer operativer Eingriff nötig (
Urk.
7/34).
Mit Verfügung vom 11
.
Juli 2013
stellte die SUVA die bisher erbrachten Versicherungsleistungen mangels Kausalität per
2
2.
April 2013 ein (Urk. 7/41) und hielt d
aran
unter Hinweis auf die ärztliche Beurteilung vom 17. Juli 2
013 mit Einspracheentscheid vom
27. September 2013 fest (Urk. 7/57
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 31. Oktober 2013 Beschwerde und beantragte, es seien die im Zusammenhang mit der Meniskusverletzung stehenden gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) zu erbringen; unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2013 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwer
deführer mit Schreiben vom 11. Dezember 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129
V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von
Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Unfallchirurgie, ausnahmslos von einer dege
nerativen Genese der Kniebeschwerden auszugehen sei. Soweit der Beschwer
deführer ein Anschlagen des Knies an einem Holzbalken geltend mache, sei der Unfallmechanismus nicht geeignet, eine traumatische Meniskusläsion auszulö
sen.
Die mediale Meniskusläsion links sei damit nicht auf den Unfall vom
8. Februar 2013 zurückzuführen, was zur Leistungseinstellung per 2
2.
April 2013 führe (
Urk.
2
; vgl. auch Urk. 6
).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
med.
B._
, stellvertretender Chef
arzt a
m
Spital
C._
, nicht von einem ausnahmslos degenerativ veränder
ten Meniskus ausgegangen werden könne. Zudem sei die Leistungsablehnung rückwirkend erfolgt, was unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben auf
grund der (allg
e
mein) zugesicherten Leistungserbringung nicht angehe. Auch unter diesem Aspekt müsste zumindest die Operation vom 2
2.
April 2013 von der Beschwerdegegnerin bezahlt werden (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Radiologie und Kinderradiologie, beurteilte das MRI vom 26. März 2013 dahingehend, dass eine ausge
prägte Menisk
usläsion des medialen Meniskus mi
t komplexem Riss des
Hinterhorn
s
zu sehen sei. Auch die Pars
intermedia
sei degenerativ verändert, wobei sich kein weiterer Riss ab
grenzen lasse. Der laterale Meniskus sei degenerativ verändert, Risse würden sich nicht finden. Weiter bestehe eine diskrete retropatellare
Chondropathie
so
wie eine kleine Baker-Zyste (
Urk.
7/28).
3.2
Prof.
A._
führte in seiner kreisä
rztlichen Stellungnahme vom 17. Juli 2013 aus,
dass das Anschlagen an einem Balken nicht geeignet sei, eine traumatische
Me
niskusläsion
auszulösen. Ausgehend von einem Sturz auf Glatteis wären im zeitlich kurz darauf folgenden MRI Zeichen von direkter oder indirekter Gewalt
einwirkung zweifelsfrei zu erwarten gewesen.
So wäre
zum Beispiel ein
Bone
bruise
oder eine Zerrung von Bandst
rukturen als Begleitverletzung
einer trau
matischen Meniskusläsion unbedingt zu fordern. Diese seien im MRI vom
26. März 2013 nicht belegt worden. Die im MRI dokumentierten Schäden seien da
her ausnahmslos degenerativer Genese (
Urk.
7/43).
3.3
In seinem Schreiben vom 14. Oktober 2013 hielt
Dr.
B._
fest, dass die Beurtei
lung des SUVA-Kreisarztes aus medizinischer Sicht sicherlich nachvollziehbar sei und aufgrund des MRIs und auch des intraoperativen Befundes davon aus
gegangen werden müsse, dass die Meniskusläsion zumindest vorbestehend zum Trauma vom 8. Februar 2013 degenerativ verändert gewesen sei. Möglicher
weise sei es durch das Trauma zu einem klinisch manifesten Riss gekommen. Aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs zwischen
den Beschwerden und dem Trauma sei er allerdings nicht sicher, ob tatsächlich von einem ausnahmslos de
generativ veränderten Meniskus ausgegangen werden könne. Weiter erachte er es nicht als wahrscheinlich, dass die
präpatelläre
Bursitis auf das Sturzereignis zurückgeführt werden könne (Urk. 3).
3.4
3.4.1
Unbestritten und durch die medizinischen Akten belegt ist,
dass
die
präpatelläre
Bursitis nicht auf den Unfall vom 8. Februar 2013 zurückzuführen ist. Zu prü
fen bleibt dabei allein, ob zwischen dem Unfallereignis und dem Meniskusscha
den ein natürlicher Kausalzusammenhang bejaht werden kann.
Bezüglich der
Ausführungen von
Dr.
B._
ist anzumerken, dass die blosse Möglich
keit
eines traumatisch bedingten Risses
für die Begründung eines
Leis
tungsanspruches
nicht
genügt
. Weiter
kann ein Kausalzusammenhang auch nicht allein mit der Tatsache, dass die
Beschwerden nach dem Unfall auf
getre
ten sind, begründet werden, wie dies die Beschwerdegegnerin zutreffend aus
führt (
Urk.
6 S. 4
, vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_898/2014
vom 24. März 2015 E. 3.2.3 mit weiteren Hinweisen
). Aus dem Bericht von
Dr.
B._
vom
14. Oktober 2013 kann der Beschwerdeführer demnach nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Gleiches
gilt
für die Beurteilung des MRI durch Prof.
A._
. Selbst wenn
man
davon ausginge, dass aufgrund der mehrwöchigen Latenz zwischen dem Unfallereignis und der bildgebenden Untersuchung eine Begleitverletzung ab
geheilt
wäre, ändert
e
dies nichts an der Tatsache, dass gestützt auf das MRI keine traumatische Sekundärverletzung nachgewiesen werden kann. Die Folgen der Beweislosigkeit in diesem Bereich hätte dabei
praxisgemäss
der Beschwerde
führer zu tragen.
Insgesamt ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer ausnahmslos degenerativen Genese des Meniskusschadens auszuge
hen, wie dies Prof.
A._
in seinem Bericht vom 17. Juli 2013 ausführt.
Da entsprechend den Ausführungen des Beschwerdeführer
s
von einem Unfall im Sinne von Art. 6
Abs.
1 UVG auszugehen ist, erübrigen sich Ausführungen zu einer unfallähnlichen Körperschädigung. Anzumerken ist, dass auch in die
sem Bereich eine Leistungspflicht bei ausnahmslos degenerative
m
Geschehen entfällt.
3.4.2
Bezüglich der rückwirkenden Leistungseinstellung kann der
Beschwerdegegne
rin
aufgrund des zeitlichen Ablaufes kein Vorwurf gemacht werden. Die
Scha
denmeldung
datiert vom 1
1.
März 2013, das entsprechende Arztzeugnis wurde am 1
2.
April 2013 angefordert und
datiert vom 2
0.
April 2013 (
Urk.
7/5,
Urk.
7/8,
Urk.
7/9). In diesem Arztzeugnis weist
Dr.
Z._
bereits auf die für den 2
2.
April 2013 geplante Operation hin, welche in der Folge planmässig
durchgeführt wurde (
Urk.
7/18). Das Gesuch um Kostengutsprache datiert vom 2
3.
April 2013 (
Urk.
7/13). Bei diesem zeitlichen Ablauf erscheint eine ab
schliessende Leistungsprüfung vor dem 2
2.
April 2013 nicht realistisch. Zudem wurde erst nach erfolgter Operation um Kostengutsprache gebeten, so dass auch in dieser Hinsicht nicht von einer Leistungszusicherung gesprochen werden kann.
Zusammenfassend ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin
somit
nicht zu beanstanden, was in Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids
zur Abweisung der Beschwerde führt.