Decision ID: 4f84452d-905c-4bf7-9317-24c49d2661ce
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Metallarbeiter bei der B._ AG tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er am 26. April 2013 als Beifahrer auf der Autobahn einen
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Unfall erlitt (vgl. dazu Suva-act. 1, 9, 15-5). Eine Erstbehandlung mit
Röntgenuntersuchungen der HWS, des Thorax und des linken Kniegelenks sowie CT-
Untersuchung der Wirbelsäule (C0 bis Th2) fand gleichentags im Spital C._ statt. Der
zuständige Arzt diagnostizierte ein craniocervikales Beschleunigungstrauma, eine
Kontusion des Thorax links, eine Kniekontusion links sowie paravertebrale Schmerzen
Hals links in Schulter ziehend bei Status nach Verkehrsunfall. Der Versicherte wurde
gleichentags mit Analgetika aus dem Spital entlassen (Suva-act. 20, 37 f.). Die
Nachbehandlung nahm Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, santémed
Gesundheitszentren AG, vor, welchen der Versicherte laut ärztlichem Zwischenbericht
vom 16. Juli 2013 erstmals am 30. April 2013 konsultiert hatte. Dr. D._ diagnostizierte
ebenfalls ein craniocervikales Beschleunigungstrauma, Kontusionen Thorax und Knie
links sowie paravertebrale Schmerzen Hals links. Als weitere Diagnose führte er eine
Rippenfissur Costa 8 links ventral (bei Knochen-Knorpel-Übergang) an. Er notierte
ausserdem eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 26. April bis 20. Mai 2013 bzw. eine
Wiederaufnahme der Arbeit seit 21. Mai 2013; eine letzte Konsultation habe am 17. Mai
2013 stattgefunden (Suva-act. 24; vgl. zur Arbeitsunfähigkeit auch Suva-act. 10). Auch
der Versicherte bestätigte am 16. Juli 2013 den Abschluss der ärztlichen Behandlung
(Suva-act. 26). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 26. April 2013 die gesetzlichen
Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; Suva-act. 12).
A.b Am 16. April 2016 ersuchte Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH,
die Suva um Übernahme der Kosten einer thoracalen CT-Untersuchung. Der
Versicherte habe seit dem Unfall dauernde Schmerzen im Sternum, auf Druck
Schmerzen im linken Thorax und beim Stemmen von schweren Gegenständen
Beschwerden an der paravertebralen Muskulatur der mittleren BWS links (Suva-act.
29). Am 9. Mai 2016 meldete die neue Arbeitgeberin des Versicherten, die F._ GmbH,
einen "Rückfall" zum Unfallereignis vom 26. April 2013 und verwies auf das Schreiben
von Dr. E._ vom 16. April 2016 (Suva-act. 32).
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A.c Nach Einholung eines Arztzeugnisses UVG für Rückfall bei Dr. E._, verfasst von
Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (Suva-act. 42), einer Anfrage
bei Dr. D._, auf welchen objektivierbaren Befunden die Diagnose Fissur der 8. Rippe
basiere (Suva-act. 45 f.), sowie gestützt auf eine kurze Kausalitätsbeurteilung ihres
Kreisarztes Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie (Suva-act. 47), teilte die Suva dem
Versicherten mit Schreiben vom 20. September 2016 mit, dass zwischen den als
Rückfall gemeldeten Beschwerden und dem Unfall vom 26. April 2013 kein sicherer
oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht
leistungspflichtig (Suva-act. 48).
A.d Mit Schreiben vom 2. Januar 2017 erklärte sich der Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt N. Fullin, Basel, mit der Leistungsablehnung nicht
einverstanden und ersuchte um eine Neubeurteilung der Leistungspflicht unter
Berücksichtigung eines Berichts von Dr. med. I._, FMH Radiologie, Röntgeninstitut
J._, über eine CT-Untersuchung des Thorax des Versicherten vom 19. Juli 2016
(Suva-act. 49). Die Suva bestätigte hierauf ihre Leistungsablehnung am 9. Januar 2017
verfügungsweise (Suva-act. 50).
B.
Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt Fullin für den Versicherten am 9. Februar
2017 erhobene Einsprache (Suva-act. 51) wies die Suva gestützt auf eine ausführliche
Rückfallkausalitätsbeurteilung durch Dr. H._ vom 1. März 2017 (Suva-act. 56) mit
Einspracheentscheid vom 5. September 2017 ab (Suva-act. 62).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 9. Oktober 2017
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Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen: Es sei der Einspracheentscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 5. September 2017 aufzuheben und es sei
diese zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen für den
Rückfall zum Unfall vom 26. April 2013 zu erbringen. Eventualiter seien weitere
medizinische Abklärungen zur Frage der unfallkausalen Gesundheitsschädigungen
sowie der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu tätigen und es sei im Anschluss daran ein
neuer Leistungsentscheid zu fällen. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung mit dem unterzeichneten Advokaten als Rechtsvertreter zu bewilligen,
unter Kostenfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids (act. G 7).
C.c Mit Replik vom 15. Januar 2018 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
unverändert an der Beschwerde fest (act. G 12).
C.d Am 22. Februar 2018 bewilligte das Gericht die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Fullin für das Verfahren vor dem
Versicherungsgericht (act. G 16).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 17).

Erwägungen
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1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem der Streitigkeit ein Ereignis aus dem Jahr 2013 zu Grunde liegt, die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer im Mai 2016 gemeldeten
Beschwerden im Thoraxbereich auf den Autounfall vom 26. April 2013 zurückzuführen
sind und der Beschwerdeführer damit Anspruch auf Versicherungsleistungen der
Beschwerdegegnerin hat.
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
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adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die Adäquanz
gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige
Bedeutung (BGE 138 V 250 f. E. 4 mit Hinweisen, 118 V 291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.2 Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche
Tatbestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d; SVR 2003 UV
Nr. 14 S. 43 E. 4.2). Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das
Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher
Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt, während
von Spätfolgen dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Laufe
längerer Zeit organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem
andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen
somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen
den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass die
für den Grundfall an sich massgebenden kausalen Faktoren mit der Zeit wegfallen
können, weshalb der Unfallversicherer bei einem Rückfall nicht automatisch an seiner
damaligen Leistungszusage behaftet werden kann (BGE 118 V 296 f. E. 2c; RKUV 1994
Nr. U 206 S. 327 E. 2; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4 Ingress). Der
Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat
die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für die richtige
und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
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Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt die Beweislast
demzufolge bei anspruchsbegründenden Tatfragen - wie einer Rückfallkausalität - bei
der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen
liegt sie bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des Anspruchs beruft. Diese
Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (RKUV 1994 U 206 S. 327 f. E. 1 mit Hinweis und E. 3b).
3.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die
Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V
353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) geben keinen
formellen Anspruch auf eine versicherungsexterne Begutachtung, wenn
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Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechterheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.7;
RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
4.
4.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin mit der Ausrichtung von Leistungen die
Kausalität zwischen dem Unfall vom 26. April 2013 und den anschliessend
behandlungsbedürftigen sowie eine Arbeitsunfähigkeit bewirkenden Beschwerden im
Bereich des linken Knies, des Thorax links und des Halses links anerkannt hat. Auf
Anfrage der Beschwerdegegnerin teilte ihr der Beschwerdeführer am 16. Juli 2013 mit,
dass die ärztlichen Behandlungen beendet worden seien (Suva-act. 26). Laut
ärztlichem Zwischenbericht von Dr. D._ vom 16. Juli 2013 hatte am 17. Mai 2013
eine letzte Konsultation stattgefunden (Suva-act. 24). Seine volle Arbeitsfähigkeit hatte
der Beschwerdeführer am 21. Mai 2013 wieder erreicht (Suva-act. 10-1, 24). Die
Beschwerdegegnerin schloss den Fall daraufhin intern ab. Mit Schreiben vom 16. April
2016 berichtete Dr. E._ der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer
Schmerzen im Sternum, linken Thorax und in der paravertebralen Muskulatur der
mittleren BWS links habe. Er hielt ein thoracales CT für indiziert (Suva-act. 29). Am 9.
Mai 2016 liess der Beschwerdeführer durch seine Arbeitgeberin einen "Rückfall" zum
Unfall vom 26. April 2013 mit Brustverletzung (vgl. dazu Suva-act. 33) melden (Suva-
act. 32). Am 15. Juli 2016 konsultierte er Dr. G._ (Suva-act. 42) und am 19. Juli 2016
führte Dr. I._ bei ihm eine CT-Untersuchung des Thorax durch (Suva-act. 43). Die
Beschwerdegegnerin prüfte ihre Leistungspflicht im Rahmen eines Rückfalls zum Unfall
vom 26. April 2013. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vertritt jedoch die
Auffassung, es müsse noch vom Grundfall und nicht von einem Rückfall ausgegangen
werden. Der Grundfall sei nie abgeschlossen worden und die Inaktivität der
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Beschwerdegegnerin ab Juli 2013 könne nicht als Fallabschluss betrachtet werden,
womit die Beschwerdegegnerin die Beweislast für den Wegfall der Unfallkausalität
trage (act. G 1).
4.2 Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die
(weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (BGE 132 V 417 E. 4;
Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt
dieses in der Regel dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht
innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). Standen zu einem
bestimmten Zeitpunkt indessen keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein
Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der
Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser
Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen
werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit
mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung
der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem
Verlauf der Genesung eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser
Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen
Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend
erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem komplizierten Heilungsverlauf.
Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht
unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der
leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden
gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das
betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteile des Bundesgerichts vom
17. Dezember 2008, 8C_185/2008, E. 4.3 mit Hinweisen, 26. September 2008,
8C_102/2008, E. 4.1, und 26. August 2008, 8C_433/2007, E. 2.3 mit Hinweisen).
4.3 Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ist nicht ersichtlich, dass sie dem
Beschwerdeführer den Fallabschluss zum Unfall vom 3. März 2005 wenigstens in
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einem einfachen Schreiben mitgeteilt hätte. Ex ante betrachtet durfte die
Beschwerdegegnerin jedoch davon ausgehen, dass nach dem 17. bzw. 20. Mai 2013
keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten werde bzw.
der medizinische Endzustand erreicht sei. Der erstbehandelnde Arzt im Spital C._
diagnostizierte beim Beschwerdeführer am Unfalltag ein craniocervikales
Beschleunigungstrauma, eine Kontusion des Thorax links, eine Kniekontusion links
sowie paravertebrale Schmerzen Hals links in die Schulter ziehend bei Status nach
Verkehrsunfall. Eine strukturelle Läsion stand zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der
radiologischen Untersuchungsergebnisse nicht zur Diskussion (Suva-act. 37 f.). Der
Beschwerdeführer wurde noch am 26. April 2013 mit Analgetika aus dem Spital
entlassen (Suva-act. 20). Es folgten Konsultationen beim Hausarzt Dr. D._ am 30.
April 2013 sowie am 3., 6., 13. und 17. Mai 2013, der zusätzlich eine Rippenfissur
Costa 8 links ventral (bei Knochen-Knorpel-Übergang) diagnostizierte, wobei er einen
normalen Heilungsverlauf und eine gute Prognose vermerkte. Auch Dr. D._
behandelte den Beschwerdeführer nur analgetisch; eine spezifische Heilbehandlung
erfolgte nicht. Wie bereits erwähnt, wurde die Behandlung am 17. Mai 2013
abgeschlossen (Suva-act. 24, 26) und es bestand nach der von Dr. D._ vom 26. April
bis 20. Mai 2013 bescheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 21. Mai 2013 wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 10-1, 24). Weil darauf folgend keine Leistungen
mehr zur Diskussion standen, durfte die Beschwerdegegnerin angesichts dieser
Sachlage (Diagnosen, günstiger Heilungsverlauf, kurze Behandlungs- und
Arbeitsunfähigkeitsdauer) mit hinreichender Zuverlässigkeit davon ausgehen, die
Unfallfolgen seien geheilt und es werde deswegen keine Behandlungsbedürftigkeit
und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten.
4.4 Brückensymptome, die das Geschehen über die leistungsfreie Zeit hinweg als
Einheit kennzeichnen bzw. auf ein Andauern des Grundfalls schliessen lassen würden
(vgl. dazu THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, §70 N. 58 f.), sind im konkreten Fall
nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Zwar
können Brückensymptome naturgemäss auch relativ harmloser Natur sein und dürfen
in der Regel nicht nur dann anerkannt werden, wenn sie auch durchgängig ärztlich
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behandelt wurden (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006, U 12/06, E. 4.3.2). Im
konkreten Fall fehlen allerdings aktenkundige Hinweise auf fortdauernde Beschwerden
während über rund drei Jahren bis zur Geltendmachung weiterer Leistungen im April
bzw. Mai 2016 und auch vom Beschwerdeführer werden während dieses Intervalls
keine ärztlichen Behandlungen oder Arbeitsunfähigkeiten geltend gemacht. Dies
spricht vielmehr für einen Unterbruch der nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden.
Im Wissen um ein Unfallereignis liegt es nahe, dass eine Person bei fortdauernden
Beschwerden allfällige Unfallfolgen nochmals genau abklären lässt und nicht das
Risiko auf sich nimmt, Leistungen der Unfallversicherung verlustig zu gehen. Die
Nachteile, die sich aus dem fehlenden Nachweis von Brückensymptomen ergeben,
gehen zu Lasten des Beschwerdeführers, der daraus Ansprüche für sich ableiten
möchte. Als Ergebnis daraus ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
hinsichtlich der am 9. Mai 2016 gemeldeten Beschwerden im Bereich des Thorax (vgl.
dazu Suva-act. 33) auch unter diesem Aspekt als Rückfall zu prüfen.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Thoraxbeschwerden und dem
Unfallereignis vom 26. April 2013 im Wesentlichen gestützt auf die ärztliche Beurteilung
von Dr. H._ vom 1. März 2017 (Suva-act. 56). Der Umstand, dass Dr. H._ seine
Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und den Beschwerdeführer
nicht selbst untersucht hat, steht dem Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen.
Eine reine Aktenbeurteilung kann beweiskräftig sein, sofern - wie im konkreten Fall - ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die
direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Dr. H._ legt die
Anamnese bzw. die Ergebnisse der im konkreten Fall durchgeführten persönlichen
Untersuchungen des Beschwerdeführers lückenlos dar. Seine Ausführungen beziehen
sich im Weiteren auf die im Rahmen der Beurteilung einer Rückfallkausalität
massgebenden Beurteilungskriterien, nämlich die ursprünglich gestellte Unfalldiagnose
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als massgebender Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden, die im Rahmen des
Rückfalls erhobene Diagnose sowie die Ergebnisse der im Grundfall und Rückfall
durchgeführten radiologischen Untersuchungen betreffend Vorliegens relevanter
unfallkausaler oder unfallfremder somatischer Befunde im Sinn struktureller
Veränderungen.
5.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall ein
organisch sichtbarer Gesundheitsschaden bzw. ein schlecht verheilter organischer
Gesundheitsschaden als objektivierbares Korrelat verlangt. Von organisch objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen werden, wenn die erhobenen
Befunde mit - wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 231) - apparativen/
bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomogramm, MRI) bestätigt
werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2).
5.3
5.3.1 Im Rahmen des Grundfalls liess der erstbehandelnde Arzt des Spitals C._
noch am Unfalltag im Institut für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen
(nachfolgend: KSSG) eine röntgenologische Untersuchung des Thorax und eine CT-
Untersuchung der Wirbelsäule (C0 bis Th2) durchführen. Als Ergebnis der
Röntgenuntersuchung zeigte sich ein alters-, habitus- und lageentsprechend normaler
Herz-Lungen-Befund, insbesondere ohne Nachweis von dislozierten Rippenfrakturen,
eines Hämato- oder Pneumothorax (Suva-act. 37). Auch im CT der Wirbelsäule waren
keine Auffälligkeiten zu beobachten. Als Befunde wurden im Untersuchungsbericht
eine normale HWS und obere BWS ohne nachweisbare Fraktur, regelrechte
prävertebrale Weichteilverhältnisse und eine normale Weite der Intervertebralräume
sowie ein normales Alignement der Wirbelkörperhinterkanten festgehalten (Suva-act.
38). Wie von Dr. H._ in seiner ärztlichen Beurteilung folgerichtig und überzeugend
festgestellt, liess sich also im Rahmen des Grundfalls radiologisch kein struktureller,
irreversibler Gesundheitsschaden im Bereich des Thorax und der BWS nachweisen.
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Diese Sachlage spricht bereits massgebend gegen das Vorliegen von Unfallrestfolgen
bzw. einen Rückfall im Sinne eines Wiederaufflackerns des ursprünglichen Leidens (vgl.
dazu BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 2006 Nr. U 570 S. 74, 2005 Nr. U 557 S. 388).
5.3.2 Entsprechend den obgenannten radiologischen Untersuchungsergebnissen
lautete die Diagnose des erstbehandelnden Arztes im Grundfall Kontusion Thorax links
(Suva-act. 20). Allein mit einer Kontusion lässt sich jedoch ein Rückfall im Sinne eines
Wiederaufflackerns einer vermeintlich geheilten Krankheit nicht erklären. Bei einer
Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung ohne strukturellen
gesundheitlichen Schaden, konkret von Rippen, Herz, Lunge, Brustkorb bzw.
Brustwirbelkörper. Eine Thoraxkontusion kann zwar laut medizinischer Literatur von
schweren Gesundheitsschäden begleitet sein (vgl. dazu ROCHE LEXIKON, Medizin, 5.
Aufl. München 2003, S. 357 f.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl.
Berlin 2017, S. 291). Nach der medizinischen Erfahrung heilt eine Kontusion ohne
strukturelle Läsionen ohne spezifische Behandlung jedoch innert kurzer Zeit folgenlos
aus und die mit ihr verbundenen Beschwerden bilden sich demzufolge gänzlich zurück.
In den Akten sind nach der letzten Konsultation bei Dr. D._ am 17. Mai 2013 (Suva-
act. 24) und der Wiederaufnahme der Arbeit am 21. Mai 2013 (Suva-act. 10-1, 24)
während rund drei Jahren bis zum Schreiben von Dr. E._ vom 16. April 2016 (Suva-
act. 29), worin dieser Thoraxbeschwerden des Beschwerdeführers beschreibt, sowie
zur ersten aktenkundigen ärztlichen Behandlung durch Dr. G._ vom 15. Juli 2016
(Suva-act. 42) keine ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen und/oder
Arbeitsunfähigkeiten im Zusammenhang mit Thoraxbeschwerden mehr dokumentiert.
Der dargelegte Sachverhalt stimmt mit dem bezüglich Kontusionen Gesagten überein
und weist auf eine Heilung der Kontusionsfolgen innerhalb der rund einmonatigen
Behandlungszeit und Arbeitsunfähigkeit hin.
5.3.3 Dr. H._ begründet in seiner ärztlichen Beurteilung vom 1. März 2017 (Suva-
act. 56) nachvollziehbar und überzeugend, weshalb auch die von Dr. D._ im
ärztlichen Zwischenbericht vom 16. Juli 2013 diagnostizierte Rippenfissur Costa 8 links
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ventral (bei Knochen-Knorpel-Übergang; Suva-act. 24) keinen Anhalt für eine beim
Unfall vom 26. April 2013 erlittene strukturelle Sternum- oder Rippenverletzung gibt.
Fest steht zunächst, dass die röntgenologische Untersuchung im KSSG vom 26. April
2013 keine Rippenfissur zur Darstellung gebracht hat (Suva-act. 37). Dr. D._ selbst
erklärte sodann in seinem Schreiben vom 6. September 2016 (Suva-act. 46), dass für
ihn die Frage von Dr. H._ - auf welchem objektivierbaren Befund die Diagnose
beruhe - fragwürdig sei. Bei der Fissur der 8. Rippe handle es sich um eine klinische
Diagnose. Eine Röntgenaufnahme hätte bei einer fraglichen Fissur am Knochen-
Knorpelübergang keinen Sinn gemacht, weshalb auf eine Bildgebung verzichtet
worden sei. Damit scheint auch für Dr. D._ ein objektivierbarer Beweis einer
Rippenfissur nicht erbracht werden zu können. Die Diagnose ist jedoch mangels
radiologischer Objektivierung bereits entscheidend in Frage gestellt. Dr. H._ erachtet
es sogar als unmöglich, die Diagnose einer Rippenfissur klinisch zu stellen. Er legt
anhand der medizinischen Definition einer Fissur einleuchtend und in Übereinstimmung
mit der medizinischen Literatur (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 587; ROCHE LEXIKON,
a.a.O., S. 620 f., 1011) dar, dass der Knochen bei einer Fissur anders als bei einer
"normalen" Fraktur nicht vollständig unterbrochen sei und damit auch durch gröbere
Manipulation nicht disloziert werden könne, was ein sicheres Frakturzeichen wäre. Da
nicht einmal eine Röntgenuntersuchung die Diagnose sichern könne, sei dies von einer
klinischen Untersuchung erst recht nicht zu erwarten. Dr. H._ zieht das Fazit, es sei
nicht nachvollziehbar, wie es zu dieser Diagnosestellung gekommen sei. Angesichts
der dargelegten medizinischen Aktenlage erscheint damit eine Rippenfissur höchstens
möglich. Wie bereits erwähnt, genügt jedoch die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts
für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. Erwägung 3.1).
5.3.4 Nach dem Ausgeführten erbringen die in zeitlicher Nähe zum Unfallereignis
erstellten medizinischen Akten - wie von Dr. H._ zutreffend festgestellt - keinen
Nachweis für eine überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 26. April 2013
zurückzuführende Verletzung des Sternums oder der Rippen.
5.4
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5.4.1 Der Beschwerdeführer liess sich nach Abschluss des Grundfalls bzw. wegen
der als Rückfall gemeldeten Thoraxbeschwerden am 19. Juli 2016 nochmals durch Dr.
I._ radiologisch abklären (Suva-act. 43). Im CT fand sich dabei ein "allenfalls"
posttraumatisch-degeneratives leichtes Vakuumphänomen im Gelenk zwischen
Manubrium und Corpus sterni sowie auch zwischen den ersten Rippen und dem
Sternum (Suva-act. 43). Der Ausdruck "allenfalls" lässt einen Wertungs- bzw.
Beurteilungsspielraum erkennen, womit von Eindeutigkeit nicht gesprochen werden
kann und - wie von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 10.
November 2017 richtig festgestellt (act. G 7) - dem für die unfallversicherungsrechtliche
Leistungspflicht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht genüge getan ist. Dies wird auch dadurch verdeutlicht, dass Dr. I._ den
posttraumatisch-degenerativen Verursachungsgrund als Frage formulierte ("?"). Dr.
I._ interpretiert jedoch die leichten Vakuumphänome offenbar eher als
unfallunabhängige degenerative Veränderungen. Dr. G._ diagnostizierte sogar nach
Einsichtnahme in die Bildgebung der CT- Untersuchung nur eine fragliche Läsion
zwischen Manubrium und Corpus sterni und enthielt sich damit einer abschliessenden
Bestimmung der Ursächlichkeit der Vakuumphänomene (Suva-act. 42).
5.4.2 Die späte, erst im Rahmen des Rückfalls erfolgte Erhebung der leichten
Vakuumphänomene spricht zusätzlich gegen deren Unfallkausalität. Mehrjährige
Latenzzeiten ohne Brückensymptome stellen ein bedeutsames Indiz gegen das
Vorliegen von Unfallrestfolgen dar (vgl. RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c; Urteile des
Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2, und vom 20. Juli 2011,
8C_214/2011, E. 8; Urteil des EVG vom 21. September 2001, U 134/00, E. 3b). In
diesem Licht erscheint eine Unfallkausalität fraglich bzw. höchstens möglich. Die
Folgen der Beweislosigkeit von Brückensymptomen wirken sich zu Lasten des
Beschwerdeführers aus (vgl. Erwägung 4.4).
5.4.3 Gesamthaft betrachtet begründet schliesslich auch die von Dr. H._
vorgenommene Gegenüberstellung der leichten Vakuumphänomene mit der von Dr.
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D._ diagnostizierten Rippenfissur einen überzeugenden Hinweis gegen eine
unfallkausale Verletzung. Denn Dr. H._ zeigt auf, dass die von Dr. D._ als fissuriert
beschriebene 8. Rippe nicht im Bereich des Manubrium/Corpus sterni-Übergangs
ansetze, sondern am distalen Sternum im Bereich des Übergangs zum
Schwertfortsatz. Eine örtliche Übereinstimmung von Diagnose und radiologischem
Befund wäre jedoch klarerweise zu erwarten. Dr. H._ weist sodann darauf hin, dass
Dr. D._ im ärztlichen Zwischenbericht vom 16. Juli 2013 (Suva-act. 24) bezüglich der
zeitnahen klinischen Untersuchungen keinen Druckschmerz im Bereich des Sternums
beschrieben habe, was ebenfalls entgegen den Erwartungen ist.
5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich - wie von Dr. H._ angenommen
und schlüssig begründet - aufgrund der ursprünglich gestellten Unfalldiagnose, der im
Rahmen des Rückfalls gestellten Diagnose sowie der im Grundfall und Rückfall
vorliegenden radiologischen Untersuchungsergebnisse keine Anhaltspunkte für eine
natürliche Unfallkausalität der am 9. Mai 2016 gemeldeten Thoraxbeschwerden
ergeben. Für dasselbe Ergebnis spricht der zeitliche Ablauf (vgl. Erwägung 5.4.2). Die
Beschwerdegegnerin hat damit ihre Leistungspflicht aus der obligatorischen
Unfallversicherung zu Recht verneint.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Gerichtskosten werden in Anwendung von Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine erhoben.
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6.3 Dem Beschwerdeführer wurde am 22. Februar 2018 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt, womit der Staat verpflichtet ist, für die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen (act. G 16). Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend
zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
4'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (vgl. Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
6.4 Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers gestatten, kann
er zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art.
99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art.
123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).