Decision ID: d7547e01-2166-40ab-8369-d234a2a41295
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1965 geborene M._ war als Staplerfahrer/Steinspalter bei der A._ tätig
und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(Suva-act. 1). Am 24. Mai 2005 verletzte er sich bei einem Arbeitsunfall. Als der
Versicherte auf einen Stapler steigen wollte, um Sandsteinplatten auf einen Plattenbock
zu stellen, kippten die Platten und trafen ihn an der Hüfte (act. G 10.1). Bei der
Untersuchung am Unfalltag im Kantonalen Spital Rorschach wurde die Diagnose einer
Hüft- und Flankenkontusion links erhoben. Als Befunde wurden eine Kontusionsmarke
über der linken Flanke und dem Beckenkamm sowie Hämatome über der Flanke und
der linken Gesässbacke festgehalten (Suva-act. 12). Radiologisch und sonographisch
konnten schwerwiegende Verletzungen ausgeschlossen werden, insbesondere waren
keine Frakturen erkennbar (Suva-act. 12, 13, 14). Eine weitere Untersuchung im
Kantonalen Spital Rorschach am 6. Juni 2005 bestätigte die Diagnose eines
Glutealhämatoms (Suva-act. 1, 1.1). Beim operativen Eingriff am 6. Juni 2005 erfolgte
eine Entlastung des Hämatoms (Suva-act. 2). Persistierende starke
Spannungsschmerzen erforderten am 11. Juni 2005 eine weitere Hämatomausräumung
(Suva-act. 5, 6).
Am 10. November 2005 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie. Dieser hielt
im Schreiben vom 11. November 2005 (Suva-act. 28) neben der Weichteilkontusion
gluteal links mit Hämatom degenerative Veränderungen an der Lendenwirbelsäule
(LWS) fest. Am 17. Januar 2006 führte Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin APPM,
Versicherungspsychiatrischer Dienst, Suva St. Gallen, eine psychiatrische
Untersuchung durch. Mit Bericht vom 18. Januar 2006 (Suva-act. 34) wurde ein
chronischer Schmerz am Bewegungsapparat in Verbindung mit verlaufsbestimmenden
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psychischen Faktoren, Verhaltensfaktoren und Kontextfaktoren, namentlich
Anpassungsstörung mit (vorwiegender existenzieller) Angst und Depressivität sowie
Belastung durch befürchteten Arbeitsplatzverlust, festgehalten. Vom 2. Februar bis 15.
März 2006 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Klinik Valens. Im Austrittsbericht
vom 1. Mai 2006 (Suva-act. 49) wurden die Diagnosen unklare Weichteilschmerzen
links paravertebral tieflumbal und gluteal mit/bei Status nach Kontusion und
Hämatomausräumung und fettiger Atrophie des Musculus glutaeus maximus links und
schmale, scharf begrenzte Flüssigkeitsansammlung, vereinbar mit einem Serom (MRI
vom 20. März 2006), sowie Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung
anderer Gefühle erhoben (Angst, Sorge, Anspannung bei befürchtetem
Arbeitsplatzverlust). Für die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Steinbruch sei der
Versicherte 100 % arbeitsunfähig. Für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit
Gewichtsbelastungen bis zu 15 kg sei er momentan 100 % arbeitsfähig; vorgeneigtes
Stehen sollte nur manchmal (6 – 33 % eines normalen Arbeitstages) vorkommen. Bei
einer neurologischen Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen am 20. April 2006
wurde eine posttraumatische Neuralgie im Bereich des linken Gesässes diagnostiziert
(Suva-act. 50).
A.b Mit Verfügung vom 16. November 2006 (Suva-act. 65) eröffnete die Suva dem
Versicherten, dass aufgrund der medizinischen Berichte keine behandlungsbedürftigen
Unfallfolgen mehr vorliegen würden. Die noch geklagten Beschwerden seien organisch
als Folge des erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar, es seien psychische Gründe dafür
verantwortlich. Diese seien nach der Rechtsprechung dann durch den Unfallversicherer
zu entschädigen, wenn sie zum Unfall in einem rechtserheblichen Zusammenhang
stehen würden. Diese Voraussetzungen seien hier nicht erfüllt. Das Unfallereignis selbst
könne höchstens als mittelschwer und nicht als besonders eindrücklich eingestuft
werden. Die Versicherungsleistungen würden daher per 30. November 2006 eingestellt.
A.c Gegen diese Verfügung erhoben sowohl der Versicherte als auch dessen
Krankenversicherer Einsprache (Suva-act. 70, 75, 77).
A.d In der im Rahmen des Einspracheverfahrens eingeholten ärztlichen Beurteilung
vom 7. August 2007 (Suva-act. 84) hielt Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie FMH, Suva Versicherungsmedizin, einen erheblichen objektivierbaren
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Residualzustand nach traumatisch bedingter Blutung im grossen Gesässmuskel fest.
Ein erheblicher Restzustand mit Atrophie und wahrscheinlich auch fettiger
Degeneration des Muskels sei mit dem MRI vom 26. März 2006 belegt.
A.e In teilweiser Gutheissung der Einsprachen wurde dem Versicherten mit
Einspracheentscheid vom 22. August 2007 (Suva-act. 86) ab 1. Dezember 2006 eine
Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12% zugesprochen. Andere und
weitergehende Begehren wurden abgewiesen.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Fürsprecher Marco
Büchel, Oberuzwil, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 24.
September 2007 (act. G 1). In der Beschwerde-Ergänzung vom 25. Oktober 2007
beantragte er, die Verfügung vom 16. November 2006 sowie der Einspracheentscheid
vom 22. August 2007 seien aufzuheben und es sei ein polydisziplinäres Gutachten
unter Einbezug der physischen und psychischen Problematik und deren Auswirkungen
auf die Resterwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers zu erstellen. Eventualiter sei die
Suva zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2006 eine Rente
basierend auf einem IV-Grad von 63% zu entrichten; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass es sich
nicht um einen Bagatellunfall handle, sondern dass mindestens von einem
mittelschweren Unfall im Sinn der Rechtsprechung auszugehen sei. In den Akten seien
bezüglich des Unfallhergangs teilweise widersprüchliche Angaben vorhanden. Die
heute noch geklagten Schmerzen seien organisch erklärbar, der Beschwerdeführer
leide an einem sogenannten Serom, welches entweder auf die Verletzung durch die
Steinplatte oder auf die erfolgten Operationen zurückzuführen sei. Der
Beschwerdeführer habe immer versucht, die ihm am Arbeitsplatz angebotenen
Arbeiten auszuführen, leider habe er auch die ihn nur minimal belastende Arbeit nicht
bewältigen können. Zwischen den verschiedenen Arztberichten bestehe eine
erhebliche Diskrepanz betreffend zumutbarer Arbeitsfähigkeit aus rein physischer
Sicht. Dr. med. E._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, sei der Ansicht, dass der
Beschwerdeführer für eine leidensadaptierte, leichte körperliche Tätigkeit mit
Wechseltätigkeit lediglich noch 50% arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit aus
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psychischer Sicht sei nicht abgeklärt worden. Sodann seien weitere, objektiv
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen
oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen würden, vorhanden, weshalb
die Adäquanz der psychischen Beschwerden zu bejahen sei. Bei der Berechnung des
Invalideneinkommens sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen und ein
Leistungsabzug von mindestens 15% vorzunehmen, wodurch sich ein IV-Grad von
63% ergebe.
B.b Mit der Beschwerdeantwort vom 21. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 22. August 2007. Die dramatische Schilderung des
Unfallhergangs in der Beschwerde finde in den Akten keine Grundlage. Gemäss Bericht
der Klinik Valens sei der Beschwerdeführer in Bezug auf eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit 100% arbeitsfähig, wobei nebst den körperlichen Unfallfolgen im
Glutealbereich auch die unfallfremden lumbalen Rückenschmerzen in die Beurteilung
miteinbezogen worden seien. Dr. E._ habe bei seiner Zumutbarkeitsbeurteilung
offensichtlich auch psychische Aspekte mit-einbezogen, für welche sie mangels
Adäquanz nicht leistungspflichtig sei. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) sei ein leidensbedingter Abzug
ausgeschlossen, da die unfallbedingten körperlichen Restfolgen nur geringfügig seien.
Diesen sei durch Verwendung des LSE-Lohns für einfache Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4) bereits genügend Rechnung getragen worden. Der Unfall vom
24. Mai 2005 sei als leicht zu qualifizieren, weshalb die adäquate Unfallkausalität in
Bezug auf psychische Störungen zum vornherein zu verneinen sei. Die Adäquanz wäre
aber selbst bei Annahme eines mittelschweren Ereignisses im Grenzbereich zu den
leichten Fällen zu verneinen, da die massgebenden Kriterien weder in gehäufter noch in
auffallender Weise erfüllt seien.
B.c Mit Replik vom 29. Januar 2008 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an den gestellten Anträgen unverändert fest.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
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1.
Mit Verfügung vom 16. November 2006 hat die Beschwerdegegnerin die
Versicherungsleistungen per 30. November 2006 eingestellt. Im Einspracheentscheid
vom 22. August 2007 wurde dem Beschwerdeführer eine Rente basierend auf einem
IV-Grad von 12% zugesprochen. In der Beschwerde lässt der Beschwerdeführer die
Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beantragen und eventualiter habe die
Beschwerdegegnerin eine Rente basierend auf einem IV-Grad von 63% zu entrichten.
Streitig ist somit im vorliegenden Verfahren, ob die Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers, insbesondere aus psychischer Sicht, rechtsgenüglich abgeklärt
wurde und ob es sich bei den psychischen Beeinträchtigungen um eine adäquat-
kausale Folge des Unfalls vom 24. Mai 2005 handelt. Streitig ist sodann noch, ob bei
der Ermittlung des Invalideneinkommens ein sogenannter Leidensabzug gerechtfertigt
ist oder nicht.
2.
2.1 Im Einspracheentscheid vom 22. August 2007 hat die Beschwerdegegnerin die
Bestimmungen über den Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente nach Art. 18
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und für die
Ermittlung des Invaliditätsgrads zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
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umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte
kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
3.
3.1 Dr. D._ hat in der ärztlichen Beurteilung vom 7. August 2007 (Suva-act. 84)
einen erheblichen objektivierbaren Residualzustand nach traumatisch bedingter
Blutung im grossen Gesässmuskel festgehalten. Ein erheblicher Restzustand mit
Atrophie und wahrscheinlich auch fettiger Degeneration des Muskels sei mit dem MRI
vom 26. März 2006 belegt. Diese klar objektivierbaren unfallbedingten Folgen würden
gewisse Beschwerden erklären, unter anderem die in der Klinik Valens festgestellte und
beim ergonomischen Leistungsprofil berücksichtigte Schwäche in der Streckung der
Hüfte. Im vorliegenden Verfahren ist zwischen den Parteien unbestritten geblieben,
dass bezüglich der somatischen Unfallfolgen auf diese Beurteilung von Dr. D._
abgestellt werden kann und die natürliche Kausalität diesbezüglich zu bejahen ist.
Nicht einig sind sich die Parteien dagegen in der Frage, wie sich diese Unfallfolgen auf
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken.
3.2 Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 1. Mai 2006 (Suva-act. 49) wurde dem
Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Steinbruch eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Momentan sei er unter Berücksichtigung seiner
ergonomischen Leistungsfähigkeit nur für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit 100%
arbeitsfähig. Die Gewichtsbelastung solle 15 kg nicht überschreiten und vorgeneigtes
Stehen solle ebenfalls nur manchmal vorkommen. Dr. E._, den der Versicherte
aufgrund seiner Portugiesisch-Kenntnisse aufgesucht hatte, erachtete den
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Beschwerdeführer demgegenüber in der ärztlichen Stellungnahme vom 14. September
2007 (act. 4.1) für eine leidensadaptierte leichte körperliche Tätigkeit mit
Wechseltätigkeit (teils sitzend/stehend) zu 50% arbeitsfähig, bei möglicher Steigerung
der Arbeitsfähigkeit. Er verneint dabei das Vorliegen einer Depression, geht aber davon
aus, dass andere psychische Faktoren einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben
könnten. Die bisherigen Beurteilungen, welche eher auf eine
Schmerzverarbeitungsstörung tendiert hätten, hätten den Beschwerdeführer im Erleben
seiner Einschränkungen beeinflusst, woraus auch die Angst entstanden sei, dass man
ihm die Tragweite seiner Beschwerden nicht abnehme. Dieser Aspekt sei bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht ausser Betracht zu lassen. Auch im
Austrittsbericht der Klinik Valens wurde eine Depression verneint. Die psychologische
Beurteilung habe aber eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung
anderer Gefühle (Angst, Sorge, Anspannung bei befürchtetem Arbeitsplatzverlust)
ergeben. Zumindest bei der Einschätzung von Dr. E._ haben die psychischen
Einschränkungen offensichtlich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers. Nachdem somit beim Beschwerdeführer psychische
Beeinträchtigungen vorhanden sind - was im Übrigen von der Beschwerdegegnerin
zumindest nicht ausdrücklich bestritten wird -, gilt es vorerst zu prüfen, ob diese eine
adäquat-kausale Folge des Unfallereignisses darstellen.
4.
4.1 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6)
vom Unfallereignis auszugehen. Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang
zwischen den Beschwerden und dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er
eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für
die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend
vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen
einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden
mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in
der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen
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verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem
mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es
sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen rechtsprechungsgemäss (vgl.
BGE 115 V 140 Erw. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw. 2, 2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit
Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder
auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die Adäquanzbeurteilung
einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa):
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls,
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit.
4.2 Bezüglich des Unfallhergangs sind den Akten verschiedene Schilderungen zu
entnehmen. Aus dem Polizeibericht vom 14. Juni 2005 (act. G 10.1) ist ersichtlich, dass
die stürzenden Sandsteinplatten den Beschwerdeführer an der Hüfte getroffen haben.
Die dem Bericht beigelegten Fotos lassen erahnen, dass die Platten ein beträchtliches
Gewicht aufweisen. Der Bericht stimmt somit mit der Unfallmeldung vom 24. Mai 2005
und den Schilderungen des Beschwerdeführers anlässlich der kreisärztlichen
Untersuchung vom 10. November 2005 überein. Der Unfall hat sich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit wie dargelegt ereignet. Auf die Schilderungen, wonach der
Beschwerdeführer lediglich auf das Gesäss gestürzt sei wird mangels überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht abgestellt. Somit ist vorliegend von einem Unfallereignis im
mittleren Bereich auszugehen, womit die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder
in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein müssen oder ein einziges Kriterium
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein muss, damit die Adäquanz bejaht werden
kann.
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4.3 Aufgrund der medizinischen Aktenlage sind körperliche Beschwerden ohne
wesentlichen Unterbruch dokumentiert. Insbesondere die von Dr. D._ festgehaltenen
und von der Beschwerdegegnerin anerkannten erheblichen Residualbeschwerden - ein
dauerhaft angeschwollenes schmerzhaftes linksseitiges Gesäss - belegen somatische
Dauerschmerzen. Es sind keine Hinweise ersichtlich, welche die Glaubhaftigkeit der
geklagten Schmerzen in Frage stellen würden. Das Kriterium der körperlichen
Dauerschmerzen ist erfüllt. - Die operativen Eingriffe vom 6. und 11. Juni 2005 haben
nur kurzfristig eine Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
gebracht. Die in der Folge durchgeführten Therapiemassnahmen (Physiotherapie,
Ultraschalltherapie, medikamentöse und chiropraktische Behandlung) und
insbesondere der stationäre Aufenthalt in der Klinik Valens konnten ebenfalls keine
wesentliche Besserung herbeiführen. Zwischenzeitlich wurde aufgrund des
Beschwerdebilds sogar eine vollständige Entfernung des Musculus glutaeus maximus
diskutiert (Suva-act. 52). Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sämtliche
Therapien nicht nur keine Besserung des Gesundheitszustands gebracht haben,
sondern sich nach der kurzfristigen zwischenzeitlichen Besserung ein
therapieresistenter erheblicher Residualzustand eingestellt hat. Ein positiver
Heilungsverlauf ist bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids nicht erkennbar.
Aufgrund der anhaltenden Therapieresistenz und der erheblichen
Residualbeschwerden ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und
erheblicher Komplikationen zu bejahen. - Am 11. Juli 2005 hat der Beschwerdeführer
seine angestammte Tätigkeit in vollem Umfang wieder aufgenommen, nachdem seit
dem Unfall vom 24. Mai 2005 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Bereits ab 11.
Oktober 2005 attestierte Dr. med. F._, Arzt für Allgemeinmedizin FMH, erneut eine
volle Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 25). Dr. B._ geht im Bericht vom 11. November
2005 (Suva-act. 28) davon aus, dass die Einschränkung bei der Arbeit als Staplerfahrer
oder bei schweren Tätigkeiten im Steinbruch erklärbar sei, weshalb zum Wiedereinstieg
in Absprache mit dem Beschwerdeführer von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werde. Die in der Folge am 9. Januar und im April 2006 durchgeführten
Arbeitsversuche für leichte Arbeiten mussten jeweils aufgrund unerträglicher
Schmerzen wieder abgebrochen werden (Suva-act. 37). Im Bericht der Klinik Valens
vom 1. Mai 2006 wurde vom 24. Mai 2005 bis 2. Februar 2006 eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aufgrund dieser Aktenlage kann eine erhebliche
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Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen gelten, unter diesen Umständen kann das Kriterium
des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht
von vorneherein verneint werden. Schliesslich kann auch das Kriterium der besonders
dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht
ohne weiteres verneint werden. Angesichts der Bilder der Unfallsituation muss
angenommen werden, dass der Beschwerdeführer beim Umstürzen der Steinplatten
genau in die schmale Öffnung zwischen Gabellift und Einstieg gepasst hat und der
Stapler den weiteren Fall der Platten dank dem relativ tiefen Treffpunkt zu stoppen
vermochte. Andernfalls wäre der Beschwerdeführer vermutlich vom Gewicht der
Platten erdrückt worden. Damit erscheint auch eine gewisse Eindrücklichkeit und
Dramatik des Unfalls durchaus gegeben.
Die summarische Prüfung der in die Adäquanzbeurteilung miteinzubeziehenden
Kriterien ergibt somit, dass zwei Kriterien als erfüllt erscheinen und zwei weitere nicht
ohne weiteres einfach verneint werden können. Dementsprechend können die
psychischen Beeinträchtigungen bei der Festlegung der verbleibenden Arbeits- bzw.
Erwerbsfähigkeit nicht von vorneherein ausser Acht gelassen werden. Vielmehr ist in
dieser Situation zur Beurteilung der psychischen Beschwerden und deren allfälligen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine eingehende psychische Begutachtung des
Beschwerdeführers erforderlich. Aufgrund der im Recht liegenden Akten ergibt sich,
dass der psychische Zustand des Beschwerdeführers bis anhin noch nicht hinreichend
abgeklärt wurde. Bei der psychiatrischen Untersuchung vom 17. Januar 2006 bei Dr.
C._ wurden zwar psychische Faktoren diagnostiziert und ein Diagnosetext
vorgeschlagen; inwiefern sich diese psychischen Beschwerden allerdings auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken, ist der Beurteilung nicht zu
entnehmen. Sodann basieren die von Dr. F._ im Bericht vom 15. August 2006 (Suva-
act. 62) angesprochenen massiven psychischen Störungen und die von Dr. E._ am
14. September 2007 (act. G 4.1) festgestellten psychischen Einschränkungen nicht auf
einer psychiatrischen Begutachtung. Den Akten ist somit keine hinreichende
psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers mit einer Beurteilung der
Auswirkungen von natürlich kausalen psychischen Beschwerden auf die
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Aufgrund der ungenügenden Abklärungen lassen sich
die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers - und somit der
Invaliditätsgrad – nicht abschliessend festlegen. Zur Nachholung der erforderlichen
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Abklärungen und anschliessender neuer Verfügung ist die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.4 Bei dieser Aktenlage kann auch die Frage, ob bei der Festlegung des IV-Grads
ein sogenannter Leidensabzug gerechtfertigt ist, nicht abschliessend beurteilt werden.
Es gilt die weiteren medizinischen Abklärungen abzuwarten, wobei je nach
Erkenntnissen allenfalls ein "Teilzeit-Leidensabzug" denkbar wäre. Ansonsten sind
eigentlich keine Kriterien ersichtlich, die im vorliegenden Fall einen Abzug rechtfertigen
könnten. Die Einschränkungen, die nicht bereits mit der Wahl der entsprechenden LSE-
Tabelle abgegolten wurden, sind eher marginal. Die Einschränkungen liegen eher in
den persönlich bedingten Umständen des Beschwerdeführers, die aber für einen
allfälligen Leidensabzug nicht berücksichtigt werden können.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 22. August 2007 gutzuheissen und die
Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn der Erwägungen und
anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat gemäss Art.
61 lit. g ATSG die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die
Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb). Unter
Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des
Prozesses rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht