Decision ID: fd463daa-d24f-4fbb-893b-5ef9f46345b3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, war ab Oktober 2010
von
ihrem
Vater,
Y._
, zu dessen pers
önlicher
Pflege
angestellt;
zunächst
in
einem Teilpensum und ab dem
1.
April 2014
in
einem Vollpensum
(40 Wochenstunden)
. Mit dem
Tod des Vaters am 1
7.
Februar 2019 endete das Arbeitsverhältnis (
Urk.
8/3,
Urk.
8/19).
Ab dem
9.
April 2016 war die Versicherte
ferner
zunächst in einem Teilzeitpensum und ab Oktober 2017
in einem Vollzeitpensum
(42 Wochen
stunden)
als Unterhaltsreinigerin
für die
Z._
GmbH
tätig
. Die Versicherte betreute
verschiedene Gebäudeobjekte.
Per 3
0.
April 2019
kündigte
die Arbeitgeberin
die Anstellung
(
Urk.
8/5,
Urk.
8
/20
,
Urk.
8/66
).
Im
Mai
und Juni 2019
schloss die Versicherte mit der
Z._
GmbH neue Einsatzver
träge
(
Urk.
8/46 ff.,
Urk.
8
/67 ff.).
Des Weiteren
hatte
die Versicherte ab dem 3
0.
September 2017 mit einem Pensum von 2,5 Wochenstunden als Unterhalts
reinigerin für die
A._
AG
gearbeitet
. Dieses Arbeitsverhältni
s dauerte bis 3
1.
Mai 2019
(
Urk.
8
/16
f.
).
1.2
Nach Beendigung
der Pflegetätigkeit für den Vater aufgrund von
dessen Tod am
1
7.
Februar 2019 meldete sich die Versicherte am 2
6.
März 2019
als ganztägig arbeitslos
zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
8
/1) und stellte am 2
4.
April 2019 An
trag auf Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
8
/18,
Urk.
8
/30).
Mit Verfügung vom 1
3.
September 2019 verneinte die
Unia
Arbeitslosenkasse den Anspruch der Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung ab dem
1.
Mai 2019
, dem Tag der Eröffnung der Rahmenfrist für den Leistungsbezug
(
Urk.
8/59)
,
mit der Begrün
dung, der Zwischenverdienst sei höher als d
as
Taggeld der Arbeitslosenent
schädigung
. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 1
1.
Oktober 2019, ergänzt am 1
4.
November 2019, Einsprache (
Urk.
8/60,
Urk.
8/62).
Mit
Einspra
che
entscheid
vom
8.
Januar 2020
wies die
Unia
Arbeitslosenkasse
die Einsprache
ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/93).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2020 erhob die Versicherte am
10.
Februar 2020 Beschwerde mit dem Antrag, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Rahmenfrist auf den 2
6.
März 2019 und der versicherte Ver
dienst auf mindestens
Fr.
4'740.-- festzulegen und es sei
die
Sache zur Auszah
lung der Arbeitslosentaggelder an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1
S. 2
). Die
Unia
Arbeitslosenkasse beantragte mit der Beschwerdeantwort vom 1
3.
März 2020 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Diese wurde der Versicherten am 2
0.
März 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie
unter anderem
ganz oder teilweise arbeitslos ist, einen anrechenbaren Arbeits
ausfall erlitten hat und wenn sie vermittlungsfähig ist
sowie
die Kontroll
vor
schriften erfüllt
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. a, b,
f
u
nd
g
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung;
AVIG)
.
Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeit
beschäftigung sucht (
Art.
10
Abs.
1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt gemäss
Art.
10
Abs.
2 AVIG, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und lediglich eine Teilzeitbeschäftigung sucht (
lit
. a) oder
eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weit
ere Teilzeitbeschäftigung sucht (
lit
. b).
Gemäss Art.
11
Abs.
1 AVIG ist der
Arbeitsausfall anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinander folgende volle Arbeitstage dauert.
1
.2
A
ls versicherter Verdienst
gilt
der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeits
verhältnissen normalerweise erzielt wurde
(
Art.
23
Abs.
1 AVIG
).
Einkommen aus unselbständiger oder sel
bständiger Erwerbstätigkeit, das
die arbeitslose Person
innerhalb einer Kontrollperiode erzielt
,
stellt Zwischenverdienst dar und ist bei der Bemessung der Arbeitslosenentschädigung anzurechnen. Allerdings hat die versicherte Person
Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls
(
Art.
24
Abs.
1
AVIG
)
.
Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kontroll
periode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und ortsübli
chen Ansatz für die betreffende Arbeit,
und dem versicherten Verdienst
(
Art.
24
Abs.
3 AVIG).
Nicht versichert ist gemäss
Art.
23
Abs.
3 AVIG ein Nebenver
dienst. Als solcher gilt jeder Verdienst, den ein Versicherter ausserhalb seiner normalen Arbeitszeit als Arbeitnehmer oder ausserhalb des ordentlichen Rahmens seiner selbständigen Erwerbstätigkeit erzielt. Der Nebenverdienst bleibt bei der Anrechnung von Zwischenverdienst unberücksichtigt (
Art.
24
Abs.
3 Satz 2 AVIG).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin führte im
Einspracheentscheid
aus,
es sei
auszuscheiden
, welche der Tätigkeiten der Beschwerdeführerin als Haupt- und welche als Neben
tätigkeit zu qualifizieren sei
. Gemäss Arbeitgeberbescheinigung sei sie für ihren
Vater ab April 2014 im Umfang einer Vollbeschäftigung tätig gewesen (40
Woche
n
stunden). Seit dem
9.
April 2016
habe die Beschwerdeführerin als
Unterhaltsreinigerin für die
Z._
GmbH
im Stundenlohn verschie
dene Gebäudeobjekte betreut
.
Nach einem Unfall ihres Ehemannes, der ebenfalls für dieses Unternehmen gearbeitet habe, habe sie
auch
dessen Objekte
über
nommen und sei so auf ein Arbeitspensum von 42 Wochenstunden gekommen
.
Zusätzlich habe sie noch während 2,5 Stunden pro Woche für die
A._
AG Reinigungsarbeiten erledigt. Die Beschwerdeführerin habe angegeben,
während des Tages
habe sie ihren Vater betreut und abends habe sie die Objekte für die
Z._
GmbH betreut.
Auch an den Wochenenden habe sie für die
Z._
GmbH gearbeitet.
Es sei
jedoch
nicht glaubhaft, dass sie neben
dem Wochenpensum von mehr als 42 Stunden als Unterhaltsreinigerin
und
neben
der Betreuung von drei Kindern zusätzlich während 40 Wochenstunden ihren Vater gepflegt habe.
Im Gegensatz zu den Arbeitseinsätzen für die
Z._
GmbH und die
A._
AG seien d
ie für
die
Pflege ihres
Vater
s
geleisteten Stunden
nicht belegt. Die Tätigkeit für die
Z._
GmbH sei somit als Haupterwerb
und damit als versicherte Erwerbstätigkeit
und die Pflegetätigkeit für den Vater sowie die Tätigkeit für die
A._
AG seien als
nicht versicherte
Nebenerwerb
e
zu qualifizieren.
Da das Arbeitsverhältnis mit der
Z._
GmbH per Ende April 2019 gekündigt worden sei, beginne die Rahmenfr
ist für den Leistungsbezug a
m
1.
Mai 2019 zu laufen und der versicherte Verdienst
sei aufgrund des Verdienstes der letzten sec
hs Beitragsmonate auf
Fr.
3
‘662.
--
fest
zusetzen
. Allerdings habe die Beschwerdeführerin ab dem
1.
Mai 2019 wiederum in einem Pensum von 42 Wochenstunden für die
Z._
GmbH gear
beitet und dabei einen Bruttolohn von
Fr.
4‘640.-- erzielt. Dieser Bruttolohn sei höher als der versicherte Verdienst gewesen, weswegen kein anrechenbarer Arbeits
ausfall entstanden sei. Die Beschwerdeführerin sei daher weder ganz noch teilweise arbeitslos gewesen
(
Urk.
2 S. 3 ff.
Ziff.
7 ff.).
In der Beschwerdeantwort
verwies die Beschwerdegegnerin auf ihre bisherigen Ausführungen (
Urk.
7 S. 1
).
2
.2
Die Beschwerdeführerin
macht geltend, entgegen der Auffassung der Beschwer
degegnerin sei nachgewiesen, dass sie ihren Vater ab April 2014 entsprechend einem vollzeitlichen Pensum gepflegt und dafür ein monatliches Bruttogehalt von
Fr.
5'250.-- erhalten habe. Die Anstellung sei nicht nur
korrekt der AHV
gemeldet worden, sondern sie sei auch über die Nest Sammelstiftung im Rahmen der beruf
lichen Vorsorge versichert gewesen. Nach
einem
Unfall ihres Ehemannes habe sie ihr
e
Nebentätigkeit
als Unterhaltsreinigerin bei der
Z._
GmbH zu einem Vollzei
tpensum aufgestockt, indem sie auch
Objekte übernommen
habe
, die
zuvor ihr Ehemann
neben seiner T
ätigkeit als Gipser betreut
gehabt
habe. Auf diese Weise habe das für die
Z._
GmbH geleistet
e
Pensum 42
Stunden
pro Woche
betragen.
Die Arbeitszeit habe sie frei einteilen können. Zusätzlich zu diesem Pensum habe sie während 2,5 Stunden pro Woche für die
A._
AG
Unterhaltsreinigungen ausgeführt. Per Ende April 2019 habe die
Z._
GmbH die Verträge für alle Objekte gekündigt, habe ihr aber ab dem
1.
Mai respektive ab dem
1.
Juni 2019 neue Verträge für verschiedene Objekte angeboten.
Sie habe diese zusätzliche Tätigkeit ausgeübt, um nach dem Unfall des Ehemannes den Lebensstandard für die Familie erhalten zu können.
Zudem habe sich
der Ehemann vermehrt um die Kinder kümmern können.
Da der Lohn für die Pflege des Vaters höher gewesen sei als derjenige für die Unterhalts
reini
gungen
,
sei letztere Tätigkeit als Nebentätigkeit zu qualifizieren.
Die Beschwer
degegnerin habe bezügliche der Pflegetätigkeit für den Vater den Untersuchungs
grundsatz verletzt. Bei Zweifeln hätte sie von sich aus diesbezüglich weitere Abklärungen tätigen müssen. Nach dem Tod des Vaters im Februar 2019 sei diese Tätigkeit weggefallen, weswegen am 2
6.
März 2019 die Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung erfolgt sei. Auf diesen Zeitpunkt hin sei die Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu eröffnen. Des Weiteren sei der versicherte Verdienst auf der Basis des Lohnes für die Pflege des Vaters
festzusetzen
. Der Lohn von der
Z._
GmbH sei im Rahmen der Zwischenverdienstanrechnung zu berücksichtigen, zumal dieser das bisherige versicherte Einkommen nicht übersteige (
Urk.
1 S. 2 ff.
Rz
3 ff.).
3
.
3
.1
Gemäss Arbeitsvertrag vom 1
1.
April 2014 erhöhte die Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab dem
1.
April 2014
ihr
seinerzeitiges
Teilzeitpensu
m als Pflegerin für ihren Vater
Y._
auf
ein V
ollzeit
pensum
. Vereinbart
wurde
eine wöchentliche Arb
eitszeit von 40 Wochenstunden (
Urk.
8/3).
Dokumentiert
sind
Lohnabrechnungen ab Januar 2017 bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses
per 1
7.
Februar 2019
(
vgl.
Urk.
8/7,
Urk.
8/27).
Des Weiteren
liegen
für die Zeit ab Mai 2018 Kontoauszüge
mit den Lohnzahlungen
im
Recht
(
Urk.
8/26). Akten
kundig sind sodann verschiedene Verfügungen des Amtes für Zusatzleistungen betreffend Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten im Zusammen
hang mit der Pflege
von
Y._
durch die Beschwerdeführerin (
Urk.
3/5).
3
.2
D
ie
beiden Anstellungen als Unterhaltsreinigerin bei der
Z._
GmbH
einerseits
und
bei
der
A._
AG
andererseits sind
ebenfalls
dokumentiert
. Die Anstellung bei
der
Z._
GmbH
dauerte vom
9.
April 2016 bis 3
0.
April 2019 und beinhaltete zuletzt insgesamt ein Vollpensum (
Urk.
8/20). Die Beschwerde
führerin
war
für die Reinigung
diverser
Gebäude verantwortlich
. Ab Herbst 2017 übernahm sie auch Objekte des Ehemannes, nachdem jener aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage
gewesen
war.
Dies ergibt sich insbesondere aus der schriftlichen Auskunft der
B._
AG, der Treu
händerin der
Z._
GmbH
, vom
4.
Dezember
2019
(
Urk.
8/66
). Das Arbeitsverhältnis bei
der
A._
AG
dauerte
vom 3
0.
September 2017 bis 3
1.
Mai 2019 und beinhaltete ein Pensum von 2,5 Wochenstunden (
Urk.
8/16).
Beide Anstellungen
kündigten
jeweils
die Arbeitgeberinnen per Ende April 2019 (
Z._
GmbH
) und per Ende Mai 2019 (
A._
AG
;
Urk.
8/5,
Urk.
8/17).
Ab Mai respektive Juni 2019 beschäftigte die
Z._
GmbH die Be
schwerdeführerin im Rahmen neuer Einsatzverträge
weiter
(
Urk.
8/68,
Urk.
8/70 f.,
Urk.
8/74 f.,
Urk.
8/77 f.,
Urk.
8/80).
Der Lohnfluss ist bezüglich beider
An
stellungen
durch Lohnabrechnungen respektive Lohnjournale von Arbeitge
ber
seite dokumentiert
(
vgl.
Urk.
8/8 f.
,
Urk.
8/26,
Urk.
8/31 f.,
Urk.
8/43,
Urk.
8/65).
4.
4.1
Nicht sämtliches erzieltes Einkommen ist versichert.
Gemäss
Art.
23
Abs.
1 AVIG gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraumes normalerweise aus einem oder gegebenenfalls mehreren Arbeitsverhältnissen erzielt wurde.
Als Nebenver
dienst
sodann
gilt
gemäss
Art.
23
Abs.
3 AVIG jeder Verdienst, den eine versicherte Pers
on ausserhalb ihrer normalen Ar
beitszeit als Arbeitnehmer(in) oder ausser
halb des ordentlichen Rahmens ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit erzielt. Dieser Regelung, wie auch dem in
Art.
23
Abs.
1 AVIG verwendeten Rechtsbegriff «nor
malerweise», liegt der Grundgedanke der Arbeitslosenversicherung zugrunde, den Versicherungsschutz auf die im üblichen Rahmen ausgeübte Arbeitnehmer
tätig
keit zu beschränken (BGE 126 V 207 E. 1, 125 V 475 E. 5a; je mit Verweis auf BGE 116 V 281 E. 2d). Folglich ist darunter
das Total der zu leistenden Wochen
arbeitsstunden in der Haupttätigkeit
zu verstehen
und nicht etwa der genaue
Zeitpunkt, wann die Arbeitsstun
den zu absolvieren sind
(vgl. BGE 126 V 207 E. 3a
und 125 V 475 E. 5b).
Mit
Nebenverdienst im Sinne von
Art.
23
Abs.
3 AVIG sind
dagegen in erster Linie jene Tä
tigkeit
en
gemeint
, die eine Person über eine
Vollzeitstelle hinausgehend (zu
sätzlich) ausübt. Verrichtet jemand neben einer
Vollzeitbeschäftigung eine wei
tere Tätigkeit, gilt diese zweite als Nebenerwer
b (BGE 125 V 475 E. 5a und 5b).
4.2
Entscheidend
ist
daher
die Frage, welche der beiden Vollzeittätigkeiten
als Haupt
erwerb zu gelten hat
, die Pflegetätigkeit für den Vater oder die Tätigkeit als Unter
haltsreinigerin
für die
Z._
GmbH
.
Die Tätigkeit für die
A._
AG stellt aufgrund des geringen zeitlichen Umfanges von 2,5 Wochenstunden klarer
weise und unbestrittenermassen eine Nebentätigkeit dar. Die Anstellung
bei
der
Z._
GmbH qualifiziert die Beschwerdegegnerin als Haupttätigkeit.
Sie
vertritt den Standpunkt, es sei nicht glaubhaft, dass die
Beschwerdeführerin
neben dem
Wochenpensum von mehr als 42 Stunden als Unterhaltsreinigerin für die
Z._
GmbH und die
A._
AG sowie neben der Betreuung ihrer drei Kinder zusätzlich während 40 Stunden pro Woche ihren Vater gepflegt habe. Im Gegensatz zu den Arbeitseinsätzen für die
Z._
GmbH und die
A._
AG seien die für den Vater geleisteten Stunden nicht belegt (
Urk.
2
S. 4).
4.3
Für eine effektiv
geleistete Pflege
spr
echen
zunächst d
ie Abrechnungen über einen
Lohn
in der Höhe von
Fr.
5'250.-- brutto monatlich
(
Urk.
8/7) sowie die
im
Kontoauszug ersichtlichen Lohnzahlungen (
Urk.
8/26)
.
In Betracht fällt sodann, dass e
ine Pflege
tätigkeit
, insbesondere eine Vollpflege,
nicht
beliebig
auf eine be
stimmte Tageszeit gelegt werden kann, sondern kontinuierlich
entsprechend den Bedürfnissen des zu Pflegenden erbracht werden muss und regelmässig auch die Präsenz im Sinne der Bereitschaft erfordert.
D
ie Arbeiten i
m Rahmen
einer
Gebäudereinigung dagegen sind nicht
notwendigerweise
an eine
Tagespräsenz
gebunden. Insbesondere bei Gewerbeobjekten (vgl.
Urk.
8/68,
Urk.
8/
70,
Urk.
8/
71,
Urk.
8/74 f,
Urk.
8/77 f.,
Urk.
8/80)
findet die Reinigung sogar vorzugsweise abends nach Betriebsschluss
oder am Wochenende
statt.
Die
Z._
GmbH
bestätigte
schriftlich
, die Beschwerdeführerin habe die Reinigung der Ob
jekte einteilen können und sie habe
insbesondere
keine Stundenrapporte führen müssen (
Urk.
8/66).
Stundenrapporte fehlen auch hinsichtlich der Pflege des Vaters
und d
ie
nachträgliche
Bestätigung der Mutter der Beschwerdeführerin
, die Beschwerdeführerin habe ganztägig Pflegeleistungen erbracht
(
Urk.
3/3)
,
vermag eine echtzeitliche Erfassung des Arbeitseinsatzes
nicht zu ersetzen.
Allerdings ist mit Blick auf das soeben Ausgeführte
gleichwohl
plausibel, dass die Beschwer
deführerin tagsüber den Vater pflegte und in der übrigen Zeit die ihr zugeteilten Objekte reinigte. Hinzu kommt, dass die Reinigungstätigkeit bis Oktober 2017
zeitlich von untergeordneter Bedeutung
war. Die Ausweitung erfolgte, als der Ehemann der Beschwerdeführerin gesundheitsbedingt sein Pensum für
die
Z._
GmbH
nicht mehr
leisten
konnte (
Urk.
8/66).
Die
gesamten
Um
stände
legen es
mithin
nahe
, von der Pflegetätigkeit
als Haupterwerb auszugehen
, die mit dem Tod des Vaters
am 1
7.
Februar 2019 ihr Ende fand.
4.4
Die
Pflege des Vaters umfasste ein volles Wochenpensum von 40 Stunden
(Urk.
8/3). Die damit erzielten Einkünfte sind
als normalerweise erzieltes Einkom
men massgebend für
die
Ermittlung des versicherten Verdienstes.
Dieser
bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten
sechs Beitragsmonate
vor Beginn der Rah
menfrist für den Leistungsbezug (
Art.
37
Abs.
1
der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung;
AVIV)
.
Er bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn
höher ist als derjeni
ge nach Absatz 1 (
Art.
37
Abs.
2 AVIV).
Für versicherte Per
sonen, die sich bei Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalles nicht unver
züg
lich zum Taggeldbezug
angemeldet haben
, beginnt der Bemessungszeitraum am Tag vor dem Eintritt eines solchen Ausfalles. Voraussetzung ist, dass in der Rahmenfrist für die Beitragszeit mindestens 12 Beitragsmonate vor diesem Zeit
punkt liegen (
Art.
37
Abs.
3 AVIV; vgl. auch AVIG-Praxis ALE
Rz
C22).
Der Tod des Vaters der Beschwerdeführerin am 1
7.
Februar 201
9
hatte
ab dem Tag darauf
einen dauerhaften Arbeitsausfall und damit verbunden auch einen Verdienstausfall zur Folge
(vgl.
Urk.
8/19)
und ist daher anrechenbar (vgl. auch nachstehende E. 4.6).
Da die Beschwerdeführerin ihren Vater seit April 2014 auf vollzeitlicher Basis
entgeltlich
gepflegt hatte
(
Urk.
8/3)
,
liegen innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit
(gerechnet ab dem 2
6.
März 2019
) jedenfalls zwölf Beitragsmonate vor dem 1
7.
Februar 201
9.
Der Bemessungszeitraum
für die Ermittlung des Durchschnittsverdiensts
gemäss
Art.
37
Abs.
1 respektive
Abs.
2 AVIV knüpft somit
an diesem Datum an
.
Ab April 2014
hatte
der monatliche Bruttolohn
stets
Fr.
5'250.--
betragen
und kam zwölfmal pro Jahr zur Auszahlung
(
Urk.
8/3
,
Urk.
8/7
).
Pro Kalendermonat hatte d
ie Beschwerdeführerin somit An
spruch auf eine
Entlöhnung
von
Fr.
5'250.--.
Als Beitragsmonat zählt
jeder volle Kalendermonat, in dem
die versicherte
Person
beitragspflichtig ist, wobei
Bei
tragszeiten, die nicht einen
vollen Kalendermonat umfassen
,
zusammengezählt
werde
n
(
Art.
11
Abs.
1
-
2 AVIV). Da der monatliche Lohn der Beschwerdeführerin stets gleich hoch war, mithin auch
in den sechs respektive zwölf Beitragsmonaten vor dem
1
7.
Februar 201
9
,
entspricht dieser dem versicherten Verdienst.
4.5
Die
über die
Vollzeitanstellung
als Pflegekraft für ihren Vater
hinausgehenden Tätigkeiten
für die
Z._
GmbH und die
A._
AG, die
beide
durch die Arbeitgeberinnen
per Ende April respektive Ende Mai 2019 gekündigt
wurden, haben keinen Einfluss auf die Berechnung des versicherten Verdienstes. Es handelt sich
ungeachtet
des
erheblichen
Arbeitspensums
um nicht versicherte Nebenverdienste im Sinne von
Art.
23
Abs.
3 AVIG
.
Unter einem Nebenverdienst in diesem
Sinne ist das Einkommen aus jener Tätigkeit zu verstehen, die eine Person bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit über eine Vollzeitarbeitsstelle hin
aus zusätzlich verrichtete und nach Eintritt der Arbeitslosigkeit – ohne diese Nebenbeschäftigung zu erhöhen – weiterhin ausübt (vgl. das Urteil des Bundes
gerichts 8C_86/2017 vom 1
9.
Mai 2017 E. 3 mit Hinweisen).
Liegt ein Nebenver
dienst im Rechtssinne vor, so kann dieser auch nicht als Zwischenverdienst
an
die Arbeitslosenentschädigung angerechnet werden
(
Art.
24
Abs.
3 Satz 2
)
. Anders
verhält es sich
bei Zusatzverdienste
n
, die
während der Kündigungsfrist oder im Wissen um eine drohende Kündigung
angetreten werden. Diese
gelten als Zwischenverdienste (AVIG-Praxis ALE
Rz
C11 u
nd
Urteil des Bundesgerichts
8C_565/2016 vom 2
6.
Oktober 2016 E. 3.4.2).
Dies trifft hier
indessen
nicht zu. Ebenso wenig liegt eine Ausdehnung der Nebentätigkeit während der Arbeits
losigkeit vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 149/02 vom 2
7.
Januar 2003 E. 4).
4.6
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besteht unter den in
Art.
8
Abs.
1
lit
. a-g
genannten Voraussetzungen.
Mit dem
Tod des Vaters endete die vollzeitliche
Anstellung der Beschwerdeführerin und es
trat bei
ihr eine
Arbeitslosigkeit im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 AVIG ein
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. a AVIG)
.
Mit dem
Verlust dieser Stelle
und
dem
Wegfall der
damit verbundenen
Entlöhnung
liegt
ebenso
ein anrechenbarer Arbeitsausfall im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 AVIG vor
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. b AVIG;
vgl. auch vorstehende E. 4.4
)
.
Die Beschwerdeführerin hat Wohnsitz in der Schweiz, was unbestritten ist
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. c AVIG)
.
Sie ist 1978 geboren, w
omit sie die obligatoris
che Schulzeit zurückgelegt,
aber das Rentenalter noch nicht erreicht
hat
und auch noch keine AHV-Altersrente bezieht
(
Art.
8
Abs.
2
lit
. d AVIG)
.
Der Rahmenfrist für den Leistungsbezug geht die Rahmenfrist für die Beitragszeit von zweijähriger Dauer voraus (
Art.
9
Abs.
3 AVIG). Innert dieser Frist hat die Beschwerdeführerin mit ihrer ununterbrochenen mehrjährigen entgeltlichen Pflegetätigkeit für ihren Vater die erforderliche Bei
trags
zeit von zwölf Monaten gemäss
Art.
13
Abs.
1 AVIG
erfüllt (
Art.
8
Abs.
1
lit
. e AVIG
).
Zur weiter erforderlichen Vermittlungsfähigkeit im Sinne von
Art.
15
Abs.
1 AVIG
ist festzuhalten,
dass die Beschwerdeführerin ihre
r
Nebentätigkeit als Reinigerin für die
Z._
GmbH und die
A._
AG ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten nachgegangen ist und dies die Pflegetätigkeit bei ihrem Vater trotz des zeitlichen Ausmasses der Nebentätigkeit nicht
in Frage gestellt hat (vgl. vor
stehende E. 4.3
). Hinzu kommt, dass die Nebentätigkeit durch die Arbeitgeberin
nen per Ende April (
Z._
GmbH;
Urk.
8/5
) respektive per En
de Mai 2019 (
A._
AG;
Urk.
8/17
) gekündigt wurden und somit die zeitlich umfang
reiche Tätigkeit für die
Z._
GmbH,
bezogen auf den
2
6.
März 2019, lediglich noch etwas über einen
Monat andauerte, die zeitlich deutlich weniger bedeutende
Tätigkeit für die
A._
AG noch etwas mehr als zwei Monate.
Allerdings kann nicht ohne Weiteres gesagt werden,
dass
die Beschwerdeführerin ab dem 2
6.
März 2019 bereit und in der Lage gewesen wäre
,
ihren Angaben ent
sprechend (
Urk.
8/1) eine vollzeitliche Stelle anzutreten.
Denn
Vermittlungsun
fähig
keit liegt unter anderem vor, wenn ein Versicherter aus persönlichen oder familiären Gründen seine Arbeitskraft nicht so einsetzen kann oder will, wie es ein Arbeitgeber normalerweise verlangt. Versicherte, die im Hinblick auf ander
weitige Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände lediglich während gewisser Tages- oder Wochenstunden sich erwerblich betätigen wollen, können
nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden
(BGE 120 V 385 E. 3a)
.
Vorliegend erscheint zumindest fraglich, ob
die Beschwerdeführerin
ein
en
neuen
Arbeitgeber
findet, der
-
auch
unter dem Blickwinkel der Fürsorgepflicht
–
akzep
tiert, dass sein
e
Arbeitnehmer
in
in weiteren Arbeitsverhältnisse
n
steht, insbe
sondere wenn es sich
dabei
um
eine
weitere Vollzeitstelle handelt, da dies die Leistungsfähigkeit i
n der Haupttätigkeit
beeinträchtigen könnte
.
Wie es sich damit letztlich verhält, hat vorliegend
jedoch
offen zu bleiben, da der ange
fochtene Entscheid die Frage der Vermittlungsfähigkeit nicht beschlägt und sich die Parteien in den Rechtsschriften dazu nicht geäussert haben, so dass eine Ausdehnung des Streitgegenstandes ausser Acht fällt.
Die
Voraussetzung der
Erfüllung der Kontrollvorschriften
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. g AVIG
) umfasst eine Anzahl von Pflichten der versicherten Person (
vgl.
Art.
17 A
VIG u.
Art.
21 ff. AVIV; vgl. auch AVIG-Praxis ALE
Rz
B328 ff.)
. Aktenkundig sind die eingereichten Formulare «Angaben der versicherten Person» für die Monate ab März 2019
(
Urk.
8/10,
Urk.
8/12-15,
Urk.
8/21,
Urk.
8/23,
Urk.
8/25,
Urk.
8/33,
Urk.
8/52 ff.,
Urk.
8/81,
Urk.
8/83 f.)
.
Über die Teilnahme an den Kontrollge
sprächen ist
hingegen
nichts aktenkundig und auch die persönlichen Suchbemü
hungen lassen sich nicht überprüfen.
Z
ur
Kontrollperiode Juni 2019 erfolgte
so
dann
durch das zuständige Regionale Arbeitsvermittlungszentrum
betreffend nicht erfüllte
Weisungen respektive Kontrollvorschriften
am 1
9.
Juni 2019 eine Meldung an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/38) und ebenso am Tag davor i
m Zusammenhang mit ungenügenden persönlichen Arbeitsbe
mü
hungen (
Urk.
8/37).
Ohne Weiterungen lässt sich
auch
die Anspruchsvoraus
setz
ung gemäss
Art.
8
Abs.
1
lit
.
g AVIG
nicht überprüfen
.
Zusammenfassen
d ist daher
festzuhalten, dass
seit dem 1
7.
Feburar
2019
ein anrechenbarer Arbeitsausfall und eine ganze Arbeitslosigkeit vorliegt.
D
er An
spruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 2
6.
März 2019
ist daher
zu bejahen
,
s
ofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind
.
Dies
wird
die Beschwerdegegnerin zu überprüfen
haben
, bevor
sie
über die der Beschwerdeführerin zustehenden Taggelder entsch
eidet.
5.
5.1
Gemäss
Art.
24
Abs.
1 AVIG gilt
jedes Einkommen aus unselbständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit, das
die a
rbeitslose
Person
innerhalb einer Kon
troll
periode erzielt
,
als Zwischenverdienst, wobei
Anspruch a
uf Ersatz des Ver
dienstausfalls besteht.
Durch die Ausübung einer Zwischenverdiensttätigkeit trägt die versicherte Person zur Schadenminderung, zur Erhaltung ihrer Arbeitsqualifi
kation und - bei unselbständiger Tätigkeit - zum Aufbau neuer Beitragszeit bei.
Ist die während der Arbeitslosigkeit angenommene Arbeit überdies eine zumut
bare, beendet sie die Arbeitslosigkeit.
Zentrales Abgrenzungskriterium für den Begriff des Zwischenverdienstes ist die
in
Art.
16 AV
IG definierte zumutbare Arbeit
(
Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bun
des
verwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit,
3.
Aufl., Basel 2016
,
S. 2354 f.
Rz
290 u.
S. 2386
f.
Rz
409
-411
).
Unter dem
Gesichtswinkel
des Verdienstes
ist eine Tätigkeit dann nicht zumutbar, wenn s
ie der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer als 70
%
de
s versicherten Verdienstes ist
, es sei denn, sie erhalte Kompensationszahlungen nach
Art.
24 AVIG
(
Art.
16
Abs.
2
lit
. i AVIG).
5.2
Ab Mai 2019 war die Beschwerdeführerin bei der
Z._
GmbH erneut als Unterhaltsreinigerin
angestellt
, ab
Juni 2019
in erweitertem Umfang
.
Aktenkundig
sind
insgesamt sechs
objektbezogene
Arbeitsverträge
, gültig ab dem
1.
Mai respektive
ab dem
1.
Juni 2019 (
Urk.
8/46
=
Urk.
8/74,
Urk.
8/47 =
Urk.
8/70,
Urk.
8/48 =
Urk.
8/75,
Urk.
8/49 =
Urk.
8/68,
Urk.
8/50 =
Urk.
8/71,
Urk.
8/51 =
Urk.
8/78
)
und
ein
Lohnjournal der
Z._
GmbH,
das
die von Januar bis November 2019 ausbezahlten Löhne dokumen
tiert
(
Urk.
8/65/5).
Die
erneute
Tätigkeit für
die
Z._
GmbH
mit neuen Verträgen und für neue Objekte ab Mai 2019
nach zuvor erfolgter Kündigung der gesamten bisherigen Zusammenarbeit
stellt keine
nicht versicherte Nebentätigkeit mehr dar.
Mithin ist das damit erzielte Einkommen anspruchsrelevant
.
Der abweichenden Auffassung der Beschwerdeführerin, die von einer Fortführung der nicht versicherten Nebentätigkeit und der Anrechenbarkeit nur des den bisherigen Verdienst übersteigenden Anteils ausgeht (vgl.
Urk.
8/62 S. 6 f.), kann nicht gefolgt werden.
5.3
Ab
Mai 2019
übernahm die Beschwerdeführerin
zunächst
für zwei Objekte
die Unterhaltsreinigung
.
Sie reinigte Räumlichkeiten der
C._
Ltd.
und Büroräumlichkeiten der
D._
AG
. Vereinbart war hierfür ein
Bruttomonatslohn von
total
Fr.
1'635.25
(
Festlohn
zuzüglich
Ferien- und Feiertagsentschädigung und Anteil am 1
3.
Mon
ats
lohn:
C._
Ltd.
Fr.
1'487.45 u
nd
D._
AG
Fr.
147.80;
Urk.
8/46,
Urk.
8/48).
Hinzu kommt der
Mailohn
der
A._
AG in der Höhe von
Fr.
234.80 (
Urk.
8/31)
, welcher nach dem Gesagten jedoch als Nebenerwerb zu fassen ist
.
Der
vertragliche Lohnanspruch
gegenüber der
Z._
GmbH
b
el
äuft
sich auf
Fr.
1'
635.25
und damit auf
weniger
als 70
%
des versicherten Verdienstes
(
Fr.
5'250.--
x 0,7 =
Fr.
3'675.--
; vgl. vorstehende E.
4.4
)
.
Bei einem Monats
verdienst in dieser Höhe
liegt
ein Zwischenverdienst vor und im
Umfang der Differenz zum versicherten Verdienst besteht gemäss
Art.
24
Abs.
3 AVIG
grund
sätzlich
Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls. Allerdings hat
die
Be
schwer
deführerin gemäss Lohnjournal
der
Z._
GmbH
für den Monat Mai
2019 eine
Bruttol
ohnzahlung in der Höhe von
Fr.
4'320.80
und damit ein Mehr
faches dessen
ausbezahlt
erhalten, was ihr gemäss den
erwähnten,
ab Mai 2019
wirksamen
Arbeitsv
erträgen zustand (
Urk.
8/65/5)
.
Wie sich die Zahlung
der
Z._
GmbH
über
Fr.
4'320.80 im Mai 2019 effektiv zusammensetzt
,
ist nicht aktenkundig.
M
öglich
ist, dass nebst dem laufenden Lohnanspru
ch
aus
stehende Ansprüche zurückliegender Monate ausgeglichen wurden.
Gegebenen
falls hat d
ie
Beschwerdeführerin
bereits
im Mai 2019 auch
die zusätzlichen
Objekte g
ereinigt,
für die erst ab Juni 2019 gültige Verträge vorliegen
.
Die Lohnsumme, die den gemäss Lohnjournal ab Juni 2019 ausbezahlten
Monats
löhnen
entspricht (
Urk.
8/65/5), legt dies nahe.
Wie es sich tatsächlich verhält, lässt sich erst mittels zusätzlicher Abklärungen beurteilen, wobei diese Abklä
rungen von Bedeutung sind.
Je nach dem
,
von welchem Verdienst im Mai 2019
effektiv
auszugehen ist, sind die Rechtsfolgen anders. Im einen Fall ist
- wie bereits dargelegt -
von der Erzielung von
Zwischenverdienst im Sinne von
Art.
24 AVIG
auszugehen, im anderen Fall
hingegen vom
Antritt einer zumutbaren Arbeit im Sinne von
Art.
16 AVIG
.
Da die
Zumutbarkeitsgrenze gemäss
Art.
16
Abs.
2
lit
. i erster Halbsatz AVIG bei 70
% des versicherten Verdienstes
liegt
(vorliegend
wie
g
esagt bei
Fr.
3'675.--;
Fr.
5'250.-- x 0,7)
,
beendet
ein
Verdienst
von
70
%
oder mehr die Arbeitslosigkeit.
Bereits die Annahme einer finanziell zumutbaren Arbeit währen
d
der Dauer einer Kontrollperiode, das heisst während eines Kalendermonats, hat die Beendigung der Arbeitslosigkeit zur Folge und der erzielte Verdienst darf nicht als Zwischenverdienst angerechnet werden (vgl. AVIG-Praxis ALE
Rz
C139).
Somit ist abzuklären,
welchen Lohn die Beschwer
deführerin
für ihre Dienste im
Mai
2019
tatsä
chlich ausbezahlt erhalten hat.
5.4
Für die Zeit a
b Juni 2019
liegen Arbeitsverträge über die Unterhaltsreinigung weiterer Objekte vor (
Urk.
8/47,
Urk.
8/49-50). Konkret
hatte
die
Beschwerde
führerin für
in den jeweiligen Objekten geleistet
e
Unterhaltreinigung
ab Juni 2019
einen monatlichen Lohnanspruch wie folgt (
F
estlohn z
uzüglich
Ferien- und Feiertagsentschädigung
und
Anteil am 1
3.
Monatslohn)
:
1)
C._ Ltd.
,
Unterhaltsreinigung
:
Fr.
1'487.45
(
Urk.
8/46
)
2)
Gewerbehaus
E._
/
F._
:
Fr.
1'085.95 (
Urk.
8/4)
3)
Büroräume
D._ AG
:
Fr.
147.80 (
Urk.
8/48)
4)
G._
:
Fr.
798.20
(
Urk.
8/49)
5)
H._
AG
:
Fr.
120.9
5 (
Urk.
8/50)
6)
Gewerbehaus
I._
:
Fr.
1'009.75 (
Urk.
8/51)
Das Total der in den genannten Verträgen vereinbarten Monatslöhne beläuft sich auf
Fr.
4'650.1
0.
Mithin
erzielte
die Beschwerdeführerin
eine
70
%
des versicherten Verdienstes
übersteigende
Entlöhnung
(
vorliegend
Fr.
3'675.--;
Fr.
5'250.-- x 0,7
). Ab Juni 2019 verfügte die Beschwerdeführerin somit über zumutbare Arbeit
.
Zu beachten ist indessen, dass gemäss Lohnjournal der Arbeitgeberin der ausbezahlte Bruttolohn ab Juni 2019
Fr.
4'320.80 betrug (
Urk.
8/65/5).
Ein Bruttolohn in dieser Höhe ergibt sich
auch
aus drei Lohnab
rechnungen der
Z._
GmbH für die Monate September bis Novem
ber 2019 (
Urk.
8/82/1-3).
Für
Juli und August 2019
ist der angegebene
Lohn gar noch
etwas
tiefer
(Juli 2019:
Fr.
3'402.95, August:
Fr.
4'040.75)
,
was
wohl
mit bezogenen Ferien
in Verbindung zu bringen ist. Da zu
m Festlohn eine Ferien
-
und Feiertagsentschädigung
kommt
,
vermindern
bezogene Ferien- und Feiertage
den
Lohnanspruch
im
betreffenden
Monat entsprechend.
Nicht beantwortet werden
kann hingegen die Differenz
zum vereinbarten Bruttolohn
gemäss den
Arbeits
verträgen (
Urk.
8/46-50).
Allerdings
wirkt sich die fragliche Differenz nicht erheb
lich aus. Auch wenn vom Lohn gemäss Lohnjournal ausgegangen wird
(
Fr.
4'320.80)
, liegt dieser über 70
%
des versicherten Verdienstes. Da die Be
schwer
deführerin weder die in den Arbeitsverträgen genannten Löhne bestritt noch die Angaben im Lohnjournal bemängelte, ist davon auszugehen, dass sie für ihre Tätigkeit für die
Z._
GmbH ab Juni 2019
jedenfalls die im Lohnjournal
respektive die auf den Lohnabrechnungen für die Monate September bis November 2019 aufgeführten
Löhne ausbezahlt erhalten hat.
Von einer zumutbaren Arbeit ist auch unter Beachtung des Umstandes auszugehen, dass im ausbezahlten Lohn jeweils
die Ferien- und Feiertagsentschädigung und auch der 1
3.
Monatslohn inbegriffen sind. Somit kommt dieser bei regulärem Ferienb
ezug elfmal pro Jahr zur Auszahlung, ergibt aber gleichwohl einen Lohn
,
der höher ist als 70
%
de
s
versicherten Verdienstes
(
Fr.
4'320.80 x
11 :
12 =
Fr.
3'960.70).
6
.
Zusammenfass
end
wird i
n Gutheissung der Beschwerde der
Einspracheentscheid
de
r
Unia
Arbeitslosenkasse
vom
8.
Januar 2020
aufgehoben, und es wird fest
gestellt, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
ab
dem 2
6.
März 2019 ganz arbeitslos ist und einen Arbeitsausfall erleidet und
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.
Für den Kalendermonat Mai 2019
steht die Anspruchsberechtigung
ferner
unter dem
noch weiter abklärungsbedürftigen
Vorbehalt,
dass
die Beschwerdeführerin
mit ihrer erneuten Tätigkeit für die
Z._
GmbH einen Zwischen
ver
dienst
und nicht eine
die Arbeitslosigkeit beendende
neue
Arbeit angenommen hat.
Für die Zeit ab
dem
1.
Juni 2019
schliesslich steht fest,
dass die Beschwer
de
führerin eine die Arbeitslosigkeit beendende Arbeit angenommen hat, weswegen ab diesem Zeitpunkt kein Anspruch mehr auf
Arbeitslosenentschädigung besteht
.
Zur Klärung der noch offenen Aspekte im Zusammenhang mit dem Anspruch ab
3
1.
Mai 2019
ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Für di
e Zeit ab dem
1.
Juni 2019 ist der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
zu verneinen
. Diesbezüglich ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin im Ergeb
nis nicht zu beanstanden und
die dagegen erhobene Beschwerde
ist
abzuweisen.
7.
Die Beschwerde führende Partei hat gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG
nach Mass
gabe ihres Obsiegens
Anspruch auf eine Prozessentschädigung.
Rechtspre
chungs
gemäss
gilt
auch
die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
.
Somit hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschä
digung.
G
emäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht (
GSVGer
)
ist die Entschädigung
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berück
sichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine
Prozesse
ntschädigung von
Fr.
600
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).