Decision ID: dab2bf8e-76c9-56ec-a627-b9785664fdab
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,
9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Produktionsmitarbeiterin bei der B._ tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle
versichert (UV-act. 1). Am 11. März 2008, um 23.25 Uhr, als sie von der Arbeit
(Spätschicht) nach Hause fuhr, stiess ausserorts ein Personenwagen, der nach einer
Kurve, bei Regen, auf die Gegenfahrbahn geraten war, bei höherer Geschwindigkeit
frontal mit ihrem Personenwagen zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls drehte
sich dieser um die eigene Achse und kam entgegen der Fahrtrichtung mit dem Heck in
der angrenzenden Einmündung zum Stehen. Die Versicherte erlitt mehrere
Knochenbrüche und weitere Verletzungen und wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt,
besonders durch das Armaturenbrett, das in den Fahrgastraum hineingeschoben
worden und von dem eine Schraube in ihr linkes Knie gedrungen war. Sie blieb bei
Bewusstsein und musste von der Feuerwehr in einem rund einstündigen Einsatz aus
ihrem Fahrzeug befreit werden. Anschliessend wurde sie mit dem Rettungshelikopter
ins Kantonsspital St. Gallen überführt. Die Kollisionsgegnerin hatte sich vom Unfallort
entfernt, ohne sich um die Verletzte zu kümmern, Alarm zu schlagen und das Eintreffen
von Polizei und Rettungskräften abzuwarten (UV-act. 3, 11, 23). Am Kantonsspital, wo
die Versicherte vom 12. bis 20. März 2008 behandelt wurde, wurden Brüche des
Brustbeins (Sternum), des linken Schlüsselbeins (Clavicula), der Mittelfussknochen
(Metatarsale) II mit Verdacht auf Lisfranc-Luxation und III am linken Fuss sowie II, III
und IV am rechten Fuss, beidseitige Lungenkontusionen und eine depressive
Verstimmung diagnostiziert. Die Brüche am linken Mittelfuss wurden am 14. März 2008
operiert, die andern konservativ behandelt (UV-act. 7). Die Versicherte war in der Folge
sehr eingeschränkt mobil und benutzte während zwei Monaten auch einen Rollstuhl
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(UV-act. 34). Sie wurde 100% arbeitsunfähig geschrieben; das Arbeitsverhältnis war
jedoch bereits vor dem Unfall per 18. März 2008 gekündigt worden (UV-act. 1, 4).
A.b Die Heilung der Verletzungen verlief zunächst zufriedenstellend (UV-act. 13 f.). Bei
der ambulanten Nachkontrolle am Kantonsspital St. Gallen vom 4. Juli 2008 gab die
Versicherte erneut aufgetretene Schmerzen im Bereich des linken Kniegelenks an, die
sich limitierend auswirken würden, wobei das Kniegelenk inspektorisch unauffällig war
(UV-act. 15). Am 17. Juli 2008 wurde das Metall am linken Fuss entfernt. Die
psychiatrische Teildiagnose der Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen lautete neu auf Depression (UV-act. 17). Bei der
Nachkontrolle vom 1. September 2008 wurden zunehmend Schmerzen im Bereich des
Schlüsselbeins thematisiert, die mögliche Operation von der Versicherten aber
zunächst abgelehnt (UV-act. 21). Die Untersuchungen des linken Knies ergaben den
Verdacht auf eine beginnende Arthrose, der sich bei der Magnetresonanz-Tomographie
(MRI) vom 29. September 2008 bestätigte. Ein namhafter, auf den Unfall vom 11. März
2008 zurückzuführender Knie-Binnenschaden wurde nicht nachgewiesen (UV-act. 21,
25, 100). Der behandelnde Oberarzt am Kantonsspital St. Gallen, Dr. med. F._,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats, besprach mit der Versicherten einen Arbeitsversuch zu 50% ab
20. Oktober 2008, mit vorwiegend im Sitzen ausgeführter Tätigkeit und der Möglichkeit,
zwischendurch zu stehen und zu gehen (UV-act. 24 f.).
A.c Die Suva forderte die Versicherte am 8. Oktober 2008 auf, sich umgehend beim
zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zu melden, da sie zur Zeit
stellenlos sei. Die Arbeitslosenversicherung würde dann ihren Anspruch auf
ergänzende Teilleistungen prüfen können; die Taggelder der Unfallversicherung würden
ihr ab 20. Oktober 2008 nur mehr für 50% Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet (UV-act. 28).
A.d Am 18. November 2008 wurde die Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats, untersucht (UV-act. 34). Dieser stellte die Diagnosen Status nach
Claviculafraktur links, Verdacht auf Pseudarthrose linke Clavicula; Kniekontusion links
mit traumatisiertem Femoropatellargelenk; traumatisiertes Lisfranc-Gelenk linker Fuss,
Status nach Osteosynthese, vermutlich Arthrose; Status nach subcapitaler
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Metatarsalefraktur II, III und IV rechts in guter Stellung verheilt. Anschliessend an die
Untersuchung diskutierte er mit der Versicherten, deren Ehemann sowie der
zuständigen Sachbearbeiterin der Suva das weitere Vorgehen in den kommenden
Monaten. Es wurde festgehalten, dass zur Zeit keine aktiven orthopädisch-
traumatologischen Massnahmen notwendig seien und insbesondere mit der
Behandlung des linken Schlüsselbeins zugewartet werden könne, wobei er die Ärzte
am Kantonsspital St. Gallen bat, spätestens im Februar 2009 eine gezielte
Untersuchung durchzuführen und die Situation zu überprüfen. Für den linken Fuss
erwartete der Kreisarzt eine Besserung durch Benutzung und Angewöhnung bei
Vollbelastung. Die Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe weiterhin und solle erst in ca. drei
bis vier Monaten überprüft werden.
A.e Da beim Arbeitsversuch im Einsatzprogramm des RAV vermehrt Schmerzen
auftraten und die Schultern und Oberarme schnell ermüdeten, entschloss sich die
Versicherte, das Schlüsselbein operieren zu lassen (UV-act. 41, 46). Die
Plattenosteosynthese wurde am 20. Februar 2009 durchgeführt (UV-act. 50 f.). Bei der
Nachkontrolle am 8. April 2009 erwähnten die Ärzte der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen neben den körperlichen Beeinträchtigungen
erstmals versicherungsrechtliche Schwierigkeiten und beschrieben eine
Verschlechterung der vorbestehenden depressiven Verstimmung durch die Umstände.
Die volle Arbeitsunfähigkeit sei noch bis 30. April 2009 gegeben, danach sei die
Arbeitsunfähigkeit hausärztlich zu beurteilen, wobei ihres Erachtens ab dann zumindest
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit im Sitzen oder wechselnd im Sitzen und
Stehen möglich sein sollte (UV-act. 53). Nachdem die Arbeitsunfähigkeit durch
Kreisarzt Dr. C._ und den Hausarzt der Versicherten, Dr. med. D._, Facharzt FMH
für Allgemeinmedizin, unterschiedlich mit 50 bzw. 75% beurteilt worden war (UV-act.
54, 57), führte Dr. C._ am 27. Mai 2009 erneut eine kreisärztliche Untersuchung der
Versicherten durch (UV-act. 60). Er hielt fest, die Osteosynthese der Clavicula zeige ein
erfreuliches Resultat und die Funktion der Schulter sei objektiv ausgezeichnet. Der
objektive Befund am linken Fuss und an den Kniegelenken sei gleich wie im November
2008, obwohl eigentlich eine Verbesserung eingetreten sein müsste. Dem Kreisarzt fiel
auf, dass gegenüber seiner Untersuchung im November 2008 eine Reihe von
Beschwerden jetzt neu erwähnt oder in verstärktem Ausmass geschildert würden.
Nachdem er mit dem Hausarzt Rücksprache gehalten hatte, bestätigte Dr. C._ eine
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Arbeitsunfähigkeit von 75%. Er legte der Versicherten und ihrem Ehemann dringend
nahe, selbst verschiedene Aktivitäten zur Minderung der Schadensfolgen zu ergreifen
(Einschalten der Opferhilfe, Anmeldung bei der Invalidenversicherung [IV],
psychologische oder psychiatrische Behandlung [evtl. über Dr. D._ in die Wege
geleitet]). Die Nachkontrolle des Schlüsselbeins vom 8. Juli 2009 am Kantonsspital
St. Gallen zeigte ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Die Versicherte klagte jedoch
über andauernde Schmerzen im linken Fuss, die über das Knie bis in den Oberschenkel
ausstrahlen würden. Neu wurde ein Restless-leg-Syndrom dokumentiert (UV-act. 69).
Mit Bericht vom 15. Juli 2009 hielt Dr. D._ weiterhin an einer Arbeitsunfähigkeit von
75% fest und berichtete über ein neu aufgetretenes radikuläres
Lumbovertebralsyndrom (UV-act. 72).
A.f Am 12. August 2009 wurde die Versicherte erneut kreisärztlich untersucht.
Objektiv konnte Dr. C._ über ein gutes bis sehr gutes Heilungsresultat berichten. Zu
erwähnen sei aber die schwierige Unfallverarbeitung durch die Versicherte, aufgrund
derer auch unfallunabhängige Prozesse (z.B. physiologische Alterung) dem Ereignis
zugeordnet würden. Der Kreisarzt hielt eine ganztätig auszuübende Arbeitstätigkeit,
überwiegend im Sitzen und in physiologischer Haltung praktiziert, für zumutbar.
Gelegentlich sollte die Versicherte bis maximal fünf Minuten aufstehen. Das Anheben
und Tragen von Lasten über 5 kg Gewicht sei nicht statthaft, darunter sei es mehrfach
am Tag möglich. Arbeiten mit Druck, Zug und allgemein kraftvollem Einsatz des linken
Arms seien nicht mehr zumutbar. Die Gehleistung sollte auf kurze Wegdistanzen
beschränkt werden. Aufgrund der Kälteempfindlichkeit sei die Arbeit im Winter in
geheizten Räumen vorzusehen (UV-act. 80). - Anlässlich der Besprechung, die am
13. August 2009 zwischen der Versicherten, ihrem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt
Dr. Peter Schmucki, St. Gallen, ihrem Ehemann und den zuständigen Mitarbeitenden
der beteiligten Versicherungen (Suva, IV und "Zürich" Versicherungs-Gesellschaft
[Motorfahrzeug-Haftpflicht- und Insassenversicherung; vgl. UV-act. 9, 61]) stattfand,
wurden die Teilnehmenden über die kreisärztliche Untersuchung informiert. Ab
17. August 2008 sei aufgrund der Befunde von einer 50%igen Vermittlungsfähigkeit
auszugehen; in drei Monaten erfolge eine weitere Standortbestimmung. Voraussichtlich
werde dann die Abschlussuntersuchung mit definitiver Festlegung der
Integritätseinbusse und der zumutbaren Arbeitstätigkeit vorgenommen (UV-act. 82).
Hausarzt Dr. D._ schrieb die Versicherte weiterhin 75% arbeitsunfähig und
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begründete dies am 16. September 2009 mit ihren Angaben, wonach ihre Schmerzen
glaubhaft eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 25% zulassen würden (UV-act. 95). Mit
Schreiben vom 30. September 2009 hielt die Suva fest, dass von der 50%igen Arbeits-
resp. Vermittlungsfähigkeit gemäss Dr. C._ aufgrund der Untersuchung vom
12. August 2009 nur abgewichen werden könne, wenn eine objektivierbare
Befundänderung vorliege. Eine solche werde von Dr. D._ jedoch nicht dokumentiert
(UV-act. 97).
A.g Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Januar 2010 überreichte die
Versicherte Dr. C._ eine Liste mit den von ihr eingenommenen Medikamenten und
dem Hinweis auf einen Sturz zu Hause am 26. Dezember 2009, der durch das Einfallen
des linken Knies verursacht worden sei und bei dem sie sich das Schlüsselbein
gequetscht habe (UV-act. 107). Weiter gab sie einen Appell an die Ärzte um
Anerkennung ihrer Beschwerden und deren invalidisierende Wirkung zu den Akten (UV-
act. 108). Der Kreisarzt erhob gegenüber der Untersuchung vom 12. August 2009 keine
wesentlichen neuen Aspekte. Ähnlich wie ein halbes Jahr zuvor wirke die Patientin
durch das Unfallereignis seelisch gebrochen. Insbesondere werde immer wieder auf
die aus ihrer Sicht deplatzierte Arbeitsfähigkeit von 50% hingewiesen, die auf gar
keinen Fall zu realisieren sei. Mit der Unfallverarbeitung befinde sich die Versicherte
subjektiv offenbar auf einer Abwärtsspirale, die es ihr verunmögliche, ein namhaftes
Rendement umsetzen zu können. Durch die mehrfachen kreisärztlichen
Untersuchungen ziehe sich unisono die berechtigte Klage, dass die Versicherte
unschuldig durch einen Verkehrsunfall traumatisiert worden sei. Die Verletzungen bzw.
die Verletzungsfolgen seien allerdings, wenn man unvoreingenommen an die
Strukturen herangehe, praktisch mit einer Restitutio ad integrum geheilt
(Claviculafraktur, Sternumfraktur, Mittelfussfrakturen rechts, Weichteilverletzung linker
Oberschenkel). Einzig am Lisfranc'schen Gelenk am linken Fuss (bei Status nach
Plattenosteosynthese und zwischenzeitlicher Metallentfernung) blieben objektivierbare
Restbeschwerden zurück, die durch eine Integritätsentschädigung kompensiert werden
sollten. Es sei bekannt, dass Verletzungen dieses Gelenks erstaunlich schlecht toleriert
würden, wenn eine Inkongruenz zurückgeblieben sei. Bei der Versicherten liege eine
leicht eingeschränkte Beweglichkeit bzw. Schmerzhaftigkeit am linken Fuss vor.
Bezüglich Zumutbarkeit einer ganztätig ausführbaren Tätigkeit verwies der Kreisarzt auf
die Untersuchung vom 12. August 2008 (vgl. UV-act. 80): Eine vorwiegend im Sitzen
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auszuführende Tätigkeit mit gelegentlichem Aufstehen und einigen Schritten
Herumgehen sollte ohne weiteres möglich sein. Die Schulterfunktion sei durch das
ursprüngliche Unfallereignis nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Aktuell sei die
linke Schulter in der ursprünglich freien Beweglichkeit durch einen Sturz im Dezember
2009 etwas kompromittiert (UV-act. 110). Die Integritätseinbusse am linken Fuss
schätzte Dr. C._ in Anlehnung an Tabelle 5, Integritätsschäden bei Arthrosen, mit 5%
ein (UV-act. 109; Tabelle abrufbar unter http://www.suva.ch/startseite-suva/unfall-
suva/versicherungsmedizin-suva/integritaets-entschaedigung-suva.htm). - Am
24. Februar 2010 nahm Dr. C._ aufgrund der Akten Stellung zur Situation an der
linken Schulter und den zurückbleibenden Unfallfolgen am linken Fuss (UV-act. 121). Er
gab an, es sei der Eindruck entstanden, dass die Versicherte als Folge persönlicher
Schicksalsschläge eine "posttraumatische Verbitterungsstörung" entwickelt habe,
deren Beeinfluss- und Therapierbarkeit sehr erschwert sei. An der linken Schulter sei,
im Gegensatz zur sechs Monate postoperativ erfolgten Einschätzung vom 12. August
2009, bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Januar 2010 (weitere fünf Monate
später) keine geschmälerte Zumutbarkeit für die diversen in Frage kommenden
Arbeiten mit dem linken Arm ausgewiesen worden. Die linke Schulter, die sich die
Versicherte bei einem offenbar harmlosen Sturz im Dezember 2009 gestossen habe,
habe sich am 20. Januar 2010 mit einer leicht verminderten Elevation (nur bis 120
Grad, aber immerhin 30 Grad über die Horizontale) präsentiert. Erwartungsgemäss
müsste innert kurzer Zeit die volle hohe Elevation der Schulter auch mit kraftvollem
Einsatz im Bereich der physischen Möglichkeiten der Versicherten realisiert werden
können. Somit könne von einem günstigen Endzustand ausgegangen werden, ohne
dass eine Integritätsentschädigung geschuldet sei. Die Zumutbarkeit habe durch das
Ereignis keine Änderung erfahren. Im Bereich des Lisfranc-Gelenks am linken Fuss
würden sich lediglich diskrete radiologische Abweichungen finden. Bekanntlich
reagiere das Lisfranc-Gelenk bei Inkongruenzen recht erheblich mit
Belastungsschmerzen. Insofern seien die Beschwerden am linken Fuss bleibend und
würden die Geh- und Stehfähigkeit reduzieren, wie sie auch im Rahmen der
Zumutbarkeitsbeurteilung berücksichtigt worden seien. Am linken Fuss sei von einer
objektivierbaren posttraumatischen Störung auszugehen, die sich leistungsreduzierend
bemerkbar mache und schliesslich die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung
ausgelöst habe.
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A.h Mit Verfügung vom 6. April 2010 hielt die Suva fest, von einer weiteren ärztlichen
Behandlung könne keine namhafte Besserung des unfallbedingten
Gesundheitszustands mehr erwartet werden. Die Heilungskosten- und
Taggeldleistungen stellte sie per 31. März 2010 ein, unter sinngemässem Vorbehalt von
Rückfällen und Spätfolgen. Für allfällige Behandlungskosten und Arbeitsunfähigkeiten
infolge psychischer Beschwerden könne die Suva nach erfolgter Adäquanzprüfung
(gemäss BGE 115 V 133) nicht aufkommen. Die Integritätsentschädigung verfügte sie
mit 5% und verzichtete auf die Rückforderung des Betrags von Fr. 3'700.--, der am
14. August 2009 zu viel vorgeschossen worden war. Sie verglich das
Valideneinkommen der Versicherten von Fr. 47'529.-- mit einem zumutbaren Verdienst
von Fr. 44'236.-- (gemäss Lohnstrukturerhebung [LSE], unter Berücksichtigung eines
um 3% reduzierten Validenlohns und eines Abzugs von 15%) und ermittelte eine
Erwerbseinbusse bzw. einen Invaliditätsgrad von 6.93%. Da damit der Mindest-
Invaliditätsgrad von 10% gemäss Art. 18 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) nicht erreicht wurde, verneinte die Suva einen
Anspruch auf eine Invalidenrente (UV-act. 126).
B.
Die gegen die Ablehnung des Rentenanspruchs erhobene Einsprache wies die Suva
mit Entscheid vom 28. Juni 2010 ab (UV-act. 131). Die Bemessung und Ausrichtung
der Integritätsentschädigung war nicht angefochten und daher rechtskräftig geworden.
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Juni 2010 richtet sich die Beschwerde
vom 17. August 2010 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 28. Juni 2010 sei
aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung bzw. zur
Neufestlegung des Invaliditätsgrads und Bestimmung einer darauf abgestützten Rente
zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz. Zur
Begründung lässt die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter ausführen, ihre
Behandlung sei im Zeitpunkt der letzten kreisärztlichen Untersuchung noch nicht
abgeschlossen und der Abschluss per 1. April 2010 verfrüht gewesen. Erst am 12. Juli
2010 sei die Platte am Schlüsselbein entfernt worden, was zu einer erneuten vollen
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Arbeitsunfähigkeit bis 31. Juli 2010 und danach von 75% geführt habe. Trotz
Hinweisen auf die Traumatisierung durch den Unfall seien keine weiteren Abklärungen
bezüglich psychischer Unfallfolgen erfolgt und die Bestätigungen des Hausarztes und
des Physiotherapeuten unbeachtet geblieben. Sie halte daran fest, dass neben den
anerkannten Unfallfolgen am linken Fuss, auch physische Unfallfolgen im Bereich der
Schulter und den beiden Knien bestehen und andauern würden. Diese würden vom
ärztlichen Dienst der Suva zu Unrecht bagatellisiert. Vor dem Unfall sei sie voll
arbeitsfähig und psychisch und somatisch gesund gewesen, was auch die
Beschwerdegegnerin akzeptiere. Durch den Unfall sei sie in hohem Mass traumatisiert
worden. Entgegen der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin müsse der Unfall
vom 11. März 2008 als schwer eingestuft werden. Er habe sich unter höchst
dramatischen Begleitumständen ereignet (nachts, Wucht und Wirkung des Aufpralls,
Einklemmung der Beschwerdeführerin im Fahrzeug und stündige Befreiungsaktion
durch Grosseinsatz der Feuerwehr, Fahrerflucht der Unfallverursacherin, Überführung
ins Spital mit Rettungshelikopter) und sei besonders geeignet gewesen,
invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Da mehrere
Adäquanzkriterien erfüllt seien, sei die Adäquanz zu bejahen, selbst wenn - eventualiter
- von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu einem schweren ausgegangen
werde. Weiter habe die Beschwerdegegnerin beim mutmasslichen Invalideneinkommen
ihrem Alter zu wenig Rechnung getragen. Dieses wirke sich mindernd aus. Um ihr
gerecht zu werden, müsse mindestens der Leidensabzug von 10% auf 20% erhöht
werden.
C.b Die Suva beauftragte Fürsprecherin Dr. Marianne Sonder, Muri, mit ihrer
Vertretung. Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2010 lässt diese die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde beantragen. Sie legt dar, die Rüge des
verfrühten Fallabschlusses sei unbegründet, denn die Versicherte sei einzig im
Zusammenhang mit der Metallentfernung am Schlüsselbein wieder vorübergehend
arbeitsunfähig (UV-act. 132), vorher und nachher jedoch ganztags arbeitsfähig
gewesen. Die Berichte des Kreisarztes Dr. C._ seien schlüssig, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei. Die Tatsache, dass er in einem
Anstellungsverhältnis zur Suva stehe, bedeute weder mangelnde Objektivität noch
Befangenheit. Die Beschwerdeführerin bringe denn auch keinen begründeten Einwand
gegen einen Arztbericht vor. Bezüglich Adäquanzprüfung sei der Unfall allein aufgrund
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des augenfälligen Geschehensablaufs als mittelschwer einzustufen. Die
Beschwerdeführerin führe vor allem subjektive Momente an, die bei der Beurteilung
des Adäquanzkriteriums besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls nicht zu beachten seien, da diese Beurteilung nach
objektiven Kriterien zu erfolgen habe. Dem Unfall sei eine besondere Eindrücklichkeit
nicht abzusprechen. Allerdings sei das Kriterium nicht als besonders ausgeprägt erfüllt
zu betrachten. Die ärztliche Behandlung der Versicherten bis zum Fallabschluss sei
nicht besonders belastend gewesen; das Kriterium liege sicher nicht besonders
ausgeprägt vor. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen könne insgesamt nicht als erfüllt betrachtet werden. Erhebliche
Unfallfolgen im Sinn einer besonders drastischen Beeinträchtigung des Lebensalltags
würden nicht dargetan und weitere Kriterien würden weder geltend gemacht, noch
seien sie gegeben. Zusammenfassend sei daran festzuhalten, dass die Kriterien zur
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs nicht in gehäufter Zahl und
massgebender Intensität vorhanden seien. Im Zusammenhang mit der Ermittlung des
Invalideneinkommens beanstande die Versicherte einzig den leidensbedingten Abzug
von 10%. Dieser sei von der Vorinstanz jedoch in korrekter Ermessensausübung
festgelegt worden.
C.c Mit Replik vom 28. Oktober 2010 lässt die Beschwerdeführerin an der Einholung
eines interdisziplinären Gutachtens unter Einbezug eines Psychiaters festhalten, da die
psychiatrische Diagnose einer posttraumatischen Verbitterungsstörung vorliegend von
einem fachlich nicht kompetenten Orthopäden mit dem Hinweis gestellt worden sei,
ihre Beeinfluss- und Therapierbarkeit sei sehr erschwert. Es dränge sich auf, diese
Diagnose fachärztlich zu überprüfen und dabei die Frage zu stellen, ob die Schwere der
gesundheitlichen Störung objektiv eine Überwindung mit zumutbarer
Willensanstrengung zulasse. Auch dürfe unter diesen Umständen nicht
unberücksichtigt bleiben, dass der Hausarzt - im Wissen um die orthopädisch
zumutbare ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit - an
einer Arbeitsunfähigkeit von durchgehend 75% festhalte. Losgelöst vom subjektiven
Empfinden der Beschwerdeführerin müsse das Unfallgeschehen als besonders
eindrücklich in ausgeprägter Form bezeichnet werden. Der Unfall sei als schwer
einzustufen und der adäquate Kausalzusammenhang der vom Kreisarzt
diagnostizierten schweren Verbitterungsstörung im Sinn eines psychiatrischen Leidens
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mit entsprechendem Ausmass der Invalidisierung müsse bejaht werden. Bezüglich
Ungenügens des Leidensabzugs von 10% wird auf die Beschwerde verwiesen.
C.d Die Beschwerdegegnerin lässt die Ausführungen in der Replik bestreiten und
verzichtet mit Schreiben vom 5. November 2010 auf weitere Ausführungen.
C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften, sowie den
Inhalt der übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt, insbesondere
den medizinischen, genügend abgeklärt hat, ob sie den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin per 1. April 2010 prüfen durfte und ob sie einen solchen zu Recht
verneint hat.
2.
2.1 Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung (vgl. Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) und im Beschwerdefall das Gericht
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht
uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE
125 V 193 E. 2 S. 195 und BGE 122 V 157 E. 1a S. 158 je mit Hinweisen; vgl. auch BGE
130 I 180 E. 3.2 S. 183f.). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im
Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Eine Umkehr der Beweislast findet allerdings dann
statt, wenn sich der entsprechende Nachweis aus Gründen nicht (mehr) erbringen
lässt, welche der Versicherer bzw. die Gegenpartei zu verantworten hat (vgl. BGE 114
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_762%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F92-I-253%3Ade&number_of_ranks=0#page253
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III 51 E. 4 am Ende S. 55 mit Hinweisen und Urteile des Bundesgerichts 8C_762/2008
vom 7. Mai 2009 sowie U 509/05 vom 18. Oktober 2006 E. 1.2 mit Hinweisen). Diese
Beweisregeln greifen jedoch erst dann Platz, wenn die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich
nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206
E. 3b S. 328).
2.2 Die geltenden Regelungen bezüglich des Anspruchs auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung und die Invaliditätsbemessung (E. 2a), über den Beginn des
allfälligen Rentenanspruchs (E. 2b) und über den Beweiswert von medizinischen
Berichten (E. 2c) hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid
zutreffend dargestellt. Das Gleiche gilt auch für die Ausführungen bezüglich des
adäquaten Kausalzusammenhangs von psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen
zum Unfallereignis (E. 6a). Darauf kann verwiesen werden.
3.
3.1 Bereits im Austrittbericht vom 31. März 2008 der Klinik für Orthopädische
Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen erwähnten die behandelnden Ärzte als Diagnose
auch eine depressive Verstimmung (UV-act. 7). In den Berichten über die
Nachkontrollen vom 25. April, 27. Mai und 4. Juli 2008 wurde diese Diagnose jeweils
wiederholt (UV-act. 13 bis 15). Im Austrittsbericht vom 21. Juli 2008 zur
Materialentfernung am linken Fuss wurde erstmals die Diagnose Depression genannt,
die dann in den Berichten vom 2. und 30. September 2008 sowie 5. Februar 2009
wiederholt wurde (UV-act. 17, 21, 25, 46). Anlässlich der Nachkontrolle vom 8. April
2009 (nach der Plattenosteosynthese der Clavicula) erwähnten die Ärzte der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen neben den körperlichen
Beeinträchtigungen erstmals auch versicherungsrechtliche Schwierigkeiten und
beschrieben eine Verschlechterung der depressiven Verstimmung durch die Umstände,
wobei sie die depressive Verstimmung ohne weitere Begründung als vorbestehend
bezeichneten. Aus dem Bericht vom 9. April 2009 geht nicht hervor, auf welchen
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Zeitpunkt sich das "vorbestehend" bezieht (UV-act. 53). Dr. C._ hielt im Bericht vom
29. Mai 2009 die Diagnose reaktive Depression als fremdanamnestisch fest (UV-act.
60). Bei der Untersuchung vom 12. August 2009 bezüglich der zumutbaren
Arbeitstätigkeit beschränkte er sich auftragsgemäss auf somatische Unfallfolgen (UV-
act. 75 f.). Im Bericht über die Abschlussuntersuchung vom 20. Januar 2010 erwähnte
der Kreisarzt die Schwierigkeiten der Versicherten bei der Unfallverarbeitung und die
Diagnose Depression in den Berichten des Kantonsspitals St. Gallen, schilderte im
Übrigen aber lediglich die somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen und ihre
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten (UV-act. 110). In der
Stellungnahme vom 24. Februar 2010 führte er mit Verweis auf den beigelegten
Ausdruck Posttraumatische Verbitterungsstörung aus Wikipedia und einen dort
enthaltenen Literaturhinweis aus, bei den verschiedenen Vorstellungen der Versicherten
habe der Eindruck entstehen müssen, dass sich im Gefolge persönlicher
Schicksalsschläge eine "Posttraumatische Verbitterungsstörung" etabliert habe, deren
Beeinfluss- und Therapierbarkeit sehr erschwert sei (UV-act. 121). Alle psychiatrischen
Diagnosen (depressive Verstimmung, Depression und posttraumatische
Verbitterungsstörung), die sich in den Akten finden, stammen somit von
orthopädischen Chirurgen. Es ist nicht dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin
psychosomatisch, psychiatrisch oder psychologisch untersucht oder gar begutachtet
wurde. Entsprechend kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die
erwähnten psychiatrischen Diagnosen von Fachpersonen stammen.
3.2 Die natürliche Kausalität der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin kann mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (vgl. Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl.
2003, S. 451 f.) weder bejaht noch verneint werden. Dazu fehlen insbesondere
Diagnose und Kausalitätsbeurteilung einer psychiatrisch qualifizierten Fachperson.
Daneben müssten die verschiedenen Faktoren, die die Beschwerdeführerin psychisch
belastet haben sollen, teilweise genauer abgeklärt werden. Ohne diese Unterlagen
können die Unfallfolgen nicht umfassend beurteilt werden. Das gilt sowohl für die
Umschreibung der zumutbaren Arbeitstätigkeit als auch für deren wirtschaftliche
Beurteilung und insbesondere die diesbezügliche Prüfung der adäquaten Kausalität.
Dazu sind die Akten zunächst zu ergänzen durch Berichte von Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Chirurgie, der über die unfallnahe hausärztliche Behandlung der
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Beschwerdeführerin und einen allfälligen psychiatrischen Vorzustand Auskunft geben
kann. Weiter sind vom späteren Hausarzt Dr. D._ Berichte einzuverlangen, die über
seine Behandlung zwischen der ersten Konsultation der Beschwerdeführerin bei ihm
und seinem Bericht vom 18. Mai 2009 (UV-act. 57; mehr als ein Jahr nach dem Unfall
erstellt) Auskunft geben. Und schliesslich ist ein psychiatrisches Gutachten einzuholen.
Zu diesem Zweck und zur anschliessenden erneuten Prüfung des Anspruchs der
Beschwerdeführerin auf weitere Leistungen der Unfallversicherung und neuer
Verfügung ist die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte sich
die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich zur Konsultation und Behandlung bei einer
psychiatrischen Fachperson entschieden haben (bei der telefonischen Rückfrage der
Suva an Dr. D._ war diesbezüglich noch von weiterer Bedenkzeit die Rede [UV-act.
75 vom 28. Juli 2009]), wären bei dieser ebenfalls Berichte einzuverlangen.
4.
4.1 Erst bei Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens kann der Zeitpunkt der
Einstellung der vorübergehenden Leistungen bzw. des Rentenbeginns abschliessend
beurteilt werden. Sofern er dann einzig unter dem Gesichtspunkt der somatischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen zu betrachten ist, wären der 31. März bzw. 1. April
2010 nicht zu beanstanden. Damals stand fest, dass von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des körperlichen Gesundheitszustands mehr
zu erwarten war und die IV keine Eingliederungsmassnahmen durchführen würde
(Art. 19 Abs. 1 UVG; UV-act. 103). Zudem dienen Metallentfernungen, wie bei der
Beschwerdeführerin am 12. Juli 2010 durchgeführt (UV-act. 136), in aller Regel nicht
einer (wesentlichen) Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit
und müssen keineswegs in jedem Fall vorgenommen werden (vgl. A. Debrunner,
Orthopädie - Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 101, S. 362 f., S. 677 f.). Im
Bericht über die Nachkontrolle vom 8. Juli 2009 nannten die Ärzte der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen denn auch lediglich den frühesten
Termin für die Metallentfernung, sollte die Patientin durch die Lage der Platte gestört
sein (UV-act. 69). Die Operation vom 12. Juli 2010 erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch
der Patientin (UV-act. 132) und die Ärzte bezeichneten den Eingriff als elektiv (UV-act.
136).
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4.2 Anders als die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin sind die körperlichen genügend abgeklärt und in den vorhandenen
Berichten des Kantonsspitals St. Gallen und von Kreisarzt Dr. C._ umfassend
dokumentiert. Es ist nicht anzunehmen, dass diesbezügliche weitere Abklärungen für
die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen,
weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131
I 153 E. 3 S. 157 und Urteil des Bundesgerichts 8C_956/2009 vom 9. März 2010 E. 4.2,
je mit Hinweisen). Nach der in BGE 135 V 465 (E. 4 S. 467 ff.) bestätigten
Rechtsprechung hat die versicherte Person auch keinen Anspruch auf eine externe
Begutachtung, wenn auf korrekt erhobene Beweise abgestellt wurde, zu denen auch
Berichte versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte gehören. - Somatisch sind
Zustände nach einer zunächst konservativ, am 20. Februar 2009 mit
Plattenosteosynthese behandelten Claviculafraktur links, nach beidseitigen
Lungenkontusionen, nach Fraktur des Sternums, nach Frakturen am rechten Mittelfuss,
nach einer Lisfranc-Luxationsfraktur links, die reponiert und am 14. März 2008
osteosynthetisch behandelt worden war (mit zwischenzeitlicher Metallentfernung),
sowie nach einer suprapatellären Weichteilverletzung am linken Knie dokumentiert (UV-
act. 80, 110). Aus orthopädischer Sicht können einzig die chronischen Schmerzen am
linken Fuss erklärt und als Unfallfolge akzeptiert werden; die übrigen Verletzungen
stellen sich als vollständig ausgeheilt dar (vgl. UV-act. 110 S. 5, 132).
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 28. Juni 2010 teilweise gutzuheissen und
die Streitsache zu ergänzender Abklärung im Sinn der Erwägungen und anschliessend
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g
ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die
Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 228 E. 2b/bb am Ende
S. 234). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des
Prozesses und der eingereichten Rechtsschriften rechtfertigt es sich, die
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Parteientschädigung auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP