Decision ID: 8fc076f6-9b88-41b3-ab90-e1dd9589511e
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Ein von A.Y. im Jahr 1991 in der sog. "Venlo-Bauweise" erstelltes Gewächshaus
stürzte am 14. Dezember 2012 teilweise ein. Der beigezogene Schadenexperte der
Gebäudeversicherungsanstalt (GVA) bezifferte die Bruttoschadensumme infolge
gekippter Fundamentsockel, geknickter Stützen und defekter Gläser auf ca.
CHF 100‘000. Im Zeitpunkt des Schadenereignisses sei das Gewächshaus beheizt
gewesen, um den Schnee auf dem Dach zu schmelzen. Weil die Dachwasserleitung
gefroren gewesen sei, habe sich das Wasser auf dem Dach gestaut, was eine
punktuelle Überlastung der Konstruktion zur Folge gehabt habe. In einem Dominoeffekt
seien die Stützen teilweise geknickt.
Die GVA stellte A.Y. mit Schreiben vom 21. Januar 2013 die Verweigerung der
Versicherungsleistung in Aussicht. Ursächlich für den Schaden sei nicht der
Schneedruck, sondern – was ihm anzulasten sei – die unzureichende Beheizung seines
Gewächshauses gewesen. A.Y. machte demgegenüber grosse
Temperaturschwankungen mit teilweise tiefen Temperaturen und stürmischen Winden
für den Schaden verantwortlich. Dies habe dazu geführt, dass der gefallene Schnee
durch heizen nicht mehr habe abgetaut werden können und sich in den Rinnen des
Gewächshauses angesammelt habe. Starker Regen am 14. Dezember 2013 habe
schliesslich die Träger zum Einsturz gebracht. Nicht zuletzt habe auch die besondere
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Konstruktion zum Einsturz beigetragen; diese sei aber der GVA bekannt gewesen und
sei bislang ohne Vorbehalte versichert worden.
Mit Verfügung vom 1. März 2013 lehnte die GVA die Versicherungsleistung
vollumfänglich ab. Es sei bekannt, dass die statische Konstruktion von
Gewächshäusern den zu erwartenden Schneelasten nicht standhalten könne, weshalb
diese im Winter auf 5 bis 8 Grad Celsius beheizt werden müssten. Aufgrund der
Aussagen von A.Y. könne davon ausgegangen werden, dass das Gewächshaus
beheizt worden sei und dass die Heizleistung in der Regel genügt habe, um den
aufliegenden Schnee zu schmelzen. Dass dies im vorliegenden Fall nicht gelungen sei
und ein Teil des Gewächshauses eingestürzt sei, deute unmissverständlich auf
ungenügende Beheizung hin. Bemerkenswerterweise hätten alle anderen Teile des
Gewächshauses keine Schäden erlitten, hätten in X. und den umliegenden Gemeinden
sämtliche Gewächshäuser der Schneelast standgehalten und sei in früheren Wintern
ähnlich viel Schnee gefallen. Der Schaden sei mithin auf eine wesentlich andere
Ursache als auf die Schneelast zurückzuführen, weshalb die GVA keine Leistung zu
erbringen habe.
B. Die gegen diese Verfügung von A.Y. mit Eingabe seines Rechtsvertreters (Dr. Urs
Schlegel, Buchs) erhobene Einsprache wies die GVA mit Entscheid vom 3. Mai 2013
ab. Sie hielt fest, bei Gewächshäusern, die in der Regel nur für eine Schneelast von
0.5 kN/m ausgelegt seien, sei mit anderen Massnahmen – etwa durch Beheizung –
sicherzustellen, dass die Konstruktion eine normgemässe Schneelast von 160 kg/m
tragen könne. Ein versichertes Elementarereignis liege erst vor, wenn die Schneelast
diesen Wert überschreite. Zum Zeitpunkt des Schadenereignisses seien in der Region
durchschnittlich nur 62 l/m an Niederschlag gefallen – was einer Belastung von
maximal 0.62 kN/m entspreche. Selbst der höchste gemessene Wert (82 l/m in K.)
habe nur ca. die Hälfe der erforderlichen Tragfähigkeit betragen. Weil die der Norm
entsprechende Schneelast von den gemessenen Niederschlägen nicht überschritten
worden sei, liege kein versichertes Ereignis vor. Die Heizung habe offenbar nicht
ausgereicht, um den Schnee auf dem Dach abzutauen. Der Schaden sei deshalb im
Wesentlichen auf eine andere Ursache zurückzuführen.
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C. Gegen den Einspracheentscheid liess A.Y. Rekurs bei der Verwaltungskommission
der GVA (im Folgenden "Verwaltungskommission") erheben. Er beantragte, die
Verfügung der GVA vom 1. März 2013 und der Einspracheentscheid vom 3. Mai 2013
seien aufzuheben, die Schadensumme sei zu ermitteln und der festgestellte
Gebäudeschaden zuzüglich Nebenleistungen von CHF 335 sei zu vergüten. Eventuell
sei die Streitsache an die GVA zurückzuweisen.
Am 18. Dezember 2013 – nach einem ersten Schriftenwechsel – beauftragte die
Verwaltungskommission E.R. mit der Erstellung eines Gutachtens. Nach einer
Begehung vor Ort erstattete dieser am 2. Juli 2014 ein erstes Gutachten, worin er
zusammenfassend festhielt, beim Gewächshaus habe am 14. Dezember 2012 die
Dachkonstruktion versagt und es sei ein Systemschaden entstanden. Den primären
Grund verortete er in einer Absenkung des Oberbodens, die sich im Laufe der Nutzung
ergeben habe. In der Folge seien die Fundamente freigelegt worden, was zu einem
veränderten statischen System geführt habe. Schliesslich sei die Konstruktion instabil
geworden. Infolge der Verkippung habe sich ein Stützenauflager verdreht und
verschoben, was zum zunächst lokalen Versagen einer Stütze geführt habe. In einer
Kettenreaktion sei dann der festgestellte Gebäudeschaden entstanden.
A.Y. machte in der Folge geltend, die tatsächlichen Annahmen des Gutachters seien
teilweise unzutreffend. Unter anderem hielt er fest, die gesamte
Gewächshauskonstruktion ruhe auf Pfählen von 7 m Länge, sodass die Tragstützen
nicht auf dem Oberboden, sondern auf eben diesen Pfählen ruhten. Die Verkippung der
Fundamente sei mithin nicht Ursache, sondern Folge des Zusammenbruchs gewesen.
Die GVA teilte die Auffassung, dass die Pfahlfundation in die Beurteilung durch den
Gutachter miteinzubeziehen sei. Weiter seien die Knicktragfähigkeit der Stahlstützen
und die altersbedingten Einflüsse unberücksichtigt geblieben.
Die Verwaltungskommission stellte dem Gutachter am 17. September 2014
Ergänzungsfragen. Am 31. Oktober 2014 fand im Beisein des Gutachters, des
Versicherten und des Rekurssachbearbeiters ein Augenschein statt. Am 12. Januar
2015 hielt der Gutachter im Rahmen eines Ergänzungsgutachtens fest, das
Gewächshaus habe bei plankonformer Erstellung den entsprechenden gültigen
Normen entsprochen. Insbesondere sei die Tragsicherheit (ursprünglich) erfüllt
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gewesen. Im Laufe der Zeit hätten sich die Randbedingungen jedoch so verändert,
dass die Tragfähigkeit nicht weiter gewährleistet gewesen und schliesslich der
Schaden eingetreten sei. Durch die Summation der horizontalen Exzentrizitäten sei eine
Stütze überbeansprucht worden. Dabei habe sich ein unplanmässiges Moment
aufgebaut, das am Fuss des Betonsockels beim Übergang zum Holzpfahl die höchste
Beanspruchung erfahren habe. Bereits eine kleinere Einspannung als 63 Prozent
zwischen Holzpfahl, Betonsockel und nicht abgesenktem Oberboden führe zu einem
Versagen. In der Folge sei die Last auf die anderen Stützen umgelagert worden, was
zum Systemversagen geführt habe.
Mit Entscheid vom 29. April 2015 wies die Verwaltungskommission den Rekurs ab und
auferlegte A.Y. neben einer Entscheidgebühr von CHF 1'500 die Kosten der Gutachten
von CHF 42'178.25. Sie erwog im Wesentlichen, der Einsturz sei durch eine
Schneemenge verursacht worden, deren Gewicht nicht einmal der Hälfte der nach den
Normen erforderlichen Traglast entsprochen habe. Die Tragfähigkeit des Systems sei
entscheidend durch das Absenken des Oberbodens und die nicht vorgesehenen
Exzentrizitäten geschwächt gewesen. Ein versichertes Ereignis liege demnach nicht
vor; dieser Beweis sei A.Y. nicht gelungen.
D. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 20. Mai 2015 (act. 1) und Ergänzung vom
22. Juni 2015 (act. 7) erhob A.Y. (Beschwerdeführer) gegen den Entscheid der
Verwaltungskommission (Vorinstanz) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
folgenden Anträgen (gekürzt):
1. Die Verfügung der GVA vom 1. März 2013, der Einspracheentscheid vom 3. Mai
2013 sowie der Entscheid der Verwaltungskommission vom 29. April 2015 seien
aufzuheben;
2. Die Schadenssumme sei zu ermitteln und dem Beschwerdeführer sei der festgelegte
Gebäudeschaden zuzüglich Nebenleistungen in der Höhe von CHF 335 zu vergüten;
3. Die dem Beschwerdeführer im Rekursentscheid auferlegten Gebühren und Kosten
seien der Vorinstanz aufzuerlegen; eventualiter seien die Gutachtenskosten von
CHF 42'178.25 herabzusetzen;
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4. Eventualiter sei die Sache zu neuer Entscheidung über die Ziffern 1-2 an die
Vorinstanz zurückzuweisen;
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 12. August 2015 Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf überhaupt einzutreten sei (act. 12). Der Beschwerdeführer
nahm zur Vernehmlassung der Vorinstanz am 4. November 2015 Stellung (act. 21). Das
Verwaltungsgericht führte am 26. April 2018 – wie vom Beschwerdeführer beantragt –
eine öffentliche mündliche Verhandlung durch.
Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten in den Rechtsschriften und an der
Verhandlung, den angefochtenen Entscheid und die Akten wird – soweit wesentlich

und erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben und entspricht
unter Berücksichtigung der Ergänzung vom 22. Juni 2015 formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer beantragt, die
Verfügung der GVA vom 1. März 2013 sowie deren Einspracheentscheid vom 3. Mai
2013 seien vollumfänglich aufzuheben. Die erstinstanzlichen Verfügungen sind durch
angefochtenen Entscheid ersetzt worden; sie gelten im Beschwerdeverfahren zwar als
inhaltlich mitangefochten, jedoch ist die selbständige Anfechtung ausgeschlossen
("Devolutiveffekt", vgl. z.B. BGE 129 II 438 E. 1 mit Hinweisen; 136 II 177 E. 1.3; 139 II
404 E. 2.5; VerwGE B 2012/239 vom 16. April 2014 E. 1, www.gerichte.sg.ch).
bis
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Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde auch insofern, als der Beschwerdeführer
beantragt, die Schadenssumme sei zu ermitteln und dem Beschwerdeführer sei der
festgelegte Gebäudeschaden zuzüglich Nebenleistungen zu vergüten. Hierüber hat die
Vorinstanz nicht entschieden, weil sie die Ablehnung der Versicherungsleistung
bestätigt hat. Dieses Rechtsbegehren liegt mithin ausserhalb des Streitgegenstandes.
Es versteht sich von selbst, dass die GVA bei Gutheissung der Beschwerde – d.h. bei
Bejahen eines versicherten Schadenereignisses – als nächstes die Schadensumme
ermitteln und den Gebäudeschaden vergüten müsste.
2. Am 1. Januar 2016 trat der IV. Nachtrag des Gesetzes über die
Gebäudeversicherung (sGS 873.1, GVG) vom 17. November 2015 in Kraft (nGS
2016-020). Art. 65 Abs. 1 GVG hält unter dem Titel "Übergangsbestimmungen des IV.
Nachtrags vom 17. November 2015" fest, dass für versicherte Schäden, die vor
Vollzugsbeginn des IV. Nachtrags eingetreten sind, die bisherigen Bestimmungen des
GVG über die Voraussetzungen und die Bemessung der Versicherungsleistungen
sowie das Verfahren im Versicherungsfall angewendet werden. Der vorliegende Fall
beurteilt sich demnach nach dem GVG in der bis 31. Dezember 2015 geltenden
Fassung und der entsprechenden Fassung der Verordnung zum GVG (sGS 873.11,
VzGVG; Fassung in Vollzug vom 23. November 2010 bis 31. Oktober 2014).
3. Die Gebäudeversicherung erbringt gemäss Art. 31 Ziff. 3 GVG (in der bis
31. Dezember 2015 gültigen Fassung) Versicherungsleistungen, wenn
Gebäudeschäden u.a. durch "Schneedruck" entstanden sind; ausgenommen sind
Schäden, die im Wesentlichen auf "andere Ursachen" zurückgehen.
3.1. Gebäude müssen alltäglichen Naturereignissen wie Regen, Wind oder Frost
trotzen können. Bei den im Gesetz (Art. 30 GVG) abschliessend aufgezählten
versicherten Elementarereignissen handelt es sich demgegenüber um durch
geologische, physikalische oder meteorologische Vorgänge ausgelöste Naturereignisse
von ausserordentlicher Heftigkeit (vgl. D. Gerspach, in: Glaus/Honsell [Hrsg.],
Gebäudeversicherung, Systematischer Kommentar, Basel 2009, Rz. 2.80 und 2.83).
Art. 31 Ziff. 3 GVG erläutert nicht näher, was unter dem Elementarereignis
"Schneedruck" zu verstehen ist. Schneedruckschaden entsteht aufgrund einer
Überlastung durch ruhende Schneemassen (vgl. Gerspach, a.a.O., Rz. 2. 119 mit
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Hinweisen; vgl. auch A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen Gebäudeversicherungen,
Separatdruck aus: "Mitteilungen" Jahrgänge 1978/79 des Interkantonalen
Rückversicherungsverbands Bern und der Vereinigung Kantonaler
Feuerversicherungen, S. 73). Kommt es zu Schäden infolge Schneedrucks, ist oft
streitig, ob die Schneelast das Ausmass eines Elementarereignisses erreicht hat. Nicht
gedeckt sind nämlich Schäden, die auf eine Schneelast zurückgehen, die das
beschädigte Gebäude nach den einschlägigen Normen des Schweizerischen
Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) hätte tragen müssen. Übersteigt die Schneelast
diese Grenze, wird die durch den Schneedruck verursachte Beschädigung des Dachs
als Elementarschaden anerkannt (Gerspach, a.a.O., Rz. 2.120 mit Hinweis u.a. auf
Kleiner, a.a.O., S. 73; zum Ganzen vgl. VerwGE B 2010/222 vom 26. Januar 2011
E. 4.1, www.gerichte.sg.ch). Ist dies nicht der Fall, ist von einem Konstruktionsmangel
auszugehen, der die Versicherung in dem Masse, in dem die Mängel für die
eingetretenen Schäden ursächlich waren, zur Ablehnung der Versicherungsleistung
berechtigt (Gerspach, a.a.O., Rz. 2.120; vgl. auch nachstehende E. 3.2 und 3.3).
3.2. Eine die Leistungspflicht ausschliessende "andere Ursache" besteht insbesondere
dann, wenn der Gebäudeschaden nicht unmittelbare Folge eines Elementarereignisses
ist. Dies gilt namentlich für alltägliche (Natur-)Ereignisse, welche den Schadenseintritt
zwar begünstigen, die Voraussetzungen eines versicherten Elementarereignisses in
qualitativer und quantitativer Hinsicht indes nicht erfüllen (GVP 2006 Nr. 61, bestätigt in
VerwGE B 2010/222 vom 26. Januar 2011 E. 3 und B 2009/170 vom 8. Juni 2010 E. 4,
www.gerichte.sg.ch). In solchen Fällen ist die Kausalkette zwischen Naturereignis und
Schaden durch eine Ursache unterbrochen, für die der Versicherte einzustehen hat.
Folge davon ist, dass die Leistungspflicht gänzlich entfällt.
3.3. Anspruch auf Versicherungsleistungen besteht nach Art. 45 VzGVG, wenn ein
versichertes Ereignis vorliegt (lit. a), ein Gebäudeschaden entstanden ist, der
unmittelbar auf das versicherte Ereignis zurückgeführt werden kann (lit. b) und die
Ereigniseinwirkung nicht bestimmungsgemäss war (lit. c). "Bestimmungsgemäss" ist
eine Ereigniseinwirkung, wenn sie zufolge ordentlicher Abnützung oder ordentlicher
Erfüllung des Zweckes des Gebäudes oder Gebäudeteils eintritt (vgl. Art. 48 VzGVG).
Die Frage, ob sich der Gebäudeschaden "unmittelbar" auf das versicherte Ereignis
zurückführen lässt, ist nach der Rechtsprechung nach den Regeln über den sog.
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"adäquaten Kausalzusammenhang" zu beantworten. Demnach hat ein Ereignis dann
als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg von der
Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs somit durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (VerwGE B 2009/170 vom 8. Juni 2010
E. 4.1, www.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf GVP 2006 Nr. 61, GVP 2005 Nr. 41, 2003
Nr. 42 und VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. W.K.).
3.4. Art. 47 VzGVG regelt die Zurechnung des Schadens zum versicherten Ereignis:
Geht der Gebäudeschaden überwiegend auf das versicherte Ereignis zurück, wird er
ihm voll zugerechnet (Abs. 1). Geht der Gebäudeschaden ganz oder überwiegend auf
andere Ereignisse zurück, wird er nicht entschädigt. Nicht vergütet werden
insbesondere Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen oder die nicht auf
eine plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie
Schäden zufolge schlechten Baugrundes, ungenügender Fundamente, fehlerhafter
Konstruktion, verwahrlosten Zustandes, eingedrungenen Schnee- und Regenwassers
sowie Schäden durch Grundwasser oder Kanalisationsrückstau und Schäden aus
periodischen Hochwasserständen (Abs. 2). Geht der Gebäudeschaden weder
überwiegend auf das versicherte Ereignis noch überwiegend auf andere Ereignisse
zurück, wird er dem versicherten Ereignis anteilmässig zugerechnet (Abs. 3).
Die Frage, ob ein Konstruktionsmangel vorliegt, ist nach den Regeln der Baukunde zu
beurteilen. Hier sind neben den gesetzlichen Vorschriften vor allem die gültigen
Normen und Richtlinien der Fachorganisationen zu nennen (etwa jene des SIA). Besteht
ein Konstruktionsmangel, ist weiter abzuklären, ob der Mangel entweder den
Kausalzusammenhang zwischen Ereignis und Schaden tatsächlich unterbrochen hat
(im Sinne von Art. 47 Abs. 2 VzGVG) oder allenfalls bloss Mitursache ist (im Sinne von
Art. 47 Abs. 3 VzGVG), etwa wenn der Schaden auch ohne den Mangel in gleicher Art
oder allenfalls in geringerem Ausmass eingetreten wäre. Nur in ersterem Fall liegt ein
Ausschlussgrund vor (vgl. Gerspach, a.a.O., Rz. 2.98; VGR ZH, Entscheid VB.
2016.00368 vom 23. November 2016 E. 2.2, www.vgr.zh.ch).
3.5. Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR
210, ZGB) hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen,
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der aus ihr Rechte ableitet. Mangels eigener Beweislastregeln gilt dieser Grundsatz
auch im Bereich der öffentlichen Gebäudeversicherung, namentlich bei der Anwendung
von Art. 31 Ziff. 3 GVG. Aus ihm folgt, dass Personen, die gegenüber der Versicherung
einen Versicherungsanspruch erheben, bezüglich der Frage, ob ein Versicherungsfall
eingetreten ist, grundsätzlich behauptungs- und beweispflichtig sind. Behauptet der
Versicherer indessen eine die Leistungspflicht ausschliessende oder herabsetzende
Tatsache, so ist es an ihm, diese zu beweisen (VerwGE B 2009/170 vom 8. Juni 2010
E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Nach Art. 8 ZGB ist sodann zu Ungunsten
desjenigen zu entscheiden, der aus einer unbewiesen gebliebenen Tatsache hätte
Rechte ableiten können (GVP 2006 Nr. 61; vgl. M. Joos, in: Glaus/Honsell, a.a.O.,
Rz. 8.1.6 mit Hinweisen).
Im Versicherungsrecht gilt generell die Beweiserleichterung der "überwiegenden
Wahrscheinlichkeit" (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 128 III 271 E. 2b/
aa). Entgegen dem Regelbeweismass, das erst erreicht ist, wenn das Gericht am
Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls
verbleibende Zweifel als leicht erscheinen, sind die Anforderungen an das Beweismass
herabgesetzt. "Überwiegend wahrscheinlich" ist etwas dann, wenn für die Richtigkeit
einer Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe
sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in
Betracht fallen (vgl. K. Plüss, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, § 7 N 26-28 mit
Hinweisen). Die Möglichkeit, dass es sich auch anders verhalten könnte, schliesst die
überwiegende Wahrscheinlichkeit zwar nicht aus, darf aber für die betreffende
Tatsache weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht
fallen. Dem Versicherer steht ein – aus Art. 8 ZGB abgeleitetes – Recht auf
Gegenbeweis zu. Er hat Anspruch darauf, zum Beweis von Umständen zugelassen zu
werden, die beim Gericht erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand des
Hauptbeweises bildenden Sachbehauptungen wach halten und diesen dadurch
vereiteln sollen. Für das Gelingen des Gegenbeweises ist mithin bloss erforderlich,
dass der Hauptbeweis erschüttert wird und damit die Sachbehauptungen nicht mehr
als überwiegend wahrscheinlich erscheinen (BGE 130 III 321 E. 3.3 f.; vgl. auch
R. Schaer, in: Glaus/Honsell, a.a.O., Rz. 6.1.13).
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3.6. Die Vorinstanz hielt – gestützt auf die Gutachten – fest, dass sich bis zum
7. Dezember 2012 kein Schnee auf dem Dach des Gewächshauses befunden habe.
Massgeblich für die Ermittlung der Schneemenge auf dem Dach sei deshalb der
Zeitraum vom 8. bis 14. Dezember 2012. In diesem Zeitraum sei gemäss den für X.
ausgewerteten Radardaten – selbst wenn man im Sinne eines "Worst-Case" verstopfte
Dachrinnen annehme – von einer maximalen Niederschlagsmenge von 29.4 l/m
auszugehen, welche die Konstruktion habe belasten können. Das Gewächshaus sei
also durch eine Schneelast zum Einsturz gebracht worden, die nicht einmal fünfzig
Prozent der nach der im Erstellungszeitpunkt geltenden Norm entsprochen habe. Im
ersten Gutachten sei der Experte davon ausgegangen, dass sich der Oberboden vor
dem Schadenereignis abgesenkt habe, was zu einer Schiefstellung der Stützen bzw. zu
einer nachteiligen Veränderung der Geometrie (Ausmitten im Zentimeterbereich) geführt
habe. Dem Wind ordnete die Vorinstanz nur einen geringfügigen, untergeordneten
Einfluss auf den Einsturz der Konstruktion zu. Die im ersten Gutachten nicht
berücksichtigte Pfählung unter den Betonsockeln ändere gemäss dem zweiten
Gutachten an den bereits festgestellten Ursachen des Schadens nichts. Es seien
grössere, nicht schadensbedingte, systemgefährdende Ausmitten vorhanden gewesen.
Ob diese durch ungenaue Einstellung, Veränderungen während der Nutzung oder
Absenkung des Oberbodens entstanden seien, könne offenbleiben. Jedenfalls liege
kein versichertes Elementarereignis vor.
3.7. Hiergegen erhebt der Beschwerdeführer verschiedene Einwände.
3.7.1. Der Beschwerdeführer – dem der Nachweis obliegt, dass das Schadensereignis
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit adäquat kausal auf ein Elementarereignis
zurückgeht – macht in seiner Beschwerde geltend, dass es sich beim vom Gutachter
angenommenen Niederschlagswert von 29.4 l/m um die Summe von
meteorologischen Annäherungswerten, jedoch nicht um einen Maximalwert handle.
Laut einer privaten Messung sei aber an der Grenze zwischen Q. und X. in der Zeit vom
8. bis 12. Dezember 2012 Schnee in der Höhe von 53 cm gefallen, was – je nach
Dichte – einer Last von 1.06 bis 2.12 kN/m entspreche. Damit sei der Schneedruck
ursächlicher Faktor für den Zusammenbruch gewesen. Zum Beleg reichte er
handschriftliche Aufzeichnungen von B.W., F.-strasse 00, Q., ein. Aus diesen ergibt
sich, dass zwischen dem 8. und 14. Dezember 2012 bei Temperaturen im
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Minusbereich insgesamt 53 cm Schnee gefallen ist (act. 8/2). Am 13. und
14. Dezember 2012 selbst ist nach diesen Aufzeichnungen kein Niederschlag gefallen.
Der Temperaturverlauf deckt sich im Wesentlichen mit den Annahmen des Gutachters
(act. 13/36, S. 14). Demnach haben am 8. und 9. Dezember 2012 auch tagsüber
Minustemperaturen geherrscht. An den beiden darauffolgenden Tagen lag die
Temperatur um den Gefrierpunkt. Am 12. und 13. Dezember 2012 folgte ein
Kälteeinbruch mit Temperaturen bis -16.3°C. Am 14. Dezember 2012 stieg die
Temperatur deutlich an (bis auf über 10°C).
Dass der im Zeitraum vom 8. bis 12. Dezember 2012 gefallene Schnee nun besonders
nass gewesen sein soll, wie der Beschwerdeführer behauptet, ist angesichts der tiefen
Temperaturen nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz hat in ihrer Stellungnahme der
behaupteten Schneemenge in nachvollziehbarer Weise ein Raumgewicht (bei
Minustemperaturen) von 50 bis 100 kg/m zugemessen und daraus den
überzeugenden Schluss gezogen, dies führe allerhöchstens zu einer Belastung von
0.53 kN/m , was (immer noch) unter der statisch vorausgesetzten Lastannahme von
0.73 kN/m liege (act. 12 S. 3). Angesichts der aufgrund der Radardaten ermittelten
Niederschlagsmenge von höchstens 29.4 l/m – von der auch der Beschwerdeführer an
der öffentlichen Verhandlung ausging – erscheint eine Belastung von maximal 0,294
kN/m (und damit ein Raumgewicht des Schnees im Bereich von 55 kg/m ) plausibler.
Inwiefern es sich bei einer über mehrere Tage bei Minus- bzw. tiefen Temperaturen
gefallenen Schneedecke von etwas über 50 cm Mächtigkeit um ein "Naturereignis von
ausserordentlicher Heftigkeit" und damit um ein Elementarereignis handeln soll, ist
nicht ersichtlich.
Der Beschwerdeführer bringt vor, entgegen dem Gutachten sei die zusätzliche
Auswirkung des Windes auf die Tragstruktur des Gewächshauses nicht nur
"geringfügig" gewesen. Er macht damit geltend, verschiedene klimatische Faktoren
seien in ihrem Zusammenspiel als Elementarereignis zu werten. Am Tag des
Schadenereignisses sind gemäss Gutachten in M.-P. Windspitzengeschwindigkeiten
von 93.4 km/h und in S. solche von 53.6 km/h gemessen worden. Der Föhnwind habe
– zusammen mit dem Wärmeeinbruch, so der Beschwerdeführer – für sich und
zusammen mit Schneeverfrachtungen auf dem Dach offensichtlich einen erheblichen
Einfluss auf die Statik gehabt. Die entgegenstehende Annahme des Gutachters sei
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rechnerisch gar nicht belegt worden. Das betreffende Dach stehe quer zur
Windrichtung, was dazu geführt habe, dass Schnee über die Dachfirste der Giebel auf
die windabgewandte Seite geweht worden sei, wo zusätzlich die Windströmung nach
unten gedrückt habe. Beide Effekte seien offensichtlich statisch relevant. Der Gutachter
habe diese Umstände – entgegen anderweitiger Fachpublikationen – ignoriert, das
Gutachten sei diesbezüglich mangelhaft und nachzubessern. Bereits ohne
Ergänzungsgutachten ergebe sich ohne weiteres, dass die Differenz zwischen
gemessener Niederschlagsmenge (29.4 l/m ) und erforderlicher Lastaufnahme (0.73
kN/m ) durch Schneeverfrachtungen entstanden sei. Diese hätten im Bereich der
Rinnen zu einer zusätzlichen Belastung von 0.956 kN/m geführt (vgl. act. 24 S. 5).
Die Ausführungen bezüglich der Schneeverfrachtungen widersprechen denjenigen des
Gutachters, der – in überzeugender Weise – davon ausgegangen ist, die auf dem Dach
befindlichen Schneemassen seien durch den Wärmeeinbruch am 14. Dezember 2012
in die (quer zur Windrichtung verlaufenden) Rinnen der Sheddächer abgerutscht. Er hat
zudem ausgeführt, dass der Norm-Schneelastfaktor für die vorliegend zu beurteilende
Konstruktion 0.73 kN/m beträgt. Dies entspricht einem Mittelwert aus der maximalen
Ordinate im Bereich der Rinne und der minimalen Ordinate für den Bereich der
Dachspitze. Dieser Mittelwert dient der Errechnung der effektiv auf die Stahlstütze
wirkenden Schneelast (act. 13/62 S. 16 und Anhang 3). Dass diesem (gemittelten) Wert
nicht die (ebenfalls gemittelte) Belastung von konkret 0.29 kN/m entgegengestellt
werden dürfte (vgl. act. 24 S. 6), ist nicht ersichtlich. Eine zusätzliche Belastung im
Bereich der Rinne ist demnach nicht gesondert zu berücksichtigen, sondern in diesem
Mittelwert mit eingerechnet. Das vom Beschwerdeführer beantragte Gutachten zur
Frage der Verteilung bzw. Verfrachtung des Schnees verspräche keinen zusätzlichen
Erkenntnisgewinn; es kann darauf in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung
verzichtet werden (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2. Aufl. 2003, Rz. 622).
Zwar trifft zu, dass die Ausführungen in Bezug auf den Wind im Gutachten nicht
ausführlich sind. Der Gutachter hielt immerhin fest, anhand der statischen
Berechnungen sei die Auswirkung Wind auf die Tragstruktur sehr geringfügig (act.
13/36 S. 19). Dies wird durch das Schadensbild untermauert; in diesem ist keine
Windrichtung erkennbar (ebd. S. 18). Damit ist auch ein durch das Zusammenwirken
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verschiedener klimatischer Faktoren entstandenes Elementarereignis nicht
überwiegend wahrscheinlich. Dass – wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung und an
der Verhandlung geltend machte – Wind und Schneelast nach den einschlägigen
Regeln der Baukunde ohnehin in Kombination zu betrachten sind, verdeutlicht dieses
Ergebnis (vgl. act. 25 Ziff. 2).
3.7.2. Gegen die Ursächlichkeit eines aussergewöhnlich heftigen Naturereignisses
spricht zudem, dass die Gutachten den Schaden eindeutig und überwiegend auf eine
"andere Ursache" im Sinne einer mangelhaften Konstruktion zurückführen. Die
Kausalität zwischen (behauptetem) Ereignis und Schaden ist mithin durch den
fehlerhaften Zustand des Bauwerks unterbrochen worden.
Zwar bringt der Beschwerdeführer vor, die geknickten Stützen seien vor dem
Schadenereignis nicht derart ausgemittet gewesen, wie dies vom Gutachter
nachträglich festgestellt worden sei. Selbst die schiefste Stütze habe nach den
Ausführungen des Gutachters (Gutachten 2, S. 12) noch über eine
Lastaufnahmefähigkeit von 0.6 kN/m verfügt. Die praxisgemäss verlangte
Aufnahmefähigkeit sei damit nicht unterschritten gewesen. Dies widerspricht den
Feststellungen des Gutachters, der errechnet hat, dass die Tragsicherheit zwar
ursprünglich erfüllt war, jedoch bereits anfänglich keine Reserven vorhanden waren.
Bereits bei einer Ausmitte von 2-3 cm konnte die Konstruktion ausfallen. Da auch der
Beschwerdeführer einräumt bzw. nicht grundsätzlich bestreitet, die Stützen seien
schief gewesen, erübrigen sich weitere Abklärungen hierzu (insbesondere die in act. 7
S. 7 beantragte Zeugenbefragung). Bei einer Verformung von 3 cm genügt nämlich eine
Schneelast von mehr als 20 cm für ein lokales Versagen (act. 13/36 S. 10; vgl. auch
act. 13/62 S. 5 unten). Weiter hat der Gutachter festgestellt, dass auch ausserhalb des
Einsturzbereichs schiefe Stützen vorhanden sind, und zwar sowohl auf der
Fassadenebene als auch im Innenbereich (vgl. act. 13/36, Anhang 1 S. 10 und act.
13/62 S. 15). Die Schiefstellungen traten zwischen den Betonsockeln und den
unterliegenden Holzpfählen ein. Mit einer gemessenen Extzentrizität von 13 cm am
Fuss der Stahlstütze infolge Verkippung des Betonpfeilers reduziert sich deren
Tragfähigkeit um mehr als die Hälfe (13 kN statt 28.7 kN ohne Exzentrizität).
Umgerechnet auf die Lasteinzugsfläche von 21.3 m pro Stütze ergibt dies eine
Tragfähigkeit von 1.3 kN/m im ursprünglichen und von (ungenügenden) 0.6 kN/m im
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exzentrischen Zustand (vgl. act. 13/62 S. 11 f.). Inwiefern diese Berechnung willkürlich
sein soll, wie der Beschwerdeführer an der Verhandlung vortrug (act. 24 S. 7), ist nicht
ersichtlich.
Die Schiefstellung führt der Gutachter auf die Absenkung des Oberbodens zurück.
Unter der Stütze gibt es laut Gutachten keine vertikale Absenkung, weil anzunehmen
ist, dass sich dort ein Holzpfahl befindet. Die äussere Kante der Bodenplatten
ausserhalb des Stützenbereichs ist demgegenüber auf das Terrain gebettet und senkt
sich mit diesem. Dies habe eine Verkippung der Bodenplatte und damit die
Exzentrizität der Stütze zur Folge (vgl. z.B. act. 13/62 S. 15). Wo keine
Bodenabsenkung vorliege (Ostfassade), sei auch keine signifikante Schiefstellung der
Pfeiler zu beobachten, und die Stützen hätten dort nicht versagt.
Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, die Ausführungen
des Gutachters zum Ausmass der Terrainabsenkung würden auf Vermutungen
basieren und seien deshalb keine Basis für den Beweis einer angeblichen
Schadensursache. Beim Oberboden handle es sich im konkreten Fall um ein
Gemüsebeet, das kaum zur Stabilität der Konstruktion beitragen könne. Das Gutachten
äussert sich zu den Auswirkungen einer Absenkung des Oberbodens um 20 bzw. 50
cm. Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Frage nach den Folgen
einer Absenkung um 20 cm vom heutigen Beschwerdeführer im vorinstanzlichen
Verfahren selbst aufgeworfen worden ist (vgl. act. 13/39 S. 3). Dass sich der Boden in
unterschiedlichem Ausmass abgesenkt hat, ist der Fotodokumentation des Gutachtens
ohne weiteres zu entnehmen. Die Ausführungen zu den Folgen der Absenkungen sind
schlüssig und überzeugend. Die Einholung des vom Beschwerdeführer beantragten
Gutachtens zur Frage der Festigkeit der Verbindung zwischen Pfahl und Betonsockel
(vgl. act. 7 S. 9) erübrigt sich.
3.7.3. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass die vorausgesetzte
Tragfähigkeit bei Gewächshäusern praxisgemäss nicht mehr als 0.5 kN/m betrage,
das Gutachten aber von einer solchen von 0.73 kN/m ausgehe. Sein Gewächshaus
hätte einer Belastung von 0.5 kN/m standhalten können. Er macht damit geltend, der
Schaden sei mithin dennoch adäquat kausal durch Schneedruck entstanden.
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Im Gutachten 1 wird die konkret einzuhaltende Schneelast nach der SIA Norm 160
(Fassung 1989) mit 0.73 kN/m bezeichnet (act. 13/36 S. 10). Dieser Wert wird im
Gutachten 2 bestätigt und es wird ausgeführt, dabei handle es sich um einen Mittelwert
aus der maximalen Ordinate für den Bereich der Rinne und der minimalen Ordinate für
den Bereich der Dachspitze. Die Ordinaten seien abhängig von der Dachneigung und
würden Schneeanhäufungen berücksichtigen. Der Mittelwert werde genutzt, um die auf
die Stahlstützen lastende Schneelast zu ermitteln (act. 13/62 S. 16).
Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung gestützt auf eigene Berechnungen aus,
dass die Lastannahme nach der SIA Norm 160 (Ausgabe 1970) 0.96 kN/m und nach
der SIA Norm 160 (Ausgabe 1989) 1.31 kN/m hätte betragen müssen (act. 12 S. 4).
Der vom Gutachter errechnete Wert von 0.73 kN/m sei somit für den
Beschwerdeführer eigentlich zu günstig, jedoch sei nicht einmal dieser eingehalten
worden. Die Behauptung, die GVA verlange nach konstanter Praxis für Gewächshäuser
eine Tragfähigkeit von lediglich 0.5 kN/m entbehre jeglicher Grundlage. Es sei lediglich
festgestellt worden, dass die meisten Gewächshäuser in unseren Breitengraden diesen
Wert nicht übersteigen würden (act. 12 S. 4). Mit diesen weitgehend unwidersprochen
gebliebenenAngaben ist erstellt, dass die Tragfähigkeit jedenfalls nicht weniger als 0.73
kN/m betragen durfte, was ein für den Beschwerdeführer günstiger Wert ist. Der
Gutachter hat überzeugend dargelegt, dass diese Tragsicherheit bei plankonformer
Erstellung des Gewächshauses ursprünglich gegeben war, jedoch keine Reserven
vorhanden waren. Die seit dem Erstellungszeitpunkt eingetretenen Exzentrizitäten –
infolge Schiefstellung der Betonpfeiler und Wegfall der statischen Funktion des
Oberbodens – liessen die nach den Regeln der Baukunde vorausgesetzte
Tragsicherheit entfallen.
3.7.4. An der Verhandlung machte der Beschwerdeführer weiter geltend, der
Gesetzgeber habe den Verordnungsgeber inzwischen ermächtigt, die vorausgesetzte
Widerstandsfähigkeit von versicherten Gebäuden zu definieren. In der Tat enthält Art.
32 VzGVG in der Fassung vom 10. November 2015 (nGS 2016-021; in Vollzug seit 1.
Juni 2016) eine Bestimmung, wonach Gebäude und Gebäudeteile bis zu einer Last, die
fünfzig Prozent der nach den anerkannten Regeln der Baukunde gestellten
Anforderungen entspricht, unverletzlich sein müssen. Dies erscheint indessen lediglich
als Konkretisierung der "im wesentlichen anderen Ursache" im Sinne von Art. 31 Ziff. 3
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GVG und der (mit der Verordnungsrevision teilweise neu gefassten)
Zurechnungsmodalitäten von Art. 47 Abs. 1 aVzGVG. Der Schneedruck von 0.29 kN/
m , unter dem das Gebäude eingestürzt ist, beträgt jedenfalls nicht einmal die Hälfte
der vorausgesetzten Widerstandskraft von 0.73 kN/m . Aus der auf seinen Fall ohnehin
nicht anwendbaren neuen Fassung der VzGVG könnte der Beschwerdeführer mithin
auch nichts zu seinen Gunsten ableiten.
3.8. Zusammenfassend kann der Beschwerdeführer nicht nachweisen, dass die
Witterungseinflüsse am 14. Dezember 2012 derart intensiv waren, dass ihnen das
Gewächshaus auch in ordnungsgemässem Zustand nicht hätte standhalten können.
Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den meteorologischen Einflüssen und
dem eingetretenen und geltend gemachten Schaden wurde durch die Nichteinhaltung
der anerkannten Regeln der Baukunde unterbrochen. Der Schaden geht damit auf eine
"im wesentlichen andere Ursache" im Sinne von Art. 31 Ziff. 3 GVG zurück und ist nicht
versichert. Dies ergibt sich aufgrund der in sich schlüssigen und ohne weiteres
nachvollziehbaren Gutachten. Die dagegen erhobenen Einwände eignen sich nicht,
diese grundsätzlich in Frage zu stellen bzw. eine andere Ursache als "überwiegend
wahrscheinlich" erscheinen zu lassen.
3.9. Der Beschwerdeführer macht in der Sache schliesslich geltend, das Gewächshaus
sei trotz der Konstruktionsmängel vorbehaltlos versichert worden, weshalb die
Versicherungsleistung nun nicht abgelehnt werden dürfe. Er verkennt, dass die
Gebäudeversicherung, wenn sie ordnungsgemäss Neubauten nach der Bauvollendung
"schätzt", keineswegs eine Bauabnahme vornimmt, sondern einzig den
Versicherungswert zu bestimmen hat. Bei Gebäudeschätzungen werden weder
Beurteilungen betreffend der Bauqualität vorgenommen noch die Solidität von
Baumaterialien und Qualität der Bauausführung geprüft (vgl. C. Quinto, Baumängel,
Elementarschäden und Gebäudeversicherung, in: Sicherheit und Recht 2/2017, S. 116
ff, S. 120 mit Hinweisen). Aus dem Umstand der (vorbehaltlosen) bisherigen
Versicherung kann der Beschwerdeführer deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten.
4. Zusammen mit der Entscheidgebühr von CHF 1'500 auferlegte die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer die angefallenen Gutachtenskosten von CHF 42'178.25. Dieser
macht geltend, die Versicherungsleistung sei zunächst wegen angeblich ungenügender
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Heizung verweigert worden. Diesbezüglich habe der Gutachter jedoch die gegenteilige
Argumentation des Beschwerdeführers bestätigt. Die Begründung des angefochtenen
Entscheids sei neu und stütze sich auf das Gutachten. Die Abklärung gehöre in den
Aufgabenbereich der GVA; der entsprechende Aufwand könne ihm nicht bzw.
jedenfalls nicht vollumfänglich belastet werden. Weder die Kosten des ersten noch des
zweiten Gutachtens seien ihm vor der Zahlung durch die GVA mitgeteilt worden. Die
Kosten seien zu seinen Lasten verlegt worden, obwohl er hiervon keine Kenntnis
gehabt habe und sich nicht dazu habe äussern können. Dies sei eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs; im Kostenpunkt sei der Entscheid deshalb formell mangelhaft und
aufzuheben. Unabhängig davon sei das Honorar den Leistungen des Gutachters nicht
angemessen. Insbesondere wäre der Aufwand nicht zu vergüten gewesen, welcher
durch die erste, unvollständige Sachverhaltsaufnahme entstanden sei. Ein Aufwand
von 96 Stunden bzw. 12 Tagen sei unangemessen.
Für Sachverständige erfolgt die Entschädigung nach der geleisteten Arbeit und der
Bedeutung der Streitsache (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 70). Mit dem Abstellen auf die
Bedeutung der Streitsache wird dem sog. Äquivalenzprinzip Rechnung getragen. Nach
diesem dürfen die Kosten nicht in ein offensichtliches Missverhältnis zum objektiven
Wert der Leistung geraten und müssen sich in vernünftigen Grenzen bewegen (statt
vieler vgl. K. Plüss, in: Kommentar VRG, a.a.O. § 13 N 27 mit Hinweis auf BGE 132 II
371 E. 2.1). Bei einer Schadenssumme von ca. CHF 100'000 wurden die "vernünftigen
Grenzen" offensichtlich verlassen, wenn die Abklärung der Schadensursache
Sachverständigenkosten von über CHF 40'000 mit sich bringen soll. Anstrengungen
seitens der GVA, die Kosten in einem vernünftigen Rahmen zu halten, etwa durch
vorgängige Festlegung eines Kostendachs, sind nicht erkennbar. Als maximal
vernünftiger Wert erscheinen Abklärungskosten von CHF 25'000, d.h. einem Viertel des
Streitwertes. Bei der Verteilung dieser (bereits zu Gunsten des Beschwerdeführers
reduzierten) Gutachtenskosten ist zu berücksichtigen, dass nicht mangelnde
Beheizung, wie die Vorinstanz zunächst behauptet hatte, sondern die mit der Zeit
entstandenen statischen Defizite adäquat kausal für den Schadenseitritt waren. Die
Ablehnung der Versicherungsleistung erfolgte mithin aus einem anderen, erst durch
den Sachverständigen ermittelten Grund und fusst auf einem neuen
Tatsachenfundament. Weil sich die anfänglich von der Vorinstanz vertretene Annahme
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als unzutreffend erwies und durch den Sachverständigen widerlegt werden musste, hat
sie sich an den Kosten des Gutachtens anteilsmässig zu beteiligen. Es rechtfertigt sich
deshalb, dem Beschwerdeführer lediglich die Hälfte der reduzierten Gutachtenskosten,
d.h. CHF 12'500, aufzuerlegen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne teilweise
gutzuheissen, im Übrigen ist sie jedoch abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5. Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem mehrheitlich unterliegenden Beschwerdeführer zu vier
Fünfteln und der Vorinstanz zu einem Fünftel aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 und 2 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 2'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) Auf die Erhebung der Kosten bei der
Vorinstanz wird nicht verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Anteil des Beschwerdeführers
wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000 verrechnet.
Anspruch auf Ersatz seiner ausseramtlichen Kosten hat der Beschwerdeführer mangels
mehrheitlichen Obsiegens nicht.