Decision ID: 8d34b4ab-7eb1-41d9-8d65-3bee435e59dc
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach, Poststrasse 43, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1947, meldete sich am 18. März 2006 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Mit der Anmeldung reichte er unter anderem
einen Bericht von Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 21. Februar 2006 ein, der den Versicheren im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung begutachtet hatte. Dieser hatte eine beinahe den Grad
einer posttraumatischen Belastungsstörung erreichende Anpassungsstörung mit
gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten diagnostiziert und vorerst eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass einige
Monate nach der Untersuchung erste Arbeitsversuche unternommen werden könnten
bzw. die seit Februar 2005 bestehende volle Arbeitsunfähigkeit nicht auf unbestimmte
Zeit anhalten würde (IV-act. 7).
A.b Am 31. März 2006 berichtete Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Innere Medizin,
der IV-Stelle, der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode nach
inadäquater Kündigung eines langjährigen Arbeitsverhältnisses. Als Kündigungsgrund
sei Unzuverlässigkeit angegeben worden, nachdem der Versicherte über 40 Jahre lang
zur vollen Zufriedenheit seines Arbeitgebers seine Arbeit verrichtet habe. Seit
4. Februar 2005 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 9).
A.c Im Arbeitgeberbericht vom 12. April 2006 gab die ehemalige Arbeitgeberin des
Versicherten an, dieser sei vom 26. April 1964 bis 30. November 2005 bei ihr als Weber
tätig gewesen, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 24. Februar 2005 gewesen sei.
Seit 25. Februar 2005 sei der Versicherte voll arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Der
Versicherte habe trotz mehreren Aussprachen und Verwarnungen seine Aufgabe und
Verantwortung als Schichtmeister nicht mehr wahrgenommen. Man habe ihm daher
diese Stelle gekündigt, ihm aber einen neuen Vertrag als Zettelaufleger angeboten. Der
Versicherte sei daraufhin nicht mehr bereit gewesen, seine Arbeit fortzuführen (IV-
act. 16; vgl. auch das Kündigungsschreiben vom 22. Februar 2005, IV-act. 17).
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A.d Am 10 Mai 2006 erstattete Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, einen Arztbericht, in welchem er eine posttraumatische
Belastungsstörung diagnostizierte und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 3. Februar
2005 und bis auf weiteres attestierte; der Versicherte stünde seit 30. Januar 2006 in
psychiatrischer Behandlung (IV-act. 19). Im Verlaufsbericht vom 27. Oktober 2006 gab
Dr. D._ an, der Gesundheitszustand sei bei Änderung der Diagnose stationär. Die
posttraumatische Belastungsstörung habe sich zunehmend zu einer mittel- bis
schwergradigen chronischen depressiven Episode entwickelt. Es bestünden
Grübelzwang mit Negativismus, Zukunftsängste, Insuffizienzgefühle und eine Störung
der Vitalgefühle; der Versicherte sei nicht arbeitsfähig (IV-act. 25).
A.e In einer Stellungnahme vom 20. Dezember 2006 hielt der zuständige Arzt des
Regionalen Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) fest, es bestehe eine
schwerwiegende Erkrankung der Psyche, die sich seit fast zwei Jahren
therapierefraktär zeige. Die Berichte des behandelnden Psychiaters seien glaubwürdig.
Die Hausärztin habe anlässlich eines Telefongesprächs mitgeteilt, der Versicherte sei
arbeitswillig. Der RAD-Arzt empfahl daher vor einer Rentenberechnung
Eingliederungsbemühungen der IV (IV-act. 26). Diese wurden am 8. Januar 2007
eingeleitet (IV-act. 28). Nach Gesprächen mit dem Versicherten und mit dessen Tochter
(IV-act. 32) gelangte der Eingliederungsberater zum Schluss, dass der Versicherte mit
seinem Verhalten gezeigt habe, dass er auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelt werden
könne. Der Fall wurde am 27. Februar 2007 abgeschlossen (IV-act. 33).
A.f Am 4. Juni 2007 empfahl der RAD eine polydisziplinäre Begutachtung des
Versicherten (IV-act. 39), womit das Medizinische Zentrum Römerhof (MZR) am
13. November 2007 beauftragt wurde (IV-act. 45). Am 15. August 2008 erstattete das
MZR das polydisziplinäre Gutachten. Der Versicherte war internistisch,
rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden. Die internistische Abklärung
hatte in italienischer, die psychiatrische Abklärung in französischer Sprache
stattgefunden. Die Ärzte nannten keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden im Wesentlichen eine hypertensive
und valvuläre Kardiopathie, ein Status nach chronisch-rezidivierender Cholezystitis,
eine asymptomatische Sigmadivertikulose, eine rezidivierende Sialolithiasis der
Glandula submandibularis links, ein chronisch intermittierendes subacromiales
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Impingement der linken Schulter, eine Digitus saltans-Symptomatik Dig. III/IV rechts
und Dig. I links, ein chronisches femoropatelläres Schmerzsyndrom am rechten
Kniegelenk bei initialer Retropatellararthrose, ein asymptomatisches cervico- und
lumbovertebrales Syndrom und Anpassungsprobleme in Zusammenhang mit der
Kündigung mit/bei akzentuierten narzisstischen und histrionischen
Persönlichkeitszügen. In der zusammenfassenden Beurteilung gaben die Gutachter an,
aktuell habe sich der Versicherte von seinen somatischen Beschwerden weitgehend
erholt, wobei er sich subjektiv immer noch stark reduziert fühle. Im Vordergrund
stünden nach wie vor seine psychischen Beschwerden, die er mit der Kränkung und
Demütigung im Zusammenhang mit seiner Kündigung verbinde. Aktuell sei er unter
Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde aus interdisziplinärer Sicht für
seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit sowie für jede entsprechende Verweistätigkeit zu
100 % als arbeitsfähig zu beurteilen. Es bestünden weder zeitliche noch qualitative
Einschränkungen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit könne angenommen werden,
dass der Versicherte unmittelbar nach seiner Kündigung im Februar 2005 aus
psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Im Frühjahr 2007 habe der
Versicherte eine somatische Problematik entwickelt, die zu wiederholten
Hospitalisationen, unter anderem mit dramatisch verlaufendem Krankheitsbild, geführt
habe. Bis Ende Juni 2007 habe er sich noch in stationärer Rehabilitation befunden. Es
sei anzunehmen, dass er bis Ende 2007 aus internistischer Sicht noch in seiner
Arbeitsfähigkeit reduziert gewesen sei. Ab Januar 2008 könne retrospektiv wieder von
einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (IV-act. 49).
A.g Der zuständige Arzt des RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 27. August 2008
fest, auf das MZR-Gutachten könne abgestellt werden. Fraglich sei einzig, ob die
Besserung tatsächlich bereits Ende 2007 eingetreten sei. Aus formalen Gründen
empfehle er, die Verbesserung ab Begutachtungsdatum im Juni 2008 anzuerkennen.
Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % von Februar 2005 bis Juni 2008 für jegliche
Tätigkeiten sei damit ausgewiesen (IV-act. 51).
A.h Am 28. August 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten den Abschluss der
Arbeitsvermittlung mit (IV-act. 52). Mit Vorbescheid vom 11. September 2008 stellte sie
die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente für die Zeitdauer vom 1. Februar 2006 bis
30. Juni 2008 in Aussicht (IV-act. 57).
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A.i Gegen den Vorbescheid vom 11. September 2008 liess der Versicherte am
9. Oktober 2008 unter Beilage eines Berichts des Psychiaters Dr. D._ vom 2. Oktober
2008 einwenden, er sei durch einen italienisch sprechenden Psychiater erneut zu
begutachten. Auf das psychiatrische Teil-Gutachten des MZR könne nicht abgestellt
werden. Die Französischkenntnisse des Versicherten würden für eine psychiatrische
Untersuchung nicht ausreichen. Zudem habe die Untersuchung lediglich eine halbe
Stunde gedauert, was ungenügend sei. Sodann sei das Teilgutachten betreffend die
wesentlichen Aussagen sehr knapp verfasst. Der behandelnde Psychiater habe beim
Versicherten deutliche formale Denkstörungen im Sinn einer starken Fixierung und
Einengung im Denken gefunden. Die erlittene Kränkung sei nach wie vor sehr stark
präsent und auch affektiv zeige der Versicherte Auffälligkeiten. Es liege inzwischen eine
andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung vor (IV-act. 60 f.).
A.j Am 28. Oktober 2008 liess der Versicherte einen Bericht der Hausärztin vom
21. Oktober 2008 nachreichen, in welchem ausgeführt wurde, auch aus internistischer
Sicht sei die Ablehnung einer IV-Berentung nicht zu verantworten. Der Versicherte habe
über lange Zeit an nicht erkannten Gallenkoliken gelitten, die schliesslich zu einem
schweren septischen Schock geführt hätten. Nur dank intensiver Bemühungen der
Kollegen im Kantonsspital St. Gallen habe das Leben des Versicherten gerettet werden
können. Seit dieser schweren Erkrankung sei der Versicherte bleibend geschwächt und
klage immer wieder über abdominale Schmerzen und über eine allgemeine
Leistungsminderung. Hinzu komme eine hypertensive Herzkrankheit, die bereits
mehrmals linksventrikulär dekompensiert sei (IV-act. 62 f.).
A.k Der RAD empfahl daraufhin am 24. November 2008 der IV-Stelle, die Arztberichte
den Gutachtern zur Kommentierung zukommen zu lassen. Bei Bedarf könne der
Versicherte zu einer Nachbegutachtung (mit italienischem Dolmetscher) aufgeboten
werden (IV-act. 64). Die Ärzte des MZR lehnten in ihrer Stellungnahme vom
17. Dezember 2008 eine erneute Begutachtung des Versicherten ab und hielten an
ihrer Beurteilung fest. Die psychiatrische Exploration habe 65 Minuten gedauert und
habe in französischer Sprache stattgefunden; es seien keine sprachlichen Hindernisse
zutage getreten. Aufgrund des Berichts von Dr. D._ vom 2. Oktober 2008 könne nicht
beurteilt werden, ob die neue Diagnose einer Persönlichkeitsveränderung tatsächlich
zu stellen sei. Anlässlich der Begutachtung habe ein objektiver, erheblicher
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Gesundheitsschaden aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht festgestellt werden
können. Der Versicherte habe sich vom septischen Schock vollkommen erholt. Eine
Herzinsuffizienz habe sich nicht gezeigt. Die geklagte Leistungsminderung sei nicht
kardial bedingt, sondern durch die allgemeine Dekonditionierung des Versicherten zu
erklären (IV-act. 69). Der zuständige RAD-Arzt bestätigte am 20. Februar 2009, dass
auf das MZR-Gutachten vom 15. August 2008 abgestellt werden könne (IV-act. 71).
A.l Mit Verfügung vom 4. Juni 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine ganze
Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Februar 2006 bis 30. Juni 2008 zu (IV-act. 80).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 8. Juli 2009, mit der die
Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen
und anschliessender Neubeurteilung sowie eventualiter die Neuberechnung des
Invaliditätsgrades und die Zusprache einer Invalidenrente auch für die Zeit nach dem
1. Juli 2008 beantragt werden. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, auf
das psychiatrische Gutachten des MZR könne nicht abgestellt werden, da es die
qualitativen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten nicht erfülle. Obwohl der
Beschwerdeführer mit italienischer Muttersprache kein Deutsch verstehe und eine
Untersuchung in italienischer Sprache gefordert habe, sei das psychiatrische
Gutachten ohne Dolmetscher und in französischer Sprache erstellt worden. Der
Beschwerdeführer spreche jedoch nicht ausreichend Französisch. Die Untersuchung
habe lediglich 20 bis 25 Minuten gedauert. Diese Aussage würde von der den
Beschwerdeführer zur Begutachtung begleitenden Tochter auch im Rahmen einer
gerichtlichen Zeugeneinvernahme bestätigt, was hiermit beantragt werde. Sodann sei
das psychiatrische Gutachten betreffend die wesentlichen Aussagen sehr knapp
verfasst. Diagnose und Beurteilung der begutachtenden Psychiaterin seien auch in
materieller Hinsicht unzutreffend. Der behandelnde Psychiater gehe von einer
andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung aus. Die massiven
Persönlichkeitsveränderungen des Beschwerdeführers seien im Gutachten mit keinem
Wort erwähnt. Die behandelnden Ärzte hätten den Beschwerdeführer in den letzten
Jahren intensiv betreut und könnten den Gesundheitszustand fundiert beurteilen. Bei
der divergierenden Einschätzung der Ärzte und der unsorgfältigen Begutachtung des
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Beschwerdeführers hätte die Beschwerdegegnerin daher weitere Abklärungen
vornehmen müssen, bevor ein Entscheid hätte gefällt werden dürfen. Falls das Gericht
dem Hauptantrag nicht folgen sollte, wäre der Invaliditätsgrad auch für den Zeitraum
ab 1. Juli 2008 auf 100 % zu veranschlagen, da sich der Gesundheitszustand nicht
verändert habe (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom
19. November 2009 die Abweisung der Beschwerde und die Feststellung, dass der
Rentenanspruch bereits Ende Dezember 2007 erloschen sei. Die Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund der Kündigungssituation sei fraglich.
Die Beurteilung von Dr. D._ müsse als zweifelhaft bezeichnet werden. Der
psychiatrischen Begutachtung sei die internistische und die rheumatologisch-
orthopädische Abklärung vorangegangen. Bei der internistischen Untersuchung sei
eine ausführliche Anamnese erhoben worden, worauf die Psychiaterin habe aufbauen
können. Die Zusammenfassung ihrer Befragung sei unvereinbar mit der vom
Beschwerdeführer vorgetragenen Darstellung, der Untersuch habe weniger als eine
halbe Stunde gedauert und es habe erhebliche Verständigungsprobleme gegeben.
Vielmehr liege eine gestraffte Skizze einer umfangreichen, detaillierten und tiefen
Befragung vor. Daher bestehe kein Grund für die Annahme, die Ärztin habe wesentliche
Punkte übersehen, ausgelassen oder falsch verstanden. Auf die psychiatrische
Begutachtung könne abgestellt werden. Die angefochtene Verfügung erweise sich im
Grundsatz als korrekt. Zu beanstanden wäre, dass die Rente zugunsten des
Beschwerdeführers per Juni 2008 befristet worden sei. Da nach gutachterlicher
Einschätzung bereits ab Anfang 2008 kein rechtsgenüglicher Nachweis für eine
invalidisierende Krankheit mehr vorliege, wäre die Rente per Dezember 2007 zu
befristen. Diesbezüglich sei die angefochtene Verfügung zu korrigieren (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 14. Dezember 2009 liess der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen festhalten. Mit dem Antrag einer reformatio in peius widerspreche die IV-
Stelle ihrem eigenen RAD-Arzt. Für einen Rückzug der Beschwerde bestehe keine
Veranlassung. Sollte das Gericht die angefochtene Verfügung jedoch wider Erwarten
gleichwohl zu Ungunsten des Beschwerdeführers ändern wollen, so sei den Parteien
vorher Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde
einzuräumen. Die Beurteilungen des behandelnden Psychiaters seien vom RAD als
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glaubwürdig erachtet worden. Der behandelnde Psychiater stelle aktuell zudem nicht
mehr die Diagnose posttraumatische Belastungsstörung, sondern andauernde
Persönlichkeitsstörung. Eine Neubegutachtung dränge sich deshalb auf (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 18. Dezember 2009 an ihrem
Antrag fest (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Grundsätzlich sind für die Zeit bis 31. Dezember 2007 die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 die neuen Normen der 5. IV-Revision
anzuwenden (BGE 132 V 215 E. 3.1.1; vgl. auch Urteil 8C_520/2010 vom 9. Juli 2010,
E. 2). Die 5. IV-Revision hat hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität
keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen
Rechtslage gebracht. Neu normiert wurde demgegenüber der Zeitpunkt des
Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben
sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG;
SR 831.20]), gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) entsteht.
Da ein allfälliger Rentenanspruch im vorliegenden Fall auf einen Zeitpunkt vor dem
1. Januar 2008 festzusetzen wäre, wirkt sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden
Fall jedoch nicht aus (vgl. Urteil 8C_373/08 des Bundesgerichts vom 28. August 2008,
E. 2.1 mit Hinweis).
2.
2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und – im
Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Strittig ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Januar 2008. Für den
Zeitraum von Februar 2005 bis Dezember 2007 haben die Ärzte übereinstimmend eine
volle Arbeitsunfähigkeit angegeben. Der Beschwerdeführer litt nach Lage der Akten im
Anschluss an die im Februar 2005 ausgesprochene Kündigung an erheblichen
psychischen Beschwerden. Hinzu kamen verschiedene somatische Probleme; so erlitt
er im Frühjahr 2007 etwa einen septischen Schock infolge einer
Gallenblasenentzündung. Der Beschwerdeführer wurde im Juni 2008 internistisch und
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rheumatologisch/orthopädisch untersucht. Im Gutachten vom 15. August 2008 führten
die Gutachter aus, der Beschwerdeführer habe sich weitgehend von seinen
somatischen Beschwerden erholt, wobei er sich immer noch subjektiv stark reduziert
fühle. Im Vordergrund stünden wiederum seine psychischen Beschwerden. Er habe
den Eindruck geäussert, sein Kopf funktioniere nicht mehr. Er könne sich nur schlecht
an Dinge erinnern und leide unter immer wiederkehrenden Angstzuständen. Er sei
dauernd nervös, schlafe nachts schlecht und träume immer wieder von seiner
Arbeitsstelle. Er befinde sich nach wie vor in psychiatrischer Behandlung (IV-act. 49–
37).
3.2
3.2.1 Der internistische Gutachter erkannte im Rahmen seiner Untersuchung
keine klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz oder einer sonstigen kardiovaskulären
Erkrankung. Es bestehe lediglich eine chronisch-venöse Insuffizienz Stadium II im
Bereich der unteren Extremitäten, was aber per se keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bedinge. Auch der Abdominalstatus sei bei Status nach
Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung) völlig bland. In den Laboruntersuchungen
fänden sich derzeit Normalwerte ohne Hinweise für eine Leber- oder Niereninsuffizienz
und ohne nachweisbare Entzündungszeichen. EKG und Lungenfunktionsprüfung seien
ebenfalls unauffällig, sodass aktuell aus internistischer Sicht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder in einer sonstigen Verweistätigkeit begründet
werden könne (IV-act. 49–37). Die behandelnde Ärztin wendete am 21. Oktober 2008
ein, der Versicherte sei vom erlittenen septischen Schock bleibend geschwächt, klage
immer wieder über abdominale Schmerzen und über eine allgemeine
Leistungsminderung. Hinzu komme eine hypertensive Herzkrankheit, die bereits
mehrmals linksventrikulär dekompensiert sei (IV-act. 63). Dazu nahm der
begutachtende Internist am 17. Dezember 2008 Stellung; er führte aus, die
Gallensteinproblematik sei effektiv die Ursache für den septischen Schock und für das
Multiorganversagen des Beschwerdeführers gewesen. Allerdings habe sich dieser
vollkommen davon erholt, ohne bleibende Schäden. Die Gallenblase sei entfernt
worden, so dass dieses Problem definitiv behoben sei. Abdominalbeschwerden seien
seither nicht mehr geklagt worden. Zwar bestehe nach wie vor eine hypertensive
Kardiopathie bei allerdings fehlenden klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz.
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Korrelierend dazu zeige sich echokardiographisch eine normale linksventrikuläre
Pumpfunktion. Die kardiale Dekompensation sei im Rahmen der schweren Sepsis
erfolgt und sei seither nicht mehr aufgetreten. Die aktuell noch beklagte
Leistungsminderung sei nicht kardial bedingt, sondern durch die allgemeine
Dekonditionierung des Beschwerdeführers zu erklären (IV-act. 69–2 f.). Diese
Beurteilung und Stellungnahme ist nachvollziehbar. Sie ist ausführlich begründet und
erscheint als umfassend und sorgfältig. Klinisch konnten bei der Untersuchung vom
Juni 2008 weder Hinweise für eine Herz- noch für eine Lungeninsuffizienz gefunden
werden. Der Beschwerdeführer äusserte diesbezüglich auch keine Klagen. Dr. C._
nannte in ihrem Schreiben vom 21. Oktober 2008 keine konkreten Anhaltspunkte, die
gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung des MZR sprechen würden. Ihr Hinweis, eine
Arbeitsaufnahme erscheine „völlig unrealistisch“, gründet nicht auf plausiblen
medizinischen Ausführungen. Dass im Zusammenhang mit den von ihr erwähnten
Gallenkoliken vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hatte, wird auch von
den Gutachtern des MZR anerkannt. Darauf stellt auch die Beschwerdegegnerin ab.
Weshalb trotz zwischenzeitlich erfolgter Entfernung der Gallenblase diesbezüglich
weiterhin Probleme bestehen und wie sich diese auswirken sollten, erklärte Dr. C._
nicht. Worin aus internistischer Sicht konkret eine anhaltende, medizinisch
objektivierbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erblicken wäre, erläutert sie nicht.
Insgesamt vermögen ihre Ausführungen die Schlüssigkeit der internistischen
Beurteilung des MZR nicht in Zweifel zu ziehen.
3.2.2 Im Rahmen der rheumatologisch/orthopädischen Begutachtung wurden
diskrete Befunde betreffend einige Finger, die linke Schulter, das rechte Kniegelenk
und die Wirbelsäule erhoben. Diese waren aber grösstenteils asymptomatisch bzw.
bewirkten keine funktionellen Limitierungen. Eine anhaltende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ergab sich daraus jedenfalls nicht (vgl. IV-act. 49–38). Diese
Beurteilung erscheint als konsistent mit der übrigen Aktenlage, ist plausibel und gibt
keinen Anlass für weitere Abklärungen.
3.3 Im Vordergrund stehen nach Auffassung der begutachtenden wie der
behandelnden Ärzte die psychischen Beschwerden. Deren Auswirkung auf die
Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist umstritten.
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3.3.1 Das Bundesgericht hat in einer Vielzahl von Urteilen festgehalten, dass eine
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen
gewissen Ermessensspielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zuverlässig und zu respektieren sind, sofern
der Gutachter lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz
von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann einer medizinischen
Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht immer dann die nötige Beweiskraft
abgesprochen werden, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich zu
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte relevant erscheinende Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen
der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben oder geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. etwa das Urteil 8C_809/2007 des
Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
3.3.2 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die psychiatrische Begutachtung sei
unbrauchbar, weil er nicht in seiner Muttersprache befragt worden sei. Die
Rechtsprechung billigt der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen
Experten und versicherter Person zwar insbesondere bei der psychiatrischen
Abklärung besonderes Gewicht zu. Es besteht aber dennoch kein unbedingter
Anspruch auf Durchführung einer medizinischen Abklärung in der Muttersprache des
Exploranden resp. der Explorandin oder unter Beizug eines Übersetzers (so m.w.H.
etwa die Bundesgerichtsurteile 8C_913/2010 vom 18. April 2011, E. 3.1.1;
9C_511/2009 vom 30. November 2009, E. 4.2.2.1; 9C_1022/2008 vom 24. Juli 2009,
E. 3.3.2). Auch in den Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für
Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen (publ. in:
Schweizerische Ärztezeitung [SAeZ] 2004 S. 1048 ff., S. 1051) wird für die
Untersuchung von Fremdsprachigen lediglich empfohlen, einen geeigneten
Dolmetscher beizuziehen, wenn die sprachliche Verständigung zwischen Gutachter
und Exploranden nicht genügend möglich ist. Ob eine medizinische Abklärung in der
Muttersprache des Exploranden oder der Explorandin oder unter Beizug eines
Übersetzers im Einzelfall geboten ist, hat grundsätzlich der Gutachter im Rahmen
sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden (m.w.H. Urteil 8C_913/2010, E. 3.1.1).
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3.3.3 Die begutachtende Psychiaterin hat angegeben, das Gespräch habe in
französischer Sprache stattgefunden, der Beschwerdeführer spreche nicht akzentfrei,
aber fliessend Französisch (IV-act. 50–2). In der Stellungnahme vom 17. Dezember
2008 hat die begutachtende Psychiaterin erneut betont, dass keine sprachlichen
Hindernisse zutage getreten seien (IV-act. 69). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers und der behandelnde Psychiater sprechen dem Beschwerdeführer
zwar für eine psychiatrische Begutachtung ausreichende Kenntnisse der französischen
Sprache ab. Sie versäumen es jedoch darzulegen, inwiefern sich der Beschwerdeführer
und die Gutachterin nicht verstanden hätten. Dazu finden sich keinerlei Darlegungen
oder beispielhafte Aufzählungen. Der Beschwerdeführer behauptet nicht, dass die
Gutachterin von seinen Angaben abgewichen wäre bzw. einzelne seiner Äusserungen
aufgrund von sprachlichen Missverständnissen unzutreffend wiedergegeben hätte.
Hinweise auf Verständigungsprobleme gehen auch aus dem psychiatrischen
Gutachten nicht hervor. Die begutachtende Psychiaterin hat – wenn auch knapp – die
Anamnese erhoben und den Beschwerdeführer zu seiner Lebensgeschichte, seinen
Beschwerden und der Behandlung befragt. Die Ausführungen dazu erscheinen auch
unter Berücksichtigung der übrigen Aktenlage – insbesondere des Gutachtens von
Dr. B._ vom 21. Februar 2006 – als ausreichend und stehen zu den Vorakten oder zu
nachträglichen Ausführungen des Beschwerdeführers nicht in Widerspruch. Hätten
Verständigungsprobleme bestanden, hätte die Gutachterin die Untersuchung wohl
abgebrochen oder einen Dolmetscher beigezogen. Der Versicherte selbst hat weder
während noch nach der Untersuchung den Verdacht geäussert, die Gutachterin könnte
ihn nicht richtig verstanden haben. Auch hatte er nicht beklagt, die Fragen aus
sprachlichen Gründen nicht erfassen und verstehen zu können. Die Beurteilung der
begutachtenden Psychiaterin, die Untersuchung könne in französischer Sprache
geführt werden, ist daher nicht in Zweifel zu ziehen.
3.3.4 Nach Angaben der Tochter des Beschwerdeführers soll das
Untersuchungsgespräch der Psychiaterin lediglich 20–25 Minuten und damit zu wenig
lange gedauert haben. Im Gutachten sind keine Feststellungen zur zeitlichen Dauer zu
finden. Die begutachtende Psychiaterin hat in ihrer Stellungnahme vom 17. Dezember
2008 eine Gesprächsdauer von 65 Minuten angegeben (IV-act. 69–1). Wie viel Zeit für
eine Exploration erforderlich ist, schwankt nach der Rechtsprechung in weiten
Grenzen, und ein genereller Zeitrahmen lässt sich nicht verbindlich angeben (Urteil
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I 58/2006 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. Juni 2006, E. 2.2). Der bei
einer psychiatrischen Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand ist von der
Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie abhängig und muss dieser
angemessen sein (vgl. m.w.H. das Bundesgerichtsurteil 9C_811/2010 vom 16. Februar
2011, E. 4.2.1). So kann beispielsweise nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
bei der Beurteilung einer somatoformen Schmerzstörung und deren Überwindbarkeit
sogar eine zwanzigminütige Untersuchung ausreichen, wenn keine konkreten Hinweise
vorliegen, dass sich die kurze Untersuchungsdauer negativ auf die Qualität des
Gutachtens ausgewirkt hat (Bundesgerichtsurteil 8C_942/2009 vom 29. März 2010). Im
vorliegenden Fall sind auch bei Unklarheit über die effektive Untersuchungsdauer
jedenfalls keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Psychiaterin bei der
Sachverhaltsfeststellung und der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht
fachgerecht vorgegangen wäre. Daher kann in antizipierter Beweiswürdigung von einer
Befragung der Tochter des Beschwerdeführers abgesehen werden.
3.3.5 Dr. B._ hat in seinem Gutachten vom 21. Februar 2006 dargelegt, dass
die Kündigung zu einer beinahe den Grad einer posttraumatischen Belastungsstörung
erreichende Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und
Sozialverhalten geführt habe. Prognostisch ist er vom Weiterbestehen der vollen
Arbeitsunfähigkeit für einige weitere Monate ausgegangen. Nach deren Ablauf sei
jedoch eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess vorzunehmen (IV-act. 7–4). Die
begutachtende Psychiaterin hat über zwei Jahre nach dieser Beurteilung keine
arbeitsfähigkeitsmindernde psychiatrische Störung mehr feststellen können. Sie hat
lediglich Beschwerden im Zusammenhang mit der Kündigung bei akzentuierter
Persönlichkeit mit narzisstischen und histrionischen Zügen attestiert. Das Denken des
Beschwerdeführers hat sie als formal und inhaltlich geordnet erlebt. Er sei affektiv
schwingungsfähig gewesen. Auffallend sei gewesen, wie er mit lebhafter Mimik und
Gestik das subjektiv erlebte Unrecht, nämlich die Kündigung nach über 40 Jahren bei
der gleichen Firma, sowie die negativen Auswirkungen auf sein aktuelles Leben
beschrieben habe. An Gefühlen seien dabei Wut, Ohnmacht und sehr viel Scham
festzustellen gewesen. Insgesamt sei seine Affektivität sehr gut einfühlbar, er sei auch
zugänglich gewesen. Hingegen habe er kategorisch das Entwerfen von alternativen
Lösungsstrategien zum totalen Rückzug verworfen. In ihrer Beurteilung hat die
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begutachtende Psychiaterin angegeben, der Beschwerdekomplex des
Beschwerdeführers stehe in direktem Zusammenhang mit der massiv kränkend
erlebten Kündigung, könne aber keiner versicherungspsychiatrisch relevanten
psychiatrischen Erkrankung im engeren Sinn zugeordnet werden. Die negativen
Träume und Schlafstörungen (ohne Medikation) sowie gelegentlichen Angstzustände
erfüllten die Diagnosekriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht (IV-
act. 50 und 69). Die Nervosität des Beschwerdeführers fand ebenfalls in der
Beurteilung der Gutachterin Berücksichtigung. Die Schlafstörungen haben sich durch
die geeignete Medikation offenbar gebessert. Die familiäre Situation hat der
Beschwerdeführer als harmonisch beschrieben. Insgesamt erscheint daher, wie schon
Dr. B._ im Februar 2006 prognostiziert hat, eine Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustandes drei Jahre nach der Kündigung als plausibel, sodass dem
Beschwerdeführer trotz seiner subjektiven Überzeugung, keiner Arbeit mehr nachgehen
zu können, eine volle Arbeitstätigkeit zumutbar ist. Die offenbar nach wie vor heftigen
Gefühle des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der Kündigungssituation sind
nachvollziehbar, vermögen jedoch keine relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Da
folglich auch in materieller Hinsicht keine Mängel an der psychiatrischen Begutachtung
festgestellt werden können, rechtfertigt sich keine Wiederholung der psychiatrischen
Untersuchung.
3.3.6 Der behandelnde Psychiater Dr. D._ zieht, wie erläutert, aus seiner
Wahrnehmung des Beschwerdeführers in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit andere
Schlüsse. Dies vermag jedoch nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen, zumal er
keine plausibel begründete, versicherungsrechtlich relevante Zumutbarkeitsbeurteilung
vornimmt. Im Übrigen erscheint die Zuverlässigkeit der von ihm „mit Nachdruck“
gestellten Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung (IV-act. 19–7) in
Berücksichtigung der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen
internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter
Gesundheitsprobleme (ICD-10) zumindest fraglich („Situation [...] mit
aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem
eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde“). Zu beachten ist auch, dass er als
langjähriger behandelnder Psychiater aufgrund seiner Nähe zum Patienten
notgedrungen eine andere Sichtweise einnimmt als ein rein begutachtender Facharzt.
Insgesamt vermögen seine Darlegungen nicht derart ernste Zweifel an der
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Einschätzung seitens des MZR auszulösen, dass weitere Abklärungen als angezeigt
erscheinen.
3.4 Wie der zuständige RAD-Arzt in seiner Stellungnahme vom 27. August 2008 zu
Recht festgestellt hat (vgl. IV-act. 51), erscheint die volle Arbeitsfähigkeit erst ab der
Begutachtung im Juni 2008 als erwiesen. Eine Verbesserung bereits seit Anfang 2008
ist zwar möglich, lässt sich aber mangels entsprechender Akten nicht hinreichend
belegen. Folglich ist bis Juni 2008 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab
diesem Zeitpunkt ist dem Beschwerdeführer hingegen eine volle Arbeitstätigkeit
zumutbar.
4.
4.1 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung nach Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich
längere Zeit andauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird.
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat diese Dreimonatsfrist zur Einstellung der ganzen
Rente wohl versehentlich unberücksichtigt gelassen. Bei einer Verbesserung ab Juni
2008 ist die Rente somit nicht nur bis Ende jenes Monats, sondern bis zum
30. September 2008 geschuldet. Insoweit ist Verfügung vom 4. Juni 2009 zu
korrigieren.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
4. Juni 2009 insoweit aufzuheben, als sie die ganze Rente lediglich bis 30. Juni 2008
gewährt. Der Beschwerdeführer hat bis 30. September 2008 Anspruch auf die ganze
Rente. Per 1. Oktober 2008 ist die Rentenausrichtung einzustellen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Der Beschwerdeführer unterliegt in der Hauptsache. Sein
Obsiegen betrifft nur einen kleinen Zeitabschnitt der Rentenausrichtung. Daher
erscheint es angemessen, ihm einen Anteil der Gerichtskosten von Fr. 500.-- und der
Beschwerdegegnerin einen Anteil von Fr. 100.-- aufzuerlegen. Im Ausmass von
Fr. 100.-- ist dem Beschwerdeführer der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
reduzierte Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Aufgrund des überwiegenden
Unterliegens erscheint eine Parteientschädigung von lediglich Fr. 500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP