Decision ID: 5a0a6259-13a0-55a6-9000-f8f65a01cce1
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch B._ und C._,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
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St.Galler Gerichte
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilflosenentschädigung / Intensivpflegezuschlag
Sachverhalt:
A.
A.a Im Jahr 2008 wurde A._ geboren. Seine Mutter meldete ihn am 25. August 2008
wegen Frühgeburt (Schwangerschaftswoche 29) und Atemnotsyndrom zum Bezug von
Versicherungsleistungen an (act. G 6.188). Die IV-Stelle erteilte Kostengutsprache für
die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 494 (Neugeborene mit einem
Geburtsgewicht unter 2'000 Gramm bis zur Erreichung eines Gewichts von
3'000 Gramm; Mitteilung vom 19. Februar 2009, act. G 6.172), für die Behandlung des
Geburtsgebrechens Ziffer 495 (schwere neonatale Infekte) für die Dauer vom 14.
August bis 27. Oktober 2008 (Mitteilung vom 20. Februar 2009, act. G 6.173), für die
Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 247 (Syndrom der hyalinen Membranen)
und die ärztlich verordneten Behandlungsgeräte für die Dauer vom 14. August 2008 bis
31. Juli 2010 (Mitteilung vom 23. Februar 2009, act. G 6.174). Des Weiteren gewährte
sie Kostengutsprache für die Dauer vom 14. August 2008 bis 31. August 2010 für die
Behandlung des Geburtsgebrechens Ziffer 395 (leichte cerebrale
Bewegungsstörungen) und der ärztlich verordneten Behandlungsgeräte sowie für die
Dauer vom 14. August 2008 bis 31. August 2009 für Physiotherapie (Mitteilung vom
24. Februar 2009, act. G 6.175).
A.b Im Verlaufsbericht vom 4. Juni 2010 diagnostizierte der behandelnde Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Kinder- und Jugendmedizin, eine beinbetonte Cerebralparese
bei ventrikulärer Leukomalazie links (Geburtsgebrechen Ziffer 390) und einen Status
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nach Frühgeburt (act. G 6.153-1 ff.; vgl. auch entwicklungspädiatrischer
Untersuchungsbericht vom 29. Januar 2010, act. G 6.153-5 ff.).
A.c Die Mutter meldete den Versicherten am 21. Oktober 2010 zum Bezug von Hilf
losenentschädigung an. Bis anhin habe sie noch nicht die Zeit gefunden, den ausführ
lichen Fragebogen auszufüllen (act. G 6.138). Mit Schreiben vom 25. November 2010
stellte Dr. med. E._, Leitender Arzt des Ostschweizer Kinderspitals, für den
Versicherten den Antrag auf Übernahme der Kosten für 7 Stunden/Woche ärztlich
verordnete Behandlungspflege durch die Kinderspitex (physiotherapeutische
Massnahmen, Orthesen [Anziehen, Kontrolle] und Kontrakturprophylaxe; act. G 6.121).
Die IV-Stelle erteilte am 11. Januar 2011 Kostengutsprache für maximal 7 Stunden/
Woche Kinderspitex für die Dauer vom 9. November 2010 bis 31. März 2011 (act.
G 6.118). In Ergänzung zum Schreiben vom 21. Oktober 2010 reichte die Mutter des
Versicherten am 26. Januar 2011 den ausgefüllten Fragebogen für eine
Hilflosentschädigung ein (act. G 6.105 f.). Dr. D._ bestätigte am 7. Februar 2011 die
von der Mutter gemachten Angaben über die Hilflosigkeit (act. G 6.93).
A.d Mit Vorbescheid vom 31. März 2011 stellte die IV-Stelle in Aussicht, dass die von
der Spitex erbrachten Leistungen keiner der im Rundschreiben Nr. 297 erwähnten
Kategorie zugeordnet werden könnten. Gemäss interner Weisung könnten die Kosten
für 7 Stunden/Woche noch bis 30. April 2011 von der Invalidenversicherung
übernommen werden (act. G 6.81). Die IV-Stelle erteilte am 12. Mai 2011
Kostengutsprache für ein Therapiedreirad Marke Schuchmann (Momo; act. G 6.59) und
am 8. Juni 2011 für ein Stehgerät Marke Rehatec Benni (act. G 6.49). Dr. E._
berichtete am 8. Juni 2011, dass sich seit Vollendung des zweiten Lebensjahres der
behinderungsbedingte Mehraufwand an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung
im Vergleich zu einem Nichtbehinderten gleichen Alters geändert habe. Der Versicherte
bedürfe bezüglich der meisten Tätigkeiten des täglichen Lebens Unterstützung (act.
G 6.44). Am 25. Juli 2011 wies die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf
Verlängerung der Kinderspitex ab (act. G 6.37).
A.e Die IV-Stelle führte am 26. August 2011 eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Im
Entwurf des Abklärungsberichts ging die Abklärungsperson hinsichtlich des
Intensivpflegezuschlags von einem behinderungsbedingten Mehraufwand von
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3 Stunden und 2 Minuten aus (act. G 6.28-5). Im Nachgang zur Stellungnahme der
Mutter des Versicherten vom 4. Oktober 2011 erhöhte die Abklärungsperson den
anerkannten Mehraufwand auf 4 Stunden 10 Minuten bzw. ab Oktober 2011 nach
Wegfall der Kinderspitex auf 4 Stunden und 54 Minuten. Ein Anspruch auf einen
Intensivpflegezuschlag bestehe erst ab August 2011, bzw. nach 3 Monaten, d.h. ab
November 2011. Vorher könne die fünfte Verrichtung (Ankleiden, Auskleiden,
Hilfsmittel) nicht berücksichtigt werden, weshalb der Mehraufwand nicht über
4 Stunden sei. Sie kam ferner zum Schluss, unter Berücksichtigung der einjährigen
Wartezeit bestehe frühestens ab Oktober 2010 Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung leichten Grades (3 Verrichtungen: Aufstehen, Absitzen,
Abliegen; Nahrung zerkleinern und zum Mund führen; Fortbewegung in der Wohnung).
Per Februar 2011 könne eine vierte Verrichtung (Verrichten der Notdurft) berücksichtigt
und damit 3 Monate später die Hilflosenentschädigung auf den mittleren Grad erhöht
werden, und ab August 2011 eine fünfte Verrichtung (Ankleiden, Auskleiden,
Hilfsmittel), was jedoch nichts an der Höhe der Hilflosenentschädigung ändere (act.
G 6.29).
A.f Mit Vorbescheid vom 2. November 2011 stellte die IV-Stelle in Aussicht, dem Ver
sicherten ab 1. Oktober 2010 eine Entschädigung für leichte Hilflosigkeit (Fr. 15.20
bzw. ab 1. Januar 2011 Fr. 15.40 pro Tag) und ab 1. Mai 2011 für eine mittlere
Hilflosigkeit (Fr. 38.60 pro Tag) sowie per 1. November 2011 für einen anerkannten
Mehraufwand von über 4 Stunden einen Intensivpflegezuschlag (Fr. 15.40 pro Tag)
zuzusprechen (act. G 6.26). Die Mutter des Versicherten reichte der IV-Stelle am
20. November 2011 die ärztliche Verordnung der physiotherapeutischen Massnahmen
von Dr. E._ ein (Therapieverordnung vom 27. Oktober 2011, act. G 6.23). Am
7. Dezember 2011 liess der Versicherte vertreten durch Advokat M. Boltshauser
Einwand gegen die Höhe des im Vorbescheid vom 2. November 2011 vorgesehenen
Intensivpflegezuschlags erheben. Der pflegebedingte Mehraufwand sei um 2 Stunden
zu erhöhen (vgl. auch Stellungnahme der Mutter des Versicherten vom 28. Oktober
2011 und von Dr. E._ vom 19. November 2011, act. G 6.17). Die IV-Stelle verfügte am
20. Dezember 2011 im Sinn des Vorbescheids (act. G 6.15).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 20. Dezember 2011 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 1. Februar 2012. Der Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat
Boltshauser, beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung
und die Zusprache eines Intensivpflegezuschlags für einen Betreuungsaufwand von
über 6 Stunden. Eventualiter sei die Angelegenheit zu ergänzenden Abklärungen
bezüglich des Intensivpflegezuschlags an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur
Begründung führt er aus, gemäss Therapieverordnung von Dr. E._ vom 27. Oktober
2011 seien zweimal 60 Minuten Therapieeinheiten zu Hause mit dem Stehständer als
Training verordnet, dazu ein Gangtraining von 20 Minuten sowie Dehn- und
Kräftigungsbehandlung von dreimal 20 Minuten. Dieses Training diene der
Verhinderung muskuloskelettaler Komplikationen und lasse den Beschwerdeführer die
aktuellen Fortschritte mit dem Ziel der freien Gehfähigkeit erreichen. Diese durch die
Mutter im Rahmen der Behandlungspflege erbrachte Betreuung sei notwendig und
behinderungsbedingt. Ein gesundes Kind im gleichen Alter bedürfe nicht dieser
intensiven Betreuung und Kontrolle (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. April 2012
die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass die
physiotherapeutischen Massnahmen im Bereich Dehn- und Kräftigungsbehandlung von
dreimal 20 Minuten bereits zu zweimal 15 Minuten pro Tag berücksichtigt worden
seien. Zudem würden sie als Dehnen beim Anziehen der Orthesen anerkannt. Das
Gangtraining könne nicht als Mehraufwand anerkannt werden. Dieses finde auf
spielerische Art und Weise statt. Es sei für den Beschwerdeführer besonders
interessant mit dem Rollator nach draussen zu gehen. Bei einem dreieinhalbjährigen
Kind seien solche Ausflüge bzw. kleine Spaziergänge im Freien üblich und
altersentsprechend. Ein behinderungsbedingter Mehraufwand sei nicht ausgewiesen.
Unter denselben Voraussetzungen sei das Stehständertraining zu sehen. Das Fixieren
werde mit 10 Minuten Mehraufwand anerkannt. Wenn der Beschwerdeführer im
Stehständer fixiert sei, könne kein weiterer Aufwand angerechnet werden, da er dann
wie Kinder im selben Alter irgendwelchen Betätigungen (z.B. spielen, Bücher
anschauen usw.) nachgehen könne. Er benötige keinen Mehraufwand in Sachen
Überwachung oder spezielle Übungen (act. G 6).
B.c In der Replik vom 20. Juni 2012 wird an der Beschwerde festgehalten (act. G 10).
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B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine begründete Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist einzig die Höhe des
Intensivpflegezuschlags, nachdem die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene
Hilflosenentschädigung unbestritten und unangefochten blieb.
2.
2.1 Gemäss Art. 42 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) wird die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine
intensive Betreuung brauchen, um einen Intensivpflegezuschlag erhöht; dieser
Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt im Heim. Der monatliche
Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von
mindestens 8 Stunden pro Tag 60%, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro
Tag 40% und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pro Tag 20% des
Höchstbetrags der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 des Bundesgesetzes über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10). Der Zuschlag berechnet
sich pro Tag. Der Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten. Gestützt auf diese
Delegationsnorm hat der Verordnungsgeber in Art. 39 Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festgehalten, eine intensive Betreuung liege
bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung der
Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens 4 Stunden benötigen. Anrechenbar
als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu
nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der
Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, die durch medizinische
Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-therapeutische
Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV).
2.2 Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung des Betreuungsaufwands
ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen medizinischer Fachperson
und Verwaltung erforderlich. Die medizinische Fachperson hat anzugeben, inwiefern
ter
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die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das
Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle Abklärungen
vornehmen (vgl. BGE 130 V 61 im Zusammenhang mit der Bemessung der
Hilflosigkeit). Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene Faktoren
zu berücksichtigen: Als berichterstattende Person muss eine qualifizierte Person
wirken, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den
seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeit hat. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen,
regelmässig die Eltern, zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der
Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel,
begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen
sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden persönlichen
Überwachung und der Pflege gemäss Art. 26 IVV sein. Schliesslich hat der
Abklärungsbericht in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben
zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige
Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinn darstellt, in das Ermessen der
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen
vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall
zuständige Gericht (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2012, 8C_756/2011, E. 3.2).
2.3 Der Beschwerdeführer wendet ein, dass bei der Bemessung des
Betreuungsaufwands täglich zweimal 60 Minuten für die Therapie mit dem
Stehständer, täglich 20 Minuten für das Gangtraining sowie täglich dreimal 20 Minuten
für die Dehn- und Kräftigungsbehandlung zu berücksichtigen seien (act. G 1 sowie act.
G 1.6). Dabei weist er zu Recht darauf hin und es ist unbestritten, dass diese Vorkehren
ärztlich verordnet (siehe Therapieverordnung von Dr. E._ vom 27. Oktober 2011, act.
G 6.23-2) und für die gesundheitliche Entwicklung notwendig sind.
2.4 Was die Therapie mit dem Stehständer anbelangt, so ist zunächst darauf
hinzuweisen, dass es sich hierbei um das Stehgerät Marke Rehatec Benni
einschliesslich 4 Transportrollen handelt (act. G 6.49 und 6.52-1). Gemäss Angaben
des Herstellers lässt sich das Stehgerät durch seine kleine Bauart an jeden
gewünschten Platz rollen. "So kann das Kind aktiv am Alltagsgeschehen der Familie
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teilnehmen oder sich beteiligen" (<http://www.rehatec.com/rehatec/index.php/cms/
show/id/43>, abgerufen am 24. September 2013). Aus dieser Angabe ist zu schliessen,
dass das Kind nach vorgenommener Fixation im Stehgerät - abgesehen von der
selbstständigen Fortbewegung - altersgerecht am Alltagsleben teilnehmen, mithin die
Therapie in den gewöhnlichen Tagesablauf integriert werden kann. Weder aus der
Therapieverordnung vom 27. Oktober 2011 (act. G 6.23-2) noch aus der E-Mail von
Dr. E._ vom 19. November 2011 (act. G 1.7) oder der Stellungnahme der
Physiotherapeutin vom 29. Januar 2012 (act. G 1.4) ergibt sich, dass die Mutter oder
eine Drittperson während der Therapie einen relevant höheren Betreuungsbedarf im
Vergleich zur Betreuung eines gleichaltrigen (dreijährigen) gesunden Kindes hätte.
Damit gehen die Ausführungen der Mutter des Beschwerdeführers einher, dass die
Konzentrationsdauer von Kleinkindern generell kurz sei (act. G 1.6, S. 2). Auch gesunde
Gleichaltrige können nicht zweimal eine Stunde täglich auf sich allein gestellt bleiben,
sondern sind aktiv von einer Betreuungsperson zu begleiten, zu motivieren und zu
überwachen, zumal gesunde, gleichaltrige Kinder ihre grob- und feinmotorischen
Fähigkeiten aktiv erkunden sowie ausleben und auf den sachgerechten Gebrauch von
Spiel- und Werkzeug (etwa Malstifte, Schere usw.) zu achten ist. Mangels klar
feststellbarer Fehleinschätzung durch die Abklärungsperson, besteht für das Gericht -
bei allem Respekt vor der geleisteten Betreuung seitens der Eltern und bei allem
Verständnis für die anspruchsvolle Situation des Beschwerdeführers - kein Anlass, von
dem von der Beschwerdegegnerin im Abklärungsbericht anerkannten Aufwand für das
Stehtraining (10 Minuten für Fixieren im Stehständer und danach wieder lösen, act.
G 6.29-4) abzuweichen. Es besteht im Licht dieser Umstände auch kein Anlass für die
vom Beschwerdeführer eventualiter beantragten Abklärungen (act. G 1, S. 2).
2.5 Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf den von der Beschwerdegegnerin
insgesamt anerkannten Aufwand von täglich 4 Stunden und 10 Minuten (act. G 6.29-4
und 6.15-3) bzw. nach Wegfall der Spitex ab Oktober 2011 von täglich 4 Stunden 54
Minuten (act. G 6.29-4) kann offen gelassen werden, ob das tägliche Gangtraining von
20 Minuten sowie der für Dehn- und Kräftigungsbehandlung geltend gemachte
Zeitaufwand von insgesamt 60 Minuten (act. G 1, S. 4) in vollem Umfang bei der
Bemessung des Intensivpflegezuschlags zu berücksichtigen ist, da selbst
bejahendenfalls die nächste anspruchsrelevante Grenze von 6 Stunden (Art. 42
Abs. 3 IVG) nicht erreicht würde. Dabei gilt es zu beachten, dass diesem geltend
ter
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gemachten Aufwand von 80 Minuten im Abklärungsbericht vom 31. Oktober 2011
(zumindest teilweise) bereits Rechnung getragen worden ist (zumindest im Umfang von
zweimal 15 Minuten für physiotherapeutische Massnahmen im Bereich Dehn- und
Kräftigungsbehandlung, act. G 6.29-3), worauf die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort zutreffend hinweist (act. G 6, Rz 3, mit weiteren Ausführungen von
bereits berücksichtigtem Aufwand). Somit verbliebe höchstens noch die Beurteilung
eines vorliegend nicht anspruchserheblichen zusätzlichen Mehraufwands von
50 Minuten (80 Minuten - 30 Minuten).
3.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran
anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihm
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.
bis
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