Decision ID: 4df79379-acc2-471f-a606-1a96e24ba175
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der polnische Staatsangehörige
X._
, geboren 1966,
wurde von der
Y._
AG
für die Zeit
vom
2
7.
August 2007 bis 2
6.
Juni 2008 als Zirkusarbeiter
angestellt
(
Urk.
14/2.2-3
,
Urk.
14/2.9
). In dieser Eigenschaft war er
bei
de
r
Bas
ler Versicherung AG (nachfolgend: Basler) gegen die Folgen von Unfällen versi
chert
(
Urk.
14/2.2-3)
. Am 1
1.
Januar 2008
streifte
ein Gabelstapler während der Arbeit den Rücken u
nd linken Fuss des Versicherten, welcher b
ei
der
Ausweich
bewegung
stürzte
(Urk.
14/2.2-3
,
Urk.
14/2.28
,
Urk.
14/3.1
).
Er
begab sich
am folgenden Tag
zu
Dr.
Z._
,
Arzt für Allgemeine Medizin FMH,
Lenk
, welcher
eine Fraktur des
Metatarsaleköpfchens
II und III sowie eine dislozierte Frak
tur des Os
Meta
tarsaleschafts
III
des linken Fusses
diagnostizierte und den Ver
sicherten an die
C
hiru
rgie
A._
, Spital
B._
AG
, überwies
(Urk.
14/
3.1
), wo er am
19.
Januar 2008 operiert
wurde (
Urk.
14/3.2).
Die Basler erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Der Versicherte war noch bis zum 2
2.
Januar 2008 in der Spital
B._
AG hospitalisiert (
Urk.
14/3.
5
). Danach
reiste
er
nach
D._
, wo am 24.
Februar 2008 die
Osteosynthesemate
rial
entfernung
durchgeführt wurde
(Urk.
14/2.2
1
,
Urk.
14/2.28 S. 2
,
Urk.
14/3.4
,
Urk.
14/3.8
)
. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz
fand die
Behandlung in
der
Sport
k
lini
k
C._
statt
(
Urk.
14/3.
7
-3.6
)
.
Nach Ende seines Arbeits
vertrages mit der
Y._
AG per 2
6.
Juni 2008 kehrte der Versicherte na
ch
D._
zurück (
Urk.
14/2.31), begab sich aber für die Untersuchung vom 4.
August 2008 wie
der in die Sport
k
lini
k
C._
(
Urk.
14/3.6). Nach dieser Untersuchung wurde dem Versicherte
n
eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit vom 26.
Juni bis 3
0.
September 2008 attestiert
und festgehalten, dass die Beurteilung
danach
durch den be
han
delnden Arzt in
D._
erfolgen solle (
Urk.
14/3.6).
Die Bas
l
er
erbrachte
weiter
Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen
und erhielt vom Ver
sicherten Arbeitsunfähigkeitsatteste
se
ines polnischen Arztes (Urk.
14/2.39, Urk.
14/2.43
,
Urk.
14/2.45
). Sie
holte den ärztlichen Bericht
der Sport
klinik
C._
vom 1
9.
März 2009 (
Urk.
14/3.10
)
ein
. Hernach unt
erbreitete sie dem Versicherten einen
Vergleich
svorschlag
,
gemäss welchem
sie ihm n
och bis zum 31.
Mai 2009
Heilbehandlungs- und
Tag
geldleistungen
sowie eine Integritätsentschädigung von
Fr.
25‘200.
-- entsprechend einer
Integritätsein
busse
von 20
%
ausgerichtet hätte
(
Urk.
14/2.60
).
X._
lehnte den
Ver
gleichsvorschlag
am 17.
Juni 2009 ab (
Urk.
14/2.64
).
Die Basler kam weiterhin für die
Heilbehand
lungskosten
auf und leistete Taggelder (
Urk.
14/6).
Sie
liess bei
m Versicherten zu Hause in D._
Abklärungen durchführen (Urk.
14/2.103
,
Urk.
14/2.112
, Urk.
14/2.116
)
und seine Psychiaterin
E._
Fragen beantworten (
Urk.
14/2.171)
. Ferner
gab
sie
bei der Reha
klinik
F._
das orthopädische Gutachten vom
8.
Juni 2011 (
Urk.
14/4.27)
in Auftrag. Am
4.
November 2011 beantwortete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemein- und
Unfallmedizin,
Oberarzt Orthopädische und Handchirurgische Reha
bilita
tion an der
Rehaklinik
F._
,
Zusatzfragen der
Basler (
Urk.
14/4.34
)
.
Mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2
012 stellte
die Basler
–
mit Ausnahme
de
r
Kosten für orthopädische Einlagen nach Mass, Schmerzmittel zur Zustandserhaltung sowie d
er
Aufwendungen für vier Arztkonsultationen jährlich zur Verordnung der Medikation und Kontrolle derselben – die Heilbehandlungs
leistungen
per sofort ein
und hielt fest, dass der Endzustand bereits am 1
8.
März 2009 (
Ver
laufskontrolle
in der Sport
klinik
C._
) erreicht gewesen sei, weshalb über den
31.
März 2009
hinaus grundsätzlich keine weiteren Taggelder mehr geschuldet gewesen seien
. Sie verneinte einen Rentenanspruch des Versicherten
und
sprach diesem ge
stützt auf die Beurteilung der Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011
bei einer Integritätseinbusse von 15
%
eine
Integritätsentschä
digung
von Fr.
18‘900.--
zu (
Urk. 14/5.1 S. 6
). Dagegen erhob der Versicherte am 1
2.
September 2012 Ein
sprache (
Urk.
14/5.2
), welche die Basler m
it Entscheid vom 2
9.
Oktober 2013 ab
wies
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
8.
November 2013 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
9.
Oktober 2013 sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, weitere Abklärungen im Sinne der Ausführungen in der Beschwerdeschrift vorzunehmen und danach neu über die Anspr
ü
che (Invalidenrente) des Beschwerdeführers zu verfügen. Es sei dem Be
schwerdeführer in jedem Fall eine Integritätsentschädigung bei einer
Integritäts
einbusse
von 20
%
zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von
Advokat Daniel Tschopp (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
März 2014 beantragte die
Be
schwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
13, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
14]) und
reichte mit Eingabe vom
1.
April 2014 weitere Unterlagen (
Urk.
18/1-2)
nach
(
Urk.
17)
.
Dem Beschwerdeführer wurden je
ein
Doppel der Beschwerdeantwort und der Eingabe
der Beschwerdegegnerin
vom
1.
April 2014
samt Beilagen zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die ver
sicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
[ATSG]) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmass
nah
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeld
leistun
gen
dahin (Art. 19
Abs.
1 UVG).
1.2
Gemäss
Art.
16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Er
werbseinkommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.
3
Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
1.
4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem ein
getretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusam
menhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusam
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Inte
grität der ver
sicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
5
1.
5
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhn
lichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich ge
eignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein
tritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
5
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtser
hebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
5
.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Gesund
heitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
ge
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versi
cherungs
mässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b). Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu ver
langen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das
Unfaller
eignis
anzu
knüpfen, wobei
–
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf
–
folgende Einteilung vorgenommen wurde:
banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
5
.4
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere
ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109
E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbe
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte
Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Un
falls vom
1
1.
Januar 2008
ab dem
1.
April 2009 eine Invalidenrente zu erbrin
gen hat
sowie die Hö
he der
Integritätsentschädigung
.
2.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Oktober 2013
führte die
Be
schwerdegegnerin
im Wesentlichen aus,
gemäss den medizinischen Ab
klärun
gen bestehe aus orthopä
discher Sicht in einer leidensangepassten leichten bis mittelschweren, vorwie
gend sitzenden Tätigkeit – ohne Ersteigen von Leitern, ohne wiederholtes Trep
pensteigen oder länger andauernde Arbeiten in der Hocke und im Knien sowie ohne länger dauerndes Gehen auf unebenen Terrain – eine vollzeitige Einsatzfähigkeit (
Urk.
2 S. 6). H
insichtlich des
Valideneinkom
mes
sei auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Mitarbeiter beziehungsweise Chauffeur und Mechanik
er in einem Zirkus abzustellen.
Der vom Beschwer
de
füh
rer zuletzt bezogene Lohn liege
im Normbereich und könne daher nicht als branchenunüblich tief bezeichnet werden (
Urk.
2 S. 5).
Das
Invaliden
ein
k
om
men
sei entsprechend dem
Vali
deneinkommen
aufgrund des Schweize
rischen Arbeitsmarkt
es festzustellen (Urk. 2 S. 6).
Beim Einkommensvergleich resultiere kein Invaliditätsgrad von min
destens 10
%
, welcher einen Rentenanspruch begründen könnte
(
Urk.
2 S.
7).
Gestützt auf die Beurteilung im Gutachten der Reha
klinik
F._
vom 8. Juni 2011 betrage der Integritätsschaden 15
%
(Urk.
2 S.
7).
2.3
Der Beschwerdeführer
lässt
demgegenüber im Wesentlichen vor
bringen
, dass die Be
urteilung von
Dr.
G._
, wonach
er
in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
a
rbeitsfähig
sei,
nicht nachvollziehbar und nicht schlüssig
sei (
Urk.
1 S. 11-12).
Es sei ein ergänzendes Gutachten über die Auswirkungen der konsistent
vorge
tragen
en
und adäquat kausal
auf
das Unfallereignis vom 1
2.
(richtig: 11.)
Januar 2008 zurückzuführenden Schmerzen auf die Leistungsfähigkeit im Rahmen einer
Arbeitstätigkeit
einzuholen
(
Urk.
1 S. 12).
In erwerblicher Hinsicht habe d
ie Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf den schweizerischen Arbeitsmarkt abge
stellt. Der Arbeitsvertrag mit der
Y._
AG wie auch die Aufenthaltsbe
willigung des Beschwerdeführers
seien bis längstens 2
6.
Juni 2008 befristet gewesen. Er
halte sich wieder in
D._
bei seiner Familie auf, wo er auch seinen Lebensmittelpunkt habe
(
Urk.
1 S. 13)
.
Es sei auf den polnischen Arbeitsmarkt abzustellen (
Urk.
1 S. 14).
3.
3.
1
Gemäss Zuweisungsschreiben der Praxis von
Dr.
Z._
an die Spital
B._
AG vom 1
2.
Januar 2008
bestand an diesem Tag
eine stark
e
Schwellung und
ein
Häma
tom des gesamten linken Vorfusses sowie der
M
alleoli
des Beschwerde
führers
. Die Sensibilität war intakt. Beim Röntgen des oberen
Sprunggelenks
(OSG)
und
des
Vorfusses
zeigte
n
sich eine Fraktur des
Metatarsaleköpfchens
II und III sowie eine dislozierte Fraktur des Os
Metatarsaleschafts
III des linken Fusses
(Urk. 14/3.1).
3.2
Nach der
Hospitalisation
vom 12. bis 22. Januar 2008
in der Spital
B._
AG
mit operativer Versorgung der Frakturen
am 1
9.
Januar 2008
konnte der Beschwer
deführer in gutem und schmer
z
freiem Allgemeinzustand
nach Hause entlassen werden.
Dr.
med. H._
, Chirurgie FMH, stellvertretender Chefarz
t Chirurgie, und med. prakt. I._
, Assistenzärztin Chirurgie,
attestierten dem Beschwer
de
führer im Austrittsbericht vom 2
2.
Januar 2008 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit vom 12. Januar bis 1
6.
März 2008 (
Urk.
14/3.5).
Am 15. März 2008 schrieb
Dr.
H._
, dass der Beschwerdeführer aktuell keine Ruheschmerzen, jedoch Schmerzen bei Belastung und insbesondere
bei der
Abrollbe
we
gung
des Fusses habe. Bei Fersenbelastung habe er praktisch keine Schmerzen (
Urk.
14/3.4
S. 1
).
3.3
Nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 2
5.
März 2008 diag
nos
tizierte
Dr.
med. J._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, Sport
klinik
C._
, auch eine diskrete
Algodystrophie
sowie eine grösstenteils entlastungsbedingte Demineralisation des Knochens (
Urk.
14/3.7). Am 1
4.
April 2008 stellte er insgesamt weniger Schwellung und weniger vegetative Reaktion am linken Fuss und eine Abduktionsneigung auf Höhe des
Lisfranc
-Gelenks mit
Druckdolenz
fest. Diese Abduktionsneigung bestand gemäss
Dr.
J._
auch noch bei den Folgeuntersuchungen vom
3.
Juni und
4.
August 200
8.
Am 3.
Juni 2008 war der Fuss auf Höhe des
Lisfranc
-Gelenks auch noch
druck
do
lent
. Die Schwellung war noch vorhanden
,
aber
regredient
. Am
4.
August 2008 bestand eine diskrete Schwellung, noch etwas
Druckdolenz
vor allem medial. Das OSG und das untere Sprunggelenk (USG) waren frei beweglich indolent (
Urk.
14/3.6).
3.4
K._
, Facharzt für orthopädische Unfall
chirurgie, hielt am
4.
November 2008 fest, dass die Verdünnung der
Knochen
struktur
der Fusswur
zel und des Mittelfusses weiter anhalten würden.
Es be
stünden anhaltende Schmerzen beim Gehen in der Sprunggelenksgegend und der Fusswurzel. Das Röntgenbild zeige eine schrittweise Verbesserung der Knochenstruktur (
Urk.
14/3.8).
3.5
In seinem ärztlichen Bericht vom 1
9.
März 2009 diagnostizierte
Dr.
J._
eine posttraumatische Arthrose
im
Lisfranc
-G
elenk, vor allem medial Fuss links nach Überrolltrauma am 1
1.
Januar 2008
(
Urk.
14/3.10 S. 2)
.
Es werde sich höchst
wahrscheinlich keine nennenswerte Verbesserung des jetzigen Zustandes zeigen, eher eine Verschlechterung mit Schmerzzunahme (
Urk.
14/3.10 S. 3).
Der Be
schwerdeführer sei als Zirkusmita
r
beiter, vor allem als Lastwagen
chauffeur und Mechaniker, maximal zu 60
%
arbeitsfähig. In einer anderen, den Unfall
folgen angepassten und zumutbaren Tätigkeit, vorwiegend sitzend und wechsel
seitig, sei
er zu ca. 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
14/3.10 S. 2). Das Tragen von Lasten über 10 bis 15 kg sei ungünstig, ebenso das längere Stehen oder Gehen. Eine rein fahrerische Tätigkeit, ohne Neben
tätigkeiten, wäre denkbar (
Urk.
14/3.10 S. 3). Als Folge des Unfalles vom 1
1.
Januar 2008 stehe dem Beschwerdeführer
eine Integritätsentschädigung bei einer
Integritätsein
busse
von 10 bis 20
%
zu (
Urk.
14/3.10 S. 4).
3.
6
3.6.1
Im
orthopädischen
Gutachten der Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011
führte
Dr.
G._
die Diagnosen Überrolltrauma Fuss/
Vorfuss
vom 1
2.
Januar 2008 mit
subcapitaler
Fraktur
Me
tatarsale
II, mehrfragmentärer Fraktur
Metatarsale
III sowie
undis
lozierter
Frak
tur des Os
cuboids
und Os
cuneiforme
I und II (ICD-10: S92.7) auf (Urk. 14/4.27 S. 10).
3.6.2
Dr.
G._
hielt
weiter
fest, dass es im Verlauf nach dem Unfall zu einer pas
sage
ren, diskreten
Algodystrophie
gekommen sei, welche inzwischen vollkom
men remittiert sei (
Urk.
14/4.27 S. 10).
Bei der Untersuchung hätten sich
vor all
em radiologisch erhebliche post
trau
matische Arthrosen im Mittel
fussbereich bei klinisch nur
geringgradiger
Funktionseinschränkung im OSG
gezeigt
, was die Schmerzen durchaus erklären könne, jedoch vielleicht nicht in dem Aus
mass, wie vom Be
schwerdeführer beschrieben
(Urk.
14/4.27 S. 11).
3.6.3
Die berufliche Tätigkeit als Mechaniker, Chauffeur und Allrounder sei dem Be
schwerdeführer
spätestens ab dem Begutachtungsdatum
nicht mehr zumutbar, weil die Anforderungen bei dieser sehr schweren und vorwiegend im Gehen und Stehen, mit häufige
m
Ersteigen von Leitern und länger dauernden
Tätigkeiten
in der Hocke und im Knien
au
s
ge
übten Arbeit zu hoch seien
(
Urk.
14/4.27 S.
12).
Die langen Geh-
und Stehbelastungen als Zirkusarbeiter könne der Beschwer
de
führer nicht mehr erbringen (
Urk.
14/4.27 S. 14).
Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumut
bar
(
Urk.
14/4.27 S. 12)
.
Ihm seien
sämtliche sitzende Tätigkeiten unein
geschränkt
, d
as Heben und Tragen von Lasten über 15 kg
jedoch nicht mehr zumutbar
(
Urk.
14/4.27 S. 15).
Dr.
G._
legte die zu berück
sich
tigenden spezi
ellen Einschränkungen wie folgt fest: Wechselbelastend, ohne Ersteigen von Leitern, ohne wiederholtes Treppensteigen, ohne länger dauernde Tätig
keiten in der Hocke und im Knien, ohne Tätigkeiten an sturzexponierten Stellen wie zum Beispiel auf ungesicher
ten Baugerüsten oder Dächern, ohne län
ger dauerndes Gehen auf unebenem
Boden (
Urk.
14/4.27 S. 13).
3.6.4
Dr.
G._
schätzte den Integritätsschaden auf 10 bis 20
%
(Urk. 14/4.27 S. 15).
3.
7
Am
4.
November 2011 führte
Dr.
G._
in Beantwortung der Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin aus, dass dem Beschwerdeführer die reine Tätigkeit als Chauffeur mit einem Lastwagen/Personenwagen mit Automatikgetriebe sowie ohne
Be
- und Entladen ganztags zumutbar wäre (
Urk.
14/4.34 S. 1
). Der Be
schwerdeführer habe während der Untersuchung einige Inkonsistenzen ge
zeigt, so dass selbst bei radiologisch erheblichen posttraumatischen Arthrosen einige Zweifel an der derart stark empfundenen Intensität der Schmerzen be
stünden. Dass Schmerzen vorhanden sein könnten
,
werde nicht bestritten, nicht jedoch in dem Ausmass, wie vom Beschwerdeführer beschrieben, vor allem auch nicht, dass die Schmerzen in Ruhe fast genauso stark seien wie bei Belastung. Auch die Schmerzmedikation könne als eher gering bezeichnet werden, so dass bei noch stärkeren Schmerzen durchaus noch eine
weitere Schmerzmittelreserve bleiben würde. Es sei aktuell nicht davon auszugehen, dass die
belastungsab
hängigen
Schmerzen im Rahmen einer leichten Tätigkeit zu einer
Leistungs
min
derung
führen würden
. Er halte an der im Gutachten vom
8.
Juni 2011 festge
stellten Zumutbarkeit für angepasste Tätigkeiten fest
(
Urk.
14/4.34 S. 2).
4.
4.1
Zu prüfen ist der Anspruch auf Rente.
In seinem ärztlichen Bericht vom 19. März 2009 führte
Dr.
J._
aus, dass sich bezüglich der Unfallfolgen keine Verbesserung
des Zustandes zeigen werde (
Urk.
14/3.10 S. 3).
Dr.
G._
hat sich
im
orthopädischen
Gutachten vom
8.
Juni 2011
dieser Ein
schätzung ange
schlossen (Urk.
14/
4
.
2
7 S. 12).
Gestützt darauf ist
davon
aus
zu
gehen, dass der Endzustand bezüglich der
Beschwerden im linken Fuss
spätestens am
1
8
.
März 2009
(Untersuchung durch
Dr.
J._
)
erreicht war, von einer Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung mithin keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes mehr zu erwarten war. Dies blieb un
bestritten.
4.2
Das orthopädische Gutachten
der
Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011 (Urk. 14/4.27) ist bezüglich der Frage der somatischen Folgen des Unfalles vom 1
1.
Januar 2008 umfassend.
Dr.
G._
erstellte
dieses
Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
(vgl. Urk. 14/4.27 S. 1 bis 4) und er nahm insbesondere
zum ärzt
li
chen Bericht von
Dr.
J._
vom 1
9.
März 2009 Stellung (vgl.
Urk.
14/4.27 S.
12). Er
untersuchte den Beschwerdeführer
a
m 2
7.
April 2011, wobei er diesen auch zu seinen Beschwerden befragte (vgl.
Urk.
14/4.27 S. 5 bis 7)
,
und v
eran
lasste die Röntgenuntersuchung
en
vom selben Tag (vgl. 14/4.27 S. 9). Im Rah
men der Untersuchung durch die Rehaklinik
F._
wurde vom 2
8.
bis 2
9.
April 2011 eine Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit (EFL) durchgeführt (
Urk.
14/4.26).
Gegen die Beurteilung von
Dr.
G._
wendet der Beschwerdeführer im Wesent
lichen ein, dass
er auch in Ruhe unter „durchgehend brennenden Schmerzen im linken Fuss“ leide. Trotzdem habe
Dr.
G._
keine Leistungseinschränkung in einer angepassten Tätigkeit festhalten (
Urk.
1 S. 11).
D
ie Ärzte der Rehaklinik
F._
seien
nach erfolgter EFL
zum Schluss gelangt
, dass das
Schmerzver
halten
des Beschwerdeführers adäquat und sowohl sein Leistungsverhalten als auch die Konsistenz gut gewesen seien. Unter diesen Umständen sei die nach
trägliche Behauptung von
Dr.
G._
, wonach das Schmerzverhalten inkon
sistent gewesen sei, nicht nachvollziehbar. Die offensichtlich bestehen
den
Ruheschmer
zen
seien im Rahmen der Beurteilung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit zu berücksichtigen (
Urk.
1 S. 12).
Aus dem Bericht
der Rehaklinik
F._
zur EFL vom
6.
Juni 2011 (
Urk.
14/4.26)
kann der
Beschwerdeführer
indes nicht
s
zu sei
nen Gunsten ableiten
, denn die
Beurteilung der Arbeitsfähig
keit in einer ange
passten Tätigkeit und das
unter dem Titel
„Schlussfolgerungen und Empfehlun
gen“ zur EFL
formulierte Belastungsprofil
der Rehaklinik
F._
(
Urk.
14/4.26 S. 3) stimmen mit den
jenigen von
Dr.
G._
überein (
Urk.
14/4.27 S. 12-13).
Fer
ner besteht kein Widerspruch zwischen dem Gutachten von
Dr.
G._
vom
8.
Juni 2011 (
Urk.
14/4.27)
und seiner S
tellungnahme vom
4.
No
vember 2011
(
Urk.
14/4.34). Im Gutachten vom
8.
Juni 2011
führte Dr.
G._
zu den vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen
aus,
es erscheine medizinisch nicht ganz nachvollziehbar, dass Schmerzen in Ruhe fast genauso stark angege
ben würden wie bei Belastungen. Der
Beschwerdeführer
habe
während der zwei
stündigen Anamnese keinerlei Zeichen von Schmerzen in sitzender Position
ge
zeig
t
.
Sämtliche Gangarten inklusive
Fussspitzengang seien letztlich
auch gut möglich gewesen. Auch der Tagesab
lauf zeige keine wesent
lichen,
schmerz
be
dingten
Einschränkungen
(
Urk.
14/4.27 S. 11).
Der Gutachter
Dr.
G._
hat die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt
(
Urk.
14/4.27
S. 7)
. Dass er diesen
aus ärztlicher Sicht
keine weiteren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit
zuge
schrieben hat,
vermag zu überzeugen
.
Mit seiner Stel
lungnahme vom
4.
November 2011 (Urk. 14/4.34) hat
er im Wesentlichen
auf diese Ausführun
gen in seinem Gutachten verwiesen.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh
rers kann
nicht von einer „
nachträgliche
n
Behauptung
“
von
Dr.
G._
, wonach das Schmerzverhalten inkonsistent gewesen sei
(Urk. 1 S. 12)
,
gesprochen wer
den. Das
orthopädische
Gutachten
der Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011 (Urk. 14/4.27)
ist schlüssig und überzeugend, weshalb darauf ab
gestellt werden kann.
Gestützt auf dieses
Gutachten ist mithin davon ausgehen, dass
unter Be
rück
sichtigung der somatischen Unfallfolgen dem
Beschwerdeführer eine
leidensan
gepasste
Tätigkeit zu 100
%
zumutbar ist (Urk. 14/4.27 S. 12-13).
Damit erübri
gen sich weitere Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt.
4.3
4.3.1
Der Beschwerdeführer bringt
sodann
vor, dass er seit dem Unfall unter Angst
störungen leide. Wegen seines stetig
sich
verschlechternden psychischen Ge
sundheitszustandes habe er sich in psychiatrische Behandlung begeben müssen (Urk. 1 S. 8). D
ie Beschwerdegegnerin liess die behandelnde Psychotherapeutin
E._
Fragen beantworten (
Urk.
14/2.170). Als Diagnose führte sie Angs
t
s
törungen au
f (
Urk.
14/2.171 S. 2). Sie vernein
t
e
allerdings
eine Arbeitsunfähig
keit des Be
schwerdeführers aufgrund der psychischen Probleme (
Urk.
14/2.171 S. 4).
Ob die
geklagten psychischen Beschwerden
in einem natür
lichen Kausal
zusam
menhang zum versicherten Unfallereignis stehen
, kann vor
liegend
offen bleiben, da der adäquate Kausalzusammenhang zu ver
neinen ist, wie die nach
folgenden Erwägungen zeigen.
4.3.2
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet das
(objektiv erfassbare)
Un
fall
er
eignis
. Die Bestimmung des Schweregrades eines Unfallereignisses er
folgt aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei ent
wickeln
den Kräften, wobei eine objektivierte Betrachtungsweise anzu
wenden ist. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitum
stände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den
Adä
quanzkriterien
Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Krite
rium bildenden – Verletzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzieht, aber auch für unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Be
gleitum
stände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Um
stände, wie eine allfällige Dunkelheit im
Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- re
spektive gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1).
4.3.3
Mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2012 qualifizierte die Beschwerdegegnerin den Un
fall vom 1
1.
Januar 2008 als leichten Unfall (
Urk.
14/5.1 S. 3).
In der
„
Schaden
meldung
UVG“
der damaligen Arbeitgeberin
des Beschwerdeführers
vom 1
5.
Januar 2008 wurde zum Unfallhergang angegeben, dass der Beschwer
de
führer
sich
bei der Arbeit beim Gehen
den Fuss übertreten
habe
und gestürzt
sei.
Hinsichtlich
beteiligte
r
Gegenstände (z. B. Maschinen, Fahrzeuge) wurde
n keine Angaben gemacht
(
Urk.
14/2.3).
I
m Austrittsbericht der
Spital
B._
AG vom 22. Januar 2008
wurde
unter Anamnese
festgeha
lten
,
dass
der Beschwer
de
führer von einem ca. 12 Tonnen schweren Gabelstapler am linken Fuss überrollt worden
sei
(Urk.
14/3.5). Bei der Befragung durch den Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin vom
6.
Mai 2008 führte der Beschwerdeführer aus, dass er am Unfalltag wäh
rend der Arbeit neben einem Gabelstapler gestanden habe. Als der Fahrer mit dem Gabelstapler habe wegfahren wollen, habe das Rad des Gabelstaplers
seinen
Rücken und
seinen
linken Fuss
gestreift. Beim Versuch, dem Stapler auszuweichen, sei er zu Fall gekommen.
Der Beschwer
deführer bringt
im vorliegenden Verfahren nunmehr
vor, dass sein linker Fuss von einem ca. 12 Tonnen schweren Ga
bel
stapler überrollt
worden sei. Der Gabelstapler habe ihn auch noch am Rücken touchiert (
Urk.
1 S. 4).
Selbst
wenn von einem
Unfallhergang
gemäss dem Vor
bringen des Beschwerdeführers
aus
gegangen
würde
,
wäre
aufgrund
des
Ge
schehensablaufs
und der Kräfte die beim Unfall vom 11. Januar 2008 gewirkt haben, höchstens von
einem Unfall im mittleren Bereich und dort nicht an der Grenze zu den schweren Unfällen aus
zugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2008 vom 2
0.
Februar 2009 E.
6.2).
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. E.
1.
5
.4
) entweder ein ein
zelnes in ausgeprägter Weise oder aber mindestens drei in gehäufter oder auf
fallender Weise gegeben wären (vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_
935
/20
09 vom 29
.
März
20
10 E. 4
.
1.
3
mit Hinweis, 8C_390/2011 vom 1
0.
August 2011 E. 5.2 mit Hinweisen
).
4.3.4
Bei der Prüfung dieser Kriterien kann eine „ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert“ hat, ohne weiteres verneint werden. Bezüglich des Kriterium
s
der „besonders dramatische
n
Be
gleit
umstände oder besondere
n
Eindrücklichkeit des Unfalls“ ist zu berücksichtigen, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedem mindestens mittel
schweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2). Dieses Kriterium kann vorliegend nicht bejaht werden. Ebenso wenig erfüllt ist das Kriterium der „Schwere oder besondere
n
Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen“ (vgl.
etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_
432
/20
09
vom
2.
November
20
09
E.
5.3
). Das Kriterium „schwieriger
Hei
lungsverlauf
und erheblich
e Komplikationen“ ist ebenfalls nicht gegeben, wobei in diesem Zusammenhang insbesondere auf
die im Schreiben von Dr.
H._
vom 1
5.
März 2008 (
Urk.
14/3.4) und in den Berichten zu den Unter
su
chungen
durch
Dr.
J._
vom 2
5.
März bis
4.
August 2008 (
Urk.
14/3.6-3.7) beschrie
bene stetige Verbesserung nach der Operation vom 1
9.
Januar 2008 hinzuwei
sen ist.
Gleiches gilt für das Kriterium „ungewöhnlich lange Dauer der ärzt
l
i
chen Behandlung“. Die stattgehabte
Physiotherapie (
vgl.
Urk.
1
4
/
3.6
) und Schmerzmedikation
(vgl.
Urk.
14
/
4.27 S. 7
)
sowie
medizinischen
Kontroll
unter
suchungen
(vgl.
Urk.
14
/
3
.4
,
Urk.
14/3.6-
3.8
)
vermögen das Kriterium
noch
nicht zu erfüllen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2009 vom
7.
Mai 2009 E. 5.4).
Nach dem Unfall vom
1
1.
Januar
20
08
wurde dem Beschwerdeführer von
den
Dres
.
H._
und
J._
vom 1
2.
Januar
bis
3.
Juni
2008
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert
.
Dr.
J._
schrieb
ihn vom
4.
bis
2
5.
Juni 2008 zu 70
%
,
vom 2
6.
Juni bis
3
0.
September
2008 zu 50
%
und vom 1
7.
März bis 3
1.
Mai 2009 zu 40
%
arbeitsunfähig
(Urk.
14
/
6
).
Gemäss ärztlichem Bericht von Dr.
J._
vom 1
9.
März 2009 war dem Beschwerdeführer eine
leidensan
gepasste
Tätigkeit zu 100
%
zumutbar (
Urk.
14/3.10 S. 2).
Dies genügt nicht
,
um das Kriterium „Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit“ zu bejahen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E. 4.6). Damit kann offen bleiben, ob das Kriterium „körperliche Dauerschmerzen“ erfüllt ist,
ist es doch
nicht in besonders ausgeprägter Art und Weise gegeben, da dem Beschwerdeführer ge
wisse häusliche und ausserhäusliche Tätigkeiten nach wie vor mögl
ich waren beziehungsweise sind
(
vgl.
Urk.
14/4.27 S.
6)
.
4.3.5
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin für die geklagten psychischen Beschwerden mangels adäquate
n
Kausalzusammenhang
s
mit dem versicherten Unfallereignis nicht leistungspflichtig.
5.
5.1
In erwerblicher Hinsicht
macht d
er
Beschwerdeführer
geltend, dass auf die Ver
hältnisse des polnischen Arbeitsmarktes abzustellen sei (
Urk.
1 S.
13
)
.
Mit BGE
119 V 273 E. 4b – auf welchen sich auch der Beschwerdeführer
bezieht
(
Urk.
1 S. 13)
– erwog das B
undesgericht, es genüge – da der ausgeglichene Arbeitsmarkt ein theoretischer Begriff sei – zu prüfen, in welcher Erwerbs
tätig
keit die restliche Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
zumut
barerweise
ver
wertet werden könne oder könnte. Es
ist
in diesem Zusammen
hang be
deutungs
los, ob die versicherte Person im Ausland wohn
t
e. Im Übrigen müssen sich die für die
Invaliditätsbemessung massgebenden
Vergleichsein
kommen
einer im Ausland wohnende
n versicherten Person auf den g
leichen Arbeitsmarkt be
ziehen, weil es die Unterschiede in den Lohn
niveaus und den Lebens
haltungs
kosten zwischen den Ländern nicht gestatten, einen objektiven Vergleich der in Frage stehen
den Einkommen vorzunehmen.
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist vorliegend sowohl hinsich
t
lich des Validen- als auch bezüglich des Invalideneinkommen
s
auf lohn
s
tatistische
Werte
abzustellen, eine exakte Ermittlung der beiden V
ergleichseinkommen
kann jedoch unterbleiben (E. 5.4 nachstehend), weshalb
auch keine
konkreten
lohnstatistische
n
Anga
ben
zum
pol
nischen Arbeitsmarkt
beigezogen werden müssen
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
das
Valideneinkommen
gestützt
auf
die
vom Beschwerdeführer bei der
Y._
AG er
zielten Einkommen als
Zirkusmitarbei
ter
beziehungsweis
e
Chauffeur und Mechaniker in einem Zirkus
(Urk. 2 S. 4).
Für das
Valideneinkommen
ist entscheiden
d
, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es em
pi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesund
heits
schaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1).
Das Arbeitsverhältnis zwischen der
Y._
AG und dem Beschwerde
führer dauerte vom 2
7.
August 2007 bis 2
6.
Juni 2008
(
Urk.
14/2.9 S. 1).
Der Beschwerdeführer war erstmalig für die
Y._
AG als Zirkusmitarbeiter tätig.
Das
s
die
Y._
AG den Beschwer
de
führer im Gesundheitsfall danach wieder als Zirkusmitarbeiter eingestellt hätte, ist nur möglich,
aufgrund der Akten
jedoch
nicht überwiegend wahrscheinlich.
Gemäss seinen Angaben
erler
nte er beim Zementkom
b
inat
den Beruf des Mechanikers für Maschinen und Industriegeräte. Es folgte
n
Tätigkeit
en
von rund eineinhalb Jahren als Schlosser
in einem Baukombinat
sowie im Schalter
dienst
für das Hauptpostamt in
L._
.
Da
nach war er
ab Mitte 1987
für ein Bauunternehmen
in
L._
als Schlosser, Automechaniker, Fahrer und
LKW
-Fahrer tätig. Nachdem
dieses
Bau
unternehmen Ende des Jahres 1992 geschlos
sen wurde, arbeite er für ver
schiedene Unternehmen als
LKW
-Fahrer
, Lagerist und schliesslich von August 2004 bis Juni 2006 als Nachtportier (Urk.
14/2.112 S. 1-3).
Der Beschwerde
führer führt aus, dass er sich
im Jahr 2006 wegen der Arbeits
losigkeit in
D._
Arbeit im Ausland habe suchen müssen (
Urk.
14/2.112 S. 2, S. 3).
Er arbeitete von Juli 2006 bis Dezember 2006 als Bauarbeiter in
M._
sowie vom 10. Januar bis 3
0.
April 2007 als
Land
wirtschaftsarbeiter
in
N._
(Urk. 14/2.112 S. 1, S. 2).
Der Beschwerdeführer weist
darauf hin, dass er
14 Jahre lang als
Fahrer von
Kleinwagen bis Fahrzeugen von bis zu 24 Ton
nen tätig
gewesen sei
(
Urk.
14/2.11
2 S.
3).
Aufgrund der Erwerbsbiographie des Be
schwerdeführers ist es überwiegend wahr
scheinlich, dass er im Gesundheitsfall als Chauffeur tätig wäre.
5.3
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers trifft es nicht zu, dass ihm gemäss dem Gutachten der Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011 aus
schliess
lich noch „rein sitzende Tätigkeiten“ zumutbar seien (
Urk.
1 S. 16), vielmehr hat der Gutachter
Dr.
G._
festgehalten, dass der Beschwerdeführer angepasste, vor
wiegend sitzende Tätigkeiten ohne aussergewöhnliche Pausen oder Ähnliches ganztags ausüben könne (
Urk.
14/4.27 S. 15). Dem Vorbringen des Beschwerde
führers, das
Invalideneinkommen sei mit Fr. 0.-- einzusetzen, weil auf dem Arbeitsmarkt keine rein sitzende Tätigkeiten existieren würden (
Urk.
1 S. 15-16), kann mithin nicht gefolgt werden. G
emäss den Ärzten der Rehaklinik
F._
wäre dem Beschwerdeführer das Lastwagenfahren mit einem automa
tischen Getriebe
(ohne Kuppeln)
zumutbar. Das Sichern der Materialien über eine Leiter jedoch nicht mehr (
Urk.
14/4.26 S. 5).
Dr.
G._
hielt am
4.
November 2011 fest, dass dem Beschwerdeführer die reine Tätigkeit als Chauffeur mit einem Last
wagen/Personenwagen mit Automatikgetriebe sowie ohne
Be
- und Entladen ganztags zumutbar
sei
(
Urk.
14/4.34 S. 1).
Zu den Aufgaben des Beschwerde
führers als LWK-Fahrer
gehörte bislang auch die Vorbereitung des Fahrzeuges für den Transport und die Prüfung des technischen Zustandes des LWK, die Be
aufsichtigung und Überprüfung der Ladung und Sicherung der
selben für den Transport und das Ankuppeln des LKW-Anhängers (Urk.
14/2.112 S. 2 und S.
3). Das Besteigen des LWKs
über eine Leiter
zur Sicherung der Ware oder zur Prüfung des technischen Zustandes des
Fahrzeugs
ist dem Beschwerdeführer
gemäss der Beurteilung der Ärzte der Rehaklinik
F._
nicht mehr zumutbar. Diesem Umstand ist mit einem leidensbedingten Abzug von 5
%
Rechnung zu tragen.
Mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2012 gewährte die Beschwerdegegnerin wegen der körperlichen Einschränkungen
sowie
Nationalität (Sprachprobleme) und Aufenthaltskategorie
des Beschwerde
führers
beim Invalideneinkommen ein
en
Abzug vom Tabellenlohn von insgesamt 10
% (
Urk.
14/5.1 S. 5).
Auf
grund der obigen Ausführungen (E. 5.1) hat
indes
kein Abzug vom Tabellenlohn unter dem Titel Nationalität/Aufenthaltskategorie zu erfolgen.
Schliesslich kann dem
Be
schwerdeführer nicht gefolgt werden, welcher einen leidensbedingten Abzug von 15
%
für angemessen hält, denn seine
Auffassung, wonach ihm lediglich noch „sitzende wechselbelastende Tätigkeiten“ zumutbar seien
(
Urk.
1 S. 14)
,
findet
im ortho
pädischen Gutachten der Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011 (Urk. 14/4.27)
, dem Bericht der Rehaklinik
F._
zur EFL vom
6.
Juni 2011 (
Urk.
14/4.26) und in der Stellungnahme von
Dr.
G._
vom
4.
November
2011 (
Urk.
14/4.34) keine Stütze
.
Anhaltspunkte für einen höheren Abzug oder weitere Abzüge
vom Tabellenlohn
bestehen nicht.
Der leidensbedingte Abzug ist demnach auf 5
%
festzusetzen.
5.4
Nachdem Validen- und Invalideneinkommen ausgehend von demselben
Tabel
lenlohn
zu ermitteln sind, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Es ist ein
Pro
zentvergleich
vorzunehmen (100 x 0.95 [leidensbedingter Abzug von 5
%
]), bei welchem ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 5
%
resultiert.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere
Inte
gri
tätsentschädigung
als eine solche bei einer Integritätseinbusse von 15 % hat.
6.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des
Integri
tätsschadens
. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der
Integri
täts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Integritätsscha
dens
aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Um
ständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE
115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die
Beurteilung des
Integritäts
schadens
in erster Linie Aufgabe des Mediziners. Er hat insbesondere den Befund zu erheben sowie dessen Dauerhaftigkeit und Schwere zu beurteilen. Dabei hat er auch den Quervergleich mit anderen in der
Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV)
, Anhang 3, oder den SUVA-Tabellen aufgeführten
Inte
gritätsschäden
vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 11.
September 2002 E. 6
mit Hinweisen
).
6.3
Im orthopädischen Gutachten der Rehaklinik
F._
vom
8.
Juni 2011 schätzte
Dr.
G._
die Integritätseinbusse unter Hinweis auf die Tabelle 2
–
In
tegritätsschaden
bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten
–
und die Tabelle 5
–
Integritätsschaden bei Arthrosen
–
der
Schweizerischen
Unfallver
si
cherungsanstalt
(SUVA)
auf 10 bis 20 % (Urk. 14/4.27 S. 15). Es besteht Über
einstimmung mit der Einschätzung des behandelnden Orthopäden
Dr.
J._
, welcher den Integritätsschaden in seinem ärztlichen Be
richt vom
1
9.
März 2009 unter Hinweis auf die Tabelle 2 der SUVA ebenfalls auf 10 bis 20
%
schätzte (
Urk.
14/3.10 S. 4). Die Vorbringen des Beschwer
deführers (
Urk.
1 S. 17), ver
mögen
die
Beurteilung von
Dr.
G._
nicht in Frage zu stellen
. Auf
seine
nach
vollziehbare
Beurteilung des Integritätsschadens
ist
daher
abzustellen
.
Aus Gründen der Rechtsgleichheit
ist
es
nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerde
gegnerin
auf den Mittelwert, mithin 15
%
,
abgestellt hat.
7
.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
29. Oktober 2013 (
Urk.
2)
im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
8
.1
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
um
Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person von Advokat Daniel Tschopp (
Urk.
1 S. 2).
8
.2
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (und
Verbeiständung
) wird in ers
ter Linie durch das kantonale (Prozess-)Recht geregelt (vgl. Art. 61
lit
. f ATSG). Unabhängig davon besteht ein solcher Anspruch unmittelbar aufgrund von Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) (BGE 127 I 202 E. 3a). Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf Gesuch hin in kostenpflichtigen Verfahren die Bezahlung der
Ver
fahrenskosten
erlassen, wenn ihr die dazu nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als offensichtlich aussichtslos erscheint. Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf un
ent
geltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht als aussichtslos er
scheint. Als bedürftig gilt, wer nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzu
kom
men, ohne dass er Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des
Grund
be
darfs
für ihn und seine Familie notwendig sind (BGE 127 I 202 E. 3b). Die Pflicht des Staates zur Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege geht der familienrechtlichen Unter
haltspflicht nach; entsprechend ist bei der Beurteilung der Bedürftigkeit das Einkommen und Vermögen beider Ehegatten zu be
rück
sichtigen (BGE 115
Ia
193 E. 3a). Erst wenn alle diese Mittel zur
Finan
zierung des Prozesses nicht ausreichen, ist die Mittellosigkeit im Sinne des pro
zessualen Armenrechts gege
ben (ZR 90 Nr. 82 S. 260).
Der Nachweis der Bedürftigkeit hat die gesuchstellende Person zu erbringen. Dazu hat sie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzu
stellen und soweit möglich zu belegen (SVR 1998 UV Nr. 11 S. 31 f. E. 4c;
Randacher
, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 5 zu § 16
G
SVGer
).
8
.3
Mit Verfügung vom
1
2.
Juli 2012 (
Urk.
14/5.1)
wurde dem
Beschwerdeführer
eine I
ntegritätsentschädigung im Umfang von
Fr.
18‘900.--
zugesprochen (
Urk. 14/5.1
S. 6
), welche im vorliegenden Verfahren unbestritten blieb.
Unter
Be
rücksich
ti
gung
dieser
Integritätsentschädigung (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2011 vom 3
1.
Mai 2011 E. 3.3.1) ist der Be
schwerdeführer
in der Lage
,
für die
Kosten seiner Rechtsvertretung im vor
liegenden Verfahren aufzukom
men
. Soweit sich das Gesuch nicht ohnehin als gegen
standslos erweist –
Be
schwerdeverfahren
im Bereich der obliga
to
rischen Unfallversiche
rung sind kos
tenlos (Art. 61
lit
. a ATSG) –, ist es
daher
mangels prozessualer Bedürftigkeit abzuweisen.