Decision ID: 90f0b553-a817-4bc3-8102-2a016513850b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Reeb, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a L._ meldete sich am 30. September 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente) an, da
er seit März 2006 unter einer beschränkten Nierenfunktion leide und dreimal
wöchentlich zur Dialyse müsse. Er sei selbstständigerwerbend (act. G 4.2). In der Folge
holte die IV-Stelle verschiedene Arztberichte ein (act. G 4.4 bis 4.6, 4.12, 4.16). Gemäss
Bericht des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Nephrologie, vom 18. Oktober 2007
besteht beim Versicherten eine hämodialysepflichtige Niereninsuffizienz bei p-ANCA +
Vaskulitis. Er müsse dreimal pro Woche zur Dialyse. Seit 15. März 2006 sei er immer
wieder für mehrere Tage zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Aktuell werde abgeklärt, ob
er für eine Nierentransplantation in Frage komme. Bis zu einer solchen sei er zu 50%
arbeitsunfähig (act. G 4.12).
A.b Am 11. Januar 2008 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt.
Im betreffenden "Abklärungsbericht Selbständigerwerbende" (nachfolgend:
Abklärungsbericht) vom 11. Januar/5. Februar 2008 hielt die Abklärungsperson fest,
der Versicherte gehe seit 20 Jahren keiner Festanstellung mehr nach. Er sei in der
Baubranche im Rahmen kleinerer Aufträge tätig und verrichte vorwiegend Flickarbeiten
mit Maler- und Gipserarbeiten. Pro Arbeitsstunde verlange er Fr. 25.--. Vor der
gesundheitlichen Einschränkung habe er 30 Stunden pro Woche gearbeitet. Gestützt
auf die Angaben des Versicherten ermittelte die Abklärungsperson im Rahmen eines
Betätigungsvergleichs eine Arbeitsfähigkeit von 54% und errechnete einen
Invaliditätsgrad von 46% (act. G 4.22). Dies hielt der Regionale Ärztliche Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) in seiner Stellungnahme von 14. Februar 2008 für
nachvollziehbar (act. G 4.25).
B.
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Mit Vorbescheid vom 25. März 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer Viertelsrente in Aussicht (act. G 4.29). Hiergegen erhob dieser,
vertreten durch das Sozialamt am 15. April 2008 Einwand und beantragte die
Zusprache einer halben bzw. einer ganzen Invalidenrente. Der Abklärungsbericht vom
11. Januar/5. Februar 2008 sei nicht nachvollziehbar (act. G 4.32). Am 17. April 2008
liess der Versicherte weitere Berichte des KSSG nachreichen (act. G 4.35). Am 14.
August 2008 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid und sprach dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. März 2007 eine Viertelsrente zu (act. G 4.38).
C.
C.a Mit Eingabe vom 24. September 2008 erhebt der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Bernhard Reeb, Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 14.
August 2008 sei aufzuheben. Ihm seien die zustehenden IV-Leistungen, insbesondere
mindestens eine Dreiviertelsrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
Vornahme ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur
Begründung führt der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen aus, der
Abklärungsbericht vom 11. Januar/5. Februar 2008 sei nicht überzeugend. Seit 2006
sei der Beschwerdeführer wiederholt zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Er müsse
dreimal pro Woche zur Dialyse und könne nur an den zwischen den Dialysen liegenden
Tagen arbeiten. Auch diesbezüglich sei er zumindest leicht vermindert leistungsfähig.
Neben den Dialyseterminen müsse er noch weitere Arzttermine wahrnehmen, so dass
seine Arbeitszeit noch weiter eingeschränkt werde. Insgesamt belaufe sich die
Arbeitsunfähigkeit auf 70% (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen
geltend, der Abklärungsbericht vom 11. Januar/5. Februar 2008 sei überzeugend. Die
Zeit für die Dialyse, die verminderte Leistungsfähigkeit und die Regeneration, welche
auch ausserhalb der Arbeitszeit erfolgen könne, seien berücksichtigt worden. Weitere
Arzttermine könnten nicht berücksichtigt werden, da sie auch neben der
Arbeitstätigkeit wahrgenommen werden könnten (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 19. Januar 2009 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest (act. G 6).
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C.d Mit Duplik vom 19. Februar 2009 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest und verzichtet auf weitere Ausführungen (act. G 8).
C.e Am 15. Juli 2009 beantragt der Vertreter des Beschwerdeführers die unentgeltliche
Prozessführung (act. G 10). Diese wird ihm am 17. Juli 2009 bezüglich unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 14.
August 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG, des IVG und der IVV
wiedergegeben.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28
Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.
3.
3.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad auf Grund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
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Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen
Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an
die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) bei selbstständig
Erwerbenden ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach
Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der
konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des
ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode für
Nichterwerbstätige besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe
des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand
des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber
ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine
bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen
Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse
gleichen Umfangs zur Folge zu haben (vgl. BGE 128 V 29 E. 1, mit Hinweisen).
3.2 Vorliegend lassen sich die Vergleichseinkommen aufgrund der Akten nicht
zuverlässig ermitteln. So gibt es über das bis zur Erkrankung in selbstständiger
Erwerbstätigkeit erzielte Einkommen unbestrittenermassen keine Aufzeichnungen.
Damit kann weder die Höhe des Validen- noch diejenige des Invalideneinkommens,
das vorliegend ebenfalls auf der Basis der vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Selbstständigerwerbender zu ermitteln ist, betraglich festgelegt werden.
Davon gehen grundsätzlich auch die Parteien aus. Entsprechend ist der Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers mit Blick auf das vorstehend Gesagte in Anwendung des
ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zu ermitteln. Folglich erübrigt es sich,
nachfolgend auf die Vorbringen der Parteien betreffend die Höhe des vom
Beschwerdeführer erzielten bzw. erzielbaren Einkommens einzugehen, kann hierüber
doch gerade keine zuverlässige Aussage getroffen werden.
4.
4.1 In medizinischer Hinsicht geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der
Beschwerdeführer zu 50% arbeitsfähig ist. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt
werden. So geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer dreimal pro Woche
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jeweils einen halben Tag lang zur Dialyse muss und im Anschluss daran eine
Regenerationszeit von drei bis vier Stunden benötigt. Es kann ihm somit nicht
zugemutet werden, an diesen drei Tagen einer Arbeitstätigkeit nachzugehen (vgl. Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 29. September 2005, I 350/05 E. 2, sowie Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 5. Januar 2010, IV.
2008.00344 E. 4). So hielt denn auch das KSSG im Bericht vom 15. April 2008
ausdrücklich fest, der Beschwerdeführer könne lediglich an den Zwischendialysetagen
arbeiten. Ausserdem bestehe generell im Rahmen seiner Grunderkrankung eine leicht
verminderte Leistungsfähigkeit. Des Weiteren sei zu erwähnen, dass der
Beschwerdeführer nebst den Dialyseterminen häufig auch noch sonstige Arzttermine
wahrnehmen müsse und dadurch noch mehr potentielle Arbeitszeit verloren gehe (act.
G 4.35). Diese Ausführungen lassen keinen zuverlässigen Schluss auf die dem
Beschwerdeführer verbleibende Arbeitsfähigkeit zu. Fest steht jedoch, dass der
Beschwerdeführer lediglich an zwei Tagen pro Woche einer Arbeitstätigkeit nachgehen
kann, wobei diesbezüglich eine verminderte Leistungsfähigkeit besteht. Damit beträgt
die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit auf jeden Fall weniger als 40%.
4.2 Unter diesen Umständen vermag der Abklärungsbericht vom 11. Januar/5. Februar
2008 nicht zu überzeugen. Diesem Bericht ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer vor seiner Erkrankung 30 Stunden pro Woche gearbeitet hat. Aus
den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer vor
seiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen wäre, ein höheres Arbeitspensum zu
absolvieren. Vielmehr hat er sich offenbar freiwillig mit einem relativ bescheidenen
Lebensstandard begnügt, wohnte er doch mit seiner Mutter zusammen und liess sich
von seiner Freundin finanziell unterstützen (vgl. act. G 4.22). Geht man der Einfachheit
halber davon aus, dass ein 100%-Pensum einer 40-Stunden-Woche entspricht, hat der
Beschwerdeführer als Gesunder also ein 75%-Pensum absolviert. Da er dies nach der
Aktenlage freiwillig getan hat und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen ist, dass er sein Arbeitspensum im hypothetischen Gesundheitsfall
gesteigert hätte, ist die krankheitsbedingte Einschränkung im Verhältnis zu diesem
75%-Pensum - und nicht, wie vom Beschwerdeführer (sinngemäss) geltend gemacht -
im Vergleich zu einem 100%-Pensum zu ermitteln.
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Nach dem oben Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer lediglich noch an
zwei Tagen einer Arbeitstätigkeit nachgehen kann. Dies entspricht bei einer (üblichen)
täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden einer Arbeitszeit von 16 Stunden pro Woche.
Verglichen mit den vor der Erkrankung geleisteten 30 Arbeitsstunden pro Woche
besteht damit bereits allein aufgrund der dialysebedingten Abwesenheit mit
entsprechender Regenerationszeit eine Einschränkung von (gerundet) 47% (bzw.
wöchentlich 14 Stunden). In dieser zeitlich bedingten Einschränkung nicht
berücksichtigt ist jedoch, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Krankheit auch
in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Wie bereits erwähnt, geht aus den Akten
nicht hervor, wie hoch diese (zusätzliche) Leistungseinbusse ist. Im Abklärungsbericht
vom 11. Januar/5. Februar 2008 hat die Abklärungsperson im Rahmen des
Betätigungsvergleichs eine Einschränkung von total 46% ermittelt. Dieses Ergebnis
vermag nicht zu überzeugen, berücksichtigt es doch nicht einmal die gesamte
dialysebedingte Abwesenheit bzw. die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers von 47%.
4.3 Zusammengefasst bleibt damit festzuhalten, dass vorliegend nicht auf den
Abklärungsbericht vom 11. Januar/5. Februar 2008 abgestellt werden kann.
Entsprechend ist die angefochtene Verfügung aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin
wird abzuklären haben, in welchem Ausmass die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers zusätzlich zur dialysebedingten Abwesenheit eingeschränkt ist. In
diesem Zusammenhang wird sie auch prüfen müssen, ob bzw. in welchem Umfang der
Beschwerdeführer weitere regelmässige Arzttermine wahrnehmen muss und ob es ihm
zumutbar ist, diese Termine ausserhalb der ihm verbleibenden zwei Arbeitstage pro
Woche wahrzunehmen. Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse wird die
Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad in Anwendung des ausserordentlichen
Bemessungsverfahrens (E. 3.1) neu zu ermitteln haben.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene
Verfügung vom 14. August 2008 ist aufzuheben, und die Sache ist zur weiteren
Abklärung und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist
der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Bei diesem
Verfahrensausgang wird die bereits bewilligte unentgeltliche Prozessführung
gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG