Decision ID: 5737f204-a407-496a-815c-0134a492075d
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, bei Status nach Handgelenksarthrodese rechts nach Trümmerfraktur
teilberenteter Carrosseriespengler (Pensum 50%), war über seine Arbeitgeberin, die
B._ AG, bei der Suva gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten versichert. Im Mai 2013 hatte er sich eine Achillessehnenruptur
zugezogen, welche im Februar 2014 operativ saniert wurde. Seit Herbst 2013 hatte
sich zudem eine psychiatrische Problematik gezeigt, welche fachärztlicher Behandlung
bedurfte. Zufolge dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen war der Versicherte
vollständig arbeitsunfähig geschrieben und bezog Leistungen der Suva und der Swica
(vgl. zum Ganzen: Suva-act. 1, 2, 12, 13, 21 und 22). Am 17. September 2014 fand im
Zusammenhang mit der Achillessehnenverletzung eine Besprechung zwischen einem
Aussendienstmitarbeiter der Suva und dem Versicherten statt, wobei dieser erwähnte,
dass er sich höchstwahrscheinlich die Bizepssehne gerissen habe (Suva-act. 14). Am
6. Oktober 2014 teilte er der Suva telefonisch mit, er sei wegen der
Bizepssehnenverletzung am 10. September 2014 bei seinem Hausarzt gewesen,
welcher ihn zum Röntgen ins Spital C._ geschickt habe. Am 14. Oktober 2014 werde
ein MRI im Spital D._ gemacht (Suva-act. 8). Die Arbeitgeberin meldete der Suva am
7. Oktober 2014 ein Ereignis vom 25. August 2014 (Riss Oberarm links [Suva-act. 2;
Schadennummer XXXXXX]). Am 20. Oktober 2014 meldete das Spital C._ dem
Hausarzt, dass die MRI-Beurteilung eine anteriore subluxierte und fasrig partiell
rupturierte lange Bizepssehne zeige (Suva-act. 13). Eine Suva-Mitarbeiterin hielt am 24.
Oktober 2014 als Ergebnis einer Besprechung mit Kreisarzt Dr. med. E._ fest, die
Diagnose Bizepssehnenluxation stelle keine unfallähnliche Körperschädigung dar
(Suva-act. 15).
B.
Bezüglich der Ursache der Bizepssehnenverletzung hatte der Aussendienstmitarbeiter
im Bericht über die Besprechung vom 17. September 2014 festgehalten, dem
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Versicherten sei kein Ereignis erinnerlich; wahrscheinlich sei sie Folge der
Überbelastung durch den (im Anschluss an die Achillessehnenverletzung erforderlichen
mehrmonatigen) Gebrauch von Gehstöcken (Suva-act. 14). Diese Vermutung äusserte
der Versicherte gemäss Vorgangsnotiz vom gleichen Tag auch gegenüber dem
Sachbearbeiter der Swica (Suva-act. 21). In der Schadenmeldung der Arbeitgeberin
vom 7. Oktober 2014 wurde dagegen von einer Zerrung in Schulter und Oberarm durch
Hochheben des Grosskindes berichtet (Suva-act. 2). Dass sich der kleine Enkel in den
Arm des Versicherten geworfen habe und die Verletzung so entstanden sei, hielt auch
der erstbehandelnde Hausarzt, Dr. med. F._, Allgemeinmediziner FMH, im
Arztzeugnis UVG vom 21. Oktober 2014 fest (Suva-act. 17). Gemäss Telefonnotiz der
bereits erwähnten Suva-Mitarbeiterin vom 6. Oktober 2014 hatte der Versicherte selbst
seine Aussage gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter, wonach ihm kein Ereignis
erinnerlich sei, dahingehend korrigiert, dass die Verletzung beim Hochheben des
Enkelkindes entstanden sei (Suva-act. 8). In einer weiteren Telefonnotiz vom 29.
Oktober 2014 hielt die Suva-Mitarbeiterin als Ursache nochmals das Hochheben des
Enkelkindes fest (Suva-act. 18). Die dabei offenbar anwesende Tochter des
Versicherten bestätigte den Sachverhalt gegenüber der Suva mit einem Schreiben vom
nämlichen Tag (Suva-act. 19).
C.
Mit Verfügung vom 3. November 2014 lehnte es die Suva ab, Versicherungsleistungen
für den Schaden im Bereich der linken Schulter zu erbringen. Es sei auf die gegenüber
dem Suva-Aussendienstmitarbeiter gemachten Aussagen - kein Ereignis erinnerlich -
abzustellen. Somit seien keine Unfallfolgen nachgewiesen. Und es liege auch keine
unfallähnliche Körperschädigung vor (Suva-act. 23). Eine hiergegen auf der Agentur
G._ in H._ mündlich erhobene Einsprache vom 4. November 2014, womit der
Versicherte unter nochmaliger Schilderung des Vorfalls mit dem Enkelkind die
Übernahme des Schadenereignisses vom 25. August 2014 anbegehrte (Suva-act. 25
f.), wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 12. November 2014 ab (Suva-act. 30).
Am 17. November 2014 wurde der Versicherte im Spital C._ bei einer
diagnostizierten posttraumatischen anterokranialen Rotatorenmanschettenläsion mit
Bizepssehnenluxation Schulter links einer arthroskopischen transossären Suturebridge-
Rekonstruktion, einer Bizepstenotomie und einer subacromialen Dekompression
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unterzogen (Suva-act. 43). Der Operateur, Dr. med. I.-_, Arzt m.b.F. Orthopädie, hielt
fest, dass die luxierte Bizepssehne mit der arthroskopisch frischen Subscapularissehne
seines Erachtens für das traumatische Ereignis der Läsion spreche und dieses
bestätige.
D.
Mit Beschwerde vom 12. Dezember 2014 beantragt der Versicherte die Aufhebung des
Einspracheentscheides und die Gewährung der gesetzlichen Leistungen für die
Beschwerden in der linken Schulter durch die Unfallversicherung (act. G1). Am 13.
Dezember 2014 reichte er als Beweismittel den erwähnten Operationsbericht von Dr.
F._ vom 26. November 2014 nach (act. G2 samt Beilage [= Suva-act. 43]). Mit
Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2015 beantragt die Suva die Abweisung der
Beschwerde (act. G4). Mit Replik vom 20. Februar 2015 hält der Beschwerdeführer an
seinem Antrag fest (act. G6). Die Suva hat auf eine Duplik verzichtet. Auf die
Begründung der einzelnen Rechtsschriften wird - soweit erforderlich - in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Die Suva hat ihre Weigerung, für das geltend gemachte Ereignis vom 25. August 2014
Leistungen zu erbringen, in erster Linie mit dem Aussageverhalten des
Beschwerdeführers begründet. Dessen vom Aussendienstmitarbeiter wiedergegebene
Aussage, er erinnere sich keines Ereignisses, sondern vermute eine Überbelastung
durch langwierigen Gehstockgebrauch als Ursache für die Verletzung an der linken
Schulter, hat sie mit Hinweis auf die Rechtsprechung zum grösseren Beweiswert der
Aussage der ersten Stunde gegenüber späteren Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art
beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen), als bezüglich des
Sachverhalts massgeblich und glaubwürdig erachtet. Die Schilderung, die Verletzung
sei beim Hochheben des Enkelkindes aufgetreten, hat die Suva verworfen, indem sie
sich auf verschiedene Widersprüchlichkeiten und Ungenauigkeiten berief. In der Tat
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sind die Aussagen des Beschwerdeführers zum Zustandekommen der
Bizepssehnenverletzung, so wie sie in den Akten - soweit ersichtlich ausschliesslich
von Dritten und nicht vom Beschwerdeführer selbst - wiedergegeben sind, nicht
übereinstimmend. Dabei gilt es aber folgendes zu beachten: Die Besprechung mit dem
Aussendienstmitarbeiter der Suva, anlässlich welcher der Beschwerdeführer besagte
Vermutung über die Schadensursache (Überlastung durch Gehstock-gebrauch)
offenbar geäussert hatte, fand (wie übrigens auch das - gleichlautende - Telefonat mit
dem Swica-Sachbearbeiter) dreieinhalb Wochen nach dem geltend gemachten Vorfall
mit dem Enkelkind statt und betraf den Schadenfall Nr. XXXXXX, also die
Achillessehnenruptur und den diesbezüglichen Heilungsverlauf mehrere Monate nach
der Sanierungsoperation. Die neue Verletzung war damals nur insofern relevant, als sie
den Beschwerdeführer hinderte, die mit Blick auf die Achillessehnenverletzung
bevorstehende Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit umzusetzen. Wie der Bericht der
Sozialarbeiterin der kantonalen psychiatrischen Dienste Nord vom 6. Oktober 2014
belegt, war der Beschwerdeführer in jener Zeit durch psychosoziale Faktoren im
Zusammenhang mit der vorgesehenen Rückkehr an seine Arbeitsstätte sowie durch die
neue Verletzung enorm belastet (Suva-act. 1). Unter solchen Umständen erscheint es
zumindest nicht abwegig, wenn der Beschwerdeführer zuerst eine - möglicherweise
falsche - Schadensursache benannte. Seiner späteren Darstellung mit dem Hochheben
des Enkelkindes, welche er der für das neue Ereignis (Schadenfall Nr. XXXXXXX)
zuständigen Suva-Mitarbeiterin aus eigenem Anlass im Sinn einer Korrektur mitteilte,
welche er im Übrigen auch gegenüber den behandelnden Ärzten gleichartig schilderte
(allen voran bereits gegenüber Hausarzt Dr. F._ [vgl. Überweisungsschreiben vom 18.
September 2014; Suva-act. 22]) und welche schliesslich von der Tochter bestätigt
wurde, ohne weitere Anhaltspunkte die Glaubwürdigkeit abzuerkennen und sie als von
versicherungsmässigen Überlegungen getragene Falschaussage zu qualifizieren, würde
jedenfalls als unverhältnismässig erscheinen. Dies namentlich vor dem Hintergrund,
dass die Beweismaxime der Aussage der ersten Stunde keine förmliche Beweisregel
darstellt, sondern lediglich eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu
berücksichtigende Entscheidungshilfe (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober
2009, 8C_319/2009, E. 2). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich der
Beschwerdeführer die Schulterverletzung links am 25. August 2014 beim Hochheben
seines Enkelkindes zugezogen hat.
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2.
Damit stellt sich die Frage, ob ein Unfall oder, hier - nachdem der seitens der Suva in
der Beschwerdeantwort vertretenen Auffassung, das genannte Ereignis stelle keinen
solchen dar, offensichtlich beizupflichten ist - einzig interessierend, ob eine den
Unfällen gleichgestellte unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. Nach Art. 6 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in Verbindung mit
Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) sind
folgende, abschliessend aufgeführte Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig
auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne
ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt: Knochenbrüche (lit. a),
Verrenkungen von Gelenken (lit b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d),
Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und
Trommelfellverletzungen (lit. h). Praxisgemäss müssen mit Ausnahme der
Ungewöhnlichkeit auch bei unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen
Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein, um eine Leistungspflicht der
Unfallversicherung zu begründen (BGE 129 V 467 E. 2.2), das heisst, es muss sich um
eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors auf
den menschlichen Körper handeln (vgl. Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Besondere
Bedeutung kommt dabei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, das heisst
eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben
unfallähnlichen Vorfalles. Wo ein solches Ereignis nicht stattgefunden hat, und sei es
auch nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgezählten
Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte
Gesundheitsschädigung vor, für welche die obligatorische Unfallversicherung in
Abgrenzung zur Krankenversicherung nicht aufzukommen hat (a.a.O. mit Hinweis auf
RKUV 2001 Nr. U 435 S. 333 E. 2c). Der Beschwerdeführer hat den auf ihn
zurennenden Enkel mit den Armen aufgefangen und hochgehoben. Dabei habe es ihm,
wie der erstbehandelnde Hausarzt Dr. F._ im Arztzeugnis UVG vom 21. Oktober 2014
(Suva-act. 17) festgehalten hat, einen sofortigen heftigen „Fitz“ in der linken Schulter
gegeben und in der Folge seien ausgeprägte schmerzbedingte
Bewegungseinschränkungen des linken Arms aufgetreten. Es kann nicht gesagt
werden, dass ein solcher Vorfall mit einem Ereignis vergleichbar ist, bei dem das
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(erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht
(vgl. BGE 129 V 470 E. 4.2.2). Vielmehr war mit dem Vorgang, auch wenn es sich beim
Enkel noch um ein Kleinkind gehandelt hat, eine bei einer blossen Lebensverrichtung
nicht vorkommende Dynamik und ein vermehrter Kraftaufwand verbunden, weshalb
ihm ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential nicht abgesprochen werden kann.
Damit aber fällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für eine unfallähnliche
Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV (Sehnenrisse) grundsätzlich in
Betracht.
3.
Zu prüfen bleibt, ob sich der Beschwerdeführer beim Ereignis vom 25. August 2014
einen Sehnenriss im Sinn der genannten Bestimmung zugezogen hat. Der
erstbehandelnde Dr. F._ erhob am 10. September 2014 laut dem bereits erwähnten
Arztzeugnis UVG vom 21. Oktober 2014 (Suva-act. 17) den Verdacht auf eine
traumatische Rotatorenmanschettenläsion Schulter links mit Bizepssehnenruptur. Der
Hausarzt ging also von einem Riss aus, was der Beschwerdeführer so am 17.
September 2014 dem Aussendienstmitarbeiter der Suva kommunizierte (Suva-act. 14)
und was auch im Überweisungsschreiben vom 18. September 2014 an die Orthopädie
des Spitals C._ so festgehalten wurde, allerdings mit dem Hinweis auf eine am
ehesten degenerativ bedingte Pathologie (Suva-act. 22). Im Sprechstundenbericht des
dortigen Arztes Dr. F._ vom 3. Oktober 2014 wurde nebst Statusbefunden ein
Verdacht auf Rotatorenmanschettenläsion bei vermutlich doch traumatischer
Bizepssehnenruptur Schulter links diagnostiziert (Suva-act. 12). Im gleichentags
erhobenen Röntgenbefund waren allerdings nur initiale degenerative Veränderungen im
Ansatzbereich der Supraspinatussehne am Tuberculus majus zu erkennen (Bericht des
Radiologen Dr. med. J._, Spital C._, vom 3. Oktober 2014 [Suva-act. 11]). Der
Verdacht schien sich dann aber mit dem im Spital D._ erhobenen MRI-Befund (MR-
Arthrographie Schulter links vom 14. Oktober 2014) zu bestätigen: Vollständige Ruptur
der langen Bizepssehne mit medialisiertem proximalen Sehnenstumpf und
längsgespaltetem retrahierten Sehnenanteil im Sulcus intertubercularis. Erhebliche
Tendinose und Verdacht auf kleine Sehnenverkalkung der Supraspinatussehne mit
hochgradiger gelenkseitiger Partialruptur und kurzstreckiger transmuraler Ruptur an der
Fussplatte. Begleitende Tendinose der Subscapularissehne mit Partialruptur der
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kranialen Sehnenanteile einschliesslich des anterioren Rotatorenintervalls. SLAP-
Läsion. Aktivierte hypertrophe AC-Arthrose mit ossär bedingter Einengung des
Subakromialraumes (Suva-act. 10). Gemäss Beurteilung von Dr. F._ zeigte das MRI
jedoch eine anteriore subluxierte und fasrig partiell rupturierte lange Bizepssehne.
Diese reite auf der partiell tendinopathisch veränderten Subscapularissehne,
gegebenfalls bereits mit kranialer Partialläsion. Sicher auch vorliegend (sei eine)
posteriore Pulley-Läsion eingehend in eine anteriore komplette Ruptur der
Supraspinatussehne. Er diagnostizierte eine posttraumatische Luxation der langen
Bizepssehne und eine Partialläsion mit begleitender Tendinopathie der kranialen
Subscapularissehne und anteriorer Läsion der Supraspinatussehne Schulter links und
stellte die Indikation zur arthroskopischen Revision. Die Situation sei während des
Eingriffs zu beurteilen und zu bestätigen (Suva-act. 13). Kreisarzt Dr. E._ hielt hierzu
am 24. Oktober 2014 fest, gemäss MRI-Befund handle es sich um die Diagnose einer
unfallähnlichen Körperschädigung. Die von Dr. F._ diagnostizierte
Bizepssehnenluxation entspreche dagegen keiner unfallähnlichen Körperschädigung
(Suva-act. 15). In BGE 114 V 306 E. 5c hat das damalige Eidgenössische
Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) festgehalten, dass sich die Leistungspflicht der obligatorischen
Unfallversicherung für unfallähnliche Körperschädigungen aufgrund von Art. 9 Abs. 2
lit. f UVV nach Sinn und Zweck dieser Vorschrift streng auf Sehnenrisse beschränke.
Ausgeschlossen sei insbesondere der Einbezug einer übrigen Sehnenpathologie,
einschliesslich der Krankheiten des Begleitgewebes. Weil sich die partiellen
Sehnenrisse in der Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen
(Tendinitis, Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden liessen, falle
eine Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die
Teilruptur als solche medizinisch eindeutig sei, dies entweder intraoperativ oder durch
Kontrastmitteldarstellung. Könne dieser Nachweis nicht erbracht werden, so habe der
Leistungsansprecher die Folgen zu tragen. Diese Rechtsprechung wurde mit Entscheid
U 441/99 vom 29. August 2000, E. 4 mit Hinweisen bestätigt. Dr. F._ hat wie erwähnt
eine Bestätigung der gestellten Diagnose intraoperativ in Aussicht gestellt. Im
Operationsbericht vom 26. November 2014 hielt er folgendes fest: „Intraartikulär
besteht glenoidalseits eine zweitgradige, humeral eine erstgradige Chondropathie.
Anterior luxierte, deutlich fasrig veränderte arrodierte Bizepssehne, der Defekt hat zu
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einer kranialen, gelenkseitigen Läsion der Subscapularissehne geführt (Lafosse 2). Über
die kraniale Pulley-Läsion geht der Defekt in eine Läsion der kompletten
Supraspinatussehne ohne relevante Retraktion über (...). Die luxierte Bizepssehne mit
der arthroskopisch frischen Subscapularissehne spricht (für) und bestätigt meines
Erachtens das traumatische Ereignis der Läsion.“ Abschliessend führte Dr. F._ aus:
„Von operativer Seite besteht in Bezug auf die Unfallkausalität eine klare Anamnese mit
dem im Sprechstundenbericht beschriebenen Schulterdistorsionsereignis vom August
2014. Der radiologische Befund mit sehr guter Muskelqualität (und) dem
wellenförmigen Kinking der Supraspinatussehnenläsion übergehend in die
Subscapularissehnenläsion bei frischem intraoperativem Sehnendefekt als auch
anteroluxierter Bizepssehne als Ursache für die Subscapularissehnenläsion bei Pulley-
Läsion sprechen für ein traumatisches Ereignis.“ Dies sei - so der Oberarzt mit
besonderen Funktionen Orthopädie - überwiegend wahrscheinlich mit dem Ereignis
vom (25.) August (2014) in Verbindung zu setzen. Ob mit dieser intraoperativen
Erkenntnis von Dr. F._ eine Listenverletzung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV in Sinne
der genannten bundesgerichtlichen Vorgabe rechtsgenüglich nachgewiesen und also
von der obligatorischen Unfallversicherung zu übernehmen ist, entzieht sich juristischer
Beurteilung. Hierfür ist der medizinische Sachverstand eines Schulterspezialisten
gefragt. Kreisarzt Dr. E._ hat sich zu dieser Frage nicht geäussert, weil ihm der
Operationsbericht, der erst nach Verfügungserlass vorgelegen hatte, gar nie
unterbreitet wurde. Eine andere insbesondere spezialärztliche Beurteilung hat die Suva
nicht eingeholt. Dies wird sie nachzuholen und bezüglich ihrer Leistungspflicht neu zu
verfügen haben. Die Sache ist ihr dafür in entsprechender Gutheissung der
Beschwerde und Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 12.
November 2014 zurückzuweisen.
4.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der in eigener Sache
prozessierende, nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.