Decision ID: ebcd4def-df2c-4df9-b487-43bf4452c426
Year: 2010
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

dargestellten Sachverhaltes enthalte unzutreffende Angaben. Er sei nicht bis
zu seiner Ausreise im Dezember 1991 zu 100% arbeitsunfähig gewesen.
Sodann sei er aus eigenem Entschluss in das damalige Jugoslawien
zurückgekehrt, obwohl noch Abklärungen im Gange gewesen seien. Der
Beschwerdeführer melde einen Rückfall zu vor 18 bzw. 19 Jahren
stattgefundenen, eher bagatellären Unfällen. Der Beschwerdeführer vermöge
die Kausalität der Beschwerden zu den Grundfällen nicht zu erbringen.
Zwischen den Unfällen und dem gemeldeten Rückfall bestünden keinerlei
Brückensymptome. Beim Beschwerdeführer habe gemäss Röntgen kein
pathologischer Befund an der Lendenwirbelsäule bestanden, weshalb davon
auszugehen sei, dass die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule spätestens
3-4 Monate nach dem Unfall vom 24. Juli 1991 nicht mehr auf diesen zurück
zu führen gewesen seien. Die vom Beschwerdeführer der Suva am 25.
November 2009 eingereichten Röntgenbilder vermöchten lediglich zu
belegen, ob die von Dr. med. ... angegebenen degenerativen Veränderungen
bestehen, jedoch könnten diese nichts in Bezug auf die Ätiologie aussagen.
Die vorgeschlagene neue Beurteilung mache daher keinen Sinn.
7. In seiner Replik vom 14. Januar 2010 brachte der Beschwerdeführer vor, Dr.
med. ... hätten die medizinischen Unterlagen der SUVA zugestellt und
anhand eines Fragenkatalogs hätte von ihm ein vollständiger Bericht verlangt
werden müssen. Die am 25. September 2009 der Vorinstanz zugestellten
Röntgenbilder hätten dem Kreisarzt zu erneuten Beurteilung vorgelegt
werden sollen.
8. Die Suva verzichtete auf eine Duplik.
Auf weitere Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
vorinstanzliche Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2009 samt der diesem
zugrunde liegenden Verfügung vom 3. Juni 2009. Streitig und zu prüfen ist,
ob die Vorinstanz zu Recht ihre Leistungspflicht verneint hat.
2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
sowie der Spezialgesetzung im Unfallversicherungsrecht (UVG; SR 832.20)
zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten
Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
bestehe, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der
Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119
V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-
Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1
S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).
b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach
der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der
Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125
V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-9/2003
UV Nr. 11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten
Kausalzusammenhanges kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu
(BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Sie hat bei allen
Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die
Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen
Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr.
12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31).
c) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt. Laut Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall
um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es
zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu weiterer Arbeitsunfähigkeit
kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im
Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt,
die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und
Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an.
Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur
auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und
der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigungen
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann
(SVR 8-9/2003 UV Nr. 14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr.
U 206 S. 326 E. 2). Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten
Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen
dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen
Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu
stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt
der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328 E 3b). Werden durch den Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt
die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden,
spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige
Brückensymptome gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts U 293/01 vom
17. Mai 2002 E. 1, mit Hinweisen auf die Literatur).
3. a) Zur Beurteilung der im vorliegenden Fall umstrittenen und daher zu prüfenden
Frage, ob zwischen den Unfallereignissen vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991
einerseits und der neuerdings geklagten gesundheitlichen Beschwerden
andererseits ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, sind der
Versicherungsträger und das Gericht auf ärztliche Unterlagen angewiesen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V
351 E. 3a). Weil die SUVA in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität
verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und
Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(BGE 122 V 157 E. 1c).
b) Konkret sind für die Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen
den beiden Unfällen vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 und den neuerdings
geklagten Beschwerden insbesondere der in die deutsche Sprache
übersetzte Arztbericht von Dr. med. ... vom 21. April 2009 sowie der Bericht
des Kreisarztes Dr. med. ... vom 25. Mai 2009 massgebend:
 Dr. med. ..., Spezialarzt für Orthopädie und Traumatologie, führte in seinem Arztbericht aus, der Beschwerdeführer leide an einer Verletzung im Bereich des rechten Sprunggelenkes wie auch des linken Oberarmes Ilia. Nach der Verletzung sei er in der Schweiz behandelt worden. Es sei ihm geraten worden, eine Operation der Wirbelsäule in der Schweiz zu machen. Im jetzigen Zustand laufe er erschwert, ziehe das rechte Bein nach, welches in der Schweiz operiert worden sei. Eine Dokumentation sei nicht vorhanden. Die paravertebrale Muskulatur sei normotropfisch normotonisch. Der Lasègue sei negativ, es bestünden keine sphinkterale Störung und keine neurologischen Ausfälle. Das Laufen auf der Ferse und den Zehen sei erschwert. Das Röntgen der Weichenwirbelsäule zeige eine Veränderung im Sinne von subchondraler Sklerose, an den kleineren Gelenken träten Randosteophyten und Arthrose auf. Im Bereich des rechten Sprunggelenkes bestehe eine betonte subchondrale Skleose mit Randosteophyten wie auch Anzeichen einer degenerativen Veränderung. Der Arzt diagnostizierte eine Spondylosis lumbalis, eine Osteoarthritis art. TCI. Dex. sowie eine Lumboischialgia I. dex. Es sei notwendig, eine EMNG-Untersuchung der unteren Extremitäten durchzuführen. Der Zustand sei definitiv. Die Verletzung sei vor 20 Jahren erfolgt.
 Der Kreisarzt äusserte sich zum (natürlichen) Kausalzusammenhang. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen sei kein zumindest wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen den beiden Unfallereignissen und den Diagnosen von Dr. ... vom 21. April 2009 erkennbar. Das Unfallereignis im Jahre 1990 im Bereich des rechten oberen Sprunggelenkes müsse als einfaches Distorsionstrauma beurteilt werden. Dies, weil lediglich ein einziges Band (unvollständig) gerissen worden sei und auch im Inneren des Gelenkes keine Hinweise auf Zusatzverletzungen vorgelegen hätten. Es sei auch darauf hingewiesen worden, dass dieses Gelenk bereits früher Verletzungen erlitten habe. Der etwas schwierige postoperative Verlauf erlaube keine Rückschlüsse auf den Schweregrad der Verletzung. Im März 1991 habe die Behandlung ohne Restfolgen abgeschlossen werden können. Aufgrund dieser Unterlagen bei höchstens mittelschwerer Distorsionsverletzung des Sprunggelenkes sei nach allgemeiner Erfahrung keine unfallverursachte Arthrose zu erwarten. Dies umso weniger, als mehrfach beschrieben worden sei, dass nach der Operation eine gute Gelenkstabilität gegeben gewesen sei. Bezüglich der Rückenverletzung vom 24. Juli 1991 sei festzuhalten, dass anlässlich dieses Unfalles keine strukturellen Läsionen nachgewiesen worden seien. Es habe sich deshalb nur um eine Kontusionsverletzung gehandelt. Eine solche sei nicht geeignet, Spätfolgen im Sinne einer Arthrose zu verursachen. Ferner sei
festzuhalten, dass keinerlei Beschwerde bzw. Behandlungen in den Folgejahren dokumentiert seien.
c) Im vorliegenden Fall kann auf den Bericht des Kreisarztes Dr. med. ... vom
25. Mai 2009 abgestellt werden. Dieser Arztbericht behandelt in umfassender
Weise die streitige Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges und nimmt
eingehend Bezug auf den Arztbericht von Dr. med. ... Zudem erfolgte die
Beurteilung des Kreisarztes in voller Kenntnis der Vorakten. Es erscheint auch
nachvollziehbar, dass der erste Unfall vom 16. Juli 1990, nachdem im März
1991 die Behandlung des Beschwerdeführers ohne Restfolgen
abgeschlossen worden war, nicht wahrscheinlich zu einem Rückfall im Jahre
2009 führte oder zu dieser Zeit Spätfolgen nach sich zog. Ebenso ist
einleuchtend, dass eine im Jahr 2009 diagnostizierte Arthrose an den
Gelenken der Wirbelsäule keinen Zusammenhang hat mit dem Arbeitsunfall
vom 24. Juli 1991, nach welchem aufgrund der bildgebenden Untersuchung
keine strukturellen Läsionen nachweisbar waren. Es ist nicht zu beanstanden,
dass der Beschwerdeführer vom Kreisarzt nicht persönlich untersucht worden
ist. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann auch einem
Aktengutachten wie dem vorliegenden voller Beweiswert zukommen, sofern
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008; RKUV 1993 Nr.
U 167 S. 95; 1988 Nr. U S. 366). Der Arztbericht des Kreisarztes ist für die
Frage der natürlichen Kausalität – um deren ärztliche Beurteilung es einzig
geht – lückenlos. Hingegen kann nicht auf den Arztbericht von Dr. ... vom 21.
April 2009 abgestellt werden. In diesem Arztbericht wird erwähnt, dass dem
Beschwerdeführer in der Schweiz geraten worden sei, eine Operation der
Wirbelsäule durchzuführen. Hierüber finden sich jedoch in den Akten keinerlei
Hinweise, weshalb der Vorinstanz beizupflichten ist, wenn sie vorbringt, dass
Dr. med. ... diesfalls von falschen Grundlagen ausgeht. Dieser Arztbericht
wurde auch nicht in Kenntnis der Vorakten abgegeben, wie ausdrücklich aus
diesem hervorgeht. Schliesslich kann der Bericht von Dr. med. ... – im
Gegensatz zum Bericht des Kreisarztes – nicht als umfassende Beurteilung
des streitigen (natürlichen) Kausalzusammenhanges gewürdigt werden. Zwar
wird eine „Verletzung vor zwanzig Jahren“ am Schluss des Arztberichtes
festgehalten, jedoch stellt dies eine vollständig isolierte Aussage dar, die
eines konkreten Zusammenhanges mit den gestellten Diagnosen entbehrt.
Der Arztbericht von Dr. med. ... stellt keine rechtsgenügliche ärztliche
Beurteilung des Kausalzusammenhanges zwischen den beiden erlittenen
Unfällen in der Schweiz und den neuerdings geklagten Beschwerden dar. Die
Vorinstanz hat somit zu Recht auf den widerspruchsfrei und schlüssig
erstellten Bericht des Kreisarztes Dr. med. ... abgestellt. Daran vermögen die
der Vorinstanz am 25. November 2009 eingereichten Röntgenbilder nichts zu
ändern, zumal mit der Vorinstanz festgestellt werden kann, dass diese
Röntgenbilder nichts über die Ursache der von Dr. med. ... angegebenen
degenerativen Veränderungen auszusagen vermögen, sondern lediglich die
Überprüfung deren Bestandes erlauben. Aus diesem Grund mussten die
nachgereichten Röntgenbilder auch nicht dem Kreisarzt zur neuen
Beurteilung vorgelegt werden.
d) Die Behandlung nach dem ersten Unfall vom 16. Juli 1990 verzögerte sich
ungewöhnlich, jedoch wurde dem Beschwerdeführer in dem Austrittsbericht
der Rehabilitationsklinik ... vom 17. Dezember 1990 eine volle Arbeitsfähigkeit
ab dem 1. März 1993 attestiert. Aus den Akten geht sodann hervor, dass der
Beschwerdeführer nach seinem zweiten Unfall vom 24. Juli 1991 ab dem 7.
November 1991 und – entgegen seiner Vorbringen – auch bei seiner Ausreise
im Dezember 1991 wiederum zu 100% arbeitsfähig war. In der Zeit zwischen
der Ausreise des Beschwerdeführers im Dezember 1991 und der
Rückfallmeldung vom 23. Februar 2009 liegen keinerlei Hinweise auf
Beschwerden, Behandlungen oder Arbeitsunfähigkeiten vor. Von eindeutigen
Brückensymptomen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann
daher keine Rede sein, der Beschwerdeführer behauptet denn auch keine
solchen. Es wäre aber am Beschwerdeführer gelegen, solche
Brückensymptome nachzuweisen. Dies umso mehr, als zwischen den
Unfällen vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 einerseits und den seit dem Jahr
2009 neu geklagten Beschwerden andererseits 18 bzw. 19 Jahre verstrichen
sind. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung
Beschwerden allein nicht als für das Bestehen der Kausalität beweiskräftige
Brückensymptome gelten, wenn sie weder zu Behandlungsbedürftigkeit noch
zu Arbeitsunfähigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts U 458/00 vom 24.
Oktober 2001 E. 4b). Sodann kann bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien das Erreichen des Status quo sine nach drei bis vier
Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtungsgebende
Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der
altersüblichen Progression abheben muss. Überdies entspricht es einer
medizinischen Erfahrungstatsache, dass eine traumatische Verschlimmerung
eines (klinisch stummen) degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in
der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr
als abgeschlossen zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2007
vom 17. Juni 2008). Vorliegendenfalls ergab jedoch die im Anschluss an den
Unfall vom 24. Juli 1991 durchgeführte tomographische Untersuchung, dass
die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule gerade ohne klinisch-
pathologische Relevanz waren, womit ein Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall vom 24. Juli 1991 und der von Dr. med. ... diagnostizierten
Lumboischialgie nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Zusammenfassend
kann somit festgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer der ihm
obliegende Beweis des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen den
mit der Rückfallmeldung geltend gemachten Beschwerden und den Unfällen
vom 16. Juli 1990 und 24. Juli 1991 nicht gelungen ist. Im Übrigen geht aus
dem Bericht des Kreisarztes Dr. med. ... hervor, dass aufgrund der beim
ersten Unfall vom 16. Juli 1990 erlittenen höchstens mittelschweren
Distorsionsverletzung des Sprunggelenkes nach allgemeiner medizinischer
Erfahrung keine unfallverursachte Arthrose zu erwarten ist. Ebensowenig sei
die beim zweiten Unfall vom 24. Juli 1991 erlittene Kontusionsverletzung
geeignet, Spätfolgen im Sinne einer Arthrose zu verursachen.
4. a) Der Beschwerdeführer bringt in Anlehnung an den Bericht von Dr. med. ...
vor, es sei ein EMNG-Befund der unteren Extremitäten zu machen. Die
Vorinstanz hätte vom Beschwerdeführer Röntgenbilder und einen EMNG-
Befund verlangen oder ihn für eine Untersuchung in die Schweiz aufbieten
müssen. Dr. med. ... hätten die medizinischen Unterlagen der Suva zugestellt
und anhand eines Fragenkatalogs ein vollständiger Bericht verlangt werden
müssen.
b) Es liegt im Ermessen des Rechtsanwenders, darüber zu befinden, mit
welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist und ob im Einzelfall ein
einfacher Arztbericht genügt, ergänzende Untersuchungen anzuordnen sind
oder ein förmliches Gutachten einzuholen ist (vgl. SVR 1998 IV Nr.1 E. 3 b;
BGE 122 V 160 E. 1 b in fine). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als
überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern,
so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte
Beweiswürdigung; Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der
Sozialversicherung, S. 212, Rz 450; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, S. 39, Rz 111 und S. 117,
Rz 320; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, S. 274; vgl. auch
BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344
Erw. 3c mit Hinweis). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen
das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV vor (SR 2001 IV Nr. 10 S. 28
Erw. 4b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung:
BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis).
c) Nach dem Ausgeführten ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf
weitere Röntgenbilder, einen EMNG-Befund sowie eine Abklärung in der
Schweiz verzichtet hat. Ebenso kann vorliegendenfalls auf einen
umfassenden Bericht von Dr. med. ..., welcher sich auf sämtliche Vorakten
stützt, verzichtet werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers führt
der für die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhanges
rechtsungenügliche Arztbericht von Dr. med. ... nicht dazu, dass zwingend
ein umfassender Bericht dieses Arztes eingeholt werden müsste. Im
vorliegenden Fall durfte die Vorinstanz ohne weiteres auf den
widerspruchsfrei und schlüssig erstellten Bericht des Kreisarztes Dr. med. ...
abstellen (vorstehend Ziffer 3c) und im Rahmen der antizipierten
Beweiswürdigung auf die Einholung weiterer Beweismittel verzichten.
5. a) Der angefochtene Entscheid vom 28. Oktober 2009 ist damit rechtmässig, war
die Vorinstanz mangels Nachweises des natürlichen Kausalzusammenhangs
zwischen den Unfällen in den Jahren 1990 und 1991 und den im Jahre 2009
geklagten Beschwerden anhand der bezeichneten Fakten doch berechtigt,
einen Rückfall bzw. Spätfolgen zu verneinen und UVG-Leistungen
abzulehnen. Die Beschwerde ist somit abzuweisen und der streitige Entscheid
samt der ihm zugrunde liegenden Verfügung zu bestätigen.
b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren laut Art. 61 lit. a ATSG, ausser hier nicht zutreffender
Ausnahmen, kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der
Vorinstanz nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).