Decision ID: 103a4a2c-74c2-41c1-91b0-0dde63d4323f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, war seit dem 8. April 2019 bei der
Y._
AG als Allrounder angestellt
und im Rahmen dieser Anstellung bei der Suva obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufs
unfälle versichert
. Am 1. Oktober 2019 erlitt er
zufolge der Schadenmeldung vom
2.
Oktober 2019 eine Prellung am rechten Bein
, als
ihn in einer
Wasch
a
nlage ein Fahrzeug am Bein streifte (Urk. 9/1).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistun
gen (Urk. 9/3).
Gestützt auf ein
am 21. Oktober 2019 erstelltes
MRI des rechten Knies diagnostizierte
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Radiologie und Neuroradiologie,
einen Riss des medialen Meniskus im Bereich des
Hinterhorns
(Urk. 9/11). Nachdem die Suva
die
Berichte der behandelnden Ärzt
e
eingeholt hatte (Urk. 9/14-15), legte sie das Dossier ihrem Kreisarzt Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vor, welcher am 23. Dezember 2019 eine kreisärztliche Stellungnahme erstattete (Urk. 9/17).
Mit Schreiben vom 9. Januar 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 17. Januar 2020 einstelle (Urk. 9/24). Nachdem der Versicherte der Suva münd
lich mitgeteilt hatte, dass er mit der Leistungseinstellung nicht einverstanden sei (Urk. 9/31), holte diese
bei der
Universitätsklinik
B._
einen radiologischen
Untersuchungsbericht
vom 26. November 2019
(Urk. 9/32) sowie einen Sprech
stundenbericht vom 10. Januar 2020 (Urk. 9/36)
ein und
legte das Dossier erneut
ihrem Kreisarzt
zur
Stellungnahme vor (Beurteilung vom 17. Januar 2020, Urk. 9/35).
Mit Verfügung vom 23. Januar 2020 schloss die Suva den Fall per 17. Januar 2020 ab
und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungs
leistungen
(Urk. 9/40).
Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 9/53/1-4)
wurde
mit
Einspracheentscheid
vom 12. Mai 2020 ab
gewiesen
(Urk. 2 = Urk. 9/67).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 10. Juni 2020 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom 12. Mai 2020 aufzuheben und festzustellen, dass die heute bestehenden Beschwerden immer noch unfallbedingt seien. Die Leis
tungen der Suva seien über den 17. Januar 2020 hinaus weiterhin zu erbringen. Eventuell sei die Unfallkausalität erneut medizinisch zu beurteilen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 23. September 2
020 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversi
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis
tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich
keit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entspre
chende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.3.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides aus
,
eine relevant belastende Distorsion mit einer Rotationskomponente, was für die Annahme einer unfallbedingten Meniskusläsion erforderlich gewesen wäre,
sei nicht dokumentiert,
ebenso
wenig
eine relevante Prellung, was Dr.
A._
überzeugend begründet habe.
Vielmehr sei durch den Unfall ein – offenbar gemäss
Beschwerdeführer
stummer – degenerativer Vorzustand in ein schmerz
haftes Stadium überführt worden.
Bereits bei Vornahme des MRIs am 21. Oktober 2019
hätten
Unfallfolgen im Beschwerdebild des
Beschwerdeführer
s
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr gespielt. Der Status quo sine sei zu diesem Zeitpunkt erreicht gewesen, womit die unfallbedingte Teilkausalität der noch bestehenden Beschwerden entfalle. Auch der Bericht von Dr. med.
C._
,
Assistenzarzt in der Orthopädie der
Universitätsklinik
B._
,
vom 4. März 2020
führe zu keinem ander
e
n Ergebnis,
da
er seine Argumentation vor allem mit fehlenden Knieschmerzen vor dem Unfallereignis begründe, was zum Nachweis oder zur Aufrecht
er
haltung des fraglichen
Kausalzusammenhangs
praxisgemäss unzureichend sei. Der radiologische Befund spreche keineswegs für Unfallfolgen,
sondern – mit dem Kreisarzt – vielmehr f
ür ein degeneratives Geschehen
(Urk. 2 S. 7).
2.2
Demgegenüber vertritt der
Beschwerdeführer
den Standpunkt, der Ba
ndapparat des Kniegelenks könne
selbst fünf
Monat
e
nach dem Unfallereignis nicht
als
unauffällig
bezeichnet werden
.
So würden nach wie vor
ein
mediale
r Meniskus
riss Hinterhorn und eine patell
o
femorale
Arthrose rechts bei Status nach Rotati
onstrauma des rechten Kniegelenkes
bestehen
, nebst Adipositas und arterieller Hypertonie. Diese Diagnosen seien bereits am 1. Oktober 2019 im ambulanten Bericht im Spital
D._
gestellt worden, womit die zeitliche Nähe zum Unfall vorliege.
Für Dr.
C._
sei m
it diesen Diagnosen klar, dass es sich dabei nicht um eine degenerative Verursachung aller strukturellen Schädigungen handle. Für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden sei vor allem auch der gesundheit
liche Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall massgebend. Vorgängig hätten keine Knieschmerzen bestanden, womit die geltend gemachten Beschwer
den zusammen mit dem radiologischen Befund durchaus auf das Unfallereignis zurückzuführen seien.
Die Meniskusläsion könne daher nicht allein gestützt auf das Fehlen von Hinweisen für eine stattgehabte relevante Distorsion mit R
otati
onskomponente, Prellmarken,
sonstige äussere Verletzungszeichen oder
Bone
bruise
als degenerativ eingestuft werden (Urk. 1 S. 4).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte die
Beschwerdegegnerin
,
b
eim festgestellten medialen Meniskusriss Hinterhorn
sowie
der patell
o
femoralen Arthrose handle es sich nicht um Befunde am Bandapparat
. Das MRI vom 21. Oktober 2019 habe neben dem komplexen Riss des medialen Meniskus im Bereich des
Hinterhorns
und des komplexen Ganglions eine unauffällige Darstellung der Kreuz- und Kollateralbänder und des lateralen Meniskus gezeigt. Es sei daher aktenkundig erstellt, dass der Bandapparat des Kniegelenks bildgebend als unauffällig beschrieben worden sei. Dr.
A._
habe bereits im Rahmen seiner Stellung
nahme vom 23. Dezember 2019 darauf hingewiesen, dass die komplexe Menis
kusläsion als typische degenerative Meniskusveränderung zudem an der Prädi
lektionsstelle für degenerative Meniskusläsionen liege und keine begleitenden Verletzungen eines Rotationstraumas vorliegen würden. Insgesamt zeige sich, dass Dr.
A._
– im Gegensatz zu Dr.
C._
– die verschiedenen Aspekte, die für oder gegen eine Unfallkausalität sprechen, umfassend und überzeugend beurteilt habe (Urk. 8 S. 3).
3.
3.1
Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte in seinem Bericht für das Spital
D._
vom 1. Oktober 2019 ein Kniedistorsionstrauma rechts
.
Es bestehe eine
Druckdolenz
in der rechten Poplitea und im Bereich des lateralen Seitenbandes,
aber kein Erguss. Die
Flexion
sei
bis 70°
möglich
,
der
Varusstress
sei schmerzhaft und die
Kreu
zbänder, soweit prüf
bar, stabil. Es würden
keine Meniskuszeichen
bestehen
. Die Bildgebung habe am rechten Knie keine ossären Läsionen gezeigt. Vom 2. bis am 4. Oktober 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
(
Urk. 9/13
).
3.2
Gestützt auf das MRI des rechten Knies vom 21. Oktober 2019 erstattete Dr.
Z._
folgende Beurteilung
(Urk. 9/11)
:
-
Komplexer Riss des medialen Meniskus im Bereich des
Hinterhorns
-
Unauffällige Darstellung des lateralen Meniskus sowie der Kreuz- und Kollateralbänder, nur leichte Knorpelschäden wie
andernorts
beschrieben
-
Komplexes Ganglion dorsolateral angrenzend an die laterale
Gastro
cnemiusinsertion
3.3
Die Ärzte der Orthopädie der Universitätsklinik
B._
stellte
n
in ihrem Bericht vom 26. November 2019 folgende Diagnosen (Urk. 9/
15)
:
-
Medialer Meniskusriss Hinterhorn, Knie rechts mit/bei:
-
Patellofemorale
r
Arthrose
-
Status nach Rotationstrauma beim Aussteigen aus dem Auto am 1. Oktober 2019
-
Adipositas
Bei dem
Beschwerdeführer
habe sich klinisch-radiologisch eine mediale Menis
kusläsion am Hinterhorn sowie eine patellofemorale Arthrose rechts gezeigt. In dieser Situation seien die konservativen Massnahmen auszuschöpfen und
werde der
Beschwerdeführer
für eine Infiltration des rechten Kniegelenkes angemeldet, was beide Probleme adressieren würde. Sollte es nach der Infiltration zu keiner Beschwerdeminderung kommen, wäre gegebenenfalls die Operation mittels Knie
arthroskopie und
Teilmeniskektomie
zu diskutieren.
Zudem sollte der
Beschwer
deführer
Physiotherapie zur Kräftigung und Dehnung der knieumfassenden Muskulatur durchführen. Auch eine Gewichtsreduktion wäre empfehlenswert (Urk. 9/15).
3.
4
In seiner kreisärztlichen Stellungnahme vom 23. Dezember 2019 führte
Dr.
A._
aus,
alle strukturellen Schädigungen, welche im MRT des rechten Knies vom 21. Oktober 2019 beschrieben würden, seien als degenerativ einzu
stufen. Die komplexe Meniskusläsion als typische degenerative Meniskusläsion liege zudem an
der Prädilektionsstelle für degenerative Meniskusläsionen. Es bestünden keine begleitenden Verl
etzungen eines Rotationstraumas
wie Band
verletzungen oder ein
Bone
bruise
, aber ein dorsales Ganglion als weitere Bestä
tigung für einen irrelevanten länger andauernden degenerativen Prozess intra
artikulär. Somit sei diese Meniskusläsion, um die es hier gehe, nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Aus dem MRT ergebe sich keine fassbare zusätzliche strukturelle Läsion, insbesondere keine Bänderläsion,
die
man als Korrelat für
ein relevantes Rotationstrauma
erwarten würde. Bei der Erstvorstellung im Spital
D._
habe der
Beschwerdeführer
eine
Druckdolenz
im Bereich des lateralen Bandapparates angegeben. Da sich der laterale Bandapparat im MRT vom 21. Oktober 2019 völlig unauffällig gezeigt habe, scheine diese minime Zerrung zu diesem Zeitpunkt schon völlig abgeheilt gewesen zu sein. Mangels anderer Berichte sei der Zeitpunkt des MRT als derjenige anzunehmen, an dem Unfall
folgen keine Rolle mehr spielten
(Urk. 9/17)
.
3.5
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traum
a
tologie des Bewegungsapparates,
Oberarzt
Orthopädie
in der Universitätsklinik
B._
, hielt in seinem Bericht vom 10. Januar 2020 fest, die Knie-Infiltration habe nur sehr kurzfristig und nur partiell geholfen. Bei entsprechendem Leidens
druck sei eine Kniearthroskopie indiziert,
welche mit
Débridement
und
Teilmenis
kektomie
medial
am
29. Januar 2020
durchgeführt werde (Urk. 9/36).
3.6
Dr.
A._
führt
e
in seiner k
reisärztliche
n
Stellungnahme
vom 17. Januar 2020
aus
,
die Meniskusläsion sei als durchwegs degenerativ einzustufen. Neben der Morphologie der Läsion werde diese Einschätzung dadurch untermauert, dass keine Hinweise für eine stattgehabte relevante Distorsion mit Rotationskom
ponente
bestünden, da sich der Bandapparat des Kniegelenks drei Wochen nach dem Unfallereignis unauffällig gezeigt habe. Bei einer traumatisch bedingten Läsion sei eine solche Distorsion als ursächlich zu fordern. Aufgrund des anfäng
lichen Untersuchungsbefundes mit leichter
Druckdolenz
im Bereich des lateralen Bandapparates bestehe die Möglichkeit, dass es hier zu einer Zerrung gekommen sei
;
diese könne jedoch allenfalls gering ausgeprägt gewesen sein, da sie sich drei Wochen später nicht im MRT widerspiegelt habe. Seitens der dargestellten struk
turellen Befunde sei es nicht möglich, dass eine relevante und mit objektivier
b
aren Unfallfolgen einhergehende
Distorsion stattgefunden habe. Anfänglich, beziehungsweise in der Schadenmeldung
,
sei eine Prellung angegeben worden. Eine relevante Prellung sei aber ebenfalls auszuschliessen, da in der Erstunter
suchung keine Prellmarken oder sonstigen äusseren Verletzungszeichen beschrie
ben worden seien und sich auch im MRT keine Folgen einer relevanten Prellung dargestellt hätten. Bei einer relevanten Kniegelenksprellung würde man im MRT
drei Wochen
später noch ein
Bone
bruise
erwarten, eventuell auch eine
Tibia
kopffraktur
oder Reste einer ausgeprägteren Weichteilschwellung (
was
auch bei der Notfallkonsultation nicht gesehen worden sei). Deswegen sei in diesem Fall allenfalls von einer leichten Prellung oder einer leichten nicht bedeutsamen Distorsion auszugehen. Es sei anzunehmen, dass sich solche leichteren Unfall
folgen spätestens zum Zeitpunkt der Anfertigung des MRT vollständig zurück
gebildet hätten und ab diesem Zeitpunkt Unfallfolgen keine Rolle mehr spielten
(
Urk. 9/35)
.
3.
7
Dr.
C._
hielt
in seinem Bericht vom
4. März 2020
fest
, der
Beschwerdeführer
habe am 1. Oktober 2019 ein Rotationstrauma
am rechten Kniegelenk
erlitten und danach starke Schmerzen sowie eine Schwellung im betroffenen Kniegelenk ver
spürt
. Radiologisch habe sich eine komplette Rissbildung am medialen
Menis
kushinterhorn
gezeigt. Vorgängig hätten keine Knieschmerzen bestanden. Inso
fern seien die vom
Beschwerdeführer
geltend gemachten Beschwerden zusammen mit dem radiologischen Befund durchaus auf das Unfallereignis zurückzuführen
(
Urk.
3/4
).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist die Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 1. Oktober 2019 und der nach dem 17. Januar 2020 bestehenden Beschwerde
symptomatik, respektive die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht davon ausgegangen ist, dass spätestens ab dem 17. Januar 2020 keine auf den Unfall vom 1. Oktober 2019 zurückzuführende Beeinträchtigungen
am rechten Knie
gelenk
mehr bestanden haben.
4.2
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich im angefochtenen Entscheid vom 12. Mai 2020
insbesondere
auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr.
A._
vom 17. Januar 2020 (vgl. Urk. 2 S. 6-7).
Der betreffende Bericht wurde von einem
Facharzt erstattet.
Als Unfallmediziner ist es
gerade die Aufgabe von
Dr.
A._
den Ursache-/Wirkungszusammenhang zwischen einem Unfall
ereignis und einer vorhandenen (somatischen) Gesundheitsstörung zu klären und namentlich dazu Stellung zu nehmen, ob ein bestimmtes Unfallgeschehen nach unfallmedizinischer Erfahru
ng physiologisch geeignet war –
allenfalls a
ls blosse Teilursache, aber mit
über
wiegender Wahrscheinlichkeit –,
zur fraglich
en Gesundheitsstörung zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_855/2018
vom 14. März 2019 E. 6.2.2).
Die Stellungnahme von Dr.
A._
ist für die streitigen Belange umfassend und beinhaltet insbesondere auch eine für die Beurteilung des Kausalitätserfordernisses gebotene Differenzierung zwischen unfallrelevanten und unfallfremden Beeinträchtigungen
(Urk. 9/35/4)
.
Sie
wurde in Kenntnis der
Vo
rakten
erstellt (Urk. 9/35/1-3) und
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
sowie
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
(Urk. 9/35/4)
.
Seine
Schlussfolgerung, wonach
die
Meniskusläsion
als durchwegs degenerativ bedingt einzustufen sei,
begründete Dr.
A._
nachvollziehbar damit, dass sich
aufgrund der
im
MRI vom 21. Oktober 2019 dargestellte
n
struk
turellen Befunde
– konkret dem unauffälligen Bandapparat des Knie
gelenks drei Wochen nach dem Unfallereignis – keine Hinweise für eine statt
gehabte relevante Distorsion
ergeben hätten
(Urk. 9/35/4)
.
Dies steht in Einklang mit
der radiologischen Beurteilung von Dr.
Z._
vom 21. Oktober 2019, welcher zwar einen Riss des medialen Meniskus feststellte, die Kreuz- und Kollateralbänder aber als un
auffällig erachtete (Urk. 9/11).
Als weiteres Argument für eine degenerative
Genese
nannte
Dr.
A._
die
Morphologie
der
Menis
kusl
äsion
.
B
ereits
in seiner Stellungnahme vom 23. Dezember 2019
hatte er in diesem Zusammenhang
darauf hingewiesen
, dass die Komplexität
der Läsion
typisch für eine degenerative Meniskusläsion sei und zudem an der Prädilek
tionsstelle für degenerative Meniskusläsionen liege (Urk. 9/17).
Eine weitere Bestä
tigung für einen länger andauernden degenerativen Prozess ersah
Dr.
A._
darin, dass sich aus dem MRI vom 21. Oktober 2019 ein
dorsale
s
Ganglion
ergeben hatte
(Urk. 9/17/3).
4.3
Die weiteren bei den Akten liegenden Berichte vermögen d
ie
kreisärztliche
Schluss
folgerung
eine
r
degenerative
n
Verursachung
nicht in Frage
zu stellen
.
Dass der erstbehandelnde Arzt,
Dr.
E._
, in seinem Untersuchungsbericht vom 1. Oktober 2019 eine
Druckdolenz
in der rechten Poplitea und im
Bereich des lateralen Seitenbandes
festhielt
,
erklärte
Dr.
A._
nachvollziehbar
mit
einer leichten
Zerrung
, welche sich innerhalb von drei Wochen bereits gänzlich zurückgebildet habe, zumal
dem MRT vom 21. Oktober 2019
weder ein
Bone
bruise
noch eine
Tibiakopffraktur
oder Reste einer ausgeprägteren Weichteil
schwellung zu entnehmen
gewesen seien (
E.
3.6).
Dr.
E._
hatte
in seinem Untersuchungsbericht vom 1. Oktober 2019
denn auch
keine Prellmarken oder sonstige äussere Verletzungszeichen beschrieben
(vgl. Urk. 9/13)
,
was
–
zusam
men mit den radiologischen Befunden
–
auch
gegen eine
relevante
Prellung
spricht
(
vgl.
E. 3.6)
.
Mit der
vom
2.
bis am 4. Oktober 2019 attestierten Arbeits
unfähigkeit brachte Dr
.
E._
sodann zum Ausdruck, dass
er
aufgrund der anlässlich der Erstkonsultation erhobenen Befunde
nicht von
langwierigen Unfall
folgen
ausging.
Im Gegensatz dazu
vertritt
Dr.
C._
in seinem Bericht
vom
4. März 2020
die Ansicht
,
die geltend gemachten Beschwerden
seien
auf das Unfallereignis zurück
zuführen (Urk. 3/4). Soweit er diesbezüglich auf eine vor dem Unfallereignis bestehende Schmerzfreiheit verweist, bedient er sich
indes
einer beweisrechtlich unzulässigen
Argumentation nach der Form
el «
post
hoc ergo
propter
hoc»,
welche
zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1)
. Inwiefern der radiologische Befund
auf eine traumatische Verursachung schlies
sen lassen soll (vgl. Urk. 3/4)
,
wurde von
Dr.
C._
nicht
begründet
. So
nannte er keine konkreten (
insbesondere
radiologischen) Befunde, welche seine These einer traumatischen Verursachung
stützen könnten
und setzte sich auch nicht mit den zahlreichen Faktoren auseinander, welche Dr
.
A._
für eine
degene
rative Genese der strukturellen Schäden
aufgeführt hatte (vgl. davor E. 4.2).
Inwiefern
die Diagnosen einer patell
o
femoralen Arthrose rechts, einer Adipositas sowie einer arteriellen Hypertonie die Schlussfolgerung von Dr.
C._
bekräf
t
igen so
llen
(vgl. Urk. 1 S. 4)
,
erschliesst
sich nicht
, zumal keine
rlei
Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die betreffenden Diagnosen zumindest teilweise auf das Unfallereignis zurückzuführen
wär
en
.
Zusammengefasst
steht der kreisärztlichen
Einschätzung einer
degenerative
n
Verursachung der
strukturellen Sch
ädigungen am rechten Kniegelenk
und damit eine
s
Vorzustand
s
keine begründete
abweichende medizinische Beurteilung
ent
gegen
und
sind
auch im Weiteren keine
Gründe
dafür auszumachen, um
dieselbe
in Frage zu stellen.
Bei dieser Aktenlage
sind weiter
gehende medizinische Erhe
bungen
nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
4.
4
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen und es entfällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Urteile des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2
008 E. 3.2 und 4). Es ist daher gestützt auf
die versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung von Dr.
A._
vom
17. Januar 2020
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass
die unfallbedingten Ver
letzungen
bereits
am 21. Oktober 2019
abgeheilt
waren. Danach sind die geklagten Beschwerden auf den Vorzustand zurückzuführen
(vgl. E. 1.3.2).
4.
5
Da die über den
17. Januar 2020
hinaus geklagten Bes
chwerden vorwiegend, das heisst zu mehr als 50 %
auf Abnützung zurückzuführen sind, entfällt die Prüf
ung einer Listenverletzung nach Art. 6
Abs. 2 UVG ohne weiteres (vgl. BGE 146 V 51 E. 9.2).
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens. Dies hat die Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde zur Folge.