Decision ID: 8fe48de9-d2c6-436b-9b68-067c9ce9d29d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Kindesschutzmassnahmen
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 28. März 2014 i.S. C._, geb. tt.mm.2012; VO.2014.10 (Kindes- und  Winterthur-Andelfingen)
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Entscheid der KESB Bezirke Winterthur und Andelfingen vom 10. Dezember 2013 (act. 9/42 = act. 8/2/2):
1. Für C._, geb. tt.mm.2012, von ... BE, wird eine Beistandschaft nach Art. 308
Abs. 1 und 2 ZGB angeordnet und D._, Kinder- und Jugendhilfezentrum (kjz)
Winterthur, als Beistand eingesetzt.
2. Gestützt auf Art. 307 Abs. 1 ZGB wird die Weiterführung der Familienbegleitung
nach F._ im Umfang von zwei Stunden pro Woche sowie eine ausserfamiliäre
Kinderbetreuung durch die Kindertagesstätte (Kita) E._ an mindestens zwei 3⁄4-
Tagen pro Woche angeordnet.
3. Der Beistand erhält nach Art. 308 Abs. 1 ZGB den Auftrag,
a) die Kindseltern in ihrer Sorge um C._ mit Rat und Tat zu unterstützen und
bestmöglich zu beraten;
b) für die gedeihliche und persönliche Entwicklung von C._ besorgt zu sein
sowie im Interesse des Kindes nach der jeweiligen Situation die notwendigen
Vorkehrungen zu treffen und zwar insbesondere dann, wenn sich herausstellen
sollte, dass C._ ebenfalls an Neurofibromatose Typ 1 (Morbus Reckinghau-
sen) erkrankt ist und daraus ein besonderes Bedürfnis hervorgeht.
4. Der Beistand erhält im Rahmen der besonderen Befugnissen nach Art. 308 Abs. 2
ZGB die zusätzlichen Aufträge,
a) die vorerst wöchentlich stattfindende Familienbegleitung durch die F._
GmbH zu überwachen und zu begleiten sowie für deren Finanzierung besorgt zu
sein, und sobald eine regelmässige ausserfamiliäre Betreuung installiert werden
konnte, die Angemessenheit dieser Frequenz neu zu beurteilen und sie gegebe-
nenfalls zu reduzieren;
b) gemeinsam mit den Kindseltern zu organisieren, dass C._ - sobald als mög-
lich - an mindestens zwei 3⁄4-Tagen pro Woche die Kindertagesstätte (Kita)
E._ in ... [Ort] besuchen kann, wobei die von der Familie aktuell regelmäs-
sig besuchten Eltern-Kind-Angebote nicht tangiert werden sollen;
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c) die enge Begleitung und Beratung der Kindseltern während der Eingewöh-
nungsphase in der Kita sicherzustellen;
d) falls innert nützlicher Frist kein entsprechender Platz in der Kita organisiert wer-
den kann, gemeinsam mit den Kindseltern anderweitige Alternativen von gleich-
wertiger ausserfamiliärer Betreuung zu prüfen.
5. Der Beistand wird eingeladen,
a) Antrag zu stellen, sofern sich weitergehende Kindesschutzmassnahmen auf-
drängen;
b) per 31. Dezember 2015 ordentlicherweise Rechenschaftsbericht einzureichen.
6. Die Kindseltern, A._, geb. tt.mm.1986, von ..., ... und .., und B._, geb.
tt.mm.1987, von ..., werden nach Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, C._ für
mindestens zwei 3⁄4-Tagen pro Woche in der Kita E._ betreuen zu lassen, so-
bald ein entsprechender Platz angeboten werden kann.
7. Die Fürsorgebehörde G._ wird ersucht, gestützt auf die Kostenaufstellung des
Beistands sowie gestützt auf diesen Entscheid, dem kjz Winterthur, ... [Adresse]
subsidiäre Kostengutsprache für die Familienbegleitung nach F._ zu erteilen
und eine allfällige Kostenbeteiligung der Eltern zu prüfen und direkt einzufordern.
8. Die Gebühr für diesen Entscheid wird auf CHF 1'900.-- festgesetzt und den Eltern
gemeinsam auferlegt. Die Verfahrenskosten gehen infolge Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege jedoch einstweilen zu Lasten der KESB Winterthur-
Andelfingen. Es wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewie-
sen.
9.-12. Rechtsmittel / Mitteilung
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Urteil des Bezirksrates Winterthur vom 28. März 2014 (act. 7 = act. 8/6 = act. 3/1):
I. Die Beschwerde wird abgewiesen.
II. Das Gesuch der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtsvertretung wird nicht
bewilligt.
III. Es werden keine Entscheidgebühren erhoben.
IV./V. Rechtsmittel / Mitteilung

Erwägungen:
I.
1. Die Beschwerdeführer sind die verheirateten Eltern von C._, geboren
am tt.mm.2012. C._ steht unter der gemeinsamen elterlichen Sorge seiner
Eltern. Die Eltern nahmen nach der Geburt ihres Kindes Beratung und Unterstüt-
zung durch familienbegleitende Fachpersonen in Anspruch (Mütterberatung, Fa-
milienbegleitung F._ GmbH). Die Frauenärztin brachte im Oktober 2012 die
Mutter, Frau A._, mit der Psychologin H._ von der Jugend- und Famili-
enberatung Winterthur in Kontakt. Drei Monate nach der Geburt von C._
schien die Mutter an der Nähe ihrer Belastungsgrenze zu sein, nachdem C._
zum wiederholten Male an einem viralen Infekt erkrankte. Eine viertägige Hospita-
lisation von Mutter und Kind im Kantonsspital Winterthur vom tt. Oktober bis tt.
Oktober 2012 brachte eine Beruhigung. Psychotisches oder depressives Verhal-
ten der Mutter wurde nicht ausgemacht. Frau A._ wird auch für diesen Zeit-
punkt als fürsorgliche und liebevolle Mutter beschrieben (vgl. act. 9/V3a S. 2 un-
ten f.).
H._ vom Kinder- und Jugendhilfezentrum Winterthur wie auch die Mütterbe-
raterin I._ kamen allerdings zum Schluss, dass Frau A._ bei einer
diagnostizierten Krankheit der Neurofibromatose Typ 1 eines Unterstützungsan-
gebotes bedarf zur Strukturierung und Bewältigung des Alltages mit einem Klein-
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kind (act. 9/V3a S. 3, act. 9/V11). Mit dem Vorfall vom 15. Februar 2013, anläss-
lich dessen C._ aus dem Arm seiner Mutter zu Boden fiel und einen Schä-
delbruch erlitt, sahen sich die unterstützenden Fachpersonen in der Notwendig-
keit des Einsatzes der kompetenzorientierten Familienbegleitung F._ bestä-
tigt.
Mit Beschlüssen vom 12. Februar 2013, 7. Mai 2013 und 22. Oktober 2013 leiste-
te die Sozialbehörde G._(zu welcher Gemeinde die Ortschaft ..., der Woh-
nort der Beschwerdeführer, gehört) auf Antrag des Kinder- und Jugendhilfezent-
rums vorerst befristet bis 30. April 2014 Kostengutsprache für den Einsatz einer
sozialpädagogischen Familienbegleitung durch die F._ GmbH, mit einem
durchschnittlichen Stundenaufwand von 22 bis 30 Stunden pro Monat (act. 9/V4,
act. 9/V6, act. 9/V9). Der Elternbeitrag wurde auf Fr. 200.-- pro Monat festgesetzt
(act. 9/V7). Das Kinder- und Jugendhilfezentrum hält fest, dass die Zusammenar-
beit mit den Eltern zufriedenstellend kooperativ verlaufe, stellte aber trotzdem die
Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft in den Raum (act. 9/V10, act. 9/V9).
Am 1. Oktober 2013 beantragte H._ vom Kinder- und Jugendhilfezentrum
Winterthur die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft für C._ und den Er-
lass einer Weisung, wonach C._ an drei Tagen pro Woche in der Kita
E._ in ... [Ort] fremdbetreut werden müsse (act. 9/1).
3. Mit Entscheid vom 10. Dezember 2013 errichtete die Kindes- und Erwach-
senenschutzbehörde der Bezirke Winterthur und Andelfingen (nachfolgend KESB)
für C._ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB, ordnete eine
Familienbegleitung durch die F._ GmbH Winterthur ("kompetenzorientierte
Familienarbeit") an wie auch eine ausserfamiliäre Kinderbetreuung von C._
an mindestens zwei 3⁄4 Tagen pro Woche von spätestens 9 Uhr bis 14 Uhr
(act. 9/42 S. 7 f.). Zum Beistand wurde D._, c/o ... (kjz) Winterthur, ernannt
(act. 9/42 S. 7, Dispositivziffer 1 = act. 8/2/2). Insbesondere wurde der Beistand
beauftragt, die vorerst wöchentlich stattfindende Familienbegleitung durch die
F._ GmbH zu überwachen und zu begleiten sowie für deren Finanzierung
besorgt zu sein, und alsdann auch die Angemessenheit der Häufigkeit der Famili-
enbegleitung neu zu beurteilen und sie gegebenenfalls zu reduzieren (Dispositiv-
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ziffer 4. a in act. 9/42 S. 8). Ebenso wurde er beauftragt, mit den Eltern zusam-
men den Besuch von C._ in der Kindertagesstätte (Kita) zu organisieren,
nämlich an mindestens zwei 3⁄4 Tagen pro Woche in der E._ bzw. sollte kein
entsprechender Platz in der Kita E._ organisiert werden können, gemeinsam
mit den Eltern anderweitige Alternativen von gleichwertiger ausserfamiliärer Be-
treuung zu prüfen (Dispositivziffer 4. b - c in act. 9/42 S. 8). Auch wurde der Bei-
stand beauftragt, der KESB Bericht und Antrag zu unterbreiten, falls weitere Kin-
deschutzmassnahmen erforderlich seien (Dispositivziffer 5 in act. 9/42 S. 8).
3. Am 12. Januar 2014 liessen die Beschwerdeführer Beschwerde gegen die-
sen Entscheid der KESB erheben (act. 8/1), worauf die KESB zur Vernehmlas-
sung zur Beschwerde aufgefordert wurde (act. 8/3). Nach Eingang der Stellung-
nahme (act. 8/4), und nachdem der Bezirksrat die Vernehmlassung den Be-
schwerdeführern zukommen liess (act. 8/5), wies er mit Urteil vom 28. März 2014
die Beschwerde gegen den Entscheid der KESB Winterthur-Andelfingen vom
10. Dezember 2013 ab (act. 3/1 = act. 7).
3. Gegen dieses Urteil des Bezirksrates, mit welchem die Anordnungen
der KESB bestätigt werden, richtet sich die nun von den Beschwerdeführern
persönlich rechtzeitig eingereichte Beschwerde vom 28. April 2014 (act. 2 i.V.m.
act. 8/7). Sie stellen folgende Anträge (act. 2 S. 2):
"1. Es sei der Entscheid des Bezirksrates 4.5. (Verordnung einer  Betreuung des Sohnes C._ an zwei 3⁄4 Tagen durch eine Kita)  aufzuheben, bezw. umzuwandeln, dass zuerst mit einem 3⁄4 Tag  werden kann. Dies soll nach Ablauf von drei Monaten zusammen mit den Eltern, der KESP und der neu beigezogenen Psychologin J._  werden, bevor der zweite Tag zur Anwendung kommt.
2. Mit dem Besuch der Kita sei aus entwicklungspsychologischer Sicht auf  von Frau J._ erst im Altern von zwei Jahren, also in 3 Monaten zu beginnen.
3. Die verordnete wöchentliche Familienbegleitung Ziffer 4.4. sei auf einen zweiwöchentlichen Rhythmus zu beschränken und mit einer neuen neutralen Fachperson zu besetzen".
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Es wurden die Akten von Bezirksrat und der Kindes- und Erwachsenenschutzbe-
hörde beigezogen (§§ 66 ff. EG KESR, act. 8/1-7, act. 9/1-54). Der Prozess ist
spruchreif.
II.
1. Die vor Obergericht nicht mehr anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
wehren sich nicht gegen die Anordnung der Beistandschaft gestützt auf Art. 308
Abs. 1 und 2 ZGB. Sie beanstanden die gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB erteilte
Weisung, C._ während mindestens zwei 3⁄4 Tagen pro Woche in der Kita
E._ in ... [Ort] fremdbetreuen zu lassen. Damit wehren sie sich gegen den
Umfang der angeordneten ausserfamiliären Betreuung von C._. Sie wollen
C._ nur an einem 3⁄4 Tag (von ca. 9 Uhr bis 14 Uhr) fremdbetreuen lassen.
Sie wehren sich auch nicht in grundsätzlicher Hinsicht gegen die gestützt auf
Art. 307 Abs. 1 ZGB verordnete Familienbegleitung, sondern lediglich gegen die
verordnete Häufigkeit der Familienbegleitung und gegen die Person von Frau
K._ als Familienbegleiterin. Die Beschwerdeführer wünschen einen Wechsel
der Familienbegleiterin (act. 9/42 S. 8 f.).
2. Die Kombination einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB mit
der Anordnung von geeigneten Massnahmen nach Art. 307 Abs. 1 ZGB und der
Erteilung einer Weisung nach Art. 307 Abs. 3 ZGB ist nicht üblich. Die allgemeine
Kindes-Beistandschaft gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB bezweckt die Unterstüt-
zung der Eltern mit Rat und Tat. Im Rahmen der von der KESB erteilten "beson-
deren Befugnissen" im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB ist der Beistand zu eige-
nem, vom Willen der Eltern unabhängigem Handeln ermächtigt, und dazu auch
verpflichtet. Der Beistand ist im Rahmen der ihm gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB
erteilten besonderen Befugnisse voll handlungsfähig, er ist der gesetzliche Vertre-
ter des Kindes. Allerdings konkurriert seine Vertretungsmacht mit derjenigen der
Eltern, wenn die elterliche Sorge gestützt auf Abs. 3 in jenem Bereich nicht entzo-
gen worden ist. Vorliegend wurde die elterliche Sorge in keinem Bereich entzo-
gen. Der Beistand wurde vorliegend beauftragt, die wöchentlich stattzufindende
Familienbegleitung durch die F._ zu überwachen und sie gegebenenfalls zu
reduzieren, und die Fremdbetreuung von C._ an zwei 3⁄4 Tagen sicherzustel-
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len (Dispositivziffer 4 a und b des KESB Entscheides). Kann der Beistand diesen
Auftrag wegen anderer Meinung der Eltern nicht erfüllen, so liegt angesichts der
Parallelkompetenz von Eltern und Beistand eine Pattsituation vor. Was nun die Fremdbetreuung anbelangt, verpflichtet die KESB mit der auf Art. 307 Abs. 3 ZGB
gestützten Weisung die Eltern direkt, C._ während mindestens zwei 3⁄4 Tagen fremdbetreuen zu lassen. Da die Vorinstanzen die ausserfamiliäre Teilbetreuung
durch eine Kita als dermassen sinnvolle und wichtige Ergänzung zur Familienbe-
gleitung erachten (act. 9/42 S. 5, act. 7 S. 12), haben sie im Umfang der Weisung
den Eltern das Bestimmungsrecht genommen und die Eltern direkt zu einem
Tun verpflichtet (A. Guler, Die Beistandschaft nach Art. 308 ZGB in: ZVW 2/95,
S. 51 ff., S. 57, mit weiteren Hinweisen).
3.1. Ist das Wohl gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe
oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten
Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Das Kindswohl
muss in erheblicher und objektivierbarer Weise tangiert sein, damit eine Kindes-
schutzmassnahme ihre Berechtigung hat. Das Verhältnismässigkeitsprinzip ver-
langt, dass die Kindesschutzmassnahme sich einerseits auf das nach den konkre-
ten Umständen Nötige beschränken muss, dass sie aber so stark zu sein hat,
dass damit der Gefährdung auch wirklich begegnet werden kann. Es gilt die Offi-
zialmaxime und der Untersuchungsgrundsatz, das heisst, das Gericht ermittelt
den Sachverhalt von sich aus, und es ist nicht an die Vorbringen der Partei ge-
bunden (§§ 65 und 67 EG KESR, BGE 138 III 374, E. 4.3.1).
3.2. Der Erschöpfungszustand drei Monate nach einer schwierigen Geburt kann
nicht zur Begründung eines grundsätzlichen Defizits in der Erziehung herangezo-
gen werden (act. 9/1 S. 1 unten). Der Vorfall vom 15. Februar 2013 ist schwer-
wiegend. Der damals noch nicht ganz sieben Monate alte C._ fiel aus dem
Arm seiner Mutter auf den mit Granitplatten belegten Korridor. Glücklicherweise
sollen die Verletzungen am Kopf keine weiteren gesundheitlichen Konsequenzen
für das Kind haben. Stürze von Kleinkindern sind allerdings keine Seltenheit. Ob
allein die Krankheit der Mutter (Neurofibromatose Typ 1) zum Vorfall führte, muss
offen gelassen werden. Die Neurofibromatose Typ 1 ist in einigen Fällen auf Ver-
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änderungen in der Haut (sog. "café-au- lait" Flecken) beschränkt. Bei anderen
Fällen kommen weitere Symptome hinzu, die auch das Nervensystem betreffen
können. Der Verlauf der Erkrankung bei Frau A._ ist nicht aktenkundig diag-
nostiziert. Alle Berichte beschreiben eine fürsorgliche und liebevolle Betreuung
durch die Eltern. Sie betonen aber auch alle in unterschiedlicher Gewichtung den
Unterstützungsbedarf und eine Einschränkung in den Alltagskompetenzen der
Mutter. Ob darüber hinaus grundlegende Defizite seitens der Kindsmutter auch in kognitivem Bereich bestehen (so die KESB in act. 9/42 S. 5), kann und darf auf-
grund der vorliegenden Akten nicht beurteilt werden. Fest steht, dass die  Beschwerdeführerin eine IV Rente bezieht (bei einem IV-Grad von 85 %, act. 8/2/4).
In den Akten finden sich für die Zeit nach dem 15. Februar 2013 keine weiteren
Vorkommnisse einer akuten Kindswohlgefährdung. Anzufügen ist aber, dass die
Familie ab März 2013 auch sozialpädagogisch begleitet wird. Der 27-jährige Be-
schwerdeführer arbeitet als Monteur in einem 80 % Pensum, mit einer zusätzli-
chen Nebentätigkeit als Hauswart, und ist jeweils am Freitag für C._ verant-
wortlich. Die Beschwerdeführerin arbeitet am Freitag als Hauswirtschaftsmitarbei-
tende in der Stiftung L._. Ihre IV- Rente beläuft sich auf Fr. 1'520.-- monatlich
(act. 8/2/4). Vor der Geburt von C._ war sie in einem vollen Arbeitspensum
dort tätig (act. 8/2/5). Die Beschwerdeführer verfügen zusammen über ein monat-
liches Nettoeinkommen von Fr. 4'735.-- und vermögen so ihre laufenden Ausga-
ben mit ihrem Lohn knapp zu decken. In der Steuererklärung 2012 figuriert aller-
dings ein Kleinkredit über rund Fr. 14'000.-- (act. 9/V1). Die Beschwerdeführer le-
ben seit Anfang des Jahres 2011 in ... [Ort] in einer 4-Zimmer-Eigentumswohnung
(act. 2 S. 5), welche sie Fr. 1'500.-- im Monat kostet. Die äusseren Verhältnisse
im Leben der Beschwerdeführer erscheinen damit als geordnet und prästiert, je-
denfalls wird nichts Gegenteiliges geltend gemacht.
Im hier zu behandelnden Fall geht es darum, den Eltern weiterhin durch eine re-
gelmässige Begleitung im Alltag zur Verfügung zu stehen (so auch die KESB in
act. 9/42 S. 5 und so auch die bereits wiedergegebenen beiden besonderen Auf-
gaben des Beistandes gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB [Familienbegleitung und
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Kita]). Die Beschwerdeführer waren sich ihrer Verantwortung bewusst und haben
von Anfang an eine Familienbegleitung begrüsst.
a) Seit März 2013 betreut Frau K._ von der F._ die Beschwerdefüh-
rer im Rahmen des freiwilligen Kindesschutzes, anfänglich jede Woche, seit Ok-
tober 2013 noch 14-täglich. Im Zuge der vorliegenden gerichtlichen Auseinander-
setzung hat sich Frau A._ im Februar 2014 allerdings entschieden, bis auf
Weiteres keine Dienste der F._ Familienbegleitung mehr anzunehmen
(act. 9/52). Sie will nun aber wieder mit der F._ kooperieren (so gegenüber
dem Gericht am 24. Juni 2014, act. 10).
Frau K._ hielt am 13. November 2013 fest, dass die Beschwerdeführer seit
September 2013 wieder gut mit ihr zusammen arbeiten würden, es gebe viele
kleine Fortschritte, insbesondere sei die Kindesmutter im Umgang mit C._ si-
cherer geworden. Sie, Frau K._, sei der Ansicht, dass eine wöchentliche
Familienbegleitung von jeweils 1,5 bis 2 Stunden sinnvoll sei, um in Bezug auf
das aktuelle Geschehen möglichst adäquat intervenieren zu können (act. 9/34).
Bezüglich Fremdbetreuung sei sie der Ansicht, dass man einfach auch Optionen
offen lassen und schauen müsse, wie es sich entwickle. Unter Umständen kom-
me man zu einem späteren Zeitpunkt zum Schluss, dass Massnahmen anzupas-
sen seien. Beide Eltern seien aber sehr gewillt, ihr Bestes zu machen. Sie seien
auch daran, das familiäre Netz etwas aufzubauen und zu verknüpfen, um mehr
verfügbare Bezugspersonen zu haben (act. 9/34).
b) Die Kinderärztin von C._, Dr. med. M._, teilte am 12. November
2013 auf telefonische Anfrage der KESB ihre Einschätzung wie folgt mit: Die
Kindseltern seien immer zuverlässig zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen
gekommen. Ungefähr zwei Mal seien sie zusätzlich gekommen, dies aber be-
gründet. Zu Beginn seien die Kindseltern immer zusammen gekommen, in letzter
Zeit sei der Kindsvater aber mit C._ allein gekommen, weil die Kindsmutter
an diesem Tag jeweils gearbeitet habe. Beide Kindseltern seien sehr herzig mit
C._ und hätten eine gute Beziehung mit ihrem Sohn. Ihr, der Kinderärztin, sei
aufgefallen, dass die Kindsmutter schnell in eine Verteidigungshaltung komme,
wegen ihrer Krankheit. Die Kindsmutter habe schnell das Gefühl, dass man ihr
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wegen ihrer Krankheit sowieso nichts zutraue. Mit der Zeit sei ihr auch aufgefal-
len, dass die Kindseltern vermehrt untereinander Meinungsverschiedenheiten ge-
habt hätten. Grundsätzlich habe sie das Gefühl, dass die Kindseltern in der Lage
seien, die Bedürfnisse von C._ zu erkennen und darauf adäquat zu reagie-
ren, die Kindsmutter komme jedoch schnell an ihre Grenzen. Der Gesundheitszu-
stand von C._ sei gut, feinmotorisch sei er eher knapp. Auffallend sei, dass
C._ ein sehr, sehr ruhiges Kind sei (act. 9/30).
Die letzte Konsultation sei im Juli 2013 gewesen und die nächste sei im Januar
2014 geplant. Vor einiger Zeit hätten die Kindseltern mit dem Gedanken gespielt,
aufgrund des langen Weges den Kinderarzt zu wechseln, sich aber nun doch ent-
schieden, bei ihr zu bleiben. Sie sie froh darüber, da sie das Familiensystem doch
eher als labil ansehe. Sie habe das Gefühl, dass sich die Kindseltern aus Angst
zurückziehen könnten. Ihr hätten die Kindseltern mitgeteilt, dass eine Kita-
Platzierung Thema sei. Sie, die Ärztin, würde dies als eine sehr gute Idee be-
trachten und es als grossen Vorteil für C._ ansehen. Sie wisse aber, dass die
Kindseltern eher gegen solche Massnahmen seien. Die Kindseltern machten es
zwar wirklich gut mit C._, sie sei aber der Meinung, dass jemand in der Fami-
lie drin sein müsse. Da bei den letzten Konsultationen der Kindsvater mit C._
gekommen sei, habe sie die Kindsmutter schon länger nicht mehr gesehen. Es
sei für sie deshalb schwierig zu sagen, ob die Mutter aus Überforderung wieder
zusammenbrechen könnte. Ausschliessen würde sie es jedoch nicht. Sie würde
es gut finden, wenn C._ an drei Tagen in die Krippe gehen könnte. In diesem
Fall wäre es sicher auch nicht nötig, dass die Familienbegleiterin mehrmals in der
Woche in der Familie sein müsste (act. 9/30).
c) N._, Geschäftsführerin der F._ und selbst Familienbegleiterin, teil-
te der KESB im November 2013 mit, dass die Gefährdung von C._ mit zu-
nehmendem Alter und zunehmender Selbständigkeit des Kindes stetig abnehme
(act. 9/29). Die Gefährdung bestehe hauptsächlich darin, dass die Kindsmutter
motorisch eingeschränkt sei, sie Koordinationsschwierigkeiten habe. Je weniger
die Mutter das Kind auf den Arm nehmen müsse, desto geringer sei die Gefähr-
dung. Allerdings gehe nach wie vor die Eigenwahrnehmung der Mutter und die
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Fremdwahrnehmung, insbesondere diejenige der Fachpersonen, auseinander.
Dies stelle eine grosse Gefährdung für C._ dar. Frau A._ habe aber
grosse Fortschritte gemacht, gebe sich sehr Mühe, sie sei eine zugewandte Mut-
ter.
Die für die Familie AB._ zuständige Person vom Kinder- und Jugendhilfe-
zentrum (kiz), so Frau N._ weiter, habe zuletzt starken Druck ausüben wol-
len. Sie, Frau N._, sei mit diesem Vorgehen aber nicht unbedingt zufrieden
gewesen, weil bei der Familie mit viel Druck nur ein Ausstieg bewirkt werde. Sie,
Frau N._, habe versucht, Druck rauszunehmen und habe deshalb diese 14-
tägliche Lösung vorgeschlagen. Sie habe diese Lösung für den Zeitraum von rund
drei Monaten als vertretbar erachtet. Sie schätze die Gefährdung als nicht so akut
ein, wie es vielleicht aus dem Antrag der betreffenden Fachperson des kiz her-
vorgegangen sei (gemeint der Antrag des kjz an die KESB vom 1. Oktober 2013
auf Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft für C._ und auf Anweisung
zur Kita-Betreuung [act. 9/1]). Auch eine Platzierung von C._ halte sie derzeit
für überhaupt nicht notwendig. Man wolle auch schauen, ob der Grossvater müt-
terlicherseits halte, was er versprochen habe an Unterstützung.
Sie, Frau N._, sei der Meinung, dass mit den Kita-Tagen auf die bereits auf-
gegleisten Angebote, die die Eltern am Dienstag und Freitag, in Anspruch näh-
men, Rücksicht zu nehmen sei. Sie plädiere dafür, langsam vorzugehen und die
Kita an passenden Tagen aufzugleisen. Sie unterstütze das langsame Vorgehen,
ohne Druck, mit Kooperation der Eltern.
d) Der Grossvater mütterlicherseits berichtete im Oktober 2013 auf telefonische
Anfrage der KESB (act. 9/8), er unterstütze seit Jahren insbesondere in behördli-
chen Belangen seine Tochter, die an einer Behinderung leide. Seiner Meinung
nach würden überall einzelne Gespräche stattfinden und es gebe immer wieder
Vermischungen. Wenn sich seine Tochter unsicher fühle und Ängste habe, bei-
spielsweise an solchen Gesprächen mit der Behörde, dann zeige sie manchmal
eine Trotzreaktion. Das sei typisch für ihre Behinderung, dies sei ihr Handicap.
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3.3. Im Grossen und Ganzen ist das Wohl des Kindes primär der elterlichen In-
terpretation überlassen. Eine Legaldefinition zum Begriff des Kindeswohl und zu
dessen Gefährdung findet sich nicht. Die Behörde darf nicht ihr Ermessen ohne
Weiteres an die Stelle des elterlichen Ermessens setzen. Es muss daher von Fall
zu Fall ermittelt werden, was dem Kindeswohl abträglich ist und was nicht bzw.
was konkret zum Wohl des Kindes noch fehlt. Eine Gefährdung des Kindswohls
ist immer unter Bewertung der Gesamtheit der Umstände des konkreten Falles zu
beurteilen.
Die Auswirkung der Erkrankung der sich grossmehrheitlich um C._ küm-
mernden Mutter auf deren kognitive Fähigkeiten ist, wie erwähnt, nicht aktenkun-
dig. Ohnehin könnte selbst eine geistige Behinderung eines Elternteils nicht per
se eine rechtsrelevante Kindeswohlgefährdung darstellen (BGE 109 II 273 ff.).
Motorische Einschränkungen der Mutter fallen mit zunehmendem Alter von
C._ nicht mehr ins Gewicht. Vorliegend halten aber alle mit der Mutter ver-
trauten Personen, auch aus dem nahen familiären Umfeld, fest, dass die Krank-
heit der Neurofibromatose doch die Mutter beeinträchtigt in ihrer fürsorglichen und
motivierten Erziehung von C._. Auch aus den Ausführungen der Eltern ergibt
sich, dass sie prophylaktische Unterstützung möchten, ihre Kooperation und Ak-
zeptanz aber vom Einfühlungsvermögen der mit der Hilfestellung betrauten Fach-
person abhängt. Feststellungen von Seiten des Kinder- und Jugendhilfezentrums
wie "Momentan steht [...] die Frage einer Fremdplatzierung von C._ nicht im
Raum, solange AB._s mit den von Fachleuten als nötig erachtenden Mass-
nahmen [F._ und Kita] kooperieren und sich nicht Unfälle wiederholen. Wenn
AB._s jedoch mit den Massnahmen nicht mehr kooperieren, wird es eng und
wird die Frage einer Fremdplatzierung wieder auf den Tisch kommen" werden von
den Beschwerdeführern zu Recht als eine Art Drohung empfunden, ängstigen sie
und führen zu einer Art Trotzreaktion (vgl. hierzu 9/V9 S. 4, act. 9/9 S. 1 und S. 3,
act. 9/8). Grundsätzlich sind solche Feststellungen in ihrer Pauschalität heikel, vor
allem aber auch wenn die angesprochenen Anordnungen (hier der Obhutsentzug)
in den Akten keine Stütze finden.
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Die Beschwerdeführer nahmen freiwillig Kindesschutztätigkeit in Anspruch und sie
waren auch mit der Weiterführung der Familienbegleitung durch die F._ ein-
verstanden. Frau A._ hat durch die F._ trainierbare Fertigkeiten gelernt.
Anlass zu Diskussionen gab es vor allem im Zusammenhang mit der Häufigkeit
der familienbegleitenden Besuche und der Notwendigkeit von Kita-Besuchen. Der
unterschiedliche Nutzen von verschiedenen Frühförderungen ist schwer zu bele-
gen, weshalb aus der grundsätzlichen Skepsis gegenüber Kita-Besuchen noch
nichts gegen die Kindseltern abgeleitet werden kann. Wichtig ist, dass C._
von seinen Eltern Zuwendung erfährt und sie ihn an ihrem ganz normalen Leben
teilnehmen lassen. Unbestrittenermassen verbringt C._ auch sogenannte
strukturierte Zeit mit gleichaltrigen Kindern, wenn auch derzeit (noch) nicht in ei-
ner Kita. Frau A._ ist inzwischen wieder bereit, eine vierzehntägliche Famili-
enbegleitung zu akzeptieren (act. 10, act. 9/50 - act. 9/52).
Weisungen wie auch die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft rechtfertigen
sich aber grundsätzlich nur, wenn die Eltern nicht willig oder in der Lage sind, eine
Gefährdung des Kindswohls abzuwenden. Die Akten sind so zu lesen, dass
C._ wohlauf ist, wenn seine Eltern regelmässig Unterstützung in der prakti-
schen Familienarbeit zulassen und er in einem erweiterten Beziehungsnetz sei-
nen Platz finden kann (vgl. auch act. 9/11 S. 9). Wirft die Kindesschutzbehörde El-
tern Defizite in ihrer Erziehungsfähigkeit vor, so kann sie sich nicht begnügen,
diese Vorwürfe allgemein zu halten (so zuletzt in der Stellungnahme der KESB an
den Bezirksrat vom 13. Februar 2014, act. 8/4) oder auf Berichte von privatrecht-
lich konzipierten, nach betriebswirtschaftlichen Prinzipen funktionierenden Unter-
nehmen zu verweisen (act. 8/4 S. 2 i.V.m. act. 9/12 und act. 9/34), weil diese Un-
ternehmen auch Eigeninteressen in der sozialen Arbeit haben. Wenn heute trotz-
dem Handlungsbedarf gesehen wird, dann aus nachfolgenden Gründen:
3.4. Der Erziehungsbeistandschaft kommt auch eine Präventivfunktion zu (Yvo
Biderbost, Die Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 ZGB), Diss. 1996, S. 155). Die
Erziehungsbeistandschaft erhält dem Kind die Herkunftsfamilie. Der Vater von
Frau A._ (der Grossvater von C._) hat die Selbständigkeit der jungen
Familie unterstützt und gefördert, indem er ihr in administrativen und behördlichen
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Belangen zur Seite gestanden ist (act. 9/8). Mittlerweile ist aber der Kontakt von
Frau A._ zu ihrem Vater nach eigener Darstellung schwankend, und sie
möchte derzeit seine Hilfe nicht annehmen (act. 10). Die verwandtschaftlichen
Ressourcen sind somit mindestens im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorhanden.
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Eltern zwischenzeitlich
offenbar den Kinderarzt von C._ gewechselt haben, weg von Frau Dr. med.
M._ in ... [Ort] zu Herrn Dr. O._ in ... [Ort] (vgl. act. 3/3 unten). Der
Grund des Wechsels ist nicht bekannt. Anhand der Akten ist ersichtlich, dass Frau
A._ in der Bewältigung ihres Alltages, welcher auch den Kleinkinderalltag
von C._ mitumfasst, Hilfestellungen bedarf. Unter Hinweis auf die weiter
oben wiedergegebenen Ausführungen von mit den familiären Verhältnissen ver-
trauten Bezugspersonen (v.a. Grossvater, Kinderärztin) ist von Unsicherheiten in
gewissen Situationen auszugehen, die unter Umständen in Überforderung mün-
den können. Eine Erziehungsbeistandschaft verstanden als Begleitmassnahme
von bestimmter Kontinuität ("mit Rat und Tat unterstützen") erscheint den Ver-
hältnissen angemessen. Der Beistand hat sich mit Einfühlungsvermögen mit Fra-
gen und Problemen der Eltern auseinanderzusetzen, sich ihnen als Gesprächs-
partner anzubieten und ihnen persönlich und fachlich (kindsbezogene) Hilfestel-
lung zu leisten. Die Eltern sind umgekehrt verpflichtet, den Rat des Beistandes
entgegenzunehmen und nicht "davonzulaufen". Es geht sodann im Besonderen
darum, die soziale Entwicklung von C._ zu fördern. Ausgehend vom elterli-
chen Erziehungsprimat kann eine regelmässige Betreuung von C._ in einer
Spielgruppe an zwei Halbtagen pro Woche (zusätzlich zum Zwergli Turnen am
Montag morgen) für seine soziale Entwicklung genügen; zuweilen werden solche
Spielgruppen sogar von gelernten Kindergärtnerinnen geleitet. Möglicherweise
bedingt aber das von allen Seiten gewünschte Fördern der Kräfte und Fähigkeiten
von C._ eine Teilbetreuung von zwei Tagen pro Woche in einer Kindertages-
stätte. Den Eltern ist darin Recht zu geben, dass ein Kleinkinderalltag in einer
Kindertagesstätte von morgens bis abends lange Tage sind. Auf den ersten Blick
spricht nichts dagegen, C._ nach dem Mittagsschlaf in der Kita nach Hause
zu holen. Wichtig für C._ ist, dass die Eltern die externe Teilbetreuung an-
nehmen können. In diesem Sinne ist mit Frau N._ von der F._ festzuhal-
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ten, dass die Teilfremdbetreuung von C._ in Kooperation mit den Eltern fest-
zulegen ist. Fremdbetreuung an zwei Tagen pro Woche (und nicht nur an einem
Tag) ermöglicht einen regelmässigen Rhythmus für C._ in seinen ausserfa-
miliären Kontakten. Das heisst aber auch, dass die Fremdbetreuung während
zweier Tage bzw. zweier 3⁄4 Tage pro Woche in ein- und derselben Betreuungs-
stätte möglich sein muss. Die E._, Kindertagesstätte am Wohnort der Familie
AB._ in ... [Ort], erscheint als eine passende Option. Den von Frau A._
angesprochenen Umstrukturierungen in der E._, die ein Aufenthalt von
C._ von 9 Uhr bis ca. 14 Uhr / 15 Uhr schwierig machen würden, wird nach-
zugehen sein (act. 10). Denkbar ist eine mittelfristige Aufstockung von zunächst
einem Tag Fremdbetreuung in der fraglichen Betreuungsstätte auf deren zwei.
Eine ausserhäusliche Teilbetreuung entlastet zudem die Mutter (vgl. auch act. 7
S. 12), und sie kann sich so auf andere Alltagspflichten konzentrieren. Es recht-
fertigt sich, dem Beistand falladäquat gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB die beson-
dere Befugnis zu übertragen, zusammen mit den Eltern im Sinne der Erwägungen
einen geeigneten Spielgruppen- oder Kitaplatz zu suchen. Einer expliziten Anord-
nung oder Weisung bedarf es nicht (act. 9/42 S. 8 Dispositivziffer 6). Es geht nicht
darum, die Eltern direkt zu einem Tun zu verpflichten, sondern sie haben in ihrem
eigenen wohlverstandenen Interesse und in demjenigen von C._ zusammen
mit dem Beistand einen Betreuungsplatz für C._ zu suchen, wo sich C._
wohl fühlt und entfalten kann.
Die Beschwerdeführer weisen sodann zu Recht darauf hin, dass die Massnahme,
d.h. die Fremdbetreuung auch finanziert werden muss. Vorliegend wird davon
ausgegangen, dass die Eltern mit Unterstützung des Beistandes für eine Teilbe-
treuung von C._ sorgen. In einer solchen Konstellation müssen die Eltern die
mit der Massnahme einhergehenden Kosten in erster Linie selbst tragen. Ist es
den Eltern nicht möglich, diese Kosten zu tragen, steht ihnen grundsätzlich ein
Anspruch auf materielle Unterstützung durch die zuständige Sozialbehörde zu. Es
ist eine Selbstverständlichkeit, dass dem explizit geäusserten Anliegen der Be-
schwerdeführer, ihr Budget einhalten zu können und möglichst nicht von der So-
zialbehörde abhängig zu sein, Rechnung zu tragen ist (act. 2 S. 6; vgl. hierzu Dis-
positivziffer 9/42 S. 9, Dispositivziffer 7). Die wirtschaftliche Selbständigkeit ist ei-
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ne grosse Ressource, auch Erziehungsressource, und es sollte wenn immer mög-
lich vermieden werden, durch den Erlass einer Kindesschutzmassnahme bzw.
den damit einhergehenden Kosten neue Abhängigkeiten zu schaffen. Die materi-
elle Situation wird in den Akten zu Recht als starker Pluspunkt gewertet (vgl. z.B.
act. 9/1/1 S. 3). Der Vollständigkeit halber sei aber angemerkt, dass es im Ergeb-
nis bei Dispositivziffer 7 des KESB-Entscheides vom 10. Dezember 2013 bleibt,
wo die Kostenbeteiligung der verschiedenen Träger geregelt wird (act. 9/42 S. 9).
3.5. Die Familienbegleitung durch die F._ ist, wie von den Beschwerdefüh-
rern beantragt, auf einen zweiwöchentlichen Rhythmus, auf jeweils zwei Stunden,
zu beschränken (act. 2 S. S. 2, act. 9/1 S. 2). Inwiefern die Wiederherstellung des
Wochenrhythmus (mit einem Stundenaufwand von zuletzt 22 Stunden pro Monat)
unbedingt notwendig ist (so act. 9/42 S. 5), wurde nicht dargetan. Die Führung
des Haushaltes bietet keinen Anlass (mehr) zu konkreten Beanstandungen, der
Beistand steht den Eltern mit Rat und Tat zur Seite, behält den Überblick und ist
zusammen mit den Eltern besorgt für die weitere gedeihliche Entwicklung von
C._. Wenn darüber hinaus zusätzlich eine Familienbegleitung installiert wird,
dann geht es darum, dass vor Ort im konkreten Kontext die gerade anfallenden
Fragen mit Frau A._ auf praktische Art und Weise besprochen und geklärt
werden können. Mit einer Familienbegleiterin wird Frau A._ eine Person zur
Seite gestellt, die mit Frau I._ von der Mütterberatung (act. 9/V12) die Infor-
mationsflut bündeln und so Frau A._ mehr Sicherheit im unmittelbaren All-
tagsgeschehen geben kann. Gegenüber dem Obergericht hielt Frau A._ le-
diglich fest, sie wolle aus den dargelegten Gründen eine andere Familienbegleite-
rin, nicht mehr Frau K._, sie, Frau A._, habe eine nette Familienbeglei-
terin der F._ kennen gelernt, könne sich aber nicht mehr an deren Namen er-
innern (act. 10). Konkrete Vorwürfe gegenüber Frau K._ werden allerdings
nicht erhoben und lassen sich auch nicht den Akten entnehmen (vgl. etwa das
Protokoll der Anhörung der Eltern vom 21. Oktober 2013, act. 9/9 S. 2 unten). Der
Beistand wird gleichwohl eingeladen, den Wunsch von Frau A._ zu prüfen,
es sei eine andere Person als Familienbegleiterin einzusetzen (act. 10). Anregun-
gen der Familienbegleiterin können innerlich eher akzeptiert werden, und sie wer-
den auch eher selbständig umgesetzt, wenn ein Vertrauensverhältnis zur Famili-
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enbegleitung da ist. Möglicherweise wurde im Zuge der Auseinandersetzung mit
der ehemaligen zuständigen Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendhilfezentrums
(kjz Winterthur) auch die Beziehung zwischen der Familie AB._ und Frau
K._ (zu) belastet. Andererseits ist Frau A._ gegenüber festzuhalten,
dass mit Bedacht und unvoreingenommen geäusserte Verbesserungsvorschläge
keine ihre Person herabsetzende Kritik ist, sondern gut gemeinte Hilfeleistung, die
angenommen werden kann.
III.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des vorliegenden Verfah-
rens auf die Staatskasse zu nehmen bzw. dem Gericht zu belassen. Im Verfahren
vor Bezirksrat wurden keine Kosten erhoben (act. 7 S. 14). Im Verfahren vor der
KESB sind die Kosten von Fr. 1'900.-- unter Hinweis darauf, dass die getroffene
Regelung eingeschränkt wird, zu drei Vierteln den Beschwerdeführern und im
Restbetrag definitiv der Kasse der KESB zu belassen (act. 9/42, S. 9 Dispositivzif-
fer 8), wobei der auf die Beschwerdeführer entfallende Anteil infolge Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse genommen
wird. Für die Ausrichtung einer Entschädigung an die Beschwerdeführer besteht
kein Raum.