Decision ID: af8db851-c74e-4466-b6d6-bae53c23d9fd
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) war mit 70%igem Arbeitspensum als
Berufsbildnerin Detailhandel bei der B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) angestellt
und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: Axa) gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Seit einem Unfall vom 16. Juni 2011 bezog die Versicherte
Leistungen von der Axa aus der Unfallversicherung (vgl. UV-act. A7 i.V.m. A8, von der
Axa "Fall 9" genannt) und ab Oktober 2014 in Zusammenhang mit einer
Rückenproblematik aus der Kollektiven Krankentaggeldversicherung (vgl. UV-act. A8,
von der Axa "Fall 24" genannt, sowie A2). Mit Schadenmeldung UVG vom 18.
September 2014 liess sie der Axa durch ihre Arbeitgeberin melden, dass sie am
30. August 2014 "beim Gehen nach aussen weggeknickt" sei. Die Erstbehandlung
habe bei ihrem Hausarzt Dr. med. C._ stattgefunden, die Folgebehandlung bei Dr.
med. D._, Orthopädie E._. Seit dem 30. August 2014 sei sie vollständig
arbeitsunfähig (UV-act. A1; von der Axa "Fall 25" genannt, vgl. UV-act. A8). Die Suva
übernahm die Kosten der Heilbehandlung und richtete der Versicherten ein 29%iges
Taggeld aus. Dies vor dem Hintergrund, dass die Axa bereits vor dem Unfall eine
krankheitsbedingte 71%ige Arbeitsunfähigkeit mittels Krankentaggelds ausgeglichen
hatte (vgl. UV-act. A22, A25 und A39).
A.a.
Am 20. Oktober 2014 berichtete Dr. D._ der Axa, die Erstbehandlung bei ihm
nach dem Unfall vom 30. August 2014 habe am 12. September 2014 stattgefunden.
Die Versicherte gebe eine Unsicherheit im rechten oberen Sprunggelenk (OSG) im
Rahmen einer grossen Rückenoperation vom 18. August 2014 an. In der Folge sei eine
Distorsion aufgetreten. Als Befund nannte er unter anderem eine deutliche Druckdolenz
A.b.
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über dem fibulotalaren Bandapparat und als vorläufige Diagnose eine fibulotalare
Bandläsion am OSG rechts (UV-act. M1).
Die Axa liess auch Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
Wirbelsäulenzentrum G._, einen Fragebogen betreffend das Ereignis vom 30. August
2014 zukommen. In dem von ihm am 4. Dezember 2014 verfassten Bericht und in der
diesem beigelegten Krankengeschichte betreffend die Versicherte bezog er sich auf die
Rückenproblematik der Versicherten und machte keine Angaben betreffend deren OSG
rechts (UV-act. M2).
A.c.
Dr. D._ überwies die Versicherte für eine MRI-Untersuchung mit der Frage nach
einer Peronealsehnenläsion rechts (vgl. Eintrag in der Krankengeschichte vom 23.
Oktober 2014, UV-act. M4 S. 2) an das Röntgeninstitut H._. Die Untersuchung fand
am 24. Oktober 2014 durch Dr. med. I._, Facharzt für Radiologie, statt, der in der
Beurteilung im gleichentags verfassten Bericht einen Status nach Partialruptur des
ATFL (Anterior talofibular Ligament) sowie allenfalls Status nach niedriggradiger
Partialruptur der kurzen Peronealsehne sowie geringe Peritendinitis der
Peronealsehnen festhielt (UV-act. M5).
A.d.
Einem Bericht von Dr. D._ vom 27. Januar 2015 sind folgende Diagnosen zu
entnehmen: "OSG R: Partialläsion der Peroneus brevis Sehne, St. n. Partialruptur ATFL;
OSG L: Restbeschwerden nach OSG-Arthroskopie rechtes OSG vom 24. Oktober 2014
(Rodiag Wil), St. n. abgelaufener lateraler Bandläsion, Partialruptur der Peroneus
brevis-Sehne mit Peritendinitis". Weiter hielt Dr. D._ fest, dass wegen lateral betonter
Unterschenkelschmerzen eine Abklärung einer tiefen Venenthrombose erfolgt und eine
solche ausgeschlossen worden sei. Es bestehe eine Druckdolenz im Verlauf der
Peronealsehne sowie in der Muskulatur. Die Wade sei weich und indolent. Am OSG
bestehe eine leichte Druckdolenz anterolateral (UV-act. M3).
A.e.
Am 12. Februar 2016 wurde auf Veranlassung von Dr. D._ hin (vgl. UV-act. M9)
eine MRI-Untersuchung des OSG rechts nativ von der Radiologie J._ (nachfolgend:
RIS), vorgenommen. Dr. med. K._, Facharzt für Radiologie, beurteilte die Bildgebung
dahingehend, dass er eine aktivierte Synchondrose bei Os tibiale externum und geringe
Ansatztendinitis der Tibialis posterior Sehne feststellte. Auch sah er eine hochgradige
A.f.
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Ausdünnung und narbige Veränderungen am vorderen talofibularen Ligament und
einen Reizzustand/Dystrophie des Deltabandes mit kleiner lokaler Ossifikation, DD alter
knöcherner Ausriss, eine Chondropahtie Grad 2-3 im medialen tibiolateralen
Kompartiment des OSG und kleine lokale Randosteophyten (UV-act. M6).
Am 29. Februar 2016 notierte Dr. med. L._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie, als beratender Arzt der Axa, es handle sich offensichtlich um eine frisch
erlittene Bandläsion im rechten OSG evtl. unter Mitbeteiligung der Peronealsehne im
Sinne der Partialläsion. Es sei damit klar eine unfallähnliche Körperschädigung
vorhanden (UV-act. M7).
A.g.
Am 7. März 2016 nannte Dr. D._ unter Berücksichtigung des MRI vom 12.
Februar 2016 als Diagnose eine OSG-Instabilität mit/bei medialer und lateraler
Bandinsuffizienz, Partialläsion der Peroneus brevis Sehne, eher varischem Rückfuss.
Die Versicherte sei seit der letzten Beurteilung Ende 2014 nie beschwerdefrei gewesen.
Dies anterolateral sowie im Verlauf der Peronealsehnen. Es lägen eine zunehmende
Unsicherheit und rezidivierende kleinere Traumata vor. Da eine gewisse
Schmerzhaftigkeit beim Os tibiale externum vorliege, solle dieses noch infiltriert werden
(UV-act. M9). Am 25. April 2016 berichtete Dr. D._, die Infiltration habe die
Beschwerden nicht beeinflusst. Grundsätzlich habe sich die Versicherte nun zu einem
operativen Vorgehen entschlossen (UV-act. M10).
A.h.
Am 23. Mai 2016 wurden bei der Versicherten durch Dr. D._ in der Klinik M._
am OSG rechts eine valgisierende Calcaneusosteotomie, eine Bandrekonstruktion
lateral und eine Revision der Peronealsehnen sowie eine Bandnaht medial durchgeführt
(UV-act. M11; vgl. Austrittsbericht in UV-act. M12 sowie Arztbericht UVG vom 6. Juni
2016 in UV-act. M13). Am 19. November 2016 berichtete Dr. D._, die Versicherte
gebe an, vom Eingriff zu profitieren. Die Beschwerden seien regredient und das Gelenk
sei stabil. Sie klage jedoch über die Unmöglichkeit, die Ferse zu belasten.
Möglicherweise seien die Schrauben (welche im Rahmen der valigisierenden
Calcaneusosteotomie an der rechten Ferse angebracht worden waren [UV-act. M11])
doch eine relevante Teilursache der Beschwerden, weshalb die Indikation zur
Schraubenentfernung gegeben sei (UV-act. M19).
A.i.
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Am 13. Dezember 2016 wurde bei der Versicherten durch Dr. med. N._, Facharzt
für Dermatologie u. Venerologie, eine tiefe Venenthrombose festgestellt (vgl. UV-act.
M23).
A.j.
Am 5. April 2017 berichtete die Versicherte Dr. D._ bezüglich des
Fersenschmerzes, sie habe teilweise von der zwischenzeitlich durchgeführten
Schraubenentfernung vom 20. Februar 2017 profitiert. Nach wie vor bestünden jedoch
Anlaufschmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit (UV-act. M27).
A.k.
Am 21. April 2017 informierte Dr. D._ die Axa darüber, dass für stehende
Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Mit einer sitzenden Tätigkeit
habe eine teilweise Arbeitsfähigkeit erzielt werden können (UV-act. M28).
A.l.
Am 15. Mai 2017 notierte Dr. L._ als beratender Arzt der Axa, es bestünden
nach wie vor eine schmerzhafte Funktionsstörung und Belastungseinschränkung des
OSG rechts. Das Ganze habe mit der Traumatisierung bzw. Instabilitätskomponente zu
tun, zusätzlich erschwert durch die ursprüngliche Rückfuss-Varuskomponente. Der
medizinische Endzustand könne erst nach der evtl. OSG-Arthroskopie beurteilt werden
(UV-act. M29).
A.m.
Nach einer Nachkontrolle vom 7. Juni 2017 hielt Dr. D._ fest, die Versicherte
gebe an, von der Schraubenentfernung profitiert zu haben. Sie habe nun eher im
Bereich der Plantarfaszie Schmerzen. Sie sei wegen einer erneuten tiefen
Venenthrombose antikoaguliert (UV-act. M30). Anlässlich der nächsten Kontrolle vom
9. August 2017 berichtete die Versicherte Dr. D._ über unveränderte
belastungsabhängige Schmerzen im Verlauf der Plantarfaszie und der Achillessehne.
Subjektiv sei das Gelenk stabil. Am 10. August 2017 hielt Dr. D._ unter "Beurteilung
und Procedere" fest, es liege eine signifikante Verkürzung der Flexoren mit knapp
erreichter orthograder Stellung vor. Dies führe zu einer vermehrten Belastung der
Achillessehne und der Plantarfaszie, was die aktuellen Beschwerden erkläre. Für eine
stehende Tätigkeit bestehe seitens des Fusses nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit,
wobei die Versicherte aufgrund des Rückenleidens sowieso zu 80 % arbeitsunfähig sei
(UV-act. M32).
A.n.
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Mit Schreiben vom 10. August 2017 teilte die Axa der Versicherten mit, dass es ihr
(der Versicherten) laut Dr. D._ zumutbar sei, eine sitzende Tätigkeit auszuüben. Auch
Dr. L._ sei der Meinung, dass in einer adaptierten Tätigkeit, mehrheitlich sitzend bzw.
nur für kurze Zeit gehend oder stehend, eine annähernd volle Arbeitsfähigkeit vorliegen
dürfte. Es sei der Versicherten demzufolge möglich, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
eine solche Tätigkeit auszuüben. Unter Gewährung einer Übergangsfrist von ca. drei
Monaten werde sie ab dem 1. November 2017 keine Taggeldleistungen mehr erbringen
(UV-act. A39). Mit Schreiben vom 29. August 2017 ergänzte die Axa, dass bezüglich
des Fusses für eine sitzende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte.
Andere Faktoren, welche eine Stellensuche erschwerten, seien bei der Beurteilung des
Anspruchs der Unfallversicherung nicht relevant, auch der unfallfremde gesundheitliche
Zustand der Versicherten nicht (UV-act. A41; vgl. auch Ausführungen im Schreiben
vom 21. Dezember 2017 in UV-act. A46).
A.o.
Per 1. November 2017 schlossen die Versicherte und ihre Arbeitgeberin einen
neuen Arbeitsvertrag ab: Die Versicherte wurde nunmehr als kaufmännische
Mitarbeiterin mit einem 30%igen Arbeitspensum angestellt (UV-act. A60.2).
A.p.
Am 8. November 2017 berichtete die Versicherte Dr. D._ von eher zunehmenden
Schmerzen sowohl im Verlauf der Plantarfaszie, am Ansatz der Achillessehne als auch
am ventralen Gelenksrecessus. Ein MRI-Befund vom 30. Oktober 2017 zeigte laut Dr.
D._ keine osteochondrale Läsion und keine Sehnenläsion, jedoch ein mögliches
ventromediales Impingement (UV-act. M34). Nach einer am 29. November 2017
durchgeführten Infiltration verspürte die Versicherte laut Dr. D._s Bericht vom
17. Januar 2018 initial vermehrt Schmerzen und war dann für drei Tage praktisch
beschwerdefrei. Der Facharzt hielt unter Berücksichtigung eines radiologischen
Befunds vom 11. Januar 2018 und eines CT vom 15. Januar 2018 (UV-act. M39) fest,
klinisch wie auch radiologisch dürfte eine Impingement-Problematik insbesondere
ventromedial am OSG vorliegen. Aufgrund der erheblichen Beschwerden wünsche die
Versicherte die Durchführung einer OSG-Arthroskopie und ggf. einer Mini-open
Cheilektomie (UV-act. M37).
A.q.
Am 12. Februar 2018 unterzog sich die Versicherte einer diagnostischen OSG-
Arthroskopie und einer arthroskopischen Arthrolyse und medialen Cheilektomie bei Dr.
A.r.
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D._ in der Klinik M._ (UV-act. M40). Am 10. Juli 2018 wurde ein MRI des OSG
rechts und des Vorfusses rechts angefertigt und durch Dr. med. K._, Fachärztin für
Radiologie, J._, beurteilt (UV-act. M49 und M50). Anlässlich der Sprechstunden bei
Dr. D._ vom 13. Juli und 13. September 2018 standen die neu aufgetretenen
Beschwerden im Vorfuss rechts im Vordergrund. Dr. D._ diagnostizierte eine
Metatarsalgie Dig II und III Fuss rechts (vgl. Berichte in UV-act. M53 und M54).
Die Axa unterbreitete das Dossier erneut Dr. L._. Dieser zog mit Bericht vom 15.
Oktober 2018 den Schluss, dass die Versicherte in einer den Beschwerden
angepassten Tätigkeit jetzt 100 % arbeitsfähig sein dürfte. Es seien noch eine
Einlagenversorgung und weiter Physiotherapie vorgesehen sowie eine Infiltration und
evtl. eine BV-Untersuchung. Seines Erachtens dürfte innerhalb der nächsten drei
Monate der Endzustand erreicht werden (UV-act. M56). Am 16. Oktober 2018 teilte die
Axa der Versicherten die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ihres beratenden Arztes mit und
hielt weiter fest, dass ihr bereits ab August 2017 eine Übergangsfrist von drei Monaten
gewährt worden sei. Unter Hinweis auf das Schreiben vom 10. August 2017 würden ab
1. November 2018 keine Taggelder mehr ausgerichtet (UV-act. A55).
A.s.
Mit Unfallmeldung vom 15. November 2018 teilte die Arbeitgeberin der Axa mit, die
Versicherte habe sich am 26. Oktober 2018 "den Fuss vertreten" und sei "nach aussen
abgeknickt" (UV-act. A63). Am 21. November 2018 wurde wiederum ein MRI des OSG
rechts durch Dr. K._ erstellt. Dieser hielt eine Überlastungsreaktion/Zerrung des
Deltabandes fest, mit narbig veränderter vorderer Syndesmose und vorderem
talofibularem Ligament, eine Ansatztendinose der Achillessehne bei angedeuteter
Haglund Ferse, ansonsten keine erkennbaren frischen Verletzungsfolgen, insbesondere
keine Band- oder Syndesmosenruptur, keine Tendinopathie der Peronealsehnen, einen
Status nach Bandplastik lateral und einen Status nach Umstellungs-Osteotomie des
Calcaneus (UV-act. M59).
A.t.
Im Dezember 2018 passte die Axa ihre Taggeldzahlungen an ein von der
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) eingeholtes Gutachten an, gemäss
welchem die Versicherte infolge krankheitsbedingter Beschwerden 10 % arbeitsunfähig
sei: Die Axa richtete rückwirkend ab der Operation vom 12. Februar 2018 ein 100%iges
A.u.
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B.
Unfalltaggeld aus und unterzog die Taggeldeinstellung per 30. Oktober 2018 einer
Überprüfung (UV-act. A59).
Am 11. und 15. Januar 2019 teilte Dr. D._ der Axa mit, es habe eine zweimalige
Re-Traumatisierung stattgefunden. Aktuell bestehe eine Überlagerung durch das
frische Trauma mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M57 und M58).
A.v.
Am 20. März 2019 notierte Dr. L._ als beratender Arzt der Axa, unter
Berücksichtigung der MRI-Untersuchung vom 21. November 2018 habe nur eine
vorübergehende Verschlechterung durch das Ereignis vom 26. Oktober 2018
stattgefunden. Dies während einiger Wochen, ca. bis Ende November 2018. Seines
Erachtens dürfte spätestens Ende Jahr wieder der Zustand erreicht worden sein,
welcher vor dem Ereignis vom 26. Oktober 2018 vorgelegen habe. Entsprechend
Tabelle 5 der Suva sei aufgrund des Unfalls vom 30. August 2014 von einer
Integritätseinbusse von ca. 5 % auszugehen (UV-act. M60).
A.w.
Dr. D._ erklärte der Axa am 12. April 2019, durch die Heilbehandlung der letzten
sechs Monate sei eine Regredienz der Beschwerden erreicht worden. Eine weitere
physiotherapeutische Behandlung sei sinnvoll, dies insbesondere auch, um der
Bewegungseinschränkung entgegen zu wirken (UV-act. M61).
A.x.
Mit Verfügung vom 28. Mai 2019 teilte die Axa der Versicherten gestützt auf den
Bericht von Dr. L._ vom 20. März 2019 (UV-act. M60) mit, dass der Taggeldanspruch
am 31. Dezember 2018 ende. Der medizinische Endzustand dürfte erreicht sein,
weshalb die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen eingestellt würden. Da die
Versicherte in leidensangepasster Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, bestehe kein Anspruch
auf eine Invalidenrente. Sie gewähre ihr jedoch eine "Integritätsentschädigung von 5
%". Daraus ergebe sich eine Kapitalsumme von Fr. 6'300.-- (UV-act. A74).
A.y.
Am 28. Juni 2019 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. M.
Roos-Niedermann, Lichtensteig, Einsprache gegen die Verfügung vom 28. Mai 2019
und beantragte was folgt: 1. Das Dispositiv der angefochtenen Verfügung vom 28. Mai
2019 sei in allen Punkten aufzuheben. 2. Es sei ein unabhängiges, neues medizinisches
B.a.
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Gutachten über den Gesundheitszustand der Versicherten anzuordnen. 3.
Entsprechend dem Ergebnis des medizinischen Gutachtens sei der Invaliditätsgrad neu
festzulegen. Demnach sei der Versicherten entsprechend dem Ergebnis des
medizinischen Gutachtens eine Unfallrente aus der obligatorischen Unfallversicherung
zuzusprechen. Ebenfalls sei der Versicherten nach Ergebnis des medizinischen
Gutachtens eine weit höhere Integritätsentschädigung als Fr. 6'300.-- zuzusprechen. 4.
Ferner sei der Versicherten ab 1. Januar 2019 weiterhin ein Taggeld auszuzahlen. 5.
Der vorliegenden Einsprache sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. 6.
Eventualiter sei der Versicherten ein Invaliditätsgrad von mindestens 60 % festzulegen.
Entsprechend sei der Versicherten eine Unfallrente auf der Basis eines 60%igen
Invaliditätsgrades zuzusprechen. 7. Eventualiter sei der Versicherten eine
Integritätsentschädigung auf der Basis eines 60%igen Invaliditätsgrades zuzusprechen.
8. Es sei der Versicherten für die vorliegende Einsprache die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren (UV-act. A76). Am 29. August 2019 begründete
Rechtsanwalt Roos die Einsprache ausführlich (UV-act. A81).
Dr. med. O._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH,
nahm am 21. Januar 2020 als beratender Arzt der Axa eine Beurteilung der Unfallfolgen
des Ereignisses vom 30. August 2014 vor. Er kam zum Schluss, dass in der
Gesamtbilanz die Hinweise auf eine relevante Bandschädigung am rechten
Sprunggelenk fehlen würden, die eine Unsicherheitssymptomatik über mehr als 2
Monate Dauer verständlich machen würden. Die wahrscheinlichste Erklärung der
Symptomatik müsse im Zusammenhang mit einer funktionellen Instabilität gesehen
werden, da die Versicherte mit dem chronischen Rückenleiden und der rechtsbetonten
Schwächung und Schmerzwahrnehmung relevant in der muskulären
Stabilisierungsfähigkeit wegen der muskulären Dysbalance, die sich chronisch
entwickelt habe, eingeschränkt gewesen sein müsse. Das Umknickphänomen könne
durchaus als solches wahrgenommen worden sein, es habe aber nicht zu einer
operationswürdigen ligamentären Schädigung und Schwächung geführt. In
Ermangelung klinischer Hinweise für eine frisch erlittene Bandläsion sowie aufgrund
fehlender bildgebend nachgewiesener struktureller Veränderungen sei ein
Kausalzusammenhang zwischen der beklagten Symptomatik und dem Abknickereignis
B.b.
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C.
vom 30. August 2014 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt (UV-act. M68
S. 14).
Am 27. Mai 2020 berichtete die Versicherte dem Dr. D._ vertretenden
Orthopäden über eine Fussverdrehung bzw. Kontusion. Ein MRI des Vorfusses rechts
vom 25. Mai 2020 wurde dahingehend besprochen, dass eine leichtgradige
Reizreaktion der Kapsel-Bandstrukturen im Lisfranc Gelenk IV und V nach allfälliger
Überlastung/Zerrung vorliege sowie eine Chondropathie Grad II MTP I und ein
Verdacht auf ein kleines Mortonneurom im zweiten Interdigitalfach (UV-act. M67).
B.c.
Mit Einspracheentscheid vom 10. Juli 2020 wies die Suva die Einsprache der
Versicherten ab und bestätigte die Verfügung vom 28. Mai 2019 vollumfänglich. Sie
vertrat den Standpunkt, dass betreffend das Ereignis vom 30. August 2014 spätestens
ab dem 1. November 2014 infolge abgeheilter Unfallfolgen kein Leistungsanspruch aus
der obligatorischen Unfallversicherung mehr bestanden habe, weshalb die darüber
hinaus erbrachten Leistungen sowie die Zusprechung einer Integritätsentschädigung zu
Unrecht erfolgt seien. Die bis 28. Mai 2019 erbrachten Heilbehandlungsleistungen und
die bis 31. Dezember 2018 erbrachten Taggeldleistungen seien "ex nunc et pro futuro"
eingestellt worden (UV-act. A112).
B.d.
Am 14. September 2020 erhob Rechtsanwalt M. Roos-Niedermann für die
Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen den Einspracheentscheid vom
10. Juli 2020 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 1. Die Verfügung der
Unfallversicherung vom 28. Mai 2019 sowie der Einspracheentscheid vom 10. Juli 2020
seien aufzuheben. 2. Es sei ein unabhängiges, neues medizinisches Gutachten über
den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anzuordnen. 3. Entsprechend dem
Ergebnis des medizinischen Gutachtens sei der Invaliditätsgrad neu festzulegen.
Demnach sei ihr entsprechend dem Ergebnis des medizinischen Gutachtens eine
Unfallrente aus der obligatorischen Unfallversicherung zuzusprechen. Ebenfalls sei der
Beschwerdeführerin nach Ergebnis des medizinischen Gutachtens eine weit höhere
Integritätsentschädigung als Fr. 6'300.-- zuzusprechen. 4. Der vorliegenden Einsprache
sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Demnach sei der Beschwerdeführerin ab
1. Januar 2019 weiterhin ein Taggeld auszuzahlen. 4. Eventualiter sei der
C.a.
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Beschwerdeführerin ein Invaliditätsgrad von mindestens 60 % festzulegen.
Entsprechend sei der Beschwerdeführerin eine Unfallrente auf der Basis eines 60%igen
Invaliditätsgrades zuzusprechen. 6. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine
Integritätsentschädigung auf der Basis eines 60%igen Invaliditätsgrades zuzusprechen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G1 I.). Zur Begründung brachte er im
Wesentlichen vor, es handle sich um einen komplizierten Sachverhalt, bei dessen
medizinischer Beurteilung der behandelnde Arzt keinen abschliessenden Befund habe
liefern können. Es stehe für ihn aber ausser Zweifel, dass das Abknicken die Ursache
für die Symptome der Beschwerdeführerin sei. Weiter sei der beratende Arzt der AXA
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schwerpunktmässig in der Schulterchirurgie tätig.
Es erscheine deshalb nicht sachgerecht, den vorliegenden Fall, wo es um eine
Verletzung des Fusses gehe, aufgrund des Berichts dieses Arztes zu beurteilen. Weiter
rügte er, dass der beratende Arzt die Beschwerdeführerin nie zu einer Konsultation
aufgeboten habe und den Sachverhalt lediglich aus den Akten kenne (act. G1 Rz. 17).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom
16. Dezember 2020 die Abweisung der Beschwerde, verwies zur Begründung auf die
Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid und ergänzte
zusammenfassend, dass kein Anlass bestehe, während des Beschwerdeverfahrens
vorübergehend weiter Kurzfristleistungen (Taggelder) zu erbringen, dass keine
Notwendigkeit für eine Begutachtung bestehe, da davon keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten seien, und dass die Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den Unfall zurückgeführt werden könnten (act. G9).
C.b.
Am 7. Januar 2021 gewährte das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G12).
C.c.
Mit Entscheid vom 20. Januar 2021 lehnte das Versicherungsgericht den Antrag
der Beschwerdeführerin auf vorsorgliche Weiterausrichtung von Taggeldern ab 1.
Januar 2019 ab (act. G14).
C.d.
Mit Entscheid vom 25. Januar 2021 hiess das Versicherungsgericht eine
Beschwerde der Beschwerdeführerin betreffend Rente der Invalidenversicherung
teilweise gut und sprach ihr für die Zeit vom 1. August 2015 bis 30. November 2015
C.e.
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eine ganze Rente, vom 1. Dezember 2015 bis 31. Januar 2016 eine halbe Rente und
vom 1. August 2016 bis 28. Februar 2018 eine ganze Rente der Invalidenversicherung
zu. Hinsichtlich eines weiteren Rentenanspruchs wies es die Beschwerde unter
Bejahung der Beweiskraft eines Gutachtens der Neuroinstitut St. Gallen GmbH, IME -
Interdisziplinäre Medizinische Expertisen (nachfolgend: IME-Gutachten) vom 5. Januar
2018 bei einem Invaliditätsgrad von 10 % ab (IV 2018/306).
In der Replik vom 15. April 2021 wiederholte die Beschwerdeführerin ihre
Rechtsbegehren gemäss Beschwerde, wobei sie nunmehr auf das Begehren um
Weiterausrichtung von Taggeldern ab dem 1. Januar 2019 verzichtete (act. G21).
C.f.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 7. Mai 2021 unter Verweis auf den
Einspracheentscheid vom 10. Juli 2020 und die Beschwerdeantwort vom 16.
Dezember 2020 auf die Erstattung einer ausführlichen Duplik (act. G23).
C.g.
Am 25. Oktober 2021 zog das Gericht die Akten der IV-Stelle St. Gallen bei (act.
G27), darunter das bidisziplinäre (orthopädische und psychiatrische) IME-Gutachten
(IV-act. 105), welches im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren die
Beweisgrundlage hinsichtlich Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bildete (vgl.
vorgenannten Entscheid des Versicherungsgerichts, IV 2018/306, E. 2 und 3). Die
Gutachter nannten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom und eine Bewegungs- und
Belastungseinschränkung im Bereich des rechten OSG nach im Mai 2016 erfolgter
valgisierender Calcaneusosteotomie nebst lateraler Bandrekonstruktion, Revision der
Peronealsehnen mit medialer Bandnaht und postoperativ aufgetretener Verkürzung der
Achillessehne mit resultierendem Streckdefizit des OSG um 30° (IV-act. 105-2). Aus
orthopädischer Sicht wurde der Beschwerdeführerin unter Würdigung diverser
qualitativer Schonkriterien in einer leidensadaptierten, körperlich leichten wechselnd
belastenden, überwiegend sitzend ausgeführten Tätigkeit rein quantitativ eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert. Eine Einschränkung von 10 % ergebe sich infolge der
reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, vermehrter Pausen sowie reduzierter
Arbeitsschnelligkeit (IV-act. 105-4).
C.h.
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Erwägungen
1.
2.
Mit Schreiben vom 12. November 2021 unterrichtete das Gericht die Parteien über
den Beizug der Akten der IV-Stelle St. Gallen und gewährte ihnen eine Frist zur Einsicht
in diese Akten und zur allfälligen Stellungnahme (act. G29). Beide Parteien verzichteten
stillschweigend auf Akteneinsicht und Stellungnahme.
C.i.
Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet der Einspracheentscheid
vom 10. Juli 2020 (UV-act. A112). Diesem liegt die Verfügung vom 28. Mai 2019 (UV-
act. A74) zugrunde, mit welcher die Beschwerdegegnerin die
Heilbehandlungsleistungen per Verfügungsdatum und die Taggelder per 31. Dezember
2018 einstellte, den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente verneinte
und dieser eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 5
% zusprach. Während die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 14. September
2020 noch den Antrag gestellt hatte, "der vorliegenden Einsprache sei die
aufschiebende Wirkung zu gewähren. Demnach sei der Beschwerdeführerin ab
01.01.2019 weiterhin ein Taggeld auszuzahlen." (act. G 1), hielt sie an diesem Antrag in
der Replik vom 15. April 2021 nicht länger fest (act. G21). Die Beschwerdeführerin
verwahrt sich also einzig gegen die Abweisung des Rentengesuchs und die Höhe der
gewährten Integritätsentschädigung. Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(Taggeld und Heilbehandlung) bleibt - angesichts der medizinischen Aktenlage zu
Recht – unbestritten. Zu prüfen gilt es im Folgenden also in sachlicher Hinsicht einzig
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und auf eine höhere als
die ihr von der Beschwerdegegnerin zugestandene Integritätsentschädigung. In
zeitlicher Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass anscheinend im Frühjahr 2020 eine
neuerliche Fussverdrehung/Kontusion erfolgte (vgl. UV-act. M67). Im angefochtenen
Einspracheentscheid (UV-act. A112) wurde jedoch ein entsprechendes Unfallereignis
nicht beurteilt. Überhaupt ist auch eine diesbezügliche Schadenmeldung nicht
aktenkundig. Der Streitgegenstand kann sich damit nicht auf einen allfällig erlittenen
neuerlichen Unfall/Rückfall beziehen, auch wenn dies rein zeitlich möglich wäre, da der
Einspracheentscheid erst am 10. Juli 2020 erlassen wurde.
1.1.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
2.1.
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Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahme durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art.
24 Abs. 2 UVG).
2.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Auch den Berichten beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis von
2.3.
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3.
Abklärungen beratender Ärzte und Ärztinnen kann nicht abgestellt werden, wenn auch
nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V
229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16.
September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2). Die Rechtsprechung erachtet sodann
Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese,
Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind.
Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die
Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild
zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1
mit Hinweis).
Um den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin einer Prüfung unterziehen zu
können, gilt es zunächst zu prüfen, ob die medizinische Situation und die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hinreichend abgeklärt wurden. Im IME wurde
die Beschwerdeführerin am 8. Dezember 2017 umfassend orthopädisch und
psychiatrisch abgeklärt (IV-act. 105). Die Gutachter nannten als Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom
und eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung im Bereich des rechten OSG
nach im Mai 2016 erfolgter valgisierender Calcaneusosteotomie nebst lateraler
Bandrekonstruktion, Revision der Peronealsehnen und medialer Bandnaht mit
postoperativ aufgetretener Verkürzung der Achillessehne mit resultierendem
Streckdefizit des OSG um 30° (IV-act. 105-2). Aus orthopädischer Sicht wurde der
Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung zahlreicher Schonkriterien in einer
leidensadaptierten, körperlich leichten, wechselnd belastenden, überwiegend sitzend
ausgeführten Tätigkeit rein quantitativ eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Eine
Einschränkung von 10 % ergebe sich infolge der reduzierten Belastbarkeit und
Durchhaltefähigkeit, vermehrter Pausen sowie reduzierter Arbeitsschnelligkeit (IV-act.
105-4). Dieses Gutachten wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 25. Januar 2021
im Verfahren IV 2018/306 als beweiskräftig erachtet. Das Gericht erwog, sowohl im
orthopädischen als auch im psychiatrischen Gutachten fänden sich keinerlei Hinweise,
die auf eine fehlende Beweiskraft schliessen liessen. Die Gutachter berücksichtigten
die Vorakten sowie die geklagten Beschwerden und führten eine gründliche
Befunderhebung durch. Diese wurde insbesondere von Dr. P._ im orthopädischen
Teilgutachten exakt und ausführlich dokumentiert. Zudem erscheinen die
Schlussfolgerungen nachvollziehbar und berücksichtigen die gültigen Vorgaben (a.a.O.,
E. 2.7). Folglich ist auch im vorliegenden Verfahren davon auszugehen, dass die
3.1.
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Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch ein chronisches lumbosakrales
Schmerzsyndrom und eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung im Bereich des
rechten OSG beeinflusst wird. Neben den formulierten Leistungseinschränkungen in
qualitativer Hinsicht (betreffend Schwerst- und Schwerarbeiten, ständige mittelschwere
Arbeiten, Heben und Tragen von Lasten körperfern über 5 kg ohne technische
Hilfsmittel, Heben und Tragen von Lasten körpernah über 10 kg ohne technische
Hilfsmittel, repetitive stereotype Bewegungsabläufe, Tätigkeiten mit repetitivem
Bücken, Kauern und Hocken, das mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangshaltungen,
Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung, Tätigkeiten mit Pressen oder Stemmen,
welche zu einer intraspinalen Druckerhöhung führen, das mehr als gelegentliche Heben
von Lasten über die Horizontale [Hyperlordosierung der LWS], das Besteigen von
Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen, Tätigkeiten auf unebenem Untergrund,
Tätigkeiten mit länger währender Einnahme nur einer Körperposition, Tätigkeiten,
welche kniend sowie im Hocksitz durchgeführt werden, Tätigkeiten im Freien, ohne
Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem
Untergrund; IV-act. 105-3) wurde einzig eine quantitative Einschränkung von 10 %
formuliert, welche laut Gutachten auf eine reduzierte Belastbarkeit und
Durchhaltefähigkeit, einen vermehrten Pausenbedarf sowie eine reduzierte
Arbeitsschnelligkeit zurückzuführen ist (IV-act. 105-4). Diese Einschränkung trägt
jedoch nicht nur den vorliegend interessierenden Beschwerden am rechten OSG der
Beschwerdeführerin, sondern auch deren unbestrittenermassen krankheitsbedingten
Einschränkungen aufgrund eines lumbosakralen Schmerzsyndroms Rechnung. Da eine
leidensadaptierte Tätigkeit laut positivem Leistungsbild ohnehin körperlich leicht,
wechselnd belastend und überwiegend sitzend ausführbar sein muss (IV-act. 105-4)
und laut negativem Leistungsbild unter anderem Tätigkeiten mit Heben und Tragen von
Lasten körperfern über 5 kg ohne technische Hilfsmittel und körpernah über 10 kg
ohne technische Hilfsmittel sowie mit einem mehr als gelegentlichen Heben von Lasten
über die Horizontale (Hyperlordosierung der LWS) ausgenommen sind (IV-act. 105-3),
ist davon auszugehen, dass die reduzierte Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, der
vermehrte Pausenbedarf sowie die Arbeitsschnelligkeit insbesondere auf die
Rückenproblematik zurückzuführen sind. Folglich kann nur unter Berücksichtigung des
rechten OSG lediglich von einer Leistungseinschränkung von unter 10 % ausgegangen
werden. Davon, dass nach der Begutachtung durch die IME eine anhaltende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten sein
könnte, kann mit Blick auf die Ausführungen von Dr. L._ und Dr. O._ nicht
ausgegangen werden (vgl. UV-act. M56, M60, M68). Solches macht denn auch die
Beschwerdeführerin nicht geltend (act. G1, G21). Von weiteren medizinischen
Abklärungen sind sodann in antizipierender Beweiswürdigung angesichts der klaren
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4.
Weiter ist die Höhe der der Beschwerdeführerin zugesprochenen
Integritätsentschädigung zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihr gestützt auf
die Beurteilung von Dr. L._ eine solche basierend auf einem Integritätsschaden von 5
% zu (Suva-act. 317). Die Beschwerdeführerin fordert eine Integritätsentschädigung
basierend auf einem Integritätsschaden von 60 % (act. G1).
medizinischen Aktenlage keine neuen objektiven entscheidrelevanten Erkenntnisse zu
erwarten. Den Nachteil der Beweislosigkeit im Sinne des fehlenden Nachweises einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 10 % hat die Beschwerdeführerin
zu tragen (vgl. BGE 139 V 563 E. 8.1).
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von über 90 % in einer adaptierten Tätigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.1) ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs (vgl. E. 2.1) der
Invaliditätsgrad zu ermitteln. Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs in der
Invaliden- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den
gleichen Gesundheitsschaden in beiden Bereichen prinzipiell denselben
Invaliditätsgrad zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Regelung
oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden
Invaliditätsbemessung führen. Es besteht jedoch keine Bindungswirkung der
Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen
Sozialversicherungszweig (Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2011,
8C_543/2011, E. 3 mit Hinweisen).
3.2.
Das Versicherungsgericht kam im Entscheid vom 25. Januar 2021, IV 2018/306 E.
5.3 mit Hinweisen, zum Schluss, dass zur Bestimmung des Invaliditätsgrades ein
Prozentvergleich erfolgen könne und der Invaliditätsgrad demnach dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit entspreche, da kein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt sei. An
dieser Invaliditätsbemessung ist nichts zu beanstanden, weshalb der Invaliditätsgrad
der Beschwerdeführerin im Rahmen der Unfallversicherung unter 10 % zu liegen
kommt und folglich zu keinem Rentenanspruch zu führen vermag.
3.3.
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift
bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich,
wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit,
4.1.
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augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Fallen mehrere körperliche
oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird
die Integritätsentschädigung gemäss Abs. 3 nach der gesamten Beeinträchtigung
festgesetzt. Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische
Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Die medizinische
Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala weitere
Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von
der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind
für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV
bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für
den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben
ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a). Die Höhe der
Integritätsentschädigung stellt eine typische Ermessensfrage dar. Das
Versicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich auf Gegebenheiten abstützen
können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen
lassen (vgl. BGE 137 V 71 E. 5.1, 126 V 75 E. 6).
Dr. L._ erachtete einen Integritätsschaden aufgrund einer degenerativen
Veränderung nach Traumatisierung im OSG rechts sowie aufgrund eines chronischen
Schmerzsyndroms als gegeben (UV-act. M56 S. 2) und legte ihn anhand der
Feinrastertabelle 5 der Suva bei ca. 5 % fest (UV-act. M60 S. 2). Diese Tabelle listet
den "Integritätsschaden bei Arthrosen" auf und sieht dabei für mässige OSG-Arthrosen
einen Integritätsschaden von 5 - 15 % vor. Dr. L._ hat, obwohl radiologisch noch
keine Arthrose im OSG nachweisbar war, in Analogie zu einer mässiggradigen Arthrose
den Integritätsschaden unter Berücksichtigung der Schmerzsymptomatik auf 5 %
geschätzt. Dies ist nachvollziehbar und die Beschwerdeführerin vermochte keine
Zweifel an dieser Einschätzung zu erwecken. Der Vollständigkeit halber ist darauf
hinzuweisen, dass sich die Schwere des Integritätsschadens einzig nach dem
medizinischen Befund beurteilt. Allfällige individuelle Besonderheiten der versicherten
Person bleiben unberücksichtigt (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen;
KOSS UVG-Thomas Frei, N 3 f. zu Art. 25). Dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf
die nachvollziehbare Einschätzung von Dr. L._ eine Integritätsentschädigung auf
4.2.
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5.