Decision ID: 8c2aba5d-8c7d-5683-b623-4be29b68e5e1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Knus, Molkereistrasse 1, Postfach,
8645 Jona,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
berufliche Massnahmen und Rente
Sachverhalt:
A.
A.a I._ (geboren 1959) meldete sich am 25. April 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung) an (act. G 6.1/75). Zum
damaligen Zeitpunkt arbeitete er bei der A._, als Baufacharbeiter (act. G 6.1/68). Der
Hausarzt, Dr. med. B._, Allgemeine Medizin, Uznach, diagnostizierte (mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) in seinem Arztbericht vom 4. Juni 2005 eine
schwere Gonarthrose beidseits, eine beginnende Coxarthrose, jeweils links mehr als
rechts, ein Lumbovertebralsyndrom bei Fehlhaltung und degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen, eine Periarthropathia humero-scapularis rechts mehr als
links, eine koronare Herzkrankheit mit Status nach inferiorem Myokardinfarkt sowie
(ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) unter anderem einen Status nach
Meniskusoperation rechts. Er ging von einem sich verschlechternden
Gesundheitszustand aus. Eine (prozentmässige) Arbeitsfähigkeit gab der Arzt nicht an.
Für eine Tätigkeit als Bauarbeiter erwartete er jedoch innerhalb eines Jahres eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne
Heben schwerer Lasten ging er von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit aus (act. G
6.1/67.1 - 4). Mit Verfügung vom 9. August 2005 wies die IV-Stelle St. Gallen den
Antrag auf berufliche Massnahmen ab, da der Versicherte in einer leidensadaptierten
Tätigkeit ein dem bisherigen Einkommen gleichwertiges Erwerbseinkommen erzielen
könne (act. G 6.1/63.1).
A.b Am 29. Dezember 2005 meldete die SUVA der IV-Stelle St. Gallen, der Versicherte
habe in der Zwischenzeit einen Unfall erlitten und sich an der rechten Schulter verletzt
(act. G 6.1/62). Mit Anmeldung vom 14. Februar 2006 gelangte der Versicherte darauf
hin erneut an die Invalidenversicherung (act. G 6.1/57). Diesmal beantragte er
zusätzlich zur Berufsberatung und Umschulung eine Rente (act. G 6.1/42.2). In
Ergänzung zum ersten Arztbericht vom 4. Juni 2005 führte Dr. B._ am 20. März 2006
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aus, zusätzlich zu den damaligen Diagnosen kämen neu eine traumatische
Rotatorenmanschettenruptur rechts, eine Status nach Schulterarthroskopie und Naht
der Supraspinatussehne sowie vorderer Acromioplastik am 8. November 2005 hinzu.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit gab Dr. B._ nun eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
ab 7. November 2005 an. Für eine adaptierte Tätigkeit ging er von einer - nicht näher
spezifizierten - Teilarbeitsfähigkeit aus (act. G 6.1/48.1 - 2). Gestützt auf diesen Bericht
sowie auf einen Bericht des Spitals C._ vom 1. April 2006, wonach der Versicherte in
einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit ab 1. April 2006 voll arbeitsfähig sei, ging
der RAD Ostschweiz am 11. August 2006 zunächst ebenfalls von einer 100 %igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus (act. G 6.1/38 und 43). Am
15. September 2006 reichte die SUVA weitere Unterlagen ein, welchen eine
Verschlimmerung der rechtsseitigen Gonarthrose entnommen werden konnte.
Ausserdem klagte der Versicherte über persistierende, belastungsabhängige
Handgelenksschmerzen rechts (act. G 6.1/36 - 37). In der Folge ordnete die IV-Stelle
eine orthopädische Untersuchung an (act. G 6.1/32).
A.c In der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 1. Dezember 2006 kam die SUVA
zum Schluss, dass an der Schulter funktionell ein recht befriedigendes Ergebnis habe
erreicht werden können, das nicht mehr verbesserbar sei. Im Vordergrund stünden die
Beschwerden seitens der unfallunabhängigen Varusgonarthrose links mit vollständigem
Kollaps des medialen Gelenkspalts, wo als therapeutische Verbesserungsmöglichkeit
mittelfristig nur noch der Kniegelenksersatz zur Diskussion stehe. Am rechten Knie fand
der Untersuchungsbericht keine Zeichen einer gelenkmechanisch störenden
Binnenpathologie mehr, so dass die therapeutischen Verbesserungsmöglichkeiten
auch hier erschöpft seien. Ohne Berücksichtigung der wesentlich schwereren
unfallunabhängigen Kniepathologie links sei dem Versicherten eine wechselbelastende
Tätigkeit mit der Möglichkeit, das rechte Knie gelegentlich durch sitzende Tätigkeit zu
entlasten, zumutbar. Ausserdem seien längerdauernde oder repetitive Arbeiten in
ungünstiger Körperstellung wie kniend und in der Hocke sowie das Heben und
Herumtragen schwerer Lasten (über 20 kg) zu vermeiden. Den Integritätsschaden für
Schulter- und Kniebeschwerden (rechts) schätzte der SUVA-Kreisarzt auf 19 % (act. G
6.2). Mit Verfügung vom 6. März 2007 wurde dem Versicherten sodann mit Wirkung ab
1. Februar 2007 eine SUVA-Rente von 16 % zugesprochen (act. G 6.2).
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A.d In seinem Gutachten vom 15. März 2007 diagnostizierte Dr. med. D._,
Orthopädie FMH, eine Gonarthrose rechts, eine Pangonarthrose links, ein Impingement
und Bewegungseinschränkung der Schulter rechts nach Supraspinatussehnennaht und
Acromioplastik, eine beginnende Coxarthrose links, Handgelenksbeschwerden rechts
unklarer Genese sowie einen Status nach Myokardinfarkt. Er kam zum Schluss, dass
sich die festgestellten Einschränkungen mit jenen der SUVA weitgehend deckten und
einen Einsatz als Maurer nicht mehr zuliessen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der
ausgeprägten Gonarthrose links ergebe sich adaptiert nur eine sitzende Tätigkeit,
wobei die Einschränkung beim Lasten heben bestehen bleibe. Zudem sei zu
berücksichtigen, dass ein Knie mit einer solchen Arthrose in immobilisiertem Zustand
rasch Schmerzen bereite, sodass die Gelenke wiederholt unbelastet durchbewegt
werden müssten. Durch diese häufigen Positionswechsel ergebe sich eine zeitliche
Reduktion von 20 %. Therapeutisch könne an der Schulter keine nachhaltige
Besserung mehr erzielt werden. Eventuell sei mittelfristig die Durchführung von
Injektionen nötig, allenfalls unter Wiederholung der Erweiterung des
Subacromialraumes. An den Knien sei mittelfristig die Implantation von
Knietotalprothesen nötig. Auch nach Durchführung dieser Eingriffe könne ein Einsatz
als Maurer nicht mehr erwartet werden. Prognostisch sei sicher mit einer
Verschlechterung zu rechnen (act. G 6.1/ 29.7 f.).
A.e Mit Vorbescheiden vom 28. und 29. November 2007 wurde dem Versicherten
mitgeteilt, dass weder Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Rente
bestehe. Er sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig, woraus ein
Invaliditätsgrad von 32 % resultiere. Zudem verfüge er nicht über die schulisch-
beruflichen und persönlichen Ressourcen für eine Umschulung. Der Versicherte sei
beruflich für eine Hilfsarbeitertätigkeit zu qualifizieren (act. G 6.1/13, 15 und 20).
A.f Nach unbenütztem Ablauf der Einwandfrist verfügte die IV-Stelle am 28. und
29. Januar 2008 im angekündigten Sinn (act. G 6.1/10 - 11).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 29.
Februar 2008 mit den Anträgen, die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben, es
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seien nochmals medizinische Abklärungen einzuleiten, es seien berufliche
Massnahmen anzuordnen und es sei nach erfolgter Abklärung eine Rente zu verfügen.
Begründet wird die Beschwerde im Wesentlichen damit, dass noch kein medizinischer
Endzustand vorliege, weshalb das Verfahren nicht abgeschlossen werden könne. Dem
Beschwerdeführer sei nun am linken Knie ein künstliches Gelenk eingesetzt worden.
Das rechte Knie werde später operiert, wobei auch dort ein künstliches Gelenk
eingesetzt werden soll. Als Folge des Schongangs hätten sich auch in den Hüften
Probleme ergeben. Auch die sturzbedingten Schulterbeschwerden seien nach wie vor
vorhanden, welcher Problematik zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Der
Beschwerdeführer sei auch in der Werkstätte E._ "getestet" worden, wobei sich ein
maximaler Leistungsgrad von 50 % ergeben habe (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2008 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung wird vorgebracht, bereits zum Zeitpunkt der
Untersuchung sei absehbar gewesen, dass sich der Beschwerdeführer an den Knien
werde operieren lassen müssen. Bis zum relevanten Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung sei noch kein Eingriff erfolgt, so dass eine allfällige und wahrscheinlich
ohnehin nur vorübergehende Verschlechterung hier nicht zu berücksichtigen sei. Auf
das Ergebnis der Evaluation bei der Werkstätte E._ könne nicht abgestellt werden. Es
könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer dort vorwiegend
sitzende und damit adaptierte Tätigkeiten ausgeübt habe. Zudem sei es am Arzt, die
Arbeitsfähigkeit festzulegen. Betreffend Arbeitsvermittlung sei festzuhalten, dass die
gesundheitliche Beeinträchtigung den Beschwerdeführer nicht bei der Arbeitssuche
behindere (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 25. Juni 2008 reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
weitere Unterlagen betreffend den erfolgten Eingriff am linken Knie ein (Einsatz
künstliches Kniegelenk). Zufolge dieses Eingriffs wie auch der sonst schon
vorhandenen Beschwerden sei der Beschwerdeführer nach wie vor zu 100 %
arbeitsunfähig. Sobald das linke Knie abgeheilt sei, müsse sodann das rechte Knie
operiert werden, wobei auch hier der Einsatz einer Totalprothese erforderlich sei (act. G
8).
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B.d Mit Duplik vom 7. Juli 2008 weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die neu
vorgebrachten Tatsachen den Zeitraum nach Verfügungserlass beträfen und daher für
das vorliegende Verfahren nicht relevant seien (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 aIVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar
bedrohte versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die
Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und
Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b aIVG). Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine
Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise weder eine Verletzung der Untersuchungsmaxime noch eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit
Hinweisen).
3.
3.1 Vorliegend ist umstritten, ob bezüglich der Knie- und Hüftproblematik ein stabiler
Gesundheitszustand vorliegt und ob diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen
sind. Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, seine Schulterproblematik sei
bisher zu wenig berücksichtigt worden. Mithin könnten die erwerblichen
Einschränkungen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt werden.
Unbestritten ist dagegen, dass der Beschwerdeführer nicht mehr als Bauarbeiter tätig
sein kann.
3.2 In seinem Gutachten vom 15. März 2007 ging Dr. D._ davon aus, dass sich die
von ihm festgestellten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit weitgehend mit den von
der SUVA formulierten Einschränkungen deckten. Diese sah in der ärztlichen
Abschlussuntersuchung vom 1. Dezember 2006 eine wechselbelastende Tätigkeit vor
mit der Möglichkeit, das rechte Knie gelegentlich durch sitzende Beschäftigung (im
zeitlichen Umfang von einem Viertel bis zu einem Drittel) zu entlasten. Im Weiteren
sollten keine längerdauernden oder repetitiven Arbeiten in ungünstiger Körperhaltung
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wie kniend und in der Hocke durchgeführt werden und keine solchen, die das Tragen
oder Heben schwerer Gewichte über 20 kg beinhalteten (act. G 6.2). Zusätzlich
berücksichtigte Dr. D._ die (unfallfremden) Beschwerden im linken Knie, woraus sich
eine sitzende Tätigkeit ergebe, mit der Möglichkeit, die Gelenke wiederholt im
unbelasteten Zustand durchzubewegen. Die Gewichtslimite bleibe bestehen.
Wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren geltend
macht, wurde mittlerweile das linke Knie operiert. Dazu reichte er mit der Replik vom
25. Juni 2008 weitere Unterlagen ein. Daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer
vom 28. Februar bis 22. März 2008 im Spital C._ hospitalisiert war und am 29.
Februar 2008 eine Knie-Totalprothese links erhielt (act. G 8.2). Vom 25. März bis 5.
April 2008 war er sodann in der Z._ zur Rehabilitation hospitalisiert. Als weiteres
Prozedere war eine klinische und radiologische Kontrolle sechs Wochen postoperativ
vorgesehen (act. G 8.2 und 8.3). Mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass
der arthritische Zustand an den Knie- und Hüftgelenken bereits zum Zeitpunkt der
Untersuchung durch Dr. D._ bestanden hatte und schon damals der Einsatz von
Knietotalprothesen absehbar war. Der Gutachter hielt dafür, dass solche Prothesen die
Einsatzfähigkeit als Maurer nicht wieder herstellen könnten. Er sagte ferner nicht, dass
durch einen solchen Eingriff die von ihm festgelegte Einschränkung von 20 % für
adaptierte Tätigkeiten noch verstärkt werden könnte (act. G 6.1/29.7 f.). Nachdem der
Zweck der Knieprothesen gerade darin besteht, den arthritischen Zustand zu beenden
und die Funktionsfähigkeit der Kniegelenke wieder zu verbessern, war eine solche
Aussage auch nicht zu erwarten. Der Beschwerdeführer führt denn auch nirgends aus,
inwiefern die künstlichen Kniegelenke seine ohnehin sitzende Tätigkeit weiter hätten
einschränken sollen. Im Weiteren ergibt sich weder aus dem Bericht des Spitals C._
an den behandelnden Arzt noch aus dem Kurzbericht der Klinik Wald vom 5. April
2008, dass der postoperative Verlauf der Wundheilung nicht programmgemäss
vonstatten gegangen wäre (act. G 8.2 und 8.3). Zwar beschreibt Dr. H._, Orthopädie
FMH, Spital C._, in seinem Schreiben vom 20. Juni 2008 zu Handen des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers nun eine ausgeprägte Coxarthrose sowie eine
Arthrofibrose am operierten linken Knie mit deutlicher Bewegungseinschränkung.
Indessen bezieht sich auch die von Dr. H._ festgestellte vollständige
Arbeitsunfähigkeit auf den momentanen Zustand (mit noch präoperativem Zustand am
rechten Knie) und beinhaltet keine Aussage über zukünftig noch mögliche Tätigkeiten
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(act. G 8.1). Mit der Beschwerdegegnerin ist somit festzustellen, dass im
Verfügungszeitpunkt ein Endzustand der Gonarthrose erreicht war, der nur noch mittels
Prothesen zu verbessern war. Sollte sich auf Grund der nach Verfügungserlass
durchgeführten bzw. vorgesehenen Operationen eine programmwidrige dauerhafte
Verschlechterung des Gesundheitszustands einstellen, kann dies vorliegend nicht
berücksichtigt werden (vgl. Erw. 1). Vielmehr wäre dies im Rahmen einer
Neuanmeldung zu beurteilen.
3.3 In Bezug auf die Schulterproblematik ist ebenfalls von einem stabilen Zustand
auszugehen. So musste der Beschwerdeführer nach einem Sturz am 29. Mai 2005 am
8. November 2005 im Spital C._ eine Naht der Supraspinatussehne rechts mit
vorderer Acromioplastik durchführen lassen. Vom 30. Januar bis 4. Februar 2006
erfolgte infolge Gelenkeinsteifung eine Mobilisation der rechten Schulter, wobei der
Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden konnte.
Am 1. April 2006 war die Behandlung abgeschlossen und ab diesem Zeitpunkt wurde
dem Beschwerdeführer vom behandelnden Arzt für eine leichte bis höchstens
mittelschwere Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert (act. G 6.2). In
seinem Bericht vom 19. Mai 2006 formulierte der SUVA-Kreisarzt betreffend die
Schulter folgende Einschränkungen: keine Überkopfarbeiten, Limite für regelmässiges
Heben von Gewichten von max. 10 kg, sporadisch max. 15 kg bis Hüfthöhe, keine weit
ausreichenden repetitiven Bewegungen des rechten Arms, keine Impulsbelastungen
des Schultergelenks. In seiner Abschlussuntersuchung vom 1. Dezember 2006 be
stätigte er diese Beurteilung (act. G 6.2).
In Übereinstimmung dazu ging auch der Gutachter davon aus, dass von Seiten der
Schulter eine (nicht näher spezifizierte) erhebliche Einschränkung bestehen bleibe und
dass vielleicht mittelfristig die Durchführung von Injektionen, allenfalls auch eine
Wiederholung der Erweiterung des Subacromialraumes nötig sei. Ebenso übernahm er
die für einen Arbeitsplatz geltenden Einschränkungen und ergänzte sie lediglich um die
das linke Knie betreffende (von der SUVA nicht zu berücksichtigende) Einschränkung
durch die Gonarthrose (act. G 6.1/29.7 f.). Tätigkeiten, bei denen die durch den SUVA-
Kreisarzt beschriebenen Bewegungsabläufe nicht vorkommen, sind (offenbar) nicht
beeinträchtigt. Somit erklärt sich auch, dass der Gutachter einzig die Kniebeschwerden
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als limitierend ansah. Der Beschwerdeführer selber bringt denn gegen diese
Einschätzung ebenfalls keine konkreten Einwände vor.
3.4 Schliesslich ist unbestritten, dass sich der Status nach Myokardinfarkt in einer
adaptierten Tätigkeit nicht limitierend auswirkt. So konnten auch anlässlich der
jüngsten Untersuchung vom 27. Mai 2008 (Myokardperfusions-SPECT unter Belastung
und EKG-getriggert in Ruhe), welche im Anschluss an die Knieoperation durchgeführt
worden war, ein Verdacht auf eine Myokardischämie ausgeräumt werden (act. G 8.4).
3.5 Zusammenfassend ist auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens
abzustellen. Danach ergibt sich eine Einschränkung von 20 % in einer adaptierten
Tätigkeit. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ging die Beschwerdegegnerin für
das Jahr 2006 von einem Valideneinkommen von Fr. 62'803.-- (Bauarbeiter mit
Fachkenntnissen) aus. Dies entspricht dem versicherten Verdienst gemäss SUVA-
Verfügung vom 6. März 2007 und blieb unbestritten. Beim Invalideneinkommen ging sie
nach ihren Angaben vom Tabellenlohn LSE 2006, Ostschweiz, Privater Sektor, Niveau
4 aus (Fr. 59'028.--). Zusätzlich berücksichtigte sie einen Leidensabzug von 10 %, so
dass ein Invalideneinkommen von Fr. 42'500.-- resultierte (act. G 6.1/16). Zwar ist
gemäss bundesgerichtlicher Praxis auf die gesamtschweizerische Tabelle TA1 der
Lohnstrukturerhebung abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2007 [I
962/06], E. 3.4.2, mit Hinweis). Aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von
41,7 Wochenstunden im Jahr 2006 ergibt sich aber das praktisch identische
Einkommen von Fr. 59'197.-- (IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2008, Anhang 2). Selbst bei einem Leidensabzug von 15 % ergibt sich somit kein
Invaliditätsgrad von mindestens 40 %, sondern lediglich von 36 % (Fr. 59'197.-- X 0,8
X 0,85 : Fr. 62'803.-- = 64% Erwerbsfähigkeit).
3.6 Was die beruflichen Massnahmen anbelangt, so sind diese von Gesetzes wegen
nicht an einen bestimmten Invaliditätsgrad gebunden. Die Rechtsprechung bejaht
einen entsprechenden Anspruch in der Regel ab einer Invalidität von mindestens 20 %,
doch handelt es sich dabei nicht um eine starre Grenze. Bei Vorliegen besonderer
Umstände kann im Einzelfall auch bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 20% ein
Anspruch auf berufliche Massnahmen bejaht werden (vgl. BGE 127 V 133 f. E. 4 b/ff
und gg, mit Hinweisen).
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Vorliegend ging die Beschwerdegegnerin von einem Invaliditätsgrad von 32 % aus,
womit der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen hat. Die Beschwerdegegnerin liess denn auch den
Beschwerdeführer von der Eingliederungsberaterin und dem Berufsberater abklären.
Obwohl der Beschwerdeführer an seiner letzten Arbeitsstelle auch Fachfunktionen als
Maurer und Kranführer ausübte, erfolgte die Einstufung als Hilfsarbeiter, da er keinen
für die Schweiz gültigen Ausbildungsnachweis besitzt (vgl. act. G 6.1/21 und act. G
6.2). Der Berufsberater der IV stufte den Beschwerdeführer auf Grund der ausgeübten
Tätigkeit und der fehlenden schulisch-beruflichen Ressourcen ebenfalls als
Hilfsarbeiter ein. Eine Umschulung sei nicht möglich. Angesichts der Tatsache, dass
der Beschwerdeführer zur Stellenvermittlung beim RAV gemeldet war, liess der
Berufsberater die Frage offen, ob allenfalls eine erneute Stellenvermittlung durch die IV
zu prüfen sei. In Absprache mit der Eingliederungsberaterin wurde der Fall ohne
weitere Massnahme abgeschlossen (act. G 6.1/20). Eine Begründung für diesen
Entscheid ist in den Akten nicht ersichtlich. Es ist aber anzunehmen, dass die IV
Kenntnis von der laufenden Abklärung in der Arbeitslosenversicherung hatte und
keinen eigenen Handlungsbedarf mehr sah. Wie aus dem Bericht der Werkstätte E._
vom 10. Januar 2008 hervorgeht, absolvierte der Beschwerdeführer ab 6. November
2007 während acht Wochen ein Einsatzprogramm zur Abklärung der konkreten
Einsatzmöglichkeiten. Dabei zeigte sich, dass dem Beschwerdeführer grobmanuelle
Tätigkeiten liegen. So war er an dieser Stelle mit der Demontage grösserer
Komponenten mit bis zu 12 kg Gewicht beschäftigt. Dabei erwiesen sich jedoch
gerade die geltend gemachten Knie- und Schulterbeschwerden als limitierend, indem
ihm das Tragen dieser Gewichte oder der Umgang mit dem Akku- und pneumatischen
Schrauber Mühe bereiteten, so dass er durchschnittlich nur einen Leistungsgrad von
40 % erreichte. Die Werkstätte E._ empfahl, nach Abschluss der anstehenden
Knieoperation ein Arbeitstraining mit zeitlichem Pensum von 100 % mit dem Ziel, den
Leistungsgrad auf 50% zu steigern (act. G 1.4). Diese Evaluation ist insoweit nicht
massgebend, als die Tätigkeit im Einsatzprogramm kaum als optimal adaptiert
angesehen werden kann, wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu
Recht festhält.
Im vorliegenden Verfahren beantragt der Beschwerdeführer, es seien berufliche
Massnahmen anzuordnen, ohne die Art der gewünschten Massnahme näher zu
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spezifieren oder den Anspruch näher zu begründen. Er rügt auch nicht, dass die
Abklärungen durch die Eingliederungsberaterin und den Berufsberater bis
Verfügungserlass ungenügend gewesen wären. Davon kann auch nicht ausgegangen
werden. Einerseits absolvierte der Beschwerdeführer damals ein Einsatzprogramm zur
Abklärung der Einsatzmöglichkeiten und anderseits stand anfangs 2008 eine
Knieoperation im Vordergrund. Von daher lässt sich die verfügte Abweisung der
beruflichen Massnahmen im Ergebnis nicht beanstanden. Dem Beschwerdeführer steht
aber offen, sich erneut bei der IV für beruflichen Massnahmen zu melden, sobald er
objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin kann nicht ohne weiteres gesagt werden, der Beschwerdeführer
sei bei der Arbeitssuche nicht behindert. Gesundheitliche Schwierigkeiten bei der
Stellensuche können auch darin liegen, dass an den Arbeitsplatz besondere
Anforderungen zu stellen sind, wie z.B. Toleranz des Arbeitgebers gegenüber
invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen (vgl. Urteil Versicherungsgericht vom 18.
Oktober 2007 i.S. C., IV 2007/201). Die gemäss Gutachten adaptierte, sitzende
Tätigkeit verlangt, dass der Beschwerdeführer vermehrte Pausen benötigt zur
Auflockerung der Kniegelenke. Von daher fällt die Arbeitsvermittlung durchaus in
Betracht. Daneben wären allenfalls die Gewährung von Einarbeitungszuschüssen nach
Art. 18a IVG (in Kraft seit 1.1.2008), oder eine berufliche Abklärung hinsichtlich einer
adaptierten Tätigkeit bzw. Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit in der freien Wirtschaft zu
prüfen.
3.7 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das
Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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