Decision ID: 5aae5686-ee11-5ffb-a9cc-7e7deea930f7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1969, Mutter von vier Kindern (geboren 1991, 1994, 2010 und 2012) meldete sich am 22. Januar 2013 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine paranoide Schizophrenie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die
IV-Stelle holte den Bericht von Dr. med. Z._, FMH Gynä
kologie und Geburtshilfe, vom 12. März 2013 (Urk. 7/7) und den Bericht von Dr. med. A._, FMH Allgemeinmedizin, vom 12. November 2013 (Urk. 7/11) ein.
Mit Schreiben vom 2
0.
November 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr Gesundheitszustand mit einer regelmässigen psychiatrisch
en
/psychotherapeutischen
Behandlung
während mindestens sechs Monaten wesent
lich verbessert werden könne.
Im Rahmen ihrer Mit
wirkungspflicht (bzw. Schadenminderungspflicht) habe sie bis am 3
1.
Dezember 2013 mitzuteilen, bei welchem Arzt oder welcher Ärz
-
tin sie diese Massnahme durchführen werde (Urk. 7/12).
Am 11. Dezember 2013 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie sich bei med. pract. B._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung begeben werde (Urk. 7/15). In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht von med. pract. B._ vom 23. Februar 2015 (Urk. 7/26) ein.
Daraufhin beauftragte sie
ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
-
fähig
keit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 1
0.
Juli 2015, Urk. 7/39).
Am 30. Dezember 2015 erstattete
Dr. med. C._, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, im Auftrag der IV-Stelle ein Gutachten (Urk. 7/35). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 12. Januar 2016, Urk. 7/36, und Einwand vom 27. Januar 2016, Urk. 7/37) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 24. Februar 2016 (Urk. 2) einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 7. April 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr – nach Einholung eines Gerichtsgutachtens und unter Berücksichtigung der allgemeinen Methode – eine Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Die Beschwerde
gegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 11. Mai 2016 ange
zeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese
hen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belas
tenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andau
ernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleich
baren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belas
tungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psy
chische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinrei
chende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisie
render psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_73
0/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invaliditä
t für diese Tätigkeit nach Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali
ditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbs
bereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1
.6
Ob eine versicherte Person als ganztägig, zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen tun würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind die konkrete Situation und die Vor
bringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenser
fahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesund
heitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 334 E. 3.2, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV) sind die persönlichen, famili
ären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erzie
hungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die berufli
chen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). Bei der Beantwortung der sogenannten Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichti
gen muss. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisfüh
rung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.7
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes bzw. Gutachtens ist entscheidend, ob der Bericht bzw. das Gutachten für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege
ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist in erster Linie, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin aufgrund psychosozialer und soziokultureller Belastungsfaktoren entstanden seien und nach Wegfallen dieser Faktoren wieder die frühere Belastbarkeit zu erwarten sei. Gemäss ihren Abklärungen würde die Beschwerdeführerin heute bei guter Gesundheit einer Erwerbstätigkeit in einem 50%-Pensum nachgehen. Die restlichen 50 % würden in den Haushaltsbereich fallen. Gemäss den medizinischen Abklä
rungen sei sie in diesem Ausmass voll arbeitsfähig. Es liege kein invalidisie
render Gesundheitsschaden vor (Urk. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass sie von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht als im Gesundheitsfall zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Haushaltsbereich tätig eingestuft worden sei. Sie sei als ganztägig erwerbstätig zu qualifizieren. Auf das psychiatrische Gutachten von Dr. C._ könne sodann nicht abgestellt werden, da es unvollständig und in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge nicht schlüssig sei. Es sei daher ein gerichtliches Obergutachten einzuholen und ihr hernach eine Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 6 ff.).
3.
3.1
Dr. A._ stellte im Bericht vom 12. November 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/11/1):
(1)
eine wahnhafte Störung, bestehend seit 2006
-
Exazerbation bei psychosozialer Belastungssituation oder Geburten, beste
-
hend seit 2008
-
misstrauisch
-
Aggressivität
(2)
ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom, bestehend seit 2009
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er (Urk. 7/11/1)
:
(1)
ein metabolisches Syndrom
-
Diabetes mellitus Typ 2, bestehend seit 2008
(2)
eine arterielle Hypertonie
, bestehend seit 2007
Dr. A._ erklärte, dass die Beschwerdeführerin als Fabrikarbeiterin seit dem 11. Februar 2008 und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihr nicht möglich. Die Haushaltsarbei
ten könne sie nicht erledigen. Sie habe Hilfe vom Ehemann (Urk. 7/11/2-3).
3.2
Med. pract. B._ führte im Bericht vom 23. Februar 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine mittelgradige bis schwere depressive Störung, mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.2), (2) eine vordiagnostizierte wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0; Differentialdiagnose) und (3) eine dekompensierte Persönlichkeit mit emotional instabilen Anteilen an. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (1) ein metabolisches Syndrom, (2) ein Diabetes mellitus Typ 2 und (3) eine arterielle Hypertonie. Med. pract. B._ gab an, dass aus rein psychiatri
scher Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Urk. 7/26/7-8).
3.3
Der
Abklärungsdienst
der Beschwerdegegnerin errechnete im Bericht vom 10. Juli 2015 im Zeitraum 2009 bis November 2013 eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt von 1,75 %. Von Dezember 2013 bis auf Weiteres sei eine Einschränkung im Haushaltsbereich von 2,15 % gegeben (Urk. 7/39/9).
3.4
Dr. C._ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 30. Dezember 2015 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine isolierte wahnhafte Störung im Sinne eines Eifersuchtswahns (ICD-10 F22.0), weitestgehend remittiert unter Medikation. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit nannte er keine (Urk. 7/35/20). Gemäss dem ihm vorliegenden Fest
stellungsblatt der IV sei die Beschwerdeführerin als zu 50 % im Bereich Haushalt sowie zu 50 % in einer Hilfsarbeit tätig einzustufen. Für dieses Anforderungsprofil bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/35/26).
4.
4.1
Umstritten ist zunächst die
sogenannte
Statusfrage
(vgl. E. 1.6)
.
Die Beschwer
degegnerin ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall bis November 2013 zu 100 % im Haushalts- bzw. Aufgaben
bereich tätig gewesen wäre und seit Dezember 2013 als zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Haushaltsbereich tätig einzustufen sei (Urk. 2 S. 2 und Urk. 7/40/6-7).
Der Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin begründete dies im Wesentli
chen damit, dass die Beschwerdeführerin
seit ihr
er Einreise in die Schweiz (im Jahr 1989) nur wenig
gearbeitet
habe,
zuletzt vor vielen Jahren. Aus diesem Grund könn
e deren Aussage, wonach sie sich vorstellen könne, bei Gesundheit im Ausmass von 50 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, nicht ein
fach so übernommen werden.
Es sei mit
überwiegen
der Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen
, dass die
Beschwerdeführerin auch bei Gesundheit zu 1
00
%
Hausfrau und Mutter gewesen wäre, a
ls ihr Ehe
mann noch zu Hause gewesen sei. Zu beachten sei
auch, dass die
Beschwer
deführerin 2010 und 2012 erneut Mutter geworden sei. Zudem habe sie einen
betreuung
sbedürftigen erwachsenen Sohn. Hingegen könne
aus finan
ziellen Gründen davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin
seit der Trennung und dem Auszug des Ehemannes
(im November/Dezember 2013)
einer Teil-Erwerbstätigkei
t nachgehen müsste. Deshalb könne
ab Deze
mber 2013 eine Qualifikation zu
50
%
im
Er
werbs- und zu 50 % im Haushaltsbereich anerkannt werden (Urk. 7/39/4).
4.2
4.2.1
Diese Ausführungen sind überzeugend. Wie aus dem Auszug aus dem individu
ellen Konto vom 20. März 2013 ersichtlich ist (Urk. 7/6), war die Beschwerdeführerin, die im August 1989 in die Schweiz einreiste (Urk. 7/3/1), lediglich in den Jahren 1990, 1991, 1992 und 2006 kurzzeitig erwerbstätig. Ihr zweiter Ehemann, den sie im Februar 2006 heiratete (Urk. 7/4/4), war demgegenüber offenbar seit langem in einem 100%-Pen
sum beim D._ tätig (vgl. Urk. 7/39/3).
Das Ehepaar hatte sich also auf eine „traditionelle“ Rollenteilung verständigt. Die Beschwerdeführerin kümmerte sich um die beiden gemeinsamen Kinder, ihren betreuungsbedürftigen erwachsenen Sohn aus erster Ehe, der unter einem Entwicklungsrückstand und einer zerebralen Bewegungsstörung leidet (Urk. 7/39/4), und um den Haushalt, und ihr Ehemann ging einer Erwerbstätigkeit nach. Im Rahmen der Haushaltabklärung vom 7. Juli 2015, das heisst nach der Trennung und dem Auszug ihres zweiten Ehemannes im November/Dezember 2013, gab die Beschwerdeführerin sodann selbst an, dass sie sich vorstellen könne, bei Gesundheit im Ausmass von 50 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachzugehen. In einem höheren Pensum als 50 % würde sie wegen der Kin
der nicht arbeiten wollen (Urk. 7/39/3). Dieser sogenannten „Aussage der ersten Stunde“, auf welche die Beschwerdegegnerin für die Zeit ab Dezember 2013 abstellte, kommt einerseits
praxisgemäss in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zu als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis). Andererseits erscheint die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qua
lifikation für die Zeit ab Dezember 2013 aber auch deshalb plausibel, weil sich auch nach der Trennung vom Ehemann nach wie vor in erster Linie die Beschwerdeführerin um die gemeinsamen Kinder kümmerte, währenddessen der Vater diese ein bis zwei Mal wöchentlich besuchte (Urk. 7/39/9).
4.2.2
Beschwerdeweise wurde geltend gemacht, dass es im Falle einer Sozialhilfeab
hängigkeit nicht im freien Belieben der betreffenden Person stehe, ob, wann und in welchem Umfang sie als Gesunde neben ihren ande
ren Verpflichtungen einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde bzw. müsste (Urk. 1 S. 9). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass bei der Beantwor
tung der Statusfrage einzig massgebend ist, was die versicherte Person - tatsächlich - tun würde,
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde
(vgl. E. 1.6)
.
Im Übrigen ist nicht anzunehmen,
d
ass von einer sozi
alhilfeabhängigen Mutter, deren im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 24. Februar 2016 drei- bzw. sechsjährige Kinder offenbar fast die ganze Woche unter mütterlicher Obhut stehen, gestützt auf sozial
rechtliche Bestimmungen verlangt werden könnte, ein Erwerbspensum von 50 % noch ausbauen zu müssen.
Betreffend die Anwendung der gemischten Methode an sich erhebt die Beschwerdeführerin keine Diskriminierungsrüge. Damit erübrigt sich eine Bezugnahme auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschen
rechte in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09) vom
2.
Februar 2016 (
Urteil
des Bundesgerichtes
8C_762/2016 vom 1
8.
Januar 2017
E. 5.2
mit Hinweis).
4.3
Unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Umstände und nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung sind die von der Beschwerdegegnerin vor
genommenen Qualifikationen, wonach
die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall bis November 2013 als zu 100 % im Haushaltsbereich und ab Dezember 2013 als zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Haushaltsbereich tätig einzustufen sei, somit nicht zu beanstanden.
5.
5.1
In medizinischer Hinsicht stützte sich
die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung (Urk. 2) auf das psychiatrische Gutachten von Dr. C._ vom 30. Dezember 2015 (Urk. 7/35).
5.2
Das Gutachten von
Dr. C._
basiert auf der erforderlichen fachärztlich-psy
chiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis der und Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben.
Dr. C._
hat detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Zudem hat er die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Das Gutachten von
Dr. C._
erfüllt demnach grundsätzlich die rechtspre
chungsgemässen Anforderungen an
eine
beweiskräftige ärztliche E
ntschei
dungsgrundlage (vgl. E. 1.8
).
5.3
5.3.1
In der zusammenfassenden Beurteilung (Urk. 7/35/18-20) erklärte Dr. C._, dass sich bei der Beschwerdeführerin i
m psychopathologischen Befund eine leicht gedrückte Stimmung mit reduzierter Schwingungsfähigkeit zum posi
tiven Pol sowie eine etwas reduzierte Psychomotorik und Gestik
zeigen wür
den. Eigenanamnestisch bestünden
eine Grübelneigung,
eine
leichtere Freudminderung, Ein-
und Durchschlafstörungen sowie leichtere Ängste.
Es
sei somit
derzeit ein leichtes depressives Syndrom
festzustellen
. Anhand der Akten
lage und der Eigenanamnese lasse
sich
sodann die Diagnose einer Psy
cho
se stellen. Im Vordergrund stehe
dabei ein
Eifersuchtswahn, so dass dif
ferential
diagnostisch an eine
wahnhafte Störung (
ICD-10
F22) zu denken
sei.
Passend zur Diagnose einer i
solierten wahnhaften Störung sei
, dass der Inhalt des Wahns mit der Lebenssituation der
Beschwerdeführerin in Bezie
hung stehe. Dies sei vorliegend insofern der Fall gewesen, als
die
Beschwer
deführerin mit ihrem Ehemann
während ein
es Urlaubs in der Türkei erfahren habe
, dass dieser früher eine Beziehu
ng mit seiner Cousine unterhalten habe und eine Heirat geplant gewesen sei. Dies habe die Eifersucht der Beschwer
deführerin ausgelöst, wenn deren
Ausgestaltung
auch deutlich über
norm
wertig
gewesen sei (gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei es unter anderem zu Handgreiflichkeiten gekommen; sie selber habe ihren Kopf „hysterisch“ gegen die Wand geschlagen und werde seitdem von der Familie als verrückt angesehen; vgl. Urk. 7/35/5).
Vonseiten der Vorbehandler, dem Allgemeinarzt Dr. A._ und dem Psychiater B._, sei
ebenfalls di
e Diag
nose einer wahnhaften Störung gestellt worden
, aufgrund der Fokussierung der
Symptomatik auf den Eifersuchtswa
hn.
Die Ärzte der Psychiatrischen F._ hätten
in der Z
eit von 2010 bis 2013 (richtig wohl: bis August 2011, Urk. 7/11/1) keine kla
re diagnostische Zuordnung treffen
können, hätten
das
Vorliegen einer wahnhaften Stö
rung
jedoch
für möglich
gehalten.
In d
er gutachterlichen Abwägung sei
anhand der Eigen
angaben der
Beschwerdeführerin und
der Aktenlage die Diagnose einer iso
lierten wahnhaften Störung (ICD-10 F22.0) überwiegend wahrscheinlich.
D
ie leicht ausgeprägte depressive Symptomatik, die ak
tuell nicht im Vordergrund stehe
und anhand der Aktenlage auch in der Vergangenheit nicht im Vor
dergrund
gestanden sei
,
sei
unter die wahnhafte Störung zu
subsumieren.
Im Weiteren wies Dr. C._ darauf hin, dass
mehrere invaliditätsfremde Faktoren vor
liegen würden
. Zum einen
verfüge die Beschwerdeführerin über
ein niedriges Bildungsniveau mit nach Eigenan
gaben nur 5 Jahren Grund
schule und
eine geringe Sprachkompetenz
. Sie spreche kaum Deutsch. Zum anderen sei die Beschwerdeführerin
in ihrem Leben fast noch nie einer E
rwerbstätigkeit nachgegangen
.
In soziokultureller Hinsicht komme hinzu, dass sie
als geschiedene, dann wiederverheiratete und jetzt erneut in Schei
dung lebende Frau von ihrem sozialen Umfeld, einschl
iesslich ihrer Ursprungsfamilie,
sehr sta
rk kritisiert und abgelehnt werde. Von ihrer Fami
lie werde sie auch nicht mehr unterstützt (Urk. 7/35/21).
Die geltend ge
machte Arbeitsunfähigkeit bilde
sich
nicht in allen vergleich
ba
ren Lebens
bereichen ab. So führe
die
Beschwerdeführerin weiterhin einen Haus
halt mit zwei kleinen
Kindern und erledige nach Eigenangaben
alle dafür notwendi
gen Hau
shaltstätigkeiten. Sie wecke die
Kinder,
bereite das
Frühstück
zu, bringe die Kinder in den Kindergarten/-hort
,
bereite weitere
Mahlzeiten
zu
,
verrichte
Hausarbeiten wie Putzen, Waschen, Staubsaugen
und
Essen
kochen. Weiter habe sie berichtet
, dass sie die Kinder auch zum Spielplatz
begleite, selber mit ihnen spiele und ihnen
abends
vorlese.
Ferner habe sie
über keine Einschränkungen in ihren Freizeit- und sozialen Aktivitäten
berichtet. Sie verfüge über einen Freundeskreis aus mehreren Freun
dinnen, mit denen sie sich rege
lmässig treffe und gut verstehe. Anhand der Eigen
anamnese und der Aktenlage gebe es ausserdem keinen Hinweis darauf, dass sich das Aktivitätenniveau vor und nach Eintritt der Gesundheitsschädigung wesentlich geändert habe (Urk. 7/35/25-26).
5.3.2
Dr. C._ kam zum Schluss, dass für das Anforderungsprofil der Beschwerde
führerin – 50 % im Bereich Haushalt und 50 % in einer Hilfstä
tigkeit – eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
5.4
5.4.1
Diese Einschätzungen von Dr. C._ sind angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen nachvollziehbar, wobei Dr. C._ zu Recht auch auf die multiplen psychosozialen und soziokulturellen Belas
tungsfaktoren (niedriges Bildungsniveau, mangelnde Deutschkenntnisse, Ehekrise und Trennung vom Ehemann, familiäre Isolation) hinwies, welche für sich allein genommen nicht invalidisierend sind und beim vorliegenden Beschwerdebild eine massgebliche Rolle spielen (vgl. E. 1.3).
5.4.2
Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach der psychopathologische Befund von Dr. C._ aufgrund sprachlicher Probleme nicht richtig erhoben worden sei (Urk. 1 S. 6 f.), vermag nicht zu überzeugen. Dr. C._ bemerkte zwar, dass die Erhebung der psychopathologischen Symptomatik trotz der anwesenden (türkischsprachigen) Dolmetscherin schwierig gewesen sei (Urk. 7/35/7). Die Erhebung der psychopathologischen Symptomatik war aber offensichtlich nicht unmöglich, was sich etwa auch aus den ausführli
chen Darstellungen der psychischen Befunde und der psychiatrischen Anam
nese ergibt (Urk. 7/35/6-18).
5.4.3
Was die therapeutischen Massnahmen anbelangt, ist dem Gutachten von Dr. C._ zu entnehmen (Urk. 7/35/24), dass die Beschwerdeführerin medi
kamentös bislang „lege artis“ behandelt worden sei (vgl. dazu auch die detaillierten Angaben zur früheren und aktuellen Medikation; Urk. 7/35/5 und Urk. 7/35/15) und dass aus fachpsychiatrischer Sicht nun eine stö
rungsspezifische ärztliche Psychotherapie mit einer Behandlungsfrequenz einmal pro Woche und üblicher Dauer indiziert sei. Entgegen den Darlegun
gen in der Beschwerde (Urk. 1 S. 7) war es sodann die Beschwerdeführerin selbst, die zu den Therapiebemühungen (im Zeitpunkt der Begutachtung) widersprüchliche Angaben machte. So erklärte sie zunächst, dass ihr Haus
arzt Dr. O._ sei und dass sie einmal pro Monat einen Termin bei med. pract. B._ habe, ca. eine halbe Stunde (Urk. 7/35/15-16; med. pract. B._ sprach im Bericht vom 23. Februar 2015 von einer psychotherapeu
tischen Behandlung alle zwei bis vier Wochen; Urk. 7/26/8). In der Folge gab die Beschwerdeführerin jedoch an, dass aktuell keine Psychotherapie durch
geführt werde und dass sie auch noch nie psychotherapeutisch behandelt worden sei (Urk. 7/35/16). Angesichts dieser Aussage ist denn auch der Hin
weis von Dr. C._, wonach – grundsätzlich - grosse Schwierigkeiten bestünden, einen mutter- bzw. türkischsprachigen Therapeuten zu finden (Urk. 7/35/24), verständlich. Dass Dr. C._ an anderer Stelle in seinem Gutachten auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin die therapeutischen Optionen vernachlässige, antwortete, sie nehme diese ausreichend in Anspruch (Urk. 7/35/26), ist schliesslich ebenfalls nachvollziehbar. Dr. C._ dürfte hiermit nämlich Bezug auf die ihr bis zum damaligen Zeit
punkt vorgeschlagenen bzw. angebotenen Therapieoptionen genommen haben.
5.4.4
Auch der Vorwurf der Beschwerdeführerin, Dr. C._ habe keine fremdanamnestischen Angaben eingeholt, obwohl dies bei einer wahnhaften Störung bedeutsam wäre (Urk. 1 S. 7), ist nicht stichhaltig.
Fremdanamnes
tische Abklärungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der psychiatrischen Begutachtung nicht unerlässlich. Eine Fremdanamnese kann zwar eine zentrale Erfahrungsquelle für den Arzt darstellen, allerdings muss sich der medizinische Sachverständige von entsprechenden Erhebun
gen einen wesentlichen Erfahrungsgewinn versprechen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_215/2012 vom 11. Juli 2012 E. 7.4, 9C_482/2010 vom
21. September 2010 E. 4.1 und I
58/06 vom 13. Juni 2006 E. 2.3). Es liegt also im Ermessen des begutachtenden Psychiaters, ob er es als notwendig erachtet, mit dem behandelnden Psychiater oder etwa Familienmitgliedern Kontakt aufzunehmen oder nicht.
Dr. C._ hatte vorliegend
jedoch
insbe
sondere bereits Kenntnis der Berichte der F._ vom 10. August 2011 (Urk. 7/11/5-8), von Dr. A._ vom 12. November 2013 (Urk. 7/11/1-4) und von med. pract. B._ vom 23. Februar 2015 (Urk. 7/26)
und setzte sich damit auch auseinander (
vgl. Urk. 7/35/18-20
). Es sind daher keine Gründe ersichtlich, die eine Fremdanamnese nahe gelegt hätten.
5.5
Die Berichte von Dr. A._ vom 12. November 2013 (Urk. 7/11/1-4) und von med. pract. B._ vom 23. Februar 2015 (Urk. 7/26) vermögen die Beurtei
lung von Dr. C._ im Übrigen nicht in Zweifel zu ziehen. Weder Dr. A._ noch med. pract. B._ haben nämlich nachvollziehbar begründet, weshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehen soll. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin – wie etwa auch aus dem Haushaltabklärungsbericht vom 10. Juli 2015 hervorgeht (Urk. 7/39) – in der Lage ist, ihren Haushalt weitestgehend alleine und selbständig zu führen und sich verantwortungsvoll um ihre beiden kleineren Kinder sowie auch um ihren betreuungsbedürftigen erwachsenen Sohn zu kümmern. Angesichts der von med. pract. B._ im Bericht vom 23. Februar 2015 unter anderem gestellten (gravierenden) Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Störung mit psychotischen Symptomen leuchtet zudem nicht ein, weshalb die Therapiesitzungen bei ihm lediglich (ambulant) alle zwei bis vier Wochen stattfanden (Urk. 7/26/8).
Schliesslich darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5.6
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten von Dr. C._ vom 30. Dezember 2015 abgestellt werden. Von der beantragten Einholung eines Gerichtsgutachtens (Urk. 1 S. 2) kann deshalb abgesehen werden.
6.
Die angefochtene Verfügung vom 2
4.
Februar 2016 (Urk. 2), mit der ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens verneint wurde, e
rweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausga
ng des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
7.2
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeich
net werden. Des Weiteren ist die
Beschwerdeführer
in bedürftig (Urk. 3
)
. Antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) ist ihr daher
die unentgeltliche Proze
ssführung zu bewilligen. Die der
Beschwerdeführer
in
auferlegten Gerichtskosten sind demnach
einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Kommt die Beschwerdeführer
in
künftig in günstige wirtschaf
tliche Verhält
nisse, so kann sie
das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unent
geltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht, GSVGer).