Decision ID: 139c9259-ba6b-46f0-9d92-38e5d81afad9
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 29. Oktober/16. November 2009 (IV-act. 1) zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. In der Anmeldung wurde angegeben, er habe
die Schule in seiner Heimat (B._) besucht und sei im Juni 2003 in die Schweiz
gekommen. Seit August 2005 sei er bei einem Bruttoeinkommen von Fr. 4'600.-- als
_ [ohne Ausbildung, vgl. IV-act. 11-1 und 16-6] angestellt. Nach einem Unfall vom
_. August 2009 leide er an grossen Einschränkungen der Arm- und Beinfunktionen,
habe aber im Verlauf der Rehabilitation schon grosse Fortschritte gemacht. Ziel sei es,
im Innenbereich (sc. wieder) Fussgänger werden zu können. Noch bis ca. Mitte
Dezember 2009 werde er in der Klinik C._ behandelt werden. Es wurde weiter
vermerkt, ein Gespräch mit dieser Klinik, der Suva und dem Arbeitgeber habe ergeben,
dass der Versicherte mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht wieder als _ werde
arbeiten können. Geplant sei ein Arbeitsversuch mit leichteren Arbeiten ab Januar 2010
mit einem Pensum von 30 %.
A.a.
Das Zentrum D._ an der Klinik C._ (Dr. med. D._, Allgemeine Innere Medizin
FMH) gab dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung am
18. November 2009 (IV-act. 7 und 11) an, der Versicherte leide an einer inkompletten
Tetraplegie sub C3 bei HWK 6-Kompressionsfraktur mit Status nach ventraler
Spondylodese HWK 5-7, Kraftverminderung und Störung der Feinmotorik in den
oberen Extremitäten und Kraftverminderung in den Beinen und Gangstörungen. Er
gehe noch an Gehhilfen. Der spastische rechte Fuss sei mit Schienen versorgt. Die
Einschränkungen der Arm- und Beinfunktionen seien noch beträchtlich und es müsse
mit Restschäden des Traumas gerechnet werden. Ob der sehr motivierte junge
Versicherte seine bisherige oder eine andere Tätigkeit im bisherigen Betrieb wieder
werde ausüben können, könne noch nicht beurteilt, müsse aber bezweifelt werden. -
Der Versicherte war noch in seiner Heimat operiert worden (vgl. IV-act. 16-39).
A.b.
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Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen teilte am 7. Januar
2010 (IV-act. 20) mit, die Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung würden
abgeklärt. - Die Klinik C._ ersuchte für den Versicherten am 2. März 2010 (IV-act. 22;
vgl. im Übrigen Austrittsbericht vom 25. Februar 2010, IV-act. 26) um eine berufliche
Abklärung, einen Arbeitsversuch, Stellenvermittlung, allenfalls einen PC-Kurs (für
Arbeiten in _lager). Der Versicherte leide unter anderem an feinmotorischen
Schwierigkeiten und seine Belastbarkeit sei noch äusserst eingeschränkt. Er ermüde
sehr rasch, leide gemäss Angaben des Psychologen und entsprechenden
Testergebnissen noch an Konzentrationsproblemen und sei leicht ablenkbar. Er sei der
typische Bauarbeiter, ersichtlich an Körperbau und Händen. Es handle sich um eine
sehr auf Arbeitsleistung fokussierte Familie. - Am 9. April 2010 wurde die
Arbeitgeberbescheinigung ausgestellt (IV-act. 28).
A.c.
Die Klinik C._ gab in einem Bericht vom 10. August 2010 (IV-act. 37) an, es
bestünden noch eine deutliche Gangataxie und eine Einschränkung der Handfunktion
beidseits bei Paresen der Fingerspreizung und -flexion, vor allem rechts. Für
wechselbelastende Tätigkeiten im Stehen und im Gehen, vorwiegend aber im Sitzen,
mit vermehrten Pausen, bei Gewichtsbeschränkung, ohne Arbeiten auf Leitern und
Gerüsten, ohne berufsmässiges Führen eines Fahrzeugs und ohne Arbeiten an Geräten
und Maschinen sei der Versicherte ganztägig arbeitsfähig. - Die Hausärztin des
Versicherten, Dr. med. F._, gab in ihrem Arztbericht (Eingangsdatum 23. August
2010, IV-act. 38) an, dem Versicherten seien Arbeiten teils im Sitzen, teils im Stehen,
vor allem aber im Sitzen an täglich ca. sechs Stunden zumutbar.
A.d.
Am 6. Juli 2010 (IV-act. 46-42) hatte der Versicherte der Suva gegenüber
angegeben, er betrachte sich als voll arbeitsunfähig und sei zurzeit nicht bereit,
irgendeine Tätigkeit auszuüben. Er werde sicherlich nicht - wie ein gleichzeitig
praktisch gleich Verunfallter, der aber rollstuhlabhängig sei - schon wieder zu 50 %
arbeiten. - Der IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 3. September 2010 (IV-
act. 39) ebenfalls fest, der Versicherte habe einen Arbeitsversuch abgelehnt. Er fühle
sich zu einer Arbeit nicht in der Lage und wolle sich zuerst auf eine maximale
Genesung konzentrieren. Er betrachte sich als erst in etwa einem halben Jahr
eingliederungsfähig.
A.e.
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B.
Daraufhin wurden die beruflichen (IV-) Massnahmen mit Mitteilung vom
23. September 2010 (IV-act. 43) abgeschlossen. Der Versicherte solle sich beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) melden. Wenn er später Unterstützung
bei der Stellensuche wünsche, könne er sich wieder bei der Invalidenversicherung
melden.
A.f.
In einem provisorischen Kurzbericht vom 18. November 2010 (IV-act. 48-3 ff.) gab
die Rehaklinik Bellikon bekannt, der Versicherte sei mindestens für leichte bis
mittelschwere Arbeit mit genannten Einschränkungen ganztags arbeitsfähig. -
Daraufhin teilte ihm die Suva am 29. November 2010 (IV-act. 48-1 f.) mit, sie lege seine
Arbeitsfähigkeit spätestens ab 1. März 2011 auf 75 % fest und stelle die Taggelder ein.
Der RAD schloss sich an (vgl. IV-act. 49).
A.g.
Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 (IV-act. 53) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten eine
Abweisung eines Rentenanspruchs (bei einem Invaliditätsgrad von 9 %;
Valideneinkommen Fr. 66'078.--, Invalideneinkommen Fr. 59'979.--) in Aussicht. Am
17. März 2011 (IV-act. 57) erging die entsprechende Verfügung.
A.h.
Mit Schreiben vom 21. März 2012 (IV-act. 60) ersuchte der damals neu bestellte
Rechtsvertreter des Versicherten um Akteneinsicht und brachte vor, ohne
Unterstützung (der Invalidenversicherung) sei es dem Versicherten nicht möglich, im
freien Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen. Am 14. Juni 2012 (IV-act. 63) stellte er das
Gesuch um (erneute) Einleitung beruflicher Massnahmen. Der Versicherte fühle sich
nun so weit stabilisiert, dass er bereit wäre, in einem hälftigen Pensum eine
Eingliederungstätigkeit zu versuchen, allenfalls auch eine Umschulung. Dass er gemäss
Einschätzung der _klinik C._ vom 10. August 2010 voll arbeitsfähig sein solle, treffe
aber zurzeit so wenig wie damals zu.
B.a.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ersuchte am 29. Juni 2012 (IV-act. 65) um
Nachweise für eine relevante Änderung des Sachverhalts seit der
Abweisungsverfügung vom 17. März 2011 als Voraussetzung für ein Eintreten auf das
neue Gesuch. Der Rechtsvertreter teilte am 13. Juli 2012 (IV-act. 67) mit, in einem
B.b.
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Bericht vom Juni 2011 über die Teilnahme an einem RAV-Einsatzprogramm sei von
einer Einsatzfähigkeit des Versicherten von nur zwei Stunden pro Tag die Rede
gewesen. Der erhebliche Unterschied bestehe darin, dass sich der Versicherte nun neu
für ein halbes Pensum als arbeitsfähig betrachte, während er sich früher noch voll
arbeitsunfähig gefühlt habe. Ein ausführlicher Arztbericht würde nichts beitragen
können, weil die Diagnosen ja unverändert seien. Hingegen seien die erwerblichen
Auswirkungen nun anders. - Im entsprechenden Bericht des G._ vom 27. Juni 2011
(IV-act. 68) war unter anderem festgehalten worden, der Versicherte habe einzig
während zwei Stunden bei gemächlichem Tempo mit Filzstiften malen und PC-
Programme erlernen können (er habe exakt nach zwei Stunden aufgehört). Ausser
seiner stets vorhandenen ungelenken, etwas verspannten Körperhaltung hätten nach
zwei Stunden Anwesenheit keine Schmerzbelastungen oder wesentlichen
Veränderungen beobachtet werden können. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens trat die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen mit Verfügung vom 11. Oktober 2012 (IV-act. 74) auf das neue Gesuch nicht
ein. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess eine Beschwerde gegen
die IV-Verfügung vom 11. Oktober 2012 mit Entscheid vom 17. Juli 2013 (IV-act. 87)
dahingehend gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur

Durchführung eines Verwaltungsverfahrens im Sinn der Erwägungen (d.h. betreffend
die berufliche Eingliederung) an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde.
Inzwischen hatte die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen im Bericht
vom 15. November 2012 (IV-act. 83) über eine ambulante Untersuchung
bekanntgegeben, es lägen eine rechts- und beinbetonte spastische Parese und
atrophe Paresen vor allem C6/C7 rechtsbetont (deutliche Defizite insbesondere der
rechten Hand und unsicheres Gangbild) vor. Der Versicherte sei über die
Bescheinigung voller Arbeitsfähigkeit durch die Suva bedrückt. Er habe angegeben,
nun für eine berufliche Umschulung bereit zu sein.
B.c.
Die Suva ihrerseits hatte mit Verfügung vom 16. Juli 2013 (IV-act. 86) dem
Versicherten (ab 1. April 2012) eine UV-Rente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 14 %
zugesprochen. Mit Einspracheentscheid vom 9. Januar 2014 (IV-act. 107) hob sie den
Invaliditätsgrad auf 34 % an. Eine Beurteilung der Rehaklinik Bellikon vom 12. April
2013 habe ergeben, dass dem Versicherten aus organischer Sicht leichte,
B.d.
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wechselbelastende, eher grobmanuelle Tätigkeiten ohne Arbeit mit erhöhten
Anforderungen bezüglich Handrotation rechts, ohne häufig wiederholten Krafteinsatz
der rechten Hand und ohne längerdauernde Arbeit mit dem rechten Arm über
Brusthöhe ganztags zumutbar seien. Dr. H._ hingegen sei gemäss einem Bericht der
Klinik C._ vom 23. September 2013 (IV-act. 114-56 f.) von einer zumutbaren
Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80 % ausgegangen. Zugunsten des Versicherten nehme sie
(die Suva) eine Leistungseinbusse von 20 % an.
In einem IV-Eingliederungsplan (IV-act. 99) war im Dezember 2013 eine
Integrationspotenzialabklärung (IPAK) in einer BEFAS im Hinblick auf die IV-Leistung
von Arbeitsvermittlung vereinbart worden (Zusprache am 20. Dezember 2013, IV-
act. 106). Ausserdem war dem Versicherten am 18. Dezember 2013 (IV-act. 101)
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche zugesprochen worden. - Im Bericht
vom 27. Januar 2014 über die IPAK vom 20. bis 24. Januar 2014 (IV-act. 109) erklärte
die BEFAS I._, der Versicherte habe eine Leistung von 27 % in geschütztem Rahmen
gezeigt. Die mit einem Aufbau- und Arbeitstraining zumutbarerweise erreichbare
Leistung werde auf 65 % geschätzt. Ein solches Training wäre aber nur sinnvoll, wenn
keine Selbstlimitierung vorhanden wäre. Im PACT-Test habe der Versicherte aber nur 6
von 200 Punkten erreicht. - Sein Rechtsvertreter wandte am 3. April 2014 (IV-act. 111)
ein, die Schädigung des Versicherten sei ungenügend berücksichtigt worden. Bei den
gegebenen Umständen habe die Selbstbeurteilung der körperlichen
Betätigungsmöglichkeiten sehr tief eingesetzt werden müssen; das sei zu Unrecht als
Selbstlimitierung ausgelegt worden. Sinnvoll wäre ein Arbeitsversuch in einer Tätigkeit,
in der er sich fast frei bewegen könne und in der er die rechte Hand nicht relevant
steuern können und die linke Hand nicht mit grossem Kraftaufwand einsetzen müsse.
Ob es eine solche Tätigkeit gebe, müsse der IV überlassen werden.
B.e.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen hielt daraufhin fest,
es gebe angepasste Tätigkeitsfelder, die dem objektiven medizinischen
Anforderungsprofil des Versicherten entsprächen, aber keine, die seine subjektiven
Anforderungen erfüllten (IV-act. 116). - Nach einem Vorbescheid vom 5. Dezember
2014 (IV-act. 117) und einem Einwand vom 22. Januar 2015 (IV-act. 119) lehnte sie
einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen mit Verfügung vom
9. Februar 2015 (IV-act. 123) ab. Die gezeigte Leistung sei durch invaliditätsfremde
B.f.
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C.
Gründe sehr stark eingeschränkt gewesen und habe in keiner Weise der medizinischen
Einschätzung entsprochen. Bei Selbstlimitierung sowie mangelnder Motivation und
Mitwirkung sei jede Massnahme aussichtslos. - Eine Beschwerde vom 13. März 2015
(IV-act. 124) wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
2. Mai 2016 (IV-act. 137) ab.
Mit Eingabe vom 5. September 2016 (IV-act. 149) ersuchte der Rechtsvertreter
des Versicherten die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen
darum, die Berentungsfrage weiter zu behandeln, da berufliche Massnahmen nicht
möglich seien und eine erhebliche und bleibende Einschränkung zweifellos vorhanden
sei.
C.a.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle teilte dem Rechtsvertreter des
Versicherten am 30. September 2016 (IV-act. 150) mit, eine relevante Änderung des
Sachverhalts seit 17. März 2011 sei nicht ausreichend dokumentiert. Damit das neue
Rentengesuch geprüft werden könne, seien entsprechende Nachweise einzureichen.
C.b.
Der Versicherte liess am 21. Oktober 2016 (IV-act. 152) unter anderem einen
Verlaufseintrag der Klinik C._ vom 24. August 2016 einreichen. Das rechte Bein/Knie
sei immer weniger kontrollierbar und es komme deswegen auch zu Stürzen bzw. es
zeige sich ein eigenartiges Gangbild. Die bisherigen Folgen der Tetraplegie seien zum
Teil stärker ausgeprägt. Dem Versicherten sei beispielsweise nicht möglich, sich selber
zu rasieren, sich die Nägel zu schneiden usw. In diesem Zustand sei eine Vorstellung
bei einem hypothetischen Arbeitgeber undenkbar. Der Versicherte würde auch
vermehrte Pausen benötigen, könne keine Treppen steigen und ermüde allgemein viel
schneller als früher. Die Verfügung von 2011 sei vorschnell ergangen und sei damals
einem nicht kompetenten Vertreter zugestellt worden, der den Versicherten erst lange
Zeit später darüber orientiert habe. - In dem beigelegten Verlaufseintrag (IV-act. 153)
hatte die Klinik C._ (Dr. med. H._, Allgemeine Innere Medizin), festgehalten, es
habe wegen Knieschmerzen links eine Serie Physiotherapie stattgefunden; die
Schmerzen seien jedoch praktisch unverändert. Infolge der Schwäche auch im rechten
Knie werde ein MTT-Rezept ausgestellt. Eine Verlaufskontrolle sei in zweieinhalb
C.c.
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Monaten vorgesehen. Sollte sich bis dahin keine Veränderung der Problematik ergeben
haben, sollte nochmals eine orthopädische Beurteilung diskutiert werden.
Am 12. Dezember 2016 (IV-act. 156) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, es werde eine polydisziplinäre
Begutachtung veranlasst (Mitteilung begutachtende Ärzte am 18. Januar 2017, IV-
act. 163).
C.d.
In ihrem Gutachten vom 29. Mai 2017 (IV-act. 167) gab die PMEDA
Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit an ein Querschnittssyndrom mit distal rechtsbetonter spastischer
Tetraparese und dissoziierter Empfindungsstörung sub Th3 links bei Status nach
HWK6-Fraktur mit cervicaler Myelopathie in 2009 und Spondylodese C5 - C7. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Anpassungsstörung, ein Opiat-Konsum
und Übergewicht. In der bisherigen Tätigkeit sei der Versicherte seit dem Unfall im Jahr
2009 zu 100% arbeitsunfähig, in einer angepassten Tätigkeit aber hinsichtlich Pensum
und Rendement voll arbeitsfähig, und zwar abgesehen von den Zeiten der akuten
Spitalbehandlung und nachfolgenden Rehabilitation von Anfang an. Im Oktober 2010
werde wahrscheinlich bereits ein den bei der Begutachtung erhobenen objektiven
Befunden vergleichbarer Status mit einer Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
bestanden haben. Eine Veränderung des Gesundheitszustands habe es nicht gegeben.
Aktenkundig sei die Beschreibung einer Selbstlimitierung. Bei der Begutachtung habe
eine Diskrepanz zwischen reklamierten Beschwerden und objektivem klinischem
Eindruck bestanden. Es seien Opiat-Konsumkontrollen angezeigt. - Der RAD schloss
sich am 7. Juni 2017 (IV-act. 168) dem Gutachten an.
C.e.
Mit Vorbescheid vom 12. Juni 2017 (IV-act. 171) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung des
Leistungsgesuchs in Aussicht. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung könnte er als
Hilfs_ ein Jahreseinkommen von Fr. 67'880.-- verdienen. In einer leidensadaptierten
Tätigkeit sei er voll arbeitsfähig und könnte gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik ein Einkommen von mindestens Fr. 65'715.-- erzielen.
C.f.
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Sein Rechtsvertreter wandte am 17. August 2017 (IV-act. 174) ein, ab März 2017
sei dem Versicherten mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. Das Gutachten sei
nicht verwertbar. Seine Schlussfolgerung widerspreche den eigenen Feststellungen. Es
belege nicht nur eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, sondern auch eine
Verschlechterung des Zustands seit Oktober 2010. Notwendig seien weitere
Abklärungen und ein praktischer Arbeitsversuch im Sinn von beruflichen Massnahmen.
In allen Teilgutachten werde auf eine Diskrepanz (sc. des Befunds) zu den berichteten
maximalen Schmerzen hingewiesen; das beruhe höchst wahrscheinlich auf einem
Abschreiben voneinander. Nach mehrmaligem Treppensteigen bei der Begutachtung
seien die Rückenschmerzen des Versicherten so stark geworden, dass er rund fünf
Tabletten eingenommen habe. Seine rechte Seite sei danach praktisch blockiert
gewesen und er habe nicht mehr gehen können. Das sei im Gutachten nicht vermerkt
worden. In diesem Zusammenhang habe der Versicherte von einem Schmerz von
10/10 gesprochen. Er konsumiere keinerlei Opiate; es könne sich nur um eine
Verwechslung der Proben handeln. Es frage sich, was es mit der Arbeitsfähigkeit zu tun
habe, wenn der Versicherte sich selbst versorgen, in seine Heimat fliegen oder für
maximal 20 Minuten einen Personenwagen führen könne.
C.g.
Auf Vorlage des Einwands (vgl. IV-act. 178) nahm die PMEDA am 19. September
2017 (IV-act. 180) Stellung. Die Argumente seien vor allem rechtlich zu bewerten.
Medizinisch gesehen beruhten sie weitgehend auf einer Verwechslung von subjektiven
Angaben und (versicherungsmedizinisch davon zu trennenden) objektiven Befunden.
Weshalb die (sc. Standard-) Indikatoren nicht als lebensnahe Parameter einer
allgemeinen und auch in einer Arbeitstätigkeit geltenden Belastbarkeit sollten
herangezogen werden können, erschliesse sich nicht, denn die in der Alltagsaktivität
erforderliche Belastbarkeit sei ein guter Spiegel dessen, was in einer Arbeitstätigkeit
geleistet werden könne. Die sachlich falschen und irreführenden Einlassungen - etwa,
dass die Gutachter quasi voneinander abgeschrieben hätten - könnten auf einen
Mangel an ausreichenden sachlichen Argumenten hindeuten. Zum Ausschluss einer
Probenverwechslung könnten weitere Drogentestungen (einschliesslich Haarproben)
erfolgen. Auf die Beurteilung einer empfohlenen Arbeitsfähigkeit in angepassten
Tätigkeiten sei das allerdings ohne Effekt, da der alleinige Suchtmittelkonsum keine
C.h.
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D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller für
den Betroffenen am 8. Dezember 2017 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei
leistungsbegründende Gesundheitsstörung darstelle, weil er durch Abstinenz
aufhebbar sei.
Auf eine zweite Anhörung (Vorbescheid) vom 29. September 2017 (IV-act. 182) hin
hielt der Rechtsvertreter des Versicherten am 26. Oktober 2017 (IV-act. 185) daran fest,
dass nicht nachvollziehbar sei, was aus einer Alltagsaktivität zugunsten der
Arbeitsfähigkeit sollte abgeleitet werden. Die PMEDA habe keine Stellung genommen
zur Feststellung, dass ein neurologisch bedingter Muskelschaden (hier Rücken, rechter
Arm und rechte Hand, spastische Muskeltonuserhöhung rechtes Bein) nicht auftrainiert
werden könne. Hieran scheitere der vom Neurologen vorgeschlagene gestufte
Belastungsaufbau bis 100 % über mehrere Monate. Wer nicht einmal ein Blatt Papier
mit der rechten Hand halten könne und auch keinen Stift, zeige eine erheblich
eingeschränkte Alltagsaktivität. Das Führen eines Personenwagens während maximal
20 Minuten beweise absolut keine Selbständigkeit im Alltag. Aus der Reise in die
Heimat zum Besuch von Frau und Kind etwas zur Belastbarkeit abzuleiten, sei
sachfremd. Das Gutachten sei unklar und in der Konsequenz nicht umsetzbar. Beim
Versicherten könne jeder Suchtmittelkonsum in Richtung Kokain völlig ausgeschlossen
werden. Es könnte sich um verunreinigtes Material gehandelt haben, nachdem ja
unlängst publiziert worden sei, dass sich auf jeder dritten bis vierten Banknote
Rückstände davon hätten nachweisen lassen. Im Prinzip beruhe das Gutachten darauf,
dass der Versicherte irgendwie zur Begutachtung in die betreffende Stadt gekommen
sei. Ein Gutachten, das argumentativ so aufgebaut sei, könne und dürfe nicht beachtet
werden. Das Gutachten diskutiere auch nicht, ob allenfalls eine Teilarbeitsfähigkeit
angenommen werden könne.
C.i.
Mit Verfügung vom 10. November 2017 (IV-act. 187) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch des
Versicherten ab. Ein Anspruch auf eine Rente bestehe (beim Invaliditätsgrad von 3 %)
nicht.
C.j.
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aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei spätestens ab März 2017 eine halbe Rente
zuzusprechen, eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Zudem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die Verfügung vom 17. März 2011 sei etwas mehr
als ein Jahr nach dem doch sehr einschneidenden Unfall erlassen worden. Der
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2016 habe
weitestgehend auf einer BEFAS-Abklärung beruht, die im Oktober/November 2010 und
im Januar 2014 in Bellikon (recte: erste genannte Abklärung durch Rehaklinik Bellikon,
zweite durch BEFAS I._) durchgeführt worden sei. Der Beschwerdeführer sei als für
eine adaptierte Tätigkeit voll arbeitsfähig eingestuft worden. Nach eigener Auffassung
sei die BEFAS zum Ergebnis gelangt, die zumutbare Leistung werde nach einem
Aufbau- und Arbeitstraining nicht mehr als 65 % betragen. Im Gutachten sei vor allem
ein Vergleich zwischen den Ausführungen der BEFAS-Potenzialabklärung vom Januar
2014 und jenen der ersten Abklärung von Oktober/November 2010 gezogen worden.
Es werde davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand seit 2010 "nicht
wahrscheinlich" verändert habe. Diese Potenzialabklärung, auf welche sich das
Gutachten vorwiegend stütze, habe dem Beschwerdeführer vorgehalten, dass er trotz
starker Rückenschmerzen seine Übungen nicht mache, sondern nur Schmerztabletten
konsumiere. Darin liege der Kern der Problematik auch für dieses Verfahren. Der
Beschwerdeführer habe seit Jahren eine rumpfkräftigende Trainingstherapie versucht,
das Ziel aber nicht erreicht, denn wegen der neurologischen Unterversorgung sei die
Muskulatur eben nicht auftrainierbar. Das gelte auch für die obere rechte Extremität. Zu
den spastischen Problemen des rechten Arms und der rechten Hand hätten weder der
BEFAS-Bericht 2014 noch das Gutachten nachvollziehbar Stellung genommen. Im
Gutachten sei bestätigt worden, dass keine invaliditätsfremden Faktoren vorlägen bzw.
Einfluss hätten. Es würden diverse Einschränkungen beschrieben (betreffend
Fingerfeinmotorik, Faustschluss, Gangbild, Fehlhaltung, spastische Tetraparese mit
atrophen Paresen der Handmuskulatur, distal rechts betonte Beinparesen, vegetative
Dysfunktionen). Die Gutachter habe offenbar am meisten erstaunt, dass der
Beschwerdeführer einen hohen Grad an Schmerzen angegeben habe, obwohl er nicht
offensichtlich als leidend erschienen sei. Er sei aber mehrfach aufgestanden, um sich
zu bewegen, und habe Schmerztabletten genommen. Es sei ohne weiteres
wahrscheinlich, dass die Schmerzen ohne Schmerzmittel in der Skala hoch
anzusiedeln wären. Mit den Anforderungen an ein Gutachten sei nicht in
Übereinstimmung zu bringen, dass eine Arbeitsfähigkeit aufgrund von "aufscheinenden
Alltagsaktivitäten" festgelegt werde. Eine adaptierte Tätigkeit wäre ausschliesslich
manuell zu verrichten, vorzugsweise im Sitzen, was aber unstrittig nicht länger möglich
sei, wie in allen Anamnesen festgestellt worden sei. Bei manuellen Tätigkeiten würden
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über kurz oder lang Verkrampfungen im rechten Arm auftreten. Das aktenkundige
Zittern der rechten Hand trete bei Belastungssituationen auf und möge einmal durch
Ablenkung sistiert werden können, sicherlich aber nicht wiederholt. Im Gutachten sei
nicht von einer Selbstlimitierung die Rede. Bestätigt werde vielmehr, dass die bisherige
Therapie lege artis sei. Die Diskrepanz, welche das Gutachten zwischen den
geschilderten Beschwerden und dem klinischen Eindruck festzustellen gemeint habe,
beruhe in allen Teilgutachten einzig auf der Einstufung der Schmerzen auf der
Schmerzskala. Die subjektive Schmerzempfindung (ohne Medikamente) sei aber
schwer nachprüfbar bzw. subjektiv unterschiedlich. Werde aus dem Umstand, dass der
Beschwerdeführer zur Begutachtung habe kommen können, eine Arbeitsfähigkeit
abgeleitet, wäre jedem Versicherten zu empfehlen, nicht zu einer Begutachtung zu
reisen. Ein neues Gutachten sei unumgänglich, und zwar eines, das von einer auf
unvollständige Tetraplegien und spastische Probleme spezialisierten Institution wie
etwa dem Paraplegiker-Zentrum oder einer spezialisierten Abteilung des
Universitätsspitals Zürich bzw. der Klinik C._ abgefasst werde. Das Unverständnis für
die nachweisbar vorhandene neurologische Schädigung spreche nicht für die
erforderliche Fachkompetenz in der PMEDA. Sollten die Unterstellungen ungenügender
Mitwirkung aufrechterhalten bleiben, wäre dem Beschwerdeführer eine Frist zur
Erfüllung der Schadenminderungspflicht durch Therapien unter Aufsicht anzusetzen.
Dann würde sich zeigen, ob eine Verbesserung überhaupt möglich wäre und wo die
manuellen Grenzen - insbesondere in zeitlicher Hinsicht - lägen. Viele Betroffene seien
zu krank für den Arbeitsmarkt, aber zu gesund für die Invalidenversicherung.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2018 (act. G 4) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die beklagten Schmerzen seien
berücksichtigt worden. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, ohne
regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln wären seine Schmerzen in der Skala
höher anzusiedeln, verkenne er, dass für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der
objektivierbare klinische Befund massgebend sei. Im Übrigen zähle die Einnahme von
ärztlich verschriebenen Medikamenten zur jederzeit zumutbaren allgemeinen
Schadenminderungspflicht. Für das in der Konsensbeurteilung festgehaltene Attest
einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweisungstätigkeit sei in erster
Linie massgebend gewesen, dass in keiner der beteiligten Fachdisziplinen Befunde
erhoben und Diagnosen gestellt worden seien, die eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit hätten begründen können. Wenn ausgeführt werde, anamnestisch
seien die Ressourcen für eine Arbeitsfähigkeit gegeben, sei das nicht zu beanstanden.
Es sei weder ersichtlich noch werde vom Beschwerdeführer behauptet, dass der
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Umstand, dass in der Laborprobe Opiatspuren gefunden worden seien, von relevantem
Einfluss auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen gewesen sei. Selbst im andern Fall
könnten diese nicht durch die blosse Behauptung, es müsse zu einer Verwechslung
oder Verunreinigung gekommen sein, in Frage gestellt werden, zumal glaubhaft darauf
hingewiesen worden sei, dass es bei solchen Laboruntersuchungen äusserst selten zu
Verwechslungen komme.
F.
Am 31. Januar 2018 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen worden (act. G 6).
G.
Mit Replik vom 2. März 2018 (act. G 8) bringt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers vor, eine vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit komme für
diesen wegen der Verkrampfungen im rechten Bein und der lumbalen Beschwerden
(insbesondere auch infolge der Fehlhaltung) beim besten Willen nicht in Frage. Auch
der Klonus im rechten Bein, gewissermassen die Extremform eines
Muskeleigenreflexes, hindere ihn daran, längere Zeit zu sitzen, wie die klinische
Untersuchung bewiesen habe. Stehen und Gehen sei zudem unmöglich. Er habe
offenbar auch keine genügende HWS-Muskulatur. Die konkreten Auswirkungen
regelmässigen Schmerzmittelkonsums müssten berücksichtigt werden, nämlich dass
die Konzentrationsfähigkeit reduziert werde, während die Person vordergründig nicht
als schmerzgeplagt erscheine. Was die Ressourcen (Selbstversorgung und soziale
Integration) betreffe, sei der Beschwerdeführer nur schon aus rein finanziellen Gründen
gezwungen, im Haushalt der Eltern zu leben. Feinmanuelle Arbeiten einschliesslich des
Schreibens auf einer Tastatur seien dem Beschwerdeführer nicht zumutbar, für die
grobmanuellen bestünden Beeinträchtigungen wegen des eingeschränkten
Sitzvermögens und wegen der Kraftlosigkeit insbesondere in der rechten Hand sowie
deren Zittern. Es sei nach wie vor nicht ersichtlich, welche Tätigkeiten jemand mit
solchen Einschränkungen erwerblich während acht Stunden pro Tag ausüben sollte.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat am 9. März 2018 an ihrem Antrag festgehalten und im
Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet (act. G 10).
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Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 10. November 2017, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt hat.
Beim entsprechenden Rentengesuch vom 5. September 2016 handelte es sich um eine
Neuanmeldung nach der Abweisung eines ersten IV-Gesuchs vom Oktober/November
2009 durch die formell rechtskräftige Verfügung vom 17. März 2011. Ein (erneutes)
Gesuch um berufliche Massnahmen vom 14. Juni 2012 wurde am 2. Mai 2016
rechtskräftig abgelehnt. Die Beschwerdegegnerin hat sich durch Veranlassung eines
medizinischen Gutachtens auf das materielle Verfahren der Neuanmeldung vom 5.
September 2016 eingelassen und ist somit auf dieses Leistungsgesuch eingetreten.
2.
3.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). - Nach der jüngeren bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach
dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche psychischen Erkrankungen einem
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Die funktionellen
Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss
BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich,
die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des
funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.
2.2.
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurden
im März 2017 polydisziplinär abgeklärt. - Internistisch betrachtet ergab sich dabei kein
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/20
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Anhaltspunkt für eine die Arbeitsfähigkeit mindernde Erkrankung (vgl. IV-act. 167-11). -
Als neurologische Diagnose wurde ein Querschnittssyndrom mit distal rechtsbetonter
spastischer Tetraparese und dissoziierter Empfindungsstörung sub Th3 links bei Status
nach HWK6-Fraktur mit cervicaler Myelopathie in 2009 erhoben (IV-act. 167-18). Die
Fingerfeinmotorik sei paresebedingt rechtsbetont erheblich eingeschränkt. Das
Gangbild sei infolge der distal rechtsbetonten spastischen Beinparese hinkend und
verlangsamt. Auch die beklagten vegetativen Dysfunktionen seien mit der Myelonläsion
erklärt. Ein namhaftes Lumbovertebralsyndrom sei hingegen nicht nachweisbar. Allein
mit der Fehlhaltung, die grundsätzlich Lumbalgien begünstigen könne, sei das
Ausmass der geschilderten lumbalen Schmerzen nicht zu erklären. Für berufliche
Tätigkeiten, die mit dem Heben und Tragen schwerer Lasten verbunden seien, eine
intakte Fingerfeinmotorik erforderten, in Zwangshaltungen ausgeübt würden und mit
häufigem Gehen oder Stehen verbunden seien, sei der Beschwerdeführer nicht
arbeitsfähig. Für eine optimal angepasste, leichte, überwiegend im Sitzen auszuübende
Tätigkeit mit der Option des Positionswechsels und ohne höhere Ansprüche an die
Geschicklichkeit der Hände bestehe durchaus eine Arbeitsfähigkeit, wobei ein gestufter
Belastungsaufbau bis 100 % über mehrere Monate zu empfehlen sei (IV-act. 167-19). -
Aufgrund der orthopädischen Begutachtung wurde eine rechtsbetonte spastische
Parese nach HWK6-Fraktur 08/2009 mit Spondylodese C5 - C7 diagnostiziert. Auch
hier wurden eine funktionelle Schwäche und ein neuromuskuläres Defizit die rechte
Hand betreffend festgestellt, insbesondere bei grob- und feinmotorischer
Funktionsprüfung. Im Bereich des thorakalen und lumbalen Abschnitts des
Achsenskeletts habe eine dorsolumbale Tonuserhöhung rechts ohne namhafte
funktionelle Beeinträchtigung bestanden. Es habe sich rechts eine Verschmächtigung
gluteal und die Ober- und Unterschenkel betreffend gefunden, ausserdem eine
Gangstörung rechts und ein Klonus der Wadenmuskulatur. Die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers sei aufgrund der erhobenen Befunde qualitativ auf Dauer limitiert.
Nur noch leichte körperliche Arbeiten überwiegend in sitzender oder
wechselbelastender Arbeitsposition ohne vermehrte Zwangshaltungen des
Achsenskeletts mit Armvorhalt oder Nackenreklination seien zumutbar, hingegen keine
beidhändigen Tätigkeiten, die eine sichere Greiffunktion erforderten, keine Tätigkeiten
mit Begehen von Treppen, Leitern oder Gerüsten. - Unter psychiatrischem Aspekt
wurde als Diagnose eine Anpassungsstörung erhoben, daneben ein Opiat-Konsum
gemäss Urin-Screening. Die geklagte Symptomatik (Freudlosigkeit, Verstimmung,
Zukunfts- und Gesundheitsängste sowie innere Unruhe) entspreche am ehesten der
genannten Störung als Folge einer erschwerten Verarbeitung der Halswirbelverletzung
und der persistierenden Beeinträchtigungen. Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht sei jedoch wegen der Leichtgradigkeit der Störung nicht zu
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attestieren. Insbesondere seien nicht ein erhebliches depressives Syndrom im Sinne
einer depressiven Episode oder eine anderweitige psychiatrische Erkrankung zu
diagnostizieren. Eine Arbeitsaufnahme wäre therapeutisch eher wünschenswert (zur
Stabilisierung von Tagesstruktur, Selbstwert und sozialer Teilhabe). Es sei eine
psychotherapeutische Behandlung zur Förderung der Krankheitsverarbeitung zu
erwägen, die neben einer vollschichtigen Arbeitstätigkeit erfolgen könnte. Bezüglich
des Opiatnachweises seien hausärztliche Kontrollen zu empfehlen. - In der
zusammenfassenden Konsensbeurteilung gelangten die medizinischen Gutachter zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer in körperlich leichten, wechselbelastend oder
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkts bezüglich
des Pensums wie des Rendements voll arbeitsfähig sei. Eine gestufte
Wiedereingliederung in vier monatlichen Arbeitsfähigkeitsinkrementen zu 25 % sei zu
empfehlen, um eine schrittweise Eingewöhnung nach langjähriger Arbeitslosigkeit zu
ermöglichen. Invaliditätsfremde Faktoren lägen nicht vor bzw. sie seien ohne Einfluss.
In den Vorakten sei eine Selbstlimitierung beschrieben worden. Bei der Begutachtung
habe ausserdem eine Diskrepanz zwischen reklamierten Beschwerden und dem
objektiven klinischen Eindruck bestanden. Anamnestisch hätten Selbständigkeit,
Selbstversorgung, soziale Integration und Aktivität bestanden; die Ressourcen für eine
Arbeitsfähigkeit seien also gegeben. Für eine Sucht habe kein Anhaltspunkt bestanden
(nur das Urin-Screening habe einen Konsum angezeigt, IV-act. 167-33 ff.).
Diese gutachterliche Beurteilung basiert auf einer Kenntnisnahme der Akten und
auf umfassenden Befunderhebungen in den einzelnen Disziplinen. Die geklagten
Beschwerden wurden jeweils erfragt. Das Begutachtungsergebnis erscheint
nachvollziehbar; ein Widerspruch ist nicht ersichtlich.
3.2.
Der Beschwerdeführer lässt allerdings diverse Beanstandungen vorbringen. Die
dabei von ihm beschriebenen wesentlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
wurden indessen allesamt erhoben und ihre Auswirkungen auf die betreffenden
Funktionsfähigkeiten wurden gutachterlich im Einzelnen beurteilt, namentlich auch jene
betreffend die rechte Hand. - Auch dafür, dass der Schmerzmittelkonsum ungenügend
berücksichtigt worden wäre, gibt es keinen Anhaltspunkt. Was den vom
Beschwerdeführer in Abrede gestellten Suchtmittelkonsum betrifft, haben die
Gutachter festgestellt, dass bei der Begutachtung - mit Ausnahme des Screenings -
kein Zeichen von Sucht bestanden habe. Dieser Aspekt lässt sich demnach
vernachlässigen. - Des Weiteren wurde eingewendet, die Alltagsfähigkeit werde mit der
Arbeitsfähigkeit verwechselt und sie sei beim Beschwerdeführer zudem erheblich
eingeschränkt und im Gutachten überbewertet worden. Zum diesbezüglichen
3.3.
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Grundsatz kann den Ausführungen der PMEDA in ihrer Stellungnahme vom
19. September 2017 (IV-act. 180) gefolgt werden. Deren Feststellung, dass die in der
Alltagsaktivität erforderliche Belastbarkeit ein guter Spiegel dessen sei, was in einer
(angepassten) Arbeitsfähigkeit geleistet werden könne, ist plausibel. Nach der
Rechtsprechung wird (unter dem Aspekt der Konsistenz) denn auch auf eine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen mit der Arbeitstätigkeit
vergleichbaren Lebensbereichen geachtet (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3). Konkret fällt
das beschriebene Nachziehen des rechten Beins (IV-act. 167-14 [neurologische
Abklärung] und IV-act. 167-21 [orthopädische Abklärung]) im Vergleich zur Fähigkeit
zum Führen eines geschalteten Autos (a.a.O.) auf. - Eine ungenügende Mitwirkung des
Beschwerdeführers bei der Begutachtung wurde im Übrigen soweit ersichtlich (einzig)
bei den Prüfungen des Trendelenburg-Zeichens, des Einbeinstands rechts und des
Zehenspitzen- und Fersengangs vermerkt (IV-act. 167-25). - Im Weitern wurde
beanstandet, höchst wahrscheinlich hätten die Gutachter einander abgeschrieben,
dass eine Diskrepanz der Befunde zu den angegebenen maximalen Schmerzen
bestehe, während diese Angabe im Zusammenhang mit einer besonderen Belastung
(mehrmaliges Treppensteigen) gemacht worden sei. Die Angaben höchster
Schmerzintensität und die entsprechenden Feststellungen der Gutachter erfolgten
allerdings an verschiedenen Tagen. Veranlassung zur Kritik an der übereinstimmenden
Auffassung der Gutachter ergibt sich auch hieraus nicht. - Die gutachterliche
Empfehlung einer stufenweisen Wiedereingliederung in vier monatlichen Schritten zu
25 % diente zudem, wie der im Konsens gefundenen Schlussfolgerung des Gutachtens
(IV-act. 167-33) zu entnehmen ist, dem Zweck einer allmählichen Eingewöhnung des
Beschwerdeführers an eine (tatsächlich wieder auszuübende) Arbeit, nachdem er
schon lange Zeit arbeitslos gewesen war. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern ein solcher
Belastungsaufbau (vgl. IV-act. 167-19) nicht möglich oder zumutbar sein sollte. -
Insofern der Beschwerdeführer, indem er ein neues, von einer spezialisierten Institution
erstelltes Gutachten fordert, die fachliche Qualifikation der Gutachter zur Beurteilung
des vorliegenden Leidens implizit in Frage stellt, ist darauf hinzuweisen, dass die Klinik
C._ - namentlich deren Zentrum D._ - in einem früheren Bericht vom 10. August
2010 (IV-act. 37) dem Beschwerdeführer bei Berücksichtigung der im Gutachten vom
29. Mai 2017 beschriebenen Schädigungen (deutliche Gangataxie, Einschränkung der
Handfunktion beidseits bei Paresen der Fingerspreizung und -flexion, vor allem rechts)
für wechselbelastende Tätigkeiten im Stehen und im Gehen, vorwiegend aber im
Sitzen, mit vermehrten Pausen, bei Gewichtsbeschränkung, ohne Arbeiten auf Leitern
und Gerüsten, ohne berufsmässiges Führen eines Fahrzeugs und ohne Arbeiten an
Geräten und Maschinen ebenfalls eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit attestiert hatte.
Auch die Rehaklinik Bellikon hatte in einem Kurzbericht vom 18. November 2010 (IV-
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/20
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4.
act. 48-3 ff.) bekanntgegeben, der Beschwerdeführer sei mindestens für leichte bis
mittelschwere Arbeit mit diversen Einschränkungen ganztags arbeitsfähig. Später, am
23. September 2013, hatte die Klinik C._ (Dr. H._; IV-act. 114-56 f.) dem Hausarzt
gegenüber dafürgehalten, vor allem aufgrund der Funktionsdefizite des
Beschwerdeführers im Bereich der Hände sei eine Reduktion der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit auf 70 bis 80 % adäquat. Eine Wiedereingliederung in den
Arbeitsprozess sollte möglichst bald angestrebt werden. Dem UV-Einspracheentscheid
der Suva ist zu entnehmen, dass die Rehaklinik Bellikon am 12. April 2013 dem
Beschwerdeführer für leichte, wechselbelastende, eher grobmanuelle Tätigkeiten ohne
Arbeit mit erhöhten Anforderungen bezüglich Handrotation rechts, ohne häufig
wiederholten Krafteinsatz der rechten Hand und ohne längerdauernde Arbeit mit dem
rechten Arm über Brusthöhe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Es
besteht somit eine hohe Übereinstimmung der ärztlichen Beurteilungen. Aus der
Schätzung aufgrund der beruflichen (BEFAS-)Abklärung (IPAK), wonach bei
entsprechendem Aufbau- und Arbeitstraining eine zumutbare Leistung von etwa 65 %
zu erwarten sei, kann der Beschwerdeführer bei diesen Gegebenheiten nichts von der
gutachterlichen Beurteilung wesentlich Abweichendes für sich ableiten. - Nach
überzeugender gutachterlicher Beurteilung ist eine wesentliche Änderung des
objektiven Befundes seit Oktober 2010 schliesslich nicht wahrscheinlich (IV-
act. 167-40). - Es ist vom Begutachtungsergebnis auszugehen.
In erwerblicher Hinsicht ist massgeblich, ob dem Beschwerdeführer trotz der
gesundheitlichen Schädigung ausreichend Arbeitsmöglichkeiten offenstehen. Dabei ist
für die Invaliditätsbemessung nicht der tatsächliche, sondern ein ausgeglichener
Arbeitsmarkt relevant. Dieser theoretische und abstrakte Markt (vgl. BGE 134 V 64,
BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken
von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom
10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, vom 3. Juni 2004, I 252/03 E. 2.2.3, und vom 16. Juli
2003, I 758/2002; BGE 110 V 276 E. 4b). Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt weist, was
die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch den
körperlichen Einsatz angeht, einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 5. November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom
10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
umfasst er selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote,
bei welchen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von
4.1.
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Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember
2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014).
Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht
berücksichtigt werden (vgl. 9C_304/2018). Nach ständiger Rechtsprechung sind auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt allerdings genügend realistische
Betätigungsmöglichkeiten selbst für Personen, die funktionell als Einarmige zu
betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können, zu finden (vgl.
statt vieler Bundesgerichtsurteile vom 10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.2, und vom
28. Mai 2019, 9C_124/2019). - Von solchen Verhältnissen ist vorliegend auszugehen,
auch wenn für eine angepasste Tätigkeit wie oben erwähnt medizinisch einige
einschränkende Kriterien zu erfüllen sind. Möglich scheinen etwa einfache
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten. - Es rechtfertigt sich somit, zur
Bemessung des Invalideneinkommens des Beschwerdeführers auf die Tabellenlöhne
abzustellen. Im Jahr 2008 (dem Jahr vor dem Unfall, für welches der
Einkommensvergleich gemacht werden kann, ohne dass später von einem
Auseinanderscheren der beiden Vergleichseinkommen auszugehen wäre) erzielten
Männer mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im statistischen Durchschnitt ein
Einkommen von Fr. 59'979.-- (vgl. Textausgabe Invalidenversicherung der
Informationsstelle AHV/IV, 2015, Anhang 2, S. 226).
Was das Valideneinkommen betrifft, kann nach der Aktenlage mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall in
seiner bisherigen Tätigkeit verblieben wäre. Im Jahr 2008 hatte er dort gemäss IK-
Auszug (IV-act. 10-1) ein Einkommen von Fr. 66'078.-- erzielt, das als
Valideneinkommen gelten kann.
4.2.
Wird vom oben erwähnten statistischen Einkommen, das als Ausgangspunkt zur
Bemessung des Invalideneinkommens herangezogen werden kann, ein Abzug von
15 % vorgenommen, wie es die Suva in ihrem UV-Einspracheentscheid tat (vgl. IV-
act. 107-6) und nachvollziehbar erscheint, so ergibt sich ein Invalideneinkommen des
Beschwerdeführers von Fr. 50'982.-- und ein Invaliditätsgrad von rund 23 %. Ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad ergäbe sich selbst nicht, wenn von einer
Arbeitsfähigkeit von nur 80 % auszugehen wäre, wie es die Unfallversicherung im
erwähnten Entscheid (es liegen hier im Übrigen nur unfallbedingte Leiden vor, doch
besteht keine Bindungswirkung dieses UV-Entscheids mit einem ebenfalls nicht IV-
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 34 %, vgl. Bundesgerichtsurteil vom 18. Mai
2018, 9C_422/2017 E. 2.2) getan hat. Denn in diesem Fall läge das
Invalideneinkommen bei Fr. 40'785.-- und der Invaliditätsgrad bei 38 %. Dass die
4.3.
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5.