Decision ID: 1d9b9745-d001-4bc5-ae61-cd1a5fdf10a2
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, reiste 1981 von Kosovo in die Schweiz ein
, wo er zunächst unter anderem
als Hilfsarbeiter auf dem Bau tätig war (
vgl. zum Sach
verhalt im Folgenden: Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2010.00627 vom 3
1.
August 2012, Urk. 6/59).
Im Jahr 1982
unterzog er
sich
eine
r
Menis
kekto
mie
am linken Knie
. Im Weitern wurde ihm aufgrund eines in den Akten nicht näher dokumentierten Vorfalls von der Invalidenversi
cherung für die Zeit ab 1. Dezember 1988 bis zum 30. April 1989 eine ganze und für den Monat Mai 1989 eine halbe Invali
denrente zugesprochen
.
Ab dem Jahr 1991 war er als Hilfsarbeiter in Garagen tätig. Dabei erlitt er am 15. November 1996 eine Kon
tu
sion am linken Knie, nachdem eine Autofelge von einem Stapel auf sein Knie gefallen war. Darauf wurde er am 21. Februar 1997 am linke
n Knie operiert
. Danach nahm er, mit Unterbrüchen, seine Tätigkeit wieder auf. Zuletzt arbeitete er ab 1. April 200
1 bis Februar 2008 als
Fahrzeug
aufbereiter
bei der
Y._
AG
. Aufgrund zuneh
mender Schmerzen im linken Knie seit
dem
2. November 2007, was er
als Rückfall vermeldete, sowie
aufgrund eines Treppensturzes vom 8. März
2008 meldete er sich bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva
)
zum Leistungsbezug an. Diese sprach ihm die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilbehandlung) zu. Am 2
7.
Januar 2010 schloss sie den Fall grundsä
tzlich ab und stellte einen sepa
raten Entscheid bezüglich der Integritätsentschä
digung in Aussicht
. Diese setzte sie am 1
6.
Februar
2010 aufgrund einer Integritäts
einbusse von 23,
2
%
auf
Fr.
22'550.40 fest.
Am 7. Dezember 2009 hatte sich der Versicherte un
ter anderem wegen seiner Kniebe
schwerden auch bei der
Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leis
tungsbezug angemeldet
. Die IV-Stelle klärte die medizini
schen und beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ab und zog
unter anderem die Akten
der Suva
bei. Gestützt darauf verneinte sie mit Ve
rfügung vom 8. Juni 2010 (Urk. 6/29
) bei einem Invaliditätsgrad von 19 % einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente.
Diese Verfügung
w
urde mit Urteil des hiesigen Ge
richts
IV.2010.00627
vom
3
1.
August 2012
aufgehoben und die Sache
wurde
an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit sie
weitere medizinische
Abklärung
en
vornehme und hernach
über den Rentenanspruch
neu verfüge (Urk. 6/59
)
.
In Nachachtung dieses Urteils nahm die IV-Stelle weitere Abklärungen vor und holte dabei
von der
Z._
(
Z._
) ein
polydis
ziplinäres
Gutachten
vom
1
2.
Juli 2013
ein (Urk.
6/86
). Gestützt darauf
ver
neinte sie nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk. 6/89, Urk. 6/96, Urk. 6/102; Urk. 6/104, Urk. 6/106)
mit Verfügung vom 1
0.
April 2014 (Urk. 2)
b
ei einem Invaliditätsgrad von 5
%
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen liess
der Versicherte
mit Eingabe vom
2
0.
Mai 2014
(Urk. 1)
Be
schwerde erheben mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei
ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter seien
weitere medizi
nische Abklärungen vorzunehmen,
namentlich
unter Einholung
ergän
zender
Auskünfte von den
Z._
-Gutachtern.
In ihrer Vernehmlassung vom
3.
Juli 2014
schloss die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des So
zialversicherungsrechts [ATSG])
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1
des
Bundes
gesetzes über
die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiter
-
krankungen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit
unver
-
änderter
oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbil
dung; ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn;
„
Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3 ff.
).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hinsichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei hand
elt
es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vierbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung
wird
für Ansprüche auf
Sozi
alversicherungsleistungen
seit jeher vorausgesetzt und ha
t
im Rahmen der
5.
IV-Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art.
7 Abs.
2 ATSG). Von einer unbegründeten Schlechterstellung
beziehungsweise
einer Dis
kriminierung der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne
bezie
hungsweise
nach
Massgabe
der EMRK k
a
nn daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts
8C_142/2013 vom 20.
November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und
E.
5.7).
1.3
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im Rückweisungsurteil IV.2010.00627 vom 3
1.
August 2012 (Urk.
6
/59) führte das Sozialversicherun
gsgericht
unter anderem
aus (
E. 2.1
und E.4.2
),
es sei u
n
bestritten, dass seit der (durch
das Urteil der damals zuständig gewesenen
AHV-
Rekurskommission
vom 2
3.
November 1992 abgeänderten) Verfügu
ng vom
9.
August 1991
-
mit
welcher dem Versicherten ab
1.
Dezember 1988 bis zum 3
0.
April 1989 eine ganze und für den Monat Mai 1989 eine halbe Rente zuge
sprochen worden
war
- bis zum Erlass der
(damals)
angefochtenen Verfügung vom
8.
Juni 2010 eine Veränderung des Gesundheitszustandes des Versichert
en eingetreten
sei
. Damit stelle
sich die F
rage nach den Auswirkungen des
verän
derten Gesundheitszustandes auf di
e Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
.
Da der Beschwerdeführer jedoch verschiedene gesundheitliche Probleme aufweise, deren gesamthafte Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit noch ungeklärt
sei
, seien weitere Abklärungen notwendig. Die Sache sei deshalb an die IV-Stelle zur Ver
anlassung einer interdisziplinären,
auch die psychischen Aspekte um
fassenden Begutachtung zurückzuweisen. Diese werde sich
für den gesamten massgeben
den Zeitraum zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestamm
ten und einer leidensangepassten Tätigkeit zu äussern haben.
2.2
Das gestützt auf
das
Rückweisungsurteil eingeholte
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juli 2013
(Urk. 6/86
)
basiert
auf einer
internistischen,
orthopädischen
und psychiatrischen Untersu
chung vom
23., 2
4.
und 3
1.
Mai 201
3.
Dabei diagnosti
zierten die
Ärzte eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0) bei einem Verdacht auf Aggravation, eine
Gonarthrose
links mit einem Status nach einer offenen medialen
Meniskektomie
(1982) und einer
arthroskopischen
Teilmeniskektomie
(1997),
geringe mehrsegmentale
Osteochondrose
n
und
Spon
dylophyten
der Halswirbelsäule (HWS), eine beginnende
Coxarthrose
links mehr
als rechts, eine beginnende
Gonarthrose
rechts, eine inhomogene
Knochen
struktur
der Achillessehne links
, ein chronisches intermittierendes
Lumbover
tebralsyndrom
mit einer
Spondylarthrose
und eine Arthrose des
Metacarpopha
langeal
-(MCP)Gelenks II links sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – einen Diabetes mellitus und eine seit zwei Monaten behandelte arterielle Hypertonie.
Die Gesamtbeur
teilung der Arbeitsfähigkeit erfolgte im Rahmen ei
ner interdisziplinä
ren Schluss
beurteilung. Dabei kamen die Ärzte zu folgendem Schluss (
Urk. 6/59/25
ff.): In der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als
Hilfsmechani
ker
sei
der
Versicherte
seit E
nde Februar 2008
zu 100 % arbeitsunfähig.
Eine
leidensangep
asste Tätigkeit – das heisst eine
vor
wiegend
sitzende
Tätigkeit
mit der Möglichkeit, nach Bedarf Entlastungspositionen einzunehmen (aufzustehen, das Knie zu strecken und
durchzubeugen
)
,
mit
(denkbaren)
kürzeren Gehstrecken ohne zusätzliche Tragbelastung, jedoch ohne
Gehen von Treppen, ohne schwere und mittelschwere
Tätigkeiten und Arbeiten mit vermehrter Belastung des Knies, ohne Tätigkeiten mit hoher Anforderung an die Greifkraft und das Handgeschick respektive mit hochrepetitiven Bewegunge
n der linken Hand, speziell Dau
men
/Zeigfinger betreffend – s
ei
dem Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung einer leichten Leistungsminderung von 10
%
aufgrund einer gering a
usgeprägten psychischen Störung
seit Februar 2008 zumutbar.
3.
3.1
Das
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juli 2013 - auf welches die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) abgestellt ha
t – bas
iert auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Be
schwerden, wurde in Kenntnis und Berück
sich
tigung der
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situa
tion Rech
nung. Es erfüllt damit grundsätzlich die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Gutacht
ens (E. 1.6
)
.
3
.2
Der Beschwerdeführer
macht
zusammengefasst
geltend (Urk. 1), dass
die
im
Zusammenhang mit der im Gutachten diagnostizieren Schmerzstörung
zu prüfenden Kriterien
in ausreichendem Mass erfüllt
respektive die chronische Schmerzstörung als unüberwindbar anzusehen seien.
Diese
Auffassung ist unbegründet
:
Eine schwere psychische
Komorbidität
wurde im
Gutachten
explizit verneint. Es gilt daher die Rechtsprechung, wonach
eine leichte depressive Episode keine
Komorbidität
von erheblicher Schwere und Ausprägung darstellt (Urteil des Bundesgericht
s
9C_5/2014 vom
9.
April 2014, E. 4.1.1). Was die übrigen Krite
rien betrifft,
so liegt ein
sozial
er
Rückzug in allen Belangen in Anbetracht der
im psychiatrischen Teil
gutachten dargelegten (Urk. 6/86
/37)
unbestrittenen Kontakte
des Versicherten zu seiner Ehefrau, seinen beiden Kindern und Ver
wandten
(Enkel) ebenfalls nicht vor. Denn
ein sozialer Rückzug im Sinne der Rechtsprechung
umfasst
entgegen der Auffassung des Versicherten auch diesen Personenkreis (Urteile des Bundesgerichts 9C_936/2011 vom 2
1.
März 2012,
E. 4.2.2.1
,
und I 240/05 vom 3
1.
August 2005
, E. 2.2).
Das Kriterium der chroni
schen körperlichen Begleiterkrankung und des mehrjährigen Krankheitsverlaufs bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remis
sion ist praxisgemäss als nicht erfüllt zu betrachten, da aus somatischer Sicht eine körperlich angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar ist (Urteil des Bundes
gerichts 9C_5/2014 vom
9.
April 2014, E. 4.1.2).
Hinsichtlich des
Kriterium
s
eines verfestigten
, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbaren innerseelischen
Verlauf
s
einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbe
wältigung
(primärer Krankheitsgewinn;
„
Flucht in die Krankheit")
wurde ihm psychiatrischen Teilgutach
ten zwar festgehalten (Urk. 6/86
/40 f.), dass
die
Kränkung (
in Bezug
auf die
Invalidenversicherung, die Suva
und den Arbeitge
ber im Zusammenhang mit ihrem Verhalten bezüglich des Unfalls und seiner Schmerzen) und
das
Unfallereignis auf so dysfunktionale Weise im Beschwer
deführer verbunden seien,
so
dass ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf vorliege, respektive dass die dysfunktionale
n
Verarbeitungsmuster und
die
Einstellungen des Beschwerdeführers dem
Teilgut
achter
, vielleicht auch weil nie eine psychiatrische Therapie versucht worden sei,
mittlerweise
zu stark
chronifiziert
und therapeutisch nicht meh
r veränderbar erscheinen würden. Indessen
spielen bei diesem Kriterium die
invalidenversi
cherungsrechtlich
nicht relevanten psycho
so
zialen Belastungen in Form der erwähnten Kränkung
und
Einstellung
en
des Versicherten eine massgebende Rolle, so dass auch dieses Kriterium eher zu verneinen ist. Die Frage kann jedoch
letztlich
offen bleiben, weil das Kriterium – auch gemäss den Ausfüh
rungen im Gutachten
– zumindest nicht als derart intensiv erfüllt und ausge
prägt gelten kann, dass es, ohne dass in erheblichem Umfang weitere Kriterien erfüllt wären, den Schluss auf eine
Invalidität
zuliesse
.
Das Kriterium einer konsequent durchgeführte
n
Therapie ist ebenfalls zu verneinen. Zusammenfas
send sind somit die übrigen rechtsprechungsgemäss massgeblichen Kriterien weder gehäuft erfüllt noch ist das Kriterium des (allenfalls zu bejahenden) pri
mären Krankheitsgewinns derart ausgeprägt, dass auf eine psychisch bedingte (teilweise) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu schliessen wäre. Diese Folge
rung drängt sich umso mehr auf, als im Gutachten eine deutliche Tendenz
zur
Aggravation festgestellt wurde. Bei derartigen Konstellationen
liegt
nach der Rechtsprechung regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung
vor
(Urteil des Bundesgericht
s
9C_408/2010 vom 2
2.
November 2010, E. 4.2).
Im Zusammenhang mit
der Beurteilung dieser
Kriterien ist
im Übrigen
entgegen der A
uffassung des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. 7 f) k
ein Widerspruch im psychi
atrischen Teilgutachten ersichtlich
;
ein solcher relevanter Widerspruch
wurde von ihm auch nicht
substantiiert dargelegt. Die Akten lassen somit eine für die Anspruchsprüfung ausreichende Beurtei
lung der genannten Kriterien zu.
V
on weiteren Abklärungen ist
abzusehen
, da sie keine zusätzlichen relevanten Erkenntnisse versprechen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b).
3
.3
Weitere konkrete Einwände gegen das
Z._
-Gutachten brachte der Beschwerde
führer nicht vor, und auch durch die übrigen medizinischen Akten wird es nicht ernsthaft in Frage gestellt.
Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sich
der
Gesundheitszustand des Versicherten in der Zeit nach der
Z._
-Begutachtung bis zu dem für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung (1
0.
April 2014, Urk. 2) verschlechtert hätte, liegen auf
grund der medizinischen Aktenlage nicht vor. Zusammenfassend ist daher fest
zuhalten, dass sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch
(grundsätzlich)
in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das
Z._
-Gutachten vom
1
2.
Juli 2013
abzustellen und deshalb von einer
90%igen oder – was offen bleiben kann - 100%igen Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers in
einer leidensangepassten
Tätigkeit auszugehen ist.
4
.
4.1
Ausgehend von einer 90
%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit
und eines Abzugs vom Tabellenlohn von 15
%
ermittelte die Beschwerdegegnerin im Rahmen eines Einkommensvergleichs ursprünglich einen Invaliditätsgrad von 27
%
(
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘245
.-;
Invali
deneinkommen
von
Fr.
45‘884.-
;
Urk.
6/87 in Verbindung mit
Urk.
2 S. 3 oben
)
. In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ermittelte sie, ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit und ohne
Berücksichtigung eines
Abzug
s
vom Tabellenlohn
,
im Rahmen eines
Einkom
mensvergleichs
neu einen Invaliditätsgrad von 5
%
(
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘245.-; Invalideneinkommen von
Fr.
59‘979
.-
;
Urk.
2
[in welcher
teilweise
versehentlich noch das ursprüngliche Invalideneinkommen von
Fr.
48‘
884.- aufgeführt wurde]
und
Urk.
6/103/2). Gemäss diesen Einkommensvergleichen, welche unbestritten geblieben sind,
steht
in jedem Fall
fest
, dass ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad
vorliegt, weshalb die Frage
n
, ob von einer 90%igen oder 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepa
ssten
Tätigkeit
auszugehen und
ob
beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug von 15
%
oder 0
%
vorzunehmen
ist
, offen bleiben
können
.
Mangels Vorliegen
s
einer Invali
dität besteht damit kein
Anspruch auf eine Invalidenrente
.
4.2
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Laut
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist abweichend von
Art.
61
lit
. a ATSG das
Beschwerde
verfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
run
g
von IV-Leistungen vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht kosten
pflichtig.
Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf
Fr.
800
.- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.