Decision ID: 8b3c43cc-f5ee-51e9-87a8-b2ca0512e588
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a S._ meldete sich am 29. November 2004 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente)
an, da sie unter Depressionen zweiten Grades, Panikattacken, Diabetes und
epileptischen Anfällen leide (act. G 10.1). In der Folge holte die IV-Stelle diverse
Arztberichte ein. Im Bericht vom 21. Januar 2005 attestierte Dr. med. A._, Arzt für
Allgemeine Medizin FMH, der Versicherten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Pflegehelferin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 6. Januar 2004. Aktuell seien ihr
auch keine anderen Tätigkeiten möglich (act. G 10.14). Im Bericht des Psychiatrischen
Zentrums vom 24. Mai 2005 wurde der Versicherten für die angestammte Tätigkeit eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 5. Januar 2004 attestiert. Aufgrund des schon seit
längerem bestehenden quälenden Vollbilds einer komplexen posttraumatischen
Belastungsstörung mit einer co-morbiden rezidivierenden mittelgradigen depressiven
Störung mit Angst und Panikattacken sowie massiven sozialen Rückzugstendenzen sei
der Versicherten gegenwärtig keine Tätigkeit mehr zumutbar. Nach einer erfolgreichen
psychotherapeutischen Behandlung wäre eine Teilarbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit denkbar (act. G 10.19). Vom 28. Juli bis 24. August 2004 war die Versicherte
in der Klinik D._ hospitalisiert. Im Bericht vom 11. Oktober 2005 führte Dr. med.
B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Chefarzt, aus, seit Anfang 2004
bestünden bei der Versicherten zunehmend Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, diffuse
Schmerzen, sozialer Rückzug und panikartige Angstzustände. In der angestammten
Tätigkeit sei sie seit 28. Juli 2004 zu 100% arbeitsunfähig (act. G 10.24). Mit Schreiben
vom 13. Januar 2006 teilte Dr. med. C._, Spezialärztin für Neurologie FMH, unter
Beilage ihres Arztberichts vom 23. August 2004 mit, bei der Versicherten sei kein
neurologisches Leiden vorgelegen, das damals zu einer Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit hätte führen können (act. G 10.26). Im Verlaufsbericht des
Psychiatrischen Zentrums vom 25. Januar 2006 wurde ausgeführt, seit dem Bericht
vom 24. Mai 2005 gebe es bezüglich der psychopathologischen Befunde keine
wesentliche Änderung. Nach einer eventuell erfolgreichen psychotherapeutischen
Behandlung wäre eine Teilarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit denkbar. Es
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werde eine Neuevaluation des Zustandsbilds der Versicherten in ca. 6 Monaten für
sinnvoll erachtet (act. G 10.28).
A.b Am 12. Juli 2006 wurde die Versicherte im ABI (Aerztliches Begutachtungsinstitut
GmbH, Basel) internistisch, psychiatrisch und rheumatologisch untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 7. September 2006 wurden folgende Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: 1. eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F32.1); 2. eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1); 3.
dissoziative Störungen, gemischt (ICD-10: F44.7); 4. ein chronisches cervicobrachiales
Schmerzsyndrom links (ICD-10: M53.1) mit/bei ausgeprägtem reaktivem
Schulterhochstand rechts mit ausgeprägter Myogelose der suboccipitalen und
rechtsseitigen Trapeziusmuskulatur, reaktiver grobbogiger thorako-lumbal
linkskonvexer Skoliose, betonter Kyphosierung im cervicothorakalen Übergang sowie
5. ein chronisches unspezifisches lumbogluteales Schmerzsyndrom links mit
pseudoradikulärer Ausstrahlung in die linke untere Extremität (ICD-10: M54.5) mit/bei
deutlicher muskulärer Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen und
rückenstabilisierenden Muskelgruppen. Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurden diagnostiziert: 1. eine Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F12.1); 2. ein
insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2a (ICD-10: E11.9), Erstdiagnose 1996,
insulinpflichtig seit 2004; 3. eine Adipositas (ICD-10: E66.9), BMI 28.9 kg/m ; 4. ein
chronischer Nikotinabusus (ICD-10: F17.1); 5. eine akut einsetzende paroxysmale
Symptomatik teils mit Amnesie (DD: Panikattacken; cerebral?) mit Schwächegefühl der
linken Körperhälfte unklarer Ätiologie sowie 6. eine Amblyopie rechts. Die
interdisziplinäre Evaluation habe sowohl für die angestammte als auch für eine
adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% ergeben. Rezidivierende
mittelschwere oder gar schwerbelastende Tätigkeiten seien der Versicherten hingegen
nicht mehr zumutbar (act. G 10.37-16 ff.).
A.c Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache einer halben Invalidenrente in Aussicht (act. G 10.44). Hiergegen erhob die
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, am 1. Februar 2007
Einwand und beantragte eine Neuberechnung des Invaliditätsgrads (act. G 10.48).
B.
2
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Mit Verfügung vom 13. September 2007 sprach die IV-Stelle der Versicherten
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50% mit Wirkung ab 1. Januar 2005 eine
halbe Invalidenrente zu (act. G 10.58).
C.
C.a Mit Eingabe vom 15. Oktober 2007 erhebt der Vertreter der Versicherten
Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 13. September 2007 sei aufzuheben,
und die ganze Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen. Zur Begründung bringt er in der Beschwerdeschrift und
in der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 4. Januar 2008 im Wesentlichen vor,
die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, weshalb die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei.
Das ABI-Gutachten sei widersprüchlich, da die interdisziplinäre Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von der psychiatrischen Einschätzung
abweiche. Zudem sei der Beschwerdeführerin ein Leidensabzug von 10% zu gewähren
(act. G 1 und 8).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend,
eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs sei geringfügiger Natur und könne vom
Gericht geheilt werden. Das ABI-Gutachten sei nicht widersprüchlich, da die
Erkenntnisse aus einer am 12. Juli 2007 (richtig: 2006) durchgeführten
Laboruntersuchung in die psychiatrische Untersuchung noch nicht eingeflossen, in der
Gesamtbeurteilung jedoch berücksichtigt worden seien (act. G 10).
C.c Am 6. März 2008 wird das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt (act.
G 11).
C.d Mit Replik vom 21. April 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an seinen
Anträgen fest (act. G 13).
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C.e Mit Duplik vom 26. Mai 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest
(act. G 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Der Vertreter der Beschwerdeführerin rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs. Er bringt diesbezüglich vor, in der angefochtenen Verfügung werde angeführt,
dass aufgrund des Einwands bei Dr. med. E._, Augenarzt FMH, ein weiterer
Arztbericht einverlangt worden sei. Der entsprechende Arztbericht sei der
Beschwerdeführerin vor dem Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht zur
Stellungnahme unterbreitet worden. Die Beschwerdeführerin sei entsprechend um die
Möglichkeit gebracht worden, sich zum Beweisergebnis der weiteren Abklärungen der
Beschwerdegegnerin zu äussern. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin sei
auch insoweit verletzt worden, als am 11. September 2007 ein aktueller Bericht von Dr.
E._ vom 5. September 2007 ins Recht gelegt, in der angefochtenen Verfügung
jedoch offensichtlich nicht berücksichtigt worden sei (act. G 1).
1.2 Die Beschwerdegegnerin führt in diesem Zusammenhang aus, gestützt auf einen
Beweisantrag im Einwand habe sie einen Bericht bei Dr. E._ eingeholt. Damit seien
Tatsachen erhoben worden, die der beschwerdeführenden Seite grundsätzlich bereits
bekannt gewesen seien. Soweit darin dennoch eine Gehörsverletzung zu sehen wäre,
wäre sie geringfügiger Natur, so dass sie ohne Weiteres vom Gericht geheilt werden
könnte. Die augenärztliche Bescheinigung vom 5. September 2007 sei am 11. (richtig:
12.) September 2007 bei ihr eingetroffen, also Monate nach Ablauf der für einen
Einwand angesetzten Frist. Das Dokument sei am 14. September 2007 elektronisch
erfasst worden und erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung zur zuständigen
Sachbearbeiterin gelangt. Inhaltlich weiche die Bescheinigung ohnehin nicht vom
Bericht vom 16. April 2007 ab. Eine erhebliche Gehörsverletzung sei denn auch hier
nicht zu erkennen (act. G 10).
1.3 Grundsätzlich müssen in Erfüllung des Akteneinsichtsrechts (als Teil des
Anspruchs auf rechtliches Gehör; vgl. Art. 29 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und
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Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]) den Beteiligten sämtliche beweiserheblichen Akten gezeigt werden.
Das ist vorliegend zu Unrecht unterblieben. Das Recht auf Akteneinsicht ist nach der
Rechtsprechung formeller Natur und eine Verletzung führt ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des
angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die
Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht besonders schwer wiegt und dadurch
geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer
Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen
uneingeschränkt überprüft. Diese Voraussetzungen können hier als erfüllt betrachtet
werden, zumal lediglich eine auf einen Gesichtspunkt eingeschränkte, ergänzende
Abklärung vorgenommen wurde, deren Ergebnis der Beschwerdeführerin insoweit
bekannt war, als sich die Auskunft von Dr. E._ auf die letzte Untersuchung vom 28.
September 2006 bezog (act. G 10.50-2). Zudem hat sich der Vertreter der
Beschwerdeführerin anlässlich der Replik nur noch zu materiell rechtlichen
Gesichtspunkten geäussert.
2.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anwendbar.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
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oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch aArt. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der
Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte
mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b).
3.3 Im Falle einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen
notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach
Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen. Bei
der rückwirkenden stufenweisen Rentenzusprache richtet sich der Zeitpunkt einer
Rentenherabsetzung oder -aufhebung ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 321.201), derjenige einer Erhöhung
nach Art. 88a Abs. 2 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine Anwendung (vgl. BGE
106 V 16; BGE 109 V 125). Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder
Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in
jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Nach Art. 88a
Abs. 2 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der
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Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat. aArt. 29 IVV ist sinngemäss anwendbar.
3.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies
bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder
beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen
Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein
vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in
rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen
wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten
ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des
Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen
allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht
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vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich
einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen
Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
4.
4.1 Umstritten ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin,
insbesondere, ob ihr die angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin (im Umfang von
50%) noch zumutbar ist oder nicht.
4.2 Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend,
der ABI-Psychiater führe in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
ausdrücklich aus, die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin sei für die
Beschwerdeführerin nicht mehr geeignet. Das Gutachten selber sei insofern
widersprüchlich, als im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung eine
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bejaht werde.
4.3 Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, es sei zwar zutreffend, dass im
psychiatrischen Teilkonsilium angenommen worden sei, die bisherige Tätigkeit als
Pflegehelferin sei für die Beschwerdeführerin nicht geeignet, während ihr in der
Gesamtbeurteilung eine 50%ige Leistungsfähigkeit in dieser Tätigkeit attestiert worden
sei. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin handle es sich dabei jedoch
weder um einen Widerspruch noch um ein Versehen. Die psychiatrische Exploration
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habe am 12. Juli 2007 (richtig: 2006) stattgefunden. Gleichentags sei auch eine
Laboruntersuchung durchgeführt worden, bei der unter anderem festgestellt worden
sei, dass die Beschwerdeführerin offensichtlich die Medikamente nicht im verordneten
und behaupteten Ausmass eingenommen habe. Diese Erkenntnis sei in die
psychiatrische Beurteilung noch nicht eingeflossen, sei dann aber im Rahmen der
Gesamtbeurteilung berücksichtigt worden, indem die Selbsteinschätzung der
Beschwerdeführerin kritisch habe hinterfragt werden müssen. Die Schätzung einer
50%igen Arbeitsfähigkeit sei daher auch auf den bisherigen Beruf ausgedehnt worden.
4.4 Dem psychiatrischen Teilgutachten ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin
habe bis Dezember 2003 nicht unter wesentlichen gesundheitlichen Einschränkungen
gelitten. Damals sei sie in Bosnien zu den rauchenden Trümmern ihres Elternhauses
gekommen, in denen ihre Tante, von der sie und auch ihr Sohn betreut worden seien,
verbrannt sei. Das Haus sei von Serben angezündet worden; die betagte Tante habe
das Haus nicht mehr verlassen können. Seit diesem Erlebnis leide sie unter
Schlafstörungen, einer verminderten Belastbarkeit, Atemnot und Ängsten; wiederholt
habe sie auch Anfälle erlitten, die neurologisch nicht eindeutig hätten geklärt werden
können. Es bestehe ein Verdacht auf psychogene Anfälle. Daneben leide die
Beschwerdeführerin auch unter depressiven Verstimmungen, Freudlosigkeit und
Antriebslosigkeit. Diagnostisch handle es sich um eine dissoziative Störung, eine
mittelgradige depressive Störung und eine posttraumatische Belastungsstörung. Die
Beschwerdeführerin stehe einer Reintegration in den Arbeitsprozess nicht ablehnend
gegenüber; sie könnte sich beispielsweise ein Arbeitstraining vorstellen, um sich wieder
an die Belastung der Arbeitswelt zu gewöhnen. Aufgrund der genannten
psychiatrischen Leiden sei die Arbeitsfähigkeit aber eingeschränkt. Dennoch sollte
versucht werden, die Beschwerdeführerin im Rahmen eines Arbeitstrainings
schrittweise wieder an die Belastungen der Arbeitswelt zu gewöhnen. Dabei könne
aber nicht erwartet werden, dass sie je wieder ganztägig berufstätig sein werde. Es
bestehe auch ein gewisser sekundärer Krankheitsgewinn, der rehabilitationshemmend
sei. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von
50%. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch die posttraumatische Belastungsstörung, die
mittelgradige depressive Störung und die dissoziative Störung bedingt. Der
Beschwerdeführerin könne aber aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, halbtags
zu arbeiten. Aufgrund der dissoziativen Störung und auch der Schwierigkeit der
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Beschwerdeführerin, auf die Mitmenschen einzugehen, sei die bisherige Tätigkeit als
Pflegehelferin nicht geeignet (act. G 10.37-15 f.).
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wurde demgegenüber festgehalten, die
interdisziplinäre Evaluation habe wegweisend aus psychiatrischer Sicht eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% ergeben. Diese begründe sich durch die
posttraumatische Belastungsstörung, eine mittelgradige depressive Störung sowie eine
dissoziative Störung. Aus interdisziplinärer Sicht könne es der Beschwerdeführerin aber
zugemutet werden, in der angestammten Tätigkeit einem 50%igen Arbeitspensum
nachzugehen. Aufgrund der detaillierten aktuellen psychiatrischen Evaluation könne
festgestellt werden, dass die postulierte 50%ige Arbeitsfähigkeit auch für alle anderen,
in Bezug auf den Bewegungsapparat leichten bis intermittierend mittelschwer
wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten anwendbar erscheine. Rezidivierende
mittelschwere oder gar schwerbelastende berufliche Tätigkeiten seien ihr hingegen
nicht mehr zumutbar. Unter dem Titel "Stellungnahme zur Selbsteinschätzung der
versicherten Person" führten die Gutachter weiter aus, es müsse festgestellt werden,
dass die Werte der Medikamentenspiegel einerseits in Bezug auf die Einnahme der
Antiepileptica aber auch der Antidepressiva deutlich im subtherapeutischen Bereich
gelegen hätten. Gesamthaft gesehen müssten gewisse Selbsteinschätzungen in Bezug
auf die depressive Problematik kritisch hinterfragt werden. Umso mehr könne die oben
mehrfach erwähnte 50%ige Restarbeitsfähigkeit auch im angestammten Beruf aus
interdisziplinärer Sicht postuliert werden (act. G 10.37-17 f.).
4.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin leidet das ABI-Gutachten an
einem inneren Widerspruch. So erachtete der ABI-Psychiater die angestammte
Tätigkeit als Pflegehelferin ausdrücklich als für die Beschwerdeführerin nicht geeignet,
während diese Tätigkeit anlässlich der Gesamtbeurteilung als zumutbar erachtet
wurde, wobei sich aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit ergebe. Die von der Beschwerdegegnerin vorgebrachte "Erklärung",
die Arbeitsfähigkeitseinschätzung sei aufgrund des subtherapeutischen
Medikamentenspiegels, der dem psychiatrischen Gutachter bei seiner Beurteilung
noch nicht bekannt gewesen sei, korrigiert worden, mag zutreffen. Sie kann dem
Gutachten in dieser Form jedoch nicht entnommen werden und leuchtet auch nicht ein.
Abgesehen davon, dass der eigentliche Medikamentenspiegel der Untersuchung vom
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12. Juli 2006 im Gutachten fehlt, kann auch nicht ohne weiteres angenommen werden,
die regelmässige Einnahme der entsprechenden Medikamente steigere die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit von 0% auf
50%. Allein aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin am Untersuchungstag
nicht Antidepressiva im verschriebenen Rahmen eingenommen hat bzw. dass sich die
Medikamenteneinnahme nicht vollumfänglich nachweisen liess, kann nicht auf eine
höhere Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Nachdem die in der Gesamtbeurteilung
ermittelte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht zu überzeugen
vermag, ist diesbezüglich auf die ursprüngliche Einschätzung des psychiatrischen
Teilgutachters abzustellen, ist diese doch in sich schlüssig und nachvollziehbar.
Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die angestammte
Tätigkeit als Pflegehelferin nicht mehr möglich ist. Hingegen ist sie in einer adaptierten
Tätigkeit (leicht bis intermittierend mittelschwer wechselbelastende Tätigkeiten) zu 50%
arbeitsfähig. Diese Beurteilung stimmt im Wesentlichen mit den übrigen in den Akten
dokumentierten fachpsychiatrischen Einschätzungen überein (act. G 10.37-24, 10.28-4,
10.24-3, 10.19-5) und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten.
5.
5.1 Für die Bemessung des Invaliditätsgrads gilt es zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin von Januar 2004 bis zur Begutachtung durch das ABI im Juli 2006
für jegliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig war (act. G 10.37-17, 10.37-24, 10.28).
Erst anlässlich der ABI-Begutachtung war die Rede von einer Besserung des
psychischen Zustandsbilds, so dass der Beschwerdeführerin ab jenem Zeitpunkt eine
50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zugemutet wurde (act. G
10.37-16). Folglich sind für die betreffenden Zeitabschnitte je gesonderte
Berechnungen des Invaliditätsgrads vorzunehmen.
5.2 Nachdem die Beschwerdeführerin von Januar 2004 bis Juli 2006 vollumfänglich
arbeitsunfähig war, hat sie nach Ablauf des Wartejahres gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b
IVG ab 1. Januar 2005 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Aufgrund der
Verbesserung ihres Gesundheitszustands und der damit verbundenen Steigerung ihrer
Arbeitsfähigkeit im Juli 2006, fällt eine allfällige Herabsetzung der ganzen Rente
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV frühestens nach drei Monaten, folglich ab 1. November
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2006, in Betracht. Für jenen Zeitpunkt ist daher eine neuerliche Berechnung des
Invaliditätsgrads vorzunehmen.
5.3 Für die Zeit ab 1. November 2006 ist der Invaliditätsgrad anhand eines
Einkommensvergleichs zu ermitteln (Art. 16 ATSG). Nachdem die Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, stellt sich die Frage, ob ihr
die Aufnahme einer Hilfstätigkeit zugemutet werden kann. Dies ist zu bejahen, verfügt
sie doch über keinen in der Schweiz anerkannten Lehrabschluss. Es steht der
Beschwerdeführerin diesbezüglich frei, einen Antrag auf berufliche Massnahmen
(insbesondere Arbeitstraining oder Arbeitsvermittlung) zu stellen. Da diese
Massnahmen keinen Einfluss auf den Umfang des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin haben, kann nachfolgend ohne weiteres zum
Einkommensvergleich zur Bestimmung des Invaliditätsgrads geschritten werden. Für
das Valideneinkommen ist auf das zuletzt erzielte Einkommen im Jahr 2003 von Fr.
59'696.-- abzustellen (act. G 10.5-1). Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis 2006 (0.9%, 1.0%, 1.2%; vgl. T1.93 der vom Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Ergebnisse der Statistik der Lohnentwicklung) resultiert
ein Valideneinkommen von Fr. 61'567.--. Das Invalideneinkommen ist demgegenüber
anhand der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln. Der entsprechende Tabellenlohn betrug
2006 für Frauen im Anforderungsniveau 4 Fr. 4'019.--. Umgerechnet auf die 2006
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche ergibt sich damit bei einem
50%-Pensum ein Jahreseinkommen von Fr. 25'139.--.
5.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (BGE 129
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V 481 E. 4.2.3, m.w.H.). Vorliegend erscheint aufgrund des Umstands, dass die
Beschwerdeführerin nur noch in der Lage ist, leichte bis intermittierend mittelschwer
wechselbelastende Tätigkeiten auszuüben, und aufgrund der Probleme infolge ihrer
dissoziativen Störung ein Leidensabzug von insgesamt 10% als angemessen.
Entsprechend reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 22'625.--. Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 61'567.-- resultiert somit ein Invaliditätsgrad von (gerundet)
63%. Damit hat die Beschwerdeführerin ab 1. November 2006 noch Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
5.5 Zusammengefasst ergibt sich damit, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit vom
1. Januar 2005 bis 31. Oktober 2006 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Ab 1.
November 2006 reduziert sich ihr Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
6.
6.1 Im Sinne obiger Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die
angefochtene Verfügung ist aufzuheben, und der Beschwerdeführerin ist für die Zeit
vom 1. Januar 2005 bis 31. Oktober 2006 eine ganze Invalidenrente, ab 1. November
2006 eine Dreiviertelsrente auszurichten. Die Sache ist zur Festsetzung und
Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da die Beschwerdegegnerin praktisch unterliegt, hat sie die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von
bis
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Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die bereits
bewilligte unentgeltliche Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang
gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG