Decision ID: c916dcc9-ce0a-4bfc-b692-73b13b0f7878
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21,
Postfach 21, 9101 Herisau,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St.Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
und
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beigeladene,
betreffend
Nachbelastung von paritätischen Beiträgen 2002 bis 2006
Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1959, bezieht von der Invalidenversicherung (IV) seit 1997
Dienstleistungen Dritter in Form eines Vorlesedienstes anstelle eines Hilfsmittels. Mit
Schreiben vom 22. Juli 2005 teilte die kantonale Ausgleichskasse der Versicherten mit,
sie habe sie rückwirkend ab 1. Juli 2003 als Arbeitgeberin erfasst (AK-act. 1). Mit
Verfügung vom 20. September 2005 veranlagte sie die Versicherte betreffend
paritätische Beiträge der Jahre 2003 und 2004 und forderte offene AHV-/IV-/EO- und
ALV-Beiträge in der Höhe von Fr. 1'551.90 ein (AK-act. 3). Eine gegen diese Verfügung
gerichtete Einsprache vom 14. Oktober 2005 (AK-act. 4; 9) wies die Ausgleichskasse
mit Einspracheentscheid vom 6. April 2006 ab (AK-act. 12). Mit Beschwerde vom
8. Mai 2006 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander in Vertretung der
Versicherten die Aufhebung des Einspracheentscheids. Von einer Einstufung der
Versicherten als Arbeitgeberin sei abzusehen (AK-act. 13).
A.b Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die Beschwerde mit Urteil
vom 8. Dezember 2006 teilweise gut und wies die Sache zur weiteren Abklärung und

zur neuen Entscheidung im Sinn der Erwägungen an die Ausgleichskasse zurück. Das
Gericht qualifizierte die Einkünfte der Vorleserinnen als beitragspflichtiges Einkommen.
Es schloss aus, dass die IV-Stelle als Arbeitgeberin der Vorleserinnen anzusehen wäre.
Die von der Ausgleichskasse vorzunehmenden zusätzlichen Abklärungen sollten
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insbesondere darüber Aufschluss geben, ob die Vorleserinnen bei der Versicherten in
unselbstständiger Stellung und nicht etwa im Auftrag einer Organisation tätig gewesen
seien (Urteil AHV 2006/17 vom 8. Dezember 2006 in AK-act. 23).
A.c Die Ausgleichskasse nahm daraufhin weitere Abklärungen vor. Sie stellte den
Vorleserinnen, die zwischen 2002 und 2007 bei der Versicherten tätig gewesen waren,
Fragebogen zu. Unter Berücksichtigung ihrer Antworten qualifizierte sie die Versicherte
als Arbeitgeberin der Vorleserinnen und berechnete für die Zeit 2002 bis 2006 Beiträge
und Verzugszinsen in der Höhe von insgesamt Fr. 6'091.25, die sie bei der Versicherten
mit Verfügung vom 20. September 2007 einverlangte (AK-act. 47). Die Einsprache des
Rechtsvertreters der Versicherten vom 19. Oktober 2007 wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung der
Ausgleichskasse mit Entscheid vom 27. Februar 2008 ab. Die Abklärungen hätten
ergeben, dass die vier im vorliegend massgebenden Zeitraum bei der Versicherten tätig
gewesenen Vorleserinnen aus dem Bekanntenkreis der Versicherten stammen würden.
Sie seien weder einer Organisation unterstellt noch als Selbstständigerwerbende
erfasst. Ihre Tätigkeit könne mit einer Hausdiensttätigkeit verglichen werden, die
typischerweise als unselbstständige Tätigkeit gelte. Die Ausgleichskasse sei daher zu
Recht zum Schluss gekommen, dass die Vorleserinnen als Unselbstständigerwerbende
zu qualifizieren seien. Zur von der Versicherten geltend gemachten Verletzung der
Auskunftspflicht führte der Rechtsdienst aus, die Beratungspflicht gemäss Art. 27
ATSG beziehe sich auf die Rechte und Pflichten im Einzelfall, wobei eine Beschränkung
auf den jeweiligen Versicherungszweig gelte. Die Beratung erfolge grundsätzlich auf
entsprechendes Begehren der betreffenden Person hin. Die IV-Stelle habe keine
Pflicht, die Versicherte über eine allfällige Arbeitgebereigenschaft zu informieren, da
sich die Beratung auf den jeweiligen Versicherungszweig beschränken müsse. Die
Versicherte habe keine Beratung von der Ausgleichskasse verlangt und somit sei die
Ausgleichskasse nicht gehalten gewesen, sie über die allfällige Arbeitgebereigenschaft
zu informieren. Sowohl die Nettolohnsumme als auch die Verzugszinsen seien korrekt
ermittelt worden. Das von der Versicherten im Rahmen der Einsprache gestellte
Erlassgesuch wies der Rechtsdienst ab mit der Begründung, die Versicherte habe
keine Bemühungen unternommen, sich über eine allfällige Arbeitgebereigenschaft und
eine allfällige Entrichtung von Lohnbeiträgen zu erkundigen. Daher könne ihr der gute
Glaube nicht zugesprochen werden (act. G 1.10).
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B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters der
Versicherten vom 9. April 2008. Er beantragt die Aufhebung des Entscheids. Von einer
Einstufung der Versicherten als Arbeitgeberin sei abzusehen. Eventuell sei dem Gesuch
um Erlass der rückwirkenden Bezahlung der paritätischen Beiträge für die Jahre 2002
bis 2006 zu entsprechen bzw. die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, das
Erlassgesuch neu zu beurteilen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Abgesehen von der Periode, in der zwei Vorleserinnen gleichzeitig tätig gewesen seien
und die Beschwerdeführerin die Beiträge unter ihnen aufgeteilt habe, habe die IV-Stelle
direkt mit den Vorleserinnen abgerechnet. Die Beschwerdeführerin trage kein
unternehmerisches Risiko und verfüge über keinerlei Infrastruktur. Es bestünden weder
eine Arbeitsorganisation noch eine Weisungskompetenz der Beschwerdeführerin. Vor
allem aber komme hinzu, dass sie keinen Lohn ausbezahle. Die Zahlungen stammten
von der IV-Stelle. Beim von dieser bewilligten Vorlesedienst handle es sich nicht um
Lohnzahlungen, sondern um Leistungen gemäss der Verordnung über die Abgabe von
Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51). In den Verfügungen
der IV-Stelle sei ausdrücklich von Hilfsmitteln die Rede. Die Beschwerdeführerin habe
davon ausgehen müssen und dürfen, dass es sich bei den Zahlungen an die
Vorleserinnen um Hilfsmittel und nicht um AHV-pflichtige Löhne handle. Die IV-Stelle
habe sie nie darüber orientiert, dass sie die Zahlungen an die Vorleserinnen als
Arbeitgeberin abrechnen müsse. Die IV-Stelle sei selbst davon ausgegangen, bei den
Zahlungen an die Vorleserinnen seien keine AHV-Beiträge in Abzug zu bringen.
Ansonsten hätte sie entsprechende Abzüge gemacht. Für die Beschwerdeführerin habe
kein Anlass bzw. keine Pflicht bestanden, sich bei der Ausgleichskasse zu erkundigen,
ob Beiträge geleistet werden müssten (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin verwies mit Schreiben vom 5. Mai 2008 auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid und verzichtete auf eine weitergehende
Stellungnahme (act. G 3).
B.c In der Replik vom 2. Juni 2008 machte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unter Verweis auf AK-act. 2 und 36 geltend, es stehe fest, dass die
IV-Stelle bis September 2005 der festen Überzeugung gewesen sei, dass keine
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Abrechnungspflicht bestehe. Er beantragt die Einholung einer Stellungnahme bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen über die Fragen, ob es im Kanton noch andere
Personen gebe, die auf Vorlesedienste angewiesen seien und deswegen IV-Leistungen
erhielten, sowie ob die Ausgleichskasse in solchen Fällen auch verlange, dass
paritätische Beiträge abgerechnet würden (act. G 7).
B.d Am 17. Juni 2008 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 9).
B.e Die zuständige Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts lud am 24. Juli 2008
die IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Verfahren bei und gab ihr Gelegenheit, die
Parteirechte wahrzunehmen (act. G 11). Mit Schreiben vom 30. Juli 2008 erklärte der
Rechtsdienst der SVA in Vertretung der IV-Stelle, von der Beiladung Kenntnis
genommen zu haben, und verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 12).
Erwägungen:
1.
Im vorliegenden Verfahren streitig ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
Arbeitgeberin der bei ihr zwischen 2002 und 2006 beschäftigten Vorleserinnen und
damit ihre sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht. Sollte eine solche bejaht
werden, wären der Vertrauensschutz sowie in letzter Linie das von der
Beschwerdeführerin gestellte Erlassgesuch zu prüfen.
2.
2.1 Vom Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die im zu beurteilenden
Zeitraum für die Beschwerdeführerin tätig gewesenen Vorleserinnen betroffen, geht es
doch um ihre Qualifikation als Arbeitnehmerinnen oder Selbstständigerwerbende sowie
um allfällige Gutschriften auf ihren Individuellen Konten. Die Beschwerdegegnerin hat
eine Beiladung der Vorleserinnen zum Verfahren unterlassen. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann vom Grundsatz, dass Verfügungen im
Gebiet der paritätischen Beiträge im Hinblick auf die Wahrung des rechtlichen Gehörs
grundsätzlich dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu eröffnen sind, abgewichen
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werden, wenn es sich lediglich um geringfügige Beiträge handelt (EVGE i.S. K. + W.
vom 31. August 1994, Erw. 3a; W.F. AG vom 19. Juni 1990, Erw. 2a). Da die
(Arbeitnehmer-)Beiträge vorliegend als geringfügig erachtet werden können und die
Vorleserinnen wenigstens bei der Abklärung miteinbezogen wurden, kann das
Unterlassen der Beiladung hingenommen werden. Der Gerichtsentscheid ist den
Vorleserinnen jedoch zur Kenntnis zuzustellen.
2.2 Im unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteil AHV 2006/17 vom
8. Dezember 2006 hatte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bereits
sämtliche für die Qualifikation der Beschwerdeführerin massgebenden Rechtssätze
und theoretischen Ausführungen dargelegt. Darauf wird verwiesen. Das Gericht hielt
fest, dass die Einnahmen der Vorleserinnen aus der Tätigkeit bei der
Beschwerdeführerin grundsätzlich beitragspflichtiges Einkommen darstellen, sei dies
aus unselbstständiger oder aus selbstständiger Erwerbstätigkeit (vgl. Erw. 1). Auf die in
der Beschwerde erneut vorgebrachte Argumentation des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin, bei den Zahlungen an die Vorleserinnen handle es sich um
"Hilfsmittel" und nicht um AHV-pflichtige Löhne, ist daher nicht nochmals einzugehen.
2.3 Weiter hat das Gericht im Urteil vom 8. Dezember 2006 festgestellt, dass
zwischen den Vorleserinnen und der den Kostenersatz leistenden
Invalidenversicherung keine Rechtsbeziehung bestehe, weshalb diese nicht
beitragspflichtige Arbeitgeberin der Vorleserinnen gewesen sein konnte. An dieser
Beurteilung ändert auch die zeitweise erfolgte direkte Kostenvergütung der IV-Stelle an
die Vorleserinnen nichts (vgl. AK-act. 26), wie im rechtskräftigen Gerichtsurteil
einlässlich begründet wurde (Erw. 4a und b).
2.4 Die von der Beschwerdegegnerin nach Erhalt des Urteils vom 8. Dezember 2006
getätigten weiteren Abklärungen ergaben, dass die Vorleserinnen ihre Leistungen nicht
im Auftrag einer Drittperson, etwa einer Organisation wie einem gemeinnützigen Verein,
erbrachten. Vielmehr stammten die Vorleserinnen aus dem Bekanntenkreis der
Beschwerdeführerin. Diese liess am 12. Februar 2007 darauf hinweisen, es handle sich
um Vertrauenspersonen (AK-act. 29). Die Vorleserinnen sind also nicht als
Arbeitnehmerinnen einer Drittperson zu betrachten.
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2.5 Die Tätigkeit der Vorleserinnen für die Beschwerdeführerin kann sodann auch
nicht als selbstständige Erwerbstätigkeit qualifiziert werden. Aus der Sicht der
Vorleserinnen hatten sie in ihrer Tätigkeit für die Beschwerdeführerin eine
untergeordnete Stellung, ein Abhängigkeitsverhältnis. Sie waren weisungsgebunden.
Es lag im Belieben der Beschwerdeführerin, die Vorleserinnen einzustellen,
weiterzubeschäftigen oder auszuwechseln. Zudem benötigten die Vorleserinnen für ihre
Tätigkeit weder eigenes Personal noch mussten sie Investitionen tätigen; ein
unternehmerisches Risiko oblag ihnen nicht. Bei ihnen liegen keinerlei Hinweise auf
eine selbstständige Erwerbstätigkeit vor.
2.6 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, sie selbst habe keinerlei
unternehmerisches Risiko gehabt. Ein solches Risiko ist vorliegend zwar als gering zu
bewerten, aber nicht vollständig auszuschliessen. Zu beachten ist zudem zum
Vornherein, dass den Kriterien zur Bestimmung des Unternehmerrisikos bzw. des
Abhängigkeitsverhältnisses grundsätzlich je nach den Umständen unterschiedliches
Gewicht zukommt. Gewisse Tätigkeiten erfordern ihrer Natur nach nicht
notwendigerweise bedeutende Investitionen. Dies kann etwa für Tätigkeiten im Bereich
von Dienstleistungen gelten. Der arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit ist in solchen
Fällen gegenüber dem Investitionsrisiko erhöhtes Gewicht beizumessen (Käser
Hanspeter, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV, 2. Aufl., Bern
1996, S. 119 f.). Eine solche Abhängigkeit der Vorleserinnen gegenüber der
Beschwerdeführerin ist klar gegeben. Da eine selbstständige Tätigkeit der
Vorleserinnen also ebenso auszuschliessen ist wie eine beitragsrechtliche
Arbeitgeberschaft der Invalidenversicherung oder einer Drittperson, kommt als
Arbeitgeberin nur die Beschwerdeführerin in Frage. Sie ist für die paritätischen
Lohnbeiträge der Vorleserinnen grundsätzlich beitragspflichtig.
2.7 Im angefochtenen Einspracheentscheid führt die Beschwerdegegnerin aus, die
Beiträge seien nach dem Realisationsprinzip festgesetzt worden, wodurch es möglich
sei, dass in den einzelnen Jahren eine höhere oder tiefere Lohnsumme entstehe, als die
IV an Vorlesegeldern für dieses (Bestimmungs-)Jahr ausgerichtet habe. Die
Lohnsummen würden auf der von der IV-Stelle zusammengestellten Auflistung über die
ausbezahlten Kosten für die Vorlesedienste basieren (act. G 1.1, S. 5, Ziff. 10). Die von
der Beschwerdegegnerin vorgenommene Festsetzung der Beiträge erscheint als
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plausibel und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht fundiert bestritten. Auf die
Beitragsfestsetzung der Beschwerdegegnerin ist daher abzustellen.
3.
3.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin rügt im Weiteren eine Verletzung von
Art. 27 ATSG. Gemäss dessen Abs. 1 sind Versicherungsträger und
Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen verpflichtet, im Rahmen ihrer
Zuständigkeitsbereiche die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten
aufzuklären. Art. 27 Abs. 2 ATSG gewährt jeder Person Anspruch auf grundsätzlich
unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten. Dafür zuständig sind die
Versicherungsträger, denen gegenüber die Rechte geltend zu machen oder die
Pflichten zu erfüllen sind. Für die vorliegende Beurteilung ist Art. 27 ATSG jedoch nicht
zentral, wie nachfolgend zu zeigen ist.
3.2 Nach Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) handeln staatliche Organe
und Private nach Treu und Glauben. Der allgemeine Rechtsgrundsatz von Treu und
Glauben wurde somit zum Verfassungsprinzip. Gegenüber dem Staat begründet das
Prinzip aufgrund der seit 1. Januar 2000 in Kraft stehenden BV einen umfassenden,
unmittelbar anwendbaren grundrechtlichen Anspruch (Art. 9 BV; Hangartner Yvo,
St. Galler Kommentar 2002 zu Art. 5 BV, Rz. 37). Art. 9 BV gewährt jeder Person den
Anspruch, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben
behandelt zu werden. Dieser Artikel verdichtet die schon in Art. 5 Abs. 3 BV angelegten
rechtsstaatlichen Schranken behördlichen Verhaltens zu einem individuellen Anspruch
auf Behandlung nach Treu und Glauben. Dieser Anspruch kennt nach Lehre und Praxis
zwei Hauptstossrichtungen: den Vertrauensschutz und das Verbot des
Rechtsmissbrauchs (Rohner Christoph, St. Galler Kommentar 2002 zu Art. 9 BV, Rz. 44
f.).
3.2.1 Der Vertrauensschutz setzt eine Vertrauensgrundlage voraus. Darunter
wird das Verhalten eines staatlichen Organs verstanden, das bestimmte Erwartungen
der einzelnen Person auslöst (Weber-Dürler Beatrice, Vertrauensschutz im öffentlichen
Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 79). Der Staat enttäuscht das Vertrauen des
Bürgers oder der Bürgerin häufig deshalb, weil sich die Vertrauensgrundlage – sein
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Verhalten, seine Auskunft etc. – als fehlerhaft erweist, etwa durch falsche Anwendung
oder Übersehen einer Gesetzesbestimmung durch eine Behörde. Der inhaltliche
Mangel der Vertrauensgrundlage braucht nicht unbedingt in einer Gesetzwidrigkeit zu
bestehen; die rechtsanwendende Behörde hat möglicherweise von ihrem Ermessens-
oder Beurteilungsspielraum in einer Weise Gebrauch gemacht, von der sie nachträglich
wieder abrücken möchte (Weber-Dürler, a.a.O., S. 87 f.).
3.2.2 Auf Vertrauensschutz kann sich nur berufen, wer von der
Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und ihre allfällige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und
auch nicht hätte kennen sollen. Eigentliche Nachforschungen über die Richtigkeit
behördlichen Handelns werden von den Privaten aber nicht erwartet, sondern sie
dürfen sich grundsätzlich darauf verlassen. Anlass zur Überprüfung, etwa durch eine
Rückfrage bei der Behörde, besteht einzig dort, wo die Fehlerhaftigkeit der
Vertrauensgrundlage leicht erkennbar ist, z.B. bei Unklarheiten oder offensichtlicher
Unvernünftigkeit einer Verfügung oder einer Auskunft (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., 2006, S. 138, Rz. 655, 658).
3.2.3 Weiteres Erfordernis zur erfolgreichen Geltendmachung von
Vertrauensschutz ist die Vertrauensbetätigung, worunter die Tätigung einer Disposition
verstanden wird, die ohne Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden kann.
Zwischen Vertrauen und Disposition muss sodann ein Kausalzusammenhang
bestehen. Dieser fehlt, wenn anzunehmen ist, dass die Disposition auch ohne ein
Vertrauen begründendes behördliches Verhalten vorgenommen worden wäre (Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., S. 139, Rz. 660, 664).
3.2.4 Der Staat, bzw. ein staatliches Organ ist an der Abfolge der Ereignisse
zweimal beteiligt: zum einen, wenn das Vertrauen erzeugt wird, zum anderen, wenn es
schliesslich enttäuscht wird. Das Vertrauensschutzprinzip beinhaltet nicht nur das an
eine Behörde gerichtete Verbot, durch eigenes Verhalten erwecktes Vertrauen zu
enttäuschen. Die entscheidende Behörde hat grundsätzlich auch die von einer anderen
Behörde geschaffene und begründete (d.h. nicht klar fehlerhafte) Vertrauensbasis zu
berücksichtigen (vgl. Weber-Dürler, a.a.O., S. 104; 106).
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3.2.5 Sind die genannten Voraussetzungen des Vertrauensschutzes erfüllt,
können sich Private dann nicht erfolgreich darauf berufen, falls ein überwiegendes
öffentliches Interesse entgegensteht. Die Interessenabwägung im Einzelfall bleibt daher
vorbehalten und bildet eine Schranke des Vertrauensschutzes (Häfelin/Müller/Uhlmann,
a.a.O., S. 139 Rz. 665; Weber-Dürler, a.a.O., S. 112).
3.3 Das Prinzip des Vertrauensschutzes soll verhindern, dass der Bürger oder die
Bürgerin infolge Vertrauens in das behördliche Verhalten einen Nachteil erleidet. Die
Rechtsfolgen des Vertrauensschutzes sind unterschiedlich. So kann er etwa in Form
eines Bestandesschutzes eine Bindung der Behörden an die Vertrauensgrundlage
bewirken oder der in ihrem Vertrauen enttäuschten Person einen
Entschädigungsanspruch gegenüber dem Staat verschaffen. Der finanzielle Ausgleich
von Vertrauensschäden kommt vor allem in Betracht, wenn vermögenswerte Interessen
der betroffenen Person durch die im Vertrauen auf behördliches Verhalten getroffenen
Massnahmen beeinträchtigt werden. Wenn die Bindung an die Vertrauensgrundlage
wegen überwiegender öffentlicher Interessen nicht in Frage kommt, d.h. die Behörde
etwa auf Regelungen, Entscheide oder Zusicherungen zulässigerweise zurückkommt,
kann es sich rechtfertigen, gewisse durch die Betroffenen gestützt auf das
vertrauensbegründende Verhalten vorgenommene Aufwendungen zu entschädigen
(Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., S. 146 Rz. 697; S. 147 Rz. 703).
3.4 Auf den vorliegenden Fall angewendet ergibt sich die nachfolgende Subsumtion
(gegliedert entsprechend den theoretischen Ausführungen in Ziff. 3.2.1 bis 3.3).
3.4.1 Die Vertrauensgrundlage ist im Verhalten der IV-Stelle zu erblicken, und
zwar nicht primär in einer unrichtigen oder unterlassenen Auskunft oder Beratung,
sondern in der Tatsache, dass die IV-Stelle während mehrerer Jahre – seit 1997 –
direkt den jeweiligen Vorleserinnen der Beschwerdeführerin Vergütungen ausbezahlte.
Offenbar in Unkenntnis der Rechtslage entging ihr, dass dieses Einkommen der
Vorleserinnen beitragspflichtig war, diese als Unselbstständigerwerbende zu
betrachten waren und die Beschwerdeführerin deren Arbeitgeberin war. Auch wenn die
IV-Stelle selbst nicht als Arbeitgeberin der Vorleserinnen betrachtet werden kann, weil
sie nur Kostenersatz leistete und zwischen ihr und den Vorleserinnen keine eigentliche
Rechtsbeziehung bestand (Erw. 4b im Urteil AHV 2006/17), hätte ihr als
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rechtskundigem staatlichem Organ bewusst sein müssen, dass ihre Vergütungen an
die Vorleserinnen beitragspflichtiges Einkommen darstellten. Sie hätte deswegen bei
der Beschwerdeführerin konkret nachfragen müssen, welchen Nettostundenlohn sie
den Vorleserinnen auszubezahlen bereit sei, ob sie also die ihr zugesprochene
Vergütung um die Arbeitnehmer- und allenfalls auch die Arbeitgeberbeiträge kürzen
wolle. Eine Kürzung in der Höhe der paritätischen Beiträge wäre naheliegend gewesen.
Dass die IV-Stelle die Rechtslage verkannte, verdeutlicht auch das Schreiben vom
27. Mai 2007 von A._, einer ehemaligen Vorleserin der Beschwerdeführerin, an die
Beschwerdegegnerin. Sie hielt darin fest, gemäss telefonischer Auskunft der IV sei der
Vorlesedienst ein "Hilfsmittel", sodass bei dieser Auszahlung keine
Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten seien (AK-act. 36). Auch zwei weitere
Vorleserinnen verstanden sich weder als Angestellte noch als Selbstständigerwerbende
(AK-act. 39; 46). Mit der Ausbezahlung des ungekürzten Lohns schaffte die IV-Stelle
gegenüber der Beschwerdeführerin eine (fehlerhafte) Vertrauensgrundlage.
3.4.2 Die Beschwerdeführerin hatte Kenntnis vom Verhalten der IV-Stelle.
Offenbar reichten die Vorleserinnen die Rechnungen der IV-Stelle ein und diese
bezahlte zumindest während längerer Zeit direkt an die Vorleserinnen (act. G 1.1.6; AK-
act. 10, 26). Da die Beschwerdeführerin die Vorleserinnen direkt engagierte, ist davon
auszugehen, dass sie diese über den Stundenlohn gemäss Leistungszusprache der IV-
Stelle informierte und ihnen die ungekürzte Auszahlung in Aussicht stellte (act. G 1.1.7,
1.1.8, 1.1.9). Die Auszahlungen erfolgten schliesslich auch ungekürzt; die Akten lassen
nicht auf Beschwerden der Vorleserinnen betreffend Auszahlungshöhe schliessen (vgl.
etwa act. G 1.1.6). Die Beschwerdeführerin hatte keine Veranlassung, an der
Auffassung der IV-Stelle zu zweifeln, wonach die Vergütungen an die Vorleserinnen –
offenbar wegen des falsch verstandenen "Hilfsmittelcharakters" (AK-act. 36) – kein
beitragspflichtiges Einkommen darstellten. Die Fehlerhaftigkeit der
Vertrauensgrundlage war nicht leicht erkennbar; Nachforschungen über die Richtigkeit
des Verhaltens der IV-Stelle konnten von der Beschwerdeführerin klarerweise nicht
erwartet werden.
3.4.3 Auch die Anforderung der Vertrauensbetätigung ist zu bejahen. Die
"Disposition" der Beschwerdeführerin lag darin, dass sie mit den Vorleserinnen
irrtümlich einen zu hohen Lohn vereinbarte. Gestützt auf das durch das Verhalten der
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IV-Stelle begründete Vertrauen zog sie weder die Arbeitnehmer- noch die
Arbeitgeberbeiträge vom ihr durch die IV-Stelle für die Vorleserinnen zur Verfügung
gestellten Stundenlohn von Fr. 25.- bzw. Fr. 30.- ab. Hätte sie um ihre
Arbeitgeberstellung und die paritätische Beitragspflicht gewusst, hätte sie mit den
Vorleserinnen einen tieferen Stundenlohn vereinbart. Der Kausalzusammenhang
zwischen dem Vertrauen und der Vertrauensbetätigung ist somit ebenfalls gegeben.
3.4.4 Nicht von Belang ist im Weiteren, dass das durch das (fehlerhafte)
faktische Verhalten der IV-Stelle begründete Vertrauen der Beschwerdeführerin
schliesslich von einem anderen staatlichen Organ, der Ausgleichskasse, enttäuscht
wurde. Die Ausgleichskasse hat die von der IV-Stelle verursachte Vertrauensbasis zu
berücksichtigen, da für die Beschwerdeführerin nicht erkennbar war, dass die IV-Stelle
für die Qualifikation ihrer Vergütungen letztlich nicht zuständig war. Die
Beschwerdeführerin durfte in guten Treuen davon ausgehen, dass die IV-Stelle die
eigenen Leistungszusprachen sozialversicherungsrechtlich richtig einordnen kann.
3.4.5 Nach dem Gesagten sind sämtliche Voraussetzungen des
Vertrauensschutzes erfüllt, zumal auch kein entgegenstehendes überwiegendes
öffentliches Interesse auszumachen ist. Die Rechtsfolge des "Bestandesschutzes"
kommt bei der vorliegenden Konstellation nicht in Frage. Es geht nicht an, die
Beschwerdeführerin für die vorliegend massgebliche Zeit und für Zeiten danach nicht
als Arbeitgeberin zu qualifizieren. Dem stehen das Interesse der jeweiligen Vorleserin
an der ordnungsgemässen Einbezahlung der Beiträge und das Interesse des Staates
an einem gesetzmässigen Vollzug der Sozialversicherung entgegen. Somit kommt der
finanzielle Ausgleich durch den Staat zum Tragen. Durch die grundsätzlich
rechtmässige Forderung der Ausgleichskasse ist ein vermögenswertes Interesse der
Beschwerdeführerin beeinträchtigt, gelangten doch höhere Löhne zur Auszahlung, als
dies der Fall gewesen wäre, wenn die Beschwerdeführerin über ihre
Arbeitgeberstellung informiert gewesen wäre und vom ihr durch die IV-Stelle zur
Verfügung gestellten Stundenansatz die paritätischen Beiträge in Abzug gebracht
hätte.
3.5 Auch wenn der Vertrauensschutz im Grundsatz also zum Tragen kommt, so hat
dies nicht automatisch für den gesamten zu beurteilenden Zeitraum zu gelten. Mit der
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ursprünglichen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. September 2005 wurde
die Beschwerdeführerin nämlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie als Arbeitgeberin
die paritätischen Lohnbeiträge zu entrichten habe. Die Beschwerdeführerin war zwar
der Ansicht, keine Arbeitgeberstellung zu haben, und focht die Verfügung an. Obwohl
noch kein rechtskräftiger Entscheid über die Beitragspflicht vorlag, durfte sich die
Beschwerdeführerin ab Kenntnis der Verfügung nicht mehr ohne weiteres darauf
verlassen, keinesfalls als Arbeitgeberin qualifiziert zu werden und die Beiträge nicht zu
schulden. Die Verfügung vom 20. September 2005 zerstörte das Vertrauen für die
Zukunft (vgl. Weber-Dürler, a.a.O., S. 132 f.). Die Beschwerdeführerin wäre gehalten
gewesen, beispielsweise fortan nur noch den um den Betrag der paritätischen Beiträge
reduzierten Lohn an die Vorleserinnen auszubezahlen und die Beiträge bis zur Klärung
des Rechtsstreits zurückzubehalten. Auch wenn man der Beschwerdeführerin eine
gewisse Reaktionszeit zubilligt, rechtfertigt es der Vertrauensschutz nicht, die
Beschwerdeführerin auch betreffend die Beiträge für das Jahr 2006 schadlos zu halten.
Sie hat die Beiträge für das Jahr 2006 in der Höhe von Fr. 983.75 zuzüglich
Verzugszinsen von 5% seit dem 1. Januar 2007 (AK-act. 47, S. 7) zu bezahlen. Es steht
ihr frei, mit der IV-Stelle über eine Kostenbeteiligung zu verhandeln, die etwa dann
angezeigt wäre, wenn die IV-Stelle nun in Kenntnis der Rechtslage die
Stundenvergütung für die Vorleserinnen grundsätzlich um die paritätischen Beiträge
erhöhen würde.
4.
Die Beschwerdeführerin hat eventualiter ein Erlassgesuch gestellt. Nach Art. 40 der
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) ist
Nachzahlungspflichtigen, die in gutem Glauben annehmen konnten, die
nachgeforderten Beiträge nicht zu schulden, die Nachzahlung ganz oder teilweise zu
erlassen, wenn diese für sie angesichts ihrer Verhältnisse eine grosse Härte bedeuten
würde (vgl. auch Kieser Ueli, Rechtsprechung zur AHV, 2. Aufl., 2005, S. 132, Rz. 19).
Im vorliegenden Fall ist für die paritätischen Beiträge für das Jahr 2006 der gute Glaube
wie erläutert zu verneinen. Die Beschwerdeführerin musste nach Erhalt der Verfügung
vom 20. September 2005 grundsätzlich damit rechnen, die Beiträge zu schulden. Das
Vorliegen einer grossen Härte braucht somit nicht überprüft zu werden. Die
Nachforderung der Beiträge für das Jahr 2006 kann somit nicht erlassen werden. Das
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Erlassgesuch für die Jahre 2002 bis und mit 2005 ist infolge Gutheissung der
Beschwerde für diesen Zeitraum obsolet.
5.
5.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin als
Arbeitgeberin der für sie tätigen Vorleserinnen zu qualifizieren ist und damit
grundsätzlich der AHV-Beitragspflicht untersteht. Das Verhalten der IV-Stelle seit 1997
schaffte jedoch eine Vertrauensgrundlage, gestützt auf welche sich bei der
Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Vertrauen bildete. Die Regeln des
verfassungsmässigen Vertrauensschutzes kommen somit zum Tragen, weshalb die
Beschwerdeführerin für die Zeit von 2002 bis und mit 2005 schadlos zu halten ist. Für
diesen Zeitraum hat sie die rechtmässig verfügten Beiträge samt Verzugszinsen nicht
zu bezahlen; die Beschwerdegegnerin wird die den verfügten Beiträgen zugrunde
liegenden Lohnsummen in die individuellen Konti der betroffenen Vorleserinnen
einzutragen haben. Durch die Verfügung vom 20. September 2005 wurde das
Vertrauen zerstört, weshalb eine Schadloshaltung für das Jahr 2006 ausser Betracht
fällt. Der angefochtene Einspracheentscheid ist diesbezüglich nicht zu beanstanden,
zumal für das Jahr 2006 auch ein Erlass nicht in Frage kommt.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht unter Berücksichtigung des Ausmasses des
Obsiegens ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch
Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht