Decision ID: 87b0bc58-9e18-597f-ad54-620500940889
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1957, von Mazedonien, reiste am 1. Februar 1982 in die Schweiz ein
(Vorakten [nachfolgend Dossier], S. 3, S. 13, S. 36 etc.). Im September 2000 zog er in
den Kanton St. Gallen (Dossier, S. 3ff.). Er besitzt die Niederlassungsbewilligung und ist
mit der Landsfrau A.Y. verheiratet, die am 1. März 1983 in die Schweiz einreiste und
ebenfalls die Niederlassungsbewilligung besitzt. Zusammen haben die beiden drei
erwachsene Kinder (geb. 1984, 1985 und 1987). Auch sie besitzen die
Niederlassungsbewilligung.
B. Nachdem X.Y. mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 9. November 1994 wegen
Veruntreuung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Monaten verurteilt
worden war (Dossier, S. 15 ff.), verwarnte ihn die damalige Fremdenpolizei des Kantons
Thurgau mit Verfügung vom 21. Februar 1995 und wies ihn auf die möglichen
fremdenpolizeilichen Konsequenzen hin (Dossier, S. 14). Als X.Y. im September 2000 in
den Kanton St. Gallen zog, lagen gegen ihn noch eine Verurteilung durch das
Bezirksamt Kreuzlingen vom 28. Februar 2000 wegen Ungehorsams im
Betreibungsverfahren zu einer Busse von CHF 120 (Dossier, S. 8) und der Auszug des
Betreibungsamts Kreuzlingen vom 31. Oktober 2000 vor, laut dem er mit 32
Betreibungen in Höhe von rund CHF 52‘600 und zehn offenen Verlustscheinen in
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Gesamthöhe von rund CHF 19‘000 verzeichnet war (Dossier, S. 25f.). Das damalige
Ausländeramt des Kantons St. Gallen ermahnte X.Y. daher im Rahmen des
Kantonswechsels mit Schreiben vom 22. November 2000 ebenfalls, sich künftig in
jeder Beziehung klaglos zu verhalten, insbesondere den finanziellen Verpflichtungen
nachzukommen, keine neuen Betreibungen und Verlustscheine zu verursachen oder
erneut Konkurs anzumelden und die bestehenden Schulden nach Möglichkeit zu
sanieren, andernfalls er mit schwerwiegenderen fremdenpolizeilichen Massnahmen
rechnen müsse (Dossier, S. 6f.). Im Zusammenhang mit der Verlängerung der
Kontrollfristen der Niederlassungsbewilligung von X.Y. und A.Y. ersuchte die Stadt K.
das Migrationsamt am 10. September 2009 unter Beilage der jeweiligen
Betreibungsregisterauszüge vom 7. September 2009, die Niederlassungsbewilligungen
beziehungsweise deren Kontrollfristen nur mit Vorbehalt zu verlängern und die Eheleute
zur Schuldensanierung aufzufordern und zu verwarnen (Dossier, S. 42f.). Laut den
Registerauszügen waren zahlreiche neue Betreibungen angehoben worden und gegen
X.Y. lagen Verlustscheine in Gesamthöhe von rund CHF 155‘600, gegen seine Ehefrau
solche in Gesamthöhe von rund CHF 42‘600 vor (Dossier, S. 38 ff.). Beim Steueramt
waren Forderungen von etwa CHF 56‘000 verzeichnet. Mit Schreiben vom 5. Oktober
2009 verwarnte das Migrationsamt X.Y. daher erneut und hielt ihn wieder dazu an, sich
künftig in jeder Beziehung klaglos zu verhalten, insbesondere den finanziellen
Verpflichtungen nachzukommen, keine neuen Betreibungen und Verlustscheine zu
verursachen und die vorhandenen Schulden zu tilgen, andernfalls weitere
fremdenpolizeiliche Massnahmen wie die Androhung des Widerrufs beziehungsweise
der Widerruf der Niederlassungsbewilligung geprüft beziehungsweise verfügt würden
(Dossier, S. 49f.).
C. Ende August 2014 überprüfte das Migrationsamt im Rahmen der Verlängerung der
Kontrollfrist der Niederlassungsbewilligung die finanziellen Verhältnisse des Ehepaars
erneut. Laut den eingeholten Betreibungsregisterauszügen waren X.Y. mit mittlerweile
86 Verlustscheinen in Gesamthöhe von rund CHF 197‘000 und A.Y. mit 42
Verlustscheinen in Gesamthöhe von rund CHF 47‘900 verzeichnet (Dossier, S. 52 ff.).
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerruf das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von X.Y. mit Verfügung vom 9. Dezember 2014 und setzte
ihm eine Ausreisefrist bis 17. Februar 2015 an (Dossier, S. 93 ff.). Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies am 16. September 2016 den gegen diese Verfügung von X.Y.
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erhobenen Rekurs (Dossier, S. 101 ff.) ab und lud das Migrationsamt ein, X.Y. eine
neue Ausreisefrist anzusetzen.
D. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 19. September 2016 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 4. Oktober 2016 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Begehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss
Kostennote, eventualiter unter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung seien die Verfügung des Migrationsamts St. Gallen vom
9. Dezember 2014 und der Entscheid des SJD vom 16. September 2016 aufzuheben
und der Rechtsvertreter gemäss der eingereichten Kostennote zu entschädigen. Die
Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2016 die Abweisung der
Beschwerde. Dazu nahm der Rechtsvertreter mit Eingabe vom 20. Oktober 2016
Stellung.
Mit Verfügung vom 15. Juni 2017 wies das Migrationsamt des Kantons Zürich das
Gesuch des Beschwerdeführers vom 10. April 2017 um Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung im Kanton Zürich (Kantonswechsel) ab. Das Gesuch seiner
Ehefrau A.Y. wurde als gegenstandslos abgeschrieben.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer, dessen Rekurs gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung
die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen hat, ist zur Erhebung des
Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 4. Oktober 2016 erfolgte rechtzeitig und erfüllt formal wie
inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb grundsätzlich einzutreten. Nicht
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einzutreten ist auf den Antrag, die Verfügung des Migrationsamts vom 9. Dezember
2014 sei aufzuheben. Diese erstinstanzliche Verfügung ist durch den angefochtenen
Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt inhaltlich als mitangefochten
(Devolutiveffekt, BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015 E. 1.3 mit Hinweis auf BGE
138 II 169 E. 3.3).
2. Die Niederlassungsbewilligung kann bei einem Ausländer wie dem
Beschwerdeführer, der sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und
ordnungsgemäss in der Schweiz aufhält, nur widerrufen werden, wenn er in
schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 63 Abs. 1 lit. b Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20,
AuG) oder wenn er zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 63
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG).
Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinn von Art. 63 Abs. 1
lit. b AuG liegt gemäss Art. 80 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) insbesondere bei einer Missachtung von
gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen (lit. a) oder bei mutwilliger
Nichterfüllung der öffentlich- oder privatrechtlichen Verpflichtungen (lit. b) vor. Zu den
öffentlich- oder privatrechtlichen Verpflichtungen gehören z.B. Steuern, Alimente,
Sozialabgaben, Mietzinse oder Prämien privater Versicherungen. Das Bundesgericht
hat dazu entschieden, dass eine Verschuldung in bedeutendem Umfang, konkret
waren Schulden von nahezu beziehungsweise über CHF 100'000 zu beurteilen, einen
Verstoss gegen die öffentliche Ordnung darstellen könne (S. Hunziker, in: Caroni/
Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar zum AuG, Bern 2010, N 36 zu Art. 62 AuG
mit Hinweisen). Ist der Ausländer hinsichtlich seiner Schulden verwarnt worden, ist ein
Widerruf nur angebracht, wenn keine wesentliche Verbesserung eingetreten ist und das
vom Gesetz als unerwünscht bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde. Die betreffende
Person muss also trotz Androhung ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin mutwillig
Schulden gemacht haben. Allein aus einem Anstieg der Betreibungen kann aber nicht
ohne weiteres auf Mutwilligkeit geschlossen werden. Es kommt vielmehr darauf an,
welche Anstrengungen zur Sanierung zwischenzeitlich unternommen worden sind
(BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 3.4). Ein Widerruf ist zulässig, wenn in
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vorwerfbarer Weise weitere Schulden geäufnet wurden (BGer 2C_997/2013 vom
21. Juli 2014 E. 2.3, 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 3.4; VerwGE B 2013/255
vom 23. Januar 2015 E. 3.3.1).
Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung muss in jedem Fall verhältnismässig sein
(vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2, 135 II 377 E. 4.3 ff.). Die Niederlassungsbewilligung eines
Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll nur mit Zurückhaltung
widerrufen werden.
2.1. Vorliegend kann aufgrund der Verurteilungen nicht von einem schwerwiegenden
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gesprochen werden. Denn die
Verurteilung wegen Veruntreuung liegt über 20 Jahre zurück und zwei Verurteilungen
seit dem Jahre 2000 haben Bagatellcharakter.
2.2. Zu prüfen bleibt daher, ob der Beschwerdeführer trotz Androhung
ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin mutwillig Schulden gemacht hat
beziehungsweise welche Anstrengungen zur Sanierung zwischenzeitlich unternommen
worden sind.
Laut Betreibungsregisterauszug vom 31. Oktober 2000 war der Beschwerdeführer mit
Betreibungen im Umfang von rund CHF 52‘600 sowie Verlustscheinen von rund
CHF 19‘000 verzeichnet, obwohl er im Jahre 1994 bereits einen Privatkonkurs gemacht
hatte. Trotz der im November 2000 folgenden Verwarnung wurde der
Beschwerdeführer immer wieder neu betrieben. Laut Betreibungsregisterauszug vom
7. September 2009 waren Betreibungen in Höhe von rund CHF 52‘000 offen und die
Verlustscheine waren in ihrem Gesamtbetrag auf beträchtliche rund CHF 155‘600
angestiegen. Trotz einer weiteren Verwarnung stiegen die Schulden danach weiter an.
Laut Betreibungsregisterauszug vom 28. August 2014 stieg der Gesamtbetrag der
Verlustscheine auf knapp CHF 197‘000. Zudem waren 59 neue Betreibungen
hinzugekommen, von welchen im Dezember 2014 (Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung) rund CHF 48‘800 offen waren.
Umstritten ist nun nicht der Anstieg des Schuldenbergs, sondern die Frage der
Mutwilligkeit. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er im Oktober 1983 eine
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unbefristete Stelle angetreten habe und dort während Jahren gearbeitet habe (act. 1
S. 4 ff.). Im Jahre 2000 habe er sich sein Pensionskassenguthaben ausbezahlen lassen,
um sich selbständig zu machen. Dieses Projekt habe bald Schiffbruch erlitten und er
habe sein Pensionskassenguthaben verloren. Im März 2000 habe er das vormalige
Arbeitsverhältnis wieder aufgenommen. Am 31. März 2002 habe die Firma die
Abteilung, in welcher er gearbeitet habe, geschlossen. Die Kündigung habe den
Beschwerdeführer schwer getroffen. Er gelte seit dem 11. Juni 2003 als langdauernd
krank; er leide seit dem Stellenverlust an schweren depressiven Störungen mit
psychotischen Symptomen und komme deswegen im Alltag seit Jahren nicht mehr
alleine zurecht. Deswegen sei er zum IV-Rentner geworden. Deswegen werde auch seit
Jahren eine Hilflosenentschädigung der IV ausgerichtet. Der Beschwerdeführer habe
nie Sozialhilfe in Anspruch genommen. Er habe nicht mutwillig Schulden gemacht,
sondern ihm sei es als IV-Rentner aus psychischen Gründen nicht möglich, Schulden
abzutragen. Man könne ihm kein Verschulden zur Last legen. Ihm und seiner Ehefrau
würden von einem totalen Einkommen von CHF 4‘542.55 CHF 1‘195.25 gepfändet. Die
Mittel, welche dem Ehepaar verbleiben würden, reichten nicht zum Leben. Es sei nicht
erkennbar, wie sich die Eheleute um ernsthafte Schuldentilgung bemühen sollten. Die
Vorinstanz weise nicht nach, wie der Beschwerdeführer mit dem äusserst
bescheidenen Renteneinkommen und den Ratenzahlungen an das Betreibungsamt
über die Runden kommen und neue Schulden vermeiden könnte, ganz abgesehen
davon, dass er als Hilfloser Arztbesuche und Medikamente benötige (act. 10 S. 2).
Die Vorinstanz führte in ihrem Entscheid vom 16. September 2016 dazu aus, es treffe
zwar zu, dass ein Teil der in Betreibung gesetzten Forderungen jeweils mittels
Pfändung des über dem Existenzminimum liegenden Betrags seines
Renteneinkommens getilgt werden könnten (act. 2/1 S. 8f.). Ein eigentlicher
Schuldenabbau sei vor diesem Hintergrund indes kaum möglich. Trotzdem sei es nicht
nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer mit dem betreibungsrechtlichen
Existenzminimum seinen Lebensunterhalt nicht zu bestreiten beziehungsweise damit
den laufenden Verpflichtungen nicht nachzukommen vermöge, ohne immer wieder
neue Schulden zu generieren. Sowohl die seit Jahren wachsenden Schulden als auch
der Umstand, dass er sowohl öffentlich-rechtliche als auch privatrechtliche
Verpflichtungen gleichermassen nicht begleiche, wiesen vielmehr darauf hin, dass er
seinen Lebensstil nicht den bescheidenen Verhältnissen des Existenzminimums
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angepasst habe. Trotz der mehrmaligen Verwarnungen sei beim Beschwerdeführer
kein erkennbarer Wille vorhanden, seine desolate wirtschaftliche Situation in den Griff
zu bekommen, so indem er beispielsweise eine Schuldenberatung in Anspruch nehmen
oder sich um Prämienverbilligungen bei der Krankenkasse oder eine Steuerstundung
bemühen würde. Die jahrelange Schuldenwirtschaft könne nicht mit dem Hinweis auf
die depressiven Störungen entschuldigt werden. Aus den fehlenden Bemühungen,
neue Schulden zu vermeiden, müsse vielmehr auf eine bedenkliche Gleichgültigkeit
gegenüber einem weiteren Anstieg der Schulden geschlossen werden, weshalb denn
auch von mutwilliger Schuldenmacherei auszugehen sei.
Würdigt man die Schuldenentwicklung des Beschwerdeführers, so zeigt es sich, dass
sämtliche vor seiner Kündigung angehäuften Schulden zweifelsohne nicht in
Zusammenhang mit seiner psychischen Erkrankung entstanden sein können. Bei
diesen Schulden handelte es sich im Übrigen um signifikante Beträge. Dies umso
mehr, wenn man bedenkt, dass der Beschwerdeführer laut Betreibungsregisterauszug
vom 31. Oktober 2000 mit Betreibungen im Umfang von rund CHF 52‘600 sowie
Verlustscheinen von rund CHF 19‘000 verzeichnet war, und dies obwohl er bereits im
Jahre 1994 Privatkonkurs gemacht hatte. Auch die kurze Dauer seiner beruflichen
Selbständigkeit im Jahre 2000 (2 Monate?!) und der Umstand, dass in diesen wenigen
Wochen das gesamte Pensionskassenguthaben des Beschwerdeführers aufgebraucht
wurde, deuten auf einen äusserst problematischen Umgang mit Geld hin, der nicht in
kausale Verbindung zur psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers gestellt
werden kann. Angesichts dieser Vorgeschichte und der daraus resultierenden
Vermutung der Misswirtschaft auf Seiten des Beschwerdeführers wäre es an diesem
gelegen, nachvollziehbar darzutun, dass er sich seither weder um einen seinem
geringen Einkommen angepassten Lebensstil noch um das Abtragen der Schulden
bemüht hat. Er hat auch nicht ansatzweise dargetan, inwieweit er Unterstützung bei
einem solchen Unterfangen hinzugezogen hätte (z.B. Schuldenberatung). Der Einwand
im Zusammenhang mit der ihm verbliebenen pfändbaren Quote ist unbehelflich. Denn
soweit es im betreffenden Zwangsverwertungsverfahren unterlassen wurde, die
Berechnung der pfändbaren Quote zu rügen, kann dem Einwand im vorliegenden
Verfahren keine entscheidrelevante Bedeutung zukommen. Vielmehr muss deshalb
ohne gegenteiligen Nachweis seitens des Beschwerdeführers davon ausgegangen
werden, dass sein Einkommen zur Deckung seines Bedarfes ausreichen sollte, pflegte
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er einen entsprechend seinen Einkommensverhältnissen angepassten Lebensstil.
Ferner gilt es zu berücksichtigen, dass ein nicht unerheblicher Teil der offenen
Forderungen auf nicht bezahlte Steuern und Krankenkassenprämien zurückgeht. Die
Steuern werden aufgrund der individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
bemessen. Die Krankenkassenprämien werden bei der Berechnung des
Existenzminimums berücksichtigt und Personen mit tiefen Einkommen erhalten bei
entsprechendem Antrag eine Prämienverbilligung. Selbst bei einer ungünstigen
Einkommenssituation und unabhängig von laufenden Zwangsverwertungsverfahren
müsste der Beschwerdeführer also in der Lage gewesen sein, diesen Verpflichtungen
nachzukommen. Bei Ausständen, die auf Forderungen wie den geschilderten basieren,
ist deshalb zumindest dann von einer widerlegbaren Vermutung der mutwilligen
Nichterfüllung auszugehen, wenn nicht gleichzeitig bestehende Schulden getilgt
werden. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer in keiner Art und Weise
dargetan, dass ihm die Begleichung der Steuern und Krankenkassenforderungen nicht
möglich gewesen wäre oder er an deren Stelle andere Schulden reduziert hätte.
Erschwerend kommt unter dem Aspekt der Mutwilligkeit hinsichtlich der
Schuldenmacherei hinzu, dass der Beschwerdeführer mit Strafbefehl des Bezirksamts
Kreuzlingen vom 28. Februar 2000 wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren
(konkret: Nichtbefolgen von betreibungsamtlichen Vorladungen; Verweigerns der
Auskunft über das Vermögen und die Erwerbsverhältnisse) bestraft werden musste.
Darin ist ein gewichtiges Indiz für eine mutwillige Schuldenmacherei zu erblicken (BGer
2C_375/2008 vom 5. November 2008 E. 3.3). Aus all diesen Gründen ist zum einen
davon auszugehen, dass auch die nach der letzten ausländerrechtlichen Verwarnung
hinzugekommenen Schulden von ihm mutwillig verursacht wurden und zum andern,
dass auch die gewünschte Verhaltensänderung nicht erfolgt ist. Einen gegenteiligen
Schluss zulassende Darlegungen hat der Beschwerdeführer nicht vorgebracht. Damit
ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 80 VZAE
erfüllt.
2.3. Zu prüfen bleibt abschliessend noch die Verhältnismässigkeit des Widerrufs.
Selbst wenn Widerrufsgründe gemäss Art. 63 AuG vorliegen, ist ein Widerruf nur
zulässig, wenn im konkreten Fall die Abwägung der sich gegenüberstehenden
Interessen ergibt, dass eine Wegweisung aus der Schweiz für die betroffene Person
verhältnismässig beziehungsweise zumutbar ist. Unter Einbezug der öffentlichen
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Interessen, der persönlichen Verhältnisse sowie des Integrationsgrads der betroffenen
Person ist eine sorgfältige Interessenabwägung vorzunehmen. Dabei gilt es namentlich,
der Schwere ihres Verschuldens, der Dauer ihrer Anwesenheit sowie den ihr und ihrer
Familie drohenden Nachteilen Rechnung zu tragen. Die Wegweisung muss unter
diesem Titel auch laut Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutz der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) zulässig sein. In besagter
Norm ist unter anderem der Schutz des Familienlebens verankert, der einen
grundrechtlichen Anspruch auf Erteilung einer Bewilligung vermittelt, wenn der
Betreffende nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz
hat und die familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird. Unter die familiären
Beziehungen, die eine Bewilligungsanspruch verschaffen können, fallen in erster Linie
jene zwischen Ehegatten sowie zwischen Eltern und minderjährigen Kindern, die im
gemeinsamen Haushalt leben (BGE 129 II 215). Laut Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff
in die Schutzbereiche des Privat- und Familienlebens nach Ziff. 1 jedoch unter
anderem dann möglich, wenn er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen
Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das
wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung
von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der
Rechte und Freiheiten anderer (BGer 2A_448/2002 vom 6. Februar 2003 E. 3.2.4).
Vorliegend ist es nun so, dass der Beschwerdeführer sich auf Art. 8 EMRK beruft
(act. 1 S. 7). Er habe keine sozialen Verbindungen in sein Heimatland; seine Eltern seien
verstorben. Mit den Lebensumständen in seinem Herkunftsstaat sei er nach beinahe
vier Jahrzehnten in der Schweiz nicht mehr vertraut. Zudem seien die soziokulturellen
und ökonomischen Rahmenbedingungen völlig verschieden von der Schweiz. Seine
privaten Bindungen und sein Familienleben bestünden ausschliesslich in der Schweiz,
alle seine Bezugspersonen würden hier leben. Eine Reise zu seiner Verwandtschaft
könnte er sich aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen nicht leisten.
Die Vorinstanz bringt demgegenüber vor, dass ein erhebliches öffentliches Interesse
daran bestehe, dass Ausländer, die wiederholt gesetzliche Vorschriften und
behördliche Verfügungen missachten und/oder ihre öffentlich- oder privatrechtlichen
Verpflichtungen nicht erfüllen würden, aus der Schweiz weggewiesen werden (act. 2/1
S. 10 ff.). Je mehr sich ein Ausländer verschulde und sich trotz Verwarnung(en) nicht
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um die Schuldentilgung bemühe, desto gewichtiger sei dieses Interesse. Der
Beschwerdeführer sei 1982 25 Jahre alt gewesen. Bis zum Verlust seiner Arbeitsstelle
im Jahr 2002 sei er immer erwerbstätig gewesen. Seit März 2005 erhalte er aufgrund
seiner Krankheit neben einer ordentlichen IV-Rente eine Hilflosenentschädigung sowie
eine BVG-Rente. Obwohl er während seines ganzen bisherigen Aufenthalts stets über
ein regelmässiges Erwerbs- beziehungsweise Renteneinkommen verfügt habe, sei er
seinen finanziellen Verpflichtungen nie beziehungsweise nur unter dem Druck
betreibungsrechtlicher Massnahmen nachgekommen und habe immer höhere
Schulden angehäuft. Weder der Privatkonkurs im Jahre 1994 noch die mehrmaligen
ausländerrechtlichen Verwarnungen bewirkten eine Änderung seines Verhaltens.
Ernsthafte Bemühungen, wenigstens den laufenden finanziellen Verpflichtungen
nachzukommen, seien nicht ersichtlich gewesen. Selbst während des laufenden
Rekursverfahrens habe sich die finanzielle Situation weiter verschlechtert. Angesichts
dieser Schuldenwirtschaft könne trotz der langen Anwesenheit nicht von einer
erfolgreichen Integration in die Schweiz ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer
habe seine prägende Kinder- und Jugendzeit im Heimatland verbracht und sei dort
auch berufstätig gewesen. Er sei mit der heimatlichen Sprache und Kultur vertraut.
Seine Ehefrau stamme ebenfalls aus Mazedonien. Die Heirat habe im gemeinsamen
Heimatland stattgefunden. Es sei ihm trotz seiner gesundheitlichen Beschwerden
zumutbar, nach Mazedonien zurückzukehren. Depressionen liessen sich dort
behandeln. Der Zugang zu entsprechenden Medikamenten und Gesundheitsdiensten
sei gewährleistet (vgl. R. Albisser, Mazedonien: Behandlung von schweren
Depressionen, Auskunft der SFH-Länderanalyse, Bern 2015; BVGE E 5138/2012 vom
31. Oktober 2012). Dass er keine Beziehungen zum Heimatland mehr habe, sei nicht
glaubhaft. Auch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten müsse er kaum rechnen,
nachdem IV-Renten auch ins Ausland ausbezahlt würden. Selbst fehlende soziale
Kontakt oder eine ungünstigere wirtschaftliche Situation liessen eine Rückkehr nicht
unzumutbar erscheinen. Allfällige notwendige Unterstützung im Alltag lasse sich
organisieren. Den Kontakt zur Ehefrau und den erwachsenen Kindern in der Schweiz
könne er mit modernen Kommunikationsmitteln sowie im Rahmen von Besuchen von
Mazedonien aus pflegen. Art. 8 EMRK sei durch die Trennung von volljährigen Kindern
nicht verletzt. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei 1983 im Altern von 25 Jahren zu
ihrem Mann in die Schweiz eingereist. Sie beziehe ebenfalls eine IV-Rente sowie eine
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Rente aus der Pensionskasse. Auch sie sei mit erheblichen Schulden beim
Betreibungsamt verzeichnet. Angesichts der gemeinsamen Staatsangehörigkeit
erscheine es zumutbar, dass sie mit dem Beschwerdeführer nach Mazedonien
zurückkehre. Verpflichtet sei sie dazu aber nicht. Bei ihrem Verbleib in der Schweiz
könne sie den Kontakt mit ihrem Ehemann mittels gegenseitiger Besuche und
moderner Kommunikationsmittel aufrechterhalten. Damit sei die Ausreise auch nach
Art. 8 EMRK zumutbar. Das öffentliche Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung überwiege damit das persönliche Interesse des
Beschwerdeführers und seiner Familie an dessen weiterem Verbleib in der Schweiz. Mit
Blick auf die letztmals im November 2009 erfolgte Verwarnung rechtfertige es sich
nicht, den Beschwerdeführer erneut zu verwarnen beziehungsweise lediglich den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung anzudrohen.
Das öffentliche Interesse an der Entfernung eines Ausländers, der mutwillig Schulden
anhäuft, gründet vorab im Schutz potentieller Gläubiger. Sofern es sich dabei um
Gemeinwesen handelt, dient die Massnahme zugleich dem öffentlichen Interesse der
Vermeidung einer weiteren Belastung der öffentlichen Hand. Auch wenn es in diesem
Kontext eher untergeordneter Natur ist, soll dennoch nicht unerwähnt bleiben, dass
auch der Schutz der Polizeigüter, hier konkret der Schutz von Treu und Glauben im
Geschäftsverkehr, ein öffentliches Interesse am Bewilligungswiderruf zu begründen
vermag. Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass der ausländerrechtliche
Bewilligungswiderruf kein schuldbetreibungsrechtliches Instrument zur Eintreibung
ausstehender Beträge ist, zumal sich eine Schuldenwirtschaft auch mit der
Wegweisung des Schuldners aus der Schweiz nicht vollständig verhindern lässt und
eine Wegweisung aus der Schweiz regelmässig dazu führt, dass die Gläubiger faktisch
keine reellen Aussichten auf Befriedigung ihrer Forderungen mehr haben. Anderseits
bringt ein weiterer Aufenthalt auch die Gefahr mit sich, dass weitere uneinbringliche
Schulden geäufnet werden (BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 3.3,
2C_329/2009 vom 14. September 2009 E. 4.2.5). Zumindest die öffentlich-rechtlichen
Forderungen (v.a. Steuern, Krankenkassenprämien) knüpfen mehrheitlich an die
Wohnsitznahme in der Schweiz an, weshalb die Wegweisung ein probates Mittel zur
Vermeidung weiterer Ausstände darstellen dürfte. Da diese letztlich von der
Allgemeinheit zu tragen sind, ist das daraus resultierende öffentliche Interesse an einer
Wegweisung nicht wesentlich geringer, als wenn nämlicher Betrag in Sozialhilfe
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ausbezahlt worden wäre, zumal die öffentliche Hand in gleicher Weise belastet ist.
Ferner dürfen auch generalpräventive Überlegungen in die Entscheidfindung
einfliessen. Nichtsdestotrotz ist das öffentliche Interesse am Schutz potentieller
Gläubiger tendenziell etwas weniger gewichtig als das Interesse an der Vermeidung der
Belastung des öffentlichen Haushalts durch fortgesetzten Sozialhilfebezug (BGer
2C_997/2013 vom 21. Juli 2014 E. 2.2). Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer Schulden in beträchtlicher Höhe angehäuft hat und über einen
ausgesprochen langen Zeitraum seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist.
Nachdem er von sich aus keine Sanierungsbemühungen unternommen hat und die
Verschuldung trotz ausländerrechtlicher Verwarnung unvermindert zunahm, drängt sich
eine ungünstige Prognose im Hinblick auf die weitere Schuldenentwicklung auf,
weshalb vorliegend von einem erheblichen öffentlichen Interesse an einem
Bewilligungswiderruf auszugehen ist. Der Beschwerdeführer verbrachte die prägenden
Kindheits- und Jugendjahre in Mazedonien. Zwar kann er mittlerweile auf eine
Aufenthaltsdauer von insgesamt mehr als 35 Jahren in der Schweiz zurückblicken, aber
diese relativiert sich, wenn der erreichte Integrationsgrad nicht mit ihr korreliert. Der
Beschwerdeführer hat in strafrechtlicher Hinsicht wiederholt zu Klagen Anlass
gegeben. Vor dem Hintergrund, dass die Delikte eher Bagatellcharakter haben
beziehungsweise schon lange zurückliegen, kommt ihnen indes keine massgebliche
Bedeutung mehr zu. Ein Indiz für eine erfolgreiche Integration stellen sie aber auch
nicht dar. Schwerer wiegt die einlässlich dargelegte langjährige gewichtige
Schuldenwirtschaft. Ausserdem bestehen aktuell keine beruflichen Bindungen mehr zur
Schweiz, da der Beschwerdeführer seit 2002 keiner Arbeit mehr nachgeht.
Anhaltspunkte für eine über den familiären Bereich hinausgehende vertiefte soziale
Integration bestehen keine. Die Ausführungen des Beschwerdeführers, dass er nicht
mehr alleine zurechtkomme und seine ausserhäuslichen und zwischenmenschlichen
Angelegenheiten von seiner Ehegattin organisiert würden (act. 1 S. 4), spricht gegen
eine eigentliche Verwurzelung in die hiesigen Verhältnisse. Insofern lässt die lange
Aufenthaltsdauer eine Rückkehr ins Heimatland nicht als schlechterdings unzumutbar
erscheinen. Ferner besteht zwischen der Schweiz und Mazedonien ein
Sozialversicherungsabkommen, weshalb der Beschwerdeführer auch nach einer
Übersiedlung nach Mazedonien finanziell abgesichert wäre. Der Wegfall der
Ergänzungsleistungen dürfte durch das erheblich tiefere Niveau der
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Lebenshaltungskosten in Mazedonien mehr als kompensiert werden. Der
Beschwerdeführer dürfte mit der heimatlichen Sprache und Kultur nach wie vor vertraut
sein. Nicht ausgeblendet werden kann, dass eine Wegweisung einen Eingriff ins
Familienleben darstellt. Nachdem seine Kinder aber volljährig sind, fällt deren
Beziehung zum Beschwerdeführer nicht unter den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1
EMRK (BGE 120 Ib 257 E. 1d/e). Den weiteren Kontakt zu seinen Kindern und allfälligen
weiteren hier lebenden Bezugspersonen (Enkel) könnte der Beschwerdeführer
besuchsweise grenzüberschreitend und dank der modernen
Kommunikationsmöglichkeiten auch täglich pflegen (BGer 2C_191/2014 vom
27. Februar 2014 E. 3.3.4). Unter den konventionellen Schutzbereich fällt hingegen die
Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Ehegattin. Doch dieser wäre es - wie oben
bereits ausgeführt - grundsätzlich zumutbar, dem Beschwerdeführer ins gemeinsame
Heimatland zu folgen. Sie hat ihre Kinder- und Jugendjahre ebenfalls in Mazedonien
verbracht. Sie bezieht ebenfalls eine IV-Rente. Zusammenfassend ergibt sich daher,
dass das öffentliche Interesse am Widerruf der Bewilligung des Beschwerdeführers die
privaten Interessen an dessen Verbleib in der Schweiz bei weitem überwiegt.
2.4. Ein persönlicher Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG liegt ebenfalls nicht vor.
Denn die Annahme eines solchen setzt voraus, dass sich die betroffene Person in einer
Notlage befindet. Zudem müssen ihre Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am
durchschnittlichen Schicksal von anderen ausländischen Personen in gesteigertem
Mass in Frage gestellt sein (BGE 117 Ib 317 E. 4b). Aktuelle medizinische Berichte
liegen nicht vor. Selbst wenn jedoch davon ausgegangen würde, dass der
Beschwerdeführer tatsächlich auch aktuell unter einer chronifizierten depressiven
Störung sowie unter psychosomatischen Symptomen leidet, begründen diese
Beschwerden keinen Härtefall im Sinne der zitierten Rechtsprechung. Dies umso
weniger, als im Heimatland adäquate Behandlungsmöglichkeiten bestehen und von
dort lebenden Personen mit demselben Krankheitsbild genutzt werden. Die Lebens-
und Daseinsbedingungen des Beschwerdeführers sind also gemessen am
durchschnittlichen Schicksal von anderen Personen nicht in gesteigertem Masse in
Frage gestellt.
2.5. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers recht- und verhältnismässig und
die Beschwerde damit abzuweisen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann.
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3. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem Gesuch des Beschwerdeführers um
unentgeltliche Rechtspflege, dessen Behandlung in den Zuständigkeitsbereich des
Abteilungspräsidenten fällt (vgl. Art. 6 Abs. 2 des Reglements über die Organisation
und den Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts, sGS 941.22), ist stattzugeben. Sein
Begehren erschien nicht als aussichtslos, da bei einer so langen Verweildauer hohe
Anforderungen an den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung gestellt werden.
Ausserdem ist er offensichtlich prozedural bedürftig. Die Kosten des Verfahrens gehen
dementsprechend zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122
Abs. 1 Ingress sowie lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf
die Erhebung der Entscheidgebühr ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Vor Verwaltungsgericht wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (Art. 99
Abs. 1 VRP). Die staatliche Honorarordnung wird für die Vorbereitung und
Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wird die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt (vgl. Art. 30 Ingress lit. b Ingress und
Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung
wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
CHF 1'000 bis CHF 12'000 (vgl. Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine
Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (vgl. Art. 19
HonO). Der Rechtsvertreter hat für seine Bemühungen im Beschwerdeverfahren keine
Kostennote eingereicht. Ein Pauschalhonorar von CHF 2'000, das um einen Fünftel auf
CHF 1'600 zu kürzen ist, erscheint angemessen. Hinzu kommen pauschale
Barauslagen von CHF 80 (vier Prozent von CHF 2'000, Art. 28 HonO) sowie die
Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO). Eine Pflicht des Verwaltungsgerichts, den
Rechtsvertreter des Beschwerdeverführers nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens
zur Einreichung einer Kostennote aufzufordern, besteht nicht (vgl. VerwGE B 2014/167
vom 27. Oktober 2015 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen; www.gerichte.sg.ch).
bis
http://www.gerichte.sg.ch
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Bei der Festlegung sowohl der Entscheidgebühr im Rahmen von Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12) als auch bei der Festsetzung der pauschalen
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten in Anwendung der einschlägigen
Bestimmungen der Honorarordnung (sGS 963.75, HonO; Art. 6, 19, 22 Ingress und lit.
a, 28 Abs. 2 und 29 HonO) kam der Vorinstanz ein erheblicher Ermessensspielraum
zu. Mit der Festlegung einer Entscheidgebühr von CHF 1‘000 und einer
ausseramtlichen pauschalen Entschädigung von CHF 1‘600 einschliesslich
Barauslagen zuzüglich Mehrwertsteuer hat sie sich im Rahmen des ihr zustehenden
Ermessens bewegt. Da der Rechtsvertreter vor Vorinstanz keine Kostennote
eingereicht hat, hatte die Vorinstanz auch keine Gelegenheit, sich mit einem geltend
gemachten tatsächlichen Aufwand des Rechtsvertreters im Rekursverfahren
auseinander zu setzen. Da gemäss Art. 61 Abs. 3 VRP neue Begehren unzulässig sind,
ist im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht eine Beurteilung eines im Verfahren
vor der Vorinstanz gestellten Begehrens – Entschädigungsfolge – auf einer neuen
tatsächlichen Grundlage – erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Kostennote vom
5. Oktober 2016 für das Rekursverfahren – nicht zulässig (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 644). Im Übrigen
macht der Rechtsvertreter nicht geltend, die Höhe der Entschädigung stehe nicht im
Einklang mit der vorinstanzlichen Praxis bei der Festlegung der Pauschale in
vergleichbaren Fällen. Eine Pflicht der Vorinstanz, den Rechtsvertreter des
Beschwerdeverführers nach Abschluss des Rekursverfahrens zur Einreichung einer
Kostennote aufzufordern, bestand nicht (vgl. VerwGE B 2014/167 vom 27. Oktober
2015 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen; www.gerichte.sg.ch).