Decision ID: 42b5263f-06e9-4483-ae0e-47c8d915cb34
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
war seit 1995 beim Verein
Y._
als Beifah
rer/
Magaziner
angestellt (
Urk.
8
/28). Ab dem Jahr 2013 wurden ihm
durch die eidgenössische Invalidenversicherung
Hilfsmittel
in Form von orthopädischen
Seriens
chuhen (
Urk.
8/11) und
einer
Hörgerätversorg
ung (
Urk.
8
/20) zugesprochen.
Am 1
8.
April 2016
wu
rde er zur Früherfassung
ange
meldet
(
Urk.
8
/24) und
am
4.
Mai 2016 meldete er sich
unter Angabe
von
seit Jahren bestehenden
,
jedoch
seit zwei bis drei Jahren sehr starken
Rückenschmer
zen zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen Invalide
nve
rsicherung an
(
Urk.
8
/29
Ziff.
6.1
und 6.2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und zog unter anderem die Akten der Kranke
ntaggeldversicherung bei (
Urk.
8/39 und
Urk.
8
/47).
Am 20.
Dezember 2016 teilte sie
mit, dass Arbeitsvermittlung in Form von Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch das
Stellennetz
Z._
gewährt werde
(
Urk.
8
/53).
Am 1
0.
März 2017
hielt die IV-Stelle fest
,
dass
,
nachdem
sich
der Versicherte subjektiv nicht in der Lage
sehe
,
einer leidensan
gepasste
n
Tätigkeit nachzugehen, weitere berufliche Massnahmen nicht möglich
seien
und ein Rentenanspru
ch separat geprüft werde (
Urk.
8
/62
).
Nach durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8
/72)
wies die IV-Stelle
den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2017
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
2.
August 2017
Beschwerde
mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Die angefochtene Verfügung vom 2
8.
Juni 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuhalten, vorerst die beruflichen Massnahmen zu initialisieren, bevor Sie über die Rente verfügt.
2.
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben, bevor neu entschieden wird.
3.
Für das vorliegende Verfahren sei die unentgeltliche Rechtspflege und
Ver
beiständung
vorsorglich zu gewähren.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8
%
Mehrwertsteuer zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.»
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2
6.
September 2017 (
Urk.
7
) auf Abweisung der Beschwerd
e, was dem Beschwerdeführer am
5.
Okto
ber 2017
zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialve
rsicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicher
ung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne
W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsabweisung damit (
Urk.
2),
dass
die
medizinischen Berichte
ergeben
hätten
, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter Fahrdienst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden könne und bei dieser Tätigkeit
ein Jahreslohn von
Fr.
65'650.--
verdient worden sei. Spätestens seit Ende August 2016 sei jedoch eine angepasste körper
lich leichte Tätigkeit in Wechselbelastung
,
ohne Heben, Tragen und Transpor
tieren von Lasten über 5 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne
Armvor
hal
te
-
und Überkopfarbeiten zeitlich uneingeschränkt möglich. Gemäss den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik könnte damit ein Jahreseinkommen von
Fr.
60'167.--
erzielt werden und
der
Einkommensvergleic
h ergebe
ein
en
Invaliditätsgrad von 8
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe.
Im Beschwerdeverfahren trug sie weiter vor (
Urk.
7 S. 3 f.), im Gutachten
vom 2
3.
August 2016 sei festgehalten, dass der Beschwerdeführer körperlich leichte und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten, bevorzugt aus wechselnder Aus
gangslage, in vollem Umfang verrichten könne.
Demgegenüber könne auf die von
Dr.
med.
A._
attestiert
e
50%ige Arbeitsfähigkeit und den im Beschwer
deverfahren eingereichten Bericht des
Zentrums
B._
nicht abgestellt werden.
2.2
De
r Beschwerdeführer stellt sich
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
3
), es werde bestritten, dass er aufgrund seiner polymorbiden Besc
hwerdesituation in der Lage sei
,
ein rentenausschliessendes Einkommen ohne berufliche Massnahmen zu realisieren.
Solche Massnahmen seien nicht einmal initialisiert worden und müssten geschehen, bevor di
e Rentenleistungen abgewiesen wü
rden.
Der beige
legte Bericht der Interdisziplinären Schmerzbehandlung (des Zent
rum
s
B._
) zeige, dass er
sowohl somatisch als auch psychisch ange
schlagen sei.
Dabei mach
e
ihm i
nsbesondere
die betroffene linke obere
Extremität s
amt Schulter zu schaffen, da er
links dominant
sei. Da diese Betroffenheit auf mehrere Körperteile ausgedehnt sei, werde eine polydisziplinäre Abklärung nach Zufallsprinzip beantragt.
3.
Im Streit liegt die angefochten
e Verfügung vom 2
8.
Juni
2017, mit der ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung verneint wurde (
Urk.
2). Nicht Streitgegenstand sind demgegenüber berufliche Eingliederungsmassnahmen, über welche die Beschwerdegegnerin bereits am
1
0.
März 2017
(
Urk.
8
/62
) ent
schieden hat.
Die Anmeldung z
um Leistungsbezug erfolgte am
4.
Mai 201
6.
Damit fällt ein möglicher Rentenanspruch frühestens ab
November 2016
in Betracht. Mit Blick auf das Wartejahr sind die medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeiten ab
November
2015 mit den entsprechenden Berichterstattungen relevant (vgl. E. 1.2 hiervor).
Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass sich d
ie gerichtliche Über
prü
fungsbefugnis auf den Zeitraum bis zur vorliegen
d angefochtenen Verfügung vom 2
8.
Juni
2017 beschränkt.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH Ohren Nasen Halskrankheiten, berichtete am 1
4.
Juni 2016 (
Urk.
8/34), audiometrisch bestehe nach wie vor eine leichtgradige
sensorineurale
hochtonbetonte Schwerhörigkeit beidseits. Aufgrund der ORL
Situation könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
3.2
Dr.
med.
A._
, FMH Physikalische Medizin
,
bezeichnete im Bericht vom
6.
Juni 2016 (
Urk.
8/37) als Diagnosen mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit
ein
chro
nisches
cervicoradikuläres
Reizsyndrom C7 links mit sensorischer
Radikulo
pathie
bei
Discushern
ie
C6/7 und
Neuroforamenstenose
links,
ein
chronisches
lumbo
spondylogenes
Syndrom bei
Protrusion
L5/S1 mit
diskaler
Neuroforamenstenose
beidseits und möglicher Ner
venirritation L5 beidseits,
einen
Diabetes mellitus Typ
II,
eine
beginnende
diabetische Polyneuropathie,
eine
arterielle Hypertonie und
eine
Hypercholesterinämie. Dem Beschwerdeführer seien sämtliche rücken
be
lastende
n
Tätigkeiten nicht mehr zumutbar
. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit
5.
Mai 2015 attestiert (
Ziff.
1.6) und festgehalten, dass mit einer
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
im Umfang
von 50
%
zu rechnen sei (
Ziff.
1.9).
3
.3
3.3.1
Im Sprechstundenb
ericht der Universitätsklinik
D._
vom 1
1.
Juli 2016 (
Urk.
8/44) wurden die folgenden Diagnosen festgehalten:
1.
AC-Gelenk
Arthropathie
links
2.
Verdacht auf
Supraspinatussehnenläsion
links
3.
Schmerzhafte sensorische
Radikulopathie
C7 links mit/bei Diskushernie C6/7 und
Neuroforamenstenose
links
4.
Verdacht auf chronische schmerzhafte S1
Radikulopathie
mit/bei
Diskusprotrusion
L5/S1 mit
recessaler
Nervenwurzelkompression links
5.
Diabetes mellitus Typ 2
6.
Arterielle Hypertonie
7.
Hypercholesterinämie
8.
Asthma bronchiale
9.
Hypertensive
coronare
Herzkrankheit
Der Beschwerdeführer klage seit einem
Jahr über belastungsabhängige und
auch
über
Ruheschmerzen der linken Schulter. Er arbeite als Monteur bzw. Zügelhilfe und vor allem grössere Belastungen bereite
te
n ihm Probleme. Bisher sei eine am
bulante Physiotherapie und
die
gelegentlich
e
Einnahme von
Dafalgan
erfolgt
. Bezüglich der Wirbelsäulenbeschwerden
sei
durch die Kollegen des Wirbel
säu
len
teams e
in
Nervenwurzelblock C7 links
empfohlen
worden.
Der Röntgen Schulterstatus links vom 1
1.
Juli 2016 zeige keine wesentliche AC
Gelenksarthropathie
. Klinisch imponiere eine deutliche
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk ohne eindeutiges bildmorphologisches Korrelat. Eine Infiltration des AC-Gelenkes lehne der Beschwerdeführer
aktuell ab. Bei positivem
Jobe
/Whipple Test bestehe der Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
. Es
werde
das Weiterführen der ambulante
n Physiotherapie inklusive Wasserthe
rapie empf
o
hlen.
3.3.2
I
m Bericht vom 1
8.
Oktober 2016
mit Antworten auf Fragen der IV
(
Urk.
8/49/6
9)
führte die zuständige Ärztin der
Universitätsklinik
D._
aus,
aufgrund der eher persistierenden Schulter
schmerzen sei wahrscheinlich eine stark schulterbelastende Tätigkeit aktuell nicht möglich
.
Zur
Frage der Zumut
barkeit der
bisherige
n
Tätigkeit
hielt
s
ie fest,
aus medizinischer Sicht
sei diese
zu bejahen, wenn
eine
wechselseitige Tätigkeit
mit Belastung der Schulter von weniger als
10 kg
erfolgte (
Ziff.
1.7)
.
3.4
3.4.1
Dr.
med.
E._
, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
welche
im Auftrag der SWICA Gesundheitsorganisation
den Beschwer
deführer untersuchte,
hielt
im
Gutachten vom 2
3.
August 2016
fest
(
Urk.
8/47/3
15
, S. 2)
,
der
52 Jahre alte
,
aus Serbien stamme
nde
und seit 1992 in der Schweiz lebe
nde Beschwerdeführer sei s
eit Juli 1995
beim
Y._
als Mit
arbeiter Fahrdienst/
Magaziner
in einem Pensum von 100
%
beschäftigt.
Sowohl der Beschwerdeführer als
auch seine behandelnde Ärztin könn
t
en sich Tätigkeiten mit Heben und
Bücken auf Dauer nicht mehr vorstellen.
Er sei in erster
Ehe
ver
heiratet, seine Ehefrau beziehe eine IV-Rente und sie hätten einen S
ohn im Alter von 15 Jahren. Befragt nach
Hobbys
und Sport gebe
er
Spazierengehen an.
Gemäss Akten bestehe
ein
Verdacht auf erhöhte Blutdruckwerte, Magen-Darm-, Blasen- und Nierenbeschwerden
verneine
der Beschwerdeführer
.
Als Stoff
wech
selerkrankung
sei ein Diabetes mellitus
bekannt
und seit zwei Jahren bestehe ein chronischer Husten
und
Ende 2015
sei
eine
Asthma
behandlung erfolgt
.
Eine
psychiatrische
Therapie
finde nicht statt
und nach Beschwerden wie Ängste
, Depressionen und/oder Sc
hlafstörungen
befragt
, berichte
er, dass er
wegen Schmerzen
nuchal
(Nackenschmerzen)
oft nicht schlafen könne
(S. 3)
.
Er
beklage
Schmerzen an der
komplette
n
linke
n Seite,
zeige
au
f den
Processus
coracoideus
,
nenne
Rückenbeschwerden
und gebe
Schmerzauss
trahlungen in den linken Arm und
ein
Kribbeln bzw. Mu
skelkrämpfe in den Fingern I-III
der linken Hand
an
.
Gemäss Akten sei
en
weiter
eine
Epikondy
litis
humeri
radialis
beidseits, rezidi
vierende
Wirbelsäulenbeschwerden
,
eine Diskushernie in Höhe HWK
(Halswirbel
körper)
6/7 und degenerative Veränderunge
n
lumbosacral
bekannt. E
ine neuro
logische Untersuchung
habe jedoch
keine pathologischen Befunde
ergeben
.
3.4.2
Als
orthopädische Untersuchungsbefunde zeig
t
e
n
sich ein guter
Allgemein
zu
stand bei einer Körpergröße von 176 cm und
Gewicht von 112 kg
, wobei
ein überwiegend stammbetontes Übergewicht
bestehe
. Die Inspektion im Stehen von ventral zeige eine Kopfschiefhaltung nach rechts und einen Schulterhochstand,
rechts ausgeprägter als links,
beidseits
prominente
AC-Gelenk
und
beidseits
eine
Verschmächtigung
im Bereich des
Musculus
deltoideus
sowie eine beidseitige
Gynäkomastie
(vergrösserte Brust).
Der Beckenstand
sei
bei
Adipositas nicht zu beurteilen, d
ie Beinachsen
seien dezent
varisch
und
die Füße zeig
t
en beidsei
ts ein mäßig gut aufgerichtetes Fusslängsgewölbe, wobei die
Vorfüsse
verbreitert seien,
die Zehen
jedoch achsengerecht und ohne Deformitäten stünden. Die Inspektion von der Seite zeige eine Haltungsinsuffizienz mit Körperschwerpunktverlagerung nach dorsal bei schlaffen, adipösen und überdehnten Bauchdecken. Es best
ehe
eine Fehlstatik der Wirbelsäule mit
Protraktion
des Kopfes bei
tiefgezogener
Brustkyphose und vermehrter Lendenlordose und v
ermehrte
r
ventrale
n
Becken
kippung
. Das Gangbild
sei
fließend
,
nicht hinkend, bei mittlerer Schrittlänge
und die
zumutbare Gehstrecke
sei
auf über 800 m am Stück
zu schätzen
(S. 4 f.).
Die Untersuchung der Wirbelsäule zeige ein Kinn-Jugulum-Abstand 2/17,
ein Seitdrehen beidseits von 70
und Seitneigen beidseits
von 20 Grad
. In maximaler Inklination und maximaler
Reklination
sei die Rotation zu beiden Seiten frei.
Die
Zeichen nach Ott
zeigten einen Wert
von
30/32 und
nach Schober
von
10/15
und d
er
FBA
(Fingerbodenabstand) betrage 31 cm. Die Inklination sei eingeschränkt und erfolge
im Wesentlichen a
us dem
thoracolumbalen
Übergang
der LWS
(Lendenwirbelsäule)
und aus den Hüftgelenken. Seitneigen/Seitdrehen seien zu beiden Seiten deutlich
,
auch weichteilbedingt
eingeschränkt
.
Funktionsschmer
zen gebe der Beschwerdeführer nicht an und auf das Beklopfen
der Niere
nlager und
auf
axiale Stauchung der Wirbelsäule
erfolge keine Reaktion. Am linken Schultergelenk bestünden Druckschmerzen. Der aktive Bewegungsumfang der rechten Schulter sei in allen Funktionseben
en altersentsprechend frei. L
inks sei das Rückheben
um die Hälfte eingeschränkt,
das
Vo
rheben
und die Abduktion
nur
bis 70 Grad
möglich, wobei Schmerzen bestünden. Die passive Überprüfung der Rotation ergebe einen seitengleichen Normalbefund, beidseits ohne hörbare oder
palpabel
e
Krepitation. Passiv seien die Bewegungsausmasse in den Ebenen
Vorheben
und A
bduktion etwas freier, wobei auch
Schmerzen
angegeben würden
(S. 5 f.).
Die
Ellenbogengelenke,
Handgelenke und Hände
zeigten
alt
ersentsprechende Normalbefunde und d
ie Überprüfung der groben Kraft mittels Händedruck
ergebe
links ausgeprägter als rechts
eine deutliche Kraftminderung mit
der Angabe von Schmerzen links, wobei der Beschwerdeführer Rechtshänder sei (S. 6). Die orien
tierende neurologische Untersuchung
zeige
eine seitengleiche Sensibilität an den oberen/unteren Extremitäten und die Überprüfung der Muskele
igenreflexe sei seitengleich eher schwach auslösbar. Es lägen keine p
athologische
n
Umfangs
differenzen an den oberen/unteren Extremitäten vor
und d
ie Fus
s
sohlen zeig
t
en eine seitengle
iche, normale
Gebrauchsbeschwiel
ung
(S. 6 f.)
.
3.4.3
Die vorgetragenen Beschwerden der
Halswirbelsäule (
HWS
)
fänden ihr Korrelat in ausgeprägten degenerativen
Veränderungen,
wobei
k
ein nervenwurzel
bezoge
nes neurologisches Defizit
vor
liege.
Die Beschwerden der
Lendenwirbel
säule (
LWS
)
korrelier
t
en weniger mi
t den beginnenden degenerativen
Ver
änderungen, als vielmehr mit
einer erheblichen
Fehlstat
ik und Haltungs
insuffizienz bei
stammbetonter Adipositas
mit Übergewicht von etwa 40 kg. Eine körperliche Inaktivität könne
jedoch nach Betrachten der Fuss
sohlen
ausgeschlossen werden
(S. 9)
.
3.4.4
Zur Arbeitsfähigkeit
hielt die Gutachterin fest,
E
inschränkungen
seien
auf Dauer
für
mittelschwere und schwere Tätigkeiten in Kombination mit Heben und Tragen, häufigem Bücken,
Zwangshaltungen und Tätigkeiten über Kopf
gegeben
.
K
örperlich leichte und gelegent
lich mittelschwere Tätigkeiten,
bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage,
könne der Beschwerdeführer
ab sofort
in vollem Umfang verrichten
(S.
13
)
.
3.5
Dr.
A._
wies im Bericht vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
8/68) auf einen stationären
Gesundheitszustand
hin
, erwähnte eine Zunahme der
Cervicobrachialgien
und
Lumboischialgien
und hielt fest, die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdefü
hrer nicht mehr zumutbar und
angepasste
,
ausschliesslich rückenschonende Tätigkeiten könnten zu 50
%
ausgeübt werden.
3.6
Der regional
e
ärztliche Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, hielt in seiner Aktenbeurteilung vom
3.
Mai 2017 fest (
Urk.
8/71
/3-4)
,
die aktuellen Arztberichte von
Dr.
A._
beschrieben nur eine Verschlechterung der
Cervikalgien
, die in gleicher Weise schon vor dem Gut
achten von
Dr.
E._
beschrieben worden seie
n
. Es sei jedoch keinerlei Beschrei
bung der Symptomatik
,
noch eine ordentliche und ausgiebige Untersuchung beschrieben
,
der Bericht damit nicht schlüssig
und die angeführten medizinischen Fakten nicht nachvollziehbar
. Es sei
daher
weiter auf die Stellungnahme abzu
stellen, die auf dem Gutachten von
Dr.
E._
basiere
.
3.7
Im Bericht des
Zentrum
s
B._
vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
3)
,
welcher im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereicht wurde
,
wur
den
die Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10, F33.1),
Cervikozephales
-,
Thorakovertebrales
- und
Lumbovertebrales
Syndrom, Schulterschmerzen, Fussschmerzen, Diabetes melli
tus Typ II, Arterielle Hypertonie, Asthma bronchiale, Adipositas
, Verdacht auf koronare Herzerkrankung, Reflux und Testosteronmangel
aufgeführt
.
Unter Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten
(S. 9)
, psychiatrisch subjektiv
betrage
die Arbeitsunfähigkeit 100
%
auch in angepasster Tätigkeit. Das positive Leistungsbild sei Spazieren ca. 3 Stunden (langsam und mit Pausen), Stehen ca. 20 Minuten, Sitzen mit Abstützen links/rechts abwechselnd ca. 15 Minuten (Nervosität, Unruhe), Treppenlaufen nur langsam (Atemnot). Negatives Leistungsbild
:
K
eine schweren Arbeiten (Schulter- und Handschmerzen links), kein Bücken, keine Mithilfe im Haushalt, Ha
nd/Arm links
nicht
hoch heben
(max
imal Bauch), keine
Überkopf-Arbeiten (Schwindel), keine Arbeiten am Boden (Herzrasen, Schwierig
keiten aufzustehen, Schwindel),
kein Lärm
. Aus
somatischer
(orthopädisch-chirurgischer und Wirbelsäulen-chirurgischer)
Sicht könne der Beschwerdeführer die frühere Arbeit sicher nicht mehr machen, einerseits wegen
der erheblichen degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule, anderseits wegen der linken Schulter. Zumutbar erschienen körperlich leichte Tätigkeiten in
w
ir
belsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwi
schen Sitzen, Stehen und Gehen, insbesondere ohne Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg längerfristig. In einer solchen der Behin
derung angepassten Tätigkeit wäre der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht 50
%
arbeitsfähig.
Aus anä
sthesiologischer Sicht bestehe v
ersuchsweise
ein
35
%
Pensum für
eine
angepasste leichte Tätigkeit. Eine definitive
Einschätzung erfor
dere
ein
en
Arbeitsversu
ch/Bel
astungstest
(Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit)
. Aus neurologischer Sicht betrage die maximale Arbeits
fähig
keit 30
%
und aus internist
ischer
-kardiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer 100
%
arbeitsfähig.
Bei objektiver Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestehe im Beruf als Mitarbeiter im
Y._
(
Warenlieferung
)
100
%
Arbeitsunfähigkeit und in angepasster Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus rein psychiatrischer Sicht für eine leichte, angepasste Tätigkeit 100
%
arbeitsunfähig (S. 10).
Der Beschwerdeführer sei seit März 2016 aufgrund zunehmend
er
Rücken- und Schulterschmerzen 100
%
arbeitsunfähig und seit 2012 bestehe zudem eine depressive Störung. Arbeitsversuche seien bisher nicht erfolgt und aufgrund der multiplen körperlichen Beschwerden sei derzeit kein Rehabilitationspotenzial ersichtlich (S. 11).
4.
4.1
Das
orthopädische
Gutachten
von
Dr.
E._
beruht auf
einer
eingehend
en fach
ärztlichen Untersuchung
, berücksichtigt
die
relevanten
Vorakten
wie auch die geklagten Beschwerden
,
gibt zur strittigen Frage nach dem Verlauf des Gesund
heitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit umfassend Auskunft und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Ver
hältnisse und in der Begründung ein.
Insgesamt erweist sich das Gutachten als nach
voll
z
iehbar und vermag zu überzeugen, was auch
vom
RAD
der Beschwerde
gegnerin
von
fachärztlicher
Seite
her
bestätigt werden konnte (vgl. E. 3.6 hiervor)
.
Die Ein
schätzung
der Gutachterin
und das
festgelegte Belastungsprofil
,
wonach sich
auf Dauer
Einschränkungen
für mittelschwere und schwere Tätig
keiten in Kombina
tion mit Heben und Tragen, häufigem Bücken, Zwangs
haltungen und Tätigkeiten über Kopf
ergeben, jedoch eine
körperlich leichte und gelegentlich
mittelschwere Tätigkeit
, bevorzu
gt aus wechselnder Ausgangslage vollum
fänglich zumutbar sei
(vgl. E. 3.4.
4
)
,
stimmt auch
weitgehend mit dem Zumut
barkeitsprofil
überein
, welches durch die Fachärzte in der Universitäts
klinik
D._
festgelegt wurde (
vgl.
E. 3.3).
Demgegenüber überzeugt die Bericht
erstattung der behandelnde
n
Ärztin
Dr.
A._
bereits
vor dem Hintergrund
, dass sie
dem Beschwerdeführer ein
e
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab
5.
Mai 2015 attestiert
e,
nicht
ob
wohl
sein letzter Arbeitstag der 1
2
.
April 2016 war und vom Arbeitgeber erst ab diesem Zeitpunkt krankheitsbedingte Absenzen bescheinigt wurden (vgl.
Urk.
8/65
Ziff.
2.1 und
Ziff.
7.1).
In Bezug auf den im vorliegenden Beschwerdeverfahren
eingereichten
Bericht des Zentrums
B._
vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
3) ist
einerseits
zu beachten
, dass dieser nach Erlass der angefochtenen Verfügung und damit aus
serhalb des
entscheidrel
evanten
Zeitraums erstellt wurde, sodass
der Aussagewert
bereits in dieser Hinsicht
beschränkt ist
(vgl. E. 3 hiervor).
Sodann ist auch
nicht nachvollziehbar, dass retrospektiv seit
2012
eine
depressive Störung
diagnosti
ziert
wurde
, nachdem die Akten dafür keine
rlei
Anhaltspunkte liefern
. Dass keine
psychiatrische
n
Therapie
n durchgeführt
bzw.
stattgefunden
haben, wurde vom
Beschwerdeführer
denn
auch anlässlich der orthopädischen Untersuchung bei
Dr.
E._
bestätigt
(vgl. E.
3.4.1
hiervor).
Die Begründung der attestierten
100%ige
n
Arbeits
unfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
erschöpft sich
denn auch
in einer fachfremden
Beschreibung
somatischer
Beeinträchtigungen
beruhend auf den subjektiven Eigena
ngaben des Beschwerdeführers.
Die Einschätzung dieser Ärzte nimmt
zudem
keinen eingehenderen Bezug
auf die
Anamnese und setzt sich auch nicht damit auseinander, dass noch etliche Ressourcen bestehen
.
Im Weiteren
geht aus dem Bericht nicht
klar
hervor, wann respektive ob der Beschwerd
eführer im
B._
untersucht wurde.
Letztlich
ist
zudem
der Erfahrungs
tatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte wie auch andere behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Nachdem d
as
B._
ein
100%ige Arbeitsunfähigkeit bereits
seit März 2016
attestiert
,
ohne auf eine veränderte Befundla
ge hinzuweisen, bestehen auch kei
n
e A
nhaltspunkte für eine
Veränderung (Verschlechterung) des Gesundheits
zustan
des seit der Begutachtung
durch
Dr.
E._
. D
iesbezüglich sind
überdies
keine
anderen
Arztberichte greifbar.
Von weiteren medizinischen Abklärungen
sind
für den vorliegend relevanten Zeitraum keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, wes
halb darauf zu verzichten ist
(antizipierte Beweiswürdigung
,
BGE 124 V 90 E. 4b).
4.2
Zusammenfassend
besteht kein Anlass, um von der nachvollziehbaren, schlüssi
gen Beurteilung zur Restarbeitsfähigkeit gemäss dem Gutachten
von
Dr.
E._
abzuweichen (zum Beweiswert vgl. E. 1.
4
), wonach
dem
Beschwerdeführer spä
testen
s
seit
der Begutachtung im
August 2016
f
ür körperlich leichte und gele
gentlich mittelschwere Tätigkeiten, bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage
,
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren ist
(vgl.
E.
3.4.4
hiervor).
5.
Was die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung anbelangt, ermittelte die
Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
aufgrund des zuletzt erzielten Erwerbseinkommen
s
und das Invalideneinkommen gestützt auf Tabellenwerte der schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE 2014, TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sek
tor,
Kompetenzniveau 1, Männer). Im W
eiteren berück
sichtigte sie zu Gunsten des Beschwerdeführers einen zusätzlichen Abzug von 10
%
(leidensbedingter Abzug)
,
mit der Begründung, dass keine schweren Tätigkeiten mehr ausgeübt werden können
,
und ermittelte daraus einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 8
%
(vgl.
Urk.
8/70).
Die
se
praxisgemässe Vorgehensweise ist nicht zu beanstanden und wurde vom Beschwerdeführer einzig dahingehend bestritten, als er sich aufgrund der gesund
heitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage sieht
,
ein Erwerbs
ein
kommen zu erzi
elen
bzw.
sich
nicht
mehr als arbeitsfähig erachtet (vgl.
Urk.
1 S.
3
Ziff.
5), was sich nach dem hiervor Gesagten in medizinischer Hin
sicht nicht begründen lässt.
Die angefochtene Verfügung ist damit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf ihr Gesuch hin eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, den Prozess selber zu führen, ihr die nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als aussichtslos erscheint.
Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt v
oraus, dass die Gesuch
stellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Pro
zesses erschöpft hat
6.2
Den
Beschwerdeführer trifft im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechts
pflege eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit (vgl. etwa Urteile des Bundes
gerichts 4A_264/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E. 3.2 und 4A_403/2013 vom 1
1.
Oktober 2013 E. 3.2.2). An die klare und gründliche Darstellung der finan
ziellen Situation durch die gesuchstellende Person dürfen umso höhere Anforde
rungen gestellt werden, je komplexer die Ver
hältnisse sind (BGE 120
Ia
179
E.
3a). Das Gericht hat weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 2
0.
Juni 2013 E. 4.3.1). Schliesslich steht es dem Gericht frei, für die Abklärung der finanziellen Voraus
setzungen einen Fragebogen
einzuverlangen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_606/2013 vom
7.
März 2014 E. 2.1.3).
6.3
Mit Verfügung vom 2
9.
August
2017 (
Urk.
5) wurde der
anwaltli
ch vertretene Beschwerdeführer
aufgefordert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig auszufüllen und dieses dem Gericht unter Beilage sämt
licher Belege zur finanziellen Situation einzureichen. Damit verbunden war die Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden respektive ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine pro
zessuale Bedürftigkeit besteht.
Am
3.
Oktober 2017 übermittelte der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular (
Urk.
10
). Dari
n vermerkte er
als monatliche Einkünfte AHV-Leistungen und Leistungen der beruflichen Vorsorge an die Ehegattin von
Fr.
3'053.-- und
Fr.
974.-- sowie Leistungen der Arbeitslosenkasse an ihn selber von
Fr.
1’082.1
5.
Als monat
lichen Ausgaben
wurde
geltend
gemacht
: M
iete inklusive Nebenkosten Fr.
1’860.--
; Krankenkassenprämie
von
Fr.
493.15 für ihn
Fr.
492.
(richtig 483.15 siehe Urk. 11/2)
für die Ehegattin
und
Fr.
101.85
für den Sohn sowie
Steuern von
Fr.
2'000.--.
Das Vermögen
bestehend
aus
Bank- und
Post
konti
wurde mit
Fr.
4.76 angegeben.
Nebst dem ausgefüllten Formular reichte die Beschwerdeführerin
lediglich Ein
zahlungsbelege an die
G._
AG und an die Helsana Versiche
rungen AG sowie ein
en
Kontoauszug der
Postfinance
und eine Abrechnung der UNIA Arbeitslosenkasse ein (
Urk.
11/1-5).
Damit
ist dargetan, dass der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Ehegattin
über monatliche Einkünfte von
Fr.
5'109.15.--
verfügt
. Diesen Einnahmen steh
en für Wohnungsmiete
und Krankenkassenprämie Ausgaben
von
Fr.
2
'
9
3
8
.
15
gegenüber. Die angeblichen Steuern von
Fr.
2'000.
--
und
ungedeckte Gesund
heitskosten sind nicht belegt. Auch wurde die Steuererklärung und Steuerein
schätzung nicht eingereicht
, worauf im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ausdrücklich hingewiesen wurde und woraus sich regelmässig wei
te
re Erkenntnisse ergeben (
Urk.
10
S. 6
Ziff.
12). Aufgrund der eingereichten Unterlagen kann damit nicht rechtsgenügend auf Bed
ürftigkeit geschlossen wer
den.
Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer
in Missachtung
seiner
Mitwir
kungsobliegenheiten die massgebenden finanziellen Verhältnisse nicht hinrei
chend belegt. Bei dieser Sachlage ist – wie mit
Verfügung vom 2
9.
August 2017
(
Urk.
5
) angedroht – ohne weiteres davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgelt
liche Rechtspflege mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht stattgegeben werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5).
7.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und
entsprechend dessen Ausgang dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.