Decision ID: 314083f2-2833-5dfb-bdd0-9d87602c31f1
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A.Y. und B.Y. sind als Ehepaar gemeinsam steuerpflichtig. Das von A.Y. geführte
Einzelunternehmen Q. Consulting verlegte gemäss Handelsregister auf Januar 2008
den Sitz von S. nach F./SZ und auf Januar 2012 wieder zurück nach S. Mit Schreiben
vom 24. Februar 2010 forderte die Steuerbehörde das Ehepaar A.Y. und B.Y. auf,
weitere Belege zur Steuererklärung 2008 einzureichen, worauf die Steuerpflichtigen
Kontoblätter und Rechnungen betreffend die Jahre 2007 und 2008 nachreichten (act. G
9/6 2.01a, b, 8.01). Mit Schreiben vom 5. Mai 2010 forderte die Steuerbehörde den
Arbeitsvertrag des Steuerpflichtigen einschliesslich Vereinbarungen mit der K. AG, die
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Jahresrechnung 2008 sowie sämtliche Hauptbuchkontoblätter, Buchhaltungsbelege
und Versicherungs- und Vertragsunterlagen einschliesslich Mietverträge der Q.
Consulting an. Sodann verlangte sie einen Nachweis der Sitzverlegung von S. nach F.
auf Januar 2008 einschliesslich Nachweis der Infrastruktur am Domizil in M., Gemeinde
O./SZ (act. G 9/6 2.01e). Am 25. Mai 2010 reichten die Steuerpflichtigen einen
Mietvertrag betreffend Büroraum in M. bei O. ein und teilten mit, dass kein
Arbeitsvertrag und keine Vereinbarung mit der K. AG bestehen würden. Die Q.
Consulting sei eine selbständige, unabhängige Einzelfirma (act. G 9/6 8.01e). Mit
Verfügungen vom 5. März 2014 wurde das Ehepaar A.Y. und B.Y. für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2007 bis 2010 mit steuerbaren Einkommen von Fr. 49‘900.-- (2007),
Fr. 108‘400.-- (2008), Fr. 56‘100.-- (2009) und Fr. 80‘500.-- (2010), für die direkte
Bundessteuer 2007 bis 2010 mit steuerbaren Einkommen von Fr. 44‘900.-- (2007), Fr.
96‘200.-- (2008), Fr. 43‘700.-- (2009) und Fr. 67‘500.-- (2010) sowie mit steuerbaren
Vermögen bei den Kantons- und Gemeindesteuern von Fr. 1‘157‘000.-- (2007), Fr.
1‘013‘000.-- (2008), Fr. 980‘000.-- (2009) und Fr. 1‘256‘000.-- (2010) veranlagt (act. G
9/6 2.6, 3.01, 9.01, 14.01., 20.01).
b. In ihren Einsprachen gegen die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern
und direkten Bundessteuer der Jahre 2007 bis 2010 vom 15. März 2014 beanstandete
das Ehepaar A.Y. und B.Y. insbesondere die Annahme der Steuerbehörde, dass der
Sitz der Q. Consulting in den Jahren 2008 bis 2010 nicht in F., sondern in S. gewesen
sei (act. G 9/6 4.01, 10.01, 16.01, 22.01). Nachdem die Steuerbehörde am 18. März
2014 die Hauptbuchkontoblätter der Q. Consulting für 2009 und 2010 sowie sämtliche
Buchhaltungsbelege für 2007 bis 2010 und einen Nachweis des Bestehens einer
Betriebsstätte in O. verlangt hatte (act. G 9/6 4.02, 10.02, 16.02, 22.02), machten die
Steuerpflichtigen mit Schreiben vom 31. März 2014 den Eintritt der
Veranlagungsverjährung für 2007 und 2008 geltend und verweigerten die Einreichung
der verlangten Belege der Q. Consulting mit der Begründung, dass der Beitrag
derselben zur Klärung der streitigen Frage des Firmensitzes nicht klar sei. Sie legten
einen Handelsregisterauszug des Kantons Schwyz, den Mietvertrag für den Büroraum
sowie eine Erklärung des Vermieters bei (act. G 9/6 4.03, 10.03, 16.03, 22.03). Auf eine
zweite Aufforderung der Steuerbehörde zur Einreichung der verlangten Unterlagen vom
29. April 2014 mit dem Hinweis, dass bei Nichteinreichung ein Entscheid aufgrund der
vorhandenen Akten erfolge (act. G 9/6 4.04, 10.04, 16.04, 22.04), verweigerte das
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Ehepaar A.Y. und B.Y. mit Schreiben vom 4. Mai 2014 die Unterlageneinreichung und
erklärte unter anderem sinngemäss, dass der Steuerkommissär die Unterlagen bei
ihnen zuhause einsehen könne, sofern er hierfür eine nachvollziehbare Begründung
liefere (act. G 9/6 4.05, 10.05, 16.05, 22.05). Mit Entscheiden vom 24. Juni 2014 wies
das kantonale Steueramt die Einsprachen ab (act. G 9/6 5.01, 11.01, 17.01, 23.01,
26-29). Die hiergegen erhobenen Rechtsmittel (Rekurs und Beschwerde) wies die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 30. Juni 2015
ab (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhoben A.Y. und B.Y. mit Eingabe vom 7. August 2015
Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Vorinstanz sei
anzuweisen, ihnen den Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.-- zurückzuerstatten. Es sei
ihnen eine Parteientschädigung zuzusprechen (act. G 1). Mit Eingabe vom 19. August
2015 reichten sie unter anderem zwei Bestätigungen betreffend Arbeitsplatz des
Beschwerdeführers in bzw. Arbeitsweg nach O. ein (act. G 6).
b. In der Vernehmlassung vom 1. September 2015 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerden und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des
angefochtenen Entscheids (act. G 8). Der Beschwerdegegner beantragte unter Verzicht
auf eine Vernehmlassung Abweisung der Beschwerden (act. G 11). Die
Beschwerdebeteiligte verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme (act. G 12).
c. Auf die Vorbringen der Beschwerdeführer und die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit vereinheitlicht sind, hat die
Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und
die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen
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Urteil, aber mit getrennten Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durften
auch die Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift
erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht
über die Beschwerden im gleichen Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014
vom 10. Oktober 2014 E. 1.2; VerwGE B 2014/222 und 223 vom 25. Februar 2016, E.
1; www.gerichte.sg.ch).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführer
sind zur Beschwerde legitimiert, und ihre Eingabe vom 7. August 2015 (act. G 1)
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in
Verbindung mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP;
Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit
einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die
beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene
Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Das Verwaltungsgericht
entscheidet, ohne an die Begehren der Beteiligten gebunden zu sein (Art. 196 Abs. 2
StG).
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die Verweigerung der
steuerrechtlichen Anerkennung des zivilrechtlichen Sitzes der Q. Consulting im Kanton
Schwyz in den Jahren 2008 bis 2010 zu Recht bestätigte. Bei persönlicher
Zugehörigkeit - die Beschwerdeführer hatten in den erwähnten Jahren Wohnsitz in P.,
Gemeinde S. - ist die Steuerpflicht im Kanton St. Gallen unbeschränkt (Art. 13 Abs. 1
StG). Diese erstreckt sich jedoch nicht auf Geschäftsbetriebe ausserhalb des Kantons
(Art. 15 Abs. 1 StG). Befindet sich der Wohnsitz eines Selbständigerwerbenden in
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einem anderen Kanton als der Geschäftsbetrieb, steht die Besteuerung des
Unternehmens dem Kanton zu, in welchem sich der Geschäftsort befindet (vgl. Art. 4
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden [StHG]; SR 642.14). Die Steuerausscheidung erfolgt im Verhältnis zu
anderen Kantonen nach den Grundsätzen über das Verbot der interkantonalen
Doppelbesteuerung (Art. 16 Abs. 1 StG). Der Beschwerdeführer betrieb seine
Unternehmung mit zivilrechtlichem Sitz in F./SZ in den streitigen Jahren als Einzelfirma.
Letztere ist nicht selbständig steuerpflichtig und hat daher als solche auch kein
Hauptsteuerdomizil. Steuerpflichtig ist der Inhaber. Dieser hat am Sitz bzw. am Ort der
Leitung des Geschäfts ein Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes und nicht eine
Betriebsstätte (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., § 10 Rz. 15).
2.2. Ein Geschäftsdomizil ausserhalb des Hauptsteuerdomizils kann nicht schon
aufgrund einer bloss formalen Erklärung (z.B. durch einen Handelsregistereintrag, einen
Briefkasten oder gar ein Postfach) angenommen werden. Vielmehr muss sich die
dortige Tätigkeit in ständigen körperlichen Anlagen und Einrichtungen entfalten, welche
aber nicht im Eigentum des Inhabers zu stehen brauchen. Eine Geschäftsniederlassung
wird verneint, wenn sie den wirklichen Verhältnissen nicht entspricht und als künstlich
geschaffen erscheint (BGer 2C_726/2010 vom 25. Mai 2011, E. 2.2). Wird ein solches
Spezialsteuerdomizil geltend gemacht, so ist verlangt, dass sich die Erwerbstätigkeit
hauptsächlich am Geschäftsort abspielt. Bei Tätigkeiten, die ihrer Natur nach nicht
überwiegend von an sich vorhandenen ständigen Anlagen und Einrichtungen aus
erbracht werden, sondern dezentral bei diversen Kunden bzw. Abnehmern, kann es
nicht darauf ankommen, wo diese wohnhaft sind. Es genügt, wenn die übrigen
Tätigkeiten (z.B. Vorbereitungs- sowie administrative Arbeiten) vorwiegend am
Geschäftsort ausgeübt werden (BGer 2C_785/2011 vom 1. März 2012, E. 2.2). In
Bezug auf die Beweislast (vgl. dazu auch BGer 2C_565/2016 vom 21. Dezember 2016,
in: Steuerrevue Nr. 4/2017, S. 324 ff.) gilt grundsätzlich, dass es den Behörden obliegt,
die subjektive Steuerpflicht als steuerbegründende Tatsache darzutun. Der
steuerpflichtigen Person kann aber der Gegenbeweis für die von ihr behauptete
subjektive Steuerpflicht an einem neuen Ort auferlegt werden, wenn die von der
Behörde angenommene bisherige subjektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt.
Dabei kann diese Regel nicht nur herangezogen werden, wenn der Ort des
Hauptsteuerdomizils umstritten ist, sondern ebenso sehr dann, wenn ein
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Nebensteuerdomizil in Frage steht, sei es, dass ein solches neu begründet oder ein
bisheriges aufgehoben wird (BGer 2C_785/2011, a.a.O., E. 2.3. mit Hinweisen).
3.
3.1. Unbestritten blieb vorliegend, dass sich der Sitz der Einzelunternehmung vor
dessen Verlegung nach M. bei O./SZ im Januar 2008 in P. (S.) - dem Wohnsitz der
Beschwerdeführer - befand. Beweisbelastet für eine beschränkte Steuerpflicht im
Kanton Schwyz für die Folgezeit sind in dieser Situation die Beschwerdeführer. Sie
begründeten die Standortverlegung der Einzelunternehmung in den Kanton Schwyz mit
Hinweis auf die ungenügende Internetverbindung und den mangelhaften
Handyempfang in P. sowie die dortigen beengten räumlichen Verhältnisse bzw. die
Beanspruchung des Büros durch den Betrieb der Beschwerdeführerin. Sie legten
sodann den Handelsregisterauszug, den Mietvertrag für die Räumlichkeit in M. sowie
eine Bestätigung des Vermieters vor und hielten fest, der Vermieter betreibe am Sitz
der Einzelunternehmung ein Versicherungsbüro. Es sei dort genügend Platz und
schnelles Internet vorhanden. Der Beschwerdeführer habe seinen Wohnsitz in P.
täglich nach sechs Uhr verlassen und sei abends nie vor 18 Uhr zurückgekehrt (act. G
9/1 S. 5 f., G 9/8 S. 2 f.). Dem Handelsregister ist zu entnehmen, dass im Januar 2012
eine erneute Sitzverlegung - zurück nach P. - erfolgte. Während des ganzen Zeitraums
war der Beschwerdeführer als Inhaber der Einzelunternehmung eingetragen.
3.2. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, die Rückverlegung des
Sitzes nach P. sei trotz der nach Angaben der Beschwerdeführer nach wie vor
ungenügenden und instabilen Internetverbindung erfolgt. Die Ausführungen der
Beschwerdeführer zum Internetanschluss erschienen als widersprüchlich und nicht
glaubwürdig. Sie seien denn auch nicht durch entsprechende Unterlagen (Internet-
Abonnement, Dokumente über die Erschliessung der Liegenschaft, Übersicht über die
Netzabdeckung usw.) belegt. Anscheinend sei es (trotz geltend gemachter beengter
räumlicher Verhältnisse und Nutzung des Büros durch den Betrieb der
Beschwerdeführerin) zuvor und auch heute wieder möglich, die Einzelunternehmung in
P. zu betreiben. Es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht geltend gemacht, dass
sich die Platzverhältnisse in P. vor oder nach den Sitzverlegungen der
Einzelunternehmung in irgendeiner Art verändert hätten. Gemäss amtlicher Schätzung
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weise das Wohnhaus eine Nutzfläche von 182 m auf, wobei neben einer Wohnstube
vier Zimmer bestehen würden. Bei dieser Sachlage sei ein Raum in der Grösse, wie er
in M. bei O. gemietet werden könne, im Wohnhaus in P. ohne grössere Probleme
unterzubringen. Auch diesbezüglich erscheine die Argumentation der
Beschwerdeführer nicht stichhaltig. Das Mietobjekt werde im Vertrag als „pauschal
Büroraum“ bezeichnet. Offenbar handle es sich nicht um einen abgeschlossenen
Raum, sondern allenfalls um einen solchen zur Mitbenützung. Der Mietpreis von Fr.
1‘200.-- pro Jahr weise ebenfalls darauf hin, dass es sich nicht um einen
abgeschlossenen oder zur ausschliesslichen Benützung bestimmten Raum gehandelt
habe. Auch enthalte der Vertrag keine Angaben über die nutzbaren
Infrastrukturbereiche und darüber, wie diese zu erhalten seien. Der Vertrag enthalte die
typischen Elemente einer fingierten Vermietung von Büroraum. Die Beschwerdeführer
hätten den Nachweis einer erheblichen Tätigkeit am zivilrechtlichen Sitz in M. bei O.
nicht erbringen können (act. G 2 S. 8 f.).
3.3. Die Beschwerdeführer halten fest, die Q. Consulting habe bis 2007 Aufträge im
Rahmen von Business Analyse und Projektleitung ausgeführt. Diese hätten im
Wesentlichen bei Kunden und auch in P. abgewickelt werden können. Dafür seien
keine wesentliche technische Infrastruktur und auch kein fest eingerichteter
Arbeitsplatz nötig gewesen. Die Arbeit zu Hause habe mit einem Laptop ohne Remote-
Verbindung erledigt werden können. Ab Ende 2007 habe es Aufträge als IT-Entwickler
gegeben, die andere Ansprüche gestellt hätten. Mit dem neuen Sitz in O. habe sich
eine praktikable Lösung gefunden. Die Liegenschaft in P. habe bis Mai 2015 nicht über
einen Kabelanschluss verfügt. Das Internet über eine antike Telefonleitung sei für die
Arbeit (IT-Entwicklung) unbrauchbar gewesen. Anfragen bei der EVS S. AG, Sunrise,
Cablecom und Swisscom seien erfolglos geblieben. EVS werde diese Tatsache bei
Bedarf gerne bestätigen. Die Vorinstanz übersehe, dass die Q. Consulting ihre
Geschäftstätigkeit bereits 2011 eingeschränkt und 2012 bis 2014 eingestellt habe.
Folgerichtig sei der Mietvertrag in O. gekündigt und der Sitz nach P. verlegt worden.
Sodann habe in den Jahren 2008 bis 2010 ihr Sohn bei ihnen gewohnt und ein Zimmer
belegt. Ausserdem hätten bei ihnen ständig (Kost und Quartier) ein bis zwei Angestellte
des Betriebes gewohnt. Ab 2011 habe sich die Situation geändert, da ihr Sohn
ausgezogen sei und die Q. Consulting nun dessen Zimmer als ständiges Büro habe
nutzen können. Ein ständiges Büro für einen IT-Entwickler sei in der fraglichen Zeit in P.
2
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nicht möglich gewesen. Unerheblich sei, ob es sich beim Büro in O. um einen
abgeschlossenen Raum gehandelt habe. Ein Schreibtisch, ein Stuhl, ein Aktenschrank
sowie Internetanschluss, Server, Bildschirme und Handy würden für die Arbeit eines IT-
Entwicklers genügen (act. G 1).
3.4.
3.4.1. Die Beschwerdeführer legen für die von ihnen angeführte veränderte Auftrags-
und Tätigkeitsstruktur in der Einzelunternehmung ab 2008 (IT-Entwicklung anstelle von
Business Analyse und Projektleitung) und die daraus abgeleitete Notwendigkeit einer
entsprechenden - in P. nicht vorhandenen - EDV-Infrastruktur keinerlei Belege ins
Recht und machen auch keine näheren Ausführungen hierzu. Ein Anlass für die
Sitzverlegung im Januar 2008 lässt sich hieraus somit nicht erkennen. Die Vorinstanz
weist sodann darauf hin, dass die Ausführungen der Beschwerdeführer zum
Internetanschluss nicht durch entsprechende Unterlagen (Internet-Abonnement,
Dokumente über die Erschliessung der Liegenschaft, Übersicht über die
Netzabdeckung usw.) belegt sind. Entgegen der Auffassung der (beweisbelasteten; vgl.
vorstehend E. 2.2 und 3.1) Beschwerdeführer war es nicht Sache der Vorinstanz,
diesbezüglich bei der EVS S. AG nachzufragen, Tatsachen betreffend die
Internetleitung zu recherchieren oder die von den Beschwerdeführern geschilderte
Internet-Historie (act. G 1 S. 2 unten) zu verifizieren. Einzig die von den
Beschwerdeführern nunmehr dokumentierte Tatsache des Anbieterwechsels im Jahr
2012 (act. G 3.1) stellt keinen Umstand dar, welcher den im Jahr 2008 erfolgten
Sitzwechsel der Einzelunternehmung in den Kanton Schwyz zu erklären vermöchte. Im
Weiteren blieb die vorinstanzliche Feststellung unbestritten, wonach es sich bei dem im
Vertrag als „pauschal Büroraum“ bezeichneten Mietobjekt in O. zum Preis von
Fr. 1‘200.-- pro Jahr bzw. Fr. 100.-- pro Monat einschliesslich Gas-, Wasser- und
Stromverbrauch (vgl. act. G 9/2/10 f.) nicht um einen abgeschlossenen Raum
gehandelt hatte, sondern allenfalls um einen solchen zur Mitbenützung. Nicht belegt ist
unter diesen Umständen - unter Einbezug der von den Beschwerdeführern
geschilderten räumlichen Verhältnisse im Wohnhaus in P. (act. G 1 S. 3 f.) -, dass dort
in den Jahren ab 2008 ein nicht abgeschlossener Raum (zur Mitbenützung), wie er in
M. bei O. verfügbar war, nicht zur Verfügung gestanden hätte. Die Beschwerdeführer
anerkennen denn auch, dass ein abgeschlossener Raum nicht erforderlich war und ein
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ständiger (in einem Grossraumbüro auch wechselnder) Arbeitsplatz genügte (act. G 1
S. 5 f.).
3.4.2. Soweit sich die Beschwerdeführer auf eine Bescheinigung des Vermieters vom
30. Juni 2014 betreffend regelmässige Nutzung des gemieteten Raumes durch den
Beschwerdeführer (act. G 9/2/11, G 9/6 4.03 Beilage) berufen, kann allein gestützt
hierauf nicht als zureichend dargetan gelten, dass sich die geschäftliche Tätigkeit
hauptsächlich an diesem Ort (vgl. vorstehende E. 2.2) abspielte. Sodann ergibt sich aus
der Bescheinigung des Sohnes der Beschwerdeführer (act. G 6.6) lediglich die
gemeinsame Absolvierung des Wegs nach O. Die regelmässige Benützung des
gemieteten Raums durch den Beschwerdeführer für seine Erwerbstätigkeit wird damit
noch nicht belegt. Letzteres gilt auch für die Bestätigung eines Geschäftspartners vom
19. August 2015, wonach er gelegentlich im Büro der Einzelfirma in O. gewesen sei
(act. G 6.5), sowie für die vom Beschwerdeführer bei Bedarf angebotene Zeugin,
welche bestätigen könne, dass sie ihn wiederholt morgens in O. abgesetzt und abends
dort wieder abgeholt habe (act. G 1 S. 6). Zu Recht weist die Vorinstanz im Weiteren
darauf hin, dass die Beschwerdeführer aus BGer 2C_667/2008 vom 2. März 2009
nichts für ihren Standpunkt ableiten können, da in jenem Fall der Wohnsitzkanton das
Spezialsteuerdomizil der Geschäftsniederlassung während einiger Jahre anerkannt
hatte. Er hatte daher das Vorliegen von Tatsachen für eine Praxisänderung
nachzuweisen. Vorliegend lag eine solche Anerkennung durch den Wohnsitzkanton zu
keinem Zeitpunkt vor. Das Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach die Q.
Consulting ihre Geschäftstätigkeit bereits 2011 eingeschränkt bzw. 2012 bis 2014
eingestellt und als Folge davon ihren Sitz wieder nach P. verlegt habe, ist vor dem
geschilderten Hintergrund nicht geeignet, einen Sitz der Einzelunternehmung im
Kanton Schwyz ab 2008 zu belegen. Im Übrigen ist zum Vorbringen, dass der Kanton
Schwyz den Firmensitz anerkannt habe und auf dem Steuersubstrat bestehe (act. G 1
S. 2), festzuhalten, dass eine allfällige Doppelbesteuerung vor Bundesgericht gerügt
und die Aufhebung der Veranlagung verlangt werden kann (BGer 2C_26/2012 vom 8.
Mai 2012, E. 1.2).
3.5. Die Beschwerdeführer führen zum Vorwurf der Vorinstanz betreffend schikanöses
Verhalten im Zusammenhang mit der Zustellung von verlangten Unterlagen (act. G 2 S.
9 f.) sinngemäss aus, sie hätten die Einreichung von Belegen verweigert, da diese für
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das Verfahren nicht nutzdienlich gewesen seien. Sie hätten jedoch eine Einsichtnahme
(bei ihnen zuhause) angeboten. Dieses Angebot sei ohne Begründung abgelehnt
worden. Die Vorinstanz habe zudem bestenfalls minimale Recherchen vorgenommen,
im Wesentlichen sich aber die Sichtweise des Steuerkommissärs angeeignet (act. G 1
S. 5).
Gemäss Art. 126 Abs. 1 DBG bzw. Art. 170 StG muss der Steuerpflichtige alles tun, um
eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck muss er
auf Verlangen der Veranlagungsbehörde unter anderem Belege vorlegen. Soweit das
Gesetz dem Steuerpflichtigen auferlegt, Behauptungen auf bestimmte Weise zu
belegen, hat die Behörde davon auszugehen, dass behauptete Tatsachen, die der
Steuerpflichtige nachzuweisen unterlässt, obschon das Gesetz ihm die Beweispflicht
auferlegt, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische
Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII. Rz. 24). Kann von den Privaten nach den Umständen
eine Handlung oder eine Äusserung erwartet werden und bleibt eine solche aus, so
haben die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die nicht aktenkundig sind.
Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen,
welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche
eine Partei besser kennt als die Behörde (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, Rz. 1630 mit Hinweis auf BGE 130
II 499, 464 und 128 II 139, 142 f.). Vor diesem Hintergrund war es nicht Sache der
Beschwerdeführer zu entscheiden, welche Unterlagen für das Verfahren wesentlich und
welche als unwesentlich einzustufen sind und je nachdem Unterlagen zuzustellen oder
nicht. Die Frage, ob die diesbezügliche Verweigerung und das Angebot, die Akten am
Wohnort einzusehen, „nachgerade schikanös“ (act. G 2 S. 10) waren oder nicht,
braucht insofern nicht geklärt zu werden, als deren Beantwortung nichts zur Erledigung
dieses Verfahrens beizutragen vermöchte.
4. Die Beschwerdeführer beanstanden im Weiteren die zweimalige Einforderung eines
Kostenvorschusses im vorinstanzlichen Verfahren (act. G 1 S. 5). Der Zweiteilung des
Kostenvorschusses liegt die Aufteilung des vorinstanzlichen Verfahrens in einen
kantonalrechtlichen (Rekurs; Kantons- und Gemeindesteuern) und bundesrechtlichen
Teil (Beschwerde; direkte Bundessteuer) zugrunde. Das Vorgehen der Vorinstanz, den
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Kostenvorschuss auf die beiden Verfahren aufzuteilen und mit zweimal Fr. 1‘000.-- in
Rechnung zu stellen (act. G 9/3), ist von daher erklärt und nicht zu beanstanden.
5.
5.1. (...).
5.2. (...).