Decision ID: 8f7da5e3-8ec3-583f-8321-177b756a28b1
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der am [...] im Kosovo geborene T._ (Gesuchsteller) beantragte am 2. März 2007 beim Schweizerischen Verbindungsbüro in Pristina ein  für einen einmonatigen Besuchsaufenthalt bei seinem Onkel () in Küsnacht (ZH). Die Schweizerische Vertretung  das Gesuch in der Folge an die Vorinstanz zur Prüfung und zum .
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Beschwerdeführer ergänzende Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 11. Mai 2007 ab. Dies mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine  und fristgerechte Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem .
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 29. Mai 2007 beantragt der  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die  einer Einreisebewilligung für seinen Neffen. Zur Begründung macht er geltend, es gehe lediglich darum, der Familie zur Seite zu stehen. Seine Kinder seien auf den Gesuchsteller angewiesen. Auch werde er sich  kümmern, dass dieser wieder ausreisen werde.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juni 2007 spricht sich die Vorinstanz für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, dass Gründe, welche alleine auf der Seite des Beschwerdeführers liegen würden, für sich allein betrachtet keine Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise des Gastes bieten könnten.
E. Mit Replik vom 14. Juli 2007 hält der Beschwerdeführer an seiner  fest und reicht gleichzeitig ein Unterstützungsschreiben des  seiner Ehefrau ein. Danach sei diese schwer krank und bis auf  nicht in der Lage, nach dem Haushalt oder der Familie zu schauen. Die daraus resultierende Belastung für den voll erwerbstätigen  sei sehr hoch, was ihn an den Rand seiner Kräfte bringe. Für ihn sei es ausserordentlich hilfreich, wenn sein Neffe für drei Monate in der  helfend einspringen könnte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und  der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über
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das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
2. Der Beschwerdeführer ist als "Mitbeteiligter" (Gastgeber und Onkel)  Art. 20 Abs. 2 ANAG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist –  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14.  1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und  [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, , Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/ Genf/München 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz  Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 bis 5 VEA). Der  kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen; er ist aufgrund seiner Staatsangehörigkeit visumspflichtig.
3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Gemäss Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA haben sie unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz verweigerte dem Gesuchsteller die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, seine  Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
4.
4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum Vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
4.2 Die Sicherheitslage in der von der UNMIK verwalteten Provinz Kosovo
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konnte zwar im Verlauf der letzten Jahre weitgehend stabilisiert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruktur ist unter  internationaler Organisationen und Staatengemeinschaften in Gang gekommen. Trotz grosser internationaler Unterstützung ist es aber bisher nicht gelungen, eine Wachstumsdynamik einzuleiten; es herrscht  Stagnation und die Arbeitslosigkeit bleibt hartnäckig hoch. So sind mehr als die Hälfte der Erwerbsfähigen ohne oder zumindest ohne  Einkommen. Die Reduktion der Arbeitslosigkeit und die  des allgemeinen Lebensstandards haben zwar für die UNMIK hohe Priorität, doch in Anbetracht dessen, dass von Experten für die nächsten Jahre ein massiver Rückgang bei den Hilfsgeldern erwartet wird, sind auch die wirtschaftlichen Perspektiven zumindest mittelfristig schlecht. Gemäss World Bank Brief lag der Armutsanteil der Bevölkerung im Kosovo im Jahr 2005 bereits bei 37% (Tendenz steigend). Entsprechend hoch ist der  jener, die versuchen, ins Ausland zu gelangen, um sich unter  Lebensbedingungen eine bessere Existenz sichern zu können. Laut der "International Organization for Migration" (IOM) sollen in einer zu  des Jahres 2003 durchgeführten Umfrage über 50% der Befragten angegeben haben, sie würden lieber im Ausland leben und arbeiten. Unter den Migrationswilligen gilt vor allem Westeuropa und damit auch die Schweiz als Wunschdestination. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland . Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher .
5.
5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller bzw. einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise . Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund entsprechender  das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen  (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch  werden.
5.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 23-jährigen, ledigen und  Mann, der offensichtlich noch bei seinen Eltern lebt. Aus dem Umstand, dass er für die Dauer seines Besuchsaufenthaltes in der Schweiz seine Eltern (und weitere Verwandte) in der Heimat zurücklassen würde, kann er nichts Besonderes für sich ableiten. Auch geht er als  keiner geregelten Erwebstätigkeit nach. So soll er gelegentlich in der Freizeit arbeiten. Der Gesuchsteller ist sehr jung, befindet sich weder  noch beruflich in dauerhaften, etablierten Verhältnissen und hat keine
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Verpflichtungen, die einen Verbleib in der angestammten Umgebung  machten. Damit sind keine Verhältnisse auszumachen, die  wären, ihn von einer Emigration abzuhalten.
5.3 Als eigentlicher Grund für den Besuch wird seitens des Beschwerdeführers die Krankheit der Ehefrau und die damit verbundene notwendige  des Gesuchstellers im Haushalt und bei der Betreuung der Kinder geltend gemacht, wobei nicht klar ist, wie lange die Hilfe des  beansprucht werden soll. Während im Einreisegesuch von einem  die Rede ist, stellen sich der Beschwerdeführer und der Arzt der  eine Unterstützung der Familie durch den Gesuchsteller von zwei bis drei Monaten vor (vgl. Ziff. 7 des Antwortschreiben des Beschwerdeführers an das kantonale Migrationsamt vom 18. April 2007 sowie das  des Arztes vom 13. Juli 2007). Unabhängig von der  Dauer des Aufenthalts und davon, dass diese unterschiedlichen Angaben nicht gerade auf eine fristgerechte Wiederausreise schliessen lassen, gilt es jedoch festzuhalten, dass die Tätigkeit als Kinderbetreuer und Haushalthilfe, so nützlich sie im vorliegenden Fall für den  auch wäre, mit einem Aufenthalt zu Besuchszwecken in der  nicht vereinbar ist. Arbeitsleistungen in Haushalt und Familie – auch wenn sie nur stunden-, tageweise oder vorübergehend ausgeübt werden – gelten grundsätzlich als (bewilligungspflichtige) Erwerbstätigkeit. Dies selbst dann, wenn derartige Tätigkeiten bloss unentgeltlich, gegen ein Taschengeld oder gegen Kost und Logis erbracht würden (vgl. Art. 6 der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der  [BVO, SR 823.21]). Eine Ausnahme können allenfalls unentgeltliche Hilfeleistungen von nächsten Verwandten bilden. So hat das  Justiz- und Polizeidepartement in einem Entscheid vom 22.  1997 festgehalten (vgl. Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.37), dass eine ausländische Grossmutter, die in der Schweiz ihr  hütet, keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl das Kinderhüten grundsätzlich als Dienstleistung auf dem Arbeitsmarkt angeboten wird. Es stellte dabei im Wesentlichen auf das arbeitsmarktfremde Kriterium ab, dass die Betreuungsdienste einer Grossmutter wegen der  und emotionalen Nähe zu den Enkelkindern nicht durch eine  ersetzt werden könnten, ohne dass der besondere Charakter der Tätigkeit verloren ginge. Als Neffe des Beschwerdeführers bzw. Cousin der Kinder fällt der Gesuchsteller aber nicht in die Kategorie der nächsten Verwandten. Hinzu kommt, dass die hier vorgesehenen Hilfeleistungen keine reinen Gefälligkeitshandlungen darstellen, wie sie bei einem  Besuchsaufenthalt ohne entsprechende Bewilligung erlaubt wären.
5.4 Der Beschwerdeführer versichert ferner, dass er sich persönlich um die rechtzeitige Ausreise des Gesuchstellers kümmern werde. Die Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die  oder Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage,
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hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken  leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer  – für ein bestimmtes Verhalten des Gastes.
6. Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz davon ausgehen, die  Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten, sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung – auf welche wie bereits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen. Daraus folgt, dass die  Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr  Ermessen pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11.  2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]).
Dispositiv Seite 7
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