Decision ID: 76ba0eab-6c7f-4f1f-b80b-0ab285006138
Year: 2022
Language: de
Court: AG_VB
Chamber: AG_VB_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Gericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Verfügung vom 17. Dezember 2019 wurden B. und A. von der
Steuerkommission Q. für das Jahr 2014 zu einem steuerbaren Einkommen
von CHF 161'500.00 (satzbestimmendes Einkommen CHF 170'500.00),
davon qualifizierter Beteiligungsertrag von CHF 9'000.00, und zu einem
steuerbaren Vermögen von CHF 4'493'000.00 (satzbestimmendes
Vermögen CHF 4'694'000.00) veranlagt.
2.
Gegen die Veranlagungsverfügung vom 17. Dezember 2019 erhob A. mit
Schreiben vom 13. Januar 2020 Einsprache. Er beantragte die Reduktion
des Einkommens um CHF 9'059.00 (Aufrechnung Aufwandüberschuss
Arosa), CHF 11'626.00 (Korrektur Gutschrift E. AG), CHF 11'626.00 (Auf-
rechnung Unkosten, Kto. 3000) und CHF 30'000.00 (Büro-Mietaufwand).
3.
Mit Entscheid vom 28. Februar 2022 hiess die Steuerkommission Q. die
Einsprache teilweise gut, indem das steuerbare Einkommen um
CHF 990.00 reduziert und CHF 10'636.00 als Einkommen aus qualifizierter
Beteiligung anstatt als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit qua-
lifiziert wurden. Die übrigen Anträge wurden abgewiesen. Das steuerbare
Einkommen wurde auf CHF 148'900.00 (satzbestimmend
CHF 169'600.00), davon qualifizierter Beteiligungsertrag CHF 19'600.00
festgesetzt.
4.
Den Einspracheentscheid vom 28. Februar 2022 (Zustellung am 23. März
2022) zog A. mit Rekurs vom 4. April 2022 (Postaufgabe gleichentags) an
das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiter. Er stellte
folgende Anträge:
"1. Der Entscheid der Steuerkommission Q. vom 28. Februar 2022 sei betreffend der Festsetzung des steuerbaren Einkommens auf CHF 148'900 aufzuheben.
2. Das veranlagte steuerbare Einkommen sei um CHF 30'000 zu redu-
zieren; der ausgewiesene Büro-Mietaufwand von CHF 30'000 sei zum Abzug zuzulassen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."
Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-
gangen.
- 3 -
5.
Das Gemeindesteueramt Q. und das Kantonale Steueramt beantragen die
Abweisung des Rekurses.
6.
A. hat eine Replik erstattet.
7.
Das Spezialverwaltungsgericht zog die Steuerakten der Rekurrenten des
Steuerjahres 2013 und die Steuerakten der F. AG der Steuerjahre 2013
und 2014 bei.
8.
Aufforderungsgemäss nahm A. mit Schreiben vom 21. August 2022 zum
Schreiben des Spezialverwaltungsgerichts vom 11. August 2022 Stellung
und legte weitere Belege auf.
- 4 -

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2014.
Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember
1998 (StG).
2.
2.1.
Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, üben
die nach dem Gesetz den Steuerpflichtigen zukommenden Verfahrens-
rechte und Verfahrenspflichten gemeinsam aus (§ 21 Abs. 1 und § 172
Abs. 1 StG). Nach § 172 Abs. 3 StG gelten Rechtsmittel und andere Ein-
gaben als rechtzeitig eingereicht, wenn ein Ehegatte innert Frist handelt.
Die Ehegatten bilden im Rechtsmittelverfahren nämlich eine Art notwen-
dige Streitgenossenschaft, was beide zu Verfahrensbeteiligten macht und
entsprechende Konsequenzen bei der Tragung der Verfahrenskosten zei-
tigt, für welche die Ehegatten solidarisch haften (AGVE 2006 S. 126; VGE
vom 7. Dezember 2011 [WBE.2011.153]; VGE vom 8. Dezember 2008
[WBE.2008.362], mit Hinweis auf AGVE 1998 S. 207; Kommentar zum Aar-
gauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 172 StG N 2 f.).
2.2.
Da vorliegend keine Hinweise auf eine rechtlich oder tatsächlich getrennte
Ehe der Rekurrenten vorliegen, wirkt der vom Ehemann verfasste Rekurs
für beide Ehegatten. Die Ehefrau hat demnach vorliegend ebenfalls Partei-
stellung, mit den genannten Folgen.
3.
Der Rekurrent arbeitete im Jahr 2014 sowohl als selbständiger Rechtsan-
walt und Notar als auch als angestellter Rechtsanwalt und Notar bei der
ihm gehörenden F. AG. In der Steuererklärung 2014 deklarierten die
Rekurrenten ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von
CHF 42'906.00 und ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
CHF 70'925.00.
Gemäss Buchhaltung der Einzelunternehmung wurden im Geschäftsjahr
2014 CHF 50'400.00 an Mietzins bezahlt. Die Vorinstanz liess nur
CHF 20'400.00 zum Abzug zu und rechnete die Restanz von
CHF 30'000.00 auf. Diese Aufrechnung ist strittig.
Mit vorliegendem Rekurs wurde explizit nur die Aufrechnung des Mietzin-
ses von CHF 30'000.00 angefochten. Die weiteren Aufrechnungen im Ein-
spracheverfahren sind demzufolge nicht mehr zu prüfen.
- 5 -
4.
4.1.
Der Einspracheentscheid vom 28. Februar 2022 verweist auf die Stellung-
nahme des Kantonalen Steueramtes, Natürliche Personen Buchprüfung,
vom 8. Dezember 2021. Dort wird ausgeführt, dass seitens Steuerbehör-
den nicht bestritten werde, dass die Zahlung von CHF 50'400.00 ab dem
Bankkonto der Einzelunternehmung geleistet worden sei. Die seit längerem
gemieteten Büroräumlichkeiten stünden seit Gründung der juristischen
Person nicht mehr ausschliesslich der Einzelunternehmung zur Verfügung.
Ein (nicht ausgemittelter) Anteil werde durch die juristische Person genutzt.
Als geschäftsmässig begründeter Aufwand bei der Einzelunternehmung
könne somit nur der Anteil der Miete steuerlich berücksichtigt werden, wel-
cher auf den von der Einzelfirma genutzten Anteil entfalle. Bei der Höhe
der Aufrechnung habe man sich auf den im Jahr 2013 verbuchten Betrag
von CHF 30'000.00 abgestützt. Der Anteil der Einzelfirma habe sich vom
Jahr 2013 auf das Jahr 2014 nicht vergrössert. Daher werde an der Auf-
rechnung von CHF 30'000.00 festgehalten.
4.2.
Der Rekurrent wendet ein, dass die Büroräumlichkeiten in S. von mehreren
Personen genutzt würden. Der Gesamtmietzins betrage pro Jahr rund
CHF 90'000.00. Die Anteile an den Mietkosten seien im Kreise dieser An-
wälte festgelegt und so bezahlt worden. Vom Bankkonto der Einzelunter-
nehmung seien CHF 50'400.00 Mietzins bezahlt worden.
Die F. AG sei 2013 gegründet worden. Der Rekurrent habe die
selbständige Erwerbstätigkeit 2015 bzw. mit dem Abschluss der letzten
Mandate aufgegeben. Das gesamte Personal der Einzelunternehmung
(drei Sekretärinnen) sei 2014 noch von der Einzelunternehmung angestellt
gewesen und in den Büroräumlichkeiten der Einzelunternehmung
beschäftigt worden. Die Mandate der F. AG hätten sich sukzessive
entwickelt. Die AG habe daraufhin einen weiteren Mitarbeiter eingestellt.
Die Einzelfirma habe die Büroräumlichkeiten 2014 wieder so herstellen
müssen, wie dies bei Mietbeginn gewesen sei. Mehrere Bürowände seien
entfernt und neu aufgebaut worden, verbunden mit neuen Elektro- und IT-
Installationen. All dies sei über die Mietzinsaufteilung ausgeglichen worden.
- 6 -
In den Jahren 2013 bis 2015 seien folgende Mietzinse bezahlt und Perso-
nal beschäftigt worden:
Einzelunternehmung
Bezahlter Mietzins Beschäftigtes Personal (ohne
Inhaber)
2013 20'400 2
2014 50'400 3
2015 12'600 Kein Personal
F. AG
Bezahlter Mietzins Beschäftigtes Personal (ohne
Inhaber)
2013 30'000 Kein Personal
2014 2'650 Kein Personal
2015 45'000 4
Im Jahr 2014 habe man gesehen, dass im Jahr 2013 der F. AG ein zu hoher
Mietzins verrechnet worden sei. Die neu gegründete Gesellschaft habe
kaum Aufträge und kein Personal gehabt. Dies sei deshalb im Jahr 2014
korrigiert worden.
5.
5.1.
5.1.1.
Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmäs-
sig begründeten Kosten von den steuerbaren Einkünften abgezogen (§ 36
Abs. 1 StG). Gewinnungskosten sind Aufwendungen, welche mit der Ein-
kommenserzielung in einem direkten, ursächlichen Zusammenhang ste-
hen. Zur Hauptsache bestimmt sich der Gewinnungskostencharakter von
Auslagen eines selbständig Erwerbenden nach betriebswirtschaftlichen
Gesichtspunkten. Dabei interessiert, ob die Tätigkeit, welche den Aufwand
verursacht hat, durch den Zweck des Unternehmens gedeckt ist. Entschei-
dend ist, ob der Aufwand in Erwartung einer wirtschaftlichen Gegenleistung
erbracht worden ist (VGE vom 27. August 2008 [WBE.2008.17], mit Hin-
weis). Darauf, ob der selbständig Erwerbstätige auch ohne den entspre-
chenden Aufwand ausgekommen wäre oder ob auch zweckmässiger oder
sparsamer hätte vorgegangen werden können, kommt es nicht an (Kom-
mentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 36 StG
N 5).
5.1.2.
Nach Gesetz, Lehre und Rechtsprechung hört die Abzugsfähigkeit von Ge-
winnungskosten eines selbständig Erwerbenden dort auf, wo es sich ganz
oder teilweise um Kosten zu privaten Zwecken (oder um die Beanspru-
- 7 -
chung von Wirtschaftsgütern des Unternehmens zu privaten Zwecken), ak-
tivierungspflichtige Aufwendungen oder Tilgung von Schulden handelt
(§ 41 StG; VGE vom 27. August 2008 [WBE.2008.17], mit Hinweisen; Kom-
mentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 36 StG N 7). Bei Aufwendun-
gen, die teils geschäftlich, teils privat veranlasst sind, ist eine Aufteilung in
einen Gewinnungskosten- und einen Privatanteil vorzunehmen (VGE vom
17. Dezember 2013 [WBE.2013.304], mit Hinweis; SGE vom 25. Oktober
2018 [3-RV.2018.24]; SGE vom 23. Juli 2015 [3-RV.2015.14]).
5.2.
5.2.1.
Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-
sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes,
dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-
sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-
zufolge die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen
oder erhöhen, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld
aufheben oder mindern. Die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen ist in
§ 179 StG und § 182 StG explizit festgehalten und überlagert den Grund-
satz der Nachweispflicht (AGVE 1997 S. 201, mit Hinweisen; BGE 140 II
248, 133 II 153; Bundesgerichtsurteil vom 2. Dezember 2014 [2C_201/
2014], vom 15. September 2014 [2C_112/2014] und vom 13. Juni 2012
[2C_862/2011]; VGE vom 30. März 2011 [WBE.2011.2], unter anderem mit
Hinweis auf AGVE 2010 S. 111, VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009.
268], VGE vom 15. Juli 2009 [WBE.2009.3]; Kommentar zum Aargauer
Steuergesetz, a.a.O., § 174 StG N 15, N 28 ff., § 179 StG N 13 ff., § 182
StG N 7 ff.).
5.2.2.
Gewinnungskosten sind als von den steuerbaren Einkünften abziehbare
Aufwendungen somit grundsätzlich vom Steuerpflichtigen zu beweisen. Es
obliegt dem Steuerpflichtigen, diese Tatsachen rechtsgenüglich darzutun
und nachzuweisen. Genügend substantiiert ist eine Sachdarstellung, wel-
che hinsichtlich Art, Motiv und Rechtsgrund all jene Tatsachenbehauptun-
gen enthält, die ohne weitere Untersuchung, aber unter Vorbehalt der Be-
weiserhebung, die rechtliche Würdigung erlauben (BGE 92 I 393 = ASA 36
S. 192; ZStP 2014 Nr. 10; AGVE 1997 S. 201; VGE vom 27. Januar 2010
[WBE.2009.268]; RGE vom 20. September 2007 [3-RV. 2007.49], mit Hin-
weis; siehe auch Bundesgerichtsurteil vom 13. Juni 2012 [2C_862/2011]).
5.2.3.
Der Selbständigerwerbende hat konkret nachzuweisen, dass die in Frage
stehenden Leistungen geschäftsmässig begründet sind, damit sich die
Steuerbehörden vergewissern können, dass geschäftliche Gründe und
nicht die engen persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen
- 8 -
steuerpflichtiger Person und Leistungsempfänger für die Leistung aus-
schlaggebend waren (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 25. Oktober 2013
[2C_1082/2012]).
5.2.4.
Kann nicht der absolute Beweis erbracht werden, so liegt es im Ermessen
der Steuerbehörde, den Abzug entsprechend der Gegebenheiten des Ein-
zelfalls zu würdigen und gegebenenfalls nur teilweise anzuerkennen. Die
nur teilweise Ankerkennung des Abzugs (bzw. die Aufrechnung eines Pri-
vatanteils) ist somit Ergebnis der Beweiswürdigung durch die Steuerbe-
hörde. Zu einer Umkehr der Beweislast führt dieser Vorgang nicht, auch
dann nicht, wenn sich die Aufrechnung des Privatanteils im Ergebnis steu-
ererhöhend auswirkt.
6.
Unbestritten ist, dass der Mietzinsaufwand der Einzelunternehmung des
Rekurrenten (abzugsfähige) Gewinnungskosten darstellt. Fraglich und
nachfolgend zu prüfen ist jedoch, in welchem Umfang der Mietzinsaufwand
als geschäftsmässig begründet gewinnmindernd berücksichtig werden
kann.
7.
7.1.
Der Rekurrent mietete zusammen mit G. Büroräumlichkeiten über 326 m2
und einen Archivraum von 16 m2 am X-Platz 1 in S. Mietbeginn war der 1.
Februar 2004. Der Nettomietzins betrug jährlich CHF 82'080.00 (exkl. Heiz-
und Nebenkosten akonto von CHF 6'600.00). Den aufgelegten
Grundrissplänen ist zu entnehmen, dass die Räumlichkeiten aus einer
Bibliothek, zwei Sitzungszimmern, vier geschlossenen Büros und
mehreren Arbeitsplätzen für das Sekretariat bestehen. Gemäss den
Kennzeichnungen des Rekurrenten wurden durch ihn bzw. die F. AG die
Bibliothek, das Zimmer "Sitzung 1", "Büro 1" ganz, das Zimmer "Sitzung 2"
zur Hälfte und ausserdem zwei Sekretariatsarbeitsplätze benutzt. Es ist
davon auszugehen, dass die weiteren Räume durch G. (und/oder andere
Untermieter) benutzt wurden. Ausserdem ist glaubhaft, dass die weiteren
Flächen (Verkehrsfläche, Kopierer, Lager, Küche, WC) durch alle Mieter
genutzt wurden. Hingegen nicht glaubwürdig ist, dass nur der auf dem
Büroplan eingezeichnete Streifen der F. AG pro 2013 und 2014 zur
Verfügung gestanden haben soll.
7.2.
7.2.1.
Der Buchhaltung der Einzelunternehmung ist zu entnehmen, dass im Jahr
2013 Löhne an H. (CHF 58'260.00) und an I. (CHF 33'860.00) ausbezahlt
wurden. Es wurde dabei ein Honorarertrag von CHF 541'204.05
festgehalten.
- 9 -
Im Jahr 2014 wurden CHF 59'247.00 an H., CHF 23'141 an I. und
CHF 8'860.00 an J. als Löhne ausbezahlt. Insgesamt wurde im Jahr 2014
Honorare von CHF 400'168.00 erwirtschaftet, wobei bei drei Buchungen
"Honorar, durch AG einkassiert" (insgesamt CHF 240'000.00) vermerkt
wurde.
7.2.2.
Die F. AG zahlte dem Rekurrenten im Jahr 2013 CHF 31'347.00 und im
Jahr 2014 CHF 48'000.00 an Lohn. Es erfolgten keine weiteren
Lohnzahlungen. Jedoch kann der Buchhaltung 2013 der F. AG auch
entnommen werden, dass ein Honorarertrag von CHF 1'223'580.70
erwirtschaftet wurde (Konto "6201 Honorare"), im Jahr 2014 waren es
CHF 985'317.20.
7.2.3.
Die Buchhaltungen stützen die Aussagen des Rekurrenten, wonach die F.
AG in den Jahren 2013 und 2014 keine Angestellten hatte, mit Ausnahme
des Rekurrenten. Jedoch ist aus den Buchhaltungen auch ersichtlich, dass
der Honorarertrag der F. AG sowohl im Jahr 2013 als auch im Jahr 2014
deutlich höher ausfiel als derjenige der Einzelunternehmung.
Insbesondere vor dem Hintergrund der erwirtschafteten Honorare der Ein-
zelunternehmung und der F. AG ist es nicht angebracht, bei der Aufteilung
des Mietzinses nur auf die ausbezahlten Löhne oder die gemachten –
unglaubwürdigen – Flächenangaben oder allfällige – nicht nachgewiesene
– zivilrechtliche Vereinbarungen mit den übrigen Mietern abzustellen.
Vielmehr ist wesentlich auf die Honorarerträge, die nicht ohne
entsprechenden Aufwand erzielt werden konnten, abzustellen.
7.2.4.
Die Vorinstanz liess pro 2014 bei der Einzelunternehmung Mietzinsaufwen-
dungen von CHF 20'400.00 zu, also rund 40 % des gesamten geltend ge-
machten Mietzinses. Sie stellte dabei auf den vom Rekurrenten deklarier-
ten Mietzins der Vorperiode ab.
Im Steuerjahr 2013 machten die Honorareinnahmen der Einzelunterneh-
mung rund 30 % des gesamten Honorarertrages aus (Einzelunternehmung
[CHF 541'204.00] und F. AG [CHF 1'223'580.00]). Im vorliegend zu
interessierenden Steuerjahr 2014 erwirtschaftete die Einzelunternehmung
rund 30 % des Honorarertrages (Einzelunternehmung [CHF 400'168.00]
und F. AG [CHF 985'317.00]), was der Vorperiode entspricht. Demnach ist
es angemessen, pro 2014 wiederum Mietzinsaufwendungen von
CHF 20'400.00 zuzulassen.
- 10 -
7.2.5.
Die Vorinstanz rechnete Mietzinszahlungen von CHF 30'000.00 auf. Würde
lediglich das Verhältnis der Honorarerträge der Einzelunternehmung und
der F. AG im Steuerjahr 2014 berücksichtigt, müssten wohl rund
CHF 35'000.00 aufgerechnet werden.
Das Spezialverwaltungsgericht verzichtet vorliegend jedoch darauf, im
Sinne einer reformatio in peius einzugreifen. Notorisch ist, dass es in der
[...]tätigkeit sowohl Arbeiten gibt, die mit wenig zeitlichem Aufwand viel
Ertrag, als auch Arbeiten, die mit viel zeitlichem Aufwand weniger Ertrag
generieren. Vor diesem Hintergrund ist die durch die Vorinstanz
vorgenommene Aufrechnung von CHF 30'000.00 angemessen und auch
sonst nicht zu beanstanden.
7.2.6.
An dieser Einschätzung ändert auch der Einwand des Rekurrenten nichts,
dass die Einzelunternehmung die Büroräumlichkeiten wieder so habe her-
stellen müssen, wie dies bei Mietbeginn gewesen sei. Das gilt insbeson-
dere deshalb, da mit Mietvertrag vom 17. November 2003/11. Dezember
2003 eine Rohbaumiete vereinbart war.
Auch die vom Rekurrenten eingereichte Rechnung der K. AG vom 20.
Februar 2015 über CHF 1'989.85 und die Offerte der K. AG vom 27. Januar
2015 über CHF 6'181.85 ändern daran nichts. Weitere Rechnungen
konnten nicht gefunden werden. Zum einen schliesst der mit der
eingereichten Rechnung bzw. Offerte behauptete Aufwand von "nur"
CHF 8'171.70 eine Aufrechnung von CHF 30'000.00 in betraglicher Hin-
sicht zum vornherein nicht aus. Zum anderen zielt auch der Einwand des
Rekurrenten ins Leere, wonach die Kosten der Umbauarbeiten mit der Ab-
grenzung bzw. der Zahlung der Mietzinse geregelt worden seien. Wie der
Rekurrent bestätigt, besteht kein schriftlicher Vertrag zwischen der Einzel-
unternehmung und der F. AG betreffend der Umbauarbeiten. In diesem
Zusammenhang ist festzuhalten, dass Mietaufwand buchhalterisch
zweifellos anders zu verbuchen ist als Umbauaufwand. Ausserdem ist nicht
ausgewiesen, dass die Offerte so angenommen wurde, da keine weiteren
Rechnungen gefunden werden konnten. Der Einwand des Rekurrenten,
sofern überhaupt belegt, zielt somit vollständig ins Leere.
7.3.
Der Rekurs erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet und ist ab-
zuweisen.
8.
Nachdem der Mietzins teilweise dem Einzelunternehmen und teilweise der
F. AG zuzurechnen ist, kann sich bei der Veranlagung der F. AG die Frage
stellen, ob der dort im Jahr 2014 nicht verbuchte Mietaufwand nachträglich
- 11 -
zu berücksichtigen ist. Diese Veranlagung ist jedoch nicht Gegenstand des
vorliegenden Rekursverfahrens, so dass darauf nicht weiter einzugehen ist.
9.
Bei diesem Verfahrensausgang haben die Rekurrenten die Kosten des Re-
kursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenent-
schädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG).
- 12 -