Decision ID: 3b159dc4-10a1-46fc-9d5b-af840e8bffd9
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Knus, Molkereistrasse 1, Postfach,
8645 Jona,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1970 geborene T._ meldete sich am 29. Juni 2004 bei der IV-Stelle an und
beantragte namentlich eine Rente. Sie gab an, im Dezember 1977 aus A._ in die
Schweiz gekommen zu sein, wo sie die Primarschule und Oberstufe besucht, jedoch
keinen Beruf erlernt habe. Seit 1992 sei ihre Hauptbeschäftigung die Tätigkeit als
Hausfrau (act. G 4.1/1).
A.b Die IV-Stelle holte in der Folge Arztberichte bei Dr. med. B._, FMH für
Physikalische Medizin (act. G 4.1/8), und Dr. med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin
(act. G 4.1/14), ein. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein
chronisches Panvertebralsyndrom mit beginnender Chondrose C4/C5 und Fehlhaltung
der HWS, eine Hyperlordose der LWS, muskuläre Insuffizienz und Bandlaxizität
festgehalten. Dr. med. C._ diagnostizierte zudem eine Schmerzverarbeitungsstörung,
eine depressive Entwicklung sowie psychosoziale Überforderung bei Analphabetin mit
äusserst schlechten Deutschkenntnissen. Während Dr. med. B._ der Versicherten
sowohl in der angestammten Tätigkeit als Fabrikhilfsarbeiterin wie auch in einer
adaptierten Tätigkeit, die er als leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten mit
Wechselpositionen, Vermeiden von andauernden Überkopfarbeiten, kein hoch
repetitives Bücken oder Heben von Lasten vom Boden, Einzelgewichte maximal
12-15 kg umschrieb, eine Arbeitsfähigkeit von 100% attestierte, erachtete Dr. med.
C._ die bisherige Tätigkeit noch zu mindestens 5 Stunden pro Tag als zumutbar.
Andere Tätigkeiten, bei denen die Versicherte keine Lasten heben und tragen müsste,
seien sicher zumutbar, wahrscheinlich ganztags. In Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit
hielt Dr. med. C._ fest, er könne die medizinisch begründete Arbeitsfähigkeit der
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Versicherten nicht festlegen, da diese keine Erwerbstätigkeit mehr ausübe. Seit dem
12. Januar 2004 sei sie zu 100% arbeitsunfähig, wobei diese Arbeitsunfähigkeit nicht
ausschliesslich medizinisch begründet sei.
A.c Im Verlaufsbericht vom 30. Mai 2005 (act. G 4.1/17) hielt Dr. med. B._ fest, aus
rheumatologischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Arbeiten
nach wie vor 100%. Die Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode
sowie an einer somatoformen Schmerzstörung, wobei er nicht beurteilen könne,
inwieweit sich dies auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Dem beigelegten Bericht der
Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 2. Mai 2005 ist zu entnehmen,
dass die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.11),
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie an Problemen
in der Partnerschaft (ICD-10: Z63.0) leidet. Die Erstbehandlung habe am 25. April 2005
stattgefunden. Im Arztbericht vom 19. Juli 2005 (act. G 4.1/20) diagnostizierte die
Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie eine seit ca. 2000 bestehende
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Leichte körperliche
Tätigkeiten seien der Versicherten ganztags zumutbar, die zumutbare Arbeitsfähigkeit
in adaptierter Tätigkeit betrage 100%.
A.d Am 24. Mai 2005 wurde eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle
vorgenommen. Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 16. August 2005 (act. G 4.1/22)
ist zu entnehmen, dass sich die Versicherte subjektiv zu 100% arbeitsunfähig fühlt. Die
Arbeit im Haushalt werde bis auf das Erstellen der Einkaufsliste und die
Beaufsichtigung des Sohnes vom Ehemann und der Tochter erledigt. Ohne
Gesundheitsschaden würde sie im Rahmen von ca. zwei Stunden pro Tag eine
Hilfsarbeiterinnen-Tätigkeit ausüben. Der Abklärungsbericht Haushalt qualifizierte die
Versicherte daher als 24% erwerbstätig und 76% Hausfrau. Die rein rechnerisch, unter
Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen, ermittelte
Einschränkung im Haushalt betrug 51.94%.
A.e Mit Stellungnahme vom 26. September 2005 (act. G 4.1/23) hielt der Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz fest, die in der Haushaltabklärung ermittelte
Einschränkung von rund 52% sei aufgrund der medizinischen Unterlagen, denen
gemäss eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe, in keiner Weise nachvollziehbar. Er
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schlug daher eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. E._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vor. Diese Exploration fand am 9. November und
2. Dezember 2005 statt. Gemäss dem Gutachten vom 20. Dezember 2005
(act. G 4.1/27) leidet die Versicherte an einer Anpassungsstörung mit somatoformen
Beschwerden bei schlechter kultureller Integration und Paarproblematik (ICD-10:
F43.25). Die Versicherte habe den Eindruck, dass sie selbst kleine Aufgaben im
Haushalt nicht mehr übernehmen könne. Die körperlichen Klagen seien vielfältig und
wechselhaft, meist auf den Körper bezogen. Zwischen der Selbst- und der
Fremdwahrnehmung bestehe eine Diskrepanz, objektiv gebe es aus psychiatrischer
Sicht keine Beeinträchtigung bei den bisherigen Tätigkeiten, die Arbeitsfähigkeit
betrage 100%.
A.f Gestützt auf dieses Gutachten und die rheumatologische Beurteilung von Dr. med.
B._ vom 2. Mai 2005 verfügte die IV-Stelle am 11. Januar 2006 (act. G 4.1/31) die
Abweisung des Leistungsbegehrens.
A.g Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Schreiben vom 6. Februar 2006
(act. G 4.1/35) Einsprache mit dem Antrag, ihr Gesuch erneut zu prüfen. Vor allem ihr
psychischer Gesundheitszustand sei sehr schlecht und verunmögliche es ihr, eine
- auch leichte - Arbeitsstelle anzutreten. Ihrer Einsprache legte die Versicherte eine
Kopie des Berichts der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 2. Mai
2005 bei.
A.h Mit Einspracheentscheid vom 6. März 2006 (act. G 4.1/42) wies der Rechtsdienst
der Sozialversicherungsanstalt (SVA) St. Gallen die Einsprache ab. Dieser
Einspracheentscheid erwuchs in Rechtskraft.
B.
B.a Am 26. Mai 2006 (act. G 4.1/44) meldete sich T._ erneut bei der IV-Stelle an und
beantragte eine Rente. Sie gab an, sie sei in Behandlung bei Dr. med. F._, Dr. med.
G._ und Dr. med. H._.
B.b Mit Schreiben vom 18. August 2006 (act. G 4.1/48) reichte Dr. med. F._, Facharzt
Allgemeinmedizin, einen rheumatologischen Bericht von Dr. med. G._, FMH
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Rheumatologie, Innere Medizin, vom 17. Mai 2006 sowie seine Korrespondenz mit Dr.
med. H._, Allgemeine Medizin, ein. Dr. med. G._ diagnostizierte in seinem Bericht
eine generalisierte Allodynie (Panvertebralsyndrom, Perarthralgien, Arthralgien,
Tendomyopathien), eine strukturell-funktionelle Streckhaltung der HWS und eine
Hyperlordose der LWS, eine muskuläre Dysbalance bei Dekonditionierung,
leichtgradige Degenerationen sowie anamnestisch eine mittelgradige depressive
Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Er hielt fest, er sei mit der
Beurteilung von Dr. med. B._ sehr einverstanden. Eine berufliche Reintegration
scheine in der jetzigen Gesamtsituation kaum umsetzbar, wobei dies durch die
psychischen Funktionsstörungen mit Auswirkungen auf der Schmerz- und
Krankheitsverhaltensebene bedingt sei und das Ausmass invaliditätsfremder Faktoren
am Krankheitsbild von Bedeutung sein dürfte. Dr. med. H._ teilte in ihrer E-Mail vom
19. Juli 2006 mit, sie habe bisher drei Gespräche mit der Versicherten geführt, die
immer im Bereich der IV-Rente hängenblieben. Diesbezüglich sei die Versicherte in
ihren Gedanken sehr eingeengt. Gemäss Dr. med. H._ gehe es der Versicherten eher
um eine Rente als um eine Therapie. Eine Persönlichkeitsstörung sei gewiss
vorhanden.
B.c In seiner Stellungnahme vom 25. August 2006 (act. G 4.1/49) hielt der RAD fest, die
rheumatologische Beurteilung durch Dr. med. G._ ergebe keine relevante Änderung
der Befunde, die Diagnosen würden etwas anders formuliert. Dr. med. H._ spreche
von einer Persönlichkeitsstörung, bringe aber keine echten Fakten. Wahrscheinlich
lägen keine neuen objektivierbaren medizinischen Fakten vor, da aber die Diagnosen
etwas unterschiedlich formuliert würden und insbesondere der neu beigebrachte
psychiatrische Bericht wenig aufschlussreich sei, sei auf das neue Gesuch einzutreten
und eine interdisziplinäre medizinische Begutachtung (psychiatrisch und
rheumatologisch) in der MEDAS Ostschweiz, St. Gallen, zu veranlassen.
B.d Mit Schreiben vom 12. September 2006 (act. G 4.1/51) wurde der Versicherten
mitgeteilt, dass eine medizinische Abklärung in der MEDAS Ostschweiz notwendig sei.
Die MEDAS Ostschweiz teilte der Versicherten mit Schreiben vom 10. November 2006
(act. G 4.1/53) mit, die medizinische Abklärung finde am 4. Dezember 2006 statt, wobei
die Versicherte diesen Termin bis spätestens 15. November 2006 telefonisch
bestätigen müsse, ansonsten der Termin weitervergeben werde.
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B.e Am 21. November 2006 (act. G 4.1/54) teilte die MEDAS Ostschweiz der IV-Stelle
mit, dass sich die Versicherte bis am 20. November 2006 nicht gemeldet habe,
weshalb der vorgesehene Termin weitervergeben worden sei. Vor einer erneuten
Anmeldung sei von der IV-Stelle das Mahnverfahren in die Wege zu leiten. Mit
Schreiben vom 27. November 2006 (act. G 4.1/55) mahnte die IV-Stelle die Versicherte
und setzte ihr eine Frist bis 1. Dezember 2006, um sich bei der MEDAS Ostschweiz zu
melden und einen Begutachtungstermin zu vereinbaren. Sollte sie dieser Aufforderung
nicht nachkommen, werde aufgrund der Akten entschieden und sie müsse damit
rechnen, dass ihr Gesuch abgewiesen werde. Am 15. Dezember 2006 (act. G 4.1/56)
teilte die MEDAS Ostschweiz der Versicherten mit, da sie sich bis zu diesem Zeitpunkt
nicht gemeldet habe, werde der Gutachtensauftrag an die IV-Stelle zurückgegeben.
B.f Mit Verfügung vom 4. Januar 2007 (act. G 4.1/59) wies die IV-Stelle in der Folge
den Antrag ab.
B.g Am 8. Januar 2007 (act. G 4.1/60) ersuchte Dr. med. F._ die IV-Stelle, auf ihre
Verfügung vom 4. Januar 2007 zurückzukommen und erneut eine Begutachtung
anzuordnen. Es sei gerade Ausdruck der psychischen Problematik und wahrscheinlich
auch Folge eines gewissen Unvermögens, dass die Dinge so geschehen seien. Mit
Schreiben vom 16. Januar 2007 (act. G 4.1/61) wies die IV-Stelle die Versicherte auf die
Möglichkeit hin, Beschwerde gegen die Verfügung zu erheben.
C.
Mit Beschwerde vom 5. Februar 2007 (act. G 1) beantragt Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg
Knus für die Betroffene, die Verfügung vom 4. Januar 2007 sei aufzuheben und es sei
eine Begutachtung der Beschwerdeführerin durch die MEDAS Ostschweiz
durchzuführen bzw. die Vorinstanz sei anzuweisen, nochmals eine Begutachtung durch
die MEDAS Ostschweiz anzuordnen. Zur Begründung führt er aus, die
Beschwerdeführerin sei zwei Mal zur Begutachtung in die MEDAS Ostschweiz
aufgeboten worden, habe jedoch die Termine nicht bestätigt und damit offensichtlich
ihre Mitwirkungspflichten nicht eingehalten. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr.
F._, sage dazu in der E-Mail vom 21. November 2006, es liege in der Natur der
Beschwerdeführerin, dass sie oft nicht das tue, was sie tun sollte, und im Schreiben
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vom 8. Januar 2007 führe er aus, es sei gerade Ausdruck der psychischen Problematik
und wahrscheinlich auch Folge eines gewissen Unvermögens, dass die Dinge so
geschehen seien. Damit sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus psychischem
Unvermögen die Termine habe verstreichen lassen. Dieses Unvermögen sei
unverschuldet, weshalb nicht mit letzter Konsequenz vorgegangen werden dürfe. Die
interdisziplinäre medizinische Begutachtung solle gerade ergeben, dass in psychischer
Hinsicht Defekte vorhanden sein müssten.
D.
Mit Beschwerdeantwort vom 13. April 2007 (act. G 4) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin mache geltend, diese habe ihre Mitwirkungspflichten aufgrund
einer psychischen Gesundheitsstörung in entschuldbarer Weise verletzt. Dies werde
durch die Aussagen ihres Hausarztes in der E-Mail vom 21. November 2006 und im
Schreiben vom 8. Januar 2007 bestätigt. Dieser Ansicht könne nicht gefolgt werden, da
die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit mehrfach gezeigt habe, dass sie fähig
sei, Arzttermine zu organisieren und wahrzunehmen. Im Zusammenhang mit ihrem
Rentenantrag habe sie keine Mühe gescheut, verschiedene Ärzte aufzusuchen. Es sei
daher nicht einsichtig, dass sie nicht in der Lage gewesen sein solle, sich um den
Termin bei der MEDAS zu kümmern. Da die Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht
in nicht entschuldbarer Weise verletzt habe, habe die IV-Stelle aufgrund der Akten
entscheiden dürfen. Aufgrund der Akten sei keine Invalidität nachgewiesen. Dr. G._
habe sich in seinem Schreiben vom 17. Mai 2006 mit der Beurteilung von Dr. B._,
wonach die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei, sehr einverstanden erklärt. Dr.
H._ habe in ihrer E-Mail an Dr. F._ vom Juli 2006 zwar von einer
Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin gesprochen, diese Aussage aber nicht
in vertiefter Weise erörtert und auch keinen Bezug zur Diagnose des Gutachtens von
Dr. E._ vom 20. Dezember 2005 genommen. Eine Invalidität sei somit zwar aufgrund
der Akten nicht auszuschliessen, jedoch nicht nachgewiesen. Die Folgen der
Beweislosigkeit habe die Beschwerdeführerin zu tragen, da sie sich der Abklärung
durch die MEDAS nicht unterzogen habe.
E.
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Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Knus hält für die Beschwerdeführerin mit Replik vom 7. Mai
2007 (act. G 6) an den Beschwerdeanträgen fest. Die Beschwerdegegnerin sei darauf
zu behaften, dass die Neuanmeldung vom 29. Mai 2006 akzeptiert worden sei, da sich
die Verhältnisse verändert haben könnten. Ob diese Annahme zutreffe, müsse das
Gutachten der MEDAS ergeben. Die Beschwerdeführerin habe anerkannt, dass sie die
zugestellten Aufforderungen zur Meldung unterlassen habe. Dies sei in entschuldbarer
Weise geschehen, denn betreffend des ersten Termins habe sie aufgrund von
Sprachschwierigkeiten nicht genau verstanden, worum es ging, und betreffend des
zweiten Termins habe ein Missverständnis bei der Übersetzung vorgelegen, die
Übersetzerin habe der Beschwerdeführerin erklärt, sie müsse nichts unternehmen. Im
Übrigen handle die Beschwerdeführerin oft anders, als sie sollte, so habe sie
beispielsweise erst kürzlich die ärztlich verordnete Medikation eigenmächtig geändert
und quasi als Notfall ins Spital eingeliefert werden müssen. Die Ärzte Dres. H._ und
F._ hätten der Beschwerdeführerin bestätigt, dass sie wegen ihrer Beschwerden
nicht arbeiten könne. Die Beschwerdeführerin habe die von ihr geforderten Handlungen
unverschuldeterweise unterlassen, da sie nichts von solchen Vorgängen verstehe und
enorme sprachliche Schwierigkeiten bestünden.
F.
Am 15. Mai 2007 (act. G 8) hat die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die
Beschwerdeantwort an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festgehalten, im
Übrigen aber auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 4. Januar 2007, mithin vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE 121 V 366 E. 1b).
2.
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2.1 Gemäss Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) wird, wenn eine Rente oder eine Hilflosenentschädigung wegen eines zu
geringen Invaliditätsgrades oder wegen fehlender Hilflosigkeit verweigert wurde, eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Absatz 3 erfüllt sind.
Voraussetzung nach Art. 87 Abs. 3 IVV ist die Glaubhaftmachung, dass sich der Grad
der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwandes des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise
geändert hat.
2.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin die Korrespondenz von Dr. med. F._ mit
den Dres. med. G._ und H._ sowie den Bericht von Dr. med. G._ vom 17. Mai
2006 einreichen lassen. Dr. med. G._ diagnostiziert in seinem Bericht bei der
Beschwerdeführerin eine generalisierte Allodynie (Panvertebralsyndrom,
Periarthralgien, Arthralgien, Tendomyopathien), eine strukturell-funktionelle
Streckhaltung der HWS und Hyperlordose der LWS, eine muskuläre Dysbalance bei
Dekonditionierung, leichtgradige Degenerationen sowie anamnestisch eine
mittelgradige depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Dr. med. H._ stellt in ihrer E-Mail vom 19. Juli 2006 keine Diagnose, erwähnt aber,
dass "gewiss eine Persönlichkeitsstörung" da sei.
2.3 Aufgrund dieser Unterlagen empfahl der RAD in seiner Stellungnahme vom
25. August 2006, auf die Neuanmeldung einzutreten, da wahrscheinlich zwar keine
neuen objektivierbaren medizinischen Fakten vorlägen, die Diagnosen jedoch etwas
unterschiedlich formuliert würden und insbesondere der neu beigebrachte
psychiatrische Bericht wenig aufschlussreich sei. Gestützt auf diese Stellungnahme trat
die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung ein und ordnete eine interdisziplinäre
Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz an. Aufgrund des weiten Ermessens, über
das die Beschwerdegegnerin verfügt, ist dieser Eintretensentscheid nicht zu
beanstanden.
3.
3.1 Nach Art. 43 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat sich die versicherte Person ärztlichen
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oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen, soweit diese für die Beurteilung
notwendig und zumutbar sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen,
die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in
unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der
Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er
muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen;
ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG).
3.2 Verweigern Versicherte schuldhaft eine ärztliche Untersuchung, eine
Begutachtung, das Erscheinen vor der IV-Stelle oder Auskünfte, so kann die IV-Stelle,
unter Ansetzung einer angemessenen Frist und Darlegung der Säumnisfolgen,
aufgrund der Akten beschliessen oder die Abklärungen einstellen und Nichteintreten
beschliessen (Art. 73 IVV).
4.
4.1 Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdeführerin in entschuldbarer Weise die
angeordnete Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz verhindert hat, indem sie
sich nicht zur Terminvereinbarung gemeldet hat. Die Beschwerdeführerin macht,
gestützt auf die Aussagen von Dr. med. F._ in seiner E-Mail an die MEDAS
Ostschweiz vom 21. November 2006 (act. G 4.1/56) und seinem Schreiben an die
Beschwerdegegnerin vom 8. Januar 2007 (act. G 4.1/60), geltend, es liege in ihrer
Natur und sei gerade Ausdruck der psychischen Problematik sowie auch eines
gewissen Unvermögens, dass sie oft nicht das tue, was sie tun sollte. Dieses
psychische Unvermögen sei unverschuldet. Zudem habe die Beschwerdeführerin
aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten die erste Aufforderung der MEDAS
Ostschweiz nicht verstanden und die zweite Aufforderung sei ihr falsch übersetzt
worden. Sie habe ihre Mitwirkungspflicht somit unverschuldet verletzt.
4.2 Die Beschwerdegegnerin geht demgegenüber davon aus, dass die
Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht in schuldhafter Weise verletzt hat. Die
Beschwerdeführerin habe in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass sie fähig sei,
Arzttermine zu organisieren und auch wahrzunehmen. Es sei daher nicht einsichtig,
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dass sie nicht in der Lage gewesen sein solle, sich um den Termin bei der MEDAS zu
kümmern.
4.3 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht verletzt hat.
Der Ansicht der Beschwerdeführerin, dass diese Verletzung unverschuldet geschehen
sei, kann nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, war die
Beschwerdeführerin mehrfach in der Lage, Arzttermine zu organisieren und diese
wahrzunehmen. So konnte sie beispielsweise nach dem ablehnenden
Einspracheentscheid vom 6. März 2006 (act. G 4.1/42) einen neuen Hausarzt suchen,
nahm in regelmässigen Abständen Gesprächstermine bei der Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie wahr und war mindestens drei Mal bei Frau Dr.
med. H._ sowie einmal bei Dr. med. G._. Zudem wusste die Beschwerdeführerin,
nachdem sie bereits ein IV-Verfahren durchgemacht hatte, was die Anordnung einer
weiteren Abklärung nach sich ziehen würde. Ein psychisches Unvermögen, sich zur
Terminvereinbarung bei der MEDAS Ostschweiz zu melden, ist daher nicht ersichtlich
und wird von der Beschwerdeführerin in der Replik im Übrigen auch nicht mehr geltend
gemacht. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Replik, dass sie sich aufgrund
von Sprachschwierigkeiten und falscher Übersetzung nicht zur Terminvereinbarung bei
der MEDAS Ostschweiz gemeldet habe, sind unbehelflich. Es ist an der
Beschwerdeführerin, sich die allfällig notwendige kompetente Hilfe für die Übersetzung
der ihr zugesandten Dokumente zu besorgen. Ein allfälliges Unvermögen der von ihr
angefragten Übersetzerin hat die Beschwerdeführerin zu vertreten. Im Übrigen ist nicht
ersichtlich, weshalb sich die Beschwerdeführerin mit dem Mahnschreiben der
Beschwerdegegnerin vom 27. November 2006 (act. G 4.1/55) nicht an ihren Hausarzt
hätte wenden können, wie sie es offenbar mit der ablehnenden Verfügung vom
4. Januar 2007 gemacht hat. Bei dieser Sachlage hat die Beschwerdegegnerin zu
Recht entschieden, die Beschwerdeführerin habe ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft
verletzt. Letztlich kann die Verschuldensfrage aber offen bleiben, wie sich aus
Folgendem ergibt.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
27. November 2006 (act. G 4.1/55) gemahnt und sie aufgefordert, sich bis spätestens
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1. Dezember 2006 zur Terminvereinbarung bei der MEDAS Ostschweiz zu melden,
ansonsten aufgrund der Akten entschieden werde und sie damit rechnen müsse, dass
ihr Gesuch abgewiesen werde. Am 15. Dezember 2006 (act. G 4.1/56) teilte die MEDAS
Ostschweiz der Beschwerdeführerin mit, da sie sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht
gemeldet habe, werde der Gutachtensauftrag an die Beschwerdegegnerin
zurückgegeben. Damit war das Mahn- und Bedenkzeitverfahren korrekt durchgeführt
worden. Die Beschwerdeführerin ist ihrer Mitwirkungspflicht trotzdem nicht
nachgekommen, weshalb die Beschwerdegegnerin befugt war, gemäss Art. 43 Abs. 3
ATSG und Art. 73 IVV zu entscheiden.
5.2 Sowohl Art. 43 Abs. 3 ATSG wie auch Art. 73 IVV sehen vor, dass bei einer
Verletzung der Mitwirkungspflicht durch den Versicherten die IV-Stelle aufgrund der
Akten entscheiden oder die Abklärungen einstellen und Nichteintreten beschliessen
kann. Darüber, wie zwischen diesen beiden Sanktionen zu wählen ist, ist dem Gesetz
nichts zu entnehmen. In der Literatur wird die Ansicht vertreten, von der Möglichkeit
des Nichteintretens sei zurückhaltend Gebrauch zu machen; soweit aufgrund der
vorliegenden Akten ein materieller Entscheid möglich sei, solle ein
Nichteintretensentscheid nicht gefällt werden (U. Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich
2003, Art. 43 Rz. 41; vgl. A. Kölz/I. Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 275). Das
Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen
des Bundesgerichts) hat in BGE 108 V 231 festgehalten, es hänge von den Umständen
des Einzelfalles ab, wann die IV-Stelle bei schuldhafter Unterlassung der zumutbaren
Mitwirkung einen Nichteintretensentscheid bzw. einen materiellen Entscheid aufgrund
der vorhandenen Akten fällen könne. Lässt sich beispielsweise der Sachverhalt ohne
Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand abklären, auch wenn der Gesuchsteller
die Mitwirkung verweigert oder unterlässt, so wird die Verwaltung die betreffenden
Erhebungen zu tätigen und anschliessend materiell zu entscheiden haben. Ebenso wird
materiell zu entscheiden sein, wenn die vorliegenden Akten einen Teilanspruch
begründen (die Unterlagen erlauben beispielsweise den Schluss auf eine halbe Rente,
hinsichtlich der ganzen Rente ist jedoch der Sachverhalt ungenügend erhellt). In Grenz-
und Zweifelsfällen ist die für den Gesuchsteller günstigere Variante zu wählen
(BGE 108 V 229, 231 f.; vgl. BGE 111 V 219, E. 3).
6.
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6.1 Die Beschwerdegegnerin hat nach der Verletzung der Mitwirkungspflicht durch die
Beschwerdeführerin einen materiellen Entscheid aufgrund der Akten gefällt. Dem
Gericht erscheint diese Sanktion im vorliegenden Fall als unangemessen. Es ist nicht
geprüft worden, ob die in Art. 43 Abs. 3 ATSG erwähnte alternative Sanktion (Einstellen
der Erhebungen und Nichteintreten) für die Beschwerdeführerin günstiger wäre und ob
sie nicht auch unabhängig von der Verschuldensfrage sachgerechter gewesen wäre.
6.2 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
26. Mai 2006 eingetreten und hat eine Begutachtung durch die MEDAS angeordnet.
Die in Art. 43 Abs. 3 ATSG erwähnte alternative Sanktion "Einstellen der Erhebungen
und Nichteintreten beschliessen" muss vorliegend daher so verstanden werden, dass
die Beschwerdegegnerin einen "nachträglichen" Nichteintretensentscheid (vgl.
F. Schlauri, Grundstrukturen des nichtstreitigen Verwaltungsverfahrens in der
Sozialversicherung, in: R. Schaffhauser/F. Schlauri (Hrsg.), Verfahrensfragen in der
Sozialversicherung, Referate der Tagung des Schweizerischen Instituts für
Verwaltungskurse vom 24. Oktober 1995 in Luzern, St. Gallen 1996, S. 36) hätte
erlassen und damit wieder aus dem Verfahren hätte "austreten" können bzw. müssen.
Konkret würde dies eine Einstellung des Verfahrens bedeuten. Ein solcher
Verfahrensabbruch wäre für die Beschwerdeführerin offensichtlich günstiger als der
von der Beschwerdegegnerin gefällte materielle Entscheid aufgrund der Akten. Bei
einer Neuanmeldung ist eine Veränderung der gesundheitlichen Situation im Vergleich
zu derjenigen im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 6. März 2006 glaubhaft zu
machen. Bei einer Verfahrenseinstellung hat die Beschwerdeführerin hingegen nur
glaubhaft darzulegen, dass sie bereit ist, sich der vorgesehenen MEDAS-Begutachtung
zu unterziehen.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bereits im Gerichtsverfahren klarstellen lassen, dass
sie zur MEDAS-Begutachtung bereit ist und eine neue Anordnung erwartet. Bei dieser
Konstellation ist es nicht zweckmässig, die aufzuhebende Abweisungsverfügung noch
durch eine Einstellungsverfügung zu ersetzen. Vielmehr ist die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zu überweisen, damit sie ohne diesen Umweg das
Abklärungsverfahren wieder aufnimmt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2007
aufzuheben und die Streitsache im erwähnten Sinne an die Beschwerdegegnerin zu
überweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600. als angemessen. Die Gerichtsgebühr ist der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
7.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG erscheint eine
Entschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG