Decision ID: be17d925-6557-4419-ad3f-1a49f758a295
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
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Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Die Beklagte (1) sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 49'310.25 nebst Zins zu 5 % seit 01.08.2013 zu bezahlen.
2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des  Zürich 4 im Umfang von Fr. 49'310.25 zuzüglich Zins zu 5 % seit 01.08.2013 aufzuheben.
3. Die Beklagte (2) sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 222'721.05 nebst Zins zu 5 % seit 04.07.2014 zu bezahlen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten (1) und (2)."
Sachverhalt und Verfahren
A. Sachverhaltsübersicht
a. Parteien und ihre Stellung
Die Klägerin ist eine Schweizer Genossenschaft mit Sitz in Zürich mit dem Zweck
der Wahrung der Rechte von Urhebern von ... ... Werken, die ihre Tätigkeit mit
Bewilligung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum ausübt
(act. 2/1-3). Die Beklagte 1 ist eine schweizerische Gesellschaft mit beschränkter
Haftung mit Sitz in Zürich, die insbesondere die Organisation und Durchführung
des "D._" zum Zwecke hat und dieses Festival in den Jahren 2010 und 2012
veranstaltete (act. 2/5). Die Beklagte 2 ist eine Schweizer Aktiengesellschaft mit
Sitz in Zürich, welche die Durchführung von Veranstaltungen aller Art bezweckt
und in den Jahren 2013 und 2014 als Veranstalterin des "D._" auftrat
(act. 2/6). Der einzige Gesellschafter der Beklagten 1, E._, ist ebenfalls ein-
ziger Verwaltungsrat der Beklagten 2.
b. Prozessgegenstand
Mit der vorliegenden Klage verlangt die Klägerin von der jeweiligen Veranstalterin
die Bezahlung von Urheberrechtsentschädigungen für die Aufführung von Musik
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des von ihr verwalteten Weltrepertoires am "D._" in den Jahren 2012 und
2013.
B. Prozessverlauf
Am 19. August 2014 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage hierorts
ein (act. 1). Mit Verfügung vom 21. August 2014 wurde der Klägerin Frist zur Zah-
lung eines Kostenvorschusses in der Höhe von CHF 15'700.– angesetzt, und es
wurde die Zustellung der Klage samt Beilagen an die beiden Beklagten angeord-
net (act. 3). Nach zwei erfolglosen postalischen Zustellungsversuchen erfolgte die
Zustellung an die Beklagte 1 am 21. Oktober 2014 durch das Stadtammannamt
Zürich 4 (act. 11/2 und 13). Die Beklagte 2 nahm die Sendung, nach zweiter Zu-
stellung, am 12. September 2014 entgegen (act. 11/3). Mit Eingabe vom
22. August 2014 teilte die Klägerin mit, dass die Beklagte 2 ihr am nämlichen Da-
tum eine Zahlung von CHF 173'937.90 geleistet habe, und stellte die Anträge,
dass die Klage gegen die Beklagte 2 in diesem Umfang als gegenstandslos infol-
ge Klageanerkennung abzuschreiben und der verlangte Kostenvorschuss ent-
sprechend neu festzusetzen sei (act. 5). Letzteres Begehren wurde mit Verfügung
vom 25. August 2014 abgewiesen (act. 7), worauf die Klägerin den verlangten
Kostenvorschuss fristgerecht leistete (act. 9). Mit Verfügung vom 4. September
2014 wurde den Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort angesetzt
(act. 10). Auch diese Verfügung wurde der Beklagten 1 durch das Stadtammann-
amt am 21. Oktober 2014 zugestellt (act. 11/2 und 13). Der Beklagten 2 konnte
sie am 12. September 2014 postalisch zugestellt werden (act. 11/3). Nachdem in-
nert Frist keine Klageantworten eingegangen waren, wurde den Beklagten mit
Verfügungen vom 19. November 2014 (Beklagte 2; act. 15) bzw. 16. Januar 2015
(Beklagte 1; act. 17) je eine kurze Nachfrist angesetzt unter der Androhung, dass
bei Säumnis ein Endentscheid getroffen werden könne. Die Zustellung der Verfü-
gung an die Beklagte 2 wurde von der Post mit dem Vermerk "nicht abgeholt" re-
tourniert. Die Zustellung der Verfügung an die Beklagte 1 erfolgte am 20. Februar
2015 wiederum durch das Stadtammannamt, nachdem eine postalische Zustel-
lung erneut gescheitert war. Auch die Nachfrist blieb von beiden Beklagten unbe-
nutzt.
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Da sich die Angelegenheit – wie zu zeigen sein wird – als spruchreif erweist, ist
androhungsgemäss darüber zu entscheiden (Art. 223 Abs. 2 ZPO).

Erwägungen
1. Formelles
1.1. Zustellung
Die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden erfolgt durch ein-
geschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung.
Sie gilt bei einer eingeschriebenen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist,
am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die
Person mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 138 Abs. 1 und 3 lit. a ZPO).
Der Beklagten 1 konnten letztlich sämtliche gerichtlichen Verfügungen durch das
Stadtammannamt zugestellt werden. Die Beklagte 2 nahm sowohl die Klage als
auch die Verfügung vom 4. September 2014, mit welcher ihr Frist zur Klageant-
wort angesetzt wurde, entgegen. Damit wusste sie, dass das vorliegende Ge-
richtsverfahren gegen sie im Gange war und sie eine Klageantwort hätte einrei-
chen sollen. Damit musste die Beklagte 2 in der Folge mit weiteren Zustellungen
in der vorliegenden Angelegenheit rechnen. Die Zustellung der Verfügung vom
19. November 2014 und damit der Nachfristansetzung zur Einreichung der Kla-
geantwort, welche von der Post mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retourniert wur-
de, gilt daher als erfolgt.
1.2. Versäumte Klageantwort
Gemäss Art. 223 Abs. 2 ZPO trifft das Gericht bei definitiv versäumter Klageant-
wort einen Endentscheid, sofern die Angelegenheit spruchreif ist. Dabei gelten die
Tatsachenbehauptungen der klagenden Partei als unbestritten (LEUENBERGER, in:
SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2013, Art. 223 N 5). Damit eine Angelegenheit
spruchreif ist, muss die Klage soweit geklärt sein, dass darauf entweder mangels
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Prozessvoraussetzungen nicht eingetreten oder sie durch Sachurteil erledigt wer-
den kann. Steht dem Eintreten auf die Klage nichts entgegen, bedeutet Spruchrei-
fe, dass der Klagegrund im Hinblick auf die anwendbaren Rechtsnormen hinrei-
chend substantiiert ist und – darüber hinaus – dass das Gericht an der Richtigkeit
der klägerischen Tatsachenbehauptungen keine erheblichen Zweifel hat (Art. 153
Abs. 2 ZPO). Unter den gegebenen Umständen ist, wenn es die klägerische
Sachdarstellung erlaubt, nach dem Klagebegehren zu erkennen, andernfalls ist
die Klage abzuweisen. Dabei hat das Gericht auch rechtshemmende, rechtshin-
dernde und rechtsaufhebende Tatsachen zu berücksichtigen, soweit sie in der
Klage selbst angeführt sind. Andere Tatsachen, die aus den Akten ersichtlich
sind, dürfen nur insoweit berücksichtigt werden, als es für das Vorhandensein der
von Amtes wegen zu prüfenden Prozessvoraussetzungen von Bedeutung ist
(Art. 60 ZPO). An der erforderlichen Spruchreife fehlt es insbesondere dann,
wenn das Klagebegehren oder die Begründung der Klage (noch) unklar, unbe-
stimmt oder offensichtlich unvollständig ist (Art. 56 ZPO) oder dem Gericht die
Klagebegründung in erheblichem Mass als unglaubhaft erscheint und es darüber
Beweis erheben will (Art. 153 Abs. 2 ZPO; WILLISEGGER, in: Basler Kommentar,
Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 223 N 20 ff.,
m.w.H.).
1.3. Prozessvoraussetzungen
1.3.1. Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt
sind (Art. 60 ZPO). Diese müssen grundsätzlich im Zeitpunkt der Urteilsfällung
gegeben sein (GEHRI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 59 N 3). Prozessvoraussetzungen sind insbeson-
dere ein schutzwürdiges Interesse der klagenden Partei sowie die sachliche und
örtliche Zuständigkeit (Art. 59 Abs. 2 lit. a und b ZPO).
1.3.2. Sowohl die Beklagte 1 als auch die Beklagte 2 haben ihren Sitz in Zürich,
womit gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b ZPO die Gerichte in Zürich örtlich zuständig
sind. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts ergibt sich aus Art. 5
Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 44 lit. a GOG, da es sich vorliegend um eine Streitigkeit
im Zusammenhang mit geistigem Eigentum handelt.
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1.3.3. Mit Eingabe vom 22. August 2014 beantragt die Klägerin, die Klage gegen
die Beklagte 2 im Umfang von CHF 173'937.90 als gegenstandslos infolge Kla-
geanerkennung abzuschreiben (act. 5), nachdem ihr die Beklagte 2 am
22. August 2014 zur teilweisen Erfüllung der eingeklagten Forderung einen ent-
sprechenden Betrag überwiesen hat (act. 6/44). Durch diese teilweise Erfüllung
der eingeklagten Forderung nach Rechtshängigkeit der Klage entfiel am
22. Oktober 2014 nachträglich das schutzwürdige Interesse der Klägerin im Um-
fang der geleisteten Zahlung. Damit wird die Klage gegen die Beklagte 2 diesbe-
züglich gegenstandslos. Die Gegenstandslosigkeit ist von Amtes wegen festzu-
stellen, wobei ein allfälliger Antrag der Parteien weder eine Klageanerkennung
noch ein Klagerückzug darstellt (STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozess-
recht, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, § 23 N 32 ff.). Auch das blosse Bezahlen
der eingeklagten Forderung stellt schon mangels Erfüllung der gesetzlichen
Formvorschriften keine Klageanerkennung im Sinne von Art. 241 ZPO der Be-
klagten 2 dar (STECK, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung,
2. Aufl., Basel 2013, Art. 241 N 28.). Damit ist Rechtsbegehren Ziffer 3 in Anwen-
dung von Art. 242 ZPO im Umfang von CHF 173'937.90 als gegenstandslos ge-
worden abzuschreiben. Im Übrigen sind die Prozessvoraussetzungen erfüllt.
2. Sachverhalt
2.1. Gemäss der unbestritten gebliebenen Darstellung der Klägerin, an deren
Richtigkeit zu zweifeln kein Anlass besteht (Art. 153 Abs. 2 ZPO), und in Überein-
stimmung mit den von ihr eingereichten Urkunden (act. 2/1-42), ist von folgendem
Sachverhalt auszugehen:
2.2. Die Beklagte 1 veranstaltete im Jahr 2012 das "D._", welches vom
tt.mm.2012 bis tt.mm.2012 auf einem Gelände der Gemeinden F._ und
G._ stattfand. An dieser Veranstaltung kamen urheberrechtlich geschützte
Kompositionen zur Aufführung, deren Rechte die Klägerin wahrnimmt. Nach
Durchführung des D._ unterzeichneten die Klägerin und die Beklagte 1 am
22. März 2013 rückwirkend auf den 1. Juli 2012 einen Lizenzvertrag zur Regelung
der Musikaufführungen an den Veranstaltungen der Beklagten 1. Nach Abliefe-
rung der zur Berechnung der Urheberrechtsentschädigung erforderlichen Unterla-
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gen durch die Beklagte 1, stellte ihr die Klägerin am 1. Juni 2013 Rechnung
(Rechnung Nr. ...; act. 2/19). Diese Rechnung mahnte die Klägerin erfolglos am
11. Juli 2013 (act. 2/20) und am 15. August 2013 (act. 2/21).
Da die Beklagte 1 als Vertragskundin grundsätzlich Anspruch auf eine Ermässi-
gung von 15 % hatte, weil das Festivalgelände ein Fassungsvermögen von mehr
als 10'000 Personen aufwies, wurden ihr nur 85 % der effektiv geschuldeten Ent-
schädigung in Rechnung gestellt. Unter Berücksichtigung dieser Ermässigung
lautete die Rechnung vom 1. Juni 2013 auf einen Betrag von CHF 279'424.80,
wovon CHF 100'000.– in Abzug gebracht wurden, da die Beklagte 1 bereits am
24. Juli 2012 eine entsprechende Sicherheit geleistet hatte (act. 2/19). Die Diffe-
renz vom reduzierten Rechnungsbetrag zur vollen Urheberrechtsentschädigung
entspricht vorliegend einem Betrag von CHF 49'310.25. Die allgemeinen Ver-
tragsbedingungen des abgeschlossenen Lizenzvertrages sehen vor, dass die ge-
währten Ermässigungen dahinfallen, wenn die Entschädigung nicht spätestens 30
Tage nach einer schriftlichen Mahnung bezahlt wird. Eine Zahlung bis zum
11. August 2013 blieb aus. Da die Zahlung der Beklagten 1 weiterhin ausblieb, lei-
tete die Klägerin am 3. September 2013 die Betreibung über CHF 228'735.05 ein.
Der Zahlungsbefehl wurde der Beklagten 1 am 27. September 2013 zugestellt,
worauf diese Rechtsvorschlag erhob. Nachdem die Klägerin mit Brief vom
25. November 2013 (act. 2/24) und E-Mail vom 7. Mai 2014 (act. 2/25) die Beklag-
te 1 auf die ausstehenden Urheberrechtsentschädigungen aufmerksam gemacht
hatte, leistete die Beklagte 1 am 3. Februar 2014 eine Teilzahlung von
CHF 120'000.– sowie am 23. Mai 2014 eine solche von CHF 59'424.– (act. 1 Rz
8-12).
2.3. Im Jahr 2013 wurde das "D._" von der Beklagten 2 veranstaltet. Es
fand vom tt.mm.2013 bis tt.mm.2013 statt. Auch die Beklagte 2 nutzte bei der
Durchführung des D._ Kompositionen aus dem Repertoire der Klägerin. Am
22. August 2013 schloss E._ für die Beklagten 2 einen Lizenzvertrag zur Re-
gelung deren Musikaufführungen mit Gültigkeit ab dem 1. Juli 2013. Nach Erhalt
der nötigen Unterlagen von der Beklagten 2 wurden die Urheberrechtsentschädi-
gungen für das "D._" 2013 am 4. Juni 2014 in Rechnung gestellt (Rechnung
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Nr. ...; act. 2/40). Am 10. Juli 2014 (act. 2/41) und am 20. August 2014 (act. 2/42)
mahnte die Klägerin diese Rechnung erfolglos.
Da auch die Beklagte 2 als Vertragskundin grundsätzlich Anspruch auf eine Er-
mässigung von 15 % hatte, weil das Festivalgelände ein Fassungsvermögen von
mehr als 10'000 Personen aufwies, wurden ihr nur 85 % der effektiv geschuldeten
Entschädigung in Rechnung gestellt. Unter Berücksichtigung dieser Ermässigung
lautete die Rechnung auf einen Betrag von CHF 276'437.90 (act. 2/40). Davon
wurden CHF 102'500.– in Abzug gebracht, da die Beklagte 2 bereits am
28. August 2013 eine entsprechende Sicherheit geleistet hatte. Die Differenz vom
reduzierten Rechnungsbetrag zur vollen Urheberrechtsentschädigung entspricht
vorliegend einem Betrag von CHF 48'783.15. Die Allgemeinen Vertragsbedingun-
gen des abgeschlossenen Lizenzvertrages sehen auch hier vor, dass die gewähr-
ten Ermässigungen dahinfallen, wenn die Entschädigung nicht spätestens 30 Ta-
ge nach einer schriftlichen Mahnung bezahlt wird. Eine Zahlung bis zum
10. August 2014 blieb aus. Erst nach Einleitung der Klage leistete die Beklagte 2
eine Teilzahlung in der Höhe von CHF 173'937.90 (act. 1 Rz 13-16 und act. 5).
3. Würdigung
3.1. Aktivlegitimation
Werke der Musik und andere akustische Werke sind urheberrechtlich geschützt,
sofern sie individuell sind (Art. 2 Abs. 2 lit. b URG). Die Urheber der Werke haben
das ausschliessliche Recht zu bestimmen, ob, wann und wie ihr Werk verwendet
wird, wozu insbesondere die öffentliche Aufführung des Werkes zählt (Art. 10
Abs. 1 und 2 lit. c URG). Die Klägerin verwaltet gestützt auf ihre Mitglieder- und
Gegenseitigkeitsverträge praktisch das gesamte sog. Weltrepertoire der ... Musik
(BGE 107 II 57 E. 1). Bei ihr ist als Inhaberin der entsprechenden Rechte die Er-
laubnis für die öffentliche Aufführung der verwalteten Musik einzuholen und es ist
ihr gemäss Art. 46 URG die in den anwendbaren Tarifen vorgesehene Entschädi-
gung zu leisten.
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Von den Urheberrechten zu unterscheiden sind die verwandten Schutzrechte.
Werden im Handel erhältliche Tonträger zum Zwecke der Aufführung verwendet,
haben ausübende Künstler Anspruch auf Entschädigung (Art. 35 Abs. 1 URG).
Für die verwandten Schutzrechte ist die H._, eine Verwertungsgesellschaft
mit Sitz in Zürich, zuständig. Die Klägerin ist aber berechtigt, den Anspruch auf
Entschädigung geltend zu machen, da sie nach Ziff. 8 des vorliegend massgebli-
chen, gemeinsam mit H._ aufgestellten "I._" (nachfolgend "I._") als
deren Zahlstelle und Vertreterin fungiert.
Demzufolge ist bezüglich der beanspruchten Entschädigungen für die Konzerte
und Verwendung von Tonträgern im Rahmen des "D._" 2012 und 2013 von
der Aktivlegitimation der Klägerin auszugehen.
3.2. Entschädigungspflicht
3.2.1. In ihren jeweiligen Verträgen mit der Klägerin verpflichteten sich die beiden
Beklagten insbesondere, der Klägerin die gemäss dem gültigen "I._" berech-
nete Entschädigung für Urheberrechte und verwandte Schutzrechte pro Konzert
oder konzertähnlichem Anlass zu entrichten, und der "I._" wurde zum integ-
rierenden Bestandteil erklärt (act. 2/11 und 2/27). Im Gegenzug bewilligte die Klä-
gerin den Beklagten, in der Schweiz und in Liechtenstein entsprechende Veran-
staltungen durchzuführen. Grundlage und massgeblich für die Forderungen der
Klägerin gegenüber den Beklagten ist damit der genannte "I._", welcher sich
an Veranstalter von Grosskonzerten und konzertähnlichen Darbietungen richtet
(act. 2/9). Die Entschädigung für Urheberrechte an Musik beträgt danach 10 %
der Einnahmen aus der verwendeten Musik und wird im Verhältnis Dauer der ge-
schützten Musik zur Gesamtdauer der aufgeführten Musik reduziert. Als Einnah-
men gelten die Brutto-Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten abzüglich
tatsächlich bezahlter Billet- und Mehrwertsteuern sowie abzüglich dem Gegenwert
von im Eintrittspreis inbegriffenen Leistungen, die nicht mit der Vermittlung von
Musik zusammenhängen (Ziff. 10 ff. "I._"). Für verwandte Schutzrechte be-
trägt die Entschädigung 3 %, reduziert im Verhältnis der Dauer der Verwendung
der geschützten Ton- und Tonbildträgern zur Gesamtdauer der entsprechenden
Verwendung (Ziff. 17 und 18 "I._"). Für Kunden, die – wie die Beklagten – mit
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der Klägerin für alle ihre Veranstaltungen im Sinne des "I._" einen Vertrag
schliessen und dessen Bestimmungen einhalten, werden diese Entschädigungen
bei Veranstaltungen in Lokalen oder auf Geländen mit einem Fassungsvermögen
von mehr als 10'000 Personen um 15 % reduziert (Ziff. 23 ff. "I._"). Zudem
können von den über Ticketverkaufsorganisationen erzielten Bruttoeinnahmen
10 % abgezogen werden, sofern alle Unterlagen fristgerecht und ohne weitere
Aufforderung eingereicht werden (Ziff. 29 "I._").
3.2.2. Die der Beklagten 1 gestellte Rechnung Nr. ... vom 1. Juni 2013 (act. 2/19)
beruht nach den unbestritten gebliebenen Ausführungen der Klägerin auf den ge-
nannten Berechnungsgrundlagen (act. 1 Rz 20 ff.). Abgestellt wird auf Bruttoein-
nahmen in der Höhe von CHF 3'191'619.– und Abzüge für nicht mit der Vermitt-
lung von Musik zusammenhängenden Leistungen von insgesamt CHF 271'511.–.
Diese Zahlen sind aufgrund der eingereichten Unterlagen (act. 2/14-18) nachvoll-
ziehbar. Weiter werden die Abzüge für den externen Ticketverkauf sowie die Per-
sonenanzahl berücksichtigt. Damit ergibt sich bei unbestrittenen Prozentsätzen
von 9.9922 % (Urheberrechtsentschädigungen) bzw. 2.2195 % (Entschädigungen
für verwandte Schutzrechte) eine Entschädigung in der Höhe von insgesamt
CHF 279'424.80. Von diesem Betrag ist die von der Beklagten 1 geleistete An-
zahlung in der Höhe von CHF 100'000.– abzuziehen. Damit schuldete die Beklag-
te 1 der Klägerin (unter Berücksichtigung der Ermässigung von 15 % aufgrund der
Zuschauerzahl) ursprünglich einen Betrag von CHF 179'424.80.
Betreffend Zahlung der geschuldeten Entschädigungen wird in Ziff. 7 der allge-
meinen Vertragsbedingungen zum Vertrag der Klägerin mit der Beklagten 1 vom
22. März 2013 festgehalten, dass die Klägerin für alle Entschädigungen Rech-
nung stelle und die im "I._" genannten Ermässigungen insbesondere dann
entfielen, wenn die Rechnung nicht innert 30 Tagen nach einer schriftlichen Mah-
nung bezahlt werde (act. 2/11). Dadurch, dass die Beklagte 1 trotz schriftlicher
Mahnungen vom 11. Juli 2013 und 15. August 2013 bis zum 3. Februar 2014
nichts bezahlte, ist ihr Anspruch auf die Ermässigung von 15 % gemäss Ziff. 25
"I._" entfallen. Ohne diese Ermässigung beläuft sich die Schuld der Beklag-
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ten 1 auf CHF 228'735.05 (279'424.80 / 0.85 abzüglich CHF 100'000.– Anzah-
lung).
An diesen Betrag leistete die Beklagte 1 am 3. Februar 2014 und am 23. Mai
2014 Zahlungen von insgesamt 179'424.80, womit aktuell ein Betrag in der Höhe
von CHF 49'310.25 noch offen ist. Mit anderen Worten hat die Beklagte 1 den Be-
trag der ursprünglichen Rechnung vom 1. Juni 2013 mittlerweile bezahlt und ihre
Höhe damit implizit auch anerkannt.
Da die Beklagte 1 gemäss den allgemeinen Vertragsbedingungen jedoch ihren
Anspruch auf die Ermässigung von 15 % verloren hat, ist die Beklagte 1 zu ver-
pflichten, der Klägerin den eingeklagten Betrag in der Höhe von CHF 49'310.25
zu bezahlen.
3.2.3. Die der Beklagten 2 gestellte Rechnung Nr. ... vom 4. Juni 2014 (act. 2/40)
beruht nach den unbestrittenen Ausführungen der Klägerin ebenfalls auf den dar-
gestellten Berechnungsgrundlagen des "I._" (act. 1 Rz 24 ff.). Abgestellt wird
auf Bruttoeinnahmen in der Höhe von CHF 3'501'502.– und Abzüge für nicht mit
der Vermittlung von Musik zusammenhängenden Leistungen von insgesamt
CHF 174'600.– sowie für Billet-/Mehrwertsteuern von CHF 85'402.49. Auch diese
Zahlen ergeben sich aus den eingereichten Unterlagen (act. 2/35-38). Weiter
werden die Abzüge für den externen Ticketverkauf sowie für die Personenanzahl
berücksichtigt. Damit ergibt sich bei Prozentsätzen von 9.8430 % (Urheberrechts-
entschädigungen) bzw. 1.0136 % (Entschädigungen für verwandte Schutzrechte)
nach der unbestrittenen Rechnung der Klägerin eine Entschädigung in der Höhe
von insgesamt CHF 276'437.90. Von diesem Betrag ist die von der Beklagten 2
geleistete Anzahlung in der Höhe von CHF 102'500.– abzuziehen. Damit schulde-
te die Beklagte 2 (unter Berücksichtigung der Ermässigung von 15 % aufgrund
der Zuschauerzahl) der Klägerin ursprünglich einen Betrag in der Höhe von
CHF 173'937.90.
Betreffend Zahlung der geschuldeten Entschädigungen wird ebenfalls in Ziff. 7
der allgemeinen Vertragsbedingungen zum Vertrag der Klägerin mit der Beklag-
ten 2 vom 22. August 2013 (act. 2/27) festgehalten, dass die im "I._" genann-
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ten Ermässigungen insbesondere dann entfielen, wenn die Rechnung nicht innert
30 Tagen nach einer schriftlichen Mahnung bezahlt werde. Dadurch, dass die Be-
klagte 2 trotz schriftlicher Mahnungen vom 10. Juli 2014 und 20. August 2014 die
geschuldeten Entschädigungen nicht bezahlte, ist ihr Anspruch auf die Ermässi-
gung von 15 % gemäss Ziff. 25 "I._" entfallen. Ohne diese Ermässigung be-
läuft sich die Schuld der Beklagten 2 auf CHF 222'721.05 (276'437.90 / 0.85 ab-
züglich CHF 102'500.– Anzahlung).
An diesen Betrag leistete die Beklagte 2 nach Rechtshängigkeit der Klage am
22. August 2014 eine Zahlung von CHF 173'937.90 und damit exakt den ur-
sprünglich in Rechnung gestellten Betrag, womit auch die Beklagte 2 die klägeri-
sche Rechnung implizit anerkannte. Zu zahlen bleibt damit ein Betrag in der Höhe
von CHF 48'783.15.
Damit ist die Beklagte 2 zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF
48'783.15 zu bezahlen. Im Umfang von CHF 173'937.90 ist das Verfahren – wie
dargelegt – als gegenstandslos geworden abzuschreiben.
3.3. Verzugszins
3.3.1. Die Klägerin verlangt von der Beklagten 1 Verzugszins von 5 % seit dem
1. August 2013 und von der Beklagten 2 einen solchen von 5 % seit dem 4. Juli
2014 auf die eingeklagten Beträge. Ist der Schuldner mit der Zahlung einer Geld-
schuld in Verzug, so hat er Verzugszins von 5 % zu bezahlen (Art. 104 Abs. 1
OR). Ist eine Verbindlichkeit fällig, so wird der Schuldner durch Mahnung des
Gläubigers in Verzug gesetzt. Wurde für die Erfüllung ein bestimmter Verfalltag
verabredet, so kommt der Schuldner schon mit Ablauf dieses Tages in Verzug
(Art. 102 Abs. 1 und 2 OR). Ein Verfalltag wird verabredet, indem genau festge-
legt wird, an oder bis zu welchem Tag die geschuldete Leistung zu erbringen ist
(GAUCH/SCHLUEP/SCHMID/EMMENEGGER, Schweizerisches Obligationenrecht All-
gemeiner Teil, 10. Aufl., Zürich 2014, Bd. II, Rz 2711 ff.). Gemäss Ziff. 32
"I._" sind Entschädigungen innert 30 Tagen zu bezahlen, was eine Verfall-
tagsabrede darstellt.
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3.3.2. Die Klägerin stellte der Beklagten 1 in der Rechnung vom 1. Juni 2013 eine
dem "I._" entsprechende Zahlungsfrist bis 1. Juli 2013. Damit geriet die Be-
klagte 1 mit Ablauf dieser Zahlungsfrist in Verzug, so dass der Zins entsprechend
dem klägerischen Begehren zuzusprechen ist.
3.3.3. Der Beklagten 2 stellte die Klägerin in der Rechnung vom 4. Juni 2014
ebenfalls eine 30-tägige Zahlungsfrist bis 4. Juli 2014. Damit geriet die Beklagte 2
mit Ablauf dieser Zahlungsfrist in Verzug, so dass auch hier der Zins auf dem zu-
gesprochenen Betrag entsprechend dem klägerischen Begehren zuzusprechen
ist. Geht eine Forderung infolge ihrer Erfüllung oder auf andere Weise unter, so
erlöschen alle Nebenrechte. Bereits erlaufene Zinse können nur dann nachgefor-
dert werden, wenn diese Befugnis des Gläubigers verabredet oder den Umstän-
den zu entnehmen ist (Art. 114 Abs. 1 und 2 OR). Solches legt die Klägerin in ih-
rer Eingabe vom 22. August 2014 nicht dar, sondern schildert lediglich, die Zah-
lung der Beklagen 2 könne nur zur teilweisen Erfüllung der eingeklagten Forde-
rung geleistet worden sein, und beantragt die Klage in diesem Umfang als gegen-
standslos geworden abzuschreiben (act. 5). Damit ist davon auszugehen, dass
mit der teilweisen Erfüllung auf diesem Betrag auch die Zinspflicht erloschen ist,
und das Verfahren ist auch diesbezüglich als gegenstandslos geworden abzu-
schreiben.
3.4. Aufhebung des Rechtsvorschlags
Die Klägerin beantragt die Beseitigung des Rechtsvorschlags in der Betreibung
Nr. ... des Betreibungsamtes Zürich 4 gegen die Beklagte 1 im Umfang von
CHF 49'310.25 zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. August 2013. Die Gläubigerin kann,
um einen Rechtsvorschlag zu beseitigen, unter anderem auf Anerkennung der
Forderung klagen (Art. 79 SchKG). Die Klage ist innerhalb eines Jahres seit der
Zustellung des Zahlungsbefehls einzureichen (Art. 88 Abs. 2 SchKG; vgl. BGE
125 III 45 E. 3b). Der Zahlungsbefehl vom 6. September 2013 wurde der Beklag-
ten 1 am 27. September 2013 zugestellt (act. 2/23), womit die vorliegende Klage
am 19. August 2014 rechtzeitig eingereicht worden ist. Somit ist der Rechtsvor-
schlag im Umfang des der Klägerin zugesprochenen Betrages aufzuheben.
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4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
4.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung
des Obergerichts (GebV OG) vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199
Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem
tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Der Streitwert wird durch
das Rechtsbegehren bei Eintritt der Rechtshängigkeit bestimmt und beträgt vor-
liegend CHF 272'031.30. Damit ergibt die ordentliche Grundgebühr
CHF 15'631.25 (§ 4 Abs. 1 GebV OG). Diese Grundgebühr kann unter Berück-
sichtigung des Zeitaufwandes des Gerichts und der Schwierigkeit des Falls er-
mässigt oder bis zu einem Drittel erhöht werden (§ 4 Abs. 2 GebV OG).
Wie dargelegt, ist Rechtsbegehren Ziffer 3 in Anwendung von Art. 242 ZPO im
Umfang von CHF 173'937.90 als gegenstandslos geworden abzuschreiben, wes-
halb diesbezüglich die nach § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG ermittelte Gebühr bis auf
die Hälfte ermässigt werden kann (§ 10 GebV OG). Der gegenstandslos gewor-
dene Teil der Klage beträgt rund 64 % der gesamten Klagebegehren. In diesem
Umfang ist die Gerichtsgebühr in Anwendung der genannten Bestimmungen auf
rund einen Drittel der Grundgebühr festzusetzen. Die übrigen 36 % der Grundge-
bühr sind demgegenüber in Anwendung von § 4 Abs. 2 GebV OG praxisgemäss
auf rund drei Viertel zu reduzieren.
Damit ist die Gerichtsgebühr insgesamt auf CHF 7'500.– festzulegen.
Die Prozesskosten sind grundsätzlich der unterliegenden Partei aufzuerlegen.
Sind am Prozess mehrere Personen als Haupt- oder Nebenparteien beteiligt, so
bestimmt das Gericht ihren Anteil an den Prozesskosten (Art. 106 Abs. 1 und 3
ZPO). Die Beklagte 1 hat ausgangsgemäss die sie betreffenden Prozesskosten
zu tragen. Der gegen sie gerichtete Anspruch in Höhe von CHF 49'310.25 macht
rund 18 % des gesamten Streitwertes aus, womit ihr die Prozesskosten in diesem
Umfang aufzuerlegen sind. Unter Berücksichtigung dessen, dass über den An-
spruch gegen die Beklagte 1 zu befinden ist, womit die Reduktion der Gerichtsge-
bühr nach § 10 GebV OG nicht den ihr auferlegten Teil betrifft, hat die Beklagte 1
die Gerichtskosten im Umfang von CHF 2'100.– zu tragen.
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Betreffend Kostenauflage an die Beklagte 2 ist zu berücksichtigen, dass im Um-
fang der gegenstandslos gewordenen CHF 173'937.90 die Kostenverlegung nicht
gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO, sondern nach Ermessen zu erfolgen hat
(Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Dabei ist je nach Lage des Einzelfalls zu berücksichti-
gen, welche Partei Anlass zur Klage gegeben hat, welches der mutmassliche
Prozessausgang gewesen wäre, bei welcher Partei die Gründe eingetreten sind,
die zur Gegenstandslosigkeit des Prozesses geführt haben und welche Partei un-
nötigerweise Kosten verursacht hat (RÜEGG, in: Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 8 zu Art. 107 ZPO; JENNY, in: SUTTER-
SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung, 2. Aufl., Zürich 2013, Art. 107 ZPO N. 16; vgl. auch Botschaft zur
ZPO, S. 7297). Die von der Beklagten 2 an die Klägerin geleistete Zahlung erfolg-
te nach Rechtshängigkeit des Verfahrens unter dem Druck der vorliegenden Kla-
ge. Erst diese Zahlung machte die Klage teilweise gegenstandslos. Hätte über
den gezahlten Betrag befunden werden müssen, hätte die Klägerin nach dem
Dargelegten zudem obsiegt. Damit rechtfertigt es sich, die diesbezüglichen Pro-
zesskosten gänzlich der Beklagten 2 aufzuerlegen. Da die Beklagte 2 im Übrigen
unterliegt, sind ihr die sie betreffenden Prozesskosten von rund 82 % vollumfäng-
lich aufzuerlegen, womit sie die Gerichtskosten im Umfang von CHF 5'400.– zu
tragen hat.
Die Gerichtskosten sind vorab aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvor-
schuss zu decken (Art. 111 Abs. 1 ZPO), und es ist ihr das Rückgriffsrecht auf die
Beklagten einzuräumen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).
4.2. Die Klägerin beantragt eine nach dem Streitwert bemessene Umtriebsent-
schädigung gemäss der Praxis des angerufenen Gerichtes nach Art. 95 Abs. 3
ZPO, da ihr Rechtsvertreter ein bei ihr angestellter Rechtsanwalt sei (act. 1 Rz 3).
Die Höhe der Entschädigung für die Parteivertretung durch Anwältinnen und An-
wälte wird nach der Anwaltsgebührenverordnung vom 8. September 2010 (Anw-
GebV) festgesetzt (Art. 105 Abs. 2 und Art. 96 ZPO). Die Grundgebühr ist mit der
Begründung oder Beantwortung der Klage verdient (§ 11 Abs. 1 AnwGebV). Für
einen angestellten Anwalt ist diese Entschädigung in Ermangelung einer ausge-
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dehnten Einarbeitung in die Verhältnisse der Klientschaft praxisgemäss um einen
Drittel zu reduzieren. In Anwendung von § 4 Abs. 1 AnwGebV ist die reduzierte
Parteientschädigung demnach auf CHF 12'300.– festzusetzen. Sie ist der Beklag-
ten 1 im Umfang von CHF 2'200.– (rund 18 %) und der Beklagten 2 im Umfang
von CHF 10'100.– (rund 82 %) aufzuerlegen.
Das Handelsgericht beschliesst:
1. Das Rechtsbegehren Ziffer 3 wird im Umfang von CHF 173'937.90, zuzüg-
lich Zins von 5 % seit 4. Juli 2014 auf diesen Betrag, als gegenstandslos
geworden abgeschrieben.
2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-
kenntnis.
Das Handelsgericht erkennt:
1. Die Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 49'310.25,
zuzüglich Zins von 5 % seit 1. August 2013, zu bezahlen.
2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Zürich
4, Zahlungsbefehl vom 6. September 2013, gegen die Beklagte 1 wird im
Umfang von CHF 49'310.25 zuzüglich Zins von 5 % seit 1. August 2013 auf-
gehoben.
3. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 48'783.15,
zuzüglich Zins von 5 % seit 4. Juli 2014, zu bezahlen.
4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 7'500.–.
5. Die Kosten werden der Beklagten 1 im Umfang von CHF 2'100.– und der
Beklagten 2 im Umfang von CHF 5'400.– auferlegt und vorab aus dem von
der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die den Beklagten 1
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und 2 auferlegten und aus dem klägerischen Vorschuss bezogenen Kosten
wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagten eingeräumt.
6. Die Beklagte 1 wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in
der Höhe von CHF 2'200.– zu bezahlen.
7. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in
der Höhe von CHF 10'100.– zu bezahlen.
8. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte 1 durch einen Zustel-
lungsbeamten.
9. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder
Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42
und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-
wert beträgt CHF 272'031.30.