Decision ID: fb6b8937-4cae-5ec2-a8ba-0438f9414905
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pascal Baumgardt, Weber Huber Noser
Rechtsanwälte, Waisenhausstrasse 14, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 5. Februar 2004 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung und Wiedereinschulung) an (act. G 11.1.1). Der
behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
diagnostizierte im Bericht vom 27. Februar 2004 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein cervicobrachiales Schmerzsyndrom rechts bei Sturz auf den
Hinterkopf im Juni 1999, bei im März 2003 erlittener Schulterluxation rechts mit Fraktur
des Tuberculum maius und bei Diskushernien C5/6, C6/7. Das Schmerzsyndrom sei
erstmals 1999 noch vor dem Unfall von Juni 1999 aufgetreten (act. G 11.1.10).
A.b Mit Verfügung vom 21. Oktober 2004 wies die IV-Stelle das Begehren des
Versicherten um Gewährung beruflicher Massnahmen ab, da dieser für
leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act.
G 11.1.32).
A.c Am 21. Juni 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen (Berufsberatung, Umschulung, Wiedereinschulung und Arbeitsvermittlung)
an (act. G 11.1.40). Der neu behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin FMH, berichtete am 3. November 2006, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe. Es bestünden zunehmende
Kopf-Nacken-Schulterschmerzen rechts. Die bisherige Tätigkeit als Sanitärmonteur
könne höchstens 6 Stunden pro Tag ausgeübt werden. Für leichtere Tätigkeiten
verfüge der Versicherte über eine 40 bis 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 11.1.50).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 3. und 4. September 2007 in
der MEDAS Ostschweiz polydisziplinär begutachtet. Die Experten stellten folgende
Hauptdiagnosen: ein diffuses chronisches Schmerzsyndrom cerviko-cephal und -
brachial rechts mit vegetativen Begleitbeschwerden; einen Status nach Skisturz vom
März 2003 mit Schulterluxation rechts mit andauernder Perioarthropathia
humeroscapularis rechts; eine dissoziative Störung, sensorisch und motorisch
kombiniert sowie eine psychogene Überlagerung von Verletzungsfolgen mit
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narzisstischer Kränkung und Angst. Für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30% (Gutachten vom 21. November 2007, act.
G 11.1.60).
A.e Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen sprach dem Versicherten mit
Urteil vom 17. September 2007, UV 2006/71, in teilweiser Gutheissung des
angefochtenen Einspracheentscheids der Suva vom 19. Mai 2006 eine 18%ige UVG-
Invalidenrente für die somatischen Folgen des Unfallereignisses vom 1. März 2003 zu
(act. G 11.2).
A.f Der RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Physikalische Medizin und
Rehabilitation, Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, setzte den Beginn
der von den Gutachtern geschätzten 30%igen Einschränkung für jede Tätigkeit auf
März 2003 ("2. Unfall") fest (Stellungnahme vom 4. Dezember 2007, act. G 11.1.62).
A.g Vom 18. August bis 18. November 2008 nahm der Versicherte im Rahmen des
Verzahnungsprogramms an einer beruflichen Abklärung teil. Die Abklärungspersonen
hielten im Bericht vom 26. November 2008 fest, dass die durchschnittliche
Leistungsfähigkeit des Versicherten bei leichter Arbeit bei 40% und bei schwerer Arbeit
bei 20% gelegen habe (act. G 11.1.79).
A.h Im Einverständnis mit dem Versicherten schloss die IV-Stelle die
Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 13. März 2009 ab (act. G 11.1.88).
A.i Mit Vorbescheid vom 13. März 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er keinen Anspruch auf Rentenleistungen habe (act. G 11.1.90).
Dagegen erhob der Versicherte am 20. Mai 2009 Einwand (act. G 11.1.97).
A.j Mit Verfügung vom 10. Februar 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten unter
Gewährung eines 10%igen Abzugs vom Tabellenlohn eine Viertelsrente mit Wirkung ab
Juni 2005 zu (act. G 11.107; zum Verfügungsteil 2 siehe act. G 11.1.103; zu den
weiteren angefochtenen Verfügungen vom 11. März 2010 und 17. Mai 2010 vgl. act.
G 11.1.110 und G 11.1.117).
B.
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B.a Gegen die vorstehend genannten Rentenverfügungen richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 15. März 2010. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren
Aufhebung und die Zusprache einer halben Rente samt entsprechender Kinderrenten
ab 1. Februar 2003. Zur Begründung bringt er vor, dass die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MEDAS-Experten nicht beweiskräftig sei, sondern
gestützt auf die Ergebnisse der beruflichen Abklärungen von einer lediglich 40%igen
Restarbeitsfähigkeit auszugehen sei. Ferner genüge die gegenwärtige Ausgestaltung
der medizinischen Begutachtung über die MEDAS nicht dem Recht auf ein faires
Verfahren, was sich dem Gutachten E._/ F._ entnehmen lasse. Betreffend die
Bemessung des Invalideneinkommens wendet der Beschwerdeführer ein, dass ein
Tabellenlohnabzug von 25% vorzunehmen sei. Des Weiteren sei bei der Bestimmung
des Rentenbeginns die Erstanmeldung vom 5. Februar 2004 als massgebend zu
betrachten (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 31. Mai 2010 beantragt der
Beschwerdeführer, dass als Rentenbeginn der 1. März 2003 festzusetzen sei (act. G 7).
Im Schreiben vom 4. Juni 2010 korrigiert der Beschwerdeführer seine Rechtsbegehren
dahingehend, dass der Rentenbeginn auf 1. März 2004 festzusetzen sei (act. G 8).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 3. August
2010, es sei festzustellen, dass keine Rente geschuldet sei. Eventuell sei die
Beschwerde abzuweisen. Zur Begründung bringt sie vor, dass dem Schmerzsyndrom,
der dissoziativen Störung sowie der psychogenen Überlagerung von Verletzungsfolgen
mit narzisstischer Kränkung und Angst keine invalidisierende Wirkung zukomme. Es
bestehe daher kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Es bestünden keine Gründe,
um den gewährten 10%igen Tabellenlohnabzug zu erhöhen. Der Rentenbeginn sei im
Übrigen korrekt festgesetzt worden, da diesbezüglich auf das Datum der zweiten
Anmeldung vom 2. Juni 2006 abzustellen sei (act. G 11).
B.c In der Replik vom 29. Oktober 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass er nicht bloss an somatoformen,
sondern auch an somatisch objektivierbaren Gesundheitsschäden leide. Ohnehin sei
die invalidisierende Wirkung zu bejahen, da die entsprechenden Kriterien erfüllt seien
(act. G 17).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits in der Duplik vom 8. November 2010 an
ihren Anträgen und deren Begründung fest (act. G 19).
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Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
umstritten.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am
10. Februar (act. G 11.1.107), 11. März (act. G 11.1.110) und am 17. Mai 2010 (act.
G 11.1.117) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten
der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision begonnen hat. Daher ist entsprechend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen
der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom
7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen
Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die
altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.4 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007
gültigen Fassung) und Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf
eine Viertelsrente.
2.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Rentenzusprache auf das MEDAS-Gutachten
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vom 21. November 2007 (vgl. hierzu act. G 11.1.60). Der Beschwerdeführer hält dieses
für nicht beweiskräftig.
2.1 Was die vom Beschwerdeführer vorgetragene Rüge anbelangt, das
Abklärungsverfahren im IV-Verfahren sei nicht EMRK-konform (act. G 1, S. 6), so hat
die höchstrichterliche Rechtsprechung die EMRK-Konformität der IV-
Begutachtungspraxis unter Vornahme vereinzelter Modifikationen bestätigt (BGE 136
V 210). Nach altem bzw. vor BGE 136 V 210 verwirklichten Verfahrensstandard
eingeholte Gutachten behalten grundsätzlich ihren Beweiswert, auch wenn sie noch
nicht den in BGE 136 V 210 neu aufgestellten verfahrensrechtlichen Anforderungen
genügen (BGE 136 V 266 E. 6). Unter Verweis auf diese höchstrichterliche
Rechtsprechung erübrigen sich Weiterungen.
2.2 Gegen die Beweiskraft der gutachterlichen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit
führt der Beschwerdeführer weiter die Ergebnisse des beruflichen
Abklärungsprogramms (vgl. Abklärungsbericht vom 26. November 2008, act.
G 11.1.79) ins Feld (act. G 1, S. 6).
2.2.1 Vom 18. August bis 18. November 2008 nahm der Beschwerdeführer an
einem beruflichen Abklärungsprogramm teil. Die Abklärungspersonen hielten im Bericht
vom 26. November 2008 fest, dass der Beschwerdeführer bei leichter Arbeit eine
40%ige Leistungsfähigkeit erzielt habe (act. G 11.1.79-8). Diese Angabe vermag die
gutachterliche Einschätzung indessen nicht in Zweifel zu ziehen. Sie stellt vorab keine
Einschätzung über das vorhandende Leistungspotenzial dar, sondern gibt im
Wesentlichen die vom Beschwerdeführer gezeigte Leistung wieder. Hinzu kommt, dass
sich der Beschwerdeführer offenbar leicht durch Aktivitäten in der Nähe des
Arbeitsplatzes oder durch Lärm von seiner Arbeit ablenken liess (act. G 11.1.79-5).
2.3 Der Beschwerdeführer wendet des Weiteren ein, das MEDAS-Gutachten sei
unvollständig und es sei auf die Einschätzung der behandelnden Arztpersonen
abzustellen (act. G 17, S. 4).
2.3.1 Er verweist bezüglich des Vorwurfs der Unvollständigkeit einzig auf die
Aussage des psychiatrischen Gutachters (act. G 17, S. 4), wonach
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differentialdiagnostisch ein Quadrantensyndrom in Betracht zu ziehen sei. Auf eine
weitere Abklärung müsse verzichtet werden mangels entsprechender Spezialisten für
Abklärung und Therapie (act. G 11.60-9 f.). Daraus kann der Beschwerdeführer
indessen nichts gegen die gutachterliche Einschätzung ableiten. Zunächst ging es bei
der genannten Erwägung lediglich um eine Differentialdiagnose, die im Übrigen keiner
ICD-10 klassifizierbaren Diagnose entspricht (act. G 11.60-10). Ferner erfasste der
psychiatrische Experte das geklagte Leidensbild und zog in Würdigung der
Befunderhebung Schlüsse auf die Restarbeitsfähigkeit. Von einer weiteren Abklärung
der Differentialdiagnose sind daher keine für die invalidenversicherungsrechtliche
Beurteilung relevante Ergebnisse zu erwarten.
2.3.2 Abweichende medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder
Arztpersonen, die geeignet wären, die gutachterliche Bemessung in Frage zu stellen,
liegen keine vor. Dr. C._ kam am 26. Juni 2006 zum Schluss, der Beschwerdeführer
gelte auch für leichtere Arbeiten als nicht mehr 100% einsatzfähig (act. G 11.1.46), was
nicht gegen die gutachterliche Einschätzung spricht. Im Verlaufsbericht vom
3. November 2006 stellte Dr. C._ eine Verschlechterung fest und bescheinigte auch
für leichte Arbeiten eine 50 bis 60%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 11.1.50-3). Allerdings
ergeben sich aus dem knapp begründeten Verlaufsbericht keine objektiven
Gesichtspunkte, die Zweifel an der MEDAS-Beurteilung entstehen liessen.
2.4 Bei der Würdigung des MEDAS-Gutachtens fällt ferner ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
medizinischen Vorakten wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die Attestierung einer 70%igen
Restarbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
3.
Die Beschwerdegegnerin stellt sich anlässlich des Beschwerdeverfahrens auf den
Standpunkt, dass die gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich, weil überwindbar sei (act. G 11).
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3.1 Entgegen der von der Beschwerdegegnerin (erst) im Beschwerdeverfahren
geäusserten Auffassung, besteht vorliegend kein Anlass von der schlüssigen
medizinischen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit abzuweichen. Denn vorliegend ist
ein vielschichtiges Leidensbild zu beurteilen, das auch durch schon seit Jahren
vorhandene somatisch objektivierbare Beschwerden und dadurch verursachte
Einschränkungen geprägt ist. Wegen der somatischen Beschwerden an der rechten
oberen Extremität (Arm/Schulter) als Folge des Skiunfalls vom 1. März 2003 erhält der
Beschwerdeführer eine Rente von 18% seitens der Unfallversicherung; bezüglich der
psychischen Beschwerden wurde einzig die Unfallkausalität verneint. Nach der
Einschätzung des Suva-Kreisarztes handelt es sich insgesamt um erhebliche und
dauernde Unfallfolgen (act. G 11.1.50-24). Damit geht einher, dass die
Unfallversicherung einen 5%igen Integritätsschaden anerkannte (vgl. das den
Beschwerdeführer betreffende Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 17. September 2007, UV 2006/71, E. 5, act. G 11.2). Die Frage nach der
invalidisierenden Wirkung ist nicht nur für Rentenleistungen, sondern ebenfalls für eine
Integritätsentschädigung wesentlich, da eine mit zumutbarer Willensanstrengung
überwindbare Schmerzproblematik auch keine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität darstellt (so auch Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 29. November 2010, UV.
2008.00369).
3.2 Vor diesem Hintergrund erscheint plausibel, dass der Beschwerdeführer nicht
über psychische Ressourcen verfügt, um mit einer zumutbaren Willensanstrengung
seine Schmerzen vollständig zu überwinden. Die invalidisierende Wirkung des
gesamten Beschwerdebilds wird dadurch bestätigt, dass keine demonstrativ
vorgetragenen Klagen aktenkundig sind, die auf die medizinischen Fachpersonen
unglaubwürdig gewirkt hätten. Ferner nahm der Beschwerdeführer medizinische
Behandlungen und Therapien in Anspruch (vgl. hierzu sowie insbesondere zum
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens die Übersicht im MEDAS-Gutachten, act.
G 11.1.60-4 ff.).
4.
Ausgehend von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit ist der Invaliditätsgrad im Rahmen
eines Einkommensvergleichs zu bestimmen.
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4.1 Zwischen den Parteien ist die Höhe des Valideneinkommens unbestritten. Es
ergeben sich auch aus den Akten keine Hinweise auf eine fehlerhafte Bestimmung des
von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten Valideneinkommens (Fr. 66'299.--, auf
der Grundlage des Jahres 2008, act. G 11.1.101).
4.2 Zu prüfen bleibt damit die umstrittene Höhe des Invalideneinkommens, wobei
diesbezüglich lediglich die Höhe des Tabellenlohnabzugs umstritten ist. Die statistische
Grundlage (LSE-Tabellenlohn 2008) im Betrag von Fr. 60'263.-- für eine
Vollzeitbeschäftigung ist zu Recht unbestritten geblieben. Der Beschwerdeführer hält
die Vornahme eines 25%igen Abzugs für angemessen (act. G 1, S. 7). Demgegenüber
gewährte die Beschwerdegegnerin einen Abzug von 10% (act. G 11.1.101).
4.2.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25%
gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit
einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau
nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg
zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
4.2.2 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bloss noch
leichte leidensangepasste Tätigkeiten zu verrichten vermag (act. G 11.1.60-12) und
sich aus der gutachterlichen Schätzung nicht ergibt, dass er diese ganztags zu
verwerten vermöchte (act. G 11.1.60-1 ff.; anders lediglich die nicht näher begründete
RAD-Stellungnahme vom 4. Dezember 2007, act. G 11.1.62). Ohnehin erscheint es
realistischer von einer Teilzeitstelle mit voller Leistung anstatt von einem
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Ganztagsposten mit reduzierter Leistung auszugehen (vgl. AHI 1999 S. 178 E. 4b).
Selbst wenn aber von einer ganztägigen Präsenz ausgegangen würde, so stünde dies
einem Abzug nicht entgegen, sind doch auch im Rahmen solcher - marktunüblichen -
Anstellungen lohnwirksame Nachteile zu erwarten (vgl. eingehend hierzu Philipp
Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch
zum Sozialversicherungsrecht 2012, St. Gallen 2012, S. 148 ff.). Vorliegend dürfte sich
beim 1956 geborenen Beschwerdeführer zusätzlich das fortgeschrittene Alter
lohnmindernd auswirken (BGE 126 V 75 sowie anstatt vieler Urteil des Bundesgerichts
vom 5. August 2011, 9C_436/2011, E. 3.3). Für ein abzugsrelevantes zu erwartendes
Krankheitsrisiko, fehlt es an hierfür erforderlichen Aktenhinweisen. Ferner ist auch nicht
ersichtlich, inwiefern aufgrund der Aufenthaltskategorie (vorliegend
Niederlassungsbewilligung, act. G 11.1.2) sowie der bescheidenen Deutschkenntnisse
bei Tätigkeiten auf dem Anforderungsniveau 4 ein zusätzlicher Lohnnachteil zu
erwarten ist. Insgesamt erscheint den Umständen ein 15%iger Tabellenlohnabzug
angemessen. Damit ergibt sich eine bereinigte statistische Grundlage von Fr. 51'224.--
(Fr. 60'263.-- x 0.85) und unter Berücksichtigung der 70%igen Restarbeitsfähigkeit ein
Invalideneinkommen von Fr. 35'857.--.
4.3 Unter Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 35'857.-- resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 30'442.-- (Fr. 66'299.-- - Fr. 35'857.--) bzw. ein
Invaliditätsgrad von aufgerundet 46% ([Fr. 30'442.-- / Fr. 66'299.--] x 100). Der von der
Beschwerdegegnerin verfügte Anspruch auf eine Viertelsrente erweist sich daher als
richtig.
5.
Letztlich ist zwischen den Parteien noch der Rentenbeginn umstritten. Die
Beschwerdegegnerin setzte den Rentenbeginn auf den 1. Juni 2005 fest (ein Jahr vor
der Anmeldung vom 21. Juni 2006, act. G 11.1.40). Der Beschwerdeführer vertritt
demgegenüber die Auffassung, dass für den Rentenbeginn die erstmalige Anmeldung
vom 5. Februar 2004 massgebend sei, weshalb ausgehend bei dem vom RAD-Arzt
geschätzten Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsunfähigkeit (März 2003) ab März 2004
ein Rentenanspruch bestehe (act. G 8).
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5.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Verhältnisse ab März 2003 nicht nochmals
in den gerichtlichen Prüfungsgegenstand mit einbezogen werden können, nachdem der
Sachverhalt bis zur Verfügung vom 21. Oktober 2004 (act. G 11.1.32) im Rahmen einer
umfassenden Leistungsbeurteilung erfasst wurde und der Beschwerdeführer sich bei
der Beschwerdegegnerin erst wieder im Juni 2006 von neuem angemeldet hatte. Der
von der Beschwerdegegnerin festgesetzte Rentenbeginn ab Juni 2005 ist schon des
wegen nicht zu beanstanden.
5.2 Im Übrigen ist die RAD-Einschätzung vom 4. Dezember 2007, die den Beginn der
Einschränkung für jede Tätigkeit auf den März 2003 ansetzte (act. G 11.1.62), nicht
beweiskräftig. Zum einen findet sich keine nähere Begründung für diesen Zeitpunkt,
zum anderen steht er in Widerspruch zu den echtzeitlichen Einschätzungen des damals
behandelnden Arztes, der eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten bescheinigte (Berichte von Dr. B._ vom 15. Januar und 27. Februar 2004,
act. G 11.1.10-4 und -13). Auch deswegen kann dem Begehren des
Beschwerdeführers betreffend Rentenbeginn (März 2004) nicht gefolgt werden.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Für die von der
Beschwerdegegnerin beantragte Schlechterstellung besteht keine Veranlassung. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran
anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP