Decision ID: bcd70e67-56d5-5f11-b3d1-568b25899eea
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Gesuchstellenden suchten am 6. Dezember 2017 in der Schweiz
um Asyl nach. Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten sie geltend, ihr
Heimatland hauptsächlich wegen des Gesundheitszustands des Gesuch-
stellers verlassen zu haben. Dieser leide namentlich an chronischen Auto-
immunerkrankungen ([...] und [...]), die in Georgien aufgrund ihrer fehlen-
den finanziellen Ressourcen respektive mangels Verfügbarkeit der benö-
tigten Medikamente nicht hätten behandelt werden können. Die Gesuch-
stellenden reichten dem SEM unter anderem – teilweise durch ihre in der
Schweiz behandelnden Ärzte – zahlreiche Arztberichte zum Gesundheits-
zustand des Gesuchstellers und im Übrigen auch demjenigen der Gesuch-
stellerin zu den Akten.
A.b Das SEM trat mit Verfügung vom 31. Januar 2020 in Anwendung von
Art. 31a Abs. 3 AsylG (SR 142.31) auf die Asylgesuche der Gesuchstellen-
den nicht ein und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den
Wegweisungsvollzug an.
A.c Die gegen den verfügten Wegweisungsvollzug erhobene Beschwerde
wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-828/2020 vom 19. März
2020 ab.
B.
B.a Mit als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichneter und an das SEM ge-
richteter Eingabe vom 23. März 2020 ersuchten die Gesuchstellenden
durch den rubrizierten Rechtsvertreter – unter Einreichung mehrerer ärztli-
cher Berichte – um Wiedererwägung des Entscheids vom 31. Januar 2020.
B.b Das SEM überwies diese Eingabe (inkl. Beilagen und den bestehen-
den Verfahrensakten) am 31. März 2020 gestützt auf Art. 8 VwVG zustän-
digkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht zur weiteren Behandlung.
Mit Urteil D-1874/2020 vom 19. Mai 2020 trat das Bundesverwaltungsge-
richt auf die als Revisionsgesuch entgegengenommene Eingabe wegen
nicht fristgerechter Einreichung einer Revisionsverbesserung nicht ein.
C.
C.a Mit Revisionsgesuch vom 29. Mai 2020 (Datum Poststempel: 2. Juni
2020) an das Bundesverwaltungsgericht beantragten die Gesuchstellen-
den – wiederum handelnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – in ma-
terieller Hinsicht, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. März
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2020 sei in Revision zu ziehen und es sei wegen Unzumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Falls dies nicht
möglich sei, sei die Sache für weitere Abklärungen und zur Neubeurteilung
an das SEM zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten
sie um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs im Sinne einer superprovi-
sorischen Massnahme und um Gewährung der aufschiebenden Wirkung.
Ferner sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und
ihnen die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG
zu gewähren.
C.b Der Revisionseingabe lagen betreffend den Gesuchsteller ein Aus-
kunftsschreiben des georgischen Ministeriums für Binnenvertriebene aus
den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und soziale Angelegenheiten
vom 22. Mai 2020 (inkl. deutschsprachiger Übersetzung und entsprechen-
der Anfrage per E-Mail vom 2. April 2020), zwei ärztliche Berichte der (..)
des Universitätsspitals C._ vom 18. Februar 2020 respektive 1. Ap-
ril 2020, ein ärztlicher Bericht von Med. Pract. D._ ([...]) vom
11. März 2020 (inkl. Medikamentenausweis vom 12. März 2020), ein am-
bulanter Bericht der (...) des Universitätsspitals C._ vom 12. März
2020 sowie ein ärztlicher Bericht der (...) des Universitätsspitals
C._ vom 27. März 2020 und betreffend die Gesuchstellerin ein Arzt-
bericht von Dr. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2. März 2020 bei.
C.c Unter Bezugnahme auf diese Beweismittel führten die Gesuchstellen-
den zur Begründung ihres Revisionsgesuchs im Wesentlichen an, es wür-
den neue Tatsachen und Beweismittel vorliegen, welche ihre vorläufige
Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs rechtfertigen
würden. So ergebe sich aus den Arztberichten, dass sich ihr Gesundheits-
zustand (während des ordentlichen Verfahrens respektive danach) ver-
schlechtert habe. Ausserdem sei dem Auskunftsschreiben des georgi-
schen Ministeriums für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Ar-
beit, Gesundheit und soziale Angelegenheiten zu entnehmen, dass der Ge-
suchsteller in Georgien keinen Zugang zu der von ihm benötigten Behand-
lung haben werde. Weitergehend wird auf die Ausführungen im Revisions-
gesuch verwiesen.
D.
Am 5. Juni 2020 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegwei-
sung per sofort einstweilen aus.
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E.
Mit Eingabe vom 14. Juli 2020 liessen die Gesuchstellenden ein weiteres
Auskunftsschreiben des georgischen Ministeriums für Binnenvertriebene
aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und soziale Angelegen-
heiten vom 8. Juli 2020 (inkl. deutschsprachiger Übersetzung) zu den Ak-
ten reichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG auf
dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Beschwerden gegen
Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Es
ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die es in seiner
Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1).
1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG
findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67
Abs. 3 VwVG Anwendung.
1.3 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich
gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-
such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Ur-
teils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl.
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, 2. Aufl. 2013, S. 303 Rz. 5.36).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus
den in Art. 121–123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG).
Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revi-
sion nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte gel-
tend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG).
2.
2.1 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund
anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von
Art. 124 BGG darzutun.
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2.2 Die Gesuchstellenden rufen den Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2
Bst. a BGG (neue Tatsachen und Beweismittel) an und zeigen ausserdem
die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens auf. Auf das frist- und formge-
recht eingereichte Revisionsgesuch ist – unter Vorbehalt der nachfolgen-
den Erwägungen – einzutreten.
2.3 Die beiden Auskunftsschreiben des georgischen Ministeriums für Bin-
nenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und sozi-
ale Angelegenheiten vom 22. Mai 2020 (inkl. entsprechende E-Mail-An-
frage) respektive vom 8. Juli 2020 sowie der ärztliche Bericht der (...) des
Universitätsspitals C._ vom 27. März 2020 und derjenige der (...)
des Universitätsspitals C._ vom 1. April 2020 sind erst nach dem
Beschwerdeurteil vom 19. März 2020 entstanden. Sie sind daher gemäss
Art. 123 Abs. 2 Bst. a in fine BGG revisionsrechtlich unbeachtlich und auf
das Revisionsgesuch ist diesbezüglich nicht einzutreten (vgl. BVGE
2013/22).
2.4 Der ambulante Bericht der (...) des Universitätsspitals C._ vom
12. März 2020, der ärztliche Bericht von Med. Pract. D._ ([...]) vom
11. März 2020 sowie der Arztbericht von Dr. E._ vom 2. März 2020
wurden bereits mit der als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichneten Ein-
gabe vom 23. März 2020 respektive im Rahmen des ersten Revisionsver-
fahrens D-1874/2020 beigebracht, weshalb diesbezüglich auf das Revisi-
onsgesuch nicht einzutreten ist. Dass in jenem Verfahren kein Entscheid in
der Sache, sondern lediglich ein prozessuales Urteil ergangen ist, ändert
nichts daran (vgl. Urteil des BVGer D-4009/2017 vom 7. August 2017 E.
3.3 ff.). Das Gleiche gilt für die bereits in der Eingabe vom 23. März 2020
enthaltenen Ausführungen zur Gefährdung des Gesuchstellers angesichts
der jetzigen Corona-Situation in Georgien.
3.
3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten die Revision eines Urteils verlangt werden, wenn die ersu-
chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheiden-
de Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen
konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismitteln, die erst nach
dem Entscheid entstanden sind.
3.2 Die revisionsweise vorgebrachten Tatsachen beziehungsweise Be-
weismittel bilden nur dann einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 123
Abs. 2 Bst. a BGG, wenn sie vor dem in Revision zu ziehenden Entscheid
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entstanden sind, in früheren Verfahren aber nicht beigebracht werden
konnten, weil sie der gesuchstellenden Person damals nicht bekannt sein
konnten oder ihr die Geltendmachung oder Beibringung aus entschuldba-
ren Gründen nicht möglich war (vgl. BVGE 2013/22; BGE 134 III 47 E. 2.1;
MOSER/ BEUSCH/ KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.47). Die Revision dient insbe-
sondere nicht dazu, bisherige Unterlassungen in der Beweisführung wie-
dergutzumachen. Die Beurteilung der Frage, ob die Geltendmachung von
erheblichen und vorbestandenen Sachverhaltsumständen oder das Bei-
bringen von Beweismitteln im früheren Verfahren in der Tat unmöglich oder
unzumutbar gewesen sei, hat daher restriktiv zu erfolgen (vgl. ESCHER, in:
Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N 8 zu Art. 123
BGG).
Die solchermassen neuen Tatsachen oder Beweismittel müssen sodann
erheblich sein. Diese Erheblichkeit ist zu bejahen, wenn Beweismittel ent-
weder die neu erfahrenen erheblichen Tatsachen belegen oder geeignet
sind, dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren
bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Partei unbe-
wiesen geblieben sind. Das vorgebrachte Beweismittel muss für die Tatbe-
standsermittlung von Belang sein; es genügt nicht, wenn es lediglich zu
einer neuen Würdigung der bei der Erstbeurteilung bereits bekannten Tat-
sachen führen soll (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.48).
4.
4.1 Mit dem Revisionsgesuch wurde ein ärztlicher Bericht der (...) des Uni-
versitätsspitals C._ vom 18. Februar 2020 sowie – als Beilage zum
ärztlichen Bericht von Med. Pract. D._ ([...]) vom 11. März 2020 –
ein Medikamentenausweis vom 12. März 2020 eingereicht. Die Gesuch-
stellenden machen in diesem Zusammenhang sinngemäss eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands des Gesuchstellers während des
ordentlichen Verfahrens geltend, welche den Wegweisungsvollzug nun als
unzumutbar erscheinen lasse.
4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass mangels konkreter Ausführungen zum
Zeitpunkt des Erhalts der genannten ärztlichen Dokumente nicht ersichtlich
ist, weshalb diese nicht bereits während des ordentlichen Verfahrens hät-
ten eingereicht werden können. Die Gesuchstellenden bringen bezüglich
der verspäteten Einreichung sinngemäss lediglich vor, sie hätten sämtliche
von ihnen angeforderten ärztlichen Berichte zur gebündelten Einreichung
beim Bundesverwaltungsgericht abwarten wollen (vgl. Revisionseingabe
S. 3 f.). Damit ist aber nicht dargetan, dass eine Einreichung während des
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ordentlichen Verfahrens respektive des Beschwerdeverfahrens unmöglich
oder unzumutbar gewesen wäre. Mithin ist die Einreichung der entspre-
chenden ärztlichen Dokumente als verspätet zu bezeichnen.
4.3 Darüber hinaus erweist sich weder der ärztliche Bericht der (...) des
Universitätsspitals C._ vom 18. Februar 2020 noch der Medika-
mentenausweis vom 12. März 2020 als geeignet, etwas an der Einschät-
zung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu ändern. Bereits im
ordentlichen Verfahren wurden zahlreiche Berichte der (...) des Universi-
tätsspitals C._ zu den Akten gereicht, wobei der letzte vom 9. Au-
gust 2019 datiert. Inwiefern sich aus dem nunmehr eingereichten ärztlichen
Bericht sowie aus dem Medikamentenausweis vom 12. März 2020 eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Gesuchstellers respek-
tive eine bezogen auf das Beschwerdeurteil vom 19. März 2020 und nicht
bereits im Rahmen des ersten Revisionsverfahrens eingebrachte neue er-
hebliche Tatsache ergibt, wird in der Revisionseingabe nicht konkret dar-
gelegt und ist auch nicht ersichtlich. Sofern in der Revisionseingabe gel-
tend gemacht wird, es würden sich aus den entsprechenden Beweismitteln
neue Therapien respektive medikamentöse Behandlungen ergeben, wel-
che die Gesuchstellenden mangels finanzkräftiger Angehöriger in Geor-
gien nicht bezahlen könnten, ist Folgendes festzuhalten: Im Beschwerde-
urteil vom 19. März 2020 wurde – unter Berücksichtigung des Umstands,
dass gemäss dem Arztbericht der (...) des Universitätsspitals C._
vom 9. August 2019 eine Systembehandlung erforderlich ist und im Übri-
gen ohne auf spezifisch benötigte Medikamente sowie (weitere) Behand-
lungen einzugehen – erwogen, dass aufgrund der allgemein zufriedenstel-
lenden medizinischen Behandlungsmöglichkeiten in Georgien davon aus-
zugehen sei, dass der Gesuchsteller seine gesundheitlichen Beschwerden
dort behandeln lassen könne und auch die Behandlung seiner psychiatri-
schen Erkrankungen in Georgien möglich sowie gewährleistet sei. Ausser-
dem wurde auf das Sozialhilfeprogramm, das eine kostenlose Krankenver-
sicherung einschliesse, sowie das staatlich finanzierte allgemeine Gesund-
heitsprogramm "Universal Health Care Program" (UHCP) hingewiesen
(vgl. ebenda E. 7.2.4). Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern das genannte
Vorbringen eine (neue) erhebliche Tatsache enthält. Soweit sodann in der
Revisionseingabe vorgebracht wird, der Gesuchsteller habe kein Recht auf
eine Rente und auf staatliche Unterstützung für die Behandlung seiner Be-
schwerden, ist festzuhalten, dass dieses Vorbringen im Zusammenhang
mit den beiden nicht im vorliegenden Verfahren zu behandelnden Aus-
kunftsschreiben des georgischen Ministeriums für Binnenvertriebene aus
den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und soziale Angelegenheiten
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(vgl. E. 2.3 vorstehend) steht, weshalb darauf an dieser Stelle nicht weiter
einzugehen ist.
5.
Den Gesuchstellenden ist es damit nicht gelungen, Gründe darzulegen
respektive relevante Beweismittel vorzulegen, die eine Revision des Be-
schwerdeurteils D-828/2020 vom 19. März 2020 rechtfertigen würden. Das
Revisionsgesuch vom 29. Mai 2020 ist demzufolge abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist.
6.
Hinsichtlich des (teilweise) Nichteintretens auf das Revisionsgesuch ist da-
rauf hinzuweisen, dass Revisionsgesuche, die mit neu entstandenen Be-
weismitteln begründet werden und auf welche im Rahmen eines Revisi-
onsverfahrens nicht einzutreten ist, nicht von Amtes wegen zur Behand-
lung an die Vorinstanz überwiesen werden müssen (vgl. BVGE 2013/22
E. 13.1). Es obliegt dem Gesuchsteller, gegebenenfalls mit den nach dem
Beschwerdeurteil vom 19. März 2020 entstandenen Beweismitteln (vgl.
E. 2.3 vorstehend) beim SEM vorstellig zu werden. Die besagten Beweis-
mittel sind ihm entsprechend zu retournieren.
7.
Mit dem vorliegenden Urteil ist das Revisionsverfahren abgeschlossen,
womit die Anträge auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht und Ge-
währung der aufschiebenden Wirkung des Revisionsgesuchs gegen-
standslos geworden sind. Der am 5. Juni 2020 angeordnete einstweilige
Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Entscheid dahin.
8.
8.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Begehren, wie sich
aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, als aussichtslos zu bezeichnen
waren, womit die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet
der behaupteten Bedürftigkeit der Gesuchstellenden nicht erfüllt sind.
8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1'500.–
den Gesuchstellenden aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1
VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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