Decision ID: cdef466c-1c6b-5ae2-9624-9433f2c25e09
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer ist 1930 geboren und Schweizer Bürger. 1973 zog er mit seiner damaligen Ehefrau niederländischer Abstammung in die Niederlande und wohnt seither in der Stadt S._. Seine  bei der Schweizer Botschaft in Den Haag erfolgte am 3. April 1974. 1978 liess er sich von seiner Ehefrau, mit welcher er drei gemeinsame Kinder hat, scheiden. Seit ungefähr 1985 lebt er mit  jetzigen Partnerin zusammen, welche die niederländische  besitzt.
B. Gemäss den Akten arbeitete der Beschwerdeführer seit 1980 nicht mehr regelmässig und bezog eine Rente von den Niederlanden wegen Arbeitsunfähigkeit. Mit dem Erreichen des 65. Altersjahres wurde diese Rente ab Frühjahr 1995 in eine Altersrente umgewandelt, wobei diese seither als gemeinsame Rente für ihn und seine Lebenspartnerin  wird. Zusätzlich erhält der Beschwerdeführer seit März 1995 eine ordentliche AHV-Rente.
Am 20. März 1996 stellte der Beschwerdeführer erstmals ein Gesuch um Ausrichtung finanzieller Unterstützung nach dem Bundesgesetz vom 21. März 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschweizer (ASFG, SR 852.1). In der Folge wurde er regelmässig unterstützt, letztmals – soweit aus den Akten ersichtlich – im Zeitraum zwischen Anfang März 2005 und Ende Februar 2006.
C. Am 13. Mai 2007 ersuchte der Beschwerdeführer erneut um  von Sozialhilfeleistungen. Nachdem die Vorinstanz bei der Schweizerischen Vertretung in Den Haag ergänzende Erkundigungen eingeholt hatte, wies sie das Unterstützungsgesuch mit Verfügung vom 13. Juni 2007 ab. Zur Begründung führte sie aus, nach  Korrekturen (diese wurden im Einzelnen dargelegt) weise das massgebliche Budget einen positiven Saldo auf. Dabei gelte es  zu berücksichtigen, dass im Jahre 2006 die  Pauschalansätze für Auslandschweizer neu der Kaufkraft des  Aufenthaltsstaates angepasst worden seien. Dies habe im Falle der Niederlanden zu einer empfindlichen Reduktion der zuvor geltenden Beträge geführt. Die dem Beschwerdeführer zwischen 1996
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und 2006 gewährte Unterstützung könne vor diesem Hintergrund nicht mehr fortgeführt werden.
D. Mit Beschwerde vom 29. Juni 2007, welche von der Vorinstanz  an das Bundesverwaltungsgericht überwiesen wurde, beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss, die Verfügung sei  und sein Unterstützungsgesuch sei gutzuheissen. Zur  führt er aus, dass nicht alle von ihm benötigten Medikamente von der Krankenkasse bezahlt würden. Komme hinzu, dass in den  die Abfallgebühren so hoch seien, dass sie nicht mehr vom Grundbetrag für die allgemeinen Lebenshaltungskosten gedeckt . Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, eine gegen ihn  Darlehensforderung sei von der Vorinstanz zu Unrecht nicht berücksichtigt worden; diesbezügliche Rückzahlungen seien in  Jahren jeweils in das Budget einberechnet worden.
E. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 30. August 2007 an ihrer Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Die Gesundheitskosten seien, wie vom Beschwerdeführer beantragt, mit Euro 30.00 im Budget eingesetzt worden. Weitergehende Kosten seien weder geltend gemacht noch substanziiert worden. Würden solche ausserordentlichen Kosten im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung anfallen, so könnten diese auf entsprechendes Gesuch hin übernommen werden. Was die Abfallkosten anbelange, so hätten in der Zwischenzeit getätigte Abklärungen ergeben, dass diese  nicht vom Unterhaltsbetrag gedeckt würden. Der errechnete  von Euro 13.30 sei daher zusätzlich im Budget einzusetzen. Da Letzteres aber einen Überschuss von Euro 43.00 aufweise, liege auch nach dieser Korrektur keine Bedürftigkeit im Sinne des ASFG vor. Schliesslich weist die Vorinstanz darauf hin, dass die Rückzahlung von Darlehen gemäss konstanter Praxis nicht über die Sozialhilfe erfolgen könne. In den letzten drei, in den Jahren 2004 bis 2006 erstellten  seien entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers auch keine entsprechenden Positionen aufgeführt bzw. bewilligt worden.
F. Der Beschwerdeführer machte von dem ihm eingeräumten Recht auf Replik keinen Gebrauch.
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G. Am 12. Februar 2008 reichte der Beschwerdeführer bei der  Botschaft in Den Haag erneut ein Gesuch um Unterstützung gestützt auf das ASFG ein, das von einem neuen, am 31. Januar 2008 erstellten Sozialhilfebudget begleitet war. Die Vorinstanz leitete dieses Gesuch als Parteieingabe zu Handen des vorliegenden  an das Bundesverwaltungsgericht weiter, mit dem Hinweis, dass das auf den aktuellen fürsorgerechtlichen Pauschalansatz (Euro 315.00 pro Monat) angepasste Budget einen monatlichen  von Euro 46.50 aufweise.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Verfügungen des BJ über Fürsorgeleistungen an  und Auslandschweizer unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt.
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsbetroffener zur  legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 ff. VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Behörde als Vorinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die
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Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publ. Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. 3.1 Gemäss Art. 1 ASFG gewährt der Bund im Rahmen dieses  Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern, die sich in einer Notlage befinden, Fürsorgeleistungen. Entsprechend dem Grundsatz der Subsidiarität der öffentlichen Sozialhilfe werden solche  nur an Personen ausgerichtet, die ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend aus eigenen Kräften und Mitteln, Beiträgen von privater Seite oder Hilfeleistungen des Aufenthaltsstaates bestreiten können (Art. 5 ASFG).
3.2 Art und Mass der Fürsorge richten sich nach den besonderen  des Aufenthaltsstaates, unter Berücksichtigung der  Lebensbedürfnisse eines sich dort aufhaltenden Schweizers (Art. 8 Abs. 1 ASFG).
4. Unter den Parteien ist strittig, ob der Beschwerdeführer als  anzusehen ist oder nicht. In der von diesem selbst  Budgetauflistung vom 1. Mai 2007 werden Einnahmen von Euro 1'003.31 Ausgaben von Euro 1'727.00 gegenübergestellt. Das vom Bundesamt bereinigte Budget (welches der angefochtenen  zugrunde liegt) geht demgegenüber von Einnahmen von Euro 1'010.00 und Ausgaben in der Höhe von Euro 967.00 aus. Daraus  ein Überschuss von Euro 43.00. Gekürzt wurden zwei , nämlich der fürsorgerechtliche Pauschalansatz für allgemeine Lebenshaltungskosten von Euro 300.00 auf Euro 225.00, und die  für die Benützung von Verkehrsmitteln von Euro 520.00 auf Euro 40.00. Die vom Beschwerdeführer unter dem Budgetposten "Anderes" aufgeführte monatliche Rückzahlungsrate eines Darlehens von Euro 205.00 wurde vom Bundesamt gestrichen.
5. Eine Überprüfung des Budgets im Lichte der Einwände des  führt zu den folgenden Ergebnissen:
5.1 Die Kürzung des Budgetpostens für die Benützung von  wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage gestellt. In einem mit "Transportkosten" betitelten Beiblatt zum Unterstützungsge-
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such vermerkte er selbst, er bezahle einem Nachbarn Euro 10.00 pro Woche für von diesem geleistete Fahrdienste. Andere Kosten in  Zusammenhang machte er nicht geltend. Das Bundesamt geht deshalb im Budget zu Recht von monatlichen Transportkosten in der Höhe von Euro 40.00 aus.
5.2 Im Jahre 2007 setzte das Bundesamt den fürsorgerechtlichen Pauschalansatz für allgemeine Lebenshaltungskosten im Falle der Niederlande auf Euro 300.00 fest. Da der Beschwerdeführer in einem Zweipersonenhaushalt lebt, wurde dieser Betrag den Richtlinien  auf 75% und damit auf Euro 225.00 gekürzt. Dies wurde vom Beschwerdeführer in der Folge nicht bemängelt und ist nicht zu beanstanden.
5.3 5.3.1 Nicht zu beanstanden ist weiter, dass die Vorinstanz die  Verbindlichkeiten aus einem Darlehen nicht als sozialbudgetfähig anerkennt.
5.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht weist darauf hin, dass sich  am Prinzip der Bedarfsdeckung orientieren. Sie  der Beseitigung aktueller und allenfalls der Verhinderung  Notlagen. Bestehende Schulden können deshalb grundsätzlich nicht von der Sozialhilfe übernommen werden (Art. 23 Abs. 3 der  vom 26. November 1973 über Fürsorgeleistungen an  [ASFV, SR 852.11]). Der Grundsatz gilt zwar nicht . Ausnahmen sind beispielsweise dann zu machen, wenn die  mit einem säumigen Verhalten der Behörde . Die Übernahme von Schulden ist aber auch angezeigt, wenn durch die Nichtbezahlung eine erneute Notlage entstünde, die  durch die Sozialhilfe zu beheben wäre. In der Praxis können sich solchermassen Mietzinsausstände oder unbezahlte  als über die Sozialhilfe tilgbare Schulden erweisen. Es ist im Einzelfall eine Interessenabwägung vorzunehmen, wobei die Notlage des Betroffenen im Zentrum steht, keinesfalls aber die Interessen von Gläubigern (vgl. in diesem Zusammenhang Urteil des  C-5959/2007 vom 11. Juni 2009, E. 7).
5.3.3 Schulden aus einem Darlehen, dessen Zweck im Übrigen vom Beschwerdeführer nie offengelegt wurde, fallen offensichtlich nicht in diese Kategorie. Das wird vom Beschwerdeführer zu Recht auch nicht behauptet. Stattdessen beruft er sich darauf, dass die Vorinstanz in
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der Vergangenheit bei der Aufstellung des Sozialhilfebudgets  Schulden berücksichtigt habe. Der Beschwerdeführer ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass in die Budgets der Jahre 2004 bis 2006 keine Schulden aufgenommen wurden. Hauptsächlich aber ist festzustellen, dass eine mögliche irrtümliche Übernahme von Schulden durch die öffentliche Sozialhilfe keine Vertrauenslage  kann, auf die sich der Beschwerdeführer für die Zukunft  könnte. Sein Einwand geht daher zum vornherein fehl.
5.4 Gegen die Budgetberechnung der Vorinstanz bringt der  im Weiteren vor, dass er fortgeschrittenen Alters, herzkrank und deshalb auf Medikamente angewiesen sei. Nicht alle Arzneimittel würden aber von der Krankenkasse bezahlt. Dazu stellte das  in seiner Vernehmlassung fest, dass diese Kosten – wie vom  beantragt – mit Euro 30.00 gesondert im Budget  worden seien. Tatsächlich führte der Beschwerdeführer im Budget unter den individuellen Ausgaben in der Position "nicht  Therapiekosten" mit dem Vermerk "Herz" Euro 30.00 an. Auch dieser Einwand des Beschwerdeführers erweist sich somit als . Mit der Vorinstanz ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer für tatsächlich anfallende ausserordentliche  jederzeit bei der Schweizerischen Vertretung in Den Haag ein Gesuch um Übernahme stellen kann. Für die Beurteilung des vorliegenden Budgets sind solche Kosten daher nicht relevant.
5.5 Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer, in den  seien die Abfallgebühren derart hoch, dass sie nicht mehr vom  Grundbetrag gedeckt seien. In ihrer  anerkennt die Vorinstanz diesen Einwand und korrigiert das  durch Aufnahme eines neuen zusätzlichen  von Euro 13.30. Der Beschwerdeführer liess sich zur Höhe des Ansatzes nicht vernehmen, sodass davon ausgegangen werden muss, dieser sei korrekt. Indessen ist die Anerkennung des zusätzlichen  nicht entscheidsrelevant, da nach wie vor ein Überschuss zu Gunsten des Beschwerdeführers resultiert.
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das von der Vorinstanz  Budget nicht zu beanstanden ist. Individuellen Ausgaben von Euro 980.30 stehen Einnahmen von Euro 1'010 gegenüber, woraus ein Budgetüberschuss von Euro 29.70 pro Monat resultiert. Das während
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der Rechtshängigkeit des Beschwerdeverfahrens erstellte neue  vom Januar 2008 enthält lediglich unbedeutende . Somit kann der Beschwerdeführer nicht als  im Sinne des ASFG angesehen werden.
7. Demnach gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens würde der Beschwerdeführer grundsätzlich kostenpflichtig. Angesichts der besonderen Umstände ist jedoch von der Auferlegung von Verfahrenskosten abzusehen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]).
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