Decision ID: 5f9c0dff-86e4-4fa3-a16f-fdeffea768c3
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1973, stellte am 19. September 2013 (Eingangs
da
tum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ein Ge
such um Kostengutsprache für orthopädische Serienschuhe (Urk. 10/6). Mit Zu
satzge
such vom 28. Januar 2014 (Eingangsdatum) meldete er sich bei der IV-Stelle unter Hinweis auf eine Alkaptonurie (angeborene Stoffwechselkrankheit) zum Leis
tungsbezug an (Urk. 10/29). Nach erwerblichen und medizinischen Ab
klärungen erteilte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Mai 2014 Kostengutspra
che für Schuhzurichtungen an Konfektionsschuhen (Urk. 10/60). Im Folgenden holte sie weitere medizinische und erwerbliche Unterlagen ein, insbesondere auch das po
lydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Orthopä
die) des Y._ vom 12. Januar 2015 (Urk. 10/82). Mit Verfügung vom 3. Juni 2015 sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente ab 1. August 2014 zu (Urk. 10/109; Verfügungsteil 2, Urk. 10/101).
Hiergegen erhob der Versicherte am 2. Juli 2015 Beschwerde am hiesigen Gericht (Urk. 10/116/3 ff.), welche mit Urteil vom 13. Juli 2016 abgewiesen wurde (Ver
fahrensnummer IV.2015.00728; Urk. 10/136). Das Bundesgericht wies die hierge
gen erhobene Beschwerde vom 14. September 2016 (Urk. 10/138/2 ff.) mit Urteil vom 17. November 2016 ab (8C_619/2016, Urk. 10/139).
Am 23. Februar 2016 hatte der Versicherte wiederum ein Gesuch um Schuhzu
richtung eingereicht (Urk. 10/126), welches mit Verfügung vom 5. Juli 2016 gut
geheissen worden war (Urk. 10/134).
1.2
Mit Schreiben vom 1. Februar 2017 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert habe und reichte drei Arzt
berichte ein (Urk. 10/142). Mit Vorbescheid vom 20. Februar 2017 stellte die IV-Stelle Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 10/144), wogegen der Versicherte am 22. März 2017 Einwände einreichte (Urk. 10/146). Mit Verfügung vom 5. April 2017 trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegeh
ren nicht ein (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 14. Mai 2017 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegne
rin zu verpflichten, auf das Gesuch einzutreten, den medizinischen Sachverhalt erneut abzuklären und neu zu verfügen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 10/1-152), was dem Beschwerdeführer am 12. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (Urk. 2), dass die Beschwerdeschilderung in den eingereichten Berichten mit denen im Gutachten des Y._ vom 12. Januar 2015 übereinstimme. Damit sei eine Ver
schlechterung nicht feststellbar und es sei auf das neue Leistungsbegehren nicht einzutreten.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass die be
handelnden Ärzte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes attestiert hät
ten. So hätten die Ärzte des Z._ festgestellt, dass er an schweren Depressionen leide, im Bericht vom A._ werde eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert und Dr. med. B._, Facharzt für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, habe festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe und er vollumfänglich arbeitsunfä
hig sei. Damit sei eine Verschlechterung erstellt (Urk. 1).
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.2
Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung, IVV).
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
3.
3.1
Die Verfügung vom 3. Juni 2015 stellte im Wesentlichen auf das Gutachten des Y._ vom 12. Januar 2015 ab (vgl. Urk. 10/101; Urk. 10/136 und Urk. 10/139).
3.1.1
Die begutachtenden Ärzte des Y._ konstatierten in ihrer konsensualen Beurtei
lung im Gutachten vom 12. Januar 2015, dass b
eim
Beschwerdeführer
seit 2010 eine Alkaptonurie bekannt
sei (Urk. 10/82/27)
. Bei diesem autosomal rezessiv vererbten Defekt
der Homogent
isinsäureoxydase, einem Enzym im Abbauweg der Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin
, we
rd
e
oxydierte Homogentisinsäure im Gewebe angereichert. Anlass zur Abklärung
hätten
bläuliche Flecken an der Ohrmuschel beidseits
gegeben
, die dem
Beschwerdeführer
aufgefallen
seien
. Begin
nend mi
t lumbalen Rückenschmerzen klage
er
aktuell über Schmerzen im gesam
ten Bewegungsapparat mit Aussparung der Ellbogen und der Hände. Bei erhöh
tem Risiko auf eine degenerative kardiale Valvulopathie bei Patienten mit Alkaptonurie
seien
gemäss Angaben des
Beschwerdeführers
mehrmals Echo
kardiographien vorgenommen
worden, zuletzt im September 2014. D
ie Befunde seien immer im N
ormbereich gewesen. Dies entspreche
auch dem Bericht der Kar
diologie und Echokardiographie des
C._ vom 25. April 2013, wo ein normaler d
opplerechokardio
graphischer Befund erhoben worden sei
. Auf Nachfrage
sei ihnen
ein Echokardiogr
a
phiebericht des
C._ zugestellt worden, der am 25. April
2013 einen norm
alen kardialen Be
fund bestätigt habe
. Im Rahmen einer Stu
die, durchgeführt im A._, sei
im Januar 2014 eine Therapie mit Nitisinon be
gonnen
worden (verhindere
die Entstehung von
Homogentisinsäure). Zudem achte
der Beschwerdeführer
auf eine proteinarme Diät.
3.1.2
Aus rein internistischer Sicht lieg
e
kein invalidisierendes Leiden vor
(Urk. 10/82/28)
.
3.1.3
Von
orthopädischer Seite her leide
der
Beschwerdeführer
unter einer Alkaptonurie mit vor allem Befall der Lendenwirbelsäule ab Th 10 abwärts mit erheblicher Verschmälerung der Bandscheibenräume auf allen Höhen, extrem auf Höhe L4/5 mit praktisch vollständigem Zusammensintern des Bandschei
ben
raumes. Die Deck- und Bodenplatten zeig
t
en Eindellungen, erosive Osteo
chondrosen sowie breite bis foraminal reichende Bandscheibenprotrusionen a
uf Höhe L4/5 und L5/S1 sowie Bla
ck disks. Es
sei
wegen der erheblichen Degene
ra
tion von
Brustwirbelsäule (
BWS
)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
auch schon zu einer Abnahme der Körpergrösse von circa 6 cm gekommen
(Urk. 10/82/28)
.
Aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers bestünden die Rückenschmerzen seit circa 2002, die Knieschmerzen empfinde er seit 2009 und die Taubheit am linken Fuss und linken Unterschenkel im Sinne eines Wurzelreizsyndroms
lägen
seit
2002 vor. Insgesamt nä
hmen die Gelenkschmerzen allgemein zu wegen der zunehmenden Knorpelzerstörung und
den
Krist
allablagerungen in den Gelenken. Somit bestehe eine deutliche Minderbelast
barkeit der Wirbelsäule, weniger der Kniegelenke und der Füsse
(Urk. 10/82/28)
.
Der
Beschwerdeführer habe
zuletzt als Elektrotechniker
gearbeitet
,
dabei habe er Monta
gearbeiten an einem Mikroskop durch
geführt
. Diese Tätigkeit
sei
bezüglich des Rückenleidens sehr ungünstig und nicht mehr zumutbar, da es sich um eine rein sitzende, vornüber geneigte Tätigkeit
handle
, ohne die
Möglichkeit, andere Körperhal
tungen einzunehmen
(Urk. 10/82/28)
.
In einer Tätigkeit, bei
der er teils sitzend, t
eils stehend, teils gehend mit der Mög
lichkeit, häufig die Körperposi
tion zu wechseln, arbeiten könn
e, in der er nicht repetitiv
Lasten über 5 Kilogramm heben
und nicht in anderen
Zwangspositionen arbeiten müss
e,
sei
er ab Anfang 2014 zu 50
%
arbeitsfähig
(Urk. 10/82/28)
.
In Anbetracht der Erkrankung sei
im weiteren Verlauf mit zunehmenden Be
schwerden im Bereiche des Bewegungsapparates mit Destruktionen der Gele
nke zu rechnen. Die Prognose sei
deshalb mit grosser Zurückhaltung zu stellen
(Urk. 10/82/28)
.
3.1.4
Aus psychiatrischer Sicht habe
sich in der letzten Zeit eine depressive Episode, die gegenwärtig leicht-
bis mittelgradig ausgeprägt sei
, entwickelt. Es
bestünden
neben der depressiven
Stimmungslage unter anderem
ein vermehrter Rückzug, Insuffizienzgefühle und Konflikte innerhalb der Familie
(Urk. 10/82/28 f.)
.
3.1.5
Somit sei
der Beschwerdeführer
gesamtmedizinisch 50 % a
rbeitsfähig mit oben beschriebenen Einschränkungen. Diese
Einschränkung der Arbeitsfähigk
eit
gelte a
b Anfang 2014
(Urk. 10/82/29)
.
3.1.6
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen folgende vor (Urk. 10/82/29):
-
Alka
ptonurie mit
-
Ochronose der Ohrhelix- und
diskret der Skleren beidseits
-
keine kardiale Valvulopathie
-
Panvertebralsyndrom mit Ost
eoc
hondrosen und Protrusionen der Band
scheiben lumbal
-
Impingement Schulter links
-
Achillodynie links mit Exostose am Tuber calcanei
-
Knieschmerzen beidseits
-
Depressive Episode, gegenwärtig leicht- bis mittelgradig ausgeprägt
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten die begut
achtenden Ärzte (1) einen Status nach Nikotinabusus (6 Py) und (2) anamnes
tisch Migräne (Urk. 10/82/29).
3.2
Im Rahmen des Revisionsgesuches reichte der Beschwerdeführer neue Arztbe
richte ein.
3.2.1
D._, Professor in muskuloskeletaler Biologie an der E._ und Leiter der Alkaptonurie-Studie, führte in seinem Schreiben vom 1. Juli 2016 folgendes aus (Urk. 10/141/5 ff.):
«Mr. X._ is a participant in the SONIA 2 Clinical trial studying nitisinone for possible use in Alkaptonuria (AKU).
Mr. X._ was diagnosed with AKU in 2010. He also has bilateral ear ochronosis. He has not so far passed any kidney stones and is not known to have prostate stones. Although he has never had a fracture or rupture of tendons and ligaments, he has ruptured his muscle in 2007. Bilateral ochronotic appearance of his tympanic membranes was also noted. While he has not had any arthroscopies or joint replacements, he suffers with severe pain in his hips, knees, shoulders, and left ankle with marked decrease in functional capacity. He also has pain throughout the spine in keeping with the marked morbidity due to AKU.
He takes anti-inflammatory medications such as diclofenac and chondroitin sulphate. He is an ex-smoker, having quit smoking in 2002. He currently consumes around 20 units of alcohol per week. He is 1.69 M tall with a body weight of 72.4 kg. BP was 113/71 mm Hg. Pulse was 60 beats per minute.
Mr. X._ has been randomized to receive 10 mg of nitisinone in the SONIA 2 study. While it is anticipated that this will stabilize his disease, it is unlikely to revere the damage he has already suffered. It is also important to remember that this study drug will only be available for a maximum of 4 years, the length oft he study period.
The reports shown below oft he PETCT whole body scan and the MRI scan of spine/L ankle/L knee clearly shows the extent to which his AKU has affected him.
(...)
I strongly support Mr. X._ in his application for disability support. Given his extensive musculoskeleatal involvement in AKU, he can not be considered fit for work.»
3.2.2
Dr. B._ hielt in seinem Bericht vom 18. November 2016 folgende Diagnosen fest (Urk. 10/141/3 f.):
-
Panvertebralsyndrom
-
Alkaptonurie mit Ochronose der Ohr Helix beidseits, leichte Beteiligung der Sklera
-
Senk- und Spreizfüsse beidseits
-
Achillodynie beidseits
-
Fasciitis plantaris beidseits
Der Beschwerdeführer beklage progrediente Rückenschmerzen seit ca. 2013, fer
ner klage er auch über Schmerzen im Hüftbereich beidseits beim Gehen aber auch nach längerem Sitzen. Sowohl Sitzen, Gehen und Stehen seien eingeschränkt, am Schlimmsten am Morgen. Es bestehe eine gewisse Morgensteifigkeit über einige Stunden, gelegentlich Knieschmerzen im Sitzen, wobei dies nicht im Vordergrund und stark einschränkend sei. Gelegentlich bestünden Schmerzen in den Fussge
lenken beidseits und der Schulter rechts. Bei der Alkaptonurie handle es sich um ein Leiden, das das ganze Körpersystem insbesondere den Bewegungsapparat mit Gelenken, Muskeln, Sehnen usw. erfasse. Das Beschwerdebild sei bis jetzt leicht progredient, so dass die Arbeitsfähigkeit habe reduziert werden müssen. Anläss
lich der letzten klinischen Untersuchung vom 30. September 2016 habe er fest
stellen können, dass aufgrund der Progredienz der Beschwerden nun zurzeit und bis auf weiteres für jegliche Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden müsse.
Im Juli 2016 sei der Beschwerdeführer zu einer klinischen Untersuchung in Eng
land gewesen. Dort sei er mit anderen Patienten, die an Alkaptonurie erkrankt seien, in einer Studie aufgenommen worden, wo neue Medikamente eingesetzt würden. Der zuständige Leiter der Studie habe in einem Schreiben erklärt, dass er eine volle IV-Rente des Beschwerdeführers unterstützen würde, da die Krankheit progredient sei und der Beschwerdeführer aufgrund seiner Erfahrung invalid werde und nicht mehr arbeitsfähig sei.
3.2.3
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
G._, Klinischer Psychologe und Supervisor, führten in ihrem Bericht vom 25. Januar 2017 aus (Urk. 10/141), dass inzwischen ein Bericht eines Spezialisten für Alkaptonurie vorliege, welcher eine volle Arbeitsunfähigkeit auch für ange
passte Tätigkeiten bestätige. Aus somatischer Sicht sei daher von einer weiteren progredienten und therapieresistenten Verschlechterung auszugehen, was der Beschwerdeführer mit zunehmenden Schmerzen auch bestätige.
Aus psychiatrischer Sicht habe das Medizinische Zentrum O._ bereits eine Verschlechterung bestätigt. Die Kriterien für eine schwere Depression seien heute vollständig erfüllt. Sie diagnostizierten 1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2) und 2) Alkaptonurie.
Seit 2013, seitdem sie den Beschwerdeführer kennen würden, sei eine deutliche Verschlechterung psychiatrisch zu beobachten. Der Beschwerdeführer verliere sich in endlosem Gedankenkreisen und habe massive Schuldgefühle, da er nicht arbeiten oder zumindest im Haushalt helfen könne (mehr Konflikte mit der Ehe
frau deswegen). Es bestehe ein deutlich zunehmender Rückzug und eine Unfähig
keit, den Alltag zu bewältigen. Daher sei der Beschwerdeführer auch für ange
passte Tätigkeiten wohl leider bis auf weiteres vollumfänglich arbeitsunfähig, was aus somatischer Sicht bestätigt werde. Psychiatrisch sei eine Augmentation des Behandlungsregimes nicht indiziert (medikamentös ausgereizt, stationäre Be
handlungen psychiatrisch wegen Zunahme der Schmerzen nicht indiziert, allen
falls noch H._, allerdings werde bereits jetzt intensiv Physio
therapie durchgeführt).
4.
4.1
Prof. D._ konstatierte sinngemäss, der Beschwerdeführer leide unter Schmerzen in seiner Hüfte, den Knien, den Schultern und dem linken Knöchel mit merklichem Rückgang der funktionellen Leistungsfähigkeit. Er habe auch Schmerzen in der Wirbelsäule. Er unterstütze den Antrag des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente, da der Beschwerdeführer nicht genügend gesund sei, zu arbeiten (vgl. E. 3.2.1).
Die von Prof. D._ festgehaltenen Beschwerden wurden allesamt bereits im Gutachten des Y._ berücksichtigt (vgl. E. 3.1). Hinzu kommt, dass die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) I._, Fachärztin für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, nach dem genauen Durchsehen der von Prof
D._ beigelegten radiologischen Befunde (Urk. 10/141/6 f.) am 9. Februar 2017 festhielt, dass die objektiven Befunde keine wesentliche Ver
schlechterung nahelägen (Urk. 10/143/3). Dies blieb auch seitens des Beschwer
deführers unbestritten.
4.2
Auch der Bericht von Dr. B._ lässt keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft erscheinen: Dr. B._ listet die bereits bekannten Beschwerden auf und führt die entsprechenden Diagnosen auf – die Be
schwerden wurden allerdings bereits vollumfänglich im Rahmen des Y._-Gutachtens berücksichtigt (vgl. E. 3.1 und E. 3.2.2). Der Vollständigkeit halber ist auch festzuhalten, dass die von Dr. B._ in seinem Bericht vom 18. Novem
ber 2016 festgehaltenen Beschwerden im Wesentlichen den von ihm festgehalte
nen Beschwerden im Bericht vom 15. Mai 2014 entsprechen (Eingangsdatum, Urk. 10/59). Eine erhebliche Verschlechterung vermag der neue Bericht von Dr. B._ damit nicht glaubhaft erscheinen.
4.3
Dr. F._
und
Dr.
phil.
G._
hielten fest, dass aus somatischer Sicht von einer weiteren progedienten und therapieresistenten Verschlechterung auszugehen sei, was der Beschwerdeführer mit zunehmenden Schmerzen auch bestätige – aller
dings sind Dr. F._ als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Dr. phil. G._ als klinischer Psychologe
nicht dazu berufen, den
somatischen
Gesundheitszustand sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu beur
teilen.
Die weiteren von ihnen erhobenen Befunde und geschilderten Beschwerden ent
sprechen im Wesentlichen den im psychiatrischen Teilgutachten erhobenen Beschwerden und Befunde (vgl. Urk. 10/82/22 ff.). Hinzu kommt, dass zwar eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (ICD-10 F 33.2) diagnostiziert wird – eine Herleitung dieser Diagnose allerdings weder gestützt auf die Befunde noch auf die weiteren Ausführungen im Bericht schlüs
sig nachvollziehbar ist.
Damit ist der Bericht von Dr. F._ und Dr.
phil
.
G._
zur Glaubhaftmachung einer Verschlechterung nicht beweiskräftig.
4.4
Die eingereichten Arztberichte lassen eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft erscheinen, so dass sich die angefochtene Verfügung als rechtens erweist und die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kos
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen.
Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.—zu verrechnen (Urk. 5 und Urk. 7). Im Mehrbetrag von Fr. 400.-- ist der geleistete Kostenvorschuss an den Beschwerdeführer zurückzuerstatten.