Decision ID: 9ea69b2d-5277-4c3a-bf3b-8d8f5fe04da7
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 14./22. November 2018 (IV-act. 1) bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung an. Sie
sei von 2004 bis 12. November 2016 als Produktionsmitarbeiterin angestellt gewesen.
Seit dem "25. November 2017" habe sie wegen Rücken-/Beinschmerzen rechts
wiederholt Absenzen und sie sei voll arbeitsunfähig. - In einem Protokoll über ein
Früherfassungs-Gespräch vom 11. Dezember 2018 (IV-act. 10) wurde festgehalten, die
Versicherte habe berichtet, sie habe diverse Sortierarbeiten an einer grossen Maschine
erledigt; es sei eine körperlich sehr schwere und anstrengende Arbeit gewesen. Sie
habe sie aus wirtschaftlichen Gründen verloren. Schon damals habe sie unter starken
Schmerzen gelitten, habe bei der Arbeit aber nie gefehlt. Seit fast drei Jahren
bestünden die permanenten starken Schmerzen am ganzen Körper, als deren Ursache
sich eine Fibromyalgie herausgestellt habe. Sie habe geschwollene Finger und Hände
und Beschwerden vom rechten Fuss bis zur Lendenwirbelsäule. Langes Sitzen, Liegen
oder Stehen mache ihr grosse Mühe; sie müsse ihre Körperhaltung immer wieder
ändern. Wegen der starken Schmerzen sei es ihr nicht mehr möglich, soziale Kontakte
zu pflegen und an Anlässen teilzunehmen. Sie sei meist zuhause. Mehr als 20 bis 30 m
vermöge sie nicht zu spazieren, da ihr rechtes Bein sofort stark anschwelle und
schmerze. Seit Mai 2018 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Weil die
Schmerzsituation sie psychisch stark belaste, befinde sie sich seit November 2018
auch in psychotherapeutischer Behandlung. Bei der Arbeitslosenversicherung sei sie
ausgesteuert. Es wurde erklärt, eine IV-Anmeldung sei sinnvoll. Die Versicherte spreche
und verstehe nur sehr wenig Deutsch. - Am 16./18. Dezember 2018 erfolgte die
Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV-act. 12). Die
Versicherte gab an, 199_ in die Schweiz gekommen zu sein. Seit 12. November 2016
sei sie voll arbeitsunfähig und seit 1. Mai 2018 Hausfrau. Seit mehreren Jahren habe sie
infolge der langjährigen schweren Arbeit zunehmende Gelenkschmerzen, psychische
Probleme und "unbegründete(n) Stress".
A.a.
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In einem Sprechstundenbericht vom 26. Juli 2018 (IV-act. 21-1 bis 3) hatte die
Klinik für Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen bekanntgegeben, es lägen bei der
Versicherten der Verdacht auf ein fibromyalgisches Schmerzsyndrom (12 von
18 Fibromyalgiedruckpunkte positiv), ausserdem ein Vitamin D-Mangel, eine unklare
BSG (wohl: Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit)-Erhöhung und eine arterielle
Hypertonie vor. Bei weiterhin erhöhter BSG sei eine weitere Abklärung (etwa Röntgen
Thorax, Ultraschall Abdomen, gynäkologischer Untersuch, Bestimmung der freien
Leichtketten bzw. Immunfixation) anzuraten. - In einem Radiologie-Bericht vom
12. September 2018 (IV-act. 21-6 f.) über ein MRI der Lendenwirbelsäule wurde
festgehalten, es bestünden im Segment L4/5 rechts eine laterale "nach intraforaminär
reichende" Diskusprotrusion mit Einriss des Anulus fibrosus dorsal und eine mögliche
Irritation der foraminalen L4-Wurzel ohne Wurzelkompression, geringe Chondrosen
L3/4 und L4/L5 sowie diskrete Spondylarthrosen ohne Aktivierung L4/5 und L5/S1.
A.b.
Die Arbeitgeberin bescheinigte am 15. Januar 2019 (IV-act. 22), die Versicherte sei
vom _. _ 2004 bis _. _ 2015 sowie vom _. _ 2015 bis _. _ 2015 als
Produktionsmitarbeiterin im Zwei-Schicht-Betrieb angestellt gewesen. Es habe sich um
eine Tätigkeit im Sitzen (oft) mit grossen Anforderungen u.a. an Konzentration und
Sorgfalt gehandelt. Seit 2015 habe ihr Monatslohn Fr. 3'_.-- betragen. Ihr sei aus
Gründen einer Neuorganisation gekündigt worden. Ihr letzter Arbeitstag sei der _. _
2015 gewesen. - Die zuständige Arbeitslosenkasse teilte am 4. Februar 2019 (IV-
act. 28) mit, die Versicherte sei seit dem 1. Mai 2017 zu 100 % als arbeitslos gemeldet
gewesen und es seien ihr bis zur Aussteuerung am 30. April 2018 Taggeldleistungen
ausgerichtet worden. - Gemäss IK-Auszug (IV-act. 18) hatte die Versicherte vor dem
genannten langjährigen Arbeitsverhältnis bei weiteren Arbeitgebern gearbeitet. Danach
war sie von Januar bis November 2016 in einer Personalmanagement-Unternehmung
angestellt gewesen. Im Mai 2015 hatte sie Arbeitslosenentschädigung bezogen,
ebenso wieder ab November 2016 und im ganzen Jahr 2017.
A.c.
Am 27. Februar 2019 (Fremd-act. 2-7; bzw. 9. Januar 2019, Fremd-act. 1)
übermittelte eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung nach VVG (Antrag auf
interinstitutionelle Zusammenarbeit vom 5. Dezember 2018, IV-act. 6) der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle Akten. - Die Versicherte hatte danach am
22. November 2018 (Fremd-act. 2-8 bis 12) einen Antrag auf Leistungen infolge
A.d.
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Erwerbsunfähigkeit (private Vorsorge) für eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit
12. November 2016 (nach Kündigung) gestellt. - Die Ärztin B._ hatte in einem
ärztlichen Erstbericht über die Arbeitsunfähigkeit vom 15. November 2018 (Fremd-
act. 2-15 bis 19) angegeben, vor ca. drei Jahren sei bei der Versicherten eine
Lumboischialgie links aufgetreten. Im Januar 2016 habe eine Konsultation aus diesem
Grund stattgefunden und es habe das erste Mal eine Arbeitsunfähigkeit gegeben. Nach
der Kündigung seien Fuss-, Nacken- und Rückenschmerzen aufgetreten, trotz NSAR
sei keine Besserung erfolgt, die Versicherte sei zusätzlich vermehrt depressiv gewesen.
Vom 25. November 2016 bis 20. Januar 2017 sei die Versicherte zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen. Vom 20. Januar 2017 bis Ende April 2018 sei sie beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gewesen, hätte aber niemals zu 100 %
arbeiten können. Seit dem 1. Mai 2018 sei sie wieder voll arbeitsunfähig. Sie könne
nicht lange stehen oder sitzen und habe zurzeit auch Probleme mit Aufmerksamkeit
und Lernfähigkeit. Nach einer psychotherapeutischen Behandlung (ab Ende November
bei einer die Muttersprache sprechenden Psychologin) könne eventuell mit einer
Wiederaufnahme der Arbeit gerechnet werden bei Start mit 50 %. - In einem
rheumatologischen Gutachten der Rehaklinik C._ (Dr. med. D._, Facharzt für
Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin FMH) vom 1. Februar 2019 (Fremd-
act. 2-20 bis 41) waren als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei der
Versicherten (erstens) ein Wide Spread Syndrom/Fibromyalgie, ein leichtes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei beginnend degenerativen Veränderungen, eine
arterielle Hypertonie, leichtes Übergewicht und ein Nikotinabusus (je verkürzt
wiedergegeben) bezeichnet worden. Aus somatisch-rheumatologischer Sicht liege
keine Arbeitsunfähigkeit (keine Diagnose mit entsprechender Auswirkung) vor, auch
nicht ab November 2016. Bei der Fibromyalgie-Symptomatik sei auf einen erhöhten
Pausen- und Erholungsbedarf zu achten, was sich in einer Leistungsminderung von
20 % äussere. Diese Leistungsminderung werde sich auf die psychische Symptomatik
beziehen. Es könnten trizyklische Antidepressiva und SSRI/SSRNI Linderung bringen,
insbesondere, wenn dadurch die Schlafqualität verbessert werde. Es sei eine
psychiatrische Therapie notwendig, die für den Verlauf ausschlaggebend sein werde.
Es bestünden Tendenzen zu Schonverhalten und Anhaltspunkte für fehlendes
Krankheitsverständnis.
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Die Ärztin B._ gab in ihrem Arztbericht vom 6. März 2019 (IV-act. 31) an, sie und
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, behandelten die Versicherte
seit 2005. Vom 25. November 2016 bis 13. Januar 2017 sei ihr eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (seit Ende November 2016 sei sie beim RAV
gewesen). Anschliessend seien keine weiteren Arbeitsunfähigkeitszeugnisse mehr
ausgestellt worden, seit dem 31. Januar 2018 befinde sich die Versicherte aber wegen
verschiedenster Probleme in intensiver Behandlung. Solange sie gearbeitet habe, sei
sie alle zwei bis drei Jahre mit Knie- oder Rückenschmerzen zur Konsultation
gekommen, habe aber wenig Arbeitszeitausfälle gehabt. Nach der Kündigung sei sie in
ein Loch gefallen und alles habe weh getan. Seit Juli 2018 bestehe der V.a. ein
fibromyalgisches Schmerzsyndrom, seit November 2018 eine depressive Verstimmung.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine Lumboischialgie. Es bestünden
wechselnde rheumatologische Beschwerden, aktuell vor allem Handschmerzen. Am
20. Februar (2019) seien die Hände geschwollen und überwärmt und sehr
druckempfindlich gewesen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht zumutbar, das Potenzial für
eine angepasste Tätigkeit sei nicht bekannt. Einer Eingliederung stünden die
schlechten Deutschkenntnisse und das depressive Leiden im Weg. Im Haushalt habe
die Versicherte mit schweren Arbeiten Mühe. - Das Psychiatrie-Zentrum E._ hatte in
einem Schreiben vom 7. November 2018 (IV-act. 31-7) festgehalten, die Versicherte sei
von der Ärztin B._ zugewiesen worden. Beim Eintrittsgespräch habe die Versicherte
das Bild eines depressiven Syndroms gezeigt, doch sei eine ausreichende Exploration
aufgrund von erheblichen Problemen mit der sprachlichen Verständigung nicht möglich
gewesen. Weil im Psychosomatischen Zentrum F._ eine Therapie in ihrer
Muttersprache möglich sei, werde sie dorthin überwiesen.
A.e.
Die Klinik G._ (Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) gab
in ihrem Arztbericht vom 28. März 2019 (IV-act. 33) bekannt, es liege zurzeit eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen vor. Die Symptomatik
wirke sich in Form von körperlicher und geistiger Ermüdung und von
Rückzugstendenzen aus. Die Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit aus
rein psychiatrischer Sicht zu ca. 50 % arbeitsunfähig, in einer ideal adaptierten
Tätigkeit ebenfalls zu 50 %. Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die
Konzentration und geistige Flexibilität (wie etwa Arbeit am Fliessband oder mit sehr
A.f.
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häufigem Wechsel der Arbeitsabläufe), Nachtarbeiten oder Tätigkeiten mit viel
Kundenkontakt seien für sie nicht geeignet.
Die IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 24. Juni 2019 (IV-act. 36) nach
einem Gespräch mit der Versicherten und ihrem Ehemann vom 20. Juni 2019 fest,
diese fühle sich weiterhin weder arbeitsfähig noch in der Lage, an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
A.g.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (ein Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie und eine Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin)
erklärte am 6./7. August 2019 (IV-act. 37), aus somatischer Sicht könne auf das
Gutachten der Rehaklinik C._ abgestellt werden. - Mit Mitteilung vom 8. August 2019
(IV-act. 40) gab die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der
Versicherten bekannt, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, weil sie sich nicht
in der Lage fühle, dabei mitzuwirken.
A.h.
Die Klinik G._ (Dr. H._ und die involvierte Psychologin) gab im Bericht vom
22. November 2019 (IV-act. 43) bei unveränderter Diagnose an, die Versicherte sei in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit voll und in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 %
arbeitsunfähig. Der psychische Zustand habe sich nicht gross verändert, es sei aber
eine leichte Verbesserung der depressiven Symptomatik und der körperlichen
Beschwerden zu erkennen.
A.i.
Die Ärztin B._ erklärte in einem Verlaufsbericht vom 20. November 2019 (IV-
act. 44), der Zustand der Versicherten sei stationär. Ganz leichte körperliche Arbeit
ohne zu starke Belastung der Hände sei zumutbar, zu Beginn an maximal zwei Stunden
pro Tag. Ob dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, hänge von der
Tätigkeit ab. - In einem beigelegten Sprechstundenbericht vom 14. Oktober 2019 (IV-
act. 44-5 ff.) hatte die Klinik für Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen u.a. über
bei der Versicherten vorliegende Arthralgien der Finger- und Fussgelenke unklarer
Ätiologie DD bei Diagnose 2 (Verdacht auf fibromyalgisches Schmerzsyndrom)
informiert. Die konventionellen Röntgenbilder von Händen und Füssen hätten keine
Pathologien bewiesen, sonographisch sei nur ein minimer Erguss im rechten
Handgelenk aufgefallen. Angesichts des erhöhten Leidensdrucks werde ein MRI der
A.j.
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Hände gemacht. Die ausführliche Laboruntersuchung habe mit Ausnahme von minim
erhöhten CK-Werten und eines persistierenden Vitamin D-Mangels keine Auffälligkeiten
gezeigt.
Das Swiss Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) bezeichnete in
seinem Gutachten vom 10. August 2020 (IV-act. 70; Begutachtungen am 27. April
sowie 19. und 26. Mai 2020) als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(erstens) ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei nur geringer
Degeneration der Lendenwirbelsäule und (zweitens) ein chronisches zerviko-
vertebrales Schmerzsyndrom bei Muskelspannungsstörungen, beide ohne Hinweis auf
eine radikuläre Defizitsymptomatik, (drittens) Polyarthralgien der grossen und kleinen
Gelenke ohne Hinweis auf Degeneration, bei Ausschluss von Degeneration (gemeint
wohl: Deformation) oder entzündlichen Veränderungen, leichtes Übergewicht, eine
Hyperlipidämie, ein Vitamin D-Mangel, substituiert, und ein Nikotinabusus. Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit bestünden nicht. Die
Versicherte sei in der bisherigen Tätigkeit voll arbeitsfähig. Vorübergehend seien
aufgrund von lumbovertebralen Schmerzen Arbeitsunfähigkeitszeiten von bis zu acht
Wochen nachvollziehbar. Ansonsten sei die Arbeitsfähigkeit im Verlauf nicht
eingeschränkt gewesen. In leidensangepassten Tätigkeiten betrage die Arbeitsfähigkeit
100 % und sei auch in der Vergangenheit nicht nennenswert eingeschränkt gewesen. -
Die Gutachter hatten u.a. einen Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie am
Kantonsspital St. Gallen vom 19. Dezember 2019 (IV-act. 70-70 ff., über einen
stationären Aufenthalt der Versicherten vom 2. bis 16. Dezember 2019 zur
multimodalen Schmerztherapie, einschliesslich psychotherapeutischer Verfahren)
eingeholt. Danach waren eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und
somatischen Faktoren sowie ein V.a. anhaltende somatoforme Schmerzstörung, V.a.
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, und V.a. fibromyalgisches
Schmerzsyndrom diagnostiziert worden.
A.k.
Mit Vorbescheid vom 18. August 2020 (IV-act. 74) kündigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten an, das Leistungsgesuch vom
Dezember 2018 abzuweisen; es liege keine Invalidität vor (Valideneinkommen und
Invalideneinkommen gleichermassen Fr. 52'797.--).
A.l.
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Die Versicherte liess am 8. September 2020 (IV-act. 75) durch eine
Rechtsschutzversicherung Einwand erheben und beantragen, über die gesetzlichen
Ansprüche nach dem Einwandverfahren neu zu entscheiden. Mit Mail vom 11. Januar
2021 (IV-act. 88) teilte lic. iur. Orhan Spahiu für die Versicherte mit, diese habe Ende
2020 eine Operation gehabt. Mit Einwandergänzung vom 28. Januar 2021 (IV-act. 91)
beantragte er für die Versicherte die Zusprache einer vollen (wohl: ganzen) Rente,
eventualiter sei ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen,
subeventualiter ein psychiatrisches Gutachten. Zwar seien die bisherigen Arztberichte
im Gutachten aufgelistet worden, zumindest dem psychiatrischen Teilgutachten sei
aber nicht zu entnehmen, dass sich der Gutachter damit auseinandergesetzt habe.
Dagegen seien die Berichte der behandelnden Ärzte beweiskräftig, denn sie basierten
auf umfassenden Untersuchungen (einschliesslich Klinikaufenthalts und tagelanger
Beobachtung und Analyse) und seien zu einer differenzierten Beurteilung des
Gesundheitszustands der Versicherten gelangt. Alle diese Berichte zeigten auf, dass
bei ihr unter anderem mittelschwere und mittelschwere bis schwere depressive
Episoden vorgelegen hätten. Eine mittelgradige Episode bestehe immer noch. Durch
eine einzige Konsultation beim Gutachter, die erst noch eine Momentaufnahme
darstelle, würden Berichte von Fachärzten, welche die Versicherte jahrelang
therapierten und eine Leistungsminderung feststellten, entwertet. Es gehe nicht an, der
Versicherten gestützt darauf zumindest indirekt vorzuwerfen, sie habe bei den Tests
simuliert. Die Widerlegung von fachärztlich gestellten Diagnosen würde eine
eingehende und schlüssige Auseinandersetzung mit den Akten voraussetzen. Würde es
der Versicherten so gut gehen wie im Gutachten angenommen, hätte sie zudem keinen
Grund, sich regelmässig psychotherapeutisch behandeln zu lassen, und es hätten
keine Antidepressiva verschrieben werden müssen. Der Gutachter beschreibe zwar
selber diverse Symptome, die sogar unter Medikation mit zwei Antidepressiva
vorhanden seien, mache sich aber kaum die Mühe, sich damit auseinanderzusetzen.
Die Klinik G._ (Dr. H._) habe das Gutachten in einer beigelegten Stellungnahme
vom 25. Januar 2021 (IV-act. 91-7) hinsichtlich der dokumentierten Befunde, der
durchgeführten therapeutischen Massnahmen und der fehlenden Diagnosen als
widersprüchlich und inkonsistent bezeichnet. Es sei fachlich mangelhaft. Zumindest auf
die psychiatrische Begutachtung könne daher nicht abgestellt werden. Sie erfülle nicht
einmal ansatzweise die bundesgerichtlichen Voraussetzungen für einen Beweiswert.
A.m.
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Auf sie könne die Ablehnung des Rentenanspruchs nicht gestützt werden. Aufgrund
des operativen Eingriffs sei ausserdem zumindest ein ergänzendes Gutachten zu den
körperlichen Beschwerden einzuholen. - Die Orthopädie I._ hatte im beigelegten
Bericht vom 27. Oktober 2020 (IV-act. 91-6) über die ambulante Operation einer
Tenosynovialektomie Karpalkanal mit Dekompression N. medianus rechts dargelegt,
erstmals am 18. September 2020 sei mit der Versicherten die Indikation zur Operation
besprochen worden. Sie habe ein neurophysiologisch nachgewiesenes
Karpaltunnelsyndrom beidseits, rechts stärker als links, mit der typischen klinischen
Symptomatik.
Der RAD-Arzt hielt am 19. Februar 2021 (IV-act. 92) dafür, die Vorbringen machten
keine Abänderung der Einschätzungen der Gutachter erforderlich. Wegen der
Rechtsprechung des hiesigen Versicherungsgerichts sei der Einwand samt Beilagen
aber der Begutachtungsstelle vorzulegen. - Am 10. März 2021 (IV-act. 94) teilte der
damalige Rechtsvertreter der Versicherten mit, deren behandelnde Psychologin habe
den Eingang eines neurologischen Berichts in Aussicht gestellt.
A.n.
Das SMAB antwortete auf die Rückfrage (IV-act. 97) am 18. Mai 2021 (IV-act. 98),
es sei die Aufgabe eines medizinischen Sachverständigen, festzustellen, ob die
Beschwerden nachvollzogen werden könnten. Das sei bei der Versicherten nicht der
Fall gewesen. Neuere Untersuchungen bzw. Prävalenzschätzungen zum Auftreten
negativer Antwortverzerrungen in neuropsychologischen Untersuchungen seien in
einigen Untersuchungskontexten und bei einigen kritischen Diagnosegruppen zu einer
Auftretenshäufigkeit im Bereich der Marke von 50 % oder gar mehr gelangt, am
häufigsten seien solche Verzerrungen in gutachterlichen Kontexten. Es sei bei der
Versicherten nicht erkennbar gewesen, dass eine relevante depressive Symptomatik
vorgelegen habe. Die Symptomatik habe zweifelsohne nicht plausibilisiert werden
können. Der Gutachter habe sich mit den aufgelisteten Vorberichten
auseinandergesetzt. Die Diagnosen der behandelnden Fachärzte seien berücksichtigt
worden, hätten aber nicht nachvollzogen werden können. Aus der psychiatrischen und
psychotherapeutischen Erfahrung heraus überrasche es sehr, dass es unter
leitliniengerechter Therapie zu keiner richtungsweisenden Verbesserung gekommen
sein solle. Ausserdem überrasche auch, dass die behandelnden Ärzte von einer
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von 50 % (in einer Verweisungstätigkeit) ausgingen,
A.o.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 14. September 2021
(act. G 1). Die Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei ihr eine Rente von 100 % zu gewähren, eventualiter sei ein
sie selber aber an einer vollen Arbeitsunfähigkeit festhalte. Das sei ein hinreichender
Grund, sich in regelmässige Behandlung zu begeben. Die Ausführungen im Gutachten
seien nicht widersprüchlich. Vielmehr sei das Antwortverhalten der Versicherten
widersprüchlich gewesen und das sei im Gutachten herausgearbeitet worden. Im
Übrigen seien auch die Funktionseinbussen, die sich beispielsweise orthopädisch
dargestellt hätten, nicht konsistent gewesen.
Der damalige Rechtsvertreter der Versicherten wandte am 2. Juli 2021 (IV-
act. 103) ein, wenn es so einfach wäre, die vorhandenen Diagnosen anhand eines
Beschwerdevalidierungsverfahrens und eines Testmanuals zu verifizieren oder zu
widerlegen, könnte sich die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die
Begutachtungskosten sparen und die Tests selbst durchführen. Statt sich mit den
genauen Angaben der behandelnden Ärzte auseinanderzusetzen, mache der Gutachter
statistische Ausführungen, die hier irrelevant seien. Dr. H._ habe auch den Befund
beschrieben. Seine Diagnosen seien pauschal entwertet worden. Der Gutachter wolle
die erhobenen psychiatrischen Befunde der Versicherten aufgrund eines
Beschwerdevalidierungsverfahrens als Aggravation/Simulation betrachten. Die
Verordnung (und Einnahme) von Antidepressiva belege, dass die behandelnden
Fachärzte von den Diagnosen überzeugt seien und keinen Gefälligkeitsbericht
abgegeben hätten. Die Versicherte leide nicht nur an einer psychiatrischen Diagnose
mit Krankheitswert, sondern auch an weiteren, die Leistungsfähigkeit einschränkenden
Beschwerden. Sobald der Bericht über eine neurologische Untersuchung vorliege,
werde er eingereicht werden, ebenso eine Stellungnahme der behandelnden Ärzte zum
nachträglichen Schreiben des SMAB. Es wäre sachdienlich, mit der Verfügung auf
diese Akten zu warten.
A.p.
Mit Verfügung vom 10. August 2021 (IV-act. 105) lehnte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch der
Versicherten entsprechend dem Vorbescheid ab.
A.q.
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polydisziplinäres medizinisches Gutachten, subeventualiter ein psychiatrisches
Gutachten einzuholen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, ausserdem sei ihr die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Bei Vorliegen einer mittelgradigen
Depression habe bei ihr gemäss dem Schreiben der Klinik G._ eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden. Nun liege sogar eine schwere Depression vor.
Gemäss einem Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie am Kantonsspital
St. Gallen vom 19. Dezember 2019 (IV-act. 70-70 ff.) habe der Verdacht auf eine
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, bestanden. Am 22. Juni 2020 habe
eine neurologische Untersuchung am Neurozentrum J._ stattgefunden, aufgrund
derer im beigelegten Bericht (gleichen Datums, act. G 1.2) ein Karpaltunnelsyndrom
rechts mehr als links diagnostiziert worden sei. Dazu sei gemäss dem Bericht eine
Schwellungsneigung beider Hände gekommen, so dass die Rheumafaktoren und
Schilddrüsenhormonwerte ergänzt werden sollten, und wegen der ausgeprägten
Antriebsstörung, am ehesten im Rahmen einer Depression und einer Hypothyreose,
sollte ein Psychiater beigezogen werden. In einem ebenfalls beigelegten Bericht vom
2. Juni 2021 (act. G 1.3) habe die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen eine
schwere depressive Episode und eigen-/fremdanamnestisch eine Gedächtnisstörung
und objektiv eine erhebliche psychomotorische Verlangsamung diagnostiziert. Die
Beschwerdeführerin erklärt weiter, die schwere Depression liege noch immer vor, und
wiederholt, im Gutachten seien die früher sorgfältig durch diverse Fachärzte erstellten
Diagnosen gar nicht berücksichtigt worden. Die depressiven Symptome seien trotz der
in der Blutanalyse nachgewiesenen Antidepressiva stark vorhanden. Auf die
Stellungnahme der Klinik G._ vom 25. Januar 2021 sei der Gutachter nur teilweise
eingegangen. Mit der Argumentation, es liege auf der Hand, dass eine depressive
Symptomatik auch und gerade von Menschen, die nicht an ihr litten, sehr leicht
präsentiert werden könne, könnten Gutachter allen Personen, die an einer depressiven
oder sonstigen psychischen Krankheit litten, die entsprechende Diagnose pauschal
absprechen. Die fachmännisch festgestellten Diagnosen seien nicht schlüssig widerlegt
worden. Dr. H._ und die behandelnde Psychologin hätten in einem beigelegten
Schreiben vom 13. September 2021 (act. G 1.6) festgehalten, sie (die
Beschwerdeführerin) leide weiterhin an einer schweren depressiven Episode. Zudem
leide sie auch an weiteren Beschwerden, welche die Leistungsfähigkeit einschränkten.
Deshalb sei ein neues Gutachten einzuholen, das die Wechselwirkung berücksichtige.
Zumindest auf das psychiatrische Teilgutachten könne nicht abgestellt werden. Zum
erfolgten operativen Eingriff hätten die Gutachter trotz entsprechender Anfrage durch
die Beschwerdegegnerin keine Stellung genommen.
C.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. November 2021 (act. G 5) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das polydisziplinäre SMAB-
Gutachten sei von qualifizierten Fachärzten erstellt worden und erfülle insbesondere die
Anforderungen der Rechtsprechung an ein strukturiertes, indikatorengeleitetes
Beweisverfahren. Es sei darin festgehalten worden, das Verhalten der
Beschwerdeführerin habe keinem bekannten psychiatrischen Krankheitsbild
zugeordnet werden können. Es ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass weitere
Abklärungen erheblich wären. Mit der Stellungnahme der Klinik G._ vom 25. Januar
2021 seien keine neuen medizinischen Sachverhalte oder Argumente beigebracht
worden.
D.
Mit Schreiben vom 10. November 2021 (act. G 6) hält das Versicherungsgericht fest,
dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege könne nicht entsprochen werden.
E.
Von der ihr mit Schreiben vom 3. Dezember 2021 (act. G 7) eingeräumten Möglichkeit,
sich zur Beschwerdeantwort vernehmen zu lassen, hat die Beschwerdeführerin keinen
Gebrauch gemacht.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 10. August 2021, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente
abgelehnt hat. Diese beantragt im Hauptstandpunkt die Zusprache einer ganzen
Rente.
2.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR
831.20; in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2021 in Kraft gewesenen
Fassung, vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
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3.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). - Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG;
vgl. schon BGE 102 V 165). - Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei
Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Die funktionellen Folgen der
Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der
Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert
werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und
anderseits in jener der Konsistenz. Zum funktionellen Schweregrad sind die Komplexe
"Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der diagnose-relevanten
Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden
Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und
persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie
der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen und um behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3). Auf Ausschlusskriterien
(vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 a.E., vgl. BGE 141 V 291 E. 2.2; wie Aggravation oder eine
ähnliche Konstellation) hinweisende Umstände sind zu bewerten (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.3.1.1).
2.2.
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sind im
April/Mai 2020 polydisziplinär begutachtet und eingeschätzt worden.
3.1.
Im Einzelnen wurde im orthopädisch-traumatologischen Teil ausgeführt, die
Beschwerdeführerin habe spontan angegeben, Schmerzen in ihren Fingergelenken zu
haben. Diese und die Hände seien auch geschwollen. Zudem habe sie auch
Schmerzen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Auf Befragen habe sie erklärt,
seit vier Jahren leide sie an zunehmenden Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat,
die seit zwei Jahren kaum mehr erträglich seien. Im Vordergrund stünden derzeit die
Rücken- und die Schulterbeschwerden. Linderung erfahre sie durch die Einnahme von
3.2.
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Schmerzmitteln - zurzeit nehme sie "regelmässig keine" Mittel ein - und durch Ruhe
und Wärme. Sie sei geräuschempfindlich, ziehe sich zurück, meide Gespräche und sei
müde und erschöpft. Zurzeit habe sie keine grossen Aktivitäten im Alltag. Ihr letzter
Arbeitstag sei am _. _ 2015 gewesen. Es sei ihr auf den 12. November 2016
gekündigt worden. Sie könne sich eine erneute berufliche Tätigkeit nicht vorstellen. -
Der Gutachter der Orthopädie hielt fest, Kooperation und Motivation der
Beschwerdeführerin seien gut gewesen. Im Bereich des rechten Handgelenks sei
kernspintomographisch (am 18.10.2019) bei Ulna-Plus-Variante ein Impaction-
Syndrom festgestellt worden, bei der Untersuchung sei die Klinik nicht ausgeprägt
gewesen und der Beschwerdekomplex habe keine besondere Erwähnung durch die
Beschwerdeführerin gefunden. Radiologisch habe sich bezüglich der kleinen Gelenke
ein nahezu normaler Befund mit Ausschluss von entzündlichen und postentzündlichen
Veränderungen und pathologischen oder relevanten Degenerationen dargestellt. Auch
die Röntgenaufnahmen der Füsse hätten keinen pathologischen Befund nachweisen
können. Das MRI der beiden Hände und Handgelenke zeige rechts keinen Hinweis auf
systemische entzündliche Veränderungen der Fingergelenke, so dass ein
rheumatologisches systemisches Krankheitsgeschehen nahezu ausgeschlossen
werden könne. Es ergebe sich die Diagnose einer Polyarthralgie unklarer Ätiologie bei
freier Funktion, Ausschluss von Degeneration oder Deformierung oder von
entzündlichen Veränderungen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich
orthopädisch gesehen nicht (vgl. IV-act. 70-20 bis 24). Die beklagten Beschwerden
würden sich organisch strukturell nicht erklären lassen. Die Funktionseinbussen seien
nicht konsistent gewesen (vgl. IV-act. 70-25). Die Leistungsminderung von 20 %
gemäss dem Gutachten der Rehaklinik C._ vom Februar 2019 könne orthopädisch
nicht bestätigt werden (vgl. IV-act. 70-26).
Anlässlich der internistischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin gemäss
dem entsprechenden Teil des Gutachtens an, sie leide ständig an in der Intensität nur
wenig schwankenden Schmerzen im Bereich der Hände, Arme, Ellenbogen und
Schultern sowie auch im Bereich der unteren Extremitäten, insbesondere in jenem der
Kniegelenke und der Füsse. Es lägen seit vier Jahren zunehmende Schmerzen im
Bereich des ganzen Bewegungsapparats vor, seit zwei Jahren seien sie kaum
erträglich. Seither bestünden auch psychische Beschwerden mit phasenweise
psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung. Wegen der Schmerzen und
psychischer Probleme habe sie die Arbeit nicht mehr weiterführen können. Nach der
Anmeldung beim RAV im November 2016 sei es ihr nicht gelungen, eine geeignete
Arbeitsstelle zu erhalten. Von Mai 2017 bis April 2018 habe sie ALV-Taggeld bezogen.
Seither sei sie soweit möglich als Hausfrau tätig. - Der Gutachter der Allgemeinen
3.3.
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Inneren Medizin erklärte, aus diesem Fachbereich seien keine Erkrankungen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen (vgl. IV-act. 70-38).
Aufgrund der psychiatrischen Begutachtung wurde festgehalten, die
Beschwerdeführerin habe auf Befragen erklärt, ihr Kopf werde schnell müde, sie könne
Leute nicht mehr ertragen, selbst nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung. Sie sei
sehr vergesslich und könne sich nicht konzentrieren und habe viel Stress, alles sei
schlecht. Sie sei so traurig oder unglücklich, dass sie es kaum noch ertrage. Sie habe
das Gefühl, die Zukunft sei hoffnungslos. Sie habe immer Schuldgefühle und könne
keine Entscheidungen mehr treffen. Ihr Schlaf und ihr Appetit seien nicht mehr so gut
wie früher. Sie mache sich so grosse Sorgen über gesundheitliche Probleme, dass es
ihr schwerfalle, an etwas anderes zu denken. Die Beschwerden hätten sich gebessert.
Für ihre Arbeit habe sie keinen Nerv mehr gehabt, es sei nervlich nicht mehr gegangen.
Manchmal werde sie (im Haushalt) von der _ unterstützt. Betreffend diverse
anamnestische Aspekte habe die Beschwerdeführerin angegeben, darüber nichts zu
wissen. - Der Gutachter der Psychiatrie legte dar, sie habe auf den Aufruf im
Wartezimmer hin nicht reagiert, sei unkooperativ gewesen und habe demotiviert
gewirkt. Die Auffassung und die Konzentration seien (auch gegen Ende der
Untersuchung) nicht beeinträchtigt gewesen. Die Willenskräfte und der Antrieb hätten
reduziert gewirkt. Die Beschwerdeführerin habe sich massiv zum depressiven Pol hin
verschoben präsentiert. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei aufgehoben gewesen.
Unter dem Aspekt der Persönlichkeit habe ein Typus melancholicus imponiert,
Hinweise auf eine akzentuierte Persönlichkeit oder auf eine Persönlichkeitsstörung im
engeren Sinn hätten sich nicht finden lassen (vgl. IV-act. 70-46 f.). Die
Beschwerdeführerin werde offenbar leitliniengerecht behandelt. Daher überrasche,
dass sie trotz der selbst von ihr angegebenen Zustandsverbesserung nicht wieder in
den Arbeitsprozess habe zurückkehren können. Das sei aus psychiatrischer Sicht nicht
nachvollziehbar. Unter anderem deshalb, weil die präsentierten Einschränkungen nicht
hätten nachvollzogen werden können, seien zwei Beschwerdevalidierungsverfahren
durchgeführt worden, die hoch auffällige Ergebnisse erbracht hätten. Es sei von einer
nicht authentischen Beschwerdeschilderung bzw. dem zielgerichteten Vortäuschen
einer nicht vorhandenen Symptomatik auszugehen (vgl. IV-act. 70-49). Der
behandelnde Psychiater habe im März 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
angenommen und dabei offenbar die Angaben der Beschwerdeführerin unkritisch
übernommen. Auch diese Arbeitsfähigkeit habe die Beschwerdeführerin im Übrigen
nicht realisieren können. Im November 2019 hätten der behandelnde Psychiater und
die Psychologin trotz Hinweises auf eine leichte Verbesserung der depressiven
Symptomatik und der körperlichen Beschwerden weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von
3.4.
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4.
50 % attestiert, für die angestammte Tätigkeit sogar gar keine Arbeitsfähigkeit mehr.
Diese Einschätzung könne nicht nachvollzogen werden (vgl. IV-act. 70-50). Das
Auftreten, das Antwortverhalten und das signifikant schlechte Abschneiden in zwei
verschiedenen Beschwerdevalidierungsverfahren sprächen für eine nicht authentische
Beschwerdeschilderung (vgl. IV-act. 70-51). Es habe keine psychiatrische Diagnose
erhoben werden können (vgl. IV-act. 70-48 f.).
Interdisziplinär wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei in der Lage,
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis
zu 15 kg auszuüben. Die Arbeitsfähigkeit betrage in der zuletzt ausgeübten wie in einer
leidensadaptierten Tätigkeit 100 % (vgl. IV-act. 70-8 f.).
3.5.
Die Beschwerdeführerin wendet in der Beschwerde vom September 2021 ein,
zumindest auf das psychiatrische Teilgutachten könne nicht abgestellt werden. Sie
habe nämlich bei Vorliegen einer mittelgradigen Depression gemäss dem Bericht der
Klinik G._ (Berichte vom 28. März 2019 und vom 22. November 2019; in der
Einwandergänzung vom Januar 2021 hat die Beschwerdeführer zudem vorgebracht,
dieser Grad habe damals weiterbestanden) eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
aufgewiesen und nun leide sie gar an einer schweren depressiven Episode, wie sich
aus dem Bericht der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 2. Juni 2021
ergebe.
4.1.
Der genannte Bericht der Klinik für Neurologie vom 2. Juni 2021 (act. G 1.3) gab
darüber Auskunft, dass bei ausgeprägter Antriebsminderung und psychomotorischer
Verlangsamung der Beschwerdeführerin eine ergänzende Standortbestimmung in der
Klinik K._ stattgefunden habe. Diese war erfolgt, weil im Austrittsbericht der Klinik für
Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen vom 19. Dezember 2019 u.a. die
Verdachtsdiagnose einer depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, gestellt
worden war. Dort war ausserdem die Verdachtsdiagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung erwähnt worden, welche damit begründet worden war,
dass die Beschwerdeführerin auf die Frage nach dem Beginn der Schmerzen zu
weinen begonnen habe und dass von einem emotional stark belastenden auslösenden
Ereignis auszugehen sei, auch wenn die Beschwerdeführerin dieses nicht habe
benennen wollen (vgl. IV-act. 70-71). In der Ergotherapie war bei der betreffenden
Hospitalisation zudem aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin zeitweise leer vor sich
hingestarrt habe und in eine Art Absenz gefallen sei, aber auch, dass sie die Übungen
zur Nervenmobilisation nur sehr halbherzig mitgemacht und sehr desinteressiert
4.1.1.
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gewirkt habe. Aufgrund der erwähnten Standortbestimmung in der Klinik für Neurologie
wurde im Bericht vom 2. Juni 2021 festgehalten, die Liquorpunktion vom 4. Mai 2021
sei (einschliesslich Demenzmarker) unauffällig gewesen und auch eine
Amyloidpathologie sei nicht nachgewiesen worden. Ein MRI Neurokranium vom 4. Mai
2021 sei normal ausgefallen und eine MR Volumetrie habe keine über die Altersnorm
hinausgehende Hirnparenchyminvolution gezeigt. Für eine neuropsychologische
Untersuchung vom 6. April 2021 sei eine Übersetzerin beigezogen worden. Aufgrund
der fehlenden Anstrengungsbereitschaft der Beschwerdeführerin sei diese
standardisierte Untersuchung aber abgebrochen worden. Die Beschwerdeführerin
habe wenige bis keine Angaben zu Biographie, kognitiven Defiziten und emotionalem
Befinden gemacht. Im Mini-Mental-Status-Test habe sie sich auch bei einfachen
Aufgaben nicht bemüht. Eine computergestützte Aufgabe zur Beschwerdevalidierung
habe sie verweigert. Zur näheren Objektivierung allfälliger kognitiver Defizite sei eine
Wiederholung der Untersuchung nach Besserung des psychiatrischen Befundes zu
empfehlen. Die Arbeitsfähigkeit sollte sich nach der psychiatrischen Beurteilung
richten. - Dieser Bericht vom 2. Juni 2021 bietet (wie im Übrigen derjenige der Klinik für
Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen vom 19. Dezember 2019) keinen Anlass für
Zweifel am Ergebnis der Begutachtung. Denn zum einen haben sich bei der
durchgeführten Diagnostik verschiedener Art keine Hinweise auf eine mögliche
neurodegenerative Genese der Symptomatik ergeben. Zum andern ist das
beschriebene Verhalten der Beschwerdeführerin bei der Anamneseerhebung dem
schon bei der Begutachtung gezeigten ähnlich. Der Bericht der Klinik für
Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen vom 19. Dezember 2019 mit der bereits
beschriebenen Verdachtsdiagnose (einer schweren depressiven Episode) und den
oben dargelegten Feststellungen und Einschätzungen war dem Experten der
Psychiatrie bei seiner gutachterlichen Beurteilung zudem bereits bekannt gewesen (vgl.
IV-act. 70-70 ff.).
Der Gutachter hat es nicht unterlassen, sich mit den Feststellungen eines
depressiven Syndroms in den Vorakten durch das Psychiatrie-Zentrum und durch die
Klinik G._ auseinanderzusetzen. Er hat dafürgehalten, sie seien nicht nachvollziehbar
(vgl. IV-act. 70-49 f.).
4.1.2.
Die Beschwerdeführerin legt dar, der Gutachter der Psychiatrie selber habe
diverse, bei ihr vorliegende Symptome beschrieben, und diese hätten selbst unter
nachgewiesenem Einsatz antidepressiver Medikation vorgelegen. - Im Gutachten
wurden die vorgefundenen Untersuchungsbefunde detailliert beschrieben (vgl. IV-
act. 70-46 f.). Es trifft zu, dass dabei auch gewisse Beeinträchtigungen erwähnt
4.2.
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wurden, namentlich etwa Gedächtnisstörungen (vgl. IV-act. 70-47), weil die
Beschwerdeführerin erklärt hatte, verschiedene biographische Daten nicht zu kennen
(vgl. IV-act. 70-44). Durch eine medizinische Begutachtung ist jedoch wie erwähnt das
funktionelle Leistungsvermögen, das einer versicherten Person trotz ihrer psychischen
Beschwerdesituation noch zugemutet werden kann, anhand eines strukturierten
Beweisverfahrens zu erheben. Der Gutachter hielt zum betreffenden Aspekt der
Gedächtnisleistungen etwa fest, im klinisch-psychopathologischen Befund hätten die
Merkfähigkeit, das Kurz- und das Langzeitgedächtnis der Beschwerdeführerin
unbeeinträchtigt gewirkt. Es wurde geschlossen, die vorgegebenen
Gedächtnisstörungen hätten nicht nachvollzogen bzw. keinem bekannten
psychiatrischen Krankheitsbild zugeordnet werden können (vgl. IV-act. 70-47). Diese
gutachterliche Beurteilung erscheint nachvollziehbar und sie wird dadurch noch
gestützt, dass die Beschwerdeführerin bei der internistischen Begutachtung eine
Woche vor der psychiatrischen Untersuchung mehr Angaben zu machen gewusst hatte
(vgl. IV-act. 70-33; vgl. auch die diesbezügliche Anamneseerhebung bei der
orthopädischen Begutachtung, IV-act. 70-19).
Die Beschwerdeführerin beanstandet des Weiteren, dass
Beschwerdevalidierungsverfahren und Testmanuals für sich allein nicht genügten, um
vorhandene Gesundheitsschäden zu bestätigen oder zu widerlegen. - Der Gutachter
der Psychiatrie hat wie erwähnt Zusatzuntersuchungen vorgenommen (vgl. IV-
act. 70-48), darunter auch zwei Beschwerdevalidierungsverfahren. Er hat begründet,
weshalb er Letzteres getan hat, nämlich weil er die (klinisch) präsentierten
Einschränkungen nicht hatte nachvollziehen können (vgl. IV-act. 70-49). Dieses
Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Es liegt eine gesamtheitliche psychiatrische
Beurteilung vor.
4.3.
Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, wäre das Begutachtungsergebnis
zutreffend, würde sie sich nicht regelmässig psychotherapeutisch behandeln lassen
und sie würde keine Antidepressiva einnehmen. - In diesem Zusammenhang ist darauf
hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin sich selber als infolge ihrer Beschwerden
gänzlich arbeitsunfähig einschätzt, weshalb sie medizinische Versorgung einsetzt.
Dieser Umstand für sich allein vermag allerdings einen - vom Gutachten abweichenden
- Schweregrad der gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht zu objektivieren. Für
dessen Einschätzung ist vielmehr die Gesamtheit der relevanten Indikatoren zu
berücksichtigen und zu würdigen.
4.4.
Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass das Gutachten widersprüchlich oder
dass bei der Expertise nicht lege artis vorgegangen worden wäre.
4.5.
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Im Weiteren bestreitet die Beschwerdeführerin den Beweiswert des Gutachtens
mit den anderslautenden Beurteilungen mehrerer behandelnder Ärzte, namentlich mit
jener der Klinik G._ (Dr. H._). Diese basierten auf umfassenden Untersuchungen,
denn sie (die Beschwerdeführerin) stehe in einer längeren medizinischen Behandlung
(einschliesslich eines Klinikaufenthalts), während es sich bei einer Begutachtung um
eine lediglich einmalige Abklärung und um eine Momentaufnahme ihres
Gesundheitszustands handle. - Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob er in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 13. August 2021, 9C_280/2021 E. 2.2,
BGE 134 V 231 E. 5.1). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und
umfassende Behandlung (einer versicherten Person durch einen Arzt) oft wertvolle
Erkenntnisse zeitigen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 9. Februar 2017, 9C_630/2016
E. 4.2.1.1, vgl. auch den aus I 255/96 zitierten Hinweis im Bundesgerichtsurteil vom
21. Dezember 2005, 4P.254/2005 E. 4.2). Indessen ist doch auch die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-) Arztes einerseits und
von Begutachtungsauftrag eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten
anderseits (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 29. März 2018 8C_733/2017 E. 4.3.3) nicht
ausser Acht zu lassen. Ein Gutachter ist zudem in der Lage, durch die Kenntnis der
verschiedenen Vorakten eine umfassendere Sicht zu gewinnen, wie es auch vorliegend
anzunehmen ist. Im Einzelnen zeigt sich zudem, dass die behandelnde Ärzteschaft
zumindest bis zum Zeitpunkt der Begutachtung für eine adaptierte Tätigkeit keine volle
Arbeitsunfähigkeit annahm, wie es die Beschwerdeführerin wie erwähnt allerdings
selber tut. Im jüngsten Bericht vom 13. September 2021 (act. G 1.6) hielt die Klinik
G._ ferner fest, die Beschwerdeführerin leide (weiterhin) an einer schweren
depressiven Episode, wie sie auch schon im Bericht der Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen vom 2. Juni 2021 diagnostiziert worden sei. Eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist im Bericht vom 13. September 2021 nicht enthalten, so
wenig wie in jenem vom 2. Juni 2021 (dort wurde lediglich auf die diesbezüglich
erforderliche psychiatrische Beurteilung hingewiesen). Dieser letztgenannte
(neurologische) Bericht konnte sich im Unterschied zum Gutachten auch nicht auf eine
Beschwerdevalidierung stützen und fällt daher im Beweiswert etwas zurück (vgl. auch
oben E. 4.1.1).
4.6.
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Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, sie leide auch an weiteren, ihre
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Beschwerden. Die Gutachter hätten es versäumt,
sich zum erfolgten operativen Eingriff zu äussern. Deshalb sei ein neues Gutachten
einzuholen, das die Wechselwirkung berücksichtige.
4.7.
Zum somatischen Gesundheitszustand ist vorweg festzuhalten, dass schon bei
der Begutachtung durch die Rehaklinik C._ vom 1. Februar 2019 die radiologischen
Befunde vom 12. September 2018 bekannt gewesen waren (vgl. Fremd-act. 2-30 f.).
Die orthopädisch-traumatologische SMAB-Teilbegutachtung ist ebenfalls nicht zu
beanstanden.
4.7.1.
Der Bericht des Neurozentrums J._ vom 22. Juni 2020 beschrieb einen
Zustand rund zwei Monate nach der SMAB-Begutachtung. Es wurde darin ein
Karpaltunnelsyndrom rechts mehr als links diagnostiziert (bei normalen F-Wellen ohne
Hinweis auf eine proximale wurzelnahe Läsion C7 beidseits), das klinisch und
neurographisch nachgewiesen sei. Gemäss dem Bericht der Orthopädie I._ vom
27. Oktober 2020 fand in der Folge eine ambulante diesbezügliche Operation statt
(Tenosynovialektomie Karpalkanal mit Dekompression N. medianus rechts). Zur
betreffenden Anfrage hat das SMAB, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, nicht
ausdrücklich Stellung genommen. Bei der orthopädischen Begutachtung war ein
Impaction-Syndrom festgestellt worden, zu dessen Beschwerdekomplex aber keine
ausgeprägte Klinik vorgelegen hatte (vgl. IV-act. 70-24). Was die Karpaltunnel-
Symptomatik betrifft, wurden keine Berichte über diesbezüglich relevante
Einschränkungen nach der Operation beigebracht. Im Bericht der Klinik für Neurologie
am Kantonsspital St. Gallen vom 2. Juni 2021 fand im Untersuchungsbefund keine
diesbezügliche Beeinträchtigung Erwähnung. Von einer namhaften Verschlechterung
seit der Begutachtung ist in diesem Zusammenhang deshalb nicht auszugehen.
4.7.2.
Im Bericht des Neurozentrums J._ vom 22. Juni 2020 wurde im Weiteren
dargelegt, es habe auch eine Schwellungsneigung beider Hände der
Beschwerdeführerin vorgelegen, so dass die Rheumafaktoren und die
Schilddrüsenhormonwerte ergänzend bestimmt werden sollten. Wegen der
ausgeprägten Antriebsstörung, am ehesten im Rahmen einer Depression und einer
Hypothyreose, sollte ein Psychiater zugezogen werden. - Bei der Laboruntersuchung
einer Probe vom 26. Mai 2020 (somit lediglich rund einen Monat vor dem Bericht des
Neurozentrums) anlässlich der Begutachtung war eine Bestimmung des TSH basal
vorgenommen worden und es hatte gemäss der internistischen Expertise eine
euthyreote Stoffwechsellage festgestellt werden können (vgl. IV-act. 70-36 und IV-
4.7.3.
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5.
Angesichts der vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ergibt sich bei der
Beurteilung der erwerblichen Folgen der gesundheitlichen Situation der
Beschwerdeführerin kein relevanter Invaliditätsgrad. Die im Gutachten rückblickend
angenommenen vorübergehenden Zeiten (von bis zu acht Wochen) der
Arbeitsunfähigkeit reichen nicht aus, einen Rentenanspruch zu begründen (vgl.
namentlich die somit nicht erfüllte Voraussetzung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Die
angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtmässig.
6.