Decision ID: c884cf76-95cf-437e-afa0-f3652616127d
Year: 2020
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A_ wurde mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 21. August 2019 des mehrfachen Diebstahls, des versuchten Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig erklärt und verurteilt zu 4 Jahren Freiheitsstrafe, unter Einrechnung des Polizeigewahrsams vom 23. Juli bis 24. Juli 2015 (1 Tag). Zudem wurde er zu CHF 10'000.– und EUR 1'000.– Schadenersatz an die Privatklägerinnen B_ und C_ verurteilt. Die Mehrforderung wurde auf den Zivilweg verwiesen. Vom Vorwurf des versuchten Betrugs (AS Ziff. 3) wurde er freigesprochen. Des Weiteren wurde das Verfahren gegen A_ betreffend mehrfache Urkundenfälschung (AS Ziff. 5) zufolge Unzuständigkeit eingestellt. Zudem wurde A_ zu CHF 10'000.– und EUR 1'000.– Schadenersatz an die Privatklägerinnen B_ und C_ verurteilt. Die Mehrforderung wurde auf den Zivilweg verwiesen. Schliesslich wurden ihm die Verfahrenskosten im Betrage von CHF 7'484.20 sowie eine Urteilsgebühr von CHF 10'000.– auferlegt.
Gegen dieses Urteil erklärte A_ (nachfolgend Berufungskläger) am 23. Dezember 2019 Berufung, wobei das Urteil vollumfänglich angefochten wurde. Es wird beantragt, das Urteil des Strafgerichts vom 21. August 2019 sei aufzuheben und es sei der Berufungskläger von der Anklage vollumfänglich freizusprechen, dies unter o/e-Kostenfolge. Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerinnen haben weder Anschlussberufung erklärt noch Nichteintreten auf die Berufung beantragt.
Mit Berufungsbegründung vom 17. Februar 2020 beantragte der Berufungskläger – in Übereinstimmung mit dem bereits im Rahmen der Berufungserklärung gestellten Antrag, dass das Urteil des Strafgerichts vom 21. August 2019 aufzuheben und der Berufungskläger von der Anklage vollumfänglich freizusprechen sei, dies unter o/e-Kostenfolge bzw. es seien keine Kosten zu erheben und es sei dem Berufungskläger eine Partei- und Haftentschädigung zuzusprechen.
Mit Berufungsantwort vom 27. März 2020 beantragte die Staatsanwaltschaft, dass der Berufungskläger unter Abweisung der Berufung wegen mehrfachen Diebstahls, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen sei. Über die Zivilklagen und weitere Entschädigungsfolgen sowie über Nebenfolgen sei dem erstinstanzlichen Urteil entsprechend zu befinden, dies unter o/e-Kostenfolge. Auch die Privatklägerinnen beantragten ihrerseits mit Berufungsantwort vom 25. Mai 2020, die Berufung vollumfänglich abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil in allen Teilen zu bestätigen, dies unter o/e-Kostenfolge.
Mit Verfügung vom 3. Juli 2020 bzw. Vorladung vom 6. Juli 2020 lud der Instruktionsrichter die Parteien zur Berufungsverhandlung am 12. November 2020 vor. Das Zentralgefängnis Lenzburg reichte am 5. November 2020 einen Vollzugsbericht über den Berufungskläger ein. Dieser nahm mit Schreiben vom 4. November 2020 zum Bericht Stellung.
Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 12. November 2020 wurde der Berufungskläger befragt. Im Anschluss gelangten sein Verteidiger, die Staatsanwaltschaft sowie der Rechtsvertreter der Privatklägerinnen zum Vortrag. Die Parteien hielten an ihren bereits schriftlich gestellten Anträgen fest. Mit Beschluss vom 12. November 2020 wurde der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindende Berufungskläger aus der Haft bzw. dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen.
Für sämtliche weitere Ausführungen wird auf das Verhandlungsprotokoll verwiesen. Die Einzelheiten der entscheidrelevanten Parteistandpunkte ergeben sich aus den nachfolgenden Erwägungen.

Erwägungen
1.
1.1
Nach Art. 398 Abs. 1 der schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) ist die Berufung gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte zulässig, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen wird, was vorliegend der Fall ist. Zuständiges Berufungsgericht ist nach § 88 Abs. 1 und 92 Abs. 1 Ziff. 1 des basel-städtischen Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG, SG 154.100) ein Dreiergericht des Appellationsgerichts. Der Berufungskläger ist als beschuldigte Person vom angefochtenen Urteil berührt und hat ein rechtlich geschütztes Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, sodass er gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO zur Erklärung der Berufung legitimiert ist. Auf das form- und fristgerecht eingereichte Rechtsmittel ist daher einzutreten.
1.2
Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden.
1.2.1
Im Rechtsmittelverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Die Berufung kann demgemäss auf die Anfechtung von Teilen des Urteils beschränkt werden (vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 sowie Art. 401 Abs. 1 StPO). Erfolgt eine Teilanfechtung, erwachsen die nicht angefochtenen Punkte in Teilrechtskraft.
1.2.2
Der Berufungskläger beantragt die Aufhebung des Urteils der Vorinstanz und einen vollumfänglichen Freispruch von der Anklage. Aufgrund der fehlenden (Anschluss-)Berufung der Staatsanwaltschaft sind somit der Freispruch vom Vorwurf des versuchten Betrugs gemäss AS Ziff. 3 sowie die Einstellung des Verfahrens betreffend mehrfache Urkundenfälschung gemäss AS Ziff. 5 zufolge Unzuständigkeit in Rechtskraft erwachsen. Gleiches gilt auch für die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren.
2.
2.1
Der Verteidiger des Berufungsklägers stellte im Rahmen der zweitinstanzlichen Berufungsverhandlung den Beweisantrag, dass aufgrund einer möglicherweise beim Berufungskläger vorliegenden Demenzerkrankung eine ärztliche Abklärung vorzunehmen sei, da eine solche Erkrankung Auswirkungen auf die Schuldfähigkeit und überdies Einfluss auf die Strafempfindlichkeit haben könne. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Abweisung des Antrags.
2.2
Schuldfähigkeit bedingt die Fähigkeit der Täterschaft, das Unrecht ihrer Tat einzusehen sowie gemäss dieser Einsicht zu handeln (Art. 19 Abs. 1 und 2 des Strafgesetzbuches, [StGB, SR 311.0]). Gemäss Art. 20 StGB ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht die Begutachtung durch einen Sachverständigen an, wenn ernsthafter Anlass besteht, an der Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln (BGE 133 IV 145 E. 3.3 S. 147 f. m.H., 116 IV 273 E. 4.a S. 274; BGer 6B_810/2016 vom 12. Mai 2016 E. 1.2, 6B_519/2015 vom 25. Januar 2016 E. 1.2.1, 6B_744/2012 vom 9. April 2013 E. 2.1.1).
2.3
Vorliegend bestehen keine Anzeichen, die geeignet sind, Zweifel hinsichtlich der Schuldfähigkeit des Berufungsklägers zu erwecken. Der Verteidiger des Berufungsklägers stützt sich bei seinem Antrag auf den Vollzugsbericht des Zentralgefängnisses Lenzburg vom 3. November 2020 (Akten S. 3042 ff.). Demgemäss habe das Vollzugspersonal beim Berufungskläger vermehrt «Gedächtnislücken» und zum Teil widersprüchliche und wirre Aussagen sowie Handlungsweisen beobachtet. Aufgrund dessen sei der Anstaltspsychiater für eine Einschätzung angefragt worden. Dieser konnte in der Folge jedoch bei der Konsultation keine «ausreichende[n] Hinweise für eine Demenz, welche weiterführende diagnostische Massnahmen notwendig machen würden, [finden]». Überdies wurde der allgemeine Gesundheitszustand des Berufungsklägers vom gefängnisinternen Gesundheitsdienst im Hinblick auf sein Alter und die medizinische Vorgeschichte als «gut» bezeichnet (Akten S. 3043). Aufgrund der ärztlichen Einschätzung ist entsprechend nicht vom Vorliegen einer Demenzerkrankung auszugehen. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Berufungsklägers ist es nicht erstaunlich, wenn bei ihm gewisse Gedächtnislücken auftauchen sollten. Im Rahmen der zweitinstanzlichen Befragung vor den Schranken war der Berufungskläger durchaus in der Lage, sich adäquat zu den ihm gestellten Fragen zu äussern und durchaus eloquent seinen Standpunkt zu vertreten. Einen verwirrten Eindruck vermittelte der Berufungskläger nicht. Des Weiteren ist festzuhalten, dass die dem Berufungskläger vorgeworfenen Straftaten aus den Jahren 2008 bis 2015 stammen. Eine rückwirkende Feststellung von allfälligen Demenzanzeichen ist daher schwerlich durchführbar. Auch spricht die jeweils raffinierte Art der Tatbegehung klarerweise gegen eine Demenzerkrankung des Berufungsklägers (vgl. dazu hinten E. 5 ff.).
Somit lassen keine Umstände darauf schliessen, dass der Berufungskläger zum Tatzeitpunkt in seiner Schuldfähigkeit bzw. in seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist. Auswirkungen auf die Strafempfindlichkeit aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Berufungsklägers sind allenfalls im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen (s. hinten E. 6.13). Im Ergebnis ist daher kein ärztliches Gutachten zur Schuldfähigkeit des Berufungsklägers einzuholen, womit der Antrag abzuweisen ist.
3.
3.1
Der Berufungskläger wendet sich des Weiteren gegen die vom Strafgericht unter der Rubrik «Glaubwürdigkeitsprüfung» gemachten Ausführungen. Wie die Vorinstanz selbst schreibe, handle es sich um «nicht auf die Sache bezogene Aussagen» des Berufungsklägers. Trotzdem bezeichne das Strafgericht ihn als widersprüchlich und einzelne Aussagen als falsch bzw. aktenwidrig. Mit dieser Argumentation übersehe die Vorinstanz, dass es ihr in keiner Weise zustehe, eine generelle «Glaubwürdigkeitsprüfung» zu veranstalten und unabhängig vom angeklagten Sachverhalt eine Person schlechtzureden. Eine eigentliche Glaubwürdigkeitsprüfung sei eine rechtswidrige Anmassung seitens des Strafgerichts, die ausserhalb der konkreten Beweiswürdigung betreffend die angeklagten Delikte keine Berechtigung habe. Nur die angeklagten Delikte seien Prozessgegenstand. Eine angeschuldigte Person dürfe prozessual Unwahrheiten sagen und man dürfe nicht aus etwaigen Unstimmigkeiten aus ganz anderen Konstellationen auf solche in der Hauptsache schliessen. Es komme hinzu, dass der Berufungskläger offensichtlich ein betagter Mann sei. In seinem Alter könne es naturgemäss zu gedanklichen Verschiebungen kommen. Es sei verfehlt, eine bislang völlig unbescholtene Person deswegen insgesamt für unglaubwürdig zu erklären und sie zum Straftäter abzustempeln.
3.2
Dem Berufungskläger ist zuzustimmen, dass es keine allgemeine Glaubwürdigkeitsprüfung gibt bzw. das Gericht gestützt auf eine solche eine Verurteilung vornehmen kann. Das früher existierende Konzept der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person als ein überdauerndes und situationsübergreifendes Persönlichkeitsmerkmal wurde aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse verworfen. Gegenstand der aussagepsychologischen Glaubhaftigkeitsbeurteilung bildet vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage der betreffenden Person zum untersuchten Sachverhalt (
Ludewig/Tavor/Baumer
, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, AJP 2011, 1415, 1418). Jedoch ist zum einen festzuhalten, dass das Strafgericht die Verurteilung des Berufungsklägers nicht auf diese allgemeine Glaubwürdigkeitsprüfung abstützt, sondern vielmehr eine Prüfung der vorhandenen Beweise und Indizien für jedes einzelne Delikt vornimmt. Zudem können auch die Ausführungen der Vorinstanz zur «Glaubwürdigkeit» bei der konkreten Überprüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Berufungsklägers zu den einzelnen Sachverhalten miteinbezogen werden, insbesondere wenn es um die Frage der Aussagekonstanz des Berufungsklägers geht. Zum anderen zeigt sich durch die Ausführungen der Vorinstanz auch, dass sich der Berufungskläger jeweils ähnlichen Vorwürfen von sich gegenseitig nicht bekannten Personen ausgesetzt sieht. Auf den Umstand, dass der Berufungskläger jeweils auf ähnliche Weise dazu ansetzte, die ihm vorgeworfenen Vermögensdelikte zu begehen, durfte die Vorinstanz ohne Weiteres hinweisen. Auch ist für die Strafzumessung zulässig, dieses immer gleiche Tatvorgehen des Berufungsklägers (Annäherungsversuche an ältere Damen, Vorgaukeln der grossen Liebe und Erschleichen des Vertrauens bei gleichzeitig bestehender gleichgeschlechtlicher Partnerschaft bzw. Ehe) und die damit einhergehenden Lügengeschichten etwa vom vermögenden Kunsthändler, Bankier oder Abkömmling einer Brauereidynastie mitzuberücksichtigen (illustrativ etwa Akten S. 1854-1856). Entsprechend sind die betreffenden Ausführungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden.
4.
4.1
Der Berufungskläger bringt überdies hinsichtlich «Anklagepunkt 6» [recte: Anklagepunkt 5] der Anklageschrift vor, dass das Verfahren betreffend die Urkundenfälschung des Mietvertrags in [...] zum Nachteil von D_ † von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main am 11. Juli 2017 eingestellt worden sei. Entgegen der Behauptung der Vorinstanz führe § 170 Abs. 2 der deutschen Strafprozessordnung (StPO/D) sowie auch die analoge Regelung in der Schweiz zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens. Das Strafgericht bediene sich des in der Schweizer Rechtssprache nicht geläufigen Begriffs des Strafklageverbrauchs, welcher bei einer Einstellung gemäss § 170 Abs. 2 StPO/D nicht vorliege. Dieser Argumentation könne nicht gefolgt werden. Auch nach deutschem Recht sei ein formeller und rechtskräftiger Einstellungsbeschluss nicht einfach einem Sistierungsentscheid gleichzustellen. Zur Wiederaufnahme des Verfahrens bedürfe es neuer Beweise, die im Zeitpunkt der Einstellung nicht bekannt gewesen seien. Insofern handle es sich beim Vorwurf der Urkundenfälschung um eine res iudicata, weswegen diesbezüglich ein Freispruch zu erfolgen habe.
4.2
Dieser Darstellung ist zu widersprechen. Einerseits nimmt der Berufungskläger irrtümlich an, dass aufgrund der angeklagten Urkundenfälschung zum Nachteil von D_ † eine Verurteilung durch die Vorinstanz erfolgt ist. Das diesbezügliche Verfahren gegen den Berufungskläger wurde aber aufgrund fehlender örtlicher Zuständigkeit eingestellt (vgl. E. II.1. des strafgerichtlichen Urteils, Akten S. 2692 ff.). Das Strafgericht hat sich jedoch bei der Beurteilung des versuchten Betrugs betreffend den Mietvertrag vorfrageweise mit dem Umstand befasst, dass es sich bei diesem (zusammen mit dem dazu gehörenden Anhang) ebenfalls um eine Fälschung gehandelt haben muss. Sofern der Berufungskläger sich mit der Geltendmachung von «ne bis in idem» auf diesen Sachverhaltskomplex bezieht, gilt es Folgendes auszuführen: Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, steht der «ne bis in idem»-Grundsatz nicht einer erneuten Strafverfolgung im Weg, wenn eine Behörde eines anderen Schengen Vertragsstaates die Strafverfolgung einstellt, bevor eine Anklage erhoben wird. Dies gilt jedoch nur, wenn die Einstellungsentscheidung nach dem Recht des einstellenden Staates «die Strafklage nicht endgültig verbraucht und damit in diesem Staat kein Hindernis für eine erneute Strafverfolgung wegen derselben Tat bildet» (Urteil der Vorinstanz unter Verweis auf
Tag
in: Basler Kommentar, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 11 StPO N 8), E. II.6, Akten S. 2698). Da die Einstellungsverfügung in Deutschland nach deutschen Recht erging, ergibt sich die Antwort zur Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens bzw. eine erneute Strafverfolgung möglich ist, nach der deutschen Strafprozessordnung. Gemäss § 170 Abs. 1 und 2 StPO/D stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, wenn die Ermittlungen nicht genügenden Anlass zur Erhebung der Anklage bieten. Anders als die Einstellungsverfügung nach schweizerischem Recht (vgl. Art. 323 StPO,
Schmid/Jositsch
, Schweizerische Strafprozessordnung – Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich 2018, Art. 323 N 1) ist eine Einstellung gemäss § 170 Abs. 2 nicht rechtskraftfähig und bewirkt keinen «Strafklageverbrauch». Die Ermittlungen können demnach bei gegebenem Anlass wieder aufgenommen werden. Möglich ist dies insbesondere bei neuen tatsächlichen Hinweisen, aber auch bei begründet geänderter Rechtsauffassung oder begründet neuer Bewertung des Beweismaterials (
Kölbe
, in: Münchner Kommentar, Band 2, 1. Auflage, München 2016, § 170 StPO N 26;
Moldenhauer
, in: Karlsruher Kommentar, 8. Auflage, München 2019, § 170 StPO N 23; der in Deutschland in diesem Zusammenhang gebräuchliche Begriff des «Strafklageverbrauchs» ist mit dem Grundsatz «ne bis in idem» gleichzusetzen, wonach eine neue Strafverfolgung des Täters wegen derselben Tat verboten ist [
Werner
, «Strafklageverbrauch», in: Creifelds et al. (Hrsg.), Rechtswörterbuch, 24. Auflage, München 2020]). Die Einstellungsverfügung begründet zudem auch keinen Vertrauensschutz zu Gunsten des Beschuldigten (
Moldenhauer
, a.a.O., § 170 StPO N 23). Aufgrund dieser Umstände stellt es keine Verletzung des Grundsatzes von «ne bis in idem» dar, wenn bei der Beurteilung des versuchten Betrugs betreffend den Mietvertrag vorfrageweise die mögliche Urkundenfälschung des Mietvertrags ([...]) vom 15. November 2006 berücksichtigt wird.
5.
Der Berufungskläger wendet sich des Weiteren in materieller Hinsicht gegen die verschiedenen gegen ihn erhobenen Tatvorwürfe.
5.1
5.1.1
Für zahlreiche dem Berufungskläger zur Last gelegten Sachverhalte verschafft die Betrachtung der objektiven Beweismittel keine abschliessende Klarheit, da diese oftmals nicht oder nur teilweise vorhanden sind. Ob die betreffenden Sachverhalte im Umfang der Anklage vorliegen, ergibt sich in den vorliegenden Fällen darum zum einen aus der Würdigung der sich oftmals widersprechenden Aussagen des Berufungsklägers sowie andererseits aus den vorhandenen übrigen Beweismitteln und Aussagen der Geschädigten.
5.1.2
Der Beweiswert der Aussagen kann durch die Aussagekraft der objektiven Beweismittel indiziell verstärkt, bestätigt oder aber geschmälert werden. Gestützt darauf ist das rechtserhebliche Beweisergebnis festzulegen. Zur Frage des Beweismasses sind im Folgenden die methodischen Grundlagen zu rekapitulieren: Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die wenn selbst bewiesen, auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Der erfolgreiche Indizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung, dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache hin. Gemeinsam – einander ergänzend und verstärkend – können Indizien aber zum Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der allgemeinen Lebenserfahrung gegeben sein muss. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4 S. 352 f.).
Im Rahmen der Würdigung der Beweismittel findet der
in dubio
-Grundsatz nach einem Leitsatz des Bundesgerichts keine Anwendung auf die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind. Auf das einzelne Indiz ist der
in dubio
-Grundsatz somit nicht anwendbar (BGer 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.3.2). Auch stellt das Bundesgericht bei sich widersprechenden Beweismitteln nicht unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis ab (in BGE 143 IV 214 nicht publ. E. 13.1 des Urteils BGer 6B_824/2016 vom 10. April 2017; BGer 6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.2.3). Mit anderen Worten enthält der Grundsatz
in dubio pro reo
keine Anweisung, welche Schlüsse aus dem einzelnen Beweismittel zu ziehen sind. Vielmehr wird die Beweiswürdigung als solche vom Grundsatz der freien und umfassenden Beweiswürdigung beherrscht: Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten (BGE 127 IV 172 E. 3a S. 174) und nicht nach ergebnisbezogenen Beweisregeln oder -theorien, zu welcher die
in dubio
-Regel in diesem Zusammenhang gelegentlich umgedeutet wird. Solange das Sachgericht den Standards der Beweiswürdigung folgt, hat es dabei einen weiten Ermessensspielraum (BGer 6B_547/2014 vom 21. Juli 2014 E. 1.1 und 1.4). Das gilt sinngemäss für alle Arten von Beweisen (in BGE 143 IV 214 nicht publ. E. 13.1 des Urteils BGer 6B_824/2016 vom 10. April 2017).
Zum Tragen kommt die
in dubio
-Regel erst in einem weiteren Schritt, bei der Ermittlung des Beweisergebnisses, das heisst bei der Feststellung derjenigen Tatsachen, aus denen sich das Tatsachenfundament eines Schuldspruchs zusammensetzt. Im Falle einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann je nach Würdigung als gesichert erscheinen oder aber mit Unsicherheiten behaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann auch deswegen zweifelhaft sein, weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen verschiedene Deutungen zulässt und damit verschiedene Sachverhaltsalternativen in den Raum stellt. Mit Blick auf die Ausprägung des
in dubio
-Grundsatzes als Beweislastregel muss ein Sachverhalt nach Überzeugung des Gerichts umgekehrt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sein, damit er dem Angeklagten zur Last gelegt werden kann. Für die richterliche Überzeugung ist ein jeden vernünftigen Zweifel ausschliessendes Urteil eines besonnenen und lebenserfahrenen Beobachters erforderlich (zum Ganzen: BGE 144 IV 345 E. 2.2.3 S. 348 ff.).
5.2.
5.2.1
Der Berufungskläger bestreitet zum einen den Vorwurf des Diebstahls zum Nachteil von E_ † (AS Ziff. 1). Das Strafgericht führt in seinem Entscheid aus, dass aus tatsächlicher Sicht unbestritten und durch Bankunterlagen belegt sei, dass E_ † am 2. Juli 2008 EUR 150'525.– und CHF 50'000.– von ihren Privatkonten bei der [...] abgehoben habe. Ebenso sei belegt, dass sie am 10. Juli 2008 ihr ebenfalls bei der [...] gemietetes Bankschliessfach gekündigt und sie den darin aufbewahrten Schmuck im Wert von CHF 18'480.– zusammen mit dem zuvor bezogenen Bargeld in einem Handgepäckkoffer im Keller ihrer Wohnung an der [...] in [...] verstaut habe. Durch den aktenkundigen Polizeirapport sei zudem erstellt, dass dieser Handgepäckkoffer samt Inhalt zwischen dem 11. Juli 2008 um 18:00 Uhr und dem 12. Juli 2008 um 14:00 Uhr aus dem Kellerabteil gestohlen worden sei. Der Berufungskläger bestreite zwar den gegen ihn erhobenen Vorwurf des Diebstahls und würde sogar behaupten, dass das entwendete Geld ihm gehört habe, jedoch fänden sich für seine Darstellungen in den Akten keine Stützen bzw. seien seine Aussagen widerlegbar.
5.2.2
Der Berufungskläger macht demgegenüber geltend, dass es für einen solchen Tatvorwurf keinerlei Beweise gebe. Weder seien Spuren im Kellerabteil gesichtet worden, noch gebe es Zeugenaussagen oder ähnliche Beweismittel, die seine Täterschaft in irgendeiner Weise nahelegen würden. Auch die Behauptung der Vorinstanz, es sei durch den Polizeirapport «erstellt», dass der Handgepäckkoffer gestohlen worden sei, sei offensichtlich unzutreffend. Ein Polizeirapport nehme den geschilderten Sachverhalt auf, könne aber für sich selbst keinen Beweis darstellen. Es komme hinzu, dass im Rapport der Staatsanwaltschaft vom 13. Juli 2008 die Rede sei von entwendetem Schmuck im Wert von ca. CHF 30'000.00 und Bargeld von CHF/EUR 40'000.00 – 50'000.00. Zu einem späteren Zeitpunkt habe E_ † den Betrag erhöhen wollen. Aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft ergebe sich aber klarerweise, dass mit DW [...] Rücksprache genommen worden sei und er ausdrücklich die Beträge von CHF 40'000.00 bestätigt habe. Die Anklageschrift setzte sich über diese Angaben zu Unrecht hinweg. Auch die Geschädigte, E_ †, habe mit keiner Silbe behauptet, dass der Berufungskläger den Diebstahl begangen habe. Im Gegenteil habe sie mehrfach der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass man nicht gegen ihren Freund ermitteln solle. Die Vorinstanz wolle aus dem Umstand, dass der Dieb einen Schlüssel gehabt haben müsse, auf den Berufungskläger schliessen. Es habe sich um ein einfaches Kellerschloss gehandelt und zahlreiche andere Fallkonstellationen seien denkbar. Auch sei es möglich, dass E_ † selber etwas vergessen oder herausgenommen habe. Es sei darauf hinzuweisen, dass E_ † in ihren zahlreichen Briefen an die Staatsanwaltschaft sowohl den Abwart, eine Putz-Equipe und Arbeiter einer Baufirma erwähnt habe. Auch scheine sie recht forsch in dieser Sache gehandelt zu haben, habe sie doch den damaligen Ersten Staatsanwalt sogar privat angeschrieben. Die Vorinstanz habe den Umstand, dass E_ † den Berufungskläger vollständig entlastet habe, in keiner Weise zu seinen Gunsten gewertet. Im Gegenteil solle diese Konstellation für ihn sogar noch nachteilig sein. Hätte E_ † den Berufungskläger als Tatverdächtigen genannt, so hätte er das Recht, Fragen an die Belastungszeugin zu stellen. Nun aber liege die Fallkonstellation vor, dass E_ † gestorben sei und sie zuvor den Berufungskläger vollständig entlastet habe. Die Vorinstanz habe diesen gewichtigen Entlastungspunkt einfach übersehen. Somit stehe auch nicht fest, ob überhaupt etwas gestohlen worden sei oder Wertgegenstände und Geld etwa von E_ † einer anderen Person übergeben worden seien. Auch das Vorhandensein von Schmuck, insbesondere dieses Ausmasses, sei bei einem Schranksafe durch nichts belegt. Sei dieses Gut hingegen gestohlen worden, so fehle jeder Beweis für die behauptete Tatbegehung durch den Berufungskläger. Man hätte zu diesem Punkt E_ † in einer Konfrontation näher befragen müssen. Die Vorinstanz meine aus dem Umstand, dass der Berufungskläger womöglich beim Abholen und Deponieren des Bargelds und des Schmucks dabei gewesen sein solle, etwas über seine Täterschaft ableiten zu können. Dieser Schluss sei willkürlich. Unverständlich sei des Weiteren, dass die Vorinstanz eine Belastung des Berufungsklägers darin erkennen wolle, dass einen Tag nach Auflösung des Bankschliessfachs der Diebstahl begangen worden sein solle. Warum dies der Fall sein solle, lege die Vorinstanz nicht näher dar. Hinzu komme, dass der Diebstahl selbst gar nicht bewiesen worden sei. Nicht haltbar sei zudem die Unterstellung, der Berufungskläger sei im Januar 2019 in [...] wegen eines ähnlich gelagerten Sachverhalts «in den Fokus polizeilicher Ermittlungen» geraten. Es sei der Sache angemessener, wenn sich das Strafgericht präziser ausdrücken würde. Die Staatsanwaltschaft München habe dieses Verfahren eingestellt. Es sei unzulässig, aus einem eingestellten, somit freisprechenden Entscheid, etwas zu Ungunsten des Berufungsklägers abzuleiten. Ferner erscheine es recht seltsam, wenn die Vorinstanz eine Dritttäterschaft «klar» ausschliesse. Ein Ausschluss sei nicht möglich und sei vor allem von E_ † nicht behauptet worden. Sie habe im Gegenteil ganz andere Personen verdächtigt. Die Vorinstanz nehme auch darauf Bezug, dass der Berufungskläger einen ähnlichen Betrag aus [...] bezogen habe und als Eventualstandpunkt geltend mache, der gestohlene Betrag würde ohnehin ihm gehören. Es sei nicht von Belang, ob diese Geschichte einen konkreten Bezug zu einer Forderung E_ † gehabt habe. Der Berufungskläger habe den Diebstahl nicht begangen. Die Vorinstanz meine, im Berufungskläger eine Person zu erkennen, der es gelinge, Frauen zu überreden, damit sie ihm Geld übertragen. Würde dies zutreffen, so hätte der Berufungskläger E_ † nicht bestehlen müssen. Er hätte sich diesen Betrag, oder Teile davon, auch schenken lassen können. Der Diebstahlsvorwurf sei eine willkürliche Unterstellung. Auch die Idee der Vorinstanz, dass der Berufungskläger mit der Deposition grosser Geld- und Schmuckbeträge im Keller etwas zu tun haben solle, sei in keiner Weise überzeugend. In der Einvernahme vom 4. August 2008 habe E_ † in aller Klarheit ausgesagt, dass die Idee, Schmuck und Bargeld im Keller zu verstauen, von ihr stamme. Warum solle der Berufungskläger E_ † überreden, grosse Geldbeträge zu beziehen, um diese dann ausgerechnet im Keller zu verstauen, wo er dann das Geld leicht stehlen könne. Dies sei eine absurde Geschichte. Zusammengefasst gebe keinerlei Beweis für die Täterschaft des Berufungsklägers. Die Vorinstanz habe einfach vermutet, dass er die Tat begangen habe. Dies sei unzulässig.
5.2.3
5.2.3.1
Dem Berufungskläger ist Recht zu geben, wenn er aufführt, dass keine direkten Beweise für seine Täterschaft vorliegen. Jedoch existieren eine Vielzahl von Indizien, welche eine Tatbegehung durch den Berufungskläger nahelegen. Der Umstand, dass die in der Anklageschrift genannten Schmuckstücke sowie das Bargeld entwendet wurden, wurde durch die Geschädigte, E_ †, selbst zu Protokoll gegeben bzw. wurden ihre Aussagen im Pikettbericht vom 13. Juli 2008 wiedergegeben (Akten S. 445 ff.). Der Berufungskläger bringt diesbezüglich jedoch vor, dass dadurch noch nicht belegt sei, dass der die Schmuckstücke sowie das Bargeld enthaltende Koffer effektiv gestohlen worden sei. Auch seien zahlreiche andere Fallkonstellationen denkbar, wonach nicht er den Schmuck und das Bargeld entwendet habe. Des Weiteren sei auch fraglich, ob nicht die Geschädigte selbst etwas vergessen oder aus dem Koffer herausgenommen und einer anderen Person gegeben habe.
Sofern es um die Fragen geht, ob Wertgegenstände im Keller platziert wurden, was diese Gegenstände umfassten und ob sie entwendet bzw. von einer anderen Person als E_ † selbst aus dem Versteck entfernt wurden, ist einerseits auf die Aussagen der Geschädigten abzustellen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Wahrheitsfindung die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage bedeutsam, die durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der aussagenden Person entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Entscheidend ist, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, sogenannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entstehungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert wird. Dabei wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (vgl. BGE 133 I 33 E. 4.3 S. 45 f., 129 I 49 E. 5 S. 58 f., 128 I 81 E. 2 S. 85 f.; BGer 6B_331/2020 vom 7. Juli 2020 E. 1.2, 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 1.3.1, je mit Hinweisen).
Grundlage für eine aussagepsychologische Bewertung der Schilderungen der Geschädigten ist deren Aussagetüchtigkeit. Die Aussagetüchtigkeit setzt unter anderem voraus, dass die betreffende Person adäquat eine Situation wahrnehmen und über einen längeren Zeitraum speichern sowie diese Wahrnehmung weitgehend selbständig in allen aussagerelevanten Zeitpunkten wieder abrufen kann. Grundsätzlich wird die Voraussetzung der Aussagetüchtigkeit in der Mehrzahl der Fälle von der jeweils aussagenden Person erfüllt. Eine vertiefte Abklärung der Aussagetüchtigkeit ist nur angezeigt, wenn im konkreten Fall ersichtlich wird, dass Gründe – etwa intellektuelle Einschränkungen oder psychische Störungen – für deren Beeinträchtigung vorliegen könnten (vgl.
Ludewig/Baumer/Tavor
, Einführung in die Aussagepsychologie – Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern und Staatsanwälten helfen?, in: Ludewig/Baumer/Tavor [Hrsg.], Aussagepsychologie für die Rechtspraxis, Zürich/St. Gallen 2017, S. 17, 54). Im vorliegenden Fall sind keine Auffälligkeiten in der Person oder Anzeichen für kognitive Fehlleistungen in den Aussagen ersichtlich bzw. werden vom Berufungskläger auch nicht dargetan, durch welche die Aussagetauglichkeit von E_ † in Bezug auf die von ihr dargelegten Sachverhaltsschilderungen massgeblich beeinträchtigt und eine fachgerechte Aussageanalyse und Beweiswürdigung durch das Gericht erschwert wäre. Zwar befand sich die Geschädigte zum Tat- und Befragungszeitpunkt schon in einem fortgeschrittenen Alter, jedoch lassen die Einvernahmeprotokolle sowie die Korrespondenz, welche E_ † mit der Staatsanwaltschaft führte, auf eine gute geistige Verfassung von ihr schliessen (vgl. etwa Akten S. 500, 501, 511, 525, 546, 994 ff., 1005 ff., 1011 ff.).
Des Weiteren kann der Wahrheitsgehalt einer Aussage nur beurteilt werden, wenn bekannt ist, in welchem Zusammenhang sie entstand (vgl.
Ludewig/Baumer/Tavor
, a.a.O., S. 17, 76). Die Analyse der Aussageentstehung dient unter anderem der Klärung der Frage, ob zum Zeitpunkt der Erstaussage eine Motivation für eine absichtliche Falschaussage vorgelegen haben könnte (
Ludewig/Baumer/Tavor,
a.a.O
., S. 17, 76; Niehaus
, Begutachtung der Glaubhaftigkeit von Kinderaussagen, in: FamPra 2010, S. 315, 325). Vorliegend ist nicht ersichtlich, weshalb E_ † den Sachverhalt falsch dargelegt haben sollte. Eine derart gelagerte Motivation wird vom Berufungskläger auch nicht vorgebracht.
Hinsichtlich der Aussagequalität ist des Weiteren eine Inhaltsanalyse der Schilderungen von E_ † vorzunehmen. In deren Rahmen wird das Vorliegen von Realkennzeichen untersucht sowie ein Strukturvergleich und eine Konstanzanalyse vorgenommen. Ausführungen von E_ † zum Sachverhalt finden sich in den Einvernahmen vom 4. August 2008 (Akten S. 994), 28. August 2008 (Akten S. 1005), 19. November 2008 (Akten S. 1011) sowie in ihren Aussagen vom 12. Juli 2008, welche die Polizei vor Ort protokollierte und im Bericht vom 13. Juli 2008 sowie im Rapport vom 12. Juli 2008 wiedergegeben wurden (Akten S. 445 ff., 957 ff.). In den Ausführungen der Geschädigten finden sich dabei verschiedene Realkennzeichen (s. für eine Auflistung der Realkennzeichen
Ludewig/Baumer/Tavor,
a.a.O
., S. 17, 49
ff
.)
. Zu beachten ist hierbei, dass sich die Aussagen von E_ † nicht auf das Kerngeschehen selbst beziehen, da der Diebstahl unbeobachtet geschah. Wie bereits ausgeführt, geht es hier lediglich um die Frage, ob durch die Geschädigte (und den Berufungskläger) Wertgegenstände im Keller platziert wurden, was diese Gegenstände umfassten und ob sie entwendet bzw. von einer anderen Person als E_ † selbst aus dem Versteck entfernt wurden.
Erstens sind bei den Aussagen der Geschädigten keine Widersprüche oder logischen Inkonsistenzen in Bezug auf das Abheben des Bargelds, die Leerung des Safes sowie das Verpacken sowie das Verbringen in den Keller ihrer Wohnung feststellbar. E_ † brachte von Anfang an vor, dass sie aufgrund fehlenden Vertrauens in die Bank ihre Konten bei der [...] auflösen und das Geld sowie den Schmuck zu sich nach Haus nehmen wollte, nachdem sie dies zusammen mit dem Berufungskläger beschlossen habe (Akten S. 446, 959, 995, 998). Eine Auflösung der Konten sei dabei nur möglich gewesen, wenn sie zuerst den Safe leeren würde (Akten S. 446, 997). Sie habe insgesamt CHF 50'000.– sowie EUR 150'000.– abgehoben sowie Schmuck wenige Tage vor dem Diebstahl aus dem Safe geholt (Akten S. 446, 959, 996). Zuhause habe sie den Schmuck und das Geld in ein kleines graues Köfferchen mit Reissverschluss verpackt und dieses dann am Abend des 10. Juli 2008 im Holzschrank (auf dem oberen Tablar) im Keller deponiert (Akten S. 446, 958 f., 999). Auch schildert sie Einzelheiten, die für den eigentlichen Sachverhalt unnötig oder scheinbar belanglos sind. So legt E_ † genau dar, wie das Bargeld und der Schmuck verpackt gewesen seien, nämlich in einem kleinen, grauen Köfferchen, welcher wiederum in einen Plastiksack gewickelt worden sei. Der Schmuck im Koffer habe sich überdies in einem Schmuckkästchen befunden, während das Bargeld in ein gelbes Couvert gesteckt und exakt neben dem Schmuck deponiert worden sei (Akten S. 446, 959, 999). Des Weiteren bringt sie wiederholt vor, dass sie ihre Konten bei der [...] nicht hätte auflösen können, wenn sie nicht auch ihren Safe geleert hätte (Akten S. 446, 996, 997). Auch habe sie bei der Kontoauflösung nicht nur einmal, sondern zweimal unterschreiben müssen (Akten S. 996). Der Schmuck und das Bargeld seien schliesslich in einer doppelten «[...]-Gugge» nach Hause getragen worden (Akten S. 996). Schliesslich gibt die Privatklägerin auch Erinnerungslücken und Unsicherheiten zu, ist sie sich doch zum Beispiel nicht mehr ganz sicher, wer die Schmuckstücke und das Bargeld nach Hause bzw. in den Keller getragen habe, sie meint aber schliesslich, dass es der Berufungskläger gewesen sei (Akten S. 996, 1010).
Insgesamt ist zur inhaltlichen Aussagequalität der Aussagen der Geschädigten festzuhalten, dass die aufgezeigten Merkmale bzw. Realkennzeichen quantitativ und qualitativ so ausgeprägt sind, dass die Annahme, dass die Aussagen von E_ † im Hinblick auf den Umstand, dass die besagte Menge an Bargeld und Schmuck in die von ihr bezeichneten Kellerräumlichkeiten der Liegenschaft verbracht wurde, nicht realitätsbegründet sind (Nullhypothese), nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Auch lässt sich im Rahmen eines Strukturvergleichs und einer Konstanzanalyse der Aussagen nichts Gegenteiliges ableiten. Konsequenterweise ist vorliegend davon auszugehen, dass die Aussagen der Geschädigten ihrem wirklichen Erleben entsprechen. Zudem werden die Ausführungen von E_ † auch durch verschiedene objektive Beweismittel sowie sogar durch die Aussagen des Berufungsklägers selbst gestützt.
Zwar sagte Letzterer zunächst in der Einvernahme vom 24. Juli 2015 aus, dass er nicht bei der Kontoauflösung in der Bank und auch nicht im Keller gewesen sei bzw. nicht das Bargeld und den Schmuck zusammen mit E_ † dorthin verbracht habe. Vielmehr habe ihn die Geschädigte erst im [...] Hotel in [...] darüber informiert, dass sie das Bargeld sowie den Schmuck im Keller deponiert habe (Akten S. 613). Diese Aussage kann schon deshalb nicht korrekt sein, da sich der Berufungskläger bereits am 14. Juli 2008 telefonisch bei der Kriminalpolizei meldete und Kenntnis vom Diebstahl vom 12. Juli 2008 hatte (Akten S. 451). Zu dieser Zeit befand er sich jedoch in [...], weshalb er sich nicht mit E_ † in [...] hätte treffen können. Letztere befand sich in diesem Zeitraum ebenfalls nicht in [...]. In der Einvernahme vom 16. August 2017 sagte er sodann im Widerspruch zu seinen bisherigen Ausführungen aus, dass ihm E_ † telefonisch mitgeteilt habe, dass sie Gegenstände im Keller versteckt habe (Akten S. 1089). In der erst- und zweitinstanzlichen Hauptverhandlung gab er schliesslich zu, dass er doch dabei gewesen sei, als das Geld im Keller versteckt worden sei (Akten S. 2626, 3070 f., 3072). An der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung sagte er sodann aus, dass er sogar bei der Abholung des Bargelds und des Schmucks bei der Bank dabei gewesen sei (Akten S. 3070 f.).
Hinsichtlich des abgehobenen Bargeldbetrags bringt der Berufungskläger in der Berufungsbegründung vor, dass E_ † den Betrag im Laufe der Zeit in ihren Aussagen habe erhöhen wollen. Dieser Vorwurf ist jedoch nicht korrekt. Bei den angeblich widersprüchlichen Angaben der Geschädigten über die Höhe des entwendeten Bargelds handelt es sich wohl um ein Missverständnis der Kriminalpolizei, ist doch im Rapport vom 12./13. Juli 2008 von EUR 150'000.– die Rede («3 Pakete à Euro 50'000.–», Akten S. 958). Erst der Bericht vom 13. Juli 2008 (Akten S. 445) sowie das Pikettprotokoll vom 14. Juli 2008 (Akten S. 450) weisen nur einen Bargeldbetrag in Höhe von CHF/EUR 40'000.– aus. Mithin ist davon auszugehen, dass die Geschädigte von Anfang an den Betrag von EUR 150'000.– genannt hatte, jedoch polizeiintern womöglich falsche Zahlen eingetragen wurden. E_ † meldete sich denn auch erst am 14. Juli 2008 wieder telefonisch bei der Kriminalpolizei und gab erneut einen entwendeten Betrag von EUR 150'000.– an, womit der ursprüngliche Rapport vom 12./13. Juli 2008 auch nicht hätte angepasst werden können. Zudem werden diese Zahlen durch die Kontoauszüge der Geschädigten bei der [...] gestützt, da am 2. Juli 2008 ein Bezug von EUR 150'523.– (Konto Nr. [...]) sowie von CHF 50'000.– (Konto Nr. [...]) getätigt wurde (Separatbeilagen Band 1, [...]). Auch belegen die Bankunterlagen, dass die Geschädigte am 10. Juli 2008 ihr Schliessfach bei der [...] leerte bzw. saldierte (Schrankfach [...]), worin sich gemäss ihren Aussagen der Schmuck befand (Separatbeilagen Band 1, [...]).
Zusammenfassend ist demnach in Übereinstimmung mit der Anklageschrift sowie der Vorinstanz davon auszugehen, dass insgesamt Bargeld in Höhe von CHF 50'000.– und EUR 150'000.– sowie der Schmuck gemäss Aufstellung der Geschädigten (Akten S. 985 ff.) von ihr zusammen mit dem Berufungskläger am Abend des 10. Juli 2008 im Schrank des Kellerabteils deponiert wurde.
5.2.3.2
Auch ist davon auszugehen, dass sich das gesamte Bargeld sowie der Schmuck im Eigentum von E_ † befand, bevor er entwendet wurde. Entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers (Akten S. 1085) finden sich in den Akten keine Belege, dass insbesondere das Bargeld – aufgrund einer angeblichen Überweisung auf das Konto der Geschädigten durch einen Hausverkauf in [...] – ihm gehört hätte (zunächst machte der Berufungskläger ebenfalls wahrheitswidrig geltend, dass auch der Schmuck ihm gehören würde [!], Akten S. 451). Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist in den Bankauszügen der betroffenen Konten von E_ † zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 16. Juli 2008 nirgends eine vom Berufungskläger behauptete Gutschrift über EUR 220'000.– aus einem Hausverkauf ersichtlich (Separatbeilagen Band 1, [...]). Auch machte der Berufungskläger im Laufe des Verfahrens immer wieder andere Angaben zu seinem angeblichen Verkauf seiner Liegenschaft in [...]: So habe er das Geld aus dem Hausverkauf zur [...] bringen wollen, da er in [...] keine Bank habe (Akten S. 1089). Kurz darauf sagt er jedoch aus, dass der Hausverkauf etliche Jahre vorher stattgefunden habe (Akten S. 1090). Wo er das Geld – wenn nicht auf einer Bank – in der Zwischenzeit aufbewahrt habe, brachte er nicht vor. Wiederum kurz darauf führte er aus, dass er das Geld zeitnah nach dem Verkauf an E_ † übergeben habe (Akten S. 1091). Dazu finden sich, wie bereits dargelegt, weder Nachweise in den Bankunterlagen, noch konnte sich die Geschädigte an eine solche Übergabe bzw. eine entsprechende Überweisung erinnern (vgl. etwa Akten S. 997). Auch wollte der Berufungskläger den Untersuchungsbehörden ein anderes Mal weismachen, dass er E_ † den Erlös aus dem Hausverkauf in bar gegeben habe, so dass diese dann das Geld zur Bank bringen könne, sie es jedoch dann in den Keller gebracht habe (Akten S. 1089). Auch diese Version widerspricht diametral dem als erstellt geltenden Umstand, dass die Geschädigte den Betrag von CHF 50'000.– und EUR 150'000.– wenige Tage vor dem Diebstahl von ihren Konten abhob (vgl. vorne E. 5.2.3.1). Der Geschädigten gegenüber erzählte der Berufungskläger wiederum eine anderslautende Geschichte, dass der vermeintliche Käufer seines Hauses in [...] mit falschen Euros gekommen sei und nun im Gefängnis sitze (Akten S. 1009). Wiederum ein anderes Mal habe er E_ † mitgeteilt, dass er für das Land einen Käufer gehabt habe, dieser aber zurückgetreten sei. Er müsse nun einen neuen Käufer suchen (Akten S. 446 f.). Eine erneut andere Geschichte gab er gleichzeitig der Steuerbehörde [...] zum Besten, als er am 2. September 2008 versicherte, dass er «keine Liegenschaften auf dieser Welt habe.» (Akten S. 1214). In der Tat deklarierte der Berufungskläger den Steuerbehörden gegenüber in den Jahren 2004-2007 stets ein geringes Einkommen sowie ein geringes Vermögen, wonach er keine Liegenschaften im geltend gemachten Umfang und Wert zu Eigentum haben konnte (Akten S. 534). Auch die Aussagen des Berufungsklägers hinsichtlich des Checks der [...]-Bank (der vom Berufungskläger mehrfach zu seiner Verteidigung für verschiedene Sachverhalte vorgebrachten wird[!], vgl. hinten E. 5.5.3.2) hat das Strafgericht zu Recht als widersprüchlich und unglaubwürdig eingestuft (vgl. vorinstanzliches Urteil, Akten S. 2704 f.). Auf diese Ausführungen kann entsprechend verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). An der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung behauptete der Berufungskläger weiterhin, dass das Geld ihm gehöre, machte aber diesmal geltend, dass er das abgehobene Geld nicht habe mitnehmen können, da er am selben Abend noch nach [...] geflogen sei (Akten S. 3070). Wenn er mehr Zeit gehabt hätte, so hätte er das Geld nach [...] genommen, wo er gewohnt habe (Akten S. 3072). Dieser Darstellung widerspricht jedoch der Umstand, dass die Bargeldbezüge in Höhe von EUR 150'000.– sowie von CHF 50'000.– bereits am 2. Juli 2008 durch ihn und E_ † erfolgt waren (Separatbeilagen Band 1, [...]), er jedoch erwiesenermassen erst am Nachmittag des 12. Juli 2008 nach [...] flog (Akten S. 538). In der Zwischenzeit wäre es ihm problemlos möglich gewesen, das Bargeld zu seinem Wohnort nach [...] zu transportieren. Unverständlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass, sollte es sich tatsächlich um sein Geld gehandelt haben, dies nicht einfach E_ † auf ein von ihm zu bestimmendes Bankkonto hätte überwiesen werden können, brachte er doch vor, dass nicht er, sondern nur die Geschädigte den Banken misstraut habe (Akten S. 3072). Ganz allgemein konnte der Berufungskläger nicht stimmig erklären, warum er sein Geld überhaupt an die Geschädigte übergeben hätte. Vielmehr verstrickte er sich bei jeder weiteren Einvernahme in neue Widersprüche hinsichtlich des Eigentums an den Vermögenswerten.
Der Umstand, dass E_ † zunächst aussagte, dass das Geld dem Berufungskläger gehöre, zeigt nur, wie abhängig von und hörig sie ihm insbesondere in Fragen finanzieller Natur war. Schliesslich machte sie aber dann doch geltend, dass sie das Geld auf den Konten der [...] von ihrem Mann geerbt habe und bestätigte dies auch in ihrem Schreiben an die Steuerrekurskommission vom 29. Dezember 2011 (Akten S. 1009, 1025). Die Geschädigte hätte keinen Grund gehabt, ihre ursprünglichen Aussagen zu korrigieren, wenn nicht sie tatsächlich Eigentümerin des gestohlenen Geldes gewesen wäre. Dass die Vermögenswerte in ihrem Eigentum standen, habe sie auch gegenüber der Auskunftsperson F_ angegeben. Sie habe ihre anfänglich «falschen» Angaben ihm gegenüber damit gerechtfertigt, dass ihr der Berufungskläger weisgemacht habe, dass sie das so behaupten solle, da er den Verlust seiner Versicherung melden könne (Akten S. 516).
Entgegen den Aussagen der Beteiligten ist überdies anzunehmen, dass der Berufungskläger die treibende Kraft hinter der Auflösung der Konten und dem Verbringen des Bargelds in den Keller der Liegenschaft der Geschädigten war. Für diese Annahme spricht einerseits der Umstand, dass insbesondere der Berufungskläger wusste, wie hoch das Vermögen auf dem betreffenden Konto ([...], Separatbeilagen Band 1, [...]) war, da er dafür eine Vollmacht besass und E_ † selbst gemäss ihren Aussagen das Konto nicht bewirtschaftete (Akten S. 995). Der grosse Einfluss, den der Berufungskläger auf die Geschädigte in finanziellen Angelegenheiten ausübte und das Vertrauen, das sie ihm diesbezüglich entgegenbrachte, zeigt sich andererseits auch in dem durch ihn zu verantwortenden Verlust eines grossen Teils ihres Vermögens durch seine spekulativen Finanzgeschäfte (vgl. Akten S. 1009). Überdies habe er E_ † gemäss ihren Aussagen bereits früher dazu überredet, einen Teil ihres Vermögens von der [...] zur [...] zu verschieben (Akten S. 996). Dass der Berufungskläger es gegenüber E_ † auch generell mit der Wahrheit nicht ganz genau nahm, hat die Vorinstanz bereits zutreffend aufgezeigt (Akten S. 2700 ff.). Beispielhaft herauszugreifen ist etwa nur der Umstand, dass er sich ihr gegenüber als verwitwet ausgab (vgl. die Aussagen von E_ † vom 4. August 2008, er sei bereits seit zehn Jahren verwitwet, sie ihn jedoch erst seit 2 1⁄2 Jahren kenne, Akten S. 1001), der Polizei gegenüber jedoch weismachen wollte, dass seine damalige Ehefrau und die Geschädigte Freundinnen gewesen seien (Akten S. 608). Wären die beiden Damen wirklich befreundet gewesen – der Berufungskläger gibt an, dass er E_ † durch seine damalige Ehefrau kennengelernt habe (Akten S. 608) – hätte E_ † damals wohl gewusst, dass die Ehefrau des Berufungsklägers – entgegen seinen Aussagen – noch am Leben war. Dass der Berufungskläger die Geschädigte beziehungstechnisch hinters Licht führte, zeigt sich auch darin, dass er sich einerseits ihr (und sogar der Kriminalpolizei[!]) gegenüber als Abkömmling aus einer Brauereifamilie ausgab (Akten S. 610, 1002) oder andererseits er selbst die Beziehung zu E_ † der Polizei gegenüber als «freundschaftlich» angab (Akten S. 608), während sie ihm gemäss eigenen Aussagen einen Heiratsantrag machte (Akten S. 1022) und ihn als ihren «Lebenspartner» bezeichnete (vgl. etwa Akten S. 1021 ff.). Als «Lebenspartner» wird er auch auf der Vollmacht für das Bankkonto ([...]) von E_ † aufgeführt (vgl. Akten S. 615). Offensichtlich war es das Ziel des Berufungsklägers, durch seine verschiedenen und diametral voneinander abweichenden Geschichten einerseits die Geschädigte und andererseits die Strafverfolgungsbehörden zu verwirren. Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die entwendeten Vermögenswerte E_ † gehörten.
5.2.3.3
Der Berufungskläger wendet sich des Weiteren gegen den Vorwurf, dass das Bargeld sowie der Schmuck durch ihn entwendet worden seien. Für eine Täterschaft des Berufungsklägers sprechen jedoch die folgenden Indizien:
Gemäss dem Bericht der Kriminalpolizei seien an der Kellerabteil- und Holzschranktür keine Beschädigungen ersichtlich gewesen. Im Keller habe zudem keine Unordnung geherrscht (Akten S. 446). Gemäss Aussagen von E_ † sei im Keller sonst auch nichts durchsucht oder durcheinandergebracht worden und es würde auch nichts weiter fehlen (Akten S. 446). Dies lässt darauf schliessen, dass die Person, welche das Bargeld sowie den Schmuck entwendete, einerseits wusste, wo sich die Vermögenswerte befanden und andererseits auch im Besitz mehrerer Schlüssel – für das Schloss der Kellertür sowie das Schrankschloss – sein musste. Gemäss Aussagen von E_ † habe sie den Kellerschlüssel immer in einer kleinen Schublade eines Beistelltischchens in ihrem Wohnzimmer aufbewahrt. Sie sei die einzige, welche einen Schlüssel zum Keller besitze. Auch der Hauswart sei gemäss ihren Aussagen nicht im Besitz eines Schlüssels zu ihrem Abteil (Akten S. 445). Einen Schlüssel zur Wohnung besässen des Weiteren nur der Berufungskläger sowie zwei Freundinnen der Geschädigten (Akten S. 1003). Auch der Berufungskläger gibt an, einen Schlüssel zur Wohnung besessen zu haben (Akten S. 622). Über den Umstand, dass der Schmuck und das Bargeld im Keller deponiert gewesen seien, habe gemäss Aussagen von E_ † nur sie und ihr Lebenspartner bzw. der Berufungskläger Bescheid gewusst (Akten S. 446). Somit ist eine Dritttäterschaft auszuschliessen, hatte doch – abgesehen von den zwei Freundinnen der Geschädigten – sonst niemand einen Zugang zu ihrer Wohnung, um sich der beiden Schlüssel für den Keller zu behändigen. Eine Dritttäterschaft ist auch deshalb auszuschliessen, da – obwohl im Gebäude selbst zu jener Zeit Renovationen stattfanden – gemäss Aussagen der Geschädigten kurz vor und während der Tatzeit in ihrer eigenen Wohnung keine Bauarbeiter zugegen gewesen seien (Akten S. 447). Dass ausserdem lediglich der Berufungskläger Kenntnis davon hatte, dass nur wenige Tage zuvor das Bargeld sowie der Schmuck im Kellerschrank deponiert wurden, stellt bereits ein sehr starkes Indiz für seine Täterschaft dar. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, schliesst auch das Alibi des Berufungsklägers seine Täterschaft nicht aus. So führte er zu seiner Verteidigung aus, dass er zwei Tage vor oder nach dem Vorfall nach [...] geflogen sei (Akten S. 2620). Später machte er geltend, dass er am Tage der Kontoauflösung bereits nach [...] geflogen sei (Akten S. 3070). Wie sich aus den Unterlagen der Fluggesellschaft ergibt, reiste der Berufungskläger jedoch am 12. Juli 2008 mit [...] von [...] nach [...], wobei sein Flug in [...] um 14:50 Uhr abhob (Akten S. 307 ff., 538). Mithin wäre es ihm problemlos möglich gewesen, vor dem Abflug den Diebstahl in den Kellerräumlichkeiten von E_ † zu begehen, gibt diese doch als Tatzeitpunkt die Zeit zwischen dem 11. Juli 2008, 18:00 Uhr und dem 12. Juli 2008, 14:00 Uhr an (Akten, S. 959). Die von der Geschädigten erwähnten mysteriösen Anrufe wenige Tage vor der Tat, bei denen sich niemand gemeldet habe (Akten, S. 447), passen ebenfalls in das Gesamtbild der Deliktsbegehung, handelt es sich dabei doch zweifellos um Kontrollanrufe, um zu überprüfen, ob sich E_ † noch in der Wohnung befand oder sich bei deren Abwesenheit die Gelegenheit bot, die Vermögenswerte zu entwenden. Dass es sich bei den Anrufen um den Berufungskläger gehandelt hat, legt einerseits der Umstand nahe, dass die Geschädigte selbst angab, dass der Berufungskläger nach der Deponierung der Gegenstände im Keller immer wieder angerufen habe und ihr gesagt habe, sie solle kontrollieren, ob alles noch vorhanden sei. Dadurch war es ihm problemlos möglich, zu kontrollieren, ob sie noch in der Wohnung war. Nahm sie in der Folge das Telefon ab, konnte er seinen Anruf – wenn er denn nicht sofort auflegte – damit begründen, dass er sich um die Sicherheit der Vermögenswerte im Keller sorgte. Da das Telefon der Geschädigten keine Rufnummeranzeige hatte (Akten S. 447), war es ihr auch nicht möglich, zu erkennen, ob der Berufungskläger aus [...] – wo er sich gemäss eigenen Aussagen aufhielt – oder der Schweiz anrief. Zudem war dem Berufungskläger wohl auch die wöchentliche Routine der Geschädigten bekannt, gab diese doch an, dass sie am Samstagvormittag «wie immer» in die Kirche und damit drei Stunden aus dem Haus gegangen sei (Akten S. 447).
5.2.3.4
Der Berufungskläger bringt schliesslich vor, dass er E_ † nicht hätte bestehlen müssen. Wenn es ihm doch – wie ihm allgemein vorgehalten werde – gelinge, Frauen zu überreden, damit diese ihm Geld übertragen würden, so hätte er auch anders vorgehen können. In der Tat wurde der Berufungskläger von der Geschädigten in ihrem Testament als alleiniger Erbe eingesetzt (Akten S. 1279). Da er sich aber darüber im Klaren war, dass – unter anderen wegen der bereits erwähnten hohen Verluste des Vermögens von E_ † durch seine spekulativen Finanzgeschäfte – er womöglich eine überschuldete Erbschaft antreten würde, sah er im Diebstahl eine sich bietende Gelegenheit, doch noch zu Lebzeiten E_ † an die noch verbleibenden, nicht unerheblichen Vermögenswerte zu gelangen. Wie zu erwarten war, wurde die überschuldete Erbschaft vom Berufungskläger denn schliesslich auch wohlweislich ausgeschlagen und darüber der Konkurs eröffnet (vgl. Akten S. 1079).
5.2.3.5
Des Weiteren spielt es keine Rolle, ob E_ † selbst behauptet, dass der Berufungskläger den Diebstahl nicht begangen habe. Sofern der Berufungskläger damit geltend machen will, dass aufgrund von Art. 139 Ziff. 4 StGB der Diebstahl zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen nur auf Antrag verfolgt werden kann, ist dem entgegenzuhalten, dass die Geschädigte einen gültigen Strafantrag gegen unbekannt gestellt hat (Akten S. 961). Aufgrund der Unteilbarkeit des Strafantrags (Art. 32 StGB) ist es ihr mithin nicht anheimgestellt, dass das Strafverfahren gegen gewisse Beteiligte nicht weiterverfolgt wird.
E_ † konnte zudem den Berufungskläger, wie von diesem vorgebracht, gar nicht «vollständig entlaste[n]», da sie selbst nicht im Kellerabteil zugegen war, als der Diebstahl passierte. Entsprechend ist auch nicht auf ihre Vermutungen einer allfälligen Täterschaft durch eine dritte Person abzustellen. Vielmehr sprechen eine grosse Anzahl von bereits dargelegten Indizien für eine Täterschaft des Berufungsklägers. Auch der Umstand, dass die Geschädigte den Berufungskläger selbst nicht als möglichen Täter wahrhaben wollte, belegt lediglich, dass sie bereits in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stand.
5.2.3.6
Aus dem soeben Referierten folgt, dass einerseits die Aussagen von E_ † hinsichtlich des Abhebens der Vermögenswerte bei der [...] sowie des Verbringens derselben in die Kellerräumlichkeiten der von ihr bewohnten Liegenschaft glaubhaft und die von ihr geschilderten rechtserheblichen Tatsachen somit erstellt sind. Andererseits
ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch der von der Anklageschrift und der Vorinstanz dem Berufungskläger zur Last gelegte Sachverhalt des Entwendens der fraglichen Wertsachen durch die aufgeführten Indizien als erstellt anzusehen.
5.2.4
Zum Rechtlichen macht der Berufungskläger keine Ausführungen. Es kann mithin auf die zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts verwiesen werden (Akten S. 2706). Der Berufungskläger hat sich daher wegen Diebstahls schuldig gemacht.
5.3
5.3.1
Der Berufungskläger bestreitet des Weiteren auch den Vorwurf der Urkundenfälschung und des Diebstahls zum Nachteil von G_ (AS Ziff. 2). Das Strafgericht führt in seinem Entscheid aus, dass einerseits die Aussagen des Berufungsklägers absolut unglaubhaft seien und ihnen nicht gefolgt werden könne, während andererseits die Ausführungen der Geschädigten glaubhaft seien und entsprechend auf ihre Depositionen abzustellen sei. Demnach habe der Berufungskläger sowohl das Gemälde «[...]» als auch die Armbanduhr der Marke [...], gegen ihren Willen mitgenommen. Zudem habe er sie dazu gezwungen, auf ein leeres Blatt zu unterschreiben sowie den Zusatz «persönlich geschenkt» anzubringen.
5.3.2
Der Berufungskläger bringt demgegenüber vor, dass er die Armbanduhr im Wert von CHF 4'400.– nicht gestohlen habe. Der Diebstahl ergebe schon deswegen keinen Sinn, weil die Staatsanwaltschaft dem Berufungskläger unterstelle, er habe sich rechtswidrig von G_ eine Schenkungsquittung für ein Gemälde geben lassen. Wenn dies so wäre, so hätte der Berufungskläger sich auch den Erhalt der Uhr schenkungshalber quittieren lassen können. Es ergebe keinen Sinn, etwas zu stehlen, wenn man es mit Quittung bekommen könne. Aus dem Text der «Geschenkurkunde» ergebe sich, dass G_ für die Uhr EUR 1'800.– verlangt habe. Somit könne es sich nicht um einen Diebstahl handeln. Es sei auch völlig unklar, wie der Diebstahl des Gemäldes hätte vor sich gehen können. Man könne nicht einfach ein Gemälde aus einer Wohnung hinaustragen. Die Anklage enthalte hierzu auch keine nähere Beschreibung. Es sei in Erinnerung zu rufen, dass das Gemälde eine Grösse von 70x70 cm aufweise und ein Bild in dieser Grösse nicht ohne weiteres gegen den Willen der Eigentümerin abtransportiert werden könne. Es komme hinzu, dass die Geschädigte nicht unmittelbar die Polizei gerufen habe, sondern erst 3 Tage später.
5.3.3
5.3.3.1
Im Unterschied zum soeben geschilderten Diebstahl zum Nachteil von E_ † wurde der hier zur Anklage gebrachte Tatbestand gemäss Angaben der Geschädigten G_ vollständig in deren Anwesenheit begangen. Ihre Aussagen zu den Geschehnissen – neben den Ausführungen des Berufungsklägers – sind mithin von grosser Bedeutung für die Frage, ob der zur Anklage gebrachte und von der Vorinstanz bestätigte Sachverhalt als erstellt gelten kann. Daneben liegen jedoch auch einige wenige objektive Beweismittel und Indizien vor, die in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden müssen.
5.3.3.2
Auch die Aussagen von G_ sind mithin gestützt auf eine aussagepsychologische Beurteilung zu bewerten (vgl. dazu vorne E. 5.2.3). Bei der in diesem Fall Geschädigten sind keine Auffälligkeiten in ihrer Person oder Anzeichen für kognitive Fehlleistungen in den Aussagen ersichtlich (und werden vom Berufungskläger auch nicht dargetan), durch welche die Aussagetauglichkeit von G_ in Bezug auf die von ihr dargelegten Sachverhaltsschilderungen massgeblich beeinträchtigt und eine fachgerechte Aussageanalyse und Beweiswürdigung durch das Gericht erschwert wäre. Zwar befand sich die Geschädigte – wie auch E_ † – zum Tat- und Befragungszeitpunkt schon in einem fortgeschrittenen Alter, jedoch lassen die Einvernahmeprotokolle auf eine gute geistige Verfassung von ihr schliessen (vgl. etwa Akten S. 1111 ff., 1118 ff., 1134 ff.,). Auch hielt die Stadtpolizei Zürich, welche die Geschädigte befragte, fest, dass G_ eine «sehr gute geistige Beweglichkeit» aufweise (Akten S. 1128). Auch ist vorliegend keine Motivation ersichtlich, weshalb die Geschädigte den Sachverhalt bewusst falsch wiedergeben sollte. Solche Gründe werden auch vom Berufungskläger nicht geltend gemacht. Hinsichtlich der eigentlichen Aussagequalität ist schliesslich eine Inhaltsanalyse der Ausführungen von G_ vorzunehmen. Ausführungen der Geschädigten zum Sachverhalt finden sich in den Einvernahmen vom 12. November 2008 (Akten S. 1111 ff.), 17. November 2008 (Akten S. 1118 ff.) sowie vom 26. Februar 2009 (Akten S. 1134 ff.). In ihren Ausführungen finden sich unter anderem die folgenden Realkennzeichen:
Zum einen sind die Aussagen von G_ in sich stimmig und weisen keine Widersprüche auf. Solche werden vom Berufungskläger auch nicht geltend gemacht. Zum anderen berichtete die Geschädigte detailliert über das Kerngeschehen: «Er sagte zu mir, dass ich ihm diese Uhr schenken solle. Von Kaufen war nachher nie mehr die Rede [...] Der Vorfall passierte im Wohnzimmer. A_ hängte dann plötzlich das Bild ab. Ich intervenierte und sagte, dass dies nicht in Frage komme. Meine Töchter hätten auch noch etwas zu sagen. Er erwiderte mir, dass ich ja dann auch etwas davon haben würde. Folglich riss ich ihm das Bild aus der Hand. Danach riss er mir das Bild aus den Händen, bückte sich auf den Boden und packte das Bild in Packpapier ein. Nach diesem Diebstahl verliess er die Wohnung und ging auf’s Tram [...] A_ brüllte mich massivst in einem militärischen Ton an und sagte, dass ich jetzt unterschreiben soll. Ich war derart eingeschüchtert, dass ich eben unterschrieben habe. Wenn ich nicht unterschrieben hätte, hätte ich wohl möglicherweise Schläge bekommen.» (Akten S. 1138). Des Weiteren finden sich in den Aussagen zum Kerngeschehen raum-zeitliche Verknüpfungen: «A_ läutete am Sonntag, 21. September 2008, ca. 1600 Uhr an meiner Haustüre.» (Akten S. 1136); «Am Montag trafen wir am Nachmittag in [...] ein. Am Dienstag, 24. September 2008, ca. 1600 Uhr oder 1700 Uhr reisten wir in [...] ab.» (Akten S. 1137); «Es war am Dienstagabend, zwischen 1900 Uhr und 2000 Uhr.», als sie in die Wohnung in [...] zurückgekehrt seien (Akten S. 1137); «Er sagte zu mir, dass ich ihm diese Uhr schenken solle. Von Kaufen war nachher nie mehr die Rede. [...] Der Vorfall passierte im Wohnzimmer.» (Akten S. 1138). Überdies wird der Inhalt von Gesprächen wiedergegeben, es werden Interaktionen geschildert, wobei auch auf Nebensächlichkeiten Bezug genommen wird: «Er erzählte mir in Verlauf des Besuchs von seinem Schloss oder Villa in [...] in [...] und zeigte auch Bilder davon. Es stellte sich aber schliesslich heraus, dass dies eine Broschüre war. Weiterhin gab er an, dass seine verstorbene Frau viel Schmuck besessen hätte.» (Akten S. 1111 f.); «Er nannte sich mit Vornamen ‹[...]›, mit Familiennamen ‹[...]›.» (Akten S. 1134); «Er bewunderte auch meine Armbanduhr. Er sagte mir, dass er schon immer eine solch schöne Uhr gehabt hätte. Dummerweise erwähnte ich, dass ich noch eine ähnliche Herrenarmbanduhr hätte, die meinem verstorbenen Mann gehört hatte und dass diese Uhr momentan in [...], in meiner Ferienwohnung wäre. Ich erwähnte, dass ich noch heute nach [...] fahren müsse. Er erklärte sogleich, dass er mitkäme. [...]» (Akten S. 1112); «Am nächsten Morgen beim Frühstück sagte er mir, dass er heute noch abreisen müsse, da er nach [...] in eine Augenklinik müsse. Entgegen meinen Plänen fuhr ich dann mit ihm wieder zurück.» (Akten S. 1113); «Er betrat die Wohnung, sass ca. 5 Minuten auf der Eckbank. Dann steht der Mann auf und hängt das betreffende Bild ab der Wand ab und wickelt es in Packpapier ein. Woher er das plötzlich her hatte, weiss ich nicht. Sofort schritt ich ein und sagte, dass dies gar nicht in Frage käme. Dieses Bild gehöre auch meinen beiden Töchtern. Es komme gar nicht in Frage, dass er das Bild mitnehme. Ich wollte es ihm wieder entreissen. Dies gelang mir aber nicht. Daraufhin packte er es eben in das Packpapier ein. Er trug einen kleinen Rucksack auf sich. Dort muss er dieses Packpapier mitgeführt haben. Er versuchte mich zu beschwichtigen, dass er das Bild in seiner [...] Villa über dem Kamin aufhängen wolle. Dort hätte ich ja auch wieder etwas davon.» (Akten S. 1113). «Ich intervenierte und sagte, dass dies nicht in Frage komme. Meine Töchter hätten auch noch etwas zu sagen. Er erwiderte mir, dass ich ja dann auch etwas davon haben würde [...] A_ brüllte mich massivst in einem militärischen Ton an und sagte, dass ich jetzt unterschreiben soll.» (Akten S. 1138); «Er erzählte im Weiteren, dass seine Frau gestorben sei, und er sich deshalb auf mein Inserat gemeldet habe, weil er mir einfach behilflich sein wollte.» (Akten S. 1136); «Gleich nach der Rückkehr fragte er mich nochmals nach der [...]-Golduhr.» (Akten S. 1114); «Nachdem er mir das Bild gegen meinen Willen ab der Wand gehängt hatte, erklärte er mir, dass er das Bild ohne meine Unterschrift nicht ausser Landes schaffen könne. Ich solle ihm diese Unterschrift leisten. [...] Ich musste. Zunächst sagte ich ihm, dass ich nicht unterschreiben werde, da ich auch nicht einverstanden wäre, dass er das Bild mitnimmt. Da wurde er ‹massiv›. Er befahl mir: ‹Schreib jetzt Deinen Namen dahin!› und hielt mir den Bogen hin.» (Akten S. 1118). Ausserdem gibt G_ auch ausgefallene Einzelheiten wieder, welche ungewöhnlich, überraschend oder originell, aber nicht unrealistisch oder unmöglich sind: «Wenig später, am Abend, erreichte mich ein Anruf von ‹[...]›. Angeblich vom HB-[...] aus. Im Gespräch teilte er mir mit, dass das Bild durch einen Velofahrer angefahren und dabei zerstört wurde.» (Akten S. 1114). Diese Aussage über den Anruf ist durchaus vereinbar mit den Geschichten, welche der Berufungskläger auch im Rahmen der anderen Sachverhalte von sich gegeben hat. Damit wollte dieser wohl einen Grund schaffen, weshalb die Geschädigte unter keinen Umständen mehr auf den Gedanken kommen sollte, das Gemälde zurückzufordern. G_ schildert zudem auch eigene psychische Vorgänge: «A_ wies auf dem Nasenrücken eine Narbe [auf]. Er gab mir an, dass er Hautkrebs hatte, was ich ihm jedoch aufgrund meiner medizinischen Kenntnisse nicht glaubte.» (Akten S. 1136); «Und dann? Was wäre passiert? Er wäre bestimmt tätlich gegen mich geworden. Ich war allein im Haus und konnte mich nicht weiter wehren [...] Im Verlauf seines Aufenthalts telefonierte er von mir zuhause aus. Vorgeblich der [...] wegen dem Bild-Transport nach [...]. Natürlich alles Lüge. Der telefonierte ganz jemand anderem oder niemandem.» (Akten S. 1114). Die Geschädigte nimmt ausserdem auch spontane Verbesserungen ihrer eigenen Aussagen vor: «Ich habe etwas vergessen: Wir fuhren nicht gleichentags nach [...]. Am Sonntag, erklärte er mir, dass er zuerst noch nach am Montagmorgen am HB [...] auf mich warten würde. Wir verabredeten uns also erst am Montagmorgen für die Fahrt nach [...].» (Akten S. 1112); «Erwähnen muss ich, dass ich nebst meiner Unterschrift auch ‹persönlich geschenkt› unter Zwang schreiben musste.» (Akten S. 1139). Schliesslich belastet sich die Geschädigte auch selbst und entlastet den Berufungskläger: «Dummerweise erwähnte ich, dass ich noch eine ähnliche Herrenarmbanduhr hätte, die meinem verstorbenen Mann gehört hatte und dass diese Uhr momentan in [...], in meiner Ferienwohnung wäre.» (Akten S. 1112); «Erwähnen muss ich, dass er mich während dieser Handlung weder verbal noch körperlich attackiert hatte.» (Akten S. 1138).
Insgesamt ist auch zur inhaltlichen Aussagequalität der Aussagen von G_ festzuhalten, dass die aufgezeigten Merkmale bzw. Realkennzeichen quantitativ und qualitativ so ausgeprägt sind, dass die Annahme, dass ihre Aussagen im Hinblick auf den dem Berufungskläger vorgeworfenen Diebstahl des Gemäldes sowie der Uhr, nicht realitätsbegründet sind (Nullhypothese), nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Auch lässt sich im Rahmen eines Strukturvergleichs und einer Konstanzanalyse der Aussagen nichts Gegenteiliges ableiten. Im Ergebnis ist vorliegend davon auszugehen, dass die Aussagen der Geschädigten ihrem wirklichen Erleben entsprechen.
Der Berufungskläger bestreitet zwar nicht, das Gemälde sowie die Uhr an sich genommen zu haben, er führt jedoch aus, dass Ersteres ein Geschenk gewesen sei und er die Armbanduhr von G_ abgekauft habe. Diesen Behauptungen widersprechen einerseits die bereits dargelegten Ausführungen von G_ selbst. Doch auch intrinsisch vermögen die Aussagen des Berufungsklägers nicht zu überzeugen. Diesbezüglich kann auf die zutreffende ausführliche Begründung der Vorinstanz verwiesen werden (Akten S. 2707 f.). Ergänzend ist noch darauf hinzuweisen, dass der Berufungskläger zwar angab, er habe die Uhr für EUR 1'800.– gekauft, jedoch an anderer Stelle behauptet, er habe gar kein Geld dabeigehabt, da er «erst mal schauen» wollte (Akten S. 1254). Auch behauptete er, G_ habe ihm das Gemälde verkauft und sie selbst habe das Bild mit ihm von [...] nach [...] transportiert (Akten S. 620). In einer anderen Einvernahme sagte er hingegen aus, dass er das Gemälde erst in der Wohnung in [...] erhalten und das Haus (alleine) verlassen habe und damit zu sich nach [...] gefahren sei (Akten S. 1046 f.). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind somit die Angaben des Berufungsklägers als unglaubhaft zu taxieren, wodurch entsprechend nicht auf sie abzustellen ist.
Zudem werden die Ausführungen von G_ auch durch verschiedene andere Beweismittel und Indizien gestützt. So stimmen ihre Aussagen mit denjenigen von H_ überein, sofern es um die zeitlichen Komponenten der Reise von [...] nach [...] und zurück geht. So sagte die Geschädigte aus, dass sie und der Berufungskläger am Montagnachmittag in [...] eingetroffen seien. Am Dienstag, dem 24. September 2008, ca. 16:00 Uhr oder 17:00 Uhr, seien sie sodann in [...] abgereist. H_ habe sie am Dienstagmorgen besucht. Sie habe bei ihnen verweilt, bis sie abgereist seien. H_ habe sie noch zur Bushaltestelle begleitet (Akten S. 1137). H_ sagte damit übereinstimmend aus, dass sie sich bis Dienstagnachmittag mit G_ und dem Berufungskläger in der Wohnung in [...] aufgehalten und anschliessend die beiden zur nächsten Busstelle begleitete habe, wo sie sich voneinander verabschiedet hätten (Akten S. 1125). Auch passen die übrigen Aussagen von H_ zu der bereits bekannten Vorgehensweise des Berufungsklägers beim Kennenlernen von älteren Damen. So habe der Berufungskläger gleich zu prahlen begonnen, indem er angegeben habe, Verwalter einer luxuriösen Villa in [...] zu sein. Auch habe er ihr einen Prospekt zur Durchsicht übergeben, wo Bilder eines Hauses abgebildet gewesen seien. Auch habe er ausgesagt, dass er verwitwet sei (Akten S. 1125). Exakt die gleichen Aussagen wurden auch durch G_ wiedergegeben: «Er erzählte mir in Verlauf des Besuchs von seinem Schloss oder Villa in [...] in [...] und zeigte auch Bilder davon. Es stellte sich aber schliesslich heraus, dass dies eine Broschüre war. Weiterhin gab er an, dass seine verstorbene Frau viel Schmuck besessen hätte.» (Akten S. 1111 f., vgl. auch Akten S. 565).
Hinsichtlich anderer Indizien, wie etwa das äusserst verdächtige Schriftbild der Urkunde, das darauf aufgeführte Datum, der angegebene Wechselkurs oder der Name, auf den die Urkunde lautete, kann auch hier auf die zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts verwiesen werden (Akten S. 2707 ff.). Zudem ist unverständlich, warum G_ nicht gleich die ganze Urkunde hätte verfassen können, wenn sie dies doch aus freiem Willen getan habe. Gegen Ihr Anwesenheit bei der Ergänzung der Urkunde spricht zudem, dass in diesem Fall wohl der korrekte Name des Gemäldes («[...]») auf der Urkunde verwendet worden wäre. Der effektiv aufgeführt Name «[...]» lässt darauf schliessen, dass der Berufungskläger die Urkunde, in Unkenntnis des richtigen Namens, alleine aufsetzte bzw. ergänzte.
Sofern der Berufungskläger vorbringt, dass auch völlig unklar sei, wie der Diebstahl des Gemäldes hätte vor sich gehen können, da man nicht einfach ein Gemälde aus einer Wohnung hinaustragen bzw. gegen den Willen der Eigentümerin abtransportieren könne, ist darauf hinzuweisen, dass G_ einerseits ungleich älter war als der Berufungskläger und zudem an einer Gehbehinderung litt. Auch der Berufungskläger sagte selbst aus, dass die Geschädigte im Rollstuhl gesessen sei (Akten S. 1254). Dass sie sich in diesem Zustand nur schwerlich gegen das Vorgehen des Berufungsklägers erwehren konnte, erscheint daher als plausibel (Aussage G_: «Und dann? Was wäre passiert? Er wäre bestimmt tätlich gegen mich geworden. Ich war allein im Haus und konnte mich nicht weiter wehren.» [Akten S. 1114]).
Zusammenfassend ist daher aufgrund der erfolgten Ausführungen der Sachverhalt gemäss Anklageschrift und vorinstanzlichem Entscheid als erstellt zu erachten.
5.3.4
5.3.4.1
In rechtlicher Hinsicht bringt der Berufungskläger vor, dass die Vorinstanz auch eine Urkundenfälschung erkennen wolle. Bei der Blankettfälschung werde das echte Handzeichen zur Herstellung einer unechten Urkunde verwendet. Das Strafgericht anerkenne sodann aber doch, dass eine Blankettfälschung ausgeschlossen sei, weil G_ selber den Passus «persönlich geschenkt» angebracht habe. Ein rechtliches Durcheinander werde auf Seite 26 des angefochtenen Urteils veranstaltet, indem ausgeführt werde, G_ habe, weil sie körperliche Repressalien befürchtet habe, die Urkunde unterschrieben. Es handle sich um eine «unwiderstehliche» Drohung. Damit entferne sich die Vorinstanz vom Text der Anklageschrift. Dort sei noch die Rede davon, dass aufgrund des psychischen Drucks eine Blankounterschrift habe abgegeben werden müssen, wobei die Nötigung verjährt sei. Nun erkenne das Strafgericht davon abweichend, dass eine Blankettfälschung nicht vorliege, konstruiere aber sodann eine nicht angeklagte (bzw. verjährte) Nötigung/Drohung und sei dann der irrigen Meinung, daraus könne eine Falschbeurkundung resultieren. Dies sei unhaltbar. Die «Erlangung der Unterschrift» führe bei entsprechender Anklage zum Straftatbestand der Nötigung. Eine Urkundenfälschung durch Nötigung und Drohung sei nicht angeklagt bzw. verjährt. Da G_ den Inhalt der Urkunde unterschrieben habe, scheide eine Urkundenfälschung aus.
5.3.4.2
Nicht beanstandet wird vom Berufungskläger die rechtliche Würdigung des Entwendens des Gemäldes sowie der Armbanduhr als Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB. Wie das Strafgericht zutreffend festhält, hat demnach ein entsprechender Schuldspruch zu ergehen. Was den Tatbestand der Urkundenfälschung angelangt, so ist die Urkundenqualität der «Schenkungsurkunde» unbestritten. Im Gegensatz zur Vorinstanz ist jedoch im vorliegenden Fall von einer Urkundefälschung gemäss Anklageschrift auszugehen. In rechtlicher Hinsicht könnte es sich dabei einerseits um eine Blankettfälschung handeln. Eine solche liegt vor, wenn die echte Unterschrift eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benutzt wird. Von Bedeutung ist bei dieser Tatvariante, dass der Täter eine blanko erteilte Unterschrift oder Urheberangabe ohne die Erlaubnis oder gegen die Anordnung des Ausstellers mit einem Text, dessen Inhalt nicht dem eigentlichen Willen des aus der Urkunde aufscheinenden Ausstellers entspricht, versieht (
Boog
, in: Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2019, Art. 251 StGB N 61). Andererseits wäre auch der Fall des Verfälschens einer Urkunde denkbar. Dabei handelt es sich um das eigenmächtige Abändern des gedanklichen Inhalts einer von einem anderen verurkundeten Erklärung, sodass diese nicht mehr dem ursprünglichen Erklärungsinhalt des Ausstellers entspricht und der Anschein entsteht, der ursprüngliche Aussteller habe ihr den neuen Inhalt gegeben. Der Aussteller der abgeänderten Urkunde und der aus ihr selbst ersichtliche sind nicht identisch; die Urkunde ist unecht. Insofern ist das Verfälschen ein Spezialfall des Herstellens einer unechten Urkunde (
Boog
, a.a.O., Art. 251 StGB N 46). Unbenommen der rechtlichen Feinqualifizierung handelt es sich bei beiden Varianten um Tathandlungen des (Ver-)Fälschens einer Urkunde. Es spielt vorliegend somit keine Rolle, dass die Geschädigte – aufgrund des psychischen Drucks des Berufungsklägers – zusätzlich zur Unterschrift noch den Passus «persönlich geschenkt» auf das leere Papier schrieb, entsprach doch der nachträglich eingefüllte Text des Berufungsklägers in jedem Fall nicht dem Willen der Geschädigten. Der Berufungskläger hat somit durch die nachträgliche Ergänzung der «Geschenkurkunde» eine unechte Urkunde im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB hergestellt, weshalb er gemäss Anklageschrift der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen ist.
5.4
5.4.1
Der Berufungskläger bestreitet ausserdem auch den Vorwurf des Diebstahls zum Nachteil von E_ † (AS Ziff. 4). Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid aus, dass aus tatsächlicher Sicht in diesem Anklagepunkt belegt sei, dass E_ † ab dem 14. Februar 2014 stationär im [...]-Spital behandelt worden sei. Weiter sei erstellt, dass mit Verfügung der KESB vom 3. April 2014 über E_ † eine Beistandschaft errichtet und I_ als Beistand eingesetzt worden sei. Nachdem E_ † am 7. August 2014 ins Alterszentrum [...] eingetreten sei, sei J_ mit Verfügung vom 13. November 2014 als neuer Beistand von E_ † eingesetzt worden. Nachgewiesen sei schliesslich auch, dass E_ † im Alter von 90 Jahren im Alterszentrum [...] verstorben sei. Zudem habe der Berufungskläger zugegeben, dass er am 28. März 2014 diverse Möbel, Bilder und Teppiche aus der an der [...] gelegenen Wohnung von E_ † nach [...] abtransportiert habe.
5.4.2
Der Berufungskläger macht demgegenüber geltend, dass E_ † und er am 4. April 2006 einen Kontrakt abgeschlossen hätten, den sie «Privat-Mietvertrag» genannt hätten. Die Bezeichnung der Vereinbarung sei aufgrund der Vertragsfreiheit unwesentlich für dessen Wirkung. Dies gelte umso mehr, als der Vertrag ganz offensichtlich auch nicht dem Mietrecht unterstehende Teile aufweise. In diesem Vertrag hätten die Parteien vereinbart, dass wenn die Vermieterin «auf Grund ihres Alters einmal in ein Seniorenwohnheim ziehen muss», sich der Berufungskläger verpflichte, die gesamte Wohnung zu räumen und diese nach erfolgter Kündigung besenrein zu übergeben habe. Diese Bestimmung enthalte per se nichts Aussergewöhnliches oder gar Verbotenes. Es sei durchaus nachvollziehbar, dass die Parteien diese Vertragsvorkehrungen haben treffen wollen für den Fall, dass E_ † altershalber ausziehen müsse. Es sei verständlich und nachvollziehbar, dass sie ihren «Freund» verpflichtet habe, die Wohnung besenrein abzugeben. Infolge dessen sei der Berufungskläger verpflichtet und berechtigt gewesen, die Wohnung zu räumen. Von einem Diebstahl könne gar keine Rede sein, weswegen er in diesem Anklagepunkt freizusprechen sei.
5.4.3
Vom Berufungskläger unbestritten ist im Grundsatz, dass er antike Möbel, Teppiche und Schmuck aus der Wohnung von E_ † vor deren Tod nach [...] abtransportiert hat (Akten S. 623). Was den Inhalt der vom Berufungskläger ins Recht gelegten Dokumente und Urkunden anbelangt, kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Akten S. 2712 f.). Diese Dokumente liegen zwar vor, jedoch kann der Berufungskläger damit nichts zu seinen Gunsten ableiten (insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass das Testament nicht beim Erbschaftamt eingereicht wurde, vgl. auch hier die zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts, Akten S. 2712 f. sowie sogleich E. 5.4.4). Nichtsdestotrotz soll folgend nochmals auf einige Umstände hingewiesen werden. So brachte der Berufungskläger von Anfang an vor, dass alle Gegenstände in der fraglichen Wohnung ihm gehören würden. Selbst wenn diese Sachen damals nicht ihm gehört hätten, gehörten sie jetzt ihm, da er der Erbe sei, es handle sich um sein Eigentum (Akten S. 623, s. auch «Nichts ist gestohlen. Eigentümer war ich.», Akten S. 871; «Mit dem Testament wäre ich sowieso heute Eigentümer von allem, was noch vorhanden wäre von E_.», Akten S. 890). Sodann machte er geltend, dass die Möbel bereits vorher sein Eigentum gewesen seien und er sie früher von [...] in die Wohnung von E_ † gestellt habe (Akten S. 871, 889). Diese Aussagen des Berufungsklägers sind jedoch als blosse Schutzbehauptungen zu werten, wurde ihm wohl im Laufe des Verfahrens klar, dass er aufgrund der von ihm ins Rechte gelegten Dokumente keine Eigentumsansprüche würde ableiten können. So ist denn auch die Ausführung des Berufungsklägers widersprüchlich, wenn er einerseits darlegt, er habe nur sein Eigentum aus der Wohnung geholt, anschliessend jedoch angibt, noch lange in dieser Wohnung weitergelebt zu haben (Akten S. 890). Wieso der Berufungskläger alle Möbel und sonstigen wertvollen Gegenstände aus der Wohnung der noch lebenden E_ † hätte holen und nach [...] verbringen sollen, um anschliessend dann doch noch lange dort weiterzuleben, erschliesst sich nicht. Vielmehr ist auch hier davon auszugehen, dass der Berufungskläger noch vor dem Tode der Geschädigten wertvolle Gegenstände «in Sicherheit» bringen wollte, sodass diese nicht durch die überschuldete Erbschaft für ihn verloren wären bzw. die Verwandten der Geschädigten die Wohnung auflösen würden. Auch löste der Berufungskläger nicht, wie von ihm behauptet, selbst den Haushalt von E_ † auf, wie er dies gemäss Vereinbarung hätte tun sollen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, wurde die Wohnung schliesslich – nachdem der Berufungskläger die Wertgegenstände bereits abtransportiert und sich nicht weiter um die Wohnung gekümmert hatte – durch den Beistand von E_ † aufgelöst (Akten S. 1358, S. 2712).
Zusammenfassend hat damit der zur Anklage gebrachte Sachverhalt als erstellt zu gelten.
5.4.4
Der Berufungskläger macht in rechtlicher Hinsicht geltend, dass er aufgrund des «Privat-Mietvertrags» berechtigt und verpflichtet gewesen sei, die Wohnung zu räumen. Von einem Diebstahl könne daher keine Rede sein. Dem ist entgegenzuhalten, dass das Eigentum an den Gegenständen weder per «Privat-Mietvertrag» noch per «Vorsorgevollmacht und Generalvollmacht» auf den Berufungskläger übertragen wurde (somit ist auch unerheblich, ob es sich bei gewissen Urkunden möglichweise auch um Fälschungen handelt). Die Erbschaft, auf die sich der Berufungskläger beruft, hat er (wohlweislich) nicht angetreten. Entsprechend kann er sich nicht auf eine derartige Eigentumsübertragung berufen. Zudem lebte E_ † zum Zeitpunkt des Abtransports noch. Sofern sich der Berufungskläger auf einen Irrtum berufen sollte, ist hierzu auf die zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts zu verweisen (Akten S. 2713 f.). Es hat demnach ein Schuldspruch gemäss Anklageschrift und vorinstanzlichem Entscheid wegen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB zu ergehen.
5.5
5.5.1
Der Berufungskläger bestreitet des Weiteren den Vorwurf der «Urkundenfälschung» (gemeint wohl versuchter Betrug) zum Nachteil von D_ † (AS Ziff. 5). Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid aus, dass der Berufungskläger zugegeben habe, dass er K_, dem Testamentsvollstrecker der am 26. April 2015 verstorbenen D_ †, mit Schreiben seines Anwalts vom 28. September 2015 den bereits erwähnten Mietvertrag sowie einen dazu gehörenden Anhang, beide datierend vom 15. November 2006, habe zukommen lassen. Ebenfalls eingestanden und belegt sei, dass der Berufungskläger unter Bezugnahme auf diese beiden Dokumente zunächst sein Nutzungsrecht an der Wohnung in [...] eingefordert und er anschliessend mit Schreiben vom 23. August 2016 auch Mietzinsrückzahlungen in Höhe von CHF 24'000.– gegen den Nachlass von D_ † geltend gemacht habe. Die Vorinstanz geht diesbezüglich davon aus, dass es sich bei den durch den Berufungskläger ins Recht gelegten Urkunden (Mietvertrag sowie dessen Anhang) um Fälschungen handle.
5.5.2
Der Berufungskläger macht demgegenüber geltend, dass er mit D_ † am 15. November 2006 einen Mietvertrag für Wohnräume abgeschlossen habe. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main/Deutschland habe am 11. Juli 2017 das Verfahren betreffend Urkundenfälschung des Mietvertrags in [...] eingestellt. Entgegen der Behauptung der Vorinstanz führe § 170 Abs. 2 StPO/D sowie auch die analoge Regelung in der Schweiz zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens. Das Strafgericht bediene sich des in der Schweizer Rechtssprache nicht geläufigen Begriffs des Strafklageverbrauchs, welcher bei einer Einstellung gemäss § 170 Abs. 2 StPO/D nicht vorliege. Dieser Argumentation könne nicht gefolgt werden. Auch nach deutschem Recht sei ein formeller und rechtskräftiger Einstellungsbeschluss nicht einfach einem Sistierungsentscheid gleichzustellen. Zur Wiederaufnahme des Verfahrens bedürfe es neuer Beweise, die im Zeitpunkt der Einstellung nicht bekannt gewesen seien. Insofern handle es sich beim Vorwurf der Urkundenfälschung um eine res iudicata, weswegen diesbezüglich ein Freispruch zu erfolgen habe.
Das Strafgericht halte sowohl den Mietvertrag als auch den Treuhandvertrag nicht für «überzeugend». Mit einer solchen Argumentation werde übersehen, dass das Strafgericht nicht zuständig sei zu beurteilen, inwieweit es Verträge für sinnvoll erachte oder nicht. Sodann kritisiere die Vorinstanz die Geheimhaltungsverpflichtung im Mietvertrag. Dieser Sicht könne nicht gefolgt werden, denn Verträge würden häufig eine Stillschweigeklausel enthalten und es sei durchaus verständlich, wenn nahe Angehörige nicht über einen (Miet-)Vertrag informiert werden sollten. Nicht gehört werden könnten auch die Argumente der Vorinstanz, wonach K_ ohnehin der anwaltlichen Schweigepflicht unterstanden sei. Der Vorinstanz sei offenbar zu wenig bekannt, dass ein Willensvollstrecker, selbst wenn er Anwalt sei, in dieser Funktion nicht dem Berufsgeheimnis unterliege. Demgemäss würden die Überlegungen der Vorinstanz viel zu weit gehen, als hier Phantasien in den Berufungskläger hineininterpretiert würden, die mit der Realität nichts zu tun hätten. Auch sei unklar, weswegen die Vorinstanz Geburtstagseinträge des Berufungsklägers aus dem Jahre 2014 und 2015 betone, um eine längere Freundschaft in Abrede zu stellen. Das Gegenteil sei der Fall. Diese Einträge würden gerade eine über Jahre dauernde Bekanntschaft beweisen. Mit Nachdruck sei ferner darauf hinzuweisen, dass im Einstellungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Frankfurt ausdrücklich ein Schriftgutachten erwähnt sei und das Gutachten zum Schluss komme, dass die Dokumente mit leicht überwiegender Wahrscheinlichkeit echt seien. Da keine Urkundenfälschung vorliege, liege auch kein versuchter Betrug vor.
5.5.3
5.5.3.1
Der Berufungskläger bestreitet den Vorwurf der «Urkundenfälschung», meint damit aber wohl die Verurteilung durch die Vorinstanz wegen versuchten Betrugs. Das Verfahren hinsichtlich des Vorwurfs der Urkundenfälschung wurde durch das Strafgericht wegen Unzuständigkeit eingestellt (Akten S. 2692 ff.). Sofern der Berufungskläger die Einrede der res iudicata bzw. «ne bis in idem» vorbringt, ist auf die bereits gemachten Ausführungen (s. vorne E. 4) zu verweisen, wonach bei der Beurteilung des versuchten Betrugs bezüglich des Mietvertrags vorfrageweise die mögliche Urkundenfälschung des Mietvertrags (sowie von dessen Anhang) vom 15. November 2006 betreffend die Liegenschaft in [...] berücksichtigt werden kann.
5.5.3.2
Erstellt ist, dass der Berufungskläger den Mietvertrag inklusive Anhang bei Rechtsanwalt K_, Testamentsvollstrecker der am 26. April 2015 verstorbenen D_ †, mit der Aufforderung einreichte, den Vertrag einzuhalten (Akten S. 874). Der Berufungskläger bekräftigt jedoch, dass es sich bei den Urkunden nicht um Fälschungen handle und hält die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz nicht für «überzeugend». Das Strafgericht sei nicht zuständig zu beurteilen, inwieweit es Verträge für sinnvoll erachte oder nicht. Durch dieses Vorbringen vermag der Berufungskläger den Ausführungen der Vorinstanz nichts Substantielles entgegenzusetzen, sondern hält sie pauschal für nicht «überzeugend». Auf die vielen eklatanten Widersprüche im Zusammenhang mit der Entstehung der angeblichen Verträge geht der Berufungskläger nicht ein. Das Strafgericht hat in seiner Begründung eingehend dargelegt, welche Indizien darauf schliessen lassen, dass es sich bei den vom Berufungskläger ins Recht gelegten Dokumenten um Fälschungen handelt (Akten S. 2714 ff.). Hinsichtlich des abstrusen Inhalts der Verträge kann entsprechend auf die detaillierten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (angeblich vereinbarter Mietzins; Vorauszahlungspflicht für 15 Jahre; lediglich ein sechs-wöchiges Nutzungsrecht der Geschädigten pro Jahr; angebliche Begleichung der Miete im Voraus durch den Check der [...]-Bank in Höhe von EUR 220'000.–, der bereits vom Berufungskläger im Rahmen der AS Ziff. 1 vorgebracht wurde; viel zu hoher Beitrag an die Mietzinsen und den angeblichen Kaufpreis der Möbel, wenn man den damals geltenden Wechselkurs EUR/CHF annimmt; angebliche Mitwirkung des Vermögensverwalters L_; angebliche Einlösung des Checks durch L_; usw., s. Urteil der Vorinstanz, Akten S. 2642 ff.).
5.5.3.3
Sofern der Berufungskläger im Speziellen nochmals vorbringt, dass das Schriftgutachten des Hessischen Landeskriminalamts zum Schluss komme, dass die Dokumente mit leicht überwiegender Wahrscheinlichkeit echt seien und deshalb keine Urkundenfälschung vorliege, so ist dem (erneut) zum einen entgegenzuhalten, dass das erwähnte Gutachten nichts über die Echtheit der (scheinbar verschollenen) Urschriften aussagt. Die vom Berufungskläger ins Recht gelegte Beglaubigung der Urkunden belegt lediglich, dass die vorgelegten Urschriften mit den eingereichten Kopien übereinstimmen. Zum anderen wird im Gutachten auch nur festgehalten, dass es sich bei den fraglichen Unterschriften «mit leicht überwiegender Wahrscheinlichkeit um echte Unterschriften bzw. um Reproduktionen (Kopien) echter Unterschriften der Namenseigner» handle (Akten S. 1719). Das Gutachten hält daraufhin sogar explizit fest, dass «anhand der Kopien [...] technische Fälschungen in Form von Transferkopien (Montagen) jedoch nicht ausgeschlossen werden» könnten (Akten S. 1719). Da die Originale der Urkunden gemäss den – wenig glaubhaften (vgl. die dazu die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz, Akten S. 2642) – Aussagen des Berufungsklägers verloren gegangen seien, kann die vom Berufungskläger behauptete Echtheit der Dokumente auch nicht mehr überprüft werden. Hinzu kommt, dass die im Gutachten angegebene «leicht überwiegender Wahrscheinlichkeit» nicht einmal klar besagt, dass es sich um echte Unterschriften bzw. Montagen handelt. Bei diesem Wahrscheinlichkeitsgrad handelt es sich nämlich um die zweitunterste Stufe (von sechs Stufen) auf der im Gutachten verwendeten Wahrscheinlichkeitsskala (1. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit; 2. mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit; 3. mit hoher Wahrscheinlichkeit; 4. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit;
5. mit leicht überwiegender Wahrscheinlichkeit
; 6. indifferente Wahrscheinlichkeit [non liquet], s. Akten S. 1718) und ist daher bereits in dieser Hinsicht wenig aussagekräftig. Auf die Echtheit der Urkunden kann durch das Schriftgutachten demnach keinesfalls geschlossen werden.
5.5.3.4
Hinsichtlich der vom Strafgericht als «merkwürdig» angesehenen Verschwiegenheitsklausel bringt der Berufungskläger pauschal vor, dass Verträge häufig eine Stillschweigeklausel enthalten würden und es durchaus verständlich sei, wenn nahe Angehörige nicht über einen (Miet-)Vertrag informiert werden sollten. Damit vermag der Berufungskläger jedoch die äusserst detaillierten Ausführungen des Strafgerichts nicht zu seinen Gunsten umzustossen. Zu Recht hat die Vorinstanz erkannt, dass der Eindruck entstehe, dass der Verfasser der Urkunden mit der Geheimhaltungsklausel eine Begründung dafür liefern wollte, dass keine der der Geschädigten nahestehenden Personen von der Existenz des Mietvertrages und des Anhangs wussten (vgl. Akten S. 2644 f.). Weshalb es in diesem Fall verständlich sein solle, dass (nahe) Angehörige nicht über den Mietvertrag informiert werden sollten, legt der Berufungskläger nicht dar. Es sind denn vorliegend auch keinerlei Gründe ersichtlich, weshalb D_ † die Beziehung zum Berufungskläger unter allen Umständen vor ihren Enkelinnen hätte geheim halten wollen. Gemäss Aussagen einer ihrer Bekannten, M_, wäre die Geschädigte eher stolz gewesen, anderen Personen davon zu erzählen, dass sich ein jüngerer Mann für sie interessiere (Akten S. 1754). Wie die Vorinstanz denn auch zutreffend festhält, habe die Geschädigte den Berufungskläger auch eingestandenermassen zu ihrem 90. Geburtstag eingeladen, an welchem auch die beiden Privatklägerinnen zugegen gewesen wären. Hätte die Geschädigte ein Zusammentreffen verhindern wollen, so hätte sie den Berufungskläger wohl nicht zum Familienfest eingeladen. Der Berufungskläger tauchte nur deshalb nicht auf, da er – gemäss eigenen Aussagen – nicht mit den Enkelinnen habe zusammen sein wollen (Akten S. 2624, s. auch die Aussage von M_, Akten S. 1748). Die Enkelin der Geschädigten, B_, sagte zudem passend dazu aus, dass der Berufungskläger auch mehrere andere Termine, an denen ein Treffen zwischen ihm und den Enkelinnen vereinbart gewesen sei, jeweils kurzfristig abgesagt habe (Akten S. 1570). Mithin ist zu konstatieren, dass es der Berufungskläger selbst war, der wohlweislich ein Aufeinandertreffen mit den Enkelinnen verhindern wollte.
5.5.3.5
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, mutet es zudem merkwürdig an, dass sich in den Unterlagen von D_ † keine Exemplare der Schriftstücke finden liessen, handelte es sich doch um einen Vertragsinhalt von nicht unerheblichem (finanziellem) Gewicht, der zudem grosse Auswirkungen auf die Erbschaft gehabt hätte. Über diesen Umstand wunderte sich auch die Enkelin der Geschädigten, B_, da ihre Grossmutter «sehr ordentlich» gewesen sei (Akten S. 1573). Zu Recht führt das Strafgericht überdies aus, dass D_ † – wenn man denn von einem Geheimhaltungswillen ausginge – weitaus bessere Möglichkeiten offen gestanden wären, den Vertrag bis zu ihrem Tod vor den Erben geheim zu halten (vgl. Akten S. 2645). Dies gilt auch trotz des Vorbringens des Berufungsklägers, dass der Willensvollstrecker in seiner Funktion nicht dem Berufsgeheimnis unterliege.
5.5.3.6
Widersprüchlich erscheint auch der Umstand, dass die Geschädigte gemäss Mietvertrag sechs Wochen pro Jahr
zusammen mit ihren Enkelinnen
die Wohnung als Ferienwohnung hätte nutzen können (Ziff. 4 des Vertrags vom 15. November 2006 sowie Ziff. 4 des Anhangs, Akten S. 723 ff.). Wie D_ † ihren Enkelinnen hätte verheimlichen können, wer Mieter bzw. Bewohner der Wohnung gewesen sei, wenn diese zusammen mit ihr dort mehrere Wochen Ferien pro Jahr verbracht hätten, bleibt schleierhaft.
5.5.3.7
Zusätzlich zu den zustimmungswürdigen Ausführungen in der vorinstanzlichen Begründung lassen auch noch folgende zusätzliche Umstände darauf schliessen, dass es sich bei dem angeblichen Mietvertrag um eine Fälschung handelt: So wurden offenbar auch andere Bekannte und Verwandte nach dem Jahre 2006 (z.B. M_ sowie weitere Personen), welche einen Schlüssel zu dieser Wohnung erhielten und diese nutzen durften, nicht über den Berufungskläger als neuen Mieter informiert (Akten S. 1745). Wäre Letzterer tatsächlich Mieter der Wohnung gewesen, hätte die Geschädigte den anderen Gästen doch wohl angegeben, sich mit ihm abzusprechen, da ansonsten womöglich verschiedene Parteien gleichzeitig das Haus bewohnt hätten. Ungereimt scheint auch der von mehreren Personen erwähnte Umstand, dass der Berufungskläger im Jahr 2013 D_ † nach dem Schlüssel zur Wohnung in [...] gefragt habe, da die Hotels in der Gegend nicht nach seinem Geschmack gewesen seien (Akten S. 1578, 1747). Zu diesem Zeitpunkt wäre er jedoch bereits seit mehreren Jahren Mieter der Wohnung gewesen und hätte die Geschädigte daher nicht um den Schlüssel bitten müssen. Hinzu kommt, dass D_ † für ihre Aufenthalte grundsätzlich von M_ von [...] in die Schweiz chauffiert wurde (Akten S. 1741). Dieser konnte sich jedoch nicht erinnern, auf seinen Fahrten nach [...] (oder [...], wo die Geschädigte regelmässig ihre Ferien verbachte) jemals in [...], wo der angebliche Vertrag am 15. November 2006 unterzeichnet worden sein soll, gehalten zu haben. Zwischenstopps habe es nicht einmal in [...] gegeben, da die Zeit jeweils nicht gereicht habe. Auch sei ihm nicht bekannt, dass D_ † sich von anderen Personen in die Schweiz hätte fahren lassen (Akten S. 1745, vgl. auch 1757).
5.5.3.8
Der Berufungskläger macht schliesslich geltend, dass unklar sei, weswegen die Vorinstanz Geburtstagseinträge des Berufungsklägers aus dem Jahre 2014 und 2015 betone, um eine längere Freundschaft zwischen D_ † und dem Berufungskläger in Abrede zu stellen. Das Gegenteil sei der Fall. Diese Einträge würden gerade eine über Jahre dauernde Bekanntschaft beweisen. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. So bringt der Berufungskläger vor, dass er D_ † von allen an (gegen ihn laufenden) Strafverfahren beteiligten Personen am längsten kennen würde, nämlich bereits seit dem Jahr 1997 oder 1999 (Akten S. 891). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, weist jedoch nichts auf eine derart lange Freundschaft zwischen der Geschädigten und dem Berufungskläger hin. So findet sich in den besagten Kalendern von D_ † erst im Jahre 2014 ein Eintrag am Geburtstag des Berufungsklägers ([...], vgl. Kalender ad acta). Als scheinbar langjähriger Freund (und vermeintlicher Lebenspartner) mutet es – neben seiner Eintragung erst ab dem Jahre 2014 – auch merkwürdig an, dass er mit dem Nachnamen in den Kalender eingetragen ist, finden sich doch eine Vielzahl an anderen Geburtstagseinträgen, wo nur der Vorname der jeweiligen Person aufgeführt ist. Die Kalender vermögen daher durchaus als Indiz darauf hinzuweisen, dass sich D_ † und der Berufungskläger noch nicht kannten, als der Mietvertrag sowie dessen Anhang im Jahre 2006 erstellt worden sein sollen.
5.5.3.9
Im Ergebnis ist somit – in Übereinstimmung mit der Anklageschrift und den Ausführungen der Vorinstanz – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als erstellt anzusehen, dass der Berufungskläger den Mietvertrag sowie dessen Anhang fälschte und bei Rechtsanwalt K_, Testamentsvollstrecker der am 26. April 2015 verstorbenen D_ †, einreichte, um mit diesen beiden Schriftstücken K_ zur Gewährung eines nie vereinbarten Nutzungsrechts an der Wohnung in [...] zu bewegen bzw. ihn zur Rückzahlung von inexistenten Mietzinsforderungen in Höhe von CHF 24'000.– zu veranlassen.
5.5.4
Die rechtliche Qualifikation des inkriminierten Sachverhalts wird vom Berufungskläger nicht bestritten und gibt auch zu keiner Beanstandung Anlass. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist der Berufungskläger demzufolge gemäss Anklageschrift wegen versuchten Betrugs nach Art. 22 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
5.6
5.6.1
Der Berufungskläger bestreitet schliesslich auch den Vorwurf des Diebstahls zum Nachteil von D_ † (AS Ziff. 6). Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid aus, dass belegt sei, dass verschiedene Gemälde, wertvolle Antiquitäten und Bargeld zwischen dem 1. August 2014 und dem 19. Mai 2015 aus der Wohnung von D_ † in [...] entwendet worden seien. Zudem sei erstellt, dass bei einigen Gemälden die Originalleinwände entfernt und durch Kopien ersetzt worden seien. Im Ergebnis erweise sich der Sachverhalt gemäss Anklageschrift auch in diesem Anklagepunkt als rechtsgenüglich nachgewiesen.
5.6.2
Der Berufungskläger macht demgegenüber geltend, dass der Mietvertrag vom November 2006 gemäss dem Einstellungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Frankfurt keine Urkundenfälschung darstelle. In Ziffer 6 des Anhangs zum Mietvertrag habe die Vermieterin ausdrücklich bestätigt, dass der Berufungskläger das gesamte Wohnungsinventar erworben habe. Er sei somit berechtigt gewesen, über diese Utensilien zu verfügen. Umso mehr, als die vertragliche Urkunde echt sei. Es sei irrelevant, ob der aussenstehende Betrachter einzelne Bestimmungen für sinnvoll halte oder nicht. Bei einer strafrechtlichen Beurteilung sei aufgrund der festgestellten Echtheit der Urkunde jedenfalls festzustellen, dass sich der Berufungskläger vertragskonform verhalten und deswegen offensichtlich keinen Diebstahl begangen habe. Entsprechend sei der Berufungskläger auch in diesem Punkt freizusprechen.
5.6.3
5.6.3.1
Wie schon betreffend den Diebstahl des Inventars der Wohnung von E_ † bestreitet der Berufungskläger auch in diesem letzten Anklagepunkt grundsätzlich nicht, dass er die betroffenen Gegenstände abtransportiert hat. Er macht jedoch geltend, dass sämtliche Gegenstände ihm gehört hätten und stützt seine Eigentumsansprüche auf den von ihm ins Recht gelegten Mietvertrag sowie dessen Anhang (vgl. etwa Akten S. 896). Soweit der Berufungskläger ein solches Eigentumsrecht aus den erwähnten Urkunden abzuleiten versucht, gilt es dem entgegen zu halten, dass es sich bei beiden Schriftstücken gemäss den obigen Ausführungen um Fälschungen handelt (s. vorne E. 5.5.3.9). Wie die Vorinstanz zudem zutreffend festhält, bestritt der Berufungskläger zwar, gewisse Originalgemälde in der Wohnung durch Kopien ersetzt zu haben, jedoch ist dies als Schutzbehauptung zu werten, konnte auf der Rückseite eines ersetzen Bildes doch eine DNA-Spur von ihm sichergestellt werden (Akten S. 1805 ff., 2647).
5.6.3.2
Im Gegensatz zu den Ausführungen der Vorinstanz kann jedoch nicht als erstellt gelten, dass der Berufungskläger neben den in der Anklageschrift aufgezählten Gegenständen – welche auf der Fotodokumentation der Wohnungseinrichtung, die durch die Privatklägerinnen noch vor der Deliktsbegehung erstellt worden waren (Akten S. 1780 ff.), ersichtlich sind – auch CHF 10'000.– und EUR 1'000.– in bar entwendet haben soll, ist doch nicht belegt, dass sich diese Bargeldmenge ungeschützt in der Wohnung befunden hat. Es wäre auch vor dem Hintergrund, dass immer wieder andere Gäste die Wohnung als Feriendomizil nutzten, unwahrscheinlich, dass sich eine solch grosse Bargeldmenge dort befunden hätte. Zu Gunsten des Berufungsklägers ist daher davon auszugehen, dass das Bargeld nicht durch ihn entwendet wurde.
5.6.3.3
Zusammenfassend ist damit rechtsgenüglich erstellt, dass der Berufungskläger die in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände – mit Ausnahme des Bargelds – aus der Wohnung von D_ † entwendete.
5.6.4
In rechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass aufgrund des gefälschten Mietvertrags samt Anhang keine Eigentumsrechte auf den Berufungskläger übergehen konnten. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist der Berufungskläger daher wegen Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB zu verurteilen. Hinsichtlich des Vorwurfs des entwendeten Bargelds hat demgegenüber ein Freispruch zu erfolgen.
6.
Der Berufungskläger wird somit des mehrfachen Diebstahls, des versuchten Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig erklärt. Von der Anklage des Diebstahls von CHF 10'000.– und EUR 1'000.– zum Nachteil von D_ † bzw. der Privatklägerinnen (Teil der AS Ziffer 6) wird der Berufungskläger hingegen freigesprochen.
6.1
Das Strafgericht hat im erstinstanzlichen Entscheid eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Einrechnung des Polizeigewahrsams vom 23. Juli bis 24. Juli 2015 (1 Tag), ausgesprochen.
6.2
Der Berufungskläger verlangt grundsätzlich einen Freispruch in allen Anklagepunkten. Im Falle von Schuldsprüchen bringt er jedoch hinsichtlich der Strafzumessung vor, dass er nicht vorbestraft sei. Zwar bezeichne das Bundesgericht die Straflosigkeit als normal. Bei einer solchen Praxis werde indessen ein grosses Ungleichgewicht geschaffen. Es mache einen Unterschied, ob ein 21-Jähriger nicht vorbetraft sei oder eine 83-jährige Person. Immerhin habe das Bundesgericht sich noch nicht geäussert, ob bei einer hochbetagten Person die Vorstrafenlosigkeit nicht doch zu berücksichtigen sei. Eine betagte Person habe bewiesen, dass sie mit dem Strafrecht dauerhaft nicht in Konflikt gekommen sei. Zu berücksichtigen seien ferner die Strafempfindlichkeit und der Umstand, dass der Berufungskläger in Lenzburg eingesperrt worden sei, was faktisch bedeute, dass er mit verwahrten Mördern zusammenleben müsse.
6.3
Die Staatsanwaltschaft beantragt demgegenüber, dass der Berufungskläger, in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils, zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen sei.
6.4
Gemäss Art. 47 des Strafgesetzbuchs misst das Gericht die Strafe innerhalb des anzuwendenden Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu und berücksichtigt dabei sein Vorleben, seine persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben (Täterkomponenten, Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie nach seinen Möglichkeiten, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden, bemessen (Tatkomponenten, Abs. 2). Dem Richter kommt ein Ermessen zu, in welchem Umfang er die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 134 IV 17 E. 2.1 S. 19 f.). An eine «richtige» Strafzumessung werden drei allgemeine Anforderungen gestellt: Sie muss zu einer verhältnismässigen Strafe führen (Billigkeit), ein Höchstmass an Gleichheit gewährleisten (Rechtssicherheit) und transparent, überzeugend begründet und dadurch überprüfbar sein (Legitimation durch Verfahren; vgl.
Wiprächtiger/Keller
, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage 2019, Art. 47 StGB N 10). Die Strafzumessung ist einlässlich zu begründen (Art. 50 StGB; BGE 136 IV 55 E. 5.4 S. 59, 134 IV 17 E. 2.1 S. 19 f.; BGer 6B_579/2013 vom 20. Februar 2014 E. 4.3;
Eugster/Frischknecht
, Strafzumessung im Betäubungsmittelhandel, in: AJP 2014 S. 327 ff., 332).
6.5
Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt das Gericht ihn zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht diese angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Die Anwendbarkeit von Art. 49 Abs. 1 StGB setzt dabei voraus, dass für die zur Beurteilung stehenden Delikte im konkreten Fall gleichartige Strafen ausgefällt würden (BGE 144 IV 217 E. 3.3 ff. S. 224 ff.). Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist vorab der Strafrahmen für das (abstrakt) schwerste Delikt zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Von derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht, erscheint nur dann sinnvoll, wenn mehrere Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen sind. Geht es um mehrere Straftatbestände, die den gleichen oberen Strafrahmen enthalten, aber eine unterschiedliche Mindeststrafe vorsehen, ist die höchste Mindeststrafe massgebend, welche die schwerste Tat definiert (
Mathys
, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, Rz. 485 f.). Die Einsatzstrafe für die schwerste Tat kann demnach durchaus niedriger sein als andere im Rahmen der Gesamtstrafenbildung zu berücksichtigende (verwirkte) Einzelstrafen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.1 S. 233). In einem zweiten Schritt sind die hypothetischen Einsatzstrafen für die weiteren Taten zu bestimmen. Sodann ist die Gesamtstrafe durch angemessene Erhöhung der Einsatzstrafe (in Anwendung des Asperationsprinzips) zu bilden. Nach der Festlegung der Gesamtstrafe für sämtliche Delikte sind schliesslich die allgemeinen Täterkomponenten zu berücksichtigen (BGE 127 IV 101 E. 2b S. 104; BGer 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3.5.1, 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.1 und 2.3.2, 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4; AGE SB.2016.114 vom 15. September 2017 E. 3.3.2).
6.6
Ausgangspunkt für die Strafzumessung bilden die Strafrahmen des Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB, des Betrugs nach Art. 146 Abs. 1 StGB und der Urkundenfälschung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB, welche abstrakt alle eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren vorsehen.
6.7
Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, wiegt der Diebstahl zum Nachteil von E_ † verschuldensmässig am schwersten, weshalb dieser als Grundlage zur Bemessung der Einsatzstrafe heranzuziehen ist.
6.7.1
Hinsichtlich der objektiven Tatkomponenten ist zum einen die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts zu berücksichtigen. Damit wird vereinfacht ausgedrückt als der vom Täter verschuldete objektive Erfolg bezeichnet (sog. Erfolgsunwert) bzw. das Ausmass der Gefährdung (BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 20; 104 IV 35 E. 2a S. 37). Dem Deliktsbetrag kommt bei Vermögensdelikten bei der Bewertung der Tatschwere eine erhebliche Bedeutung zu. Seine Höhe indiziert massgeblich die Einschätzung des Verschuldens (BGer 6B_964/2014 vom 2. April 2016 E. 1.4.3, 6S.90/2004 vom 3. Mai 2004 E. 1.2.3; so auch schon BGE 78 IV 134 E. 1 S. 137 f.; vgl. auch
Mathys
, a.a.O., Rz. 105). Der vorliegende Deliktswert als verschuldeter Deliktserfolg von CHF 328'580.– ist für sich bereits als relativ hoch zu werten. Hinsichtlich der Grösse des Schadens ist sodann festzuhalten, dass die deliktische Handlung des Berufungsklägers dazu führte, dass E_ † schliesslich überschuldet verstarb, was einerseits auf den Diebstahl zurückzuführen ist, andererseits jedoch bereits aufgrund der gescheiterten Börsengeschäfte mit ihrem Vermögen durch den Berufungskläger beschleunigt wurde. Des Weiteren ist auch die Verwerflichkeit des Handelns des Berufungsklägers hervorzuheben. Dabei gilt es etwa zu berücksichtigen, wie intensiv er seinen Plan verfolgte, welche Mittel er einsetzte und welchen Aufwand er betrieb («kriminelle Energie») und wie raffiniert er vorging (
Mathys
, a.a.O., Rz. 89 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, hat der Berufungskläger das Vertrauensverhältnis zur Geschädigten über Jahre hinweg aufgebaut und schliesslich ausgenutzt. Er ging mithin durchaus planmässig vor und scheute auch keinen unerheblichen Aufwand. Zudem spann er ein Netz von Lügengeschichten, um sich aus dem Kreis der Verdächtigen zu nehmen, wodurch die Geschädigte bis zuletzt Dritte des Diebstahls verdächtigte, den Berufungskläger jedoch stets in Schutz nahm. Zu Nutzen machte sich der Berufungskläger überdies auch das fortgeschrittene Alter sowie die Einsamkeit von E_ †. Zudem spielte der Berufungskläger der Geschädigten auch ein Liebesverhältnis vor, um ihr Vertrauen zu gewinnen. So bezeichnete die Geschädigte den Berufungskläger etwa als ihren Lebenspartner (vgl. die detaillierten Ausführungen der Vorinstanz, Akten S. 2648 f.). Wie die Vorinstanz auch korrekt festhält, zeigte sich die Gier des Berufungsklägers dadurch, dass er – trotz der gescheiterten Börsengeschäfte – nicht davon zurückschreckte, die Geschädigte schliesslich auch um ihr restliches Vermögen zu bringen. Hinzu kommt, dass er ihr schliesslich auch sämtliche wertvollen Einrichtungsstücke aus der Wohnung entwendetet, als sie sich bereits in Spitalpflege sowie darauffolgend im Alterszentrum aufhielt (vgl. dazu sogleich hinten E. 6.10).
6.7.2
In Bezug auf die subjektiven Tatkomponenten ist bei den Beweggründen des Berufungsklägers hervorzuheben, dass er sein Ziel der persönlichen Bereicherung äusserst rücksichtslos und mit raffinierten und perfiden Mitteln durchsetzte, ohne die finanziellen Folgen für E_ † zu berücksichtigen. Motivseitig war das Vorgehen des Berufungsklägers einzig von seiner finanziellen Gier getrieben, war ihm Geld und Status doch äusserst wichtig, um damit gegenüber möglichen zukünftigen Opfern und Dritten zu prahlen. Diese Elemente wirken sich verschuldenserhöhend aus. Als weitere (subjektive) Tatkomponente bestimmt sich die Höhe des Verschuldens schliesslich danach, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, weshalb der Berufungskläger nicht in der Lage gewesen wäre, sich der Delinquenz zu enthalten, war er doch gemäss eigenen Aussagen Eigentümer einer Liegenschaft in [...] und finanziell gut situiert. Wie bereits erwähnt delinquierte er lediglich mit dem Ziel, seinen verschwenderischen Lebensstil aufrecht erhalten zu können, um einerseits selbst einen gehobenen Lebensstandard zu geniessen und andererseits Dritte beeindrucken zu können.
6.7.3
Im Ergebnis wiegt das Tatverschulden des Berufungsklägers mittelschwer, weshalb eine Einsatzstrafe von 24 Monaten festzusetzen ist.
6.8
Vom Verschulden her nur leicht hinter das erstgenannte Delikt zurück tritt der versuchte Betrug zum Nachteil der Erbengemeinschaft von D_ †.
6.8.1
Hinsichtlich der objektiven Tatkomponenten ist zu beachten, dass einerseits die Deliktssumme hinsichtlich des von ihm zunächst eingeforderten Nutzungsrechts an der Wohnung sowie den nachträglich geltend gemachten Mietzinsrückzahlungen in Höhe von CHF 24'000.– und dem angeblich ihm gehörenden Mobiliar (angeblicher Kaufpreis von CHF 45'000.–) wesentlich geringer ist, als im Falle des soeben behandelten Diebstahls zum Nachteil von E_ † (der Umstand, dass sein Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt war und es sich daher um eine Versuchsstrafbarkeit handelt, wird sogleich noch behandelt, s. hinten E. 6.8.3) . Hinsichtlich der Verwerflichkeit des Handelns des Berufungsklägers gilt es aber auch in diesem Fall in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu konstatieren, dass er zwar kein so enges Vertrauensverhältnis zu D_ † aufzubauen vermochte, jedoch ebenfalls eine nicht geringe kriminelle Energie an den Tag legte. Sein planmässiges und raffiniertes Vorgehen zeigt sich insbesondere darin, dass er mehrere Urkunden fälschte, von diesen beglaubigte Abschriften anfertigen liess und diese beim Testamentsvollstrecker einreichte, um unberechtigte Forderungen gegen die Erbmasse geltend zu machen. Dem Strafgericht ist dabei zuzustimmen, dass der Berufungskläger ein besonders dreistes Verhalten aufwies, als er einerseits nur kurze Zeit nach dem Ableben von D_ † an ihrem Totenbett auftauchte und gegenüber den Hinterbliebenen Forderungen stellte, andererseits aber auch nicht davon absah, seine betrügerischen Forderungen mit anwaltlicher Hilfe im Nachlassverfahren durchzusetzen. Dieses planmässige und hartnäckige Vorgehen ist daher richtigerweise ebenfalls verschuldenserhöhend zu berücksichtigen.
6.8.2
Die subjektiven Tatkomponenten sind grundsätzlich mit denjenigen im Falle des Diebstahls zum Nachteil von E_ † vergleichbar (vgl. vorne E. 6.7.2). Auch hier ging es dem Berufungskläger alleine um seine persönliche Bereicherung, um seinen luxuriösen Lebensstil finanzieren zu können. Einschränkungen seines Freiheitsspielraums, um sich gegen die Delinquenz zu entscheiden, sind nicht ersichtlich, insbesondere befand er sich nicht in einer Notsituation und es sind auch keine anderen äusseren Umstände erkennbar, die ihn zur Tatbegehung gedrängt hätten.
6.8.3
Der Betrug ist lediglich ins Versuchsstadium gelangt. Wie die Vorinstanz jedoch zutreffend festhält, ist dies nur marginal entlastend zu berücksichtigen, hat der Berufungskläger doch alles in seiner Macht Stehende getan, um den Betrug zum Erfolg zu bringen. Es ist nur der Aufmerksamkeit des Testamentsvollstreckers zu verdanken, dass sich der Schaden zum Nachteil der Erbengemeinschaft nicht verwirklicht hat. Der Umstand des Versuchs ist somit lediglich in geringem Ausmass innerhalb des ordentlichen Strafrahmens strafmindernd zu berücksichtigen.
6.8.4
Im Ergebnis wiegt das Tatverschulden des Berufungsklägers keinesfalls mehr leicht, weshalb von einer hypothetischen Einsatzstrafe von 14 Monaten auszugehen ist.
6.9
Die Urkundenfälschung und der Diebstahl zum Nachteil von G_ sind aufgrund der Verschuldenshöhe als nächstes zu behandeln.
6.9.1
Bei den objektiven Tatkomponenten gilt es festzuhalten, dass es sich hierbei im Vergleich zu den beiden bereits abgehandelten Straftaten um eine eher geringe Deliktssumme von insgesamt ca. CHF 8'400.– handelt, weshalb von einer geringeren objektiven Tatschwere auszugehen ist. Im Gegensatz zur Vorgehensweise bei D_ † und E_ † legte der Berufungskläger jedoch beim Diebstahl zum Nachteil von G_ einen anderen modus operandi an den Tag. So hängte er in der Wohnung der Geschädigten schamlos in ihrem Beisein das Gemälde ab, steckte darüber hinaus die Golduhr ein, nachdem er sich unter falschem Vorwand unbeobachtet in den übrigen Zimmern der Wohnung der Geschädigten umgesehen hatte, setzte die Geschädigte unter Druck, dass diese auf ein leeres Blatt Papier «persönlich geschenkt» schrieb sowie darunter ihre Unterschrift anbrachte und machte sich trotz der mündlichen Proteste von G_ schliesslich mit dem Deliktsgut aus dem Staub. Dadurch zeigt der Berufungskläger einerseits auf, dass er im Rahmen seiner Tathandlungen auch nicht die direkte Konfrontation mit Geschädigten scheut, wenn es um seinen persönlichen Vorteil geht. Andererseits ging der Berufungskläger auch in diesem Fall planmässig vor, erstellte er doch aus dem von der Geschädigten unterzeichneten Dokument eine gefälschte Urkunde, um seinem nicht existenten Anspruch auf das Deliktsgut den nachträglichen Anschein der Rechtmässigkeit zu verleihen. Eine erhöhte Verwerflichkeit seines Handelns belegt schliesslich auch der Umstand, dass er sich die Gehbehinderung von G_ zunutze machte, um trotz ihres mündlichen Protests das Gemälde aus der Wohnung zu tragen.
6.9.2
Die subjektiven Tatkomponenten decken sich mit denjenigen der vorgelagerten Fälle, weshalb auf diese verwiesen werden kann (vgl. vorne E. 6.7.2 sowie 6.8.2).
6.9.3
Im Ergebnis wiegt das Tatverschulden des Berufungsklägers auch hier nicht mehr leicht, weshalb eine hypothetische Einsatzstrafe von 6 Monaten für den Diebstahl sowie von 4 Monaten für die Urkundenfälschung festzusetzen ist.
6.10
Die beiden Diebstähle zum Nachteil von D_ † und E_ † (AS Ziff. 4 und 6) sind hinsichtlich der Tatkomponenten gemeinsam zu behandeln, da der Berufungskläger ein vergleichbares Tatvorgehen offenbarte.
6.10.1
In Bezug auf die objektiven Tatkomponenten ist beim Diebstahl zum Nachteil von E_ † zu konstatieren, dass der genaue Deliktsbetrag unbekannt ist. Entsprechend kann daraus kein erhöhtes Verschulden des Berufungsklägers abgeleitet werden. Beim Diebstahl zum Nachteil von D_ † bzw. der Erbengemeinschaft umfasste der Wert des Deliktsguts zwar mindestens CHF 26'000.–, jedoch ist dies im Vergleich zum Sachverhalt gemäss AS Ziff. 1 eher als gering zu verorten. Der modus operandi erweist sich bei den beiden Delikten ähnlich, da der Berufungskläger doch jeweils unbeobachtet und von langer Hand geplant in die Wohnungen der Geschädigten eindrang (im Falle von E_ † erwiesenermassen noch zu deren Lebzeiten, jedoch im Wissen darum, dass diese nicht persönlich in die Wohnung würde zurückkehren können), um die Wertgegenstände zu entwenden. Dabei nutze er einerseits das Vertrauen der Geschädigten aus, da er von diesen jeweils einen Schlüssel erhalten hatte, andererseits ging er im Falle von D_ † auch so perfide vor, dass er bestimmte entwendete Bilder durch Kunstdrucke austauschte, sodass deren Verschwinden nicht sofort entdeckt werden sollte.
6.10.2
Auch in diesen Fällen decken sich die subjektiven Tatkomponenten mit denjenigen der vorgelagerten Fälle, weshalb wiederum auf diese verwiesen werden kann (vgl. vorne E. 6.7.2 sowie 6.8.2).
6.10.3
Aufgrund der erfolgten Ausführungen wiegt das Tatverschulden des Berufungsklägers in diesen Fällen leicht bis mittel, weshalb eine hypothetische Einsatzstrafe von 4 Monaten für den Diebstahl zum Nachteil von E_ † sowie von 5 Monaten für den Diebstahl zum Nachteil von D_ † festzusetzen ist.
6.11
6.11.1
Wenn nebeneinander Geldstrafe und Freiheitsstrafe in Betracht fallen, ist bei der Wahl der Sanktionsart als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2 S. 101; 134 IV 82 E. 4.1 S. 84 f.). Nach der Konzeption des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches stellt die Geldstrafe in deren Anwendungsbereich (Art. 34 StGB) die Hauptsanktion dar. Freiheitsstrafen sollen nur verhängt werden, wenn der Staat keine anderen Mittel hat, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten bzw. eine Freiheitsstrafe geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft, wodurch der Geldstrafe grundsätzlich Vorrang gegenüber der eingriffsstärkeren Freiheitsstrafe zukommt (vgl. BGE 134 IV 79 E. 4.2.2 S. 101 f.).
6.11.2
Vorliegend kann aufgrund der (hypothetischen) Einsatzstrafen für die Delikte gemäss AS Ziff. 1 und 5 aufgrund der 12 Monate überschreitenden Strafeinheiten nur auf eine Freiheitsstrafe erkannt werden. Zwar wäre für die Delikte gemäss AS Ziff. 2, 4 und 6 theoretisch auch das Verhängen einer Geldstrafe möglich, jedoch ist aus den folgenden Gründen auch hier jeweils eine Freiheitsstrafe auszusprechen (gestützt auf die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung kann aufgrund eines Deliktskonnexes jedoch nicht, wie dies die Vorinstanz getan hat, einfach ohne weitergehende Begründung pauschal auf eine Freiheitsstrafe für alle Delikte erkannt werden, vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.3 ff. S. 224 ff.): Bei der Strafzumessung ist im Rahmen der Zweckmässigkeit stets auch die Wirksamkeit einer Strafe miteinzubeziehen. So sind bei der Wahl der Sanktionsart als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 137 II 297 E. 2.3.4 S. 300 f.; 134 IV 97 E. 4.2 S. 101; BGer 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.3). Dabei steht den Gerichten bei der Wahl der Strafart ein weiter Ermessensspielraum zu (BGer 6B_1137/2016 vom 25. April 2017 E. 1.7). Vorliegend ist der Berufungskläger zwar nicht vorbestraft (dazu sogleich auch hinten E. 6.13), jedoch hat er sich im Laufe des Strafverfahrens weder geständig noch einsichtig gezeigt, womit zu befürchten ist, dass er weiterhin willens ist und – trotz seines fortgeschrittenen Alters – auch in der Lage wäre, ähnliche Delikte zum Nachteil älterer vermögender Damen zu begehen. So delinquierte er denn auch während laufendem Strafverfahren weiter. Unter individualpräventiven Gesichtspunkten erweist es sich daher als notwendig, der Freiheitstrafe gegenüber der Geldstrafe den Vorzug zu geben. Des Weiteren ist fraglich, ob eine Geldstrafe beim Berufungskläger realistischerweise überhaupt vollstreckt werden könnte, befindet bzw. befand er sich doch vornehmlich im Ausland ([...]) und hielt sich insbesondere nur dann in der Schweiz auf, wenn er seinen «Opfern» Besuche abstattete. So entzog sich der Berufungskläger für mehrere Jahre durch seine Auslandsabwesenheit auch dem Strafverfahren in der Schweiz und konnte erst nach seiner Verhaftung den Strafbehörden zugeführt werden. Im Ergebnis ist daher für sämtliche Delikte eine Freiheitsstrafe als gleichartige Strafe auszufällen.
6.12
6.12.1
Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten in einem selbständigen Schritt gewürdigt werden. Nach der Praxis des Bundesgerichts sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts ist dabei geringer zu veranschlagen, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGer 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2;
Ackermann
, in: Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2019, Art. 49 StGB N 122a).
6.12.2
Grundsätzlich wurden bei den einzelnen Straftaten insbesondere das Rechtsgut Vermögen verletzt. Auch die Begehungsweise glich sich, wie dargelegt, in mehrfacher Hinsicht. Neben einem engen sachlichen Konnex bestand im Fall der Delikte zum Nachteil von G_ auch ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Diebstahl des Gemäldes und der Armbanduhr sowie der damit zusammenhängenden Urkundenfälschung. Insgesamt wird dadurch der Gesamtschuldbeitrag der einzelnen Delikte leicht verringert.
6.12.3
Es rechtfertigt sich daher in Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB folgende Gesamtstrafenbildung vorzunehmen: Die Einsatzstrafe für den Diebstahl zum Nachteil von E_ † (AS Ziff. 1) von 24 Monaten wird für den versuchten Betrug zum Nachteil von D_ † bzw. der Erbengemeinschaft (AS Ziff. 5) um 8 Monate auf 32 Monate erhöht. Des Weiteren erfolgt eine Erhöhung für die Urkundenfälschung sowie den Diebstahl zum Nachteil von G_ (AS Ziff. 2) um 3 bzw. 4 Monate auf 39 Monate sowie für die Diebstähle zum Nachteil von E_ † (AS Ziff. 4) und D_ † (AS Ziff. 6) um 2 bzw. 3 Monate auf insgesamt 44 Monate Freiheitsstrafe.
6.13
Schliesslich sind die allgemeinen Täterkomponenten noch miteinzubeziehen. Die Vorinstanz hat dazu bereits detailliert Stellung genommen, weshalb grösstenteils auf deren Ausführungen zu verweisen ist (Akten S. 2651). So war der Berufungskläger, wie bereits erwähnt, weder geständig, noch zeigte er aufrichtige Reue oder Kooperation im Strafverfahren, vielmehr diskreditierte er im Laufe des Verfahrens Geschädigte sowie auch Dritte. Die Delikte zum Nachteil von D_ † beging er zudem während laufendem Strafverfahren. Andererseits kommt dem Berufungskläger sein hohes Alter zugute. Dieses ist aufgrund der dadurch erhöhten Strafempfindlichkeit (vgl. etwa BGer 6B_572/2010 vom 18. November 2010 E. 4.5) erheblich strafmindern zu berücksichtigen. Wie der Berufungskläger schliesslich zurecht ausführt, darf der Umstand, dass er bis ins hohe Alter straffrei geblieben ist – anders als etwa bei nicht vorbestraften jungen Erwachsenen – durchaus auch strafmindernd berücksichtigt werden. In Anbetracht dessen ist die Freiheitsstrafe um insgesamt 8 Monate auf 36 Monate zu reduzieren.
6.14
6.14.1
In Würdigung sämtlicher relevanter Strafzumessungsfaktoren ist über den Berufungskläger eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten auszufällen, an welche die bislang ausgestandene Haft bzw. der vorzeitige Strafvollzug in Anwendung von Art. 51 StGB angerechnet wird.
6.14.2
Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben (Art. 43 Abs. 1 StGB). Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil müssen mindestens sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 StGB). Grundvoraussetzung für eine teilbedingte Strafe ist, dass die Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt (BGE 139 IV 270 E. 3.3 S. 277; siehe auch:
Schneider/Garré
, in: Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2019, Art. 43 StGB N 11). Vorliegend kann dem nicht vorbestraften Berufungskläger, trotz seines Delinquierens während laufendem Strafverfahren, gerade noch eine hinreichend günstige Prognose gestellt werden. Dies steht auch nicht im Widerspruch zur Verhängung von Freiheitsstrafen anstelle von Geldstrafen im Rahmen der Gesamtstrafenbildung (vgl. vorne E. 6.11.2), da die Legalbewährungsprognose im Sinne von Art. 43 StGB je nach dem anders ausfallen kann, ob der Aufschub einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe zur Diskussion steht. Eine (teil-)bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe zeitigt denn auch eine höhere Abschreckungswirkung als eine bedingte Geldstrafe (vgl.
Mazzucchelli
in: Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2019, Art. 41 StGB N 40). Entsprechend ist dem Berufungskläger im Umfang von 2 Jahren der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Die Probezeit hierfür ist auf zwei Jahre festzulegen.
7.
Aufgrund der Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs ist der Berufungskläger aus der Haft bzw. dem vorzeitigen Strafvollzug zu entlassen, da er sich bereits seit dem 21. August 2019, und somit seit mehr als 12 Monaten, in Haft befindet. Für die separate Verfügung der Entlassung des Berufungsklägers aus der Haft ist auf den Beschluss des Appellationsgerichtspräsidenten vom 12. November 2020 zu verweisen (Akten S. 3064 f.).
8.
Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von CHF 10'000.– sowie EUR 1'000.– an die Privatklägerinnen. Die darüberhinausgehende Schadenersatzforderung wurde auf den Zivilweg verwiesen. Der Berufungskläger äussert sich nicht zu der geltend gemachten Zivilforderung. Wie den obigen Erwägungen entnommen werden kann, erfolgt hinsichtlich des angeblich entwendeten Bargelds in Höhe von CHF 10'000.– sowie EUR 1'000.– ein Freispruch zugunsten des Berufungsklägers (vgl. vorne E. 5.6.4). Entsprechend entfällt auch die diesbezügliche Zusprechung von Schadenersatz an die Privatklägerinnen. Die gesamte geltend gemachte Zivilforderung wird demnach auf den Zivilweg verwiesen.
9.
9.1
Die schuldig gesprochene Person hat – sofern keine gesetzlichen Ausnahmen vorliegen – gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO sämtliche kausalen Verfahrenskosten zu tragen (BGer 6B_811/2014 vom 13. März 2015 E. 1.4). Die Verfahrenskosten werden somit nach dem Verursacherprinzip auferlegt.
9.2
Da der Berufungskläger auch im Berufungsverfahren wegen mehrfachen Diebstahls, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt wird, sind die erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie die erstinstanzliche Urteilsgebühr zu belassen (der Freispruch vom Diebstahl des Bargelds zum Nachteil von D_ † bzw. der Privatklägerinnen hat aufgrund des nur marginalen Gesamtbeitrags zum Verschulden sowie zur Gesamtdeliktssumme bei der Kostenverteilung keinen Einfluss). Demgemäss trägt der Berufungskläger für das erstinstanzliche Verfahren Kosten von CHF 7'484.20 und eine Urteilsgebühr von CHF 10'000.‒.
10.
10.1
Für die Kosten des Rechtsmittelverfahrens kommt Art. 428 Abs. 1 StPO zum Tragen. Ob bzw. inwieweit eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (BGer 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1).
10.2
Der Berufungskläger unterliegt mit seinen Anträgen fast vollumfänglich. Wie bereits erwähnt, hat der Freispruch vom Diebstahl des Bargelds zum Nachteil von D_ † bzw. der Privatklägerinnen aufgrund des nur marginalen Gesamtbeitrags zum Verschulden sowie zur Gesamtdeliktssumme bei der Kostenverteilung keinen Einfluss. Gleiches gilt auf für die Abweisung der Schadenersatzforderung über CHF 10'000.– sowie EUR 1'000.–. Entsprechend sind dem Berufungskläger die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens mit Einschluss einer Urteilsgebühr von CHF 1'500.– aufzuerlegen (inkl. Kanzleiauslagen, zuzüglich allfällige übrige Auslagen, Art. 428 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 21 Abs. 1 des Gerichtsgebührenreglements [GGR, SG 154.810]).
11.
11.1
Nach Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft, wenn sie obsiegt, gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung ihrer notwendigen Aufwendungen im Verfahren. Die Privatklägerschaft obsiegt, wenn im Falle der Strafklage die beschuldigte Person schuldig gesprochen und/oder wenn im Falle der Zivilklage die Zivilforderung geschützt wird. Die Aufwendungen im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO betreffen in erster Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfahren selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Interessen der Privatklägerschaft notwendig waren (BGE 139 IV 102 E. 4.1 S. 107).
11.2
Der Vertreter der Privatklägerinnen macht mit Leistungsnachweis vom 12. November 2020 für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 3'605.60 geltend (Akten S. 3062). Die Privatklägerinnen haben sich im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO sowohl als Straf- als auch als Zivilklägerinnen am Verfahren beteiligt (vgl. Akten, S. 126 ff., 1774). Für das zweitinstanzliche Verfahren haben sie beantragt, dass die Berufung vollumfänglich abzuweisen sei. Damit haben sie, dem Ausgang des Verfahrens entsprechend, fast vollständig obsiegt. Zwar erfolgte ein Freispruch hinsichtlich des Diebstahls von CHF 10'000.– sowie EUR 1'000.– und die Abweisung der diesbezüglichen Schadenersatzforderung, jedoch betrafen die Aufwendungen für die zweite Instanz grösstenteils Aufwendungen im Zusammenhang mit ihrer Stellung als Strafklägerinnen. So äusserte sich der Vertreter der Privatklägerinnen in seiner Berufungsantwort sowie in seinem Plädoyer vor den Schranken fast ausnahmslos zu Fragen im Strafpunkt und nur marginal zur Zivilklage (Akten S. 3007 ff., 3079 ff.). Angesichts der Komplexität der sich zum Strafpunkt stellenden Fragen sind diese Ausführungen für die Wahrung der Interessen der Privatklägerinnen auch als notwendig zu erachten. Entsprechend wird der Berufungskläger zur Zahlung des Betrags von CHF 3'605.60 (inkl. Auslagen und MWST) an die Privatklägerinnen verurteilt.
12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Berufungskläger keine Parteientschädigung auszurichten, sodass dessen Antrag auf Ausrichtung einer solchen für
das zweitinstanzliche Verfahren abzuweisen ist.