Decision ID: 850bc8d7-870f-4267-8246-e9fb2640eb65
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29,
9032 Engelburg,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1973 geborene S._ war bei der A._ als Glasoperateurin tätig und dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 18. April 2008 in einen
Verkehrsunfall verwickelt wurde (Suva-act. 1). Der Lenker eines vor ihr fahrenden
Personenwagens bremste ab, um nach links abzubiegen. Die Versicherte musste
deshalb ihren Personenwagen anhalten, worauf der Lenker des nachfolgenden
Personenwagens auf das Heck ihres stehenden Personenwagens auffuhr (Suva-act.
18). Die Versicherte wurde vom Unfallort direkt ins Spital Rorschach eingewiesen, wo
sie sich bis 21. April 2008 stationär aufhielt. Sie klagte über starke bis stärkste
Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) mit Ausstrahlung in den Hinterkopf,
Kopfschmerzen, eine Hyposensibilität im Bereich des Kinns rechtsseitig sowie über
Übelkeit und Schwindel. Der Röntgenbefund ergab keine ossäre Verletzung der HWS.
Im Bericht vom 21. April 2008 hielten die behandelnden Ärzte als Diagnosen ein HWS-
Beschleunigungstrauma sowie den Verdacht auf eine Commotio cerebri fest. Der
stationäre Aufenthalt habe sich letztlich komplikationslos gestaltet. Die Beschwerden
seien deutlich rückläufig gewesen und im Rahmen der neurologischen Untersuchung
hätten sich keine motorischen oder sensiblen Defizite gezeigt (Suva-act. 4, 5). Eine
wegen persistierender Schmerzen am 28. April 2008 in der Radiologie Stephanshorn,
St. Gallen, durchgeführte cervicale Kernspintomographie ergab, abgesehen von einer
mehrsegmentären leichten Chondrose C2-7 und einer minimen flachbogigen
Diskusprotrusion C5/6 und C6/7 ohne neuralen Kontakt, intakte dorsale
discoligamentäre Strukturen C0-Th5, eine normale Artikulation der Facettengelenke
sowie eine normale Weite des ossären cervicalen Spinalkanals sowie der Foramina
intervertebralia (Suva-act. 6). Am 15. Mai 2008 folgte ein ambulantes Assessment in
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der Rehaklinik Bellikon. Im Bericht vom 27. Mai 2008 wurden die Diagnosen Unfall vom
18. April 2008 mit HWS-Distorsion und fraglicher Commotio cerebri, cervicovertebrales
Syndrom links mehr als rechts, Spannungskopfschmerz von nuchal nach frontal
reichend sowie psychische Belastungssituation gestellt. Bei der Versicherten sei eine
erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, bei deren Interpretation die noch
zu erfolgende psychiatrisch-psychologische Abklärung der Versicherten zu
berücksichtigen sei (Suva-act. 19). Vom 28. Mai bis 9. Juli 2008 fand ein stationärer
Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon statt. Es wurden eine ophthalmologische, eine
neurologische und eine neurootologische Untersuchung sowie radiologische
Untersuchungen der HWS und des linken Schultergelenks durchgeführt. Die Diagnosen
im Austrittsbericht vom 23. Juli 2008 entsprachen denjenigen des ambulanten
Assessments, wobei an Stelle der psychischen Belastungssituation eine
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt, angeführt wurde. Der
Versicherten wurde ab 10. Juli 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 50% als erleichterter
Wiedereinstieg nach langer Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine sukzessive Steigerung
des Arbeitspensums auf 100% bei gutem Verlauf innert zwei bis drei Monaten
empfohlen (Suva-act. 24 - 27). Laut Zwischenbericht des Hausarztes der Versicherten,
Dr. med. B._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 24. September 2008 bestand
subjektiv weiterhin ein unheimlicher Leidensdruck. Die Versicherte gebe an, dass die
Arbeit fast nicht möglich sei. Sie versuche stets wieder zu arbeiten, falle aber immer
wieder aus. Dr. B._ listete die Arbeitsfähigkeitsgrade der Versicherten ab 10. Juli
2008 auf, welche sich abwechselnd auf 0% oder 25% beliefen. Als Befunde erhob er
weiterhin einen Hartspann sowie Bewegungs- und Druckschmerzen, jedoch keine
neurologischen Ausfälle (Suva-act. 35). Am 22. September 2008 wurde im Auftrag der
Suva eine biomechanische Kurzbeurteilung durch die AGU Zürich durchgeführt (Suva-
act. 36). Am 5. März 2009 erfolgte eine kreisärztliche Stellungnahme durch Dr. med.
C._, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie (Suva-act. 44) und am 18. März 2009
eine cranio-cerebrale Kernspintomographie in der Radiologie Stephanshorn (Suva-act.
46). Letztere ergab altersentsprechend normale Befunde ohne Nachweis einer
intracraniellen tumorösen Raumforderung und ohne Hinweis auf eine durchgemachte
intracranielle Blutung (Suva-act. 46). Mit Schreiben vom 31. März 2009 kündigte die
A._ das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten (Suva-act. 47).
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A.b Mit Verfügung vom 15. April 2009 eröffnete die Suva der Versicherten die
Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Mai 2009. Aufgrund fehlender
adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form
einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 49).
B.
Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. D. Speck, Engelburg, am 11. Mai
2009 erhobene Einsprache (Suva-act. 56) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom
13. August 2009 ab (Suva-act. 60). Zuvor hatte der Krankenversicherer (Swica
Gesundheitsorganisation) die vorsorglich erhobene Einsprache (Suva-act. 50) nach
Einsicht in die Akten zurückgezogen (Suva-act. 52).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 13. August 2009 richtet sich die von
Rechtsanwalt Speck für die Versicherte eingereichte Beschwerde vom 8. September
2009 mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 13. August 2009 sowie die Verfügung der Suva Chur vom
15. April 2009 seien aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2009 weiterhin Taggelder
auszurichten, für die Behandlungs- und Abklärungskosten der Beschwerdeführerin
aufzukommen und der Beschwerdeführerin nach Abschluss der ärztlichen Behandlung
eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer
Replik.
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C.d Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw.
medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen
Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbesondere jene des
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und
gesundheitlicher Schädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Anzufügen bleibt,
dass im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne
weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V
365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht
(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade
klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt
zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person eine
Schleudertraumaverletzung erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a),
andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
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festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der
Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der
HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen
und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328
E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem
Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie
Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist, wenn und soweit
sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 [U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000
Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).
2.
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin über
den 31. Mai 2009 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen
organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar
sind. Eine während des stationären Aufenthalts im Spital Rorschach vom 18. bis 21.
April 2008 durchgeführte radiologische Untersuchung der HWS ergab keine Hinweise
auf ossäre Verletzungen (Suva-act. 4). Bei einer kernspintomographischen
Untersuchung der HWS in der Radiologie Stephanshorn vom 28. April 2008 wurden
eine offensichtlich unfallfremde leichte Chondrose und minime Discusprotrusion ohne
weiteren neuralen Kontakt festgestellt. Ansonsten zeigte sich die HWS unauffällig
(Suva-act. 6). Anlässlich der radiologischen Untersuchung der HWS in der Rehaklinik
Bellikon vom 4. Juni 2008 wurden sodann weder degenerative noch posttraumatische
Veränderungen festgestellt und die Röntgenbilder des linken Schultergelenks vom 1.
Juli 2008 zeigten sich unauffällig (Suva-act. 27). Die von der Beschwerdeführerin
geklagten Schwindelbeschwerden konnten mit der von der Abteilung Arbeitsmedizin
der Suva am 23. Juni 2008 durchgeführten neurootologischen Untersuchung nicht
objektiviert werden (Suva-act. 24). Die von Dr. D._ am 20. Juni 2008 durchgeführte
ophthalmologische Untersuchung ergab die unfallfremde Diagnose beidseitiger
Mouches volantes bei physiologischer Glaskörperdestruktion im vorderen Drittel links
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grösser als rechts (vgl. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wki/Glaskörperdestruktion;
Abfrage vom 19. Februar 2010), ansonsten jedoch eine Emmetropie (Suva-act. 25).
Schliesslich fand sich auch bei der am 25. Juni 2008 von Dr. E._ durchgeführten
neurologischen Untersuchung keine organisch fassbare Ursache für die
Begleitphänomene zum Spannungskopfweh (visuelle Störungen, Geräusche im Ohr).
Es ergaben sich aber auch keine Hinweise auf eine cervicale Radikulopathie, eine
Armplexusaffektion links oder eine peripher liegende Neuropathie
(Carpaltunnelsyndrom usw.). Festzustellen waren jedoch erhebliche muskuläre
Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich links (Suva-act. 26). Anlässlich der
klinischen Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon zeigte sich sodann eine
ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit bis zur Allodynie reichend im gesamten Bereich
der paravertebralen Strukturen der HWS und im Bereich des oberen Schultergürtels
beidseits (links mehr als rechts) (Suva-act. 27, vgl. auch Suva-act. 26). Auch Dr. B._
erhob bei der Beschwerdeführerin laut Bericht vom 24. September 2008 einen
Hartspann, Druckschmerzen und Bewegungsschmerzen (Suva-act. 35). Klinisch
erhobene Druckdolenzen, ein Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im
Bereich der HWS (Suva-act. 35) stellen jedoch praxisgemäss kein klar fassbares
organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. August 2005 [U 9/05] i/S M., E. 4
und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., E. 2.2.).
3.
3.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).
3.2 Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals Rorschach stellten insbesondere die
Diagnose eines HWS-Beschleunigungstraumas (Suva-act. 4, 5). In den Berichten der
Rehaklinik Bellikon vom 27. Mai und 23. Juli 2008 (Suva-act. 19, 27) wurde sodann die
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Diagnose einer HWS-Distorsion aufgeführt. Grundsätzlich ist bezogen auf den
fraglichen Unfallmechanismus - ein nachfolgender Personenwagen fuhr mit der Front
gegen das Heck des Personenwagens der Beschwerdeführerin (Suva-act. 18) - ein
eigentliches Schleudertrauma in Betracht zu ziehen (vgl. diesbezüglich Thomas Locher,
HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach
Schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz
[Hrsg.], Das so genannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und
rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2002, S. 31 f.). Die
behandelnden Ärzte des Spitals Rorschach stellten sodann die Verdachtsdiagnose
einer Commotio cerebri bzw. eines leichten Schädel-Hirntraumas, welche von der
Rehaklinik Bellikon übernommen wurde. Gemäss den medizinischen Akten konnte die
Verdachtsdiagnose aber offenbar nie bestätigt werden. Die Beschwerdeführerin hatte
im Spital Rorschach über Kopfschmerzen geklagt und angegeben, sie sei mit dem
Kopf an die Kopfstütze geprallt und habe den Sicherheitsgurt nicht getragen. Eine
Bewusstlosigkeit wurde verneint (Suva-act. 4, 5). Im Erhebungsblatt für die Abklärung
von HWS-Fällen der Suva vom 8. Mai 2008 gab die Beschwerdeführerin
demgegenüber an, den Sicherheitsgurt getragen und keinen Kopfanprall erlitten zu
haben (Suva-act. 7). Dr. C._ hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom 26. Mai 2008
fest, dass die Kombination einer HWS-Verletzung und einer Commotio cerebri bei
getragenen Sicherheitsgurten äusserst selten sei (Suva-act. 16). Der biomechanischen
Kurzbeurteilung der AGU Zürich vom 22. September 2009 ist schliesslich zu
entnehmen, dass ein echter, hirnorganisch bedingter Bewusstseinsverlust, der
allenfalls auf eine "milde traumatische Hirnverletzung" hinweisen könnte,
auszuschliessen sei, wenn durch die biomechanische Analyse und die Aktenlage
erstellt sei, dass zum einen kein Kopfanprall stattgefunden habe, und zum andern bei
der ermittelten kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (delta-v) ein
Beschleunigungsmechanismus bezüglich des Gehirns in einem nur unerheblichen
Ausmass habe stattfinden können. Spitäler und Ärzte seien zudem im Rahmen der
Wahrung ihrer Sorgfaltspflicht viel eher dazu geneigt, die Diagnose einer Commotio
cerebri zu stellen und den Patienten entsprechend aufzuklären und zu überwachen.
Gegen diese Praktik "an der Front" sei unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit des
Patienten nichts einzuwenden; der Nachteil für die anschliessende Zeit der
Verarbeitung eines Ereignisses sei jedoch das Engramm, das mit diesen Massnahmen
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gesetzt worden sei, nämlich dasjenige einer Gehirnerschütterung, wenn nicht sogar
eines Hirnschadens. Dieses Erleben des Patienten könne längerfristig dazu führen,
dass das Ereignis vom Patienten überschätzt werde (Suva-act. 36). Die cranio-
cerebrale Kernspintomographie in der Radiologie Stephanshorn vom 18. März 2009
ergab schliesslich keine Hinweise auf pathologische Veränderungen im Kopf (Suva-act.
46). Diese Umstände sprechen gegen das Vorliegen einer Commotio cerebri. Ob die
Beschwerdeführerin ein eigentliches Schleudertrauma und/oder eine
schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion oder ein Schädel-
Hirntrauma, erlitten hat, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Es kann
jedenfalls davon ausgegangen werden, dass sie eine Verletzung im HWS-Bereich
erlitten hat, auch wenn sich diese unbestrittenermassen nicht strukturell nachweisen
liess.
3.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderung usw. vor, so ist der
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl.
auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung der
Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts (Urteile vom 30.
Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) muss bei einer
HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild (mit einer Häufung von Beschwerden)
nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden
nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum
Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S.
29 E. 5e). Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion
typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem
Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
3.4 Zwischen den Parteien ist unbestritten geblieben, dass die zum typischen
Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma gehörenden Beeinträchtigungen
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innerhalb der erforderlichen Latenzzeit aufgetreten sind. Den medizinischen Akten ist
ein typisches buntes Beschwerdebild - Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und
Übelkeit - zu entnehmen, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines Schleudertraumas
zu betrachten ist (vgl. Suva-act. 4, 5, 7). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin
zunächst auch einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin anerkannt. Per 31.
Mai 2009 stellte sie dann ihre Leistungen ein.
4.
4.1 Zu prüfen gilt es somit, ob die von der Beschwerdeführerin nach dem
Einstellungsdatum vom 31. Mai 2009 weiterhin geklagten Beschwerden in einem
natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 18. April 2008 stehen oder
ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht eingestellt hat. Diesbezüglich ist
darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.
4.2
4.2.1 Während des stationären Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 28. Mai
bis 9. Juli 2008 litt die Beschwerdeführerin immer noch unter Kopf- und
Nackenschmerzen sowie Schwindel (Suva-act. 23, 27). Im Kurzbericht sowie im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 8. bzw. 23. Juli 2008 (Suva-act. 23, 27)
werden daneben erstmals weitere Symptome wie Augenprobleme (Sehen von
schwarzen Punkten) und psychische Auffälligkeiten (gesteigerte Reizbarkeit, Nervosität,
ausgeprägte Angstgefühle, schnelle Ermüdbarkeit) aufgeführt. Diese Beschwerden
gelten ebenfalls als typische Beschwerden nach Beschleunigungsverletzungen (vgl.
dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma -
neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich
2004, S. 14 f.). Diesen Beschwerdeverlauf wertete die Rehaklinik Bellikon im Bericht
über das ambulante Assessment vom 27. Mai 2008 als erhebliche
Symptomausweitung. Den Schluss zog sie aus ihren Beobachtungen im Rahmen des
Assessements mit einer undifferenzierten Beschreibung von Schmerz und
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Einschränkungen, einem nicht adäquaten Schmerzverhalten sowie einem schlechten
Leistungsverhalten. Unter der Rubrik "Symptomausweitung" wurde vermerkt, dass bei
der Interpretation der Befunde die psychiatrische Diagnose bzw. das Ergebnis der
vorgesehenen psychiatrischen Abklärung zu berücksichtigen sei (Suva-act. 19, 23). Im
Austrittsbericht vom 23. Juli 2008 wurde sodann festgehalten, dass sich das Ausmass
der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den relativ geringfügigen
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der
bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur ungenügend
erklären lasse (Suva-act. 27). Im angefochtenen Einspracheentscheid äusserte sich
zwar die Beschwerdegegnerin nicht ausdrücklich zur Frage der natürlichen Kausalität
und prüfte den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten
Beschwerden und dem Unfall vom 18. April 2008 in Anwendung der Rechtsprechung
zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Dennoch ist davon auszugehen,
dass insbesondere die oben dargelegte Beurteilung der Rehaklinik Bellikon der
Beschwerdegegnerin Anlass zur Leistungseinstellung per 31. Mai 2009 gab. Wie die
nachfolgenden Erwägungen aufzeigen, ergeben jedoch die vorliegenden medizinischen
Akten keine ausreichende Grundlage für den Schluss eines überwiegend
wahrscheinlichen Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen
eines Gesundheitsschadens per 31. Mai 2009.
4.2.2 Wie bereits erwähnt ist es rechtsprechungsgemäss nicht erforderlich, dass die
für eine Beschleunigungsverletzung der HWS charakteristischen Beschwerden bereits
unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten sind. Insbesondere psychische Auffälligkeiten
(Angst, Aggressivität) treten nicht (nur) als Sofortbeschwerden auf, sondern zeigen sich
(gegebenenfalls) erst nach einem beschwerdefreien Intervall (vgl. Liste in H. Schmidt/
J. Senn, a.a.O., S. 14). Die Beschwerdeführerin hielt sich bereits rund einen Monat
nach dem Unfall stationär in der Rehaklinik Bellikon auf. Angesichts dieser Latenzzeit
kann ein komplexes Gesamtbild von aus dem Unfall hervorgehenden organischen und
psychischen Beschwerden nicht zweifellos ausgeschlossen werden. Die im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung
weist zwar nicht uneingeschränkt auf ein komplexes Gesamtbild hin. Immerhin wurde
die Diagnose aber mit Angst und depressiver Reaktion beschrieben. Diese beiden
Komponenten gehören zum typischen Beschwerdebild im Anschluss an ein HWS-
Trauma (vgl. dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Liste in H. Schmidt/J. Senn, a.a.O., S. 14 f.).
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Insofern erscheint die Ansicht der Rehaklinik Bellikon (vgl. Suva-act. 23) bzw. der
Beschwerdegegnerin - im Zusammenhang mit der anhaltenden Schmerzproblematik
und den weiteren Symptomen (wie Sehstörungen und Schwindel) stehe ein ängstliches
Verhalten im Vordergrund und eine Weiterbehandlung bei der Psychologin sei indiziert,
d.h. die Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild
nach HWS-Trauma träten gegenüber vorhandenen psychischen Beschwerden in den
Hintergrund, weshalb die Adäquanzbeurteilung nach der "Psycho-Praxis" gemäss BGE
115 V 133 vorzunehmen sei - nicht überzeugend. Massgebend ist dabei, dass die
Rehaklinik Bellikon zwar festhält, die psychische Diagnose sei zu berücksichtigen,
dieser jedoch offensichtlich kaum eine pathologische Bedeutung beimisst bzw. aus
psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als gegeben betrachtet
(Suva-act. 27). Fragwürdig erscheint auch der Umstand, dass in den Akten eine
psychiatrisch-psychologische Abklärung fehlt. Dies obwohl die Rehaklinik Bellikon im
Bericht vom 27. Mai 2008 über das ambulante Assessment (Suva-act. 19) im
Zusammenhang mit der Beobachtung einer erheblichen Symptomausweitung darauf
verweist, es sei hierbei die noch vorzunehmende psychiatrisch-/psychologische
Abklärung zu berücksichtigen (Suva-act. 27).
4.2.3 Die Feststellungen der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vermögen sodann ebenfalls keine Klarheit
hinsichtlich der gesundheitlichen Situation herbeizuführen. So wurde - mit der in
Erwägung 4.2.2 dargelegten Schlussfolgerung der Rehaklinik Bellikon bzw. der
Beschwerdegegnerin wenig harmonierend - festgehalten, dass aus psychiatrischer
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Trotzdem wurde der Beschwerdeführerin ab 10.
Juli 2008 - wenn auch nur im Sinn eines nach langer Arbeitsunfähigkeit erleichterten
Wiedereinstiegs - eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% mit sukzessiver Steigerung
des Arbeitspensums auf 100% bei gutem Verlauf innert zwei bis drei Monaten
attestiert. Diese Aussage ist als reine Prognose zu betrachten, die sich im Nachhinein
offensichtlich nicht bewahrheitete. Die Beschwerdeführerin realisierte laut Dr. B._
wegen Hartspann, Bewegungs- und Druckschmerzen ab 10. Juli 2008 ihre Arbeit
lediglich in einem Umfang von 25%. In den folgenden Monaten wechselte die 25%-ige
Arbeitsfähigkeit mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab (Suva-act. 35). Die
Beschwerdegegnerin bestätigte im weiteren Verlauf die Arbeitsfähigkeitstaxation von
Dr. B._ bzw. hielt in ihrem Schreiben vom 23. September 2008 gegenüber der
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Arbeitgeberin fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund des
aktuellen Heilungsverlaufs, der Präsenzzeit im Betrieb und dem messbaren
Leistungsvermögen revidiert und neu festgelegt werde und auf dieser Basis Taggelder
ausgerichtet würden (Suva-act. 34). In der Folge erbrachte die Beschwerdegegnerin
noch rund ein Jahr nach dem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon und
entgegen der Prognose Leistungen.
4.2.4 Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend machen will, die jetzigen
Beschwerden seien nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen, so kann sie die
Leistungseinstellung nicht auf denselben - im Übrigen prognostischen - Bericht
abstützen, aufgrund dessen sie zuvor noch Leistungen ausgerichtet hat. Aus dem
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon resultiert nicht schlüssig, dass die noch
bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Die
während des stationären Aufenthalts durchgeführten augenärztlichen,
neurootologischen sowie neurologischen Untersuchungen (Suva-act. 24, 25, 26)
dienten dazu, objektivierbare organische Unfallfolgen auszuschliessen. Bloss aus dem
Umstand, dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen, kann jedoch bei einer
Beschleunigungsverletzung der HWS nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen
werden, liegt doch die Schwierigkeit bei der Beurteilung von Schleudertrauma-Fällen
für den Mediziner gerade darin, dass diese mit bildgebenden oder anderen
objektivierenden Untersuchungsmethoden häufig nicht zu erfassen sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 16. März 2007 [U 457/06] i/S R., E. 5). Grundsätzlich handelt es
sich bei einem Neurologen um einen Arzt mit einer im konkreten Fall spezifischen
Fachkompetenz. Eine klare Äusserung zur Unfallkausalität der noch geklagten
Beschwerden enthält jedoch auch der Bericht von Dr. E._ vom 26. Juni 2008 nicht
(Suva-act. 26). Vielmehr wird festgehalten, dass die Beschwerdeführerin unter Kopfweh
vom Spannungstyp leide und der Begriff "chronisch" gemäss internationaler
Klassifikation der IHS erst verwendet werde, wenn das Leiden mehr als sechs Monate
bestehe, was hier noch nicht der Fall sei. Gerade die Chronifizierung mit Symp
tomausweitung würde jedoch gegen ein unfallkausales Substrat sprechen. Im Verlauf
einer solchen wird das ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der
erlebten Behinderung immer bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das
Individuum selber, die Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das medizinische und
legale System sowie ökonomische Umstände spielen eine massgebende Rolle (vgl.
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Bär/Bertrand/Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994,
S. 45 ff.). Die Feststellung von Dr. E._, unklare Begleitphänomene zum
Spannungskopfweh wie u.a. visuelle Störungen (schwarze Punkte) oder Geräusche im
Ohr hören gehörten zu den somatoformen - und damit zu den psychisch bedingten
(vgl. dazu AHI 2000 S. 159 E. 4b mit Hinweisen; WHO und Dilling/Freyberger [Hrsg.],
Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 4. Aufl., Bern 2008,
S. 195) - Erscheinungen und man fände solche Phänomene ohne organisch fassbare
Ursache immer wieder in diesem Zusammenhang, ist im Grundsatz nicht in Frage zu
stellen. Hingegen ist auch in diesem Zusammenhang auf die Parallelitäten zu solchen
nach Schleudertraumen bzw. schleudertraumaäquivalenten Verletzungen geklagten
Beschwerden hinzuweisen. Die Verneinung einer zervikalen Radikulopathie sowie das
Fehlen von Hinweisen für eine Armplexusaffektion links oder eine weiter peripher
liegende Neuropathie (Karpaltunnelsyndrom usw.) stellen letztlich ebenfalls nur die
Verneinung organisch objektivierbarer Unfallfolgen dar.
4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht hinreichend abgeklärt hat. Lediglich die
Möglichkeit, dass die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das
Unfallereignis zurückzuführen sind, genügt für eine Leistungseinstellung nicht. Vielmehr
liegt die Beweislast, da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt,
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang
gegeben ist, nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Die vorliegenden medizinischen Akten lassen
jedoch einen solchen Schluss nicht zu. Die Einholung eines polydisziplinären
Gutachtens, das u.a. auch eine psychiatrische Beurteilung beinhaltet hätte, mit
Einschätzung der Unfallkausalität wäre notwendig gewesen. Ohne ein solches
Gutachten lässt sich auch die Adäquanzbeurteilung nicht abschliessend vornehmen. In
diesem Zusammenhang liesse sich im Übrigen aufgrund der Akten durchaus auch die
Frage stellen, ob diese Prüfung nicht zu früh erfolgt ist, weil der Zeitpunkt für den
Fallabschluss (bzw. die Adäquanzprüfung) noch nicht erreicht war (vgl. BGE 134 V 109
E. 3.2 und E. 4; vgl. Suva-act. 27, S. 1 Rubrik "Prozedere medizinisch").
5.
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5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. August 2009 dahingehend
gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn
der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen wird.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127
V 234 E. 2b/bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der
Schwierigkeit des Prozesses und der eingereichten Rechtsschriften rechtfertigt es sich,
die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG