Decision ID: c3357a13-32c9-40ce-b99a-e1396cb0e7e1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954,
Teppichhändler,
meldete sich am
2.
Sep
tember 2004 (Eingangsdatum) wegen Depressionen und einer post
trau
mati
schen Belastungsstörung
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1). Die IV-Stelle
gab bei
Dr.
med.
Y._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, das dieser am 1
7.
Augus
t 2005 erstattete (
Urk.
10/19). M
it Verfü
gung
en
vom
3.
März 2006
sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Wirkung ab dem
1.
Sep
tember bis zum 3
1.
Oktober 2003 gestützt auf einen
Invaliditäts
gra
d
von 50
%
eine halbe
und mit Wirkung ab dem
1.
November 2003 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
100
%
eine ganze Rente zu (Urk.
10/35).
Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens bestätigte die IV-Stelle am 1
7.
Januar 2011 den Anspruch des Versicherten auf eine ganze Rente (
Urk.
10/59).
1.2
Im Mai 2012 leitete die IV-Stelle ein weiteres Re
visionsverfahren ein (vgl. Urk.
10/64), im Rahmen dessen sie dem Versicherten
zwecks Prüfung einer möglichen Wiedere
ingliederung
ins Arbeitsleben
einen Fragebogen zustellte, den dieser am
1
2.
Juni 2012 ausgefüllt retournierte (
Urk.
10/65).
Daraufhin wurde der Versicherte
zwischen
dem 1
4.
Juli und dem 1
8.
Oktober
2012
obser
viert
(
Urk.
11
/1-3
; vgl. auch die
Strafanzeige
des Amts für Zusatzleistunge
n zur AHV/IV der Stadt Zürich vom
1
5.
November 2011 wegen Verdachts auf Betrug, evtl. Meldepflichtverletzung,
Urk.
10/80/10
-11
).
Am 1
7.
Oktober 2013 fand bei der IV-Stelle ein Standortbestimmungsgespräch mit dem Versicherten statt (vgl. Protokolle vom 1
7.
Oktober und 1
1.
Dezember 2013,
Urk.
10/74 und
Urk.
10/76).
Mit
Strafbefehl der Staatsa
nwaltschaft Zürich-Sihl vom 18.
No
vember 2013
wurde der Versicherte
des Betrugs im Sinne von
Art.
146
Abs.
1
des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB)
für schuldig befunden
, weil er
gegenüber
dem Amt für Zusatzleistungen
letztmals am 2
2.
Oktober 2010
bei der periodischen Überprüfung des Anspruchs auf Zusatzleistungen zur AHV/IV
angegeben
habe
, dass er über kein Einkommen verfüge, was nicht gestimmt habe.
Sodann
habe
er
dem
Amt für Zusatzleistungen
nicht mitgeteilt, dass er i
n der Zeit von anfangs 2011 bis September 2013 mit Teppichverkäufen
ein Einkommen von durchschnittlich
Fr.
500.-- pro Monat erzielt
habe. Dies
im Wissen darum
, dass diese Angaben für die Bemessung der Zusatzleistungen rechtlich erheblich seien
und das Amt für Zusatzleistungen grundsätzlich ledig
lich auf
diese
Selbstdeklarationen abstelle, um Ergänzungsleistungen auszube
zahlen
(
Urk.
10/80/3-7
;
vgl.
auch
die
weiteren
Ermittlungs- und
Untersu
chungsakten
der
Strafverfolgungsbehörden
, Urk.
10/79-82
).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
„vorgesehene
Verfügung“
vom
6.
Februar 2014
,
Urk.
10/83, und
Einwand vom 1
0.
März 2014,
Urk.
10/87)
sistierte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
April 2014 die Invalidenrente des Versicherten
per sofort
mit der Begründung,
es würden
erhebliche Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass in der Vergangenheit eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen und für den Leistungsanspruch relevanten Verhältnissen eingetreten sei. Dies habe der Versicherte nicht unverzüglich gemeldet
(
Urk.
10/96)
.
In der Folge
holte die IV
Stelle
den Bericht von
Dr.
med. Z._
, FMH Psychiat
rie und Psy
chotherapie, vom 12.
August 2014 (
Urk.
10/103)
ein
und gab beim
A._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am
2.
September 2014 erstattet wurde (
Urk.
10/106). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
1.
November 2014,
Urk.
10/110, und Einwand vom 1
0.
Dezember 2014,
Urk.
10/113) hob die IV-Stelle
die Rente des Versicherten mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2015 rück
wirkend per
1.
Januar 2011 auf.
Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Ver
fügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2).
2.
Dageg
en erhob der Versicherte am 20.
Februar 2015 Beschwerde
mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Die Verfügung vom 2
0.
Januar 2015 sei vollumfänglich aufzuheben;
2.
Es sei dem Beschwerdeführer weiterhin eine volle IV-Rente auszurichten;
3.
Es sei dem Beschwerdeführer für das
Einspracheverfahren
der unentgeltliche
Rechtsbeistand zu gewähren;
4.
Es sei festzustellen, dass die Vorinstanz hinsichtlich des Antrags auf Beigabe eines
unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das
Einwandverfahren
keinen Entscheid
gefällt hat und eine formelle Rechtsverweigerung vorliegt;
5.
Eventualiter sei die Angelegenheit hinsichtlich des Anspruchs auf einen
unentgeltlichen Rechtsbeistand im
Einwandverfahren
an die Vorinstanz
zurück
zu
weisen;
6.
Es sei dem Einsprecher für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Rechtspflege sowie der unentgeltliche Rechtsbeistand in der Person des
Unterzeichnenden beizugeben;
7.
Es sei der Beschwerde hinsichtlich der rückwirkenden Rentenaufhebung die
aufschiebende Wirkung wiederherzustellen;
8.
Unter Kosten- und Entsch
ädigungsfolge (zuzüglich MWST).“
Die Beschwe
rdegegnerin beantragte
mit Beschwerd
eantwort vom 1
3.
April 2015 die
Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
9). Mit Verfügung vom 1
2.
August 2015
wies das Gericht das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab
und stellte
ihm
die
Beschwerde
antwort
zu
(
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
die bisherige ganze Rente des Beschwerdeführers zu Recht rückwirkend per
1.
Januar 2011 aufgehoben ha
t.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weit
gehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheits
scha
den
führt
also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als an
ge
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad
gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Die seit dem 1. Januar 2004
massgeblichen
Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des
Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich der zeitlichen Wirkung einer Rentenaufhebung ist Folgendes zu berücksichtigen: Wenn invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur Diskus
sion stehen, gilt es grundsätzlich, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in diesem Bereich daher in der Regel auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats. Rückwirkend wird die Rente nur herabgesetzt oder aufgehoben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie
unrechtmässig
erwirkt hat oder er der ihm
gemäss
Art. 77
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 85 Abs
. 2 in Verbin
dung mit Art. 88
bis
Abs. 2 IVV;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015
,
Rz
.
17
zu
Art. 25
). Trifft dies zu, sind solcherart wider
rechtlich bezogene Leistungen
gemäss
den Vorgaben von Art. 25 ATSG zurück
zu
erstatten (Urteile des Bundesgerich
ts
8
C_191/2013 vom 16. August 2013
E.
4.3
und 9C_491/2012 vom 22. Mai 2013 E. 2.2
).
Gemäss
Art.
77 IVV
hat der Berechtigte
jede für den Leistungsanspruch wesent
li
che Änderung, unter anderem eine solche des Gesundheitszustandes, der
Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit
sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirt
schaftlichen Verhältnisse
,
unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen.
Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrläs
sigkeit genügt
(BGE 118 V 214 E. 2a
; SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Ur
teil
des Bundesgerichts 8C_127/2013 vom 22. April 2013
E. 4.1).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.8
Eine Verletzung von
Art.
29
Abs.
1
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (
BV
)
- sowie gegebenenfalls von
Art.
6
Ziff.
1
der Konven
tion zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK;
BGE 130 I 174 mit Hinweisen) - liegt nach der Rechtsprechung unter anderem dann vor,
wenn eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde ein Gesuch, dessen Erledigung in ihre Kompetenz fällt, nicht an die Hand nimmt und behandelt. Ein solches Ver
halten einer Behörde wird in der Rechtsprechung als formelle Rechtsverweige
rung bezeichnet. Art. 29
Abs.
1 BV ist aber auch verletzt, wenn die zuständige Behörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamt
heit der übrigen Umstände als angemessen erscheint (sog. Rechtsverzögerung).
Für den Rechtsuchenden ist es unerheblich, auf welche Gründe - beispielsweise auf ein Fehlverhalten der Behörden oder auf andere Umstände - die Rechtsver
weigerung oder Rechtsverzögerung zurückzuführen ist; entscheidend ist aus
schliesslich, dass die Behörde nicht oder nicht fristgerecht handelt (SVR 2001 IV Nr. 24 S. 73 f. E. 3a und b, BGE 124 V 130, 117
Ia
116 E. 3a, 197 E.
1c, 103 V 190 E. 3c).
2.
2.1
Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers wurde
zuletzt
im Rahmen der
Renten
zusprache
vom
3.
März 2006 einer umfassenden materiellen
Prüfung unterzogen
.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
anspruc
hserhebli
chen
Veränderung bilden
somit die
Verfügungen vom
3.
März 2006
(
Urk.
10/35), weshalb
zu prüfen
ist
, ob sich seither
bis zur
rechtsprechungs
gemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprüfungs
befugnis
bildenden (BGE 130 V 446 E. 1.2 mit Hinweisen) - Verfügung
vom 20.
Januar 2015
(Urk. 2) der
mass
ge
bliche
Sachverhalt in einer für den Renten
anspruch erhebli
chen
Weise geän
dert hat (vgl. E. 1.5
).
2.2
Der
Rentenzusprache
vom
3.
März 2006 lag in medizinischer Hinsicht im Wesent
li
chen das Gutachten von
Dr.
Y._
vo
m 1
7.
August 2005 zugrunde. Dr.
Y._
stellte folgende psychiatrische
n
Diagnosen (
Urk.
10/19/12):
(1)
eine dissoziale Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.2)
(2)
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1)
(3)
eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
(4)
ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)
Dr.
Y._
erklärte,
dass der Grad der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit 0
%
betrage. Zwischen angepasster und angestammter Tätigkeit könne n
icht unterschieden werden.
Die Arbeitsunfähigkeit beziehe sich auf alle Tätig
keiten. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe sei
t mindestens zwei Jahren zu 100
%. Vor dieser Zeit sei eine Beurteilung schwierig. Es könne aber davon ausgegan
gen werden, dass die Arbeitsunfähigkeit zu 50
%
seit mindestens zehn Jahren bestehe und stetig bis vor zwei Jahren zu 100
%
zugenommen habe
. Prognos
tisch sei
anzunehmen, dass der Beschwerdeführer längerfristig psychiatrische Behandlung benötige. Bei gutem Verlauf mittels der Therapie sei aber eine gewisse Reduktion der Symptomatik zu erreichen und könne auch die Arbeits
fähigkeit positiv beeinflusst werden. Das Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit
in naher Zukunft werde jedoch als unwahrscheinlich beurteilt
(
Urk.
10/19
/14-17
).
2.3
Im Rahmen des im September 2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens
(vgl. Urk.
10/53)
holte die Beschwerdegegnerin den Bericht von
Dr.
med. B._
,
FMH
Innere Medizin
und FMH Nephrologie
, vom
1
9.
Oktober
2010 ein.
Dr.
B._
stellte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), bestehend seit min
des
tens zehn Jahren. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er (1) eine Gonarthrose, (2) eine
Meniskushinter
hornläsion
medial Knie rechts, bestehend seit 2009
,
und (3)
einen schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), bestehend seit ca. zehn Jahren.
Dr.
B._
gab an, dass es sich um ein
chronifiziertes
Leiden handle. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Teppichhändler sei der Beschwerdeführer bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeits
unfähig.
Die Einschränkungen würden sich durch medizinische
Mass
nahmen
nicht vermindern lassen (
Urk.
10/55/1-3).
2.4
2.4.1
Anlässlich des vorliegenden Revisionsverfahrens
äusserten
sich die beteiligten Ärzte wie folgt:
2.4.2
Dr.
Z._
hielt im Bericht vom 1
2.
August 2014 als Diagnosen mit Aus
wir
kung
en
auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine Anpassungsstörung (nach Unter
suchungshaft; ICD-10 F43.23), (2) eine chronische depressive Störung, ca.
mittel- bis
schwergradig
(ICD-10 F32.1 bis F32.2) und (3) eine kombinierte
Per
sönlichkeitsstörung
(narzisstische, emotional instabile Züge vom impulsiven Typus, mehrere Psychopathie-Merkmale; ICD-10 F61.0)
fest
.
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er anamnestisch einen Zustand nach Alkohol-Problematik (ICD-10 F10.1).
Dr.
Z._
erklärte, dass de
r Beschwerdeführer als Teppichh
ändler zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit sehe er
nicht. Ab und zu sitze der Beschwerde
führer
am Flohmarkt (pro Monat einmal vielleicht zwei Stunden;
Urk.
10/103/1-3).
2.4.3
Die Ärzte des
A._
stellten im polydisziplinären Gutachten vom
2.
September 2014 als Diagnose mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidi
vierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärtig
leicht
gradiger
Episode ohne somatisches Syndrom (1.;
ICD-10
F33.00
)
. Als Diagnosen ohne Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
folgende
(Urk.
10/106/39):
(2)
Status nach
arthroskopischer
Teilmeniskektomie
Hinterhorn
Knie rechts medial am
3
0.
September 2009
-
klinisch Verdacht auf beginnende
Femoro
-Patellararthrose rechts
(3)
eine muskuläre
Dysbalance
(klinisch
geringgradig
ausgeprägt) im Bereich
Knieflexoren links,
Quadratus
lumborum
links und
Rhomboidei
rechts
(4)
cervico-radi
kulär
bedingte Schmerzen und Gefühlsstörungen an Hand und Arm
rechts
gemäss
neurologischer Beurteilung im B
ericht vom
1.
April 2014 von
Dr.
med. C._
, FMH Neurologie, Zürich
(5)
periarthropathische
Schulterbeschwerden rechts (
Supraspinatus
und
Infra
s
pinatus
)
mit endständigem
Impingement
(6)
Spreizfüsse
(7)
eine emotional instabile Persönli
chkeitsstörung (ICD-10 F60.30)
Die Ärzte des
A._
erklärten, dass
es g
esamtmedizinisch zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation gekommen sei
. Seit sicherlich 2011 sei der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit ohne überwiegende Belastung des rechten Kniegelenks vollschichtig arbeitsfähig mit einer Einschränkung der Leistungs
fähigkeit von 20
%
(
Urk.
10/106/
43
).
3.
3.1
Zu prüfen ist zunächst, ob sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erheblich verbessert haben.
3.2
Die Beschwerdegegnerin ging im Rahmen der
rückwirkenden
Rentenaufhebung
per
1.
Januar 2011
davon aus, dass der
Beschwerdeführer
seit
Anfang 2011
sowohl in der angestammten
Tätigkeit als Teppichhändler
wie auch in einer angepassten Tätigkeit
mit einer Einschränkung
von
lediglich noch
20
%
arbeits
fähig sei (Urk.
2 S. 3).
Sie stützte sich dabei
auf das polydisziplinäre
Gut
achten
des
A._
vom
2.
September 2014
(Urk.
10/106
).
3.3
Das genannte Gutachten des
A._
basiert auf den erforderlichen allseitigen fach
ärztlichen Untersuchungen (
allgemein-
internistisch, rheumatologisch
und psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vor
akten
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zu
stände und Zusammenhän
ge einleuchtend dargelegt. Das
Gutachten
des
A._
erfüllt demnach die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweis
kräftige ärzt
liche En
tscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.7
).
3.4
3.4.1
Was den somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anbelangt,
kamen die Ärzte des
A._
zum Schluss,
dass rein bezogen auf den rheumato
logischen Fachbereich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründbar sei.
Bezüglich einer allfälligen Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit sei aus rheumatologischer Sicht zu wünschen, dass keine Arbeitsstelle mit spezifischer Belastung des rechten Kniegelenks ausgesucht würde, das
heisse
keine Tätig
keiten auf den Knien oder mit wiederholtem Treppensteigen oder Besteigen von Gerüsten. Ansonsten müssten aufgrund der klinischen Untersuchungsresultate keine Einschränkungen gemacht werden. Aus rein rheumatologischer Sicht könne keine Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers be
stätigt werden (Urk.
10/106/21
22).
3.4.2
Diese Beurteilung der Ärzte des
A._
,
die vom Beschwerdeführer nicht in Zwei
f
el gezogen wurde (vgl.
Urk.
1),
ist angesichts der genannten Befunde und der dazugehörigen Erläuterungen nachvollziehbar. Es kann deshalb darauf abgestellt werden.
3.5
3.5
.1
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers be
trifft,
legten
die Ärzte des
A._
dar
, dass
dessen
Stimmung
in der aktuellen Untersuchung
leicht bedrückt
sei
und sich
im Verlaufe des Gesprächs
etwas auf
helle. Am Ende der Untersuchung könne
er
einmal herzhaft lächeln und einmal herzhaft lachen, zudem
hinterlasse
er einen v
italen Eindruck. Während des Ge
sprächs
mache
er
aber
zeitweise
einen müden E
indruck. Die affektive Modulati
ons
fä
higkeit und die Vitalität seien
leichtgradig
eingeschränkt. Die subjektiv geklagte verminder
te Konzentrationsfähigkeit lasse sich klinisch nicht fest
stellen. In psychomotorischer Hinsicht
hinterlasse
der Beschwerdeführer
einen
indes eher langsamen Eindruck. Unter Berücksichtigung all dieser Fakt
oren sei
der Schweregrad der Depression als
leichtgra
dig
zu beurteilen. Dafür spreche
auch die Tatsache, dass sich keine Freudlosigkeit sowie keine Int
eresselosigkeit nachweisen lassen würden.
Gemäss
den
Angaben
des
Beschwerdeführers bestehe
diese Depression seit dem Jahre 2011, se
it der Beschuldigung wegen des
Betrugs. Früher schon soll es zu depressiven Verstimmungen gekommen sein wegen
der
Ans
chuldigungen zu
Mord und
zu einem
Raubü
berfall.
Der Beschwerdeführer betone
, dass es diesbezügl
ich zu keinen Verurteilungen gekommen sei
. Für einen lediglich leichten Schweregrad der Depression seit dem Jahre 2011
spreche
auch die Tatsache, dass
er
im Jahre 2011 eine
Beziehung mit seiner heuti
gen Ehefrau habe
eingehen können
.
Gemeinsam hätten
sie eine zweijährige Tochter. Sowohl zur Toc
hter wie auch zur Ehefrau pflege
der
Beschwerdeführer
eine gute Bezie
hung, seinen eigenen Angaben zufolge. Darüber hinaus sei
die psychosoziale Funktionsfähigkeit in der Beziehung zu seinen drei langjährigen Freunden als intakt zu beurte
ilen. Seit vier Monaten befinde
sich der
Beschwerdeführer
bei
Dr.
Z._
in Zürich in psychiatrischer Be
handlung. Vor Beginn dieser Therapie soll
e
es zu
einem aggressiven Durchbruch ge
kommen sein,
so dass eine Einweisung per fürsorge
rische Freiheitsentziehung
in die Psychiatris
che Klinik diskutiert worden sei
. Seine Ehefrau soll
e
ihn dann jedoch auf eigene Verantwortung
nach Hause
genommen haben. Im Vergleich mit den Befunden des psychiatrischen Gutach
tens von
Dr.
Y._
vom
1
7.
August 2005 sei
es bis heute zu einer Verbesserun
g gekommen, insbesondere beklage
sich der
Beschwerdeführer
nicht mehr über eine Freud- und Interesselosigkeit und auch nicht über eine depressive Stim
mu
ng. Insgesamt sei
es nicht ganz einfach, einen Vergleich mit den Befunden im Gutachten von
Dr.
Y._
zu machen, da
dieser
objektiv
e
und subjektiv geklagte Beschwerden vermischt
habe
. Aufgrund der aktu
ellen Untersuchungs
befunde lasse
sich aktuell lediglich noch eine
leichtgradige
depressive Episode
diagnostizier
en
, nicht mehr eine mittelgradige E
pisode einer rezidivierenden de
pressiven Störung wie noc
h im Jahre 200
5.
Zu bemerken sei
auch, dass die vom
Beschwerdeführer
subjektiv geklagte und in der Unt
ersuchung auch zeit
wei
se festzustellende Müdigkeit
zu einem wesentlichen Teil
auf das am Mittag eingenommene
Remeron
mit einer Dosierung von 45 mg
zurückzuführen sein dürfte. Darüber hinaus nehme
der
Beschwerdeführer
auch
Venlafaxin
in einer relativ hohen Dosierung ein, was die Müdigkeit ebenfalls akzentuieren dürfte. Im Vergleich dazu
habe er
im Jahre
2005 noch die Hälfte der heutigen
Do
sierung dieser beiden Antidepressiva ein
genommen
. Gemäss Labor vom
4.
Juli 2014 scheine
der
Beschwerdeführer
das
Venlafaxin
regelmässig einzunehmen. Für einen lediglich leichten Sc
hweregrad der Depression spreche auch die Tat
sache, dass er
seit vielen Jahren keine
Psychotherapie mehr gemacht habe. Er befinde
sich relativ neu erst seit vier Monaten wieder in einer
Gesprächsbe
handlung
. Früher habe
er sich während etwa drei oder vier Jahren i
n Behand
lung des
D._
begeben.
Er berichte
darüber, dass er sich, nachd
em er eine IV-Rente erhalten habe
, nicht mehr weiter dorthin in Behand
lung habe
begeben könn
en wegen seiner Rente. Diese Begründung könne
indes lediglich als auffällige Rationa
lisierung, welche mit der äusse
ren Realität wohl k
aum in Verbindung zu bringen sei
, bet
rachtet werden (Urk.
10/106/31-32
).
3.5
.2
Weiter führten die Ärzte des
A._
aus
, dass
der Beschwerdeführer
ungefragt und spontan von sich aus über die traumatisierenden Ereignisse im Gefängnis
von
Teheran vor 30 Jahren berichte
. Diese Tatsache wäre bei Vorliegen einer
posttraumatischen Belastungsstö
r
ung als atypisch zu werten, seien
Patienten mit einer solchen Diagnose doch bemüht, die von ihnen als schmerzhaft und angstbesetzt erlebten traumatisierenden Erlebnisse
zu verdrängen. Darüber hin
aus spreche
der
Beschwerdeführer in der aktuellen Untersu
chung von den traumatisierenden Ereignissen vor 30 Jahren ohne
äusserlich sicht
bare
psycho
vegetative
Mi
tbeteiligung. Des Weiteren lasse sich in der aktuellen Unter
su
chung auch keine Schreckhaftigkeit und keine
Hy
pervigilanz
erkennen. Die Krite
rien für das Vorhandensein ein
er
Hyperarousal
-Symptomatik seien
somit als
nicht er
fül
lt zu betrachten. Insgesamt seien
, unter Berücksichtigung aller erwähnter Faktoren, die Kriterien für das Vorliegen einer posttrauma
tischen Belastungsstörung als nicht (mehr) erfüllt zu beurteilen. Damit soll
e
nicht gesagt werden, dass der
Beschwerdeführer un
ter den von ihm subjektiv geklagten traumatisierend
en Erlebnisse
n
nicht gelitten habe; es
sei
lediglich
gesagt, dass die Kriterien für die Diagnosestellung einer post-traumatischen Belastungsstörung als nicht (
mehr) erfüllt zu beurteilen seien.
Seinen
eigenen Angaben zufolge bestünden „Intrusionen" seit den trau
matisierenden Ereignis
sen im Gefängnis von Teheran, bei Belastungen sollen diese jeweils intensiver au
fgetreten sein. Festzuhalten sei
aber auch die Tatsache, dass der
Beschwer
deführer
trotz all dieser von ihm geklagten Besch
werden stets und über viele Jah
re einer
Tätigkeit im Rahmen von 100
%
habe
nachgehen können. Ein Ein
fl
uss auf die Arbeitsfähigkeit habe
diesbezüglich nie bestanden. Im Gutachten von
Dr.
Y._
werde
darüber hinaus nicht beschrieben, dass es be
züglich der Beschwerden von Sei
ten dieser erlebten traumatisierenden Ereignisse zu e
iner Intensivierung gekommen sei
, so dass
sich
neu eine Beeinträchtigung der Ar
beitsfähigkeit dadurch hätte be
gründen lassen. Zudem sei auch
festzuhalten
, das
s im Bericht des
D._
vom Oktober 2004, der also zehn
Monate vor dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
verfasst worden sei, die Diag
nose einer posttraumatischen Belastungsstörung nich
t gestellt werde
(Urk.
10/106/32-33
).
3.5
.3
Sodann erklärten die Ärzte des
A._
, dass i
m
psychiatrischen Gutachten
von
Dr.
Y._
vom Jahre 2005
ein schädlicher Gebrauch von Alkohol,
aber
kein Alkoholabhängigkeitssyndrom diagnost
iziert
worden
sei
. Auch ein schädlicher Gebrauch von Alkohol könne
heute
jedoch
n
icht me
hr diagnostiziert werden (
Urk.
10/106/33
).
3.5
.4
Des Weiteren l
asse
sich
beim Beschwerdeführer
aufgrund der aktuellen U
nter
su
chungsbefunde eine emotio
nal instabile Persönlichkeitsstörung diag
nosti
zieren
. Es lasse sich eine
verminderte Frustrationstoleranz mit erhöhter Tendenz zu impulsivem, gereiztem und aggressivem Verhal
ten nachweisen. Hingegen
lasse
sich aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde die Diagnose einer disso
zialen Persönlichkeitsstörung nicht begründen, wie im Gutachten vo
m Jahre 200
5.
Insbesondere lasse
sich beim
Beschwerdeführer
kein Unver
mögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehung
en
erkennen, auch keine Unfähigkeit zum Erleben von Schuldbewusstsein, wie dies für eine dissoziale
Persön
lichkeitsstörung
typisch sei
. Der Sch
weregrad der Persönlichkeitsstö
rung
sei
insgesamt als
leichtgradig
zu beurteilen:
Auf Objektbeziehungsebene wür
den
sich
Konstanzen
erkennen lassen, beispielsweise pflege
der
Beschwerde
führer
weitgehend intakte Beziehungen mit seinen drei langjährigen Freunden, aber auch mit seinem Sohn aus erster Ehe, zudem auch mit seiner heutigen Ehefrau und seiner
zweijährigen Toch
ter. Auf Berufsebene
würden
sich eben
falls
Kon
stanzen
nachweisen
lassen. Der Beschwerdeführer sei
in der Lage gewesen, während mehrerer Jahre einer Tätigkeit in einem
Teppich-
Geschäft nachzu
gehen. Zudem habe er
während mehrerer Jahre ein eigenes
Geschäft geführt
, wobei er auch
über
Angestellte
verfügt
habe
.
Ferner sei
festzuhalten, dass sich in der aktuellen Untersuchung keine Psychopathologien erkennen lassen
wür
den, welche
zu negativen Interfere
nzen mit dem Untersucher geführt hätten. Zu erwähnen sei
im Übrigen
die Tatsache, dass
Dr.
Y._
in seinem Gutac
hten vom Jahre 2005 den Schwere
grad der Persönlichkeitsstörung nicht bestimmt
habe
(
Urk.
10/106/34
).
3.5
.5
Schliesslich sei
festzuhalten
, dass sich beim
Beschwerdeführer
ein
Schmerzsyn
drom
mit intermittierend bei Belastung auftretenden Schmerzen im Be
reich der rechten Kopf
hälfte, der Schulter rechts sowie des Armes und der Hand rechts und auch beider Kni
e rechtsbetont nachweisen lasse
. In der ak
tuellen Untersu
chung hinterlasse
der Beschwerdeführer
indes nicht den Eindruck, unter andau
ernden schweren oder
quälenden Schmerzen zu leiden.
Mimik und Gestik
wür
den zu keinem Zeitpunkt ein Schmerzer
leben an
deuten
. Der
Beschwerdeführer könne
sich auch ohne äusserlich sichtbare Behinderung frei bewegen. Aus diesem Grund
könne
die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
s
töru
ng
nicht gestellt werden (
Urk.
10/106/34-35
).
3.5
.6
Die Ärzte des
A._
kamen zum Schluss,
dass
sich aufgrund der Beschwerden von Seiten der im Schweregrad als
leichtgradig
zu beurteilenden depressiven Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung, ins
besondere der Müdigkeit und der verminderten Energie sowie der wechselhaften Stimmung und des verminderten Selbstvertrauens sowie des manchmal auftre
tenden Gefühls allgemeiner Sinnlosigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie auch in einer alternativen Tätigkeit von 20
%
begründen lasse; dabei mitenthalten sei eine gewisse Ver
minderung der Leistungsfähigkeit.
Verlässliche Aussagen über den Zeitpunkt
der Verbesserung der depressiven Symptomatik seit der psychiatrischen Begut
achtung vom Jahre 2005 würden sich nicht machen lassen. Die genannte 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dürfte aber sicher seit dem Jahre 2011 bestehen
(
Urk.
10/106/35
).
3.5
.7
Auch diese Beurteilung
der Ärzte des
A._
ist angesichts der genannten Be
funde sowie der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel.
3.
5
.8
Im Weiteren nahmen d
ie Ärzte des
A._
insbesondere auch zum Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
2.
August 2014 Stellung und erklärten in nachvollzieh
barer Weise,
dass
Dr.
Z._
diagnostisch von einer chronischen depressi
ven Störung mit ca. mittel- b
is
schwergradigem
Schwere
grad und einer kombi
nierten Persönlichkeitsstörung aus
gehe
. Bezüglich der
Persönlich
keitsstörung würden
sich keine wesentlichen Diskrepanzen
ergeben
, allerdings bestimme
auch
Dr.
Z._
den Schweregrad der Persönl
ichkeitsstörung nicht näher. Den
Schw
eregrad der Depression begründe
er
ebenfalls nicht. Auffallend sei
die Tatsache, dass der behandelnde Psychi
ater in seinem Bericht keine Befunde beschreibe
, abgesehen von beeinträchtigten
kognitiven Funktionen wie bei
spiel
sweise der Konzentration und Auffassung. Diese könn
t
en aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde indes nicht bestätigt werden.
Dr.
Z._
gehe
auch von einer „
wohl nicht gegebenen Fahrtaugli
chkeit" aus, obwohl der
Beschwerdeführer Auto fahre
. Dar
über hinaus erwähne er, dass er einen Vogel habe
, offenbar in Unkenntnis darüber, dass der
Beschwerdeführer für eine ganze
Voliè
r
e
aufkomme
. Schliesslich sei bemerkt, dass sich
Dr.
Z._
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich und kritiklos auf die
sub
jektiv geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers abstütze (
Urk.
10/106/36
37).
Der Bericht von
Dr.
Z._
vermag die Beurteilung der Ärzte des
A._
daher
nicht in Zweifel zu ziehen.
3.
6
3.
6
.1
Was der Beschwerdeführer gegen die Beurteilung de
r
A._
-Gutachter
vor
brachte
(vgl.
Urk.
1)
, vermag
nicht
durchzudringen
.
3.
6
.2
Die Ärzte des
A._
haben zwar einerseits die von
Dr.
Y._
gestellten Diagno
sen einer
chronischen posttraumatischen Belastungsstörung und einer
dissozi
alen Persönlichkeitsstörung
in Frage gestellt (vgl. E. 3.5.2 und E. 3.5.4
). Ande
rerseits haben sie aber
– wie unter E. 3.5
.1 dargelegt –
insbesondere unter Hin
weis auf die (neuerliche) Familiengründung des Beschwerdeführers,
die psy
chosoziale Funktionsfähigkeit in der Beziehung zu se
inen drei langjährigen Freunden, die seit vielen Jahren nicht mehr durchgeführte Psychotherapie und die Befunderhebung anläs
slich der Untersuchung im
A._
auch eingehend
und
nachvollziehbar
begründet
,
weshalb seit
spätestens
anfangs
2011 ledigli
ch noch von einer leicht-
und nicht
mehr von einer mittelgradigen
depressiven Symp
tomatik
auszugehen ist
. Damit ist
vorliegend eine erhebliche Verbesserung des
psychischen
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
ausgewiesen bzw. liegt
nicht bloss eine
unterschiedliche
Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Gesundheitszustands vor
(
vgl.
Urk.
1 S. 5 und
E.
1.5
).
3.
6
.3
Entgegen den
Vorbringen
des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 6) haben die Ärzte des
A._
bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit sodann hinreichend berück
sichtigt, d
ass
dieser
im Rahmen der Untersuchung
zeitweise einen müden Ein
druck
gemacht hat.
Sie
erachteten die festgestellte Müdigkeit
, die sie zu einem wesentlichen Teil auch auf das am Mittag eingenommene
Remeron
mit einer Dosierung von 45 mg zurückführten (vgl. E. 3.5.1),
nämlich
als einen
der Hauptgründe für
die
auf 20
%
festgelegte
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.5.6).
3.
6
.4
Der Einwand des Beschwerdeführers, dass seine Ehe nicht intakt sei (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.), findet in den vorliegenden
Akten
keine Stütze. Anlässlich der Untersu
chung im
A._
g
ab er vielmehr
ausdrücklich an, dass er zu seiner Ehefrau eine gute Beziehung pflege (
Urk.
10/106/31). Aus dem Ums
tand, d
ass der Beschwer
deführer, der mehr als 33
Jahre älter ist als seine Ehefrau (vgl.
Urk.
10/102
/1-4
),
gegenüber
Dr.
Z._
erklärt hatte,
er
habe Angst vor der Zerstörung der Beziehung
(
Urk.
10/103/2
)
, lässt si
ch noch nicht ableiten, dass seine
Beziehung
zur Ehefrau
grundsätzlich nicht intakt wäre
.
Angesichts dessen, dass die beiden eine
gemeinsame Tochter haben (
Urk.
10/102/5-6
), ist
im Übrigen
nicht
von einer Scheinehe auszugehen.
3.
6
.5
Dass der psychiatrische Gutachter
des
A._
unter dem Titel
„S
ubjektive Anga
ben“
in seinem
Teilgutachten festhielt, der Beschwerdeführer sei
schon
im Jahr 2011
zwei Wochen in Untersuchungshaft gewesen (vgl.
Urk.
10/106
/47)
richtigerweise
war
er erst 2013 in Untersuchungshaft
(vgl.
Urk.
10/80/35-47
) -
,
ist
möglicherweise
auf die unzutreff
ende Aussage
des Beschwerd
eführers selbst zurückzuführen. Selbst wenn dies aber nicht der Fall wäre, würde dies noch
keine derart
gravierende
Ungenauigkeit
dar
stellen
(vgl.
Urk.
1 S. 7)
,
dass der
Beweiswert des Gutachtens des
A._
erschütt
ert
würde.
3.
6
.6
Ferner geht auch d
as Vorbringen des Beschwerdeführers, im nur eineinhalb Stunden dauernden Explorationsgespräch habe angesichts des langjährigen und komplexen Krankheitsverlaufs kein
e
vollständige Anamnese erfasst werden können (
vgl.
Urk. 1 S. 8), fehl.
Die vorliegende
psychiatrische
Anamneseerhe
bung
der Ärzte des
A._
ist
ausführlich
und detailliert
(vgl. Urk.
10/106/23-28
)
; zudem hat
der Beschwerdeführer
auch
nicht
präzisiert
, inwiefern die
Anamneseerhebung unvollständig sein soll. Im Übrigen kommt es f
ür
den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf di
e Dauer der Untersuchung an
; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise
– was vorliegend der Fall ist -
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_664/2009 vom
6.
November 2009 E. 3 und 9C_55/2009 vom
1.
April 2009 E. 3.3 mit Hinweisen).
3.
6
.7
Der Umstand, dass si
ch der Beschwerdeführer
nach der
Rente
nzusprache
im
März
2006 nicht mehr in psychiatrische Beh
andlung
begab (vgl. E. 3.5.1)
und er
e
rst seit März 2014 – das heisst
nach acht Jahren Unterbruch
- wieder
in psy
chiatrischer Behandlung steht
(
vgl.
Urk.
10/103/1)
, spricht
schliesslich
für einen eher
geringen Leidensdruck bzw.
eine seit längerem eher leichte Ausprägung des psychiatrischen Krankheitsbildes
.
Von einem
lediglichen
Aussetzen
der
psy
chiatrischen
Behandlung
trotz bestehender Beschwerden
, weil
keine
Verbesse
rung des Gesundheitszustands
habe
festgestellt werden könne
n
, kann
nach einem derart langen Unterbruch der Behandlung
– entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers (
vgl.
Urk.
1 S. 9) –
nicht mehr gesprochen werden.
3.
7
Es ist somit festzuhalten
, dass auf das Gutachten des
A._
abgestellt werden kann. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Teppichhändler
sowie angepasste Tätigkeiten ohne überwiegende Belastung des rechten Kniegelenks
seit Januar 2011
mit einer Einschränk
ung von 20
%
wieder zumutbar sind
.
Demnach ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass sich der Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit
der
Rentenzusprache
im
März
2006
massgeblich verbessert haben.
4.
4.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich
die
wiedergewonnene, nunmehr lediglich noch
teilweise
eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in
erwerblicher
Hinsicht auswirkt.
4.2
Da dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Teppichhändler
seit Anfang 2011 wieder
mit einer Einschränkung von 20
%
zumutbar ist
(vgl. E.
3.7)
,
hat die Beschwerdegegnerin vorliegend einen Prozentvergleich vorge
nommen
(vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014,
N 36 ff. zu
Art.
28a
)
, aufgrund dessen ein der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
entsprechender Invaliditätsgrad von 20
%
resultierte
(
Urk.
2 S. 3
)
. Dies ist nicht zu beanstanden.
4.3
Dem
Einwand
des Beschwerdeführers, dass auf
seiten des
Valideneinkommens
von seinem in den Jahren 1992 und 1993 als
selbständigerwerbender
Teppich
händler
erzielten
jährlichen
Einkommen in der Höhe von
Fr.
108‘100.
-
-
auszu
gehen sei, und er
zudem
heute infolge von (weiteren) Einkommenssteigerungen ein
Validen
einkommen
von über
Fr.
200‘000.--
erzielen würde (
vgl.
Urk.
1 S.
11), kann nicht gefolgt
werden
.
Denn es
ist nicht
ausgewiesen
,
dass
der
bereits 1993
- das
heisst
elf
Jahre vor der Anmeldung
des Beschwerdeführers
bei der Be
s
chwerdegegnerin
im September 2004
(vgl. Sachverhalt E. 1.1)
bzw.
zehn Jahre vo
r der erstmaligen psychiatrischen
Behandlung
im Oktober 2003
(vgl.
Urk.
10/15/4)
-
erfolgte Konkurs
des
Teppichgeschäfts
aufgrund de
s
spä
ter per September 2003 zur
Berentung führenden psychischen
Gesundheits
schadens
eingetreten wäre
.
4.4
Schliesslich
ist noch
darauf
hinzuweisen, dass selbst bei Gewährung des
vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Leidensabzuges von
15
% (
vgl.
Urk.
1 S.
12;
zum Ganzen
BGE 126 V 76
sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_530/2015 vom
6.
Januar 2016 E. 6.2 betreffend die Zulässigkeit eines Leidensabzugs bei Prozentvergleichen) lediglich ein
ebenfalls
nicht mehr
rentenbegründender
Invaliditäts
grad
von 32
%
(100 % - [
80 % x 0,15]) resultieren würde
(vgl. E.
1.4)
4.5
Ab
Januar 2011
besteht demnach
kein rentenbegründende
r Invaliditätsgrad mehr.
5.
5.1
Zu prüfen
bleibt
, ab welchem Zeitpunkt die Rente des Beschwerdeführers auf
zuhe
ben ist.
5.2
Obschon de
r Beschwerdeführer sowohl in den
Verfügung
en
vom
3.
März 2006
(
vgl.
Urk.
10/25
und
Urk.
10/35)
als auch in der
Mitteilu
ng vom
1
7.
Januar 2011
(
vgl.
Urk.
10/59)
ausdrücklich auf seine Pflicht, jede für den
Leistungs
anspruch
wesentliche Änderung in den persönlichen und wirtschaftli
chen Ver
hältnissen
,
welche den Leistungsanspruch beeinflussen kann,
der
Beschwer
de
gegnerin
unverzüglich mitzuteilen
, hingewiesen worden war, hat er es unter
lassen, die Beschwerdegegnerin darüber zu informieren, dass er seit Januar 2011
mit Teppichverkäufen
ein monatliches Einkommen von
durch
schnittlich
Fr.
500.
-- bzw. pro Jahr
Fr.
6‘000.-- erzielte
(
vgl.
Urk.
10/80/3-7
und
Urk.
10/80/109).
Dieses Einkommen
lag
deutlich
über
dem Betrag von
Fr.
1‘500.--,
bis zu welchem eine jährliche Einkommensverbesserung
rentenre
visions
rechtlich
noch unbeachtlich ist
(vgl
.
Art.
31
Abs.
1 IVG
).
Die
Beschwer
de
gegnerin
erlangte
von der Aufnahme dieser Erwerbstätigkeit
und vom erziel
ten Einkommen
jedoch
erst
Kenntnis, als sie
vonseiten der Staats
anwaltschaft
Zürich-Sihl
über den
Strafbefehl
vom 1
8.
November 2013 (Urk.
10/80/3-7
) betreffend Betru
g
im Sinne von
Art.
146
Abs.
1
StGB
informiert wurde
(vgl
.
Urk.
10/77
).
5.3
Dementsprechend hat der Beschwerdeführer eine
M
eldepflichtverletzung begangen,
wobei ohne Zweifel e
ine mindestens lei
chte Fahrl
ässigkeit gegeben ist (vgl. E. 1.6
).
Da er in der Lage war, eine Erwerbstätigkeit auszuüben, musste ihm offensichtlich bewusst sein, dass sich sein Gesundheitszustand verbessert hatte (vgl.
Urk.
1 S. 10).
A
ngesichts der Verletzung der ihm
obliegenden Melde
pflicht ist
eine rückwirkende Rentenaufhebung per Januar 2011
somit zulässig.
6.
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin die Rente des Beschwerdeführers
infolge einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands und wegen
einer
Verletzung der Meldepflicht zu
Recht rückwirkend per
1.
Januar
2011
aufgehoben hat
(
Urk.
2)
. Die gegen die Ver
fü
gung vom
2
0.
Januar 2015
erhobene Beschwerde
(
Urk.
1)
ist
daher
abzu
weisen.
7.
7.1
In prozessualer Hinsicht hat der Beschwerdeführer unter anderem beantragt, es sei festzustellen, dass die Vorinstanz hinsichtlich des Antrags auf Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das
Einwandverfahren
keinen Entscheid gefällt habe und eine formelle Rechtsverweigerun
g vorliege (vgl. Sachverhalt E.
2).
7.2
Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer
im
Einwand vom 1
0.
Dezember 2014 gegen den Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom 1
1.
November 2014 ein Gesuch um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes gestellt hat. Dieses Gesuch be
gründete er damit, dass
sich aus seinen obigen Ausführungen (in materiel
ler Hinsicht) ergebe, dass die
Rechtsbegehren nicht aussichtslos seien und sich zudem komplexe Rechtsfragen betreffend Veränderung des Gesundheitszustands sowie der Berechnung des Validen- und
Invalidenein
kommens
stellen würden, welche den
Beizug
eines
Rechtsbeistandes notwendig mach
en würden (
Urk.
10/113). Daraufhin
erklärte
die
Beschwerdegegnerin dem Beschwe
rdeführer mit Schreiben vom 15.
Dezember 2014, dass er einerseits begründen müsse, weshalb die Gewinnaussichten im konkret zu beurteilenden Fall als ernsthaft zu bezeichnen seien und weshalb eine Vertretung im
Ver
wal
tungsverfahren
notwendig oder zumindest ge
boten sei. Andererseits müsse
auch seine finanzielle Bedürftigkeit
nachgewiesen werden
(
Urk.
10/114). Mit Eingabe vom 2
3.
Dezember 2014 teilte der Beschwerdeführer der
Beschwerde
gegnerin
mit, dass sie in der Beilage die Bescheinigung des Sozialzentrums
E._
vom
1
7.
Dezember 2014 erhalte (Urk.
10/116). Die entsprechende Beschei
nigung findet sich allerdings nicht bei den Akten.
In der Folge
erliess
die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung vom 2
0.
Januar 2015 (Urk. 2).
7.3
Der Beschwerdegegnerin kann nicht vorgeworfen werden, dass sie im kurzen Zeitraum zwischen
dem
Erhalt der
erwähnten
Eingabe
des Beschwerdeführers vom 2
3.
Dezember 2014 (
Urk.
10/116) und dem Erlass der angefochtenen Ve
r
fügung am
2
0.
Januar 2015 (
Urk.
2)
sowie in der Folge während der 30-tägigen Beschwerdefrist betreffend das Gesuch
um unentgelt
liche Rechtsvertretung im
Einwandverfahren
noch
keine weiteren Schritte unter
nommen hat
(vgl. E. 1.8)
.
Der Antrag des Beschwerdeführers
, es sei festzu
stellen, dass die
Beschwerde
gegnerin
durch das Nichtentscheiden über das im
Ein
wandverfahren
gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung eine
Rechtsverweigerung
(
bzw. Rechtsverzögerung
)
b
egangen hat, ist
deshalb
abzu
weisen.
Damit erübrigen sich Erörterungen zu den
beiden
weiteren prozessualen Anträgen des Beschwerde
führers betreffend Gewährung der unentgeltlichen Rechts
vertretung im
Ein
wandverfahren
(vgl. Sachverhalt E. 2).
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
8.2
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Des Weiteren ist der Beschwerdeführer bedürftig (
vgl.
Urk.
7
und Urk.
8
).
Antragsgemäss
(
Urk.
1) ist ihm deshalb die unentgeltliche
Prozess
führung
zu bewilligen. Die dem Beschwerdeführer auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.3
Da die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Recht
s
anwalt Oskar
Gysler
als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Rechtsanwalt
Gysler
mac
hte mit seiner Honorarnote vom 2
5.
Juli 2016 (Urk.
15) einen Aufwand von
11 1/3
Stunden und Barauslagen
von
Fr.
29
.
--
geltend. Bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- resultiert
so eine Entschädigung von
Fr.
2‘724.10
(inkl. Barauslagen und
MWSt
).
8.4
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichten (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
2
0.
Februar 2015
wird dem Beschwerdeführer Rechts
anwalt
Oskar
Gysler
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorlie
gende Verfahren bestellt, und es wird ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Januar 2015 wird abgewiesen.
2.
Die Rechtsverweigerungsbeschwerde wird abgewiesen.
3
.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt,
jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
4
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Osk
ar
Gys
ler
, Zürich, wird mit
Fr.
2‘724.10
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
5
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Oskar
Gysler
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
6
.