Decision ID: 3898b60e-e402-53b5-9b74-efff7735933f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1965, war zuletzt seit dem 1. Juli 2012 als Mitarbeite
rin Gastronomie im Umfang von 80 % und seit dem 1. März 2017 im Umfang von 30 % bei der Genossenschaft Y._ Zürich tätig (Urk. 8/19, Urk. 8/78).
Unter Hinweis auf
Gebärmutterhalskrebs meldete sich
die Versicherte
am 12. Januar 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/10). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 8/23, Urk. 8/31, Urk. 8/37) und holte bei Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, ein bidis
ziplinäres Gutachten ein, das am 6. Juni 2017 erstattet wurde (Urk. 8/91).
Mit Mitteilung vom 29. Juni 2015 (Urk. 8/24) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien.
Mit Mitteilung vom 1. Februar 2016 (Urk. 8/39) erteilte die IV-Stelle Kostengut
sprache für einen persönlichen Support am Arbeitsplatz vom 1. Februar bis 31. Dezember 2016 (vgl. auch Urk. 8/49, Urk. 8/58, Urk. 8/64, Urk. 8/67, Urk. 8/73, Urk. 8/76).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/93-115) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. April 2018 einen Rentenanspruch (Urk. 8/118 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 17. Mai 2018
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom 19. April 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2 Ziff. 1) und es sei ihr rückwirkend ab August 2015 eine ganze Rente zuzusprechen (S. 2 Ziff. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2018 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2. Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Mit Gerichtsverfügung vom 11. Dezember 2018 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 4) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu er
zielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, d
er Anspruch auf eine IV-Rente sei nach Beendigung der beruflichen Massnah
men, somit ab Januar 2017
,
geprüft worden. In dieser Zeit habe eine 40%ige und nach drei Monaten eine 20%ige Einschränkung vorgelegen. Dank der durchge
führten Therapie und der Operation habe sich die Situation jedoch verbessert. Es liege keine langandauernde gesundheitliche Einschränkung vor. Auch unter Berücksichtigung der 20%igen Einschränkung bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), a
uf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten von
Dr. Z._
könne nicht abgestellt werden. Aus den Akten ergebe sich, dass sie seit der missglückten Krebsoperation und der danach folgenden intensiven Radio- und Chemotherapie an einem Fati
g
ue Syndrom, diversen organischen Nebenbeschwerden und einer psychischen Störung mit Krankheitswert leide. Ihre Leistungsfähigkeit sei massiv eingeschränkt und betrage 23
%
, wobei sich die Leistungseinschränkung nicht nur bei der Arbeit
, sondern auch im Alltag zeige.
Fest stehe, dass sie ab Juli 2014 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei, weshalb der Anspruch auf eine ganze Rente ab August 2015 bestehe. Die Rente sei mit den geleisteten Taggeldern zu verrechnen.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Die Ärzte des
Spital
s
A._ attestierten der Beschwerdeführerin mit Zeugnis
vom
5. August
2014 (
Urk.
8/3/3)
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
4. bis
2
6. August
2014
.
3.2
Die Ärzte des
Stadtspital
s
B._ berichteten am
1
4. November
2014 (
Urk.
8/3/5-6)
und führten aus, dass die Beschwerdeführerin wegen eines neu diagnostizierten Zervixkarzinoms zunächst mit einer Messerkonisation und anschliessend mit einer erweiterten Hysterektomie operiert worden. Während der zweiten Operation sei es zu einer notfallmässigen Laparatomie bei unstillbarer Hämorrhagie und Gefässrevision gekommen. Seither leide die Beschwerdeführerin unter anhalten
dem Druckgefühl und Schmerzen abdominal. Vom 30. September bis 31. Oktober 2014 sei eine postoperative adjuvante Radio-Chemotherapie durchgeführt wor
den. Sowohl die Operation wie auch die postoperative Radio-Chemotherapie seien verantwortlich für die aktuelle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin. Hinzu komme die Komplikation mit unstillbarer Blutung nach Abschluss der Hysterek
tomie, welche die Beschwerdeführerin zusätzlich belaste (S. 1).
3.3
Mit Bericht von Februar 2015
(
Urk.
8/18)
attestierten die Ärzte des
Spital
s A._ der Beschwerdeführerin eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Arbeit
(S. 2 Ziff. 1.6).
3.4
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erstattete sein allgemeininternistisches Gutachten zuhanden der Krankentaggeldversiche
rung am 26. Mai 2015
(
Urk.
8/23)
gestützt auf die Akten sowie seine Untersu
chung der Beschwerdeführerin. Er nannte folgende Diagnosen
(S.
5
f.
)
:
-
Plattenepith
elkarzinom der Zervix
-
anamnestisch rezidivierende Schwellung des linken Beins
-
Schmerzen im Oberschenkel, Gefühlslosigkeit an der Oberschenkelvorder
seite und mögliche motorische Schwäche im linken Bein
-
Status nach Nikotinabusus (kumulativ 30 Packjahre), sistiert im August 2014
-
aktenanamnestisch Anpassungsstörung und Angststörung
Er führte aus, dass sich für die dumpfen Bauchschmerzen kein korrespondieren
des organisches Korrelat finde. Die Palpation des Abdomens werde kaum toleriert, trotzdem könne bei der Ultraschalluntersuchung mit der Sonde problemlos Druck ausgeübt werden. Obschon die Exploration am späteren Nachmittag stattgefun
den habe, hätten keine Schwellungen oder Ödeme am linken Bein objektiviert werden können. Bei Zustand nach Bestrahlung der Lymphabflussgebiete im Becken seien Lymphödeme grundsätzlich möglich, liessen sich aber in der Unter
suchung nicht objektivieren (S. 6 f.). Es fänden sich eindeutige Hinweise für eine Blockade des Iliosakralgelenkes. Auch das unterste Facettengelenk links sei ge
reizt, entweder funktionell statisch im Rahmen einer Blockade oder als Folge von aktivierten Spondylarthrosen oder einer Kombination von beidem (S. 7 oben).
Sofern die noch durchzuführende MRT-Untersuchung der
Lendenwirbelsäule (LWS)
und die allenfalls durchzuführende neurographische Untersuchung keine neurologische Ursache für die geklagten Beschwerden ergäben, sei aus rein somatischer Sicht die Steigerung der Arbeitsfähigkeit innerhalb von 3-4 Monaten auf das vertraglich vereinbarte Pensum von 81
%
realistisch
(S. 7 f.)
.
3.5
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am 27. Mai
2015 (
Urk.
8/23/11-15)
über die Untersuchung der Beschwerdeführe
rin und führte aus, d
iagnostisch liege eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vor, die erst teilweise am Zurückgehen sei. Die Erkrankung sei in erster Linie als psychische Reaktion auf eine schwierige persönliche Lage in gesundheitlicher Hinsicht aufzufassen.
Man könnte das Krankheitsbild differen
tialdiagnostisch auch einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode zu
ordnen (S. 4). Die Behandlung auf ambulanter Basis sei so, wie sie derzeit durch
geführt werde, ganz einfach nicht ausreichend. Sie sollte durch eine teilstationäre Therapie in einer Tagesklinik über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Monaten erweitert werden.
Aus psychiatrischer Sicht sei angesichts der Diagnose einer erst in Ansätzen remittierten Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
Kurzfristig, d
as heisse
im Laufe der nächs
ten ein bis zwei Monate
,
sei mit einer wesentlichen Steigerung der Arbeitsfähig
keit
nicht
zu rechnen (S.
4
).
3.6
Die Ärzte des
Stadtspital
s
E._
berichteten am
2
4. Juli
2015 (
Urk.
8/26/4-6)
und führten aus, die Beschwerdeführerin werde zur nephrologischen Standortbestim
mung zugewiesen, nachdem es vor zirka einem Jahr iatrogen zu einem venösen Niereninfarkt links gekommen sei. Die Nierenfunktion sei aktuell leicht einge
schränkt. Sonographisch lasse sich die bekannte Schrumpfniere links bei deutlich reduzierter Restperfusion bestätigen. Renale Begleiterkrankungen bestünden nicht (S. 2 f.). Es bestehe somit zusammenfassend eine dem Verlauf entsprechend irreversible, funktionelle Einnierigkeit, die bei allgemein protektiven Massnah
men eine exzellente Langzeitprognose habe (S. 3).
3.7
Dr. med. F._
, praktischer Arzt,
berichtete am
2
2. September
2015 (
Urk.
8/26)
und führte aus,
aus seiner Sicht sei die Rückkehr an den angestamm
ten Arbeitsplatz (Take away) wegen der körperlichen Arbeit aktuell nicht zumut
bar
. A
ktuell sei die
Beschwerdeführerin
weiterhin 100
%
arbeitsunfähig geschrie
ben
. E
r habe sie wegen Ferienabwesenheit des
Psychiaters im Zeitraum vom 7. September bis zum
2
9. September
2015 zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben
.
3.8
Dr. D._ führte in seiner Kurzbeurteilung vom 16. Dezember
2015 (
Urk.
8/31/2-3)
aus, dass im Vergleich zu Mai 2015 ein deutlich gebesserter Zustand bestehe. D
ie Depression sei weitestgehend rückläufig
. E
r könne
eine
Arbeitsdispens aus Sicht seines Fachgebiets höchste
ns noch vorübergehend begründen. E
r empfehle,
die
Arbeitsunfähigkeit bis maximal
Ende Januar 2016 zu akzeptieren,
spätestens ab Anfang Februar sei
eine
Teilarbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
gegeben
. S
pätestens ab Anfang April 2016 sei wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit umzusetzen
.
3.9
Dr. med. G._, Fachärztin für P
sychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am
2
5. Dezember
2015 (
Urk.
8/32)
und nannte folgende psychiatrische
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
(ICD-10 F43.22)
; D
ifferentialdiagnose (D
D
)
mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.1)
-
Agoraphobie mit Panikstörung
(ICD-10 F40.01)
-
V
erdacht auf
Zwangsstörung
, Zwangsgedanken und Handlungen ge
mischt (ICD-10 F42.2)
Sie führte aus, es bestehe seit dem 24. Januar 2015 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 7)
.
3.10
Dr. D._ nahm am 9. Januar 2016 Stellung
(
Urk.
8/37/4-6)
und führte aus, er könne die Ausführungen seiner Berufskollegin Dr. G._ leider nicht nachvoll
ziehen. Die Beschwerdeführerin habe sich vor knapp einem Monat, als er den Verlauf evaluiert habe, in deutlich gebessertem Allgemeinzustand befunden. In
sofern habe sich eine Erweiterung der Behandlung erübrigt (S. 2). Er könne nicht empfehlen, auf die Vorschläge der Berufskollegin einzutreten, und halte stattdes
sen an seinem Vorgehensvorschlag vom 16. Dezember 2015 fest (S. 3).
3.11
Die Ärzte des
Stadtspital
s
B._ berichteten im Juli 2016
(
Urk.
8/57)
und führten aus, dass aktuell weiterhin Einschränkungen aufgrund der Gefühlsstörung im lin
ken Bein, welche langsam regredient seien, sowie ein rezidivierendes Lymphödem der Mons pubis und der Beine bestünden. Zudem bestehe eine persistierende psy
chische Belastungssituation aufgrund des schwierigen Verlaufs. Aktuell gebe es kein Hinweis auf ein Tumorrezidiv oder eine Metastasierung. Es liege eine poten
tiell kurative Situation vor (S. 2 Ziff. 1.4). Anamnestisch bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 14. Januar 2016, seither arbeite die Beschwerdefüh
rerin zwei Stunden pro Tag, ab dem 18. April 2016 dreieinhalb Stunden pro Tag. Von ihnen sei keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden (S. 2 Ziff. 1.6).
3.12
Die Ärzte des
Stadtspital
s
B._
berichteten am
2
0. September
2016 (
Urk.
8/74/5-7)
und führten aus, erfreulicherweise habe sich die Nervenschädi
gung im Verlauf weitgehend erholt. Bei nun zwei Jahren nach stattgehabter Schädigung sei prognostisch von einem weitgehend stabilen Befund auszugehen. Die von der Beschwerdeführerin geschilderte Schmerzsymptomatik scheine aktuell eher durch das Lymphödem bedingt und nicht typisch neuropathisch. E
ine wei
tere langsame berufliche Wiedereingliederung sei anzustreben, wobei eine ver
minderte Belastbarkeit, insbesondere bei stehender Tätigkeit im Rahmen der ab
gelaufenen Nervenschädigung nachvollziehbar sei
(S. 3).
3.13
Dr. G._
berichtete am 5. Dezember
2016 (
Urk.
8/74)
und führte aus, es bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 2-3 Stunden pro Ta
g in bisheriger und angepasster
Tätigkeit
(S. 2 Ziff. 2.1). Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 60 % (S. 2 Ziff. 2.2).
3.14
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
Facharzt für
Neurologie,
erstattete sein bidisziplinäres Gutachten am
6.
Juni 2017 (
Urk.
8/91)
gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung der Beschwerdeführe
rin. Er nannte folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 72
Ziff. 6.1
)
:
-
Angst- und depressive Störung gemischt (
ICD-10
F41.2) bei Statu
s nach einer Anpassungsstörung
-
l
ängere depressive Episode aufgrund der somatischen Erkrankung und mehrerer Komplikationen (
ICD-10
F43.21)
Er nannte folgende
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 72
Ziff. 6.2
)
:
-
Probleme verbunden mit Schwierigk
eiten bei der Lebensbewältigung, im Sinne von zwanghaft-perfektionistisch und leistungsorientierten Persön
lichkeitszügen (ICD-10 Z73.1)
-
undiffer
enzierte Somatisierungsstörung mit auf neurologischem Fachge
biet unklaren Schmerzen im Oberbauch, Unterbauch und Leistengegend beidseits, darüber hinaus Missempfindungen im Bereich der linken Flanke und der linken unteren Extremität (ICD-10 F45.1)
-
chronisches Müdigkeitssyndrom, chronic fatigue Syndrome CFS
-
chronischer Kopfschmerz
vom Spannungstyp
-
Status nach möglicher Läsion des Plexus lumbosacralis links mit leicht
gradiger proximaler Beinparese links am ehesten im Rahmen einer intra
abdominellen Blutung nach Hysterektomie im August 2014, gegenwärtig remittiert
Er führte aus,
dass i
m objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnun
g an die AMDP-Richtlinien
eine ausgesprochen labile Stimmung mit Weinen während der Exploration auf
falle
. Die Stimmung
sei
phasenweise gedrückt, ohne durchge
hende Depr
essivität. Im Weiteren hätten
keine psychopathologischen Auffällig
keiten
bestanden
. Trotz
der berichteten Schmerzen habe
die
Beschwerdeführerin
während der gesamten Exploration nicht schmerzgequält
gewirkt
.
Im Rahmen der Untersuchung
hätten
sich keine Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit und der Bewusstseinshelligkeit
gezeigt. Im klinischen Eindruck ergä
ben sich keine Hinweise auf umfassende und ausgeprägte kognitive
Störungen. Es seien
keine Auffassungs-, Gedächtnis-, Merkfähigkeits- oder Aufmerksamkeitsstörungen ge
funden
worden
.
D
ie emotionale Schwingungsfähigkeit
sei
erhalten
gewesen
. Die
Beschwerdeführerin habe
während der Exploration eine breite Variation an emo
tionalen Qualitäten
gezeigt.
Der Antrieb und das psychomotorische Verhalten
seien
ungestört
gewesen.
Die soziale Teilnahme
sei im
privaten Bereich nicht ein
geschränkt. Anhand der heutigen Untersuchung erg
ä
ben sich keine Hinweise auf entsprechende psychosoziale Probleme von besonderem Schweregrad. Die Ex
plo
ration des Tagesprofils weise
auf ein leicht reduziertes Aktivitätsniveau hin.
Bei den Haushaltsarbeiten fühle
sich die Versicherte aufgrund der chronischen Müdigkeit eingeschränkt
.
Analog der Parameter der funktionellen Leistungsfä
higkeit in Anlehnung an den Mini-ICF-APP best
ünden
allenfalls leichte bis mit
telgradige Störungen der Aktivität und Partizipation, insbesondere im Bereich der Items Durchhaltefähigkeit und berufliche Kompetenz. Der Medikamentenspiegel
sei
im therapeutischen Bereich
gewesen (S. 48 f.)
.
Bei der
Beschwerdeführerin
könne
aufgrund der aktuellen Exploration und Untersuchung trotz der vorgetra
genen Ängste und Panikattacken keine Diagnose ein
er Agoraphobie mit Panik
störung
diagnostiziert werden. Die diagnostischen Kriterien einer
Agoraphobie mit Panikstörung lä
gen nicht ausreichen
d vor.
Mit Verweis auf die Exploration, insbesondere die unternommenen Aktivitäten
und die Ausla
ndsreise in die Heimat 2016 se
ien die Kriterien einer Agoraphobie nicht ausgewiesen. Eine affektive Störung im Sinne einer
depressiven Episode liege
ebenfalls nicht vor
(S. 51 f.).
Die Diagnose einer Angst- u
nd depressiven Störung gemischt
bei Status nach einer Anpassungsstörung
,
längere depressive Episode aufgrund der somatischen Erkranku
ng und mehrerer Komplikationen
begründe bei der
Beschwerdeführerin
gegenwärtig allenfalls eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zu
letzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin bezogen auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100
%
. Die Arbeitsfähigkeit k
önne
durch weitere medizini
sche Massnahmen verbessert werden (
S. 52).
Aufgrund der oben genannten Kriterien, insbeso
ndere der allgemeinen Indizien, ergä
ben sich bei der
Beschwerdeführerin
Hinweise auf nicht in vorhandenem Um
fang geklagte Beschwerden im Sinne zumindest einer Symptomausweitung. Die beklagte Intensität und
das Ausmass der Beschwerden seien
mit dem alltäglichen Aktivitätsniveau nicht vereinbar. Die gutachterliche Konsistenzprüfung
habe
da
her Diskrepanzen und Inkonsistenzen
ergeben
. Ein ausge
wiesener sozialer Rück
zug in all
en Belangen des Leb
ens liege
nicht vor. Die
Beschwerdeführerin
ha
be
sehr gute soziale Kontakte. Von einem Scheitern der ambulante
n oder stationären Therapie könne
nicht gesprochen werden. Die bisherige
n therapeutischen Mass
nahmen seien
nicht ausgeschöpft
(S. 54)
.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin bei
Y._
sei
die
Beschwer
deführerin
seit dem Tag der aktuellen Abklärung bezogen auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100
%
zu mindestens 60
%
arbeitsfähig (40%ige Arbeitsun
fähigkeit).
P
rognostisch
sei
innerhalb von acht Wochen
nach Anpassung der the
rapeutischen Massnahmen von einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit bezogen auf das zuletzt ausgeübte 80%ige Arbeitspensum
auszugehen.
In einer optimal angepass
ten Tätigkeit bei einem konfliktarmen Arbeitgeber, mit der Möglichkeit sich zu
rückzuziehen, ohne häufigen Kundenkontakt, ohne Tätigkeiten die eine Dauer
aufmerksamkeit und Dauerkonzentration erfordern, darüber hinaus keine Tätig
keiten mit hohen Anforderungen an kreative Fertigkeiten
sei
die
Beschwerdefüh
rerin
zu mindestens 80
%
arbeitsfähig bezogen auf ein Arbeitspensum von 100
%
. Die 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sei
auf einen längeren Pausenbe
darf zurückzuführen
(S. 56)
.
Auf neurologischem Fachgebiet könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden (S. 70).
3.15
Dipl. med. H._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regiona
ler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 14. Juni 2017 Stel
lung (Urk.
8/92/8-9)
und führte aus, es könne auf das Gutachten abgestellt werden. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass vorübergehend ein Gesundheits
schaden vorgelegen habe, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgewirkt habe. Es habe eine 100%ige
Arbeitsun
fähigkeit in bisheriger/angepasster Tätigkeit
von
Juli 2014 bis März 2016,
eine
40%
ige Arbeitsunfähigkeit
ab April 2016
sowie keine beziehungsweise eine 2
0%
ige Arbeitsunfähigkeit
ab Juli 2017
bestanden.
3.16
Dr. G._ berichtete am
2
3. September
2017 (
Urk.
8/104)
und führte aus, die Be
schwerdeführerin stehe seit dem 16. Dezember 2014 bei ihr in Behandlung. Die Psychotherapiesitzungen hätten initial in wöchentlichen und aktuell in zwei
wöchentlichen Abständen stattgefunden. Gegenwärtig werde die Beschwerdefüh
rerin psychopharmakologisch behandelt. Es bestünden eine mittelgradige depres
sive Episode, gegenwärtig verschlechtert (ICD-10 F32.1), eine Agoraphobie mit Panikstörung, gegenwärtig verschlechtert (ICD-10 F41.01) sowie akzentuierte zwanghafte Persönlichkeitszüge, Differentialdiagnose Verdacht auf Zwangsstö
rung, Zwangsgedanken und Handlungen gemischt (S. 1). Die Beschwerdeführerin sei hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin Gastrono
mie/Verkäuferin in ihrer Arbeitstätigkeit wegen verminderter Durchhaltefähigkeit eingeschränkt. Die 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit datiere seit Juli/August 2014. Eine Teilarbeitsunfähigkeit zu 60 % datiere seit Februar 2016 bis zum 8. September 2017, als sie notfallmässig operiert worden sei. Seit dieser Zeit bestehe wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2). Bis zum notfallmäs
sigen operativen Eingriff infolge eines Dünndarmverschlusses am 8. September 2017 habe die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zirka 10 Stun
den pro Woche gearbeitet. Aus psychiatrischer Sicht sei sowohl die Tätigkeit als auch die Zumutbarkeit bis zum operativen Eingriff als angemessen zu erachten. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Sie könne sich mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. D._ und von Dr. Z._ nicht einverstanden erklären (S. 3). Die teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik habe wegen starkem Leidensdruck, Misstrauen und Furcht der Beschwerdeführerin vor einem klinischen Rahmen nicht durchgeführt werden können (S. 4).
3.17
RAD-Ärztin dipl. med. H._ nahm am
2
5. Oktober
2017 (
Urk.
8/115/3)
Stel
lung und führte aus, bezüglich des Traumas, auf welches die behandelnde Psy
chiaterin wiederholt hinweise, sei festzuhalten, dass dieses durch Dr. D._ und Dr. Z._ anders eingeordnet worden sei. Der am 8. September 2017 erfolgte not
wendige operative Eingriff verursache aktuell nachvollziehbar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zusammenfassend sei es gerechtfertigt, den postoperativen Verlauf abzuwarten bis zum Jahresende. Auf das Gutachten von Dr. Z._ könne ungeachtet dessen weiter abgestellt werden. Voraussichtlich im Januar 2018 könne die Beschwerdeführerin bei gutem Heilungsverlauf das durch Dr. Z._ definierte Leistungsbild erfüllen.
Am 1. Februar
2018 (
Urk.
8/115/4
) führte sie aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht könne davon ausgegangen werden, dass spätestens ab Januar 2018 wieder die Leistungsfähigkeit wie im Gutachten festgehalten erreicht sei.
4.
4.1
Der Gutachter Dr. Z._ diagnostizierte in seinem Gutachten vom Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.14) eine
Angst- und depressive Störung gemischt (
ICD-10
F41.2) bei Status nach einer Anpassungsstörung
sowie eine l
ängere depressive Episode aufgrund der somatischen Erkrankung und mehrerer Komplikationen (
ICD-10
F43.21)
und ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin i
n der zuletzt ausge
übten Tätig
keit als Verkäuferin bei Y._
seit dem Tag der aktuellen Abklärung
(April 2017)
bezogen auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100
%
zu min
destens 60
%
arbeitsfähig (40%ige Arbeitsunfähigkeit)
sei
.
P
rognostisch
sei
innerhalb von acht Wochen
(Juli 2017) nach Anpassung der therapeutischen Mass
nahmen von einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit bezogen auf das zuletzt ausgeübte 80%ige Arbeitspensum
auszugehen.
In einer optimal angepassten Tätigkeit bei einem konfliktarmen Arbeitgeber, mit der Möglichkeit sich zurückzuziehen, ohne häufigen Kundenkontakt, ohne Tätigkeiten
,
die eine Daueraufmerksamkeit und Dauerkonzentration erfordern, darüber hinaus keine Tätigkeiten mit hohen An
forderungen an kreative Fertigkeiten
sei
die
Beschwerdeführerin
zu mindestens 80
%
arbeitsfähig bezogen auf ein Arbeitspensum von 100
%
. Die 20%ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
sei
auf einen längeren Pausenbedarf zurückzu
führen
.
4.2
Das Gutachten von Dr. Z._ vom Juni 2017
erfüllt die formalen Beweiswert-
Anforderungen (vorstehend E. 1.5
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab
gegeben.
Darüber hinaus leuchtet es in der Darlegun
g der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ent
hält nachvollziehba
r begründete Schlussfolgerungen, weshalb darauf abge
stellt wer
den kann.
Dass dem Gutachten von Dr. Z._ Beweiswert zukommt, bestätigte auch RAD-Ärztin dipl.-med. H._ in ihrer Stellungnahme vom
14. Juni 2017
(vgl. vor
stehend E. 3.15).
Eine entsprechende Prüfung ergibt denn auch, dass der psychiatrische Gutachter die heute massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E. 1.4) in seine Beur
teilung weitestgehend einbezogen hat. So hat er sich einlässlich mit den diagno
serelevanten Befunden und deren Ausprägung auseinandergesetzt (Urk. 8/91 S. 40 ff.) ebenso mit dem Behandlungserfolg (S. 40 oben, S. 54), wobei eine Anpas
sung der Behandlung mit Antidepressiva, gegebenenfalls einer Augmentations
behandlung mit einem Präparat aus einer anderen Substanzklasse empfohlen wurde (S. 56 Mitte). Die bisherigen therapeutischen Massnamen seien nicht aus
geschöpft (S. 54). Zum Aspekt der Persönlichkeit wies er darauf hin, dass sich klinisch Hinweise auf eine leistungsorientierte, zwanghafte, perfektionistische Persönlichkeitsakzentuierung fänden, die aus versicherungsmedizinischer Sicht keine zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit begründen würden (S. 42, S. 52). Betreffend die persönlichen Ressourcen wies der Gutachter auf die nicht beeinträchtigten Fähigkeiten zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Pla
nung und Strukturierung von Aufgaben, die nicht eingeschränkte Selbstbe
hauptungsfähigkeit und die nicht eingeschränkte Kontaktfähigkeit zu Dritten hin (S. 44 f.), und den sozialen Kontext betreffend wies er namentlich darauf hin, dass die Beschwerdeführerin in der Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten nicht eingeschränkt sei (S. 46). Die Beschwerdeführerin unternehme etwas mit Bekannten, sie habe fünf Nachbarinnen und Freundinnen, die auch Hunde hätten, es würden Hundepartys veranstaltet, sie gingen zusammen spazieren und sie kämen auch zu Besuch zum Tee trinken (S. 32 f.). Die soziale Teilhabe sei im privaten Bereich nicht eingeschränkt (S. 48 f.). Es liege kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens vor. Die Beschwerdeführerin habe sehr gute soziale Kontakte (S. 54). Schliesslich äusserte sich der Gutachter zur Konsistenz, wonach Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funk
tionsbeeinträchtigungen vorlägen. Es bestünden Diskrepanzen zwischen der sub
jektiv geschilderten Intensität der Beschwerden und der Vagheit der Beschwerden, zwischen massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation sowie zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inan
spruchnahme therapeutischer Hilfe (S. 54).
Die Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit (S. 56) ist zudem so erfolgt, dass sie sich gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) ergibt.
4.3
Nachdem sich der Gutachter Dr. Z._ in seiner Beurteilung (auch) an den Stan
dardindikatoren orientiert hat, ist die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren einge
schätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), klar zu bejahen. Die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen
(BGE 144 V 50 E. 3.4). Mithin erfüllt das Gutachten sowohl die praxisgemässen herkömmlichen Anforderungen (vorstehend E. 1.5) als auch diejenigen des strukturierten Beweis
verfahrens (vor
stehend E. 1.3-1.4). Somit ist betreffend die Diag
nosen wie auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten von Dr. Z._ abzustellen.
4.4
Zusammenfassend steht der Sachverhalt dahingehend fest, dass die Arbeitsfähig
keit der Be
schwerdeführerin
krankheitsbedingt in dem gutachterlich attestierten Umfang
(vgl. vorstehend E. 3.14)
eingeschränkt ist, mithin in der angestammten
Tätigkeit
ab April 2017 um 40 % und ab Juni 2017 bezogen auf das zuletzt aus
geübte Pensum von 80 % zu 0 %. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwer
deführerin ab April 2017 zu 80 % arbeitsfähig (Urk. 8/91 S. 56).
4.5
Der Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. G._ vom September
2017 (
vgl. vorstehend E. 3.16
)
vermag an der Einschätzung des Gutachters Dr. Z._ nichts zu ändern. So begründet sie die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einzig mit einer verminderten Durchhaltefähigkeit, macht jedoch keine ausführlichen und nachvollziehbaren Angaben, inwiefern sich dies bei der angestammten oder einer optimal angepassten Tätigkeit auswirkt. Dr. Z._ nahm in seinem Gutachten hin
gegen ausführlich Stellung zu den anderslautenden Berichten (Urk. 8/91 S. 56 ff.) und begründete seine Ausführungen nachvollziehbar und schlüssig. Bezüglich des operativen Eingriffs vom 8. September 2017 (vgl. Urk. 8/101) ist den nach
vollziehbaren Ausführungen der RAD-Ärztin dipl. med. H._ zu folgen, wo
nach dieser aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründe, ab Januar 2018 jedoch wieder die Leistungsfähigkeit gemäss Gutachten erreicht sei (vgl. vorste
hend E. 3.17). Zusammenfassend konnte die Beschwerdeführerin nichts vorbrin
gen, was das Gutachten von Dr. Z._ umzustossen vermöchte.
4.6
Vor dem Hintergrund, dass Dr. D._ (vgl. vorstehend E. 3.8) und RAD-Ärztin dipl. med. H._ (vgl. vorstehend E. 3.15) vom Vorliegen eines vorübergehen
den Gesundheitsschadens ausgingen, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit ausgewirkt habe, und ihr eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in bisheriger/angepasster Tätigkeit
von
Juli 2014 bis März 2016,
sodann eine
40%
ige Arbeitsunfähigkeit
ab April 2016
sowie keine beziehungsweise eine 2
0%
ige Arbeitsunfähigkeit
ab Juli 2017
attes
tierten, erscheint die Begründung der Beschwerdegegnerin, warum vor der Durch
führung der Integrationsmassnahmen kein Rentenanspruch entstanden sei (vgl. Urk. 8/92/9), nicht nachvollziehbar. Gestützt auf die echtzeitlichen, nachvollzieh
baren medizinischen Berichte (vgl. vorstehend E. 3.1-3.13) kann davon ausge
gangen werden und ist unbestritten (vgl. Urk. 2 S. 2 oben), dass die Beschwerde
führerin ab Juli 2014 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war, womit
d
ie Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs. 1 lit. b IVG
in jenem Zeitpunkt
als eröffnet
galt. Die Beschwerdeführerin meldete sich im Januar 2015 bei der Beschwerdegegnerin an (Urk. 8/10), ein Rentenanspruch konnte somit frühestens per August 2015 entstehen.
4.7
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau er
mit
t
elt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kom
mens
dif
ferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Dieser ist durch Prozentvergleich zu ermitteln
, wenn
Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand festlegen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Ge
genüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere an
wendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwi
schen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Renten
an
spruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (Art
. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (statt vieler: Urteile
des Bundesgerichts 9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 und 8C_367/2018 vom 25.
September 2018 E.
4.3, je mit Hinweis auf
BGE 114 V 310
E.
3a
).
Der Invaliditätsgrad stimmt alsdann grundsätzlich mit der prozentualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überein. Dies ist auch dann der Fall, wenn, wie hier, für das Validen- und Inva
lideneinkommen der gleiche Ansatz gilt, weil eine teilinvalide Person in der ange
stammten Beschäftigung bestmöglich eingegliedert ist resp. wäre (so etwa Urteil
des Bundesgerichts 8C_32/2013 vom 19. Juni 2013 E. 4 [SVR 2013 IV Nr. 29 S. 85]).
4.8
Aufgrund der Tatsache, da
ss
die Beschwerdeführerin
aus medizinischer Sicht
von Juli 2014 bis März 2016 weder
in der Lage
war
,
ihre
zuletzt
ausgeübte Tätigkeit
noch eine angepasste Tätigkeit auszuüben und danach von April 2016 bis April 2017 sowohl die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 60 % zumutbar war
, genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Ge
genüberstellung blosser Prozentzahlen (
Prozentvergleich
, vgl. vorstehend E. 4.7). Daraus würde
grundsätzlich ab August 2015 bis März 2016
ei
n Invalidi
tätsgrad von 10
0 % und damit ein Anspruch auf eine
ganze Rente sowie ab April 2016 bis März 2017
ei
n Invaliditätsgrad von maximal 4
0 %
und damit ein An
spruch auf eine Viertelsrente resultieren.
Gemäss den vorliegenden Akten (Urk. 8/39, Urk. 8/49, Urk. 8/58, Urk. 8/67, Urk. 8/73, Urk. 8/76) bezog die Beschwerdeführerin während der Integrations
massnahmen in der Zeit von Februar bis Dezember 2016 ein Taggeld, womit gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 22 IVG und Art. 8 Abs. 3 IVG in dieser Zeit kein Rentenanspruch entstehen konnte. Der Taggeldanspruch unter
bricht demnach den bereits entstandenen Rentenanspruch (vgl.
Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum
IVG,
3. Auflage, Art. 29
N
12
)
.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine befris
tete ganze Rente für die Zeit von August 2015 bis und mit Januar 2016 und einen Anspruch auf eine befristete Viertelsrente für die Zeit von Januar 2017 bis und mit März 2017. Ab April 2017 war die Beschwerdeführerin gemäss beweiskräfti
gem Gutachten von Dr. Z._ nicht mehr erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt (vgl. vorstehend E. 4.4).
Dies führt zur
teilweisen
Gutheissung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen,
infolge Gewährung der unent
geltlichen Pro
zessführung
für die Beschwerdeführerin
jedoch einstweilen, unter Hin
weis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer), auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht (GebV SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
5
.3
Der von Rechtsanwalt
Urs P. Keller
mit Eingabe vom
10. Dezember 2018
geltend gemachte Aufwand von
insgesamt 16.35
Stunde
n (Urk. 13
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
. Insbesondere erscheint ein Aufwand von insgesamt über 12 Stunden für das Verfassen der 26-seitigen Beschwerde als überhöht, zumal darin über 13 Seiten Arztberichte, die sich in den Akten finden, wiedergegeben werden und sich die rechtlichen Erwä
gungen auf sechseinhalb Seiten beschränken. Dafür erscheint ein Aufwand von acht Stunden als angemessen, womit sich der zu entschädigende Aufwand auf insgesamt 12.35 beläuft. In
Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
2
2
0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
und unter Berücksichtigung der Barauslagen von insgesamt Fr. 57.60 ist die Entschädigung von Rechtsanwalt Urs P. Keller, Zollikon, demnach auf Fr. 2'988.25 (inkl. MWSt) festzusetzen und aus
gangsgemäss zur Hälfte der Beschwerdegegnerin und der Gerichtskasse aufzuer
legen.
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.