Decision ID: 8225decc-572d-4bc5-8719-e068c9c45aa4
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X wohnt in A. In der Steuererklärung 2017 deklarierte sie ein steuerbares
Einkommen von Fr. 58'946.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.–. Die
veranlagten Steuerfaktoren sind aus den Akten nicht ersichtlich, obwohl das kantonale
Steueramt ausdrücklich um Überweisung der Steuerakten samt
Veranlagungsberechnung ersucht wurde. Im Jahr 2018 wurde X arbeitslos. Am 12.
Oktober 2018 stellte sie ein Gesuch um Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern
2017 im Betrag von Fr. 8'141.35 sowie der direkten Bundessteuer 2017 von Fr. 730.25.
Zur Begründung machte sie geltend, der geforderte Betrag von Fr. 8'771.– stehe in
einem krassen Missverhältnis zu ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit. Trotz
Einschränkung der Lebenskosten auf das Existenzminimum könne sie die Steuern nicht
begleichen. Auch seien Ratenzahlungen schwer zu machen, da sie gleichzeitig eine
Stundung für die Steuern 2018 eingereicht habe. Die Wahrscheinlichkeit, eine neue
Stelle zu finden, sei sehr gering.
Mit Entscheid vom 4. Februar 2019 wies das Kantonale Steueramt das Erlassgesuch
ab mit der Begründung, die Besteuerung erfolge nach der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit, weshalb davon ausgegangen werden dürfe, dass die Pflichtigen
grundsätzlich in der Lage seien, ihre Steuern zu bezahlen. Der Erlass stelle eine
Ausnahme dar; er habe der steuerpflichtigen Person selbst und nicht ihren Gläubigern
zugute zu kommen. Die Gesuchstellerin verfüge über eine freie Quote von Fr. 646.–,
weshalb es ihr objektiv möglich und zumutbar sein sollte, die offenen Steuern in
absehbarer Zeit zu bezahlen.
B.- Gegen den Entscheid des Kantonalen Steueramts vom 4. Februar 2019 erhob X mit
Eingabe vom 25. Februar 2019 Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei
nochmals zu überprüfen und der Steuererlass oder ein Teilerlass zu gewähren.
Am 25. März 2019 zeigte Rechtsanwalt Dr. Matthias Suter die Vertretung der
Rekurrentin und Beschwerdeführerin an und ersuchte darum, es sei ihm im Laufe des
Schriftenwechsels Gelegenheit zu geben, sich zur Sache zu äussern.
In ihrer Vernehmlassung vom 8. April 2019 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses und der Beschwerde. Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin nahm
dazu mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 24. April 2019 Stellung.
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Auf weitere Einzelheiten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis
zur Erhebung der Rechtsmittel ist gegeben. Die Eingabe vom 25. Februar 2019 ist
rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt nach der Nachholung der Unterzeichnung in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und
Art. 224 Abs. 4 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 167 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 161
StG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs und die
Beschwerde ist einzutreten.
2.- a) Gemäss Art. 224 Abs. 1 StG kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind oder
für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten eine
grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder teilweise
erlassen werden. Anlass zum Steuererlass gibt vor allem die Rücksicht auf die
Schuldner. Diese sollen aus humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen
Gründen nicht in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Dem Wesen nach
handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des Gemeinwesens
auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Aus Gründen der
rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der Steuererlass eine
Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt wird (Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts A-3663/2007 vom 11. Juni 2009 E. 2.2, in: StR 2009
S. 672 ff.).
[...]
c) aa) Weiter macht die Vorinstanz geltend, bisher habe die kantonale Aufsichtsbehörde
bei der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums die
Berücksichtigung der laufenden Steuern als zulässig erklärt. Gemäss konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung seien weder die laufenden noch die
rückständigen Steuern zu berücksichtigen. Die bisherige kantonale Regelung im
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Kreisschreiben sei mit Art. 93 SchKG nicht vereinbar. Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung sei zu befolgen, selbst wenn das kantonale Kreisschreiben noch eine
andere Regelung vorsehe. Die Vorinstanz beruft sich damit auf einen Entscheid der
Kantonalen Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs vom 20. November
2018, der in der SJZ 115/11 vom 1. Juni 2019 auszugsweise publiziert wurde (vgl. auch
www.gerichte.sg.ch).
bb) In Ziff. 10.1 des Kreisschreibens der Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und
Konkurs vom Dezember 2008 wird auf die Uneinheitlichkeit der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung bezüglich der Berücksichtigung der Steuern bei der Ermittlung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums hingewiesen. In den von der Vorinstanz
zitierten Urteilen BGer 5A_/479/2017 vom 26. Oktober 2017 und BGer 5A_642/2016
vom 12. Oktober 2016 wird indessen lediglich auf andere Urteile verwiesen und die
bisherige, im Widerspruch zum kantonalen Kreisschreiben stehende Praxis bestätigt.
Auch dem zitierten Urteil BGE 140 III 337 ist keine Begründung zu entnehmen. Dort
wird zwar in den Regesten festgehalten, dass die Berücksichtigung laufender und
aufgelaufener Steuern beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum willkürlich sei,
und auf die Erwägungen 4.2 bis 4.4 verwiesen. In diesen wird ausgeführt, nach der
amtlich publizierten Rechtsprechung seien die laufenden und verfallenen Steuern nicht
als Zuschlag zum Grundbetrag in das Existenzminimum gemäss Art. 93 SchKG des
Schuldners aufzunehmen. Diese Rechtsprechung werde von einem bedeutenden Teil
der Lehre als massgebend bezeichnet. Ihr sei indes auch Kritik erwachsen. So werde
bemängelt, dass es sich bei den Steuern um eine Verpflichtung handle, auf die der
Schuldner keinen Einfluss nehmen könne, und dass die Nichtberücksichtigung der
Steuern unweigerlich neue Betreibungen zur Folge habe, die dem Schuldner letztlich
nur den Ausweg der Insolvenzerklärung offenliessen.
Die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom
1. Juli 2009 für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
(Notbedarf) nach Art. 93 SchKG vom 1. Juli 2009 (BlSchK 2009 S. 193 ff.) sowie die
Praxis der meisten Kantone, soweit sie eigene Richtlinien erlassen haben, folgten der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Als Ausnahmen seien die Kantone Solothurn
und St. Gallen zu erwähnen. Dies habe das Bundesgericht in einem den Kanton
Solothurn betreffenden Fall unter Willkürgesichtspunkten als verfassungskonform
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bewertet (Urteil 5P.119/2002 vom 1. Juli 2002 E. 2). Die Praxis der Kantone St. Gallen
und Solothurn sei indes im Urteil der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des
Bundesgerichts 7B.221/2003 vom 17. November 2003 E. 3.1 als mit Art. 93 SchKG
nicht vereinbar bezeichnet worden. In einem späteren Entscheid 5A_764/2007 vom 23.
Januar 2008 E. 2.1 habe das Bundesgericht zwar die Solothurner Richtlinien gelten
lassen, ohne allerdings auf die anderslautende publizierte Rechtsprechung Bezug zu
nehmen und diese zu relativieren oder zu hinterfragen. In einem knapp zwei Jahre
später ergangenen Entscheid habe es die Praxis des Kantons Solothurn erneut
ausdrücklich als bundesrechtswidrig bezeichnet (Urteil 5A_757/2009 vom 15.
Dezember 2009 E. 4.1). Schliesslich sei die bisherige publizierte Rechtsprechung des
Bundesgerichts in weiteren Entscheiden bestätigt worden (insbes. BGE 135 I 221 E.
5.2.1 S. 224). Zusammenfassend liege somit eine konstante bundesgerichtliche
Rechtsprechung vor, wonach laufende oder aufgelaufene Steuern im
betreibungsrechtlichen Existenzminimum nicht zu berücksichtigen seien (BGE 140 III
337 E. 4.4.1 bis 4.4.3 mit zahlreichen Hinweisen auf Judikatur und Literatur). Hinweise
auf die Begründungen der bundesgerichtlichen Urteile fehlen allerdings gänzlich. Es
handelt sich vielmehr um eine Zusammenfassung verschiedener Präjudizien und
Lehrmeinungen. Ausserdem scheint es fraglich, inwieweit die Praxis als konstant
bezeichnet werden kann.
Eine Begründung findet sich hingegen in dem zitierten Urteil BGE 135 I 221 (= Pra 2012
Nr. 25). In diesem ging es um die unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 29 Abs. 3 BV.
Das Bundesgericht bezeichnete darin seine Rechtsprechung selber als uneinheitlich
(E. 5.2.1) und hielt fest (zit. nach Pra 2010 Nr. 25), das betreibungsrechtliche
Existenzminimum sei nicht alleine massgebend, um die Bedürftigkeit im Sinne der
Bestimmungen über die unentgeltliche Rechtspflege zu ermitteln. Die zuständige
Behörde müsse ein zu schematisches Vorgehen vermeiden, um alle wichtigen
Umstände des Einzelfalles berücksichtigen zu können. Sie könne zwar vom
betreibungsrechtlichen Existenzminimum ausgehen, aber müsse den konkreten
individuellen Gegebenheiten hinreichend Rechnung tragen (BGE 124 I 1 E. 2 a S. 2;
106 Ia 82 E. 3 = Pra 70 Nr. 9 ). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend die
Berücksichtigung der Steuern sei nicht einheitlich. Keine Zweifel bestünden darüber,
dass im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Rechtspflege – anders als bei der
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums – die laufenden Steuern
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erfasst werden müssten, vorausgesetzt, dass sie tatsächlich bezahlt werden (Urteil
BGer 5P.233/2005 vom 23. November 2005 E. 3.2.3 mit Hinweisen). Bei erneuter
Prüfung erweise sich die Weigerung kaum als gerechtfertigt, die Beträge, die der um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchende Gesuchsteller tatsächlich zur
Begleichung verfallener Steuerschulden bezahle, bei der Festlegung der finanziellen
Verpflichtungen, die sein Budget belasten, nicht zu berücksichtigen.
Die Gründe, auf denen die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den Art. 92 und 93
SchKG basierten, seien nicht die Gleichen wie bei der unentgeltlichen Rechtspflege. Im
ersten Fall werde der Schutz der Gläubiger und deren Gleichbehandlung betont: Dies
setze einerseits voraus, dass die Bezahlung der Steuern oder von Steuerrückständen
nicht als unerlässliche Ausgabe im Sinne von Art. 93 SchKG gelte, der sich nur auf die
für den Unterhalt des Schuldners und seiner Familie unbedingt notwendigen Ausgaben
beziehe, und andererseits, dass der Staat nicht durch die Berücksichtigung von
Steuerschulden privilegiert werde, was gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung
privatrechtlicher und öffentlich-rechtlicher Gläubiger verstiesse (BGE 134 III 37 E. 4.3
mit Hinweisen = Pra 2008 Nr. 76). Demgegenüber gehe es bei der unentgeltlichen
Rechtspflege darum, dass die Bedürftigkeit eine Person nicht daran hindere, ihre
Rechte in einem Verfahren, das nicht aussichtslos sei, geltend zu machen, und dass
diese sie nicht zwinge, sich zu diesem alleinigen Zweck zu verschulden oder in einer
sehr ernsten Notlage sogar Privatkonkurs anzumelden, um in der Lage zu sein, einen
Prozess zu führen. Die Betrachtungsweise erfolge demnach hier unter einem ganz
anderen Blickwinkel als dem, unter welchem das Betreibungsrecht die finanzielle
Situation des Schuldners angeht: Das Problem müsse aus der Sicht des Gesuchstellers
gelöst werden und nicht im Hinblick auf die Gläubigerrechte. Aus dieser Perspektive
betrachtet entspreche die Berücksichtigung der vom Gesuchsteller zur Zahlung der
Steuerrückstände verwendeten Beträge als finanzielle Verpflichtungen daher dem der
Institution der unentgeltlichen Rechtspflege zugewiesenen Zweck. Dies entspreche im
Übrigen der Ansicht der Mehrheit der Autoren, die sich mit diesem Problem befasst
haben (BGE 135 I 221 E. 5.2.1).
cc) Somit steht fest, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der
Ermittlung des Existenzminimums für die unentgeltliche Rechtspflege die laufenden
Steuern - anders als beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum - zu
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berücksichtigen sind, soweit sie tatsächlich bezahlt werden. Der Grund für diese
Differenzierung liegt darin, dass beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum der
Fiskus nicht privilegiert werden soll. Würden die laufenden Steuern zum
Existenzminimum gerechnet, so wären sie dem Zugriff der anderen Gläubiger
entzogen. Dies ist nach den Grundsätzen des SchKG unzulässig, da in diesem Bereich
private Gläubiger und das Gemeinwesen gleich zu behandeln sind.
Bei der Berechnung des Lebensbedarfs für die Prüfung des Steuererlasses müssen
sachgemäss dieselben Grundsätze angewendet werden, wie sie bei der
unentgeltlichen Rechtspflege gelten. Auch beim Steuererlass ist die Person des
Gesuchstellers massgebend, für den die Zahlung der Steuern eine gesetzliche
Verpflichtung bildet, der er sich nicht entziehen kann. Aus der Sicht des Gesuchstellers
sind die laufenden Steuern Verpflichtungen, die er eben gerade nicht für die Zahlung
derjenigen Steuern verwenden kann, um deren Erlass er ersucht. Müsste er die Mittel
für die laufenden Steuern für die rückständigen Abgaben aufwenden, würde er
bezüglich jener Gefahr laufen, sie wiederum nicht zahlen zu können, was dem
Grundsatz widerspräche, dass der Erlass zur dauerhaften Sanierung beizutragen hat,
wie dies für die direkte Bundessteuer in Art. 167 Abs. 2 DBG statuiert ist.
dd) Aus dem Gesagten folgt, dass die laufenden Steuern, soweit sie bezahlt werden,
entgegen der Auffassung des kantonalen Steueramts bei der Ermittlung des
notwendigen Lebensbedarfs zu berücksichtigen sind, indem sie zum
betreibungsrechtlichen Existenzminimum hinzuzurechnen sind. Soweit sich die
Vorinstanz auf den Entscheid der Kantonalen Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung
und Konkurs vom 20. November 2018 stützt, übersieht sie, dass dieser nur Bezug auf
Art. 93 SchKG nimmt, nicht aber auf die Regelung des Steuererlasses oder der
unentgeltlichen Prozessführung. Auch in der Literatur zum Zivilprozessrecht wird
übrigens mit Bezug auf die Bedürftigkeit als Voraussetzung für die unentgeltliche
Rechtspflege die Auffassung vertreten, dass die laufenden Steuern zum
betreibungsrechtlichen Existenzminimum (und allfälliger Zuschläge) hinzuzurechnen
sind (BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, 3. Auf. 2017, N 12 zu Art. 117; vgl. auch Leuenberger/
Uffer-Tobler, Kommentar zur [früheren] ZPO des Kantons St. Gallen, N 3c zu Art. 281).
Diese Grundsätze sind auch bei der Anwendung von Art. 2 der Steuererlassverordnung
zu berücksichtigen, indem die laufend bezahlten Steuern zum betreibungsrechtlichen
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Existenzminimum hinzuzurechnen sind, um das Vorliegen einer Notlage im Sinn von
Art. 167 Abs. 1 DBG zu beurteilen.
[...]
e) Zusammenfassend gelangt das Gericht zum Schluss, dass die massgebenden
Sachumstände ungenügend abgeklärt sind. Zudem stützte sich die Vorinstanz bei der
Beurteilung der finanziellen Situation auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum
und rechnete die laufenden Steuerzahlungen nicht zu diesem hinzu. ...
Aus dem Gesagten folgt, dass der Rekurs und die Beschwerde gutzuheissen sind und
der angefochtene Erlassentscheid vom 4. Februar 2019 aufzuheben ist. Die
Angelegenheit ist gestützt auf Art. 56 Abs. 2 VRP zur weiteren Abklärung des
Sachverhalts und zu neuer Beurteilung und Entscheidung im Sinne der Erwägungen an
die Vorinstanz zurückzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die Verfahrenskosten zulasten des
Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 500.–
ist angemessen (Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.– ist der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Ausseramtliche Kosten sind mangels Antrags nicht zu entschädigen (Art. 98 VRP
i.V.m Art. 105 ZPO).