Decision ID: eaf3d960-b342-4a36-ba63-9be6038ede9f
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Jahr 1997 unter Hinweis auf einen im Jahr 1996 erlittenen
Unfall zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Diese liess den Versicherten durch die medizinische
Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz begutachten. Deren Sachverständige
diagnostizierten im Wesentlichen eine Angst- und depressive Störung gemischt sowie
einen Status nach Haglund-Exostosen-Operation rechts. Sie attestierten dem
Versicherten eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten um 25 Prozent
aufgrund der psychischen Störung (IV-act. 23). Mit einer Verfügung vom 14. Juni 2000
wies die IV-Stelle gestützt auf dieses Gutachten das Rentengesuch des Versicherten
ab; sie hatte einen Invaliditätsgrad von 38 Prozent ermittelt (IV-act. 48). Den gegen
diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen mit einem Entscheid vom 30. Mai 2002 ab (IV 2000/107; vgl. IV-act. 56).
Gestützt auf einen Austrittsbericht der Klinik Gais vom 14. Februar 2001 betreffend eine
stationäre Behandlung des Versicherten vom 24. Januar bis 13. Februar 2001, in
welchem eine andauernde Persönlichkeitsänderung mit Angst und depressiven
Symptomen bei Verdacht auf prämorbid vorbestehende unreife und narzisstische
Persönlichkeitsstruktur diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden war (IV-act. 54–3 ff.), zweifelte das Eidgenössische Versicherungsgericht am
Vorliegen eines stabilen Gesundheitszustandes des Versicherten, weshalb es die
Sache zu weiteren Abklärungen bezüglich einer möglichen Verschlechterung seit der
Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz an die Verwaltung zurückwies. Mit einem
Urteil vom 19. März 2003 (I 440/02; vgl. IV-act. 59) hiess es deshalb die Beschwerde
des Versicherten gegen den Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 30. Mai 2002
insofern gut, als es die IV-Stelle verpflichtete, ein psychiatrisches Gutachten zur
Beantwortung der Frage des Krankheitswertes der psychischen Beeinträchtigung und
zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten einzuholen. Bereits am 4. Februar 2003 war der
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IV-Stelle ein weiterer Austrittsbericht der Klinik Gais vom 3. Februar 2003 betreffend
eine zweite stationäre Behandlung vom 28. Oktober bis 22. November 2002
zugegangen (IV-act. 58). Darin war als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode
mit somatischen Symptomen bei bekannter posttraumatischer Belastungsstörung
sowie prämorbid vorbestehender Unreife und narzisstischer Persönlichkeitsstörung
genannt und eine weiterhin bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden. Gestützt auf diesen Bericht erachtete Dr. med. B._ vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) die Einholung eines weiteren psychiatrischen
Gutachtens als unnötig (IV-act. 61). Er empfahl die Zusprache einer ganzen Rente mit
Wirkung ab dem 1. Dezember 2000. Mit einer Verfügung vom 7. Januar 2004 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten eine entsprechende Rente zu (IV-act. 73).
A.b Überprüfungen des Rentenanspruches von Amtes wegen in den Jahren 2004
(IV-act. 75 ff.), 2006 (IV-act. 81 ff.) und 2009 (IV-act. 94 ff.) endeten jeweils mit der
Mitteilung,
es bestehe weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Rente.
B.
B.a Am 11. August 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, Fragen zu seinem
Gesundheitszustand und einer allfälligen Erwerbstätigkeit zu beantworten (IV-act. 107).
Der Versicherte gab an, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Er gehe
keiner Erwerbstätigkeit nach. Sein Hausarzt Dr. med. C._ berichtete am
5. September 2011 (IV-act. 109), der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich
leicht verschlechtert. Er habe den Versicherten in eine psychiatrische Tagesklinik
überwiesen. Die Diagnosen lauteten: Mittelgradige depressive Episode mit
somatischen Symptomen bei bekannter posttraumatischer Belastungsstörung sowie
prämorbid vorbestehender Unreife und narzisstischer Persönlichkeitsstörung, Status
nach Psychotrauma 1994, Status nach Schädel-Hirntrauma, thoracaler Scheuermann,
Tendopathie Achillessehne rechts, CVS-Schmerzsyndrom sowie Status nach
Inguinalhernien-Rezidiv 2002. Dr. C._ gab weiter an, der Versicherte sei nicht in der
Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Am 13. Oktober 2011 berichtete
Dr. med. D._ von der Klinik E._ (IV-act. 114), der Gesundheitszustand des
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Versicherten sei stationär. Er sei durch wiederholte Stimmungseinbrüche sowie eine
anhaltende Störung der Impulskontrolle in belastenden Situationen mit ausgeprägtem
Selbstverletzungsdrang geprägt. Mit einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit könne
nicht mehr gerechnet werden. Der RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 5. März 2012 (IV-
act. 115–2), anhand der beiden Berichte von Dr. C._ und Dr. D._ könne nicht auf
eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Er empfehle
eine neue Begutachtung durch eine MEDAS.
B.b Die ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH, die in der Folge mit der
Erstellung eines Gutachtens beauftragt worden war, berichtete am 22. Oktober 2012
(IV-act. 125), der Versicherte leide lediglich noch an einer leichtgradig ausgeprägten
Angst- und depressiven Störung gemischt, an intermittierenden Kopfschmerzen vom
Spannungstyp, an einer Meralgia paraesthetica rechtsseitig, an einem Status nach
Schädelhirntrauma 1996 mit allenfalls leichter Commotio cerebri sowie an einem
chronischen Nikotinabusus. Keines dieser diagnostizierten Beschwerdebilder schränke
die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ein. Der Gesundheitszustand müsse sich in den
letzten Jahren entscheidend gebessert haben, wobei aufgrund der Aktenlage der
genaue Zeitpunkt nicht konklusiv bestimmt werden könne. Der RAD-Arzt Dr. F._
notierte am 13. November 2012 (IV-act. 126), das Gutachten der ABI GmbH sei „soweit
okay“, doch bestehe eine erhebliche Diskrepanz zu den übrigen medizinischen
Berichten. Er empfahl daher, den behandelnden Psychiater Dr. D._ zu einer
Stellungnahme zum Gutachten aufzufordern. Auf die entsprechende Aufforderung (IV-
act. 127) teilte Dr. D._ am 4. Januar 2013 mit (IV-act. 131), seines Erachtens beruhten
die Schlussfolgerungen der Sachverständigen der ABI GmbH auf falschen
Einschätzungen. Der Versicherte sei im Jahr 1996 nicht bloss das Opfer eines
Erpressungsversuches geworden, wie im Gutachten festgehalten worden sei, sondern
vielmehr entführt und unter anderem mit vorgehaltener Pistole bedroht worden. In der
Folge habe sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Der Versicherte
habe jahrelang an Flash-Backs, Alpträumen und ausgesprochener Hypervigilanz sowie
Ängsten und Stimmungseinbrüchen gelitten. In den letzten Jahren leide der Versicherte
unter einer anhaltenden emotionalen Leere. Die Sachverständigen hätten den sozialen
Rückzug des Versicherten nicht recht erkannt. Hinsichtlich der vom psychiatrischen
Sachverständigen konstatierten ruhigen und entspannten Haltung des Versicherten sei
darauf hinzuweisen, dass dieser im Untersuchungszeitpunkt unter erheblicher
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Medikation gestanden sei. Der Versicherte sei in seiner Leistungsdauer massiv
eingeschränkt, wobei eine Persönlichkeitsveränderung im Vordergrund stehe. Teilweise
reisse sich der Versicherte seine Nägel aus. Der RAD-Arzt Dr. G._ hielt am 31. Januar
2013 fest (IV-act. 132), es sei nicht nachvollziehbar, dass sich eine andauernde
Persönlichkeitsveränderung nach einer Extrembelastung entwickelt haben sollte, zumal
der Versicherte die Umstände der Erpressung im Jahr 1996 gegenüber dem Psychiater
der ABI GmbH sowie im Verfahren betreffend die erstmalige Rentenzusprache anders
dargestellt habe. Die von Dr. D._ erwähnten Symptome seien zudem sehr vage
dargestellt und fänden keine Entsprechungen in früheren Berichten. Dem Gutachten
der ABI GmbH lasse sich klar entnehmen, dass gemäss den Angaben des Versicherten
kein sozialer Rückzug vorliege. Zusammenfassend wecke der Bericht von Dr. D._
keine Zweifel am Gutachten der ABI GmbH; letzteres bilde eine ausreichende
Grundlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs.
B.c Mit einem Vorbescheid vom 21. Februar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit (IV-act. 136), dass sie gedenke, die laufende Rente per Ende des der Zustellung der
späteren Verfügung folgenden Monats aufzuheben. Dagegen liess der Versicherte am
12. April 2013 einwenden (IV-act. 138), es sei nicht zulässig, seine Rente aufzuheben,
zumal er seit dem Jahr 1996 nicht mehr erwerbstätig gewesen sei. Eine andere
medizinische Beurteilung rechtfertige keine Rentenrevision. Die ABI GmbH habe zudem
ein Gefälligkeitsgutachten erstellt, was sich etwa daran zeige, dass im Gutachten von
einer harmonischen Ehebeziehung die Rede sei, obwohl der Versicherte seit über zehn
Jahren von seiner Ehefrau getrennt lebe. Die Sachverständigen hätten sodann
behauptet, der Versicherte pflege weiterhin soziale Kontakte, ohne dies zu belegen,
was in der Stellungnahme von Dr. D._ widerlegt worden sei. Weiter hätten sie die
Erpressung bagatellisiert. Schliesslich sei auch die Festlegung des Valideneinkommens
zu beanstanden. Nachdem der RAD-Arzt Dr. G._ das Vorliegen neuer medizinischer,
eine weitere Begutachtung rechtfertigender Tatsachen verneint hatte (IV-act. 140),
verfügte die IV-Stelle am 30. April 2013 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 141).
C.
C.a Am 31. Mai 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. April 2013 erheben (act. G 1). Sein
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Rechtsvertreter beantragte die Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie
eventualiter die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen. Zur Begründung
verwies er auf sein Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 12. April 2013, auf das
diese in Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör gar
nicht eingegangen sei. Weiter führte er aus, der Beschwerdeführer stehe seit 17 Jahren
nicht mehr im Erwerbsleben, weshalb ihm seine Rente nicht einfach so weggenommen
werden könne. Im Jahr 1996 sei dieser zudem erheblich bedroht und erpresst worden,
was von der ABI GmbH bagatellisiert und falsch dargestellt worden sei. Auch die
Annahme der ABI GmbH, der Beschwerdeführer pflege soziale Kontakte, sei
erwiesenermassen falsch. Zusammenfassend sei die Aufhebung der Rente gestützt auf
das Gutachten der ABI GmbH unzulässig.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Juli 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die
Beschwerde erweise sich als wenig fundiert. Die gegen das Gutachten der ABI GmbH
vorgebrachten Rügen seien unbegründet und tangierten die letztlich entscheidende
Frage der Arbeitsfähigkeit nicht. Die sozialen Kontakte seien im Gutachten detailliert
dargestellt. Es bestehe kein Grund zur Annahme, diese Angaben seien erfunden
worden. Die Einschätzung von Dr. D._ wecke keine wesentlichen Zweifel am
Gutachten der ABI GmbH, weshalb zu Recht auf letzteres abgestellt worden sei. Die
angefochtene Verfügung sei daher nicht zu beanstanden.
C.c Am 18. September 2013 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten
(act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11).
C.d Am 17. Dezember 2013 liess der Beschwerdeführer diverse Originaldokumente
betreffend seine frühere Tätigkeit einreichen (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf eine Akteneinsicht und Stellungnahme (vgl. act. G 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird gemäss
Art. 17 Abs. 1 ATSG eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente für die Zukunft
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entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Entscheidend ist, ob sich der
massgebende Sachverhalt (vgl. Art. 17 Abs. 2 ATSG) nach Erlass der rentenzu
sprechenden Verfügung so verändert hat, dass damit auch eine Änderung des
Rentenanspruchs einher geht. Eine Anpassung setzt also zwingend eine Entwicklung
des tatsächlichen Sachverhalts nach Erlass der rentenzusprechenden Verfügung
voraus. Ist keine solche Entwicklung eingetreten, ist eine Revision unzulässig, auch
wenn der der Verfügung zugrunde liegende Sachverhalt im Revisionszeitpunkt anders
beurteilt würde.
1.2 In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin darauf hingewiesen,
dass auch die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) erfüllt
seien. Die angefochtene Verfügung ist aber dennoch nicht als
Wiedererwägungsverfügung zu qualifizieren, denn ihr lässt sich insgesamt klar
entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin damit die früher zugesprochene Rente hat
revisionsweise einstellen wollen. Das Dispositiv der Verfügung lautet auf Einstellung der
Verfügung. Handelte es sich bei der Verfügung um eine Wiedererwägungsverfügung,
würde die Rente nicht eingestellt, sondern vielmehr das ursprüngliche Rentengesuch
(nach der wiedererwägungsweisen Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung)
abgewiesen. Auch die Begründung der angefochtenen Verfügung lässt keinen Zweifel
daran aufkommen, dass die Beschwerdegegnerin die Rente hat revisionsweise
einstellen wollen. Der Hinweis auf die Wiedererwägungsmöglichkeit hat die von der
Beschwerdegegnerin vertretene Auffassung, die Weiterausrichtung der Rente sei (im
weitesten, untechnischen Sinne) nicht gerechtfertigt, zusätzlich untermauern sollen.
Juristisch handelt es sich dabei um einen irrelevanten, zusätzlichen Begründungsstrang
ohne Auswirkungen auf den Entscheid selbst. Streitgegenstand dieses Verfahrens ist
also ausschliesslich die revisionsweise Einstellung der Rente.
2.
2.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
nach der Zusprache der ganzen Invalidenrente verändert hat. Die behandelnden Ärzte,
insbesondere der spezifisch hierzu befragte Dr. D._, haben dies verneint. Sie haben
die Auffassung vertreten, der Beschwerdeführer leide nach wie vor an einer erheblichen
depressiven Störung und an den Folgen einer sich aus einer posttraumatischen
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Belastungsstörung entwickelt habenden Persönlichkeitsveränderung, was eine
Wiederaufnahme jeglicher Erwerbstätigkeit verunmögliche. Bereits der
Rentenzusprache hatte nämlich diese Einschätzung des Gesundheitszustandes
zugrunde gelegen, denn sie war gestützt auf den diese Auffassung enthaltenden
Austrittsbericht der Klinik Gais vom 3. Februar 2003 erfolgt. Die Sachverständigen der
ABI GmbH haben im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten den Standpunkt
vertreten, das psychiatrische Zustandsbild habe sich in den letzten Jahren
entscheidend gebessert. So hätten sie bloss noch eine leichtgradig ausgeprägte
gemischte Angst- und depressive Störung feststellen können. Die Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Störung im Zeitpunkt der Rentenzusprache haben sie dabei
nicht in Frage gestellt, was belegt, dass sie nicht denselben Sachverhalt anders
beurteilt, sondern tatsächlich von einer (unerwarteten) Verbesserung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgegangen sind. Zwar haben sie
nicht näher spezifizieren können, wann genau diese Verbesserung eingetreten war,
aber dies ist in Bezug auf die Frage, ob eine solche Verbesserung eingetreten ist, nicht
von Belang, da diese Frage aufgrund eines Vergleiches zwischen den Befunden im
Zeitpunkt der Rentenzusprache und im Zeitpunkt der Untersuchung im
Revisionsverfahren – und damit unabhängig von der genauen Entwicklung im
dazwischen liegenden Zeitraum – zu beantworten ist. Die Anpassung der Rente kann
gemäss Art. 88 IVV nämlich erst auf den zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monat erfolgen.
2.2 Entscheidend ist also, ob eine der sich widersprechenden fachärztlichen
Beurteilungen überwiegend wahrscheinlich richtig ist. Das Gutachten der ABI GmbH, in
welchem die Auffassung vertreten wird, der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers habe sich erheblich verbessert, beruht auf einem umfassenden
Aktenstudium sowie persönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers, ist
ausführlich und nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei. Für sich allein
betrachtet vermag es zu überzeugen. Entgegen den Behauptungen des
Beschwerdeführers hat sich der psychiatrische Gutachter nicht darauf beschränkt,
blosse Behauptungen aufzustellen. Er hat vielmehr ausführlich begründet, weshalb er
zum Schluss gekommen ist, der Beschwerdeführer habe sich sozial nicht
zurückgezogen. Gemäss seinen Angaben hat der Beschwerdeführer zwar das
Vertrauen in die Mitmenschen nach dem Überfall im Jahr 1996 verloren, besucht aber
bis
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gelegentlich Kollegen, sucht zwei- bis dreimal pro Woche abends ein Café auf, wo er
sich mit Landsleuten trifft, und besucht regelmässig seine Verwandten in der näheren
Umgebung. Ausserdem reist er mehrmals pro Jahr in sein Herkunftsland. Die
Behauptung, der Sachverständige habe diese Angaben erfunden, ist haltlos. Erstens ist
nicht einzusehen, weshalb der Sachverständige anamnestische Angaben wider
besseren Wissens erfinden sollte. Zweitens sind die Angaben detailliert und spezifisch,
was insbesondere auch gegen ein (versehentliches) Kopieren derselben aus einem
anderen Gutachten spricht. Auch wenn der Beschwerdeführer offenbar Dr. D._
gegenüber teilweise andere Angaben gemacht hat, besteht kein ernsthafter Zweifel
daran, dass er gegenüber dem Sachverständigen der ABI GmbH die im Gutachten
festgehaltenen Angaben über seine sozialen Kontakte gemacht hat. Der
Beschwerdeführer hat im Übrigen auch bei Dr. D._ weder über so genannte
Flashbacks noch über belastende Träume oder dergleichen berichtet. Zudem ist das
Ereignis mit der Schutzgelderpressung von Mal zu Mal dramatischer dargestellt
worden. Ähnliches ist in Unfallversicherungsverfahren häufig zu beobachten.
Unfallereignisse werden im Verfahrensverlauf zunehmend dramatischer dargestellt.
Deshalb ist den jüngsten Angaben des Beschwerdeführers zu den genauen Umständen
der Schutzgelderpressung keine massgebende Bedeutung zuzumessen. Der
psychiatrische Gutachter der ABI GmbH hat sich auch eingehend mit den
abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt und seine
Beurteilung einlässlich begründet. Seine Ausführungen sind nachvollziehbar und
überzeugend. Die Stellungnahme von Dr. D._ zum Gutachten der ABI GmbH ist
schliesslich ebenfalls nicht geeignet, erhebliche Zweifel am Gutachten aufkommen zu
lassen. Es mag zwar zutreffen, dass es sich beim Vorfall im Jahr 1996 um ein
einschneidendes Erlebnis gehandelt hat. Entscheidend ist aber, dass der Psychiater
der ABI GmbH im Rahmen seiner Untersuchung keine Anzeichen für eine
posttraumatische Belastungsstörung oder eine Persönlichkeitsveränderung festgestellt
hat, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer dieses Ereignis zumindest soweit
verarbeitet hat, dass es bzw. dessen Folgen seine Arbeitsfähigkeit nicht mehr relevant
beeinträchtigen. Die Ausführungen von Dr. D._ zu den Einschränkungen des
Beschwerdeführers, die sich auf dessen Arbeitsfähigkeit auswirken sollen, sind relativ
vage und vermögen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugend zu
begründen. Der Stellungnahme Dr. D._s lässt sich auch nicht entnehmen, ob dieser
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dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit ausreichend Rechnung getragen oder ob er eher
aus der Sicht des behandelnden Arztes eine therapeutisch ideale
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat. Darauf deutet insbesondere der Umstand
hin, dass er den anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers zur
Schutzgelderpressung eine wesentliche Bedeutung zugemessen hat. Die Ausführungen
Dr. D._s entkräften das Gutachten der ABI GmbH also nicht. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in
leidensadaptierten Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig ist.
2.3 Der Beschwerdeführer kann gemäss den Schlussfolgerungen der
Sachverständigen der ABI GmbH unter anderem auch seiner angestammten Tätigkeit
wieder vollumfänglich nachgehen. Der Invaliditätsgrad kann daher anhand eines
Prozentvergleichs bemessen werden. Angesichts der vollständigen Arbeitsfähigkeit
liegt keine Invalidität vor; der Invaliditätsgrad beträgt null Prozent. Es besteht daher
kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG). Die
Beschwerdegegnerin hat die laufende Rente des Beschwerdeführers folglich zu Recht
aufgehoben.
3.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu er
hebenden und angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600
Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Diese Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe gedeckt. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP