Decision ID: 00ae4b78-3b65-4f54-9cc2-bb839c8d969e
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
X._
,
geboren
1967,
gelernte
Coiffeuse
, ab Juni 2002 als Sachbear
beiterin Verkauf bei der
Y._
AG tätig,
meldete sich im September 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/1).
Nach Durchführung von medizinischen
(
Urk.
6/3,
Urk.
6/5,
Urk.
6/12,
Urk.
6/14) und erwerblichen (
Urk.
6/4,
Urk.
6/7,
Urk.
6/13)
Abklärungen sprach ih
r
die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, m
it Verfügung vom
1
1.
August 2004
(wurde in der Folge
hinsichtlich Rentenberechnung
durch die Verfügung vom
1.
Dezember 2004 ersetzt)
,
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
, ab dem
1.
Mai
2004 eine halbe Rente zu (
Urk.
6/
18
; 6/19
). Im Juli 2007 leitete die IV-Ste
lle ein Revisionsverfahren ein und
holte eine
n
Arztbericht von
Dr.
Z._
, Facharzt für Neurochiru
r
gie FMH, datiert vom
6.
Juni 2008 (
Urk.
6/25/7)
ein.
Am
1
6.
Juni 2008
teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente (
Urk.
6/27).
Nachdem der Krankentaggeldversicherer des Arbeitgebers die Versicherte im Januar 2010 zur Früherfassung angemeldet hatte (
Urk.
6/32), reichte
X._
am
1
0.
Februar 2010 ein Rentenerhöhungsgesuch ein (
Urk.
6/33).
Nach Einholung von Arztberichten (
Urk.
6/38
; 6/44)
sowie eine
s
Fragebogens für
Arbeitgebende
(
Urk.
39)
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 2
4.
September 2010 mit, es bestehe kein Anspruch auf Erhöhung der Inva
lidenrente (
Urk.
50)
. Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
, erhob dagegen
am
6.
Oktober 2010 vorsorglich Einwand
(
Urk.
6/51)
, welchen sie am 2
6.
Oktober 2010 begründete (
Urk.
6/54).
Am
8.
Dezember 2010
verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids
(
Urk.
6/55).
Hierauf
ersuchte die Versicherte
am 2
3.
Dezember 2010
um Aufhebung der Verfügung
(
Urk.
6/60)
und legte ihrer
Eingabe einen Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
2.
Dezember 2010 (
Urk.
6/59) bei.
Am
6.
Januar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es sei eine
bidisziplinäre
medizinische Abklärung notwendig (
Urk.
6/66). Die Verfügung
vom
8.
Dezember 2010
hob sie mit Entscheid vom 1
3.
Januar 2011 auf (
Urk.
6/67).
Am
1
4.
März 2011
fand eine rheumatologische Untersuchung
durch
Dr.
med.
A._
, Innere Medizin FMH
,
spez.
Rheuma
erkrankungen
,
statt
(rheumatologische
s
Teil
gutachten
)
,
am
1
7.
Mai 2011
eine psychiatrische Untersuchung in der Klinik
B._
durch
Dr.
med.
C._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH (psychiatrisches Teilgutachten). Das inter
nistisch-rheumatologische Gutachten wurde am
2.
April 2011 erstattet (
Urk.
6/70), das psychiatrische Gutachten mit interdisziplinärer Zusammenfas
sung (psychiatrisch und rheumatologisch) am 2
6.
Mai 2011 (
Urk.
6/72).
Gestützt darauf
verfügte
die IV-Stelle
am
2
0.
Juni 2011, es bestehe kein Anspruch auf
Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
6/76). Nachdem die Versicherte der IV-Stelle mit Schreiben vom 2
2.
Juni 2011 mitteilte, dass ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, hob die IV-Stelle die angefochtene Verfügung
wie
dererwägungsweise
auf (
Urk.
6/79). Mit Eingabe vom
8.
September
201
1
liess die Versicherte zum vorgesehenen Entscheid
und
zum
eingeholte
n
Gutachten
Stellung nehmen (
Urk.
6/86).
Nach weiteren medizinischen Abklärungen (
Urk.
90) verfügte die IV-Stelle am 1
2.
April 201
2
, es bestehe kein Anspruch auf eine
höhere
Invalidenrente (
Urk.
2).
Gegen den Entscheid der IV-Stelle vom 1
2.
April 2012 liess die Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
1) Beschwerde erheben, mit dem
Rechtsbegeh
ren
, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung mit Wirkung ab Februar 2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer Vernehmlassung vom 2
5.
Juni 2012
(
Urk.
5)
den Antrag, es
sei die halbe Rente im Sinne einer
reformatio
in
peius
wiedererwägungsweise
auf
zuheben, eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird die Rente gemäss
Art.
17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
)
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
an
spruchserheblichen
Änderung bildet dabei die letzte (der versicherten Person er
öffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt keine revisionsbegründende Änderung
dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Ände
rung ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (
Art.
88a der Verordnung über die In
validenversicherung; IVV
).
Eine Erhöhung der Rente erfolgt für den Fall, dass der
Versicherte die Revision verlangt, von dem Monat an, in dem das
R
evisionsbegehren gestellt wurde (
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV).
1.2
Die Rentenabstufungen nach
Art.
28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Inval
i
denversicherung (IVG
) geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Be
schwerdefall
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsun
fähig ist (BGE 125 V 261
E.
4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leis
tungsanspruches
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Bei der Würdigung von Berichten der behandelnden Ärzte ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass es ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung wegen mitunter vorkommt, dass sie in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (so etwa der Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
I 329/06
vom
6.
Dezember 2006
;
BGE 125 V 353 E. 3b/cc; vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 229 f.). Der Umstand allein, dass eine Einschät
zung vom behandelnden Mediziner stammt, darf aber nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen (vgl. Bundesgerichtsentscheid
9C_24/08 vom 2
7.
Mai 2008
).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob d
ie
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine höhere als eine
halbe Rente
hat. Dabei stellt sich zunächst die Frage,
welcher Zeitraum
für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs massgebend ist.
Im vorliegen
den Fall ist zu beachten, dass vor dem aktuellen Revisionsverfahren eine ex
terne medizinische Begutachtung nie stattgefunden hat.
Die Invalidenrente, wie sie mit Verfügung vom
1
1.
August
2004
bzw. vom
1.
Dezember 2004
gespro
chen wurde, basierte ausschliesslich auf den Einschätzungen der behan
delnden Ärzte
, konkret den Arztberichten von
Dr.
med.
D._
, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 2
0.
Oktober 2003
und 2
7.
Mai 2004
(
Urk.
6/5
/1
,
Urk.
6/12
) und von
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt für Chirurgie vom 2
8.
Juni 2004 (
Urk.
6/14)
. Im Rahmen des im
Juli 2007 eingeleiteten Revisionsverfahrens stützte sich die IV-Stelle ebenfalls auf die Beurteilung eines behandelnden Arz
tes, konkret den Arztbericht von
Dr.
Z._
, Facharzt für
Neurochirugie
FMH, datiert vom
6.
Juni 2008 (
Urk.
6/25/7)
.
Aufgrund der Tatsache,
dass dieser
Ver
laufsbericht
äusserst knapp ausfiel, ist als Vergleichszeitpunkt der Sachverhalt, wie er sich zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung präsentierte
,
massgebend. Gemäss der bereits zitierten Bestimmung des
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV
ist die
ser Sachverhalt mit demjenigen im Zeitpunkt der Anmeldung des
Rentenerhö
h
ungsgesuchs
zu vergleichen. Die Beschwerdeführerin wies diesbe
züglich in ihrer Beschwerdeschrift zutreffend darauf hin, dass das
Rentenerhö
hungsgesuch
am 1
0.
Februar 2010 gestellt wurde, und nicht, wie dies irrtümlich auf der an
gefochtenen Verfügung vermerkt ist, am 2
3.
Juni 201
1.
Im Ergebnis lautet die Fragestellung somit, ob zwischen dem 1
1.
August 2004 und dem 1
0.
Februar 2010 eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwer
deführerin eingetreten ist.
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
1
1.
August
2004 beruhte im Grund
satz auf folgenden ärztlichen Beurteilungen:
3.1.1
Dr.
D._
hielt in seinem Arztbericht vom 2
0.
Oktober 2003 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Degenerative
Discopathie
L5/S1, Status nach operativer Dekompression L5/S1 links 1997, Status nach operativer Dekompression L5/S1 rechts
Mai 200
3.
Vom 2
6.
Mai bis 1
3.
Juli 2003 habe die Arbeits
un
fähigkeit
100
%
betragen, ab dem 1
4.
Juli 2003 habe eine andauernde Arbeits
un
fähigkeit
von 50
%
bestanden (
Urk.
6/5/
1).
3.1.2
In einem weiteren Bericht vom 2
7.
Mai 2004
hielt
Dr.
D._
für den Zeitraum
14.
Juli 2003 bis 2
7.
Februar 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
fest.
Die Beschwerdeführerin sei letztmals am
9.
Januar 2004 bei ihm zur Kontrolle ge
kommen. Zur vereinbarten Kontrolle am 2
7.
Februar 2004 sei sie unentschul
digt nicht erschienen. Der weitere Behandlungsverlauf sei nicht dokumentiert. Aus wirbelsäulen-orthopädischer Sicht sei eine Belastungseinschränkung in der Grössenordnung von 30 – 50
%
, je nach Pensum zu attestieren. Berufliche Um
stellungen seien
,
bei bereits verfügbarer leichterer Tätigkeit im administrati
ven Bereich mit auch der Möglichkeit zur Wechselbelastung
,
kaum
weiterfüh
rend (
Urk.
6/12/2
).
3.1.3
Dr.
E._
hielt in seinem Bericht vom
2
8.
Juni 2004 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest:
Lumbo-radikuläres
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS mit im MRI nachgewiesener
Diskusher
nie
L5/S1 medio-lateral links. Vom
4.
bis 3
1.
Mai 2004 habe die Arbeitsunfä
higkeit 100
%
betragen, ab dem
1.
Juni 2004 bis auf weiteres 50
%
. Der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin sei besserungsfähig.
Im Zusam
men
hang mit der Anamnese
führte der Arzt aus
, die Beschwerdeführerin habe 1997 ein Hebetrauma erlitten. Damals sei es zu einer
Lumbo
-Ischialgie links und zu einer Parese des linken Beins gekommen. Zuerst sei die konservative Therapie ambulant durchgeführt worden, anschliessend stationär, schliesslich sei
die
Dis
kushernie
L3/L4 links
operiert
worden, gefolgt von sechs Wochen Rehabilitation mit sehr gutem Verlauf, die Beschwerdeführerin sei danach wie
der beschwerde
frei gewesen. Ab Anfang 2000
sei es
indes wieder
zu
chroni
sch
en
rezidivieren
den Lumbalgien mit Ausstrahlung beidseits gekommen,
die konservativ behan
delt worden seien. Im Mai 2003 sei eine Operation einer
Dis
kushernie
L5/S1 rechts erfolgt. Die präoperativen Kreuzschmerzen mit Aus
strahlungen in das rechte Bein
,
seien nur für etwa zwei Wochen zurückgegan
gen, danach sei wie
der das gleiche Beschwerdebild wie vor der Operation vor
handen gewesen. Dieses Beschwerdebild habe sich bis heute praktisch nicht ver
ändert, die
Be
schwerdeführerin
beklage ständige Kreuzschmerzen mit Aus
strahlung in das rechte Bein und seit Herbst letzten Jahres komme es auch gele
gentlich zu Schmerzausstrahlungen ins linke Bein. In seiner Beurteilung hält
Dr.
E._
fest, auf dem operierten Niveau L5/S1 bestehe eine
mässiggradige
Segmentde
generation
mit
Chondrose
sowie postoperativen Alterationen rechts
seitig (bei Status nach
Diskushernienoperation
) sowie einer umschriebenen medio-latera
len linksseitigen Diskushernie, welche vor allem die Nervenwurzel S1 linksseitig behindere. Dies würde die klinischen Symptome erklären. Auf dem Niveau L4/L5 bestehe eine
Diskopathie
mit
breitbasiger
medianer Diskushernie und nur
leichter
Impression des Duralsacks
.
Die ü
brigen
Band
scheibenniveaus
hätten sich regelrecht
dargestellt
(
Urk.
6/14
).
3.2
Im Rahmen des im Juli 2007 eingeleiteten Revisionsverfahrens stützte sich die Beschwerdegegnerin für ihre Beurteilung auf den Arztbericht von
Dr.
Z._
vom
6.
Juni
2008
(
Urk.
5/25)
. Dieser hielt folgende Diagnosen fest: Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
; Zustand nach
Diskushernienoperation
und Re-Opera
tion mit Stabilisation L5/S1;
Zervikobrachialgie
mit chronischem
zervikobrachi
alem
Schmerzsyndrom; liegender
intrathekaler
Katheter mit
Medikamenten
pumpe
. Seit dem
3.
Januar 2005 bestehe eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit.
Die
Beschwerdeführerin be
klage
seit langem ein rezidivierend auftretendes
lum
bovertebrales
Schmerzsyndrom. Sie leide unter primär
ischialgieformen
Schmerzen mit Diskushernie. Im September
2004 sei eine
Diskushernienopera
tion
erfolgt. Im weiteren Verlauf sei wegen Therapieresistenz und persistieren
den
,
vorwiegend vertebralen Schmerzen im August 2005 eine Stabilisation vor
genommen worden. Wegen persistierenden invalidisierenden Schmerzen sei im August 2005 eine
intrathekale
Medikamentenabgabe mit Medikamentenpumpe eingesetzt worden. Bei der Beschwerdeführerin komme es zwischenzeitlich zu Schmerzschüben mit Arbeitsausfällen. Ansonsten habe man es im Rahmen der verminderten Belastung mit einem ordentlichen Verlauf zu tun. Unter den sub
jektiv angegebenen Beschwerden sind in dem Bericht aufgeführt:
Belastungsab
hängige
Rückenschmerzen, Nackenschmerzen; zum Teil Verspannungsgefühl und Kopfschmerzen. Die Prognose sei in Bezug auf das subjektive
Schmerz
empfinden
unter entsprechender körperlicher Schonung günstig. Bezüglich Be
lastbarkeit sei die Prognose ungünsti
g (
Urk.
6/25/7-8
).
3.3
Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens wurden von der
Beschwerde
gegnerin
folgende Arztberichte eingeholt:
3.3.1
Dr.
med.
F._
, Neurologie FMH,
diagnostizierte
in ihrem Arztbericht vom 1
9.
Dezember 2008
zu Händen
Dr.
Z._
folgende Diagnosen
: Schwellungen und Missempfindungen der Hände bei wahrscheinlich weichteilrheumatischer Genese in Kombination mit
zervikospondylogenem
Syndrom. Anamnestisch komme es in letzter Zeit regelmässig zu Schwellungen der Hände am Morgen sowie zu einem wiederholten Einschlafen der Hände und Arme. Bei der klini
schen Untersuchung gebe die Patientin eine verminderte Berührungs- und Schmerzempfindung im Bereich der Fingerspitzen beider Hände und der Unter
arme sowie eine verkürzte Wahrnehmung der Vibration an Händen und Füssen an. Elektroneurographisch bestünden keine Hinweise auf ein
Carpaltunnelsyn
drom
rechts oder links. Angesichts der normalen
somatosensibel
evozierten Potentiale erscheine auch eine Myelopathie unwahrscheinlich. Auffallend in der
Anamnese sei die starke Schwellung der Hände am Morgen, so dass neben
zer
vikospondylogenen
Beschwerden bei in letzter Zeit wieder vermehrten Nackenverspannungen und Verstärkung der Missempfindungen in den Händen bei
Kopfreklination
auch (weichteil-)rheumatische Faktoren vorliegen dürften.
Dif
ferentialdiagnostisch
komme eine Stoffwechselstöru
ng in Betracht (
Urk.
6/44/6-7
).
3.3.2
Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht vom
9.
Februar 2009 als Diagnosen fest:
Lum
bospondylogenes
Schmerzsyndrom; Zustand nach
Diskushernienoperation
L5/S1, Re-Operation und Stabilisation L5/S1; liegende Medikamentenpumpe seit August 2005 mit Spinalkatheter;
Cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, Ver
dacht auf Weichteilrheumatismus;
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits. Wegen akuter Exazerbation bestehe derzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Im weiteren Verlauf sollte eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sein,
in absehbarer Zukunft rechne er mit 30
%
, bei günstigen Verhältnissen allenfalls
mit bis zu 50
%
(
Urk.
6/38/3
).
3.3.
3
In seinem Bericht vom 1
4.
Juli 2010 nahm
Dr.
Z._
dahingehend Stellung,
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe sich deutlich verschlechtert. In letzter Zeit leide sie vermehrt unter
lumboischialgieformer
invalidisierender Schmerzausstrahlung. Trotz verschiedener konservativer Massnahmen,
Chiro
praktor
, Erhöhung der Schmerzmittel sei keine Beschwerdefreiheit eingetreten. Die Beschwerdeführerin erleide immer wieder schwerere Exazerbationen, die sie deutlich zurückwerfen würden.
Sie leide aktuell unter rezidivierenden schweren Schmerzschüben, die eine völlige Invalidisierung zur Folge hätten Er habe sie deshalb seit dem
9.
November 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig
geschrieben. (
Urk.
6/44/1
).
3.3.4
Am 1
3.
September 2010 berichtete
Dr.
Z._
, in den letzten Wochen und Mona
ten seien die Schmerzen zunehmend. Die
intrathekale
Schmerzmedikation habe kontinuierlich erhöht werden müssen
(
Urk.
6/47)
.
3.3.5
In seinem Arztbericht vom 2
2.
Dezember 2010 führte
Dr.
Z._
aus, die Be
schwerdeführerin habe zurzeit vor allem Schmerzprobleme lumbal und
tho
rako-lumbal
. Die Situation habe sich trotz verschiedener Massnahmen nur unwesent
lich verändert. Im September 2009 habe die Dosis der
intrathekalen
Schmerz
pumpe
erhöht werden müssen. Auch das zusätzliche Applizieren von Morphium habe zugenommen. Die Schmerzsymptomatik sei progredient. Auch gebe die Beschwerdeführerin neu Gefühlsstörungen in beiden Beinen, vor allem den Füssen an. Insgesamt sei der aktuelle Verlauf ungünstig. Die Schmerzen näh
men zu. Die Belastungsfähigkeit habe deutlich abgenommen. Der
Schmerz
mit
telkonsum
sei deutlich gestiegen. Zusätzlich erschwerend wirke sich sicher
lich eine depressive Verstimmung aus (
Urk.
6/59).
3.4
3.4.1
Dem internistisch-rheumatologischen Gutachten vom
2.
April 2011 sind fol
gende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
(
Urk.
6/
70/26)
:
Linksbetontes
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits bei:
Status nach mehrfacher operativer Behandlung der LWS
(08/2005
Spon
dylodese
L5/S1 und Implantation einer
intrathekalen
Medikamenten
pumpe
;
05/2003 Dekompression L5/S1 rechts
;
1997 Dekompression L5/S1 links
)
Osteochondrose
L5/S1 und leichten narbigen Veränderungen L5/S1 links (mit möglicher Irritation der Nervenwurzel S1 links ohne
Nervenwurzel
kompression
[MRI 05/2010]
)
gutem Sitz der
Spondylodese
und der Medikamentenpumpe (CT 12/2010)
klinisch ohne
radikuläre
Zeichen
Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind genannt:
Nikotin-Abusus
Ausgedehnte chronische Schmerzen
Verdacht auf Morphin-Abhängigkeit
Verdacht auf Schlafapnoe-Syndrom (nächtliche
Pulsoxymetrie
02/2011)
Vitamin D-Mangel (35
nmol
/l)
Hypercholesterinanämie (6.9 mmol/l)
3.4.2
Die
Gutachterin
Dr.
A._
führt in ihrer Beurteilung aus, die Beschwerdeführe
rin
klage
über ausgedehnte Schmerzen vor allem lumbal
,
mit ausstrahlenden Schmerzen mehr in das linke als in das rechte Bein, sowie im Nacken und in beiden Schultern.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Die Beschwerdeführerin habe in der Untersuchung spontan den
Langsitz
auf der Untersuchungsliege eingenommen. Das schliesse eine wesentliche Kompression lumbaler Nerven aus.
Eine wesentliche Erkrankung der Schultern sei weder kli
nisch noch bildgebend
(03/2011)
vorhanden.
In den bildgebenden Untersuchun
gen finde sich eine gute Lage der
Spondylodese
L5/S1 und der
Medikamenten
pumpe
.
Auf Höhe L5/S1 seien eine
Osteochondrose
und leichte narbige Verän
derungen vorhanden, die eine Irritation der Nervenwurzel S1 links ohne
Ner
venwurzelkompression
auslös
t
en. Die kürzlich durchgeführte nächtliche
Puls
oxymetrie
habe Hinweise auf ein Schlafapnoe-Syndrom gezeigt; die notwendige
pneumologische
Abklärung werde gegenwärtig durchgeführt. Ein Schlafapnoe-Syndrom könne apparativ gut behandelt werden. Im Blut der Beschwerdeführe
rin sei ein mässiger Vitamin D-Mangel vorhanden. Sie gebe an, regelmässig das Schmerzmittel Morphin hochdosiert parenteral zu verwenden. Dabei mache sie sich zehnmal täglich eine Morphin-Injektion. Tatsächlich sei in ihrem Blut das Morphin im oberen Bereich nachweisbar. Das Antidepressivum
Efexor
sei in ihrem Blut oberhalb des therapeutischen Bereichs vorhanden. Die Befunde, wel
che sich gezeigt hätten, würden weder die Ausdehnung noch die Intensität der Beschwerden erklären. Die Beschwerdeführerin gebe ausgedehnte Schmerzen an. In der
Dolorimetrie
seien sämtliche
(18 der 18) Tender Points pathologisch wie auch alle (8 von 8) Kontrollpunkte.
Sanfte Berührungen würden von ihr bereits als schmerzhaft empfunden.
Eine
Fibromyalgie
bestehe
definitionsge
mäss
nicht, wenn die Mehrheit der
Kontrollpunkte pathologisch sei
. Die ange
gebenen Beschwerden seien im Wesentlichen im Rahmen der ausgedehnten Schmerzen zu interpretieren (
Urk.
6/70/
27).
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führt
Dr.
A._
aus, Rückenfunktionseinschränkungen könnten sich je nach Art und Ausmass unterschiedlich auf die Fähigkeit auswirken, häufig Lasten ohne Hilfsmittel zu heben und zu tragen. Das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung
- ob stehend oder sitzend - sei zu vermeiden. Ebenso seien unerwartete, asym
metrische Lasteinwirkungen auszuschliessen. Eher günstig seien
wechselbelas
tende
Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage
,
Lasten bis 10 kg zu hantieren (leichtes Belastungsniveau). Tätigkeiten, die dem angegebenen Profil entsprächen
,
könne sie zu 100
%
ausüben. Die angestammten Tätigkeiten als Sachbearbeiterin in der Firma
Y._
wie auch als Personalreferentin in der Firma
G._
könne sie zu 100
%
ausüben. Die Beschwerdeführerin habe eine gute Prognose. Es sei wahrscheinlich, dass sie die angestammte oder eine adaptierte Tätigkeit langfris
tig ausüben könne (
Urk.
6/70/
2
8-29
).
Dr.
C._
gelangt in
sein
em psychiatrischen Gutachten zum Schluss, bei der Beschwerdeführerin bestünden aus psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ebenso fehle es an psychiatrischen Diag
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Der Gutachter führt aus, im Rahmen der belastenden psycho-sozialen Situation sei es bei der Beschwerde
führerin gemäss den anamnestischen Angaben im Jahr 2000 zu einer
Anpas
sungsstörung
mit kürzerer depressiver Reaktion
gekommen,
weshalb bei ihr die
antidepressive Medikation mit
Efexor
eingeleitet worden sei. Bei bereits vor
handenen
muskulo-skelettären
Schmerzen sei
diese Therapie offen-
bar
schmerzdistanzierend in den letzten Jahren regelmässig durchgeführt worden. In den vorhandenen medizinischen Akten
habe
nur
Dr.
Z._
eine depressive Verstimmung bei schwierige
r
Situation
erwähnt
. Eine depressive Verstimmung erfülle isoliert die Kriterien einer depressiven Störung ab
er
weitgehend nicht.
Aufgrund der anamnetischen Angaben seien bei der Beschwerdeführerin kein
(e)
Interessenverlust, Freudlosigkeit, Antriebsstörun
gen, Konzentrationsstörungen, Selbstwertproblematik, Schuldgefühle, negative
n
Zukunftsperspektive
n
, Schlafstörungen, zirkadiane Tagesschwankungen, Li
bido- oder Appetitverlust
vorhanden oder
festzustellen
. Damit könne eine de
pressive Störung klar ausgeschlossen werden. Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin in psychopathologischer Hin
sicht ganz unauffällig präsentiert, und damit könne ihr definitiv weder eine psychiatrische
Diagnose nach ICD-10 noch eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit aus psychiatrischer Sicht att
estiert werden (
Urk.
6/72/5-6
).
In der interdisziplinären Zusammenfassung gelang
en
die
Gutachte
r
zum Ergeb
nis, bei der Beschwerdeführerin bestehe sowohl in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Aus rheumato
logisch-psychiatrischer Sicht hätten bei der Beschwerdeführerin nie längerfris
tige Arbeitsunfähigkeiten bestanden. Aus rheumatologischer Sicht sei sie durch die eingeschränkte Funktion der LWS limitiert. Lasten bis 10 kg könne sie indes hantieren. Aus psychiatrischer Sicht bestehe kein Bedarf nach adaptierten Tä
tigkeiten.
Die Prognose bezüglich Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit sei günstig. In Beantwortung der Frage nach dem gesundheitlichen Verlauf ist im rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten schliesslich festgehalten, eine we
sentliche Veränderung des Gesundheitszustands sei seit Juni 2008 nicht ein
ge
treten
(
Urk.
6/72/7-8
)
.
3.5
Die Beschwerdeführerin reichte am 1
8.
Oktober 2011
(
Urk.
6/89)
einen
Arztbe
richt
von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom
7.
Oktober 2011 ein.
Im
Bericht
wird
die
bekannte
Diagnose
(
chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit
radikulären
Reizerscheinungen beidseits und wiederholten
Schmerzexazerbationen
mit Paraparese, bei St. n. sechs Eingriffen an der LWS zwischen 1997 und 2005, mit zuletzt Implantation einer Schmerzmittelpumpe
) festgehalten
und
sodann ausgeführt, seit etwa vier Jahren komme es, trotz gu
tem Funktionieren der Schmerzmittelpumpe
,
zu ziehenden Schmerzen in bei
den Beinen, mit wechselseitiger Betonung, wobei die Schmerzen vor allem an der Rückseite der Beine sich ausdehnten, mit häufig rhythmischen Verkramp
fungen
im Wadenbereich. Dann
träten
immer wieder Episoden auf, bei denen die Beine gefühllos
würden, die Kraft lasse nach und die Beschwerdeführerin falle zu Bo
den. Sie müsse sich dann hinlegen können und eine Erholung trete nach 2-3 Stunden ein. Bei d
iesem
Beschwerdebild
sei eine 50%ige Arbeitsfähig
keit unre
alistisch. Es sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin bis zu zweimal die Woche eine heftige
Schmerzexazerbation
erleide oder eine
Para
parese
bis Paraplegie. Diese Episoden bewirkten eine volle Arbeitsunfähigkeit während mindestens drei Tagen pro Woche. Zwischen den einzelnen Episoden seien die Schmerzen erträglich, bewirkten aber eine allgemeine Verlangsamung, sowohl im Alltag als auch
im Rahmen einer
beruflichen Tätigkeit. Hinzu komme ein neuer Aspekt mit vermehrten zervikalen Beschwerden, begleitet von
Ein
schlaf
gefühlen
der Hände, wahrscheinlich eine sekundäre Folge de
s
chronischen Lei
dens an der LWS.
Insgesamt sei der Beschwerdeführerin ein Arbeits
pensum
von 25 – 30
%
zumutbar (
Urk.
6/90).
3.6
3.6.1
Anhand des
Arztbericht
s von
Dr.
E._
vom 2
8.
Juni 2004
wird bezüglich Beschwerdesymptomatik
(
vgl.
Erw
. 3.1.3)
deutlich, dass bei der Beschwerdefüh
rerin damals Lumbalgien
mit Ausstrahlungen in beide Beine im Vordergrund standen.
Dem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten, auf welchem die an
gefochtene Verfügung basiert,
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der Untersuchung über ausgedehnte Schmerzen vor allem lumbal mit ausstrahlenden Schmerzen mehr in das linke als in das rechte Bein sowie im Nacken und in beiden Schultern klagte
.
Gemäss diesen Erwägungen ist e
ine wesentliche Ausweitung der Symptomatik seit der
Rentenzusprache
somit nicht gegeben.
In der Beurteilung stimmen
Dr.
E._
und
Dr.
A._
insoweit überein, als ersterer
am 2
8.
Juni 2004
davon berichtete, dass auf
dem operierten Niveau L5/S1 eine
mässiggradige
Segmentdegeneration mit
Chondrose
sowie postoperativen Alterationen rechtsseitig, sowie einer umschriebenen medio-la
teralen linksseitigen Diskushernie bestehe, welche vor allem die Nervenwurzel S1 linksseitig behindere.
Dr.
A._
erörterte
in diesem Zusammenhang, auf Höhe L5/S1 seien eine
Osteochondrose
und leichte narbige Veränderungen vor
handen, die eine Irritation der Nervenwurzel S1 links ohne
Nervenwurzelkom
pression
auslösen würden. Während nun jedoch
Dr.
E._
dafür hielt
, dass die genannte Diagnostik die klinischen Symptome erklären würde,
fand
Dr.
A._
keine Erklärung, weder für die Ausdehnung noch die Intensität der
Beschwrden
.
Dr.
A._
legte
nachvollziehbar
dar
, dass sich in der klini
schen Untersuchung keine wesentlichen Befunde gezeigt hätten
und
dass auch
keine
radikuläre
n
Zeichen erkennbar gewesen
seien
; die
Beschwerdeführerin habe auf der
Untersuchungsliege spontan den
Langsitz
eingenommen, was eine wesentliche Kompression lumbaler Nerven ausschliesse. Schliesslich
zeigte
die Gutachterin auch überzeugend
auf
, dass eine wesentliche Erkrankung der Schultern weder klinisch noch bildgebend vorhanden sei und dass sich eine gute Lage der
Spondylodese
L5/S1 und der Medikamentenpumpe präsentiert habe.
3.6.2
Gesamthaft ist festzustellen,
dass sich das rheumatologisch-psychiatrische Gut
achten als schlüssig darstellt und den praxisgemässen Anforderungen ent
spricht. Es kann vollumfänglich darauf
abgestellt werden.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
somit nicht aus
gewiesen.
Der von
Dr.
Z._
im Rahmen dieses Revisionsverfahrens vertretenen Auffassung, wonach sich die Schmerzsymptomatik der Beschwerdeführerin verschlimmert und ihre Arbeitsfähigkeit reduziert habe, kann in diesem Sinne nicht gefolgt werden.
Im
Übrigen
vermag
auch der Arztbericht von
Dr.
H._
,
welcher am
7.
Oktober 2011 – also zeitlich nach der Begutachtung – erstattet wurde
, die Zuverlässigkeit des Gutachtens nicht in Frage zu stellen
(
Urk.
6/90)
.
In dem Bericht werden
ziehende Sc
hmerzen in den Beinen, mit rhythm
i
schen Verkrampfungen im Bereich
der Wadenmuskulatur erwähnt
,
und es
wird dar
gelegt, dass diese Symptomatik seit vier Jahren bestehe.
Hinzu
komme ein neuer Aspekt mit vermehrten zervikalen Beschwerden, begleitet von Einschlafgefühlen der Hände.
In Bezug auf diese Beurteilung
ist
festzuhalten, dass
sie
im Wesent
lichen mit dem Gutachten übereinstimmt, es werden dort ebenfalls Schmerzen im Lumbalbereich, in den Beinen sowie am Nacken und an den Schultern schwergewichtig erwähnt. Es wurde indes bereits darauf hingewiesen, dass diese Symptomatik keine wesentliche Verschlechterung
in Bezug auf die Arbeitsfä
higkeit
seit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
erkennen lässt
.
Was
im Übrigen
den Achillessehnenreflex betrifft, so fällt gemäss den zutreffenden Ausführun
gen der Beschwerdeführerin
auf, dass dieser im Gutachten sowohl links als rechts als „seitengleich normal“ bezeichnet wurde, während
Dr.
H._
auf das Fehlen der Achillessehnenreflexe hinweist, und dies als Hinweis auf eine wahr
scheinlich chronische Beeinträchtigung der Wurzel S 1 bezeichnet. In Bezug auf die Frage, welche Beurteilung sich als zutreffend erweist,
ist
grundsätzlich
zu erwähnen, dass den gutachterlichen Einschätzungen rechtsprechungsgemäss Priorität beizumessen ist
. Von zentraler Bedeutung erscheint der betreffende Punkt
aber
ohnehin nicht. Eine Irritation der Nervenwurzel S1 links wurde auch von
Dr.
A._
diagnostiziert
,
und sie gelangte schliesslich gleichwohl zum Schluss, dass
sich
keine ausreichende Erklärung für die bei der Beschwerdefüh
rerin bestehenden Schmerzen
finden lasse
.
3.7
Zusammenfassend steht fest, dass keine medizinisch erhebliche Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes de
r
Beschwerdeführer
in
oder ihrer Arbeitsfähig
keit
seit der
ursprünglichen Rentenverfügung
im Jahr
2004
ausgewiesen ist.
3.8.
In erwerblicher Hinsicht ergab sich insoweit eine Veränderung, als die Beschwer
deführerin ihre letzte Stelle als Personalreferentin bei der
G._
AG per Ende Februar 2010 verlor (vgl.
Urk.
6/39). Da die ursprüngliche
Rentenzusprache
letztlich auf einem Prozentvergleich beruhte (vgl.
Urk.
6/15), indem davon ausgegangen worden war, dass die Beschwerde
führerin ihre vormals ausgeübte Tätigkeit als Sachbearbeiterin fortgesetzt im Umfang von 50
%
zu entsprechend angepasstem Lohn ausüben könne, und sich an dieser Beurteilung nichts geändert hat, weil der Beschwerdeführerin eine sol
che Tätigkeit weiterhin zu (mindestens) 50
%
zumutbar wäre, sind auch in er
werblicher Hinsicht keine revisionsrechtlich relevanten Veränderungen ersicht
lich.
4.
Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass sie zufolge ihrer gesundheitli
chen Probleme auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gar nicht mehr
vermitt
lungsfähig
sei.
Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, wel
cher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; an
derseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä
cher verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfä
higkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkom
men zu er
zielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkreti
sierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht über
mässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur
soweit
zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaft
lich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Ar
beitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundes
gerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
1
3.
März 2000 und
U
176/98 vom 1
7.
April 2000).
Für die Beschwerdeführerin stehen
in ihrem angestammten Bereich
- trotz ihrer gesundheitlichen Ein
schränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genü
gend
T
ätigkeiten offen, sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten aus
zugehen ist. Denn die zumutbare Tätigkeit ist vorliegend nicht nur in so einge
schränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittli
chen Arbeitge
bers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die Beschwerdeführerin verkennt den rein hypothetischen Charakter des ausgegli
chenen Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist, weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abgegrenzt werden können. So geht es beim als ausgeglichen un
terstellten Arbeitsmarkt nicht um offene Stel
len, sondern um (gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, wel
che der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den kon
junkturellen Verhältnissen, umfasst (vgl. nicht veröffentlichtes Urteil des Eidge
nössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 1
6.
Juli 2003, I 758/02).
5
.
Da demzufolge weder in medizinischer noch in erwerblicher Hinsicht eine
renten
beeinflussende
Änderung eingetreten ist, wies die Beschwerdegegnerin das Erhöhungsgesuch zu Recht ab. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
6.1
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfügung bzw. eines
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung bzw. der
Einspracheentscheid
den
beschwer
dewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung bzw. kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a S. 414).
6.2
Vorliegend bildete Gegenstand des
angefochtenen Entscheids
vom 12. April 2012
lediglich die revisionsweise Über
prü
fung der halben Inval
i
denrente.
Eine
Ausdehnung des
Anfechtungsgegen
standes
(vgl. BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen) im Sinne des von der
Be
schwerdegegnerin
in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2012 (
Urk.
5) ge
stellten Antrages, dass die Verfügung vom 1
1.
August 2004 (bzw. vom
1.
Dezember 2004),
mit welcher
der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab Mai 2004 eine unbefristete halbe Invalidenrente zugesprochen worden war, zweifellos unrichtig gewesen und deshalb die halbe Rente für die Zukunft aufzuheben sei (vgl. hierzu BGE 121 V 1 E. 6), entzieht sich zum vornherein der
Beurteilungs
befugnis
des Gerichts. Dies würde auf eine Wiedererwägung der formell rechts
kräftigen Verfügung vom 1
1.
August 2004 bzw.
1.
Dezember 2004 mit Wirkung für die Zukunft hinauslaufen, wozu das Gericht nicht befugt ist. Dem Antrag der Beschwerdegegnerin, im Rahmen einer anzudrohenden
reformatio
in
peius
sei die seit Mai 2004 laufende halbe Invalidenrente aufzuheben, kann demnach nicht gefolgt werden (vgl. ZAK 1985 58).
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.