Decision ID: fc4a39ec-eabf-4b3f-a020-55dcc2492773
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, meldete sich am 2
0.
Februar 2009
unter Hin
weis auf
einen Erschöpfungszustand, Kraftlosigkeit und geringe Belastbarkeit bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/12). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügun
g
en
vom 1
8.
Juni 2013 bei einem Invaliditätsgrad von
63
%
ab August 2009
eine
Dreiviertelsre
nte
und ab Juni 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 56
%
eine halbe Invalidenrente
zu (Urk.
7/148-165).
1.2
Nach Eingang eines am
1
5.
Januar 2014
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
7/167
) holte die IV-Stelle unter anderem
ein psychiatrisches
Verlaufsg
ut
achten
ein, das am
8.
August 2014
erstattet wurde (Urk.
7/180
). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/187
;
Urk.
7/196
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
8.
Mai 2015
die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk.
7/210
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
9.
Juni 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
8.
Mai 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm wei
terhin eine Invalidenrente auszurichten
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
August 2015
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2
6.
Oktober 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch
BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das psychiatrische
Verlaufs
gutachten
vom
8.
August 2014 (
Urk.
7/180), davon aus, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgewiesen und ihm die Tätigkeit als Vikar sowi
e die jetzige Tätigkeit als C
hauffeur zu 80
%
zumutbar sei (S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
de
gegnerin
angenommene Verbesserung des Gesundheitszustands und machte unter anderem geltend,
dass es
ih
m nicht möglich sei
,
im kirchlichen Umfeld zu arbeiten, da die religiösen Ängste, Konflikte und Zweifel zu stark seien (S. 6 oben). Es sei gemäss Stellungnahme der behandelnden Ärztin nicht zulässig, die religiös geprägten Probleme als vollständig krankheitsfremd beziehungsweise als persönliche Animositäten gegen die Kirche ab zu tun (S. 6 unten).
Weiter müsse die vom Bundesgericht angepasste Rechtsprechung zur Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung und ähnlichen Erkrankungen auf den vor
liegenden Fall anwendbar sein
.
E
ntsprechend sei eine Begutachtung unter Berücksichtigung der vom Bundesgericht formulierten Kriterien durchzuführen (S. 7 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem
Ausmass
sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkei
t des Beschwerdeführers seit den
Verfügung
en
vom 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
7/148-165)
verändert haben.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Ver
fü
gun
g
en
vom
1
8.
Juni 2013 (
Urk.
7/148-165)
stellte sich wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
Y._
, F
acharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie
, nannte im Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 1
7.
Januar 2009 (
Urk.
7/19/2-3) als Diagnose eine
ausgeprägte und länger dauernde depressive Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21,
Differentialdiagnose
: depressive Episode ICD-10 F32.1) in schwieriger psychosozialer Belastungssituation mit Erschöp
fung, Identitäts- und Selbstwertstörung sowie religiösen Angs
t- und Schuldge
fühlen (
Ziff.
3) und erachtete den Beschwerdeführer aktuell als zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
5).
3.3
Dr.
Y._
nannte im Bericht vom 2
0.
März 2009 (
Urk.
7/20/5-9) als Diagnose
(
Ziff.
1.1)
eine
anhaltende depressive Anpassungsstörung bei ängstlich-unsi
cherer Persönlichkeit mit Identitäts- und Selbstwertstörung, eine
Abhängig
keits
problematik
, religiöse Schuldgefühle, Verminderung von Antrieb und Belast
barkeit in psychosozialer Belastungssituation (ICD-10 F43.23, F60.6/9)
. Der Beschwerdeführer sei seit Juni 2008 und bis auf weiteres zu 100
%
arbeits
unfähig (
Ziff.
1.6). Im Laufe des Frühjahrs/Sommer 2009 könne mit einer Wie
deraufnahme einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 20-30
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.4
Dr.
Y._
berichtete am 3
0.
August 2009 (
Urk.
7/28/3-4) von einem leicht ver
besserten Gesundheitszustand (
Ziff.
1) und unveränderten Diagnosen (
Ziff.
2). Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sei komplex und hänge mit der persönlichen und moralisch-religiösen Konfliktbewältigung zusammen. Eine Tätigkeit im angestammten Beruf sei derzeit nicht möglich. Der Beschwer
deführer benötige eine persönliche Begleitung in Form eines Coachings/Case Managements, das ihn an ein kleines behinderungsangepasstes Teilzeitpensum von anfangs 20-30
%
, später eventuell 50
%
heranführe (
Ziff.
5).
3.5
M
ed.
pract
.
Z._
, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im Bericht
vom 1
3.
Juni 2012 (
Urk.
7/115)
als
Diagnose
(
Ziff.
1.1)
eine anhaltende Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23) bei ängstlich-unsicherer Per
sönlichkeit mit Identitäts- und Selbstwertstörung,
einer
Abhängigkeitsproble
matik
, religiöse
n
Schuldgefühle
n
, ein
er
Verminderung des Antriebes und der Belastbarkeit in psychosozialer Belastungssituation (ICD-10 F60.6
).
Die Wieder
aufnahme des Studiums an der
A._
sei aus heutiger Sicht nicht angezeigt. Bei einer allfälligen, andersartigen Umschulung müsse darauf geachtet werden, dass es sich um einen Beruf handle, bei welchem soziale Kontakte nicht im Zentrum des Anforderungsprofils stehen
würden
(
Ziff.
1.4). In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Transportmitarbeiter bei der Osteuropahilfe bestehe vom März 2012 bis August 2012 eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
1.6). Eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit (einfache Arbeiten, wenig Verantwortung, keine
sozial anspruchsvolle Kontakte) sei im Umfang von 60
%
(oberste Grenze) mög
lich (
Ziff.
1.7).
3.6
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im psychiatrischen Gutachten
vom
3.
Januar 2013 (
Urk.
7/127)
als Diagnosen (S. 6) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, unsicheren, ängstlichen, reduziert belastbaren Anteilen (ICD-10 F61.0), einen Status nach längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) sowie
sexueller
Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 Z61.5)
. Dazu führte er aus, ab Juni 2008 bis Ende Mai 2010 müsse die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als zu zirka 50
%
ein
geschränkt angesehen werden. Zu Beginn sei dabei noch die
Anpassungsstö
rung
beteiligt gewesen. Seither sei noch eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
durch die kombinierte Persönlichkeitsstörung vorhanden (S. 8). Die Prognose sei günstig. Es müsse abschliessend auf die IV-fremden psychosozialen Faktoren hingewiesen werden: Spannungen in der katholischen Kirche, komplizierter beruflicher Werdegang, langjähriger Aufenthalt in ungünstigem Milieu, Zweifel an der Berufswahl (S. 9). Die therapeutischen Massnahmen seien ungenügend anzusehen (S. 10). Es könne mit einer Steigerung auf 80
%
gerechnet werden (in zirka 6 Monaten; S, 11).
3.7
Die Beschwerdegegnerin ging sodann von
einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 56
%
(
Urk.
7/28), worauf sie dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zusprach (
Urk.
7/148).
4.
4.1
Für die Zeit nach den
rechtskräftigen Verfügung
en
vom
1
8.
Juni 2013 (
Urk.
7/148-165)
finden sich in den Akten im Wesentlichen die folgenden Berichte:
4.2
Med.
pract
.
Z._
berichtete am
1
3.
Dezember 2013 (
Urk.
7/169/2-3)
zuhan
den des Vorsorgeversicherers
von unveränderten Diagnosen (
Ziff.
3). Gegenüber
ihrem
letzten Bericht vom Juni 2012 (vgl. vorstehend E. 3.5) könne von einer leichten Besserung der Symptomatik gesprochen werden (
Ziff.
2). Es bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (als
Chauffeur
)
.
Im Bericht vom
2
7.
März 2014 (
Urk.
7/174)
berichtete sie weiterhin von unver
än
derten Diagnosen (
Ziff.
1.1). In der Tätigkeit als
Chauffeur
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Ziff.
1.6). Die seit Februar 2014 ausgeübte Tätigkeit als
Chauffeur
trage den bestehenden Beeinträchtigungen gut Rechnung (
Ziff.
1.7).
4.3
Dr.
B._
nannte im psychiatrischen Verlaufsgutachten vom
8.
August 2014 (
Urk.
7/180) als Diagnose mit anhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 oben)
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, unsicheren, ängstlichen, reduziert belastbaren Anteilen,
gebessert (ICD-10 F61.0). Als Diag
nosen ohne anhaltende Auswirkung nannte er eine depressive Reaktion, remit
tiert (ICD-10 F43.21) sowie
sexueller
Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 Z61.5). Seit Dezember 2012 sei ein positiver Verlauf festzustellen.
Allerdings
sei
er vor
erst in seiner beruflichen Umschulung
gescheitert und an der
pädagogischen Hochschule überfordert
gewesen
. Vermutlich
sei
der
Beschwerdeführer
von sei
ner Persönlichkeit her nicht geeignet, in der Schule Verantwortung zu über
nehmen und sich zu exponieren. Überraschend gut
arbeite
der
Beschwerdefüh
rer
als Chauffeur, seit Februar 2014
sei
er in dieser Funktion zu 50
%
bei der Post tätig. Diese Arbeit
gefalle
ihm, er
sei
hier unabhängig, ha
be
genügend Freiraum und
stehe
nicht in engem mitmenschlichem
Kontakt. Gelegentlich
komme
es zu Schwierigkeiten, insbesondere wenn Fahrgäste reklamieren.
Der Beschwerdeführer neige
dann dazu, intensiv über derartige Probleme nachzu
denken. Die Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich b
etrage
angesichts des gebes
ser
ten psychischen Gesundheitszustandes
zirka
8
0
%
. Die
Persönlichkeitsstö
rung
wirke
sich nur selten negativ aus
.
Auf diesem Gebiet
sei
mit einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit
zu rechnen.
Der Beschwerdeführer klage kaum über Depressionen, die depressive Anpassungsstörung sei weiterhin remittiert (S.
6 Mitte).
Dr.
B._
hielt
weiter
fest, dass bei der Tätigkeit als Vikar eine komplexe Situation bestehe. Der
Beschwerdeführer
besitze vor allem eine innere Abnei
gung gegenüber der katholischen Kirche
, was angesichts der misslichen Erfah
rungen nicht erstaune
.
Dieser Anteil an beruflicher Einschränkung sei aber krankheitsfremd. Das Messe-Lesen sei für den Beschwerdeführer an sich ein Ritual, bei welchem er sich sicher fühle. Er habe aber Mühe, wenn er als Predi
ger auftrete.
Die insgesamt gebesserte Persönlichkeitsstörung sollte den
Beschwerdeführer
bei einem geeigneten Mix von kirchlichen Tätigkeiten zu ni
cht mehr als 20
%
einschränken
(S. 6 unten f.).
Hierzu hielt er weiter fest, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bei der Kirche tätig sein möchte, obschon ihm dies aus psychi
atri
scher Sicht gut möglich wäre. Er verspüre eine innere Abneigung gegen eine derartige Tätigkeit (S. 4 unten).
Für die Besserung der psychischen Situation
spreche
auch, dass
der Beschwer
deführer
eine regelmässige Tagesgestaltung
habe
,
viel Sport
betreibe
und einen Kollegenkreis aufgebaut
habe
. Das Erledigen der Haushaltstätigkeiten
bereite
ihm keine Mühe. Er
sei
eine gepflegte Erscheinung
(S. 7 oben)
.
Die therapeutischen Massnahmen
seien
genügend.
Der Beschwerdeführer
gehe
regelmässig in die ambulante psychologische Therapie. Eine medikamentöse Behandlung als Schadenminderungspflicht
könne
vom
Beschwerdeführer
nicht mehr verlangt werden. Die ängstlichen und unsicher
en Anteile der
Persönlich
keitss
törung
würden auf eine geeignete medikamentöse Behandlung zwar posi
tiv ansprechen, es
gehe
ihm aber schon jetzt psychisch deutlich besser. Der Einsatz von Psychopharmaka würde vor allem eine prophylaktische Wirkung zeigen
(S. 7 Mitte)
.
Zusammenfassend
könne
der
Beschwerdeführer
sei
nen
Arbeitseinsatz als Chauffeur noch steigern
.
Es könne
mit der Zeit eine weit
gehend volle Arbeitsfä
higkeit erwartet werden. Die Arbeitsfähigkeit im kirchli
chen Bereich
sei
auf
g
rund der psychischen Störung zu zirka
20
%
limitiert
(S. 7 Mitte)
.
4.4
M
ed.
pract
.
Z._
nahm zum psychiatrischen Verlaufsgutachten am 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
7/194) Stellung und führte aus,
der Beschwerdeführer zeige einen starken Rehabilitationswillen und ein grosses Engagement
, sich wieder im Berufsleben
zur
echt
zu finden. Es sei daher davon auszugehen, dass er mittel- bis langfristig nicht mehr auf eine Invalidenrente angewiesen sein werde. Das Wegfallen einer Rente zum jetzigen Zeitpunkt würde zu einer Verschlechterung und Destabilisierung des psychischen Zustandes führen und damit die berufliche Wiedereingliederung nachhaltig gefährden (S. 1 unten). Es
bestehe nicht nur eine milde psychische Beeinträchtigung
(S. 2 oben)
.
Aufgrund der Persönlichkeitseinschränkungen
sei der Beschwerdeführer
in den Funktio
nen wie auch der Belastbark
eit mittelgradig eingeschränkt und
aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung im mitmenschlichen Kontakt nicht bloss „eher unsicher und eher ängstlich"
(S. 2 unten
Ziff.
3)
.
Es bestehe klar eine verminderte Leistungsfähigkeit. Das aktuelle Pensum von 50
%
entspreche der Leistungs
fähig
keit des Beschwerdeführers (S. 3
Ziff.
5).
Es sei sicher so, dass über die Jahre eine Besserung eingetreten sei. Dies jedoch nicht in dem Ausmass, wie es im Gutachten beschrieben werde (S. 3
Ziff.
7).
Dem Beschwerdeführer
gefalle
die aktuelle Arbeit
und sie
trage
zudem seinen Einschränkungen, die vor allem in sozialen Kontakten auftreten, gut Rechnung
(S. 4 oben
Ziff.
10).
D
ie
verminderte
Leistungsfähigkeit
zeige sich b
ei der Arbeit im Kontakt mit Arbeitsko
ll
egen und Fahrgästen, in der Freizeit bei der Teil
nahme in einem Chor.
Es würden
Ü
berforderungsgefüh
l
e, Versagensängste und Selbstzweifel auf
treten
, in deren Folge er sich
zurückziehe
. Die innere Anspan
nung und das schwer lenkba
re Grübeln, welches dann beginne
,
führten
zu
Erschöpfung und verminderter Leistungsfähigkeit
(S.
4
Ziff.
14)
.
Die vom Gutachter genannten psychosozialen Faktoren seien
nicht krankheitsfremde,
son
dern typischerweise zur Krankheit gehörige Merkmale. Die ängstlich-unsichere Persönlichkeitsstörung, die
der
Beschwerdeführer
aufgrund des frühkindlichen
sexuellen
Missbrauchs und der langen Abhängigkeit von einer religiös-totalitä
ren Vereinigung
ausgebildet habe
,
habe
zum erwähnten komplizierten berufli
chen Werdegang und zu den Zweifeln an der Berufswahl
geführt
. In der
sekten
artigen
Vereinigung, die sich innerhalb
der katholischen Kirche ansiedle
,
hab
e sich
die traumatische Kindheitserfahrung
wiederholt
, diesmal in Form eines psychischen Missbrauchs, den
der Beschwerdeführer
auch als „
G
ehirnwäsche" bezeichne.
Durch das therapeutische Aufarbeiten der Missbrauchserfahrungen
sei
es
dem Beschwerdeführer
nicht mehr möglich, innerhalb der Kirche zu arbeiten, was
heisse
, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben
könne
. Hier lediglich von Spannungen in der katholischen Kirche zu sprechen,
verkenne
die Verknüpfung zwischen Missbrauch, Beruf und Persönlichkeitsschädigung und damit das seelische Leiden, das klar Krankheitswert
habe (S. 4 unten f.
Ziff.
17).
4.5
Zur
Stellungnahme von
med.
pract
.
Z._
nahm
Dr.
B._
am
1
3.
März 2015 (
Urk.
7/199)
Stellung und führte aus,
d
ie mittelgradige Beeinträchtigung
sei
nicht nachvollziehbar, da diese nicht von einer psychischen Störung abge
leitet
werde
. Dass
der Beschwerdeführer
nach der Arbeit erschöpft
sei
,
könne
theoretisch auch andere Gründe haben,
zum Beispiel
dass er noch nicht geübt und routiniert
sei
. Es
bestehe
kein medizinischer Grund, ihn deswegen als nur
zu
50
%
arbeitsfähig zu beurteilen. Es
sei
dem Versicherten zumutbar, sich nach der Arbeit zu erholen
(S. 2
Ziff.
1). Es sei
nicht davon auszugeben, dass die sexuellen Missbrauchserfahrungen heute noch eine
pathologisierende
Rolle spielen
würden
. Eine posttraumatische Belastungsstörung
sei
beim
Beschwer
deführer
nie diagnostiziert
worden
. Zudem
seien
die Missbrauchserfahrungen psychotherapeutisch aufgearbeitet
worden
. Bei der Ablehnung im kirchlichen Dienst zu arbeiten
,
handle
es sich heute um eine eigene Einstellung
des Beschwerdeführers
und
sei
ein krankheitsfremder Faktor
(S. 2 unten f.
Ziff.
2)
.
Zur postulierten mittelgradig eingeschränkten Belastbarkeit führte er aus, e
rneut
werde
die Beurteilung nicht auf eine bestimmte Diagnose abgestützt. Aus der Tatsache, dass ein Mensch gelegentlich
Überforderungsgefühl
e
und Selbstzwei
fel empfinde,
könne
keine konkrete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abge
leitet werden. Dies umso weniger, als es dem
Beschwerdeführer
zum Beispiel
im Chauffeurberuf möglich
sei
, engen und langanhaltenden mitmenschlichen Kon
fliktsituationen zu entgehen
(S. 3
Ziff.
3).
Im Bericht der behandelnden Psychiaterin würden Befunde und Diagnosen feh
len,
um
eine bloss vierstündige Arbeitsfähigkeit
zu
bergründen (S. 5
Ziff.
13).
Die hohe Einschränkung der Leistungsfähigkeit
werde
mit den subjektiven
Empfindungen des
Beschwerdeführers
begründet. Es fehl
t
en eindeutige patholo
gische Befunde, welche zu einer Diagnose gebündelt werden könn
t
en und eine objektive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertig
t
en
(S.
5
Ziff.
14)
.
Zur Aussage der behandelnden Psychiaterin, wonach eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit die Gefahr einer Dekompensation berge
,
hielt
Dr.
B._
fest, dass g
rundsätzlich jede Steigerung eine gewisse Dekompensationsgefahr
bilde
. Eine Gefahr besteh
e
ebenfalls, wenn die betroffene Person zu lange künstlich in einer zu tiefen Arbeitsfähigkeit aus therapeutischen Gründen zurückgehalten
werde (S. 6
Ziff.
1)
.
Medikamente
würden
bei Persönlichkeitsstörungen häufig eingesetzt.
Er h
ab
e
im Gutachten den Einsatz von Psychopharmaka aus prophylaktischen Gründen empfohlen, da nur noch eine leichte Einschränkung der Leistungsfähigkeit
bes
ta
nde
n habe
. Wenn, wie die Therapeutin geltend mach
e
, eine mittelschwere Einschränkung bestehen
würde
, wäre die Therapie nicht als prophylaktisch, sondern als therapeutisch notwendig anzusehen. Der Verzicht auf ein Antide
pressivum wegen dem Carfahren
sei
nicht nachvollziehbar. Die erwähnten homöopathischen wie auch
phytother
a
peutischen
Massnahmen könn
t
en nicht als adäquate Therapie angesehen werden
(S. 4
Ziff.
8)
. Bei der medikamentösen Behandlung der Persönlichkeitsstörungen
werde
weniger die Persönlichkeit selber, als die jeweilige Symptomatik behandelt. Was am Einsatz eines Antide
pressivums zweifelhaft sein
solle
,
sei
nicht nachvollziehbar. Es
sei
wie beschrie
ben, auch in der jetzigen beruflichen Situation bei Bedarf möglich, eine
Psycho
pharmakotherapie
durchzuführen
(S. 6
Ziff.
4)
.
Abschliessend kam
Dr.
B._
zum Schluss, eine Änderung der
Gutach
tensbeurteilung
hinsichtlich
Gesundheitszustand
und Arbeitsfähigkeit würden die vorgebrachten Argumente nicht begründen. Er könne
abschliessend noch
mals darauf hinweisen, dass praktisch alle Ausführungen der Psychiaterin subjektive Äusserungen ihres Patienten
seien
. Die Ärztin
unterlasse
es, objektive Befunde mitzuteilen, daraus eine Diagnose zu stellen und dann logisch die Arbeitsfähig
keit davon abzuleiten. Ihre Ausführungen könn
t
en deshalb in Bezug auf die angeblich mittelgradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit nicht nachvoll
zogen werden
(S. 7 oben)
.
4.6
M
ed.
pract
.
Z._
nahm am
2
0.
April 2015 (
Urk.
7/203)
erneut Stellung und berichtete,
sie habe ausführlich dargelegt, weswegen der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, einer Beschäftigung innerhalb der Kirche nachzuge
hen. Die Gründe würden in den in der Kindheit und später in der Kirche erlitte
nen Missbräuchen liegen, die dem Beschwerdeführer heute einen Glauben zu leben verunmöglichen würden. Eine religiöse Glaubenseinstellung sei für den Beruf
als Priester Voraussetzung. Der Beschwerdeführer sei bereit gewesen
, dies nochmals zu überprüfen und
sei
von September 2012 bis Ende 2013 zuerst zu 10
%
, später zu 20
%
als Priester beschäftigt
gewesen
. Dieser Arbeitsversuch
habe
jedoch deutlich die Unmöglichkeit eines weiteren Einsatzes innerhalb der Kirche gezeigt. Die religiösen Konflikte, Schuldgefühle und Zweifel
seien
zu gross und hätten bei einer Fortführung der Beschäftigung als Priester zu einer weiteren Destabilisierung geführt
(S. 2 oben)
.
Eine posttraumatische Störung
sei
bei
m Beschwerdeführer
nicht diagnostiziert
worden
, da diese sein Leiden nicht abbilden und zu kurz
greifen würde. Die beim Beschwerdeführer
diagnostizierte Persönl
ich
keitsstörung
stehe
im Zusam
menhang mit den in der Kindheit erlittenen sexuellen Ausbeutungserfahrungen und mit den in der sektenartigen Geme
inschaft erfahrenen
Missbrauchs
er
fahrungen
. Es
seien
zentral die Ausprägungen der Persönl
ich
keitsstörung, welche
den Beschwerdeführer
in seiner Belastbarkeit einschränken
würden
. Eine Anstellung im angestammten Beruf
sei
aus obigen Gründen ausgeschlossen. Es
bestehe
aktuell nach wie vor eine mittelgradige Einschränkung
(S. 2 Mitte)
.
5.
5.1
Zur Beantwortung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers im relevanten Zeitraum (vgl. E. 2.3) in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise verändert respektive
verbessert
hat, kann auf das
psychiatrische Gutachten
von
Dr.
B._
vom 26. Mai 2014
sowie die Ergänzung vom 1
3.
März 2015
abgestellt werden (vgl. E.
4.3
,
Urk.
3/5
).
Das Gutachten von
Dr.
B._
beruht auf für die strittigen Belange umfas
senden Untersuchungen und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.
4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt wer
den kann.
So geht aus dem Gutachten klar hervor, dass seit Dezember 2012 ein positiver Verlauf festzustellen sei, der Beschwerdeführer kaum mehr über Depressionen klage
,
die depressive Anpassungsstörung weiterhin remittiert sei
und sich die
Persönlichkeitsstörung in der Tätigkeit als Chauffeur nur selten negativ aus
wirke (vgl. vorstehend E. 4.3)
.
5.2
Der Beschwerdeführer bestritt mit Verweis auf die Stellungnahmen seiner behan
delnden Psychiaterin
(vgl. vorstehend E. 4.4
und
E. 4.6)
im Wesentlichen die medizinische Beurteilung
von
Dr.
B._
, wobei i
nsbesondere die gut
achterlichen Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im kirchlichen Umfeld bemängelt
werden
(vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4 f.)
.
Übereinstimmend mit
Dr.
B._
hielt die behandelnde Psychiaterin
fest
,
dass bis dahin von einem positiven Rehabilitationsverlauf gesprochen werden könne und über die Jahre eine Besserung eingetreten sei
(vgl. vorstehend E. 4.2,
E.
4.4)
.
Gleiches lässt sich den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung entnehmen, wonach
er sich in der Tätigkeit als Chauffeur unter anderem wegen der Selbständigkeit wohl fühle und selbst hoffe, sein Pensum steigern zu können. Es gehe ihm psychisch besser und er sei weniger depressiv. Zwar bestünden Selbstzweifel und teilweise Versagensängste, er erlebe sich in seinem Verhalten jedoch als weniger unsicher und weniger ängstlich.
Für eine Besserung der psychischen Situation spreche
gemäss
Dr.
B._
unter ande
rem auch, dass der Beschwerdeführer eine
regelmässige
Tagesgestaltung habe, viel Sport betreibe und einen Kollegenkreis aufgebaut habe (vorstehend E.
4.3).
Aus den Akten lässt sich weiter entnehmen, dass der Beschwerdeführer aus eige
n
er Initiative eine Umschulung zu
m Chauffeur absolvierte, s
eit Februar 2014 als Chauffeur
in einem Pensum von 50
%
tätig ist und die Etablierung in diesem Beruf bis anhin gut verlief
, wobei bis September 2014 keine Absenzen dokumentiert werden konnten
(vgl.
Urk.
7/185/3
Ziff.
2.14)
.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, ihm sei das kirchliche Umfeld und mithin die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar, ist festzuhalten, dass vorliegend die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aufgrund der beste
hen
den Diagnosen relevant ist. Mehrfach erwähnte
Dr.
B._
in seinem Gut
achten vom
8.
August 2014 sowie in der Ergänzung vom 1
3.
März 2015 (
Urk.
7/180 S. 4, S. 6-10,
Urk.
7/199 S. 2 f.), dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht zu 80
%
zumutbar sei. Es sei nicht davon auszugehen, dass die sexuellen Missbrauchserfahrungen heute noch eine
pathologisierende
Rolle spielten. Die Missbrauchserfahrungen seien psychotherapeutisch aufgearbeitet und eine posttraumatische
Belastungs
störung
sei nie diagnostiziert worden. Bei der Ablehnung, im kirchlichen Dienst zu arbeiten, handle es sich um eine eigene Einstellung, was ein
krankheitsfrem
der
Faktor sei (
Urk.
7/199 S. 3).
Dass eine innere Abneigung gegen eine kirchliche Tätigkeit besteht, bestätigte der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung (
Urk.
7/180 S. 4). Diese kann jedoch, wie
Dr.
B._
festhielt, keine über die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von 20
%
hinausgehende Beeinträchtigung begründen. So können beispielsweise Glaubenszweifel, allfällige mit der Doktrin der Kirche nicht zu vereinbarende Lebensentwürfe oder wie vorliegend eine aufgrund gemachter Erfahrungen innere Abneigung nicht per se zu einer
invalidenversi
cherungsrelevanten
relevanten Arbeitsunfähigkeit führen. Vielmehr kann ledig
lich eine krankheitsbedingte auf relevanten Diagnosen beruhende Arbeitsunfä
higkeit Berücksichtigung finden, was vorliegend auf die 20%ige Einschränkung zutrifft.
5.3
Die von der behandelnden Psychiaterin vertretene Ansicht, wonach nach wie vor von einer mittelgradigen Einschränkung auszugehen
und dem Beschwer
deführer die Tätigkeit als Chauffeur weiterhin nur im Umfang von 50
%
zumut
bar sei
(vgl. vorstehend E. 4.4
, E. 4.6
),
ist nach dem Gesagten
(vorstehend E. 5.2)
nur schwer nachvollziehbar.
Nachdem die behandelnde Psychiaterin ebenfalls von einer Besserung sprach und sie sogar die Ansicht vertrat, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines starken Rehabilitationswillens und
grossen
Engagements mittel- bis langfristig nicht mehr auf eine Invalidenrente angewiesen sein werde (vgl. vorstehend E.
4.4)
, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb ihrer Ansicht
im jetzigen Zeitpunkt
nicht einmal eine geringfügige
Erhöhung des Arbeitspensums möglich sein soll.
Sie
begründet
dies
denn auch nur
einzig mit
der Gefahr einer Dekompensation
, was aus objektiver Sicht kaum genügen kann.
Vor dem Hintergrund der nun schon länger dauernden beruflichen Tätigkeit als Chauffeur, der dokumentierten problemlosen beruflichen Etablierung
, des verbesserten psychischen Zustandes
sowie des vom Beschwerdeführer
sogar
geäusserten
Wunsches einer
Pensums
steigerung
, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb eine Steigerung nicht zumut
bar sein soll.
So hält auch
Dr.
B._
hierzu
fest, wenn nicht jetzt, wann es überhaupt möglich sein werde
,
das Pensum zu steigern
. Seiner Ansicht nach bilde
grundsätzlich jede Steigerung eine gewisse Dekompensationsgefahr. Eine Gefahr bestehe
hingegen
ebenfalls, wenn die betroffene Person
aus therapeuti
schen Gründen
zu lange künstlich in einer zu tiefen Arbeitsfähigkeit zurückge
halten werde (vgl. vorstehend E. 4.5).
5.4
Im Bericht vom 1
3.
Dezember 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2) bezeichnete die behan
delnde Psychiaterin im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit sozial anspruchsvolle Kontakte als Auslöser für Selbstwerteinbrüche und Erschöpfung und hielt dazu fest, dass genau diese sozial anspruchsvollen
Kontakte in der Tätigkeit als
Chauffeur
nicht vorhanden wären. Gleiches hielt die behandelnde Psychiaterin im Bericht vom 2
7.
März 2014 (vgl. vorstehend E.
4.2) fest, wonach in der Vergangenheit sozial schwierige Situationen, in denen der Beschwerdeführer Stellung beziehen musste in Bezug auf moralische, religi
öse oder erzieherische Fragen
,
Auslöser für Selbstwerteinbrüche und Erschöp
fung gewesen seien. Auch hierzu fügte sie im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Chauffeur an, dass der Beschwerdeführer zwar mit Passagieren in Kontakt, er aber lediglich für
deren Transport zuständig sei.
Dass die behandelnde Psychiaterin den Beschwerdeführer gleichwohl und immer noch nur zu 50
%
arbeitsfähig betrachtet, ist daher nicht
nachvollzieh
bar
. Nach ihren Ausführungen müsste man annehmen, dass
sich
nach einem Wegfall der
als
Auslöser
genannten sozial anspruchsvollen Kontakte
dies auch in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit niederschlagen würde.
5.
5
Nach dem Gesagten ist es daher
nicht
auszuschliessen
, dass sich
die behan
deln
de Psychiaterin
in ihren Überlegungen auch von ihrer hausärztlic
hen Verant
wor
tung leiten
liess
,
und
es verdeutlicht
, dass
die in ständiger Rechtspre
chung anerkannte Verschiedenheit von Behandlungs- und
Begutachtungsauf
trag
(vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen) von erheblicher Bedeutung ist, haben doch die Berichte der behandelnden Ärzte rechtsprechungsgemäss nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprü
che erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anfor
derungen an ein Gutachten.
Auch ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtli
che
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
5.
6
Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht
ermes
sensfrei
erfolgen und eröffnet dem be
gutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorge
gangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Be
h
andlungs
- und Abklärungsauftrag
kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig
geäusserten
abweichenden Auffassungen festhal
ten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, wel
che im Rahmen der psychiatrischen
Begutachtung unerkannt geblieben und ge
eignet sind, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesge
richts
8C_
945
/200
9 vom 23. September 2010 E. 5 mit weiteren Hinweisen
).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Es liegen keine objektiv feststellbaren Gesichts
punkte vor, welche Zweifel am Gutachten begründen würden
und wel
che gegen eine Verbesserung respektive Erhöhung des Pensums sprechen wür
den
. Weiter finden sich keine konkreten Anhaltspunkte, die gegen die Zuver
lässigkeit der Expertise sprechen und im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind.
Die
psychiatrische
Beurteilung im Gutachten
, wonach sich die Persönlichkeitsstörung bei der Tätigkeit als Chauffeur nur noch selten negativ auswirkt
,
ist nach dem Gesagten nachvollziehbar und überzeu
gend.
Von besonderem Gewicht und hinsichtlich der Diagnosestellung und Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit als ausgesprochen fallbezogen aufschlussreich erscheint
schliesslich
der Umstand, dass das Gutachten von 2014 vom gleichen Psychiater erstellt wurde wie das Gutachten 201
3.
Der Gutachter war somit in der Lage, den Sachverhalt von 2014 und denjenigen von 2013 aus eigener Anschauung umfassend zu würdigen und zu vergleichen. Er hat dies denn auch explizit getan
und nahm insbesondere zu der von der behandelnden Psychiate
rin vorgebrachten Kritik ausführlich Stellung
, was seine Schlussfolgerungen ausgesprochen nachvollziehbar erscheinen lässt.
5.7
Unbehelflich
ist
schliesslich
der Verweis auf die geänderte
Schmerzrechtspre
chung
,
da
sich de
r
en Anwendungsbereich auch mit dem geänderten Vorgehen bei der Anspruchsprüfung nach wie vor nur auf die somatoforme
Schmerzstö
rung
und ihr gleichgestellte Leiden erstreckt (BGE 141 V 281 E. 4.2). Vorliegend wurde weder eine somatoforme Schmerzstörung noch ein sonstiges vergleich
bares Leiden diagnostiziert, womit die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281, welche
wie dargelegt
nur psychosomatische Leiden betrifft, vorliegend keine Anwendung findet.
Im Übrigen hat d
as Bundesgericht
eine entsprechende Anwendbarkeit beziehungsweise Ausweitung des Anwendungsbereichs auf die Persönlichkeitsstörungen verneint
(dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_6/2016 vom
3.
Februar 2016 E. 4.2.3).
Soweit der Beschwerdeführer
folglich
verlangt, es seien
unter diesem Blickwinkel
weitere Abklärungen durchzuführen
(vorste
hend E. 5.7)
, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
5.8
Zusammenfassend ist damit der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in p
sychiatrischer Hinsicht seit den
Verfügung
en
vom 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
7/148-165)
in
einer für den Anspruch
erheblichen
Weise
verbessert
hat.
Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
ist d
er Beschwer
deführer in der von ihm in Eigeninitiative umgeschulten Tätigkeit als Chauffeur
sowie in der – aus der relevanten medizinisch-theoretischen Sicht zumutbaren – angestammten Tätigkeit
zu 80
%
arbeitsfähig.
5.9
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich (
Urk.
2 S.
2) blieb beschwerdeweise unbestritten und ist nach Lage der Akten nicht zu beanstanden.
Beim resultierenden rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20
%
hat
die
Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete Invalidenrente zu Recht eingestellt.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung demnach als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.