Decision ID: 07a6f7dd-bbe1-5296-8f4c-8246dca5375f
Year: 2020
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_006
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: penal_law

Sachverhalt
A. Am 4. November 2011 stellte A._ Strafantrag gegen B._ wegen Diebstahl und Internetbetrug und konstituierte sich als Privatkläger (act. 2017 f.).
Mit Verfügung vom 2. September 2014 wurde das Strafverfahren gegen B._ eingestellt (act. 10'012 ff.).
Die Verfügung wurde A._ durch Gerichtsurkunde zugestellt, von diesem jedoch nicht abgeholt (act. 10'026). Am 12. September 2014 wurde sie ihm sodann nochmals per A-Post geschickt (act. 9020).
B. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2020 und 25. November 2020 wandte sich A._ an die Staatsanwaltschaft und stellte ein Wiederherstellungs- bzw. Revisionsgesuch. Er legte seinen Schreiben diverse Arztzeugnisse bei (act. 9015 ff.).
Die Staatsanwaltschaft leitete die Eingabe vom 25. November 2020 samt Akten am 30. November 2020 an das Kantonsgericht weiter.

Erwägungen
1.
Das Rechtsmittelverfahren wird grundsätzlich in der Sprache des angefochtenen Entscheids – vorliegend Französisch – durchgeführt (Art. 115 Abs. 4 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG, SGF 130.1]). Eine für den ganzen Kanton zuständige Behörde kann davon abweichen, wenn den Verfahrensparteien daraus kein schwerwiegender Nachteil erwächst und die beschuldigte Person in einem Strafverfahren zustimmt (Art. 118 Abs. 1 JG).
Vorliegend ist A._ deutscher Muttersprache, lebt in C._, reichte seine Eingaben in deutscher Sprache ein und beantragt, dass man ihm auf Deutsch schreibt. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens ist der Beschuldigte nicht dazu anzuhören. Das Verfahren vor dem Strafappellationshof kann somit auf Deutsch geführt werden.
2.
2.1. Nach Art. 21 Abs. 1 Bst. b StPO i.V.m. Art. 85 Abs. 2 JG ist der Strafappellationshof , um über Revisionsgesuche zu befinden. Es kann in einem schriftlichen Verfahren entschieden werden (Art. 390 Abs. 4 StPO). Ausser bei Gesuchen nach Art. 410 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 StPO sind Revisionsgesuche an keine Frist gebunden; sie sind schriftlich und begründet einzureichen. Im Gesuch sind die angerufenen Revisionsgründe zu bezeichnen und zu belegen (Art. 411 Abs. 1 StPO).
2.2. Das Berufungsgericht nimmt in einem schriftlichen Verfahren eine vorläufige Prüfung des Revisionsgesuchs vor. Ist das Gesuch offensichtlich unzulässig oder unbegründet oder wurde es mit den gleichen Vorbringen schon früher gestellt und abgelehnt, so tritt das Gericht nicht darauf ein (Art. 412 Abs. 1 und 2 StPO).
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Wer durch ein rechtskräftiges Urteil, einen Strafbefehl, einen nachträglichen richterlichen Entscheid oder einen Entscheid im selbstständigen Massnahmenverfahren beschwert ist, kann die Revision verlangen, wenn: a. neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue  vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch, eine wesentlich mildere oder wesentlich strengere Bestrafung der verurteilten Person oder eine Verurteilung der freigesprochenen Person herbeizuführen; b. der Entscheid mit einem späteren Strafentscheid, der den gleichen Sachverhalt betrifft, in unverträglichem Widerspruch steht; c. sich in einem anderen Strafverfahren erweist, dass durch eine strafbare Handlung auf das Ergebnis des Verfahrens eingewirkt worden ist; eine Verurteilung ist nicht erforderlich; ist das Strafverfahren nicht durchführbar, so kann der Beweis auf andere Weise erbracht werden. Die Revision wegen Verletzung der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) kann verlangt werden, wenn: a. der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem endgültigen Urteil festgestellt hat, dass die EMRK oder die Protokolle dazu verletzt worden sind; b. eine Entschädigung nicht  ist, die Folgen der Verletzung auszugleichen; und c. die Revision notwendig ist, um die  zu beseitigen (Art. 410 Abs. 1 und 2 StPO).
2.3. A._ begründet sein Gesuch wie folgt: Er sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, sich um diese Angelegenheit zu kümmern. Er habe sich in der besagten Zeit in mehreren ärztlichen Behandlungen und ambulanten Rehabilitationskliniken befunden. Er bittet um Wiederaufnahme des Strafverfahrens.
Damit macht er keine Revisionsgründe geltend, so dass auf sein Revisionsgesuch nicht  ist.
Über das Fristwiederherstellungsgesuch wird die Strafkammer des Kantonsgerichts in einem  Urteil entscheiden (502 2020 247).
3.
Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Demnach hat  A._ die Verfahrenskosten zu tragen. In Anbetracht der Umstände des vorliegenden Falles rechtfertigt es sich jedoch, ausnahmsweise auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.
(Dispositiv auf der nächsten Seite)
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