Decision ID: f83ac13d-bc6b-55a8-be03-4bd4ca6e8706
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1987 geborene X._
war seit 2
2.
Juli 2013 als
Kundendienstsach
be
arbeiterin
bei der
Y._
in
Z._
ange
stellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) im Rahmen des Bun
des
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert. Am 2
2.
November 2013 bremste ein vor ihr fahrendes Fahrzeug abrup
t ab
, weshalb sie
ihr Fahrzeug
ebenfalls
stark abbrem
sen musste. Hierbei
schlugen die auf de
r
Rückbank liegenden Sommerräder gegen die Rück
en
lehne des Fahrersitzes
und
versetzten ihr einen Schlag gegen die Wirbelsäule
(Urk. 8/1)
.
Die
Erstbe
handlung
fand am
2
8.
Nove
mber 2013 durch
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Innere Medizin
FMH,
statt,
welcher eine
Wirbelsäulen
kontusion
mit
Thorako
lumbalgie
diagnostizierte (
Urk.
8/7
/2
).
Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung un
d Taggeld
; Urk. 8/31
). Mit Ver
fügung vom 2
3.
Juli 2014
stellte sie diese -
unter
Hinweis auf die fehlende Adäquanz zwischen Unfallereignis und den geklagten Beschwerden - per 3
1
.
Juli 2014 ein (
Urk.
8
/
104). Die dagegen
erhobene Einsprache vom
15
.
Se
p
tember 2014
(
Urk.
8/110
)
wies sie mit Entscheid vom 2
1.
Januar
2015 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob
X._
am
2
3.
Februar
2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien
ihr
weiter
hin
die gesetzlichen Leistungen, namentlich Taggelder und Heilbehandlung,
auszurichten.
Eventual
iter seien weitere medizinische Abklärungen zu veran
lassen und auf dieser Grundlage über den Leistungsanspruch
neu zu entschei
den
(
Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
April
2015 schloss die SUVA auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
), was
der
Beschwerdeführer
in
am 1
3.
April 2015
zur Kennt
nis gebracht wurde
(
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie
infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bun
desgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
).
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Tag
geld
leistungen
dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
stö
rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit,
Affekt
labi
lität
, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4.
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule
oder einer äquiva
lenten Verletzung
auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf orga
nisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittle
ren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwi
schen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen wer
den.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre weite
re Leistungspflicht
mit der Begrün
dung
, dass
die geklagten Unfallfolgen nicht auf eine organisch-strukturelle Läsion zurückgeführt werden könnten.
Eine Nervenläsion habe sich nicht nachweisen lassen und die
bildgebenden Untersuchungen hätten lediglich dege
nerative
Veränderungen in der Lendenwirbelsäule
(LWS)
,
jedoch keine post
traumatischen
Veränderungen ergeben. Auch in der linken Hüfte habe sich keine traumatische Pathologie gezeigt.
Obschon der Unfallmechanismus das Vorliegen einer
Halswirbelsäulen
(HWS)-D
istorsion als fraglich erscheinen l
a
sse, w
e
rde zugunsten der Beschwerdeführerin davon ausgegangen, dass die zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen zumindest teil
weise vorhanden seien.
Das Ereignis vom
2
2.
November 2013 sei
einem
leichten
Unfall zu
zuordnen, weshalb ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen
diesem und den psychischen bzw. organisch nicht nachweisbaren Beschwe
rden verneint werden müsse. I
m Zeitpunkt der Leistungseinstellung
sei
keine nam
haft
e
Verbesserung der
Beschwerden mehr zu erwarten gewesen, weshalb die
Adäquanzbeurteilung
nicht zu früh erfolgt sei (
Urk.
2 S. 4 f. und
Urk.
7
).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass
der medizinische Endzustand
per 3
1.
Juli 2014
noch nicht erreicht
worden
sei und
d
ie Beschwerden aus dem Autou
nfall
bis heute
p
ersistiere
n
würden.
Dr.
A._
erachte
denn auch
eine weitere Behandlung f
ür dringend notwendig und
die Rehaklinik
B._
habe im Bericht vom
1.
Mai 2014 mit
einer
weiteren Behandlung eine erhebli
che Verbesserung der Beschwerdesymptomatik
prog
nostiziert.
Auf
den
kreisärztliche
n
Be
richt
von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
könne nicht abgestellt werden.
Dieser Bericht sei nicht in Kenntnis der vollständigen Akten erfolgt
,
nachdem der Bericht der Rehaklinik
B._
vom
1.
Mai 2014 nicht erwähnt worden sei.
Dr.
C._
habe
auch
lediglich
eine leichte Prellung der Wirbelsäule
diagnostiziert
und die Diagnose einer HWS-Distorsion ausser Acht
gelassen. Dass er
die Folgen
spätes
tens nac
h vier bis sechs
Wochen
als abgeheilt
beurteilt habe
, ste
he
im Widerspruch
zu den
Vorakten
.
Gestützt auf den Bericht von
Dr.
A._
vom 1
0.
September 2014 und den Bericht der Rehaklinik
B._
vom
1.
Mai 2014 sei der Endzustand per 3
1.
Juli 2014
noch
nicht erreicht. F
olglich
sei
die Beschwerdegegnerin weiterhin verpflichtet
,
die Leistungen (Taggeldleistungen und Heilbehandlun
gen) auszurichten
(
Urk.
1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Dr.
A._
berichtete im Dokumentationsfragebogen für die Erstkonsultation nach
k
r
a
nio
-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 2
8.
November 2013 über die Erstbehandlung der Beschwerdeführerin
am selben Tag
. Im Untersuchungs
befund
beschrieb er einen Druckschmerz im Nackenbereich sowie
Ruheschmer
zen
, einen
Stauchungsschmerz ohne Ausstrahlung und Schmerz
/
Funktions
ein
schränkungen
an der thorakalen Wirbelsäule.
Er ver
merkte
weder
Übelkeit
oder
Erbrechen
noch
Hör- und Sehstörung
und wies
dar
auf
hin, die Beschwer
de
führerin habe das Auftreten
von
K
opf- und Nackenschmerzen sowie
von Schwindel und Konzentrationsstörungen
innert 24-36 Stunden angegeben
. In der neurolo
gischen Untersuchung verzeichnete er
einen
unauffälligen Status
und die aktuelle Bewusstseinslage beurteilte er mit einem
Wert der
Glasgo
w
Coma
Skala
(GCS) von 1
5.
D
as Vorli
egen äusserer
Verletzun
gen oder
anderer Auffälligkeiten
verneinte er,
vermerkte, dass keine
bildgebende
n
Untersuchungen
durchgeführt worden seien
,
und
stellte
in Anlehnung an die Quebec
-
Task
-
Force-Klassi
fikation
die
Diagnose
einer
HWS
Distorsion Grad II. Es wurde
Analgetika
ver
ordnet und ab 2
6.
November 2013 bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
attestiert
(
Urk.
8/55).
Im Zeugnis vom 1
0.
Dezember 2013
berichtete
Dr.
A._
hingegen über eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung und
Druckdolenz
der paraspinalen Muskulatur
thorakolumbal
und nannte als Diagnose eine
Wirbelsäulenkontu
sion
mit
Thorakolumbalgie
(
Urk.
8/7). Am 3
1.
März 2014 diagnostizierte er unter Hinweis unter anderem auf anhaltende Kopfschmerzen eine
Wirbelsäulen
kontusion
mit HWS-Distorsion und
Thorakolumbalgie
(Urk. 8/48).
3.2
Im Bericht des Röntgeninstituts
D._
Centers vom
6.
Januar 2014 wurde aufgrund einer Magnetresonanztomographie (MRT
) der HWS vom glei
chen Tag der B
efund wie folgt umschrieben:
„
Streckhaltung. Regelrechte Konfi
guration der Wirbelkörper. Regelrechte Hyd
rat
ation der Bandscheiben ohne wesentliche Höhenminderung. Keine Diskushernie. Normal weite
Neurofora
mina
. Normal weiter Spinalkanal. Regelrecht
e
Darstellung des zervikalen
Myelons
.“
Der zuständige Arzt
beschrieb neben
einer Streckhaltung eine regel
re
chte Darstellung der HWS (
Urk.
8/16).
3.3
Dr.
med.
E._
,
Facharzt Neurologie FMH
,
vermerkte
im Bericht vom
2
4.
April 2014
eine Rückenkontusion vom 2
2.
November 2013
,
die vornehmlich die Brustwirb
elsäule (BWS) betroffen habe
,
mit
persistierende
n
panvertebralen
Beschwerden
.
Er
diagnostizierte einen Status nach Wirbelsäulenkontusion am 2
2.
November 2014 (richtig: 2013) mit persistierendem
Panvertebralsyndrom
und wahrscheinlicher
Symptomausweitung.
Weiter führte er aus, e
s fänden sich
keine Hinweise, dass beim
Unfall Nervengewebe geschädigt worden sei. Die angegebenen Sensibilitätsstörungen am linken Oberschenkel und proximalen Unterschenkel sei
en
vermutlich nicht organischer Natur. Im Falle
einer
lumbo
radikulären
Problematik würde er eine linksseitige Ab
schwächung des Adduk
tor- und des
Patellarsehnenreflexes sowie ein
e
pathologische
Elektromyografie
(
EMG
)
der segmentalen Muskulatur L3 und L4 lin
ks erwarten. Alle diese patho
log
i
s
chen Befunde
seien bei der Beschwerdeführerin nicht nachweisbar. Gleich
wohl empfehle er sicherheitshalber zum definitiven Ausschluss einer
radikulä
ren
Kompression die Veranlassung eines LW
S
-
MRI. Er nehme an, dass die
angegebenen Sensibili
t
ätsstörungen ebenso eine Sy
m
ptomausweitung da
r
stellten
wie der Schwindel und das
Verschwommensehen
. Er empfehle ein wei
terführen der
Kraniosakraltherapie
und einen möglichst baldigen Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess mit initial niedrigem
P
ensum
(
Urk.
8/62/2).
3.4
Am
1.
Mai 2014
berichteten die Ärzte der Rehaklinik
B._
über das ambu
lante Assessment vom 2
6.
April 2014
(
Urk.
8/65).
In diagnostischer Hinsicht sprachen sie von einer HWS-Distorsion nach Wirbelsäulenkontusion durch Autoreifen
(S. 1)
.
In den Schlussfolgerungen und Empfehlungen wiesen die Ärzte darauf hin, dass die Beschwerdeführerin eine gute Leistungsbereitschaft
gezeigt
habe
und
für
die
aktive
n
und passive
n
Therapiemassnahmen
ein guter Zugang gefunden worden sei
.
Die minimale Performance sei erreicht worden
(S.
3),
obgleich in der Abklärung
Diskrepanzen der funktionellen Fähigkeit bei verschiedenen Aktivitäten und in verschiedenen Situationen
beobachtet worden seien (S. 9)
. Anhand der Abklärungsresultate
empfahlen sie
ei
ne weiterführende Physiotherapie
, zunächst zwei
-
bis dreimal wöchentlich
,
mit Betonung aktiver Bewegungstherapie inklusive medizinische Trainingstherapie (MTT), wobei d
ie Gewichtsbelastung im Training su
kzessive gesteigert werden soll
e. Die
einzel
the
ra
peutischen
Sitzungen
soll
t
e
n
auch dazu genutzt werden,
schmerzmodu
lierende
Techniken, ergonomische Arbeitshaltungen und Entlastungstechniken zu vermitteln. Im Verlauf
,
nach genauer Instruktion
der Trainingsapparaturen
,
empfählen
sie ein selbständiges Training in einem nahe gelegenen Fitnesscen
ter.
Die Ärzte wiesen darauf hin, dass im Hinblick auf den bisherigen Verlauf und die bisherigen Resultate unter der Therapieempfehlung von einer guten Prognose und
einer
raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (S.
3
-4
).
3.5
In den Berichten des Röntgeninstituts
D._
vom 1
3.
Mai und vom 1
5.
Mai 2014 beurteilte der zuständige Radiologe die bildgebenden Bef
unde aufgrund von
Magnetresonanztomografien
der HWS
,
BWS und LWS
sowie
des linken Hüftgelenks. Zum Befund an der HWS
wies
er auf
ein
e
im Vergleich mit der Voruntersuchung vom
6.
Januar 2014
unv
eränderte leichte
Streck
haltung
hin
. W
eiterhin
bestünden
weder
Hinweise auf
eine
posttraumati
sche
ossäre
Läsion
oder
Wirbelkörperdislokation
noch
auf eine
Dis
kushernie
, eine
Läsion oder
einen
radikulär
komprimierenden Prozess.
A
n
der
BWS
zeigten sich keine
Hinw
e
i
se
für
eine posttraumatische
ossäre
Läsion oder
eine
Wirbelkörperdislokation. Auf der Höhe des Brustwirbelkörpers
(BWK) 11 beschrieb er
einen leichten Keilwirbel im Rahmen eines Status na
ch abortivem Morbus Scheuermann mit
normal weite
n
Zwischenräume
n
und
vermerkte
eine regelrechte Darstellung des
thorakalen
Myelons
.
Die
MRT der LWS
mache
eine leichte Streckhaltung ohne Hinweise auf eine posttraumatische
ossäre
Läsion
, eine regelrechte Hydratation
der
Bandscheiben ohne wesen
tliche Höhenminde
rung
en
sichtbar
.
Der Radiologe
ersah
kein
e
Diskushernie
, ein
en
normal weite
n
Spinalkanal und
leichtgradige
Intervertebralarthrose
n
im
unteren LWS-Bereich
und hielt
eine regelrechte Darstellung des
Conus
medullaris
fest
.
Den
Befund
am linken Hüftgelenk
beschrieb
er
als
u
nauffällig
ohne Hinweise auf eine post
traumatische Läsion
(
Urk.
8/83
und
Urk.
8/84).
3.6
Kreisarzt
Dr.
C._
wies
im Untersuchungsbericht vom 1
5.
Juli 2014
darauf
hin, d
as Gangbild sei flüssig, raumgreifend, nicht hinkend. Die Schultern rechts seien hängend, das Becken leicht nach rechts
gekippt und es bestünde
n
eine S
f
örmige Skoliose
,
von der Seite betrachtet eine physiologische Lordose der HWS, eine etwas abgeflachte Kyphose der BWS und eine physiologisch
e
Lor
dose
der LWS
und
ein
deutliches Abstehen der
Scapulae
.
Er verzeichnete deutli
che Druck- und Klopfschmerzen über den Dornfortsätzen der HWS, der mittle
ren BWS sowie sehr stark auf Höhe L
5.
D
eutliche Druck- und
K
lo
pfschmerzan
gaben
seien
über dem
Iliosakralgelenk
(ISG)
auslösbar. Die
paravertebrale Mus
kulatur
sei nicht kräftig und
im Bereich der BWS
sehr schwach
ausgebildet
. Wesentliche Verspannungen paravertebral seien nicht vorhanden und
Myoge
losen
nicht tastbar. Er diagnostizierte
eine Prellung der Wirbelsäule und hielt
ab dem Untersuchungstag
(
1
5.
Juli 2014
)
unfallbedingt eine
volle Arbeitsfähigkeit ohn
e jegliche Einschränkung fest.
D
ie noch vorhandenen Beschwerden
hielt er
nicht mehr
für
unfallkausal
,
sondern
seien
Folge der sehr schlechten
paraver
tebralen
muskulären Verfassung. Strukturelle objektivierbare Folgen des Unfalls
lägen nicht vor
,
was mittels MRI sowie der neurologischen Untersuchung belegt sei
. Der Unfall sei nicht geeignet gewesen, die demonstrierten Beschwerden her
vorzurufen beziehungsweise über diese lange Zeit zu unterhalten. Abweichend zu seiner Einschätzung vom 1
1.
März 2014, als er die Beschwerden noch als unfallkausal betrachtet hatte (
Urk.
8/20), hielt er nunmehr fest, aus medizini
scher Sicht könne eine leichte
Prellung der Wirbelsäule spätestens nach vier bis sechs Wochen als abgeheilt angesehen werden. Der Kreisarzt befand, der End
zustand sei erreicht und unfallbedingt seien ausser intensivem Training keine Behandlungen mehr notwendig
(Urk.
8/103 S. 3 f.).
3.7
Dr.
A._
äusserte sich im Bericht vom 1
0.
September 2014 zu den Fragen der Beschwerdeführerin vom
2.
September 2014
(
Urk.
10/110 S. 9 f.)
. Er hielt fest, subjektiv bestünden Rückenschmerzen in der ganzen Länge, vor allem lumbal mit Ausstrahlung in da
s
linke Bein
sowie
cervical
mit Ausstrahlung in den Hinterkopf rechtsbetont. Objektive Befunde seien schwer fassbar und eine Kern
spintomographie der ganzen Wirbelsäule habe keine gravierenden Ver
letzungen gezeigt. Er stellte die Diagnose eines posttraumatischen
Panver
tebralsyndroms
und wies darauf hin, dass die jetzigen Beschwerden mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem
Unfall
ereignis
vom November 2013 stünden. Diese Feststellung
basiere
darauf, dass er die Patientin als Hausarzt seit über 20 Jahren kenne und betreue und die jetzige Symptomatik
im Anschlus
s an den Autounfall aufgetreten,
und
konsistent
und persistieren
d
vorhanden sei
.
Die früheren Unfälle (
Urk.
8/88) seien mit Beschwerdefreiheit abgeschlossen worden und hätte keine Auswir
kungen auf das jetzige Beschwerdebild (vgl. dazu auch telefonische Aussage des
Chiro
praktors
, Urk. 8/50).
Aufgrund seiner Feststellungen habe er die Beschwer
de
führerin seit dem 2
6.
November 2013 als 100
%
arbeitsunfähig beurteilt. D
ie von
Dr.
C._
ab
5.
Juli 2014
bescheinigte
vollständige Arbeitsfähigkeit könne er nicht nachvollziehen. Eine weitere Heilbehandlung der Beschwerden als Folge des Unfalls sei notwendig und eine vollständige Restitution anzustreben und auch
weiterhin möglich. Die Da
uer der weiteren Behandlung sei
noch nicht absehbar (
Urk.
8/110
/7-8
)
4.
4.1
Vorweg ist zu prüfen, ob zwischen den
verbliebenen
Beschwerden und dem Unfall vom
22.
November 2013
ein natürlicher Kausalzu
sammenhang vorliegt (vgl. E. 1.2
hievor
).
4
.2
Das höchste Gericht führte in seiner Rechtsprechung aus, dass im Hinblick auf die in der medizinischen Wissenschaft gesicherten Erkenntnisse nach
Schleu
der
trauma
die Zurechnung eines solchen zu einem Unfall zu verneinen sei, wenn die Latenzzeit von Beschwerden und medizinischen Befunden in der Halsregion nicht binnen 24
bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftre
ten (Urteil des Bundesgerichts U 264/97 vom 1
2.
August 1999). Hierbei genügt es, wenn die versicherte Person an Nackenschmerzen leidet, und weitere
pra
xis
gemässe
Beschwerden (E. 1.3
hievor
) erst mit der Zeit hinzukommen.
Diesfalls
ist vom Vorliegen einer HWS-Distorsion auszugehen (Urteil des Bundesgerichts U
33
6/06 vom 3
0.
Juli 2007 E. 5.1).
4
.3
N
icht
strittig ist
die
Sachverhaltsdarstellung der
Beschwerdeführer
in
,
wonach
sich das
Unfalle
reignis am Fr
eitag
,
den 2
2.
November 2013 nach Feierabend zutrug
,
sie
kurz danach und
über das Wochenende
unter Unwohlsein, Schwin
del und Rückenschmerzen
litt
,
die Arbeit
am Montag trotzdem
aufnahm
, diese aber
n
ach Rücksprache mit
ihrem
Vorgesetzten wegen Unwohlsein
vorzeitig abbrach und
nach Hause
ging
(
Urk.
8/11).
A
nl
äss
lich
der
ärztlichen
Erstuntersu
chung
vom 2
8.
November 2013
klagte
sie sodann
über Schmerzen
im
Nacken
bereich
, Kopfschmerzen, Schwindel
und Konzentrationsstörungen
(E.
3.1).
4
.4
Damit ergibt sich, dass bei der
Beschwerdeführer
in
innerhalb der
rechtspre
ch
ungsgemäss
geforderten Zeit Rücken
schmerzen aufgetreten sind.
In Bezug auf die ärztlicherseits gestellte Diagnose einer HWS-Distorsion (E. 1.3
hievor
) bleibt festzuhalten, dass die Ärzte der Rehaklinik
B._
wie auch Dr.
A._
eine entsprechende Diagnose
stellten, doch sprach der Hausarzt in Übereinstimmung mit dem Neurologen und
Dr.
C._
später (auch) von einer
Wirbelsäulenkon
tusion
und Schmerzen
thorakolumbal
(E. 3.1). In Anbetracht der Schilderung des Unfallereignisses, wonach bei einem brüsken Bremsmanöver ein Autoreifen vom Rücksitz gegen den Fahrersitz geprallt ist (
Urk.
8/7/2), ist mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dabei nicht nur die
thorako
lumbale
Wirbelsäule, sondern auch die HWS wenigstens im Sinne einer HWS
Distorsion-ähnlichen Verletzung in Mitleidenschaft gezogen und somit zu Recht eine entsprechende Diagnose gestellt wurde.
Trotz der unterschiedlichen Diagnosen sind unter diesem Umständen die
recht
spre
chungsgemäss
geforderten Voraussetzungen erfüllt, welche das Vor
liegen d
es natürlichen Kausalzusammenhangs
bei einer der HWS-Distorsion äqui
valenten Verletzung vermuten lassen
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_792/2009 vom
1.
Februar 2010 E. 6.1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 4b und E. 5d/
aa
).
Damit ist im Folgenden die Frage der Adäquanz zu prüfen, welche in Anbe
tracht der einer HWS-Distorsion äquivalenten Verletzung anhand der für die
Schleudertrauma-Rechtsprechung
massgebenden Kriterien nach
B
GE 134 V 109 E. 10 zu erfolgen hat,
zumal die Beschwerdeführerin nach Lage der Akten an keinen psychischen Beschwerden leidet.
5.
5.1
5.
1.
1
In Bezug auf die Adäquanzf
rage ist zu klären, ob die von der
Beschwerdeführe
r
in
geklagten Beschwerden einem organisch nachweisbaren unfallbedingten Substrat zuzuordnen sind.
5
.
1.
2
Dies ist
zu verneinen, konnten
doch
weder in den klinischen Untersuchungen anlässlich der Erstbehandlung nach dem Unfallereignis
(E. 3.1) noch
in den späteren bildgebenden Abklärungen
(E.
3.2 und. E. 3.5)
ossäre
Verletzungen nachgewiesen werden und zeigte
auch
die neurologische Unter
suchung
ei
nen unauffälligen Status (E. 3.3
).
G
estützt auf die unauffälligen bildgebenden Befunde und in Übereinstimmung mit dem Neurologen
Dr.
E._
legte der Kreisarzt
nachvollziehbar dar
, dass strukturelle objektivierbare Folgen des Unfalls fehlten
.
Im Übrigen bezeichnete selbst
der Hausarzt
die
Rückenbeschwerden mit Ausstrahlungen
als
subjektiv, wobei er ausdrücklich auf die schwer fassbaren objektiven Befunde und die fehlenden Verletzungen an der Wirbelsäule hinwies.
5.1.3
Aufgrund der Aktenlag
e steht somit fest, dass die von
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden nicht auf unfallbedingte organisch nachweisbare
Funk
tionsausfälle
zurückzuführen sind. Ein organisches Substrat der geklagten gesund
heitlichen Störungen im Sinne einer bildgebend oder sonst wie nach
weisbaren strukturellen Veränder
ung ist mithin auszuschliessen.
5.2
Bei der
weiteren
Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Die Beschwerdegegner
in hat das
Unfaller
eignis
vom 2
2.
November 2013
, bei dem ein auf der umgekippten Rückbank liegendes Sommerrad bei einem Bremsmanöver gegen die Rückenlehne Fahrer
sitzes schlug,
den
leichten
Unfällen
zugeordnet
(
Urk.
2 S.
5
) und
hieran
in der Beschwerdeantwort
(
Urk.
7
Ziff.
6
)
festgehalten
.
Eine andere Sichtweise wurde von der Beschwerdeführerin
ausdrücklich
nicht geltend gemacht
(
Urk.
1 S. 4 Mitte)
.
Im Hinblick auf
ihre eigene
Sachverhaltsdarstell
ung
(
Urk.
8/11)
sowie
die
Fotodokumentation
,
ohne
erkennbare
Schäden an der Rückenlehne des Fahrer
sitze (
Urk.
8/79/1)
, ist
auf einen
leichten
Unfall
zu schliessen und damit die
Adäquanz des Kausalzusammenhangs
ohne weiteres
zu verneinen
, was seitens der Beschwerdeführerin unbeanstandet blieb (
Urk.
1 S. 4 Mitte
)
.
5.3
Wollte man
eine Adäquanzbeurteilung nach den für mittelschwere
- unter Würdi
gung der einerseits wohl nicht ganz geringen Geschwindigkeit bei Ein
leitung des Bremsmanövers in einer 60er Zone sowie anderseits der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Fahrt fortsetzen und am Geschäftsessen teil
nehmen konnte (
Urk.
8/11/1) - an der Grenze zu den leichten
Unfälle geltenden Grundsätzen prüfen (vgl. dazu RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 E.
3b, U 16/97), ändert dies
am Ergebnis
nichts
. Die Adäquanz wäre demzufolge
nur
zu bejahen, wenn ein einzelnes der massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder wenn die Kriterien insgesamt in gehäufter od
er auffallen
der Weise (mindestens vier Kriterien, Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom
7.
Dezember 2009 E. 5) vorliegen
.
5.3.1
Der Unfall vom 2
2.
November 2013 weist weder eine besondere Eindrücklich
keit auf, noch war er mit besonders dramatischen Begleitumständen verbunden.
5.3.2
Auch liegt
keine schwere Verletzungen oder
eine
solche besonderer Art
vor, ergaben sich doch weder in der klinischen
noch in den
bildgebenden Untersu
chungen
Hinweise auf
ossäre
Läsionen
.
Die im Jahr 2005 beim
Snowboardun
fall
erlittene Schädigung der HWS (
Urk.
8/88) war vollständig abgeheilt, so dass das Kriterium nicht erfüllt ist.
5.3.3
Fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche Behandlungen sind nicht aktenkun
dig. Abgesehen davon gilt eine Behandlungsbedürftigkeit in Form von medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie während zwei bis drei Jahren nach einer HWS-Distorsion durchaus als üblich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 2
3.
April 2008 E. 5.2).
Zudem stellen
manualtherapeutische
Behandlungen wie Physio- und
Kraniosakraltherapie
keine spezifischen Behandlungen im Sinne des Kriteriums dar.
5.3.4
Erhebliche, ohne wesentlichen Unterbruch bestehende Beschwerden sind nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabs
chluss adäquanzrelevant. D
ie ärztlichen Berichte
verz
eichnen
hauptsächlich
,
Rücken-,
Kopf- und
Nacken
schmerzen
, Schwindel
und
Konzentrationsschwierigkeiten
.
Angesichts der a
ndauernden
Beschwerden kann das Kriterium
als grundsätzlich erfüllt angese
hen werden.
Auch wenn dadurch die Freizeitaktivitäten (Tanzen
Motorrad
fahren
) beeinträchtigt sind
(Urk. 8/68/4),
übersteigen
sie indes
das bei
Schleu
dertrauma-Verletzungen
übliche Mass nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte
(Urteil des Bundesgerichts
8C_13/2008 vom
1.
Oktober
2008
E. 3.2.3). Dies gilt umso mehr, als die Schmerzen nicht durchwegs als ausgewiesen bezeichnet werden können, wies doch der Neurologe auf Selbstlimitierung hin und auch die Ärzte der Rehaklinik
B._
sprachen von Diskrepanzen zwischen den gezeigten Fähigkeiten bei verschiedenen Aktivitäten und Situationen (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_402/2007 vom 2
3.
April
2008
E. 5.2.5).
5.3.5
Hinweise auf eine die Unfallfolgen verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung fehlen in den medizinischen Akten, weshalb dieses Kriterium nicht anerkannt werden kann.
5.3.6
Ohne
Weiteres
zu verneinen ist sodann das Kriterium des schwierigen
Heilungs
verlaufs
und der erheblichen Komplikationen. Hierfür bedürfte es besonderer Gründe, welche
den
Heilung
sverlauf
beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt ebenso wenig (vgl. hierzu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_1015/2008 vom 6.
April 2009 E. 5.4.3) wie der Umstand, dass die versicherte Person unter verschiedenartigen Symp
tomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizinischer Untersuchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charakteristi
sches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b).
5.3.7
Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstrengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Distorsionen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengun
gen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung schnellstmöglich wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche
Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitli
chen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach
Art.
19
Abs.
1 UVG in erhebli
chem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen).
Z
wischen dem Unfallereignis vom 2
2.
November 2013
und dem Fallabschluss vom
3
1. Juli 2014
sind keine beruflichen Anstrengungen zur Wiedereingliede
rung aktenkundig. Dem
kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 1
5.
Juli 2014
ist
zu entnehmen, dass
seit dem Unfallereignis keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen
wurde
(
Urk.
8/103/2), obwohl bereits
im
Bericht der Rehaklinik
B._
von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit die Rede war (
Urk.
8/68/6). Ebenso wenig hat sie die dort empfohlene
Kräftigungsthera
pie
in hinreichenden Ausmass durchgeführt, erhob doch der Kreisarzt weiterhin eine schlechte muskuläre Verfassung (Urk.
8/103/4). Vielmehr teilte
die Beschwerdeführerin mit, dass sie mit einer Terminierung der
Unfallversiche
rungsleistungen
nicht einverstanden sei, da sie nicht wisse
,
wovon sie dann leben solle und von der Arbeitslosenkasse auch keine Leistungen
erwarten könne
, da sie die Beitragspflicht nicht erfülle, weil sie noch ein halbes Jahr im Ausland gewesen sei (
Urk.
8/101
).
In dieser Haltung ist kein Wille erkennbar, sich
raschmöglichst
wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern.
Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kann somit nicht bejaht werden.
5.4
Von den
sieben relevanten Kriterien könnte
demnach höchstens eines in nicht besond
ers ausgeprägter Weise erfüllt
betrachtet werden
, was selbst beim
Schweregrad
ein
e
s
mittelschweren
Unfalls
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
nicht für die Bejahung der Adäquanz
ausreiche
n
würde
.
6.
6.1
Nach dem Ge
sagten ergibt sich, dass die von
der
Beschwerdeführer
in
ab August 2014
weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen in keinem
adäquaten
Kausal
zusam
menhang zum Verkehrsunfall vom 2
2.
November 2013
stehen.
Strittig und zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu früh ein
gestellt hat, wie die Beschwerdeführerin unter Berufung auf das Nichterreichen des medizinischen Endzustandes zur Hauptsache rügte (
Urk.
1 S. 4 f.).
Die Adäquanzprüfung ist in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann.
Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen abzuschliessen
(BGE 134 V 109 E. 4.1).
Ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann, beurteilt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit sie unfallbedingt beeinträchtigt war. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes
„
namhaft
“
des Gesetzgebers, dass die durch weitere Heilbehand
lung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss
(BGE
134 V 109 E. 4.3
).
Dr.
C._
erklärte in Übereinstimmung mit der Einschätzung von
Dr.
E._
und den Ärzten der Rehaklinik
B._
und unter Hinweis auf die wiedererlangte vollständige Arbeitsfähigkeit, der Endzustand sei erreicht und es seien keine ärztlichen Behandlungen mehr notwendig, sondern vielmehr intensives Training, das einer Leistungseinstellung nicht entgegen steht. Diese Beurteilung erscheint schlüssig und wird von der gegenteiligen Ansicht von Dr.
A._
nicht in Zweifel gezogen. Er erachtete zwar weitere Heilbehandlung für medizi
nisch indiziert, ohne jedoch eine konkrete Therapie zu bezeichnen (Urk. 8/110/7-8), weshalb ihm nicht gefolgt werden kann. Mit dem Hinweis, es sei „eine vollständige Restitution anzustreben“, übersieht Dr.
A._
sodann, dass für die Leistungseinstellung keine Beschwerdefreiheit vorausgesetzt wird, wenn die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt und diesbezüglich keine Verbesse
rung mehr möglich ist.
Insofern ist a
uch
nicht entscheidend, dass der Kreisarzt
Dr.
C._
lediglich die Diagnose einer Rück
en
prellung aufführt
e
und in seinem Untersuchungsbericht
bei der Aufzählung der medizinischen Aktenstücke
die Berichterstattung der Rehaklinik
B._
weggelassen hat. Denn einig sind
sich
diese
Ärzte darin, dass
keine ärztliche Behandlungsbedürftigkeit mehr besteht
.
6
.2
Auf die m
it dem Eventualantrag verlangten weiteren medizinischen Abklärun
gen
(
Urk.
1 S. 2) kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden. Die strittigen Fragen können gestützt auf die bei den Akten l
iegenden fachärztli
chen
Untersuchung
sberichten
zuverlässig beurteilt werden, wie sich aus den vorsteh
enden Erwägungen ergibt. Von den
beantragten
weiteren Abklärungen
sind mithin keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.