Decision ID: 10632b25-2345-4538-9111-e4962652f41f
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a
A._ war als Maler bei der B._ GmbH angestellt und dadurch bei der Suva gegen
die Folgen von Unfällen versichert, als er am 3. Oktober 2007 beim Streichen der
Firstbalken einer Dachwohnung von einer dreiteiligen ausziehbaren Kombi-/Stehleiter
auf den Boden stürzte. Der Versicherte verlor nach seinen Angaben beim Aufprall das
Bewusstsein. Ein im gleichen Gebäude tätiger Monteur kam dem Versicherten zu Hilfe
(vgl. UV-act. 8, 11, 43, 61, 90-6 f./36/40 f./55 f./61 f./64/69, 112-2, 163-6, 228, 252-3
ff., 342-2, act. G 1.1, 1.2, 1.3).
A.b Dr. med. C._, praktizierender Arzt, welcher den Versicherten als
erstbehandelnder Arzt untersuchte, erhob als Befund noch am Unfalltag eine 5 cm
lange tiefe Rissquetschwunde an der linken Augenbraue sowie eine Druckdolenz linker
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Thorax (UV-act. 8). Nach der Erstbehandlung wurde der Versicherte ins Spital D._
überführt, wo er bis am 5. Oktober 2007 hospitalisiert war. Im Austrittsbericht
diagnostizierten Dr. med. E._ und Dr. med. F._, Klinik für Chirurgie und Orthopädie,
ein Schädelhirntrauma (Commotio cerebri), eine Thoraxprellung linksseitig und eine
supraorbitale Rissquetschwunde links. Es bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab
dem Unfall (UV-act. 11, vgl. auch UV-act. 2 f., 13, 17).
A.c Im Arztbericht vom 29. November 2007 (UV-act. 25) hielt Dr. med. G._, Facharzt
für Radiologie, basierend auf einem aktuellen MRI des Schädels einen diskreten,
präzentral links kortikomedullär lokalisierten Blutungsrest fest, der durchaus vereinbar
sei mit einer posttraumatischen Läsion, nicht sehr zahlreiche, unspezifische
Herdläsionen im periventrikulären Marklager beidseits, welche in erster Linie im Sinne
vaskulärer Demyelinisierungen zu interpretieren seien, eine chronische Sinusitis
maxillaris rechts mit deutlichem Volumenverlust des Sinus sowie eine geringfügige
Schleimhautreaktion ethmoidal. Nach dem Klinikaustritt wurde der Versicherte von Dr.
med. H._, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, betreut. Im
Arztbericht vom 15. Dezember 2007 (UV-act. 20) berichtete Dr. H._, dass die Bursitis
präpatellaris und die Schmerzen im Thoraxbereich (Rippenkontusion) relativ rasch
gebessert hätten, die Kopfschmerzen dagegen hartnäckig seien. Im Weiteren erwähnte
sie, dass der Versicherte über die typischen Post-Commotio-Beschwerden wie
Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit, Schwindel bei rascher Kopfbewegung etc.
klage. Im Arztbericht vom 8. Januar 2008 (UV-act. 24) führte sie aus, dass der
Versicherte seit dem Unfall immer über schwere Kopfschmerzen mit Übelkeit bis zum
Erbrechen und über Lärm- und Lichtempfindlichkeit klage, und zweimal sei es zu einem
Sturz wegen Schwindels gekommen. Im Weiteren stellte sie eine depressive
Verstimmung fest. In den folgenden Monaten wurde bei einer Besserung des
Gesundheitszustandes eine Teilarbeitsfähigkeit in wechselnder Höhe bescheinigt,
wobei der Beschwerdeführer diese wegen Arbeitslosigkeit nicht verwerten konnte (vgl.
UV-act. 20, 22, 24, 28 f., 33, 35 f., 42).
A.d Auf Zuweisung der Suva erfolgte am 3. März 2008 in der Klinik Valens eine
neurologische Beurteilung. Im Bericht vom 12. März 2008 (UV-act. 43) diagnostizierte
Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie FMH, ein leichtes bis mittelschweres
Schädelhirntrauma mit bildmorphologischem Nachweis einer substantiellen
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Hirnschädigung im Sinne von kleinen biparietalen Läsionen (mit Hämosiderinnachweis
in den FFE-Wichtungen) sowie klinisch: Konzentrationsminderung,
Aufmerksamkeitsstörung, leichte Unsicherheiten bei den erschwerten Gangprüfungen,
Ängstlichkeit und Dekonditionierung. Es gebe keine Hinweise auf Simulation oder
Aggravation. Die Arbeitsunfähigkeit wurde mit 100% für die angestammte Tätigkeit und
mit 50% für eine leidensangepasste Tätigkeit eingeschätzt. Ab dem 1. Mai 2008 wurde
der Versicherte stationär in der Klinik Valens behandelt und eine berufliche Erprobung
(EVAL) durchgeführt. Am 9. Juni 2008 berichtete Dr. J._, Klinik Valens, über
erhebliche psychisch bedingte Einschränkungen und bejahte die natürliche Kausalität
der Beschwerden zum Unfallereignis vom 3. Oktober 2007 (UV-act. 56). Im
Austrittsbericht vom 17. Juni 2008 diagnostizierten Dr. J._ und Dr. I._ erneut ein
leichtes bis mittelschweres Schädelhirntrauma bei gleichbleibenden klinischen
Befunden wie am 12. März 2008, erhoben zudem den Verdacht auf ein hirnorganisches
Psychosyndrom mit Hinweisen für deutliche Inkonsistenzen im Sinne einer
Fehlverarbeitung mit depressiver Komponente sowie ein cervico-cephales
Schmerzsyndrom (UV-act. 63). Vom 28. Juli bis 9. Dezember 2008 war der Versicherte
in tagesklinischer Behandlung im Psychiatriezentrum K._. Im Austrittsbericht vom 19.
Dezember 2008 erhoben lic. phil. L._ und Dr. med. M._ den Verdacht auf ein
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma, denn verschiedene Symptome
wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpftheit, Reizbarkeit, Störungen der
Konzentration, des geistigen Leistungsvermögens, des Gedächtnisses und eine
verminderte Belastungsfähigkeit bei Stress sowie bei emotionalen Reizen sprächen
dafür. Im Weiteren hätten beim Versicherten Depressivität und Ängste beobachtet
werden können (UV-act. 84). In den Arztberichten vom 2./3. März 2009 nannte Dr.
H._ als Diagnosen ein Schädelhirntrauma und ein Psychosyndrom nach
Schädelhirntrauma und als aktuelle Symptome insbesondere chronifizierte Kopf- und
Nackenschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen und Leistungsminderungen
sowie Angstsymptome. Sie ging von einer medizinisch begründeten 100%igen
Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres aus (UV-act. 87).
A.e In der Stellungnahme vom 28. Mai 2009 erklärte Kreisarzt Dr. med. N._, dass mit
Wahrscheinlichkeit noch objektivierbare strukturell fassbare Unfallfolgen vorliegen
würden (UV-act. 92). Im Arztbericht vom 17. September 2009 erklärt Dr. med. O._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, dass sich das Krankheitsbild
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während der ganzen Behandlung (Juni 2008 bis Februar 2009) nicht verändert habe
(Nackenschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, reduzierte Belastbarkeit
unter Stress, reduziertes geistiges Leistungsvermögen des Gedächtnisses, depressive
und Angstsymptomatik). Es handle sich um eine längerfristige dysfunktionale
Krankheits-/Symptomverarbeitung. Da der Versicherte über sehr geringe Ressourcen
verfüge, sei die Behandlung medikamentös orientiert gewesen (UV-act. 126). Im
Bericht des versicherungspsychiatrischen Dienstes der Suva Chur vom 12. März 2010
über die psychiatrische Untersuchung vom 27. Oktober 2009 (UV-act. 163)
diagnostizierte med. prakt. P._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2) oder allenfalls
bei fehlender ausgewiesener Bewusstlosigkeit eine sonstige organische
Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder
Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10: F07.8). Die Ärztin ging von einer ungünstigen
Prognose aus und wies darauf hin, dass die Ausdrucksmöglichkeiten des Versicherten
auf Deutsch sehr eingeschränkt seien und die sprachlichen Schwierigkeiten die
optimale Durchführung sämtlicher Therapien erschweren würden. Die bisherigen
Behandlungen seien subjektiv wie objektiv grösstenteils erfolglos geblieben. Trotz
dauerhafter und hochdosierter Antidepressiva-Medikamentation sei keine
Verbesserung der depressiven Entwicklung zu verzeichnen (UV-act. 163-11). Im einer
neurologischen Beurteilung vom 26. Mai 2010 (UV-act. 168) erklärte Dr. med. Q._,
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie FMH, von der Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva, dass es in der Bildgebung - sowohl in den beiden
initial durchgeführten CT als auch im MRI nach sechs Wochen - keinen Hinweis auf
eine auf den Unfall zurückzuführende strukturelle Läsion gebe. Im Bericht vom 8.
September 2010 (UV-act. 176) ergänzte Dr. Q._, dass die einzelnen Läsionen in den
SWI-Sequenzen ihres Erachtens wahrscheinlich ein Relikt einer kleineren Blutung
seien, welche jedoch nur möglicherweise auf den Unfall vom 3. Oktober 2007
zurückgehe.
A.f Am 15. November 2010 beauftragte die Suva das Universitätsspital Zürich
(nachfolgend: USZ) mit der Erstellung eines interdisziplinären Gutachtens (UV-act. 186).
A.g Im Arztbericht vom 27. Januar 2011 (UV-act. 200) erklärt Dr. H._, dass der
Versicherte seit dem Klinikaustritt im Juni 2008 stets das gleiche Bild zeige. Er klage
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über massive, ständig vorhandene Kopfschmerzen, welche manchmal in den Nacken
und die BWS ausstrahlen würden. Er könne nicht schlafen und toleriere weder starkes
Sonnenlicht noch Lärm. In den letzten beiden Jahren zeige sich ein massiver sozialer
Rückzug. Die psychiatrische Behandlung bei Dr. O._ sei deshalb wieder eingeleitet
worden. Weiterhin wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vgl. UV-act.
210, 262, 306, 334).
A.h Im Zeitraum vom 30. Oktober bis 22. November 2012 wurde der Versicherte auf
privatrechtlicher Basis (Haftpflichtversicherer) observiert. Am 29. August 2013 stellte
das Kantonsgericht St. Gallen der Suva das Material der Observation des Versicherten
zur Verfügung. Dieses umfasste gemäss Schreiben des Kantonsgerichts St. Gallen
einen Ermittlungs- und Observationsbericht vom 24./29. November 2012 und eine CD-
ROM der Observation vom 8. bis 21. November 2012 (UV-act. 320). Vorliegend
eingereicht wurden davon ein achtseitiger Ermittlungs- und Observationsbericht vom
24. November 2012, ein dreizehnseitiger chronologischer Observationsbericht sowie 58
Observationsbilder (vgl. UV-act. 321).
A.i Am 30. Dezember 2013 lag das Gesamtgutachten des USZ (UV-act. 342)
bestehend aus einer neurologischen (UV-act. 342-20 f.), einer neuropsychologischen
(UV-act. 338), einer neurootologischen (UV-act. 339), einer otologischen (UV-act. 341),
einer neuroradiologischen (UV-act. 236-2 ff.), und einer psychiatrischen (UV-act. 337)
Begutachtung vor. In Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Maler wie auch
hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit wurde von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen (100%ige AUF neuropsychologisch, 80%ige AUF psychiatrisch, 40%ige
AUF neurologisch; UV-act. 342-40).
A.j Die Suva beauftragte am 9. April 2014 ihren versicherungsmedizinischen Dienst
mit der Würdigung der Unterlagen und des interdisziplinären Gutachtens des USZ. In
der neurologischen Beurteilung vom 21. Juli 2014 (UV-act. 362) erklärte Dr. Q._, dass
klinisch allenfalls als Ausgangsdiagnose eine leichte traumatische Hirnverletzung
(Commotio cerebri) ohne strukturelle Hirnverletzung bestanden habe. Mit Verweis auf
statistische Werte ging sie vom Erreichen des Endzustands aus organischer Sicht
spätestens im Sommer 2008 aus.
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A.k In der Verfügung vom 25. Januar 2016 (UV-act. 408) teilte die Suva dem
Versicherten die Einstellung ihrer Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 3. Oktober
2007 rückwirkend per 1. Dezember 2013 mit. Zur Begründung wurde angeführt, dass
die Abklärungen ergeben hätten, dass die heute noch geklagten Beschwerden
organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Die Adäquanzprüfung nach der
Psycho-Praxis habe gezeigt, dass die massgebenden Prüfungskriterien nicht erfüllt
seien. Mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe kein Anspruch auf weitere
Geldleistungen der Suva in Form einer Invalidenrente und/oder einer
Integritätsentschädigung.
A.l Im Arztzeugnis vom 24. Februar 2016 (UV-act. 413-8) diagnostizierte Dr. O._ ein
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma und eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom. Die Psychiaterin ging von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit aus.
B.
B.a Mit Einsprache vom 25. Februar 2016 (UV-act. 413) beantragte der
Beschwerdeführer, die Verfügung vom 25. Januar 2016 sei aufzuheben und über den
30. November 2013 hinaus seien die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Rente,
Integritätsentschädigung, Heilungskosten) zu gewähren. Zur Begründung wurde
angeführt, dass auf das von der Suva in Auftrag gegebene Gutachten des USZ
abzustellen sei, welches bereits aus neuropsychologischer Sicht von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgehe.
B.b Die Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 14. Juli 2016 ab (UV-
act. 423). Begründet wurde dies damit, dass abgesehen von abgeheilten
Rissquetschwunden keine objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne struktureller
Veränderungen hätten gefunden werden können. Im Weiteren wurde angezweifelt, ob
die Voraussetzungen für ein Schädelhirntrauma erfüllt seien, denn es bestünden
diesbezüglich widersprüchliche Aussagen. Würde man trotzdem von einem
Schädelhirntrauma ausgehen, müsste dieses mit grosser Wahrscheinlichkeit als leicht
eingestuft werden. Leichte Hirnerschütterungen würden jedoch für die analoge
Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nicht ausreichen. Im Weiteren wurde
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ausgeführt, dass es sich aufgrund der Sturzhöhe höchstens um einen mittelschweren
Unfall im mittleren Bereich handle, weshalb die Adäquanz nicht allein anhand des
Unfalls, sondern aufgrund einer Gesamtwürdigung weiterer unfallbezogener Umstände
zu erfolgen habe. Vorliegend sei keines der Kriterien erfüllt, weshalb der adäquate
Kausalzusammenhang der Beschwerden zum Unfallereignis vom 3. Oktober 2007 zu
verneinen sei.
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Juli 2016 erhob Rechtsanwalt lic. iur.
Daniel Ehrenzeller, Teufen, für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit
Eingabe vom 14. September 2016 Beschwerde mit den Anträgen (act. G 1): 1. Der
Einspracheentscheid vom 14. Juli 2016 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer
seien auch über den 30. November 2013 hinaus die gesetzlichen Leistungen
(Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung, Heilungskosten etc.) zu gewähren. 2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Im
Weiteren wurde die unentgeltliche Verbeiständung beantragt. Mit Schreiben vom 7.
Oktober 2016 reichte der Beschwerdeführer die Unterlagen zum Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege ein (act. G 4).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2017 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey,
Luzern, die Abweisung der Beschwerde vom 14. September 2016 (act. G 9).
C.c In der Replik vom 21. März 2017 (act. G 14) hielt der Beschwerdeführer
unverändert an den Rechtsbegehren gemäss Beschwerde fest.
C.d In der Duplik vom 8. Mai 2017 hielt die Rechtsvertreterin am Antrag auf Abweisung
der Beschwerde fest (act. G 16).

Erwägungen
1.
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1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die vom
Beschwerdeführer über den 30. November 2013 hinaus geklagten und behandelten
Beschwerden Leistungen aus der Unfallversicherung zu erbringen hat.
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, nachdem es um einen 2007 erlittenen
Unfall geht, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Vorweg ist zu klären, ob das von der Beschwerdegegnerin in die Akten aufgenommene
Observationsmaterial (UV-act. 321) das vorliegende Verfahren und insbesondere die
Arztberichte und das USZ-Gutachten beeinflusst und falls ja, welche Konsequenzen
dies hat.
2.1 Im Urteil Vukota-Bojic gegen Schweiz, Urteil no. 61838/10, vom 18. Oktober 2016
erkannte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einer
unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeit im Zusammenhang mit einer durchgeführten
Observation auf eine Verletzung von Art. 8 (Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens) der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK; SR 0.101) durch die Schweiz, da im schweizerischen Recht eine hinreichend
präzise rechtliche Grundlage für die Foto- und Videoüberwachung von versicherten
Personen fehle (vgl. Rz. 67 des EGMR-Entscheids). Gemäss Art. 13 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede
Person Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung sowie
ihres Brief-, Post- und Fernmeldeverkehrs. Einschränkungen von Grundrechten
bedürfen einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Einschränkungen müssen im
Gesetz selbst vorgesehen sein. Ausgenommen sind lediglich Fälle ernster,
unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr (Art. 36 Abs. 1 BV).
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Einschränkungen von Grundrechten müssen zudem durch ein öffentliches Interesse
oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt (Art. 36 Abs. 2 BV) und
sie müssen verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 BV). Der Kerngehalt der Grundrechte
ist unantastbar (Art. 36 Abs. 4 BV).
2.2 Der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin stützen sich in ihren
Rechtsschriften insbesondere auf das Gutachten des USZ vom 30. Dezember 2013
(UV-act. 342) und den Arztbericht von Dr. Q._ vom 21. Juli 2014 (UV-act. 362) ab.
Festzustellen ist, dass es keine Anhaltspunkte gibt, dass das Gutachten des USZ
sowie die Teilgutachten in Kenntnis des Observationsmaterials erstellt oder dadurch
beeinflusst worden sind, waren doch sämtliche Teilgutachten bereits erstellt, als die
Beschwerdegegnerin das Observationsmaterial erhielt. Hinsichtlich des Berichts von
Dr. Q._ kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser in Kenntnis des
Observationsmaterials erstellt wurde, denn die Auftragsvergabe erfolgte erst nachdem
die Suva das Observationsmaterial erhalten hatte. Die Prüfung des Berichts zeigt
jedoch, dass die enthaltenen Aussagen und Folgerungen nicht bzw. zumindest nicht
offensichtlich auf dem Observationsmaterial beruhen. Folglich können sowohl das
Gutachten des USZ als auch der Bericht von Dr. Q._ verwendet werden. Deshalb
erübrigt es sich auch, wie vom Beschwerdeführer verlangt, das gesamte
Observationsmaterial von der Beschwerdegegnerin einzuverlangen (vgl. act. G 1-6, G
9-4).
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (BGE 134 V 109, 117 V 359, 115 V 133; SVR 2000 UV
Nr. 14 S. 45; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
3.2
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3.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten
oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE
117 V 369 E. 3a, 115 V 405 E. 3, 115 V 134 E. 3, 112 V 32 E. 1a). Ob zwischen einem
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im
Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 115 V 134 E. 3, 115
V 405 E. 3, 113 V 311 E. 3a und 113 V 322 E. 2a).
3.2.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich
eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als
objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar
und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig
sind. Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische,
nicht aber objektivierbare organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf
Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein
organisches Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen
organisch-strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden und
die dabei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind
(BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81
E. 5.4 [U 479/05]; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2).
3.2.3 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt,
dass bei Schleudertraumen sowie äquivalenten Verletzungen wie Distorsionen der
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HWS sowie Schädelhirntraumen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 17. August 2004, U 243/03; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 E. 3;
BGE 117 V 369) auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde
noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art, aber auch
zahlreiche weitere Beschwerden auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung typischen Beschwerden nicht mit
entsprechenden bildgebenden Untersuchungsmethoden objektivierbar sind,
rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen
(BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma
äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach
eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V
359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e).
3.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines
Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 115 V 135 E. 4a, 115 V 405 E. 4a, 113 V 312 E.
3b, 113 V 323 E. 2b, 112 V 33 E. 1b, 109 V 152 E. 3a, 107 V 176 E. 4b). Die Frage nach
dem adäquaten Kausalzusammenhang ist eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den
von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1,
123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die
adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127
V 102 E. 5b/bb, 117 V 364; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen
organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung
durchzuführen. Auszugehen ist vom augenfälligen Geschehensablauf und es sind je
nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 6, 117 V
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369 E. 4, 115 V 133 E. 6). Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma
bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein Schädelhirntrauma erlitten,
gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben
die Abklärungen indessen das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung oder eines
Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob zum typischen Beschwerdebild einer
solchen Verletzung gehörende Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im
Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für
Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend. Dabei
werden die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft.
Andernfalls, d.h. bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten
Verletzungen der HWS (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, E. 2, U 183/93) sowie
Schädelhirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b) wird auf eine Differenzierung zwischen
physischen und psychischen Komponenten verzichtet und es erfolgt die Beurteilung
der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109
präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS und Schädelhirntraumen setzt
voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und
zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327
E. 3b).
3.4 Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben
ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen
behaupteten Wegfall der Kausalität die Unfallversicherung (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
326; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.). Selbstverständlich greift die vorgenannte
Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das
Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b;
RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; Urteil des
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Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 55).
3.5 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351, E. 3a).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Expertinnen und Experten angewiesen (RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 55). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
natürlich kausal mit dem Unfallereignis vom 3. Oktober 2007 zusammenhängen (vgl.
dazu Erwägung 3.2).
4.1 Zuerst ist die Situation unmittelbar nach dem Unfall zu beurteilen.
4.1.1 Der Beschwerdeführer erlitt beim Sturz von der Leiter eine 5 cm lange tiefe
Rissquetschwunde an der linken Augenbraue, eine Rissquetschwunde am
Nasenrücken sowie Kontusionen am Thorax und am Unterschenkel rechts (vgl. UV-act.
8). Die den Beschwerdeführer nach dem Klinikaustritt behandelnde Ärztin Dr. H._
berichtete über festgestellte typische Post-Commotio-Beschwerden wie
Lichtempfindlichkeit, Lärm-empfindlichkeit, Schwindel bei rascher Kopfbewegung,
schwere Kopfschmerzen mit Übelkeit bis zum Erbrechen sowie über eine depressive
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Verstimmung (UV-act. 20, 24). Am 12. März 2008 gingen die Ärzte der Klinik Valens von
einem leichten bis mittelschweren Schädelhirntrauma aus. Festgestellt wurden
Konzentrationsminderung, Aufmerksamkeitsstörung, Unsicherheiten bei erschwerter
Gangprüfung, Schwindel, Ängstlichkeit und Dekonditionierung (UV-act. 43). Am 17.
Juni 2008 bestätigten die Ärzte der Klinik Valens die vormals gestellten Diagnosen und
äusserten zudem den Verdacht auf ein hirnorganisches Psychosyndrom mit Hinweisen
für Inkonsistenzen im Sinne einer Fehlverarbeitung mit depressiver Komponente sowie
ein cervico-cephales Schmerzsyndrom (UV-act. 63). Im Bericht des
Psychiatriezentrums K._ vom 12. Dezember 2008 wurde ebenfalls der Verdacht auf
ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma geäussert. Ebenfalls erhoben
wurden verschiedene Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpftheit,
Reizbarkeit, Störungen der Konzentration, des geistigen Leistungsvermögens, des
Gedächtnisses und eine verminderte Belastungsfähigkeit bei Stress sowie
Depressivität und Ängste (UV-act. 84). Am 17. September 2009 erklärte die
Psychiaterin Dr. O._, dass sich das Krankheitsbild in den letzten Monaten nicht
verändert habe und der Beschwerdeführer über sehr geringe Ressourcen verfüge (UV-
act. 126). Am 12. Oktober 2010 erklärte der versicherungspsychiatrische Dienst der
Suva Chur, dass trotz dauerhafter und hochdosierter Antidepressiva-Medikamentation
keine Verbesserung der depressiven Entwicklung zu verzeichnen sei (UV-act. 163). Im
neurologischen Bericht vom 26. Mai 2010 (UV-act. 168) erklärte Dr. Q._, dass es in
der Bildgebung keinen Hinweis auf eine auf den Unfall zurückzuführende strukturelle
Läsion gebe, und im Bericht vom 8. September 2010 (UV-act. 176), dass die einzelnen
Läsionen in den SWI-Sequenzen ihres Erachtens wahrscheinlich ein Relikt einer
kleineren Blutung seien, die jedoch nur möglicherweise auf den Unfall vom 3. Oktober
2007 zurückzuführen sei.
4.1.2 Festzuhalten ist, dass Beschwerdeführer unbestrittenermassen beim Sturz von
der Leiter körperliche Verletzungen erlitten hat. In den Arztberichten wurde zudem
bereits kurz nach dem Unfall und auch danach über das Vorliegen der typischen
Schleudertrauma-Beschwerden berichtet. Selbst die psychischen Beeinträchtigungen
traten innert weniger Wochen auf. Die Kausalität der Beschwerden zum Unfallereignis
wurde nie in Frage gestellt und die Beschwerdegegnerin erbrachte entsprechende
Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Auch in den nachfolgenden Jahren war der
Beschwerdeführer stets in ärztlicher Behandlung. Die Ärzte erhoben dabei
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gleichbleibende Befunde und führten die Beschwerden wiederholt auf den Unfall vom
3. Oktober 2007 zurück. Folglich ist davon auszugehen, dass die nach dem Unfall
aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden natürlich kausal zum Unfall vom 3.
Oktober 2007 sind.
4.2 Nachfolgend ist die natürliche Kausalität bezogen auf den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 1. Dezember 2013 zu prüfen. Diesbezügliche Erkenntnisse
sind insbesondere vom interdisziplinären Gutachten des USZ vom 30. Dezember 2013
(UV-act. 342) zu erwarten.
4.2.1 Im neurologischen Untersuchungsbefund (UV-act. 342-20 f.) stellte PD Dr.
med. R._, Klinik für Neurologie, USZ, nur wenige Auffälligkeiten fest. So sei der
Normalgang des Beschwerdeführers sehr langsam und der Blind- und Strichgang
leicht unsicher. Der Finger-Nase-Versuch beidseits sei leicht hypermetrisch, jedoch
ohne Intentionstremor. Die Taktile und Thermhypästhesie sowie die Hypalgesie der
gesamten linken Körperhälfte seien paramedial begrenzt.
4.2.2 Im neuropsychologischen Teilgutachten vom 17. Februar 2011 (UV-act. 338,
342-22 ff.) erklärten Dr. phil. S._ und Prof. Dr. phil. T._, Abteilung für
Neuropsychologie, Klinik für Neurologie, USZ, dass die Untersuchung schwere
kognitive Minderleistungen in allen geprüften Domänen ergeben habe. Dominierend
seien eine deutliche Antriebsminderung, eine generelle Verlangsamung sowie eine
rasche Ermüdbarkeit mit geringer mentaler Belastbarkeit. Zudem gebe es Anzeichen
einer depressiven Verstimmung. Ätiologisch seien die kognitiven Auffälligkeiten nicht
eindeutig zuordenbar. Die aktuell annähernd globalen und schwergradigen kognitiven
Beeinträchtigungen seien durch die singuläre Läsion nicht hinreichend erklärbar. Als
weitaus plausibler wurde der leistungsmindernde Einfluss der
Kopfschmerzsymptomatik erachtet. Da eine deutliche Progredienz der kognitiven
Beeinträchtigungen bestehe, komme ätiologisch auch ein psychiatrisches Störungsbild
als leistungsmindernder Faktor in Frage. Zur Arbeitsfähigkeit erklärten sie, sofern die
aktuell festgestellten kognitiven Beeinträchtigungen überdauernd und nicht durch
therapeutische Massnahmen verbesserbar seien, bestehe aus rein
neuropsychologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
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4.2.3 Im neuroradiologischen Teilgutachten vom 23. Juli 2011 (UV-act. 236-2 ff.,
340, 342-30 ff.) erklärte Prof. Dr. med. U._, FMH Radiologie und Neuroradiologie,
dass die CT-Untersuchung vom 3. Oktober 2007 das Vorliegen einer extrakraniellen
Weichteilverletzung in Form einer Rissquetschwunde über der Orbita links zeige.
Verletzungen des knöchernen Schädels hätten nicht festgestellt werden können. Der
intrakranielle Befund sei unauffällig ohne Blutung, Ödem oder Kontusionszeichen.
Hirnkontusionen und Schwellungen (Ödem) könnten definitiv ausgeschlossen werden.
Wegen des Fehlens einer Blutung in den CT-Bildern nach dem Sturz (3. und 8. Oktober
2007), des ungewöhnlichen Ortes für eine posttraumatische Läsion und der intakten
subkortikalen Fasern schloss Dr. U._ einen Zusammenhang der Mikroblutungen mit
dem Trauma vom 3. Oktober 2007 aus. Die an drei Stellen festgestellten Gliosen seien
unspezifisch und stünden, da diese die Altersnorm nicht überschritten, in keinem
Zusammenhang mit dem Trauma.
4.2.4 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 21. August 2012 (UV-act. 337, 342-27
ff.) diagnostizierte Dr. med. V._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom,
differenzialdiagnostisch: reaktiv nach Arbeitsunfall, organisches Psychosyndrom nach
Schädelhirntrauma. Der Psychiater erklärte, es liege ein relativ typischer Verlauf einer
depressiven Entwicklung nach einem Unfallereignis vor, wie er überdurchschnittlich
häufig bei Migranten vorkomme. Da seit Anfang 2010 die Situation in psychischer
Hinsicht gleichbleibend sei, müsse von einer bereits eingetretenen Chronifizierung
ausgegangen werden. Die gestellten Diagnosen seien mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 3. Oktober 2007 zurückzuführen, da es weder
anamnestische noch aktenkundige Hinweise gebe, dass vor dem Unfall psychische
Störungen vorgelegen hätten. Im Weiteren führte der Psychiater aus, der Versicherte
vermittle das Bild eines wenig differenzierten immigrierten Arbeiters, welcher kaum in
der Lage sei, selbstreflektive Überlegungen zu tätigen, und offenbar auch nicht über
die Ressourcen verfüge, den gesundheitlichen Einschränkungen aktiv mit
entsprechenden Coping-Strategien zu begegnen, was die Persistenz der körperlichen,
neuropsychologischen Einschränkungen miterkläre. Hingegen lägen keine auffälligen
Persönlichkeitsmerkmale im Sinne einer akzentuierten Persönlichkeitsstörung oder gar
einer Persönlichkeitspathologie vor. Es fänden sich auch keine eindeutigen
psychosozialen Belastungen, welche unfallfremd das psychische Geschehen
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massgeblich beeinflussen würden. Selbst bei einer weiteren psychiatrischen
Behandlung rechnete Dr. V._ nicht mit einer namhaften Besserung der psychischen
Situation.
4.2.5 Im neurootologischen Teilgutachten vom 14. Januar 2013 (UV-act. 339,
342-24 ff.) diagnostizierten Dr. med. W._ und Dr. med. X._, interdisziplinäres
Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Klinik für Neurologie, USZ,
insbesondere einen episodischen lageabhängigen Schwindel nach Sturz vom 3.
Oktober 2007, eine mittelschwere bis schwere Schallleitungsstörung links seit Sturz
vom 3. Oktober 2007 und den Verdacht auf Medikamentenübergebrauchs-
Kopfschmerz. Ein Zusammenhang mit dem Unfall vom 3. Oktober 2007 müsse
aufgrund der zeitlichen Koinzidenz angenommen werden. Differenzialdiagnostisch
komme eine traumatisch bedingte Unterbrechung der Gehörknöchelkette links in
Frage. Für die Schwindelbeschwerden hätten klinisch und apparativ keine
Anhaltspunkte für ein peripher vestibuläres Defizit gefunden werden können. Dies
spreche für eine vestibuläre Genese, möglicherweise im Rahmen einer
Dekonditionierung. Ein Zusammenhang zwischen den Kopfschmerzen und dem
episodisch auftretenden Schwindel wurde aufgrund des lageabhängigen Auftretens als
unwahrscheinlich eingestuft.
4.2.6 Im otologischen Teilgutachten vom 23. April 2013 (UV-act. 341, 342-27)
erklärte Prof. Dr. med. Y._, Klinik für Ohren-, Nasen- und Gesichtschirurgie, USZ,
dass die linksseitige, vorwiegend schallleitungsbedingte Schwerhörigkeit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 3. Oktober 2007
zurückzuführen sei.
4.2.7 Im Hauptgutachten vom 30. Dezember 2013 wurden zusammenfasend
folgende Diagnosen gestellt: Status nach Kopfanprall mit möglichem
Schädelhirntrauma vom 3. Oktober 2007, anlässlich eines Sturzes von einer Leiter,
Graduierung des möglichen Schädelhirntraumas nicht sicher, am ehesten leichtgradig,
supraorbitale Rissquetschwunde links, Thoraxprellung linksseitig, residuelle
Beschwerden: Kopfschmerz bei Analgetika-Übergebrauch, domänenübergreifend
schwere kognitive Minderleistungen, im Verlauf progredient, am ehesten
schmerzbedingt und im Rahmen der psychiatrischen Störung, episodischer
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lageabhängiger Schwindel ohne Anhalt für eine zerebelläre Ursache, peripher-
vestibuläre Unterfunktion oder eine Perilymphfistel, mittelschwere bis schwere
Schallleitungsschwerhörigkeit in der Luftleitung links, DD: bei traumatisch bedingter
Unterbrechung der Gehörknöchelkette links, mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom, DD: reaktiv nach Arbeitsunfall, organisches Psychosyndrom
nach Schädelhirntrauma. Hinweise auf mögliche Aggravationstendenz bezüglich
kognitiver Minderleistungen ergeben sich aus der neuropsychologischen und
neurologischen, jedoch nicht aus der psychologischen Untersuchung.
4.2.8 Hinsichtlich der am Gutachten angebrachten Kritik ist festzustellen, dass das
polydisziplinäre Gutachten des USZ vom 30. Dezember 2013 insgesamt und auch
hinsichtlich der Teilgutachten nachvollziehbar und schlüssig in Bezug auf die
erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen ist. Es gibt daher keinen Grund nicht auf
dieses Gutachten abzustellen. Der Einwand der Beschwerdegegnerin, dass keine
abschliessende Konsensberatung stattgefunden habe (vgl. UV-act. 362, act. G 9-4,
16-2), ist unbehelflich, da sich aus den Teilgutachten keine Widersprüche ergeben, die
von den Gutachtern gemeinsam hätten geklärt werden müssen. Zudem ist auch nicht
ersichtlich, dass das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von unfallbedingten
strukturellen Hirnläsionen an den Befunden und den Arbeitsfähigkeitsschätzungen in
den Teilgutachten etwas geändert hätte. Anzumerken ist, dass, wenn die
Beschwerdegegnerin als Auftraggeberin des USZ-Gutachtens dieses als
mängelbehaftet bzw. als unvollständig erachtet, sie die Möglichkeit gehabt hätte, vor
Verfügungserlass die Situation zu bereinigen, indem sie bspw. die Begutachtungsstelle
zur einer ergänzenden Stellungnahme bzw. zu Erläuterungen aufgefordert hätte.
4.2.9 Hinsichtlich unfallkausaler somatischer Restfolgen ist festzustellen, dass die
umfassend durchgeführten radiologischen bzw. apparativen Abklärungen, aber auch
die klinisch- und apparativ-neurologischen Untersuchungen keine durch den Unfall
vom 3. Oktober 2007 bedingten organisch-strukturellen Befunde zeigten ausser den
inzwischen verheilten Rissquetschwunden im Gesicht sowie einer allfälligen
traumatisch bedingten Unterbrechung der Gehörknöchelkette links. Hinsichtlich der
anfänglich angenommenen Hirnschädigung im Sinne von kleinen biparietalen Läsionen
ergaben die weiteren bzw. vertieften bildgebenden Untersuchungen, dass die
Mikroblutungen nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 3. Oktober 2007
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zurückgeführt werden können. Eine traumatische Ursache steht daher mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht im Vordergrund. Hinsichtlich
der psychischen Beschwerden wurde erklärt, dass diese mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehen würden.
4.2.10 Festzuhalten ist, dass im Gutachten des USZ vom 30. Dezember 2013 über
eine weitestgehend unveränderte bzw. in gesundheitlicher Hinsicht stagnierende
Situation bei gleichbleibenden Beschwerden - mit Ausnahme der weitestgehend
geheilten körperlichen Verletzungen (Rissquetschwunden) - berichtet wird.
Infolgedessen ist auch bezogen auf den Leistungseinstellungszeitpunkt (1. Dezember
2013) davon auszugehen, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
persistierenden gesundheitlichen Leiden bzw. der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit und
dem Unfall vom 3. Oktober 2007 gegeben sind.
5.
Nachfolgend ist zu klären, ob die Adäquanzprüfung nach der sog. Schleudertraum-
Praxis oder nach der Psycho-Praxis zu erfolgen hat (vgl. Erwägung 3.3).
5.1 Bei einem Schädelhirntrauma ist die Einteilung nach dem Schweregrad (1. Grad/
leicht, 2. Grad/mässig bzw. mittelschwer, 3. Grad/schwer) von besonderer Bedeutung.
Abhängig davon werden die psychischen Leiden im Rahmen der Adäquanzprüfung
miteinbezogen (sog. Schleudertrauma-Praxis) oder ausgeschlossen (Psycho-Praxis).
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigt sich bei einem
Schädelhirntrauma die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die
erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und
Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1, vgl. auch
Urteile des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, und 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Die
Schwere eines Schädelhirntraumas wird häufig nach dem Punktwert in der Glasgow-
Coma-Skala (GCS) eingeteilt. Von einem Schädelhirntrauma 1. Grades
("Gehirnerschütterung", Commotio cerebri) ist auszugehen bei einem GCS-Score von
13-15 Punkten oder bei einer sofort einsetzenden Bewusstlosigkeit, jedoch nicht länger
als Sekunden bis Minuten anhaltend. Eine dauerhafte Schädigung der Hirnstrukturen
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ist nicht nachweisbar. Zu den Symptomen zählen: nach Erwachen Benommenheit und
motorische Verlangsamung, (meist kurze) retrograde Amnesie, kongrade Amnesie,
kurze anterograde Amnesie möglich. Häufige Begleitsymptome sind Übelkeit,
Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen. Ein Schädelhirntrauma 2.
Grades ("Gehirnprellung", Contusio cerebri) liegt bei einem GCS-Score von 9-12
Punkten oder bei einer länger anhaltenden Bewusstlosigkeit vor. Die Symptome
entsprechen denjenigen des 1. Grades, allerdings dauert die primäre Bewusstlosigkeit
länger an. Anzumerken ist, dass die Klassifizierungen, wie leichtes, moderates oder
schweres Schädelhirntrauma oder eine Gradeinteilung heute wenig klinische Relevanz
haben, denn der klinische Zustand des oft polytraumatisierten Verletzten wird mit dem
Anführen der gesamten Verletzungsfolgen beschrieben (vgl. ROCHE LEXIKON
MEDIZIN, "Schädelhirntrauma", abrufbar unter: www.gesundheit.de/ lexika/medizin-
lexikon/schaedel-hirn-trauma, abgerufen am 23.05.2018; PSCHYREMBEL, Klinisches
Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 240 „Bewusstlosigkeit", Bewusstseinsstörung“,
S. 673 „Glasgow Coma Scala“ und S. 1599 "Schädelhirntrauma"; Urteil des EVG vom
13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.2).
5.2 Festzustellen ist, dass es keine Zeugen für den Unfall und auch nicht für eine
Bewusstlosigkeit des Beschwerdeführers gibt. Im Bericht des Spitals D._ vom 28.
November 2007 (UV-act. 11) wird erwähnt: "Fremdanamnestisch initial keine
Bewusstlosigkeit." jedoch ohne anzugeben, von wem diese Aussage stammt. Hinzu
kommt, dass die Erstversorgung durch Dr. C._ erfolgte und erst danach der
Transport ins Spital D._ stattfand. Die Aussagekraft des Berichts des Spital D._ ist
daher hinsichtlich des Nichtvorliegens einer Bewusstlosigkeit gering, zumal auch keine
weiteren Abklärungen wie die Erhebung des GCS-Sore durchgeführt wurden. Die erste
umfangreiche medizinische Abklärung mit Befragung des Beschwerdeführers zum
Unfallereignis fand in der Klinik Valens statt. Im Klinikbericht vom 12. März 2008 (UV-
act. 43) wird eine Bewusstlosigkeit nach dem Sturz erwähnt. Anzumerken ist, dass sich
die Befragung des fremdsprachigen Beschwerdeführers wiederholt als schwierig
erwies, da er sich nur wenig differenziert auf Deutsch ausdrücken konnte. So ist in der
Suva-Telefonnotiz vom 4. Dezember 2007 festgehalten, dass der Beschwerdeführer die
Fragen bezüglich Befinden/Beschwerden kaum verstanden habe (UV-act. 16, vgl. dazu
auch UV-act. 139 ff., 163). Da auch in der Unfallmeldung Detailangaben fehlen (vgl. UV-
act. 228), gewinnen diejenigen Berichte an Bedeutung, welche basierend auf
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ausführlichen Befragungen und möglichst mit Beizug eines Dolmetschers durchgeführt
worden sind. Bei dieser Ausgangslage kann bezüglich des Bewusstseinsverlusts nicht
auf den Bericht des Spitals D._ (bzw. die Berichte, die sich auf diese Aussage im
Bericht des Spitals D._ beziehen) abgestellt werden, sondern es ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
eine Bewusstlosigkeit von unbekannter Dauer beim Sturz mit Kopfaufprall erlitten hat.
Der Bewusstseinsverlust und die anschliessende Amnesie erklären auch, weshalb der
Beschwerdeführer nicht selbst die ärztliche Hilfe organisierte, sondern ein Monteur,
welcher im gleichen Haus arbeitete und den gestürzten Beschwerdeführer verletzt am
Unfallort vorfand (vgl. UV-act. 90-6 f.). Da auch das Vorliegen typischer
Schädelhirntrauma-Symptome (vgl. bspw. UV-act. 20, 24) von Beginn weg
ärztlicherseits bestätigt wurde, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim
Unfall ein Schädelhirntrauma mit Bewusstseinsverlust erlitten hat. Bei dieser
Ausgangslage sind die diesbezüglichen Beweisanträge des Beschwerdeführers
(Befragung des Ersthelfers und der Beizug des Berichts der Ambulanz) hinfällig (vgl.
act. G 1-3, G 14-3 f.).
5.3 Hinsichtlich der Schwere des Schädelhirntraumas gibt es unterschiedliche
ärztliche Einschätzungen. Die Ärzte, welche von einem (möglichen) leichten
Schädelhirntrauma ausgehen, begründen dies insbesondere damit, dass gemäss dem
Austrittsbericht des Spitals D._ vom 28. November 2007 keine Bewusstlosigkeit
vorgelegen habe und/oder keine traumatischen Hirnverletzungen nachweisbar seien.
Diejenigen Ärzte, welche ein leichtes bis mittelschweres Schädelhirntrauma
diagnostizierten, gehen teilweise von einer Bewusstlosigkeit, einer Amnesie und/oder
von einem Hirnverletzungsverdacht aus (vgl. UV-act. 43, 63, 163-10). In Anbetracht
dessen und des zuvor Gesagten (Verständigungsproblematik und anzunehmende
Bewusstlosigkeit) ist es am wahrscheinlichsten, dass der Beschwerdeführer nicht nur
ein leichtes, sondern ein leichtes bis mittelschweres Schädelhirntrauma erlitten hat.
Anzumerken ist, dass die Ärzte die typischen Schädelhirntrauma-Symptome von
Beginn an feststellten und in ihren Berichten vermerkten. Dass derartige Symptome so
lange feststellbar sind, spricht gleichfalls für ein erlittenes Schädelhirntrauma, das im
Schweregrad zumindest leicht über dem 1. Grad bzw. zwischen dem 1. und 2. Grad
liegt.
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5.4 Hinsichtlich der psychischen Leiden des Beschwerdeführers ist festzustellen, dass
bereits wenige Monate nach dem Unfall auf die psychische Problematik und die
diesbezügliche Behandlungsbedürftigkeit hingewiesen wurde (vgl. UV-act. 24, 43, 58,
59). Nach entsprechenden fachärztlichen Abklärungen unterzog sich der
Beschwerdeführer einer psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung
(UV-act. 84, 87, 163). Die Psychiater gingen stets davon aus, dass die psychischen
Leiden eine Folge des Unfalls vom 3. Oktober 2007 seien (vgl. UV-act. 56, 337-24). Im
Weiteren gingen sie davon aus, dass die psychischen Beschwerden nicht isoliert,
sondern im Zusammenhang mit den weiteren Leiden stünden (buntes Beschwerdebild,
Wechselwirkungen). So wurde bspw. erklärt, dass bezüglich der Minderung der
Leistungsfähigkeit eine Differenzierung hinsichtlich der Ursachen (somatische und
psychische Leiden) schwierig sei (vgl. UV-act. 59, vgl. auch UV-act. 84, 87) oder dass
neuropsychologische Defizite nach dem erlittenen Schädelhirntrauma ihrerseits die
depressive Entwicklung gefördert hatten (UV-act. 337-23). Zur Frage der Dominanz der
psychischen Leiden im Vergleich zu den weiteren Beschwerden ist gestützt auf die
gestellten Diagnosen und die differenzierten Arbeits¬fähigkeitsschätzungen im
Gutachten bzw. in den Teilgutachten des USZ festzustellen, dass die psychischen
Leiden zwar erheblich sind, jedoch nicht im dominierenden Ausmass.
5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom
3. Oktober 2007 ein leichtes bis mittelschweres Schädelhirntrauma erlitten hat. Die
psychischen Beschwerden sind im Vergleich zu den weiteren Beschwerden jedoch
nicht dominierend. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Erwägung
3.3) erscheint es angebracht, die Adäquanzprüfung nach der Schleudertrauma-Praxis
vorzunehmen.
6.
6.1 Die Adäquanz ist nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen
Heilungsprozesses zu prüfen, und nicht solange von einer Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann
(Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004, U
246/03; BGE 134 V 112 ff. E. 3 und 4). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss
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erfüllt, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger
Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen (Art. 19 Abs. 1 UVG). Der Abschluss des Falls durch den
Unfallversicherer bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht
aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Für die Annahme
einer Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme genügt es nicht, dass eine
Therapie lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine
namhafte Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (ALFRED MAURER,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 274). Von einer
namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch dann nicht gesprochen
werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nur die sich aus einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für
eine begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388).
6.2 Aus dem Gutachten des USZ vom 30. Dezember 2013 (UV-act. 342) ist ersichtlich,
dass die körperlichen Verletzungen (Rissquetschwunden) als geheilt zu betrachten
sind. Hinsichtlich der weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen, kognitive
Minderleistung, Schwindel, Schwerhörigkeit und psychische Leiden/Depression (vgl.
UV-act. 342-36 f.) werden im Gutachten teilweise Behandlungsmassnahmen genannt
wie die Reduktion des Schmerzmittelkonsums und die Behandlung der linksseitigen
Schwerhörigkeit. Hinsichtlich der Depression wird jedoch von einer Chronifizierung
ausgegangen und trotz andauernder Behandlung nicht mehr mit einer namhaften
Besserung gerechnet (UV-act. 337-26). Auch hinsichtlich der kognitiven Minderleistung
- mitverursacht durch die chronischen Schmerzen - wurden keine
Behandlungsmassnahmen genannt, welche eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes bewirken könnten. In Anbetracht des Gesagten ist trotz der
Aussage im Gutachten des USZ zum Integritätsschaden (UV-act. 342-41): "Da kein
Endzustand erreicht ist, kann dazu noch keine Stellung genommen werden.", davon
auszugehen, dass zwar durch weitere Behandlungen in einzelnen Bereichen
gesundheitliche Verbesserungen erzielt werden können, diese jedoch insgesamt nicht
derart ins Gewicht fallen, dass im Sinne der Rechtsprechung noch von einer namhaften
Besserung der Arbeits-/Erwerbsfähigkeit ausgegangen werden könnte. Auch aus den
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weiteren eingereichten Arztberichten ergeben sich keine Erkenntnisse, dass als Folge
von weiteren ärztlichen Behandlungen noch mit einer namhaften Verbesserung der
Situation (nach dem 1. Dezember 2013) gerechnet werden könnte.
6.3 Der Fallabschluss, wie er von der Beschwerdegegnerin per 1. Dezember 2013
vorgenommen wurde, ist daher nicht zu beanstanden. Folglich ist auch die Einstellung
der vorübergehenden Leistungen wie Heilungskosten und Taggelder auf den 1.
Dezember 2013 korrekt.
7.
7.1 Die Adäquanzprüfung bedingt, den Unfall vom 3. Oktober 2007 nach der Schwere
zu qualifizieren. Die Schwere eines Unfalles bestimmt sich nach dem objektiv
erfassbaren Unfallereignis und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der
Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden. Zu prüfen ist im Rahmen
einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer
oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere
Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt.
Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei
entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die
nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem
eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den
Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium
bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. März 2011, 8C_584/2010, E. 4.2.2).
7.2 Im Urteil vom 21. November 2014, 8C_496/2014, E. 4.2.3, hielt das Bundesgericht
fest, praxisgemäss würden Stürze aus einer Höhe zwischen etwa zwei (vgl. Urteil vom
14. Februar 2002, U 410/00, E. 2c) und etwa vier Metern (vgl. Urteil vom 8. Juni 2009,
8C_316/2009) in die Tiefe noch als im engeren Sinne mittelschwere Unfälle qualifiziert
(vgl. auch Urteile vom 9. September 2008, 8C_584/2007, E. 4.1, vom 4. September
2003, U 3/03, E. 3.4, und vom 2. Februar 2007, U 41/06, E. 9); lande die versicherte
Person auf den Füssen, so sei selbst bei einer Sturzhöhe von fünf Metern nicht ein
Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen anzunehmen (vgl. Urteil vom 27.
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Februar 2008, U 11/07, E. 4.2.2). In seinem Entscheid vom 9. Juli 2014, 8C_202/2014,
E. 4.1, führte das Bundesgericht aus, es habe Stürze aus einer Höhe von einigen
Metern regelmässig dem eigentlich mittleren Bereich zugeordnet (vgl. Urteile vom 4.
März 2013, 8C_811/2012, E. 7.2, vom 13. September 2010, 8C_742/2009, E. 5.1, vom
21. April 2010, 8C_855/2009, E. 8.2, vom 28. Juli 2009, 8C_115/2009, E. 6.2, vom 9.
September 2008, 8C_584/2007, E .1, vom 30. Mai 2008, 8C_396/2007, E. 3.3, und vom
12. April 2007, U 239/06, E. 4.3.2). Nicht dazugezählt habe es namentlich den Sturz
von einem Baugerüst über 5,4 bis 8 Meter (Urteil vom 16. Dezember 2005, U 392/05, E.
2.1), den Sturz vom obersten Balkon im dritten Stock eines sich im Bau befindlichen
Mehrfamilienhauses aus einer Höhe von etwa sieben bis acht Metern (Urteil vom 8.
Oktober 2004, U 168/04, E. 5.2), den Sturz über sechs bis acht Meter beim
Fensterreinigen im ersten Stock (Urteil vom 8. Februar 2000, U 167/99 E. 3b) oder den
Sturz aus einer Höhe von fünf Metern auf einen Asphaltboden (RKUV 1998 Nr. U 307 S.
448, U 169/97 E. 3b). Diese Fälle seien jeweils als mittelschweres Ereignis im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen qualifiziert worden. Den schweren Unfällen
zugeordnet habe es den Absturz eines Kranführers mit einem an der Decke eines
Bahntunnels montierten Kran über wenigstens acht Meter (Urteil vom 23. Dezember
1997, U 83/97, E. 2c, zitiert in: RKUV 1998 Nr. U 307 S. 448, U 169/97 E. 3a) sowie
einen Gleitschirmabsturz (BGE 120 V 352 E. 5b/cc). Im Entscheid vom 12. August 2005
(U 191/2004, E. 5.1) hatte das Bundesgericht ferner erläutert, als schwerer Unfall
gewichtet worden sei der Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von vier bis fünf Metern
auf den Gehsteig mit verschiedenen gravierenden Knochenbrüchen. Einem
mittelschweren Ereignis an der Grenze zu den schweren Fällen habe es den Sturz aus
einer Höhe von fünf Metern auf den Boden zugeordnet, bei dem sich der Versicherte
eine Radiustrümmerfraktur rechts mit Abriss des Griffelfortsatzes der Elle, eine
Ellenbogenschleimbeutelentzündung sowie eine Rissquetschwunde über dem rechten
Auge zugezogen habe. Als Ereignis im mittleren Bereich habe es einen Unfall
betrachtet, bei dem der Versicherte aus einer Höhe von zweieinhalb bis drei Metern
von einer Leiter gestürzt sei und diverse Prellungen erlitten habe. Ausserdem sei ein
Sturz von einer Leiter aus vier bis fünf Metern Höhe als mittelschwer qualifiziert
worden, der zu einer Schnittwunde am Kinn mit Schleimhautbeteiligung, einer
Radiusköpfchenfraktur, multiplen Zahnverletzungen und einer Ellbogenluxation mit
dauerhaft verminderter Belastbarkeit des Ellenbogens geführt habe. Dieselbe
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Einstufung habe der Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von ca. zwei Metern auf den
rechten Ellenbogen, der eine proximale Radius- und Ulnatrümmerfraktur zur Folge
gehabt habe, erfahren. Ausserdem seien auch der Sturz rückwärts aus einer Höhe von
ca. dreieinhalb Metern auf das Gesäss mit Deckplattenimpressionsfraktur sowie der
Sturz aus drei bis vier Metern Höhe vom Heuboden in das Futtertenn mit
Lendenwirbelkörper-Kompressionsfraktur als mittelschwer qualifiziert worden.
7.3 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer auf einer professionellen dreiteiligen,
ausziehbaren Kombi-/Stehleiter stand und die Firstbalken in einem Raum malte, als die
Leiter zusammenbrach bzw. der ausziehbare Leiterteil abbrach (vgl. G 1.1, 1.2), der
Beschwerdeführer zu Boden stürzte und sich dabei insbesondere am Vorderkopf
verletzte. Umstritten ist, wie vorliegend die relevante Fallhöhe zu ermitteln ist und
wieviel diese beträgt bzw. auf welcher Ausgangshöhe sich der Beschwerdeführer beim
Sturz befunden hat. Die Bandbreite geht von drei bis hin zu fünf Metern. In Anbetracht
der vorstehenden Kasuistik liegt der vorliegende Fall exakt in der Grauzone zwischen
mittelschweren Unfällen im mittleren Bereich und solchen im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen. Ausschlaggebend ist daher der Unfallhergang, für welchen es wie
bereits erwähnt keine Zeugen gibt.
7.4 Aus dem eingereichten Situationsbild des Raumes, in welchem der
Beschwerdeführer verunfallte (vgl. Bild act. G 1.3), ist ersichtlich, dass ausgehend von
einer Höhe der abgebildeten Türe von rund 2,1 bis 2,2 Metern die zu streichenden
Balken sich auf einer Höhe von 4,7 bis 4,9 Metern befanden (vgl. Bild act. G 1.3). Beim
Streichen der Balken dürfte der Beschwerdeführer die Leiter so platziert haben, dass er
von einem Standort aus möglichst einen grossen Teil des Balkens streichen konnte. Im
Weiteren ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Tritte/Sprossen in
obersten Bereich der Leiter benutzte. Folglich befand sich der Kopf des
Beschwerdeführers beim Malen knapp unterhalb der Balken und damit auf einer Höhe
von maximal 4,5 bis 4,7 Metern. Die in act. G 1.2 dargestellte Leiter lässt ein Arbeiten in
dieser Höhe zu, was aber nicht ungefährlich ist. Daher ist auch verständlich, dass der
Beschwerdeführer den Arbeitgeber gebeten hat, für das Streichen der Firstbalken ein
Rollgerüst anstelle der Leiter zur Verfügung zu stellen (vgl. act. G 14-3 f.). Dass die
Halterungen des ausziehbaren Leiternteils (ab)brachen (vgl. Bild act. G 1.1), als der
Beschwerdeführer auf den obersten Sprossen/Tritten des ausziehbaren Leiternteils
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arbeitete (vgl. Bild act. G 1.2), ist am wahrscheinlichsten, da die wirkenden Kräfte auf
die Halterungen dann am grössten sind. Bei einem Sturz mit Kopfaufprall bemisst sich
die relevante Fallhöhe aus der Differenz zwischen der Position des Kopfes vor dem
Sturz und dem Boden (vgl. dazu G 14-2). Demzufolge ist vorliegend von einer Fallhöhe
von maximal 4,7 Metern auszugehen. Der Argumentation der Beschwerdegegnerin,
dass nur von einer relevanten Fallhöhe von 3 Metern ausgegangen werden müsse,
kann daher nicht gefolgt werden. Zudem ging die Beschwerdegegnerin in der Duplik
selbst davon aus, dass die Raumhöhe bzw. die Höhe der Firstbalken etwa 5 Meter
betrug (vgl. act. G 9-3, 16-1; vgl. auch G 1-3, G 14-2 f.). Die diesbezüglichen
Beweisanträge des Beschwerdeführers (Befragung eines Zeugen, Augenschein am
Unfallort) erübrigen sich bei dieser Ausgangslage. Erschwerende Faktoren beim
Sturzereignis sind vorliegend der unerwartete und unkontrollierte Sturz kopfüber auf
das Gesicht sowie der harte Fussboden (vgl. Bild act. G 1.3). Unfallfolgenmindernde
Faktoren sind vorliegend nicht ersichtlich. Im Vergleich mit der zuvor genannten
Kasuistik ist der Unfall am zutreffendsten in der Kategorie mittelschwerer Unfall im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen einzustufen.
8.
8.1 Der adäquate Kausalzusammenhang bei einem mittelschweren Unfall im mittleren
Bereich ist zu bejahen, falls ein einzelnes der nach der Rechtsprechung
einzubeziehenden Kriterien (vgl. dazu BGE 134 V 130 E. 10.3; RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 73 ff.) besonders ausgeprägt vorhanden ist oder mindestens drei
der massgeblichen Kriterien erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar
2010, 8C_897/2009, E. 4.5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 65). Handelt es sich
wie vorliegend um einen Unfall, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich
zählt, genügt bereits die Erfüllung eines einzigen Kriteriums. Diese Würdigung des
Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des
adäquaten Kausalzusammenhangs. Die in die Adäquanzprüfung miteinzubeziehenden
Kriterien nach der Schleudertrauma-Praxis sind (vgl. BGE 134 V 109, E. 10.3):
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische,
belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung,
welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und
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erhebliche Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen.
8.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls sowie das Kriterium der Schwere und besonderen Art der
erlittenen Verletzung sind vorliegend nicht erfüllt, denn der Beschwerdeführer hat sich
nebst den schleudertraumatypischen keine weiteren erheblichen Verletzungen
zugezogen. Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
ist ebenfalls nicht erfüllt, denn die Behandlung bewegte sich im Rahmen des Üblichen
und umfasste auch nicht spezifische, belastende ärztliche Behandlungen. Das
Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung ist gleichfalls nicht erfüllt.
8.3 Das Kriterium der Dauerbeschwerden bezieht sich auf die Zeit zwischen dem
Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG. Während der ganzen Zeit litt
der Beschwerdeführer ohne Unterbruch glaubhaft an Kopfschmerzen, Schwindel,
Schwerhörigkeit, schweren kognitiven Minderleistungen, genereller Verlangsamung,
rascher Ermüdbarkeit und war im Alltag zudem beeinträchtigt durch die Auswirkungen
der mittelgradigen Depression (vgl. Erwägungen 4.2, insbesondere 4.2.2, 4.2.4. 4.2.6).
Folglich ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden, wenn auch nicht im
ausgeprägten Mass, erfüllt.
8.4 Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen ist
(knapp) als erfüllt zu betrachten, denn der Zustand des Beschwerdeführers hatte sich
chronifiziert und trotz mehrjähriger ärztlicher Behandlung konnte nicht verhindert
werden, dass die Beschwerden zunahmen und der Beschwerdeführer sich immer mehr
zurückzog. Erhebliche Komplikationen sind dagegen nicht zu erkennen, jedoch
bestanden bereits ab dem Unfall vielseitige Beschwerden (buntes Beschwerdebild),
welche nicht isoliert betrachtet werden können, da sie sich gegenseitig beeinflussen
(Wechselwirkungen, Verstärkungstendenzen).
8.5 Das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit bemisst sich nach
der Erheblichkeit der Arbeitsunfähigkeit und den diesbezüglich unternommenen
Anstrengungen. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich
insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
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Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen
von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Nur wer in der Zeit bis
zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist
und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen.
Vorliegend stellt sich insbesondere die Frage, was von einer Person wie dem
Beschwerdeführer erwartet werden kann, bei einer ärztlich attestierten vollständigen
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten seit mehreren Jahren. In all den Jahren seit dem
Unfall hat sich der Beschwerdeführer stets den ärztlich empfohlenen Behandlungen,
wozu die Behandlung mit Psychopharmaka gehörte, unterzogen. Einzig bekannt ist,
dass er hinsichtlich der linksseitigen Schwerhörigkeit bisher Behandlungsmassnahmen
ablehnte, wobei aus den Akten nicht ersichtlich ist, ob dies überhaupt einen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit hätte. Im Weiteren ist festzustellen, dass es sich beim
Beschwerdeführer um einen geschätzten und arbeitssamen Mitarbeiter und Maler
gehandelt hatte (vgl. UV-act. 60). Auch bezüglich der im Rahmen des stationären
Aufenthaltes in der Klinik Valens durchgeführten beruflichen Erprobung (EVAL) wurde
dem Beschwerdeführer bescheinigt, dass er kooperiert habe, pünktlich gewesen sei
und die gestellten Aufgaben/Arbeiten glaubwürdig probiert habe, jedoch nicht die
erhofften Leistungen/Leistungssteigerungen erzielt werden konnten (UV-act. 56). Bei
einer gänzlich arbeitsunfähigen Person dürfen die Erwartungen an die Eigeninitiative
und die getätigten Anstrengungen nicht hoch angesetzt werden. Deshalb ist
anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer das ihm Zumutbare unternommen hat,
weshalb das Kriterium als erfüllt zu betrachten ist.
8.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, da mehr als eines der erforderlichen
Adäquanzkriterien erfüllt ist, dem Unfall vom 3. Oktober 2007 adäquanzrechtlich
massgebende Bedeutung für die andauernden gesundheitlichen Beschwerden
zukommt.
9.
Bei dieser Ausgangslage ist der Anspruch auf eine Rente und eine
Integritätsentschädigung bezogen auf den Fallabschlusszeitpunkt (1. Dezember 2013)
zu prüfen.
9.1
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9.1.1 Ist eine versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad
der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage
der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung
und die Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten.
9.1.2 Vorerst ist der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers zu beurteilen. Im
Gesamtgutachten des USZ vom 30. Dezember 2013 wird von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit wie auch für jegliche andere Tätigkeit
ausgegangen. Diese Einschätzung basiert auf einer Arbeitsunfähigkeit aus
neuropsychologischer Sicht von 100%, aus psychiatrischer Sicht von 80% und aus
neurologischer Sicht von 40% (UV-act. 342-40). Im neuropsychologischen Gutachten
wird zur Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgeführt, wenn die aktuell festgestellten
kognitiven Beeinträchtigungen überdauern würden und nicht durch therapeutische
Massnahmen (z.B. Schmerztherapie, Psychotherapie) verbesserbar seien, so bestehe
aus rein neuropsychologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 342-24,
vgl. auch Erwägung 4.2.2). Im psychiatrischen Gutachten wird festgestellt, dass
maximal mit einer Leistung von 20% gerechnet werden könne. Es sei eine
Chronifizierung eingetreten. Eine Besserung wird für wenig wahrscheinlich gehalten,
jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen (UV-act. 337-27 f., 342-29, vgl. auch Erwägung
4.2.4). Aus neurologischer Sicht wurde rein aufgrund der chronischen Kopfschmerzen
von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen (UV-act. 342-40).
9.1.3 Da in psychiatrischer Sicht nicht mit einer wesentlichen Verbesserung des
Gesundheitszustandes zu rechnen ist, kann auch nicht mit einer Verbesserung der
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kognitiven Beeinträchtigungen gerechnet werden, so dass vorliegend von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist.
9.1.4 Bezüglich des Beweiswertes des USZ-Gutachtens kann vorliegend auf die
Erwägung 4.2.8 verwiesen werden. Auch ergeben sich aus den nach dem Gutachten
des USZ erstellten Arztberichten wie dem neurologischen Bericht von Dr Q._ vom 21.
Juli 2014 (UV-act. 362) keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit.
9.1.5 Es ist damit von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% für sämtliche Tätigkeiten
auszugehen. Infolgedessen beträgt der Invaliditätsgrad gleichfalls 100%.
9.1.6 Anzumerken ist, dass es der Beschwerdegegnerin bei Zweifeln am
Fortbestand der Arbeitsunfähigkeit freisteht, neue rechtskonforme Abklärungen zu
veranlassen.
9.2
9.2.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach
der Schwere des Integritätsschadens. Art. 36 Abs. 1 UVV bestimmt, dass ein
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche,
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig
oder stark beeinträchtigt wird (vgl. auch BGE 124 V 209). Voraussehbare
Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt.
Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser
Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Art. 36 Abs. 4 UVV). Eine voraussehbare
Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der
Integritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und
damit auch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des
Integritätsschadens genügt hingegen nicht. Diese Prognose im Sinn einer
fallbezogenen medizinischen Beurteilung über die voraussichtliche künftige
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Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, wie die Beurteilung der einzelnen
Integritätsschäden an sich, eine Tatfrage, die der Arzt bzw. die Ärztin zu beurteilen hat
(Urteile des Bundesgerichts vom 14. Januar 2013, 8C_244/2012, E. 4.2 mit weiteren
Hinweisen, und vom 6. September 2010, 8C_32/2010, E. 2.6.2 mit Hinweisen).
9.2.2 Bezüglich der Integritätsentschädigung ist festzustellen, dass die
Angelegenheit noch nicht spruchreif ist. Zwar wurde in einem Teilgutachten zur
Integritätsentschädigung Stellung bezogen (vgl. UV-act. 339-9: Aus neuro-otologischer
Sicht bestehe aufgrund der Schallleitungsschwerhörigkeit ein Integritätsschaden
gemäss UVG [Suva Tabelle 12.2] von 5%), jedoch wurde im Gesamtgutachten des USZ
vom 30. Dezember 2013 in Bezug auf den Integritätsschaden erklärt: "Da kein
Endzustand erreicht ist, kann dazu noch keine Stellung bezogen werden." (UV-act.
342-41).
9.2.3 Da die Beurteilung einer einzelnen Integritätseinbusse den ärztlichen
Sachverständigen obliegt, ist es dem Gericht nicht möglich, die Beurteilung aufgrund
der aktenkundigen Diagnosen selbst vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
6. März 2012, 8C_659/2011, E. 3.3). Folglich ist die Angelegenheit zur Festlegung des
Integritätsschadens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den
Integritätsschaden des Beschwerdeführers unter Beizug von Sachverständigen
ermittelt und anschliessend diesbezüglich neu verfügt.
10.
10.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der
angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Juli 2016 aufgehoben und dem
Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2013 eine unbefristete Invalidenrente
entsprechend einem 100%igen Invaliditätsgrad zugesprochen wird, unter gleichzeitiger
Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Zur
Festsetzung und Ausrichtung der Rente ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Festsetzung der Integritätsentschädigung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Integritätsschaden ermittelt und
anschliessend neu verfügt.
10.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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10.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.- bis Fr. 12‘000.-.
In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 4‘000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
10.4 Bei diesem Verfahrensausgang ist das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege hinfällig (act. G 1, G 4)