Decision ID: 787bb2bd-483e-553b-a6bd-44bd93711428
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 12. April 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (Massnahmen für die berufliche Eingliederung/Rente) an. Sie gab
dabei an, seit dem Jahr 2000 an Ellbogenschmerzen beidseits zu leiden und seit 18.
November 2010 100 % arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 1; vgl. Taggeldkarte, IV-act. 2,
letzter Eintrag am 28. März 2011). Sie war zuletzt seit 17. Mai 2010 als
Küchenmitarbeiterin bei der B._ in einem 100 %-Pensum (IV-act. 12, S. 1 f.)
angestellt (vgl. Lohnkonto 2010 und 2011, IV-act. 12, S. 9 ff.; Kündigung per 30. April
2011, IV-act. 12, S. 8). Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte eine Epikondylitis humeri radialis am linken Ellbogen seit November
2010 bei Status nach Denervation und Strecker Release, ein chronisches
Schmerzsyndrom am rechten Ellbogen seit 2002 bei Status nach Denervation wegen
Epikondylitis humeri radialis rechts und Radiotherapie, ein subacromiales Impingement
Stadium II links im Jahr 2008 und eine depressive Episode. Er attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 18. November 2010 bis 5. Juni 2011 sowie ab 23.
Juni 2011 und von 50 % vom 20. bis 22. Juni 2011 (undatierter Bericht, bei der IV-
Stelle am 30. August 2011 eingetroffen, IV-act. 29, S. 1 ff.).
A.b Im Rahmen eines am 14. April 2011 mit Dr. med. D._, Fachärztin für Chirurgie
und Handchirurgie FMH, geführten Gesprächs protokollierte RAD-Ärztin Dr. med.
E._, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Sozialmedizin, einen Zustand nach
Operation (am 18. März 2011, durch Dr. D._, vgl. Operationsbericht vom 18. März
2011, IV-act. 29, S. 11, und Bericht des Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 13. Juli
2011, IV-act. 29, S. 9) infolge Tennisellenbogen/Epicondylitis links sowie (im Jahr 2004)
infolge Tennisellenbogen/Epicondylitis rechts bei bestehender psychosozialer
Problematik. Die Versicherte sei bis Mitte Mai 2011 (6-8 Wochen postoperativ) zu 100
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% arbeitsunfähig (FI-Gesprächsprotokoll vom 14. April 2011, IV-act. 10, von Dr. D._
am 12. Mai 2011 unterzeichnet, IV-act. 17).
A.c In einem undatierten, von der IV-Stelle am 16. Mai 2011 versandten Formular,
bescheinigte Dr. D._ eine seit 6. Juni 2011 bestehende 100 %ige Arbeitsfähigkeit für
leichte, die Arme nicht schwer belastende und nicht repetitive Tätigkeiten (IV-act. 19;
vgl. auch handschriftliche Notiz auf dem am 12. Mai 2011 unterzeichneten Protokoll bei
IV-act. 17, wonach die Versicherte ab 6. Juni 2011 wieder voll vermittelbar sei,
allerdings nur für leichte, die Arme nicht belastende Tätigkeiten, also keine
Küchenarbeiten o. ä. mehr; vgl. hierzu Bericht von Dr. D._ vom 26. Januar 2011, IV-
act. 29, S. 12, und Bericht von Dr. C._, IV-act. 29, S. 1 ff.). Da sich jedoch die
Versicherte nicht arbeitsfähig fühlte, wurde das Verfahren zur Prüfung beruflicher
Massnahmen abgeschlossen (Mitteilung vom 4. Juli 2011, IV-act. 28; FI-Ergebnis-
Protokoll vom 28. Juni 2011, IV-act. 25 f.).
A.d Der behandelnde Arzt Dr. C._ stellte die Unzumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit
fest; auf Grund der Schmerzausbreitung und der psychischen Reaktion sei die
Prognose ungewiss. Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit äusserte er sich nicht
(Bericht vom 26. August 2011, IV-act. 29, S. 31 f.; undatierter Bericht, IV-act. 29, S. 1
ff.). Dr. med. K. F._, Oberarzt des Psychiatrischen Zentrums G._, Ambulatorium
H._, diagnostizierte am 4. Oktober 2011 ein depressives Syndrom (Bericht, IV-act.
32, S. 7).
A.e Am 13. Februar 2012 stellte Dr. C._ eine ausgesprochene depressive
Symptomatik (mit Zuweisung an das Psychiatrische Zentrum zur Psychotherapie) und
weiterhin Ellbogen- sowie Schulter- und lumbale Rückenschmerzen fest. Er attestierte
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, hielt jedoch eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die IV-Stelle nach Rücksprache mit dem Psychiatrischen Zentrum für
überlegenswert (Verlaufsbericht, IV-act. 32, S. 1 ff.). Dr. F._, der die Versicherte seit
3. Oktober 2011 ambulant behandelte, diagnostizierte eine schwere depressive
Episode ohne psychotische Symptome und attestierte eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und adaptierter Tätigkeit seit 3. Oktober 2011 (Bericht
vom 5. März 2012, IV-act. 35, S. 1 ff.).
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A.f Am 19. April 2012 wurden im Departement Innere Medizin, Rheumatologie/
Rehabili¬tation des KSSG Athralgien unklarer Ätiologie (differentialdiagnostisch
somatoforme Schmerzstörung), eine rezidivierende Epicondylitis humero lateralis
(richtig wohl: radialis [vgl. die diesbezüglichen sonst überreinstimmenden Diagnosen]),
ein depressives Syndrom und ein zervikovertebrales Syndrom diagnostiziert. Eine
entzündlich rheumatologische Erkrankung wurde ausgeschlossen (IV-act. 36, S. 7 ff.;
vgl. auch Arztbericht vom 26. April 2012, IV-act. 36, S. 1 ff., wo die somatoforme
Schmerzstörung nicht bloss differential-diagnostisch erhoben wurde; mit Empfehlung
der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit zur Einschätzung der
Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit).
A.g Im Verlaufsbericht vom 30. August 2012 wurden seitens der Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums G._ eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome und eine therapierefraktäre Epikondylitis humero radialis links bei
stationärem Gesundheitszustand diagnostiziert. In der bisherigen Tätigkeit betrage die
Arbeitsunfähigkeit 100 %. Andere Tätigkeiten mit "äusserst geringem
Anforderungsprofil" seien der Versicherten während maximal 2 Stunden/Tag mit
verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar (IV-act. 38). Dr. F._ wies darauf hin, dass
sich die Versicherte, bei weiterbestehender Diagnose einer schweren depressiven
Episode ohne psychotische Symptome, weiterhin in Behandlung in der Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums G._ befinde (Verlaufsbericht vom 14. Dezember 2012, IV-
act. 43). Eine Intensivierung der Therapie hielt er für grundsätzlich denkbar, verwies
aber zur Beantwortung dieser Frage auf die Kollegen der Psychiatrischen Tagesklinik
(Schreiben vom 8. Februar 2013, IV-act. 46). In deren Verlaufsbericht vom 10. April
2013 wurden nebst den bereits bekannten Diagnosen akzentuierte Persönlichkeitszüge
mit ängstlichen, paranoiden und rigiden Anteilen (ICD-10: Z73.1) erhoben. Weder die
angestammte noch eine adaptierte Tätigkeit seien zumutbar. Eine Intensivierung der
Behandlung sei nicht indiziert (Bericht, IV-act. 49).
A.h In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische
Untersuchung (allgemeine innere Medizin, Rheumatologie, Handchirurgie, Psychiatrie
und Psychotherapie) der Versicherten (Mitteilung vom 10. Juni 2013, IV-act. 50, und
vom 26. Juli 2013, IV-act. 60). Mit der Begutachtung wurde das Swiss Medical
Assessment- and Business Center AG in Bern (SMAB) beauftragt (vgl. IV-act. 52 f.; vgl.
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auch Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. E._ vom 6. Mai 2013, IV-act. 53, und Auftrag
zur polydisziplinären Begutachtung, IV-act. 54). Im polydisziplinären Gutachten vom 19.
Dezember 2013 (IV-act. 69) wurden (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der
letzten Tätigkeit) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine gemischte
Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend emotional instabilen, histrionischen und
paranoiden Anteilen (ICD-10: F61.0) bei Status nach operativ revidierter radialer
Humerus-Epicondylopathie rechts (6/2004) und links (3/2011) diagnostiziert. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit wurde u.a eine chronische
multifokale Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10:
F45.41) diagnostiziert (vgl. Zusammenfassung der Diagnosen aus allen untersuchten
Fachgebieten bei IV-act. 69, S. 26). Die psychiatrischen Diagnosen führten zu einer 100
%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Allgemein-internistisch und
rheumatologisch gesehen bestehe in adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%. Im Gesamtgutachten wurde die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten auch aus
handchirurgischer Sicht als uneingeschränkt bezeichnet (IV-act. 69, S. 27; vgl. aber das
handchirurgische Teilgutachten vom 10. Oktober 2013, worin Dr. med. I._, Fachärztin
für Handchirurgie FMH, Orthopädie J._, von einer Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit von 40 % ausging, IV-act. 67, S. 5). RAD-Ärztin Dr. E._ hielt in ihrer
Stellungnahme vom 17. Januar 2014 das polydisziplinäre Gutachten vom 19.
Dezember 2013 für umfassend, kohärent, in sich widerspruchsfrei und medizinisch
nachvollziehbar (Stellungnahme vom 17. Januar 2014, IV-act. 72). Der Rechtsdienst der
IV-Stelle kam in einer Stellungnahme vom 22. Januar 2014 zum Schluss, dass keine
psychische Komorbidität oder weitere Umstände gemäss Überwindbarkeitspraxis
gegeben seien, welche die Schmerzbewältigung behindern würden. Bei einer derart
gravierenden psychischen Problematik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei
ausserdem eine niederschwellige Therapie ungenügend. Rechtlich sei von einer vollen
Arbeitsfähigkeit der Versicherten auszugehen (IV-act. 74).
A.i Mit Vorbescheid vom 27. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen und das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 78). Dagegen erhob die
Versicherte am 27. Februar 2014 Einwand (IV-act. 86, vgl. auch Einwandergänzung
vom 27. März 2014, IV-act. 89). Die IV-Stelle wies das Rentengesuch der Versicherten
mit Verfügung vom 28. März 2014 ab (IV-act. 90).
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B.
B.a Gegen die Verfügung vom 28. März 2014 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 13. Mai 2014 (act. G 1). Darin beantragt die Beschwerdeführerin, vertreten durch
lic. iur. M. Boltshauser, Advokat bei der Procap Schweiz, Olten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung,
eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur
Vornahme weiterer Abklärungen. Im Weiteren ersucht sie um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Die Beschwerdeführerin
äussert sich in der Beschwerde insbesondere kritisch zur Tatsache, dass sich der
Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin über das polydisziplinäre Gutachten der SMAB
AG hinweggesetzt und befunden habe, die Beschwerdeführerin sei in adaptierter
Tätigkeit 100 % arbeitsfähig. Insbesondere sei die Beurteilung der Überwindbarkeit der
Schmerzen mangelhaft. Im Weiteren stelle sich in Bezug auf die depressive Störung
verbunden mit der Persönlichkeitsstörung die Frage nach dem Willen zur
Schmerzüberwindung gar nicht.
B.b Am 19. Mai 2014 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 3).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Hinweise dafür, dass die gutachterlich
festgestellte mittelgradige depressive Störung eine eigenständige psychische
Erkrankung darstelle, die nicht im Zusammenhang mit der Schmerzstörung und der
psychosozialen Situation der Beschwerdeführerin stehe. Weil die psychosozialen
Umstände stark prägend seien, sei bei der Annahme einer rentenbegründenden
Invalidität Zurückhaltung geboten. Die mittelgradige depressive Störung weise keine
Komorbidität im notwendigen Schweregrad dar. Die im Gutachten erwähnte
Persönlichkeitsstörung sei an sich nicht invalidisierend. Die verordneten Antidepressiva
hätten in der Serumkontrolle nicht im therapeutischen Bereich nachgewiesen werden
können. Das Fehlen einer antidepressiven Medikation spreche gegen eine
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invalidisierende psychische Erkrankung. Demnach sei aus psychiatrischer Sicht von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 4).
B.d Die Beschwerdeführerin hält mit Replik vom 13. August 2014 an ihren Anträgen
fest (act. G 6).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (vgl. act. G
8).

Erwägungen
1.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung, der zwischen den
Parteien umstritten und in der Folge zu prüfen ist.
1.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte
Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt
gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
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1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATGS).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 % und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E 3b). Hinsichtlich
des Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E 3a). Das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
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gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gleiche gilt für Berichte
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen, ist eine (neue) Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts
9C_148/2012 vom 17. September 2012 E. 1.3 f. mit Hinweisen).
2.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit schliesslich auch des
geltend gemachten Rentenanspruchs ermöglicht. Eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit ist nur dann anspruchserheblich, wenn sie Folge einer
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist
(BGE 141 V 281 E. 2.1).
2.1 Die Beschwerdeführerin stützt sich bei dem von ihr gestellten Rentenbegehren auf
das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten der SMAB AG vom 19.
Dezember 2013 (IV-act. 69). Die medizinischen Fachleute kamen darin zum Ergebnis,
dass die Beschwerdeführerin sowohl in angestammter als auch in angepasster
Tätigkeit 100 % arbeitsunfähig sei und dass die Arbeitsunfähigkeit in der
psychiatrischen Problematik gründe. Bei der Würdigung der gutachterlichen
Beurteilung fällt ins Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für
die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten und die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt und gewürdigt. Die
Attestierung einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Ausserdem kam
RAD-Ärztin Dr. E._ in ihrer Stellungnahme vom 17. Januar 2014 zum Schluss, auf
dieses Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden. Die gutachterliche
Beurteilung wertete sie als umfassend, kohärent, in sich widerspruchsfrei und
medizinisch nachvollziehbar. Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten oder auf
relevante Inkonsistenzen gebe es keine (IV-act. 72).
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2.2 Aus medizinischer Sicht ist daher auf der Grundlage des polydisziplinären
Gutachtens der SMAB AG vom 19. Dezember 2013 davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin sowohl für die angestammte Tätigkeit als auch für
leidensangepasste Tätigkeiten über eine Arbeitsfähigkeit von 0 % verfügt.
3.
Im Weiteren ist die Frage zu prüfen, ob die gutachterlich bescheinigte 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit invalidenversicherungsrechtlich relevant ist.
3.1 Grundsätzlich bedarf es für die Annahme eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis auf die Vorgaben eines
Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Mit der Diagnose eines
Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden
Charakter hat. Im Rahmen der freien Beweiswürdigung darf sich die Verwaltung - und
im Streitfall das Gericht - weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen
genügenden medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die
ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit
unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu
eigen machen. Die rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu
prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde
Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren)
mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März 2011 E. 5.1
mit Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung kann auch die Diagnose
einer mittelschweren depressiven Episode eine Invalidität begründen (Urteile des
Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März 2011 E. 5.2 und 9C_980/2010 vom 20.
Juni 2011 E. 5.3).
3.2 Die Beschwerdeführerin leidet gemäss dem Gutachten der SMAB AG vom 19.
Dezember 2013 (IV-act. 69) - mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - an einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) und einer gemischten
Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend emotional instabilen, histrionischen und
paranoiden Anteilen (ICD-10: F 61.0) bei Status nach operativ revidierter radialer
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Humerus-Epicondylopathie beidseits. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leidet
sie sodann an einer chronischen multifokalen Schmerzstörung mit psychischen und
somatischen Anteilen (ICD-10: F45.41), an leichter Osteochondrose der HWS und
wahrscheinlich an einem chronischen Sehnenimpingement der Schulter-
Rotatorenmanschette links bei Akromion Typ III und einem Status nach Histerektomie
(IV-act. 69, S. 26).
3.3 Der Sachbearbeiter des Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin ging davon aus,
dass eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Stellungnahme vom 20. Januar 2014, IV-
act. 74). Er begründete dies damit, bei einer Persönlichkeitsstörung müsse das
auffällige Verhalten andauernd und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer
Krankheiten begrenzt sein. Die Störungen müssten in der Kindheit oder Jugend
beginnen und sich auf Dauer im Erwachsenenalter manifestieren. Angesichts der
langjährigen beruflichen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin könne dieses Kriterium
nicht als erfüllt betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage gewesen,
über Jahre beruflich tätig zu sein. Betreffend Interaktion der Persönlichkeitsstörung mit
der depressiven Problematik sei die niederschwellige Therapie ungenügend und zeige,
dass sich die Beschwerdeführerin selbst als nicht besonders depressiv oder sonst wie
psychisch beeinträchtigt erlebe.
3.4 Für sämtliche Leiden gilt gleichermassen, dass der Nachweis der Invalidität eine
gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare
Beeinträchtigung voraussetzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_972/2012 vom 31.
Oktober 2013 E. 9.4). In tatsächlicher Hinsicht steht auf Grund des Gutachtens des
SMAB AG vom 19. Dezember 2013 fest, dass die allgemeininternistisch,
rheumatologisch und handchirurgisch begutachtenden Fachpersonen keine Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit stellten (vgl.
IV-act. 69, S. 26, 41, 50 und 56 f.; vgl. aber das handchirurgische Teilgutachten vom
10. Oktober 2013, UV-act. 67, S. 5). Zwar wurde der Beschwerdeführerin gemäss
Aktenlage zunächst lange eine aus somatischer Sicht nicht genügend erklärbare
Schmerzstörung attestiert (vgl. IV-act. 69, S. 22, 48 ff. und 57; vgl. auch IV-act. 35). Im
Gutachten vom 19. Dezember 2013 wurde jedoch allein eine die Arbeitsfähigkeit
aufhebende depressive Störung zusammen mit einer Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert, die nicht als unklares Beschwerdebild zu qualifizieren sind. Die Diagnose
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einer chronischen multifokalen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen
Anteilen (ICD-10: F45.41) entfaltet nach gutachterlichen Angaben keine Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit. Ein pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Leiden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liegt damit nicht vor, womit die einschlägige,
bei unklaren Beschwerdebildern anzuwendende und vom Rechtsdienst der
Beschwerdegegnerin herangezogene, nunmehr durch den Grundsatzentscheid BGE
141 V 281 geänderte Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen von
vornherein nicht zur Anwendung kommt.
3.5 Die Arbeitsunfähigkeit wurde mit dem depressiven Leiden und der gemischten
Persönlichkeitsstörung begründet. Dem depressiven Leiden kommt grundsätzlich eine
eigenständige Bedeutung als psychische Krankheit mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit zu. Insbesondere stellt es nicht bloss eine Begleiterscheinung einer
Schmerzkrankheit dar. Der psychiatrische Gutachter Dr. K._ hielt fest, im Kontakt sei
die Versicherte eher misstrauisch, verschlossen, mit wenig Blickkontakt. Sie sei in
ärmlichen, wenig Halt gebenden und gewaltgeprägten Verhältnissen aufgewachsen
und sei ständigen Traumatisierungen durch den aggressiven Vater und die fehlende
emotionale Interaktionsfähigkeit der Mutter ausgesetzt gewesen. Bereits in der
Adoleszenz hätten diese Umstände zu deutlichen Verhaltensauffälligkeiten geführt, die
durch ein inadäquat aggressives Verhalten, Essstörungen und depressive
Begleitsymptome gekennzeichnet gewesen seien und eine längerdauernde intensive
psychiatrische Behandlung notwendig gemacht hätten. Ihr späteres Leben in der
Schweiz habe interaktionelle Schwierigkeiten gezeigt, die sich bis in die Gegenwart
zeigten, die durch eine kollusive Beziehung mit einer Mitbewohnerin geprägt sei,
begleitet von offenbar gegenseitiger Abhängigkeit und Angst vor Gewalttätigkeiten. Im
Laufe der Jahre sei die soziale Interaktionsproblematik zunächst kompensiert worden.
Mit dem Aufkommen von somatischen Problemen habe jedoch dieses labile
Gleichgewicht zu kippen begonnen, und es seien zunehmend eine somatoforme
Schmerzverarbeitungsstörung sowie eine soziale Desintegration entstanden. Während
nach der ersten massiven Schmerzproblematik im Zusammenhang mit der
Epicondylitis humeri radialis rechts 2004 eine labile Kompensation der Auswirkungen
der Negativspirale habe erreicht werden können, sei nach dem Auftreten der
Schmerzproblematik am linken Arm eine vollständige Dekompensation mit
ausgeprägter depressiver Reaktion zu beobachten gewesen, die sich bis heute als
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weitgehend therapieresistent erwiesen und eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit begründet
habe. Anlässlich der psychiatrischen Exploration habe sich eine deutliche depressive
Störung mit Perspektiv- und Freudverlust, sozialem Rückzug, allgemeiner anhedoner
Stimmungslage und kognitiven Einschränkungen gezeigt, die als mittelgradig zu
qualifizieren sei. Dieser depressiven Störung liege eine auffällige Persönlichkeit
zugrunde, die bereits in der Adoleszenz krankheitswertig geworden sei, die aber
während Jahren weitgehend kompensiert worden sei und mit dem Verlust der
Arbeitsfähigkeit eine erneute Krankheitswertigkeit erfahren habe. Es gebe Hinweise auf
das Vorliegen von emotional instabilen Anteilen mit massiver
Emotionsregulationsstörung sowie histrionischen und paranoiden Anteilen. Die von der
Versicherten beschriebene multifokale Schmerzproblematik sei während der
Exploration weder aufgefallen noch werde sie von der Versicherten in den Vordergrund
gestellt. Im Weiteren werde verschiedentlich von Selbstmordgedanken berichtet. Die
bereits früh beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten, die sich mehr oder weniger stark
durch das ganze Leben gezogen hätten, und die seit 2011 bestehenden
Interaktionsprobleme führten zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung, die eine
ungünstige Interaktion mit der depressiven Problematik zeige. Diese Interaktion sei die
Ursache für die bisher bestehende weitgehende Therapieresistenz der Depression. Es
sei bekannt, dass solche Konstellationen nur sehr schwer durch eine medikamentöse
antidepressive Behandlung erreichbar seien. Obwohl das Blutbild eine Non-compliance
bezüglich Wellbutrin zeige und die antidepressive Therapie deutlich ausgebaut werden
könnte, sei ein Therapieerfolg vor allem vor dem Hintergrund der langdauernden
intensiven psychiatrischen Behandlung eher unwahrscheinlich. Die Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit sei durch die depressive Störung bedingt, die negativ mit der
Persönlichkeitsstörung interagiere und zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führe.
Die Gründe für die Arbeitsunfähigkeit seien in den Konzentrations- und
Durchhaltedefiziten, in der Interaktionsproblematik und der mangelnden Flexibilität im
Umgang mit äusseren Stressoren oder Veränderungen zu suchen. Diese mangelnde
Flexibilität trage zur Entwicklung und Unterhaltung der chronischen
Schmerzproblematik bei. Die bisher gescheiterten Versuche, im Rahmen einer
engmaschigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung die Reintegration der
Versicherten voranzutreiben, würden die Unfähigkeit der Versicherten unterstreichen,
im regulären Arbeitsleben wieder Fuss zu fassen.
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3.6 Damit stellte der psychiatrische Gutachter klar, dass nicht die Schmerzen zum
psychischen Leiden geführt haben, sondern vielmehr die von der Beschwerdeführerin
geklagten (gemäss dem Gutachter explizit überwindbaren) Schmerzen eine
Nebenerscheinung der psychischen Problematik darstellen (vgl. psychiatrisches
Teilgutachten, IV-act. 69, S. 19 ff., insbesondere S. 22 in fine). Entgegen der von der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort geäusserten Ansicht ergibt sich nicht
das (häufige) Bild einer im Ausgangspunkt der Leidensgeschichte somatischen
Beeinträchtigung, die nach einer Schmerzfehlverarbeitung zu einer reaktiven
depressiven Entwicklung geführt hat. Die massgebende psychische Problematik hat
sich gemäss den nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. K._ bereits in der Jugend
der Beschwerdeführerin in L._ entwickelt, wo sie trotz prekärer finanzieller
Verhältnisse stationär in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden musste (vgl. S.
17 des Gutachtens). Dr. K._ ging davon aus, dass die auffällige Persönlichkeit bereits
in der Adoleszenz krankheitswertig geworden sei. Die Beschwerdegegnerin weist zwar
zu Recht darauf hin, dass Persönlichkeitsstörungen nicht per se invalidisierend sind
(act. G 4, S. 4). Ihre Schlussfolgerung, dass deswegen entgegen der Einschätzung im
SMAB-Gutachten keine Arbeitsunfähigkeit bestehe, lässt sich daraus jedoch nicht
ziehen. Dr. K._ hat nachvollziehbar begründet, weshalb die vorbestehende
Persönlichkeitsstörung während vieler Jahre so weit kompensiert war, dass sie eine
Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin nicht verhindert hat. Sie hat sich also lange
Zeit nicht invalidisierend ausgewirkt. Zur Dekompensation kam es erst, als sich nach
dem (vorübergehend aus somatischen Gründen bestehenden) Verlust der
Arbeitsfähigkeit aus somatischen Gründen ein - zeitweise schweres - depressives
Geschehen entwickelte und dieses mit der Persönlichkeitsstörung in eine ungünstige
Interaktion trat. Die Begründung der Diagnosen ist vor dem Hintergrund der
Erklärungen Dr. K._s plausibel und nachvollziehbar. Dass die Medikation und übrige
Therapie der Beschwerdeführerin nicht optimal funktioniert, lässt ferner entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin ebenfalls keine Rückschlüsse auf ein Fehlen eines
relevanten Gesundheitsschadens resp. einer Invalidisierung zu. Denn die
Therapieresistenz der Depression (auch die medikamentöse) begründet Dr. K._ eben
gerade mit der Interaktion derselben mit der Persönlichkeitsstörung (S. 23 des
Gutachtens). Die aus krankheitsrelevanten Gründen (und nicht etwa wegen willentlich
beeinflussbarer Motivation oder dergleichen) deutlich erschwerte Therapierbarkeit
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ergibt sich ferner bereits aus den Ausführungen der behandelnden Therapeuten im
tagesklinischen Setting (vgl. etwa den Bericht der Tageskliniken des Psychiatrischen
Zentrums G._ vom 10. April 2013; IV-act. 49 S. 4). Mit Blick auf die gesamte
Begründung Dr. K._s geht es entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht
an, die mittelgradige depressive Episode aus dem Kontext zu lösen und ihr einen
relevanten Schweregrad ohne weiteres abzusprechen. Auch kann keine Rede davon
sein, dass überwiegend psychosoziale Belastungsfaktoren für die Probleme der
Beschwerdeführerin verantwortlich sein sollen. Freilich beschreibt Dr. K._ eine auch
psychosozial schwierige Situation. Diese bzw. deren Entstehung führt er jedoch
letztlich auf die Persönlichkeitsstörung zurück. Eine isolierte Betrachtungsweise der
einzelnen Problembereiche wird dieser komplexen psychischen Situation nicht gerecht.
Hinweise auf verwertbare Ressourcen, die zu einer Verbesserung der Situation führen
könnten, sind aus den Akten nicht ersichtlich. So hatten die behandelnden
Therapeuten bei ungünstiger Prognose betreffend zukünftiger Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-
act. 49 S. 1) als Therapieoptionen nur eine sehr niederschwellige Beschäftigung zur
Tagesstrukturierung und zur Verhinderung der sozialen Isolation empfohlen (IV-act. 49
S. 4). Eine optimistischere Einschätzung hat auch Dr. K._ nicht abgegeben.
Insgesamt ergeben sich keine Inkonsistenzen, die die Schlussfolgerung des
Hauptgutachters Dr. K._, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgehoben ist, in Frage stellen würden. Vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass,
von der gutachterlich bescheinigten, mit dem depressiven Leiden und der
Persönlichkeitsstörung begründeten 100 %igen Arbeitsunfähigkeit abzuweichen bzw.
deren invalidisierende Wirkung zu verneinen.
3.7 Bei diesem Ergebnis braucht mangels Relevanz nicht näher abgeklärt zu werden,
ob aus handchirurgischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
besteht, wie dies die handchirurgische Teilgutachterin in der einen Fassung ihres
Teilgutachtens vom 10. Oktober 2013 attestierte (60% Arbeitsunfähigkeit; IV-act. 67, S.
5).
4.
Ausgehend von der gesamtgutachterlich bescheinigten vollständigen
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit ist von einer vollständigen Invalidität bzw.
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einem 100 %igen Invaliditätsgrad auszugehen, womit die Beschwerdeführerin beim
unbestrittenermassen zur Anwendung gelangenden Einkommensvergleich (Art. 16
ATSG) Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die IV-Anmeldung erfolgte am 12. April
2011; die Beschwerdeführerin war jedoch bereits seit 18. November 2010
ununterbrochen arbeitsunfähig. Das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 IVG) begann folglich am
18. November 2010 zu laufen und war am 17. November 2011 vollendet. Zu diesem
Zeitpunkt war aus psychiatrischen Gründen bereits keine relevante Arbeitsfähigkeit
mehr zu attestieren. Damit beginnt der Rentenanspruch am 1. November 2011 (Art. 29
Abs. 3 IVG).
5.
5.1 Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig und
ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführerin ist mit
Wirkung ab 1. November 2011 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und
Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-
bis Fr. 1'000.- zu bestimmenden und in Fällen wie dem vorliegenden praxisgemäss auf
Fr. 600.- festzusetzenden Gerichtskosten sind vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen IV 2009/459 vom 19. Dezember 2011 E. 5.2 f.).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-
bis Fr. 12'000.-. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung
einer Honorarnote verzichtet. Im vorliegenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
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als angemessen. Die bereits bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird bei
diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.