Decision ID: 80b8234d-74c3-5d3e-9e41-60e438e7bc4c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin reiste am 28. Oktober 2015 in die Schweiz ein und
suchte gleichentags um Asyl nach. Am 4. November 2015 fand die Befra-
gung zur Person (BzP) und am 14. September 2017 die vertiefte Anhörung
zu den Asylgründen statt. Im Wesentlichen machte die Beschwerdeführerin
geltend, sie sei chinesische Staatsangehörige, tibetischer Ethnie und
stamme aus B._, Gemeinde C._ beziehungsweise
D._, Bezirk E._, Präfektur F._. Dort habe sie mit ih-
ren Grosseltern und ihrem Vater gelebt. Ihre Mutter sei verstorben. Identi-
tätsdokumente habe sie nie besessen oder beantragt. Sie sei mit (...) Jah-
ren eingeschult geworden. Bis zur (...) Klasse habe sie die Schule besucht.
Zwischendurch habe sie die Schule ein Jahr lang unterbrochen und im Al-
ter von zehn Jahren abgebrochen. Einen Beruf habe sie nicht erlernt. Sie
habe sich um ihre Grosseltern gekümmert. Manchmal habe sie ihrer Gross-
mutter bei der Herstellung von (...) geholfen. Ihre Grosseltern hätten ihr
erzählt, dass vor einigen Jahren Chinesen junge Frauen aus der Region
entführt und Zwangssterilisationen durchgeführt hätten. Im Jahr 20(...) sei
sie mit ihren Grosseltern legal mit einem Reisedokument für eine Pilger-
reise nach Nepal gegangen. Ihr Vater sei im Jahr 20(...) beziehungsweise
anfangs 20(...) inhaftiert worden, da er Texte über den Dalai-Lama verfasst
und verteilt habe. Sie wisse nicht, in welchem Gefängnis er sich befinde.
Sie hätten nichts unternommen, um ihn zu finden. Sie selbst habe keine
konkreten Probleme gehabt. Ihre Grosseltern hätten sie aus Furcht vor al-
lenfalls künftigen Schwierigkeiten mit den chinesischen Behörden wegen
ihres Vaters ausser Landes bringen wollen. Mitte April 2015 habe sie Tibet
illegal verlassen.
B.
Aufgrund von Zweifeln an der Hauptsozialisation in Tibet führte eine sach-
verständige Person der Fachstelle LINGUA im Auftrag der Vorinstanz am
30. November 2017 ein Telefoninterview mit der Beschwerdeführerin
durch. Diese kam gestützt darauf in der «Evaluation zum Alltagswissen»
vom 22. Dezember 2017 zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit klein
sei, dass die Beschwerdeführerin im behaupteten geographischen Raum
gelebt haben könnte.
C.
Mit Schreiben vom 31. Januar 2019 gewährte die Vorinstanz der Be-
schwerdeführerin das rechtliche Gehör zu den wesentlichen Ergebnissen
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der Evaluation und informierte sie über den Werdegang sowie die Qualifi-
kation der sachverständigen Person.
D.
In der schriftlichen Stellungnahme vom 11. Februar 2019 hielt die Be-
schwerdeführerin daran fest, in der angegebenen Region geboren worden
zu sein und bis zur Ausreise dort gelebt zu haben.
E.
Mit Verfügung vom 9. Februar 2020 stellte die Vorinstanz fest, die Be-
schwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asyl-
gesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, schloss den Vollzug
der Wegweisung in die Volksrepublik China aus und beauftragte den zu-
ständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung.
F.
Mit Eingabe vom 10. Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin gegen
diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie be-
antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr Asyl zu
gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
es sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzulässig beziehungs-
weise unzumutbar sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeven-
tualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei ihr die unentgelt-
liche Rechtspflege zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses sei zu verzichten. Es sei ihr ein amtlicher Rechtsbeistand ihrer
Wahl zu bestellen.
Der Beschwerde lagen folgende Beweismittel bei: eine Teilnahmebestäti-
gung der (...) vom 19. April 2016, eine Bestätigung betreffend ein (...) vom
30. August 2017, ein Arbeitszeugnis betreffend (...) vom 29. März 2018,
eine Beschäftigungsbestätigung der (...) vom 7. August 2018, ein Zertifikat
telc Deutsch B1 vom 15. August 2019, ein Referenzschreiben des Berufs-
bildungszentrums G._ vom 20. Januar 2020, ein Zeugnis des Be-
rufsvorbereitungsjahrs vom 31. Januar 2020 sowie eine Ausbildungsbestä-
tigung des Alters- und Pflegezentrums (...) vom 1. Februar 2020.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Februar 2020 stellte die Instruktionsrich-
terin fest, die Beschwerdeführerin dürfe den Ausgang des Verfahrens in
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der Schweiz abwarten, wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung und Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands ab
und forderte die Beschwerdeführerin zur Leistung eines Kostenvorschus-
ses in Höhe von Fr. 750.– auf.
H.
Die Beschwerdeführerin leistete den Kostenvorschuss am 9. März 2020
fristgerecht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS
2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren
gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än-
derung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-
men worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeich-
nung verwenden wird.
2.
2.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
2.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-
schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
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durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie
ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und
aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
5.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben. Diese sind vorab
zu prüfen, da diese bei berechtigtem Vorbringen zur Kassation der ange-
fochtenen Verfügung führen würden.
5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die
Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü-
fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht
erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-
lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-
derlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
5.3 Sodann hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungs-
instanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Art. 29 Abs. 1
BV wird durch Art. 10 Abs. 1 VwVG konkretisiert, welcher die Gründe für
den Ausstand von Personen benennt, die eine Verfügung zu treffen oder
vorzubereiten haben (vgl. STEPHAN BREITENMOSER/MARION SPORI FEDAIL
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
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in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar
VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 10, N 17). Mit den Ausstandsregeln soll die ob-
jektive Beurteilung durch eine unparteiische und unvoreingenommene Be-
hörde gewährleistet werden (vgl. BGE 127 I 196 E. 2b, BGE 119 V 456
E. 5b; SCHINDLER, a.a.O., S. 91 f.).
5.4
5.4.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die Vorinstanz habe den An-
spruch auf rechtliches Gehör verletzt, da sie die Aufzeichnung des erstell-
ten LINGUA-Gutachtens (Evaluation des Alltagswissens) nicht habe anhö-
ren können.
5.4.2 Wie aus den vorinstanzlichen Akten hervorgeht, hat die Vorinstanz
der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 31. Januar 2019 das rechtliche
Gehör zur LINGUA-Analyse gewährt und darin festgehalten, sie habe die
Möglichkeit, die Gesprächsaufzeichnung nach vorheriger Terminabspra-
che anzuhören. Diese Möglichkeit hat die Beschwerdeführerin ungenutzt
gelassen. Das Unterlassen der Beschwerdeführerin, sich um einen ent-
sprechenden Termin bei der Vorinstanz zu bemühen, kann dieser nicht an-
gelastet werden. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist
zu verneinen. Der Subeventualantrag ist abzuweisen.
5.5
5.5.1 Weiter bringt die Beschwerdeführerin sinngemäss vor, die Fachspe-
zialistin der Vorinstanz sei anlässlich der Anhörung befangen gewesen.
Der Befragungsstil und die Atmosphäre anlässlich der Anhörung seien un-
angenehm gewesen. Sie habe das Gefühl, ihr sei von Anfang an nicht ge-
glaubt worden. Dies gehe auch aus dem Bericht der anwesenden Hilfs-
werksvertretung hervor.
5.5.2 Dem Anhörungsprotokoll sowie der ausführlich begründeten ange-
fochtenen Verfügung lassen sich keine Hinweise entnehmen, die darauf
schliessen lassen, die Fachspezialistin der Vorinstanz habe sich einzig da-
rauf fokussiert, eine Bestätigung für eine bereits vorgefasste Entscheidung
zu erhalten. Vielmehr befragte sie die Beschwerdeführerin anlässlich der
Anhörung ausführlich zu ihrer Sozialisierung in Tibet sowie zu ihren Flucht-
gründe. Dass die Fachspezialistin die Beschwerdeführerin bereits im Rah-
men der Anhörung mit als unglaubhaft scheinenden Aussagen konfrontiert
hat, führt nicht zum Anschein der Befangenheit. An dieser Einschätzung
vermögen auch die Anmerkungen der zur Beobachtung eines korrekt
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durchgeführten Verfahrens anwesende Hilfswerksvertretung nichts zu än-
dern. Aus objektiver Betrachtungsweise ist das Vorliegen des Anscheins
der Befangenheit der Fachspezialistin der Vorinstanz zu verneinen. Die
Rüge erweist sich ebenfalls als unbegründet und der Antrag auf Rückwei-
sung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen.
6.
6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE
2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
6.3 Asylsuchende sind verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts
mitzuwirken. Sie müssen ihre Identität offenlegen sowie Reisepapiere und
Identitätsausweise abgeben. Der Untersuchungsgrundsatz findet unter an-
derem seine Grenzen an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person
(Art. 8 AsylG, vgl. BVGE 2014/12 E. 6 S. 213 f.).
7.
7.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Aufgrund von Zweifeln
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an der behaupteten Herkunft sei ein Spezialist mit der Durchführung eines
Alltagswissenstests beauftragt worden. Dieser sei zum Schluss gekom-
men, dass die Beschwerdeführerin über sehr wenig Alltagswissen über die
angegebene Heimatregion in Tibet habe. Sie habe nur grobe Angaben ma-
chen können und in allen abgefragten Bereichen des Alltags häufig mit un-
realistischen beziehungsweise falschen Angaben geantwortet. Sie habe
Begriffe verwendet, die in exiltibetischen Gemeinschaften üblich seien,
nicht aber in Tibet selbst. Es seien keine überzeugenden Punkte festzu-
stellen, die auf einen Aufenthalt in der angegebenen Region in Tibet hin-
weisen würden. Deshalb sei der Alltagsspezialist zum Schluss gekommen,
dass die Wahrscheinlichkeit klein sei, dass sie im behaupteten geographi-
schen Raum gelebt habe. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs habe sie nichts Substantielles dagegen vorgebracht. Angesichts des
Ergebnisses des Alltagswissenstests und den fehlenden Identitäts- oder
Reisepapieren sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht
aus dem Dorf B._, Gemeinde D._, Bezirk E._, Prä-
fektur F._, Provinz Tibet, stamme beziehungsweise sie dort ihr gan-
zes Leben sozialisiert worden sei. Die eingereichten Fotos würden an die-
ser Einschätzung nichts ändern.
Im Weiteren seien die Angaben zu den Problemen ihres Vaters und den
deshalb für sie entstehenden Schwierigkeiten vage sowie widersprüchlich
ausgefallen. Trotz Vertiefungsfragen habe sie nicht erlebnisgeprägt be-
gründen können, weshalb sie wegen ihres Vaters Schwierigkeiten bekom-
men sollte. Stattdessen habe sie gesagt, sie habe bis zur Ausreise weder
wegen ihres Vaters noch den Zwangssterilisationen Probleme gehabt. In
Bezug auf den Zeitpunkt der Festnahme des Vaters habe sie sich wider-
sprochen. Sie habe sodann angegeben, nicht zu wissen, in welchem Ge-
fängnis sich ihr Vater befinde und nicht nachvollziehbar erklären können,
weshalb sie und ihre Familie nicht versucht hätten, seinen Aufenthaltsort
ausfindig zu machen. Es würden Zweifel an der Festnahme des Vaters be-
stehen, was die Zweifel an der von ihr gegen sie gerichteten geltend ge-
machten Verfolgung bestätige. Der Beschwerdeführerin sei es nicht gelun-
gen, ihre Herkunft aus der Volksrepublik China sowie die Asylgründe glaub-
haft zu machen. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus-
zugehen, dass sie vor der Ankunft in der Schweiz in einer exiltibetischen
Diaspora gelebt habe. Da es keine glaubhaften Hinweise auf einen länge-
ren Aufenthalt in einem Drittstaat gebe, werde angenommen, dass keine
flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr
an den bisherigen Aufenthaltsort bestünden.
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7.2 Die Beschwerdeführerin macht in der Rechtsmitteleingabe geltend, die
Vorinstanz habe ihre Vorbringen zu Unrecht als unglaubhaft beurteilt und
damit Bundesrecht verletzt. Die Vorinstanz habe nur jene Elemente der
LINGUA-Analyse berücksichtigt, die gegen die Glaubhaftigkeit sprechen
würden. Die richtigen Antworten anlässlich des Telefongesprächs, die An-
gaben bei der Anhörung sowie die schriftliche Stellungnahme vom 11. Feb-
ruar 2019 habe die Vorinstanz nicht ausreichend gewürdigt. Die geringen
geographischen Kenntnisse seien darauf zurückzuführen, dass sie ihr gan-
zes Leben in ihrem Heimatdorf verbracht und nur wenige Jahre die Schule
besucht habe. Dementsprechend kenne sie sich mit Daten nicht gut aus.
Da sie bei den Befragungen aufgefordert worden sei, genaue Angaben zu
machen, habe sie in der Folge die Daten geschätzt. Ihre Chinesischkennt-
nisse seien gering, weil sie im Dorf aufgewachsen sei und dort weniger
Chinesisch gesprochen werde als in der Stadt. Beim Telefoninterview habe
sie nicht gesagt, dass sie nie gearbeitet habe, sondern dass sie lediglich
mitgeholfen und nicht wie andere gearbeitet habe. Anlässlich der Anhörung
sei es zu Missverständnissen gekommen. Sie sei vier Jahre zur Schule
gegangen und nicht als (...) eingeschult worden. Den Schulunterbruch von
ungefähr zehn Monaten habe es gegeben, da sie sich um ihre kranke
Grossmutter habe kümmern müssen. Ab der Frage 128 sei es ebenfalls zu
Unklarheiten gekommen. Für die Pilgerreise im Jahr 20(...) habe sie ein
Ausreisedokument besessen. Bei der Frage 136 habe sie sich ebenfalls
auf dieses Dokument bezogen. Die Ausreise im Jahr 2015 sei illegal und
ohne Dokument erfolgt. Anlässlich der BzP sei es zu einem Fehler gekom-
men. Ihr Vater sei nicht im Jahr 20(...) verhaftet worden. Dass das Protokoll
der BzP fehlerhaft sei, zeige sich auch darin, dass als Einreisedatum der
28. Oktober 2010 festgehalten worden sei, was offensichtlich falsch sei.
Sie habe glaubhaft dartun können, ethnische Tibeterin sowie chinesische
Staatsangehörige zu sein, aus dem Dorf B._ in Tibet zu stammen,
wegen den politischen Aktivitäten ihres Vaters von den chinesischen Be-
hörden verfolgt worden und illegal aus Tibet ausgereist zu sein.
8.
8.1 Die Fachstelle LINGUA hat vorliegend eine «Evaluation des Alltagswis-
sens» (vgl. BVGE 2015/10) durchgeführt. Eine solche durch die Fachstelle
LINGUA in Auftrag gegebene und durch amtsexterne Sachverständige er-
stellte Analyse beschränkt sich – anders als die herkömmlichen LINGUA-
Analysen mit zusätzlich linguistischer Komponente – auf landeskundlich-
kulturelle Elemente und ist vergleichbar mit einer LINGUA-Analyse im her-
kömmlichen Sinn (vgl. a.a.O. E. 5.1). Ebenfalls wie die herkömmliche LIN-
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GUA-Analyse stellt auch die Herkunftsanalyse kein Sachverständigengut-
achten dar (Art. 12 Bst. e VwVG; Art. 57 ff. BZP [SR 273] i.V.m. Art. 19
VwVG), sondern eine schriftliche Auskunft einer Drittperson (Art. 12 Bst. c
VwVG; Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG). Sofern bestimmte Anforderungen
an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität der sachverstän-
digen Person wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollzieh-
barkeit der Analyse erfüllt sind, ist einer LINGUA-Analyse nach der Recht-
sprechung erhöhter Beweiswert beizumessen (vgl. BVGE 2014/12 E. 4.2.1
m.w.H.).
8.2 Der im vorliegenden Fall erstellten Evaluation sind keine Hinweise zu
entnehmen, dass die von der Rechtsprechung definierten Mindeststan-
dards (BVGE 2014/12) nicht eingehalten worden wären. Entsprechendes
macht die Beschwerdeführerin auch nicht geltend. Die Evaluation ist fun-
diert und mit einer überzeugenden sowie ausgewogenen Begründung ver-
sehen. Sie basiert auf einer Vielzahl unterschiedlicher Fragen, die sich auf
das Alltagswissen sowie das spezifische Profil der Beschwerdeführerin be-
ziehen. Da der Bericht die inhaltlichen Qualitätsanforderungen erfüllt und
aufgrund des Werdeganges – welcher der Beschwerdeführerin bekannt
gegeben wurde (vgl. SEM-Akte A22/1) – die Qualifikation der sachverstän-
digen Person nicht anzuzweifeln ist, kommt dem Fazit des Berichts, dass
die Wahrscheinlichkeit klein sei, dass die Beschwerdeführerin im behaup-
teten geographischen Raum gelebt haben könnte, ein erhöhter Beweiswert
zu.
8.3 Die Vorinstanz hat sich in der angefochtenen Verfügung auf die «Eva-
luation des Alltagswissens» gestützt, welcher ein erhöhter Beweiswert zu-
kommt, und unter Berücksichtigung der Stellungnahme der Beschwerde-
führerin vom 11. Februar 2019 festgehalten, die Sozialisation in der von ihr
angegebenen Region sei unglaubhaft. Entgegen den Ausführungen in der
Beschwerde hat die Vorinstanz die Elemente in die Erwägungen aufge-
nommen und entsprechend gewürdigt, die für eine Sozialisation in der an-
gegebenen Region sprechen. Das Argument in der Beschwerde, bei Frage
38 an der Anhörung sei es zu einem Irrtum gekommen, überzeugt nicht.
Die Aussage «Ich glaube, ich habe mit der Schule, als ich (...) Jahre alt
war, angefangen» erscheint unmissverständlich und lässt sich nicht derart
interpretieren, dass sie vier Jahre lang zur Schule gegangen sei (vgl. SEM-
Akte A17/26 F38). Zudem hat die Beschwerdeführerin die Richtigkeit der
entsprechenden Angabe im Rahmen der Rückübersetzung unterschriftlich
bestätigt. Inwiefern es ab Frage 128 an der Anhörung erneut zu Missver-
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ständnissen gekommen sein soll, ist nicht ersichtlich, zumal der Beschwer-
deführerin in der angefochtenen Verfügung diesbezüglich nichts vorgehal-
ten wird. Aus den Fragen und den entsprechenden Antworten geht klar her-
vor, dass es dabei um die Pilgerreise nach Nepal mit einem Reisedoku-
ment im Jahr 20(...) ging (vgl. SEM-Akte a.a.O. F128 ff.). Das Vorbringen,
sie kenne sich mit Daten nicht aus, ist als Schutzbehauptung zu werten.
Weder dem Protokoll der BzP noch jenem der Anhörung lassen sich ent-
sprechende Hinweise entnehmen. Sodann macht sie – wie bereits in der
Stellungnahme – pauschal geltend, sie habe anlässlich der Telefonge-
sprächs mit dem LINGUA-Experten nicht gesagt, nie gearbeitet zu haben.
Eine differenzierte Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Darlegun-
gen betreffend die Herkunft und Sozialisation findet in der Beschwerde
nicht statt. Sie bringt nichts vor, das ihre vorgebrachte Herkunft glaubhaft
erscheinen lassen würde.
8.4 Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin trotz der
ihr bekannten Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG keine Reise- oder
Identitätspapiere zu den Akten gereicht hat. Sie berief sich lediglich in un-
substantiierter Weise darauf, das Beschaffen von Identitätspapieren sei zu
gefährlich (vgl. SEM-Akte A5/14 Ziff. 4.07 sowie A17/26 F155) und gestand
ein, sie habe nichts unternommen, um solche Dokumente erhältlich zu ma-
chen (vgl. SEM-Akte A17/26 F154). In der Beschwerde äussert sie sich
nicht weiter zu den nicht eingereichten Identitätspapieren. Es ist aber da-
von auszugehen, dass die Beschaffung von Dokumenten aus ihrem Hei-
matstaat nicht ausgeschlossen wäre. Die Beschwerdeführerin verheimlicht
somit ihre Identität.
8.5 Die Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin ihre Herkunft ver-
schleiert, wird auch dadurch bestärkt, dass ihre Ausführungen zu den Aus-
reisegründen unglaubhaft sind. Die Vorinstanz hat mit nachvollziehbarer
Begründung dargelegt, weshalb die Fluchtgründe der Beschwerdeführerin
oberflächlich und vage ausgefallen sind, mithin den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermögen. Die
Beschwerdeführerin hält in der Rechtsmitteleingabe in dieser Hinsicht ein-
zig fest, sie habe anlässlich der BzP nicht gesagt, ihr Vater sei im Jahr
20(...) inhaftiert worden, und wie sich aus dem falsch vermerkten Einreise-
datum ergebe, sei das Protokoll fehlerhaft. Es trifft zwar zu, dass im Proto-
koll der BzP als Einreisejahr fälschlicherweise 2010 statt 2015 festgehalten
wurde. Daraus lässt sich aber nicht schliessen, dass das ganze Protokoll
fehlerhaft ist. Weitergehend hält die Beschwerdeführerin den diesbezügli-
chen Ausführungen der Vorinstanz nichts entgegen, insbesondere legt sie
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nicht dar, weshalb sie die Festnahme des Vaters entgegen der vorinstanz-
lichen Schlussfolgerung hat glaubhaft machen können.
8.6 Folglich ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zwar ti-
betischer Ethnie ist, ihre Vorbringen betreffend die hauptsächliche Soziali-
sation in Tibet sowie ihre Ausreisegründe indes insgesamt unglaubhaft sind
und sie keine Veranlassung sieht, ihre wahre Herkunft offenzulegen. Um
Wiederholungen zu vermeiden, kann im Übrigen auf die Erwägungen in
der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
8.7 Im Urteil BVGE 2014/12 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass
bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder
verheimlichen würden, vermutungsweise davon auszugehen sei, dass
keine flüchtlings- oder wegweisungsvollzugsbeachtlichen Gründe gegen
eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort sprächen. Denn die Ab-
klärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze an der Mitwirkungs-
pflicht der asylsuchenden Person. Verunmögliche eine tibetische Asylsu-
chende durch die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht die Abklärung, wel-
chen effektiven Status sie in Nepal respektive in Indien innehabe, könne
namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c
AsylG stattfinden. Überdies werde durch die Verheimlichung und Verschlei-
erung der wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft
der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmög-
licht (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 f.).
Wie sich aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt, ist weder die
Identität noch die Staatsangehörigkeit beziehungsweise das Herkunftsland
der Beschwerdeführerin geklärt. Bemühungen, entsprechende Beweismit-
tel einzureichen, hat sie keine aufgezeigt. Ihr Verhalten stellt eine Verlet-
zung der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) dar. Dadurch
verunmöglicht sie den Behörden nähere Abklärungen. Sie hat demnach die
Folgen dieses Verhaltens zu verantworten, und es ist gemäss dargelegter
Rechtsprechung davon auszugehen, dass keine flüchtlings- oder wegwei-
sungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr in das effektive Heimat-
land bestehen (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.10).
8.8 Insgesamt ist festzustellen, dass die Vorinstanz zu Recht die Flücht-
lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab-
gelehnt hat.
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Seite 13
9.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
10.
10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
10.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-
weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
10.3 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Eine weitergehende
Prüfung von Vollzugshindernissen erübrigt sich angesichts des Umstan-
des, dass die Beschwerdeführerin die ihr obliegenden und zumutbaren Mit-
wirkungspflicht (Art. 8 AsylG) hinsichtlich Herkunft, Staatsangehörigkeit
und Identität nicht nachzukommen gewillt ist. Ein Vollzug der Wegweisung
in die Volksrepublik China ist im angefochtenen Entscheid ausdrücklich
ausgeschlossen worden. Es kann auf die Erwägungen der Vorinstanz so-
wie auf E. 5.3 und E. 6 des erwähnten Urteils BVGE 2014/12 verwiesen
werden.
10.4 Da die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten eine abschliessende
Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs verunmöglicht, erüb-
rigt es sich auch, näher auf die vorgebrachte Integration in der Schweiz
einzugehen. Ohnehin stellt das Bemühen, sich in die Schweizer Gesell-
schaft einzugliedern, für sich allein keinen Aspekt dar, welcher zur An-
nahme der Unzumutbarkeit des Vollzugs führt. Im Übrigen steht es der Be-
schwerdeführerin offen, sich betreffend eine Härtefallbewilligung an die
kantonalen Behörden zu wenden.
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11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Für eine Rückweisung der Sache an die
Vorinstanz besteht keine Veranlassung. Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 9. März 2020 einbezahlte Kostenvor-
schuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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