Decision ID: de5c6155-7fbc-4667-80f9-b65c68a56943
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Nachdem die Implenia Vorsorge von ihrer Witwen
renten
bezügerin,
Y._
, im März 2014 eine Lebensbescheinigung eingefordert hatte, mel
dete sich am 2
3.
Mai 2014 ihr Sohn,
X._
, und teilte der Vor
sor
geeinrichtung mit,
Y._
sei im Januar (2
9.
Januar 2013, vgl. Urk. 2/6) verstorben. Da seine Mutter verbeiständet gewesen sei, müsse sie sich für weitere Fragen an die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) wenden (Urk. 2/2). Diese wiederum erklärte sich nicht zuständig, da die angeordnete Beistandschaft (vgl. Urk. 6/2) bis zum Tod von
Y._
infolge beschwerdeweiser Anfechtung nicht in Kraft getreten sei (Urk. 2/4
und Urk. 5 S. 2).
Unt
er Hinweis darauf, dass ihr d
er Todesfall nicht ge
meldet worden sei, weshalb sie die Witwenrente
seit Februar 2013 weiter aus
bezahlt habe,
forderte die
Implenia Vorsorge
mit Schreiben vom 1
1.
Juni 2014
den Betrag
von
Fr.
34'416.-- (16
Monate à
Fr.
2
'
151.--) von
X._
zurück.
Da
X._
dieser
Zahlungsaufforderung nicht nachkam, liess die
Implenia Vorsorge
diesen mit Zahlungsbefehl vom
2
2.
Juli 2014
des Betrei
bungsamtes
Z._
für den Betrag von
34'416.--
betreiben.
X._
erhob Rechtsvorschlag
(Urk. 2/9)
.
2.
Mit Eingabe vom 1
8.
August 2014 (Urk. 1) erhob die
Implenia Vorsorge
Klage gegen
X._
und beantragte sinngemäss, der Beklagte
sei
unter Kosten und Entschädigungsfolge
zu verpflichten,
ihr Fr. 34'416.--
zu bezahlen
,
und es sei in der Betreibung Nr.
P._
des Betreibungsamtes
Z._
(Zah
lungs
befehl
vom
22. Juli 2014)
der Rechtsvorschlag aufzuheben.
Mit Klageantwort vom 2
9.
September 2014 beantragte der Beklagte mangels
Ak
tivlegitimation (richtig wohl: Passivlegitimation) Abweisung der Klage (Urk. 5).
Am 2
8.
Oktober 2014 forderte das Gericht die Klägerin auf, die an die Mutter des Beklagten nach deren Tod ausgerichteten Rentenzahlungen mit be
weistaug
lichen Unterlagen (statt der eingereichten DTA-Files) zu belegen und das Vor
sorgereglement einzureichen (Urk. 8). Dem kam die Klägerin mit Ein
gabe vom 1
0.
Dezember 2014 nach (Urk.
11
und Urk.
1
2
/1-2).
Der Beklagte nahm hierzu am
8.
Januar 2015 Stellung (Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Forderung der Klägerin
auf Rückerstattung von Leistungen der beruflichen
Vorsorge, welche eine Vorsorgeeinrichtung zu Unrecht ausgerichtet hat, stützt sich
auf
Art.
35a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen-
und Invalidenvorsorge (BVG) bzw. auf die gleichlautende Bestimmung von Art. 21
Abs. 2 des Vorsorg
ereglements der Klägerin (Urk. 12/1
).
2.
Die am 2
9.
Januar 2013 verstorbene
Y._
konnte die ab Febru
ar 2013 nach deren Tod ausbezahlten Rentenbetreffnisse nicht mehr in Emp
fang nehmen, diese gingen vielmehr an die Erbengemeinschaft. Mit Urteil
vom
3.
Juni 2014 stellte das Bezirksgericht
A._
fest, dass sämtliche Erben der
Y._
ausser dem Beklagten die Erbschaft ausgeschlagen haben
(Urk. 2/6). Als nunmehr einziger Erbe ist er deshalb für die
im Grundsatz unbe
stritten geblieben
e Forderung rückzahlungsverpflichtet.
Was der Beklagte dagegen vorbringt (vgl. Urk. 5) ist unbehelflich bzw. hinsicht
lich der Behauptung, es bestehe (noch) eine Erbengemeinschaft, auch aktenwid
rig.
Aber selbst wenn noch eine Erbengemeinschaft bestehen würde, könnte
ein einzelner Erbe für das Ganze belangt werden
(BGE 129 V 71 E.
3.2).
Ebenso
wenig relevant ist, ob den Beklagten an der nicht erfolgten Todesfallmeldung an die Klägerin eine Schuld trifft oder nicht. Als Erbe ist er so oder anders rück
zahlungsverpflichtet.
3.
Was dagegen die Höhe der Rückforderung anbelangt, ist eine Korrektur anzu
bringen. Auf Verlangen des Gericht
s
legte
die Klägerin
Empfangsbestätigungen der Zürcher Kantonalbank
für die
zugunsten von
Y._
von der
Credit Suisse überwiesenen Zahlungen auf (Urk. 12/1). Bestätigt sind darin Zahlungen von Februar 2013 bis März 2014, mithin über 14 Monate und nicht wie in der Kla
geschrift
geltend gemacht
, über 16 Monate.
Die behaupteten Zahlungen für die Monate April und Mai 2014 haben somit als unbewiesen zu gelten (BGE 117 V 261 E. 3b).
Mit den unbestrittenen Rentenbetreffnissen von Fr. 2'151.--
pro Monat
resul
tiert
ein Rückforderungsbetrag von Fr. 30'114.--
. D
ie Klage ist demnach
teil
weise
gut
zuheissen
und
der Rechtsvorschlag in der Betreibung
Nr.
P._
des Betrei
bungsamtes
Z._
(Zahlungsbefehl vom 2
2.
Juli 2014) ist im Umfang von Fr. 30'114.--
auf
zuhe
ben
.
4.
Weiter verlangte der Beklagte, das Gericht habe ihm einen unentgeltlichen
Rechtsbeistand beizuorden, da er
bedürftig
sei
und
aus
gesundheitlichen Grün
den zur Vertretung seiner Sache vor Gericht einen Rechtsbeistand benötige (Urk. 5 S. 2 und Urk. 15).
Gemäss
§
28 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht findet auf das Ver
fahren vor dem Sozialversicherungsgericht die Z
ivilprozessordnung (ZPO) sinn
ge
mäss Anwendung.
Ist eine Partei offensichtlich nicht imstande, den Pro
zess selbst zu führen, so kann das Gericht sie auffordern, eine Vertreterin oder einen Vertreter zu beauftragen. Leistet die Partei innert der angesetzten Frist keine Folge, so bestellt ihr das Gericht eine Vertretung
(
Art. 69 Abs. 1 ZPO).
Aufgrund der Rechtsschriften und der vorgenommenen Prozesshandlungen schein
t der Beklagte ohne Weiteres im Stande, seine
Rechte selbst
zu
vertreten
. Abgesehen davon könnte auch die Bestellung eines Rechtsanwalts angesichts der klaren Rechtslage am Verfahrensausgang nichts mehr ändern.
Da der Be
klagte seine Interessen selber wahrnahm, ist er für das teilweise Obsiegen nicht zu entschädigen.
5.
Die überwiegend obsiegende
Klägerin
kann als mit öffentlich-rechtlichen Auf
gaben betraute
Institution
keine Parteientschädigung beanspruchen
(§
34
Abs.
2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer], BGE 126 V 143 E. 4).