Decision ID: bfacb1f6-1195-4c57-a21b-fb06d307796a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Ortsgemeinde X. ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch X. (act.
11/14-1749/11). Von 1927 bis 1996 betrieb die Q. AG auf einem Teil der Parzelle Nr.
0000 (Gebiet A., auch: B. oder C.) einen Steinbruch. Mit Entscheid BGer 1A.168/2005;
1A.170/2005, 1A.172/2005; 1A.174/2005; 1P.386/2005 vom 1. Juni 2006 hiess das
Bundesgericht vier Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen die Entscheide des
Verwaltungsgerichts vom 11. Mai 2005 (VerwGE B 2004/78-81, www.gerichte.sg.ch)
gut, mit welchen ein von der Q. AG geplantes Projekt für die Erweiterung des
Steinbruchs auf Parzelle Nr. 0000 (Abbauplan mit Umweltverträglichkeitsbericht,
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Teilstrassenplan, Strassenbauprojekt, naturschutzrechtliche Bewilligung,
waldrechtliche Ausnahmebewilligung) bestätigt worden war.
B. Am 24. September 2012 erliess der Gemeinderat X. eine Teilrevision des
Zonenplans, des Baureglements sowie der kommunalen Schutzverordnung samt
zugehörigen Schutzplänen (act. 27/1-8 und 34-37). Dagegen gingen während der
öffentlichen Auflage vom 3. Oktober 2012 bis 5. November 2012 mehrere Einsprachen
ein, darunter diejenige der Q. AG (act. 27/30-33, 38, 49 und 59). Am 15. Juli 2013
beschloss der Gemeinderat X., Änderungen am Zonenplan und an der
Schutzverordnung und den Schutzplänen vorzunehmen (act. 27/10-13 und 30).
Während der öffentlichen Auflage dieser Änderungen vom 24. Juli 2013 bis 22.
August 2013 erhob die Q. AG durch ihren Rechtsvertreter Einsprache (act. 27/27-29
und 43). Am 16. Dezember 2013 erliess der Gemeinderat eine weitere Änderung der
Schutzverordnung (act. 27/14 und 26). Während der öffentlichen Auflage dieser
Änderung vom 8. Januar 2014 bis 6. Februar 2014 (act. 27/23-25) bestätigte die Q. AG
ihre Einsprachen (act. 27/46 und 56). Mit Entscheid vom 3. März 2014 trat der
Gemeinderat X. auf die Einsprache (recte: Einsprachen) der Q. AG nicht ein (act. 27/47).
Nach unbenutztem Ablauf der Referendumsfrist vom 12. März 2014 bis 10. April 2014
eröffnete er den Einsprechern am 14. April 2014 die 14-tägige Rechtsmittelfrist (act.
27/15-22, 48, 58 und 61).
C. Gegen den Einspracheentscheid vom 3. März 2014 bzw. den zustimmenden
Entscheid der Bürgerschaft von X. rekurrierte die Q. AG durch ihren Rechtsvertreter am
20. März 2014 (act. 11/14-1749/1) resp. am 25. April 2014 (act. 11/14-2468/1) beim
Baudepartement. Am 5. August 2014 reichte die Q. AG eine Vereinbarung zwischen ihr
und der Ortsgemeinde X. vom 27. November 2008 ein (act. 11/14-1749/20). Mit
Entscheid vom 6. November 2014 wies das Baudepartement die Rekurse der Q. AG
vom 20. März 2014 und 25. April 2014 ab (act. 2).
D. Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 6. November 2014
erhob die Q. AG (Beschwerdeführerin) am 24. November 2014 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht (act. 1). Am 21. Januar 2015 ergänzte sie ihre Beschwerde mit einer
Begründung und dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die Angelegenheit zur neuen
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Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. 7). Mit Vernehmlassung vom
11. Februar 2015 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 10). Mit
Stellungnahme vom 19. Februar 2015 beantragte die Politische Gemeinde X.
(Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. 14). Am 5. März 2015
liessen sich die Beschwerdeführerin (act. 20), am 13. März 2015 die Vorinstanz und am
18. März 2015 die Beschwerdegegnerin (act. 24) nochmals vernehmen. Am 16.
September 2015 reichte die Vorinstanz die Vorakten der Beschwerdegegnerin nach
(act. 26 f.). Gemäss telefonischer Auskunft des Departements des Innern vom 13. Juni
2016 wurde bei der Regierung gegen die Genehmigungsverfügung des
Baudepartements Rekurs erhoben (act. 30).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Die Koordinationsgrundsätze gemäss Art. 25a des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG) erfordern die Abstimmung des
Rechtsmittelentscheides auf den Genehmigungsentscheid im Rahmen des kantonalen
Rechtsmittelverfahrens. Auf welche Weise die Koordination zwischen dem
Genehmigungs- und dem Rechtsmittelentscheid hergestellt wird, bleibt grundsätzlich
den Kantonen überlassen. Der Genehmigungsentscheid muss jedoch – wie dies im
Kanton St. Gallen praktiziert wird (vgl. Juristische Mitteilungen des Baudepartements
1999/II Nr. 13) – spätestens im Rahmen des Verfahrens vor der letzten kantonalen
Rechtsmittelinstanz eingeholt und in die Beurteilung miteinbezogen werden. Die
gebotene Koordination kann nicht erst vor Bundesgericht erfolgen (vgl. BGer
1C_468/2015 vom 15. Februar 2016 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 135 II 22 E. 1.2 mit
Hinweisen, siehe auch VerwGE B 2012/3 vom 8. November 2013 E. 1.2,
www.gerichte.sg.ch). Liegt der Nutzungsplan selbst im Streit liegt, kommt der
Anfechtung der Genehmigung keine eigenständige Bedeutung zu, da sie als inhaltlich
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mitangefochten gilt (vgl. BGer 1C_315/2015; 1C_321/2015 vom 24. August 2016 in
BGE 142 II 509 nicht publizierte E. 2.8 mit Hinweis).
Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend der Rekursentscheid der Vorinstanz vom
6. November 2014 (act. 2), mit welchem der Nichteintretensentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 3. März 2014 (act. 27/47) bestätigt worden war. Offenbar ist
bei der Regierung ein Rekurs gegen die Genehmigungsverfügung des
Baudepartements im Sinne von Art. 26 Abs. 1 RPG hängig (act. 28 f.). Fraglich ist, ob
die inhaltliche Koordination zwischen Rechtsmittel- und Genehmigungsverfahren auch
in der vorliegenden Konstellation vorzunehmen ist. Dafür spricht, dass das
Rechtsmittelverfahren gegenstandslos wird, wenn die Genehmigung verweigert resp.
aufgehoben wird (vgl. hierzu Art. 26 Abs. 3 RPG). Auch kann nicht von vornherein
ausgeschlossen werden, dass die Genehmigungsbehörde in ihrem Entscheid
Bedingungen und Auflagen vorsieht, welche die Interessen der Parteien berühren und
sich auf ihre Legitimation auswirken können (vgl. BGer 1C_39/2008 vom
28. August 2008 E. 1.1.3 mit Hinweis auf BGer 1C_190/2007 vom 7. Dezember 2007
E. 2.2.2.2). Dagegen sprechen vor allem verfahrensökonomische Überlegungen (vgl.
Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz Nr. III 2008 247 vom 28. Juli
2009 E. 8.8 mit Hinweisen, insbesondere auf BGer 1C_183/2009; 1C_185/2009 vom
29. Juni 2009, in: EGV-SZ 2009, B 8.4, S. 85 ff.).
Ist die Beschwerde gutzuheissen und die Angelegenheit zu neuem Entscheid in der
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, wird das Verfahren nicht zum Abschluss
gebracht (vgl. hierzu Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht,
Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG, BGer 1C_290/2014 vom 20. November 2014
E. 1.5 und BGer 1C_514/2012 vom 7. Juni 2013 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 134 II 124
E. 1.3). Folglich kann in diesem Fall im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
ohne Weiteres von einer Koordination mit dem Genehmigungsverfahren abgesehen
werden. Ist die Beschwerde abzuweisen, ist zu berücksichtigten, dass das
Bundesgericht mit Entscheid BGer 1C_39/2008 vom 28. August 2008, wenn auch mit
Vorbehalten (vgl. E. 1.1.3), trotz fehlender Genehmigung auf eine Beschwerde gegen
einen Nichteintretensentscheid mit der Begründung eingetreten ist, dieser würde das
Verfahren prozessual zum Abschluss bringen und sei daher als Endentscheid zu
qualifizieren (E. 1.1.4, siehe auch BGE 135 II 38 E. 1.1). Dasselbe muss gelten, wenn,
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wie hier, die Bestätigung eines Nichteintretensentscheides angefochten ist. Folglich
kann die vorliegende Beschwerde so oder anders unabhängig vom Vorliegen einer
Genehmigungsverfügung resp. eines entsprechenden Rekursentscheides beurteilt
werden. Damit erweist sich eine Koordination zwischen Rechtsmittel- und
Genehmigungsverfahren in der vorliegenden Konstellation nicht als zwingend
erforderlich, weshalb darauf verzichtet werden kann.
3. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren die Legitimation zu Recht
abgesprochen hat. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt (act. 7, S.
10-14 Ziff. III/B/5 ff., act. 20, S. 2 f. Ziff. 4 f.), sie sei gestützt auf die bereits
bestehende, gültige und verbindliche Vereinbarung mit der Ortsgemeinde X. vom 27.
November 2008 (act. 8/5) obligatorisch berechtigt, das Grundstück Nr. 0000 zukünftig
zum Abbau von Hartgestein zu nutzen. Die Ortsgemeinde X. als Grundeigentümerin der
Parzelle Nr. 0000 habe sich verbindlich dazu verpflichtet, mit ihr einen Vertrag
betreffend Hartgesteinsabbau auszuarbeiten, sobald die Bewilligung durch die
Behörde vorliege. Im Rahmen der Richtplananpassung 2011 sei der Standort A.
aufgrund ihrer Absichtserklärung, ein neues Projekt für einen Hartgesteinsabbau im
Gebiet A. zu entwickeln, als Vororientierung im behördenverbindlichen kantonalen
Richtplan verankert worden. Die Vorinstanz verhalte sich grob widersprüchlich, wenn
sie ihr in Kenntnis davon, dass sie seit Jahren eine erneute Abbaubewilligung anstrebe
und sich mitten in den Arbeiten für ein neues Abbauprojekt befinde, die Legitimation
abspreche. Es sei offensichtlich, dass zukünftige Abbauprojekte im Steinbruch A.
durch eine Unterschutzstellung des A.-Gebietes im Vergleich zur heutigen Situation
erheblich erschwert bis gänzlich verunmöglicht würden. Für sie bestehe die Gefahr,
dass die ihr vertraglich zugesicherte Nutzung des Steinbruchs A. zukünftig nicht mehr
möglich sei und sie dadurch in ihren wirtschaftlichen Interessen schwer beeinträchtigt
werde. Im Falle einer erfolgreichen Einsprache erhöhten sich ihre Chancen für den
Erhalt einer behördlichen Abbaubewilligung erheblich.
3.1. Soweit die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vorab ein widersprüchliches
Verhalten vorwirft (vgl. hierzu BGer 1A.130/2000; 1P.206/2000 vom 16. November 2000
E. 3b mit Hinweisen und VerwGE B 2011/151 vom 20. März 2012 E. 1.2.4,
www.gerichte.sg.ch), unterlässt sie es, zwischen der Information und Mitwirkung der
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Bevölkerung bei Richtplananpassungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 und 2 RPG) und dem
individuellen Rechtsschutz im Nutzungsplanverfahren (vgl. Art. 33 RPG) zu
unterscheiden (vgl. dazu BGer 1C_441/2015 vom 18. November 2015 E. 4 mit Hinweis
auf BGE 135 II 286 E. 4 f.). Auch wenn die Vorinstanz die Anträge der
Beschwerdeführerin im Rahmen der Vernehmlassung zur Richtplananpassung 2011
berücksichtigt hat (vgl. act. 8/6, act. 21 und Koordinationsblatt VII 41, S. 6 f. und
Übersichtskarte Abbaustandorte, siehe auch Koordinationsblatt VII 61, S. 6 f. und
Übersichtskarte Deponiestandorte, www.sg.ch) und sie dabei Kenntnis davon erlangte,
dass die Beschwerdeführerin eine erneute Abbaubewilligung anstrebt und sich mitten
in den Arbeiten für ein neues Abbauprojekt befindet, durfte sie ihr die
Einspracheberechtigung im Individualrechtsschutzverfahren absprechen, ohne in
rechtsmissbräuchliches, widersprüchliches Verhalten zu verfallen.
3.2. Weiter ist nicht umstritten, dass die dem Streit zugrundeliegenden geänderten
kommunalen (Sonder-)Nutzungspläne mitsamt den zugehörigen Vorschriften den
Regeln über die Einzelanfechtung im Sinne von Art. 82 lit. a BGG und nicht jenen der
Erlassanfechtung (Art. 82 lit. b BGG) unterworfen sind (vgl. BGE 133 II 353 E. 3.3 mit
Hinweisen und P. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl.
2016, S. 553). Sie unterstehen damit nicht den erweiterten
Legitimationsvoraussetzungen der Erlassanfechtung. Virtuelles Betroffensein genügt
damit nicht (vgl. hierzu Aemisegger/Scherrer Reber, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger
[Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 82 N 54 ff.). Laut Art. 33 Abs. 3 lit. a
RPG gewährleistet das kantonale Recht die Legitimation im Nutzungsplanverfahren
mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten an das Bundesgericht (vgl. auch Art. 111 Abs. 1 BGG). Nach Art. 29
des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS
731.1, BauG) ist zur Einspracheerhebung berechtigt, wer ein eigenes schutzwürdiges
Interesse dartut (siehe auch Art. 45 Abs. 1 VRP). Demgegenüber setzt Art. 89 Abs. 1
lit. b BGG nicht ein „eigenes Interesse“, sondern ein „besonderes Berührtsein“ voraus.
Die Umschreibung in Art. 29 BauG deckt sich jedoch inhaltlich mit derjenigen in Art.
89 Abs. 1 lit. b und c BGG (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern
2003, N 202 f., allerdings in Bezug auf den altrechtlichen Art. 103 lit. a OG). Verlangt
wird damit, dass die einspracheführende Partei über eine spezifische Beziehungsnähe
zur Streitsache verfügt und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder
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Änderung der angefochtenen Planung zieht (vgl. BGer 1C_557/2012 vom 18. Februar
2013 E. 1 mit Hinweisen). Das Anfechtungsinteresse muss aktuell sein, d.h. die
rechtliche und tatsächliche Situation der Beschwerdeführerin muss durch den Ausgang
des Verfahrens beeinflusst werden können. Davon kann nur abgewichen werden, wenn
sich die mit der Beschwerde aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen unter ähnlichen
Umständen wieder stellen können, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine richterliche
Prüfung möglich wäre, und deren Beantwortung im öffentlichen Interesse liegt (vgl.
VerwGE B 2016/2 vom 20. Januar 2017 E. 1.2.2, VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni
2015 E. 1.2 und VerwGE B 2014/138 vom 11. November 2014 E. 1 je mit Hinweisen auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung, www.gerichte.sg.ch).
Will ein Dritter eine den (materiellen) Verfügungsadressaten belastende Verfügung
anfechten, kommt ein Beschwerderecht nur in Betracht, wenn der Dritte ein
selbstständiges, eigenes Rechtsschutzinteresse an der Beschwerdeführung für sich in
Anspruch nehmen kann. Der blosse Umstand, dass der angefochtene Entscheid
Rückwirkungen auf ein Vertragsverhältnis zwischen dem Verfügungsadressaten und
dem Dritten zeitigen kann, vermag allein noch nicht zu genügen, um für diesen ein
schutzwürdiges Interesse und damit die Beschwerdelegitimation zu begründen. Für die
erforderliche Beziehungsnähe wird vielmehr vorausgesetzt, dass der Drittperson durch
die streitige Verfügung ein unmittelbarer materieller oder ideeller Nachteil entsteht.
Blosse mittelbare, faktische Interessen an der Aufhebung oder Änderung der
Verfügung reichen hingegen nicht aus (vgl. BGer 2C_681/2015 vom 20. Juli 2016
E. 3.4.1, BGE 137 III 67 E. 3.5, BGE 134 V 153 E. 5.3 und BGE 130 V 560 E. 3.5 je mit
Hinweisen, Marantelli/Huber, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 48 N 34 f., B. Waldmann, in: Niggli/
Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 89 N 28 f., H.
Seiler, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 89 N 53 ff., M. Bertschi, in: A. Griffel
[Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl.
2014, § 21 N 79 ff., Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N 952 ff.). Soweit die geltend
gemachten Interessen nicht „von sich aus“ als schutzwürdig erscheinen, und das gilt
insbesondere bei Dritten, die selbst nicht Adressat der Verfügung oder des
Entscheides sind, hat der Beschwerdeführer diese geltend zu machen und darzulegen
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bzw. nachzuweisen (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 393).
3.3. Mit Einspracheergänzung vom 17. Dezember 2012 (act. 27/41) beantragte die
Beschwerdeführerin die Aufhebung der Schutzverordnung (SV) und des „Plans zur
Schutzverordnung Talgebiet“ je vom 24. September 2012 (act. 27/1 f.).
(Sub-)Eventualiter beantragte sie die Aufhebung der Art. 16-19 SV sowie von Anhang 3
Magerwiese Objektnummer 438 SV und Anhang 6 Nr. 7 SV samt den zugehörigen
Planfestsetzungen auf Parzelle Nr. 0000 sowie den Planfestsetzungen, soweit die
Parzelle Nr. 0000 dem Landschaftsschutz-, Lebensraum-Kern- und Heckengebiet
zugewiesen wurde. Auch verlangte sie die Streichung der Hecken auf den
Grundstücken Nrn. 001 und 0002 sowie 0003 und 0004 (Gebiet D., vgl. act. 27/2 und
www.geoportal.ch). In der Einsprachebegründung vom 2. Oktober 2013 (act. 27/45)
stellte sie das Rechtsbegehren, die Schutzverordnung, den Plan zur Schutzverordnung
sowie den Zonenplan vom 15. Juli 2013 (act. 27/10-12), insbesondere die Festlegung
eines Naturschutzgebietes Feucht A (unbeweidet), einer Grünzone N (ausserhalb
Bauzone) sowie des Amphibienlaichgebietes Objektnummer 605 auf Parzelle Nr. 0000,
aufzuheben. Mit ihren Einsprachen bezweckt die Beschwerdeführerin, die
Planungsvorhaben der Beschwerdegegnerin, soweit diese einem künftigen Abbau-
bzw. Deponieprojekt im Gebiet A. entgegenstehen, zu verhindern (vgl. act. 27/41, S. 2
Ziff. I/2 f.). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich und wird von ihr auch nicht
dargetan, inwiefern ihre Einsprachen weitere als die in den Eventualanträgen
aufgeführten Parzellen in der Politischen Gemeinde X. betreffen, an denen sie allenfalls
dinglich oder obligatorisch berechtigt wäre, selbst wenn sie in ihren Einsprachen die
Aufhebung der Schutzverordnung und des „Plans zur Schutzverordnung Talgebiet“ je
vom 24. September 2012 sowie der Schutzverordnung, des Plans zur
Schutzverordnung und des Zonenplans vom 15. Juli 2013 beantragt hat.
3.4. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin über keine dingliche Berechtigung
an den von ihren Eventualanträgen betroffenen Grundstücken Nrn. 001, 0002, 0003,
0004 und 0000 verfügt. Gemäss der Vereinbarung vom 27. November 2008 räumt die
Ortsgemeinde X. als Grundeigentümerin der Beschwerdeführerin das Recht ein, alle
notwendigen Massnahmen zur Erlangung der verschiedenen Bewilligungen zur
Gesteinsgewinnung/Wiederauffüllung auf Parzelle Nr. 0000 einzuleiten (act. 8/5, Ziff. 7).
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Weiter sichert sie ihr zu, sie dabei zu unterstützen (Ziff. 5) und bei Vorliegen der
entsprechenden Bewilligungen mit ihr einen Konzessionsvertrag abzuschliessen (Ziff.
6). Die mit der geänderten Schutzverordnung bzw. dem geänderten Zonenplan
verbundenen Einschränkungen lassen einen Hartgesteinsabbau im Gebiet A. in Zukunft
als unwahrscheinlich erscheinen. Die Beschwerdeführerin kann die ihr von der
Grundeigentümerin der Parzelle Nr. 0000 vertraglich zugesicherten Rechte,
insbesondere das Recht ein Abbaugesuch einzureichen und mit dem Verwaltungsrat
der Ortsgemeinde X. (vgl. act. 8/5, Ziff. 2) nach Vorliegen der entsprechenden
Bewilligungen einen Konzessionsvertrag abzuschliessen (vgl. zum faktischen Monopol
der Ortsgemeinde X. Art. 94 Abs. 4 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV, Art. 664 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB, Art. 3 des Bundesgesetzes über den Binnenmarkt,
Binnenmarktgesetz; SR 943.02, BGBM, BGE 132 I 97 E. 2.2 mit Hinweisen und
Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band II, Bern 2014,
N 1211 ff. sowie N 1272 ff.), demnach nur wahrnehmen, wenn die änderungen der
Schutzverordnung bzw. des Zonenplans durch die Gutheissung ihrer Einsprachen
aufgehoben werden. Bei dieser Sachlage wird die Beschwerdeführerin als obligatorisch
Berechtigte unmittelbar in einem selbstständigen, eigenen und aktuellen
schutzwürdigen Interesse betroffen, zumal sich aus der Vereinbarung vom 27.
November 2008 keine Pflicht der Ortsgemeinde X. ableiten lässt, Rechtsmittel gegen
Änderungen an Schutzverordnung oder Zonenplan zu ergreifen. Sodann tut nichts zur
Sache, dass die Vereinbarung vom 27. November 2008 (act. 8/5) lediglich das
Grundstück Nr. 0000 beschlägt. Auch wenn entsprechende Berechtigungen an den
Grundstücken Nrn. 001, 0002, 0003 und 0004, auf welchen mutmasslich ein
Förderband resp. ein Schotterwerk für den Betrieb des Steinbruchs A. auf Parzelle Nr.
0000 erstellt werden sollen (vgl. hierzu Ausführungen der K. in der Aktennotiz vom 25.
Januar 2012, act. 8/9, S. 2 f.), nicht belegt sind, ist angesichts der vertraglichen
Berechtigung der Beschwerdeführerin am Grundstück Nr. 0000 nicht auszuschliessen,
dass ihr durch die entsprechenden Festsetzungen im „Plan zur Schutzverordnung
Talgebiet“ vom 24. September 2012 (act. 27/2) im Hinblick auf ein Abbauprojekt ein
unmittelbarer Nachteil entsteht. Die Vorinstanz hat die Rechtsmittelbefugnis der
Beschwerdeführerin zu Unrecht verneint. Die Beschwerde ist gutzuheissen, der
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angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zu neuem Entscheid in der
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4. (...).
(...).