Decision ID: 7dc743f0-6f89-41e1-b633-b3ca6c17e54c
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Der 19_ geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Chauffeur bei der
B._ angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als die Arbeitgeberin dieser am 16.
Juni 2016 meldete, der Versicherte habe am 15. Juni 2016 beim Abladen von Ware von
einem Lastwagen einen Schmerz im Schultergelenk verspürt und danach den Arm
nicht mehr bewegen können (Suva-act. 1). Eine Erstbehandlung fand am 16. Juni 2016
bei Dr. med. C._, FMH für Allgemeine Innere Medizin, statt, die den Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion erhob und dem Versicherten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (Suva-act. 6 f.).
A.b Am 27. Juni 2016 machte der Versicherte in einem Fragebogen der Suva
insbesondere zum Hergang des Ereignisses vom 15. Juni 2016 sowie zum Zeitpunkt
des Auftretens der Schulterbeschwerden ergänzende Angaben (Suva-act. 5), worauf
ihm die Suva mit Schreiben vom 19. Juli 2016 mitteilte, dass weder ein Unfall noch eine
unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Dr. C._ habe die Verdachtsdiagnose einer
Rotatorenmanschettenläsion gestellt. Eine solche habe nach den vorliegenden
Abklärungsergebnissen bis jetzt nicht nachgewiesen werden können. Sie lehne deshalb
eine Leistungspflicht für die Behandlungskosten der rechtsseitigen
Schulterbeschwerden ab (Suva-act. 11).
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A.c Inzwischen hatte sich der Versicherte am 7. Juli 2016 bei Dr. med. D._, FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportmedizin
SGSM, in Behandlung begeben. Dieser hatte gestützt auf das Ergebnis der durch Dr.
med. E._, FMH Radiologie, FMH Nuklearmedizin, Röntgeninstitut Rodiag, am 28.
Juni 2016 vorgenommenen MRT-Untersuchung des rechten Schultergelenks des
Versicherten (Suva-act. 13) folgende Diagnosen gestellt: Pulley-Ruptur und SLAP-
Läsion Grad II nach offensichtlich ruckartiger massiver Belastung am 15. Juni 2016
Schulter rechts; Chondromalazie Grad III glenohumeral jetzt oligosymptomatisch;
Partialläsion bzw. Ausdünnung intrinsische Veränderungen ventraler Supraspinatus und
kranialer Subscapularis; Tendinosis calcarea Supraspinatus rechts (Suva-act. 10). Am
22. Juli 2016 führte Dr. D._ beim Versicherten eine Arthroskopie mit Tenotomie der
langen Bizepssehne, subacromialer Dekompression, Tenodese der Bizepssehne im
unteren Sulcusbereich sowie Rekonstruktion der kranialen Subscapularissehne
transossär rechts durch (Suva-act. 19).
A.d Mit Verfügung vom 10. August 2016 hielt die Suva an der Leistungsablehnung
gemäss Schreiben vom 19. Juli 2016 fest (Suva-act. 21).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. F. Dahinden, St. Gallen, am 13. September 2016 Einsprache und liess unter
anderem eine Stellungnahme von Dr. D._ vom 8. September 2016 ins Recht legen
(Suva-act. 27). Am 20. Februar 2017 reichte Rechtsanwalt Dahinden eine
Einspracheergänzung ein (Suva-act. 32).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2017 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 33).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. März 2017
Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Einspracheentscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 24. Februar 2017 sei aufzuheben; die
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Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für die Folgen des
Ereignisses vom 15. Juni 2016 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen;
eventuell sei die Streitsache zu weiteren Abklärungen betreffend das Ereignis und/oder
zur Durchführung einer versicherungsexternen medizinischen Begutachtung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; subeventualiter seien die Abklärungen zum
Ereignis und/oder die medizinische Begutachtung durch das Versicherungsgericht
vorzunehmen; es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
eine ausseramtliche Entschädigung zu entrichten (act. G 1). Zusammen mit der
Beschwerde wurden unter anderem verschiedene Fotos eingereicht (act. G 1.4).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 15. Juni 2017 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest (act. G 6) und reichte eine weitere Stellungnahme von Dr. D._
vom 30. Mai 2017 ein (act. G 6.1).
C.d Mit Duplik vom 17. Juli 2017 und unter Beibringung einer chirurgischen Beurteilung
von PD Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie, Mitglied FMH, Schwerpunkt für
Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, vom
13. Juli 2017 (act. G 8.1) hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Rechtsbegehren auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt.
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1.2 Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers richtet sich
das anwendbare Recht nach dem Zeitpunkt des Geschehens des im vorliegenden Fall
zur Diskussion stehenden Ereignisses vom 15. Juni 2016 und es finden demnach die
bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen bestimmt zwar das übergangsrechtlich anwendbare Recht,
nach welchem die in den Art. 10 ff. UVG (dritter Titel des UVG) geregelten
Versicherungsleistungen gewährt werden, während sich Art. 6 UVG nicht in diesem
dritten Titel befindet bzw. keine bestimmte Leistungsart regelt. Die
Beschwerdegegnerin hält jedoch in der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017
zutreffend fest, dass Abs. 1 der Übergangsbestimmungen nicht zwischen
Versicherungsleistungen einerseits und dem Bestand der Leistungspflicht andererseits
unterscheidet. So wird in der zitierten Übergangsbestimmung in Übereinstimmung mit
Art. 6 UVG von Versicherungsleistungen für Unfälle gesprochen. Die Erbringung von
Versicherungsleistungen bedingt mithin zuerst den Eintritt des Versicherungsfalls Unfall
oder unfallähnliche Körperschädigung. Diese bilden als Gegenstand der
Unfallversicherung in jedem Fall die Grundvoraussetzung dafür, dass der
Unfallversicherer als Folge davon bei Erfüllung der zusätzlichen leistungsspezifischen
Voraussetzungen die entsprechenden Versicherungsleistungen gewähren muss. Die
Interpretation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, dass Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen nur auf den Dritten Titel Anwendung finden soll, wäre ferner
nicht nur unpraktikabel, sondern würde vor allem zu einer unregelmässigen Vorwirkung
der 2017 in Kraft getretenen Gesetzesänderung führen (vgl. ferner die Zusatzbotschaft
vom 19. September 2014 zur Änderung des UVG, wonach ohne einschränkende
Erläuterung auf den "Grundsatz in der Unfallversicherung" hingewiesen wurde, wonach
Leistungen gemäss dem Zeitpunkt des Unfalls geltenden Recht gewährt werden"; BBl
2014 7911 S. 7948).
2.
Prozessthema bildet die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen des
Ereignisses vom 15. Juni 2016. Dabei steht fest und ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer keinen eigentlichen Unfall nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) erlitten hat (vgl. act.
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G 1, S. 2 Ziff. 3). Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob er sich am 15. Juni 2016 eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV zugezogen hat.
3.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den
Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser
Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht. So sind gemäss Art. 9 Abs.
2 UVV die abschliessend (vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen;
ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989 S.
202) aufgeführten Körperschädigungen (Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV), sofern sie nicht
eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne
ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt. Es handelt sich dabei um
Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c),
Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und
Trommelfellverletzungen (lit. h). Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG
vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist also
bei den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. Hingegen hat das
Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) in BGE 129 V 467 E. 2.2 seine Rechtsprechung
gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch
bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale des
Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung - erfüllt
sein müssen. Laut der genannten EVG-Rechtsprechung kommt hierbei der
Voraussetzung eines äusseren Ereignisses besondere Bedeutung zu, d.h. eines
ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben
unfallähnlichen Vorfalls (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 4). Wo ein solches Ereignis
mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als
Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt
eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Mit
dieser Rechtsprechung sollten langwierige medizinische Kausalitätsbeurteilungen und -
prozesse bei diagnostizierten unfallähnlichen Körperschädigungen gemäss Liste des
Art. 9 Abs. 2 UVV vermieden werden.
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3.2 Gemäss der am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen neuen Regelung von Art. 6 Abs.
2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei den in der Liste bezeichneten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen sind. Laut Botschaft des Bundesrates vom 30. Mai 2008 zur Änderung
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (Unfallversicherung und
Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der SUVA [BBl 2008, 5411]) wird
auf das Kriterium des äusseren Faktors verzichtet. Bei den in der Liste bezeichneten
Körperschädigungen wird davon ausgegangen, dass eine unfallähnliche
Körperschädigung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss.
Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis
erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf eine Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen ist.
3.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt eine Änderung der
Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV im Sinne des Botschaftstextes bzw. stellt sich
auf den Standpunkt, dass bezüglich der Frage, ob eine unfallähnliche
Körperschädigung vorliege, nicht ein äusseres Ereignis, sondern allein die medizinische
Beurteilung bezüglich des Vorliegens von krankheits- und degenerativ bedingten
Faktoren massgebend sei. Da im vorliegenden Fall die bis 31. Dezember 2016 in Kraft
gewesene Fassung von Art. 9 Abs. 2 UVV anzuwenden ist (vgl. Erwägung 1), sieht das
Versicherungsgericht keine Veranlassung, von der dazu entwickelten bzw. damals
geltenden - seit vielen Jahren auch vom Versicherungsgericht angewandten -
bundesgerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen (vgl. dazu auch Urteile des
Bundesgerichts vom 3. November 2017, 8C_483/2017, E. 3, und 22. Mai 2017,
8C_155/2017, E. 2).
4.
Die schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
kann im Falle eines unfallähnlichen Ereignisses auch in einer körpereigenen Bewegung
bestehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3; BGE 129
V 468 E. 4.1). Das Auftreten von Schmerzen allein gilt noch nicht als äusserer Faktor im
Sinn der Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV. Ein solcher ist also nicht gegeben,
wenn die versicherte Person einzig das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen angibt,
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aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch
ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das
Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschriebenen
gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen,
welchem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Ein äusserer
Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor,
wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch
normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere
seiner Gliedmassen (Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder), verbunden ist. Schmerzen
als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV fallen deshalb als
massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer üblichen
Alltagsverrichtung, d.h. auch im Rahmen einer gewohnten beruflichen Tätigkeit,
auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbarer äusserer Moment mit gesteigertem
Gefährdungspotenzial mitspielen würde. Wer also beim blossen Aufstehen, Absitzen
und Abliegen, bei der Bewegung im Raum und bei Handreichungen usw. einen
einschiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche
Körperschädigung geltend machen. Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren
schädigenden Faktors demgegenüber bei Änderungen der Körperlage, die nach
unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so
etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen
oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen
Positionsänderung. Für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demnach ein
gesteigertes Schädigungspotenzial vonnöten, sei es zufolge einer allgemein
gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit einer
an sich alltäglichen Verrichtung führenden Elementes (BGE 139 V 327, 129 V 469 ff. E.
4.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3 f.).
5.
5.1 Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 15. Juni 2016 ein unfallähnliches
Ereignis im Rechtssinn darstellt, ist vorweg festzulegen, wie sich das Geschehen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignet hat.
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5.2 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die
Umstände des Unfalls bzw. des unfallähnlichen Ereignisses glaubhaft machen. Kommt
sie dieser Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder
widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen bzw.
unfallähnlichen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine
Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 122 V 158 E. 1a, 114 V 305 f. E. 5b). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/
ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf, S. 4 f., 29; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, RKUV 1994 Nr.
U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Wird also auf dem Wege der Beweiserhebung das
Vorliegen eines Unfallereignisses bzw. eines unfallähnlichen Ereignisses nicht mit dem
massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse
Möglichkeit genügt nicht (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) - so hat dieses als
unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person
auswirkt.
5.3 Präsentiert eine versicherte Person während des Verwaltungsverfahrens
widersprüchliche oder inhaltlich wechselnde Sachverhaltsdarstellungen, ist der
Grundsatz zu berücksichtigen, dass die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in
der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst
oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder
anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 2004 2004 Nr. U 524
S. 546). Hierbei handelt es sich nicht um eine förmliche Beweisregel, sondern lediglich
um eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende
Entscheidungshilfe. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weist ausserdem
richtig darauf hin, dass sie nur zur Anwendung gelangt, wenn von zusätzlichen
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Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteile des EVG vom
21. August 2001, U 26/00, und 3. Januar 2000, U 236/98; RKUV 2004 Nr. U 524 S. 548
E. 3.34). Präzisierend ist zu ergänzen, dass auch ein im Nachhinein dargelegter
Sachverhalt als ausgewiesen gelten bzw. berücksichtigt werden kann, wenn spätere
Aussagen auf früheren Aussagen aufbauen bzw. sich die späteren einzig durch einen
höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. Die verschiedenen Aussagen müssen
kongruent miteinander vereinbar sein, damit nicht von widersprüchlichen Aussagen
gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer, mit
der bisherigen Schilderung nicht zu vereinbarender Sachverhalt hinzugefügt, ist er
überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu betrachten.
5.4 Hinsichtlich der Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" ist insbesondere
diejenige Schilderung massgebend, welche die versicherte Person in dem vom
Unfallversicherer oft verwendeten Frageblatt zur detaillierten Erhebung der
tatsächlichen Verhältnisse gemacht hat. Im Vordergrund stehen darin Fragen
betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden
Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen
Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er dem
Untersuchungsgrundsatz bzw. seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich
nachgekommen und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte
Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als
Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung
erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist
nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur
weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens aufzufordern (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 8C_215/2013, E. 4). Der Umstand, dass den
Antworten in den Frageblättern im Zusammenhang mit der Beweismaxime der
"Aussage der ersten Stunde" bedeutendes Gewicht zukommt, schliesst
selbstverständlich zusätzliche, erwartungsgemäss zielführende Beweisabnahmen im
Einzelfall nicht aus. Dennoch liegt es - wie gesagt - nicht an der Beschwerdegegnerin,
nach Erhebung des Sachverhalts mittels Frageblatt ohne Anhaltspunkte nach weiteren
Erkenntnissen zu suchen. Die versicherte Person hat im Rahmen ihrer
Mitwirkungspflicht bzw. durch Teilnahme am Beweisverfahren (vgl. Art. 43 Abs. 3
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ATSG) die Pflicht, aber auch die Gelegenheit, rechtlich massgebende Fragen für die
Beurteilung der Leistungspflicht des Unfallversicherers sorgfältig und umfassend zu
beantworten und wird auch ausdrücklich (Frage 1: "ausführliche" Schilderung des
Vorfalls [Suva-act. 5]) dazu aufgefordert. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen,
hatte die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall keinen Anlass zu weiteren
Abklärungen.
5.5
5.5.1 Im Fragebogen vom 27. Juni 2016 führte der Beschwerdeführer aus, "Beim
Abladen von Material vom LKW (Handablad) hatte ich nachträglich Schmerzen." (Suva-
act. 5, Frage 1). Auch die Arbeitgeberin hatte am 16. Juni 2016 in der Schadenmeldung
UVG notiert, die Ware sei von Hand vom Lastwagen abgeladen worden (Suva-act. 1).
Von diesem Sachverhalt ist mithin auszugehen. Aufgrund der Fragen im vorliegenden
Fragebogen hatte der Beschwerdeführer keinen Anlass zu erwähnen, dass für den
Ablad der Ware an sich ein Hebekran auf dem Lastwagen zur Verfügung stehe und ein
Handablad die absolute berufliche Ausnahme darstelle. Andere
Versicherungsfragebogen enthalten beispielsweise die Frage, ob es sich um eine
gewohnte Tätigkeit gehandelt habe und ob diese unter normalen äusseren Umständen
verlaufen sei. Auch wenn die Auskunft betreffend Hebekran erst nach Erlass der
Ablehnungsverfügung vom 10. August 2016 in der Beschwerde vom 29. März 2017
(act. G 1) erfolgt ist, besteht demnach kein Anlass, an ihr zu zweifeln. Sie erscheint
ohne weiteres realistisch und der Hebekran ist auf den mit der Beschwerde
eingereichten Fotos (act. G 1.4) auch erkennbar. Indem also davon auszugehen ist,
dass für den Beschwerdeführer ein Handablad der Ware vom Lastwagen den
Ausnahmefall darstellt, d.h. das Abladen der Ware in der Regel mit dem Kran erfolgt,
besteht kein Anlass für solche vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragte
weitere Beweisabnahmen. Ob im genannten Umstand letztlich ein massgebendes
Kriterium für die Annahme eines unfallähnlichen Ereignisses zu sehen ist, wird
nachfolgend zu beurteilen sein. Nicht glaubhaft ist hingegen die Aussage des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 29. März 2017 (act. G
1), ein Handablad sei bei den abzuladenden Materialien gar nicht möglich. Dieser
Darstellung widerspricht der Umstand, dass der Beschwerdeführer am 15. Juni 2016
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von seinem Lastwagen mehrere Sand- und Zementsäcke von Hand abladen konnte
(vgl. act. G 1, S. 4 Ziff. 1.2.
5.5.2 Auf die Frage 5 im Fragebogen, wann sich die Beschwerden "erstmals"
bemerkbar gemacht hätten, antwortete der Beschwerdeführer, "am gleichen Abend".
Die Feststellung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprachenentscheid -
die für die Beeinträchtigungen gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmerzen
müssten unmittelbar im Anschluss an den als äusseren Faktor angeschuldigten
Lebenssachverhalt auftreten - trifft zwar für den Regelfall zu, ausnahmslos kann ihr
jedoch nicht gefolgt werden. So gibt es durchaus Fälle, bei denen zu Beginn keine
ausgeprägten Schmerzen auftreten, solche sich jedoch mit der Zeit stärker entwickeln
und erst mit zeitlicher Verzögerung als bedeutsam wahrgenommen werden. Von der
Anmerkung in der Schadenmeldung UVG - "Schmerz im Schultergelenk, konnte
danach Arm nicht mehr bewegen" - lässt sich kein genauer Zeitpunkt des erstmaligen
Auftretens von Schmerzen ableiten (Suva-act. 1). Folgt man der - im Übrigen vor Erlass
der Ablehnungsverfügung notierten - Ereignis¬schilderung von Dr. C._ im
Arztzeugnis UVG vom 7. Juli 2016 - der Beschwerdeführer habe beim Abladen eines
LKW plötzlich einen schmerzhaften Zwick in der rechten Schulter verspürt (Suva-act. 7)
- ist jedoch ohnehin eher von einem unmittelbaren Schmerzgeschehen auszugehen.
Ein solches ist auch aus der Anamnese von Dr. D._ im Untersuchungsbericht vom
15. Juli 2016 zur Erstkonsultation vom 7. Juli 2016 - der Beschwerdeführer habe am
15. Juni 2016 als Lastwagenchauffeur beim Abladen einer schweren Ladung helfen
wollen; dabei sei offensichtlich eine einschiessende Symptomatik im rechten
Schulterbereich aufgetreten, so dass er den Arm praktisch sofort nicht mehr habe
heben können - abzuleiten (Suva-act. 10). Von einem schmerzhaften Zwick beim Ablad
wird ausserdem in der Beschwerde vom 29. März 2017 gesprochen (act. G 1, S. 5 Ziff.
1.5, S. 10 Ziff. 3.3). Der Antwort im Fragebogen darf mithin insgesamt kein allzu
grosses Gewicht beigemessen werden. Dies zumal bereits am Tag nach dem Ereignis
eine ärztliche Behandlung erfolgte und sich dabei eine Gesundheitsstörung der rechten
Schulter erheben liess (Suva-act. 7). Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Ereignis
und Schmerz kann damit nicht von der Hand gewiesen werden.
5.5.3 Eine konkrete Gewichtsangabe zu den gehobenen Sand- und Zementsäcken
findet sich in den Akten keine. Von Dr. D._ (Suva-act. 10), in der
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Einspracheergänzung (Suva-act. 32) sowie in der Beschwerde (act. G 1) werden diese
nur als "schwer" bezeichnet. Der Begriff "schwer" impliziert zwar ein grösseres
Gewicht, doch ist er allgemein, aber insbesondere auch wegen seiner subjektiven
Verwendung, unbestimmbar. Der Beschwerdeführer hätte ohne Weiteres eine
Gewichtsangabe machen können. In der Beschwerdeantwort vom 12. Mai (act. G 3)
argumentiert die Beschwerdegegnerin, eine besondere Schwere der angeblich von
Hand abgeladenen Säcke könne nicht vorliegen, ansonsten der in
Sozialversicherungsfragen versierte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit
Sicherheit einen ungewöhnlichen äusseren Faktor und damit einen Unfall reklamiert
hätte. Sie geht - wenn auch nicht konkret auf einen Sand- oder Zementsack bezogen -
von einem im Rahmen unfallähnlicher Ereignisse geprüften Gewicht von 20 kg aus. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erklärt darauf in der Replik vom 15. Juni 2017
einzig, dass es sich im Rahmen der unfallähnlichen Körperschädigung nicht um
besonders schwere Säcke handeln müsse. Bei den auf den Fotos abgebildeten Säcken
handelt es sich jedenfalls um Fixit Weissputz 142 à 30 kg und Knauf Uniflott à 25 kg
(vgl. https://www.fixit.ch/var/fixitgruppe/storage/ilcatalogue/files/pdf/CHDE/
Technisches_Merkblatt_TM_Fixit_142_Weissputz_DC0017168.PDF; https: // www.
knauf.de/wmv/?id=13427, beide abgerufen am 8. Juni 2018).
5.5.4 Dem Sachverhalt darf sodann sowohl bei Betrachtung der eingereichten Fotos
(act. G 1.4) als auch angesichts der Schilderungen des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers in der Einsprache (Suva-act. 32), der Beschwerde (act. G 1) sowie
in der Replik (act. G 7) zu Grunde gelegt werden, dass sich die Sand- und
Zementsäcke beim Abladen auf Brusthöhe des Beschwerdeführers befunden haben.
Inwiefern der Körper dabei nur einseitig belastet worden sein könnte, ist
demgegenüber nicht konkret fassbar. Zu den vorgebrachten Einzelheiten bzw. zur
geltend gemachten "ungünstigen" Körperbelastung wird nachfolgend Stellung
genommen.
5.6 Bei der Beurteilung, ob ein unfallähnliches Ereignis im Rechtssinn vorliegt, ist somit
von einem Bewegungs- bzw. Geschehensablauf auszugehen, bei dem der
Beschwerdeführer am 15. Juni 2016 von einem LKW mehrere Sand- und Zementsäcke
von Hand abgeladen hat, sich diese beim Abladen auf Brusthöhe des
Beschwerdeführers befunden haben und ein Sack nicht mehr als 30 kg gewogen hat.
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6.
6.1 Das Heben eines Gegenstandes stellt eine normale körpereigene Bewegung bzw.
alltägliche Lebensverrichtung dar. Je nach Beschaffenheit des Gegenstandes,
insbesondere seinem Gewicht und seiner Form, ist das Heben desselben naturgemäss
mit einem gewissen Kraftaufwand der Arme bzw. Schultern mit ihren Sehnen, Bändern,
Muskeln und Gelenken verbunden. Ob ein unfallähnliches Ereignis im Sinne einer mehr
als physiologisch normalen Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner
Gliedmassen, zu bejahen ist, bestimmt sich nach höchstrichterlicher Rechtsprechung
an Gewichten. Wie der Überblick über die bundesgerichtliche Rechtsprechung zeigt,
fällt beim Heben eines Sand- oder Zementsacks von ca. 20 kg eine Überanstrengung
im Sinne eines unfallähnlichen Ereignisses ausser Betracht. Das Tragen einer solchen
Last ist für sich betrachtet ohne besonderes Gefährdungspotenzial für den Körper. Im
Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das frühere EVG das Anheben und
anschliessende Abdrehen einer ca. 20 kg schweren Waage durch einen Mann zu
beurteilen; es hat erkannt, dass von einer im Rahmen der üblichen Arbeit und unter
normalen Bedingungen erfolgten Bewegung auszugehen sei, so dass der äussere
Faktor infolge eines fehlenden gesteigerten Schädigungspotenzials und somit ein
unfallähnliches Ereignis zu verneinen sei. Im Urteil 8C_656/2008 vom 13. Februar 2009
hat das Bundesgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca. 20 kg schweren
Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor rechtsprechungsgemäss zu verneinen;
es fehle an einem gesteigerten Schädigungspotenzial. Zum selben Schluss kam das
Bundesgericht auch im Urteil 8C_696/2009 vom 12. November 2009 E. 6.2, als es zu
entscheiden hatte, ob ein beim Ausziehen eines 25 bis 30 kg schweren Rucksacks
erlittener Sehnenriss als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren sei. Gleich
entschied das Bundesgericht bei einer Frau, welche bei Umzugsarbeiten eine etwa 15
kg schwere Bücherkiste mit etwas Schwung anhob und dabei starke
Schulterschmerzen verspürte (Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2010,
8C_867/2009, E. 3.3). Auch dem Werfen eines 15 bis 20 kg schweren 60-Liter-
Kehrrichtssacks auf einen langsam weiterrollenden Kehrrichtwagen durch einen
Belader hat das Bundesgericht am 10. Januar 2011 das gesteigerte
Gefährdungspotenzial abgesprochen (Urteil 8C_665/2010 E. 3.4). Erst bei höheren
Gewichten hat das EVG bei Männern die äussere schädigende Einwirkung bejaht; so
beim Aufheben und Abstellen von Gewichten von 40 bis 50 kg (BGE 116 V 149 E. 4)
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und beim Umlagern eines Heizkörpers von über 5 m Länge und einem Gewicht von
über 100 kg von einem Wagen auf einen Arbeitsblock (nicht publizierte E. 3b von BGE
123 V 43; vgl. auch BGE 129 V 468 E. 4.1).
6.2 Der Umstand, dass das Abladen von Sand- und Zementsäcken von Hand im
Rahmen der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers die Ausnahme darstellte, ist
nicht als erschwerender Moment zu werten. Auch wenn der geltend gemachte von
Hand ausgeübte Bewegungsvorgang nicht im Rahmen der gewohnten beruflichen
Tätigkeit erfolgte, ist er doch als übliche Alltagsverrichtung einzustufen. Es kann
jedenfalls allein deshalb, weil das Material im Regelfall mit einem Kran vom Lastwagen
abgeladen wird, nicht vom Überschreiten einer Gewichtsgrenze gesprochen werden,
welches einen gegenteiligen Schluss nahelegen würde. Wie die obige Kasuistik zeigt,
wurde sogar bezüglich Personen, welche privat eine Verrichtung ausübten, bei einem
Gewicht von rund 20 kg ein unfallähnliches Ereignis verneint.
6.3 Die angeblich einseitige Belastung des Körpers beim Abladevorgang und der
Umstand, dass sich die Sand- und Zementsäcke auf Brusthöhe befanden, was den
Beschwerdeführer insgesamt von einer ungünstigen Körperbelastung sprechen lässt,
schaffen ebenfalls keine allgemein gesteigerte Gefahrenlage. Die beweglichen
Bestandteile des Körpers - Sehnen, Muskeln, Bänder und Gelenke - gewährleisten
gerade ein normales und verletzungsfreies Funktionieren im täglichen Leben bzw.
ermöglichen verschiedenste Bewegungen und Belastungen des Körpers, ohne dass
darin etwas Besonderes zu sehen und damit von einer unphysiologischen
Beanspruchung des Körpers zu sprechen wäre.
6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es im vorliegenden Fall unter Würdigung
aller Umstände an einem unfallähnlichen Ereignis fehlt. Ebenfalls nicht erfüllt ist
ausserdem das Begriffsmerkmal der Plötzlichkeit. Wie bereits erwähnt, wird in der
Beschwerde vom 29. März 2017 (act. G 1, S. 4 Ziff. 12) beschrieben, der
Beschwerdeführer habe am 15. Juni 2016 von seinem Lastwagen mehrere Sand- und
Zementsäcke von Hand abgeladen. Der Schulterschmerz trat mithin bei einem
wiederholt ausgeführten beruflichen Vorgang mit repetitiver Beanspruchung der Arme
bzw. Schultern auf. Die für die Plötzlichkeit geforderte Einmaligkeit ist damit nicht
gegeben (vgl. dazu BGE 129 V 472 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts vom 2. Februar
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2012, 8C_802/2011, E. 5.5, und 12. November 2009, 8C_696/2009, E. 6.2). Diese
Beurteilung erschliesst sich unabhängig von der in Erwägung 5.5.2 geführten
Diskussion, wann sich der Schmerz erstmals bemerkbar gemacht hat.
7.
Vor dem Hintergrund des Gesagten entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers
aus Art. 9 Abs. 2 UVV. Dem Umstand, dass sowohl die MRT-Untersuchung vom 28.
Juni 2016 durch Dr. E._ (Suva-act. 13) als auch die arthroskopische Diagnostik vom
22. Juli 2016 durch Dr. D._ (Suva-act. 19) das Vorliegen einer der in Art. 9 Abs. 2 lit.
a-h UVV abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen (Sehnenriss
[lit. f] und Bandläsion [lit. g]; act. G 8.1, act. G 1.5) ergeben hat und der Frage, inwieweit
die diagnostizierten Gesundheitsschäden im Bereich der rechten Schulter des
Beschwerdeführers auf eine Degeneration zurückzuführen sind, kommen damit für die
Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin keine rechtliche Relevanz zu.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 24. Februar 2017 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben
(Art. 61 lit. a ATSG).