Decision ID: d99f96d8-aa70-4b2d-b4d3-df46d96210c6
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juli 1993 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Der Allgemeinmediziner Dr. med. B._ berichtete
im August 1993 (IV-act. 5), der Versicherte leide an einer medio-rechts-lateralen
Discushernie L5/S1 mit rezidivierenden lumbo-ischialgiformen Schmerzen rechts und
an einer medio-lateralen diskreten Protrusion L3/4 und L4/5. Als Bauarbeiter sei er seit
Ende Mai 1993 vollständig arbeitsunfähig. Er müsse dringend in eine andere Tätigkeit
umgeschult werden. Eine dreimonatige berufliche Abklärung wurde im April 1994
wegen vermehrten ärztlich entschuldigten Absenzen abgebrochen (IV-act. 29–13 f.). Im
Juni 1995 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass ab Mitte August 1995 eine
weitere berufliche Abklärung durchgeführt werde (IV-act. 40). Mit einer Verfügung vom
20. Juli 1995 sprach die IV-Stelle dem Versicherten dann aber mit Wirkung ab dem 1.
Mai 1994 eine ganze Rente zu (IV-act. 41). Im August 1995 notierte der
Eingliederungsberater der IV-Stelle (IV-act. 42), der Versicherte und der Hausarzt Dr.
B._ hätten die begonnene berufliche Abklärung angesichts des
Gesundheitszustandes des Versicherten als unzumutbar bezeichnet. Die Abklärung sei
deshalb abgebrochen worden. Da es aus berufsberaterischer Sicht „in diesem Fall
zurzeit nichts zu unternehmen“ gebe, sei die Rente weiter auszurichten.
A.b Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens erstatteten der Rheumatologe Dr.
med. C._ von der Klinik Valens und der Psychiater Dr. med. D._ von der Klinik
E._ im Auftrag der IV-Stelle am 29. August 1997 ein fachärztliches Gutachten (IV-act.
51). Sie hielten fest, der Versicherte leide an einem therapierefraktären, rezidivierenden
und chronifizierten lumbo-radiculären und lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom
sowie an einer Erschöpfungsdepression mit somatoformen Funktionsstörungen bei
einem ausgeprägten Paarkonflikt. In der jetzigen Situation sei es nicht sinnvoll, die
Berentung zu ändern. Bei einer vorwiegend intellektuellen Tätigkeit mit der Möglichkeit
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des Stellungswechsels könne später eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent anvisiert
werden, die im günstigsten Verlauf weiter gesteigert werden könnte. In Anbetracht des
jugendlichen Alters und der sozio-kulturellen überdurchschnittlichen Situation sollte es
möglich sein, den Versicherten auch in einer vernünftigen Zeit wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Mit einer Mitteilung vom 24. Oktober 1997 gab die IV-
Stelle dem Versicherten bekannt, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf
die laufende ganze Rente habe (IV-act. 53).
A.c Im August 1998 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, einen Fragebogen zur
Überprüfung seines Rentenanspruchs auszufüllen. Dieser gab in der Folge an, sein
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 54). Im Oktober 1998 berichtete
Dr. C._, dem Versicherten könne ab November 1998 eine Arbeitsfähigkeit von 50
Prozent zugemutet werden (IV-act. 56). Ein Berufsberater der IV-Stelle notierte im Juli
2000 (IV-act. 68), der Versicherte habe sich zwischenzeitlich wegen des Verdachts auf
illegale Waffengeschäfte für drei Monate in Untersuchungshaft befunden. Ob eine
Verurteilung erfolgen werde, stehe noch nicht fest. Da der Versicherte als Hilfsarbeiter
zu qualifizieren sei, habe er keinen Anspruch auf eine Umschulung. Gemäss dem
Bericht von Dr. C._ könne er zu 50 Prozent arbeiten. Unter Berücksichtigung eines
Tabellenlohnabzuges von zehn Prozent und eines statistisch ausgewiesenen
Teilzeitabzuges von ebenfalls zehn Prozent ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 52,59
Prozent. Mit einem Vorbescheid vom 21. September 2000 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass sie die Herabsetzung der ganzen Rente auf eine halbe Rente
vorsehe (IV-act. 71). Nachdem der Versicherte eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes geltend gemacht hatte, beauftragte die IV-Stelle die Fachstelle
für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie F._ mit der Erstellung eines fachärztlichen
Gutachtens. Dieses Gutachten wurde am 27. März 2001 erstellt. Die Sachverständigen
hielten fest (IV-act. 79), der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode
ohne psychotische Symptome und an einer Panikstörung. Er sei vollständig
arbeitsunfähig. Mit einer Mitteilung vom 30. April 2001 gab die IV-Stelle dem
Versicherten bekannt, dass er auch weiterhin einen unveränderten Anspruch auf die
bisherige ganze Rente habe (IV-act. 82).
A.d Nachdem der Versicherte im Juli 2002 angegeben hatte, sein Gesundheitszustand
habe sich verschlechtert (IV-act. 83), teilte ihm die IV-Stelle mit einer Mitteilung vom 8.
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August 2002 mit, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf die bisherige
ganze Rente habe (IV-act. 86). Im August 2006 gab der Versicherte erneut an, dass
sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe (IV-act. 87). In einem Verlaufsbericht
vom 31. August 2006 teilte Dr. B._ mit (IV-act. 90), der Gesundheitszustand des
Versicherten sei unverändert geblieben. Theoretisch wäre ihm eine adaptierte Tätigkeit
im Umfang von 50 Prozent zumutbar, aber realistischerweise wäre ein entsprechender
Eingliederungsversuch wohl zum Scheitern verurteilt. Mit einer Mitteilung vom 18.
Januar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er weiterhin einen
unveränderten Anspruch auf die bisherige ganze Rente habe (IV-act. 95).
A.e Im März 2012 füllte der Versicherte einen weiteren Fragebogen zur Überprüfung
des Rentenanspruchs aus; wieder gab er eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes an (IV-act. 97). Am 31. März 2012 berichtete Dr. B._ über
einen stationären Gesundheitszustand des Versicherten (IV-act. 102). Im Juli 2012 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag
geben werde (IV-act. 107). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Zentrum für
interdisziplinäre medizinische Begutachtungen (ZIMB) AG am 29. Dezember 2012 ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 114). Der rheumatologische Sachverständige hielt
fest, als hauptsächliche und einzige für die Arbeitsfähigkeit relevante Problematik habe
sich ein chronisches Lumbovertebralsyndrom gezeigt. Dieses schränke die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in körperlich leichten und wechselbelastenden
Tätigkeiten aber nicht ein. Retrospektiv könne die bei einem im Wesentlichen
identischen Gesundheitszustand attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit (respektive
jene von 50 Prozent, die später attestiert worden sei) selbst für leidensadaptierte
Tätigkeiten aus rheumatologischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Der
psychiatrische Sachverständige führte aus, der objektive klinische Befund sei
weitgehend unauffällig gewesen. Ein Depressionstest (Hamilton-Depressionsskala)
habe ein Ergebnis gezeigt, das einer leichten depressiven Episode entspreche, was mit
dem klinischen Befund in Übereinstimmung stehe. Diagnostisch liege eine leichte
depressive Episode vor, die sich allerdings nicht auf die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten auswirke. Aus psychiatrischer Sicht könne dem Versicherten eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Das Gutachten vom 27. März 2001
überzeuge nicht, denn die Sachverständigen hätten offensichtlich die subjektiv
geschilderten Angaben des Versicherten unkritisch übernommen. Die im Gutachten
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beschriebene Psychopathologie entspreche diagnostisch einer mittelgradigen, nicht
einer schwergradigen depressiven Episode. Die Diagnose einer Panikstörung sei
unhaltbar. Die Frage, ab wann die Besserung der depressiven Symptomatik
stattgefunden habe, könne aufgrund der Aktenlage nicht beantwortet werden.
Auffallend sei allerdings, dass sich der Versicherte seit etwa dem Jahr 1997 nicht mehr
ambulant psychiatrisch habe behandeln lassen und dass er auch keine adäquate
antidepressive Medikation mehr erhalten habe. Im Januar 2013 notierte Dr. med. G._
vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten der ZIMB AG
überzeuge (IV-act. 115).
A.f Mit einem Vorbescheid vom 16. Januar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie die Aufhebung der laufenden Rente vorsehe (IV-act. 118). Dagegen liess
der nun anwaltlich vertretene Versicherte einwenden (IV-act. 125), sein
Gesundheitszustand sei unverändert schlecht. Er habe zwischenzeitlich eine
psychiatrische Behandlung bei Dr. med. H._ begonnen. Dieser berichtete am 4. April
2013 (IV-act. 127), der Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung
mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode. Er sei keinesfalls sofort integrationsfähig.
Auf eine Anfrage der IV-Stelle hin gab Dr. H._ am 12. August 2013 ergänzend an (IV-
act. 130), seine Beurteilung weiche nicht vom Gutachten der ZIMB AG ab, da sie erst
zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt erstellt worden sei. Der neue Hausarzt des
Versicherten, med. pract. I._, berichtete am 21. September 2013 (IV-act. 133), er
erachte den Versicherten weiterhin und anhaltend als zu 100 Prozent arbeitsunfähig.
Die Rheumatologin Dr. med. J._ teilte am 26. November 2013 mit (IV-act. 135), dem
Versicherten sei eine rückenadaptierte, sehr leichte Arbeit zumutbar, zunächst
allerdings nur während zwei, drei Stunden pro Tag. Der RAD-Arzt Dr. G._ notierte im
Januar 2014 (IV-act. 140), die neuen Berichte enthielten keinen Hinweis auf eine
relevante Sachverhaltsveränderung seit der Begutachtung durch die ZIMB AG. Er
empfehle nach wie vor, auf das Gutachten abzustellen. Mit einer Verfügung vom 17.
Januar 2013 (recte: 2014) hob die IV-Stelle die laufende Rente mit Wirkung auf das
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (IV-act. 141).
A.g Am 10. März 2014 liess der Versicherte eine Beschwerde gegen die Verfügung
vom 17. Januar 2014 erheben (IV-act. 145). Im Mai 2014 notierte ein
Rechtsdienstmitarbeiter (IV-act. 155), gemäss der bundesgerichtlichen
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Rechtsprechung dürfe eine Rente nicht ohne vorgängige berufliche
Eingliederungsmassnahmen herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn der
Rentenbezüger das 55. Altersjahr vollendet oder die Rente während mehr als 15 Jahren
bezogen habe. Der Versicherte beziehe die Rente seit rund 20 Jahren, weshalb vor der
Rentenaufhebung berufliche Massnahmen hätten durchgeführt werden müssen. Die
Verfügung müsse folglich widerrufen werden. Nach der Durchführung von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen sei erneut zu prüfen, ob die Rente zu revidieren sei. Mit
einer Verfügung vom 14. Mai 2014 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung
vom 31. Januar 2014 (IV-act. 159).
A.h Im Juli 2014 vereinbarten die IV-Stelle und der Versicherte die Durchführung einer
dreimonatigen beruflichen Abklärung mit dem Ziel, die Eingliederung des Versicherten
in den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten (IV-act. 175). Ende Oktober 2014 notierte die
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle (IV-act. 206–5), der Versicherte sei am
ersten Arbeitstag nach Hause geschickt worden, da er alkoholisiert zur Abklärung
erschienen sei. Am zweiten Tag sei er am Mittag nach Hause gegangen, wobei er
angegeben habe, er sei erschöpft. Zwei Tage später habe Dr. H._ um eine Reduktion
des Pensums auf 50 Prozent ersucht. Nochmals zehn Tage später habe sich der
Versicherte krankgemeldet. Sein Hausarzt habe ihm ab jenem Tag durchgehend eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Eine Untersuchung bei Dr. J._ habe keine
neuen Erkenntnisse ergeben. Die Fortführung der beruflichen Abklärung sei vor diesem
Hintergrund sinnlos gewesen. Mit einer Mitteilung vom 6. November 2014 brach die IV-
Stelle die berufliche Abklärung ab (IV-act. 210). Nachdem der RAD-Arzt Dr. G._ am
17. November 2014 notiert hatte, dass die neusten medizinischen Berichte keine
wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch die
ZIMB AG dokumentierten (IV-act. 212), teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit einem
Vorbescheid vom 18. November 2014 mit, dass sie die laufende Rente aufheben werde
(IV-act. 214). Am 31. Januar 2015 liess der Versicherte einwenden, es liege kein
Revisionsgrund vor (IV-act. 219). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ZIMB AG am
23. Mai 2016 ein polydisziplinäres Verlaufsgutachten. Die Sachverständigen hielten fest
(IV-act. 249), der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich objektiv seit der
letzten Begutachtung nicht verändert. Auch den Berichten der behandelnden Ärzte
liessen sich objektiv keine Hinweise auf eine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustandes entnehmen. Der RAD-Arzt Dr. G._ erachtete das
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Verlaufsgutachten als überzeugend (IV-act. 250). Mit einem Vorbescheid vom 30. Mai
2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Aufhebung der laufenden
Rente vorsehe (IV-act. 253). Mit einer Verfügung vom 7. Juli 2016 hob sie die laufende
Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (IV-act.
256).
B.
B.a Am 8. September 2016 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Juli 2016 erheben. Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer
ganzen ordentlichen Invalidenrente. Zur Begründung führte er an, die Voraussetzungen
für eine Rentenrevision im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG seien vorliegend nicht erfüllt.
Der medizinische Sachverhalt sei mindestens seit dem vorletzten
Rentenrevisionsverfahren im Jahr 2006 unverändert geblieben. Der Beschwerdeführer
beziehe mittlerweile seit etwa 22 Jahren eine Rente. Gemäss dem Abs. 4 der lit. a der
Schlussbestimmungen zum ersten Massnahmenpaket der sechsten IVG-Revision
(„IVG-Revision 6a“) sei eine Rentenaufhebung rechtswidrig, wenn die Rente mehr als
15 Jahre lang bezogen worden sei. Die beiden Gutachten der ZIMB AG seien nicht
nachvollziehbar und mangelhaft. Der Beschwerdeführer sei auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht vermittelbar.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 20. Oktober
2016 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, bei der
letzten umfassenden Überprüfung des Rentenanspruchs im Jahr 2001 habe der
Beschwerdeführer noch an einer schweren depressiven Episode gelitten. Nun leide er
bloss noch an einer leichten depressiven Episode. Sein Gesundheitszustand habe sich
also massgeblich gebessert. Die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung könnte
ohnehin erfolgreich in Wiedererwägung gezogen werden, da bei der Bemessung der
Invalidität keine Verweistätigkeiten berücksichtigt worden seien. Gegen die Gutachten
der ZIMB AG habe der Beschwerdeführer keine substantiierten Einwände erhoben. Es
sei auch nicht ersichtlich, inwiefern diese rechtsfehlerhaft sein sollten.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 13. Januar 2017 an seinem Antrag festhalten (act.
G 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 13 f.).
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B.d Am 1. März 2018 liess der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht einen
medizinischen Bericht des Psychiatrie-Zentrums K._ vom 8. Dezember 2017 zugehen
(act. G 15), laut dem er an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer
gegenwärtig mittelgradigen Episode litt (act. G 15.1).

Erwägungen
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt
oder aufgehoben. Die Frage, ob eine erhebliche Sachverhaltsveränderung eingetreten
ist, auf die mit einer Rentenrevision zu reagieren ist, muss anhand eines Vergleichs
zwischen dem aktuellen Sachverhalt und jenem Sachverhalt beantwortet werden, der
der ursprünglichen Rentenzusprache oder der letzten „echten“ Revisionsverfügung
zugrunde gelegen hat. Als eine „echte“ Revisionsverfügung ist eine Verfügung zu
qualifizieren, die ein Revisionsverfahren abschliesst, in dem bezüglich der Frage nach
einer relevanten Sachverhaltsveränderung umfassende Abklärungen getätigt worden
sind. Keine „echte“ Revisionsverfügung liegt dagegen vor, wenn eine IV-Stelle gestützt
auf die Angaben eines Rentenbezügers in einem Fragebogen zur Überprüfung des
Rentenanspruchs und auf einen Verlaufsbericht des Hausarztes eine Mitteilung erlässt,
wonach es beim bisherigen Rentenanspruch bleibe, weil keine relevante
Sachverhaltsveränderung ersichtlich sei. Eine solche Mitteilung schliesst nämlich nur
ein „Vorverfahren“ ab, das allein die Frage zum Gegenstand hat, ob überhaupt ein
Revisionsverfahren von Amtes wegen eröffnet werden soll. Sie bildet also das Pendant
zu einer Nichteintretensverfügung betreffend ein Revisionsbegehren, die ergeht, wenn
es dem Rentenbezüger nicht gelungen ist, eine relevante Sachverhaltsveränderung
glaubhaft zu machen (vgl. zum Ganzen den Entscheid IV 2014/256 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 15. Februar 2017, E. 1.1). Vorliegend hat die
Beschwerdegegnerin nach der ursprünglichen Rentenzusprache nur ein einziges
„echtes“ Revisionsverfahren durchgeführt. Dieses ist am 30. April 2001 mit einer
Mitteilung abgeschlossen worden, mit der die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für die Zukunft (weiterhin) eine ganze Rente zugesprochen hat. Nach
dem 30. April 2001 hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zwar im
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Abstand von jeweils einigen Jahren aufgefordert, einen Fragebogen zur Überprüfung
des Rentenanspruchs auszufüllen, aber sie hat bis zur Eröffnung des mit der
angefochtenen Verfügung abgeschlossenen Rentenrevisionsverfahrens kein „echtes“
Rentenrevisionsverfahren mehr eröffnet. Für die Beantwortung der Frage, ob im
Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung am 7. Juli 2016 ein
Revisionsgrund vorgelegen hat, ist folglich der Sachverhalt am 7. Juli 2016 mit jenem
am 30. April 2001 zu vergleichen.
1.2 Im Rentenrevisionsverfahren, das am 30. April 2001 abgeschlossen worden ist, hat
aus somatischer Sicht keine vollständige Arbeitsunfähigkeit (mehr) vorgelegen, denn
der Rheumatologe Dr. C._ hatte eine (steigerbare) Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent
attestiert. Dementsprechend hatte die Beschwerdegegnerin die laufende ganze Rente
zuerst auch auf eine halbe Rente herabsetzen wollen. Nachdem der Beschwerdeführer
eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend gemacht hatte, hatte die
Beschwerdegegnerin aber die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
F._ mit der Erstellung eines fachärztlichen Gutachtens beauftragt, das am 27. März
2001 erstellt worden war. Die Sachverständigen hatten darin festgehalten, der
Beschwerdeführer leide an einer schweren depressiven Episode ohne psychotische
Symptome und an einer Panikstörung, weshalb er vollständig arbeitsunfähig sei.
Gestützt auf dieses Gutachten hat die Beschwerdegegnerin dann dem
Beschwerdeführer auch für die Zukunft weiterhin eine ganze Rente zugesprochen. Der
Mitteilung vom 30. April 2001 hat folglich die Prognose zugrunde gelegen, dass der
Beschwerdeführer wegen einer schwergradigen depressiven Störung und wegen einer
Panikstörung auf absehbare Zeit vollständig arbeitsunfähig sein werde. Der
psychiatrische Sachverständige der ZIMB AG hat zwar in seinem Teilgutachten sowohl
die Diagnosestellung als auch das Arbeitsunfähigkeitsattest der Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie F._ als nicht überzeugend qualifiziert und
damit nachträglich erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens vom 27.
März 2001 geweckt. Aber der damalige medizinische Sachverhalt lässt sich nun nicht
mehr mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststellen. Da sich der Beschwerdeführer damals nicht in einer psychiatrischen
Behandlung befunden hat, existieren nämlich keine psychiatrischen Berichte aus jener
Zeit, die eine überzeugende retrospektive psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung
erlauben könnten. Bezüglich des realen medizinischen Sachverhaltes am 30. April 2001
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liegt damit eine objektive Beweislosigkeit vor. Diese würde an sich einen Vergleich mit
dem im Zeitpunkt der Eröffnung der aktuellen Revisionsverfügung massgebenden
Sachverhalt verunmöglichen. Das würde aber bedeuten, dass gar nie mehr ein solcher
Vergleich vorgenommen werden könnte, wodurch die Mitteilung vom 30. April 2001
„revisionsresistent“ würde, was augenscheinlich dem Sinn und Zweck des Art. 17 Abs.
1 ATSG völlig zuwiderlaufen würde. Gemäss der Praxis des Versicherungsgerichtes
des Kantons St. Gallen ist es deshalb zulässig, anstatt auf den realen, objektiv
beweislosen Sachverhalt am 30. April 2001 auf jenen Sachverhalt abzustellen, der der
Mitteilung vom 30. April 2001 zugrunde gelegt worden ist. Trotz der vom
psychiatrischen Sachverständigen der ZIMB AG geweckten Zweifel an der
Überzeugungskraft des Berichtes der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie F._ vom 27. März 2001 ist also für die Beantwortung der Frage nach
einer relevanten Sachverhaltsveränderung davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer am 30. April 2001 wegen einer schwergradigen depressiven Störung
und wegen einer Panikstörung vollständig arbeitsunfähig gewesen ist.
2.
2.1 Gemäss den beiden überzeugenden Gutachten der ZIMB AG hat der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung an keiner
psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung mehr gelitten, die seine Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt hätte. Die Sachverständigen haben den Beschwerdeführer persönlich
untersucht und sich eingehend mit den Vorakten auseinandergesetzt. Sie haben die
objektiven klinischen Befunde ausführlich beschrieben und ihre Schlussfolgerungen
bezüglich der Diagnosestellung und der Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend
begründet. Widersprüchlichkeiten sind nicht auszumachen. Auch in den übrigen Akten
finden sich keine Hinweise, die Zweifel am Beweiswert der beiden Gutachten der ZIMB
AG wecken würden. Der Beschwerdeführer hatte sich vor der ersten Begutachtung gar
nicht in einer psychiatrischen Behandlung befunden. Nach der ersten Begutachtung
hat er sich zwar zu Dr. H._ in eine Behandlung begeben, aber dieser hat in seinen
Berichten keine Ausführungen gemacht, die Zweifel an der Zuverlässigkeit der
psychiatrischen Teilgutachten der ZIMB AG wecken würden. Bezüglich des
somatischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers liegen keine
medizinischen Berichte bei den Akten, die von den beiden Gutachten der ZIMB AG
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abweichende Diagnosen oder Arbeitsunfähigkeitsatteste enthalten würden.
Zusammenfassend ist also mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt, dass der Beschwerdeführer am 7. Juli 2016
uneingeschränkt arbeitsfähig für leidensadaptierte Tätigkeiten gewesen ist. Damit steht
fest, dass sich der Sachverhalt in der Zeit zwischen dem 30. April 2001 und dem 7. Juli
2016 massgebend verändert hat, weshalb die laufende Rente hat revidiert werden
müssen.
2.2 Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers spielen weder
das Alter des Beschwerdeführers noch die Dauer des Rentenbezuges eine Rolle bei
der Beantwortung der Frage nach der Zulässigkeit einer Rentenrevision. Der vom
Rechtsvertreter ins Feld geführte Abs. 4 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-
Revision 6a betrifft nur die Rentenanpassung im Sinne des Abs. 1 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a und nicht etwa auch die „normale“
Rentenrevision im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG. Der Abs. 4 der lit. a der
Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a ist für das vorliegende Verfahren folglich
irrelevant. Das Bundesgericht erachtet zwar eine Rentenrevision ab einem bestimmten
Alter des Rentenbezügers oder ab einer bestimmten Rentenbezugsdauer nur als
zulässig, wenn vorgängig berufliche Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden
sind. Diese Praxis entbehrt jedoch jeder gesetzlichen Grundlage. Die
Beschwerdeführerin hätte die Rente folglich direkt nach der ersten Begutachtung durch
die ZIMB AG revidieren dürfen. Selbst wenn man aber die Praxis des Bundesgerichtes
anwenden wollte, wäre es vorliegend zulässig gewesen, die laufende Rente zu
revidieren, denn die Beschwerdegegnerin hat versucht, den Beschwerdeführer mittels
beruflicher Massnahmen in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. Aus dem Umstand, dass
er diese Bemühungen vom ersten Tag an torpediert und letztlich zum Scheitern
verurteilt hat, kann der Beschwerdeführer natürlich nichts zu seinen Gunsten ableiten.
2.3 Da der Beschwerdeführer über keine qualifizierte berufliche Ausbildung verfügt,
bestehen sowohl die Validen- als auch die Invalidenkarriere in der Verrichtung einer
(leidensadaptierten) Hilfsarbeit. Das Valideneinkommen und der Ausgangswert des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens sind also betraglich identisch,
weshalb der Invaliditätsgrad anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet
werden kann. Er entspricht folglich dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen
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allfälligen Abzug vom Tabellenlohn. Gründe für einen solchen Abzug sind vorliegend
nicht ersichtlich. Da der Beschwerdeführer zudem überdurchschnittlich intelligent ist (er
hat in seinem Herkunftsland zwei Jahre lang Jura studiert), und da er deshalb einen
über dem Zentralwert liegenden Lohn erzielen könnte, würde ein allfälliger
Tabellenlohnabzug ohnehin durch einen entsprechenden „Tabellenlohnzuschlag“
kompensiert werden. Zusammenfassend ist ein Tabellenlohnabzug vorliegend nicht
gerechtfertigt. Der Invaliditätsgrad beträgt somit null Prozent, das heisst der
Beschwerdeführer ist nicht mehr invalid. Er hat folglich keinen Anspruch mehr auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung im
Ergebnis als rechtmässig.
3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende Beschwerdeführer hat
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.