Decision ID: 4b64ee2e-d5c7-5abe-8dac-095ed80937c1
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1955 geborene, verheiratete, deutsche Staatsangehörige
A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) lebt in
Deutschland. Seit September 1985 war er als Grenzgänger in der Schweiz
erwerbstätig und entrichtete entsprechende Beiträge an die Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Zuletzt war er vom 15. Feb-
ruar 1989 bis 30. September 2013 als Logistiker bei B._ AG (vor-
mals C._ AG) in (...) angestellt (letzter effektiver Arbeitstag 11. De-
zember 2012, danach freigestellt; ab 24. Januar 2013 zu 100% krankge-
schrieben). Nebenerwerblich arbeitete er seit dem 1. Februar 1989 als La-
ger-Logistiker für die D._ AG in (...) (Akten der IV-Stelle E._
gemäss Aktenverzeichnis und -nummerierung vom 11. Dezember 2017
[nachfolgend: IV-act.] 4, S. 3 f.; 7; 10; 11).
B.
B.a Am 5. Juni 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf seine
seit 1992 bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Morbus
Crohn, BWS und ISG-Arthritis [Anm. des Gerichts: Brustwirbelsäulen und
Iliosakralgelenks-Arthritis], Bandscheibenvorfall HWK 5/6, Morbus Bech-
terev, Koxarthrose der rechten Hüfte, Rheuma) bei der der Sozialversiche-
rungsanstalt des Kantons E._, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle
E._) zum Leistungsbezug an (IVSTA-act. 4; vgl. auch IV-act. 14).
Die zuständige IV-Stelle E._ nahm erwerbliche sowie medizinische
Abklärungen vor und holte Akten der Krankentaggeldversicherung ein (vgl.
IV-act. 8 ff.). Am 8. Dezember 2014 stellte sie fest, dass aufgrund der weiter
andauernden Arbeitsunfähigkeit derzeit keine Eingliederungsmassnahmen
möglich seien, weshalb nun ein allfälliger Rentenanspruch geprüft werde
(IV-act. 49).
B.b Am 24. Juni 2015 ordnete die IV-Stelle E._ eine polydiszipli-
näre Abklärung über die Plattform «SuisseMED@P» an, die der F._
GmbH (nachfolgend: F._) zugeteilt wurde (IV-act. 75 und 76). Das
polydisziplinäre Gutachten, basierend auf den zur Verfügung gestellten Ak-
tendokumenten sowie psychiatrischen, rheumatologischen, gastroentero-
logischen sowie orthopädischen Untersuchungen am 13., 14. und 23. Juli
2015, am 1. September 2015 sowie am 6. Januar 2016, wurde am 1. Feb-
ruar 2016 erstattet (F._-Gutachten vom 25. Januar 2016; IV-
act. 98). In ihrer Konsensbeurteilung attestierten die Gutachter dem Versi-
cherten eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit
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sowie jeder anderen körperlich mittelschwer oder schwer belastenden Tä-
tigkeit. Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine
Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit von 50 % (IV-act. 98, S. 28).
B.c Mit Vorbescheid vom 19. April 2016 stellte die IV-Stelle E._ dem
Beschwerdeführer die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente in Aussicht (IV-
act. 104). Mit Verfügung vom 5. Juli 2016 sprach die IV-Stelle für Versi-
cherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. Januar 2014, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
67 % (50 % Arbeitsunfähigkeit in Verweistätigkeiten, leidensbedingter Ab-
zug von 15 %;) eine dem Vorbescheid entsprechende IV-Rente zu (IV-
act. 109). Diese Verfügung trat – soweit aus den Akten ersichtlich – unan-
gefochten in Rechtskraft.
C.
C.a Am 31. Oktober 2016 ging bei der IV-Stelle E._ ein sinngemäs-
ses Revisionsgesuch des Versicherten ein (IV-act. 112; vgl. auch 110,
S. 6). Dieser machte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
und nunmehr eine seit 2015 bestehende Prostata-Krebserkrankung gel-
tend und ersuchte um die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente (IV-
act. 112).
C.b Die IV-Stelle E._ nahm medizinische Abklärungen vor und holte
medizinische Unterlagen ein. Der mit der Abklärung der medizinischen Si-
tuation beauftragte Dr. G._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(nachfolgend: RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 2017
fest, dass es ab dem 10. August 2016 zu einer Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes gekommen sei, welche mindestens bis zum Ende der
stationären Reha gedauert habe. Spätestens seit Ende November 2016
könne hingegen wieder von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit ausgegangen werden. Es sei keine massgebliche dauer-
hafte Veränderung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (IV-act. 123, S. 3).
C.c Mit Vorbescheid vom 14. März 2017 teilte die IV-Stelle E._ dem
Versicherten mit, dass gegenüber der am 5. Juli 2016 aufgrund eines IV-
Grades von 67 % zugesprochenen Dreiviertelsrente keine andauernde
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes vorliege (IV-act. 124).
C.d Am 21. März 2017 teilte der Beschwerdeführer der IV-Stelle
E._ telefonisch mit, dass er mit dem Vorbescheid nicht einverstan-
den sei. Sein Zustand habe sich wegen der Krebserkrankung sowie der
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Arthrose verschlechtert. Nun sei auch seine linke Hüfte betroffen, weswe-
gen Abklärungen hinsichtlich einer allfälligen Operation laufen würden (IV-
act. 125).
C.e Mit Schreiben vom 11. April 2017 erhob der Beschwerdeführer zudem
schriftlich Einwand gegen den Vorbescheid vom 14. März 2017. Er berief
sich dabei auf das Telefonat vom 21. März 2017 und machte zudem gel-
tend, dass er unter der Neuerkrankung Koxarthrose (links) leide. Hierzu sei
er auch in Behandlung, wobei er aktuelle Arztberichte in Aussicht stellte
(IV-act. 126).
C.f Mit Schreiben vom 22. Mai 2017 reichte der Versicherte zwei Arztbe-
richte ein (IVSTA-act. 131) und informierte die IV-Stelle E._ zudem
darüber, dass am 18. Mai 2017 eine Operation im Spital H._ statt-
gefunden habe infolge einer Neuerkrankung von Abszessen am Darmaus-
gang aufgrund des bereits bekannten Morbus Crohn. Den entsprechenden
Arztbericht stellte er wiederum in Aussicht (IVSTA-act. 131, S. 2). Die ent-
sprechenden Dokumente liess er der IV-Stelle E._ am 17. Juli 2017
zukommen (IV-act. 133 und 134).
C.g Am 5. September 2017 nahm der RAD-Arzt Dr. G._ zum Ein-
wand des Beschwerdeführers vom 11. April 2017 sowie den neuen medi-
zinischen Unterlagen Stellung. Neben den bekannten Beschwerden sei
eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes infolge
der Operation der Analfistel nachvollziehbar. Eine massgebliche, dauer-
hafte Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit sei hingegen nicht ausgewie-
sen (IV-act. 135, S. 2).
C.h Mit Verfügung vom 21. September 2017 wies die IVSTA das Revisi-
onsgesuch des Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, dass es
sich bei der Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Prostata-Ope-
ration sowie Analfistel-Operation) nicht um eine langandauernde Ein-
schränkung gehandelt habe. Der IV-Grad verbleibe unverändert bei 67 %
(IV-act. 138).
D.
D.a Mit Schreiben vom 27. September 2017 an die Vorinstanz erhob der
Beschwerdeführer «Einspruch» gegen die Abweisung der Erhöhung der
Invalidenrente. Zur Begründung führte er im Wesentlich aus, die bisherigen
Erkrankungen hätten sich verschlechtert und neu leide er auch an einer
Koxarthrose links. Eine Arbeitsaufnahme sei nicht möglich, weswegen der
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Seite 5
Antrag auf Erhöhung der Invalidenrente auf 100 % erneut gestellt werde
(Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: BVGer-act.] 1 = IV-
act. 146).
D.b Mit Schreiben vom 5. Oktober 2017 überwies die IVSTA die Eingabe
des Beschwerdeführers vom 27. September 2017 zuständigkeitshalber
dem Bundesverwaltungsgericht (BVGer-act. ad 1).
D.c Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2017 wurde der Beschwerde-
führer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen aufgefordert, einen Kostenvor-
schuss von Fr. 800.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu
leisten (BVGer-act. 2).
D.d Nachdem der Beschwerdeführer am 13. Oktober 2017 dem Bundes-
verwaltungsgericht telefonisch mitteilte, dass er nicht über ausreichende
Mittel verfüge, um den Prozess finanzieren zu können (BVGer-act. 3), hob
es die Verfügung vom 11. Oktober 2017 mit Zwischenverfügung vom
23. Oktober 2017 auf und forderte den Beschwerdeführer unter Hinweis
auf die Säumnisfolgen (Aktenentscheid) auf, innert Frist das dieser Verfü-
gung beigelegte Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» aus-
gefüllt und mit den nötigen Beweismitteln versehen beim Bundesverwal-
tungsgericht einzureichen (BVGer-act. 4); dieser Aufforderung kam der Be-
schwerdeführer am 6. November 2017 nach (BVGer-act. 7).
D.e Mit Zwischenverfügung vom 27. November 2017 wurde das Gesuch
des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
gutgeheissen (BVGer-act. 8).
D.f Mit Vernehmlassung vom 15. Januar 2018 beantragte die Vorinstanz
unter Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle E._ vom 10. Ja-
nuar 2018 die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ange-
fochtenen Verfügung vom 21. September 2017 (BVGer-act. 13).
D.g Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 17. Februar 2018 an
seinem Rechtsbegehren fest, reichte einen aktuellen Arztbericht von Dr.
med. I._, Chefärztin Klinik J._, vom 13. Februar 2018 ein
und führte aus, aufgrund seiner Schmerzen stehe ein operativer Eingriff
unmittelbar bevor (BVGer-act. 16).
D.h Mit Duplik vom 16. März 2018 hielt die Vorinstanz an ihren Rechtsbe-
gehren fest (BVGer-act. 18).
C-5717/2017
Seite 6
D.i Mit Verfügung vom 22. März 2018 schloss die Instruktionsrichterin den
Schriftenwechsel vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen (BVGer-
act. 19).
E.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-
nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1
VwVG). Nachdem der Beschwerdeführer von der Bezahlung eines Kosten-
vorschusses befreit wurde (BVGer-act. 8), ist auf die unbestrittenermassen
innert Frist und im Übrigen auch formgerecht eingereichte Beschwerde
vom 25. Januar 2018 einzutreten (Art. 63 Abs. 4 VwVG; Art. 50 Abs. 1 und
Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG).
2.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 21. September 2017, mit der die Vorinstanz eine Erhöhung
der bisher ausgerichteten Dreiviertelsrente des Beschwerdeführers auf der
Grundlage von Art. 17 Abs. 1 ATSG revisionsweise abgewiesen hat. Strei-
tig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze
Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat.
3.
3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
3.2 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen
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vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei-
nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten
anderseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) sowie die ge-
mäss Anhang II des FZA anwendbaren Verordnungen (EG) des Europäi-
schen Parlaments und des Rates Nr. 883/2004 vom 29. April 2004 sowie
Nr. 987/2009 vom 16. September 2009, welche am 1. April 2012 die Ver-
ordnungen (EWG) des Rates Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971 sowie
Nr. 574/72 vom 21. März 1972 abgelöst haben, anwendbar sind. Gemäss
Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert,
um insbesondere die Gleichbehandlung aller Angehörigen der Vertrags-
staaten zu gewährleisten. Soweit – wie vorliegend – weder das FZA und
die gestützt darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte ab-
weichende Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze
dagegen sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens und die
Prüfung des Rentenanspruchs alleine nach der schweizerischen Rechts-
ordnung (vgl. BGE 130 V 257 E. 2.4), woran sich auch mit dem Inkrafttreten
der oben erwähnten Verordnungen am 1. April 2012 nichts geändert hat
(vgl. Urteil des BVGer C-4409/2017 vom 6. März 2018 E. 3.1). Demnach
bestimmt sich der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der
schweizerischen Invalidenversicherung alleine aufgrund der schweizeri-
schen Rechtsvorschriften.
3.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 21. September 2017 in Kraft standen; weiter aber auch
Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind.
3.4 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 21. September 2017) eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein. Immerhin sind indes Tatsachen, die sich erst später
verwirklichen, soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand
in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362
E. 1b; Urteil des BGer 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1).
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Seite 8
4.
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-
rente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad
von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die
ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz
haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende
Regelung vorsehen.
4.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent-
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
4.3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-
sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist
die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes re-
vidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheits-
zustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbe-
reich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hinge-
gen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen
gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe-
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3; 130 V 343 E. 3.5).
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Seite 9
4.3.2 Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu
prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141
V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Ist dagegen eine anspruchserhebliche Änderung
des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt,
bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen
Rechtszustand (vgl. Urteil des BGer 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014
E. 3.1.1 mit Hinweis).
4.3.3 Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum
Abschluss eines Rentenrevisionsverfahrens eine anspruchsrelevante Än-
derung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte Beurteilung
(rechtskräftige Verfügung), welche auf einer materiellen Prüfung des Ren-
tenanspruches mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi-
gung und – bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus-
wirkungen eines Gesundheitsschadens – Durchführung eines Einkom-
mensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; Urteile des BGer I 803/06
vom 21. Februar 2007 E. 4.1; 9C_555/2012 vom 25. Juli 2013 E. 4.1).
4.3.4 Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens
hängt wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema
– erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Die Feststellung
einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch eine Gegenüber-
stellung eines vergangenen und des aktuellen Zustands. Gegenstand des
Beweises ist somit das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen
Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu entnehmenden Tatsa-
chen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner
funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie
erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich,
soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Seinsebene zum früheren
Zustand wiedergibt. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvoll-
ziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf
eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre,
mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert,
wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung
nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung
des Gesundheitszustands stattgefunden hat. Wegen des vergleichenden
Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernis-
ses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewer-
tungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen
die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene
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Seite 10
Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verän-
dert haben. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung einge-
tretene tatsächliche Änderung ist genügend untermauert, wenn die ärztli-
chen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in
der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer
neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrads
der Störungen geführt haben (Urteile des BGer 8C_170/2017 vom 13. Ok-
tober 2017 E. 5.2 m.H.; BGer 9C_143/2017 vom 7. Juni 2017 E. 4.1).
5.
Für die im Hinblick auf eine Rentenrevision gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG
zu beurteilende Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 21. September 2017 eine anspruchserhebliche Änderung des Invali-
ditätsgrades eingetreten ist, hat die Vorinstanz als Vergleichsbasis die Ver-
hältnisse im Zeitpunkt der ursprünglichen Zusprache der Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom 5. Juli 2016 (IV-act. 109) herangezogen. Dies ist nicht
zu beanstanden (vgl. Urteil des BGer 9C_213/2015 vom 5. November
2015 E. 4.3).
6.
Die mit Verfügung vom 5. Juli 2016 vorgenommene Zusprache der Drei-
viertelsrente ab 24. Juni 2013 beruhte auf der Annahme, dass dem Be-
schwerdeführer die Ausübung seiner angestammten Tätigkeit als Logisti-
ker nicht mehr zumutbar, er aber in einer leichten angepassten Tätigkeit
noch zu 50 % arbeitsfähig war (vgl. IV-act. 109 und 107). In medizinischer
Hinsicht stützte sich diese Einschätzung im Wesentlichen auf die folgenden
ärztlichen Berichte (in chronologischer Reihenfolge):
6.1 Aus dem ärztlichen Entlassungsbericht der Klinik K._ vom
23. November 2011, unterzeichnet von Prof. Dr. med. L._, Fachärz-
tin für Innere Medizin, Hämatologie und internistische Onkologie, Rheuma-
tologie, Dr. med. M._, Fachärztin für Innere Medizin und Physikali-
sche Therapie, sowie N._, Chirotherapie, geht hervor, dass sich der
Versicherte vom 19. Oktober 2011 bis zum 9. November 2011 in stationärer
Behandlung befunden habe. Es wurden folgende Diagnosen gestellt (IV-
act. 12, S. 11 ff.):
– HLA B27-negative enteropathische Spondylarthropathie mit Befall der BWS und
ISG-Arthritis, Therapie mit Inflixmab seit 12/05
– Morbus Crohn, ED 1992, aktuell nicht floride
– Coxarthrose rechts, ED Oktober 2009
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Seite 11
– Cervicalsyndrom, kleiner Bandscheibenvorfall C5/6, ohne wesentliche funktionelle
Einschränkungen
– Adipositas (BMI: 36,0)
– Chronischer Nikotinabusus, aktuell 5 Zigaretten pro Tag
6.2 Dr. med. O._, Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesie,
führte in seinem ärztlichen Attest vom 24. Januar 2013 aus, dass seines
Erachtens bereits eine deutliche Erwerbsminderung vorliege. Er diagnosti-
zierte Folgendes (IV-act. 13, S. 12):
– Floride HLA B27-negative enteropathische Spondylarthropathie mit Befall der
BWS und ISG-Arthritis
– Kompression von Nervenwurzeln und Nervenplexus bei Bandscheibenschäden
– Morbus Crohn (K50.9)
– Coxarthrose rechts
– Cervikalsyndrom mit Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit Tangieren des Spinalka-
nals
– Serologischer Hinweis auf durchgemachte Salmonellen-und Yersinieninfektion
– Z.n. Colecystektomie nach Gallenkolik 10/2006
– Adipositas
6.3 Dr. med. I._, Chefärztin, Abteilung Chirurgie, Orthopädie und
Unfallchirurgie der Klinik J._, berichtete am 1. Februar 2013, dass
sich der Versicherte am 31. Januar 2013 in ambulanter Behandlung befun-
den habe. Wenn von Seiten der immunsuppresiven Therapie möglich, sei
die Implantation einer Hüftendoprothese rechts indiziert. Dem Arztbericht
sind nachfolgende Diagnosen zu entnehmen (IV-act. 12, S. 9 f.):
– Fortgeschrittene Koxarthrose rechts mit erheblicher Bewegungseinschränkung
und Ruheschmerz
– Morbus Crohn
– HLA-827-negative Spondylarthropathie mit Befall der BWS und JSG-Arthritis,
– laufende antirheumatische Therapie mit Remicade
6.4 Gemäss Arztbericht vom 10. April 2013 des Klinikums P._, un-
terzeichnet durch Prof. Dr. med. Q._, leitender Oberarzt Rheuma-
tologie und klinische Immunologie, habe sich der Versicherte am 22. März
2013 in der Ambulanz vorgestellt. Dieser sei kurz vor Weihnachten arbeits-
los geworden und dadurch in eine psychosomatische Krise gestützt,
wodurch es zu einer Verschlimmerung des Morbus Crohn und der Rücken-
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Seite 12
beschwerden gekommen sei. Die bereits eingeleiteten multimodalen The-
rapieansätze seien fortzuführen und durch Psychotherapie zu ergänzen.
Es sei ein OP-Termin der TEP-OP bei Coxarthrose gegen Ende des 6-8-
wöchigen Remicade-Intervalls empfehlenswert mit Fortführung der Remi-
cade-Therapie. Es wurden folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 12, S. 6 ff.):
– HLA B27-negative enteropathische Spondylarthropathie mit Befall BWS und ISG-
Arthritis (M45.09)
– Morbus Crohn, ED 1992
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts, ED Oktober 2009
– Cervikalsyndrom bei kleinem umschriebenen Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit
Tangieren des Spinalkanals (MRT 17.02.2011)
– Serologische Hinweise auf durchgemachte Salmonellen- und Yersinieninfektion
– Z.n. Cholecystektomie nach Gallenkolik, Oktober 2006
– Adipositas
– Aktuell: Vitamin D-Mangel
Es bestehe eine Leistungsfähigkeit bei Spondylarthropatie, Coxarthrose rechts und
Cervicalsyndrom ohne wesentliche Funktionseinschränkungen für sechs Stunden und
mehr, für mittelschwere körperliche Tätigkeiten, in allen Schichten, ständig sitzend,
überwiegend gehend, überwiegend stehend, ohne langwierige Zwangshaltungen und
ohne Gefährdung durch Nässe oder Kälte. Die letzte Tätigkeit als Logistiker stehe wie
vom Patienten geschildert mit dem Leistungsbild im Einklang.
6.5 Prof. Dr. med. Q._ diagnostizierte in seinem Arztbericht für die
Beurteilung des Anspruches von Erwachsenen auf Massnahmen für die
berufliche Eingliederung vom 26. Juni 2013 folgende Pathologien (IV-
act. 12):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
– HLA-B27-positive Spondylarthritis, seit 2005
– Morbus Crohn, seit 1992
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts, seit Oktober 2009
– Cervikaler Bandscheibenvorfall C5/6, seit Februar 2011
– Psychische Belastungsreaktion, seit Dezember 2012
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
– Adipositas
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Er halte den Patienten aktuell für nicht arbeitsfähig wegen zunehmender Aktivität der
Spondylarthritis, sehr wahrscheinlich auch zunehmender Aktivität der entzündlichen
Darmerkrankung (Morbus Crohn), der schweren Coxarthrose rechts und der psychi-
schen Belastungsreaktion. Die Dauer der gegenwärtigen Arbeitsunfähigkeit lasse sich
schwer abschätzen. Die Einschränkungen durch die schwere Coxarthrose werde sich
nach Implantation einer TEP [Anm. des Gerichts: Totalendoprothese] bessern lassen.
6.6 Im Bericht des Klinikums P._, Klinik für Orthopädie und Unfall-
chirurgie, vom 12. Juli 2013, unterzeichnet von Prof. Dr. med. R._,
ärztlicher Direktor, Prof. Dr. S._, Sektionsleiter Endoprothetik, und
T._, Assistenzarzt, wird eine Coxarthrose rechts diagnostiziert und
eine Hüft-TEP rechts empfohlen (IV-act. 33, S. 16 f.).
6.7 Aus dem Austrittsbericht des Klinikums P._, Rheumatologie und
klinische Immunologie, vom 28. Oktober 2013, unterzeichnet von Prof. Dr.
med. U._, ärztlicher Direktor, Prof. Dr. Q._ und Dr.
V._, Ärztin, geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer vom
28. Oktober 2013 bis zum 31. Oktober 2013 in stationärer Behandlung be-
fand. Es werden folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 20, S. 4 ff. = 33, S. 18
ff. = 98, S. 36 ff.):
– HLA B27-negative enteropathische Spondylarthropathie mit Befall der BWS und
ISG-Arthritis (M45.09)
– Morbus Crohn, ED 1992
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts, ED 10/2009
– Cervikalsyndrom bei kleinem umschriebenen Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit
Tangieren des Spinalkanals (MRT 17.02.11)
– Serologische Hinweise auf durchgemachte Salmonellen- und Yersinieninfektion
– Z.n. Cholecystektomie nach Gallenkolik 10/2006
– Adipositas
– Vitamin D-Mangel
– Quantiferontest 10/2013: negativ
6.8 Gemäss Verlaufsbericht vom 6. Dezember 2013 zuhanden der Vo-
rinstanz, unterzeichnet von Prof. Dr. Q._, habe sich der Zustand
des Versicherten bei gleichbleibenden Diagnosen verschlechtert (IV-
act. 20, S. 1 ff).
6.9 Dem Arztbericht des Zentrums W._, undatiert, unterzeichnet
durch Dr. O._, ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer
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seine bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Es bestehe eine vermin-
derte Leistungsfähigkeit von zurzeit 100 %. Eine Wiederaufnahme der be-
ruflichen Tätigkeit hänge von OP-Ergebnis ab. Es sind folgende Diagnosen
ersichtlich (IV-act. 21):
– Koxarthrose, seit ca. drei Jahren verstärkt
– Morbus Bechterew, seit 1992
– Morbus Crohn, seit 1992
6.10 Der Beschwerdeführer habe sich am 14. Februar 2014 zur ambulan-
ten Behandlung in der Klinik J._, Abteilung Chirurgie, befunden, wie
aus dem Bericht von Dr. I._ vom 17. Februar 2014 hervorgeht. Es
sei für den 19. Mai 2014 ein Operationstermin für die Implantation einer
Hüftendoprothese rechts vereinbart worden. Dr. I._ stellt folgende
Diagnosen (IV-act. 33, S. 14 f.):
– Koxarthrose
– Rheumatoidarthritis mit regelmässiger REMICADE-Therapie
– Morbus Crohn
– Adipositas (112 kg Körpergewicht, 179 cm Körpergrösse)
6.11 Der RAD-Arzt, Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin und
Rheumatologie, zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM) und Vertrau-
ensarzt (SGV), hielt in seiner Stellungnahme vom 16. April 2014 fest, dass
im Arztbericht von Dr. med. O._, Allg. Medizin (ELAR 30.12.13) eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 24. Januar 2013 angegeben werde.
Eine Hüft-TEP rechts sei geplant. Die Arztberichte seien plausibel, es be-
stehe demnach ein Gesundheitsschaden, der zu einer 100 %igen Arbeits-
unfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab 24.01.13 geführt habe. Nach der
geplanten Hüft-TEP-OP rechts könne mit einer deutlichen Besserung ge-
rechnet werden. Es werde deshalb empfohlen, zunächst zu erfragen, ob
und gegebenenfalls wann diese Operation durchgeführt wird und eventuell
vorhandene Reha-Berichte anzufordern (IV-act. 102, S. 4).
6.12 Gemäss Bericht der Klinik J._ vom 22. Mai 2014, unterzeich-
net von Dr. med. I._, Dr. med. X._, Oberarzt und Operateur,
sowie Dr. Y._, Assistenzarzt, wurde beim Beschwerdeführer am 19.
Mai 2014 eine Totalendoprothese am Hüftgelenk, nicht zementiert, rechts
durchgeführt. Der Verlauf gestalte sich komplikationslos bei reizfreier
Wundheilung (IV-act. 33, S. 9 ff.).
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6.13 Im ärztlichen Entlassungsbericht der Klinik Z._, unterzeichnet
von Dr. med. Aa._, Chefarzt, Dr. med. Bb._, leitende Ober-
ärztin, und Dr. med. Cc._, Stationsarzt, vom 24. Juni 2014 wird dem
Beschwerdeführer eine Leistungsfähigkeit in seiner letzten beruflichen Tä-
tigkeit als Lagerist von unter drei Stunden attestiert. Für körperlich leichte
Arbeiten, bei Notwendigkeit zum Wechsel stehend und gehend, in Tages-
schicht, sei der Patient noch für drei bis sechs Stunden leistungsfähig. He-
ben und Tragen über 5 bis 10 kg solle möglichst vermieden werden, eben-
falls seien keine rückenbelastenden Zwangshaltungen zumutbar (IV-act.
33, S. 25 f.)
– Hüft-TEP-Implantation rechts, am 19.05.2014 bei Coxarthrose, ICD Z96.6
– Spondylitis ankylosans mit HLAB 27 negativ, ICD M45
– Morbus Crohn
6.14 Dr. med. I._ und Dd._, Funktions-Oberarzt, der Klinik
J._ berichten am 11. Juli 2014 über die ambulante Behandlung des
Versicherten am 9. Juli 2014 und diagnostizieren was folgt (IV-act. 33, S. 7
f.):
– Z.n. Hüft-TEP rechts
– Rheumatoide Arthritis
– Morbus Crohn
6.15 Dr. med. Ee._, Fachärztin für Allgemeinmedizin, führt in ihrem
Verlaufsbericht vom 14. Juli 2014 aus, der Versicherte sei seit dem 24. Ja-
nuar 2013 zu 100 % arbeitsunfähig. Auch in einer behinderungsangepass-
ten Tätigkeit bestehe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit, wobei die Dauer
noch offenbleibe. Es bestehe ein laufender Heilungsprozess nach Hüft-
TEP, weshalb nicht abgeschätzt werden könne, ob und wann mit einer Wie-
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit zu rechnen sei. Dr. Ee._ di-
agnostizierte folgende Pathologien (IV-act. 33, S. 1-6):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
– Koxarthrose, Z.n. Hüft-TEP am 19. Mai 2014
– Spondylitis ankylosans
– Psychische Anpassungsstörung (F43)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
– Adipositas
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– Morbus Crohn
6.16 Im Arztbericht des Klinikums P._, Klinik für Rheumatologie und
klinische Immunologie, unterzeichnet von Prof. Dr. med. U._, PD
Dr. med. Ff._, leitender Oberarzt, und Dr. med. Gg._, Fach-
arzt, vom 24. Juli 2014 werden folgende Erkrankungen diagnostiziert (IV-
act. 98, S. 32-34):
– Enteropathische Spondylarthropathie
– HLA B27 negativ
– Befall der BWS und ISG
– Vd. a. sekundäres Schmerzsyndrom
– Morbus Crohn ED 1992
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts ED 10/2009
– Cervikalsyndrom bei kleinem umschriebenen Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit
Tangieren des Spinalkanals (MRT 17.02.11)
– Serologische Hinweise auf durchgemachte Salmonellen- und Yersinieninfektion
– Z.n. Cholecystektomie nach Gallenkolik 10/2006
– Adipositas
– Vitamin D-Mangel
– Quantiferontest 10/2013: negativ
6.17 Aus dem Verlaufsbericht von Hh._, Klinik J._, vom
29. Juli 2014 geht hervor, dass keine bekannten Einschränkungen in der
bisherigen Tätigkeit bestünden und diese aus medizinischer Sicht zumut-
bar sei. Die Wiederaufnahme sei üblicherweise innerhalb von sechs Wo-
chen bis sechs Monaten wieder zu 100 % möglich. Dabei sei bei der be-
ruflichen Wiedereingliederung eine körperliche Überlastung zu vermeiden
(IV-act. 35)
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
– Coxarthrose rechts
– Zustand nach Hüft-TEP Implantation 19.05.2014
– Rheumatoide Arthritis
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
– Adipositas
– Morbus Crohn (anamnestisch)
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Seite 17
6.18 Dr. med. Aa._, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin Chirotherapie, So-
zialmedizin, Rehabilitationswesen, berichtet zuhanden der IV-Stelle am
14. August 2014 über einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers
vom 27. Mai bis 17. Juni 2014 in der Klinik Z._. Dabei stellt er fol-
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 36):
– Hüft-TEP-Implantation rechts am 19.05.2014 wegen Coxarthrose
– Spondylitis ankylosans
Zu beachten sei die derzeitige körperliche Leistungsfähigkeit. Eine lediglich leichte kör-
perliche Tätigkeit mit überwiegend sitzender, teilweise auch stehender und gehender
Tätigkeit sei erforderlich, dabei Vermeidung von mittelschwerem und schwerem Heben
und Tragen. Keine wirbelsäulenbelastenden Tätigkeiten, keine Zwangshaltungen, kein
Begehen von Leitern und Gerüsten. Eine Wiedereingliederung solle unter Berücksich-
tigung des Leistungsbildes ab der 12. postoperativen Woche beginnen.
6.19 Mit Stellungnahme vom 29. September 2014 hielt der RAD-Arzt Dr.
G._ fest, dass laut dem Arztbericht der Klinik Z._ für Reha-
bilitation vom 14. August 2014 in einer angepassten, leichten Tätigkeit ab
der 12. postoperativen Woche mit der stufenweisen Wiedereingliederung
begonnen werden könne. Derzeit bestehe eine Leistungsfähigkeit allenfalls
drei bis unter sechs Stunden. Demnach könne mit einer stufenweisen Wie-
dereingliederung in einer angepassten Tätigkeit begonnen werden. An-
fangs könne von einer Arbeitsfähigkeit von drei Stunden täglich ausgegan-
gen werden. Die bisherige Tätigkeit sei weiterhin nicht zumutbar (IV-
act. 102, S. 5).
6.20 Im Arztbericht der orthopädisch-chirurgischen Klinik Ii._, un-
terzeichnet von Dd._, vom 21. Oktober 2014 wird Bursitis (M71.99
G) diagnostiziert sowie eine Armvenenthrombose ausgeschlossen (I80.88
A [IV-act. 43]).
6.21 Dr. Jj._, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation
FMH, Klinik Kk._, führt in seinem Arztbericht vom 6. Januar 2015
aus, für die exakte Beurteilung der Zumutbarkeit der Ausübung der bishe-
rigen Tätigkeit sei ein Gutachten erforderlich oder eine EFL (Anm. des Ge-
richts: Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit). Er diagnostizierte
dabei folgende Erkrankungen (IV-act. 53):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
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– HLA-B27 negative Spondylathropathie Typ Bechterew (ED 1995)
– Remicade alle 8 Wochen seit 2005
– Zunehmende Einsteifung der Wirbelsäule
– Hüft-TEP rechts wegen Coxarthrose Mai 2014
– Stöcke erst vor einer Woche entwöhnt, noch deutliches Schonhinken
rechts
– Morbus Crohn
– Klinik P._, seit Remicade weitgehend kompensiert
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
– Hüft-TEP rechts wegen Coxarthrose Mai 2014
– Stöcke erst vor einer Woche entwöhnt, noch deutliches Schonhinken
rechts
– Morbus Crohn
– Klinik P._, seit Remicade weitgehend kompensiert
6.22 In der gutachterlichen Äusserung von Dr. Ll._, Ärztin der Bun-
desagentur Mm._, vom 10. November 2014 führt diese aus, die hier
bekannten Gesundheitsstörungen würden dauerhafte und schwerwie-
gende Funktionseinschränkungen begründen. Medizinische Reha-Mass-
nahmen seien bereits 2014 absolviert worden und hätten nicht relevant
bessern können. Die Wegefähigkeit sei erheblich eingeschränkt. Für den
allgemeinen Arbeitsmarkt könne kein positives Leistungsbild erstellt wer-
den. Der Beschwerdeführer sei auf unter drei Stunden täglich leistungsge-
mindert und diese Leistungsminderung werde länger als sechs Monate an-
dauern. Es sei mit einem Wiedereintritt der Leistungsfähigkeit auf abseh-
bare Zeit nicht zu rechnen (IV-act. 59)
6.23 Am 10. März 2015 stellte sich der Beschwerdeführer in der Ambulanz
des Klinikums P._, Klinik für Rheumatologie und klinische Immuno-
logie vor, wie aus dem gleichentags erstellten Bericht, unterzeichnet von
Prof. Dr. med. U._, PD Dr. med. Ff._ und Dr. med.
Nn._, Fachärztin, hervorgeht. Es werden die nachfolgenden Diag-
nosen aufgeführt (IV-act. 98, S. 45 ff. = 119, S. 6):
– Enteropathische Spondylarthropathie ICD10: K50.9+M 07.49
– HLA B27 negativ
– Befall der BWS und ISG
– Vd. a. sekundäres Schmerzsyndrom
– Morbus Crohn ED 1992
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– Vitamin D-Mangel
– Erhöhter PSA-Wert, Kontrolle empfohlen 03/15
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts ED 10/2009
– Cervikalsyndrom bei kleinem umschriebenen Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit
Tangieren des Spinalkanals (MRT 17.02.11)
– Serologische Hinweise auf durchgemachte Salmonellen- und Yersinieninfektion
– Z.n. Cholecystektomie nach Gallenkolik 10/2006
– Adipositas
– Tbc-Status: RöTh 10/13 opB, Quantiferontest 10/2013: negativ
– lmmunglobulinstatus: 03/15 unauffällig
– Impfstatus: Influenza von Pat nicht gewünscht. Übrige anamnestisch aufgefrischt
2015
– Allergien: nicht bekannt
6.24 Im undatierten Bericht von Dipl. Psych. Oo._, Psychologischer
Psychotherapeut, diagnostiziert dieser folgende Erkrankungen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 61; vgl. auch 119, S. 7):
– F33.1(6) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-schwere Episode
– F41.0(6) Panikstörung (seit 2013 Beginn AU)
– F45.41 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(seit mehreren Jahren)
Kurz- und mittelfristig sei seines Erachtens nicht von einer Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen. Therapeutisch sei zunächst eine Begleitung und das Erlernen von Stressmana-
gementstrategien erforderlich. Nach einer ersten Stabilisierung könne eine eigentliche
Therapie beginnen (kognitiv-therapeutisch), auch wäre dann erst eine stationäre Reha
denkbar und indiziert.
6.25 Im Verlaufs- und Abschlussbericht von Dr. med. Pp._, Fach-
arzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, und Dr. Jj._, Cen-
ter Kk._, vom 14. April 2015 wird ausgeführt, dass sich eine erste
Verbesserung bezüglich der Gesamtsituation zeige. Allerdings seien im
Verlaufe unklare Schmerzen im Bereich des linken Ellenbogens aufgetre-
ten, am ehesten einer Bursitis olecrani bzw. einer Epicondylitis humeri ent-
sprechend. Gemäss auswertiger Beurteilung solle bei fehlendem Anspre-
chen auf konservative Therapien eine operative Sanierung vorgenommen
werden (IV-act. 68).
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6.26 Dr. G._ des regionalen ärztlichen Dienstes empfahl in seiner
Stellungnahme vom 23. April 2015 die Einholung eines MEDAS-Gutach-
tens mit den Fachbereichen Innere Medizin, Orthopädie, Rheumatologie
und Psychiatrie (IV-act. 102, S. 6).
6.27 Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der Vorinstanz polydiszipli-
när begutachtet. Die Gutachter stellten zusammenfassend nachfolgende
Diagnosen (IV-act. 98):
– Chronisches panvertebrales, thorakolumbal betontes Schmerzsyndrom (ICD-10
M53.8);
– Enteropathische Spondylarthropathie (ICD-10 K50.9/M07.49);
– Status nach Hüft-TP Implantation rechts am 19.05.2014 bei chronischer Coxarth-
rose rechts;
– Verdacht auf Coxarthrose links (ICD-10 M 16.1);
– Subacromiales Schulterimpingement-Syndrom links (ICD-10 M7 5.4);
– Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0);
– Panikstörung (ICD-10 F41.0);
– Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41)
6.27.1 Der fallführende Gutachter, Dr. Qq._, Facharzt Allgemeine
Innere Medizin FMH, diagnostizierte in seinem allgemeininternistischen
Teilgutachten eine Adipositas (ICD-10 E66.0) und einen fortgesetzten Ni-
kotinkonsum (ICD-10 F17.1). Aus allgemeininternistischer Sicht könne
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt und somit keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Auch in der Vergangenheit könne
keine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Es sollten
zur Verbesserung des Gesundheitszustandes eine Gewichtsreduktion und
ein konsequenter Nikotinstopp angestrebt werden (IV-act. 98, S. 6 f.).
6.27.2 Dr. med. Rr._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, stellte eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig leichte
Episode (ICD-10 F33.0), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41) als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 30 %. Dies sei durch die vorliegenden psychischen Störungen bedingt.
Dadurch komme es bei einer Arbeit vor allem zu einer erhöhten Ermüdbar-
keit, was einen vermehrten Pausenbedarf erfordere. Dem Exploranden
könne es aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, trotz der geklagten
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Seite 21
Beschwerden einer somatisch angepassten und seinen Fähigkeiten ent-
sprechenden Tätigkeit zu 70 % nachzugehen, auch ganztags mit der Mög-
lichkeit zu vermehrten Pausen. Von der aufgrund der Untersuchung einge-
schätzten Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit könne mit Sicherheit seit min-
destens der aktuellen Untersuchung ausgegangen werden. Zuvor könne
nicht genau angegeben werden, ab wann diese Arbeitsfähigkeit bestanden
habe, da fachärztliche Befunde, auf die mit Sicherheit abgestützt werden
kann, in den Akten fehlten. Es würden gewisse Inkonsistenzen bei einer
nach aussen gerichteten Beschwerdedarstellung auffallen. Die psychothe-
rapeutische Behandlung solle weitergeführt werden. Die regelmässige Ein-
nahme einer antidepressiven Medikation mit Indikation bei Schmerzen und
Panikattacken sei zu empfehlen. Auch eine stationäre Rehabilitationsbe-
handlung könnte hilfreich sein. Berufliche Massnahmen könnten hier auf-
grund der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeu-
gung gegenwärtig nicht empfohlen werden (IV-act. 98, S. 8-12).
6.27.3 In seinem rheumatologischen Teilgutachten führte Dr. Ss._,
Facharzt für Rheumatologie FMH, aus, aktuell seien keine aktiven entzünd-
lichen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und der ISG abzugren-
zen. Die ISG zeigten jedoch eine auffällige bilaterale rechtsbetonte sub-
chondrale fettige Transformation des Fettgewebes mit Nachweis von ein-
zelnen Erosionen der subchondralen Knochenlamelle des Os ilium beid-
seits. Die Befunde würden zu einem Status nach ISG-Arthritis passen. Im
Bereiche der unteren BWS zeige sich eine auffällige irreguläre Kontur von
Deck- und Bodenplatten mit tiefthorakal möglichen diskreten ventralseiti-
gen Spondylophyten. Zusätzlich bestünden degenerative HWS-Verände-
rungen mit höhergradiger Foraminalstenose C3/4 beidseits mit beginnen-
der Kompression der Wurzel C4 foraminal beidseits und höhergradiger Fo-
raminalstenose C5/6 rechts mit Kompression der Wurzel C6 rechts forami-
nal. Dr. Ss._ stellte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit: Chronisches panvertebrales, thorakolumbal betontes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.8), enteropathische Spondylarthropathie
(ICD-10 KSO. 9/M07.49), Status nach Hüft-TP Implantation rechts am
19.05.2014 bei chronischer Coxarthrose rechts, Verdacht auf Coxarthrose
links (ICD-10 M 16.1), subacromiales Schulterimpingement-Syndrom links
(IC D-10 M75.4). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Status nach
Bursitis olecrani links festzustellen. Grundsätzlich seien jegliche körperlich
mittel bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten nicht möglich. Darunter
falle auch die letzte berufliche Tätigkeit als Mitarbeiter bei der Firma
B._ in (...), wo der Versicherte zuerst während Jahren in der Pro-
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Seite 22
duktion und dann während 12 Jahren in der Logistik und im Lager gearbei-
tet habe, wo immer wieder im Lager zum Teil repetitiv schwere Lasten über
25 kg gehoben und getragen werden mussten. Ebenso wenig bestehe eine
Arbeitsfähigkeit in Bezug auf frühere berufliche Tätigkeiten als Maurer.
Rheumatologisch bestehe für eine körperlich leichte, wechselbelastende
berufliche Tätigkeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Ideal solle die Arbeitszeit
über den Tag verteilt werden, um regelmässige Pausen zu gewähren, dies
unter folgenden Arbeitsplatzbedingungen: Theoretisch seien manuell ver-
arbeitende Tätigkeiten in Schulterneutralstellung an einem ergonomisch
gut eingestellten Arbeitsplatz bei regelmässigen Positionswechseln mög-
lich. Vermieden werden sollten das Stehen und Sitzen am Ort über 20-30
Minuten, das Durchführen von Rotationsbewegungen des Achsenskelettes
oder Arbeiten in anhaltender Oberkörpervorneige oder Reklinationsposi-
tion. Ebenso wenig seien Überkopfarbeiten mit dem linken Arm möglich.
Kurze Gehstrecken für gewisse Kontrollfunktionen seien möglich, jedoch
nicht längere berufsbedingte Gehstrecken. Ungünstig wäre das Gehen auf
unebenem Boden oder gar das Besteigen von Gerüsten, Leitern oder Trep-
pen. Unter Berücksichtigung der Aktenlage bestehe in der früher ange-
stammten beruflichen Tätigkeit sowie für sonstige mittel bis schwer belas-
tende berufliche Tätigkeiten mit Sicherheit seit Juni 2013, dem Beginn der
Behandlung in der Rheumatologischen Klinik P._, eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde auch seither die
oben dargelegte theoretische adaptierte Arbeitsfähigkeit unter ganz spezi-
fischen Arbeitsplatzbedingungen gelten, wobei in den vergangenen zwei
Jahren je nach Entzündungsaktivität oder vor allem in der postoperativen
Phase nach Mai 2014 für längere Zeit eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
postuliert werden könne. Eine genaue Abgrenzung sei retrospektiv nicht
möglich. Mit Sicherheit würden die obigen Angaben in Bezug auf eine
adaptierte berufliche Arbeitsfähigkeit ab Datum des Gutachtens gelten (IV-
act. 98, S. 12-19).
6.27.4 Der Gutachter, Dr. Tt._, Facharzt für Gastroenterologie
FMH, diagnostizierte in seinem gastroenterologischen Teilgutachten einen
Morbus Crohn, ED 1992 (ICD-10 K50.0) und stellte einen Status nach
Cholezystektomie 2006 fest. Alle sechs bis acht Wochen trete nach Remi-
cade-lnfusion eine Symptomatik auf, welche den Beschwerdeführer teil-
weise bei einer allfälligen Arbeit hindern dürfte. Zudem würden unspezifi-
sche Symptome zwei- bis dreimal pro Monat auftreten, deren Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit sich nicht genau beziffern lasse. Insgesamt betrage
das Ausmass einer Arbeitsunfähigkeit aus gastroenterologischen Gründen
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Seite 23
höchstens 10%. Die Symptomatik sei in den letzten zehn Jahren weitge-
hend unverändert. Inwieweit die Spondylarthropathien des Patienten auf
den Morbus Crohn zurückzuführen seien, lasse sich allenfalls rheumatolo-
gisch beurteilen (IV-act. 19 f.).
6.27.5 In seinem orthopädischen Teilgutachten stellte der Gutachter, Dr.
med. Uu._, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, die Diag-
nose einer symptomatischen Coxarthrose links (ICD-10 M16.0) mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit; ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe
ein Status nach Implantation einer unzementierten Hüft-Totalprothese
rechts am 19.05.2014 bei Coxarthrose sowie der Verdacht auf Schmerz-
ausweitung. Der Explorand berichte, nach absolvierter Ausbildung zum
Maurer während fünfzehn Jahren auf dem Beruf und auch als Kranführer
gearbeitet zu haben. Zwischen 1989 und 2013 habe er bei der Firma
B._ gearbeitet und wäre dabei seit 1997 in Lager beziehungsweise
Logistik eingesetzt gewesen. Dies habe einem Einsatz von etwa 40 % im
Büro sowie im Übrigen der Be- und Entladung von LKWs und Lagerung
von Gegenständen entsprochen, wobei er Lasten von bis zu 40 kg bewegt
hätte. Die Tätigkeit in Lager und Logistik könne als die mittlerweile ange-
stammte angesehen werden. Für diese Tätigkeit bestehe aufgrund der
heutigen Untersuchung ebenso wie für andere körperlich mittelschwere
und schwere Verrichtungen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für kör-
perlich leichte, immer wieder auch sitzende Verrichtungen unter Wechsel-
belastung liege dagegen rein auf die Hüftgelenke bezogen eine Arbeitsfä-
higkeit von 80 % bei ganztägigem Pensum mit um 20 % reduzierter Leis-
tung aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs vor. Das Heben und Tra-
gen von Lasten über 10 kg, die Einnahme knieender und hockender Posi-
tionen sowie das Überwinden von Treppen, Leitern und unebenem Grund
sollten dabei vermieden werden. Nach auch links durchgeführtem Hüftge-
lenksersatz sei für derartige Verrichtungen dagegen spätestens sechs Mo-
nate postoperativ von einer zeitlich und leistungsmässig uneingeschränk-
ten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Rein auf die Hüftgelenke bezogen könn-
ten dann durchaus intermittierend auch mittelschwere Verrichtungen zuge-
mutet werden. Bezüglich der Hüftproblematik könne spätestens sechs Mo-
nate nach dem am 19.05.2014 erfolgten Gelenksersatz von einer Arbeits-
fähigkeit von 80% für genannte Verweistätigkeiten ausgegangen werden.
Grundsätzlich biete sich angesichts der klar bestehenden Veränderungen
an der linken Hüfte auch hier der Gelenksersatz an. Bei erheblichen Hin-
weisen für ein nicht-organisches Geschehen sollte aber von weiteren inva-
siven Massnahmen grundsätzlich möglichst Abstand genommen werden,
da selbst bei objektiv gutem Resultat der operierten rechten Seite weiterhin
C-5717/2017
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ein erheblicher Leidensdruck angegeben werde, welcher aus rein orthopä-
discher Sicht nicht klar nachvollzogen werden könne (IV-act. 98, S. 20-25).
6.27.6 In ihrer Konsensbeurteilung stellten die F._-Gutachter eine
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in jeder anderen kör-
perlich mittelschwer oder schwer belastenden Tätigkeit fest. Für körperlich
leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine Arbeits- resp. Leis-
tungsfähigkeit von 50 %. Die rheumatologischen und die psychiatrischen
Einschränkungen könnten dabei nicht addiert werden, sondern würden
sich ergänzen, da dieselben Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und
zur Erholung genutzt werden könnten. Das Pensum könne über vier bis
acht Stunden pro Tag umgesetzt werden, falls an einem hypothetischen
Arbeitsplatz Pausen eingelegt werden oder stundenweise gearbeitet wer-
den könne. Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähig-
keit könnten keine vorgeschlagen werden. Berufliche Massnahmen könn-
ten aufgrund zu geringer Erfolgsaussichten nicht empfohlen werden (IV-
act. 98, S. 27-29).
6.28 Der RAD-Arzt Dr. G._ kam in Würdigung des polydisziplinären
Gutachtens am 5. Februar 2016 zum Schluss, dass das Gutachten vom
1. Februar 2016 umfassend sei, die gesamte Aktenlage sowie sämtliche
Beschwerden und Symptome des Versicherten berücksichtige und auf ei-
genen Untersuchungen beruhe. Das Gutachten sei insgesamt schlüssig
und nachvollziehbar und in seinen Feststellungen plausibel, es könne da-
rauf abgestützt werden (IV-act. 102, S. 7). Am 12. April 2016 präzisierte der
RAD-Arzt seine Stellungnahme dahingehend, dass gemäss dem Arztbe-
richt von Dr. med. O._, den KTG-Akten und dem Arbeitgeberfrage-
bogen der D._ AG die Wartezeit per 24. Januar 2013 eröffnet wer-
den könne (IV-act. 102, S. 9).
7.
Hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Gesundheitszustandes bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. April 2017 ergibt sich aus den
Akten im Wesentlichen das Folgende (in chronologischer Reihenfolge):
7.1 Im schmerztherapeutischen Verlaufsbericht vom 12. Februar 2015, un-
terzeichnet von Dr. Vv._, Facharzt für Anästhesie und spezielle
Schmerztherapie, werden folgende Diagnosen genannt (IV-act. 119, S. 15
f.):
– Chronisches Schmerzsyndrom Stadium II. n. Gerbershagen (R52.2,G)
C-5717/2017
Seite 25
– Spondylitis ankylosans: nicht näher bezeichnete Lokalisation (M45:09,G)
– Spondylarthrose der Lendenwirbelsäule (M47.86,G)
– Vorhandensein einer Hüftgelenksprothese rechts (296.6, RG)
– Adipositas durch übermäßige Kalorienzufuhr mit einem Body-Mass-Index [BMIJ]
von 40 und mehr (E66.02,G)
– Obstipation (K59.0,G)
– Morbus Crohn (K50.9,G)
– Reaktive Depression (F32.9+G)
– Panikstörung (F41. O+G)
– Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(F45.41+G)
7.2 Prof. Dr. U._ und Dr. med. Ww._, Funktionsoberärztin,
des Klinikums P._, Rheumaambulanz, diagnostizierten in ihrem Be-
richt vom 6. Oktober 2015 folgende Erkrankungen (IV-act. 119, S. 11 ff.):
– Enteropathische Spondylarthropathie ICD10: K50.9+M 07.49
– HLA B27 negativ
– Befall der BWS und ISG
– Vd. a. sekundäres Schmerzsyndrom
– Morbus Crohn ED 1992
– Hochgradiger V.a. Psoriasis
– Vitamin D-Mangel
– Erhöhter PSA-Wert, Kontrolle empfohlen 03/15
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts ED 10/2009
– Cervikalsyndrom bei kleinem umschriebenen Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit
Tangieren des Spinalkanals (MRT 17.02.11)
– Serologische Hinweise auf durchgemachte Salmonellen- und Yersinieninfektion
– Z.n. Cholecystektomie nach Gallenkolik 10/2006
– Adipositas
– Tbc-Status: RöTh 10/13 opB, Quantiferontest 10/2013: negativ
– lmmunglobulinstatus: 03/15 unauffällig
– Impfstatus: Influenza von Pat nicht gewünscht, übrige anamnestisch aufgefrischt
2015
– Allergien: nicht bekannt
7.3 Prof. Dr. U._, PD Dr. med. Xx._, Oberarzt, und Dr. med.
Yy._, Assistenzärztin, des Klinikums P._, Rheumaambu-
lanz, stellten am 18. Mai 2016 folgende Diagnosen (IV-act. 110, S. 3 = 119,
S. 26 f.; vgl. auch 119, S. 18 f.):
C-5717/2017
Seite 26
– Enteropathische Spondylarthropathie ICD10: K50.9+M 07.49
– HLA B27 negativ
– Befall der BWS und ISG
– Vd. a. sekundäres Schmerzsyndrom
– Morbus Crohn ED 1992
– Hochgradiger V.a. Psoriasis
– Vitamin D-Mangel
– Erhöhter PSA-Wert, Kontrolle empfohlen 03/15
– Fortgeschrittene Coxarthrose rechts ED 10/2009
– Cervikalsyndrom bei kleinem umschriebenen Bandscheibenvorfall HWK 5/6 mit
Tangieren des Spinalkanals (MRT 17.02.11)
– Serologische Hinweise auf durchgemachte Salmonellen- und Yersinieninfektion
– Z.n. Cholecystektomie nach Gallenkolik 10/2006
– Adipositas
– Tbc-Status: RöTh 10/13 opB, Quantiferontest 10/2013: negativ
– lmmunglobulinstatus: 03/15 unauffällig
– Impfstatus: Influenza von Pat nicht gewünscht, übrige anamnestisch aufgefrischt
2015
– Allergien: nicht bekannt
7.4 Gemäss Entlassungsbericht des Spitals H._, Abteilung für Uro-
logie, unterzeichnet von Dr. Zz._, Assistenzärztin, und Dr. med.
Aaa._, Belegarzt, vom 12. August 2016 hat sich der Beschwerde-
führer vom 10. August 2016 bis zum 20. August 2016 in stationärer Be-
handlung befunden. Am 11. August 2016 sei eine pelvine Lymphadenekto-
mie beidseitig und radikale Prostataovesikulektomie vorgenommen wor-
den. Intra- und postoperative sei der Verlauf problemlos gewesen mit reiz-
loser Wundheilung. Dem Entlassungsbericht sind folgende Diagnosen zu
entnehmen (IVSTA-act. 110, S. 1 ff. = 111, S. 1 = 119, S. 20 f.):
– Prostatakarzinom
– pT2c. pNO (0/28), G2, ISUP 3 (analog·Gleason Score7b), pRO, cMx
– PSA Initial 4,28 ng/ml ·
– Enteropathische Spondylarthropathle
– Remicadetheraple
– Befall BWS und ISG
– V.a. sekundäres Schmerzsyndrom
– Opioid-Dauertherapie
– ED Morbus Crohn 1992
– Vitamin-D-Mangel
– Zervikalsyndrom seit 2011
C-5717/2017
Seite 27
– 2006 Cholezystektomie
7.5 Vom 31. August 2016 bis zum 21. September 2016 habe sich der Be-
schwerdeführer sodann in der Klinik Bbb._ aufgehalten, wie einem
entsprechenden undatierten Bericht, ausgefertigt von Dr. Ccc._,
hervorgeht. Dabei wurden folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 111, S. 2
ff.):
– C61 Prostatacarcinom im Stadium pT2c pN0(0/29) cM0 G2 pR0 Gleason 4 + 3 : 7
b i. PSA 4,28 ng/ml
– Z90.7 Z.n. rad. Retropubischer Prostatektomie am 11.08.2016
– N39.3 Stressinkontinenz nach Prostata-OP 1.° 1-2 SVL Nykt. 2 x
– N48.4 Erektile Dysfunktion nach Prostata-OP
– M54.6 BWS betontes WS-Syndrom bei Spondylarthropathie chronisches
Schmerzsyndrom Remicadetherapie
7.6 Dr. Ee._ hielt in ihrem Verlaufsbericht Rentenrevision vom
9. Dezember 2016 fest, es liege als veränderter Befund ein Protstatakarzi-
nom (OP August 2016) vor. Sie attestierte dem Beschwerdeführer eine
100 % Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerarbei-
ter und hielt fest, er sei auch in einer angepassten Tätigkeit weiterhin nicht
arbeitsfähig. Die Leistungsfähigkeit sei im Wesentlichen unverändert zu
2014 (keine physische Verbesserung, psychisch etwas stabilisiert). Es
seien nur leichte Arbeiten bis unter drei Stunden täglich zumutbar und es
sei nicht von einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit über sechs Stun-
den täglich auszugehen. Es sei lediglich eine leichte Tätigkeit ohne länge-
res Gehen oder Stehen bis vier Stunden vorstellbar (IV-act. 119, S. 1 ff.);
7.7 In der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. G._ vom 24. Februar
2017 wird ausgeführt, dass in den Arztberichten neu ein Prostatakarzinom,
Status nach radikaler Prostataovesikulektomie am 11.08.2016, mit an-
schliessender stationärer Rehabilitation erwähnt werde. Laut Arztbericht
von Dr. med. Ee._ vom 09.12.2016 sei die Leistungsfähigkeit im
Wesentlichen unverändert, in einer leichten Tätigkeit ohne längeres Gehen
oder Stehen sei eine Arbeitsfähigkeit bis vier Stunden täglich vorstellbar.
Dr. G._ kommt zum Schluss, dass die Arztberichte plausibel seien.
Es sei demnach ab 10.08.2016 zu einer Verschlechterung des Gesund-
heitszustands mit erneuter voller Arbeitsunfähigkeit gekommen, mindes-
tens bis zum Ende der stationären Rehabilitation (genaue Angaben zum
Verlauf der AUF fehlten). Spätestens seit Ende November 2016 könne in
C-5717/2017
Seite 28
einer angepassten Tätigkeit wieder von 50 % Arbeitsfähigkeit ausgegan-
gen werden. Eine massgebliche dauerhafte Veränderung der Arbeitsfähig-
keit sei in den vorliegenden Unterlagen nicht ausgewiesen (IV-act. 123, S.
3).
8.
Einwandweise reichte der Beschwerdeführer die folgenden medizinischen
Unterlagen ein (in chronologischer Reihenfolge):
8.1 Im Befundbericht der Urologie Ddd._ zuhanden der IV-Stelle,
unterzeichnet von Dr. Aaa._, vom 24. April 2017 wird ausgeführt,
dass die letzte Vorstellung zur Tumornachsorge erfolgt sei. Es bestünde
eine weitgehende erektile Dysfunktion mit geringer Besserungstendenz.
Erhebliche Probleme würden Hüftschmerzen links bereiten. «Spezifische
urologischerseits keine Beschwerden, insbesondere keine Makrohämatu-
rie oder Inkontinenz» (IV-act. 131, S. 3 ff.).
8.2 Gemäss Operationsbericht des Spitals H._, erstellt durch Dr.
Eee._, Operateur und Oberarzt, vom 18. Mai 2017 wurde beim Be-
schwerdeführer gleichentags eine Proktologie durchgeführt, indiziert durch
die Diagnose einer extrasphinktären Analfistel mit Abszess (IV-act. 134,
S. 2).
8.3 Dr. Fff._, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie,
Sportmedizin, Chirotherapie, des Ggg._ diagnostiziert in seinem
Untersuchungsbericht vom 14. Juli 2017 eine primäre Koxarthrose (M16.1
G) und empfiehlt zunächst eine AAOS-leitliniengerechte konservative Arth-
rose-Behandlung, wobei bei Beschwerdepersistenz eine Indikation zur Al-
loarthroplastik (zementfrei) gegeben sei (IV-act. 134, S. 1 = 140 = 144 =
Beilage 1 zu BVGer-act. 1);
8.4 Der RAD-Arzt Dr. G._ nahm zu den einwandweise eingereich-
ten Berichten am 5. September 2017 wie folgt Stellung (IV-act. 135, S. 2).:
Dr. G._ hielt fest, dass es sich beim Arztbericht vom 14. Juli 2017 um eine
Zusammenfassung der bereits bekannten Coxarthrose links handle, zu welcher wei-
terhin eine angepasste Bewegungstherapie empfohlen werde. Zusammenfassend sei
neben den bekannten Beschwerden eine vorübergehende Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands mit 100 % Arbeitsunfähigkeit für vier bis sechs Wochen durch die
Analfistel und deren komplikationslose Operation am 18.05.2017 nachvollziehbar. Eine
massgebliche, dauerhafte Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit sei in den vorliegen-
den Unterlagen nicht ausgewiesen.
C-5717/2017
Seite 29
9.
Im Beschwerdeverfahren legte der Beschwerdeführer den folgenden
neuen ärztlichen Bericht vor:
Aus dem Arztbericht vom 13. Februar 2018, unterzeichnet von Dr. med. I._,
Chefärztin, Klinik J._, geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer gleichen-
tags in ambulanter Behandlung aufgrund extremer Schmerzen nachts im linken Hüft-
gelenk befand. Die konservative Therapie der Koxarthrose links sei ausgeschöpft, Phy-
siotherapie und Akupunktur würden nicht mehr helfen. Es sei für Ende März/Anfang
April ein Operationstermin vorgesehen, dieser hänge jedoch von der Remicade-The-
rapie ab (Beilage 1 zu BVGer-act. 16). Es wurden folgende Diagnosen gestellt:
– Fortgeschrittene Koxarthrose links mit Indikation zum Hüftgelenksersatz
– Z. n. Implantation einer zementfreien Hüftendoprothese rechts 2014
– Schwere degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule
10.
Mit Blick auf den Bescheid des Landratsamtes Hhh._ vom 12. Ok-
tober 2016, welcher eine Schwerbehinderteneigenschaft des Beschwerde-
führers mit einem Grad von 90 seit 23. August 2016 bescheinigt (IV-
act. 113 = 127), ist vorab festzuhalten, dass der Beschwerdeführer daraus
grundsätzlich nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Sein allfälliger Ren-
tenanspruch bestimmt sich alleine aufgrund der schweizerischen Normen.
Es besteht für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz keine Bin-
dung an die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger, Behörden
und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn (vgl. BGE 130
V 253 E.4 und AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2), und aus
dem Ausland stammende Beweismittel unterliegen der freien Beweiswür-
digung des Gerichts (vgl. Urteil des BVGer C-3377/2016 vom 28. März
2017 E. 4 mit Hinweisen; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung vgl.
BGE 125 V 351 E. 3a).
11.
Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, dass der Gesund-
heitszustand des Beschwerdeführers im Zeitraum vom 5. Juli 2016 bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung am 21. September 2017 unverändert
geblieben beziehungsweise sich nicht in rentenrelevanter Weise ver-
schlechtert hat.
11.1 Der Beschwerdeführer begründet seinen Anspruch auf eine ganze In-
validenrente gestützt auf die Arztberichte Dr. Aaa._ und
C-5717/2017
Seite 30
Dr. Zz._ (IV-act. 110, S. 1 f. sowie IV-act. 131), Prof. Dr. U._
(IV-act. 110, S. 3), Dr. Ccc._ (IV-act. 111, S. 2), Dr. Fff._ (IV-
act. 134, S. 1 = 140 = 144 = Beilage 1 zu BVGer-act. 1), Dr. Eee._
(IV-act. 134, S. 2), Dr. I._ (Beilage 1 zu BVGer-act. 16), und insbe-
sondere auf darin gestellten Diagnosen eines Prostatakarzinoms (vgl. IV-
act. 112; 114, S. 6), des Abzesses am Darmausgang aufgrund des Morbus
Crohn (vgl. IV-act. 131) sowie der Coxarthrose links (BVGer-act. 1 und 16).
11.2 Demgegenüber lehnte die Vorinstanz eine Erhöhung der Rente im
Wesentlichen gestützt auf die Stellungnahmen des regionalen ärztlichen
Dienstes, Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma-
tologie, zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM) und Vertrauensarzt
(SGV), vom 24. Februar 2017 (IV-act. 123, S. 3) sowie vom 5. September
2017 (IV-act. 135, S. 2) ab. Dieser führte aus, dass es aufgrund der neuen
Diagnose eines Prostatakarzinoms und der am 11. August 2016 durchge-
führten radikalen Prostataovesikulektomie ab dem 10. August 2016 zu ei-
ner Verschlechterung des Gesundheitszustands mit erneuter voller Arbeits-
unfähigkeit gekommen sei, mindestens bis zum Ende der stationären Re-
habilitation. Spätestens seit Ende November 2016 könne jedoch einer an-
gepassten Tätigkeit wieder von 50 % Arbeitsfähigkeit ausgegangen wer-
den. Vorübergehend habe sich der Gesundheitszustand sodann mit 100 %
Arbeitsunfähigkeit für vier bis sechs Wochen durch die Analfistel und deren
komplikationslose Operation am 18. Mai 2017 erneut verschlechtert. Eine
massgebliche dauerhafte Veränderung der Arbeitsfähigkeit sei in den vor-
liegenden Unterlagen jedoch nicht ausgewiesen
11.3 Der Einschätzung des RAD ist zuzustimmen. Vergleicht man dem im
Jahr 2016 festgestellten Sachverhalt, der zur Rentenzusprache geführt
hat, mit demjenigen im Jahr 2017, fällt auf, dass beim Beschwerdeführer
im Wesentlichen immer noch dieselben Beschwerden vorliegen. Es han-
delt sich dabei hauptsächlich um eine enteropathische Spondylarthopathie,
Status nach Hüft-TP rechts am 19.05.14, Coxarthrose links, subacromiales
Schulterimpingement-Syndrom links, eine rezidivierende depressive Stö-
rung, eine Panikstörung und eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (vgl. IV-act. 98; 102, S. 7; 119).
11.3.1 Bezüglich den ebenfalls eingereichten Berichten von Prof. Dr.
U._ vom 6. Oktober 2015 (IV-act. 119, S. 11 ff.) sowie vom 18. Mai
2016 (IV-act. 110, S. 3 = 119, S. 26 f.) und dem schmerztherapeutischen
Verlaufsbericht vom 12. Februar 2015 (IV-act. 119, S. 15) ist vorab festzu-
C-5717/2017
Seite 31
halten, dass sich diese Berichte auf den Zeitraum vor Erlass der rentenzu-
sprechenden Verfügung vom 5. Juli 2016 beziehen und der Beschwerde-
führer daraus nichts mit Bezug auf eine Verschlechterung seines Gesund-
heitszustandes ableiten kann.
11.3.2 In psychiatrischer Hinsicht wird vom Beschwerdeführer keine Ver-
änderung seines Gesundheitszustandes geltend gemacht und es sind
auch keine entsprechenden Hinweise in den revisionsweise eingereichten
Akten ersichtlich. Der mit Verlaufsbericht von Dr. Ee._ eingereichte,
undatierte Bericht von Dipl. psych. Oo._ (vgl. IV-act. 119, S. 7) be-
fand sich sodann ebenfalls bereits vor Erlass der Verfügung vom 5. Juli
2016 in den Akten der IV-Stelle (vgl. IV-act. 61).
11.3.3 Am 11. August 2016 wurde beim Beschwerdeführer eine pelvine
Lympadenektomie beidseitig und eine radikale Prostataovesikulektomie,
indiziert durch ein Prostatakarzinom, durchgeführt. Im Entlassungsbericht
vom 12. August 2016 des Spitals H._ wird ein intra- und postopera-
tiv problemloser Verlauf beschrieben (IV-act. 119, S. 20 f.). Im Arztbericht
der Urologie Ddd._ vom 24. April 2017 wird ebenfalls eine unauffäl-
lige Tumornachsorge beschrieben (IV-act. 131, S. 3).
11.3.4 Bezüglich der extrasphinktären Analfistel mit Abszess konnte am
18. Mai 2017 eine komplikationslose Operation durchgeführt werden (IV-
act. 134, S. 2). Darüber hinaus fehlt es an weiteren Angaben in den Akten.
11.3.5 In Bezug auf die Coxartrose links wurde diese Diagnose bereits
durch die F._-Gutachter gestellt (IV-act. 98, S. 16, 26) und durch
den RAD-Arzt Dr. G._ am 5. Februar 2016 bestätigt (IV-act. 102, S.
7). So ist dem orthopädischen Teilgutachten zu entnehmen, dass der Be-
schwerdeführer über Schmerzen auch die linke Seite entsprechend der
rechts präoperativ bestehenden Symptomatik berichte. Der (Teil-)Gutach-
ter Dr. Uu._ kommt zum Schluss, dass auf radiologischer Ebene
eine superolaterale Coxarthrose der linken Seite (M16.1) bestehe und der
Leidensdruck daher durchaus begründbar sei. Es würde sich angesichts
der klar bestehenden Veränderungen an der linken Hüfte auch hier der Ge-
lenksersatz anbieten (vgl. IV-act. 98, S. 24 f., 28). Nichts Anderes ist auch
dem Arztbericht von Dr. Fff._ vom 14. Juli 2017 (IV-act. 134, S. 1 =
140 = 144 = Beilage 1 zu BVGer 1) zu entnehmen, in dem die Diagnose
einer primären Coxarthrose (M16.1 G) gestellt wird und zunächst eine kon-
servative Arthrose-Behandlung empfohlen wird mit Indikation zur Al-
loarthroplastik bei Beschwerdepersistenz.
C-5717/2017
Seite 32
11.3.6 Schliesslich besteht für seine angestammte Tätigkeit als Logistiker
ohnehin seit längerer Zeit unbestrittenermassen eine umfassende Arbeits-
unfähigkeit (vgl. IV-act. 98; 109, S. 9;135), weshalb auf die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit hier nicht weiter einzugehen ist. Die Haus-
ärztin Dr. Ee._ schätzt in ihrem Verlaufsbericht vom 9. Dezember
2016 die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers als im Wesentlichen
unverändert zu 2014 ein, es seien prognostisch jedoch lediglich eine
leichte Tätigkeit ohne längeres Gehen und Stehen bis vier Stunden vor-
stellbar (IV-act. 119). Weitere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers, insbesondere solche, welche von der nachvollziehbaren
Einschätzung des RAD-Arztes Dr. G._ (vgl. E. 11.2) abweichen
würden, sind den im Revisionsverfahren eingereichten Akten nicht zu ent-
nehmen.
11.4 Ohne das Vorliegen konkreter Hinweise auf eine tatsächliche und
dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustands, welche ärztlicher-
seits anhand von konkreten Veränderungen im Rahmen der gestellten Di-
agnosen oder der festgestellten Funktionseinschränkungen bestätigt wird,
ist nicht davon auszugehen, der Gesundheitszustand habe sich wesentlich
verschlechtert. Den vom Beschwerdeführer eingereichten ärztlichen Be-
richten, die teilweise relativ kurz gehalten sind, ist ebenso wenig eine kon-
krete Verschlechterung zu entnehmen, zumal die Ärzte nicht ausführen,
inwiefern die Coxarthrose links, das Prostatakarzinom oder die Analfistel
progredient sein sollen. Es ist – entgegen der Auffassung des Beschwer-
deführers – somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bestäti-
gen, dass eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustands
vorliegt. Es handelt sich vielmehr um eine andere Beurteilung des im We-
sentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts respektive um kurzzeitige Ver-
schlechterungen aufgrund operativer, komplikationsloser Eingriffe. Da sich
weder der medizinische Sachverhalt mit dem im Sozialversicherungsrecht
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in ren-
tenerheblicher Weise geändert hat, noch andere Revisionsgründe ersicht-
lich sind, fällt eine revisionsweise Abänderung der bisherigen Rente für den
massgebenden Überprüfungszeitraum ausser Betracht.
11.5 Aus dem replikweise eingereichten Arztbericht von Dr. I._, Kli-
nik J._, vom 13. Februar 2018 (Beilage 1 zu BVGer-act. 16) geht
hervor, dass die beim Beschwerdeführer bestehende Coxarthrose links
fortgeschritten sei mit Indikation zum Hüftgelenkersatz bei vorgesehenem
Operationstermin Ende März / Anfang April. Diese Beurteilung bezieht sich
auf die – im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht massgebliche (vgl.
C-5717/2017
Seite 33
E. 3.4 hiervor) – gesundheitliche Entwicklung nach Erlass der angefochte-
nen Verfügung vom 21. September 2017. Soweit der Beschwerdeführer in
seiner Eingabe vom 27. September 2017, adressiert an die IVSTA, aus-
führt, er «beantrage [...] ein neues Erhöhungsgesuch über die Erhöhung
der Invalidenrente auf 100%» (BVGer-act. 1), wird es demnach Aufgabe
der Vorinstanz sein, dies als neues Gesuch um Revision der IV-Rente auf-
grund nach dem 21. September 2017 erfolgter wesentlicher Veränderun-
gen des Gesundheitszustandes oder dessen erwerblicher Auswirkungen
zu prüfen.
12.
Aus dem Dargelegten folgt, dass die Beschwerde abzuweisen und die an-
gefochtene Verfügung vom 21. September 2017 zu bestätigen ist.
13.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung:
13.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist
kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weil
seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Zwischenverfügung
vom 27. November 2017 stattgegeben wurde.
13.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). Die obsiegende
Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 VGKE).
13.3 Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer
der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn er zu hinreichenden Mitteln
gelangt (Art. 65 Abs. 4 VwVG).
C-5717/2017
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