Decision ID: e98de9f3-3e06-518b-9d20-7fc904e263c2
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
D
er 1973 geborene
X._
meldete sich am 6. Dezember 2010 zum Be
zug von Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Rente)
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 8/7). Die
Sozial
ver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufh
in erwerbliche, beruf
liche
und
medizinische Abklärungen
. Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2012 (Urk. 8/45)
teilte sie dem Versicherten mit, dass er
(befristet)
für die Zeit vom 1. August 2011
bis 30. April 2012 Anspruch auf eine ganze Rente habe. Nachdem der Ver
si
cher
te
hiegegen
Einwand erhoben hatte (Urk. 8/49, Urk. 8/52)
, liess die IV-Stelle ihn Mitte Mai 2013 von den Ärzten des
Y._
polydisziplinär untersuchen (vgl. Expertise vom
19. Juni 2013; Urk. 8/83
). In Bestätigung ihres
weiteren
Vorbescheids vom 24. Juli 2013 (
k
ein Renten
an
spruch;
Urk. 8/91) verfügte sie daraufhin
am 18. September 2013 die Abwei
sung
des
Rentenbe
gehrens
(Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 17. Oktober 2013 mit
folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügun
g der IV-Stelle vom 18.09.2013
aufzuheben.
2.
Es sei die IV-Stelle zu verpflichten, zu Gunsten von Herrn
X._
mit Beginn ab dem 31.08.2012 eine angemessene IV-Rente, indes mindestens eine
Viertelsrente
auszubezahlen.
3.
Es sei die IV-Stelle zu verpflichten, Herrn
X._
Massnah
men
beruflicher Art zu gewähren, insbesondere eine Umschulung, eine Arbeitsvermittlung sowie ein konkreter Arbeitsversuch.
4.
Es seien die bisherigen Verfahrensakten aus den Händen der
Beschwer
de
gegnerin
zu edieren.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Be
schwerdegegnerin
.“
Die IV-Stelle schloss am 20. November 2013 auf Abweisung der Beschwerde
(vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 25. November 2013
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Mit Schreiben vom 8. Januar 2014
(Urk. 14
) gab sie ihren Verzicht auf eine Stellungnahme zu
den
vom Beschwer
de
führer mit Eingabe vom
5. Dezember 2013
(Urk. 1
0
) eingereichten
medizini
sche
n Akten
(Urk.
11/1-2)
bekannt. Dem Beschwerdeführer wurde am
15. Januar
2014 eine entsprechende Mitteilung gemacht (Urk. 1
5
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zu
gehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in
Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be
i
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der
Ein
kommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Abzug
vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rech
nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufent
haltskategorie
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die ver
blie
be
ne
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E.
5.2).
Mit Bezug auf den behinderungs-
beziehungsweise
leidensbedingten Ab
zug ist
zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum
zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quanti
tative Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum
der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Per
son
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkauf
nahme einer
Lohneinbusse
reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Ledig
lich wenn
- auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE
110
V
273
E.
4b) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die
perso
nen
-
oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil
des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
IV-Stelle begründete die Rente
n
verweigerung damit, dass
der Be
schwerde
führer
seit
Eintritt des Gesundheitsschadens im
August 2010 in der Lage sei,
zu
90 % einer behinderungsangepassten Tätigkeit nachzugehen und damit – unter
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % - ein 35 % unter dem
Valideneinkommen
liegendes und damit rentenausschliessendes Salär zu erzie
len
(Urk. 2 S. 2 f., Urk. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die IV-Stelle
sei von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen. Einerseits habe sie den Tabellenlohn für ein Pensum von 40 Stunden pro Woche auf ein – t
heoretisches, über dem statistischen Durchschnitt liegendes und deshalb zu ho
hes – Wochenpensum von 41,6 Stunden hochgerechnet (Urk. 1 S. 4). Anderer
seits
habe sie einen
zu geringen leidensbedingten Abzug gewährt.
Unter Einbe
zug
sämtlicher
relevante
r
Faktoren (Einschränkungen betreffend das
Anforde
rungs
profil
der noch möglichen Tätigkeiten, Migrationshintergrund, reduzierter Be
schäf
tigungsgrad, geringe Schulbildung, Fehlen einer in der Schweiz aner
kannten
beruflichen Ausbildung, mangelhafte schriftliche Deutschkenntnisse, anhaltende und ausserordentlich massive Schmerzsymptomatik)
rechtfertige sich ein min
des
tens 20%iger Abschlag auf dem Invalideneinkommen, w
eshalb
ein
Invalidi
tätsgrad
von 41,2 % und damit Anspruch auf mindestens eine
Vier
telsrente
resultiere (Urk.
1 S. 5 ff.).
Um seine Restarbeitsfähigkeit verwerten zu können, sei
er indes auf berufliche Massnahmen (Umschulung, Arbeitsvermitt
lung) ange
wie
sen (Urk. 1 S. 8 f.).
3.
3.1
Bei der Beurteilung des Rentenanspruchs stützte sich die IV-Stelle in medizini
scher
Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilung der Ärzte des
Y._
.
Diese
stellten in ihrem Gutachten vom 19. Juni 2013
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/
83 S. 24 f.):
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, ICD-10 M54.5/Z98.8
Resektion verkalkten Bandscheibengewebes LWK5/SWK1 und De
kom
pressio
n insbesondere der Nervenwurzel
S1 rechts am 14. September 2012 bei Diskushernie LWK5/SWK1
anamnestisch im seitherigen Verlauf Zunahme der rechtsseitigen
Lum
boischialgie
radiologisch Diskushernie LWK5/SWK1 rechts mit Kompression der Nervenwurzel S1 rechts (MRI vom 30. April 2013)
keine
höhergradige
Bewegungseinschränkung der lumbalen Wirbel
säule
Chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom, ICD-10 M54.2/Z98.8
kein Ansprechen auf diagnostische Infiltrationen im Bereich der
Ner
venwurzel
C6 links am 20. Dezember 2010
Status nach Einsetzen einer Diskusprothese HWK6/7 am 24. Januar 2011 bei
radikulärem
Reizsyndrom C7 links
radiologisch
leichtgradige
degenerative Veränderung
en
HWK4/5 und deutlicher HWK5/6, jedoch keine
höhergradige
spinale oder
forami
nale
Verengung (MRI vom 20. August 2012)
gute Beweglichkeit der zervikalen Wirbelsäule
linksseitige
Hemikranie
, wahrscheinlich
zervikogen
mitbedingt; ICD-10 M53.0
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten n
achstehende Diagnosen (Urk. 8/83
S. 25):
Knick-Senk-Spreizfuss beidseits, ICD-10 M21.07/M21.87
Fortgesetzter Nikotinkonsum (zirka 40 pack/
years
), ICD-10 F17.1
Es bestehe eine deutlich verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule.
Für k
örper
lich schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten, mithin auch die Arbeit a
ls
Fugenisoleur
,
bestehe daher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Eine körper
lich
leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit, ohne wieder
holtes Lastenheben und Tragen über 10 kg beziehungsweise vereinzelt 15 kg und
ohne Einsatz der oberen Extremitäten über Kopfniveau
sei dem Be
schwerde
führer – unter Berücksichtigung
eines
erhöhten Pausenbedarfs von 10 % - indes
seit August 2010
vollzeitlich zumutbar (Urk. 8/8
3
S. 26 und S. 27).
3
.2
Die Expertise des
Y._
erging in Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 8/83 S. 4 ff.)
und be
ruht auf den Ergebnissen der Mitte Mai 2013 durchgeführten fundierten all
ge
mein-internistischen
(Urk. 8/83 S. 8 f.)
, orthopädischen
(Urk. 8/83 S.
15 ff.)
, neu
rologischen
(Urk. 8/83
S
. 20 ff.)
und psychiatrischen
(Urk. 8/83 S. 10 ff.)
Un
ter
suchungen. Die Gutachter äusserten sich – unter Berücksichtigung der ge
klag
ten Beschwerden – umfassend zu den bestehenden Gesundheitsstörungen und de
ren Auswirkungen auf das Leistungsvermögen
(Urk. 8/83 S. 24 ff.)
. Ihre Schluss
fol
gerung, dass der Beschwerdeführer
in einer Verweistätigkeit noch – im Rah
men eines Vollzeitpensums – zu
90
%
a
rbeitsfähig
sei, begründeten sie über
zeu
gend. Die IV-Stelle stellte dem
n
ach – wie auch der Beschwerdeführer anerkannte (Urk. 1 S. 3) - zu Recht auf
die
Arbeitsfähigkeits
schätz
ung
der Gutachter des
Y._
ab (zum Beweiswert eines ärztlichen Berichts vgl.
BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.3
Ob und gegebenenfalls inwieweit es nach Erlass der Verfügung vom 18. Sep
tem
ber 2013 (Urk. 2) zu einer sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden dauerhaf
ten Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist
(vgl.
Operations
bericht
der
Z._
vom 17. Oktober 2013 [Urk. 11/1] und Schreiben der
Z._
vom 28. November 2013 betreffend
Untersu
chungstermin
vom 25. Februar 2014 [Urk. 11/2])
,
ist vorliegend aus zeitlichen Gründen nicht von Bedeutung (zur
zeitlichen Grenze der Überprüfungsbefugnis vgl. BGE 130 V 445 E.
1.2 mit Hinweisen)
und kann daher offen bleiben
.
Zu bemerken
ist immerhin, dass
der operative Eingriff im Bereich L5/S1
aufgrund
einer
bereits von den
Y._
-
Gutachtern gestellte
n
Diagnose (
Rezidivdiskushernie
LWK5/SWK1
rechts
)
erfolgte
(Urk. 11/1)
und insofern – abgesehen von einer vorüber
gehen
den
gänzlichen Arbeitsunfähigkeit nach de
r Operation
(Urk. 11/1 S. 1)
– eher zu einer
Verbesserung als zu einer Verschlimmerung der Sympto
matik beziehungsweise der Leistungsfähigkeit geführt haben dürfte.
4.
4.1
Betreffend das
Valideneinkommen
ging die IV-Stelle gestützt auf die
Lohnanga
ben
der letzten Arbeitgeberin für das Jahr 2010 (Urk. 8/20 S. 3) und unter Be
rücksichtigung der seither eingetretenen Nominallohnentwicklung davon aus, dass der Beschwerdeführer, wäre er gesund, im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 72‘720.-- erzielt hätte (Urk. 2 S. 1 f.). Dies wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet (Urk. 1 S. 3).
4
.2
4.2.1
Bei der Ermittlung
des Invalideneinkommens
ist
vom
nicht nach Branchen diffe
renzierten standardisierten monatlichen Bruttolohn (inklusive 13. Monatslohn, ba
sierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Ar
beitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kategorie 4)
von Fr. 4‘901.
-- im Jahr 2010
a
uszugehen
(Tabelle TA1 der LSE 2010, S. 26). Auf
gerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von
41
,7
Stun
den pro Woche im Jahr 201
1
(Die Volkswirtschaft
6-2014
, S.
84
, Tabelle B 9.2
) und angepasst an die
Entwicklung der Nominallöhne der Männer
von 1 %
(Die
Volkswirtschaft 6-2014, S. 85, Tabelle B 10.2)
ergibt dies im für den
Ein
kom
mens
vergleich
massgebenden Jahr 201
1
ein Bruttoeinkommen von Fr.
61‘924.6
0
für ein Pensum von 100 %
bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit und von
Fr. 55‘
732.15
unter Berücksichtigung der 10%igen Leistungseibusse
(
in
folge er
höh
t
en Pausenbedarfs
)
. Die Aufrechnung des Tabellenlohns auf eine wöchent
liche A
rbeitszeit von 41,7
Stunden
(und nicht 41,6 [
Urk. 2 S. 2
]
)
erweist sich entgegen den einschlägigen Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S.
4) als rechtens. Die
vom Bundesamt für Statistik im Rahmen der
Lohnstruk
turer
hebung
alle zwei Jahre erhobenen Beträge werden nämlich auf standardi
sierte Monatslöhne umgerechnet, das heisst auf eine einheitliche Arbeitszeit von
4
1
/
3
Wochen zu 40 Stunden (vgl.
hiezu
LSE 2010 S. 19
). Der Tabellenwert ist da
her bei der Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens
nach stän
di
ger
Rechtsprechung
stets an die im betreffenden Jahr geltende
betriebs
übliche
wöch
entliche Arbeitszeit an
zupassen
(vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_1030/2009
vom 2.
März 2010 E. 7.1 mit diversen Hinweisen
)
.
4.2.2
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll
wie erwähnt
der Tat
sache Rech
nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie
Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufent
haltskategorie
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die ver
blie
bene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit un
terdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Die Höhe des (im konkreten Fall grundsätzlich angezeigten) Abzugs ist eine Ermessensfrage
(vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_311/2012
vom 23. August 2012 E. 4.2 mit Hinweisen).
Die Lohnaussichten in einer Verweistätigkeit sind vorliegend insofern unter
durch
schnittlich, als der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Be
einträchtigung nur noch in der Lage ist, einer körperlich leichten bis gele
gent
lich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, die kein wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg beziehungsweise vereinzelt 15 kg und keinen
Einsatz der oberen Extremitäten über Kopfniveau erfordert, nachzugehen
(Urk. 8/83
S. 26)
.
Dem trug die IV-Stelle mit der Gewährung eines
leidensbe
dingten
Abzugs von 15 % angemessen Rechnung (Urk. 2).
Weitere
lohnmin
dern
de
Faktoren sind nicht vorhanden. De
m
erhöhte
n
Pausenbedarf wurde be
reits mit dem Beschäftigungsgrad von 90 % Rechnung getragen
;
die reduzierte Leis
tungsfähigkeit im Rahmen des Vollzeitpensums (Urk. 1 S. 5)
rechtfertigt
an sich
noch
keinen Abzug vom Tabellenlohn (
vgl
.
etwa
Urteil des Bundesgerichts
8C_7/2014
vom
10.
Juli 2014
E.
9
.2
mit Hinweisen
)
. Nämliches gilt für den
Um
stand, dass das Aussehen und der Name des – in der Schweiz eingebürgerten – Be
schwerdeführers auf dessen Migrationshintergrund schliessen lassen (Urk. 1
S. 5).
Schliesslich setzen Hilfsarbeitertätigkeiten weder einen (in der Schweiz an
erkannten) Berufsausbildungsabschluss noch EDV-Kenntnisse oder gute
Deutsch
kenntnisse
in Schriftform (Urk. 1 S. 6) voraus, weshalb auch aus diesen Grün
den
mit keiner Lohneinbusse in einer Tätigkeit gemäss
Anforderungsn
i
veau
4 der LSE zu rechnen ist.
4.2.3
Stellt man das - unter Berücksichtigung des 15%igen leidensbedingten Abzugs resultierende – Invalideneinkommen
von
Fr.
47‘372.30 dem
Validenlohn
von Fr. 72‘720.-- gegenüber, ergibt sich ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 34,86 %.
Die Rentenverweigerung erweist sich demnach
a
ls rechtens.
4.2.4
Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ausschliesslich über den Rentenanspruch befunden.
Hinsichtlich des Antrags auf berufliche Mass
nahmen (Urk.
1 S. 2), welche die IV-Stelle dem Beschwerdeführer nach Lage der Akten durchaus zu gewähren bereit ist (vgl. Urk. 8/
99, Urk. 2 S. 3)
,
ist daher mangels
Anfechtungsobjekts auf die Beschwerde
nicht
einzutreten (vgl. (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
4.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr.
7
00.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.