Decision ID: 156647fd-12f2-42b1-8660-2bba805a0f36
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, arbeitete zuletzt vom 1. März bis 30. Juni 2015 in einem Pensum von 100 % als Mechaniker (Urk. 9/9 Ziff. 5.4), als er sich am 24. Juli 2015 unter Hinweis auf verschiedene somatische und psychische Be
schwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 9/9 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Krankentag
geldversicherers bei (Urk. 9/13)
und holte bei der Y._
ein polydis
ziplinäres Gutachten ein, welches am 6. Februar 2017 erstattet wurde (Urk. 9/53).
Mit Schreiben vom 12. November 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund der geplanten Operation am 5. Januar 2016 derzeit keine berufli
chen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 9/30).
Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 9/57) sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom
8. August 2017 dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine vom 1. Mai 2016 bis 31. Mai 2017 befristete Rente zu (Urk. 9/61 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
1.
September 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. August 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen, namentlich be
rufliche Massnahmen sowie eine unbefristete Invalidenrente, zu gewähren. Es sei zudem ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2017 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 8. November 2017 wurden antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 10). Am 15. November 2017 erstattete der Beschwerdeführer die Replik (Urk. 12) und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 13/5-9), wohingegen die Beschwerdegegne
rin mit Schreiben vom 11. Dezember 2017 ausdrücklich auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 15). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
1.
Dezember 2017 mitgeteilt (Urk. 16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. In
soweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den be
schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Soweit der Beschwerdeführer beantragt, es seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1), ist
auf die
angefochtene Verfügung vom 8. August 2017
zu verweisen, mit welcher
dem Beschwerdeführer eine vom 1. Mai 2016 bis 31. Mai 2017 befristete ganze Rente zugesprochen
wurde
(Urk. 2)
. Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet damit ausschliesslich der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Über den Anspruch auf berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin nicht befunden. Es fehlt damit
bezüglich beruflicher Mass
nahmen
an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
Dem Beschwerdeführer ist es unbenommen, sich jederzeit bei der Beschwerdegegnerin für die Durchführung beruflicher Massnahmen zu melden.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversiche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die
Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2
.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung (Urk. 2) aus, der Beschwerde
führer sei infolge seines Gesundheitszustandes vom 5. Mai 2015 bis 5. Februar 2017 vollumfänglich erwerbsunfähig gewesen. Seither sei eine angepasste Tätig
keit mit einem Arbeitspensum von 80 % zumutbar, was zu einem Invaliditätsgrad von 28 %
führe. Das Wartejahr sei am 3. Mai 2016 erfüllt. Damit bestehe vom 1. Mai 2016 bis 31. Mai 2017 ein Anspruch auf eine ganze Rente. Ab 1. Juni 2017 könne der Beschwerdeführer wieder ein rentenausschliessendes Einkommen er
zielen und der Rentenanspruch erlösche per 31. Mai 2017 (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2017 (Urk. 8) führte die Be
schwerdegegnerin ergänzend aus, die Gutachter hätten
gestützt auf die erhobenen Befunde das nachfolgende Belastungsprofil festgehalten: körperlich leichte Tä
tigkeit, welche vorwiegend im Sitzen erledigt werden könne, dabei sei ein Wech
sel zwischen Stehen und Gehen sinnvoll. Kein Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, keine Zwangspositionen der Hüftgelenke wie Abhocken oder Kauern. Kein Absolvieren längerer Gehstrecken, kein Überwinden von Höhendifferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüsten (S. 1). Dieses Profil berücksichtige auch die ange
gebenen Beschwerden bezüglich der Kniegelenke und der
Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
. Betreffend die psychiatrische Komponente sei festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer nie in psychiatrische Behandlung begeben habe. Selbst wenn eine Diagnose mit Krankheitswert diagnostiziert werden würde, müsste diese aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht langandauernd und von erheblicher Schwere sein. Leichte bis mittelgradige depressive Störungen rezidivierender oder episodischer Natur würden praxisgemäss einzig dann als invalidisierende Krank
heiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Ein solcher Sachverhalt müsse überwiegend wahrscheinlich und dürfe nicht lediglich nicht auszuschliessen sein (S. 2).
3
.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend
(Urk. 1)
,
die Beschwerde
gegnerin habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt, da mangels Beweiskraft nicht auf das
Y._
-Gutachten abgestellt werden könne und weitere Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin unterlassen worden seien (S. 7
Rz
13). Die Gutachter hätten mit keinem Wort begründet, weshalb er in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sein solle. Auch fehle jegliche Be
gründung dafür, wieso der Psoriasis keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zukommen solle (S. 7 f.
Rz
16). Das korrekte Erfassen des vollständigen Psycho
status gehöre bekanntlich zu den zentralen Punkten einer psychiatrischen Begut
achtung, wobei rechtsprechungsgemäss zur Beurteilung der Invalidisierung eines psychiatrischen Gesundheitsschadens bekanntlich primär der lege
artis
erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik massgebend sei. Der psychiatrische
Y._
-Gutachter habe sich allerdings nicht an die entsprechenden Vorgaben
gehalten und die AMDP-Items nicht lege
artis
geprüft (S. 8
Rz
17).
Die Aussage, dass die vorhandenen Symptome mehrheitlich Folge der psychosozialen Belastungen seien und nicht deren Ursache, sei als reine und unbegründete Spekulation zurückzuweisen. Überwiegend wahrscheinlich sei dies jedenfalls nicht (S. 9
Rz
19). Aufgrund des mangelhaft erhobenen psychiatrischen Befundes sei keine
rechtsgenügliche
Beurteilung des psychischen Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers möglich, weshalb auf das
Y._
-Gutachte
n nicht abgestellt werden könne (S. 9
Rz
20). Die unbegründeten Spekulationen des orthopädischen
Y._
-Gutachters seien konkrete Indizien gegen die Zuver
lässigkeit der
Y._
-Expertise (S. 10
Rz
21). Weiter sei eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auch darin zu erblicken, dass die Beschwerdegegnerin trotz entsprechender Empfehlung durch den orthopädischen
Y._
-Gutach
ter die nötigen medizinischen Abklärungen unterlassen habe (S. 10
Rz
22).
Auf
grund der unklaren Ätiologie der Schmerzen und Kraftlosigkeit des Beschwerde
führers könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beantwortet werden, ob die Beschwerden des Beschwerdeführers auf einer organischen Grundlage be
ruhten oder eine erweiterte psychiatrische Abklärung notwendig sei.
Es wären vertiefte medizinische Abklärungen notwendig gewesen, die jedoch unterlassen worden seien (S. 11
Rz
23). Die Beschwerdegegnerin habe zudem zu Unrecht und ohne genügende Prüfung sein Begehren um berufliche Massnahmen abgewiesen (S. 12
Rz
28). Vor längerer Zeit habe die Beschwerdegegnerin berufliche Mass
nahmen geprüft, allerdings seien diese infolge bevorstehender Hüftoperation mit anschliessender Rekonvaleszenz vorläufig abgewiesen worden. Nach Erstattung des Gutachtens seien berufliche Massnahmen trotz entsprechender aktenkundiger Indikation nicht einmal mehr geprüft worden (S. 13
Rz
30).
Weiter habe die Be
schwerdegegnerin sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen unzu
treffend bemessen (S. 14
Rz
31). Für die Bemessung des
Valideneinkommens
sei auf Tabellenlöhne
n
ach LSE, Ziff. 31-33
,
Kompetenzniveau 3
,
abzustellen und bei der Berechnung des Invalideneinkommens zusätzlich ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen, was einen Invaliditätsgrad von 54 % zur Folge habe (S. 14
Rz
33-34).
Im Rahmen der Replik (Urk. 12) führte der Beschwerdeführer ergänzend aus,
trotz entsprechender Indikation seien keine fachspezifischen (internistischen) Zusat
zuntersuchungen zur Objektivierung der Defizite durchgeführt worden (S. 2
Rz
2). Die deutlich erhöhten Blutdruckwerte und die Erkrankung des Beschwerdeführers an
einer
chronic
obstruc
t
ive
pulmonal
disease
(
COPD
)
seien gutachterlich nur un
genügend
gewürdigt worden. Das
Y._
-Gutachten lasse
pflichtwidriger
weise
auch eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht vermis
sen, was einen groben Mangel darstelle. Da mit der Zunahme der limitierenden Beschwerden durch die COPD gerechnet werden müsse, sei von deutlich höheren Einschränkungen als von den
Y._
-Gutachtern attestiert auszugehen (S. 2
Rz
3).
3
.3
Unbestritten und aufgrund der Akten auch ausgewiesen ist, dass der Beschwer
deführer vom 5. Mai 2015 bis 5. Februar 2017 aufgrund der Hüftbeschwerden vollständig arbeitsunfähig war, und damit vom 1. Mai 2016 bis 31. Mai 2017 Anspruch auf eine ganze Rente bestand.
Strittig und zu prüfen
bleibt
damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers
ab Juni 2017
.
4
.
4
.
1
In seinem Bericht vom 2. Juni 2015 (Urk. 9/13/27-28) nannte
der zuständige Arzt
des
Z._
,
A._
, folgende Diagnosen (S. 1):
-
Coxarthrose
rechts
-
COPD Gold Stadium II
-
soziale Belastungssituation
-
Adipositas
-
chronische Schuppenflechte
-
Status nach akuter Hepatitis B 1999
Der Beschwerdeführer berichte, dass er seit zirka einem Jahr seine rechte Hüfte verspüren würde. Seit einem Monat sei es nun zu einer deutlichen
Schmerzex
azerbation
gekommen (S. 1). Die
g
eklagten Schmerzen
liessen
sich auf die rechts
seitige
Coxarthrose
zurü
ckführen
. Dem Beschwerdeführer sei erklärt worden, dass in Anbetracht der Symptomatik und der Bildgebung letztendlich
auf Dauer
nur mehr eine
Hüfttotalendoprothese
helfen könne (S. 2).
4
.
2
Am 22. Juli 2015 führte der Hausarzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, aus, der Beschwerdeführer habe sich noch nicht für eine Operation oder Infiltration entscheiden können (Urk. 9/13/29-30 ad. 1). Für die aktuelle Tätigkeit bestehe seit dem 5. Mai 2015 bis zirka Ende August eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit (ad. 5). Sofern das Hüftgelenk rechts nicht belastet werde, wäre der Beschwerdeführer bei Schmerzabnahme oder nach der Operation wieder zu mindestens 50 % arbeitsfähig (ad. 6).
4
.
3
Der Arzt des
Z._
,
A._
, diagnostizierte in seinem Bericht vom
10. November 2015
(Urk. 9/3
1
) insbesondere eine fortgeschrittene
Coxarthrose
rechts, symptomatisch seit zirka Anfang 2014 (Ziff. 1.1), und führte
aus, es bestünden belastungsabhängige Hüftschmerzen auf der rechten Seite, die den Beschwerdeführer in der Mobilität deutlich beeinträchtigten. Längeres Gehen oder Stehen sei ihm nicht möglich, die aktuelle Tätigkeit sei aktuell nicht zumut
bar (Ziff. 1.7).
Es
sei eine Operation
zur
Implantation einer Hüfttotalprothese ge
plant (Ziff. 1.5). Nach dem operativen Eingriff könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
gerechnet werden, postoperativ müsse mit einer Reha
bilitation von zirka zwei bis drei Monaten gerechnet werden (Ziff. 1.9).
4
.
4
Nach einer
Hospitalisation
vom
5.
bis 11. Januar 2016 führten die Ärzte
des
Z._
,
A._
, im Austrittsbericht vom 11. Januar 2016 (Urk. 9/39/26-27) bei unveränderten Diagnosen (S. 1) aus, sowohl der intra- als auch der postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Insgesamt habe ein unauffälliger neurologischer Verlauf mit guter Schmerzkompensation während des gesamten stationären Aufenthaltes bestanden. Der Beschwerdefüh
rer habe in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können (S. 2).
4
.
5
Am 15. März 2016 hielt
der Arzt des
Z._
,
A._
,
einen verbesserten Gesundheitszustand fest (Urk. 9/32 Ziff. 1.1). In seiner Tätig
keit als Landmaschinenmechaniker sei der Beschwerdeführer momentan nicht einsetzbar (Ziff. 2.1). Die Arbeitsfähigkeit könne durch das Fortführen der Physi
otherapie gesteigert werden (Ziff. 4.1), derzeit bestehe keine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung (Ziff. 4.2).
4
.
6
Im Verlaufsbericht vom 2. Mai 2016 (Urk. 9/39/28-29) führten die Ärzte
des
Z._
,
A._
, bei unveränderten Diagnosen aus, der Be
schwerdeführer
berichte
über einen schleppenden und schmerzhaften Verlauf. Es bestehe insbesondere eine inguinale Schmerzsymptomatik mit einem Schnappphänomen. Die Physiotherapie könne aufgrund des Asthmas und kör
perlicher Erschöpfung nur mittelmässig suffizient durchgeführt werden, der Be
schwerdeführer schaffe die Anzahl der Wiederholungen meist nicht (S. 1).
4
.
7
In seinem Bericht vom 5. Juli 2016 (Urk. 9/35)
nannte
der Arzt des
Z._
,
A._
,
einen stationär bis leicht verbesserten Gesund
heitszustand (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer sei weiterhin arbeitsunfähig bei noch massiven
Schmerzen. Ob eine angepasste Tätigkeit zumutbar sei, könne er nicht beurteilen (Ziff. 2.1). Die genaue Prognose lasse sich noch nicht abschätzen. Nach der Implantation einer Hüftprothese und einem sehr kurz nach der Implan
tation
stattgefundenen
unfallbedingten Sturz bestehe sicherlich ein deutlich pro
longierter Heilungsverlauf (Ziff. 3.3). Durch eine medizinische Trainingstherapie könne die Arbeitsfähigkeit mittelfristig sicherlich verbessert werden (Ziff. 4.1).
4
.
8
In ihrem Bericht vom 2. September 2016 (Urk. 9/39/20-21) nannte die Ärztin
des
Z._
,
C._
,
Pneumologie,
folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisch obstruktive
Pneumopathie
, Verdacht auf COPD-Asthma-
Overlap
-Syndrom (ACOS)
-
Adipositas, BMI 32 kg/m
2
-
Status nach Hüft-Totalprothese-Implantation Januar 2016
-
Psoriasis
-
depressives Zustandsbild nach Asbestexposition in den 80er-Jahren
-
Heiserkeit unter
Budesonid
-
mögliche Stimmbanddysfunktion
Die Problematik sei seit mindestens fünf Jahren bekannt. Die Steigerung der ak
tuellen
Symbicort
-Dosis
habe weder subjektiv noch objektiv eine Verbesserung der Situation gebracht, weshalb sie einen Wechsel der Medikamente empfohlen habe. Allenfalls seien weitere Abklärungen notwendig (S. 2).
4
.
9
In seinem Bericht vom 20. September 2016 (Urk. 9/39/1-6) nannte Dr.
B._
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
s
ymptomatische fortgeschrittene
Coxarthrose
rechts
-
c
hronisch obstruktive
Pneumopathie
, COPD Gold Stadium I-II
-
s
oziale Belastungssituation, depressive Entwicklung mit sozialem Rück
zug
-
Verdacht auf Schlafapnoe
-S
yndrom
-
k
örperliche
Dekonditionierung
multifaktoriell
-
Psoriasis
generalisata
et
inversa
Es bestehe eine anhaltende, eingeschränkte Gehfähigkeit am Stock wegen posto
perativ anhaltenden Hüftschmerzen und Atemnot aufgrund der COPD und kör
perlicher
Dekonditionierung
mit freier Gehstrecke
ebenaus
von knapp 100 bis 200 Metern, Dyspnoe bei leichtem Bergaufgehen, Atembeschwerden auch bei warmen Aussentemperaturen oder Kontakt mit Lösungsmitteln und Chemikalien (Ziff. 1.4). Die
Prognose bleibe vorläufig schwierig zu beurteilen.
Aus seiner Sicht sei bis auf Weiteres mit einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit zu rechnen, eine Neubeurteilung der Gesamtsituation sei in einem Jahr vorzunehmen (Ziff. 1.4).
4
.
1
0
Am
22. September 2016 (Urk. 13/6)
berichteten
die Ärzte des
Z._
,
C._
, Kardiologie, bei bekannten Diagnosen (S. 1)
von einer kli
nisch und elektrisch negativen Ergometrie bei reduzierter Leistungsfähigkeit. Auffallend sei
en
ein
h
ypertensiver
Ruheblutdruck sowie
hypertensive
Blutdruck
werte in den dokumentierten ambulanten Messungen (S. 2).
4
.
1
1
Die Leitende Ärztin des
Z._
,
C._
, Pneumologie, nannte in ihrem Bericht vom 3. Oktober 2016 (Urk. 9/42) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronisch obstruktive
Pneumopathie
, Verdacht auf COPD-Asthma-
Overlap
-Syndrom (ACOS)
-
depressives Zustandsbild
-
Adipositas, BMI 32 kg/m2
-
S
tatus nach Hüft-TP-Implantation Januar
2016 mit nach wie vor vorhan
denen starken Hüftbeschwerden
Als Servicetechniker im Landwirtschaftsmaschinenbereich bestehe von Seiten der Lungen kein Grund für eine Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Der Beschwerdeführer sei vor allem durch seine Depression eingeschränkt. Die pulmonale Situation, stabile Verhältnisse vorausgesetzt, führe dazu, dass er für körperlich schwere Ar
beit nicht arbeitsfähig sei, im Übrigen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
. Von pulmonaler Seite her sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar, vorausgesetzt, dass der Beschwerdeführer keinen Chemikalien ausgesetzt und die Arbeit körper
lich nicht schwer sei. In Bezug auf körperlich strenge Arbeiten sei die Leistungs
fähigkeit um etwa 50 %
vermindert. Zur Arbeitsfähigkeit in einer behinderungs
angepasste
n
Tätigkeit könne sie sich nicht äussern
(Ziff. 1.7).
Am 6. Oktober 2016 führte sie
ergänzend
aus, Husten und Auswurf würden ak
tuell nicht bestehen, der Beschwerdeführer leide aber unter
erheblicher Dyspnoe, auslösende
Faktoren seien Hitze, Belastung und Chemikalien. Nach
der medika
mentösen Umstellung sei die Heiserkeit verschwunden und die Werte hätten sich verbessert. Der Beschwerdeführer sei mit der Situation recht zufrieden und habe mit der pulmonalen Rehabilitation begonnen (Urk. 9/43 S. 2).
4
.
1
2
Am 22. Dezember 2016 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwer
degegnerin durch Ärzte der
Y._
AG orthopädisch, psychiatrisch und in
ternistisch begutachtet. In ihrem Gutachten vom 6. Februar 2
017
(Urk. 9/53)
, für welches sie sich auf die vorhandenen Akten
(S. 5 Ziff. 1.1)
, die persönliche Be
fragung
(S. 20-23 Ziff. 3)
und eigene Untersuchungen stützten
(S. 23 f. Ziff. 4.1, S. 26 Ziff. 5.3.1, S. 33 f. Ziff. 6.3), nannten sie folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 38 Ziff. 7.1.1):
-
Restbeschwerden am rechten Hüftgelenk im Sinne von Gelenkschmerzen und verminderter Belastbarkeit bei Zustandsbild nach Implantation einer
Hüftgelenkstotalendoprothese
rechts am 6. Januar 2016
-
COPD Gold Stadium II, Verdacht auf COPD-Asthma-
Overlap
-Syndrom mit
-
sistierte
m
Nikotinabusus
-
Status nach mehrmonatiger Asbest-Exposition
-
Status nach
Lobärpneumonie
2004
Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nann
ten die Ärzte sodann folgende (S. 38 f. Ziff. 7.1.2):
-
Hüftgelenksschmerzen links, vermutlich muskulärer Art
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Kniegelenksbeschwerden beidseitig, am ehesten muskulärer Art
-
längerdauernde
dysphorisch
-depressive Reaktion (IC
D
-10 F32.8)
-
Probleme verbunden mit körperlicher Erkrankung und Beeinträchtigung (ICD-10 Z73.3)
-
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und
A
r
beitslosigkeit (IC
D
-10 Z56)
-
Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Ver
hältnissen (ICD-10 Z59)
-
Psoriasis
vulgaris
-
Status nach Hepatitis B 1999
-
arterielle Hypertonie
Der Beschwerdeführer weise fast ein Jahr nach der Implantation einer
Hüftge
lenkstotalendoprothese
rechts persistierende Beschwerden im Sinne von Schmer
zen, Belastungs- und Kraftverminderung an der rechten Hüfte respektive der rechten unteren Extremität auf
. Zum jetzigen Zeitpunkt könne nicht von einer Prothesenlockerung ausgegangen werden, wobei darauf hinzuweisen sei, dass noch nicht alle diagnostischen Abklärungsmethoden ausgeschöpft seien. Die Be
schwerden im Bereich des linken Hüftgelenkes seien nicht degenerativer Natur, sondern dürften
eher einer muskulären Überbelastung bei verändertem Gangbild entsprechen. Dies treffe auch auf die beklagte Beschwerdesymptomatik an beiden Kniegelenken zu. Im Bereich der LWS bestünden degenerative Veränderungen vorwiegend
ossärer
Art,
auch hier dürfte es sich, in Zusammenhang mit dem ver
änderten Gangbild, um muskulär bedingte Beschwerden handeln, welche einer Physiotherapie gut zugänglich seien. Hinsichtlich der COPD werde der Beschwer
deführer optimal behandelt, er nehme auch an einer Lungenrehabilitation teil
(S. 41 Ziff. 7.2.3)
.
Bei der psychiatrischen Untersuchung habe sich ein etwas verbitterter und
dys
phorischer
Mann gezeigt, der jedoch keine depressiven oder Angstsymptome mit Krankheitswert zeige. Eine ausgesprochene
Somatisierungstendenz
sei nicht zu erkennen, die kognitiven Funktionen seien intakt. Insgesamt könne aus psychi
atrischer Sicht von einem geringen Gesundheitsschaden ausgegangen werden
. Die Abgrenzung der Symptome gegenüber invaliditätsfremden Faktoren wie Ar
beitslosigkeit sei im Falle des Beschwerdeführers schwieriger als sonst. Es scheine so zu sein, dass die vorhandenen Symptome mehrheitlich Folge der psychosozi
alen Belastungen seien und nicht deren Ursache. Der Beschwerdeführer befinde sich nicht in einer psychiatrischen Behandlung, wegen seiner langandauernden psychosozialen Belastungen könnte eine psychotherapeutische Begleitung jedoch hilfreich sein. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei dadurch jedoch nicht zu erwarten. Der Beschwerdeführer mache einen authentischen Eindruck, Diskrepan
zen, Aggravation oder Verdeutlichung seien nicht aufgefallen (S. 42).
Aus allgemein-internistischer Sicht bestehe für die angestammte und adaptierte Tätigkeit bei Absenz von
pneumologisch
schädlichen Stoffen und stabiler Lun
gensituation für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit. Ab Frühjahr 2011 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für lungenbelastende Arbeits
plätze. Aus orthopädischer Sicht bestehe seit Mitte des Jahres 2015, spätestens aber ab Anfang Januar 2016, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine volle Ar
beitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht seien keine Erkrankungen von Rele
vanz und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt worden (S. 43 Ziff. 8.1.1-2).
Was eine
gut leidensangepasste Tätigkeit
betreffe,
sei zum jetzigen Zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % auszugehen
(S. 44 Ziff. 8.2.1)
.
Das rechte Hüft
gelenk sei zweifellos vermindert belastbar (S. 36 Ziff. 6.4.4).
Der Beschwerdefüh
rer könne den ganzen Tag arbeiten, es sollte ihm jedoch die Möglichkeit zu län
geren und betriebsunüblichen Pausen gegeben werden. Da der Beschwerdeführer bis anhin nicht über diese Einschätzung und die sich daraus ergebenden Konse
quenzen informiert
worden sei, erscheine es gerechtfertigt
, ab Datum der Gutach
tenerstellung von dieser Arbeitsfähigkeitseinschätzung auszugehen. Aus allge
mein-internistischer Sicht bestehe für die angestammte und adaptierte Tätigkeit bei Absenz von
pneumologisch
schädlichen Stoffen und stabiler Lungensituation für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 44 Ziff. 8.2.1). Bei einer adaptierten Tätigkeit sollte es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit handeln, welche vorwiegend im Sitzen erledigt werden könne. Ein Wechsel mit Stehe
n und Gehen sei jedoch sinnvoll;
k
ein Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, keine Zwangspositionen der Hüftgelenke wie Abhocken oder Kauern; kein Absolvieren längerer Gehstrecken, kein Überwinden von Höhendif
ferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüste. Diese Einschränkungen würden eben
falls die angegebenen Beschwerden bezüglich der Kniegelenke und der LWS be
rücksichtigen (S. 44 Ziff. 8.2.2).
4
.
1
3
Am 13. Oktober 2017 nahm der Hausarzt Dr.
B._
Stellung zum polydisziplinä
ren Gutachten und bemängelte, es seien nicht alle Vorbefunde berücksichtigt und keine zusätzlichen fachspezifischen medizinischen Untersuchungen zur Objekti
vierung der Defizite durchgeführt worden.
Die limitierende Atemnot durch die COPD werde nirgends erwähnt. Im internistischen Teilgutachten fehlten zudem eine medizinische Gesamtbeurteilung der Situation unter Berücksichtigung der Vorbefunde
,
eine Beurteilung der medizinisch-theoretischen Ateminvalidität
ba
sierend auf den Lungenfunktionstests sowie
eine
Zusammenfassung der Kranken
geschichte/Untersuchungsbefunde und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Da sich die limitierenden Beschwerden seitens der Lungenerkrankung COPD auch in Zu
kunft kaum verbesserten und eher mit einer allmählichen Zunahme gerechnet werden müsse, sei anzunehmen, dass eine deutliche Einschränkung im Arbeits
tempo bei belastenden Tätigkeiten verbleibe (Urk. 13/5 S. 1).
4
.
1
4
Mit Schreiben vom 29. Mai 2017 teilte der untersuchende Arzt des
Z._
,
C._
, Kardiologie, mit, das seit dem 21. Februar 2017 insgesamt neunmalig aufgetretene Herzrasen habe sich
im Rahmen der 48-Stun
den-Holteranalyse
nicht nachweisen lassen
. Die im Tagebuch angegebenen «Müdigkeit, Atemnot und Brustschmerzen» würden nicht den ursprünglich be
schriebenen Beschwerden entsprechen (Urk. 13/8).
4
.1
5
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (
Urk. 9/39/
12-19
, Urk. 9/39/30-3
2
, Urk. 13/7
) enthalten keine für die Beurteilung der vorliegend strittigen Fragen relevanten Angaben, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
5
.
5.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten der
Y._
AG vom 6. Februar 2017
(vorstehend E. 3.1)
, wo
hingegen der Beschwerdeführer davon ausging, dass dieses mangels Beweiskraft nicht verwertbar sei
(vorstehend E. 3.2)
.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, der psychiatrische
Y._
-Gut
achter habe die AMDP-Items nicht lege
artis
geprüft
und den psychiatrischen Befund ungenügend erhoben
, ist darauf hinzuweisen, dass weder Gesetz noch Rechtsprechung eine Begutachtung nach den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) vorschreiben. Die Leitlinien stellen eine Orientierungshilfe für die gutachtenden Fachpersonen dar und sollen die Gutachtenspraxis im Hinblick auf die normativ massgeblichen Ge
sichtspunkte konkretisierend anleiten. Ein Gutachten verliert nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an diese anlehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2017 vom
12. September 2017 E. 3.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Der psy
chiatrische Teilgutachter erstellte eine ausführliche persönliche und Familie- be
ziehungsweise Sozialanamnese (Urk. 9/53 S. 25 Ziff. 5.2.1 und Ziff. 5.2.3), be
schrieb detailliert den am 22. Dezember 2016 erhobenen Psychostatus und führte zusätzlich mehrere Tests durch (Ziff. 5.3.1). Inwiefern diese klinische Untersu
chung nicht genügen sollte, vermag der Beschwerdeführer nicht überzeugend darzutun.
Ebenso ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers die abschlies
sende Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätig
keiten nicht unbegründet erfolgt, sondern vielmehr auf die verminderte Belast
barkeit des rechten Hüftgelenks
sowie die Lungenerkrankung
zurückzuführen (vgl. vorstehend E.
4
.12). Soweit
sodann
der Beschwerdeführer und der Hausarzt Dr.
B._
bemängeln,
die Gutachter hätten bei der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit
weder die limitierende Atemnot aufgrund der COPD noch die Auswirkungen der Psoriasis berücksichtigt (E.
3
.2, E.
4
.13),
ist auf die von den Gutachtern er
stellte polydisziplinäre Zusammenfassung zu verweisen, in welcher sowohl die Beschwerden am rechten Hüftgelenk als auch die COPD als Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit aufgeführt werden und
auch
in die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit einflossen (E.
4
.12).
Insgesamt erweist sich das Gutachten der
Y._
AG vom 6. Februar 2017 als differenziert, nachvollziehbar und plausibel begründet. Insbesondere setzte sich auch der psychiatrische Gutachter eingehend mit den Standardindikatoren auseinander und die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob sich die Gutachter an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren ein
geschätzt haben (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen. Somit ist auch hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes auf das Gutachten abzustellen.
5.2
Der Beurteilung durch die Gutachter der
Y._
AG stehen sodann auch die übrigen bei den Akten liegenden Berichte nicht entgegen.
Die Ärzte des
Z._
,
A._
, attestierten eine Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Landmaschinenmechaniker, hiel
ten jedoch fest, die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit könnten sie nicht beurteilen (E.
4
.7). Die Leitende Ärztin des
Z._
,
C._
, Pneumologie, sah von Seiten der Lungen kein Grund für eine Arbeitsun
fähigkeit als Servicetechniker im Landwirtschaftsmaschinenbereich. Bei stabiler pulmonaler Situation sei der Beschwerdeführer für schwere körperliche Arbeiten nicht arbeitsfähig, im Übrigen bestehe jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit, sofern er keinen Chemikalien ausgesetzt sei (E.
4
.11). Auch diese Einschätzung stützt demnach die Beurteilung im Gutachten der
Y._
AG.
Weiter ergab auch die kardiologische Untersuchung im
Z._
keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beeinträchtigungen (E. 4.14).
Nachdem der Beschwerdeführer gemäss seinen
eigenen
Angaben noch nie in psy
chiatrischer Behandlung war (vgl. Urk. 9/53 S. 25 Ziff. 5.2.1), liegen keine fach
ärztlichen Berichte vor, gemäss welchen ein invalidenversicherungsrechtlich re
levante
s Leiden vorliegen würde und welche der gutachterlichen Beurteilung ent
gegenstehen würden.
Ebenso wenig ergibt sich aus einem der vorliegenden me
dizinischen Berichte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Pso
riasis. Selbst der Hausarzt Dr.
B._
machte in seiner Stellungnahme zum Gut
achten keine diesbezügliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geltend
(E. 4.13)
.
5.3
Zusammenfassend ist
der medizinische Sachverhalt gestützt auf das Gutachten der
Y._
AG vom 6. Februar 2017 als dahingehend erstellt zu betrachten,
dass
dem
Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit bleibend nicht mehr zu
gemutet werden kann, er jedoch
seit
dem 6.
Februar 2017
in einer leidensange
passten Tätigkeit ohne Kontakt zu
pneumologisch
schädlichen Stoffen in einem Pensum von 80 % arbeitsfähig ist.
6
.
6
.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hy
pothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
6.2
Was die Zeitspanne von Mai 2016 bis Ende Mai 2017 betrifft, kann ein Prozent
vergleich durchgeführt werden, da der Beschwerdeführer während diesem Zeit
raum insbesondere aufgrund der Hüftbeschwerden
sowohl in der angestammten als auch in jeder anderen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig war. Für diese Zeit kann daher auf einen Einkommensvergleich mittels Tabellenlöhne verzichtet wer
den (BGE 104 V 136 E. 2.a und b; BGE 114 V 313 E. 3.a). Nachdem beim Be
schwerdeführer für diese Zeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt, resul
tiert ein Invaliditätsgrad von 100 %.
6.3
Ab 6. Februar 2017 ist wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer lei
densangepassten Tätigkeit auszugehen
(vorstehend E. 5.3)
, so dass ein Einkom
mensvergleich durchzuführen ist.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Für die Berechnung des
Valideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Lohntabelle des Bundesamtes für Statistik (LSE)
und ging vom Loh
n im Jahr 2014 für Männer, welche praktische Tätigkeiten in der Reparatur und Installation von Maschinen ausübten, aus (vgl. Urk. 9/54). Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, es sei auf das Kompetenz
niveau 3 abzustellen (vgl. E.
3
.2).
Gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) erzielte der Be
schwerdeführer insbesondere seit dem Jahre 2000 stark schwankende Einkommen (vgl. Urk. 9/4), weshalb grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, dass die Be
schwerdegegnerin das
Valideneinkommen
gestützt auf die LSE berechnet hat. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass d
er Beschwerdeführer in den Jahren 1976 bis 1980 eine Lehre als
Automechaniker
absolvierte
(Urk. 9/9 Ziff. 5.3)
und in der Folge bis ins Jahr 1999 auf diesem Beruf
arbeitete
, wobei er von 1988 bis 1998 als
Garagist
selbständig war. Anschliessend war er mit einem Unterbruch in den Jahren 2002 bis 2007 als Flugzeugmechaniker tätig, bis er im März 2011 arbeits
los wurde (vgl. Urk. 9/53 S. 21 Ziff. 3.1.2).
Von März bis Ende Juni 2015
war der Beschwerdeführer
schliesslich
für kurze Zeit als Mechaniker angestellt (Urk. 9/9 Ziff. 5.4). Damit verfügt der
Beschwerdeführer über grosse praktische Erfahrung, weshalb für die Berechnung des
Valideneinkommens
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin vom Kompetenzniveau 3 auszugehen ist.
Im Jahre 2016 be
trug das Durchschnittseinkommen von Männern für komplexe praktische Tätig
keiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen,
in der Reparatur oder Herstellung von Maschinen Fr. 6'834.-- monatlich (Lohnstruk
turerhebungen (LSE) 2016, Bundesamt für Statistik, Tabelle TA1, Ziff. 31-3
3.
Ni
veau 3), mithin Fr. 82'008.--
im Jahr
(Fr. 6'834.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6
Wochenstun
-
den (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Ziff. 31-33
;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten) sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insge
samt [1939 = 100], Männer, Stand 2016: 2'239, Stand 2017: 2'249;
www.bfs.ad
min.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohn
entwicklung)
ergibt sich für das Jahr 2017 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 85'669.-- (Fr. 82'008.-- : 40 x 41.6 : 2'239 x 2'249).
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Nachdem der Beschwerdeführer
mit Ausnahme eines kurzen Arbeitseinsatzes im Jahre 2015
seit März 2011 arbeitslos ist
(Urk. 9/9 Ziff. 5.4, Urk. 9/53 S. 21 Ziff. 3.1.2)
, ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen. Im Jahre 2016 belief sich dieser für Männer, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ausführen, auf Fr. 5'340.-- monatlich (LSE 2016, Tabelle TA1, Total, Niveau 1), mithin Fr. 64'080.-- im Jahr (Fr. 5'340.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeits
zeit, detaillierte Daten) sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohn
index insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2016: 2'239, Stand 2017: 2'249;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt sich für das Jahr 2017 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 67’102.-- (Fr. 64’080.-- : 40 x 41.7 : 2'239 x 2'249). Bei dem
dem
Be
schwerdeführer aufgrund der bestehenden Einschränkungen noch zumutbaren Pensum von 80 % ist damit von einem Einkommen in der Höhe von 53'682.-- auszugehen (Fr. 67'102.-- x 0.8).
6.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Abzug vor (Urk. 9/54), wohingegen der Beschwerdeführer
unter Hinweis auf das Zumutbarkeitsprofil, die Teilarbeitszeit
tätigkeit und die Tatsache, dass er früher Schwerarbeit verrichtet habe, einen Ma
ximalabzug von 25 % beantragte (Urk. 1 S. 15 Ziff. 34). Dem Beschwerdeführer können aus orthopädischen Gründen lediglich noch körperlich leichte Tätigkei
ten, welche vorwiegend im Sitzen erledigt werden können, zugemutet werden, wobei weitere Einschränkungen bezüglich Arbeitsprofil bestehen. Diese Ein
schränkungen wurden jedoch aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs bereits bei der Reduktion des zumutbaren Arbeitspensums auf 80 % berücksichtigt (vgl. Gut
achten der
Y._
AG, Urk. 9/53 S.
37 Ziff. 6.6.3). Insgesamt hat die Be
schwerdegegnerin ihr Ermessen daher nicht überschritten, indem sie keinen Lei
densabzug vorgenommen hat.
6.6
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 85'669.-- (vorstehend E.
6.4
) sowie einem
Valideneinkommen
von Fr. 53'682.-- (vorstehend E.
6.3
) ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 31'987.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 37.34 % entspricht.
Was den Zeitpunkt der Rentenaufhebung betrifft, ist auf den mas
s
gebenden Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu verwei
sen, wonach eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird. Nachdem ab 6. Februar 2017
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen
ist
(vorstehend E. 5.3)
, hat der Beschwerdefüh
rer ab 1.
Juni
2017 keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
Zusammenfassend erweist sich damit die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung
der Beschwerde führt, soweit darauf einzutreten ist.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der un
entgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men. Der Beschwerdeführer ist auf
§ 16 Ab. 4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen.
7.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde
mit Verfügung vom
8. November 2017
das Gesuch der Beschwerdeführerin
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver
tretung
gutgeheissen
(Urk.
10
). Trotz telefonischer Aufforderung vom 21. Januar 2019
(Urk. 17) ging keine
Honorarnote ein, weshalb die Prozessentschädigung
gemäss
§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist. Vor
liegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr.
2’200
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) als angemessen.