Decision ID: c528a158-a4f6-4703-bac6-35563ea7fba6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache, teilweise versuchte, qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 14. Februar 2018 (DG170021)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 13. Januar
2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 40).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 91 S. 224 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen, teilweise versuchten, qualifizierten Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG
in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 1'395 Tage durch Haft
bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 werden
eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:
- 7 schwarze und 1 weisses Mobiltelefon Samsung davon vier inkl. SIM- Karte
- SIM-Kartenhalterungen ohne SIM Nr. 893555011306267552016
- 2 Mobile PrePaid Kartenhalterungen; 3 SIM-Karten mit Halterung Lycamobile
- 1 Lebara SIM-Kartenhalterung leer und 1 Quittung über Kauf Mobiltelefon
IMEI ....
4. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015
beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209 werden dem Beschuldig-
ten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist auf erstes Verlangen heraus-
gegeben; nach Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der Bezirksgerichtskasse zur
gutscheinenden Verwendung überlassen:
- 1 Mobiltelefon Apple iPhone 4S inkl. SIM-Karte
- 1 HP Notebook dv7-6117ez, darin eingebaute Toshiba Festplatte Serien-Nr. GT001C
- 2 externe Festplatten Western Digital Elements 0035.14.07 inkl. USB Ladekabel und
Festplatte 0035.14.07.H01.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015 be-
schlagnahmte Papierware unter der Sachkaution Nr. 10209 (Kundenbeleg ZKB-Konto Nr.
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..., lautend auf A._; Notizzettel mit Telefonnummern) sowie eine Festplatte mit Daten
der Hausdurchsuchung Kapo ZH Ref.-Nr. 0035-2014 verbleiben bei den Akten.
6. Der Antrag des Beschuldigten auf Herausgabe von in der Wohnung an der ... [Adresse] aus
einer Hemdtasche im Kleiderschrank Gästezimmer sichergestellten Fr. 6'000.– und Euro
400.– wird abgewiesen.
7. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der BM-Lager-Nr. B04937-2013
aufbewahrten Betäubungsmittel (1'668.3 Gramm Heroingemisch, 983.6 Gramm Streckmit-
tel) und -utensilien (1 Waage) sowie die unter der BM-Lager-Nr. B05007-2013 aufbewahrten
Betäubungsmittel (5 Gramm Heroingemisch) werden eingezogen und sind nach Eintritt der
Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten.
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. Dezember 2013
beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'750.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten ver-
wendet.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 12'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 12'000.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. 24'451.– Auslagen Vorverfahren
Fr. 1'311.35 Gutachten/Expertisen etc.
Fr.
71'419.65
amtl. Verteidigungskosten (Fr. 46'000.– Akonto + Fr. 25'419.65 Restbetrag; festgesetzt mit Nachtragsurteil vom 3. April 2018)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche
einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse
übernommen werden.
11. [Mitteilungen.]
12. [Rechtsmittel.]"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 ff.)
a) Die Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 97; Urk. 113 S. 1 f. und Prot. II S. 8 sinngemäss)
1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
2. Für die erstandene Haft von 1395 Tagen sei dem Beschuldigten eine Ge-
nugtuung von Fr. 279'000.– zuzusprechen.
3. Eventualiter sei der Beschuldigte der nachfolgenden Anklagepunkte unter
Urteilsziffer 1 des angefochtenen Urteils freizusprechen;
− vom Vorwurf unter Anklagepunkt Aa − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ac − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ad − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ae − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Af − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ag − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ah − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ai − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Aj − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Ak − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bn − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bp − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Bq − vom Vorwurf unter Anklagepunkt Br
und der Beschuldigte sei gemäss den nachfolgenden Anklagepunkten unter
Urteilsziffer 1 des angefochtenen Urteils zu verurteilen und angemessen zu
bestrafen:
− Vorwurf gemäss Anklagepunkt Ab (500 Gramm) − Vorwurf gemäss Anklagepunkt Am (1245 Gramm) − Vorwurf gemäss Anklagepunkt Am betreffend Besitz von 418 Gramm.
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4. Eventualiter sei auf den Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe
vom 5. August 2013 zu verzichten bzw. die Probezeit der Strafe sei ange-
messen zu verlängern.
5. Die Urteilsziffern 3-9 des Urteils vom 14. Februar 2018 werden nicht ange-
fochten.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
b) Die Staatsanwaltschaft:
(Urk. 101)
Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren zu bestrafen.

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
1. Verfahrensgang
1.1. In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann
zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden (Urk. 91 S. 8 ff.). Die erstinstanzliche Hauptverhand-
lung wurde am 3. sowie am 5. Oktober 2017 im Beisein der Mitbeschuldigten
B._ und C._ sowie deren amtlichen Verteidigern durchgeführt (Prot. I
S. 11 ff. und 96 ff.; Urk. 91 S. 2).
1.2. Gegen das am 14. Februar 2018 mündlich im Dispositiv eröffnete erst-
instanzliche Urteil meldete der amtliche Verteidiger mit Schreiben vom 15. Febru-
ar 2018 Berufung an (Prot. I S. 128 ff.; Urk. 85). Mit Urteil vom 3. April 2018 wurde
in Ergänzung des ergangenen Sachentscheids das Gesamthonorar der amtlichen
Verteidigung festgelegt (Urk. 87). Die schriftlich begründete Fassung des Urteils
vom 14. Februar 2018 wurde der amtlichen Verteidigung am 22. August 2018 und
der Staatsanwaltschaft am 21. August 2018 zugestellt (Urk. 90). Unter dem
10. September 2018 ging die Berufungserklärung des amtlichen Verteidigers des
Beschuldigten hierorts ein (Urk. 92). Mit Präsidialverfügung vom 10. Oktober 2018
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wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um die Berufungserklärung zu verdeut-
lichen und insbesondere anzugeben, ob das Urteil ganz oder in Teilen angefoch-
ten und bezüglich welcher Anklagevorgänge ein Freispruch beantragt werde
(Urk. 95). Mit Eingabe vom 22. Oktober 2018 reichte der amtliche Verteidiger die
zweite, ergänzte Berufungserklärung ins Recht (Urk. 97). Die Staatsanwaltschaft
meldete nach entsprechender Fristansetzung mit Eingabe vom 9. November 2018
(hierorts eingegangen: 16. November 2018) Anschlussberufung an (Urk. 101).
1.3. Zur Berufungsverhandlung vom 12. Dezember 2019 erschienen der
Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der Staatsanwalt
lic. iur. Ch. Meier als Vertreter der Anklage (Prot. II S. 5). Die Berufungsverhand-
lung fand gemeinsam mit der Berufungsverhandlung gegen den Mitbeschuldigten
B._ statt, welcher gegen das erstinstanzliche Urteil ebenfalls in Berufung
ging (Prot. II S. 5). C._ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 14.
Februar 2018 wegen mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Be-
täubungsmittelgesetz zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (DG170020). Jener
Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen (Verfahren SB180536-O).
1.4. Im Verfahren gegen den Mitbeschuldigten B._ wurde auf Antrag von
dessen Verteidigung im Nachgang der Berufungsverhandlung ein Stimmengut-
achten beim Forensischen Institut Zürich (FOR) eingeholt. Nach Eingang dieses
Gutachtens wurde dem Beschuldigten mit Verfügung vom 25. März 2021 Frist zur
Stellungnahme angesetzt (Urk. 118). Innert Frist ging keine Stellungnahme des
Beschuldigten ein, weshalb androhungsgemäss Verzicht auf Stellungnahme zum
erwähnten Gutachten anzunehmen ist.
1.5. Die Parteien waren mit der schriftlichen Fortführung des Verfahrens nach
der ergänzten Beweisabnahme (Stimmengutachten) einverstanden (Prot. II S. 17;
Urk. 118).
2. Umfang der Berufung
2.1. Der amtliche Verteidiger beantragt im Schuldpunkt einen Freispruch bzw.
eventualiter teilweisen Freispruch gemäss den eingangs formulierten Anträgen
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und damit eine mildere Bestrafung. Nicht angefochten werden gemäss
Berufungserklärung (Prot. II S. 8) die Dispositiv-Ziff. 3 bis 5 (Einziehung, Be-
schlagnahme und Herausgabe diverser Gegenstände), Ziff. 6 (Abweisung des An-
trags auf Herausgabe sichergestellter Barschaft), Ziff. 7 (Einziehung Betäu-
bungsmittel und Betäubungsmittelutensilien) sowie Ziff. 8 (Verwendung beschlag-
nahmter Barschaft zur Deckung der Verfahrenskosten) und Ziff. 9 (Kostenfestset-
zung). Im Übrigen steht das vorinstanzliche Urteil gemäss Berufungserklärung zur
Disposition.
2.2. Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf das
Strafmass und beantragt eine Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren
(Urk. 97).
II. Prozessuales
1. Teilweise Freisprüche durch die Vorinstanz
Die Vorinstanz kommt in ihren Erwägungen in einigen Anklagepunkten zum
Schluss, der Beschuldigte sei freizusprechen. Sie hielt dies auch in ihren Erwäg-
ungen zur rechtlichen Würdigung fest (Urk. 91 S. 202 E. 5.). Trotzdem fehlen im
Dispositiv diese teilweisen Freisprüche, was prozessual nicht statthaft und im
Berufungsentscheid nachzuholen ist. Da die Staatsanwaltschaft allerdings nur die
Sanktion anfocht, wird im Nachfolgenden auf diese teilweisen Freisprüche durch
die Vorinstanz materiell nicht mehr eingegangen.
2. Verweis auf vorinstanzliche Erwägungen und Parteivorbringen
2.1. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann die Rechtsmittelinstanz für die tatsäch-
liche und rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die Begrün-
dung der Vorinstanz verweisen. Soweit nachfolgend auf Erwägungen im vor-
instanzlichen Urteil verwiesen wird, erfolgt dies im zustimmenden Sinne.
2.2. Das urteilende Gericht muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten ein-
lässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerle-
gen (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_242/2020 vom
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2. September 2020 E. 2.2.). Es kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken.
3. Übersetzung der abgehörten Gespräche
3.1. Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft stützt sich zu einem wesentli-
chen Teil auf abgehörte Gespräche von Mitbeschuldigten ab, insbesondere auf
Gespräche aus der Wohnung des Beschuldigten. Die Verteidigung erhob den
Einwand, dass die Namen der Übersetzer und deren Ermahnung auf die Straffol-
gen wissentlich falscher Übersetzung nicht dargelegt worden seien (Urk. 113 S. 1;
Prot. II S. 10). Die Anklage falle deshalb in sich zusammen, weshalb ein Frei-
spruch zu ergehen habe.
3.2. Der Staatsanwaltschaft wurde mit Verfügung vom 28. November 2019
aufgegeben, eine Legende mit den Personenvor- und Nachnamen für die Kürzel
sämtlicher Dolmetscher einzureichen, welche in der Strafuntersuchung gegen den
Beschuldigten, insbesondere in der Aktion ... sowie der Aktion ..., eingesetzt wur-
den. Zudem sei der Nachweis zu erbringen, dass die in der Strafuntersuchung,
der Aktion ... sowie der Aktion ... gegen den Beschuldigten tätigen Dolmetscher
auf die Straffolgen von Art. 307 StGB hingewiesen worden sind (Urk. 105). Die
entsprechende Dokumentation mit den Dolmetschererklärungen über die straf-
rechtlichen Hinweise wurde anlässlich der Berufungsverhandlung ein- bzw. nach-
gereicht (Urk. 111; Urk. 115). Insofern wurde dem Antrag der Verteidigung Rech-
nung getragen, weshalb nicht mehr weiter darauf einzugehen ist.
4. Observationsberichte
Die Verteidigung wendet im Zusammenhang mit Anklageziffer A/e (Vorgang [VG]
35, D._) ein, die Observationsberichte seien mangels Einvernahme des
observierenden Polizisten prozessual nicht zulasten des Beschuldigten verwert-
bar (Urk. 74 S. 13 f.; Urk. 113 S. 6 und S. 19). Ob die Verwertbarkeit polizeilicher
Observationsberichte im Rahmen von Ermittlungen in einem Strafverfahren
zwingend eine nachträgliche Konfrontation zwischen der beschuldigten Person
und dem observierenden Polizeibeamten verlangt, kann vorliegend offen bleiben
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(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3). Die Ver-
teidigung unterlässt es geflissentlich, zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte
das Treffen mit D._ in seiner Befragung vor Vorinstanz ausdrücklich aner-
kannt hat (Prot. I S. 36). Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, ist für die Beweisfüh-
rung deshalb gar nicht auf den Observationsbericht abzustellen.
5. Verletzung des Anklageprinzips
5.1. Die Verteidigung rügt, dass sich der Beschuldigte während der Unter-
suchung nicht habe in rechtlich einwandfreier Weise verteidigen können, weil die
Vorhalte von SMS, TK-Protokollen und Audiogesprächen im Untersuchungsver-
fahren nicht im Gesamtkontext und ohne Zusammenhang mit dem konkreten
Anklagevorwurf vorgehalten worden seien (Urk. 113 S. 15). Es mag zutreffend
sein, dass es für den Beschuldigten bei erstem Vorhalt von abgehörten
Gesprächspassagen schwierig oder unmöglich war sich zu erinnern, in welchem
Zusammenhang (und welchem Drogengeschäft) das betreffende Gespräch stand.
Er war allerdings auch nicht verpflichtet, nach Vorhalt solcher Gespräche Aussa-
gen zu machen und es stand ihm frei, darauf hinzuweisen, dass ihm der Kontext
nicht klar sei. Die Untersuchungsbehörde ist zudem nicht Diener des Beschuldig-
ten und es ist zulässig, wenn sie einer beschuldigten Person in einem ersten
Schritt nur die belastenden Beweise vorhält und nach deren Bedeutung fragt. Ins-
besondere im Ermittlungsverfahren muss der beschuldigten Person nicht zuerst
das gesamte Untersuchungsmaterial vorgelegt und dann um ihre Meinung gebe-
ten werden. Schliesslich klärte sich der genaue Zusammenhang der vorgehalte-
nen Gespräche mit den Anklagevorwürfen spätestens nach dem erstinstanzlichen
Urteil, weshalb der gerügte Mangel ohne Weiteres hätte im Berufungsverfahren
geheilt werden können.
5.2. Beizupflichten ist der Verteidigung, dass die Aktenanlage und der Aufbau
der Anklageschrift Optimierungspotential gehabt hätte und dies der Verteidigung,
aber auch dem Gericht, die Arbeit erschwerte (Urk. 113 S. 16 f.). Andererseits
liegen diese Umstände auch in der Komplexität der Untersuchung und des teil-
weise unkooperativen Verhaltens des Beschuldigten begründet. So beinhaltet ei-
ne Unterteilung von Drogengeschäften und Drogenbezügen zwar gewisse inhaltli-
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che Überschneidungen, die zu doppelter Berücksichtigung verleiten könnten (so
die Verteidigung: Urk. 113 S. 11 lit. b und S. 17 lit. j). Diese Struktur liegt aber
auch darin begründet, dass der Beschuldigte keine Auskunft über Lieferanten und
die Verwendung der einzelnen Drogenpakete gab. Dies kann nicht der Staatsan-
waltschaft angelastet werden.
5.3. Die Verteidigung bemängelt weiter, dass die Anklageschrift erwähnt, dass
der Beschuldigte seit Anfang 2013 dem Drogenhandel nachgegangen sei
(vgl. Urk. 40 S. 2). Diese unpräzise Angabe – so die Verteidigung – stelle eine
Verletzung des Anklageprinzips dar und dem Beschuldigten sei es nicht möglich
gewesen, sich gegen diesen Vorwurf substantiiert zur Wehr zu setzen (Urk. 113
S. 16). Dieser pauschale Vorwurf setze den Beschuldigten auch in ein falsches
Licht, indem seine Rolle im Gefüge der vorliegenden Drogenhandelshierarchie
viel zu gross und zu wichtig dargestellt werde. Es ist allerdings offensichtlich, dass
es sich beim Vorwurf des Drogenhandels um eine bloss einleitende, pauschale
Bemerkung der Anklagebehörde handelt, die das Gericht durchaus richtig zu
werten weiss. Insofern ist der Beschuldigte dadurch nicht beschwert.
6. Dauer der Überwachungsmassnahmen
6.1. Die Verteidigung erachtet die Dauer der Überwachungsmassnahmen als
unverhältnismässig lange. Dies stelle ein Verstoss gegen Art. 6 EMRK dar, da
trotz dringendem Verdacht mit der Verhaftung des Beschuldigten zugewartet und
damit weitere "deliktsverdächtige" Handlungen erst ermöglicht worden seien. Die-
se Beweismittel seien prozessual daher nicht zu Lasten des Beschuldigten ver-
wertbar (Urk. 74 S. 2 f.; Urk. 113 S. 12 f.).
6.2. Die erste Anordnung zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs erfolgte mit
Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich am 22. Mai 2013 durch
das Gesuch um Verwertung eines Zufallsfundes (Urk. 1/4/2). Diese Überwa-
chungsmassnahmen wurden per 12. Januar 2015 beendet (Urk. 1/4/99). Am
11. Dezember 2013 wurde der Beschuldigte verhaftet (Urk. 1/16/1). Angesichts
des immensen Umfanges der Strafuntersuchung sowie der unübersichtlichen
Verhältnisse aufgrund des professionellen Vorgehens des Beschuldigten im
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Rahmen eines Drogenhändlerringes, mit Verwendung mehrerer unter verschie-
denen Namen registrierten Mobiltelefonen, ist diese Dauer auch im Rahmen einer
Rechtsgüterabwägung noch nicht unverhältnismässig (vgl. BGE 140 IV 40). Die
Überwachungsmassnahmen waren zudem in weiten Teilen gegen weitere Mitbe-
schuldigte gerichtet und nicht ausschliesslich gegen den Beschuldigten. Es kann
nicht die Rede davon sein, dass die Ermittlungsbehörden mit der Verhaftung des
Beschuldigten unnötig zugewartet hätten, insbesondere weil die Auswertung der
überwachten Gespräche erhebliche Zeit in Anspruch nahm.
III. Sachverhalt
1. Einleitende Bemerkung
Soweit in den nachfolgenden Ausführungen auf SMS oder abgehörte Gespräche
verwiesen wird, werden die bereits im vorinstanzlichen Urteil im Wortlaut wieder-
gegebenen Niederschriften nicht alle wiederholt. Es kann auf die entsprechenden
Zitate im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden Analoges gilt für die in den
Gesprächen verwendeten Codewörter und deren Bedeutung, womit sich die
Vorinstanz einlässlich befasst hat (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 91 S. 28 - 187).
2. Anklageziffer A/a, VG 5/31/32
2.1. 667 Gramm Heroingemisch
2.1.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, ab Anfang 2013 mit verschiedenen
Personen aus einer serbischen Drogenhandelsgruppierung "gestanden zu haben"
(Anklage Urk. 40 S. 2). Man kann vermuten, dass die Staatsanwaltschaft hier
wohl "in Kontakt gestanden" meinte und ob der Länge und Umständlichkeit des
Satzes die Worte "in Kontakt" versehentlich vergessen hat.
2.1.2. Der besagten Drogenhandelsgruppierung haben gemäss Anklageschrift
E._ alias "E'._", eine Person namens "F._" und G._ angehört.
2.1.3. Der Beschuldigte habe mit dieser Drogenhandelsgruppierung zwecks
Übergabe von 677 Gramm Heroingemisch und Entgegennahme von mindestens
Fr. 6'100.-- (in Kontakt) gestanden. Die Drogenhandelsgruppierung habe dem
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Beschuldigten bis am 4. September 2013 noch Fr. 18'000.-- geschuldet. Darüber,
was die Staatsanwaltschaft mit dieser Formulierung in der Anklage genau meint,
kann nur gerätselt werden. Das (in Kontakt) stehen zwecks Übergabe von Drogen
und Geld ist im Betäubungsmittelgesetz nicht direkt als strafbare Handlung um-
schrieben. Es könnte allenfalls als strafbares Anstalten treffen (vgl. BGE 130
IV 135) oder zumindest als Besitz von 677 Gramm Heroingemisch interpretiert
werden. Die Vorinstanz legte diese Passage der Anklageschrift dahingehend aus,
dass der Beschuldigte der Drogenhandelsgruppierung 677 Gramm Heroin zu
einem Grammpreis von Fr. 36.-- übergeben habe (Urk. 91 S. 38). Nach der
Sachverhaltswürdigung kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass erstellt sei, dass
der Beschuldigte an E'._ 66.7 Gramm (und nicht 677 Gramm) Heroinge-
misch übergeben und dafür Fr. 2'400.-- entgegengenommen habe (Urk. 91 S. 54
E. 4.4.). Darüber hinausgehende Drogenlieferungen seien nicht erstellt. Soweit
die Anklage in diesem Anklagepunkt eine Menge von über 66.7 Gramm Heroin-
gemisch übersteigt, ist mangels Anfechtung des erstinstanzlichen Entscheides
durch die Staatsanwaltschaft ohnehin nicht mehr darauf einzugehen. Was die
Menge von 66.7 Gramm Heroingemisch betrifft, so verstiesse eine Verurteilung
wegen der erwähnten unklaren Formulierung jedoch gegen das Anklageprinzip.
Die Formulierung "zwecks Übergabe von Drogen und Geld (in Kontakt) stehen" ist
keine Verkaufshandlung und für ein Anstaltentreffen fehlen konkretere Angaben
zur vorgeworfenen Handlung. Es hat deshalb auch diesbezüglich ein Freispruch
zu ergehen (so im Ergebnis auch die Verteidigung: Urk. 113 S. 4).
2.2. Lieferung von 40 Gramm Heroingemisch an F._
Konkret listet die Anklage in Anklageziffer A/a zwei Drogenübergaben auf. (Urk.
40 S. 3). Bei der einen handelt es sich um jene am 18. Juli 2013 an eine Person
namens F._, 40 Gramm Heroingemisch. Diese Übergabe wurde von der Ver-
teidigung in der Berufungserklärung anerkannt, in der Berufungsbegründung dann
aber bestritten (Urk. 97 S. 1, Urk. 113 S. 3). Allerdings hielt die Vorinstanz den
Sachverhalt diesbezüglich für nicht erwiesen (Urk. 91 S. 47 E. 4.3.7), weshalb es
beim Freispruch bleibt.
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2.3. Lieferung von 100 Gramm Heroingemisch an G._
2.3.1. Bei der zweiten angeklagten konkreten Drogenübergabe habe C._
(separates Verfahren) im Auftrag des Beschuldigten am 22. August 2013 100
Gramm Heroingemisch zu einem Grammpreis von Fr. 37.-- an G._ überge-
ben. Diese Übergabe wird vom Verteidiger bestritten (Urk. 97 S. 2; Urk. 113 S. 4).
Sowohl der Drogenkäufer als auch C._ hätten den Beschuldigten nicht belas-
tet.
2.3.2. Die Vorinstanz hat diesen Sachverhalt anhand der abgehörten Telefon-
gespräche und des aufgezeichneten SMS-Verkehrs zwischen dem Beschuldigten
und C._ einerseits sowie C._ und G._ andererseits als erstellt er-
achtet (Urk. 91 S. 47 ff.). Aus diesen Aufzeichnungen geht eindeutig hervor, dass
der Beschuldigte C._ zu einem Treffen mit G._ lotste. Wiederum be-
nutzten beide – wie im Drogenhandel üblich – Codewörter für die Drogen und die
Preise. Die Formulierung des Beschuldigten in seiner SMS an C._: "hund.
Röhre [...] und er wird für die Arbeit 37 pro Stunde bar bezahlen" ist dahingehend
zu übersetzen, dass C._ 100 Gramm Drogen zu Fr. 37.-- das Gramm liefern
solle. Der pauschale Einwand der Verteidigung, allein durch abgehörte Natelver-
bindungen sowie Audioüberwachungen lasse sich die Indizienkette nach dem
Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" nicht beweisen, überzeugt nicht (Urk.
74 S. 10 lit. g, Urk. 113 S. 4). Die Darstellung des Beschuldigten, in den Gesprä-
chen sei es um Sanitärarbeiten gegangen, ist völlig unglaubhaft. Kein Mensch re-
det in derart codierter Form über völlig unverdächtige Sanitärarbeiten. Der Auffas-
sung der Verteidigung, wonach eine Übergabe der Drogen nicht erwiesen sei,
kann ebenfalls nicht gefolgt werden (Urk. 113 S. 4). Der Beschuldigte fragte
C._, ob dieser die Drogen übergeben habe, was C._ wiederum bejahte
(Urk. 2/19 Beilagen 88 und 89, Urk. 91 S. 51). Dieser in Ziffer A/a der Anklage
geschilderte Teilsachverhalt (Lieferung von 100 Gramm Heroingemisch gegen
Fr. 3'700.--, VG 5) ist rechtsgenügend bewiesen.
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3. Anklageziffer A/b, VG 96
Der Vorwurf in Anklageziffer A/b, VG 96 (Lieferung von zwei Paketen mit insge-
samt 500 Gramm Heroingemisch an H._), wurde vom Beschuldigten bereits
vor Vorinstanz anerkannt (Urk. 74 S. 10 Ziff. 6.3; Urk. 91 S. 60). Dieser Punkt wird
auch im Berufungsverfahren nicht mehr aufgeworfen (Urk. 97 S. 1 f.; Urk. 113
S. 1).
4. Anklageziffer A/c, VG 21/22
4.1. Gemäss Anklage seien dem Beschuldigten von einer Person namens
I._ Drogenabnehmer vermittelt worden. Die Verteidigung erachtet diesen
Sachverhalt als nicht bewiesen. Die Gespräche gäben keinerlei Aufschluss dazu,
ob tatsächlich Drogen oder Geld übergeben worden seien (Urk. 113 S. 5).
4.2. Einem "J._" aus dem Tessin habe der Beschuldigte am 17. Juni 2013
zunächst 20 Gramm und am 10. Oktober 2013 nochmals 160 Gramm Heroin-
gemisch geliefert.
4.3. Der Beschuldigte machte hierzu ausweichende Aussagen und sagte zu
den aufgezeichneten Gesprächen aus, vielleicht habe I._ schon Drogen ge-
meint und vielleicht sei J._ schon an Drogen interessiert gewesen. Er sei
aber diesen Wünschen von ihnen nicht nachgekommen (Prot. I S. 34; Urk. 2/10 S.
7 ff.). Diese Behauptung überzeugt nicht. Am frühen Morgen des 17. Juni 2013
schrieb I._ dem Beschuldigten per SMS, dass "der aus dem Tessin" kommen
werde und 20 Franken zum Anschauen wolle (Urk. 2/10 Beilage 5). Auch hier ist
klar, dass mit 20 Franken 20 Gramm Heroingemisch gemeint sind. Gleichzeitig
fragte I._ den Beschuldigten, welche Zeit er ihm sagen solle. Dies belegt,
dass der Tessiner tatsächlich gekommen ist, und wer extra aus dem Tessin her-
reist, lässt sich nicht einfach mit leeren Worten abspeisen. Zudem spricht I._
im Telefongespräch vom 9. Oktober 2013 mit dem Beschuldigten von "dem aus
dem Tessin", der eine erneute Lieferung wolle, allerdings nicht so, wie die Letzte,
welche ihm nicht gefallen habe (Urk. 2/10 Beilage 14; s.a. Urk. 91 S. 62 f.). Es ist
deshalb zumindest erwiesen, dass der unbekannte Mann aus dem Tessin vor
dem 9. Oktober 2013 eine Lieferung erhalten hat.
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4.4. Weiter wurde I._ im Telefongespräch vom 9. Oktober 2013 vom Be-
schuldigten gefragt, wieviel er "ihm" übergeben solle, worauf I._ erwiderte:
"Äh 260, denn er nimmt 160 [...] 160 Kilometer" (Urk. 2/10 Beilage 14). Wiederum
konnte der Beschuldigte keine plausible Erklärung liefern, was mit diesen Anga-
ben gemeint war, weshalb nur auf Drogen geschlossen werden kann. Dafür
spricht auch die Aufforderung von I._ an den Beschuldigten, ein wenig Salz
dazu zu geben, ansonsten es "fade" sei (Urk. 2/10 Beilage 15). Dies ist unzwei-
deutig ein Hinweis bezüglich dem Strecken des Heroins. Auch dieser Sachverhalt
ist rechtsgenügend erwiesen. Die von der Verteidigung erwähnte Möglichkeit,
dass die Drogen gar nicht übergeben worden seien, ist bloss theoretischer Art
(Urk. 113 S. 5). Wäre dem so gewesen, hätte ein Unschuldiger ganz anders aus-
gesagt als der Beschuldigte. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte I._ in ei-
nem Telefongespräch am Folgetag, dem 10. Oktober 2013, berichtete, dass die
Arbeit erledigt und alles gut sei (Urk. 2/10 Beilage 23): "Der Kaffee gefällt, morgen
wirst du es sehen, wenn er ihn probiert. Ok?". Dies ist ein deutliches Indiz, dass
die Ware tatsächlich übergeben worden war.
4.5. Unter derselben Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, einem
Chinesen am 9. Oktober 2013 10 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben. Die
Vorinstanz erachtete diesen Sachverhalt als nicht rechtsgenügend erwiesen,
unterliess aber auch diesbezüglich einen Freispruch im Dispositiv (Urk. 91 S. 66).
Da die Staatsanwaltschaft den vorinstanzlichen Freispruch im Berufungsverfahren
nicht anficht, bleibt es dabei und weitere Erwägungen dazu erübrigen sich. Der
Beschuldigte ist in diesem Punkt freizusprechen.
4.6. Schliesslich wird dem Beschuldigten ebenfalls unter derselben Anklagezif-
fer vorgeworfen, am 12. November 2013 einem unbekannten Abnehmer auf Ver-
mittlung von I._ 200 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben, wofür er von
I._ Fr. 8'000.-- erhalten habe. Die Verteidigung wendet ein, die Kommunika-
tion per SMS sei insgesamt zu vage, um mit Sicherheit sagen zu können, dass
die 200 Gramm Heroin tatsächlich übergeben worden seien (Urk. 74 S. 12; Urk.
113 S. 5). Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die aufgezeichneten Te-
lefongespräche vom 12. November 2013 sind eindeutig (Urk. 2/11 Beilage 3).
- 16 -
I._ teilt dem Beschuldigten mit: "Und der will eine 200", sowie "er möchte sie
ungevögelt", was nur ungestreckt heissen kann. Zum Preis sagte I._ "3.6",
etwas später spricht er von "3.8 oder 4", abzüglich seiner Kosten, was nur heis-
sen kann, dass Fr. 36.-- bzw. Fr. 38.-- oder Fr. 40.-- pro Gramm Heroingemisch
gemeint sind. Im Gespräch von 20:03 sagte der Beschuldigte dann auf die Frage,
ob er ihn getroffen habe: "Ja, alles in Ordnung" (Urk. 2/11 Beilage 23). "Er hat mir
4 bezahlt." Auch Letzteres lässt nur die Annahme zu, dass die Lieferung tatsäch-
lich erfolgt ist. Es ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verwei-
sen (Urk. 91 S. 67 - 71). Auch dieser Sachverhalt der Anklage ist rechtsgenügend
bewiesen.
5. Anklageziffer A/d, VG 23
5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, einer Person namens K._
500 Gramm Heroingemisch zu einem Preis von Fr. 35.-- pro Gramm geliefert zu
haben. Das Geld habe ihm K._ in zwei Tranchen zu Fr. 11'000.-- und Fr.
6'500.-- in seiner Wohnung übergeben. Die Verteidigung beantragte diesbezüg-
lich einen Freispruch (Urk. 97 S. 2, Urk. 113 S. 5). Es lasse sich beweismässig
weder erstellen, dass es um 500 Gramm Heroingemisch gegangen sei, noch dass
hierfür Fr. 17'500.-- bezahlt worden seien (Urk. 113 S. 5).
5.2. Aus den Telefongesprächen zwischen dem Beschuldigten und der unbe-
kannten Person aus Genf vom 26. und 27. April 2013 geht zweifelsfrei hervor,
dass ein Treffen in Zürich vereinbart wurde und der Beschuldigte die Person beim
Gleis 18 abholen wollte (Urk. 2/23 Beilagen 2 und 3). Ebenso geht aus den Tele-
fongesprächen des Beschuldigten mit seinem Lieferanten "L._" vom 27., 29.
und 30. April 2013 hervor, dass der Beschuldigte L._ das Geschäft mit der
Person aus Genf schmackhaft machen wollte und sie über den Kaufpreis spra-
chen (Urk. 2/32 Beilagen 6 - 10). Schliesslich erhellt auch aus den Telefonaten
des Beschuldigten mit L._ vom 17. und 19. Mai 2013, wonach 35 vereinbart
worden seien, der Beschuldigte 11 erhalten habe und noch 6'500.-- offen seien,
was damit gemeint war. Es kann wiederum auf den im vorinstanzlichen Urteil dar-
gelegten Wortlaut der Gespräche verwiesen werden (Urk. 91 S. 78 f.). Es besteht
kein Zweifel, dass Fr. 35.-- pro Gramm vereinbart wurden für insgesamt Fr.
- 17 -
17'500.--, was rund 500 Gramm entspricht. Wenn nicht geliefert worden wäre, wie
die Verteidigung geltend macht, dann hätten auch keine Schulden bestanden. Der
vorinstanzlichen Würdigung kann deshalb beigepflichtet werden (Urk. 91 S. 80).
Der entsprechende Sachverhalt der Anklageschrift ist erstellt.
6. Anklageziffer A/e, VG 35
6.1. Der Beschuldigte hat gemäss Anklage am 4. Juni 2013 auf dem Rastplatz
M._ einer Person namens D._ 101 Gramm Heroingemisch sowie
98.9 Gramm Streckmittel übergeben. Die Verteidigung macht wie vor Vorinstanz
geltend, der Observationsbericht sei mangels Konfrontationseinvernahme des
observierenden Polizisten nicht verwertbar und der Bericht beweise keine Dro-
genübergabe an D._ (Urk. 74 S. 13). Er beantragt deshalb auch im Beru-
fungsverfahren einen Freispruch (Urk. 113 S. 5).
6.2. Gemäss Observationsbericht trafen sich der Beschuldigte und D._ am
4. Juni 2013 am besagten Ort. D._ wurde unmittelbar nach dem Treffen mit
dem Beschuldigten, das ca. eine halbe Stunde dauerte, aufgrund der polizeilichen
Observation verhaftet, wobei ein Damen-Nécessaire mit 101 Gramm
Heroingemisch und 98.9 Gramm Streckmittel sichergestellt werden konnte,
welches sie vor ihrer Verhaftung aus dem Beifahrerfenster ihres Autos geworfen
hatte. Am 8. Juni 2013 schickte ihr der Beschuldigte eine SMS mit der Frage,
weshalb sie sich nicht melde (Urk. 2/16 Beilage 16). Weiter ist ein Telefonge-
spräch vom 25. Juni 2013 aufgezeichnet worden, worin der Beschuldigte I._
mitteilt: "Hoffentlich redet die Scheisserin nicht, D._, wenn die redet, dann
vögle die Mutter" (Urk. 2/10 Beilage 6). I._ forderte darauf den Beschuldigten
auf, die Telefonnummer von D._ zu löschen. Der Beschuldigte behauptete in
seiner Einvernahme, er habe sich auf dem Rastplatz mit D._ getroffen, um
mit ihr zusammen zu essen und deren Geburtstag zu feiern (Prot. I S. 36). Inso-
weit bestätigt er die Feststellung im Observationsbericht, dass er D._ kurz
vor deren Verhaftung traf. Hinsichtlich des behaupteten Zwecks ist seine Aussage
aber unglaubhaft. Im Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und D._
vom 3. Juni 2013 ist von "Arbeiterinnen" die Rede, welche der Beschuldigte gelie-
fert habe und neue bringen solle (s.a. Urk. 91 S. 81, Urk. 2/16 Beilage 6). Dass
- 18 -
hier das Wort "Arbeiterinnen" Heroin bedeutet, ist im Gesamtzusammenhang of-
fensichtlich. Die Vorinstanz hat überzeugend begründet, weshalb dieser Sachver-
halt erwiesen ist. Ihren Erwägungen ist beizupflichten (Urk. 91 S. 80 - 84).
7. Anklageziffer A/f, VG 36
7.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, seiner damaligen Freundin N._
und weiteren Personen an bestimmten Daten von Juni bis September 2013 ins-
gesamt sieben Mal Heroingemisch in der Gesamtmenge von 1'080 Gramm sowie
20 Gramm Streckmittel übergeben zu haben. Die Verteidigung verlangt
diesbezüglich einen Freispruch. Vor Vorinstanz machte sie geltend, die Anklage
enthalte weder Ort noch Zeit der Drogenübergaben. Zur ersten Übergabe von
200 Gramm wird geltend gemacht, im abgehörten Telefongespräch sei die Rede
davon, dass N._ zwei Mal 100 Gramm genommen habe. Mit anderen Worten
N._ habe die Drogen selbst genommen, was eine Übergabe durch den Be-
schuldigten ausschliesse (Urk. 74 S. 14). Im Berufungsverfahren bringt die Ver-
teidigung vor, dass tatsächliche Übergaben von Geld oder Drogen allein durch die
Telefongespräche nicht nachgewiesen seien (Urk. 113 S. 6).
7.2. Richtig ist, dass genaue Uhrzeitangaben für die einzelnen Drogenüberga-
ben nicht bekannt sind. Die Anklage enthält aber die genauen Kalenderdaten der
Übergaben (8.6./19.6./14.8./15.8./ca. 3.9./8.9. 2013). Zusammen mit dem Vorhalt
der abgehörten Gespräche in der Wohnung des Beschuldigten war es dem Be-
schuldigten ohne Weiteres möglich, die Vorwürfe eindeutig und klar zu individuali-
sieren. Das Anklageprinzip ist nicht verletzt.
7.3. Dass N._ entgegen der Behauptung des Beschuldigten nicht dessen
Geliebte bzw. Freundin war, sondern der Kontakt zwischen ihnen zum Zwecke
des Drogenhandels bestand, belegt die SMS vom 7. Juni 2013 mit aller Deutlich-
keit (Urk. 2/20 Beilage 3 und 5-7). Es kann auf den im vorinstanzlichen Urteil zi-
tierten SMS-Text verwiesen werden (Urk. 91 S. 85).
7.4. Im abgehörten Gespräch aus der Wohnung des Beschuldigten vom 8. Juni
2013 spricht N._ davon, dass sie dem Beschuldigten an jenem Tag vom
- 19 -
"heutigen "100er" "1'650" gegeben habe. Das kann nur bedeuten, dass sie für
100 Gramm Drogen Fr. 1'650.-- bezahlte. Weiter sagte N._, sie werde noch
ein weiteres 100er nehmen (Urk. 2/20 Beilage 8). Abgesehen davon wurde sie
vom Beschuldigten gefragt: "Wie viel hast du nun Gemischtes?". Aus dieser ab-
gehörten Konversation geht zweifelsfrei hervor, dass sie über Drogen sprachen.
Allein der Umstand, dass N._ die Drogen vom Drogenvorrat selbst genom-
men hat, entlastet den Beschuldigten nicht. Die Konversation belegt, dass sie dies
im Einverständnis des Beschuldigten tat und dass sie ihm Rechenschaft darüber
ablegte. Damit ist auch erwiesen, dass es sich um den Heroingemisch-Vorrat des
Beschuldigten handelte. Es kann zu diesem Anklagepunkt auf die Darstellung und
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, denen zu folgen ist (Urk. 91 S. 85
- 87). Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG beinhaltet nicht nur eine konkrete, physische
Übergabe von Drogen. Das Wort "verschaffen" beinhaltet auch eine Einwilligung
an eine andere Person, sich vom Drogenvorrat in seinem Besitz im verabredeten
Umfang zu bedienen. Hinweise, dass N._ letztlich entgegen der Ankündi-
gung keine Drogen aus dem Lager des Beschuldigten übernommen hat, bestehen
nicht. Die Behauptung der Verteidigung erweist sich deshalb als bloss theoreti-
sche Möglichkeit, die immer besteht.
7.5. Im abgehörten Gespräch vom 19. Juni 2013 sagt N._ unter anderem
zum Beschuldigten: "Wie viel hast du noch um zu geben?" Darauf erwidert der
Beschuldigte: "Ich werde etwa einen 100er geben, werde ich dir geben" (Urk. 2/20
Beilage 12). Es kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk.
91 S. 89). Zwar ist zutreffend, dass die effektive Übergabe nicht beobachtet wer-
den konnte. Im Gesamtkontext und zumal der Beschuldigte und N._ im Ge-
spräch vom 17. Juli 2013 über Drogen und Abrechnungen bzw. noch zu bezah-
lende Gelder sprechen, kann auch nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden,
dass N._ das Heroingemisch auch tatsächlich aus dem Lager des Beschul-
digten genommen hat. Der Beschuldigte hält in diesem Gespräch wörtlich fest,
N._ habe zwei Mal 200er genommen (Urk. 2/20 S. 10). Weiter erwähnt
N._ in diesem Gespräch, dass sie dem Beschuldigten einmal Fr. 1'600.-- und
einmal Fr. 2'700.-- übergeben habe. Auch diese beiden Drogenübergaben des
- 20 -
Beschuldigten an N._ vom 8. und 19. Juni 2013 sind deshalb rechtsgenü-
gend nachgewiesen.
7.6. Unter der Anklageziffer A/f wird dem Beschuldigten weiter vorgeworfen, er
habe am 14. August 2013 an eine unbekannte Person namens "O._" 30
Gramm Heroingemisch und 20 Gramm Streckmittel geliefert. Auch diese Überga-
be ist hinreichend belegt durch den SMS-Verkehr zwischen dem Beschuldigten
und N._ (Urk. 2/20 Beilage 23-30). N._ schreibt: "Hey, die O'._, wo
wir gestern waren, möchte wieder. Um wie viel Uhr soll ich ihr sagen? Aber du
musst es ihr selbst backen". Der Beschuldigte schreibt folgende Antwort: "Sagst
du für O._?" Darauf wiederum N._: "30 Nelken und 20 Lilien mach eine
Straus und bring ihr, ja für O._ sage ich." Am selben Tag bestätigt der Be-
schuldigte per SMS, dass er die Arbeit erledigt habe (Urk. 2/20 Beilage 34). Der
Einwand der Verteidigung, daraus könne beweisrechtlich keine Drogenlieferung
abgeleitet werden, ist unbegründet (Urk. 74 S. 14). Es kann wiederum auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 91 S. 90 f.).
7.7. Gemäss Anklage habe der Beschuldigte am 15. August 2013 an zwei
unbekannte Abnehmer 200 und 300 Gramm Heroingemisch geliefert. Auch diese
Lieferungen gehen aus den abgehörten Gesprächen hervor. Am 15. August 2013
erklärte der Beschuldigte N._: "Heute habe ich dem anderen 200 gebracht"
(Urk. 2/20 Beilage 41c). Am Folgetag sagte er gegenüber N._: "Der Junge
gestern Abend hat 300 genommen" (Urk. 2/20 Beilage 47c). Diese Aussagen im
Gesamtkontext gesehen vermögen entgegen dem Einwand der Verteidigung kei-
ne vernünftigen Zweifel am Anklagesachverhalt zu erwecken. Es wird auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 91 S. 92).
7.8. Weiter wird dem Beschuldigten unter dieser Anklageziffer vorgeworfen, am
3. September 2013 der bereits genannten "O._" erneut 50 Gramm Heroin-
gemisch geliefert zu haben. Auch diese Übergabe ist durch das abgehörte Ge-
spräch vom 4. September 2013 belegt. Der Beschuldige sagt: "Ja, der O._
habe ich 30 gemacht, 50 Punkte habe ich für Berat gemacht" (Urk. 2/20 Beilage
50). Darauf erwidert N._: "Ja, und wir haben noch weitere 30 Punkte, die wir
für O._ gemacht haben. Wir haben sie ihr 50 gemacht".
- 21 -
7.9. Schliesslich ist in der Anklageschrift unter diesem Titel eine weitere
Lieferung an einen unbekannten Mann aufgeführt, welcher 4 Portionen à 50
Gramm Heroingemisch am 8. September 2013 in der Wohnung des Beschuldig-
ten erhalten habe (Urk. 40 S. 4). Auch dies ist durch ein abgehörtes Gespräch
nachgewiesen, in dem der Beschuldigte wiederholt sagt, dass er vier 50er Portio-
nen mache. Dies auf Aufforderung von N._: "Dann trenne es ihm, mach ihm
4". Auch an diesem Sachverhalt bestehen keine Zweifel. Der Einwand der Vertei-
digung, damit sei nicht nachgewiesen, dass die Drogen in der Folge tatsächlich
übergeben worden seien, ist richtig, wenn man diese Äusserung isoliert betrach-
ten würde. Tatsache ist jedoch, dass sich der Beschuldigte nachgewiesenermas-
sen sowohl in zeitlicher als auch mengenmässiger Hinsicht dem schwunghaften
Drogenhandel widmete. In seiner Befragung hat er nicht geltend gemacht, diese
Lieferungen hätten nicht ausgeführt werden können (Urk. 2/20). Vielmehr wollte er
sich auf Vorhalt der Gespräche nicht äussern oder gab zu Protokoll, N._ sei
ja nicht richtig im Kopf. Wenn das alles stimmen würde, dann hätte er ja tonnen-
weise Drogen verkauft (Urk. 2/20 Antworten 116 - 121). Es sei ja normal, dass er
sich mit N._ unterhalte.
7.10. Insgesamt ist unter diesem Anklagevorhalt Ziff. A/f, VG 36, deshalb
erwiesen, dass der Beschuldigte total 1'080 Gramm Heroingemisch sowie
20 Gramm Streckmittel veräussert hat.
8. Anklageziffer A/g, VG 18
8.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Zeitraum von Juni 2013 bis
September 2013 P._ mehrmals Heroingemisch geliefert zu haben.
8.2. Eine Konfrontationseinvernahme zwischen dem Beschuldigten und
P._ fand im Laufe der Untersuchung nicht statt, weil Letzterer seinen Vorla-
dungen keine Folge leistete. Nach Meinung der Verteidigung belege das Bemü-
hen nach einer Konfrontationseinvernahme, dass die Staatsanwaltschaft die Be-
weislage ohne Konfrontationseinvernahme als ungenügend erachte, weshalb der
Beschuldigte freizusprechen sei (Urk. 113 S. 7). Die Einschätzung der Staats-
anwaltschaft ist allerdings ohne Bedeutung, weil das Gericht die vorhandenen
- 22 -
Beweise unabhängig davon zu würdigen hat. Weiter machte die Verteidigung
geltend, dass unklar geblieben sei, ob tatsächlich Drogen oder Geld übergeben
worden seien (Urk. 113 S. 7).
8.3. Es kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, die vollum-
fänglich zutreffend sind (Urk. 91 S. 94 - 103). Im Gespräch vom 12. September
2013 mit N._ erwidert der Beschuldigte auf die entsprechende Frage von
N._ nach der Menge, dass der "Junge von Bern" 100 Punkte wolle (Urk. 2/7
Beilage 51). Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass aufgrund der Bestellung von
P._ kaum eine Minute zuvor und dem Umstand, dass P._ in ... [Ort-
schaft] bei Bern wohnte, damit nur P._ gemeint gewesen sein kann, der 100
Gramm Heroingemisch bestellte (Urk. 91 S. 100 - 102). Die Bezeichnung Punkte
wurde bei einigen anderen Geschäften des Beschuldigten als Codewort für
Gramm verwendet. Die Lieferung von 100 Gramm am Folgetag ist deshalb im Zu-
sammenhang mit den weiteren Gesprächen erwiesen (Urk. 91 S. 102). Da der
Beschuldigte im Telefongespräch vom 12. September 2013 P._ noch fragt:
"Willst du wie letztes Mal oder?", ist zwingend darauf zu schliessen, dass das letz-
te Mal, d.h. am 29. Juni 2013, ebenfalls 100 Gramm geliefert wurden (Urk. 2/7
Beilage 39, Urk. 91 S. 100). Da P._ bei jener Lieferung im Telefongespräch
mit dem Beschuldigten vom 29. Juni 2013 geradezu penetrant drei Mal betont er-
wähnt, "wie letztes Mal", ist auch erwiesen, dass die Bestellung bzw. Lieferung
zuvor, d.h. jene vom 20. Juni 2013, ebenfalls 100 Gramm Heroin betraf.
9. Anklageziffer A/h, VG 28
9.1. Der Beschuldigte anerkennt zwar, die Drogenläuferin Q._ gekannt und
sich mit ihr getroffen zu haben (Urk. 2/18 Antwort 15: "Sie war etwa so gross wie
ich, blond"). Es sei auch möglich, dass sie sich nach Drogen erkundigt habe. Wei-
ter fuhr er fort: "Wir haben da aber nichts gemacht und ich habe sie nicht mehr
gesehen" (Urk. 2/18 Antwort 16). Allein die abgehörten Telefongespräche doku-
mentieren klar einen regelmässigen Kontakt des Beschuldigten zu Q._, teil-
weise via N._, sowie auch regelmässige Anfragen von Q._ betreffend
Drogen und Verabredungen zu Treffen zwecks Übergabe von Heroingemisch und
Streckmittel. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden
- 23 -
(Urk. 91 S. 103 - 117). Wenn die Verteidigung auch hier einwendet, die konkreten
Übergaben seien nicht bewiesen, kann ihrer Auffassung nicht gefolgt werden.
Worte in den abgehörten Gesprächen wie "wickle es gut ein, denn das Mädchen
wird kommen" oder (an N._): "bist du rausgegangen, weil das Mädchen sagt,
es sei dort" oder "soll ich sie wie das letzte Mal bedienen", sind im Gesamtkontext
nicht anders zu interpretieren, als dass es nicht bei blossen Bestellungen blieb
(Urk. 2/18 Beilagen 24 - 27).
9.2. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass in der Anklageschrift eine
Drogenübergabe am 10. August 2013 aufgeführt wird, obschon sich aus dem
abgehörten Gespräch vom 10. August 2013 relativ eindeutig ergibt, dass diese
Lieferung bereits am Vortag erfolgt ist (Urk. 91 S. 113). Zwar handelt es sich um
ein offenkundiges Versehen in der Anklageschrift, die Vorinstanz erachtete aller-
dings wegen des falschen Datums einen Schuldspruch als nicht zulässig. Dabei
hat es auch im Berufungsverfahren aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu
bleiben.
9.3. Ebenfalls zutreffend haben die Vorderrichter erwogen, weshalb die am
16. August 2013 erfolgte Übergabe von 60 Gramm Heroingemisch als erstellt zu
gelten hat (Urk. 91 S. 113 - 115; Urk. 40 S. 5). Darauf kann verwiesen werden.
9.4. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 27. September 2013 beim
Coop R._ beabsichtigt zu haben Q._ 80 Gramm Heroin und 60 Gramm
Streckmittel zu übergeben. Dafür habe er Fr. 3'000.-- erhalten. In der Folge habe
sich jedoch herausgestellt, dass es sich anstelle des Heroingemisches um reines
Streckmittel gehandelt habe, weshalb er das Geld Q._ zurückgegeben und
das Streckmittel zurück erhalten habe (Anklageziffer A/h, VG 28).
9.5. Die Verteidigung bringt vor, dass der unter Ziff. 11.4 im vorinstanzlichen
Entscheid erwähnte Vorwurf der Übergabe von 80 Gramm, der gemäss Vor-
instanz nicht erstellbar sei, nicht in der Anklageschrift zu finden sei (Urk. 113
S. 7). Dabei bleibt unklar, welchen Vorwurf die Verteidigung meinte. Die im vor-
instanzlichen Urteil in E. 11.4. genannte, nicht erstellbare Übergabe von 80
Gramm betrifft die in der Anklage aufgeführte Übergabe vom 10. August 2013
- 24 -
beim Coop R._ (welche gemäss Vorinstanz tags zuvor geschehen und daher
nicht erstellbar sei; vgl. Urk. 91 S. 113 und S. 117). Die weiter erwähnte beabsich-
tigte Lieferung von 80 Gramm Heroingemisch zusammen mit 60 Gramm Streck-
mittel betrifft sodann den letzten Absatz der Anklageziffer A/h (VG 28; Urk. 40
S. 5). Diesbezüglich ist allerdings unbestritten, dass es nicht zu einer Übergabe
von Heroingemisch gekommen ist. Die beabsichtigte Lieferung von 80 Gramm
Heroin und 60 Gramm Streckmittel ergibt sich aus der SMS des Beschuldigten,
worin er diese Mengen ausdrücklich erwähnt (Urk. 1/2/18 Beilage 140 - 146). Mit
SMS vom 27. September 2013 bestätigte der Beschuldigte dann das Treffen (Urk.
1/2/18 Beilagen 151 - 152). In derselben SMS-Konversation wird ihm dann mitge-
teilt: "Was hast du mir denn gegeben. Mann?? Beides sind Salz ..." (Urk. 1/2/18
Beilagen 153 - 167). Der Vorinstanz ist beizupflichten, wenn sie davon ausging,
dass eine Lieferung von 80 Gramm Heroingemisch lediglich beabsichtigt war,
dann aber versehentlich nur Streckmittel geliefert worden sei (Urk. 91 S. 115 -
117). Allerdings bleibt zumindest ein Anstaltentreffen zu einer Heroinlieferung er-
wiesen. Im Übrigen ist der Sachverhalt gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen
erstellt (Urk. 91 S. 103 - 117). Der Beschuldigte hat an Q._ in diversen Malen
insgesamt 280 Gramm Heroingemisch und 210 Gramm Streckmittel für Fr. 3'000.-
- übergeben, wobei das letzte Geschäft wieder rückabgewickelt wurde.
10. Anklageziffer A/i, VG 6
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, S._ in drei Malen insgesamt
410 Gramm Heroingemisch und 300 Gramm Streckmittel übergeben zu haben
(Urk. 40 S. 6). Auch diese Sachverhalte sind bei einer Betrachtung im Gesamt-
kontext nicht anders zu würdigen, als dass der Beschuldigte S._ Heroinge-
misch geliefert hat. Wenn der Beschuldigte auf Vorhalt der abgehörten Gespräche
hin ausführt, "ist das verboten jemanden zu treffen" oder "ich lebe alleine. Ich ha-
be das Bedürfnis, jemanden zu treffen", ist das keine glaubhafte Bestreitung (Urk.
2/17 S. 5). Den vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfänglich zugestimmt
werden (Urk. 91 S. 117 - 123). Wiederum lässt sich der Einwand der Verteidi-
gung, wonach es an einem Beweis für tatsächliche Übergaben der Drogen mang-
le, aufgrund der SMS-Kommunikation verwerfen. So schrieb S._ alias
- 25 -
S`._ z.B. bei seiner Bestellung vom 15. August 2013:"... wie das, was du mir
vor einigen Tagen gegeben hast" (Urk. 2/17 Beilage 68) oder einige Stunden spä-
ter: "bringst du mir morgen noch einmal wie heute" (Urk. 2/17 Beilage 84). Ledig-
lich hinsichtlich 10 Gramm und der 300 Gramm Streckmittel ist die Übergabe nicht
nachgewiesen (Urk. 91 S. 121, 123 f.).
11. Anklageziffer A/j, VG 37.6
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 20. September 2013 an C._ ins-
gesamt 600 Gramm Heroingemisch geliefert zu haben. Auch hier wird der Vollzug
der vereinbarten Lieferung von der Verteidigung bestritten (Urk. 113 S. 8). Es
kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 91 S. 124 -
129). Die Äusserung von T._, welche von einem "Halben" spricht, und das
abgehörte Gespräch vom 22. September 2013 über die schlechte Qualität des
Stoffes (Urk. 2/23 Beilage 191a und 191b) lassen keine Zweifel daran, dass der
Beschuldigte 500 Gramm Heroingemisch geliefert hat. Im Übrigen bleibt es beim
vorinstanzlichen Teilfreispruch bezüglich der weiteren 100 Gramm Heroinge-
misch, da nicht erstellt werden konnte, dass diese Menge separat geliefert wor-
den war (Urk. 91 S. 127 f.).
12. Anklageziffer A/k, VG 37.7
Die Übergabe von 300 Gramm Heroingemisch an C._ durch den
Beschuldigten, in Anwesenheit von "U._", ist durch das Gespräch vom
10. Oktober 2013 rechtsgenügend bewiesen (Urk. 2/26 Beilage 216). Ebenso wird
klar, dass die drei irgendwelche Probleme bei der Präparierung von nassem
Heroingemisch hatten, was allerdings letztlich nicht ausschlaggebend ist. Es kann
wiederum auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 91 S. 129 - 135). Die Verteidigung behauptete vor Vorinstanz, dass die
Drogen, welche sie gemeinsam auf 1,5 kg gestreckt hätten, von "U._" ge-
bracht worden seien, weshalb man dem Beschuldigten nicht vorwerfen könne, er
habe C._ davon 300 Gramm gegeben (Urk. 74 S. 20). Das spielt allerdings
keine Rolle, denn aus dem abgehörten Gespräch geht hervor, dass der Beschul-
digte bei der Aufteilung der Drogen zumindest ein massgebliches Wort mitredete
- 26 -
(Urk. 2/26 Beilage 216, "Da hast da [du] 300 Gramm"). Auch in diesem Zusam-
menhang muss zwingend darauf geschlossen werden, dass die Übergabe auch
tatsächlich stattgefunden hat. Etwas Anderes anzunehmen ist lebensfremd ange-
sichts des Umstands, dass den abgehörten Gesprächen nicht die geringsten Hin-
weise entnommen werden können, dass die Übergabe geplatzt war.
13. Anklageziffer A/l, VG 29
Die Vorinstanz erachtete den Vorwurf der Übergabe von 200 Gramm Heroin-
gemisch an V._ als nicht erstellt (Urk. 91 S. 140). Dies ist aufgrund des ab-
gehörten Gesprächsinhaltes und der sichergestellten Drogen anlässlich der
Verhaftung von V._ äusserst wohlwollend zugunsten des Beschuldigten.
Dass V._ erhebliche Mengen von Heroingemisch erhalten hat, eventuell als
blosser Läufer, steht fest. Allerdings ist die Beweislage bezüglich einer konkreten
Übergabe von 200 Gramm durch den Beschuldigten tatsächlich dünn. Es hat bei
diesem Teilfreispruch zu bleiben (Art. 391 Abs. 2 StPO).
14. Anklageziffer A/m, VG 10
Die Vorinstanz erachtete es als erwiesen, dass der Beschuldigte vorhatte, am
11. Dezember 2013 in Zusammenarbeit mit C._ die bei ihm sichergestellten
1'245 Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 24%, d.h. 298.3
Gramm reines Heroinhydrochlorid, an W._ für Fr. 44'000.– zu verkaufen (Urk
91 S. 148). Der Vollzug des Geschäftes wurde alleine durch die polizeiliche Inter-
vention verhindert. Ebenso beurteilte die Vorinstanz den Besitz von weiteren 418
Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 56%, d.h. 233 Gramm rei-
nem Heroinhydrochlorid, aufgrund dieser sichergestellten Drogen im Kellerabteil
des Beschuldigten als erwiesen (Urk 91 S. 148). Dieser Anklagepunkt wurde im
Rahmen der Berufungsbegründung anerkannt (Urk. 97 S. 2; Urk. 113 S. 2). Es ist
auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen (Urk. 91 S. 140 - 148).
15. Vorbemerkung zu den folgenden Anklageziffern B/n-r betr. Drogenbezüge
In den folgenden Anklageziffern geht es um Bezüge von Heroin und die Frage,
woher bzw. von wem der Beschuldigte sein Heroin, welches er in der Folge
- 27 -
streckte und weiterverkaufte, bezog. Die Verteidigung rügt in diesem Zusammen-
hang die Anklageschrift. Die geschilderten Drogenbezüge seien vom Sachverhalt
her teilweise überschneidend mit dem Sachverhalt bezüglich der Drogenabgaben,
weshalb das Anklageprinzip verletzt sei (Urk. 74 S. 22; Urk. 113 S. 11 und 15).
Diese Auffassung kann nicht geteilt werden. Erwerb und Weitergabe sind in Art.
19 des Betäubungsmittelgesetzes als separate strafbare Handlungen aufgeführt,
auch wenn die Weitergabe begriffsnotwendig einen Erwerb zu einem gewissen
Zeitpunkt voraussetzt. Die Strafbarkeit bei der Weitergabe von Drogen hängt auch
nicht vom Nachweis ab, auf welchem Wege diese Drogen in den Besitz des Dea-
lers kamen. Gleiches gilt umgekehrt. Unzulässig wäre es lediglich, im Rahmen
der Strafzumessung die erworbenen und die verkauften Mengen einfach zu ad-
dieren. Dies hat aber auch die Vorinstanz nicht getan (Urk. 91 S. 204 - 212). Im-
merhin ist aber festzustellen, dass das Heroin, welches der Beschuldigte weiter-
verkaufte bzw. abgab, in irgendeinem Zeitpunkt auch erworben wurde. Insofern
haben die in Anklageschrift unter B geschilderten Sachverhalte keine eigenstän-
dige Bedeutung. Es spielt deshalb im Endeffekt auch keine Rolle, dass einige der
Erwerbshandlungen nicht rechtsgenügend erwiesen sind. Da ein Urteil jedoch
über sämtliche Inhalte der Anklageschrift befinden muss, ist im Nachfolgenden
trotzdem darauf einzugehen.
16. Anklageziffer B/n, VG 37.6
16.1. Einleitende Bemerkung
Die Vorinstanz erachtete nur den eingeklagten Erwerb vor dem 29. April 2013
sowie jene vom 17. Mai 2013 und 14. August 2013 als rechtsgenügend erwiesen
(Urk. 91 S. 155, S. 159 und S. 166 sowie Zusammenfassung auf S. 169 f.). Auf
die anderen angeklagten Erwerbshandlungen wird demzufolge an dieser Stelle
nicht mehr eingegangen.
16.2. Erwerb im Zeitraum vor dem oder am 29. April 2013
- 28 -
Am 30. April 2013 schrieb der Beschuldigte folgende SMS: "Den Korb, den diese
Garage mir gegeben hat, habe ich Einem, der von unten gekommen ist, gegeben"
(Urk. 2/32 Beilage 10). Dies war im Zusammenhang mit der Drogenübergabe an
K._, der von Genf anreiste (Anklagepunkt A/d, VG 23). Dass es sich bei der
Person, welche der Beschuldigte jeweils als "den von der Garage" bezeichnete,
um B._ handelt, ergab die polizeiliche Observation (Urk. 2/32 Beilage 24 f.).
Wer der Lieferant war bzw. welche Person, wäre in Bezug auf die Strafbarkeit des
Beschuldigten aber irrelevant. Da wie bereits oben unter E. III.5. zu Anklageziffer
A/d VG 23 dargelegt, die Drogenübergabe von 500 Gramm Heroingemisch an
K._ erwiesen ist, ist selbstredend auch von einem entsprechenden Erwerb
der Drogen durch den Beschuldigten auszugehen.
16.3. Erwerb vom 17. Mai 2013
Dieser Sachverhalt ist im Wesentlichen durch das abgehörte Telefongespräch
vom 19. Mai 2013 erwiesen, worin der Beschuldigte mit L._ über die Bezah-
lung der Lieferung an K._ diskutiert und dann erklärt, dass er erneut eine Lie-
ferung wie beim Ersten (500 Gramm) genommen habe (Urk. 2/33 Beilage 23). Es
kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 91 S. 157 -
159).
16.4. Erwerb vom 14. August 2013
Allein aus dem abgehörten Gespräch aus der Wohnung des Beschuldigten bzw.
dem Ausruf des Beschuldigten: "Das sind ja nur 240 Punkte, fuck!" (Urk. 2/22
Beilage 127), lässt sich eine Erwerbshandlung wie in der Anklage umschrieben, in
Übereinstimmung mit der Verteidigung nicht rechtsgenügend beweisen (Urk. 113
S. 9). In diesem Punkt erscheint die vorinstanzliche Interpretation als zu spekula-
tiv und der Beschuldigte ist in diesem Punkt freizusprechen (Urk. 91 S. 165).
17. Anklageziffer B/o, VG 37.6
Die Vorinstanz hielt den unter dieser Anklageziffer geschilderten Erwerb von 3 kg
Heroin von C._ als nicht erwiesen (Urk. 91 S. 176). Dem ist beizupflichten.
Bereits die Zahlenspiele der Vorinstanz erscheinen sehr fraglich, zwar plausibel
- 29 -
aber doch zu spekulativ (Urk. 91 S. 171 f.). Auf diesen Anklagepunkt bzw. den
Freispruch der Vorinstanz wird nicht mehr eingegangen.
18. Anklageziffer B/p VG 37.7
18.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 9. Oktober 2013 von einer nicht
näher bekannten Person 500 Gramm Heroingemisch erhalten zu haben. Die
Verteidigung beantragt, den Beschuldigten diesbezüglich nach dem Grundsatz im
Zweifel für den Angeklagten freizusprechen (Urk. 113 S. 9).
18.2. In einem abgehörten Gespräch vom 9. Oktober 2013 erwähnt der Beschul-
digte, dass er an diesem Tag "ein Halbes" genommen habe bzw. dass man ihm
das gegeben habe (Urk. 2/26 Beilage 215 h). Damit kann nur Heroingemisch
gemeint sein. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 91 S. 177). Der Erwerb von 500 Gramm ist diesbezüglich erstellt.
19. Anklageziffer B/q, VG 40
19.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 16. November 2013 bei einer
Tankstelle in Winterthur 200 Gramm Heroingemisch von sehr guter Qualität zum
Grammpreis von Fr. 40.-- von AA._ übernommen zu haben.
19.2. Dieser Sachverhalt (Übernahme von 200 Gramm Heroin oder Heroin-
gemisch) ergibt sich im Wesentlichen aus dem abgehörten Gespräch vom
16. November 2013 (Urk. 2/34 Beilage 321). Der Beschuldigte erklärt hier, dass er
200 Punkte zu einem sehr hohen Preis genommen habe. Der Vorinstanz ist zuzu-
stimmen, dass der Sachverhalt rechtsgenügend erwiesen ist. (Urk. 91 S. 178 -
181). Der Einwand der Verteidigung, die Beweislage sei schwammig, ist im
Gesamtkontext nicht stichhaltig (Urk. 113 S. 10).
20. Anklageziffer B/r, VG 37.9
20.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 21. November 2013 von
B._ eine Heroinprobe erhalten zu haben und in der Folge am 30. November
2013 244 Gramm Heroingemisch. Für die Strafbarkeit des Beschuldigten bleibt
ohne Bedeutung, um welche Person es sich beim Lieferanten tatsächlich gehan-
- 30 -
delt hat, insbesondere ob es sich dabei um B._ handelte oder nicht (vgl. Urk.
113 S. 10 f.).
20.2. Die erste Lieferung ergibt sich zweifelsfrei aus dem abgehörten Gespräch
aus der Wohnung des Beschuldigten, wo die männliche Person erklärt, er habe
ihm ein Muster mitgebracht, damit es sich der Beschuldigte anschaue (Urk. 2/29
Beilage 344). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann aber nicht bewiesen
werden, dass dieses Muster einer Heroinmenge von 5 Gramm entsprach (Urk. 91
S. 191).
20.3. Die zweite Lieferung ergibt sich im abgehörten Gespräch vom 30. Novem-
ber 2013, in dem eine Person mit Übernamen "AB._" den Beschuldigten zum
Wägen auffordert, worauf der Beschuldigte unmittelbar darauf "244" sagt (Urk.
2/29 Beilage 372 f.). In diesem Gespräch finden sich noch weitere Indizien, wel-
che diesen Anklagepunkt stützen. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen
und die Schlussfolgerung verwiesen werden (Urk. 91 S. 188). Auch hier bestehen
keine Zweifel an der Lieferung von Heroingemisch an den Beschuldigten. Der
Sachverhalt dieses Anklagepunktes ist rechtsgenügend erwiesen.
21. Reinheitsgrad des Heroins
21.1. Auch von der Verteidigung wurde zu Recht nicht bestritten, dass der
Beschuldigte ausschliesslich mit Heroin handelte (Urk. 74 S. 27).
21.2. Das in der Wohnung des Beschuldigten sichergestellte Heroin wies
Reinheitsgrade zwischen 7.2 und 56 % auf (Gutachten FOR, Urk. 15/8). Aufgrund
der Akten ist erstellt, dass der Beschuldigte den Stoff teilweise streckte, und zwar
teilweise im Verhältnis 1:2 und 1:3. Wenn die Vorinstanz aufgrund von statisti-
schen Angaben über den durchschnittlichen Reinheitsgrad von gehandeltem He-
roin im Jahre 2013 schliesst, dass die vom Beschuldigten gehandelten Drogen im
Durchschnitt einen Reinheitsgrad von 18% aufwiesen (Urk. 91 S. 191 f.), ist dies
nicht zu beanstanden. Auch vorliegend ist von diesem Wert auszugehen, wobei
bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass es sich bei schwunghaftem
Drogenhandel bei der Strafzumessung nicht auswirkt, ob nun von einem Rein-
- 31 -
heitsgrad von 18 oder 25% ausgegangen wird. Es kann auf die vorinstanzlichen
Erwägungen verwiesen werden (Urk. 91 S. 192).
22. Fazit
Es ist aufgrund der Akten erwiesen, dass der Beschuldigte im Jahre 2013 Heroin-
gemisch von insgesamt 5'686 Gramm im durchschnittlichen Reinheitsgrad von
18% sowie 230 Gramm Streckmittel an Abnehmer veräusserte.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der mehrfachen, teilweise ver-
suchten, qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sin-
ne von Art. 19 Abs. 1 lit. b (Lagerung) und c (Veräusserung) BetmG in Verbindung
mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
schuldig.
2. Die einzelnen gehandelten Mengen überstiegen mit wenigen Ausnahmen
die Grenze von 12 Gramm reinem Heroinwirkstoff für den schweren Fall gemäss
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Es ist nicht auszuschliessen, dass bei den Veräusse-
rungen im Umfang von 20 Gramm (Anklageziffer A/c), von 30 Gramm (Anklage-
ziffer A/f) und 40 Gramm (Anklageziffer A/h) diese Einzelmengen den qualifizier-
ten Fall nicht erreichen. Allerdings ist angesichts des schwunghaften Drogenhan-
dels des Beschuldigten im Jahre 2013 von einem Fortsetzungszusammenhang
auszugehen, weshalb die Frage des Grenzwertes keine Rolle spielt. Es kann auf
die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 91 S. 202 f.).
3. Nicht gefolgt werden kann der Auffassung der Verteidigung, der Beschuldig-
te sei nur ausgenützt worden, habe nie in die eigene Tasche gewirtschaftet und
sei nur als Gehilfe von Hintermännern zu betrachten (Urk. 74 S. 28; Urk. 113
S. 20). Es mag sein, dass andere mehr Profit aus der Drogenhandelstätigkeit des
Beschuldigten zogen als er selbst. Allein seine Entscheidkompetenz und seine
selbstständige Handelstätigkeit belegen, dass er nicht nur untergeordnete Dienste
geleistet hat. Einem Gehilfen überlässt man nicht derartige Mengen an Heroin
zwecks Weiterveräusserung. Der Beschuldigte hat den Drogenhandel in mittlerer
- 32 -
Stufe eigenständig organisiert und keinesfalls bloss auf konkrete Anweisungen
hin gehandelt.
4. Es kann im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 91 S. 193 - S. 203). Der Beschuldigte ist der mehrfachen,
teilweise versuchten, qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und c BetmG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, schuldig zu
sprechen.
V. Strafzumessung
1. Vorinstanzliche Strafzumessung
1.1. Den Erwägungen der Vorinstanz zur Strafzumessung kann ausnahmslos
zugestimmt werden. Um blosse Wiederholungen zu vermeiden, wird darauf ver-
wiesen (Urk. 91 S. 204 - S. 217).
1.2. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 7 Jahren Freiheitsstrafe.
Die Verteidigung beantragt im Eventualstandpunkt eine mildere Bestrafung, die
Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung eine Strafe von 8 Jahren (Urk. 97
S. 3; Urk. 101 S. 1; Urk. 113 S. 20 ff.).
2. Sanktion
2.1. Es ist eine Strafe im Bereich von einem bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe
festzusetzen (Art. 19 Abs. 2 BetmG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 StGB).
2.2. Die Menge der gehandelten Drogen, vorliegend rund 1'023 Gramm reiner
Heroinwirkstoff (entspricht 18% von 5686 Gramm), ist ein zentrales, meistens
sogar das bestimmende Strafzumessungskriterium bei Betäubungsmitteldelikten
(FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OF-Kommentar BetmG, Zürich 2016, N 176 zu
Art. 19 BetmG und N 37 zu Art. 47 StGB). Dies, weil der Gesetzgeber selbst ab
einer gewissen Menge einen schweren Fall vorsieht, aber auch, weil die Menge
letztlich den Deliktserfolg widerspiegelt. Dennoch kann anderen Strafzumes-
sungsfaktoren im Einzelfall eine wichtigere Bedeutung zukommen als der Menge,
- 33 -
welche beispielsweise einen eher zufälligen Charakter aufweisen kann. Vorlie-
gend sticht vor allem ins Auge, mit welcher Regelmässigkeit der Beschuldigte
Drogen umsetzte. Wenn die Verteidigung geltend macht, der Beschuldigte sei
weiterhin berufstätig gewesen, was auf eine untergeordnete Rolle schliessen las-
se, kann dem nicht gefolgt werden (Urk. 113 S. 24). Eher erscheint das Wort
"gewerbsmässig", zumindest was den zeitlichen Aufwand des Beschuldigten be-
traf, sehr treffend. Es macht den Anschein, dass er praktisch über grenzenlose
Beschaffungskapazitäten verfügte und der Umfang seines Handels primär davon
abhing, wie viele Abnehmer er finden konnte. Der Beschuldigte benützte dabei
seine Wohnung als Drogenumschlagsplatz. Seine kriminelle Energie war gross,
von einer gewissen Zurückhaltung, Angst oder sogar Skrupel ist nicht ansatzwei-
se etwas spürbar. Innerhalb der Drogenhandelshierarchie ist er – wie erwähnt –
auf einer mittleren Stufe, das heisst im Zwischenhandel, anzusiedeln. Er war we-
der süchtig noch blosser Befehlsempfänger noch war er finanziell in einem Eng-
pass und er verkaufte auch nicht direkt an Endverbraucher. Eine Einsatzstrafe für
das Tatverschulden im Bereich von fünfeinhalb Jahren erscheint für das mittel-
schwere Verschulden angemessen.
2.3. Zum Strafmassvergleich kann auch auf das Schema von FINGERHUTH/
SCHLEGEL/JUCKER (a.a.O. S. 547) verwiesen werden. Bei einer Menge von rund
1 kg Heroin-Reinsubstanz ist von einer Strafe im Bereich von 48 Monaten auszu-
gehen. Wie erwähnt, ist vorliegend aber weniger die Menge, als der professionell
in der Art eines Gewerbes aufgezogene regelmässige Handel verschuldensprä-
gend, weshalb eine höhere Strafe angezeigt ist. Auch das Modell von FINGER-
HUTH/ SCHLEGEL/JUCKER sieht Zuschläge von bis zu 50% wegen einschlägiger
Vorstrafen und 20% bei hoher Anzahl von Geschäften vor (a.a.O. S. 548).
2.4. Bei der Täterkomponente fällt vor allem die einschlägige Vorstrafe aus
Deutschland ins Gewicht. Der Beschuldigte wurde dort im Jahre 2008 wegen
Betäubungsmittelhandel zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Wenn er nach
jenem Strafvollzug dann 2013 in der Schweiz wieder intensiv dem Betäubungs-
mittelhandel nachgeht, muss konstatiert werden, dass ihn eine mehrjährige
Freiheitsstrafe offenbar nicht beeindruckt. Allein dieser Umstand drängt spezial-
- 34 -
präventiv heute eine deutlich höhere Freiheitsstrafe auf. Eine Straferhöhung
um 1/3 ist angemessen.
2.5. Von einem Geständnis, das Ausdruck von Reue wäre oder die Unter-
suchung erheblich erleichtert hätte, kann keine Rede sein (vgl. Urk. 113 S. 20).
Immerhin zeigte er aber anlässlich der Berufungsverhandlung eine gewisse Reue
(Prot. II S. 17). Insgesamt muss das Nachtatverhalten aber strafzumessungsneut-
ral gewertet werden, wie bereits die Vorinstanz festhielt (Urk. 91 S. 216). Ebenso
die persönlichen Verhältnisse (Urk. 91 S. 213). Der Beschuldigte verlebte eine gu-
te Jugendzeit und absolvierte eine gute Ausbildung. Er hatte im Tatzeitraum ein
genügendes finanzielles Auskommen aufgrund seiner Anstellung als Lastwagen-
chauffeur. Dass der Beschuldigte im Tatzeitraum einsam gewesen sein will,
vermag sein Handeln nicht ansatzweise zu rechtfertigen (Urk. 113 S. 24 f.).
2.6. Wenn die Vorinstanz schliesslich für die doch etwas lange Dauer des
Hauptverfahrens eine Strafminderung von ca. 4 Monaten zugestand, ist dies nicht
zu beanstanden. Hinzu kommt die rund einjährige Verzögerung im Berufungsver-
fahren wegen des Beweisantrags des Mitbeschuldigen B._ auf Einholung ei-
nes Stimmengutachtens, was nicht der Beschuldigte zu vertreten hat. Deshalb
rechtfertigt sich eine weitere Reduktion um 3 Monate.
3. Fazit
Insgesamt resultiert eine Strafe von 6 3⁄4 Jahren Freiheitsstrafe. Davon hat der
Beschuldigte von seiner Verhaftung am 11. Dezember 2013 bis zu seiner Ent-
lassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug am 6. Oktober 2017 durch Haft und
vorzeitigen Strafvollzug insgesamt 1395 Tage erstanden.
VI. Widerruf
Der Beschuldigte delinquierte innerhalb der vierjährigen Probezeit der mit Straf-
befehl vom 5. August 2013 ausgesprochenen bedingten Geldstrafe von 30 Tages-
sätzen zu Fr. 110.-- wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. In den Anträ-
gen der Staatsanwaltschaft fehlt ein Antrag zu einem allfälligen Widerruf. Die Vor-
instanz geht in ihrem Urteil ebenso wenig auf diese Frage ein. Dem Beschuldigten
- 35 -
wurde anlässlich der Berufungsverhandlung Gelegenheit geboten, zu einem allfäl-
ligen Widerruf des bedingen Vollzugs der Geldstrafe Stellung zu nehmen (Prot. II
S. 9). Da gestützt auf eine Verurteilung für die vorliegend angeklagten Delikte ei-
ne Rückfallmeldung des Strafregisteramtes erfolgen würde, die einen Entscheid in
einem separaten Verfahren nach sich ziehen würde, verstösst es grundsätzlich
nicht gegen das Verschlechterungsverbot, wenn über den Widerruf in diesem Ver-
fahren befunden wird. Die für einen Widerruf vorgesehene Maximalfrist gemäss
Art. 46 Abs. 5 StGB ist mittlerweile jedoch verstrichen. Auf die Anordnung eines
Widerrufs ist daher von Gesetzes wegen zu verzichten.
VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren
Der Beschuldigte hat gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO die Kosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens zu tragen. Die gegenüber der Untersuchung bzw. der An-
klage erfolgten teilweisen Freisprüche fallen insgesamt kaum ins Gewicht. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Staatskasse zu neh-
men, unter Vorbehalt einer Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO, sobald
der Beschuldigte in entsprechende wirtschaftliche Verhältnisse kommt.
2. Berufungsverfahren
2.1. Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte praktisch vollumfänglich
in Bezug auf den Schuldpunkt als auch in Bezug auf die beantragte Sanktion.
Auch hier sind die gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil noch etwas weiterge-
henden Freisprüche bei einer Gesamtbeurteilung völlig untergeordnet, weshalb
sie bei der Kostenauflage unbeachtlich sind. Auch die Staatsanwaltschaft unter-
liegt mit ihrer Anschlussberufung auf Erhöhung der Strafe um ein Jahr. Es recht-
fertigt sich deshalb, die Kosten des Berufungsverfahrens zu sieben Achteln dem
Beschuldigten aufzuerlegen und zu einem Achtel auf die Gerichtskasse zu neh-
men (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Beru-
fungsverfahren sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine Rückfor-
derung im Umfang von sieben Achteln gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbe-
halten.
- 36 -
2.2. Soweit die Verteidigung geltend macht, die Kosten seien aufgrund der fi-
nanziellen Situation des Beschuldigten abzuschreiben, besteht hierfür keine
Grundlage (Urk. 113 S. 26). Gemäss Art. 425 StPO können die Verfahrenskosten
von der Strafbehörde gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen
Verhältnisse der kostenpflichtigen Person herabgesetzt oder erlassen werden.
Hierfür müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse jedoch derart angespannt sein,
dass eine Kostenauflage als unbillig erscheint. Dies ist vorliegend nicht der Fall
(vgl. Urk. 112 S. 4), und die StPO sieht für beschuldigte Personen auch keine
Kostenbefreiung aufgrund mangelnder finanzieller Leistungsfähigkeit vor (vgl.
BSK StPO II-DOMEISEN, 2. Aufl. 2014, Art. 426 N 4).
2.3. Der amtliche Verteidiger machte für das Berufungsverfahren einen Auf-
wand von knapp 45 Stunden bzw. Fr. 10'032.27 geltend (Urk. 108/1-2, Urk. 110
und Urk. 121). Dies erscheint angesichts der umfangreichen Akten und der
Schwierigkeiten des Falles angemessen.
Es wird beschlossen
1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung,
vom 14. Februar 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
"Es wird erkannt:
1.-2. [...]
3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209
werden eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:
- 7 schwarze und 1 weisses Mobiltelefon Samsung davon vier inkl. SIM-Karte
- SIM-Kartenhalterungen ohne SIM Nr. 893555011306267552016
- 2 Mobile PrePaid Kartenhalterungen; 3 SIM-Karten mit Halterung Lycamobile
- 1 Lebara SIM-Kartenhalterung leer und 1 Quittung über Kauf Mobiltelefon IMEI
....
4. Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
29. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände unter der Sachkaution Nr. 10209
werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist
- 37 -
auf erstes Verlangen herausgegeben; nach Ablauf dieser Frist werden diese Gegen-
stände der Bezirksgerichtskasse zur gutscheinenden Verwendung überlassen:
- 1 Mobiltelefon Apple iPhone 4S inkl. SIM-Karte
- 1 HP Notebook dv7-6117ez, darin eingebaute Toshiba Festplatte Serien-
Nr. GT001C
- 2 externe Festplatten Western Digital Elements 0035.14.07 inkl. USB Ladeka-
bel
und Festplatte 0035.14.07.H01.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 29. Juni 2015
beschlagnahmte Papierware unter der Sachkaution Nr. 10209 (Kundenbeleg ZKB-
Konto Nr. ..., lautend auf A._; Notizzettel mit Telefonnummern) sowie eine Fest-
platte mit Daten der Hausdurchsuchung Kapo ZH Ref.-Nr. 0035-2014 verbleiben bei
den Akten.
6. Der Antrag des Beschuldigten auf Herausgabe von in der Wohnung an der ... [Adres-
se] aus einer Hemdtasche im Kleiderschrank Gästezimmer sichergestellten Fr.
6'000.– und Euro 400.– wird abgewiesen.
7. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der BM-Lager-
Nr. B04937-2013 aufbewahrten Betäubungsmittel (1'668.3 Gramm Heroingemisch,
983.6 Gramm Streckmittel) und -utensilien (1 Waage) sowie die unter der BM-Lager-
Nr. B05007-2013 aufbewahrten Betäubungsmittel (5 Gramm Heroingemisch) werden
eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspo-
lizei Zürich zu vernichten.
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
20. Dezember 2013 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'750.– wird zur Deckung der
Verfahrenskosten verwendet.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 12'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 12'000.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. 24'451.– Auslagen Vorverfahren
Fr. 1'311.35 Gutachten/Expertisen etc.
Fr.
71'419.65
amtl. Verteidigungskosten (Fr. 46'000.– Akonto + Fr. 25'419.65 Restbetrag; festgesetzt mit Urteil vom 3. April 2018)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
- 38 -
10. [...]
11. [Mitteilungen.]
12. [Rechtsmittel.]"
2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.