Decision ID: 4ec2a6be-3993-4962-976a-dd1bc3af2619
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 11. August 2017 reichten A._ und B._ ein nachträgliches
Baugesuch (BAB) für bereits ausgeführte Bauten auf der Parzelle D._
bei der Gemeinde C._ ein.
2. Mit Mitteilung vom 18. Januar 2018 wies die Gemeinde C._ das
nachträgliche Baugesuch von B._ und A._ ab, da für die bereits
ausgeführten Bauten keine Bewilligung erteilt werden könne.
3. Mit Urteil vom 15. Januar 2019 im Verfahren R 18 8 wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden eine entsprechende
Beschwerde von B._ und A._ gegen die Abweisung ihres
nachträglichen Baugesuchs durch die Gemeinde C._ ab. Dieser
Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
4. Am 8. Mai 2019 orientierte die Gemeinde C._ B._ und A._,
dass diese nun gestützt auf das Urteil R 18 8 des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden und ihre eigene Abweisung des Baugesuches vom
18. Januar 2018 eine Wiederherstellungs- und Bussverfügung erlassen
werde. Es sei verfahrensmässig nicht vorgesehen, dass den Betroffenen
vorgängig Verfügungsentwürfe zur Stellungnahme unterbreitet werden.
Vielmehr hätten bereits Äusserungsmöglichkeiten gegenüber der
Baubehörde und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
bestanden. Dennoch setzte die B._ eine Frist von zehn Tagen für
allfällige Stellungnahmen an. B._ und A._ verzichteten auf eine
Stellungnahme.
5. Daraufhin erliess die Gemeinde C._ am 6. August 2019, mitgeteilt am
13. September 2019, eine Wiederherstellungs- und Bussverfügung, worin
sie umschrieb, welche Elemente im Stall auf der Parzelle D._, auf dem
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Gebiet der Gemeinde C._, zurückzubauen seien. Als Frist für den
Rückbau setzte die Gemeinde C._ zwei Monate. Zudem bestrafte sie
B._ und A._ mit einer Baubusse von je CHF 30'000.--.
6. Mit Eingabe vom 19. September 2019 ersuchten B._ und A._ die
Gemeinde C._ um Wiedererwägung der Wiederherstellungs- und
Bussverfügung vom 6. August 2019. Sie seien mit allem einverstanden,
ausser mit dem Rückbau der kleinen Holzbox im Obergeschoss und der
Entfernung des sich darin befindlichen WC's. Zudem sei die Rückbaufrist
von zwei Monaten zu kurz und die Baubusse unangemessen hoch.
7. In teilweiser Gutheissung des Wiedererwägungsgesuchs reduzierte die
B._ mit Entscheid vom 10. Oktober 2019 den Umfang der
Wiederherstellung und verlängerte die Wiederherstellungsfrist bis zum 31.
Mai 2020. Weiter hielt sie fest, dass die übrigen angeordneten
Massnahmen sowie die ausgesprochenen Bussen von je CHF 30'000.--
unverändert bestehen blieben.
8. Gegen die Wiederherstellungs- und Bussverfügung vom 6. August 2019
sowie gegen den Wiedererwägungsentscheid vom 10. Oktober 2019
erhoben A._ und B._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit
Eingabe vom 16. Oktober 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden. Darin beantragten sie kostenfällig die Feststellung,
dass der Wiedererwägungsentscheid unwirksam sei, eventualiter sei er
aufzuheben.
Im Wesentlichen wurde ausgeführt, dass die Gemeinde C._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) den Wiedererwägungsentscheid vom
10. Oktober 2019 an eine Bedingung geknüpft habe. Dabei handle es sich
um eine Verfügung mit Suspensivbedingung. Die Rechtswirksamkeit trete
daher erst ein, wenn die Bedingung erfüllt sei und der restliche Inhalt der
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Wiederherstellungs- und Bussverfügung vom 6. August 2019 tatsächlich
akzeptiert werde. Dies sei dann der Fall, wenn die Wiederherstellungs- und
Bussverfügung und der Widererwägungsentscheid nicht beim Gericht
angefochten werden. Bei gerichtlicher Beanstandung des
Wiedererwägungsentscheides vom 10. Oktober 2019 erfolge keine
Rechtswirksamkeit. Ausserdem sei die Bussverfügung vom 6. August 2019
aufzuheben und die ausgefällten Bussen von je CHF 30'000.--
angemessen zu reduzieren. Die Wiederherstellungsverfügung vom 6.
August 2019 sei insofern aufzuheben, als damit der Rückbau der kleinen
Holzbox im Obergeschoss inklusive die Entfernung des WC's angeordnet
und für den gesamten Rückbau eine Frist von zwei Monaten eingeräumt
wurden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie, dass der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei. Ihre materiellen
Rechtsbegehren begründeten die Beschwerdeführer damit, dass vor dem
Erlass der Bussenverfügung vom 6. August 2019 immer nur von einer
Busse die Rede gewesen sei. Sie hätten bereits eine Busse von total CHF
30'000.-- als übermässig hoch qualifiziert. Für die Beschwerdeführer sei
nicht klar erkennbar gewesen, dass eine Busse von total CHF 60'000.--
ausgesprochen worden sei. Ausserdem könne die von der Baubehörde
vorgenommene Bemessung der Bussenhöhe nicht als tat- und
schuldangemessen bezeichnet werden, die Baubehörde habe hier ihr
Ermessen überschritten. Die unverhältnismässig hohen Bussen müssten
reduziert werden, da das Verschulden nicht derart schwer wiege. Denn das
Aufstellen der Trockentoilette und die Nutzung des Stalles als Lagerraum
sei bereits bewilligt gewesen. Des Weiteren sei neben dem Stall bereits
eine bewilligte Wohnbaute vorhanden.
Die Bussen überstiegen den ordentlichen Bussenrahmen von Art. 95
Abs. 1 KRG unzulässigerweise um CHF 20'000.--, dies für nur eine
Baurechtsverletzung, begangen durch die Beschwerdeführer. Sie seien
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von der Baubehörde bei der Bussbemessung im Ergebnis als Einheit
betrachtet worden. Die Beschwerdegegnerin habe die Aufteilung des
Einkommens und des Vermögens unterlassen. So seien das Vermögen
und das Einkommen je hälftig auf die Beschwerdeführer aufzuteilen. Die
Vermögenssituation, welche sich aus der Veranlagungsverfügung ergebe,
entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Zudem sei das Vorleben
der Beschwerdeführer in der Bussenbemessung gänzlich ausser Acht
gelassen worden. Sie wiesen einen tadellosen Leumund auf.
Da in vergleichbaren Fällen in der Gemeinde C._ viel geringere
Bussen ausgesprochen worden seien, werde das Gleichbehandlungsgebot
verletzt.
Die Wiederherstellungsverfügung vom 6. August 2019 sei
unverhältnismässig. Der Stall sei für den Gebrauch als Lagerraum und für
das Aufstellen einer tragbaren Campingtoilette bewilligt worden. Die
installierte WC-Anlage sei eine Kompost- respektive Programmpalette und
könne leicht zu einer mobilen WC-Anlage umfunktioniert werden. Die
Bewilligung einer mobilen Toilette in einem licht- und luftdurchlässigen Stall
bedinge eine Umwandung dieser Anlage. Was die Frist für die
Wiederherstellung angehe, so sei nicht klar, ab wann diese zu laufen
beginne, sie sei jedenfalls angemessen zu verlängern, sodass die
Wiederherstellungsmassnahmen in den Sommermonaten ausgeführt
werden könnten. Den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung
begründen die Beschwerdeführer damit, dass ein Rückbau vor Feststellung
von dessen Verhältnismässigkeit eine grosse Härte bedeuten würde. In
zeitlicher Hinsicht seien angesichts des bevorstehenden Winters die
angesetzten zwei Monate zu kurz bemessen. Bei beiden Anordnungen
seien keine öffentlichen Interessen ersichtlich, welche gegen die
vorübergehende Beibehaltung der aktuellen Situation sprächen.
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Es liege keine Verletzung von Treu und Glauben durch die
Beschwerdeführer vor, weil ihnen aus Berufung auf die fehlende
Rechtswirksamkeit des Wiedererwägungsentscheides vom 10. Oktober
2019 kein zusätzliches Recht erwachsen würde, welches sie nicht ohnehin
schon hätten. Werde die Unwirksamkeit der Verfügung geltend gemacht,
sei diese sowohl für die Beschwerdeführer als auch für die
Beschwerdegegnerin hinfällig. Somit sei auch die Beschwerdegegnerin
nicht an die teilweise Gutheissung des Wiedererwägungsgesuchs
gebunden, der Beschwerdegegnerin erwachse daher kein Nachteil.
Eventualiter werde die Aufhebung des Wiedererwägungsentscheides vom
10. Oktober 2019 wegen wesentlichen Irrtums beantragt. Der
Wiedererwägungsentscheid vom 10. Oktober 2019 wäre nicht zustande
gekommen, wenn sich die Beschwerdeführer nicht über das Total der
Bussenhöhe geirrt hätten. Wären sie nicht einem Irrtum unterlegen, hätten
sie die Bedingungen des Beschwerdeführers nicht akzeptiert und das
Wiedererwägungsgesuch wäre von der Beschwerdegegnerin abgewiesen
worden. Die Ausgangslage sei dieselbe, wie wenn das
Wiedererwägungsgesuch abgewiesen worden wäre.
9. Mit Vernehmlassung vom 28. Oktober 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung des Gesuchs um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung. Das Ergreifen des Rechtsmittels verstosse
gegen Treu und Glauben und sei deshalb rechtsmissbräuchlich. Die
Beschwerdeführer würden sich nicht an ihre Vereinbarung mit der
Beschwerdegegnerin halten, wonach sie von einer Beschwerde gegen den
nunmehr angefochtenen Entscheid absehen würden, wenn dieser im
Rahmen der Wiedererwägung teilweise abgeschwächt werde. Sie hätten
kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung dieses
Wiedererwägungsentscheides und der damit verbundenen
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Wiederherstellungs- und Bussverfügung. Aufgrund der fehlenden
Beschwerdelegitimation sei darauf nicht einzutreten.
10. Mit prozessleitender Verfügung vom 29., mitgeteilt am 30. Oktober 2019
erkannte der Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung zu.
11. Mit Vernehmlassung vom 27. November 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventuell
sei die Beschwerde abzuweisen.
Es sei rechtsmissbräuchlich, wenn die Beschwerdeführer dennoch den
erlassenen Wiedererwägungsentscheid vom 10. Oktober 2019 anföchten.
Die Berufung hinsichtlich der Bussverfügung vom 6. August 2019 auf Irrtum
sei unbehelflich, da in selbiger stets von 'je' einer Busse die Rede gewesen
sei. Wären die Beschwerdeführer nur von einer einfachen Busse
ausgegangen, handle es sich allenfalls um ein Missverständnis, nicht aber
um einen Irrtum gemäss Art. 24 OR. Die Beschwerdegegnerin hätte nicht
auf den Gedanken kommen können, dass die Beschwerdeführer in diesem
Punkt von einem anderen Sachverhalt ausgehen würden. Somit liege kein
Grundlagenirrtum vor.
Die Bussenhöhe sei gerechtfertigt, da die Beschwerdeführer vorsätzlich
widerrechtlich umfangreiche Um- und Ausbauten mit der Umnutzung zu
Wohnzwecken vorgenommen hätten. Die finanziellen Verhältnisse
betreffend spiele es keine Rolle, ob ihr Einkommen und Vermögen wie in
der Steuerveranlagung zusammengefasst, oder ob ihnen die einzelnen
Faktoren je zur Hälfte zugerechnet würden. Es könnten immer noch jedem
der Ehegatten CHF 9'000'000.-- als Einkommen und CHF 23'500'000.-- als
Vermögen angerechnet werden. Die Busse müsse dem Verschulden und
den persönlichen finanziellen Verhältnissen der Bestraften angepasst sein.
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Würde der Wiedererwägungsentscheid vom 10. Oktober 2019 aufgehoben,
müsste es auch bei der Abbruchverfügung für die kleine Holzbox im
Obergeschoss samt Einrichtungen bleiben. Hinsichtlich der
Wiederherstellungsfrist wurde ausgeführt, dass diese bis 31. Mai 2020
erstreckt werden könne.
Es sei die Leistung einer Umtriebsentschädigung an die
Beschwerdegegnerin angebracht, da die Gegenpartei sich treuwidrig
verhalten habe.
12. Mit Schreiben vom 10. Januar 2020 hielten die Beschwerdeführer repli-
cando an ihren Rechtsbegehren fest. Zudem seien die Unterlagen zum
Abklärungsergebnis der Beschwerdegegnerin betreffend die finanziellen
Verhältnisse zu edieren.
Aus dem Wiedererwägungsgesuch vom 19. September 2019 ergebe sich,
dass von ihnen schon eine Busse von CHF 30'000.-- als unangemessen
erachtet worden sei. Somit sei klar, dass sie von einer einzigen Busse
ausgegangen seien. Auch habe die Beschwerdegegnerin die finanziellen
Verhältnisse der Beschwerdeführer nicht separat beurteilt. Die Busse sei
nach den Verhältnissen des Täters zu bemessen, so dass dieser eine
angemessene Strafe erleide (Art. 106 Abs. 3 StGB).
Sie hätten in der Beschwerde vom 16. Oktober 2019 fälschlicherweise
ausgeführt, dass das Vermögen und das Einkommen der
Beschwerdeführer je hälftig aufzuteilen seien. Dies müsse präzisiert und
korrigiert werden. Bei den Einkünften aus unselbstständiger
Erwerbstätigkeit von CHF 406'000.-- entfalle der Grossteil des
Einkommens, nämlich 90 % auf den Beschwerdeführer, lediglich der Rest
von 10 % entfalle auf die Beschwerdeführerin.
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13. Mit Duplik vom 24. Januar 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren
Anträgen fest. Die Beschwerdeführer unterstünden mangels anderer
Nachweise dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung.
Gemäss Art. 200 Abs. 3 ZGB sei darauf zu schliessen, dass das gesamte
Vermögen Errungenschaft darstelle und zwar unabhängig davon, auf
welchen Namen allfällige Wertschriften eingetragen seien. Dasselbe gelte
für den aus diesem Vermögen erzielten Ertrag. Zudem hätte die Ehefrau
gestützt auf Art. 164 ZGB zulasten des Ehemannes Anspruch auf einen
angemessenen Betrag zur freien Verfügung. Demnach erscheine es als
gerechtfertigt, die Einkommens- und Vermögensfaktoren beiden Eheleuten
je zur Hälfte anzurechnen.
Neueste verfügbare Zahlen beruhten auf der rechtskräftigen
Steuerveranlagung aus dem Jahre 2017, weswegen auch das Jahr 2017
bei der Festlegung der Bussenhöhe beigezogen worden sei. Frühere und
spätere Steuerunterlagen seien diesbezüglich nicht aussagekräftig, da sie
entweder länger zurückliegen (2016) oder bei Erlass der angefochtenen
Verfügung noch nicht veranlagt gewesen seien (2018).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
Verfügungen sowie die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit
rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bilden die
Wiederherstellungs- und Bussverfügung der Beschwerdegegnerin vom 6.
August 2019 und der Wiedererwägungsentscheid vom 10. Oktober 2019.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 49
Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100) vorliegend zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die
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Beschwerdeführer sind als Verfügungsadressaten beschwert und folglich
zur Erhebung der Beschwerde legitimiert (Art. 50 VRG). Gemäss Art. 52
Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen seit Mitteilung
des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen. Die
am 16. Oktober 2019 der Schweizerischen Post übergebene Beschwerde
wurde demzufolge frist- und formgerecht eingereicht, weshalb darauf
einzutreten ist.
1.2. Die Beschwerdeführer beantragen, es seien die Unterlagen zum
Abklärungsergebnis der Baubehörde betreffend finanzielle Verhältnisse zu
edieren. Dem Antrag ist angesichts des Verfahrensausganges nicht
stattzugeben (vgl. E.3.3.).
1.3. Die Beschwerdeführer beantragen, es sei eine Übersicht über sämtliche,
seit der Gemeindefusion der Gemeinde C._ ausgesprochenen
Baubussen zu edieren. Da in den Augen des Gerichts eine solche Edition
keinen Sinn macht, weil jeder Einzelfall für sich gesondert zu betrachten ist
und es nicht genügt, einfach die Baubussenhöhe zu vergleichen, ist auch
dieser Antrag abzuweisen.
2.1. Streitig und zu klären ist im Folgenden, ob der Wiedererwägungsentscheid
vom 10. Oktober 2019 unwirksam geworden ist (Hauptantrag der Ziff. 1 des
Rechtsbegehrens) oder ob er eventualiter aufzuheben sei.
2.2. Die Beschwerdeführer haben den Wiedererwägungsentscheid vom 10.
Oktober 2019 angefochten. Somit ist die Bedingung, dass dieser in
Rechtskraft erwächst, nicht eingetreten und der bedingte
Wiedererwägungsentscheid ist eo ipso dahingefallen. Die Rechtslage ist
danach die, dass der Zustand vor Erlass des
Wiedererwägungsentscheides gilt. Es kann daher von Seiten des
Gerichtes bei gleichzeitigem Eintreten in Gutheissung des Hauptantrages
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dieser Ziff. 1 auf Aufhebung des Wiedererwägungsentscheides der
Beschwerdeführer festgestellt werden, dass der
Wiedererwägungsentscheid vom 10. Oktober 2019 unwirksam geworden
ist.
3.1. Als nächstes ist die Frage zu prüfen, ob der von der Beschwerdegegnerin
verfügte Rückbau der kleinen Holzbox sowie des WC's und somit die
Widerherstellung des rechtmässigen Zustandes rechtmässig verfügt und
die Frist dazu hinreichend bemessen worden ist.
3.2. Gemäss dem - nach Art. 107 Abs. 2 Ziff. 6 des Raumplanungsgesetzes für
den Kanton Graubünden (KRG; 801.100) direkt anwendbaren - Art. 94
Abs. 1 KRG sind materiell vorschriftswidrige Zustände auf Anordnung der
zuständigen (Bau-)Behörde zu beseitigen, gleichgültig, ob für deren
Herbeiführung ein Bussverfahren durchgeführt wurde. Gemäss Abs. 2
dieser Bestimmung ist für den Erlass und die Durchsetzung von
Wiederherstellungsverfügungen die kommunale Baubehörde zuständig.
Laut Art. 94 Abs. 3 KRG obliegt die Pflicht zur Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands sowohl dem Eigentümer als auch den Personen,
die den rechtswidrigen Zustand herbeigeführt haben. Kommen die
Pflichtigen einer rechtskräftigen Wiederherstellungsverfügung innert Frist
nicht nach, lässt die zuständige Behörde nach erfolgter Androhung die
verfügten Massnahmen auf Kosten der Säumigen durch Dritte vornehmen.
Gemäss Art. 94 Abs. 4 KRG erlässt die zuständige Behörde eine
Verfügung, dass der gesetzwidrige Zustand geduldet wird, wenn sie aus
Gründen der Verhältnismässigkeit oder des Vertrauensschutzes von der
Anordnung von Wiederherstellungsmassnahmen ganz oder teilweise
absehen muss.
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3.3. Im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 18 8
vom 15. Januar 2019 E.5.3.1. hat das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden betreffend die Holzboxen Folgendes festgehalten:
Was die beiden Holzboxen im Obergeschoss betrifft, so stellen diese erhebliche bauliche Veränderungen des ursprünglichen Stallgebäudes dar. Sie sind, soweit ersichtlich, aus hochwertigen Materialien hergestellt, haben Türen und Fenster und scheinen, sofern das Gericht dies anlässlich des Augenscheins beurteilen konnte, isoliert zu sein. Zudem enthalten beide elektrische Leitungen inkl. Lichtschalter und die kleinere WC/DU-Box auch Wasser- und Abwasserleitungen. In letzterer sind ein WC (vgl. dazu auch Erwägung 5.3.3), eine Dusche mit Brause, Abfluss und Glasumwandung, ein Lavabo mit Wasserhahn und Abfluss installiert, was einer modernen Badezimmereinrichtung entspricht. In der grösseren Holzbox ist ein Regal eingebaut, der Rest des Raums ist gross, sauber und trocken, mithin ideal, um eine Schlafgelegenheit einzurichten. Beide Boxen stellen nicht einfach eine mobile, leicht verstell- oder wieder abbaubare Umwandung eines WC's oder eines Aufbewahrungsregals dar, wie dies die Beschwerdeführer glauben machen wollen. Vielmehr sind die Boxen auf Dauer in den oberen Boden des Stalles eingebaut und eindeutig zu Wohnzwecken ausgelegt. Damit sprengen sie den Rahmen des hier anwendbaren Art. 24a RPG (Zweckänderungen ohne bauliche Massnahmen). Selbst die Fachstelle führt in einem auf ihrer Homepage (www.are.gr.ch) abrufbaren Papier zum Bauen ausserhalb der Bauzonen (vgl. Amt für Raumplanung Graubünden, Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, Eine Arbeitshilfe für die Erarbeitung und Beurteilung von BAB-Gesuchen, November 2017, S. 46 f.) als typische Beispiele für eine Umnutzung ohne bauliche Massnahmen im Sinne von Art. 24a RPG die Umnutzung eines alleinstehenden Stalls in ein Material- und Maschinenlager oder zur Einstellung von Fahrzeugen (S. 46) sowie als Beispiele für zulässige bauliche Massnahmen des Unterhalts die Fundamentsicherung oder die Verbreiterung eines Zufahrtstors auf (S. 47). Die beiden von den Beschwerdeführern im fraglichen Stallgebäude eingebauten und fest installierten Holzboxen können mit diesen Beispielen zulässiger Massnahmen nicht verglichen werden. Insbesondere kann auch keine Rede davon sein, dass allein Unterhaltsarbeiten vorgenommen worden seien, wie sie mit Bewilligung vom 26. Juni 2012 (Bf-act. 5) zugelassen wurden (nämlich: das Ausschneiden morscher Holzteile, das Unterfangen mit Beton sowie das Aufmauern mit Natursteinen, die Instandstellung der Böden, die Ausbesserung des Heubodens, das Verschrauben der bestehenden Holzbretter sowie das Einbauen eines neuen Holzbodens aus Dreischichtplatten, das Entrosten, Grundieren und Neu-Streichen des bestehenden Blechdachs sowie weitere kleinere Instandstellungsarbeiten, vgl. Bf-act. 6). Im Urteil 1C_784/2013 vom 23. Juni 2014 schützte das Bundesgericht den Entscheid einer Gemeinde, welche die ohne Baubewilligung vorgenommenen baulichen Veränderungen in einem alleinstehenden, nicht mehr zonenkonform genutzten Stall wie u.a. ein Badezimmer auf dem Heuboden, eine Werkstatt im Kleintierstall, Tisch und Sitzmöglichkeiten im Grossviehstall, Holztäferung an den Wänden und Decken im Grossviehstall sowie eine Treppe vom Kleintierstall zum Heuboden nicht bewilligt hatte. Nach dem Gesagten sind die beiden Holzboxen im Obergeschoss des Ökonomiegebäudes samt den sich darin befindlichen Installationen (Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen) nicht nach Art. 24a RPG (Zweckänderungen ohne bauliche Massnahmen) bewilligbar. Eine teilweise Erweiterung nach Art. 24c RPG oder eine Zweckänderung nach Art. 24d RPG ist, wie bereits erwähnt, bei alleinstehenden Stallgebäuden nicht zulässig, weshalb die beiden Holzboxen unter keinem Titel bewilligbar sind. Sie stellen, wie dies auch die Fachstelle
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bzw. die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt, eine Umgehung bzw. eine Verletzung des Raumplanungsgesetzes dar.
Der Antrag der Beschwerdeführer ist aus Gründen der
Verhältnismässigkeit gutzuheissen. Nachdem das Aufstellen eines
Camping-WC's im Stall ohnehin zulässig ist, geht es in materieller Hinsicht
nur noch darum, ob dieses Camping-WC geduldet umwandet bleiben darf.
Dies ist verhältnismässig und zu bejahen, weil die kleine Holzbox ohne
irgendwelche Anschlüsse nur aufgrund der Bestückung mit einem
Camping-WC nicht als wohngenutzt anzusehen ist. Die
Wiederherstellungsverfügung vom 6. August 2019 ist somit insofern
aufzuheben, als damit der Rückbau der kleinen Holzbox im Obergeschoss
inklusive Entfernung des WC's angeordnet wurde. Für den gesamten
Rückbau ist eine Frist von zwei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des
vorliegenden Verfahrens zu gewähren.
4.1. Sodann bleibt die Rechtmässigkeit der mit der angefochtenen Verfügung
ausgesprochenen Bussen in Höhe von je CHF 30'000.-- zu prüfen.
4.2. Gemäss Art. 4 und Art. 44 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen
Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) richtet sich das Verfahren
zur Verfolgung und Beurteilung von Straftaten des kommunalen Rechts
nach dem VRG (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts
6B_844/2013/6B_890/2013/6B_891/2013 vom 20. Februar 2014, E.2.2.1;
weiter VGU R 11 36 vom 15. November 2011 E.2b, bestätigt in Urteil des
Bundesgerichts 1C_4/2012 vom 19. April 2012 E.2 und R 14 61 vom 17.
November 2014 E.2a). In der Botschaft der Regierung wird dazu
ausdrücklich ergänzt, dass das Gleiche auch gelte, wenn die Gemeinden
durch Gesetz zur Verfolgung und Beurteilung von kantonalen
Straftatbeständen ermächtigt werden (vgl. Botschaft der Regierung an den
Grossen Rat, Heft Nr. 13/2009-2010, Umsetzung Schweizerische Straf-
und Zivilprozessordnung auf Gesetzesstufe, S. 830). Das KRG bestimmt in
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Art. 95 Abs. 3, dass die kommunale Baubehörde zuständig für die
Bestrafung durch Baubussen ist.
4.3. Art. 95 KRG sieht vor, dass, wer dieses Gesetz oder darauf beruhende
Erlasse und Verfügungen des Kantons oder der Gemeinden verletzt, mit
Busse zwischen CHF 200.-- und CHF 40'000.-- bestraft wird. Weiter ist
vorgesehen, dass die vorsätzliche oder fahrlässige Widerhandlung,
begangen durch die nach Art. 93 KRG verantwortlichen Personen, strafbar
ist. Strafen, worunter die Bussen des Kernstrafrechts wie auch des
Verwaltungsrechts fallen, haben höchstpersönlichen Charakter (vgl. BGE
134 III 59 E.2.3.2, 116 V 4 E.3a). Dies folgt aus dem Verschuldensprinzip
und der Unschuldsvermutung. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht
nicht nur eine, sondern zwei Bussen ausgesprochen.
4.4. Die Beschwerdeführer haben gemeinsam wissentlich und willentlich
erhebliche illegale bauliche Veränderungen des ursprünglichen
Stallgebäudes und der Umgebung (insbesondere Wasserzufuhr und
Entwässerung) vorgenommen; vgl. die Auflistung in VGU R 18 8 vom 15.
Januar 2019, E.5ff.). Diese Veränderungen sollen eindeutig Wohnzwecken
dienen. Die Beschwerdeführer müssen sich somit den Vorwurf eines sehr
schweren Verschuldens gefallen lassen. Der Beschwerdeführer lebt in sehr
guten finanziellen Verhältnissen. Richtigerweise wurde deshalb, auch um
den Strafcharakter der Busse noch zu unterstreichen, aber auch um
seinem unbestritten gebliebenen ansonsten guten Leumund Rechnung zu
tragen, seitens der Gemeinde gegenüber A._ eine Busse in der Höhe
von 3⁄4 des Höchstmasses von CHF 40'000.-- verfügt. Somit ist die
Beschwerde hinsichtlich des Beschwerdeführers abzuweisen.
4.5. Zu prüfen bleibt, ob die Bussenhöhe gegenüber der Beschwerdeführerin
zu Recht verfügt worden ist. Diese hat aktenkundig ein Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit von ca. CHF 32'000.--. Ob weitere
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Einkommen und/oder Vermögen der Beschwerdeführerin vorliegen, lässt
sich den eingelegten Akten nicht eindeutig entnehmen.
4.6. Die Lehre äussert sich wie folgt zur Bussenbemessung des
haushaltführenden Ehegatten: Beim einkommenslosen haushaltführenden
Ehegatten ist auf den ihm tatsächlich zufliessenden oder zustehenden
Unterhalt abzustellen. Massgebend ist, was der haushaltsführende
Ehegatte aus dem Familieneinkommen für sich persönlich erhält. Nach
Auffassung der Lehre soll bei ungetrennter Gemeinschaft für den
haushaltsführenden Partner grundsätzlich von den Regelansätzen
ausgegangen werden, welche im umgekehrten Fall als Unterhaltsabzüge
zur Anwendung gelangen. Das bedeutet, dass dem straffälligen
haushaltführenden Ehegatten als Naturallohn in der Regel 40 % (ohne
Kinder) beziehungsweise 25 % (mit Kindern) des Nettoeinkommens des
verdienenden Ehepartners angerechnet werden. Soweit er eigene
Einkünfte erzielt, kann sich eine reduzierte Anrechnung des Naturallohnes
rechtfertigen. Lediglich auf den Beitrag zur freien Verfügung nach Art. 164
ZGB abzustellen, ist angesichts der mit der Geldstrafenbemessung
verbundenen Lebensstandarderfassung nicht angebracht (DOLGE, in:
NIGGLI/WIPRÄCHTIGER (Hrsg.) Basler Kommentar zum Strafrecht, 4. Aufl.,
Basel 2019, Art. 34 StGB Rz. 57).
Das Bundesgericht entwickelte im Entscheid BGE 116 IV 4 vom 27. April
1990 Grundsätze, nach denen die Bussenbemessung gegenüber dem haushaltführenden Ehegatten zu erfolgen hat. Danach ist bei der
Bussenbemessung gegenüber dem Hausgatten allein sein Einkommen
und Vermögen in Rechnung zu stellen, nicht jenes seines erwerbstätigen
Partners. Dies ergebe sich aus dem höchstpersönlichen Charakter der
Strafe nach Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, wonach bei der Festsetzung der
Bussenhöhe auf das Einkommen und Vermögen des Täters abzustellen
ist. Es spielt danach keine Rolle, aus welcher Quelle die Einkünfte des
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Täters stammen; entscheidend ist seine tatsächliche finanzielle
Leistungsfähigkeit. Als Einkommen des haushaltführenden Ehegatten ist
danach zunächst ein allfälliger Nebenerwerb zu berücksichtigen. Fehlt ein
solcher, so ist allein auf jene Einkünfte abzustellen, die dem Hausgatten
aus Eherecht zufliessen bzw. zustehen. Solche Einkünfte können sich je
nach Einzelfall aus dem Taschengeld, dem Betrag zur freien Verfügung
nach Art. 164 ZGB und allenfalls auch aus Entschädigungen nach Art. 165
ZGB zusammensetzen (BGE 116 IV 4 E.3 m.w.H.).
Zur Berechnung des Freibetrags nach Art. 164 Abs. 2 ZGB (Teil des
ehelichen Unterhalts) sind unter anderem die eigenen Einkünfte der
Ehefrau, die gewählte Lebensführung und die familiäre und berufliche
Vorsorge beizuziehen. Der freie Betrag soll der Ehefrau den gleichen
Lebensstandard wie derjenige des Ehemannes ermöglichen
(ISENRING/KESSLER, in: GEISER/FOUNTOULAKIS (Hrsg.), Basler Kommentar
Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456, 6. Aufl., Basel 2018, Art. 164 Rz. 14 ff. ZGB).
Bei der Bussenbemessung darf es sich nicht zu Gunsten des Hausgatten
auswirken, wenn dieser den Betrag zur freien Verfügung gemäss Art. 164
ZGB gegenüber seinem erwerbstätigen Partner nicht geltend macht. Sollte
dies der Fall sein, so ist vom potentiellen Einkommen auszugehen (BGE
116 IV 4 E.4).
In einem neueren Entscheid betreffend eine Geldstrafe u.a. wegen
versuchten Diebstahls, äussert sich das Bundesgericht zum Vermögen des
haushaltführenden Ehegatten als Bemessungskriterium. Gemeint ist die
Substanz des Vermögens, da dessen Ertrag bereits Einkommen darstellt.
Wer seinen Lebensunterhalt aus dem laufenden Einkommen bestreitet, soll
die Geldstrafe daraus bezahlen und sich in seiner gewohnten
Lebensführung einschränken müssen, gleichviel, ob es sich um Arbeits-,
Vermögens- oder Rentenertrag handelt. Fehlendes Vermögen stellt
insoweit keinen Grund dar, die Höhe des Tagessatzes zu senken, ebenso
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wenig wie vorhandenes Vermögen zu einer Erhöhung führen soll. Das
Vermögen ist bei der Bemessung des Tagessatzes daher nur (subsidiär)
zu berücksichtigen, wenn besondere Vermögensverhältnisse einem
vergleichsweise geringen Einkommen gegenüberstehen (BGE 134 IV 60
E.6.2).
4.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich das Begehren der
Beschwerdeführer, die Wiederherstellungsverfügung vom 6. August 2019
sei insofern aufzuheben, als damit der Rückbau der kleinen Holzbox im
Obergeschoss inklusive die Entfernung des WC's angeordnet und für den
gesamten Rückbau eine Frist von zwei Monaten nach Eintritt der
Rechtskraft des vorliegenden Verfahrens eingeräumt werde, als begründet
erweist (E.3.3.), was zu dessen Gutheissung führt. Die Verfügung der
Beschwerdegegnerin betreffend Baubusse des Beschwerdeführers erweist
sich als rechtens (E.4.4.), weswegen die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen ist. Betreffend die Baubusse der Beschwerdeführerin ist die
Beschwerdegegnerin bei der Bussenbemessung nicht von den rechtlich
massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen (E.4.5. f.). Dies führt zur
Gutheissung der Beschwerde bezüglich der verfügten Busse gegenüber
der Beschwerdeführerin und zur Rückweisung an die Gemeinde C._.
Der Bussenentscheid betreffend die Beschwerdeführerin ist aufzuheben
und im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird
abzuklären haben, welcher Betrag der Beschwerdeführerin zur freien
Verfügung gemäss Art. 164 ZGB zusteht. Bei der Ermittlung dieses
Betrages wird sie zunächst den Nettoüberschuss des Gesamteinkommens
der beiden Ehegatten zu ermitteln haben. Sodann wird sie sich mit der
Frage auseinanderzusetzen haben, ob sich eine Abweichung von der
hälftigen Teilung rechtfertigt, weil das vorhandene Einkommen mehr
ausmacht, als es die Wahrung der von den Beschwerdeführern gewählten
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angemessenen Lebenshaltung erfordert (BGE 114 II 32 E.8). Die so
errechnete Grösse ist als Einkommen der Beschwerdeführerin der
Bussenbemessung zugrunde zu legen. Sollte sich der Beweisaufwand als
unverhältnismässig erweisen, steht es der Gemeinde frei, von
Schätzungen und vereinfachten Prozentansätzen auszugehen (BGE 116
IV 4 E.5 f.).
5. Bei diesem Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind
ermessensweise die Gerichtskosten nach Art. 73 Abs. 1 VRG zur Hälfte
dem gegenüber der Beschwerdegegnerin Gemeinde C._
unterliegenden Beschwerdeführer A._ und zur Hälfte der gegenüber
der Beschwerdeführerin unterliegenden Beschwerdegegnerin Gemeinde
C._ zu auferlegen. Das Gericht erachtet hier ermessensweise eine
Staatsgebühr von insgesamt CHF 2'500.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) als
angemessen.
6. Aussergerichtlich hat bei diesem Verfahrensausgang die
Beschwerdegegnerin Gemeinde C._ der anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin B._ gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG Ersatz für die
durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu leisten.
Ausgangspunkt dafür ist dabei die eingereichte Honorarnote der
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer. Eine aussergerichtliche
Entschädigung wird der Beschwerdegegnerin nicht gewährt, da diese
lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte (vgl. Art. 78 Abs. 2
VRG).
Gemäss Kostennote vom 29. Januar 2020 [mit Honorarvereinbarung und
Stundenansatz CHF 270.-- für beauftragte Partei] machte die
Rechtsanwältin eine Parteientschädigung von total CHF 6'614.25
(bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 20.08 Std. à CHF 270.-- [CHF
5'962.50] plus Barauslagen [CHF 178.90] und 7.7 % MWST auf CHF
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6'141.40) geltend. Praxisgemäss beträgt der höchstzulässige
Stundenansatz im Kanton Graubünden CHF 270.-- laut Art. 3 Abs. 1
[Gebührenansätze] i.V.m. Art. Art. 4 [Honorarvereinbarung] der
Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und
Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR 310.250), weshalb die
besagte Parteientschädigung ermessensweise zur Hälfte zu gewähren ist.
Die Beschwerdegegnerin Gemeinde C._ hat somit der
Beschwerdeführerin B._ eine Parteientschädigung von CHF 3'307.13
zu bezahlen.
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