Decision ID: f3d0e2b6-0eef-4405-af7e-bf8fcf66ea7c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, arbeitete vom
1.
April 2009 bis zum 3
1.
Juli 2010
(letzter effektiver Arbeitstag: 2
4.
Juli 2010)
bei der
Y._
als
Hilfskoch/
Takeaway
-Verkäufer und war damit bei der
GastroSocial
Pensions
kasse vor
sorgeversichert (
Urk.
13/11/1-6
).
Die Auflösung des Arbeitsver
hältnisses erfolgte durch den Versicherten
,
wobei er
gesundheit
liche Gründe geltend machte
(
Urk.
13/11/9
).
Ab dem
1.
August 2010 bezog er Taggelder der
Arbeitslosenversicherung und war
bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG vorsorgeversichert. Wegen diversen psychischen Beeinträchtigungen meldete er sich am 1
4.
Januar 2011 (Datum des Posteingangs) bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm diverse Abklärungen vor
und sprach
X._
schliesslich mit Verfügung vom
9.
Mai 2012 basierend auf einem Inva
lidi
t
ätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
September 2011 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
13/40). Diese Verfügung wurde keiner Vorsorge
einrichtung eröffnet, nachdem die
GastroSocial
Pensionskasse der IV-Stelle nach Erhalt des Vorbescheids mitgeteilt hatte, dass sie infolge Austritts des Ver
sicherten per 3
1.
Juli 2010 nicht die zuständige Vorsorgeeinrichtung für die erst am 1
4.
September 2010 eingetretene Arbeitsunfähigkeit sei (Urk. 13/30/1).
Sowohl die
GastroSocial
Pensionskasse als auch die Stiftung Auffangein
richtung BVG lehnten in der Folge die Ausrichtung von Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge ab
(Urk. 2/4, Urk. 2/6, Urk. 2/20,
Urk.
2/23)
.
2.
Am
5.
Oktober 2016 erhob
X._
durch das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich gegen die
GastroSocial
Pensionskasse (Beklagte 1) und die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (Beklagte 2) Klage mit folgendem Rechts
begehren (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Es seien dem Kläger zu Lasten der Beklagten 1 die gesetzlich und reg
lementarisch geschuldeten Leistungen von jährlich mindestens Fr. 8‘492.-- inkl. Zins zu 5
%
aufgrund der seit
1.
August 2010 aufgetretenen Arbeits
unfähigkeit zuzusprechen.
2.
Eventualiter seien dem Kläger zu Lasten der Beklagten 2 die gesetzlich und reglementarisch geschuldeten Leistungen von jährlich mindestens Fr. 8‘492.-- inkl. Zins zu 5
%
ab heute aufgrund der seit
1.
August 2010 aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit zuzusprechen.
3.
Die Beklagten seien zu verpflichten, ihre vollständigen Dossiers mit den Berechnungsgrundlagen zu edieren und detailliert zu begründen.
4.
Es sei das IV-Dossier des Klägers beizuziehen.
5.
Es sei die Beklagte 2 als letzte BVG-Versicherung vorab zur Zahlung von Vorleistungen gemäss
Art.
70
Abs.
2
lit
. d ATSG zu verpflichten.
Unter Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten 1 resp. der Beklagten 2.“
Die Beklagte 1 ersuchte mit Klageantwort vom
1.
November 2016 um Ab
weisung der gegen sie gerichteten
Klage (
Urk.
6). Ebenso beantragte
die Be
klag
te 2 mit Klageantwort vom 1
2.
Dezember 2016 die vollumfängliche Abweisung
der gegen sie gerichteten Klage (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 13.
Dezember 2016 (
Urk.
11) zog das Gericht die Akten der Invaliden
versicherung bei (
Urk.
13/1-98). Der Kläger liess am 1
1.
Januar 2017 auf Ausführungen zur Replik verzich
ten (
Urk.
15), was den Beklagten am 16. Januar 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge werden von der
jenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, angeschlossen war (Art. 23
lit
. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG]). Die Leistungspflicht setzt einen engen sachlichen und zeitli
chen Zusammenhang zwischen der während der Dauer des Vorsorge
verhältnis
ses (einschliesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestande
nen Arbeitsunfähigkeit (Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bis
he
rigen Beruf von zumindest 20 Prozent; BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68; 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23; SVR 2008 BVG Nr. 34 S. 143 E. 2.3 mit Hinweisen, 9C_127/2008) und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität voraus (BGE 130 V 270 E. 4.1 S. 275).
1.2
Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Arbeits
unfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen der gleiche ist wie derjenige, auf welchem die Erwerbsunfähigkeit beruht (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22).
1.3
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die ver
sicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu
berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognos
ti
sche Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versi
cherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umstän
den zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tre
tenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit
hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der Ar
beitslo
sen
versicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeu
tung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Be
zug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine an
spruchsbeein
flus
s
ende Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit in jedem Fall zu be
rücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussicht
lich weiterhin an
dauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder
volle Arbeits
fähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauerhafte Wiederer
langung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewich
tiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als Ein
gliederungsversuch zu werten ist oder massge
blich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahr
schein
lich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22 mit Hinweisen).
Diese Grundsätze gelten sinngemäss auch, wenn eine Vorsorgeeinrichtung ihre
Leistungspflicht mit der Begründung verneinen will, eine berufsvorsorge
recht
lic
h bedeutsame Arbeitsunfähigkeit habe bereits vor Beginn des Vorsorgever
hält
nis
s
es bestanden und ohne wesentliche Unterbrechung bis zum Beginn der Ver
si
cherungsdeckung angedauert (Urteil 9C_273/2012 vom 20. November 2012 E.
4.1.2
mit Hinweis).
1.4
Es wird zwar in der Regel, aber nicht in jedem Fall
,
zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum
rechtsgenüglichen
Nachweis einer
be
rufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungs
vermö
gen
verlangt (vgl. Bundesgerichtsurteile 8C_195/2009 vom 2. September 2009 E. 5 und
9C_96/2008 vom 1
1.
Juni 2008 E.
3.2.2). Immerhin reichen nachträgli
che An
nahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahren rück
wirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähig
keit nicht aus (Bun
des
gerichtsurteil 9C_368/2008 vom 11.
September 2008 E. 2 mit Hinwei
sen). Die
gesundheitliche Beeinträchtigung muss sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die Einbusse an funktionellem Leistungsver
mögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten sein,
etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fallende
gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (SVR 2008 BVG Nr. 34 S.
143 [9C_127/200
8 E.
2.3]; SVR 2008 IV Nr. 11 S.
32 [I 687/06 E.
5.1]; Bun
des
ge
richtsurteil 9C_362/2012 vom
6.
Juni 2012 E. 5.2.1 mit Hinweis).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG er
gibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 271 E. 2a, 120 V 108 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 311 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 4 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung recht
sprechungs
gemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sach
verhaltes durch die Vorsor
geein
richtung bzw. das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts vom 23. Februar 2010, 9C_49/2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(Art. 73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2010, 9C_81/2010, E. 3.1, mit Hin
weisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständi
ges Beschwerderecht im Verfahren nach dem Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung (IVG) zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeein
richtungen, ist die IV-rechtliche Festset
zung des Invaliditätsgrades (grundsätz
lich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsor
gerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 273 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Ver
fahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Der Kläger lässt zur Begründung seiner Klage ausführen
, er habe ab dem 1. September 2011 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Es stelle sich die Frage, ob die BVG-relevante Arbeitsunfähigkeit bereits während dem Versicherungs
verhältnis mit der Beklagten 1 oder erst w
ährend jenem mit der Beklagten 2
eingetr
eten sei. Jedenfalls sei er
im relevanten Zeitraum ununterbrochen BVG-versichert gewesen. Die Kündigung des Arbeits
verhältnisses mit der
Y._
per 3
1.
Juli 2010 sei durch den Kläger aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Am 2
4.
Juli 2010 sei der letzte effektive Arbeitstag gewesen und am 2
8.
Juli 2010 habe
er sich
in der Poliklinik für Innere Medizin des
Z._
g
emeldet, wo i
h
m gleichentags ein
Arbeits
unfähigkeitszeugnis und ein Bericht ausgestellt worden sei.
Es habe dabei
ein depressives Zustandsbild festgestellt werden können. Per August 2010 habe sich der Kläger beim RAV angemeld
et. Ab dem 1
1.
August bis zum 31.
August 2010 und vom 1
3.
September bis
zum
1
5.
November 2010 lägen mehrere echt
zeitliche Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vor. Die Arbeitslosenkasse habe die Arbeitslosentaggelder vom 1
1.
bis 3
1.
August 2010 und vom 13. September bis 1
2.
Oktober 2010 über Krankheit abgerechnet. Der Psychiater
Dr.
A._
habe dem Kläger eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
spätestens ab Behand
lungsbeginn vom 1
4.
September 2010 attestiert. Gestützt darauf habe die IV-Stelle den Beginn der Wartezeit auf den 1
4.
September 2010 festgelegt. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 3
1.
Juli 2010 sei aus den gleichen gesundheitlichen Gründen erfolgt, welche schliesslich zur Inva
lidität geführt hätten
. Es sei echtzeitlich belegt, dass eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
von August bis Oktober 2010 bestanden habe. Der von der Beklagten 1 beauftragte Gutachter
Dr.
B._
habe eine Arbeitsun
fähigkeit in die
ser Zeit mit der Begründung verneint, dass der Kläger Arbeitslosentaggelder bezogen habe.
Dieser Bericht sei aber schlichtweg falsch und offensichtlich nicht in Kenntnis der Aktenlage erfolgt. Die Beklagte 1 stütze sich denn auch gar nicht mehr auf den Bericht von
Dr.
B._
, sondern mache eine Bin
dungswirkung des IV-Entscheides geltend, nach welchem die Arbeitsun
fähigkeit per 1
4.
September 2010 und somit nach Ablauf der Nachdeckungsfrist
bei der Beklagten 1
per 3
1.
August 2010 eingetreten sei. Die Beklagte 2, bei welcher der Kläger am 1
4.
September 2010 vorsorgeversichert gewesen sei, verneine wiede
rum die Bindungswirkung des IV-Entscheides, da ihr dieser nicht eröffnet wor
den sei. Es müsse deshalb nun im vorliegenden Verfahren fest
gestellt werden, welche der beiden Beklagten Invalidenleistungen für den im fraglichen Zeit
raum ununterbrochen versicherten Kläger zu erbringen habe (
Urk.
1).
2.2
Die Beklagte 1 macht geltend, die IV-Stelle habe den Beginn der Wartezeit auf den 1
4.
September 2010 festgelegt, wobei si
e
nicht von einer verspäteten Anmeldung ausgegangen sei. Es sei zwar unbestritten, dass in den medizini
schen Bericht
en
ausgeführt werde, dass der Kläger bereits seit mehreren Jahren in Behandlung gestanden habe. Die
se Tatsache
führe aber nicht ohne weiteres zur Annahme, er sei dadurch auch in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen.
Der Kläger habe für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses wohl gesundheitliche Gründe geltend gemacht, es sei aber davon auszugehen, dass er effektiv erst am 1
4.
September 2010 arbeitsunfähig gewesen sei. Die Beklagte 1 berufe sich auf die Feststellungen der Invalidenversicherung, welche sich der Kläger entgegenhalten lassen müsse. Der Kläger bringe nun nachträglich Belege vor, welche eine Arbeitsunfähigkeit am 2
8.
Ju
li 2010 und vom 1
1.
bis zum 31.
August 2010 festhalten würden. Es müsse dem jedoch
entgegengehalten
werden, dass es sich nicht um neue Tatsachen handle und
diese Belege schon im IV-Verfahren hätten eingereicht werden können. Die Feststellungen der Inva
lidenversicherung könnten nicht als willkürlich bezeichnet werden. Gegenüber der Invalidenversicherung sei mehrfach der 1
4.
September 2010 als Beginn für die relevante Arbeitsunfähigkeit genannt worden. Eine offen
sichtliche Unrich
tigkeit des IV-Entscheides ergebe sich unter diesen Umständen nicht. Der Kläger müsse sich im vorliegenden Verfahren den Entscheid der Invalidenversicherung entgegenhalten lassen
(
Urk.
6).
2.3
Die Beklagte 2 führt
aus,
der Kläger habe von August bis Oktober 2010 Tag
gelder der Arbeitslosenversicherung bezogen und sei während dieser Zeit bei ihr gegen die Risiken Tod und Invalidität in der beruflichen Vorsorge versichert gewesen.
Für die Zeit vor 2010 seien in den Akten keine gesundheitlichen Ein
schränkungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Der Beklagten 2 sei der Entscheid der Invalidenversicherung nicht eröffnet worden, weshalb sie nicht daran gebunden sei. Die Kündigung des letzten Arbeitsver
hältnisses durch den Kläger sei aufgrund derselben gesundheitlichen Beein
trächtigungen erfolgt, welche später zur Invalidität geführt hätten. Da der Kläger bereits am 2
8.
Juni 2010 aus gesundheitlichen Gründen gekündigt, am 2
4.
Juli 2010 seinen letzten Arbeitstag absolviert
habe und am 2
8.
Juli 2010 in der Poliklinik für Innere Medizin vorstellig geworden sei, sei es unwahr
scheinlich, dass die Arbeitsunfä
higkeit tatsächlich erst am 1
4.
September 2010 eingetreten sei. Es müsse viel
mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
die relevante Arbeitsunfähigkeit spätestens bei der Selbstvorstellung in der Kli
nik am 2
8.
Juli 2010, allenfalls sogar schon seit dem letzten Arbeitstag am 2
4.
Juli 2010 vorhanden gewesen sei. Damit sei nicht die Beklagte 2, sondern die Beklagte 1 leistungspflichtig (
Urk.
9).
3.
3.1
Laut dem Bericht der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des
Z._
vom 2
8.
Juli 2010 (
Urk. 13
/15/9-11) wurde der Kläger am 2
8.
Juli 2010 ambulant behandelt. Es seien ein depressives Zustands
bild sowie rezidivierende Spannungskopfschmerzen festgestellt worden. Der Kläger habe sich vorgestellt, weil der Hausarzt in den Ferien weile und er ein Arbeitsunfä
higkeitszeugnis gewünscht habe. Es bestehe eine deutliche Stress
situation fami
liär und beruflich bedingt, zu welcher er sich nicht genau habe äus
sern wollen. Ebenfalls seien
seit zwei Jahren Einschlaf
s
chwierigkeiten, Gedankenkreisen sowie
intermittierend Appetitlosig
keit
vorhanden
und der Kläger begebe sich vermehrt in soziale Isolation.
Aktuell habe er sich in der Klinik vorgestellt, weil er aufgrund diverser Kälteeinwirkungen Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen bekomme und er generell häufig kalt habe. Der Kläger sei in der psychiatrischen Poliklinik angemeldet worden. In der Klin
i
k für Innere Medizin seien vorerst keine weiteren Konsultationen geplant.
Dem Kläger wurde ein Arbeitsunfähig
keitszeugnis ausgestellt, welches ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für den 2
8.
Juli 2010 bescheinigt (
Urk.
2/10).
3.2
3.2.1
Gemäss
dem Bericht
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Z._
vom 1
2.
August 2010 (
Urk.
13/15/6-8
) bestehen beim Kläger Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt (ICD-10: F42.2) sowie eine rezidivierende depres
sive Störung gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.11).
Seit Januar 2010 leide er zunehmend unter depressiven Symptomen, er sei depressiv
,
inte
resselos, freudlos und habe keine Kraft. Er könne schlecht ein
schlafen und sei zunehmend über seinen Zustand beunruhigt. Der Grund seiner psychischen Ver
schlechterung seien seine Zwangsgedanken und –
handlungen
. Er habe ständig Angst, mit Keimen und Bakterien in Kontakt zu kommen und sich dadurch zu infizieren.
Er müsse seine Hände häufig waschen. Seit 4 Jahren leide er unter dieser Zwangssymptomatik, welche über die Jahre an Intensität zugenommen habe. Der Kläger berichte, dass er sich an seiner letzten Arbeitsstelle aufgrund seiner Zwangssymptomatik kaum mehr habe konzentrie
ren können. Er habe in einem Imbissgeschäft gearbeitet, bis in die späten Abendstunden, ca. 14 Stun
den täglich. Seine aktuelle Tagesstruktur sei er
schwert, weil er momentan nicht arbeite. Er sei auf der Suche nach einer Arbeit und gehe deshalb regelmässig zum Arbeitsamt. Zwischendurch treffe er sich mit Freunden. Durch die depressi
ven Symptome und die Zwangssympto
matik sei er im Alltag beeinträchtigt. Er ertrage keinen Lärm, habe sich in letzter Zeit zurückgezogen.
Dem Kläger wurde ein Arztzeugnis ausgestellt, welches ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die Zeit vom 1
1.
bis zum 3
1.
August 2010 bescheinigt (
Urk.
2/13).
3.2.2
Am
2.
Mai 2011
(
Urk.
13/17)
führte die Klinik für Psychiatrie und Psycho
therapie des
Z._
gegenüber der IV-Stelle telefon
isch aus, der Kläger sei am 11.
August 2011 (richtig: 2010) einmalig in Behandlung gewesen.
Es könnten deshalb keine weiteren Angaben gemacht werden.
3.3
Gemäss dem Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 1
2.
Februar 201
1
(
Urk.
13/15/5) hat er den Kläger seit dem 1
5.
März 2006 zwei Mal in der Sprechstunde gesehen, am
9.
August und am 3
0.
August 201
0.
Er leide scheinbar unter Zwangsstörungen und befinde sich diesbezüglich bei der
D._
in Behand
lung. Über die aktuelle Situation könne
Dr.
C._
keine Angaben machen.
3.4
3.4.1
Laut dem Bericht des behandelnden Psychiaters med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2
3.
Februar 2011 (Urk. 13/16/6-9) bestehen beim Kläger
Zwangsgedanken und Zwangshand
lungen gemischt (ICD-10: F
42.2). Es habe im Jahr 2008 mit leichten Putzzwän
gen bei der Arbeit als Restaurantmitarbeiter begonnen. Aktuell bestünden mas
sive, schwere Wasch-, Putz- und Kontrollzwänge sowie auch ein
Grübelzwang
. Die Konzentrations- und Merkfähigkeit sei mittelgradig gestört und es bestün
den ein Stimmungstief, Ein- und Durchschlafstörungen sowie latente Suizidali
tät. Trotz intensiver pharmakologischer und psychothera
peutischer Behandlung habe seit
nun mehr als
neun Monaten keine Veränderung erreicht werden kön
nen und die Prognose sei eher ungünstig. Der Kläger sei aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig. Diese Angaben gälten seit über einem Jahr.
3.4.2
Am 2
3.
August 2011
(
Urk.
13/21)
führte der Psychiater
A._
ergänzend aus, die Arbeitsunfähigkeit bestehe anamnestisch seit über zwei Jahren, mindestens jedoch seit dem Behandlungsbeginn am 1
4.
September 201
0.
Sie beziffere sich aufgrund der schweren Zwangsstörung des Klägers auf 100
%
, sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit. Die Zwänge verhinderten auch eine regelrechte Lebensführung des Klägers. Die bisherigen Therapie
bemühungen seien gescheitert. Eine stationäre Behandlung habe nicht durchge
führt werden können, da der Kläger aufgrund seiner Zwänge da
zu nicht in der
Lage gewesen
und auch seine Sprachkompetenz eingeschränkt sei. Es seien aus
serdem weitere psychotische Symptome aufgetreten, welche den Zustand ver
schlechtert hätten. Der Kläger leide unter Wahnwahrnehmungen, so habe er bei
spielsweise einen Sonnenbrand wahnhaft wahrgenommen.
Aufgrund seines Störungsbildes sei der Kläger gänzlich belastungsunfähig.
3.5
Gemäss dem psychiatrischen Untersuchungsbericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
über die Untersu
chung
vom 2
5.
Oktober 2011 (
Urk.
13/23) bestehen beim Kläger Zwangsgedan
ken und Zwangshand
lungen gemischt (ICD-10: F42.2) sowie eine rezidivierende depressive Störung gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1, F33.0).
Der Kläger lebe alleine und habe keine Kinder. Seit einem Jahr beziehe er Sozialhilfe. Die Arbeitsstelle habe er wegen der Zwangserkrankung gekündigt. Er sei danach drei Monate beim RAV angemeldet gewesen, wegen seiner Krankheit aber nach drei Monaten ausgesteuert worden. Seine Zwangs
störung äussere sich primär in einem Sauberkeitszwang. Er wasche sich bis zu 100 Mal pro Tag die Hände. Er dusche nur ein bis zwei Mal täglich, wasche sich aber den Kopf sieben Mal. Wegen des ausgeprägten Waschzwangs benötige er ca. 6 bis 8 Stunden pro Tag. Seine Lebensgefährtin habe ihn deshalb vor rund vier Jahren verlassen. Weitere soziale Kontakte habe er nicht. Sein älterer Bru
der komme ein Mal pro Woche vorbei und räume seine Wohnung auf. Er schaf
fe das selbst nicht mehr. Die Zwangserkrankung habe im Zusammenhang mit seiner ersten depressiven Episode im Jahr 2004 angefangen. Bei einer zweiten depressiven Episode im Jahr 2006 hätten sich die Symptome verschlimmert. Sie seien jedoch wieder zurückgegangen, so dass der Kläger bis Ende Juli 2010 zu einem Pensum von 100
%
als Hilfskoch gearbeitet habe. Die Waschzwänge sei
en jedoch so schlimm geworden, dass er die Arbeit habe aufgeben müssen. Aktuell glaube er nicht
,
an einer Depression zu leiden, er sei jedoch sehr antriebsgemindert, lustlos, ener
gielos
, habe keine Hoffnung, lebe völlig isoliert, habe auch Selbstmord
gedanken, jedoch ohne konkreten Plan. N
eben dem Waschzwang habe er
ständig kreisende Gedanken.
Er
müsse ständig daran den
ken, ob
er sauber oder dreckig sei. Er nehme beim Einkaufen nur die Sachen hinten aus dem R
e
gal
, da diese am geringsten mit Dreck kontaminiert seien. Aus einer Flasche, welche am Boden gestanden habe, trinke er nicht mehr, da er glaube, das Wasser sei kontaminiert. Nachdem er seine Wohnungstür aufge
schlossen habe, müsse er sich 10 bis 20 Mal die Hände waschen. Generell versu
che er, Türen nicht mit den Händen anzufassen, sondern diese mit dem Unter
arm zu öffnen. Er könne sich nicht erklären, warum er das machen müsse, er könne die Gedanken aber einfach nicht verdrängen. Die Erkrankung beanspru
che ihn mehrere Stunden pro Tag. Er habe auch ein ausgeprägtes Vermeidungs
verhalten entwickelt. So sitze er in der Wohnung und versuche, nichts zu berühren. Sein Verhalten empfinde er als sinnlos und beschämend, weshalb er lange nicht darüber habe sprechen können. Er leide auch unter ausgeprägten Schlafstö
rungen und schlafe nur maximal vier bis fünf Stunden pro Nacht.
Die Zwangs
erkrankung habe beim Kläger gegenwärtig wegen den auszuführenden Ritualen (Zwangs
symptomatik) in ihrer Häufi
gkeit, Dauer und Intensität ein
sol
ches Ausmass angenommen, dass er nicht nur einen ausgeprägten Leidensdruck verspüre, sondern vor allem in seiner sozialen, beruflichen und individuellen Leistungs
fähigkeit massgeblich beeinträchtigt sei. Die ausge
prägten
Vermei
dungs
- und Waschzwänge verhinderten jegliche sozialen Kon
takte und beruf
liche Tätigkeiten.
Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Behand
lungsbeginn beim Psychiater
A._
am 14. September 201
0.
Alle bisherigen Therapiebemühungen seien gescheitert. Eine stationäre Behandlung habe vor
wiegend wegen der Sprachbarriere nicht durchgeführt werden können. Es bestehe aber gegenwärtig keine ausreichende leitliniengerechte Behandlung der Erkrankung. Durch weitere medizinische Massnahmen könne theoretisch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden.
3.6
Laut dem von der Beklagten 1 eingeholten Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2
0.
September 2013 (Urk. 2/21)
bestehen beim Kläger Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt, relevantes Ausmass seit Anfang 2011 (ICD-10: F42.2), eine rezidivie
rende depressive Störung,
grossteils
remittiert (ICD-10: F33.0) sowie eine atypi
sche familiäre Situation (ICD-10: Z60.1).
Der Beginn der krankheits
bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne auf Anfang 2011 festgelegt werden. Vorgängig habe der Kläger noch gestempelt. Die Zwänge seien noch nicht aus
geprägt gewesen. Bei Austritt aus der Pensionskasse am 24. Juli 2010 habe kei
ne Arbeitsunfähigkeit wegen eines psychischen Leidens bestanden. Es müsse darauf hingewiesen werden, dass die Depression damals nur leichtgradig gewe
sen sei. Es hätten ungünstige krankheitsfremde Faktoren (Überforderung am Arbeitsplatz, schlechte Erfahrungen mit den Vorgesetzten) eine Rolle gespielt. Die Zwangskrankheit habe sich erst ab Anfang 2011 in einem relevanten Aus
mass entwickelt. Es habe bis anhin keine genügende Behandlung des Klägers stattgefunden. Es sei eine zu Beginn stationäre intensive psychiatrische Behand
lung mit Expositionstherapie und ge
nügender psychopharmakologischer
Behandlung durchzuführen. Es liesse sich sicher eine Klinik mit einem türkisch
sprechenden Arzt finden, welche eine solche Therapie durchführen könnte. Die Arbeitsfähigkeit sei zu 60 bis 70
%
eingeschränkt. Es wirkten sich auch ungüns
tige krankheitsfremde Faktoren negativ auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die Prog
nose sei günstig, wenn der Kläger in geeigneter Form behandelt werde.
4.
4.1
Die Verfügung der IV-Stelle vom 1
0.
Mai 2013 (
Urk.
13/65) wurde weder der Beklagten 1 noch der Beklagten 2 zugestellt, womit ihr diesen gegenüber grundsätzlich keine Bindungswirkung zukommt.
Vorliegend beruft sich die Beklagte 1 aber ausdrücklich auf die Bindungswirkung und es trifft grund
sätzlich
zu, dass sich die versicherte Person die invalidenversicherungs
rechtliche Betrachtungsweise entgegenhalten lassen muss, soweit sich die Vorsorge
einrichtung darauf beruft,
ungeachtet dessen, ob der Vorsorgever
sicherer im Verfahren der Invaliden
versicherung beteiligt war oder nicht
(vgl. E. 1.5)
.
Nicht entgegenhalten lassen muss sich die Bindungswirkung aber die Beklagte 2,
da ihr
der Entscheid nicht eröffnet worden ist
und sie sich nicht auf die Bindungs
wirkung beruft, sondern diese im Gegenteil ausdrücklich bestreitet
.
Würde
die Bindungswirkung gegenüber der Beklagten 1 bejaht und gegenüber der Bekl
ag
ten 2 verneint, könnte
dies
dazu führen, dass der Eintritt der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit vorliegend auf zwei unterschiedliche Zeit
punkte festzulegen wäre
und zwar in einer Weise, dass
es zu einer Verneinung der
Leistungspflicht von beiden Beklagten
führen würde
.
Ein solches Ergebnis wäre offensichtlich
stossend und mit dem Versicherungsprinzip der beruflichen Vorsorge nicht ver
einbar. Da sich die Bejahung der Bindungswirkung des IV-Entscheides nicht nur zu Lasten des Klägers, sondern auch zu Lasten der Beklagten 2 auswirkt, muss dies vorliegend dazu führen, dass sich auch die Beklagte 1 nicht auf die Bin
dungswirkung des IV-Entscheides berufen kann und eine solche grundsätzlich zu verneinen ist.
Der Eintritt der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit ist damit im berufsvorsorgerechtlichen Verfahren frei zu überprüfen.
4.2
Der Kläger hatte laut dem Arbeitgeberbericht der
Y._
vom 3
1.
Januar 2011 (
Urk.
13/11/1-6)
während des vom
1.
April 2009 bis zum 31. Juli 2010 dauernden Arbeitsverhältnisses
zwar lediglich vom 1
5.
bis zum 1
6.
April 2010 und am 1
1.
Juni 2010 krankheitsbedingte Absenzen am Arbeits
platz zu verzeichnen, die Arbeitgeberin bestätigt aber, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Kläger aus gesundheitlichen Gründen erfolgt ist.
Sodann
gibt sie
auch an, sie habe betriebsinterne
Umplatzierungsmöglichkeiten
geprü
ft und sei zum Ergebnis gelangt
, dass solche nicht
vorhanden seien
(
Urk.
13/11/1). Dass die ehemalige Arbeitgeberin davon ausgeht, der Kläger habe nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, ergibt sich sodann auch daraus, dass sie im Arbeitgeber
be
richt ausführt
, der Kläger habe in einem vollen Arbeitspensum Gäste im
Takeaway
bedient, wobei seine Tätigkeit im Dönerspiess schneiden, Kunden bedienen, Putzen und Reinigen sowie im Kochen der Bestellungen am Grillherd bestanden habe. Diese Arbeit traute die Arbeitgeberin dem Kläger
offensichtlich
nicht länger zu, sondern sie gab an, er kö
nne lediglich noch als Teilzeitkoch arbeiten (
Urk.
13/11/6).
4.3
Die Angaben der Arbeitgeberin stimmen mit d
enjenigen
der behande
lnden Ärz
te
überein, aus welchen hervorgeht,
dass sich die Zwangsstörung des Klägers während dem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
zunehmend auf dessen Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat
.
Es ist sodann festzuhalten, dass der Kläger am 2
8.
Juli 2010 die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des
Z._
aufgesucht und diese ihm für diesen Tag
eine Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt hat. Es konnte
fest
gestellt werden
, dass die gesundheitlichen Probleme primär im psychischen und nicht im somatischen Bereich lagen, weshalb
der
Kläger in der psychiatrischen Klinik zur Untersuchung
angemeldet wurde
.
Dort
wurde ihm wiederum eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab dem
Tag der Konsultation am 11. August 2010 bis zum 3
1.
August 2010 bescheinigt (
Urk.
2/13).
Am 14. September 2010 konnte der Kläger schliesslich die psychotherapeutische Behandlung beim Psychiater
A._
aufnehmen. Dieser attestierte ihm eine Arbeitsunfähigkeit mindestens ab diesem Datum. Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass der Kläger sein Arbeitsverhältnis mit der
Y._
aus gesundheitlichen Gründe
n
aufgelöst hat, dass er laut Ein
schätzung der Arbeitgeberin bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr in der Lage war, seine bisherige Tätigkeit auszuüben und dass er gemäss echtzeitlichen ärztlichen B
escheinigungen am 2
8.
Juli 2010,
vom 11.
bis zum 3
1.
August 2010 sowie ab dem 1
4.
September 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig war.
Zumal der Kläger in der Zeit vom 2
9.
Juli bis zum 1
0.
August 2010 und vom
1.
bis zum 1
3.
September 2010 keiner Erwerbstätigkeit nachging und nichts ersichtlich ist, was auf eine zwischenzeitliche Besserung des Gesundheits
zustandes nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
hinweisen würde, erscheint es nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass der Kläger in dieser Zeit zu
mehr als
80
%
arbeitsfähig gewesen ist.
Viel
mehr
ist davon auszugehen
, dass sich bereits während dem Arbeits
verhältnis mit der
Y._
Einschränkungen in der Arbeits
fähigkeit mani
festiert haben
,
was
von
echtzeitliche
n ärztliche
n
Bescheinigungen bestätigt
wird
.
4.4
Die massgebende Arbeitsunfähigkeit des Klägers ist damit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
am 28. Juli 2010 während der Versicherungszeit bei der Beklagten 1 eingetreten. Der Rentenbeginn ist auf den 1. Juli 2011 fest
zusetzen (vgl. Art. 26 Abs. 1 BVG; BGE 140 V 470).
Die Invalidenrente beträgt gemäss
Art.
13.4 des Reglements der Beklagten (Urk. 7/9) 40
%
des koordinierten Lohnes. Gemäss dem Vorsorgeausweis 2010 (
Urk.
7/3)
belief sich
der versicherte Jahreslohn per 3
1.
Juli 2010
auf Fr.
21'060.
--
und die Invalidenrente damit
auf
Fr.
8'424.--.
Im Schreiben vom 5. Januar 2015 (
Urk.
2/24) bezifferte die Beklagte 1 die jährliche Invalidenrente sodann auf Fr. 8'492.
--
, wobei sie angab, sie könne aufgrund eines System
wechsels k
einen Vorsorgeausweis erstellen
,
und keine weiteren Ausführungen zur Berechnung der Invalidenrente machte.
Wie sich aus dem Arbeitgeberbe
richt der
Y._
vom 3
1.
Januar 2011 (Urk. 13/11/
3
) und auch aus dem Kontoauszug des Klägers bei der Beklagten 1 (
Urk.
7/2) ergibt, erhöhte sich der Verdienst des Klägers per
1.
April 2010 von
Fr.
3'750.
--
auf
Fr.
3'825.
--
pro Monat bzw. von
Fr.
45'000.
--
auf
Fr.
45'900.
--
pro Jahr. Nach Vornahme des Koordinationsabzuges von
Fr.
23'940.
--
pro Jahr bzw.
Fr.
1'995.
--
pro Monat (vgl.
Art.
5.1 des Reglements der Beklagten, Urk. 7/9)
beträgt der versi
cherte Jahreslohn damit
Fr.
21'960.
--
und die Invalidenrente
Fr.
8'784.
--
(40
%
von
Fr.
21'960.--)
pro Jahr
.
4.5
Nach dem Gesagten ergibt sich,
dass die Beklagte 1 zu verpflichten ist, dem Kläger ab 1. Juli 2011 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
die obli
gatorischen und reglementarischen Invalidenleistungen von mindestens Fr. 8'784.
--
pro Jahr auszurichten. Die Klage gegen die Beklagte 2
ist abzuwei
sen
.
5.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%
, sofern das Regle
ment der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Demzufolge hat die Beklagte 1 ab
5.
Oktober 2016
(Einreichung der Klage) Verzugszinsen von 5
%
entrichten.
6.
6.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Ein Anspruch des Klägers auf eine Parteientschädigung ist vorliegend indes zu verneinen, da die Vertretung durch das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich kostenlos erfolgte (BGE 108 V 270 E. 2; ZAK 1991 S. 421 E. 3).
6.2
Der Beklagten
2
steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).