Decision ID: a5ebf938-032c-4323-875b-273258038781
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich im Zusammenhang mit dem Phishing-Komplex „A.“ gegen B., C., D., E. und Konsorten ein  führen wegen des Verdachts des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 StGB sowie weiterer Delikte;
- die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich die Staatsanwaltschaft Ba-
sel-Landschaft mehrfach erfolglos um eine Übernahme dieses  ersuchte (vgl. hierzu zuletzt act. 1.4 und 1.5);
- sie schliesslich mit Gesuch vom 27. Juli 2011 an die I. Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts gelangte und beantragt, die Strafbehörden des Kantons Basel-Landschaft seien für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Verfolgung und Beurteilung von B. und Konsorten bzw. des  „A.“ vorzunehmen (act. 1);
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft am 10. August 2011
beantragt, auf das Gesuch sei nicht einzutreten, eventualiter sei dieses vollumfänglich abzuweisen (act. 3).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- der Gerichtsstand erst dann streitig ist und der I. Beschwerdekammer zur Konfliktlösung unterbreitet werden kann, wenn nach vollständigem  keine Einigung erzielt werden konnte (vgl. zum Ganzen KUHN, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 40 StPO N. 11; /LIEBER, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 40 StPO N. 9);
- vorliegend der bisherige Meinungsaustausch nur zwischen den eingangs
erwähnten Parteien geführt worden ist;
- gemäss Art. 24 Abs. 1 StPO die Straftaten nach Art. 305bis StGB der  unterstehen, wenn sie zu einem wesentlichen Teil im Ausland begangen (lit. a) oder in mehreren Kantonen begangen worden sind und dabei kein eindeutiger Schwerpunkt in einem Kanton besteht (lit. b);
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- gemäss Art. 24 Abs. 2 StPO die Bundesanwaltschaft zudem bei Verbre-
chen des zweiten Titels des StGB eine Untersuchung eröffnen kann, wenn die Voraussetzungen von Absatz 1 erfüllt sind (lit. a) und keine kantonale Strafverfolgungsbehörde mit der Sache befasst ist oder die zuständige  Strafverfolgungsbehörde die Bundesanwaltschaft um Übernahme des Verfahrens ersucht (lit. b);
- die Bundesanwaltschaft die Vereinigung der Verfahren in der Hand der
Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden anordnen kann, wenn in einer Strafsache sowohl Bundesgerichtsbarkeit als auch kantonale  gegeben ist (Art. 26 Abs. 2 StPO);
- im vorliegenden Fall, in welchem die Mehrzahl der vom Gesuchsteller als
solche bezeichneten Haupttäter vom Ausland aus operierten und in  die vom Gesuchsteller als solche bezeichneten Gehilfen sowohl im Ausland als auch in mehreren Kantonen agierten, die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft ernsthaft in Betracht zu ziehen ist;
- die Bundesanwaltschaft aber bisher offenbar nicht um eine Äusserung zur
Frage der Zuständigkeit angegangen worden ist;
- sich der Meinungsaustausch daher als unvollständig erweist, weshalb auf das Gesuch nicht eingetreten werden kann (vgl. den Beschluss des  BG.2011.17 vom 17. Juni 2011, E. 1.2);
- keine Gerichtskosten erhoben werden (Art. 423 Abs. 1 StPO);
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