Decision ID: 6aa45216-bcce-5ce2-b0c1-4f6e72ffba5d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 9. Oktober 2013 unter Hinweis auf einen operierten
Bandscheibenvorfall, einen geschädigten Nerv und über die gesamte rechte
Körperseite ausstrahlende Schmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die Ärzte des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St.
Gallen (KSSG) hatten dem Hausarzt, Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, am 20.
August 2013 berichtet, es bestünden die Diagnosen eines chronischen
lumbofemorgieformen bis lumboischialgieformen Schmerzsyndroms rechts bei Status
nach sequestrierter rezessal bis foraminal liegender Diskushernie L4/5 rechts, Status
nach Dekompression L5/S1 rechts April 2012 (richtig: März 2012) und Juli 2012, Status
nach mikrochirurgischer Dekompression L4/5 rechts mit Sequesterektomie am 22.
März 2012 [Operationsbericht, IV-act. 35-18 f.], und nach Wurzelinfiltration L4
rechtsseitig am 3. Juli 2012 [Operationsbericht, IV-act. 3-1]), lumbal mit Ausstrahlung
ins rechte Bein, nozizeptiver, neuropathischer Schmerztyp, Grad I nach Gebershagen,
ohne yellow flags. Die Versicherte arbeite als Hausfrau und klage über starke
Einschränkungen im Alltag (IV-act. 35-12 f.). Ausserdem war eine Fenestration L5/S1
rechts, Nukleotomie und Sequesterektomie im Januar 2005 vorgenommen worden
[Bericht der Klinik für Neurochirurgie, KSSG, vom 21. Januar 2005, IV-act. 35-8],
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A.b Dr. B._ erwähnte im Arztbericht vom 25. Oktober 2013 als zusätzliche
Diagnosen Spannungskopfschmerzen, rezidivierende depressive Episoden mit
Somatisierungstendenz sowie eine arterielle Hypertonie. Die Arbeitsfähigkeit sei
eingeschränkt durch eine Bewegungseinschränkung bzw. schmerzhafte Bewegungen
vor allem lumbal und eine leichte Kraftminderung des rechten Beines. Allgemein
bestehe eine verminderte Belastbarkeit / Stressintoleranz. Längeres Stehen führe zu
konsekutiver Schmerzexazerbation. Körperlich leichte Tätigkeiten im Haushalt ohne
längeres Stehen / Sitzen, ohne Belastung der Wirbelsäule und ohne Tätigkeiten in
gebückter Stellung mit wiederholten Ruhepausen, ohne anspruchsvolle Arbeiten seien
vermutlich nicht mehr als eine Stunde bis höchstens zwei Stunden zumutbar. Die
Wiedereingliederung sei seines Erachtens kaum realisierbar, die Versicherte sei schon
bei Haushaltsarbeiten überfordert. Eine geregelte Tätigkeit ausser Haus scheine nicht
möglich zu sein (IV-act. 35-1 ff.).
A.c Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 15. November 2013 mit, berufliche
Massnahmen seien nicht angezeigt, da sie vorwiegend als Hausfrau tätig sei (IV-act.
13).
A.d Vom 30. Januar bis 7. Februar 2014 wurde die Versicherte wegen einer
Schmerzexazerbation im Spital C._ behandelt. Ein MR LWS ergab keine wesentliche
Befundänderung verglichen zu Mai 2013, ausser einer narbigen Alteration um die
Nervenwurzel S1 bei sonst stationären dorsalen Diskushernien (Austrittsbericht vom 7.
Februar 2014, IV-act. 22-8 f.).
A.e Dres. med. D._ und E._, Leitender Arzt Wirbelsäulenchirurgie, führten im
Arztbericht vom 8. April 2014 nebst der Diagnose eines chronischen
lumbospondylogenen Schmerzsyndroms die Verdachtsdiagnose einer Bursitis
trochanterica rechts und die Diagnose einer beginnenden Coxarthrose rechts an. Im
Vordergrund stünden sowohl diese Diagnosen als auch rezidivierende depressive
Episoden mit Somatisierungstendenz. Dies könne sich vor allem im Rahmen von
körperlich belastenden Tätigkeiten stark auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Zu
möglichen Eingliederungsmassnahmen lasse sich noch nichts sagen, da die aktuelle
Therapie und Diagnostik noch nicht abgeschlossen seien (IV-act. 23). Im
Verlaufsbericht vom 11. September 2014 der Klinik für orthopädische Chirurgie und
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Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG wurde festgehalten, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Als neue Diagnosen
wurden eine Bursitis trochanterica rechts mit/bei beginnender Coxarthrose rechts,
Status nach diagnostisch/therapeutischer Infiltration am 7. Mai 2014, aufgeführt. Es
bestehe eine gute Schmerzregredienz im Bereich der Bursa trochanterica rechts.
Weiterhin persistierten die krampfartigen Schmerzen und die Hyposensibilität im
Bereich des rechten Ober- und Unterschenkels. Arbeiten im Sitzen oder Stehen ohne
Heben von schweren Lasten sowie mit unterschiedlichem Bewegungsmuster könnten
der Versicherten wahrscheinlich in Teilzeitarbeit zugemutet werden. Im Rahmen einer
halbtägigen Beschäftigung könnte somit ein Arbeitsversuch erfolgen (IV-act. 32).
A.f Im Rahmen der Haushaltsabklärung äusserte die Versicherte, ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung wäre sie zu 50% bis 60% erwerbstätig. Die Schwiegertochter habe
Ende 2012 ihr Arbeitspensum von 100% auf 50% reduziert, damit sie den Haushalt
erledigen könne. Sie sei zu 90% im Haushalt eingeschränkt (Abklärungsbericht
Haushalt vom 6. Oktober 2014, IV-act. 33).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch das Medizinisches
Gutachtenzentrum Region St. Gallen (MGSG) polydisziplinär begutachtet (Gutachten
vom 18. März 2015; Dr. med. F._, Spezialarzt Innere Medizin FMH; Dr. med. G._,
Spezialärztin Neurologie FMH; Dr. med. H._, Spezialarzt Orthopädie FMH; Dr. med.
I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Untersuchungen vom 17. Dezember
2014 und vom 14. Januar 2015; IV-act. 46). Die Gutachter kamen zum Schluss, die
Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin in einer Bürstenfabrik betrage seit November 2011
aufgrund der radikulären Beschwerden der Nervenwurzel L5 und insbesondere S1
rechts sowie der lokalen Spinalkanalstenose L4/5 bei voller Stundenpräsenz 50%, da
häufiges Stehen und häufige inklinierte Körperhaltungen nicht mehr vollumfänglich
möglich seien. Im Haushalt betrage die Arbeitsfähigkeit gesamthaft bei voller
Stundenpräsenz 80% seit November 2011, da wirbelsäulenbelastende Arbeiten wie
Böden- und Fensterputzen, Staubsaugen sowie das Tragen von schweren
Einkaufstaschen vermieden werden sollten. Körperlich leichte Tätigkeiten in
temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden
könnten, ohne häufig inklinierte, reklinierte oder rotierte Körperhaltungen sowie ohne
erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige
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Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche
Dauerbelastung könnten seit jeher gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 100%
zugemutet werden. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen wurde jeweils eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit während vier Monaten vorbehalten
(IV-act. 46-57).
A.h Nachdem RAD-Arzt Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie, am 8. April 2015 zum Gutachten Stellung genommen hatte (IV-act.
47), stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 10. Mai 2015 die
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 50). Hiergegen liess die
Versicherte am 5. Juni 2015 Einwand erheben (IV-act. 57).
A.i Mit Verfügung vom 12. Juni 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-
act. 58). Ohne Gesundheitsschaden würde die Versicherte einer Tätigkeit zu einem
Pensum von 55% nachgehen. Die restlichen 45% entfielen auf den Aufgabenbereich
Haushalt. Aus ärztlicher Sicht sei die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit zu
100% zumutbar. Die Einschränkung im Haushalt betrage gemäss den Abklärungen
20%. Das Gutachten folge in der Beantwortung der Fragen den gültigen
versicherungsmedizinischen Kriterien. Fehler, die die Ergebnisse relevant
beeinträchtigten, seien nicht erkennbar. Eine Indikation zu weiteren medizinischen
Abklärungen sei mit Blick auf das vorliegende Gutachten nicht erkennbar.
Versicherungsmedizinisch bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aus diesem Grunde
bestehe kein Anspruch auf Eingliederungsberatung. Bei einem Invaliditätsgrad von 9%
(45% x 20%) bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 58).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 12. Juni 2015 erhebt Xhylie Ukaj, vertreten durch
Rechtsanwältin Colette Lehmann, MLaw, am 18. August 2015 Beschwerde. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben, und es sei ihr eine "volle" Rente zuzusprechen. Eventualiter seien ein
neutrales und objektives (Ober-)Gutachten bei einer externen Sachverständigenstelle
einzuholen oder weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und ihr eine dem
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Ergebnis entsprechende Rente zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin gehe auf die
Ausführungen im Einwand vom 5. Juni 2015 nicht ein und setze sich insbesondere
nicht mit den geltend gemachten gesundheitlichen Einschränkungen im
Haushaltsbereich auseinander. Der Entscheid verletze daher den Anspruch auf
Gewährung des rechtlichen Gehörs. Sie habe seit ca. 2000 mit erheblichen
gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Diese hätten sie insbesondere gezwungen,
ihre Arbeitstätigkeit als Hilfsarbeiterin bei der Bürstenfabrik nach nur einjähriger
Tätigkeit aufzugeben. Seither sei ihr trotz zahlreicher Versuche der Wiedereinstieg ins
Erwerbsleben nicht mehr gelungen. Unter anderem habe sie auch die Tätigkeit als
Hauswartin nicht wahrnehmen können, weshalb die Arbeiten stets vom Ehemann oder
Sohn erledigt worden seien. Auch im Haushalt sei sie stark - wenn nicht sogar
vollständig - eingeschränkt. Seit ca. 2012 würden sämtliche Hausarbeiten von der
Schwiegertochter erledigt. Es sei davon auszugehen, dass im Haushalt eine
Einschränkung von mindestens 90% bestehe, womit ein Invaliditätsgrad von 90%
resultiere. Sie werde aufgrund der gesundheitlichen Probleme nicht mehr in der Lage
sein, in einem Pensum von mindestens 50% arbeitstätig zu sein. Es seien neue
gesundheitliche Einschränkungen im Knie und in der Hüfte hinzugekommen und es
seien Operationen notwendig. Obwohl die Gutachter die gleichen Diagnosen wie die
behandelnden Ärzte stellten, widersprächen ihre Schlussfolgerungen in erheblicher
Weise denjenigen der behandelnden Ärzte. Die Ausführungen im Gutachten betreffend
die Arbeitsfähigkeit seien teils widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. So
widerspreche das orthopädische Zumutbarkeitsprofil der geschätzten Arbeitsfähigkeit
von 50% in der angestammten Tätigkeit. Gemäss neurologischem Gutachten müsse
die Prognose als ungünstig bezeichnet werden. Dies widerspreche den attestierten
Arbeitsfähigkeiten von 50% bzw. 100% bzw. 80%. Die Schätzung der Arbeitsfähigkeit
sei nicht begründet und nachvollziehbar, es fehle eine Auseinandersetzung mit den
geklagten Beschwerden. Das Gutachten sei von der IV-Stelle selbst dem
Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen in Auftrag gegeben worden, womit Zweifel
an der Objektivität und Unabhängigkeit bestünden. Auffällig sei insbesondere, dass die
zentrale orthopädische Untersuchung lediglich 55 Minuten gedauert habe. Sodann
habe die Beschwerdeführerin das Gutachten nie zugestellt und somit auch keine
Gelegenheit erhalten, Ergänzungsfragen zum verfassten Gutachten zu stellen. Sie habe
sich anlässlich der Begutachtung nicht richtig ernst genommen gefühlt. Die
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behandelnden Ärzte hingegen kennten sie und ihre Krankengeschichte. Den
Ausführungen dieser Ärzte, wonach sie kaum wieder ins Erwerbsleben eingegliedert
werden könne und auch im Haushalt praktisch vollständig arbeitsunfähig sei, sei
demnach zu folgen und ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Sofern davon
ausgegangen werde, sie könne einer Arbeitstätigkeit - insbesondere auch einer
adaptierten Tätigkeit im Bürobereich - nachgehen, wäre eine invaliditätsbedingte
Notwendigkeit einer Umschulung zu bejahen. Weiter begründet die
Beschwerdeführerin ihren Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Da im Begründungsteil der
angefochtenen Verfügung die Überlegungen genannt worden seien, von denen sie sich
habe leiten lassen und auf die sich die Verfügung stütze, liege keine Verletzung der
Begründungspflicht vor. Die Beschwerdeführerin hätte Gelegenheit gehabt,
Einwendungen gegen die Begutachtung an sich oder deren Art und Umfang
vorzubringen und materielle oder formelle personenbezogene Einwendungen gegen die
Sachverständigen geltend zu machen. Im Übrigen sei der Beschwerdeführerin im
Rahmen des Vorbescheidverfahrens vollumfängliche Akteneinsicht gewährt worden.
Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin sei nicht verletzt worden. Aus dem
Gutachten ergäben sich keine Anhaltspunkte, die den Anschein der Befangenheit der
Gutachter und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv begründen könnten. Die
Dauer der Untersuchung sage für sich allein noch nichts aus über deren Qualität. Die
ausführliche Darlegung der erhobenen Befunde und der sich daraus ergebenden
Funktionseinschränkungen sprächen dafür, dass die Beschwerdeführerin lege artis
begutachtet worden sei, zumal die Beschwerdeführerin nicht substantiiert darzulegen
vermöge, inwiefern sich die Untersuchungsdauer negativ auf die Qualität des
Gutachtens ausgewirkt habe. Das MGSG-Gutachten erfülle die formellen und
materiellen Voraussetzungen für ein lege artis abgefasstes beweiskräftiges Gutachten.
Aus den Berichten der behandelnden Ärzte ergäben sich keine bei der Begutachtung
unerkannten und ungewürdigten Aspekte. Gestützt auf das überzeugende und
beweiskräftige MGSG-Gutachten sei von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
optimal angepassten Tätigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei als
Hilfsarbeiterin einzustufen, wodurch sie ihre Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem
Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten habe. Die Selbsteingliederung als
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Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht gehe nicht nur dem Renten-,
sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor. Nach der Mischrechnung
(Haushalt Anteil 45% und Einschränkung 20%, Erwerb keine Einschränkung) resultiere
ein keinen Rentenanspruch begründender Invaliditätsgrad von 9% (act. G 4)
B.c In ihrer Replik vom 5. November 2015 beantragt die Beschwerdeführerin erneut,
die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben
und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. Es seien berufliche Massnahmen anzuordnen.
Eventualiter sei ein neutrales und objektives (Ober-)Gutachten bei einer externen
Sachverständigenstelle einzuholen oder seien weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen und ihr eine dem Ergebnis entsprechende Rente zuzusprechen. In der
Begründung hält sie im Wesentlichen an ihren Ausführungen gemäss Beschwerde fest.
Weiter bringt sie vor, sie sei vom 15. bis 18. Oktober 2015 im Spital K._ behandelt
worden. Es seien eine Gonarthrose rechts, eine beginnende Coxarthrose rechts sowie
ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom diagnostiziert und eine diagnostische
Kniearthroskopie durchgeführt worden.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 13. November 2015 auf eine Duplik (act. G
12).
B.e Mit Eingabe vom 27. November 2015 reicht die Beschwerdeführerin weitere
Unterlagen zum Begehren um unentgeltliche Prozessführung ein (act. G 15; act. G
15.1). Die Abteilungspräsidentin teilt der Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2015 im
Wesentlichen mit, die Prozessarmut sei nach wie vor nicht ausgewiesen. Der förmliche
Entscheid werde mit dem materiellen Entscheid getroffen werden, nachdem mit dem
Abschluss des Schriftenwechsels kein weiterer Anwaltsaufwand mehr anfalle (act. G
16).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
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Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch
auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und
ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Invalidenrente (Art. 28
Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
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ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360
E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Verfahrensgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Rente und allenfalls auf berufliche Massnahmen hat.
2.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin Verletzungen des
Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die angefochtene Verfügung sei unzureichend
begründet. Weiter hätte ihr das der Verfügung zugrundeliegende Gutachten vor deren
Erlass zur Stellungnahe zugestellt werden müssen.
2.2 Der Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs und die daraus fliessende
Pflicht der Verwaltung, Verfügungen zu begründen, wenn sie den Begehren der
Parteien nicht voll entsprechen, sind für das Sozialversicherungsrecht in Art. 42 und
Art. 49 Abs. 3 ATSG normiert. Die Verwaltung hat sich ausdrücklich mit den konkreten
Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb
sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 183 E. 2b). Dabei
ist es jedoch nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich
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auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann
sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Dezember 2014, 8C_586/2014, E. 2.2.1). Die Begründung
muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Der Zweck der Begründungspflicht liegt
darin, dass der Betroffene die Verfügung sachgerecht anfechten kann (U. KIESER,
Kommentar ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 49 Rz 56 mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung). Der Gehörsanspruch ist formeller Natur; indes lässt die
sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung eine Heilung einer nicht besonders
schwerwiegenden Gehörsverletzung zu, wenn die betroffene Person die Möglichkeit
hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
auch die Rechtslage frei überprüfen kann (KIESER, a.a.O., Art. 42 Rz 13, 15, mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung).
2.3 In der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen
aus, sie stütze sich auf das MEDAS-Gutachten vom 18. März 2015, an dessen
Beweistauglichkeit sie festhalte. Fehler, die die Gutachtensergebnisse relevant
beeinträchtigten oder die Notwendigkeit weiterer Abklärungen seien nicht erkennbar.
Danach bestehe im Haushalt eine 80%ige und in angepassten Tätigkeiten eine
100%ige Arbeitsfähigkeit. Gemäss Abklärungen wäre die Beschwerdeführerin ohne
Gesundheitsschaden zu 55% erwerbstätig, die restlichen 45% entfielen auf den
Aufgabenbereich (IV-act. 58). Damit brachte die Beschwerdegegnerin zum Ausdruck,
dass sie das Gutachten trotz der im Einwand vorgetragenen Mängel für beweiskräftig
und insbesondere die Arbeitsfähigkeitsschätzungen als schlüssig und nachvollziehbar
erachte. Dies konnte die Beschwerdeführerin mit vorliegender Beschwerde bestreiten.
Die Begründungsdichte der Verfügung mit Verweis auf ein als beweiskräftig erachtetes
Gutachten entspricht dem Üblichen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs,
zumindest in einem Ausmass, das die Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen
rechtfertigen würde, liegt demnach nicht vor.
2.4 Die von der Beschwerdeführerin angeführte Rechtsprechung, wonach ihr das
Gutachten vorgängig hätte zur Stellungnahme unterbreitet werden müssen, betrifft
Fälle, in denen der Versicherungsträger gedenkt, dem Gutachter Erläuterungs- oder
Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. BGE 136 V 116, E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts
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vom 15. September 2010, 8C_254/2010, E. 4.1.1), was vorliegend nicht gegeben war.
Der Beschwerdeführerin wurde am 18. Mai 2015 Akteneinsicht - auch das am 26. März
2015 bei der Beschwerdegegnerin eingegangene (IV-act. 46-1) und am 27. März 2015
eingescannte (Aktenverzeichnis) Gutachten umfassend - und Fristerstreckung für die
Stellungnahme zum Vorbescheid gewährt (IV-act. 54; IV-act. 56). Dies entspricht
gängiger Praxis und dem Zweck des Vorbescheidverfahrens zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs im IV-Verfahren (Art. 57a Abs. 1 IVG; KIESER, a.a.O., Art. 42 Rz 10
f.; U. MEYER/ M. REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3.
Aufl., Zürich 2014, Art. 57a Rz 4).
3.
3.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das Gutachten des
MGSG vom 18. März 2015 (IV-act. 46). Bei dieser Gutachterstelle handelt es sich um
eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen anerkannte MEDAS (https://
www.suissemedap.ch/Pages/MedasMap.aspx, eingesehen am 12. September 2017).
Die MEDAS sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung von den IV-Stellen
unabhängig (BGE 137 V 226 E. 1.3.1 ff.) und daher als verwaltungsexterne
Gutachterstellen zu betrachten. Im Sinne einer Richtlinie ist ihren Gutachten volle
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit
der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Die von der
Beschwerdeführerin angerufene Rechtsprechung, wonach bei auch nur geringen
Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende Abklärungen mittels
unabhängiger Begutachtung vorzunehmen seien, bezieht sich hingegen auf
versicherungsinterne Gutachten, insbesondere auf RAD-Berichte (BGE 135 V 469 f. E.
4.4; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2010, 8C_21/2010, E. 3.3
mit weiteren Hinweisen).
3.2 Der Gutachtensauftrag wurde dem MGSG durch die dafür geschaffene
elektronische Plattform MED@P am 19. November 2014 nach dem Zufallsprinzip
zugeteilt (IV-act. 37); eine direkte Beauftragung liegt damit nicht vor. Am 24. November
2014 wurden der Beschwerdeführerin die Namen der Experten mitgeteilt, verbunden
mit dem Hinweis, Einwendungen gegen eine oder mehrere Gutachterpersonen könnten
innert zehn Tagen eingereicht werden (IV-act. 42). Dieses Vorgehen der
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Beschwerdegegnerin entspricht den gesetzlichen Vorschriften (Art. 44 Abs. 1 ATSG,
Art. 72bis Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) und
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts vom 15.
September 2010, 8C_254/2010, E. 4.1.1 und vom 12. Februar 2014, 9C_753/2013, E.
3). Es ist somit im Folgenden zu prüfen, ob das MEDAS-Gutachten des MGSG vom 18.
März 2015 die materiellen Anforderungen an die Beweistauglichkeit
versicherungsexterner Gutachten erfüllt.
4.
4.1 Der orthopädische Gutachter diagnostizierte eine Lumboischialgie rechts bei
leichter Osteochondrose L2-S1 mit Diskusherniationen speziell L4/5 und L5/S1 mit
diskalem Kontakt zum Spinalnerv L4 und L5 rechts ohne Kompression sowie (mit)
perineuraler Fibrose rezessal L4 und speziell S1 rechts nach Diskushernienoperation
L5/S1 rechts im Januar 2005 und L4/5 im März 2012 (IV-act. 46-7). Die neurologische
Gutachterin stellte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines
chronischen lumboradikulären Schmerzsyndroms L5 und S1 rechts; klinisch:
anhaltende neuropathische Ausstrahlungsschmerzen, betont im Dermatom S1, Parese
der distalen L5-Muskulatur rechts; nadelmyographisch: Bestätigung älterer chronisch
neurogener Veränderungen neben Zeichen akuter Denervation/axonaler Schädigung
L5- und S1- Muskulatur rechts (IV-act. 46-46 f., 56, 80). Die diagnostische Beurteilung
der beiden Experten hinsichtlich der Lendenwirbelsäule stimmt mit derjenigen der
behandelnden Orthopäden (Arztbericht Dres. med. D._ und E._, Leitender Arzt
Wirbelsäulenchirurgie, vom 8. April 2014, IV-act. 23), des Schmerzzentrums des KSSG
(Berichte vom 20. August 2013, IV-act. 35-12 f., und vom 7. März 2014, IV-act. 19), wo
ein chronisches lumbofemorgieformes bis lumboischialgieformes Schmerzsyndrom
rechts, Status nach sequestrierter rezessal bis foraminal liegender Diskushernie L4/5
rechts und nach Dekompression L5/S1 rechts festgestellt worden war (und) sowie des
Spitals C._ (Kurzaustrittsbericht vom 6. Februar 2014, IV-act. 18), welches als
Diagnose auch den vom Gutachter erhärteten Verdacht einer periduralen/perineuralen
Fibrose um die Nervenwurzel S1 rechts aufgeführt hatte, überein. Die in den Berichten
von Dr. L._ (Verlaufsbericht vom 11. September 2014, IV-act. 32-2) und im
Kurzaustrittsbericht des Spitals K._ vom 18. Oktober 2015 (act. G 10.1) erwähnte
beginnende Coxarthrose und die medial betonte (Varus-)Gonarthrose rechts
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(Kurzaustrittsbericht des Spitals K._ vom 18. Oktober 2015, act. G 10.1) wurden vom
orthopädischen Gutachter als pathologische objektive Befunde erhoben (IV-act. 46-6 f.,
8) und vermerkt, dass sich die Beschwerdeführerin darüber explizit nicht beklagt habe
(IV-act. 46-8). Somit ist nachvollziehbar, dass diesbezüglich keine zusätzliche
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit angenommen wurde. Schliesslich wurde bei der
Beschwerdeführerin im November 2015 neu ein Diabetes mellitus diagnostiziert
(Bericht Dr. B._ vom 26. November 2015, act. G 15). Die Diagnose erfolgte nach dem
massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung und führt daher
nicht zu deren Aufhebung (BGE 121 V 366 E. 1 b; BGE 131 V 243 E. 2.1). Im Übrigen
wird eine sich daraus ergebende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht behauptet
oder dargetan.
4.2 In einer adaptierten Tätigkeit attestieren sowohl der orthopädische Gutachter als
auch die neurologische Gutachterin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Das orthopädische
Zumutbarkeitsprofil umfasst körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne häufige
inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen (IV-act. 46-9) und entspricht im
Wesentlichen dem neurologischen Anforderungsprofil, wonach wirbelsäulenbelastende
Tätigkeiten mit stereotypen Bewegungsmustern wie Bücken, in die Hocke gehen
gänzlich ausgeschlossen seien und uneingeschränkt die Möglichkeit zur
Wechselhaltung und Arbeit in temperierten Räumen geboten sein müsse (IV-act. 46-50,
52, 84 f., 86). Den entsprechenden Teilgutachten lässt sich entnehmen, dass aus
orthopädischer sowie aus neurologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit aufgrund von
Schmerzen eingeschränkt wird, die durch Beeinträchtigungen der bei den Wirbeln L4/5
und L5/S1 austretenden Nerven verursacht werden (IV-act. 46-8, 46-49 f.). Somit
erscheint nachvollziehbar, dass der orthopädische Gutachter und die neurologische
Expertin zu denselben Arbeitsfähigkeitsschätzungen gelangten. Das Gutachten
berücksichtigt somit die vorhandenen Beschwerden und Befunde bei der
Diagnoseableitung umfassend.
4.3 Aus den vorhandenen medizinischen Unterlagen lassen sich keine objektiven
Gesichtspunkte herleiten, welche die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund der vorhandenen Befunde und Diagnosen in Frage stellen. Die Einschätzung
von Dr. L._, wonach der Beschwerdeführerin Arbeiten im Sitzen oder Stehen ohne
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Heben von schweren Lasten sowie mit unterschiedlichem Bewegungsmuster
"wahrscheinlich in Teilzeitarbeit" bzw. in einem halbtägigen Arbeitsversuch zugetraut
werden könnten (Verlaufsbericht vom 11. September 2014, IV-act. 32-4), berücksichtigt
auch die Beschwerden der Bursa trochanterica, welche sich gebessert hatten (IV-act.
32-2). Von diesen ist im Gutachten nicht mehr die Rede, was sich damit erklären lässt,
dass die Beschwerdeführerin weder gegenüber dem orthopädischen Gutachter (IV-act.
46-3) noch gegenüber der neurologischen Gutachterin (IV-act. 46-71 f.) entsprechende
Schmerzen schilderte. Der Bericht der Dres. D._ und E._ hatte lediglich ausgeführt,
Einschränkungen seien vor allem in körperlich schweren Arbeiten, aber wegen
zusätzlicher Beschwerden bei längerem Sitzen auch in einer Bürotätigkeit zu erwarten
(IV-act. 23-4). Eine konkrete Aussage zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
wurde nicht gemacht und festgehalten, da Diagnostik und Therapie noch nicht
abgeschlossen seien, lasse sich zu Eingliederungsmassnahmen noch nichts Spezielles
sagen (IV-act. 23). Auch das Schmerzzentrum des KSSG (Berichte vom 20. August
2013, IV-act. 35-12 f., und vom 7. März 2014, IV-act. 19) sowie das Spital C._
(Austrittsbericht vom 7. Februar 2014, IV-act. 22-8 f.) hatten sich nicht zur
Arbeitsfähigkeit geäussert. Diese Berichte sind daher nicht geeignet, die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung in Frage zu stellen. Dr. B._ hatte im Arztbericht vom 25.
Oktober 2013 festgehalten, die Arbeitsfähigkeit sei eingeschränkt durch
Bewegungseinschränkungen, schmerzhafte Bewegungen vor allem lumbal, eine leichte
Kraftminderung des rechten Beines, eine allgemein verminderte Belastbarkeit,
Stressintoleranz und konsekutiven Schmerzexazerbationen nach längerem Stehen.
Angepasste Tätigkeiten seien vermutlich nicht mehr als eine Stunde bis höchstens zwei
Stunden zumutbar. Die Beschwerdeführerin sei schon bei Hausarbeiten überfordert,
körperliche Belastungen würden nicht toleriert. Eine geregelte Tätigkeit ausser Haus
scheine nicht möglich zu sein (IV-act. 35-1 ff.). Im Verlaufsbericht vom 17. März 2014
hatte Dr. B._ ausgeführt, aufgrund der chronischen Schmerzproblematik und der
ausgeprägten Einschränkung bei der Mobilisation sowie den wiederkehrenden
Schmerzexazerbationen mit wiederholten Immobilisationen seien auch anspruchslose
Tätigkeiten nicht realisierbar (IV-act. 22). Daraus ergibt sich nicht, dass Dr. B._ die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden und Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit durch eigene Befunde objektiviert hätte. Die Einschätzung, sie sei
im Haushalt zu 90% eingeschränkt, hatte die Beschwerdeführerin auch gegenüber den
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Gutachtern und insbesondere anlässlich der Haushaltsabklärung geäussert (vom 18.
September 2014, IV-act. 33-5). Hierzu nahmen die Gutachter nachvollziehbar Stellung,
die von der Beschwerdeführerin angegebenen Einschränkungen seien aufgrund der
erfassten körperlichen Befunde wie der elektrophysiologischen
Untersuchungsergebnisse (Neurographien der Beinnerven, Nadelmyographien von
Beinmuskeln rechts) nicht im angegebenen, erheblichen Umfang begründet: Die
subjektiv wahrgenommenen Einschränkungen würden als nahezu 100%ig angegeben.
Die Beschwerdeführerin betone, keinerlei weitere Fähigkeiten betreffend Hausarbeit zu
besitzen als ein halbes Kilogramm Brot beim Bäcker kaufen zu können. Der Umfang
der beklagten Einschränkungen sei auf der Basis der erhobenen Befunde nicht
erklärbar. Die 20%ige Arbeitsunfähigkeit (im Haushalt) begründe sich im klinisch wie
elektrophysiologisch erfassten radikulären sensomotorischen Syndrom L5 und S1
rechts. Sie umfasse wirbelsäulenbelastende Haushaltarbeiten wie zum Beispiel
mehrere Böden und Fenster putzen, Staubsaugen der Wohnung und das Tragen
schwerer Einkaufstaschen (IV-act. 46-51 f.). Die Abstufung der Arbeitsfähigkeit aus
somatischer Sicht - 50% für die bisherige Tätigkeit in der Bürstenfabrik, 80% für die
Haushaltstätigkeit unter Ausschluss der aufgezählten wirbelsäulenbelastenden
Tätigkeiten, 100% in einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 46-50, 57) - erscheint plausibel
und wird, wie aufgezeigt, durch die übrigen medizinischen Akten nicht massgeblich in
Frage gestellt.
4.4 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine chronische depressive
Verstimmung (Dysthymie, ICD-10: F34.1) und führte aus, es handle sich um eine leichte
depressive Störung, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen Episoden nicht die
Kriterien für eine leichte oder mittelschwere rezidivierende depressive Störung bzw. für
einen die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht einschränkenden
Gesundheitsschaden erfülle (IV-act. 46-103; vgl. auch H. DILLING/H. J. FREYBERGER,
Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S.
147; Urteile des Bundesgerichts vom 11. März 2014, 8C_623/2013, E. 3.2 und vom 18.
Juli 2016, 8C_303/2016 , E. 5). Auch habe die Beschwerdeführerin lediglich während
der Rehabilitation in der Klinik M._ 2012 vorübergehend eine Behandlung erhalten
(IV-act. 46-103, 104) und verfüge über Ressourcen (IV-act. 46-105). Der psychiatrische
Konsiliarius der Klinik M._ hatte ebenfalls keinen Hinweis für eine Depression
gefunden und eine kurzfristige Anpassungsstörung mit vorwiegend Störung anderer
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Gefühle diagnostiziert (Austrittsbericht Klinik M._ vom 28. März 2012, IV-act. 35-34).
Somit erscheint nachvollziehbar, dass auch der psychiatrische Gutachter im Haushalt
und in angepassten Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten
Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte
Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung eine Arbeitsfähigkeit
von 100% attestiert (IV-act. 46-106 f.), zumal er insbesondere keine Hinweise auf eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung feststellen konnte (IV-act. 46-103).
4.5 In einer Gesamtbetrachtung begründet das polydisziplinäre Gutachten die
Arbeitsfähigkeitsschätzung mit den erhobenen Befunden und den sich daraus
ergebenden Funktionseinschränkungen ausreichend nachvollziehbar und schlüssig.
Die gesundheitlichen Einschränkungen erscheinen umfassend erhoben, die
dargelegten Beschwerden werden berücksichtigt. Insbesondere deutet auch im
orthopädischen Teilgutachten nichts auf eine nicht mit der üblichen Sorgfalt erfolgte
Erhebung oder eine voreingenommene Würdigung der Befunde hin. Der Umstand,
dass die orthopädische Untersuchung lediglich 55 Minuten dauerte, vermag für sich
eine solche Annahme nicht zu rechtfertigen. Aus den vorhandenen Akten der
behandelnden Ärzte ergeben sich keine objektiven medizinischen Tatsachen, welche
an der Zuverlässigkeit des Gutachtens Zweifel aufkommen lassen. Mit dem RAD
(Stellungnahme vom 8. April 2015, IV-act. 47) kann somit ohne weitere Abklärungen auf
das Gutachten des MGSG vom 18. März 2015 abgestellt werden.
5.
Die Beschwerdeführerin beantragt neben weiteren medizinischen Abklärungen die
Befragung ihrer selbst, ihres Ehemannes und ihrer Schwiegertochter als Zeugin (act. G
1 und act. G 10). Die genannten Personen können lediglich aussagen, dass sich die
Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig fühlt, und bestätigen, dass sie dies auch ihnen
gegenüber äussert und dies ihrem Alltag entspricht. Damit betreffen diese Aussagen
ausschliesslich die subjektiven Einschränkungen der Beschwerdeführerin, wogegen für
den Nachweis eines relevanten Gesundheitsschadens bzw. dessen Überwindbarkeit
gemäss Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG die objektive Betrachtungsweise massgebend ist.
Die offerierten Aussagen sind daher nicht geeignet, eine höhergradige Arbeits- bzw.
Erwerbsunfähigkeit nachzuweisen und folglich nicht wesentlich. In antizipierter
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Beweiswürdigung kann daher von der Abnahme dieser Beweismittel abgesehen
werden (BGE 131 I 153 E. 3 S. 157).
6.
6.1 Anlässlich der Haushaltsabklärung gab die Beschwerdeführerin an, ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung wäre sie in einem Pensum von 50% bis 60%
erwerbstätig. Dies, um eine Abwechslung zu haben und nicht aus finanzieller
Notwendigkeit (Angaben vom 18. September 2014, IV-act. 33-3). Da ihre Kinder
erwachsen sind (IV-act. 33-2; IV-act. 1-2), scheint diese unbestrittene Angabe
plausibel. Es ist daher von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als 55%
Erwerbstätige und 45% im Haushalt tätig auszugehen.
6.2 Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) erzielte die Beschwerdeführerin
bei der N._ AG vom 1. April bis 31. Dezember 2000 ein Einkommen von Fr. 15'030.--
und vom 1. Januar bis 31. August 2001 von Fr. 14'263.--. Von der O._ sind für die
Jahre 2009 und 2010 je Fr. 5'109.--, für das Jahr 2011 Fr. 5'120.-- und vom 1. Januar
bis 30. April 2012 Fr. 1'707.-- verzeichnet. Daneben sind vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2012 Fr. 6'000.-- der P._ AG aufgeführt (vgl. IK-Auszug, IV-act. 9). Wie
sich aus dem Gutachten ergibt, hat die Beschwerdeführerin diese Hauswarttätigkeit nie
selbst ausgeübt, sondern an Familienangehörige delegiert (vgl. IV-act. 46-19, vgl. auch
IV-act. 10 und 33-3). Die Beschwerdeführerin erzielte somit nie das Einkommen
gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik,
Anforderungsniveau 4 bzw. Kompetenzniveau 1, Frauen im Umfang des Pensums von
55%, in welchem sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung tätig sein würde. Für das
Valideneinkommen ist daher auf den genannten Tabellenlohn abzustellen.
6.3 Da die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist,
erleidet sie eine Erwerbseinbusse höchstens im Rahmen eines Tabellenlohnabzuges.
Aufgrund des Alters und der Einschränkungen erscheint ein solcher im Umfang von
10% - 15% gerechtfertigt, womit im Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 5,5% bzw.
8,25% (55% x 10% bzw. 15%) resultiert. Im Haushalt ergibt sich bei einer Gewichtung
von 45% und einer Arbeitsunfähigkeit von 20% ein Teilinvaliditätsgrad von 9%. Der
Invaliditätsgrad beträgt somit insgesamt 14,5 % bzw. 17,25%, womit kein
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Rentenanspruch begründet wird. Selbst wenn der maximal zulässige
Tabellenlohnabzug von 25% (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc und Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_418/2017, E. 4.1.2) gewährt werden
könnte, ergäbe sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 22,75% ([55% x
25%] + 9%). Da ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ein halbes Jahr nach der
Anmeldung, vorliegend also am 1. April 2014, entstanden sein kann (Art. 29 Abs. 1 und
3 IVG), begründen auch die von den Gutachtern angenommenen viermonatigen
Arbeitsunfähigkeiten nach den Operationen (IV-act. 46-57) vom Januar 2005 (IV-act.
35-8) und vom 22. März 2012 (IV-act. 35-18) keinen befristeten Rentenanspruch.
7. Zu prüfen bleibt der Anspruch auf berufliche Massnahmen.
7.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG)
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit.
a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt
sind (lit. b). Geeignet kann eine Eingliederungsmassnahme nur sein, wenn die
betroffene Person - bezogen auf die jeweilige Massnahme - selber wenigstens teilweise
objektiv eingliederungsfähig und subjektiv eingliederungsbereit ist (objektive und
subjektive Eingliederungsfähigkeit [S. Bucher, Eingliederungsrecht der
Invalidenversicherung, Bern 2011, N 124, mit Verweisen auf die Rechtsprechung]). Der
Anspruch auf Umschulung nach Art. 17 Abs. 1 IVG setzt voraus, dass die versicherte
Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten
und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren
Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von
etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 139 V 403
E. 5.3; BGE 130 V 489 f., E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015,
9C_511/2015, E. 3). Der in Art. 18 IVG verankerte Anspruch auf Arbeitsvermittlung steht
seit der 5. IV-Revision auch Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeitern, die in einer
angepassten Hilfstätigkeit noch voll arbeitsfähig sind, zu (BBl 2005 4459, S. 4524). Eine
Berufsberatung im Sinne von Art. 15 IVG entfällt (grundsätzlich), wenn für eine
notwendige berufliche Neuorientierung keine besonderen Kenntnisse über die
Möglichkeiten behinderungsangepasster Tätigkeiten erforderlich sind, weil der
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betroffenen Person eine Vielzahl solcher Beschäftigungen offen steht, bzw. wenn die
versicherte Person ohne Massnahmen wie Berufswahlgespräche, Neigungs- und
Begabungstests in der Lage ist, einen ihren Verhältnissen angepassten Beruf zu wählen
(Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2011, 9C_534/2010, E. 4.3; BUCHER,
a.a.O., N 605). Im Bereich der keine Ausbildung erfordernden Arbeiten geht die
Rechtsprechung davon aus, dass eine Berufsberatung nicht erforderlich ist, soweit der
versicherten Person ein ausreichend breiter Fächer an adaptierten Tätigkeiten offen
steht, so dass den Problemen bei der Wahl einer geeigneten Arbeitsstelle im Rahmen
der Arbeitsvermittlung begegnet werden kann (Urteile des Bundesgerichts vom 10.
Februar 2011, 9C_534/2010, E. 4.3, und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[ab 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts] vom 18. November
2003, I 361/03, E. 2.4).
7.2 Die Beschwerdeführerin erklärt, sich nicht arbeitsfähig zu fühlen. Sie war bisher in
der Produktion einer N._ und - gemäss Auszug aus dem IK - als Hauswartin tätig. In
einer angepassten Tätigkeit beträgt die Einkommenseinbusse rund 15%. Damit sind
die Voraussetzungen einer Umschulung nicht erfüllt. Das Zumutbarkeitsprofil der
Beschwerdeführerin ist zwar orthopädisch (im Wesentlichen: rückenschonende
Arbeiten) und psychiatrisch (im Wesentlichen: Arbeiten ohne besondere Belastung)
eingeschränkt, aber nicht in einem Ausmass, dass dadurch eine erschwerte berufliche
Neuorientierung im Sinne einer Berufsberatung erforderlich würde. Der Anspruch auf
Arbeitsvermittlung steht der Beschwerdeführerin zu und kann gegebenenfalls durch
Neuanmeldung geltend gemacht werden.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2 Zu befinden bleibt folglich über das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung. Die
Abteilungspräsidentin hat die Beschwerdeführerin verschiedentlich darauf hingewiesen,
dass aufgrund der eingereichten Akten eine Prozessarmut nicht ausgewiesen sei
(Schreiben vom 5. Oktober 2015, act. G 6, vom 2. November 2015, act. G 9, und vom
3. Dezember 2015, act. G 16). Hierauf kann verwiesen werden. Gemäss Berechnung
vom 5. Oktober 2015 resultiert selbst bei Einbezug der nicht ausgewiesenen
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Mehrkosten für auswärtige Verpflegung ein Freibetrag von monatlich Fr. 422.--. Auch
wenn entsprechend den nachgereichten Belegen bei den ungedeckten
Krankheitskosten zusätzlich ein den Ehemann betreffenden Betrag von Fr. 51.-- (Fr.
616.70 : 12) zu berücksichtigen ist (act. G 15, Beilage, und act. G 16), resultiert ein
Einnahmenüberschuss von rund Fr. 370.-- pro Monat, welcher die Deckung der
mutmasslichen Prozesskosten innert angemessener Frist ermöglicht. Weitere
Gesundheitskosten sind nach wie vor nicht ausgewiesen. Das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung ist somit abzuweisen.
8.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).