Decision ID: c8552cf0-b6e0-5a45-8aa8-40d5cc7f80ef
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462,
8024 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1957 geborene G._ war seit 1. Januar 1996 bei der A._ als Hilfsarbeiter
und Maschinist im Tiefbau angestellt und in dieser Eigenschaft bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und
Berufskrankheiten versichert. Am 2. Oktober 1999 wurde er wegen einer lumbalen
Diskushernie L5/S1 in der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) operiert (Suva-act. 4, 5). Die Operationskosten gingen zu Lasten des
Krankenversicherers (Suva-act. 6). Am 29. Januar 2004 glitt der Versicherte auf einem
eisigen Vorplatz aus und fiel auf den Rücken (Suva-act. 1a). Am 30. Januar 2004
suchte der Versicherte seinen Hausarzt, Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, auf. Im
Arztzeugnis vom 28. April 2004 erhob dieser die Befunde eines lumbalen Hartspanns
sowie einer Prellmarke lumbal mit einem Hämatom von 5 cm und stellte die Diagnose
einer lumbalen Kontusion. Im Weiteren attestierte Dr. B._ ab 29. Januar 2004 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1b). Die vom Hausarzt zwischenzeitlich beim
Röntgeninstitut Dr. med. C._ in Auftrag gegebene und am 17. Febraur 2004
durchgeführte vertebro-spinale Kernspintomographie (Th 10-S3) hatte keine ossäre
Läsion ergeben. Erhoben wurde aber eine ausgeprägte Osteochondrose L5/S1 mit
dorsaler Spondylose, jedoch ohne Nachweis einer Rezidivdiskushernie. Hingegen fand
sich eine Hernie median auf Höhe L4/L5, welche leicht nach kaudal luxierte mit
Einengung des Spinalkanals und bilateraler recessaler Einengung sowie begleitenden
hypertrophierenden Spondylarthrosen L4/L5, weniger auch im Bereich L5/S1 und L3/
L4 (Suva-act. 2). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 29. Januar 2004
Taggeldleistungen und kam für die Heilungskosten auf. Nach Durchführung von
ärztlichen Untersuchungen in der Klinik für Neurochirurgie (Suva-act. 10) sowie der
Klinik für Neurologie des KSSG (Suva-act. 18, 19), eines stationären Aufenthalts in der
Klinik Valens vom 11. bis 21. Oktober 2004 (Suva-act. 30) sowie nach Einholung einer
kreisärztlichen Stellungnahme von Dr. med. D._ (Suva-act. 35) eröffnete die Suva
dem Versicherten mit Verfügung vom 13. Dezember 2004, dass gestützt auf die
vorliegenden Unterlagen - was vor allem die aktuellen radiologischen Befunde
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nachgewiesen hätten - die heute bestehenden Rückenschmerzen nicht mehr
unfallbedingt, sondern ausschliesslich auf die degenerativen (krankhaften)
Veränderungen der Wirbelsäule zurückzuführen seien. Was die Unfallfolgen anbelange,
müsse der Fall deshalb per 31. Dezember 2004 abgeschlossen und müssten die
Leistungen (Taggeld und Heilkosten) eingestellt werden (Suva-act. 36). Die gegen diese
Verfügung am 13. Januar 2005 erhobene Einsprache (Suva-act. 39) wies die Suva - im
wesentlichen unter Hinweis auf die Beurteilung von Dr. D._ vom 6. Dezember 2004
(Suva-act. 35) - mit Einspracheentscheid vom 8. Februar 2005 ab (Suva-act. 42). Die
gegen diesen Einspracheentscheid von Rechtsanwalt Dr. iur. R. Ilg, Zürich, für den
Versicherten am 10. Mai 2005 eingereichte Beschwerde mit den Anträgen, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es seien dem Beschwerdeführer die vollen
Taggeldleistungen/Heilkosten für eine Arbeitsunfähigkeit von 100% auch weiterhin
auszurichten, im Weiteren sei auch die Ausrichtung einer Übergangsrente zu prüfen
und zu verfügen, da berufliche Massnahmen und Arbeitsvermittlung beantragt worden
seien, und eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine angemessene
Rente und Integritätsentschädigung auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 8. März 2006 in dem Sinn gut, dass der Einspracheentscheid vom 8.
Februar 2005 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der
Erwägungen und zu anschliessender Neuverfügung an die Suva zurückgewiesen wurde
(Suva-act. 45).
A.b Am 20. Februar 2007 legte Dr. med. E._, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg,
das am 7. November 2006 von der Suva in Auftrag gegebene Gutachten vor (Suva-act.
56, 65).
A.c Mit Verfügung vom 9. Mai 2007 eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des
Versicherten, dass das Gutachten von Dr. E._ ihre seinerzeitige Beurteilung
bestätige. Nach Angaben von Dr. E._ sei der Status quo sine, d.h. der Zustand, der
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne
Unfall eingestellt hätte, per Ende 2004 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder
erreicht gewesen. Per 1. Januar 2005 spiele der Unfall vom 29. Januar 2004 keine
wesentliche Rolle mehr, d.h. die weiterbestehende Arbeitsunfähigkeit/Behandlung sei
auf vorbestehende, degenerative (krankhafte) Veränderungen zurückzuführen. Was die
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Unfallfolgen anbelange, müsse der Fall deshalb per 31. Dezember 2004 abgeschlossen
und müssten die Leistungen (Taggeld und Heilkosten) eingestellt werden (Suva-act.
68).
B.
Die gegen diese Verfügung am 11. Juni 2007 erhobene Einsprache (Suva-act. 69) wies
die Suva mit Einspracheentscheid vom 27. Juli 2007 ab (Suva-act. 72).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. B.
Zollinger, Zürich, für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 14. September 2007.
Der Rechtsvertreter beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es seien
dem Beschwerdeführer die vollen Taggelder/Heilkosten für eine Arbeitsunfähigkeit von
100% auch weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wurde geltend gemacht, es sei aktenkundig,
dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall voll arbeitsfähig gewesen sei, wenn auch
nicht ganz beschwerdefrei. Der behandelnde Hausarzt Dr. B._ attestiere dem
Beschwerdeführer seit dem Unfall eine ununterbrochene 100%ige Arbeitsunfähigkeit,
die ihren Ursprung im Unfallgeschehen habe. Dennoch verzichte die
Beschwerdegegnerin auf die Einholung eines zusätzlichen Gutachtens von Dr. B._.
Erstaunlich sei ausserdem, dass zwischen dem Entscheid des Versicherungsgerichts
und dem Gutachten von Dr. E._ beinahe ein Jahr vergangen sei, womit dessen
Zuverlässigkeit fraglich sei. Dr. B._ empfehle angesichts der widersprechenden
Arztmeinungen die Einholung eines zusätzlichen polydisziplinären Gutachtens beim
KSSG. Die Beschwerdegegnerin habe den vorliegenden Schadenfall daher
offensichtlich basierend auf einer ungenügenden Sachverhaltsabklärung und zur Unzeit
abgeschlossen.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Auf die Begründung des Antrags
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wird - soweit erforderlich - in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen
eingegangen.
C.c Mit Replik vom 26. Oktober 2007 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an seinen Anträgen und Standpunkten fest. Die Beschwerdegegnerin hat auf die
Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen dem schädigenden
Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht,
beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177; BGE 119
V 337 E. 1 mit Hinweisen). Wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines ursächlichen Zusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden Beschwerden mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994
Nr. U 206 S. 328). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn
entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 1992
Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für die Bejahung des fortbestehenden
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natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche
Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilfslosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003,
U 287/02, E. 4.4).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 29. Januar 2004 als
einen Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG und ihre gesetzliche Leistungspflicht bis zum
31. Dezember 2004 anerkannt hat. Sie verweigert jedoch die Weiterausrichtung von
Versicherungsleistungen über diesen Zeitpunkt hinaus, da die Beschwerden ab dem
1. Januar 2005 nicht mehr unfall-, sondern krankheitsbedingt gewesen seien.
Demgegenüber stellt sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf den
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Standpunkt, dieser sei bis zum Unfall voll arbeitsfähig gewesen. Seither bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit, die laut Dr. B._ ihren Ursprung im Unfallgeschehen
habe. Demgemäss liege gegenüber der Beurteilung von Dr. E._ eine
widersprechende ärztliche Meinung vor.
3.
3.1 Aktenmässig erstellt und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer im Oktober
1999 wegen einer lumbalen Diskushernie L5/S1 operiert worden war, in den darauf
folgenden Jahren bzw. vor dem Unfall vom 29. Januar 2004 jedoch nie gänzliche
Schmerzfreiheit bestanden hat. Seiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter und Maschinist im
Tiefbau der A._ konnte der Beschwerdeführer bis zum Unfall dennoch
uneingeschränkt nachgehen. Nur vier Monate vor dem fraglichen Unfallereignis, d.h.
am 23. September 2003, wurde im Röntgeninstitut Dr. med. C._ die LWS des
Beschwerdeführers untersucht. Dabei wurden eine Osteochondrose L5/S1, beginnend
L3/L4 und L4/L5, eine mässig starke Spondylose, eine distal zunehmende Spondyl
arthrose sowie mässige Scheuermann-Veränderungen am thorakalen Übergang
diagnostiziert, jedoch keine Strukturpathologie und kein Wirbelgleiten (Suva-act. 2).
Beim Beschwerdeführer lag somit auch nach der Operation im Oktober 1999 bzw. vor
dem Unfall ein deutlicher degenerativer Vorzustand vor. Anlässlich der nach dem
Unfallereignis bzw. am 17. Februar 2004 im Röntgeninstitut Dr. C._ durchgeführten
vertebrospinalen Kernspintomographie (Th10-S3) wurde wiederum die ausgeprägte
Osteochrondrose L5/S1 mit dorsaler Spondylose unter linksseitiger Bevorzugung und
linksseitiger Dekonfiguration des Spinalkanals auf dieser Höhe, jedoch ohne Nachweis
einer Rezidivdiskushernie festgestellt. Ossäre Läsionen ergaben sich ebenfalls keine.
Hingegen fand sich eine Hernie median auf Höhe L4/L5, welche leicht nach kaudal
luxierte mit Einengung des Spinalkanals und bilateraler recessaler Einengung sowie
begleitenden hyperthrophierenden Spondylarthrosen L4/L5, weniger auch L5/S1 und
L3/L4. Entgegen der damaligen Feststellung des Versicherungsgerichts im Entscheid
vom 8. März 2006 ist darauf hinzuweisen, dass die Diskushernie im Segment L4/L5
bereits vor dem Unfallereignis vom 29. Januar 2004 bzw. im Bericht der Klinik für
Neurochirurgie des KSSG vom 29. September 1999 diagnostiziert worden war (Suva-
act. 4; vgl. auch Suva-act. 65.5 f.). Demzufolge steht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer durch den
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fraglichen Unfall keine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im
Sinn einer strukturellen Veränderung, d.h. weder eine ossäre Läsion noch eine rein
traumatische Diskushernie, erlitten hat.
3.2 Angesichts der obigen Erwägungen kommen damit nur noch eine
vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustandes durch die Traumatisierung oder
eine dauernde Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes in Betracht. In
beiden Fällen käme dem Unfall damit eine Teilursächlichkeit zu. Im Fall einer
vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes endet die Leistungspflicht, wie
bereits erwähnt, wenn die Unfallfolgen nach Erreichen des Status quo sine bzw. ante
keine Rolle mehr spielen, d.h. wenn sich nur noch das vorbestandene Grundleiden
auswirkt (vgl. Ziff.1.1). Angesichts der ebenfalls vorbestandenen Diskushernie L4/L5
steht in diesem Zusammenhang fest, dass sich die Frage, ob von einer
vorübergehenden oder dauerhaften Verschlimmerung auszugehen ist, nicht mehr im
Sinn der im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 8. März 2006 formulierten
Abgrenzungsfrage (S. 8) stellt, ob die Diskushernie L4/L5 mit Blick auf den gegebenen,
konkreten Vorzustand als letztes Ereignis eines lang dauernden degenerativen
Prozesses und damit als vorübergehende Verschlimmerung oder als dauerhafte
Verschlimmerung zu werten sei.
3.3 Die Beschwerdegegnerin geht im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27.
Juli 2007 von einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes aus, für
welche der Status quo sine per 31. Dezember 2004 wieder erreicht sei und stützt sich
dabei auf das Gutachten von Dr. E._ vom 20. Februar 2007 (Suva-act. 65) ab. Dr.
E._ hält fest, der Unfall vom 29. Januar 2004 habe mit Sicherheit nur zu einer
vorübergehenden Verschlimmerung der bekannten degenerativen Veränderungen
geführt. Es bestehe keine richtunggebende Verschlimmerung durch den Unfall. Der
Status quo ante sei nie mehr erreicht worden. Der Status quo sine sei indessen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bis Ende Jahr 2004 erreicht worden. Bis zu diesem
Zeitpunkt sei die gänzliche Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers allein durch die
unfallbedingte Verschlechterung des Vorzustandes verursacht worden. Ab dem 1.
Januar 2005 mit Erreichen des Status quo sine sei jedoch die weiterbestehende
Arbeitsunfähigkeit auf die krankhafte vorbestehende degenerative Veränderung der
LWS zurückzuführen. Diese Beurteilung lasse sich damit begründen, dass durch den
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Unfall keine Bild gebend fassbaren morphologischen Veränderungen an der LWS
aufgetreten seien. Die auf der vertebro-spinalen Kernspintomographie vom 17. Februar
2004 sichtbaren Veränderungen, nämlich Dehydratation der Bandscheiben L4/L5, L5/
S1, Höhenverminderung dieser Bandscheiben, Spondylarthrose L4/L5 und L5/S1
sowie Diskusprotrusion L4/L5 seien alle bereits in den Computertomographien der
LWS vom 3. März 1995 und 28. September 1999 dargestellt. Es könne somit davon
ausgegangen werden, dass die durch den Unfall ausgelösten Verletzungen am Rücken
aus Prellungen und Stauchungen bestanden hätten, welche in aller Regel innert
Wochen, höchsten Monaten, folgenlos abheilen würden. Selbstverständlich seien die
direkten Unfallfolgen einer derartigen Verletzung bei einem degenerativ
vorgeschädigten Rücken primär schwerwiegender. Aber auch bei einem
vorgeschädigten Rücken würden die objektiv nachweisbaren Veränderungen mit der
Zeit ausheilen, sodass schlussendlich lediglich der Vorzustand symptomverursachend
werde.
3.4 Das Gutachten von Dr. E._ bzw. dessen Antworten auf die Fragen der
Beschwerdegegnerin vom 11. August 2006 (Suva-act. 47.1) stützen sich auf die
vorhandenen Akten und die Erkenntnisse aus den Bild gebenden Untersuchungen, die
Angaben des Beschwerdeführers sowie die eigenen Untersuchungsbefunde ab. Die
Beurteilung erfolgte somit in Kenntnis der Vorakten, unter Berücksichtigung der
geklagten Beschwerden sowie aufgrund von allseitigen Untersuchungen. Die von Dr.
E._ dargelegte Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ist sodann
einleuchtend und seine Schlussfolgerungen sind begründet und nachvollziehbar. - Eine
signifikante, dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen degenerativen
Schädigung der Wirbelsäule, hervorgerufen durch einen Unfall, ist nur dann bewiesen,
wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten
bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in:
Baur/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl., Bern 1985, S. 191). Die
medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der degenerative
Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 29. Januar 2004 massiv verändert
hätte. Dr. E._ stellt in seinem Gutachten insbesondere ausdrücklich fest, dass sich in
allen drei Schichtuntersuchungen (3. März 1995, 28. September 1999, 17. Februar
2004) eine medio-links-laterale Diskusprotrusion L4/L5 praktisch unveränderten
Grössenausmasses gezeigt habe. Es ist mithin davon auszugehen, dass beim
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Beschwerdeführer nach dem Unfall einzig unveränderte degenerative Vorzustände
radiologisch ausgewiesen waren. Dr. B._ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 28. April
2004 sodann ausschliesslich eine lumbale Kontusion. Dr. E._ geht damit
nachvollziehbarerweise von einer vorübergehenden Verschlimmerung der beim
Beschwerdeführer vorliegenden lumbalen Beschwerden aus. Es ist eine medizinische
Erfahrungstatsache, dass Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule
ohne strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit - in der Regel innerhalb von
sechs Monaten, spätestens innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr - folgenlos
abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden. Insofern
zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der
Wirbelsäule im Regelfall durch eine stetige Besserung des unfallkausalen
Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68, S. 17). Im Rahmen der
Kausalitätsbeurteilung ist es im Weiteren allgemein von Bedeutung, dass eine
gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gelten
kann, wenn sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 f.). Desgleichen
vermag der Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal
taxierte Schmerzen sowie eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit bestehen, nicht
automatisch für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit zu sprechen. Die Leistungseinstellung der
Unfallversicherer bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit.
Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine
kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 s. 329 E. 3b). Aus Art. 36 UVG
vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Diese Bestimmung
ist nur auf Leistungskürzungen, nicht aber auf die Frage anzuwenden, ob überhaupt
eine Leistungspflicht besteht. Mit anderen Worten stellt sich die Frage der
Leistungskürzung nach Art. 36 UVG erst, wenn überhaupt ein anspruchsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer
Gesundheitsschädigung zu bejahen ist (RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94). Anhaltende
Beschwerden können - wie auch im konkreten Fall anzunehmen ist - mit unfallfremden
Befunden, beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten von Dr. E._ die
Anforderungen gemäss EVG-Rechtsprechung, die an ein Gutachten bzw. an einen
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Arztbericht gestellt werden (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen), erfüllt, womit den
Einschätzungen von Dr. E._ volle Beweiskraft zukommt. Im Übrigen zeigt der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seinen Eingaben in keiner Weise auf,
inwiefern die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. E._ anzuzweifeln wäre. Weshalb
der Umstand, dass das Gutachten erst ein Jahr nach dem Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 8. März 2006 erstellt wurde, dessen Beweiswert zu mindern
vermöchte, ist nicht ersichtlich und wird vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
auch nicht näher dargelegt. Dies zumal sich die von Dr. E._ zu beantwortenden
medizinischen Fragen offensichtlich retrospektiv beantworten liessen. Nachdem Dr.
B._ ohne jegliche Begründung lediglich eine weitere Begutachtung empfiehlt, das
Gutachten von Dr. E._ indessen überzeugt, erübrigen sich schliesslich sowohl
weitere Abklärungen bei Dr. B._ als auch eine erneute Begutachtung.
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der angefochtene
Einspracheentscheid, mit welchem eine weitere Leistungsausrichtung ab 1. Januar
2005 mangels andauernder unfallkausaler Gesundheitsstörungen abgelehnt wurde,
nicht beanstanden lässt.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 27. Juli 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG