Decision ID: a3da0434-3944-4a53-a567-057e1e7815f3
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Erhöhung)
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1953 geborene A._ meldete sich am 2. Juni 2003 zum Bezug von IV-
Leistungen an (act. G 5.1/1). Per Ende Dezember 2002 hatte ihm die Arbeitgeberin die
Anstellung als Magaziner aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt (act. G 5.1/9-4). Der
Hausarzt Dr. med. B._, diagnostizierte im Arztbericht vom 17. Juni 2003 mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit Ende 2001 eine chronische Lumboischialgie
rechts, eine rechtskonvexe thorakale Skoliose sowie eine Spondylolyse L5. In der
angestammten Arbeit als Lagerist bestehe seit 29. April 2003 eine Arbeitsfähigkeit von
0% (act. G 5.1/10-1). Vom 26. August bis 13. September 2003 war der Versicherte in
der Klinik C._ hospitalisiert, wo ihm nach Austritt für mittelschwere Arbeit eine
Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert wurde. Nach zwei Monaten könne die
Arbeitsfähigkeit je nach Verlauf gesteigert werden (act. G 5.1/13-6). Mit Verlaufsbericht
vom 21. Dezember 2003 wies der Hausarzt auf zusätzlich aufgetretene Schlafprobleme
und eine Depression hin (act. G 5.1/13).
A.b Am 6. Mai und 16. August 2004 wurde der Versicherte in der
Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle D._ begutachtet. Hier diagnostizierten ihm die
Gutachter eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit 2002 (ICD-10 F45.4),
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1, Herbst 2002), ein
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts bei Wirbelsäulenfehlform, eine leichte
bis mässige Spondylarthrose L4 bis S1 mit minimaler Diskusprotrusion L4 bis S1 ohne
neurale Kompression und muskuläre Dysbalance. Der Versicherte sei zurzeit auf Grund
des depressiven Zustands nicht arbeitsfähig. Eine genauere Einschätzung sollte nach
erfolgten weiteren orthopädischen Massnahmen in ca. einem Jahr erfolgen (act.
G 5.1/22-5).
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A.c Mit Verfügung vom 4. Januar 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
ganze Rente
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100% ab 1. April 2004 zu (act. G 5.1/35).
A.d Anlässlich der im September 2005 eingeleiteten Rentenrevision (vgl. act. 5.1/41)
wurde der Versicherte am 5. September 2006 im ABI Basel untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 19. Oktober 2006 wurden eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und ein chronisches
thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M54.5) diagnostiziert
und gestützt darauf eine für körperlich schwer belastende Tätigkeiten weiterhin
bestehende volle Arbeitsunfähigkeit festgehalten. Körperlich leichte bis mittelschwere
adaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten vorübergehend nicht oder eingeschränkt
zumutbar gewesen, spätestens seit dem 5. September 2006 aber ganztägig zumutbar
mit einer Leistungseinbusse von 20% (act. G 5.1/54-20).
A.e Am 1. Februar 2007 führte die IV-Eingliederungsberaterin ein Gespräch mit dem
Versicherten. Auf Grund seiner subjektiven Krankheitsüberzeugung schloss sie den Fall
im Februar 2007 ab (act. G 5.1/58).
A.f Im Vorbescheid vom 19. März 2007 nahm die IV-Stelle einen
Einkommensvergleich vor. Dafür stellte sie beim Valideneinkommen auf die
Lohnangaben des ehemaligen Arbeitgebers für das Jahr 2006 und als
Invalideneinkommen auf den Hilfsarbeiterlohn nach LSE ab, wovon sie infolge der
verminderten Arbeitsfähigkeit einen Abzug von 20% vornahm und einen Leidensabzug
von 10% gewährte. Infolge des sich daraus ergebenden Invaliditätsgrads von 40% ([Fr.
28'437.-- / Fr. 70'427.--] x 100) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Reduktion der
Invalidenrente auf eine Viertelsrente in Aussicht. Dagegen liess dieser am 4. Mai 2007
durch einen Rechtsvertreter Einwand erheben (act. G 5.1/66, 70). Dieser verwies zur
Begründung auf den Arztbericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. G._,
Spezialarzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. April 2007, welcher dem
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestierte, sowie den Bericht des
Hausarztes Dr. B._ vom 4. Mai 2007, der den Versicherten wegen der schweren
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Depression für nicht mehr arbeitsfähig befand (act. G 5.1/70-9ff.). Das ABI hielt mit
Stellungnahme vom 4. Juni 2007 an seiner Einschätzung fest (act. G 5.1/73). Mit
Schlussbericht der Eingliederungsberaterin vom 29. Juni 2007 wurde der Fall in Bezug
auf die berufliche Wiedereingliederung erneut infolge subjektiver
Krankheitsüberzeugung des Versicherten abgeschlossen (act. G 5.1/83).
A.g Am 19. Juli 2007 verfügte die IV-Stelle eine Herabsetzung der Invalidenrente auf
eine Viertelsrente mit Wirkung ab 1. September 2007 (act. G 5.1/86) und am 6. August
2007 den Abschluss der Arbeitsvermittlung (act. G 5.1/87). Gegen die
Herabsetzungsverfügung erhob der Rechtsvertreter im Namen des Versicherten am 20.
August 2007, gegen diejenige betreffend die Verneinung von Arbeitsvermittlung am 13.
September 2007 Beschwerde und begründete beide mit Ergänzungsschreiben vom 27.
September 2007 (act. G 5.1/96, 101, 103). Infolge Rückzugs der Beschwerden schrieb
der Präsident der Abteilung II des Versicherungsgerichts beide Verfahren ab (act.
G 5.1/115).
A.h Am 6. Oktober 2008 meldete sich der Versicherte (erneut) wegen zusätzlicher
Nackenschmerzen, Ohrenpfeifen und Kopfweh seit einem Unfall mit dem Fahrrad vom
14. Dezember 2007 zum Bezug von höheren Rentenleistungen an (act. G 5.1/118,
119-2). Gestützt auf die vorhandenen Akten (vgl. act. G 5.1/119) kamen die RAD-Ärzte
Dr. med. E._ und Dr. med. F._ mit Stellungnahme vom 12. November 2008 zum
Schluss, dass keine objektivierbare Verschlechterung des Gesundheitszustands
ausgewiesen sei (act. G 5.1/120). Die IV-Stelle trat gestützt darauf mit Verfügung vom
25. November 2008 auf das Leistungsbegehren nicht ein (act. G 5.1/123). Dagegen
erhob der neue Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. R. Niedermann,
St. Gallen, am 13. Januar 2009 Beschwerde (act. G 5.1/129). Gleichentags ersuchte er
die IV-Stelle um Wiedererwägung auf Grund einer von Dr. G._ attestierten
Verschlechterung des Gesundheitszustands (act. G 5.1/130-4f., 131). Das
Versicherungsgericht sistierte das Verfahren (act. G 5.1/129-1). Am 14. September
2009 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 25. November 2008 (act. G 5.1/144),
woraufhin das Verfahren am Versicherungsgericht mit Präsidialentscheid vom 11.
September 2009 abgeschrieben wurde (act. G 5.1/147).
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A.i Am 15. Dezember 2009 wurde der Versicherte erneut im ABI Basel untersucht. Im
Gutachten vom 23. Februar 2010 kamen die Fachärzte zum Schluss, in einer körperlich
leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit bei ganztägigem Einsatz
bestehe eine Leistungseinbusse von 30%, entsprechend einer Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 70%. Für körperlich vorwiegend mittelschwere und schwere
Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit. Die Gutachter hielten explizit fest, die
Willensanstrengung, aktiv und konstruktiv an geeigneten Massnahmen für eine
berufliche Reintegration gemäss der festgestellten medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit teilzunehmen, sei dem Versicherten zumutbar (act. G 5.1/160). RAD-
Arzt Dr. E._ befand mit Stellungnahme vom 23. April 2010, es könne dem Gutachten
uneingeschränkt gefolgt werden (act. G 5.1/14).
A.j Mit Vorbescheid vom 22. Juli 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Begehren um Rentenerhöhung abzuweisen (act. G 5.1/170). Dagegen
erhob der Rechtsvertreter am 5. August bzw. 21. September 2010 Einwand (act.
G 5.1/171, 177). Diesem leistete die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Oktober 2010 keine
Folge, sondern wies das Erhöhungsgesuch ab (act. G 5.1/178).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Rechtsvertreter für den Versicherten
eingereichte Beschwerde vom 11. November 2010 mit den Anträgen auf Aufhebung
der angefochtenen Verfügung, insofern ein die Viertelsrente übersteigender
Rentenanspruch verneint werde, und auf Zusprache einer Dreiviertelsrente per 1.
Februar 2009. Zudem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung machte der Rechtsvertreter im Wesentlichen
eine Falschberechnung des Invaliditätsgrads geltend. Als Berechnungsbasis für das
hypothetische Valideneinkommen sei die Verfügung vom 19. Juli 2007 massgeblich. Es
sei dabei für das Jahr 2008 die Teuerung zu berücksichtigen, weshalb ein
hypothetisches Valideneinkommen für das Jahr 2008 von Fr. 73'128.-- resultiere. Aus
nicht nachvollziehbaren Gründen habe die Beschwerdegegnerin keinen Teilzeit- bzw.
Leidensabzug mehr berücksichtigt, obwohl sich der Gesundheitszustand gegenüber
der Verfügung vom 19. Juli 2007 gemäss ABI-Gutachten verschlechtert habe. Unter
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Würdigung sämtlicher Umstände sei mindestens von einem Teilzeit- und Leidensabzug
von 20% auszugehen, so dass ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr. 27'991.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 62% resultiere (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Januar 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, dass sich weder der
Gesundheitszustand noch deren erwerbliche Auswirkungen seit der Rentenzusprache
im Jahr 2007 in einer Weise verändert hätten, die eine Rentenrevision rechtfertigen
könnten. Die Arbeitsfähigkeit sei einzig durch die diagnostizierte anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und die leichte bis mittelgradige depressive Episode
eingeschränkt. Letztere Diagnosen vermöchten jedoch keine Invalidität im Rechtssinne
und somit auch keine Rentenrevision zu begründen (act. G 5).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 7. Januar 2011 wurde das Gesuch um Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
bewilligt (act. G 6).
B.d Der Beschwerdeführer verzichtete mit Eingabe vom 7. März 2011 auf die
Einreichung einer Replik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend ist die Frage einer Erhöhung der Invalidenrente streitig.
1.2 In intertemporaler Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der materiellen Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben,
als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Nachfolgend werden, da
hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen
Änderungen ergangen sind, die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
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SR 830.1) und des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
wiedergegeben.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte
(der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer umfassenden
Prüfung des Rentenanspruchs beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur
Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dagegen stellt die
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Im Rahmen des Revisionsverfahrens diagnostizierten die ABI-Gutachter im
Gutachten vom 23. Februar 2010 eine leichte bis mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F33.0, F33.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4),
ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle (ICD-10
M54.80) bei mässiger Spondylarthrose LWK4 bis SWK1, minimer Diskusprotrusion
LWK5/SWK1 und ohne Neurokompression (MRI vom 19. August 2002) sowie bei
beginnenden degenerativen Veränderungen HWK3 bis 6 (MRI vom 9. Januar 2008).
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Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie eine Adipositas, BMI 35 kg/m (ICD-10
E66.0), hypertone Blutdruckwerte, kontrollbedürftig (ICD-10 H91.1), eine
Schwerhörigkeit mit binauraler Hörgeräteversorgung beidseits (ICD-10 H91.1),
anamnestisch eine leichte chronische Bronchitis (ICD-10 J42), eine leichtgradige,
kontrollbedürftige Granulozytose im Labor (ICD-10 R72) bei normalen übrigen
Infektparametern (CRP, BSR) fest (act. G 5.1/160-25). Aus psychiatrischer Sicht wirke
sich die leichte bis mittelgradige depressive Episode sowie die anhaltende
somatoforme Schmerzstörung auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus.
In einer in orthopädischer Sicht adaptierten Tätigkeit - d.h. in körperlich leichten bis
mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten
über 15 kg - resultiere hierdurch eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70%. Seit der
Zeit des ersten Gutachtensberichts, mit einer Arbeitsunfähigkeit von damals 20%, habe
sich die psychische Situation somit leichtgradig verschlechtert. Dem Beschwerdeführer
sei die Willensanstrengung zumutbar, aktiv und konstruktiv an geeigneten
Massnahmen für eine berufliche Reintegration gemäss der festgestellten medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit teilzunehmen. Ausserdem bejahten die Gutachter, dass
als psychische Komorbidität von erheblicher Schwere und Dauer eine leichte bis
mittelgradig depressive Störung vorliege (act. G 5.1/160-26f.). Unter den Parteien ist
unstrittig, dass auf diese Beurteilung abgestellt werden kann. Auch aus den Akten
ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass nicht darauf abgestellt werden könnte.
3.2 Sowohl die ursprüngliche Rentenverfügung vom 4. Januar 2005 (act. G 5.1/35) als
auch die Revisionsverfügung vom 19. Juli 2007 (act. G 5.1/97) ergingen noch nicht
unter Anwendung der neuen Praxis zur somatoformen Schmerzstörung (vgl. BGE 130 V
253). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort geltend macht,
vermögen heute zwar die Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
und einer leichten bis mittelgradig depressiven Episode in der Regel keine Invalidität im
Rechtssinne und somit auch keine Rentenrevision mehr zu begründen (vgl. BGE 130 V
353f. E. 2.2.3; 136 V 280ff. E. 3). Dennoch bildet gemäss Bundesgericht die mit BGE
130 V 352 begründete Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung keinen
Grund für die Herabsetzung oder Aufhebung einer laufenden Rente unter dem Titel der
Anpassung an geänderte Rechtsgrundlagen (vgl. BGE 135 V 201 E. 7).
2
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3.3 Vorliegend wurde eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit dem
Vorgutachten vom Oktober 2006 explizit festgehalten und die Komorbidität der leichten
bis mittelgradigen depressiven Störung durch die ABI-Gutachter bejaht (act.
G 5.1/160-28f.). Somit ist gestützt auf die gutachterliche Beurteilung des ABI vom 23.
Februar 2010 von einer medizinisch-theoretischen 70%igen Restarbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen.
4.
4.1 Damit bleibt die Bemessung des Invaliditätsgrads zu prüfen. Es ist unbestritten,
dass dies nach der Einkommensvergleichsmethode (vgl. dazu BGE 128 V 30 E. 1, 104
V 136 E. 2a und b) zu geschehen hat. Auch dass dafür für das Invalideneinkommen auf
die Tabellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik abzustellen ist, wird zu Recht nicht in Frage gestellt. Die IV-Stelle ging daher
korrekt von einem Hilfsarbeiterlohn 2008 von Fr. 59'979.-- aus und berücksichtigte
entsprechend der Arbeitsfähigkeitsschätzung 70% davon, d.h. Fr. 41'985.--. Der
Beschwerdeführer rügt einzig die Höhe des Valideneinkommens sowie die
Verweigerung eines Leidensabzugs beim Invalideneinkommen. Er macht geltend, dass
weiterhin der bisher gewährte Abzug im Umfang von mindestens 10% sowie zusätzlich
ein Teilzeitabzug von gleicher Höhe zu berücksichtigen sei.
4.2 Die Beschwerdegegnerin stellte beim Valideneinkommen gemäss Verfügung vom
19. Juli 2007 auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers für
das Jahr 2006 ab (vgl. act. G 5.1/97-2). Von diesem Einkommen von Fr. 70'427.-- ist
auch anlässlich des Rentenrevisionsgesuchs von 2008 auszugehen. Für das Jahr 2008
resultiert unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1.6% für Jahr 2007
und 2.2% für das Jahr 2008 ein Betrag von Fr. 73'128.--, wie der Beschwerdeführer zu
Recht geltend macht.
4.3 Zu beurteilen bleibt die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter Leidensabzug
auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Nach der Rechtsprechung können die
statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass versicherte Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der
Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E.
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4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei
handelt es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E.
5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen - insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten
Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE
126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
4.4 Vorliegend berücksichtigte die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 19.
Juli 2007 noch einen Tabellenlohnabzug von 10%, da dem Beschwerdeführer nur noch
leichte Arbeiten zumutbar seien (vgl. act. G 5.1/97-2). Eine Verweigerung dieses
Anspruchs im Rahmen der Rentenrevision bei sonst gleich gebliebenem Sachverhalt
erscheint daher nicht gerechtfertigt. Dem Beschwerdeführer steht immerhin noch ein
Markt für körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende
Hilfsarbeitertätigkeiten mit einer Hebe- und Tragelimite von 15 kg offen (act.
G 5.1/160-26f.). Da die so definierten angepassten Tätigkeiten keine massiven
Einschränkungen bedeuten und dem Beschwerdeführer allenfalls sogar die
angestammte Tätigkeit weiterhin zumutbar ist - sofern sie den genannten Kriterien
entspricht (vgl. act. G 5.1/160-26) -, er im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung noch
eine Aktivitätsdauer von 8 Jahren vor sich hatte, zudem über die
Niederlassungsbewilligung C verfügt (act. G 5.1/3) und auch keine weiteren
Gesichtspunkte vorliegen, die einen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen
bzw. einen weiteren Lohnnachteil auf dem ihm offen stehenden allgemeinen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zur Folge hätten, erscheint ein Leidensabzug von mehr
als 10% den Umständen nicht angemessen. Unter Berücksichtigung eines 10%igen
Abzugs resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 37'786.50 (Fr. 41'985.-- x 0.90).
4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 73'128.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 37'786.50 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 35'341.50 (Fr. 73'128.-- -
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Fr. 37'786.50) bzw. ein Invaliditätsgrad von 48% ([Fr. 35'341.50 / Fr. 73'128.--] x 100).
Damit hat der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente, weshalb
das Erhöhungsgesuch abzuweisen ist.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Dem Beschwerdeführer
wurde die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am 7. Januar 2011 bewilligt
(act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten,
kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
5.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf die Anforderungen und Komplexität der Streitsache eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
bis
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Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP