Decision ID: b74c216b-4e60-4935-b64e-c76e2681fa8c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die K.-strasse ist eine Gemeindestrasse zweiter Klasse in X. Sie erschliesst im
Gebiet L. und K. sowohl Wohn- als auch Industriequartiere. Im Jahr 2000 wurde die K.-
strasse vom L. bis zur Bahnunterführung SOB saniert. Die Sanierung der verbleibenden
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Strecke von der Bahnunterführung SOB bis zur Brücke über den M.-bach bildet
Gegenstand des Strassenprojekts „Sanierung K.-strasse 2. Bauetappe“. Diese
beinhaltet eine Totalsanierung und einen Ausbau der vorerwähnten Strecke, Strassen-
und Umgebungsanpassungen sowie eine Erneuerung des Durchlasses des O.-baches
mit Kapazitätssteigerung. Das Projekt weist auf dem ca. 450 m langen Strassenzug ein
durchgehendes Trottoir auf, wobei mit dem Einbau eines Rand-/Wassersteins mit
einem Anschlag von ca. 7 cm der Fussgängerschutz gewährleistet werden soll. Im
Bereich von Ein- und Ausfahrten soll der Randstein abgesenkt werden. Im Hinblick auf
eine Aufhebung der Zubringerdienst-Beschränkung sowie für die Gewährleistung der
Durchfahrt für Lastwagen ohne Einschränkungen soll die Höhenbeschränkung von 3.5
m bei der Bahnunterführung SOB aufgehoben und ein Lichtraumprofil mit einer Höhe
von mindestens 4.4 m realisiert werden. Letzteres erfordert eine Strassenabsenkung im
Bereich der Bahnunterführung. Gleichzeitig sollen Anpassungen am O.-bach und an
den Vorplätzen der Grundstücke Nr. 000W und 0001W vorgenommen werden. Mit
Beschluss vom 25. Oktober 2011 genehmigte der Gemeinderat X. das Strassenprojekt
„Sanierung K.-strasse, 2. Etappe“ sowie den Teilstrassenplan „K.-strasse Nr. 0.00“.
Innert der Auflagefrist erhob unter anderen A.Y. am 3. Dezember 2011 als Eigentümer
des Grundstücks Nr. 002W Einsprache gegen das Projekt (vgl. act. G 9/1b S. 2). Nach
Durchführung von Einspracheverhandlungen, welche nicht zu einer einvernehmlichen
Lösung führten, beschloss der Gemeinderat X. am 2. Juli 2013 eine Projektänderung
mit Verzicht auf die im Projekt von 2011 geplante Mittelinsel. Innert der Auflagefrist
erhob A.Y. mit Schreiben vom 31. Juli 2013 Einsprache, mit welcher er die bereits in
der ersten Einsprache gestellten Anträge bestätigte (vgl. act. G 9/1b S. 2).
b. Mit Entscheid vom 19. November 2013 wies der Gemeinderat X. die Einsprachen
gegen das Strassenprojekt und die Projektänderung samt Teilstrassenplan ab. Zur
Begründung führte er unter anderem aus, der Fussgängerschutz werde beim Bau der
Strasse durch die Schaffung einer sicheren Abgrenzung zwischen Fahrbahn und
neuem Trottoir gewährleistet. Eine Umklassierung der K.-strasse in eine
Gemeindestrasse erster Klasse sei nicht Bestandteil des Strassenprojekts. Die
Benützung der Strasse nach den Vorschriften der Strassenverkehrsgesetzgebung
(Aufhebung Fahrverbot Motorwagen und Motorräder sowie Zubringerdienst gestattet)
sei ebenfalls nicht Gegenstand des Einspracheverfahrens. Um den Strassenabstand zu
vergrössern, habe das Ingenieurbüro Q. AG eine mögliche Kurvenkorrektion geprüft.
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Die normgerechte Kurvenverbreiterung bewirke, dass der Strassenabstand im Bereich
der Liegenschaften von A.Y. und B.T. und C.T. (Grundstück Nr. 0003W, K.-strasse 04)
praktisch unverändert bleibe. Mit dem Projekt würden die Sichtweiten bzw. Sichtzonen
vor der Einfahrt der Liegenschaft Nr. 0003W nicht verändert. Die Sichtweite von 50 m
gemäss SN 640 273a (Sichtverhältnisse von Knoten) könne nicht erreicht werden. Da
es sich um eine bestehende Anlage handle, sei jedoch eine Abweichung von der Norm
zulässig. Die Gemeinde habe den Bau einer Rabatte entlang dem neuen Strassenrand
im Bereich der Liegenschaft Nr. 0003W geprüft. Der Strassenrand würde damit baulich
sichtbar, was die Verkehrssicherheit auf der K.-strasse erhöhe. Die Sicherheit bei der
Ausfahrt ab dem Grundstück Nr. 0003W in die K.-strasse würde sich verbessern, da
sich die Sichtweiten gegen Norden auf das Grundstück des Einsprechers leicht ändern
würden. Der Bau einer Rabatte sei nicht Bestandteil des Projektes und werde vor der
Bauausführung nochmals geprüft. Dem Einsprecher sei vorgeschlagen worden, den
Längsparkplatz entlang der K.-strasse sowie die Hecke nach Osten zu verschieben,
damit das Sichtfeld nicht beeinträchtigt werde; er sei auf diesen Vorschlag nicht
eingegangen. Bauten und Anlagen hätten gemäss Art. 20 des Baureglements X. einen
Strassenabstand von 5 m gegenüber Gemeindestrassen zweiter Klasse aufzuweisen.
Umgekehrt gebe es keine Abstandsvorschriften für Strassen gegenüber Bauten und
Anlagen. Die Abstände der Strasse würden im Bereich des Wohnhauses des
Einsprechers mindestens 4.77 m betragen, was aus der Ausführung der 1. Bauetappe
resultiere. Die Anhebung des Strassenniveaus um rund 5 cm sei erforderlich, da sich im
Übergangsbereich zwischen 1. Etappe und Sanierungsprojekt (2. Etappe) eine leichte
Steigung befinde. Aufgrund der Strassendimensionierung und des Trottoirs seien
Landerwerbe notwendig, allerdings nicht ab dem Grundstück des Einsprechers. Bei
ihm sei lediglich eine vorübergehende Beanspruchung von 55 m gemäss
Landerwerbsplan vom 19. August 2011 erforderlich. Es sei die Variante mit dem
kleinsten Landerwerb und den geringsten Anpassungen bei den Grundstücken der
Anstösser gewählt worden. Die Landerwerbe und vorübergehenden Beanspruchungen
von Privatgrundstücken seien unabdingbar und lägen im öffentlichen Interesse. Auch
sei der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt (act. G 9/1b).
c. Gegen diesen Entscheid erhob A.Y. am 2. Dezember 2013 Rekurs beim
Baudepartement. Darin bemängelte er das Strassenprojekt (act. G /1a). Das
Baudepartement wies den Rekurs, nachdem es am 4. November 2014 einen
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Augenschein durchgeführt hatte (act. G 8/13) und weitere Einigungsverhandlungen
stattgefunden hatten, mit Entscheid vom 2. Juli 2015 ab, soweit es darauf eintrat (act.
G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob A.Y. mit Eingabe vom 10. August 2015 Beschwerde
(act. G 1). Im Nachtrag vom 28. August 2015 (act. G 6) stellte er folgende
Rechtsbegehren: Der Entscheid vom 2. Juli 2015 sei aufzuheben (Ziff. 1) und die
Einsprache gegen das Strassenprojekt vom 3. Dezember 2011 sei zu genehmigen (Ziff.
2). Die Gebühr sei zu reduzieren (Ziff. 3).
b. In der Vernehmlassung vom 9. Oktober 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde unter Kostenfolge, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung
verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und nahm ergänzend zu
Vorbringen in der Beschwerde Stellung (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin beantragte
in der Vernehmlassung vom 28. Oktober 2015, die Beschwerde sei unter Kostenfolge
abzuweisen. Auf die Beschwerde sei, mindestens teilweise, formell nicht einzutreten
(act. G 11).
c. Mit Stellungnahme (Replik) vom 9. November 2015 bestätigte der Beschwerdeführer
seinen Standpunkt (act. G 13).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit für den Entscheid relevant,

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Sodann entspricht die
Beschwerdeeingabe vom 10. August 2015 (act. G 1) in Verbindung mit dem Nachtrag
vom 28. August 2015 (act. G 6) zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
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Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Rechtsmittelbefugnis
voraus, dass eine besondere, beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand
besteht. Dabei liegt das schutzwürdige Interesse im "praktischen Nutzen", den ein
erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder
tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder
sonstiger Nachteile, die ein Bestand der angefochtenen Verfügung oder des
angefochtenen Entscheids mit sich bringen würde (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 391 mit Hinweisen;
BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Die Rechtsmittelbefugnis ist vorliegend zu bejahen, nachdem
der Beschwerdeführer als Eigentümer eines durch das Strassenprojekt betroffenen
Grundstücks mit der Prozessführung eigene Interessen im erwähnten Sinn verfolgt
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 388 mit Hinweisen). Auf die Beschwerde ist damit, soweit sie
das Strassenprojekt K.-strasse 2. Etappe betrifft, einzutreten. Soweit sie die 1998 als
selbständiges Projekt rechtskräftig gewordene und im Jahr 2000 im Wesentlichen
fertiggestellte 1. Bauetappe betrifft (vgl. act. G 1 S. 4 oben), ist darauf nicht einzutreten.
2.
2.1. Als Strassenbau gelten nach Art. 31 Abs. 1 StrG der Neubau, Ausbau und die
Korrektion von Strassen. Nach Art. 33 StrG sind beim Strassenbau folgende Aspekte
zu beachten: Schutz des Menschen und seiner Umwelt (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b);
Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern,
Radfahrern und Behinderten (lit. c); Ortsbild- und Heimatschutz (lit. d); Natur- und
Landschaftsschutz (lit. e); die anerkannten Grundsätze eines umwelt- und
siedlungsgerechten Strassenbaus (lit. f); sparsamer Verbrauch des Bodens (lit. g).
Diese Grundsätze sind bei der Planung, Projektierung und Ausführung einer Strasse
zwingend zu beachten (P. Schönenberger, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum
st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, Rz. 1 zu Art. 33). Der
Gemeindestrassenbau obliegt der politischen Gemeinde (Art. 38 Abs. 1 StrG). Nach
Art. 102 Abs. 1 lit. b StrG werden Strassenabstände und Sichtzonen für
Gemeindestrassen durch Reglement der politischen Gemeinde für Gemeindestrassen
festgelegt. Soweit keine besonderen Vorschriften vorliegen, gilt für Bauten und Anlagen
ein Strassenabstand von 3 Metern für Gemeindestrassen erster und zweiter Klasse
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(Art. 104 lit. a StrG). Gemäss Art. 20 des Baureglements X. (BauR; in der bis 2015 gültig
gewesenen alten Fassung) gilt bei Gemeindestrassen zweiter Klasse ein
Strassenabstand von 5 m. Mit der am 29. Juli 2015 vom Baudepartement genehmigten
Baureglementsänderung wurde für diese Strassenkategorie ein Strassenabstand von 4
m eingeführt (Art. 20 BauR; vgl. act. G 11) Ein Unterschreiten der gesetzlichen oder
durch besondere Vorschriften festgelegten Strassenabstände im Rahmen von Ausbau-
und Korrektionsvorhaben (bereits bestehender Strassen) wird dabei als zulässig
erachtet (D. Gmür, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen
Strassengesetz vom 12. Juni 1988, Rz. 1 zu Art. 104 StrG).
2.2. Streitig sind vorliegend die Einhaltung des Strassenabstands ab dem Gebäude auf
dem Grundstück des Beschwerdeführers bei der Umsetzung des Projekts sowie die
Belastung des Grundstücks des Beschwerdeführers mit einer Sichtlinie. Der
Beschwerdeführer hält unter anderem fest, dass durch eine Verbindungsstrasse die
Bestandesgarantie der Anstösser stark eingeschränkt werde. Bei der K.-strasse handle
es sich um eine Erschliessungsstrasse und nicht um eine Durchgangsstrasse. Somit
bestehe kein überwiegendes öffentliches Interesse. Diese Quartierstrasse sei die
einzige Strasse in der Gemeinde, welche mit Perimeterbeiträgen belegt worden sei. Der
Beschwerdeführer bestätigt seine Auffassung, dass gestützt auf Art. 20 BauR ein
Strassenabstand von 5 m einzuhalten sei. Dies sei ihm im Rahmen seiner Einsprache
im Zusammenhang mit der ersten Bauetappe von Seiten des Grundbuchamtes auch
zugesichert und im Kaufvorvertrag vom 28. Februar 1997 öffentlich beurkundet
worden. Der Vorvertrag habe Gültigkeit für die ganze K.-strasse. Im Vergleich zum
Projekt 2. Bauetappe komme die Baulinie näher an die Wohnhäuser. Die
Beschwerdegegnerin bezwecke den Ausbau der K.-strasse zur Gemeindestrasse 1.
Klasse. Es frage sich, aus welchen Gründen es beidseitig ein 2m-Trottoir brauche,
welches der Strasse den Platz raube. Es gebe andere Möglichkeiten, den
Strassenverkehr sicherer zu gestalten, wie zum Beispiel ein Kreuzungsverbot von LKW
unter der Brücke. Damit würde auch die Verbreiterung der Strasse überflüssig. Er sei
persönlich nicht gegen den Ausbau der Strasse, aber wenn auf der anderen Seite Platz
vorhanden sei, solle man nicht näher an die Wohnhäuser bauen. Es stelle einen kleinen
Aufwand dar, den Strassenabstand von 5 m beim Grundstück Nr. 002W einzuhalten.
Die Verhältnismässigkeit sei diesbezüglich gewahrt. Das neue Baureglement sei erst
am 29. Juli 2015 genehmigt worden und komme damit für das vorliegende Verfahren
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viel zu spät. Die Beurteilung sei nach dem bisherigen Reglement vorzunehmen (act. G
1 und G 13).
2.3.
2.3.1. Vom Grundsatz her unbestritten (vgl. act. G 1 S. 6) blieb, dass die Realisierung
des Strassenprojekts mit Blick auf den sanierungsbedürftigen Zustand der ca. 450 m
langen Strecke zwischen der Bahnunterführung SOB und der Brücke über den M.-bach
im Bereich des Planperimeters unter dem Aspekt der allgemeinen Verkehrssicherheit
(Art. 32 lit. b StrG) erforderlich ist. Die Trottoir-Erstellung erfolgt sodann in Erfüllung des
Erfordernisses nach Art. 32 lit. d StrG. Angesichts der am Rekursaugenschein (act. G
9/13) festgestellten Verhältnisse und der Ausführungen der Fachorgane
(Kantonspolizei, Verkehrstechnik, Strasseninspektorat; vgl. dazu auch Protokoll des
Augenscheins, act. G 9/13) sind die Voraussetzungen nach Art. 32 StrG - und damit
entgegen den diesbezüglichen Darlegungen des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 4)
auch ein öffentliches Interesse für die Strassensanierung - als ausgewiesen zu
erachten.
2.3.2. Die K.-strasse steht als Gemeindestrasse zweiter Klasse dem allgemeinen
Motorfahrzeugverkehr offen (Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 StrG). Im
Amtsbericht vom 13. September 2014 hielt das kantonale Strasseninspektorat unter
anderem fest, bei der K.-strasse handle es sich aufgrund der Verkehrszahlen, der
verkehrsplanerischen Stellungnahme der Z. AG vom 14. November 2013 sowie der
Funktion - unter Berücksichtigung der Normen der schweizerischen Strassenfachleute
(VSS, SN 640 044) sowie der Aspekte der Verkehrssicherheit - um eine
Quartiersammelstrasse. Massgebend für die Planung dieser Strasse sei die
Fahrzeuggeometrie des Benutzerkreises. Zur Verkehrsberuhigung seien sowohl
betriebliche als auch bauliche Massnahmen möglich. Die vorgesehene Fahrbahnbreite
von 5.8 m (2 x 2.9 m) mit einem Trottoir von 2.2 m Breite erlaube keine übermässigen
Geschwindigkeiten und halte sich an die einschlägigen Normen (VSS, SN 640 201).
Diese Massnahme wirke auf der ganzen Ausbaulänge, zumal die Strasse optisch
verschmälert werde. Die Einhaltung der notwendigen Sichtzonen gemäss VSS-Norm
640 273a sei aus Gründen der Verkehrssicherheit anzustreben, auch wenn sie Eingriffe
in die Liegenschaften zur Folge habe (act. G 8/7).
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Die vom Beschwerdeführer angeführte (act. G 1 S. 3 und 4 sowie G 13 S. 1) VSS Norm
SN 640 40b legt aufgrund verkehrsplanerischer und verkehrstechnischer Kriterien
Strassentypen fest. Die einzelnen Strassentypen werden in separaten Normen
behandelt. Nach der VSS Norm SN 640 045 "Projektierung, Grundlagen; Strassentyp
Erschliessungsstrassen" vom April 1992, Ziff. 5 Abs. 1, werden die
Sicherheitsanforderungen an Erschliessungsstrassen allgemein durch geringe
Verkehrsmengen und niedrige Geschwindigkeiten angestrebt, weshalb der
Ausbaustandard generell niedrig anzusetzen ist. Der Erschliessungsstrassentyp
"Quartiererschliessungsstrassen" ist zur Erschliessung von Siedlungsgebieten bis 300
Wohneinheiten anzuwenden. Sie ist auf den Grundbegegnungsfall „Lastwagen/
Personenwagen bei stark reduzierter Geschwindigkeit" und auf eine Belastbarkeit von
150 Fahrzeugen pro Stunde auszulegen. Bei Erschliessungsstrassen in Industrie- und
Gewerbegebieten sind die fahrzeuggeometrischen Anforderungen der Lastwagen mit
Anhänger und Sattelschlepper zu beachten (VSS Norm a.a.O., Ziff. 8 Abs. 2 Tabelle 1).
Gemäss VSS Norm SN 640 201 "Geometrisches Normalprofil" vom Oktober 1992
beträgt das für einen Lastwagen erforderliche horizontale Lichtraumprofil 2.7 bis 2.8 m
bei Geschwindigkeiten von 0 bis 40 km/h. Sodann werden in der VSS Norm SN 640
273 „Knoten, Sichtverhältnisse“ die erforderlichen Sichtbedingungen festgelegt. Das
Sichtfeld ist gemäss dieser Norm von allen Hindernissen frei zu halten, die ein
Motorfahrzeug oder ein leichtes Zweirad verdecken könnten. Dies gilt insbesondere für
Pflanzenwuchs und parkierte Fahrzeuge.
Unbestritten blieb, dass auf der K.-strasse mit einer geplanten Fahrbahn-Breite von 5.8
m das Kreuzen zwischen Lastwagen und Personenwagen unter Anwendung der
Lichtraum-Werte gemäss der erwähnten VSS Norm 640 201 auf der ganzen Strecke
möglich ist (Begegnung von zwei Lastwagen mit maximal je 2.6 m Breite bei
entsprechend reduziertem Tempo). Die VSS-Norm 645 045 geht sodann davon aus,
dass Erschliessungsstrassen allen Verkehrsteilnehmern (und damit auch Fussgängern)
offenstehen (VSS-Norm 645 045 Ziff. 5).
2.4.
2.4.1. Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz unter anderem gestützt auf
den Bericht des Strasseninspektorats sowie die Feststellungen der Kantonspolizei,
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Verkehrstechnik, am Rekursaugenschein (vgl. act. G 9/13) aus, die
Beschwerdegegnerin habe bei der Planung der Strassensanierung auch die Interessen
des Beschwerdeführers berücksichtigt und mit der abgeschlossenen ersten Bauetappe
den maximal möglichen Strassenabstand zu seiner Liegenschaft umgesetzt. Mit der
zweiten Bauetappe sei geplant, die mit der ersten Bauetappe gesetzten
Strassenabstände aus technischen Gründen und aus Gründen der Verhältnismässigkeit
beizubehalten. Der mit der ersten Bauetappe realisierte Strassenabstand zur
Liegenschaft auf Grundstück Nr. 002W des Beschwerdeführers betrage mindestens
4.75 m. Vor der Umsetzung der ersten Bauetappe habe der Strassenabstand
durchschnittlich lediglich rund 2 m betragen. Das Projekt stelle diesbezüglich für den
Beschwerdeführer eine Verbesserung dar. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit sei
eine neue, mit technischen und rechtlichen Erschwernissen verbundene Planung für die
zweite Bauetappe unangemessen. Die öffentlichen Interessen (Sanierungsbedarf,
Verkehrssicherheit, Fussgängerschutz durch Trottoireinbau) würden die Interessen des
Beschwerdeführers (an der Einhaltung des Strassenabstands von 5 m) bei Weitem
überwiegen, zumal die Beeinträchtigung durch den minimal reduzierten
Strassenabstand gering sei. Die im Jahr 1998 unter Vorbehalt des Einspracherückzugs
in Aussicht gestellte Zusicherung stelle keine rechtsgültige Anspruchsgrundlage für die
Durchsetzung des reglementarischen Strassenabstands von 5 m dar, da die
Einsprache damals vom Beschwerdeführer nicht zurückgezogen worden sei. Die
Befürchtung des Beschwerdeführers, dass mit einem Strassenabstand von 4.75 m
allfällige künftige Baugesuche für sein Wohnhaus negativ zu beurteilen wären, sei mit
Blick auf die Bestandesgarantie (Art. 77bis des Baugesetzes, BauG, sGS 731.1) sowie
die Bestimmungen betreffend Erteilung von Ausnahmebewilligungen (Art. 77 BauG
i.V.m. Art. 108 StrG) nicht nachvollziehbar. Im Übrigen lasse sich im Rahmen der
zweiten Bauetappe ein Strassenabstand von 5 m mit Blick auf die technischen
Vorgaben des Projektes nicht realisieren. Im Rahmen der Planungsarbeiten sei auch
eine Kurvenkorrektion vor der Bahnunterführung SOB eingehend geprüft und
festgestellt worden, dass sich damit keine Verbesserung zugunsten des
Beschwerdeführers (bzw. eine Vergrösserung des Strassenabstandes von 4.75 m)
erzielen lasse (act. G 2 S. 15-17).
2.4.2. Hinsichtlich des Antrages des Beschwerdeführers, die Ein- und Ausfahrten der
Liegenschaften seiner Nachbargrundstücke Nr. 0003W und 000W seien so zu
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gestalten, dass auf seinem Grundstück Nr. 002W keine Sichtzone verlaufe, führte die
Vorinstanz aus, dass mit der zweiten Bauetappe die Sichtweiten bzw. Sichtzonen bei
der Ein- und Ausfahrt der Liegenschaft Nr. 0003W nicht verändert würden. Der
Beschwerdeführer sei verpflichtet, zwecks Wahrung der Verkehrssicherheit die
Sichtzone gemäss SN-Norm 640 273a (Sichtverhältnisse von Knoten) einzuhalten. Mit
der von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Rabatte entlang dem Strassenrand
im Bereich des Grundstücks Nr. 0003W hätte die Ein- und Ausfahrt auf die
erforderliche Breite reduziert werden können. Dadurch hätte eine grössere Sicherheit
bei der Ausfahrt in die K.-strasse resultiert, da die Sichtweiten gegen Norden auf dem
Grundstück des Beschwerdeführers verbreitert worden wären. Dem Beschwerdeführer
sei (zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der Sichtzone) auch die Verschiebung
seines Längsparkplatzes entlang der K.-strasse sowie der Hecke Richtung Osten
vorgeschlagen worden. Diese Vorschläge habe der Beschwerdeführer sowohl im
Einsprache- als auch im Rekursverfahren abgelehnt. Der Antrag des
Beschwerdeführers betreffend Verzicht auf eine Sichtzone sei daher zu Recht
abgelehnt worden (act. G 2 S. 18).
2.5.
2.5.1. Der angefochtene Entscheid geht mit Hinweis auf die einschlägige Literatur zu
Art. 104 StrG zutreffend davon aus, dass der reglementarisch festgelegte
Strassenabstand lediglich bei neu zu erstellenden Strassen einzuhalten ist und somit
im Fall der Sanierung einer bestehenden Strasse, wie sie vorliegend zur Diskussion
steht, nicht zum Tragen kommt. Andernfalls liessen sich viele
Strassensanierungsprojekte aufgrund der vorgegebenen örtlichen Verhältnisse und
Lage der Bauten zum vornherein nicht realisieren. Angemessen erscheint der konkret
beim Grundstück des Beschwerdeführers realisierte Strassenabstand von 4.75 m auch
mit Blick auf die Tatsache, dass der (minimale) Strassenabstand gemäss Art. 104 lit. a
StrG im Fall von Gemeindestrassen zweiter Klasse 3 m beträgt. Sodann wirkt sich die
am 29. Juli 2015 vom Baudepartement genehmigte Baureglementsänderung mit
Einführung eines Strassenabstandes von 4 m (Art. 20 BauR; vgl. act. G 11) insofern
zugunsten des Beschwerdeführers aus, als der Strassenabstand nunmehr auch aus
diesem Grund - neben den im angefochtenen Entscheid erwähnten Gründen (u.a.
Bestandesgarantie gemäss Art. 77bis BauG; vgl. Art. 109 des auf 1. Oktober 2017 in
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Kraft tretenden Planungs- und Baugesetzes [PBG]) - kein Hindernis für künftige Bauten
auf Grundstück Nr. 002W darstellen dürfte. Die Frage, ob inskünftig eine
Umklassierung in eine Gemeindestrasse erster Klasse erfolgen wird oder nicht, ist
vorliegend - da nicht Verfahrensgegenstand - entgegen der diesbezüglichen
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 5 unten), nicht zu diskutieren, zumal
gegen den Teilstrassenplan kein Rekurs erhoben worden war.
2.5.2. Im Beschluss vom 9. Juni 1998 hatte die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer - für den Fall des Rückzugs seiner Einsprache gegen das Projekt
erste Bauetappe - die Einhaltung des reglementarischen Strassenabstandes von 5 m
zugesichert. Für den Fall des Nichtrückzugs stellte sie einen abschlägigen
Einspracheentscheid in Aussicht (act. G 9/5 Beilage, Beschlussdispositiv Ziffern 2 und
3). Hierauf erfolgte kein Einspracherückzug, weshalb die Beschwerdegegnerin die
Einsprache mit Entscheid vom 4. August 1998 abwies. In der Begründung hielt sie
unter Verweis auf eine Stellungnahme des Bauverwalters vom 18. April 1998 zwar fest,
dass der gemäss Grundbuch-Vorvertrag vereinbarte Strassenabstand von 5 m
eingehalten werde, stellte jedoch unmittelbar daran anschliessend und mit Hinweis auf
den Beschluss vom 9. Juni 1998 klar, dass die Einhaltung des erwähnten
Strassenabstands an den Einspracherückzug geknüpft gewesen und ein solcher nicht
erfolgt sei (act. G 9/5 Beilage). Dem vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Entwurf
eines Kauf-Vorvertrages (act. 3.10) lässt sich keine Zusicherung eines
Strassenabstandes von 5 m entnehmen. Insgesamt lässt es sich nicht beanstanden,
dass die Vorinstanz das Strassenprojekt K.-strasse 2. Bauetappe einschliesslich der
Einhaltung eines Strassenabstandes von 4.75 m zum Gebäude auf Grundstück Nr.
002W sowie Belastung des Grundstücks des Beschwerdeführers mit einer Sichtlinie als
rechtmässig bestätigte. Das Projekt entspricht im Weiteren den Grundsätzen von
Art. 32 f. StrG und berücksichtigt die privaten Interessen der Anstösser in
angemessener Weise. Ein Anlass, diesbezüglich in das Ermessen der Vorinstanz
einzugreifen, besteht für das Verwaltungsgericht, dessen Kognition auf die Korrektur
von Rechtsfehlern beschränkt ist (Art. 61 Abs. 1 VRP), nicht.
3. Der Beschwerdeführer beanstandet die Festsetzung der amtlichen Kosten des
vorinstanzlichen Verfahrens mit dem Hinweis, dass die Entscheidgebühr des Justiz-
und Polizeidepartementes (vgl. act. G 3.6) fünfmal kleiner sei (act. G 13 S. 2). - Gemäss
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Art. 95 Abs. 1 VRP hat jene Partei grundsätzlich die Kosten eines Rekursverfahrens zu
tragen, deren Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Das vorinstanzliche
Rekursverfahren beruht allein auf dem (legitimen) Entscheid des Beschwerdeführers,
den Einspracheentscheid überprüfen zu lassen. Dementsprechend hat er auch die
daraus resultierenden Kostenfolgen in Anwendung von Art. 95 Abs. 1 VRP zu
übernehmen. Bei der Festsetzung der Entscheidgebühr für das Rekursverfahren war
der Umstand miteinzubeziehen, dass ein Amtsbericht (act. G 9/7) einzuholen und ein
Augenschein (act. G 9/13) durchzuführen war. Der Beschwerdeführer legt im Übrigen
nicht näher dar, inwiefern die Kostenauferlegung in dem von ihm zitierten Entscheid mit
derjenigen des vorinstanzlichen Rekursverfahrens vergleichbar sein sollte. Die
Entscheidgebühr von Fr. 3'500.--, die ihm für das Rekursverfahren auferlegt wurde,
liegt im Bereich, den der Gebührentarif für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS
821.5) dafür vorsieht (Ziff. 10.01: Fr. 50.-- bis 5'000.--) und entspricht der
gerichtsnotorischen Praxis der Vorinstanz. Ein Anlass für eine Gebührenreduktion ist
nicht dargetan (vgl. auch VerwGE B 2012/136 vom 30. Juni 2013, E. 3).
4.
4.1. (...).
4.2. (...).