Decision ID: e084421d-155f-5bfa-b081-bfb4c641586e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war [....] bei der ÖKK gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als diese am 24. November 2016 eine Bagatellunfallmeldung UVG
aufnahm, wonach der Versicherte am 23. November 2016 einen Unfall erlitten habe. Er
sei bei einem Volleyballmatch nach einem Block des Gegners am Netz aus der Luft
wieder auf dem Hallenboden aufgekommen und sei dabei aufgrund einer Verdrehung
des rechten Knies eingeknickt und gestürzt. Direkt nach dem Sturz habe es ihm einen
Zwick auf der Hinterseite des rechten Knies gegeben. Bei Belastung gebe es einen
leichten Schmerz. In gebeugter Haltung ohne Belastung bestehe jedoch keine
Einschränkung (act. G 5.1). Am 25. November 2016 gab der Versicherte einer
Kundenberaterin der ÖKK an, er habe an diesem Tag seinen Arzt konsultiert, der
gemeint habe, dass die Knieverletzung schnell verheilen werde (act. G 5.3). Als
erstbehandelnder Arzt war in der Bagatellunfallmeldung UVG Dr. med. B._, Facharzt
Allgemeinen Medizin FMH, genannt worden (act. G 5.1), wobei kein Bericht über die
Erstbehandlung bei den Akten liegt. Aufgrund persistierender Schmerzen wurde beim
Versicherten am 17. Februar 2017 im Kantonsspital C._ durch PD Dr. med. D._,
Arzt Radiologie, eine MRI-Untersuchung durchgeführt, welche einen progredienten
Knorpelschaden am Patellafirst mit Irregularitäten der subchondralen Grenzfläche und
einem dislozierten, nicht eindeutig im Gelenkraum nachzuweisenden Knorpelfragment
sowie einen leichten Gelenkerguss zur Darstellung brachte. Der Radiologe ging am
ehesten von einem Kapselchondrom im posterioren Gelenkrezessus, dem hinteren
Kreuzband posterior anliegend, aus. Im MRI-Untersuchungsbericht schrieb Dr. D._
A.a.
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ausserdem von einem schon vorbestehenden Knorpeldefekt am Patellafirst, wo sich
nun eine Zunahme mit neuem disloziertem Knorpeldefekt und subchondralen
Veränderungen zeige (act. G 5.5). Am 6. März 2017 ging bei der ÖKK ein
Kostengutsprachegesuch des Spitals E._ für die Behandlung "TE R5 Untere
Extremität (Unfall)" mit geplantem Spitaleintritt am 13. April 2017, ein (act. G 5.7). Am
13. April 2017 führte Dr. med. F._, Oberarzt mbF Orthopädie, beim Versicherten bei
der Diagnose eines retropatellaren Knorpelschadens IV. Knie rechts eine
Kniearthroskopie rechts mit Entfernung eines freien Gelenkskörpers und
Mikrofrakturierung retropatellar durch (act. G 5.33b). Der Versicherte wurde am 14.
April 2017 mit Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis 27. April 2017 aus
dem Spital entlassen (act. G 5.22, G 5.33c, G 5.33d). Mit Arbeitsunfähigkeitszeugnis
vom 24. April 2017 verlängerte Dr. B._ die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 26. Mai
2017 (act. G 5.27).
Inzwischen hatte die ÖKK den Versicherten am 10. April 2017 bezogen auf die
Erwähnung des schon vorbestehenden Knorpeldefekts im MRI-Untersuchungsbericht
vom 17. Februar 2017 zur Beantwortung verschiedener Fragen aufgefordert, worauf
dieser am 11. April 2017 mitgeteilt hatte, ungefähr bereits im Jahr 2008 (richtig: 2007,
Operation 2008, vgl. G 5.39) einen Skiunfall mit einer Knorpelabsplitterung erlitten zu
haben (act. G 5.17).
A.b.
Nach Einholung einer Kurzbeurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. G._ vom
13. April 2017 (act. G 5.19) sowie gestützt auf eine medizinische Beurteilung ihres
beratenden Arztes Dr. med. H._ vom 5. Juli 2017 (act. G 5.39-41) eröffnete die ÖKK
dem Versicherten mit Verfügung vom 19. Juli 2017, dass die Kniebeschwerden rechts
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den früheren Skiunfall zurückzuführen seien.
Für die Kosten des Erstereignisses sei der obligatorische Krankenversicherer des
Versicherten zuständig gewesen, weshalb es ihr nicht möglich sei, für den Rückfall
bzw. die Spätfolgen aus dem früheren Unfall Leistungen aus der obligatorischen
Unfallversicherung zu erbringen. Für die Behandlung ab 23. November 2016 sei der
aktuelle Krankenversicherer leistungspflichtig (act. G 5.44).
A.c.
Mit Schreiben vom 8. August 2017 nahm Dr. B._ zu der von der ÖKK am 19. Juli
2017 verfügten Leistungsablehnung Stellung (act. G 5.46).
A.d.
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B.
C.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor diesem Zeitpunkt ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend
finden, nachdem ein Ereignis vom 23. November 2016 zu beurteilen ist, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Am 10. August 2017 erhob die Orion Rechtsschutz-Versicherung AG für den
Versicherten gegen die Verfügung vom 19. Juli 2017 vorsorglich Einsprache (act. G
5.47). Am 16. Oktober 2017 reichte die Rechtsvertreterin die Einsprachebegründung
(act. G 5.51) zusammen mit einem Kurzgutachten von Dr. F._ vom 5. September
2017 ein (act. G 5.51a).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 6. Februar 2018 wies die ÖKK die Einsprache des
Versicherten ab (act. G 5.55).
B.b.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 6. März 2018 Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die
gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Weitere Abklärungen sollten, wenn nötig, durch
neue Ärzte vorgenommen werden, alles unter Kostenfolge (act. G 1).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2018 beantragte die ÖKK (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, Chur, die
Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
C.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 7).C.c.
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Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der Unfallversicherer hat bei
Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 ATSG für einen Gesundheitsschaden nur
insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG;
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel
auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 32 f.
E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen
die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber
dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbstständige Bedeutung
(BGE 118 V 291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist,
beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit
Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,
4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate)
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder
der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig geschädigten
Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine)
erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54). Von einer richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die
Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status
2.1.
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3.
quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007,
E. 3.1).
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der
vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war
- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 117 V 263 f.
E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für
Verletzungen, welche damals thematisiert worden waren und somit Gegenstand der
Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009,
E. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U
6/05, E. 3.2). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel
eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich
erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 4, 55).
2.2.
Den Akten liegt kein Schreiben bei, woraus explizit zu folgern ist, dass die
Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem
Volleyballereignis vom 23. November 2016 ihre Leistungspflicht anerkannt hat. Aus der
Verfügung vom 19. Juli 2017 geht indes hervor, dass die Beschwerdegegnerin für eine
am 2. Dezember 2016 ärztlich verordnete Physiotherapie (act. G 5.3) am 13. Dezember
2016 eine Kostengutsprache für neun Behandlungen erteilt hat (act. G 5.44). Auch in
der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2018 (act. G 5 Ziff. 17) hält die
Beschwerdegegnerin fest, dass sie für die Kosten der Heilbehandlung aufgekommen
sei. Wenn sie dazu gleichzeitig feststellt, sie habe vorerst zu Unrecht ein Unfallereignis
bejaht, kann dies nur im Zusammenhang mit ihrer weiteren Aussage - sie sei aufgrund
der ersten Schilderungen des Beschwerdeführers von einer in Kürze ausheilenden
Bagatelle ausgegangen - verstanden werden. Das in der Bagatellunfallmeldung vom
3.1.
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24. November 2016 geschilderte Ereignis vom 23. November 2016 (vgl. Sachverhalt
A.a) erfüllt nämlich insbesondere das der Unfalldefinition in Art. 4 Abs. 1 ATSG eigene
Tatbestandsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors (vgl. dazu auch André
Nabold, Art. 6 N 32, S. 97 f., in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Bern 2018; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrechts, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.).
Selbstverständlich ist damit nichts darüber ausgesagt, welche Verletzungen sich der
Beschwerdeführer beim Unfall vom 23. November 2016 zugezogen hat. Der Umstand
allein, dass Ereignisse wie ein Sturz oder eine Verdrehung eines Körperteils mit
anschliessendem Einknicken potentiell geeignet sind, körperliche Verletzungen
herbeizuführen, bedeutet nicht, dass sie tatsächlich eine schädigende Einwirkung auf
den menschlichen Körper zur Folge haben (vgl. Art. 4 ATSG) oder der konkrete Unfall
für eine bestimmte beklagte gesundheitliche Störung verantwortlich sein muss und
damit eine natürlich kausale Unfallfolge vorliegt (Art. 6 UVG; Erwägung 2.1).
3.2.
Der Beschwerdegegnerin wurde am 24. November 2016 lediglich eine
Bagatellunfallmeldung eingereicht. Aufgrund der darin enthaltenen Schilderung des
Ereignisses vom 23. November 2016 (vgl. Sachverhalt A.a), der Angabe, der
Beschwerdeführer habe sich am rechten Knie eine Verrenkung zugezogen, und
schliesslich auch angesichts der Mitteilung des Beschwerdeführers vom 25. November
2016 gegenüber der Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin, er sei am selben Tag
beim Arzt gewesen, der gemeint habe, die Verletzung sollte innert kurzer Zeit ausheilen
(act. G 5.3), ging die Beschwerdegegnerin offensichtlich und verständlicherweise nur
von einer innert kurzer Zeit ausheilenden Distorsionsverletzung aus.
3.2.1.
Auf Anfrage der Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin vom 16. Februar
2017 teilte der Beschwerdeführer am 17. Februar 2017 mit, dass der Unfall nicht
abgeschlossen sei und am selbigem Tag eine MRI-Untersuchung habe durchgeführt
werden müssen (act. G 5.4). Am 3. März 2017 informierte der Beschwerdeführer die
Beschwerdegegnerin telefonisch darüber, dass er sich im Spital E._ im April 2017
einen Knorpel am Knie entfernen lassen müsse, worauf ihm die Beschwerdegegnerin
die Auskunft erteilte, sie müsse abklären, ob Unfall oder Krankheit vorliege (act. G 5.6).
Am 2. März 2017 war bei der Beschwerdegegnerin ein Kostengutsprachegesuch
eingegangen (act. G 5.7). Zur Überprüfung ihrer Leistungspflicht, insbesondere im
Hinblick auf den geplanten Eingriff vom 13. April 2017, verlangte die
3.2.2.
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4.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden
Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie
Beschwerdegegnerin die MRI-Bilder (act. G 5.9, G 5.12 ff.) und holte beim
Beschwerdeführer weitere Informationen zur Aussage im MRI-Untersuchungsbericht
"Bei schon vorbestehendem Knorpeldefekt ..." (act. G 5. 16) ein (act. G 5. 17). Nach der
Operation ersuchte die Beschwerdegegnerin das Spital E._ um Einreichung des
Operations- und Austrittsberichts (act. G 5.24) und legte sämtliche medizinischen
Akten ihrem beratenden Arzt Dr. H._ zur Beurteilung der Frage vor, wie er den
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis von 2007 und 2016 und den aktuellen
Kniebeschwerden rechts beurteile (act. G 5.39). Gestützt auf die medizinischen
Abklärungen lehnte die Beschwerdegegnerin sodann mit Verfügung vom 19. Juli 2017
eine Leistungspflicht mit der Begründung ab, die Kniebeschwerden rechts seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis von 2007 zurückzuführen (act. G
5.44).
Damit ist offensichtlich, dass die ursprüngliche Anerkennung der Leistungspflicht
(vgl. Erwägung 3.1) nicht die am 13. April 2017 im Spital E._ durch Dr. F._
durchgeführte Arthroskopie mit Entfernung eines freien Gelenkknorpels und
Mikrofrakturierung retropatellar umfasste. In seinem Kurzgutachten vom 5. September
2017 räumte Dr. F._ ohnehin ein, dass zumindest die Mikrofrakturierung nicht in
einem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 23. November 2016 gestanden habe,
sondern auf den Unfall von 2007 zurückzuführen sei (act. G 5.51a). Die Beweislast
hinsichtlich der Frage, ob es sich bei dem beim Beschwerdeführer am 13. April 2017
arthroskopisch entfernten freien Gelenkknorpel um eine beim Unfall vom 23. November
2016 erlittene Verletzung gehandelt hat, liegt somit beim Beschwerdeführer bzw. er hat
die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Erwägung 2.1). Hätte die
operative Behandlung einem unfallkausalen Gesundheitsschaden gegolten, wäre die
Beschwerdegegnerin für die operative Behandlung und sodann bis zur Heilung der
Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von
Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
leistungspflichtig. Während eine entsprechende Unfallkausalität von der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung von Dr. H._ vom 5. Juli 2017 (act.
G 5.41) verneint wird, vertritt der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das
Kurzgutachten von Dr. F._ vom 5. September 2017 (act. G 5.51a) den gegenteiligen
Standpunkt.
3.2.3.
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umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon,
von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, N 120 zu
Art. 61 ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw.
der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen
kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis
versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die medizinische Beurteilung
des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, Dr. H._, vom 5. Juli 2017 (act. G
5.41) gehört - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 4.4
und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E.
4.2.2). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die
Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser
Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1). Angesichts der obigen
Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der
Aktenbeurteilung von Dr. H._ vom 5. Juli 2017 (act. G 5.41). Ob letztlich auf diese
abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen
Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
5.
Übereinstimmung besteht bei Dr. F._ und Dr. H._ darin, dass das rechte Knie
des Beschwerdeführers vor dem Unfall vom 23. November 2016 einen erheblichen, auf
den früheren Unfall von 2007 zurückzuführenden Vorzustand in Form eines
retropatellaren Knorpelschadens III. - IV. Grades aufgewiesen hat (vgl. dazu MRI-
Untersuchungsbericht vom 17. Februar 2017 [act. G 5.16]) und der freie Gelenkkörper
grundsätzlich diesem Knorpelschaden entsprungen ist (act. G 5.41, G 5.51a). Im
Folgenden ist jedoch zu prüfen, ob sich der Gelenkkörper durch den Unfall vom 23.
5.1.
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November 2016 gelöst hat oder bereits vor diesem bestanden hat. Der Vergleich
bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach dem Unfall würde
für die Abgrenzung Vorzustand bzw. neue unfallbedingte strukturelle Schädigung eine
bedeutsame Beweisgrundlage darstellen (vgl. dazu BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E.
5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E.
2). Im konkreten Fall liegen indes keine vor dem Unfall erstellten radiologischen Bilder
vor, weshalb diesbezügliche Erkenntnisse fehlen.
Laut Dr. H._ zeigten sich im MRI vom 17. Februar 2017 (act. G 5.5) keine
frischen substantiellen Schäden. Als Begründung dafür führte er lediglich an, der
Knorpelschaden habe im Vergleich zu 2007 zugenommen und es habe sich daraus ein
freier Gelenkkörper formiert (act. G 5.41). Auch wenn der unstreitig vorbestehende
Knorpelschaden beim Ereignis von 2007 entstanden ist, erscheint es als
nachvollziehbar, dass er - wie von Dr. H._ angenommen - seither bis zum Unfall von
2016 vorangeschritten sein könnte. Wie sich aus der medizinischen Literatur
erschliesst, liesse sich sodann - gerade beim vorliegenden Schweregrad des
Knorpelschadens (III. - IV.) - eine unfallfremde Entwicklung eines freien Gelenkkörpers
erklären (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl.
Bern 2002, S. 492 f., 1054 f.; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München/Jena 2003, S.
1379; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S.1320). Ein
radiologischer Beweis dafür lag jedoch offensichtlich auch Dr. H._ nicht vor, weshalb
seine Feststellung letztlich eine - wenn auch an sich nachvollziehbare - Annahme ist.
Immerhin wurde im MRI-Untersuchungsbericht vom 17. Februar 2017 der Befund
"Zunahme mit neu disloziertem Knorpelfragment" formuliert (act. G 5.16). Eine Klärung
der Frage, zu welchem Zeitpunkt sich der freie Gelenkkörper gebildet hat, vermag
hingegen auch das Kurzgutachten von Dr. F._ vom 5. September 2017 nicht zu
erbringen (act. G 5.51a). Mit seiner Feststellung - der freie Gelenkkörper könnte
insofern im Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. November 2016 gesehen werden,
als hierbei ein bereits gelockerter Knorpel abgebrochen sein könnte - beschreibt er
zum einen eine leicht andere Sachverhaltsvariante, zum anderen spricht sich Dr. F._
nur im Sinne eines möglichen Gesundheitsschadens aus ("könnte", "kann"). Dies
vermag jedoch den im Sozialversicherungsrecht geltenden Anforderungen an den
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht zu genügen (vgl. Erwägung
2.1). Im Ergebnis ist somit anhand der vorhandenen medizinischen Akten nicht
rechtsgenüglich, d.h. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, festlegbar, ob sich der
freie Gelenkkörper bereits vor dem Unfall vom 23. November 2016 oder erst beim
Unfall gelöst hat. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich hinsichtlich der Frage,
ob der Beschwerdeführer durch den Unfall vom 23. November 2016 eine direkte
5.2.
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6.
Unfallverletzung erlitten hat, gestützt auf die vorliegende Aktenlage kein überwiegend
wahrscheinlicher Sachverhalt nachweisen lässt.
6.1.
Angesichts des unstreitigen Unfalls vom 23. November 2016, der mit Blick auf
die jahrelangen sportlichen Aktivitäten des Beschwerdeführers anzunehmende
Beschwerdefreiheit davor (vgl. dazu act. G 1 und nachfolgende Erwägung 6.1.3) und
schliesslich bestimmt durch die beim Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall
aufgetretene Schmerzsymptomatik (act. G 5.1) überzeugt jedoch die Annahme von Dr.
F._ im Kurzgutachten vom 5. September 2017 (act.G 5.51a) einer zumindest
vorübergehenden Verstärkung der Schmerzhaftigkeit in Form einer Aktivierung der
vorbestehenden Chondropathie (act. G 5.51a). Entsprechend hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer infolge seines Unfalls
Heilbehandlungsleistungen (act. G 5.44, G 5 Ziff.17) entrichtet. Von einer
vorübergehenden Verschlimmerung des vorbestehenden geschädigten
Gesundheitszustandes geht offensichtlich auch Dr. H._ in seiner medizinischen
Beurteilung vom 5. Juli 2017 aus, wenn er einen Status quo sine vel ante per Datum
der MRI-Untersuchung mit Ergebnis des anerkanntermassen Beschwerden
verursachenden und am 13. April 2017 arthroskopisch entfernten Gelenkkörpers (vgl.
act. G 5.33b, G 5.41, G 5.5), annimmt (act. G 5.41).
6.1.1.
Wird davon ausgegangen, dass die nach dem Unfall vom 23. November 2016
aufgetretenen Kniebeschwerden rechts Folge einer durch den Unfall lediglich
aktivierten (zuvor stummen) vorbestehenden Gesundheitsschädigung sind, hat die
Beschwerdegegnerin nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem
Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem
Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit (RKUV 1994 Nr.
U206 S. 328 f. E. 3, mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; SVR 2010 UV
Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009 E. 4.3; vgl. Erwägung 2.1). Solange jedoch der Status quo
sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf
Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art. 10 UVG fallen. Unter Umständen hat der Beschwerdeführer damit Anspruch auf
eine, operative Eingriffe miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im
Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der
(vorzeitigen) Beseitigung der von den Unfällen zumindest mitverursachten Schmerzen
6.1.2.
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dient und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch die Unfälle
bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt
notwendig geworden (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012,
E. 5.3, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Eine schadensauslösende traumatische
Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden
auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall
somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war
(Urteile des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E.4.1, und 5. April
2007, U 413/05, E. 4.2).
Selbst wenn nicht der Unfall vom 23. November 2016 zum freien Gelenkknorpel
geführt hätte, sondern dieser vorbestehend gewesen wäre und durch den Unfall eine
vorübergehende Verschlimmerung in Form einer Schmerzaktivierung erfahren hätte,
könnte im vorliegenden Fall nicht von einem überwiegend wahrscheinlichen Dahinfallen
jeder (teil-)kausalen Bedeutung des Unfallereignisses im Zeitpunkt des von Dr. H._
angenommenen Status quo sine vel ante bzw. im Zeitpunkt der arthroskopischen
Entfernung des freien Gelenkkörpers ausgegangen werden. Laut Akten kamen die
posttraumatischen Beschwerden des Beschwerdeführers vom freien Gelenkkörper her
(vgl. act. G 5.33b, G 5.41). Die Beschwerdesymptomatik hatte sich anscheinend im
Zeitraum zwischen dem Unfall vom 23. November 2016 und der Arthroskopie vom 13.
April 2017 nicht verbessert. Im Operationsbericht vom 19. April 2017 wurde
entsprechend festgehalten, dass sich im MRT insbesondere ein freier Gelenkkörper
intraartikulär Knie rechts gezeigt habe und aufgrund der anhaltenden Beschwerden die
Indikation zu dessen Entfernung bestehe (act. G 5.33b). Der erstbehandelnde Arzt war
offensichtlich zuerst nur von einer Verrenkung und schnellen Heilung der
Knieverletzung ausgegangen (act. G 5.3). Nachdem keine Beschwerdebesserung
eingetreten war, wurde dem Beschwerdeführer im Dezember 2016 eine Physiotherapie
verordnet (act. G 5.3). Erst als die Schmerzen auch weiterhin persistiert hatten, wurde
am 17. Februar 2017 eine radiologische Untersuchung durchgeführt, wobei eben der
freie Gelenkkörper festgestellt wurde (act. G 5.5). Zu beachten ist auch der
aktenkundige Gesundheitszustand vor dem Unfall vom 23. November 2016. Beim
Unfall von 2007 war dem Beschwerdeführer ein Knorpelstück abgebrochen, welches
damals hatte entfernt werden müssen. Laut eigenen Angaben konnte der
Beschwerdeführer nach einer Physiotherapie und einem gezielten Aufbautraining innert
weniger Wochen wieder während Jahren Sport treiben (Tennis, Skifahren, Wandern,
Squash, Beach-Volleyball). Er sei dabei in keiner Weise eingeschränkt gewesen und es
habe keinerlei Anzeichen gegeben, dass sich das rechte Knie nicht hätte
6.1.3.
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7.
Nach dem Gesagten überzeugt die medizinische Beurteilung von Dr. H._ vom 5. Juli
2017 in Bezug auf die Frage des Wegfalls einer zumindest unfallbedingten
vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens in
Form eines aktivierten freien Gelenkkörpers per Operationsdatum nicht. Vielmehr ist
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die kausale Bedeutung des Unfallereignisses vom 23. November 2016 per 17. Februar
2017 (MRI-Untersuchung [act. G 5.5]) noch nicht dahingefallen war und für den am 13.
funktionsgemäss belasten lassen (act. G 1, G 5.1). Den Akten sind keine gegenteiligen
Hinweise - insbesondere keine ärztlichen Berichte über Kniebeschwerden, ärztliche
Konsultationen oder zwischenzeitlich durchgeführte Heilbehandlungen - zu entnehmen.
Vielmehr bestätigte auch der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. B._, in seinem
Einwand vom 8. August 2017 (act. G 5.46), dass der Beschwerdeführer bis zum Unfall
vom 23. November 2016 keinerlei Kniebeschwerden gehabt habe. Immerhin hat der
Beschwerdeführer vor dem Unfall einige Jahre in der zweiten Liga Volleyball gespielt.
Die Kniegelenke erfahren dabei eine bedeutende Belastung (act. 5.1).
Angesichts der in Erwägung 6.1.3 dargelegten Sachlage kann nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden, der Unfall
vom 23. November 2016 habe für eine ausgelöste Beschwerdesymptomatik im
Zusammenhang mit einem allenfalls vorbestehenden freien Gelenkkörper im Zeitpunkt
des von Dr. H._ angenommenen Status quo sine vel ante keine Teilursache mehr
dargestellt. Selbst wenn der freie Gelenkkörper im rechten Kniegelenk weitestgehend
einem Vorzustand zuzuschreiben wäre, und dem Distorsionstrauma vom 23. November
2016 keine massgebende Bedeutung zukäme, würde dies nach der unter Erwägung
6.1.2 dargestellten Praxis genügen, eine Haftung des obligatorischen Unfallversicherers
zu begründen. Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom Eidgenössischen
Versicherungsgericht (EVG) oder Bundesgericht noch vom Gesetzgeber ein
Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36 Abs. 1 UVG wird von einer solchen Regelung
abgesehen. Liegt - im konkreten Fall - ein eindeutiges Unfallereignis vor, darf somit nur
im Ausnahmefall davon ausgegangen werden, dem Vorzustand komme gegenüber
dem Distorsionstrauma des rechten Kniegelenks ein Gewicht zu, welches die Annahme
einer Unterbrechung der Unfallkausalität rechtfertigt (vgl. dazu SVR 2012 UV Nr. 8 S.
27 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2011, 8C_380/2011, E. 4.2.1). Im
selben Sinn ist auch die Teilkausalität in Bezug auf die am 13. April 2017 durchgeführte
arthroskopische Entfernung des freien Gelenkkörpers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen (vgl. Erwägung 6.1.2).
6.1.4.
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April 2017 arthroskopisch entfernten freien Gelenkkörper [act. G 5.33b]) eine kausale
Bedeutung hatte. Die Beschwerdegegnerin hat damit zu Unrecht Leistungen für die
Operationskosten vom 13. April 2017 und ihre Leistungspflicht bis zur Heilung der
unmittelbaren Operationsfolgen verneint. Sie hat dafür die gesetzlichen
Versicherungsleistungen zu erbringen.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 6. Februar 2018 (act. G 5.55) gutzuheissen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine Parteientschädigung ist dem nicht
durch einen Rechtsanwalt vertretenen Beschwerdeführer nicht zuzusprechen.