Decision ID: 5cdb3e96-c394-4b58-a89c-dd30a0212946
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, war seit dem 1. Februar 2016 bei der
Y._
als Gipser angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 6. Juli 2016 stürzte er
gemäss Unfallmeldung vom 8. Juli 2016
bei der Arbeit auf einer Baustelle
aus zwei Metern Höhe von einem Gerüst, prallte auf die linke Seite und schlug sich dann den Kopf rechts an (Urk. 10/1).
Noch am gleichen Tag
erfolgte die medizinische Versorgung im
Z._
, wo
unter anderem
eine
C
ommotio cerebri mit
Amnesie
für das Sturzereignis
sowie
Kontusionen der
linken
Schulter
(richtig:
der
rechten
Schul
ter
, vgl. zum Beispiel Urk. 10/30 S. 2, Urk. 10/31 S. 2)
, des linken Knies und des linken Fusses festgestellt wurde
n
(Urk. 10/13 S. 2).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Urk. 10/3).
Am 26. Juli 2017 informierte die Invalidenversicherung über die Anmeldung des
Versicherten
zum Leistungsbezug (Urk. 10/66
/2
).
Vom 4. Oktober bis 8. November 2017 befand sich der Versicherte sodann in der
A._
in stationärer Behandlung
,
wo
zusätzlich zu den somatischen Leiden
eine
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
sowie eine somatoforme Mitbeteiligung am Schmerzgeschehen
diag
nostiziert wurde
n
(Urk. 10/90
S. 2
).
Die Suva nahm diverse medizinische Unter
lagen
zu den Akten und liess den Ver
sicherten durch Dr. med. B._
, Facharzt
für
Psychiatrie und Psychotherapie, am 13. Februar 2018 kreisärztlich untersuchen (kreisärztliche Beurteilung vom 24. April 2018, Urk. 10/110). Ferner holte sie
zwei
Stellungnahme
n des Kreisarztes Dr. med. C._
, Facharzt für Radiologie, vom 4.
und
23. April
2018
ein
(
Urk. 10/107, Urk.
10/109
).
Gestützt darauf stellte sie die Heilkosten- sowie Taggeldleistungen per 30. Sep
tember 2018 ein
(Urk. 10/121).
Mit
Verfügung vom
12. Juli 2018
sprach sie dem Versicherten ab dem 1. Oktober 2018 eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 20 % und eine
Integritätsentschädigung
bei einer Integritätseinbusse
von
8 % (
Fr. 11'856.--
)
zu
(
Urk. 10/121,
Urk. 10/124).
Dagegen erhob der Versicherte am 13. September 2018
Einsprache (Urk. 10/133)
und
reichte
einen neuen
ärztlichen
Bericht
ein
(Urk. 10/142).
Die
Suva
legte
die Akten
daraufhin
nochmals dem Kreisarzt Dr.
C._
vor (Beurteilung vom 12. November 2018, Urk. 10/149). Mit Entscheid vom 3. Januar 2019 hiess
sie
die Einsprache des Versicherten teilweise gut und erhöhte den Betrag des versicherten Jahresverdienstes
von Fr. 71'661.-- auf Fr. 81'900.--
. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (Urk. 10/152
= Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 3
1
. Januar 2019 Beschwerde und beantragte, in
Aufhebung
des angefochtenen
Einspracheentscheids
sei die Beschwerdegegne
rin zu verpflichten,
ihm
rückwirkend eine angemessene, jedenfalls höhere Inva
lidenrente sowie eine angemessene, jedenfalls höhere Integritätsentschädigung
,
zuzusprechen und auszurichten (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 9). Am 25. Mai 2020 zog das Gericht die Akten der Invalidenversicherung (
vgl. auch
Prozess IV.2019.00616) bei (Urk. 12/1-96, Urk. 13).
Während der
Beschwerdeführer
am
15. Juni 2020 auf eine Stellungnahme zu den
beigezogenen
Akten
verzichtete (Urk. 14),
erklärte die
Beschwerdegegnerin
am 20. August 2020, sie halte
an ihrem Antrag fest (Urk. 17). Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 24. August 2020 mitgeteilt (Urk. 18).
3.
Im parallel hängigen Verfahren des Beschwerdeführers gegen die Invalidenversi
cherung (Prozess IV.2019.00616) wurde die Beschwerde mit Urteil heutigen Datums in dem Sinne gutgeheissen, dass die Sache zu weiteren Abklärungen an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 6. Juli 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liege
nde mittlere Bereich (BGE 115 V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999
UV
Nr.
10 E. 2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
, der adä
quate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden sei
bei
Annahme eines mittelschweren Unfalls nicht gegeben
. Daher bestehe
unter diesem Aspekt kein weitergehender Leistungsanspruch (Urk. 2 S. 9).
Betreffend die somatischen Unfallfolgen hielt
sie
fest,
gestützt auf die
kreisärzt
liche Stellungnahme von Dr.
C._
sei der
Fall
korrekterweise
per 1. Oktober 2018 a
b
geschlossen
worden
(Urk. 2 S. 10).
Gemäss dem kreisärztlich verfassten Zumutbarkeitsprofil und nach Durchführung des Einkommensvergleichs
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 20.3 % (Urk. 2 S. 12-14).
Ferner sei betreffend die Integritätsentschädigung auf die
Beurteilung
von Dr.
C._
vom 4. April 2018, welcher den Schaden auf 8 % schätze, abzustellen (Urk. 2 S. 15). Die medizini
schen Unterlagen würden ein zuverlässiges Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zulassen
; von weiteren medizinischen Abklärungen seien keine neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten
(
Urk.
2 S. 16)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
der Kreis
arzt stelle die Kausalitätsbeurteilung der Fachärzte betreffend die rechte Schulter nicht in Frage (Urk. 1 S. 6 f.).
Mit Bezug auf das linke Knie sei ebenfalls unbe
stritten, dass er eine Partialruptur des medialen Kollateralbands und eine Ruptur des medialen
Retinakulums
erlitten habe. Entgegen der These des Kreisarztes sei das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen am linken Knie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen (Urk. 1 S. 7).
Dem
kreisärztlichen Aktenberich
t vom 12. November 2018
komme– aus näher dargelegten Gründen – kein Beweiswert zu (Urk. 1 S. 7 f
f
.).
Die Beschwer
degegnerin habe es diesbezüglich versäumt, den Sachverhalt rechtsgenügend
abzuklären (Urk. 1 S. 9).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepass
ten Tätigkeit stütze sich die Beschwerdegegnerin einzig auf die Meinungsäusse
rung des
Kreisarztes vom 23. April 201
8.
Diese Aktennotiz erfülle jedoch offen
kundig nicht die Anforderungen an ein Beweismittel (Urk. 1 S. 10 ff.).
Zudem würden
die erforderlichen Angaben für die Beurteilung der Adäquanzkriterien fehlen, weshalb auch der diesbezüglichen Argumentation der Beschwerdegegne
rin nicht
gefolgt
werden könne. Es sei somit offen, ob die Beschwerdegegnerin ihm auch für die unbestrittenermassen unfallbedingten psychischen Beschwerden eine angemessene Invalidenrente und Integritätsentschädigung schulde (Urk. 1 S. 13). Daher sei entweder ein externes fachärztliches Gerichtsgutachten einzu
holen oder die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 14). Ausgehend vom Befund, wie er im Austrittsbericht der
A._
beschrieben sei, müsse der Integritätsschaden sodann höher als 15 %
sein
. Die
vom Kreisarzt vorgenommene Kürzung von 50 % sei nicht ausgewiesen (Urk. 1
S. 15).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort
fügte
die Beschwerdegegnerin
insbesondere
an
, dass
die kreisärztlichen Stellungnahmen und Beurteilungen von Dr.
C._
die recht
sprechungsgemässen Kriterien an beweistaugliche medizinische Berichte erfüllen würden.
A
bweichende ärztliche Einschätzungen
der
Kausalität, der Arbeitsfähig
keit und des Integ
ritätsschadens lägen nicht vor
(Urk. 9 S. 5).
Der Kreisarzt habe sich ein lückenloses Bild der medizinischen Fakten verschaffen können. Er habe nachvollziehbar dargelegt, dass beim Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit und ein unfallbedingter Integritätsschaden von 8 % bestehe. Der medizinische Sachverhalt sei gestützt darauf als erstellt zu betrach
ten, auch hinsichtlich der vorgenommenen Adäquanzprüfung
in Bezug auf die psychischen beziehungsweise subjektiven Beschwerden
(Urk. 9 S. 7).
2.4
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sach
verhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt hat und dem Beschwerdeführer zu Recht eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 20 % sowie eine Integ
ritätsentschädigung
bei einer Integritätseinbusse
von 8 %, zugesprochen hat.
3.
3.1
Am 14. Oktober 2016 nannten
die
b
ehand
elnden Ärzte
des
Z._
die Diag
nosen einer Partialruptur des medialen Kollateralbandes und einer Ruptur des medialen
Retina
c
ulums
des linken Knies (MRI vom 12. Juli 2016 und 8. Sep
tember 2016), einer Kontusion de
r
rechten Schulter mit
kleinvolumiger
SLAP-Läsion, möglichem Längsriss der
Bizepssehne
im intraartikulären Verlauf, einer
fraglichen
Läsion des
M
usculus
subscapularis
sowie einer fortgeschrittenen
AC-
Gelenksarthrose (MRI vom 20. September 2016), ferner eine
r C
ommotio cerebri nach einem Sturz aus zwei Metern Höhe
mit Amnesie für das Sturzereignis sowie einer Kontusion des linken Fusses (Urk. 10/30 S. 2).
3.2
Der Kreisarzt Dr. med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, bestätigte am 16. Dezember 2016 die Unfallkausalität der Teilruptur des medialen
Retinaculums
und
des
medialen Seitenbandes
bei
inzwischen wieder weitgehend
er
B
elastbar
keit
. Hin
gegen verneinte er die Kausalität betreffend die Verletzung am rechten Schulter
gelenk (Urk. 10/39).
Mit Blick auf einen aktuellen ärztlichen Bericht
erklärte
Dr.
D._
am 17. Februar 2017, im Unterschied zu seiner anfänglichen Beurteilung
sei
aufgrund des Verlaufes sowie in der Zusammenschau der MRI-Befunde von einer zwar kleinen, aber schmerzgebenden SLAP- und
S
ubs
capula
risläsion
auszugehen. Sodann sei der Schmerzverlauf protrahiert (Urk. 10/49).
3.3
Dem Sprechstundenbericht
der
E._
vom 4. Juli 2017 lassen sich die folgenden Diagnosen
entnehmen (Urk. 10/64
S. 1):
-
Ausgeprägte posttraumatische Schulter-/Armschmerzen rechts mit/bei
-
p
osttraumatischer adhäsiver
Capsulitis
-
a
usgeprägter
Scapuladyskinesie
mit sekundärem
subacromialem
Impingement
-
Verdacht auf
neurovegetative Schmerzkomponente mit
dissoziativer
Symptomatik
-
MR-tomographisch
subacromiale
Bursi
tis bei grossem
Acromionsporn
-
a
symptomatischer AC-Gelenks-Arthrose
-
St
atus nach
Sturz aus
zwei Metern
Höhe mit Distorsion/
Kontusion Schulter rechts am 6.
Juli
2016
Dazu ergänzte Dr. med. F._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
k
linisch lieg
e
ein Jahr posttrauma
tisch ein Mischbild vor, wobei klar eine
chronifizierte
Schmerzproblematik mit zumindest partieller Dissoziation des rechten Armes besteh
e. Diesen könne der Beschwerdeführer
aufgrund der ausgeprägten Schmerzinhibition für fast keine Tätigkeiten mehr verwenden. Selbst eine einfache Ellbogenflexion
könne
er kaum mehr willkürlich durchführen. Dies begünstig
e
natürlich eine ausgeprägte
Scapu
ladyskinesie
und wiederum ein
subacromiales
Impingement
im Sinne eines Teu
felskreises. Im Vordergrund steh
e
eine schulterspezifische Rehabilitation, bei welcher der
Beschwerdeführer
den Gebrauch des rechten Armes für All
tag
s
aktivitä
ten wieder neu erlernen
müsse
, dies insbesondere unter
Berück
sichtigung der Aktivierung der
periscapulären
Muskulatur
(Urk. 10/64
S. 2)
.
3.4
Vom 4. Oktober bis 8. November 2017 befand sich der Beschwerdeführer
zur stationären Rehabilitation
in der
A._
. Mit Austrittsbericht vom 1
5
. November 2017 (Urk. 10/90),
stellten die Behandler
folgende Diagnosen Urk. 10/90 S. 1 f.):
-
Unfall vom 6. Juli
2016: Sturz vom Gerüst
-
Schulterkon
tusion mit
bursaseitiger
Partia
l
ruptur der
Infraspinatus
sehne
am
Footprint
Ansatz,
geringgradige
Tendinopathie
der
Supraspi
natussehne
, AC-Gelenksarthrose
-
Partialruptur mediales Kol
l
ateralband und Ruptur des medialen
Retina
culums
des linken Knies
-
Commotio cerebri nach Sturz aus
zwei Metern
Höhe mit Amnesie für das Sturzereignis
-
Kon
t
usion
Fuss
links
-
Lumbalgie
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
,
somatoforme Mitbeteiligung am Schmerzgeschehen (November 2017: psychiatrisch-psychologischer Dienst
A._
)
Zur psychosomatischen Beurteilung führten sie aus,
i
m Verlauf
habe
sich
beim Beschwerdeführer
zunehmend
eine
depressive Symptomatik mit Einfluss auf das Schmerzerleben nieder
geschlagen
, welche
exazerbiert
sei
, als sich
seine Ehefrau
kurz vor Antritt der stationären Rehabilitation von
ihm getrennt habe
. Die psy
chische Problematik beeinfluss
e
auch das Schmerzerleben des
Beschwerdeführers
, so dass von einer somatoformen Mitbeteiligung gesprochen werden
könne
.
Zur somatischen Beurteilung hielten die Behandler weiter fest,
i
m Verlauf der Reha
bilitation
hätten
die Beweglichkeit der rechten Schulter wie auch die Schmerzsi
tuation nur geringfügig beeinflusst werden
können
, wobei in der Therapie zumindest
die
Funktionen des alltäglichen Lebens mit dem betroffenen Arm
hätten
verbessert werden
können
. Das Ausmass der demonstrierten Einschrän
kungen
l
a
sse
sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der
klini
schen
Untersuchung und bi
ldgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen
aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären
(Urk
. 10/90 S. 4)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, d
ie festgestellte psychische Störung begründe
aktuell eine schwere arbeitsrelevante Leistungsminderung (zusätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen). Zum aktuellen Zeitpunkt
sei
von einer vollständi
gen vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszuge
h
en.
Eine
Re
e
valuation
nach spätestens
zwei bis vier W
ochen
sei
zu empfehlen.
A
us unfallkausaler Sicht
sei dem Beschwerdeführer aktuell die berufliche Tätigkeit als Gipser
/Trockenbauer
nicht zuzumuten. Die Anforderungen seien zu hoch mit schwerer Arbeit, zum Teil über Kopf
.
Die
Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten
werde
aktuell noch nicht festgelegt
, da sich der Beschwerdeführer
noch in der medizinischen Phase befinde
(Psyche).
W
eitere medizini
sche/p
sychotherapeutische Massnahmen würden empfohlen (Urk. 10/90 S. 3).
3.
5
In seiner kreisärztlichen medizinischen Beurteilu
ng vom 4. April 2018
ging
Dr.
C._
von einer
adhäsiven
Capsulitis
der rechten Schulter und
de
m
Ver
dacht auf eine
Scapulad
yskinesie
mit sekundärem
subacromialem
Impingement
sowie
dem
Status nach einer Teilruptur des medialen Seitenbandes und des medialen Anteiles des
Retinaculum
patellae
bei Sturz auf die linke Schulter am 6. Juli 2016
aus
. In der Folge schätzte er den Integritätsschaden auf 8 %. Zur Begründung führte er aus, bei der Untersuchung durch Dr.
F._
im Rahmen der Konsultation vom 3. Juli 2017 habe der Beschwerdeführer die rechte obere Extremität bis etwa 90 Grad abduzieren können. Gemäss Tabelle 1
der Suva
entspreche dies einem Integritätsschaden von 15 %.
Die unfallfremden
Verände
rungen (beispielsweise eine
Tendinopathie
der gesamten
Rotatorenmanschette
, schwere
Akromioklavikulararthrose
und so weiter)
seien abzuziehen
. Für die am linken Knie erlittene Läsion sei momentan noch keine Integritätsentschädigung geschuldet, da die Funktionseinschränkungen nicht erwähnenswert seien
und noch keine traumatisch bedingte Degeneration erkennbar sei (Urk. 10/109 S. 1).
3.
6
Am 19. April 2018 wurde der Beschwerdeführer erneut MR-tomographisch untersucht. Dabei wurde ein schräg verlaufender Unterflächen
ein
riss in der Pars
intermedia
des Innenmeniskus festgestellt, welcher sich bis in das
Innenmenis
kushinterhorn
verfolgen lasse. Zudem hätten sich eine
Chondropathie
Grad II an der lateralen Kontur des medialen
Femurkondylus
sowie ein Einriss im Knorpel
überzug der Patella im Bereich des
Patellafirstes
sowie der medialen Facette (
Chondropathia
patellae
Grad II) gezeigt (Urk. 10/142 S. 1).
3.
7
Am 24. April 2018
erstattete der Kreisarzt
Dr.
B._
seine psychiatrische Beur
teilung. Darin nannte
er die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell schwere depressive Episode
(
nach
der
Trennung von
der
zweite
n
Ehefrau und
dem
Arbeitsunfall am 6. Juli 2016
)
, de
n
Status nach mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode im Jahr 2005,
(
nach der Trennung von der ersten Ehefrau
)
,
ferner die Diagnosen
einer somatoformen Schmerzstörung (Schmerzen und starke funktionelle Einschränkungen der oberen rechten Extremität, domi
nant, nach dem Arbeitsunfall vom 6. Juli 2016) sowie der Persönlichkeitsakzen
tuierung mit abhängigen Zügen (Urk.
10/
110 S. 18).
Zur Kausalität hielt Dr.
B._
fest, d
er ab
Oktober 2017
vorliegende, schwer
e
depressive Zustand
,
beruh
e
zwar primär auf dem zutiefst erschütternden
Verlassenwerden
durch die Ehefrau. Zugleich
sei
jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
aus
zuge
h
en, dass auch der
versicherte Arbeitsunfall sowie dessen Auswirkungen deutlich zur Entwicklung der depressiven Dekompensation
beigetragen hätten. U
nter anderem
steh
e
das
Verlassenwerden
durch die Ehefrau möglicherweise im Zusammenhang mit den dadurch bedingten Einschränkungen und Veränderun
gen. Zudem
leide der Beschwerdeführer
im Verlauf stark darunter, in seiner Arbeitsfähigkeit durch die unfallbedingten, somatischen Folgen deutlich beein
trächtigt zu sein. Die vorliegende somatoforme Schmerzstörung hätte sich ohne das Unfallereignis nicht in dieser Zeit und in dieser Weise entwickelt. Deshalb
sei
ein d
iesbezüglicher, natürlicher, tei
lkausaler Zusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlic
hkeit zu bestätigen (Urk. 10/110 S. 21).
Zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 13. Februar 2018 bestehe keine Arbeitsfä
higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Aufgrund des schwer depressiven Zustandes bestünden starke funktionelle Einschränkungen, insbesondere von Antrieb, Konzentrations- und Merkfähigkeit unter Belastung, psychischer Anpas
sungsfähigkeit und Belastbarkeit. Wegen dieser Beschwerden und Beeinträchti
gungen der rechten oberen Extremität bestehe in funktioneller Hinsicht praktisch eine
Einhändigkeit
.
In prognostischer Hinsicht
sei
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugeben, dass sich das schwer depressive Zustandsbild im Verlauf der nächsten rund sechs bis zwölf Monate (möglicherweise auch lang
samer) deutlich verbessern
werde
,
mit einer entsprechenden Vermin
derung der aktuell noch vollen Arbeitsunfähigkeit. In Anbetracht von Charakteristik und Verlauf der somatoformen Schmerzstörung
sei
es nicht überwiegend wahrschein
lich, dass sich diese während der nächsten Jahre noch i
n einer erhebli
chen, anhaltenden Weise verbessern
werde (Urk. 10/110 S. 22)
.
3.
8
Auf nochmalige Vorlage der Akten erklärte Dr.
C._
in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 23. April 2018, das Ausmass der Beschwerden am rechten Arm sei aus somatischer Sicht nur zum Teil
unfallbedingt erklärbar.
Zumutbar seien ganztags Tätigkeiten, bei denen die rechte obere Extremität nicht kraftvoll oder über Kopfhöhe eingesetzt werden müsse, bei denen kein Gehen auf unebenem Boden erforderlich sei und weder die rechte obere noch die linke untere Extremi
tät Schlägen oder Vibrationen ausgesetzt seien. Das stammferne Hantieren mit Werkzeugen oder Lasten sei zu vermeiden. Die Masse der rein mit der rechten Hand zu hebenden oder tragenden Lasten sei auf 10 kg zu limitieren. Tätigkeiten, die
K
nien oder das Einnehmen einer Kauerstellung erforder
te
n, seien zu vermei
den. Das Steigen
auf
Leitern sei absolut zu vermeiden (Urk. 10/107 S. 2).
3.
9
Dr. med. G._
, Facharzt für Chirurgie, antwortete auf die Berichtsanfrage der Beschwerdegegnerin mit E-Mail vom 20. Oktober 2018, dass der Beschwerdeführer sich nur einmal
mit einem alten MRI mit einer IM-Läsion
bei ihm vorgestellt habe. Er habe eine Verlängerung der Krankmeldung, jedoch keine
weitere Behandlung gewollt.
Diesem Wunsch sei er nicht nachgekommen. Danach habe er den
Beschwerdeführer ni
cht
mehr
gesehen
(Urk. 10/147).
3.
10
Die Beschwerdegegnerin legte
dem Kreisarzt
den MR-Befund vom 19. April 2018,
der ihm
anlässlich seiner
Stellungnahmen vom
4.
April 2018 zum Integritäts
schaden (
Urk.
10/109) beziehungsweise vom 2
3.
April 2018 zum Zumutbarkeits
profil (
Urk.
10/107)
noch nicht bekannt gewesen war, nachträglich vor und fragte, ob sich daraus eine Änderung ergebe (Urk. 10/148 S. 1).
Dr.
C._
führte
dazu am
12. November 2018 aus,
i
m
besagten MRI
zeige
sich im
Meniscus
medi
alis
neu
eine komplexe, vorwiegend horizontal verlaufende, in die untere Fläche einstrahlende Läsion des
Cornu
posterius
und des
poster
i
oren
Anteiles der Pars
intermedia
. Diese Läsion
könne
aber nicht auf den Unfall zurückgeführt werden, weil Risse der
Menisci
, die infolge eines Unfalles auftr
ä
ten
, noch während der Krafteinwir
kung und nicht mehr als
zwei
Monate später entst
ünd
en. Zudem
seien
makrotraumatisch bedingte Risse der
Menisci
nicht komplex. In den MR
I
des linken Knies vom 12. Juli sowie 8. September
2017
habe man
im
Meniscus
medialis
lediglich
mukoide
und somit degenerat
iv bedingte Veränderungen
des
Menis
cus
medialis
nachweisen
können
.
Daher sei
die Läsion des
Meniscus
medi
al
is
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf die natürliche Entwicklung der vorbestehenden
mukoiden
Degeneration zurückzuführen. Die übrige
n beschrie
benen Knorpelschäden seien
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingt
und
bereits am
12. Juli 2016
, also nicht einmal eine
Woche nach dem Unfall
,
vor
handen
gewesen und seien
seither unverändert. Die Veränderungen, die mit überwiegender Wahrsch
einlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen seien
, also die
erstgradige
Läsion des Ligamentum
collaterale
tibiale
und die
zweitgradige
des
Retina
culum
patellae
medialseitig
,
seien
nun verheilt. Das Aus
mass der Funktionseinschränkungen
liesse sich
meist sehr zuverlässig durch den behandelnden Arzt nach einem
fünf
wöchigen Rehabilitationsaufenthalt, wie
ihn der Beschwerdeführer
vom
4.
Oktober bis 8. November
2017
absolviert habe, schätzen. R
elevante Einschränkungen, die zu einem restriktiveren Zumutbarkeits
profil als
d
em
jenige
n
vom
23. April 2018 führen würden oder Ans
pruch auf eine
höhere
Integritätsentschädigung gäben,
seien
im Austrittsbericht der
A._
nicht erwähnt
worden (Urk. 10/149 S. 1)
.
Demzufolge
könne
festgehal
ten werden, dass de
n
Unfallfolgen sowohl bei der Festlegung des Zumutbarkeits
profils
als auch bei der Schät
zung des unfallbedingten Integritätsschadens adäquat Rechnung getragen
worden
sei (Urk. 10/149 S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer leistungsabweisenden Verfügung auf die kreisärztlichen Beurteilungen von Dr.
C._
ab. Gestützt darauf
sprach sie dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 20 % und eine Integritätsentschädigung
bei einer Integritätseinbusse
von 8 % (Fr. 11'856.--) zu (Urk. 10/124). Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Mei
nung,
die
Beurteilungen betreffend die Unfallkausalität, das Zumutbarkeitsprofil sowie die Integritätsentschädigung
seien nicht beweis
kräftig
(Urk. 1 S. 7, S. 10 und S. 12 f.). Nachfolgend sind die kreisärztlichen Beurteilungen daher auf ihren Beweiswert
hin
zu untersuchen.
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer bringt vor, es fehle an einer verlässlichen Beurteilung der Restfolgen am linken Knie
(Urk. 1 S.
15
). Insbesondere hätten dem Kreisarzt als aktuellste
Berichte
nur der Austrittsbericht der
A._
sowie der MRI-Bericht vom 19. April 2018 vorgelegen
(Urk. 1
S.
8
f.).
Diese Einwä
nd
e
sind
nicht stichhaltig.
D
er Kreisarzt
legte
in seiner Beurteilung vom 12. November 2018
ausführlich,
in nachvollziehbarer Weise und in Auseinandersetzung mit den bildgebenden Materialien
dar
, dass
die im
MRI vom 19. April 2018
neu festge
stellte
Läsion
im
Meniscus
medialis
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
,
sondern vielmehr auf die natürliche Entwicklung der
mittels MRT des linken Knies festgestellten
vorbestehenden
mukoiden
Degeneration
zurück
zu
führen
ist
, da
Risse im Meniskus, die infolge eines Unfalles auftreten, noch während der Krafteinwirkung und nicht
länger
als zwei Monate später entstehen
und makrotraumatisch bedingte Risse der
Menisci
zudem nicht komplex sind
.
Ebenso überzeugend führte der Kreisarzt aus, dass die übrigen beschriebenen Knorpelschäden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingt sind, da sie bereits weniger als eine Woche nach dem Unfall festgestellt werden konn
ten und seither unverändert sind, wohingegen die
erstgradige
Läsion des Liga
mentum
collater
ale
tibiale
und die
zweitgradige
Läsion des
Retinaculum
patellae
medialseitig
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den Unfall zurückzufüh
ren
, jedoch
gestützt auf die bildgebenden Darstellungen
inzwischen
verheilt
sind
(Urk. 10/149 S. 1).
Diese Ausführungen erweisen sich als schlüssig
.
Anderslau
tende
ärztliche Einschätzungen
liegen
nicht
vor
.
Dass es sich bei
Dr.
C._
um einen Facharzt für
Radiologie
handelt, schmälert
den Beweiswert seiner Beurteilung nicht, zumal
er
diese
schlüssig auf die vorlie
gende
n medizinischen Akten
abstützte
und
es im vorliegenden Fall gerade darum ging, anhand der
B
ildgeb
ungen
festzustellen, ob die unfallkausalen Verletzungen am linken Knie verheilt seien.
Ebenso wenig ist entscheidend, dass Dr.
C._
den Beschwerdeführer nicht persönlich untersuchte (Urk. 1 S. 8). Denn
eine reine
Aktenbeurteilung
ist – wie der
Beschwerdeführer im Grundsatz anerkennt (Urk. 1 S. 8 f.) –
nicht an sich beweisuntauglich.
P
raxisgemäss
kann
auf Aktenberichte abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhalts geht (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008 E. 7.2; Urteile
des Bundesgerichts
8C_737/2011 vom
2.
April 2012 E. 5.2 und 8C_681/2011 vom 2
7.
Juni 2012 E. 4.1). Inwiefern diese Voraussetzungen beim Bericht des
Dr.
C._
nicht erfüllt sein sollen, legt der Beschwerdeführer nicht
überzeugend
dar und ist im Übrigen auch nicht ersichtlich
.
Für die Beweistauglichkeit der Beurteilung
Dr.
C._
s
spricht
zudem
, dass gemäss Bericht der
A._
die Beschwerden
im Bereich des
linken Knie
s
im Verlauf des Reha
bilitations
aufenthaltes nicht im Vordergrund standen
. Diesbezüglich relevante Befunde wurden denn auch im Austrittsbericht nicht festgehalten
(Urk. 10/90 S. 5
und 10
).
Dr.
G._
schliesslich hatte offenbar ein weiteres MRI angeordnet, weil es die einzige Möglichkeit
gewesen wäre
, festzustellen, was der Beschwerdeführer im linken Knie ha
t
(Urk. 3 S.
2).
G
emäss
Indikation im Bericht vom 19. April 2018 ging es dabei jedoch primär um die Frage einer
Meniskopathie
und de
s
Knorpel-Status (Urk. 10/142 S.
1).
Diesbezüglich zeigte die Untersuchung auch tatsächlich Auffälligkeiten, welche jedoch – wie bereits erwähnt – durch den Kreisarzt in nachvollziehbarer Weise als degenerativ bewertet wurden (Urk. 10/149 S. 1).
4.2.2
Soweit d
er Beschwerdeführer
darauf hinweist
,
dass
die Bewegungseinschränkung der rechten Schulter gemäss Beurteilung von Dr.
F._
von
der
E._
klarerweise eine Folge des Unfalles
sei
und das
Impingement
im Zusammenhang mit der unfallbedingten, ausgeprägten
Scapuladyskinesie
stehe
(Urk. 1 S. 15)
, besteht soweit ersichtlich kein Widerspruch zur
Beurteilung
des Kreisarztes
vom 4. April 2018
, der
von einer adhäsiven
Capsulitis
der rechten Schulter
, mithin von einer Einschränkung der Schulterbeweglichkeit
,
aus
ging und einen Verdacht auf eine
Scapula-Dyskinese
mit sekundärem
subakromialem
Impingement
erwähnte
.
Im Übrigen
zieht
der Beschwerdeführer
zu Recht nicht in Zweifel
, dass
die
übrigen vom Kreisarzt erwähnten
Veränderungen
an der rechten Schulter
wie etwa die
Tendinopathie
der gesamten
Rotatorenmanschette
sowie die
schwere
Akromi
oklavikulararthrose
unfallfremd
sind
(Urk. 10/109 S. 1).
Davon ist auszugehen.
Demnach
kann
so
mit festgehalten werden, dass d
e
n
kreisärztlichen Aktenbeur
teilung
en
vom
4. April
, vom 2
3.
April
sowie
vom
12. November 2018 voller Beweiswert zu
kommt
.
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass von den verbliebenen Beschwerden
einzig die Einschränkungen
an der Schulter (adhäsive
Capsulitis
rechts sowie Verdacht auf eine
Scapuladyski
nesie
mit sekundärem
suba
c
romiale
n
Impingement
) unfallkausal sind.
Aus dem Umstand, d
ass der Kreisarzt in seiner
Einschätzung vom
4.
April 2018
von einer am linken Knie erlittenen Läsion ohne nennenswerte Funktionseinschränkungen ausging,
kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr stellte der Kreisarzt in
seiner späteren Beurteilung vom 12. November 2018
unter Hinweis auf die bildgebenden Darstellungen nachvollziehbar fest
,
dass die einzi
gen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingten Läsionen eine
voll
ständige
Regredienz
zeigten
(Urk. 10/149).
4.3
Der Beschwerdeführer kritisiert ferner das kreisärztlich definierte Belastungsprofil und macht geltend, die Beschwerdegegnerin
habe
die Auswirkungen der bleiben
den Unfallfolgen auf seine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht gehörig abgeklärt (
Urk.
1 S. 12 f.).
Hierzu ist festzuhalten, dass die Behand
ler der
A._
sich
immerhin insofern
zur Zumutbarkeit einer ange
passten Tätigkeit aus somatischer Sicht äusserten
, dass
die bisherige Tätigkeit als Gipser dem Beschwerdeführer aufgrund der schweren Arbeit, welche zum Teil über Kopf ausgeführt werde, nicht mehr möglich
sei
. Eine genauere Einschätzung nahmen sie lediglich
deshalb
nicht vor, weil sich der Beschwerdeführer hinsicht
lich der Psyche noch in der medizinischen Phase befinde (Urk. 10/90 S. 3
).
Dass
es sich beim
Kreisarzt
um
ein
en
Facharzt für Radiologie
handelt
,
spricht nicht gegen den Beweiswert des von ihm beschriebenen Zumutbarkeitsprofils
. D
as
kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil deckt sich
mit
den aktuellsten
Befunden
bei
m
Austritt
aus der
A._
. So trug der Kreisarzt insbesondere de
r
dort festgehaltenen,
eingeschränkten Beweglichkeit
und de
n
Schmerzen im Bereich
der
rechten
Schulter Rechnung, indem er festhielt, angepasst sei eine Tätigkeit
,
bei welcher die rechte obere Extremität nicht kraftvoll oder über Kopfhöhe
eingesetzt werden müsse, keinen Schlägen oder Vibrationen ausgesetzt und kein stammfernes Hantieren mit Werkzeugen oder Lasten nötig sei
(
Urk. 10/90 S. 10,
Urk. 10/107 S. 2).
Ärztliche Einschätzungen, welche
aus unfallkausaler Sicht
ein restriktiveres Zumutbarkeitsprofil nahelegen würden, liegen nicht vor.
Sodann
trug der Kreisarzt
auch
den Kniebeschwerden Rechnung, indem er anmerkte, kniende Tätigkeiten oder solche in Kauerstellung
sowie das Besteigen von Leitern
seien zu vermeiden (Urk. 10/107 S. 2).
Dass er
in seiner Stellung
nahme vom
23. April 20
18
(
Urk.
10/107)
nicht
nochmals
ausdrücklich erwähnte, von welchem Gesundheitsschaden er
bei der Festsetzung des Belastungsprofils
ausging, vermag seine Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen,
hatte
er doch in seiner früheren
Einschätzung
vom 4. April 2018 ausdrücklich fest
gehalten
, dass er von einer adhäsiven
Capsulitis
der rechten Schulter sowie dem Verdacht auf
eine
Scapuladyskinesie
mit sekundärem
suba
c
romiale
n
Impingement
,
dem Status nach Teilruptur des medialen
Seitenbandes
und des medialen Anteiles des
Retinaculum
patellae
ausging (Urk. 10/109 S. 1).
4.4
Auch
der Fallabschluss per
30. September 2018
erweist sich
als rechtens
. Dies ist unbestritten
(Urk. 1 S. 2)
. Behandlungsbedürftige psychische Gesundheitsschäden stellen nach Massgabe der
«
Psycho-Praxis
»
sodann kein Hindernis für den Fall
abschluss dar
(BGE 134 V 109 E. 6.1)
.
Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus
somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit
unfallbedingt nicht eingeschränkt
,
sondern
zu 100 % arbeitsfähig ist. Bei der insoweit hinreichend aufschlussreichen Aktenlage besteht – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S.
14 und
15
) - kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.
2.2 mit Hinweisen).
5.
5.1
Es bleibt
zu prüfen, ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und
den
psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers
beziehungsweise den organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu bejahen ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_691/2013 vom 19. März 2014 E. 7.1).
Die Frage, ob die natürliche Kausalität gegeben ist, kann praxisgemäss
offen bleiben
(vgl. Urtei
l
8C_234/2012 vom 2
6.
Juli 2012 E. 5.3 mit Hinweis), da die Adäquanz
- wie nach
folgend gezeigt wird
- zu verneinen ist.
5.2
Am 6. Juli 2016 stürzte der Beschwerdeführer gemäss Unfallmeldung vom 8. Juli 2016 bei der Arbeit auf einer Baustelle aus zwei Metern Höhe von einem Gerüst, prallte auf die linke Seite und schlug sich dann den Kopf rechts an (Urk. 10/1). Die Beschwerdegegnerin
ging von einem
mittelschweren
Unfall im engeren
Sinne
aus (Urk. 2 S. 5).
Diese Einschätzung steht
im Einklang
mit vergleichbaren, vom Bundesgericht beurteilten Fällen
und ist daher nicht zu beanstanden
(vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_202/2014 vom 9. Juli 2014 E. 4.1
mit weiteren Hinwei
sen
).
5.3
5.3.1
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbei
tsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E.
6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV
Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120
V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U
442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 N
r. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U
256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
Bei einem mittelschweren Unfall im engeren Sinne kann die Adäquanz nur bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben Adäquanzkriterien in einfacher Form
erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5).
5.3.2
Beim Unfall vom
6. Juli 2016
waren mit Blick auf die Kasuistik
(
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6.2.2 sowie 8C_721/2011 vom 11. November 2011 E. 5.1)
weder besonders d
ramatische Begleitumstände noch
eine besondere Eindrücklichkeit des Ereignisses gegeben.
Die vom Beschwerdeführer erlittenen
Verletzungen
in Form einer Commotio cerebri
,
die
Verletzungen des Knieinnen
- und
des Kniescheibenhaltebandes
sowie die
Kontu
sion der rechten Schulter
(Urk. 10/13 S. 2, Urk. 10/
149 S. 1)
sind nicht als beson
ders schwer zu werten oder von besonderer Art und
sind
erfahrungsgemäss insbesondere nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
.
Solche
Verletzungen
wären beispielsweise
ein erlittenes Schädelhirntrauma mit
Schädel
kalottenfraktur
(Urteil des Bundesgerichts 8C_414/2017 vom 26. Februar 2018 E. 3.5) oder verschiedene Frakturen im Gesichts- und Brustbereich, welche die Verlegung in ein künstliches Koma notwendig gemacht h
ä
tten (Urteil des Bundesgerichts 8C_308/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3). Verletzungen dieses Schweregrades lagen
im hier zu beurteilenden Fall
offensichtlich nicht vor.
V
on einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann ebenfalls nicht
gesprochen
werden.
Insbesondere
genügen hierfür
m
anualtherapeutische
Mass
nahmen
alleine nicht
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_638/2012 vom 30. Ok
tober 2012 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
Aus den
Akten
geht
nicht hervor, dass der Beschwerdeführer nach dem Austritt aus der
A._
im November 2017
noch weitere
– über Physiothe
rapie hinausgehende
(Urk. 10/150)
–
somatische Behandlungen in Anspruch genommen
hätte
.
Dr.
G._
erwähnte im Oktober 2018, er habe den Beschwerdeführer lediglich einmal gesehen. Er habe keine Behandlung, sondern lediglich eine Verlängerung der Krankschreibung gewollt. Als er ihm diese nicht gegeben habe, habe er den Beschwerdeführer nicht mehr gesehen (Urk. 10/147). Weshalb diese Aussage offenkundig falsch sein sollte, wie der Beschwerdeführer behauptet (
Urk.
1 S. 13), ist nicht ersichtlich.
So
erwähnte
d
er
Beschwerdeführer
anlässlich der psychiatrischen kreisärztlichen Untersuchung im Februar 2018
denn auch
keine aktuellen Behandlungen
und
brachte
auch beschwerdeweise nichts Anderes vor
(Urk. 10/110 S. 11 f.
, Urk. 1 S. 13
).
Daran ändert auch das durch Dr.
G._
angeordnete MRI im April 2018 nichts (Urk. 10/142). Denn dabei handelte es sich um eine medizinische Abklärung, wel
che
r
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht die Qualität einer regel
mässigen zielgerichteten Behandlung zukommt (
RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E.
5.2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2
0
09 vom
8.
Januar 2010
E. 11.3
).
Mit Bezug
auf das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer zwar konstant Schmerzen verspürt (Urk. 10/64 S. 1, Urk. 10/
90 S. 10)
, wobei sich
das Ausmass der bestehenden Einschränkungen
am rechten Arm
somatisch
allerdings
nur zum Teil erklären
liess
(Urk. 10/90 S. 4, Urk. 10/107 S. 1 f.).
Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass
organisch objektiv nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden
bei der Beurteilung dieses Kriteriums
praxisgemäss ausser Acht zu bleiben
haben
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_632/2018 vom
10. Mai
2019
E. 10.2)
. Das genannte Kriterium kann daher höchstens in einfacher Form bejaht werden.
Ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten, sind nicht ersichtlich.
Das Kriterium «schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen
» ist auch nicht gegeben
, denn es sind keine
besondere
n
Gründe
ersichtlich
, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert
hätten (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_632/2018 vom
10. Mai
2019
E. 10.3)
.
Schliesslich ist zum Kriterium «Grad und Dauer der physischen Arbeitsunfähigkeit festzuhalten, dass sich dieses nicht alleine auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf bezieht (Urteil des Bundesgerichts U 479/05 vom 6. Februar 2007 E. 8.6.1). Zudem sind
nur jene Zeiten zu berücksichtigen,
in
denen
eine Person
aufgrund einer rein physischen Betrachtungsweise arbeitsunfähig war (Urteil des Bundesgerichts
8C_362/2014 vom 25. Juni
2014
E. 4.2.7).
Im Zeitpunkt des Fallabschlusses im Juli 2018 wurde festgehalten, dass
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig
sei (Urk. 10/121 S. 1).
Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen Beschwerden (Urk. 10/110 S. 22) muss vorliegend ausser Acht gelassen werden.
Vor diesem Hintergrund kann die langandauernde Arbeitsunfähigkeit nicht als erfüllt betrachtet werden.
5.3.3
Gestützt auf das
Dargelegte
ist von den massgebenden Adäquanzkriterien
höchs
tens eines –
und dieses nicht in ausgeprägter Weise – erfüllt. Damit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die Adäquanz zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers verneint.
6.
6.1
Da der Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht unfallbedingt nicht mehr in
seinem
angestammten Beruf als
Gipser
arbeitsfähig ist, ist ein Rentenanspruch aufgrund eines Einkommensvergleichs zu prüfen.
6.2
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte,
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men
lässt
.
6.3
Die Parteien gehen
übereinstimmend
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 84'500.-- aus
(Urk. 1 S. 14, Urk. 2 S. 13).
Darauf ist abzustellen
.
Übt eine ver
sicherte Person nach Eintritt eines unfallbedingten Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus,
so dass bei der Bestimmung des
Invalideneinkommen
s nicht von dem mit der aktuellen erwerblichen Betätigung erzielten Verdienst ausgegangen werden kann, sind nach der Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung entweder Tabellenlöhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen (LSE) oder die Zahlen der S
uva
-internen
DAP
heranzuziehen
(BGE
139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis
).
D
er Arbeitgeber
löste
das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per 31. Oktober 2016 auf (Urk. 10/126 S. 1)
.
Unter Berücksichtigung des kreisärztlich umschriebenen Anforderungsprofils (Urk.
10/107 S. 2
)
stützte sich
die Beschwer
degegnerin zur Festsetzung des Invalideneinkommens
rechtsprechungsgemäss
(BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2)
auf den
durchschnittlichen Lohn
von fünf DAP und errechnete
ein durchschnittliches
Invalideneinkommen
von
Fr.
67'349.-- (Urk. 2 S. 13
, Urk. 10/
112
)
.
Dies ist weder mit Blick auf die Akten- und Rechtslage zu beanstanden, noch bringt der Beschwerdeführer gegen das
Abstützen auf
DAP
-Löhne
oder gegen die Berechnung des Invalideneinkommens konkrete Einwände vor (
Urk.
1 S. 14)
.
Damit hat es bei der Berechnung der Beschwerdegegnerin sein Bewenden.
Wird das
Valideneinkommen
mit dem Inva
lideneinkommen verglichen, resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 17'151.-- und dementsprechend
ein Invaliditätsgrad von 20.3 %
respektive gerundet 20 %
.
7.
7.1
Strittig und zu prüfen ist schliesslich die Festsetzung des Integritätsschadens.
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am
Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3.
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7.2
Der Kreisarzt
ging
in seiner Beurteilung vom 4. April 2018
infolge der einge
schränkt möglichen Abduktion der rechten oberen Extremität bis 90 Grad von einem Integritätsschaden von 15 % gemäss Tabelle 1 der Suva aus. Diesen kürzte er aufgrund der relativ vielen unfallfremden Veränderungen (
unter anderem
Tendinopathie
der gesamten
Rotatorenmanschette
, schwere
Akromioklavikular
arthrose
) um 50 % auf 8 %
(Urk. 10/109 S. 1).
Soweit
der Beschwerdeführer
unter Hinweis auf die Befunde der
A._
zur Beweglichkeit der rechten Schulter
vorbringt, der Integritätsschaden müsse höher als 15 % bewertet werden (Urk. 1 S. 15), kann ihm nicht gefolgt werden.
Zwar trifft es zu
, dass der Kreisarzt bei der Schätzung des Integritätsschadens auf die älteren Befunde aus der Schul
tersprechstunde der
E._
und nicht auf die aktuellen aus der
A._
abstellte (Urk. 1 S. 14 f.). Diesbezüglich
verweist
die Beschwerdegegnerin
allerdings
zu
Recht darauf
hin
(
Urk.
9 S. 6),
dass gemäss Tabelle 1 der Suva der Integritätsschaden auch dann mit 15 % zu bewerten wäre, wenn die Schulter nicht bis zur Horizontalen beweglich wäre. Des Weiteren
hiel
ten
die Behandler
der
A._
fest
, dass sich das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus der klinischen Untersuchung
nur teilweise erklären lasse (Urk. 10/90 S. 4).
Dies korreliert denn auch mit der psychiatrischen kreisärztlichen Untersuchung, in welcher eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert wurde (Urk. 10/110 S. 18). Für allfällige psychische Beeinträchtigungen ist die Beschwerdegegnerin jedoch – wie bereits erwähnt – mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs nicht leistungspflichtig.
Der Kreisarzt wies auch zu Recht auf die multiplen degenerativen Veränderungen wie die asymptomatische AC-Gelenksarthrose,
die
suba
c
romiale
Bursitis sowie die
Tendinopathie
der
Rotato
renmanschette
hin, welche bei der Beurteilung der Integritätsentschädigung ausser Acht zu bleiben haben
(Urk. 10/64 S. 1, Urk. 10/90 S. 1)
.
Wie bereits dar
ge
legt, anerkannte der Kreisarzt auch, d
ass die invalidisierende Bewegungsein
schränkung eine Folge des Unfalles darstell
t
,
indem er bei seiner Beurteilung von einer adhäsiven
Capsulitis
und damit von einer eingeschränkten Schulterbeweg
lichkeit ausging.
Nach dem Gesagten
erweist sich eine Kürzung der Integritäts
entschädigung um 50 % auf 8 % als angemessen. Die diesbezüglichen Einwände des Beschwerdeführers
sind nicht stichhaltig
.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.