Decision ID: cce59598-82db-48fc-9d96-1acb18a6a738
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Am 14. April 2020 (Datum Poststempel) meldete der Verein A._ (nachfolgend:
der Verein) Kurzarbeit ab 16. März 2020 für zwei Arbeitnehmende infolge der Covid-19
Pandemie an (act. G3.1/33). Das Amt für Wirtschaft und Arbeit als kantonale Amtsstelle
(KAST) verfügte am 28. April 2020, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen
erfüllt seien, könne die Arbeitslosenkasse ab 14. April 2020 Kurzarbeitsentschädigung
ausrichten (act. G3.1/33). Mit Schreiben vom 28. Juli 2020 teilte die Kantonale
Arbeitslosenkasse (nachfolgend: die Kasse) dem Verein mit, die erhaltenen Anträge auf
Kurzarbeitsentschädigung für die Monate März, April und Mai 2020 seien unvollständig,
und schickte die Unterlagen zurück. Sie forderte ihn auf, die vollständigen Unterlagen
erneut und gesamthaft zuzustellen sowie den Durchschnittslohn anhand der letzten
sechs oder zwölf Monate zu berechnen. Auf dem Formular fehle die IBAN-Nummer und
im Mai Antrag seien die Zusatzbelege für Juni enthalten. Für den Monat März sei er
nicht anspruchsberechtigt, da eine Bewilligung erst ab 14. April 2020 vorliege. Am
Schluss fand sich der Hinweis, dass der Anspruch für den Monat Mai verwirke, wenn er
nicht spätestens bis Ende August geltend gemacht werde (act. G3.1/32).
A.a.
Am 16. November 2020 (Datum Poststempel) stellte der Verein der Kasse die
Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung erneut zu. Zudem ersuchte er die Kasse, auf
den Entscheid für die Kurzarbeitsentschädigung für den Zeitraum vom 16. März bis 14.
April 2020 zurückzukommen (act. G3.1/28).
A.b.
Die Kasse verfügte am 23. November 2020, dass für den Monat März 2020 keine
Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet werden könne, da keine Bewilligung vorliege
(act. G3.1/29). In einer zweiten Verfügung vom 23. November 2020 lehnte die Kasse
das Gesuch um Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung für die
A.c.
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Abrechnungsperioden April, Mai und Juni 2020 ab, da die jeweilige dreimonatige Frist
zur Geltendmachung des Anspruchs (31. Juli, 31. August und 30. September 2020)
abgelaufen sei (act. G3.1/27).
Am 18. Dezember 2020 erhob der Verein gegen diese beiden Verfügungen
Einsprache. Das Z._ sei am 16. März 2020 aufgrund der Massnahmen geschlossen
worden. Der Bundesrat habe erst später beschlossen, dass auch der Verein aufgrund
der Massnahmen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung habe. Das detaillierte
Gesuch sei fristgerecht eingereicht worden und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb
für den Zeitraum ab 16. März 2020 keine Bewilligung erteilt worden sei. Da neu eine
Y._ angestellt worden sei, würden die AHV-Abrechnungen vom Vorjahr nicht
vollumfänglich die effektiven Lohnkosten widerspiegeln. Zusammen mit der Aufstellung
der ausgefallenen Stunden ab März 2020 habe er sämtliche Abrechnungen für April,
Mai und Juni 2020 eingereicht. Diese habe er teilweise zurückerhalten, da auf dem
Formular die Bankverbindung gefehlt habe. Ihm sei der Antrag für Mai und die
Abrechnung für Juni retourniert worden. Hierbei seien bei der Kasse offensichtlich
Unterlagen verlorengegangen. Er habe deshalb der Kasse nochmals sämtliche
Unterlagen zugestellt. Das Formular für April sei von der Kasse zudem bereits als
bewilligt gestempelt und unterschrieben worden (act. G3.1/25).
A.d.
Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 forderte die Kasse den Verein auf, bis am 14.
März 2021 Beweise einzureichen, dass er die Anträge für die Abrechnungsperioden
April, Mai und Juni 2020 zwischen dem 28. Juli 2020 und 17. November 2020 erneut
zugestellt habe. Grund für die Rücksendung der Anträge der Monate März bis Mai
2020 sei insbesondere gewesen, dass der Verein Mitarbeiter auf Abruf im Stundenlohn
abgerechnet habe. Deshalb sei er aufgefordert worden, die Durchschnittslöhne der
letzten sechs oder zwölf Monate zu berechnen. Die korrigierten Anträge für die Monate
März bis Mai 2020 seien der Kasse schliesslich am 17. November 2020 zugegangen,
der Antrag für die Periode Juni 2020 zudem erstmals am 17. November 2020 (act.
G3.1/22).
A.e.
Mit Entscheid vom 12. Februar 2021 wies die Kasse die Einsprache für die
Abrechnungsperiode März 2020 ab, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung
führte sie im Wesentlichen aus, dass die Bewilligung zur Abrechnung von Kurzarbeit ab
A.f.
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14. April 2021 (richtig: 2020) durch die KAST mit Verfügung vom 28. April 2020 erteilt
worden sei. Innerhalb der dreissigtägigen Frist sei gegen diese Verfügung bei der KAST
keine Einsprache erhoben worden, weshalb die Bewilligung in Rechtskraft erwachsen
sei. Ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung sei somit frühestens ab 14. April 2020
gegeben (act. G3.1/23).
Mit Schreiben vom 4. März 2021 bat der Verein um ein persönliches Gespräch
(act. G3.1/19). Mit E-Mail vom 11. März 2021 an den Verein fasste die Kasse ein
Telefongespräch vom 10. März 2021 schriftlich zusammen (act. G3.1/17). Der Verein
antwortete mit E-Mail vom 12. März 2021, dass er die Unterlagen persönlich in den
Briefkasten der Kasse eingeworfen habe, und stellte diese nochmals im Anhang zu.
Zudem stellte er klar, dass die Arbeitnehmenden nicht auf Abruf arbeiten würden. Die
[...] fänden ganzjährig während der Schulwochen statt, einzig für [...] könne es einzeln
zu Mehrstunden kommen. Die [...] führe jährlich drei Kurse pro Periode und die _.-
kurse durch, welche fest geplant seien. Die _.-leitung werde pauschal mit Fr. 400.--
pro Monat entschädigt (act. G3.1/15).
A.g.
Am 11. März 2021 hielt die Kasse in einer internen Mitteilung fest, dass im Antrag
Juni die Belege vom Mai enthalten seien. Dies sei dann als Antrag Mai behandelt
worden und als Mai beschrieben und retourniert worden. Als Beweismittel sei im
Antrag Juni vom 8. Juli 2020 immer noch die Beilage Mai, was im Brief "Unterlagen
angefordert" falsch herum beschrieben worden sei (act. G3.1/20). Die Kasse setzte
dem Verein mit Schreiben vom 19. März 2021 eine Frist bis zum 31. März 2021 an, um
den Antrag und die Abrechnung für die Abrechnungsperiode Juni 2020 erneut
einzureichen, und wies auf die Verwirkungsfrist hin. Zudem machte sie darauf
aufmerksam, dass geeignete Belege zur Kontrolle der Sollstunden, der Lohnsumme
und der Ausfallstunden noch fehlen würden. Zur Kontrolle der Abrechnung seien
Lohnabrechnungen oder sonstige Belege, welche die Lohnsumme belegten,
Arbeitsverträge oder Angaben zum Anstellungsverhältnis oder Pensum erforderlich.
Zudem verlängerte die Kasse die Frist bis am 31. März 2021, um die fristwahrende
Neueinreichung für die Abrechnungsperioden April und Mai 2020 zu belegen (act.
G3.1/13).
A.h.
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Mit Schreiben vom 27. März 2021 stellte der Verein die Arbeitsverträge und
Lohnausweise sowie das Formular "Antrag und Abrechnung von
Kurzarbeitsentschädigung" und die Übersicht der Soll- und Ausfallstunden für die
Perioden März, April, Mai und Juni 2020 zu. Die Lohnausweise würden lediglich die
effektiv geleisteten und bezahlten Stunden umfassen. Mit den durch die Kurzarbeit
ausgefallenen Stunden seien die Löhne für das Jahr 2020 wesentlich höher. Er führte
aus, dass, wie telefonisch erläutert und aus den Unterlagen ersichtlich, die monatlichen
Arbeitsstunden sehr unterschiedlich seien. Die Anstellung sei grundsätzlich fix geregelt,
die Arbeitszeit richte sich jedoch nach den _.-ferien und je nach Leistungsart würden
in dieser Zeit mehr oder weniger Stunden anfallen (act. G3.1/11).
A.i.
Mit Entscheid vom 19. April 2021 hiess die Kasse die Einsprache unter Aufhebung
der Verfügung vom 23. November 2020 teilweise gut. Die Kurzarbeitsentschädigung für
die Abrechnungsperiode Juni 2020 werde ausgerichtet. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, dass die Formulare zur Geltendmachung des Anspruchs auf Kurz
arbeitsentschädigung für die Abrechnungsperioden März bis Mai 2020 am 29. Juni
2020 und für die Abrechnungsperiode Juni 2020 am 8. Juli 2020 eingereicht worden
und unvollständig gewesen seien. Mit Schreiben vom 28. Juli 2020 seien die Anträge
für die Abrechnungsperioden März, April und Mai 2020 zur Vervollständigung
retourniert worden. Aufgrund der Sollstunden und Lohnsumme sei davon auszugehen
gewesen, dass die Arbeitnehmenden auf Abruf arbeiten würden. Da für solche
Arbeitnehmende der Durchschnittslohn der letzten sechs oder zwölf Monate
massgebend sei, sei die Berechnung des Durchschnittslohns angefordert worden. Die
Anträge für die Abrechnungsperioden April bis Juni 2020 seien am 17. November 2020
erneut eingegangen. Dies sei nach Ablauf der Verwirkungsfrist aller betreffenden
Abrechnungsperioden erfolgt und mithin verspätet. Innert der angesetzten Frist habe
der Verein nicht beweisen können, dass er die Anträge für die Abrechnungsperioden
April und Mai 2020 nach Rücksendung durch die Kasse am 28. Juli 2021 und vor
Ablauf der jeweiligen Verwirkungsfrist neu eingereicht habe. Für die
Abrechnungsperiode Juni 2020 seien der Antrag und die Abrechnungsperiode sowie
die erforderlichen Unterlagen innert der gesetzten Nachfrist eingereicht worden. Somit
habe der Mangel behoben und der Anspruch geprüft sowie abgerechnet werden
können (act. G3.1/9).
A.j.
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B.

Erwägungen
1.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt der Verein (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) am 20. Mai 2021 (Datum Postaufgabe) Beschwerde. Er beantragt
die Zusprache von Kurzarbeitsentschädigung für die Monate April und Mai 2020. Zur
Begründung macht er im Wesentlichen geltend, dass die zurückerhaltenen Unterlagen
unvollständig gewesen seien. Er habe sämtliche Unterlagen mit Angabe der
Bankverbindung nochmals eingereicht. Es sei zudem nicht korrekt, dass er für
Mitarbeiter auf Abruf Kurzarbeitsentschädigung beantragt habe, weshalb er sich nicht
veranlasst gesehen habe, die Durchschnittslöhne zu berechnen und diesbezüglich
Unterlagen einzureichen. Die Unterlagen seien von Anfang an korrekt eingereicht
worden. Mit Bezahlung der Entschädigung für den Monat Juni 2020 habe die
Beschwerdegegnerin zugestanden, dass die Unterlagen korrekt und fristgerecht
eingereicht worden seien (act. G1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2021 beantragt die Beschwerdegegnerin
unter Verweis auf den Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G3).
B.b.
Wer eine Versicherungsleistung beansprucht, hat sich beim zuständigen
Versicherungsträger in der für die jeweilige Sozialversicherung gültigen Form
anzumelden (Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Wird eine Anmeldung nicht formgerecht
eingereicht, so ist der anmeldenden Person eine Nachfrist zur Verbesserung
anzusetzen und ihr sind die Folgen der Nichtverbesserung anzudrohen. Erfolgt die
Nachbesserung fristgerecht, so ist für den Antrag der Zeitpunkt massgebend, in dem
die ursprüngliche nicht formgerechte Eingabe erfolgte (vgl. Art. 29 Abs. 3 ATSG und
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, Art. 29 N 41).
1.1.
Der Arbeitgeber macht den Anspruch seiner Arbeitnehmenden auf Kurzarbeits
entschädigung innert dreier Monate nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode gesamthaft
für den Betrieb bei der von ihm bezeichneten Kasse geltend (Art. 38 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Er reicht der Kasse namentlich die für die
1.2.
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weitere Beurteilung der Anspruchsberechtigung und die Berechnung der
Entschädigung erforderlichen Unterlagen ein (Art. 38 Abs. 3 lit. a AVIG). Die Kasse kann
wenn nötig weitere Unterlagen verlangen (vgl. Art. 38 Abs. 3 AVIG).
Bei der Dreimonatsfrist nach Art. 38 Abs. 1 AVIG handelt es sich nicht um eine
blosse Ordnungsvorschrift, sondern um eine Verwirkungsfrist. Sie beginnt nach Ablauf
der jeweiligen Abrechnungsperiode (Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., 2019, S. 292 f.). Die Frist zur Geltendmachung ist
nur gewahrt, wenn die Kurzarbeitsentschädigung in der durch Art. 38 Abs. 3 AVIG
vorgeschriebenen Form innert drei Monaten nach Ende der Abrechnungsperiode
beansprucht wird, was beinhaltet, dass der Arbeitgeber der Kasse die Unterlagen
gemäss Art. 38 Abs. 3 lit. a AVIG innert dieser Frist einreicht. Andernfalls erlöscht der
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Die Beweislast für die Fristwahrung trägt der
Arbeitgeber (vgl. Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in SBVR, Bd. XIV,
3. Aufl., 2016, Rz 523; Gerhard Gerhards, AVIG-Kommentar, Bd. I, Art. 38-39 Rz 26 f.).
1.3.
Macht ein Arbeitgeber den Entschädigungsanspruch innert dreier Monate geltend,
ohne alle notwendigen Unterlagen einzureichen, setzt die Arbeitslosenkasse ihm eine
angemessene Frist zur Vervollständigung mit dem Hinweis, dass der Anspruch erlischt,
wenn die Vervollständigung nicht bis zum Ablauf der dreimonatigen Verwirkungsfrist
erfolgt. Erfolgt die Geltendmachung kurz vor Ablauf der dreimonatigen
Verwirkungsfrist, setzt die Arbeitslosenkasse für eine allfällige Vervollständigung der
Unterlagen eine angemessene Frist an, die über die Verwirkungsfrist hinausgehen kann
(Kreisschreiben des Staatssekretariats für Wirtschaft, AVIG-Praxis KAE, I7). In analoger
Anwendung der Bestimmungen zur Arbeitslosenentschädigung in Art. 20 Abs. 3 AVIG
i.V.m. Art. 29 Abs. 3 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) sowie der Bestimmungen im
Rechtsmittelverfahren (vgl. Art. 61 lit. b ATSG) hat die Arbeitslosenkasse den
Arbeitgeber auch in diesem Falle mit der Ansetzung der Frist für die Vervollständigung
des Antrages auf Kurzarbeitsentschädigung gleichzeitig auf die Folgen der
Unterlassung aufmerksam zu machen.
1.4.
Die Länge der Nachfrist ist nach der zu erfüllenden Voraussetzung zu bestimmen,
das heisst danach, wie viel Zeit allgemein benötigt wird, um die entsprechende
Handlung vorzunehmen. Dabei ist das Gebot der Verfahrensbeschleunigung und der
Rechtsgleichheit zu beachten. Gemäss Kieser wird bei Rechtsmitteln in der Regel eine
Frist von zehn Tagen angesetzt (vgl. Ueli Kieser, a.a.O., Art. 40 N 16 und Art. 61 N 99).
1.5.
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2.
Vorliegend hatte der Beschwerdeführer den Anspruch auf
Kurzarbeitsentschädigung für den Monat April bis spätestens 31. Juli 2020 und für den
Monat Mai bis spätestens 31. August 2020 geltend zu machen (Art. 38 Abs. 1 AVIG).
Nach der Aktenlage gingen die Formulare "Antrag und Abrechnung von
Kurzarbeitsentschädigung" für die Abrechnungsperioden April und Mai erstmals am
29. Juni 2020 bei der zuständigen Arbeitslosenkasse ein (act. G3.1/26). Als Beilagen
wurde eine Zusammenstellung für jeden Monat mit dem Titel "KAE Stundenübersicht"
eingereicht, in welcher gesamthaft für alle Arbeitnehmenden für die verschiedenen
Bereiche die Sollstunden und die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden sowie
unterschiedliche Stundenansätze aufgeführt waren (act. G3.1/31). Umstritten und zu
prüfen ist, ob der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für die
Abrechnungsperioden April (d.h. für den Zeitraum vom 14. bis 30. April 2020) und Mai
2020 frist- und formgerecht geltend gemacht wurde. Für den Zeitraum vor dem 14.
April 2020 liegt keine Bewilligung der KAST für Kurzarbeit vor, deren Verfügung vom
28. April 2020 betreffend Voranmeldung von Kurzarbeit in Rechtskraft erwachsen ist
(vgl. dazu die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 12. Februar 2021, E. 3 f.; act. G3.1/23).
2.1.
Sofern der Beschwerdeführer aus der Auszahlung der Abrechnungsperiode Juni
2020 die Rechtzeitigkeit und Vollständigkeit der erstmaligen Einreichung der
Unterlagen für die Abrechnungsperiode April und Mai 2020 ableiten möchte, kann ihm
nicht gefolgt werden. Der vollständige und korrekte Antrag für die Abrechnungsperiode
Juni 2020 erfolgte innerhalb der von der Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 19.
März 2021 (act. G3.1/13) angesetzten Nachfrist und nicht bereits mit der erstmaligen
Einreichung des Antrages am 8. Juli 2020. Der Beschwerdeführer reichte in dieser
Nachfrist sodann erstmals die Lohnjournale und Arbeitsverträge ein, welche die
Überprüfung der Lohnsumme sowie der Soll- und Ausfallstunden durch die
Beschwerdegegnerin ermöglichte (vgl. act. G3.1/11).
2.2.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G1) genügte es nicht,
lediglich das Formular "Antrag und Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung" und
eine Zusammenstellung zu den Sollstunden, der wirtschaftlich bedingten
Ausfallstunden und zur Lohnsumme aller von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden
einzureichen, um diese Frist zu wahren. Der Beschwerdeführer musste vielmehr bis
Ende Juli und Ende August 2020 sämtliche zur Prüfung dieser Anträge notwendigen
Unterlagen einreichen (Art. 38 Abs. 3 AVIG). Bereits aus dem Formular "Antrag und
Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung" geht hervor, dass betriebliche Unterlagen
2.3.
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zu den Soll- und wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden sowie zur Lohnsumme, wie
beispielsweise durch Stundenlisten und Lohnjournale zu belegen sind. Die
Beschwerdegegnerin hatte daher den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. Juli
2020 unter anderem aufgefordert, den Durchschnittslohn anhand der letzten sechs
oder zwölf Monate zu berechnen (act. G3.1/32). Dem Beschwerdeführer hätte deshalb
spätestens zu diesem Zeitpunkt klar sein müssen, dass die Einreichung des
Antragsformulars und die eingereichte Zusammenstellung zu den Soll- sowie der
wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden und zur Lohnsumme nicht genügten.
Da der Beschwerdeführer seinen Anträgen bei der erstmaligen Einreichung am 29.
Juni 2020 nicht alle erforderlichen Unterlagen beilegte und die Bankverbindung nicht
angab, waren seine Eingaben unvollständig. Die Beschwerdegegnerin sandte ihm die
Unterlagen deshalb am 28. Juli 2020 per A-Post zur Vervollständigung zurück. Sie
machte ihn darauf aufmerksam, dass der Anspruch für den Monat Mai verwirke, wenn
er nicht spätestens bis Ende August geltend gemacht werde. Für den Monat Mai hätte
der Beschwerdeführer somit noch einen Monat Zeit gehabt, um den Antrag und die
Abrechnung zu vervollständigen. In der Beschwerdeschrift macht der
Beschwerdeführer erstmals geltend, dass er die mit Schreiben vom 28. Juli 2020
zurückgesandten Unterlagen erst am 12. August 2020 erhalten habe. Selbst wenn von
diesem Datum auszugehen wäre, hätte der Beschwerdeführer für die Vervollständigung
des Mai-Antrages noch 19 Tage Zeit gehabt, bevor der Anspruch verwirkte. Diese Frist
scheint unter den konkreten Umständen angemessen (siehe E. 1.5 vorstehend).
Betreffend die fehlende IBAN (vgl. act. G1, Seite 2) ist festzuhalten, dass es sich bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) nicht um die gleiche
Verwaltungsstelle wie die Beschwerdegegnerin handelt und letzterer somit die
Bankverbindung nicht bekannt war. Falls der Beschwerdeführer sich nicht zur
Berechnung der Durchschnittslöhne veranlasst gesehen haben sollte, da er keine
Arbeitnehmenden auf Abruf beschäftige, wäre es an ihm gelegen, bei der
Beschwerdegegnerin rechtzeitig nachzufragen. Nach der Aktenlage unterliess der
Beschwerdeführer dies und reichte dieselben Unterlagen einzig mit der Ergänzung der
Bankverbindung am 16. November 2020 nochmals ein (act. G3.1/26 und 28). Dem
Beschwerdeführer gelang es nicht, die erneute Einreichung der formgerechten
Unterlagen zwischen dem 28. Juli und 16. November 2020 zu belegen. Weil der
Beschwerdeführer die verlangten Unterlagen nicht bis Ende August 2020 einreichte, ist
der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für die Abrechnungsperiode Mai 2020
somit verwirkt.
2.4.
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3.