Decision ID: bdfb00ec-5125-50dc-b1e4-a12c17103a04
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ L. ist am 23. November 1975 in Kamenica, Serbien und Montenegro bzw. Kosovo,
geboren und Staatsangehörige von Serbien. Am 11. August 1996 reiste sie in die
Schweiz ein. Nachdem sie den Landsmann I. geheiratet hatte, wurde ihr im Rahmen
des Familiennachzugs die Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 1. November 1997 kam ihr
gemeinsamer Sohn A. zur Welt.
Am 2. Februar 2005 gebar L. die Tochter S. Am 15. Mai 2005 gab sie das Baby in den
Kosovo in die Obhut ihrer Mutter. Am 14. November 2005 liessen sich L. und I.
scheiden. Die Kinder wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. Am
15. September 2006 heiratete L. den Vater der gemeinsamen Tochter S. Im Dezember
2007 zog sie das Gesuch um Erteilung einer Einreisebewilligung für ihren Ehemann
zurück, weil sie sich von ihm bedroht fühlte. Am 17. April 2008 wurde die Ehe wieder
geschieden. Am 1. Dezember 2008 genehmigte die Vormundschaftsbehörde der
Politischen Gemeinde T. die Übertragung des alleinigen Sorgerechts für den Sohn A.
an den Vater I. Der Sohn lebt seither beim Vater in H., während die Mutter einen
monatlichen Beitrag an den Kinderunterhalt von Fr. 200.-- bzw. Fr. 250.-- bezahlt.
Im August 2001 verwarnte das Amt für Ausländerfragen bzw. das Migrationsamt des
Kantons Appenzell Ausserrhoden L. wegen Steuerschulden von Fr. 13'000.--. Am
10. August 2007 erteilte es ihr die Niederlassungsbewilligung.
B./ Am 21. Dezember 2009 stellte L. ein Gesuch um Familiennachzug für ihre Tochter
S. Das Ausländeramt des Kantons St. Gallen (heute Migrationsamt) wies das Gesuch
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am 16. Juli 2010 mit Blick auf die unzureichenden finanziellen Mittel der
Gesuchstellerin ab.
C./ Gegen die ablehnende Verfügung erhob L. durch ihren Rechtsvertreter am
2. August 2010 beim Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen mit
dem Antrag Rekurs, die angefochtene Verfügung sei kostenpflichtig aufzuheben und
das Familiennachzugsgesuch gutzuheissen. Das Departement wies den Rekurs am
22. November 2010 mit der Begründung ab, im Fall des Familiennachzugs der Tochter
bestehe eine erhebliche Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit, weshalb das öffentliche
Interesse an der Abweisung des Gesuchs gegenüber dem privaten Interesse der
Rekurrentin am Nachzug ihrer Tochter überwiege.
D./ Dagegen liess die Rekurrentin am 8. Dezember 2010 beim Verwaltungsgericht mit
den Anträgen Beschwerde erheben, der angefochtene Rekursentscheid sei
kostenpflichtig aufzuheben und das Familiennachzugsgesuch für S. gutzuheissen. Sie
macht geltend, sie lebe mit ihrem derzeitigen Lebenspartner zusammen, der bereit sei,
für einen allfälligen Fehlbetrag aufzukommen. Sodann sei es willkürlich anzunehmen,
dass sie nicht in der Lage sei, ihr Einkommen künftig noch zu steigern.
E./ Die Rekursinstanz beantragte am 10. Januar 2011 die kostenpflichtige Abweisung
der Beschwerde und verzichtete ansonsten auf eine Stellungnahme.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 8. Dezember 2010
erfüllt zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin verweist ergänzend auf die Vorakten und insbesondere auf
ihre Vorbringen vor Rekursinstanz.
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2.1. Das Verwaltungsgericht lehnt es in ständiger Rechtsprechung ab, dass pauschal
auf vorinstanzliche Eingaben verwiesen wird. Ein solcher Verweis ist ungenügend, da
aus ihm nicht hervorgeht, in welchen Punkten und weshalb der Entscheid der
Vorinstanz angefochten wird. Ein solcher Verweis ist auch deshalb unzulässig, weil die
Kognition des Verwaltungsgerichts gegenüber jener der Rekursinstanz auf die
Rechtskontrolle beschränkt ist (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP; VerwGE B 2010/185 vom
16. Dezember 2010 E. 2.4., in: www.gerichte.sg.ch). Es ist sodann nicht Aufgabe der
Rechtsmittelinstanz, in Eingaben an Vorinstanzen nach Gründen zu suchen, weshalb
der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte. Eben dies hat der Beschwerdeführer
durch die (erneute) Begründung zumindest in groben Zügen zu bezeichnen. Für
einzelne Punkte kann es jedoch genügen, auf bestimmte, genau bezeichnete
Ausführungen in den früheren Eingaben zu verweisen (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit
Hinweisen).
2.2. Aus dem Gesagten folgt, dass auf die Beschwerde nicht weiter einzutreten ist,
soweit lediglich auf andere Eingaben und Entscheide verwiesen wird.
3. Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonven-tion (SR 0.101, abgekürzt
EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) gewährleisten
den Schutz des Privat- und Familienlebens und haben dieselbe Tragweite (M. Spescha,
in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 2. Aufl., Zürich 2009, N 12 zu Nr. 18
[Kommentar BV/EMRK/UNO-KRK]) mit Hinweisen).
3.1. Auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK kann sich im Zusammenhang mit einer
ausländerrechtlichen Bewilligung berufen, wer nahe Verwandte (Ehegatte,
minderjährige Kinder) mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht (Schweizer
Bürgerrecht, Niederlassungsbewilligung, Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung) hat oder wer selbst ein solches Anwesenheitsrecht in der
Schweiz hat, sofern die familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist (BGE
131 II 350 E. 5, BGE 130 II 285 E. 3.1, BGE 2C_8/2008 vom 14. Mai 2008 E. 1.4). Die
Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid somit zu Recht davon aus, die in der
Schweiz niedergelassene Beschwerdeführerin habe ein gefestigtes Anwesenheitsrecht,
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weshalb sie sich bezüglich des Familiennachzugs ihrer minderjährigen Tochter auf
Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen könne.
3.2. Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewähr-leisten indes weder ein Recht auf
Einreise und Aufenthalt noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten
erscheinenden Ortes (B. Ehrenzeller, in: St. Galler Kommentar zur Schweizerischen
Bundesverfassung, Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 23 und 25 zu Art. 13 BV; BGE 130 II
285 E. 3.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 126 II 335 E. 3a). Art. 8 Ziff. 1 EMRK verschafft
namentlich dann kein vorbehaltloses Recht auf Nachzug von Kindern, wenn ein
Ausländer selbst die Entscheidung getroffen hat, von seiner Familie getrennt in einem
anderen Land zu leben (BGE 124 II 366 E. 3a mit Hinweis auf BGE 122 II 385 E. 4b,
BGE 119 Ib 81 E. 4a und BGE 118 Ib 153 E. 2b). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein
Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich
vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale
oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.
4. Der Aufenthalt und der Familiennachzug von Ausländern ist im Bundesgesetz über
die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) geregelt. Demnach
haben ausländische Ehegatten und Kinder unter achtzehn Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 AuG).
Der Anspruch auf Familiennachzug erlischt, wenn er rechtsmissbräuchlich geltend
gemacht wird oder Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 2 AuG).
Die Widerrufsgründe müssen bei derjenigen Person gegeben sein, die einen Anspruch
auf Bewilligung geltend macht, d.h. vorliegend beim nachzuziehenden Kind (BGE
2C_847/2009 vom 21. Juli 2010 E. 3.2).
4.1. Zur Diskussion steht vorliegend der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. e AuG, wonach
der Anspruch auf Familiennachzug erlischt, wenn eine Person, für die der Ausländer zu
sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Für den Unterhalt des Kindes, inbegriffen die
Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen, haben in erster
Linie die Eltern aufzukommen, soweit das Kind seinen Unterhalt nicht aus seinem
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Arbeitserwerb oder aus anderen Mitteln bestreiten kann (Art. 276 Abs. 1 und 3 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, abgekürzt ZGB). Die 6-jährige S. ist
mittellos. Ihr Vater ist unbekannten Aufenthalts und bezahlt nichts an den Unterhalt
seiner Tochter. Mithin ist abzuklären, ob die Mutter und Beschwerdeführerin die
Lebenshaltungskosten für ihre Tochter aufbringen kann, wenn diese fortan bei ihr in der
Schweiz leben soll.
4.2. Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz bis anhin
keine Sozialhilfeleistungen bezogen, sondern verschiedene Hilfstätigkeiten ausgeübt
hat. Vom Februar bis November 2009 bezog sie von der Caisse Cantonale de
Chômage du Canton de Vaud Arbeitslosentaggelder. Seit 1. November 2009 arbeitet
sie bei einer Reinigungsfirma in St. Gallen im Stundenlohn. Auf Grund der eingereichten
Lohnabrechnungen errechnete das Migrationsamt St. Gallen ein durchschnittliches
Monatseinkommen von Fr. 1'842.90. Die Vorinstanz erhöhte diesen Betrag um den
monatlich ausbezahlten Zuschlag der Ferienentschädigung und den Anteil des
13. Monatslohns und rechnete die Kinderzulage für S. dazu, was zu einem monatlichen
Einkommen von Fr. 2'222.30 führte.
Im vorliegenden Verfahren hat die Beschwerdeführerin nachgewiesen, dass sie ihr
Einkommen in den letzten Monaten steigern konnte und inklusiv Kinderzulagen einen
durchschnittlichen Lohn von Fr. 2'683.80 pro Monat verdiente. Dazu ist aber zu sagen,
dass darin zum einen die Autospesen (km-Entschädigung und Rückvergütung der
Parkingkosten) und Verpflegungspauschalen enthalten sind, die vom Nettolohn
abzuziehen sind. Zum anderen schwankten die Stundeneinsätze vom Januar bis
November 2010 zwischen 38 Stunden und 232,75 Stunden pro Monat, was eine
monatliche Entlöhnung zwischen Fr. 908.05 bis Fr. 5'106.45 zur Folge hatte.
Spitzeneinsätze von über 50 Stunden pro Woche wird die Beschwerdeführerin aber
nicht mehr leisten können, wenn sich die 6-jährige Tochter in der Schweiz in ihrer
Obhut befindet wird, zumal ihr Lebenspartner ebenfalls berufstätig ist und neben seiner
fixen Anstellung ebenfalls bei der Reinigungsfirma aushilft, wo die Beschwerdeführerin
arbeitet. Die Beschwerdeführerin wird sich stattdessen für das Mädchen, das ihrem
bekannten Freundes-, Sprach- und Kulturkreis entrissen wird und die hiesige Sprache
nicht spricht, vermehrt Zeit nehmen müssen, so dass es nicht realistisch ist, dass sie
ihr Erwerbseinkommen noch zusätzlich erheblich wird steigern können, wie sie geltend
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macht. Abgesehen davon hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass die
Beschwerdeführerin nicht während mindestens 30 Wochenstunden zum Einsatz
kommt, wie ihr die Arbeitgeberin am 25. Januar 2010 schriftlich zugesichert hatte.
Demzufolge rechtfertigt es sich, von einem maximalen Monatslohn von Fr. 2'400.--
auszugehen.
4.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Lebenspartner, mit dem sie seit
Oktober 2009 zusammenlebe, habe sich ihr gegenüber verpflichtet, die gesamten
Mietkosten zu tragen und ihr Fr. 600.-- zur freien Verfügung zu stellen, sofern ihr
Einkommen Fr. 3'000.-- nicht übersteige. Damit sei der Lebensunterhalt ihrer Tochter
gesichert.
Im Rahmen des Familiennachzugs können bei der Berechnung der erforderlichen
finanziellen Mittel Zusagen von Drittpersonen nur dann berücksichtigt werden, wenn sie
im Rahmen der Verwandtenunterstützungspflicht nach Art. 328 ZGB effektiv zur
Unterstützung herangezogen werden können und wenn die Drittpersonen selber in
günstigen finanziellen Verhältnissen leben (VerwGE 2010/290 vom 12. April 2011
E. 4.4., mit Hinweisen u.a. auf BGE 119 Ib 7 und 119 Ib 88, in: www.gerichte.sg.ch). Die
Beschwerdeführerin ist mit ihrem derzeitigen Lebenspartner nicht verheiratet. Damit ist
dieser nicht nach Art. 278 Abs. 2 ZGB verpflichtet, der Beschwerdeführerin in der
Erfüllung ihrer Unterhaltspflicht gegenüber der nicht gemeinsamen Tochter in
angemessener Weise beizustehen. Daran ändert auch der anders lautende
Konkubinatsvertrag nichts. Davon abgesehen, dass die privatrechtliche Vereinbarung
jederzeit wieder aufgelöst werden kann, sind Stiefeltern ihren Stiefkindern gegenüber
grundsätzlich nicht unterstützungspflichtig, weil Stiefkindern kein
Unterstützungsanspruch gegen den Stiefelternteil zusteht (vgl. Th. Koller, in: Basler
Kommentar, 3. Aufl., Basel 2006, N 6 zu Art. 328/329 ZGB). Dem Gemeinwesen wäre
es folglich unmöglich, die finanzielle Unterstützung der nachzuziehenden Tochter durch
den derzeitigen Lebenspartner der Beschwerdeführerin durchzusetzen. Die Vorinstanz
hat damit den vom Lebenspartner der Beschwerdeführerin indirekt in Aussicht
gestellten finanziellen Beitrag an den Unterhalt von S. Ajdini zu Recht unberücksichtigt
gelassen.
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4.4. Der Lebensbedarf der Beschwerdeführerin und der nachzuziehenden Tochter ist
nach den VOF-SKOS-Richtlinien berechnet worden, was zulässig ist (www.vof.ch,
VerwGE B 2007/79 vom 19. September 2007 E. 2.3.1. f.). Der unbestritten gebliebene
Bedarf der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter beträgt demnach Fr. 3'368.40 pro
Monat. Bei einem Monatseinkommen von Fr. 2'400.-- ergibt sich daraus ein Fehlbetrag
von fast 970.-- pro Monat. Dabei muss berücksichtigt werden, dass für die
Familienwohnung lediglich Fr. 450.-- pro Monat eingesetzt wurde. Ihr Untervermieter
seinerseits hat die 2 1/2-Zimmerwohnung für Fr. 400.-- pro Monat für eine Person
gemietet. Zwar hat sich der Vermieter zwischenzeitlich damit einverstanden erklärt,
dass die Wohnung künftig von drei Personen bewohnt werde. Die Beschwerdeführerin
selber hat aber dem Migrationsamt gegenüber ausgeführt, dass sie eine grössere
Wohnung suche. Eine Familienwohnung, die für drei Personen gross genug ist, lässt
sich im Raum St. Gallen aber nicht für Fr. 450.-- pro Monat finden. Damit wird sich der
errechnete Fehlbetrag auf über Fr. 1'000.-- erhöhen.
4.5. Weiter muss berücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin nach Art. 276
Abs. 2 ZGB verpflichtet ist, den Unterhalt ihres Sohnes, der bei seinem Vater im
Nachbarkanton lebt, durch Geldzahlung zu leisten. Während das betreibungsrechtliche
Existenzminimum des mittlerweile 14-Jährigen ohne Wohnnebenkosten und Anteile für
Versicherungen Fr. 575.-- beträgt (www.gerichte.sg.ch -> dienstleistungen -> nützliche
informationen), ist die Beschwerdeführerin lediglich zu einer monatlichen Zahlung von
Fr. 250.-- in der Lage. Dieser Kinderunterhaltsbeitrag basiert auf ihrem ehemaligen
Arbeitslosentaggeld von Fr. 125.--, was bei 20 bis 22 Kontrolltagen ein
durchschnittliches Nettoeinkommen von gut Fr. 2'500.-- ergibt. Gemäss der
genehmigten Unterhaltsvereinbarung wird der damit ungenügende Unterhaltsbeitrag
neu festgelegt werden müssen, sobald die Beschwerdeführerin ein höheres
Einkommen erzielen wird. Sollte die Beschwerdeführerin somit ihr Einkommen wider
Erwarten substanziell steigern können, hätte sie folglich zuerst die wirtschaftliche
Existenz ihres bereits in der Schweiz lebenden Kindes sicher zu stellen, bevor sie ein
weiteres Kind in die Schweiz nachziehen könnte, das sie vor sechs Jahren freiwillig in
die Obhut von Verwandten in ihrer Heimat gegeben hat.
4.6. Aus dem Gesagten folgt, dass weder die nachzuziehende Tochter selbst noch ihre
Eltern bzw. die Beschwerdeführerin in der Lage sind, für ihren Lebensunterhalt in der
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Schweiz aufzukommen, weshalb ein Widerrufsgrund im Sinn von Art. 51 Abs. 2 lit. b
AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. e AuG gegeben ist.
5. Schliesslich ist zu prüfen, ob sich die Verweigerung des Familiennachzugs unter dem
Gesichtspunkt der Interessenabwägung im Einzelfall als verhältnismässig erweist. Bei
der entsprechenden Ermessensausübung sind insbesondere die öffentlichen
Interessen und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG).
5.1. Die Beschwerdeführerin hat ihre Tochter - wie bereits gesagt - kurz nach der
Geburt freiwillig in die Obhut ihrer Mutter im Kosovo gegeben. Als Grund dafür hat sie
am 16. Dezember 2009 den Behörden gegenüber Probleme mit der Hüfte angegeben.
Anfänglich überlegte sie sich zwar noch, ihre Tochter in der Schweiz fremdbetreuen zu
lassen, weshalb die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde Trogen dafür anfangs des
Jahres 2006 den angegebenen Pflegeplatz überprüft hat. Die Kindsmutter beschloss
jedoch in der Folge, die Tochter für die nächsten Jahre bei ihren Eltern zu belassen.
Aus diesem Grund verfügt das mittlerweile 6-jährige Kind über keinen persönlichen
Bezug zur Schweiz, sondern ist im Kosovo verwurzelt. Unter diesen Umständen ist die
Beziehung zu ihren Grosseltern naturgemäss enger als zu ihrer leiblichen Mutter in der
Schweiz. Gründe, weshalb das Kind nicht weiterhin bei den Eltern der
Beschwerdeführerin verbleiben und dort zur Schule gehen könnte, sind nicht
ersichtlich. Die mittlerweile 60-jährige Grossmutter wurde zwar im August 2010 wegen
eines Knochenbruchs, eines Hexenschusses, einer Oberarmarthritis und einer
Magenentzündung ärztlich behandelt. Dies hindert sie und ihren Mann aber nicht, die
Enkelin, die sie seit dem Säuglingsalter grossgezogen haben, weiterhin zu betreuen.
Kosovo gilt zudem seit 1. Januar 2009 offiziell als verfolgungssicherer Staat
(www.admin.ch/aktuell).
5.2. Weiter ist zu berücksichtigen, dass im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen der schweizerischen und ausländischen Wohnbevölkerung eine restriktive
Einwanderungspolitik gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums als
zulässiges öffentliches Interesse im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK in Betracht fällt
(Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 16.68
mit Hinweisen). Dementsprechend besteht ein öffentliches Interesse daran, den
Nachzug von Kindern, die - wie vorliegend - mit erheblichen
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Integrationsschwierigkeiten kultureller, sprachlicher und wirtschaftlicher Natur zu
kämpfen hätten, restriktiv zu handhaben.
Zwar lebt auch der ältere Halbbruder von S. in der Schweiz. Die Beschwerdeführerin
musste die elterliche Sorge für ihn aber an den Kindsvater abtreten, so dass die
Geschwister ohnehin nicht zusammen aufwachsen würden. Ob zwischen ihnen
überhaupt eine persönliche Verbindung besteht, geht aus den Akten nicht hervor, wird
aber auch nicht geltend gemacht. Das Kindswohl von S. bleibt demnach gewahrt,
wenn die Beschwerdeführerin bzw. ihr Bruder den Kontakt mit ihr im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her, über Telefonate, E-Mails oder Ferienbesuche im
Kosovo (weiter) pflegen werden. Auf Grund ihrer seit langem anhaltenden prekären
finanziellen Verhältnisse durfte die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht damit rechnen,
der Familiennachzug ihrer Tochter sei ohne weiteres möglich. Dies gilt umso weniger,
als sie gemäss ihren Angaben vom 16. Dezember 2009 vom Migrationsamt bereits vor
drei Jahren eine abschlägige Antwort erhalten hatte.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, die
Voraussetzungen für den Familiennachzug der Tochter S. seien nicht erfüllt. Das
öffentliche Interesse aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel überwiegt gegenüber
dem privaten Interesse der Beschwerdeführerin, ihrer Tochter hier zu besseren
Lebensbedingungen zu verhelfen. Es ist ihr zumutbar, persönliche Kontakte in der
bisherigen Art aufrecht zu halten. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
7. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7, Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss
in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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