Decision ID: 3eefa39d-bc92-41f2-a665-b70b0fe81cca
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X._
arbeitete als angelernter Gärtner
ab
1.
März 1973 für die
Y._
(
Urk.
6/13 S. 1; 6/33 S. 3).
Am 2
7.
Januar 2011 (
Urk.
6/2) meldete sich der Versicherte
wegen
Rückenprob
lemen
und einer seit November 2010 bestehenden Arbeitsunfähigkeit
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an
.
Daraufhin klärte die IV-Stelle die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse des Versicherten ab, indem sie einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/11), einen Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
6/13), diverse Arztberichte (
Urk.
6/14,
6/18,
6/19, 6/21, 6/27, 6/32, 6/36, 6/39, 6/42) sowie die
A
kten
der Krankentaggeldversicher
ers
(
Urk.
6/18) ein
holte.
Im Juli 2011 wurde am
Z._
eine
Arbeitsbezo
gene
Rehabilitation begonnen, die der Versicherte nach zwei Wochen abbrach (Urk. 6/27 S. 4). Die Arbeitgeberin kündigte dem Versicherten auf den 31. Oktober 2011 hin die Anstellung (Urk. 6/30/1). D
ie
IV-Stelle prüfte in der Folge den Anspruch auf eine Invalidenrente.
Mit Vorbescheid vom 1
5.
September 2011 (
Urk.
6/35) stellte
s
ie die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Aufgrund des seitens des Beschwerdeführers dagegen erhobenen Einwands vom 1
2.
Oktober 2011 (
Urk.
6/40)
holte
die IV
Stelle einen Bericht der
A._
vom
8.
Dezember 2011 (
Urk.
6/42) ein. Danach verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2012 (
Urk.
2) den Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Gegen die
se
Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
Februar 2012 (
Urk.
1)
Beschwerde und beantragte die Zusprechung von mindestens einer halben Invalidenrente, eventualiter sei die Sache zur ergänzenden medizi
nischen Abklärung und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen (
Urk.
1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 2
2.
März 2012 (
Urk.
5) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Replicando
liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
10), woraufhin die
Be
schwerdegegnerin
auf eine Duplik verzichtete (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im
Einspracheentscheid
zusammengefasst auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei in somatischer Hinsicht ausrei
chend abgeklärt worden. In psychischer Hinsicht sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden auszumachen. Er sei ab 12. November 2010 in der ange
stammten Tätigkeit zu 100 % eingeschränkt, ab 15. Juni 2011 sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Gärtner wieder vorhanden gewesen. Nach Ablauf des
War
tejahres
sei mindestens von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, die auf 100 %
steigerbar
sei. Unter diesen Voraussetzun
gen ermittelte die IV-Stelle bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 63‘310.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 44‘347.
einen Invaliditätsgrad von 30 %.
Dagegen wird seitens des Beschwerdeführers zusammengefasst vorgebracht, in somatischer Hinsicht erweise sich die angefochtene Verfügung als nachvoll
ziehbar. Gestützt auf das durchgeführte
Arbeitsassessment
und unter Berück
sichtigung der rein körperlichen Beschwerden sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in angepasster Tätigkeit auszugehen (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
5). Unzutreffend sei indessen die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Beurteilung in psychiatrischer Hinsicht. Denn gestützt auf den Bericht der
A._
könne keineswegs davon ausgegangen werden, dass aus psychiatrischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit vorliege. Im entsprechenden Bericht würden mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Störung, beste
hend seit 2008, und der Verdacht auf
eine
anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
, bestehend seit 2010, diagnostiziert (
Urk.
1 S. 4-5
Ziff.
6). Gestützt auf die Angaben dieses Berichts müsse von einer auf 50
%
reduzierte
n
Arbeitsfä
higkeit in
einer
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit ausgegangen werden (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
7), daraus resultiere mindestens ein Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
8).
3.
3.1
Aufgrund zunehmender Rückenbeschwerden war der Beschwerdeführer
ab
Mitte 2010 vorübergehend arbeitsunfähig
.
Der damalige Hausarzt
B._
, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 23. November 2010, er habe den Versi
cherten vom 12. November bis 19. November 2010 für 100 % arbeitsunfähig geschrieben und vom 20. November bis 31. Dezember 2010 für 50 %. In einem weiteren Bericht vom 31. Januar 2011 hielt er fest, das Beschwerdebild sei chronisch. Der Versicherte sei bei den Alltagsverrichtungen und einfachen Tä
tigkeiten kompensiert, beim Tragen von schweren Lasten im Gartenbau sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Für eine leichte Arbeit ohne Heben von Lasten über 15 kg sei der Versicherte ab 18. Januar 2011 arbeitsfähig (Urk. 6/18/7).
B._
, wies
den Beschwerdeführer
der
C._
zu, wo die unter
suchenden Ärzte ein chronisches rezidivierendes
lumbovertebral
- bis
lumbospon
dylogenes
Syndrom, eine
Spondylarthrose
,
Osteochondrose
am Lendenwirbel 3/4, eine
Diskusprotrusion
L3/4 sowie L4/5 mit möglichem rechtsbetontem Heranreichen an die Nervenwurzeln L5 diagnostizierten (vgl. Bericht vom 2
4.
Februar 2011;
Urk.
6/14 S. 5 ff.). Der Beschwerdeführer klage insbesondere über
Beschwerde
exazerbationen
lumbal im Stehen sowie nach Einnahme einer
Inklinations
haltung
im Sitzen.
Die Ärzte erläuterten,
die körperlichen Einschränkungen
äusserten sich dahingehend
, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, schwerere Lasten zu heben oder längere Arbeitstätigkeiten in
Inklinationshal
tung
durchzuführen. In spätestens 8 Wochen könnte die Wiederaufnahme der bisherigen beruflichen Tätigkeit - empfehlenswert zu Beginn zu 50
%
- erfol
gen, wobei die Arbeitsfähigkeit wochenweise um 10-20
%
erhöht werden könnte (
Urk.
6/14 S. 7).
D._
, Facharzt für Rheumatologie und All
gemeine Innere Medizin,
führte
zuhanden de
s
Taggeldversicherers
aus, der Be
schwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit für eine nicht voraussagbare Dauer zu 100
%
arbeitsunfähig und werde seines Erachtens auch zukünftig in dieser schweren, rückenbelastenden Tätigkeit höchstens teilarbeitsfähig werden
(
Urk.
6/39 S. 1). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe per sofort eine 50%ige und nach 2 weiteren Monaten eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/39 S. 2).
Im Rahmen der Bestrebung
en, den Arbeitsplatz zu erhalten,
wurde am
Z._
ein
Arbeitsassessment
durchgeführt. Im Bericht vom
9.
August 2011 (
Urk.
6/27)
wurde
fest
gehalten
, die
arbeitsbezo
genen
relevanten Probleme seien vor allem eine verminderte Belastungstoleranz der Lendenwirbelsäule bei Ausdauerkraftdefizit der Rumpfmuskulatur und ein Schonverhalten bezüglich des Beschwerdebereichs. Daneben hätten sich Zeichen einer allgemeinen
Dekonditionierung
mit raschem und hohem Anstieg der Herzfrequenz gezeigt
.
Der Versicherte zeige eine mässige Leistungsbereitschaft und Zeichen deutlicher Selbstlimitierung
(
Urk.
6/27 S. 2). In der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiter im Gartenbau führten sie aus, aufgrund der Selbstlimitierung
und Inkonsistenz
lasse sich keine genaue Aussage über das Ausmass einer Leistungseinbusse machen. Des
halb werde die Beurteilung medizinisch-theoretisch erfolgen. Aus den Be
o
bach
tungen bei den Tests könne hergeleitet werden, dass mindestens eine redu
zierte Arbeit im Sinne einer mittelschweren Tätigkeit (Hantieren von Lasten bis maximal 25 kg selten am Tag) sicher bei 50
%
zeitlicher Präsenz zumutbar sei. Durch Rehabilitationsmassnahmen könne ausserdem eine weitere Leis
tungs
stei
gerung erwartet werden, vorausgesetzt, der Beschwerdeführer zeige im Training eine ausreichende Kooperation. Ob auch eine volle Arbeitsfähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit erreicht werden könne, müsse aktuell noch offen bleiben. Infolge der langdauernden Arbeitsunfähigkeit sei ein schrittweiser
Wiederein
stieg
über
eine
mittelschwere Belastung
,
beginnend mit einer Arbeits
fähigkeit von 50
%
(halbtags) mit sukzessiver Steigerung auf ein volles
Arbeits
pensum
innerhalb von etwa 3 Monaten empfehlenswert. Für eine
leidensange
passte
Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Arbeit; Gewichtshantierung maximal 15 kg) ergebe sich
u
nter Berücksichtigung der aktuellen
Dekonditionierung
so
wie einer reduzierten Stabilisierungsfähigkeit des Rückens und vermehrtem Pausenbedarf eine Leistungsreduktion von 20
%
. Daraus ergebe sich eine zu
mutbare Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von aktuell 80
%
. Län
gerfristig könne diese durch Rehabilitationsmassnahmen auf 100
%
gesteigert werden (
Urk.
6/27 S. 3). Aufgrund der deutlichen funktionellen Defizite mit Schonverhalten und bislang erfolglosen Therapieversuchen empfahlen die
Z._
-Ärzte dem Be
schwer
deführer eine ambulante arbeitsbezogene Rehabilitation (ABR). Diese begann am
4.
Juli
2011
und wurde seitens des Beschwerdeführers nach 2 Wo
chen, am 1
3.
Juli 2011 abgebrochen, wobei die vereinbarten
Trai
ningsziele
nicht erreicht wurden (
Urk.
6/27 S. 4).
3.2
Aufgrund des Einwandes auf den Vorbescheid seitens des Beschwerdeführers vom 1
2.
Oktober 2011 (
Urk.
6/40) holte die IV-Stelle einen Bericht der
A._
vom
8.
Dezember 2011 (
Urk.
6/42) ein
, wo der Versicherte ab Ende Januar 2011 in ambulanter Behandlung stand.
Darin diagnostizierten die be
han
delnden Ärzte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit 2008 beste
hende mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F32.1) und einen seit 2010 bestehenden Verdacht auf eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4;
Urk.
6/42 S.
2
).
Die Ärzte berichteten, die
Stimmungslage
des Versi
cherten
sei leicht gedrückt, der affektive Rapport nur reduziert herstellbar und das emotionale Erleben rudimentär. Der Antrieb sei unauffällig, psychomoto
risch sei er ruhig und das formale Denken sei kohärent.
Es bestünden
eine anhaltende Schmerzsymptomatik, Müdigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, mangelnde Lebensfreude, Vergesslichkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Zukunfts
ängste und Verzweiflung
,
eine verminderte Belastbarkeit und Anpassungsfähig
keit. Aufgrund der erwähnten Schmerzsymptomatik sei der Beschwerdeführer nicht belastbar und eine Tätigkeit auf der Baustelle nicht mehr möglich. Bei einer angepassten Tätigkeit, bei der keine schwere körperliche Arbeit aus
zurichten sei, könne man mit mindestens 5 Stunden am Tag rechnen (
Urk.
6/42 S. 3). In absehbarer Zeit sei in einer störungsangepassten Tätigkeit mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
zu rechnen (
Urk.
6/42 S. 4). Aus psychiatrischer Sicht führten die Ärzte noch aus, die medizinischen Massnahmen hätten bisher nicht gegriffen, Antidepressiva hätten mehrmals wegen Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen. Die medizinischen bzw. psychiatrischen Massnahmen seien jedoch noch nicht erschöpft. Die Frage der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne ungefähr erst in einem Jahr beantwortet werden (
Urk.
6/42 S. 1).
4.
4.1
In somatischer Hinsicht ist die Sachlage unbestrittenermassen (Urk. 1 S. 4) auf
grund der Diagnosestellungen in der
C._
und im
Z._
sowie nach der Testung dort hinreichend abgeklärt: Der Beschwerdeführer leidet aufgrund von diversen multisegmentalen degenerativen Veränderungen an der
Lenden
wirbelsäule
zwar an einer eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule. Den
noch wurde nach den durchgeführten Tests im
Z._
deutlich, dass die vom Ver
sicherten gezeigten erheblichen Einschränkungen objektiv nicht nachvollzogen werden konnten, vielmehr ein Jahr nach der attestierten Arbeitsunfähigkeit, mithin im November 2011 von einer 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit auszugehen war (Urk. 6/27 S. 3).
4.2
Daneben besteht nach Ansicht des Beschwerdeführers ein psychisch relevanter Gesundheitsschaden, und er verweist dafür auf den nachträglich eingeholten Bericht des
A._
, wo der Versicherte seit Anfang 2011 be
handelt wird.
Für die Relevanz der dort geäusserten Verdachtsdiagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung nach ICD-10 F45.4 ist die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu beachten. Wie jede andere psychische Beeinträchtigungen begründet eine diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerz
störung
oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwind
bar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzu
mutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beein
flussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2).
Die Begründung der aus Sicht der behandelnden Psychiater eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen lautete, aufgrund der
Schmerzsymp
tomatik
sei der Versicherte nicht belastbar (Urk. 6/42 S. 3). Damit steht, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte, diese Symptomatik im Vordergrund. Als relevante mögliche
Komorbidität
ist dabei die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) zu sehen.
Gemäss der höchstrichterlichen Rec
htsprechung stellt
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
allerdings
keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression (BGE 127 V 294 E. 5a) im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 2
9.
Juli 2008 E. 4.2, in: SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203), die unabhängig von der
somato
formen
Schmerzstörung als erhebliche psychische
Komorbidität
ausnahmsweise auf die Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung schliessen liesse (vgl. BGE 130 V 352 E. 3.3.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_803/2008 vom 2
9.
Mai 2009 E. 5.3.2, 8C_591/2009 vom 2
7.
November 2009 E. 4.1, 9C_131/2007 vom
3.
Juli 2007 E. 3, 9C_749/2010 vom 2
3.
November 2010 E.
4.3.1
, 8C_958/2010 vom 25. Februar 2011 E.6.2.2.2
).
Davon ist auch vorlie
gend auszugehen. Denn die behandelnden Ärzte stellten das Entstehen der Depression in einen deutlichen Zusammenhang zur Nichtwiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beim ehemaligen Arbeitgeber aufgrund der verspürten übermässigen, allerdings nicht gänzlich erklärbaren Rückenschmerzen, derent
wegen dem Versicherten schliesslich die Anstellung kündigt wurde. Die Ärzte berichteten, der Versicherte habe deshalb ein Morgentief, Schlafstörungen, er sei lärmempfindlich und sei gereizt (Urk. 6/42 S. 2). Dass ein eigenständiges, unab
hängiges und erhebliches depressives Geschehen seit 2008 vorliegen soll, davon haben keine anderen Ärzte berichtet, weder der ehemalige Hausarzt noch die abklärenden Ärzte des
Z._
, was in der einen oder anderen Form - wenn ein solches Beschwerdebild tatsächlich in relevantem Ausmass seit dieser langen Zeit vorgelegen hätte – wohl erwähnt worden wäre. Auch die Therapiekadenz der Gesprächstherapie von zwei- bis vierwöchigen Abständen und ohne medi
kamentöse Unterstützung weist nicht auf ein sehr schweres Geschehen hin. Mit
hin ist nicht von einer im Sinne der Rechtsprechung relevanten psychischen
Komorbidität
auszugehen. Auch die übrigen Kriterien, die ausnahmsweise die Überwindung einer
somatoformen
Schmerzstörung unzumutbar machen, liegen nicht vor. Nach einhelliger Ansicht der somatisch behandelnden Ärzte hat der Versicherte zwar Abnützungen an der Wirbelsäule, deren Ausmass muss jedoch auch in Anbetracht der weiterhin attestierten Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit als nicht so erheblich und ihre Auswirkungen nach dem willentlichen Abbruch der Rehabilitation im
Z._
durch den Beschwerdeführer nicht als austherapierte bezeichnet werden. Auch in psychischer Hinsicht sind die Therapien noch nicht erschöpft, wie die behandelnden Ärzte berichten (Urk. 6/42 S. 1). Von einem Rückzug in allen Belangen des sozialen Lebens be
richten die behandelnden Psychiater nicht, auch wenn der Versicherte offenbar vermehrt gereizt ist und weniger Besuche von aussen
wünscht
(Urk. 6/42 S. 2). Es muss somit bei der Feststellung, dass der Versicherte neben den somatisch ausgewiesenen Beschwerden keine für die Invalidenversicherung relevanten psychischen Beeinträchtigungen hat, sein Bewenden haben. Massgebend für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind mithin einzig die objektivierbaren Veränderungen an der Wirbelsäule und damit die von den Ärzten des
Z._
attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensangepassten Tätigkeit. Weitere Abklärungen erweisen sich als nicht notwendig.
4.3
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung wurde vom Beschwerdeführer nicht gerügt. Es besteht auch kein Grund, von Amtes wegen eine relevante Korrektur vorzunehmen. Beim mittels des
Arbeitgeber
berichts
für das Jahr 2011 bestimmten
Valideneinkommen
von Fr. 63‘310 und dem mittels der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2010 (LSE) des Bundes
amtes für Statistik erhobenen Invalideneinkommen in einem Pensum von 80 %, das um 10 % reduziert wurde, von Fr. 44‘347 (vgl. Urk. 6/43), ergibt sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30 %.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.