Decision ID: 0cfef545-cfa4-46f1-9313-d9ee18e38418
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1962, war seit dem 11. April 2016 bei der
Y._
als Bauarbeiter tätig (Urk. 6/21/1-2). Am
5. September 2018
meldete
er
sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/11)
. Dabei verwies er auf den Bericht der
Z._
vom
22. Juni 2018
(
Urk. 6/11/6
), in welchem
Dr. med. A._
, Facharzt für Rheumatologie,
Z._
,
eine Psoriasis
-Arthritis mit Befall der grossen und kleinen Gelenke
diagnostiziert
hatte
(Urk. 6/8
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die
erwerbliche Situation ab,
zog
Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 6/19/1-40)
und
holte die Berichte
des behandelnden Arztes
ein
(Urk.
6/
29, Urk.
6/
32, Urk.
6/
46)
. Am 26. September 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines Gesundheits
zustandes seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich
und es werde ein Rentenanspruch geprüft
(Urk. 6/17/1).
Zudem holte die IV-Stelle eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 17. April 2019 ein (Urk. 6/35/3-4).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/36-47) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vo
m 3. Oktober 2019
einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 14 %
(Urk.
2
S. 2
).
2.
Der Versicherte erhob am 4. November 2019 Beschwerde gegen die Verfüg
ung vom 3. Oktober 2019
und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die ihm zustehenden Leistungen nach dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zu gewähren, insbesondere seien berufliche Massnahmen anzuordnen. Eventualiter seien weitere Abklärungen bezüglich des relevanten Sachverhaltes vorzunehmen. Insbesondere sei ein Gutachten einzuholen, welche
s
sich zu seiner Arbeitsfähigkeit
in angestammter und angepasster Tätigkeit
äussere (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle
ersuchte
mit Beschwerdeantwort vom 21. November 2019 (Urk. 5)
um
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
mit Verfü
gung vom
22. November 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
– gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom 3. Oktober 2019 (Urk.
2
) damit,
a
ufgrund der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers seien
berufliche Eingliederungsmassnahmen
nicht möglich. Dies habe sie
ihm
mit Schreiben vom 26. September 2018 mitge
teilt
.
Gemäss
den
Abklärung
en
sei dem Beschwerdeführer die Ausübung seiner bisher
igen
Tätigkeit als Bauarbeiter seit
dem
14. März 2018 nicht mehr möglich. Aus medizinischer Sicht sei ihm eine seiner gesundheitlichen Situation ange
passte, leichte Tätigkeit
,
ohne Belastung der Hände und Finger in einem Pe
nsum von 100 % zumutbar (
S. 1).
Ausgehend von einer angepassten Tätigkeit als Hilfs
arbeiter und unter
Berücksichtigung eines
Leidensabzuges von 10
%
vom Invalideneinkommen
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 14 %
(vgl. Urk. 6/34/1)
.
In dem vom Beschwerdeführer
eingereicht
en Bericht der
Z._
vo
m 2
9.
August 2019
werde festgehalten, dass
ihm
die Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr möglich sei
. Diese Tatsache sei
jedoch
bereits bekannt
gewesen
(
S. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüb
er auf den Standpunkt (Urk. 1), d
ie RAD-Berichte vom 5. Juni 2019 sowie 2. Oktober 2019
(richtig: 17. April 2019, vgl. Urk. 6/35/4)
erfüll
t
e
n
– aus näher dargelegten Gründen –
die recht
sprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige Entscheidungs
grundlage nicht
.
Indem die Beschwerdegegnerin dennoch
darauf abgestellt
habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt
. Sie
hätte weitere Abklärungen tätigen müssen.
A
ufgrund des Beschwerdebildes
bestehe k
eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
(S. 3).
Vielmehr sei auch in einer ange
passten Tätigkeit von einer reduzierten Ar
beitsfähigkeit auszugehen
.
Zudem
verlangte
er die Anwendung des
maximalen Tabellenlohnabzug
es
(S. 4).
2.3
Im Streit liegt die angefochtene Verfügung vom 3. Oktober 2019
(Urk. 2).
Der
Titel diese
s Entscheids
lautet:
«Kein Anspruch auf eine Invalidenrente»
. Die Beschwerdegegnerin
verfügte sodann, das Leistungsbegehren des Beschwerde
führers werde abgewiesen (S. 1).
Im Weiteren
wies
sie den Anspruch des Beschwerdeführers «auf IV-Leistungen» ab, da sein Invalidit
ätsgrad unter 40 % liege (S. 2).
Der beigefügte Auszug der gesetzlichen Grundlagen beschlägt vorab den Rentenanspruch, während Eingliederungsmassnahmen nicht erwähnt werden.
Zu
andere
n
Leistungen der Invalidenversicherung – insbesondere Eingliederungsmassnahmen in Form von
konkreten
berufliche
n
Massnahmen – hat
sich
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht
substan
tiiert
geäussert
.
Vielmehr
entschied
sie
bereits
am 26. September 2018 über den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
und
erklärte
, diese
seien
aufgrund des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht möglich
;
gleichzeitig
wurde die Prüfung des Rentenanspruchs in Aussicht gestellt
(Urk. 6/17/1). Dagegen wehrte sich der Beschwerdeführer nicht
. Auch im
Einwand zum
Vorbescheid
war keine Rede von Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 6/40/1-2).
Unter diesen Umständen
bildet nach dem wahren rechtlichen und tatsächlichen Gehalt der Verfügung (BGE 120 V 497 E. 1)
einzig die Frage
Streitgegenstand
, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung hat
und insbesondere
,
ob
die Beschwerdegegnerin ihren Untersuchungspflichten nachgekommen ist und den
Invaliditätsgrad korrekt bemessen hat.
Auf den Antrag
betreffend
berufliche Massnahmen ist daher nicht einzutreten.
Es bleibt dem Beschwerdeführer unbenommen, sich
diesbezüglich
mit einem neuen Gesuch an die Beschwerdegegnerin zu wenden.
3
.
3.1
Der behandelnde Dr.
A._
nannte
in seinem Bericht vom 3. Juli 2018 (Urk. 6/19/16-18)
zu Handen des Krankentaggeldversicherers
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/19/17):
-
Psoriasis-Arthritis mit Befall der grossen und kleinen Gelenke
Zudem
nannte
er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/19/17):
-
Gonarthrose beidseits
-
Zerviko-
thorako
-
lumbal-vertebral
es
Syndrom bei degenerativen Verän
derungen mit segmentalen Dysfunktionen intervertebral und costoverteb
ral
Er
wies darauf hin, eine objektive Einschränkung bei der gegenwärtigen Tätigkeit
bestehe
aufgrund der
Arthritis der Handgelenke und Finger
(Urk. 6/19/17).
Dazu führte er aus, die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers betrage 100 % vom 14. März bis 31. Juli 2018, hernach 75 % vom 1. August bis 31. August 2018
,
mit wahrscheinlicher Steigerung auf 50 % ab dem 1. September 2018 (Urk. 6/19/18).
In seinem Bericht vom 2. Oktober 2018 (Urk. 6/29)
nannte
Dr.
A._
diesel
ben
Diagnosen, hielt jedoch nunmehr sämtliche Diagnosen
als
solche mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
fest (Urk. 6/29/3).
Des Weiteren
erklärte er, der Beschwerdeführer sei vom 1. August bis zum 21. Oktober 2018 zu 75 % und seit dem
22. Oktober bis sicher Ende Dezember 2018 zu 50 % arbeitsunfähig in seiner Tätigkeit als Bauarbeiter (Urk. 6/29/2).
Die
Prognose
in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit h
ä
nge vom klinischen Verlauf und insbesondere vom Ansprechen der Arthritis auf die medikamentöse Therapie ab (Urk. 6/29/3). Der Beschwerdeführer arbeite zur Zeit 4 Stunden pro Tag als Bauarbeiter mit redu
zierter Leistung. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit, insbes
ondere ohne Belastung der Hände
/
Fingergelenke sei in einem Pensum von 8 Stunden pro Tag möglich (Urk. 6/29/5).
3.
2
Im Verlaufsbericht vom 8. März 2019 (Urk. 6/32/4-6)
bestätigte
Dr.
A._
die
genannten
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/32/4).
Dazu führte er aus
, in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe zur Zeit
fü
r manuelle, schwere Tätigkeiten
eine
eingeschränkte Leistungsfähigkeit
von 100 %
.
In einer angepassten
, leichten
manuellen
Tätigkeit bestehe demgegenüber
medizinisch-theoretisch
eine
volle
Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/32/
4 f.
).
3.
3
RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma
tologie,
führte am
17. April 2019
aus
,
die
B
erichte
von Dr.
A._
seien plau
sibel und es könne darauf
abgestellt
werden. Es bestehe demnach ein Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit dem 14. März 2018 beeinträchtige. Die bisherige Tätigkeit sei auf Dauer nicht optimal. In einer angepassten, leichten Tätigkeit
,
ohne Belastung der Hände und Finger
,
könne von einer höheren Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (Urk. 6/35/4).
3.
4
Dr.
A._
erklärte schliesslich in seinem Bericht vom 29. August 2019 (Urk. 6/46),
wiederum
mit
gleichlautenden Diagnosen (vgl. E. 3.
1
hiervor), beim Beschwerdeführer bestehe seit Anfang 2018 eine Psoriasis-Arthritis, welche klinisch nach wie vor eine persistierende Krankheitsaktivität
aufweise
.
Mecha
nische Belastungen der befallenen Gelenke bei Psoriasis-Arthritis könnten die Krankheitsaktivität unterhalten.
D
ie Teil-Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdefüh
rers
habe
per
1. Januar 2019
von 50 %
auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit erhöht werden müssen. Mit einem Einsatz als Bauarbeiter
mit
ausgeprägter mechanischer Belastung der Hände sei aufgrund des bisherigen Verlaufs in der nächsten Zeit nicht zu rechnen (Urk. 6/46).
4.
4.1
Laut der Einschätzung des
RAD-Arzt
e
s
Dr.
B._
, welcher als Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie über die erforderlichen fachlichen Qualifika
tionen verfügt,
ist
auf die Berichte von Dr.
A._
abzustellen
. In den Akten finden sich keine
medizinischen
Beurteilungen
, die Zweifel an der Einschätzung des RAD-Arztes aufkommen lassen würden.
Insbesondere finden sich keine Berichte, welche eine andere als die von Dr.
A._
und Dr.
B._
festge
haltene Arbeitsfähigkeit
nahe
legen
würden.
4.2
Der Beschwerdeführer
brachte
vor,
die Stellungnahme
des RAD-Arztes
erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige Entscheidungs
grundlage nicht. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, dass
ihm
unter Berück
sichtigung seines schlechten Gesundheitszustandes per sofort eine angepasste Tätigkeit
in einem
100 %-Pensum zumutbar sei
. Dem RAD-Bericht sei
auch
keine rechtsgenüg
lich
e Begründung
dafür
zu entnehmen
. Zudem habe sich sein Gesundheitszustand seit der Beurteilung vor einem Jahr nicht ansatzweise verbessert. Aufgrund dieser erheblichen Zweifel an der Einschätzung des RAD-Berichtes
könne vorliegend nicht darauf abgestellt werden. Ferner werde bestritten, dass aufgrund seines Beschwerdebildes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestehe. Dies gehe weder aus den Akten noch aus
seiner
Krankengeschichte
her
vor
(Urk. 1 S. 3
f.
).
4.3
Der Beschwerdeführer vermag nicht darzulegen, inwiefern die
RAD-Beurteilung
, welche sich
auf die
gleichlautende Einschätzung durch
Dr.
A._
stützt,
fehlerhaft sein könnte. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(Urk. 1
S. 3 f.)
äusser
n sich
Dr.
A._
wie auch
der
RAD-Arzt
sehr wohl zur Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit. So hielt Dr.
A._
me
hrmals
ausdrücklich
fest,
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in einer
angepassten Tätigkeit
betrage
8 Stunden pro Tag
(Urk. 6/29/5)
beziehungsweise
es bestehe
diesbezüglich
eine volle Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/32/4)
.
Dem stimmte
Dr.
B._
insofern zu, als er
fest
hielt, auf die Berichte von Dr.
A._
könne abgestellt werden und in einer angepassten, leichten Tätigkeit
,
bestehe eine höhere Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/35/4)
.
Dass sich
der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
seit der
Beurteilung
durch die beiden Ärzte
nicht verbessert habe, ändert
entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers
daran nichts
.
Denn
Dr.
A._
hat die Leistungsfähigkeit im Untersuchungszeitpunkt beurteilt und für die von ihm postulierte Zumutbarkeit keine gesundheitliche Ver
b
esserung vorausgesetzt.
4.
4
Die Einwendungen des Beschwerdeführers
und seine bloss subjektiv begründete reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit
(
Urk.
1 S. 4)
vermögen
damit keine Zweifel
an de
r
Schlussfolgerung des
RAD-
Arztes
sowie
an den
d
ies
er zugrundeliegenden Berichte
n
von Dr.
A._
(Urk. 6/29, Urk. 6/32 und
Urk. 6/46)
zu
begründen. Diesen kommt somit voller Beweiswert zu und es ist darauf abzustellen
. Entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d). Vor diesem Hintergrund ist
ke
ine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auszumachen.
Zusammenfassend
ist daher von einer
vollständigen
Arbeitsunfähigkeit
als Bauarbeiter, aber von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, leichten Tätigkeit
,
ohne Belastung der Hände und Finger auszugehen.
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat
den Invaliditätsgrad korrekt anhand eines Einkom
mensvergleichs
ermittelt
(Urk. 2 S. 2, Urk. 6/34/1).
Sie
stützte sich
in Bezug auf das Valideneinkommen
auf den im Arbeitgeber
fragebogen
vom
1.
Januar 2018
(
Urk.
6/21/2) angegebenen
Stundenlohn. Ausge
hend von
Fr.
29.02
und unter Berücksichtigung der Feiertagsentschädigung von
Fr.
1.04 und dem 1
3.
Monatslohn
resultiert ein
massgebende
s
Validenei
nkommen im Jahr 2018
von
Fr.
71'204.50 (
Fr.
32.56 x 42.05 Stunden x 52 Wochen
;
Urk.
6/34
/1
).
5.2
Was die Bemessung des Invalideneinkommens anbelangt, so
hat die Beschwerde
gegnerin
dieses
zu Recht anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016
auf
Fr.
6
7’338.90
festgelegt (Urk. 6/34/1)
.
Dies wurde vom Beschwerdeführer denn auch
im Grunde
nicht beanstandet (vgl. Urk. 1 und 6/40/1)
. Soweit
er
vorbringt, es seien ihm lediglic
h noch leichte Hilfstätigkeiten
möglich
(vgl. Urk. 1 S. 4)
, so ist dem zu entgegnen, dass
das
Kompetenzniveau 1
auch
eine
Vielzahl leichte
r
Tätig
keiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom
8.
Oktober 2019
E. 4.3.2).
Ferner berücksichtigte die Beschwerdegegnerin einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % (Urk. 6/34/1)
. Der Beschwerdeführer
verlangt hingegen einen solchen
von 25 %
(Urk. 1 S. 4).
Vorliegend kann die Frage nach der Höhe des
Abzuges
o
ffen bleiben
, da
selbst bei einem
maximalen
Abzug
von 25
%
(BGE 125 V 75)
kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % resultiert
(vgl. Urk. 6/34/1)
.
Festzuhalten
ist jedoch
, dass damit
– insbesondere im Hinblick auf allfällige berufliche Massnahmen –
noch
nicht entschieden
ist
, ob die Beschwerdegegnerin
die Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn
letztlich
korrekt vorgenommen hat.
Vor diesem Hintergrund ist die
angefochtene Verfügung vom 3. Oktober 2019 (Urk. 2) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzu
weisen.
6
.
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
und
ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.