Decision ID: 1b5ffc2c-fdca-5e11-afb8-d73e2c54b71c
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die B._ AG war bei der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen als
beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen. Über die Gesellschaft wurde am 6.
September 2013 der Konkurs eröffnet und zunächst per 18. September 2013 mangels
Aktiven wieder eingestellt. Das Konkursverfahren wurde anschliessend per 7. Oktober
2013 wieder aufgenommen und durchgeführt. Es wurde schliesslich mit Verfügung des
Konkursrichters des Kreisgerichts C._ vom 17. September 2014 für geschlossen
erklärt und die Gesellschaft wurde von Amtes wegen gelöscht. A._ war ab 8. Februar
2007 als Delegierter des Verwaltungsrats im Handelsregister eingetragen (vgl. online-
Handelsregisterauszug, abgerufen am 2. August 2016).
A.b Mit Verfügung vom 27. Januar 2015 verlangte die Sozialversicherungsanstalt St.
Gallen als kantonale Ausgleichs- und Familienausgleichskasse von A._
Schadenersatz für entgangene Lohnbeiträge, betreffend den Zeitraum von Januar 2011
bis September 2013 (einschliesslich Nachbelastungen für die Jahre 2008 - 2010), in
Höhe von Fr. 1'238'250.05 (bundesrechtliche Beiträge) sowie für entgangene
kantonalrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 148'354.95, total somit Fr. 1'386'605.-- (bis
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zum Betrag von Fr. 436'252.40 solidarisch mit D._ und E._). Als Delegierter des
Verwaltungsrats habe er die Pflicht gehabt, dafür zu sorgen, dass die der Gesellschaft
als Arbeitgeberin übertragenen öffentlich-rechtlichen Aufgaben korrekt erfüllt werden.
Dies habe er offensichtlich unterlassen (act. G 5.1/10). Die dagegen erhobene
Einsprache vom 23. Februar 2015 - entgegen dieser Ansicht habe die
Beitragsablieferungspflicht nicht zu seinen Aufgaben gehört - wurde mit Entscheid vom
3. Juni 2015 abgewiesen (act. G 5.1/11 und 17).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. Juni
2015 samt Ergänzung vom 22. Juni 2015 mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung
des angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung wird sinngemäss
vorgebracht, der Beschwerdeführer sei nicht für die Beitragsablieferung verantwortlich
gewesen. Ausserdem seien keine Abklärungen getroffen worden. Er sei nämlich gar
nicht in der Schweiz gewesen. Zudem habe er im April 2012 einen schweren Autounfall
gehabt, sei im November 2012 verhaftet worden mit anschliessender U-Haft und habe
danach wiederum für zwei Monate das Land verlassen. Danach sei die Scheidung
erfolgt und er sei 2013 für vier Monate nach F._ gegangen (act. G 3).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2015 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Die Behauptung des Beschwerdeführers, die
Beitragsablieferungspflicht habe nicht zu seinen Aufgaben gehört, entbehre der
Grundlage. Gemäss Ziff. 1 des Organisations- und Geschäftsreglements der B._ AG
habe der Delegierte des Verwaltungsrats ebenso wie der Verwaltungsrat, der Präsident
des Verwaltungsrats und der Geschäftsführer Organstellung. Ziff. 3.1 des Reglements
halte weiter fest, dass im Rahmen des gesetzlich und statutarisch Zulässigen der
Verwaltungsrat die gesamte Geschäftsführung an den Delegierten des Verwaltungsrats
übertrage. Der Delegierte des Verwaltungsrats erstatte gemäss Ziff. 3.4 dem
Verwaltungsrat periodisch Bericht. Der Beschwerdeführer müsse sich vorhalten lassen,
dass ihn als Delegierten des Verwaltungsrats eine Überwachungspflicht hinsichtlich der
in Frage stehenden Lohnbeiträge getroffen habe. Der Beschwerdeführer vermöge nicht
substantiiert darzulegen, inwieweit er sich persönlich über das allfällige Bestehen von
Beitragsausständen informiert, sich um die Begleichung etwaiger Ausstände bemüht
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oder deren Bezahlung überwacht habe. Die im Übrigen nicht belegte Behauptung, dass
er den Verwaltungsratspräsidenten bzw. den Geschäftsführer "mehrmals aufgefordert"
habe, "die Zahlungen korrekt in Auftrag zu geben", genüge jedenfalls nicht. Gleiches
gelte für die beschwerdeweise vorgebrachten Umstände, nicht disponibel gewesen zu
sein (act. G 5).
B.c Nach Abschluss des Schriftenwechsels reichte der Beschwerdeführer am 30.
November 2015 eine weitere Eingabe ein. Darin wies er nochmals darauf hin, dass er
im fraglichen Zeitraum nicht in der Firma, sondern immer unterwegs gewesen sei. Es
könne deshalb nicht von einem Verschulden ausgegangen werden (act. G 8).

Erwägungen
1.
Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von
Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen (Art. 52
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG;
SR 831.10). Nach ständiger Rechtsprechung gilt diese Haftung entgegen dem
(früheren) Wortlaut des Gesetzes nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die
Organe von Arbeitgebern (BGE 129 V 11, 126 V 237, 123 V 12 E. 5b S. 15, je mit
Hinweisen; seit 1. Januar 2012 ausdrücklich geregelt in Art. 52 Abs. 2 AHVG). Die
Arbeitgeber sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen, mit der
Ausgleichskasse abzurechnen sowie die erforderlichen Angaben zu machen, und die
Beiträge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu
entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 und 36 AHVV). Die Missachtung
dieser Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG. Art.
52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. Damit
eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haftungsvoraussetzungen
gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches
und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem
muss zwischen dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden
ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein. Diese Haftungsordnung gilt auch
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für die Beitragsforderungen der Familienausgleichskasse (Art. 47 des
Kinderzulagengesetzes [KZG SG; sGS 371.1] in Verbindung mit Art. 25 lit. c des
Bundesgesetzes über die Familienzulagen [SR 836.2]) und der
Arbeitslosenversicherung (Art. 6 des Bundesgesetzes über die
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [SR 837.0]). Die
Schadenersatzforderung verjährt zwei Jahre nachdem die zuständige Ausgleichskasse
vom Schaden Kenntnis erhalten hat, spätestens aber fünf Jahre nach Eintritt des
Schadens (Art. 52 Abs. 3 AHVG).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, er habe in der B._ AG keine
Organstellung gehabt und könne deshalb nicht für den geltend gemachten Schaden
belangt werden. Dem ist jedoch mit der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten, dass
er seit dem 8. Februar 2007 als Delegierter des Verwaltungsrats im Handelsregister
eingetragen war (online-Handelsregisterauszug, abgerufen am 2. August 2016). Als
solcher gehörte der Beschwerdeführer selber dem Verwaltungsrat an (vgl. Art. 718 Abs.
2 OR). Gemäss Art. 716b Abs. 1 und 2 OR kann der Verwaltungsrat die
Geschäftsführung nach Massgabe eines Organisationsreglements ganz oder zum Teil
an einzelne Mitglieder oder an Dritte übertragen. Das Reglement ordnet die
Geschäftsführung, bestimmt die hierfür erforderlichen Stellen, umschreibt deren
Aufgaben und regelt insbesondere die Berichterstattung. Die B._ AG machte von
dieser Delegationsmöglichkeit Gebrauch. So war gemäss Organisations- und
Geschäftsreglement vom 23. April 2012 vorgesehen, dass der Verwaltungsrat
(bestehend aus D._, A._ und E._) die Geschäftsführung vollumfänglich an seinen
Delegierten überträgt, soweit nicht das Gesetz, die Statuten oder das Reglement etwas
anderes vorsehen (act. G 5.1.8, Ziff. 2.6 und 3.1). Für bestimmte weitreichende
Beschlüsse und Handlungen brauchte der Delegierte die Zustimmung des
Verwaltungsrats. Die übrigen Handlungen konnte er im Rahmen von Gesetz, Statuten
und Organisationsreglement vornehmen, solange sie zum Wohle der Gesellschaft
waren (Ziff. 3.3). Er hatte dem Verwaltungsrat periodisch Bericht zu erstatten, wobei die
Berichtspunkte vom Verwaltungsrat festzulegen waren (Ziff. 3.4). Das Alltagsgeschäft
wurde sodann an einen Geschäftsführer unterdelegiert, der wiederum unter der
Aufsicht des Delegierten des Verwaltungsrats stand (Ziff. 4). Zudem verblieben dem
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Delegierten als Mitverwaltungsrat die gemäss Art. 716a Abs. 1 OR unübertragbaren
Aufgaben, wozu namentlich die Überwachung der mit der Geschäftsführung betrauten
Personen im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten und Reglemente gehört
(Ziff. 5). Unter diesen Umständen kann nicht zweifelhaft sein, dass dem Delegierten des
Verwaltungsrats, und damit dem Beschwerdeführer, Organstellung in der B._ AG
zukam und dass dieser zumindest für die Überwachung der Beitragsabrechnungs- und
Ablieferungspflicht nach AHVG zuständig war. Dass der Beschwerdeführer aber auch
selber an der Durchführung des Beitragswesens beteiligt war, ergibt sich daraus, dass
er an Verhandlungen mit der Beschwerdegegnerin betreffend Festlegung von
Lohnsummen bzw. Pauschalbeiträgen oder Zahlungsplänen beteiligt war oder
Abschlagszahlungen vorgenommen hatte (vgl. etwa act. G 5.1.4/127, 220, 223, 253
und 288).
2.2 Weiter ist festzustellen, dass die Schadenersatzverfügung rechtzeitig ergangen
war. So wurde der Konkurs zunächst am 18. September 2013 mangels Aktiven
eingestellt. Gemäss Entscheid des Kreisgerichts C._ vom 7. Oktober 2013 wurde das
Konkursverfahren jedoch wieder aufgenommen und durchgeführt (online-
Handelsregister¬auszug, abgerufen am 2. August 2016). Mithin ist normalerweise nicht
davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin vor diesem Zeitpunkt
rechtsgenügliche Kenntnis des Schadens hatte. Selbst wenn man aber auf eine
Schadenskenntnis per 5. August 2013 abstellen wollte - an welchem Datum die
Beschwerdegegnerin nach eigenen Angaben vom Konkursamt erfahren habe, dass
sämtliche Gläubiger mit einem vollumfänglichen Verlust rechnen müssen (act. G
5.1.1/8) -, wäre die zweijährige relative Verjährungsfrist mit der
Schadenersatzverfügung vom 27. Januar 2015 eingehalten worden. Die fünfjährige
absolute Verjährungsfrist ab Eintritt des Schadens (Konkurseröffnung per 6. September
2013) ist ohnehin eingehalten.
3.
3.1 Im Weiteren sind die spezifischen Haftungsvoraussetzungen zu prüfen. Die
Beschwerdegegnerin macht einen Schaden von Fr. 1'238'250.05 (bundesrechtliche
Sozialversicherungsbeiträge) und einen solchen von Fr. 148'354.95 (kantonale FAK-
Beiträge), total Fr. 1'386'605.--, geltend. Diese Beträge setzen sich aus den
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abgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträgen samt Nebenkosten für den Zeitraum
von Januar 2011 bis zum August 2013 (einschliesslich Nachbelastungen für die Jahre
2008 bis 2010) zusammen (Posten 2011/0016, 2012/0007, 0020, 1000, 2013/0001,
0002, 0004, 0005, 0006, 0007, 0008, 0010, 0011, 0013 und 0014). Dieser Schaden ist
grundsätzlich ausgewiesen. Indessen ist die Monatspauschale für den September 2013
in Höhe von Fr. 6'094.45 (bundesrechtliche Beiträge: Fr. 5'427.25; kantonalrechtliche
Beiträge: Fr. 667.20) aus der Schadensberechnung herauszulösen (Posten 2013/0012),
da der Beschwerdeführer bei Rechnungsstellung vom 12. September 2013, und damit
erst nach Konkurseröffnung, keine Möglichkeit der Bezahlung mehr hatte (vgl.
Kontoauszug vom 28. Juli 2015 [act. G 5.1.7]). Der Schaden beträgt damit Fr.
1'232'822.80 (bundesrechtliche Beiträge) und Fr. 147'687.75 (kantonalrechtliche
Beiträge), total somit Fr. 1'380'510.55.
3.2 Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die
Widerrechtlichkeit. Vorliegend kam die Gesellschaft der Beitragsablieferungspflicht
nach Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV nicht
vollumfänglich nach, was zum Schaden der Beschwerdegegnerin geführt hat. Die
Gesellschaft, bzw. deren Organe, haben damit die Beitragszahlungspflicht betreffend
die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Ausstände missachtet, womit die
Widerrechtlichkeit als Haftungsvoraussetzung gegeben ist. Ein Rechtfertigungsgrund
ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht.
3.3 Die Haftung nach Art. 52 AHVG ist keine Kausalhaftung, sondern setzt nach dem
klaren Wortlaut und Sinn des Gesetzes ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten
voraus (BGE 136 V 268 E. 3 S. 274). Der Begriff der Grobfahrlässigkeit im Sinn von Art.
52 AHVG ist gleich zu verstehen wie im übrigen Haftpflicht- und Versicherungsrecht, so
dass grobfahrlässig handelt, wer eine elementare Vorsichtsmassnahme missachtet
bzw. das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und
unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen (Urteil
9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E. 3.2 mit Hinweisen). Vorausgesetzt ist des
Weiteren, dass die Möglichkeit zu einem rechtmässigen Alternativverhalten bestand,
was zutrifft, wenn ein pflichtgemäss handelndes Organ den Schaden hätte verhindern
können.
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3.3.1 Der Beschwerdeführer fungierte ab 8. Februar 2007 als Delegierter des
Verwaltungsrats. Mithin war er wie bereits ausgeführt (vgl. vorstehende Erwägung 2.1)
grundsätzlich für die Beitragsabrechnung und -ablieferung im fraglichen Zeitraum
verantwortlich. Wie aus dem Kontoauszug vom 28. Juli 2015 hervorgeht, beruhen die
Ausfälle im Wesentlichen darauf, dass die Gesellschaft mindestens ab 2011 (aber
offenbar auch schon vorher, vgl. Aufstellung in act. G 5.1.4/166-2) mehr oder weniger
systematisch zu geringe Monatspauschalen bezahlte, in der Folge jedoch die hohen
Ausgleichungen und Beitragsnachforderungen nicht bezahlen konnte. Teilweise
beruhen die Nachforderungen offenbar auch auf dem Umstand, dass die Gesellschaft
Personal in Lichtenstein beschäftigte, aber trotz Versicherungspflicht nicht in der
Schweiz abrechnete (vgl. act. G 5.1.5/314). Die B._ AG hatte von Januar bis
September 2011 Monatspauschalen von Fr. 18'187.75 (abzüglich Verrechnung
Anspruch auf Kinderzulagen von Fr. 1'500.-- und CO2-Rückvergütung) zu entrichten,
die jeweils auch bezahlt wurden (Posten 2011/0001 bis 0003, 0006, 0008 bis 0010,
0012 und 0015). Am 31. März 2011 erliess die Beschwerdegegnerin eine Rechnung
über die auszugleichenden Beiträge betreffend das Jahr 2010 in Höhe von Fr.
472'970.70. Davon blieb ein Betrag von Fr. 62'555.15 unbezahlt (bzw. konnte nach
Konkurseröffnung durch einen Haben-Hertrag gedeckt werden, vgl. Posten
2011/0005). Am 6. Oktober 2011 stellte die Beschwerdegegnerin sodann
nachzuzahlende Beiträge für die Zeit von Januar bis September 2011 in Höhe von Fr.
322'489.90 in Rechnung. Davon blieb trotz Ratenplan (vgl. act. G 5.1.3/301) ein Betrag
von Fr. 259'156.75 unbezahlt und musste schliesslich abgeschrieben werden (Posten
2011/0016). In der Folge wurden die Pauschalbeiträge ab Oktober 2011 massiv auf Fr.
54'107.80 erhöht (vgl. act. G 5.1.3/302), wobei jeweils Familienzulagen in Höhe von Fr.
1'500.-- verrechnet werden konnten, sodass der Rechnungsbetrag auf Fr. 52'607.80
lautete. Diese Rechnungen wurden bis Januar 2012 bezahlt (Posten 2011/0017, 0018,
0019 und 2012/0001). Ab Februar 2012 blieben diese hohen Pauschalen teilweise bzw.
ab März 2012 vollständig unbezahlt (Posten 2012/0002, 0004 bis 0006, 0010 bis 0013),
wobei die B._ AG der Beschwerdegegnerin am 27. April 2012 mitteilte, sie werde das
Segment des Personalverleihs nicht mehr bewirtschaften (nur noch die
Personalvermittlung für Dauerstellen) und u.a. um Anpassung der Lohnpauschalen bat
(act. G 5.1.4/116.1 f.). Mit Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 29. August 2012
wurde die provisorische Lohnsumme 2012 auf Fr. 500'000.-- festgelegt (act. G
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5.1.4/220), was am 4. September 2012 rückwirkend auf Januar 2012 wiederum zu stark
reduzierten Monatspauschalen von Fr. 6'177.85 und zu einer Gutschrift von Fr.
384'027.15 führte (Posten 2012/0014 [mit Anrechnung der Gutschrift an diverse offene
Posten]). Diese ermässigten Pauschalen wurden zwar wieder bezahlt (Posten
2012/0015 ff.). Indessen erwiesen auch sie sich als erheblich zu tief, wie sich im
Konkursverfahren zeigte: Mit Jahresabrechnung 2012 vom 17. Oktober 2013
deklarierte die konkursite B._ eine fast acht Mal höhere Lohnsumme von gegen 4
Millionen Franken (act. G 5.1.5/312.1), sodass die Beschwerdegegnerin für das Jahr
2012 am 5. November 2013 Lohnbeiträge in Höhe von Fr. 514'151.10 nachfordern und
anschliessend abschreiben musste (act. G 5.1.5/320; Posten 2013/0013). Ab der
Beitragsperiode Februar 2013 zahlte die Gesellschaft auch keine Beitragspauschalen
mehr (Posten 2013/0002 ff.).
3.3.2 In der Zwischenzeit stellte die Beschwerdegegnerin weitere Beitrags-
Nachforderungen für andere Jahre, so am 21. Februar 2012 betreffend die
auszugleichenden Beiträge für das Jahr 2011. Die entsprechende Rechnung in Höhe
von Fr. 170'487.90 wurde vollständig bezahlt, wenn auch erst nach Mahnung und
Betreibung (Posten 2012/0003). Die Beschwerdegegnerin führte sodann mehrere
Arbeitgeberkontrollen durch, so am 13. Mai 2012, am 14. Dezember 2012, 12. April
2013 und am 23. Oktober 2013. Dabei wurden jeweils erhebliche nicht abgerechnete
Lohnsummen in Höhe von Fr. 823'419.-- (2010), Fr. 288'510.-- (2009 bis 2011 [nicht
abgerechnete Lohnsummen des Beschwerdeführers]), Fr. 940'267.-- (2008 bis 2011
[geldwerte Leistungen an den Beschwerdeführer und Aufrechnung von dessen
Pauschalspesen]) und Fr. 1'214'331.35 (2011 [in Lichtenstein angestellte Personen])
festgestellt (act. G 5.1.4/123 und 322, G 5.1.5/153 und 313 f.). Eine weitere
Überprüfung ergab auch für die Jahre 2012 und 2013, dass via Lichtenstein
angestelltes, beitragspflichtiges Personal nicht abgerechnet wurde, obwohl der
Beschwerdeführer auf diese Problematik aufmerksam gemacht worden war
(Lohnsummen von Fr. 369'244.50 bzw. Fr. 175'305.30 [act. G 5.1.5/314, 322 und 323.1
- 3]). Die entsprechenden Beitragsnachforderungen der Beschwerdegegnerin in Höhe
von Fr. 125'195.60, Fr. 42'959.--, Fr. 135'606.50, Fr. 705'142.05 und Fr. 81'192.80
(vorletzte inkl. die bereits in vorstehender Erwägung erwähnte Nachforderung für 2012),
zuzüglich Nebenkosten, blieben jeweils unbezahlt und mussten (infolge einiger
Familienzulagen-Gutschriften nur fast) vollständig abgeschrieben werden (Posten
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2012/0007 und 0020, 2013/0006, 0013 und 0014 [vgl. act. G 5.1.4/139 und 331, act. G
5.1.5/161, 163, 319 f. und 328 f.]).
3.3.3 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Firma über einen längeren
Zeitraum von mehreren Jahren jeweils zu geringe Monatspauschalen leistete oder gar
aktiv veranlasste (2012), und die später auszugleichenden bzw. nachzuzahlenden
Beiträge nicht bezahlte. Der Beschwerdeführer war als zuständiges Organ verpflichtet,
dafür zu sorgen, dass jedenfalls die auszugleichenden und nachzuzahlenden Beiträge
ordnungsgemäss bezahlt werden, oder aber dafür zu sorgen, dass jeweils nur so viele
Löhne ausbezahlt werden, als darauf Beiträge bezahlt werden können. Gemäss Art. 35
Abs. 2 AHVV besteht sodann die Pflicht, wesentliche Änderungen der Lohnsumme
während des Jahres zu melden. Die zu tiefen Pauschalen resultieren denn auch aus
ungenügenden Angaben der Gesellschaft. Die Jahresabrechnung 2012 wurde gar
vergeblich gemahnt (act. G 5.1.5/138). Da die nachzuzahlenden Beiträge für die Jahre
2011 bis 2013 (Rechnungen vom 5. bzw. 19. November 2013 [Posten 2013/0013 und
0014]) ebenfalls auf Unterlassungen des Beschwerdeführers aus der Zeit vor der
Konkurseröffnung zurück zu führen sind, bleibt er auch für diese Ausfälle haftbar.
Zudem wurde er von der Beschwerdegegnerin auf die Versicherungspflicht von in der
Schweiz wohnhaften und beschäftigten Arbeitnehmenden, wenn diese auch via Büro
Lichtenstein angestellt waren, hingewiesen (vgl. act. G 5.1.5/314). Trotzdem deklarierte
die Firma diese Angestellten nicht in den Jahresabrechnungen. Indem sich der
Beschwerdeführer um diese ihm obliegenden Aufgaben nicht gekümmert hat, hat er
zumindest grobfahrlässig zur Entstehung des der Beschwerdegegnerin entstandenen
Schadens beigetragen. Daran vermögen auch die von ihm - nur sehr rudimentär -
ausgeführten Umstände (Auslandaufenthalt, U-Haft, Unfall) nichts zu ändern, dauerten
doch die unfreiwilligen Ausfälle gemäss eigenen Angaben des Beschwerdeführers nicht
über einen längeren Zeitraum an (vier Wochen bzw. drei Monate [vgl.
Beschwerdeergänzung vom 22. Juni 2015]) und belegen die freiwilligen gerade, dass er
sich zu wenig um seine Aufgaben als Organ der B._ AG gekümmert hat.
3.4 Schliesslich muss zwischen der schuldhaften Verletzung von Vorschriften und dem
Eintritt des Schadens ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ein Ergebnis hat
dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn es nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Lebenserfahrung an sich geeignet
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ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs
durch das Ereignis also allgemein als begünstigt erscheint (AHI 1994 S. 204 mit
Hinweisen). Vorliegend ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
Unterlassungen des Beschwerdeführers und dem eingetretenen Schaden gegeben.
Hätte der Beschwerdeführer dafür gesorgt, dass die B._ AG ihrer
Beitragsablieferungspflicht nachkommt bzw. nur so viele Löhne ausbezahlt, als darauf
Beiträge entrichtet werden können, und wären die Jahresabrechnungen vollständig
ausgefüllt worden, wäre kein Schaden in dieser Höhe entstanden.
4.
4.1 Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Leistung von Schadenersatz
erfüllt. Exkulpations- oder Rechtfertigungsgründe liegen keine vor. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach den Beschwerdeführer zu Recht verpflichtet,
Schadenersatz für entgangene Sozialversicherungsbeiträge zu leisten. Wie in E. 3.1
dargelegt, ist die Schadenssumme marginal auf Fr. 1'380'510.55 (wovon Fr.
147'687.75 kantonalrechtliche Forderung) zu reduzieren. In diesem Sinne ist die
Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).