Decision ID: 6b3eda32-0b9a-4ae9-a9a8-8d0971b1612c
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich im Mai 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Seit dem
Jahr 2000 arbeite sie als Küchengehilfin in einem Alters- und Pflegeheim und erziele
dabei ein Bruttoeinkommen von Fr. 3'560.--. Am 24. Dezember 2003 habe sie einen
Autounfall mit Schleudertrauma erlitten und leide seither an diversen Beschwerden (IV-
act. 132). Gestützt auf ein interdisziplinäres Gutachten des Medizinischen Zentrums
Römerhof, Zürich, vom 24. Oktober 2005 (nachfolgend: MZR-Gutachten; IV-act.
91/38-93) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Februar 2006 (IV-act. 100)
respektive Einspracheentscheid vom 13. April 2006 einen Rentenanspruch der
Versicherten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob diesen Entscheid
mit Urteil vom 16. Mai 2007 (IV 2006/91) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde auf
und wies die Sache zur Durchführung einer erneuten psychiatrischen Begutachtung an
die IV-Stelle zurück (IV-act. 86).
A.b Im von der IV-Stelle veranlassten psychiatrischen Gutachten vom 14. Dezember
2007 diagnostizierte Dr. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit
somatischen Symptomen (ICD-10: F33.01, F33.11) und eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4). Für die angestammte als auch für eine adaptierte
Tätigkeit bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 71).
A.c Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 40% den Anspruch auf eine Viertelsrente ab August 2005 in
Aussicht (IV-act. 65). Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 28. März
2008 Einwand und reichte der IV-Stelle zusätzlich einen Bericht von Dr. C._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 22. März 2008 ein (IV-act. 60/1-15).
Aufgrund der Einwände veranlasste die IV-Stelle am 7. Mai 2008 eine stationäre
psychiatrische Begutachtung in der Klinik St. Pirminsberg (IV-act. 57 und 59). Im
Gutachten der Klinik St. Pirminsberg vom 17. Juni 2009 (nachfolgend: St. Pirminsberg-
Gutachten) wurde eingangs ausgeführt, dass vom 17. bis 21. November 2008 eine
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stationäre Begutachtung geplant gewesen sei. Die Versicherte sei
vereinbarungsgemäss am 17. November 2008 zur psychiatrischen Begutachtung in die
Klinik eingetreten. Aufgrund des damals dargebotenen Zustandsbildes habe die
Abklärung vorzeitig abgebrochen werden müssen. Basierend auf den erhebbaren
anamnestischen Angaben und den Untersuchungsbefunden sei von einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10:
F33.1) bei Verdacht auf histrionische Persönlichkeitsakzentuierung und einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) auszugehen. Aufgrund der
vorliegenden Aktenlage, der anamnestischen Angaben sowie den beobachtbaren
psychopathologischen Merkmalen anlässlich der (vorzeitig abgebrochenen) stationären
Begutachtung bestehe in der bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit aus
psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der im Rahmen der
Begutachtung feststellbaren Verhaltensauffälligkeiten, welche zumindest teilweise auch
durch IV-fremde Faktoren bedingt seien, sei die Versicherte derzeit auf dem freien
Arbeitsmarkt allerdings nicht vermittelbar (IV-act. 29). Im Sinn des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens forderte die IV-Stelle die Versicherte mit Schreiben vom 27.
November 2009 auf, sich bei einer anerkannten psychiatrischen Klinik einer
Begutachtung zu unterziehen (IV-act. 25). Mit Schreiben vom 11. Dezember 2009
ersuchte die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter um einen materiellen
Rentenentscheid aufgrund der vorliegenden Aktenlage, da ihr derzeit eine erneute
Begutachtung nicht möglich bzw. nicht zumutbar sei (IV-act. 22).
A.d Mit Vorbescheid vom 15. April 2010 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an,
dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde. Aufgrund fehlender Mitwirkung habe
die IV-Stelle den Sachverhalt nur unvollständig abklären können. Eine allfällige
Arbeitsunfähigkeit sei demnach nicht ausgewiesen oder überwiegend wahrscheinlich
(IV-act. 20). Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte Einwand erheben und
beantragte die Ausrichtung einer halben Invalidenrente ab 1. August 2005. Der
Unterbruch der letzten Begutachtung sei eine Folge der psychiatrischen
Grunderkrankung und zweifelsohne nicht auf eine Verweigerungs- oder
Aggravationshaltung zurückzuführen, weshalb keine Sanktion wegen Verletzung der
Mitwirkungspflicht erfolgen könne. Eine Einschränkung in der Leistungsfähigkeit von
mindestens 40% in der bisherigen wie auch in einer adaptierten Tätigkeit sei durch die
vorliegenden Gutachten mehr als nur überwiegend wahrscheinlich (IV-act. 14). In einem
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weiteren Vorbescheid vom 14. Juni 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Im Vorbescheid vom 15. April 2010
habe sich die IV-Stelle zu Unrecht auf die Sanktionsbestimmung nach Art. 43 Abs. 3
ATSG berufen. Vielmehr sei eine materielle Prüfung aufgrund der Akten vorgenommen
worden, welche keinen bleibenden Gesundheitsschaden ausweisen würde (IV-act. 10).
Auch gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 20. August 2010 Einwand
erheben (IV-act. 7). In der Verfügung vom 7. September 2010 eröffnete die IV-Stelle der
Versicherten, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (IV-act. 6).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Roland
Hochreutener, St. Gallen, eingereichte Beschwerde vom 11. Oktober 2010 mit den
Anträgen, die Verfügung vom 7. September 2010 sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei per 1. August 2005 eine halbe Invalidenrente auszurichten,
eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter entsprechenden Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Der Abbruch der gutachterlichen Exploration sei aus
medizinischen Gründen erfolgt. Bei einer korrekten, umfassenden Würdigung der
vorliegenden Arztberichte und Gutachten hätte die Beschwerdegegnerin zum Schluss
kommen müssen, dass eine Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit von
mindestens 50% ausgewiesen sei (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 30. November 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Sachverhalt habe im
Hinblick auf die psychiatrische Problematik nicht ausreichend geklärt werden können,
da die Beschwerdeführerin nicht bereit gewesen sei, sich einer ausführlichen
Untersuchung zu unterziehen. Die gestellten Diagnosen würden nicht darauf schliessen
lassen, dass eine Begutachtung nicht möglich sei. Somit lägen keine verwertbaren
Gutachten vor, sodass sich daraus kein bleibender Gesundheitsschaden ableiten lasse.
Zudem sei vorliegend von einer Fähigkeit zu einer Willensanstrengung auszugehen, die
eine vollumfängliche Überwindung der subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
erlaube (act. G 4).
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B.c Mit Replik vom 20. Januar 2011 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen fest (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).
B.e Auf weitere Ausführungen der Parteien wird, soweit entscheidwesentlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch
der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
7. September 2010, wobei ein Sacherhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten
der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat.
Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem
Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
1.3 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
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verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.4 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
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begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Aus der angefochtenen Verfügung geht nicht eindeutig hervor, ob es sich um eine
materiellrechtliche Abweisungsverfügung oder um eine verfahrensrechtliche Sanktions
anordnung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG handelt. Einerseits führte die
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 7. September 2010 aus, dass von weiteren
Abklärungen infolge fehlender Mitwirkung abgesehen werde. Der Sachverhalt habe
somit nicht vollständig abgeklärt werden können. Andererseits teilte sie mit, dass sie
sich nicht auf die Sanktionsbestimmung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG berufen habe,
sondern dass eine materielle Prüfung aufgrund der Akten vorgenommen worden sei.
Diese Ausführungen sind insofern widersprüchlich, da bei einer ungenügend
abgeklärten Aktenlage grundsätzlich kein materieller Entscheid gefällt werden kann, da
dadurch der Untersuchungsgrundsatz verletzt wäre. Die angefochtene Verfügung ist
daher dahingehend zu interpretieren, dass die Beschwerdegegnerin einen Entscheid
aufgrund der vorliegenden Akten im Sinn von Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgenommen hat
oder vornehmen wollte, ohne dabei allerdings eine tatsächliche Würdigung der
vorhandenen Akten vorzunehmen.
2.2 Vorab gilt es daher zu prüfen, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt, oder
ob weitere Abklärungen vorzunehmen sind oder eine verfahrensrechtliche
Sanktionsanordnung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG in Frage kommt.
2.3 Dem St. Pirminsberg-Gutachten ist einleitend zu entnehmen, dass die vom 17.
bis 21. November 2008 geplante stationäre Begutachtung aufgrund des dargebotenen
Zustandsbildes bereits am zweiten Abklärungstag habe abgebrochen werden müssen.
Aufgrund der am 17. und 18. November 2008 erhobenen Anamnese und Befunde habe
eine dringende Notwendigkeit einer stationären Therapie bestanden. In der
Zwischenzeit seien keine Informationen über den weiteren Verlauf eingegangen,
weshalb eine abschliessende Beurteilung nicht möglich sei (IV-act. 29/1). Sodann
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wurde im St. Pirminsberg-Gutachten ausgeführt, dass die im Rahmen der stationären
Begutachtung vorgesehenen Untersuchungen nicht wie geplant hätten durchgeführt
werden können. Hinweisend auf ihre Beschwerden habe die Beschwerdeführerin
während der psychiatrischen Exploration immer wieder um Pausen gebeten und sich
auf ihr Zimmer ins Bett zurück gezogen. Trotz mehrstündiger Explorationsdauer und
grossen Bemühungen der Untersucher, sei es weder am 17. noch am 18. November
2008 möglich gewesen, nähere anamnestische Angaben zur Lebensgeschichte der
Beschwerdeführerin zu explorieren. Auch die testpsychologische Untersuchung habe
nicht wie geplant durchgeführt werden können. Die Beschwerdeführerin habe sich
nicht in der Lage gefühlt zu Fuss zum nahegelegenen Gebäude des psychologischen
Dienstes zu gehen. Schliesslich habe die zuständige Psychologin die Testung am Bett
der Beschwerdeführerin durchführen müssen, da sie sich ausser Stande gefühlt habe,
die Untersuchung im wenige Meter entfernten Untersuchungszimmer der Station
durchzuführen. Die testpsychologische Untersuchung habe aufgrund von deutlichen
Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin vorzeitig abgebrochen werden
müssen. Es hätten lediglich der Raven SPM sowie der Rey Memory Test durchgeführt
werden können. Die ursprünglich geplanten ausführlichen kognitiven Untersuchungen
hätten in Anbetracht der Verhaltensauffälligkeiten nicht durchgeführt werden können.
Sodann habe auch der am 18. November 2008 begonnene arbeitspraktische Teil der
Abklärung bereits nach 45 Minuten wieder abgebrochen werden müssen (IV-act.
29/5-6). Diese Ausführungen belegen eindeutig, dass aufgrund der
Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin keine zuverlässige Exploration
durchgeführt werden konnte. Dementsprechend teilten die Gutachter explizit mit, dass
es ihnen nicht möglich sei, eine abschliessende Beurteilung abzugeben. Vor diesem
Hintergrund stellt das St. Pirminsberg-Gutachten keine ausreichende Grundlage für
eine Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Beschwerdeführerin dar, weshalb vorliegend
nicht darauf abgestellt werden kann.
2.4 Gegen das Gutachten von Dr. B._ vom 14. Dezember 2007 brachte die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass in Übereinstimmung mit der Beurteilung
von Dr. C._ davon ausgegangen werden müsse, dass die von Dr. B._ aufgestellten
Diagnosen nicht vollständig seien und nicht den tatsächlichen Schweregrad der
depressiven Symptomatik wiedergeben würden, so dass eine inadäquate Einschätzung
der Arbeitsunfähigkeit resultiere. Sodann hätte die Begutachtung - entsprechend dem
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Hinweis des Versicherungsgerichts - in einem stationären Rahmen erfolgen müssen
(IV-act. 60/7). Diesen Einwänden gilt es entgegenzuhalten, dass die Ausführungen von
Dr. C._ gegen die Beurteilung von Dr. B._ (vgl. IV-act. 60/13f.) im Wesentlichen
eine andere Einschätzung darstellen und von daher für sich allein nicht geeignet sind,
Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. B._ zu begründen. Sodann ist
zu berücksichtigen, dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im bereits
erwähnten Urteil vom 16. Mai 2007 lediglich eventuell einen stationären Rahmen für die
durchzuführende psychiatrische Begutachtung vorgesehen hat, weshalb einer
ambulanten Abklärung nicht per se ein unzureichender Beweiswert zukommen kann.
Weitere substantiierte Einwände werden von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht
geltend gemacht. Insgesamt sind keine Hinweise gegen die Zuverlässigkeit der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. B._ auszumachen. Insbesondere war im
Begutachtungszeitpunkt - im Gegensatz zum St. Pirminsberg-Gutachten - offenbar
eine hinreichende Exploration möglich. Diesbezüglich ist dem Gutachten von Dr. B._
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin anfänglich zwar eine gereizte
Grundstimmung gezeigt habe, im Verlauf der Exploration allerdings zunehmend
offener, freundlicher und kooperativer geworden sei (IV-act. 71/8). Im Weiteren beruht
das Gutachten auf eigenständigen Abklärungen und berücksichtigt sämtliche
relevanten Vorakten. Dr. B._ setzt sich zudem ausführlich mit den abweichenden
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit, insbesondere mit dem psychiatrischen Teil des
MZR-Gutachtens (Dr. D._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH) sowie den
Beurteilungen von Dr. E._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, und Dr. C._,
auseinander. So zeigte Dr. B._ plausibel auf, weshalb er die Beurteilung durch Dr.
D._ für "revisionsbedürftig" hält und er die Beschwerdeführerin im Umfang von 40%
für arbeitsunfähig erachtet. Im Umfang von 60% hält er - anders als die behandelnden
Ärzte - es für zumutbar, dass die Beschwerdeführerin ihre Schmerzen überwindet und
einer angepassten Arbeit nachgehen kann. Er führt im Weiteren nachvollziehbar aus,
dass bei der Kombination von depressiven und anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen in der Regel eine schnelle Dekonditionierung und körperliche
Erschöpfung zu sehen sei, was häufig mit schweren Antriebsstörungen im Rahmen der
depressiven Störung beschrieben werde. Dadurch lasse er sich auch die von Dr. E._
und Dr. C._ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit erklären. Dass die
Beschwerdeführerin in eine Verzweiflung bzw. einen Teufelskreis gekommen sei, sei
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plausibel, dass aber bei einem so grossen Leidensdruck nicht versucht worden sei,
dies im Rahmen des stationären psychiatrischen Aufenthalts zu behandeln, könne nicht
nachvollzogen werden und begründe Zweifel an der Diagnose einer schweren
depressiven Episode. Schliesslich verneint er (wie Dr. D._ und auch die Ärzte der
Klinik St. Pirminsberg) die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung, wie
sie von Dr. C._ für gegeben erachtet wird (IV-act. 71/9ff.). Insgesamt leuchtet das
Gutachten von Dr. B._ in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen die
darin enthaltenen Schlussfolgerungen, insbesondere die attestierte 40%ige
Arbeitsunfähigkeit seit August 2004, zu überzeugen. Dabei erfolgte die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der zumutbaren Schmerzüberwindung,
weshalb entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht ohne weiteres von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann. Ergänzend gilt es festzuhalten,
dass auch das St. Pirminsberg-Gutachten die Beurteilung von Dr. B._ nicht in Frage
stellt; es wird ausgeführt, dass die Einschätzung von Dr. B._, wonach die
Beschwerdeführerin seit August 2004 40% arbeitsunfähig sei, basierend auf den
vorliegenden Informationen nicht dementiert werden könne (IV-act. 29/39).
Zusammenfassend bestehen keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens
von Dr. B._, weshalb vorliegend darauf abgestellt werden kann.
2.5 Da von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten sind und aufgrund der vorliegenden Unterlagen eine weitere Begutachtung
ohnehin wenig erfolgsversprechend erscheint, ist dem Eventualantrag der
Beschwerdeführerin nicht stattzugeben (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V
157 E. 1d).
3.
3.1 Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit von 60% (angestammt und adaptiert),
gilt es die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigungen zu prüfen.
3.2 Die Beschwerdeführerin führt in der Beschwerde aus, dass bei der Ermittlung des
Invaliditätsgrads - im Einklang mit der Beschwerdegegnerin - ein Prozentvergleich vor
genommen werden könne. Aufgrund des zuletzt von der Beschwerdeführerin erzielten
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Valideneinkommens (vgl. IV-act. 119) ist diese Schlussfolgerung nicht zu beanstanden.
Der Invaliditätsgrad entspricht somit dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007,
I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). Da die Beschwerdeführerin weiterhin die angestammte
Tätigkeit ausüben kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2011,
8C_10/2011, E. 7), sind vorliegend keine Umstände auszumachen, welche einen
Leidensabzug rechtfertigen würden.
3.3 Bei einem Invaliditätsgrad von 40% besteht somit ein Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Viertelsrente. Der Rentenbeginn richtet sich nach Art. 29
Abs. 1 lit. b aIVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Gemäss Gutachten
von Dr. B._ ist seit August 2004 durchgehend von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Der Anspruch auf eine Viertelsrente entstand somit nach Ablauf der
einjährigen Wartezeit am 1. August 2005 (Beginn des Monats in dem der
Rentenanspruch entsteht).
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde die Verfügung vom 7. September 2010 aufzuheben und der
Beschwerdeführerin ab 1. August 2005 eine Viertelsrente auszurichten. Die Sache ist
zur Festsetzung der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Die Beschwerdeführerin ist mit ihrer Beschwerde lediglich teilweise
durchgedrungen, weshalb die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung
grundsätzlich nach dem Ausmass des Obsiegens zu verteilen bzw. zu bemessen
wären. Da die quantitative Überklagung den Prozessaufwand nicht beeinflusst hat, ist
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung allerdings von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. BGE 117 V 407 E. 2c; Urteile des Bundesgerichts vom 3. Dezember
2010, 8C_568/2010, E. 4.2 und vom 26. Mai 2010, 9C_94/2010, E. 4.3).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin trägt die gesamten Verfahrenskosten. Der Beschwerdeführerin ist
der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.4 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG). Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der
Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. Vorliegend
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht