Decision ID: 028c69fa-6f64-54cd-8574-a58291787234
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ [...] meldete sich am 20./27. April 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Sie habe den Beruf der Verkäuferin erlernt und sei als [...]
angestellt gewesen. Seit 2009 leide sie an Magersucht. - Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin FMH, gab gemäss Gesprächsprotokoll des Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung vom 30. April 2010 (IV-act. 10, vgl.
IV-act. 20) an, bei der Versicherten bestehe eine depressive Anpassungsstörung mit
schwerem Gewichtsverlust seit August 2009 (seit April 2009 um 9 kg auf 39 kg; BMI
Januar 2010: 15). Die Diagnose habe eventuell schon im Juni 2009 bestanden, damals
schon sei heftiges Erbrechen aufgetreten, eine erste Hospitalisation sei im August 2009
erfolgt. Der Gewichtsverlust sei eventuell auch die Folge der Belastung durch die
Umstände ihres Ehemanns, der sich wegen vorwiegend funktioneller Probleme
ebenfalls in der Frühintervention befunden habe und den die Versicherte, da er nicht
Deutsch spreche, überallhin habe begleiten müssen. Auf November 2009 sei ihr die
Stelle wegen diverser Absenzen gekündigt worden. In der Zwischenzeit sei sie (die bis
Mitte März 2010 wieder auf 44 kg zugenommen habe) vorbehältlich anderer
Beurteilung durch die Psychotherapeuten wieder arbeitsfähig. - Die Psychotherapeutin
D._, delegiert von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
arbeitend, gab am 3. Mai 2010 (IV-act. 12) an, der Versicherten werde eine
Arbeitsfähigkeit von 25 % zugemutet. Es sei aber keine Sachlage für eine Rente. - Der
RAD schloss, es empfehle sich, mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % zu beginnen und
sie sachte zu steigern. - Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 3. Mai 2010 (IV-
act. 17) war die Versicherte von Juli 2006 bis Februar 2010 als [...] angestellt gewesen
(letzter Arbeitstag 30. Oktober 2009) und war ihr aus gesundheitlichen Gründen
gekündigt worden. - Am 18. Mai 2010 (IV-act. 21) hielt der IV-
Eingliederungsverantwortliche fest, die Versicherte sei nicht eingliederungsfähig; sie sei
schwanger und müsse auf Anraten des Arztes viel liegen. Daraufhin teilte die
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Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 2. Juni 2010 (IV-act. 24)
mit, berufliche Massnahmen seien zurzeit nicht möglich. - Dr. C._ gab im IV-
Arztbericht vom 2. März 2012 (IV-act. 30) bekannt, die Versicherte sei seit 1. August
2011 nicht mehr arbeitsunfähig. Die Situation habe sich seit der Geburt des Kindes (_
2012 [recte: 2011]) bzw. seit Mitte 2011 stabilisiert. - In einem Fragebogen betreffend
Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die Versicherte am 22. März 2012 (IV-act. 32) unter
anderem an, sie sei zurzeit im Umfang von acht bis 20 Stunden pro Woche
erwerbstätig und wäre es ohne Behinderung im Ausmass von 80 bis 100 %. - Dr. E._
und die Psychotherapeutin bezeichneten am 9. April 2012 als Diagnose eine
depressive Anpassungsstörung mit schwerem Gewichtsverlust seit 8/09 (F43.2; DD:
atypische Anorexia nervosa F50.1, somatoforme Funktionsstörung des oberen
Gastrointestinaltraktes und psychogener Appetitverlust; depressive Episode) und
empfahlen eine Begutachtung der Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 33). - Der RAD hielt am
11. Juni 2012 (IV-act. 34) dafür, seit August 2011 bestehe volle Arbeitsfähigkeit für
sämtliche Tätigkeiten. Daraufhin ging die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle davon
aus, ein Anspruch auf berufliche Massnahmen sei deshalb nicht gegeben. Die
Versicherte könne sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) melden (IV-
act. 35). Nach einem Vorbescheid vom 13. August 2012 (IV-act. 39 f.) verfügte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 1. Oktober 2012 die
Abweisung des Leistungsgesuchs (kein Invaliditätsgrad; IV-act. 41).
B.
Am 16./17. Dezember 2014 (IV-act. 54) meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invalidenversicherung an. Sie - inzwischen im _ 2013 Mutter eines zweiten Kindes
geworden - sei wegen eines Hüftleidens seit 28. März 2014 arbeitsunfähig.
B.a.
In einem bei den Fremdakten (im Folgenden KV-act.) liegenden Bericht vom
21. Juli 2014 (KV-act. 3-7 i.V.m. KV-act. 3-2) hatte Dr. C._ der Kollektiv-
Krankenversicherung der Versicherten auf Anfrage unter anderem mitgeteilt, im
Frühjahr 2014 seien Symptome eines nun diagnostizierten femoroacetabulären
Impingements mit CAM-Deformität rechts aufgetreten. Eine Arbeitstätigkeit der
Versicherten sei zurzeit aus familiären Gründen nicht möglich (zwei Kleinkinder,
unfallbedingt arbeitsunfähiger Ehemann). Ein Einsatz ausser Hauses sei deshalb nicht
denkbar. Eine erhöhte Belastung der rechten Hüfte sei zurzeit nicht möglich. Dazu
komme eine rein aus familiären Gründen zunehmende Belastungsproblematik. Die
Hüfte der Versicherten werde wohl operiert werden müssen; eine Rückkehr an eine
B.b.
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Arbeit im Jahr 2014 sei nicht realistisch. Am 19. November 2014 (KV-act. 3-16 i.V.m.
KV-act. 3-14) hatte der Arzt berichtet, der Gesundheitszustand und die Beschwerden
hätten sich nicht verändert. Eine Steigerung oder volle Erreichung der Arbeitsfähigkeit
sei nur nach Operation möglich. - Der beratende Arzt der Krankentaggeldversicherung
hatte dieser Versicherung am 11. Dezember 2014 erklärt, eine Überweisung der
Versicherten an einen Orthopäden hätte längst erfolgen sollen. Die Arbeitsunfähigkeit
ab 24. März 2014 von 100 % werde durch das Leiden ausreichend begründet; die
Prognose für die Arbeitsfähigkeit in der (damaligen) beruflichen Tätigkeit sei zurzeit
noch unklar. Unklar sei auch die Arbeitsfähigkeit der Versicherten für eine geeignete
leichtere Tätigkeit (vgl. KV-act. 3-17 f.).
Der RAD hielt am 14. Januar 2015 (IV-act. 61) fest, eine durchgehende
Arbeitsunfähigkeit seit 28. März 2014, wie von Dr. C._ bescheinigt, sei nicht
hinreichend plausibel, ebenso wenig, weshalb noch keine fachärztliche Untersuchung
und Beurteilung der Hüftproblematik erfolgt sei. Dr. C._ gebe ausserdem an, es
bestehe aus krankheitsfremden Gründen keine Arbeitsfähigkeit und die Versicherte sei
durch ihre häusliche Tätigkeit voll ausgelastet. Zur Koordination mit der
Taggeldversicherung empfehle er (der RAD-Arzt), höchstens eine Arbeitsfähigkeit wie
diese anzunehmen. Es sei abzuklären, wann eine fachärztliche Untersuchung und
Behandlung erfolge oder weshalb das noch nicht geschehen sei. - Nachdem sich
(aufgrund von Angaben von Dr. C._, IV-act. 63-4) ergeben hatte, dass die Versicherte
einer vorgesehenen Überweisung an den Spezialisten aus familiären Gründen nicht
folgen wolle und könne, dass die familiäre Situation sehr schwierig sei, und dass sich
die gesundheitliche Situation aber schon etwas verbessert habe, ging der RAD am
15. Januar 2015 von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit 1. Juli 2014 aus
(vgl. IV-act. 63). - Einer Arbeitgeberbescheinigung vom 12. Januar 2015 (IV-act. 62) war
zu entnehmen, dass die Versicherte von November 2012 bis Februar 2014 (Kündigung
durch die Versicherte) dort als Verkäuferin angestellt gewesen war. Ab Februar 2013
handelte es sich um ein Vollpensum. Am 16. April 2013 war der letzte Arbeitstag
gewesen.
B.c.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen wies einen
Anspruch der Versicherten mit Verfügung vom 9. März 2015 (IV-act. 66; Vorbescheid
IV-act. 65) erneut ab. Ihr Rechtsvertreter erhob am 20. April 2015 (IV-act. 74)
B.d.
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C.
Beschwerde und beantragte unter anderem eine bidisziplinäre Begutachtung. Am
5. Juni 2015 (IV-act. 85) widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle wegen
geplanter Abklärungen (da die Versicherte sich nun offenbar im März 2015 durch einen
Orthopäden habe untersuchen lassen) die Verfügung vom 9. März 2015, worauf das
Beschwerdeverfahren abgeschrieben wurde (IV-act. 102). Am 28. August 2015 (IV-
act. 117) und 18. September 2015 (IV-act. 127) wurde der Versicherten eine
Begutachtung angekündigt. Ihr Rechtsvertreter hatte dazwischen beantragt, zuvor
berufliche Abklärungen und Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (IV-act. 121).
Im Gutachten vom 4. Januar 2016 (IV-act. 136) gab das Swiss Medical
Assessment- and Business-Center (SMAB) an, Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit lägen bei der Versicherten nicht vor. Ohne Auswirkung seien (erstens)
eine Coxalgie rechts bei (a) MRI-gesichertem vorderem Labrumeinriss und (b)
peritrochantärem Schmerzsyndrom, (zweitens) ein Status nach schwerem
Gewichtsverlust bei somatoformer Funktionsstörung des oberen Gastrointestinaltraktes
und psychogenem Appetitverlust 2009, atypische Anorexia nervosa, (drittens) ein
Status nach Eisenmangelzustand und (viertens) ein Status nach Vitamin D-Mangel. Die
Versicherte sei sowohl in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit voll
arbeitsfähig. Eine vorübergehende - im Nachhinein schwer quantifizierbare -
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Herbst 2009 sei bei der diagnostizierten
Anpassungsstörung mit Anorexieanteilen nachvollziehbar. Spätestens seit August 2011
sei sie wieder vollständig behoben gewesen.
B.e.
Nach einer Mitteilung vom 5. Februar 2016 (IV-act. 141; funktionell: Vorbescheid)
wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um
berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 18. Februar 2016 (IV-act. 143) angesichts
des Begutachtungsergebnisses ab. Betreffend Rente werde sie später eine separate
Verfügung erhalten.
B.f.
Gegen diese Verfügung vom 18. Februar 2016 betreffend berufliche Massnahmen
richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rémy Wyssmann für die Betroffene am
1. April 2016 erhobene Beschwerde IV 2016/106. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
C.a.
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Sache sei zur weiteren Abklärung und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, eventualiter seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Invalidenleistungen einschliesslich beruflicher Massnahmen nach Massgabe einer
Invalidität von mindestens 40 %, zuzüglich eines Verzugszinses von 5 % ab wann
rechtens, auszurichten. Das Verfahren sei bis zum Vorliegen der Verfügung über den
Rentenanspruch zu sistieren. Ausserdem sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung nach
Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit Publikums- und Presseanwesenheit durchzuführen. Vor der
Eröffnung des materiellen Endentscheids sei dem Rechtsvertreter Gelegenheit zur
Einreichung einer detaillierten Kostennote zu geben. Am 25. Februar 2014 habe die
Beschwerdeführerin ihre Stelle aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Bis Ende Juni
2014 seien ihr Krankentaggelder bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit gezahlt worden,
danach seien sie (sanktionsweise) auf 50 % gekürzt worden; Dr. C._ habe im
Krankenschein der Taggeldversicherung letztmals noch am 27. Februar 2015 eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Nach der Neuanmeldung habe der RAD am 14. Januar
2015 das Abstellen auf die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 50 % durch die
Krankentaggeldversicherung befürwortet. Tags darauf solle eine Besprechung
stattgefunden haben, bei welcher der RAD, da die Beschwerdeführerin für die Kinder
sorgen und den Haushalt vollumfänglich erledigen könne, geschlossen habe, sie sei
auch für ihre bisherige Tätigkeit arbeitsfähig. Das SMAB-Gutachten vermöge keine
Grundlage für die angefochtene Verfügung betreffend Eingliederung zu sein. Die
psychiatrische Begutachtung sei äusserst rudimentär und oberflächlich ausgefallen.
Der Gutachter habe sich inhaltlich nicht rechtsgenüglich mit der abweichenden
Beurteilung des behandelnden Psychiaters auseinander gesetzt und faktisch die
pauschale Behauptung des RAD vom 15. Januar 2015 übernommen. Über die Qualität
der Beziehung der Beschwerdeführerin zum Ehemann finde sich nichts; weshalb auf
eine fremdanamnestische Abklärung - beispielsweise bei ihm - habe verzichtet werden
können, sei nicht begründet worden. Warum die psychische Problematik ausgerechnet
im August 2011 weggefallen sein solle, sei nicht begründet und schwer
nachvollziehbar. Die Einschätzung, wonach aus orthopädischer Sicht mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit ein kompensierter Zustand bestehen solle, so dass
keine Arbeitsunfähigkeit vorliege, stehe in unauflösbarem Widerspruch zu derjenigen,
wonach eine arthroskopisch-assistierte Operation des rechten Hüftgelenks indiziert sei
und erneut empfohlen werde. Solle der orthopädische Status kompensiert sein, so
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brauche es keine weitere Operation. So aber bleibe der medizinische Endzustand nicht
erreicht und nicht kompensiert. Faktisch werde damit die Feststellung des
Eingliederungsverantwortlichen bestätigt, dass der Gesundheitszustand instabil sei.
Solange aber dieser Zustand angehalten habe, könne die Arbeitsfähigkeit noch nicht
erreicht worden sein. Aus welchen Gründen die retrospektiv bestätigte
Arbeitsunfähigkeit weggefallen sein solle, werde orthopädisch ebenfalls nicht
begründet. Nach Auffassung der Gutachter müsse juristisch geklärt werden, ob die
Beschwerdeführerin ihrer Schadenminderungspflicht durch therapeutische
Untersuchungen und Infiltration nachgekommen sei. Der anscheinend ausgeprägten
subjektiven Operationsverweigerung bzw. der zur Operation fehlenden Motivation sei
nicht mit einer Leistungsaufhebung, sondern mit einem Mahn- und
Bedenkzeitverfahren zu begegnen; ein solches sei jedoch bis dahin nie durchgeführt
worden. Einen Eingliederungsanspruch räume Art. 8 Abs. 1 IVG nicht nur den Invaliden,
sondern auch den von Invalidität bedrohten Versicherten ein. Stellten die Gutachter die
Indikation zu einer Operation und verknüpften sie sie mit einer
Schadenminderungspflicht, so liege es nahe, deren allzu optimistische Prognose zum
orthopädischen Status zu hinterfragen. Es frage sich, ob, wenn sich die
Beschwerdeführerin weiterhin weigere, sich der Operation zu unterziehen, ein
bleibender gesundheitlicher Nachteil eintrete, und gegebenenfalls, wann. Bis zur
Klärung dieser Fragen fehle es an einer umfassenden und rechtsgenüglichen Abklärung
des Sachverhalts. Mit der Begründung der angefochtenen Verfügung (betreffend
berufliche Massnahmen) werde der spätere Rentenentscheid präjudiziert, weshalb eine
vorsorgliche Anfechtung dieser Verfügung vom 18. Februar 2016 erforderlich sei. Das
Verfahren sei zu sistieren, damit keine widersprechenden Entscheide ergingen und
keine Beweisvereitelung und Rechtsverweigerung eintrete. Denn bei rechtskräftigem
präjudizierendem Vorentscheid wäre eine Beweisführung nicht mehr möglich, so dass
das Recht der Beschwerdeführerin auf Beweis und auf wirksame Beschwerdeführung
sowie die Rechtsweggarantie verletzt wären. Hernach sei eine Vereinigung der
Verfahren anzustreben.
Das Beschwerdeverfahren IV 2016/106 wurde antragsgemäss sistiert (act. G 2).C.b.
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D.
In einem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt
(IV-act. 155) gab die Versicherte am 15. August 2016 unter anderem an, sie wäre ohne
Gesundheitsschaden voll erwerbstätig. Ihre Mutter würde die Kinderbetreuung
übernehmen.
D.a.
Mit Vorbescheid vom 20. Oktober 2016 (IV-act. 167) kündigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen eine Abweisung (auch) des
Rentenanspruchs der Versicherten an. Deren Rechtsvertreter beantragte am
25. November 2016 (IV-act. 170) unter anderem, die rechtskräftige Verfügung vom
1. Oktober 2012 sei wiedererwägungsweise aufzuheben und der Versicherten seien ab
1. August 2010 bis mindestens 31. Oktober 2016 die gesetzlichen Leistungen nach
Massgabe eines Invaliditätsgrads von mindestens 70 % zuzusprechen, es sei eine
neue psychiatrisch-orthopädische Begutachtung betreffend den Zeitraum ab
1. November 2015 und ab 1. November 2016 durchzuführen und es seien aktualisierte
Berichte der behandelnden Ärzte und Therapeuten zur Beurteilung des Zustands nach
dem operativen Eingriff bei der Versicherten vom 5. September 2016 einzuholen.
D.b.
Dr. C._ gab im Verlaufsbericht vom 7. Februar 2017 (IV-act. 172) bekannt, die
Diagnose habe sich nicht verändert. Es bestehe bei der Versicherten (seit ca. 2014) ein
Status nach Hüftarthroskopie rechts bei femoro-acetabulärem Impingement und
Labrumläsion mit Meralgia paraesthetica nocturna. Seit dem operativen Eingriff vom
6. (recte: 5.) September 2016 habe sich die Funktion der rechten Hüfte kontinuierlich
verbessert. Es bestehe aber wohl noch eine verminderte Belastbarkeit für schwere
körperliche Arbeiten. Leichte wechsel- und die Hüfte nicht belastende adaptierte
Tätigkeiten seien zumutbar. Volle (d.h. vollzeitliche, gemeint wohl: Erwerbs-) Tätigkeiten
seien im Rahmen der Auslastung als Mutter und Hausfrau zurzeit wohl nicht realistisch.
- Beigelegt war unter anderem ein Bericht von Dr. med. F._, Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH (der die Versicherte am
5. September 2016 operiert hatte, IV-act. 172-8 f.), vom 26. Oktober 2016 (IV-
act. 172-6), wonach (unter anderem) ein Status nach Arthroskopie rechte Hüfte
vorliege. Die Versicherte sei nach äusserst erfreulichem Verlauf bei noch etwas knapper
Beweglichkeit der Hüfte eigentlich beschwerdefrei.
D.c.
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E.
Gegen die Verfügung vom 26. Oktober 2017 betreffend den Rentenanspruch richtet
sich die von ihrem Rechtsvertreter für die Beschwerdeführerin am 24. November 2017
erhobene Beschwerde IV 2017/431. Die Beschwerdeführerin lässt beantragen, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Die bereits rechtskräftige Verfügung vom
1. Oktober 2012 sei gestützt auf Art. 53 Abs. 2 ATSG wiedererwägungsweise
aufzuheben und es seien ihr ab 1. August 2009 bzw. nach dem Wartejahr ab 1. August
2010 bis mindestens 31. Oktober 2016 die gesetzlichen Leistungen nach Massgabe
eines Invaliditätsgrads von mindestens 70 % zuzusprechen. Des Weiteren sei eine
gerichtliche psychiatrisch-orthopädische Begutachtung betreffend den Zeitraum ab
1. November 2015 und ab 1. November 2016 durchzuführen ("Beweisthema:
unvollständige Begutachtung"). Eventualiter seien ihr die gesetzlichen Leistungen nach
Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40 % (einschliesslich berufliche
Massnahmen), zuzüglich eines Verzugszinses von 5 % ab wann rechtens,
auszurichten. Das Verfahren sei mit IV 2016/106 zu vereinigen, es sei eine öffentliche
Gerichtsverhandlung durchzuführen und es sei Gelegenheit zur Einreichung einer
detaillierten Kostennote zu geben. Vom 18. bis 28. Mai 2013 habe die
Krankentaggeldversicherung bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % Taggelder bezahlt,
Im Verlaufsbericht vom 10. Februar 2017 (IV-act. 173-1 bis 3) nannte Dr. F._ als
Diagnosen ein femoroacetabuläres Impingement bei Labrumdefekt und CAM-
Deformation sowie eine Einklemmung des N. cutaneus femoris lateralis rechts. Die
Versicherte könne Arbeiten mit wechselnden Belastungen im Sitzen und im Stehen mit
etwas Gehen ohne Problem leisten, zu sechs Stunden täglich sicherlich.
D.d.
Das SMAB nahm mit Schreiben vom 10. Juli 2017 (IV-act. 180) zu den Einwänden
des Rechtsvertreters der Versicherten Stellung. Die Arbeitsunfähigkeit nach der
Operation sei nur temporär für etwa vier bis sechs Wochen anzunehmen. Es ergäben
sich weder Änderungen in der Bewertung des Gutachtens für die Zeit vor noch für jene
nach der Operation. Zu den das psychiatrische Gutachten betreffenden Einwänden
könne nicht Stellung genommen werden.
D.e.
Mit Verfügung vom 26. Oktober 2017 (IV-act. 183) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Rentengesuch der
Versicherten ab. Eine Wiedererwägung werde nicht vorgenommen und eine
Begutachtung sei nicht angezeigt.
D.f.
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hernach bis 14. Dezember 2013 und ausserdem vom 1. April 2014 bis 30. Juni 2014
bei voller Arbeitsunfähigkeit, ferner vom 1. Juli 2014 bis 9. März 2015 nochmals bei
50 % und anschliessend bis 17. April 2015 wieder bei 100 % Arbeitsunfähigkeit.
Dr. C._s Arbeitsunfähigkeitsatteste seien offensichtlich zusammen mit Dr. med.
G._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, abgegeben worden. Der
Taggeld-Unterbruch vom 15. Dezember 2013 bis 31. März 2014 sei erfolgt, weil
anscheinend eine Mutterschaftsentschädigung bezahlt worden sei. Grundsätzlich sei
aber im gesamten Zeitraum der (Taggeld-) Leistungsdauer von rund zwei Jahren
durchgehend von mindestens 50 % Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Am 5. September
2016 sei die Beschwerdeführerin arthroskopisch an der rechten Hüfte operiert worden.
Der hypertrophe Limbus sei völlig instabil und eingeklemmt gewesen, die Synovialis
entzündet [IV-act. 172-8]. Nach Angaben von Dr. C._ vom 25. Oktober 2016 habe
aufgrund des orthopädischen Leidens eine volle Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin von April 2014 bis mindestens Ende Oktober 2016 bestanden. Die
SMAB-Begutachtung sei in Unkenntnis der vollständigen medizinischen Aktenlage
erfolgt. Der Operationsbericht sei dem Gutachter der Orthopädie noch nicht bekannt
gewesen. Seine Einschätzung, dass ein kompensierter Zustand und keine
Arbeitsunfähigkeit bestehe, habe sich nach der Operation als falsch erwiesen.
Ausserdem habe den Gutachtern das Wissen um die durchgehende Anerkennung der
mindestens 50 % betragenden Arbeitsunfähigkeit auch für die Jahre 2013 bis 2015
durch die Vertrauensärzte der Taggeldversicherung gefehlt. Die nachgeschobene
Schutzbehauptung der Gutachter vom 10. Juli 2017, wonach ein kompensierter
Zustand vorgelegen haben solle, vermöge schon deshalb nicht zu überzeugen, weil
davon im Gutachten nichts erwähnt worden sei. Vielmehr sei die impingmentbedingte
Schmerzhaftigkeit der Hüfte als glaubhaft beurteilt worden. Ein qualifiziertes Schweigen
sei wesentlich verbindlicher als eine solche nachträgliche, aufgrund der Rechtsschrift
eines Anwalts verfasste Behauptung. In orthopädischer Hinsicht habe die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin frühestens nach Durchführung des operativen
Eingriffs zuzüglich eines angemessenen Zeitraums der Rehabilitation erreicht worden
sein können, frühestens am 1. November 2016. Den genauen Zeitpunkt gelte es durch
Einholen eines Verlaufsberichts der behandelnden Ärzte noch abzuklären. Der
anscheinend subjektiv ausgeprägten Operationsverweigerung bzw. der fehlenden
Motivation zur Operation wäre mit einem Mahn- und Bedenkzeitverfahren und nicht mit
einer Leistungsaufhebung zu begegnen gewesen. Nach erfolgter Operation erübrige
sich das ohnehin. Die Absicht des SMAB, die Fragen aus dem Vorbescheidverfahren
zur psychiatrischen Teilbegutachtung beantworten zu lassen, zeige die entsprechende
Notwendigkeit. Da die Beschwerdegegnerin nicht auf einer Beantwortung beharrt habe,
auch wenn der betreffende Arzt nicht mehr dort arbeite, habe sie die
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Untersuchungspflicht verletzt. Die psychiatrische Teilbegutachtung habe keine
fremdanamnestischen Abklärungen getroffen und keine testpsychologischen
Zusatzuntersuchungen gemäss den Qualitätsleitlinien gemacht, ohne die aber nicht
möglich gewesen sei, das Wegfallen einer psychischen Störung zu behaupten. Die
Untersuchungsdauer sei zu kurz gewesen. Bei Exploranden, die alles beschönigend
darstellten, sei grösste Vorsicht hinsichtlich einer möglichen Dissimulation geboten. Die
Angabe der Beschwerdeführerin, dass sie die Stelle [...] gekündigt habe, weil sie mit
dem Chef nicht zurecht gekommen sei und er sie ausgenützt habe, lasse ohne weiteres
auf eine psychisch bedingte Kränkung der Beschwerdeführerin im Arbeitsumfeld und
auf eine Mobbingsituation schliessen. Während des Weiteren Privatgutachter in der
Regel so entschädigt würden, dass sie rund 30 Stunden aufwenden könnten, sei
anzunehmen, dass dies beim Gutachter der Psychiatrie nur für 8.33 Stunden der Fall
gewesen sei, was nicht genüge und den offenkundigen Minimalismus erkläre. Die
Begutachtungsstelle habe sich dazu zu äussern, ob sie bei entsprechender
Kostengutsprache zu eingehenderen Abklärungen bereit gewesen wäre. Trotz
zweifellosem Vorliegen einer massgeblichen Arbeitsunfähigkeit seit Herbst 2009 habe
die Beschwerdegegnerin eine Wiedererwägung verweigert und sich mit der
retrospektiven Arbeitsunfähigkeit nicht hinreichend auseinandergesetzt. Nicht nur von
Herbst 2009 bis August 2011, sondern auch von 2013 bis mindestens November 2015
und sogar darüber hinaus hätten die Gutachter (S. 13) eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bestätigt. Im Gutachten sei einerseits
festgehalten worden, aus orthopädischer Sicht könne keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet werden (S. 15), anderseits, aufgrund der
Hüftproblematik bestehe die Arbeitsunfähigkeit bis dato fort (S. 13). Das sei
widersprüchlich und das Gutachten sei nicht schlüssig. Gemäss dem Gutachten habe
weiterhin eine komplexe Labrumläsion vorgelegen, die den Schmerz und die
Impingement-Symptomatik des rechten Hüftgelenks erklärt habe. Mangels
Stabilisierung sei die Beschwerdeführerin vor dem operativen Eingriff vom
5. September 2016 ohnehin nicht in der Lage gewesen, eine volle Arbeitsfähigkeit zu
erlangen. Die Gutachter gäben immer nur eine medizinisch-theoretische Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit ab und würden die tatsächliche Beurteilung dem Rechtsanwender
überlassen. Die bestenfalls für die Zeit ab der gutachterlichen Untersuchung
abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung auch auf die Zeit ab April 2010 auszudehnen,
bedeutete eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts, weshalb sich in solchen
Fällen nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Rückweisung aufdränge. Hier
habe die Beschwerdegegnerin für die Zeit vor der Begutachtung von einer
Erwerbsunfähigkeit von mindestens 50 % auszugehen, was die Zusprache einer Rente
nötig mache. Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen hätten auch Versicherte, die
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von einer Invalidität bedroht seien. Es sei bundesrechtswidrig, dass nach der
Abklärung von 2010 keine beruflichen Integrationsmassnahmen durchgeführt worden
seien, obwohl bei der Beschwerdeführerin hinreichend Ressourcen bestanden hätten,
ihr Handicap ohne weiteres im Umfang von mindestens 50 % zu überwinden, und
obwohl die Abweisung vom 2. Juni 2010 auf der Schwangerschaftsproblematik basiert
habe. Es genüge nicht, bezüglich der beruflichen Massnahmen auf die frühere
Aktenlage zu verweisen, zumal die Beschwerdeführerin nach dem ersten Krankheitsfall
wieder beruflich habe Fuss fassen wollen. Es gebe keine Hinweise auf fehlende
Motivation oder fehlende Eingliederungsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei im
Gegenteil sehr motiviert und subjektiv eingliederungsfähig, sei aber nicht mehr in die
Lage versetzt worden, den Tatbeweis für die Eingliederungsfähigkeit im Rahmen einer
berufspraktischen Erprobung und eines Belastbarkeitstrainings im geschützten
Rahmen zu erbringen. Seit dem Bericht von Januar 2014 habe sich die Situation
komplett verändert. Auch aufgrund des Fehlens aktueller Eingliederungsberichte liege
eine unverbindliche Tatsachenfeststellung im Sinn von Abs. 105 Abs. 1 BGG vor. Die
Gutachterstelle habe zum gescheiterten Arbeitsversuch der Beschwerdeführerin [...]
keine Stellung bezogen.
F.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde IV 2016/106, soweit darauf einzutreten sei - nämlich
nicht, was den Rentenanspruch betreffe. Das polydisziplinäre SMAB-Gutachten sei
ausführlich abgefasst und seine Schlussfolgerungen seien in jeder Hinsicht
nachvollziehbar. Der Gutachter der Psychiatrie habe sich zu Recht nicht näher mit dem
veralteten Bericht von Dr. H._ (recte: Dr. E._) vom 9. April 2012 (letzte Behandlung
vom Juli 2011) auseinandergesetzt, zumal dort einzig eine schwere Anpassungsstörung
mit hohem Gewichtsverlust diagnostiziert gewesen sei und eine solche Störung nach
der Rechtsprechung wegen ihres vorübergehenden Charakters nicht als invalidisierend
gelte. Nach der Erhöhung des Körpergewichts mit entsprechender Stabilisierung der
Beschwerdeführerin ab August 2011 habe Dr. C._ ihr dann eine volle Arbeitsfähigkeit
attestiert. Die gutachterliche Annahme einer Verbesserung sei schlüssig, der Einwand
der Beschwerdeführerin nicht stichhaltig. Die Beschwerdeführerin habe die Beziehung
zu ihrem Ehemann bei der Anamneseerhebung nicht problematisiert. Es sei nicht
ersichtlich, inwiefern sie durch diese Beziehung eine psychische Störung erfahren
sollte. Der Gutachter sei weder zu einer Fremdanamnese noch zu einer Begründung für
ein Absehen davon verpflichtet gewesen. Weshalb vorliegend eine solche erforderlich
gewesen wäre, sei nicht schlüssig begründet worden. Sämtliche Einwände gegen das
psychiatrische Teilgutachten seien nicht stichhaltig. Zur Kritik am orthopädischen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/25
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Teilgutachten habe das Begutachtungsinstitut schlüssig Stellung genommen. Auf das
Gutachten sei vollumfänglich abzustellen. Da die Beschwerdeführerin in ihrer erlernten
Tätigkeit als Verkäuferin nicht eingeschränkt sei, sei ein Anspruch auf berufliche
Massnahmen zu Recht abgewiesen worden.
G.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde IV 2017/431. Sie verweist auf die Beschwerdeantwort vom
1. Dezember 2017, die Stellungnahme des SMAB vom 10. Juli 2017, die schlüssig sei,
und die Erwägungen der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2017.
H.
Mit Replik vom 15. März 2018 im Verfahren IV 2016/106 bringt der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin vor, anscheinend habe die Beschwerdegegnerin nichts gegen
den Wiedererwägungsantrag einzuwenden. Sie begründe aber weiterhin nicht, weshalb
keine temporäre Rente zugesprochen werde. Der Hinweis darauf, dass in den MEDAS-
Stellen weitgehend der medizinische Sachverstand in der Schweiz repräsentiert werde,
dispensiere nicht von der Begründungspflicht im Einzelfall. Das angerufene (hiesige)
Versicherungsgericht habe nachzufragen, weshalb eine Fremdanamnese unterblieben
sei. Es handle sich um einen komplexen Sachverhalt und an mindestens zwei Stellen
im Gutachten werde eine Beziehungsproblematik beschrieben, einmal betreffend den
Ehemann, einmal betreffend den Chef der Beschwerdeführerin. Der Protokollbericht
der Beschwerdegegnerin vom 18. Mai 2010 habe sogar eine grosse Belastung der
Beschwerdeführerin durch den Ehemann erwähnt. Es hätte gefragt werden müssen,
weshalb die Beschwerdeführerin mit ihrem Chef nicht zurechtgekommen sei, wie
dessen Ausnützung erfolgt sei, welches die Belastung durch den Ehemann sei und was
heute anders sei als damals. Während zudem eine Diagnose nach F43.2 nur bis zu
einer Dauer von sechs Monaten gestellt werden könne, seien zwischen dem
erstmaligen Auftreten der Symptome im August 2009 und der Diagnosestellung durch
Dr. E._ mehr als zwei Jahre vergangen. Dass die Diagnose also nicht stimmen könne,
hätte jedem erfahrenen Gutachter auffallen müssen. Stattdessen werde der Bericht von
Dr. E._ im Gutachten nicht einmal erwähnt, die Diagnose nicht geprüft. Die
Beschwerdeführerin habe (für 2009) aber massive psychische Auffälligkeiten
H.a.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/25
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I.
J.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik in den beiden Verfahren
IV 2016/106 und IV 2017/431 verzichtet.
K.
beschrieben. Der Gutachter habe einerseits geschrieben, eine Diagnose entfalle (S. 46),
anderseits habe er eine Anpassungsstörung mit Anorexieanteilen erwähnt (S. 47). Mit
der Beurteilung eines Endzeitpunkts der Störung im August 2011 habe sich der
Gutachter massiv in Widerspruch zur Beurteilung von Dr. E._ gesetzt, der noch im
April 2012 eine Anpassungsstörung angegeben habe. Da nach Lesart des Gutachters
der Psychiatrie im Jahr 2013 alles noch schlechter geworden sein solle, hätte sich die
Anpassungsstörung in eine Depression chronifizieren müssen und hätte nicht wegfallen
dürfen. Der Gutachter sei gerichtlich zu befragen, weshalb er das Ende der
Anpassungsstörung auf August 2011 terminiere, wie sich eine zweijährige Fortdauer
der Anpassungsstörung mit den WHO-Kriterien vereinbaren lasse und weshalb auf eine
fremdanamnestische Abklärung und eine Verlaufsuntersuchung verzichtet worden sei.
Mit Replik vom gleichen Tag werden im Verfahren IV 2017/431 dieselben
Vorbringen gemacht.
H.b.
Mit Eingabe vom 16. März 2018 im Verfahren IV 2016/106 beantragt der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ein Urteil des OLG
(Oberlandesgerichts) I._ vom 24. November 2017 (publ. in VersR 2018 285), dem
Gutachter noch weitere ergänzende Fragen zu stellen. Zu fragen sei auch, ob in
Betracht komme, dass die diagnostizierte Anpassungsstörung nicht hinreichend
behandelt worden sei, und falls nein (gemeint wohl: ja, d.h. falls nicht hinreichend
behandelt), weshalb nicht. Ausserdem sei von Interesse, ob eine Dekompensation bei
der Rückkehr in das Berufsleben mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden
könne, und falls nicht, weshalb nicht.
I.a.
Die Eingabe vom 16. März 2018 betreffend das Verfahren IV 2017/431 lautet gleich.I.b.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/25
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Am 22. Mai 2018 sind die Verfahren IV 2016/106 und 2017/431 vereinigt worden. - Die
Beschwerdeführerin hat mit Erklärung vom 15./16. Januar 2019 auf die Durchführung
einer öffentlichen Gerichtsverhandlung verzichtet.

Erwägungen
1.
Im Streit liegen einerseits die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. Februar
2016 über berufliche Massnahmen (Beschwerde IV 2016/106) und anderseits die
Verfügung vom 26. Oktober 2017 über den Rentenanspruch und über das
Wiedererwägungsgesuch betreffend die rechtskräftige leistungsabweisende Verfügung
vom 1. Oktober 2012 (Beschwerde IV 2017/431). - Die Ansprüche auf berufliche
Massnahmen und auf eine Rente sind abgewiesen worden.
1.1.
Ein Wiedererwägungsverfahren betreffend die Verfügung vom 1. Oktober 2012 an
die Hand zu nehmen, hat die Beschwerdegegnerin abgelehnt. Sie hat sich auch nicht
etwa tatsächlich (durch weitreichende Abklärungen und Hinausgehen über eine
summarische Prüfung, vgl. Bundesgerichtsurteil vom 19. März 2007, I 896/06 E. 4.1;
BGE 117 V 8 E. 2b/aa) auf die materielle Behandlung eingelassen. Gemäss Art. 53
Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen
zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von
erheblicher Bedeutung ist. Die Verwaltung kann aber weder vom Betroffenen noch vom
Gericht zu einer Wiedererwägung verhalten werden und es besteht kein gerichtlich
durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Der Entscheid über das Eintreten oder
Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch steht auf jeden Fall im Ermessen der
Verwaltung (vgl. I 896/06 E. 3.2, BGE 133 V 50). Das Nichteintreten der
Beschwerdegegnerin auf das - durch den anwaltlichen Rechtsvertreter der
Versicherten als solches bezeichnete und gestellte - Wiedererwägungsgesuch kann
daher nicht beanstandet werden. Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen (so
schon Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
21. September 2000, EL 2000/3 E. 3), und zwar, weil in solchen Fällen als
Beschwerdegegenstand immerhin zu prüfen ist, ob es sich zum einen tatsächlich um
ein Wiedererwägungsgesuch (und nicht etwa beispielsweise um ein Gesuch um
prozessuale Revision) und zum andern tatsächlich um einen Nichteintretensentscheid
der Beschwerdegegnerin handelte. Beides ist vorliegend der Fall. Es wurde nichts
vorgebracht, das nicht schon ehemals hätte vorgebracht werden können, und es
wurde lediglich eine andere Würdigung des Sachverhalts verlangt (vgl. zu den
1.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/25
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2.
Massgebend sind für die vorliegenden Verfahren somit einzig die Verhältnisse im
Zusammenhang mit der neuen Anmeldung vom 16./17. Dezember 2014. Das bedeutet,
dass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Juni 2015 zur Auszahlung
gelangen kann (vgl. unten E. 3.4).
3.
entsprechenden Voraussetzungen die Bundesgerichtsurteile 8C_349/2014 E. 3.3.2 und
E. 5.2 sowie 8C_523/2012 E. 3.1).
Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte
versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern
(lit. a), und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen
Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter
anderem in den Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche
Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). -
Unter Umschulung ist grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen
berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der
Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren
annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 124 V 108 E. 2a).
Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie
auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu
erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 11. Januar 2018,
8C_808/2017 E. 3). Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte
Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens in der bisher
ausgeübten Tätigkeit und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen
stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder länger dauernde
Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 11. Januar
2018, 8C_808/2017 E. 3, und vom 15. Oktober 2015, 9C_511/2015 E. 3; BGE 130 V
488 E. 4.2, BGE 124 V 108 E. 2b). - Es handelt sich um eine Art Selbstbehalt, der sich
schon darum rechtfertigt, weil kleine Einbussen erfahrungsgemäss durch blossen
zumutbaren Stellenwechsel grösstenteils kompensiert werden können. Es wird den
Versicherten in diesem Rahmen zugemutet, entweder [wo möglich] an der bisherigen
Stelle zu bleiben oder sich aus eigenen Kräften beruflich neu zu orientieren (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2012,
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/25
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IV 2009/361). - Hiervon kann allerdings bei jungen Versicherten mit entsprechend
langer verbleibender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne
Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten
handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd
gleichwertig bezeichnet werden können (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 11. Januar
2018, 8C_808/2017 E. 3).
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.2.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
(Art. 29 IVV; vgl. etwa Bundesgerichtsurteile vom 16. Februar 2018, 8C_633/2017
E. 3.4, und vom 26. März 2004, I 19/04).
3.3.
ter
Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung seit 1. Januar 2008) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung
hat keine Veränderung des (nämlich in Art. 4 IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts
des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid
vom 14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4; Entscheide des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2015, IV 2013/52 E. 1.2, vom 2. Mai 2016,
IV 2013/641 E. 1.1, und vom 15. März 2016, IV 2013/572 E. 6.4).
3.4.
Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 107 V 17 =
ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
3.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/25
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4.
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE
132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden
im November 2015 polydisziplinär begutachtet (in den Disziplinen Orthopädie/
Traumatologie, Neurologie, Psychiatrie, Innere Medizin). Das Ergebnis findet sich im
Gutachten vom 4. Januar 2016. Eine die Arbeitsfähigkeit tangierende Diagnose liegt
danach bei der Beschwerdeführerin nicht vor. Sowohl die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Verkäuferin als auch andere leidensadaptierte Tätigkeiten sind der
Beschwerdeführerin uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 136-14). Zu vermeiden sind
lediglich Tätigkeiten mit ständiger Position im Knien oder in der Hocke, ausserdem
schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 15 kg. Möglich sind aber
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die überwiegend im Stehen und im
Gehen und ständig im Sitzen verrichtet werden.
4.1.
Wie sich aus dem psychiatrischen Teilgutachten ergibt, hat der SMAB-Gutachter
die Vorgeschichte bzw. -akten berücksichtigt und die Anamnese erfragt, namentlich die
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem Leiden, ihrem Tagesablauf, der
Krankheitsentwicklung und der Behandlung sowie ihre Angaben zur persönlichen,
Familien- und Berufs-Anamnese. Er hat des Weiteren den psychiatrischen Befund unter
den verschiedenen Aspekten (wie etwa Kontaktverhalten, Aufmerksamkeit, Antrieb,
Psychomotorik, Affektivität) erhoben und beschrieben und schliesslich die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beurteilt. Psychiatrische Symptome seien
nicht zu eruieren gewesen; die Schmerzproblematik sei nicht an psychische
Belastungsfaktoren gekoppelt. Es bestünden keine Hinweise auf eine Aggravation. Die
Beschwerdeführerin sei von ihrer Persönlichkeit her unauffällig und im sozialen Bereich
gut eingebettet. Einschränkungen des Aktivitätenniveaus bestünden aus
psychiatrischer Sicht nicht. Diese psychiatrische Begutachtung kann als vollständig
und ihr Ergebnis als überzeugend begründet betrachtet werden. - Dass der Gutachter
von der Erhebung einer Fremdanamnese abgesehen hat, ist angesichts der Ergebnisse
seiner Befragung und Untersuchung ebenso wenig zu beanstanden wie der Verzicht
auf testpsychologische Zusatzuntersuchungen oder die Dauer der Untersuchung. Die
Beschwerdeführerin hatte die geltend gemachte (volle) Arbeitsunfähigkeit seit 28. März
2014 in ihrer Neuanmeldung vom Dezember 2014 im Übrigen selbst ausschliesslich
ihrem Hüftleiden zugeschrieben. Es kann zudem angenommen werden, dass der
Gutachter als fachärztlicher Experte Hinweise auf ein psychiatrisches Leiden infolge
4.1.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/25
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der beschriebenen Arbeitsplatzsituation (vor der Kündigung durch die
Beschwerdeführerin) oder auf eine dissimulierende Darstellung durch sie erkannt hätte.
Eine ergänzende Stellungnahme des Experten der Psychiatrie zu ihren Einwänden war
nicht erforderlich.
Was das federführende orthopädisch-traumatologische Teilgutachten betrifft, ist
ebenfalls festzuhalten, dass es auf der Grundlage der erfragten Anamnese und der
Aufnahme des Befundes beruht. Die Beschwerdeführerin habe bewegungs- und
belastungsabhängige Coxalgien des rechten Hüftgelenks und intermittierend
auftretende messerstichartige Schmerzen in der Leistenregion beklagt. Das Hüftgelenk
habe sich bei der klinischen Untersuchung nicht wesentlich funktionseingeschränkt
dargestellt. Es habe aber einen endgradigen Hüftbeuge-, Rotations- und
Abduktionsschmerz gegeben. Bei der passiven Bewegungsuntersuchung habe sich
kein hartes Bewegungsende feststellen lassen. Die Befunde zur
Hüftgelenksbeweglichkeit seien inkonsistent gewesen (bei Inklination im Vergleich zur
Bewegung im Langsitz; im Langsitz keine Einschränkung und keine
Schmerzverlautbarung). Ein degenerativer Verschleiss der Hüftgelenke habe sich
radiologisch nicht dargestellt. Die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin als
Verkäuferin sei aus orthopädischer Sicht nicht eingeschränkt, da ein pathologisches
Korrelat für die mögliche Schmerzauslösung bekannt sei und sich auch gut therapieren
lasse. Die Veränderung der Labrumläsion sei ähnlich einer Meniskusläsion am
Kniegelenk zu werten. Sollte sich die Beschwerdesymptomatik erneut steigern, lasse
sich der elektive Eingriff einer Hüftgelenksarthroskopie durchführen. Bei
Beschwerdepersistenz oder -zunahme könne zu dem Eingriff geraten werden. Einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werde die Operation jedoch
nicht haben. Trotz des Labrumeinrisses könne eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht begründet werden. Das Anforderungsprofil in der Tätigkeit als Verkäuferin
übersteige das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin nicht. Sie sei in der Lage,
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 kg
durchzuführen; überwiegende Betätigung im Knien und in der Hocke sei zu vermeiden
(vgl. IV-act. 136-30 f.). - Diese Beurteilung ist nachvollziehbar begründet.
4.1.2.
In der Synthese aus allen Fachgebieten (lit. D, IV-act. 136-12 ff., 136-15) des
Gutachtens wurde zur orthopädischen Situation festgehalten, mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit liege ein kompensierter Zustand vor, so dass nicht von
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Inwiefern diese Feststellung
der (gutachterlichen) Empfehlung der Operation widersprochen und sich nach der
Operation als falsch erwiesen haben sollte, ist nicht ersichtlich.
4.1.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/25
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5.
Zu Recht nicht beanstandet wurde, dass weder neurologisch noch internistisch
eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Sachlage vorgefunden wurde.
4.1.4.
Als nachvollziehbar begründeter Beurteilung eines polydisziplinären
Expertengremiums nach vollständiger Begutachtung kommt dem Ergebnis des SMAB
in der Beweiswürdigung besonderes Gewicht zu. Ihm kann gefolgt werden. Es ist
dementsprechend davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aus psychiatrischen Gründen nicht beeinträchtigt war (vgl. IV-
act. 136-13, 136-47) und dass die im Vordergrund der Beschwerden stehende
Hüftproblematik zur Zeit der Begutachtung vom November 2015 - also noch vor dem
operativen Eingriff vom 5. September 2016 - weder für die bisherige Tätigkeit als
Verkäuferin noch für eine entsprechend adaptierte Erwerbstätigkeit eine relevante
Arbeitsunfähigkeit bewirkte (vgl. IV-act. 36-14, 136-30).
4.2.
Die hiervon abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen
dagegen im Beweiswert nicht anzukommen. Zu erwähnen ist etwa, dass Dr. G._ im
Bericht vom 11. März 2015 (IV-act. 77) keine Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgenommen
hatte. Dr. C._ hatte am 23. April 2015 (IV-act. 100-8) erklärt, die Infiltration von
anfangs April 2015 habe eine deutliche Verbesserung der Schmerzsymptomatik
gebracht. Am 10. Juni 2015 (IV-act. 96) hatte er bestätigt, nach der Infiltration Ende
März sei der Schmerz regredient gewesen, im Juni sei die Stabilisierung der Hüfte
etwas besser gewesen, die Beschwerdeführerin aber nicht beschwerdefrei. Er hatte der
Taggeldversicherung gegenüber dennoch noch im Juni 2015 eine volle
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 100-9). Dr. med. J._, FMH Orthopädische
Chirurgie, hatte am 22. April 2015 (IV-act. 100-10 ff.) berichtet, nach der Infiltration sei
keine Analgetikaeinnahme mehr nötig gewesen. Ohne Besserung bis Juni 2015 sei mit
der Beschwerdeführerin nochmals eine operative Revision zu besprechen. Zu ihrer
Arbeitsfähigkeit hatte er sich nicht geäussert, hatte aber darauf hingewiesen, dass eine
schnellstmögliche Integration des in der Therapie Gelernten in Alltag, Beruf und Sport
essentiell sei. - Die behandelnden Ärzte berichteten insbesondere nicht von
Sachverhaltsaspekten, welche im Gutachten unberücksichtigt geblieben wären,
weshalb wie erwähnt auf die gutachterliche Beurteilung abzustellen ist.
4.3.
In Bezug auf den retrospektiv in der Zeit vor der Begutachtung (vom November
2015) anzunehmenden medizinischen Sachverhalt gaben die Gutachter bekannt, eine
vorübergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Herbst 2009 aufgrund einer
Anpassungsstörung mit Anorexieanteilen sei nachvollziehbar. Die Einschränkung sei
5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/25
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jedoch im Nachhinein nur schwer zu quantifizieren und sei nach der Aktenlage
spätestens seit 2011 - also jedenfalls vor dem vorliegend massgeblichen Zeitraum (vgl.
oben E. 2) - wieder vollständig beseitigt gewesen (vgl. IV-act. 136-15).
Bei der psychiatrischen Begutachtung hatte die Beschwerdeführerin zur
Entwicklung ihrer Leiden unter anderem berichtet, die Essproblematik sei nach der
ersten Niederkunft [_ 2011] verschwunden gewesen. Sie (die Beschwerdeführerin) sei
von 2010 bis 2012 psychologisch behandelt worden, seit 2012 habe sie eine solche
Behandlung nicht mehr benötigt. - Der Gutachter der Psychiatrie berücksichtigte die
frühere, vorübergehende Überforderungssituation der Beschwerdeführerin und die
entsprechenden Berichte von Dr. E._ vom September 2010 (vgl. IV-act. 136-40 f.)
und vom April 2012 (vgl. IV-act. 136-47) ausreichend. Eine weitere Auseinandersetzung
mit dessen Diagnosestellung war nicht erforderlich. - Die Annahme, dass die
psychische Problematik im August 2011 weggefallen sei, begründete sich mit den
entsprechenden Angaben der Beschwerdeführerin (sie habe damals eine
Arbeitstätigkeit ausgeübt; gemäss IK-Auszug damals Arbeitslosenentschädigung) und
mit der Beurteilung von Dr. C._ vom 2. März 2012. - Es gibt für den vorliegend
massgebenden Zeitraum (vgl. oben E. 2) in den ärztlichen Berichten denn auch keinen
Hinweis auf relevante psychiatrische Einschränkungen der Beschwerdeführerin.
5.1.1.
Zur zurückliegenden orthopädischen Situation hatte die Beschwerdeführerin
ihrerseits bei der psychiatrischen Begutachtung erklärt, die Schwierigkeiten mit der
rechten Hüfte habe sie, rückblickend betrachtet, schon 2009 gehabt, damals aber nicht
so beachtet. Bei der zweiten Schwangerschaft 2013 seien sie deutlich schlechter
geworden. - Von Seiten des Gutachters der Orthopädie wurde darauf hingewiesen,
dass die Beschwerdeführerin 2013 ein lumboradiculäres Schmerzsyndrom erlitten
habe. Im Juli 2014 sei der Labrumeinriss diagnostiziert worden (IV-act. 136-24). Der
Gutachter hielt beurteilend fest, aus orthopädischer Sicht sei eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit im retrospektiven
Verlauf trotz Auftretens des Labrumeinrisses nicht nachvollziehbar. Die mehrfachen
Angebote zu einer Arthroskopie habe sie nicht angenommen; wahrscheinlich sei der
Leidensdruck nicht dementsprechend gross gewesen (vgl. IV-act. 136-31). Auch die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei zu keiner Zeit eingeschränkt
gewesen (IV-act. 136-31).
5.1.2.
Mit der polydisziplinär getroffenen Feststellung, im Jahr 2013 sei eine
Hüftproblematik exacerbiert, die schliesslich wieder zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe
und bis zur Begutachtung fortbestehe (vgl. IV-act. 136-13), wurde demnach nicht
5.1.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/25
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gutachterlich das Vorliegen einer durchgehenden Arbeitsunfähigkeit seit 2013
beschrieben, sondern das Vorliegen einer durchgehenden Hüftproblematik, die zu
einem - von der gutachterlichen Einschätzung abweichenden damaligen - Attest von
Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Es wurde denn auch im Gutachten ausdrücklich
erläutert, das Krankheitsbild [als solches] sei nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit für
längere Zeit einzuschränken bzw. aufzuheben (IV-act. 136-15).
Den damaligen Beurteilungen der behandelnden Ärzte lässt sich etwa
entnehmen, dass Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, der
Beschwerdeführerin am 2. Juni 2013 (KV-act. 3-27; bei diagnostizierter
Schwangerschaft und Hyperemesis in der Frühschwangerschaft) wegen
Rückenschmerzen [gemäss KV-act. 3-18 damals fälschlicherweise als solche statt als
Hüftleiden interpretiert] ab 18. April 2013 eine volle Arbeitsunfähigkeit, ab 13. Mai 2013
eine solche von 50 % und ab 29. Mai 2013 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert hatte. Im Bericht eines Pädiaters vom 19. Juli 2013 (KV-act. 3-28 f.) war
angegeben worden, die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 100 % im Beruf mit
vorwiegend im Stehen auszuübender Tätigkeit sei nachvollziehbar, und zwar
wahrscheinlich bis zum Geburtstermin, der voraussichtlich Mitte _ 2013 sei. Nach
dem Mutterschaftsurlaub sei eine volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Am 21. Juli 2014
hatte Dr. C._ mitgeteilt, im Frühjahr 2014 seien die Symptome eines nun
diagnostizierten femoroacetabulären Impingements mit CAM-Deformität rechts
aufgetreten (KV-act. 3-7 i.V.m. KV-act. 3-2). Eine Arbeitstätigkeit der
Beschwerdeführerin (wie auch eine Operation) sei zurzeit aus familiären Gründen nicht
möglich. Der beratende Arzt der Krankentaggeldversicherung hatte am 11. Dezember
2014 erklärt, die Arbeitsunfähigkeit ab 24. März 2014 von 100 % werde durch das
Leiden ausreichend begründet; die Prognose für die Arbeitsfähigkeit in der (damaligen)
beruflichen Tätigkeit sei zurzeit noch unklar. Unklar sei auch die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin für eine geeignete leichtere Tätigkeit (vgl. KV-act. 3-17 f.). Am
2. Juli 2015 hatte der Arzt, wie dem Gutachten (vgl. IV-act. 136-10 f.) zu entnehmen ist,
dafürgehalten, eine volle Arbeitsunfähigkeit könne ohne fachgerechte Behandlung nicht
akzeptiert werden, retrospektiv werde sie jedoch bis 19. Dezember 2014 anerkannt. Ab
Beginn der fachärztlichen Behandlung am 10. März 2015 werde die vom behandelnden
Arzt attestierte Arbeitsunfähigkeit wieder übernommen und nach dem 17. April 2015
würden keine weiteren Leistungen mehr geschuldet. - Nach Angaben des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin wurden von der Taggeldversicherung für die
Zeit vom 18. bis 28. Mai 2013 bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % Taggelder bezahlt,
hernach bis 14. Dezember 2013 und ausserdem vom 1. April 2014 bis 30. Juni 2014
5.1.4.
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6.
Was den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach
der Operation vom September 2016 betrifft, ist nach der Aktenlage zwar von einer
postoperativen Arbeitsunfähigkeitsphase, aber darüber hinaus weiterhin nicht von einer
längerfristig anhaltenden relevanten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Dr. C._ gab am
7. Februar 2017 nämlich an, der Beschwerdeführerin seien leichte, wechselbelastende,
für die Hüfte nicht belastende Tätigkeiten zumutbar. Dass er erwähnte, eine
vollzeitliche Tätigkeit sei angesichts der Auslastung der Beschwerdeführerin als Mutter
und Hausfrau nicht realistisch, ändert an der massgebenden (objektiven)
Zumutbarkeitsbeurteilung für Erwerbstätigkeiten (bei anzunehmender überwiegender
Wahrscheinlichkeit einer im Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübten vollen
Erwerbsarbeit) nichts. Selbst der Operateur Dr. F._ beurteilte die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin am 10. Februar 2017 so, dass ihr ihre bisherige Tätigkeit (als
Verkäuferin) zumutbar sei, und zwar an sechs bis sieben Stunden täglich. Andere,
wechselnd im Sitzen und im Stehen auszuübende Tätigkeiten mit etwas Gehen seien
kein Problem, sicherlich nicht während sechs Stunden pro Tag. Die
Beschwerdeführerin werde sicherlich zu 80 bis 90 % arbeiten können. Die
Begutachtungsstelle schliesslich nahm zu den Einwänden der Beschwerdeführerin am
10. Juli 2017 (IV-act. 180) Stellung und hielt dafür, der Operateur habe der
Beschwerdeführerin im Operationsbericht eine sofortige forcierte Vollbelastung
empfohlen, was darauf schliessen lasse, dass die Arbeitsunfähigkeit nach der
Operation nur temporär - für etwa vier bis sechs Wochen - anzunehmen sei. Diese
Stellungnahme erging zwar, ohne dass nochmals eine Untersuchung der
Beschwerdeführerin erfolgt wäre, erscheint aber nachvollziehbar. Aufgrund der
bei voller Arbeitsunfähigkeit, ferner vom 1. Juli 2014 bis 9. März 2015 nochmals bei
50 % und anschliessend bis 17. April 2015 wieder bei 100 % Arbeitsunfähigkeit.
Die genannten Beurteilungen der behandelnden Ärzte und des die
Krankentaggeldversicherung beratenden Arztes waren den Gutachtern bekannt. Sie
bieten keinen Grund, vom Begutachtungsergebnis für die zurückliegende Zeit (keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach August 2011)
abzuweichen.
5.1.5.
Zusammenfassend ist aufgrund des Gutachtens mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass auch retrospektiv weder in der angestammten
noch in einer adaptierten Tätigkeit über eine längere, vorliegend relevante Zeit hinweg
eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bestanden hat.
5.2.
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Aktenlage bestand nach dem Dargelegten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch
nach der Operation keine relevante voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
anhaltende Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Arbeit und in
adaptierten Tätigkeiten.
7.
8.
Die Beschwerdeführerin hat im Verfahren nicht konkretisiert, welche beruflichen
Massnahmen sie beantragt. Dem SMAB-Gutachten lässt sich entnehmen, dass sie sich
eine Umschulung in den KV-Bereich vorstellt (vgl. IV-act. 136-27 und 43). Bei den oben
erwähnten medizinischen Ergebnissen (relevante medizinische Arbeitsunfähigkeit
weder in adaptierter noch in bisheriger Tätigkeit) und in Anbetracht des von der
Beschwerdeführerin vor dem Gesundheitsschaden im Jahr 2008 erzielten Einkommens
von Fr. 51'500.-- (nicht im erlernten Beruf als Verkäuferin, sondern als [...] erzielt) bei
einem damaligen Durchschnittseinkommen von Arbeitnehmerinnen des
Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) von Fr. 51'368.-- (vgl.
Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2012, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 234, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik) weist sie keine länger
dauernde Erwerbseinbusse eines Ausmasses auf, das zu einem Anspruch auf eine
berufliche Massnahme berechtigen würde. Auch ohne weitere Ausbildung ist von
Arbeitsmöglichkeiten mit Verdienstaussichten auszugehen, die mit den früheren etwa
gleichwertig sind. - Ebenso wenig besteht nach einem Einkommensvergleich bei der
Beschwerdeführerin eine Invalidität (von mindestens 40 %), die Anspruch auf eine
Rente gäbe.
7.1.
Die Beschwerdegegnerin hat demnach beide Leistungsgesuche zu Recht
abgewiesen.
7.2.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden IV 2016/106
(betreffend berufliche Massnahmen) und IV 2017/431 (betreffend Rente und betreffend
Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch) abzuweisen.
8.1.
Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt.
8.2. bis
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