Decision ID: bd94d646-eab1-4403-bea3-0be9c708fdae
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1967 g
eborene
X._
, Mutter zweier Töchter (geboren 1986 und 1997), reiste im Jahr 2003 in die Schweiz ein, wo sie als Hausfrau tätig war und stundenweise Reinigungsarbeiten verrichtete. Im Juli 2005 traten bei ihr Blutungsstörungen auf. Im Rahmen der deswegen getätigten ärztlichen Abklärungen wurde ein
Zervixkarzinom
festgestellt, weswegen am 19. Oktober 2005 eine erweiterte radikale Hysterektomie nach Wertheim-
Meigs
mit
perviner
und
paraortaler
Lymphonodektomie
vorgenommen und vom 20. Dezember 2005 bis 3
0.
Januar 2006 eine kombinierte Radio-/Chemotherapie durchgeführt wur
den. Seither litt die Versicherte unter Abdominal- und verschiedensten anderen Beschwerden und ging keiner Erwerbstätigkeit mehr nach (
Urk.
7/7/2,
Urk.
7/20/2 und Urk. 7/29-32). Am
9.
März und 2
7.
April 2010 wurden im Spital
Y._
eine diagnostische Laparoskopie und partielle
Adhäsiolyse
resp. eine Revisionslaparotomie und komplette
Adhäsiolyse
bei segmental
postakti
nischer
Entzündung des Darmes, Appendektomie und partieller rechtsseitiger
Omentektomie
durchgeführt (
Urk.
7/10/10-11 und
Urk.
7/10/14
15). Am 2
7.
April 2010 (Eingangsdatum)
meldete sich
die Versicherte
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Nach Vornahme erwerblicher und medizinischer Abklärungen, in deren Rahmen unter anderem ein
e Untersuchung beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) stattfand (R
AD-Untersuchungsbericht vom 21.
Februar 2011 [
Urk.
7/18]) und die IV-Stelle
die Beeinträchtigungen im Haushalt
vor Ort abklärte (Abklärungsbericht der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt [
Urk.
7/20]) sowie nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom
4.
Juli 2011
[
Urk.
7/24])
; Einwand vom
3.
August 2011 [
Urk.
7/25]) verneinte die IV-Stelle, ausgehend von einer 50%igen Erwerbs- und einer 50%igen Haushalttätigkeit im Gesundheitsfall und einem Gesamtinvaliditätsgrad von 12
%
,
mit Verfügung vom 20.
Januar 2012 einen Anspruch von
X._
auf eine Invalidenrente (
Urk.
7/32).
Am
7.
April 2014
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/34).
Mit Schreiben vom
9.
April 2014
forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, aktuelle ärztliche
Berichte zur Glaub
haftmachung einer wesentlichen
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
seit Erlass der letzten Verfügung
einzureichen (
Urk.
7/37).
Mit Vorbescheid vom 1
6.
Mai 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, auf das
Leis
tungsbegehren
nicht einzutreten (
Urk.
7/40). Hieran hielt die IV-Stelle nach dem Einwand der
Versicherten vom 30.
Mai 2014 (
Schreiben von
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
, vom 2
3.
Mai 2014
[
Urk.
7/41 bzw.
Urk.
7/43
]
)
mit Verfügung vom 6. November 2014
fest
(
Urk.
2 [=
Urk.
7/46])
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
8.
November 2014
Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, auf das
Leistungsbegeh
ren
einzutreten
(
Urk.
1
, unter Beilage des Berichtes von Dr.
Z._
vom 2
8.
November 2014,
Urk.
3
)
.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit
Beschwerde
antwort
vom 1
9.
Januar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 2
0.
Jan
uar 2015 mitgeteilt wurde (Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Wurde eine Rente verweigert, so
wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Verneint die Verwaltung die Glaubhaftmachung einer wesentlichen Verände
rung des Invaliditätsgrades
, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärun
gen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht gru
ndsätzlich zu respektieren hat
(BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
chenänderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten
rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhaltsän
derung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.4
In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, mit der Neuanmeldung sub
stanzielle Anhaltspunkte für eine allfällige neue Prüfung des
Leistungsanspru
ches
darzulegen.
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach von Amtes
wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sach
ver
halts zu sor
gen ist, spielt insoweit nicht. Wird in de
r Neuanmeldung kein
Eintretenstatbe
stand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbeson
dere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Ver
waltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf
Nichteintreten zu erkennen sei
(BGE 130 V 6
4
E. 5.2.5
mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1 und 8C_531/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.1.4, je mit Hinweisen
).
Ergeht eine
Nichteintretensverfügung
im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das den eben umschriebenen Erfordernissen betreffend Fristansetzung genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zugrunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle, mit dem neuen Gesuch sei nicht glaubhaft dargelegt worden, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Deshalb könne auf das neue Gesuch nicht eingetreten werden (
Urk.
2).
Hieran hielt sie in der
Beschwerde
antwort
fest (
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen unter Verweis auf
d
en Bericht von Dr.
Z._
vom 2
8.
November 2014
ein, dass
sich ihre gesundheitlichen Prob
leme
seit
2012
verstärkt hätten
(
Urk.
1).
3.
Vorliegend gilt es zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht hat, dass sich
de
r Grad ihrer Invalidität seit dem Erlass der Verfügung vom 20. Januar 2012 (Urk. 7/32)
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geän
dert hat
(vgl. E. 1.1)
.
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, ob die
rentenab
lehnende
Verfügung vom 2
0.
Januar 2012 rechtens war.
3.1
Die
Verfügung vom 2
0.
Januar 2012
basierte in medizinischer Hin
sicht
auf
de
m
RAD-Untersuchungsbericht
von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin
, v
om 2
1.
Februar 2011 (Urk. 7/18)
. Diese
m
k
önnen
fol
gende Diagnosen entnommen werden (
Urk.
7/18/3):
Status nach
Zervixkarzinom
pT1 b2 pN1 (3/57) G2 R0 mit erweiterter radi
kaler Hysterektomie nach Wertheim mit
pelviner
und
paraaortaler
Lymph
o
n
odektomie
10/2005
Status nach
kombinierter Radiotherapie und Chemotherapie mit
Cispla
tin
20.12.2005 – 30.01.2006
Status nach diagnostischer
Laparaskopie
und partieller
Adhäsiolyse
am 09.03.2010
Status nach
Revisionslaparatomie
mit
Adhäsiolyse
bei segmental
post
akti
nischer
Entzündung des Darmes, Appendektomie und partiell rechtsseitiger
Omentektomie
04/2010
Zur v
ersicherungsmedizinischen Beurteilung führte
Dr.
A._
aus, d
ie Besch
wer
deführerin
leide an chronischen
Abdominalbeschwerden
. Die Schmerzen tr
ä
ten vor allem unter Belastung auf
, beispielsweise
wenn die
Beschwerdeführerin
Gegenstände heb
e
. Objektiv finde sich in der Anamnese ein Status nach einem
Ze
rvi
xkarzinom
mit Bestrahlung und Chemotherapie und zweimaliger operati
ver Behebun
g von Verwachsungen.
Weiterhin sei
eine verlangsamte Darmpas
sage objektiv ausgewiesen. Aufgrund der operativen Vorgeschichte und der Beschwerden
sei der Beschwerdeführerin
keine Tätigkeit mehr zuzumuten
,
in der sie mehr als 5 kg schwere Gewichte heben m
ü
ss
e
. Die unspezifischen allge
meinen Gelenkbeschwerden
, welche
die
Beschwerdeführerin
ang
e
b
e
,
würden
bei dieser Einschätzung ebenfalls berücksichtigt.
Die
Beschwerdeführerin
sollte eine Tätigkeit ausüben
,
in der sie regelmässig kleine Mahlzeiten zu sich nehmen k
ö
nn
e
und ausgiebig Zeit für die Essenspausen
erhalte
. Bezüglich der geklagten Inkontinenz
,
welche beim Laufen auftr
ete, sei
zu empfehlen, dass die
Beschwer
deführerin
nicht in Nässe oder Kälte arbeite
,
da hierdurch eine vermehrte Gefahr von Harnwegsinfekten besteh
e
,
und
dass
jederzeit eine Toilette auf
ge
such
t
wer
den könne. Die
im
Arztz
eugnis
von Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin,
vom 1
6.
Juni 2010
postulierte 100
%ige
Arbeitsunfähigkeit
als Reinigungsangestellte seit
dem
25.
August
2005 k
ö
nn
e
nachvollzogen wer
den. Dies deck
e
sich mit der Einschätzung von
Dr.
med.
C._
,
FMH All
gemeinmedizin,
welche
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsfrau für nicht mehr zumutbar h
a
lt
e
und ang
ebe
, dass seit
dem Jahr
2005 das Heben von Lasten
grösser als
4 kg
wegen der Abdominal-
B
eschwerden
nicht mehr möglich
sei
.
Die Beurteilung von Dr.
B._
im Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 1
6.
Juni
2010 über eine angepasste Tätigkeit
,
rein sitzend
,
4 St
unden
pro Tag und wechselbelastend
2-4
Stunden pro
Tag, geltend ab 2
6.
August 2005, sei nachvollziehbar.
Zusammenfassend k
ö
nn
e
von einer 100%
igen Arbeitsunfähig
keit
als Reinigungsangestellte seit
dem Jahr
2005 ausgegangen werden und
von
einer A
rbeitsfähigkeit
von 4 St
unden
pro Tag an 5 Tagen
pro
Woche (d
as heisse 100 % Arbeitsfähigkeit
in
einer
angepasste
n
Tätigkeit
,
bezogen auf das zuletzt ausgeübte Pensum von 3 Stunden
pro Tag während
5 Tage
n pro
Woche) in einer wechselbelastenden, überwiegend sitzenden Tätigkeit ohne das Heben von Gewichten von 4 oder 5 kg, ohne Arbeiten in Nässe und Kälte und der Möglich
keit, regelmässig kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen und jederzeit eine Toi
lette aufzusuchen
.
Eine Einschränkung im Haushalt
sei
durch die Einschränkung
beim
Heben und Tragen schwerer Gegenstände mit überwiegender Wahrschein
lichkeit zu erwarten. Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der A
rbeits
fähigkeit
könn
t
en nicht benannt werden
.
Eine psychiatrische Beurteilung erschein
e
nicht nötig, die im Vordergrund stehenden Abdominal
-Beschwerden seien
durch Verwachsungen nach mehreren Bauchoperationen und einer Bestrahlungstherapie nach
der
Krebserkrankung und einer objektiv verzögerten Darmpassage erklärbar
(
Urk.
7/18/5)
.
3.2
3.2.1
Mit der Neuanmeldung vom
7.
April 2014 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik
D._
,
KontinenzZentrum
&
NeuroUrologie
, vom 5. Februar 2013 ein (
Urk.
7/34/10). Darin wurde eine komplexe Inkontinenz bei Status nach Injektion von 100 U Botox am
7.
November 2012, Status nach radikaler Hysterektomie nach Wertheim bei Cervixkarzinom, Status nach Radio
therapie 2005/2006 sowie Status nach Revisionslaparotomie bei Adhäsionen diagnostiziert. Nach der Injektion von 100 U Botox vor drei Monaten habe sich leider keine Verbesserung der Miktionsverhältnisse eingestellt. Die weiteren Therapiemöglichkeiten seien mit der Beschwerdeführerin besprochen worden. Insbesondere könnte eine sakrale Neuromodulation bei dieser komplexen Inkontinenz von Nutzen sein. Die Beschwerdeführerin möchte sich diese Option überlegen und melde sich wieder.
3.2.2
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
reichte die Beschwerdeführerin zudem den Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
3.
Mai 2014 ein (
Urk.
7/43).
Darin führte er aus,
aufgrund der konstanten Schmerzen, der Leistungsschwäche, der sprachli
chen Schwierigkeiten und des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit im Stadtspital
E._
intensiv untersucht werde, habe sie die Vorgaben des IV-Prozedere nicht termingerecht einhalten können. Für einen Rechtsbeistand fehlten ihr die finanziellen Mittel. Seines E
rachtens
bestehe aufgrund der Schil
derungen der Beschwerdeführerin und der
ihm vorliegenden Akten eine neue Situation, so dass auf das Leistungsbegehren vom
7.
April 2014 einge
gangen
werden müsse. Im Jahr 2014 stünden drei Probleme im Vordergrund:
1.
Chronische Bauchschmerzen nach Operationen 2005 und 2010 mit nachfol
genden Verklebungen: Die Chirurgen im
E._
würden eine erneute
Revisi
onslapar
a
tomie
(Vorabklärungen seien im Gange) empfehlen.
2.
Chronisches
Fatigue
-Syndrom nach Zervix-Karzinom (2005) mit Radio-Chemotherapie
3.
Spannungskopfweh und depressive Symptomatik, medikamentöse Neuein
stellung bei
Dr.
F._
, Neurologie FMH, Zürich
(Urk.
7/43).
3.2.3
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens legte die Beschwerdeführerin den Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
8.
November 2014 ins Recht (
Urk.
3). Zur Präzisierung seiner Ausführungen im Bericht vom 2
3.
Mai 2014 (vgl. E. 3.2.2) hielt Dr.
Z._
in jenem Bericht fest, es bestünden erstens chronische,
kolikartige
Bauchschmerzen bei Verwachsungsbauch nach Operationen 2005 und 201
0.
Die Koloskopie vom 8. Oktober 2013 habe beim Enddarm bereits abgebrochen wer
den müssen wegen „massivem Adhäsionsbauch“. Am 2
6.
Juni 2014 sei deswe
gen versucht worden, mit einer erneuten Operation im Stadtspital
E._
(
Adhäsiolyse
, Dünndarmsegmentresektion) die chronischen Beschwerden zu lin
dern. Zweitens bestehe ein chronisches
Fatigue
-Syndrom bei Status nach Chemotherapie, Analgesie mit Opioiden und Depression; gemäss Urteil des Bun
des
gerichtes vom 1
9.
Juni 2013 sei eine Cancer-
related
Fatigue
von einer somatoformen Schmerzstörung abzugrenzen. Drittens habe die Beschwerdefüh
rerin eine mittelschwere Depression (ICD-10 F32.1) mit gedrückter Stimmung, Hoffnungslosigkeit und Schlafstörungen. Deswegen sei sie ihm von
Dr.
B._
zugewiesen worden. Er spreche portugiesisch und verfüge über eine Zusatzaus
bildung in Psychosomatik. Die Beschwerdeführerin habe im Verlauf des Jahres 2013 bei
lic
. phil.
G._
mehrere Therapiesitzungen gehabt (delegierte Psychotherapie in seiner Praxis). Sie wünsche seit langem eine Zuweisung zu einem Psychiater, was aber wegen fehlender Kapazität der in Frage kommenden Spezialisten im Raum Zürich bis jetzt nicht habe realisiert werden können. Aus diesem Grunde könne der Beschwerdeführerin nicht unterstellt werden, sie
würde sich einer fachärztlichen, das heisse psychiatrischen, Behandlung entzie
hen.
4.
4.1
Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, enthalten weder die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingereichten Berichte (vgl. E. 3.2.1 und E. 3.2.2) noch der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Bericht von Dr.
Z._
vom 2
8.
November 2014 (vgl. E. 3.2.3) substanzielle Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Es kann daher offen bleiben, ob die
Beschwerdegegne
rin
der Beschwerdeführerin aufgrund der von
Dr.
Z._
im Bericht vom 2
3.
Mai 2014 gemachten Angabe, wonach sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen sei, die Vorgaben des IV-
Prozederes
termingerecht einzuhalten, im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
nochmals eine Frist hätte ansetzen müssen, um eine erhebliche Verschlechterung ihres Gesundheitszu
standes sowie der Arbeitsfähigkeit glaubhaft zu machen (vgl. E. 1.4).
4.2
Im Bericht vom 2
3.
Mai 2014 berichtete
Dr.
Z._
von chronischen Bauch
schmerzen,
über welche die Beschwerdeführerin nach Operationen in den Jahren
2005 und 2010 klag
e
. Allerdings wurde b
ereits im RAD-Untersuchungs
bericht
vom 2
1.
Februar 2011
festgehalten
und bei der Bemessung der Arbeits
fä
h
i
gkeit
(100
%
arbeitsunfähig in der angestammten Tätigkeit, 50
%
arbeitsunfähig in einer angepassten Tätigkeit)
berücksichtigt
,
dass
die Beschwer
de
führerin an chronischen
Abdominalbeschwerden
leide
, welche
durch Ver
wachsungen nach mehreren Bauchoperationen und einer Bestrahlungs
thera
pie nach Krebserkrankung und einer objektiv verzögerten Darmpassage erklär
bar
seien.
Dr.
Z._
machte weder geltend, dass eine Verstärkung der chro
nischen Bauchschmerzen zu den von ihm erwähnten neuerlichen Abklärungen resp. zur Durchführung einer neuerlichen Operation Anlass gegeben habe, noch dass sich diese Schmerzen nach der offenbar im Juni 2014 durchgeführten Operation (
Adhäsiolyse
, Dünndarmsegmentresektion) – andauernd – ver
schlechtert hätten.
Die Beschwerdegegnerin hielt
sodann
zu
R
echt dafür, dass
d
ie erstmalige Diagnose einer Cancer-
related
Fati
gue
erst
im Jahr 2014,
rund neun
Jahre nach der Krebsdiagnose im Jahr 2005
und der letztmaligen Chemotherapie im Januar 2006 (
Urk.
7/18/3)
nicht nach
vollziehbar sei (
Urk.
6). Es erscheint in der Tat zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich, dass das erstmals von
Dr.
Z._
erhobene chro
nische
Müdig
keitssyndrom
(CFS) durch den Tumor bedingt oder Folge der 2005/2006 durch
geführten Radio-/Chemotherapie sein, mithin es sich dabei um ein
tumorasso
ziiertes
chronische
s
Müdigkeitssyndrom (
CrF
) handeln könnte. Die Frage nach der invalidisierenden Wirkung des laut
Dr.
Z._
bei der Beschwerdeführerin bestehenden CFS ist deshalb überwiegend wahrscheinlich nach Massgabe der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 141 V 281) zu beurteilen (vgl. das von
Dr.
Z._
angeführte Urteil vom 1
9.
Juni 2013 [BGE 139 V 346, Regeste, e.c. und E. 2 mit Hinweisen]). Solche Störungen gelten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes
nur als
invaliden
ver
si
cherungsrechtlich
massgebend
, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krankheits
geschehen
voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine
Behand
lungsresistenz
besteht (
BGE
141
V
281
E. 4.3.1.2).
Die Annahme einer
invalidi
sierende
n
Wirkung
der von
Dr.
Z._
überdies diagnostizierten mit
telgradigen
depressiven Episode (ICD-10 F 32.1)
würde
beding
en
,
dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt
wird
deren Scheitern d
as Leiden als resistent
ausweist (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2015 vom 21. August 2015 E
..
4.2 mit Hinweis). Da die Beschwerdeführerin laut den Angaben von
Dr.
Z._
erst einige Therapiesitzungen bei
lic
. phil.
G._
absolviert und sich bislang noch keiner fachärztlichen Psychotherapie unterzogen hat, kann von einer
Ausschöpfung der therapeutischen und medika
mentösen Möglichkeiten und damit
von einer
Resistenz des
chronischen
Müdig
keitssyndroms
und des depressiven Leidens nicht die Rede sein. Sodann
lässt die ungenügende Inanspruchnahme von Therapien
nicht
auf einen ausgeprägten psychischen Leidensdruck schliessen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4).
Selbst wenn die – in den Berichten von
Dr.
Z._
befundmässig nicht untermauerten
–
Di
ag
nosen eines CFS sowie einer mittelgradigen depressiven Episode fachärztlich bestätigt würden, wäre ihnen deshalb – noch – keine invalidisierende Wirkung beizumessen.
4.3
Was allfällige Spannungskopfschmerzen
betrifft
, so wurden diese lediglich im Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
3.
Mai 2014 angeführt. In seinem präzisierenden Bericht vom 28. November 2014 wurden Spannungskopfschmerzen hingegen nicht mehr erwähnt, weshalb anzunehmen ist, dass diese kein Thema mehr bil
deten. Dass bei der Beschwerdeführerin ferner eine Inkontinenz besteht, war sodann bereits im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Januar 2012 aktenkundig (
Urk.
7/7/25 und
Urk.
7/10/14) und wurde im RAD-Bericht vom 21. Februar 2011 berücksichtigt (
Urk.
7/18/5). Eine diesbezügliche Ver
schlechterung lässt sich dem Bericht der Klinik
D._
vom
5.
Februar 2013 (vgl. E. 2.1.1) nicht entnehmen und ergibt sich auch nicht aus den genannten Berichten von
Dr.
Z._
.
4.4
Die Beschwerdeführerin machte somit nicht glaubhaft, dass es nach der Verfügung vom 20. Januar 2012 (Urk. 7/32) zu einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands gekommen ist. Die Beschwerdegegnerin ist demnach zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
Es bleibt der Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, bei einer relevanten (an
dauernden) Veränderung des Gesundheitszustandes erneut eine Anmeldung vorzunehmen.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 500.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.