Decision ID: b93abfa1-e5a0-471f-bcf1-7e4a41a5efcf
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
mittlerweile Mutter eines Sohnes (geboren 2008,
Urk.
7/95),
absolvierte nach dem Abitur eine kaufmännische Aus
bildung
und war hernach bei
verschiedenen
Arbeit
gebern in der
Werbe
branche tätig (vgl.
Urk.
7/2,
Urk.
7/13/2-4,
Urk.
7/51/2
,
Urk.
7/72
).
A
m 3
0.
November 2000
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf ein an
lässlich eines Autounfalls
vom
9.
Mai 1996 erlittenes Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (HWS) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Mit Verfügungen
vom 2
4.
Oktober 2006 (
Urk.
7/86-88
) sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ab
1.
April 2001
ei
ne Rente unterschiedlicher Höhe, zuletzt
ab Dezember 2005
bei einem Invalidi
täts
grad von 50
%
eine
unbefristete
halbe Rente zu.
Dies, nachdem der Unfallver
sicherer der Versicherten mit Verfügung vom
8.
Dezember 2005
ab
Dezember 2005 eine Invalidenrente basierend auf einem
Erwerbsunfähigkeitsgrad
von 50
%
sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Einbusse von 10
%
zuge
sprochen hatte
(
Urk.
7/68
).
Anlässlich der in den Jahren 2008 und 2010 durchgeführten Revisionsverfahren wurde der Anspruch der Versicherten auf eine halbe Rente
(Invaliditätsgrad 50
%
beziehungsweise 52
%
)
bestätigt (Mitteilung der IV-Stelle des Kantons Züri
ch vom 3
0.
Juli 2008,
Urk.
7/102
; Mitteilung der IV-Stelle des Kantons Aargau
vom 1
8.
Oktober 2010,
Urk.
7/124
).
1.2
Nach Eingang
eines am
8.
Januar 2014 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/137) tätigte die IV-Stelle berufliche und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere ein
polydisziplinäres
Gutachten
beim Begutach
tungsinstitut
Y._
ein,
nachdem eine Beschwerde der Versicherten gegen die am
2.
Februar 2015 verfügte Gutachtensanordnung (
Urk.
7/160) mit Urteil des hie
si
gen Gerichts vom
2.
November 2015 abgewiesen worden war (
Urk.
7/168). Das
Gutachten wurde
am
1
6.
August 2016 erstattet
(
Urk.
7/183)
.
Nach durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/190
,
Urk.
7/192,
Urk.
7/196,
Urk.
7/214,
Urk.
7/217
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
März 2018 die Rente der Versicherten
gestützt auf
lit
. a
Abs.
1 der Schlussbestimmungen
zur
6.
IV-Revision
per Ende April 2018
auf (
Urk.
7/222 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Mai 2018 Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
7.
März 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es sei festzu
stellen, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente habe. Eventuell
sei ein Gerichtsgutachten einzuholen, subeventuell die Sache zu ergänzenden Abklärungen und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Juni 2018 die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am 2
5.
Juni 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsr
echts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen
1.3
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbe
stim
mungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Invali
den
versicherung, IVG
(
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
)
,
werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Ände
rung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen
von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist
verfas
sungs
- und EMRK-konform (
BGE
139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezieh
ungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beach
tung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unkla
ren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der
Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbe
stim
mungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schluss
be
stimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die «erklärbaren» Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch be
grün
deter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestim
mung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbe
stim
mung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer mate
riellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein
«
Mischsachverhalt
»
gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzu
spre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
inte
gralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach fol
gen
dem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organi
sche oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere («
nichtsyndromale
») Gesundheits
schädigung die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das
heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beige
tragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.4
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnos
tizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden
(
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu be
wirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant be
hindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte «Foerster-Krite
rien», vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 49 E. 1.2, je wiedergegeben BGE 139 V 547 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufge
geben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen Prüfungsraster
ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wie
sen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete ver
si
cherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 142 V 106 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_676/201
7 vom 2
8.
Febru
ar 2018 E. 6.3).
Die Rechtsprechung hat zu den «vergleichbaren psychosomatischen Leiden» aus
drücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte «
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage» in invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen (Regel-Aus
nahmemodell mit «Überwindbarkeitsvermutung») unterstellt wurden
, so unter ande
rem
spezifische und u
nfalladäquate HWS-Verletzungen (Schleudertrauma)
ohne organisch nac
hweisbare Funktionsausfälle (
BGE 136 V 279
).
1.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sowie seit BGE 143 V 418 grundsätzlich
bei
sämtliche
n
psychische
n
Erkrankungen sind Indikatoren beachtlich, die das Bun
desgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen
(BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schrän
kung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesund
heitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Ver
hältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex «Gesundheitsschädigung») auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfoh
lenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.6
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere da
rauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen ge
halten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen
. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk
turierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andau
ernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleis
tet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schrän
kung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1
.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, die
Rentenzusprache
sei aufgrund einer Diagnose erfolgt
, die zu den
pathoge
netisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern
oh
ne organische Grundlage gehöre
. Bezüglich des aktuellen Gesundheitszustands sei auf das
Y._
-Gutachten abzustellen
.
Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sei hinsichtli
ch des Aktivi
tätsniveaus und der
Ressourcen nachvoll
ziehbar. Ein erhöhter Leidensdruck, welcher einen invalidisierenden Gesundheitsschaden rechtfertigen würde, sei da
mit nicht begründet, weshalb kein Anspruch mehr auf eine Rente bestehe (S. 1
f.)
. Die von der Beschwerdeführerin nachträglich eingereichten ärztlichen Berichte änderten nichts an diesem Ergebnis (S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin
hielt dem
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1)
zusammenfassend
(S. 4
Ziff.
7) entgegen, die Voraussetzungen für eine Rentena
ufhebung seien nicht erfüllt. Zum einen sei die ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht ausschliesslich aufgrund der Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes erfolgt (vgl. dazu S. 4 f.
Ziff.
8). Im Weiteren könne wegen Mängeln in der Begutachtung nicht auf das
Y._
-Gutachten abgestellt und damit auch nicht von einer Änderung beziehungsweise Verbesserung des Gesund
heits
zustands ausgegangen werden (vgl. dazu S. 5 ff.
Ziff.
10 ff.). Weiter habe die Beschwerdegegnerin die aktuelle, gegenüber dem Zeitpunkt der Begutachtung nochmals verschlechterte gesundheitliche Situation unrichtig beurteilt (
vgl. dazu
S. 9
Ziff.
14). Schliesslich wäre eventualiter selbst dann, wenn auf das
Y._
-Gut
achten abges
tellt werden könnte, eine Rentenaufhebung
ausgeschlossen, da selbst für eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
weiterhin ein Invaliditätsgrad von jedenfalls 50
%
und damit ein Anspruch auf die bisherige halbe Rente resultiere (vgl. dazu S. 10 f.
Ziff.
15).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
die gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
verfügte
Rente
naufhebung rechtens ist.
3.
3.1
Bei der
im Jahr 2006 zugesprochenen halben Rente
ab Dezember 2005
stellte die Beschwerdegegnerin vollumfänglich auf die Einschätzung des Unfallversicherers ab (vgl.
Urk.
7/86/4 oben). Medizinische Grundlage für den Entscheid des Unfall
versicherers
(vgl.
Urk.
7/68 S. 1
Ziff.
1)
und auch der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
7/76 S. 4 unten) bildete insbesondere das
vom Unfallversicherer beim Zentrum
Z._
veranlasste
rheumatologisch-psy
chia
trische Gutachten
vom 2
2.
Juli
2004 (
Urk.
7/63
/1-21).
3.
2
Im Gutachten vom 2
2.
Juli 2004 (
Urk.
7/63
/1-21
) nannten d
ie Ärzte des Zentrums
Z._
folgende Diagnosen (S. 17 unten):
-
chronisches
zervikovertebrales
und -
zephales
Syndrom mit
spondy
loge
nen
Manifestationen im linken Arm mit/bei
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma am
9.
Mai 1996 bei Autounfall
-
rezidivierenden
zervikogenen
Kopfschmerzen und Schwindel
beschwer
den
-
leichter bis mittelgradiger Depressivität
Der rheumatologische Gutachter führte
aus,
zum heutigen Zeitpunkt bestünden nach wie vor wechselnde Nacken- und Kopfschmerzen mit Schmerzmittel
ein
nah
me und Teilzeitarbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Anzeigen
verkäu
ferin bei einem Verlag. K
linisch imponierten starke
perazervikale
Schmerzhaftigkeiten in der gesamten HWS sowie unspezifische Empfindlichkeiten in der linken Nackenmuskulatur bei lediglich leichteren schmerzbedingten Einschränkungen und
zervikothorakaler
Minderfunktion. Nach wie vor könnten keine neuro
logi
schen Defizite erfasst werden. Die strukturelle Standortaufnahme zeige ein unauf
fälliges Röntgen der HWS ohne die Entwicklung von degenerativen Verände
rungen im Vergleich zu den Voraufnahmen (S. 17 Mitte). Die Krankheitsanam
nese lasse an einem HWS-Distorsionstrauma nicht zweifeln. Der Verlauf zeige ein stark wechselndes Beschwerdebild
mit Stress und Belastungen als auslösende Faktoren. Relevante strukturelle Veränderungen könnten in der HWS nicht nach
gewiesen werden. Eine diskrete
Diskusprotrusion
C5/6 sei nicht verantwortlich für die Schmerzkrankheit und eine objektivierbare Verschlimmerung könne im
Verlauf nicht nachgewiesen werden (S. 18 oben).
Die Beeinträchtigung aus rheu
matologischer Sicht sei bei nachvollziehbaren Befunden unter Berücksichtigung der psychiatrischen Befunde mit Krankheitswert bei 50
%
einzustufen (S.
20 Mitte). Diese Arbeitsfähigkeit gelte für sämtliche Tätigkeiten (vgl. S. 20 unten).
Der psychiatrische Gutachter führte in seinem Teilgutachten vom
9.
Juni 2004 (
Urk.
7/63/22-49) aus
,
a
ufgrund der Depressivität mit rezidivierenden Phasen und fluktuierendem Verlauf
und der diesbezüglichen gesundheitlichen Beeinträchti
gungen könne eine Verminderung der Arbeitsunfähigkeit (gemeint wohl: Arbeits
fähigkeit) von 30
%
angenommen werden (S. 24 unten).
4.
4.1
Im Rahmen
der ersten Revision
im Jahr 2008
berichtete
der Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
am 1
9.
Mai 2008 (
Urk.
7/98) von einem stationären Gesundheitszustand (
Ziff.
4.1). Er
nannte fol
gende Diagnosen (
Ziff.
1):
-
chronisches, linksbetontes
zervikobrachiales
Syndrom mit/bei
-
Status nach zervikalem HWS-Distorsionstrauma vom
9.
Mai 1996
-
d
eutlichen muskulären
Dysbalancen
der paravertebralen und abstei
genden Schulter-Nackenmuskulatur und sekundärer Funktionsein
schränkung
Dr.
A._
führte aus, es bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
als Angestellte in der Werbebra
n
ch
e (
Ziff.
2), wo die Beschwerdeführer
in weiter
hin
in einem Pensum von etwa 50
%
tätig sei (
Ziff.
3.3).
Es bestehe eine bleibende Minderbelastbarkeit mit Funktionseinschränkungen der oberen, mittleren und unteren
HWS
und chronischen
Zervikobrachialgien
linksbetont in Folge des erlittenen zervikalen HWS-
Distorsionstraumas (
Ziff.
3.3).
4.
2
Anlässlich der zweiten Revision im Jahr 2010 berichtete
Dr.
A._
am 1
9.
März 2010 (
Urk.
7/111/3), die Diagnose sei unverändert (
Ziff.
2). Im Rahmen der neuen Rolle als alleinerziehende Mutter eines
infektanfälligen
Sohnes sei es in Folge der erhöhten psychophysischen Belastung nach zervikalem HWS-Distorsionstrauma aber zu einer langdauernden Verschlechterung der Symptome (
myofasziale
Zervikobrachialgien
,
Zephalgien
, Schwindel, Konzentrations
stö
rungen, Schlafstörungen) gekommen (
Ziff.
3). Die Prognose bezüglich Wiederer
langung der vorbestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit als Angestellte in der Werbebranche sei nur mit einer Verzögerung gegeben (
Ziff.
4).
5.
5.1
Im Rahmen der nun strittigen Rentenüberprüfung berichtete
Dr.
A._
am 1
4.
März 2014 (
Urk.
7/138
/
6-11), seit der letzten Berichterstattung zeige sich insgesamt ein weitgehend unveränderter Befund mit bleibenden
Zervikalgien
, einer Tendenz zu
Kephalgien
und Schwindel, dies vor allem in Belast
u
ngs
situa
tionen sowie mit Parästhesien im Bereich der
Dig
IV und V links vor allem be
i
erhöhtem muskulärem
Tonus und in Stresssituationen
(
Ziff.
1.4)
. Weiterhin sei von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
in der ursprünglichen Tätig
keit als Angestellte in der Werbe
branche auszugehen (
Ziff.
1.6).
5.2
Aktenkundig ist des Weiteren ein vom Unfallvers
icherer veranlasstes polydis
zip
linäres Gutachten des
Zentrums B._
vom 1
8.
Februar 2011 (
Urk.
7/133
), gemäss welchem keine Diagnose mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkei
t zu stellen waren. Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter ein angegebenes chro
nisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) nach Autokollision (1996) und vermehrter Reizoffenheit/Beschwerde
empfindung bei
anankastischer
Persönlichkeitsstruktur. Ferner einen Status nach
HWS-Bagatelldistorsion QTF I anlässlich Seitenkollisionstrauma vom
9.
Mai 19
96, keine Folgen, ein unspezifisches
myofasziales
Zervikalsyndrom
, einen episodi
schen Spannungskopfschmerz sowie eine Adipositas
mit
einem BMI von 31.5
kg/m
2
(S. 24
Ziff.
4).
Die Ärzte führten aus, die von der Beschwerdeführerin angegebene Beschwerdesymptomatik sei weder auf neurologischem, psychiatri
schem, noch auf orthopädischen Fachgebiet durch objektivierbare Befunde erklä
r
bar. In allen drei Fachgebieten werde demgemäss die Arbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte als auch für eine Verweistätigkeit mit 100
%
bewertet (S. 24 f.
Ziff.
5).
5.3
Am
1
6.
August 2016 erstatteten die Ärzte des
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/183/2-35). Sie stützten sich auf di
e ihnen überlasse
nen Akten und die
nachträglich eingegangenen Unterlagen (S. 4 ff.)
sowie
ihre am 2
0.
Juni 2016 durchgeführten allgemeininternistischen (S. 11 ff.), psychia
trischen (S. 13 ff.), orthopädischen (S. 21 ff.) und neurologischen (S. 26 ff.) Untersuchungen (vgl. S. 1).
Die
Gutachter
konnten keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 31
Ziff.
5.1
).
Folgenden
Diagnosen
massen sie keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkei
t
bei
(S. 31
Ziff.
5.2):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
anankastische
Persönlichkeitszüge
-
anamnestisch chronisches linksbetontes
zervikobrachiales
Schmerz
syn
drom
-
auf orthopädischer Ebene kein objektivierbarer pathologischer Befund
-
Status nach Autounfall mit HWS-Beschleunigungsverletzung am
9.
Mai 1996
-
Adipositas mit BMI von 30 kg/m
2
In der Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, b
ei d
er orthopädische
n Unter
suchung
des Rumpfes habe sich lediglich eine etwas
hypotrophe
paraverte
brale Muskulatur vor allem im lumbalen Bereich gezeigt.
Palpatorisch
seien keine Auffälligkeiten der HWS oder der Nackenmuskulatur erkennbar gewesen. Die Arme hätten beidseits an den Schultern frei bewegt werden
können mit guter Kraftentfaltung.
Bei der neurologischen Untersuchung seien die
radikulären
HWS
-Provokations
manöver negativ
gewesen.
Tonus
und
Trophik
der Arme seien normal, die Muskeleigenreflexe symmetrisch mittellebhaft bis lebhaft auslösbar gewesen und Paresen oder sensible Ausfälle hätten gefehlt. Die
Tinnel
-Zeichen seien über
beiden volaren Handgelenken pos
itiv, die
Phalen
-Tests beidseits negativ
gewesen
. Neurographisch habe keine Neuropathie des
Nervus
medianus
oder
ulnaris
links nachgewiesen werden können. Es hätten s
ich auch keine Hinweise in R
icht
u
ng eines
Thoracic
-Outlet-Syndrom
s
ergeben. Auf alten MRI-Bildern der HWS vom August 2000 sei eine
Diskusprotrusion
C5/6 zu sehen, ohne Irritation neuraler Strukturen. Die von der Beschwerdeführerin angegebene Kopfschmerzsymp
to
matik könne als
zervikogen
interpre
tiert werden. Phänomenologisch handle es sich um Spannungs
typk
opf
weh, wobei die Exazerbationen auch
migräniforme
Elemente zeigten. Aus neurologischer Sicht habe keine Diagnose mit Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit gestellt werden
können.
Bei der psychia
t
rischen Untersuchung sei aufgefallen, dass das Ausmass der ge
klagten Beschwerden durch die somatischen Befunde nicht hinreichend habe o
b
jektiviert werden können. Es könne die Diagno
s
e einer chronis
chen Schmerz
störung mit somatis
chen und psychischen Faktoren gestellt werden. Die gelegent
lich auftretenden, leichten depressiven Verstimmungen seien im Rahmen der Schmerzstörung einzuordnen. Es hätten sich keine Hinweise für das Vorhanden
sein einer eigenständigen depressiven Erkrankung gefunden. Weiter hätten zwang
hafte-perfektionistisch
e Persönlichkeitszüge diagnosti
ziert werden können. Die psychiatrischen Diagnosen bedingten jedoch keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
. Auch aus allgemeininternistischer Sicht habe keine Diagnose mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne
n.
Insgesamt gelangten die Gutachter aus polydisziplinärer Sicht zum Schluss, dass sowohl für die angestammte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte als auch für
jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit zeitlich und leistungs
mässig eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
bestehe (S. 32 f.
Ziff.
6.2
).
5.4
Am
3
1.
Januar 2017
(
Urk.
7/203) berichtete PD
Dr.
phil.
C._
, die Beschwerdeführerin stehe seit Juli 2016 bei ihr in psychologischer Behandlung.
Sie wies darauf hin, dass im
Y._
-Gutachten gewisse Aussagen, namentlich im Zusammenhang mit der Kindheit der Beschwerdeführerin und ihrer Beziehung zu ihren Eltern, offensichtlich nicht korrekt wi
e
dergegeben worden seien
, weshalb
sich die Frage nach der Sorgfältigkeit bei der Erhebung der Anamnese stelle
(S. 2 oben).
D
ie Beschwerdeführerin
zeige
neben einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren die Symptome einer posttrauma
ti
schen Belastungsstörung (
PTBS) mit
Vermeidung, Intr
usionen und
Hyperar
ousal
. Im Gutachten werde diese
s
chwere Symptomatik nicht erwähnt (S. 2 Mitte). Die Beschwerdeführerin sei nur sehr begrenzt belastbar und zum jetzigen Zeitpunkt maximal 30
%
arbeitsfähig (S. unten).
5.
5
In
ihrem Bericht vom 1
7.
Juni 2017
(
Urk.
7/206/1-4) über die Notfall
unter
su
chung der Beschwerdeführerin vom gleichen Tag diagnostizierten die Ärzte des Universitätsspitals
D._
, Klinik für Neurologie, eine
transistente
rechts
seitige
Ptosis
mit Erstmanifestation am
1.
Juni 2017 (S. 1 Mitte). Sie führten aus,
die Ätiologie der Beschwerden sei derzeit noch offen (S. 4 oben).
In ihrem Bericht vom 1
7.
Juli 2017
(
Urk.
7/206/5-7)
diagnostizierten die Neuro
logen des
D._
eine
seropositive
Myasthenia
gravis
, rein
okulär
(S. 1 Mitte). Sie führten aus, subjektiv und objektiv zeige sich ein erfreulicher Verlauf mit aktuell fehlenden manifesten oder belastungsinduzierten fokal-neurologi
schen Defiziten
. Aufgrund der Klinik werde zunächst keine immunsuppressive Therapie/Steroid
gabe oder
Thymektomie
empfohlen (S. 3
unten).
5.6
Am 2
5.
August 2017 nahmen der psychiatrische und der orthopädische Gutachter des
Y._
Stell
ung zu der von
PD
Dr.
C._
(vorstehend E. 5.4)
und der Be
schwerdeführerin (vgl.
Urk.
7/196) am Gutachten
erhobenen Kritik
(
Urk.
7/208)
.
Sie hielten fest, a
us psychiatrischer Sicht
könne
die Diagnose einer
PTBS
nicht bestätigt werden (S. 2 Mitte).
Anlässlich der orth
opädische
n
Untersuchung habe
sich - ungeachtet der speziellen Umstände, welche letztlich dazu geführt hätten, dass die Untersuchung etwas verkürzt habe durchgeführt werden müssen – ohne namhafte Zweifel feststellen lassen, dass an den
muskuloskelettalen
Strukturen ke
in
e pathologischen Befunde vorläge
n, die eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten plausibel zu begründen v
ermöcht
en (S. 3 oben). Insgesamt ergäben sich keine Änderungen in ihrer gutachterlichen Beurteilung (S. 3 Mitte).
5.7
In ihrem Bericht vom 3
0.
Oktober 2017
(
Urk.
7/215)
hielt
Dr.
C._
dem ent
gegen, die PTBS sei nur verständlich, wenn die Vorgeschichte der Beschwerde
führerin berücksichtigt werde. Die Beschwerdeführerin habe in ihrer Kindheit Vernachlässigung und schwere Verlusterlebnisse erlebt. Vom Vater ihres Sohnes sei sie
schwerst
misshandelt worden. Noch heute habe sie Angst vor ihm. Wegen der sexuellen und gewalttätigen Übergriffe verwundere es nicht, dass sie sich gegenüber dem männlichen Gutachter nicht offen habe äussern können (S. 1). Der Unfall habe die Symptomatik entscheidend verschlimmert und schliesslich zur Dekompensation geführt. Die Vorerfahrungen hätten dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin eine PTBS entwickelt habe (S. 2).
5.8
Am
1
9.
Oktober 2017 (
Urk.
7/218)
berichtetet
Dr.
med.
E._
, Fac
h
arzt für Neurologie, die Beschwerdeführerin erlebe momentan eine hochgradig belastende persönlich-familiäre Situation, welche einhergehe mit schwankenden Beschwerden. Bezogen auf die Myasthenie-spezifischen-Symptome stehe vor allem eine fluktuierende, rechtsbetonte bilaterale
Ptose
im Vordergrund. Eine neuartige Entwicklung im Sinne einer Dekompensation der
myasthenen
Erkran
kung sei ansonsten trotz der angespannten Situation nicht vorhanden (S. 2 oben). In Anbetracht der Gesamtkonstellation bleibe er der Meinung, dass die Be
schwerdeführerin mittelfristig eine immunsuppressive Therapie brauchen werde, bei weiterhin bestehendem, konkretem Risiko einer Generalisierung in Anbetracht der deutlichen serologischen Zeichen einer fortlaufenden Krankheitsaktivität trotz bislang
oligosymptomatischer
, örtlich begrenzter Manifestation (S. 2 Mitte).
5.9
In ihrer Stellungnahme vom
1.
März 2018 (
Urk.
7/219 S.
7 f.) führte eine Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) aus, die transitorische, rein
okuläre
Myasthenia
gravis
sei sowohl medikamentös behandelbar als auch ohne dauer
hafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 unten).
6.
6.1
Die
ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte im Zuge eines
im Jahr 1996
erlitte
nen
HWS-Distorsionstraumas.
Im
seinerzeit
ausschlaggebenden Gutachten
der Ärzte des Zentrums
Z._
aus dem Jahr 2004
(vorstehend E. 3.2)
gingen die Ärzte
in diagnostischer Hinsicht
von einem chronischen
zervikoverte
bralen
und –
zephalen
Syn
d
ro
m
mit
spondylogene
n
Manifestationen im linken Arm
mit/bei Status nach
HWS
-Distorsionstrauma, rezidivier
enden
zervikogen
en
Kopfsc
hmerzen und Sch
w
i
ndelbeschwerden sowie leichter bis mittelgradiger De
pressivität
aus.
Auf der Befundebene sind dem Gutachten keine organischen Pathologien zu entnehmen.
Die Ärzte nannten insbesondere
keine
organische Ursache für das
als Diagnose
angeführte chronische
zervikovertebrale
und –
zephale
Syndrom
.
Vielmehr
wiesen sie darauf hin, dass weder neurologische Defizite noch relevante strukturelle Veränderungen der HWS hätten nachge
wiesen werden können und auch die Röntgenuntersuchung der HWS unauffällig ausgefallen sei.
Ihrer Einschätzung
,
wonach die Beeinträchtigung der Beschwer
de
führerin aus «rheumatologischer Sic
ht
bei nachvollziehbaren Befunden unter
Berücksichtigung der psychiatr
i
s
chen Befunde mit Krankheitswert» bei 50
%
einzustufen sei,
fehlt es damit an einer d
u
r
ch organische Befunde untermauerten Grundlage.
Dementsprechend wiesen auch die
Y._
-Gutachter
(vorstehend E.
5.3)
darauf hin, d
ass unklar bleibe, welche körpe
r
l
iche
n Bef
unde der
damals
begut
achtende Rheumatologe
als nac
h
vollziehbar erachtet habe, nachdem seine Unter
suchungen keine pathologi
schen Ergebnisse gezeigt hätten
und er sich bei der gestellten Diagnose im Wesentlichen auf die subjektiven Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin gestützt habe
(
Urk.
7/183 S. 26 oben).
In ihrer Beschwerde konnte
auch die Beschwerdeführerin keine einschlägige Pathologie bezeichnen. Ihre Ausführungen erschöpfen sich vielmehr im Verweis auf die von den damaligen Gutachtern und dem RAD (vgl. dazu
Urk.
7/76 S. 4 unten)
«
aus rheumatologischer Sicht
bei nachvollziehbaren Befunden
»
festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, ohne dass sie konkret darlegte, welches denn die nachvollziehbaren Befunde sind (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
8).
Damit aber steht fest, dass
die
Rentenzusprache
im Jahr 2006 allein
aufgrund
der Folgen der unfallbedingten
HWS-Verletzung
ohne organisch nac
hweisbare Funktionsausfälle erfolgte.
Ein Mischsachverhalt im Sinne der Rechtsprechung, bei welchem unklare und erklärbare Beschwerden bestehen, ist nicht gegeben. Nachdem anlässlich der
Rentenzusprache
im Jahr 2006 unbestrittenermassen keine Zumutbarkeits- beziehungsweise Überwindbarkeitsprüfung durchgeführt wurde, ist eine Überprüfung der Rente nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision grundsätzlich möglich
(vgl. vorstehend E. 1.3-4)
.
6.2
Die zwei rentenbestätigenden Revisionen basierten auf Formularberichten des Hausarztes
Dr.
A._
, welcher
im Wesentlichen unveränderte Diagnosen
nannte und dementsprechend
von einem statio
nären (vorstehend E. 4.1) bezieh
ung
s
weis
e
aufgr
u
nd von (nicht versicherten
) psychosozialen Faktoren
e
in
e
m ver
schlechterten (vorstehend E. 4.2) Gesundheitszustand berichtete,
und
– abgesehen
von muskulären
Dysbalanc
en
der paravertebralen
und abs
t
eigenden Schulter-Nack
enmuskulatur
–
(weiterhin)
keine
organischen Befunde erhob
.
6.3
I
m Rahmen der aktuellen Abklärungen
konnte
ebenfalls
keine organische Patho
logie
nachgewiesen werden
.
Objektivierbare Befunde, welche die Beschw
erden der Beschwerdeführerin zu
erklären vermöchten, wurden
sowohl von
den
B._
-
Gutachtern
(vgl.
vorstehend E. 5.2
)
als auch von den
Y._
-Gutachte
r
n
(
vgl.
vor
stehend E. 5.3) verneint
und der Hausarzt
Dr.
A._
nannte
abermals
kein organisches Korrelat für die von ihm beschriebenen
Zervikalgien
mit Tendenz zu
Kephalgien
und Schwindel (vgl. vorstehend E. 5.1).
6.4
Was die zeitliche Anwendbarkeit von
lit
. a der Schlussbestimmung zur
6.
IV-Revision anbelangt, so wurde d
ie
Rentenüberprüfung unbestrittenermassen zwi
schen Anfang 2012 und Ende 2014 und damit innert der gesetzlich vorge
schrie
benen Dreijahresfrist (vgl. dazu BGE 140 V 15 E. 5.3.4.2) eingeleitet (
Urk.
7/137, vgl. auch
Urk.
7/189).
6.5
Sodann bezog die Beschwerdeführerin am
1.
Januar 2012 die Invalidenrente noch nicht seit mehr als 15 Jahren und ist auch noch nicht 55-jährig, weshalb sie sich zu Recht nicht auf die für solche Rentenbezüger geltende Schutzbestimmung nach
lit
. a
Abs.
4 der Schlussbestimmung zur
6.
IV-Revision beruft.
7.
7.1
Zu prüfen ist im Folgenden, ob im Zeitpunkt der nun strittigen Revision die Vor
aussetzungen nach
Art.
7
Abs.
2 ATSG
erfüllt waren (vorstehend E. 1.3
).
Zur Beur
teilung dieser Frage holte die Beschwerdegegnerin ein
polydisziplinäres
Gut
achten beim
Y._
ein (vorstehend E. 5.3).
7.2
Das
Y._
-Gutachten
(
Urk.
7/183)
ist für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der umfangreichen
Vorakten
abgegeben.
Berücksichtigt und in die Würdigung miteinbezogen wurden insbesondere das Gutachten des
Zentrums
Z._
aus dem Jahr 2004
(vorstehend E. 3.2)
,
das
B._
-Gutachten aus dem Jahr 2011 (vorstehend E. 5.2)
sowie
diverse Berichte de
s
Hausarztes
Dr.
A._
und
der behandelnden
Psychologin,
lic
. phil. F._,
Klinik
Z._
(vgl. S. 8 f., S. 20 f.
Ziff.
4.1.6, S. 25 f.
Ziff.
4.2.7, S. 26 f.
Ziff.
4.3.1.1
, S. 31
Ziff.
4.3.7).
Soweit die
Beschwerdeführerin
vorab
geltend machte, aufgrund der fehlenden rheumatologischen
Begutachtung
sei das
Y._
-Gutachten als unvollständig zu erachten
(
Urk.
1 S. 6 oben)
,
ist
ohne Weiterungen auf Erwägung 6 des Urteils vom
2.
November
2015 (
Urk.
7/168) zu
verweisen, wo im Rahmen des Beschwerde
verfahrens betreffend die von der Beschwerdegegnerin verfügte Gutachtensan
ordnung zum Einwand der Beschwerdeführerin
, wonach statt einer orthopä
di
schen eine rheumatologische Begutachtung durchzuführen sei
(vgl. Beschwerde vom
6.
März 2015,
Urk.
7/161/3 ff. S. 6
Ziff.
10)
,
Stellung genommen wurde.
7.3
Die
Y._
-Gutachter gelangten u
nter Hinweis auf
fehlende
pathologische
Befunde auf orthopädischem, neurologischem
,
allgemeininternistischem
und
psychia
tri
schem
Fachgebiet zum nachvollziehbaren Schluss, dass
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist
. Diese
Einschätzung
deckt sich mit der Beur
tei
lung
d
urch die
B._
-Gutachter
(vorstehend E. 5.2).
Die Beschwerdeführerin
machte geltend
,
dass sowohl das orthopädische als auch das psychiatrische Teilgutachten mangelhaft seien und daher nicht darauf abge
stellt werden könne (
Urk.
1 S. 6 ff.).
Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach der psychiatrische Gutachter die Einholung von Fremdauskünften, namentlich der behandelnden Psychologen, unterlassen habe, erweist sich als nicht stich
haltig, nachdem verschiedene Berichte von
lic
. phil.
F._
aktenkundig
und den Gutachtern bekannt
waren
(vgl. dazu vorstehend E. 7.2)
und sich der
psy
chiatrische
Gutachter im Rahmen
seiner
ergänzenden Stellungnahme
(vorstehend E. 5.6)
auch mit der Beurteilung der die Beschwerdeführerin (neu) behandelnden
PD
Dr.
C._
auseinandersetzte. Abgesehen davon sind Fremdanamnesen
rechtsprechungsgemäss
nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_215
/2012 vom 1
1.
Juli 2012 E. 7.4). W
as
sodann
die von
der Beschwer
de
führerin geltend
gemachten
Fehlerhaftigkeiten in der Anamneseerhebung – ins
be
sondere ihre Kindheit und die Beziehung zu ihren Eltern betreffend – anbe
langt, so sind diese nicht geeignet, die gutachterlichen Schlussfolgerungen in Frage zu stellen. Abgesehen davon, dass der psychiatrische Gutachter in seiner ergänzenden Stellungnahme (vorstehend E. 5.6) bestätigte, dass die Beschwerde
führerin ihm gege
n
über explizit von einer schönen Kindheit
erzählt
und die von
PD
Dr.
C._
(vorstehend E.
5.4)
berichteten Schwierigkeiten und Belas
tungen in der Kindheit nicht erwähnt habe,
legte
er
nachvollziehbar dar
, dass auch unter Berücksichtigu
ng der s
chwierigen Kindheit keine psychiatrische Störung, insbesondere keine PTBS,
vorliegt
, welche die Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin beeinträchtig
t
. Dabei vermag seine Begründung zu überzeugen, dass es sich bei dem erlittenen Unfall nicht um ein
en schweren Unfall gehandelt hat,
die Beschwerdeführerin
zudem
explizit
angibt
, das
s sie weiterhin
Auto fährt und auch nicht von -
die Fahrf
ähigkeit ebenfalls aufhebenden
-
Flashbacks in Bezug auf den Unfall berichtet
. Als einleuchtend erweist sich auch sein Hinweis darauf, dass
die Beschwerdeführerin
eine gute Schülerin war, das Gymnasium
erfolgreich abschloss und später bei der Arbeit gute Leistungen erzielte (
Urk.
7/208
S. 2).
Soweit
PD
Dr.
C._
im Bericht vom Oktober 2017
(vorstehend E. 5.7) die Diagnose einer
PTBS
schliesslich
(auch) unter Hinw
ei
s auf die von der Be
schwerdeführerin erlebte Gewalt durch den Vater ihres Kindes begründete, bleibt anzufügen
, dass
d
ie
diesbezüglichen Ausführungen
unspezifisch
bleiben und
so
keine
rechtsgenügliche
Grundlage
bilden
für die Annahme eines oder mehrerer traumatisierender Ereignisse von
aussergewöhnlicher
Schwere (vgl. die Formulie
rung in den diagnostischen Leitlinien zu ICD-10 F43.1) beziehungsweise auslö
sender Traumata von hinreichender Schwere (vgl. BGE 142 V 343 E. 5.2.2), wie sie von der Diagnose einer
PTBS
im Sinne der ICD-10 erfasst sind
. Damit steht fest
,
dass die Berichte
von
PD
Dr.
C._
die Beurteilung d
urch die
Y._
-G
utachte
r
nich
t in Zweifel zu ziehen vermögen und sich gestützt darauf nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Natur von
Behandlungsauftrag
der thera
peutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag
des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4)
auch keine weiteren Abklärungen aufdrängen.
Hinsichtlich der orthopädischen Untersuchung machte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend, d
er Gutachter
sei voreingenommen und
empathielos
gewesen und
di
e Untersuchung
habe
gar abgebrochen werden müssen, nachdem sie unter der Behandlung durch diesen Gutachter zusammengebrochen sei, nur noch geweint und gar habe erbrechen müssen.
Dass die orthopädische Begutach
tung etwas verkürzt durchgeführt wurde und sich die Beschwerdeführerin dabei unwohl fühlte beziehungsweise sie den Gutachter als unhöflich empfand, geht aus dem
Y._
-Gutachten selbst (
Urk.
7/183 S. 23 Mitte, S. 24 Mitte)
hervor und wurde seitens des Gutachters in
der ergänzenden Stellungnahme (vorstehend E.
5.6)
auch
nicht in Abrede gestellt.
Auch wenn die Begutachtung nicht von gegenseitiger Sympathie getragen gewesen sein mag, finden sich
aber
keine Anhaltspunkte dafür, dass die gutachterliche Beurteilung nicht objektiv ausge
fallen ist. Insbesondere wurden die gezogenen Schlussfolgerungen anhand der ausführlich dargelegten objektiven Befundlage (
Urk.
7/183 S. 22 f.) nachvollzieh
bar begründet und der orthopädische Gutachter bestätigte in der ergänzenden Stellungnahme, dass die relevanten Befunde am Bewegungsapparat
erhoben wer
den ko
nn
t
en (
Urk.
7/208 S. 3). Was
sodann
die von der Beschwerdeführerin
als falsch gerügte
gutachterliche
Feststellung nicht vorhandener
Einschrän
kung
en
durch körperliche Bel
astungen im Alltag anbelangt, wird die gutachterliche Beur
teilung dadurch nicht
in Frage
gestellt
.
Denn entscheidend ist
, dass
orthopädi
scherseits
keine Befunde erhoben werden konnten, welche die von der Beschwer
deführerin geltend gemachten Einschränkungen durch körperliche Belastung zu erklären vermöchten.
Insgesamt leuchtet
das
Y._
-Gutachten auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und
es enthält
einleuchtend begrün
dete Schlussfolgerungen. Damit
erfüllt es die
praxis
ge
mässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.7
), weshalb grundsätzlich darauf abzu
stellen ist.
7.4
Die Beschwerdeführerin machte weiter geltend, das
Y._
-Gutachten vermöge den
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung erforderlichen Anforderungen an eine strukturiertes Beweisverfahren
(vgl. dazu vorstehend E. 1.4-5)
nicht zu ge
nügen (
Urk.
1 S. 9 oben).
Der psychiatrische Gutachter machte
im
psychiatrischen Teilgutachten
(
Urk.
7/
183 S.
13 ff.)
Ausführungen
zum Gesundheit
s
schaden (S. 17
Ziff.
4.1.3.1), zum sozia
len Kontext (S. 18
Ziff.
4.1.3.2), zu Behandlungen und Eingliederungen (S.
18
Ziff.
4.1.3.3)
sowie
zur Konsistenz (S. 19
Ziff.
4.1.3.4). Damit
erstattete
er
sein Gutachten
offensichtlich
unter Berücksichtigung der
Standardindikatoren
gemäss
BGE
141 V 281
– wenn auch unt
er etwas modifizierten Titeln –
und trug damit den
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen Rechnung
.
Hervorzuheben
ist
dabei
insbesondere, dass
gemäss
den Ausführungen des Gutachters in der
ps
y
chiatrischen
Untersuchung keine psychopathologischen Symptome festgestellt werden konnten.
Der Gutachter bezeichnete d
ie
Stimmung als
herabgesetzt,
klag
sam
, nicht aber depressiv, die Psychomotorik
als sehr lebhaft und den
Antrieb
als
nicht vermindert (S. 17 oben).
Dieser Umstand spricht
gegen eine schwere Aus
prä
gung der diagnoserelevanten Befunde der diagnostizierten
chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; vorstehend E. 5.3), welcher
rechtsprechungsgemäss
ein Bezug zum Schweregrad
fehlt
(BGE 142 V 106 E. 4.2)
. D
ies umso mehr, als
eine somatische Komorbidität nicht vorliegt (vgl. vorstehend E. 6.3) und in
den
darüber hinaus
diagnostizie
rte
n
anankastischen
Persönlichkeit
szügen keine
massgebliche
psychiatrische Komor
bidität erblickt werden kann
.
D
er psychiatrische Gutachter verneinte denn auch explizit das Vorliegen einer psychiatrischen Störung, welche die Beschwerde
führerin
in
der Umsetzung ihrer Ressourcen einschränken würde (
Urk.
7/183 S.
17 unten).
Dass die Beschwerdeführerin über
nennenswerte
Ressourcen ver
fügt, geht aus den – mit den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführer im Einklang stehenden
(vgl.
S. 16 oben) - Ausführungen des Gutachters z
um sozialen Kontext
hervor. Demnach erhält die Beschwerdeführerin
eine gute Unterstützung durch ihre Mutter und di
e Patin ihres Sohnes, pflegt sie
rege soziale Kontakte, hat sie
eine g
ute Beziehung mit ihrem Freund und eine gute
Kommunika
tions
fähigkeit (S. 18
Ziff.
4.1.3.2).
Zur Konsistenz
führte der Gutachter
aus, die Beschwerdeführerin lebe mit ihrem Sohn alleine und führe den Haushalt weitgehend selbständig. Sie sei in der Lage, Auto zu fahren und pflege rege soziale Kontakte. Vier Mal pro Jahr reise sei nach Spanien, um sich dort um ihre Immobilien zu kümmern, wobei sie sich jeweils während einigen Wochen in Spanien aufhalte (S. 19 Mitte). Trotz der Klage über starke Schmerzen gestalte
die Beschwerdeführerin
ihren All
tag sehr aktiv (S. 20
oben).
Diese Angaben können anhand der anamnestischen Angaben der Beschw
er
deführerin prüfend nachvollzogen werden, sodass insgesamt nicht von einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen gesprochen werden kann.
Anzufügen ist schliesslich, dass die
Beschwerdeführerin
bezüglich des Bewegungsapparates bereits seit mehreren Jahren keine Therapie mehr
in Anspruch nimmt
und sie
zwar
seit Jahren eine ambulante
psychologische Gesprächst
herapie durchführt, welche ihre Beschwer
den jed
och n
icht wesentlich verändert (
vgl.
Urk.
7/183 S.
18
Ziff.
4.1.3.3
und S.
24 Mitte
). Vor diesem Hintergrund erscheint ein besonders hoher Leidensdruck fraglich, wäre bei ausbleibendem Behandlungserfolg und anhaltenden Beschwer
den doch zu erwarten, dass sich die Beschwerdeführerin um andere Behandlungs
ansätze bemüht. Inwiefern die
kürzlich aufgenommene Traumatherapie zur Lin
derung der im Vordergrund stehenden Schmerzproblematik beitragen soll, bleibt unklar.
Zusammenfassend ist a
ufgrund der sich aus dem
Y._
-Gutachten ergebenden Angaben zur Schwere des Leidens und zu dessen Konsistenz
davon auszugehen
, dass
bei der Beschwerdeführerin keine psychiatrische Störung mit funktionellen Auswirkungen v
orlieg
t
. E
ine anspruchsrelevante Arb
eitsunfähigkeit ist daher mit den
Y._
-Gutachtern zu verneinen.
7
.5
In Bezug auf die nach der Begutachtung im
Y._
neu aufgetretene Gesund
heits
problematik einer
Myasthenia
gravis
bleibt festzuhalten, dass diese jedenfalls im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
März 2018 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
einer voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit
dauernden Erwerbsunfähigkeit führte.
In seinem Bericht vom Oktober 2017 (vorstehend E. 5.
8) nannte der Neurologe
Dr.
E._
als im Vorder
grund stehende Symptomatik (einzig) eine fluktuierende, rechtsbetonte bilaterale
Ptose
. Die von der Beschwerdeführerin im Verlauf geschilderten intermittierenden multiformen/multifokalen
Symptome
bezeichnete er
grösstenteils
als nicht-Myasthenie-assoziiert und
sah diese
eher
auf einer neurovegetativen/
somato
formen Basis (
Urk.
7/218 S. 1 unten).
Berichte, welche eine zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung dokumentieren würden, sind nicht aktenkundig.
Im Übrigen bezeichnete die RAD-Ärztin die
okuläre
Myasth
e
nia
gravis
als behandelbar. In diesem Sinne ist wohl auch der Bericht von
Dr.
E._
verstehen, welcher mittelfristig eine immunsuppressive Therapie als erforderlich erachtete. Im Falle einer Verschlechterung in Bezug auf das in Frage stehende Leiden ist die Beschwerdeführer
in
auf den Weg der Neuanmeldung zu verweisen.
7.6
Zusammenfassend
ist der Sachverhalt
als dahingehend erstellt zu erachten, dass
bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung kein die
Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesundheitsschaden bestand.
Auf die beschwer
de
weise beantragten
weitere
n
Abklärungen
(
Urk.
1 S. 9
Ziff.
13) kann daher verzichtet werden
. Bei diesem Ergebnis e
rübrigt sich auch die Ermittlung des IV-Grades an
hand eines Einkommensvergleichs. A
uf
die diesbezüglichen Vorbringen
der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 10 f.) ist nicht weiter einzugehen.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die halbe Rente der Beschwerdeführerin zu Recht in Anwendung von
lit
. a
Abs.
1
SchlT
6.
IV-Revi
sion aufgehoben hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- festzusetzten und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
legen.