Decision ID: 25c17a90-d209-433c-a5dc-911e6a6fa06f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978,
ist Vater einer 2018 geborenen Tochter (
Urk.
7/3 S. 1).
Zuletzt war er
als
selbständiger Taxichauffeur tätig (vgl.
Urk.
7/10). Der Versicherte meldete sich am 3
1.
August 2020
unter Hinweis auf eine mittelschwere depressive Krise
nach starken
körperliche
n
Beschwerden
bei der Invalidenvers
icherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6
Ziff.
6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische (
Urk.
7/5,
Urk.
7/13-14
,
Urk.
7/17,
Urk.
7/20-2
1
) und erwerbliche
(
Urk.
7/1,
Urk.
7/10-12)
Abklärungen.
Mit Vorbescheid vom 1
2.
August 2021 (
Urk.
7/25) stellte sie die Ablehnung des Leistungsgesuches in Aussicht. Der Versichere brac
hte dagegen Einwände (
Urk.
7/30
,
Urk.
7/36
)
vor und reichte einen weiteren Arztbericht (
Urk.
7/35) ein.
Mit Verfügung vom
3.
November 2021 (
Urk.
7/38 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Rente.
2.
Der Versicherte erhob am
3.
Dezember 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
November 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese aufzuheben und es seien
sein
Gesundheitszustand und berufliche Massnahmen zu prüfen. Eventuell sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei zur weiteren Abklärung des Gesundheitszustandes ein Gutachten einzuholen oder anzuordnen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-5).
Verfahrensrechtlich beantragte der Versicherte die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
6).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2022 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies
e
wurde dem Beschwerdeführer am
2.
Februar 2022 zugestellt (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder i
n den Aufgabenbereich (Abs. 2).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige
berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, nach den medizinischen Abklärungen sei de
m Beschwerdeführer die bisherige selbständige Tätigkeit als Taxifahrer aktuell zu 30
%
zumutbar, wobei das Arbeitspensum noch gesteigert werden könne. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit könne ihm seit März 2021 ein volles Pensum zugemutet werden.
Es solle
sich um
eine
leichte angepasste Tätigkeit in Wechselbelastung handeln, ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten von über 5 kg und ohne Verharren in Zwangs
haltungen (S. 1 unten).
Hinsichtlich
der neu eingereichten Berichte
des behandelnden Psychiaters vom 1
2.
April und
vom
1
3.
Oktober 2021 fehle aus versicherungsmedizini
s
cher Sicht eine medizinisch leitliniengerechte nachvollziehbare Plausibilisierung der Diagnosen gemäss ICD-1
0.
Aus versicherungsmedizini
s
cher Sicht lägen somit keine neuen Fakten, Tatsachen oder Diagnosen vor, die eine Ergänzung oder Änderung der
bisherigen
Beurteilung
durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) erforderten (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
gemäss der Einschätzung durch den behandelnden Rückenspezialisten bestehe adaptiert nur eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die Beschwerdegegnerin habe dies nicht berücksichtigt, sondern auf eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer a
ngepassten Tätigkeit abgestellt
. Gemäss dem
behandelnden Psychiater bestehe
zudem
aktuell
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
15).
Der
RAD
der Beschwerdegegnerin sei in seiner Beurteilung vom 2
5.
September 2020 von einer schrittweisen Steigerung der Ar
beitsfähigkeit von 50 bis 100
%
bis zum 1
9.
März 2021
ausgegangen (S. 9
Ziff.
16). Zur Einschätzung
durch den RAD
sei zu sagen, dass es sich
beim RAD-Arzt nicht
um
einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Rheumatologie handle. Zudem sei keine eigene Untersuchung durchgeführt worden. Es bestünden daher mindestens geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellung
en
. Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Berichte
könne nicht mit Sicherheit gesagte werden, dass keine gesundheitliche Beein
trächtigung mehr bestehe
.
Eine solche sei
vielmehr
überwiegend wahrscheinlich.
Zudem könne vorliegend
nicht im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung auf
die Erhebung
von Beweisen verzichtet werden
(S. 10
Ziff.
19).
Es sei durch ein Gutachten abzu
klären, ob dem Beschwerdeführer eine Rücken
operation zugemutet werden könne und ob eine solche Behandlung eine Ver
besserung des Gesundheitszustandes bewirken würde. Die Beschwerdegegnerin habe die Diagnose eines Morbus Scheuermann
ausserdem
nicht gewürdigt. Hin
sichtlich der psychiatrischen Beschwerden seien die Standardindikatoren nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu prüfen (S. 10
Ziff.
20).
2.3
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob auf die vorliegenden medizinischen B
erichte abgestellt werden kann oder ob der medizinische Sachverhalt ergänzend abzuklären ist.
3.
3.1
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Neurochirurgie, stellte im Bericht vom 1
3.
Februar 2020 (
Urk.
7/5/9-10) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chron
ische
Lumboischialgie
beidseits L5 + S1
bei Bandscheibenvorfall bei L5/S1 links
mit Kompression der Nervenwurze
l
S1 und L5 links
-
lumbales Facettensyndrom L4-S1 beidseits
3.2
Dr.
Z._
attestierte
im
ärztlichen Zeugnis vom
1.
April 2020 und in einem nicht datierten Zeugnis (
Urk.
7/5/3-4) für die Zeit vom
1.
März bis 3
0.
April 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
.
3.
3
Dipl. Ärztin
med.
pract
.
A._
, praktische Ärztin
,
attestierte
im
ärztlichen Zeugnis vom 1
2.
Mai 2020 (
Urk.
7/5/2) für die Zeit vom
1.
bis 3
1.
Mai 2020 in
folge Krankheit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
3.4
Der Beschwerdeführer ist seit dem
7.
Dezember 2017 bei
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie
,
in ambulanter
psychiatrischer
Behandlung (
Urk.
7/17/8
Ziff.
1.1).
Dr.
B._
gab
im
Arztzeugnis vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
7/5/1) an,
der Patient leide an einer mittel
schweren depressiven Krise mit somatischen Beschwerden. A
ufgrund seines Gesundheitszustandes
sei er
bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
Der Gesundheitszustand müsse periodisch neu beurteilt werden.
3.5
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 2
4.
September 2020 (
Urk.
7/13/2-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
chronische
Lumboischialgie
L5 + S1, links mehr als rechts, mit Kompression der Nervenwurzel L5/S1 links
-
lumbale Facetten
Zur Vorgeschichte wurde ausgeführt, der Patient klage seit 2016 über Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine, linksbetont. Es bestünden Kribbel
parästhesien im
Dermatom
L5/S
1.
Die Schmerzen würden beim Sitzen und Stehen über längere Zeit auftreten (
Ziff.
2.1).
Dr.
Z._
gab zur Arbeits
fähigkeit an, vom
1.
bis 3
1.
März 2020 habe e
ine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
und vom
1.
April bis 3
1.
Mai 2020
von 100
%
bestanden
.
Seit dem
9.
bis zum
3
0.
September 2020
bestehe erneut
eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.3).
Das Tragen von sehr schweren Lasten sei schmerzhaft (
Ziff.
3.4). Die bisherige beziehungsweise eine körperlich leichte Arbeit sei mit einem Pensum von 30
%
zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer für 4.2 Stunden pro Tag möglich (
Ziff.
4.1 und 4.2).
Es werde eine Operation empfohlen
. Der Patient wolle dies aber nicht
(
Ziff.
2.8).
3.6
Dipl. Ärztin m
ed.
pract
.
A._
stellte im
Bericht vom 2
9.
September 2020 (
Urk.
7/14
/2-5
)
zu
sätzlich
die Diagnose Morbus Scheuermann, Erstdiagnose 2020 (
Ziff.
2.5).
Als funktionelle
Einschränkung
gab sie an,
langes Sitzen im Auto
sei dem Beschwerdeführer
nur erschwert möglic
h
(
Ziff.
3.4).
3.7
Dr.
B._
nannte im Bericht vom
7.
Dezember 2020 (
Urk.
7/17/8-12) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
2.5):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit chronischem Verlauf (ICD-10 F32.1/2
)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Dr.
B._
führte
zur Symptomatik
aus, im Vordergrund stehe
ein Rest
einer unverarbeiteten posttraumatischen Belastungsstörung. Der Beschwerde
führer
habe
im Irak
zu einer schiitischen Minderheit gehört, die unter dem politischen Regime von Saddam Hussein stark gelitten habe. Er habe beim Ein
marsch der Amerikaner im Irak die Gelegenheit zur Flucht genützt (S. 2
Ziff.
2.2).
Der Beschwerdeführer habe die Erlebnisse im Irak n
icht restlos verarbeitet. Diese
belasteten ihn sehr. Er sei gekennzeichnet von Schreckhaftigkeit und der Un
fähigkeit zur Entspannung. Weiter bestünden quälende Ängste und wieder
kehrende Erinnerungen an die Ereignisse im Irak. Im Vordergrund stünden aktuell die somatischen Beschwerden. Soweit feststellbar sei der Patient effektiv depressiv (S. 2
Ziff.
2.4).
Für die Tätigkeit als Taxifahrer habe vom
1.
bis 3
1.
März 2020 eine Arbeits
unfähigkeit von 80
%
bestanden. Seit dem 2
0.
Mai 2020 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1
Ziff.
1.3). Es sei wohl davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht über derartige psychische Ressourcen verfüge, dass er
die
Schmerzen und die Depressivität ohne Weiteres mittels Willens
anstrengung überwinden könne (S. 2
Ziff.
2.7).
Er übe derzeit
keine Erwerbs
tätigkeit aus (S. 3
Ziff.
3.1).
3.8
Dr.
med. C._
, Facharzt für Chirurgie, RAD, nannte in der Stellung
nahme vom 1
5.
Dezember 2020 (
Urk.
7/24 S. 4) als
Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4 oben):
-
chronische therapieresistente
Lumboischialgie
S1 links bei/mit
-
radiologischer Zunahme des
mässiggradigen
breitbasigen
Band
scheibenvorfalls mit
Anulus
fibrosus
Riss
-
nach kaudal bis an die Nervenwurzel S1 links mit Kompression der Nervenwurzel S1 links
-
mässiggradige
r
breitbasige
r
Facettengelenksarthrose L4/5 und L5/S1 linksbetont
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit chronischem Verlauf (ICD-10 F32.1/2
)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Für die bisherige Tätigkei
t als selbständiger Taxifahrer sei
vom
1.
März bis 3
0.
April 2020 ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 80
%
und
vom
1.
Mai bis 2
4.
September 2020 von 100
%
attestiert
worden. Seit dem 2
5.
September 2020 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsunfä
higkeit von 70
%
(S. 4 oben). Schweres Heben und das Tragen und Transportieren von Lasten sowie das Verharren in Zwangshaltungen sollten vermieden werden. In einer angepassten Tätigkeit ge
mäss Belastungsprofil habe vom
1.
März bis 3
0.
April 2020 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
und vom
1.
Mai bis 2
4.
September 2020 von 100
%
bestanden. Seit dem 2
5.
September 2020
bestehe
bis auf Weiteres in einer ange
passten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
mit schrittweiser Steigerung auf eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
(S. 4 Mitte).
Insbesondere nach der vorgeschlagenen Operation sei mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes zu rechnen
. Die vorliegend
en Arztberichte seien schlüssig
und nachvollziehbar. Da es sich um einen instabilen Gesundheitszustand handle, werde empfohlen, die Aktenlage in einem halben Jahr zu aktualisieren für eine abschliessende Stellungnahme des RAD (S. 4 unten).
3.9
Dr.
med. D._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
Universitätsklinik
E._
,
gab im
Bericht vom 2
6.
März 2021 (
Urk.
7/20/7-10) an, der Beschwerdeführer sei seit dem 1
9.
März 2021 in der Universitätsklinik
E._
in ambulanter Behandlung (S. 1
Ziff.
1.1).
Er erhalte eine Infiltration. A
nschliessend werde eine
chiropraktische
Behandlung durchgeführt (S. 1
Ziff.
1.2).
Von ihrer Seite sei
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (S. 1
Ziff.
1.3).
Dr.
D._
nannte als Diagnosen (S. 1 oben):
chronische Lumbalgie und schmerzhafte S1-Radikulopathie links sowie Verdacht auf sensorische L5-Radikulopathie mit/bei
-
MRI Lendenwirbelsäule (März 2021) stationäre geringe Segment
degeneration L5/S1 mit vorbestehendem Diskuskontakt zur S1-Wurzel
recessal
beidseits, ansonsten keine Nervenwurzel-Affektion
-
s
egmentaler Dysfunktion L5/S1 und
myoten
dinotischen
Veränderungen in den
Mm.
glutaeus
m
edius
,
quadratus
lumborum
und
er
ector
spinae
beidseits
Gemäss dem MRI der Lendenwirbelsäule vom 1
9.
März 2021 b
estünden
eine fort
geschrittene Diskusdegeneration bei L5/S1 mit
Anulus
fibrosus
-Riss und eine leichte
foraminale
Stenose bei L5
/S1 links. In einem Röntgenbild
der Lenden
wirbelsäule vom 1
9.
März 2021 sei eine deutliche Vergrösserung des
Processus
transversus
rechts mehr als links mit Verdacht auf eine
Nearthrosbi
ld
ung
rechts
seitig
festgestellt worden
(S. 2
Ziff.
2.4).
Sofern es die S
chmerzen erlauben
würden
, sei es dem Patienten möglich,
in der bisherigen Tätigkeit zu
100 % zu arbeiten
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 3
Ziff.
4.1
und 4.2
).
3.10
Dr.
B._
gab
im
ärztlichen Zeugnis vom 1
2.
April 2021 (
Urk.
7/29) an, der Patient sei aufgrund seines Gesundheitszustandes aktuell voll arbeits
unfähig
, psychisch sowie
somatisch
. Der Gesundheitszustand müsse periodisch neu beurteilt werden.
3.11
Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
,
Chiropraktische
Medizin, stellte
n
im Be
richt vom 1
7.
Juni 2021 (
Urk.
7/21/7-9)
zusätzlich
neu die Diagnose chronische
Lumbo
ischialgie
links, klinisch am ehesten L5-Radikulopathie links, Differential
diagnose S1-Radikulopathie links, im Rahmen
einer atypischen
Dermatom
verteilung
(S. 1).
Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
führten weiter
aus
, der Patient habe über lumbale Schmerzen berichtet mit einer Stärke von 6.5 von 10 auf der Schmerzskala mit Ausstrahlung über den linken lateralen Oberschenkel bis in den lateralen Unterschenkel. Die Schmerzen seien 2016 nach dem Zügeltermin auf
getreten
. Beim Autofahren und bei Einnahme einer gebückten Haltung komme es zur Exazerbation der Beschwerden
. Ein externer Neurochirurg habe zu einer S1-Nervenwurzel-Dekompression links geraten
(S. 1
Ziff.
2.1 und 2.2).
Schmerzen
bestünden
beim Sitzen und langen Stehen (S. 2
Ziff.
3.4).
3.12
RAD-Arzt
Dr.
C._
gab in der
Stellungnahme vom
9.
August 2021 (
Urk.
7/24 S. 6
f.
)
an, die in der Universitätsklink
E._
durchgeführten Therapien
hätten subjektiv keine Verbesserung der Beschwerden gebracht. Die objektive Ein
schätzung durch die Ärzte der Universitätsklinik
E._
sei
aber
klar (S. 6 unten). In der bisherigen Tätigkeit
als Taxifahrer
bestehe s
eit dem 2
5.
September 2020 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
mit einer möglichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit. I
n einer angepassten Tätigkeit
habe
s
eit
dem 2
5.
September 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden mit einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % über sechs Monate. Seit dem 1
9.
März 2021 bestehe
daher
in einer ange
passten Tätigkeit bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
(S. 7 oben).
3.13
Dr.
B._
gab im Bericht vom 1
3.
Oktober 2021 (
Urk.
7/35) an, im Gegensatz zu früheren Untersuchungen liege inzwischen eine schwere depressive Störung vor, die das leistungsrelevante klinische Bild vollständig dominiere. Der psychopathologische Befund nach AMDP, das Ergebnis des
MDI-Tests
(Major
depression
inventory
) sowie der klinische G
esamteindruck wiesen auf eine somatische sowie eine psychische Störung hin (S. 1 Mitte).
Der Pat
ient wirke zeitweilig agitiert und
dann wieder verzweifelt. Ganz im Vordergrund stünden eine hochgradige Niedergeschlagenheit und eine erhebliche Störung der Vitalgefühle. Diese prägten die damit in Zusammenhang stehenden Gefühle eines praktisch aufgehobenen Selbstvertrauens und des Gefangenseins in einem sinnlosen Leben. Zudem lägen eine Konzentrations- und Gedächtnis
störung, Passivität und eine schwere Antriebslosigkeit vor und es bestehe eine depressive Stimmungslage im Sinne einer tiefen Bedrücktheit und einer
allgemeinen Freudlosigkeit. Hinzu kämen ein Energieverlust und eine Verminderung des Antriebs. Wei
ter bestünden Albträume
in
Form sich ständig a
ufdrängender und wiederkehrender
Erinnerungen an traumatische Erlebnisse im Irak mit Foltererfahrung. Der Psychiater gab als weitere Symptome an die Unfähigkeit einer realitätsgerechten Einschätzung einer neuen Situation, ein unrealistisches Gefährdungsgefühl und eine erhöhte Reizbarkeit (S. 1 unten).
Die gesamte Persönlichkeitsentwicklung sei derart beeinträchtigt, dass
die
Möglichkeit zur selbständigen Bewältigung von alltäglichen Aufgaben stark begrenzt sei.
Aufgrund der zunehmenden Rückenschmerzen sei es dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich, die Leistung als Taxichauffeur zu erbringen (S. 2 oben).
Dr.
B._
stellte folgende Diagnosen (S. 2 oben):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit chronischem Verlauf (ICD-10 F32.1/2)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.1)
-
unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung (ICD-10 F62.0), kombinie
rt mit Anteilen einer emotional-
instabilen ängstlich-ver
meidenden Persönlichkeit
3.14
Dr.
C._
nahm am
3.
November 2021 (
Urk.
7/37 S. 3 f.) Stellung zum Bericht von
Dr.
B._
vom 1
3.
Oktober 202
1.
Er führte aus, es fehle an einer leitliniengerechten Plausibilisierung gemäss ICD-10 der von
Dr.
B._
gestellten Diagnosen. Ebenso unbrauchbar bei mangelhafter Plausibilisierung sei der Bericht von
Dr.
B._
vom 1
2.
April 202
1.
Aus versicherungs
medizinischer Sicht bestünden keine neuen, unberücksichtigten Fakten, Tat
sachen oder Diagnosen, die eine Ergänzung oder Änderung der letzten Stellung
nahme des RAD erforderten.
4.
4.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der
Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapiere
sistenz auszuschliessen sei (E.
5.1). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen
einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1).
Eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauer
haftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden kann (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundes
gerichts 8C_280/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis). D
ie Aner
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu trage
n (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE
144 V 50 E. 4.3).
4.3
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf
BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sach
verständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer leidet an Rückenbeschwerden. Zudem ist er in psychiatrischer Behandlung. Die Ärzte der Universitätsklinik
E._
nannten als Diagnosen eine chronische Lumbalgie, eine schmerzhafte S1-Radi
k
ulopathie links sowie einen
Ver
d
acht auf eine sensorische L5-Radikulopath
ie (E 3.9 und 3.11
hiervor).
Dipl. Ärztin med.
pract
.
A._
diagnostizierte zudem einen
Morbus Scheuermann (E. 3.6).
Dr.
D._
gab im Bericht vom 2
6.
März 2021 an, der Patient könne
in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit
zu 100
%
arbeiten, sofern es die Schmerzen erlaubten (E. 3.9).
Dr.
Z._
attestierte im Bericht vom 24 September 2020 für die bisherige Tätigkeit
als Taxifahrer
eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
und für eine angepass
te Tätigkeit eine solche von 50
% (vorstehend E. 3.5).
Dr.
B._
nannte
im Bericht vom
7.
Dezember 2020 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige bis schwere depressive
Episode mit chronischem Verlauf, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und
eine
posttraumatische Belastungsstörung (E. 3.7). Im Bericht vom 1
3.
Oktober 2021 stellte der behandelnde Psychiater
ausserdem
die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung, kombiniert mit Anteilen einer emotional-instabilen und ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit (E. 3.1
3
hiervor).
Dr.
B._
attestierte seit dem
1.
März 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
und seit dem 2
0.
Mai 2020 von 100
%
(E. 3.7 hier
vor).
RAD-Arzt
Dr.
C._
attestierte
in der Stellungnahme vom
9.
August 2021
für die bisherige Tätigkeit
nach ein
er Arbeitsunfähigkeit von 80
%
beziehungsweise
100
%
seit dem
1.
März 2020
ab
dem 2
5.
September 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
beziehungsweise eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
bei
einer möglichen
Steigerung der Arbeitsfähigkeit
. Für eine angepasste Tätigkeit
habe
seit dem
1.
März 2020 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
beziehungsweise 100
% bestanden
. Seit
dem 2
5.
September 2020
attestierte
Dr.
C._
für eine angepasste Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
mit einer schrittweisen Steigerung der Arbe
itsfähigkeit über sechs Monate, so dass ab dem
1
9.
März 2021 eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
bestand
en habe
(E. 3.12
).
5.2
Bezüglich
der
funktionellen
Einschränkungen aufgrund der Rückenbeschwerden
liegen divergierende Einschätzungen
zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
vor.
Dr.
Z._
attestierte für die bisherige Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
und für eine angepasste Tätigkeit eine zu
mutbare Arbeitsfähigkeit von 50
% (E. 3.5).
Dr.
D._
stellte dagegen auf
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab mit dem Vorbehalt, dass dem Beschwerdeführer
das
Arbeitspensum
aufgrund der Schmerzen möglich
ist
(E. 3.9).
Da unterschiedliche Angaben
der behandelnden Ärzte
zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorliegen, kann der
von
Dr.
C._
angenommenen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
ab dem 2
5.
September 2020
nich
t
ohne Weiteres
gefolgt werden.
Dr.
C._
legte zudem nicht dar
, weshalb er
die
von
Dr.
Z._
attestierte eingeschränkte Arbeits
fähigkeit von 50
% in einer angepassten Tätigkeit
in der Stellungnahme vom
9.
August 2021
nicht
mehr
berücksichtigte
.
Des Weiteren
ist derzeit unklar
,
ob eine
Rückenoperation
zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers führen würde
. Zudem
wurde die von Dipl. Ärztin med.
pract
.
A._
gestellte Diagnose eines Morbus Scheuermann
hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nicht abgeklärt.
Dr.
C._
bezeichnete die von
Dr.
B._
im Bericht vom 1
3.
Oktober 2021 gestellten D
iagno
sen aus versicherungsmedizinischer Sicht als nicht plausibel (E. 3.14
hiervor)
, obwohl er sie in seiner Stellungnahme vom 1
5.
Dezember 2020
noch als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auflistete (vgl. vorstehend E. 3.8)
.
Aus psychiatrischer Sicht liegen die
Berichte von
Dr.
B._
vom
7.
Dezember 2020 und vom 1
3.
Oktober 2021 vo
r.
Bei dem von
Dr.
C._
erwähnten Bericht vom 1
2.
April 2021 handelt es sich
lediglich um ein
ärztliches Zeugnis (E. 3.10).
Den Bericht vom
7.
Dezember 2020 (E. 3.7) erwähnte
der RAD-Arzt
dagegen nicht.
Die
im Bericht vom 1
3.
Oktober 2021 wiedergegebenen Befunde las
sen
darauf schliessen, dass
möglicherweise
eine
massgebliche
depressive Störung
vorliegt
, die den Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
.
Nach den Angaben von
Dr.
B._
hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
zudem
eher
ver
schlechtert,
da er im Oktober 2021
eine nun
schwere depressive Störung
erwähnte
(E. 3.13 hiervor).
Der Beschwerdeführer wies zu Recht darauf hin, dass es sich bei
RAD-Arzt
Dr.
C._
nicht um einen Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie ha
ndelt
(
Urk.
1 S. 10
Ziff.
19)
.
Es fehlt daher einer fachärztlichen
psychiatrischen
Beurteilung
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
.
Die
knappe
Einschätzung durch
Dr.
C._
vom
3.
November 2021
vermag nicht zu überzeugen.
Es bestehen somit
Zweifel an den Stellungnahmen von
Dr.
C._
vom 1
5.
Dezember 2020,
9.
August
2021 und vom
3.
November 2021, weshalb nicht darauf abgestellt werden k
ann (vgl. E. 4.3).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei Vorliegen einer psychiatrischen Störung
zudem
ein strukturierte
s
Beweisverfahren durchzuführen
(vgl. E. 4.2)
.
Die
eingehende
Prüfung der Standardindikatoren ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten
jedoch
nicht möglich.
Eine abschliessende Beurteilung einzig gestützt auf die
Berichte des behandelnden Psychiaters
kommt sodann ebenfalls nicht in Frage.
5.3
Eine Beurteilung der Leistungsansprüche des Beschwerdeführers ist gestützt auf
die
vorliegenden
Akten nicht möglich.
Der medizinische Sachverhalt erweist
sich
sowohl hinsichtlich der
rheumatologischen
als auch der psychiatrischen Beschwer
den als unzureichend abgeklärt.
Die Beschwerdegegnerin hat es dabei unterlassen, die entsprechenden fachärztlichen Untersuchungen zu veranlassen.
Hinsicht
lich der Rückenbeschwerden ist ausserdem
abzuklären, ob eine Rücken
operation zu einer Verbesserung
der Schmerzsituation
und der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
führen würde
.
In psychiatrischer Hinsicht
ist der Gesund
heitszustand mittels eines psychiatrischen Gutachtens
ergänzend
abzuklären.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zur ergänzenden Abklärung
der
rheumatologischen und der psychiatrischen Beschwerden. An
schliessend hat
sie
über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers
erneut
zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Die Kosten sind vorliegend auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
, womit das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gegen
standslos ist
.