Decision ID: 1fb53fc6-3cd7-4102-99c4-25369cd32957
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, ist seit September 2007 in einem 50%-Pensum als Museumsleiterin bei der
Y._
in
Z._
ange
stellt und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Zudem arbeitet sie seit Juni 2007 in einem 20%-Pensum als Marketing-Assistentin bei der
A._
in
B._
und ist dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (vgl.
Urk.
14/A96).
1.2
Am 7. Februar 2011 zog sich die Versicherte bei einem Treppensturz unter ande
rem eine Schulterverletzung links zu. Am 22. Februar 2011 wurden eine SLAP II-Läsion und ein subacromiales Impingement der linken Schulter festge
stellt (vgl. Unfallmeldung UVG vom 9. Februar 2011, Urk. 14/A1, und Arzt
zeugnis UVG von Dr. med.
C._
, FMH Chirurgie, vom 28. Februar 2011, Urk. 14/M2), weshalb Dr.
C._
am 14. März 2011
eine arthrosko
pische Schulteroperation vornahm (Bericht vom 14. März 2011
, Urk. 14/M4). Die AXA erbrachte daraufhin Heilbehandlungs- und Tag
geld
leistungen.
1.3
Am 2. Mai 2011 stürzte die Versicherte wegen eines wegrutschenden Teppichs
erneut und verletzte sich dabei an beiden Schultern (vgl. E-Mail der Ver
sicher
ten vom 16. Mai
2011, Urk. 15/A1, und auch Stellungnahme von Dr.
med.
D._
, FMH Chirurgie, beratender Arzt der AXA, vom 1. Novem
ber
2011, Urk. 15/M9). Am 11. Mai 2011 wurden zunächst eine Partialruptur der Supra
spinatussehne und ein Einriss des Labrums superior bis posterior an der linken Schulter diagnostiziert (Bericht der
E._
vom 11. Mai 2011, Urk. 15/M1), weshalb Dr.
C._
am 19. Mai 2011 eine weitere arthroskopische Schulteroperation durchführte (Bericht vom 19. Mai 2011, Urk. 15/M2). Am 5. Juli 2011 wurde sodann ein Verdacht auf eine SLAP-Läsion der rechten Schulter erhoben (Bericht der
E._
vom 5. Juli 2011, Urk. 15/M6). V
om 24. Juli bis zum 13. August 2011 war die Versi
cherte in stationärer Therapie in der
F._
in
G._
(Bericht vom 16. August 2011, Urk. 15/M7).
Am 15. November 2011 nahm Dr.
C._
abermals eine arthroskopische Operation an der rechten Schulter vor (Bericht vom 15. November 2011, Urk. 15/M10). In der Folge persistierten die Beschwer
den der Versicherten an beiden Schulter
ge
lenken. Am 4. Dezember 2012 gab Dr.
D._
im Auftrag der AXA eine medizinische Stellungnahme ab (Urk. 15/M18).
1.4
Am 11. Dezember 2012 stürzte die Versicherte ein weiteres Mal. Bei diesem Sturz auf einer verschneiten Strasse fiel sie auf die rechte Seite, und es gab einen Schlag in die rechte Schulter (vgl. E-Mail der Versicherten vom 14. Dezember 2012, Urk. 15/A35).
Mit Schreiben vom 24. bzw. 25. Januar 2013 teilte die AXA der Versicherten
sowie deren Arbeitgebern mit, dass die Taggeldleistungen betreffend die
A._
per 1. Februar 2013 eingestellt und die Taggeldleistungen
be
tref
fend die
Y._
ab dem 1. Februar 2013 um 50 % gekürzt und per 1. April
2013 ebenfalls eingestellt würden
(Urk. 15/A40-A41). Zudem wurde die Versicherte mit Schreiben der AXA vom
25. Januar 2013 aufgefordert, eine angepasste (Büro-)Tätigkeit zu suchen und aufzuneh
men oder das Pensum der Büroarbeiten bei den bisherigen Arbeitgebern so zu vergrössern, dass sie ihre volle Arbeitsfähigkeit umsetzen könne; gleichzeitig wurde sie auch auf ihre diesbezügliche Schadenmin
derungspflicht hingewiesen (Urk. 15/A39). Nachdem die Versicherte mit der in Aussicht gestellten Aufhe
bung der Taggeldleistungen nicht einverstanden war (vgl. Telefonnotiz vom 29. Januar 2013, Urk. 15/A44, und Urk. 15/A54), führte Dr.
D._
am 20. März 2013 eine vertrauensärztliche Untersuchung durch, deren Ergebnisse er im Bericht vom 9. April
2013 festhielt (Urk. 15/M21). Mit Verfügung vom 4. Juni 2013 bestätigte die AXA, dass die Taggeldleistungen betreffend die Tätigkeit bei der
A._
per 1. Februar 2013 und die Taggeldleistungen betref
fend die Tätigkeit bei der
Y._
per 1. April 2013 eingestellt bleiben würden (Urk. 15/A76). Dagegen erhob die Versicherte am 1. Juli 2013 Ein
sprache (Urk. 15/A85; Ergänzung vom 23. September 2013, Urk. 15/A93), worauf
hin Dr. med.
H._
, FMH Physikalische Medizin und Reha
bilitation, speziell Rheumaerkrankungen, am 10. Oktober 2013 zuhan
den der AXA eine medizinische Aktenbeurteilung vornahm (Urk. 15/M32). Mit Entscheid vom 13. Dezember 2013 wies die AXA die Einsprache der Ver
sicher
ten ab (Urk. 15/A107). Dagegen erhob die Versicherte am 2
7.
Januar 2014 Beschwerde
(vgl.
Urk.
14/A96
; Prozess Nr. UV.2014.00022
).
1.5
Gemäss Unfallmeldung UVG vom 1
0.
Juni 2014 stolperte die Versicherte am 2
5.
Mai 2014 über eine Türschwelle bei einem Balkon, wollte sich noch am Geländer festhalten, fiel jedoch auf das Knie und die Schulter (
Urk.
16/A1).
Dr. C._
diagnostizierte im Arztzeugnis UVG vom 2
4.
Juni 2014 eine Kontusion der Grosszehe rechts, des Ellbogens links sowie der Schulter links (
Urk.
16/M1). Am
8.
Oktober 2014 gab
Dr. D._
eine Stellungnahme ab (
Urk.
16/M6).
Mit Verfügung vom 1
0.
November 2014 hielt die AXA fest, dass die Tag
geldleistungen für den Unfall vom 2
5.
Mai 2014 per 2
5.
November 2014 ein
gestellt würden. Die Leistungen für Heilbehandlungen für die Unfälle vom
7.
Februar 2011,
2.
Mai 2011, 1
1.
Dezember 2012 und 2
5.
Mai 2014 würden ebenfalls per 2
5.
November 2014 eingestellt. Für die Folgen der Unfälle vom
7.
Februar 2011,
2.
Mai 2011, 1
1.
Dezember 2012 und 2
5.
Mai 2014 bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Als Folge der Unfälle vom
7.
Februar und
2.
Mai 2011 habe die Versicherte Anspruch auf eine Integritätsent
schä
digung von
Fr.
25‘200.-- (Integritätsschaden von je 10
%
an der Schulter links und rechts;
Urk.
16/A17). Dagegen erhob die Versicherte am
8.
Dezem
ber 2014 Einsprache (
Urk.
16/A31).
1.6
Gemäss Schreiben der Versicherten vom 2
1. Januar 2015 stürzte sie am 13.
November 2014 ein weiteres Mal, nachdem sie im Büro des
Y._
auf einem Kieselstein ausgerutscht war (
Urk.
17/A1).
Mit Entscheid vom
1.
Oktober 2015 (
Urk.
2) hiess die AXA die Einsprache der Versicherten vom
8.
Dezember 2014 (
Urk.
16/A31) teilweise gut und hob die angefochtene Verfügung vom 1
0.
November 2014 insoweit auf, als sie fest
hielt, dass der Endzustand anstatt am 2
5.
November 2014 am 2
1.
August 2015 als erreicht gelte und die ausgewiesenen Leistungen bis zu diesem Datum von der AXA zu übernehmen seien. In den übrigen Punkten werde die Einsprache abgewiesen.
2.
Am 2
8.
Oktober 2015 erhob die Versicherte Beschwerde gegen den Ein
spra
cheentscheid der AXA vom
1.
Oktober 2015 mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
1.
Es sei der Einsprache-Entscheid der AXA Winterthur vom
1.
Oktober 2015
aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin weiterhin die
versicherungsrechtlichen Leistungen, insbesondere eine Rente, eine höhere
Integritätsentschädigung sowie Heilungskosten zu erbringen.
Weiter stellte sie folgende Verfahrensanträge (
Urk.
1 S. 2):
2.
Es sei im vorliegenden Verfahren – unter vorheriger Zustellung sämtlicher
Akten – ein zweiter Schriftenwechsel mit Replik und Duplik durchzuführen.
3.
Es sei im vorliegenden Verfahren eine Instruktionsverhandlung, eventualiter
eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK durchzuführen,
wobei insbesondere die Beschwerdeführerin vorzuladen und anzuhören sei.
4.
Das bereits beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich anhängige
Beschwerdeverfahren UV.2014.00022 sei mit dem vorliegenden
Beschwerdever
fahren zu vereinigen.
5.
Es sei festzustellen, dass im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
13. November 2014 (UVG12.214.668/5) bis anhin nur der vorliegende
Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2015 erlassen wurde, aber keine
Verfügung nach
Art.
49 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG), und es sei die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, eine Verfügung betreffend den Unfall vom 1
3.
November 2014 zu
erlassen.
Nachdem im Verfahren UV.2014.00022 am 1
4.
Dezember 2015 eine münd
liche Verhandlung stattgefunden hatte (vgl. Protokoll S. 5 ff. im Verfahren UV.2014.00022),
hob
das Sozialversicherungsgericht
in teilweiser Gut
heis
sung der
Beschwerde vom 2
7.
Januar 2014 mit Urteil vom 2
1.
Dezember 2015 den angefochtenen Entscheid vom 1
3.
Dezember 2013
, soweit er
die Taggeldleistungen für die Tätigkeit bei der
Y._
betr
af, auf und
stellte fest, dass die
Beschwerdeführerin ab dem 1. Februar 2013 Anspruch auf um 10 % gekürzte, ab dem 20. März 2013 auf um 50 % gekürzte, ab dem 10. Juni 2013 auf um 60 % gekürzte und ab dem 1. Juli 2013 bis 19. August 2013 auf um 80 % gekürzte Taggeldleistungen habe und ab dem 20. August 2013 kein Anspruch auf Taggeldleistungen mehr bestehe. Im Übrigen w
u
rde die Beschwerde abgewiesen, soweit auf sie eingetreten w
u
rde (
Urk.
14/A96).
Mit Schreiben vom
4.
Februar 2016 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 2
1.
Dezember 2015 nicht mit Beschwerde ans Bundesgericht weiterziehe. Der Verzicht auf eine An
fechtung stelle aber keine Anerkennung hinsichtlich der darin enthaltenen Erwägungen dar (
Urk.
9). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwer
deantwort vom 1
8.
Februar
2016 die Abweisung der Beschwerde vom 2
8.
Oktober 2015 (
Urk.
12). Mit Replik vom 1
2.
Juni 2016 (
Urk.
22) und Duplik vom
4.
Oktober 2016 (
Urk.
27) hielten die Parteien je an ihren Anträ
gen fest. Am
5.
Oktober 2016 wurde der Beschwerdeführerin die Duplik zur
Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 28). Mit Vorladung vom 7. Juni 2017 wurden
die Parteien auf den 24. August 2017, 14.00 Uhr, zu einer mündlichen Verhandlung (Hauptverhandlung) vorgeladen (Urk. 31). Mit Eingabe vom 22. August 2017 teilte die Beschwerdeführerin (vorab per Fax) mit, dass sie auf die Durchführung der Hauptverhandlung verzichte (Urk. 34; vgl. auch Urk. 36). Daraufhin wurde den Parteien mit Verfügung vom 22. August 2017 die Vorladung auf den 24. August 2017 abgenommen (Urk. 35). Ebenfalls am 22. August 2017 reichte die Beschwerdeführerin schliesslich eine weitere Eingabe ein (Urk. 37), welche der Beschwerdegegnerin am 25. August 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 38).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit
Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Ände
rung
vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Be
rufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
ri
ge
m Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangs
bestim
mungen).
Die hier zu beurteilenden Unfälle haben sich alle vor dem
1.
Januar 2017 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf
den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG sind Versicherungsleistungen - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versi
cherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adä
quater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
1.3
Nach
Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes erwartet werden kann (Erreichen des sogenannten Endzustandes) und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Ver
sicherten zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist, wird dies namentlich nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
-
fähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmt. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch eine weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2010 vom 2
8.
Juni 2010 E. 2.2).
1.4
1.4.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird
gemäss Art. 16 ATSG
das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Validen
einkommen)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Invalidenein-kommen).
1.4.2
Arbeitete die versicherte Person vor dem Unfall nur teilzeitlich, so wird – anders als in der Invalidenversicherung oder bei der Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit für die Taggelder (BGE 135 V 287) – der Lohn auf ein 100%-Pensum umgerechnet. Dies gilt aber aufgrund von Art. 28 Abs. 3 UVV dann nicht, wenn die Teilzeitarbeit vor dem Unfall invaliditätsbedingt war
(Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialver
si
che
rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 127
)
.
1.4.3
War die Leistungsfähigkeit des Versicherten aufgrund einer nicht ver
sicherten Gesundheitsschädigung vor dem Unfall dauernd herabgesetzt, so ist für die Bestimmung des Invaliditätsgrades der Lohn, den er aufgrund der vorbestehenden verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande wäre, dem Einkommen gegenüber zu stellen, das er trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden Beeinträchtigung erzielen könnte (
Art.
28
Abs.
3 UVV).
Im Rahmen von Art. 28 Abs. 3 UVV stellt das vor dem neuen Unfall erzielte Einkommen bei bereits herabgesetzter Leistungsfähigkeit zwar ebenfalls ein Invalideneinkommen dar, entspricht jedoch mit Bezug auf den neuen Unfall
dem Valideneinkommen, während das nach diesem Unfall erzielte Ein
kom
men
d
as Invalideneinkommen darstellt.
Der Validenlohn im Sinne von Art.
28 Abs. 3 UVV bildet mithin per definitionem ein gesundheitsbedingt reduzier
tes Einkommen
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2015 vom 29. Ja
nuar 2016 E. 5.2.3
mit Hinweisen)
.
1.5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1
dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn
er voraus
sicht
lich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Um
fang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Inte
grität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung
die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Inte
gritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Inte
gritätsent
schädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundes
rätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbind
lich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermög
licht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleich
behandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärzt
innen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versiche
rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arzt
berichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilich
keit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorin
stanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurd
e (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit beim
Y._
und bei der
A._
am 1
3.
April 2015 wieder in einem 70%-Pensum aufge
nommen habe. Der Endzustand müsste daher zum Zeitpunkt der vollen Ar
beits
aufnahme als erreicht gelten. Nachdem die ärztliche Behandlung je
doch erst am 2
1.
August 2015 abgeschlossen worden sei, werde der Endzu
stand entgegenkommender Weise und ohne Rechtsbindung auf den Zeit
punkt des Behandlungsabschlusses am 2
1.
August 2015 festgesetzt. Im Rahmen der Frage, ob eine Rente geschuldet sei, sei zu berücksichtigen, dass bei der Be
schwerdeführerin vorbestehend bereits eine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit bestanden habe. Beim Valideneinkommen sei daher nicht von
einem 100%-Pensum, sondern lediglich von einem 70%-Pensum auszu
gehen
.
Da die Beschwerdeführerin ihre beiden angestammten Tätigkeiten am 13. April
2015 wieder im vollen 70%-Pensum aufgenommen habe, liege keine finanzielle Einbusse vor. Ein Anspruch auf eine IV-Rente aus UVG sei deshalb zu ver
neinen. Im Weiteren sei die Höhe des Integritätsschadens von 20
%
(10
%
pro Schulter) zu bestätigen. Die Einsprache werde damit in dem Sinne teil
weise gutgeheissen, dass der Endzustand anstatt am 2
5.
November 2014 am 2
1.
August 2015 als erreicht gelte und die ausgewiesenen Leis
tung
en bis zu diesem Zeitpunkt von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen seien. In den übrigen Punkten werde die Einsprache abgewiesen (
Urk.
2 S. 5 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass nicht alle fünf Unfälle hinreichend abgeklärt worden seien. Im Rahmen der Prüfung der Rentenfrage sei aufseiten des Valideneinkommens von jenem Einkommen auszugehen, welches sie vor dem Unfall vom 2
2.
Februar 2005 als PR-Assi
sten
tin erzielt habe. Dieses sei weit höher als das von
der
Beschwerde
geg
nerin in der Verfügu
ng vom 10. Oktober 2014 auf Fr.
78‘000.
--
veran
schlagte Valideneinkommen. Aufseiten des Invalideneinkommens sei das An
for
de
rungs
niveau tiefer anzusetzen. Im Weiteren sei das Invalidenein
kommen aufgrund der mindestens 30%igen Erwerbsunfähigkeit der Be
schwer
deführerin entsprechend zu kürzen, und es sei ein leidensbedingter Abzug zu gewähren. Überdies seien auch die Anspruchsvoraussetzungen für die Über
nahme weiterer Heilungskosten nach Art. 21 UVG (Heilbehandlung nach Fest
setzung der Rente) erfüllt. Dr. C._
habe im Bericht vom 1
9.
Novem
ber 2014 sodann festgehalten, dass die Beschwerdeführerin mit dem linken Arm noch knapp bis zur Horizontalen komme, was nach der Tabelle 1 der Suva eine Integritätsentschädigung von 15
%
ergebe. Schliesslich sei festzu
stellen, dass im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
3.
November 2014 bis anhin nur der angefochtene Einspracheentscheid erlassen worden sei, aber keine Verfügung nach
Art.
49 ATSG. Die Beschwerdegegnerin sei daher anzuweisen, eine entsprechende Verfügung zu erlassen (
Urk.
1 S. 7 ff.).
2.3
In den weiteren Rechtsschriften (Urk. 12, Urk. 22, Urk. 27 und Urk. 37; vgl.
Sachverhalt Ziffer 2) haben beide Parteien an ihrem jeweiligen Stand
punkt festgehalten, wobei die Beschwerdeführerin ihre Argumentation teil
weise ge
ändert hat. Darauf wird, soweit erforderlich, im Folgenden einge
gangen.
3.
3.1
Die im Urteil des Sozialversicherungsgeric
hts vom 21. Dezember 2015 in E.
2.1 bis E.
2.16
zusammengefassten, die ersten drei Unfälle der Beschwer
de
führerin vom 7. Februar 2011, 2. Mai 2011 und 11. Dezember 2012 (vgl. Sachverhalt Ziffern 1.2, 1.3 und 1.4) betreffenden
Arztberichte (
Urk.
14/A96)
werden vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben. Soweit erforderlich, wird
in den nach
folgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.2
Nach dem neuerlichen (vierten) Sturz der Beschwerdegegnerin vom 25. Mai 2014 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.5) diagnostizierte Dr. C._ im Arzt
zeug
nis UVG vom 24. Juni 2014 eine Kontusion der Grosszehe rechts, des Ellbogen links und der Schulter links. Es bestünden eine Schwellung der Grosszehe rechts mit deutlicher Schürfung, Schürfungen am linken Ellbogen mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit sowie vermehrte Beschwer
den an der linken Schulter durch erneute Kontusion. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 25. Mai 2014 zu 50 % arbeitsunfähig (Urk. 7/16 M1).
3.3
Die am 12. Juni 2014 im I._ durch
geführte MRI-Arthrographie der linken Schulter zeigte (Urk. 16/M2): „Ausge
prägte Artefakte im Fixationsbereich glenoidal. Vorbestehende Irregularität der Supraspinatussehne gelenksseitig bei Zustand nach Partialruptur. Auffa
serung und Irregularität an der Oberkante der Subscapularissehne. Keine Muskelatrophie. Intakte lange Bizepssehne und offenbar auch der Bizeps
anker. Konturunregelmässigkeit des Humeruskopfes superior mit fokaler Dela
minierung des Knorpels. Status nach subakromialer Dekompression. Aktu
ell kein abgrenzbares bone bruise im Humeruskopf.“
3.4
Im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2. Oktober 2014 hielt Dr. C._ fest, die Beschwerden und klinischen Befunde seien unver
ändert gegenüber dem Bericht vom 24. Juni 2014. Zurzeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die bisherigen Tätigkeiten (Y._ im Pensum von 50 %, ausschliesslich Bürotätigkeit bei der A._ im Pensum von 20 %, vgl. Urk. 16/A14) seien den Beschwerden angepasst (Urk. 16/M5).
3.5
Dr. D._
hielt in der Stellungnahme vom
8.
Oktober 2014 fest, dass im letzten MRI (der Schulter links) vom 1
2.
Juni 2014 erstmals eine Kontur
unregelmässigkeit des Humeruskopfes superior mit fokaler Delaminierung des Knorpels beschrieben worden sei, jedoch ausdrücklich ohne Bone bruise im Humeruskopf. Das heisse, dass diese Veränderung nicht akut durch den Unfall vom 2
5.
Mai 2014 entstanden sei, sondern sich degenerativ entwickelt habe. Die übrigen Befunde würden sich mit den früheren Untersuchungen decken. Insbesondere bestünden weiterhin keine Muskelatrophie und keine Muskelverfettung. Dass das erneute Trauma vom 2
5.
Mai 2014 zu einer vor
übergehenden Verschlechterung und damit auch Erhöhung der Arbeitsun
fähigkeit geführt habe, sei nachvollziehbar.
Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 50
%
erscheine unfallbedingt begründet. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass si
ch die durch den Unfall vom 25.
Mai 2014 entstandene Ver
schlechterung im Verlauf von sechs Monaten wieder normalisiere, so dass die Beschwerdeführerin am 2
5.
November 2014 in einer angepassten Tätig
keit wieder voll arbeitsfähig sein sollte. Der aktuelle Gesundheitszustand nach „Fall 4“ könne wahrscheinlich durch eine Intensivierung der Physio
the
rapie, wie sie
Dr. C._
vorschlage, verbessert werden. Dies für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten. Ab dem 2
5.
November 2014 müsse sich die therapeutische Behandlung wieder auf das Erhalten des Status quo beschränken. Eine namhafte Besserung sei dann mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht mehr zu erwarten.
Hinsichtlich der Schulter links ergebe sich als Folge der Unfallereignisse vom
7.
Februar
2011
, 2. Mai 2011, 11. Dezember 2012
und 2
5.
Mai 2014 aufgrund der leicht eingeschränkten Beweglichkeit, besonders oberhalb der Horizontalen, gemäss Suva-Tabelle 1.2 ein Integritätsschaden von 10
%
. Betreffend die Schulter rechts ergebe sich aufgrund der leicht eingeschränkten Beweglichkeit oberhalb der Hori
zon
talen gemäss Suva-Tabelle 1.2 ebenfalls ein Integritätsschaden von 10
%
(
Urk.
14/M27).
3.
6
Dr. C._
gab im an die Beschwerdeführerin gerichteten Bericht vom 1
9.
November 2014 an, dass sie als Linkshänderin mit dem linken Arm knapp bis zur Horizontale komme, was gemäss Suva-Tabelle 1.2 einem Integritätsschaden von 15
%
und nicht nur von 10
%
entspreche. Es sei ihm nicht verständlich, weshalb die Beschwerdegegnerin die Leistungen für weitere Behandlungen einstellen wolle (
Urk.
3/5).
3.
7
Dr.
med.
J._
, FMH Allgemeine Medizin und Leitender Arzt der
F._
in
G._
, hielt im an
Dr. C._
gerichteten Austritts
bericht vom 9. Januar
2015 fest, dass die Beschwerdeführerin vom 30. Novem
ber bis zum 2
0.
Dezember 2014 bei ihnen zur Kur geweilt habe (
Urk.
17/M1).
3.8
Im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3. März 2015 hielt Dr. C._ fest, die Beschwerdeführerin habe ihm am 17. November 2014 berichtet, dass sie sich bei einem Stolpersturz mit dem linken Arm aufgefangen habe. Die klinischen Befunde seien unverändert mit Heben des linken Armes bis knapp zur Horizontale und muskulären Verspannungen gewesen. Sie klage über verstärkte belastungsabhängige Beschwerden. In der Annahme, dass sich die verstärkten Beschwerden durch den bevorstehenden Kuraufenthalt im F._ in G._ wieder bessern würden, seien keine weiteren Abklärungen vorgenommen worden. Am 12. Januar 2015 habe die Beschwerdeführerin die Arbeit wieder zu 50 % aufgenommen (Urk. 17/M2).
3.9
Dr. C._
erklärte im Bericht vom
8.
September 2015, dass der Unfall vom 1
3.
November 2014 bis am 1
1.
Januar 2015 zu einer vorübergehenden Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit auf 100
%
geführt habe. Die diesbezügliche
Behandlung habe am 22. Mai 2015 abgeschlossen werden können. Die da
nach
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
sei Folge des ersten Unfallereignisses vom 2
5.
Mai 201
4.
Die
Beschwerdeführerin habe am 13.
April 2015 ihr übli
ches Arbeitspensum von 70
%
wieder aufgenommen. Die attestierte Arbeits
unfähigkeit von 30
%
beziehe sich auf ein 100%-Pensum. Auch diese Behand
lung habe am 2
1.
August 2015 abgeschlossen werden können. Die Beschwerdeführerin bedürfe jedoch weiterhin der gelegentlichen Physio- und Kraniosakraltherapie zur Aufrechterhaltung des nun erreichten Zustandes (
Urk.
17/M5).
3.10
In den Akten liegt im Weiteren das von der Beschwerdegegnerin mit der Be
schwerdeantwort vom 18. Februar 2016 eingereichte, im Auftrag von K._, Eidgenössisch diplomierter Versicherungsfachmann, verfasste bidiszipli
näre Gutachten von
Dr. med.
L._
, FMH Neurologie, und Dr. med.
M._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
vom 31. Mai 2010 (Urk. 13/3). Die Gutachter stellten darin fest, dass aus rein psychiatrischer Sicht keine Symptomatik bestehe, welche gemäss ICD-10-Kriterien eine Diag
nose zulasse. Aus rein psychiatrischer Sicht liege eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor. Aus neurologischer Sicht wurde folgende Diagnose gestellt (S. 23):
Zustand nach Verkehrsunfall am 22. Februar 2005 mit Halswirbelsäulen-Abknick
verletzung sowie milder traumatischer Gehirnverletzung und multiplen Prellungen des K
örpers, insbesondere im Bereich
des Gesässes und Unterschenkels rechts mit heute noch bestehendem/n/r
-
linksbetontem, insbesondere oberem und weniger auch mittlerem, zumindest mässig ausgeprägtem Cervicalsyndrom
-
leicht ausgeprägten cervicocephalen Beschwerden mit cervicogen getriggerten Kopf- und Gesichtsschmerzen
-
leicht ausgeprägtem Lumbovertebralsyndrom mit intermittierender pseudoradi
kulärer Einstrahlung ins rechte Bein
-
leicht ausgeprägten kognitiven Störungen bei Schmerz- und seelischer Inter
ferenz sowie Zustand nach milder traumatischer Gehirnverletzung
bei vorbestehend bzw. unfallfremd leicht ausgeprägten degenerativen Wirbelsäulen
veränderungen
Dr.
L._ und Dr. M._
erklärten, dass die Beschwerdeführerin im Beruf als kaufmännische Angestellte bezogen auf
ein Pensum von 100 % noch zu 75
% arbeitsfähig sei. Im Weiteren sei sie auch in anderen zumut
baren Tätigkeiten noch zu
75 % arbeitsfähig (Urk. 13/3 S.
24).
Eine weitere medizinische Behandlung, um eine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes zu erreichen, sei nicht notwendig. Es bestehe - mehr als fünf Jahre nach dem Unfallereignis – ein Residualzustand (Urk. 13/3 S. 13 und S. 23).
4.
4.1
4.1.1
Im (unangefochten in Rechtskraft erwachsenen) Urteil UV.2014.00022 vom 21. Dezember 2015 stand der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 13. Oktober 2013 zur Beurteilung, mit welchem sie die Einstellung der
aufgrund der ersten drei Unfälle ausgerichteten Taggelder per 1. Februar 2013
resp. 1. April 2013 bestätigt hatte (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.4).
In diesem Entscheid hatte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin
sicht im Wesentlichen auf
die – auf einer vertrauensärz
tlichen Untersuchung vom 22. Mä
rz 2013 beruhende - Beurteilung von Dr. med.
D._
, FMH
Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, vom 9. April 2013, dessen
Stellungnahme vom
29.
Mai 2013 sowie di
e Aktenbeurteilung von Dr. med. H._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen
, vom 10. Oktober 2013 gestützt (vgl. E. 2.9, E. 2.10, E. 2.13 und E. 3.1 des Urteils IV.2014.00022 [Urk. 14/A96])
.
Das Gericht kam im Urteil UV.2014.00022
vom 21. Dezember 2015
zum Schluss,
dass
– entgegen der von der Beschwerdeführerin
vertretenen Auf
fassung
– auf die Beurteilungen von Dr. D._
und Dr.
H._
, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten Bürotätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, abgestellt werden könne. Die
-
damals vorliegenden
-
Berichte des behandelnden Arztes Dr. med.
C._
, FMH Chirurgie, vermöchten die Einschätzungen von Dr.
D._
und Dr.
H._
nicht in Zweifel zu ziehen, zumal Dr.
C._
nicht nachvollziehbar begründet habe, inwiefern die Besch
werdeführerin
selbst in einer körperlich angepassten Bürotätigkeit nach wie vor in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sein solle. Es sei jedoch davon auszugehen, dass eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit nicht – wie von der Beschwerdegegnerin angenommen - ab 1. Februar 2013, sondern erst ab dem Datum der Untersuchung durch Dr.
D._
, das heisse ab dem 20. Mä
rz 2013, gegeben gewesen sei (E. 3.3 und E. 3.4)
.
4.1.2
Nach dem (vierten) Unfall vom 25. Mai 2014 hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin wiederum die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) ausgerichtet, und zwar letztlich bis am 21. August 2015 (Urk. 2).
4.
2
4.
2.
1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin im angefoch
tenen Einspracheentscheid vom
1.
Oktober 2015 (
Urk.
2) im Rahmen der Prüfung der Frage, in welchem Umfang und bis wann die Beschwer
de
führerin Anspruch auf Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen hat, auch die Auswirkungen des Unfallereignisses vom 1
3.
November 2014 berücksich
tigt hat. Wie die Beschwerdeführ
erin zu Recht bemerkte (vgl. E.
2.2), erging hinsichtlich dieses Unfallereignisses zuvor keine Verfügung im Sinne von
Art.
49
Abs.
1 ATSG (
wonach der Versicherungsträger über Leistungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftliche Verfügungen zu erlassen hat).
Dies erscheint vorliegend aber insofern entbehrlich, als die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspra
che
entscheid nunmehr festhielt, dass die ausgewiesenen Leistungen bis zum 2
1.
August 2015 (das heisst Taggeldleistungen bis zur Arbeitsaufnahme im ursprünglichen 70%-Pensum am 1
3.
April 2015 und Heilbehandlungsleis
tungen bis am 2
1.
August 2015) übernommen würden – und sie damit für sämtliche im Zusammenhang mit diesem Unfallereignis vom 1
3.
November 2014 fraglichen Leistungen aufkam. Denn
Dr. C._
hatte im Bericht vom
8.
September 2015 erklärt, dass dieser Unfall zu einer vorübergehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 1
3.
November 2014 bis am 1
1.
Januar 2015 geführt habe und die diesbezügliche Behandlung am 2
2.
Mai 2015 habe abgeschlossen werden können (
Urk.
17/M5).
4.2
.2
Dass die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen auf den 1
3.
April 2015 hin einstellte, als die Beschwerdeführerin ihr volles, bereits vor dem ersten bei der Beschwerdegegnerin versicherten Unfallereignis vom
7.
Februar 2011 ausgeübtes 70%-Pensum (50
%
beim
Y._
und 20
%
bei der
A._
) wieder aufnahm, ist sodann nicht zu beanstanden. Wie das Sozialversicherungsgericht bereits im
Urteil vom 21. Dezember 2015
E. 4.3 (Urk. 14/A96) erwog, ist als Referenzpensum zur Ermittlung des Grades
der Arbeitsunfähigkeit in der Taggeldphase das Arbeitspensum unmittelbar vor den Unfällen einzusetzen (BGE 135 V 287 E. 4).
4.
2.
3
Im Weiteren kann aufgrund der Stel
lungnahme von Dr. D._ vom 8.
Oktober 2014 (
Urk.
14/M27) und des Ber
ichts von Dr. C._ vom 8.
Septem
ber 2015 (
Urk.
17/M5) als erstellt gelten, dass hinsichtlich der vor
liegend interessierenden Unfallereignisse spätestens am 21. August 2015 keine
namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mehr
erwartet werden konnte.
Dr. C._
wies im genannten Bericht nämlich darauf hin, dass (auch) die Behandlung im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2
5.
Mai 2014 per 2
1.
August 2015 abgeschlossen worden sei und die Beschwerdeführerin zur Aufrechterha
ltung des erreichten Zustan
des lediglich
noch der gelegentlichen Physio- und Kraniosakraltherapie bedürfe. Der von der Beschwerdegegnerin auf diesen Zeitpunkt hin vorge
nom
mene
Fallabschluss ist deshalb ebenfalls nicht zu beanstanden (vgl. E.
1.3
)
.
5.
5.1
Streitig und zu prüfen ist nun der Anspruch auf eine
Rente der Unfall
versicherung, und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob Art. 28 Abs. 3 UVV (vgl. E. 1.4.2) anwendbar ist.
5.2
5.2.1
Die für ein früheres Unfallereignis vom 22. Februar 2005 zuständige Vau
doise Allgemeine, Versicherungs-Gesellschaft AG, (nachfolgend: Vaudoise) kam im Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2010 (Urk. 3/8) gestützt auf eine von ihr selbst bei der N._ in Auftrag gege
bene und sich nicht bei den Akten befindliche Expertise vom 6. März 2008 zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin nach dem 31. Dezember
2007 noch geklagten Beschwerden hinsichtlich des erwähnten Ereignisses nicht
mehr unfallkausal seien. Das Gutachten von Dr. L._
und
Dr. M._
vom 31. Mai 2010 (Urk. 13/3) erachtete die Vaudoise demgegenüber nicht als genügend beweiskräftig, wobei sie dieses Gutachten fälschlicher
weise als reines Aktengutachten einstufte. Ob die damals von Dr. L._ und Dr. M._ im Rahmen der eingehenden neurologisch-psychiatrischen Unter
suchung der Beschwerdeführerin vom 18. Mai 2010 festgestellten Beschwer
den gemäss Ansicht der Vaudoise noch auf das Unfallereignis vom 22. Februar 2005 zurückzuführen waren oder nicht, ist für die Anwend
bar
keit von Art. 28 Abs. 3 UVV jedoch nicht von Belang. Diese Bestimmung gilt
nämlich unabhängig davon, ob die vorbestehende Gesundheitsschädigung durch
einen Unfall verursacht wurde oder nicht (vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_876/2015 vom 29. Januar
2016 E. 5.2.1 und E.
5.2.2 mit Hin
weisen)
. Entscheidend ist einzig, ob die Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin aufgrund einer Gesundheitsschädigung vor dem ersten Unfall vom 7. Februar 2011 dauernd herabgesetzt war.
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin berief sich zur Begründung ihres dahingehenden Standpunktes auf das Gutachten von Dr. L._ und Dr. M._ vom 31. Mai 2010 (Urk. 13/3; Urk. 2 S. 6 und Urk. 27 S. 3). Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, dieses Gutachten sei bereits sieben Jahre alt und somit
ohne Wert. Die von der Beschwerdegegnerin behauptete vorbestehende unfall
fremde verminderte Leistungsfähigkeit sei nicht gegeben, weshalb der Inva
liditätsgrad nicht nach Art. 28 Abs. 3 UVV berechnet werden könne (Urk. 37 S. 3; in der Replik vom 12. Juni 2016 hatte sie sich noch auf den Standpunkt gestellt, es sei vertieft zu untersuchen, ob und in welchem Ausmass sie im Sinne von Art. 28 Abs. 3 UVV tatsächlich in ihrer Leistungsfähigkeit beein
trächtigt gewesen sei [Urk. 22 S. 4]).
5.3
5.3.1
Gemäss dem Gutachten von Dr. L._ und Dr. M._ vom 31. Mai 2010 hatte die Beschwerdeführerin anlässlich der von ihnen am 18. Mai 2010 durchgeführten Untersuchungen erklärt, sie habe von August 2003 bis Dezember 2004 bei der Firma O._ in P._ als Assistentin der Geschäftsleitung/Marketing (100 %) gearbeitet. Weil bei der Firma O._ die Situation unklar gewesen und diese später auch Konkurs gegangen sei, habe sie sich um eine neue Stelle bemüht und diese ab Januar 2005 bei der Firma Q._ in Zürich gefunden. Kurz nach ihrer An
stellung habe sie am 22. Februar 2005 einen Unfall erlitten. Es sei ihr dann per Ende September 2005 gekündigt worden. Sie habe ihre dortige 100%ige Anstellung als Geschäftsstellen-Leiterin nach dem Unfall auf 50 % redu
zieren müssen. Vom Oktober 2005 bis Dezember 2006 habe sie eine stunden
weise Anstellung bei der Firma R._ gefunden. Sie habe diese Tätigkeit ausgewählt, weil sie wegen ihren Beschwerden nur maximal vier Stunden am Stück habe arbeiten können. Seit Mai 2007 sei sie nun für die Firma A._ und seit Januar 2010 als Assistentin des Ge
schäftsleiters zu 20 % angestellt. Zusätzlich führe sie seit September 2005 mit einem Pensum von 30 % bis 50 % die Geschäftsstelle für das Y._. Beide Stellen seien interessant und sie arbeite gerne dort, fühle sich wohl, auch weil das Verhältnis zu den Vorgesetzten gut sehr gut sei. Man habe für ihre unregelmässige Leistungskurve Verständnis (Urk. 13/3 S. 16-17). Zurzeit arbeite sie 70 %. An einzelnen Tagen komme es zu einer Belastung von 100 %. Durch eine 100%ige Belastung sei sie über
fordert. Sie denke, dass sie die aktuell geleisteten 70 %, welche sie im Schnitt erbringe, in etwa das oberste Leistungsmaximum darstellen würden. Das Niveau der Arbeitstätigkeit entspreche insbesondere im Hinblick auf die Tätig
keit beim Y._ in etwa dem Niveau, das sie vor dem Unfall vom 22. Februar 2005 ausgeübt habe (Urk. 13/3 S. 7).
5.3.2
Der neurologische Gutachter Dr. L._ kam in seinem Teilgutachten zum Schluss, dass immer noch (unfallbedingte) Beeinträchtigungen bestünden, welche eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verunmöglichten. Es bestehe einerseits eine chronische Schmerzsymptomatik mit dadurch vermehrter Ermüdbarkeit,
verminderter Belastbarkeit und erhöhtem Erholungsbedarf. Anderseits bes
tehe bei leichten kognitiven Beeinträchtigungen, welche gemischter Ursache sein dürften (einerseits Zustand nach milder traumatischer Hirnverletzung, ander
seits Schmerzinterferenzen [Urk. 13/3 S. 12]) ein erhöhter Kontrollbedarf der eigenen Leistung. Insgesamt erachte er im Vergleich mit anderen ähnlich gelagerten Fällen eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 75 % als maximales Leistungslimit in der Tätigkeit als kaufmännische Mitarbeiterin (Urk. 13/3 S. 13). Gemäss der Beurteilung des psychiatrischen Gutachters Dr. M._ ist die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 13/3 S. 21). Dementsprechend attestierten die Gutachter der Beschwerdeführerin im Beruf als kaufmännische Angestellte und in anderen angepassten Tätigkeiten eine 75%ige Arbeitsfähigkeit, wobei sie bemerkten, dass diese nicht verbesserbar sei (Urk. 13/3 S. 23 und S. 4 24).
5.3.3
Wie erwähnt, standen gemäss Urteil UV.2014.00022 vom 21. Dezember 2015 die Folgen der Unfälle vom 7. Februar 2011, 2. Mai 2011 und 11. Dezember 2012 ab dem 20. März 2013 der vollzeitlichen Ausübung von Bürotätigkeiten nicht mehr entgegen (vgl.
E.
4.1.1). Gleiches hat ab dem 13. April 2015 für die Folgen der Unfälle vom 25. Mai und 13. November 2014 zu gelten, haben diese doch gemäss ausdrücklicher Feststellung von Dr. C._ in seinem Bericht vom 8. September 2015 nur zu einer vorübergehenden Verschlechte
rung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin geführt (vgl. E. 3.9; vgl. hin
sichtlich der Folgen des Unfalles vom 25. Mai 2014 auch E. 3.3 und E. 3.5). Soweit Dr. C._ der Beschwerdeführerin in diesem Bericht ab
dem 13. April 2015 – wiederum (vgl. E. 2.15 und E. 3.3 des Urteils UV.2014.00022
vom 21.
Dezember 2015
, Urk. 14/A96)
-
eine
anhaltende
30%ige Arbeitsunfähigkeit
für Büroarbeiten attestierte, lässt sich dies daher – ebenfalls - nicht mit den Folgen der besagten Unfälle erklären.
5.4
5.4.1
Würde auf die besagten Einschätzungen von Dr. L._ und Dr. M._ sowie von Dr. C._ abgestellt und dementsprechend angenommen, dass die Leistungsfähigkeit vor dem Unfall vom 7. Februar 2011 um 25 % und nach dem Unfall um 30 % herabgesetzt war, so wäre die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs. 3 UVV zu bejahen.
Ausgehend von der Einschätzung von Dr. L._ und Dr. M._ war das von der Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 7. Februar 2011 bei der A._ und beim Y._ versehene Teilzeitpensum nur im Umfang von 25 % gesundheitsbedingt. Der von ihr damals erzielte Lohn wäre daher auf ein Pensum von 75 % umzurechnen (vgl. E. 1.4.2). Diesem Lohn wäre der ab dem 13. April 2015 für das Pensum von 70 % bei der A._ und beim Y._ erzielte tatsächliche Lohn gegen
überzustellen. Es ergäbe sich demnach eine Erwerbseinbusse resp. ein – rentenausschliessender - Invaliditätsgrad von 5 % (vgl. E. 1.3).
5.4.2
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 10 % würde auch dann nicht resultieren, wenn aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 22. August 2017 (Urk. 37) davon ausgegangen würde, dass im Zeitpunkt des Unfalles vom 7. Februar 2011 keine Leistungs
minde
rung mehr bestand.
Diesfalls wäre anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfalles vom 7. Februar 2011 in Bürotätigkeiten wie den vor dem Unfall
vom 22. Februar 2005 ausgeübten wieder voll arbeitsfähig war. Die Folgen de
r vorliegend zu beurteilenden Unfälle standen nach dem Gesagten der vollzeit
lichen Ausübung von angepassten Bürotätigkeiten nicht mehr entgegen. Als solche hätten aufgrund der betreffenden Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung durch Dr. L._ und Dr. M._ (vgl. E. 5.3.1) grundsätzlich auch die vor dem Unfall vom 22. Februar 2005 ausge
übten Bürotätigkeiten zu gelten. Demnach wären das Validen- und das Inva
lideneinkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohnes der Lohnstrukturer
heb
ung des Bundesamtes für Statistik zu bemessen (die Stelle bei der O._ hat die Beschwerdeführerin aus unfallfremden Gründen gekündigt [vgl. E. 5.3.1], weshalb der dort erzielte Lohn – entgegen der von ihr in der Beschwerde vertretenen Auffassung [Urk. 1 S. 9] - als Grundlage für die Berechnung des Valideneinkommens nicht in Frage kommt). Mit Blick auf die unfallbedingten Beschwerden liesse sich, wenn überhaupt, ein leidens
be
dingter Abzug von 5 % rechtfertigen. Weitere Abzugsgründe (vgl. dazu BGE 126 V 75) sind nicht ersichtlich. Demnach würde ein – rentenaus
schliessen
der - Invaliditätsgrad von maximal 5 % resultieren.
5.5
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin demnach einen Anspruch der Be
schwerdeführerin auf eine Rente der Unfallversicherung jedenfalls zu Recht verneint
5.6
Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente hat, steht ihr auch kein Anspruch auf Heilbehandlung gemäss
Art.
21
Abs.
1 UVG (Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente) zu (Urteil des Bun
des
gerichts U 482/06 vom
8.
Februar 2007 E. 3.1).
6.
6.1
Hinsichtlich der Frage der Integritätsentschädigung stellte die Beschwerde
geg
nerin zu Recht fest (
Urk.
2 S. 7), dass sich die Schwere des Integra
tionsschadens ausschliesslich nach dem medizinischen Befund beurteilt. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden aller Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Allfällige individuelle Beson
derheiten der versicherten Person bleiben im Gegensatz zur privatrechtlichen
Genugtuung unberücksichtigt (Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bun
des
gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallver
sicherung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 166). Dass die Beschwerde
führerin Linkshänderin ist
(Urk.
15/M21/2), hat auf die Höhe des Integritäts
schadens demnach keinen Einfluss.
6.2
Wie ein Blick in die Suva-Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktions
stö
rungen an den oberen Extremitäten) zeigt, ist bei einer bis zu 30° über der Horizontalen beweglichen Schulter eine Integritätsentschädigung von 10
%
geschuldet. Bei einer bis zur Horizontalen beweglichen Schulter ist eine Integritätsentschädigung von 15
%
geschuldet (
https://www.suva.ch/Home/ Unfall/Unfall/Versicherungsmedizin
).
Dr. D._
gab in der Stellungnahme vom
8.
Oktober 2014 - ohne nähere Begründung - an, dass sich aufgrund der leicht eingeschränkten Beweglich
keit der Schultern beidseits über der Horizontalen je ein Integritätsschaden von 10
%
ergebe (
Urk.
14/M27). Diese Einschätzung ist indes nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Denn nach der vertrauensärztlichen Untersuchung vom 2
0.
März 2013 hatte
Dr. D._
, der damals gestützt auf im August 2012 respektive März 2013 durchgeführte MRI-Untersuchungen leichte Reiz
zu
stände und postoperative Veränderungen an beiden Schultern als erwiesen betrachtet hatte, unter anderem noch notiert, dass die Ventralelevation der Schultern beidseits nur noch bis zur Horizontalen (passiv etwas mehr) mög
lich sei (
Urk.
15/M21/3). In der Folge hat
Dr. D._
keine Untersuchung der Beschwerdeführerin mehr vorgenommen.
Andererseits war die Beschwerdeführerin anlässlich der vertrauensärztlichen Untersuchung bei
Dr. D._
vom 2
0.
März 2013 der Auffassung, dass sie ihre
"
volle
"
Arbeitsfähigk
eit
bis im Herbst 2013 wieder erreiche kön
ne (Urk. 15/M21/4). Sie erachtete
ihren Gesundheitszustand somit offenbar noch als verbesserungsfähig. Hierfür lieferte sie auch insofern den Tatbeweis, als sie die Arbeit beim
Y._
und bei der
A._
bereits am
1.
September 2013 (
Urk. 15/M31) und nun – wie
er
wähnt - am 13. April 2015 (Urk.
17/M5) wieder im ursprünglichen Pensum aufgenommen hat. Es
war respektive
ist ihr also nicht nur möglich, die von
Dr. D._
im Bericht vom
9.
April 2013 noch als zumutbar erachtete Tätigkeit
im Büro wieder aus
zuüben (Urk.
15/M21/4), sondern auch die Tätigkeit für das
Y._
, welche zu ca. 50
%
aus handwerklichen Arbeiten (Auffüllen von Weinflaschen, Reinigungsarbeiten etc.) best
eht (Urk. 15/A14/4).
Von daher vermag die von Dr. C._ in seinen Berichten vom 19. November 2014
(Urk. 3/5) und 3. März 2015 (Urk. 17/M2) vorgenommene Beurteilung, wonach
sie mit dem linken Arm nur knapp bis zur Horizontalen komme, nicht ohne
weiteres zu überzeugen. Ob
von einer lediglich noch bis zur Horizontalen od
er doch von einer noch bis zu 30° beweglichen linken Schulter auszugehen ist, lässt sich
daher
anhand der gegebenen medizinischen Aktenlage nicht beur
teilen. Je nachdem hätte die Beschwerdeführerin indes Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
für die linke Schulter
aufgrund einer Integritätsein
busse von 10
%
oder von 15
%
.
7.
7.1
Der angefochtene Einspracheentscheid vom
1.
Oktober 2015 (Urk. 2) ist demnach insoweit aufzu
heben, als er den Anspruch auf eine 10
%
über
stei
gende Integritätsentschädigung für die Schulter links verneint, und die Sache ist zur ergänzenden Ab
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen,
damit sie den medizinischen Sachverhalt diesbezüglich rechtsgenüg
lich ab
klärt und danach neu über einen Anspruch auf eine Integri
täts
ent
schädigung betreffend die linke Schulter verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
7.2
Der von der Beschwerdeführerin beantragte Beizug der Akten der Invaliden
versicherung (
Urk.
1 S. 9) erweist sich im Übrigen nicht als erforderlich.
8.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwer
de
führerin eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf Fr. 8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.