Decision ID: e9ac9a64-154d-4434-b9a5-e19e4e4ba0ac
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1973,
meldete sich am
1. Oktober 2009
unter Hinweis auf
einen Verkehrsunfall vom 11. Dezember 2008, bei welchem sie sich eine Dis
torsion der Halswirbelsäule (HWS) und eine
Claviculafraktur
zugezogen habe, sowie auf psychische Beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk.
12
/4 Ziff. 7.2-3)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
to
ns Zürich, IV-Stelle, sprach ihr
mit Verfügung
en
vom
26. September 2011 (Urk.
12
/42/1-3) mit Wirkung ab 1. April 2010
bei einem
Invalidi
tätsgrad
von
65 %
eine
Dreiviertelrente zuzüglich Kinderrenten
zu.
1.2
Nach Eingang
des
ausgefüllten
Revisi
onsfragebogens
vom 13. Juli 2012
(
Ein
gangsdatum; Urk.
12
/57)
holte
die IV-Stelle ein
bidisziplinäres
psychiatrisches und rheumatologisches Gutachten (Gutachten vom 17. Dezember 2012; Urk.
12
/64/2-27, Urk.
12
/65/1-10) ein. Mit Verfügung vom 16. Dezember 2013 (Urk.
12
/81) hob die IV-Stelle nach
durchgefüh
rtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Urk.
12
/68-69, Urk.
12
/74
)
gestützt auf die
Schluss
bestim
mungen
zur Ände
rung des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) vom 18. März 2011 (
SchlB
IVG) die bisher ausgerichtete Dreiviertelrente auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung auf und entzog einer dage
gen gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
1.3
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2013 erhob die Versicherte am
31. Januar 2014
Beschwerde
und beantragte unter anderem
, diese sei aufzuhe
ben,
es sei
ihr weiterhin eine Dreiviertelrente auszurichten
und
es sei festzustel
len, dass die IV-
Stelle ihren
Antrag auf Durchführung von
Wieder
eingliede
rungsmassnahmen
nach Art.
8a IVG gutgeheissen habe. Das hiesige Gericht trat mit dem in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom
4.
Juli 2014 (Prozess Nr. IV.2014.00127;
Urk.
12/99) auf die Beschwerde insoweit nicht ein, als die Versi
cherte darin die Ausrichtung von
Wiedereingliederungs
massnahmen
sowie die akzessorische Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente beantragte, und wies die Beschwerde im Übrigen ab.
1.4
Nach Durchführung eines
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
12/90,
Urk.
12/93)
stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2014 (
Urk.
12/94) fest, dass die Mass
nahmen zur Wiedereingliederung im Rahmen der Schlussbestimmungen 6a abgeschlossen worden seien. Mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
12/98 =
Urk.
2) hob die IV-Stelle die Verfügung vom 2
8.
Mai 2014
wiedererwägungs
weise
auf und stellte fest, dass die Massnahmen zur Wiedereingliederung im Rahmen der Schlussbestimmungen 6a
zur Zeit
nicht möglich seien.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 27.
August 2014 (
Urk.
1) Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefoch
tene Verfügung sei aufzuheben, es seien ihr Wiedereingliederungsmassnahmen gemäss
Abs.
2
SchlB
IVG in Verbindung mit
Art.
8a IVG zuzusprechen und
es sei ihr für die Dauer der Wiedereingliederungsmassnahmen die bisherige Invali
denrente gemäss
Abs.
3
SchlB
IVG auszurichten (S. 2). Mit Eingabe vom 1
6.
September 2014 (
Urk.
6) reichte die
Beschwerdeführerin
Kopien verschiede
ner Bewerbungsschreiben (
Urk.
7) und mit Schreiben vom
1
8.
September 2014 (Urk. 8) eine Kopie eines gleichentags verfassten Schreibens an die
Beschwerde
gegnerin
(
Urk.
9) ein.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
September 2014 (
Urk.
11) beantragte die IV
Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am 10.
Oktober 2014 (
Urk.
13) eine Kopie zugestellt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
lit
.
a
Abs.
1 der
Schlussbestimmungen der Änderung
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung
vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket
;
SchlB
IVG) sind
Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung
zu überprüfen und die Rente ist herabzusetzen oder aufzuhe
ben, wenn
die Voraus
setzungen nach Artikel 7 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
nicht erfüllt
werden
, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind.
1.2
Wird eine Rente, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwer
debildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurde, gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG herabgesetzt oder aufgehoben, so hat
die versicherte Person gemäss
lit
. a
Abs.
2
SchlB
IVG
Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach
Art.
8a
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
; ein Anspruch auf eine Übergangsleistung nach
Art.
32
Abs.
1
lit
. c IVG entsteht dadurch nicht.
Während der Durchführung der
Mass
nahmen zur Wiedereingliederung nach
Art.
8a IVG
bis zum Abschluss der Massnahmen
wird die
bisherige
Rente weiter ausgerichtet, längstens aber während zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung (
lit
. a
Abs.
3
SchlB
IVG).
Darauf sind die versicherten Personen anlässlich eines per
sönlichen Gesprächs ausdrücklich hinzuweisen (vgl.
Rz
. 1004 des
Kreisschrei
bens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen, BSV, über die
Schlussbestim
mungen
der Änderung vom 18. März 2011 des IVG, gültig ab 1. März 2013, KSSB). Betroffene können im Rahmen der 6. IV Revision somit Leistungen erwirken, die sie befähigen sollen, ihr Leben durch den Einsatz ihrer Erwerbsfä
higkeit und damit ohne Rente zu bestreiten (BGE 139 V 547 E. 9.3).
1.3
Laut dem seit
1.
Januar 2012 in Kraft stehenden
Art.
8a
Abs.
1 IVG haben
Renten
bezüger
Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung
,
sofern die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich verbessert werden kann
(
lit
. a)
und die Mass
nahmen geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit zu verbessern
(
lit
. b)
.
Bei den Massnahmen zur Wiedereingliederung handelt es sich gemäss dem Abs. 2 dieser Bestimmung um Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nach Artikel 14a Absatz 2 IVG (
lit
. a), um Mass
nahmen beruflicher Art nach den Artikeln 15-18c IVG (
lit
. b), um die Abgabe von Hilfsmitteln nach den Artikeln 21-21quater IVG (
lit
. c) und um die Bera
tung und Begleitung der Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger und ihrer Arbeitgeber (
lit
. d).
1.4
Erst nach Beendigung dieses Versuchs einer (Re-) Integration in den Arbeits
markt wird abschliessend beurteilbar sein, ob der versicherten Person in Berücksichtigung sämtlicher subjektiven und objektiven Elemente der Schritt zurück in das Erwerbsleben zumutbar ist. Da es um den Sonderfall der Über
prüfung eines bislang berechtigterweise erfolgten Rentenbezugs geht, sind die Wiedereingliederungschancen unter besonderem Augenmerk auf die Aspekte des Alters der Betroffenen und der Dauer
der Erwerbslosigkeit zu prüfen
.
Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten. In diesem Sinne ist ins
besondere von Bedeutung, dass die fragliche Massnahme
eingliederungs
wirk
sam
ist, was eine subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit der betroffe
nen Person voraussetzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_664/2013 E. 2).
1.5
Gemäss der Botschaft des Bundesrates (
BBl
2010
S.
1911 f.
) bezweckt die Bestim
mung von
lit
. a
Abs.
2
SchlB
IVG
den
Wiedereinstieg ins Arbeitsleben für
von einer Herabsetzung oder Aufhebung der Rente
betrof
fene Personen zu erleichtern
,
indem sie einen Anspruch auf Wiedereingliederungsmassnahmen während höchstens
zwei Jahren erhalten, falls diese für eine Wiedereingliede
rung
sinnvoll und nutzbringend sind. Wichtig
sei dabei
insbesondere die Arbeitsvermittlung
(
Art.
18 IVG)
,
da diese
in der Regel eine Eingliederung ins Erwerbsleben erleichtert und
von der IV-Stelle deshalb praktisch in jedem Fall zugesprochen werden
könne
.
1.6
Als Massnahme zur Wiedereingliederung im Sinn von
lit
. a
Abs.
2
SchlB
IVG in Verbindung mit
Art.
8a IVG kommt
sodann der Arbeitsversuch
(
Art.
18a IVG
)
in Frage. Beim Arbeitsversuch im Sinne von
Art.
18a
Abs.
1 IVG geht es im Wesentlichen darum, die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer versicherten Person während maximal sechs Monaten im ersten Arbeitsmarkt zu testen. Gemäss der Botschaft des Bundesrates (
BBl
2010 S. 1890) ist davon auszugehen, dass sich die Eingliederungschancen mit diesem Instrument in vielen Fällen erhöhen werden.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
2) davon aus, dass es der Beschwerdeführerin
an
einer
für Ein
gliederungsmassnahmen vorausgesetzten
minimalen
subjektiven
Ein
gliede
rungs
fähigkeit
beziehungsweise
an
einem dafür vorausgesetzten genü
gendem
Ein
gliederungswillen
gefehlt habe. Aus diesem Grunde habe eine sinn
volle, nut
z
bringende und erfolgreiche Eingliederung nicht durchgeführt werden können. Die Beschwerdeführer
in
sei nicht genügend motiviert, die Voraus
setzungen für eine berufliche Integration zu verbessern, zu Beispiel im Rahmen einer Vertiefung ihrer Kenntnisse der deutschen Sprache. Vielmehr delegiere sie selbst im privaten Bereich die Verantwortung für jegliche Aktivitäten an ihre Angehörigen
(S. 2)
.
Über ihre aktuellen Bewerbungsbemühungen habe die Beschwerdeführerin nicht informiert. Die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bewer
bungsunterlagen bezögen sich auf einen Zeitraum nach Erlass der angefochte
nen Verfügung und seien im vorliegenden Verfahren nicht zu würdigen. Auf das Gesuch um Wiederaufnahme von Eingliederungsmassnahmen vom 1
8.
September 2014 sei eingetreten worden (
Urk.
11).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass sie bereits am 2
9.
Januar 2014 um die Durchführung von
Wiedereingliederungs
massnahmen
ersucht habe (
Urk.
1 S. 3), dass sie sich
selbst
für eingliederungsfähig erachte und
ihren
Ein
gliederungswillen
hiermit
bekräftige (
Urk.
1 S. 4). Sie habe sich insbesondere anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 2
8.
März 2014 gegenüber der
Beschwer
degegnerin
als willig und motiviert gezeigt, an
Wiedereingliederungs
massnahmen
teilzunehmen. Auf ihre
Eingliederungs
willigkeit
sei zudem
auch
auf Grund der von ihr eingereichten Kopien von Beschwerdeschreiben zu schliessen
(
Urk.
1 S. 6)
.
3.
3.1
Zu prüfen ist vorerst die objektive Eingliederungsfähigkeit
der Beschwerde
führe
rin
.
3.2
Das hiesige Gericht erkannte in dem in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom
4.
Juli 2014 in Sachen der Parteien (Prozess Nr. IV.2014.00127;
Urk.
12/99), dass die Beschwerdeführerin gestützt auf die Beurteilung durch Dr.
Y._
und Dr.
Z._
vom 17. Dezember 2012
ausschliesslich durch einen psychi
schen Gesundheitsschaden im Sinne einer anhaltenden
somatoformen
Schm
erz
störung
und einer depressiven Störung
vom Schweregrad einer
leichten
depressi
ven Episode in
ihrer
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
sei, dass es sich bei der
leichte
n
depressive Episode weder
um eine
von depressi
ven
Ver
stimmungs
zuständen
klar unter
scheidbare andauernde Depression im Sinne
eines verselbs
t
ständigten
Gesund
heitsschadens
noch
um eine genügend erhebliche, von der anhal
tenden
soma
toformen
Schmerzstörung losgelöste, selbstständige psychi
sche
Komorbidität
handle, dass auch
die übrigen Kriterien, welche gemäss der Rechtsprechung einem adäqua
ten Umgang mit den geklagten Schmerzen entge
genstehen können
,
nicht beziehungsweise nicht hinreichend gehäuft und aus
geprägt erfüllt
seien
, um den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer
Willensan
strengung
überwindba
re Schmerzstörung zu gestatten, weshalb davon auszuge
hen sei, dass
die
somatoforme
Schmerzstörung und deren Begleiterschei
nung einer
leichten
depressiven Episode
bei der Beschwerdeführerin keine
versiche
rungsrelevante
Arbeits
unfähigkeit zu begründen vermöchten (E. 5.2.3 und E.
5.2.4).
Darauf ist vorliegend abzustellen.
3.3
Zudem stellten
Dr.
Y._
und Dr.
Z._
in ihrem Gutachten vom 17. Dezember 2012 (
Urk.
12/64/1-27, Urk. 12/65/1-10) fest, dass die Beschwer
de
führerin seit vier Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen sei, weshalb
sie ihre
verbleibende Arbeitsfähigkeit wohl nur mit integrativen Massnahmen der Invaliden
versicherung verwert
en könne
(
Urk.
12/64/1-27 S.
13).
3.4
Nach Gesagtem ist daher davon auszugehen
, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist
, und dass Dr.
Y._
und Dr.
Z._
in ihrem Gutachten vom 1
7.
Dezember 2012
Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung als sinnvoll und notwendig erachteten.
Die
objektive Eingliederungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin ist de
mnach
gegeben
.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt die subjektive Eingliederungsfähigkeit beziehungsweise
die
Eingliederungsbereitschaft der Beschwerdeführerin.
4.2
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
führten in ihrem Gutachten vom 17. Dezember 2012 (
Urk.
12/64/1-27, Urk. 12/65/1-10) aus, dass sich die Beschwerde
führerin selbst nicht als arbeitsfähig ansehe (
Urk.
12/64/1-27 S. 13).
4.3
Anlässlich eines Gesprächs vom 2
8.
Februar 2013 teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit, es sei nicht auszuschliessen, dass ihre bisherige Invalidenrente aufgehoben oder herabgesetzt werden könnte, wobei ihr nach einer Aufhebung oder Herabsetzung der Rente während längstens zwei Jahren Eingliederungsmassnahmen ausgerichtet werden könnten, ohne dass ein naht
loses Weiterlaufen der Rente beim Start von allfälligen Eingliederungs
mass
nahmen zugesichert werden könne (Urk. 12/67/6).
4.4
In der Folge teilte
d
ie Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin am 2
7.
März 2013 (
Urk.
12/72) und am
6.
Mai 2013 (
Urk.
12/74 S. 5 f.) mit, dass sie an einer Teilnahme an Wiedereingliederungsmassnahmen interessiert sei.
Am 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
12/82) forderte die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin auf, Wiedereingliederungsmassnahmen in die Wege zu leiten und darüber sowie über
den akzessorischen
Anspruch auf Weiterausrichtung der bisherigen Rente eine Verfügung zu erlassen.
4.5
Dem Verlaufsprotokoll der Beschwerdegegnerin zum Abklärungsgespräch mit der Beschwerdeführerin vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
12/92) ist zu entnehmen, dass die Tochter der Beschwerdeführerin
angegeben habe
, sie
habe
verschiedentlich versucht,
kleinere Beschäftigungen
für ihre Mutter
zu organisieren, dass
diese Bemühungen
auf Grund der gesundheitlichen
Limiten
ihrer Mutter
jed
och ohne Erfolg geblieben seien, und dass die
Beschwerdeführerin sich nur wenig Gedan
ken
über
eine berufliche Eingliederung gemacht und
sich
insbesondere
nicht mit
berufsspezifische
n
Fragen auseinandergesetzt
habe
. Auch habe sie nichts zur Verbesserung ihrer geringen Deutschkenntnisse unternommen
(S. 1).
Obwohl vor der Rentenaufhebung eine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestanden habe, habe die
Beschwerdeführerin keinen Kontakt mit möglichen Arbeitgebern
für Schnuppereinsätze und Arbeitsversuche
aufgenommen
.
Im Rahmen von Schnupper
einsätzen und Arbeitsversuchen
hätte sie sich
jedoch
neue
berufsspe
zifische
Kenntnisse aneignen
können
.
Der Beschwerdeführerin fehle es daher an einem Minimum an subjektiver Eingliederungsfähigkeit und
Eingliederungswil
len
, um eine sinnvolle, nutzbringende und erfolgre
iche Eingliederung durch
führen zu können
(S.
2).
4.6
In den Akten befinden sich vier am
5.
Juni
2
014 verfasste (
Urk.
3/8a-d),
vier
am 2
9.
August 2014 und
vierzehn
am
2.
September 2014 verfasste (
Urk.
7) Bewer
bungss
chreiben der Beschwerdeführerin, worin sie sich
auf
Arbeitsstellen
als
Gebäudereinigerin beworben
hat
.
4.7
Mit Schreiben vom 1
8.
September 2014 (
Urk.
9) teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin mit, dass sie sich bei
der
Firma
A._
als Gebäudereinigerin beworben
und
dass sie auf Grund ihrer persönlichen Abklärungen erfahren habe, dass die Beschwerdegegnerin mit der
A._
einen Rahmenvertrag betreffend die Durchführung von Ein
gliederungsmassnahmen abgeschlossen habe, und
führte aus,
dass sie willig und bereit sei, einen Arbeitsversuch bei der
Firma
A._
anzutre
ten.
5
.
5.1
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des Einspracheentscheides ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 f. E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammen
hang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheider
lasses zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich der beschwerdeweise eingereichten Bewerbungsunterlagen (vorste
hende E. 4.6
7) sind diese Voraussetzungen erfüllt, weshalb sie für das vor
liegende Verfahren zu berücksichtigen sind.
5
.2
Den obenerwähnten Akten ist zu entnehmen, dass die Gutachter
Dr.
Y._
und Dr.
Z._
davon ausgingen, dass sich die Beschwerde
führerin selbst nicht als arbeitsfähig ansehe. Eine ausgeprägte subjektive Krankheits- oder Behinderungsüberzeugung, welche
die Durchführung
berufliche
r
Mass
nahmen
stark erschweren
oder gar verunmöglichen würde, haben die Gutachter indes nicht festgestellt. Während
einerseits
die Beschwerdegegnerin im
Ver
laufsprotokoll
zum Abklärungsgespräch
vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
12/92) erwähnte, dass verschiedene durch die
Tochter
der Beschwerdeführerin organi
sierte
kleinere Beschäftigungen auf Grund
gesundheitlicher
Limiten
ohne Erfolg
geblieben seien, dass sich
die Beschwerdeführerin
bis anhin
nur
in einem geringen Masse mit der
berufliche
n
Eingliederung
und mit
berufsspezifische
n
Fragen auseinandergesetzt habe, dass sie nur wenig
zur Verbesserung ihrer geringen Deutschkenntnisse unternommen
, und dass sie insbesondere keine
Schnuppereinsätze und Arbeitsversuche aufgenommen
habe, steht
andererseits
fest, dass die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin wiederholt
mitteilte
, an Eingliederungsmassnahmen interessiert zu sein (vorstehende E.
4.3 und E.
4.4
). Sodann ist auf Grund der Akten davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin am
5.
Juni
2
014,
am 2
9.
August 2014 und am
2.
September 2014
für offene Stellen als Gebäudereinigerin beworben hat, und dass sie sich gegenüber der Beschwerdegegnerin am
18.
September 2014
bereit erklärte, an Eingliederungsmassnahmen im Sinne eines
Arbeitsversuch
s
bei der Firma
A._
teilzunehmen.
Darauf ist die Beschwerdegegnerin gemäss eigenen Angaben eingetreten (vgl.
Urk.
11 S. 2;
Urk.
12/106).
5.
3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
5.
4
In Würdigung der gesamten Umstände lässt sich auf Grund der bestehen
den Akten nicht zweifelsfrei auf eine fehlende
subjekive
Eingliederungsfähigkeit schliessen. Vielmehr bestehen in den erwähnten Akten ernstzunehmende Hin
weise, welche für eine Eingliederungsbereitschaft
der Beschwerdeführerin spre
chen.
Demgegenüber erlauben es die
bestehenden Akten nicht, mit dem mass
gebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine subjek
tive Eingliederungsfähigkeit zu schliessen.
In Bezug auf die Frage nach der subjektive Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin erscheint der
Sach
verhalt
vorliegend daher
nicht als rechtsgenügend abgeklärt. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Sachverhalt diesbezüglich
und unter Einbezug der aktuellen Bemühungen der Beschwerde
führerin
ergänzend abkläre und anschliessend über die Ansprüche der Beschwerdeführerin auf
Wiederein
gliede
rungs
massnahmen
gemäss
lit
. a Abs. 2 und 3
SchlB
IVG in Verbindung mit
Art. 8a IVG
und
auf
akzesso
rische
Weiter
ausrichtung
der bisherigen Invalidenrente neu verfüge.
Demnach
ist die Beschwerde gu
t
zuheissen.
6.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die
Kosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
6
00.-- fest
zusetzen
und ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat,
welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
sowie beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
mit
Fr.
1
‘
1
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu bemessen
ist.