Decision ID: 42d93cf3-ee38-4cce-99cc-39d22eb6118b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
61
geborene
X._
verfügt über eine Ausbildung
als kaufmännischer Angestellter
(
Urk.
7/
11/6,
Urk.
7/52/5
) und war v
on 2001
bis
Ende April 2004
als
Call Agent Technical Help Desk
sowie aus gesundheitlichen Gründen von Mai 2004 bis zur Kündigung per Ende August 2009 als
Advisor
Maildesk
& Services mit Soziallohn für die
Y._
tätig
(
Urk.
7/21/4-9
, Urk. 7/25
).
Der Versicherte leidet
insbesondere an
Seh- und Gehörstörungen,
Hüft
-, Rücken- und Knie
beschwerden
,
an
Magen-/Darm-
u
nd an psychischen Beschwerden (
Urk.
7/17
/1-2
, Urk. 7/41
,
Urk. 7/112/19-20,
Urk. 7/
112/40-41
).
A
m
2
8.
April 2008
hatte
er sich
bei der
Eidgenössischen
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk.
7/11
). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die erwerblichen und medizinischen Ver
hält
nisse ab. Mit Verfügung vom 2.
Oktober 2009 verneinte sie einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 26
%
(
Urk.
7/32).
1.2
Am 1
8.
Dezember 2014 meldete sich der
Versicherte
wegen Depressionen und kognitiven Störungen
erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/47).
Die IV-Stelle klärte die aktuellen Verhältnisse ab und kündigte mit Vorbescheid vom 12. Februar 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens an (
Urk.
7/73). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 1
4.
März 2016, ergänzt mit Schreiben vom 3
0.
Juni 2016, Einwände (Urk. 7/76
, Urk. 7/
88)
.
Daraufhin holte die IV-Stelle einen (undatierten) Bericht vom psychiatrisch-psychotherape
utischen
Z._
(
Urk.
7/89
) und das interdisziplinäre Gutachten des
A._
vom
27.
März 2017 (
Urk.
7/112) ein
, wozu der
Beschwerdeführer
mit Schreiben vom
6.
September 2016 (
Urk.
7/93) und
vom 7.
Juli 2017 (
Urk.
7/116) Stellung nahm.
Mit Verfügung vom
1
8.
Juli
2017
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren
wie angekündigt
ab
(Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte m
it Eingabe vom
7.
September
2017
Beschwerde und beantragte,
die Verfügung vom 1
8.
Juli 2017
sei a
ufzuheben und es sei ihm ab Juli 2015
eine ganze
Rente zuzusprechen
; eventualiter sei
en ergänzende medizinische Abklärungen durch das Gericht vorzunehmen (Gerichtsgutachten);
subeventualiter
sei die Sache
zwecks Anordnung ergänzender medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht bean
tragte der
Beschwerdeführer
, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung
zu gewähren (Urk.
1
S.
2).
Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeant
wort vom 2. Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfü
gung vom 10. Oktober 2017 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro
zessführung gewährt (
Urk.
8 S. 2). Mit Verfügung vom 6. Februar 2018 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, zur Sache im Hinblick auf die Änderung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei psychischen Leiden (BGE 143 V 409 und 418) Stellung zu nehmen (
Urk.
10 S. 2
),
was
der
Beschwerdeführer
mit Eingabe vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
12) und die
Beschwerdegegnerin
mit Eingabe vom 2
5.
April 2018 (
Urk.
15)
taten
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
t
ische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von Standardindikatoren zu ermitteln
, die auf
den fun
ktionellen Schweregrad bezogen sind
(BGE 141 V 281).
Mit
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklä
rungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtser
heblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1
lit
.
b und c IVG). Der Rentenan
spruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma
chung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Absatz 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs.
1 IVG).
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditäts
grad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades
erfolgt
ist
(BGE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurte
ilungen besteht (BGE 141 V 9 E.
2.3 mit Hin
weisen).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009
vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte
im
angefochtenen
Entscheid
und in der Stellung
nahme vom
2
5.
April 2018
aus,
seit der Rentenabweisung vom
2.
Oktober 2009 habe keine relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustandes festgestellt wer
den können.
Die gemäss den medizinischen Akten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesenen
psychischen
Beschwerden hätten aus Sicht der Invalidenversicherung keinen eigentlichen Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit. Eine Herleitung und Diskussion der Diagnose fehle. Es könne davon aus
gegangen werden, dass durch eine positive Einstellung und Durch
führung geeig
neter Therapien eine Besserung der Beschwerden respektive Symptome erreicht werden könne.
Da gemäss den Stellungnahmen des Regiona
len Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
4.
April und 1
7.
Juli 2017 (Urk. 7/118/5-7) keine psychi
sche Erkrankung vorliege
, erübrige sich eine
Indikatorenprüfung
unter dem Gesichtspunkt der neuen bundegerichtlichen Rechtsprechung.
Bezüglich der vorhandenen körperlichen Beschwerden könne eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von maximal 20
%
nachvollzogen werden. Es bestehe eine Restarbeitsfä
higkeit von mindestens 80
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit ohne vor
wiegend stehende und gehende Arbeiten in unebenem Gelände, ohne Heben und Tragen von s
chwere Lasten über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten in Zwangshaltun
gen sowie ohne hohe Anforderungen an das Seh- und Hör
vermögen
(Urk. 2 S. 2 f.
,
Urk.
15
).
2.2
Der Besc
hwerdeführer wendet dagegen ein, es sei ein Revisionsgrund ausge
wiesen. Denn sein Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Renten
beur
teilung wesentlich
verschlechtert. Hierzu sei auf das
A._
-Gutachten vom 27. März 2017 zu verweisen, wonach die psychische Belastbarkeit mit zunehmen
dem Alter abgenommen habe und er auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig sei. Das
A._
-Gutachten vom 27. März 2017 sei beweiskräftig und
darauf sei abzustellen.
Namentlich sei die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom psychiatrischen Gutachter in Bezug auf die ICD
10
Klassifikation und den Schweregrad der Persönlichkeitsstörung konkre
tisiert sowie die
damit einhergehenden Funktions
einschränkungen in Anlehnung an
den Mini-ICF-APP
festgestellt worden.
Ausserdem stimme deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit den übrigen medizinischen Akten überein.
Es erfülle zudem auch die neuen Anforderungen der Rechtsprechung. So nehme es zu den Kategorien Schweregrad und Konsistenz Stellung und komme erst nach einer Gesamtbetrachtung zum Schluss, dass erhebliche funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen vorliegen würden und keine Restarbeitsfä
higkeit mehr gegeben sei.
Die
pauschalen und unbegründeten
Einwände der RAD
Ärzte vermöchten
das Gutachten
dagegen
nicht in Zweifel zu ziehen.
Da
deren Aktenbeurteilungen weder durch andere medizinische Bericht
e
, noch durch
eine eigene Untersuchung
gestützt würden,
könne diesen kein Beweis
wert zugespro
chen werden.
Unter der Annahme einer allfälligen Rest
arbeitsfähigkeit wäre im Übrigen deren Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu prüfen, da nach der Einschätzung der
A._
-Gutachter das verbleibende Belastungs
profil mehr einem geschützten Arbeitsplatz entspreche. Angesichts seiner persönlichen und beruflichen Umstände sowie der
objektiven Anfor
derungen eines ausgegli
chenen Arbeitsmarktes könne überwiegen
d
wahr
scheinlich davon ausgegangen werden, dass ihn kein Arbeitgeber mehr einstellen würde
(Urk. 1 S. 3 ff.
,
Urk.
12
).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
1
3.
Januar 2015
(
Urk.
7/52
) eingetreten. Das Gericht hat daher in materiell-recht
licher Hinsicht zu
prüfen, ob sich der Invaliditätsgrad
von 26
%
seit der rentenab
wei
senden Ver
füg
ung vom
2.
Oktober
2009
(Urk.
7/
3
2
) bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom
1
8
.
Juli 2017
(Urk. 2) in leistungs
begründen
dem Ausmass
verändert hat. Die angefochtene Verfügung bildet dabei recht
spre
chungsgemäss d
ie zeitliche Grenze der richter
lichen Überprüfungs
befugnis (BGE
132 V 220 E. 3.1.1, 12
2 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesge
richts 8C_76/2009 vo
m 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
Der
frühest
mögliche Beginn einer allfälligen Rente
fällt
zufolge
der Neuanmeldung im Januar 2015 (
Urk.
7/52)
auf den
1.
Juli 2015
(
Art.
29
Abs.
1 und
Abs.
3 IVG).
3.
3.1
Bei Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom
2.
Oktober 2009 (
Urk.
7/32)
ging die
Beschwerdegegnerin
davon aus, dass dem
Beschwerdeführer
eine leidensangepasste
wechselbelastende, überwiegend sitzende
Tätigkeit
,
zum Beispiel im Kundendienst, im Callcenter oder in der Administration
, ohne beson
dere Anforderungen an die Sehkraft mit einfachen, gut strukturierten und routinierten Arbeiten
in einem Pensum von 85
%
zumutbar sei
(
Urk.
7/32). Gemäss
dem Feststellungsblatt vom 27.
Juli 2009
stützte sich die
Beschwerde
führerin
in medizinischer Hin
s
icht auf die Stellungnahme von Dr.
med.
B._
, praktischer Arzt, des RAD vom 2
8.
Oktober 2008, der
aufgrund der dama
ligen
Aktenlage
darauf schloss
, es könne auf die Einschätzung des Haus
arztes abgestellt werden
. Wegen einer Beeinträchtigung des Konzentrations
vermögens und einer Verlangsamung sei eine etwa 70%ige
Arbeitsfähigkeit in de
r bisherigen Tätigkeit und eine etwa
85%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit
attestiert worden
(
Urk.
7/28/3)
.
In
den
Bericht
en
der
C._
, Fachärzt
e
für
Allgemeine Innere Medizin, Endokrinologi
e und Diabetologie, vom 5. März und 1
4.
Mai
2008
wur
den die
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
:
Mon
o
kelsituation
bei Amaurose rechts seit Geburt
(Auge rechts blind, Schielen rechts)
, Katarakta
s
e
nilis
in
c
ipiens
links
seit zirka 2000, chronische
Hüftperiathro
pathie
bei
Dys
morphie
, anamnestisch Hüftdysplasie beidseits,
und Übergewicht, je seit Jahren
, leichtgradige hochtonbetonte kombinierte Schwer
hörigkeit beid
seits mit Hörgerätversorgung seit 199
8.
Vom
Beschwerde
führer
seien Müdigkeit, Konzentrations-, Seh- und Hörstörungen angegeben worden. Ausser
dem
seien
unter dem Titel Krankheitsanamnese
und relevante bio
graphische Daten rezidi
vierende funktionelle Beschwerden,
Visus
abnehmend seit Geburt, chronische zunehmende Schmerzen an der Hüfte, Kraftlosigkeit am linken Oberschenkel, einen zunehmenden BMI von aktuell 29 kg/m
2
, Schlafapnoe in Abklärung und
eine
reaktive Depression auf Arbeitsstellendruck
zu nennen.
Er könne eine Teil
zeittätigkeit als Callcenter-A
gent leisten, aber nicht zu 100
%.
Seit Anfang 2007
bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 25
bis 30
Stunden pro Woche in der bisherigen Berufstätigkeit und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
von 35 Stunden pro Woche
.
Der Gesundheitszustand verschlechtere sich und die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden
(
Urk.
7/17/1-2
, Urk. 7/17/14
).
Von dieser
Sachlage
ist bei der Prüfung der Revisionsvoraussetzung
einer erheb
lichen Änderung
nach
Art.
17
Abs.
1 ATGS
als Vergleichsbasis auszugehen
.
3.2
3.2.1
Pract
. med.
D._
attestierte im ärztlichen Zeugnis vom 1
1.
November 2014, mithin kurz vor der Neuanmeldung vom 13. Januar
2015 (
Urk.
7/
52
), auf
grund einer Depression und
von
kognitiven Störungen eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit mit Einschränkungen in der Konzentration und Handlungsun
fähigkeit ab Oktober 2014 (
Urk.
7/46/1).
Im Bericht vom 1
0.
April 2015 attestierte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 2010 in der angestammten Tätigkeit als Callcen
ter-Mitarbeiter
respektive
eine 20
-
30%ige Arbeits
fähigkeit
bei
verminder
ter Leistungsfähigkeit.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wur
den eine Amaurose rechts
seit Rubella (Röteln) der Mutter (in der Schwanger
schaft (
ICD-
10
H54
), einer leichten bis mittelgradigen Depression (ICD-10 F32) und einer Hypakusis mit Hörgerätversorgung aufgeführt.
Der
Beschwerdeführer
sei eingeschränkt in der Bewältigung des Alltags und vernachlässige zum Beispiel seine Körperhygiene. Er leide an Wortfindungsstörungen und Konzentrations
mangel, er brauche einen Beistand (
Urk.
7/
58).
Dem
Bericht vom psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Z._
, unterzeichnet von med.
pract
.
E._
und der Psychotherapeutin
F._
(undatiert
;
Eingang vom 1
5.
August
2016), ist zu entnehmen, d
er
Beschwer
deführer
sei im
Z._
seit dem 2
4.
Mai 2016 in regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung mit psychiatrischen Konsul
tationen, psychotherapeutischen Einzelsitzungen, Ergotherapie und Psychophar
makotherapie. Der
Beschwerdeführer
sei vor zirka zwei Jahren in psychiatrischer Behandlung beim
G._
und anschliessend bei med.
pract
.
D._
gewesen
. Die psychopharmakologische Behandlung bestehe seit 201
5.
Aktuell
bestünden
ein ängstlich-depressives Zustandsbild mit verminder
tem Selbstwertgefühl, Unsicherheit, eine Antriebsstörung mit Hemmungen, eine psychophysische Belastbarkeitsminderung bei vorzeitiger Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit,
eine
verminderte Stresstoleranz,
ein
sozialer Rückzug, ein verschobener Tag-Nacht-Rhythmus, Ein- und Durchschlaf
störungen sowie Einschränkungen in der Alltagsbewältigung (zum Beispiel in der Körperpflege). Mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode, anam
nestisch seit zirka 2008 (ICD-10 F33.1), und Probleme mit Bezug auf Schwierig
keiten bei der Lebensführun
g (ICD-10 Z73) gestellt worden.
Allein a
us psychiatrischer Sicht wäre eine
leidensangepasste Tätigkeit ohne Zeitdruck, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungs
vermögen, in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre medizinisch-theore
tisch zu 20 bis 30
%
ab sofort denkbar
(
Urk.
7/89
).
3.2.2
Gemäss dem im Revisionsverfahren von der
Beschwerdegegnerin
eingeholten interdisz
iplinären
A._
-Gutachten vom 27.
März
2017
wurde der
Beschwerde
führer
vom
9.
bis 1
2.
Januar 2017 internistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch untersucht
(Urk.
7/112/1-3)
.
Dabei habe
er
als Beschwerden angegeben, er habe Mühe beim Tag-Nacht-Rhythmus und neuerdings ängstige er sich wegen der Sensibilitätsstörungen
in den
Hände
n
. Ausserdem würden wiederholt Depressionen auftreten, indem er des Öfteren in ein Loch "stürze"
(Urk.
7/112/14).
So sei er i
m Juni 2013, als alle Eingliederungsversuche gescheitert seien, in eine schwere Depression gefallen, sei nur noch im Bett gele
gen und nur aus dem Haus gegangen, um sich Essen zu besorgen. Da er keine Briefe mehr geöffnet und keine Rechnungen mehr bezahlt habe, sei ihm die Wohnung gekündigt und zwangsgeräumt worden.
Seit zirka ein bis zwei Jahren wohne er in
H._
(
Urk.
7/112/27). Im Vergleich zu früher gehe es ihm heute recht gut. Sein Hauptproblem sei, dass er bei Stress depressiv werde. Er fühle sich oft reizbar und innerlich angespannt. Mit Entschei
dungen tue er sich schwer. Am Morgen gehe es ihm deutlich schlechter
. E
r benö
tige eine lange Anlaufzeit
und sei ausserstande etwas zu tun (Urk. 7/112/35)
.
Er sei seit zirka fünf Monaten
in psychologischer Gesprächstherapie am
Z._.
Eine depressive Symptomatik bestehe seit zirka 10
Jahren.
Er
leide
unter Druck und Stress unter Konzentrations- und Auf
merksam
keitsstörungen, wobei der administrative Aufwand im Laufe der Jahre zugenom
men und seine Energie abgenommen habe.
Wegen der seit Geburt bestehenden Schwerhörigkeit benutze er seit zirka 1998 einen Hörapparat und er sei wegen eines starken Schielens auf dem rechten Auge nahezu blind.
S
eit zirka 2006
leide er
an chronischen Durchfällen, die zum Teil sehr massiv gewesen seien, und aus
serdem an Hämorrhoiden. Diese Beschwerden hätten sich unter
Venlafaxin
und Iberogast deutlich gebessert.
Seit 1989 leide er an Hüft
beschwerden. Zu schaffen
machten
ihm vor allem die Knie- und Beinschmerzen. Die Knieschmerzen
bestün
den
seit 2014 linksbetont vermehrt beim Treppen
begehen
, auch sei
aktuell eine Taubheit an der Vorderseite des rechten Knies sowie am angrenzenden Unter
schenkel rechts
vorhanden
.
Die vor zwei Jahren eingetretenen Sensibilitätsstö
rungen an den Beinen
bestünden
aktuell nicht mehr.
Aber es komme wiederholt zu Kraftverlust in den Beinen linksbetont.
Gleich
gewichts- und Gangstörungen habe er, wenn er nicht fit
sei, jedoch nicht generell.
Seit sechs Monaten habe er Schmerzen in den Händen linksbetont und seit zirka zwei Jahren Sensibilitätsstörungen an den Fingerspitzen.
Des Weiteren habe er wiederholt Schmerzen im unteren Brustwirbelsäulenabschnitt mit gürtel
förmiger Aus
strahlung
bei Belastung
und Verspannungszustände im Schulter
gürtel mit Aus
strahlung in den
Hinterkopfbereich
. B
ei längerem Sitzen und Stehen komme es zu querverlaufenden Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in die übrige Wirbelsäule, beim Gehen - vermehrt beim Hinauf- und Hinabgehen - zu rechtsbetonten Gesäss- und Leistenschmerzen
(
Urk.
7/112/13, Urk. 7/112/19-20,
Urk. 7/112/
26
)
.
Die Gutachter
schloss
en
auf
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Amblyopie
am rechten Auge;
connatale
Hochtonschwerhörig
keit
; Colon
irritabile
mit chronischen Durchfällen; rezidivierendes
Thorako
- und
Lumbovertebralsyndrom
mit/bei
Fehlform
der Wirbelsä
ule mit Hohlrundrücken sowie
multisegmentale
n
degenerative
n
Veränderungen der BWS und der LWS; emotional instabile Persönlichkeitsstörung impulsiver Typ
(ICD-10 F60.3)
.
Als Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
führten
die Gutachter die folgenden
auf
:
Hämorrhoidalleiden, Status nach
Vorhofseptumdefekt
(verwach
sen), rezidivierendes,
tendomyotisch
betontes
zervikovertebrales
Syndrom mit
zephaler
Schmerzkomponente mit/bei muskulärer
Dysbalance
des Schulter
gürtels; leichte
Coxarthrose
beidseits rechtsbetont; beginnende Gonarthrose links; rezidi
vierende Arthralgie des
MCP
-Gelenks
Digitum
II links; Verdacht auf
Tenosyno
vitis
stenosans
Digitum
II links; anamnestisch sensible
axonal-demyelini
sierende
Polyneuropathie der Beine mit/bei ASR beidseits geschwächt bis fehlend; Ver
dacht auf
ein Carpaltunnelsyndrom (
CTS
)
beidseits linksbetont;
Hy
p
osmie
(Urk.
7/112/40-41
).
Aus internistischer Sicht sei der
Beschwerdeführer
durch
seine einseitige Blind
heit
deutlich eingeschränkt. Zusätzlich würden
daraus
gewisse
Gangunsicherhei
ten sowie Sch
w
indelempfindungen
resultieren
. Ausserdem bestehe am linken Auge eine leichte Katarakta. Deutlich einschneidender erscheine die beidseitige Schwerhörigkeit, welche seit bald 20 Jahren mit Hörgeräten versorgt sei und sich im Verlaufe der Jahre sicher noch weiter akzentuieren dürfte. Für die aktuell unter Therapie etwas gemilderten chronisch rezidivierenden Durchfälle hätten die Abklärungen keinerlei organische Ätiologie
ergeben, so dass
es sich schlussend
lich um eine schwerwiegende Colon
irritabile
-Symptomatik handeln dürfte.
Aus rheumatologischer Sicht schränke d
as rezidivierende, belastungsabhängige
thorako
- und
lumbovertebrale
Syndrom mit multisegmentalen degenerativen Veränderungen
ohne Zeichen für
radikuläre
Reiz-
oder Ausfallsphänomene
die Beweglichkeit der Brust- und Lendenwirbelsäule ein.
Das Achsenskelett sei ver
mindert belastbar, das Tragen und Heben schwerer Gewichte sei nicht möglich, anhaltende Zwangshaltungen seien ungünstig.
Aus neurologischer Sicht seien keine relevanten Einschränkungen
mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gegeben.
Die psychiatrische Untersuchung habe deutliche Hinweise darauf ergeben, dass der
Beschwerdeführer
zu unkontrollierten Affektdurchbrüchen aggressiver Art neige. Er sei zudem weitgehend ausserstande, seine Handlungen vorauszuplanen und die Konsequenzen seiner Handlungsweisen abzuschätzen.
Er zeige auch deutliche Schwierigkeiten in der Anpassung an Regeln und Routinen, in der Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit. Vermindert seien auch die
Entscheidungs- und Urteilsfä
higkeit sowie die Anwendung fachlicher Kompetenzen. Ebenfalls eingeschränkt seien
die Gruppenfähigkeit und die familiären beziehungsweise intimen Beziehungen. Diese psychische Konstellation spreche für eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung impulsiver Typ (Urk.
7/112/42-4
3
), welche als sehr ausge
prägt zu beurteilen sei (
Urk.
7/112/37).
Hinweise auf Ausgestaltungs- oder Dra
matisierungstendenzen, Aggravation oder gar Simulation hätten sich in den untersuchten Fächern
nicht
gezeigt (Urk. 7/112/44).
Der Gesundheitszustand habe sich seit dem
Verlust der Tätigkeit als Call
Agent ab Oktober 2009 verschlechtert, wobei die diesbezügliche Dokumentation insbe
sondere in psychischer Hinsicht dürftig sei
. Es sei anzunehmen, dass die psychi
sche Belastbarkeit bei zunehmendem Alter abgenommen habe. Auch sei eine Ver
schlechterung der Hypakusis nicht auszuschliessen
(
Urk.
7/112/46
).
Der
Beschwerdeführer
sei heute für Tätigkeiten unter den Bedingungen der freien Marktwirtschaft nicht mehr einsetzbar. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit im aktuellen Ausmass falle mit der Beendigung des Einsatzes als Archivmitarbeiter bei der
I._
im Rahmen eines Beschäftigungsprogrammes des Sozialamtes zusammen und sei somit auf Juni 2013 festzulegen. Eine leidensangepasste Tätigkeit dürfte keine Zwangshaltungen, repetitives Heben schwerer Gewichte und keine Arbeiten mit hohen Ansprüchen an die Sehkraft und die Hörfähigkeit enthalten. Ausserdem bestehe ein leicht vermehrter Pausenbedarf. Insgesamt ent
spreche dieses Anforderungsprofil weit mehr einem geschützten Arbeitsplatz als einer Tätigkeit unter Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes
. Eine Tätigkeit mit diesem Anforderungsprofil sei dem
Beschwerdeführer
anfänglich an drei Halbta
gen zumutbar.
; eventuell bestehe die Option einer Steigerung auf fünf
Halbtage
pro Woche.
Angesichts des erhöhten
Pausenbedarfs
sei er in der Lage, eine Leistung zu erbringen, welche einem dreistündigen Einsatz mit fünfstündiger Prä
senz entspreche (
Urk.
7/112/44).
3.2.3
Zum Gutachten
bemerkte
pract
. med.
J._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
vom RAD in
seinen
Stellungnahme
n
vom
1
0.
April und 1
7.
Juli 2017
, das
A._
Gut
achten sei nachvollziehbar und plausibel in seinen Schlussfolgerungen. Es könne darauf abgestellt werden
(
Urk.
7/118/4)
.
Aus rein somatischer Sicht würden im Wesentlichen qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen
(Tätig
keiten ohne hohe Anforderungen an das Seh- und Hörvermögen,
ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm, ohne repetitives Heben und Tragen von schweren Lasten sowie ohne
Zwangshaltungen)
. D
ie quantitative Einschrän
kung aufgrund des gegebenenfalls erhöhten Pausenbedarfs sei nicht näher aus
geführt worden. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei diesbezüglich jedoch von einer
maximal 20%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
a
uszugehen. Bei der Tätigkeit als Call
A
gent handle es sich überwiegend wahrscheinlich um eine leidensangepasste Tätigkeit, die somit in einem rund 80%igen Pensum zumutbar sei. Hierbei seien gegebenenfalls ergonomische Arbeitsplatzanpassungen ange
zeigt
(
Urk.
7/118/6-7).
Dr. med. K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD erklärte in der Stellungnahme vom 2
4.
April 2017, die im Gutachten genannte Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ (ICD
10 F60.3) könne nicht klar nachvollzogen werden, da
die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung
nicht erfüllt seien. Die Schullaufbahn und Berufsausbildung seien - soweit im Gutachten beschrieben - absolut unauf
fällig gewesen. Ausser dass der
Beschwerdeführer
schon immer wenig Freunde gehabt habe,
seien
keine weiteren Auffälligkeiten beschrieben
worden
. Somit sei das Kriterium G4 der allgemeinen Kriterien für Persönlichkeitsstörungen nicht erfüllt.
Ebenso lasse sich kein charakteristisches und dauerhaftes inneres Erfahrungs- und Verhaltensmuster erkennen, so dass auch das Kriterium G1 nicht als erfüllt betrachtet werden könne. Und auch Abweichungen gemäss dem Krite
rium G3 seien nicht gegeben.
Somit könne höchstens von einer Persönlichkeits
akzentuieru
ng ausgegangen werden. Aufgrund der Angaben im Gutachten mit nur einem einzigen Ereignis mit impulsivem Handeln könnten auch keine der
Kriterien
(mindestens drei) für den Subtyp
einer emotional instabilen Persönlich
keitsstörung, impulsiver Typ (ICD-10 F60.30)
, als erfüllt erkannt werden. Eine Herleitung und Diskussion der Diagnose fehle.
Auch wie die Einschränkungen im Mini-ICF-APP begründet seien, könne nicht nachvollzogen
werden. Insgesamt entstehe der Eindruck,
dass vor allem die Dekon
ditionierung und eventuell eine Selbstlimitierun
g Grund dafür seien (Urk.
7/118/5-6).
3.3
3.3.1
Die Beschwerdebilder sind im Vergleich mit der Sachlage im Jahr 2009
zumindest in thematischer Hinsicht
weitgehend dieselben. So
hatten
schon damals
Seh
störungen mit Blindheit rechts und
beginnender
Katarakta links
,
eine mit Hör
gerät versorgte Schwerhörigkeit beidseits und
Hüft
b
eschwerden
mit Kraftlosigkeit im linken Oberschenkel
sowie depressive Symptome (reaktive Depression auf den damaligen Arbeitsstellendruck) bestanden (
Urk.
7/
17/1-2
, Urk.
7/17/8, Urk. 7/17/12-14)
. Auch hatte der
Beschwerdeführer
über Rückenschmerzen und al
lgemein weichteilrheumatische Probleme mit wechselnden Schmerzen und Wetterfühligkeit (
Urk.
7/17/12),
Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
(Urk. 7/
17/2
)
geklagt.
Anlässlich der
A._
Begut
achtung gab der
Beschwerde
führer
ausserdem an, dass (auch) d
ie
chronischen
Durchfälle, welche im
A._
Gut
achten
diagnostisch
als
C
olon
irritabile
einge
ordnet wurden
(
Urk.
7/112/40)
,
(schon) ab
zirka 200
5
bestanden hätten
, was
damals
zu vielen Krankheitsabs
en
z
en
und
zum
Verlust der Anstellung als Call Agent bei der
Y._
geführt habe (
Urk.
7/112/13,
Urk.
7/112/26,
Urk. 7/112/
33
).
Die neu hinzugetretenen Beschwerdebilder
an den Knien, Beinen und Händen sodann
sind gemäss der Einschätzung der
A._
-Gutachter ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/112/40-41).
Dennoch kann bei
vorliegender Aktenlage
nicht
ausgeschlossen
werden,
dass
beim
Beschwerdeführer
seit der rentenabweisenden Verfügung vom 2. Oktober 2009
(Urk. 7/32)
ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG, mithin
eine anspruchsrelevante Verschlechterung des G
esundheitszustandes
mit Auswir
kung auf die Arbeits
- und Erwerbs
fähigkeit
eingetreten ist.
Denn gemäss dem
A._
-Gutachten trat
mit zunehmendem Alter
eine
erhebliche
Verschlechterung
der
psychische
n
Belastbarkeit
mit depressiver Dekompensation nach Abschluss eines Beschäftigungsprogrammes im Juni 2013
und möglicherweise der
Hörfä
higkeit ein (Urk. 7/112/44, Urk.
7/112/46).
Ausserdem
wurden
neu
Einschränkun
gen in der
Beweglichkeit und Belastbarkeit
des Achsenskelettes
zufolge
degene
rativer
Veränderungen
an der BWS und LWS
festgestellt (Urk.
7/112/40, Urk. 7/112/42-43).
3.3.
2
Z
ur Bestimmung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ab Juli 2015
kann
e
ntgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
allerdings
nicht abschliessen
d auf das
A._
Gutachten vom 27.
März 2017 abgestellt werden. Denn vor allem in Bezug auf
das psychiatrische Teilgutachten und die diagnostische Beurteilung der psychi
schen Beschwerden überzeugt das Gutachten nicht.
Diesbezüglich ist der RAD-Stellungnahme von Dr.
K._
(
Urk.
7/118/5-6)
zuzustimmen, dass die Begrün
dung zur Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung
nach
ICD-10 F60
mit Blick auf die betreffenden Kriterien des ICD-10 nicht
ausreichend
nachvollziehbar
ist
.
Insofern vermögen die fachärztlichen RAD-Ausführungen von
Dr.
K._
den Beweiswert des Gutachtens in Zweifel zu ziehen.
Namentlich
weist Dr.
K._
zu Recht darauf hin, dass
das Kriterium
G4 (Nachweis, dass die Abweichung stabil, von langer Dauer ist und im späten Kindesalter oder der Adoleszenz begonnen hat;
Dilling
,
Mom
b
our
, Schmidt, Schulte-Markwort
[Hrsg.]
,
Weltgesundheitsorganisation [WHO],
Internationale
Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel
V [F], Diagnostische Kriterien für For
schung und Praxis, 5. Auflage 2011, S.
155)
mit der unauffälligen Schullaufbahn und Berufsausbildung des
Beschwerdeführer
s nicht vereinbar ist.
Im
psychiatri
schen
Teilg
utachten wurde hierzu lediglich ausgeführt,
der
Beschwerdeführer
habe die Primar- und Sekundarschule durchlaufen sowie anschliessend eine kauf
männische Ausbildung absolviert.
Es wurde
n zwar
Ängstlichkeit,
Enuresis
nocturna
, Nägelkauen und Einzelgängertum
als kindheitsneurotische Brücken
symptome bei zu Gewalttätigkeit und Jähzorn neigendem Vater sowie empfun
dener Vernachlässigung durch die Mutter bezeichnet
(
Urk.
7/112/32-33
Urk.
7/112/36-37)
. Jedoch
wurden
im Gutachten bezüglich der späten Kindheit und Adoleszenz
keine von kulturell erwarteten und akzeptierten Vorgaben abweichende
charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Ver
haltensmuster des Beschwerdeführers
aufgezeigt, welche sich nach
dem Kriterium
G1
zu
ICD-10 F60
in Verbindung mit dem Kriterium G4
in mehr als einem der folgenden Bereiche hätten äussern müssen:
1.
Kognition
(
wie Wahrnehmungen, Einstellungen und Vorstellungen von sich und anderen
)
,
2.
Affektivität
(
wie Unangemessenheit in der emotionalen Ansprechbarkeit und Re
aktion),
3.
Impuls
kontrolle und Bedürfnisbefriedigung
,
4.
Art des Umgangs mit anderen und die Handhabung z
wischenmenschlicher Beziehungen
(
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, Schulte-Markwort, a.a.O.
, S.
155)
.
Aber
vor allem
auch
die zusätzlichen
ICD-10-
Kriterien
nach F60.30
für
eine
emotional instabile Persönlichkeitsstörung
vom impulsiven Typ
sind nicht
im geforderten Ausmass
dargestellt worden respektive
auszumachen
, wie
Dr.
K._
zutreffend erkannte (Urk. 7/118/5-6)
.
Hierzu müssten nebst den allgemeinen Kri
terien für eine Persönlichkeitsstörung (F60) mindestens drei der folgenden Eigen
schaften oder
Verhaltenswe
isen vorliegen,
darunter
Element
2.: 1.
deutliche Ten
denz, unerwartet oder ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln,
2.
deutliche Tendenz
zu Streitereien und Konflikten mit anderen, vor allem dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden,
3.
Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Ver
haltens, 4. Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden,
5.
unbeständige und launische Stimmung
(
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, Schulte-Markwort, a.a.O., S. 158)
.
Insbesondere eine deutliche Tendenz
des
Beschwe
rdeführers
zu Streitereien und Konflikten gemäss dem Kriterium 2 ist den Akten nicht
zu entnehmen
.
E
s
ist lediglich ein einziger Vorfall dokumentiert,
bei dem er aggressives Verhalten zeigte. Und zwar habe
er
einen damaligen Arbeitskollegen angegriffen, der vor ihm die Toilette aufgesucht und darin telefoniert habe (Urk. 7/112/
36
). Eine Tendenz zu unkontrollierten Affektdurchbrüchen aggressiver Art, wie im G
utach
ten aufgeführt wurde (Urk.
7/112/37,
Urk.
7/112/43), ist darin nicht zu sehen.
Die
letzte reguläre
Anstellung bei der
Y._
hat der
Beschwerdeführer
gemäss
der Aktennotiz vom 1
3.
Mai 2008,
dem Arbeitgeberbericht vom
2
0.
Juni 2008
und
dem Verlau
f
sproto
koll Arbeitsvermittlung vom
3.
Juli 2009
denn auch nicht aufgrund eines sozial unverträglichen, impulsiven
oder explosiven
Verhal
tens verloren, sondern wegen ungenügender Arbeitsleistung.
Und zwar sei er
der zunehmenden Belastung
durch die wachsenden Anforderungen mit Veränderun
gen der technischen Themen bezüglich Internet (E-Mail, Netzwerk,
Selfcare
Tolls
etc.), Unterbrechungen durch Anrufe
der Techniker
sowie
- insbesondere seit der neuen Hörgeräteversorgung -
dem
Geräuschepegel
im Grossraumbüro
nicht mehr gewachsen gewesen
. Die Konzentrationsfähigkeit sei beeinträchtigt und die Arbeitsleistung sei durch eine Verlangsamung reduziert gewesen (Urk. 7/14, Urk. 7/21/9,
Urk.
7/31
).
Auch dem Bericht vom 1
5.
April 2011 der
L._
,
bei welcher
der
Beschwerdeführer
vom 2
6.
Oktober 2010 bis 2
5.
April 2011 an einem beruflichen Integrationsprogramm
teilgenommen hatte
, sind keine Hinweise auf aggressives
oder impulsives
Verhalten, soziale Konflikte oder Strei
tereien zu entnehmen. Im Gegenteil wurde der
Beschwerdeführer
als respektvoll und freundlich gegenüber anderen beschrieben. Anfangs habe er interessierter und offener gewirkt,
schliesslich
eher zurückgezogen, abgekapselt und mit den eige
nen Problemen beschäftigt (Urk.
7/34/2).
3.3.
3
Des Weiteren
diskutierte
der
psychiatrische
Gutachter
bei den diagnostischen Überlegungen
auch
nicht den
naheliegenden
Einfluss der
somatischen Einschrän
kungen durch
Schwerhörigkeit
und
einseitige Blindheit mit starkem Schielen auf
die
psychische, soziale und berufliche Entwicklung respektive
Integration
.
Hinzu kommt
sodann
, dass der psychiatrische
A._
-Gutachter
sich nicht mit den von den
behandelnden Fachärzte
n
des
Z._
gestellten
Diagnosen (rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, anamnes
tisch
seit zirka 2008 [ICD-10 F33.1];
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensführun
g [ICD-10 Z73; Urk. 7/89/1-2) auseinandersetzte. Hierzu erklärte er insofern aktenwidrig, es fänden sich keine divergierenden psychiatri
schen Berichte in den Akten (
Urk.
7/112/38).
3.3.
4
Sodann wäre
bei Annahme einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
in BGE 143 V 409 und 418
(Urteile vom 30.
November 2017)
zu beurteilen, ob
die attestierte Arbeitsunfähig
keit einer Überprüfung anhand der Standardindikatoren
nach BGE 141 V 281
standhält.
Diesbezüglich sind dem Gutachten
vom 2
7.
März 2017
zwar Anhalts
punkte zu den Indikatoren zu entnehmen. Jedoch ist nicht auszuschliessen, dass bei diagnostisch unterschiedlicher Einordnung der psychischen Beschwerden, diese
anders
zu
gewichten
sind. Ausserdem
sind
dem
A._
-
Gutachten insbeson
dere
in Bezug auf
die
Standardindikator
en
Behandlungserfolg oder -resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2) sowie Inanspruch
nahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V
2
8
1
E. 4.4.2) keine hin
reichenden Ausführungen aus fach
ärztlich-medizinischer Sicht zu entnehmen.
3.4
3.4.1
E
ntgegen der Ansicht
der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2)
kann andererseits auch
nicht bereits
gestützt auf die
RAD-Stellungnahmen
auf einen fehlenden Revi
sionsgrund geschlossen und daher
von weiteren Abklärungen abgesehen werden.
Bei
den Ausführungen des RAD vom
10., 2
4.
April und 1
7.
Juli 2017
handelt es sich
mangels selber durchgeführter Untersuchungen nicht um Stellungnahmen gemäss
Art.
49
Abs.
2 IVV. Es sind damit keine medizinischen Befunde erhoben worden, sondern
es wurde
n
das
A._
-Gutachten
respektive die damit erhobenen und beurteilten Befunde
aus somatischer und psychiatrischer Sicht fachärztlich gewürdigt. Es liegt folglich eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizi
nischer Sicht im Sinne von Art.
59
Abs.
2
bis
IVG
und
Art.
49
Abs.
1 IVV vor (BGE 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweis). Die RAD
Berichte vermögen daher lediglich
dazu Stellung zu nehmen, ob der einen oder anderen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (Urteil
des Bundesgerichts
8C_756/2008 vom
4.
Juni 2009 E.
4.4, in: SVR 2009 IV Nr. 50 S. 153
).
Zwar können auch
Berichte und Stellungnahmen
des RAD, die sich allein auf die Akten stützten,
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_196/2014 vom 1
8.
Juni 2014 E. 5.1.1
;
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts
9C_524/2017
2
1.
März 2018
E. 5.1
).
Dies ist hier angesichts der multiplen und komplexen Beschwerdebilder des
Beschwerdeführer
s
,
der
diagnostischen Unklarheit
und des Umstandes, dass im
A._
-Gutachten allein eine interdisziplinäre Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit enthalten ist (
Urk.
7/112),
indes nicht der Fall.
3.4.2
Dies gilt umso mehr
,
als den RAD-Stellungnahmen (
Urk.
7/118/5-7)
weder
Aus
führungen
zur Diagnosestellung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte des
Z._
(Urk.
7/89)
noch
zur Frage der Arbeitsfähigkeit
ab
Juli 2014 (allfällige Wartezeit vor dem
frühest
möglichen all
fälligen Rentenbeginn per
1.
Juli 201
5;
Art.
28 Abs.
1
lit
. b und
Art.
29
Abs.
1 IVG
)
zu entnehmen sind
.
Dies obschon gemäss dem
A._
-Gutachten
Mitte 2013 eine
psychische Dekompensation mit Depression und
erheblichen Auswirkungen auf die sozialen Lebensumstände eingetreten
war (
Urk.
7/112/
37
)
.
Laut
dem Bericht des
Z._
(undatiert, Eingang vom 1
5.
August 2016)
bestand
im Jahr 2016
weiterhin eine mittelgradige depressive Symptomatik (Urk.
7/89/1-2
).
Somit kann nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass die Arbeitsfähigkeit aufgrund von psychische
n Beschwerden eingeschränkt war respektive
ist und ab Juli 2015 ein Rentenanspruch bestand.
Diesbezüglich fehlt es
ferner
an einem Bericht des
G._
zur Behandlung zirka in den Jahren 2013/2014, welche im Bericht des
Z._
erwähnt wurde (
Urk.
7/89/2).
3.5
3.5.1
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht abschliessend über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers nach der Neu
an
meldung vom 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
7/52) entschieden und insbesondere
nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass ein
e anspruchserhebliche Verände
rung seit 2009 eingetreten ist.
Somit
ist
die Sache
an die Beschwerdegegnerin zu
r
ergän
zenden medizinischen Abklärung
zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin hat angesichts der kom
p
le
xen multiplen Beschwerdebilder
diese interdisziplinär und fachärztlich retrospek
tiv für die Zeit ab Juli 2014
begutachten
zu lassen
. Dabei gilt es zu klären
,
ob aus fachärztlicher Sicht eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Ver
gleich zu jenem im Jahr 2009
eingetreten ist
und
in welchem Ausmass die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in der ange
stammten
sowie
in einer leidensangepassten Tätigkeit für die Zeit ab
Juli 2014
dadurch beeinträchtigt wurde
.
In Bezug auf die
psychischen Beschwerden
werden
sich die Gutachter gemäss dem
mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 präzisierten strukturier
ten, normativen Prüfungsraster auch zu den entsprechenden Standardindikatoren zu äussern
haben
(vgl.
zur Publikation in der
amtlichen Sammlung vorgesehenen
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017
und
8C_130/2017 vom 30. November 2017
).
Vorab hat die Beschwerdegegnerin zudem einen Bericht
des
G._
der Stadt Zürich zur Behandlung zirka in den Jahren 2013/2014, welche im Bericht des
Z._
erwähnt wurde (
Urk.
7/89/2), einzuholen.
Dieser wird den
Fachärzten
zusammen mit den übrigen Akten vorzulegen sein.
3
.5.2
Die an
gefochtene Verfügung vom
1
8.
Juli 2017 (Urk. 2) ist somit aufzu
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur
ergänzenden medizini
schen Abklä
rung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über
den Rentenan
spruch
des Beschwerdeführers
ab Juli 2015 zurück
zuweisen.
4.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit
Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsl
eistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr. 800.-- anzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzu
erlegen.