Decision ID: db534a0a-0d68-488b-ba7b-7af990288cc4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen und Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a M._, geboren 1974, meldete sich am 18. November 2002 zum Bezug von IV-
Leistungen (Arbeitsvermittlung und Rente) an. Er brachte vor, an ständigen
Rückenschmerzen zu leiden (act. G 9.1). Vor Eintritt des Gesundheitsschadens sei er
als Hilfsarbeiter beschäftigt gewesen (Mithilfe bei Umbauarbeiten und bei
Wohnungswechsel, z.B. Reinigung, Verlegen von Bodenbelägen, Abbruch von
Nasszellen etc.; act. G 9.6.1). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, stellte im Arztbericht vom 4. Februar 2003 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines Lumbovertebralsyndroms bei kleinvolumiger
medio-rechts-lateraler Diskushernie L5/S1. Seit dem 23. August 2002 bestehe bis
heute eine ununterbrochene 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit
als Hilfsarbeiter; zuvor sei der Versicherte vom 12. März bis 7. April und vom 10. April
bis 11. August 2002 100% arbeitsunfähig gewesen. Trotz des Umstandes, dass der
Versicherte nun seit geraumer Zeit nicht mehr arbeite, habe sich die Schmerzsituation
"eigenartigerweise" keineswegs gebessert (act. G 9.9.1 f.). Körperlich leichte
Hilfsarbeiten seien ihm je nach Tätigkeit zwischen 50 und 100%, d.h. zwischen 4 bis
8.5 Stunden pro Tag, zumutbar (act. G 9.9.11).
A.b Die IV-Stelle ordnete am 5. Mai 2003 zur Bestimmung der Eingliederungs- und
Arbeitsfähigkeit des Versicherten eine berufliche Abklärung für die Dauer vom 28. April
bis 29. August 2003 in der Werkstatt B._ an (act. G 9.18). Dieser teilte der IV-Stelle
am 12. Mai 2003 telefonisch mit, dass er bereits am zweiten Tag der Abklärung
aufgrund seiner Schmerzen habe nach Hause gehen müssen. Sein Hausarzt habe ihm
eine "Schmerzspritze" verabreicht (act. G 9.20). Gemäss Gesprächsnotiz vom 14. Mai
2003 berichtete der behandelnde Arzt, es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass der
Versicherte nicht im geschützten Rahmen arbeiten könne. Mindestens ein halber Tag
sei ihm zumutbar. Die geltend gemachten Schmerzen könnten aus medizinischer Sicht
nicht begründet werden (act. G 9.21). Im Bericht vom 10. Juni 2003 bestätigte er, dass
dem Versicherten eine Abklärung im geschützten Rahmen im Umfang von 4 bis 5
Stunden pro Tag zumutbar sei (act. G 9.26).
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A.c Mit Schreiben vom 30. Juni 2003 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, sich
bis spätestens 14. Juli 2003 mit seinem Eingliederungsberater in Verbindung zu setzen,
um einen neuen Termin betreffend die berufliche Abklärung zu vereinbaren. Für den
Säumnisfall drohte sie einen Aktenentscheid an (act. G 9.27). Nachdem sich der
Versicherte innert Frist gemeldet hatte, fand am 12. August 2003 ein Gespräch mit dem
Eingliederungsberater statt. Anlässlich dieser Besprechung habe der Versicherte
mitgeteilt, es gehe ihm nach wie vor sehr schlecht und er könne sich immer noch nicht
vorstellen, einer regelmässigen Beschäftigung im B._ nachzugehen. Der
Eingliederungsberater schloss daraufhin den Fall ab (Schlussbericht vom 12. /
13. August 2003, act. G 9.30).
A.d Mit Verfügung vom 27. August 2003 lehnte die IV-Stelle gestützt auf einen
ermittelten Invaliditätsgrad von 0% einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und
eine Invalidenrente ab (act. G 9.34). Dagegen erhob der Versicherte am 19. September
2003 Einsprache (act. G 9.35), die er mit Eingabe vom 10. Dezember 2003 ergänzend
begründete. Er brachte im Wesentlichen vor, in leidensadaptierten Tätigkeiten lediglich
über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu verfügen. Ferner sei er bereit, sich nochmals einer
beruflichen Abklärung zu unterziehen, sofern seine Gesundheit dies zulasse (act.
G 9.44).
A.e Die IV-Stelle widerrief am 19. Dezember 2003 die angefochtene Verfügung vom
27. August 2003 und stellte weitere Abklärungen vor einer Neuverfügung in Aussicht
(act. G 9.58). Am 5. Februar 2004 beauftragte sie Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Physikalische Medizin und Rehabilitation und Rheumatologie, mit einer
interdisziplinären Begutachtung des Versicherten (act. G 9.63). Der rheumatologische
Experte diagnostizierte im Gutachten vom 13. April 2005 unspezifische
Rückenbeschwerden bei moderaten degenerativen Segmentveränderungen L4/5 und
L5/S1. Aus somatischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ableiten. Der Versicherte zeige ein Beschwerdebild vereinbar mit einer
(bildungsbedingten) Fehlverarbeitung banaler Rückenbeschwerden in Verbindung mit
Zeichen einer gesteigerten Depressivität (act. G 9.65.1 ff.). Am 3. Mai 2005 wurde der
Versicherte von Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachtet. Im psychiatrischen Gutachten vom 13. Mai 2005 diagnostizierte sie eine
anhaltende mittelgradige depressive Symptomatik F32.1 auf dem Boden einer
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inadäquaten katastrophisierenden Verarbeitung eines Verhebetraumas. Aufgrund der
Depression sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Durch geeignete
wiedereingliedernde Massnahmen könne aber zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit
angestrebt und erreicht werden (act. G 9.66). Aus interdisziplinärer Sicht attestierten
die beiden Gutachter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl für die angestammte
sowie leidensadaptierte Tätigkeiten. Es bestehe kein stabiler Gesundheitsschaden.
Unter geeigneten medizinischen Massnahmen (psychische Behandlung) sei nach 3 bis
6 Monaten mit einer Wiedereingliederung zu rechnen (act. G 9.65).
A.f Die IV-Stellte forderte den Versicherten mit Schreiben vom 26. September 2005
unter Hinweis auf die ihm obliegende Schadenminderungspflicht auf, sich einer
psychiatrischen Therapie zu unterziehen (act. G 9.69). Der Versicherte begab sich
daraufhin in Behandlung bei Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, Ambulatorium für Sozialpsychiatrie. Dieser diagnostizierte im Bericht
vom 17. Februar 2006 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
und eine mittelgradige bis schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10 F32.2). In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine bleibende Einschränkung von
100%; auch andere Tätigkeiten seien dem Versicherten derzeit nicht zumutbar (act.
G 9.75).
A.g Am 9. März 2006 beauftragte die IV-Stelle Dr. D._ mit einer Verlaufsbegutachtung
(act. G 9.82). Diese berichtete im Verlaufsgutachten vom 5. Mai 2006, dass mittlerweile
zusätzlich zur mittelgradigen Depression von einer somatoformen Schmerzstörung
gesprochen werden müsse. Entsprechend der mittelgradigen depressiven Episode sei
theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 50% zu erwarten. Durch die Wechselwirkung von
Schmerz und Depression mit gegenseitiger Perpetuierung und Verstärkung, wegen der
durch die Depression verminderten Fähigkeiten des adäquaten Umgangs mit
Schmerzen und durch die somatoforme Komponente werde die Arbeitsfähigkeit
zusätzlich vermindert. Gesamthaft sei aus psychiatrischer Sicht weiterhin von einer
Arbeitsfähigkeit von höchstens 20% auszugehen, Der Gesundheitszustand müsse bei
fortgesetzter Therapie frühestens nach einem Jahr erneut untersucht werden, um zu
überprüfen, ob sich eine Verbesserungstendenz abzeichne (act. G 9.83).
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A.h Dr. med. F._, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) erachtete in der Stellungnahme vom 14. Juni 2006 die in den Akten liegenden
medizinischen Berichte als nachvollziehbar und bestätigte eine seit März 2002
bestehende Arbeitsunfähigkeit von 80% bis 100% (act. G 9.84.2).
A.i Mit Vorbescheid vom 4. Juli 2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 90% einen Anspruch auf eine ganze
IV-Rente mit Beginn ab 1. März 2003 zu verfügen (act. G 9.90). Der Versicherte teilte
der IV-Stelle am 10. Juli 2006 sein Einverständnis mit dem Vorbescheid mit (act.
G 9.91).
A.j Am 6. September 2006 gelangte Dr. C._ an den RAD Ostschweiz der IV und
berichtete über ihm gegenwärtig präsente Fälle bzw. Gutachten, bei denen die
Äusserungen der psychiatrischen Experten zur Arbeitsfähigkeit Anlass zur
Hinterfragung gegeben und im Rahmen des interdisziplinären Diskurses offene Fragen
hinterlassen hätten. Darunter befinde sich auch die Angelegenheit von M._ (act.
G 9.95). Daraufhin widerrief die IV-Stelle am 26. September 2006 den Vorbescheid vom
4. Juli 2006 und gab an, dass die Angelegenheit zur Zeit nicht definitiv entschieden
werden könne (act. G 9.97). In der Stellungnahme vom 27. September 2006 empfahl
der RAD eine polydisziplinäre Begutachtung durch eine MEDAS (act. G 9.98). Mit der
medizinischen Begutachtung des Versicherten wurde am 14. November 2006 das
Zentrum für Medizinische Begutachtung Basel (ZMB) beauftragt (act. G 9.105).
A.k Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes vom 24. bis 28. September 2007 wurde
der Versicherte durch die Experten des ZMB begutachtet. Im Gutachten vom
4. Dezember 2007 diagnostizierten sie mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische
unspezifische Kreuzschmerzen und einen Status nach akutem Lumbovertebralsyndrom
mit pseudoradikulärer Ausstrahlung beidseits. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden eine muskuläre Dysbalance im Schultergürtelbereich, eine
Genua vara beidseits sowie eine leichtgradige depressive Episode ohne somatisches
Syndrom. Wegen der chronischen unspezifischen Kreuzschmerzen seien dem
Versicherten körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei er nicht eingeschränkt, weil es sich damals
nicht um eine andauernde Schwerarbeit gehandelt habe. Aus psychiatrischer Sicht
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seien heute keine Hinweise auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, auf
eine mittelgradige oder schwere depressive Episode festgestellt worden. Es müsse
davon ausgegangen werden, dass seit 2005 eine deutliche Verbesserung der
depressiven Symptomatik aufgetreten sei. Aufgrund der aktuellen psychiatrischen
Erkrankung sei der Versicherte heute in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
Insgesamt beurteilten die Gutachter den Versicherten in der zuletzt ausgeführten
Tätigkeit als 100% arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit bestehe schon längere Zeit. Eine
genaue Angabe zum zeitlichen Verlauf könne jedoch retrospektiv nicht gegeben
werden (act. G 9.111.1 ff.).
A.l Mit Vorbescheiden vom 12. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf Rentenleistungen zu
verneinen, da ihm gemäss ZMB-Gutachten vom 4. Dezember 2007 jegliche Tätigkeiten,
ausser körperliche Schwerarbeit, uneingeschränkt zumutbar seien (act. G 9.117 und
G. 9.119).
B.
B.a Der Versicherte erhob gegen beide Vorbescheide am 28. Januar 2008 Einwand.
Zur Begründung wurde auf die Gutachten von Dr. D._ verwiesen, die eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Es lägen zwei völlig divergierende gutachterliche
Beurteilungen im Recht, wobei keine Gründe vorlägen, dem ZMB-Gutachten vollends
Glauben zu schenken. Bei dieser Sachlage sei die Beurteilung durch das ZMB
Dr. D._ zur Stellungnahme zu unterbreiten (act. G 9.122).
B.b Am 10. und 11. März 2008 verfügte die IV-Stelle im Sinn der Vorbescheide und
lehnte einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab. Die
Unterlagen seien nochmals dem RAD vorgelegt worden. Das ZMB-Gutachten sei
korrekt und erfülle sämtliche von der Rechtsprechung geforderten Qualitätskriterien,
weshalb darauf abgestellt werden könne (act. G 9.125 und G 9.126).
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 28. April 2008. Der Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt A. Fäh, beantragt darin unter Kosten- und
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Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung vom 10. März 2008 betreffend
berufliche Massnahmen sowie der Verfügung vom 11. März 2008 betreffend
Invalidenrente. Es sei ihm eine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen zu
erteilen und/oder eine Invalidenrente zuzusprechen. Ferner sei ihm die unentgeltliche
Rechtspflege zu bewilligen. Zur Begründung führt er an, dass ihm mit Vorbescheid vom
4. Juli 2006 die Zusprache einer ganzen Invalidenrente, basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 90%, in Aussicht gestellt worden sei; dies aufgrund des von der
Beschwerdegegnerin erhobenen Gutachtens von Dr. D._, die eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Auf Intervention von Dr. C._ hin, der die
psychiatrische Beurteilung in Frage gestellt habe, sei ein neues Gutachten eingeholt
worden. Dieses sei Dr. D._ nie zur Stellungnahme unterbreitet worden, was aber
angesichts der diametral auseinandergehenden Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
angezeigt gewesen wäre. Das ZMB-Gutachten erweise sich nicht als rechtsgenügliche
Grundlage. Es seien weitere medizinische Abklärungen angezeigt, gegebenenfalls sei
ein Obergutachten einzuholen. Die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente seien zumindest bis zur Erstellung des ZMB-Gutachtens erfüllt. Danach
bestehe mindestens ein Anspruch auf umfassende Eingliederungsmassnahmen. Der
Rechtsvertreter hat um eine Nachfrist zur ergänzenden Beschwerdebegründung
ersucht (act. G 1).
C.b Am 25. August 2008 teilt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf
Nachfrage durch das Gericht mit, dass er auf eine Beschwerdeergänzung verzichte.
Sein Mandant habe das Formular betreffend unentgeltlicher Rechtspflege nicht
eingereicht. Der Rechtsvertreter ersuchte um Zustellung eines Einzahlungsscheins für
den Kostenvorschuss (act. G 6). Am 27. August 2008 hat der Beschwerdeführer den
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- bezahlt (act. G 8).
C.c In der Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Die Gutachter des ZMB hätten die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anders als die vorherigen Gutachter
eingeschätzt, weil sie keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung hätten
feststellen können. Es könne indessen offen bleiben, ob und bis wann der
Beschwerdeführer an einer somatoformen Schmerzstörung gelitten habe. Denn
gemäss Rechtsprechung bestehe die Vermutung, dass eine somatoforme
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Schmerzstörung in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Diese gesundheitliche Beeinträchtigung
oder ihre Folgen seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar. Nur im
Ausnahmefall sei eine Invalidität anzunehmen. Ein solcher sei hier mangels Vorliegens
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer nicht
gegeben. Somit sei ab IV-Anmeldung auf die Einschätzung der ZMB-Gutachter
abzustellen. Da der Beschwerdeführer in jeder Hilfstätigkeit (ausser körperliche
Schwerarbeit) voll arbeitsfähig sei, habe er keinen Anspruch auf IV-Leistungen (act.
G 9).
C.d Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen der
Invalidenversicherung (Rente und berufliche Massnahmen) hat. Vorab ist der Anspruch
auf Rentenleistungen zu prüfen.
2.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am
10. und 11. März 2008 ergangen (act. G 9.125 f.), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen
ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am
1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend
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den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Neu normiert wurde
demgegenüber der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden
Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG frühestens 6 Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29
Abs. 1 ATSG entsteht. Da ein allfälliger Rentenanspruch im vorliegend zu beurteilenden
Fall – beim Beschwerdeführer, der sich bereits am 18. November 2002 (act. G 9.1) bei
der IV zum Leistungsbezug angemeldet hatte – vor dem 1. Januar 2008 festzusetzen
wäre, wirkt sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall jedoch nicht aus (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. August 2008, 8C_373/08, E. 2.1 mit Hinweis).
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
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Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2 Gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültigen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 66 / %, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%
und derjenige auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Nach
aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der Fassung vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf
eine Viertelsrente. Der Eintritt des Rentenfalles wird daneben durch aArt. 29 Abs. 1 IVG
geregelt (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Der Rentenanspruch
entsteht danach frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (aArt. 29 IVV in der bis
31. Dezember 2003 gültigen Fassung; aArt. 29 IVV in der vom 1. Januar 2004 bis
31. Dezember 2007 gültigen Fassung).
2.3 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen erforderlich,
den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe
der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V
16; BGE 109 V 125).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
2 3
ter
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Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.5 Rechtsprechungsgemäss können somatoforme Schmerzzustände oder
Schmerzverarbeitungsstörungen unter gewissen Umständen eine Arbeitsunfähigkeit
verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, für die
grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist, wenn es darum geht, über
die durch sie bewirkte Arbeitsunfähigkeit zu befinden (AHI 2000 S. 159 E. 4b mit
Hinweisen). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine
Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung
oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant
behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil
die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen
notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet
sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Verlauf einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem
therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 131
V 50 E 1.2). Je mehr diese Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 51
E. 1.2).
3.
Angesichts dessen, dass für die Rentenfrage vorliegend ein mehrere Jahre
zurückliegender Zeitraum zu beurteilen ist, die bis Juni 2006 ergangenen medizinischen
Akten dem Beschwerdeführer für leidensadaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit
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von 80% bis 100% attestierten (act. G 9.84.2, 9.83, 9.75.4 und 9.65.12; auch die
Einschätzung von Dr. A._ vom 28. Mai 2003, dass dem Beschwerdeführer eine
Abklärung – lediglich – in einem geschützten Rahmen während 4 bis 5 Stunden
zumutbar sei, korrespondiert damit) und das davon abweichende ZMB-Gutachten vom
4. Dezember 2007 sich auf eine wesentliche gesundheitliche Verbesserung stützt (act.
G 9.111), rechtfertigt es sich, den Sachverhalt in zwei Zeitabschnitte zu unterteilen.
Einerseits ist der Zeitraum ab dem Jahr 2002 bis zur ZMB-Begutachtung vom 24. bis
28. September 2007 zu untersuchen, andererseits derjenige ab der ZMB-Begutachtung
bis zu der angefochtenen Rentenverfügung vom 11. März 2008.
3.1 Die bis zur ZMB-Begutachtung aufgelaufene medizinische Aktenlage besteht im
Wesentlichen aus der interdisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen Beurteilung
der Dres. C._ und D._ vom 13. April 2005 bzw. 13. Mai 2005 (act. G 9.65 und 9.66),
der Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. E._ vom 17. Februar 2006 (act.
G 9.75.1 ff.) und dem psychiatrischen Verlaufsgutachten von Dr. D._ vom 5. Mai
2006 (act. G 9.83).
3.1.1 Die Dres. C._ und D._ bescheinigten dem Beschwerdeführer interdisziplinär
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für angestammte und angepasste Tätigkeiten (act.
G 9.65.12). Diese Einschätzung beruhte hauptsächlich auf dem psychiatrischen
Teilgutachten vom 13. Mai 2005. Darin diagnostizierte Dr. D._ eine seit März 2002
bestehende anhaltende mittelgradige depressive Symptomatik ICD-10 F32.1 auf dem
Boden einer inadäquaten katastrophisierenden Verarbeitung eines Verhebetraumas.
Aufgrund der Depression sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig (act.
G 9.66.2 f.). Aus somatischer Sicht erkannte Dr. C._ keine Einschränkung (act.
G 9.65.11). Der seit dem 20. Oktober 2005 behandelnde Psychiater Dr. E._ stellte im
Bericht vom 17. Februar 2006 die Diagnosen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und einer mittelgradigen bis schweren depressiven
Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2). Er bestätigte eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten (act. G 9.75.1 ff.). Im
psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 5. Mai 2006 berichtete Dr. D._, dass die
mittelgradige Depression weiterhin bestehe. Zusätzlich müsse mittlerweile von einer
somatoformen Schmerzstörung gesprochen werden. Gesamthaft sei höchstens von
einer 20%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 9.83).
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3.1.2 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
die Gutachten von Dr. D._ auf eigenständigen Abklärungen beruhen und für die
streitigen Belange umfassend sind. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die
Attestierung einer höchstens 20%igen Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Die Gutachterin hat insbesondere ausführlich begründet, dass eine zumutbare
Willensanstrengung des Beschwerdeführers zur Überwindung seiner gesundheitlichen
Leiden zu verneinen sei: Dieser habe dem Krankheitsgeschehen kaum etwas
entgegenzusetzen. Er verfüge offensichtlich über keine Ressourcen, mit der Situation
konstruktiv umzugehen. Die Beschwerden würden die psychischen
Verarbeitungsmöglichkeiten überfordern. Ferner umschreibt sie erfolglose
medikamentöse Behandlungen mit Antidepressiva aus verschiedenen
Substanzgruppen (act. G 9.83.3). Es sei darüber hinaus von einer Chronifizierung
auszugehen (act. G 9.83.2; vgl. auch die damit korrespondierenden Angaben des
behandelnden Psychiaters in act. G 9.75.3). Bereits vor Auftreten der somatoformen
Schmerzstörung stellte Dr. D._ im psychiatrischen Teilgutachten vom 13. Mai 2005
eine anhaltende mittelgradige depressive Symptomatik (act. G 9.66.3) fest und
beschrieb im Verlaufsgutachten vom 5. Mai 2006 die verstärkende Wechselwirkung
zwischen der somatoformen Schmerzstörung und der der depressiven Problematik
(act. G 9.83.3). Insgesamt hat sie damit schlüssig aufgezeigt, dass der
Beschwerdeführer über keine psychischen Ressourcen verfügt, um mit einer
zumutbaren Willensanstrengung seine Schmerzen zu überwinden.
3.1.3 Die Einschätzung von Dr. D._ wurde nicht bloss von Dr. C._ im Rahmen der
interdisziplinären Begutachtung geteilt (act. G 9.65.12), sondern auch vom
behandelnden Psychiater ausführlich begründet bestätigt (act. G 9.75.4). Entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin vermag die Beurteilung von Dr. D._ zu
überzeugen. Sie erfüllt alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige gutachterliche
Einschätzungen (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen
ist. Dies gilt umso mehr, als auch der RAD in der Stellungnahme vom 14. Juni 2006 die
genannten Berichte als nachvollziehbar bezeichnete und eine 80% bis 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestätigte (act. G 9.84.2). Zu beachten ist ferner, dass auch der
psychiatrische ZMB-Gutachter die Beurteilungen der Dres. D._ und E._ nicht in
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Zweifel zog, sondern die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung hauptsächlich mit
einem anlässlich der Begutachtung festgestellten deutlich verbesserten
Gesundheitszustand begründete (act. G 9.111.18 ff.). Dass die ZMB-Gutachter die
Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht bestätigten, sondern
von einer Schmerzfehlverarbeitung sprachen (act. G 9.111.19), vermag die
Aussagekraft der Beurteilungen von Dr. D._ nicht zu beeinträchtigen. Denn Dr. D._
begründete die attestierte Arbeitsunfähigkeit hauptsächlich mit der Depression (act.
G 9.66.3 und 9.83.3), die durch die Schmerzproblematik mitbeeinflusst werde (act.
G 9.66.3 und 9.83.3; vgl. auch Dr. E._: im Mittelpunkt stehe die ausgeprägte
depressive Symptomatik sowie die Schmerzsymptomatik [act. G 9.75.3]). Ergänzend ist
darauf hinzuweisen, dass – grundsätzlich unabhängig der gestellten Diagnose – die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung
massgebend ist, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die
Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist (BGE 127 V
298 E. 4c mit Hinweisen).
3.1.4 Was das Schreiben von Dr. C._ vom 6. September 2006 an den RAD
anbelangt, so ist dieses nicht geeignet, die gutachterliche Beurteilung von Dr. D._ in
Frage zu stellen. Dr. C._ nannte darin – Bezug nehmend auf ein Telefongespräch
vom 31. August 2008 – einige ihm "gegenwärtig präsente Fälle bzw. Gutachten,
darunter den Fall des Beschwerdeführers, bei denen die Aeusserungen des
psychiatrischen Untersuchers zur Arbeitsfähigkeit Anlass zur Hinterfragung geben und
im Rahmen des interdisziplinären Diskurses offene Fragen hinterlassen haben" (act.
G 9.95). Demgegenüber hatte Dr. C._ im interdisziplinären Gutachten vom "13. April
2005" ohne die Äusserung eines Zweifels eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(act. G 9.65.12). Wenn er mehr als ein Jahr später im Schreiben vom 6. September
2006 ausführt, die psychiatrische Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit hätte in mehreren
Fällen bereits damals (d.h. im Zeitpunkt der jeweiligen interdisziplinären Beurteilung)
Anlass zur Hinterfragung gegeben und im Rahmen des interdisziplinären Diskurses
offene Fragen hinterlassen (act. G 9.95) – sei mit anderen Worten nicht zuverlässig
gewesen – so ist dies widersprüchlich und mit seinem früheren Verhalten – der
kritiklosen Bestätigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit – nicht zu vereinbaren.
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Im Weiteren ist festzustellen, dass Dr. C._ die erforderliche fachpsychiatrische
Ausbildung fehlt. Ferner werden keine konkreten Mängel an den erstellten
psychiatrischen Gutachten von Dr. D._ benannt. Ergänzend ist darauf hinzuweisen,
dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei
erfolgen kann. Sie eröffnet den begutachtenden psychiatrischen Fachpersonen daher
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind,
sofern die Experten – wie hier Dr. D._ – lege artis vorgegangen sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/08, E. 5.1).
3.1.5 Nach dem Gesagten ist gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen von
Dr. D._ davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für leidensadaptierte
Tätigkeiten seit März 2002 zu höchstens 20% arbeitsfähig war.
3.1.6 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens. Die
Beschwerdegegnerin stellte angesichts eines Minderverdienstes zu Recht bei der
Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne ab (vgl.
act. G 9.87, 9.114 und 9.127). Da somit das Validen- und Invalideneinkommen auf der
gleichen Berechnungsgrundlage beruhen, kann ein sogenannter Prozentvergleich
vorgenommen werden (zur Methode des Prozentvergleichs vgl. SVR 1/08 IV Nr. 2 S. 5
E. 5.4.). Gestützt auf eine 20%ige Arbeitsfähigkeit resultiert ein Invaliditätsgrad von
80% und ein Anspruch auf eine ganze Rente ab dem 1. März 2003 (Ablauf des
Wartejahres; vgl. auch den Vorbescheid vom 4. Juli 2006; act. G 9.90). Die Frage, ob
und gegebenenfalls in welchem Umfang ein sogenannter Leidensabzug zu
berücksichtigen ist, kann mangels Rentenrelevanz offen gelassen werden.
3.2 Gestützt auf das interdisziplinäre ZMB-Gutachten vom 4. Dezember 2007 ist zu
beurteilen, ob und bejahendenfalls ab welchem Zeitpunkt eine rentenbeeinflussende
gesundheitliche Verbesserung eingetreten ist.
3.2.1 Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die ZMB-Gutachter
chronisch unspezifische Kreuzschmerzen und einen Status nach akutem
Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung beidseits. Hingegen
hätten die muskuläre Dysbalance im Schultergürtelbereich, die Genua vara beidseits
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und die leichtgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 9.111.20). Insgesamt beurteilten sie den
Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter sowie
anderweitigen körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig.
Diese Arbeitsfähigkeit bestehe schon längere Zeit. Eine genaue Angabe zum zeitlichen
Verlauf könne retrospektiv indessen nicht gegeben werden (act. G 9.111.20 ff.). Der
psychiatrische ZMB-Gutachter kam zum Schluss, dass unter Berücksichtigung der
aktuellen direkten Untersuchungssituation, in welcher der Beschwerdeführer immer
wieder gelächelt habe und seine Stimmung zwar ernst, aber nicht bedrückt gewesen
sei, der Schweregrad der depressiven Episode als leichtgradig zu beurteilen sei. Es
hätten weder eine Freudlosigkeit noch eine Interessenlosigkeit noch eine Lustlosigkeit
eruiert werden können. Im Vergleich mit den früheren Befunden des behandelnden
Psychiaters und von Dr. D._ sei es bis heute zu einer Verbesserung sowohl der vom
Beschwerdeführer geklagten subjektiven Beschwerden wie auch der objektiven
Befunde gekommen. Bei der Untersuchung sei nicht über eine ausgesprochene
Traurigkeit, über massive Schlafstörungen oder über innerliche Angespanntheit geklagt
worden. Es habe sich auch kein ausgeprägter sozialer Rückzug mehr feststellen lassen.
Damit sei es zu einer im Vergleich mit den psychiatrischen Berichten des Jahres 2006
deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen. Dies sei am ehesten
auf die bisherige Behandlung zurückzuführen. Die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung konnte der psychiatrische ZMB-Gutachter nicht
bestätigen. Er subsumierte die Schmerzproblematik als eine Schmerzfehlverarbeitung
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. G 9.111.19).
3.2.2 Im Hinblick auf die Würdigung des ZMB-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, auf allseitigen, mehrtägigen
Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist. Die
Vorakten wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
berücksichtigt und gewürdigt. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein, dies
insbesondere auch durch die Auseinandersetzung mit früheren ärztlichen
Beurteilungen. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen
Schlussfolgerungen, namentlich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
verbesserten gesundheitlichen Verhältnisse – entgegen der Auffassung des
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Beschwerdeführers – zu überzeugen. Das ZMB-Gutachten erfüllt alle praxisgemässen
Kriterien für beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann. Der Beschwerdeführer benennt denn
auch keine konkreten Mängel an der ZMB-Begutachtung (vgl. act. G 1). Darüber hinaus
korrespondiert die von den ZMB-Gutachtern festgestellte Verbesserung insofern mit
der Einschätzung von Dr. D._, als diese eine zukünftige Verbesserung des
Gesundheitszustandes im Verlaufsgutachten vom 5. Mai 2006 bei fortgesetzter
Therapie für möglich hielt und eine erneute Untersuchung des Beschwerdeführers nach
einem Jahr empfahl (act. G 9.83.3; vgl. zur möglichen längerfristigen Verbesserung des
Gesundheitszustandes auch die Einschätzung von Dr. E._ vom 17. Februar 2006
[act. G 9.75.3 f.]).
3.3 Zu beantworten bleibt noch die Frage, ab welchem Zeitpunkt eine dauerhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist und die Rentenleistungen
entsprechend anzupassen sind.
3.3.1 Der Entscheid über eine befristete Invalidenrente enthält gleichzeitig die
Gewährung der Leistung und deren Revision. Die Aufhebung setzt voraus, dass
Revisionsgründe (Art. 17 ATSG) vorliegen, wobei sich der Zeitpunkt der Aufhebung
einer Rente nach Art. 88a IVV bestimmt (vgl. BGE 113 V 275 E. 1a mit Hinweisen).
Gemäss Art. 88a IVV ist eine – dauerhafte – anspruchsbeeinflussende Änderung für die
Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung von Leistungen der Invalidenversicherung zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentlichen Unterbruch 3 Monate angedauert hat
und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Nach ständiger höchstrichterlicher
Rechtsprechung handelt es sich dabei um eine Wartefrist, die ablaufen muss, bevor die
Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung der laufenden Rente wirksam werden kann
(vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Erwin
Murer/ Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, S. 263). Das hat zur Folge, dass jede Revision
einer laufenden Rente bezogen auf die Veränderung des rentenrelevanten
Sachverhaltes mit einer mindestens dreimonatigen Verzögerung erfolgt (vgl. auf dem
Internet publiziertes Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
9. Mai 2008, IV2008/3, E. 3.3.2).
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3.3.2 Gestützt auf das beweiskräftige (vgl. vorstehende E. 3.1.2 f.) psychiatrische
Verlaufsgutachten vom 5. Mai 2006 ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
damals lediglich über eine 20%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
verfügte (act. G 9.83.3). Anzeichen für eine erhebliche dauerhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands wurden nicht benannt. Bis zur Begutachtung durch das ZMB
vom 24. bis 28. September 2007 befinden sich keine echtzeitlichen medizinischen
Einschätzungen in den Akten, die eine dauerhafte Verbesserung ausweisen.
Erst die ZMB-Gutachter stellten fest, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers wesentlich verbessert habe und er für angestammte sowie
leidensadaptierte Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig sei (act. G 9.111.22). Nach ihrer
Auffassung bestehe die Verbesserung seit 2005. Diese retrospektive Einschätzung
betreffend den Eintritt des veränderten Gesundheitszustandes vermag jedoch nicht zu
überzeugen. Zum einen ist sie zeitlich sehr vage definiert ("seit 2005") und nicht
schlüssig begründet, zum anderen geben die ZMB-Gutachter selbst an, dass bezüglich
des Verlaufs des Grades der Arbeitsfähigkeit keine präzisere Angabe gemacht werden
könne (act. G 9.111.20 und 9.111.22). Ins Gewicht fällt aber auch, dass die Ermittlung
des Beginns der gesundheitlichen Verbesserung durch die ZMB-Gutachter nicht mit
der übrigen – überzeugenden – echtzeitlichen medizinischen Aktenlage zu vereinbaren
ist (act. G 9.65, 9.66 und G 9.75.1 ff.) und sie sich damit nicht auseinandergesetzt
haben. Eine dauerhafte gesundheitliche Verbesserung ist daher vor dem Zeitpunkt der
ZMB-Begutachtung von Ende September 2007 nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Wie der Beschwerdeführer dazu richtig bemerkt hat
(act. G 1, S. 5), ist als Eintritt der gesundheitlichen Verbesserung deshalb das Datum
der ZMB-Begutachtung (24. bis 28. September 2007; act. G 9.111.1) festzusetzen und
nicht auf die vage retrospektive Einschätzung der ZMB-Gutachter abzustellen.
3.3.3 Entsprechend der echtzeitlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der ZMB-Gutach-ter
ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Ende September 2007
für angestammte sowie leidensadaptierte Tätigkeiten über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt. Wie bereits erwähnt (vgl. vorstehende E. 3.1.6), beruhen im
vorliegend vorzunehmenden Einkommensvergleich das Validen- und
Invalideneinkommen auf der gleichen Berechnungsgrundlage. Im Rahmen des
anwendbaren Prozentvergleiches resultiert bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ein
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Invaliditätsgrad von 0%. Die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ein
sogenannter Leidensabzug zu berücksichtigen ist, kann offen gelassen werden. Denn
selbst bei Vornahme des höchstzulässigen Abzuges resultierte ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 25%. In Nachachtung der dreimonatigen
Wartefrist des Art. 88a Abs. 2 IVV ist die rückwirkend zugesprochene – befristete –
ganze Rente per 31. Dezember 2007 aufzuheben.
4.
4.1 In der Beschwerde vom 28. April 2008 beantragte der Beschwerdeführer
Kostengutsprache für berufliche Massnahmen (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin
lehnte einen Anspruch auf berufliche Massnahmen in der Verfügung vom 10. März
2008 mit der Begründung ab, dass dem Beschwerdeführer leidensadaptierte
Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar seien (act. G 9.126). Vorausgesetzt für den
Anspruch auf berufliche Massnahmen ist, dass die versicherte Person objektiv und
subjektiv eingliederungsfähig ist (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] I 427/05,
E. 4.1.1 mit Hinweisen).
4.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Invalid im Sinn des Art. 17 Abs. 1 IVG ist eine versicherte Person, die
"wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens im bisher
ausgeübten und in den für ihn ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden
noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet; dabei bemisst sich die Erwerbseinbusse an
dem vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen" (Meyer-
Blaser, a.a.O., S. 125). Der Umschulungsanspruch setzt nicht nur einen ausreichenden,
massnahmenspezifischen Invaliditätsgrad, d.h. eine behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse voraus. Notwendig ist auch, dass diese Erwerbseinbusse durch die
Umschulung beseitigt würde. Die Umschulung müsste also eingliederungswirksam sein
(vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., S. 131). Sie müsste ausserdem – als dritte
Anspruchsvoraussetzung – verhältnismässig sein. Angesichts dessen, dass der
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Beschwerdeführer in der angestammten sowie in anderweitigen körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten voll arbeitsfähig ist, sind die Voraussetzungen für die
Gewährung einer Umschulung nicht erfüllt.
4.3 Was den Anspruch auf Arbeitsvermittlung anbelangt, so setzt Art. 18 Abs. 1 IVG für
dessen Gewährung eine Arbeitsunfähigkeit voraus. Konkret ist diese Voraussetzung
nicht erfüllt, da die ZMB-Gutachter dem Beschwerdeführer für angestammte
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigten (act. G 9.111.22).
4.4 Nach dem Gesagten besteht für den Beschwerdeführer kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
11. März 2008 betreffend Rentenleistungen aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist
rückwirkend eine ganze Rente für die Zeit vom 1. März 2003 bis 31. Dezember 2007
zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten
Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die
Beschwerde in Bestätigung der Verfügung vom 10. März 2008 betreffend berufliche
Massnahmen abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Hieran hat der Beschwerdeführer, der mit seinen
Leistungsbegehren nicht vollständig durchgedrungen ist, einen Drittel, d.h. Fr. 200.--,
zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer im
Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 400.--
zurückzuerstatten. Den Restbetrag von Fr. 400.-- hat die Beschwerdegegnerin zu
bezahlen.
5.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
bis
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ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre mit Blick auf den einfachen Schriftenwechsel und
die lediglich summarisch begründete Beschwerde (vgl. act. G 1, S. 3) eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- angemessen. Entsprechend dem
Ausmass des Obsiegens von zwei Dritteln erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt. Die
Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers somit mit
Fr. 2'000.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG