Decision ID: 3d13901d-16a9-5bcd-beb5-6b52e3878393
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ war seit dem 1. Oktober 2006 bei der Firma B._ als
Reinigungsmitarbeiterin tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie am 26. Mai 2011 beim Fensterputzen aus ca. zwei bis drei
Metern Höhe von einer Leiter fiel (Suva-act. 1, Suva-act. 24).
A.b Bei der Erstbehandlung mit stationärem Aufenthalt bis 28. Mai 2011 im
Kantonsspital C._ wurden eine Kontusion Lendenwirbelsäule und Sacrumbereich
und eine Rissquetschwunde Unterarm rechts diagnostiziert. Frische ossäre Läsionen
konnten radiologisch ausgeschlossen werden (Suva-act. 6, Suva-act. 9). Eine am 10.
Juni 2011 durchgeführte MR der HWS ergab einen Verdacht auf eine undislozierte
Fraktur des Processus articularis inferior C2 und C3 rechts mit begleitender
Bandverletzung dorsal sowie vermutlich Traumatisierung des IVG C2/C3 rechts, zudem
multisegmentale degenerative Veränderungen osteodiskaler Genese (Suva-act. 15).
Eine CT der HWS nativ vom 15. Juni 2011 zeigte einen Blockwirbelkörper HWK 2/3 im
Bereich des Facettengelenks rechts. Eine nichtdislozierte Fraktur des Processus
articularis inferior HWK6 links sei eher unwahrscheinlich (Suva-act. 22). Dr. med. D._,
Allgemeinmedizin, Manuelle Medizin (SAMM), führte im Arztbericht vom 8. Juli 2011
aus, es persistiere eine cervical betonte Schmerzsymptomatik mit Ausbreitungs- und
Chronifizierungstendenz. Möglich sei zudem eine posttraumatische Belastungsstörung
(Suva-act. 21). Im Arztbericht vom 2. September 2011 gab Dr. D._ an, die Versicherte
klage über ein unverändertes Schmerzbild, zeige bei der Untersuchung allodyne
Reaktionen und gebe neu Missempfindungen im Dermatom C6-7 rechts an. Die
Versicherte sei vorerst bis zum 21. September 2011 100% arbeitsunfähig (Suva-act.
20). Im Arztbericht vom 13. Oktober 2011 diagnostizierte Dr. med. E._, Fachärztin
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Nacken- und Schulterschmerzen sowie
Spannungskopfschmerzen nach einem Leitersturz. Die Untersuchungsergebnisse
würden gegen eine depressive Störung sprechen. Es fänden sich keine Anhaltspunkte
für eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Schmerzverarbeitungsstörung
(Suva-act. 45). Am 2. November 2011 wurde eine Untersuchung durch Suva-Kreisarzt
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, durchgeführt (Suva-act. 34). Am 6. Dezember 2011 und 25.
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Januar 2012 folgten neurologische Untersuchungen sowie am 15. Dezember 2011 eine
elektrophysiologische Diagnostik durch Dr. med. G._, Facharzt FMH Neurologie, der
ein mittelgradiges CTS beidseitig und eine Blockwirbelbildung HWK 2/3 diagnostizierte.
Es bestünde keine radikuläre oder Myelon-Läsion (Suva-act. 38, Suva-act. 39). Ein am
27. Dezember 2011 durchgeführtes MRT des Schädels ergab ein punktförmiges
unspezifisches rechts frontales Glioseherdchen sowie eine ansonsten regelrechte
Darstellung der intrazerebralen Strukturen, keine Kontusionsherde und keine
Blutungsresiduen (Suva-act. 41).
A.c Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 23. Februar 2012 (Suva-act. 46)
eröffnete die Suva der Versicherten mit Verfügung vom 13. März 2012 die Einstellung
der bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 1. April 2012. Die
bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich
krankhafter Natur (Suva-act. 48).
A.d Gegen diese Verfügung vom 13. März 2012 erhob der Rechtsschutzversicherer
der Versicherten, die Orion Rechtsschutz-Versicherung AG, Basel, am 29. März 2012
Einsprache. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, die Beschwerden der
Versicherten würden seit dem Unfallereignis persistieren. Zuvor sei die Versicherte
beschwerdefrei gewesen, weshalb die Beschwerden mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen seien (Suva-act. 51).
A.e Mit Einspracheentscheid vom 3. Juli 2012 wies die Suva die Einsprache ab.
Aufgrund der übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen und medizinischen
Abklärungsresultate stehe fest, dass die von der Versicherten noch geklagten
Beschwerden nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhten, das
beim Unfall vom 26. Mai 2011 gesetzt worden wäre. Auch bestehe zwischen den
psychischen Beschwerden und dem Unfall kein adäquater Kausalzusammenhang
(Suva-act. 56). Der Krankenversicherer hatte seine am 5. April 2012 vorsorglich
erhobene Einsprache (Suva-act. 52) nach Überprüfung der Akten am 11. Mai 2012
wieder zurückgezogen (Suva-act. 54).
A.f Mit E-Mail vom 14. August 2012 ersuchte der Rechtsschutzversicherer der
Versicherten um Wiedererwägung des Einspracheentscheides (Suva-act. 57-1), wobei
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sie auf den Arztbericht vom 26. Juni 2012 verwies. Darin diagnostizierte Dr. med.
H._, Chefarzt Chirurgie, Spital I._, bei der Versicherten ein Serom unterhalb des
rechten Beckenkamms dorsal (Suva-act. 57-2). Die Suva führte im E-Mail vom 16.
August 2012 aus, es bestehe kein Anlass, den Einspracheentscheid vom 3. Juli 2012
aufzuheben. Aus dem Bericht vom 26. Juni 2012 gehe nicht hervor, dass das Serom im
Sinne eines natürlichen Kausalzusammenhangs auf den Unfall vom 26. Mai 2011
zurückzuführen wäre (Suva-act. 58).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Juli 2012 erhob Rechtsanwalt lic. iur.
Michael Bührer, St. Gallen am 3. September 2012 Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere
Taggelder und Heilbehandlung. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen und über die Streitsache neu zu
verfügen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, der Sachverhalt sei
unvollständig abgeklärt worden. Die Beschwerdeführerin habe schon lange am Serom
gelitten, dieses sei jedoch aufgrund der verschiedenen Beschwerden bis im Sommer
2012 nicht erkannt worden. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
und dem Serom sei offensichtlich. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
ersuchte um eine Nachfrist zur ergänzenden Beschwerdebegründung (act. G 1).
B.b Am 24. September 2012 teilte der Rechtsvertreter der Versicherten mit, das
Mandat sei erloschen (act. G 3). Mit Schreiben vom 27. September 2012 ergänzte die
Beschwerdeführerin die Beschwerde sinngemäss, indem sie ausführte, sie habe vor
dem Unfall vom 26. Mai 2011 keine gesundheitlichen Beschwerden gehabt. Seit dem
Unfall habe sie Schmerzen und müsse bis zu 15 Tabletten am Tag nehmen, um diese
zu lindern (act. G 5).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Arztbericht vom 26. Juni
2012 stelle hinsichtlich des Seroms lediglich eine Verdachtsdiagnose dar und
bezeichne dieses ausserdem als blossen Status nach einer nicht näher beschriebenen
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Kontusion. Der Bericht zeige ausserdem, dass es sich um einen absolut bagatellären
Befund handle (act. G 9).
B.d Die Beschwerdeführerin liess die Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik
unbenutzt verstreichen, worauf der Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (act. G 11).
B.e Auf Aufforderung des Versicherungsgerichts nahm Dr. H._ mit Eingabe vom 10.
August 2013 zur Unfallkausalität des am 26. Juni 2012 festgestellten Seroms Stellung
(act. G 12, 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche die Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 26. Mai 2011 ausgerichtet hatte, auf den 1. April 2012
eingestellt werden durften.
1.2 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Juli
2012 die rechtlichen Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers,
insbesondere jene des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen
Unfallereignis und gesundheitlicher Schädigung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3.1, mit Hinweisen)
und zum Entfallen der Leistungspflicht des Unfallversicherers zutreffend dar (Suva-act.
56, E. 1). Darauf ist zu verweisen. Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist,
den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 111 E. 2). Bei
physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a).
2.
2.1 Zwischen den Parteien ist zunächst streitig, ob die geklagten Beschwerden der
Beschwerdeführerin durch einen im Sinne der Rechtsprechung organisch
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nachweisbaren Unfallschaden (vgl. hierzu das Urteil des Bundesgerichts vom 7. August
2008, 8C_806/2007, E. 8.2, mit Hinweisen) verursacht sind. Die Beschwerdegegnerin
verneint diese Frage gestützt auf die übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen und
medizinischen Abklärungsresultate (Suva-act. 56). Die Beschwerdeführerin macht
demgegenüber geltend, die Schmerzen würden seit dem Unfallereignis vom 26. Mai
2011 persistieren. Gemäss Arztbericht von Dr. H._ vom 26. Juni 2012 sei zudem ein
Serom diagnostiziert worden, welches aufgrund der verschiedenen Beschwerden bis
im Sommer 2012 nicht erkannt worden sei und deshalb erst jetzt behandelt werden
könne. Entsprechend sei der Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden (act. G 1, act.
G 5).
2.2 Bezüglich der rechtlichen Würdigung des Arztberichtes vom 26. Juni 2012 ist
festzuhalten, dass das Gericht nach ständiger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit
des angefochtenen Einspracheentscheides in der Regel nach dem Sachverhalt
beurteilt, der zu jenem Zeitpunkt gegeben war. Massgebend sind die rechtserheblichen
Tatsachen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 3. Juli 2012
entwickelt haben (BGE 131 V 243 Erw. 2.1; BGE 121 V 366 Erw. 1b, mit Hinweisen:
RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2a). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
ist der Arztbericht vom 26. Juni 2012 demnach in die rechtliche Würdigung des
Sachverhalts mit einzubeziehen.
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a, mit
Hinweis; RKUV 2000 Nr. K 124 S. 214).
2.4 Dr. H._ hält im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Serom im
Arztbericht vom 26. Juni 2012 fest, die Beschwerdeführerin sei ihm zur Beurteilung
einer Schwellung unterhalb des rechten Beckenkammes dorsal zugewiesen worden,
wobei es sich palpatorisch um ein prall elastisches Gebilde gehandelt habe. Gemäss
Rücksprache mit dem Röntgenoberarzt sei gleichentags eine CT-gesteuerte Punktion
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durchgeführt und die Flüssigkeit zur Bakteriologie eingesandt worden. Gemäss
Angaben der Radiologie habe es sich bei dem Gebilde um ein Serom gehandelt (Suva-
act. 57-2). Dass ein Serom auch nach Verletzungen und Stössen auftreten kann, steht
ausser Frage. Zu klären ist allerdings, ob das Unfallereignis vom 26. Mai 2011 noch als
natürliche Ursache des über ein Jahr später festgestellten Sermons gelten kann. Die
Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich lediglich vor, Dr. med. J._, Facharzt FMH
für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt FMH für Tropen- und Reisemedizin, habe
telefonisch bestätigt, dass ein Serom nur unfallbedingt entstehen könne (Suva-act.
57-1). Dr. H._ führt im Schreiben vom 10. August 2013 auf die Frage, ob das
festgestellte Serom als kausal zum Unfallereignis anzusehen sei, aus, es sei
festzuhalten, dass aus den vorliegenden Daten nicht schlüssig nachweisbar sei, ob
sich das anlässlich der Konsultation vom 26. Juni 2012 gefundene Serom auf den von
der Beschwerdeführerin angegebenen Leitersturz vom 26. Mai 2011 kausal
zurückführen lasse (act. G 13). Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der
medizinischen Abklärungen und Untersuchungen vermag auch die Argumentation der
Beschwerdeführerin, in den medizinischen Unterlagen sei von Beschwerden am
Beckenkamm verschiedentlich die Rede, das Serom sei jedoch aufgrund der
verschiedenen Beschwerden bis im Sommer 2012 nicht erkannt worden, nicht zu
überzeugen. Damit ist das im Arztbericht vom 26. Juni 2012 diagnostizierte Serom
nicht überwiegend wahrscheinlich als Folge des Ereignisses vom 26. Mai 2011 zu
erachten. Im Weiteren kann auch mit Blick auf die übrige medizinische Aktenlage (vgl.
Suva-act. 6, 9, 12, 15, 20, 21, 22, 34, 38, 39, 45) nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, dass die über den 1. April
2012 hinaus geklagten Beschwerden objektivierbare organische Unfallfolgen im Sinne
der Rechtsprechung darstellen. Insbesondere gilt es festzuhalten, dass eine
gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil
sie nach diesem aufgetreten ist ("post hoc ergo propter hoc"-Formel; BGE 119 V 342
E. 2b/bb). Das Argument der Beschwerdeführerin, vor dem Unfall sei sie
beschwerdefrei gewesen und seit dem Unfall würden die Schmerzen persistieren, hilft
daher nichts.
3.
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3.1 Sind die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen. Hierbei ist zwischen der bei Schleudertraumen
und äquivalenten Verletzungen massgebenden Praxis gemäss BGE 134 V 109 und den
bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen gemäss BGE
115 V 133 zu differenzieren (vgl. BGE 127 V 103 E. 5b/bb). Die Beschwerdegegnerin
hat zur Adäquanzprüfung BGE 115 V 133 herangezogen. Die Anwendung dieser so
genannten "Psycho-Praxis" nach BGE 115 V 133 erscheint angezeigt, zumal ein
Schleudertrauma respektive eine schleudertraumaähnliche Verletzung gemäss der
vorliegenden Aktenlage nicht zur Debatte steht.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, das Unfallereignis vom 26.
Mai 2011 (Sturz von der Leiter aus ca. zwei bis drei Meter Höhe) sei als mittelschwerer
Unfall zu qualifizieren (Suva-act. 56). Diese Einschätzung ist mit Blick auf den
augenfälligen Geschehensablauf und mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR
2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1) nicht zu beanstanden und hält sich im Rahmen der
Rechtsprechung zur Adäquanzbeurteilung bei Sturzereignissen. Danach wurden als
mittelschwer bis schwer im mittleren Bereich Unfälle qualifiziert, bei denen die
versicherte Person aus einer Höhe von mehreren Metern von Leitern, Gerüsten oder
von einem Dach auf den Boden stürzte und erhebliche Verletzungen und Frakturen
erlitt (vgl. die Übersicht über die Rechtsprechung zu Sturzunfällen in RKUV 1998 Nr. U
307 S. 449 E. 3a; ferner RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.).
3.3 Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und
psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht,
nicht allein aufgrund des Unfalls schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen
oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen (vgl. zu den Adäquanzkriterien BGE 115 V 135 ff.; BGE 117 V 369 ff.). Im
Einspracheentscheid vom 3. Juli 2012 hat die Beschwerdegegnerin in Würdigung der
gesamten Aktenlage dargelegt, dass die massgeblichen Kriterien allesamt nicht erfüllt
seien (Suva-act. 56). Der Aktenlage sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, die gegen
die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum adäquaten Kausalzusammenhang
sowie zu den einzelnen Adäquanzkriterien sprechen. Darüber hinaus bringt auch die
Beschwerdeführerin keine substantiierten Einwände dagegen vor. Es kann deshalb auf
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die überzeugenden Erwägungen im Einspracheentscheid (Suva-act. 56, E. 4) verwiesen
werden. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 26. Mai 2011
und den beklagten Beschwerden ist somit zu verneinen.
4.
Zusammenfassend sind die von der Beschwerdeführerin nach dem 1. April 2012
fortbestehenden Beschwerden nicht durch einen organisch nachweisbaren
Unfallschaden verursacht worden. Im Weiteren ist auch der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer allfälligen psychischen
Fehlentwicklung zu verneinen. Entsprechend ist die Leistungseinstellung per 1. April
2012 nicht zu beanstanden.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheides vom 3. Juli 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2013 Art. 6 UVG. Verneinung fortbestehender kausaler Unfallrestfolgen nach Sturz von einer Leiter. Verneinung der adäquaten Kausalität hinsichtlich der geklagten psychischen Beschwerden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2013, UV 2012/69).
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2021-09-19T12:24:53+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen