Decision ID: 9eccca86-4545-4a0b-bb26-b090634cebdd
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die IV-Stelle gewährte A._ für die Zeit ab dem 7. August 2020 ein vorerst auf
drei Monate befristetes Belastbarkeitstraining in der Institution B._ AG (IV-act. 51 und
61). Im Anschluss erteilte sie eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining. Diese war
zunächst auf die Zeit bis zum 7. Februar 2021 befristet (IV-act. 81), wurde dann aber
mit einer Mitteilung vom 26. Januar 2021 bis zum 9. Mai 2021 verlängert (IV-act. 113).
Am 28. April 2021 fand ein Standortgespräch statt (IV-act. 132). Der Verantwortliche
der B._ AG gab an, der Versicherte sei sehr intelligent, habe aber auch „seine
schwierige Seite“. Er sei teilweise ungeduldig, zynisch und nicht sehr angenehm im
Umgang. Dies habe sich etwas gebessert, seit er mehr handwerkliche Arbeiten
ausführe. Bei einer allfälligen Weiterführung des Aufbautrainings biete sich ein Wechsel
in den Bereich Unterhalt, Reinigung, Umzüge etc. an. Der Versicherte teilte mit, ihm
gehe es einigermassen gut, aber er leide unter gewissen Schwankungen des
Gesundheitszustandes. Die praktischen Tätigkeiten täten ihm gut. Er fühle sich abends
„richtig gesund müde“. Mit einer Mitteilung vom 12. Mai 2021 verlängerte die IV-Stelle
das Aufbautraining um weitere drei Monate bis zum 8. August 2021 (IV-act. 141).
A.a.
Am 11. Juni 2021 teilte der Verantwortliche der B._ AG dem
Eingliederungsberater der IV-Stelle mit (IV-act. 147), dass der Versicherte die
medizinische Behandlung, die er in den vergangenen Monaten habe „schleifen lassen“,
wieder intensiviere. Er werde sich am 15. Juni 2021 einem operativen Eingriff an der
Prostata unterziehen und mindestens bis zum 18. Juni 2021 nicht zum Aufbautraining
erscheinen. Bereits am 9. Juni 2021 habe er eine Abklärung bezüglich eines Tinnitus
durchführen lassen. Zudem nehme er die psychiatrische Behandlung wieder auf. Am
23. Juni 2021 werde er den ersten Termin wahrnehmen. Angesichts dieser „vielen
A.b.
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Themen auf einmal“ stosse er an seine Grenzen. Am 19. Juni 2021 gab der Versicherte
bekannt, dass er bis zum 30. Juni 2021 krankgeschrieben sei (IV-act. 149). Am 25. Juni
2021 teilte er mit, dass er eine bakterielle Infektion mit einer Blutvergiftung erlitten habe
und sich deshalb nun wieder in stationärer Behandlung befinde (IV-act. 155). Der
Verantwortliche der B._ AG informierte den Eingliederungsberater der IV-Stelle am 1.
Juli 2021 darüber, dass die Blutvergiftung zunächst abgeklungen, dann aber umso
heftiger wieder aufgeflammt sei, weshalb der Versicherte mindestens noch für die
nächste Woche krankgeschrieben bleiben werde (IV-act. 159). Der behandelnde
Urologe attestierte in einem Arztzeugnis vom 6. Juli 2021 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit für die Zeit bis zum 16. Juli 2021 (IV-act. 161). Der
Eingliederungsberater der IV-Stelle notierte am 15. Juli 2021, dass eine allzu lange
Weiterführung des Aufbautrainings in der aktuellen Situation als nicht sehr sinnvoll
erscheine, man aber den für den 19. Juli 2021 vorgesehenen Wiedereinstieg abwarten
sollte, bevor man einen definitiven Entscheid fälle (IV-act. 171). Gleichentags erfuhr er,
dass der Versicherte noch bis zum 30. Juli 2021 arbeitsunfähig bleiben werde (IV-act.
172). Am 21. Juli 2021 teilte ihm der Verantwortliche der B._ AG mit (IV-act. 174),
dass der Versicherte erneut habe hospitalisiert werden müssen, weil er noch immer
unter den Folgen der Operation an der Prostata leide. Offenbar könne dies noch „etwas
länger gehen“. Der Eingliederungsberater empfahl vor diesem Hintergrund „nun klar“
den Abbruch der Massnahme (IV-act. 175).
Am 27. Juli 2021 teilte die IV-Stelle dem Versicherten Folgendes mit: „Die
Mitteilung vom 12. Mai 2021 wird per 15. Juni 2021 aufgehoben; das
Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen wird abgewiesen“ (IV-act. 188). Zur
Begründung führte sie an, das Aufbautraining habe am 15. Juni 2021 aus
gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden müssen. Aktuell stünden medizinische
Massnahmen im Vordergrund, weshalb weitere berufliche Massnahmen derzeit nicht
zielführend seien. Am 30. Juli 2021 erhob der Versicherte eine „Einsprache“ gegen die
Mitteilung vom 27. Juli 2021 (IV-act. 199). Er machte geltend, der Abbruch sei zur
Unzeit erfolgt und es sei nicht einzusehen, weshalb er rückwirkend verfügt worden sei.
Am 10. August 2021 verfügte die IV-Stelle: „Ersetzt unsere Mitteilung vom 12. Mai
2021; die Mitteilung vom 12. Mai 2021 wird per 15. Juni 2021 aufgehoben; das
Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen wird abgewiesen“ (IV-act. 206).
A.c.
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B.
Bezugnehmend auf die Eingabe des Versicherten hielt sie fest, das Aufbautraining sei
am 15. Juni 2021 faktisch abgebrochen worden, weshalb auch die entsprechende
Kostengutsprache auf dieses Datum hin aufzuheben sei. Die sozialpraktische
Abklärung habe ergeben, dass der Versicherte zwar maximal während 7,5 Stunden pro
Tag arbeitsfähig sei, dass diese Arbeitsfähigkeit aber in der freien Wirtschaft nicht
verwertbar sei.
Am 23. August 2021 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine „Einsprache“ gegen die
Verfügung vom 10. August 2021 (act. G 1). Sein später mandatierter Rechtsvertreter
beantragte am 27. Oktober 2021 (act. G 6) die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung. Zur Begründung führte er aus, die rückwirkende Aufhebung der
Integrationsmassnahme sei rechtswidrig, weil es sich bei den beruflichen Massnahmen
gemäss der bundesgerichtlichen Auffassung nicht um Dauerleistungen handle,
weshalb eine Anwendung des Art. 17 ATSG nicht zur Diskussion stehen könne. Da die
leistungszusprechende Verfügung nicht zweifellos unrichtig gewesen sei, stehe auch
eine wiedererwägungsweise Korrektur nicht zur Diskussion. Die Voraussetzungen für
eine sogenannt prozessuale Revision seien ebenfalls nicht erfüllt. Im Übrigen habe die
IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) den Anspruch des
Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, denn sie habe in der angefochtenen
Verfügung vom 10. August 2021 behauptet, der Beschwerdeführer werde in der freien
Wirtschaft nicht mehr Fuss fassen können, was aber im Verlauf des
Verwaltungsverfahrens nie zur Diskussion gestanden habe.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. März 2022 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 14). Zur Begründung führte sie an, bereits vor der letzten
Verlängerung der Eingliederungsmassnahme habe festgestanden, dass eine
Wiedereingliederung in die freie Wirtschaft nicht möglich sei. Dennoch sei der Bitte um
eine Erprobung im handwerklichen Bereich zugestimmt worden. Von Beginn weg sei
allerdings klar kommuniziert worden, dass es sich um die letzte Verlängerung der
Integrationsmassnahme gehandelt habe. Aus den Präsenzprotokollen gehe hervor,
dass die Zuverlässigkeit ab- und die Absenzen zugenommen hätten, als die
B.b.
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Erwägungen
1.
Da sich der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens in der Überprüfung der
angefochtenen Verfügung auf deren Rechtmässigkeit erschöpft, muss sein Gegenstand
jenem des mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens
entsprechen. Dieses hat sich auf einen rückwirkenden Abbruch der mit der Mitteilung
vom 12. Mai 2021 für die Zeit bis zum 8. August 2021 gewährten Verlängerung eines
laufenden Aufbautrainings auf den 15. Juni 2021 hin beschränkt. Der Wortlaut des
Dispositivs der angefochtenen Verfügung enthält zwar darüber hinaus eine
Verweigerung sämtlicher in Frage kommender beruflicher Massnahmen, aber aus der
Verfügungsbegründung geht hervor, dass es sich dabei um eine Sistierung des
Verwaltungsverfahrens betreffend weitere berufliche Massnahmen bis zum Abschluss
der medizinischen Eingliederung gehandelt haben muss, denn die
Beschwerdegegnerin hat ausdrücklich Folgendes festgehalten: „Aktuell stehen bei
Ihnen medizinische Behandlungsmassnahmen im Vordergrund. Weitere berufliche
Massnahmen sind derzeit nicht zielführend und werden abgeschlossen“. Eine definitive
Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen mit der angefochtenen
Verfügung wäre rechtswidrig gewesen, da die Akten keinen Hinweis darauf enthalten,
dass die Beschwerdegegnerin weitere berufliche Massnahmen überhaupt geprüft
hätte. Die Beschwerde richtet sich nicht gegen diese Sistierung, sondern
ausschliesslich gegen den rückwirkenden Abbruch des Aufbautrainings, weshalb in
Präsenzzeiten erhöht worden seien. Dem Beschwerdeführer sei bewusst gewesen,
dass er im kaufmännischen Bereich mit erheblichen Problemen zu kämpfen habe,
weshalb er ja auch den Wechsel in den handwerklichen Bereich gewünscht habe. Die
Behauptung, er habe von der fehlenden Verwertbarkeit in der freien Wirtschaft nichts
gewusst, sei schlichtweg haltlos. Nach der bundesgerichtlichen Auffassung sei der Art.
17 Abs. 2 ATSG analog auf berufliche Eingliederungsmassnahmen anwendbar. Die
Aufhebung der letztmaligen Verlängerung aufgrund der unerwarteten Verschlechterung
des Gesundheitszustandes erweise sich damit unabhängig davon, ob es sich bei
Eingliederungsmassnahmen um Dauerleistungen handle, als rechtmässig.
Der Beschwerdeführer liess am 25. Mai 2022 an seinem Antrag festhalten (act.
G 21). Die Beschwerdegegnerin hielt am 16. Juni 2022 ebenfalls an ihrem Antrag fest
(act. G 23).
B.c.
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diesem Beschwerdeverfahren allein die Rechtmässigkeit des rückwirkenden Abbruchs
des Aufbautrainings zu prüfen ist.
2.
Gemäss dem Wortlaut des Dispositivs hat die angefochtene Verfügung vom 10. August
2021 die Mitteilung vom 12. Mai 2021 „ersetzt“, was so interpretiert werden muss, dass
die am 12. Mai 2021 bewilligte Verlängerung des Aufbautrainings für die Zeit vom 10.
Mai 2021 bis zum 8. August 2021 durch eine Verlängerung des Aufbautrainings für die
Zeit vom 10. Mai 2021 bis zum 15. Juni 2021 hat „ersetzt“ werden sollen. Die Antwort
auf die Frage, ob dieses „Ersetzen“ zulässig gewesen ist, hängt massgeblich von der
Rechtsnatur und der Verbindlichkeit der Mitteilung vom 12. Mai 2021 ab. Bei der
Mitteilung im Sinne des Art. 51 Abs. 1 ATSG respektive des Art. 58 IVG kann es sich
augenscheinlich nicht um eine „formlose“ Verfügung handeln, denn sie kann mangels
einer Anfechtungsmöglichkeit nicht in formelle Rechtskraft erwachsen, während eine
formwidrig eröffnete Verfügung grundsätzlich angefochten werden und – trotz ihres
Formfehlers – in formelle Rechtskraft erwachsen könnte. Die Mitteilung ist aber auch
kein „Vorbescheid“, denn sie kündigt nicht eine noch zu treffende Entscheidung an,
sondern enthält bereits den Entscheid, der beide „Parteien“ bindet respektive das
Rechtsverhältnis regelt. Die Mitteilung entfaltet also eine Bindungswirkung ohne jede
Formalie. Darin gleicht sie der behördlichen Auskunft, die rechtsprechungsgemäss
selbst dann, wenn sie unrichtig ist, ein schutzwürdiges Vertrauen begründet und damit
eine Bindungswirkung ohne jede Formalie entfaltet, wenn sie von einer zuständigen
oder zuständig erscheinenden Behörde erteilt worden ist, wenn der Rechtssuchende
die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen konnte und wenn er im
Vertrauen auf die Auskunft Dispositionen getroffen hat, die er nicht ohne Nachteil
rückgängig machen kann (vgl. etwa BGE 146 I 105 E. 5.1.1 S. 110 mit zahlreichen
Hinweisen). Die formlose Entscheidung nach Art. 51 Abs. 1 ATSG ist nichts anderes als
eine – gesetzlich geregelte – formlose Zusicherung. Sie beruht auf dem Konzept des
Vertrauens, das – unabhängig von der Richtigkeit der Zusicherung – zu schützen ist,
was bedeutet, dass die Mitteilung eine schutzwürdige Vertrauensposition begründet,
nicht mehr und nicht weniger. Derjenige, dem das nicht genügt, kann eine Verfügung
verlangen. Da die Mitteilung also nicht mit einer Verfügung oder mit einem
Einspracheentscheid verglichen werden kann, kann sie – wie auch eine behördliche
Auskunft – nicht in Anwendung des Art. 17 ATSG revidiert werden. Die Frage, wie auf
eine nachträgliche Sachverhalts- oder Rechtsänderung zu reagieren ist, ist folglich
nicht in Anwendung des Art. 17 ATSG, sondern in Anwendung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung betreffend das schutzwürdige Vertrauen in eine behördliche
Zusicherung zu beantworten. Nach dieser Rechtsprechung steht die Schutzwürdigkeit
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des Vertrauens in eine behördliche Zusicherung unter dem Vorbehalt, dass die
Rechtslage zwischen der Auskunftserteilung und der „Verwirklichung des
Sachverhaltes“, also der Betätigung des Vertrauens, unverändert bleibt (BGE 146 I 105
E. 5.1.1 S. 110 mit zahlreichen Hinweisen). Dahinter muss die Überlegung stehen, dass
der Rechtssuchende nur solange auf eine behördliche Auskunft vertrauen darf, wie die
„Grundlage“, auf der die Auskunft beruht, unverändert bleibt. Wenn aber eine
Änderung der Rechtslage die Schutzwürdigkeit des Vertrauens in eine behördliche
Auskunft beendet, dann muss auch eine Sachverhaltsveränderung die
Schutzwürdigkeit des Vertrauens „zerstören“, denn sowohl eine Änderung der
Rechtslage als auch eine Sachverhaltsveränderung führen gleicherweise zu einem
Wegfall der „Grundlage“, auf der die Auskunft beruht hat (vgl. dazu auch Ulrich Häfelin/
Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2015, Rz. 695).
Eine Änderung der Rechtslage oder eine Sachverhaltsveränderung entzieht also dem
Vertrauen die Schutzwürdigkeit. Die angefochtene Verfügung vom 10. August 2021 ist
folglich keine Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 ATSG, sondern eine Verfügung,
mit der dem Ende der Schutzwürdigkeit des Vertrauens in die Mitteilung vom 12. Mai
2021 Rechnung getragen und das Ende des Aufbautrainings auf den Zeitpunkt des
Eintrittes der Sachverhaltsveränderung „vorverschoben“ worden ist. Wenn eine
formlose Zusicherung im Sinne des Art. 51 Abs. 1 ATSG als Grundlage für einen
Leistungsanspruch ausreicht, dann muss auch eine (neue) Zusicherung ausreichen, um
die frühere Zusicherung zu modifizieren, falls das schutzwürdige Vertrauen als
Grundlage der ersten Zusicherung vorzeitig wegfällt. Nichts spricht dagegen, statt einer
neuen „Zusicherung“ eine Verfügung zu erlassen. Falls sich der relevante Sachverhalt
nach der Eröffnung der Mitteilung vom 12. Mai 2021 tatsächlich massgeblich verändert
hat, was im Folgenden zu prüfen sein wird, ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin,
die Mitteilung vom 12. Mai 2021 durch die angefochtene Verfügung vom 10. August
2021 zu ersetzen, als in verfahrensrechtlicher Hinsicht rechtmässig zu qualifizieren.
3.
Da die angefochtene Verfügung die Mitteilung vom 12. Mai 2021 ersetzt hat, ist in
materieller Hinsicht nicht (nur) zu prüfen, ob es rechtmässig gewesen ist, das
Aufbautraining rückwirkend per 15. Juni 2021 abzubrechen, sondern vielmehr (auch),
ob es überhaupt rechtmässig gewesen ist, das am 9. Mai 2021 endende Aufbautraining
nochmals zu verlängern. Der vom Art. 14a Abs. 3 IVG vorgegebene zeitliche Rahmen
ist noch nicht ausgeschöpft gewesen. Dem Beschwerdeführer war es in der Zeit ab
dem 7. August 2020 gelungen, seine Präsenzzeit auf nahezu ein Vollpensum zu
steigern. Bei einem Standortgespräch am 28. April 2021 äusserten sowohl der
3.1.
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4.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Gemäss dem Art. 17 Abs. 2 GerG kann das
Versicherungsgericht für einfache Fälle einen Einzelrichterentscheid vorsehen. Als
einfache Fälle gelten laut dem Art. 18 Abs. 2 OrgR (sGS 941.114) insbesondere
Streitsachen, die aufgrund einer klaren Rechtslage oder einer feststehenden
Gerichtspraxis beurteilt werden können. Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt,
weshalb der vorliegende Entscheid einzelrichterlich gefällt werden kann. Die angesichts
des für eine einzelrichterliche Beurteilung als durchschnittlich zu qualifizierenden
Verfahrensaufwandes auf 400 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung ist er von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen,
Beschwerdeführer als auch der Verantwortliche des Einsatzbetriebes die durchaus
begründete Hoffnung, dass der Beschwerdeführer von einem Wechsel in eine
handwerklich-praktische Tätigkeit profitieren werde, weshalb ein entsprechender
Versuch im Rahmen einer weiteren Verlängerung des Aufbautrainings in Angriff zu
nehmen sei. Der zuständige Eingliederungsberater hat eine entsprechende
Verlängerung des Aufbautrainings ebenfalls empfohlen. Diese Empfehlung hat dem
Sinn und Zweck der Integrationsmassnahme nach Art. 14a Abs. 1 IVG entsprochen,
weshalb es rechtmässig gewesen ist, das Aufbautraining nochmals zu verlängern.
bis
Ab dem 15. Juni 2021 hat sich der Beschwerdeführer dann aber – unerwartet – bis
zum Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung am 12. August 2021 und
damit bis über den Zeitpunkt, in dem die zunächst gewährte Verlängerung des
Aufbautrainings hätte enden sollen (8. August 2021), hinaus in medizinischer
Behandlung befunden, weshalb er in der Zeit vom 15. Juni 2021 bis mindestens zum
12. August 2021 andauernd verhindert gewesen ist, das Aufbautraining weiterzuführen.
Die Integrationsmassnahme hat daher ab dem 15. Juni 2021 ihren Zweck – das
Schaffen der Voraussetzungen für die Durchführung von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen (Art. 14a Abs. 1 IVG) – nicht mehr erfüllen können,
weshalb es rechtswidrig gewesen wäre, wenn die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer über den 15. Juni 2021 hinaus ein Aufbautraining gewährt hätte (vgl.
auch Art. 4 Abs. 3 lit. c IVV). Die Frage, ob für die Zeit nach dem 15. Juni 2021
noch ein begrenzter Taggeldanspruch bestanden hat (vgl. Art. 20 Abs. 2 lit. a IVV),
gehört nicht zum Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens. Die angefochtene
Verfügung erweist sich auch hinsichtlich des vorgezogenen Endes der
Integrationsmassnahme als rechtmässig.
3.2.
bis
sexies
quater
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befreit. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat
der Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des
erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche
Vertretungsaufwand ist als im Vergleich zu einem „durchschnittlichen“ IV-Rentenfall, für
den praxisgemäss eine Parteientschädigung von 4’000 Franken zugesprochen würde,
deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die vom Rechtsvertreter
eingereichte Honorarnote (act. G 25) als leicht übersetzt qualifiziert werden muss. Die
Entschädigung ist auf 80 Prozent von 2’500 Franken, also auf 2’000 Franken,
festzusetzen. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der
Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der
Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können
(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).