Decision ID: 24fceb5b-28c4-4639-ba81-dd6a93a1254b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 18. Dezember 2018 (DG180040)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Februar 2018
(Ordner 73 Urk. 300001 S. 1 ff.) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 195 S. 242 ff.)
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
- der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, c und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. b und c BetmG,
- der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 in  mit Ziff. 2 lit. c und teilweise lit. b StGB,
- des mehrfachen Pfändungsbetrugs im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB, - des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95
Abs. 1 lit. b SVG und - der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 2 StGB.
2. Vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1
in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c StGB gemäss Anklageziffer 1.2.1.3. wird der
Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und
einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu CHF 30, letztere als teilweise Zu-
satzstrafe zur Geldstrafe von 100 Tagessätzen gemäss Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Oktober 2013, unter An-
rechnung von 631 Tagen Untersuchungshaft.
Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit 19. Januar 2018 im
vorzeitigen Strafvollzug befindet.
4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Geldstrafe wird aufgeschoben unter
Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren.
5. Die B._ Schweiz AG wird aus dem Rubrum entfernt.
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6. Auf die Zivilklagen der Privatkläger 1 bis 3 wird nicht eingetreten.
7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Mai 2016
beschlagnahmten Bargeldbeträge von CHF 43'500 und € 860 werden einge-
zogen.
8. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsutensilien [recte: Be-
täubungsmittelutensilien] (Sicherstellungsliste vom 2. Mai 2016, BM-
Lagernummer S01062-2016 und Sicherstellungsliste vom 29. April 2016,
BM-Lagernummer S01061-2016) werden eingezogen und nach Eintritt der
Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
9. Die Pistole Glock 17 (Asservat A009'254'506) samt Munition (Asservate
A009'255'203 und A009'254'539), wird nach Eintritt der Rechtskraft der
Stadtpolizei Zürich zur Vernichtung überlassen.
10. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 2018 be-
schlagnahmte Gegenstände werden eingezogen und der Kasse des Be-
zirksgerichts Zürich nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen:
− Schlüssel, Kaba 20, AP530092 (C._-strasse D._), − 2 Abrechnungen von der E._ (in Plastik: A009255134), − Schlüssel, KABA 20, Nr. ... M3 (C._-strasse D._), − 2 Fächermappen, enthaltend div. Dokumente (in Plastik: A009255145), − Vakuumiermaschine mit div. Beuteln, − Natel "Nokia", weiss, Modell 515.2, − SIM-Karte "F._", − Diverse Unterlagen (in Plastik: A009255189), − Natel "Nokia" Mod. 106.1, schwarz, − SIM-Karte "G._", − iPad mini 1st Generation, schwarz, − Natel "Blackberry", 9720, Rufnummer Nr. 1, − SIM-Karte "H._", − Natel "Nokia" schwarz, Typ RM-962, ohne SIM-Karte, − Natel "Nokia" Model: 100 / Typ: RH-130, ohne SIM-Karte,
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− Natel "Nokia" Model: C5002 / Typ: RM-745, ohne SIM-Karte, − Natel "Nokia" Model: CS-00, ohne SIM-Karte, − Natel "Nokia" schwarz, Modell: 6303C, ohne SIM-Karte, − Diverse Notizen, Dokumente und Visitenkarten der Firma E._ (in
Plastik: A009254642), − Diverse Notizen, Kostenaufstellungen (in Plastik: A009254664), − Natel "Nokia", rot, Modell: 2610, − SIM-Karte "I._", − Natel "Nokia", schwarz, Modell: 106, − SIM-Karte "I._", − Natel "Nokia" schwarz, Modell: 106, − SIM-Karte "I._", − Natel "Nokia" schwarz, Modell: 106, − SIM-Karte "I._", − Natel "Nokia", schwarz TK Linie A-8, − SIM-Karte "I._", − Natel "Huawei", TK-Linie A-9, − SIM-Karte "unbekannt", − Diverse Notizen, Kostenaufstellungen, Zahlungsbelege (in Plastik:
A009254857), − Natel "Huawei", TK-Linie A-10, − Störsender "Jammer", − Natel "Nokia", schwarz, Model: 106, − SIM-Karte "I._", − Div. Abrechnungsaufzeichnungen und Ausdrucke von Marihuana-
Anlagen etc. (in Plastik: A009254971), − Miles&More Karten der Swiss, − Festplatte Lacie FC, inkl. div. Zubehör, − Festplatte "Western Digital" WD 3200 AVBS, − Harddisk Drive "Samsung", Model HM251IX, in Latexhülle, − Festplatte "Trekstor" DataStation microdisk.
11. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
19. Januar 2018 beschlagnahmten und bei der Kasse des Bezirksgerichts
Zürich lagernden Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes
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Verlangen herausgegeben. Bei Nichtabholung innert drei Monaten nach
Eintritt der Rechtskraft werden diese durch die Lagerbehörde vernichtet:
- Computer "Apple" iMac inkl. Tastatur und Maus, - Computer "Apple" iMac inkl. Tastatur und Maus.
12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Zürich den Betrag von
CHF 1 Mio. als Ersatzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermö-
gensvorteil zu bezahlen.
13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 25'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 50'000.00 Gebühr für das Vorverfahren
CHF 16'508.25 Auslagen (diverse)
CHF 67'768.00 Telefonkontrolle
CHF 3'924.95 Entschädigung Zeuge
CHF 102'296.95 Entsch. Dolm. (Telefonkontrolle und Rechtsmittelersuchen)
CHF 78'725.60 Entschädigung amtliche Verteidigung während Untersuchung
CHF 24'836.45 Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. Y._
CHF 29'982.60 Entschädigung Rechtsanwalt Dr. X1._
CHF 22'284.30 Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. X2._
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
15. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
16. Rechtsanwalt Dr. X1._ wird für seine Bemühungen und Barauslagen
als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 29'982.60 (inkl. Mehr-
wertsteuer, abzüglich der bereits erhaltenen Akontozahlung von CHF 9'600)
aus der Gerichtskasse entschädigt.
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17. Rechtsanwalt lic. iur. X2._ wird für seine Bemühungen und Barausla-
gen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 22'284.30 (inkl.
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
18. [Mitteilungen]
19. [Rechtsmittel]
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 234 S. 2-4)
"1. In teilweiser Aufhebung von Dispositivziffer 1 sei der Berufungskläger von
folgenden Vorwürfen freizusprechen:
1.1. A._ sei vom Vorwurf der Cannabiseinfuhren mit J._,
K._ und L._ in den Jahren 2010 bis 2013 (M._ AG)
freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.1.1);
1.2. A._ sei wegen des Vorwurfs der Marihuana- und Haschischein-
fuhren im Jahr 2015 mit N._ und O._ (Anklagepunkt 1.1.1.2)
teilweise freizusprechen;
1.3. A._ sei vom Vorwurf der Haschischeinfuhr im Dezember 2015
mit N._ (Anklagepuntk 1.1.1.3) freizusprechen;
1.4. A._ sei wegen der Marihuanaeinfuhr im Februar 2016 mit
N._ (Anklagepunkt 1.1.1.4) freizusprechen;
1.5. A._ sei wegen der Marihuanaeinfuhren im Jahr 2016 mit
N._ und P._ (Anklagepunkt 1.1.1.5) teilweise freizuspre-
chen;
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1.6. A._ sei vom Vorwurf des Betriebs einer Hanfplantage an der
C._-str. ... in D._ in den Jahren 2011 bis 2015 teilweise
freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.2.1);
1.7. A._ sei vom Vorwurf des Betriebs von Hanfplantagen in der
Westschweiz in den Jahren 2011 bis 2013 (Pastis/Reglisse) freizu-
sprechen (Anklagepunkt 1.1.2.2);
1.8. A._ sei vom Vorwurf des Betriebs von Hanfplantagen zusammen
mit Q._ in Zürich und Umgebung in den Jahren 2012 bis 2015
teilweise freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.2.3);
1.9. A._ sei vom Vorwurf der Betäubungsmittelübergabe an R._
freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.3.4);
1.10. A._ sei von den in Anklagepunkt 1.1.4 (Gesamtmenge) freizu-
sprechen, soweit darin ein eigenständiger Anklagepunkt gesehen
werden soll.
1.11. A._ sei vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei freizuspre-
chen (Anklagepunkt 1.2).
2. In Aufhebung von Dispositivziffern 3 und 4 sei A._ unter Anrechnung
der erstandenen Untersuchungshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzugs mit
einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu bestrafen.
3. Dispositivziffer 12 sei vollumfänglich aufzuheben.
4. In teilweiser Aufhebung von Dispositivziffer 14 seien die Untersuchungskos-
ten und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens nach Obsiegen und Un-
terliegen im Berufungsverfahren zu verteilen, sodann sei die Auferlegung
der Kosten für die Dolmetscher aufzuheben.
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. Aufwendungen der amtlichen Ver-
teidiger (zzgl. Mehrwertsteuer) seien auf die Staatskasse zu nehmen."
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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:
(Urk. 236 S. 2)
Das angefochtene Urteil sei zu bestätigen.
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Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang inkl. Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren, Unter-
suchungshaft, vorzeitiger Strafvollzug, Anklageerhebung etc. bis zum vorinstanz-
lichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen
werden (Urk. 195 S. 6 ff.).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 18. Dezember 2018
wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdisposi-
tivs schuldig gesprochen und bestraft. Das Urteil wurde am 18. Dezember 2018
schriftlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 181) und per IncaMail zugestellt
(Urk. 183/1-4). Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte gleichentags Beru-
fung an (Urk. 184). Das begründete Urteil (Urk. 190 bzw. Urk. 195) wurde den
amtlichen Verteidigern am 27. Februar 2019 zugestellt (Urk. 192/2 und
Urk. 192/3), woraufhin mit Eingabe vom 5. März 2019 fristgerecht die Berufungs-
erklärung beim hiesigen Gericht eingereicht wurde (Urk. 196).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 21. März 2019 wurde der Anklagebehörde Frist
angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten
auf die Berufung zu beantragen (Urk. 199). Daraufhin teilte die Anklagebehörde
mit Eingabe vom 3. April 2019 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer An-
schlussberufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
(Urk. 201). Mit Eingabe vom 14. April 2020 liess der Beschuldigte die Beweisan-
träge stellen, es seien die begründeten erst- und zweitinstanzlichen Urteile der
Mitbeschuldigten N._, R._, S._ und L._, die Honorarnoten der
Verteidiger der vorgenannten Mitbeschuldigten beizuziehen sowie diese Mitbe-
schuldigten und deren Verteidiger zu befragen. Mit Präsidialverfügung vom 21.
April 2020 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur freigestellten Vernehmlassung
angesetzt (Urk. 207). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Vernehmlassung
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(Urk. 208). In der Folge stellte die Verteidigung mit Eingabe vom 28. April 2020
ein Haftentlassungsgesuch (Urk. 210). Mit Präsidialverfügung vom 29. April 2020
wurden die Beweisanträge einstweilen abgewiesen. Im Weiteren wurde der
Staatsanwaltschaft mit Präsidialverfügung vom gleichen Tag Frist zur Stellung-
nahme zum Haftentlassungsgesuch angesetzt (Urk. 213), worauf die Staatsan-
waltschaft innert Frist ihre Vernehmlassung einreichte (Urk. 215). Diese wurde mit
Präsidialverfügung vom 6. Mai 2020 der Verteidigung zu freigestellten Vernehm-
lassung zugestellt (Urk. 219). Die Verteidigung verzichtete auf eine weitere Stel-
lungnahme (Urk. 221). Mit Präsidialverfügung vom 8. Mai 2020 wurde das Haft-
entlassungsgesuch abgewiesen (Urk. 222). Gegen diesen Entscheid liess der Be-
schuldigte Beschwerde in Strafsachen erheben (Urk. 224), welche mit Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Juni 2020 abgewiesen wurde (Urk. 229). Die Berufungs-
verhandlung wurde am 6. Oktober 2020 durchgeführt, zu welcher der Staatsan-
walt lic. iur. Z._ sowie der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Vertei-
diger, Dr. iur. X1._ und lic. iur. X2._, erschienen (Prot. II. S. 9). Das Ver-
fahren erweist sich als spruchreif.
2. Umfang der Berufung
Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-
sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche
Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das
Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein
insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche
Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3;
Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit
Hinweisen).
In ihrer Berufungserklärung vom 5. März 2019 (Urk. 196) beantragt die amtliche
Verteidigung mit Bezug auf die Dispositivziffer 1 einen teilweisen Freispruch.
Nicht angefochten ist mit Bezug auf die Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz die Anklageziffer 1.1.3 mit Ausnahme von Anklageziffer 1.1.3.4
(Übergabe einer unbekannten Menge Haschisch an R._). Akzeptiert werden
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die Schuldsprüche hinsichtlich des mehrfachen Pfändungsbetrugs im Sinne von
Art. 163 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von
Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG und der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303
Ziff. 2 StGB. Nicht angefochten sind im Weiteren die Dispositivziffern 2 (Frei-
spruch hinsichtlich der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1
in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c StGB gemäss Anklageziffer 1.2.1.3.), 5 (Entfernung
der B._ Schweiz AG aus dem Rubrum), 6 (Nichteintreten auf die Zivilklagen),
7 (Einziehung Bargeldbeträge), 8 (Einziehung Betäubungsmittel und Betäu-
bungsmittelutensilien), 9 (Einziehung der Pistole samt Munition), 10 (diverse Ein-
ziehungen, Natels etc.), 11 (Herausgabe der Computer "Apple" iMac), 13 (Kosten-
festsetzung) sowie 15-17 (amtliche Verteidigung).
Es ist daher festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abtei-
lung, vom 18. Dezember 2018 teilweise hinsichtlich der Dispositivziffer 1 (Schul-
spruch mit Bezug auf die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz
gemäss Anklageziffer 1.1.3 mit Ausnahme von Anklageziffer 1.1.3.4, den mehrfa-
chen Pfändungsbetrug im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB, das mehrfache Fahren
ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG und die falsche An-
schuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 2 StGB) sowie hinsichtlich der Dispositiv-
ziffern 2 (Freispruch hinsichtlich der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305 bis Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c StGB gemäss Anklageziffer
1.2.1.3.), 5 (Entfernung der B._ Schweiz AG aus dem Rubrum), 6 (Nichtein-
treten auf die Zivilklagen), 7-10 (Einziehungen), 11 (Herausgabe der Computer
"Apple" iMac), 13 (Kostenfestsetzung) sowie 15-17 (amtliche Verteidigung) in
Rechtskraft erwachsen ist.
3. Beweisanträge
Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die amtliche Verteidigung erneut die
Beweisanträge, es seien die Honorarnoten der Verteidiger der Mitbeschuldigten
N._, R._, S._ und L._ beizuziehen sowie diese Mitbeschuldig-
ten und deren Verteidiger zu befragen (Urk. 234 S. 2).
Die Verteidigung macht geltend, dass es zu geheimen und nicht protokollierten
Gesprächen zwischen den Mitbeschuldigten bzw. deren Anwälten und der
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Staatsanwaltschaft gekommen sei, wobei sich ein Indiz für "Hinterzimmerabspra-
chen" in den Aussagen von S._ finden liessen (Urk. 206 S. 11 f.). Dies hat
sie schon vor Vorinstanz vorgebracht (Urk. 179 S. 5 ff. und S. 14 f.). Dieser Ein-
wand kann gestützt auf die Akten beurteilt werden, weitere Einvernahmen bzw.
der Beizug von Honorarnoten sind nicht notwendig. Zu erwähnen ist hierzu zu-
dem, dass sich wohl kaum in Honorarnoten Vermerke zu "geheimen und nicht
protokollierten Gesprächen" finden lassen würden. Zur Verwertbarkeit der Aussa-
gen von S._ hat die Vorinstanz zudem ausführliche Erwägungen gemacht
(Urk. 195 S. 22 ff.). Diese sind dahingehend zu ergänzen, dass durch die Staats-
anwaltschaft protokolliert wurde, dass und mit welchem Inhalt Gespräche geführt
wurden und der Beschuldigte S._ sowie dessen Verteidiger hierzu Stellung
nehmen konnten (vgl. Konfrontationseinvernahme vom 20. Juli 2017, Ordner 31
Urk. 042843 ff. S. 14 f.). Auf Nachfrage bestätigte S._ im Übrigen ausdrück-
lich, dass er weder vom Staatsanwalt noch von anderen Personen unter Druck
gesetzt worden sei, um Aussagen zu machen (Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 14).
Der Beschuldigte S._ hat sich zudem schon im Rahmen der relevanten Ein-
vernahme vom 22. März 2017 ausführlich mit seinem Verteidiger beraten (vgl.
Ordner 38 Urk. 060383 S. 2 ff.), er hatte somit Gelegenheit, sich zu seinem Aus-
sageverhalten Gedanken zu machen. Aus diesen Umständen erhellt einerseits,
dass durch die Staatsanwaltschaft keinerlei Druck ausgeübt wurde und anderer-
seits, dass die Akten vollständig sind und keiner weiteren Erhebungen bedürfen.
Interessanterweise wurde in der erwähnten Konfrontationseinvernahme vom 20.
Juli 2017 durch die (damalige) Verteidigung des Beschuldigten in keiner Art und
Weise vorgebracht, dass das staatsanwaltschaftliche Vorgehen nicht korrekt ge-
wesen sei und es wurden auch keine Ergänzungsfragen an E._ gestellt
(Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 14). Dies hätte sich zweifelsfrei aufgedrängt, wenn
der Verdacht einer Einflussnahme bestanden hätte.
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II. Schuldpunkt
1. Vorbemerkungen zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung
1.1. Vorliegend handelt es sich um einen äusserst umfangreichen Straffall
(Hauptdossier sowie Thek 1 plus 73 Bundesordner sowie 11 Kisten Beizugsakten;
das vorinstanzliche Urteil umfasst 247 Seiten). Es ist daher vorab darauf hinzu-
weisen, dass im vorliegenden zweitinstanzlichen Urteil konsequent auf Wiederho-
lungen zu verzichten ist, um den Umfang des Entscheides in Grenzen zu halten
und die Lesbarkeit zu erhöhen. Mit Bezug auf die tatsächliche und rechtliche
Würdigung ist ergänzend an den entsprechenden Stellen auf die vorinstanzlichen
Erwägungen zu verweisen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist festzuhalten,
dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich
auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss.
Vielmehr wird dem Gericht zugestanden, sich auf die seiner Auffassung nach we-
sentlichen und massgeblichen Vorbringen der Parteien zu beschränken (vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichtes 1P.378/2002 vom 9. September 2002, E. 5.1;
6B_600/2012 vom 26.2.2013, E. 3.2; BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 133 I 277,
E. 3.1; BGE 129 I 232, E. 3.2; BGE 126 I 97, E. 2b mit Hinweisen). Folgerichtig
wird sich auch die Berufungsinstanz nur mit denjenigen Einwänden des Beschul-
digten auseinanderzusetzen zu haben, welche die relevanten Anklagesachverhal-
te betreffen und für die rechtliche Beurteilung wesentlich sind.
1.2. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung und der Würdigung von Aussa-
gen sowie der Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen und der Glaubhaf-
tigkeit ihrer Aussagen hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so-
dass darauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 26 ff.; Art. 82
Abs. 4 StPO). Auch die Beweismittel sind vollständig genannt und an den ent-
sprechenden Stellen zutreffend ausgeführt, welche Beweismittel verwertbar sind
und welche nicht. Die Aussagen des Beschuldigten und der weiteren Beteiligten
sowie die übrigen Beweismittel wurden im vorinstanzlichen Urteil in Bezug auf die
sachlich relevanten Inhalte bei den jeweiligen Anklagevorwürfen umfassend und
ausführlich wiedergegeben, weshalb auch darauf vollumfänglich zu verweisen ist
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(Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die konkreten Aussagen bzw. Beweismittel ist nachfol-
gend daher nur noch ergänzend bzw. konkretisierend einzugehen.
1.3. Zur Beweiswürdigung ist festzuhalten, dass auch unter dem Gesichtspunkt
des Grundsatzes "in dubio pro reo" eine absolute Gewissheit nicht verlangt wer-
den kann. Vielmehr müssen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an
der Schuld des Beschuldigten bestehen, die sich nach der objektiven Sachlage
aufdrängen. Dabei ist es Aufgabe des Richters, seinem Gewissen verpflichtet in
objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-
nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-
sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 StPO; BGE 124 IV 86 E. 2a). Es
liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine abso-
lute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es genü-
gen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Lässt
sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen
menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, will-
kürfrei subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein (vgl. Entscheid des Bun-
desgerichtes 6B_172/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 1.6. am Ende unter Hinweis
auf BGE 127 I 54 E. 2b).
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2. Sachverhalt
2.1. Ziff. 1.1.1. Banden- und gewerbsmässige Marihuana- und Haschisch-
einfuhren aus dem Ausland (Anklageschrift S. 2 f.)
2.1.1. Ziff. 1.1.1.1. Cannabiseinfuhren mit J._ und K._ sowie L._ in
den Jahren 2010 bis 2013 (M._ AG); Anklageschrift S. 4 ff.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen,
zusammen mit J._ und K._ sowie L._ im Zeitraum von mindestens
Januar 2010 bis 15. September 2013 an der Einfuhr von insgesamt mindestens
1'913 Kilogramm Cannabis (Marihuana und Haschisch) beteiligt gewesen zu sein,
wobei grundsätzlich der Beschuldigte für den Einkauf bzw. die Organisation des
Marihuanas und Haschischs, den Kontakt zu den Lieferanten etc., die Finanzie-
rung bzw. die Organisation des für den Kauf des Cannabis benötigten Bargeldes
zuständig gewesen sei. Das Marihuana und Haschisch sei in der Regel durch den
Beschuldigten an verschiedenen nicht näher bekannten Örtlichkeiten, unter ande-
rem im Raum Zürich, verkauft worden, wobei bei einem Verkaufspreis von rund
Fr. 5'000.– pro Kilogramm ein Umsatz von mindestens Fr. 9'565'000.– (1'913 x Fr.
5'000.–) und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt wor-
den sei. In der Anklageschrift werden in der Folge unter lit. a) und b) die verschie-
denen Zeiträume, Mengen sowie Einfuhren wiedergegeben.
Bei der Sachverhaltserstellung hat die Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel,
insbesondere die Aussagen der beteiligten Personen, korrekt zusammengefasst
und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 34 ff;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
Die Einwendungen der Verteidigung zielen zunächst auf das Anklageprinzip, wel-
ches verletzt worden sei. Weiter macht die Verteidigung geltend, dass keine ver-
wertbaren Beweismittel vorliegen, die eine Involvierung des Beschuldigten in die
angeklagten Vorgänge nachweisen würden. So seien zwar J._ und K._
wegen des Anklagevorwurfs rechtskräftig verurteilt worden, indes seien sie nie in
verwertbarer Art und Weise mit Bezug auf eine Beteiligung des Beschuldigten be-
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fragt worden. Diese hätten ihn auch nie belastet. Die Belastung des Beschuldig-
ten durch L._ sei nicht verwertbar. Dieser habe sein "Geständnis" gemacht,
da er gemerkt habe, dass dies sein Ticket aus der Haft sein werde. Seine Aussa-
gen seien zudem blosse Schätzungen und Mutmassungen. An den Aussagen von
L._ würden daher grosse Zweifel bestehen, da er ein grosses Interesse da-
ran gehabt habe, sich selbst zu entlasten und der Staatsanwaltschaft das zu lie-
fern, was sie sich so sehr wünschte, nämlich eine einzige verwertbare Belastung
des Beschuldigten. L._ sei es in der Folge völlig egal gewesen, was er sagen
sollte, er habe einfach auf seine bisherigen Aussagen verwiesen. Das schriftliche
Geständnis habe L._ erst verfasst, nachdem er anlässlich der delegierten
Einvernahme durch die Polizei erfahren habe, worin die Anklagehypothese beste-
he. Er habe den entsprechenden Polizeirapport erhalten. L._ habe einfach
die polizeiliche These abgeschrieben. Eine freie Schilderung des Sachverhalts
habe anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten nicht
stattgefunden. Die früheren Aussagen und das schriftliche Geständnis von
L._ seien unverwertbar. Entsprechend sei es auch unzulässig, wenn die
Staatsanwaltschaft in der Konfrontationseinvernahme L._ lediglich diese
Aussagen nochmals vorhalte und dieser dann nochmals bestätige, was er früher
gesagt habe. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liege eine unzulässi-
ge Verwertung im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO vor, wenn unverwertbare be-
lastende Aussagen der befragten Person in einer späteren Konfrontationseinver-
nahme wörtlich vorgehalten würden (Urk. 179 S. 6 ff.; Urk. 234 S. 18 ff.).
Zum Anklageprinzip ist Folgendes auszuführen: Das Gericht ist gemäss Art. 9
StPO an den in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt gebunden. Die
Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem
Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und sub-
jektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die vorgeworfene Tat muss zu-
reichend umschrieben sein, damit die beschuldigte Person genau weiss, welcher
konkreten Handlung sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert
wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_1151/2015 vom 21. Dezember 2016, E.2.2. m.w.H.). Die Anklage
fixiert den Gegenstand und den Umfang des Urteils. Nur Sachverhalte, die dem
- 17 -
Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen werden, können Gegenstand
des gerichtlichen Verfahrens sein. Folglich darf das Gericht keine Lebensvorgän-
ge ausserhalb der Anklage beachten (BSK StPO-Niggli/Heimgartner, Art. 9 N 36
und 39).
Den Einwendungen der Verteidigung kann nicht gefolgt werden. So ist die dem
Beschuldigten vorgeworfene Tathandlung, zusammen mit namentlich genannten
Mittätern Cannabiseinfuhren aus Holland und aus Spanien in die Schweiz getätigt
zu haben und dabei grundsätzlich für den Einkauf bzw. die Organisation des Ma-
rihuanas und Haschischs, den Kontakt zu den Lieferanten etc., die Finanzierung
bzw. die Organisation des für den Kauf des Cannabis benötigten Bargeldes zu-
ständig gewesen zu sein, genügend klar und genau umschrieben. Dem Beschul-
digten wird dabei die Einfuhr von Cannabis vorgeworfen, wobei die Herkunftslän-
der sowie seine Aufgaben beschrieben werden. Die Anklage hält hierzu fest, dass
der Beschuldigte dabei teilweise das für den Kauf benötigte Bargeld den genann-
ten Mittätern selbst übergeben habe und schliesslich für den Verkauf des so im-
portierten Cannabis in der Schweiz zuständig gewesen sei. Hieraus erhellt, dass
ihm die Übergabe von Bargeld für den Kauf, mithin der Erwerb der Betäubungs-
mittel bzw. die Organisation desselbigen, vorgeworfen wird, ebenso wie der Ver-
kauf des Cannabis in der Schweiz. Auch wie der Transport der Cannabislieferun-
gen erfolgt sein soll, wird umschrieben, nämlich "in der Regel mit Reisecars der
Firma T._ AG, teilweise jedoch auch mit Personenwagen". Diese Busse so-
wie die Busfahrer werden sogar noch weiter konkretisiert, so seien die Cannabis-
einfuhren unter anderem durch die Reisebusse U._, deutsches Kontrollschild
Nr. 2 und V._, weiss, Kontrollschild Nr. 3, erfolgt, welche unter anderem
durch W._ gelenkt worden seien. Die Anklageschrift nennt weiter die Mengen
der Betäubungsmittel sowie den relevanten Zeitraum: So sei der Beschuldigte von
mindestens Januar 2010 bis 15. September 2013 an der Einfuhr von insgesamt
mindestens 1'913 Kilogramm Cannabis (Marihuana und Haschisch) beteiligt ge-
wesen. Bezeichnet ist weiter der Abladeort ("Zweigniederlassung der T._ AG
an der AA._-strasse ... in AB._"), der Verkaufsort ("an verschiedenen
nicht näher bekannten Örtlichkeiten, unter anderem im Raum Zürich"), der Ver-
kaufspreis ("rund Fr. 5'000.– bis Fr. 7'000.– pro Kilogramm Marihuana und rund
- 18 -
Fr. 5'000.– pro Kilogramm Haschisch") sowie der Umsatz ("mindestens
Fr. 9'565'000.– [1'913 x Fr. 5'000.–]") und der grosse Gewinn ("weit mehr als
Fr. 10'000.–"). Auch die Lieferanten werden genannt, so habe der Beschuldigte
das Marihuana in der Regel bei einem nicht näher bekannten Lieferanten
"AC._" in Holland und das Haschisch über einen nicht näher bekannten Lie-
feranten namens "AD._" in Spanien organisiert. Davon, dass dem Beschul-
digten während einer nicht bekannten Zeit vorgeworfen wird, an einem nicht be-
kannten Ort, eine nicht bekannte Menge von nicht genau bekannten Betäu-
bungsmitteln mit nicht genau bekannten Fahrzeugen eingeführt und an nicht be-
kannte Personen verkauft zu haben (so die Verteidigung in Urk. 179 S. 7), kann
mithin keine Rede sein. Die Anklagebehörde hat nicht darzulegen, was der Be-
schuldigte bei jeder Lieferung "genau gemacht" habe, nämlich wie er konkret die
Finanzierung erledigt habe, wem genau er das Geld gegeben habe, mit "welchem
Kontakt er wann und wie und wo in Kontakt getreten sein soll", wann er die Liefe-
rungen bezahlt habe etc., wie dies die Verteidigung geltend macht (Urk. 179 S. 8
f., Urk. 206 S. 8). Es genügt, wenn der Sacherhalt so umfassend umschrieben ist,
dass sich der Beschuldigte dagegen zur Wehr setzen kann, was vorliegend der
Fall ist. Die Verteidigung wendet zudem ein, dass dem Beschuldigten nicht die ei-
genhändige bzw. "körperliche" Einfuhr vorgeworfen werde (Urk. 206 S. 8). Unter
Art. 19 BetmG fallen indes auch das Befördern bzw. die Einfuhr, wenn der Täter
keine physische Herrschaft bzw. Gewahrsam an den Betäubungsmitteln hat, er
muss beim Transport bzw. dem Verbringen der Betäubungsmittel in die Schweiz
nicht selber mitwirken (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG,
3. Auflage, Zürich 2016, Art. 19 N 43 ff.). Die Staatsanwaltschaft hat mithin nicht
zu beweisen, dass der Beschuldigte "die Einfuhr selbst vorgenommen hat", was
die Verteidigung fordert (Urk. 206 S. 8). Eine Bezahlung des Kaufpreises ist wei-
ter nicht Tatbestandsmerkmal (vgl. den entsprechenden Einwand der Verteidi-
gung in Urk. 206 S. 8). Dass es sich beim Vorwurf um einen langen Zeitraum,
nämlich um über 3 Jahre, handelt, ist kein Umstand, welcher dem Anklageprinzip
nicht genügen würde (so indes die Verteidigung in Urk. 179 S. 7), sondern ist
Ausfluss der dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen, welche sich über
einen langen Zeitraum erstrecken. Diese Zeitdauer wird in der Anklageschrift zu-
- 19 -
dem unterteilt und mit einzelnen Einfuhren auf einzelne Tage genau konkretisiert.
So geht aus der Anklageschrift hervor, dass dem Beschuldigten im Zeitraum von
mindestens Januar 2010 bis Ende Dezember 2012 monatlich mindestens ein
Transport (mithin insgesamt 36 Transporte) von mindestens je 40 Kilogramm
Cannabis vorgeworfen wird. Für den Zeitraum von mindestens Februar 2013 bis
15. September 2013 enthält der Vorwurf mindestens 10 Einfuhren von je 40 bis
70 kg, insgesamt mindestens 473 Kilogramm Cannabis, wobei diese Einfuhren
noch mit Daten (u.a. ca. 9. bis 11. Februar 2013, ca. 23./24. März 2013 etc.) und
weiteren Angaben (u.a. Herkunft, nämlich Niederlanden oder Spanien) genauer
umschrieben werden. Dem Beschuldigten war mithin klar, was ihm genau vorge-
worfen wird und es war ihm auch möglich, sich dagegen ausreichend zu verteidi-
gen. Wenn der Beschuldigte es vorgezogen hat, zu den Vorhalten keine Stellung
zu nehmen (u.a. Ordner 28 Urk. 041465 ff., Ordner 29 Urk. 041499 ff. S. 3 ff.,
Ordner 32 Urk. 042922, Urk. 043138 ff. und Urk. 043149 ff. S. 18 und S. 35 ff.
sowie Urk. 176 S. 5), so war dies sein Recht, hieraus kann aber nicht abgeleitet
werden, dass er sich zu den Vorwürfen nicht hätte äussern können (vgl. den ent-
sprechenden Einwand der Verteidigung in Urk. 179 S. 8 ff.). Dem Beschuldigten
wurden sämtliche Vorwürfe detailliert vorgehalten, ebenso sämtliche Beweismittel
wie u.a. Aussagen der Tatbeteiligten, polizeiliche Telefonabhörprotokolle und Da-
ten über seine Flüge mit der Swiss bzw. er hatte die Gelegenheit, die Beweismit-
tel zu sichten (Ordner 4 Urk. 011037 ff. und Urk. 011265 ff., Ordner 32 Urk.
042922 ff., Urk. 043138 ff. und Urk. 043149 ff., Beizugsakten Aktion M._
AG). Dass es dem Beschuldigten nicht möglich gewesen sein soll, einen "liquiden
Alibibeweis" zu erbringen (vgl. die Verteidigung in Urk. 206 S. 5), erweist sich auf
Grund der Aktenlage als schlichtweg falsch. Weiter sieht die Verteidigung ein
Problem der möglichen doppelten Strafverfolgung ("ne bis in idem"), da der Vor-
wurf ungenau umschrieben sei (Urk. 206 S. 6). Dem kann nicht gefolgt werden: In
der Anklageschrift sind wie oben schon erwähnt neben den Zeiträumen bzw. Da-
ten auch die einzelnen Handlungen, die Mittäter, die Art der Einfuhren via die
T._ AG, die Transportmittel, die Herkunft der Betäubungsmittel etc. um-
schrieben. Wenn nun neue Vorwürfe wegen der Einfuhr von Cannabis gegen den
Beschuldigten im Zeitraum ab 2010 erhoben würden - was die Verteidigung als
- 20 -
mögliches Szenario geltend macht (Urk. 206 S. 6) -, so wäre hinsichtlich der ge-
nannten Umstände (Mittäter, Art der Einfuhren, Transportmittel, Herkunft) eine
Abgrenzung ohne Weiteres möglich. Dass es sich bei dieser Anklageziffer um ei-
nen langen Zeitraum sowie eine grosse Menge Betäubungsmittel handelt, rührt
wie schon erwähnt aus den eigenen Handlungen des Beschuldigten her.
Die Verteidigung rügt weiter, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift
nicht angegeben habe, ob es sich um Marihuana oder Haschisch handelte und ob
dieses Cannabis einen THC-Gehalt von mehr als 1 % aufgewiesen habe
(Urk. 179 S. 8). Hierzu ist auszuführen, dass das BetmG in Art. 19 BetmG für die
Strafbarkeit kein bestimmtes Betäubungsmittel vorsieht, unter den Begriff "Betäu-
bungsmittel" fallen vielmehr sämtliche in Art. 2 lit. a BetmG genannten Stoffe und
Präparate. Wenn dem Beschuldigten in der Anklageschrift die Beteiligung an der
Einfuhr von "Cannabis (Marihuana und Haschisch)" vorgeworfen wird, so reicht
diese Angabe zur Subsumtion unter das Betäubungsmittelgesetz aus und ist
durch die Nennung zweier Substanzen genügend eingeschränkt. Auch erhellt aus
der Tatsache der Anklageerhebung, dass es sich bei dem in der Anklageschrift
genannten Cannabis um solches mit einem gesetzesrelevanten THC-Gehalt han-
deln muss. Die Mengen werden in der Anklageschrift hinreichend umschrieben,
zumal für die Strafbarkeit die in Verkehr gebrachten Mengen grundsätzlich uner-
heblich sind (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zü-
rich 2016, Art. 19 N 10).
Zu den Aussagen von L._ ist vorwegzunehmen, dass diese - entgegen den
Einwendungen der Verteidigung - verwertbar sind (vgl. auch die Erwägungen der
Vorinstanz in Urk. 195 S. 21 f.). Es fand eine staatsanwaltschaftliche Konfrontati-
onseinvernahme mit dem Beschuldigten statt, anlässlich welcher er seine Rechte
wahren konnte (Einvernahme vom 4. November 2017; Ordner 32 Urk. 043149 ff.).
Die Behauptungen der Verteidigung, dass die Aussagen von L._ deshalb
nicht verwertbar seien, da sie nur aus dem Grund erfolgt seien, um aus der Haft
entlassen zu werden bzw. zu einem abgekürzten Verfahren zu gelangen, gehen
fehl. L._ ist Jurist (Ordner 40 Urk. 0800001 und Urk. 080310) und kennt da-
her die strafprozessualen Regeln, insbesondere die Haftgründe sowie die Vo-
raussetzungen eines abgekürzten Verfahrens. Zudem war er bei sämtlichen Ein-
- 21 -
vernahmen durch RA AE._ verteidigt (u.a. Ordner 40 Urk. 0800001 ff.). Eine
Drucksituation kann daher von Vornherein nicht bestehen, wenn die Gesetzesbe-
stimmungen befolgt werden, was vorliegend der Fall ist. Konkrete Umstände, aus
denen das Gegenteil hervorgehen würde, werden von der Verteidigung denn
auch nicht geltend gemacht. Dass ein Geständnis die Haft beenden bzw. verkür-
zen kann, ist gesetzesimmanent, da in diesem Fall meistens die Kollusionsgefahr
wegfällt. Ebenso erhellt, dass bei Vorliegen eines Geständnisses die Möglichkeit
eines abgekürzten Verfahrens besteht. Im vorliegenden Fall ist es selbstredend
eine Tatsache, dass L._ ein Geständnis nur in dem Sinne abgeben konnte,
wenn er auch über seine Mittäter, mithin auch über den Beschuldigten und des-
sen Beteiligung an den Cannabis-Einfuhren, Aussagen machte. Dabei hat er sich
massiv selbst belastet, denn dass er als Mittäter des Beschuldigten mit Bezug auf
den entsprechenden Vorgang gilt, war ihm von Anfang an bewusst und wurde ihm
auch so von Beginn an vorgehalten (u.a. Ordner 40 Urk. 0800003 und Urk.
080100). Es stimmt somit nicht, dass L._ ein "grösstes Interesse hatte, sich
selbst zu entlasten", wie dies die Verteidigung ausführt (Urk. 179 S. 16). Im Ge-
genteil, mit seinem Geständnis hat er in erster Linie sich selber und damit infolge
der Mittäterschaft auch den Beschuldigten belastet. Weiter ist es so, dass sich
L._ schon vor der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten aus-
führlich schriftlich und mündlich zu den Umständen geäussert hatte (u.a. Ord-
ner 40 Urk. 080127 ff., Urk. 080135 ff.), weshalb auch keine Rede davon sein
kann, dass diese Konfrontationseinvernahme in dem Sinne erledigt worden sei,
um das "Feigenblatt des Teilnahmerechts zu wahren" (so die Verteidigung in
Urk. 179 S. 16).
Die Aussagen von L._ sind glaubhaft und belasten den Beschuldigten im
Sinne der Anklage: Schon in der polizeilichen Einvernahme vom 4. September
2017 gab er zu, von den Drogeneinfuhren zu wissen, da er "im wahrsten Sinne
des Wortes über Haschisch-Platten" gefallen und in der Folge "generisch langsam
in die Sache hineingewachsen sei", dies durch Mitwisserschaft und passives Wir-
ken. Von den über die T._ AG importierten Drogen sei alles für den Beschul-
digten A._ bestimmt gewesen, etwas weniger für AF._. Die Drogen- o-
der Geld-Transporte hätten im Schnitt 1 bis 2 mal pro Monat stattgefunden (Ord-
- 22 -
ner 40 Urk. 080127 ff. S. 1 f.). Weiter erklärte sich L._ bereit, der Staatsan-
waltschaft eine Zusammenfassung seiner Aktivitäten im Zusammenhang mit der
T._ AG abzugeben (Ordner 40 Urk. 080127 ff. S. 2). Diese schriftlichen Aus-
führungen erfolgten am 5. September 2017 (Ordner 40 Urk. 0801135 ff.) sowie
am 11. September 2017 (Ordner 40 Urk. 080183 ff.). In den polizeilichen Einver-
nahmen vom 26. September 2017 (Ordner 40 Urk. 080212 ff.) und vom 29. Sep-
tember 2017 (Ordner 40 Urk. 080268 ff.) wurde er zu seinen Aussagen in den
schriftlichen Stellungnahmen ausführlich befragt. Er bestätigte anlässlich dieser
Einvernahmen, dass durch die T._ AG Drogentransporte stattfanden, sicher
ein Transport pro Monat, dies im Zeitraum ab 2009/2010 bis im September 2013
(Ordner 40 Urk. 080212 ff. S. 1 ff., S. 8). Der Beschuldigte sei der "Koloss" im
Geschäft und zu 99% Empfänger des importierten Cannabis gewesen. Aus Ge-
sprächen zwischen A._ und J._ wisse er, dass der Beschuldigte die Im-
porte finanziert habe (Ordner 40 Urk. 080268 ff. S. 2). Es sei der Beschuldigte
gewesen, welcher die Einfuhren in Auftrag gegeben und diese auch bezahlt habe
(Ordner 40 Urk. 080268 ff. S. 3). Die Verteidigung führt zudem aus, dass es eine
Übernahme 1:1 von Fehlinformationen vom Polizeirapport in das Geständnis von
L._ gegeben habe (Urk. 179 S. 12). Worin diese Fehlinformationen insbe-
sondere hinsichtlich des Tatvorwurfs bestehen sollen, führt die Verteidigung indes
nicht aus, ebenso wenig, dass und in welcher Art und Weise L._, immerhin
ein Jurist, mit Bezug auf die tatrelevanten schriftlichen und mündlichen Aussagen
hätte manipuliert worden sein können. Konkret macht die Verteidigung hierzu ein-
zig geltend, dass das Kennenlernen der beiden Personen nicht so stattgefunden
habe, wie dies L._ in seiner schriftlichen Stellungnahme wiedergebe, so hät-
ten sich die beiden anlässlich eines 40. Geburtstages im Jahre 2007 und nicht
wegen einer Vertretung hinsichtlich eines SVG-Delikts im Jahre 2004 kennenge-
lernt (Urk. 179 S. 12). Diese Ausführungen der Verteidigung vermögen keinerlei
Hinweise auf irgendwelche falsche oder unglaubhafte Aussagen von L._ zu
liefern. Einerseits wären Aussagen zum Ort und Datum des Kennenlernens - zu-
mal sie schon weiter in der Vergangenheit liegen - nicht aussagerelevant. Ande-
rerseits erwähnte L._ nicht nur anlässlich der Einvernahme am Tag seiner
Verhaftung am 21. August 2017 bei der Polizei, dass er den Beschuldigten an-
- 23 -
lässlich eines Strassenverkehrsdeliktes im Kanton Schwyz kennen gelernt habe,
was irgendwann Anfang der Jahrtausendwende gewesen sei (Ordner 40 Urk.
0800001 ff. S. 9), sondern sagte auch anlässlich der Konfrontationseinvernahme
vom 14. November 2017 aus, dass das Kennenlernen als "Mandatsverhältnis"
angefangen habe (Ordner 32 Urk. 043149 ff., S. 4). Anlässlich dieser Konfrontati-
onseinvernahme wurde im Übrigen der Beschuldigte selber aufgefordert, zu den
Schilderungen von L._s betreffend das Kennenlernen Stellung zu nehmen.
Er hat hierzu keine Aussagen gemacht, wovon auszugehen wäre, wenn hier tat-
sächlich Unstimmigkeiten vorgelegen hätten (vgl. Ordner 32 Urk. 043149 ff. S. 6).
Wie und wann genau das Kennenlernen tatsächlich stattgefunden hat, kann im
Übrigen offen bleiben und ist weder zur Erstellung des Sachverhalts relevant noch
können hier allfällige unterschiedliche Darstellungen die Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen von L._ trüben. Dieser sagte zudem aus, dass er das Kennenlernen
zeitlich nicht mehr ganz einordnen könne; er kenne den Beschuldigten schon sehr
lange (Ordner 40 Urk. 080213 ff. S. 2).
Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Oktober 2017 bestä-
tigte L._ noch einmal, dass er im Jahr 2009 oder 2010 über schwarze Sport-
taschen mit Marihuana "gestolpert" sei und ihm J._ und der Beschuldigte da-
raufhin erklärt hätten, dass sie schon seit langem mit Bussen Drogen von Ams-
terdam und Malaga/Spanien in die Schweiz transportieren würden. Ebenso führte
er aus, dass er von einer Lieferung pro Monat ausgehe und dass mit Ausnahme
ganz kleiner Mengen des Cannabis, die für den Sohn von J._, AF._, be-
stimmt gewesen seien, der ganze Rest an den Beschuldigten gegangen sei (Ord-
ner 40 Urk. 080293 ff. S. 2 f.). Seine eigene Rolle sei die einer Transmissionsstel-
le sowie eines Vermittlers gewesen (Ordner 40 Urk. 080293 ff. S. 5). Es bestehen
somit mehrere übereinstimmende Aussagen von L._, welche keine Hinweise
enthalten, dass diese nicht der Wahrheit entsprechen würden. Zu den Einver-
nahmen vom 14. November 2017 (Konfrontationseinvernahme von L._ mit
dem Beschuldigten sowie Einvernahme von L._) macht die Verteidigung gel-
tend, dass diese unverwertbar seien, da es Absprachen mit der Staatsanwalt-
schaft betreffend eines abgekürzten Verfahrens gegeben habe (Urk. 179 S. 14
ff.). Zu diesem Einwand kann auf das oben Gesagte verwiesen werden. Die Mög-
- 24 -
lichkeit eines abgekürzten Verfahrens ist im Gesetz vorgesehen und daher des-
sen Beantragung bzw. Gewährung kein Grund für eine Unverwertbarkeit. Zudem
hatte L._ auch nach der Konfrontationseinvernahme und seiner anschlies-
senden Einvernahme vom 14. November 2017, anlässlich welcher er das Gesuch
um die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens stellte (Ordner 40 Urk.
080393 ff. S. 16), keinerlei Garantie dafür, dass die Staatsanwaltschaft einem ab-
gekürzten Verfahren zustimmen würde und dass dieses in der Folge vom Gericht
so genehmigt wird. Dass es L._ "völlig egal" gewesen sein soll, "was er sa-
gen sollte" (so die Verteidigung in Urk. 179 S. 16), stimmt nicht, machte er doch
eigene und auch gefühlvolle Ausführungen, welche seine persönliche Betroffen-
heit zeigen. Insbesondere hielt er fest, dass der Beschuldigte über Jahre zu sei-
nen besten Freunden gezählt habe, er habe zum intimsten und treusten Umfeld
von ihm gehört (vgl. Ordner 32 Urk. 043149 S. 4). Er bedaure sehr, dass der Be-
schuldigte "jetzt hier" sei. Persönlich sei der Beschuldigte eine sehr zuverlässige
Person. Er, L._, sei ihm nach wie vor wohlgesonnen und blende den langen
Weg, den sie gemeinsam gegangen seien, nicht einfach aus (Ordner 32 Urk.
043149 S. 5 f.). Damit ist nicht nur das Argument der Verteidigung entkräftet, dass
es L._ "egal" gewesen sei, was er sagen sollte, sondern es zeigt auch die
Glaubhaftigkeit der Aussagen von L._, welcher im Übrigen den Beschuldig-
ten nicht übermässig belasten wollte. Weiter führte L._ anlässlich dieser Kon-
frontationseinvernahme in freier Rede noch einmal aus, dass er einmal über eine
grosse Reisetasche gefüllt mit "Gras" gestolpert sei, woraufhin er mit dem Be-
schuldigten und J._ gesprochen habe und relativ rasch auf dem Tisch gele-
gen habe, was gelaufen sei. Der Beschuldigte habe von Mitte 2009 bis zur Ver-
haftsaktion in AB._ im September 2013 im Ausland Marihuana bezogen und
in der Schweiz in Empfang genommen. Darüber habe er mit dem Beschuldigten
selber gesprochen. Der Beschuldigte sei während der ganzen Zeit in diese Can-
nabiseinfuhren involviert gewesen (Ordner 32 Urk. 043149 ff. S. 8 ff.). Auch bei
Vorhalten seiner früheren Aussagen hat L._ diese nicht nur einfach bestätigt,
sondern zum Teil noch zusätzliche Ausführungen gemacht, weiter wurden durch
den Staatsanwalt Zusatzfragen gestellt (Ordner 32 Urk. 043149 ff.). Von einem
blossen Abnicken eines "geschlagenen Hundes" (vgl. den entsprechenden Hin-
- 25 -
weis der Verteidigung in Urk. 179 S. 16) kann mithin nicht die Rede sein. Wenn
die Verteidigung sich auf Urk. 043173 und die Aussage von L._ "Ich bitte Sie
doch einfach meine bisherigen Aussagen vorzuhalten. Ich werde nichts anderes
sagen. Das ist weniger entwürdigend für uns alle" bezieht (Urk. 179 S. 16), so ist
dazu auszuführen, dass diese Aussage zeitlich deutlich später in der Einvernah-
me erfolgte, nämlich nach Fragen betreffend der Rolle von AG._ als Verwal-
tungsrätin bei der E._ Transfer AG. In der Folge hat L._ zudem trotz der
zitierten Aussage weiterhin zu den Vorwürfen Stellung genommen, auch hier fand
somit kein blosses "Abnicken" statt. Anzumerken bleibt, dass der Staatsanwalt
L._ ausführlich während rund drei Stunden befragte und keine Rede davon
sein kann, dass es ihm nicht um die Wahrheit, sondern nur um das Geständnis
gegangen sei, was die Verteidigung geltend macht (Urk. 179 S. 16). Mit Bezug
auf den Inhalt der Aussagen von L._ anlässlich der Konfrontationseinver-
nahme kann auf die ausführliche Wiedergabe derselben durch die
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 36 f.). Er bestätigte in dieser Einver-
nahme seine früheren Aussagen vollumfänglich (Ordner 32 Urk. 043149 ff.). Zu-
dem anerkannte L._ am 14. November 2017 anlässlich der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme, im Zeitraum von mindestens Januar 2010 bis Septem-
ber 2013 zusammen mit dem Beschuldigten und den weiteren Mittätern J._
und K._ an der Einfuhr von insgesamt mindestens 2'033 Kilogramm Canna-
bis (Marihuana und Haschisch) beteiligt gewesen zu sein, welches in der Regel
durch den Beschuldigten an verschiedenen nicht näher bekannten Örtlichkeiten,
unter anderem im Raum Zürich, verkauft wurde, wobei ein Umsatz von mindes-
tens Fr. 10'165'000.– erzielt worden sei. Er anerkannte namentlich folgende Da-
ten/Mengen: Im Zeitraum von mindestens Januar 2010 bis Ende Dezember 2012
monatlich mindestens ein Transport von mindestens 40 Kilogramm Cannabis (to-
tal: 1'440 Kilogramm Cannabis) und im Zeitraum von mindestens Februar 2013
bis September 2013 mindestens 11 Einfuhren, mindestens insgesamt 593 Kilo-
gramm Cannabis. Bei letzterem Zeitraum anerkannte L._ auch einzelne Ein-
fuhren, so u.a. vom 9. bis 11. Februar 2013 (Einfuhr einer unbestimmten Menge
Cannabis [vermutlich Marihuana] von den Niederlanden in die Schweiz, wovon
mindestens rund 45 Kilogramm für den Beschuldigten bestimmt gewesen seien),
- 26 -
vom 23./24. März 2013 (Einfuhr einer unbestimmten Menge Cannabis [vermutlich
Marihuana] von den Niederlanden in die Schweiz, wovon mindestens 47 Kilo-
gramm für den Beschuldigten bestimmt gewesen seien), vom 3. bis 7. April 2013
(Einfuhr einer unbestimmten Menge Cannabis [vermutlich Haschisch] von Spani-
en in die Schweiz, wovon mindestens rund 45 Kilogramm für den Beschuldigten
bestimmt gewesen seien), etc. (vgl. Ordner 40 Urk. 080393 ff. S. 2 ff.). Sämtliche
Einfuhren ab dem 9. bis 11. Februar 2013 wurden ihm auch schon mit Mengen-
angaben anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. August 2017 mit den
entsprechenden Beweismitteln vorgehalten (Ordner 40 Urk. 0800001 ff. S. 3 ff.),
ebenso anlässlich der Hafteinvernahme vom 21. August 2017 (Ordner 40 Urk.
080100 ff. S. 2 ff.). Dass auch schon früher monatliche Importe stattfanden, hat
L._ von sich aus ausgesagt (vgl. die obigen Erwägungen). Damit sind die
dem Beschuldigten vorgeworfenen Mengen bzw. Vorgänge erstellt. Es stimmt
insbesondere nicht, dass L._ keine genauen Angaben machte, was die Ver-
teidigung geltend macht (Urk. 179 S. 12 ff.). Seine Aussagen, dass im relevanten
Zeitraum mindestens eine Lieferung pro Monat stattfand, sind konstant und
glaubhaft, da sie L._ mit entsprechenden Zahlungen in Übereinstimmung
bringen konnte. Sein Wissen erhielt er zudem über die weiteren Geldflüsse sowie
die Gespräche mit dem Beschuldigten und J._, welche die Drogenimporte
ihm gegenüber ausdrücklich bestätigten. Er kannte die Reisen des Beschuldigten,
er wusste auch, dass dieser die Drogenimporte finanzierte, die Einfuhren in Auf-
trag gab und diese sowie die Provisionen an J._ bezahlte. Als Vermittler zwi-
schen dem Beschuldigten und J._ verfügte L._ selbstredend über ge-
naue Kenntnisse zu den Importen. Ebenso sagte er konstant aus, dass das im-
portierte Cannabis zu 99% für den Beschuldigten bestimmt war (vgl. zum Ganzen
u.a. Ordner 40 Urk. 080212 ff., Urk. 080268 ff., Urk. 080293 ff.). Ihm wurden die
konkreten Daten der Cannabiseinfuhren und teilweise die Gesprächsprotokolle
sowie weitere Urkunden vorgehalten (Ordner 40 Urk. 080001 ff., Urk. 080100 ff.,
Urk. 080212 ff.), weshalb er einen Konnex seiner Kenntnisse zu den Daten
schliessen konnte. Er kannte die Abwesenheiten des Beschuldigten und von
J._ sowie die in Aussicht gestellten Geldbeträge (vgl. Ordner 40 Urk. 080127
S. 1). Er wusste zudem, dass J._ vom Beschuldigten pro Fahrt jeweils zwi-
- 27 -
schen Fr. 15'000.– und Fr. 25'000.– als Provision erhielt (Ordner 32 Urk. 043149
ff. S. 15 f., Ordner 40 Urk. 080268 S. 2) und der Beschuldigte für den Einkauf der
Drogen jeweils hohe Geldbeträge von Fr. 200'000.– bis Fr. 400'000.– im Zusam-
menhang mit der T._ AG nach Amsterdam transportieren liess (Ordner 32
Urk. 043149 ff. S. 17; Ordner 40 Urk. 080268 S. 2, Urk. 080293 ff. S. 5). Aus die-
sem Wissen war es L._ ohne Weiteres möglich, sich mit den ihm vorgewor-
fenen Einfuhrmengen zu befassen. Dass L._ höhere Mengen bzw. weitere
Daten als die ihm vorgeworfenen eingestanden hätte, ist auszuschliessen. Sein
gesamtes Verhalten war nämlich darauf gerichtet, seine eigene Beteiligung an
den Drogenimporten gering zu halten und sich als blossen Vermittler darzustellen.
In diesem Sinne sind seine an gewissen Stellen gemachten Behauptungen, nichts
Genaueres gewusst zu haben (vgl. u.a. Ordner 40 080212 ff. S. 7 und Urk.
080293 ff. S. 3; Order 32 Urk. 043149 ff. S. 11 und S. 13; vgl. auch die entspre-
chenden Ausführungen der Verteidigung in Urk. 179 S. 12 ff., dass es sich bei
den Angaben nur um Mutmassungen handle), als Schutzbehauptungen zu würdi-
gen, zumal er die Daten der Lieferungen kannte und diese mengenmässig schätz-
te, was ihm nicht möglich gewesen wäre ohne intime Kenntnisse der Umstände
(Ordner 40 Urk. 080293 ff. S. 3). Weiter kannte L._ "AD._", von wel-
chem er wusste, dass er der Haschischlieferant des Beschuldigten in Marok-
ko/Malaga war und welchen er auch persönlich getroffen hat. L._ sagte aus,
dass er gewusst habe, dass wenn er mit dem Beschuldigten nach Malaga gehe,
er dort den Lieferanten kennen lerne und dass der Beschuldigte ihm diesen als
seinen Haschischlieferanten vorgestellt habe (Ordner 40 Urk. 080212 ff. S. 9 f.).
Ebenso kannte L._ "AC._", den Lieferanten des Beschuldigten in Ams-
terdam, welchen er ebenfalls persönlich getroffen hat (Ordner 40 Urk. 080212 ff.
S. 11). Dass eine Person mit Lieferanten von Cannabis im Ausland in Kontakt
kommt, diesen sogar vorgestellt wird, ist nur dann denkbar, wenn diese Person
wesentlich in den Drogenhandel involviert ist. Ansonsten würde ein solcher Liefe-
rant sicherlich nicht die Gefahr auf sich nehmen, persönliche Kontakte herzustel-
len. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass L._ mit den Lieferanten be-
kannt war und dass er Einblicke in die Reisen des Beschuldigten, die Busfahrten
sowie die gezahlten Provisionen und Entschädigungen hatte. Wenn er Daten und
- 28 -
Mengen von Drogenimporten anerkennt, so ist dies als äusserst glaubhaft einzu-
stufen. Gestützt auf seine Angaben sowie die abgehörten Telefongespräche (vgl.
u.a. Ordner 32 Urk. 042922 ff., wo diese dem Beschuldigten einzeln vorgehalten
wurden) bestehen keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass sich der Sachver-
halt so wie eingeklagt abgespielt hat. Zudem konnte von der letzten Lieferung bei
AH._ eine Menge von 40 Kilogramm Marihuana sichergestellt werden (Ord-
ner 4 Urk. 011395 ff.; Beizugsakten "M._ AG"). Dass in den abgehörten Ge-
sprächen mit dem "Kleinen" der Beschuldigte gemeint war, ist durch diverse Aus-
sagen erstellt (u.a. Ordner 40 Urk. 080127 ff. S. 2.; Ordner 49 Urk. 150372 ff. S.
3, Urk. 150420 ff. S. 1 ff., Urk. 150479 ff. S. 1 ff. und Urk. 150406 ff. S. 1 ff.) und
wird durch den Beschuldigten auch nicht bestritten. Die Vorinstanz hat zudem
weitere Aussagen wiedergegeben, welche zum Beweisergebnis ebenfalls beitra-
gen. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 195 S. 38 ff.). Ergän-
zend kann an dieser Stelle zudem auf den Bericht der Kantonspolizei Aargau vom
13. März 2015 (Ordner 4 Urk. 011265 ff.) sowie den Ermittlungsbericht der Stadt-
polizei Zürich vom 8. Februar 2017 (Ordner 4 Urk. 011037 ff.) verwiesen werden.
Der Sachverhalt ist vollumfänglich erstellt.
- 29 -
2.1.2. Ziff. 1.1.1.2. Marihuana- und Haschischeinfuhren im Jahr 2015 mit N._
und O._ (unter anderem Vorgang 51; Anklageschrift S. 8 f.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen,
zusammen mit N._ sowie O._ als Mittäter im Zeitraum von ca. Juni 2015
bis November 2015 drei Einfuhren von Spanien in die Schweiz von insgesamt
mindestens 39 bis 42 Kilogramm Marihuana und rund 90 Kilogramm Haschisch
getätigt zu haben, wobei sie je eine Drittelsbeteiligung am Erlös bzw. Gewinn ver-
einbart hätten. Diese eingeführten Betäubungsmittel seien in der Folge für insge-
samt ca. Fr. 510'000.– bis Fr. 744'000.– (39 bis 42 Kilogramm Marihuana für ins-
gesamt Fr. 195'000.– bis Fr. 294'000.–; 90 Kilogramm Haschisch für Fr. 315'000.–
bis Fr. 450'000.–) verkauft und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als
Fr. 10'000.– erzielt worden.
Die Verteidigung führt aus, dass der Beschuldigte diesen Vorwurf im Grundsatz
anerkenne, die Initiative sei indes von N._ sowie O._ ausgegangen. An-
erkannt werde, dass der Beschuldigte zu einem Drittel "an dieser Angelegenheit
beteiligt" gewesen sei, entsprechend sei bei der Strafzumessung auch nur sein
Drittel zu berücksichtigen bzw. er sei teilweise freizusprechen (Urk. 179 S. 17 f.;
Urk. 196 S. 2). Seine Beteiligung habe sich auf die Finanzierung des Einkaufs im
Umfang von Fr. 10'000.– bezogen (Urk. 234 S. 20).
Der Beschuldigte anerkannte diesen Sachverhalt schon in der Untersuchung
(staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 24. Mai 2017, Ordner 31
Urk. 042440 ff.). Der Sachverhalt ist auf Grund der Geständnisse des Beschuldig-
ten sowie der Mitbeteiligten N._ und O._ sowie der weiteren Beweismit-
tel (abgehörte Gespräche, sichergestellte Dokumente wie Mietverträge für Autos
oder Buchungsbelege für Flüge [Ordner 27 Urk. 040505 ff.]; vgl. auch den Bericht
der Polizei zu Vorgang 51 vom 17. März 2016 [Ordner 17, Urk. 015935 ff.]) er-
stellt. Die entsprechenden Aussagen des Beschuldigten, von N._ sowie von
O._ wurden durch die Vorinstanz wiedergegeben und korrekt gewürdigt, wo-
rauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 44 ff.). Entgegen der An-
sicht der Verteidigung ist hinsichtlich des Beschuldigten nicht nur ein Drittel der
eingeklagten Menge zu berücksichtigen, ist es doch gerade ein Merkmal der Mit-
- 30 -
täterschaft, dass eine anteilsmässige Gewinnbeteiligung vereinbart wird. Der
Sachverhalt ist somit hinsichtlich der gesamten Menge erstellt.
2.1.3. Ziff. 1.1.1.3. Haschischeinfuhr mit N._ im Dezember 2015 (Vorgang 43
und 53; Anklageschrift S. 10)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zwischen dem
20. und 24. Dezember 2015 zusammen mit N._ ca. 60 Kilogramm Haschisch
zwecks Weiterverkaufs von Málaga/Spanien in die Schweiz eingeführt zu haben.
Hinsichtlich dieses Vorwurfs beantragt die Verteidigung einen Freispruch. Man
habe zwar gegenüber dem Abnehmer behauptet, diese Menge einzuführen, indes
sei es nicht zum Import gekommen, da man immer noch auf dem "Hasch
festsass, das man im Oktober/November zusammen mit N._ und O._
besorgt hatte" (Urk. 196 S. 2 und Urk. 179 S. 18; Urk. 234 S. 20).
Die vorgebrachte Einwendung der Verteidigung, dass es trotz der erfolgten Orga-
nisation des Haschischimports nicht zu einer Einfuhr gekommen sei, widerspricht
den eigenen Aussagen des Beschuldigten. So sagte dieser anlässlich der Einver-
nahme bei der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2017 aus, dass er im Dezember
2015 den Haschischimport von Spanien in die Schweiz organisiert habe. Er habe
auch jemanden gekannt, der eine bestimmte Menge gebraucht habe. Seiner Erin-
nerung und seiner Meinung nach seien es 40 Kilogramm gewesen. N._ habe
das Haschisch in Spanien geprüft und ihm, dem Beschuldigten, bestätigt, dass es
"ok sei". Soweit er sich erinnere, habe er es auch für die Leute eingepackt. "Wir
haben es dann hier irgendwann empfangen", dies - wenn er sich richtig erinnere -
um Weihnachten 2015. Er, der Beschuldigte, sei dann in die Ferien gegangen und
habe danach versucht, das genannte Haschisch zu verkaufen. Die Person, die es
ursprünglich gewollt habe, habe es nämlich nicht mehr gewollt. Entgegen der Pla-
nung, wonach das Haschisch an einen Abnehmer gelangen sollte, habe er es
verschiedenen Leuten gegeben, meistens auf Kommission, einfach um es loszu-
werden (Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 29). Die gemeinsame Haschischeinfuhr an-
erkannte der Beschuldigte auch im Rahmen der Schlusseinvernahme vom 19.
Januar 2018 im Umfang von 40 Kilogramm (Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 12 f.)
- 31 -
sowie anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. Dezember 2018 (Urk. 176 S. 8).
Damit ist nur schon auf Grund der eigenen Aussagen des Beschuldigten nachge-
wiesen, dass das Haschisch in die Schweiz zwecks Weiterverkaufs auch tatsäch-
lich eingeführt wurde und es nicht bei der Planung blieb. Dies sagte auch N._
so aus. Gemäss seinen Aussagen handelte es sich - entgegen den Aussagen des
Beschuldigten, wonach die Menge nur 40 Kilogramm betragen habe - um 60 Kilo-
gramm Haschisch. N._ führte aus, dass er im Auftrag des Beschuldigten am
21. oder 22. Dezember 2015 zwei unbekannte Personen arabischer Herkunft
beim ... auf dem Parkplatz abgeholt habe. In der Folge hätten sie in einer Garage
knapp 60 Kilogramm Haschisch ausgeladen. Er habe es nachgezählt und am
nächsten Tag eigenhändig in Vakuumsäcke zu 5 Kilogramm-Paketen gepackt
(Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 8; Ordner 35 Urk. 050956 ff. S. 7). Die eingeführten
rund 60 Kilogramm Haschisch seien für den Beschuldigten und ihn selbst be-
stimmt gewesen. Wie das Haschisch dann in die Schweiz gekommen sei, darüber
könne er nur Vermutungen anstellen. Er nehme an mit einem Fahrzeug. Sinn der
Einfuhr sei es gewesen, das Haschisch in der Folge zu verkaufen und Gewinn zu
erzielen. Ihm selber sei es nicht gelungen, etwas davon zu verkaufen (Ordner 35
Urk. 050965 ff. S. 30; Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 8 f.). Die nachträgliche Be-
hauptung der Verteidigung, dass Haschisch abgeholt, portioniert und verpackt
sowie dem Kurier übergeben wurde und dann nicht in die Schweiz gebracht wor-
den sein soll, ist als Schutzbehauptung zu werten. Durch die Aussagen von
N._ ist auch die Menge von 60 Kilogramm erstellt. Diese Aussagen sind
glaubhaft, hat er das Haschisch doch selber zu 5 Kilogramm portioniert und ab-
gepackt und die Menge von 60 Kilogramm in seiner schriftlichen Stellungnahme
sowie anlässlich von zwei Einvernahmen bestätigt. Erst als der Beschuldigte an-
lässlich der Konfrontationseinvernahme vom 3. März 2017 angab, dass es seiner
Meinung nach nur 40 Kilogramm gewesen seien (Ordner 36 Urk. 050965 ff. S.
29), reduzierte N._ die Menge ebenfalls mit den Worten "Es kann gut sein,
dass ich mich vertan habe [...]" (Ordner 36 Urk. 050965 ff. S. 34). Dabei handelt
es sich offensichtlich um ein Anpassen der Aussage, welches nicht auf den tat-
sächlichen Fakten beruht. Im übrigen kann auf die abgehörten Gespräche zu die-
- 32 -
sen Vorgängen verwiesen werden (vgl. Ordner 16 Urk. 015494 ff., Urk. 015825 ff.
und Urk. 015830 ff.). Der Sachverhalt ist erstellt.
2.1.4. Ziff. 1.1.1.4. Marihuanaeinfuhr mit N._ im Februar 2016 (Vorgang 14;
Anklageschrift S. 10 f.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zwischen dem
17. und 21. Februar 2016 zusammen mit N._ für R._ die Einfuhr von ca.
8 bis 12 Kilogramm Marihuana von Mataró/Spanien in die Schweiz organisiert zu
haben. Er habe die Koordination dieser Marihuanaeinfuhr aus der Schweiz vorge-
nommen und N._ sei unter anderem für die Übernahme des Marihuanas vom
Lieferanten in Spanien und die Übergabe desselbigen an mindestens einen nicht
näher bekannten Kurier von R._ in Spanien zuständig gewesen. Das Mari-
huana sei in der Folge mittels eines Fahrzeugs in die Schweiz eingeführt worden
und sei für R._ bestimmt gewesen.
Zu diesem Vorwurf führt die Verteidigung aus, dass anerkannt werde, dass der
Beschuldigte N._ einen Kontakt in Spanien vermittelt habe, was indes ge-
mäss Art. 19 BetmG nicht strafbar sei. Ferner sei nicht geklärt, ob das Marihuana
je in der Schweiz angekommen sei. Daher sei der Beschuldigte von diesem Vor-
wurf freizusprechen (Urk. 179 S. 18; Urk. 196 S. 2, Urk. 234 S. 21).
Durch den Beschuldigten ist eingestanden, dass er die "rund 10 Kilogramm" Ma-
rihuana einer Person vermittelt und N._ die in Spanien liegende Ware bereit-
stellte (Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 32 f.). Dass sich der Vorgang wie eingeklagt
abgespielt hat, ergibt sich zudem aus den Abhörprotokollen (vgl. hierzu Ordner 11
Urk. 013665 ff.]) sowie den Aussagen von N._. Dieser führte aus, dass er im
Auftrag des Beschuldigten vier unbekannten Personen das Marihuana habe zu-
kommen lassen, indem er es in ein Auto eingeladen und den Personen das Auto
gebracht habe. Es seien 8 oder 10 Kilogramm bzw. ca. 8 oder 12 Kilogramm Ma-
rihuana gewesen (Ordner 35 Urk. 050965 ff. S. 32 f., Ordner 36 Urk. 051237 ff. S.
11 ff.). Entgegen der Ansicht der Verteidigung stellt das Verhalten des Beschul-
digten nicht bloss ein strafloses Vermitteln dar. Denn er hat zusammen mit
N._ in Mittäterschaft in einer Arbeitsteilung zusammengewirkt und muss sich
- 33 -
daher sämtliche Handlungen anrechnen lassen. Der Sachverhalt ist mithin wie
angeklagt erstellt. Ob und in welcher Weise R._ beteiligt war, kann mit der
Vorinstanz (vgl. Urk. 195 S. 57) offen bleiben. Sie hat zudem die Aussagen der
Beteiligten ausführlich wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 195
S. 53 ff.). Das Vorbringen der Verteidigung, es sei zweifelhaft, ob das in Spanien
bereitgestellte Marihuana letztlich in die Schweiz verbracht worden sei, vermag
vor dem Hintergrund der Aussagen von N._ sowie der im übrigen erstellten
systematischen Einfuhren von Marihuana in die Schweiz nicht zu überzeugen.
Der Sachverhalt ist insgesamt erstellt.
2.1.5. Ziff. 1.1.1.5. Marihuanaeinfuhr mit N._ und P._ sowie unbekann-
ten Drittpersonen im Jahr 2016 (Vorgang 18; Anklageschrift S. 11 ff.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen,
in der Zeit von ca. Februar 2016 bis April 2016 gemeinsam mit N._ sowie
P._ und weiteren unbekannten Personen mittels sechs Sammellieferungen
mindestens 257 Kilogramm Marihuana von Spanien in die Schweiz zwecks Wei-
terverkaufs importiert zu haben. Der Beschuldigte sei vor allem für die Organisati-
on des für die Sammeltransporte benötigten Bargeldes in der Schweiz und die
Weitergabe dieses Bargeldes nach Spanien an N._ zuständig gewesen. Die
Lieferungen hätten ca. am 23./.24. Februar 2016, 1. März 2016, 9. März 2016, 20.
März 2016, 30. März 2016 sowie 13. April 2016 stattgefunden. Das Marihuana sei
jeweils durch einen Kurier mittels Lieferwagen von Spanien in die Schweiz impor-
tiert worden, wobei jeder der Investoren seinen aus der Sammellieferung bestell-
ten Marihuanaanteil zwecks eigenen Weiterverkaufs entgegengenommen habe.
Mit diesen Importen sei ein Umsatz von mindestens Fr. 1'285'000.– bis Fr.
1'799'000.– und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt
worden.
Die Verteidigung führt aus, dass der Beschuldigte diesen Vorgang im Wesentli-
chen anerkenne. Er sei an der Einfuhr von insgesamt 99.5 Kilogramm Cannabis
beteiligt gewesen, wobei sein Anteil daran nur die Hälfte betrage, da der andere
Teil an N._ gegangen sei. Er und N._ hätten nur wenig beigesteuert,
P._ sei federführend gewesen und habe das Kommando gehabt. Der Be-
- 34 -
schuldigte sei daher teilweise von diesem Vorwurf freizusprechen (Urk. 196 S. 2
und Urk. 179 S. 18 ff.; Urk. 234 S. 21 f.).
Mit Bezug auf die einzelnen Aussagen der Beteiligten, nämlich des Beschuldig-
ten, von N._ sowie von P._ kann auf die ausführliche Wiedergabe und
Würdigung durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 61 ff.), ebenso
auf die aufgezeichneten Gespräche und weiteren Belege (vgl. Ordner 12
Urk. 013997 ff. und Urk. 014075 ff.).
Betreffend die Einfuhr vom 9. März 2016 anerkennt der Beschuldigte von der ein-
geklagten Menge von ca. 40 Kilogramm Marihuana, wovon ca. 20 Kilogramm Ma-
rihuana für ihn und N._ bestimmt gewesen seien, eine auf ihn und N._
anzurechnende Menge von 18 Kilogramm (Urk. 179 S. 19). P._ bezifferte die
Lieferung mit ca. 40 Kilogramm Marihuana (Ordner 39 Urk. 070199 ff. S. 17 und
Urk. 070124 ff. S. 9). Es ist somit von der eingeklagten Menge von ca. 40 Kilo-
gramm auszugehen, die Abweichung zur vom Beschuldigten anerkannten Ge-
samtmenge von 36 Kilogramm (2 mal 18 Kilogramm) ist marginal. Anzumerken ist
zu dieser Einfuhr wie auch zu den nachfolgend zu behandelnden, dass dem Be-
schuldigten als Mittäter selbstverständlich die gesamte Importmenge anzurech-
nen ist, nicht nur - wie von der Verteidigung geltend gemacht - den auf ihn und
N._ entfallenden Anteil. Er hat zusammen mit den Mittätern die Einfuhren or-
ganisiert und war damit für die eingeführte Gesamtmenge mitverantwortlich.
Die Einfuhr vom 20. März 2016 (Einfuhr von mindestens ca. 60 Kilogramm Mari-
huana, wovon ca. 30 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten A._ und
N._ bestimmt gewesen seien), ist anerkannt und erstellt (vgl. Urk. 179 S. 19
und Urk. 195 S. 61 ff.). Auch die Einfuhr vom 30. März 2016 (Einfuhr von ca. 62.5
Kilogramm Marihuana, wovon ca. 31.25 Kilogramm Marihuana für den Beschul-
digten A._ und N._ bestimmt gewesen seien), wird im Grundsatz aner-
kannt, indes habe es sich lediglich um 58.675 Kilogramm gehandelt (Urk. 179 S.
19). Da sowohl N._ als auch P._ die Menge klar und übereinstimmend
mit 62.5 Kilogramm angaben (Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 21, Ordner 35 Urk.
050965 ff. S. 16, Ordner 39 Urk. 070124 ff. S. 12 und Urk. 070199 ff. S. 21), ist
- 35 -
auch dieser Sachverhalt erstellt. Die Abweichung zur zugestandenen Menge ist
im Übrigen marginal.
Die Einfuhr vom 13. April 2016 (mindestens ca. 50.5 Kilogramm Marihuana, wo-
von ca. 21.5 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten A._ und N._
bestimmt gewesen seien) wird durch den Beschuldigten anerkannt und ist erstellt
(Urk. 179 S. 19 und Urk. 195 S. 61 ff.).
Die eingeklagten Einfuhren vom 23./24. Februar 2016 (Einfuhr von mindestens
ca. 15 Kilogramm Marihuana, wovon ca. 7.5 Kilogramm Marihuana für den Be-
schuldigten und N._ bestimmt gewesen seien) sowie vom 1. März 2016 (Ein-
fuhr von mindestens ca. 29 Kilogramm Marihuana, wovon ca. 14.5 Kilogramm
Marihuana für den Beschuldigten und N._ bestimmt gewesen seien) werden
vom Beschuldigten bestritten. Die Verteidigung macht geltend, dass die Einfuhr
vom 23./24. Februar 2016 zwar geplant gewesen sei, indes in der Folge nicht ha-
be durchgeführt werden können und diejenige vom 1. März 2016 mit derjenigen
vom 9. März 2016 identisch sei (Urk. 179 S. 19). Auch N._ bestreitet diese
Einfuhren. Er führte hierzu aus, dass die Einfuhr vom 23./24. Februar 2016 nicht
stattgefunden habe, diese sei lediglich geplant gewesen. Es hätten mehrere Sa-
chen nicht geklappt, einerseits die Geldbeschaffung und zum anderen der Trans-
port seitens P._ (Ordner 35 Urk. 050965 ff. S. 3 f., Ordner 36 Urk. 051237 ff.
S. 14 f.). P._, auf dessen Aussagen sich die Anklage stützt, sagte folgendes
aus: Es habe eine erste Lieferung gegeben, er könne sich aber an das genaue
Datum nicht mehr erinnern. Der 23./24. Februar 2016 dürfte aber in etwa stim-
men. Es habe sich bei dieser Lieferung um einen Testlauf gehandelt, um zu
schauen, ob es so funktioniere. Er glaube, die erste Sammellieferung sei insge-
samt 15 Kilogramm Marihuana gewesen (Ordner 39 Urk. 070124 ff S. 6 f. und
Urk. 070199 ff. S. 14 f.). Bezüglich der Lieferung von ca. 1. März 2016 führte
P._ aus, dass das Datum 1. März 2016 etwa stimmen dürfte. Er habe sich
ausgerechnet, dass wenn das Datum vom 1. und 9. März 2016 stimme, wie hoch
aufgrund der Reinvestition die nächste Lieferung hätte sein können bzw. sein
müssen. Es gehe für ihn auf, dass dann am 20. März 2016 das Fahrzeug vollbe-
laden gewesen sei. Die 29 Kilogramm vom 1. März 2016 dürften in etwa stimmen
- 36 -
(Ordner 39 Urk. 070124 ff. S. 8 f. und Urk. 070199 ff. S. 16). Wie schon die Vo-
rinstanz festgehalten hat, zeigen die abgehörten Gespräche der Beteiligten zwar
an diesen Daten entsprechende Aktivitäten einer Einfuhr, lassen jedoch keinen
klaren Rückschluss auf tatsächliche Einfuhren zu. Ebenso lässt sich aus den Ge-
sprächen nicht erschliessen, ob anfangs März eine oder nur zwei Lieferungen er-
folgten und wie gross der Umfang der Lieferung(en) war. Auch die sichergestell-
ten handschriftlichen Aufzeichnungen können hierzu keine Klarheit bringen (vgl.
zum Ganzen Urk. 195 S. 79 f. sowie Ordner 12 Urk. 013997 ff. [Ermittlungsbericht
der Polizei vom 12. September 2016]). Zwar ist der Vorinstanz Recht zu geben,
dass die Aussagen von P._ grundsätzlich überzeugend und glaubhaft sind
und er sich kaum wider besseres Wissens falsch belasten würde. Dass indes ein
Irrtum seinerseits ausgeschlossen werden könne, kann nicht gesagt werden, hat
P._ seine Angaben doch nicht präzise verifizieren können, weder hinsichtlich
der Daten noch mit Bezug auf die genauen Mengen. Zudem ist durch den Be-
schuldigten und N._ unbestritten, dass in diesem Zeitraum Importe geplant
waren. Es kann auf Grund des gesamten Aussageverhaltens von N._ davon
ausgegangen werden, dass er die Importe zugegeben hätte, wenn sie tatsächlich
stattgefunden hätten. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass sich die Erinnerun-
gen von P._ auf die Planungen und nicht auf tatsächliche Einfuhren bezie-
hen. Aufgrund dieser Zweifel lassen sich die eingeklagten Lieferungen vom
23./24. Februar 2016 (Einfuhr von mindestens ca. 15 Kilogramm Marihuana, wo-
von ca. 7.5 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten und N._ bestimmt
gewesen seien) sowie vom 1. März 2016 (Einfuhr von mindestens ca. 29 Kilo-
gramm Marihuana, wovon ca. 14.5 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten
und N._ bestimmt gewesen seien), mithin eine Menge von insgesamt ca. 44
Kilogramm (wovon 22 Kilogramm für den Beschuldigten und N._ bestimmt
gewesen seien) nicht erstellen. Ein Anstalten treffen zu Einfuhren ist durch die
Staatsanwaltschaft nicht eingeklagt.
2.1.6. Ziff. 1.1.2. Banden- und gewerbsmässiger Marihuanaanbau in der
Schweiz
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2.1.6.1. Ziff. 1.1.2.1. Hanfplantage an der C._-strasse ... in D._ in den
Jahren 2011 bis 2015 (Anklageschrift S. 17 f.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, an der C._-
strasse ... in D._ eine Hanfindooranlage betrieben zu haben. Das geerntete
Marihuana sei in der Folge zumindest teilweise durch den Beschuldigten in der
Stadt Zürich und Umgebung verkauft worden. Die Hanfindooranlage habe im Zeit-
raum von ca. 1. Juli 2011 bis mindestens Ende September 2014 eine Gesamtern-
te von mindestens ca. 4'095 Kilogramm Marihuana (13 x 315 Kilogramm: 2011: 2
Ernten; 2012: 4 Ernten; 2013: 4 Ernten; 2014: 3 Ernten) ergeben, wobei ein Um-
satz von insgesamt mindestens Fr. 20'475'000.– und damit ein grosser Gewinn
von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt worden sei.
Die Verteidigung anerkennt, dass der Beschuldigte an besagter Örtlichkeit Can-
nabis angebaut habe. Sie fordert indes einen teilweisen Freispruch, da die Men-
gen "vollkommen illusorisch" seien. Die hochgerechnete Erntemenge basiere auf
"reichlich Phantasie" sowie der Annahme von perfekten Bedingungen. Tatsächlich
sei die Herstellung dieses Naturproduktes nicht so einfach, wie man meinen könn-
te. Zudem sei der Beschuldigte nur während rund 2.5 Jahren involviert gewesen.
Zwar sei der Raum schon früher angemietet worden, doch der Aufbau der Anlage
habe Zeit gebraucht. Anerkannt würden daher lediglich 9 Ernten (und nicht 13,
wie von der Anklage geltend gemacht), woraus insgesamt eine Menge von 217,6
Kilogramm Marihuana resultiere. An dieser Menge habe der Beschuldigte nur ei-
nen Anteil von 50% gehabt (Urk. 179 S. 20 ff., Urk.196 S. 2).
Die amtliche Verteidigung führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, die
Menge betreffend den Anbau von Marihuana an der C._-strasse in D._
basiere auf reinen Mutmassungen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Staats-
anwaltschaft auf die Anzahl Pflanzen von insgesamt 10'500 (6 x 1'750) gekom-
men sei. Gemäss der Verteidigung sei davon auszugehen, dass sich die Staats-
anwaltschaft auf die Aussagen von Q._ abstütze. Dieser habe aber die Anla-
ge gar nie in Betrieb gesehen, sondern sei nur einmal zum Putzen vorbeigekom-
men. Die Zahl von 10'500 sei von ihm nie genannt worden. Weiter erschliesse
sich aus der Anklageschrift nicht, wie die Zahl ermittelt worden sei (Urk. 234 S.
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22). Da die erwirtschaftete Menge an Betäubungsmitteln vorliegend primär auf der
Anzahl Pflanzen beruhe und die Ermittlung dieser Zahl wiederum auf der blossen
Schätzung von Q._ basiere, der gemäss eigenen Aussagen die Anlage nie
gesehen habe, könne der Sachverhalt nicht als erstellt erachtet werden (Urk. 234
S. 23). Ferner gebe es schriftliche Beweismittel dafür, welche die Annahme der
Staatsanwaltschaft sowie der Vorinstanz, es habe sich um 10'500 Pflanzen ge-
handelt, widerlegten: Der Beschuldigte habe – so die Verteidigung – schriftlich er-
klärt, dass in D._ vier Zelte bzw. Räume betrieben worden seien. Diese Aus-
sage korrespondiere mit der schriftlichen Notiz des Beschuldigten (Urk. 234 S. 26;
Ordner 7 Urk. 012095), aus welcher der Ernteertrag pro Raum für zwei verschie-
dene Ernten hervorgehe. Insgesamt seien 56 Kilogramm geerntet worden; verteilt
auf zwei Ernten ergebe das einen Durchschnitt von 26 Kilogramm pro Ernte. Fer-
ner stützten sich die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz auf ein Gutachten des
Forensischen Instituts ab. Dieses sei nicht verwertbar, da der Beschuldigte weder
an der Gutachtenserstellung beteiligt gewesen sei, noch den Gutachtern habe Er-
gänzungsfragen stellen können (Urk. 234 S. 27). Zudem gehe das Gutachten von
vollkommen lebensfremden und vorliegend auch nicht relevanten Grundannah-
men aus. Zunächst werde im Gutachten ja der mögliche Ertrag pro Pflanze ange-
geben. Da die Anzahl der Pflanzen nicht bekannt sei, sei das Gutachten nicht
aussagekräftig. Zusammenfassend könne betreffend die Anzahl Pflanzen einzig
auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden (Urk. 234 S. 27, S. 30).
Bei der Sachverhaltserstellung hat die Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel,
insbesondere die Aussagen des Beschuldigten und von Q._ sowie die rele-
vanten Urkunden wiedergegeben und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen
werden kann (Urk. 195 S. 82 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Dass der Beschuldigte an
der besagten Liegenschaft zusammen mit mindestens einem Mittäter eine Han-
findooranlage betrieben hat, ist anerkannt und erstellt (vgl. Urk. 195 S. 82 ff.). Be-
stritten wird lediglich die Menge. Mit der Vorinstanz ist von der angeklagten Men-
ge von 4'095 Kilogramm Marihuana auszugehen. Entgegen den Ausführungen
der Verteidigung kann zur Erstellung derselbigen durchaus auf die Miet- und
Stromkosten sowie die weiteren Beweismittel abgestellt werden. Denn die durch
sie aufgeworfene Behauptung, dass ein Mietvertrag sowie Stromrechnungen
- 39 -
"nichts" beweisen könnten (vgl. Urk. 179 S. 23), ist schon durch das Geständnis
des Beschuldigten, dass dort eine Hanfindooranlage betrieben wurde, entkräftet.
Die Mietfläche sowie der bezogene Strom wurden zum Hanfanbau verwendet. Die
Stromabrechnungen der Anlage ab Juli 2011 bis September 2014 zeigen durch
deren konstante Höhe einen durchgehenden Betrieb der Anlage (Ordner 7 Urk.
012140 ff.), womit der Einwand der Verteidigung, dass der Aufbau Zeit gebraucht
habe, zumindest für diese Periode widerlegt ist. Die geerntete Menge kann aus-
gehend von den äusseren Parametern sowie den weiteren Beweismitteln berech-
net werden. So beweisen die hohen Miet-, Strom- und Wasserkosten sowie die
bezahlten Löhne (Ordner 7 Urk. 012140 ff., Urk. 012199 ff., Urk. 012246 ff. sowie
Urk. 012205) Aufwendungen, welche gemäss wissenschaftlichen Daten und Un-
tersuchungen (vgl. hierzu nachfolgend) zu einem regelmässigen Ertrag in Höhe
der eingeklagten Menge führen. Wenn dem nicht der Fall gewesen wäre, hätten
sich auch die hohen monatlichen Kosten angesichts des eingegangenen Risikos
nicht gelohnt. Damit ist die Behauptung der Verteidigung, dass der Betrieb nicht
immer gut gelaufen sei, widerlegt und die von ihr behauptete Menge von 217,6 Ki-
logramm als völlig unrealistisch einzustufen. Die Ausführungen, dass tiefe bzw.
hohe Temperaturen sowie zu wenig Wasser oder Schädlinge bzw. Schimmelpilz
ganze Ernten zunichte machen könnten (Urk. 179 S. 20; Urk. 234 S. 28), sind all-
gemein gehalten und nicht konkretisiert. Sie sind daher als Schutzbehauptungen
zu würdigen. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung an der Berufungsver-
handlung ist nicht von lediglich vier Räumen auszugehen, in welchen Marihuana
angepflanzt wurde. Zwar ist richtig, dass aus den handschriftlichen Notizen, auf
welche die Verteidigung an der Berufungsverhandlung Bezug genommen hat, die
geernteten Mengen für vier verschiedene Räume (R1 bis R4; Urk. 234 S. 26) er-
sichtlich werden. Insoweit die Verteidigung ausschliesslich die handschriftlichen
Notizen betreffend die Räume R1-R4 erwähnt, und daraus folgert, es sei von vier
Räumen auszugehen, stellt sie die Sachlage hingegen verkürzt dar. Aus den
handschriftlichen Notizen, welche Eingang in den Polizeirapport gefunden haben,
geht hervor, dass der Beschuldigte ferner die geerntete Menge für zwei weitere
Räume bzw. Bereiche (D1-D2) handschriftlich festhielt (Ordner 7 Urk. 010295;
012096). Betreffend die Räume/Bereiche D1 und D2 wurde, analog zu den Räu-
- 40 -
men R1-R4, auch erfasst, dass ein Dritter eine bestimmte Menge erhalten hat,
was ein klarer Hinweis dafür ist, dass in sämtlichen Räumen/Bereichen Marihua-
na angepflanzt und an Abnehmer übergeben wurde. Gestützt auf diese Notizen,
welche offenbar auch die Verteidigung als massgeblich erachtet, ist somit von
insgesamt sechs Räumen (R1-R4 und D1-D2) auszugehen. Ferner ergibt sich
aus den handschriftlichen Notizen, dass der Beschuldigte die Anzahl Stecklinge
notierte. In diesem Zusammenhang wurden die Zahlen 500, 1'750 und 2'300 no-
tiert. Mit Bezug auf einen Raum (R1) wird die Zahl 1'750 festgehalten (Ordner 7
Urk. 012203). Daraus ist - auch ausgehend von der Grösse der Anlage - der
Schluss zu ziehen, dass pro Raum mindestens 1'750 Setzlinge verwendet worden
sind. Hierzu können auch die Aussagen von Q._ herangezogen werden,
welcher angab, dass es sich um eine riesige Hanfindoor gehandelt habe; so et-
was habe er noch nie gesehen (Ordner 45 Urk. 130257 ff. S. 2 ff.). Wenn man die
Anzahl Pflanzen mit denjenigen der anderen Hanfindooranlagen vergleicht, so er-
scheint die Berechnung der Anklagebehörde betreffend die Hanfindooranlage in
D._ zudem als nachvollziehbar und plausibel. Ausgehend von der Menge
Pflanzen (total ca. 10'500; Ordner 7 Urk. 012199 ff.), welche in einer Anlage der
Grösse derjenigen an der C._-strasse ... in D._ angebaut werden kön-
nen sowie ausgehend von vier Ernten pro Jahr ist gemäss dem Gutachten des
Forensischen Instituts Zürich vom 2. April 2013 (Ordner 67 Urk. 190004 ff.; Ord-
ner 29 Urk. 041624 ff.) ein Ertrag von 30 Gramm pro Pflanze pro Ernte (gemäss
Gutachten durchschnittlich 40 Gramm), mithin insgesamt ca. 315 Kilogramm (30
Gramm x 10'500) möglich. Von diesen Werten ist auszugehen. Betreffend die
Verwertbarkeit des Gutachtens ist festzuhalten, dass die Verteidigung jederzeit
hätte Ergänzungsfragen zum Gutachten stellen können. Dies ist während des
ganzen Verfahrens nicht geschehen, weshalb von einem Verzicht auf das Stellen
von Ergänzungsfragen auszugehen ist. Das Gutachten des Forensischen Instituts
ist daher verwertbar.
Der Sachverhalt ist somit in Bezug auf eine Menge von 4'095 Kilogramm Mari-
huana (13 Ernten à 315 Kilogramm; 2011: 2 Ernten; 2012: 4 Ernten; 2013: 4 Ern-
ten; 2014: 3 Ernten) erstellt. Ausgehend von einem Kilopreis von Fr. 5'000.– re-
sultiert ein Umsatz von insgesamt mindestens Fr. 20'475'000.– und damit ein
- 41 -
Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.–. Der Beschuldigte handelte zudem zu-
sammen mit unbekannten Drittpersonen in Mittäterschaft, weshalb ihm selbstre-
dend die gesamte Menge - und nicht nur 50%, wie dies durch die Verteidigung
geltend gemacht wird - anzurechnen ist.
2.1.6.2. Ziff. 1.1.2.2. Hanfplantagen in der Westschweiz in den Jahren 2011 bis
2013 (Pastis/Réglisse; Anklageschrift S. 18 f.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zusammen mit
AI._ und AJ._ sowie weiteren Personen Hanfindooranlagen in
AK._/NE sowie AL._/JU betrieben zu haben, wobei der Beschuldigte bei
beiden Hanfindooranlagen zu je 50% beteiligt gewesen sei. Das geerntete Mari-
huana habe der Beschuldigte in der Folge zumindest teilweise in der Stadt Zürich
und Umgebung verkauft. Bei der Anlage in AK._/NE handle es sich im Zeit-
raum von ca. September 2011 bis 1. November 2012 um die Ernte und den Ver-
kauf von mindestens 150 Kilogramm Marihuana und einen erzielten Umsatz von
mindestens Fr. 1'000'000.– und bei der Anlage in AL._/JU im Zeitraum von
ca. Juli 2012 bis September 2013 um die Ernte und den Verkauf von 460 Kilo-
gramm Marihuana und einen Umsatz von rund Fr. 3'220'000.–. Mit diesen Anla-
gen sei ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt worden.
Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt als erstellt, mit der Einschränkung,
dass sie bei der Anlage in AL._/JU von einer geringeren Menge von 250 Ki-
logramm Marihuana und entsprechend einem tieferen Umsatz, nämlich von rund
Fr. 1'750'000.– ausgeht (Urk. 195 S. 102). Bei der Sachverhaltserstellung hat die
Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel, insbesondere die Aussagen des Be-
schuldigten, AM._, AN._, AO._ sowie weiterer Personen wiederge-
geben und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S.
87 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Die Verteidigung führt aus, dass der Beschuldigte an den beiden Hanfindooranla-
gen nicht beteiligt gewesen sei und daher ein diesbezüglicher Freispruch bean-
tragt werde. Die Verfahren in der Westschweiz und nun im vorliegenden Fall wür-
den Unterschiede aufzeigen, so habe in den Westschweizer Verfahren AI._
- 42 -
als Kopf der Bande gegolten. Der Beschuldigte werde einzig durch AI._ be-
lastet, dessen Aussagen allerdings nicht verwertbar seien. Die übrigen Hinweise
auf den Beschuldigten seien ohne grössere Bedeutung und angesichts des Vor-
wurfs mager (Urk. 179 S. 23 f., Urk. 196 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhand-
lung führte die Verteidigung hingegen aus, es bestünden zwar Aussagen, welche
den Beschuldigten belasten würden, wobei festzustellen sei, dass diese eher von
allgemeiner Natur seien. Die Aussagen seien ungeeignet, dem Beschuldigten
spezifische Anbaumengen nachzuweisen. Der Haupttäter, AI._, habe den
Beschuldigten nie belastet (Urk. 234 S. 31). Ferner wies die Verteidigung darauf
hin, dass dem Beschuldigten vorgeworfen werde, in AK._ eine Hanfindooran-
lage betrieben zu haben, bei der 50 Kilogramm Marihuana geerntet worden sein
sollen, wobei der eigentliche Täter, AI._, für etwas völlig anderes belangt
worden sei. Diesem sei vorgeworfen worden, dass man dort 7'530 Pflanzen sowie
3.5 Kilogramm Marihuanapulver und 300 Gramm getrocknetes Marihuana gefun-
den habe (Urk. 234 S. 31).
AI._ wurde für seine Beteiligung an den beiden Hanfindooranlagen von
AK._/NE sowie AL._/JU rechtskräftig verurteilt und hat diesbezüglich
einlässliche Aussagen gemacht (Ordner 49 Urk. 150761 ff. S. 1 und Ordner 2
Urk. 010369 ff.). Er sagte anlässlich des Verfahrens in der Westschweiz aus, dass
der Beschuldigte beide Anlagen finanziert habe und insbesondere in AK._
der Anstifter gewesen sei (Ordner 2 Urk. 010491 und Urk. 010543). Entgegen den
Ausführungen der Verteidigung sind diese Aussagen verwertbar. So bestätigte
AI._ auch im vorliegenden Verfahren anlässlich der polizeilichen Einvernah-
me vom 15. August 2017, dass er bei Einvernahmen in der Westschweiz im Zu-
sammenhang mit dem Betrieb der beiden Hanfindooranlagen den Beschuldigten
mehrfach namentlich erwähnt habe, sowie "was ich gesagt habe". Danach wollte
er keine Aussagen mehr machen, da die Polizei ihm "keine Sicherheit bieten"
könne (Ordner 49 Urk. 150761 ff. S. 2). In der Folge wurde AI._ am 7. No-
vember 2017 der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vorgeführt zwecks Aussage
als Auskunftsperson in Gegenwart des Beschuldigten sowie dessen Verteidigung.
An diesem Tag waren sämtliche relevanten Personen vor Ort, so der Staatsan-
walt, die Protokollführerin, AI._ und dessen Verteidigung, der Beschuldigte
- 43 -
und dessen Verteidiger sowie die Dolmetscherin. AI._ weigerte sich in der
Folge, das Einvernahmezimmer zu betreten und dem Beschuldigten gegenüber
gestellt zu werden, da er um seine Sicherheit fürchte (Ordner 49 Urk. 150789 f.).
Die Untersuchungsbehörde hat durch die Zuführung alles unternommen, um die
Teilnahmerechte des Beschuldigten zu wahren. Weiter waren an jenem Tag wie
erwähnt auch der Beschuldigte und dessen (ursprünglicher) Verteidiger anwe-
send. Diese haben gemäss den Akten nicht auf der Konfrontation bestanden
(Ordner 49 Urk. 150789). Zudem verweigerte AI._ die Aussage mit der Sorge
um seine Sicherheit, was als berechtigter Grund anzurechnen ist. Wie sich nach-
folgend zeigen wird, stützt sich die Sachverhaltserstellung auch auf weitere Be-
weismittel. Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung kann mithin
festgehalten werden, dass die Einvernahmen von AI._ verwertbar sind (vgl.
u.a. Urteil des Bundesgerichts 6B_961/2016 vom 10. April 2017, E. 3.3.1, mit wei-
teren Hinweisen). Auf den Umstand, dass man das Verfahren in der Westschweiz
nicht eins zu eins mit dem vorliegenden Verfahren vergleichen kann, hat die Vo-
rinstanz mit Bezug auf den entsprechenden Einwand der Verteidigung schon hin-
gewiesen. So ist die Anklage anders aufgebaut und der Beschuldigte war in das
Verfahren nicht involviert (vgl. Urk. 195 S. 102).
Die Beteiligung des Beschuldigten an den beiden Hanfindooranlagen ist zudem
durch die Aussagen von weiteren Personen nachgewiesen:
So sagte AM._ aus, dass ihm der Beschuldigte und AI._ vorgeschlagen
hätten, in AK._ in der Hanfindoorplantage zu arbeiten, er habe dort das Ma-
rihuana geschnitten, getrocknet und verpackt (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 4 f.
und S. 11). AI._ habe ihm mitgeteilt, dass die Hanfplantage in AK._ dem
Beschuldigten und ihm gehöre (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 7 f.). Es sei jeweils
der Beschuldigte gewesen, welcher ihm mitgeteilt habe, dass es wieder Arbeit in
der Plantage gebe. Abhol- und Abladeort bei der Fahrt zur Plantage und zurück
sei im Normalfall der Wohnort des Beschuldigten gewesen (Ordner 47
Urk. 140587 ff. S. 8 f.). Für seine Arbeit habe ihn jeweils der Beschuldigte bezahlt
(Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 10). Später sei er auch in der Hanfindooranlage in
AL._ tätig gewesen. Angefragt habe ihn der Beschuldigte, welcher ihn auch
dorthin gebracht, ihm die Anlage gezeigt und ihn vorgestellt habe (Ordner 47
- 44 -
Urk. 140587 ff. S. 12 f.). Auch dort sei er mit Verarbeiten, Trocknen und Verpa-
cken beschäftigt gewesen (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 11 f.). Diese Anlage habe
AI._ und gemäss dessen Aussage nach auch dem Beschuldigten gehört
(Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 13). Auch für diese Arbeit in AL._ sei er norma-
lerweise am Wohnort des Beschuldigten jeweils abgeholt und wieder abgeladen
worden, ebenso sei er ausschliesslich vom Beschuldigten bezahlt worden (Ordner
47 Urk. 140587 ff. S. 14 ff.). Die Aufträge habe ihm jeweils der Beschuldigte ge-
geben (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 15 f.).
AN._ führte aus, dass er bei der Hanfindooranlage in AL._/JU gearbeitet
habe, zunächst beim Aufbau der Anlage und dann bei Gärtnerarbeiten (Bewäs-
sern, Schneiden etc.). AI._ habe ihm gesagt, dass die Anlage zu je 50% ihm
und dem Beschuldigten gehöre (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 4 f.). Es sei der Be-
schuldigte gewesen, welcher ihn für diese Arbeit angefragt habe; er habe ihn
auch nach AL._ gefahren (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 6 f.). Den Lohn habe
ihm ebenfalls der Beschuldigte in bar bezahlt (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 10).
Das abgepackte Gras hätten sie jeweils auf zwei gleich grosse Haufen verteilen
müssen, wobei ein Haufen für AI._ und der andere für den Beschuldigten
bestimmt gewesen sei (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 11). Der Beschuldigte habe
dann den einen Haufen abgeholt und AI._ den anderen (Ordner 46 Urk.
140067 ff. S. 14). Wenn er, AN._, Auslagen gehabt habe wie z.B. das Mieten
von Baugeräten etc., seien diese immer vom Beschuldigten bezahlt worden (Ord-
ner 46 Urk. 140067 ff. S. 12). Und wenn er in AP._ im AQ._ habe Dün-
ger holen müssen, habe er nie etwas dafür bezahlen müssen, sondern habe nur
sagen können, dass er im Auftrag von A._ komme (Ordner 46 Urk. 140067 ff.
S. 16 f.).
Die Beteiligung des Beschuldigten an diesen Anlagen ergibt sich somit auch aus
den entsprechenden Aussagen von AM._ und AN._, welche beide un-
abhängig voneinander ausführten, dass ihnen dies durch AI._ so mitgeteilt
wurde. Es gibt keine Gründe, an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zu zweifeln.
Weitere Anhaltspunkte für die Beteiligung des Beschuldigten an den Anlagen fin-
den sich ebenfalls in den Aussagen von AO._ und AR._, diesbezüglich
- 45 -
kann - um unnötige Wiederholungen zu vermeiden - auf deren Zusammenfassung
und Würdigung durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 95 ff.). Dass
der Beschuldigte massgeblich in den Betrieb beider Plantagen involviert war,
ergibt sich auch aus weiteren Umständen: So rekrutierte er einen Teil der Ange-
stellten, wies diese vor Ort ein, bot diese zu den Einsätzen auf und entlöhnte sie
in der Folge. Er war zudem für die Finanzierung von Anschaffungen sowie den
Einkauf von Dünger zuständig und erhielt einen Teil der Ernte. Die Beteiligung
des Beschuldigten an den beiden Anlagen zusammen mit weiteren Personen ist
daher erstellt.
Zu den Mengen Marihuana für die entsprechenden Zeiträume ist Folgendes aus-
zuführen: AM._ sagte aus, dass er selber bei beiden Plantagen je mindes-
tens 50 Kilogramm Marihuana mitgeerntet habe (Ordner 47 Urk. 140587 S. 10 f.
und S. 16). Insgesamt seien bei der Hanfindooranlage in AK._ im Zeitraum
von ca. September 2011 bis 1. November 2012 zwischen mindestens 150 und
maximal 300 Kilogramm Marihuana produziert und verkauft und ein Umsatz von
mindestens Fr. 1 Mio. und maximal Fr. 2 Mio. erzielt worden (Ordner 47
Urk. 140587 ff. S. 4). Da AM._ beim Schneiden und insbesondere auch beim
Verpacken dabei war, sind seine Aussagen als sehr glaubhaft einzustufen. Mit der
Vorinstanz (Urk. 195 S. 102) ist daher die (Minimal-)Menge von 150 Kilogramm
Marihuana bezüglich der Plantage in AK._ für den Zeitraum von September
2011 bis 1. November 2012 erstellt. Bei der Plantage in AL._ bestätigte
AM._, dass im Zeitraum von ca. Juli 2012 bis September 2013 rund 460 Ki-
logramm Marihuana produziert und verkauft und ein Umsatz von rund Fr.
3'220'000.– erzielt worden sei (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 11). Auch hier gibt es
auf Grund der Tätigkeit von AM._ in dieser Anlage keinen Grund, an seinen
Aussagen zu zweifeln. Die Vorinstanz sieht indessen eine geringere Menge, näm-
lich 250 Kilogramm, als erstellt (Urk. 195 S. 102). Sie ging von den Aussagen von
AN._ aus, welcher die Ernte auf zwischen 250 und 400 Kilogramm schätzte
(Ordner 46 Urk. 140039 ff. S. 5 und Urk. 140067 ff. S. 13 f.). Auf Grund des Ver-
schlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist von der durch die Vorinstanz
ermittelten Mengen bzw. von dem durch sie angenommenen Umsatz auszuge-
hen.
- 46 -
Der Sachverhalt ist somit hinsichtlich einer Menge von insgesamt 400 Kilogramm
(150 plus 250) Marihuana sowie einem Umsatz von Fr. 2.75 Mio. (Urk. 195
S. 102) erstellt.
2.1.6.3. Ziff. 1.1.2.3. Hanfplantagen mit Q._ in Zürich und Umgebung in den
Jahren 2012 bis 2015 (Vorgänge 7, 9, 11 und 15; Anklageschrift S. 20 ff.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zusammen mit
Q._ in Zürich und Umgebung in den Jahren 2012 bis 2015 vier Hanfplanta-
gen betrieben zu haben, nämlich an der AS._-strasse ... in AT._, am
AU._-weg ... in ... Zürich, an der AV._-strasse ... in ... Zürich sowie an
der AW._-strasse ... in AX._. Diese Plantagen hätten zwischen April
2012 und August 2015 insgesamt eine Gesamternte von mindestens ca. 233 Ki-
logramm Marihuana ergeben, wobei ein Umsatz von insgesamt mindestens
Fr. 1'376'400.– und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– er-
zielt worden sei.
Die Verteidigung fordert betreffend diesen Vorwurf einen teilweisen Freispruch.
Der Beschuldigte anerkenne den Vorwurf teilweise, bestritten würden indes ins-
besondere die angebauten Mengen, da sich diese einzig auf die Aussagen von
Q._ stützen würden. Bei der AS._-strasse ... in AT._ habe der Be-
schuldigte zwar den unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln finanziert und die
von Q._ geernteten Betäubungsmittel verkauft. Indes habe er die Anlage
nicht betrieben, dies sei Q._s Privatanlage gewesen. Die angeklagten Men-
gen seien zudem unrealistisch. Er sei ein blutiger Anfänger gewesen und habe
keine Ahnung vom "Growen" gehabt. Anerkannt werde die Finanzierung bzw. der
Verkauf von 14 Kilogramm Marihuana. Bei der Anlage am AU._-weg ... in ...
Zürich sei es so, dass diese von AH._ betrieben worden sei und der Be-
schuldigte nach dessen Verhaftung lediglich Q._ angefragt habe, ob er sich
darum kümmern würde. Der Beschuldigte habe mithin lediglich den Kontakt ver-
mittelt. Anerkannt werde hier die Entgegennahme von 2 Kilogramm Marihuana.
Bei der Hanfplantage an der AV._-strasse ... in ... Zürich werde die Abnah-
me und der Verkauf von drei Lieferungen à 2 Kilogramm Marihuana, mithin ge-
samthaft 6 Kilogramm, anerkannt. Anerkannt werde weiter der gemeinsame Be-
- 47 -
trieb der Hanfplantage an der AW._-strasse ... in AX._, indes lediglich
eine Menge von 9 Kilogramm. Der Beschuldigte sei zudem nur an der Hälfte be-
teiligt gewesen (Urk. 179 S. 24 ff.; Urk. 196 S. 2, Urk. 234 S. 32 ff.).
Bei der Sachverhaltserstellung hat die Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel,
insbesondere die Aussagen des Beschuldigten und von Q._, wiedergegeben
und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 105 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
Mit Bezug auf diese Hanfplantagen bestehen keine unüberwindbaren Zweifel da-
ran, dass der Beschuldigte sie zusammen mit Q._ betrieb. Dies wird einer-
seits durch den Beschuldigten selber eingeräumt, indem er teilweise die Finanzie-
rung, den Betrieb, die Abnahme sowie den Verkauf zugibt. Dabei fällt auf, dass er
sich lediglich als Vermittler bzw. Ratgeber und Helfer für Q._ darstellt. Dieser
habe bei ihm Schulden gehabt und sei auf ihn zugekommen. Vom Anbau bzw.
"Growen" habe er nicht viel Ahnung gehabt (Ordner 30 Urk. 042202 ff. S. 3 ff.).
Diese Aussagen müssen als Verharmlosung und Schutzbehauptungen gewürdigt
werden, zumal sich der Beschuldigte kaum mittels Darlehens an Projekten betei-
ligt hätte, welche keinen Gewinn abwarfen bzw. nicht der Schuldentilgung hätten
dienen können. Ein ganz anderes Bild ergibt sich denn aus den Aussagen von
Q._, welcher den Vorwurf - auch in der Konfrontation mit dem Beschuldigten
- hinsichtlich aller Anlagen und der eingeklagten Mengen sowie dem erzielten
Umsatz vollumfänglich anerkannte (Ordner 45 Urk. 130385 ff. S. 10 ff., Urk.
130257 ff. S. 1 ff. und Urk. 130369 ff. S. 1 ff.). Er führte aus, dass er die Anlagen
zusammen mit dem Beschuldigten betrieben habe, wobei der Beschuldigte für die
(Vor-) Finanzierung und die Leitung zuständig gewesen sei, ihm habe er schliess-
lich auch das geerntete Marihuana zwecks Weiterverkaufs übergeben (Ordner 45
Urk. Urk. 130385 ff. S. 4 ff. und Urk. 130369 ff. S. 2). Es bestehen keine unüber-
windbaren Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen von Q._. Zum einen be-
lastet er sich damit selber, weshalb er keinerlei Interesse daran haben kann, hö-
here Mengen als eingeräumt anzuerkennen. Zum anderen hatte er durch den Be-
trieb der Anlagen einen genauen Einblick in die Abläufe und die erzielten Mengen,
weshalb seine diesbezüglichen Aussagen als sehr glaubhaft zu werten sind.
- 48 -
Wenn die Verteidigung geltend macht, dass dann kein "Betrieb" vorliege, wenn
wie im Falle der AS._-strasse ... in AT._ lediglich die Finanzierung der
Anlage und der Verkauf des Marihuanas (anerkannt sind 14 Kilogramm) über-
nommen worden sei, so geht das klar an der Realität vorbei. Gerade im Falle der
Mittäterschaft ist eine Aufgabenteilung unerlässlich und ein typisches Merkmal.
So sagte Q._ aus, dass er selber nicht die Möglichkeit gehabt hätte, die An-
lagen zu finanzieren (Ordner 45 Urk. 130385 ff. S. 4 ff.), was glaubhaft ist, hatte er
doch auch gemäss den Aussagen des Beschuldigten bei diesem und "verschie-
denen Orts bei weiteren Personen" Schulden (Ordner 30 Urk. 042202 ff. S. 2 ff.).
Die Finanzierung sowie der Verkauf des Marihuanas qualifizieren als wesentliche
Merkmale des Betriebs einer Hanfplantage. Auch die Behauptung der Verteidi-
gung, dass die Übernahme der Plantage am AU._-weg ... in ... Zürich durch
Q._ von AH._ lediglich als "Vermittlung" und nicht als Betrieb zu werten
sei, ist als Schutzbehauptung zu würdigen. Denn sowohl nach Aussagen von
Q._ (Ordner 45 Urk. 130385 ff. S. 9 und Urk. 130369 ff. S. 3) als auch ge-
mäss dem Beschuldigten selber (wobei dieser lediglich die "Entgegennahme" von
2 Kilogramm einräumt; Urk. 179 S. 26) hat der Beschuldigte das geerntete Mari-
huana verkauft. Die Zugabe einer solch kleinen Menge von lediglich 2 Kilogramm
muss als Versuch gewertet werden, die eigene Schuld minim zu halten und die
Verantwortung auf Q._ zu schieben. Dies gelingt dem Beschuldigten indes
nicht. Es ist von den höheren Mengen, wie sie Q._ einräumte, auszugehen.
Zudem hat Q._ ausgesagt, dass er diese Anlage auf Geheiss des Beschul-
digten habe übernehmen müssen: Er sei dazu vom Beschuldigten aufgefordert
worden bzw. dieser habe gesagt, dass er das machen müsse (Ordner 45 Urk.
130385 ff. S. 9 und Urk. 130369 ff. S. 3). Bei der Hanfplantage an der AV._-
strasse ... in ... Zürich wird die Abnahme und der Verkauf von Marihuana aner-
kannt (wenn auch nur im Umfang von drei Lieferungen à 2 Kilogramm). Zur Wür-
digung einer solch geringen Menge als Schutzbehauptung wurde obenstehend
schon mit Bezug auf die Hanfplantage am AU._-weg ... in ... Zürich hinge-
wiesen. Auch hier liegen die glaubhaften Aussagen von Q._ vor, wonach der
Beschuldigte die Anlage finanziert und in der Folge das geerntete Marihuana ver-
kauft habe (Ordner 45 Urk. 130385 S. 6). Hinsichtlich der Hanfplantage an der
- 49 -
AW._-strasse ... in AX._ wird der gemeinsame Betrieb durch den Be-
schuldigten selber eingeräumt und nur die angeklagte Menge bestritten. Die Men-
gen sind - wie oben ausgeführt - durch die glaubhaften Aussagen von Q._
erstellt. Dem Beschuldigten ist selbstredend als Mittäter die gesamte Menge an-
zurechnen, und es ist nicht nur die Hälfte zu "berücksichtigen", wie von der Ver-
teidigung gefordert (Urk. 179 S. 26). Zu den Mengen kann ergänzend auf das
Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 2. April 2013 verwiesen werden
(vgl. Ordner 29 Urk. 041624 ff.), welches die von Q._ genannte Menge von
233 Kilogramm gezogenem und geerntetem Marihuana (Ordner 45 Urk. 130385
ff. S. 9 ff.) verifiziert. Warum die im Gutachten genannten möglichen durchschnitt-
lichen Erträge pro Marihuanapflanze nicht erreicht worden sein sollen, begründete
der Beschuldigte denn auch nicht, obwohl ihm das Gutachten vorgehalten wurde
(Ordner 29 Urk. 04595 ff. S. 8). Auch Q._ wurde das Gutachten vorgehalten
(Ordner 45 Urk. 130369 ff. S. 4). Zum Umsatz sagte Q._ aus, dass von den
mindestens rund 233 Kilogramm geernteten Marihuana mindestens 222 Kilo-
gramm Marihuana bei einem durchschnittlichen Kilopreis von mindestens rund
Fr. 6'200.– verkauft und damit ein Umsatz von mindestens Fr. 1'376'400.– erzielt
worden sei (Ordner 45 Urk. 130385 ff. S. 10). Auch diese Aussage ist glaubhaft,
es bestehen keine vernünftigen Zweifel, warum Q._ zur verkauften Menge
bzw. zum Verkaufspreis falsche Aussagen machen soll. Zudem konnte auch ge-
mäss der Darstellung der Verteidigung die letzte Pflanzung nicht verkauft werden,
da diese sichergestellt wurde (Urk. 179 S. 26). Der Behauptung der Verteidigung,
dass auf die Aussagen von Q._ nicht abgestellt werden dürfe, da er einfach
die vorgehaltenen Mengen anerkannt habe (Urk. 179 S. 25), kann nicht gefolgt
werden. Einerseits sind die Berechnungen der produzierten Mengen im Gutach-
ten eher vorsichtig kalkuliert und am unteren Ende der jeweiligen Bandbreiten an-
gesetzt und andererseits ist aus den Akten keinerlei Motiv ersichtlich, warum
Q._ sich und den Beschuldigten durch höhere Mengen übermässig belasten
sollte. Da er die Anlagen betrieb, hätte er ohne Weiteres konkret darlegen kön-
nen, dass und weshalb die vorgehaltenen Mengen gerade nicht erzielt worden
sein sollten. Da er geständig war, bedurfte er zudem keiner Taktik, um zu einem
abgekürzten Verfahren zu gelangen. Dass es sich um eine "ausgehandelte
- 50 -
Wahrheit" handle, wie dies die Verteidigung geltend macht (Urk. 179 S. 25), ist
nicht ersichtlich und auch durch die plausiblen Hochrechnungen widerlegt.
Der Sachverhalt ist somit erstellt und von einer geernteten Menge von 233 Kilo-
gramm Marihuana, einer Menge von 222 Kilogramm verkauften Marihuana sowie
einem Umsatz von insgesamt mindestens Fr. 1'376'400.– auszugehen.
2.1.7. Ziff. 1.1.3. Konkrete Betäubungsmittelübergaben in den Jahren
2015/2016
Hinsichtlich folgender Betäubungsmittelübergaben wurde durch die Verteidigung
schon vor Vorinstanz ein Schuldspruch beantragt und in der Folge keine Berufung
erklärt:
- Ziff. 1.1.3.1. An AY._ (Vorgang 12, 31 und 41; Anklageschrift S. 22 f.)
- Ziff. 1.1.3.2. An AZ._ (Vorgang 24; Anklageschrift S. 24)
- Ziff. 1.1.3.3. An BA._ (Vorgang 16, 20; Anklageschrift S. 25 f.)
- Ziff. 1.1.3.5. An BB._ (Vorgang 25, 27, 29 und 35; Anklageschrift S. 27)
- Ziff. 1.1.3.6. An BC._ (Vorgang 37 und 45; Anklageschrift S. 27)
- Ziff. 1.1.3.7. An BD._ (Vorgang 39; Anklageschrift S. 28)
- Ziff. 1.1.3.8. An BE._ (Vorgang 49; Anklageschrift S. 28)
- Ziff. 1.1.3.9. An BF._ (Anklageschrift S. 28)
- Ziff. 1.1.3.10. Übernahme von Marihuana und Hanf-Stecklingen von
BG._ (Vorgang 27; Anklageschrift S. 28 f.)
- Ziff. 1.1.3.11. Übernahme von Hanf-Stecklingen von BH._ und BI._
sowie BJ._ (Vorgang 9 und 11; Anklageschrift S. 29)
Es steht somit fest, dass mit Bezug auf diese Vorgänge Betäubungsmittelüberga-
ben stattgefunden haben. Angefochten ist in diesem Komplex einzig die
- 51 -
Ziff. 1.1.3.4., nämlich die Betäubungsmittelübergabe an R._ (Vorgang 14;
Anklageschrift S. 28), beantragt wird ein Freispruch (Urk. 196 S. 3; Urk. 179
S. 26).
Auf diesen Sachverhaltsabschnitt ist nicht weiter einzugehen (so auch die Vertei-
digung in Urk. 179 S. 26). In der Anklageschrift wird die Übergabe einer unbe-
kannten Menge Haschisch eingeklagt, auch die Vorinstanz erstellte die Übergabe
einer unbekannten Menge (Urk. 195 S. 115 f.). Zudem wurden weder durch die
Anklagebehörde noch durch die Vorinstanz die verkauften Mengen zur Gesamt-
menge gerechnet (Anklageschrift S. 32 f. und Urk. 195 S. 121 ff.). Dies richtiger-
weise, da diese Mengen schon bei der Einfuhr bzw. beim Anbau berücksichtigt
wurden (zur Gesamtmenge vgl. die nachfolgenden Ausführungen).
- 52 -
2.1.8. Ziff. 1.1.4. Gesamtmenge der in die Schweiz eingeführten und in der
Schweiz angebauten Betäubungsmittel in den Jahren 2010 bis 2016
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten A._ im Zeitraum von 2010
bis 2016 die Beteiligung am Anbau und der Einfuhr von insgesamt mindestens
7'296 Kilogramm Cannabis und an einem damit erzielten Umsatz von mindestens
Fr. 37'691'400.– vor (Anklageschrift S. 32 ff.).
Die Verteidigung anerkennt eine Menge von 207 Kilogramm Marihuana und 30 Ki-
logramm Haschisch sowie einen Umsatz von Fr. 1.15 bis Fr. 2.2 Mio. (Urk. 179
S. 26 ff.).
Aus den obigen Erwägungen erhellt, dass bei der Anklageziffer 1.1.1.5. hinsicht-
lich der eingeklagten Lieferungen vom 23./24. Februar 2016 sowie vom 1. März
2016 insgesamt ca. 44 Kilogramm nicht nachgewiesen sind und bei der Han-
findooranlage in AL._ dem Beschuldigten eine geringere Menge von 210 Ki-
logramm Marihuana sowie ein um Fr. 1.47 Mio. geringerer Umsatz anzulasten
sind. Erstellt ist somit die Beteiligung des Beschuldigten an Drogeneinfuhren aus
dem Ausland und dem Betrieb der genannten Hanfindooranlagen im Inland von
ca. 7 Tonnen Cannabis, womit insgesamt ein Umsatz von ca. Fr. 36 Mio. erzielt
wurde. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, wird bei der Strafzumes-
sung die Grössenordnung des Drogenhandels des Beschuldigten relevant sein
(Urk. 195 S. 122 f.).
2.2. Qualifizierte Geldwäscherei (Ziffer 1.2. der Anklageschrift)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er Handlun-
gen vorgenommen habe, um die Ermittlung, Auffindung oder Einziehung des aus
den Drogeneinfuhren sowie dem Betrieb der Hanfindooranlagen erwirtschafteten
Umsatzes zu vereiteln. Er habe um die deliktische Herkunft dieser Gelder ge-
wusst und in der Absicht gehandelt, zu einem Erwerbseinkommen zu gelangen.
Er habe auch die Bereitschaft gehabt, wiederholt in unbestimmt vielen Fällen oder
bei jeder sich bietenden Gelegenheit Vereitelungshandlungen vorzunehmen, wo-
bei er über längere Zeit und mit grosser Häufigkeit bezogen auf die Gesamtdauer
- 53 -
seiner Taten gehandelt habe. Aus der in der Art eines Berufes ausgeübten delikti-
schen Tätigkeit habe er einen grossen Umsatz von mindestens Fr. 100'000.– oder
einen erheblichen Gewinn von mindestens Fr. 10'000.– erzielt. Teilweise habe der
Beschuldigte auch als Mitglied einer Bande gehandelt, welche sich zur fortgesetz-
ten Ausübung der Geldwäscherei zusammengefunden habe (Anklageziffern 1.2.2.
und 1.2.3.). Die Handlungen hätten in Investitionen, Überweisungen sowie Wei-
tergaben der aus dem Drogenhandel erwirtschafteten Geldern in Höhe von min-
destens Fr. 4'834'137.43 und EUR 2'421 bestanden.
Die Vorinstanz erstellte Geldwäschereihandlungen in Höhe von ca. Fr. 4.18 Mio.
(Urk. 195 S. 123 ff.). Mit Bezug auf die Anklageziffer 1.2.1.3. (Kauf einer Liegen-
schaft in Fortaleza, Brasilien, zu einem Kaufpreis von Fr. 646'000.–) wurde der
Beschuldigte durch die Vorinstanz freigesprochen (Urk. 195 S. 134 ff.). Dieser
Freispruch ist in Rechtskraft erwachsen.
2.2.1. Gewerbsmässige Geldwäschereihandlungen (Anklageschrift Ziffer 1.2.1.;
S. 33 ff.)
2.2.1.1. Investition in die BK._ AG (Ziffer 1.2.1.1. der Anklageschrift S. 33)
Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, dass er ca. in den Jahren
2013/2014 mindestens rund Fr. 350'000.– in die BK._ AG (Sitz an der ...
[Adresse]; spätere BL._ GmbH) investiert habe.
Die Verteidigung macht zu diesem Vorwurf geltend, dass aus dem Telefonge-
spräch zwischen dem Beschuldigten und BM._ vom 6. Juli 2015, ab 08.56
Uhr, nicht geschlossen werden könne, dass der Beschuldigte gesagt habe, dass
er Fr. 350'000.– investiert habe, wie dies in der Anklageschrift stehe. Hintergrund
dieses Gesprächs sei vielmehr gewesen, dass der Beschuldigte seinem Ge-
schäftsführer zum Vorwurf gemacht habe, dass er Fr. 350'000.– in den Sand ge-
setzt habe, weil er die Rechnungen nicht bezahlt und damit den Konkurs der
BK._ AG verschuldet habe. Der Beschuldigte habe theatralisch irgendeine
Zahl genannt, welche sich auf einen hypothetischen Höchstwert des Clubs bezie-
he. BM._ habe bestätigt, dass der Beschuldigte resp. dessen Mutter ca. Fr.
- 54 -
100'000.– "gebracht habe". Hingegen habe er nicht bestätigt, dass der Beschul-
digte selbst irgendwelches Geld investiert habe, sondern vielmehr habe dieser
ausgeführt, es sei schon möglich, dass der Beschuldigte Fr. 350'000.– investiert
habe. Daraus gehe hervor, dass BM._ den Beschuldigten gar nicht belaste,
sondern er (BM._) eine Investition des Beschuldigten für möglich halte, wo-
bei dies genauso gut auch nicht zutreffen könne. Somit lasse sich aus den Aus-
sagen von BM._ beim besten Willen nichts ableiten, schon gar nicht, dass er
den Beschuldigten belaste, wenn es dieser doch für möglich halte, dass der Be-
schuldigte Fr. 350'000.– investiert habe. Ferner habe auch BN._ klar ausge-
führt, der Beschuldigte habe nie einen Rappen einbezahlt. Die Vorinstanz sei be-
treffend diese Aussagen zum Schluss gekommen, dass sie für die Sachverhalts-
erstellung nicht heranzuziehen seien, zumal BN._ die genauen Abläufe des
Lokals gar nicht gekannt habe. Gemäss Auffassung der Verteidigung mache es
sich dabei die Vorinstanz zu einfach, diese Aussagen im Hinblick auf die Sach-
verhaltserstellung als irrelevant zu qualifizieren, da BN._ klar ausgesagt ha-
be, der Beschuldigte habe nie einen Rappen bezahlt. Die Staatsanwaltschaft
könne denn auch keinen Geldfluss nachweisen und ebenso nicht aufzeigen, in
was und wie genau der Beschuldigte die Fr. 350'000.– investiert haben soll. Damit
sei auch das Akkusationsprinzip verletzt (Urk. 179 S. 30). Es sei völlig unklar, wo-
rin die Investition bestanden haben soll, ob in Anlagevermögen oder in Ver-
brauchswerte und ob in einer einzelnen Zahlung oder in mehreren Einzelzahlun-
gen. Weiter sei ein angeklagter Zeitraum von zwei Jahren ungenügend und ver-
unmögliche eine Verteidigung (Urk. 206 S. 9). Der Beschuldigte sei somit freizu-
sprechen (Urk. 179 S. 30, Urk. 234 S. 35 f.).
Die relevante Passage des abgehörten Telefongespräches zwischen dem Be-
schuldigten und BM._ vom 6. Juli 2015, ab 08.56 Uhr, lautet wie folgt:
"A._: Darum sage ich, es ist nicht einfach easi und wir können nicht einfach
lala, lala und verstehst du, du entscheidest das jetzt so schnell taratara...aber ich
habe noch fucking 350'000 Stutz dort drin, die ich jetzt einfach schnell verliere.
Plus muss ich noch Zwanzig obendrauf zahlen!? Also ne, BM._, ich weiss
nicht ... dann, dann müssen wir aber schauen, wie wir das machen, weil ähm...ja
dann hast du mir schnell 350'000 (Unterbruch) ins WC runter gespült. So schnell
- 55 -
von Heute auf Morgen. Finde ich nicht so geil!" (Ordner 22 Urk. 020176 ff. und
Ordner 50 Urk.150942 ff.).
Der Interpretation des relevanten Telefongespräches durch die Verteidigung kann
nicht gefolgt werden. Vielmehr lassen die durch den Beschuldigten gemachten
Äusserungen keinen anderen Schluss zu, als dass es dabei um die eigenen In-
vestitionen des Beschuldigten in die BK._ GmbH in dieser Höhe ging. Zu
diesem Schluss kam auch die Vorinstanz (Urk. 195 S. 128 ff.). Dass sich der Be-
schuldigte aufgespielt und "theatralisch irgendeine Zahl" genannt, habe, wie dies
die Verteidigung geltend macht, kann ausgeschlossen werden. Es gab für den
Beschuldigten nämlich gar kein Motiv, eine höhere Zahl als die tatsächlich getätig-
te Investition zu nennen. Einerseits bestand für ihn auf Grund der geschäftlichen
Beziehung keinerlei Anlass, gegenüber BM._ "theatralisch" aufzutreten und
andererseits hätte dies auch keinen Sinn ergeben, kannte dieser als Geschäfts-
führer der BK._ GmbH doch die Gegebenheiten sowie die finanziellen Um-
stände der BK._ GmbH. Der Beschuldigte hätte mithin aus einer Übertrei-
bung ihm gegenüber keinerlei finanzielle oder persönliche Vorteile für sich erzie-
len können. Ebenso wenig kann sich die genannte Zahl auf "einen hypothetischen
Höchstwert des Clubs" beziehen, denn dann würde die im Gespräch gemachte
Aussage, dass er, der Beschuldigte, diese Summe "dort drin" habe, welche er "jetzt einfach schnell verliere" und welche ihm durch BM._ "ins WC runter gespült" worden sei, keinen Sinn ergeben. Bei der Auslegung durch die Verteidi-
gung hätte der Beschuldigte sich nicht auf sich selber bezogen, sondern z.B. ge-
sagt, dass der Wert des Clubs von Fr. 350'000.– nun verloren gegangen sei.
Dass dem gerade nicht so ist, sondern der Beschuldigte von seinem investierten
Geld spricht, geht aus seiner eigenen klaren und unzweideutigen Wortwahl her-
vor. Zudem ergänzte der Beschuldigte, dass er es sei, welcher nun sogar noch eine weitere Summe hinzuzahlen müsse ("Plus muss ich noch Zwanzig obendrauf
zahlen!?"). Auch hier bezieht sich der Beschuldigte ausschliesslich auf sich sel-
ber. Weiter macht der Beschuldigte - im Gegensatz zu seinem Verteidiger - nicht
geltend, bei der genannten Zahl von Fr. 350'000.– übertrieben zu haben. Im Ge-
genteil spricht er von einem "angestrebten Verkaufspreis" von Fr. 350'000.– bis
Fr. 400'000.– (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 15), was dafür spricht, dass die ge-
- 56 -
nannte Zahl von Fr. 350'000.– tatsächlich einer realen Summe entspricht. Seine
Behauptung, dass es sich dabei um den gewünschten Verkaufspreis gehandelt
habe, welcher sich aus den offenen Schulden, die sie noch gehabt hätten, zu-
sammengesetzt habe (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 15), ist indes mit Bezug auf
den verwendeten Wortlaut im Gespräch widerlegt, ebenso durch die Aussagen
von BM._ (Ordner 50 Urk. 150859 ff. S. 16), vgl. die nachfolgenden Ausfüh-
rungen. Somit verbleibt als einzig vernünftige Interpretation der genannten Sum-
me der Betrag, welcher durch den Beschuldigten in die BK._ AG gesamthaft
investiert wurde. Die Verteidigung hat es zudem unterlassen, darauf hinzuweisen,
dass der Beschuldigte eine Investition im Umfang von "vielleicht CHF 100'000"
eingeräumt hat, wovon Fr. 60'000.– bis Fr. 70'000.– von seiner Mutter stammen
sollen (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 15). Darauf, dass das Vorschieben der Mutter
als Schutzbehauptung zu würdigen ist bzw. diese als "Strohfrau" vorgeschoben
wurde, ist die Vorinstanz eingehend eingegangen, weshalb darauf vollumfänglich
verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 123 ff. und S. 128 ff.). Der Beschuldigte woll-
te zur Herkunft des Geldes keine Aussagen machen (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S.
15), was ihm ohne Weiteres möglich gewesen wäre, hätte tatsächlich seine Mut-
ter Investitionen getätigt.
BM._ sagte auf Vorhalt des Telefongesprächs vom 6. Juli 2015 aus, dass es
möglich sei bzw. es sein könne, dass der Beschuldigte gesamthaft Fr. 350'000.–
investiert habe, der Beschuldigte habe "mit den Jungs Sachen vereinbart", von
welchen er nichts gewusst habe (Ordner 50 Urk. 150833 ff. S. 6 und Urk. 150859
ff. S. 14). Er habe den Betrag von Fr. 350'000.– als das Geld verstanden, welches
der Beschuldigte verloren habe (Ordner 50 Urk. 150859 ff. S. 16). Der Sachver-
halt ist damit erstellt. BN._, ein Drogenabnehmer des Beschuldigten, be-
hauptete zwar, dass der Beschuldigte in die BK._ GmbH "keinen Rappen"
eingezahlt habe (Ordner 47 Urk. 140385 ff. S. 2). Indes sagte er ebenfalls aus,
dass der Beschuldigte "eigentlich in dem Sinn nicht beteiligt" gewesen sei, son-
dern seine Mutter. Dies "juristisch gesprochen" (Ordner 47 Urk.140385 ff. S. 2).
Zudem bezeichnete er den Beschuldigten als die Person, welche der alleinige
Bestimmer gewesen sei (Ordner 47 Urk.140385 ff. S. 3). Seine Aussagen vermö-
gen somit keine vernünftigen Zweifel zu begründen, dass sich der Sachverhalt
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nicht wie angeklagt verwirklicht hat. Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 128 ff.). Eine Verletzung
des Anklagegrundsatzes - wie dies von der Verteidigung geltend gemacht wird -
kann nicht ausgemacht werden. So ist dem Beschuldigten klar, in welchem Zeit-
raum (2013/2014) er welchen Betrag (Fr. 350'000.–) in welche Firma (BK._
AG) in welcher Weise (Investieren) eingebracht haben soll. Der Beschuldigte
konnte sich denn auch gegen diesen Vorwurf verteidigen (u.a. Ordner 30 Urk.
042214 ff. S. 26; Ordner 31 Urk. 042580 ff.; Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 36). Die
Umschreibung des Investierens in eine Firma genügt zu einer Subsumtion unter
den Tatbestand der Geldwäscherei. Dafür bedarf es keiner genauen Auflistung,
wie diese Investitionen genau erfolgt sein sollen (Sachgüter, Dienstleistungen),
eine solche wäre gerade bei der Investition durch Bargeldbeträge auch nicht mög-
lich.
2.2.1.2. Geldüberweisungen nach Brasilien im Zeitraum Juli 2010 bis März
2016 (Ziff. 1.2.1.2. der Anklageschrift S. 34, Anhang 1 zur Anklage-
schrift)
Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im Zeitraum vom 29. Juli 2010 bis
3. März 2016 Geldüberweisungen im Umfang von insgesamt Fr. 410'192.55 nach
Brasilien getätigt zu haben, indem er die in Anhang 1 zur Anklage genannten
Bargeldbeträge den zuständigen Mitarbeitern der Firma E._ Transfer AG an
der BO._-strasse ... in ... Zürich übergeben bzw. die im Anhang 1 zur Ankla-
ge genannten Drittpersonen damit beauftragt habe. Dadurch seien Bargeldbeträ-
ge an die in Anhang 1 zur Anklage genannten Empfänger an den genannten Da-
ten nach Brasilien überwiesen worden (vgl. Anhang 1 zur Anklage [S. 1 bis 11]).
Die Verteidigung führt betreffend diesen Anklagevorwurf aus, dass gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung der Tatbestand der Geldwäscherei bei
Auslandsüberweisungen nur dann gegeben sei, wenn die Transaktion geeignet
sei, die Einziehung im Ausland zu vereiteln. Zudem bedürfe es weiterer Kaschie-
rungshandlungen, welche das Auffinden von Vermögenswerten verhindern soll-
ten. Die Begründung bzw. die blosse Verlängerung des Papertrails vereitele aber
grundsätzlich die Einziehung nicht. In der Anklageschrift seien gemäss der Ver-
- 58 -
teidigung keinerlei Kaschierungshandlungen umschrieben, was jedoch zwingend
der Fall sein müsse. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz gehe zudem fehl, der
Beschuldigte habe sich zu den Vorwürfen nicht geäussert und er habe nicht be-
stritten, Zahlungen über die E._ Transfer AG nach Brasilien abgewickelt zu
haben, weshalb sich entsprechend aufdränge, dass der Anklagesachverhalt er-
stellt sei, da der Beschuldigte keine relevanten legalen Einkünfte gehabt und sei-
ne Mutter keine Investitionen getätigt habe. Gemäss der Verteidigung stelle die
Aussageverweigerung und das Nichtbestreiten der Vorwürfe noch keinen Beweis
für die Geldübergaben dar. Diese habe die Anklagebehörde nachzuweisen. Ent-
sprechend sei der Beschuldigte von diesem Anklagevorwurf freizusprechen
(vgl. Urk. 179 S. 30 und Urk. 234 S. 38).
Dieser Sachverhalt ist durch den Auszug aus den Serverdaten der E._
Transfer AG erstellt (vgl. Bericht der Stadtpolizei Zürich vom 29. Mai 2017, Ord-
ner 22 Urk. 020127 ff. sowie den Auszug aus den Serverdaten der E._
Transfer AG, Ordner 22 Urk. 020169) und wird vom Beschuldigten auch in mate-
rieller Hinsicht nicht bestritten (Ordner 31 Urk. 042593). Auf den Einwand der Ver-
teidigung, dass der sogenannte "paper trail" keine Geldwäscherei zu begründen
vermöge, sondern es weiterer Kaschierungshandlungen bedürfe, welche die Auf-
findung und die mögliche Einziehung der Vermögenswerte verhindern sollen, wird
im Rahmen der rechtlichen Würdigung (vgl. nachfolgend unter III. Ziff. 2) einge-
gangen. Die Verteidigung erwähnt zudem zeitliche Überschneidungen zu Ziffer
1.2.1.4. des Anklagevorwurfs (Urk. 179 S. 30). Dem ist so, indes werden dem Be-
schuldigten keine Doppelzahlungen vorgeworfen. Die zeitlichen Überschneidun-
gen ergeben sich aus den verschiedenen Beweismitteln (Serverdaten der
E._ Transfer AG bzw. schriftliche Dokumente, vgl. hierzu auch die nachfol-
genden Erwägungen).
2.2.1.3. Geldüberweisungen nach Brasilien im Zeitraum Juli 2008 bis Januar
2011 (Ziff. 1.2.1.4. der Anklageschrift S. 35, Anhang 2 zur Anklage
S. 1 - 8)
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, im Zeitraum vom 2. Juli 2008
bis 31. Januar 2011 die im Anhang 2 zur Anklage genannten Geldüberweisungen
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getätigt zu haben, hauptsächlich nach Brasilien, indem er die im Anhang 2 zur
Anklage genannten Bargeldbeträge den Mitarbeitern der im Anhang 2 zur Ankla-
ge genannten Geldinstituten übergeben bzw. die im Anhang 2 zur Anklage ge-
nannten Drittpersonen damit beauftragt habe. In der Folge seien Geldbeträge an
den in Anhang 2 zur Anklage genannten Daten den genannten Empfängern im
Ausland, mehrheitlich nach Brasilien, überwiesen worden, insgesamt mindestens
Fr. 364'604.38 und Euro 2'421 (vgl. Anhang 2 zur Anklage [S. 1 bis 8]).
Dem Beschuldigten werden qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz in den Jahren 2010 bis im Jahr 2016 vorgeworfen. Für den
Zeitraum in den Jahren 2008 bis 2009 ermangelt es vorliegend einer in der An-
klageschrift umschriebenen strafbaren Vortat, weshalb der Beschuldigte diesen
Zeitraum betreffend den Tatbestand der Geldwäscherei nicht erfüllt haben kann.
Im Übrigen (betreffend die eingeklagten Beträge im Jahr 2010 [Fr. 65'769] und im
Jahr 2011 [Fr. 3'500.–]) ist der Sachverhalt erstellt (vgl. Bericht der Stadtpolizei
Zürich vom 29. Mai 2017 S. 23 ff., Ordner 22 Urk. 020120 ff. sowie
Urk. 020209 ff.]) und wird vom Beschuldigten (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 10)
bzw. dessen Verteidiger (Urk. 179 S. 31) auch sachverhaltsmässig nicht bestrit-
ten. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 195 S. 147 f.). Durch die Verteidigung wird in rechtlicher Hinsicht wiederum
eingewendet, dass es sich um einen blossen "paper trail" handle und keine Verei-
telungshandlungen vorliegen würden. Darauf wird im Rahmen der rechtlichen
Würdigung (vgl. nachfolgend unter III. Ziff. 2) einzugehen sein.
- 60 -
2.2.1.4. Investition in die Firma E._ Transfer AG (Ziff. 1.2.1.5. der Ankla-
geschrift S. 35)
Unter dieser Ziffer wirft die Anklageschrift dem Beschuldigten vor, im Zeitraum
von ca. Januar 2012 bis 15. Februar 2015, zu einem nicht näher bekannten Zeit-
punkt, vermutlich in den Jahren 2012 oder 2013, insgesamt mindestens
Fr. 300'000.– in die Firma E._ Transfer AG investiert zu haben.
Die Verteidigung wendet gegen diesen Vorwurf ein, dass dieser einzig auf einem
Gespräch zwischen dem Beschuldigten und P._ beruhe, anlässlich welchem
sich der Beschuldigte wiederum aufgespielt und behauptet habe, Fr. 300'000.– in
die Firma E._ Transfer AG investiert zu haben. Dies sei nicht mehr als Ge-
schwätz gewesen, um sich wichtig zu machen und in Szene zu setzen. Es habe
im Übrigen durch die Staatsanwaltschaft nicht nachgewiesen werden können, wie
und in welchen Tranchen und wann der Beschuldigte die Fr. 300'000.– in die
E._ Transfer AG investiert haben soll. Die in der Anklageschrift angegebene
Zeitspanne sei zudem so lange, dass ihr die notwendige Umgrenzungs- und In-
formationsfunktion fehle (Urk. 179 S. 32 und Urk. 206 S. 9). Nach Ansicht der Ver-
teidigung müsse die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift konkret umschrei-
ben, wann der Beschuldigte welche Tranchen zu welcher Zeit auf welche Art und
Weise in die E._ Transfer AG investiert habe (Urk. 234 S. 40).
Das im VW Tiguan geführte Gespräch des Beschuldigten mit P._ vom
4. März 2016 enthält folgende vom Beschuldigten gegenüber P._ geäusserte
Passage: "... ein bisschen überwacht, habe ich damals äh...300 Riesen in die
Firma investiert und habe das Ganze dann ein bisschen...für ihn kontrolliert und
so bin ich eigentlich in das reingekommen." (vgl. Ordner 22 Urk. 020188 f.; Audio-
aufzeichnung aus VW Tiguan, Nr. 4 [Kontrollschild]). Und im Skype sagte der Be-
schuldigten zu BP._, dem ehemaligen Direktor der E._ Transfer AG, am
13. Januar 2015 Folgendes: "[...] ich bin weder ein Clown noch irgendein von eu-
ren Mitarbeiter. Ich bin jemand, der schon mal verschiedene Dinge für euch ge-
macht hat, in euch investiert hat und jetzt muss ich um eine Audienz bitten? [...]."
(Ordner 5 Urk. 011494). Relevant sind weiter die Aussagen von BM._ (Ord-
ner 50 Urk. 150833 ff. S. 5 und Urk. 150859 ff. S. 18) und BQ._ (Ordner 48
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Urk.150001 ff. S. 2 und Urk. 150029 ff. S. 28). Beide sagten aus, dass der Be-
schuldigte ihnen gesagt habe, dass er an der E._ Transfer AG finanziell be-
teiligt sei. BQ._ erwähnte zudem, dass der Beschuldigte auch gesagt habe,
dass das Geld "zurück komme" (Ordner 48 Urk. 150001 ff. S. 2.). Gegenüber
BR._ stellte sich der Beschuldigte zudem als Direktor der E._ Transfer
AG vor (Ordner 51 Urk. 151248 S. 6 und Urk. 151303 ff. S. 15 f.). Es bestehen auf
Grund dieser Beweismittel keine vernünftigen Zweifel daran, dass der Beschuldig-
te in die E._ Transfer AG Geld in Höhe von Fr. 300'000.– investiert hat. Zu
diesem Schluss kam auch die Vorinstanz (Urk. 195 S. 149 ff.).
Die Behauptung des Beschuldigten, dass er zwar zu diversen Personen gesagt
habe, er habe in die Firma investiert, dies aber nicht stimme (Ordner 30
Urk. 042214 ff. S. 26), ist als Schutzbehauptung zu werten. Es ist kein Grund er-
sichtlich, warum er dies verschiedenen Leuten mitteilen sollte, wenn es nicht der
Wahrheit entspricht. Seiner diesbezüglichen Erklärung, dass er dies "im Zusam-
menhang mit gewissen Arbeiten", die er für diese Leute" erledigt habe", gesagt
habe, fehlt die faktische Grundlage. So nennt er keine konkreten Gegebenheiten,
sondern schiebt "irgendwelche Events", bei welchen er "die Promotion übernom-
men" habe und wo die E._ Transfer AG Sponsor gewesen sei, vor (Ordner
30 Urk. 042214 ff. S. 26). Zudem hätte er bei einer tatsächlichen Tätigkeit im
Rahmen von Promotionen den Gesprächspartnern gegenüber nicht von seiner Beteiligung an der E._ Transfer AG gesprochen, sondern im Gegenteil von
einem Sponsoring bzw. einer Unterstützung von Promotionen durch die E._
Transfer AG. Auch seine Erklärung zu seiner Aussage P._ gegenüber (u.a.
"300 Riesen in die Firma investiert"), nämlich dass er dies gesagt habe, um des-
sen Vertrauen zu gewinnen und ihm dieser daraufhin bedenkenlos Geld gegeben
habe (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 22), überzeugt nicht. Einerseits lässt sich ein
solcher Inhalt dem Kontext des Gesprächs nicht entnehmen (vgl. Ordner 22 Urk.
020188 f.) und andererseits ist es völlig lebensfremd, dass eine solche Behaup-
tung zur Aufforderung zur bedenkenlosen Übergabe von Geld dienen könnte. Der
Beschuldigte verwendete nämlich einen verharmlosenden Wortschatz: "...ein
bisschen überwacht, [...] habe das Ganze dann ein bisschen...für ihn kontrolliert und so bin ich eigentlich in das reingekommen." (Ordner 22 Urk. 020188 f.). Da-
- 62 -
mit ist auch die Ausführung der Verteidigung, dass sich der Beschuldigte wichtig
machen und in Szene setzen wollte, widerlegt. In diesem Falle hätte er zu einem
überzeugenderen Wortschatz gegriffen. Zur von der Verteidigung geltend ge-
machten Verletzung des Akkusationsprinzips ist auszuführen, dass dem Beschul-
digten gemäss der Anklageschrift klar ist, welche Menge Geld (Fr. 300'000.–) er
in welche Firma (E._ Transfer AG) in welchem Zeitraum (ca. Januar 2012 bis 15. Februar 2015, zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt, vermutlich in
den Jahren 2012 oder 2013) auf welche Weise (Investition) eingebracht haben
soll. Dass der Zeitpunkt nicht genauer bezeichnet werden kann, liegt am Tatvor-
wurf selber. Dem Beschuldigten war es denn auch möglich, sich gegen diesen
Vorwurf zu verteidigen (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 22; Ordner 30 Urk. 042214
ff. S. 26; Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 56). Der Sachverhalt ist erstellt.
2.2.1.5. Investition in die Firma BS._ SA (Ziff. 1.2.1.6. der Anklageschrift
S. 36)
Unter dieser Ziffer der Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst
vorgeworfen, im März 2013 Fr. 100'000.– in die Firma BS._ SA von
BR._ investiert zu haben, wobei der Investmentvertrag auf expliziten Wunsch
des Beschuldigten auf seine Mutter, AG._, ausgestellt worden sei.
Hierzu führt die Verteidigung aus, dass es stimme, dass der Beschuldigte
Fr. 100'000.– mit einem Zins von 16% in die BS._ SA investiert habe. Dieser
Vorgang stelle aber einen reinen "paper-trail" dar, Vereitelungshandlungen lägen
nicht vor. Zudem stamme das Geld von der Mutter des Beschuldigten und rühre
auch nicht von einem Verbrechen her (Urk. 179 S. 32 f.; Urk. 234 S. 42).
Dass die Fr. 100'000.– durch die Mutter des Beschuldigten (und nicht durch die-
sen selber) investiert worden sein sollen, ist eindeutig als Schutzbehauptung zu
würdigen und durch die Beweismittel widerlegt. So lässt das abgehörte Gespräch
vom 6. Januar 2016 zwischen dem Beschuldigten und seinem Beifahrer
BT._ auf der Fahrt zu BR._ (Ordner 22 Urk. 020182 ff.) keinen anderen
Schluss zu, als dass es der Beschuldigte war, welcher die Fr. 100'000.– in die
Firma BS._ SA investiert hat. Die relevanten durch den Beschuldigten ge-
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äusserten Passagen lauten nämlich wie folgt: "Ich meine, ich habe auch mal vor
zwei oder drei Jahren...oder...habe ich...bei ihm in seine Fussballgeschichte ir-
gendwie...100 Mill investiert.", sowie: "[...] und seither bin ich die ganze Zeit ei-
gentlich am Kämpfen, dass ich es zurückbekomme [...]". (Ordner 22 Urk.
020184). Daraus lässt sich kein anderer Schluss ableiten, dass er, der , Geld investiert hatte und er am kämpfen ist, dass er es zurückbekommt. Denn wenn tatsächlich die Mutter diese Investition getätigt hätte, so hätte der Be-
schuldigte sie ohne Zweifel erwähnt. Der Beschuldigte verfügte zudem über eine
Vollmacht für das Postfinancekonto Nr. 5 seiner Mutter (Ordner 54 Urk. 160916),
weshalb er Überweisungen in ihrem Namen vornehmen konnte. Aus der teilwei-
sen Einzahlung auf diesem Wege an die BS._ SA lässt sich mithin nicht
schliessen, dass das Geld von BS._ stammte. Den Rest der Investition hat
der Beschuldigte zudem persönlich in bar übergeben (Ordner 51 Urk. 151248 ff.
S. 4). Weiter zeigen die Aussagen von BR._ eindeutig, dass der Beschuldig-
te seine Mutter als "Strohfrau" vorgeschoben hat. BR._ sagte nämlich aus,
dass der Investitionsvertrag (Ordner 51 Urk. 151266) zuerst auf den Namen des
Beschuldigten ausgestellt und erst im Nachhinein auf dessen Wunsch hin auf den
Namen von dessen Mutter abgeändert worden sei. Mit BS._ habe er,
BR._, nie zu tun gehabt und sie nie gesehen (Ordner 51 Urk. 151248 ff. S. 4
und Urk. 151303 ff. S. 5 f.). Die bisher erfolgten Rückzahlungen aus der Investiti-
on an den Beschuldigten seien in bar auf die Hand erfolgt (Ordner 51
Urk. 151248 ff. S. 4). Dass die Mutter das Geld versteuert hätte, wie dies die Ver-
teidigung geltend macht (Urk. 179 S. 33), ist durch die Steuererklärung des Jah-
res 2013 von BS._ widerlegt, welche hierzu keinerlei Deklaration aufweist
(Ordner 55 Urk. 161147 ff.; insb. Urk. 161169 ff.). Dasselbe gilt für die Steuerer-
klärung 2014 (Ordner 55 Urk. 161178 ff., insb. Urk. 161207 ff.). Weshalb die Mut-
ter des Beschuldigten in eine solch spezielle Anlageform, nämlich eine Fussball-
firma, investiert haben soll, ist denn auch nicht ersichtlich und wird durch den Be-
schuldigen nicht dargelegt. Es bestehen daher keine vernünftigen Zweifel daran,
dass der Betrag von Fr. 100'000.– vom Beschuldigten stammte.
Auf die Einwendung der Verteidigung, dass der eingeklagte Vorgang einen reinen
"paper-trail" darstelle und der Anklageschrift nicht zu entnehmen sei, dass Verei-
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telungsmassnahmen vorgenommen worden seien (Urk. 179 S. 32), ist im Rah-
men der rechtlichen Würdigung einzugehen (vgl. III. Ziff. 2 nachfolgend).
2.2.1.6. Investition in den Club BU._ GmbH (Ziff. 1.2.1.7. der Anklage-
schrift S. 36)
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten unter dieser Anklageziffer zu-
sammengefasst vor, zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt im Jahr 2010 Bar-
geld in Höhe von Fr.140'000.– in den Club BU._ der BU._ GmbH inves-
tiert zu haben. So habe er unter anderem BV._ Fr. 20'000.– in bar überge-
ben und Fr. 16'000.– in bar an die BW._ AG bezahlt, weiter den Bau eines
Fumoirs finanziert sowie laufende Rechnungen in bar bezahlt.
Die Verteidigung führt hierzu aus, dass der Beschuldigte tatsächlich Fr. 20'000.–
in bar bezahlt und nachfolgend noch etwa Fr. 15'000.– bis Fr. 16'000.– für Ge-
tränke ausgegeben habe. Es sei indes nicht bekannt, woher das Geld komme,
geschweige denn liege ein Nachweis vor, dass es aus einem Verbrechen stam-
me. Die Anklageschrift würde zudem nicht darlegen, wann die Beträge bezahlt
worden sein sollen. Die Vorinstanz habe sich in ihrem Urteil vor allem mit den
Aussagen von BX._ auseinandergesetzt. Obwohl sich dieser an Diverses
nicht mehr habe erinnern können, habe die Vorinstanz dessen Aussagen als
glaubhaft erachtet. Das Gericht habe dabei den psychischen Gesundheitszustand
von BX._ nicht ansatzweise berücksichtigt. Dieser sei direkt aus der Klinik
Rheinau vorgeführt worden.
Ferner würden die eingeklagten Fr. 140'000.– aus einem fingierten Darlehensver-
trag resultieren, welcher handschriftlich hingekritzelt worden sei (Urk. 179 S. 33,
Urk. 234 S. 43).
Zur Erstellung des Sachverhalts dient in erster Linie die zwischen dem Beschul-
digten und BX._ geschlossene Vereinbarung vom 23. August 2010, worin
Folgendes festgehalten wird: "BX._ schuldet A._ Fr. 140'000.– (Hun-
dertfierzigtausend). Er bürgt mit dem Club und GmbH BU._ wofür auch die
Investitionen getätigt wurden, wie auch privat" (Ordner 51 Urk. 151385). Schon
- 65 -
daraus lässt sich die eingeklagte Investition erstellen. Dafür, dass diese Vereinba-
rung fingiert sein soll, wie dies die Verteidigung geltend macht, liegen keinerlei
Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigte BX._ selber anlässlich der Einver-
nahme vom 16. August 2017, dass die Zahl Fr. 140'000.– stimmen würde (Ordner
51 Urk 151359 ff. S. 9 f.). Weiter sagte BX._ aus, dass zwar er den Kaufver-
trag zwischen ihm und dem Verkäufer, BV._ (vgl. Ordner 51 Urk. 151379 ff.),
unterschrieben habe, das Geld indes vom Beschuldigten stammen würde. Der
Beschuldigte habe auch die Kaufverhandlungen geführt (Ordner 51 Urk. 151346
ff. S. 2 ff. und Urk. 151359 ff. S. 3 ff.). Die Investitionen des Beschuldigten hätten
sich wie folgt zusammengesetzt: Zahlung von Fr. 20'000.– in bar durch den Be-
schuldigten an den ehemaligen Besitzer des BU._, Investitionen in der Höhe
von rund Fr. 60'000.– in den Bau eines Fumoirs im Club selbst sowie die Bezah-
lung von Getränke-Lieferungen der BW._ AG in Höhe von Fr. 16'000.– (Ord-
ner 51 Urk. 151346 ff. S. 3 und Urk. 151359 ff. S. 6 ff.). Falls der Umsatz zur Be-
zahlung des Mietzinses und anderer Rechnungen nicht ausgereicht habe, habe
ihm der Beschuldigte das Geld in bar gegeben (Ordner 51 Urk 151359 ff. S. 8 f.).
Dafür, dass die Investitionen tatsächlich im Betrag von Fr. 140'000.– erfolgten,
spricht auch die Höhe des Kaufpreises für den Club, welcher insgesamt Fr.
200'000.– betrug (Ordner 51 Urk. 151379 ff.). Weiter wird diese Zahl auch im Ge-
spräch zwischen dem Beschuldigten und BX._ vom 17. November 2010, al-
so nach Unterzeichnung der Schuldanerkennung über Fr. 140'000.–, genannt. Die
relevante, durch BX._ geäusserte Passage, lautet wie folgt: "[...] ich habe
verschiedene Leute, die bereit sind, mehr als Fr. 140'000 Franken für 40% des
BU._ zu investieren. [...]" (Ordner 51 Urk. 151386 ). Auf Vorhalt dieses Ge-
sprächs sagte BX._, dass der genannte Betrag Sinn mache und zutreffen
würde bzw. "legitim" sei (Ordner 51 Urk. 151359 ff. S. 10 f.). Ergänzend kann auf
die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche die Aussagen von
BX._ umfassend wiedergegeben und gewürdigt hat (Urk. 195 S. 158 ff.). Das
Vorbringen der Verteidigung, BX._ sei zum Zeitpunkt, als er seine Aussagen
gemacht habe, psychisch angeschlagen gewesen, vermag angesichts der vorste-
hend erläuterten Beweislage keine Zweifel an der vom Beschuldigten getätigten
Investition in dem Club BU._ von Fr. 140'00.– aufkommen zu lassen. Unter
- 66 -
den gesamten Umständen erweisen sich die Einwendungen des Beschuldigten,
wonach er überhaupt kein Geld investiert, sondern lediglich für den Club gearbei-
tet habe (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 11 f.) bzw. höchstens kleine Beträge ge-
flossen seien (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 12 ff. und S. 24 f.), klar als Schutzbe-
hauptungen und vermögen keine unüberwindbaren Zweifel am Tatvorwurf zu be-
gründen. Was die Verteidigung aus der Behauptung, dass der Beschuldigte den
"Kaufpreis" nicht bezahlt habe, weil der Verkäufer seinen Pflichten nicht nachge-
kommen sei (Urk. 179 S. 33), ableiten will, führt sie nicht aus. Die Bezahlung der
Fr. 20'0000.– sowie der "etwa CHF 15'000.00 bis CHF 16'000.00" sind zudem
eingeräumt. Dass der Beschuldigte das Fumoir finanzierte und weitere Rechnun-
gen bezahlte, ergibt sich wie oben ausgeführt aus den Aussagen von BX._. Der Sachverhalt ist damit erstellt. Zur von der Verteidigung geltend gemachten
Verletzung des Anklagegrundsatzes ist zu bemerken, dass die Anklageschrift den
relevanten Zeitpunkt, nämlich das Jahr 2010, vermerkt, wobei das Datum des
Kaufvertrages mit Tag, Monat und Jahr angegeben wird (29. August 2010). Dass
die genauen Daten der Übergaben bzw. Zahlungen der Investitionen nicht ge-
nannt werden können, liegt am Ermittlungsergebnis. Der Beschuldigte konnte sich
zudem betreffend dem Vorwurf hinreichend verteidigen (Ordner 31 Urk. 042580
ff.; Urk. 179 S. 33). Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist mithin nicht er-
sichtlich.
2.2.1.7. Investitionen in Hanfplantagen (Ziff. 1.2.1.8. der Anklageschrift S. 37)
Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe im Zeitraum von ca. Juli
2011 bis ca. August 2015 insgesamt mindestens Fr. 822'514.50 in die von ihm
betriebenen Hanfplantagen investiert, indem er Plantagenequipment, Rechnun-
gen für Strom und Mietkosten etc. und teilweise das Mietzinsdepot bzw. Lohn an
Plantagenmitarbeiter bezahlt habe. Namentlich in die Hanfindooranlagen in
AK._ / NE (Betriebszeit September 2011 bis 1. November 2012), in
AL._ / JU (Betriebszeit: ca. Juli 2012 bis September 2013), an der AS._-
strasse ... in AT._ (im Zeitraum von ca. April 2012 bis August 2014), an der
AV._-strasse ... in ... Zürich (im Zeitraum von ca. September 2014 bis Au-
gust 2015), an der AW._-strasse ... in AX._ (im Zeitraum von ca. April
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2015 bis August 2015 sowie an der C._-strasse ... in D._ (im Zeitraum
von 1. Juli 2011 bis Ende September 2014).
Die Verteidigung führt aus, dass auch bei diesem Vorwurf das Akkusationsprinzip
verletzt sei. So sei ein angeklagter Deliktszeitraum von 4 Jahren zu lange, zudem
werde durch die Staatsanwaltschaft nicht konkret dargelegt, in welchen Tranchen,
zu welcher Zeit, wieviel Geld, auf welche Art und Weise wofür genau investiert
worden sein soll. Die Staatsanwaltschaft lege in der Anklageschrift auch nicht dar,
worin die Vereitelungshandlungen bestehen sollen. Weiter erfülle die Investition in
Gebrauchsgüter den Tatbestand der Geldwäscherei nicht. Dieser Tatbestand
werde im Übrigen in den letzten Jahren immer extensiver ausgelegt. Den Invest-
ments von Drogengeldern in Hanfindooranlagen fehle jeglicher zusätzliche Un-
rechtsgehalt (Urk. 179 S. 34 ff., Urk. 206 S. 10, Urk. 234 S. 43 f.).
Schon die Vorinstanz hat zu Recht auf die erstellten Sachverhalte bezüglich dem
banden- und gewerbsmässigen Marihuanaanbau hinsichtlich der in dieser Ankla-
geziffer genannten Hanfindooranlagen verwiesen, gemäss welchen die Finanzie-
rung- bzw. Mitfinanzierung durch den Beschuldigten erstellt sei (Urk. 195
S. 161 f.). Ergänzend ist zunächst auf die Anklageschrift zu verweisen, welche
hinsichtlich jeder Plantage deren Ort, den relevanten Zeitraum, die Art der Investi-
tion (Plantagenequipment, Strom- und Mietkosten, Lohn der Plantagenmitarbeiter
etc.) sowie deren Höhe detailliert aufführt. Mit Bezug auf sämtliche Anlagen wer-
den deren Betriebszeiten bzw. die relevanten Zeiträume sowie der Gesamtbetrag
der jeweils getätigten Investition angegeben. Dem Anklagegrundsatz ist damit
Genüge getan, der Beschuldigte konnte sich hinreichend gegen den Vorwurf ver-
teidigen (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 34 ff.). Dass die Vorwürfe eine längere
Zeitperiode betreffen, gründet in den verschiedenen Handlungen des Beschuldig-
ten, vgl. die nachfolgenden Ausführungen zu den einzelnen Investitionen. Die von
der Verteidigung zitierte Stelle aus dem Bundesgerichtsentscheid BGE 144 IV
172 betrifft im Übrigen die Vorinstanz und nicht die Anklagebehörde ("Die Vo-
rinstanz hält weitgehend nur in pauschaler Weise fest, dass die Verwendung der
deliktisch erlangten Gelder den Tatbestand der Geldwäscherei erfülle [...]"; BGE
144 IV 172 E. 7.2.2.). Die Anklagebehörde hat den Sachverhalt darzustellen, die
- 68 -
rechtliche Würdigung und damit auch die allfällige Qualifikation einer Handlung
als Vereitelungshandlung ist dem Gericht vorbehalten.
Hinsichtlich der Hanfplantagen in AK._ und in AL._ ist erstellt, dass der
Beschuldigte daran beteiligt war (vgl. Ziffer 2.1.6.2. vorstehend). Er bezahlte die
Löhne von AN._ (monatlich Fr. 4'000.– bis Fr. 5'000.–, insgesamt ca.
Fr. 50'000.–) und AM._ (Fr. 8'000.– bis 9'000.–; Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 10 und Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 10 und S. 14). AN._ schätzte die Anlage
in AL._ aufgrund der Materialien auf Fr. 100'000.– bis Fr. 150'000.– (Ordner
46 Urk. 140067 ff. S. 12 f.). Dies deckt sich mit der Aussage von AI._, ge-
mäss welchem sich die Installationskosten beider Plantagen auf Fr. 310'000.–
(AK._ Fr. 170'000.– und AL._ Fr. 140'000.–) belaufen hätten. Der Be-
schuldigte habe diese Standorte finanziert (Ordner 2 Urk. 010484 und Urk.
010491). Eine Investitionssumme von insgesamt mindestens Fr. 310'000.–, wie
angeklagt, ist daher erstellt.
Bezüglich der Hanfindooranlage an der C._-strasse ... in D._ ist aner-
kannt und erstellt, dass der Beschuldigte daran beteiligt war (Urk. 179 S. 20 ff.
und Ziffer 2.1.6.1 vorstehend). Die eingeklagten durch den Beschuldigten bezahl-
ten Strom- und Mietkosten von insgesamt Fr. 353'478.50 sind durch die sicherge-
stellten Urkunden, insbesondere die BY._-Rechnungen, die Unterlagen die
Mietkosten betreffend sowie die eigenen Abrechnungen des Beschuldigten nach-
gewiesen (Ordner 7 Urk. 012140 ff., Urk. 012199 ff., Urk. 012246 ff. sowie
Urk. 012205).
Auch mit Bezug auf die Hanfplantagen an der AS._-strasse ... in AT._,
an der AV._-strasse ... in ... Zürich sowie an der AW._-strasse ... in
AX._ wird deren Betrieb durch den Beschuldigten anerkannt (Urk. 179 S. 24
ff.) und ist erstellt (vgl. Ziff. 2.1.6.3 vorstehend). Die Mietkosten bzw. Mietkautio-
nen sowie deren Bezahlung durch den Beschuldigten sind durch die Aussagen
von Q._ sowie die entsprechenden Dokumente erstellt, ebenso die Investiti-
on von Fr. 30'000.– in die Plantage in AX._ durch die eigenen Aussagen des
Beschuldigten (vgl. Ordner 31 Urk. 042617; Ordner 45 Urk. 130018 ff.,
Urk. 130120; Urk. 130385 ff. S. 6 und S. 10 ff.).
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Auf den Einwand der Verteidigung, dass die einfache Investition in Gebrauchsgü-
ter wie im vorliegenden Fall die Bezahlung der Miet- und Nebenkosten den Tat-
bestand der Geldwäscherei nicht erfülle, da keine Vereitelungshandlung vorliege,
ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen (vgl. hinten III. Ziff. 2).
2.2.2. Banden- und gewerbsmässige Geldwäschereihandlungen in den Jah-
ren 2015 und 2016 (Ziff. 1.2.2. der Anklageschrift S. 38 ff.)
Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen,
dass er zusammen mit weiteren Mittätern, nämlich BZ._ und S._ sowie
einem nicht näher bekannten "CA._", Handlungen vorgenommen habe, um
die Ermittlung, Auffindung oder Einziehung von aus dem Drogenhandel stam-
mendem Bargeld in Höhe von insgesamt umgerechnet Fr. 1'500'826.– zu verei-
teln. Dies aufgrund eines mit S._ und BZ._ sowie "CA._" ausdrück-
lich oder zumindest konkludent gefassten Entschlusses, inskünftig gemeinsam
fortgesetzt Handlungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Ermittlung der Her-
kunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die,
wie er habe wissen oder annehmen müssen, aus einem Verbrechen hergerührt
hätten. Konkret habe der Beschuldigte Bargeldaustauschgeschäfte in den Jahren
2015 und 2016 (nachfolgend Ziffer 2.2.2.1.) sowie weitere Geldübergaben im Jahr
2015 und 2016 (nachfolgend Ziffer 2.2.2.2.) getätigt.
- 70 -
2.2.2.1. lit. aa) Bargeldaustauschgeschäfte in den Jahren 2015 und 2016 (An-
klageschrift S. 39 ff.)
Gemäss Anklageschrift habe der Beschuldigte ohne Quittung Bargeldbeträge an
S._ und "CA._" übergeben, welche diese dann wiederum ohne Quittung
an Drittpersonen (u.a. einen "CB._" und einen "CC._") weitergegeben
hätten. In der Folge habe der Beschuldigte bzw. eine Drittperson in dessen Auf-
trag diese abgegebenen Bargeldbeträge - nach Abzug einer entsprechenden Pro-
vision - in einem anderen Land, in der Regel in Spanien entgegengenommen.
Diese Geldübergaben hätten keinen Eingang in die offizielle Buchhaltung und
Transaktionssysteme der E._ Transfer AG gefunden. Im Jahr 2015 hätten
auf diese Weise Bargeldübergaben in Höhe von total Euro 705'000 stattgefunden
und im Jahr 2016 solche in Höhe von insgesamt Fr. 702'800.–.
Die Verteidigung macht hierzu geltend, dass die Staatsanwaltschaft nicht in der
Lage sei, die näheren Umstände der angeblichen Bargeldübergaben zu um-
schreiben bzw. lediglich unsubstantiierte Behauptungen und Vermutungen auf-
stelle, was mit den Geldern geschehen sein soll. Sie lege auch nicht dar, inwie-
fern die verschiedenen Transaktionen geeignet sein sollen, die Einziehung der
Vermögenswerte zu vereiteln (Urk. 179 S. 36 f.). Anlässlich der Berufungsver-
handlung reichte die amtliche Verteidigung ein Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zürich vom 12. März 2020 i.S. S._ gegen Staatsanwaltschaft Zürich-
Limmat betreffend qualifizierte Geldwäscherei etc. ein (Urk. 235/1). Gemäss die-
sem Urteil seien Bargeldübergaben im Jahr 2015 von insgesamt Fr. 20'000.– so-
wie von Fr. 20'915.– und solche für das Jahr 2016 im Betrag von Fr. 563'850.–
und Fr. 10'000.– erstellt. Im Umfang von Euro 705'000 (vorliegend Anklageziffer
1.2.2. aa) aaa) sei der Sachverhalt nicht erstellt. Analoges habe für den Beschul-
digten zu gelten, welcher das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 12.
März 2020 auch gegen sich selber anerkenne. Die gegenüber S._ nicht er-
wähnten Fr. 138'905.– bestreite der Beschuldigte nach wie vor (Urk. 234 S. 44).
Mit ihrer Einwendung der unzureichenden Umschreibung der Umstände rügt die
Verteidigung wiederum, dass eine Verletzung des Anklagegrundsatzes gegeben
sei. Eine solche Verletzung liegt indes nicht vor. In der Anklageschrift werden die
- 71 -
genauen Beträge sowie die Daten exakt bzw. genügend begrenzt (z.B. "im Zeit-
raum von 19. März 2015 bis 5. Mai 2015: EUR 600'000.--", "am 11. September
2015 bzw. innerhalb von wenigen Tagen um den 11. September 2015:
EUR 105'000.--", "am 29. Februar 2016, kurz nach 14.20 Uhr, in den Büroräum-
lichkeiten der Firma E._ Transfer AG an der BO._-strasse ... in ... Zü-
rich: Fr. 100'800.--", "am 14. März 2016, kurz nach 19.25 Uhr, in den Büroräum-
lichkeiten der Firma E._ Transfer AG an der BO._-strasse ... in ... Zü-
rich: 152'550.--", etc.) angegeben. Auch die Art und Weise, mithin die Umstände
der Übergaben werden festgehalten, nämlich dass diese Bargeldbeträge durch
den Beschuldigten zunächst an S._ und "CA._" übergeben worden sei-
en, welche diese dann an Drittpersonen (u.a. einen "CB._" und einen
"CC._") weitergegeben hätten und das Geld dann später durch den Beschul-
digten bzw. eine Drittperson im Ausland wieder entgegengenommen worden sei.
Weiter umschreibt die Anklageschrift, dass der Beschuldigte diese Taten aufgrund
gemeinsamer Planung mit BZ._ und S._ sowie einem nicht näher be-
kannten "CA._" durch gleich massgebliches, arbeitsteiliges Zusammenwir-
ken bei der Tatausführung, wobei jeder mit den Tathandlungen des andern ein-
verstanden gewesen sei, soweit diese zum Tatplan gehörten, begangen habe.
Der Beschuldigte sei für die Drogengeschäfte und die Übergaben des aus dem
Drogenhandel stammenden Bargeldes an S._, welcher vom 19. März 2015
bis am 16. Juni 2016 Direktor mit Einzelunterschrift der Firma E._ Transfer
AG war, und an "CA._" zuständig gewesen. Diese hätten das Bargeld in der
Folge an weitere am Bargeldtauschgeschäft beteiligte Personen übergeben und
BZ._ habe in seiner Eigenschaft als Präsident des Verwaltungsrates und De-
legierter des Verwaltungsrates der Firma E._ Transfer AG diese Bargeld-
übergaben organisiert und koordiniert. So habe er entsprechende Anweisungen
dem Beschuldigten und S._ bzw. weiteren Drittpersonen gegeben und über
die Bargeldübergaben Buch geführt. Der Beschuldigte wusste mithin, was ihm
vorgeworfen wird, und er konnte sich hierzu auch verteidigen (Ordner 31
Urk. 042580 ff. S. 16 ff.; Urk. 043219 ff. S. 60 ff.). Die Aussagen des Beschuldig-
ten zu den ihm in der Anklageziffer 1.2.2. vorgeworfenen Vorgänge hat die
Vorinstanz zusammengefasst wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann
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(Urk. 195 S. 164 ff.). Auf die Einwendung, dass die angeklagten Handlungen kei-
ne Vereitelungshandlungen in Sinne des Geldwäschereitatbestandes darstellen
würden, wird im Rahmen der rechtlichen Erwägungen einzugehen sein
(vgl. III. Ziff. 2 nachfolgend). Der Beschuldigte kann sich auch nicht auf das in Sa-
chen S._ ergangene Urteil berufen. Die ihm vorgeworfenen Handlungen
wurden in Mittäterschaft mit diversen Beteiligten begangen. So habe der Beschul-
digte ohne Quittung Bargeldbeträge nicht nur an S._, sondern auch an
"CA._" übergeben, welche diese dann wiederum ohne Quittung an Drittper-
sonen (u.a. einen "CB._" und einen "CC._") weitergegeben hätten.
Die Anklage stützt sich auf die auf dem E-Mail-Server der E._ Gruppe si-
chergestellten Exel-Tabellen, welche durch BZ._ erstellt wurden. In diesen
elektronischen Listen sind unter "A._" die jeweiligen Beträge mit den dazu-
gehörenden Daten in der Spalte "recebido" einzeln aufgelistet (vgl. Ordner 22 Urk.
020120 ff. S. 21 ff.; Excel-Liste 2015 [Ordner 22 Urk. 020171 f.] sowie Excel-Liste
2016 [Ordner 22 Urk. 020173 f.). Schon daraus lassen sich die Bargeldübergaben
über die E._ Transfer AG nachweisen. Zu den einzelnen Übergaben gibt es
zudem weitere Beweismittel:
lit. aaa) Bargeldübergaben 2015
a) Zeitraum vom 19. März bis 5. Mai 2015 (EURO 600'000): Die Auswertung des
Mobiltelefons von S._ enthält eine Sprachnachricht vom 2. Mai 2015 von
BZ._, in welcher er S._ auf hinsichtlich des Beschuldigten zu organisie-
rende Dinge hinweist und erwähnt, dass in diesem Zusammenhang keine Fehler
gemacht werden dürften: "[...] A._ erzählt es dir dann nächste Woche. [...].
Nur damit ich es verstehe den ich muss dich mit dem Kleinen organisieren, ver-
stehst du? Damit wir keinen Fehler machen." (Ordner 20 Urk. 0160969 ff. [Beilage
40]). Dann zeigen die Flugabklärungen Reisen des Beschuldigten zwischen Zü-
rich und Madrid/Málaga, nämlich am 4. Mai 2015 von Zürich nach Madrid, am 5.
Mai 2015 von Madrid nach Zürich, am 7. Mai 2015 von Zürich nach Málaga und
am 10. Mai 2015 von Málaga nach Zürich (Ordner 1 Urk. 010155). Diese Vorgän-
ge decken sich mit dem in der Excel-Tabelle des Jahres 2015 am 5. Mai 2015
vermerkten Betrag in Höhe von EURO 600'000 (Ordner 22 Urk. 020171).
- 73 -
b) Am 11. September 2015 bzw. innerhalb von wenigen Tagen um den 11. Sep-
tember 2015 (EURO 105'000): Die Excel-Tabelle von BZ._ des Jahres 2015
führt unter dem 11. September 2015 einen Betrag von EURO 105'000 auf (Ordner
22 Urk. 020171). Weiter wurde in der Wohnung von CD._ im Kanton Tessin
ein Daten-Stick sichergestellt, der eine gelöschte Datei mit der Bezeichnung
"?EE8D600" enthält. Eines der Datenblätter trägt die Bezeichnung "A._" und
die Excel-Liste zeigt mit Datum vom "11. Sep" den Betrag von insgesamt EURO
105'000 (EURO 30'000 plus EURO 75'000) mit der Erklärung A._ .../Zurich"
(Ordner 20, Urk. 016973 ff. [Beilage 41). Am 10. September 2015 flog der Be-
schuldigte von Zürich nach Madrid und am 14. September 2015 von Málaga nach
Zürich (Ordner 1 Urk. 010155 f.). Auch hier besteht ein direkter Zusammenhang
zwischen den festgehaltenen Beträgen sowie den Flügen des Beschuldigten.
lit. bbb) Bargeldübergaben 2016
a) 29. Februar 2016 (Fr. 100'800.–): Im Gespräch vom 29. Februar 2016,
14:11 Uhr, teilt der Beschuldigte BZ._ mit, dass er in 5 Minuten bei S._
sei und "hundert und achthundert" dabei habe (Audio-Innenraumüberwachung
des Fahrzeugs des Beschuldigten, Ordner 20 Urk. 016986 [Beilage 45]). Die an-
schliessende Übergabe des Geldes am 29. Februar 2016 um 14:21 Uhr ist mittels
der Video-Überwachung der E._ Transfer AG nachgewiesen (Ordner 20 Urk.
016988 ff. [Beilage 46]). Die Summe von Fr. 100'800.– ist auf der Excel-Tabelle
des Jahres 2016 von BZ._ mit dem Datum vom 29. Februar 2016 aufgeführt
(Ordner 22 Urk. 020173). Aus der Audio-Innenraumüberwachung des Fahrzeugs
des Beschuldigten vom 29. Februar 2016 ab 19 Uhr ergibt sich weiter, dass der
Beschuldigte die Abholung des Geldes in Spanien organisierte (Ordner 20, Urk.
016993 [Beilage 47]). Am 1. März 2016 flog der Beschuldigte von Zürich nach
Madrid und am 2. März 2016 von Barcelona nach Zürich (Ordner 13 Urk. 014393
ff.).
b) 14. März 2016 (Fr. 152'550.–): Auch mit Bezug auf den in der Excel-Tabelle
von BZ._ mit dem Datum vom 14. März 2016 aufgeführten Betrag von Fr.
152'550.– (Ordner 22 Urk. 020173) bestehen entsprechende Gesprächsaufzeich-
nungen bzw. Videoüberwachungen: So kündete der Beschuldige am 14. März
- 74 -
2016 um 14:32 Uhr die Bargeldübergabe von ca. Fr. 150'000.– ("150 Franken")
gegenüber BZ._ an (Ordner 20 Urk. 016999 ff. [Beilagen 49 bis 51], u.a. "[...]
Ich muss das Geld gleich heute bei S._ hinterlegen den morgen Vormittag
werde ich abreisen...[...]. Ich habe meinen Freund in Barcelona welcher es holen
kann [...]"). Die nachfolgende Video-Überwachung der E._ Transfer AG vom
14. März 2016 zeigt ab 19:27 Uhr den Beschuldigten, wie er die Büros betritt und
S._ Geld übergibt (Ordner 20 Urk. 107008 ff. [Beilage 52]).
c) 23. März 2016 (Fr. 87'500.–): In der Excel-Tabelle von BZ._ ist mit dem
Datum vom 23. März 2016 der Betrag von Fr. 87'500.– vermerkt (vgl. Ordner 22
Urk. 020173). Hierzu liegen ebenfalls aufgezeichnete Gespräche vor, welche die
geplante Übergabe sowie den Betrag ("875") nachweisen. Dies sind die Gesprä-
che vom 22. und 23. März 2016 zwischen dem Beschuldigten und BZ._
(Ordner 20 Urk. 017017 ff. [Beilagen 54 und 55]) sowie vom 24. März 2016 zwi-
schen dem Beschuldigten und P._ ("Gestern, was haben wir abgegeben?
875, oder?"; Ordner 20 Urk. 017023 ff. [Beilage 56]). Zudem zeigt die Video-
Überwachung der E._ Transfer AG vom 23. März 2016, 15:27 Uhr, die Über-
gabe (Ordner 20 Urk. 017028 ff. [Beilage 57]).
d) 25. März 2016 (Fr. 73'000.–): Gemäss der Auswertung der Antennenstandorte
der Mobiltelefone von S._ und dem Beschuldigten haben sich diese am 25.
März 2016 nach 23:00 Uhr im Raum D._, also in der Nähe des Wohnortes
des Beschuldigten, getroffen (Ordner 20 Urk. 017034 ff., [Beilage 59]). Das Datum
des Treffens korrespondiert mit dem in der Excel-Tabelle von BZ._ an die-
sem Tag vermerkten Betrag über Fr. 73'000.– (Ordner 22 Urk. 020173).
e) 2. April 2016 (Fr. 138'950.–): Diese in der Anklageschrift aufgeführte Übergabe
in Genf an einen "CA._" ist in der Excel-Tabelle von BZ._ mit dem Da-
tum vom 1. April 2016 vermerkt, dies mit dem Hinweis "CA._ geneve" (Ord-
ner 22 Urk. 020173). Die Audioüberwachung des Fahrzeugs des Beschuldigten
zeigt am 1. April 2016 zwei Gespräche, aus welchen hervorgeht, dass der Be-
schuldigte nachfragt, ob er das Geld zu S._ oder nach Genf bringen soll
(u.a.: "[...] S._ fragt mich jetzt um ein Treffen. Hast du das arrangiert? Ist es
dafür damit ich ihm die Sachen gebe oder soll es in Genf übergeben werden?
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[...]"; Ordner 20 Urk. 017193 [Beilage 91]). Zudem zeigt die Standortüberwachung
seines Autos einen Aufenthalt in Genf am 2. April 2016 (Ordner 20 Urk. 017196
[Beilage 92]). Dass die Übergabe am 2. April 2016 stattfand, ist damit erstellt.
f) 6. April 2016 (Fr. 100'000.–): Weiter enthält die Excel-Tabelle von BZ._ mit Datum vom 8. April 2016 einen Betrag von Fr. 100'000.– mit dem Vermerk
"CE._" (Ordner 22 Urk. 020173). Die Audioüberwachungsaufzeichnung aus
dem Fahrzeug des Beschuldigten vom 6. April 2016 dokumentiert eine Sprach-
nachricht des Beschuldigten, aus welcher die Vorbereitung der Geldübergabe
hervorgeht ("Also gehe ich zum "CE._" [...] und lasse es bei ihm, oder?";
Ordner 20 Urk. 017039 f. [Beilage 61]) sowie ein Gespräch, welches die Summe
nachweist ("...: ist es nötig es zu überprüfen? ...: Nein, es sind 100. [...]"; Ordner
20 Urk. 017042 f. [Beilage 62]). Die am 6. April 2016 erstellte Videoaufnahme do-
kumentiert die Übergabe (Ordner 20 Urk. 017045 ff. [Beilage 63]).
g) 11. April 2016 (Fr. 50'000.–): Die Excel-Tabelle von BZ._ enthält mit  vom 10. April 2016 ebenfalls mit dem Hinweis "CE._" einen Betrag von
Fr. 50'000.– (Order 22 Urk. 020173). Die Telefonüberwachung sowie die Auswer-
tung der Antennenstandorte der Mobiltelefone des Beschuldigten und S._
weisen am 11. April 2016 ein Treffen nach (Ordner 20 Urk. 017051 ff. sowie Urk.
017074 [Beilagen 65, 66 und 69]). Die Summe von Fr. 50'000.– ist zudem auf-
grund des Chats zwischen dem Beschuldigten und S._ erstellt. Darin fragt
S._ am 11. April 2016: "Du hast mir 50 gegeben, richtig?" und der Beschul-
digte antwortet: "Ja." (Ordner 20 Urk. 017057 f. [Beilage 67]).
Auf Grund all dieser Umstände und Zusammenhänge bestehen keine vernünfti-
gen Zweifel daran, dass die von BZ._ erstellten Excel-Tabellen für die Jahre
2015 und 2016 der Wahrheit entsprechen. Die Daten und Inhalte korrespondieren
mit Abhörprotokollen, Videoüberwachungen sowie den weiteren beweistechni-
schen Erhebungen. Es bestehen auch keine Hinweise darauf, dass es eine Ver-
anlassung dafür gegeben hätte, in den Listen unwahre Bargeldübergaben festzu-
halten. Im Gegenteil bestand ein gewichtiges Interesse an einer korrekten Buch-
führung, nicht zuletzt wegen der Provision, die verdient werden konnte. Ebenso
- 76 -
ergibt sich aus den genannten Beweismitteln das gemeinsame anteilmässige Zu-
sammenwirken zwischen dem Beschuldigten, BZ._ und S._ sowie ei-
nem nicht näher bekannten "CA._".
Dieses Bild wird durch die Aussagen von S._ komplettiert. Dessen Depositi-
onen wurden von der Vorinstanz ausführlich wiedergegeben und gewürdigt, wes-
halb darauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 166 ff.; Art. 82
Abs. 4 StPO). So räumte S._ anlässlich der Einvernahme vom 22. März
2017 sowie der Konfrontationseinvernahme vom 20. Juli 2017 ein, im Jahre 2016
Fr. 560'000.– vom Beschuldigten erhalten und es dann an verschiedene Perso-
nen weitergegeben zu haben. Dieses Geld sei in der offiziellen Buchhaltung der
E._ Transfer AG nicht verbucht worden. Er habe Anweisung von BZ._
oder CD._ erhalten, dies nicht zu tun. Er habe angenommen, dass das Geld
nicht aus einer sauberen Quelle stammt. Auch sei möglich, dass er im Jahre 2015
EUR 700'000.– vom Beschuldigten erhalten und dann weitergegeben habe (Ord-
ner 38 Urk. 060383 ff. S. 3 f. und Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 9 ff.). Er habe das
Geld jeweils an zwei Personen weitergegeben, die er nicht kenne. Die Personen
hätten "CB._" und "CC._" geheissen (Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 11
f.). Es seien weder beim Empfang des Bargeldes noch bei der Weitergabe Quit-
tungen ausgestellt worden. Zumindest in dieser Hinsicht habe eine spezielle Re-
gelung für den Beschuldigten als Kunden bestanden, bei den übrigen Kunden sei
es nicht so gelaufen (Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 23 f.). Wie die Vorinstanz rich-
tigerweise festhielt (Urk. 195 S. 176 ff.), ist das durch S._ teilweise und im
Übrigen auch erst in späteren Einvernahmen geltend gemachte Nichtwissen bzw.
Nichtmehrwissen offensichtlich vorgeschoben. Im wesentlichen Grundsatz aner-
kannte er den vorgehaltenen Sachverhalt. Dieses Zugeständnis deckt sich mit
den obigen Beweismitteln, weshalb keine ernsthaften Zweifel daran bestehen,
dass dieses der Wahrheit entspricht. Dass er die Aussagen lediglich in der Hoff-
nung auf ein abgekürztes Verfahren machte, kann bei dieser Beweislage mit der
Vorinstanz (Urk. 195 S. 178) ausgeschlossen werden. Im Übrigen hat der Be-
schuldigte selber eingeräumt, dass es zu Bargeldtransfers kam, wobei er sich an
eine Summe von Euro 400'000, welche zu zwei Tranchen in Madrid übernommen
worden sei, genauer zu erinnern vermochte, ebenso an eine Übergabe in Genf
- 77 -
(Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 20 f.). Dass seine übrigen Bestreitungen (u.a. dass
die Bargeldtransfers nicht über die E._ Transfer AG gelaufen sein sollen) als
vorgeschoben zu werten sind, hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten (Urk. 195
S. 165 f.). Der Sachverhalt ist damit erstellt. Nur der Vollständigkeit halber ist an-
zumerken, dass der Beschuldigte anlässlich einer Polizeikontrolle am 26. April
2016, ca. 16.00 Uhr, an der BO._-strasse Höhe Nr. ... in Zürich, also nur
wenige Meter vom Ladeneingang der Firma E._ Transfer AG, Bargeld in Hö-
he von Fr. 42'000.– auf sich trug, welches sichergestellt wurde (Ordner 18 Urk.
014056 und Urk. 014489). Aus der Mobiltelefonauswertung des Beschuldigten
(Ordner 20 Urk. 017087 ff. [Beilage 71]) ergibt sich, dass dieses Bargeld ebenfalls
zur Übergabe an S._ bestimmt war. Auch diese Handlung passt ins Bild des
übrigen Beweisergebnisses.
Die Vorinstanz hat zudem die Aussagen von L._ ausführlich wiedergegeben
und gewürdigt (Urk. 195 S. 179 ff.). Da sich aus diesen keine relevanten Erkennt-
nisse für den vorliegenden Vorgang ergeben (die Vorinstanz hielt hierzu fest, dass
L._ keine Details habe nennen können), ist nicht näher darauf einzugehen.
- 78 -
2.2.2.2. lit. bb) Weitere Geldübergaben im Jahr 2015 und 2016 (Anklageschrift
S. 42)
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe zwischen Frühling 2015 und dem
27. April 2016 weitere Geldübergaben vorgenommen. So habe er ohne Quittung
in Zürich und Umgebung diverse Bargeldbeträge in Höhe von insgesamt
Fr. 39'665.– und Euro 5'000 an S._ übergeben, welcher diese in der Folge im
selben Betrag an Drittpersonen weitergeleitet bzw. teilweise für Ausgaben der
E._ Transfer AG verwendet habe. In der Folge hätten der Beschuldigte oder
eine ihm nahestehende Drittperson den entsprechenden Geldbetrag im Ausland,
in der Regel in Brasilien, entgegengenommen. Diese Bargeldübergaben hätten
keinen Eingang in die offizielle Buchhaltung und Transaktionssysteme der
E._ Transfer AG gefunden.
Die Verteidigung macht geltend, dass gewisse in der Anklageschrift genannte
Übergaben, nämlich diejenigen vom 4. und 5. Mai 2015, vom 8. Juli 2015, vom
17. September 2015 sowie vom 15. Januar 2016, nicht erstellt seien, da sie sich
auf den sichergestellten Listen nicht finden würden. Des Übrigen verletze die
Staatsanwaltschaft auch bei diesen vorgeworfenen Geldübergaben das Akkusati-
onsprinzip, zudem lägen auch keine Vereitelungshandlungen vor (Urk. 179
S. 37 f.).
Zum Anklagegrundsatz kann auf die obigen Erwägungen verwiesen werden. Dem
Beschuldigten werden einzeln genannte Geldübergaben vorgeworfen, welche mit
genauem Datum des Tages bzw. einer bestimmbaren Zeitspanne sowie den
exakten Geldbeträgen angegeben werden. Auch die Art und Weise dieser Über-
gaben (über S._) sowie deren Bestimmungsort (Ausland, in der Regel Brasi-
lien) werden genannt. Der Einwand der Verteidigung, dass diese Transaktionen
nicht geeignet gewesen seien, die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln,
betrifft die rechtliche Würdigung, weshalb darauf an entsprechender Stelle einzu-
gehen ist (vgl. nachfolgend III. Ziff. 2).
- 79 -
Die folgenden dem Beschuldigten vorgeworfenen Geldübergaben finden sich mit
dem Vermerk "A._" in der bei S._ sichergestellten Liste, nämlich der
Excel-Tabelle mit dem Titel "PASTA 1" (Ordner 22 Urk. 020232 ff.):
Frühling 2015 (Fr. 1'000.–), 18. April 2015 (Fr. 2'000.–), 21. Mai 2015 (Fr. 2'000.–), 21. Mai 2015 (Fr. 1'000.–), 16. Juni 2015 (Fr. 1'670.–), 30. Juni 2015 (Fr. 1'830.–), 30. Juni 2015 (Fr. 915.–), 31. Juli 2015 (Fr. 3'000.–), 31. Juli 2015
(Fr. 500.–), 3. September 2015 (Fr. 3'000.–), 3. November 2015 (Fr. 1'000.–),
19. November 2015 (Fr. 2'500.–), 19. November 2015 (Fr. 500.–), 3. Januar 2016
(Fr. 3'500.–), 15. März [in der Anklageschrift fälschlicherweise "Januar"] 2016
(Fr. 5'000.–) sowie 27. April 2016 (Fr. 1'500.–).
Die folgenden eingeklagten Beträge finden sich mit den entsprechenden Daten
auf der vom E-Mail-Server der E._ Gruppe unter "A._" sichergestellten
Excel-Tabelle des Jahres 2015, welche durch BZ._ erstellt wurde (Ordner 22
Urk. 020171 f.):
4. Mai 2015 (Fr. 3'500.–), 5. Mai 2015 (Fr. 3'500.–), 8. Juli 2015 (Fr. 1'750.–),
17. September 2015 (Euro 5'000).
Mit Bezug auf diese in den beiden Excel-Listen festgehaltenen Geldüberweisun-
gen kann auf die oben gemachten Ausführungen verwiesen werden. Entgegen
den Ausführungen der Verteidigung finden sich die von ihr genannten Daten der
Geldübergaben vom 4. und 5. Mai 2015, vom 8. Juli 2015, vom 17. September
2015 sowie vom 15. Januar [recte: März] 2016 in den beiden Listen. Es gibt kei-
nerlei Anhaltspunkte dafür, dass diese Listen nicht der Wahrheit entsprechen sol-
len. S._ bestätigte denn auch, die Excel-Tabelle "PASTA 1" erstellt zu haben
und dass es sich dabei um die vom Beschuldigten übergebenen Beträge handelt
(Ordner 37 Urk. 060335 S. 14 f.). Der Beschuldigte räumte hierzu ein, er habe si-
cher Geld an seine Freundin in Brasilien geschickt, über die Beträge könne er
aber nichts mehr sagen, da er dies nicht mehr wisse. Von inoffiziellen Wegen von
Transfers über die E._ Transfer AG wisse er ebenfalls nichts, seines Wis-
sens habe er meistens eine Quittung erhalten (Ordner 31 Urk. 042580 ff. S. 19
ff.). Es bestehen daher keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass diese in den
- 80 -
Listen festgehaltenen Beträge der Wahrheit entsprechen. Dass beim Erstellen
dieser Listen Fehler passiert seien bzw. aufgrund welcher Tatsachen diese nicht
stimmen sollen, wird durch die Verteidigung denn auch nicht geltend gemacht.
Der Sachverhalt ist damit erstellt.
2.2.3. Banden- und gewerbsmässige Geldwäschereihandlungen von A._ in
den Jahren 2012 und 2013 (Anklageschrift Ziffer 1.2.3., S. 43 f.)
Dem Beschuldigten wird unter dieser Anklageziffer zusammengefasst vorgewor-
fen, aufgrund gemeinsamer Planung mit BZ._ und BP._ und durch
gleich massgebliches, arbeitsteiliges Zusammenwirken bei der Tatausführung im
Zeitraum von ca. Dezember 2012 bis August 2013, vermutlich im Ausland, selber
oder durch eine Drittperson aus dem Drogenhandel stammendes Bargeld in der
Höhe von insgesamt Fr. 400'000.– über die Funktionäre BP._ und BZ._
der E._ Transfer AG entgegengenommen zu haben. Zweck sei es gewesen,
mit diesem Drogengeld Cannabiseinfuhren aus dem Ausland zu finanzieren. Der
Beschuldigte habe in der Folge mindestens Fr. 200'000.– aus dem von ihm erziel-
ten Drogenerlös über die E._ Transfer AG, unter anderem über BP._
und BZ._, zurückbezahlt.
Die Verteidigung führt hierzu aus, dass dieser Sachverhalt lediglich behauptet, in-
des nicht bewiesen werde. So werde lediglich vermutet, dass das Geld im Aus-
land entgegengenommen worden sei. Auch das Akkusationsprinzip sei verletzt
worden, hätte doch dargelegt werden müssen, wann, wo, welche Beträge, von wo
zu wo geflossen und von wem abgegeben respektive entgegengenommen wor-
den seien. Ebenso seien keine Vereitelungshandlungen ersichtlich, dies auch be-
züglich des Ortes, wo diese stattgefunden haben sollen, was die territoriale An-
wendbarkeit und die örtliche Zuständigkeit in Frage stelle (Urk. 179 S. 36,
Urk. 206 S. 10; Urk. 234 S. 45).
Zum Anklagegrundsatz kann auf die verschiedenen vorstehenden Erörterungen
verwiesen werden. Dem Beschuldigten werden genaue Beträge zu genügend be-
stimmten Zeitpunkten vorgeworfen, nämlich Fr. 10'000.– (um den Dezember
2012), Fr. 20'000.– (um den 16. Januar 2013), Fr. 20'000.– (um den 28. Februar
- 81 -
2013), Fr. 50'000.– (um den 30. März 2013), Fr. 25'000.– (um den 6. Mai 2013),
Fr. 25'000.– (um den 7. Mai 2013), Fr. 10'000.– (um den 10. Juni 2013),
Fr. 40'000.– (um den 2. Juli 2013). Auch die Tathandlung des Beschuldigten so-
wie seiner Mittäter wird in der Anklageschrift beschrieben. So sei der Beschuldigte
für die Drogengeschäfte und die Übergabe des aus dem Drogenhandel stam-
menden Bargeldes an BP._ zuständig gewesen. Dieser habe das Bargeld in
der Folge an Drittpersonen weitergegeben und darüber Buch geführt, und
BZ._ als Präsident des Verwaltungsrates und Delegierter des Verwaltungsra-
tes je mit Einzelunterschrift sowie als Hauptaktionär und eigentlicher Eigentümer
bzw. wirtschaftlich Berechtigter der Firma E._ Transfer AG habe diese Bar-
geldübergaben organisiert und koordiniert und entsprechende Anweisungen an
den Beschuldigen sowie BP._ bzw. weiteren Drittpersonen gegeben. Der
Beschuldigte habe die angeklagten Handlungen aufgrund eines mit BP._ und
BZ._ sowie "CA._" ausdrücklich oder zumindest konkludent gefassten
Entschlusses vorgenommen, inskünftig gemeinsam fortgesetzt Handlungen vor-
zunehmen, die geeignet sind, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die
Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie der Beschuldigte gewusst
habe oder habe annehmen müssen, aus einem Verbrechen hergerührt hätten.
Der Beschuldigte wusste mithin, was ihm vorgeworfen wird und konnte sich da-
gegen verteidigen (vgl. Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 2 f.).
Die Anklage stützt sich auf eine ebenfalls auf den Serverdaten der E._
Transfer AG gesicherte Excel-Liste (Ordner 21 Urk. 017364 inkl. Daten zur Liste
Urk. 017365 f. und Ordner 32 Urk. 043303 ff.). Diese trägt den Titel "A._
400k" sowie den Hinweis "total seria 400'000 chf" und listet in der Folge die oben
wiedergegebenen Beträge mit den erwähnten Daten und einem Total von
Fr. 200'000.– einzeln auf. Bei sämtlichen Zahlungen finden sich Vermerke (z.B.
"A._ levou para o rubens no brasil 28/02/2013"; "pago 02/07/2013
BP._"). Wenn der Beschuldigte geltend macht, nicht zu wissen, ob er mit
"A._" gemeint sei (vgl. Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 2), so ist dies als
Schutzbehauptung zu würdigen. In der Liste werden auch die Namen "BP._"
und "BZ._" aufgeführt, die Liste wurde zudem durch einen "BP._" er-
stellt und abgespeichert ("Author BP._" sowie "Last Author BP._", vgl.
- 82 -
Ordner 21 Urk. 017364 ff.). Zu diesen Namen machte der Beschuldigte geltend,
keine Ahnung zu haben, wer mit "BZ._" bzw. "BP._" gemeint ist (Ordner
32 Urk. 043219 S. 2). Mit der Vorinstanz (Urk. 195 S. 192) bestehen keine ver-
nünftigen Zweifel daran, dass "BP._" identisch ist mit BP._, welcher
vom 9. August 2010 bis 19. März 2015 Direktor mit Einzelunterschrift der Firma
E._ Transfer AG war und mit "BZ._" BZ._ gemeint ist. Andere Per-
sonen kommen im Zusammenhang mit der E._ Transfer AG nicht in Be-
tracht. Das entsprechende Nichtwissen des Beschuldigten ist mithin als klar vor-
geschoben zu werten. Die eingeklagten Beträge sind durch die Liste ausgewie-
sen, es bestehen keinerlei Gründe für die Annahme, dass diese nicht der Wahr-
heit entsprechen sollten. Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass BP._ ein
Interesse daran hatte, die Geldflüsse festzuhalten und damit den Überblick bzw.
die Kontrolle über diese zu haben. Auf Grund des Fundortes der Excel-Liste in
den Serverdaten der E._ Transfer AG sowie der Tatsache, dass diese durch
den damaligen Direktor dieser Firma erstellt wurde sowie unter Hinweis auf die
übrigen erstellten Sachverhalte betreffend Bargeldgeschäfte über die E._
Transfer AG, bestehen keine rechtsgenügenden Zweifel daran, dass der Be-
schuldigte auch die in dieser Liste enthaltenen Beträge über die E._ Transfer
AG verschoben und teilweise zurückverschoben hat. Wenn die Verteidigung rügt,
dass die Staatsanwaltschaft lediglich vermute, dass das Geld im Ausland entge-
gengenommen worden sei, so entspricht dies der Anklageschrift (wonach die
Entgegennahme des Bargeldes "vermutlich im Ausland" erfolgt sei). In diesem
Sinne ist der Sachverhalt denn auch erstellt. Anzumerken ist, dass auch bei einer
Entgegennahme von Geld im Ausland das Schweizer Strafrecht in räumlicher
Hinsicht Geltung hat (Art. 3 und Art. 8 StGB). Mit der Transaktion über Funktionä-
re der in der Schweiz domizilierten E._ Transfer AG befindet sich ein An-
knüpfungspunkt in der Schweiz und auch der Erfolgsort, nämlich die Vereitelung
der Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögens-
werten, trat in der Schweiz ein. Auf die Einwendung der Verteidigung, dass keine
Vereitelungshandlung vorliege, ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzu-
gehen (vgl. hinten III. Ziff. 2).
- 83 -
2.2.4. Herkunft der Gelder
Zu sämtlichen Vorwürfen betreffend den Geldwäschereihandlungen ist auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz an verschiedenen Stellen zu verweisen,
an welchen sie zusammengefasst festhält, dass der Beschuldige weder über rele-
vante legale Einkünfte verfügte noch an Geschäften von irgendwelchen Investo-
ren mit Geldern aus legaler Herkunft beteiligt gewesen wäre (vgl. u.a. Urk. 195
S. 127, S. 129 f., S. 134, S. 148 etc.). Dem kann vollumfänglich gefolgt werden. In
den Akten finden sich keinerlei Hinweise auf legale Einkünfte oder sonstige legale
Quellen, aus denen die Gelder stammen könnten. Der Beschuldigte verfügt zu-
dem weder über Bank- noch Postkonti in der Schweiz. Einzahlungen erledigte er
auf der Post in bar. Er hatte eine Kreditkarte, welche aber über seine Mutter lief
(Ordner 70 Urk. 240022 ff. S. 5). Es wäre dem Beschuldigten ein Leichtes gewe-
sen, legale Einkünfte anzugeben bzw. Investoren von legalen Geldern zu nennen,
wenn es solche tatsächlich gegeben hätte. Er konnte denn auch keine Angaben
über die Höhe von behaupteten Einkünften machen (Ordner 70 Urk. 240022 ff.
S. 5). Auf seine ausführliche Reisetätigkeit angesprochen, machte der Beschul-
digte geltend, dass deren Zweck teils Aufträge, teils Vergnügen gewesen seien.
Auftraggeber wollte er aber keine nennen (Ordner 70 Urk. 240022 ff. S. 12). All
diese Umstände lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Gelder nicht aus
legalen Quellen herrühren. Zudem ist erstellt, dass der Beschuldigte im Zeitraum
zwischen 2010 bis und mit 2016 aus dem Drogenhandel erwirtschafteten Umsatz
von mindestens Fr. 36 Mio. generierte (vgl. II. Ziffer 2.1.8. vorstehend). Es beste-
hen mithin keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass die erstellten Geldbeträge
von insgesamt knapp Fr. 4 Mio. aus dem Drogenhandel stammen und damit aus
einem Verbrechen herrühren.
- 84 -
III. Rechtliche Würdigung
Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen sowie der Lehre und Rechtsprechung
der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der
qualifizierten Geldwäscherei kann vorab zur Vermeidung unnötiger Wiederholun-
gen vollumfänglich auf die korrekte und umfassende Wiedergabe der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 195 S. 199 ff.).
1. Widerhandlungen gegen das BetmG
Die Würdigung des erstellten Sachverhalts als Widerhandlungen gegen das Be-
täubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a BetmG (unbefugtes An-
bauen), Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG (unbefugtes Lagern, Versenden, Befördern,
Einführen), Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (unbefugtes Veräussern, in Verkehr Brin-
gen) sowie Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (unbefugtes Besitzen, Aufbewahren und
Erwerben) durch die Vorinstanz (Urk. 195 S. 204) ist korrekt und wird von der Ver-
teidigung nicht bestritten (Urk. 179 S. 1 ff., S. 38). Dasselbe gilt für die Qualifikati-
onen gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG (Bandenmässigkeit) und Art. 19 Abs. 2
lit. c BetmG (Gewerbsmässigkeit) mit Bezug auf die Ziffern 1.1.1. sowie 1.1.2. der
Anklageschrift (Ziffer 1.1.3 betrifft konkrete Betäubungsmittelübergaben bzw. -
übernahmen von Marihuana und Hanf-Stecklingen durch den Beschuldigten allei-
ne ohne Vorwurf der Banden- oder Gewerbsmässigkeit). Zu den Qualifikationen
ist ergänzend Folgendes auszuführen.
Die Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG (Bandenmässigkeit) ist erfüllt,
wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Aus-
übung des unerlaubten Betäubungsmittelhandels zusammengefunden hat, dieje-
nige im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit c BetmG (Gewerbsmässigkeit) liegt vor, wenn
der Täter durch gewerbsmässigen Betäubungsmittelhandel einen grossen Um-
satz oder einen erheblichen Gewinn erzielt.
Nur schon aus der Anzahl der Delikte sowie der Drogenmenge sowie dem daraus
generierten Umsatz sowie Gewinn ist erstellt, dass der Beschuldigte den Willen
zur Verübung mehrerer Straftaten mit den jeweils in den entsprechenden Sach-
- 85 -
verhaltsabschnitten genannten weiteren beteiligten Personen hatte und diese in
der Folge auch ausführte. Seine Tätigkeit sowie die Zusammenarbeit mit den wei-
teren Beteiligten ist als intensiv und auf Dauer angelegt zu qualifizieren. Die er-
stellten Sachverhalte liessen sich im Übrigen auch nicht ohne eine hohe Intensität
der Zusammenarbeit mit weiteren Personen und einer geregelten Arbeitsteilung
abwickeln. Die Tatbeiträge des Beschuldigten und der jeweiligen weiteren Betei-
ligten sind bei den jeweiligen Vorgängen klar und ausführlich umschrieben. Der
Vorinstanz ist in ihrer Würdigung zuzustimmen, dass die Tathandlungen zwar
bisweilen variieren, indem bei den einen Deliktskomplexen die Cannabis-Einfuhr
und bei den anderen die Cannabis-Produktion im Vordergrund steht; bei sämtli-
chen Tathandlungen indes stets ein roter Faden festzustellen ist, wobei der Be-
schuldigte im Zentrum der Organisation und Finanzierung der jeweiligen Hand-
lungen stand (vgl. Urk. 195 S. 204). Es bestand bei sämtlichen Tatkomplexen ei-
ne klare Organisationsstruktur, wobei der Beschuldigte und die weiteren Beteilig-
ten mit sämtlichen Handlungen der jeweils anderen Personen einverstanden wa-
ren. Andernfalls hätten die Abläufe auch nicht funktioniert. Gemäss den erstellten
Sachverhalten erwirtschaftete der Beschuldigte zusammen mit den weiteren Be-
teiligten aus den Drogengeschäften einen Umsatz von weit mehr als Fr. 100'000.–
sowie einen Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.–, womit die Grenzwerte für die
Annahme eines grossen Umsatzes bzw. Gewinns (BGE 129 IV 188 E. 3.1
S. 190 ff. und BGE 129 IV 253) klar überschritten sind. Der Zeitraum, über den
sich die gewerbsmässige Tätigkeit erstreckte, ist für die Beurteilung der Umsatz-
grösse im Übrigen unerheblich (BGE 129 IV 188 E. 3.2). Der Beschuldigte hat
den Drogenhandel berufsmässig betrieben und mehrheitlich von dessen Erträgen
gelebt.
Indem der Beschuldige sämtliche Handlungen wissentlich wie auch willentlich
vornahm und sich dieser Wille auch auf die Handlungen seiner jeweiligen Mittäter
bezog, ist der subjektive Tatbestand ebenfalls gegeben.
Der Beschuldigte ist somit der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, c und d teilweise in Ver-
bindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. b und c BetmG schuldig zu sprechen.
- 86 -
2. Geldwäscherei
Die Verteidigung macht geltend, dass für eine Verurteilung wegen Geldwäscherei
Vereitelungshandlungen vorliegen müssten, was in den vorliegenden Sachverhal-
ten nicht der Fall sei. So würde alleine der sogenannte "paper trail" keine Geld-
wäscherei begründen, genauso wenig wie die einfache Investition in Gebrauchs-
güter. Vielmehr bedürfe es weiterer Kaschierungshandlungen, welche die Auffin-
dung und die mögliche Einziehung der Vermögenswerte verhindern sollen. Zu-
dem sei allgemein bekannt, dass der Begriff und der Tatbestand der Geldwäsche-
rei immer extensiver ausgelegt würden und selbst der Verkauf von Drogen und
die Reinvestition dieses Geldes in Drogen den Tatbestand der Geldwäscherei er-
füllen solle. Dem sei indes gerade nicht so. Bei Investitionen von Drogengelder in
eine Hanfindooranlage fehle zudem jeder zusätzliche Unrechtsgehalt. Es sei wei-
ter daran erinnert, dass niemand sein eigener Geldwäscher sein könne (Urk. 179
S. 29 ff.).
Den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllt, wer eine Handlung vornimmt, die ge-
eignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von
Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus ei-
nem Verbrechen herrühren (Art. 305bis Ziff. 1 StGB). Es handelt sich um ein abs-
traktes Gefährdungsdelikt, der Nachweis einer konkreten Vereitelungsgefahr oder
einer gelungenen Vereitelung ist nicht erforderlich (BGE 127 IV 20 E. 3a, mit Hin-
weisen).
Zur Erfüllung des Tatbestandes der Geldwäscherei bedarf es zunächst einer Vor-
tat, welche durch die mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz gegeben ist. Der Einwand der Verteidigung, dass niemand sein eigener
Geldwäscher sein könne bzw. der Investition von Drogengeldern der zusätzliche
Unrechtsgehalt fehle, ist durch die Rechtsprechung des Bundesgerichts widerlegt:
So hat das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass Täter der Geldwäscherei
auch sein kann, wer Vermögenswerte wäscht, die er selber als Vortäter durch ein
Verbrechen erlangt hat (vgl. u.a. BGE 145 IV 335, E. 3.1.; BGE 144 IV 172
E. 7.2.; BGE 122 IV 211, E. 3 c). Weiter hat das Bundesgericht festgehalten, dass
Art. 305bis StGB nicht darauf abstellt, ob legale Mittel in den Betäubungsmittel-
- 87 -
handel investiert beziehungsweise Drogenerlös in legale oder illegale Geschäfte
oder den unerlaubten Betäubungsmittelhandel reinvestiert werden sollen, sondern
einzig auf das Vorliegen von Vereitelungshandlungen (BGE 122 IV 211, E. 3 b)
cc); Urteil des Bundesgerichts 6S.59/2005 vom 2. Oktober 2006, E. 6.3.2.). Mithin
kann auch die Reinvestition von Drogengeldern in weitere Betäubungsmittelhand-
lungen den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllen. In jedem Fall muss eine sog.
Vereitelungshandlung vorliegen, die vorgenommenen Handlungen müssen mithin
geeignet sein, die Einziehung der verbrecherisch erlangten Vermögenswerte zu
vereiteln. Ob dies zutrifft, ist im Einzelfall zu bestimmen (vgl. BGE 144 IV 172,
E. 7.2.2; BGE 129 IV 238, E. 3.3). Strafbar ist die Vereitelungshandlung als sol-
che, unbesehen eines Vereitelungserfolgs (Urteil des Bundesgerichts
6B_627/2012 vom 18. Juli 2013, E. 1.1; BGE 136 IV 188, E. 6.1). Die Handlung
muss typischerweise geeignet sein, die Einziehung zu gefährden. Sie setzt aber
keine komplizierten Finanztransaktionen und keine erhebliche kriminelle Energie
voraus. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kommt selbst einfachsten
Tathandlungen die Eignung zu, die Einziehung der Verbrechensbeute zu vereiteln
(Urteil des Bundesgerichts 6B_321/2010 vom 25. August 2010, E. 3.1 mit weite-
ren Hinweisen). Eine Vereitelungshandlung im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB
begeht unter anderem, wer aus dem Drogenhandel stammendes Geld in eine an-
dere Währung umtauscht oder Bargeld in andere Stückelung in gleicher Währung
umwechselt. Dadurch wird das aus dem Drogenhandel stammende "schmutzige"
Geld durch die neue Währung bzw. Stückelung "gewaschen" und für eine Weiter-
verwendung verfügbar gemacht (vgl. BGE 122 IV 211 E. 2c; Urteil des Bundesge-
richts 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013, E. 1.1; BGE 119 IV 59 E. 2b; Urteil des
Bundesgerichts 6B_321/2010 vom 25. August 2010, E. 3.1). Das Anlegen von
Geld ist dann Geldwäscherei, wenn sich die Art und Weise, wie das Geld ange-
legt wird, von der einfachen Einzahlung von Bargeld auf ein Konto unterscheidet
(BGE 119 IV 242 Regeste sowie E. 1 lit. d und e). Keine Geldwäscherei liegt hin-
gegen in der Regel vor bei einer blossen Verlängerung einer Papierspur ("paper
trail"), etwa bei einer Überweisung von einem Konto auf ein anderes im Inland,
solange keine weiteren Verschleierungshandlungen vorliegen und die Vermö-
genswerte dort noch einziehbar sind. Da Art. 70 Abs. 1 StGB auch die Einziehung
- 88 -
von echten Surrogaten erlaubt, erfüllt die einfache Investition in Gebrauchswerte
als solche den Tatbestand der Geldwäscherei nicht. Bei einer Auslandsüberwei-
sung ist die Geldwäscherei nur dann zu bejahen, wenn die Transaktion geeignet
ist, die Einziehung im Ausland zu vereiteln (BGE 144 IV 172 E. 7.2.2.).
Aus diesen Erwägungen erhellt, dass sämtliche Handlungen, welche ein Über-
weisen bzw. Verschieben von Geldern via die E._ Transfer AG bzw. via
Geldinstitute bzw. via Drittpersonen beinhalten, nämlich die Anklageziffern
1.2.1.2., 1.2.1.4., 1.2.2. sowie 1.2.3. den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllen.
Mit diesen Vorgehensweisen konnte der Beschuldigte vermeiden, dass er na-
mentlich in Erscheinung trat und mit dem Geld direkt in Verbindung gebracht wer-
den konnte. Diese Transaktionen erfolgten zudem teilweise ins Ausland (nach
Brasilien und Spanien) und zum Teil unter Wechseln der Währung (von Franken
in Euro). Auch über Geldinstitute abgewickelte Transaktionen erfolgten unter Ver-
schleierungshandlungen, verfügte der Beschuldigte doch über keinerlei Post-
bzw. Bankkonto in der Schweiz (Ordner 70 Urk. 240022 ff. S. 5). Damit konnte er
eine Verbindung zu ihm mittels einer "Papierspur" verunmöglichen. Auch mit wei-
teren Handlungen wurden Vorkehrungen getroffen, um die Ermittlung, die Her-
kunft, die Auffindung oder die Einziehung der Vermögenswerte zu vereiteln. So
wurden bei den Bargeldtauschgeschäften keine Quittungen ausgestellt und die
Beträge nicht verbucht. Mittels Zwischenschalten von Drittpersonen bzw. Institu-
ten sowie dem Überbringen sowie Wechseln des Geldes wurden die Geldflüsse
verheimlicht und deren Ursprung verschleiert, damit dieses Geld am Ende der
Transaktion bzw. Überweisung "gewaschen" wieder in den Geldkreislauf gebracht
werden konnte. Dabei entwickelte der Beschuldigte - teilweise zusammen mit sei-
nen Mittätern - ein ausgeklügeltes System. Diese Handlungen können mithin nicht
mit einer ordentlichen Einzahlung von Beträgen bei Banken verglichen werden,
wo noch eine "paper trail" vorhanden ist (vgl. hierzu auch das Urteil des Oberge-
richts des Kantons Zürich vom 13. September 2016, SB160175, E. 2.8.). Die
Handlungen waren somit geeignet, die Einziehung der Vermögenswerte sowohl in
der Schweiz als auch im Ausland zu vereiteln.
- 89 -
Weiter sind Investitionen in Firmen (wie die BK._ AG gemäss Anklageziffer
1.2.1.1., die E._ Transfer AG gemäss Anklageziffer 1.2.1.5., die BS._
SA gemäss Anklageziffer 1.2.1.6. sowie die BU._ GmbH gemäss Anklagezif-
fer 1.2.1.7.) nicht als einfache Investitionen in Gebrauchswerte zu qualifizieren.
Hier liegen keine echten Surrogate im Sinne von Art. 70 Abs. 1 StGB vor und eine
Identifikation und Dokumentation der vom Original- zu den Ersatzwerten führen-
den Transaktionen mittels einer "Papierspur" ist nicht möglich (BGE 144 IV 172 E.
7.2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_180/2016 vom 28. Oktober 2016, E. 4.4.1.).
Den eingebrachten Geldern können keine entsprechenden Vermögenswerte zu-
geordnet werden. Diese finden sich entweder im Gesamtkapitel der Firma bzw.
wurden in deren Betrieb eingebracht, was eine Abgrenzung verunmöglicht. Zu-
dem hat der Beschuldigte auch bei den Investitionen versucht, deren Ursprung zu
vertuschen, indem er z.B. bei der Investition in die BS._ SA einen Teil des
Betrags über seine Mutter überweisen liess und einen Teil in bar bezahlte. Auch
die Investitionen in die BU._ GmbH erfolgten in bar, womit die Entdeckung
der Spur des Geldes zusätzlich verschleiert wurde. Wie bereits erwähnt unterliess
es der Beschuldigte, sich ein Bank- oder Postkonto zuzulegen, womit er sicher-
stellen konnte, dass sämtliche seiner Zahlungen bzw. Investitionen in bar bzw.
über seine Mutter erfolgen mussten. Das Gesagte gilt auch für die Investitionen in
die Hanfplantagen, bei welchen der Beschuldigte Plantagenequipment, Rechnun-
gen für Strom und Mietkosten etc. bezahlt hatte. Damit hat er den Erlös aus den
Straftaten zur Bezahlung anderweitiger Schulden verwendet, wobei weder der
Originalwert noch ein unechtes oder echtes Surrogat übrigblieb (vgl. BGE 126 I
97 E. 3.c) cc). Mangels Zahlungen mittels Banküberweisungen wurde auch hier
die Herkunft der Gelder verschleiert und es liegen Vereitelungsmassnahmen vor.
Ein qualifizierter Fall der Geldwäscherei ist dann gegeben, wenn der Täter als
Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Ausübung der Geldwä-
scherei zusammengefunden hat oder durch gewerbsmässige Geldwäscherei ei-
nen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt (Art. 305bis Ziff. 2 lit. b
und lit. c StGB). Zu den Qualifikationen der Banden- sowie Gewerbsmässigkeit
kann auf das oben Gesagte verwiesen werden. Der Beschuldigte handelte ge-
mäss den erstellten Sachverhalten teilweise - nämlich mit Bezug auf die Sachver-
- 90 -
halte gemäss Anklageziffer 1.2.2. und 1.2.3. - zusammen mit den Mittätern
BZ._, S._ sowie einem nicht näher bekannten "CA._" (Anklagezif-
fer 1.2.2.) bzw. BZ._ und BP._ (Anklageziffer 1.2.3.). Weiter erfolgten
sämtliche erstellten Handlungen in einem Umfang, welcher die Grenzwerte der
Gewerbsmässigkeit klar überschritt (vgl. BGE 122 IV 211 E. 2 d). Die Qualifikati-
onsmerkmale der Gewerbsmässigkeit und teilweise der Bandenmässigkeit sind
daher erfüllt und werden durch die Verteidigung auch nicht in Frage gestellt
(Urk. 179 S. 38).
Der Beschuldigte ist daher der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c und teilweise in Verbindung mit
Ziff. 2 lit. b StGB schuldig zu sprechen.
IV. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen
ist sowie die entsprechenden Strafrahmen, innerhalb welcher die Strafen fest-
zulegen sind, richtig dargestellt (Urk. 195 S. 211 ff.), worauf zwecks Vermeidung
unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist. Der Beschuldigte hat die zu beurtei-
lenden Straftaten vor Inkrafttreten der seit 1. Januar 2018 geltenden neuen Be-
stimmungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (Änderung des Sank-
tionsrechts; AS 2016 1249) begangen. Das geltende (neue) Recht ist daher auf
ihn nur anzuwenden, sofern es für den Beschuldigten im konkreten Fall zu einem
günstigeren Ergebnis führt (Art. 2 Abs. 2 StGB; Donatsch in: Do-
natsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], Kommentar zum StGB, 20. Aufl.
2018, Art. 2 N 10). Bei der vorliegend in Frage stehenden auszufällenden Frei-
heitsstrafe von über drei Jahren bzw. der zusätzlich auszufällenden (Gesamt-)
Geldstrafe haben sich Änderungen ergeben, welche indes theoretischer Natur
sind und auf die vorliegend vorzunehmende Strafzumessung keine Auswirkungen
haben. Dies hat auch die Vorinstanz zu Recht so festgehalten. Auf deren Erwä-
gungen kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 195 S. 209 f.).
- 91 -
2. Die Verteidigung beantragt die Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von
36 Monaten (Urk. 196 S. 3; Urk. 234 S. 3). Beim anerkannten Verkauf von Mari-
huana im Umfang von Fr. 1.1 bis 2.2 Mio. sei eine Einsatzstrafe von ca. 24 bis 30
Monaten angemessen, welche aufgrund der übrigen zur Debatte stehenden Delik-
te auf 36 Monate zu erhöhen sei. Der Beschuldigte habe keine Vorstrafen im Be-
reich der Betäubungsmitteldelinquenz. Strafmindernd sei auch die krass überlan-
ge Verfahrensdauer miteinzubeziehen. Zwischen dem erstinstanzlichen Urteil und
der heutigen Berufungsverhandlung lägen fast zwei Jahre. Strafmindernd sei das
verminderte Strafbedürfnis infolge Zeitablaufs zu berücksichtigen. Eine Strafe von
12 Jahren, wie dies von der Staatsanwaltschaft beantragt werde, sei daher weit
über das Ziel hinausgeschossen. Ein Grund für dieses exorbitante Strafmass
könne darin liegen, dass die Staatsanwaltschaft der Öffentlichkeit gegenüber den
immensen Umfang der Untersuchung rechtfertigen müsse, welchen man betrie-
ben habe. Die 8000 Mannstunden hätten nichts wirklich Belastendes zutage ge-
fördert, seien also "für die Katz" gewesen. Die Staatsanwaltschaft habe beim vor-
liegenden Verfahren unter einem ungeheuren Erfolgsdruck gestanden und damit
jegliches Augenmass verloren (Urk. 179 S. 38 f., Urk. 234 S. 48).
3. Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters, wobei
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters sowie die Wirkung der
Strafe auf dessen Leben zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB; vgl. zu den
Einzelheiten BGE 123 IV 49 E. 2 und BGE 136 IV 55).
Ist der Täter wegen einer Mehrheit begangener Taten zu bestrafen, hat das Ge-
richt basierend auf der Tatkomponente zunächst die Einsatzstrafe für das
schwerste Delikt zu bestimmen. In einem weiteren Schritt sind die übrigen Delikte
- wiederum basierend auf der Tatkomponente - zu beurteilen, und es ist dafür un-
ter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände die hypothetische Strafe zu er-
mitteln. Soweit für die mehreren zu beurteilenden Straftaten jeweils gleichartige
Strafen als angemessen erscheinen, ist sodann unter Berücksichtigung des Aspe-
rationsprinzips die hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche Delikte festzulegen
(Art. 49 Abs. 1 StGB). Dabei sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten
untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbständigkeit
sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Bege-
- 92 -
hungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts
ist dabei in der Regel geringer zu veranschlagen, wenn die Delikte zeitlich, sach-
lich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGE 6B_323/2010
E. 3.2). Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche De-
likte ist schliesslich die Täterkomponente zu berücksichtigen (BGE 6B_865/2009
E. 1.6.1; BGE 6B_496/2011 E. 2 und E. 4.2).
4. Zur Strafzumessung im Einzelnen
4.1. Als schwerste Straftaten im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB hat die
Vorinstanz zu Recht die mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz gewertet (Ziffern 1.1.1., 1.1.2. und 1.1.3. der Anklageschrift), welche
der Beschuldigte teilweise banden- und gewerbsmässig beging (Ziffern 1.1.1. und
1.1.2. der Anklageschrift). Die Vorinstanz wertete das objektive sowie subjektive
Tatverschulden als erheblich und ging in der Folge von einer (hypothetischen)
Einsatzstrafe von 11 Jahren aus (Urk. 195 S. 217 ff.). Angesichts der sehr nahen
sachlichen Verknüpfung dieser zahlreichen Betäubungsmittelhandlungen ist das
Vorgehen der Vorinstanz, hier eine einheitliche (hypothetische) Einsatzstrafe aus-
zufällen, als sachgerecht zu werten, da sich eine Auftrennung und Beurteilung je-
des einzelnen Vorgangs nicht sinnvoll vornehmen lässt (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013, E. 1.8; Urteil des Bundesgerichts
6B_1011/2014 vom 16. März 2015, E. 4.4; Urteil des Obergericht des Kantons
Zürich vom 13. September 2016, SB160175, E. 3.1.).
Bei Betäubungsmitteldelikten ist bei der Strafzumessung konkret die Art und
Menge der umgesetzten Drogen mit zu berücksichtigen. Allerdings darf der Dro-
genmenge – und damit verbunden auch der Gefährlichkeit – bei der Strafzumes-
sung keine vorrangige Bedeutung zukommen (BGE 107 IV 60 E. 2; BGE 122 IV
299). Relevant sind auch die Stellung des Täters in der Hierarchie des Drogen-
handels (Urteil des Bundesgerichts 6S.463/2006 vom 3. Januar 2007, E. 5) und
die Zahl der Geschäfte, welche ein Indiz für die kriminelle Energie und damit für
die Gefährlichkeit des Täters sind (HANSJAKOB, Strafzumessung in Betäubungs-
mittelfällen, in ZStrR 1997, S. 243). Ein weiteres beachtliches Zumessungskriteri-
um ist eine allfällige Drogenabhängigkeit des Täters (BGE 118 IV 349). Zu be-
- 93 -
rücksichtigen ist ebenfalls, ob ein Beschuldigter ausschliesslich des Geldes we-
gen handelte, ohne in einer finanziellen Notlage zu sein (BGE 107 IV 62 f.), oder
ob er es ablehnt, zu arbeiten, obwohl ihm das möglich wäre, und es vorzieht,
durch Drogenhandel seinen Lebensunterhalt zu verdienen (BGE 118 IV 349). Von
Bedeutung sind schliesslich allfällige Vorstrafen und das Verhalten des Delin-
quenten nach der Tat und im Strafverfahren, wie beispielsweise kooperatives
Verhalten, ein umfassendes Geständnis, Reue und Einsicht (BGE 118 IV 349,
HANSJAKOB, a.a.O., S. 244).
4.1.1. Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass die er-
stellte Drogenmenge im Bereich von über 7 Tonnen und der erzielte Umsatz bei
Fr. 36 Mio. liegt. Beim Anbau und dem Handel von Cannabisprodukten ist das
Sucht- und Gefährdungspotential von Cannabis im Vergleich zu harten Drogen
zwar geringer (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG,
3. Auflage, Zürich 2016, N 11 zu Art. 47), indes darf - wie die Vorinstanz zu Recht
ausgeführt hat - das Sucht- und Gefährdungspotential von Cannabis nicht ver-
harmlost werden (vgl. Urk. 195 S. 218). Im Folgenden ist auf die einzelnen Aspek-
te sämtlicher Tatkomponenten abzustellen und diese zu gewichten. Mit der
Vorinstanz kann vorab festgehalten werden, dass es sich beim vorliegenden
Strafverfahren um einen Ausnahmefall handelt. In diesen Grössenordnungen fin-
den sich bisher in der Schweiz keine vergleichbaren Fälle (vgl. auch die Straf-
massempfehlungen bei FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, welche lediglich bis zu ei-
nem Umsatz von Fr. 10 Mio. reichen; FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar
BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 52 zu Art. 47; BGer 6P.100/2005 vom 13. Ja-
nuar 2006, E. 3.3.2.). Zur Höhe der erstellten Drogenmengen sowie des Umsat-
zes kommen vorliegend die Faktoren der mehrfachen Tatbegehung, der Tat-
mehrheit sowie der lange Tatzeitraum, welcher sich über ca. 6 Jahre erstreckt.
Diese lange Dauer ist klar als verschuldenserhöhend zu gewichten (vgl. FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 15 zu
Art. 47 mit weiteren Hinweisen). Zudem hat der Beschuldigte auch innert kurzer
Zeit grosse Mengen Cannabis umgesetzt, indem er mit seinen Mittätern und ei-
nem hohen Organisationsgrad deren Einfuhren bzw. Anbau plante. Zu berück-
sichtigen sind mithin auch die Banden- und Gewerbsmässigkeit. Diese Faktoren
- 94 -
wirken sich bei der objektiven Tatschwere massiv erhöhend aus, zumal hier meh-
rere Qualifikationsmerkmale zusammentreffen. Weiter wiegt auch die Produktion
von Drogen schwerer als deren Erwerb und Besitz (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JU-
CKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 15 zu Art. 47 mit weiteren
Hinweisen). Indem der Beschuldigte zusammen mit seinen Mittätern gewerbs-
mässig Hanfplantagen betrieb, mithin Cannabis anbaute und verarbeitete, produ-
zierte er diese Drogen selber und schuf damit die Gefahr, welche von diesen aus-
geht.
Weiter ist der Beschuldigte sowohl beim Anbau als auch beim Import des Canna-
bis zusammen mit seinen Mittätern äusserst professionell und gezielt gewerbs-
mässig vorgegangen. Bei der Einfuhr der Drogen fand mittels der Reisebusse ein
regelrechter "Import-Reise-Verkehr" statt, zudem wurden auch weitere Fahrzeuge
sowie Kuriere eingesetzt. Dies war mit einem hohen logistischen Aufwand und mit
klaren Absprachen und damit einer grossen kriminellen Energie verbunden. Die
gesamte Tätigkeit wies zudem einen komplexen Organisationsgrad auf. Die Auf-
gaben der einzelnen Beteiligten waren klar verteilt und die Vorgehensweisen je-
weils professionell und gleichartig festgelegt. Dem Beschuldigten ist bei seinem
Handeln auch ein ausschliesslich finanzielles Interesse zuzuschreiben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 6B_660/2007, E. 2.3.; FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 17 zu
Art. 47). Die durch den Beschuldigten und seine Mittäter generierten Umsätze und
Gewinne gehen dabei weit über das hinaus, was bisher im Drogenhandel erzielt
wurde (vgl. die Tabelle bei FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG,
3. Auflage, Zürich 2016, N 52 zu Art. 47). Aus den gesamten Umständen ergibt
sich kein anderes Bild, als dass das gesamte "berufsmässige" Handeln des Be-
schuldigten dem Drogenhandel gewidmet war: Er betrieb einen unternehmens-
förmigen Betäubungsmittelhandel in grossen Stil, was verschuldenserhöhend zu
berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 6P.100/2005 vom 13. Januar 2006,
E. II. 3.3.2. f.). Der Umstand, dass dabei die Betäubungsmittel teilweise auch im
internationalen Verhältnis beschafft wurden, ist ebenfalls verschuldenserhöhend
zu werten (vgl. FINGERHUTH/ SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage,
Zürich 2016, N 15 zu Art. 47). Bei der mehrfachen banden- und gewerbsmässigen
- 95 -
Begehung der Delikte, welche wie oben erwähnt an sich schon durch das Zu-
sammentreffen der Qualifikationsmerkmale zur Straferhöhung führt, fallen weitere
Umstände verschuldenserhöhend ins Gewicht. So ist die Gefahr, welche von
Banden ausgeht, welche solch hohe Geldsummen generieren, als sehr hoch ein-
zuschätzen. Durch den Zusammenschluss findet eine physische und psychische
Stärkung jedes einzelnen Bandenmitglieds statt (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER,
Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 205 zu Art. 19). Je höher die im
Spiel stehenden Geldmengen sind, desto mehr haben die Bandenmitglieder im
Falle einer Entdeckung zu verlieren, was die Gewaltbereitschaft erhöht (vgl. hier-
zu z.B. Order 40 Urk. 080129, wo L._ auf die Gefährlichkeit der Personen im
Drogengeschäft hinweist, so habe er erfahren, "dass Killer aus Holland" unter-
wegs seien, um den Beschuldigten zu töten).
Hinzu kommt die massive Anzahl der Vorgänge, welche die Zahl von fünf Ge-
schäften weit übersteigt, was mit einem Zuschlag von mindestens 20% zu ge-
wichten ist (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage,
Zürich 2016, N 15 und N 48 zu Art. 47). Erstellt ist ausserdem ein massiver Um-
satz aus diesen Drogengeschäften von Fr. 36 Mio. Schon bei einem Umsatz von
Fr. 10 Mio. sieht die Strafmasstabelle von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER eine
Strafe von 48 Monaten, mithin 4 Jahren, vor (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER,
Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 52 zu Art. 47). Ein Umsatz von
rund Fr. 36 Mio. ist daher mit einer deutlich höheren Strafe, nämlich im Bereich
von 6 Jahren Freiheitsstrafe, zu ahnden.
Verschuldenserhöhend ist weiter eine hohe Stellung des Beschuldigten innerhalb
der Organisation zu werten (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG,
3. Auflage, Zürich 2016, N 15 zu Art. 47 mit weiteren Hinweisen). Die Vorinstanz
hat richtigerweise darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte in der Regel organi-
sierend und finanzierend tätig war, falls nötig auch ins Ausland reiste und vor Ort
Geldzahlungen vornahm sowie die Weitergabe des Cannabis an Händler erledig-
te, wobei er vielfach in mehrere Projekte involviert war (Urk. 195 S. 217). Die
Vorinstanz hat zwar keine konkrete Einschätzung der Hierarchiestufe des Be-
schuldigten vorgenommen, indes geht aus ihren Ausführungen hervor, dass sie
diese als mittel bis hoch einstufte. Dem ist beizupflichten. Der Beschuldigte über-
- 96 -
nahm Führungsaufgaben, war für bestimmte Bereiche zuständig und beschäftigte
weitere weisungsgebundene Personen. Er verfügte über eine grosse Selbstän-
digkeit und hatte Kenntnis der Strukturen sowie der Organisation. Es kam zu
Cannabistransporten über grosse Strecken auch im internationalen Verhältnis.
Der Beschuldigte war ausserdem nicht nur im Import von Cannabis tätig, sondern
unterhielt auch noch Hanfindoorplantagen, mittels welchen er selbst Cannabis
produzierte. Eine mittlere bis hohe Hierarchiestufe führt zu einem Strafmass von
ca. 6 bis 10 Jahren (zum Ganzen vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar
BetmG, 3. Auflage, Zürich 2016, N 32 zu Art. 47).
Ausgehend von den obigen Erwägungen ist bei der Festsetzung der (hypotheti-
schen) Einsatzstrafe ausgehend von einer Menge von über 7 Tonnen sowie ei-
nem generierten Umsatz von Fr. 36 Mio. und einem Deliktszeitraum von ca. 6
Jahren eine Strafe in Höhe von 6 Jahren Freiheitsstrafe angemessen. Hinzu
kommt die hohe Hierarchiestufe des Beschuldigten, welche ebenfalls zu einer
Freiheitsstrafe von mindestens 6 Jahren führt. Straferhöhend wirken sich weiter
die mehrfache Tatbegehung und die Tatmehrheit sowie die Banden- und Ge-
werbsmässigkeit aus, welche mit einer Straferhöhung von mindestens zwei Jah-
ren zu gewichten sind. Wenn die Vorinstanz bei den mehrfachem qualifizierten
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz insgesamt von einem er-
heblichen Tatverschulden ausgeht und die hypothetische Einsatzstrafe auf 11
Jahre Freiheitsstrafe festsetzt (Urk. 195 S. 219), so ist dies auf Grund der vorste-
henden Erwägungen nicht zu beanstanden. Auch eine höhere (hypothetische)
Einsatzstrafe wäre auf Grund sämtlicher Umstände denkbar gewesen, auf Grund
des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) bleibt es bei den 11 Jahren
Freiheitsstrafe.
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Verteidigung bei ihren Ausführungen
zur Strafzumessung die bei FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER enthaltene Strafmas-
stabelle zitiert, gemäss welcher eine Verzehnfachung des Umsatzes zu einer
Verdoppelung der Strafe führe. Bei Fr. 100 Mio. wären mithin 8 Jahre auszufällen
und bei einer Menge wie im vorliegenden Fall ergäbe sich eine Einsatzstrafe von
höchstens 60 Monaten. Eine Bestrafung um das Doppelte, wie sie von der
- 97 -
Staatsanwaltschaft gefordert werden, sei daher verfehlt (Urk. 179 S. 39). Der
Hinweis der Verteidigung auf die Strafmasstabelle von FINGERHUTH/SCHLEGEL/ JU-
CKER lässt ausser Acht, dass deren Zahlen nur bis zu einem Umsatz von Fr. 10
Mio. reichen, wofür - wie oben erwähnt - eine Strafe von 48 Monaten bzw. 4 Jah-
ren vorgeschlagen wird (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG,
3. Auflage, Zürich 2016, N 52 zu Art. 47). Bei einer weiteren Hochrechnung des
Umsatzes ist zu berücksichtigen, dass - dem Beispiel der Verteidigung folgend -
ausgehend von einer Verzehnfachung von Fr. 10 Mio. auf Fr. 100 Mio. ein massiv
höherer Umsatz (nämlich Fr. 90 Mio.) erzielt wird als wenn man lediglich die Ver-
zehnfachung von Fr. 1 Mio. auf Fr. 10. Mio. betrachtet (bei welcher die Erhöhung
Fr. 9 Mio. beträgt). Völlig ausser Acht lässt die Verteidigung zudem die weiteren
straferhöhenden Merkmale.
Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass die Vorinstanz auf die mehrfa-
chen Betäubungsmittelübergaben sowie die Übernahme von Marihuana und
Hanf-Stecklingen (ohne Qualifikation) gemäss Ziffer 1.1.3. der Anklageschrift nicht
eingegangen ist und diese nicht eigens gewertet hat.
4.1.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist das rein finanzielle Interesse des Be-
schuldigten sowie dessen direktvorsätzliches Handeln zu berücksichtigen. Eine
verschuldensmindernde Beschaffungskriminalität liegt nicht vor. Dem Betäu-
bungsmittelhandel des Beschuldigten wurde erst durch dessen Verhaftung ein
Ende gesetzt, er liess mithin nicht aus eigenem Antrieb von diesem ab. Die sub-
jektive Schwere der Tat führt somit zu keiner Relativierung des objektiven Ver-
schuldens.
4.1.3. Insgesamt ist das Verschulden des Beschuldigten mit Bezug auf die mehr-
fachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz als erheblich zu
qualifizierten und die durch die Vorinstanz bemessene (hypothetische) Einsatz-
strafe von 11 Jahren Freiheitsstrafe erweist sich als angemessen.
4.2. Bei der mehrfachen qualifizierten Geldwäscherei beurteilte die Vorinstanz
die objektive sowie die subjektive Tatschwere als sehr schwer und berücksichtigte
diese mit einer (hypothetischen) Einsatzstrafe von 4 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe und
- 98 -
360 Tagessätzen Geldstrafe (Urk. 195 S. 219 f.). Bei der qualifizierten Geldwä-
scherei ist zwingend neben der Freiheitsstrafe eine Geldstrafe auszufällen (Art.
305bis Abs. 2 StGB).
4.2.1. Bei der objektiven Tatschwere fällt in erster Linie der erzielte sehr hohe
Umsatz von knapp Fr. 4 Mio. verschuldenserhöhend ins Gewicht, welcher die
vom Bundesgericht als Grenze zur Gewerbsmässigkeit festgesetzte Summe von
Fr. 100'000.– massiv, nämlich um den Faktor 40, überschreitet. Stark verschul-
denserhöhend zu werten ist weiter die mehrfache Erfüllung der Qualifikations-
merkmale sowohl der Gewerbsmässigkeit als auch teilweise (Anklageziffern 1.2.2.
und 1.2.3.) der Bandenmässigkeit. Auf die Gefahren des bandenmässigen Han-
delns sowie der im Spiel stehenden grossen Geldmengen wurde schon bei den
Ausführungen zu den qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz hingewiesen. Hinzu kommen der sehr lange Zeitraum des deliktischen
Handelns des Beschuldigten, die mehrfache Tatbegehung sowie die Tatmehrheit,
die hohe kriminelle Energie, der hohe Organisationsgrad sowie das professionel-
les Handeln. Die "Drogenmaschinerie" wurde durch die Geldwäscherei am Leben
erhalten und weiter gefördert. Zudem konnte der Beschuldigte damit Gelder im
Ausland "in Sicherheit" bringen sowie sich seinen Lebensunterhalt sichern. Das
objektive Tatverschulden des Beschuldigten qualifiziert daher als sehr schwer.
Darauf, dass der Beschuldigte bezüglich des Vorwurfs der Geldwäscherei als sein
eigener Vortäter handelte, hat die Vorinstanz zu Recht hingewiesen, ebenso da-
rauf, dass dies bei der Festlegung des Verschuldens und der Strafe für diesen
Vorwurf alleine unerheblich bleibt (Urk. 195 S. 220). Die Rechtsprechung, wonach
der Vortäter sein eigener Geldwäscher sein kann, wurde durch das Bundesgericht
bestätigt (vgl. u.a. BGE 124 IV 274 E. 3 mit Hinweisen). Die Ausführung der Ver-
teidigung, dass "bekanntlich niemand sein eigener Geldwäscher sein" könne
(Urk. 179 S. 29), ist mithin nicht korrekt.
4.2.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu gewichten, dass der Beschuldig-
te aus rein finanziellen Motiven zum Weiterbetrieb des Drogenhandels und der
Sicherung dessen Ertrags handelte. Eine finanzielle oder anderweitige Notlage
- 99 -
liegt nicht vor. Insgesamt relativiert die subjektive Tatschwere die objektive Tat-
schwere nicht.
4.2.3. Mit der Vorinstanz ist mithin von einem sehr schweren Tatverschulden
auszugehen, was bei einer maximalen Strafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe sowie
einer Geldstrafe von bis zu 500 Tagessätzen zu einer (hypothetischen) Freiheits-
strafe) von 4 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe und 360 Tagessätzen Geldstrafe führt. Zu
Recht hat die Vorinstanz schon an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass dem
engen Konnex zwischen der Geldwäscherei und den Widerhandlungen gegen
das Betäubungsmittelgesetz im Rahmen der Gesamtstrafenbildung Rechnung zu
tragen ist (Urk. 195 S. 220). Dem ist hinzuzufügen, dass dies bei der Variante,
dass der kriminelle Wirtschaftskreislauf durch die Tathandlungen in Gang gehal-
ten wurde, mehr zum Tragen kommen wird als dort, wo die Handlungen der Si-
cherung des Deliktserlöses dienten.
4.3. Beim mehrfachen Pfändungsbetrug und dem mehrfachen Fahren ohne Be-
rechtigung qualifizierte die Vorinstanz das objektive und subjektive Verschulden je
als nicht mehr leicht und setzte für beide Tatkomplexe je eine (hypothetische)
Einsatzstrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe fest. Die entsprechenden Erwägun-
gen der Vorinstanz erweisen sich als richtig, weshalb vollumfänglich darauf ver-
wiesen werden kann (Urk. 195 S. 220 f.). Durch die Verteidigung wurden diese
auch nicht konkret beanstandet. Die Vorinstanz hat beim mehrfachen Fahren oh-
ne Berechtigung zudem richtigerweise auf die Vielzahl der Fahrten, nämlich 189,
hingewiesen sowie auf den Umstand, dass der Beschuldigte durch das Fahren
trotz Führerausweisentzugs seine Geringschätzung der Rechtsordnung zum Aus-
druck brachte (Urk. 195 S. 221). Dasselbe gilt im Übrigen für den Pfändungsbe-
trug, bei welchem er gegenüber den Betreibungsbeamten wahrheitswidrige An-
gaben machte. Die meisten Verlustscheine betreffen zudem Steuerschulden. Hin-
sichtlich der falschen Anschuldigung ging die Vorinstanz von einem nicht mehr
leichten Verschulden und einer (hypothetischen) Einsatzstrafe von 180 Tagessät-
zen aus. Auch diese Erwägungen sind korrekt und es kann auf diese vollumfäng-
lich verwiesen werden (Urk. 195 S. 221 f.). Durch die Verteidigung wurden hiezu
keine Beanstandungen vorgebracht.
- 100 -
4.4. Nach Beurteilung der Tatkomponenten sämtlicher Delikte und in Berücksich-
tigung des Asperationsprinzips ist die (hypothetische) Einsatzstrafe von 11 Jahren
für die qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu-
nächst mit Bezug auf die Geldwäscherei angemessen zu erhöhen. Die Vorinstanz
hat von den 4 1⁄2 Jahren auf Grund des engen Konnexes lediglich 1 Jahr strafer-
höhend berücksichtigt (Urk. 195 S. 222). Dies erweist sich im Sinne der obigen
Erwägungen, wonach nicht die gesamte Deliktsumme zur Refinanzierung des
Drogenhandels diente, sondern auch eine Sicherung des Erlöses stattfand (vgl.
Erw. IV Ziff. 4.2.3.), als eher milde, ist jedoch nicht zu beanstanden. Bei den Frei-
heitsstrafen von je einem Jahr für den mehrfachen Pfändungsbetrug und das
mehrfache Fahren ohne Berechtigung hat die Vorinstanz je einen Drittel erhöhend
berücksichtigt (Urk. 195 S. 222), was angemessen ist. Dies führt zu ei-
ner(hypothetischen) Gesamtfreiheitsstrafe von 12 Jahren und 8 Monaten.
Zusätzlich ist für die Geldwäscherei sowie die falsche Anschuldigung eine Geld-
strafe auszufällen. Ausgehend von der (hypothetischen) Einsatzstrafe für die
Geldwäscherei von 360 Tagessätzen berücksichtigte die Vorinstanz bei der fal-
schen Anschuldigung von den 180 Tagessätzen ebenfalls einen Drittel, nämlich
60 Tagessätze, straferhöhend (Urk. 195 S. 222). Diese Asperation ist angemes-
sen, was zu einer (hypothetischen) Gesamtgeldstrafe von 420 Tagessätzen führt.
Zu asperieren ist auch die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Win-
terthur/Unterland vom 7. Oktober 2013 rechtskräftig ausgesprochene Geldstrafe
von 100 Tagessätzen zu Fr. 80.–, zu welcher teilweise eine Zusatzstrafe auszu-
sprechen ist. Gegenstand dieser Verurteilung bildete das Fahren in fahrunfähigem
Zustand und Führen eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Ab-
erkennung des Ausweises (Ordner 70 Urk. 240009). Bei einer gemeinsamen Be-
urteilung hätte sich nach Ansicht der Vorinstanz eine Asperation dieser Strafe im
Umfang von 80 Tagessätzen als angemessen erwiesen (Urk. 195 S. 222). Auch
diese Erwägung erweist sich als sachgerecht und angemessen. Folglich wäre für
sämtliche mit Geldstrafe zu ahndenden Delikte eine Strafe von insgesamt 500
Tagessätzen auszusprechen gewesen. Abzüglich der bereits mit Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Oktober 2013 rechtskräftig aus-
gefällten 100 Tagessätzen Geldstrafe beträgt die für die Geldwäscherei sowie die
- 101 -
falsche Anschuldigung festzusetzende teilweise Zusatzstrafe 400 Tagessätze
Geldstrafe. Die von der Vorinstanz (neu) festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 30.–
(Urk. 195 S. 229) ist ebenfalls zu bestätigen.
4.5. Mit Bezug auf die Täterkomponente sind das Vorleben des Täters, insbe-
sondere allfällige Vorstrafen und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen
sowie dessen Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren zu beurteilen.
4.5.1. Der Beschuldigte wuchs bei seiner Mutter auf; er war nie in Heimen oder
bei Fremdfamilien platziert. Seine Kindheit beschreibt er als "glücklich". Im Ge-
gensatz zu seiner Mutter, zu welcher er ein gutes Verhältnis habe und welche
immer für ihn da sei, sei sein Vater nie für ihn da gewesen und er habe in der
Vergangenheit keinen guten Kontakt mit ihm gehabt. Wo dieser wohne, wisse er
nicht, er habe ihn schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr gesehen. Der Beschul-
digte hat eine Halbschwester, zu welcher er "hin und wieder" Kontakt pflege. Er
lebt alleine in einem Haus seiner Mutter, für welches er den Betrag von
Fr. 2'000.– im Monat als Miete bezahlt. Der Beschuldigte war nie verheiratet und
hat keine Kinder. Er durchlebte eine ordentliche Schulbildung, nämlich zunächst
die Primarschule, dann die Oberstufe sowie die Sekundarschule, welche er ab-
schloss. In der Folge absolvierte er eine Lehre bei der CF._ bzw. CG._,
welche er aber nicht beendete. Er habe die Lehre "beinahe aber nicht ganz abge-
schlossen". Gemäss eigenen Aussagen sei der Beschuldigte danach als Pizzaku-
rier tätig gewesen und habe in einem Finanzunternehmen als Finanzbearbeiter
am Telefon gearbeitet, aber nur "so kurz, kurz". Meist sei er selbständig Erwer-
bender gewesen, nämlich als "Eventmanager, Promoter, Beratung und Durchfüh-
rung". Auf die Frage, wieviel Geld er durchschnittlich verdiene, gab der Beschul-
digte in der polizeilichen Befragung zur Antwort, dass er dies nicht wisse, es be-
stünden keine Lohnabrechnungen, welche seine Einkünfte nachweisen würden.
Er konnte auch seinen monatlichen Geldbedarf für seine Fixkosten nicht angeben.
Der Beschuldigte verfügt in der Schweiz über keinerlei Bank- bzw. Postkonto. Die
Kreditkarte läuft über seine Mutter, den geschuldeten Betrag gab er seiner Mutter
jeweil in bar (Ordner 70 Urk. 2400022 ff. S. 1 ff.). Es ist an dieser Stelle festzuhal-
ten, dass der Beschuldigte zu seiner Erwerbstätigkeit äusserst vage Ausführun-
- 102 -
gen machte und davon auszugehen ist, dass er grossmehrheitlich keiner "bürger-
lichen" Arbeit nachging und folglich über keine entsprechenden Berufserfahrun-
gen verfügt. Auch zu seinen finanziellen Verhältnissen machte der Beschuldigte
keine nachvollziehbaren Aussagen und es besteht der Eindruck, dass er diese zu
verheimlichen suchte. Erst bei der Befragung durch die
Vorinstanz bezifferte der Beschuldigte seine monatlichen Einkünfte auf Fr. 4'000
bis Fr. 4'500.–, zu seinem Vermögen machte er geltend, dass er keines besitze
(Prot. I S. 3 f.). Auf Vorhalt, dass sich in den Akten nirgends Dokumente finden
liessen, welche ein Einkommen von rund Fr. 4'000.– aufzeigen würden, führte der
Beschuldigte aus, dass er nie Buchhaltung geführt und seine Sachen "lumpig"
gemacht habe (Prot. I S. 17). Der Erwägung der Vorinstanz, wonach die Ausfüh-
rungen des Beschuldigten hinsichtlich seiner beruflichen Verhältnisse im Tatzeit-
raum wie auch bezüglich seiner finanziellen Verhältnisse und Einkommensver-
hältnisse unzutreffend sind (Urk. 195 S. 227), ist beizupflichten. Auch seine Rei-
setätigkeit bzw. deren Zweck wollte der Beschuldigte nicht darlegen. Diese kenne
er nicht auswendig, ebenso wenig wisse er, welchen Betrag er hierfür ausgebe
(Ordner 70 Urk. 2400022 ff. S. 12 f.). Auch dieses ausweichende Aussageverhal-
ten ergibt sich offensichtlich aus dem strafbaren Verhalten des Beschuldigten und
hat keine legale Geschäftstätigkeit bzw. kein reines Freizeitreisen als Hintergrund.
Der Beschuldigte ist mit Ausnahme von Heuschnupfen gesund, joggt, macht Kung
Fu und geht Snowboarden. Er hat gemäss seinen eigenen Aussagen viele Freun-
de, eine Freundin und "kenne hier und dort auch noch ein paar Frauen". Er trinke
hin und wieder mal Alkohol mit Freunden, Kollegen, Familie und im Ausgang.
Drogen konsumiere er nicht, ebenso wenig rauche er (Ordner 70 Urk. 2400022 ff.
S. 11 ff.). Für die Zukunft wäre es sein Wunsch, in der Immobilienbranche eine
Weiterbildung zu machen und dann in diesem Bereich zu arbeiten. Beruflich sieht
er Möglichkeiten als Freelancer sowie im Bereich der Personalvermittlung. Kon-
krete Angebote habe er aber nicht. Wenn es seine sozialen und finanziellen Um-
stände wieder ermöglichen würden, hoffe er, die richtige Frau zu finden und eine
Familie zu gründen (Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 80 f.).
- 103 -
Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Werdegang lassen sich keine straf-
zumessungsrelevanten Faktoren ableiten.
4.5.2. Mit Bezug auf die Vorstrafen ist auf Grund von Art. 369 Abs. 7 Satz 2
StGB nur noch die Vorstrafe vom 7. Oktober 2013 (Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Winterthur/Unterland wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand und Führen
eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Aus-
weises, Bestrafung mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 80.–) zu be-
rücksichtigen. Diese Verurteilung erfolgte während des vorliegend zu  Deliktzeitraums (Ordner 70 Urk. 240009). Diese ist nur mit Bezug auf die
Strassenverkehrsdelikte (mehrfaches Fahren ohne Berechtigung) einschlägig und
bei der Strafzumessung daher nur geringfügig straferhöhend zu werten. Die übri-
gen Vorstrafen hat die Vorinstanz der Vollständigkeit halber aufgeführt (Urk. 195
S. 223 f.).
4.5.3. Zum Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass lediglich ein Teilgeständnis
vorliegt und dieses in erster Linie diejenigen Sachverhaltsabschnitte betrifft, wel-
che dem Beschuldigten auf Grund der Beweismittel ohne Weiteres nachgewiesen
werden konnten. Diese Zugeständnisse erfolgten zudem teilweise erst im Laufe
der Untersuchung, als ihm Aussagen bzw. Geständnisse weiterer Beteiligter vor-
gehalten wurden. Im Übrigen hat der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren
über weite Strecken die Aussagen verweigert. Dies ist selbstredend nicht zu sei-
nen Ungunsten zu werten, da sich kein Beschuldigter selber belasten muss. An-
zumerken ist indes, dass der Beschuldigte keine aufrichtige Reue zum Ausdruck
brachte sowie sich auch mit Bezug auf die begangenen Taten keine Anzeichen
von Einsicht in deren Unrechtsgehalt finden lassen. Die durch die Vorinstanz vor-
genommene leichte Strafminderung auf Grund des Teilgeständnisses ist ange-
messen (Urk. 195 S. 223), zumal die Verfahrenserleichterung als nicht wesentlich
zu werten ist.
4.5.4. Wie vorstehend erwähnt, rügte die Verteidigung eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebots.
- 104 -
Das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1
EMRK) verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren voranzutreiben, um die be-
schuldigte Person nicht unnötig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Un-
gewissen zu lassen. Es gilt für das ganze Verfahren. Welche Verfahrensdauer
angemessen ist, hängt von den konkreten Umständen ab, die in ihrer Gesamtheit
zu würdigen sind. Kriterien sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexi-
tät des Sachverhalts, die gebotenen Untersuchungshandlungen, die Schwierigkeit
und Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der beschuldigten Person und dasje-
nige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für die beschuldigte Person. Die Beur-
teilung der Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Von den Behörden und
Gerichten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall
widmen. Aus diesem Grund sowie wegen faktischer und prozessualer Schwierig-
keiten sind Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, unumgänglich. Wirkt keiner
dieser Verfahrensunterbrüche stossend, ist eine Gesamtbetrachtung vorzuneh-
men. Dabei können Zeiten mit intensiver behördlicher oder gerichtlicher Tätigkeit
andere Zeitspannen kompensieren, in denen aufgrund der Geschäftslast keine
Verfahrenshandlungen erfolgten. Eine Sanktion drängt sich nur auf, wenn eine
von der Strafbehörde zu verantwortende krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Dazu ge-
nügt es nicht, dass diese oder jene Handlung etwas rascher hätte vorgenommen
werden können. Als krasse Zeitlücke, welche eine Sanktion aufdrängt, gilt etwa
eine Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten im Stadium der Untersuchung, eine Frist
von vier Jahren für den Entscheid über eine Beschwerde gegen eine Anklage-
handlung oder eine Frist von zehn oder elfeinhalb Monaten für die Weiterleitung
eines Falles an die Beschwerdeinstanz (vgl. BGE 133 IV 158b E. 8 S. 170; BGE
130 I 269b E. 3.1 S. 273, je mit Hinweisen). Mit Bezug auf die Verfahrensdauer
bejahte das Bundesgericht Verletzungen des Beschleunigungsgebots bei einer
Verfahrensdauer von sieben Jahren oder mehr (vgl. Urteil des Bundesgerichts
6S.98/2003 vom 22. April 2004, E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 6S.335/2004
vom 23. März 2005, E. 6.5; Urteil des Bundesgerichts 6S.400/2006 vom 17. März
2007, E. 5) und befand andererseits, dass eine Verfahrensdauer von rund drei
Jahren (BGE 124 I 139 E. 2) und eine solche von über sechs Jahren (Urteil des
- 105 -
Bundesgerichts 6S.467/2004 vom 11. Februar 2005, E. 2.2.2) keinen Verstoss
gegen das Beschleunigungsgebot begründeten.
Mit Blick auf diese bundesgerichtlichen Präjudizien ist eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebots sowohl hinsichtlich der Dauer des gesamten Verfahrens als
auch mit Bezug auf die Dauer der Verfahrensunterbrüche klar zu verneinen. Im
Gegenteil darf gesagt werden, dass das vorliegende Verfahren angesichts der
Vielzahl und Komplexität der Untersuchungstatbestände beförderlich behandelt
wurde. Der vorliegende Straffall weist auf Grund der diversen Vorfälle, des sehr
langen Deliktszeitraums sowie des teilweisen Auslandsbezugs einen ungewöhn-
lich hohen Aktenumfang von einem Thek, 73 Ordner sowie 11 Schachteln mit
beigezogenen Akten auf. Dem Beschuldigten wurden diverse Vorgänge vorge-
worfen, welche fast sämtlich zu erstellen waren. Es mussten u.a. unzählige Tele-
fon- und Audioprotokolle ausgewertet, weitere Beteiligte befragt und das Untersu-
chungsergebnis dem Beschuldigten vorgehalten werden. Dies bedurfte zahlrei-
cher und auch umfangreicher Einvernahmen, wofür jedes Mal Terminabsprachen
mit den Verteidigern zu treffen waren. Dass diese Untersuchungshandlungen zeit-
intensiv waren, versteht sich von selbst. Selbstverständlich steht es einer be-
schuldigten Person frei, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu ma-
chen. Damit hat sie aber auch in Kauf zu nehmen, dass sowohl die Untersuchung
als auch das Gerichtsverfahren eine längere Zeit in Anspruch nehmen, als dies
bei einem vollständigen bzw. weitreichenden Geständnis der Fall wäre. Daraus
etwas zu Gunsten der beschuldigten Person abzuleiten, geht fehl, solange der
Strafverfolgungsbehörde kein stossender Verfahrensunterbruch vorzuwerfen ist.
Dies ist vorliegend wie erwähnt klar zu verneinen. Auch das Verfahren vor
Vorinstanz wurde den Umständen entsprechend beförderlich bearbeitet. Ein Un-
terbruch ergab sich, als die angesetzten Hauptverhandlung auf Grund der Ar-
beitsunfähigkeit des ursprünglichen Verteidigers RA Y._ (Urk. 117 und
Urk. 118) verschoben werden musste. Es erfolgte die Übernahme des Mandates
durch die aktuell den Beschuldigten vertretenden Verteidiger RA X1._ und
RA X2._ (Urk. 122). Diese stellten als Voraussetzung zur Übernahme des
Mandats die Bedingung, dass ihnen eine Vorbereitungszeit von 5 - 6 Monaten
eingeräumt wird. Sie verwiesen diesbezüglich auf den enormen Aktenumfang und
- 106 -
den erheblichen Aufwand nur schon zur Verarbeitung desselbigen (Urk. 119
S. 1 f.). Unter diesen Voraussetzungen den Behörden eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebots vorzuwerfen, erscheint angesichts des Aktenumfangs und
der Relevanz des Verfahrens als unangemessen. Stossende Verfahrensunterbrü-
che sind wie erwähnt keine ersichtlich und aus den gesamten Akten erhellt, dass
das vorliegende Verfahren einen grossen Zeitaufwand für die Bearbeitung auf
sämtlichen Ebenen und für sämtliche beteiligten Parteien und Behörden erforder-
te. Es liegt somit keine übermässige Verfahrensdauer vor, welche zu einer Straf-
minderung führen würde.
4.5.5. Eine besondere Strafempfindlichkeit des Beschuldigten besteht nicht und
auch aus dessen Leumund ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Fakto-
ren. Dies hielt auch die Vorinstanz fest (Urk. 195 S. 223 ff. und S. 228)
4.5.6. Insgesamt erweist sich die durch die Vorinstanz vorgenommene Redukti-
on der Einsatzstrafe aufgrund der Täterkomponente um insgesamt ein Jahr sowie
8 Monate Freiheitsstrafe sowie um 40 Tagessätze (Urk. 195 S. 228 f.) als überaus
wohlwollend, zumal sie dem Teilgeständnis lediglich eine leichte Strafminderung
attestierte und zudem eine Vorstrafe leicht straferhöhend zu berücksichtigen ist.
Eine Abweichung von diesen Erwägungen ist auf Grund des Verschlechterungs-
verbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) ausgeschlossen. Die durch die Vorinstanz festge-
setzte Freiheitstrafe von 11 Jahren und die Geldstrafe von 360 Tagessätzen, letz-
tere als teilweise Zusatzstrafe zur Geldstrafe von 100 Tagessätzen gemäss Straf-
befehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Oktober 2013, ist da-
her zu bestätigten. Die Tagesssatzhöhe ist wie oben unter IV. Ziff. 4.4. ausgeführt
neu auf Fr. 30.– festzusetzen. Die erstandene Untersuchungshaft bzw. der er-
standene vorzeitige Strafvollzug (insgesamt 1623 Tage) sind auf die Freiheitsstra-
fe anzurechnen (Art. 51 StGB).
4.5.7. Die Freiheitsstrafe beträgt über drei Jahre und ist daher zu vollziehen
(Art. 42 und Art. 43 StGB). Zum Aufschub des Vollzugs der Geldstrafe erübrigen
sich infolge Beachtung des Verschlechterungsgebots ergänzende Ausführungen
zu denjenigen der Vorinstanz (Urk. 195 S. 230 f.). Die Geldstrafe ist aufzuschie-
- 107 -
ben und die Probezeit auf Grund der verbleibenden Restbedenken auf vier Jahre
anzusetzen.
V. Ersatzforderung
Zu den Voraussetzungen der Einziehung/Ersatzforderung in Sinne von Art. 70
und Art. 71 StGB kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (Urk. 195 S. 235 ff.). Sie ordnete die Einziehung der sichergestellten
Bargeldbeträge von Fr. 43'500.– sowie Euro 860 an und erkannte ausgehend von
einem Gesamtumsatz von über Fr. 36 Mio. betreffend den Cannabishandel sowie
einem solchen von über Fr. 4 Mio. hinsichtlich der Geldwäscherei auf eine Ersatz-
forderung von insgesamt Fr. 1 Mio. als unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil
(Urk 195 S. 236 ff.).
Die Verteidigung ficht das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich der festgesetzten Er-
satzforderung nach Art. 71 StGB an (Urk. 196 S. 2). Sie führt aus, dass gegen die
Einziehung der beschlagnahmten Vermögenswerte kein Widerstand erhoben
werde. Wenn indes über die beschlagnahmten Vermögenswerte des Beschuldig-
ten hinaus noch ein fiktiver Gewinn gefordert würde, so stünde dies der Wieder-
eingliederung des Beschuldigten im Wege. Weiter sei vorliegend lediglich der
Umsatz, nicht indes der Gewinn erstellt. Bei einer allfälligen Ersatzforderung seien
aber notwendigerweise die Gewinnungskosten abzuziehen (Urk. 179 S. 39,
Urk. 234 S. 49 f.).
Gemäss den vorstehenden Erwägungen (Ziffer II.) ist erstellt, dass der aus dem
Betäubungsmittelhandel stammende Umsatz ca. Fr. 36 Mio. und derjenige der
Geldwäscherei ca. Fr. 4 Mio. betrug. Damit erweist sich die durch die Vorinstanz
festgesetzte Ersatzforderung in Höhe von Fr. 1 Mio. in Anbetracht des gesamten
deliktisch erzeugten Umsatzes als angemessen und ist nicht zu beanstanden.
Diese Rechtsfolge hat der Beschuldigte zu tragen und zwar ungeachtet davon, ob
die Ersatzforderung dereinst schwer oder nicht einbringlich ist bzw. ihm die wirt-
schaftliche Wiedereingliederung erschweren wird. Im vorliegenden Fall eines
durch Verbrechen erzielten Millionenumsatzes von einer Ersatzforderung abzuse-
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hen würde dem Grundsatz der Einziehungsbestimmungen, nämlich dass sich
strafbares Verhalten nicht lohnen darf (vgl. u.a. BGE 117 IV 107, E. 2;
BGE 124 I 6, E. 4), diametral zuwiderlaufen. In Anbetracht des Umsatzes von
mehreren Millionen Franken ist die Summe von Fr. 1. Mio. überaus zu Gunsten
des Beschuldigten festgesetzt und entspricht dem Grundsatz der Verhältnismäs-
sigkeit. Es handelt sich bei Art. 71 Abs. 2 StGB zudem um eine "kann"-Vorschrift
und dem Gericht ist ein sehr weites Ermessen eingeräumt (vgl. BSK StGB I-
BAUMANN, Art. 70/71 N 62). Zu beachten ist zudem, dass entgegen den entspre-
chenden Ausführungen der Verteidigung nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung vom Brutto-Prinzip auszugehen ist, wonach der Erlös ohne Abzug der
Aufwendungen des Bevorteilten massgeblich ist (vgl. BGE 124 I 6, E. 4). Worin
die Gewinnungskosten bestehen sollen, wird denn durch die Verteidigung auch
nicht dargelegt. Dass bei einem Umsatz aus dem Cannabishandel von über
Fr. 36 Mio. nicht ein Gewinn von Fr. 1 Mio. erzielt worden sein soll, ist zudem le-
bensfremd. Die durch die Vorinstanz festgesetzte Ersatzforderung von Fr. 1 Mio.
ist daher zu bestätigen.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliches Verfahren
Nachdem es auch im Berufungsverfahren beim vorinstanzlichen Schuldspruch
bleibt, ist die vorinstanzliche Kostenauflage gemäss Dispositiv Ziffer 14 des ange-
fochtenen Entscheides ausgangsgemäss zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 Satz 1
StPO). Dies gilt - entgegen dem Antrag der Verteidigung (Urk. 196 S. 3) - auch für
die Entschädigungskosten für den Dolmetscher betreffend die Telefonkontrolle
und das Rechtsmittelersuchen. Gemäss Art. 426 Abs. 3 lit. c StPO hat der Be-
schuldigte nur die Kosten, welche für die Übersetzungen angefallen sind, die
durch seine Fremdsprachigkeit notwendig wurden, nicht zu tragen. Dieser auch in
Art. 6 Ziff. 3 lit. e EMRK verankerte Grundsatz findet indes keine Anwendung,
wenn z.B. Schriftstücke oder mündliche Äusserungen nicht wegen der beschul-
digten Person übersetzt werden, sondern weil die Strafverfolgungsbehörden sie
sonst nicht verstanden hätte. In diesen Fällen dürfen die entsprechenden Über-
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setzungskosten der beschuldigten Person auferlegt werden (vgl. BSK StPO II-
Domeisen, Art. 426 N 17). Dies ist vorliegend der Fall.
2. Zweitinstanzliches Verfahren
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist aufgrund des ausserordentlich
grossen Aufwandes auf Fr. 20'000.– zu veranschlagen. Die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unter-
liegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem lediglich der Beschuldigte Berufung er-
hoben hat und er mit seinen Anträgen unterliegt, sind die Kosten des Berufungs-
verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschul-
digten aufzuerlegen.
Die amtlichen Verteidiger sind für ihre Bemühungen im Berufungsverfahren pau-
schal mit Fr. 20'000.– (Rechtsanwalt Dr. iur. X1._) und Fr. 7'000.– (Rechts-
anwalt lic. iur. X2._) je inkl. Mehrwertsteuer aus der Gerichtskasse zu ent-
schädigen. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gestützt auf Art. 135 Abs. 4
StPO.