Decision ID: ba984a56-0a13-55af-9a53-d8406adc4bf4
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, war zuletzt als Pflegehelferin SRK in einem Pensum von 20
%
für die Y._
AG tätig und in dieser Eigenschaft
bei der Suva
gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert.
Mit Schadenmeldung vom 2
1.
November 2019 wurde der Suva angezeigt, dass die Versicherte am 2
3.
Okto
ber 2019 beim Wander
n
/Spazieren auf einer Treppe gestürzt sei und sich das linke Fussgelenk gebrochen habe (
Urk.
8/1).
Die erstbehandelnd
en Ärzte des Spitals Z._ in A._
(
Urk.
8/1) diagnostizierten einen Status nach
Trimalleo
lar
fraktur
links und führten am 2
4.
Oktober 2019 eine offene Reposition und Osteosynthese durch (
Urk.
8/18; vgl. auch
Urk.
8/15).
Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
8/70).
Sie
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und liess die Versicherte
am
7.
Januar
2021
vom Kreisarzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für Orthopädie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, untersuchen (
Urk.
8/172). Mit Schreiben vom
4.
März 2021 teilt
e die Suva die Einstellung der Taggeld- und Heilkosten
l
eis
tungen per 3
1.
März 2021 mit (
Urk.
8/200)
. Die Suva berechnete danach die wei
teren Leistungen und sprach der Versicherten mit Verfügung vom
4.
Mai 2021 (
Urk.
8/231) eine Re
nte
von 14
%
sowie eine Integritätsentschädigung
gestützt auf eine Integritätseinbusse
vo
n 15
%
in Höhe von Fr. 22'230.-
zu (vgl.
Zusam
menfassung der Entscheidungsgrundlagen
vom
3.
Mai 2021,
Urk.
8/228). Die hier
gegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 1
9.
Mai 2021
(
Urk.
8/244) wies die Suva
mit
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Juni 2021 ab (
Urk.
8/248
= Urk. 2
).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
0.
August 2021 Beschwerde und beantragte, es sei
d
er angefochtene
Einspracheentscheid
sowie die Verfügung vom
4.
Mai 2021 abzuändern und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwer
de
führerin ab
1.
April 2021 eine Rente von mindestens 20
%
auszurichten. Even
tualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Beschwerde
antwort vom
2
5.
August 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-256), worüber die Beschwerdeführerin am 3
0.
August 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentsch
eid
dafür, dass
die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin
unbestritten
nicht mehr zumutbar sei. Gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes
Dr.
B._
sei der Beschwerde
führerin eine leichte wechselbelastende Tätigkeit vollzeitig zumutbar. Darüber hinaus stünden die psychischen Beschwerden offensichtlich und unbestritten in
keinem adäquaten K
ausalz
usammenhang zum Unfall vom 2
3.
Oktober 2019, so dass sich daraus kein Leistungsanspruch der Unfallversicherung ergebe. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens sei der Tabellenlohn
der Tabelle TA1
für Hilfsarbeiterinnen
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
tur
erhebung (LSE)
heranzuziehen. Bereinigt um die Nominallohnent
wicklung so
wie die betriebsübliche Arbeitszeit resultiere daraus ein Jahreslohn von
Fr.
56'004.-- für das Jahr 202
1.
Unter Berücksichtigung der vorliegenden Einschränkungen der Beschwerdeführerin rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug von 5
%
,
wo
raus ein anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
53'204.-- resultiere. Für das
Valideneinkommen
sei
auf den
Tabellenlohn für
Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen im Kompetenzniveau
1
abzu
ste
llen
.
Umgerechnet auf die be
triebs
übliche Arbeitszeit und unter Berücksichtigung der Nominallohnent
wick
lung resultiere ein Jahreslohn 2021 von
Fr.
62'091.--. Stelle man das Validen- dem Invalideneinkommen gegenüber
,
so resultiere eine Erwerbseinbusse bzw. Invaliditätsgrad von rund 14
%
(
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass Zweifel
an der Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
B._
bestünden. Seine Aus
führungen, dass die Budapester-Kriterien nicht erfüllt und damit kein CRPS zu diagnos
ti
zieren sei, seien widersprüchlich und unzutreffend.
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt fü
r Orthopädische Chirurgie/Fusschirurgie
, widerspreche dem und diagnos
tiziere ein CRPS. Auch die vollzeitige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit sei nicht nachvollziehbar. Die
Behandler der Rehaklinik
D._
hätten
ausgeführt, dass sie die Arbeitsunfä
h
i
g
keit noch nicht endgültig bestim
men könn
t
e
n
, zumal noch Stöcke eingesetzt würden. Die Untersuchung des Kreis
arztes sei lediglich sechs Wochen später erfolgt. Darüber hinaus sei nicht schlüssig, dass trotz der hochgradigen Einschränkungen im Sprunggel
enk eine ganztäg
ige wech
selbelastende Tätigkeit zumutbar sein soll -
Dr.
B._
setze sich weder mit den Einschränkungen beim Gehen oder Stehen auseinander und eine Auseinan
der
setzung mit dem Bericht der Rehaklinik
D._
fehle. Selbst unter Annahme, dass auf den Bericht von
Dr.
B._
abgestellt werden könne, falle der leidens
bedingte Abzug von 5
%
zu tief aus - entsprechend resultiere auch ein höherer Invaliditätsgrad (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
August 2021,
dass der neu ins Recht gelegte B
ericht von
Dr.
C._
keine Zweifel zu
wecken vermöge. Er behandle die Beschwerdeführerin
seit dem 1
7.
Dezember 2019, wieso er erst jetzt ein CRPS diagnostiziere, bleibe unklar. Auch seine Aus
führungen zur Arbeitsfähigkeit seien undifferenziert und nicht nachvollziehbar - damit könnten keine Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
B._
erhoben werden (
Urk.
7).
2.
2
.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
ander
es
bestimmt – die
Versicherungs
leis-tungen
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
2.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbs
unfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva
lideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworde
n wäre (sog.
Valideneinkommen
).
2.3
2
.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
li
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primä
r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbsein
kom
men gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund
heits
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs
tätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellen
löhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstruk
turerhebungen (LSE) beigezogen werden (vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3, 129 V 472 E. 4.2.1).
2
.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswir
kun
gen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 %
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-c
c). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invali
deneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungs
fähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen ni
cht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 1b E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen)
.
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das
Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin stürzte am 2
3.
Oktober 2019 im Urlaub in England auf der Treppe beim Wandern/Spazieren (
Urk.
1) und zog sich dabei eine
Trimal
leo
larfraktur
links zu, welche am 2
4.
Oktober 2019 operativ versorgt wurde (
Urk.
8/18).
Anlässlich der Erstkonsultation bei
Dr.
C._
am 1
7.
D
ezember 2019 konstatierte
dieser, dass die Nachbehandlung sicher etwas konservativ gewesen sei und die Motilität des Rückfusses s
tark eingeschränkt sei. Es würden
jetzt
Physiotherapie z
ur Steigerung der Rückfussmobilisation, abschwellende Massnahmen und
pro
pioceptives
Training
initialisiert
. Statt der Orthese habe er eine Schnürbandage abgegeben, die Belastung dürfe sukzessive gesteigert werden (
Urk.
7/15).
In der Folge
verzögerte
sich der
Heilungsverlauf (vgl. Berichte von
Dr.
C._
vom
9.
Januar,
4.
Februar, 1
7.
und 2
4.
März 2020,
Urk.
8/28,
Urk.
8/44,
Urk.
8/64
,
Urk.
8/69/3; Bericht von
Dr.
med. E._
, Facharzt für Chirurgie vom
1
1.
März 2020,
Urk.
8/55; Konsolida
tionskontrolle Klinik F._
vom 2
0.
März
2020,
Urk.
8/58). Am 3
1.
März 2020 erfolgte die
Osteosynthesematerialent
fern
ung
am
Malleolus
medialis
,
lateralis
und
posterior
Sprunggelenk links durch
Dr.
C._
(
Urk.
8/76
-77
).
Anlässlich der Kontrolle vom 2
0.
April 2020 führte
Dr.
C._
aus, dass die Faden
entfernung erfolgt sei und die Physiotherapie begonnen werden könne. Zudem bestünden mässige
Dysästhesien
im Narbenbereich lateral, hier seien desensi
bi
lisierende Massnahmen durchzuführen, die
Narbenbehandlung werde in ca. einer
Woche begonnen. Die Orthese könne ab sofort weggelassen werden, es erfolge ein rascher Übergang auf volle Belastung (
Urk.
8/90). Der Heilverlauf
verzöger
te si
ch in der Folge erneut
. Anfänglich hätten eine deutliche
Empfindlichkeit im Na
rbenbereich und intraartikuläre,
nozizeptive
Schmerzen
bestanden
(Bericht
e
vom 2
5.
Mai, 1
8.
und 25
.
Juni
, 1
0.
August
2020,
Urk.
8/97
,
Urk.
8/107,
Urk.
8/
110
,
Urk.
8/115
)
,
welche sich zu anhaltenden, vorwiegend neuropathischen Schmerzen
am linken
Rückfuss
sowie zunehmend symptomatischen Gelenkschmerzen
tibio
-talar entwickelt hätten (Berichte vom 1
7.
und 2
6.
August 2020,
Urk.
8/125,
Urk.
8/131).
3.2
Die Beschwerdeführerin befand sich vom 1
9.
Oktober bis zum 2
0.
November 2020 in der Rehaklinik
D._
in Behandlung. Im Austrittsbericht vom
2.
Dezember 2020 notierten die Behandler folgende Probleme bei Austritt (
Urk.
8/152/3):
-
Eingeschränkte Mobilität (ohne Stöcke 10
bis
12 Schritte, ansonsten mit
zwei
Unterarmgehstöcken
max. 30 Min.)
-
Angst vor Belastung des linken Fusses
-
Belastungsab
hängig zunehmende Schmerzen Fuss
links, ausstrahlend bis linke Körperhälfte
-
Allodynie
Fuss
links
-
E
ingeschränkte Beweglichkeit Fuss
links
-
Verändertes Nagelwachstum Fuss
links
-
Be
lastungsabhängige Schmerzen Fuss
und Knie rechts
-
Kopfschmerzen
-
Vergesslichkeit
-
Durchschlafprobleme, Alpträume
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine mittelschwere arbeitsrelevante Leis
tungs
minderung. Aus unfallkausaler Sicht sei die Tätigkeit als Pflegehelferin aktuell nicht zumutbar. Die Anforderungen seien zu hoch, da es sich um eine mittel
schwere, vorwiegend gehend-stehende Tätigkeit handle. Die Zumutbarkeit für
eine angepasste Tätigkeit könne noch nicht festgelegt werden, da die medi
zini
sche
Behandlungsphase noch andauere (CRPS-Kriterien noch erfüllt, weiter Stock
ab
bau;
Urk.
8/152/3 f.).
3.3
Dr.
B._
untersuchte die Beschwerdeführerin am
7
.
Januar 202
1.
Er hielt folgende Diagnose fest:
-
Ereignis vom 2
3.
Oktober 2019 mit
trimalleolärer
Fraktur linkes Sprung
gelenk und
-
Status nach ORIF linkes Sprunggelenk 24.10.201
9, G._
-
Status nach
Osteosynthesematerial
entfernung
31.03.2020, Zentrum H._
-
Funktionseinschränkung und Ruhe- und Belastungsschmerzen Sprung
gelenk links bei beginnender oberer Sprunggelenksarthrose
Dr.
B._
konstatierte (
Urk.
8/172/9 f.), dass bei der Beschwerdeführerin
Be
we
gungs
- und belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des linken Sprung
ge
lenk
s sowie Ruheschmerzen nach längerer Belastung und eine Bewegungsein
schrän
kung im Sprunggelenksbereich
persistierten
, dies den üblichen
läsional
be
dingten Beschwerden nach einer Luxationsfraktur des Sprunggelenks mit be
gin
nender Sprunggelenksarthrose entsprechend. Bildgebend
habe
in der SPECT-CT vom August 2020 eine beginnende obere Sprunggelenksarthrose objektiviert werden
können
, welche die geklagten Beschw
erden hinreichend objektiviere
.
Wed
er anamnestisch noch klinisch fä
nden sich Hinweise für ein
CRPS nach den Budapester-Kriterien, es bestehe keine Ü
berempfindlichkeit für Schmerzreize, Berührungen oder andersartige Reize, die Reaktionen auf diese Reize s
eien
phy
siologisch unauffällig. D
ie Asymmetrie der Körpertempera
tur l
asse
sich hin
rei
chend erklären mit dem Mindergebrauch des l
inken Beins durch die Teilbelas
tung und das
Schonhinken, welches seitens der
Beschwerdeführerin
mi
t Teilbelastung über zwei Unter
armstü
tzkrücken vermindert belastet we
rd
e
. Eine Veränderung der Hautfarbe im Sinne einer Minderdurchblut
ung oder Mehrdurchblutung finde sich nicht. Es fänden sich keine wegdrückbaren Ö
deme, die
synovitische
Schwel
lung über der Sprunggelenksregion entspreche
den
narbigen Veränderungen nach
Fraktur, Osteosynthese und
Osteosynthesematerialentfernung
. Die
reduzierte Be
weglichkeit erkläre
sich hinlänglich aufgrund der Vernarbungen nach den Frak
turen und Operationen, die Hypo
tr
ophie im Seitenvergleich erkläre
sich ebenfalls hinreichend durch den Mindergebrauch und d
ie
Minderbelastung des l
inken Beines. Zusammenfassend lie
ssen sich die geklagten Beschwerden, mit
Ausnahme der gestörten
Nageltrophik
am linken Fuss
, hinreichend durch die bildgebend objektivierten beginnenden
Arthrosezeichen
im oberen Sprunggelenk links erklä
ren. Aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht kö
nn
e
eine geringe Besserung
der Funktion herbeigeführt wer
den durch Fortsetz
en der Physiotherapie mit Ultra
schall
elektro
therapie, Fangopackungen und me
dizinische
r
Trainingstherapie für
weitere drei Monate, die Trad
itionelle Chinesische Medizin kö
nn
e
den Heilungs
prozess nach TCM-Lehre günstig beeinflussen, Schmerzverminderung und Be
weg
lichkeitsverbesserung seien
zu erwarten.
Spätestens nach drei Monaten sei
der
bestmögliche Zustand durch Gewöhnung und Anpassung erreicht, dies ent
spräche
dem
Zustand ein Jahr nach
Osteosyn
thesematerialentfernung
. Der
Beschwer
de
führerin sei
mitgeteilt
worden
, dass bereits bildgebend eine
obere Sprungge
lenks
arthrose vorlie
ge und dass eine Gewichtsbelastung des linken Fusses zu einer
Beschwerdezunahme führen würde. Die Implantation einer Sprunggelenks
pro
these
könne nur
in Ausnahmefällen eine Beschwer
delinderung im Sinne einer
nam
-
haften
Schmerzlinderung herbeiführen, sodass aktuell dieser Schr
itt nicht emp
fohlen werden kö
nn
e
, auch nicht im Hinblick auf die zumut
bare Arbeitsfähigkeit unfallkau
sal.
Bereits heute könne festgestellt werden, dass die angestammte Tätigkeit, eine vor
wiegend stehende und gehende Tätigkeit, der Beschwerdeführerin nicht mehr vollzeitig zumutbar sein werde. In Anbetracht der Unfallfolgen seien der Be
schwerdeführerin ab
1.
April 2021 leicht
e
wechselbelastende Tätigkeit zumutbar (
Urk.
8/172/11).
Dr.
B._
beurteilte gleichentags den Integritätsschaden und bezifferte diesen mit 15
%
aufgrund dessen, dass bei der Beschwerdeführer
i
n aktuell eine leichte Arthrose im oberen Sprunggelenksbereich vorliege, durch die natürliche Progres
sion sei das Fortschreiten bis hin zu einer mässigen oberen Sprungg
elenks
arthrose überwiegend wahr
scheinlich, so dass der Integritätsschaden angemessen mit 15
%
geschätzt werden könne, insbesondere im Quervergleich mit einer
Arthrodese
, welche mit 15
%
angeführt sei und funktionell dem aktuellen und zu erwartenden Zustand gleichgestellt sei (
Urk.
8/173).
3.4
3.4.1
Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
reichte die Beschwerdeführerin den Bericht von
Dr.
C._
vom
8./1
3.
Juli 2021 ein (
Urk.
8/251;
Urk.
3/4
).
Dr.
C._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin unter schwersten posttraumatischen neuro
pathischen Schmerzen leide. Die Budapester Kriterien für das Vorliegen eines CRPS seien erfüllt. Zum Ausbau einer Schmerztherapie scheine eine spezialisierte Sprechstunde sinnvoll, die Beschwerdeführerin möchte aber noch zuwarten.
Aus seiner Sicht sei die Ablehnung der Beschwerdegegnerin unverständlich. Die Diagnose eines CRPS könne nur bestätigt werden, die Budapester Kriterien seien erfüllt. So sei dies
auch festgehalten in den Unterla
gen der Rehaklinik
D._
, wo ein CRPS im Austrittsbericht beschrieben werde. Lediglich
Dr.
B._
sehe sie als nicht erfüllt. Eine unabhängige Beurteilung diesbezüglich wäre sinnvoll. Die
Arbeitsfähigkeit sei aufgrund deutlich
nozizeptiver
Schmerzen sowie auf
grund der erheblichen neuropathischen Beschwerden
weder
für die angestammte
noch
für eine angepasste Tätigkeit
gegeben
.
3.4.2
Am
9.
Juli 2021 erfolgte eine 3-Phasen Skelettszintigrafie sowie ein CT des linken Fusses. Im Bericht vom
2.
August 2021 hielt
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Radiologie, fest, dass sich noch diskrete
residuelle
Veränderungen bei Status nach CRPS fänden. Es bestehe eine aktivierte Arthrose im OSG links mit Maximum der Aktivität im
Markraum
des
Malleolus
medialis
. Es liege eine
patelläre
Überlastung rechts vor. Am Stammskelett bestehe ein unauffälliger Befund.
3.4.3
Dr.
C._
ergänzte im Bericht vom 2
1.
Juli 2021 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
(
Urk.
3/3)
, dass
es sich aus seiner
Sicht um eine kombi
nierte Schmerzproblematik
handle
, wo sowoh
l
nozizeptive
Schmerzen bestünden
, verursacht durch beginnende degenerative Veränderungen im oberen S
prungge
lenk, als auch Schmerzen
ausgehend vom peripheren Schaden des
N.
peroneus
superficialis
, was den typischen neur
opathischen Schmerzen entspreche. Die Ge
lenk
schmerzen seien
sicher für einen Teil der Belastungsschmerzen verantwort
lich, die Nervenschmerzen ihrerseits erklär
t
en die Ruhe- und Nachtschmerzen im Versorgungsgebiet des
N.
peroneus
superficialis
. Obwohl sehr einschränkend, sei
daraus nic
ht die Diagnose eines CRPS abzu
leiten. Dennoch glaube
er
,
die Be
schwerdeführerin leide
unter einem CRPS
.
Die anhaltenden Schmerzen seien
disproportional zu den
erkennbaren Verände
rungen im oberen Sprunggelenk (OSG)
, wie auch zu der Sch
ädigung des
N.
pero
neus
superficialis
und gingen insbesondere über dessen Versorgungsgebiet hin
aus.
Sie beschreibe
Schwellungszustände und livide Verfär
bungen von Sprung
gelenk und Fuss
, eine
Allodynie
über
Fussrist
nach proximal den lateralen Unter
schenkel betreffend sowie zunehmend auch eine aktive Bewegungsbehinderung und eine Sc
hwäche im Unterschenkel und Fuss links.
Klinisch
sei
einerseits eine
Allodynie
(wenn auch vor allem im Narbenbereich
auslösbar) über dem ganzen Fuss, nicht
Dermatom
bezogen
vorhanden, andererseits bestehe
eine e
r
hebliche Dystonie und aktive Bewegungsein
schränkung für den gesamten Fuss
. Gemäss den
Budapester Kriterien entspreche
dies dem Vollbild eines CRPS.
Es sei richtig, dass
eine Arthrose im oberen Sprunggelenk
schmerzhaft und ein
schrän
kend sein
könne
, genauso
wie eine Nervenschädigung. Die überpropor
ti
o
nalen Schmerzen seien für ihn
aber nur mit dem Vorhandensein eines CRPS ver
einbar. Diese Einschätzung teil
t
en auch die Kollegen der Rehaklinik in
D._
, welche im Austrittsbericht
vom
2.
Dezember
2020 ebenfalls ein CRPS Typ II in der Diagnoseliste aufführ
t
en (dieses zwar als
regredient
angesehen h
ätten
) und
während der
Hospitalisation
wiederholt die Budapester Kriterien als erfüllt vor
gefunden hätten.
Aufgrund der aktuellen, unfallkausalen Beschwerden erscheine ihm die Beschwer
de
führerin nicht erwerbsfähig.
4.
Vorab festzuhalten ist, dass der
Zeitpunkt des
Fallabschluss
es
und die Festsetzung der Integritätsentschädigung unbestritten
ge
blieben
bzw. bereits in Rechtskraft erwachsen sind
(BGE 119 V 347 E. 1b).
Ebenfalls unbestritten blieb, dass allfällige psychische Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht unfallkausal zum Ereignis vom 2
3.
Oktober 2019
sind
(vgl.
Urk.
1 und
Urk.
2). Dies ist aufgrund der Akten nachvollziehbar und schlüssig.
Strittig und zu prüfen ist, ob auf die Beurteilung von
Dr.
B._
abgestellt werden kann bzw. die Beschwerdeführerin
- wie von
Dr.
B._
attestiert
–
an
ge
passt voll arbeitsfähig ist.
4.1
Die Einschätzung von
Dr.
B._
vom
8.
Januar 2021
beruht auf fun
dierter
Aktenkenntnis, so lagen ihm insbesondere die vollständigen medizinischen Unte
r
lagen samt
Bilddokumentation
vor
(vgl. Urk.
8/172/2 ff.).
Die Darlegung der medi
zini
schen Zusammenhänge ist schlüssig und die Beurteilung der medizi
nischen Situation leuchtet ein.
4.2
Die Beschwerdeführerin brachte hiergegen vor, dass nicht nachvollziehbar sei, dass der Kreisarzt das Vorliegen eines CRPS verneine - die Behandler der Reha
klinik
D._
als auch
Dr.
C._
diagnostizierten ein solches.
Dem ist ent
ge
genzuhalten, dass
Dr.
C._
in seinen Berichten vom 2
5.
Juni, 10./1
7.
August 2020
und selbst im Bericht vom 2
5.
November 2020, mithin nach Austritt aus der Rehaklinik
D._
,
kein Bezug auf ein CRPS nahm (
Urk.
8/110; 8/115; 8/125
,
Urk.
8/149
).
PD
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Nuklearmedizin, beurteilte anlässlich der Untersuchung vom 1
3.
A
ugust 2020, dass
lediglich
regrediente
Zeichen eines CRPS II vorlägen bei
regredienter
Aktivitätsbelegung im gesamten linken Fuss (
Urk.
8/126).
Die Ärzte der Rehaklinik
D._
hielten im Austrittsbericht fest, dass am 1
9.
Oktober und am 1
8.
November 2020 die Budapester-Kriterien erfüllt gewesen seien (
Urk.
8/152/3), wobei die Kriterien formell erfüllt gewesen seien, wenngleich die objektiven Befunde diesbezüglich dezent ausgefallen seien (
Allodynie
, einge
schränkte Beweglichkeit, verändertes Nagelwachstum;
Urk.
8/152/4). Sie konsta
tierten darüber hinaus, dass das Ausmass der physischen Einschränkungen sich
mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären liessen. Die Situation werde deutlich von der psychischen Problematik überlagert (
Urk.
8/152/5).
Dr.
B._
erhob einen guten Monat später keine Überempfindlichkeit für Schmerzreize, Berührungen oder andersartige Reize, die Reaktionen daraus seien physiologisch unauffällig (
Urk.
8/172/10). Die eingeschränkte Beweglichkeit als auch das veränderte Nagelwachstum erhob
Dr.
B._
und begründete nach
vollz
iehba
r und schlüssig, dass er diese - bis auf das veränderte Nagelwachstum -
nicht auf ein
CRPS
sondern auf
die objektivierten beginnenden
Arthrosezeichen
im OSG zurückführe.
Dr.
C._
konstatierte in seinem Bericht vom
7.
J
uli 2021, dass sei
nes Erachtens
die überproportionalen Schmerzen nur mit dem Vorhandensein eines CRPS erklär
bar seien (E. 3.4). Allerdings
vermögen die Ausführungen von
Dr.
C._
den Bericht von
Dr.
B._
nicht zu entkräften, da er
keine
konkreten, objektiv fassbaren Aspekte namhaft
macht
, die
Dr.
B._
ent
gangen
sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2006 U 58/06 E. 2.2) oder die zu einer anderen rechtlichen Beurteilung Anlass geben würden.
Auch
Dr.
I._
konstatierte in ihrem Bericht vom
2.
August 2021, dass sich lediglich diskrete
residuelle
Verän
derungen bei Status nach CRPS fänden (vgl. E. 3.4.2).
Darüber hinaus ist festzuhalten, dass nicht die exakte Diagnose ausschlaggebend
ist für die weitere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, sondern die funktionellen Aus
wirkungen der erhobenen Befunde - entsprechend ist die abweichende dia
gnos
tische Beurteilung von
Dr.
C._
im Vergleich zu
Dr.
B._
nicht
aus
schlag
gebend
, da
Dr.
B._
die erhobenen Befunde vollumfänglich berücksichtigte bei
der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
4.3
Die Beschwerdeführerin machte des Weiteren geltend, dass der Kreisarzt
Dr.
B._
nur ungenügend berücksichtigt hab
e, dass die Einschränkungen beim
Gehen als auch die mang
elnde Beweglichkeit eine ganztäg
ige wechsel
be
lastende T
ätigkeit verunmögliche (
Urk.
1).
Dr.
B._
konstatierte, es sei der Beschwerdeführerin eine leichte wechsel
belastende Tätigkeit vollzeitig zumutbar (
Urk.
8/172/11). Dabei berücksichtigte er sämtliche erhobenen Befunde
, die geklagten Beschwerden
und die bleibenden
unfallkausalen
Einschränkungen.
Dr.
C._
führte
in seinem Bericht vom 2
1.
Juli 2021 diesbezüglich lediglich
aus
, dass ihm die Beschwerdeführerin aufgrund der aktuellen, unfallkausalen Be
schwerden
nicht erwerbsfähig erscheine (
Urk.
3/3). Im Bericht vom 8./1
3.
Juli
2021 notierte er, dass die Arbeitsfähigkeit aufgrund deutlicher
nozizeptiver
Schmer
zen sowie auch aufgrund der erheblichen neuropathischen Beschwerden weder für die angestammte noch für eine angepasste Tätigkeit gegeben sei (
Urk.
3/4
). Dies zeigt deutlich, dass sich
Dr.
C._
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit insbesondere auf die von der Beschwerdeführerin subjektiv ge
klagten Beschwerden
und nicht auf von
Dr.
B._
unberücksichtigte
abwei
chende objektive Befunde stützte.
Zusammenfassend handelt es sich bei der Einschätzung von
Dr.
C._
im Wes
entlichen um
eine vom
Kreisarzt
Dr.
B._
abweichende Meinung
säusserung
,
welche allerdings
nicht Anlass zu weiteren Abklärungen gibt oder
den Bericht von
Dr.
B._
in Frage zu s
tellen
verm
ag
; anders würde es sich verhalten, wenn
Dr.
C._
konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft machen
würde
, die dem ärztlichen Experten entgangen sind oder mit denen er sich nicht befasst hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vor
liegend allerdings nicht der Fall ist.
4.4
Entsprechend
vermögen die Berichte von
Dr.
C._
keine auch nur geringen Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
B._
zu wecken und es ist gestützt auf
die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
B._
davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin ab dem
1.
April 2021 in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig ist.
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich die
in qualitativer Hinsicht eingeschränkte Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der
Festsetzung des
Validenlohnes
auf den Tabellenlohn der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung
2018 (LSE 2018) für
Frauen
im Gesundheits- und Sozialwesen im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Natur) in Höhe von Fr. 4'860.-- monatlich
(LSE
2018, TA1, 86-88 Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenzniveau 1, Frauen
)
,
angepasst an
die betriebsübliche Wochenarbeitszeit sowie die Nominal
lohnentwicklung (vgl.
Zu
sam
menfassung der Entscheidungsgrundlagen
vom
3.
Mai 2021,
Urk.
8/228).
Da
raus resultierte im angefochtenen
Einspracheentscheid
ein - aufgrund aktuellerer statistischer Zahlen etwas
tieferes
als noch in der Verfügung -
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
62'091.-- (vgl.
Urk.
2).
Dies
es von der Beschwerdegegnerin ange
rechnete
Valideneinkommen
ist mit Blick auf den IK-Auszug (
Urk.
8/206) als grosszügig zu bewerten, kann aber aufgrund der Akten nachvollzogen werden und blieb seitens der Beschwerdeführerin unbestritten (vgl.
Urk.
1).
5.2
5.2.1
Für das Invalideneinkommen zog die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohn für Hilfs
arbeiterinnen heran und bericht
igte diesen ebenfalls um die betriebsübliche
Wochenarbeitszeit und die Nominallohnentwicklung bis ins J
ahr 2021 (
Urk.
2 S. 6;
LSE 2018 TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total). Daraus resultierte - ebenfalls aufgrund statistisch leicht veränderter Werte - ein im Vergleich zur Verfügung minim tieferes Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
56'004.-- für das Jahr 202
1.
Darüber hinaus berücksichtigte die Beschwerdegegnerin einen Leidensab
zug von 5
%
, woraus ein anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
53'204.-- resultierte (
Urk.
2).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiergegen vor, dass der Leidensabzug von 5
%
den massiven Beeinträchtigungen beim Gehen und Stehen sowie den zusätzlichen Schmerzen nicht gerecht werde und ein höherer Leidensabzug vorzunehmen sei (
Urk.
1).
Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 5
%
erweist sich unter Berücksichtigung dieser Rechtsprechung als auch dem nur leicht eingeschränkten Belastungsprofil der Beschwerdeführerin als nachvollziehbar und
ist
- entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin
-
nicht zu beanstanden.
5.3
Stellt man das Validen- dem Invalideneinkommen gegenüber resultiert eine Er
werbs
einbusse in Höhe von
Fr. Fr.
8'887.-- (
Fr.
62'091.-- -
Fr.
53'204.--), was einer prozentualen Erwerbseinbusse bzw. einem Invaliditätsgrad von rund 14
%
entspricht (
Fr.
8'887.
-- :
Fr.
62'091.--).
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.