Decision ID: 3482ee79-bbe7-5dfa-b2b7-e081eba58b72
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Dr. med. dent. L.M., Jg. 1950, war vom 11. August 2008 bis 20. Dezember 2010 in
der Zahnärzte Zentrum B. AG, Q. (ehemals Zahnärztliche Klinik Q. AG bzw.
Zahnärztliches Zentrum Q. AG) als Zahnarzt angestellt, ohne über eine
Berufsausübungsbewilligung zu verfügen. Am 28. Juni 2010 ersuchte er das
Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen (GD) um Bewilligung der
Berufsausübung als Zahnarzt (act. G 7/3). Am 8. Juli 2011 erteilte das GD Dr. L.M. die
Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung unter der Auflage, für die Zeit von der
Eröffnung der Verfügung bis 31. Dezember 2012 75 Stunden Fortbildung nachzuweisen
(Verfügungs-Dispositiv Ziff. 2). Gleichzeitig wurde davon Kenntnis genommen, dass Dr.
L.M. bis auf weiteres darauf verzichte, Implantate der X. AG und andere Implantate von
Dr. med. X.Y., insbesondere BOI-Implantate, anzuwenden (Dispositiv Ziff. 3; act. G
7/28). Ein während des Bewilligungsverfahrens wegen des Verdachts der Tätigkeit
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ohne Bewilligung und der Verletzung von Berufspflichten (Behandlung von A.R. und
B.S.) eröffnetes Disziplinarverfahren (D 10-6015; auch AB 10-6513 gegen die
Zahnärztliche Klinik Q. AG und Dr. med. dent. X.Y.) wurde am 15. August 2011 als
gegenstandslos abgeschrieben (act. 7/29).
b. Am 16. April 2012 reichte die Zahnärztliche Zentrum Q. AG beim GD eine von C.T. -
dieser war von August 2008 bis Januar 2010 Patient von L.M. - am 20. Februar 2012
unterzeichnete Aufsichtsbeschwerde ein (act. 7/33). Nachdem das GD diesbezüglich
mit Verfügung vom 14. November 2013 eine Verwarnung gegen Dr. L.M.
ausgesprochen (act. G 7/71) und er gegen diese Verfügung Beschwerde erhoben hatte,
wies das Verwaltungsgericht die Sache mit Entscheid vom 24. März 2015 (B 2013/251)
zur weiteren Abklärung an das GD zurück. Am 23. September 2014 gab Dr. L.M. dem
GD bekannt, dass er beabsichtige, die zahnärztliche Tätigkeit in Q. wieder
aufzunehmen (act. G 7/82), nachdem er im März 2012 dem GD mitgeteilt hatte, eine
Zahnarztpraxis im Kanton Schwyz übernehmen zu wollen (act. G 7/30). Mit Schreiben
vom 9. Januar 2015 unterstellte die X. AG dem GD, ihre Produkte aus dem Markt
verdrängen zu wollen, indem die Bewilligung von Dr. L.M. mit einer Einschränkung in
Bezug auf ihre Implantate erteilt worden sei (act. G 7/86). Das GD richtete sich in der
Folge am 8. April 2015 an den Rechtsvertreter von Dr. L.M., Rechtsanwalt lic. iur.
Andreas Petrik, St. Gallen, mit der Frage, ob Dr. L.M. beabsichtige, Implantate der
S. GmbH einzusetzen (act. G 7/98). Im Schreiben vom 23. April 2015 sicherte der
Rechtsvertreter zu, dass Dr. L.M. die Verfügung vom 8. Juli 2011 beachten wolle. Das
Vorgehen der X. AG (Beanstandung der Bewilligungseinschränkung in der Verfügung
vom 8. Juli 2011), mit welchem er nichts zu tun habe, könne ihm nicht angerechnet
werden (act. G 7/101).
c. Am 12. Mai 2015 teilte das GD dem Rechtsvertreter von Dr. L.M. mit, die Tätigkeit ab
15. Juni 2015 in Q. sei als zulässig zu erachten, sofern sich Dr. L.M. an die Bedingung
halte, die für die Erteilung der Berufsausübungsbewilligung massgebend gewesen sei,
d.h. der Verzicht auf die Verwendung der implantologischen Methoden und Produkte
von Dr. X.Y., der X. AG, der S. GmbH und anderer Gesellschaften, welche diese
Produkte vertreiben würden (act. G 7/103). Mit Schreiben vom 21. Juli 2015 ersuchte
Rechtsanwalt Petrik um Wiedererwägung der Verfügung vom 8. Juli 2011. Zur
Begründung hielt er fest, das GD verknüpfe die Frage der Vertrauenswürdigkeit von Dr.
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L.M. mit der Erfüllung der fachlichen Einschränkung, welche die
Berufsausübungsbewilligung enthalte. Der Zweck, der dieser Regelung zugrunde
gelegen habe, sei aber nicht mehr aktuell. Zudem bestünden Bedenken bezüglich der
Rechtmässigkeit von Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 (act. G 7/116). Am
27. August 2015 stellte Rechtsanwalt Petrik die Anträge, Ziff. 2 und 3 der Verfügung
seien in Wiedererwägung zu ziehen und ersatzlos zu streichen; eventualiter sei Ziff. 3
der Verfügung zu erläutern (act. G 7/122). Das GD hielt im Schreiben vom 6. Oktober
2015 fest, es bestehe kein Anspruch auf Wiedererwägung der Verfügung. Eine
Erläuterung erübrige sich deshalb, weil die S. GmbH nachgewiesen nur Implantate der
X. AG verwende, weshalb sich der Verzicht von Dr. L.M. auch auf solche Implantate
beziehe (act. G 7/126).
d. Mit Rechtsverweigerungsbeschwerde an die Regierung vom 6. November 2015
beantragte Rechtsanwalt Petrik unter anderem, das GD sei zu verpflichten, über das
Wiedererwägungs- und Erläuterungsgesuch zu entscheiden (act. G 7/138.1). Mit
Verfügung vom 5. Januar 2016 trat das GD auf die Gesuch um Wiedererwägung der
Verfügung vom 8. Juli 2011 (Ziff. 1) und Erläuterung von Ziff. 3 der Verfügung vom
8. Juli 2011 (Ziff. 2) nicht ein (act. G 2/2).
B.
a. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Petrik für Dr. L.M. (Beschwerdeführer)
mit Eingabe vom 20. Januar 2016 Beschwerde mit den Anträgen, Ziff. 1 und 3 der
Verfügung vom 5. Januar 2016 seien aufzuheben und es sei das GD zu verpflichten,
auf das Wiedererwägungsgesuch vom 21. Juli bzw. 27. August 2015 einzutreten.
Eventualiter seien Ziffern 2 und 3 der Verfügung vom 5. Januar 2016 aufzuheben und
das GD zu verpflichten, auf das Erläuterungsgesuch vom 27. August 2015 einzutreten,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 4. Februar 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Zur Begründung
hielt sie an den Ausführungen in der Verfügung vom 5. Januar 2016 fest (act. G 6).
c. Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist Adressat der angefochtenen Verfügung, mit welcher das
Nichteintreten auf das Wiedererwägungsgesuch betreffend die Verfügung vom 8. Juli
2011 und das Nichteintreten auf das Gesuch um Erläuterung bestätigt worden waren,
und damit zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs.
1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 20. Januar 2016 wurde rechtzeitig eingereicht
und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
2.1. Gemäss Art. 27 VRP sind Wiedererwägungsgesuche zulässig, begründen aber
keinen Anspruch auf eine Stellungnahme der Behörde in der Sache und hemmen den
Fristenlauf nicht. Ein Anspruch auf materielle Wiedererwägung besteht, wenn sich die
Verhältnisse (Sach- und Rechtslage) seit dem Erlass der ursprünglichen Verfügung
erheblich geändert haben bzw. wenn wichtige Tatsachen oder Beweise geltend
gemacht werden, die zur Zeit der ersten Entscheidung nicht bekannt waren oder nicht
geltend gemacht werden konnten (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 575 mit Hinweisen). Die Beschränkung einer
Bewilligung entspricht einer Verfügung mit Dauerwirkung. Hierauf kann nach der
verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung nicht ohne Weiteres zurückgekommen
werden. Ein genereller Anspruch auf Wiedererwägung nach Art. 27 VRP besteht nicht.
Auf erneute Gesuche oder Anträge muss in der Regel nicht eingetreten werden, sofern
ein identisches Gesuch formell rechtskräftig abgewiesen worden ist. In solchen Fällen
besteht kein Anlass, vom ersten Entscheid abzuweichen, sondern es kann auf diesen
verwiesen werden. Dagegen ist ein Anspruch auf Wiedererwägung beziehungsweise
auf Erlass einer neuen materiellen Verfügung gegeben, wenn sich die Sach- und
Rechtslage gegenüber den der formell rechtskräftigen Verfügung zugrunde liegenden
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Umständen wesentlich geändert haben bzw. wenn sich seit dem Erlass der früheren
Verfügung eine anspruchsbegründende neue Sach- oder Rechtslage ergeben hat (vgl.
GVP 2007 Nr. 67; VerwGE B 2014/249 vom 28. April 2015, E. 2 www.gerichte.sg.ch).
Ist der Rechtsspruch unklar, unvollständig oder widersprüchlich, so erläutert ihn die
zuständige Instanz auf Antrag oder von Amtes wegen. Das Erläuterungsgesuch ist
schriftlich einzureichen. Es bezeichnet die beanstandeten Punkte des Rechtsspruchs
(Art. 93 und 93 Abs. 1 VRP). Erläuterungsinstanz ist die Behörde, die den
betreffenden Entscheid erlassen hat (Cavelti/Vögeli, a. a. o., Rz. 1071). Das Gesuch ist
an keine Frist gebunden. Zu erläutern ist grundsätzlich nur der Rechtsspruch. Darunter
ist das Urteilsdispositiv zu verstehen, nicht aber die Begründung, soweit im Dispositiv
nicht ausdrücklich auf die Erwägungen verwiesen wird (vgl. A. Holenstein, Kommentar
zum Gerichtsgesetz des Kantons St. Gallen vom 2. April 1987, Flawil 1987, S. 177;
BGE 110 V 222, 104 V 51). Die Erläuterung dient in erster Linie der Vollstreckbarkeit
des Entscheides. Der Erläuterung zugänglich sind somit lediglich Rechtssprüche,
denen es an Vollständigkeit und Klarheit mangelt.
2.2. Hinsichtlich des Zustandekommens der vorliegend in Frage stehenden Erklärung
des Beschwerdeführers, Implantate der X. AG und von Dr. X.Y. nicht anzuwenden (act.
G 7/25/30), steht fest, dass der Beschwerdeführer selbst diese Erklärung im damaligen
Bewilligungsverfahren mitgestaltet hatte (vgl. act. G 7/26, G 7/27.1). Hierbei hielt er
unter anderem fest, dass er mit dieser Erklärung nicht anerkenne, dass die von Dr. X.Y.
entwickelten und angewendeten Methoden oder Produkte unzulässig seien oder dass
ihm deren Anwendung behördlich untersagt werden könnte (act. G 7/26). In der Folge
wurde - mit ausdrücklichem Einverständnis des Beschwerdeführers - in der
Berufsausübungsbewilligung vom 8. Juli 2011 in Ziff. 3 festgestellt, dass er bis auf
weiteres darauf verzichte, Implantate der X. AG oder von Dr. X.Y. anzuwenden (act. G
7/28). Hierauf schrieb die Vorinstanz das damals gegen den Beschwerdeführer
laufende Disziplinarverfahren D-10-6015 am 15. August 2011 ab; dies mit dem
Hinweis, dass die im Disziplinarverfahren erhobenen Vorwürfe im Zuge des
Bewilligungsverfahrens hätten bereinigt werden können (act. G 7/29).
2.3. Streitig ist, ob bzw. inwiefern sich seit Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2011 eine
veränderte Sachlage ergab, welche die Vorinstanz verpflichtet hätte, Ziff. 3 der
quater quinquies
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Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen. Die Vorinstanz führte im angefochtenen
Entscheid unter anderem aus, die Mitteilung des Verfahrensleiters, die Vorwürfe seien
bereinigt worden, beziehe sich auf den Entscheid des GD, anstatt einer
Disziplinarmassnahme eine anderweitige Massnahme im Sinn von Art. 41 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe (SR 811.11; MedBG) zur
Einhaltung der Berufspflichten zu treffen: Die Erteilung der Bewilligung unter Auflage
und fachlicher Einschränkung. Es lägen keine anderslautenden Arztberichte vor, welche
die Feststellungen von Dr. med. dent. N.O. (act. G 7/1.10) und Dr. med. dent. I.B. (act.
G 7/2.4) entkräften würden. Die Abschreibung des Disziplinarverfahrens sei somit
Ausdruck des Opportunitätsprinzips gewesen. Die Vertrauenswürdigkeit des
Beschwerdeführers sei zwar beeinträchtigt gewesen, er sei aber gemäss eigener
Aussage bereit gewesen, aus den begangenen Fehlern zu lernen (act. G 7/30), und das
GD habe damals von der Einreichung einer Strafanzeige sowie der Weiterführung des
Disziplinarverfahrens abgesehen. Der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
(RA Dr. Remi Kaufmann, St. Gallen) habe sich bei der Festlegung des Inhalts der
Berufsausübungsbewilligung immer wieder auf implantologische Methoden und
Produkte von Dr. X.Y. bezogen, weshalb die Rüge des aktuellen Rechtsvertreters,
wonach die Tragweite der Einschränkung gemäss Ziff. 3 der Verfügung unklar (act. G
7/116), nicht nachvollziehbar sei. Sodann leuchte die Begründung des Rechtsvertreters
(in act. G 7/122) nicht ein, wonach das GD die Auflage betreffend Fortbildung (Ziff. 2
der Verfügung vom 8. Juli 2011) ersatzlos zu streichen habe, weil der
Beschwerdeführer der Fortbildungspflicht nachgekommen sei. Der Beschwerdeführer
sei mit der Auflage einverstanden gewesen und habe sich daran gehalten. Es bestehe
kein Anlass, diese Vorgabe aufzuheben. Zum weiteren Einwand des
Beschwerdeführers, er sei vor Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2011 einem erheblichen
behördlichen Druck ausgesetzt gewesen, hielt die Vorinstanz fest, dass die Art des
Zustandekommens von Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 aus den Akten
hervorgehe. Es treffe nicht zu, dass die Grundlagen der vereinbarten fachlichen
Einschränkung bei Bewilligungserteilung nicht aktenkundig gewesen seien. Die
Behauptung, dass der Beschwerdeführer damals seine wahre Überzeugung nicht zum
Ausdruck gebracht habe, belege keine veränderten Umstände. Der Beschwerdeführer
habe kein Gesuch um Ausdehnung der Berufsausübungsbewilligung auf die Implantate
von Dr. X.Y. eingereicht und betont, dass er kein Interesse an der Anwendung
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derselben habe. Ein Wiedererwägungsgrund sei daher nicht gegeben (act. G 2/2 S.
9-11).
Hinsichtlich des Begehrens des Beschwerdeführers um Erläuterung von Ziff. 3 der
Verfügung vom 8. Juli 2011 hielt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid fest, das
Fehlen einer ausdrücklichen Bezeichnung als Auflage oder Bedingung mache weder
die Tragweite der Bestimmung missverständlich noch erschwere dies deren
Vollstreckung. Das GD habe mit deklaratorischer Wirkung („es wird davon Kenntnis
genommen...“) festgestellt, dass der Beschwerdeführer eine Verzichtserklärung
eingereicht habe. Der Ausdruck „bis auf weiteres“ werde im allgemeinen
Sprachgebrauch verwendet und sei nicht erklärungsbedürftig. Sollte der
Beschwerdeführer entgegen seinen bisherigen Aussagen daran interessiert sein, die
Implantate von Dr. X.Y. anzuwenden, könne er jederzeit ein entsprechendes Gesuch
einreichen. Eine Umschreibung von allen möglichen Implantaten von Dr. X.Y. und ihrer
Hersteller weltweit wäre weder im Verfügungsdispositiv noch in den Erwägungen
zielführend bzw. möglich gewesen (act. G 2/2 S. 11 f.).
2.4. Der Beschwerdeführer wendet ein, er habe die Fehlerhaftigkeit der Verfügung (vom
8. Juli 2011) nicht im Rechtsmittelverfahren geltend machen können, da die Vorinstanz
die Erteilung der Berufsausübungsbewilligung von der Bestätigung, die Implantate der
X. AG und von Dr. X.Y. nicht anzuwenden, abhängig gemacht habe. Die Umstände
hätten sich seit Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2011 insofern geändert, als die
Fortbildungsstunden gemäss Ziff. 2 der Verfügung geleistet worden seien. Sodann
weiche die aktuelle Interpretation von Ziff. 3 der erwähnten Verfügung durch die
Vorinstanz („Produkte der in der Verfügung genannten Hersteller“) vom Wortlaut der
damaligen Erklärung ab. Nach dieser Interpretation würden Verbrauchsmaterialien
ebenfalls unter Ziff. 3 der Verfügung fallen, weshalb eine Veränderung der Umstände
nicht in Abrede gestellt werden könne. Eine Veränderung der Umstände sei auch
insofern auszumachen, als die Vorinstanz Ziff. 3 der Verfügung als Verbot interpretiere
und ein allfälliger Verstoss Sanktionen zur Folge hätte. Auch die Androhung einer
sichernden Verfügung, mit welcher ein Verstoss gegen Ziff. 3 der Verfügung gemäss
Art. 292 StGB unter Strafe gestellt werde, mache klar, dass die Vorinstanz neuerdings
von einem behördlichen Verbot ausgehe. Die Erklärung gemäss Ziff. 3 der Verfügung
bedeute jedoch nicht, dass dem Beschwerdeführer die Anwendung der betreffenden
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Implantate untersagt werden könne. Eine weitere Veränderung der Umstände liege
darin, dass die in Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 genannten Hersteller seit dem
Erlass der Verfügung neue Produkte auf den Markt gebracht hätten, welche sich nicht
von den herkömmlichen Implantaten des Instituts F. AG unterscheiden würden.
Letztere sollten aber von der Einschränkung gemäss Ziff. 3 nicht erfasst werden. Die
Einschränkung betreffe nur das Konzept „Sofortbehandlung in der Implantologie“ für
den Fall, dass nicht genügend Knochen vorhanden seien und keine Möglichkeit
bestehe, eine Knochentransplantation durchzuführen. Aufgrund dieser wesentlichen
Veränderungen wäre die Vorinstanz verpflichtet gewesen, auf das
Wiedererwägungsgesuch einzutreten. Im Weiteren erweise sich Ziff. 3 der Verfügung
vom 8. Juli 2011 in mehrfacher Hinsicht als unklar, weshalb die Vorinstanz auf das
Erläuterungsgesuch hätte eintreten müssen (act. G 1).
3.
3.1. Aus dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Umstand, wonach die
Fortbildungsstunden gemäss Ziff. 2 der Verfügung vom 8. Juli 2011 (act. G 7/28)
geleistet worden seien (act. G 1 Ziff. 19), lassen sich offensichtlich keine seit Erlass der
Verfügung geänderten Verhältnisse ableiten: Diese Auflage war mit dem Nachweis der
Fortbildungsstunden durch den Beschwerdeführer erfüllt und erledigt; diesbezüglich
konnten sich die Verhältnisse nachträglich gar nicht mehr ändern. Zu klären bleibt
jedoch, ob hinsichtlich von Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 („Es wird davon
Kenntnis genommen, dass L.M. bis auf Weiteres darauf verzichtet, Implantate der
X. AG, Q., und Implantate Dr. X.Y., insbesondere BOI Implantate, anzuwenden“) von
zwischenzeitlich geänderten Verhältnissen bzw. einer neuen Sachlage im erwähnten
Sinn (vorstehende E. 2.1 erster Absatz) auszugehen ist.
3.2. Im Entscheid B 2015/307 vom 24. August 2017 (www.gerichte.sg.ch). kam das
Verwaltungsgericht unter anderem zum Schluss, dass die vom dortigen
Beschwerdeführer (Dr. X.Y.) angewendete Implantat-Methode unter Umständen das
richtige Behandlungsmittel sein könne und das BOI-Diskimplantat „zumindest
theoretische Vorteile bei bestimmten Indikationen“ haben dürfte (Verweis auf ein
Gutachten von Prof. Dr. V.G. vom 20. Juli 2006, welcher zum Zeitpunkt der Erstellung
des Gutachtens ärztlicher Direktor der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des
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Universitätsklinikums H.-E. war). Dies sowie der Umstand, dass basale Implantate
zumindest in bestimmten Behandlungssituationen gleichwertig neben den
herkömmlichen Implantaten zum Einsatz kommen würden, ergebe sich auch aus der
vom Beschwerdeführer (Dr. X.Y.) zitierten Rechtsprechung deutscher Gerichte. Aus
diesen Gegebenheiten sei insgesamt zu schliessen, dass die Methode des
Beschwerdeführers in ausgewählten Fällen die adäquate Behandlungsart darstellen
dürfte, in anderen Behandlungssituationen jedoch nicht zum gewünschten Ziel zu
führen vemöge, wobei die abschliessende Qualifikation von Methoden der
Implantologie nicht Verfahrensgegenstand sei (VerwGE B 2015/307, a.a.O., E. 4.4.1).
Aus dem Umstand allein, wonach der Beschwerdeführer (Dr. X.Y.) die Anwendung von
BOI-Implantaten favorisiere, lasse sich noch keine Pflichtverletzung im Sinn von Art. 40
und 43 MedBG herleiten (VerwGE B 2015/307, a.a.O., E. 4.4.2).
3.3. Diese gerichtsnotorischen Darlegungen haben für das vorliegende Verfahren
insofern eine Bedeutung, als dem Beschwerdeführer (Dr. L.M.) die Anwendung der
BOI-Implantat-Methode nicht untersagt werden kann, soweit er die entsprechenden
fachlichen Voraussetzungen mitbringt. Seit Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2011
traten nach Lage der Akten keine weiteren Gegebenheiten ein, welche geeignet wären,
die Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers bzw. seine fachlichen Fähigkeiten als
Zahnarzt konkret in Frage zu stellen. Die von der Vorinstanz in der angefochtenen
Verfügung angeführten Feststellungen von Dr. med. dent. N.O. (act. G 7/1.10) und Dr.
med. dent. I.B. (act. G 7/2.4) tangieren Verhältnisse, welche zeitlich lange vor dem
Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2011 liegen. Die X. AG führte im Schreiben vom
21. Dezember 2015 aus, dass der Beschwerdeführer nach dem Besuch der
vorgeschriebenen Fortbildung über eine gültige Herstellerautorisation für basale
Implantate verfüge, und zwar bis zum 31. Dezember 2016. Er sei somit aufgrund seiner
zahnärztlichen und produktspezifischen Approbation dazu berechtigt, alle
Implantatsysteme anzuwenden und zu überwachen. Er sei auch früher insbesondere im
Hinblick auf prothetische Arbeiten und Nachkontrollen autorisiert gewesen (act. G
7/140 Ziff. I/8.).
3.4. Die Formulierung von Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 „...bis auf Weiteres...“
lässt den Schluss zu, dass die Möglichkeit einer Wiedererwägung dieser Ziffer bereits
bei ihrer Abfassung in Betracht gezogen worden war. Aufgrund der geschilderten
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Gegebenheiten ist mit Bezug auf die Berufsausübungsbewilligung des
Beschwerdeführers seit Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2011 insofern von
veränderten Gegebenheiten auszugehen, als sich die Einschränkung der Bewilligung
gemäss Ziff. 3 der erwähnten Verfügung nicht mehr mit zureichenden Gründen
rechtfertigen lässt. Die Wiedererwägungsvoraussetzungen sind daher als erfüllt zu
erachten. Wenn die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung vermerkte, dass der
Beschwerdeführer „kein Gesuch um Ausdehnung der Berufsausübungsbewilligung“
gestellt habe (act. G 2/2 S. 11 oben), so ist festzuhalten, dass ein solches Gesuch mit
dem vorliegend zur Diskussion stehenden Wiedererwägungsgesuch inhaltlich
übereinstimmen würde. Die Vorinstanz wäre daher verpflichtet gewesen, das Gesuch
zu prüfen. Ihr Nichteintretensentscheid lässt sich dementsprechend nicht aufrecht
erhalten. Die Frage, ob Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 zu erläutern ist bzw. ob
auch auf dieses Gesuch einzutreten gewesen wäre (vgl. act. G 1 Ziff. 29-34), steht -
nachdem auf die Verfügung als solche zurückzukommen ist - nicht mehr im Raum und
ist daher nicht weiter zu diskutieren. Das Rechtsbegehren Ziff. 2 der Beschwerde ist
unter den dargelegten Umständen gegenstandslos.
4.
4.1. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Gesuch des
Beschwerdeführers um Wiedererwägung von Ziff. 3 der Verfügung vom 8. Juli 2011 zu
Unrecht inhaltlich nicht behandelte, weshalb die Beschwerde - soweit nicht
gegenstandslos geworden - gutzuheissen, der angefochtene Entscheid (act. G 2/2)
aufzuheben und die Sache zu entsprechender Prüfung und Verfügung an die
Vorinstanz zurückzuweisen ist.
4.2. (...).
(...).