Decision ID: b6136b8c-80a1-4fb0-ba5c-2a5cc5bc9c18
Year: 2010
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. A (der Pflichtige) und seine Ehefrau D (die Pflichtige) sind in B wohnhaft.
Per 17. April 2007 erbte der Pflichtige den hälftigen Anteil einer Liegenschaft in der
Gemeinde C. In der Steuererklärung 2007 wurde in Ziff. 60 angemerkt: "Vorbehalt der
interkantonalen Doppelbesteuerung, Antrag auf interkommunale Ausscheidung mit C
(ZH)".
Das kantonale Steueramt, Division Nord, schätzte die Pflichtigen mit Ent-
scheid vom 12. Oktober 2009 für die Staats- und Gemeindesteuern 2007 ein.
Mit Entscheid vom 31. März 2010 wies das kantonale Steueramt, Team Ge-
meindesteuerausscheidungen, den Antrag des Pflichtigen auf Steuerausscheidung ab
dem Steuerjahr 2007 ab.
B. Mit Einsprache vom 30. April 2010 stellte der Pflichtige folgende Anträge:
" 1. Der Entscheid vom 31.3.2010 sei aufzuheben. 2. Die E Liegenschaftserträge seien – wie in der Steuererklärung 2007 beantragt – ab Zugang der Liegenschaft bzw. deren Erträge, d.h. ab 17.4.2007 interkommunal der Belegenheitsgemeinde C und nicht der Sitzgemeinde B zuzuteilen (und nicht erst wie mündlich zugesichert auf Bemessungsjahr = Steuerjahr 2008). 3. Es sei entsprechend die hierfür notwendige interkommunale Steuerausschei- dung 2007 vorzunehmen und die Gemeinde B zu verpflichten auf den E Anteilen an Einkommen und Vermögen den E Steuerfuss anzuwenden und die Differenz den Steuerpflichtigen zurückzubezahlen. 4. Verfahrensantrag Die Einsprache sei nicht von der Abteilung für Gemeindesteuerausscheidungen zu behandeln, die offensichtlich einfach nach Massgabe der Arbeitsvermeidung entscheiden, sondern von einer Abteilung, die ausreichende Kenntnisse der verfassungsmässigen Rechte der Steuerpflichtigen hat."
Das kantonale Steueramt, Dienstabteilung Inventarkontrolle/Erbschafts-
steuer/Gemeindesteuerausscheidungen, wies die Einsprache mit Entscheid vom
8. Juni 2010 ab.
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C. Der Pflichtige erhob dagegen am 24. Juni 2010 Rekurs und wiederholte im
Wesentlichen die im Einspracheverfahren gestellten Anträge 1 bis 3. Der Rekurs-
antrag 3 lautete nun: " Es sei festzustellen, dass Einsprachen von Steuerpflichtigen
betr. Steuerhoheiten / verfassungswidriger Besteuerung künftig von einer Abteilung
des Steueramtes zu behandeln seien, welche über die notwendigen Grundkenntnisse
der Anforderungen an eine verfassungsmässige gesetzliche Besteuerung verfügt".
Weiter beantragte er eine Prozessentschädigung.
Das Steueramt der Stadt B verzichtete mit Eingabe vom 23./24. August 2010
auf Rekursantwort. Die Gemeinde C liess sich nicht vernehmen.

Die Rekurskommission zieht in Erwägung:
1. Im Zusammenhang mit Rekursantrag 3 beantragt der Pflichtige sinngemäss
– wie sich aus der Rekursbegründung ergibt – die Aufhebung des Einsprache-
entscheids wegen Verweigerung des rechtlichen Gehörs, da sein "Verfahrensantrag
auf Ausstand" im Einspracheverfahren unkorrekt behandelt worden sei. Auf diese for-
melle Rüge ist vorweg einzugehen.
2. a) Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom
18. April 1999 (BV) dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein per-
sönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in
die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli-
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweis-
anträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit-
zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet
ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als
Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 II 286
E. 5.1, mit Hinweisen).
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Aus dem Gehörsanspruch ist zudem abzuleiten, dass die Behörde die Vor-
bringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört,
prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der
Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbrin-
gen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller
Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I 83, E. 4.1, mit Hinwei-
sen).
b) Der Pflichtige erklärt, nachdem er aufgrund von Telefongesprächen habe
feststellen müssen, dass der Abteilung für Gemeindesteuerausscheidungen offensicht-
lich die Kenntnis fehle, dass auch Steuerpflichtigen gewisse verfassungsmässige
Rechte zukämen, habe er in der Einsprache den (eingangs erwähnten) Verfahrens-
antrag gestellt. Anstatt den "Verfahrensantrag auf Ausstand" von einer unabhängigen
Stelle behandeln zu lassen, habe sie (die Abteilung) darüber gleich in eigener "(Un-)
Kompetenz" entschieden. In der unkorrekten Behandlung des Ausstandbegehrens
sieht der Pflichtige eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs.
c) In ihrem Einspracheentscheid vom 8. Juni 2010 hat die Vorinstanz den
"Verfahrensantrag" behandelt, wenn auch nicht ausführlich. Sie ist damit ihrer Begrün-
dungspflicht grundsätzlich nachgekommen. Weitere Aspekte, die auf eine Verletzung
des Gehörsanspruchs hindeuten würden, sind – im Licht der vorstehend wieder-
gegebenen Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 2 BV – weder ersichtlich noch werden sol-
che im Einzelnen geltend gemacht. Allerdings fragt sich, ob die Dienstabteilung Ge-
meindesteuerausscheidungen zur Behandlung des erwähnten Verfahrensantrags
zuständig war.
3. In der Rekursschrift bezeichnet der Pflichtige den von ihm im Einsprache-
verfahren gestellten "Verfahrensantrag" als Ausstandsbegehren.
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a) aa) Wer bei Vollzug des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) in einer
Sache zu entscheiden oder an einer Verfügung oder Entscheidung in massgeblicher
Stellung mitzuwirken hat, ist verpflichtet, in den Ausstand zu treten, wenn er an der
Sache ein persönliches Interesse hat (§ 119 Abs. 1 lit. a StG); mit einer Partei in gera-
der Linie oder in der Seitenlinie bis zum dritten Grad verwandt oder verschwägert oder
durch Ehe, Verlobung oder Kindesannahme verbunden ist (lit. b); Vertreter einer Partei
ist oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. c) oder aus andern Gründen
in der Sache befangen sein könnte (lit. d). Die Nichtbeachtung der Ausstandspflicht
stellt regelmässig eine schwerwiegende Verletzung von Verfahrensvorschriften dar und
hat ungeachtet der materiellen Interessenlage die Kassation des unter Mitwirkung des
ausstandspflichtigen Behördenmitglieds gefassten Entscheids zur Folge (Kölz/Boss-
hart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A.,
1999, § 5a N 7).
bb) Ist ein Ausstandsgrund streitig, entscheidet die vorgesetzte Behörde, bei
Mitgliedern von Kollegialbehörden die Kollegialbehörde (§ 119 Abs. 3 StG). Dies gilt
allerdings nur, wenn überhaupt ein gültiges Ausstandsbegehren gestellt wurde. Ein
Ausstandsbegehren, das sich gegen eine Behörde als solche richtet, ist von Vornher-
ein ungültig, da die Ausstandspflicht immer nur Einzelpersonen und nicht die ganze
Behörde trifft (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher
Steuergesetz, 2. A., 2006, § 119 N 7, mit Hinweisen). Bei einem ungültigen Aus-
standsbegehren fehlt die Voraussetzung zur Durchführung eines Ausstandsverfahrens
und ist auf das Begehren nicht einzutreten. Das Ausstandsverfahren darf namentlich
nicht missbraucht werden und zur Ausschaltung der Rechtspflegeinstanz und damit zur
Lahmlegung der Justiz führen. Die Eignung der geltend gemachten Ausstandsgründe
ist deshalb vorab nach dem Zweck des Ablehnungsverfahrens zu beurteilen. Dieser
besteht darin, eine objektive Rechtsprechung durch unabhängige Richter zu gewähr-
leisten (vgl. BGE 105 Ib 301 E. 1b). Diese Grundsätze lassen sich auch auf das ver-
waltungsinterne Verfahren anwenden.
b) Vorab unterliess es der – offenbar rechtskundige – Pflichtige, in seiner Ein-
sprache auch nur anzudeuten, dass es ihm mit seinem Verfahrensantrag um Aus-
stands- bzw. Ablehnungsgründe gehe. Sodann hätte er im Einzelnen substanziiert dar-
legen müssen, weswegen und welche der Mitglieder der mit seiner Angelegenheit
befassten Dienstabteilung in den Ausstand hätten treten sollen (vgl. VGr, 10. Septem-
ber 2003, SB.2003.00029, E. 1a Abs. 3). Stattdessen begnügte er sich damit, die Be-
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handlung der Einsprache von einer anderen Abteilung als derjenigen für Gemeinde-
steuerausscheidungen zu beantragen, da diese nach seiner Auffassung "nach Mass-
gabe der Arbeitsvermeidung entscheiden" würde bzw. ihr die erforderlichen Kenntnisse
fehlten. Damit brachte er aber nicht im entferntesten Ausstandsgründe vor. Vielmehr
betrafen seine Vorwürfe implizit einerseits die fehlende Zuständigkeit der betreffenden
Dienstabteilung, andererseits die aus seiner Sicht mangelhafte Arbeitsführung.
Zur in Frage stehenden Zuständigkeit ist Folgendes auszuführen: Nach § 194
Abs. 1 StG ermittelt das Steueramt der Einschätzungsgemeinde oder, auf sein Verlan-
gen, das kantonale Steueramt die Ausscheidungsgrundlagen gestützt auf die Ein-
schätzung für die Staatssteuer und allfällige weitere Erhebungen. Alle Zürcher Ge-
meinden haben die Ermittlung der Steuerausscheidungsgrundlagen an das kantonale
Steueramt delegiert (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 194 N 4). Gemäss Kreisschrei-
ben des kantonalen Steueramts an die Gemeindesteuerämter über die Durchführung
der Steuerausscheidungen für Gemeindesteuern vom 5. Oktober 1998 (ZStB I Nr.
35/400) wurde die Gruppe für Gemeindesteuerausscheidungen des kantonalen Steu-
eramts mit den entsprechenden Arbeiten beauftragt. Damit ist Zuständigkeit der
Dienstabteilung Inventarkontrolle/Erbschaftssteuer/Gemeindesteuerausscheidungen zu
bejahen.
Was den Vorwurf der mangelhaften Arbeitsführung anbelangt, so ist einzig
darauf hinzuweisen, dass dem Pflichtigen der Weg über die Aufsichtsbeschwerde im
Sinn von § 111 StG offen stünde.
c) Nach dem vorstehend Gesagten kann es der Vorinstanz nicht zum Vorwurf
gereichen, wenn sie den "Verfahrensantrag" nicht als Ausstandsbegehren erkannte.
Da zudem kein gültiges Ausstandsbegehren vorlag, ist die Vorinstanz zu Recht sinn-
gemäss nicht darauf eingetreten. Sie war zudem befugt, über diesen Punkt selbst zu
entscheiden. Damit ist auf den im Rekursverfahren gestellten Antrag 3 nicht weiter ein-
zugehen.
4. Materiell geht es vorliegend insbesondere um die Frage, ob die Liegen-
schaftserträge der vom Pflichtigen im April 2007 geerbten Liegenschaft für die Steuer-
periode 2007 durch die Wohnsitzgemeinde B oder die Belegenheitsgemeinde C zu
besteuern sind (interkommunale Steuerausscheidung).
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a) aa) Die Vorinstanz führt aus, grundsätzlich müssten die Gemeinden ge-
mäss § 193 StHG (recte: StG) ihren Ausscheidungsanspruch rechtzeitig anmelden. Die
Frist zur Anmeldung sei eine Verwirkungsfrist. Gegenüber dem Steuerpflichtigen träten
aber bei unterlassener Anmeldung keine Verwirkungsfolgen ein, da er einen gesetz-
lichen Anspruch auf die korrekte interkommunale Steuerausscheidung und die Anwen-
dung der massgeblichen Steuerfüsse habe. Der Pflichtige habe sinngemäss Antrag auf
Steuerausscheidung gestellt, welcher durch die Einschätzungsgemeinde zu behandeln
sei. Dieser "Vorgabe" stehe nichts im Weg, da sich das Gemeindesteueramt B nach
telefonischer Rückfrage einverstanden erklärt habe, die Steuerfussdifferenz für das
Steuerjahr 2008 zu übernehmen. Der Antrag auf eine Ausscheidung des Steuerjahres
2007 sei jedoch abzulehnen. Letzteres begründet die Vorinstanz im Wesentlichen da-
mit, dass § 190 StG analog auf die Begründung, Verlegung oder Aufgabe eines spe-
ziellen Steuerdomizils anwendbar sei.
bb) Der Pflichtige bringt dagegen zusammengefasst vor, § 190 StG sei nicht
anzuwenden, da diese Bestimmung einen Wohnsitzwechsel voraussetze, eine Liegen-
schaft aber ihren steuerlichen Wohnsitz nicht wechseln könne, sondern immer am glei-
chen Belegenheitsort steuerbar sei. Die Besteuerung des ganzen Bemessungsjahres
sei verfassungswidrig (Verletzung von Art. 8, 9 und 127 BV) und verletze auch Art. 68
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kanto-
ne und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG).
b) aa) Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht (implizit) auf den
Antrag des Pflichtigen auf kommunale Steuerausscheidung auch betreffend die Steu-
erperiode 2007 eingetreten ist, da er diesen Anspruch unabhängig von einer allfälligen
von der Einschätzungsgemeinde zu verantwortenden Verwirkung eigenständig durch-
setzen kann (vgl. StRK II, 29. April 2002, E. 2b/bb = StE 2003 B 11.4 Nr. 2).
bb) Die Bestimmungen über die Steuerpflicht für die Staatssteuern gelten
nach § 189 StG auch für die Gemeindesteuern; vorbehalten bleiben anderslautende
Spezialvorschriften. Demnach ist eine natürliche Person qua Verweisung aufgrund
persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtli-
chen Wohnsitz in der Gemeinde hat (§ 3 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 StG;
Hauptsteuerdomizil). In anderen Gemeinden ist sie beschränkt steuerpflichtig, falls sie
dort (u.a.) an Grundstücken Eigentum, dingliche Rechte oder diesen wirtschaftlich
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gleichkommende persönliche Nutzungsrechte hat (§ 4 Abs. 1 lit. b i.V.m. § 5 Abs. 2
StG; Spezialsteuerdomizil). Ist eine Person in zwei oder mehreren Gemeinden steuer-
pflichtig, so ist eine Steuerausscheidung vorzunehmen (§ 191 Abs. 1 StG); aus Prakti-
kabilitätsgründen ist indes auf eine Ausscheidung – insofern – zu verzichten, als der
auf die Gemeinde(n) mit beschränkter Steuerhoheit entfallende Anteil an der einfachen
Staatssteuer weniger als Fr. 2'000.- beträgt.
cc) Der steuerrechtliche Wohnsitz des Pflichtigen befand sich in der hier rele-
vanten Steuerperiode 2007 (und danach) unbestrittenermassen in B. Folglich bestand
aufgrund persönlicher Zugehörigkeit eine unbeschränkte Steuerpflicht am Hauptsteu-
erdomizil. Am 16. April 2007 verstarb der Vater des Pflichtigen und hinterliess diesem
(und soweit ersichtlich dessen Bruder) unter anderem eine Liegenschaft in C. Der
Pflichtige wurde daher an sich im Jahr 2007 aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit in
C beschränkt steuerpflichtig. Bereits ab der Steuerperiode 2007 war der Pflichtige folg-
lich sowohl an seinem Wohnsitz als auch am Belegenheitsort der geerbten Liegen-
schaft und damit in zwei Zürcher Gemeinden steuerpflichtig, weshalb eine Gemeinde-
steuerausscheidung Platz greift.
c) aa) Die Steuerausscheidung im interkommunalen Verhältnis richtet sich
unter Vorbehalt besonderer Bestimmungen nach den Regeln über die interkantonale
Ausscheidung. Dies ergibt sich aufgrund der Verweisung in § 189 Abs. 1 StG (VGr,
10. September 2003, SB.2003.00021, E. 2, mit Hinweis). Nach § 10 Abs. 3 StG werden
die Folgen des Beginns, der Änderung und des Endes der Steuerpflicht aufgrund per-
sönlicher und wirtschaftlicher Zugehörigkeit im interkantonalen Verhältnis durch das
Steuerharmonisierungsgesetz bestimmt.
bb) Mit dem Bundesgesetz zur Koordination und Vereinfachung der Veranla-
gungsverfahren für die direkten Steuern im interkantonalen Verhältnis vom
15. Dezember 2000 (Vereinfachungsgesetz; in Kraft seit dem 1. Januar 2001) wurden
verschiedene Änderungen beim Steuerharmonisierungsgesetz vorgenommen.
Primär ist mit dem Vereinfachungsgesetz eine Abstimmung der Zuständigkeit
der Veranlagung der direkten Bundessteuer und der kantonalen und kommunalen
Steuern angestrebt worden (Ivo Baumgartner, Koordination und Vereinfachung der
Veranlagungsverfahren, FStr 2001 S. 137 ff., S. 143). Eine der Leitlinien der Revision
des Steuerharmonisierungsgesetzes bildete die Einheit der Steuerperiode. Der Bun-
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desrat führte in der Botschaft dazu aus, der grossmehrheitliche Wechsel zum Post-
numerandosystem für juristische und natürliche Personen und die angestrebte Verein-
fachung des interkantonalen Verhältnisses rechtfertigten es, die bisherigen Regeln der
Rechtsprechung – nämlich die Pro-rata-temporis-Besteuerung bei einer Veränderung
der Steuerpflicht – zu Gunsten der Einheit der Steuerperiode aufzugeben. Nach die-
sem neuen Grundsatz führe ein Wechsel des Steuerdomizils (durch Verlegung des
Sitzes oder des Wohnsitze, durch Begründung oder Aufgabe eines Spezialsteuerdomi-
zils) nicht mehr zu einer Aufsplittung der Steuerperiode. Die Ausscheidung unter den
beteiligten Kantonen beziehe sich also auf die Elemente der ganzen Steuerperiode
(Botschaft zur Koordination und Vereinfachung der Veranlagungsverfahren für die di-
rekten Steuern im interkantonalen Verhältnis vom 24. Mai 2000, BBl 3898 ff.,
S. 3902 f.; vgl. auch Baumgartner, S. 142). Die Schweizerische Steuerkonferenz (SSK)
führt in ihren einschlägigen Kreisschreiben aus, der Grundsatz der Einheit der Steuer-
periode habe zur Folge, dass bei einer Änderung der Besteuerungsorte die Steuerperi-
ode nicht in Zeitabschnitte zerlegt werde. Das Besteuerungsrecht der Kantone erstre-
cke sich vielmehr auf die ganze Steuerperiode. Art. 68 Abs. 2 StHG regle die Folgen
einer Änderung der Steuerpflicht im Lauf einer Steuerperiode bezüglich einer wirt-
schaftlichen Zugehörigkeit ausserhalb des Wohnsitzkantons. Diese (revidierte) Be-
stimmung untersage eine zeitliche Aufteilung der Steuerperiode in Fällen der Begrün-
dung, der Änderung oder der Aufhebung eines Spezial- oder Nebensteuerdomizils.
Habe die wirtschaftliche Zugehörigkeit während der Steuerperiode bestanden, gelte die
beschränkte Steuerpflicht für die ganze Periode. Sei die Dauer einer wirtschaftlichen
Zugehörigkeit in einem anderen Kanton kürzer als eine ganze Steuerperiode, werde
der Grundsatz nach Art. 66 Abs. 4 StHG (Besteuerung des Vermögens im Verhältnis
zur Dauer der Zugehörigkeit) nicht durch eine Herabsetzung des Steuerbetrages um-
gesetzt, sondern durch eine betragsmässige Herabsetzung der dem Nebensteuerdo-
mizil zugewiesenen Vermögensteile (vgl. SSK, Kreisschreiben Nr. 15 vom 31. August
2001 über die Koordination und Vereinfachung der Veranlagungsverfahren für die di-
rekten Steuern im interkantonalen Verhältnis und Kreisschreiben Nr. 18 vom 27. No-
vember 2001 über die interkantonale Ausscheidung bei Änderungen der Steuerpflicht
während der Steuerperiode im System der einjährigen Postnumerandobesteuerung mit
Gegenwartsbemessung [Natürliche Personen], dort insbesondere Beispiel 12 zur Lie-
genschaftsabtretung durch Erbschaft, [beide Kreisschreiben unter www.steuer-
konferenz.ch]).
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cc) Der Grundsatz der Einheit der Steuerperiode hat zur Wirkung, dass auch
die Bemessungsperiode einheitlich ist und damit keine Aufteilung mehr erfährt. Soweit
verschiedene Kantone ein Besteuerungsrecht für die gleiche Steuerperiode geltend
machen, hat eine Aufteilung der Faktoren und nicht mehr der Bemessungsperiode zu
erfolgen (Baumgartner, S. 143). Soweit kein anderes Vorgehen sinnvoller ist, hat eine
Pro rata-Faktoren-Aufteilung stattzufinden (vgl. Botschaft, S. 3908 f., Baumgartner,
S. 223 ff, S. 228).
dd) Obschon das Steuerharmonisierungsgesetz nicht auf interkommunale
Sachverhalte wie Wechsel des Wohnsitzes bzw. Sitzes Anwendung findet, können die
durch das Vereinfachungsgesetz eingeführten Änderungen unter Umständen auch auf
dieser Ebene Auswirkungen haben. Dies insoweit, als im kantonalen Recht bestimmt
wird, dass im interkommunalen Verhältnis die Regeln des Bundesrechts für interkanto-
nale Verhältnisse zur Anwendung kommen (Baumgartner, S. 141). Letzteres trifft wie
gesehen auf das zürcherische Recht zu (§ 189 Abs. 1 StG).
d) Nach den vorstehenden Ausführungen spricht daher vieles dafür, dass im
vorliegenden Fall schon für die Steuerperiode 2007 eine Steuerausscheidung zwischen
der Wohnsitzgemeinde und der Liegenschaftengemeinde unter Vornahme einer Pro
rata-Faktoren-Aufteilung stattzufinden hat.
5. a) Die Vorinstanz wendet sich gegen diesen Schluss unter Berufung auf
eine analoge Anwendung von § 190 StG. Gemäss dieser Bestimmung dauert die
Steuerhoheit der Wegzugsgemeinde für die laufende Steuerperiode unverändert fort,
wenn der Steuerpflichtige seinen steuerrechtlichen Wohnsitz in eine andere zürcheri-
sche Gemeinde verlegt. Sie stützt ihre Auffassung auf den Kommentar von Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, worin festgehalten wird, § 190 StG sei analog auch auf die
Begründung, Verlegung oder Aufgabe eines speziellen Steuerdomizils (Betriebsstätte
oder Liegenschaft) anwendbar. Solche Verlegungen eines Spezialdomizils würden erst
auf Beginn der nächsten Steuerperiode wirksam (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
§ 190 N 4). Zur Begründung dieser Auffassung verweist der Kommentar auf einen älte-
ren Entscheid des Verwaltungsgerichts sowie einen Entscheid der Finanzdirektion.
aa) Im erwähnten Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 20. Mai 1970 ging
es um den Inhaber einer Einzelfirma, der diese am Wohnort und als Zweignieder-
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lassung in einer anderen Gemeinde betrieb. Im Dezember 1966 verlegte er die Einzel-
firma in eine dritte Gemeinde und hob die Zweigniederlassung auf. Das Verwaltungs-
gericht hielt fest, § 138 des Gesetzes über die direkten Steuern vom 8. Juli 1951
(aStG) normiere seinem Wortlaut nach einzig Beginn und Ende der Gemeindesteuer-
pflicht bei Verlegung des steuerlichen Wohnsitzes oder Sitzes. Diese Vorschrift sei
analog auch auf die Begründung, Verlegung oder Aufgabe eines speziellen Steuerdo-
mizils (Betriebsstätte oder Liegenschaft) anwendbar. Hier verwies das Verwaltungsge-
richt auf Reimann/Zuppinger/Schärrer (Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4.
Band, 1966, § 138 N 4; bzw. den dort zitierten Handkommentar von Pestalozzi, 1952).
§ 138 aStG wolle als Sonderbestimmung für das interkommunale Verhältnis von der
interkantonal wirksamen Regelung für die Staatssteuerpflicht bewusst abweichen, so
dass hier § 13 aStG über die Dauer der Steuerpflicht nicht zur Anwendung komme. Die
erstgenannten Kommentatoren halten fest, die Praxis, wonach § 138 aStG auch auf
sekundäre Steuerdomizile Anwendung finde, sei begründet. Wenn aus Gründen der
Vereinfachung für den Entscheid über die primäre Steuerpflicht auf die Verhältnisse zu
Beginn des Jahres abgestellt werde, so sei dies umso eher beim Entscheid über die
sekundäre Steuerpflicht am Platz.
Letztere Auffassung von Reimann/Zuppinger/Schärer, welche dem Ausle-
gungsgrundsatz von "in maiore minus" entspricht, ist nicht zu teilen. So geht es bei der
Neubegründung eines Nebensteuerdomizils unter Beibehaltung des Hauptsteuerdomi-
zils nicht um einen Unterfall der Verlegung des Hauptsteuerdomizils, sondern um einen
davon zu unterscheidenden andern Sachverhalt. Dementsprechend ist denn auch bei
Verlegung des Hauptsteuerdomizils keine Steuerausscheidung vorzunehmen, bei
Neubegründung eines Nebensteuerdomizils dagegen sehr wohl. Damit überzeugt der
genannte verwaltungsgerichtliche Entscheid bzw. die darauf basierende Meinung von
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter für eine analoge Anwendung von § 190 StG bei Neu-
begründung eines Nebensteuerdomizils nicht.
bb) Auch mit dem von Richner/Frei/Kaufmann/Meuter ebenfalls zitierten Ent-
scheid der Finanzdirektion vom 6. Juli 1959 lässt sich die von diesen Kommentatoren
vertretene Auffassung nicht untermauern: Dort ging es um die Steuerausscheidung
zwischen Wohnsitz- und Liegenschaftengemeinde bei Veränderung des Liegenschaf-
tenbestands im Lauf des Bemessungsjahres. Die Finanzdirektion stellte fest, nach dem
klaren Wortlaut von § 138 aStG bewirke einzig die Verlegung des Wohnsitzes oder
Sitzes zwischen zürcherischen Gemeinden eine frühere Verlegung der Gemeindesteu-
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erpflicht – und dies auch erst nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres. Eine analoge
Anwendung von § 138 aStG auf die Begründung, Verlegung oder Aufgabe eines se-
kundären Steuerdomizils (Liegenschaften, Betriebsstätten) sei abzulehnen (ZBl [1960],
S. 277).
b) Nach dem klaren Wortlaut von § 190 StG regelt diese Bestimmung allein
die Verlegung des Wohnsitzes oder Sitzes des Steuerpflichtigen. So lautet auch die
Marginalie. Änderungen bei Nebensteuerdomizilen werden nicht erwähnt. Die Geset-
zessystematik ist wie folgt aufgebaut: Zweiter Teil/Gemeindesteuern, Erster Ab-
schnitt/Allgemeine Gemeindesteuern, Ziffer I. Steuerpflicht: 1. Steuerarten (§ 187), 2.
Steuerfuss (§ 188), 3. Bestand und Umfang der Steuerpflicht, a) Im Allgemeinen (§
189) b) Bei Verlegung des Wohnsitzes oder Sitzes (§ 190) und c) Bei Steuerpflicht in
mehreren Gemeinden (§ 191). Aus der Systematik ergibt sich damit ebenso wenig wie
aus dem Wortlaut, dass sich § 190 StG auch auf die Änderung der Verhältnisse hin-
sichtlich der Spezialsteuerdomizile bezieht. Liegt eine Änderung der Verhältnisse bei
Spezialsteuerdomizilen vor, sind nach Wortlaut und Systematik vielmehr nur §§ 189
und 191 StG anwendbar, nicht aber § 190 StG.
c) Eine Betrachtung der Materialien führt zu keinem anderen Ergebnis. Es war
– soweit ersichtlich – nie die Absicht, unter (dem heutigen) § 190 StG Änderungen von
Nebensteuerdomizilen zu subsumieren bzw. diese Vorschrift auf solche Änderungen
analog anzuwenden, wie im Folgenden aufzuzeigen ist:
aa) Gemäss Weisung vom 23. Juni 1949 zum Gesetz über die direkten Steu-
ern bestimmte sich Inhalt und Umfang der Steuerpflicht (betr. Allgemeine Gemeinde-
steuern) sinngemäss nach den Vorschriften über die Staatssteuer. Bei Verlegung des
Wohnsitzes oder Sitzes in eine andere zürcherische Gemeinde und bei Steuerpflicht in
mehreren zürcherischen Gemeinden seien besondere Bestimmungen massgebend:
Die Wohnsitz- oder Sitzverlegung in eine andere zürcherische Gemeinde sei für die
Steuerpflicht des laufenden Jahres ohne Einfluss. Die Ausscheidung werde nach den
nämlichen Regeln erfolgen, wie sie das Steuergesetz von 1917 aufgestellt habe (ABl
1949, S. 774; Letzteres bezog sich insbesondere auf die Höhe des minimalen Steuer-
betrages, der erforderlich war, damit überhaupt eine Steuerausscheidung zwischen
den Gemeinden an Hand genommen würde, siehe dazu nachstehend). Zur Begrün-
dung oder Änderung eines Spezialsteuerdomizils äusserte sich der Regierungsrat in
der Weisung damit nicht (ebenso wenig später im Beleuchtenden Bericht, ABl 1951,
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S. 648 ff., S. 716). An der Kantonsratssitzung vom 20. November 1950 wurde zum
damaligen § 134 erläutert, wenn während eines Steuerjahres von einem Steuerpflichti-
gen sein Domizil innerhalb des Kantons verlegt werde, trete keine Verlegung der Steu-
erhoheit ein. Die Steuern würden für das ganze Jahr von der veranlagenden Gemeinde
erhoben, während bisher bei Wohnsitzwechsel vor dem 1. Juli die Steuern für das
zweite Halbjahr von der neuen Wohnsitzgemeinde bezogen worden sei. Die Anwen-
dung der Steuerausscheidung (damaliger § 135) erfuhr insofern eine Änderung zum
früheren Recht, dass eine Ausscheidung nur vorgenommen werden sollte, wenn der
auf eine Gemeinde entfallende Teil der einfachen Staatssteuer mindestens Fr. 50.-
betrage. Die beiden Bestimmungen wurden vom Rat so beschlossen und in der Sit-
zung vom 19. März 1951 diskussionslos genehmigt (KR-Prot. S. 2822 und S. 3209).
bb) Im Zusammenhang mit der Totalrevision des Steuergesetzes von 1997
und dem damit einhergehenden Wechsel von der Vergangenheits- zur Gegenwarts-
bemessung führte der Regierungsrat in der Weisung vom 13. Juli 1994 zum damaligen
§ 186 (Wechsel in eine andere zürcherische Gemeinde während der Steuerperiode)
aus, die Gegenwartsbemessung habe zwangsläufig zur Folge, dass das Steuererklä-
rungsverfahren erst nach Ablauf der Steuerperiode durchgeführt werden könne, da erst
dann die Bemessungsgrundlage feststehe. Von daher läge es nahe, bei einem Wech-
sel in eine andere zürcherische Gemeinde die Steuerhoheit für die ganze laufende
Steuerperiode der Zuzugsgemeinde zuzuweisen. Es dürfe jedoch nicht übersehen
werden, dass schon in der Steuerperiode selber eine Akontozahlung zu erheben sei.
Sei eine solche Zahlung vor dem Wegzug in eine andere zürcherische Gemeinde er-
folgt, der für die ganze Steuerperiode das Besteuerungsrecht zukäme, so müsste die
Wegzugsgemeinde die erhaltene Akontozahlung an die Zuzugsgemeinde überweisen,
was mit entsprechendem Verwaltungsaufwand verbunden wäre. Insbesondere der
Verband der Gemeindesteuerämter habe daher im Vernehmlassungsverfahren ver-
langt, trotz der Einführung der Gegenwartsbemessung die bisherige Regelung beizu-
behalten, wonach der Wechsel in eine andere zürcherische Gemeinde die Steuerho-
heit der Wegzugsgemeinde für die laufende Steuerperiode unverändert fortdauere.
Diesem begründeten Begehren trage § 186 V nunmehr Rechnung (unter Hinweis auf
Art. 22 und 68 StHG). Zum damaligen § 187 (Steuerpflicht in mehreren Gemeinden)
erklärte der Regierungsrat, es verhalte sich grundsätzlich nicht anders als im interkan-
tonalen Verhältnis, auch wenn die vom Bundesgericht zum Verbot der Doppelbesteue-
rung gemäss Art. 46 Abs. 2 BV entwickelten Regeln im interkommunalen Verhältnis an
sich nicht direkt verbindlich seien. Bezüglich der sekundären Gemeindesteuerpflicht
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äusserte sich die Weisung nur zur Anmeldefrist betreffend Ausscheidungsanspruch
(ABl 1994 S. 1528 f.).
In der Kantonsratskommission wurde zum damaligen § 186 ausgeführt, diese
Bestimmung regle den Fall, wenn jemand innerhalb der Steuerperiode von einer Ge-
meinde in die andere ziehe. Entscheidend sei, wo der Steuerpflichtige zu Beginn der
Steuerperiode ansässig sei. Die Steuerhoheit liege bei der Wegzugsgemeinde. Das
entspreche auch der (damaligen) interkantonalen Regelung gemäss StHG. Die Be-
stimmung trage dem Umstand Rechnung, dass in der Steuerperiode bereits ein provi-
sorischer Bezug erfolge. Ein Kommissionsmitglied erkundigte sich nach der Praktikabi-
lität dieser Lösung. Da die Steuererklärung für das laufende Jahr erst im folgenden
Jahr auszufüllen sei, würden sich die Steuerpflichtigen fragen, weshalb die Wegzugs-
gemeinde zuständig sei. Der damalige Rechtskonsulent und Stellvertreter des Chefs
des Kantonalen Steueramts erläuterte, dass diese Frage berechtigt sei. Im Vernehm-
lassungsentwurf habe man vorgesehen, dass die Ansässigkeit der Steuerpflichtigen
am Ende der Steuerperiode massgebend sei. Man habe diese Variante verlassen und
sich für den Beginn der Steuerperiode entschieden (Protokoll der 15./16. Sitzung der
Kantonsratskommission vom 30. März 1995, S.192). Betreffend die Gemeindesteuern
war in weiteren Sitzungen insbesondere die Anhebung des Minimalbetrages bei der
Gemeindesteuerausscheidung von Fr. 2‘000.- Thema (Kommissionssitzungen vom
8. Dezember 1995, S. 370 und vom 31. Januar 1996, S. 385 f.). Schliesslich wurden
keine massgebenden Änderungen der Bestimmungen betreffend die Gemeindesteuern
bzw. der Gemeindesteuerausscheidung vorgenommen (vgl. 69. Sitzung vom
16. September 1996, KR-Prot. S. 4909 f.).
cc) Im Wesentlichen und zusammenfassend kann den Materialien zu § 190
StG demnach entnommen werden, dass die Beibehaltung der Steuerhoheit der Weg-
zugsgemeinde auch nach Umstellung auf das Postnumerandosystem insbesondere
administrative Gründe hatte und vornehmlich der Vermeidung umständlicher Akonto-
Rückzahlungen dienen sollte. Eine analoge Anwendung dieser für (Wohn-)Sitzwechsel
geltenden Grundsätze auf die Änderung der Verhältnisse bei Nebensteuerdomizilen
war nicht beabsichtigt. Dies zu Recht, da hier das Hauptsteuerdomizil weiterbesteht
und dieses damit ohnehin einen Steuerbezug durchführen muss, sodass die uner-
wünschte Folge bei Wegzug – Auseinanderfallen von Bezugs- und Veranlagungsge-
meinde – eben gerade nicht eintritt.
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d) Zu berücksichtigen ist sodann – wie der Pflichtige zu Recht vorbringt – die
Revision von Art. 68 StHG.
aa) In der bis Ende 2000 geltenden Fassung sah Art. 68 StHG vor, dass bei
Wechsel des steuerrechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz die Steuerpflicht
hinsichtlich der Einkommens- und Vermögenssteuer für das laufende Steuerjahr am
bisherigen Steuerort unverändert bleibe (Wegzugskanton; vgl. zu dieser "verunglück-
ten" Fassung Dieter Weber in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band
I/1, 2. A., 2002, Art. 68 N 1 f. StHG). In der revidierten Fassung, die seit dem 1. Januar
2001 in Kraft ist (AS 2001, 1052), ist nun in Angleichung an Art. 216 DBG bei Wohn-
sitzwechsel der Zuzugskanton massgeblich. Nach dem neuen Abs. 2 der Bestimmung
besteht die beschränkte Steuerpflicht in einem anderen als dem Wohnsitzkanton für
die ganze Steuerperiode. Für die Steuerausscheidung wird auf die pro rata-Faktoren-
aufteilung abgestellt (Weber, Art. 68 N 15 ff. StHG; vgl. auch Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, § 10 N 47 und oben E. 4c/cc).
bb) Nach der Revision von Art. 68 StHG wurde in § 10 und § 59 StG mit Ge-
setz (Steuergesetz/Änderung) vom 11. September 2000 ein Abs. 3 bzw. Abs. 4 einge-
fügt (in Kraft seit dem 1. Januar 2001), der für die Änderung und das Ende der Steuer-
pflicht aufgrund persönlicher und wirtschaftlicher Zugehörigkeit im interkantonalen
Verhältnis auf das Steuerharmonisierungsgesetz verweist. § 190 StG blieb nach der
StHG-Revision allerdings unverändert.
e) Zusammenfassend ist § 190 StG auf den vorliegenden Fall nicht anwend-
bar und der Pflichtige damit für die Steuerperiode 2007 sowohl in der Wohnsitz- als
auch in der Liegenschaftengemeinde steuerpflichtig, weshalb eine Steuerausscheidung
zwischen den Gemeinden B und C stattzufinden hat (pro rata-Aufteilung der Steuerfak-
toren bezüglich des Nebensteuerdomizils). Folglich ist die Angelegenheit zur Vornah-
me der Gemeindesteuerausscheidung und gegebenenfalls weiterer Ermittlung des
Sachverhalts an die Vorinstanz ins erstinstanzliche Verfahren zurückzuweisen.
6. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung des Rekurses. Die
Kosten des Verfahrens werden der unterliegenden Partei auferlegt; wird der Rekurs
teilweise gutgeheissen, werden sie anteilsmässig auferlegt (§ 151 Abs. 1 StG). Nach-
dem der Pflichtige zu einem grossen Teil obsiegt (mit Ausnahme des "Verfahrensan-
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trags"), rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten zu 9/10 der Rekursgegnerin und zu
1/10 dem Pflichtigen aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen,
da der Pflichtige nicht vertreten ist, die Abfassung der Rekurs-/Beschwerdeschrift kei-
nen besonderen Aufwand erforderte und der Einspracheentscheid auch nicht offen-
sichtlich unbegründet ist, d.h. nicht willkürlich oder fahrlässig getroffen wurde (§ 152
StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1954/8. Juni
1997).