Decision ID: 5b1af83e-cc85-4b7e-8794-ab38b16d3f74
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1979,
war seit dem 1. Januar
2011 bei der
Y._
tätig und damit bei der ÖKK Kranken- und Unfallversiche
rungen AG (nachfolgend: ÖKK) für Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er am
– je nach Darstellung – 27. August (Urk. 7/31) beziehungsweise
9. September
2012 anlässlich eines Fussballspiels stürzte und sich die
rechte
Schulter prellte (vgl. Bagatellunfall-Meldung vom 28. Februar
2013, Urk. 7/1).
Die Erstbehandlung erfolgte am 27. Februar
2013 durch
einen
Fach
arzt für Or
thopädische Chirurgie (Urk. 7/3/
1)
.
Mit Verfügung vom
16. November 2016
verneinte
die ÖKK, welche bislang Leis
tungen erbracht hatte,
rückwirkend eine Leistungspflicht für die Behandlungen ab dem
5. Dezember
2013 mangels Vorliegens eines natürlichen Kausalzusam
menhangs (Urk. 7/29). Die dagegen
vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 7/31) wies die ÖKK mit
Einspracheentscheid
vom 26. Januar 2017
(Urk. 2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 24. Februar 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 26. Januar 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, alle Leistungen aus dem Un
fallereignis vom 9. September 2012 zu erbringen (Urk. 1).
Die ÖKK beantragte mit Beschwerdean
twort vom 10. März 2017 (Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Schreiben vom 3. März
2017, eingegangen am 22. März
2017 (Urk. 11)
,
reichte der Beschwerdeführer eine ärztliche Bestätigung hinsichtlich der Unfall
kausalität
(Urk. 12)
ein, machte
aber
darüber hinaus
im Rahmen des angeordne
ten zweiten Schriftenwechsels (Urk. 10)
von seinem
Replikrecht
keinen Ge
brauch (Urk. 12). Seine Eingabe wurde samt Beilage der Beschwerdegegnerin am 23. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Unfallereignis hat sich im
August beziehungsweise
September 2012 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähig
keit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen be
wirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden
kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April
1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März
2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März
2014 E. 2.3.2).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122
V
157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage
2003, S. 24 f.).
1.7
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Be
weiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach
personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vom Versicherungsträger veranlassten
Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zwei
fel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/201
6 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus,
dass der Beschwerdeführer irgendwann im Jahr 2012 beim Fussballspielen auf die rechte Schulter gefallen sei. Wann dieses Ereignis stattgefunden habe, sei nicht bekannt, weil unterschiedliche Angaben vorlägen.
In der Bagatellunfall
mel
dung sei vom 9. September
2012 die Rede,
aus dem
Bericht des betriebsei
ge
nen Sanitätsdienstes des Arbeitgebers gehe aber hervor, dass der Beschwerde
führer am 27. August 2012 wegen starken Schulterschmerzen medizinische Hil
fe in Anspruch genommen habe. Am 27. September und 4. Dezember 2013 hät
ten Nachkontrollen beim behandelnden Arzt stattgefunden.
Danach sei der Be
schwer
d
eführer während rund eines Jahres
beschwerdefrei gewesen, bevor dann im Januar
2015 ein Rückfall mit persistierenden Schmerzen zu verzeichnen gewesen sei, weshalb am 6. November
2015 die rechte Schulter
arthroskopisch
sa
niert worden sei (S. 1). Gestützt auf die
versicherungsmedizinischen Beur
tei
lun
gen
sei der Status quo sine der nur möglicherweise unfallbedingten
Labrumläsi
on und der
(
unfallfremden
)
traumatisierten Gelenksarthrose am 4. Dezember 2013 eingetreten (S.
2 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Standpunkt (Urk. 1), dass eine Unfallkausalität zwischen seinen Beschwerden und dem Unfallereignis im Sommer 2012 bestehe. Er wies darauf hin, dass zwi
schenzeitlich, das heisst vom Unfallereignis bis zur Operation
,
diverse Physio
therapien verordnet worden seien, die zwar zu einer Besserung, hingegen nicht zu
r
kompletten Beschwerde
freiheit geführt hätten, besonders nicht im Schulter
bereich.
Der Rückfall sei mit der Einstellung der Physiotherapie gekommen, da die Beschwerden wieder zugenommen
hätten. Der Riss im Labrum sei nicht degenerativ entstanden, sondern stamme von einem Sturz auf die Schulter (S. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
einstellung per
5. Dezember
2013
hinausgehende
Leistungspflicht der Be
schwerdegegnerin besteht, mithin ob ein Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis vom
August/
September 2012
zu bejahen ist
.
3.
3.1
In der Bagatell-Unfallmeldung vom 28. Februar
2013 wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei am 9. September
2012 beim Fussballspiel
en
gestürzt und habe sich die rechte Schulter geprellt (Urk. 7/1 Ziff. 4, 6 und 9).
Im Rahmen einer am 19. Dezember
2014 erfolgten telefonischen Auskunft schil
der
te der Beschwerdeführer selber den Vorfall (Urk. 7/9). Er führte aus, dass er beim Fussballspielen gestolpert und auf die rechte Schulter gefallen sei.
Die
Schulter und
den rechten
Arm habe er nicht mehr bewegen können und er sei deshalb nach Hause gegangen. Zuhause habe er die Schmerzen mit Salbe be
handelt. In derselben Woche habe er den Firmenar
z
t konsultiert, welcher eine Therapie mit
nicht
steroidalen
Antirheumatika (
NSAR
)
verschrieben habe. Eine Arbeitsunfähigkeit s
ei aber nicht attestiert worden (S. 1 oben).
3.2
Die Erstbehandlung erfolgte am 27. Februar
2013 durch Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie
und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates
, der in der Krankengeschichte
die Diagnose einer
Akromiokla
vikular
gelenk
sdistorsion
(A
C-Gelenksdistorsion
)
nannte und als Befund
ein symmetrisches Schulterrelief, keine Druckempfindlichkeit über dem AC-Gelenk und als Röntgenbefund ein reaktives AC-Gelenk bei sonst
ossär
unauffälligen Schulter-Verhältnisse
n
festhielt. Er verordnete Physiotherapie und bei Therapie
resistenz eine Infil
tration mit Steroiden (Urk. 7/3/
1).
Am 28. August
2013 (Urk. 7/3/
2) führte er aus, dem Beschwerdeführer gehe es subjektiv nicht besser. Das Ganze stagniere. Der Beschwerdeführer habe Schmerzen beim Service, ebenso klinische Schmerzen in
Bizepsnähe
. Bei Thera
pieresistenz sei eine
arthroskopische
Magnetresonanztomographie (MRI) als Grundlage für einen Entscheid über das weitere Vorgehen zu erstellen.
3.3
Aufgrund von unklaren therapierefraktäre
n
Schmerzen in der rechten Schulter wurde am 4. September 2013 ein MRI erstellt (Urk. 7/2). Die bildgebende Unter
suchung ergab eine aktive AC-Gelenksarthrose sowie eine Läsion des hinteren Limbus
in seiner dorsalen Zirkumferenz, hingegen keinen Anhaltspunkt für eine SLAP-Läsion.
3.4
Mit Eintrag vom 27. September 2013 hielt Dr.
Z._
in der Krankenge
schichte des Beschwerdeführers gestützt auf das MRI (vgl. vorstehend E. 3.3) fest,
dieses
zeige
sowohl
eine aktivierte AC-Gelenksarthrose als auch eine dor
sale
Limbusläsion
. Die Beschwerden
stammten
mit grosser Wahrscheinlichkeit vor allem vom AC-Gelenk her (Urk. 7/3.2).
3.5
Am 4. Dezember 2013 berichtete Dr.
Z._
, das AC-Gelenk
sei
nicht mehr schmerzhaft, der Beschwerdeführer habe jetzt noch
leichte
dorsale Schmer
zen. Radiologisch liege dort eine dorsale
Limbusläsion
vor. Klinisch könne er aber keinen
Limbusschmerz
beziehungsweise eine dorsale Subluxation ausma
chen. Als Therapie sei nochmals eine Serie Physiotherapie zu verordnen (Urk. 7/5
= Urk. 7/7
).
3.6
Dr.
Z._
fügte am 21. Januar 2015
der Krankengeschichte des Beschwer
deführers den
Eintrag hinzu, dass
im Rahmen eines Rückfalles die Beschwerden immer noch dorsal seien. Der Beschwerdeführer habe nach wie vor Schmerzen und könne keinen Ball werfen. Es stelle sich nun die Frage nach einer Operati
on. Vorgesehen wäre eine Schulterarthroskopie mit dorsaler
Limbusnaht
und Kapselraffplastik (Urk. 7/14).
3.7
Die Beschwerdegegnerin forderte vom
medizinischen Dienst der Arbeitgeberin
die Krank
en
geschichte des Beschwerdeführers an, welche am 28. Januar
2015 bei ihr einging (Urk. 7/10).
Mit Eintrag vom 27. August
2012 wurde festgehal
ten, dass der Beschwerdeführer gestern beim Fussballspielen auf die rechte Schulter gefallen sei und Schmerzen bei
der
Abduktion habe. Er sei mit
Flector
pflaster
und Voltaren therapiert worden (S. 1 oben).
Der zweite Eintrag vom 8. Oktober 2012 berichtete
wiederum
von Schulter
schmerzen. Der Beschwerdeführer
sei
auch schon einmal da gewesen. Es sei ähnlich wie damals, obwohl er jetzt aktuell beim Fussballspielen noch
auf
die Schulter gefallen sei. In der Zwischenzeit sei es besser gewesen. Als Diagnose wurde
n
Schulterschmerzen nach Sturz angegeben und dem Beschwerdeführer vier Tabletten Voltaren abgegeben (S. 1 unten).
3.8
Dr.
Z._
berichtete der Beschwerdegegnerin am 16. September
2015 (Urk. 7/17) über den Eintrag vom 27. August 2015 in die Krankengeschichte,
dass die Schulter definitiv nicht funktioniere und eine Arthroskopie durchge
führt werde.
Die rechte Schulter des Beschwerdeführers wurde am 6. Novem
ber 2015 operativ saniert
(vgl. Operationsbericht, Urk. 7/19). Mit Austrittsbericht vom 9. November
2015 (Urk. 7/21)
nannte der operierende Dr.
Z._
als
Opera
tions
diagnose
eine dorsale
Limbusläsion
, ein
subacromiales
Imping
e
ment
und ein traumatisiertes AC-Gelenk der rechten Schulter. Die Nachkontrolle
vom
7. Dezember
2015 ergab, dass der Beschwerdeführer gelegentlich Schmerzen habe beim längeren Gehen, auch könne er noch nicht am
Computer
arbeiten (vgl. Urk. 7/22). Die nachfolgenden Kontrollen am 4. Februar
, 23. März
,
26. Mai
und 27. Juli
2016 ergaben eine sich stetig verbessernde Beweglichkeit (vgl. Urk. 7/24
-26
).
3.9
Mit Aktennotiz vom 3. Oktober
2016 (Urk. 7/28) beantwortete der Vertrauens
arzt Dr. med.
A._
die ihm gestellten Fragen (Urk. 7/28).
Er führte aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht nebst der Ungenauigkeit der Datums
angabe betreffend Unfallereignis auf die Tatsache hingewiesen werden müsse, dass ein Sturz auf das Schultergelenk ohne Achsenabweichung und ohne Luxation respektive Subluxation des Gelenkes kaum eine Labrumläsion verursa
chen könne. Eine AC-Gelenksprellung sei dagegen selbstverständlich vorstell
bar.
Aufgrund des Sachverhaltes müsse davon ausgegangen werden, dass be
reits vorbestehende Schulterbeschwerden vorhanden gewesen seien und der Sturz beim Fussballspielen diese aktualisiert
habe
. Er könne jedoch nicht als Ursprung der Beschwerden verstanden werden (S. 2). Somit sei die
A
r
thro
sen
prob
lematik
des AC-Gelenkes als vorbestehende Problematik zu verstehen. Hinsicht
lich der Labrumläsion lasse sich kein passender Unfallmechanismus feststellen. Im Weiteren passe die beschriebene Läsion auch nicht zu den drei typischen Labrumläsionstypen. Unter diesen Umständen müsse diese Läsion als nicht un
fallbedingt beurteilt werden. Zu dieser Beurteilung passe auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in seiner Freizeit seit langem Tennis spiele. Für Tennis
spieler seien solche Läsionen als typisch bes
c
hrieben (S. 3 oben).
Zusammenfassend nannte er als Diagnose eine hintere Labrumläsion Schulter rechts und eine AC-Gelenksarthrose. Die hintere Labrumläsion könne betreffend natürliche Kausalität höchsten
s
mit möglicherweise umschrieben werden. Die AC-Gelenksarthrose sei grundsätzlich eine vorbestehende unfallfremde Proble
matik, wobei eine Traumatisierung der Arthrose beim Unfallereignis durchaus mit möglich respektive sogar mit wahrscheinlich zu bezeichnen sei. Der Status quo sine könne betreffend traumatisierte AC-Gelenksarthrose bei Konsultation in der Praxis Dr.
Z._
am 4. Dezember 2013 als erreicht betrachtet wer
den. Dabei sei das AC-Gelenk als
„okay“ beschrieben worden (S. 3 Mitte).
3.10
Dr.
Z._
bestätigte mit Schreiben vom 24. Februar
2017 zuhanden der Beschwerdegegnerin, dass die am 6. November 2015 operierte
Limbusläsion
von einem Unfall herrühre (Urk. 12).
4.
4.1
Dr.
A._
berücksichtigte in seiner Beurteilung (vgl. vorstehend E. 3.9) alle aktenkundigen Berichte und
die darin beschriebenen
bildgebend erhobenen Be
funde.
Gemäss seiner Schlussfolgerung handelte es sich bei der
ungefähr im Septem
ber 2012 erlittenen Verletzung
an der rechten Schulter um eine durch das Ereignis aktivierte vorbestehende
AC-Gelenks
arthrose sowie
eine hintere Labrumläsion, welche jedoch höchstens möglicherweise auf das Un
fallereignis zurückzuführen
und somit nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit unfallkausal
sei
.
Diese Beurteilung basiert auf der Auseinandersetzung mit der anderslautenden These des beha
ndelnden Dr.
Z._
, der zum Schluss gelangt war, die Labrumläsion sei einem Unfall zuzuschreiben
(vgl. vorstehend E. 3.10).
4.2
Dr.
A._
gelangte zum Ergebnis, die AC-Gelenksarthrose sei grundsätzlich
eine vorbestehende unfallfremde, d.h. degenerative
Problematik, was er anhand der S
childerungen des Firmenarztes
(vgl. vorstehend E. 3.7), gemäss welcher Darstellung der Beschwerdeführer
aufgrund
zweier
Schulterstürze
am 27. August und 8. Oktober
2012
den Arzt aufgesucht habe, und
der erhobenen bildgebenden Untersuchung vom 4. September
2013 (vgl. vorstehend E.
3.3
)
festmachte.
Zwar anerkannte er die Wahrscheinlichkeit einer Traumatisierung der Arthrose
durch das
Unfallereignis
in Form einer Prellung
, was dazu führte, dass die Beschwerdegegnerin den natürlichen Kausalzusammenhang bejahte
, vertrat hingegen überzeugend
und nachvollziehbar
den Stan
d
punkt, dass der Status quo sine mit Bericht von Dr.
Z._
am 4. Dezember
2013 er
reicht worden sei, da dieser anlässlich der Konsultation ein beschwerdefreies AC-Gelenk beschrieb
en habe
(vgl. vorstehend E.
3.5
).
Darauf ist abzustellen
, zumal der Beschwerdeführer nichts Gegenteiliges
hinsichtlich der Gelenksarthrose
dar
legte
und während den folgenden zwei Jahren
auch
keine Beschwerden
mehr
aktenkundig
waren
.
4.3
Darüber hinaus entkräftete
Dr.
A._
die genannte These der Unfallkausalität
der Labrumläsion
in jeder erdenklichen Hinsicht.
So führte er nachvollziehbar
und gestützt auf Studienunterlagen betreffend Schulter
verletzungen von Tennisspieler
n
(vgl. Beilage
von
Urk. 7/28) aus,
warum die hintere Labrumläsion nicht kausal zum Unfallereignis sein konnte. Ein Sturz auf das Schultergelenk ohne Achsenbewegung und ohne Luxation bezie
hungsweise Subluxation des Gelenkes vermöge kaum eine Labrumläsion zu verursachen. Er
begründete
dies damit, dass die unteren und hinteren Labrumlä
sionen erfahrungsgemäss durch Schulterluxationen entstünden,
solche hätten
vorliegend aber nicht stattgefunden. Auch
eine
SLAP-Läsion bedinge meist einen Sturz auf
den gestreckten und flektierten
Arm
und weise meist
zusätzlich
e Schulterpathologien auf.
Es brauche grundsätzlich eine hohe Kraft, damit ein Unfallmechanismus vorliege.
Die gemäss Operationsbericht vom 6. November
2015 (Urk. 7
/19
) vorliegende Labrumläsion zwischen 12 und 17
Uhr
passe nicht zu einem Unfallmechanismus und
könne
ferner auch
nicht diesen
drei bekann
ten Läsionsformen
zugeordnet
werden. Folglich
schloss Dr.
A._
auf eine de
generativ aufgetretene Labrumläsion.
Er untermauerte diese Beurteilung mit der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in seiner Freizeit seit langem Tennis spielt und für Tennisspieler solche Läsionen als typisch beschriebe
n werden (Beilage von Urk
.
7/28
; vgl. auch Urk. 8
).
Diese
überzeugende Argumentation
von Dr.
A._
wird auch
durch die bild
gebende Untersuchung vom 4. September
2013
bestätigt
, in welcher keine An
haltspunkt
e
für eine SLAP-Lä
sion festgestellt werden konnte
n
(
vgl. vorstehend E. 3.3
)
. Ebenso hat
der Beschwerdeführer
gemäss telefonischer Auskunft vom 19. Dezember
2014
sowie
in der Beschwerde vom 24. Februar
2017
bestätigt,
nicht nur
regelmässig seit zehn Jahren Tennis zu spielen (Urk. 1 S. 1 Mitte)
, sondern
überdies
ausgeführt,
auch nach dem Unfallereignis
damit
nicht aufge
hört
zu haben
(Urk. 7/9 Mitte)
.
4.4
Der gegenteiligen Ansicht von Dr.
Z._
vom 24. Februar
2017 (Urk. 12), wonach
die
Labruml
äsion von einem Unfall herrühre, kann
dementsprechend
nicht gefolgt werden
. Einerseits wurde die
Läsion erstmals im
ein Jahr
nach dem Unfallereignis
erstellten MRI diagnostiziert
(vgl. vorstehend E. 3.2)
, was gegen die These der unfallbedingten Verletzung spricht,
und andererseits
mach
te Dr.
Z._
k
eine näheren Angaben, von welchem
Unfall
ereignis
diese Ver
letzung stamm
t
, womit nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die Labrum
läsion vom Unfallereignis im August/September
2012
herrührt, zumal
der
Firmen
arzt
am 8. Oktober
2012 über
wiederkehrende Schulterschmerzen wegen ei
nes
aktuell
beim Fussballspiel erlittenen Schultersturzes
berichtet
hat
(
vgl. vor
stehend E. 3.7
).
4.5
Die Beurteilung durch Dr.
A._
erweist sich zusammengefasst als in jeder Hinsicht schlüssig, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar begründet, so
dass ihr voller Beweiswert
zukommt (vgl. vorstehend E. 1.7
). Es sind keinerlei Indizien ersichtlich, die gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen würden, so dass keine – auch nicht geringe
- Zweifel an
seiner
Beurteilung angebracht sind. Da
mit hat die Beschwerdegegnerin
sowohl
den Nachweis erbracht, dass der Kau
salzusammenhang betreffend Schulterbeschwerden
(AC-Gelenksarthrose)
per 4. D
ezember
2013 dahingefallen ist
als auch
überzeugend dargelegt, dass zwi
schen der Labrumläsion und dem Sturzereignis keine Unfallkausalität besteht.
4.6
Dies führt zur abschliessenden Feststellung, dass sich die im angefochtenen Ent
scheid erfolgte Terminierung der Leistungspflicht per 4. Dezember
2013 als rech
tens erweist und dieser somit zu bestätigen ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Das Verfahren ist kostenlos.
5.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Be
stimmung hat das Bundesgericht der Suva und den privaten UVG-Versicherern sowie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Parteientschä
digungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlich
-
rechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsor
ge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
Praxisgemäss
ist der Beschwerdegegnerin daher keine Prozessentschädigung zuzusprechen.