Decision ID: 701bd6f2-3441-54c6-9f85-8929046027d3
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Mit Erklärung vom 13. August 1997 ersuchte der verheiratete A._, geboren am (...) 1942, wohnhaft in Ecuador (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer), um Aufnahme in die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung für  (act. SAK/1). Die Schweizer Vertretung in Quito bestätigte am 18. Dezember 1997 die Aufnahme mit Wirkung ab 1. Oktober 1996 (act. SAK/3).
B. B.a Mit erster Mahnung vom 14. Oktober 2004 (gemäss  Notiz am 2. November 2004 versendet), adressiert an sein  in Ecuador, teilte die Schweizerische Ausgleichskasse SAK (nachfolgend: Vorinstanz) dem Beschwerdeführer mit, sein  weise per 30. Juni 2004 einen fälligen Betrag von Fr. 424.35 auf, und bat um dessen Begleichung innert 30 Tagen. Der Mahnung war eine Kontostandsmeldung per 14. Oktober 2004 über offene Beiträge von Fr. 848.70 beigefügt (act. SAK/38).
B.b Mit eingeschriebener zweiter Mahnung vom 12. Januar 2005 (gemäss handschriftlicher Notiz weitergeleitet am 31. Januar 2005), wiederum adressiert an sein Domizil in Ecuador, bezog sich die  auf die unbeantwortet gebliebene erste Mahnung vom 30.  2004 (recte: 14. Oktober 2004) und räumte dem Versicherten eine letzte Frist von 30 Tagen ein, um die versäumten Zahlungen nachzuholen. Sie machte ihn darauf aufmerksam, dass für nicht  der gesetzlichen Frist bezahlte Beiträge Verzugszinsen von 5% erhoben werden könnten. Im Weiteren wurde ausgeführt, dass die Nichtbezahlung von Beiträgen zum Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung führe. Der Ausschluss erfolge, wenn die Versicherten den Beitrag für das Kalenderjahr nicht vor dem 31. Dezember des Folgejahres vollständig entrichtet hätten. Dem „Dokument gültig ohne Unterschrift“ waren die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen, jedoch kein Kontoauszug, beigelegt (act. SAK/39).
B.c Mit undatiertem Schreiben an die zuständige Schweizer Botschaft in Buenos Aires (Eingang am 18. März 2005) teilte der Versicherte mit, ein Teil der Beiträge habe seine Schwester in der Schweiz auf eigene Rechnung beglichen. Die vom Staat Ecuador annektierte „C._“
Seite 2
C-4558/2007
(Bank), sei am 17. Juli 2001 geschlossen worden und sein dort  Kapital mit Zinsen sei immer noch geschuldet. Sobald sie ihr Geld zurückerhielten, würden er und seine Gattin die ausstehenden Beiträge umgehend begleichen (act. SAK/40). Dem Schreiben waren zwei Depositzertifikate der C._ (Y._) aus dem Jahr 2002 sowie ein Schreiben an die Schweizer Botschaft in Quito vom 21.  2005, in dem der Beschwerdeführer u.a. um Hilfe wegen seines annektierten Geldes bat, beigelegt.
B.d Mit Schreiben vom 21. März 2005 (eingeschrieben, wiederum  an die Privatadresse des Versicherten) teilte die  Botschaft, AHV/IV-Dienst der Schweizerischen Ausgleichskasse, Buenos Aires, dem Versicherten unter Bezugnahme auf sein  vom März 2005 (siehe oben B.c) mit, der Jahresbeitrag aus [dem Jahr] 2004 von Fr. 848.70 sei geschuldet und müsse bis spätestens am 31. Dezember 2005 bezahlt sein, um den Ausschluss zu . Es bestehe leider keine Möglichkeit, persönliche Ausnahmen  und einen speziellen Zahlungsaufschub zu gewähren (act. SAK/40).
C. Mit Verfügung vom 6. Februar 2006, eingeschrieben zugestellt an sein Domizil in Ecuador, teilte die Vorinstanz dem Versicherten mit, trotz zweimaliger Mahnung sei er seinen Verpflichtungen gegegenüber der Versicherung nicht nachgekommen, weshalb er aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen werde (act. SKA/43).
D. Der Versicherte meldete sich am 18. April 2007 mit Einschreibebrief bei der Vorinstanz und bezog sich auf ein Schreiben der SAK vom 13. März 2007. Er machte – wie schon in früheren Schreiben an die Vorinstanz (act. SAK/34, 40, Beschwerdeakten 4/2) – sinngemäss geltend, wegen der ecuadorianischen Bankenkrise, bei der alle  [im Jahr 1998] gesperrt worden seien, in eine finanzielle Notlage geraten zu sein. Er beschwerte sich darüber, von den  Botschaften in Quito und Buenos Aires im Verlauf der letzten Jahre keine Unterstützung erhalten zu haben, obwohl er immer wieder um Hilfe gebeten habe. Im Mai und Oktober 2006 habe er endlich sein Geld, ohne Zinsen, vollständig wiedererhalten. Er gab ausserdem an, es ergebe keinen Sinn, in seinem Alter mit einem minderjährigen Kind in Ausbildung die Beitragszahlungen einzustellen (act. SAK/45).
Seite 3
C-4558/2007
E. Mit Verfügung vom 30. Mai 2007 trat die Vorinstanz auf das Schreiben des Versicherten vom 18. April 2007, das sie als Einsprache gegen die Verfügung vom 6. Februar 2006 entgegennahm, wegen  der gesetzlichen Rechtsmittelfrist nicht ein (act. SAK/47).
F. Gegen diesen Entscheid reichte der Beschwerdeführer am 30. Juni 2007 (Poststempel: Jun 30 2007 Selector Certificado Quito)  beim Bundesverwaltungsgericht ein (act. 1).
G. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Eingang der  am 10. Juli 2007, gab den Parteien den Spruchkörper bekannt, forderte den Beschwerdeführer auf, in der Schweiz ein Zustelldomizil zu bezeichnen und wies diesen darauf hin, der vorliegende  beschränke sich grundsätzlich auf die Frage, ob die  gegen die Verfügung vom 6. Februar 2006 rechtzeitig erfolgt sei (act. 2). Die Eingangsbestätigung wurde am 30. Juli 2007 nochmals via die diplomatische Vertretung in Ecuador zugestellt (act. 3).
H. Mit Schreiben vom 9. August 2007 gab der Beschwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht seine Zustelladresse in der Schweiz  und teilte mit, er halte seine Beschwerde aufrecht (act. 4). Dem Schreiben waren ein Telefax vom 27. Juli 2007 an das  beigelegt, in dem der Beschwerdeführer den Eingang der Verfügung vom 10. Juli 2007 bestätigte (act. 4/3, als Telefax beim  nicht eingetroffen) sowie ein weiteres  vom 28. Juli 2007 an die Vorinstanz, in dem er verschiedene  bezüglich Rentenansprüche für sich und seine Familie stellte (act. 4/1). Ausserdem legte er sein Schreiben an die Schweizer Botschaft in Buenos Aires vom 23. Dezember 2003 (act. 4/4 = act. SAK/34), einen Telefax an die Schweizer Botschaft in Buenos Aires, AHV-Service, vom 21. Mai 2006 (act. 4/2), und ein Schreiben vom 21. Februar 2005 an die Schweizer Botschaft in Quito bei (act. 4/5).
I. Die Vorinstanz reichte am 17. September 2007 ihre Vernehmlassung mit den Vorakten ein. Sie beantragte, auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten, da der Beschwerdeführer die gesetzliche Beschwer-
Seite 4
C-4558/2007
defrist gegen die Ausschlussverfügung verpasst habe und auch nicht geltend mache, die Briefpostsendung sei nicht angekommen (act. 7).
J. In seiner Replik vom 30. Oktober 2007 gab der Beschwerdeführer an, er könne beim besten Willen weder bejahen noch verneinen, ob er die Verfügung vom 6. Februar 2006 erhalten habe, mit grosser  habe er sie nicht erhalten. Da er ab Mai 2004 sein  nicht mehr habe bezahlen können, sei dieses gesperrt worden. Da auch keine Hauszustellung existiere, habe er das Postfach erst wieder am 12. September 2006 öffnen können, nachdem er sein  im Mai 2006 zurückerhalten habe. Die Ausgleichskasse habe ihm die Verfügung indes nicht korrekterweise via Botschaft zugestellt, diese habe über seinen Verbleib Bescheid gewusst (act. 9).
K. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Duplik vom 15. November 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie bestätigte ausserdem, dass die  früher tatsächlich via die Botschaften verschickt worden seien, dieses Vorgehen jedoch aus Rationalitätsgründen  worden sei.
Am 22. November 2007 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer die Duplik zur Kenntnisnahme zu und schloss den Schriftenwechsel ab (act. 12).
L. Mit undatiertem Schreiben (Posteingang am 25. Juni 2008) bat der Beschwerdeführer um einen baldigen Entscheid (act. 13).
Mit Verfügungen vom 20. Februar 2009 und vom 24. März 2009 teilte das Bundesverwaltungsgericht die Wechsel im Spruchkörper mit (act. 15 und 17). Innert Frist wurden keine Ausstandsgründe geltend gemacht.
Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen .
Seite 5
C-4558/2007

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und  vom 20. Dezember 1946 (AHVG, SR 831.10) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) beurteilt das  Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das  vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des  (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist, was vorliegend auf Grund von Art. 1 Abs. 1 AHVG der Fall ist.
1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren ; er ist durch den angefochtenen Einspracheentscheid  berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen ; er ist daher zur Beschwerde legitimiert (Art. 59 ATSG).
1.4 Die Einspracheverfügung ist auf den 30. Mai 2007 datiert und  nicht eingeschrieben verschickt (act. SAK/47, Versanddatum: unbe-
kannt). Die Beschwerde wurde am 30. Juni 2007 der Poststelle in
Quito übergeben und traf beim Bundesverwaltungsgericht am 5. Juli
2007 ein. Die Vorinstanz hat den ihr obliegenden Nachweis des Eröff-
nungszeitpunkts nicht erbracht und die Rechtzeitigkeit der Beschwer-
deeinreichung in ihrer Vernehmlassung auch nicht bestritten, weshalb
vorliegend davon auszugehen ist, die Rechtsmittelfrist sei eingehalten
und die Beschwerde rechtzeitig eingereicht worden.
1.5 Somit ist auf die im Übrigen formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 52 Abs. 1 VwVG) einzutreten.
2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von  einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des
Seite 6
C-4558/2007
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen  Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte im Bereiche der Sozialversicherung bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes, hier des Einspracheentscheids vom 30. Mai 2007, eingetretenen Sachverhalt abstellen (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen), sind die Bestimmungen der Verordnung vom 26. Mai 1961 über die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111) anwendbar, die bis zum 31. Dezember 2007  hatten und in der Folge zitiert werden.
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er
findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE
125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). Die
Parteien tragen im Sozialversicherungsverfahren in der Regel insofern
eine objektive Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen
gebliebenen Sachverhalt Rechte ableitet (BGE 117 V 261 E. 3b, 115 V
133 E. 8a).
2.4 Als Verfügungen gelten Anordnungen der Behörden im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen und die , Änderung oder Aufhebung von Rechten oder Pflichten zum  haben (Art. 5 Abs. 1 Bst. a VwVG). Über Leistungen,  und Anordnungen, die erheblich sind, hat der  schriftlich Verfügungen zu erlassen. Die Verfügungen werden mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Aus einer mangelhaften  einer Verfügung darf der betroffenen Person kein Nachteil  (Art. 49 Abs. 1 und 3 ATSG, vgl. UELI KIESER, ATSG-, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Rz. 40 ff. zu Art. 49 mit  Hinweisen, siehe auch BGE 112 V 87 f.).
2.5 Gemäss Art. 2 Abs. 3 AHVG werden Versicherte, welche die nöti-
gen Auskünfte nicht erteilen oder ihre Beiträge nicht fristgerecht be-
zahlen, aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen. Art. 13 der
Verordnung vom 26. Mai 1961 über die freiwillige Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111) regelt den Aus-
Seite 7
C-4558/2007
schluss aus der freiwilligen Versicherung. Versicherte werden dem-
nach aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen, wenn sie ei-
nen Jahresbeitrag nicht bis zum 31. Dezember des folgenden Kalen-
derjahres vollständig bezahlt haben (Art. 13 Abs. 1 Bst. a VFV). Vor
Ablauf dieser Frist stellt die Ausgleichskasse dem Versicherten unter
Androhung des Ausschlusses eine eingeschriebene Mahnung zu; die-
se Androhung kann mit der zweiten Mahnung gemäss Art. 17 Abs. 2
Satz 2 VFV erfolgen, das heisst mit der letzten Zahlungsaufforderung
(Art. 13 Abs. 2 VFV). Der Ausschluss gilt rückwirkend ab dem ersten
Tag des Beitragsjahres, für das die Beiträge nicht vollständig bezahlt
wurden (Art. 13 Abs. 3 VFV). Der Ausschluss aus der Versicherung
tritt nicht ein, wenn der Versicherte die Beiträge infolge höherer Ge-
walt nicht rechtzeitig entrichten kann oder die Überweisung der Beiträ-
ge in die Schweiz unmöglich ist (Art. 13 Abs. 4 VFV).
2.6 Der Ausschluss aus der freiwilligen AHV/IV stellt einen schwerwie-
genden Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen dar. Es ist daher
unerlässlich, dass der Betroffene, wenn ihm der Ausschluss droht, ge-
naue Kenntnis davon hat, welchen Betrag er bis zu welchem Datum
zu bezahlen hat, um den Ausschluss abzuwenden (BGE 117 V 97
E. 2c).
3.
Vorliegend strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist, ob
die Vorinstanz zu Recht auf die Einsprache des Versicherten vom
18. April 2007 nicht eingetreten ist.
Der Nichteintretensentscheid vom 30. Mai 2007 beruht auf der einge-
schrieben verschickten Ausschlussverfügung vom 6. Februar 2006. Zu
prüfen ist demnach, ob die Verfügung dem Beschwerdeführer rechts-
gültig zugestellt wurde und falls ja, wann die dreissigtägige Rechtsmit-
telfrist ablief. Danach ist festzustellen, ob der Beschwerdeführer – wie
die Vorinstanz ausführt – erst nach Ablauf der Frist Einsprache erho-
ben hat.
3.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 30. Mai 2007  die Vorinstanz ihr Nichteintreten damit, die Ausschlussverfügung sei am 17. Februar 2006 mit eingeschriebener Postsendung zugestellt worden. Somit hätte der Beschwerdeführer unter Einhaltung der  Rechtsmittelfrist die Einsprache spätestens Ende März 2006 einreichen müssen (act. SAK/47). In der Vernehmlassung vom
Seite 8
C-4558/2007
17. September 2007 präzisiert sie, die entsprechende Verfügung sei am 17. Februar 2006 an den Beschwerdeführer verschickt (nicht ) worden und es gäbe keine Hinweise dafür, dass die  nicht angekommen sei. Der Beschwerdeführer stelle den  der Verfügung nicht in Frage (act 7). In der Duplik gibt sie an, aus Rationalitätsgründen sei die Zustellung von  via Botschaften abgeschafft worden (act. 11).
3.2 Der Beschwerdeführer widerspricht der Vorinstanz in seiner Replik vom 30. Oktober 2007. Er macht geltend, die Verfügung vom 6.  2006 wahrscheinlich nicht erhalten zu haben, da sein Postfach wegen Nichtbezahlens der Postfachmiete seit Mai 2004 gesperrt gewesen sei und er das Postfach erst am 12. September 2006 wieder habe öffnen können. Via Schweizer Botschaft in Quito habe er die Ausschlussverfügung vom 6. Februar 2006 jedenfalls nicht erhalten.
3.3 Gemäss Vorakten (act. SAK/43) findet sich auf der  Verfügung der SAK vom 6. Februar 2006 die handschriftliche Notiz: „weiterg. 17.02.06/MGV“. Ein Beleg (z.B. ein Rückschein) dafür, dass die Verfügung dem Beschwerdeführer tatsächlich zugestellt und eröffnet wurde, ergibt sich aus den vorliegenden Akten nicht. Diesen ist jedoch auch nicht zu entnehmen, dass die eingeschriebene  – aufgrund des gesperrten Postfachs unzustellbar – zurück an die SAK geschickt worden wäre.
Den Vorakten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer vorgängig auf die im Zeitraum 2002 bis 2005 mehrfach erfolgten Mahnungen der Vorinstanz (act. SAK/23, 24, 25, 31, 38, 39) regelmässig reagierte, immer wieder seine Notlage geltend machte, Belege dazu einreichte und versprach, sobald sein beschlagnahmtes Geld zurückgegeben werde, die Ausstände zu bezahlen (act. SAK/26, 31a, 34, 40). Er nahm auch immer wieder Teilzahlungen vor und reichte jeweils die Formulare „Erklärungen zum Einkommen und Vermögen zwecks Festsetzung der Beiträge“ ein (act. SAK/28, 36).
Auf die am 6. Februar 2006 datierte und am 17. Februar 2006  Verfügung der Vorinstanz, die die Mitteilung des erfolgten Ausschlusses aus der freiwilligen Versicherung enthielt, hat der  gemäss den Akten nicht – wie zuvor auf die jeweiligen  – reagiert. In der Gesamtschau der Akten ist es glaubhaft, dass der Beschwerdeführer diese Verfügung, welche eingeschrieben
Seite 9
C-4558/2007
an seine Adresse in Ecuador geschickt wurde, tatsächlich nicht  hat, ist doch davon auszugehen, dass er – geübt mit dem Umgang mit der Vorinstanz (siehe auch Beschwerdeverfahren vor der  Rekurskommission der Alters-, Hinterlassenen- und  für die im Ausland wohnenden Personen, Urteil vom 30. März 2001, act. SAK/13 – 15) – auf diese Verfügung umgehend reagiert hätte.
3.4 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der  ein Originalfaxschreiben an den AHV-Service der Schweizer Botschaft in Buenos Aires vom 21. Mai 2006 ein (act. 4/2). Er gibt darin an, endlich sein Geld zurückerhalten zu haben und jetzt sofort seine ausstehenden AHV-Beiträge bezahlen zu wollen. Aus seinen Ausführungen geht nicht hervor, dass er zu diesem Zeitpunkt von dem bereits im Februar 2006 erfolgten Ausschluss wusste.
Aufgrund der vorliegenden Akten bleibt ausserdem unklar, auf welches Dokument der Beschwerdeführer sich bei seiner Einsprache vom 18. April 2007 bezieht, findet sich doch in den Akten der Vorinstanz kein Dokument mit dem Datum vom 13. März 2007 (act. SAK/45).
Die Frage nach dem allenfalls fehlenden Aktenstück würde somit  erklärt, als dass das vorerwähnte Schreiben des  vom 21. Mai 2006 von der Schweizer Botschaft in Argentinien an die zuständige SAK in Genf übermittelt worden wäre und diese dem Beschwerdeführer im Frühling 2007 mitgeteilt hätte, er könne keine Beiträge mehr bezahlen, weil er mit Verfügung vom 6. Februar 2006 aus der freiwilligen Versicherung ausgeschlossen worden sei. Damit würden auch die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner  vom 18. April 2007 nachvollziehbar und es ergäbe sich eine weitere Erklärung dafür, dass der Beschwerdeführer die Verfügung vom 6. Februar 2006 nicht erhalten hat.
3.5 Zusammenfassend ist – insbesondere in Ermangelung eines  durch die Vorinstanz – davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die fragliche Verfügung vom 6. Februar 2006 tatsächlich nicht erhalten hat. Dieser war demnach nicht in der Lage, auf die Verfügung zu reagieren. Offen bleibt, wann und wie er vom Ausschluss erfahren hat. Jedenfalls hätte die Vorinstanz bei dieser Sachlage auf die Einsprache vom 18. April 2007 eintreten müssen. Der angefochtene Nichteintretensentscheid ist somit aufzuheben.
Seite 10
C-4558/2007
3.6 Ergänzend ist festzuhalten, dass aus der Verfügung vom 6.  2006 nicht ersichtlich ist, was die SAK dem Beschwerdeführer zur
Begründung des Ausschlusses zum Vorwurf macht. Den Akten kann
aber sinngemäss entnommen werden, dass gemäss 1. Mahnung und
Kontostandsmeldung vom 14. Oktober 2004 per 30. Juni 2004 noch
ein Betrag von CHF 424.35 offen gewesen sei beziehungsweise per
14. Oktober 2004 ein Guthaben von CHF 848.70 zu Gunsten der SAK
bestanden habe und trotz zweimaliger Mahnung (das zweite Mal per
Einschreiben) per 31. Dezember 2005 ein Restbetrag von Fr. 848.70
unbezahlt geblieben sei (act. SAK/38, 39, 41).
Die Vorinstanz wird somit prüfen müssen, ob nach den dargelegten Ausführungen zur Zustellung der Ausschluss des Beschwerdeführers aus der freiwilligen Versicherung rechtsgültig erfolgt ist. Da ein  aus der freiwilligen Versicherung praxisgemäss ein schwerer Eingriff in die Rechtsposition eines Versicherten darstellt (siehe oben E. 2.6), wird die Vorinstanz im Weiteren klären müssen, ob die  vom 6. Februar 2006 in der vorliegenden Form den  von Art. 5 VwVG und Art. 49 Abs. 1 und 3 ATSG (oben E. 2.4) genügt. Die Vorinstanz wird ausserdem aufgefordert, der Frage , ob das vorliegend geltend gemachte Ereignis der  in Ecuador im Jahr 1998, das die staatliche Sperrung sämtlicher Bankguthaben – teilweise für Jahre – auslöste, die Schliessung der C._ im Juli 2001 bewirkte und somit ein weitgehender Eingriff in die Eigentumsfreiheit der Betroffenen und konkret in ihre Existenz bedeutete, in den Anwendungsbereich von Art. 13 Abs. 4 VFV (oben E. 2.5) fallen könnte.
4. 4.1 Zusammenfassend wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Verfügung vom 6. Februar 2006 nicht erhalten hat. Die Verfügung konnte demnach keine Wirkung entfalten und keine Rechtsmittelfrist auslösen (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1641; CHRISTOPH AUER/MARKUS MÜLLER/BENJAMIN SCHINDLER (HRSG.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich/ St. Gallen 2008, Rz. 14 zu Art. 38).
4.2 Der Nichteintretensentscheid vom 30. Mai 2007 ist somit . Die Angelegenheit ist an die Vorinstanz zurück zu weisen,  sie im Sinne der Erwägungen neu entscheide.
Seite 11
C-4558/2007
Bei diesem Ergebnis ist vorliegend nicht weiter zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Wiederherstellung der Frist (Art. 24 VwVG), die auch im Einspracheverfahren Anwendung findet (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Rz. 5 zu Art. 41, Rz. 17 zu Art. 52), gegeben sind.
Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass weitere vom  geltend gemachte Anträge beziehungsweise aufgeworfene Fragen („Ref-Nr. ...., A.D. _, Kinderrente und  infolge gewaltsamer entzogener Ausbildung“) sowie die  gemachten Schwierigkeiten mit der schweizerischen  Vertretung in Ecuador nicht Teil dieses Verfahrens sind.
5. 5.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
5.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr
erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Da der obsiegende
Beschwerdeführer vorliegend nicht anwaltlich vertreten ist und ihm
aufgrund der Aktenlage auch keine notwendigen, verhältnismässig
hohen Kosten entstanden sind, wird ihm keine Parteientschädigung
zugesprochen.