Decision ID: 9df2f31c-a25e-4377-995b-f5334a540786
Year: 2022
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1991 geborene A._ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war vom 6. August 2012 bis 5. August 2016 als Lehrling zum ... bei der C._ GmbH angestellt (Antwortbeilage [AB] 3, 4). Am 3. November 2016 meldete er sich unter Hinweis auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) führte medizinische und erwerbliche Abklärungen durch und sprach eine Grundabklärung, gefolgt von einer Arbeitsmarktlichen-Medizinischen Abklärung (AMA), bei der Abklärungsstelle D._ zu (AB 25, 42, 49, 54 S. 5 ff.). Anschliessend gewährte sie ein Praktikum (AB 59, 62, 65) und erteilte Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung zum ... EBA (AB 67, 70), welche infolge eines Tumorrezidivs abgebrochen wurde (AB 99, 106, 108). Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 124) holte die IVB bei der E._ (MEDAS) ein polydisziplinäres Gutachten ein (Expertise vom 12. August 2021 [AB 144.]). Gestützt darauf stellte sie mit Vorbescheid vom 27. August 2021 die Zusprache einer abgestuften bzw. befristeten Invalidenrente in Aussicht (AB 149), wogegen der Versicherte Einwand erhob (AB 156). Sodann gewährte die IVB ein Belastbarkeitstraining in der F._ vom 18. Oktober 2021 bis 17. Januar 2022 (AB 164, 171). Am 20. Januar 2022 schloss die IVB die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab, weil keine verwertbare Arbeitsleistung auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe (AB 170, vgl. auch 185). Mit Verfügung vom 7. Februar 2022 sprach sie dem Versicherten von 1. Mai 2017 bis 31. März 2018 eine halbe Invalidenrente, von 1. Juni 2019 bis 31. März 2021 eine ganze und eine von 1. April bis 30. September 2021 befristete Viertelsrente zu (AB 175).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2022, IV/22/124, Seite 3
B.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B._, mit Eingabe vom 24. Februar 2022 Beschwerde mit folgenden Anträgen:
1. Die angefochtene IV-Verfügung vom 7. Februar 2022 sei aufzuheben und an die Vorinstanz zur umfassenden Sachverhaltsabklärung und materiellen Prüfung zurückzuweisen.
2. Der Bericht des Belastbarkeitstrainings der F._ sei einem medizinischen Gutachter unter Berücksichtigung der tatsächlichen, aktuellen gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers vorzulegen.
3. Dem Beschwerdeführer sei bis auf weiteres eine 100 % Rente der Invalidenversicherung rückwirkend seit 1. Mai 2017 zuzusprechen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2022 auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 30. Mai 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2022, IV/22/124, Seite 4
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 7. Februar 2022 (AB 175). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2). Streitig und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine Invalidenrente, unter Einschluss der vom 1. Mai 2017 bis 31. März 2018 zugesprochenen halben Invalidenrente, der vom 1. Juni 2019 bis 31. März 2021 zugesprochenen ganzen Invalidenrente sowie der von 1. April bis 30. September 2021 zugesprochenen Viertelsrente.
1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).
1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).
2.