Decision ID: 652dbcef-6207-4d3e-9f26-901a27f7a956
Year: 2017
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
1. Mit Veranlagungsverfügung zur direkten Bundessteuer 2015 vom 8. Dezember 2016
wurde der Pflichtige für die in B._ gelegene Liegenschaft mit einem Eigenmietwert von Fr.
7‘789.-- veranlagt.
2. Gegen diese Veranlagung erhob der Pflichtige mit Schreiben vom 4. Januar 2017 Ein-
sprache und begehrte, der Eigenmietwert für die in B._ gelegene Liegenschaft sei auf Fr. 2.-
- festzusetzen. Zur Begründung führte er aus, die Einsprache betreffe die erneute Erfassung
des Mietwertes für die ausserkantonale Liegenschaft, welche sowohl ihm als auch seiner Part-
nerin zur Hälfte gehöre. Für die erkrankte Partnerin, deren Beistand er sei, verfüge er über eine
Vollmacht. Nach persönlicher Besprechung mit der Steuerverwaltung im Jahre 2015 sei der
Eigenmietwert für das Jahr 2014 auf Fr. 2.-- reduziert worden. Damals wie auch heute sei die
Liegenschaft nicht mehr genutzt worden. Es sei kein Geld mehr investiert und nur der minimale
Unterhalt gewährleistet worden. Die früheren eigenen Bemühungen seien seit dem Jahre 2011
eingestellt worden. Die Liegenschaft aus dem Jahre 1710 befinde sich teilweise in einem sehr
schlechten Zustand. Sie könne weder bewohnt noch vermietet noch verkauft werden. Da die
Lebenspartnerin seit dem Jahre 2012 nur mit dem Rollstuhl mobil sei, könne die Liegenschaft
von ihr nicht genutzt werden.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 21. Juni 2017 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Selbstnutzung sei grundsätzlich nicht abhängig von
der tatsächlichen zeitlichen Nutzung eines Gebäudes. Es genüge, wenn den Steuerpflichtigen
die Liegenschaft zur Verfügung stehe. Hielten sich die Eigentümer die Liegenschaft zum jeder-
zeitigen Eigengebrauch zur Verfügung, sei dies der ganzjährigen vollumfänglichen Eigennut-
zung gleichzustellen. Aufgrund der persönlichen Vorsprache und Besprechung am 29. Mai
2015 und in Anbetracht der besonderen Umstände sei auf die Erfassung eines Eigenmietwertes
in den Jahren 2013 und 2014 verzichtet worden. Stehe eine Liegenschaft nur deshalb leer, weil
ein Eigentümer keinen Mieter oder Käufer finden könne, so sei der Mietwert nicht zu versteuern.
Gleiches gelte für eine Liegenschaft, die infolge Umbau- und Renovationsarbeiten nicht be-
wohnbar sei. Sei eine Vermietung, respektive ein Verkauf trotz aller Bestrebungen nicht mög-
lich, müsse sich der Eigentümer diesen Zustand anrechnen lassen. Die Entscheidung, die Lie-
genschaft zu renovieren, zu verkaufen, zu vermieten oder selbst zu nutzen liege ausschliesslich
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beim Pflichtigen. Da die Angaben und die vorliegenden Unterlagen nicht ausreichen würden um
nachzuweisen, dass die Liegenschaft nicht innert nützlicher Frist verkauft, umgebaut oder ver-
mietet habe werden können, sei aus steuertechnischer Sicht die Erhebung eines Eigenmietwer-
tes für die leer stehende Liegenschaft in B._ gerechtfertigt. Entsprechend bleibe der aufge-
rechnete Eigenmietwert von Fr. 7‘789.-- für die Liegenschaft in B._ unverändert bestehen.
4. Mit Schreiben vom 20. Juli 2017 erhob der Pflichtige gegen diesen Einsprache-
Entscheid Beschwerde und begehrte, der Eigenmietwert für die in B._ gelegene Liegen-
schaft betr. das Jahr 2015 sowie für die Folgejahre sei wieder auf Fr. 2.-- festzusetzen. Zur Be-
gründung führte er u.a. aus, in die Liegenschaft sei seit 2011 kein weiteres Geld investiert wor-
den. Die früheren, eigenen Bemühungen zum optimalen Unterhalt der Liegenschaft seien seit
2011 eingestellt worden. Da die Lebenspartnerin diese Liegenschaft nie mehr betreten werde,
mache es auch für ihn keinen Sinn Investitionen vorzunehmen. Die Liegenschaft insbesondere
die angrenzende Scheune befinde sich in einem schlechten Zustand. Sie könne deshalb so
weder bewohnt noch vermietet werden. Sie könne deshalb auch nicht verkauft werden. Die von
ihm geforderten Verkaufsbemühungen könnten gar nicht angepackt werden. Da die Lebens-
partnerin seit dem Jahre 2012 nur mit einem Rollstuhl mobil sei, könne die nicht rollstuhlgängi-
ge Liegenschaft von ihr nicht genutzt werden. Sie sei unheilbar krank und werde nie mehr ge-
nesen. Diese besonderen Umstände müssten in die Urteilsfindung einfliessen, insbesondere
auch der Umstand, dass er selbst wegen der andauernden Krankheit der Partnerin und den
langen, täglichen Besuchszeiten physisch und moralisch nicht in der Lage sei, die Verkaufsbe-
mühungen anzupacken.
5. Mit Vernehmlassung vom 16. August 2017 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Eigenmietwertbesteuerung sei
restriktiver Natur. Die Steuerverwaltung habe im Sinne eines Entgegenkommens in den beiden
Vorjahren (2013 und 2014) auf die Besteuerung des Eigenmietwertes verzichtet, indem dem
Beschwerdeführer in dieser Zeit die Möglichkeit eingeräumt worden sei, die Liegenschaft zu
renovieren, zu vermieten oder zu verkaufen. Der Beschwerdeführer sei zwar frei, ob er Ver-
kaufsanstrengungen unternehme, die Liegenschaft renoviere, unterhalte oder im jetzigen Zu-
stand belasse. Aus rein steuerlicher Sicht zähle einzig der Umstand, dass der Beschwerdefüh-
rer über eine Liegenschaft in B._ verfüge, welche bewohnbar sei oder - gemäss den vorlie-
genden Fotos - ohne weiteres bewohnbar gemacht werden könne. Dieser Umstand sei, wie
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bereits erwähnt, der Eigennutzung einer Liegenschaft gleichzusetzen, indem sich der Be-
schwerdeführer die zur Diskussion stehende Liegenschaft faktisch zum jederzeitigen Eigenge-
brauch zur Verfügung halte. Die Aufrechnung des Eigenmietwertes der in B._ gelegenen
Liegenschaft erscheine daher aus rein steuersystematischen Gründen folgerichtig.
6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs.
1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar
1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht
übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden.
Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt
sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob für die im Eigentum des Pflichtigen stehende
Liegenschaft in B._ ein Eigenmietwert zu erheben ist.
a) Gemäss Art. 6 DBG ist bei persönlicher Zugehörigkeit die Steuerpflicht unbe-
schränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke
im Ausland (Abs. 1). Die Abgrenzung der Steuerpflicht für Geschäftsbetriebe, Betriebs-stätten
und Grundstücke erfolgt im Verhältnis zum Ausland nach den Grundsätzen des Bundesrechts
über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Wenn ein schweizerisches Unter-
nehmen Verluste aus einer ausländischen Betriebsstätte mit inländischen Gewinnen verrechnet
hat, innert der folgenden sieben Jahre aber aus dieser Betriebsstätte Gewinne verzeichnet, so
ist im Ausmass der im Betriebsstättestaat verrechenbaren Gewinne eine Revision der ursprüng-
lichen Veranlagung vorzunehmen; die Verluste aus dieser Betriebsstätte werden in diesem Fall
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in der Schweiz nachträglich nur satzbestimmend berücksichtigt. In allen übrigen Fällen sind
Auslandsverluste ausschliesslich satzbestimmend zu berücksichtigen. Vorbehalten bleiben die
in Doppelbesteuerungsabkommen enthaltenen Regelungen (Abs. 3). Gemäss Art. 7 Abs. 1
DBG entrichten die natürlichen Personen, die nur für einen Teil ihres Einkommens in der
Schweiz steuerpflichtig sind, die Steuer für die in der Schweiz steuerbaren Werte nach dem
Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen entspricht.
b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schweiz und B._ zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom
Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und Steuerflucht, vom 9. September 1966
(DBA CH-F) können Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen in dem Vertragsstaat besteuert
werden, in dem dieses Vermögen liegt. Absatz 1 gilt für Einkünfte aus der unmittelbaren Nut-
zung, der Vermietung oder Verpachtung sowie jeder anderen Art der Nutzung unbeweglichen
Vermögens (Abs. 3).
Gemäss Art. 25 lit. B Abs. 1 DBA CH-F wird in der Schweiz die Doppelbesteue-
rung wie folgt beseitigt: Bezieht eine in der Schweiz ansässige Person Einkünfte oder hat sie
Vermögen und können diese Einkünfte oder dieses Vermögen nach diesem Abkommen in
B._ besteuert werden, so nimmt die Schweiz diese Einkünfte (ausgenommen Dividenden,
Zinsen und Lizenzgebühren) oder dieses Vermögen von der Besteuerung aus; sie kann aber
bei der Festsetzung der Steuer für das übrige Einkommen oder das übrige Vermögen dieser
Person den Steuersatz anwenden, der anzuwenden wäre, wenn die betreffenden Einkünfte
oder das betreffende Vermögen nicht von der Besteuerung ausgenommen wären. Die Befrei-
ung der in Artikel 6 Absatz 2 zweiter Absatz, Artikel 15 Absatz 2 oder Artikel 24 Absatz 1 zwei-
ter Satz erwähnten Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile wird nur nach Nachweis der
Besteuerung dieser Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile in B._ gewährt.
3. a) Gemäss Art. 21 Abs. 1 DBG sind die Erträge aus unbeweglichem Vermögen,
insbesondere alle Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung, Nutzniessung oder sonstiger Nut-
zung (lit. a); der Mietwert von Liegenschaften oder Liegenschaftsteilen, die dem Steuerpflichti-
gen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigengebrauch
zur Verfügung stehen (lit. b); Einkünfte aus Baurechtsverträgen (lit. c); Einkünfte aus der Aus-
beutung von Kies, Sand und anderen Bestandteilen des Bodens (lit. d) steuerbar. Die Festset-
zung des Eigenmietwertes erfolgt gemäss Art. 21 Abs. 2 DBG unter Berücksichtigung der orts-
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üblichen Verhältnisse und der tatsächlichen Nutzung der am Wohnsitz selbstbewohnten Lie-
genschaft.
b) Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) als gesamtschweizerisches Auf-
sichtsorgan anerkennt die für die kantonalen Steuern massgebenden Eigenmietwerte auch für
die direkte Bundessteuer, sofern sie gemäss den periodischen, stichprobeweise durchgeführten
Erhebungen im kantonalen Durchschnitt nicht unter 70% des Marktmietwerts (Interventionslimi-
te) liegen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016,
Art 21 N 96). Die jeweils kantonal festgelegten Mietwerte, welche für die Staatssteuer gelten,
können für die direkte Bundessteuer jedoch nicht in jedem Kanton ohne Korrektur resp. Zu-
schlag übernommen werden. Aus diesem Grund hat die ESTV in ihrem Rundschreiben an die
kantonalen Verwaltungen vom 21. Februar 2008 den jeweils erforderlichen Zuschlag in den
davon betroffenen Kantonen, geltend ab der Steuerperiode 2007, festgelegt. Im Kanton Basel-
Landschaft hat aufgrund dessen ein Zuschlag von 20% zu erfolgen. Der Eigenmietwert für die
direkte Bundessteuer beträgt demzufolge 120% des kantonalen Eigenmietwertes für die
Staatssteuer.
c) Die Besteuerung des Eigenmietwertes wird durch das basellandschaftliche Steu-
errecht in § 23 Abs. 2 StG in Verbindung mit § 27ter StG explizit angeordnet. Eine Selbstnut-
zung liegt dann vor, wenn ein Gebäude zu Wohn- oder anderen Zwecken tatsächlich selbst
gebraucht wird. Die Selbstnutzung kann durch den Eigentümer, durch den Ehegatten oder
durch die Kinder erfolgen. Im Weiteren wird eine Selbstnutzung durch den Eigentümer nach
Bundesgerichtspraxis und herrschender Lehre auch angenommen, wenn dieser die Nutzung
des Gebäudes unentgeltlich einem Dritten überlässt (vgl. Findeisen/Theiler in: Nefz-
ger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 27ter N 2 f.).
Die Praxis dehnt jedoch den Begriff der Eigennutzung auch auf andere Liegen-
schaften und Wohnungen aus. Insbesondere werden auch die vom Eigentümer nur zeitweise
bewohnten zusätzlichen Wohnungen der Eigenmietwertbesteuerung unterworfen (vgl.
Höhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 37). Somit liegt Eigengebrauch auch dann vor, wenn der
Steuerpflichtige sein Haus oder seine Wohnung jederzeit zu seiner Verfügung hält und bezie-
hen kann, ohne das Wohnrecht tatsächlich auszuüben; diesen Ertrag hat er zu versteuern, wie
wenn er das ganze Jahr darin gewohnt hätte (vgl. Der Steuerentscheid [StE], 1992, B 25.3 Nr.
13, E. 2a mit weiteren Hinweisen; vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] Nr. 2C 773/2009
vom 23. April 2010, E. 2.1). Dasselbe gilt für unbenützte Wohnungen und Liegenschaften (z.B.
Ferienhäuser), die der Eigentümer zu seiner Verfügung hält und deshalb nicht vermieten will
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(vgl. Findeisen/Theiler, a.a.O., § 27ter N 6; vgl. Höhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 36 mit weite-
ren Hinweisen; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A. Zürich
2016, Art. 21 N 77ff.). In einem solchen Fall hat auch das Steuergericht in seinem Entscheid
vom 26. September 2008 die Festsetzung und Besteuerung des Eigenmietwerts für ein selten
genutztes und aufgrund der spärlichen Infrastruktur sowie der dadurch geringen Attraktivität des
Ferienortes praktisch nicht vermietbares Ferienhaus bestätigt (vgl. Entscheid des Steuerge-
richts [StGE] vom 26. September 2008, 510 08 43, E. 2c; StGE vom 11. August 2010, 510 10
27, E. 3e).
Anders verhält es sich dagegen, wenn es dem Eigentümer am Willen fehlt, sich
die Liegenschaft zur eigenen Nutzung vorzubehalten, die Nutzung aus äusseren Gründen un-
terbleibt, sei es, weil sich trotz ernsthafter Bemühungen kein Mieter oder Käufer findet, sei es
weil es bloss teilweise nutzbar ist oder sei es, weil das Gebäude leer steht, da es zum Verkauf
bestimmt ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 21 N 78 mit weiteren Hinweisen; vgl.
BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.1). Das Verwaltungsgericht St. Gallen hat in sei-
nem Urteil vom 15. Oktober 2009 die Rechtsprechung bestätigt. Es erklärte den Eigenmietwert
eines unbewohnten Hauses für steuerbar, wenn dieses dem Eigentümer objektiv zur Nutzung
zur Verfügung steht und Verkaufsbemühungen nicht hinreichend nachgewiesen sind (vgl. Ent-
scheid des Verwaltungsgerichts SG [VGE SG] vom 15. Oktober 2009, B 2009/47; vgl. auch
BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.2).
4. a) Gemäss § 43 StG ist der Wert der Grundstücke unter billiger Berücksichtigung
des Verkehrswertes und des Ertragswertes zu ermitteln (Abs. 1). Massgebend ist die Kataster-
schätzung. Das Nähere bestimmt die Vollziehungsverordnung (Abs. 3). Gemäss § 14 des
Dekrets gilt als Verkehrswert der Gebäude grundsätzlich der durchschnittliche Brandversiche-
rungswert in den ersten 15 der letzten 17 Jahre vor der Neuschätzung. Gemäss § 27ter StG
leitet sich der Eigenmietwert von dem gemäss dem Sachversicherungsgesetz vom 12. Januar
1981 geschätzten einfachen Brandlagerwert einer Liegenschaft ab, welcher mit einem gemein-
despezifischen Korrekturfaktor, einem Korrekturfaktor nach Alter der Liegenschaft und einem
Korrekturfaktor für Stockwerkeigentum multipliziert wird, was den steuerlichen Brandlagerwert
ergibt (Abs. 1). Die Korrekturfaktoren nach Alter der Liegenschaft betragen: bei 25 Jahre und
jünger: --; bei 26 bis 85 Jahre: 0.9; bei 86 Jahre und älter: 0.8 (Abs. 3). Bis zu einem steuerli-
chen Brandlagerwert von Fr. 20'000.-- beträgt der Eigenmietwert 64.53%. Für jeden um Fr.
100.-- höheren steuerlichen Brandlagerwert reduziert sich dieser Satz gemäss nachstehender
Tabelle [...] (Abs. 5). Der Eigenmietwert beträgt 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 6).
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Kann der Steuerpflichtige nachweisen, dass der Eigenmietwert des von ihm selbst genutzten
Wohneigentums mehr als 60% des marktüblichen Mietwertes beträgt, so beträgt der Eigen-
mietwert 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 7).
b) Im interkantonalen Verhältnis kann der Eigenmietwert der ausserkantonalen Lie-
genschaft gemäss KM Nr. 414 ohne Korrekturen direkt übernommen werden, da dieser in der
Regel ebenfalls 60% der Marktmiete beträgt. Für ausländische Liegenschaften fehlen die nöti-
gen Angaben wie Brandlagerwert und Korrekturfaktoren, um nach den für die Staatssteuer
massgebenden Regeln den Eigenmietwert bestimmen zu können, weshalb für die Berechnung
folgende Grundregel zur Anwendung kommen soll: Der Ausländische Wert der Liegenschaft
wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was den Katasterwert des Kantons Basel-
Landschaft ergibt, welcher wiederum durch 3.45 zu teilen ist, was zum einfachen Brandlager-
wert führt.
c) Der Beschwerdeführer führte an der heutigen Verhandlung aus, die Liegenschaft
in B._ sei ein Wunschtraum von ihm und seiner Lebenspartnerin gewesen. Vor zehn Jahren
sei diese jedoch unheilbar erkrankt und seither 100% pflegebedürftig. Sie werde künstlich er-
nährt und sitze im Rollstuhl. Er selbst leide seit einigen Jahren an Herzproblemen. Die Liegen-
schaft sei nicht fertig renoviert worden. In diesem Zustand könne sie weder vermietet noch ver-
kauft werden. Sie werde auch nicht mehr genutzt. Vor drei Jahren sei der Eigenmietwert auf-
grund dieser Situation gestrichen worden. Es sei auch nie erwähnt worden, dass die Reduktion
befristet sei. Für das Jahr 2015 sei dieser nun wieder eingesetzt worden, was aufgrund der ge-
schilderten Situation nicht nachvollziehbar sei. Die Steuerverwaltung führte dagegen aus, dass
der Eigenmietwert lediglich vorübergehend reduziert worden sei, um der schwierigen Situation
des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen und ihm die Möglichkeit zu geben, dass er sich um
die Renovation, die Vermietung oder den Verkauf der Liegenschaft kümmern könne. Aufgrund
der gesetzlichen Regelungen könne die Steuerverwaltung den Eigenmietwert gar nicht komplett
streichen. Nach Ablauf einer solchen Übergangsfrist müsse der Eigenmietwert wieder versteu-
ert werden.
d) Der Eigenmietwert der Liegenschaft in B._ ist auch im vorliegenden Fall
steuerbar, da die Gesetzeslage, wie in den vorangehenden Erwägungen dargelegt wurde, gar
keine andere Beurteilung zulässt. Die Steuerverwaltung gewährte dem Beschwerdeführer ent-
gegenkommenderweise eine Frist von zwei Jahren, sich um das Schicksal der Liegenschaft zu
kümmern. In dieser Frist hätte die Liegenschaft renoviert, vermietet oder verkauft werden kön-
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nen. Vorliegend hat der Beschwerdeführer in dieser Hinsicht keinerlei Anstrengungen nachge-
wiesen. Die Gründe dafür sind durchaus nach-vollziehbar, aber aufgrund der gesetzlichen Vor-
schriften steuerlich irrelevant.
5. a) Hinsichtlich der Berechnung gilt folgendes: In den Akten befindet sich eine nota-
rielle Bescheinigung über den Wert der Liegenschaft. Darauf ist der Wert mit € 180‘000.-- bis €
190‘000.-- ausgewiesen. Die Steuerverwaltung ging in ihrer Berechnung von einem Mittelwert
von € 185‘000.-- für die Liegenschaft in B._ aus und rechnete damals mit einem Wechsel-
kurs von 1,23372, was umgerechnet zu einem Wert von Fr. 228‘238.-- führt. Dieser Wert wird
durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was zu einem Wert von Fr. 87‘784.-- (gerundet) führt.
Letzterer ist durch 3.45 zu teilen, was einen Brandlagerwert von Fr. 25'445.-- (gerundet) ergibt.
b) Bezüglich der Altersentwertung gilt vorliegend aufgrund des Baujahrs von 1710
gemäss Ausführungen des Pflichtigen der Faktor 0.8, was einen steuerlich massgebenden
Brandlagerwert von Fr. 20‘356.-- (Fr. 25’445.-- x 0.8) ergibt.
Gemäss der Tabelle in § 27ter Abs. 5 StG ist bei der Umrechnung des Brandla-
gerwertes bei einem steuerlichen Brandlagerwert zwischen Fr. 20'001.-- und Fr. 26'000.-- von
einem Satz von 64.53% auszugehen (Korrekturfaktor: 0.192925%). Vorliegend beläuft sich der
steuerliche Brandlagerwert gemäss vorangehender Berechnung auf Fr. 20‘356.--. Die Korrektur
des Prozentsatzes errechnet sich wie folgt: Fr. 20‘356.-- - 20‘001.-- = Fr. 355.--; Fr. 355.-- : 100
= Fr. 3.55; Fr. 3.55 x 0.192925 = 0.684883%. Der Satz von 64.53% ist demzufolge auf
63.845116% (64.53 - 0.684883) zu reduzieren. Der steuerlich massgebliche Brandlagerwert ist
mit diesem Satz zu multiplizieren, was einen Eigenmietwert von Fr. 12‘996.-- (Fr. 20‘356.-- x
63.845116%) ergibt. Der dem Beschwerdeführer anteilig aufzurechnende Eigenmietwert beträgt
50% und damit Fr. 6‘498.--. Die Steuerverwaltung rechnete für die Staatssteuer einen Wert von
Fr. 6‘491.-- auf. Der geringe Unterschied ist auf eine Rundungsdifferenz bei den zahlreichen
Berechnungen zurückzuführen. Die Berechnung des Eigenmietwertes ist demzufolge korrekt.
c) Zur Ermittlung des Eigenmietwertes der direkten Bundessteuer ist, wie hiervor
unter Erw. 3b festgehalten wurde, ein Zuschlag von 20% auf den Eigenmietwert der Staats-
steuer vorzunehmen. Demzufolge beträgt der Eigenmietwert für die direkte Bundessteuer Fr.
7‘789.-- (Fr. 6‘491.-- x 120%). Die Berechnung des Eigenmietwertes ist demzufolge korrekt.
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d) Festzuhalten ist an dieser Stelle noch, dass der Eigenmietwert für die in B._
gelegene Liegenschaft in der Schweiz lediglich satzbestimmend zu versteuern ist. Der Be-
schwerdeführer versteuert vorliegend für das Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 78‘200.-- zu
einem Satz von Fr. 84‘100.--.
Im Ergebnis hat der Pflichtige aufgrund der Hinzurechnung des Eigenmietwertes
aus der ausländischen Liegenschaft zum satzbestimmenden Einkommen (Steuersatz bei Fr.
84‘100.-- = 2,1695600%; Steuersatz bei Fr. 78‘200.-- = 1,8352941%) eine steuerliche Mehrbe-
lastung von rund Fr. 260.-- zu tragen.
Aufgrund all dieser Ausführungen erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu-
weisen.
6. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten in Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG).
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