Decision ID: 4585e678-c348-46ec-b3ec-39732cdcedce
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, ist gelernter Hochbauzeichner (Urk. 6/3 Ziff. 5.3) und war zuletzt für die
Y._
tätig (Urk. 6/3 Ziff. 5.4), als er sich am 20. August 2015 unter Hinweis auf verschiedene Beschwerden, unter anderem eine rezidivierende Depression, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug anmeldete (Urk. 6/3 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte beim
Z._
ein po
lydisziplinäres Gutachten ein, das am 17. Mai 2017 erstattet wurde (Urk. 6/40).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/50, Urk. 6/56) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1. Februar 2018 bei einem Invalidi
tätsgrad von 41 % eine
Viertelsrente
ab 1. Februar 2016
zu
(Urk. 6/
67 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
6. März 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1. Februar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
rückwirkend ab 1. Februar 2016 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen
(Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 11. Juni 2018 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 7).
Am 14. September 2018 reichte der Beschwerdefüh
rer eine Beschwerdeergänzung ein und beantragte, es sei eine psychiatrisch-or
thopädische Expertise anzuordnen (Urk. 8-9). Mit Schreiben vom 3. Oktober 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin ausdrücklich auf das Einreichen einer Stel
lungnahme (Urk. 11)
, worauf der Beschwerdeführer a
m 21. Dezember 2018 eine weitere Stellungnahme
einreichte (Urk. 12-13). Dies wurde den Parteien am 3. Ja
nuar 2019 mitgeteilt (Urk. 14).
Am 27. Juni 2019 reichte der Beschwerdeführer einen in seiner Eingabe vom 14. September 2018 zitierten medizinischen Bericht nach (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ei
nander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen
Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus,
auf das Gutachten könne abgestellt werden.
Von Juni 2014 bis Februar 2015 sei der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig gewesen,
v
on März 2015 bis Ende des Wartejahres
per Ende Mai 2015 habe die Arbeitsunfähigkeit 50 % betragen. Die verspätete Anmeldung führe jedoch zu einem Rentenanspruch erst ab Februar 201
6.
Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer für eine angepasste Tätigkeit aus rein orthopädischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig gewesen, die psychischen Beschwerden schränkten ihn jedoch dauerhaft zu 40 % ein (S. 4).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
auf das
Z._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Der orthopädische Teilgutachter gehe von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % in der angestammten Tätigkeit als Hochbauzeichner aus
, begründe diese Einschätzung jedoch nicht und verkenne auch die wirtschaft
liche Realität, wonach die Tätigkeit eines Hochbauzeichners nicht mit reduzierter Leistung ausgeübt w
erden könne (S. 3 f. Ziff. 2.1)
. Die Arbeit sei sodann alles andere als abwechslungsreich. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, weshalb die Diagnosen der drei
Spontanpneumothorax
bei
bullösem
Lungenemphysem ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sein soll
t
e
n
, wie dies der internistische Teil
gutachter ohne
Begründung aufführe. Er leide
unter
brennenden Dauerschmerzen am Thorax (S. 4 Mitte). Hinzu komme die rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (S. 4 Ziff. 2.2). Trotz massiver Einschränkungen der Ressourcen postuliere der psychiatrische Teilgut
achter eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bezüglich einer leidensangepassten Tätig
keit. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei zu Unrecht verneint worden.
Er leide seit seiner Jugend an depressiven Störungen und Cluster-Kopfschmerz. Es treffe auch nicht zu, dass er über Jahre seiner beruflichen Tätigkeit als Hoch
bauzeichner habe nachgehen können, aus gesundheitlichen Gründen habe er un
zählige Stellenwechsel vornehmen müssen
. Der berufliche Werdegang sei alles andere als eine Zeit ohne psychische Störungen mit Krankheitswert
(S. 5
f.
).
Ge
mäss dem Bericht der
behandelnden Psychiaterin der
A._
seien mehr als sieben Kriterien für die Diagnosestellung einer
Depression erfüllt.
Über
dies bejahe sie das Vorliegen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung
(S. 6 Ziff. 2.3)
. Gemäss ihrer Auffassung bestünden rigide Muster des Denkens, Fühlens und Handelns, welche seit mindestens der Jugendzeit stabil andauerten, auf meh
rere Lebensbereiche einen negativen Einfluss hätten und beim Beschwerdeführer einen grossen Leidensdruck auslösten
.
Diese Einschätzung stimme vollständig überein mit den zahlreichen beruflichen Misserfolgen. Aus dem IK-Auszug gehe hervor, dass er nie in der Lage gewesen sei, eine Stelle währen
d mehr als einem Jahr zu halten (S. 7 Mitte). Die Psychiaterin sei der Auffassung, dass aufgrund des schweren Ausprägungsgrades der depressiven Erkrankungen keine berufli
chen Massnahmen zumutbar seien und die bisher durchgeführten medizinischen und medikamentösen Behandlungen ausreichend seien (S. 8).
Nicht akzeptierbar sei zudem da
s Invalideneinkommen gemäss LSE-Tabelle Ziff. 17 Bürokräfte und verwandte Berufe. Er sei in der freien Wirtschaft nicht vermittelbar für eine Bü
rotätigkeit mit Präsenz
von
100 % und 60 % Leistung,
e
r besitze keine entspre
chende Ausbildung (S. 10 Ziff. 2.4).
In seiner Eingabe vom 14. September 2018 (Urk. 8) hielt der Beschwerdeführer
unter Verweis auf eine Beurteilung durch
Dr.
med. B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. Urk. 9),
daran fest, dass auf das psychi
atrische Teilgutachten von Dr.
C._
nicht abgestellt werden könne (S. 2 Ziff. 1). Er leide überdies an invalidisierenden Kopfschmerzen, Lungenproblemen und Rückenleiden. Der orthopädische Chirurg
Dr.
D._
sei der Auffassung, dass aufgrund der hier völlig verschiedenen chronischen, schweren Krankheiten keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei (S. 3 Ziff. 2).
Am 21. Dezember 2018 verwies der Beschwerdeführer sodann auf einen Bericht von Dr.
E._
, gemäss welchem die bisherigen Behandlungen mit diversen Antidepressiva, Physiotherapie, TCM, Hypnose und Chirotherapie
frustran
und erfolglos verlaufen seien
. Das chronische Postthorakotomie-Syndrom rechts er
weise sich in Kombination mit den zusätzlichen Diagnosen sowie der Co-Morbi
dität Depression als
untherapierbar
und somit auch als unüberwindbar
(Urk. 12
-13
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Invaliditätsgrad beziehungsweise der Ren
tenanspruch des Beschwerdeführers.
3
.
3.
1
In ihrem Bericht vom 13. März 2013 (Urk. 6/23/6-7) diagnostizierten die Ärzte des
F._
ein zweites Re
zidiv eines sekundären
Spontanpneumothorax
rechts. Der Beschwerdeführer sei am 12. Februar 2013 operiert worden (vgl. Operationsbericht vom 12. Februar 2013, Urk. 6/23/4-5).
Er berichte, bei insgesamt gutem Befinden zu sein. Die pul
monale Leistung sei nicht eingeschränkt, sportlicher Betätigung könne er prob
lemlos nachgehen. Es zeige sich ein erfreulicher postoperativer Verlauf mit kli
nisch unauffälligem Patienten und radiologisch fehlendem Hinweis auf ein er
neutes
Pneumothoraxrezidiv
(S. 1).
3.
2
Vom 26. März bis 8. April 2013 war der Beschwerdeführer erneut im
F._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 8. April 2013
(Urk.
6
/
23
/8-9)
diagnostizierten die Ärzte ein drittes Rezidiv eines sekundären
Spontanpneumothorax
rechts sowie einen Clusterkopfschmerz. Nach einer pro
longierten Fistelung hätten beide
Thoraxdrainagen
entfernt werden können. Die Lunge zeige sich weiterhin ausgedehnt, sodass der Beschwerdeführer in stabilem Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause habe entlassen werden können (S. 1).
Eine Verlaufskontrolle am 30. April 2013 ergab einen aus
thoraxchirurgischer
Sicht klinisch sowie radiologisch erfreuliche
n
Verlauf, die Behandlung
sei abge
schlossen (Urk. 6/23/14-15).
3.
3
Eine am 18. Juni 2014 durch die Ärzte des
G._
, Radiologie, vorgenommene MRI-Untersuchung der Brust- und Lendenwirbelsäule ergab eine fortgeschrittene
Osteochondrose
L5/S1 mit Retroposition des LWK5 gegenüber SWK1 sowie leicht- bis höchstens
mässiggradiger
Osteochondrose
der restlichen lumbalen wie auch thorakalen Segmente
(Urk. 6/23/1)
.
3.
4
In ihrem Bericht vom 13. Mai 2015 (Urk. 6/23/2-3) nannten die Ärzte des
G._
, Pneumologie/
Somnologie
, folgende Diagnosen (S. 1):
-
Verdacht auf
muskuloskelettale
Thoraxschmerzen
-
thorakovertebrales
beziehungsweise
thorakolumbovertebrales
Syndrom
-
thorakospondylogenes
beziehungsweise
thorakokostales
Syndrom rechts
-
rezidivierende
Spontanpneumothoraces
rechts
-
Clusterkopfschmerz
Der Beschwerdeführer stelle sich bei persistierenden
Thoraxschmerzen
zur
pneumologischen
Beurteilung vor. Seit zwei Jahren beziehungsweise seit der letz
ten
Thorakoskopie
bestehe ein rechtsthorakaler Schmerz, dieser
aggraviere
bei tiefer Inspiration, Husten und Niesen und bessere bei Bauchlage (S. 1).
Die Spiro
metrie zeige überraschenderweise formal normale statische und dynamische Lun
genvolumina, wenn auch diese eher an der unteren Grenze der Norm seien. Die
Aetiologie
der Schmerzen dürfte wohl im Bereich des muskulären beziehungs
weise
skelettalen
Systems liegen, differentialdiagnostisch denkbar wäre auch eine Schmerzursache im Rahmen der beschriebenen Bandscheibenproblematik (S. 2).
3.
5
Die
behandelnde Ärztin
der
A._
,
H._,
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte in ihrem Bericht vom 14. Januar 2016 (Urk. 6/17) folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10), bestehend seit der Kindheit
-
Status nach schwerer depressiver Episode ohne psychotische Symp
tome Januar 2015
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und passiv-aggres
siven Anteilen (ICD-10 F61.0), bestehend seit der Jugend
Die depressive Symptomatik zeige sich unter der bisherigen ambulanten psychi
atrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit Einsatz verschiedener antidepres
siver Psychopharmakotherapien bis zum aktuellen Zeitpunkt unverändert, ausser dass sich die Angst- und Weinattacken zurückgebildet sowie die Schlafstörungen deutlich verbessert hätten (S. 3 Ziff. 1.4). Es sei davon auszugehen, dass unter einer weiterführenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit Ein
satz de
s
cogniti
ve
behavioral
analysis
s
ystem
of
psychotherapy
eine weitere
Re
gredienz
der aktuellen depressiven Episode erreicht werden könne. Die kombi
nierte Persönlichkeitsstörung erschwere die eigentliche Behandlung der depressi
ven Störung, wirke sich negativ auf den Heilverlauf und die Prognose einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes aus und sei durch psychotherapeutische In
terventionen nur schwer zu beeinflussen (S. 4 Mitte).
Bisher habe eine ambulante integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit einer Frequenz von wöchentlichen Einzelsitzungen mit kognitiv-
behavioralen
, störungsspezifi
schen Interventionen bezogen auf die depressive Störung stattgefunden.
Je nach Krankheitsverlauf sei eine weitere Intensivierung des Behandlungssettings zu empfehlen (S. 4 Ziff. 1.5). Als Hochbauzeichner sei der Beschwerdeführer seit dem 20. Januar 2015 vollständig arbeitsunfähig (S. 5 Ziff. 1.6). Körperliche Einschrän
kungen bestünden aufgrund der psychiatrischen Erkrankungen nicht, durch den Ausprägungsgrad der depressiven Symptomatik jedoch Defizite der Konzentra
tion bei komplexeren Aufgabestellungen. Die starke Antriebsminderung und die erhöhte Erschöpfbarkeit würden zudem eine verminderte Durchhaltefähigkeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit ergeben. Die Symptome der kombinierten Persönlichkeitsstörung führ
t
e
n
zudem zu einer verminderten Gruppenfähigkeit
. Der Beschwerdeführer sei
auf
einfach strukturierte, vorgegebene Arbeitsabläufe angewiesen, mit einem geringen Zeit- und Leistungsdruck sowie auf regelmässige Pausen. Die Symptome im Rahmen der kombinierten Persönlichkeitsstörung könnten zudem dazu führen, dass der Beschwerdeführer bei kleinsten Unstim
migkeiten am Arbeitsplatz durch entstehende Konflikte im psychischen Zustands
bild destabilisiert werde. Aus psychiatrischer Sicht sei die zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit als Hochbauzeichner nicht mehr zumutbar.
Auch e
ine behinderungsange
passte Tätigkeit sei aufgrund des aktuellen Ausprägungsgrades der depressiven Symptomatik
im Beurteilungsz
eitpunkt nicht möglich. Ab wann eine solche Tä
tigkeit möglich sein werde
,
hänge vom Krankheitsverlauf ab und könne noch nicht vorausgesagt werden (S. 5 f. Ziff. 1.7).
3.
6
Im Verlaufsbericht vom 12. September 2016 (Urk. 6/26) führte
Dr.
I._
aus, aufgrund der Behandlungsresistenz und
der
vorhandene
n
chronische
n
De
pression sei ab Januar 2016 ein Wechsel der psychotherapeutischen Methode zur
cognitive
behavioral
analysis
system
of
psychotherapy
, einer spezialisierten The
rapieform für chronische Depressionen
,
erfolgt. Es habe sich jedoch gezeigt, dass einerseits eine notwendige Introspektionsfähigkeit und andererseits eine genü
gend ausgebildete psychische Belastbarkeit für das Gelingen des psychotherapeu
tischen Prozesses gefehlt hätten. Der Beschwerdeführer habe sich nicht ausrei
chend auf die Interventionen einlassen können und auch mit einer starken Er
schöpfung und Verstärkung der Niedergestimmtheit auf die Psychotherapiesit
zungen reagiert. Nach dreimonatiger Behandlung sei darum die psychotherapeu
tische Behandlung wiederaufgenommen worden. Die depressiven Symptome seien nach wie vor zu stark ausgeprägt, als dass eine genügende Belastbarkeit für einen intensiveren therapeutischen Prozess gegeben wäre. Bei Konfrontation mit interaktionellen Problemen reagiere der Beschwerdeführer jeweils mit einer un
mittelbaren Verstärkung der depressiven Symptome und akuter Suizidalität, so dass gegenwärtig ausschliesslich eine
supportive
Psychotherapie mit zweiwö
chentlichen Konsultationen möglich sei (S. 1).
3.
7
Am 26. April 2017 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerdegeg
nerin durch die Ärzte des
Z._
orthopädisch, psychiatrisch und internistisch begutachtet. In ih
rem Gutachten vom 17. Mai 2017 (Urk. 6/40) nannten die Ärzte folgende Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 Ziff. 12.1):
-
Thorako-Lumbovertebralsyndrom
bei Diskushernie Th10/11 mit Kompres
sion der Nervenwurzel Th11 links mehr als rechts,
Diskusprotrusion
L3/4 mit leichter Dorsalverlagerung der Nervenwurzel L4 rechts und mässiger
Spondylarthrose
, schwerer
Osteochondrose
L5/S1 mit medianer Dis
kushernie und
Spondylarthrose
rechts mit Kompression der Nervenwurzel L5 rechts
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte so
dann folgende (S. 40 Ziff. 12.2):
-
Osteochondrose
C5/6 mit
Anterolisthesis
C5 gegenüber C6 Grad I nach
Meyerding
-
akzentuierte narzisstisch kränkbare und passiv aggressive Persönlich
keitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Präadipositas
-
bulläres
Lungenemphysem, Status nach dreimaligem
Spontanpneumotho
rax
rechts 2007 - 2013
, Oberlappenspitzenresektion mit
Pleuraabrasio
2008,
thorakoskopischer
Adhäsiolyse
,
Bullaresektion
und
Talkpleurodese
2013 und Re-
Talkpleurodese
2013
-
Nikotinabusus (10 pack
years
)
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie
-
Horton’sche
Neuralgie (
cluster
headache
)
Aus orthopädischer Sicht könnten die
thorakolumbalen
Schmerzen und die ab
normen Untersuchungsbefunde der BWS und LWS im Wesentlichen auf die im MRI dokumentierte Diskushernie Th10/11 mit Kompression der Nervenwurzel Th11 beidseits zurückgeführt werden, ebenso wie die Ausstrahlung der Schmer
zen in das Abdomen. Die lumbalen Schmerzen seien durch die im MRI nachge
wiesene
Diskusprotrusion
L3/4 sowie die deutliche
Osteochondrose
L5/S1 zumin
dest teilweise erklärt. Die bei der Untersuchung angegebene Hyposensibilität la
teral am Oberschenkel links, medial am Oberschenkel rechts sowie am Unter
schenkel und Fuss links sei dadurch aber nicht objektiviert. Auch das Ausmass der subjektiven Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit könne mit den objektiven Befunden nicht ganz nachvollzogen werden. Körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten in kalter und feuchter Umgebung, vorwiegend sitzend oder stehend, mit häufig inklinierten,
reklinierten
und rotierten Körperhaltungen, könnten dem Beschwerdeführer nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden (S. 36).
Aus internistischer Sicht habe der Beschwerdeführer zwischen den Jahren 2007 und 2013 bei
bullösem
Lungenemphysem drei
Spontanpneumothora
ces
mit an
sc
h
liessenden chirurgischen Interventionen erlitten. Seither habe sich die Situa
tion stabilisiert. Der Beschwerdeführer gebe noch
muskuloskelettale
Thora
xschmerzen
an, welche die Arbeitsfähigkeit aber nicht beeinträchtigten. Einen Cluster-Kopfschmerz erleide der Beschwerdeführer nur noch einmal jährlich
. Aus internistischer Sicht fühle sich der Beschwerdeführer gesund und voll leistungs
fähig, diese Beurteilung entspreche auch der gutachterlichen Einschätzung (S. 36 f.).
Etwa Mitte 2014 habe der Beschwerdeführer eine zunehmende depressive Störung entwickelt,
weshalb er sich
im Januar 2015 in psychiatrische und psychothera
peutische Behandlung begeben
habe
. Die behandelnde Psychiaterin habe eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome beschrieben. Unter an
tidepressiver Medikation
habe nach etwa einem Monat eine leichte
Besserung des psychischen Zustandsbildes erreicht werden können und es könne nach den anamnestischen Angaben und dem zu erhebenden psychischen Status seither eine anhaltende mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom ange
nommen werden. Nach den beschriebenen Belastungen in der Kindheit und Ju
gendzeit, vor allem mit körperlichen Beschwerden, liessen sich Hinweise für ak
zentuierte, narzisstisch-kränkbare und passiv-aggressive Persönlichkeitszüge er
heben, wobei die aggressiven Persönlichkeitszüge eher gegen sich selbst gerichtet seien. Der Beschwerdeführer sei seit jeher leicht
kränkbar
, verletzbar mit p
assiv-aggressiven Anteilen. Jedoch würden diese Persönlichkeitszüge nicht die Inten
sität einer Persönlichkeitsstörung erreichen (S. 37). Bei einer Persönlichkeitsstö
rung handle es sich um tief verwurzelte anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigten. Es sei dem Beschwerdeführer jedoch möglich gewesen, eine Berufsaus
bildung als Hochbauzeichner zu erreichen und er habe auch über Jahre seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen können, wobei es vor allem aufgrund der kör
perlichen Beschwerden zu häufigen Stellenwechseln gekommen sei. Damit hätten die zu erhebenden Persönlichkeitszüge nicht zu einer wesentlichen Störung der sozialen Funktions- und Leistungsfähigkeit geführt, sodass nur akzentuierte Per
sönlichkeitszüge anzunehmen seien. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung, Reali
tätsprüfung und Urteilsbildung, Affektsteuerung, Impulskontrolle sowie Intenti
onalität und Antrieb seien vor allem durch die depressive Störung beeinträchtigt. Trotz der multiplen körperlichen Beschwerden bestünden keine Hinweise für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Jedoch könne eine psychogene Über
lagerung der körperlichen Beschwerden in Zusammenhang mit der depressiven Störung angenommen werden.
Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung habe anfangs einmal pro Woche stattgefunden, seit zwei bis drei Monaten noch alle zwei Wochen, kombiniert mit einer antidepressiven Medikation. Der Beschwerdeführer erhalte derzeit nur eine antidepressive Medikation abends, wo
runter einer Besserung der Schlafstörungen, der Affektlabilität und der Suizidge
danken habe erreicht werden können (S. 38). Nachdem bisher keine wesentliche Besserung der depressiven Störung habe erreicht werden können, solle weiterhin versucht werden, die antidepressive Medikation zu intensivieren, wobei aufgrund der bisherigen Nebenwirkungen und der bekannten Clusterkopfschmerzsympto
matik der Einsatz von Antidepressiva limitiert erscheine (S. 38 f.). Sollte unter ambulanten therapeutischen Massnahmen keine ausreichende Besserung des psy
chischen Zustandsbildes zu erreichen sein, könnten auch teilstationäre oder sta
tionäre psychiatrische Behandlungen durchgeführt werden. Der Beschwerdefüh
rer zeige einen deutlichen Leidensdruck. Trotz der
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syn
drom, könne eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer be
ruflichen Tätigkeit mit Verwertung der Arbeitsfähigkeit angenommen werden
(S.
39).
Die Arbeitsfähigkeit als Hochbauzeichner, körperlich leicht, primär sitzend und in temperierten Räumen, betrage aus orthopädischen Gründen seit spätestens Juni 2014 bei voller Stundenpräsenz 70 %. Aufgrund der rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom und Be
einträchtigung der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, des An
triebs, der Interessen, der Motivation, der Kontaktfähigkeit und der Dauerbelast
barkeit, betrage die Arbeitsfähigkeit als Hochbauzeichner seit Februar 2015 ge
samthaft bei voller Stundenpräsenz 50 % (S. 40 Ziff. 13.1). Körperlich leichte Tä
tigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhaltungen könnten seit Juni 2014 bei voller Stundenpräsenz zu 100 % zugemutet werden. Seit Februar 2015 betrage die Arbeitsfähigkeit zusätzlich für Arbeiten ohne erhöhte emotionale Be
lastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität
, ohne An
forderungen an die Konzentrationsfähigkeit, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung gesamthaft bei voller Stunden
präsenz 60 % (S. 40 f. Ziff. 13.2). Die Arbeitsfähigkeit bestehe seit Juni 2014 und einer sofortigen beruflichen Eingliederung stünden keine medizinischen Hinde
rungsgründe entgegen (S. 41 Ziff. 13.3). Aus psychiatrischer Sicht erscheine die Prognose nach dem bisherigen Krankheitsverlauf nur begrenzt günstig. Sollte trotz ambulanter therapeutischer Massnahmen keine Besserung des psychischen Zustandsbildes zu erreichen sein, sei eine teilstationäre oder stationäre Behand
lung zu empfehlen. Unter diesen therapeutischen Massnahmen sei innerhalb eines Jahres im günstigen Fall eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit Leis
tungssteigerung und gesamthaft bei voller Stundenpräsenz etwa 70%iger Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit zu erwarten (S. 41 Ziff. 13.4).
3.
8
In ihrer Stellungnahme vom 5. September 2017 (Urk. 6/57) führte
Dr.
I._
aus, die im Gutachten genannten Diagnosen seien
nicht zutreffend
. Es sei weiterhin von einer gegenwärtig schweren depressiven Episode ohne psychoti
sche Symptome bei rezidivierender depressiver Störung sowie einer kombinierten Persönlichkeitsstörung auszugehen
(S. 1 Ziff. 1.1, S. 2 Ziff. 1.2).
Der Beschwerde
führer schaffe es seit der Kindheit/Jugend nicht, länger andauernde, enge zwi
schenmenschliche Beziehungen einzugehen und beruflich langfristig Fuss zu fas
sen. Es bestünden rigide Muster des Denkens, Fühlens und Handelns, welche seit mindestens der Jugendzeit stabil andauerten, auf mehrere Lebensbereiche einen negativen Einfluss hätten und beim Beschwerdeführer sowie den nahestehenden Personen einen grossen Leidensdruck auslösten (S. 2 oben). Aus ihrer Sicht sei der Beschwerdeführer bei den vorliegenden Diagnosen im ersten Arbeitsmarkt aufgrund der chronischen und schweren Ausprägung mit fehlender Belastbarkeit und der Gefahr einer weiteren Verschlechterung des psychischen Gesundheitszu
standes bis zur akuten Selbstgefährdung im Rahmen von kleinsten Überforde
rungssituationen nicht vermittelbar. Das im Gutachten aufgeführte Belastungs
profil beschreibe die Anforderungen, welche üblicherweise für eine Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt zutreffen würden (S. 2 Ziff. 2.2). Die bisher
durchgeführten medizinischen und medikamentösen Behandlungen seien ausreichend. Beim Be
schwerdeführer liege eine homozygote Genvariante vor, welche die Passage von Antidepressiva
durch
die Blut-Hirn-Schranke deutlich behindere, so dass die meisten der gängig eingesetzten Antidepressiva unwirksam bis kaum wirksam seien. Psychotherapeutisch zeige sich, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Komorbidität der kombinierten Persönlichkeitsstörung in seiner Mitwirkungsfä
higkeit eingeschränkt sei. Aufgrund des geäusserten Patientenwillens gegen eine Teilnahme an Gruppen-Behandlungsprogrammen wegen akuter Zunahme von depressiven Symptomen bei Reizüberflutung unter Menschen sei bisher auf eine Intensivierung des Behandlungssettings im Sinne einer tagesklinischen oder sta
tionären Behandlung verzichtet worden. Die Fähigkeit zur Mitwirkung sei durch die narzisstischen und passiv-aggressiven Persönlichkeitszüge deutlich vermin
dert und eine Forcierung des Beschwerdeführers dazu wäre mit dem Risiko einer akuten Zunahme der depressiven Symptome und Suizidalität verbunden. Somit bleibe, das aktuelle Therapiesetting der Einzelsitzungen fortzuführen (S. 3 Ziff. 3).
3.9
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, führte am 7. April 2018 (Urk. 15) aus, es würden folgende Problemkreise vorliegen: Cluster Kopf
schmerzen, Lungenprobleme, Rückenbeschwerden, chronisch
e
bis manische De
pression mit neu aufgetretenen Angstattacken. Während eines Cluster-Kopf
schmerz-Anfalls sei ein geordnetes Leben nicht möglich. Ein
Mantelpneumotho
rax
könne jederzeit auftreten und zu teilweise lebensbedrohlichen Situationen führen. Die schmerzhaften Residuen der Lungenoperationen führten zu perma
nenten Schmerzen im rechten Brustkorb (S. 2).
Die orthopädischen Untersu
chungsbefunde seien im Gutachten korrekt wiedergegeben worden, die Bildge
bung korrekt interpretiert. Die Beurteilung sei jedoch nicht nachvollziehbar. Eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten Tätigkeit sei nicht nachvollzieh
bar, eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Tätigkeit eine Anmas
sung. Die Arbeitstätigkeit als Hochbauzeichner werde als körperlich leicht, primär sitzend und in temperierten Räumen beschrieben. Das sei nicht richtig, der Beruf als Hochbauzeichner stelle einen recht anstrengenden, konzentrierten Beruf mit einer ausschliesslich fixierten Haltung vor dem PC dar. Es sei alles andere als eine abwechslungsreiche Tätigkeit
. Bei den bestehenden Konzentrationsstörungen seien Fehler programmiert mit möglichen fatalen Auswirkungen (S. 3). Seines Er
achtens sei eine Arbeitsfähigkeit nicht gegeben. Die Kombination von vier völlig verschiedenen chronischen, schweren Krankheiten lasse eine Arbeitsfähigkeit nicht zu. Er könne der Beurteilung im Gutachten nicht zustimmen und empfehle eine neuerliche orthopädische Begutachtung (S. 4).
3.10
Der Bericht von
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Anästhesiologie, vom 1
5.
Oktober 2018 (
Urk.
13) wurde zwar erst nach Erlass der Verfügung vom Februar 2018 verfasst, er betrifft jedoch Beschwerden im Zusammenhang mit den erlittenen
Pneumothoraces
, welche bereits vor Erlass der Verfügung bestanden und Gegenstand des Gutachtens und somit der Verfügung waren, weshalb dieser Bericht vorliegend zu berücksichtigen ist.
Dr.
J._
nannte darin die Diag
nose eines chronischen Postthorakotomie Syndroms rechts mit Mixed
Pain
,
Tho
raxschmerzen
(S. 1 und S. 2 unten). Als Lokalbefund erhob sie ein
Flector
-Pflaster rechts thorakal, die Angabe einer leichten Hyperalgesie im oberen
Thora
xquandranten
, eine unauffällige äusserliche
Thoraxsilhouette
und reizlose, nicht
druckdolente
Narben. Es bestehe auch keine sichere
Druckdolenz
thorakal, die Brustwirbelsäule sei nicht
klopfdolent
. Die Auswertung des Schmerzfragebogens habe im Bereich der Depressivität einen erhöhten Wert, eine deutliche Beeinträch
tigung des allgemeinen Gesundheitszustandes sowie eine stark emotional ge
färbte Beschreibung der Schmerzqualität ergeben. Der Versicherte favorisiere zu
nächst weitere lokale schmerzreduzierende Massnahmen. Zusätzlich empfohlen werde ein erneuter Therapieversuch mit einem Antidepressivum und/oder einem Arzneistoff zur
Behandlung der Epilepsie und neuropathischer Schmerzen
. In Er
wägung zu ziehen sei zudem die lokale Anwendung einer
transcutanen
elektri
schen Nervenstimulation (S. 2). Als schmerzmodulierende Co-Faktoren bestünden eine Depression und Rechtsstreitigkeiten (S. 3).
3.
11
Die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte (Urk. 6/12/1-6, Urk. 6/23/10-13, Urk. 6/23/16-34, Urk. 6/25
, Urk. 13
)
enthalten keine für die Be
urteilung der vorliegend strittigen Fragen relevante Angaben und insbesondere keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer kritisiert das
Z._
-Gutachten und macht insbesondere bezüglich
des
psychiatrische
n
Teilgutachten
s
geltend, dieses sei mangelhaft und erfülle die praxisgemässen Kriterien nicht (E. 2.2). Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf die Ausführungen von Dr.
B._
in ihrer Stellungnahme vom 6. September 2018 (Urk. 9)
moniert, die Anamnese- und Befunderhebung sei oberflächlich und ungenau, ist darauf hinzuweisen, dass es der Fachkompetenz des begutachtenden Psychiaters überlassen
ist
, wie er die Exploration im Einzel
nen durchführt.
Zu verweisen ist dabei auf die bundesgerichtliche Rechtspre
chung, welche ausdrücklich darlegt, welchen Anforderungen ein Gutachten zu genügen hat (
BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a
; vgl. vorstehend E. 1.5). Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, dass sich die Befunderhebung auf die AMDP Befunddokumentation beschränke, verlangt die bundesgerichtliche Recht
sprechung für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens einzig eine fachärztlich (psychi
a
trisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich aner
kannten Klassifikationssystem (BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6), sie schreibt den Fachärzt
e
n nicht vor, wie sie bei der Exploration
vorzugehen haben. Selbst das gänzliche Fehlen einer Fremdanamnese mindert den Beweiswert des Gutach
tens nicht. Eine Fremdanamnese mag zwar häufig wünschenswert sein, ist aber nicht zwingend erforderlich
(
Urteil des Bundesgerichts
I 305/06,
vom 22. Mai 2007, E. 3.2).
Insgesamt ist das
psychiatrische Teilgutachten des
Z._
nachvollziehbar und plausibel begründet, in seinen Schlussfolgerungen überzeugend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, sodass darauf ab
gestellt werden kann.
4.
2
Aus somatischer Sicht liegt zunächst
ein
bulläre
s
Lungenemphysem mit Status nach dreimaligem
Spontanpneumothorax
vor, welches jedoch gemäss den Aus
führungen der Gutachter keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat
. Der Beschwerdeführer selber hielt anlässlich der Begutachtung fest, er fühle sich aus internistischer Sicht gesund und voll leistungsfähig, auch der Cluster-Kopf
schmerz trete lediglich noch einmal jährlich auf
(E. 3.7). Diese Beurteilung stimmt
denn auch
mit derjenigen der Ärzte des
F._
_
überein, welche
die Behandlung
am 30. April 2013
abgeschlossen hatten
(E. 3.2).
In Bezug auf den Bericht von
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.10) ist festzuhalten, dass sie keine objektiven, lokal festzustellenden Befunde erheben konnte, welche die geklagten
Thoraxbeschwerden
erklären konnten. Entsprechend kam
Dr.
J._
zur Diagnose des chronischen
Postthorakotomie
Syndroms rechts mit Mixed
Pain
, was einem
chronischen Schmerz nach einer
Thorakotomie
ent
spricht. Dieser wurde im
Z._
-Gutachten berücksichtigt und als die Arbeitsfä
higkeit nicht beeinträchtigend eingeschätzt (
Urk.
6/40 S. 36 f.). Die gutachterliche Einschätzung wird durch den Bericht von
Dr.
J._
nicht in Zweifel gezo
gen, zumal sie einerseits selber keine daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit at
testierte und andererseits darauf hinwies, dass die Schmerzqualität stark emotio
nal gefärbt beschrieben worden sei, mit einer Depression und Rechtsstreitigkeiten schmerzmodulierende Co-Faktoren bestünden und sie unter anderem ein Antide
pressivum als Therapie empfahl. Es resultieren damit aus dem Bericht von
Dr.
J._
keine objektiven Befunde, welche geeignet wären, die gutachter
liche Einschätzung in Frage zu stellen.
Was sodann die
orthopädischen Beschwerden betrifft, erklärte Dr.
D._
aus
drücklich, die orthopädischen Untersuchungsbefunde seien im Gutachten korrekt wiedergegeben und die Bildgebung korrekt interpretiert
worden
. Allerdings er
klärte er die anschliessende Beurteilung der Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit als nicht nachvollziehbar
und führte aus, eine Arbeitsfähigkeit sei aus seiner Sicht nicht mehr gegeben (E. 3.9).
Dr.
D._
legte jedoch weder begründet noch nachvollziehbar dar, inwiefern die übereinstimmend erhobenen Befunde sich konkret in Abweichung von den
Z._
-Gutachtern auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirken. Es handelt sich somit um eine andere Beurteilung der Beeinträchtigun
gen, ohne dass diese andere Beurteilung plausibler erscheint, zumal auch unklar blieb, ob bei der Beurteilung der Rückenprobleme durch
Dr.
D._
tatsächlich lediglich die Rückenprobleme berücksichtigt wurden angesichts der in diesem Zu
sammenhang erwähnten Konzentrationsschwierigkeiten (
Urk.
9 S. 3 unten). Ent
gegen der Ansicht des Beschwerdeführers
legten die Gutachter
somit auch
soma
tischer
seits
ihre Beurteilung
nachvollziehbar und überzeugend begründet dar (E. 3.6)
.
D
ie Ausführungen von Dr.
D._
vermögen daran nichts zu ändern. Zu beachten ist bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit insbesondere auch, dass es bislang zu keinen Ausfallerscheinungen gekommen ist und dem Beschwerdefüh
rer eine leidensangepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils zugemutet werden kann.
Es liegen im Übrigen keine
weiteren
medizinischen Be
richte bei den Akten, welche dieser Beurteilung entgegenstehen würden.
Insgesamt ist somit der medizinische Sachverhalt aus somatischer Sicht als da
hingehend erstellt zu
er
achten, dass dem Beschwerdeführer
die angestammte Tä
tigkeit als Hochbauzeichner seit Juni 2014
noch
in einem Pensum von 70 % zu
gemutet werden kann. Für
körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhaltungen
ist der Beschwerdeführer
sodann
seit Juni 2014
voll
ständig
arbeitsfähig
.
4.3
Bezüglich der
psychischen Beschwerden ging der psychiatrische Gutachter
von einer rezidivierenden depressive
n
Störung
aus
, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode mit somatischem Syndrom (E. 3.7).
Er führte
unter Hinweis auf die aktuell erhobenen Befunde
nachvollziehbar begründet aus, dass derzeit keine Hinweise für eine schwere depressive Episode vorliegen würden (Urk. 6/40 S. 28 Ziff. 7.5, vgl. auch S. 24 Ziff. 7.2)
.
Demgegenüber di
a
gno
s
tizierte die behandelnde Ärztin Dr.
I._
zunächst ebenfalls eine mittelgradige depressive Episode (E. 3.5-6)
, ging i
n ihrem Bericht vom 5. September 2017
jedoch
von einer schweren de
pressiven Episode aus (E. 3.8
), ohne die
ihrer Ansicht nach
eingetretene Ver
schlechterung näher zu begründen oder mittels Befunden zu belegen. Die Diag
nose einer schweren depressiven Episode vermag sodann auch
deshalb
nicht
zu überzeugen,
da
der Beschwerdeführer nach wie vor eine
supportive
Psychothera
pie mit
lediglich
zweiwöchentlichen Konsultationen besucht (vgl. E. 3.6). Selbst wenn, wie dies Dr.
I._
am 5. September 2017 unter Hinweis auf den aktuellen Gesundheitszustand ausführte, eine Teilnahme an Gruppen-Behand
lungsprogrammen nicht möglich ist (E. 3.8), erscheint es nicht nachvollziehbar, weshalb
bei Vorliegen einer schweren depressiven Episode
die Behandlung nicht mittels Einzelsitzungen intensiviert
und ein Behandlungsrhythmus von zwei Wo
chen als genügend erachtet
wird.
Was sodann die von Dr.
I._
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung be
trifft, verwies der psychiatrische Gutachter auf die abgeschlossene Berufsausbil
dung und die jahrelange Tätigkeit als Hochbauzeichner und führte aus, die beim Beschwerdeführer festgestellten narzisstisch-kränkbaren und passiv-aggressiven Persönlichkeitszüge würden nicht die Intensität einer Persönlichkeitsstörung er
reichen. Die häufigen Stellenwechsel
sodann sind
gemäss den eigenen Aussagen des Beschwerdeführers auf körperliche Beschwerden zurückzuführen
(E. 3.7).
4.4
Insgesamt erweist sich die Beurteilung durch den psychiatrischen Gutachter als nachvollziehbar und überzeugend, weshalb darauf abgestellt werden kann. Der medizinische Sachverhalt ist demnach gestützt auf das
Z._
-Gutachten als da
hingehend erstellt zu
er
a
chten, dass der Beschwerdeführer
seit Februar 2015
aus orthopädischen sowie psychiatrischen Gründen in seiner angestammten Tätigkeit als Hochbauzeichner noch 50 % arbeitsfähig ist, ihm jedoch eine körperlich leichte Tätigkeit in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und ste
hend, ohne häufige inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhaltungen, ohne er
höhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung in einem Pen
sum von 60 % zugemutet werden kann.
5.
5.1
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fach
ärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Er
messensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnes
tische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3).
Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestel
lung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab (erwähntes Urteil 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.2
Nach dem Gesagten ist im Folgenden zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen In
dikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lass
en
. Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das
Z._
-Gutachten mög
lich, weitere medizinischen Abklärungen sind nicht erforderlich.
5.
3
5.
3
.1
Im Rahmen der ersten Kategorie des «funktionellen Schweregrades» ergibt sich mit Bezug auf den ersten Indikator («Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome») aus dem Gutachten, dass der Beschwerdeführer deutlich nieder
geschlagen, affektiv vermindert mitschwingend, nicht aufhellbar, teils etwas
dys
phorisch
und
psychomotorisch leicht unruhig
ist
. Der Gedankenduktus
ist
kohä
rent, das Denken flüssig und geordnet, es
gibt
keine Hinweise für Denk- und Wahrnehmungsstörungen, Zwänge oder Ich-Störungen. Der Beschwerdeführer wirk
t
im Denken
negativistisch
auf seine körperlichen und psychischen Be
schwerden eingeengt und äusser
t
bei fehlenden Zukunftsperspektiven Zukunfts
ängste und Existenzängste
. Es
lassen
sich Suizidgedanken erheben, die unter Me
dikation abgeschwächt
sind,
Hinweise für eine akute suizidale Einengung
finden sich jedoch nicht
. Die Motivation und Interessen
sind
deutlich vermindert. Hinzu k
omm
en Schlafstörungen mit Durchschlafstörungen trotz Medikamentenein
nahme. Es l
a
ssen sich Insuffizienzgefühle erheben mit deutlich vermindertem Selbstvertrauen und mangelndem Selbstwertgefühl (Urk. 6/40 S. 21 Ziff. 5.2).
Demnach bestehen beim Beschwerdeführer deutliche psychische Beeinträchtigun
gen.
Zum Tagesablauf führte der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung aus, wenn er schlafen könne, stehe er gegen 9 oder 10 Uhr auf, füttere die Katze, trinke Kaffee und sehe anschliessend fern. Er sei morgens völlig antriebslos und müde. Ab zirka 14 Uhr kaufe er täglich ein, danach sehe er wieder fern. Dann bereite er sich das Abendessen (meist Fertiggerichte) und esse zwischen 17.30 und 18 Uhr. Danach sehe er wieder fern. Zwischen 19 und 19.30 Uhr nehme er die Abend
medikation mit
Surmontil
ein und gehe zwischen 22 und 23.30 Uhr ins Bett. Hobbies habe er keine, er habe auch früher keine Hobbies ausgeübt (Urk. 6/40 S. 18 Ziff. 3.2.6).
Zum zweiten Indikator («Behandlungserfolg oder -resistenz») hielt der psychiat
rische Gutachter fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit Januar 2015 in psy
chiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung bei
Dr.
I._
, an
fangs einmal pro Woche und seit zwei bis drei Monaten alle zwei Wochen. Die derzeitige Medikation umfasst
Flectoparin
morgens sowie
Surmontil
200 mg a
bends. Auf andere Antidepressiva
habe der Beschwerdeführer mit Nebenwirkun
gen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwitzen reagiert (
Urk.
6/40 S. 19 Ziff. 3.2.9).
Beim Beschwerdeführer liegt nachgewiesenermassen zufolge einer ge
netischen Disposition eine Bluthirnschranke vor, welche die
Behandlung mit An
tidepressiva einschränkt (
E. 3.8,
vgl.
auch
Urk. 6/58)
und dementsprechend die vom
psychiatrische
n
Gutachter
empfohlene Intensivierung der antidepressiven Medikation erschwert. Hingegen wurden noch nicht alle therapeutischen Mass
nahmen ausgeschöpft, selbst wenn eine stationäre oder teilstationäre Behandlung aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar sein sollte. So liegen beispielsweise auch keine Angaben zu alternativen Behandlungsmethoden vor.
Als Komorbidität sind da
s
Thorako-Lumbovertebralsyndrom
, die
Osteochondrose
sowie
der Cluster-Kopfschmerz zu erwähnen,
wobei letzterer
gemäss
den
eigenen
Angaben des Beschwerdeführers lediglich noch einmal pro Jahr auftritt (E. 3.7).
5.
3
.2
Bezüglich Persönlichkeit hielt der psychiatrische Gutachter fest, es liessen sich Hinweise für akzentuierte, narzisstisch-kränkbare und passiv-aggressive Persön
lichkeitszüge erheben, wobei die aggressiven Persönlichkeitszüge eher gegen sich selbst gerichtet seien. Der Beschwerdeführer sei seit jeher leicht
kränkbar
und verletzbar mit passiv-aggressiven Anteilen. Diese Persönlichkeitszüge würden je
doch nicht die Intensität einer Persönlichkeitsstörung erreichen (Urk. 6/40 S. 25 oben).
5.
3
.3
Betreffend den sozialen Kontext ist bekannt, dass der Beschwerdeführer alleine
und
sozial zurückgezogen
lebt
.
Gemäss seinen eigenen Angaben
bestehen selten soziale Kontakte mit Bekannten und Kollegen. Einmal pro Monat
isst
er gemein
sam mit einem Kollegen
, m
ehr Kontakte
hat
er mit seiner Schwester. Mit dem Vater
hat
er wegen wiederholten Unstimmigkeiten selten Kontakt, mit dem Bruder gar keinen.
Der Beschwerdeführer ist
ledig und
hatte
bisher keine richtige Part
nerbeziehung (Urk. 6/40 S. 18 Ziff. 3.2.5, S. 20 oben, S. 26 oben).
Damit verfügt der Beschwerdeführer nur über sehr wenig soziale Ressourcen.
5.
4
Zu prüfen ist weiter die zweite Kategorie der «Konsistenz». Bei der Umschreibung des sozialen Umfeldes im Rahmen des Indikators «gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen» fällt auf, dass der Beschwerdeführer mit Ausnahme der Schwester wenig Kontakte zu haben scheint. Lediglich einmal pro Monat trifft er sich mit einem Kollegen (vorstehend E. 5.2.3). Hobbies übt der Beschwerdeführer keine aus, auch Motivation und Interessen lassen sich nur wenig erkennen (Urk. 6/40 S. 18 Ziff. 3.2.6, S. 26 oben)
. Insgesamt lässt sich eine relativ gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen erheben.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des «behandlungs- und eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks» ist schliesslich festzuhalten, dass sich der Be
schwerdeführer seit Januar 2015 in psychiatrisch und psychotherapeutischer Be
handlung befindet und auch eine antidepressive Medikation erhält.
Zudem be
suchte er eine spezialisierte Therapieform für chronische Depression
en
, welche jedoch keinen Erfolg zeigte (E. 3.5-6). Insgesamt
lässt
der aktuelle
Behandlungs
rhythmus von einer Therapiesitzung alle zwei Wochen
angesichts des vo
m psy
chiatrischen Gutachter festgestellten Leidensdrucks und
d
er empfohlenen Intensi
vierung der Therapien
(Urk. 6/40 S. 27 Mitte)
einen Ausbau der Therapie zu
.
5.
5
Zusammenfassend führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass
trotz der nicht vollen Ausschöpfung der möglichen Therapiemassnahmen
auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus
dem psychiatrischen
Z._
-Teilgutachten
ergibt, abgestellt werden kann. Dementsprechend besteht
in der angestammten Tätigkeit als Hochbauzeichner
eine Restarbeitsfähigkeit
von 50 %
sowie
in einer leidensangepassten Tätigkeit
eine solche von 6
0 %
.
Was den Beginn der Einschränkungen betrifft, setzten die Gutachter diesen auf Juni 2014 bezüglich der somatischen Beeinträchtigungen sowie Februar 2015 aufgrund der psychischen Beschwerden fest.
6.
6.1
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Angesichts der bei der Beschwerdegegnerin am 24. August 2015 eingegangenen Anmeldung (vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 6 S. 1)
besteht
ein allfälliger Rentenanspruch frü
hestens ab dem 1. Februar 201
6.
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Ren
tenbeginns, mithin auf das Jahr 2016, abzustellen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens arbeitete der Beschwerdeführer als Hoch
bauzeichner, wobei er oft nur über kürzere Zeiträume bei demselben Arbeitgeber tätig war und häufig die Stellen wechselte. Dazwischen bezog er Arbeitslosenent
schädigung (vgl. IK-Auszug, Urk. 6/9). Die Beschwerdegegnerin stütze sich des
halb für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne und ging vom Einkommen für «Sonstige Bürokräfte und verwandte Berufe» aus (vgl. Urk. 6/46 S. 1).
Dabei ist, wie erwähnt (vorstehend E. 6.1), von den Gegebenheiten des Jahres 2016 auszugehen, womit auf den von der IV-Stelle errechneten Betrag von Fr. 74'247.60 (
Urk.
6/46,
Urk.
2 S. 3) abzustellen ist, der vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde (
Urk.
1 S. 10).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Dem Beschwerdeführer kann gemäss der Beurteilung im
Z._
-Gutachten eine körperlich leichte Tätigkeit in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhaltungen, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung in einem Pensum von 60 % zugemutet werden. Die Tätigkeit als Hochbauzeichner erweist sich dabei als nicht mehr geeignet. Das Invalideneinkommen ist daher gestützt auf den standardisierten Durchschnittslohn in sämtlichen Zweigen des privaten Sektors zu bestimmen und es ist vom mittleren Lohn für Männer,
die praktische Tätigkeiten
wie Verkauf, Datenverarbeitung und Administration aus
führen, auszugehen. Dieser belief sich im Jahre 2016 auf Fr. 5'646.-- (LSE 2016, Tabelle TA1, Total Männer, Niveau
2
), mithin Fr. 67'752.-- im Jahr (Fr. 5'646.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (vgl. vorstehend E. 6.2) ergibt dies für das Jahr 2016 ein Einkommen von
rund
Fr.
70'631.-- (Fr. 67'752.
-- :
40 x 41.7). Nachdem dem Beschwerdeführer auch in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich ein Pen
sum von 60 % zugemutet werden kann, beträgt das Invalideneinkommen rund Fr. 42'379.-- (Fr. 70'631.-- x 0.6).
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Ar
beitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Ur
teile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.4; 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19. No
vember 2009 E. 2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2
).
Bei Versicherten, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, ist unter dem Titel «Beschäftigungsgrad» ein Abzug vom Ta
bellenlohn vorzunehmen, wenn Teilzeitarbeit nach der im konkreten Fall an
wendbaren Tabelle vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeit
tätigkeit (Urteil 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen). Dagegen rechtfertigt der Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1).
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungs
grad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durch
schnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von 50-74 % bei Män
nern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) kei
nen zusätzlichen Tabellenlohnabzug (Bundesamt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Voll
zeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachlässigbare Differenz (von Fr. 5.--) und so
mit kein wesentlicher Unterschied. Bei Berücksichtigung der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle besteht zwar bei den angegebenen Werten (Fr. 5‘714.-- [Teilzeitpensum] und Fr. 6‘069.--[Vollzeitpensum]) eine Differenz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine überproportionale Lohneinbusse (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen kann dem Beschwerdeführer le
diglich noch eine Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbe
lastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Kon
zentrationsfähigkeit, ohne vermehrte Kundenkontakte sowie ohne überdurch
schnittliche Dauerbelastung zugemutet werden. Daraus erhellt, dass wohl aus
schliesslich Stellen ohne Kaderfunktion in Frage kommen und dementsprechend kein zusätzlicher Lohnabzug gerechtfertigt ist.
6.5
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 42'379.-- (vorstehend E. 6.3) sowie einem
Valideneinkommen
von Fr. 74'
247.60
(vorstehend E. 6.2) ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 31'8
68.60
, was einem Invaliditätsgrad von
rund
4
3
% und damit einer
Viertelsrente
ab 1. Februar 2016 entspricht.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 1. Februar 2018 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.