Decision ID: 96d336c3-a8aa-4062-95b2-43089f1414e4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, reiste im Jahr 1998 aus Kroatien in die Schweiz ein. Im Jahr 2004 erlangte er das Schweizer Bürgerrecht (Urk. 10/1, Urk. 10/2/1, Urk. 10/2/3, Urk. 10/3). In der Schweiz hatte er verschiedene temporäre Anstel
lungen und war unter anderem als Chauffeur tätig (Urk. 10/1/1-2). Von 2008 bis 2010 bezog er Arbeitslosenentschädigung (Urk. 10/1/1, Urk. 10/7). Danach folg
ten weitere temporäre Arbeitsverhältnisse (Urk. 10/1/1). Am 17. Februar 2014 meldete er sich unter Hinweis auf Depressionen, eine posttraumatische Belas
tungsstörung
(PTBS)
und ein Kriegstrauma bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 10/2, Urk. 10/5). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Im Zuge ihrer Abklärungen holte sie insbesondere den Austrittsbericht der
Y._
vom 24. Januar 2014 (Urk. 10/10/7-10) sowie die Berichte des behandelnden Psyc
hiaters, Dr. Z._
, vom 16. Juni 2014 (Urk. 10/11),
8.
Mai
2015 (
Urk.
10/24) und 28. Januar 2016 (Urk. 10/34) ein. Am 19. Juni 2015 auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten die
Durchführung von fachärzt
licher
Psycho- und vor allem Pharmakotherapie, vorzugsweise erneut im statio
nären Rahmen
,
zur Verbesserung des Gesund
heits
zustandes als Schadenminde
rungspflicht (Urk. 10/25). In der Folge holte sie das psychiat
rische Gutachten von Dr. med.
A._
,
MSc
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Juli 2017 ein (Urk. 10/45). Hernach forderte die IV-Stelle den Versicherten mit Schreiben vom 16. August 2017 erneut zur Durch
führung einer Psychothera
pie auf (Urk. 10/48). Sodann kündigte sie ihm mit Vorbescheid vom 16. August 2017 die Abweisung seines Leistungs
begehrens an (Urk. 10/49). Dagegen liess der Versicherte am 22. September 2017 Einwand erheben (Urk. 10/50). In der Folge liess der Versicherte am 23. Oktober 2017 und 7. Februar 2018 jeweils eine ergänzende
Einwandbegründung
einreichen (Urk. 10/57, Urk. 10/62). Nach der Prüfung dieses Einwandes verfügte die IV-Stelle am 16. Mai 2018 wie vor
be
schieden die Abweisung des Leistungs
begehrens (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 18. Juni 2018 Beschwerde. Er liess die folgenden Anträge stellen (Urk. 1 S. 1):
«
1.
Die Verfügung sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
2.
Es sei eine erneute psychiatrische Begutachtung vorzunehmen.
3.
Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 EMRK durchzuführen. Es sei der Beschwerdeführer zur Frage der
durchlittenen
traumatischen Belastun
gen zu befragen.
4.
Es sei die Ehefrau des Beschwerdeführers als Zeugin zu befragen.
5.
Es sei dem Beschwerdeführer in der Person des Unterzeichneten ein unent
geltlicher Rechtsbeistand zu bestellen und die unentgeltliche Ver
fahrens
führung zu bewilligen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin.»
2.2
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 16. August 2018 (Urk. 6) zur Substantiierung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nebst dem For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 7) einzelne Belege (Urk. 8) ein.
2.3
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 28. August 2018 Abweisung der Beschwerde (Urk. 9, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 10/1-72]), was dem Beschwerdeführer am 29. August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
2.4
Mit Beschluss vom 1
1.
September 2019
wurde das Gesuch des Beschwerdeführers vom 1
8.
Juni 2018 um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters abgewiesen (Urk. 18).
2.5
Am 1
2.
November 2019 wurde eine Hauptverhandlung durchgeführt (vgl. Proto
koll S.
4-6
), anlässlich welcher der Beschwerdeführer
weitere Unterlagen (Urk.
24/1-5) zu den Akten reichte. Die Beschwerdegegnerin, welcher das Erschei
nen freigestellt worden war (
Urk.
20 S. 2
), blieb dem Verhandlungstermin wie von ihr angekündigt (
Urk.
22
) fern.
2.6
Mit
V
erfügung vom
1
9.
November 2019
wurden der Beschwerdegegnerin je eine Kopie der
Plädoyernotizen
von Rechtsanwalt
Soluna
Girón
(
Urk.
23) sowie Kopien der bei der Hauptverhandlung eingereichten Unterlagen (
Urk.
24/1-5) zugestellt
(
Urk.
25)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat
.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 16. Mai 2019 führte die Beschwerde
geg
ne
rin im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer mache geltend, dass er an einer PTBS leide. Eine PTBS sei definitions
gemäss eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis, eine Situation aussergewöhnlicher Bedro
hung oder katastrophenartigen Aus
mas
ses. Voraus
gesetzt sei, dass die Beein
trächtigungen innert sechs Monaten nach dem Ereignis auftreten würden. Diese Voraussetzung erfülle der Beschwerdefüh
rer nicht. Der Beschwerdeführer sei von 1979 bis 1983 in der jugoslawischen Armee gewesen und habe später von 1990 bis zum Ende des Kroatienkrieges im Jahr 1995 im kroatischen Milit
är als Offizier gedient (Urk. 2
S.
2). Er habe an
ge
geben, dass er während des Krieges Folter, Verstümmelung und Mord an Kollegen habe miterleben müssen (Urk. 7/10/8). Nach dem Krieg sei er in Kroatien als Chauffeur tätig ge
wesen. Im Jahr 1998 sei er in die Schweiz eingereist, wo er im Jahr 2002 eine Ausbildung als Buschauffeur und im Jahr 2009 die Staplerprüfung absolviert habe. Er habe bis 2008 gearbeitet und danach Arbeitslosenent
schä
di
gung bezogen bis er im Jahr 2010 ausgesteuert worden sei. Nach verschiedenen temporären Arbeitsstellen sei der Beschwerde
führer im Jahr 2013 arbeitsunfähig geschrieben worden (Urk. 2 S. 2). Anhand der Erwerbsbiographie sei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in seiner Erwerbs
fähigkeit krankheitsbedingt nicht eingeschränkt gewesen sei. Verschiedene Stellenwechsel seien aufgrund von Un
stimmigkeiten mit dem Teamchef aufgrund von Problemen mit der Spesen
abrechnung oder nicht erhaltenen Ferien erfolgt. Die gesundheitlichen Probleme seien erst im April 2013 aufgetreten, als der Beschwerdeführer bereits aus
ge
steuert gewesen sei. Die Beeinträchtigung könne nicht mit einer PTBS in Zusam
menhang gebracht werden. Dafür seien vorliegend vielmehr äussere Faktoren, wie namentlich die fehlende Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers, verant
wortlich. Es komme hin
zu, dass eine beeinträchtigte Person bei einer PTBS die Umgebung, wo es zu einem extrem belastenden Erei
g
nis gekommen sei, meiden würde,
aber
der Beschwerdeführer
habe
mehrmals un
beschwert Ferien in Kroatien verbringen können. Sodann würden der Beschwer
deführer und sein behandelnder Psychiater zwar angeben, dass der Beschwerde
führer im Er
werbsbereich eingeschränkt sei. In der Freizeitgestaltung seien aller
dings keine Einschränkungen ersichtlich. Der Beschwerdeführer treffe sich regel
mässig mit Kollegen, unterstütze seine Ehefrau in der Haushaltsführung und habe
mehrere Reisen durchgeführt. Hinzuweisen sei schliesslich auch auf die nicht voll aus
ge
schöpften Therapiemöglichkeiten, welche auf einen verminderten Leidens
druck hinweisen würden. Beispielsweise sei bislang eine stationäre Behandlung oder eine regelmässige engmaschige psychiatrische Therapie inklu
sive Medika
tion
nicht
erfolgt (Urk. 2 S. 3). Daher seien keine IV-relevante
n
Einschrän
kungen der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen. Er habe somit keinen An
spruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung (Urk. 2 S. 3).
1.3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber
im Wesentlichen
vorbringen, dass er im Jugoslawien-Krieg an der Seite von Kroatien als Offizier gegen Serbien gekämpft habe. Der Gutachter Dr.
A._
habe entweder die konkreten Kriegs
erleb
nisse nicht erfragt oder sie wegen des langen Verlaufs zwischen der Untersuchung des Beschwerde
führers und der Gutachtensausfertigung nicht mehr präsent gehabt. Schon darau
s
lasse sich herleiten, dass sein Gutachten nicht beweiskräftig sei. Aus den Akten sei zu entnehmen, dass sich mehrere
seiner Kriegskameraden wegen der
Vorfälle während des Krieges
suizidiert
hätten. Auch der Beschwerde
führer habe einen Selbstmordversuch hinter sich. Die Ehefrau des Beschwerde
führers habe in der
Y._
von traumatischen Kriegserlebnissen mit Folter, Verstümmelung und Mord an Kollegen berichtet (Urk. 1 S. 7). Angesicht
s
der Tatsache, dass der Beschwerde
führer als bezahlter Offizier gedient und über 120 Mann befehligt habe sowie, dass der Krieg zwischen Kroatien und Serbien mit grosser Brutalität geführt worden sei, sei es plausibel, dass er in psychisch extrem belastende Situationen geraten sei (Urk. 1 S. 8). Der Gutachter wende gegen das Vorliegen einer PTBS ein, dass die Störung nicht innerhalb der von der ICD «vorgeschriebenen» sechs Monate aufgetreten sei, weil der Beschwerdeführer damals auf dem ersten Arbeitsmarkt habe arbeiten können
(Urk. 1 S. 10)
.
Dies
be
züglich sei festzuhalten, dass der angeblich diagnose-ausschliessende späte Beginn der Symptomatik nach dem Belastungsereignis wissenschaftlich längst überholt sei. Zum einen erwähne bereits die ICD-10 Codierung eine mögliche Latenz von mehr als sechs Monaten. Im DSM-5 sei diese Latenzfrage nicht einmal Teil der Kriterien. Zum anderen sei aus neueren Publikationen bekannt, dass eine PTBS-Symptomatik bei einem Viertel der Fälle erst Monate oder gar Jahre
später entwickelt würde. Typische Auslöser bei einem verzögerten Beginn seien belas
tende Lebenssituationen, welche die bisherigen Bewältigungsstrategien unter
minieren würde
n
. Dieser häufi
ger als vielfach angenommene verzögerte Beginn der Symptomatik sei insbeson
dere im militärischen Bereich keine Seltenheit: Die Prävalenzzahl liege bei 38.2 %
, mithin einem Bereich, der kaum mehr als
Ausnahmeerscheinung bezeich
net werden könne. Es bestünden
alsdann
deutliche Anzeichen dafür, dass der Beschwerde
führer bereits vor der erstmaligen Diag
nosestellung
an psychischen Beschwerden ge
litten habe
. Es sei ihm aber lange gelungen, das Erlebte zu verdrängen be
ziehungsweise das Trauma nament
lich durch die Arbeit zu unterdrücken. Selbst wenn dieses in kompen
siertem Zu
stand eine gewisse, wenn auch nicht besonders erfolgreiche Erwerbs
tätigkeit ermöglicht habe, schliesse das eine PTBS
mit verzögertem
Beginn
in keiner Weise aus
. Auslöser de
s
psychischen «Dammbruchs»
seien
denn auch die akten
kun
digen Probleme mit mehreren serbischen Mitarbeitern beziehungs
weise das Mobbing durch dieselben
gewesen
.
Dr.
A._
habe diesen auffallenden Verlauf in keiner Weise behandelt
(Urk. 23 S. 6)
.
Dr.
A._
habe weiter zwar die hohe Prävalenz von PTBS im militärischen Kontext allgemein erwähnt, argumentiere dann aber mit dem Verlauf in der statistischen Mehrheit, wonach bei den meisten Betrof
fe
nen die Beschwerden mit der Zeit abnehmen würde
n
(Urk. 23 S. 6-7). Das sei kein Argument für die Beurteilung des Einzelfalles. Die bei Traumata im militäri
schen Kontext sehr häufig anzutreffende
PTBS mit verzögertem
Beginn
spreche er mit keinem Wort an
(Urk. 23 S. 7).
Zudem seien
beim Beschwerdeführer
auch Flash
backs und Intrusionen
vorhanden (Urk. 1 S. 12-13). Es sei nicht ersichtlich, weshalb hier nicht das Vollbild einer PTBS vorliegen solle (Urk. 1 S. 14). Der Gutachter schöpfe sein Kardinalsargu
ment gegen das Vorliegen einer
PTBS
oder Ähn
lichem aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer ferien
halber
nach Kroatien gereist sei, wo sich die traumatischen Ereignisse zugetragen hätten. Diesbezüglich sei aber darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer für Kroatien gekämpft habe und daher in Kroatien keinen Feindeskontakt zu fürchten habe. Sodann sei er als Militär an der kroatisch-bosnischen Grenze eingesetzt worden (Urk. 1 S. 15). Für die Ferien sei er aber ans Meer gereist, mithin in eine andere Region (Urk. 1 S. 15-16, Urk. 23 S. 4). Im Zusammenhang mit «Ver
mei
dungsverhalten» sei im Übrigen bemerkenswert, dass der Beschwerdeführer angebe, es würde ihm bereits Probleme bereiten, wenn seine Kollegen, die er ein bis zweimal pro Monat sehe, über Kriegsereignisse sprechen möchten. Solche Aspekte habe Dr.
A._
gar nicht gewürdigt. Ob er weiter anderes Vermeidungs
verhalten etc. exploriert habe, erschliesse sich aus seinem Gutachten nicht (Urk. 23 S. 5). Des Weiteren habe Dr.
A._
festgehalten, dass die bisherige Psychotherapie des Beschwerdeführers ungenügend gewesen sei, was ebenfalls gegen das Vorliegen einer PTBS sprechen würde. Der Beschwerdeführer sei aber nicht für die vom Facharzt gewählte Thera
pie verantwortlich. Sollte diese nicht lege
artis
sein, so könne ihm diese in keiner Weise angelastet werden (Urk. 1 S.
16
, Urk. 23 S.
13
).
Alsdann sei das Gutachten von Dr.
A._
auch deswegen mangelhaft, weil er die Frage nach dem Vorliegen einer andauernden Persön
lich
keitsänderung nach Extrembelastung nicht beantwortet habe (Urk. 1 S.
14).
Schliesslich
könne dem Gutachter
ebenfalls
nicht gefolgt werden, wenn er nur eine leichtgradige depressive Episode ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit diagnostiziert habe. Auf
grund der Dauer der Störung und deren Intensität (Selbstmordversuch, Selbst
mordgedanken, jahrelange Therapie) könne im Längs
schnitt
verlauf nicht bloss eine leichte depressive Episode vor
liegen (Urk. 1 S. 17-18). Vielmehr sei von einer zumindest mittelschweren bis schweren depressiven Episode auszugehen, wie dies auch vom behandelnden Psychiater
Dr.
Z._
attestiert worden sei (Urk. 1 S. 18).
Das Gutachten von
Dr.
A._
beantworte
die massgeblichen Fragen nach der rentenrelevanten Arbeitsun
fähig
keit n
icht
. Der Untersuchungsgrundsatz sei verletzt,
weshalb
eine Neube
gutach
tung zu erfolgen
habe
(Urk. 1 S. 20
, Urk.
23 S. 15-16
).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetz
es über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall
muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.2.
3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann
aber
dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsun
fähig
keit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegen
teiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Akten
lage überwiegend
wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depres
siven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
2.2.
4
Übergangsrechtlich ist
sodann
bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungs
änderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Viel
mehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundes
recht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten - allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklä
rungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
-
was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist
-
, in Kenntnis der und gege
benenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, ge
gebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Im Austrittbericht der
Y._
vom 24. Januar 2014 wurden die folgenden Diag
no
sen aufgeführt (Urk. 10/10/7):
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2)
-
Mischintoxikation mit
Zolpidem
(300 mg) und Wodka in suizidaler Ab
sicht
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
Dem Bericht der
Y._
ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer dort vom 23. bis 27. Dezember 2013 hospitalisiert war (Urk. 10/10/7). Die Ärzte der
Y._
führten aus, dass der Eintritt per fürsorgerischer Unterbringung aufgrund akuter Selbst- und Fremdgefährdung nach Intoxikation mit 30 Tabletten
Zolpi
dem
und 4 Gläschen Wodka am 22. Dezember 2013 in suizidaler Absicht und Weglaufgefahr sowie Aggressivität während der
Hospitalisation
im
B._
erfolgt sei (Urk. 10/10/7). Unter der Medikation mit
Temesta
3 mg/d und der in der
Y._
initiierten antidepressiven Therapie mit
Cymbalta
60 mg/d sei im Verlauf keine Selbst- und Fremdgefährdung mehr zu verzeichnen gewesen. Beim Gespräch vom 27. Dezember 2014 habe sich der Beschwerdeführer in spürbar besserer psychischer Verfassung
befunden und sei von Suizidalität distanziert gewesen, so dass er in ambulante Nachbehandlung habe entlassen werden können (Urk. 10/10/9).
3.2
3.2.1
Der behandelnde
Psychiater Dr.
Z._
stellte im Arztbericht vom 16. Juni 2014 die Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) sowie posttraumatische Be
las
tungsstörung (ICD-10: F43.1) [Urk. 10/11/1]. Dazu hielt er fest, dass die Fahr
tüch
tigkeit des Beschwerdeführers als Taxi- oder LKW-Fahrer aufgrund seiner depres
siven Stimmung, Konzentrationsreduk
tion, Schlafstörungen
und Antriebs
losig
keit reduzi
ert und er nicht gesell
schaftsfähig für Fahrkunden sei. Der Beschwer
deführer sei daher zu 100 % arbeits
unfähig (Urk. 10/11/3).
3.2.2
Im Bericht vom
8.
Mai 2015 stellte
Dr.
Z._
dieselben Diagnosen wie im Bericht vom 1
6.
Juni 2014 (
Urk.
10/24/1). Er attestierte dem Beschwerdeführer nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/24/3).
3.2.3
Im Verlaufsbericht vom 28. Januar 2016 führte dieser Psychiater die Diagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1) an. Der Beschwerdeführer sei als Taxifahrer, Busfahrer oder LKW-Fahrer zu 100 % arbeitsunfähig. Die Frage, ob der Beschwerdeführer auch in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig sei, könne er (Dr.
Z._
) nicht beantworten (Urk. 10/34/1).
3.2.4
In seiner Stellungnahme zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
vom
9.
November 2019
n
annte
Dr.
Z._
eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10: F33.2), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie einen Zu
stand nach Kniegelenksersatz links (ICD-10: Z96.66) [
Urk.
24/4].
3.3
3.3.1
In seinem Gutachten von 19. Juli 2017 stellte Dr.
A._
keine Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine leichte depressive Störung
(ICD-10: F32.0)
an
(Urk. 10/45/48)
.
3.3.2
Dem Gutachten von
Dr.
A._
ist
ferner
zu entnehmen
, dass das Vorliegen einer post
trauma
tischen Belas
tungsstörung überwiegend unwahrscheinlich sei, weil einige Kriterien nach ICD-10 nicht erfüllt seien. Zum Beispiel sei das Kriterium, dass die Umstände, die mit der Belastung in einen Zusammenhang stehen, mög
lichst
vermieden würden, nicht nachvollziehbar erfüllt. Der Beschwerdefüh
rer sei mehrfach nach Kroatien gereist, wo die traumatischen Ereignisse statt
gefunden haben.
Des
Weiteren
könne von ihm (Dr.
A._
) nicht nachgewiesen werden, dass die post
traumatische Symptomatik innerhalb von sechs Monaten nach den Belastungs
ereignissen stattgefunden habe. Auch sei dem Beschwerde
führer in den Jahren vor 2013 in der Schweiz eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt grundsätzlich möglich gewesen, was bei einer schweren post
traumatischen Symptomatik zur damaligen Zeit sehr unwahrscheinlich erscheine.
Dies stehe nicht im Gegensatz zu der beruflichen und der Lebenserfahrung des Beschwerde
führers mit traumatisch anmutenden Ereignissen bei der Tätigkeit als Soldat, die gutachterlich durchaus gesehen würden. Jedoch seien aus gutach
ter
licher Sicht
kriteriengerecht
die diagnostischen Voraussetzungen für eine post
traumatische Belastungsstörung nicht erfüllt.
Zudem könnten Einzelaspekte der stattgehabten Belastung gezielt psycho
thera
peutisch (auch stationär) und psychopharmakolo
gisch behandelt werden.
Gemäss
Dr.
A._
konnte aber eine
leichte de
pressive Störung verifizier
t
werden
(Urk. 10/45/48).
3.3.3
Dr.
A._
hielt weiter fest,
dass beim Beschwerdeführer über weite Phasen der Begutachtung keine affektive Einschränkung habe festgestellt werden können. Bei Ansprache auf stattgehabte Erfahrungen als Soldat
habe
der Beschwerdefüh
rer ein phasenweise depressives Bild
gezeigt
. Teilweise habe er nicht über Aspekte seiner
psychischen Verfassung (zum Beispiel Suizidalität) Auskunft geben können
(Urk. 10/45/51)
.
Die Angaben zum Krankheitsverlauf seien ebenfalls nicht immer
präzisierbar
gewesen. Dies gelte beispielsweise für ehemalige Behandler oder auch für die stattgehabte Medikation (Urk. 10/45/40). Das Ausmass der geschilderten Beschwerden stehe nicht in Überein
stimmung mit einer entsprechenden Inan
spruchnahme therapeutische
r
Hilfe. Der Beschwerdeführer gehe in weiten (zeit
lichen) Abschnitten zum Psychiater, was mit der Schwere der angegebenen psychiatrischen Symptomatik negativ korrelieren würde. Zum anderen werde keine medikamentöse Therapie eingesetzt
,
um eine mögliche posttraumatische Symptomatik zu verbessern oder andere Symptome wie den Tag-Nacht-Rhyth
mus zu verbessern. Zudem sei auch eine mögliche intensivierte stationäre Thera
pie nicht weiterverfolgt worden (Urk. 10/45/39).
Vor 2014 hätten keine psychia
trischen oder psychotherapeutischen Behandlungen stattgefunden. Insofern scheine der Umstand, dass der Beschwerdeführer seit 2010 bis Oktober 2012 keine dauerhafte Anstellung
gefunden habe, zu einer Ver
schlechterung des Gesund
heitszustandes mit attestierter Arbeitsunfähigkeit seit April 2013 geführt zu haben. Es stelle sich die Frage, warum
vor dem Oktober 2012 keine posttrauma
tische oder depressive Symptoma
tik bestanden habe, die zu einer wesentlichen Arbeitsunfähigkeit geführt habe (
Urk.
10/45/51).
Es komme hinzu, dass das Aus
mass der Behinderung des Beschwerdeführers in der tatsächlichen Lebensführung weitgehend gering sei
(Urk. 10/45/51)
.
Trotz der Angabe schwerer subjektiver Beeinträchtigungen sei das psychosoziale Funktionsniveau des Beschwerdefüh
rers bei der Alltagsbewältigung weitgehend intakt (Urk. 10/45/40). Dies gelte für Auslandaufent
halte, sogar im Land der stattgehabten militärisch trauma
tischen Erfahrungen (Kroatien).
Auslandsaufenthalte könnten im Sinne von Ferien durchgeführt werden. Das Treffen mit Kollegen finde statt. Zudem mache der Beschwerdeführer Hausarbeiten oder er beteilige sich daran (
Urk.
10/45/52). Sodann habe der Beschwerdeführer beim stationären Aufenthalt in der
Y._
im Januar 2014 eine weitere Behandlung oder eingehende Thera
pie abgelehnt
. Dies spreche für eine eingeschränkte Mit
wirkung bei den poten
tiellen Therapien, die damals im Raum standen. Ver
siche
rungsfremde Kriterien bezüg
lich Arbeitsunfähigkeit bei der Arbeit als Taxifahrer seien im Arztbericht (von
Dr.
Z._
) vom
1
6
.
Juni 2014
aufgeführt
,
indem
Schwierigkeiten mit serbischen Landsleuten beschrieben worden seien. Im gleichen Arztbericht seien als post
traumatische Symptomatik Albträume über Kriegserlebnisse be
schrieben worden, jedoch seien die Kriterien für eine posttraumatische Be
lastungsstörung nicht voll
umfänglich ableitbar.
Insbesondere
würden
keine Sinnes
täuschungen (Intrusio
nen oder Flashbacks)
beschrieben
. Dennoch werde die Diagnose in diesem Arzt
bericht gestellt. Der (dort festgehaltene) Befund sei mit einer leicht bis mittelgra
digen depressiven Störung vereinbar, jedoch nicht mit einer dort formulierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Zudem würden keine Medi
kamente gegen die affektive Störung angewendet, was wiederum für eine leicht
gradige affektive Stö
rung sprechen würde. Es würden am Ende des Berichts auch keine Aussagen zur Belastbarkeit gemacht.
Auch die Art der Einschränkung, ob leicht mittel oder schwer, werde bei der Anpassungsfähigkeit, der Konzentrations
fähigkeit und der Belastbarkeit nicht differenziert durchgeführt. Im Arztbericht (von
Dr.
Z._
) vom
8.
November 2015 werde dagegen vom gleichen Arzt die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mehr gestellt. Insofern sei diese über
wiegend wahrscheinlich remittiert. Die Tatsache, dass bei der
Y._
aus formalen Fehlerquellen keine Einladung für die stationäre Behandlung erfolgt sei, könne nicht versicherungsmedizinisch ver
wertbar als Grund
angegeben werden, keine stationäre Therapie durchzufüh
ren. Es habe sicherlich Möglichkeiten gegeben, eine Therapie im
C._
oder in einem andere
n
Spital zu organisieren. Dies spreche auch gegen eine schwere Sympto
matik depressiver oder posttraumatischer Art (
Urk.
10/45/52).
3.3.4
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit
führte
Dr.
A._
schliesslich
au
s, dass für diesen eine Tätigkeit ohne Schichtarbeit, mit ausreichenden Pausen, mit initial begleitendem Coaching, mit Betonung auf Routinetätigkeiten, ohne Kundenkontakt, bei wertschätzender Arbeitsatmosphäre von Seiten der Führung aus versicherungsmedizinischer Sicht eine 100%ige Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausführbar sei. Hierbei seien die Effekte einer leichten depressiven Episode mit möglichen posttraumatischen Aspekten berücksichtigt
worden
(Urk. 10/45/57).
4.
4.1
Hinsichtlich des Gutachtens von Dr.
A._
vom 19. Juli 2017 (Urk. 10/45) bemän
gelt der Beschwerdeführer
zunächst
, dass zwischen der Untersuchung und der Erstellung des Gutacht
ens rund ein Jahr vergangen sei
. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass das Gutachten aktuell gehalten sei und dass sich der Gutachter nach fast einem Jahr noch an
seine
Ausführungen
habe
erinnern
können
(Urk. 1 S. 6
,
Urk.
23 S. 1
).
Der Beschwerde
führer hat aber keine konkreten Angaben gemacht, welche dafür sprechen wür
den, dass das Gutachten von Dr.
A._
in inhaltlicher Hinsicht bei der Ausfertigung am 19
. Juli 2017 bereits wieder über
holt war. Zudem konnte sich der Gutachter bezüglich der Angaben des Beschwer
deführers beim Untersuchungsgespräch vom 24. August 2016 auf seine eigenen Aufzeichnungen
stützen
. Der Beschwerdeführer
behauptet
, dass sich der Gutach
ter nicht mehr an alle Einzelheiten während der Exploration habe erinnern könne
n
(Urk. 1 S. 6),
macht jedoch keine
konkreten
Angaben
zu Auslassungen im Gutachten
.
Dass die gutachterlichen Schlussfolgerungen hinsichtlich Diag
nosestellung oder Einschätzung der Arbeitsfähigkeit infolge der Latenz zwischen Exploration und Fertigstellung des schriftlichen Gutachtens an Überzeugungs
kraft eingebüsst
hätten, ist nicht ersichtlich.
4.2
Der Beschwerdeführer
führt
sodann
aus
, dass der Gutach
ter bei ihm die kon
kreten Traumatisierungen aus dem Krieg nicht erfragt habe. Dies wäre für eine korrekte Einschätzung jedoch Voraussetzung gewesen (Urk. 1 S. 8). Wie sich dem Gutach
ten von Dr.
A._
aber entnehmen lässt, hat der Gutachter den Beschwerdeführer auch zu seinen Leiden
befragt und aufgrund dessen Aus
füh
rungen auch noch nachgefragt (Urk. 10/45/26).
Ferner hat der Gutachter die Tatsache, dass der Beschwerdeführer
belastende Kriegsereignisse erlebt hat, nicht in Frage gestellt, für die Diagnosestellung standen jedoch die aktuellen Symptome und deren Ausmass im Vordergrund und weniger die genaue Schilderung der Erlebnisse (vgl.
Urk.
10/45/36,
Urk.
10/45/48). In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die gemäss ICD-10 geforderte Latenz nur eines der für die Diagnosestellung fehlenden Kriterien war, weshalb der Einwand, der späte Beginn der Symptomatik spreche nicht gegen die Diagnose einer PTBS und dieses Kriterium (zeitliche Latenz) würde im Diagnoseklassifikationssystem der DSM-5 gar fehlen (
Urk.
23 S. 5
f.), nicht genügt, die gutachterliche Schlussfolgerung in Frage zu stellen.
Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass
es ihm lange gelungen sei,
das
während des Kroatienkrieges Erlebte zu verdrängen beziehungs
weise das Trauma nament
lich durch Arbeit zu unterdrücken. Auslöser des psy
chischen «Dammbruchs» seien die aktenkundigen Probleme mit
beziehungsweise das Mobbing
durch mehrere serbi
sche Mitarbeiter ge
wesen. Der Beschwerde
führer kritisiert, dass Dr.
A._
diesen «auffallenden Ver
lauf» in keiner Weise behandelt habe (Urk. 23 S. 6).
Dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 16. Juni 2014 konnte Dr.
A._
entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
in der Schweiz viele Jahre als Taxi- und LKW-Fahrer gearbeitet habe, bis er vor vier Jahren (vor der Bericht
erstattung) zunehmend Schwierig
keiten
mit serbischen
Kollegen erlebt habe und danach mit
dieser
Arbeit aufgehört habe (Urk. 10/11/2,
Urk. 10/45/2).
Anzufügen ist, dass Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom
9.
November 2019
ergänzend ausführte, dass der Beschwerdeführer seine Arbeit damals aufgrund von Panik
störungen aufgegeben habe (Urk. 24/4). Dies
er Bericht
konnte dem Gutachter nicht bekannt sein, was vorliegend aber nicht
ins Gewicht fällt
.
Dr.
A._
tätigte eigene Abklärungen zu den Umständen der
Arbeitsaufgabe des Beschwerdefüh
rers.
Dr.
A._
stand
en
ein Lebenslauf mit An
ga
ben zu den bisherigen beruflichen Tätigkeiten des Beschwerdeführers (Urk. 10/45/65) sowie diverse Arbeits
zeug
n
isse (Urk. 10/45/69-77) zur Ver
fügung. Davon ausgehend hat
Dr.
A._
den Beschwerdeführer ebenfalls zu dessen beruflichen Tätigkeiten und Stellungen im Beruf sowie dem
Zeitpunkt
und den Umständen der Arbeitsaufgabe befragt (Urk. 10/45/43).
Danach
gelangte
Dr.
A._
zum Schluss, dass der Eintritt der Gesundheitsschädigung nach Aktenlage und Anamnese versicherun
gs
medi
zi
nisch auf April 2013 zu datieren sei. Zuvor habe der Beschwerdeführer seit seiner Aussteuerung durch die Arbeitslosenversicherung per Ende März 2010 haupt
sächlich temporär gearbeitet. Gemäss der Aussage des Beschwerdeführers seien die Tätigkeiten aufgrund der zeitlichen Befristung und nicht wegen einer klini
schen Symptomatik beendet
worden
(Urk. 10/45/55).
Damit setzte sich
Dr.
A._
mit der Erwerbsaufgabe
des Beschwerdeführers
auseinander, beurteilte
sie aber nicht als psychisch be
gründet
, weshalb die diesbezügliche Kritik des Beschwer
deführers un
be
gründet ist.
Dass Dr.
Z._
eine andere Ansicht vertritt
,
begrün
det
jeden
falls keinen Zweifel am Gutachten von Dr.
A._
.
Diesbezüglich
ist darauf
hinzu
weisen
, dass eine
psychiatrische Exploration
von der Natur der Sache her ni
cht ermessensfrei erfolgen
kann
. Dies
eröffnet
d
er begutachtenden Fach
person des
halb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschie
dene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respek
tieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil
des Bundes
gerichts
8C_8/2019 vom 2
3.
April 2019 E.
5.2.1). Daher und unter Beach
tung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn der behandelnde Arzt nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangt oder an vorgängig geäusserten ab
weichenden Auffas
sungen festhält (Urteil des Bundesgerichts 8C_997/2010 vom 10. August 2011 E. 3.2 mit weiteren Hin
weisen). Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beur
tei
lung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjek
tiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt
geblieben sind (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
I 676/05
vom 1
3.
März 2006 E. 2.4).
Wie die nach
folgenden
Erwägungen
zeigen, ist dies vorliegend nicht der Fall.
4.3
4.3.1
Wie
erwähnt
(E. 3.3.3)
, hat
Dr.
A._
in seinem Gutachten
nicht nur aufgrund
fehlen
der
Befunde
im Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
6.
Juni 2014 die Kriterien für eine posttraumatische Be
lastungsstörung
als
nicht vollumfänglich
gegeben erachtet
(Urk. 10/45/52). Der Gutachter hat auch
auf Inkonsistenzen hingewiesen, welche nament
lich die ungenü
gende Inanspruch
nahme therapeutische
r
Hilfe sowie die Mög
lich
keit
der Alltags
bewältigung t
rotz der Angabe schwe
rer subjek
tiver Beeinträchtigungen
betrafen. Zu den noch nicht ausgeschöpften Therapie
möglichkeiten ist festzu
halten
, dass
gemäss
Dr.
A._
immer noch die Möglich
keit
einer intensivierten stationären Therapie zur Behandlung
einer
post
trau
matischen Symptomatik
besteht
(Urk. 10/45/49).
Zudem hielt
Dr.
A._
fest, dass
psychopharmakologische Thera
piemöglichkeiten im Raum stehen
würden
, um vor allen Dingen den Tag-Nacht-Rhythmus oder auch die eigentliche post
trau
matische Symptomatik bezüglich der Wahrnehmung und Affektivität zu ver
bes
sern (Urk. 10/45/49-50). Konkret seien dies
Antipsychotika
gegen die
halluzi
n
a
torische
Symptomatik sowie Antidepressiva gegen die affektive Symptomatik. Des Weiteren wäre bei der angegebenen Symptomatik eine inten
sivierte ambu
lante Therapie, beispielsweise im Nachgang an eine statt
gehabte stationäre Thera
pie indiziert, um den Gesundheitszustand psychiatrischer Art zu verbessern (Urk. 10/45/50).
Dazu ist zunächst festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Untersuchung durch
Dr.
A._
keine Medikamente (Psychopharma
ka) eingenommen hat. Der Beschwerdeführer hielt diesbezüglich fest, dass er 6 bis 7 Medikamente ausprobiert habe, zuletzt vor 1 bis 2 Jahren. Genutzt habe dies nichts (
Urk.
10/45/27).
In seiner Stellungnahme vom 9.
November 2019 führte Dr.
Z._
dazu aus, dass medikamentös sehr viele Optionen ausprobiert worden seien, welche bedauerlicherweise haupt
säch
lich Nebenwirkungen, aber keine therapeutische Wirkung gezeigt hätten (Urk.
24 S. 2). Wie diese Nebenwirkungen aussahen
,
ist der Stellungnahme
aber
nicht zu entnehmen.
Dr.
Z._
führte auch nicht näher aus
, weshalb die Medikamente beim Beschwerdeführer keine Wirkung gezeigt haben.
Zu
r
stationären Therapie hielt
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom
9.
November 2019
fest
, dass eine
solche
initial diskutiert worden sei. Aufgrund eines administrativen Fehlers des
C._
sei die Anmeldung des Beschwerdeführers für eine stationäre Therapie verloren gegangen. Er hätte in der Warteliste noch einmal ganz von vorne beginnen müs
sen. Dadurch sei es zu einem massiven Ver
trauensverlust des Beschwerdeführers in eine solche Therapie gekommen. Auf
grund der begleiten
den Depressivität habe beim Beschwerdeführer zudem eine starke allgemeine Negativität bestanden, welche ebenfalls zur ablehnenden beziehungsweise miss
trauischen Haltung gegenüber einer stationären Therapie beigetragen habe. Die Erfolgsquote von stationären Therapie
n
liege bei ca. 30
%
, womit aus seiner Sicht die Chancen einer solchen Therapie gegen deren Risiken abzuwägen seien. Bei
m
Beschwerde
führer sei dies insbesondere das Risiko einer Destabilisierung durch die Trennung von der Ehe
frau, welche eine stark stützende Funktion habe. Ins
gesamt erscheine ihm daher eine stationäre Therapie medizinisch nicht zwin
gend
(
Urk.
24/
4 S. 2). Mit dieser Begründung
hätte aber
eine
stationäre Thera
pie von Beginn
weg ausgeschlossen werden müssen,
weshalb die Begründung für das spätere davon
Absehen
nicht zu überzeugen vermag
. Es ist zude
m nicht nachvollziehbar weshalb
der administ
rative Fehler des
C._
das Vertrauen
des Beschwerde
führers in eine stationäre Therapie
überhaupt
erschüttert haben sollte.
Schliesslich standen grundsätzlich auch weitere Kliniken zur Verfügung
(vgl. Urk. 10/45/52)
.
Auch die allgemeine Negativität aufgrund einer depres
siven Erkrankung spricht nicht nachvollziehbar gegen eine stationäre Therapie, zumal die Depres
sion auch im Rahmen eines stationären Aufenthalts behandelt werden könnte.
Zu berücksichtigen ist sodann, dass der Beschwerde
führer gemäss seinen Aussagen gegenüber
Dr.
A._
seit Jahren einmal pro Monat zu
Dr.
Z._
gehe (Urk.
10
/45/27). Auf die Ausfüh
rungen von
Dr.
A._
, wonach auch
die
ambu
lante Therapie
inten
siviert werden könnte (Urk. 10/45/50)
, ist
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom
9.
November 2019 (
Urk.
24/4) nicht eingegangen
. Die erwähnten Ausführungen des behan
delnden Psychiaters
Dr.
Z._
vermögen somit keine Zweifel
an den gutachter
lichen Schlussfolgerungen eines fehlenden Leidensdruckes und damit verbunden
Inkonsistenzen
zu begründen.
4.3.2
Des Weiteren setzten sich nicht nur der Gutachter
Dr.
A._
(vgl.
Urk. 10/45/48)
, sondern auch die Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 3)
und der Beschwerdeführer
(Urk. 1 S. 15-16, Urk. 23 S. 4) einlässlich damit
aus
einander, dass der Beschwer
deführer
in
K
roatien
, das heisst
im
Land seiner traumatischen
Kriegs
e
r
fahrungen
, Ferien
verbrachte
.
Ob dies
allein
gegen das Vorliegen einer PTBS spricht
,
kann
offen bleiben
.
Die Schlussfolgerung und damit der
Beweiswert des Gutachtens
hängt
auch nicht allein von
dieser Tatsache
ab. Es muss aber durchaus berück
sichtig
t
werden,
dass laut dem Gutachter
Dr.
A._
eine Diskrepanz zwischen den
vom Beschwerdeführer
geschilderten schweren Beschwerden und der intakten Möglichkeit der Alltagsbewältigung
be
steht
(E. 3.3.3)
. In den Berichten
und
der
Stellungnahme
von
Dr.
Z._
finden sich
diesbezüglich keine Ausführungen
.
4.3.3
Zusammenfassend sprechen somit die fehlenden Befunde und die Inkonsistenzen gegen
das Vorliegen einer PTBS
.
Dr.
A._
hat dies
nachvoll
ziehbar be
gründet. Di
e Ausführungen des behandelnden Gutachters
Dr.
Z._
ver
mö
gen dem
geg
e
n
über nicht zu überzeugen.
4.4
Der Beschwerdeführer macht
weiter
geltend,
dass
der Beurteilung des Gutachters Dr.
A._
, wonach im Untersuchungszeitpunkt nur eine leichte depressive Episode vor
geleg
en
habe
, nicht gefolgt werden
könne
. Er würde an einer schweren depres
siven Störung leiden (Urk. 1 S. 17-18). Zudem sei es zu einer Persönlich
keitsän
derung nach Extrembelastung gekommen (Urk. 1 S. 14).
Die vom Gutachter erhobenen Befunde lassen die von ihm diagnostizierte Ausprägung der depressi
ven Episode als schlüssig erscheinen (
Urk.
19/45/35f.), wohingegen
Dr.
Z._
widersprüchliche Angaben machte:
Im Bericht vom 8. Mai 2015
führte
er
die
Diagnose
n
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tischen Symptome (ICD-10: F33.2)
sowie posttraumatische Belas
tungsstö
rung (ICD-10: F43.1)
an
(Urk. 10/24/1)
. In der Folge hielt Dr.
Z._
in
seinem Ver
laufsbericht vom 28. Januar 2016 fest, dass keine
wesent
liche Ände
rung der psychopathologischen Befunde seit dem 8. Mai 2015 ein
getreten sei, stellte im Verlaufsbericht
aber die
Diagnose rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
und nannte die Diagnose posttraumatische Belastungsstörung nicht mehr
(Urk. 10/34/1)
.
Und schliesslich führte der Beschwer
deführer aus, dass das Gutachten von Dr.
A._
auch deswegen
keinen Beweis
wert habe, weil
er die Frage nach dem Vorliegen einer andauernden Persön
lichkeitsänderung nach Extrembelastung nicht beantwortet habe (Urk. 1 S. 14).
Eine solche Diagnose findet sich nicht in den Akten
-
auch nicht als Ver
dachtsdiagnose.
Dr.
A._
hat sich mit dem aktuellen Persönlichkeitsbild und der biographischen Persönlichkeitsentwicklung sowie der Möglichkeit des Vorliegens einer Persönlichkeitsstörung auseinandergesetzt (
Urk.
10/45/40
f.,
U
rk.
10/45/48
f.) und
schlüssig und überzeugend begründet, weshalb beim Beschwerde
führer aus psychiatrischer Sicht nur eine leichte depressive Episode diagnostiziert werden kann (Urk. 10/45/48).
4.
5
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers vermögen somit keinen
Zweifel am Gut
achten von
Dr.
A._
vom 1
9.
Juli 2017 (
Urk.
10/45) zu begründen. Aufgrund des Gutachtens von
Dr.
A._
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
als
Recyclist
zu 90
%
und in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist (
Urk.
10/45/57).
Die D
urchführung eines struk
turierten
Beweisver
fahren
s
ist nicht nötig
(E. 2.2.3)
.
Damit hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Invalidenleistungen zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Die Gerichtskosten von Fr.
1’0
00.-- (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind vom unterliegen
den Beschwerdeführer zu tragen.