Decision ID: a1a864ea-33e9-5faa-ada4-54728fc62b2b
Year: 2013
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
X._ betreibt in der Stadt Y._ und in deren Umgebung ein
Taxiunternehmen in der Rechtsform der Einzelunternehmung. Nach einer
Kontrolle durch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) wurde er
rückwirkend per 1. Januar 2006 im Register der Mehrwertsteuerpflichti-
gen eingetragen.
Nachdem X._ trotz Mahnungen die Abrechnungen der Steuerperi-
oden 1. Quartal bis 2. Quartal 2009 und 3. Quartal bis 4. Quartal 2009
nicht eingereicht hatte, schätzte die ESTV den steuerpflichtigen Umsatz
nach pflichtgemässem Ermessen. Auf dieser Grundlage machte sie mit
Ergänzungsabrechnung Nr. 930'244 vom 10. November 2009 betreffend
die Steuerperiode 1. Quartal bis 2. Quartal 2009 (Zeit vom 1. Januar 2009
bis 30. Juni 2009) eine provisorische Steuerforderung von Fr. 6'000.-- zu-
züglich Verzugszins sowie mit Ergänzungsabrechnung Nr. 627'287 vom
12. November 2010 betreffend die Steuerperiode 3. Quartal bis 4. Quartal
2009 (Zeit vom 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2009) eine provisorische
Steuerforderung von Fr. 2'000.-- zuzüglich Verzugszins geltend. Sodann
erhob sie mit Ergänzungsabrechnung Nr. 627'286 vom 12. November
2010 betreffend die "Steuerperiode Schlussabrechnung per 31. Dezem-
ber 2009" eine Steuerforderung in der Höhe von Fr. 196.-- nebst Ver-
zugszins.
Die ESTV erliess in der Folge am 18. Januar, 16. März und 16. November
2011 drei Verfügungen, mit welchen sie insbesondere die nach den ge-
nannten Ergänzungsabrechnungen geschuldeten Mehrwertsteuerbeträge
bestätigte.
B.
Gegen die erwähnten drei Verfügungen erhob X._ je separate
Einsprachen.
C.
Die ESTV vereinigte die drei Einspracheverfahren. Sie erkannte mit Ein-
spracheentscheid vom 31. Mai 2012 im Wesentlichen, X._ schul-
de ihr für die Steuerperiode 1. Quartal bis 2. Quartal 2009 und für die
Steuerperiode 3. Quartal bis 4. Quartal 2009 je Fr. 1'789.-- an Mehrwert-
steuern zuzüglich Zins sowie – für die "Steuerperioden Schlussabrech-
nung per 31. Dezember 2009" – Fr. 196.-- an Mehrwertsteuern zuzüglich
Zins. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, X._ sei im
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Jahr 2009 steuerpflichtig gewesen, weil er gemäss einer rechtskräftigen
Verfügung der ESTV vom 20. April 2010 betreffend die Steuerperioden
1. Quartal 2007 bis 2. Quartal 2008 und einer ebenso in Rechtskraft er-
wachsenen Verfügung der ESTV vom 3. Mai 2010 betreffend die Steuer-
perioden 3. Quartal 2008 bis 4. Quartal 2008 im Kalenderjahr 2008 den
für die Steuerpflicht massgebenden Umsatz erzielt habe.
D.
Dagegen liess X._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 2. Juli
2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und folgen-
des Rechtsbegehren stellen:
"1. Es sei der Einspracheentscheid der ESTV vom 31. Mai 2012 auf-
zuheben.
2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid der ESTV vom 31. Mai
2012 zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
[...] Alles unter o/e-Kostenfolge."
Zugleich ersuchte er um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege (Ver-
zicht auf Erhebung der Verfahrenskosten sowie unentgeltliche Rechts-
verbeiständung).
In der Begründung seines Rechtsmittels machte der Beschwerdeführer
insbesondere geltend, nie einen Jahresumsatz von mehr als Fr. 70'000.--
erzielt zu haben. Dementsprechend schulde er grundsätzlich für die Jahre
2006 bis 2009 keine Mehrwertsteuer.
E.
Die ESTV übermittelte dem Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom
2. und 6. Juli 2012 zuständigkeitshalber zwei Eingaben des Beschwerde-
führers vom 28. Juni und 5. Juli 2012. Letzterer Eingabe war eine Emp-
fangsbestätigung der Kantonspolizei W._ beigelegt.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 23. August 2012 wies das Bundesverwal-
tungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.
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G.
Mit Vernehmlassung vom 14. November 2012 beantragt die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten des Be-
schwerdeführers.
Auf die übrigen Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird
– soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31, 32 und 33 Bst. d
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)
zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren
richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts an-
deres bestimmt (Art. 2 Abs. 4 VwVG, Art. 37 VGG). Der Beschwerdefüh-
rer ist zur vorliegenden Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.2 Der Beschwerdeführer führt unter anderem aus, es sei "die Mehr-
wertsteuer für die Jahre 2006 bis 2009 grundsätzlich nicht geschuldet"
(Beschwerde, S. 4).
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann nur sein, was Gegenstand
des vorinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesausle-
gung hätte sein sollen (Anfechtungsobjekt). Gegenstände, über welche
die Vorinstanz nicht entschieden hat, und über die sie nicht zu entschei-
den hatte, sind aus Gründen der funktionellen Zuständigkeit durch die
zweite Instanz nicht zu beurteilen (Urteile des Bundesgerichts
2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1 und 2C_642/2007 vom 3. März
2008 E. 2.2). Der Streitgegenstand wird zudem durch die Parteianträge
definiert und braucht mit dem Anfechtungsobjekt nicht übereinzustimmen.
Anfechtungsobjekt ist die Verfügung, welche Rahmen und Begrenzung
des Streitgegenstandes bildet. Dieser darf sich im Laufe des Beschwer-
deverfahrens nur verengen, kann aber nicht erweitert oder qualitativ ver-
ändert werden (BGE 136 II 165 E. 5; Urteil des Bundesgerichts
2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-1799/2012 vom 18. Januar 2013 E. 1.4.1, mit zahlreichen Hin-
weisen). Was Streitgegenstand ist, bestimmt sich nach dem angefochte-
nen Entscheid und den Parteibegehren (BGE 136 II 457 E. 4.2 und BGE
133 II 35 E. 2).
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Sollte der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, er schulde für die
Jahre 2006 bis 2009 grundsätzlich keine Mehrwertsteuer, sinngemäss ein
Urteil betreffend die Jahre 2006 bis 2008 erwirken wollen, wäre nach dem
Ausgeführten insofern nicht auf die Beschwerde einzutreten. Denn vorlie-
gend angefochten ist ein Einspracheentscheid, mit welchem ausschliess-
lich Nachforderungen betreffend die Steuerperioden des Jahres 2009 so-
wie betreffend eine Schlussabrechnung per 31. Dezember 2009 beurteilt
wurden. Nachforderungen betreffend die Jahre 2006 bis 2008 bildeten
keinen Gegenstand des angefochtenen Entscheids und hätten es nach
richtiger Gesetzesauslegung auch nicht sein müssen.
1.3 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
mit der vorgenannten Einschränkung (E. 1.2) einzutreten.
1.4 Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die
Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Gemäss Art. 112
Abs. 1 MWSTG bleiben die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen
grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer eingetrete-
nen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse anwendbar. Das
vorliegende Verfahren untersteht in materieller Hinsicht deshalb dem
Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer
(aMWSTG, AS 2000 1300).
Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im
Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraft-
tretens hängige und damit grundsätzlich auch auf das vorliegende Verfah-
ren anwendbar. Allerdings ist Art. 113 Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv
zu handhaben, als gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur ei-
gentliche Verfahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden
sind und es dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen
Recht auf altrechtliche Sachverhalte kommen darf (anstelle vieler: Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts A-1924/2012 vom 31. Mai 2013 E. 2.2
und A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3).
2.
2.1 Steuerpflichtig ist grundsätzlich, wer eine mit der Erzielung von Ein-
nahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig
ausübt, sofern seine Lieferungen und seine Dienstleistungen im Inland
jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG).
Eine Ausnahme von der Steuerpflicht besteht insofern, als die nach Ab-
zug der Vorsteuer verbleibende Steuer (Steuerzahllast) regelmässig nicht
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mehr als Fr. 4'000.-- beträgt; diese Ausnahme bleibt auf Jahresumsätze
bis zu Fr. 250'000.-- beschränkt (Art. 25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG).
2.2 Die Mehrwertsteuerpflicht gemäss Art. 21 Abs. 1 aMWSTG beginnt
grundsätzlich nach Ablauf desjenigen Kalenderjahres, in dem die oben
(E. 2.1) erwähnten Betragsgrenzen kumulativ überschritten worden sind
(Art. 28 Abs. 1 aMWSTG; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-
6370/2011 vom 1. Juni 2012 E. 2.4 und A-1447/2010 vom 11. November
2011 E. 2.2). Der Beginn der (obligatorischen) subjektiven Steuerpflicht
hängt nach dem Wortlaut der anwendbaren Bestimmungen (Art. 21
Abs. 1 und Art. 28 Abs. 1 aMWSTG) grundsätzlich untrennbar vom Errei-
chen der massgeblichen Umsatz- und Betragsgrenzen ab, wobei diese
Bedingung bereits im Vorjahr erfüllt worden sein muss (vgl. GERHARD
SCHAFROTH/DOMINIK ROMANG, in: mwst.com, Kommentar zum Bundesge-
setz über die Mehrwertsteuer, Basel/Genf/München 2000, Rz. 22 zu
Art. 22; PETER SPINNLER, Die subjektive Steuerpflicht im neuen schweize-
rischen Mehrwertsteuerrecht, in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht
[ASA] 63 S. 399 f.; DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als
allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wirkungen auf
das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 135, 180).
Wird die für die Mehrwertsteuerpflicht massgebende Tätigkeit hingegen
neu aufgenommen oder durch Geschäftsübernahme oder durch Eröff-
nung eines neuen Betriebszweiges erweitert, so beginnt die Mehr-
wertsteuerpflicht (bereits) mit der Aufnahme der Tätigkeit oder mit der
Geschäftsübernahme, wenn zu erwarten ist, dass der für die Steuerpflicht
massgebende Umsatz innerhalb der nächsten zwölf Monate Fr. 75'000.--
übersteigen wird (Art. 28 Abs. 2 aMWSTG).
2.3 Die Steuerpflicht endet am Ende des Kalenderjahres, in welchem die
für die Steuerpflicht massgebenden Beträge nicht mehr überschritten
wurden und zu erwarten ist, dass diese Beträge auch im nachfolgenden
Kalenderjahr nicht überschritten werden (Art. 29 Bst. b aMWSTG).
2.4 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach
dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. aMWSTG; BGE 137 II 136
E. 6.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1).
Dies bedeutet vorab, dass der Leistungserbringer bereits für die Feststel-
lung seiner Mehrwertsteuerpflicht selbst verantwortlich ist und sich gege-
benenfalls unaufgefordert anzumelden hat (Art. 56 Abs. 1 aMWSTG;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_356/2008 vom 21. November 2008
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E. 3.2, 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1, zusammengefasst in:
Steuer Revue [StR] 61/2006 S. 558 f., und 2A.109/2005 vom 10. März
2006 E. 2.1). Bei festgestellter Steuerpflicht hat er sodann selbst und un-
aufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und inner-
halb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschulde-
ten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an
die ESTV abzuliefern. Die ESTV ermittelt die Höhe des geschuldeten
Mehrwertsteuerbetrages nur dann an Stelle der steuerpflichtigen Person,
wenn diese ihren Pflichten nicht nachkommt (Art. 60 aMWSTG; Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-4876/2012 vom 11. März 2013 E. 2.5, mit
Hinweisen).
3.
3.1 Vorliegend liegt im Streit, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2009 sub-
jektiv steuerpflichtig war (E. 3.1–3.3), und bejahendenfalls, in welchem
Umfang (E. 3.4).
3.1.1 Die Vorinstanz bejaht die subjektive Steuerpflicht des Beschwerde-
führers im Jahr 2009. Zur Begründung führt sie aus, massgebend seien
die Umsatzzahlen des vorangehenden Kalenderjahres 2008. Aus den in
Rechtskraft erwachsenen Verfügungen der ESTV vom 20. April und
3. Mai 2010 sei ersichtlich, dass im Jahr 2008 der für die Steuerpflicht
massgebende Umsatz erzielt worden sei. Aus diesem Grund sei der Be-
schwerdeführer gemäss Art. 28 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 29 Bst. b
aMWSTG im Jahr 2009 steuerpflichtig (vgl. E. 3.1 des angefochtenen
Einspracheentscheids).
3.1.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen gel-
tend, er habe nie einen mehrwertsteuerrelevanten Jahresumsatz von
Fr. 70'000.-- erzielt. Die Vorinstanz habe sich zu Unrecht auf die Rechts-
kraft ihrer Verfügungen berufen, weil beim Versand eines Entscheides der
ESTV vom 14. Juli 2008 und eines Einspracheentscheides der ESTV
vom 17. Juni 2010 an den Beschwerdeführer eine falsche Adresse ver-
wendet worden sei und er deshalb nie von diesen Entscheiden habe
Kenntnis nehmen können. Die Annahme, dass diese Entscheide den Be-
schwerdeführer nie erreichten, werde auch durch den Umstand gestützt,
dass die ESTV ihre Verfügungen vom 18. Januar und 16. März 2011 nach
S._ geschickt habe, obwohl die zuständigen Einwohnerdienste
über seine korrekte Wohnadresse informiert gewesen seien.
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3.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer die für die
Steuerpflicht massgebende Tätigkeit nicht erst im hier fraglichen Jahr
2009 im Sinne von Art. 28 Abs. 2 aMWSTG aufgenommen hat. Auch
steht keine Erweiterung der für die Mehrwertsteuerpflicht massgebenden
Tätigkeit zur Diskussion (vgl. dazu vorn E. 2.2 Abs. 2). Aktenkundig ist
sodann, dass die ESTV den Beschwerdeführer mit Verfügung vom
20. April 2010 dazu verpflichtete, ihr für die Steuerperioden 1. Quartal
2007 bis 2. Quartal 2008, also für die Zeit vom 1. Januar 2007 bis 30. Ju-
ni 2008 Fr. 5'000.-- Mehrwertsteuer nebst Verzugszins ab dem 1. Januar
2010 zu zahlen. Ferner liegt eine Verfügung der ESTV vom 3. Mai 2010
vor, welche den Beschwerdeführer für die Steuerperioden 3. Quartal 2008
bis 4. Quartal 2008 (bzw. für die Zeit vom 1. Juli 2008 bis 31. Dezember
2008) zur Zahlung von Fr. 5'000.-- an Mehrwertsteuern nebst Verzugszins
verpflichtete. Nach seiner eigenen Darstellung konnte der Beschwerde-
führer diese beiden Verfügungen "auf der Post entgegen nehmen" (Be-
schwerde, S. 4). Die ESTV bescheinigte am 22. Juni sowie 12. Juli 2010
die Rechtskraft dieser Verfügungen.
Mit den beiden genannten Verfügungen hat die ESTV bereits rechtskräftig
entschieden, dass der für die Steuerpflicht 2009 massgebende Umsatz
des Beschwerdeführers im Jahr 2008 gesamthaft mehr als Fr. 75'000.--
betrug und auch die nach Abzug der Vorsteuer verbleibende Steuer
(Steuerzahllast) in diesem Jahr den Betrag von Fr. 4'000.-- überstieg.
Dementsprechend hat die Vorinstanz, weil auf das Erreichen der mass-
geblichen Betragsgrenzen (E. 2.1) im Vorjahr abzustellen ist (E. 2.2), die
Steuerpflicht des Beschwerdeführers im Jahr 2009 gestützt auf Art. 28
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 29 Bst. b aMWSTG zu Recht bejaht.
3.3 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen am hier gezogenen
Schluss nichts zu ändern. Insbesondere ist nicht massgebend, ob bzw.
wann der Beschwerdeführer von den von ihm angerufenen beiden Ent-
scheiden der ESTV (Entscheid vom 14. Juli 2008 und Einspracheent-
scheid vom 17. Juni 2010) Kenntnis erlangen konnte. Diese Entscheide
betrafen nämlich die hier nicht zu beurteilenden Abrechnungsperioden
1. Quartal bis 4. Quartal 2006 (bzw. die Zeit vom 1. Januar 2006 bis 31.
Dezember 2006) und den rückwirkenden Eintrag des Beschwerdeführers
in das Register der Mehrwertsteuerpflichtigen per 1. Januar 2006. Die
beiden Entscheide geben keinen Aufschluss zur Frage der Steuerpflicht
im Jahr 2009.
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Im Übrigen wäre die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er die
genannten Entscheide nicht oder nicht rechtzeitig erhalten haben soll,
ohnehin nicht glaubwürdig. Zum einen hat der Beschwerdeführer den
Empfang beider Entscheide unterschriftlich bestätigt (vgl. Beilagen 1 f.
zur Vernehmlassung). Zum anderen hat er gegen den Entscheid vom
14. Juli 2008 – wie aus dem Einspracheentscheid vom 17. Juni 2010 her-
vorgeht – Einsprache erhoben.
Nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten lässt sich in diesem
Zusammenhang schliesslich aus dem Umstand, dass die ESTV ihre bei-
den Verfügungen vom 18. Januar 2011 und 16. März 2011 betreffend die
Mehrwertsteuer für die Steuerperioden 1. Quartal bis 2. Quartal 2009 und
3. Quartal bis 4. Quartal 2009 zunächst an die frühere Adresse des Be-
schwerdeführers geschickt hat.
3.4 Was die Berechnung der für die Steuerperioden 1. Quartal bis
2. Quartal 2009 und 3. Quartal bis 4. Quartal 2009 (sowie betreffend die
Schlussabrechnung per 31. Dezember 2009) zu entrichtende Mehr-
wertsteuer im angefochtenen Einspracheentscheid betrifft, erschöpfen
sich die Ausführungen des Beschwerdeführers im bereits erwähnten Vor-
bringen, er habe nie (und damit auch im Jahr 2009 nicht) mehr als
Fr. 70'000.-- Jahresumsatz erzielt.
Die Vorinstanz hatte zunächst den steuerpflichtigen Umsatz 2009 nach
pflichtgemässem Ermessen geschätzt. Im angefochtenen Einspracheent-
scheid hat sie diese Schätzung anhand einer vom Beschwerdeführer ein-
gereichten Erfolgsrechnung bezüglich des Jahres 2009 überprüft
(vgl. E. 3.3 des angefochtenen Entscheids). Zur Festsetzung der gemäss
dem angefochtenen Einspracheentscheid für das Jahr 2009 geschuldeten
Steuer ging die Vorinstanz nicht mehr vom geschätzten Umsatz, sondern
von dem in der Erfolgsrechnung des Beschwerdeführers ausgewiesenen
Umsatz von Fr. 68'800.-- aus. Vor diesem Hintergrund ist nicht erkennbar,
inwiefern die vorinstanzliche Berechnung, welche auf den vom Be-
schwerdeführer selbst vorgelegten Zahlen basiert, zu Unrecht zu seinen
Ungunsten ausgefallen sein sollte.
3.5 Im Übrigen stellen die unaufgefordert bei der ESTV eingereichten
Eingaben des Beschwerdeführers vom 28. Juni und 5. Juli 2012, welche
in der Folge zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsgericht über-
mittelt wurden, weder die Steuerpflicht im Jahr 2009 noch die Höhe der
mit dem Einspracheentscheid erhobenen Steuer ernstlich in Frage. Ins-
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besondere ins Leere stossen die in der Eingabe vom 5. Juli 2012 ge-
machten Ausführungen, wonach die der Kantonspolizei W._ ab-
gegebenen Fahrtenschreiberscheiben für das Jahr 2009 ein Unterschrei-
ten der Umsatzgrenze von Fr. 75'000.-- belegen. Denn wie ausgeführt,
sind für die subjektive Steuerpflicht im Jahr 2009 die Umsatzzahlen aus
dem Jahr 2008 massgebend (vgl. vorn E. 2.2 und E. 3.2) und wurde bei
der Steuerberechnung (bzw. betreffend die objektive Steuerpflicht) von
einem selbstdeklarierten Umsatz von Fr. 68'800.-- ausgegangen
(vgl. vorn E. 3.4).
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 700.-- sind dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit den von
ihm geleisteten Zahlungen von insgesamt Fr. 800.-- zu verrechnen. Der
Restbetrag von Fr. 100.-- entspricht dem Betrag, den der Beschwerdefüh-
rer am 14. September 2012 irrtümlich (über den geschuldeten Kostenvor-
schuss hinaus) dem Gericht überwiesen hat. Dieser Betrag ist ihm nach
Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zurückzuerstatten.
Eine Parteientschädigung an den Beschwerdeführer ist nicht zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).