Decision ID: 120b2568-d64b-5a00-9a79-c1f5fa7cb59c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
absolvierte bis 1989 eine Lehre
als kauf
männische Angestellte
und arbeitete nach einem Vorpraktikum für Sozial
arbeit für verschiedene soziale Stellen (Notschlafstelle, Gassenstube, Arbeits
losenkasse etc.; Urk. 7/3
, Urk. 7/89/2-3
)
.
Am 16. Juni 1994 wurde sie
Opfer eines Überfalls mit Gewalteinwirkung
(Urk. 7/38/66-68).
Die Unfallversicherung Winterthur Ver
siche
rungen (heute: AXA Versicherungen AG; nachfolgend: AXA)
erbrachte die ge
setzlichen Leistungen (
Urk. 7/38/35-36,
Urk. 7/222
).
Am
10.
Oktober 1996
meldete sie sich
unter Hinweis auf eine psychische Er
kran
kung mit körperlichen Folge
schäden
nach
der
Gewalttraumatisierung
im Juni
1994 bei der
Eidgenössischen In
validenversicherung
zum
Leistungs
bezug
an
(Urk. 7/2)
.
Die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle)
,
klärte die
berufliche
n
und
medi
zinische
n
Verhältnisse ab und sprach
der Ver
sicherten mit Verfügung
en vom 15
.
Oktober
1996
mit Wirkung ab 1.
Juni 1996 gestützt auf einen In
validi
täts
grad von 100 % eine ganze Rente zu, welche per 1. Mai 1997 bei einem
In
vali
ditäts
grad von 50 % auf eine halbe Rente herab
gesetzt wurde
(
Urk. 7/27, Urk. 7/23/3-4
)
.
1.2
Im Rahmen des
durch Antrag der Versicherten im Jahr 1999
eingeleiteten
Revisi
o
nsverfahren
s
wurde die bisherige halbe Rente ab dem 1. März 1999 auf eine ganze Invalidenrente erhöht (
vgl. Mitteilung des Beschlusses vom 22. Sep
tember 1999,
Urk. 7
/35
)
. I
n den Jahren 2001 und 200
4
bestätigte die IV-Stelle
die laufende ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
(Urk.
7
/40, Urk.
7
/52)
.
Seit
2002
ist die Versicherte alleinerziehende Mutter
(Urk. 7/41
, Urk. 7/49/2
).
Mit Verfügung vom
1.
März 2005
lehnte
die IV-Stelle
ein Kosten
gesuch
für berufliche Massnahmen
zur Bewegungstherapeutin (Urk. 7/55/1) aufgrund des Gesundheitszustandes mit vollständiger Arbeitsun
fähigkeit ab (Urk. 7/60)
.
Am 1
6.
März 2006 zog sich die Versicherte bei einem
Schlittelunfall
eine
undislozierte
Vorderkantenimpressionsfraktur am 12. Brustwirbelkörper (BWK) zu (Urk. 7/73/7).
1.3
Anlässlich
des im Jahr
2007 (Urk. 8/65) eingeleiteten amtlichen
Re
visions
verfah
rens
holte die IV-Stelle unter anderem
das Gutachten von
Dr. med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
17. März 2009
ein
, der eine leichte Besserung des psychischen Gesundheits
zustan
des bei einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit von 30 % attestierte (Urk. 7/82/18). Gestützt darauf bestätigte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2
8.
April 2009 die bisherige ganze Rente bei einem
Invaliditäts
grad
von nunmehr 70 % (Urk. 7/88).
Mit Mitteilung vom 3
1. August 2009
sprach
die
IV-Stelle
die Kosten
für ein Auf
bau
training bei der Institu
tion
Z._
vom 7. September bis 4. Dezember 2009
gut (Urk. 7/93)
.
Das Aufbautraining wurde aus gesund
heit
li
chen Gründen vorzeitig per Ende September 2009 abgebrochen (Urk. 7/96).
Mit Ver
fügung vom 6. Oktober 2009 wurde die Teilnahme an der
Integrations
mass
nahme
Aufbau
training in der Institution
Z._
als abgeschlossen be
zeichnet mit der Be
grün
dung, dass eine Weiter
führung der
Integrationsmass
nahme
zur
zeit aus ge
sund
heitlichen Grün
den nicht zumut
bar sei; eine Steigerung der Leistung habe nicht fest
ge
stellt werden können
(Urk. 7/99)
.
1.4
Im April 2010 eröffnete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren (Urk.
7/
100) und klärte die aktuellen erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse ab. An
fang August 2010 nahm die Versicherte eine 50%ige Tätigkeit als
Büro
ange
stellte
in der Buchhaltung
der
A._
auf (Urk. 7/109, Urk. 7/111-112
, Urk. 7/2
04/
14
). Nach Durch
führung des
Vor
be
scheid
ver
fahren
s
(Urk.
7
/117)
setzte die IV-Stelle
die
bis
herige
ganze
Rente
mit Verfügung vom 24. Februar 2011 auf Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats
auf eine halbe Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 50 %
herab
(Urk.
7
/11
9-120).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 5.
April 2011 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie ihre Arbeits
stelle verloren habe (Urk. 7/121).
1.
5
1.5.1
Am 18. Mai 2012 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesund
heitszustandes
geltend
(Urk. 7/122)
. Mit Vorbescheid vom 31. August 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Einstellung der Renten
zahlung in Aus
sicht, weil sie den Revisionsfragebogen auch auf mehrmalige Auf
forderung hin nicht zugestellt habe
(Urk. 7/127)
. Nachdem die IV-Stelle
die Ver
sicherte befragt (Urk. 7
/132) und weitere Abklärungen in
medizinischer Hin
sicht (Urk. 7
/134) getätigt hatte, teilte sie der Versic
herten am 3. Januar 2012
mit, dass eine psy
chi
atrische Abklärung notwendig sei
und diese bei
med.
pract
.
B._
,
Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführt werde
(Urk. 7/141)
.
Die Versicherte nahm den Untersuchungstermin bei
med.
pract
.
B._
nicht wahr (Urk. 7/143-144, Urk. 7/146) und beantragte in der Folge
,
es sei vo
n einer Be
gutachtung durch med.
pract
.
B._
abzusehen und eine Ver
laufs
kon
trolle bei PD
Dr. med.
Y._
in Auftrag zu geben
(Urk. 7
/153)
. Die IV-Stelle hielt
nach weiteren Schreiben der Parteien
(Urk. 7/161, Urk. 7/164)
mit
Zwischenver
-
fügung vom 25. Juli 2013
an der Begutachtung durch med.
pra
ct
.
B._
fest (Urk. 7/166).
Die dagegen von der V
er
sicherten mit Eingabe vom 11.
September 2013 erhobene Be
schwerde (Urk. 7/167) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Ver
fahren Nr. I
V.2013.00778 mit Urteil vom 14.
März 2014 gut und wies die Sache zur Einholung eines
Verlaufsgutachtens bei PD Dr.
Y._
an die
Be
schwerdegegnerin
zurück (Urk.
7/
176/10-11).
1.5.2
Die IV-Stelle holte
sodann
d
as Verlaufsgutachten von PD Dr.
Y._
vom 17. Oktober 2014 ein, der eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit ohne viel Verantwortung, ohne anhaltende, wiederkehrende Spannungsfelder und mit interaktionell wohlwollendem sowie angenehmem Umfeld attestierte (Urk. 7/204/26-27). In der Zwischenzeit
hatte
die Versicherte ab Mitte Septem
ber 2014 eine 40%ige Tätigkeit
als Mitarbeiterin in der Administration
bei der
C._
AG auf
genommen
(Urk.
7/213
).
Mit Vorbescheid vom 11.
Mai 2015 kündigte die IV-Stelle
die Aufhebung der bisherigen halben Rente an (Urk.
7/218), wogegen die Versicherte mit Schreiben vom 17.
Juni 2015 Ein
wände erhob (Urk.
7/223
).
Der Unfallversicherer
AXA
hatte
mit Verfügung vom 9. Juni 2015
die Taggeldleistungen per
Ende Juli 2010 eingestellt und der Ver
si
cherten Kostenvergütung für eine wöchentliche Psychotherapie, eine Rente mit einem unfallbedingten Invaliditätsgrad von
50
% ab August 2010 sowie eine Integritätsentschädigung zugesprochen (Urk. 7/222).
Mit Verfügung vom 22. Juni 2015 hob die IV-Stelle wie angekündigt die halbe Rente auf Ende des der Verfügung folgenden Monats auf und entzog einer Beschwerde dagegen die aufschiebende Wirkung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte m
it Eingabe vom 19. August 2015
unter Beilage des Berichts
des Vertra
uensarztes der AXA, Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Psy
chiatrie und Psychotherapie,
vom 17. März 2015
(Urk. 3
/3
)
Beschwerde und
be
antragte,
es sei die Verfügung vom 2
2.
Juni 2015 aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, mindestens eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen
(Urk. 1 S. 2).
Die
Beschwerdegeg
n
e
rin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
25. September 2015
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
6
).
Mit
Verfügung vom 8. Oktober 2015 wurde die Pen
sions
kasse der Beschwerdeführerin, die Pensionskasse der Stadt Winterthur, bei
geladen, welche mit Eingabe vom 26. November 2015 auf eine Stellungnahme verzichtete (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsun
fähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeh
oben (Art. 17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
derung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
-
si
ons
grund
im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
sprache
entscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hin
weisen).
Im Rahmen einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Verwaltung ver
pflichtet, das neue Leistungsbegehren in tat
sächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sach
verhaltssegment, in wel
chem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prüfen. Dement
spre
chend ist das Sozialversicherungsgericht befugt (und ver
pflichtet), bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in der früheren rechtskräftigen Ver
fügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
gemäss dem Gutachten von PD
Dr.
Y._
vom 1
7.
Oktober 2014 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stabilisiert und ver
bessert.
Es würden aus rechtlicher Sicht keine hinreichenden Gründe dafür sprechen, dass die psychischen Ressourcen es ihr nicht erlauben würden, eine Tätigkeit, wie sie
sie
derzeit in einem 40%igen Pensum ausübe, in vol
lem Umfang auszuüben. Eine länger dauernde oder bleibende Erwerbs
tätigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG beziehungsweise eine Invalidität im Sinne von
Art.
8 ATSG seien nicht mehr ausgewiesen. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe keine Rentenanspruch mehr
(Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein,
nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung
gehöre
die bei ihr vorliegende andauernde
Persönlichkeits
ver
än
derung
nach Extrembelastung
nicht zu den
Pathogenetisch
-ätiologisch un
klare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder
n
ohne nachweisbare organische Grund
lage (
Päusbonog
)
,
weshalb diese Einschränkung auch nicht als mit einer zumut
baren Willensanstrengung überwindbar zu gelten habe.
Dass eine solche
Per
sönlichkeitsveränderung
gerade nicht überwindbar sei, zeige ihr Fall nahezu exemplarisch. Sie habe mehrfach versucht, in unterschiedlichsten Bereichen wieder Fuss zu fassen, jedoch sei es ihr nicht gelungen. Die Renteneinstellung sei vollkommen zu Unrecht erfolgt. Gemäss dem Gutachten von PD
Dr.
Y._
sei nach wie vor medizinisch-theoretisch eine lediglich 30%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Sie arbeite mit dem 40%igen Pensum über das
Z
umutbare hinaus
.
Zudem
sei
die Anstellung nur durch Vermittlung ihres Vaters zustande ge
kommen und die
Beschwerdegegnerin habe nicht abgeklärt, ob es sich bei dem damit erzielten Einkommen um ein
en
Soziallohn handle. Das
Invalidenein
kom
men
sei daher
mit Fr. 21‘
450.-- zu beziffern
, was im Vergleich zum
Vali
denein
kom
men
von Fr. 71‘709.84 im Jahr 2015 einem Invaliditätsgrad von 70,09 % ent
spreche, weshalb sie Anspruch auf eine ganze Rente habe (Urk.
1 S. 8 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls inwiefern sich der
Invaliditäts
grad
seit
de
m
letzten rechtskräftigen Renten
entscheid
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom
22. Juni 2015
(Urk. 2), welche
recht
spre
chungs
ge
mäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bil
det (BGE 122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hinweis), in rentenerheblichem Aus
mass verändert hat.
3.
3.1
Der letzte rechtskräftige
Rentenentscheid und damit
die
zeitliche Vergleichsbasis
stellt die unangefochten in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 24. Februar 2011
dar
(Urk. 7/119-120). Damit wurde
aufgrund
der Anstellung der Be
schwerde
führerin bei der
A._
in einem
50%igen Pensum ab August 2010 mit einem Monatseinkommen von Fr. 3‘250.-- (Urk. 7/111) und gestützt auf
die
Bericht
e von Dr. med. E._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 3. Juni 2010 (Urk. 7/102) und
des Psychologen Dr. F._
vom 18.
Okto
ber 2010 (Urk. 7/109)
eine Ver
bes
serung des Gesund
heits
zustandes
angenommen und die bisherige ganze Rente auf eine halbe Rente bei einem
In
validitätsgrad
von 50
% herabgesetzt (Urk. 7/119
; vgl. auch das
Feststellungs
blatt
vom 6. Januar 2011, Urk. 7/115/2-3
).
Dr.
F._
hatte im Bericht vom 18. Oktober 2010 ausgeführt, die ein
schnei
dende Erfahrung
vom Juni 1994 könne bei der Beurteilung des kör
perlichen und seelischen Zustandes der Beschwerdeführerin nicht ausser Acht gelassen werden. Sie unternehme alle Anstrengungen, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen und die Lebensaufgaben bewältigen zu können. So habe sie in der Zwischenzeit eine Ausbildung zur Tanz- und Bewegungstherapeutin
abge
schlossen und sie arbeite teilzeitlich im Sekretariat der
A._
. Neben ihrer Aufgabe als Mutter und der schwierigen Situation mit dem Vater des Sohnes sei sie nach wie vor stark belastet. Es werde sich nun zeigen, ob sie längerfristig in der Lage sei, den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden. Es sei aller
dings zu beachten, dass die psychischen Störungen wie Instabilität, Schlaf
stö
rungen, Symptome im Magen-Darm-Trakt, Stimmungsschwankungen und die damit einhergehenden vegetativen und psycho
somatischen Störungen sich seit dem ursächlichen Ereignis nur
geringfügig verändert hätten. Insgesamt sei sie aber eher stabiler geworden und es sei ihr klares Ziel
,
mittelfristig ihr Leben wieder vollumfänglich meistern zu können. Zurzeit sei sie aber (noch) nicht in der Lage, ein volles Pensum zu bewältigen. Es empfehle sich daher, ihr eine Teilrente zuzusprechen (Urk. 7/109).
3.2
3.2.1
Gemäss dem
nunmehr im aktuellen Revisionsverfahren
eingeholte
n
psychia
trischen
Gutachten
vom
17. Oktober 2014
(Urk. 7/204)
kommt PD Dr.
Y._
nach
voll
ziehbar begründet
zum Schluss,
dass
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit wie schon in seinem Gutachten
vom 17.
März 2009 (Urk. 7/82/15) weiterhin eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Ex
t
rembelastung
(ICD-10 F62.0) und der Verdacht auf eine kombinierte
Persön
lich
keitsstörung
(ICD-10 F61.0) zu stellen sei
en
.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit komme eine
somatoforme
autonome Funktions
störung, Magen-Darmtrakt (ICD-10 F45.3)
,
dazu.
Die Beschwerdeführerin habe
in den letzten Jahren
m
ehrmals Stellen ange
nommen, in denen
ein
Pensum von 50 % und mehr
habe
bewältigt werden
müssen
, obschon sie in seiner ersten Be
gut
ach
tung im Jahr 2009 (Urk. 7/82/15-18)
als lediglich zu 30
% arbeitsfähig ein
gestuft wor
den sei. Es sei im Grunde nicht falsch, wenn die Beschwerde
führerin aus eigenen Stücken versucht habe, in einem höheren Pensum zu arbeiten, zumal rein theoretisch die Möglichkeit bestehen könn
t
e, dass eine höhere Arbeits
fähig
keit
gegeben sei
.
Die Gesamtschau der Berufsanamnese der letzten Jahre zeige aber deutlich auf, dass sie bereits bei einem Arbeitspen
sum von 50 %
auf Dauer
nicht
habe
bestehen könne
n
.
Sie erlebe im Rahmen zu hoher
Arbeits
pensen
eine deutliche Belastung, die dann rasch zu einer Exazer
bation
von
zugrunde liegende
n
psychische
n
Beschwerden
führe (Urk. 7/204/21-22).
Es werde sich weisen müs
sen, ob die Beschwerdeführerin das nunmehr seit drei Wochen aufge
nom
mene 40%ige Arbeitspensum (bei der
C._
AG, Urk. 7/213)
auf Dauer werde aufrechterhalten können. Die Beschwerde
füh
rerin bringe eine aus
ge
zeichnete Kooperation mit. Allerdings würden weiterhin dieselben qualita
tiven Funktionseinbussen wie vor
5
Jahren und wie schon während Jahren zuvor vorliegen. Sie könne aufgrund ihrer erheblich
fragili
sierten
innerpsy
chischen
Struktur
längst nicht mehr auf in jeder Hinsicht solide innerpsychische Res
sourcen zurückgreifen, dies vor allem dann, wenn die Arbeitsbelastungen zu
nehmen oder auch wenn interaktionelle Schwierigkeiten hinzukommen wür
den, welche an jedem Arbeitsplatz Alltag seien. Sie
habe
in den letzten Jah
ren offenbar noch stärker als früher mit somatischen, gastro
in
testinalen Be
schwerden
reagiert
. Auch zeige sie eine deutliche Zunahme ihrer affektiven Labilität mit immer wiederkehrenden, teilweise erheblichen
depres
-
siven
Einbrüchen, mit er
heblichem sozialen Rückzug, mit Zunahme der Gefühls
leere, der
Entfremdungs
gefühle
und des Misstrauens
anderer Menschen
gegen
über, was bedeute, dass sie sich in solchen Zuständen gar nicht mehr auf ihre Arbeit in der ge
forderten Weise eingehen könne, woraus
eine ganz erhebliche Ein
busse der Arbeits
fähig
keit resultiere. Bei einem zu hohen
Arbeits
pensum
würden diese Be
lastungen nach wenigen Wochen oder spätestens nach wenigen Monaten zu Beschwerdezunahmen mit mehrmonatiger vollständiger Arbeits
un
fähigkeit führen. Ange
sichts der nunmehr dreiwöchigen Erwerbstätigkeit in einem 40%igen Pen
sum müsse unter Berücksichtigung der qualitativen
Funk
ti
ons
ein
bussen
eine 40%ige Arbeitsfähigkeit
in einer Tätigkeit ohne viel Ver
ant
wortung, ohne an
haltende, wiederkehrende Spannungsfelder und mit
inter
ak
tionell
wohl
wol
lendem sowie angenehmem Umfeld (Mitarbeiter und Vor
ge
setzte)
attestiert wer
den. Der
wei
tere Verlauf werde zeigen, ob ihre
inner
psy
chischen
Ressourcen tat
sächlich so robust seien, um dieses Pensum zu bewälti
gen. Anderenfalls müsste wieder die wie im ersten Gutachten attestierte 30%ige Arbeitsfähigkeit heran
gezogen wer
den.
Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit habe nur für kurze Zeit be
standen, näm
lich von August 2010 bis März 2011 sowie vom November 2011 bis Februar 201
2.
In der restlichen Zeit sei im Längs
schnitt von einer 30%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Ab Ende Sep
tember 2014 bestehe aufgrund der 40%igen Erwerbs
tätigkeit eine 40%ige Arbeits
fähigkeit
(Urk. 7/204/25-2
7
).
D
ie Bemer
kung des Psychologen Dr.
F._
im Bericht vom 1
8.
Oktober 2010, die Be
schwerde
führerin sei psychisch eher stabiler geworden,
sei nach der aktuellen Unter
suc
hung insofern zu relativieren
, dass die Beschwerdeführerin einzig in Bezug auf ihre Ängste etwas stabiler geworden sei. Es habe sich wenige Monate nach dem Beric
ht von Dr.
F._
gezeigt, dass sie den Aufgaben, der Verant
wortung und dem hohen Pen
sum in der Anstellung bei der
A._
nicht gewachsen g
ewesen sei, so dass die von Dr.
F._
beschriebene psy
chische Stabilisierung keine nach
haltige gewesen sei (Urk. 7/204/29).
Insgesamt habe sich der psychische Ge
sundheits
zustand im gesamten Zeitraum seit der Begutachtung im Jahr 2009 trotz der zwischenzeitlichen einzelnen Anstel
lungen im Längsschnitt weder ver
bessert noch verschlechtert. Einzig die Ängstlichkeit habe sich etwas stabilisiert respek
tive verbessert (Urk. 7/204/31-33).
3.2.2
Das Gutachten von PD
Dr.
Y._
erfüllt unstrittig
alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztli
che Entscheidungs
grundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
. Es
wurde denn auch von Dr. med. G._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes in dessen Stellungnahme vom 22. Oktober 2014 als voll
ständig und schlüssig bezeichnet (Urk. 7/217/5).
Auch der Vertrauensarzt der AXA
Dr.
D._
erklärte in seiner Stellungnahme vom 17. März 2015,
die Ausführungen von PD
Dr.
Y._
seien
nach
vollziehbar (Urk. 3/3
S. 2). Zwar befand
Dr.
D._
,
PD
Dr.
Y._
hätte
eine
zusätzliche 10%ige Arbeitsfähigkeit
berücksichtig
en
müssen,
weil die Beschwerdeführerin an einem Vormittag pro Woche einen Raum für thera
peutische Arbeiten reser
viert habe,
auch wenn
sie nur selten Anfragen habe (Urk. 3/3 S. 2). Dem kann indes nicht zuge
stimmt werden.
Denn e
inerseits hat Dr.
D._
die
Be
schwerde
gegnerin
nicht selbst untersucht. An
dererseits hat PD Dr.
Y._
die von ihm attestierte 40%ige Arbeitsfähigkeit
schlüssig
begründet. Massgeblich ist die medizinisch-theoretische Einschätzung. Dem Gutach
ten ist zudem zu entneh
men, dass d
ie Beschwerdeführerin
angegeben habe
, dass sie prak
tisch nie irgendwelche Anfragen habe und aus Höflichkeit sich manchmal ihre Mutter für eine Stunde anmelde. Insgesamt könne sie an einer Hand abzählen, wie viele Kunden sie in den letzten Jahren in sehr grossen Abständen gesehen habe (Urk. 7/204/15).
PD Dr.
Y._
schloss
daher
folgerichtig daraus, dass das
Tätig
keits
angebot
über das Internet für Entspannungs- und Bewegungs
therapien keines
wegs zu einer regelmässigen Tätigkeit führe (
Urk.
7/204/31).
3.2.3
Schliesslich vermag auch der von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid angeführte Standpunkt,
aufgrund der psychischen Ressourcen sei der Beschwerdeführerin eine 100%ige Erwerbstätigkeit zumutbar (Urk. 2 S. 2)
,
k
ein Abweichen von der
von PD
Dr.
Y._
attestierte
n
6
0%ige Arbeits
un
fähigkeit
in
einer leidensangepassten
Tätigkeit
(Urk. 7/
204/26-27
)
zu begründen.
PD Dr.
Y._
führte die attestierte 60%ige Arbeitsunfähigkeit auf die
an
dau
ernde Persönlichkeitsänderung nach
Ex
trem
belastung
(ICD-10 F62.0) und den
Verdacht auf eine kombinierte
Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10 F61.0)
zurück.
Dieses Störungsbild
gehört, wie die Beschwerdeführerin zutreffend vor
bringt,
nicht zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Be
schwerde
bil
dern
ohne nachweisbare organische Grundlage
(vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8C_538/2014 vom
6.
Februar 2015 E. 4.2.3
; vgl. auch
vgl. auch
BGE 140 V 8
E.
2.2.1.3
), weshalb die
zu solchen Beschwerdebil
dern entwickelte Rechtspre
chung, mithin
die
mit BGE 141 V 281 erfolgte Praxisä
n
derung hier keine Rolle spiel
t.
Im Übrigen lassen die von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid
aufgezählten
„psychischen Res
sourcen“
(Beendigung Ausbildung zur
Tanz
thera
peutin
Ende 2009, seit längerem keine Einnahme von Psychopharmaka, Beglei
ten des Sohnes zu Handballturnieren und manchmal zu Trainings,
allein
seltene Besuche von Konzerten, Korrekturen in der Website ihrer Tanzlehrerin, sechs Sitzungen im Elternrat pro Jahr, eine zweistündige Sitzung pro Monat
der Sektion Alternativliste
in Winterthur
, welche sie im Jahr 2001 gegründet habe,
Besuche be
tagter Mensen im
Altersheim bis vor einem Monat vor der Begut
achtung
;
Urk. 2 S. 2),
die im Gutachten von PD Dr.
Y._
ausführlich
und nachvollziehbar
gewürdigten
funktionellen Beeinträch
tigungen
nicht in Frage zu stellen.
Zum einen leidet die Beschwerdeführerin nicht hauptsächlich an einer depres
siven oder vergleichbaren Erkrankung, welche vordringlich medikamentös zu behandeln wäre. PD
Dr.
Y._
erklärte
dazu überzeugend
, dass eine solche Behandlung nicht streng indiziert sei und bei traumatisierten Menschen die psycho
thera
peutische Behandlung im Vordergrund stehe. Antidepressiva wären nur dann indiziert, wenn es wieder zu schweren depre
ssiven Einbrüchen komme. Da es sich um eine chronische psychische Beeinträchtigung handle, bei der die schwere innerpsychische
Fragilisierung
nunmehr seit 20 Jahren und auf Dauer bestehe, sei von der Beschwerdeführerin nicht zwin
gend zu fordern, dauernd in ärztlicher Behandlung zu stehen, zumal sie unter
dessen auch gut selbst erkennen könne, wann sie allenfalls wieder eine Therapie aufnehmen müsse. Die seit zwei Monaten aufg
enommene Behandlung in der H._
beabsichtige sie
nunmehr zudem
für
längere Zeit wahr
zunehmen (Urk. 7/204/28, Urk. 7/204/36).
Zum anderen fallen die von der Beschwerdegegnerin aufgezählten Aktivitäten nicht alle in den hier massgeblichen Zeitraum ab der Rentenrevision ab Mai 2012, weshalb sie unbeachtlich sind. So wurde die Ausbildung zur Bewegungs- und Tanztherapeutin bereits Ende 2009 abgeschlossen und die Gründung der
Sektion Alternativliste war 2001 erfolgt.
Bezüglich
Konzert
be
-
suche
ist dem Gutachten zudem wörtlich zu entnehmen: „Die Expl. gehe sehr selten z. B. an Konzerte, und wenn, dann gehe sie alleine, weil sie dann wisse, dass sie jederzeit nach Hause zurückkehren könne.“ Dies vermag die einge
schränkte Belastbarkeit eher zu dokumentieren, als
dass daraus eine zusätzliche Ressource abgeleitet werden könnte.
Zu den Korrekturen für ihre Tanzlehrerin gab sie an, hin und wieder tätige sie ein paar Korrekturen zur Website (Urk. 7/204/17). Es handelt sich somit um sporadische, seltene Handlungen. Die Altersheimbesuche hatte die Beschwerdeführerin zudem nicht vor einem Monat vor der Begutachtung, sondern bereits ein Jahr vor der Begutachtung, mithin zirka per Oktober 2013 aufgegeben (Urk. 7/204/18).
Damals hat sie nicht gear
beitet (Urk. 7/204/14).
D
ie aufgezählten
Aktivi
täten
sagen zudem nichts über
die hier massgebliche
Belastbarkeit im Rahmen eine
s fixen An
stellungs
verhältnisses aus
.
Auch dieser Punkt wurde im Gutachten von
PD Dr.
Y._
in die Beurteilung einbezogen. Er
erklärt nach
vollziehbar, dass es sich hierbei tatsächlich nur um punktuelle Ein
s
ätze handle, welche nicht bedeuten würden, dass das Arbeitspensum in der rea
len Praxis relevant höher sei. Es sei der Beschwerdeführerin hoch an
zu
rechnen, dass sie trotz ihrer erheblich
fragili
sierten
innerpsychischen Struktur und ihrer ausgesproc
hen
traumatischen Anamnese viel
unternehme, um doch noch einen gewissen Bezug zur Gesellschaft beziehungsweise zu sozialen Kreis
en aufrecht zu erhalten, auch wenn eine ihrer zentralen Probleme sei, dass sie sich immer wieder sozial zurückziehen müsse (Urk. 7/204/26).
Nicht
in Erwägung gezogen
hat die
Be
schwerdegegnerin
zudem
unter anderem
die Angaben der Beschwerdeführerin
, dass bei ihr zu Hause oft ein Chaos be
stehe, sie bringe es oftmals nicht fertig, den Haushalt sauber und aufgeräumt zu halten (Urk. 7/204/17).
Anlässlich der telefonischen Auskunft des behan
delnden Psychiaters,
Dr.
med. I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, gegenüber dem Gutachter erklärte dieser ausserdem, es falle auf, wie sehr si
e Mühe habe, auch in einfachere
Han
dlungen ihres Alltages Ordnung
hinein
zu
bringen, so z. B. in finanziellen Belangen, so dass auch der unterdessen bei
ge
zogene Sozialarbeiter über das Ausmass dieser Müh
e erstaunt sei (Urk. 7/204/20). Im Gegensatz zu den einseitigen Erwägungen der
Beschwerde
gegnerin
trägt das Gutachten von PD
Dr.
Y._
allen relevanten Umständen Rechnung.
Vor diesem Hintergrund
lassen d
ie im Gutachten von PD
Dr.
Y._
nach
voll
ziehbar dargelegten
medizinischen Tatsachen
feststellungen
, welche zudem den
beweis
recht
lich
en
Anforderungen genü
gen,
kein
en Raum für eine
ab
weichende
Festsetzung
der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
.
3.2.4
Da eine Rente zudem bereits seit Juni 1996 ausgerichtet wird, hätte sich die Beschwerdegegnerin nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
vor der Her
absetzung oder Auf
hebung
der
Invalidenrente
im Übrigen ohnehin zuerst
ver
gewissern
müssen
, ob sich ein
allfälliges - hier allerdings nicht ausge
wiesenes -
me
dizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungs
ver
mögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad nieder
schlägt oder ob dafür ausnahmsweise im Ein
zelfall eine erwerbsbezogene Abklärung und/oder die Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen
im Rechtssinne voraus
gesetzt
sind (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_275/2014
vom 21.
August 2014
E. 4.3 mit Hinweisen).
3.3
Nach dem Gesagten ist entgegen der Ansicht d
er Beschwerdegegnerin somit gestützt auf das psychiatrische Gutachten von PD
Dr.
Y._
vom 17. Oktober 2014
(Urk. 7/204/26-27)
von einer
70%igen Arbeitsunfähigkeit ab März 2012 und von einer
60%igen Arbeitsunfähigkeit
ab
September 2014
je
in einer Tätig
keit ohne viel Ver
ant
wortung, ohne an
haltende, wieder
kehrende Span
nungsfel
der und mit inter
aktionell wohl
wol
lendem sowie angenehmem Umfeld (Mitar
beiter und Vor
gesetzte) auszugehen.
Im Vergleich mit dem in der
Verfügung vom 24. Februar 2011
(Urk. 7/119-120) angenommenen Sachverhalt,
wonach
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
vorgelegen hatte
,
liegt damit eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
ab März 2012, gefolgt von einer leichten Verbesserung
und zugleich von einer Verän
derung in erwerblicher Hinsicht
ab September 2014
vor
.
Die hier massgebliche Rentenrevision wu
r
de auf Gesuch der Be
schwerdeführerin vom 1
8.
Mai 2012 (
Urk.
7/122
;
Art.
31 ATSG
) hin eröffnet.
Der
Invaliditätsgrad
ist daher unab
hängig von der früheren Beurteilung
(vgl.
Urteil des Bundes
ge
richts
9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 mit Hinweisen
)
per Mai
2012 und September 2014
neu
festzusetzen
(
Art.
88
bis
Abs. 1 lit. a
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
)
.
4
.
4.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Vergleichs von Validen- und
Invali
denein
kommen
auf zeitidentischer Grundlage
per Mai 2012 und September 2014
zu erheben (vgl. BGE 129 V 222 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen
Entscheid keinen
Einkommens
vergleich
aufgeführt (Urk. 2), jedoch
verweist sie in der
internen
Berechnung vom 1
1.
Mai 2015 (Urk. 7/216) zur Bemessung des
Valideneinkommens
auf jenes gemäss dem Feststellungsblatt vom 2
8.
April 2009
und rechnete es für das Jahr 2012 auf Fr. 70‘716.35 und für das Jahr 2014 auf Fr. 71‘709.85 hoch (Urk. 7/216)
.
Im Feststellungsblatt der Berufsberatung vom 2
8.
April 2009
war
das
Vali
den
ein
kommen
anhand der
statistischen
Werte
der Tabelle TA7, Zif
fer 23, Anforderungsniveau 3, gemäss der
Lohnstruk
turer
hebung
(LSE) des Bun
desamtes für Statistik (BFS) im Jahr 2006 und unter Be
rück
sichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2007 auf Fr. 65‘970.90 festgesetzt wor
den (Urk. 7/86).
Die Beschwerdeführerin folgt dieser Vorgehensweise und geht ebenfalls von einem
Valideneinkommen
von Fr. 71‘709.85 aus (Urk. 1 S. 9).
Da der Gesundheitsschaden
bereits
im Jahr 1994 einget
reten war, ist nicht zu bean
standen, dass die Parteien das
Valideneinkommen
anhand der LSE
,
und zwar aufgrund der kaufmännischen Ausbildung
der Beschwerdeführerin (Urk. 7/2/4, Urk.
7/3/1)
,
nach der Tabelle TA7
be
stimmen.
Ausgehend von der aktuelleren
LSE 2010, TA7, wonach der Medianlohn im Jahr 2010,
Anfor
de
rungsniveau
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) in der Kategorie 23 „Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“
bei Frauen
Fr.
5‘782.-- pro Monat respektive Fr. 69‘384.-- pro Jahr betrug, resultiert un
ter Berücksich
ti
gung der durchschnittlichen wöchent
lichen Arbeits
zeit von 41,6 Stunden im
Jahr 2010 (
BFS,
Statistik der
betriebsüb
lichen
Arbeitszeit
nach
Wirt
schaftsab
teilungen
, 2010
, Total
;
abrufbar unter: www.bfs.admin.ch/bfs/portal
/de/
index
/
themen
/03/02/blank/
data
/07.html
)
und der
Nominallohnent
wicklung
von 2010 bis 201
2
und
bis 2014
(
BFS,
Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [
20
10 = 100; im Internet abrufbar]
,
Nomi
nallohnindex
Frauen
2011-2014 [
T1.
2
.
10]
,
Total;
20
10
:
100, 201
2
:
102.0
, 2014:
103.6
)
ein
Validen
ein
kommen
von
Fr.
73‘602.55
per 2012
(
Fr. 69‘384.--
: 40 x 41,6
;: 100 x 102,0
) und von Fr.
74‘757.10
per 2014
(
Fr. 69‘384.--
: 40 x 41,6
;: 100 x
103,6
).
4.2
4.2.1
Für das Invalideneinkommen ist dasjenige Entgelt massgebend, welches die versi
cherte Person aufgrund ihres konkreten Gesundheitsschadens
zumutbarer
weise
noch zu erzielen in der Lage wäre (Art. 16 ATSG). Bei dessen Ermittlung ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse
gege
ben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Ist kein solches Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kön
nen die
statistischen Tabellenlöhne der
LSE des BFS
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2, Urteil des Bundesgerichts 9C_713/2014 vom
3.
Februar 2015 E. 6.1).
4.2.2
Von März 2012 bis Mitte September 2014 ging die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit nach
(Urk. 7/204/14)
. Zur Ermittlung des Invalideneinkommens per Mai 2012
rechtfertigt es sich
daher
auf die
LSE-
Tabellenlöhne, TA7, mit einem Medianlohn im Jahr 2010, Frauen,
Anfor
derungsniveau
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) in der Kategorie 23 „Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“ von
Fr.
5‘782.-- pro Monat respektive Fr. 69‘384.-- pro Jahr abzustellen
.
Das Invalideneinkommen im Jahr 2012 betrug damit bei einem 30%igen Arbeitspensum Fr. 22‘080.75
(
Fr. 69‘384.--
: 40 x 41,6
;: 100 x 102,0; x 0,3).
Ob davon ein sogenannter leidensbedingter Abzug (vgl. dazu BGE
129 V 472 E. 4.2.3 mit Hin
weisen
) zu machen ist, kann offen bleiben, da der Vergleich mit dem
Valideneinkommen
im Jahr 2012 von Fr. 73‘602.55
jedenfalls einen
Inva
liditätsgrad
von 70
%
ergibt, der bereits ein Anspruch auf eine ganze Rente begründet (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
Da die Verschlechterung ab März 2012 ein
ge
treten war, ist die bisherige halbe Rente in Anwendung von
Art.
88a Abs. 2 IVV per Juni 2012 auszurichten.
4.2.3
Ab Mitte September 2014
erzielt(e)
die Beschwerdeführerin bei der
C._
bei einem 40%igen Pensum ein Einkommen
von
Fr. 2‘200.-- pro Monat respektive Fr. 28‘600.-- (13 x Fr. 2‘200.--) pro Jahr (Urk.
7/
213
).
Der Vergleich mit dem
Valideneinkommen
im Jahr 2014 von Fr.
74‘757.10
würde einen Invaliditätsgrad von
62
%
und damit einen Anspruch auf eine
Drei
vier
telsrente
(
Art.
28 Abs. 2 IVG) - in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV - ab Januar 2015 ergeben.
Die Beschwerdeführerin
wendet dagegen indes
zu Recht
ein,
dass nicht
ermittelt
worden sei
, ob es sich beim bei der
C._
erzielten Ein
kommen um einen Soziallohn handle (Urk. 1 S. 9).
Dies
ist von der Beschwerdegegnerin
abzu
klären
und hernach ist der Rentenanspruch ab Januar 2015 festzulegen, mindestens aber auf eine
Dreiviertelsrente
.
4.3
D
ie
angefochtene Verfügung vom
22. Juni
2015
(
Urk.
2)
ist folglich
in Gutheis
sung der Beschwerde
aufzuheben und
es ist festzustellen, dass die Be
schwerde
füh
rerin ab
Juni 2012 Anspruch auf eine ganze Rente und ab Januar 2015
Anspruch auf
min
destens eine
Dreiviertelsrente
hat
. Die
Sache
ist
zudem
an
die
Be
schwerde
gegnerin
zurück
zuweisen, damit diese, nach erfolgter Abklärung
über die Frage des Soziallohnes und Festlegung des Invalideneinkommens ab September 2014
, über den Renten
anspruch ab
Januar 2015
unter Berück
sich
ti
gung der Erwägungen
gegebenenfalls
neu verfüge.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag auf Ausrichtung der ge
setz
lichen Leistungen die
Zusprache
von Leistungen über den Rentenanspruch hin
aus beantragt (Urk. 1 S. 2), ist auf die Beschwerde mangels
Anfechtungs
gegen
standes
(
BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a
) nicht einzutreten.
5.
Der prozessuale
Antrag der Beschwerdeführerin, es sei die aufschiebende Wir
kung der Beschwerde wiederherzustellen (Urk.
2
S. 2
), ist
ausgangsgemäss gegen
standslos.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG),
er
messens
weise
auf Fr. 800.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Der
Beschwerdeführer
in
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversi
che
rungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
2‘400.-
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zu
setzen ist.