Decision ID: 602b4750-1318-46d3-8acc-8c5ca42ee2c8
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Sekretariat der Eidgenössischen Spielbankenkommission (nachfolgend
«ESBK») gegen A. wegen des Verdachts der Widerhandlung gegen das
Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken
(Spielbankengesetz, SBG; SR 935.52) eine Strafuntersuchung führt (vgl.
act. 2.1, S. 1);
- sie mit Verfügung vom 15. September 2017 die in den von A. gemieteten
Räumlichkeiten aufgefundenen zwei PC-Terminals Hewlett Packard U1 und
U2 inkl. Zubehör und allfälligem Kassetteninhalt beschlagnahmte (act. 2.1);
- A. diese Beschlagnahmeverfügung am 18. September 2017 zugestellt wor-
den ist (act. 2.2);
- dieser gegen die Beschlagnahmeverfügung bei der ESBK mit Eingabe vom
22. Oktober 2017 «Einsprache» erhob (act. 1);
- die ESBK die als Einsprache bezeichnete Beschwerde am 26. Oktober 2017
der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weiterleitete und diesbe-
züglich beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (act. 2);
- A. mit Replik vom 6. November 2017 akzeptiert, dass er die Beschwerdefrist
von drei Tagen nicht eingehalten habe, die Beschwerde zurückzieht und be-
antragt, die Beschwerdefrist müsse B., dem eigentlichen Eigentümer der be-
schlagnahmten PC-Terminals, gesetzt werden (act. 4).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- bei der Verfolgung von Widerhandlungen gegen das SBG das Bundesgesetz
vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) zur
Anwendung gelangt und das Sekretariat der ESBK die verfolgende Behörde
ist (Art. 57 Abs. 1 SBG);
- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zusam-
menhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG);
- 3 -
- eine solche Beschwerde innert drei Tagen, nachdem der Beschwerdeführer
von der angefochtenen Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, bei der zustän-
digen Behörde nach Art. 26 Abs. 2 VStrR schriftlich mit Antrag und kurzer
Begründung einzureichen ist (Art. 28 Abs. 3 VStrR);
- die drei Tage dauernde Beschwerdefrist vorliegend am Tag nach der Zustel-
lung der Beschlagnahmeverfügung an den Beschwerdeführer, mithin am
19. November 2017 zu laufen begann;
- sich die über einen Monat später erhobene Beschwerde nach dem Gesagten
als deutlich verspätet erweist;
- der Beschwerdeführer seine Beschwerde mit Eingabe vom 6. November
2017 zudem zurückzog (act. 4);
- der Rückzug der Beschwerde im Bereich des Verwaltungsstrafrechts den
Rechtsstreit beendet, weshalb das Beschwerdeverfahren als erledigt abge-
schrieben werden kann (vgl. hierzu u. a. den Beschluss des Bundesstrafge-
richts BV.2017.36 vom 9. August 2017 m.H.);
- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; siehe hierzu TPF 2011
25 E. 3);
- die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren auf das gesetzlich und
reglementarisch vorgesehene Minimum von Fr. 200.– festzusetzen ist
(Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reg-
lements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Ge-
bühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR;
SR 173.713.162]);
- 4 -