Decision ID: df3a737b-0ba5-5751-9b7e-18a9cbfa70a8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Februar 2011 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
einer Rente der Invalidenversicherung an (EL-act. 285). Mit einer Verfügung vom 20.
Juli 2011 wies die EL-Durchführungsstelle das Leistungsbegehren mangels eines
anspruchsbegründenden Ausgabenüberschusses ab (EL-act. 273). Der
Anspruchsberechnung liess sich entnehmen (EL-act. 272), dass sie die kantonalen
Durchschnittsprämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung des EL-
Ansprechers und der Ehefrau, Hypothekarzinsen, eine Pauschale für
Gebäudeunterhaltskosten, den Eigenmietwert der selbst bewohnten Liegenschaft und
eine Nebenkostenpauschale sowie die Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf
als Ausgaben anerkannt hatte. Als Einnahmen hatte sie die Rente der
Invalidenversicherung und eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge, (geringfügige)
Vermögenserträge, den Eigenmietwert der selbst bewohnten Liegenschaft und den
Eigenmietwert einer nicht selbst bewohnten Liegenschaft sowie ein tatsächliches
Erwerbseinkommen der Ehefrau von 49’400 Franken und ein hypothetisches
Erwerbseinkommen des EL-Ansprechers von 12’700 Franken angerechnet. Das hatte
einen Einnahmenüberschuss von 16’890 Franken pro Jahr ergeben. Am 8. August 2011
erhob der EL-Ansprecher eine Einsprache gegen diese Verfügung (EL-act. 270). Er
machte geltend, er habe sämtliche Ausgaben und Einnahmen deklariert und belegt;
das sei aber offenbar sinnlos gewesen, weil die EL-Durchführungsstelle gar nicht auf
diese Angaben abgestellt habe. Mit einem Entscheid vom 26. Januar 2012 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 259). Der EL-Ansprecher liess in der
A.a.
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Folge eine Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben
(EL-act. 258). Dieses hob den Einspracheentscheid vom 26. Januar 2012 auf und wies
die Sache zur Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung betreffend den
Gesundheitszustand der Ehefrau, die effektiven Arbeitseinsätze und die effektiv
erzielten Lohneinnahmen der Ehefrau sowie die Stellenbemühungen der Ehefrau des
EL-Ansprechers an die EL-Durchführungsstelle zurück (Urteil EL 2012/7 vom 23.
Oktober 2012; vgl. EL-act. 250). Nach weiteren Sachverhaltsabklärungen erliess die
EL-Durchführungsstelle am 18. Juli 2013 eine Verfügung, mit der sie das
Leistungsbegehren erneut mangels eines anspruchsbegründenden
Ausgabenüberschusses abwies (EL-act. 235). Zur Begründung führte sie an, aufgrund
der medizinischen Akten, die vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
gewürdigt worden seien, sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Ehefrau
des EL-Ansprechers für leidensadaptierte Tätigkeiten im massgebenden Zeitraum
auszugehen. Die Ehefrau habe teilweise ein Erwerbseinkommen erzielt, aber der
Verdienst sei deutlich tiefer als ein durchschnittlicher Lohn für eine Hilfsarbeiterin
gewesen. Trotzdem habe sie kaum Stellenbemühungen getätigt. Deshalb müsse ihr ein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden, dessen Betrag auf drei
Viertel des statistischen Zentralwertes der Hilfsarbeiterinnenlöhne, also auf 33’075
Franken (= 44’100 Franken × 0,75), festzusetzen sei.
Am 11. September 2013 liess der EL-Ansprecher eine Einsprache gegen die Ver
fügung vom 18. Juli 2013 erheben (EL-act. 220). Sein Rechtsvertreter machte geltend,
streitig sei nur die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau.
Entgegen der Ansicht der EL-Durchführungsstelle habe sich die Ehefrau sehr intensiv
um eine Arbeitsstelle bemüht. Sie habe hauptsächlich telefonische Bemühungen
getätigt, die sie allerdings nicht dokumentiert habe. Die EL-Durchführungsstelle habe
den Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Im Übrigen habe die Ehefrau ihre (nicht selbst
bewohnte) Eigentumswohnung per 31. Mai 2013 verkauft. Der Gesamterlös habe sich
nach der Tilgung der Hypothekarschulden und nach dem Einkauf in die berufliche
Vorsorge im Umfang des für den Wohnungskauf ursprünglich bezogenen Sparkapitals
auf 9’600 Franken belaufen. Im Januar 2015 liess der EL-Ansprecher mit der
Begründung die „Ausscheidung“ des hypothetischen Erwerbseinkommens beantragen,
er habe im _ 2014 das 60. Altersjahr vollendet (EL-act. 200). Mit einem Entscheid vom
A.b.
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23. Juni 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 187). Zur
Begründung führte sie an, die Ehefrau des EL-Ansprechers habe nicht nachweisen
können, dass sie sich ausreichend ernsthaft, aber erfolglos um eine Arbeitsstelle
bemüht habe. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens erweise sich
damit als rechtmässig. Die Hinweise auf den Verkauf der nicht selbst bewohnten
Liegenschaft im Mai 2013 und auf die Vollendung des 60. Altersjahres des EL-
Ansprechers im _ 2014 lägen ausserhalb des Gegenstandes des
Einspracheverfahrens; die Hinweise würden als eine sinngemässe Neuanmeldung zum
Bezug von Ergänzungsleistungen qualifiziert und im Rahmen eines neu zu eröffnenden
Verwaltungsverfahrens behandelt. Der Einspracheentscheid vom 23. Juni 2015
erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.
In der Folge prüfte die EL-Durchführungsstelle einen Anspruch auf eine ordentliche
und eine ausserordentliche Ergänzungsleistung ab Juni 2013. Mit einer Verfügung vom
28. Juli 2015 sprach die EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher mit Wirkung ab
dem 1. Januar 2015 eine der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung als sogenannte Minimalgarantie entsprechende
bundesrechtliche, ordentliche Ergänzungsleistung von 748 Franken pro Monat sowie
eine kantonalrechtliche, ausserordentliche Ergänzungsleistung von 417 Franken pro
Monat zu (EL-act. 173). Die Anspruchsberechnung hatte für die Zeit vom 1. Juni 2013
bis zum 31. Dezember 2014 einen Einnahmenüberschuss von 35 Franken pro Jahr und
für die Zeit ab dem 1. Januar 2015 unter Berücksichtigung derselben, aber betraglich
leicht divergierenden Ausgaben- und Einnahmenpositionen einen Ausgabenüberschuss
von 5’498 Franken ergeben. Das Berechnungsblatt zur Verfügung (EL-act. 169 f.) wies
die kantonalen Durchschnittsprämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
der Eheleute, Hypothekarzinsen, eine Pauschale für die Gebäudeunterhaltskosten, den
Eigenmietwert der selbst bewohnten Liegenschaft, die Nebenkostenpauschale sowie
die Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf als Ausgaben und die
Rentenleistungen der Invalidenversicherung sowie der beruflichen Vorsorge,
Sparzinsen, den Eigenmietwert der selbst bewohnten Liegenschaft und ein – teils
tatsächlich erzieltes, teils hypothetisches – Erwerbseinkommen der Ehefrau im
Gesamtbetrag von 38’443 Franken (nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge) als
Einnahmen aus. Am 4. August 2015 erhob der EL-Ansprecher eine Einsprache gegen
A.c.
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die Verfügung vom 28. Juli 2015 (EL-act. 160). Er machte geltend, seine Ehefrau habe
sich bereits im Februar 2014 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet. Sie sei nicht in der Lage, ein höheres als das tatsächliche Einkommen zu
erzielen. Bei der Anspruchsberechnung sei ein falscher Betrag der Invalidenrente aus
der beruflichen Vorsorge berücksichtigt worden. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb die
EL-Durchführungsstelle den Eigenmietwert zu 100 Prozent und nicht zu 80 Prozent
(Abzug von 20 Prozent für den Gebäudeunterhalt) berücksichtigt habe. Mit einer
verfahrensleitenden Verfügung vom 26. Oktober 2015 sistierte die EL-
Durchführungsstelle das Einspracheverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des
Verwaltungsverfahrens betreffend allfällige Leistungen der Invalidenversicherung für die
Ehefrau des EL-Bezügers (EL-act. 154).
Am 21. Dezember 2015 erging eine sogenannte „Umrechnungsverfügung“, mit der
die EL-Durchführungsstelle die laufende ordentliche Ergänzungsleistung per 1. Januar
2016 an eine Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung anpasste; die ausserordentliche Ergänzungsleistung blieb
unverändert (EL-act. 152). Am 26. Januar 2016 erhob der EL-Bezüger eine Einsprache
gegen diese Verfügung (EL-act. 146). Er beanstandete wiederum die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens seiner Ehefrau und die fehlende Berücksichtigung
der Pauschale für die Gebäudeunterhaltskosten von 20 Prozent des Eigenmietwertes.
Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2016 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
laufende ordentliche Ergänzungsleistung per 1. Januar 2017 infolge einer weiteren
Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung; die ausserordentliche Ergänzungsleistung blieb weiterhin
unverändert (EL-act. 134). Am 10. Januar 2017 erhob der EL-Bezüger eine Einsprache
gegen diese Verfügung (EL-act. 131). Er wies wiederum darauf hin, dass seiner Ehefrau
kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe. Zudem machte er
geltend, sein Sparguthaben belaufe sich nicht mehr – wie noch im Jahr 2015 – auf
54’574 Franken; das Bankkonto weise einen Minussaldo von 19 Franken auf. Die EL-
Durchführungsstelle forderte den EL-Bezüger am 20. Januar 2017 auf (EL-act. 123),
den Vermögensverzehr im Jahr 2015 von über 50’000 Franken zu belegen. Andernfalls
werde sie bei der Anspruchsberechnung ein hypothetisches Vermögen und einen
hypothetischen Vermögensertrag berücksichtigen müssen. In der Folge reichte der EL-
A.d.
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Bezüger diverse Belege ein, die eine Begleichung von verschiedenen Forderungen
nachwiesen. Am 8. Juni 2017 erliess die EL-Durchführungsstelle eine Verfügung, mit
der sie die Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung des verbrauchten Vermögens
per 1. Januar 2017 neu festsetzte; die Korrektur der Anspruchsberechnung blieb
allerdings ohne Einfluss auf den Betrag der ordentlichen und der ausserordentlichen
Ergänzungsleistung (EL-act. 99). Am 3. Juli 2017 erhob der EL-Bezüger eine
Einsprache gegen diese Verfügung (EL-act. 95). Er beanstandete die Berücksichtigung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens seiner Ehefrau. Mit einem Schreiben vom 6.
Juli 2017 wies die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger darauf hin, dass sie die
Frage nach der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens erst nach dem
Abschluss des hängigen IV-Rentenverfahrens der Ehefrau beantworten werde (EL-act.
93). Am 18. Dezember 2017 verfügte die EL-Durchführungsstelle eine Erhöhung der
ordentlichen Ergänzungsleistung per 1. Januar 2018 als Folge einer Erhöhung der
kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung; die
ausserordentliche Ergänzungsleistung blieb unverändert (EL-act. 90).
Im Juni 2018 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger auf, ein
Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistung auszufüllen (EL-act.
85). Im Juli 2018 gingen ihr das ausgefüllte Formular und die dazu gehörenden Belege
zu (EL-act. 82). Am 17. August 2018 teilte die EL-Durchführungsstelle dem EL-Bezüger
mit, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf die bisherige ordentliche und
ausserordentliche Ergänzungsleistung habe (EL-act. 67). Am 3. September 2018 erhob
der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die Mitteilung vom 17. August 2018 (EL-act.
64). Er machte geltend, er lebe bereits seit dem 1. Mai 2018 von seiner Ehefrau
getrennt. Aus Kostengründen müsse er allerdings weiterhin im selben Haus wie seine
Ehefrau wohnen. Durch einen willkürlichen Gerichtsentscheid seien seine
Lebensversicherung und sein Bankkonto mit einer Arrestverfügung belegt worden. Die
Ehefrau sei aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeitsfähig, weshalb kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe. Der EL-Bezüger werde
um eine IV-Rentenrevision betreffend ihn selbst ersuchen, da er mittlerweile zu mehr
als zu 61 Prozent invalid sei. Am 17. September 2018 wies die EL-Durchführungsstelle
den EL-Bezüger darauf hin, dass sie die Einsprache mit den hängigen Einsprachen
vereinige; das Einspracheverfahren bleibe weiterhin sistiert (EL-act. 62).
A.e.
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Am 6. Dezember 2018 teilte der EL-Bezüger der EL-Durchführungsstelle mit (EL-
act. 61), dass das Versicherungsgericht seiner Ehefrau für die Zeit von Oktober 2014
bis und mit Februar 2016 eine befristete halbe Rente der Invalidenversicherung
zugesprochen habe. Für die Zeit ab dem 1. März 2016 bestehe gemäss dem
Gerichtsentscheid bei einem Invaliditätsgrad von 37 Prozent kein Rentenanspruch
mehr. Noch bevor die EL-Durchführungsstelle die Sistierung des Einspracheverfahrens
aufhob, erliess sie am 20. Dezember 2018 eine Verfügung, mit der sie die ordentliche
Ergänzungsleistung per 1. Januar 2019 an eine Erhöhung der kantonalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, an eine
Erhöhung der Lebensbedarfspauschale und an eine Erhöhung der Invalidenrente des
EL-Bezügers anpasste; die ausserordentliche Ergänzungsleistung blieb weiterhin
unverändert (EL-act. 58). Am 9. Januar 2019 erhob der EL-Bezüger eine Einsprache
gegen die Verfügung vom 20. Dezember 2018 (EL-act. 54). Die Einsprachebegründung
entsprach jener der Einsprache vom 3. September 2018 gegen die Mitteilung vom 17.
August 2018. Die zuständige AHV/IV-Zweigstelle meldete der EL-Durchführungsstelle
im Februar 2019, dass die Eheleute nicht mehr freiwillig getrennt lebten (EL-act. 44 f.).
Mit einem Schreiben vom 12. März 2019 wies die EL-Durchführungsstelle den EL-
Bezüger darauf hin (EL-act. 36), dass sie vorsehe, der Ehefrau gestützt auf den Art. 14a
Abs. 2 ELV für die Zeit, für die ihr eine befristete halbe Rente zugesprochen worden sei,
ein hypothetisches Erwerbseinkommen von 19’210 Franken (Jahr 2014) respektive von
19’290 Franken (Jahre 2015 und 2016) anzurechnen. Für die Zeit ab dem 1. März 2016
werde sie voraussichtlich – wie ursprünglich – ein hypothetisches Erwerbseinkommen
von 31’074 Franken berücksichtigen. Unter Berücksichtigung des Rentenanspruchs
der Ehefrau werde für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis zum 29. Februar 2016 ein
Einnahmenüberschuss resultieren, der den Bezug einer ordentlichen
Ergänzungsleistung für diesen Zeitraum ausschliessen werde. Der kantonale
Gesetzgeber habe den Anspruch auf eine ausserordentliche Ergänzungsleistung per
31. Dezember 2015 aufgehoben und nur – im Sinne einer Übergangsbestimmung – für
jene EL-Bezüger über den 31. Dezember 2015 hinaus weiterhin einen Anspruch auf
eine ausserordentliche Ergänzungsleistung vorgesehen, die bis zum 31. Dezember
2015 effektiv eine ausserordentliche Ergänzungsleistung bezogen hätten. Müsste im
Einspracheentscheid ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ordentliche
Ergänzungsleistung für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis zum 29. Februar 2016
A.f.
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und damit auch ein Anspruch auf eine ausserordentliche Ergänzungsleistung für diesen
Zeitraum tatsächlich verneint werden, hätte der EL-Bezüger am 31. Dezember 2015
keine ausserordentliche Ergänzungsleistung mehr bezogen, weshalb er auch über den
29. Februar 2016 hinaus keinen Anspruch mehr auf eine ausserordentliche
Ergänzungsleistung haben könnte, weil er nicht mehr in den Anwendungsbereich der
kantonalen Übergangsbestimmung fallen würde. Der EL-Bezüger liess am 28. März
2019 geltend machen (EL-act. 34), bei richtiger Betrachtung dürfe der Ehefrau ab dem
Beginn des sogenannten Wartejahrs am 24. Juni 2013 kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden. Selbst bei einem allfälligen kurzen
Unterbruch des EL-Anspruchs müsse die kantonale Besitzstandsregelung zur
Anwendung kommen, da die Rente für die Ehefrau ja von Beginn weg nur befristet
zugesprochen worden sei.
Mit einer Verfügung vom 25. April 2019 setzte die IV-Stelle den Betrag der
Invalidenrente des EL-Bezügers rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 unter
Berücksichtigung des befristeten Rentenanspruchs der Ehefrau neu fest (EL-act. 29 f.).
Das hatte eine geringfügige Erhöhung der laufenden Rente um 14 Franken pro Monat
sowie eine Nachzahlung von insgesamt 767 Franken für die Zeit vom 1. Oktober 2014
bis zum 30. April 2019 zur Folge. Mit einer Verfügung vom selben Tag sprach die IV-
Stelle der Ehefrau des EL-Bezügers eine befristete Rente für die Zeit von Oktober 2014
bis und mit Februar 2016 im Gesamtbetrag von 16’155 Franken zu (EL-act. 27).
Ebenfalls am 25. April 2019 erging auch der Einspracheentscheid der EL-
Durchführungsstelle betreffend die Einsprachen gegen die Verfügungen vom 28. Juli
2015, vom 21. Dezember 2015, vom 19. Dezember 2016, vom 8. Juni 2017, vom 18.
Dezember 2017 und vom 20. Dezember 2018 (EL-act. 25), mit dem sie die ordentliche
und die ausserordentliche Ergänzungsleistung rückwirkend ab dem 1. Juni 2013 neu
festsetzte. Für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis zum 30. September 2014 resultierte
wiederum eine der sogenannten Minimalgarantie entsprechende ordentliche
Ergänzungsleistung sowie eine dem früheren Betrag von 417 Franken pro Monat
entsprechende ausserordentliche Ergänzungsleistung. Für die Zeit vom 1. Oktober
2014 bis zum 29. Februar 2016 bestand neu weder ein Anspruch auf eine ordentliche
noch ein Anspruch auf eine ausserordentliche Ergänzungsleistung. Ab dem 1. März
2016 bestand wieder ein Anspruch auf eine der Minimalgarantie entsprechenden
A.g.
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B.
ordentlichen Ergänzungsleistung, die EL-Durchführungsstelle verneinte aber einen
Anspruch auf eine ausserordentliche Ergänzungsleistung. Am 26. April 2019 erliess die
EL-Durchführungsstelle eine entsprechende Rückforderungsverfügung über einen
Betrag von 10’196 Franken (EL-act. 28). Bereits am 25. April 2019 war eine Verfügung
ergangen, mit der die IV-Stelle die Rentennachzahlung mit der EL-Rückforderung
verrechnet hatte (EL-act. 13).
Am 27. Mai 2019 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 25. April 2019 erheben (act. G 1).
Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides, die Ausrichtung der „gesetzlichen Leistungen“ und eventualiter
die Durchführung weiterer Abklärungen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur
Begründung führte sie aus (vgl. act. G 5), der Ehefrau des Beschwerdeführers dürfe für
den gesamten massgebenden Zeitraum kein hypothetisches Erwerbseinkommen,
sondern nur das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen angerechnet werden. Unter
Berücksichtigung dieses Umstandes resultiere ein Ausgabenüberschuss, der einen
Anspruch sowohl auf eine ordentliche als auch auf eine ausserordentliche
Ergänzungsleistung begründe.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. September 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7). Der Beschwerdeführer habe nicht nachweisen können, dass
sich seine Ehefrau im Umfang des ihr zumutbaren Masses ausreichend ernsthaft, aber
erfolglos um eine Arbeitsstelle respektive um eine Ausdehnung des Arbeitspensums
bemüht habe. Folglich sei die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
als rechtmässig zu qualifizieren.
B.b.
Der Beschwerdeführer liess am 4. November 2019 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).
B.c.
Die vom Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren neu mandatierte
Rechtsvertreterin reichte am 9. Dezember 2019 eine Honorarnote über 4’894.75
Franken ein (act. G 13 und G 13.1).
B.d.
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Erwägungen
1.
Am 29. Juli 2020 informierte die Beschwerdegegnerin das Versicherungsgericht
über einen per 30. Juni 2020 erfolgten Wegzug des Beschwerdeführers ins Ausland
(act. G 15). Am 21. August 2020 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass es mit der
geplanten Auswanderung leider nicht geklappt habe, weshalb er wieder in die Schweiz
zurückgekehrt sei (act. G 17).
B.e.
Das Versicherungsgericht wies den Beschwerdeführer am 18. November 2020
darauf hin (act. G 19), dass die Zusprache einer ausserordentlichen,
kantonalrechtlichen Ergänzungsleistung für eine in den für dieses Beschwerdeverfahren
massgebenden Zeitraum fallende Zeit möglicherweise als rechtswidrig zu qualifizieren
sei, weil die alte, bis zum 31. Dezember 2015 geltende kantonalrechtliche Regelung
ihrem Wortlaut nach nur die Berücksichtigung von effektiv bezahlten Mietzinsen
vorgesehen habe. Der Beschwerdeführer habe jedoch effektiv keine Miete bezahlen
müssen; ihm sei vielmehr ein fiktiver Eigenmietwert angerechnet worden. Vor diesem
Hintergrund müsse der Beschwerdeführer mit der Möglichkeit einer reformatio in peius
rechnen, weshalb ihm die Gelegenheit gegeben werde, seine Beschwerde
zurückzuziehen oder Stellung zur möglichen reformatio in peius zu nehmen. Der
Beschwerdeführer liess am 8. Dezember 2020 geltend machen (act. G 20), die
bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Berücksichtigung des Eigenmietwertes bei der
Bemessung der ordentlichen, bundesrechtlichen Ergänzungsleistung sei auch für die
Interpretation der kantonalrechtlichen Bestimmungen massgebend. Die
Nichtberücksichtigung des Eigenmietwertes bei der Anwendung der
kantonalrechtlichen Normen würde das Gleichbehandlungsgebot, das Willkürverbot
sowie den Grundsatz von Treu und Glauben verletzen.
B.f.
Die einen Tag nach der Eröffnung des angefochtenen Einspracheentscheides vom
25. April 2019 erlassene Verfügung vom 26. April 2019 ist eine reine Vollzugsverfügung
gewesen, das heisst ihren Inhalt hat nur die Rückforderung der aus der rückwirkenden
Neuberechnung des EL-Anspruchs gemäss dem Einspracheentscheid vom 25. April
2019 resultierende Differenz zwischen den effektiv ausbezahlten und den rechtmässig
geschuldeten Ergänzungsleistungen gebildet. Die Verfügung vom 26. April 2019 hat
1.1.
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folglich den Gegenstand des am 25. April 2019 abgeschlossenen Einspracheverfahrens
nicht tangiert, weshalb der Einspracheentscheid vom 25. April 2019 in diesem
Beschwerdeverfahren ohne Einschränkung auf seine Rechtmässigkeit zu prüfen ist.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. April 2019 setzt sich
notwendigerweise aus zwei Entscheiden zusammen, nämlich aus einer rückwirkend
abgestuften Zusprache einer ordentlichen, bundesrechtlichen Ergänzungsleistung für
die Zeit ab Juni 2013 und aus einer befristeten rückwirkenden Zusprache einer
ausserordentlichen, kantonalrechtlichen Ergänzungsleistung für die Zeit von Juni 2013
bis und mit September 2014. Dem Beschwerdeführer hat es also frei gestanden,
keinen, nur einen oder beide Einspracheentscheide vom 25. April 2019 anzufechten.
Die Beschwerde vom 27. Mai 2019 richtet sich sowohl gegen den Einspracheentscheid
betreffend die ordentliche Ergänzungsleistung als auch gegen den
Einspracheentscheid betreffend die ausserordentliche Ergänzungsleistung. Sie ist bei
genauer Betrachtung also eine Kombination aus einer Beschwerde im Sinne der Art. 56
ff. ATSG betreffend die ordentliche Ergänzungsleistung und aus einem
kantonalrechtlichen Rekurs im Sinne der Art. 40 ff. VRP betreffend die
ausserordentliche Ergänzungsleistung. Die gemeinsame Behandlung im Einsprache-
und im Beschwerdeverfahren hat nur verfahrensökonomische Gründe gehabt; die
beiden Streitgegenstände können dadurch nicht zu einem Streitgegenstand
„verschmolzen“ sein. Dem Beschwerdeführer steht es deshalb frei, beispielsweise nur
den Beschwerdeentscheid betreffend die ordentliche Ergänzungsleistung beim
Bundesgericht oder nur den Rekursentscheid betreffend die ausserordentliche
Ergänzungsleistung beim Verwaltungsgericht anzufechten. Diesem Umstand wird
soweit möglich mit einer entsprechenden Aufteilung der Erwägungen und des