Decision ID: aafd2922-34bf-4fe8-91fd-4950bffbcc5e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. (geb. 10. Dezember 1970) lebt seit dem 1. April 2012 zusammen mit ihren beiden
Kindern M. (geb. 9. Februar 2000) und S. (geb. 7. September 2001) in F. Davor war sie
in M. (politische Gemeinde G.) wohnhaft. Die Ehe mit dem Vater der Kinder wurde mit
Entscheid des Kreisgerichts W. vom 21. September 2011 geschieden und M. und S.
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der elterlichen Sorge der Mutter unterstellt. Gleichzeitig wurde vereinbart, die am 2.
April 2009 vom Kreisgericht W. (heute: W.) im Rahmen des Eheschutzverfahrens
angeordnete und von der Vormundschaftsbehörde G. mit Beschluss vom 23. April
2009 verfügte Beistandschaft zur Begleitung des Besuchsrechts weiterzuführen. In der
Folge wurde der Kontakt des Vaters mit den Kindern im Rahmen begleiteter
Besuchstage geregelt. Dazu wurden die entsprechenden Angebote des
gemeinnützigen Frauenvereins in R. und, infolge eines späteren Schulwechsels der
Tochter, des Vereins für familienergänzende Kinderbetreuung in C. beansprucht. Die
bis Ende September 2011 angefallenen Kosten übernahm die politische Gemeinde G.
Durch Beschluss der Vormundschaftsbehörde der politischen Gemeinde G.
(nachfolgend: Vormundschaftsbehörde) wurde dies jedoch am 12. Oktober 2011
geändert und die Mutter zum Ersatz der im Zusammenhang mit der Organisation der
Besuchstage anfallenden Drittkosten verpflichtet. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen angeführt, X. sei durch eine Erbschaft zu einem Vermögen von mehreren
hunderttausend Franken gekommen. Die Teilung des Nachlasses des am 20. Oktober
2010 verstorbenen Vaters erfolgte per 30. September 2011. Dabei wurde X. mit
Fr. 300'000.-- begünstigt.
B.- Am 15. Dezember 2011 stellte die politische Gemeinde G. X. als Entschädigung für
die amtsvormundschaftliche Tätigkeit des Jahres 2011 Fr. 1'976.80 in Rechnung. Der
dagegen erhobene Rekurs wurde mit Entscheid des Gemeinderats G. vom 28. Februar
2012 abgewiesen.
C.- Gegen diesen Entscheid erhob X. mit Eingabe vom 19. März 2012 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragt sinngemäss, auf die Erhebung der
angefallenen Kosten für die Tätigkeit des Beistands der Kinder im Jahr 2011 sei zu
verzichten.
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 18. April 2012 vernehmen und beantragt, auf
den Rekurs sei nicht einzutreten, eventualiter sei er abzuweisen. Zur Begründung
verwies sie auf die Vorakten und machte zusätzlich geltend, die Rekurrentin habe ein
beträchtliches Erbe angetreten. Sie sei deshalb in der Lage, die Kosten für die Tätigkeit
des Amtsvormunds zu tragen.
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Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 19. März 2012 (Poststempel: 20. März
2012) ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. h Ziff. 5, 45 Abs. 1, 47 Abs. 1 und 48 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
2.- Streitig ist, ob die Rekurrentin die im Jahr 2011 für die amtsvormundschaftliche
Tätigkeit angefallenen Kosten in der Höhe von Fr. 1'976.80 zu tragen hat. Sie stehen im
Zusammenhang mit der am 23. April 2009 von der Vormundschaftsbehörde G.
angeordneten Beistandschaft für die Kinder der Rekurrentin nach Art. 308 Abs. 1 bis 3
des Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt: ZGB). Dabei handelt es sich
unbestrittenermassen um eine Kindesschutzmassnahme, deren Kosten grundsätzlich
von den Eltern zu tragen sind (vgl. dazu VRKE III-2007/2 vom 4. April 2008 E. 3d/bb mit
weiteren Hinweisen, in: www.gerichte.sg).
a) aa) Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt der Kinder
aufzukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und
Kindesschutzmassnahmen. Der Unterhalt wird durch Pflege, Erziehung oder, wenn das
Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleistet (Abs. 2). Der
Anspruch auf Unterhaltsbeiträge steht dem Kind zu und wird, solange das Kind
unmündig ist, durch Leistung an dessen gesetzlichen Vertreter oder den Inhaber der
Obhut erfüllt. Kommt jedoch das Gemeinwesen für den Unterhalt auf, so geht der
Unterhaltsanspruch mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über (Art. 289 ZGB). Der
Anspruch bleibt jedoch privatrechtlicher Natur (vgl. C. Hegnauer in: Berner Kommentar,
Band II, 2. Abteilung, 2 Teilband, 1. Unterteilband, Bern 1997, Art. 289 N 77). Das
Zivilrecht verweist in diesem Zusammenhang auf das öffentliche Recht, welches, unter
Vorbehalt der Unterstützungspflicht der Verwandten, zu regeln hat, wer für die
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Unterhaltskosten aufkommen muss, wenn die Eltern ihrer Leistungspflicht nicht
nachkommen (vgl. Art. 293 Abs. 1 ZGB). Ausserdem regelt das öffentliche Recht die
Ausrichtung von Vorschüssen für den Unterhalt des Kindes, wenn die Eltern ihrer
Unterhaltspflicht nicht nachkommen (Abs. 2).
Gemäss Art. 1 des Gesetzes über Inkassohilfe und Vorschüsse für Unterhaltsbeiträge
(sGS 911.51, abgekürzt: GIVU) leistet die politische Gemeinde Inkassohilfe zur
Vollstreckung des Unterhaltsanspruchs des Kindes. Dieses hat sodann Anspruch auf
Vorschüsse für elterliche Unterhaltsbeiträge, wenn diese in einem vollstreckbaren Urteil
oder in einem Unterhaltsvertrag nach Art. 287 ZGB festgesetzt sind und trotz
angemessener Inkassoversuche nicht rechtzeitig eingehen (Art. 2 Abs. 1 GIVU). Was
die Bevorschussung von Kindesschutzmassnahmen betrifft, so ist auf kantonaler
Ebene lediglich die Kostenübernahme für die zivilrechtliche Unterbringung und die
Unterbringung durch die Eltern in einem Jugendheim im Sozialhilfegesetz (sGS 381.1)
geregelt. Dabei übernimmt die zuständige politische Gemeinde unter anderem die
Beiträge der Unterhaltspflichtigen, soweit keine anderen gesetzlichen Kostenträger
herangezogen werden können (Art. 43 Abs. 1 lit. a Sozialhilfegesetz).
bb) Gemäss Bundesrecht wird die Entschädigung des Beistandes von der
Vormundschaftsbehörde festgestellt (vgl. Art. 417 Abs. 2 ZGB). Dabei kommen in aller
Regel dieselben Entschädigungsrichtlinien zur Anwendung wie bei Vormundschaften
(vgl. Y. Biderbost, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, ZGB I,
4. Aufl. 2010, N 39 zu Art. 417 ZGB). Die Entschädigung ist grundsätzlich dem
Mandatsträger zuzusprechen. Das gilt auch, wenn er, wie beispielsweise ein
Amtsvormund, vom Gemeinwesen angestellt ist. Dieses wird allerdings regelmässig
dienstrechtlich vorsehen, dass solche Entschädigungen an die Kasse der
Amtsvormundschaft abzuliefern sind (vgl. Th. Geiser, in: Basler Kommentar zum
Schweizerischen Privatrecht, ZGB I, 4. Aufl. 2010, N 1 ff. zu Art. 416 ZGB). Die Kantone
wurden verpflichtet, die Mitwirkung der Behörden auf dem Weg der Verordnung näher
zu regeln (Art. 425 Abs. 1 ZGB). Sie haben namentlich Bestimmungen aufzustellen über
die Anlage und Verwahrung des Mündelvermögens sowie die Art der
Rechnungsführung und Rechnungsstellung und der Berichterstattung (Abs. 2).
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Die Umsetzung dieser Norm erfolgte auf kantonaler Ebene mit Art. 73 des
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (sGS 911.1, abgekürzt: EG
zum ZGB). Darin wurde der Regierungsrat verpflichtet, die Anlage und Verwahrung des
Mündelvermögens, die Art der Rechnungsführung, die periodische Rechnungsstellung,
die Berichterstattung und Schlussrechnung sowie die Entschädigung des Vormundes
und die Gebühren in Vormundschaftssachen im Rahmen einer Verordnung zu regeln. In
Art. 16 der Einführungsverordnung zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (sGS 911.11,
abgekürzt: EV zum ZGB) wurde sodann die Anlage vormundschaftlich verwalteter
Vermögen geregelt. Mit dem VII. Nachtragsgesetz zum Schweizerischen
Zivilgesetzbuch vom 11. Januar 1996 (nGS 31-53) wurde Art. 73 EG zum ZGB jedoch
wieder aufgehoben. In der Botschaft führte die Regierung dazu aus, die Regelung der
Vormundsentschädigung auf dem Verordnungsweg sei bis heute nicht erfolgt. Es sei
jedoch kaum möglich, mehr als Richtlinien oder Empfehlungen zu erlassen. Bezüglich
der Anlage des Mündelvermögens bestehe hingegen von Bundesrechtswegen die
Verpflichtung zum Erlass von kantonalen Vorschriften auf dem Verordnungsweg (Art.
425 ZGB), welcher mit Art. 16 EV zum ZGB nachgekommen worden sei. Die
gesetzliche Grundlage zum Erlass von Verordnungsbestimmungen über die Gebühren
in Vormundschaftssachen sei bereits in Art. 100 VRP gegeben (ABl 1995, 988). In
Anwendung dieser Norm wurden die Verordnung über Kosten und Entschädigungen im
Verwaltungsverfahren (sGS 821.1, abgekürzt: Verwaltungsgebührenverordnung) sowie
der Gebührentarif für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5, abgekürzt:
Gebührentarif) erlassen. Diese Erlasse regeln jedoch ausschliesslich die Kosten im
Verfahren vor den Verwaltungsbehörden (vgl. Art. 1 Verwaltungsgebührenverordnung).
Die Gemeinde G. wendet in Fragen der Beistandsentschädigung gemäss den
erwähnten kantonalen Vorgaben die "Richtlinien für die Entschädigung der
vormundschaftlichen Betreuer und Betreuerinnen" des Verbandes St. Gallischer
Gemeinderatsschreiber, Grundbuchverwalter und Vormundschaftssekretäre (VGGV,
heute: Netzwerk St. Galler Gemeinden [NetzSG], unter: www.netzsg.ch) vom Februar
1992 an (nachfolgend: VGGV-Richtlinien). Im Weiteren gelangt ein Beschluss des
Verwaltungsrats der Sozialen Dienste S. vom 20. Juni 2001 (act. 18.1) zur Anwendung,
der vorschreibt, mittellosen Personen die Kosten für die amtsvormundschaftliche
Tätigkeit zu erlassen. Als mittellos gelten Personen mit einem Vermögen von weniger
als Fr. 5'000.--. Gemäss VGGV-Richtlinie (act. 17) gilt der Entschädigungsanspruch des
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Vormundes auch für den Beirat und den Beistand. Er richtet sich in erster Linie gegen
die betreute Person selber bzw. gegen die unterhaltspflichtigen Eltern oder den
Ehegatten. Ist die betreute Person mittellos, so richtet sich der
Entschädigungsanspruch gegen die vormundschaftlich zuständige Gemeinde
(Vorbemerkungen). Als Richtwert für die Entschädigung sind bei
überdurchschnittlichem Aufwand Fr. 1'173.-- bis Fr. 3'519.-- vorgesehen (Ziff. 1).
cc) Im Kanton St. Gallen ordnet die Vormundschaftsbehörde die Beistandschaft an
(Art. 64 Abs. 1 EG zum ZGB). Sie verfügt, wie erwähnt, auch über die Kompetenz zur
Festlegung der Beistandsentschädigung. Es wäre deshalb sachgerecht, wenn diese
Behörde auch über allfällig daraus resultierenden Streitigkeiten entscheiden und
beurteilen könnte, ob das Honorar auf einen unterhaltspflichtigen Dritten überwälzt
werden darf. Diese Zuständigkeit lässt sich jedoch nicht direkt aus dem Bundesrecht
ableiten. In Art. 417 Abs. 2 ZGB wird einzig statuiert, das Honorar des Beistandes
werde von der Vormundschaftsbehörde festgesetzt. In Ermangelung einer
bundesrechtlichen Lösung sind die Kantone frei, eigene Lösungen zu treffen und auch
eine Verwaltungsbehörde für zuständig zu erklären. Allerdings ist sicherzustellen, dass
der Streit im Zweiparteienverfahren beurteilt wird, denn Gegenstand des Entscheids ist
ein privatrechtlicher Anspruch auf Vermögensleistung. Dieser ist nach Bundesrecht
durch Klage gegen die Eltern geltend zu machen. Das Verfahren muss demnach
notwendigerweise ein Verfahren zwischen zwei Parteien sein (vgl. BGE 102 II 154 E. 4
mit weiteren Hinweisen; Y. Biderbost, a.a.O., N 38 zu Art. 417 ZGB). Der Kanton St.
Gallen hat von dieser Kompetenz keinen Gebrauch gemacht. Insbesondere besteht
keine rechtliche Grundlage welche die Vormundschaftsbehörde für zuständig erklärt.
b) Die Beistandschaft der Kinder der Rekurrentin fusst auf dem Entscheid des
Kreisgerichts W. vom 2. April 2009. Sie wurde im Rahmen des Erlasses verschiedener
Eheschutzmassnahmen auf Antrag der Rekurrentin und ihres Ehemanns angeordnet
und am 23. April 2009 durch Beschluss der Vormundschaftsbehörde G. errichtet. Als
Beistand wurde ein Mitarbeiter der Amtsvormundschaft eingesetzt. Die Gebühren
wurden erlassen (act. 11/19, Ziff. 5 des Beschlusses).
Mit Beschluss vom 17. Februar 2011 hielt die Vormundschaftsbehörde fest, die
bestehende Beistandschaft über S. M. und S. werde weitergeführt (act. 11/44). Die
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Mühewaltsentschädigungen von Fr. 152.80 für das Jahr 2009 und Fr. 530.-- für das
Jahr 2010 seien bereits in Rechnung gestellt worden. Die Genehmigungsgebühr wurde
erlassen. Auf der Rechnung vom 20. Dezember 2010 wurde handschriftlich vermerkt:
"Wird zulasten der Mutter weiterverrechnet gemäss VB-Beschluss 01/20.01.2011/
Trakt. 7" (act. 11/38). Im Entscheid des Kreisgerichts W. vom 21. September 2011
betreffend Ehescheidung (act.11/51) wurde die Beibehaltung der Beistandschaft
gerichtlich bestätigt.
In der Folge stimmte die Vormundschaftsbehörde mit Beschluss vom 12. Oktober 2011
begleiteten Besuchstagen im Kanton Graubünden zu (Ziffer 1) und hielt in Ziffer 2 fest,
die subsidiäre Kostengutsprache werde ausgesprochen und die Mutter gem. Art. 276
ZGB zum Ersatz der Drittkosten verpflichtet (act.11/56). Zur Begründung hielt sie fest,
in erster Linie müsse der Kindsvater für die externen Kosten bei begleitetem
Besuchsrecht aufkommen. Falls dieser nicht leistungsfähig sei, habe die Mutter,
welche seit kurzem, mit einer hohen finanziellen Leistungsfähigkeit ausgestattet sei,
subsidiär die Kosten der Kindesschutzmassnahmen zu übernehmen. Bei Änderung der
finanziellen Verhältnisse erfolge eine Neubeurteilung.
Am 23. Januar 2012 wurden der Rekurrentin schliesslich Fr. 1'976.80 als
Entschädigung für die amtsvormundschaftliche Tätigkeit im Jahr 2011 in Rechnung
gestellt (act. 11/59). Diese nun strittige Rechnung (act. 11/57) stützt sich auf die VGGV-
Richtlinie. Weiter wurde auf der Rechnung vermerkt, bei der jährlichen
Rechnungsstellung werde jeweils die Hälfte des Aufwandes gemäss VGGV-Richtlinie in
Rechnung gestellt. Bei mittellosen Klientinnen und Klienten werde die Entschädigung
der zuständigen Gemeinde belastet.
Gegen den Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom 12. Oktober 2011 hat die
Rekurrentin kein Rechtsmittel ergriffen. Sie hat sich mit anderen Worten mit der
Kostenauflage von Fr. 140.-- pro Monat für die begleiteten Besuchstage in C. (GR)
einverstanden erklärt. Die Kosten der Beistandschaft waren jedoch nicht Gegenstand
dieses Beschlusses (vgl. act. 11/56). Aus den gesamten Umständen ergibt sich, dass
diese mit der Rekurrentin nie besprochen oder gar vereinbart worden sind. Ebenso
wenig lässt sich den Akten entnehmen, dass der Beistand seine Aufwände der
Vormundschaftsbehörde zusammen mit seinem Rechenschaftsbericht in Rechnung
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gestellt oder gar klageweise geltend gemacht hätte. Vielmehr nahm die
Vormundschaftsbehörde an der Sitzung vom 17. Februar 2011 unter Traktandum Nr.
19 vom Bericht des Beistandes Kenntnis und beauftragte ihn, am 31. Dezember 2012
erneut Bericht zu erstatten. Gleichzeitig wurde unter Ziffer 6 des entsprechenden
Beschlusses festgehalten, die Mühewaltsentschädigungen für die Jahre 2009 und 2010
in der Höhe von Fr. 152.80 und Fr. 530.-- seien bereits in Rechnung gestellt worden
(act 11/44). Die Rekurrentin hat gegen diesen Beschluss zwar keine Einsprache
erhoben. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, sie habe sich stillschweigend
damit einverstanden erklärt, künftig die Beistandskosten in unbestimmter
Grössenordnung zu übernehmen. Dass sie kein Rechtsmittel erhoben hat, kann
allenfalls als grundsätzliche Bereitschaft gedeutet werden, einen Teil der
Beistandskosten zu übernehmen. Im Rekurs wehrt sie sich auch nicht grundsätzlich
gegen eine Beteiligung an den Kosten der Beistandschaft. Vielmehr macht sie geltend,
es dürften ihr nicht die gesamten Kosten auferlegt werden und rügt die mangelnde
Transparenz der Abrechnung. Es sei beispielsweise nicht nachgewiesen, dass es sich
bei der ihr in Rechnung gestellten Summe nur um einen Teil der gesamten
Beistandskosten handle. Wäre über die Forderung des Beistands in einem
Zweiparteienverfahren entschieden worden, hätte die Rekurrentin die Möglichkeit
gehabt, ihre Einwände geltend zu machen und Einsicht in die Akten zu nehmen.
Tatsächlich wurde sie aber mit einer einseitigen Verfügung (Rechnung) vom 23. Januar
2012 zur Bezahlung der amtsvormundschaftlichen Aufwände verpflichtet. Dazu war die
Vormundschaftsbehörde jedoch, wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 2a/cc), nicht
befugt.
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs gutzuheissen und der Beschluss des
Gemeinderates G. vom 18. Februar 2012 sowie die diesem zugrunde liegende
Veranlagung der Vormundschaftsbehörde vom 23. Januar 2012 mangels sachlicher
Zuständigkeit aufzuheben sind. Gelingt es letzterer nicht, mit der Rekurrentin eine
einvernehmliche Lösung zu finden, bleibt dem Beistand bzw. der Gemeinde G. nichts
anderes übrig, als die Leistung des Unterhalts für die Zukunft und für ein Jahr vor
Klageerhebung mittels Unterhaltsklage gemäss Art. 279 ZGB in Verbindung mit Art.
289 Abs. 2 ZGB auf dem zivilrechtlichen Weg geltend zu machen (vgl. zum Ganzen
C. Hegnauer in: Berner Kommentar, Band II, 2. Abteilung, 2 Teilband, 1. Unterteilband,
Bern 1997, Art. 289 NN 87 ff.).
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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von der
Politischen Gemeinde G. zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 600.-- ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Auf die Erhebung ist entgegen der Regel von Art. 95 Abs. 3 VRP zu verzichten,
da die Streitfrage erstmals entschieden wurde (Art. 97 VPR).
Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, der Rekurrentin den Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- zurückzuerstatten.