Decision ID: 31148719-9fbb-5573-99c3-33880432ed52
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, ist Mutter von fünf Kindern (geboren 1988, 1992, 1996, 2000 und 2004
,
Urk.
11/3
Ziff.
3
). Unter Hinweis auf
eine Multiple Sklerose
mit besonders starker Beeinträchtigung
der Beine, Zahnprobleme und Diabetes
meldete sich die Versicherte am
6.
August 2015 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/3
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (
Urk.
11/10
) und medizinische (
Urk.
11/7,
Urk.
11/18,
Urk.
11/23,
Urk.
11/25,
Urk.
11/30-32
) Abklä
rungen.
Am 1
5.
April 2016 (
Urk.
11/36) teilte sie der Versicherten mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen
nicht
möglich seien.
A
m 1
9.
Juli 2016
führte die IV-Stelle
eine Haushaltabklärung (
Urk.
11/40) und eine Abklärung für eine Hilfslosenentschädigung (
Urk.
11/41) durch.
Am 2
7.
Juli 2016 erliess
sie den Vorbescheid (
Urk.
11/44), wogegen die Versicherte am
3.
August 2016
einen
Einwand erhob (
Urk.
11/45).
Mit
Verfügung vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
11/53 =
Urk.
2)
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 2
8.
Oktober 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuwei
sen. Eventuell sei ihr ab dem frühesten Zeitpunkt eine Invalidenrente zuzuspre
chen. (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3). Verfahrensrechtlich beantragte die Versicherte die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4).
Die Versicherte reichte dem Gericht am 2
9.
November 2016 (
Urk.
7) das ausge
füllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
8) mit Bele
gen (
Urk.
9/1-2) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Dezember 2016 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
2.
Dezember 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsscha
den, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
;
BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und
die Vorbringen
der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG
)
. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwen
dung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeüb
ten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bes
tenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
bemessungs
methode und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und
müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
E. 3.1
, je
mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungs
vergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin beanstandete
zunächst
die nicht korrekte Durchführung des
Vorbescheidverfahr
ens
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2
oben
).
Sie machte geltend
,
die Beschwerdegegnerin
habe ihr
zu Unrecht keine Nachfrist zur Verbesserung eines offensichtlich mangelhaften Einwandes angesetzt (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2
Mitte
).
Dies verletz
e den Anspruch auf rechtliches Gehör (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
2 oben).
2.2
Die AOZ,
erhob
namens der Beschwerdeführerin
am
3.
August 2016
(
Urk.
11/45)
einen nicht
weiter
begrün
deten Einwand
gegen den Vorbescheid
der Beschwerdegegnerin
vom 2
7.
Juli 2016 (
Urk.
11/44)
und ersuchte um Zustellung der vorinstanzlichen Akten
.
Weiter
stellte sie die korrekte Begründung des Einwandes
mit
entsprechende
n
Anträge
n
nach Eingang der Akten
in Aussicht
.
Die Beschwerdegegnerin
stellte der AOZ Sozialberatung und Asylbetreuung die Akten mit Schreiben vom 10. August 2016 (
Urk.
11/48) zu,
wies die Rechtsvertreterin
aber gleichzeitig
darauf
hin, dass die eingereichte
V
ollmacht
(
Urk.
11/46)
keinen relevanten
Betreff zur Rechtsvertretung
enthalte
und
diese
für
das
Vorbescheidverfahren
nicht
ausreiche
.
Die Beschwerdegegnerin forderte die Rechtsvertreterin
daher
auf,
innert der laufenden Frist
eine rechtsgenügende Vollmacht
einzureichen.
Die Rechtsvertreterin reichte
in der Folge
eine neue Vertretungsvollmacht
ein, die
vom 17./2
2.
August 2016 (
Urk.
11/49)
datiert.
Den erhobenen Einwand begründete sie jedoch nicht.
2.3
Art.
73
ter
Abs.
1 IVV sieht
betreffend das
Vorbescheidverfahren
vor, dass die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vor
bringen können.
Die Beschwerdegegnerin
hat
am 1
0.
August 2016 wie beantragt die Akten zuge
stellt und
die Beschwerdeführerin auf die mangelhafte
V
ollmacht
hingewiesen
.
Das Schreiben vom 1
0.
August 2016 beinhaltete sodann
insofern
eine Fristan
setzung, als
der Rechtsvertreterin mitgeteilt wurde
, dass
eine
neue
Vertre
tungs
vollmacht
innert
der laufenden
30tägigen
Frist einzureichen sei.
Die
Beschwer
degegnerin
war jedoch
nicht verpflichtet und die Rechtsvertreterin
durfte
nicht
damit
rechnen
, dass ihr
nach Einreichung
der neuen
Vollmacht
für die Begrün
dung des Einwandes
gesondert eine
weitere
Frist angesetzt werde
n würde
, ins
besondere, da im unbegründeten Einwand vom
3.
August 2016 die Begründung von der Zustellung der Akten abhängig gemacht worden war.
Die Beschwerde
gegnerin wartete in der Folge noch
rund
einen Monat
,
bis der angefochtene Entscheid vom 2
7.
September 2016 erging.
Der Hinweis der Beschwerdeführerin auf
Art.
10
Abs.
5 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) geht
zudem
fehl,
da
vorliegend
das
Vorbescheidverfahren
und nicht das
Einspracheverfahren
anwendbar
ist
.
Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertreterin
sodann
zur Einreichung einer verbesserten Vollmacht innert
der laufenden
Frist aufgefor
dert.
Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich
demzu
folge
als unbegründet.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte
bezüglich der
Statusfrage darauf ab
, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
zu 75
%
im Haushalt und zu 25
%
erwerbstätig wäre
.
Die Beschwerdegegnerin ermittelt
e sodann
nach der gemischten Methode und gestützt auf die Haushaltabklärung
, welche eine Ein
schränkung im Haushalt von 17.9
%
ergab,
einen Invaliditätsgrad von 38
% und verneinte
einen Rentenanspruch (
Urk.
2 S. 1 f.).
3
.2
Die Beschwerdeführerin
brachte vor, aus E-Mails gehe hervor, dass sie Stellenbe
mühungen getätigt und sich tatsächlich beworben habe. Bereits aus diesem Grund sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie
ihr
Arbeitspensum erhöht hätte (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4 unten).
Bezüglich der
Haushaltabklärung seien
ihre
krankheitsbedingten Beeinträchtigungen
sodann
in ungenügendem Masse erfasst worden, indem stets und pauschal auf die Mit
wirkung der Familienangehörigen verwiesen worden sei (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5.1).
3.3
Strittig
und zu prüfen
ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teiler
werbstätig
e und
,
ob
(
nach der gemischten Methode
)
ein Rentenanspruch besteht.
4.
4.1
Die medizinische
n Akten ergeben folgendes Bild:
Die Beschwerdeführerin war vom 3
0.
Juni bis
7.
Juli 2015 in der Klinik für Neu
rologie,
Y._
, hospitalisiert (
Urk.
11/7/2). Die Ärzte
der Klinik für Neurologie,
Y._
,
stellten im Austrittsbericht vom
7.
Juli 2015 (
Urk.
1
1/7/2-6) folgende Diagnosen (S. 1):
1.
M
ultiple Sklerose nach den revidierten
Mc
Donald Kriterien,
Erstmanifesta
tion 2012,
am ehesten
schub
förmiger
Verlauf
(EDSS 5.5)
-
Differentialdiagnose
:
primär progredienter Verlauf mit aufgesetzten Schü
ben
-
anamnestisch
strump
f
förmige Kribbelparästhesien der Beine seit drei Jah
ren, progrediente Gangstörung mit Gehstreckenverminderung seit
1.5
Jahren sowie Schwäche in den Beinen,
Urge
-Symptomatik mit Inkonti
nenz sowie
Fatigue
-
klinisch
linksbetonte Paraparese, Standataxie, leicht
ataktisches
Gang
bild,
Pallhypästhesie
bimalleolär
2/8, positives
Babinski
-Zeichen, EDSS 5.5
-
therapeutisch:
Solumedrol
1
g.i.v
. über 5 Tage vom 3
0.
Juni -
4.
Juli 2015
2.
D
istal symmetrische
axonale
sensomotorische Polyneuropathie, Erstdiagnose Juli 2015
-
ätiologisch am ehesten
diabetogen
-
anamnestisch
Kältegefühl in den Füssen, Kribbelparästhesien
-
diagnostisch
in ENMG vom
2.
Juli 2015 Hinweise auf
axonal
e
sensomoto
rische Polyneuropathie
-
therapeutisch:
Capsaicin
-Salbe zur lokalen Anwendung
4.2
Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
Klinik
A._
,
nannte in einem Bericht vom
9.
September 2015 (
Urk.
11/18/1-4) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Multiple Sklerose mit schubförmigem Verlauf, Erstdiagnose Mai 2015
,
und eine dist
al symmetrische
axonale
sensomotorische Polyneuropathie. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
sie
einen Diabetes mellitus Typ 2 (
Ziff.
1.1).
Med.
pract
.
Z._
führte zur Anamnese aus, seit 1.5 Jahren bestehe eine Gangstörung mit Schwäche und Schmerzen in den Beinen sowie Gleichge
wichtsstörungen. Gehen sei
der Beschwerdeführerin
noch mit Hilfe und
während
fünf Minuten möglich (
S. 1 f.
Ziff.
1.4).
Die Therapie sei gerade erst ein
ge
leitet worden. Momentan sei noch keine Besserung der Symptomatik eingetre
ten (S. 2
Ziff.
1.4).
Für
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (Kinder hüten)
bestehe seit dem 3
0.
Juni 2015 bis auf Weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%.
Gehen sei nur ganz kurze Strecken möglich. Längeres Sitzen und Stehen sei unmöglich. Weiter bestünden Gleichgewichtsstörungen und Vergesslichkeit.
Der Beschwerdeführerin sei keine Arbeit möglich
(
S. 2
Ziff.
1.6-1.7).
4.3
Dr.
med.
B._
, Neurologische Klinik,
Y._
,
führte im Bericht vom
5.
Oktober 2015 (
Urk.
11/23/1-4) zur
Krankengeschichte
aus, im Jahr 2012 sei es zu einem Schub mit strump
f
förmigen Kribbelparästhesien in beiden Beinen
und im
weiteren Verlauf zu einer progredienten Gangstörung mit einer vermin
derten Gehfähigkeit gekommen, welche seit 1.5 Jahren bestehe. Zudem bestün
den eine Schwäche in den Beinen, eine
Urge
-Symptomatik sowie eine
Fatigu
e
. Im April 2015 sei es zu einem
weiteren
Schub mit einer deutlichen Verschlech
terung der Gehfähigkeit und einer Blasenfunktionsstörung mit Inkontinenz gekommen. Nach einem
Cortisonstoss
sei
eine deutliche
Besserung der Blasen
funktionsstörung
eingetreten
(S. 2
Ziff.
1.4).
Dr.
B._
attestierte
für den Haushalt seit dem 1
3.
Mai 2015 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Er
gab an
, es
bestünden deutliche neurolo
gische Defizite
. Unter anderem handle es sich um eine
ausgeprägte, linksbetonte spastisch-ataktische Paraparese, eine Stand- und Gangataxie, eine Blasenfunk
tionsstö
rung mit Drang-Symptomatik und
Inkontinenz
,
einen
geri
ngen
Nieder
kontrastvisus
,
eine
Pallhypästhesie
bimall
eolär
2/8 und eine
Fatigue
.
Die Einschränkungen wirkten
sich dahingehend auf die Arbeit
sfähigkeit der Beschwer
de
führerin
aus, dass eine verminderte körperliche und kognitive Belast
barkeit bestehe (
Ziff.
1.6-1.7).
4.4
Dr.
B._
führte in einem
weiteren
Bericht vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
11/25/4-7) aus, die Patientin habe
bei
einem
Gehtest
über sechs Minuten 190 Meter zurückgelegt. Sie habe mehrmals kurz stoppen müssen. Nach zirka vier Minuten habe sie sich
zur Unterstützung bei ihrer Tochter eingehängt
. Die Prognose sei unsicher. Aufgrund des chronischen Charakters der Multiplen Sklerose
i
m
Allgemeinen
und angesichts des bisher schweren Verlaufs bei der Patientin im Speziellen sei im weiteren Verlauf eher von einer Zunahme der neurologischen Defizite auszugehe. Im Fall einer optimalen Wirksamkeit der immun-
modulatorischen
Therapie sei von einer länger andauernden Stabilisie
rung auf dem aktuellen Funktionsniveau auszugehen (S. 2
Ziff.
1.4
unten).
Dr.
B._
bestätigte für den Haushalt seit dem 1
3.
Mai 2015 eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
4.5
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
Y._
, stellt
en in einem Bericht vom 12.
Februar 2016 (
Urk.
11/31) folgende Hauptdiagnosen (S. 1 f.):
1.
M
ultiple Sklerose, am ehesten schubförmiger Verlauf, Differentialdiag
nose: sekundär chronisch progredienter Verlauf mit superponierten Schüben
(EDSS 5.5), Erstmanifestation 2012
2.
D
istal symmetrische
axonale
sensomotorische Polyneuropathie, Erstdiag
nose Juli 2015
3.
Polyarthralgien der Hände beidseits,
Erstsymptomatik
Februar 2015, Diffe
rentialdia
gnose: beginnende
seronegative
r
heumatoide Arthritis
-
aktuell April 2015: Arthralgie der MCP-Gelenke
Dig
II und III links, keine
Synovitis
-
Sonographie Hände/Füsse vom
2
6.
August 2015: keine
Synovitiden
, kleines Ganglion
Radiocarpal
volarseits
rechts, Handgelenk rechts
-
Röntgen Hände/Füsse: keine Erosionen oder Usuren
-
Labor RF, ANA, CCP negativ, keine humorale Aktivität
Die Ärzte
der Klinik für Neurologie
,
Y._
,
führten weiter
aus
, die Beschwerdefüh
rerin habe in der Neuroi
mmunologie-Sprechstunde vom 12.
Februar 2016 über einen erfreulich stabilen Verlauf der Multiplen Sklerose unter
Rebif
seit August 2015 berichtet, ohne schubartige Ereignisse oder eine deutliche Progredienz. Seit der letzten Kontrolle im September 2015 sei die Gehstrecke etwa
gleich geblieben
. Die
Urge
-Symptomatik habe sich unter The
rapie gebessert
. Klinisch und neurologisch dominierten weiterhin ein deutlich ataktisches Gangbild mit linksbetonter Paraparese
(S. 4).
4.6
Med.
pract
.
Z._
gab
in einem Verlaufsbericht
vom 1
5.
Februar 2016 (
Urk.
11/30) einen unveränderten
beziehungsweise stationären
Gesundheitszu
stand
der
Beschwerdeführerin
an
(
Ziff.
1.1 und
1.3).
Die Ärztin
bestätigte, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 100
%
bestehe (
Ziff.
2.1-2.2).
4.7
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
Y._
,
attestierten der Beschwerdeführerin
in einem Verlaufsbericht vom
2.
März 2015 für jegliche Tätigkeiten eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
(
Urk.
11/32
Ziff.
2.1-2.2).
4.8
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in
der
Stellungnahme vom 1
3.
April 2016 (
Urk.
11/43 S.
3 f.
) aus, es bestehe
auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
. In Zusammenfassung der vorliegenden Befunde
sei bei einer deutlich ausgeprägten
M
ultiplen Sklerose und einer begleitenden Polyneuropathie der Beine ein namhafter Gesundheitszustand ausgewiesen.
4.9
4.
9
.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
am 1
9.
Juli 2016 eine Haushaltabklärung durch. Die Abklärungsperson
führte
im Bericht vom 2
5.
Juli 2016 (
Urk.
11/40)
aus
,
die
Beschwerdeführerin
habe angegeben, dass es ihr nicht gut gehe. Laufen sei sehr schwierig. Sie könne nicht zehn Minuten am Stück laufen, sondern müsse alle
fünf
Minuten Pausen einlegen. Die Beine seien schwer und kraftlos und die Füsse wie „eingeschlafen“. Sowohl für die Fortbewegung innerhalb der Woh
nung wie auch ausser Haus benütze sie einen Rollator. Sie verlasse die Wohnung nur noch in Begleitung, da sie Angst habe, dass ihr wegen des Schwin
dels etwas passieren könne. Sie leide an
Kopfschmerzen und bei Stress an
Schwin
del. Ausserdem sei sie immer müde
. Weiter habe sie Gleich
gewichtsprobleme und Probleme mit dem linken Arm und der linken Hand,
die
kraftlos seien. Auch
die
Oberarme seien kraftlos
(S. 1 f.
Ziff.
1).
Die Be
schwerdeführerin habe vom 1
0.
September 2012 bis Mai 2015
für die
D._
GmbH
im Bereich
Kinderbetreuung gearbeitet. Zudem habe sie von August 2012 bis März 2015 für zwei Stunden pro Woche Reinigungsar
beiten
verrichtet
(S. 2
Ziff.
2.2). Bei der Arbeit in der Kinderbetreuung habe es sich um ein Beschäftigungsprogramm gehandelt. Im Jahr 2015 habe sie
dort
das
Arbeitspensum
von acht
auf vier Stunden wöchentlich reduziert. Ihre Tochter denke, dass die Reduktion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei (
aufgrund
der reduzierten Kraft
in den Beinen,
S. 2
Ziff.
2.3).
Die
Beschwerdeführerin
sei
in der Schweiz keiner
weiteren
Erwerbstätigkeit nachge
gangen
. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation sei sie derze
it auch nicht auf Arbeitssuche, da sie sich nicht arbeitsfähig fühle
.
I
m Mai 201
4
, ein Jahr vor der Erkrankung,
habe
sie
mehr arbeiten wollen. Sie habe einen dreitägigen Kurs in der Kinderbetreuung
absolviert
.
Anschliessend habe sie
eine Arbeit im Ausmass von 80 bis 100
%
gesucht, habe aber nur zwei bis drei Bewerbungen per E-Mail getätigt. Eine Stelle habe sie nicht gefunden (S. 3
Ziff.
2.3).
Die Beschwerdeführerin habe fünf Kinder. Die beiden älteren Kinder würden nicht mehr zu Hause wohnen.
Ihr
Ehemann sei seit seiner Einreise in die Schweiz nie einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen, da er keine Arbeit gefunden habe. Er habe aber
immer wieder
an Beschäftigungsprogram
men des Sozialamtes teilgenommen. Der Ehemann sei ebenfalls krank
. Er habe Rücken-, Schulter-, Hals und Knieschmerzen. Aus gesundheitlichen Gründen könne er kein volles
Arbeitsp
ensum mehr verrichten
. Diesbezüglich
liefen noch medizinische Untersuchungen
(S. 3
Ziff.
2.3.1 Mitte). Die Tochter
E._
leide seit
fünf Jahren an Epilepsie
. I
nzwischen
würden keine Anfälle mehr auftreten
. Sie leide jedoch unter Migräne. Wegen einer Operation am Knie sei sie temporär arbeitsunfähig. Die Tochter
F._
habe sei
t
der Geburt Probleme mit dem Rücken, de
r Hüfte, den Füssen und allgemein mit den Knochen
. Sie habe jedes Jahr eine Operation bis sie 18-jährig sei
(S. 3
Ziff.
2.3.1
unten
).
4.
9
.2
Die
Qualifikation
wurde dahingehend
festgelegt
, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 25
%
erwerbstätig und zu 75
%
im Haushalt tätig wäre (S. 4
Ziff.
2.6).
Die Abklärungsperson führte dazu aus, d
ie Beschwerdeführerin
müsste
zwar aus finanziellen Gründen einer Arbeit nachgehen.
Sie sei jedoch i
n der Schweiz nie
mit einem
höheren Arbeitspensum
erwerbstätig gewesen
. Bei der
einzigen ausserhäuslichen
T
ätigkeit habe es sich um
die Reinigung eines Privathaushaltes
im Umfang
von zwei Stunden pro Woche gehandelt. Nebenbei habe sie während acht Stunden wöchentlich an einem Beschäftigungsprogramm des Sozialamtes teilgenommen. Aufgrund der
genannten
Tatsachen könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit weiterhin 10 Stunden pro Woche ausserhäuslich gearbeitet
hätte
. Dies entspre
che einem Pensum von 25
%
(S. 4
Ziff.
2.6.1).
4.
9
.3
Der Beschwerdeführerin sei es im Rahmen
ihrer
Schadenminderungspflicht zumut
bar, die Arbeiten im Haushalt auf bessere Tage zu legen und diese ver
langsamt mit Pausen oder in Etappen auszuüben. Den
im gleichen Haushalt
wohnenden
Familienmitgliedern sei es sodann unter Berücksichtigung der eige
nen gesundheitlichen Einschränkungen zuzumuten, die im Bericht aufgeführte Mithilfe im Haushalt zu leisten (S. 5
Ziff.
6).
Die Abklärungsperson gewichtete den Bereich
„
Ernährung
“
mit 40
%
und veran
schlagte
dafür
eine Einschränkung
der Beschwerdeführerin
von 40
%
.
Die Abklärungsperson
führte aus
, die Familie nehme
alle drei Mahlzeiten zusammen
ein
, je nachdem, wer zu Hause sei. Das Frühstück bereite der Ehemann zu. Dies sei schon immer s
o gewesen. Mittags und abends ge
be es je nach Bedarf eine warme oder eine kalte Mahlzeit. Am Mittag koche der Ehemann oder die Toch
ter
F._
.
Dabei leite d
ie Beschwerdeführerin auf dem Rollator sitzend ihren Mann an und erkläre ihm, was er machen müsse. Manchmal helfe sie
ebenfalls sitzend
bei der Rüstarbeit mit. Abends koche mehrheitlich der Ehemann, manchmal auch die Tochter
E._
. Der Beschwerdeführerin sei es möglich, kleine Sachen selber zu kochen
, wenn dies nicht zu aufwendig sei und schnell gehe. Sie könne nicht lange stehen und müsse im Sitzen kochen. Tischen und Abräumen würden die Kinder
erledigen
. Dies sei schon immer so gewesen. Mit
tags räume meistens
F._
den Geschirrspüler ein. Abends mache es der Ehemann. Das Ausräumen des Geschirrspülers werde ebenfalls vom Ehemann
erledigt.
Die Beschwerdeführerin könne den Geschirrspüler nicht mehr ein- und ausräumen, weil
ihr
langes Stehen und das viele Bücken nicht möglich
seien
. Die oberflächliche Reinigung der Küche werde durch die Kinder erledigt. Dies sei schon immer so gewesen. Die gründliche Reinigung der Küche werde alle zwei Woche von
E._
und der von zu Hause ausgezogenen Tochter
G._
übernommen.
Die Abklärungsperson bemerkte dazu, d
ie Beschwerdeführerin habe angegeben, dass es ihr möglich sei, kleine Mahlzeiten
selber
zuzubereiten. Dies sei ihr ein
mal täglich zumutbar. Die Mithilfe beziehungsweise die Übernahme
durch Familienmitglieder
bei der Zubereitung der zweiten Mahlzeit sei
als
Einschränkung berücksichtigt worden.
Die gründliche Reinigung der Küche sei der Tochter
E._
zumutbar
(S. 6
Ziff.
6.2).
4.
9
.4
Der
Bereich
„
Wohnungspflege
“
wurde
mit 20
%
gewichtet. Die Abklärungsper
son veranschlagte hierfür
eine Einschränkung von 7
%
.
Sie
führte dazu aus, das
tägliche Kehren mache jedes Familienmitglied selber.
F._
sei dafür zustän
dig, dass das Wohnzimmer aufgeräumt sei. Die
s
sei schon immer so gehandhabt worden. Der Sohn
H._
sei zuständig, dass das Esszimmer aufgeräumt sei. Aus gesundheitlichen Gründen würden das Abstauben und Staubsaugen mehr
heitlich vom Ehemann und selten von den Kindern übernommen. Der Ehemann habe
sc
hon immer Staubsaugen geholfen, m
ehrheitlich sei dies aber von
der Beschwerdeführerin
erledigt worden. Auch das Feuchtaufnehmen der Böden übernehme aus gesundheitlichen Gründen nun
der Ehemann
. Trotz eigener gesundheitlicher Beschwerden könne er diese Arbeiten ausführen. Jedes der Kinder reinige sein Zimmer selbständig. Dies sei schon immer so gehandhabt worden. Sowohl die oberflächliche wie die gründliche Reinigung des Bades erledige die Tochter
E._
. Das Reinigen der Fens
ter erledige ebenfalls
E._
; d
as Auf- und Abhängen der Vorhänge übernehme der Ehemann. Das Betten des Bettes der Eltern übernehme d
er Ehemann gemeinsam mit
E._
, die
auch dem Sohn
H._
helfe
(S. 6
Ziff.
6.3).
Die Abklärungsperson bemerkte dazu, Abstauben, Staubsaugen und das Feucht
aufnehmen der Böden seien dem Ehemann zumutbar. Die oberflächliche Reini
gung des Bades sei jedem Familienmitglied selber zumutbar. Die gründliche Reinigung des Bades könne
E._
zugemutet werden. Die benötigte Dritthilfe bei der Reinigung der Fenster, beim Auf- und Abhängen der Vorhänge sowie beim Beziehen der Betten sei
als Einschränkung
angerechnet worden (S. 7
Ziff.
6.3).
Der Bereich
„
Einkauf und w
eitere Besorgungen“ wurde
mit 10
%
gewichtet. Hier
für wurde keine Einschränkung
angerechnet
. Es wurde ausgeführt,
E._
übernehme jeden Samstag gemeinsam mit der Tochter
G._
einen Gross
einkauf mit dem Auto. Die Beschwerdeführerin komme manchmal mit, warte aber mit einem Kaffee auf ihre Töchter. Den Einkaufszettel schreibe
sie selber
. Kleineinkäufe erledige der Ehemann. Sie bereite sodann alle Zahlung vor. Der Ehemann übernehme dann die Einzahlungen.
Die administrativen Arbeiten
erledige die Beschwerdeführerin gemeinsam mit ihrem Ehemann. Dies sei schon immer so gewesen.
Es sei der Familie zumutbar, mehrere Kleineinkäufe anstelle eines Grosseinkau
fes zu tätigen. Kleineinkäufe könne der Ehemann erledigen, was ihm zumutbar sei. Ebenso sei es ihm zuzumuten, die Einzahlungen zu erledigen (S. 7
Ziff.
6.4).
4.
9
.5
Der Bereich „Wäsche und Körperpflege“ wurde mit 15
%
gewichtet.
Hierfür wurde ebenfalls keine
Einschränkung angerechnet
.
Die Abklärungsperson führte dazu aus, d
ie Beschwerdeführerin habe angegeben, dass an einem Tag in der Woche die Wäsche erledigt werde.
Dafür würden
jeweils zirka fünf bis sechs
volle
Waschmaschinen benötigt. Der Waschtag finde fix am Mittwoch statt, wenn
F._
am Nachmittag frei habe. Am Samstag
nachmittag sei die Waschküche frei
und könne bei Bedarf benutzt werden. Die Beschwerdeführerin sortiere die Wäsche selbständig im Sitzen oder weise
F._
an, damit diese es lerne.
Die Tochter
gehe dann nach unten und fülle die
Waschm
aschinen. Ein Teil der Wäsche werde aufgehängt
, für den anderen Teil werde der Tumbler verwendet
.
Das Aufhängen der Wäsche erledige
eben
falls
F._
. Wenn
E._
am Samstag zu Hause sei, helfe sie beim Wäsche
proze
dere ebenfalls mit. Die Beschwerdeführerin könne im Sitzen zirka drei Klei
dungs
stücke bügeln. Sie bügle nicht mehr alles, sondern nur noch das Nötigste. Aufgrund
ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen würden der Ehemann und die beiden Töchter die eigenen Kleider selber bügeln.
F._
sei es zumutbar, dass sie das Tragen der Wäsche, das Ein- und Ausfül
len der Waschmaschine und des Tumblers sowie das Auf- und Abhängen der Wäsche übernehme. Es sei sodann jedem Familienmitglied ausser dem Sohn zumutbar, die eigene Wäsche selber zu bügeln (S. 7
Ziff.
6.5).
Der Bereich „Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen“ wurde mit 5
%
gewichtet und es wurde eine Einschränkung von 10
%
angerechnet
.
Die Abklärungsperson führte aus, d
ie
Beschwerdeführerin habe angegeben, dass der Ehemann und die bereits ausgezogene Tochter
G._
Elterngespräche
betreffend
F._
und
H._
wahrnehmen würden. Von der Schule sei kürzlich verlangt worden, dass sie bei einem Elterngespräch
bezüglich
F._
anwesend sei, worauf sie ebenfalls
mitgegangen
sei
(S. 7
Ziff.
6.6). Der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin nicht mehr an Elterngesprächen teilneh
men könne, sei als Einschränkung berücksichtigt worden (S. 8
Ziff.
6.6).
Für den Bereich „Verschiedenes“ wurde keine Einschränkung berücksichtigt.
Hierzu
wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin könne die Pflanzen in der Wohnung und auf dem Balkon selbständig pflegen. Mehrheitlich werde dies aber vom Ehemann übernommen (S. 8
Ziff.
6.7).
Die Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung im Haushalt von total 17.9
%
(S. 8
Ziff.
6.8).
5.
5.1
Bei der Beschwerdeführerin wurden
eine Multiple Sklerose, eine distal symmetri
sche
axonale
sensomotorische Polyneuropathie und Polyarthralgien der Hände beidseits
diagnostiziert
(E. 4.5 hiervor).
Nach unbestrittener Einschät
zung der behandelnden Ärzte besteht
für den
Erwerbsbereich keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
mehr
(E. 4.6-4.7). In Anwendung eines Prozentvergleichs ergibt sich somit im Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 25
%
.
5.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen
sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5
.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
5
.3
Bei der Schadenminderungspflicht der versicherten Person handelt es sich um einen allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts. Danach sind die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Einsatzfähigkeit durch geeig
nete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe der Familienangehörigen - denen dadurch keine unverhältnismässige Belastung entstehen dar
f
- möglichst zu mildern. Diese Mithilfe geht weiter als die ohne Gesundheitsschaden übli
cherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familien
angehörigen, ist stets danach zu fragen
, wie sich eine vernünftige Familienge
meinschaft einrichten würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Keinesfalls darf aber unter dem Titel der Schadenminderungspflicht die Bewältigung der Haushaltstätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf
die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder
festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (BGE 141 V 642 E. 4.3.2 mit Hinweisen).
5.4
Nachfolgend
ist auf die Statusfrage einzugehen.
Die Abklärungsperson stellte darauf
ab
, dass die Beschwerdeführerin mit einem Anteil von 25
%
erwerbstätig und
von
75
%
im Haushalt tätig
wäre (E. 4.9
.2 hiervor).
Zur Begründung
dieser Einschätzung
wurde ausgeführt
, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz nie mit einem Arbeitspensum von 80 oder 100
%
erwerbstätig
gewesen sei
(E. 4.
9
.2)
. Die Beschwerdeführerin reichte
im Beschwerdeverfahren
Kopien
zwei
er
E-Mail Anfragen vom 1
1.
November 2014 ein (
Urk.
3/4
)
.
Dabei handelt es sich um Anfragen
bezüglich einer
Arbeit als Tagesmutter.
Die Beschwerdeführerin kann damit lediglich zwei Stellenbemü
hungen vorweisen.
Aus den Anfragen ergibt sich
zudem
nicht, dass
sie
eine Anstellung mit einem Pensum zwischen 80 und 100
%
gesucht
hat
.
Des Weite
ren bleibt unklar
, weshalb
sie
ihr Arbeitspensum
im Verlaufe
des
im Abklä
rungsbericht erwähnten
Beschäftigungsprogrammes von acht auf vier Stunden pro Woche reduziert hat
(E. 4.9.1)
. Dass
die Beschwerdeführerin
im Gesund
heitsfall ein höheres Arbeitspensum
verrichten würde oder dass sie gar zu 100
%
erwerbstätig wäre
, ist
somit
nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
.
Es
kann
daher
auf die im Abklärungsbericht vom 2
5.
Juli 2016 getroffene Qualifikation
der Beschwerde
führerin als Teilerwerbstätige mit den genannten Anteilen im Erwerbsbereich und im Haushalt
abgestellt werden.
5.5
Die Haushaltabklärung ergab eine Einschränkung im Haushalt von total 17.9
%
(E. 4.9.5 hiervor)
.
Die Einschätzung der Abklärungsperson
weicht erheblich von der
Beurteilung der behandelnden Ärzte
ab
, welche der Beschwerdeführerin auch für den Haushalt eine
Einschränkung
von 100
%
attestiert hatten (E. 4.3
-4.4)
. Dieser Einschätzung
widersprach
der
RAD der Beschwerdegegnerin
zumin
dest nicht
(E. 4.8 hiervor).
Die Beschwerdeführerin
beanstandete
die zu starke
Anrechung
der Mitwirkungspflichten
der übrigen Familienmitglieder
im Rahmen der Haushaltabklärung
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5.1).
In der Tat wurde
n
die
Mit
wir
kung
spflicht
en
der Kinder und des Ehemannes der Beschwerdeführerin
zu stark gewichtet
und
die im Haushalt anfallenden Arbeiten
weitestgehend auf die
rest
lichen
Familienmitglieder abgewälzt
. Dies, obschon
die
involvierten
Töchter
und der Ehemann der Beschwerdeführer
in
gemäss den Angaben im Abklärungsbe
richt selber gesundheitlich eingeschränkt sind.
Auch zu berück
sichtigen ist die (mutmasslich volle) Erwerbstätigkeit der Tochter
E._
und die Schulpflicht der Tochter
F._
. Es ist nicht zumutbar, die grundsätzlich der Beschwerdeführe
rin obliegende Haushaltsführung in grossen Teilen den genannten Töchtern zu überbinden. Insbesondere das Erledigen der Familien
wäsche am schulfreien Nachmittag durch
F._
lässt vermuten, dass den schulischen Pflichten (Hausaufgaben) nicht ausreichend Zeit zugemessen wird.
Der Abklärungsbericht vom 2
5.
Juli 2016 vermag den Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines Berichtes (E. 5.2 hiervor)
demzufolge
nicht zu genügen. Die Mitwirkungspflichten der Familienmitglieder
sind daher nach
folgend neu zu bestimmen;
die
gesundheitliche
Einschränkung der Beschwerdeführerin in den jeweiligen
Haushaltbereichen
ergibt sich hingegen aus den Ausführungen im Haushaltsbericht.
Der
Bereich „Ernährung“
kann in die
Teilbereiche
„
Kochen
“
,
„
Rüsten und Vorbe
reiten
“
und
„Reinigung
der Küche
“
unterteilt werden
. Ohne Berücksichti
gung
ihrer
Schadenminderungspflicht
ist es der
Beschwerdeführerin
im Teilbe
reich „Kochen“
möglich,
kleinere Mahlzeiten selber
zu
zu
bereiten. Für diesen Teilbereich ist daher von einer Einschränkung von 75
%
auszugehen. Im Teil
bereich
„
Rüsten und Vorbereiten
“
vermag sie
nur wenig
e
Arbeiten auszuführen, so dass
hier
von einer
Einschränkung von 80
%
auszugehen
ist
. Der Teilbereich „
Reinigung der Küche
“
ist
der Beschwerdeführerin
gesundheitsbedingt gar nicht mehr möglich, so dass von einer Einschränkung von 100
%
auszugehen
ist
.
Damit ergibt sich
im Bereich „Ernährung“
ohne
Anrechung
der Schadenminde
rungspflicht
eine durchschnittliche Einschränkung
von 85
%
(75
%
+ 80
% + 100
%: 3).
Die im Bereich „Ernährung“ angerechnete Einschränkung von 40
%
entspricht in etwa der Hälfte der Einschränkungen der Beschwerdeführerin ohne Schadenminderungspflicht und liegt, angesichts der von den Töchtern verlang
ten Reinigung der Küche, an der obersten Grenze der zumutbaren Schadenmin
derungspflicht.
Unter
Berücksichtigung der
den Familienmitgliedern gerade noch
zumutbaren Arbeiten ist
dafür
eine
Einschränkung von
4
0
%
zu veran
schlagen
(gewichtet
:
16
%
)
.
Im
Bereich „Wohnungspflege“
kann die Beschwerdeführerin gesundheitsbedingt
keine Hausarbeiten mehr
verrichten
. Ohne Berücksichtigung
ihrer
Schadenmin
derungspflicht ergibt sich für diesen Bereich eine Einschränkung von 100
%
. Wie im Abklärungsbericht
aufgeführt worden ist
,
ist davon auszugehen, dass die Kinder ihre Zimmer selber reinigen und
sie
auch im allgemeinen Bereich mithelfen können
(E. 4.9.4 hiervor)
.
Der insgesamt berücksichtigten Einschrän
kung von 7
%
kann jedoch nicht gefolgt werden, da mit Ausnahme der berück
sichtigten Dritthilfe bei der Fensterreinigung, beim Auf- und Abhängen der Vorhänge sowie beim Bettbeziehen sämtli
che Teilaspekte des Bereichs
Woh
nungspflege im Rahmen der Schadenminderungspflicht an Familien
mitglieder aufgeteilt wurden. Dies obwohl, wie bereits erwähnt, die Töchter
E._
und
F._
nicht nur mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen haben, sondern auch erwerbstätig beziehungsweise schulpflichtig waren, und auch der Ehegatte unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet. Unter Berücksichti
gung der zumutbaren Schadenminderungspflicht im Rahmen der Reinigung der eigenen Zimmer und der Mithilfe im restlichen Haushalt reduziert sich somit die Einschränkung von 100
%
auf 50
%
(gewichtet
:
10
%
).
Für den Bereich „Einkauf und weitere Besorgungen“ wurde
im Abklärungsbe
richt
keine Einschränkung angerechnet
(E. 4.9.4)
. Der Beschwerdeführerin
ist es
möglich,
jeweils
den Einkaufszettel
für
anstehende
Einkäufe
zu schreiben, Zah
lungen vorzubereiten und administrative Arbeiten auszuführen. Ohne
Berück
sichtigung
der Schadenminderungspflicht ist für diesen Bereich von einer Einschränkung von 80
%
auszugehen.
Auch wenn vom Ehemann und den Kindern Mithilfe insbesondere beim Einkaufen verlangt werden kann, erscheint die berücksichtigte Einschränkung von 0
%
als nicht nachvollziehbar. Damit wür
den auch in diesem Bereich sämtliche Verrichtungen an Familienmitglieder überwälzt. Dies entspricht jedoch nicht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 642 E. 4.3.2). Da die Töchter
E._
und
F._
jeweils zufolge der Erwerbstätigkeit und der Schule ausserhäuslich unterwegs sind und sie daher auf dem Nachhauseweg Einkäufe tätigen können, und da es auch dem Ehegatten zumutbar ist, mehrere Kleineinkäufe zu machen, rechtfertigt es sich, die grundsätzlich hohe Einschränkung der Beschwerdeführerin unter Berück
sichtigung der Schadenminderungspflicht mit 20
%
zu beziffern (gewichtet: 2
%
).
Im Bereich „Wäsche und Kleiderpflege“ ist es der Beschwerdeführerin möglich, die Wäsche zu sortieren und wenige Kleidungsstücke selber zu bügeln. Ohne Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht kann daher von einer Ein
schränkung von 70
%
ausgegangen werden.
Die Tochter
F._
sollte an ihrem freien Nachmittag
jedoch
nicht die gesamte Wäsche der Familie
über
nehmen
müssen, da sie
mutmasslich
auch
Hausaufgaben zu erledigen hat
. Den Familienmitgliedern kann
jedoch
die Übernahme von
mehr als
die Hälfte der in diesem Bereich anfallenden Arbeiten zugemutet werden. Für den Bereich „Wäsche und Kleiderpflege“ ist daher eine Einschrän
kung von 30
%
zu veran
schlagen, zumal auch der Samstag für die Wäsche zur Verfügung steht (gewich
t
et
:
4.
5
%
).
5.6
Die Gewichtung der einzelnen Bereiche
im
Abklärungsbericht ist nicht zu bean
standen. Für den Bereich „Ernährung“ ergibt si
ch bei einer Einschränkung von
4
0
%
eine Behinderung von
16
%
und für den Bereich „Wohnungspflege“ bei einer Einschränkung von 50
%
eine Behinderung von 10
%
. Für den Bereich „Einkauf und weitere Besorgungen“
resultiert
bei einer Einschränkung von 20 % gewichtet eine Einschränkung von 2
%
. Für den Bereich „Wäsche und Kleider
pflege“ resultiert bei einer Einschränkung von 30
%
gewichtet eine Einschrän
kung von 4.5
%
. Für die „Betreuung von Kindern oder anderen Familienange
hörigen“ wird im Abklärungsbericht eine Einschränkung von 10
%
und gewichtet eine Behinderung von 0.5
%
ausgewiesen.
Somit
ergibt sich eine
Behinderung von total
33
%
(
16
%
+ 10
%
+ 2
%
+ 4.5
%
+ 0.5
%
).
Gewichtet ergibt sich für den Haushalt neu ein Teilinvaliditätsgrad von
rund
24.75
%
(
33
%
x 0.75)
. Für den Erwerbsbereich besteht ein Teilinvaliditätsgrad von 25
%
(E. 5.1)
und damit ein Invaliditätsgrad von
gerundet
total 5
0
%
(
24.75
%
+ 25
%
).
5.7
Zusammenfassend besteht b
ei einem Invaliditätsgrad von 50
%
nach Ablauf des Wartejahres
und unter Berücksichtigung von
Art.
2
9
Abs.
1 IVG (Anmeldung per August 2015,
Urk.
11/3)
per
1.
Mai 2016
Anspruch auf eine halbe Rente. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Die durch die
Procap
Schweiz, Olten, vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozess
entschädigung in Höhe von
Fr.
1‘950.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer
).
6.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens
erweist sich das Gesuch
der Beschwerdeführe
rin
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4)
als gegenstandslos.