Decision ID: 463f3e4e-7b38-4225-8eff-2ed040648ea5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1955, war zuletzt von September 1981 bis Mai 2004 als Verwaltungsangestellte bei der
Y._
tätig (
Urk.
7/1
Ziff.
6.2 und
Ziff.
6.3.1
,
Urk.
7/9
Ziff.
1-6
) und meldete sich am 2
2.
Ja
nuar 2004 unter Hinweis auf Magersucht, Depressionen und Magen-Darmstörungen (
Urk.
7/1
Ziff.
7.2) bei der Invalidenversicherung
zum
Renten
be
zug
an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte den medizinischen (
Urk.
7/7,
Urk.
7/10-11) und den beruflich-
er
werb
lichen
(
Urk.
7/6,
Urk.
7/9) Sachverhalt ab und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 1
3.
August 2004 (
Urk.
7/16) mit Wirkung ab
1.
Mai 2004 eine ganze Inva
li
denrente zu.
Nach
durchgeführter
Rentenrevision (
Urk.
7/17
-
18)
bestätigte
die IV-Stelle
am
5.
Mai 2006 (
Urk.
7/20)
den
unverändert
en Renten
anspruch der Ver
sicherten.
1.2
Im Rahmen der im Mai 2011 veranlassten Rentenrevision (
Urk.
7/23)
holte die IV-Stelle medizinische Bericht
e (
Urk.
7/27) und
einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/25)
ein
und veranlasste ein psychiatri
sches Gutachten, welches am 1
9.
Dezember 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/33). Am
3
0.
Januar 2012 (
Urk.
7/34) wurde der Versicherten eine
Schadenminde
rungs
pflicht
auferlegt
. Mit Vorbescheid vom 1
0.
April 2012 (
Urk.
7/42) wurde
der Ver
sicherten
die Reduktion der Invalidenrente in Aussicht gestellt, wogegen diese
am
9.
und am 1
4.
Mai 2012 Einwände (
Urk.
7/47,
Urk.
7/51) erhob. Hierzu nahm
der psychiatrische Gutachter am 1
1.
Juni 2012 Stellung (
Urk.
7/59 =
Urk.
7/64) und die Versicherte wiederum am 1
0.
Juli 2012 (
Urk.
7/62).
In der Folge wurden Abklärungen der beruflichen Situation vorgenommen (
Urk.
7/67,
Urk.
7/72-76,
Urk.
7/78
-79).
Mit Verfügung vom
7.
Juni 2013 (
Urk.
7/
82 und
Urk.
7/84
=
Urk.
2)
setzte die IV-Stelle die bisher ausgerichtete ganze Invali
denrente auf eine halbe Rente herab.
2.
Die Versicherte erhob gegen die Verfügung vom
7.
Juni 2013 (
Urk.
2) am
9.
Juli 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
, es sei ihr
weiterhin
eine
ganze
In
validenrente
auszurichten
. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzu
weisen, damit diese nach Durchführung weiterer Abklärungen erneut über den
Rentenanspruch entscheide (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
6.
September 2013
(
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle
unter Hinweis auf die Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
5.
September 2013 (
Urk.
6)
die
Rück
weisung
zu weiteren
Abklärungen.
Damit erklärte
sich die Beschwerdeführerin i
n ihrer Stellungnahme vom 2
6.
September 2013 (
Urk.
10)
nicht
als
einver
stan
den
und
beantragte
weiter
,
im Falle einer Rückweisung sei
ihrer Beschwerde die
aufschiebende Wirkung
für das neue Abklärungsverfahren
zuzuerkennen (S.
2).
Am 2
3.
Oktober 2013 (
Urk.
12) verzichtete die IV-Stelle auf eine Stellungnahme, was der Versicherten am 1
5.
Januar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2
ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer we
sentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
wei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, wel
che
oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hin
weisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
rele
van
te
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (
Urk.
2) die Reduktion der
ganzen Invalidenrente auf
eine halbe Invalidenrente damit,
dass anlässlich
d
er psychiatrischen Begutachtung
ein verbesserter Gesundh
eitszustand festge
stellt worden sei, weshalb von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen sei.
Ein hoher Leidensdruck sei auch aufgrund der fehlenden fachärztlichen psy
chotherapeutischen oder psychopharmakologischen Behandlung nicht anzu
neh
men. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
beziehe sich auf jegliche Tä
tig
keiten, also auch auf die ehemalige Tätigkeit als Sachbearbeiterin. Für einen leidensbedingten Abzug bestünden keine Anhaltspunkte, womit ein
Invalidi
täts
grad
von 50
%
resultiere (Verfügungsteil 2 S. 1 ff.)
.
Entgegen den in der Verfügung gemachten Ausführungen
kam
die IV-Stelle in der Beschwerdeantwort gestützt auf die neu eingeholte Stellungnahme des RAD
zum Schluss, es seien weitere Abklärungen nötig, weshalb eine Rückweisung be
antragt werde (Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
ihr Gesund
heitszustand habe sich nicht verbessert
und eine Rentenrevision auf
grund einer
anderweitigen medizinischen Beurteilung desselben Gesundheits
zustandes sei nicht
zulässig (S.
5 f., S.
7 unten)
. Schon
früher
sei die Diagnose
anakastische
Persönlichkeitsstruktur gestellt worden (S.
5.
f.).
Ihr Drang zum Perfektionismus bestehe nach wie vor
,
und sie benötige 6 bis 8 Stunden täglich für die
Essens
zu
bereitung
(S. 6 unten). Sie sei massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt (S. 7 oben). Dem psychiatrischen Gutachter sei insofern Recht zu
geben, als dass die Depression
remitt
i
e
r
t und die Anorexie gut
eingestellt seien. Er übersehe jedoch,
dass vor allem Leistung
sdruck diese Krankheiten so
fort
wie
der aufflackern liesse
,
da sie immer noch unter der
anakastischen
Per
sönlichkeitsstörung
leide (S.
7 Mitte).
Der psychiatrische Gutachter habe sich zu
wenig mit den früher ge
stell
ten
Diagnosen auseinandergesetzt und auch keine fremdanamnestische Abklärung
en getroffen. Zudem sei er von unzutreffenden und aktenwidrigen Annahmen ausgegangen (S. 8 ff.).
Sie sei schon rein
krank
heitsbedingt
ausser Stande, sich einer Wiedereingliederungsmassna
hm
e zu un
terziehen (S. 11 unten)
.
Zudem re
sul
tiere
auch bei der Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ein
Invalidi
täts
grad
von 74
%
(
S. 12 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Herabsetzung der bisherigen ganzen Invaliden
rente auf eine halbe Invalidenrente mit Verfügung vom 7. Juni 2013 (Urk. 2) rech
tens ist.
3
.
3.1
Zum Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
vom 13. August 2004 (Urk.
7/16)
lagen bei der Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten
zu
Handen
der Pensionskasse
von Dr. med.
Z._
,
Fach
ä
rzt
in
FMH für
Innere
Medizin, vom 16. Oktober 2003 (Urk. 7/7 insbesondere S. 3), dem Bericht von Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
,
vom 21. Februar 2004
(Urk. 7/10), dem Bericht von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. März 2004 (Urk. 7/11 S. 1-6) sowie dem Bericht von Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 17. Dezember 2003 (Urk. 7/11 S. 7-10) im Wesentlichen eine
chronische Anorexia
nervosa
mit rezidivierend auftretenden depressiven Epi
soden und
Somatisierungstendenz
bei einer
anankastischen
Persönlich
keits
struktur
vor, welche die Arbeitsfähigkeit in
jeglichen
Tätigkeit
en
zu
100
% ein
schränkten (vgl. auch Urk.
7/12
).
Dieser Gesundheitszustand bildet im vorliegend zu beurteilenden
Revisionsver
fahren
die Ausgangslage bei der Prüfung der Frage nach einer gesundheitlichen
Verbesserung. Denn im ersten Revisionsverfahren (vgl. Urk. 7/17) wurde die Rente nur gestützt auf einen wenig aussagekräftigen Verlaufsbericht von Dr.
A._
(Urk.
7/18
) und mithin ohne vertiefte Überprüfung des Gesund
heits
zustandes bestätigt (Urk.
7/20
).
3
.2
Die Beschwerdegegnerin stützte die verfügte Herabsetzung der Rente im We
sent
lichen auf das von ihr veranlasste p
sychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und für Psychotherapie, vom 1
9.
Dezember 2011
(
Urk.
7/33)
.
Dr.
D._
stellte folgende Diagnose mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
Ziff.
5.1):
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit asthenischen und ängstlich-ver
meidenden Zügen (ICD-10 F61)
Er nannte folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
9
Ziff.
5.2):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
Anorexia
nervosa
, bei einem BMI von 19 gegenwärtig relativ gut kom
pensiert (ICD-10 F50.0)
Dr.
D._
führte aus, die depressive Störung
liege
bei der Beschwer
de
füh
re
r
in nicht mehr vor. Bei einem BMI von 19 (Grenze zum Normalgewicht) könne
die vordiagnostizierte Anorexia
nervosa
als gut kompensiert gewertet werden. Ins
gesamt müsse im Verlauf seit 2004 von einer Verbesserung des psy
chischen
Ge
sundheitszustandes ausgegangen werden. Aus
v
ersicherungsmedizi
nischer
Sicht
lasse sich auf psychiatrischem Fachgebiet infolge der kombinier
ten
Per
sönlichkeitsstörung
ab Datum der aktuellen Untersuchung ei
ne maximal 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 12
Ziff.
6.2). Die bei der Be
schwerdeführerin bestehende psychiatr
ische Erkrankung wirke sich na
tur
gemäss auf jegliche Tätigkeiten gleichermassen aus (S. 12
Ziff.
6.3).
Die in den
Befundsberichten
von
Dr.
B._
attestierte Arbeitsunfähigkeit könne anhand der eigenen Untersuchungsergebnisse nicht mehr bestätig
t
werden
,
und es sei von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes aus
zu
gehen. Aufgrund der seit 2004 fehlenden fachärztlich-psychiatrischen
Ver
laufs
berichte
könnten die detaillierten Befundhinweise, die eine Verbesserung des
psychi
schen Gesundheitszustandes auswiesen, nicht dargelegt werden. Hier
aus er
gebe sich, dass der Neubeurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit erst ab Datum der aktuellen Untersuchung eine Gül
tigkeit zu
komme. Die aktuell diagnostizierte und seit der frühen Biographie be
stehende Persönlichkeitsstörung begründe aus
rein psychiatrischer Sicht keine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit, letzten Endes auch, weil die Beschwerde
füh
rerin zu
rückblickend über Jahrzehnte als gut kompensiert eingeschätzt werden müsse.
Trotz Persönlichkeitsstörung
habe
sie über 23 Jahre mit einem
Vollpen
sum
im Aus
bildungsberuf bei einem Arbeitgeber zu arbeiten
vermocht
(S.
12 f.
Ziff.
6.4).
Dr.
D._
führte
weiter
aus, medizinisch-theoretisch sei unter Nutzung
psy
cho
therapeutischer Behandlungsoptionen innerhalb von 6 bis 12 Monaten eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit der Arbeits
fähig
keit auf 70 bis 100
%
zu erwarten. Die Beschwerdeführerin sei diesbezüglich in
for
miert worden (S. 13
Ziff.
6.5). Die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei vor allem auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen (S. 13
Ziff.
6.7).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, sie leide zurzeit vor allem unter
Darm
probleme
n
, abwechselnd mit Verstopfung und Durchfall.
Nicht selten müsse sie
7 bis 8 M
al täglich die Toilette aufsuchen und aufgrund von Bauch- und
Ge
lenksschmerzen
könne sie schlecht schlafen (S. 10
Ziff.
6.1 Mitte). Im Rahmen der Exploration habe sich auf psychiatrischem Fachgebiet eine
klag
same
Be
schwerdeführerin gezeigt, die sich durchweg in einer Opferrolle sehe. Die affek
tive
Schwingungsfähigkeit sei nicht eingeschränkt
,
und bei nicht be
lastenden Themen könne sie durchaus humorvoll sein und auch herzhaft la
chen.
Eine rele
vante depressive Symptoma
tik sei derzeit nicht erkennbar.
Zudem hätten
sich kein
e für eine Depressi
on typischen Folgeerscheinungen
wie kogni
tive De
fizite,
soziale Rück
zugstendenzen, Probleme mit der Tagesstruktur,
An
triebs
ver
lust
oder
Vernachlässigung
des äusseren Erscheinungsbildes
gezeigt
. Ein
schmerz
bedingter
L
eidensdruck sei ebenfalls nicht erkennbar und die Beschwer
deführerin zeige ein
unauffälliges Aktivitätsniveau (S. 10
Ziff.
6.1 unten).
3
.
3
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
Juni 2012 (
Urk.
7/59
=
Urk.
7/64
) führte
Dr.
D._
aus,
aufgrund des Krankheitsverlaufes seit 2004 mit Remission der
depressiven Störung und deutlicher Gewichtsstabilisierung lasse sich eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bei der Beschwerdeführerin nicht mehr begrün
den.
Fachärztlich-psychiatrische
Befundsberichte
nach 2004 lägen nicht vor und
die Beschwerdeführerin habe sich seither auch nicht mehr in fachärztlicher,
psy
chotherapeutischer oder psychopharmakologischer Behandlung befunden, was einen
durch die psychischen Beschwerden verursachten Leidensdruck nicht ne
gie
re, aber dennoch relativiere.
In Bezug auf das Aktivitätsniveau
habe die Be
schwerdeführerin beschrieben
, regelmässig mit ihren Freundinnen zu te
lefonie
ren, jeden Mittwoch einen Englisch-Kurs zu besuchen, abends Englisch zu ler
nen
, ei
nen guten Kontakt zur Halbschwe
ster und zuletzt im April 2011 einen ein
wöchigen Urlaub in
E._
verbracht zu haben, spreche nicht für eine vollständig invalidisierende psychiatrische Erkrankung. Aus
versicherungs
med
i
zi
nischer
Sicht lasse sich infolge der
diagnostizierten kombinierten
Persön
lichkeitsstörung
jedoch eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 50
%
für jegliche Tätigkeit begründen (S.
1 f.
Ziff.
1).
Inwieweit b
eziehungsweise
ob eine allfällige
Osteopenie
bei der Beschwerde
füh
rerin Aus
wirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit habe, sei von fachärztlich-ortho
pädischer Seite zu beurteilen
(S. 2
Ziff.
2)
.
Dr.
D._
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der
Exploration angegeben, bei einer Körpergrösse von 1.68 m derzeit 55 kg zu wie
gen, was einem BMI von 19,5 entspreche. Das Normalgewicht liege zwischen 18,5
und 25,0 (S.
2
Ziff.
3). Die vordiagnostizierte Anorexia
nervosa
müsse ent
sprech
end als gut kompensiert gewertet werden (S. 2
Ziff.
4).
3
.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chothe
rapie,
stellte in seinem
Bericht vom
6.
Juli 2013 (
Urk.
3/2)
folgende Di
agnosen (S.
1 Mitte
):
ana
n
kastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5 =
Persönlich
keits
stö
rung
mit deutlichen zwanghaften Zügen)
Züge einer vermeidend-selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
rezidivierend
e
depressive Störung bei besonderen Belastungen (ICD-10 F33.0), derzeit relativ gut kompensiert
Essstörung im S
inne einer atypischen Anorexia
n
ervosa
(ICD-10 F50.1)
Dr.
F._
führte aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit 2011 und habe sich daher über einen längeren Zeitraum ein Bild über die Art und den
Schwe
regrad
ihrer Störungen machen können (S.
1 oben). Die Beschwerdeführerin wirke
auf den ersten Eindruck eher heiter gestimmt, was jedoch ihren grossen
Lei
densdruck
kaschiere. Ihr Antrieb sei nicht vermindert, werde jedoch vor al
lem
auf die Ausübung zwanghafter Tätigkeiten und Abläufe konzentriert. Sie sei ko
g
nitiv geordnet und bezüglich Kurz- und Langzeitgedächtnis nicht beein
trächtigt. Der Gedankengang sei klar, wenn auch etwas kompliziert. Es bestehe kein Hin
weis auf psychotische Symptome im Sinne von
halluzinatorischem
Er
leben. Es
bestünden Schlaf-, zum Teil Einschlaf- und Durchschlafstörungen, an
dererseits oft Tagesmüdigkeit. Das Leben der Beschwerdeführerin sei durchgän
gig
be
stimmt
durch ihre Zwanghaftigkeit (S.
1 unten). Zentrale Rolle dabei spielten ihr
Ess
ver
halten
und die Probleme rund um ihre Verdauung. Sie müsse sich an absolut ge
regelte Abläufe halten, damit es nach ihrer Erfahrung nicht zu grösseren
Ver
dau
ungsschwierigkeiten
komme. Sie bra
u
che Stunden für
die
Es
sensvor
berei
tung
.
Versuche
sie
,
dies zu verkürzen, gerate sie in einen enormen Stress, was zahl
reiche psychovegetative Symptome zur Folge habe. Das Körper
gewicht sei derzei
t auf 50 kg abgesunken. Sie wirke sehr mager, wobei das Ge
wicht nicht als be
drohlich einzustufen
sei. Sie habe keine Körperschem
astörung, d
as heisst
,
sie
fühle
sich bei tiefem Gewicht nicht immer noch übergewichtig
,
sondern habe ein
Ziel
gewicht
von etwa 55 kg. Somit handle es sich nicht um eine typi
sche
,
son
dern
um
eine atypische Anorexie (S. 2 oben).
Dr.
F._
führte
weiter
aus, dass die völlig überladen wirkende Wohnung keine Folge einer Verwahrlosung, sondern ebenfalls Ausdruck ihrer zwanghaften
Per
sön
lichkeitsstörung
sei. So habe sie viele Joghurtbecher, die entweder gefüllt
seien
oder einen bestimmten Bestimmungsz
weck hätten, ebenso
Petflaschen
un
d
Plastiksäcke
. Auf den ersten Blick möge die Wohnung chaotisch wirken, alles habe
aber ihre verborgene, ausgeklügelte Ordnung im Zusammenhang mit der Auf
bewahrung von Nahrungsmitteln oder Vorbereitungsschritten für die
Es
sen
s
zubereitung
. Sofern
die Beschwerdeführerin verreisen wolle, bedürfe es ei
ner grossen Vorbereitung,
um
sich für alle Eventualitäten
zu
wappnen und ab
zu
sichern
. Dies mache ihr eine Ferienplanung fast unmöglich. Zudem lebe sie so
zial
sehr zurückgezogen, mache keine Einladungen oder nehme kaum Ein
la
d
ungen
an. Ihr separat lebender Partner bedeute ihr viel, all
erdings ver
lange sie
ihm sehr
viel an Geduld und Verständnis ab.
Dr.
F._
führte
ferner
aus, d
ie Beschwerdeführer
in
leide aus seiner fachärzt
lichen Sicht eindeutig an einer
ana
n
kastischen
(=zwanghaften)
Persönlichkeits
störung
von erheblichem Krankheitswert (S. 2 Mitte). Diese sei gekennzeichnet durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus, übertriebener Gewissenhaftigkeit, ständiger Kon
trollen, allgemein durch grosse Vorsicht und Starrheit im Denken
und Handeln, die sich als
Unflexibilität
, Pedanterie und Steifheit zeig
t
e
n
. Typisch
sei im Weite
ren die übermässige Beschäftigung mit Details und Regeln, so dass die
eigentli
che Aktivität oft in den Hintergrund trete
(S. 2 unten). Bei der Be
schwer
defüh
rerin kämen zusätzlich typische Züge einer vermeidenden-ängst
lichen Persönlichkeitsstörung hinzu. Dies behindere sie auch massiv, einer gere
gelten
externen Tätigkeit nachzugehen und
würde
s
ie geradezu verunmögli
chen.
Die rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F.33.0) sei schliesslich derzeit recht
gut kompensiert. Allerdings würde sich dies rasch ändern, sobald der Druck auf
ihren Lebensrhythmus von aussen deutlich erhöht werde. Eine de
pressive De
kom
pensation sei in diesem Falle
recht wahrscheinlich.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer kurzen Begegnung auf Grund ihres vordergründigen Stimmungsbildes überschätzt und
damit auch in ihrer Arbeitsfähigkeit falsch eingeschätzt werde. Bei längerem Ver
lauf der therapeutischen Begleitung und vertiefter Kenntnis zeige sich je
doch, wie stark die Beschwerdeführerin durch ihre zwanghafte
Persönlichkeits
störung
fixiert und im Lebensvollzug eingeschränkt sei. Medikamentös könne die
se
nur etwas moduliert, jedoch nicht langfristig tiefgreifend verändert oder gar geheilt
werden. Mit einer regulären Arbeitstätigkeit sei dies
e
aus seiner Sicht un
ver
ein
bar
(S. 3 Mitte).
3
.5
RAD-Ärztin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin und für
All
gemeinmedizin,
führte
in ihrer Stellungnahme vom
5.
September 2013 (
Urk.
6
) aus, dass aus medizinischer Sicht weitere Abklärungen polydisziplinärer Art zu empfehlen seien, da die langjährige Anorexie höchstwahrscheinlich zu körper
lichen Folgeschäden geführt habe. Es sei
zudem
nicht klar, ob sich der Gesund
heitszustand, besonders die zwang
hafte Komponente
,
tatsächlich verbessert habe
,
und die Leistungseinschränkungen müssten gesamthaft und umfassend einge
schätzt werden.
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte die im
Juni
2013 verfügte Reduktion der gan
zen
Invalidenrente auf eine halbe Rente (U
rk. 2) auf die Beurteilung von
Dr.
D._
ab, welcher in seinem psychiatrischen Gutachten vo
m Dezember 2011
(vorstehend E. 3.
2
) und in seiner Stellungnahm
e vom
Juni 2012 (vorstehend
E.
3.
3
)
von einem verbesserten Gesundheitszustand ausging und
sowohl in der bis
herigen Tätigkeit
als auch
in jeder angepassten Tätigkeit
eine
Arbeitsfähig
keit von 50 %
für möglich erachtete
(
vgl. Urk.
7/
81
S. 3
,
vorste
hend E. 2.1).
4.2
Die
Einschätzung von
Dr.
D._
,
wonach
er einen ver
besserten Gesund
heits
zustand
in der remittierten depressiven Störung und der relativ gut kompensier
ten Magersucht
begründet sah
,
weicht nicht von der Beurteilung durch den be
handelnden Psychiater
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.3
) ab
.
A
uch die Beschwerde
führerin bestreitet dies
nicht (vorstehend E.
2.2).
Im Ge
gensatz zu
Dr.
D._
erachtete jedoch
Dr.
F._
die Beschwerdeführerin
vor allem aufgrund
der
zwanghaften Persönlichkeitsstörung
als
nicht mehr arbeitsfähig
.
Zu der
seit der erstmaligen
Rentenzusprache
im Raume stehenden
ana
n
kasti
schen
Persönlichkeitsstörung
(vgl.
Urk.
7/12 S. 2;
Urk.
7/7/5-8 =
Urk.
7/11/7-11)
und deren Auswirkungen
nahm
Dr.
D._
in seinem Gutachten
keine Stellung.
Abgesehen von den unklaren Auswirkungen der
ana
n
kastischen
Persönlich
keits
störung
blieb ebenfalls
ungenügend abgeklärt, ob die langjährige Magersucht nicht zu weiteren
körperlichen
Folgeschäden geführt ha
t
und wie die Auswir
kungen einer allfälligen
Osteopenie
zu gewichten sind. So empfahl
Dr.
D._
im Juni 2012 diesbezügliche fachärztliche Abklärungen.
Zutreffend ist,
wie die Beschwerdeführerin geltend machte
(vorstehend E.
2.2)
,
dass
bereits im Dezember 2003 von der damals behandelnden
Psychiaterin
die
Diagnose
einer
ana
n
kastischen
Persönlichkeitsstruktur
gestellt wurde (vgl.
Urk.
7/7/5-8
=
Urk.
7/11/7-11). Von einem unveränderten Zustand kann jedoch in Anbetracht dessen, dass die Anorexia
nervosa
relativ gut kompensiert und die depressive Störung remittiert ist,
auch bei weiterhin vorliegender
ana
n
kasti
schen
Persönlichkeitsstörung nicht
ohne weiteres
ausgegangen werden.
4
.3
Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass der medizinische Sachverhalt von der Beschwerdegegnerin unzureichend abgeklärt wurde und dass insbesondere betreffend den Verlauf
und die
Auswirkungen
der
ana
n
kasti
schen
Persönlichkeitsstörung
und allfälli
ge
durch die Anorexie verursach
t
e
kör
perliche
Folgeschäden
keine genügenden medizinischen Grundlagen vorlie
gen. Zur Beurteilung
der Frage der Verbesserung des Gesundheitszustandes und mit
hin
der invali
denversicherungsrechtlichen Ansprüche der Be
schwerde
führer
in be
darf es daher zusätzlicher medizinischer Grundlagen.
D
ie angefochtene Verfügung vom 7
.
Juni
2013 (Urk. 2) ist folglich aufzuheben
u
nd die Sache
ist
zur Vornahme weite
rer Abklärungen im Sinne der Erwä
gung
en
und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin a
n die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen.
5
.
5.1
Im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 2
6.
September 2013 (
Urk.
10) zur
Be
schwer
deantwort
beantragte die Beschwerdeführerin, es sei
im Falle einer
Rück
weisung
für die Dauer
des
weiteren Abklärungsverfahrens der Be
schwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen (S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin berief sich darauf, dass die Beschwerdegegnerin miss
bräuchlich gehandelt habe, da sie die bisherige Invalidenrente gestützt auf das
Gut
achten von Dr.
D._
herabgesetzt habe, welcher sich nur ungenügend
mit der Diagnose
der
ana
n
kastische
n
Persönlichkeitsstörung auseinandergesetzt habe. Auch
sei die Beschwerdegegnerin nicht einmal dessen Empfehlung ge
folgt, ein
orthopädisches Gutachten einzuholen und entsprechende Anträge ih
rer
seits seien
immer abgelehnt worden. Verlange die Beschwerdegegnerin nun selbst die
Rück
weisung
zwecks Einholung eines polydisziplinären Gutachtens, so handle sie miss
bräuchlich, weshalb der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuer
kennen sei (Urk. 10 S. 1 f.).
5.2
Nach der Rechtsprechung dauert - unter Vorbehalt einer allfällig missbräuchli
chen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver
waltung - der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum
dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung an
(Urteil des Bundesgericht
s
8C_983/2012 vom 8. Mai 2013). Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung ist dem
nach nur in Ausnahmefällen zulässig.
5.3
Im Vorgehen
der Beschwerdegegnerin im Rahmen der ihr obliegenden Pflicht zur Abklärung des Sachverhalt
es ist keine
Missbräuchlichkeit
, respektive
k
eine
bewusste
Provozierung eines möglichst frühen Re
visionszeitpunktes ersichtlich
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_507/2013 vom 2. Dezember 2013)
.
Denn die IV-Stelle veranlasste für die Beurteilung der Rentenrevision eine Begutachtung und h
o
lte zusätzliche ergänzende Angaben ein. Zudem wurde der Bericht von
Dr.
F._
, welcher insbesondere die Problematik der Persönlichkeitsstörung the
matisiert
(Urk. 3/2)
, erst im Beschwerdeverfahren eingereicht, womit das
Ab
stellen der IV-
Stelle auf die Einschätzung von Dr.
D._
nicht als missbräuchlich be
zeich
net werden kann.
Zusam
menfassend sind
allfällige
Versäumnisse
der
Beschwer
degegnerin
nicht derart schwer zu gewichten, dass es ausnahmsweise gerecht
fertigt erschiene, sie zu verpflich
ten, die bisherige Rente weiter auszurichten, bis die erforderlichen
fachmedi
zi
nischen
Abklärungen vorliegen
. Demnach ist das Gesuch
der Beschwerdeführe
rin
um aufschiebende Wirkung der Beschwerde
ab
zuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Prozessentschä
digung
hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim massgebenden Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuz
üglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘1
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.