Decision ID: a424e9fb-604d-4fbf-86e7-ca61cc994d03
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene und als Reinigungskraft tätig gewesene
X._
mel
dete sich am 12. April 2016 (Urk. 7/10) unter Hinweis auf persistierende posttrau
matische Handgelenksschmerzen links
und eine Anpassungsstörung mit depres
siver Verstimmung (S. 6) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen
und forderte die Versicherte mehrfa
ch – zuletzt am 9. August 2016 (Urk. 7/30) u
nter Säumnisandrohung – auf, eine allfällige
der
zeitige
psychiatrische Behandlung
mitzuteilen
sowie den
behandelnden
Psychia
ter
bekanntzugeben
(Urk. 7/28-31).
Mit Schreiben vom 6. Oktober 2016 (Urk. 7/32) teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass keine beruflichen Ein
glie
derungsmassnahmen angezeigt sei
e
n
und stellte ihr betreffend Rente eine spä
tere, separate Verfügung in Aussicht (S. 1).
In der Folge liess sie
die Versicherte
bidisziplinär
b
egutachten (Expertisen vom 19. Mai 2017; Urk. 7/43) und wies – nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/45) – das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 25. April 2018 (Urk. 2) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 14. Mai 2018 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 25. April 2018 sei aufzuheben (1.), es sei der medizinische Sachverhalt neu zu prüfen (2.)
und
es sei die unent
geltliche Prozessführung zu gewähren (3.); unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (4.; S. 2).
Die IV-Stelle schloss am
13. Juni 2018 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 18. Juni 2018 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinden Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 25. April 2018 (Urk. 2) zur Hauptsache, dass keine Diagnose mit länger andau
ernder oder bleibender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (S. 1).
Der aktuelle Behandler wie auch seine Vorgänger
in
seien der Meinung, dass keine Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei.
Nach Überprüfung
durch den Regionalen Ärzt
lichen Dienst
sei festgestellt worden,
dass es sich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes handle. Das Gutachten sei plausibel und es werde weiter
hin darauf abgestellt (S. 2).
2.2
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin (Urk. 2) im Wesentlichen ein,
es liege ein unklarer medizinischer Sachverhalt vor. Es sei nicht möglich, gestützt auf das Gutachten über einen Leistungsanspruch zu verfügen (S. 6). Da
s
Gutachten schlage Therapieoptionen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes vor, wel
che nicht angeschlagen hätten (S. 7).
2.3
Neben den vorgenannte
n
Rügen monierte die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht, die Beschwerde
gegnerin
habe es vollständig unterlassen, die im Rahmen der Stellungnahme vom
17. April 2018 (Urk. 7/69) eingebrachten Punkte zu behandeln. Es liege somit offensichtlich eine gravierende Verletzung des rechtli
chen Gehörs vor (Urk. 1 S. 6 und S. 7).
3.
3.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entschei
des muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfech
ten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmit
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem r
echtlichen Ein
wand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56
E.
5b).
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderli
chen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V
357
E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.2
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Beschwerdegegnerin
auf die
in der angefochtenen Verfügung zur im
Vorbescheidverfahren
aufgeworfene
Frage der Beweiskraft des psychiatrischen Teilgutachtens (Urk. 7/69) sehr
kurz
einging.
Indes gehen aus der Verfügung die Überlegungen
doch
knapp hervor, von denen sich die Beschwerdegegnerin leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Namentlich ist zu ersehen, dass die Beschwerdegegnerin den im
Vorbescheidver
fahren
neu aufgelegten Bericht des behandelnden
Arzt
es
Z._
(E.
4
.4 nachste
hend) zur Kenntnis nahm
und in Würdigung dessen zum Ergebnis gelangte, es handle sich dabei um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes, was das psychiatrische Gutachten nicht zu erschüttern vermöge
(Urk. 2 S. 2).
Die Beschwerdeführerin
war denn auch in der Lage, den Entscheid sachgerecht anzufechten.
Im Übrigen wäre auch nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie (vgl. vor
stehend) von
einer
Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen, zumal
die Beschwerdeführerin in diesem Beschwerdeverfahren vo
r
einem den Sachver
halt und die Rechtslage frei prüfenden Gericht (vgl. Art. 61
lit
. c und d ATSG; BGE 132 V 387 E. 5.1) umfassend zu den vorliegenden Beweismitteln Stellung nehmen und sich zu allen Aspekten des Verfahrens äussern konnte (vgl. Urk. 1).
Demnach ist die angefochtene Verfügung in materieller Hinsicht zu prüfen.
4
.
4
.1
Die
den Beschwerdeführer seit Juli 2013
behandelnde Ärztin Dr. med.
A._
nannte in
ihrem
Bericht (Urk. 7/26/
1-5
) zuhanden der Beschwerdegegnerin – unter Verweis auf den Bericht von PD Dr. med.
B._
, Facharzt für Chiru
rgie speziell Handchirurgie FMH, vom 28. November 2014 (Urk. 7/26/6-7) – als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende posttraumatische Beschwerden linkes Handgelenk nach distaler Radiusfraktur von März 2014 und Verdacht auf Migräne. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie eine depressive Verstimmung sowie
Insomnia
an (S. 1). Betreffend
die
Arbeitsfähigkeit attestierte sie der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeits
unfähigkeit in allen Tätigkeiten und führte aus, die Beschwerdeführerin habe nicht genug Kraft in der Hand. So sei sie nicht in der Lage
,
Reinigung
sarbeiten
oder eine andere Arbeit zu leisten (S. 2 f.).
Zu den Befunden hielt Dr.
B._
in genanntem Verweisbericht vom 28. November 2014 (Urk. 7/26/6-7) einen unauffälligen Aspekt beider Handge
lenke
und Hände ohne feststellbare Weichteilschwellungen oder Gelenkergüsse am linken Handgelenk fest. Die Beweglichkeit sei praktisch seitengleich, links höchstens
endgradig
für die Flexion und Extension vermindert. Die Durchblu
tung, Motorik, Sensibilität und
Trophik
seien peripher intakt. Um das Handgelenk werde ein diffuser Schmerz angegeben, der bei der Untersuchung aber nicht
povoziert
werden könne. Die Strecksehnenfächer seien frei, das distale
Radioul
nargelenk
stabil und die
Medianusprovokationstests
negativ. Die Durchsicht des MRI vom 27. August 2014 zeige eine konsolidierte intraartikuläre
Radiusstyloid
fraktur
mit Knorpelverletzung im Bereich der Facies
scaphoidea
der distalen Radiusgelenksfläche. Im Übrigen bestünden keine Auffälligkeiten.
4
.2
In ihrem Bericht vom 27. Januar 2017 (Urk. 7/38) diagnostizierte Dr. med. univ.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1), ein
en
Verdacht auf Konversionsstörung der Bewegung und Sinnesempfindung der linken Hand, ein
en
Verdacht auf somatoforme Schmerz
störung und anamnestisch akzentuierte Persönlichk
eitszüge (Sauberkeit, Ord
nung; S. 1). Sie attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätigkeit.
Es bestünden Schmerzen sowie Einschränkungen in der Kognition und im Affekt. Dies führe zu einer Leistungsminderung und einer verminderten Durchhaltefä
higkeit (S. 2).
4
.3
4
.3.1
Die für das
bidisziplinäre
(psychiatrisch, orthopädisch)
Gutachten vom 19. Mai 2017 (Urk.
7/43) verantwortlich zeichnende
n
Fachärzte
(siehe S. 33 und S. 43)
stellten keine
bidiszi
plinären
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 2):
-
Knöchern in regelrechter Stellung ausgeheilte ehemals
nicht
dislozierte distale Radiusfraktur links ohne Bewegungseinschränkung
(ICD-10 S52.5)
-
Pes
planovalgus
beidseits (ICD-10 M21.61)
-
Status nach jeweils konservativ versorgter rechtsseitiger
Malleolus
latera
lis
Fraktur in den Jahren 1997 und 2002 gegenwärtig ohne Funktionsein
schränkung
(ICD-10 S82.2)
-
Chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Depressive Episode; gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F32.1)
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
-
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z59)
4
.3.2
Der psychiatrische Te
ilgutachter
Prof.
Dr.
med.
D._
schilderte, aktuell
seien bei der Beschwerdeführerin aufgrund der genannten psychiatrischen Störungs
bilder eine mittelgradige Belastbarkeitsminderung und eine Reduktion der Durch
haltefähigkeit als
handicapierende
Fähigkeits
einschränkungen vorliegend. Die behandelnde Psychiaterin habe seit dem 22. August 2016 eine 100%-
ige
Arbeits
unfähigkeit bei
der Beschwerdeführerin ausgesprochen. Allerdings seien die psy
chiatrischen Störungsbilder völlig unzureichend behandelt. Prognostisch sei mit leitliniengerechter, hochfrequentierter Behandlung und einer multimodalen Schmerztherapie das Störungsbild signifikant besserbar und die Arbeitsfähigkeit perspektivisch wieder herstellbar, so dass eine mittel- und langfristige Arbeitsun
fähigkeit abwendbar sei. Eine solche Behandlung sei der Beschwerdeführerin zumutbar (S. 3).
4
.3.3
Aus orthopädischer Sicht gelangte der Gutachter
Dr.
med.
E._
zu
r
Ansicht
, dass nach eingehendem Studium der Aktenlage, der Bildgebung sowie insbeson
dere anhand der klinischen Untersuchung bei der Beschwerdeführerin aus ortho
pädisch-versicherungsmedizinischer Sicht seit Antragsstellung und anhaltend zu keinem Zeitpunkt gesicherte orthopädisch-chirurgische Störungsbilder mit
han
dicapierenden
Auswirkungen vorgelegen hätten
, welche die mittel- und langfris
tige Arbeitsfähigkeit der Versicherten in zuletzt ausgeübter Tätigkeit sowie einer allfällig adaptierten Tätigkeit um mehr als 20 % einschränk
ten (S. 3).
4
.3.4
Die Experten kamen zum Schluss, aus
bidisziplinärer
orthopädisch-psychiatri
scher Sicht könne aktuell keine mittel- und langfristige Arbeitsunfähigkeit bei der Beschwerdeführerin ausgesprochen werden (S. 3).
4
.4
Der behandelnde
Arzt
Z._
, FMH Praktischer Arzt und Psychotherapeut
(siehe
Urk.
7/67 S. 6 und 7)
,
berichtete am 29. März 2018 (Urk. 7/67) zuhanden der Beschwerdegegnerin von einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (
ICD-10 F32.2; S. 1). Er
attestierte eine maximal verminderte Leis
tungsfähigkeit und eine vollständige Arbeits
un
fähigkeit auch in angepasster Tätigkeit (S. 4). Zum Verlauf führte
er
aus, obwohl die Empfehlungen des psychi
atrischen Fachgutachters
von der Patientin und von ihm (dazu vgl. S. 3)
befolgt worden seien und würden, sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig (S. 5).
5
.
5
.1
Vorwegzuschicken ist, dass das
orthopädische
Teilgutachten (Urk.
7/43/34-77)
auf allseitigen Untersuchungen beruht
(S. 16-37), die geklagten Beschwerden (S. 9-11) sowie die
Vorakten
(S. 8, S. 12-15) berücksichtigt, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und in eingehend begründete Schlussfolgerungen
endet
. Namentlich legte der Fachgutachter dar, dass sich die geklagten Beschwerden
– in Konsistenz mit dem beobachteten Verhalten (S. 18 f.) – in
orthopädischer Hin
sicht nicht objektivieren liessen
und keine Bewegungseinschränkungen b
estehen
(S. 41). In diesem Sinne ist ohne Weiteres nachvollziehbar, dass der Experte keine die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin mindernde Diagnosen stellte. Das orthopädische Teilgutachten ist deshalb grundsätzlich beweiskräftig (
E. 1
.3
hie
vor
).
Dies ist – soweit
ersichtlich – denn auch unstreitig.
5
.2
Uneinigkeit besteht indes bezüglich dem psychiatrischen Teilgutachten.
Soweit die Beschwerdegegnerin (Urk. 2) anführt, die Abklärungen hätten ergeben, dass keine Diagnosen mit länger andauernder oder bleibender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen, erkennt sie implizit auch dem psychiatrischen Teilgut
achten voll Beweiskraft zu. Dieser Einschätzung kann nicht gefolgt werden.
Wie dargelegt (
E.
1.3
hievor
), hat ein medizinisches Gutachten gewisse
n
juristische
n
Anforderungen zu
genügen
, die für den Beweiswert des in Frage stehenden Arzt
berichtes
entscheidend sind. Im Rahmen dieser formellen Kriterien ist es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die ver
sicherte Person arbeitsunfähig ist. In diesem Sinne lautet die normativ bestimmte Gutachterfrage, wie die sachverständige Person das Leistungsvermögen ein
schätzt (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen, BGE 141 V 281 E. 5.2.2).
Der psychiatrische Fachgutachter
(Urk. 7/43/4-33) setzte sich detailliert mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
auseinander
(S. 18 f.)
, erstellte seine Beurteilung in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
(S. 4-11) und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten grundsätzlich ein. Namentlich zeigte er
auf, dass insbesondere im Bereich des Denkens und der Affektivität Beeinträchtigungen bestehen (S. 22 f.), woraus eine mittelgradige Belastbarkeitsminderung und eine Reduktion der Durchhaltefähigkeit resultier
en
(E. 3.3.2
hievor
).
Allerdings lässt sich die zumutbare Arbeitsfähigkeit in
qualitativer und quantitativer Hinsicht anhand der Ausführungen des Gutachters nicht abschliessend beurteilen. So stellt
e
er lediglich eine Belastbarkeitsminderung
sowie
eine Reduktion der Durch
haltefähigkeit
fest und wies prognostisch darauf hin, dass
bei adäquater Behand
lung eine signifikante Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Dahingegen lassen die gutachterlichen Ausführungen jegliche Diskussion der
ver
bleibenden Restarbeitsfähigkeit
sowie eines
Anforderungsprofil
s
an eine ange
passte T
ätigkeit in gegebenem
Zeitpunkt
missen.
Da grundsätzlich nur schwere psychische Störungen invalidisierend sein können (BGE 143 V 418 E. 5.2.2), h
ä
tte dies im Hinblick auf die postulierten leichten bis mittelgradigen Einschränkungen eine umso eingehendere Erörterung erheischt.
Sodann i
st festzuhalten, dass eine ärztliche Prognose zur Arbeitsfähigkeit
grund
sätzlich
zulässig ist
(
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_101/2014 vom 3.
April 2014 E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen
), auf die vorliegende prognostische Einschätzung jedoch nicht abgestellt werden kann. Die gutachterlichen Angaben basieren auf Erfahrungswerten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_26/2013 vom 4. Juli 2013 E. 5.3). Ob die ärztliche Prognose effektiv eingetroffen ist, hätte von der Beschwerdegegnerin im prognostizierten Zeitpunkt überprüft werden müssen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_199/2011 vom 9. August 2011 E. 6)
. Dies umso mehr, als
gemäss dem Bericht des behandelnden
praktischen
Arzts
und Psycho
therapeuten (E. 4
.4
hievor
) Hinweise darauf bestehen, dass entgegen der gut
achterlichen Prognose
trotz adäquater Therapie und Umsetzung der Behand
lungsempfehlungen sich keine Verbesserung des Gesundheitszustandes einstellt
e
. Es ist mithin nicht ausgeschlossen, dass sich die Prognose nicht bewahrheitete.
Nach dem G
esagten
erweist sich das psychiatrische Teilgutachten als nicht
aus
sagekräftig
, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann.
5
.3
Ebenso wenig kann gestützt auf die übrigen medizinischen Unterlagen in rechts
genügender Weise
auf die Arbeits- und Leistungsf
ähigkeit der Beschwerdeführe
rin in psychiatrischer Hinsicht geschlossen
werden. Während der Bericht von Dr.
C._
(E. 4
.2
hievor
) und die hierin attestierte vollständige Arbeits
un
fähig
keit vornehmlich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
beruh
en
und darüber hinaus bereits Eingang in die gutachterliche Exploration fand
en
, erschöpfen sich die Ausführungen von
Arzt
Z._
im Wesentlichen
in pauscha
ler Kritik am Fachgutachter sowie der Beschwerdegegnerin.
Eine nachvollzieh
bare Befunderhebung, eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Ergebnis der Begutachtung sowie den seines Erachtens bestehenden funktionellen Ein
schränkungen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegnerin unterliess er indes. An dieser Stelle ist anzumerken, dass nicht die
diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend
ist
, sondern dessen kon
krete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
Darüber hinaus gilt es dem Umstand Rechnung zu tragen,
dass
die
auf
tragsrechtliche
Ver
trauensstellung
der behandelnden Ärzte
zumindest als haus
arztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
ihre
r Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
.
5
.4
Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Akten keine schlüssige Beurteilung des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin möglich ist. Die Sache ist daher unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 25. April 2018 (Urk. 2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
in psychiatrischer Hinsicht
weitere medizinische Abklärungen tätige und gestützt auf letztere in Berücksichtigung des gesundheitlichen Verlaufs erneut über die Sache entscheide.
Die Beschwerde ist gutzuheissen.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Damit erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Pro
zessführung (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.