Decision ID: e94451f8-1cd0-4b9c-9d9a-6281ad00332b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
1.1.1
X._
, gebore
n
1970, meldete sich im August
1999 unter Hinweis auf ein bei einem Unfall vom 29. April 1998 erlittenes Schleudertrauma und eine seither im Umfang von mindestens 50 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Marketing Sachbearbeiterin/Assistentin bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistu
ngsbezug an (Urk. 8/3). Nach der Anmeldung
zog die IV-Stelle ärztliche
Berichte von Dr.
med
.
Y._
, Physikalische
Medizin und Rehabilitation sowie Rheu
matologie FMH, vom 3. September 1999 (Urk. 8/7) und 15. Dezember 1999 (Urk.
8/11) und
von
Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom
9. September 1999 (Urk. 8/12) bei. Gestützt darauf befand der me
di
zinische Dienst der IV-Stelle am 6. Januar 2000, die bisherige Tätigkeit der Versicherten sei leidensangepasst und ihr im Umfang von 50 % einer
Vollzeit
beschäftigung
weiterhin zumutbar (Urk. 8/14). Am 21. Januar 2000 gingen der IV-Stelle die Akten des involvierten Unfallversicherers zu (Urk. 8/16/1-50). Mit Vorbescheid vom
25. Januar 2000 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie ihr mit Wirkung ab 1. April 1999 bei
einem
Valideneinkommen
von Fr. 59‘800.-- und einem
Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Invalidenrente auszurichten gedenke (Urk. 8/17).
Nachdem die seit dem
6. März 2000 rechtskundig vertretene
Versicherte
(vgl. Urk. 8/19) am 16. März 2000 eingewandt hatte,
es sei ihr
Valideneinkommen
auf Fr. 65‘000.-- festzusetzen und abzuklären, inwieweit sie einen Soziallohn bezi
ehe
(Urk.
8/25
)
,
zog die IV-Stelle den Arbeitgeberbericht vom 4. Juli 2000 (Urk. 8/32) sowie den ärztlichen Bericht
Dr.
A._
vom 19. Oktober 2000 (Urk. 8/36) bei. Gestützt darauf bestätigte der medizinische Dienst am 30. November 2000, dass die Versicherte auch in einem 50%-Pensum nur noch eine halbe Leistung erbringen könne, woraus eine Restarbeitsfähigkeit von 25 % resultiere (Urk.
8/39). Dem folgend
setzte die IV-Stelle das zumutbare
Invaliden
einkommen
auf Fr. 14‘950.-- fest und ermittelte im Vergleich mit dem antrags
gemäss auf Fr. 65‘000.--
festgesetzten
Valideneinkommen
einen
Invaliditäts
grad
von 77 % (Urk. 8/37). Mit Verfügung vom 19. Dezember 2000 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 8/41).
1.
1.
2
Mit dem Fragebogen vom 26. Juni 2001 leitete die IV-Stelle ein erstes
Revisions
verfahren
ein
(Urk. 8/45)
.
In dessen Verlauf zog die IV-Stelle die ärzt
lichen Berichte
Dr
.
A._
vom 28. August 2001 (Urk. 8/46) sowie vom 21. No
vember 2001 (Urk. 8/47) und der
B._
vom 24. Oktober 2002 (Urk. 8/54) bei.
Am 6. November 2002 wurde das
Revisions
verfahren
mit der
Feststellung
abgeschlossen, dass sich keine
rentenbeeinflus
sende
Änderung des Invaliditätsgrads ergeben habe (Urk. 8/56).
1.
1.
3
Am 7. Januar 2003 (vgl. Urk. 8/58) wurde der IV-Stelle
das konsiliarische psychi
atrische Gutachten zum Bericht
der
B._
zugestellt
(psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 15. Oktober 2002, Urk. 8/57).
Am 29. September 2005 (vgl. Urk. 8/72) ging bei der IV-Stelle das vom invol
vier
ten Unfallversicherer in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der MEDAS-
D._
vom 27. Juli 2005 (Urk. 8/71) ein.
1.
1.
4
Mit dem Fragebogen vom 16. März 2007 leitete die IV-Stelle ein weiteres
Revi
sionsverfahren
ein (Urk. 8/73). Nach
Beizug
des ärztlichen Verlaufsberichts
Dr.
Y._
vom 5. Juni
2007 (Urk. 8/74)
teilte die IV-Stelle der Versicherten am 26. Oktober 2007 mit, dass die revisionsweise Überprüfung keine
rentenbeein
flussende
Änderung des Invaliditätsgrads ergeben habe (Urk. 8/81).
1.
1.
5
Am 25. Juni 2009 stellte der involvierte Unfallversicherer (Urk. 8/86) der IV
Stelle den Bericht der
MEDAS
D._
über deren
Verlaufsuntersu
chung
der Versicherten vom 2
3.
und 25. März sowie 1. April 2009 zu (
Gutach
ten vom 10. Juni 2009, Urk. 8/85).
1.2
1.2.1
Am 10. Juli 2009 verfügte die IV-Stelle die sofortige Sistierung der Invaliden
rente der Versicherten (Urk. 8/90). Die am 17. August 2009 dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 8/99
/3-13
) wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil vom 30. November 2009 ab (Urk. 8/109).
1.2.2
Am 5. August 2009
und 12. November 2009
hatte die
MEDAS
D._
die
Zusatzfragen des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
der IV-Stelle vom 9. Juli 2009 (Urk. 8/98/
3-4
) bzw. ärztlichen Dienstes des involvierten
Unfall
versichers
(Urk. 8/101/4-6)
zum Verlaufsgutachten beantwortet
(
Urk. 8/107/4-
9
)
. Zudem hatte die IV-Stelle die Unterlagen zu der vom involvierten Unfallver
sicherer veranlassten Observation der Versicherten in der Zeit zwischen dem
28. Januar und dem 20. August 2008 zu den Akten genommen (Urk. 8/104/2-
45).
Am 29. Oktober 2010 stellte der RAD
(
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
)
gestützt auf das Gutachten der MEDAS
D._
vom 10. Juni 2009 und die
ergänzenden gutachterlichen Auskünfte fest, dass ab Beginn des Jahres 2009 von einem wesentlich verbesserten Gesundheitszustand der Versicherten auszugehen sei
und deren medizinisch begründbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nurmehr
20 % in der angestammten und 10 % in angepasster Tätigkeit betrage (Urk. 8/126/4-5)
.
Dementsprechend stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1. Juni 2011 in Aussicht, dass sie deren Rentenanspruch per Datum der erfolg
ten Sistierung bzw. per 31. Juli 2009 aufzuheben gedenke (Urk. 8/128).
1.2.3
Am 11. Juli 2011 verlangte die Versicherte
einwandweise
, es seien die Sis
tierung der Invalidenrente aufzuheben, ihr weiterhin die bisherige Rente auszu
richten und die widerrechtlich erlangten Observationsunterlagen sowie das gestützt darauf erstellte zweite Gutachten der MEDAS
-
D._
aus
den Akten zu weisen. Eventualiter sei der Streitfall ohne weitere
Sachverhaltsab
klärungen
auf der Basis des MEDAS-Gutachtens 2005 abzuschliessen,
sub
eventualiter
die Invalidenrente bis zum Zeitpunkt der Rentenverfügung auszu
richten (Urk. 8/142).
Zusammen mit der
Einwandschrift
reichte die Versicherte
die ärztlichen Berichte von
Dr.
med.
F._
, Psychiatrie
und Psychothe
rapie FMH, vom 14. September 2010 (Urk. 8/135) und vom 24. Juni 2011 (Urk. 8/136), die Beurteilung durch Prof.
Dr.
med.
G._
,
Physikalische Medizin und Rehabilitation
FMH, vom 18. Januar 2011 (Urk. 8/137 und Urk. 8/138), das neuropsychologische Teilgutachten von Dr.
phil.
H._
vom 16. April 2003 (Urk. 8/140) sowie den neuropsychologi
schen Bericht
der
B._
über
die Verlaufsuntersuchung vom 17. September 2002 (Urk. 8/141) zu den Akten.
Weiter nahm die IV-Stelle am 10. April 2012 das Urteil UV.2010.00271 des Sozial
versicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 8. März 2012 in Sachen der Versicherten gegen den involvierten Unfallversicherer zu den
Akten (Urk. 8/144).
Mit Verfügung vom 6. Juli 2012 verwarf die IV-Stelle die gegen den Vorbe
scheid erhobenen Einwände und hob den Rentenanspruch der Versicherten per 31. Juli 2009 auf (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob die Versicherte am 5. September 2012 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin
seien (Urk. 1 S. 2):
die angefochtene Verfügung vom 6. Juli 2012 sowie die Sistierung der Invali
denrente aufzuheben (Antrag 1),
der Versicherten weiterhin die bisherige Rente auszurichten (Antrag 2),
die widerrechtlich erhobenen Observationsakten und das gestützt darauf erho
bene zweite Gutachten der
MEDAS-
D._
aus den Akten zu weisen (Antrag 3),
eventuell der Fall einvernehmlich auf der Basis des MEDAS-Gutachtens 2005 abzuschliessen (Antrag 4),
subeventuell eine
pluridisziplinäre
medizinische Begutachtung bei einer beid
seits anerkannten Begutachtungsstelle anzuordnen (Antrag 5),
subsubeventuell die Invalidenrente bis mindestens zum 1. September 2012 wei
ter auszurichten (Antrag 6),
der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Replik zu geben (Antrag 7).
Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin den ärztlichen Bericht
Dr.
F._
vom
30. August 2012 (Urk. 3/
3) und eine Kopie von Urk. 8/136
zu den Akten.
2.2
Am 4. Oktober 2012 erstattete die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeantwort (Urk. 7) und reichte ihre Verfahrensakten (Urk. 8/1-151) sowie die
Observa
tions
unterlagen
(Urk. 9 und Urk. 10) ein.
Hierüber wurde die Beschwerdeführerin am 17. Oktober 2012 informiert (Urk. 10).
2.3
2.3.1
Am 26. Oktober 2012 reichte die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine als „Replik“ bezeichnete Eingabe (Urk. 11)
zu den Akten,
samt darin erwähnten Beilagen (Urk. 12/1-5
), worunter das Bundesgerichtsu
rteil 8C_322/2012
vom 31. August 2012 in Sachen der Beschwerdeführerin gegen den involvierten Unfallversicherer (Urk. 12/4
).
Mit der Eingabe verlangte sie in Ergänzung ihrer Beschwerdeanträge, es seien
Dr.
F._
z
wei
Fragen zu stellen und es hätten
die Gerichtsangehörigen, welche am Urteil UV.2010.00271 vom 8. März 2012 in Sachen der Beschwerdeführerin gegen den involvierten Unfallversicherer
mit
gewirkt hatten, wegen Befangenheit in den Ausstand zu treten (Urk. 11 S. 2).
2.3.2
Mit Schreiben vom
9. Januar 2013 stellte der Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin
der Beschwerdegegnerin Kopien von
Urk. 11 sowie Urk. 12/1 und Urk. 12/5 zu und lud diese unter Hinweis auf die Möglichkeit der Einsicht in Urk. 12/2-4 beim Gericht zur Stellungnahme ein (Urk. 14).
2.3.3
Am 1. März 2013 gelangte die Beschwerdeführerin
an das Gericht und drohte mit einer Rechtsverzögerungsbeschwerde, da das Gericht weder die „Replik“ der Gegenpartei zugestellt, noch andere Verfahrensschritte unternommen habe (Urk. 15).
2.3.4
Mit Beschluss vom 6. März 2013 trat das Gericht in der Besetzung, deren Aus
stand verlangt worden war, ohne Durchführung eines förmlichen
Ausstands
verfahrens
auf das
Ausstandsbegehren
wegen offensichtlicher Unzulässigkeit
nicht ein (Urk. 16).
2.3.5
Am
9. Dezember 2013 informierte der seit dem 18. März 2002
für die Beschwer
deführerin tätig gewesene Rechtsvertreter das Gericht darüber, dass das
Vertre
tungsverhältnis
erloschen sei (Urk. 20).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Hinsichtlich des Rentenanspruchs in der Invalidenversicherung sowie in
beweis
rechtlicher
Hinsicht sind die folgenden Grundsätze zu beachten:
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.1.3
Im Übrigen wird
- um unnötige Wiederholungen zu vermeiden -
auf die Erwä
gungen 1.3.2 bis 1.3.4 sowie 1.4 des den Parteien bekannten Urteils UV.2010.00271 (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2.3) verwiesen.
1.2
Bei der Rentenrevision
in der Invalidenversicherung
sind folgende Grundsätze zu beachten:
1.2.1
Ändert sich der
Invaliditäts
grad
einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Ren
tenrevision
gibt jede wesent
liche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan
des erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf ent
sprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichszeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Ver
fügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.2.2
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im
Sozi
al
versicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.2.3
Gemäss
Art.
88bis Abs. 2
lit
. a
IVV
erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente
im Normalfall frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Mon
ats an
.
Rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an, darf eine Leistung nur dann aufgehoben werden,
wenn die unrichtige Leistungsausrichtung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss
Art.
77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (
Art.
88bis Abs. 2
lit
. b IVV).
Gemäss
Art.
77 IVV hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesentli
che Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle anzu
zeigen.
1.2.4
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Dementsprechend haben die Verwaltungsbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen in zeitlicher Hinsicht bis zum Erlass ihres gerichtlich anfechtbaren Verwaltungsaktes abzuklären (Art.
43 ATSG).
2.
Beide
Parteien weisen
darauf hin
(vgl. Urk. 7 und Urk. 11)
, dass sowohl das
Sozi
alversicherungsgericht
(vgl. Urk. 8/144)
als auch das Bundesgericht
(vgl.
Urk. 12/4)
sich bereits in
ihren
unfallversicherungsrechtlichen
Entscheid
en zu dem auch im vorliegenden Prozess massgeblichen
medizinischen Sachverhalt, insbesondere zu den beiden aktenkundigen Gutachten der MEDAS-
D._
vom
27. Juli 2005 (Urk. 8/71) und vom 10. Juni 2009
(Urk. 8/85)
geäussert haben
.
2.1
Dem Urteil
8C_322/2012
des Bundesgerichts vom 31. August 2012 ist dazu Fol
gendes zu entnehmen:
2.1.1
zum Gutachten 2005:
Laut Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) vom 2
7.
Juli 2005 ergab die Konsensbesprechung der rheumatologischen, neurologischen und psy
chiatrischen Sachverständigen insgesamt eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit von 50
%
, die mittels der angezeigten und zumutbaren Aufnahme einer regelmässigen Psychotherapie mittelf
ristig gesteigert werden könnte (Sachver
halt
lit
. A).
Gemäss besagter Expertise war aus somatischer Sicht keine medizinische Behand
lung mehr indiziert; die angezeigte und zumutbare Aufnahme einer Psy
chotherapie sollte in wesentlichen Teilen die berufliche Wiedereingliederung begleiten und mittelfristig zu einer Steigerung der attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit führen. Die Versicherte nahm in der Folge die empfohlene Psy
chotherapie nicht auf und gab zur Begründung laut Befragungsprotokoll vom 1
8.
Juni 2008 an, dieser skeptisch gegenüber zu stehen. Daher konnte ohne
Weiteres
davon ausgegangen werden, dass spätestens Ende 2008 von zusätzli
chen medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustands mehr zu erwarten gewesen war (E. 3.1 am Ende
)
.
2.1.2
zum Gutachten 2009:
Selbst wenn von der geltend gemachten rechtswidrigen Beschaffung des
Obser
va
tionsmaterials
ausgegangen würde, verliert das im Einvernehmen mit der Ver
sicherten eingeholte Gutachten der MEDAS vom 1
0.
Juni 2009 nicht jeglichen Beweiswert. Die fachärztlichen Sachverständigen legten dar, dass mit den seit dem Unfall vom 2
9.
April 1998 dokumentierten, als auch mit den aktu
ellen radiologischen Abklärungen praktisch sämtlicher schmerzhafter
Körper
regionen
kein relevanter pathologischer Befund am Bewegungsapparat fest
gestellt werden konnte. Der anlässlich der gutachterlichen Exploration im Jahre 2005 palpierte
myofasziale
Reizzustand im Bereich der Nacken-/Schulterpartie war inzwischen vollständig abgeheilt. Lag somit für das "rein subjektive"
zervikoze
phale
, -brachiale und -thorakale sowie lumbale Schmerzsyndrom kein entspre
chendes Korrelat vor, war die deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der HWS und der LWS (Lendenwirbelsäule) rheumatologisch nicht zu erklären; es konn
ten aus dieser Fachrichtung nach wie vor keine Therapien empfohlen und aktu
ell auch keine Arbeitsunfähigkeit begründet werden. Die laut Vorgutachten durch den Unfall manifest gewordene konversionsneurotische dissoziative Stö
rung (ICD-10 F44.4) und die psychogenen Schwindelbeschwerden hatten sich seither spontan deutlich gebessert; aktuell war für den zuletzt ausgeübten Beruf als Sekretärin von einer um 20
%
, für eine geringere Anforderungen (an die Konstanz der Leistungserbringung, die Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit) stellende Verweisungstätigkeit von einer um 10
%
eingeschränkten Leistungsfä
higkeit bei vollzeitlicher Präsenz auszugehen. Mittels einer nach wie vor indi
zierten, schwergewichtig auf den Umgang mit Schmerzen und auf ein Coaching ausgerichteten Psychotherapie sollte die Arbeitsfähigkeit in "gewissem Ausmass weiter verbessert werden" können. Insgesamt ergibt sich auch aus diesen Aus
führungen, dass von der Fortsetzung einer gezielt auf die geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen gerichteten, medizinischen Behandlung nicht mit einer wesentlichen Verbesserung zu rechnen war. Vielmehr dienten die Therapieempfehlungen, wie explizit festgehalten wurde, im Wesentlichen der Rehabilitation der psycho-physisch deutlich
dekonditionierten
Versicherten. Schliesslich ergibt sich aus dem Gutachten der MEDAS vom 1
0.
Juni 2009 schlüssig, dass der Zeitpunkt der festgestellten deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustands spätestens auf Ende 2008 anzunehmen war
(E. 3.2.1)
.
2.
2
Das Sozialversicherungsgericht hatte seinen unfallversicherungsrechtlichen Ent
scheid (Urk. 8/144) hauptsächlich auf das Gutachten aus dem Jahr 2005 abge
stützt. Dem Urteil UV.2010.00271 vom 8. März 2012 ist dazu Folgendes zu ent
nehmen:
2.2
.1
Im MEDAS-Gutachten 2005 wird lediglich von einer die berufliche Wiederein
gliederung begleitenden Psychotherapie noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet (S. 51 f. und S. 53 f.), wobei die Therapie die Beschwerdeführerin dahin führen sollte, ihre (im Zeitpunkt der Begutachtung) aufgrund einer psychogenen Störung um zirka 50
%
eingeschränkte Rest-arbeitsfähigkeit umzusetzen und mittelfristig zu erhöhen (S. 56 f.). Spezifische Massnahmen zur Heilung oder Abklärung von Unfallverletzungen waren bereits im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung 2005 abgeschlossen bzw. nicht mehr indiziert (S. 51). Bei ihrer Befragung vom 1
8.
Juni 2008 zum Verlauf seit der Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, sie selbst erwarte auch von den gutachterlich empfohlenen Behandlungen keine namhafte Besserung mehr und sei eigentlich nur noch zum Bezug von
Medikamenten (vor allem Schmerz
mit
teln) i
n ärztlicher Behandlung
. Dies wurde von
Dr.
Y._
im Bericht
vom
9.
April 2008
bestätigt
(E. 3.2)
.
2.2
.2
Zu den im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung 2005 von der Beschwerdeführe
rin geklagten Beschwerden ist vorab festzu
halten, dass weder die MEDAS-Gut
achter, noch einer der medizinischen Experten, welche die Beschwerdeführerin im Verlaufe der vorausgegangenen Jahre seit dem Unfall vom 2
9.
April 1998 untersuchten, objektivierbare Befunde für eine strukturelle Läsion erheben konnten. Insbesondere konnten keine organisch nachweisbare Funktionsausfälle als Folgen einer beim Unfall erlittenen HWS-Verletzung festgestellt werden (E. 5.1).
Gemäss der Beurteilung im MEDAS-Gutachten 2005 litt die Beschwerdeführerin an einem typischen Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden, wie sie nach der medizinischen Erfahrung bei Unfällen mit
HWS-Distorsionsver
letzung
oder einer äquivalenten Verletzung auftreten und persistieren können (S. 57, Antwort auf Frage 2a des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin). Dem fügten die MEDAS-Gutachter an, dass der gleiche
Beschwerdenkomplex
bei anderen von ihnen gutachterlich Untersuchten allerdings auch ohne Unfall vor
handen sei. Damit wiesen sie darauf hin, dass „das typische Beschwerdebild nach Schleudertrauma“ gemäss medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen
zu den mit einer anhaltenden
somatoformer
Schmerz
störung
(bei weitgehen
dem Fehlen eines somatischen Befundes) vergleich
baren
pathogenetisch
(ätiolo
gisch) unklaren
syndroma
len
Zuständen gehöre. Sie wiesen mit anderen Worten bereits 2005 auf das hin, was das Bundesgericht im Jahr 2010 mit BGE 136 V 279 als beweisrechtlich beachtlich erkannte (E. 5.2).
Für die invalidisierende Wirkung eines solchen Beschwerdebilds ist nach
bun
des
gerichtlicher
Rechtsprechung - unabhängig von der Kausalität - nicht primär entscheidend, inwie
weit nach ärztlicher Beurteilung die zumutbare
Rest
arbeitsfähigkeit
quanti
tativ aktuell eingeschränkt wird, sondern vielmehr, ob diese Einschränkung mit einer zumutbaren
Willens
an
strengung
überwindbar wäre. Demzufolge müssen die ärztlichen Beurteilungen der
Rest
arbeitsfähigkeit
im Zusammenhang mit der Prognose hinsichtlich des künftigen Verlaufs gewürdigt werden (E. 5.3).
Gemäss dem MEDAS-Gutachten 2005 wurden die Beschwerden der Beschwerde
führerin im Zeitpunkt der Begutachtung wesentlich durch eine psychogene Störung im Sinne einer konversionsneurotischen dissoziativen Bewegungsstö
rung (ICD-10: F44.4) unterhalten. Auch aufgrund der diagnostischen Einord
nung des „typischen Beschwerdebilds nach Schleudertrauma“ durch die MEDAS-Gutachter wird also deutlich, dass es sich um einen der in Erwägung 1.3.4 genannten
pathogenetisch
(ätiolo
gisch) unklaren
syndroma
len
Zustände handelt, bei denen in beweisrechtlicher Hinsicht davon auszugehen ist, dass sie (oder zumindest die durch sie bewirkte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) mit einer zumutbaren Willensanstrengung - welche auch die Bereitschaft ein
schliesst, sich auf eine adäquate Therapie einzulassen - überwiegend wahr
scheinlich überwindbar wären. Mit ihrer Therapieempfehlung haben die MEDAS-Gutachter diese Zumutbarkeit bejaht, wobei sie auch eine mögliche vorübergehende Verschlechterung der Konversionsproblematik (Verschärfung der belastenden finanziellen Situation bei Bejahung der Zumutbarkeit einer Arbeitsleistung wegen der dann geringeren Versicherungsleistungen) in Betracht zogen (S. 49), aber eine dauerhafte Verschlechterung als wenig wahr
scheinlich ansahen (S. 59).
Weitere Umstände, welche geeignet sein könnten, die Krankheitsbewältigung im Sinne von Erwägung 1.3.3 intensiv und konstant zu behindern, sind dem MEDAS-Gutachten 2005 nicht zu entnehmen. Insbesondere kann angesichts der dortigen Therapieempfehlung mit „nicht ungünstiger“ Prognose (S. 52) nicht von einem verfestigten, therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren
innerseeli
schen
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konflikt
bewältigung
gesprochen werden und gibt das Gutachten keinerlei Hinweise auf eine psychische oder somatische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Aus
prägung und Dauer.
Solche Umstände sind auch mit dem im vorliegenden
(dem
unfallversicherungs
rechtlichen
)
Prozess zu den Akten gereichten Verlaufsbericht
Dr.
F._
vom 14. September 2010 über die Behandlung einer mittelschweren Depression seit dem 31. August 2009 nicht dargetan. Denn einerseits entspricht eine vorüber
gehende Zunahme der Beschwerden bei Verschärfung der finanziellen Situation dem 2005 von den MEDAS-Gutachtern erwarteten Verlauf und andererseits erscheint es angesichts der vom MEDAS-Gutachten 2005 abweichenden Diagnosestellung sowie der Zweifel
Dr.
F._
hinsichtlich einer künftigen
Steigerung der Arbeitsfähigkeit als fraglich, ob die Beschwerdeführerin konse
quent mit dem von den MEDAS-Gutachtern empfohlenen Ansatz (Lösung der Fixierung auf den Unfall vom 29. April 1998 als Ursache von mehr als zehn Jahre später auftretenden körper
lichen Beschwerden) therapiert wird. Der Bericht
Dr.
F._
vom 14. September 2010 ist daher nicht geeignet, die prognostische Beurteilung des MEDAS-Gut
achtens 2005 in Frage zu stellen. Ebenso wenig zeigt er, dass die Beschwerde
führerin mittlerweile bereit wäre, sich innerlich auf die von den MEDAS-Gut
achtern empfohlene Therapie einzu
lassen
(E. 5.4)
.
Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass das MEDAS-Gutachten 2005
begrün
deter
weise
von der prinzipiellen Überwindbarkeit der
beschwerdeführe
rischen
Symptomatik ausgeht und jedenfalls keine den beweismässigen An
for
de
run
gen von Erwägung 1.4 genügenden ärztlichen Tatsachenfeststellun
gen vorlie
gen, welche es erlauben würden, ausnahmsweise eine Unüberwind
barkeit im Sinne von Erwägung 1.3.3 anzunehmen
(E. 5.5)
.
3
.
3
.1
3.1.1
Da das Bundesgericht in seinem unfallversicherungsrechtlichen Entscheid auf beide Gutachten abgestellt hat
,
ist ungeachtet der
wiederholten Infragestellung durch die Beschwerdeführerin (vgl. deren Vorbringen im Prozess 8C_322/2012 und in Urk. 1
zur Berücksichtigung von Ob
s
ervationsergebnissen durch die Gut
achter
) davon auszugehen, dass es sich bei beiden Gutachten um im Rahmen sozialversicherungsrechtlicher Sachverhaltsabklärungen zulässige und beweis
kräftige Beweismittel handelt, auf welche sich auch
die Organe der Invaliden
versicherung
abstützen können (vgl.
Art.
68
bis
IVG)
.
Weitere Ausführungen zu
den
umfangreichen Vorbringen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Unrecht
mässigkeit der erfolgten Observation durch den involvierten Unfallver
sicherer (Urk. 1 S. 5-12) erübrigen sich damit.
3.1
.2
Für den durch die beiden Gutachten abgedeckten Zeitraum ergibt sich aus ihnen daher auch der im invalidenversicherungsrechtlichen Prozess massgebliche medizinische Sachverhalt. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin wird
erst ab der vorsorglichen Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin bzw. erst in der Folge des diese Leistungseinstellung schützenden Urteils IV.2009.00745 vom 30. November 2009 geltend gemacht (vgl. Urk. 1 S. 3)
und durch eine
fachärztliche Beurteilung untermauert
(vgl. Urk. 8/135).
3.1
.3
Soweit die Beschwerdeführerin sich
im vorliegenden Verfahren
gegen die
beweis
rechtliche
Würdigung des MEDAS-Gutachtens aus dem Jahr 2005
im unfallversicherungsrechtlichen Urteil des
Sozialversicherungsgericht
vom
8. März 2012
wendet (Urk. 1 S. 13-15 und Urk. 11
S. 3 ff.), verkennt sie
, dass die MEDAS-Gutachter nicht nur
im Gutachten 2005 eine
mögliche Überwin
dung der damals die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Umfang von 50 % einschränkenden psychischen bzw. psychogenen Gesundheitsstörung
klar
erweise
bejaht (Urk. 8/71/57) und zu diesem Zweck berufliche Massnahmen und eine psychotherape
u
tische Behandlung empfohlen
(Urk. 8/71/51)
hatten
, son
dern im Gutachten 2009
eine tatsächlich erfolgte Verbesserung de
s Gesund
heitszustandes
(
im Gutachten von 2005 prognostisch
ausgeschlossene [Urk. 8/71/49] partielle
Spontanheilung
trotz fehlender Psychotherapie [Urk. 8/85/17]) mit weitgehender
Überwindung der die Arbeitsfähigkeit ein
schränkenden Auswirkungen des Gesundheitsschadens
(Urk. 8/85/21)
konsta
tiert haben
.
3.1
.4
Im Lichte der beiden Gutachten der
MEDAS-
D._
vom 27. Juli 2005 (Urk. 8/71) und vom 10. Juni 2009 (Urk. 8/85) ist daher davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführer
in
ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchungen im Februar 2005 (vgl. Urk. 8/71/1) an einer konversionsneurotischen dissoziati
ven Störung litt, welche ihre Arbeitsfähigkeit um 50 % einschränkte (Urk. 8/71/48). Sodann hat die Beschwerdeführerin
zwar behauptet, dass es sich um eine invalidisierende Einschränkung gehandelt habe, sie hat aber keine echtzeitlichen ärztlichen Beurteilungen vorlegen können, welche die gutachter
lichen Einschätzungen bis zum Zeitpunkt der ergänzenden Stellungnahme
vom 5. August 2009 (in der die Gutachter
ihre
Aussagen im Gutachten bestätigten, vgl. Urk. 8/101/4-6) in Frage stellen könnten.
Deshalb ist für den Zeitpunkt der hier strittigen Rentensistierung vom 10. Juli 2009 alleine derjenige medizinische Sachverhalt massgebend, welcher in den beiden vorgenannten Gutachten dokumentiert ist
. U
nd
aus diesem Grund
hat das Sozialversicherungsgericht
auch keinen Anlass,
das MEDAS-Gutachten vom 27. Juli 2005 im vorliegenden Prozess anders zu würdigen als in seinem unfall
versicherungsrechtlichen Urteil vom 8. März 2012 (vgl. E. 2.2)
.
Gemäss dem
MEDAS-Gutachten vom 27. Juli 2005
lag
spätestens ab Februar 2005 nicht mehr eine
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 IVG
invalidisierende
, sondern eine
im Sinne von dessen
lit
. a durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen verbesserungsfähige
Einschränkung de
r Arbeitsfähigkeit vor. Der Gesundheits
zustand der Bes
chwerdeführerin im Februar 2005
hatte sich
gegenüber demje
nigen, welcher der rentenzusprechenden Verfügung vom 19. Dezember 2000 (Urk. 8/41)
zugrunde lag
,
dahingehend verbessert, dass die Beschwerdeführerin die Rentenanspruchsvoraussetzungen nach
Art.
28
Abs.
1 IVG nicht mehr erfüllte
.
Nach Februar 2005 ist ab Juni/August 2008 bzw. ab Beginn des Jahres 2009 eine weitere Verbesserung fachärztlich ausgewiesen (vgl. Urk. 8/85/
21-
22
), wel
che nach der medizinischen Aktenlage zumindest bis zum Zeitpunkt der
Ren
tensistierung
vom 10. Juli 2009 (Urk. 8/90) anhielt.
3.2
Demzufolge
änderte sich der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im Februar 2005 in einem rentenausschliessenden Ausmass (vgl. E. 1.2.1) und waren im Mai 2005 die gesetzlichen Voraussetzungen zum Erlass einer
renten
aufhebenden
Verfügung mit Wirkung ab 1. Juli 2005 (vgl. E. 1.2.2) erfüllt
. Da in der Folge unbestrittenermassen bis zum Zeitpunkt der Rentensistierung mit Verfügung vom 10. Juli 2009 keine einen neuen Rentenanspruch begründende
Ä
nderung des Invaliditätsgrads
im Sinne von Art.
17 ATSG
in Verbindung mit
Art.
87
Abs.
3 IVV mehr eintrat, entsprach die vorsorgliche Sistierung der Rente der Beschwerdeführerin der
materiellen
Rechtslage im Verfügungszeitpunkt
, weshalb die mit der angefochtenen Verfügung vom 6. Juli 2012 (Urk. 2) erfolgte Rentenaufhebung per Datum der Sistierung (bzw. per 31. Juli 2009) ohne Wei
teres zu bestätigen ist
.
3.3
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag nicht durchzudringen:
3.3.
1
D
er Umstand, dass die Beschwerdegegnerin bereits Kenntnis vom MEDAS-Gut
achten 2005 hatte, als sie der Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2007 mit
teilte, die revisionsweise Überprüfung habe keine rentenbeeinflussende Ände
rung des Invaliditätsgrads ergeben (Urk. 8/81),
bedeutet
nicht, dass die Beschwerdegegnerin sic
h bei
eine
r
Rentenaufhebung i
m Zeitpunkt der erfolgten Sistierung nicht mehr darauf abstützen d
u
rfte.
Die Ausführungen der Beschwer
deführerin betreffen
d
„Überschreitung der 90-tägigen Frist gemäss
Art.
67
VwVG
“ (Urk. 1 S. 12 f.) gehen ins Leere, da die Beschwerdegegnerin die Rente ex
tunc
und pro
futura
ab dem Zeitpunkt
des Gutachtens vom 10. Juni 2009 bzw. sogar erst ab
der
gestützt darauf erfolgten Rentens
istierung
vom 10. Juli 2009
und nicht
etwa
ab der
weiter zurückliegenden Terminierung des
Verbes
serungszeitpunkts
gemäss dem
Gutachten
2005
aufgehoben hat.
3.3.2
S
odann
trifft es zwar zu, dass die Beschwerdegegnerin
sich
weder in der ange
fochtenen Verfügung noch in ihrer Beschwerdeantwort dazu äussert, worin die der
Beschwerdeführerin
vorzuwerfende Meldepflichtverletzung bestehe (vgl. Urk.
1 S. 18).
Die Beschwerdeführerin wurde jedoch bereits im Urteil IV.2009.00745 des Sozialversicherungsgerichts vom 30. November 2009 (Urk. 8/109)
darauf hingewiesen, dass
erhebliche Diskrepanzen bestünden zwi
schen den anamnestischen Befunden zu
ihrer Leistungsfähigkeit
im Al
ltag, wel
che durch die
Befra
gung am 18. Juni 2008 erhoben wurden, und denjenigen, welche sich - zeitgleich (Sommer 2008) - durch die Observation ergaben
. Weiter
hielt das Gericht fest,
die Diskrepanzen zwischen den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Leistungsfähigkeit im Alltag vom Sommer 2008 und den diesbezüglichen Dritt
beobachtungen
liessen
im Lichte der späteren ärztlichen Feststellung einer deutlich verbesserten Arbeits- und Erwerbsfähig
keit den Verdacht
aufkommen
, die Beschwerdeführerin habe bei der Befragung durch den mitinvolvierten Unfallversicherer im Jahr 2008 bewusst falsche Angaben zu ihrer Leistungsfä
higkeit im Alltag gemacht, um die
Weiterausrich
tung
nicht mehr gerechtfertig
t
er Rentenleistungen zu bewirken.
Obwohl d
ie Beschwerdefü
hrerin also sehr wohl wusste, was ihr als Verhalten im Sinne von
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV vorgeworfen wurde,
hat
sie
weder das vorstehend zitierte Urteil angefochten, noch
im Verlauf des
Abklärungsver
fahrens
nach der Rentensistierung
den ihr in diesem Urteil vorgehaltenen Sach
verhalt
bestritten
. D
ie Beschwerdegegnerin
hatte daher aufgrund des Einwands, es werde im Vorbescheid nirgends erklärt
, was die Beschwerdeführerin hätte melden müssen (Urk. 8/142/11), auch keinen Anlass
,
weitere Abklärungen
zum Vorwurf der
Meldepflichtverletzung durchzuführen
.
Auch was die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Sachverhaltswürdigung vor
bringt, überzeugt nicht.
Dass
die Beschwerdeführerin
sich ein zweites Mal der Begutachtung durch die
MEDAS-
D._
gestellt hat, ohne zu wissen, dass sie zwischenzeitlich überwacht worden war (Urk. 8/142/11 und Urk. 1 S.
18 f.), mag zutreffen. Aktenkundig ist aber auch, dass
die zweite Begut
achtung angeordnet wurde, um die nicht übereinstimmenden Erkenntnisse über die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Alltag
, welche sich aus der
Befra
gung
vom
18. Juni 2008
und der zeitgleich durchgeführten Observation ergeben hatten, fachärztlich überprüfen zu lassen
(Urk. 8/85/1)
.
Weiter
ist aktenkundig, dass
die
B
eschwerdeführerin anlässlich dieser
zweiten Begutachtung als Erstes darüber informiert wurde, dass sie im Sommer 2008 von Detektiven überwacht worden war (
Urk. 8/85/5).
Wenn die Beschwerde
führerin im Wissen, dass ihre in der Öffentlichkeit erfolgten Tagesaktivitäten und Sozialkontakte möglicherweise beobachtet worden waren,
gegenüber den Gutachtern Angaben machte, welche mit den
Ob
s
erservationserkenntnissen
übereinstimmten
(vgl. Urk. 8/85/
6)
, bedeutet dies nur, dass sie zugab, was zu diesem Zeitpunkt
durch die Observationsunterlagen nachgewiesen wa
r. Der im Urteil IV.2009.00745
geäusserte Verdacht, die Beschwerdeführerin habe bei der Befragung durch den mitinvolv
ierten Unfallversicherer im Juni
2008 bewusst falsche Angaben zu ihrer Leistungsfä
higkeit im Alltag gemacht, um die
Weiter
ausrichtung
nicht mehr gerechtfertig
ter Rentenleistungen zu bewirken, wird dadurch
jedoch nicht entkräftet. I
n jener Befragung hatte die Beschwerdeführe
rin
Behinderungen und
einen sozialen Rückzug
im Alltag
geschildert
(Urk. 8/99/21-24)
, welche nicht
ohne
Weiteres
in Übereinstimmung gebracht werden können mit den zeitgleichen Observationserkenntnissen und den rund ein Dreivierteljahr später gemachten Angaben gegenüber den Gutachtern
.
Da der subjektive Vorgang der bewussten Falschaussage nicht direkt nachweis
bar ist und die Beschwerdeführerin nichts vorgebracht hat, was die
ihr
mit dem Urteil IV.2009.00745
vorgehaltenen
Indizien entkräften könnte,
durfte die Beschwerdegegnerin
nach Aktenlage in der angefochtenen Verfügung
ohne weitere Begründung am Vorwurf der Meldepflichtverletzung
bzw. der Falsch
aussage zu anspruchsrelevanten Sachverhalten
festhalten und
ihre
Renten
leistungen
der vorausgegangenen Sistierungsverfügung
entsprechend aufheben.
3.4
Hingegen hat die
Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer nachträglichen Begrün
dung der Rentensistierung bzw. der definitiven Rentenaufhebung per Datum der vorsorglic
h erfolgten Zahlungseinstellung
ihre gesetzliche Pflicht zur Abklärung des
entscheiderheblichen
Sachverhalts bis zum Verfügungserlass (vgl. E. 1.2.4) verletzt, indem sie die von der Beschwerdeführerin
mit dem Einwand vom 11. Juli 2011 gegen den Vorbescheid vom 1. Juni 2011 geltend gemachte und mit einem fachärztlichen Bericht untermauerte Verschlechterung des Gesund
heitszustands dem gemäss
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG für die Beurteilung der funk
tionellen Leistungsfähigkeit zuständigen regionalen ärztlichen Dienst
nicht mehr
zur Stellungnahme vorgelegt hat
.
Denn die vorsorgliche Rentensistierung stellt eine vollstreckungsmässige Vor
weg
nahme der Rentenaufhebung
bis zum Zeitpunkt der endgültigen Beur
teilung dar
. Im Rahmen der bei der Sistierung vorbehaltenen nachträglichen Über
prüfung der vorsorglichen Massnahme ist daher
nicht nur
zu prüfen, ob per Datum der Sistierung aufgrund der Gegebenheiten im Zeitpunkt der Sistierung eine Rentenaufhebung zulässig gewesen wäre
, sondern
ist
auch
die weitere Entwicklung so zu berücksichtigen, wie wenn anstelle der Sistierung die Aufhe
bung der Rente erfolgt wäre.
D
emzufolge ist die angefochtene Verfügung aufzuheben, soweit sie einen Renten
anspruch der Beschwerdeführerin ab August 2009 verneint
,
und ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, hierüber nach Durchführung der erforder
lichen Abklärungen neu zu verfügen
.
4.
Da die Rückweisung zur Prüfung des Verlaufs ab August 2009 als teilweises Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten ist, rechtfertigt es sich
die gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem Auf
wand zu bemessenden und hier auf Fr. 600.-- festzusetzenden
Verfahrens
kosten
de
n Parteien je zur Hälfte
aufzuer
legen
und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine (reduzierte) Parteientschädigung von Fr. 1‘000.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen
.