Decision ID: 072ac3b5-b4bd-4ffc-ae3c-2616cb495f10
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1950
geborene
X._
war
zuletzt
als Bauarbeiter voll
erwerbstätig gewesen (vgl.
Urk. 20/1/4)
. Im
März 2010
meldete er sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
20/2
). Die
So
zialver
si
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerbliche und medizini
sche Abklärungen. Dabei holte sie unter anderem ein Gutachten von Dr
.
med.
Y._
, Facharzt
für
Kardiologie und Innere Medizin
, vom
26. Mai 2011 ein
(Urk.
20/30
/1-28
). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
Dezember 2011
(Urk.
20/52
) den
Rentena
nspruch von
X._
mangels
eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades
(
von
8 % [Urk. 20/52])
.
1.2
Nach Erhalt eines
G
esuchs vom 2
2.
Mai
2012
beziehungsweise vom 18. Juni
2012
, mit dem eine Verschlechterung der Leistu
ngsfähigkeit geltend gemacht wu
rde
(Urk.
20/57, 20/61
)
,
zog
die IV-Stelle einen weiteren Bericht der Klinik für Kardiologie des
Z._
bei
(vom 9. August 2012 [Urk. 20/64])
. Nach Einholung
einer internen Aktenbeurteilung
des Regio
nalen
Ärztlichen Dienstes
(RAD, Stellungnahme
vom
14. August
2012
[
F
eststel
lungs
blatt
vom 22. August 2012, Urk. 20/68
/2
]
)
und
nach durchgeführtem
Vor
be
scheid
verfahren
(Vorbescheid
vom 22. August 2012, Urk. 20/69
)
verneinte die IV-
Stelle mit Verf
ügung vom 2.
Oktober 2012 den
Rentenanspruch von
X._
erneut
(Urk. 20/71
= 2
).
2.
2.1
Dagegen
erhob
X._
am 30. Oktober 2012 Be
schwerde
und
beantragte sinngemäss
die
Zuspra
che
der gesetzlichen Leistungen (
Urk.
1
und 8)
.
Dabei
re
ichte
er
diverse
medizini
sche Be
richte ein
.
Mit
Beschwerdeant
wort
vom 18. Januar 2013 beantragte die
Be
schwerdegegnerin
Abweisung der Be
schwerde (Urk. 19).
In ihren
weiteren Ein
gaben
hielten die Parteien an ihren
Anträgen fest (
vgl. Schreiben des Beschwer
deführers vom 18. Dezember 2012 [Urk. 15] und
Stellungnahme
der
Beschwer
degegnerin
vom
25.
Juni 2013 [
Urk. 25
]
).
2.2
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
forderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
eint
rächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) s
ind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem
In
validitätsgrad
von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen ein
ander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be
darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
tei
lich
keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zu
k
ommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
ach
terin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E.
1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c; zur Beweiskraft von Stel
lung
nahmen der RAD vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4; BGE 137 V 210 E. 1.2.1).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levan
te Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Nachdem die IV-Stelle einen Rentenanspruch mit
in Rechtskraft erwachsener Ver
fügung vom
8. Dezember 2011 (Urk. 20/52)
verneint hatte, trat sie auf
das
G
esuch vom 22. Mai 2012
ein und
unterzog das
Leistungsbe
gehren
einer mate
riellen Prüfung,
verneinte jedoch eine anspruchsbegründen
de Invalidität (Verfü
gung vom 2. Oktober 2012, Urk. 2). Zu prüfen ist folglich, ob sich die tatsäch
lichen Verhältnisse (namentlich der Gesundheitszustand) seit dem 8. Dezember 2011
bis zum Zeitpunkt de
r angefochtenen Verfügung vom 2. Oktober 2012
in anspruchserheblicher Weise verändert
haben.
2.2
.
Die Beschwerdegegnerin
nahm an
, dass dem Beschwerdeführer auch nach dem
eine Verschlechterung geltend
machenden
Gesuch
vom 22. Mai 2012 eine
be
hinderungsangepasste
T
ä
tigkeit voll zumutbar sei. Dabei stützte sie sich
auf
die St
ellungnahme
von RAD-Ärztin Dr. med
.
A._
,
Fachärztin für Innere Medizin,
vom 14. August
2012 (
Feststellungsblatt vom 22. August 2012, Urk. 20/68/2)
, in welcher
Aktenbeur
teilung
insbesondere
auf das kardiologische Gutachten von Dr.
Y._
vom 26. Mai 2011
(Urk.
20/30
/1-28
), welches d
er
(
ersten
)
renten
ab
weisenden
Verfü
gung vom
8.
Dezember 2011
zu Grunde
lag
(vgl.
Feststellungs
blätter
vom 21. September 2011 [Urk. 20/35] und 8. Dezember 2011 [Urk. 20/51])
,
verwiesen wurde
.
3
.
3
.1
Im
kardiologischen Gutachten
von Dr
.
Y._
vom
26. Mai 2011
wurden fol
gende
Diagnosen fest
gehalten
(
Urk. 20/30
S. 1
5
):
dilatative
Kardiomyopathie
, Erstdiagno
se Herbst 2009; ätiologische DD: idiopathisch/
Alkohol-in
duziert, weniger wahrscheinlich
Echokardiographie vom 30. September
2009; global mittelschwer ein
geschränkte Funktion des dilatierten linken Ventrikels (EF 48 %, Norm > 55 %),
septale
und Vorderwand-betonte
Hypokinesie
, schwere
Mitralklappeninsuffizienz
Status nach
Koronarangiographie am 16. Oktober
2009 (
Z._
): glatt
wandige,
stenosefreie
Koronarien
, deutlich reduzierte links ventriku
läre Auswurffraktion (EF 30-35 %, Norm > 55 %)
winziges offenes
Foramen
ovale
Linksschenkelblock
aktuell;
mässiggradig
eingeschränkte systolische linksventrikuläre Funktion (EF 35 %, Norm > 55 %), deutlich vergrösserter linker Ven
trikel, nur diskrete
Mitralinsuffizienz
kardiovaskuläre Risikofakto
ren: Adipositas, Status nach
chronischem
Ni
kotinkonsum
bis Herbst 2009 (total ca. 50 Pack
years
)
chronische obstruktive
Pneumopathie
(COPD)
aktuell: unter Therapie nur leichte obstruktive Ventilationsstörung
Risikofaktor: Status nach
Nikotinkonsum
deutlicher Alkoholkonsum vor Jahren bis Herbst 2009 möglich (nicht gesi
chert, zu wenig genaue Angaben)
deutliche Anstrengungsdyspnoe und Leistungseinschränkung multifak
torieller Genese: eingeschrä
nkte linksventrikuläre Funktion
, deutliche Adipositas, mangelndes Kreislauftraining, COPD
zum Teil
atypische Beschwerden, wie allgemeine Kraftlosigkeit, Mühe mit der Atmung in Ruhe, „nicht auf der linken Seite liegen können" etc.
Nephrolithiasis
(Diagnose Juli
2008:
Urolithiasis
rechts mit/bei
sonogra
phisch
Konkrement
prävesikal
rechts)
seit 2008
rezidivfrei
Dr
.
Y._
attestierte
in seinem Gutachten
fo
lgende
s
Leistungsvermögen
(S. 15 f.)
:
volle Arbeitsunfähigkeit
für körper
lich sch
wer belastende Arbeiten, wie etwa die
bis
herige
Tätigkeit als
Bauarbeiter
,
Arbeitsunfähigkeit
von 80 %
für mittel
schwer
körperlich belaste
nde Arbeiten, Arbeitsunfähigkeit
von 40 %
für körperlich leicht
belastende Arbeiten
, dagegen
volle Arbeitsfähigkeit
für körperlich nicht
belas
ten
de Arbeiten
.
Dr.
Y._
hielt
fest
, der
Beschwerdeführer
,
welcher
sich
regel
mässi
ge
n
Kontrolluntersuchungen in der Klinik für Kardiologie des
Z._
unter
ziehe
,
habe angegeben, dass ihm vonseiten aller Ärzte mitgeteilt worden sei
, dass er keine berufliche Tätigkeit m
ehr ausüben könne.
Dies sei
indes
nicht zu
treffend;
körperlich nic
h
t
belastende
Tätigkei
t
en
sei
en zumutbar
.
Dr.
Y._
führte
aus
(S. 16 f.), d
er linke Vent
rikel sei
deutlich dilatiert
, dabei sei
di
e
links
ven
tri
kuläre
Funktion
(nur)
mässiggradig
eingeschränkt.
Es sei
eine
linksventri
kuläre
Auswurffraktion (EF) von 35
% (Norm >
55
%) gefunden
worden
.
Vorlie
gend
sei keine
sehr sc
hwere
Herzinsuffizienz
anzunehmen
(
mit einer EF von beispiels
weise 25
%,
20
% oder weniger)
.
Bei sehr schwerer Herzinsuffizienz
sei es nicht mög
lich
,
mehrere Stunden an einem Tisch ruhig ein
e Arbeit zu verrich
ten
.
B
eim Be
schwer
deführer
sei die Situation
jedoch anders;
i
n Ruhe sei die kardiale bezieh
ungs
weise
die Kreis
laufsituation absolut stab
il, dagegen
komme
es
bei kör
per
li
chen Anstre
ngungen zu Limitierungen. So habe der Beschwerde
führer
im All
tag offensichtlich eine
deutliche Anstrengungsdyspnoe.
3
.2
Oberarzt Dr.
med.
B._
, Klinik für Kardiologie
,
Z._
,
hielt
in seiner Stel
lung
nahme vo
m 13.
Oktober 2011
fest
,
beim Beschwerdeführer sei
a
m 14. Jun
i 2011
ein
De
fibrillator implantiert worden.
E
s bestehe
weiterhin
eine
deutlich redu
zier
te
Leistung des Herzens mit entsprechender Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigk
eit
(Urk. 20/40)
.
3
.3
Assistenzarzt Dr. med.
C._
, Kli
nik für Kardiologie
,
Z._
, erklärte
in
seinem Bericht vom
2. November 2011
, prinzipiell sei
er mit der Einschätzung von
Gutachter
Dr.
Y._
ei
nverstanden
, wonach der Beschwerdeführer mit einer
Kardiomyopathie
„
so gut wie möglich
“
einer Tätigkeit nachgehen könne
. Zur Be
urteilung
der
Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten
Tätigkeit
sei eine noch
malige
Echokardiographie und Spiro
ergometrie
-Untersuchung erforderlich
(Urk. 20/48)
.
3
.4
Die RAD-Ärztin
Dr.
A._
hielt
in ihrer Aktenbeurteilung
vom 5. Dezember 2
011
dafür, es sei
auf
das
Gutachten
von
Dr.
Y._
ab
zustellen
(Urk. 20/51/2)
.
3
.5
Im Bericht der Klinik für Kardiolo
gie
vom 5. Januar 2012
wurde der Beschwer
de
führer für körperlich belastende Tätigkeiten
als zu 100 % arbeits
unfähig
, dage
gen
fü
r le
ichte, sitzende Tätigkeiten als
arbeitsfähig
betrachtet
(
Urk.
7/7
,
S.
3
=
20/74/24).
3
.6
Im Bericht
des
Herzkreislaufzentrums,
Z._
,
über
die CRT-Ko
ntrolle
vom 3. Februar 2012 wurden
erneute
wiederholte
Tachykardien
festgehalten (Urk. 9/15
S. 2).
3.7
Im Bericht
des Herzkreislaufzen
trums
,
Z._
,
vom 6.
Februar 2012
wurde
erklärt,
dass,
von
Rhythmusstörungen
abgesehen
,
ein stabiler kardiopulmonaler Zu
stan
d
bestehe (Urk. 9/4 S. 3
).
3
.8
Im
Bericht
des
Herzkreislaufzentrums,
Z._
,
vom
29. Februar 2012 wurde fest
ge
halten, aufgrund
von
Palpitationen
und Schwindel
sei am 12. Februar 2012
eine
notfallmässige Vorstellung
erfolgt.
Nach Anpassung der Therapie
habe der Be
s
chwerdeführer einen
stab
ilen kardialen Verlauf angegeben;
seine Leistungs
fähig
keit sei
wieder wie
vor der Vorstellung im Notfall, e
r habe
jedoch weiterhin
vereinzelte
Palpitationen
beschrieben. Klinisch präsentiere sich der Beschwer
de
führer, von den
angegebenen
Rhythmusstörungen
abgesehen
, in einem stabilen
Zustand (Urk. 9/16 „Beurteilung“). Der Beschwerdeführer habe angege
ben, er
könne
ein
Stockwerk
Treppen steigen
und in
der Ebene etwa
15 Minuten gehen (
vgl.
„Jetziges Leiden“).
3
.9
In ihrer Stellungnahme vom
22.
Mai 2012
gaben
Oberarzt
Dr.
med.
D._
und
Assistenzärztin
E._
des
Beschwerdeführers
an (Urk. 20/61)
.
D
er Beschwerdeführer
habe
in der aktuellen Spiroe
rgometrie (vom
8.
Mai 2012
, vgl.
auch
entsprechen
den
Bericht von Oberarzt Dr.
D._
und Assisten
zärztin
E._
vom 8. Mai 2012 [
Urk.
20/74/55-
57 =
9/2
]
)
lediglich
46,8
% des Sollwert
s erreicht, was eine
eindeutige Verschlechterung im Vergleich zur Voruntersuchung von Januar 2012
(
von 60 %)
darstellte
.
Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit müsse neu be
urteilt werden
.
3
.10
I
n ihrer Stellungnahme
vom 18. Juli 2012 hielt
RAD-Ärztin
Dr.
A._
fest
(Urk. 20/68/1)
,
dass eine Verschlechterung bei
Herzinsuffizienz
grundsätzlich j
ederzeit möglich
sei
,
das Bestehen eine
r
Verschlechterung könn
e
jedoch allein
anhand
der
im Bericht
der Klinik für Kardiologie
vom 22. Mai 2012 gena
nnten ob
jek
tiven Befunde
nicht beurteilt werden.
3
.
11
Prof. D
r
. med.
F._
, Leitender
Arzt, und
Assistenzärztin Dr.
med.
G._
,
Herz
kreis
laufzentrum
,
Z._
,
erwähnten
in ihrem Bericht vom 7. August 2012
einen leicht dilatierten
, exzentrisch
hypertrophen linken V
entrikel mit EF von unge
fähr
40
% (vgl. Diagnosen in Urk. 20/66/1; siehe auch Untersuchungsbericht Kardio
logie/Echokardiographie vom 7. August 2012 mit Angabe eines leicht dilatier
ten,
exzentrisch hypertrophen linken Ventrikels [LV] mit mittelschwer einge
schränk
ter Auswurffraktion [EF ungefähr 40 %], Urk.
20/64/8
). In ihrer Be
urteilung
hiel
ten
sie
fest, der Beschwerdeführer habe über eine gleich gebliebene
einge
schrän
k
te Leistungsfähigkeit
berichtet (NYHA III).
Bei
erfreulich
stabilem kardialem
Verlauf und
bei
beklagter
Orthostasereaktion
mit Schwindel sei heute die
Do
sie
rung
des Schleifendiuretikums reduziert worden
(Urk.
20/64/5-7
=
20/66
)
.
3
.12
Assistenzärztin
Dr.
G._
nannte
in ihrem Bericht vom
9. August 2012
als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
dilative
Kardiomyo
pathie
und
eine
COP
D
. Anamnestisch gab sie eine gleich gebliebene Verminde
rung der Lei
stungsfähigkeit an. Dabei nannte sie folgende Einschränkungen
: 95 % für schwere
, 85
% für mittelschwere
und
70 % für leichte Tätigkeit
en
(Urk. 22/64/3 Ziff. 1.11).
3
.13
RAD-
Ärztin Dr
.
A._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 14. August 2012
(Urk. 20/68/2)
, auf welche die Beschwerdegegnerin sich abstützte,
fest, gemäss dem
aktuellen Arztzeugnis
der Kardiologie des
Z._
vom 9.
August 2012 sei die Lei
stungsfähigkeit des Beschwerdeführers
bei
bekannter
dilativer
Kardiomy
o
pathie
unverändert.
Der Beschwerdeführer habe
weiterhin bei grösseren Belas
tu
ngen Luftnot, entsprechend NYHA
III.
Im Echokardiogramm vom 7.
August 2012
habe sich eine
leichtgradig
ei
ngeschränkte LV-Funktion
gezeigt
(
EF
40
%)
. Dem Arztzeugnis der ambulanten Untersuchung sei zu entnehmen, dass der
Versicherte auch subjektiv eine unveränderte Leistungsfähigkeit angegeben habe.
An
hand der objektiven Befunde, insbesondere
aufgrund des
Echokardio
gramm
s
,
sei die linksventrikuläre Pumpfunktion im Vergleich
zur Situation an
lässlich des
früheren
k
ardiologischen Gutachten
s
von Mai
2011 tendenziell so
gar etwas besse
r
(EF aktuell:
40
%;
davor
im Gut
achten
von Dr
.
Y._
:
35
%). Da die
Be
last
ungst
ests
erheblich von der Motivation des Versicherten abhängen
würden
, seien diese nicht so
aussagekräftig wie die objektiven Befunde der
Bildgebung,
wie
etwa des erwähnten E
chokardiogramm
s. Aufgrund der Akten
lage sei
auch bekannt, dass die Leistungseinschränkung nur teils kardial, über
wiegend jedoch
durch
die
deutliche Adipositas
s
owie
mangelndes Kreislauftraining begründet sei
.
Die bereits früher von den Ärzten des
Z._
attestierte
Arbeitsun
fähigkeit
von
85 % sei schon
im
Gutachten
von Dr.
Y._
kritisiert worden
. Analog den eige
nen
Angaben des Versicherten habe sich die subjektive Leis
tungsfähigkeit nicht
verschlechtert. G
esamthaft sei somit anhand
der objektiven Befunde keine glaub
hafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausge
wiesen.
3
.14
Nach Erlass der angefochtenen Verfügung (vom 2.
Oktober 2012, Urk.
2) hielten d
ie Ärzte
des Herzkreislaufzentrums
, Klinik für Kardiologie,
Z._
, in ihrem
Be
richt
vom 22. November 2012
fest
, der Besch
werdeführer
habe über eine seit der letz
ten
Kontrolle vor drei Monaten konstante Leistungsfähigkeit berichtet (Urk. 12)
.
3
.15
Oberarzt Dr. med
.
H._
und Assistenzarzt Dr.
I._
,
Herzkreis
lauf
zen
trum
,
Z._
,
gaben am 4. Januar
2013 eine leichte Verbesserung der Leistungs
fähig
keit an
, hielten jedoch
fest, die Arbeitsfähigkeit sei trotz Verbes
serung der Be
lastbarkeit nicht gegeben.
Zur Steigerun
g d
er kardialen Fitness empfahlen die Klinikärzte
dem Beschwerdeführer
sportlich
e Betätigung
, na
mentlich
Ausdauer
sport
und längere Spa
ziergänge in zügigem Tempo
(Urk. 21 S. 3).
3
.16
Im
(
letzten
,
neu aufgelegten
)
Bericht der Klinik
und Poliklinik
für
Innere Medizin
des
Z._
vom 20. Juni 2013
wurde eine
notfallmässig
e
Zuweisung durch die Am
b
u
lanz nach plötzlich aufgetretenen linksseitigen
Thoraxschmerzen
mit Ausstrah
lung in den Nacken und
in
die linke Schulter sowie Herzrasen
angegeben. Die Ärzte der Klinik für
Innere Medizin
gingen aufgrund
von
anamnestisch, kli
nisch
und laborchemisch fehlenden Hinweisen auf eine kardiale Ursache
der Beschwer
den
von einer
muskuloske
lettalen
Ursache aus
.
In der Folge
konnte der Be
schwer
deführer
in gutem klinischen Zustand und ohne Beschwerden nach Hause ent
lassen werden (Urk. 24/1).
4
.
4.1
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner bis
herigen, schweren Tätigkeit als Bauarbeiter vollständig arbeitsunfähig ist. Um
stritten ist die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Dabei erfüllen die Stel
lungnahmen von RAD-Ärztin
Dr.
A._
, auf welche sich die Beschwerdegegnerin abstützte, die von der Rechtsprechung an medizinische Berichte geste
llten An
forderungen (vgl. E. 1.3
hiervor). Sie sind
nachvollziehbar, berücksichtigen die ge
klagte
n Beschwerden und
wurden in Kenntnis zuverlässiger medizinischer
Vor
akten
erstattet.
Die Einschätzung von
RAD-Ärztin Dr
.
A._
, nach welcher
gesamthaft anhand der
objektiven Befunde keine Verschlechterung des Gesun
dheitszustandes
aus
ge
wie
sen
und dem Beschwerdeführer eine leichte angepasste Tätigkeit weiterhin zu
mut
bar ist,
erweist sich als plausibel.
Auch ist keine
relevante
vorübergehende
Ver
schlechterung
der
Arbeitsfähigkeit in angepasster, körperlich nicht belasten
der Tätigkeit
auszumachen
.
In Bezug auf fragliche Verschlechterungen
i
m Feb
ruar 2012 beziehungsweise
im Mai 2012
ist festzuhalten, dass g
emäss
Klinikb
e
richt
vom 29. Februar
2012
der Beschwerdeführer
damals ein Stockwer
k
Trep
pen steigen
und in der Eb
ene
etwa 15 Minuten gehen
konnte
, womit sich keine Verschlechterung ergibt
(Urk. 9/16
)
; auch
ist
die Feststellung von RAD-Ärztin Dr
.
A._
,
dass
die im
Untersuchungsbericht
vom 7. August 2012
gemessene
linksventrikuläre Pumpfunktion mit einer
EF
von
ungefähr 40
% (
Urk.
20/64/8
)
im
Vergleich zur früheren Messung
(
ventrikuläre
Auswurffraktion von 30-35
%
im Gutachten von Dr
.
Y._
[
Urk. 20/30
S
.
15
]
)
leichtgradig
besser sei
,
nach
vollziehbar.
Schliesslich ist darauf hinzuweisen
,
dass
Oberarzt Dr.
H._
und
Assistenzarzt Dr.
I._
am 4. Januar 2013 eine leichte Verbesserung der Leistungsfähigkeit
an
gaben
und dem Beschwerdeführer
(sogar)
sportliche Betä
tigung, namentlich Ausdauersport und länger
e Spaziergänge in zügigem Tempo
, empfahlen
(vgl. Urk. 21 S. 3).
4.2
W
as
dabei
die
abweichende
Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit der behandeln
den
Klinikärzte
betrifft,
nach welcher
der Beschwerdeführer
aktuell
in einer mittelschweren Tätigkeit
(nur)
zu 85 % und in einer leichten Tätigkeit zu
(nur)
70 % arbeit
sfähig sei
(Urk. 22/64/3 Ziff. 1.11),
ist festz
uhalten
, dass
die RAD-Ärz
tin
Dr
.
A._
diese
Einschätzungen
ber
ücksichtigte und
darauf hinwies
, dass
bereits der
Gutachter Dr.
Y._
in seinem
früheren
Gutachten
,
welches zur ers
ten (
rechtskräftigen) Rentenabwei
sung führte, der
abweichenden Einschätzung
in Bezug auf
eine leichte Tätigkeit widerspro
ch
en hatte
(vgl.
frühere
Angabe ei
ner Arbei
tsunfähigkeit von 85
% für „nicht starke körperliche Tätigkeiten“ im Bericht des Leitenden Arztes
Prof.
Dr.
F._
und Assistenzärztin
J._
vom 2
7. September 2010 [Urk. 20/18])
.
Dr.
Y._
bemerkte
damals
in seinem Gut
achten
,
die von den Kardiologen des
Z._
attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 85 % auch für körperlich nicht belastende Arb
eit könne nur
dadurch erklärt
werden
,
dass die
Z._
-Kardiologen
(zu Unrecht
)
nicht nur die me
dizini
sche
, sondern
auch
die soziale S
ituation des Beschwerdeführers mit
schlechte
r Schulbil
dung und
fehlende
n Deutschkenntnissen
mitberücksichtigt hätten
(Urk. 12/30/19)
.
Damit
stellt die
aktuelle
Stellungnahme zur Arbeits
fähigkeit der behandelnden
Klinikä
rzte
(
auch
)
eine unterschiedliche medizi
nische Beurteilung des gleichen
Sachverhalts dar
, welche nicht zu berücksichtigen ist
.
4.3
Insgesamt ist
festzuhalten, dass sich die behandelnden Klinikärzte bei ihren Stel
l
ungnahmen zur
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
nicht genügend mit der Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit auseinandersetzen
, weshalb ihre
Ar
beits
(
un
)
fähig
keitsangaben
die RAD-Stellungnahme
n
nicht zu entkräften
ver
mögen
.
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die
vorliegenden
RAD-Stellungnahmen
von
einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster, leichter Tätigkeit auszugehen
. Damit
ist eine Verschlechterung
bezogen auf die Situation anlässlich der
(ers
ten)
Ab
weisungsverfügung
vom
8. Dezember 2011
(Urk.
20/52
)
zu verneinen.
D
ie ange
fochtene Verfüg
ung
(
vom 2. Oktober 2012, Urk. 2)
erw
eist sich demzufolge
als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5
.
Die in Anwendung von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG auszufällende Gerichtskostenpau
schale ist auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdefüh
rer
aufzuerlegen.