Decision ID: af7c28f0-804c-4d24-adf6-9bb225daedfb
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S.Z., geboren 1971, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro (Kosovo).
Er reiste 1995 illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, welches vom
Bundesamt für Flüchtlinge abgewiesen wurde. Die Wegweisung wurde jedoch nicht
vollzogen. Am 26. April 2000 heiratete S.Z. in Sarnen die Schweizer Staatsangehörige
Monika D., geboren 1967. In der Folge wurde ihm im Kanton Obwalden eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt.
Am 1. August 2000 nahm S.Z. eine Erwerbstätigkeit in Flums auf. Am 6. Februar 2002
ersuchte er das Ausländeramt des Kantons St. Gallen um Bewilligung des
Kantonswechsels. Das Ausländeramt bewilligte diesen am 20. Februar 2002.
Mit Verfügung vom 10. August 2004 wies das Ausländeramt das Gesuch von S.Z. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab mit der Begründung, die Ehegatten lebten
seit längerem getrennt, und der Gesuchsteller halte rechtsmissbräuchlich an der Ehe
fest.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob S.Z. mit Eingabe seiner
Rechtsvertreterin vom 25. August 2004 Rekurs.
Mit Urteil des Kantonsgerichtspräsidenten Obwalden vom 29. Oktober 2004 wurde die
Ehe geschieden.
Das Justiz- und Polizeidepartement wies den Rekurs von S.Z. mit Entscheid vom 6.
Juni 2005 ab.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 22. Juni und 18. Juli 2005 erhob S.Z.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung des
Ausländeramts vom 10. August 2004 sei aufzuheben und es sei das Gesuch um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gutzuheissen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die zur Begründung vorgebrachten Ausführungen werden,

soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 21. Juli 2005 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 22. Juni und 18.
Juli 2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist daher einzutreten.
2./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die
Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung.
a) Der Beschwerdeführer hat weder aufgrund einer gesetzlichen Vorschrift noch
aufgrund eines Staatsvertrags Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Er ist seit 29. Oktober 2004 geschieden, weshalb er sich
insbesondere nicht auf eine Ehe mit einer Schweizerin und damit auf Art. 7 Abs. 1
ANAG berufen kann.
b) Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP). Somit kann nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr Ermessen überschritten
oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte, als sie die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verweigerte (GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Nach der Praxis des Ausländeramts wird die Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen
zwar auch nach der Auflösung der Ehe verlängert. Als massgebend werden dabei nach
den Weisungen des Bundesamts für Migration (Ziff. 654) unter anderem die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz, insbesondere wenn Kinder vorhanden sind, die berufliche
Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sowie das Verhalten und der
Integrationsgrad betrachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die Umstände, die zur
Auflösung der Ehe geführt haben. Nach der ständigen Praxis des Ausländeramts wird
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bei einer Dauer der ehelichen Gemeinschaft von fünf Jahren und mehr in der Regel eine
Jahresaufenthaltsbewilligung nicht mehr widerrufen (ABl 2001, S. 32).
Inwiefern die Ausführungen in der Beschwerde überhaupt eine Rechtswidrigkeit des
angefochtenen Entscheids darzutun vermögen oder lediglich die Ermessensbetätigung
des Ausländeramts bzw. der Vorinstanz kritisieren, was im Beschwerdeverfahren
gemäss Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP nicht zulässig wäre, erscheint fraglich, kann aber
offen bleiben. Ein Ermessensmissbrauch liegt offensichtlich nicht vor. Die eheliche
Gemeinschaft dauerte lediglich einige Monate. Die Ehe blieb kinderlos. Zudem hält sich
der Beschwerdeführer erst seit dem Jahr 2000 mit einer Aufenthaltsbewilligung in der
Schweiz auf. Zuvor hatte sein Aufenthalt seit 1995 auf einer vorläufigen Aufnahme
beruht.
Der Beschwerdeführer beruft sich auf die schriftlichen Aeusserungen seines
Arbeitgebers, wonach er als spezialisierter Mitarbeiter nur schwierig zu ersetzen wäre.
Diesbezüglich hielt die Vorinstanz aber zutreffend fest, dass er ursprünglich als
Hilfskraft ohne Berufserfahrung angestellt worden ist und es angesichts des Angebots
an Arbeitskräften auch mit Erfahrung in verwandten Tätigkeiten möglich ist, in
angemessener Zeit einen Ersatz zu finden oder auszubilden. Schliesslich sind bei einer
Rückkehr nach Serbien und Montenegro keine überdurchschnittlichen Schwierigkeiten
ersichtlich; der Beschwerdeführer befindet sich in derselben Situation wie zahlreiche
seiner Landsleute, die nach mehrjährigem Aufenthalt in der Schweiz in den
Herkunftsstaat zurückkehren müssen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung trotz der relativ langen Anwesenheit in der Schweiz und der
Bewährung als Arbeitnehmer sowie des unbescholtenen Verhaltens nicht als
Ermessensmissbrauch qualifiziert werden kann, weshalb die Beschwerde als
unbegründet abzuweisen ist.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
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Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).