Decision ID: 3b3101ed-93dd-5a5c-bf4f-899781fd394d
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X trat am 1. August 2010 eine Stelle in der Strafanstalt Y an. Das
Anstellungsverhältnis endete am 31. März 2018 zufolge Frühpensionierung. Im Rahmen
der Berechnung des Überstunden- und Ferienguthabens zum Ende des
Arbeitsverhältnisses stellte der kantonale Personaldienst fest, dass nie
Quellensteuerabzüge vom Lohn des im Fürstentum Liechtenstein wohnhaften X
vorgenommen worden waren. Nachträglich wurde er am 15. Mai 2018 beim kantonalen
Steueramt als quellensteuerpflichtig gemeldet. Am 2. Oktober 2018 erging eine an den
Arbeitgeber adressierte Quellensteuerverfügung. Anschliessend forderte der
Arbeitgeber X offenbar auf, die Quellensteuer im Betrag von insgesamt Fr. 82'712.25,
die er für den Arbeitnehmer an das Steueramt abgeliefert hatte, an ihn rückzuvergüten
(Datum nicht aktenkundig). Der Rechtsvertreter von X stellte sich mit Schreiben vom 6.
Dezember 2018 an den Kanton auf den Standpunkt, dass anlässlich der Anstellung
vereinbart worden sei, dass der Arbeitgeber die Quellensteuer übernehme. Es liege
eine Nettolohnvereinbarung vor. Dies wurde vom Arbeitgeber bestritten.
B.- Nach erfolglosem Verlauf der Schlichtungsverhandlung vor der Schlichtungsstelle in
Personalsachen erhob der Kanton St. Gallen am 28. Oktober 2019 personalrechtliche
Klage gegen X bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) und
stellte das eingangs erwähnte Rechtsbegehren. Die Klageantwort mit dem ebenfalls
eingangs erwähnten Rechtsbegehren datiert vom 19. Dezember 2019, die Replik des
Klägers vom 13. Februar 2020 und die Duplik des Beklagten vom 30. April 2020.
Auf die Vorbringen der Parteien ist, soweit erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
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Erwägungen:
1.- Die Strafanstalt Y untersteht dem Amt für Justizvollzug des Sicherheits- und
Justizdepartements und damit der Rechtspersönlichkeit des Kantons St. Gallen (Art. 7
der Verordnung über die Gefängnisse und Vollzugsanstalten, sGS 962.14). Während
der Dauer seines öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnisses bei der Strafanstalt Y vom
1. August 2010 bis zum 31. März 2018 war der Beklagte beim Sicherheits- und
Justizdepartement angestellt (act. 2/3-4). Folglich ist das kantonale Personalgesetz auf
das Anstellungsverhältnis anwendbar (Art. 2 Abs. 1 lit. a des Personalgesetzes, sGS
143.1, abgekürzt: PersG). Die VRK beurteilt gemäss Art. 71e lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt: VRP) und Art. 78 Abs. 1 PersG in
erster Instanz personalrechtliche Klagen zur Geltendmachung von
vermögensrechtlichen Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis sowie wegen Kündigung
oder fristloser Kündigung (Art. 79 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und 2 PersG). Der Kläger verklagt
den Beklagten auf Geldzahlung. Seine Forderung leitet er aus dem öffentlich-
rechtlichen Arbeitsverhältnis ab, das zwischen ihm und dem Beklagten bestanden hat.
Die personalrechtliche Klage ist das verfahrensrechtliche Instrument, das zur Klärung
entsprechender Ansprüche mit den spezialgesetzlichen Bestimmungen des kantonalen
Personalgesetzes zur Verfügung steht. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht oder nicht,
ist eine materiell-rechtliche Frage, die bei der Prüfung der Eintretensvoraussetzungen
unerheblich ist. Der Kläger macht also gegen den Beklagten einen
vermögensrechtlichen Anspruch aus dem Arbeitsverhältnis geltend, womit es sich um
einen der Rechtsgrundlage entsprechenden Streitgegenstand handelt.
Es ist ungewohnt und wohl erstmalig seit dem Inkrafttreten des PersG, dass der
Arbeitgeber als Kläger auftritt. Aus dem Gesetz geht jedoch kein ausdrücklicher
Ausschluss des Arbeitgebers als Kläger zur Geltendmachung vermögensrechtlicher
Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis hervor. Eine fehlende Aktivlegitimation würde im
Übrigen nicht zu einem Nichteintretensentscheid, sondern zur Abweisung der Klage
führen (vgl. PK VRP/SG-Gmünder, Art. 71e-71g N 10 f.). Im Übrigen ist unerheblich,
dass das vorliegende Arbeitsverhältnis noch durch eine mitwirkungsbedürftige
Verfügung und nicht durch Vertrag begründet wurde. So bestimmt Art. 107 PersG als
Übergangsbestimmung, dass vor Vollzugsbeginn des PersG durch Verfügung
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begründete Dienstverhältnisse als Arbeitsverhältnisse nach PersG weitergeführt
werden.
Das Anhängigmachen einer personalrechtlichen Klage setzt ein Schlichtungsverfahren
vor der Schlichtungsstelle für Personalsachen voraus (Art. 78 Abs. 2 PersG). Das
Protokoll über die gescheiterte Schlichtungsverhandlung vom 30. April 2019 liegt vor;
die Klagebewilligung datiert vom 10. September 2019. Die dreimonatige Frist zu
Erhebung der personalrechtlichen Klage ab Abschluss des Schlichtungsverfahrens
wurde mit der Eingabe vom 28. Oktober 2019 gewahrt; die Klage erfolgte rechtzeitig.
Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 81
PersG; Art. 82 Abs. 1 PersG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Klage ist
folglich einzutreten.
Da das Klageverfahren ein Zweiparteienverfahren ist, kommt vorliegend im Gegensatz
zum Rekurs nicht die Untersuchungsmaxime, sondern die Verhandlungsmaxime zur
Anwendung. Das Gericht kann den Sachverhalt nur von Amtes wegen abklären, wenn
dies durch wesentliche öffentliche Interessen geboten ist. Im Übrigen bestimmen die
Parteien durch ihre Behauptungen, Bestreitungen und Beweisanträge den Sachverhalt,
über den das Gericht zu entscheiden hat (vgl. PK VRP/SG-Gmünder, Art 71e-71g N
28).
2.- Vorweg ist festzuhalten, dass vor Gericht unbestritten geblieben ist, dass der
Beklagte grundsätzlich in der Schweiz quellensteuerpflichtig war. Dies ergibt sich denn
auch aus Art. 15 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 des Abkommens zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und
vom Vermögen (DBA CH-FL) vom 10. Juli 2015, das am 22. Dezember 2016 in Kraft
trat (SR 0.672.951.43). Bereits das alte DBA CH-FL vom 22. Juni 1995 hatte
Entsprechendes vorgesehen (SR 0.672.951.43; vgl. dazu auch StB 115 Nr. 6). Bei
seiner früheren Anstellung war der Beklagte aufgrund einer Sonderregelung hingegen
nicht quellensteuerpflichtig gewesen.
3.- Der Beklagte bestreitet eine Verpflichtung zur nachträglichen Bezahlung der
Quellensteuer. Er bringt vor, dass er nicht gewusst habe, dass er in der Schweiz
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quellensteuerpflichtig sei. Da er bei seiner früheren Anstellung in der Schweiz nicht
quellensteuerpflichtig gewesen sei, sei er als juristischer Laie davon ausgegangen,
dass dies auch bei seiner Anstellung in der Strafanstalt Y nicht der Fall sei. Er habe
sein Einkommen in Liechtenstein deklariert. Der Kläger hingegen hätte über die
bestehende Quellensteuerpflicht Bescheid wissen müssen, was umso mehr gelte, als
dieser selbst die Quellensteuer erhebe. Dass der Kläger bei der Anstellung des
Beklagten keine Anmeldung bei der Abteilung für Quellensteuern vorgenommen habe,
sei eine grobe Fahrlässigkeit des Klägers. Weiter führt der Beklagte aus, dass
vertraglich vereinbart worden sei, dass vom vereinbarten Bruttolohn keine
Quellensteuerabzüge erfolgen würden. So habe der damalige Anstaltsverwalter ihm
eine Tabelle mit Lohnmodellen mit sämtlichen Abzügen unterbreitet. Darin sei kein
Abzug für Quellensteuern aufgeführt gewesen. Der Beklagte habe somit davon
ausgehen dürfen, dass kein Quellensteuerabzug erfolgen werde.
In der Tat ist es die Pflicht des Arbeitgebers, einen quellensteuerpflichtigen
Arbeitnehmer anzumelden. Die Unterlassung der Vornahme des Quellensteuerabzugs
ist gar strafbar (Art. 248 Abs. 2 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG). Nicht
nachvollziehbar sind hingegen die Ausführungen, dass der Beklagte aufgrund einer
Vereinbarung davon habe ausgehen dürfen, dass der Arbeitgeber für die Quellensteuer
aufkomme. Der Umstand, dass die Quellensteuer bis auf die Nachfrage, ob der
Beklagte quellensteuerpflichtig sei, vom Arbeitgeber nie thematisiert worden war, kann
jedenfalls keine Zusicherung oder gar Vereinbarung darstellen. Ebenso wenig lässt sich
eine Zusicherung oder Vereinbarung daraus ableiten, dass die Quellensteuer auf den
Lohntabellen nicht aufgeführt gewesen war. Eine Lohntabelle hat eher allgemeinen
Charakter, dient der Orientierung oder Einordnung in eine Lohnstufe und ist nicht auf
ein einzelnes Arbeitsverhältnis abgestimmt. Dass der Lohn – entweder mit einer
Quellensteuer oder im ordentlichen Steuerverfahren – zu versteuern ist, muss als
selbstverständlich gelten. Für die Anwendbarkeit des Vertrauensschutzes fehlt es somit
bereits an einer Vertrauensgrundlage (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Auflage 2020, Rz. 627 ff.). Aus den eingereichten Unterlagen
sowie den übrigen Ausführungen des Beklagten ist vielmehr zu schliessen, dass sich
auch der Arbeitgeber im Glauben befand, der Beklagte sei nicht quellensteuerpflichtig.
Es handelte sich dabei um ein offenkundiges Versehen. Die Anmeldung unterblieb
fälschlicherweise. Dafür, dass eine Nettolohnvereinbarung bestanden haben soll,
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bestehen keine Anhaltspunkte. In klarem Widerspruch dazu steht im Übrigen auch,
dass der Beklagte seine Steuererklärungen im Fürstentum Liechtenstein ausgefüllt und
dort auch Steuern bezahlt hatte.
4.- Es ist nun zu prüfen, ob der Kläger gegen den Beklagten einen Anspruch auf
Rückerstattung der vom Kläger für den Beklagten bezahlten Quellensteuer hat.
a) Der Kläger macht geltend, eine Forderung in der Höhe von Fr. 63'929.70 zuzüglich
Zins von 5 % ab 22. Februar 2019 gegen den Beklagten zu haben. Er stützt sich dabei
auf die Verfügung des Steueramts vom 2. Oktober 2018, womit eine Quellensteuer in
der Höhe von Fr. 82'712.25 festgesetzt wurde, und verrechnet damit Guthaben des
Beklagten aus Überstunden und Ferientagen. Als Steuerschuldner bezahlte der Kläger
diese Steuer. Er erklärt, dass mit der Bezahlung der Schuld sämtliche formellen und
materiellen Rechte und Pflichten aus dem Steuerrechtsverhältnis auf ihn übergegangen
seien (Steuersubstitution), womit er ein Rückgriffsrecht gegen den Beklagten habe. Der
Beklagte bestreitet die rechtmässige Eröffnung der entsprechenden Verfügung.
b) Hat der Schuldner der steuerbaren Leistung den Steuerabzug nicht oder
ungenügend vorgenommen, verfügt die Steuerbehörde die Nachzahlung. Der Rückgriff
des Schuldners auf den Steuerpflichtigen bleibt vorbehalten (Art. 188 Abs. 1 StG).
Sowohl der Steuerpflichtige als auch der Schuldner der steuerbaren Leistung können
gegen eine Verfügung über die Quellensteuer Einsprache erheben (Art. 189 i.V.m. Art.
180 StG; Art. 139 i.V.m. Art 132 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer,
SR 642.11, abgekürzt: DBG).
c) Beim Arbeitgeber handelt es sich um den Schuldner der steuerbaren Arbeitsleistung
und beim Arbeitnehmer um den effektiv Steuerpflichtigen, was unbestritten geblieben
ist. Die Verfügung des Steueramts, Abteilung Quellensteuer, vom 2. Oktober 2018, war
nur an das Sicherheits- und Justizdepartement adressiert. Es ist nicht ersichtlich, ob
bzw. wann sie gegenüber dem Beklagten eröffnet oder diesem mitgeteilt wurde. Der
Beklagte bestreitet, dass ihm die Verfügung jemals eröffnet worden sei. Am 4.
Dezember 2019 ersuchte er das kantonale Steueramt St. Gallen um Erlass einer
Verfügung über die Steuerjahre 2013 bis 2018. Eventualiter stellte er ein
Revisionsbegehren. Als sich das Gericht im August 2020 beim Steueramt, Abteilung
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Quellensteuer, über den Verfahrensstand in jener Angelegenheit erkundigte, erhielt es
die Auskunft, der Erlass einer entsprechenden Verfügung sei in Bearbeitung. Nach
wiederholter Nachfrage liess sich das Steueramt im Dezember 2020 dann dahingehend
vernehmen, dass keine Verfügung ergehen werde. Es gebe keine gesetzliche
Grundlage für eine Eröffnung der Quellensteuer gegenüber dem Arbeitnehmer. Eine
Nachfrage beim Beklagten am 7. Januar 2021 ergab, dass von Seiten des Steueramts
keine Reaktion auf seine Eingabe vom 4. Dezember 2019 erfolgt sei (act. 26 bis 28).
Damit erübrigt sich der eventualiter gestellte Sistierungsantrag des Beklagten bis zum
Abschluss des entsprechenden Verfahrens.
Der Kläger stützt sich folglich auf eine fragwürdige Grundlage. Eine Steuerverfügung,
die gegenüber dem Steuerpflichtigen nicht eröffnet wurde und gegen die er kein
Rechtsmittel ergreifen konnte, kann jedenfalls keine Grundlage für eine entsprechende
Forderung bilden. Die Einsprachelegitimation des Steuerpflichtigen gegen eine
Verfügung über die Quellensteuer indes ist, wie voranstehend ausgeführt, direkt im
Gesetz verankert. Der Beklagte bestreitet, dass ihm die Verfügung vom 2. Oktober
2018 eröffnet wurde. Der beweispflichtige Kläger vermag eine Eröffnung der Verfügung
gegenüber dem Beklagten nicht zu beweisen. Ein Kontakt zwischen dem Kläger und
dem Beklagten über die Rückerstattungsforderung ist im Übrigen erst knapp zwei
Monate später – also zu einem Zeitpunkt, zu dem die Rechtsmittelfrist schon lange
verstrichen wäre – aktenkundig (act. 12). Der Beklagte hatte keinerlei Möglichkeit, sich
dagegen zur Wehr zu setzen. Ohne Eröffnung konnte die Verfügung nicht in
Rechtskraft erwachsen. Entgegen den Ausführungen des Klägers kann die Verfügung
vom 2. Oktober 2018 somit keine Anspruchsgrundlage für eine Rückerstattung bilden.
Ein Anspruch des Klägers ist deshalb von vornherein zu verneinen. Die Klage ist
vollumfänglich abzuweisen.
Ob die in Liechtenstein bezahlten Steuern an den Beklagten zurückbezahlt worden sind
oder nicht, ist im vorliegenden Verfahren unerheblich. Der Kläger könnte aus einer
Rückzahlung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Auch die Vermögensverhältnisse des
Beklagten sind irrelevant. Da vorliegend eine Nachforderung der Quellensteuer – und
nicht effektiv am Lohn vorgenommene Quellensteuerabzüge – Streitgegenstand ist, ist
Art. 186 StG nicht anwendbar. Quellensteuerabzüge waren gerade nicht vorgenommen
worden, was unbestritten geblieben ist. Die Vornahme einer Zahlung vom SJD ans
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Steueramt – gestützt auf eine interne Verfügung, die gegenüber dem Steuerpflichtigen
nie eröffnet wurde und somit nicht in Rechtskraft erwachsen ist – kann nicht gestützt
auf Art. 188 Abs. 1 Satz 2 StG ein Rückgriffsrecht des Staates gegenüber dem
Steuerpflichtigen begründen. Dies wäre im Übrigen geradezu rechtsmissbräuchlich und
zudem rechtsstaatlich äusserst bedenklich.
5.- Der Kläger unterliegt. Dementsprechend sind ihm die amtlichen Kosten
aufzuerlegen (Art. 95 VRP). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– erscheint angemessen
(Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Da es sich beim Kläger
um den Staat handelt, ist auf eine Erhebung der Kosten zu verzichten.
6.- Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beklagte Anspruch auf Ersatz seiner
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 Abs. 1 VRP). Der Rechtsvertreter des Beklagten hat
auf die Einreichung einer Kostennote verzichtet, gleichzeitig aber ausgeführt, dass
seine Aufwendungen weit über Fr. 12'000.– liegen würden. Bei Verfahren vor der VRK
beträgt das Honorar pauschal Fr. 1'500.– bis Fr. 15'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung, sGS 963.75). Der Aufwand des Rechtsvertreters des Beklagten
erstreckt sich im Wesentlichen auf Besprechungen mit seinem Mandanten und die
Eingabe der Klageantwort sowie der Duplik. Es wurde keine Verhandlung durchgeführt.
Ein gewisser Mehraufwand dürfte aufgrund der internationalen Problematik und der
Komplexität der Rechtsfragen angefallen sein. Unter Berücksichtigung der Höhe des
Streitwerts sowie in Anlehnung an zivilrechtliche Arbeitsprozesse und die bisherige
Rechtsprechung der VRK in personalrechtlichen Streitigkeiten erscheint ein Honorar
von Fr. 8'000.– als angemessen (vgl. Art. 14 lit. c HonO). Hinzuzählen sind die
Barauslagen von Fr. 320.– (4% von Fr. 8'000.–, Art. 28 HonO) und die
Mehrwertsteuer von Fr. 640.64 (7,7% auf dem Betrag von Fr. 8'320.–, Art. 29 HonO),
weshalb die ausseramtliche Entschädigung insgesamt Fr. 8'960.64 beträgt.
Entsprechend dem Antrag ist die Entschädigung direkt dem Rechtsvertreter
auszubezahlen.