Decision ID: 8aa5561d-1ecc-53d0-8c38-bd95603250b3
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden am 25. Februar 2014 erstmals in der
Schweiz um Asyl nachsuchten (damals noch zusammen mit dem Ehe-
mann respektive Vater der Beschwerdeführenden, D._),
dass das BFM auf das erste Asylgesuch mit Verfügung vom 15. Mai 2014
in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht eintrat
und die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete,
dass das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde
vom 28. Mai 2014 (Poststempel) mit Urteil vom 3. Juni 2014 abwies, so-
weit darauf eingetreten wurde,
dass für den Inhalt des ersten Asylverfahrens auf die entsprechenden Ak-
ten zu verweisen ist (N (...) sowie D-2889/2014),
dass die Beschwerdeführenden zusammen mit D._ am 2. Juli
2014 von der Schweiz nach Italien rücküberstellt wurden,
dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe an das BFM vom 15. August
2014 ein zweites Asylgesuch stellten,
dass die Beschwerdeführerin dabei im Wesentlichen vorbrachte, sie hät-
ten nach ihrer Rückkehr nach Italien eine Unterkunft ausserhalb von Mai-
land bezogen,
dass sie dort von ihrem Ehemann misshandelt worden sei, jedoch nicht
gewagt habe, ihn bei der Polizei anzuzeigen, da er ihr für diesen Fall mit
dem Tod gedroht habe,
dass sich ihr Ehemann ausserdem von ihr auf traditionelle Art habe
scheiden lassen,
dass sie bei einer sri-lankischen Nachbarsfamilie Hilfe gesucht habe,
worauf ihr diese Nachbarn empfohlen hätten, erneut in die Schweiz zu
gehen, und ihr ausserdem die Reise organisiert und bezahlt hätten,
dass sie und die Kinder nicht nach Italien zurückkehren könnten, da sie
dort auf der Strasse stehen würden,
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dass die Unterbringungsstrukturen in Italien in einem desolaten Zustand
und zudem überbelegt seien,
dass insbesondere verletzlichen Personen wie beispielsweise alleinste-
henden Frauen mit Kindern in Italien eine menschenunwürdige Existenz
drohe,
dass gewisse europäische Länder daher in bestimmten Fällen die Über-
stellung nach Italien aussetzen würden,
eine Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarates
vom 24. Juni 2014 habe ausserdem festgestellt, dass es in Italien ein
strukturelles Problem gebe,
dass aus diesen Gründen in Anwendung der Selbsteintrittsklausel auf die
Asylgesuche einzutreten sei,
dass das BFM den Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 18. Sep-
tember 2014 Gelegenheit gab, sich innert Frist schriftlich zur Zuständig-
keit Italiens und einer allfälligen Wegweisung dorthin zu äussern,
dass der damalige Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen mit Ein-
gabe vom 30. September 2014 dazu Stellung nahm,
dass das BFM mit Verfügung vom 16. Oktober 2014 – eröffnet am 21. Ok-
tober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf die zwei-
ten Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Ita-
lien anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den
Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-
deführenden verfügte und eine Gebühr erhob,
dass die Beschwerdeführenden diesen Entscheid mit Beschwerde vom
28. Oktober 2014 beim Bundesverwaltungsgericht anfochten und dabei
beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Schweiz
habe sich in Anwendung der Selbsteintrittsklausel für die Behandlung der
Asylgesuche zuständig zu erklären und es sei auf die Wegweisung nach
Italien zu verzichten,
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dass in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,
dass der Beschwerde eine Kopie der angefochtenen Verfügung vom
16. Oktober 2014 beilag,
dass auf den Inhalt der Beschwerde, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,
dass die vorinstanzlichen Akten am 30. Oktober 2014 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der
Regel und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Ver-
fügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise
Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert
sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um
eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch
zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-
stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE
2012/4 E. 2.2 m.w.H.),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist
(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober
2004 (DAA, SR 0.142.392.68) zur Anwendung gelangt und das BFM die
Zuständigkeitsfrage vorliegend zutreffend gestützt auf die Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsange-
hörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedsstaat gestellten Antrag auf
internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), deren
Bestimmungen die Schweiz seit dem 1. Januar 2014 zu einem grossen
Teil vorläufig anwendet, geprüft hat,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ein-
zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die
einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im
Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in
den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der
Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000,
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nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Re-
geln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt
werden kann,
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-
deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsge-
biet eines anderen Mitgliedsstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach
Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18
Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO),
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht), wobei diese Bestimmung nicht direkt anwendbar ist, sondern
nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internatio-
nalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5),
dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) vorsieht, dass das BFM aus humanitären Gründen ein Ge-
such behandeln kann, auch wenn nach den Kriterien des Dublin-
Abkommens ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Bestimmung
der Behörde einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv
auszulegen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 und 8.1 m.w.H.),
dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts,
wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach
Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die menschenrechtlichen Garantien der
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), der Internationale Pakt über bür-
gerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Über-
einkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame,
unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105), ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintritts-
rechts besteht (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2 m.w. H.),
dass sich die Beschwerdeführenden vor ihrer (erneuten) Einreise in die
Schweiz unbestrittenermassen in Italien aufgehalten haben,
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dass im ersten Asylverfahren festgestellt worden war, dass sie über Visa
für Italien verfügen, welche bis am 1. März 2015 gültig sind, und ausser-
dem der Ehemann der Beschwerdeführerin in Italien über eine Aufent-
haltsbewilligung und eine gültige Wohnadresse verfügte,
dass die Beschwerdeführenden am 2. Juli 2014 im Rahmen des Dublin-
Verfahrens von der Schweiz nach Italien rücküberstellt wurden und in der
Folge bis zur ihrer erneuten Einreise in die Schweiz Mitte August 2014 in
der Nähe von Mailand lebten,
dass das BFM demnach zu Recht die italienischen Behörden am
10. September 2014 um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden er-
suchte,
dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in
vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit
implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass die Beschwerdeführenden weder ihren vorgängigen Aufenthalt in
Italien noch die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens bestreiten,
dass die Überstellungsfrist nach Italien – vorbehältlich einer allfälligen Un-
terbrechung oder Verlängerung (Art. 29 Dublin-III-VO) – bis spätestens
am 11. April 2015 läuft,
dass die Beschwerdeführenden somit in einen Drittstaat (Italien) ausrei-
sen können, welcher für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungs-
verfahrens staatsvertraglich zuständig ist,
dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vorbringt, ihr Ehemann
habe sie verstossen und sie sei nun alleine mit den beiden Kindern,
dass sie in Italien unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müss-
te, da die Aufnahmebedingungen dort bekanntlich ungenügend seien
(Verweis auf einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH]
vom Oktober 2013),
dass dazu vorab festzustellen ist, dass das unsubstanziierte Vorbringen,
wonach der Ehemann die Beschwerdeführerin verstossen und verlassen
habe, wenig glaubhaft erscheint,
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dass vielmehr der Verdacht besteht, die Beschwerdeführerin versuche
sich durch diese Aussage Vorteile im Asylverfahren zu verschaffen,
dass sich die Beschwerdeführenden ferner offensichtlich damit begnüg-
ten, in pauschaler Weise und völlig unsubstanziiert geltend zu machen,
die Aufnahmebedingungen in Italien seien aus menschenrechtlicher Sicht
fragwürdig,
dass aus den Akten indessen in keiner Weise hervorgeht, dass die Be-
schwerdeführenden in Italien von menschenunwürdigen Lebensbedin-
gungen betroffen waren,
dass es derzeit allgemein keine wesentlichen Gründe für die Annahme
gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in
Italien würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr
einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Ar-
tikels 4 der EU–Grundrechtecharta mit sich bringen,
dass Italien Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101),
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der
FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen
völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des
internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von
Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtli-
nie), ergeben,
dass im Übrigen gemäss Erkenntnissen des Gerichts Dublin-Rückkehren-
de sowie verletzliche Personen von den italienischen Behörden bevorzugt
behandelt werden und für schutzbedürftige Personen spezielle Unterkünf-
te vorhanden sind,
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dass – wie bereits im ersten Asylverfahren ausgeführt wurde (vgl. dazu
das Urteil D-2889/2014 vom 3. Juni 2014) – demnach keine konkreten
Anhaltspunkte dafür bestehen, die Beschwerdeführenden würden bei ei-
ner Überstellung nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten,
dass auch keine Hinweise dafür vorliegen, sie würden in Italien gravie-
renden Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt oder ohne Prüfung ihrer
Asylgesuche und unter Verletzung des Non-Refoulementgebots nach
Bangladesch zurücküberstellt,
dass nach dem Gesagten eine Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dub-
lin-III-VO nicht gerechtfertigt erscheint und zudem weder völkerrechtliche
noch humanitäre Gründe vorliegen, die einen Selbsteintritt der Schweiz
gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO nahelegen würden,
dass bereits im Urteil vom 3. Juni 2014 festgestellt wurde, dass auch die
medizinischen Probleme der Beschwerdeführenden einer Überstellung
nach Italien nicht entgegenstehen,
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-
nen Verfügung beauftragt sind, in diesem Zusammenhang erneut anzu-
weisen sind, den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der kon-
kreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführenden Rechnung
zu tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise
über die spezifischen medizinischen Umstände zu informieren (vgl.
Art. 31 f. Dublin-III-VO),
dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht einge-
treten ist und – weil die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gülti-
gen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung sind – in Anwendung
von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32
Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2010/45 E. 10),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die vo-
rinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist,
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dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen
ist, weshalb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses als gegenstandslos erweist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65
Abs. 1 VwVG) ungeachtet der geltend gemachten prozessualen Bedürf-
tigkeit der Beschwerdeführenden zufolge Aussichtslosigkeit der gestellten
Beschwerdebegehren abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.–
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63
Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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