Decision ID: 99ef2ce3-f6f2-4d2c-b150-fb9931bf4ba8
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin Eugster, Rorschacher Strasse 107,
9000 St. Gallen,
gegen
Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
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betreffend
Kurzarbeitsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a Am 29. Juni 2007 zerstörte ein Brand eine zwei Jahre zuvor errichtete Halle samt
Einrichtungen der B._. Mit Schreiben vom 3. September 2007 meldete die B._
beim Amt für Arbeit St. Gallen (AfA) Kurzarbeit an. Der Wiederaufbau der Halle benötige
etwa zwölf bis 15 Monate. Um Entlassungen zu vermeiden, habe man das Pensum der
in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter auf im Durchschnitt 72% der
Sollarbeitszeit reduzieren müssen. 42 Arbeitnehmer seien von Kurzarbeit betroffen. Ihre
Betriebsunterbruchversicherung sei bereit, für alle betroffenen Mitarbeiter den
Lohnausfall bis 30. November 2007 zu übernehmen (act. G 1.8). Das AfA teilte der
B._ mit Schreiben vom 4. September 2007 mit, eine Bewilligung von Kurzarbeit
werde gegenüber den Aufsichtsbehörden des Bundes nicht durchzusetzen sein, und
gewährte das rechtliche Gehör (act. G 3.17). Die B._ liess am 7. September 2007
weitere Unterlagen einreichen (act. G 3.14).
A.b Mit Verfügung vom 25. September 2007 erhob das AfA gegen die Auszahlung von
Kurzarbeitsentschädigung Einspruch. Die B._ sei gemäss den eigenen
Informationsbulletins in der Lage, die vom Brand betroffenen Mitarbeitenden in
anderen Betrieben der Unternehmensgruppe einzusetzen. Der geltend gemachte
Beschäftigungsausfall müsse dem Unternehmerrisiko zugeordnet werden, das nicht
von der Kurzarbeitsentschädigung getragen werden dürfe (act. G 3.13). Gegen diese
Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. Armin Eugster in Vertretung der B._ am
26. Oktober 2007 Einsprache. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und die
Bewilligung des Gesuchs um Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge (act. G 3.9). Das AfA wies die Einsprache mit Entscheid vom
13. November 2007 ab. Die Geschäftsleitung der B._ habe im Zusammenhang mit
dem Brand Informationsbulletins herausgegeben. Gemäss Nr. 8 vom 18. September
2007 etwa würden weder die internen Arbeitsprozesse noch die externe
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Auftragserfüllung empfindlich beeinträchtigt. Aufgrund der Schilderungen in den
Bulletins müsse davon ausgegangen werden, dass die Auftragserfüllung der BWB
durch Übernahme von Arbeiten anderer Betriebe der A._ und in den
Betriebsgebäuden der alten Anlage habe aufrecht erhalten werden können. Die
Produktion habe nicht gedrosselt werden müssen. Somit liege kein durch Kurzarbeit
begründeter Arbeitsausfall vor, der von der Arbeitslosenversicherung als subsidiärer
Elementarschadenversicherung übernommen werden könne (act. G 1.11).
B.
B.a Der Rechtsvertreter der B._ stellte innert der laufenden Rechtsmittelfrist am
28. November 2007 ein Wiedererwägungsgesuch. Im Bereich Grossteile habe in der
Zeit von Juli bis Oktober 2007 ein Umsatzrückgang von rund Fr. 500'000.- verzeichnet
werden müssen. Die Kosten für die Lohnausfalltage in jenem Zeitraum würden sich auf
Fr. 252'000.- belaufen. Die Umsatzsteigerung im Bereich Kleinteile habe nichts mit dem
Brand zu tun. Die Berichterstattung auf der Website der B._ sei für Kunden gedacht.
Die Lage sei darin ausgesprochen optimistisch dargestellt. Für Juli bis September 2007
betrage die versicherungstechnische Einbusse Fr. 880'000.- (act. G 3.2).
B.b Mit Entscheid vom 5. Dezember 2007 trat das AfA auf das
Wiedererwägungsgesuch nicht ein. Der Umsatz im Bereich Grossteile für Juli bis
Oktober 2007 liege eindeutig über dem Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre.
In diesem Bereich ergebe sich somit kein Auftragseinbruch. Trotz widriger Umstände
habe wohl im Rahmen der Umsatzerwartungen produziert werden können. Gemäss
Informationsbulletins sei es zu Produktionsverlagerungen auf andere Betriebe des
Konzerns gekommen. Aus den eingereichten Umsatzzahlen seien solche ausgelagerten
Arbeiten allerdings nicht ersichtlich. Es müsse davon ausgegangen werden, dass bei
einer konzernbereinigten Betrachtung ein höherer als der ausgewiesene Umsatz
erreicht worden sei. Der Arbeitsausfall sei offenbar auf den vom Brand betroffenen
Bereich Grossteile und nicht auf fehlende Aufträge zurückzuführen. Es habe sogar ein
überdurchschnittlicher Umsatz erzielt werden können. Die Verfügung vom
13. November 2007 sei nicht zweifellos unrichtig, weshalb auf das
Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten werde (act. G 3.1).
C.
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C.a Mit Beschwerde vom 14. Dezember 2007 lässt die B._ die Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 13. November 2007 beantragen. Das Gesuch um
Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung sei zu bewilligen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die durch den Brand zerstörte Halle sei erst Ende 2005/Anfang
2006 in Betrieb genommen worden. Die Elementarschadenversicherung 'D._' habe in
der vom Brand unversehrten alten Halle ein zweites Bad für die Veredelung von
Grossteilen finanziert, um wenigstens einen Teil der Aufträge – aktuell in Handarbeit –
erfüllen zu können. Von den ursprünglich 50 im Bereich Grossteile Beschäftigten seien
sieben an neuen Standorten innerhalb der Firma tätig. Die derzeitige Arbeitsauslastung
für die Veredelung im Bereich Grossteile betrage 100% für 30 Personen dreischichtig
während sieben Tagen wöchentlich. Die Folge wären 13 Entlassungen. Stattdessen
habe die Beschwerdeführerin die Arbeitsauslastung auf 43 Personen zu 70% aufgeteilt
(gemäss Voranmeldung waren 42 Personen von Kurzarbeit betroffen, vgl. act. G 3.19).
Der Mehrumsatz im Bereich Kleinteile lasse sich nicht einfach mit dem Verlust im
Bereich Grossteile kompensieren. Das Anforderungsprofil der Mitarbeiter in den beiden
Bereichen sei völlig unterschiedlich. Ein Brandschaden dieses Ausmasses gehöre
klarerweise nicht zum sog. normalen Betriebsrisiko des Arbeitgebers. Die Zeitspanne,
für die Kurzarbeitsentschädigung beansprucht werde, sei klar begrenzt auf acht
Monate. Die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter auf reduzierter Basis mache auch
deshalb Sinn, weil es sich um eigens ausgebildete Leute und Spezialisten handle. Der
Umgang mit Aluminium sei besonders heikel, weshalb dieses eigens ausgebildete
Personal für den Betrieb auch besonders wertvoll sei. Im Übrigen handle es sich samt
und sonders um langjährige Angestellte. Zum Wiedererwägungsentscheid vom
5. Dezember 2007 lässt die Beschwerdeführerin ausführen, der Umsatzvergleich mit
den Durchschnittszahlen der letzten fünf Jahre sei schlicht falsch, da die vom Brand
betroffene Halle erst ab Januar 2006 überhaupt in Betrieb gewesen sei. Trotz
Aufforderung habe der Beschwerdegegner es nicht für nötig befunden, sich vor Ort ein
Bild über die tatsächliche Situation zu machen. Tatsache sei, dass lediglich ein Teil der
Veredelung im Bereich Grossteile dank einem Provisorium in der alten Halle aufrecht
erhalten werden könne, um nicht sämtliche Kunden und Aufträge in diesem Segment
zu verlieren. Als Beweis wird ein Augenschein beantragt (act. G 1).
C.b Der Beschwerdegegner beantragt mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2008
die Abweisung der Beschwerde. Massgeblich sei der Gesamtumsatz der
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Beschwerdeführerin. Ein massiver Umsatzeinbruch in einem einzelnen Bereich des
Betriebs wäre demnach für den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung nicht
massgeblich. Im Bereich Grossteile belaufe sich der durchschnittliche Monatsumsatz
seit dem Jahr 2002 auf Fr. 2'324'592.-. Im Zeitraum von Juli bis Oktober 2007 seien
demgegenüber durchschnittlich sogar Fr. 2'967'468.- pro Monat erzielt worden. Bei
den Kleinteilen liege der Monatsdurchschnittsumsatz bei Fr. 1'975'589.- seit 2002 und
für die Monate Juli bis Oktober 2007 bei Fr. 2'552'435.-. Der seit dem Brand erzielte
Gesamtumsatz der beiden Bereiche liege wesentlich über dem Durchschnitt der letzten
Jahre. Gegenüber dem Vorjahr könne kein wesentlicher Einbruch festgestellt werden.
Offenbar hätten andere Betriebe des Konzerns Aufträge der Beschwerdeführerin
übernehmen können, wodurch das Konzernergebnis möglicherweise sogar positiv
habe beeinflusst werden können. Trotz des vorgebrachten Arbeitsausfalls seit dem
Brand hätten bis Ende 2007 weitere Personen angestellt werden können.
Möglicherweise seien die Personen nicht in den Bereichen Gross- und Kleinteile
angestellt worden. Das Vorbringen sei aber unklar. Auch die Brandursache sei unklar.
Daher sei immerhin auf die Fragwürdigkeit der Anrechenbarkeit des Arbeitsausfalls
hingewiesen: Theoretisch sei denkbar, dass die Arbeitgeberin die Ursache des
Arbeitsausfalls zu vertreten habe. Aufgrund der Umsatzzahlen ergäbe sich für die
Beschwerdeführerin kein Umsatzeinbruch und somit auch keine
Produktionsdrosselung. Bei einem vorgebrachten reduzierten Beschäftigungsgrad (43
Personen mit 70%) sei vielmehr davon auszugehen, dass eine mindestens gleich gute
Rendite wie in den Vorjahren erzielt werde. Somit bestehe kein Anspruch auf
Kurzarbeitsentschädigung (act. G 3).
C.c Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 10. März 2008 an ihrem Antrag
festhalten. Unter dem vom Beschwerdegegner zitierten "Ausgleich der Arbeitsausfälle
mit einer Umsatzsteigerung und verbesserter Rendite dank überarbeiteter
Betriebsstruktur und bereinigter Produktepalette" könne wohl nur verstanden werden,
dass bestehendes Personal anderweitig tatsächlich eingesetzt werden könne, was
vorliegend nicht der Fall sei. Bei den "anderen Betriebsstätten" handle es sich um
rechtlich selbstständige Aktiengesellschaften bzw. Firmen. Sie würden völlig
unterschiedliche Produktionen anbieten. Die Veredelung von Grossteilen auf der vom
Brand zerstörten Anlage sei einmalig bei der Beschwerdeführerin. Diese spezifischen
Aufträge würden sich nicht verlagern lassen. Die Beschwerdeführerin habe feststellen
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müssen, dass die für eine Vielzahl der Grossteile zugesicherten Qualitätsziele/-
standards auf der alten Anlage in Handarbeit nicht erreicht würden, weshalb es zu
zahlreichen Reklamationen gekommen und die Produktion ab September 2007
eingebrochen sei. Die hohen Umsatzzahlen im August 2007 würden sich mit dem
durch den Brand verursachten Stau der pendenten und teils neuen Aufträge erklären.
Eine "konzernbereinigte Kostenrechnung" sei in keiner Weise zielführend, weil die
hochwertigen Veredelungs-Aufträge aktuell ausfallen würden bzw. die Kunden zur
Konkurrenz ausgewichen seien. Die Sachdarstellung des Beschwerdegegners, dass ab
Juli bis Ende 2007 weitere Personen angestellt worden seien, sei falsch. Die
Beschwerdeführerin habe die Ursache des Arbeitsausfalls nicht zu vertreten; sie lässt
diesbezüglich den forensischen Untersuchungsbericht zur Brandursachenermittlung
der Kriminalpolizei St. Gallen vom 5. September 2007 sowie die Aufhebungsverfügung
des Untersuchungsamts C._ vom 26. September 2007 einreichen (act. G 8).
C.d Der Beschwerdegegner hält in der Duplik vom 18. März 2008 an seinem Antrag
fest. Wenn ein Betrieb in Erfüllung der Schadenminderungspflicht die Aufträge
weiterhin erfüllen könne und die Nachfrage somit bestehen bleibe, sei es nicht die
Aufgabe der Arbeitslosenversicherung, für anfallende Lohnkosten
Kurzarbeitsentschädigung zu entrichten. Nach der Rechtsprechung seien Tatsachen,
die sich nach Verfügungserlass verwirklicht hätten, insoweit zu berücksichtigen, als sie
mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stünden und geeignet seien,
die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen. Da die
Entwicklung der Umsatzzahlen während der voraussichtlichen Dauer der Kurzarbeit für
die Begründung der Verneinung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung
massgeblich sei und die Zahlen per Ende Oktober 2007 vorgelegen seien, habe man
darauf hingewiesen, dass die Umsatzzahlen nicht mehr aktuell seien. Für die Frage, ob
ein Umsatzeinbruch vorliege, müsse ein Vergleich mit den früheren Umsatzzahlen
gemacht werden. Für einen repräsentativen Vergleich müssten mehrere Monate oder
sogar Jahre beigezogen werden. Aufgrund der Möglichkeit von Schwankungen
aufgrund extremer Einflüsse (z.B. Saison) werde meistens ein Jahresvergleich
bevorzugt (act. G 10).
C.e Mit der Bescheinigung des Abschlusses des Schriftenwechsels liess das
Versicherungsgericht dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Kopie des
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Urteils C 120/96 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (heute Bundesgericht)
vom 16. Oktober 1996 zukommen (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 31 Abs. 1 lit. b und d des Bundesgesetzes über die
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) haben
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, deren Arbeitszeit verkürzt oder deren
Beschäftigung ganz eingestellt wird, Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn der
Arbeitsausfall anrechenbar und voraussichtlich vorübergehend ist sowie wenn erwartet
werden darf, dass durch die Kurzarbeit ihre Arbeitsplätze erhalten werden können. Ein
Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und
unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG). Von diesem Prinzip wird in Art. 32 Abs. 3
AVIG eine Ausnahme gemacht. Nach dieser Bestimmung regelt der Bundesrat die
Anrechenbarkeit von Arbeitsausfällen, die auf behördliche Massnahmen oder andere
vom Arbeitgeber nicht zu vertretende Umstände zurückzuführen sind. Solche
Arbeitsausfälle sind nach Art. 51 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02)
anrechenbar, wenn der Arbeitgeber sie nicht durch geeignete, wirtschaftlich tragbare
Massnahmen vermeiden oder keinen Dritten für den Schaden haftbar machen kann.
Abs. 2 dieser Bestimmung enthält einen nicht abschliessenden Katalog von Ursachen
für anrechenbare Arbeitsausfälle. Dessen lit. e nennt Elementarschadenereignisse.
Gemäss Abs. 4 ist der Arbeitsausfall wegen eines Schadenereignisses nicht
anrechenbar, solange er durch eine private Versicherung gedeckt ist. Hat sich der
Arbeitgeber nicht gegen einen solchen Arbeitsausfall versichert, obwohl dies möglich
gewesen wäre, so ist der Arbeitsausfall frühestens nach Ablauf der für das einzelne
Arbeitsverhältnis geltenden Kündigungsfrist anrechenbar.
1.2 Nach Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG ist ein Arbeitsausfall ebenfalls nicht anrechenbar,
wenn er durch Umstände bedingt ist, die zum normalen Betriebsrisiko der
Arbeitgeberin gehören (ARV 2004 Nr. 5 S. 58 Erw. 2.1). Mit dem normalen
Betriebsrisiko im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG sind die "gewöhnlichen"
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Arbeitsausfälle gemeint, mithin jene Ausfälle, die erfahrungsgemäss regelmässig und
wiederholt auftreten, demzufolge vorhersehbar und in verschiedener Weise
kalkulatorisch erfassbar sind. Was in diesem Sinne als normal gelten soll, darf nach der
Rechtsprechung nicht nach einem für alle Unternehmensarten allgemein gültigen
Massstab bemessen werden, sondern ist in jedem Einzelfall aufgrund der mit der
spezifischen Unternehmertätigkeit verbundenen besonderen Verhältnisse zu
bestimmen (BGE 119 V 498 Erw. 1 m. H.; C 237/01 vom 4. Juli 2003, Erw. 3.1). Dabei
kommt dem Gesichtpunkt der Vorhersehbarkeit massgebende Bedeutung zu. So
gehören Arbeitsausfälle, die jede Arbeitgeberin treffen können, zum normalen
Betriebsrisiko. Lediglich wenn sie ausserordentlicher oder aussergewöhnlicher Natur
sind, sind sie anrechenbar und damit entschädigungsberechtigt (Thomas Nussbaumer,
Arbeitslosenversicherung, in: SBVR XIV-Meyer, Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007,
Rz 477 ff., insbesondere Rz 481 ff.). Auch die Anwendbarkeit von Art. 51 AVIV steht
unter dem Vorbehalt des normalen Betriebsrisikos (BGE 119 V 498 Erw. 2a).
1.3 Im unveröffentlichten Entscheid C 120/96 vom 16. Oktober 1996 hielt das EVG
(seit 1. Januar 2007 Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) fest, das Gesetz
schliesse Arbeitsausfälle von der Kurzarbeitsentschädigung aus, wenn der Betrieb in
Erfüllung der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht dank überarbeiteter
Betriebsstruktur und bereinigter Produktepalette einzelne Arbeitsausfälle mit einer
Umsatzsteigerung und verbesserter Rendite ausgleichen könne (Erw. 5).
2.
2.1 Im vorliegenden Fall zerstörte ein Brand die anderthalb Jahre zuvor in Betrieb
genommene Halle, in der in einer computergesteuerten, vollautomatisierten Anlage
Grossteile veredelt wurden. Gemäss dem forensischen Untersuchungsbericht
Brandursachenermittlung der Kantonspolizei St. Gallen vom 5. September 2007 habe
man Spuren an Kontaktstellen in den Hochstromkreisen gefunden, die durch grosse
Hitze entstanden sein müssten und nicht durch den Brand verursacht sein könnten.
Weil die Umgebung dieser Kontaktstellen stark zerstört sei, könne die Brandentstehung
nicht einer einzelnen Kontaktstelle zugeordnet werden. Das Spurenbild spreche jedoch
in hohem Masse dafür, dass eine derartige Kontaktstelle sich erhitzt und den Brand
verursacht habe. Man habe keine Hinweise auf eine andere Brandursache gefunden
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(act. G 8.3). Gestützt auf diese Untersuchung erliess das Untersuchungsamt C._ am
26. September 2007 eine Aufhebungsverfügung betreffend fahrlässige Verursachung
einer Feuersbrunst. Aufgrund des vorliegenden Beweisergebnisses sei davon
auszugehen, dass mit höchster Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt zum
Ausbruch des Brandes geführt habe. Jedenfalls würden keine Hinweise darauf
vorliegen, dass Sorgfaltspflichtverletzungen die Ursache des Brandes gewesen seien
(act. G 8.4).
2.2 Der wohl durch einen technischen Defekt ausgelöste Brand kann unter keine der
von Art. 51 Abs. 2 AVIV genannten Ursachen für den Arbeitsausfall subsummiert
werden. Insbesondere handelt es sich dabei nicht um ein Elementarschadenereignis
gemäss lit. e. Ein Elementarschaden ist ursächlich auf eine Urgewalt zurückzuführen
(vgl. Weber/Umbach, Versicherungsaufsichtsrecht, Bern 2006, S. 168 Rz 64). So nennt
etwa Art. 173 der Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten
Versicherungsunternehmen (AVO; SR 961.011) als Elementarschadenereignisse
Hochwasser, Überschwemmung, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck, Felssturz,
Steinschlag oder Erdrutsch. Vorliegend wurde der Brand nicht etwa durch die
Einwirkung einer Urgewalt ausgelöst, sondern offenbar durch einen technischen
Defekt. Ein solcher stellt kein Elementarschadenereignis dar.
2.3 Die Aufzählung in Art. 51 Abs. 2 AVIV ist nicht abschliessend. Gemäss
Bundesgericht ist für die Annahme eines gestützt auf die Generalklausel des Art. 51
Abs. 1 AVIV anrechenbaren Arbeitsausfalls entscheidend, ob der Arbeitgeber dessen
(aussergewöhnliche) Ursache zu vertreten hat (Urteil C 255/06 vom 22. Oktober 2007,
Erw. 3.1). Hinweise auf ein Selbstverschulden der Beschwerdeführerin bzw. ihrer
Organe oder Angestellten liegen keine vor. Da das Untersuchungsamt C._ betreffend
fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst eine Aufhebungsverfügung erlassen hat,
kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin den Brand zu
vertreten hat. Somit ist nicht auszuschliessen, dass die Generalklausel des Art. 51
Abs. 1 AVIV zur Anwendung gelangt.
2.4 Der Brand fällt nicht in den Bereich des normalen Betriebsrisikos im oben
umschriebenen Sinn. Er verursachte keinen "gewöhnlichen" Arbeitsausfall, der
erfahrungsgemäss regelmässig und wiederholt auftritt und vorhersehbar und dadurch
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kalkulatorisch erfassbar gewesen wäre. Vielmehr bewirkte der Brand mit der
kompletten Zerstörung der Arbeitsplätze vieler Mitarbeiter einen aussergewöhnlichen
Arbeitsausfall, der keinesfalls im Voraus vorhersehbar gewesen wäre. Der
Schadenseintritt liegt eindeutig nicht mehr im Bereich des normalen Betriebsrisikos.
3.
3.1 Für die Anwendung von Art. 51 Abs. 1 AVIV ist erforderlich, dass kein Dritter für
den Schaden haftbar gemacht werden kann. Die haftpflichtrechtlichen Konsequenzen
des Brands sind nicht aktenkundig. Die Beschwerdeführerin erklärte lediglich, die D._
als Betriebsunterbruchversicherung habe einen Teil des Schadens übernommen (vgl.
act. G 3.16). Der Beschwerdegegner hat es unterlassen abzuklären, ob die
Beschwerdeführerin gegenüber einem Dritten ausservertragliche Haftungsansprüche
aus unerlaubter Handlung hat oder zumindest hätte geltend machen können (Art. 41 ff.
der Obligationenrechts [OR; SR 220]). Auch eine vertragliche Haftpflicht des Erstellers
der in Brand geratenen Anlage wäre zumindest denkbar. Die entsprechende
Überprüfung hat der Beschwerdegegner nachzuholen.
3.2 Die Versicherung D._ deckte nach Angabe der Beschwerdeführerin den
versicherungstechnischen Bruttogewinn, worin grundsätzlich auch die Lohnkosten
enthalten waren. Die Versicherung teilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
6. September 2007 mit, sie wisse, dass es in der Region der Beschwerdeführerin
einerseits für die Arbeiter sehr schwierig sei, eine gleichartige oder zumindest
gleichwertige Arbeit zu finden, und es andererseits auch für das Unternehmen nicht
einfach sein werde, für die Wiederinbetriebnahme des zerstörten Werks geeignete
Leute zu finden, weshalb Kündigungen wenn möglich vermieden werden sollten. Wenn
das AfA bereit wäre, ab Dezember 2007 für die restliche Dauer der Kurzarbeit die
Differenz bis zur Höhe des versicherten Lohns zu übernehmen, wäre die D._ bereit,
die restliche Differenz für diese Dauer zu übernehmen (act. G 3.16). Die Bedingungen
des Vertrags zwischen der Beschwerdeführerin und der
Betriebsunterbruchversicherung sind nicht aktenkundig. Auch in diesem Punkt wird der
Beschwerdegegner insbesondere durch Beizug der Vertragsbedingungen weitere
Abklärungen vorzunehmen haben.
4.
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4.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob der Arbeitsausfall von der Beschwerdeführerin
durch geeignete, wirtschaftlich tragbare Massnahmen vermieden werden konnte bzw.
zu vermeiden gewesen wäre. In E._ werden Gross- und Kleinteile anodisiert, wobei
der Umsatz der Grossteile über jenem der Kleinteile lag und liegt (act. G 1.5; 8.2). Der
Gesamtbetrieb beschäftigte im Zeitpunkt des Brandes 127 unbefristet Angestellte,
wovon vor dem Brand rund 50 in der Betriebsabteilung Grossteile tätig waren (act. G 1,
S. 4 Ziff. III/A/1.; G 1.8). Sieben dieser Arbeitnehmer konnten nach dem Brand nach
Angaben der Beschwerdeführerin umplatziert werden. In der alten Halle wurde für
insgesamt 3000 Stellenprozente im Schichtbetrieb ein Provisorium für die Veredelung
der Grossteile in Handarbeit errichtet. Deshalb wurden die Pensen der 43
Arbeitnehmenden, die vor dem Brand in der betroffenen Halle tätig gewesen waren, auf
je ca. 70% reduziert, sodass die insgesamt durch das Provisorium zur Verfügung
stehenden Stellenprozente voll ausgeschöpft wurden (act. G 1, S. 5 Ziff. III/A/3). Der
Wegfall der vollautomatisierten Anlage für Grossteile und der Einsatz des nur in
Handarbeit benutzbaren Provisoriums führten neben quantitativen offenbar zu
Qualitätsproblemen, was sich auf den Umsatz negativ auswirkte. Lediglich im August
2007 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein besserer Umsatz erzielt, was die
Beschwerdeführerin mit dem Rückstau begründet, der sich durch die Ausfälle im Juli
2007 gebildet habe (act. G 1.5; 8.2). Ansonsten sind die im Bereich Grossteile erzielten
Umsätze nach Ausfall der abgebrannten Halle deutlich eingebrochen; insgesamt betrug
die Einbusse im Zeitraum Juli 2007 bis und mit Februar 2008 im Vergleich zu den
entsprechenden Monaten des Vorjahres Fr. 1'720'190.- (act. G 8.12). Bei diesen Zahlen
ist davon auszugehen, dass die Produktion im Bereich Grossteile gedrosselt werden
musste. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners taugt der Beizug der
Umsatzzahlen der dem Brand vorangegangenen Jahre seit 2002 für eine Beurteilung
der Umsatzzahlen nicht. Die abgebrannte Halle für die Grossteile-Veredelung wurde
nach Angaben der Beschwerdeführerin anfangs 2006 in Betrieb genommen und stand
offenbar erst ab Februar 2007 unter Volllast (act. G 8, S. 3; vgl. auch act. G 1.4c). Somit
können von Vornherein die Umsatzzahlen frühestens ab 2006 massgebend sein. Für
diesen Zeitraum ist eine Einbusse klar ersichtlich (act. G 8.12).
4.2 Aus den auf der Website der Beschwerdeführerin abrufbaren
Informationsbulletins ihres Marketingverantwortlichen schliesst der Beschwerdegegner,
die Auftragserfüllung der Beschwerdeführerin habe durch Übernahme von Arbeiten
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anderer Betriebe der Holding und in den Betriebsgebäuden der alten Anlage in E._
aufrecht erhalten können. Einen derartigen Schluss lassen die Informationsbulletins
jedoch nicht zu. Zum Vornherein muss festgehalten werden, dass die Informationen
vom Leiter Marketing & Verkauf verfasst wurden und sich klar erkennbar an die Kunden
bzw. potentiellen Kunden der Beschwerdeführerin richten. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin macht nachvollziehbar geltend, dass deshalb der Fokus der
Informationen darauf liegt, die durch den Brand verursachten Probleme als ohne
weiteres lösbar darzustellen, um das Vertrauen der potentiellen und bestehenden
Kunden in pünktliche und einwandfreie Auftragserledigung nicht zu erschüttern.
Taugliche Belege dafür, dass die Produktion im Bereich Grossteile nicht habe
gedrosselt werden müssen bzw. gar eine grössere Rendite habe erzielt werden können,
liefern die Informationsbulletins jedoch nicht.
4.3 Obwohl die Umsatzzahlen darauf hindeuten, dass die Beschwerdeführerin den
durch den Brand erlittenen Verlust der Grossteile-Anlage innerhalb der F._ nicht
hinreichend ausgleichen konnte (geschweige denn wegen der Verlagerungen eine
Renditesteigerung erfolgt wäre), ist genauer zu betrachten, ob die Beschwerdeführerin
ihrer Schadenminderungspflicht ausreichend nachkam.
4.3.1 Die Beschwerdeführerin war verpflichtet, die Mitarbeiter, die wegen des
Brands kein volles Arbeitspensum mehr ausführen konnten, soweit als möglich und
zumutbar an anderen Orten einzusetzen. Weil sich rasch abzeichnete, dass der Ausfall
wohl ein Jahr oder länger dauern würde, wäre es grundsätzlich durchaus angebracht,
die Mitarbeiter des Bereichs Grossteile in andere Bereiche einzuarbeiten. Die
Beschwerdeführerin lässt darauf hinweisen, die betroffenen Angestellten seien eigens
für den Bereich Grossteile ausgebildet und spezialisiert. Dies ist zwar nachvollziehbar,
bedeutet aber nicht, dass die Angestellten sich nicht auch in einen anderen Bereich
einarbeiten könnten. Es ist davon auszugehen, dass diese Einarbeitung innert
nützlicher Frist erfolgen könnte. Auch die von den betroffenen Angestellten erzielten
Löhne deuten nicht darauf hin, dass sie derart spezialisiert wären, dass ein Einsatz in
einem anderen Bereich undenkbar wäre (act. G 1.10). Die Beschwerdeführerin macht
geltend, sieben Mitarbeiter erfolgreich umplatziert zu haben. Zur Beantwortung der
Frage, ob weitere Umplatzierungen möglich und der Beschwerdeführerin zumutbar
gewesen wären, kann die Konzernrechnung Anhaltspunkte liefern. Zu prüfen ist, ob in
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anderen Bereichen der Beschwerdeführerin oder allenfalls auch des Konzerns seit dem
Brand neue Mitarbeiter eingestellt wurden. Die Beschwerdeführerin hatte in der
Beschwerdeschrift von einem sukzessive von 85 Beschäftigten (ca. 2004) auf 135
Beschäftigte (Dezember 2007) gesteigerten Personalbestand gesprochen (vgl. G 1, S.5
Ziff. III A/2). Sollten Neuanstellungen nach dem Brandfall erfolgt sein, wäre abzuklären,
ob für die Stellenprofile der neu eingesetzten Mitarbeiter auch die von der Kurzarbeit
betroffenen Angestellten – allenfalls nach einer Einarbeitung – geeignet gewesen
wären. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin offenbar per
Januar 2008 die G._ übernommen hat, woraus sich möglicherweise
Verlagerungspotential ergeben hätte.
4.3.2 Aus der Tatsache, dass es im Bereich Kleinteile auch nach dem Brand zu
einem Umsatzwachstum gekommen war, kann entgegen der Ansicht des
Beschwerdegegners nicht geschlossen werden, dass dieses Wachstum kausal mit
dem Ausfall der Grossteile-Anlage in Verbindung stünde. Die Umsatzzahlen lassen
darauf nicht schliessen. Vergleicht man die jeweiligen Monate ab 2006 mit den
korrespondierenden des Jahres 2007 (bis Oktober vorhanden), so wird deutlich, dass
der Umsatz im Bereich Kleinteile bereits vor dem Brand ausnahmslos jeden Monat
anstieg; dies zum Teil erheblich (etwa um über Fr. 100'000.- im März 2007 im Vergleich
zum März 2006; act. G 1.5). Da davon auszugehen ist, dass die gewinnorientierte
Beschwerdeführerin im Bereich Kleinteile bereits vor dem Brand eine optimale Rendite
erzielte, ist nicht wahrscheinlich, dass die auch nach dem Brand im Bereich Kleinteile
erzielten Umsatzsteigerungen aufgrund frei gewordener Kapazitäten der Mitarbeiter der
Grossteilveredelung erzielt worden wären. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdegegners erscheint es kaum als möglich, aus der Konzernrechnung
herauszulesen, ob und wie sich die Umsätze in den anderen Gesellschaften der F._
durch den Brand in E._ kausal veränderten, zumal auch nicht quantifizierbare
allgemeine wirtschaftliche, strategische und konjunkturelle Faktoren Einfluss auf die
Ergebnisse haben. Betreffend Schadenminderungspflicht könnte also einzig relevant
sein, ob die Beschwerdeführerin – bzw. allenfalls der Konzern – neue Mitarbeiter
angestellt hat, obwohl ihr die Umteilung der vom Brand betroffenen Mitarbeiter
zumutbar gewesen wäre.
5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
5.1 Der Beschwerdegegner hat gemäss den vorstehenden Erwägungen weitere
Abklärungen vorzunehmen, wozu die Sache unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 13. November 2007 an ihn zurückzuweisen ist. Er hat
insbesondere abzuklären, ob ein Dritter für den Arbeitsausfall haftbar gemacht werden
kann, sei dies aus Vertrag, sei dies aus ausservertraglichem Haftpflichtrecht. Weiter hat
er zu prüfen, ob die Betriebsunterbruchversicherung der Beschwerdeführerin gemäss
Vertrag die Zahlungen für den Arbeitsausfall per Ende November 2007 einstellen durfte.
Ein nächster Abklärungspunkt betrifft die Frage, ob die Beschwerdeführerin vakante
oder neue Stellen mit den durch den Brand teilweise frei gewordenen Mitarbeitern
zumutbarerweise in grösserem Ausmass hätte besetzen können, als sie dies getan hat.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Da die Rückweisung zur Neubeurteilung praxisgemäss als volles Obsiegen gilt
(ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a), hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ungekürzte
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG