Decision ID: dfc282e2-2ed0-5109-b40a-588db0ee6ea0
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer die Türkei eigenen Angaben zufolge am 14. Januar 2009 verlassen habe, am 17. Januar 2009 in die Schweiz eingereist sei und am 19. Januar 2009 in der Schweiz um Asyl ,
dass die Erstbefragung am 22. Januar 2009 im Empfangs- und  Basel durchgeführt wurde, und die Anhörung zu den Asylgründen am 13. Februar 2009 stattfand,
dass für den Inhalt der Aussagen des Beschwerdeführers auf die  zu verweisen ist,
dass dem BFM am 19. Februar 2009 Kopien eines Reisepasses und eines von den Niederlanden ausgestellten Aufenthaltsausweises des Beschwerdeführers zugestellt wurden,
dass das BFM den Beschwerdeführer am 27. Februar 2009 über den Erhalt der Ausweiskopien informierte und ihm die Möglichkeit der  einer Stellungnahme gab,
dass der Beschwerdeführer am 21. März 2009 eine Stellungnahme einreichte,
dass das BFM die niederländischen Behörden am 7. April 2009 um die Rückübernahme des Beschwerdeführers ersuchte,
dass das BFM den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. April 2009 über das Rückübernahmeersuchen in Kenntnis setzte und ihm  zur Einreichung einer Stellungnahme gab,
dass die niederländischen Behörden sich am 4. Mai 2009 zur  des Beschwerdeführers bereit erklärten,
dass das BFM mit Verfügung vom 6. Juli 2009 – eröffnet am 9. Juli 2009 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die sofortige Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug ,
dass für die Begründung der Verfügung auf die Akten zu verweisen ist,
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dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Juli 2009 gegen  Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht durch seine  Beschwerde erheben und dabei unter anderem beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, auf das Asylgesuch sei einzutreten, ihm sei in der Schweiz Asyl zu gewähren, es seien ihm die Bezahlung eines Kostenvorschusses und der Verfahrenskosten zu erlassen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung  zu lassen,
dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und, soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf Bezug zu  ist,
dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung mit  vom 15. Juli 2009 im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme (Art. 56 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  [VwVG, SR 172.021]) aussetzte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Juli 2009 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
dass der Instruktionsrichter der Rechtsvertreterin mit Verfügung vom 16. Juli 2009 die Gelegenheit zur Einreichung einer Kostennote gab (Frist: 20. Juli 2009),
dass die Rechtsvertreterin am 17. Juli 2009 eine Kostennote zu den Akten reichte,
dass der Instruktionsrichter die Akten mit Verfügung vom 21. Juli 2009 zur Vernehmlassung an die Vorinstanz überwies (Frist: 10. August 2009),
dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 24. Juli 2009 die  der Beschwerde beantragte,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer am 28. Juli 2009 über die Vernehmlassung in Kenntnis setzte,
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass somit – mit Ausnahme des Antrags, dem Beschwerdeführer sei Asyl zu gewähren – auf die im Übrigen form- und fristgerecht  Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn  in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
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führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass das BFM die angefochtene Verfügung damit begründete, der  habe von den niederländischen Behörden eine bis am 14. Mai 2011 gültige Aufenthaltsbewilligung erhalten, die Niederlande seien aufgrund des "Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des  Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" sowie des "Übereinkommens vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen , der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen- und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des  Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags" für die Durchführung des  zuständig und hätten am 4. Mai 2009 einer Übernahme des Beschwerdeführers zugestimmt,
dass der Beschwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde und keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und  (EMRK, SR 0.101) im Falle seiner Rückkehr in die Niederlande bestünden,
dass weder die in den Niederlanden herrschende Situation noch  Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprächen,
dass in der Beschwerde irrtümlicherweise davon ausgegangen wird, das BFM sei gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das  des Beschwerdeführers nicht eingetreten (vgl. Beschwerde S. 2 unten),
dass das BFM indessen gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Bestimmung von Art. 34 Abs. 3 Bstn. a - c AsylG, wonach Abs. 2 Bstn. a, b, c und e dieses Artikels keine Anwendung finden, wenn Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Beziehun-
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gen hat, oder nahe Angehörige in der Schweiz leben, oder die  Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt, oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht, bei einem auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützten Nichteintretensentscheid nicht anwendbar ist (vgl. die Auflistung in Art. 34 Abs. 3 AsylG e contrario),
dass zwar gemäss Angaben des Beschwerdeführers mehrere Brüder des Beschwerdeführers in der Schweiz leben (vgl. act. A1/8 S. 3,  S. 4 f.), was gemäss dem Willen des Gesetzgebers einer  von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG aber von vornherein nicht entgegensteht,
dass gemäss Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin II-Verordnung) – sofern die betroffenen  es wünschen – der Mitgliedstaat für die Prüfung des  zuständig ist, falls der Asylbewerber einen Familienangehörigen hat, dem das Recht auf Aufenthalt im Mitgliedstaat in seiner  als Flüchtling gewährt wurde,
dass Art. 2 Bst. i der Dublin II-Verordnung als "Familienangehörige" den Ehegatten des Asylbewerbers oder den nicht verheirateten  des Asylbewerbers, der mit diesem eine dauerhafte Beziehung führt, sofern gemäss den Rechtsvorschriften oder den  des betreffenden Mitgliedstaats nichtverheiratete Paare nach  Ausländerrecht ähnlich behandelt werden wie verheiratete Paare, die minderjährigen Kinder von solchen Paaren oder des Antragstellers, sofern diese ledig und unterhaltsberechtigt sind, gleichgültig, ob es sich nach dem einzelstaatlichen Recht um eheliche oder ausserehelich geborene oder adoptierte Kinder handelt, definiert,
dass die Brüder des Beschwerdeführers somit keine "" im Sinne der Dublin II-Verordnung sind, weshalb auch unter  Aspekt nichts zugunsten des Beschwerdeführers abgeleitet  kann,
dass der Beschwerdeführer vorbringt, er habe in den Niederlanden nicht wirklich eine Aufenthaltsbewilligung gehabt, da diese von den Schleppern wahrscheinlich gefälscht worden sei,
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dass der Umstand, dass der Aufenthaltstitel aufgrund einer falschen oder missbräuchlich verwendeten Identität oder nach Vorlage von , falschen oder ungültigen Dokumenten erteilt wurde, nicht daran hindert, dem Mitgliedstaat, der den Titel erteilt hat, die Zuständigkeit zuzuweisen (vgl. Art. 9 Abs. 5 Dublin II-Verordnung),
dass in der Beschwerde nicht bezweifelt wird, dass die Niederlande  Flüchtling Schutz bieten würden, weshalb sich weitere  dazu erübrigen,
dass die niederländischen Behörden am 4. Mai 2009 gestützt auf Art. 9 Abs. 1 der Dublin II-Verordnung in Beantwortung einer Anfrage des BFM vom 7. April 2009 der (Wieder-)Aufnahme des  zustimmten,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein  auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass die Niederlande unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sind und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, die nie-
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derländischen Behörden hielten sich nicht an die daraus  Verpflichtungen,
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der  völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, weil der Beschwerdeführer in die Niederlande ausreisen kann, wo er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet,
dass der Beschwerdeführer die Befürchtung äussert, in den  könnten sich die Schlepper, denen er den für ihre Dienste  Betrag nicht habe vollständig bezahlen können, an ihm rächen,
dass er sich in dieser Hinsicht an die zuständigen niederländischen  wird wenden können, die ihm den notwendigen Schutz zuteil kommen lassen werden, falls er tatsächlich von den Schleppern angegangen würde,
dass somit keine individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr in die Niederlande schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung in die  zumutbar ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in die  faktisch möglich ist, weil die dortigen Behörden seiner  zugestimmt haben (Art. 83 Abs. 2 AuG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde und deren Beilagen einzugehen, da diese an der Würdigung des  Sachverhalts nichts zu ändern vermögen,
dass das Eintreffen der in Aussicht gestellten weiteren Dokumente (vgl. Beschwerde S. 6) nicht abzuwarten ist, da diese im vorliegenden Verfahren von untergeordneter Bedeutung sind und bei der für die  des Asylgesuchs des Beschwerdeführers zuständigen Behörde eingereicht werden können,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt
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oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist, soweit darauf einzutreten ist,
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines  durch den Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos wird,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem  aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1-3 VwVG), jedoch dem  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG stattzugeben ist, da sich die Beschwerde nicht als  darstellte und von der Fürsorgeabhängigkeit des  auszugehen ist,
dass die Entrichtung einer Parteientschädigung bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht in Betracht fällt (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).
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