Decision ID: eae092bb-0f5b-4792-90a1-a69d46a1085f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1982 geborene X._
erlernte nach der obligatorischen Schulzeit keinen
Beruf und war zuletzt als selbständiger Maler erwerbstätig (vgl. Urk. 10/110 S. 9
).
Am 8. März 2013 (Eingangsdatum) meldete er sich erstmals bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 10/5).
Ausgehend von einer 80%igen Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Maler verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 3
0.
August 2013 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
si
che
rung (
Urk.
10/37). Die dagegen erhobene Beschwerde
vom 4.
September 2013 (
Urk.
10/
38
) wies das hiesige Gericht mit Urteil IV.2013.00784 vom 1
2.
Dezember 2013 ab (
Urk.
10/51).
1.2
Auf die nächste Anmeldung im September 2013 (Urk. 10/43) trat die IV-Stelle mit Ver
fü
gung vom
2
8.
August 2014
(Urk. 10/
71
)
mangels Glaubhaftmachung einer we
sentlichen Ver
ände
rung der Verhältnisse seit der a
nspruchsvernein
en
d
en Verfügung (
3
0.
August 2013
) nicht ein.
1.3
Unter Beilage diverser Arztberichte (Urk. 10/76) meldete sich der Versicherte am 1
5.
März 2016 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine erhebliche Ver
schlechte
rung des gesundheitlichen Zustandes erneut zum Bezug von Leistungen der In
va
lidenversicherung an (Urk. 10/77). Mit Vorbescheid vom 2
6.
April 2016 stellte die IV-Stelle ein Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aus
sicht (Urk. 10/83). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 2
0.
Mai 2016
(Urk. 10/84) sowie ergänzend am 2
6.
Juli 2016 (
Urk.
10/92) und 1
3.
Oktober 2016 (
Urk.
10/98) und unter Beilage aktueller Arztberichte (
Urk.
10/91,
Urk.
10/97) Einwand. In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein
e
bidisziplinäre
(psychiatrische und rheumato
logische) Begutachtu
n
g
durch
Dr.
med. Y._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, und
Dr.
med. Z._
, Rheumatologie FMH, über welche am 1
3.
Februar 2017 berichtet wurde (
Urk.
10/109-110). Am
8.
August 2017 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, in dem sie die Abweisung des Leistungs
be
geh
rens in Aussicht stellte (
Urk.
10/118).
Dagegen erhob der Ver
sicherte mit Schrei
ben vom 2
9.
August 2017 (
Urk.
10/120) erneut Einwand und legte den Arztbericht von Prof.
Dr.
med. A._
,
Facharzt für Neurologie FMH, vom 22. Au
gust 2017 (
Urk.
10/119) ins Recht.
Mit
Verfügung vom 26.
Ok
tober 2017 ver
neinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Anspruch auf eine Inva
lidenrente (Urk. 10/134).
1.4
Am
1.
Juli 2019 stellte der Versicherte erneut ein Leistungsgesuch (
Urk.
10/139).
Von
der IV-Stelle darauf hingewiesen, dass
er
zur Glaubhaftmachung einer ge
sund
heitlichen Veränderung entsprechende aktuelle Beweismittel beibringen
müsse
(Urk. 10/140
), liess
der
Versicherte den Arztbericht
von
Dr.
med.
B._
, Oberärztin
C._
, sowie eine Stellungnahme seines Haus
arztes
zu den Akten reichen (
Urk.
10/141
). Hierauf
nahm die IV-Stelle Abklärun
gen in erwerblicher
und medizinischer Hinsicht vor und
holte
einen aktuellen
Berich
t von
Dr.
B._
(
Urk.
10/145
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto de
s
Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
10/144
) ein
. In der Folge veranlasste sie eine aktenbasierte Einschätzung durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
10/146), gestützt wor
auf sie mit Vor
bescheid vom 22.
April
2020 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
stellte (Urk.
10/147). Den hiergegen erhobenen E
inwand vom 3
0.
April
2020 (Urk
.
10/149) sowie ergänzend vom
9.
Juli 2020 (Urk. 10/155) und 14.
Sep
tember 2020 (
Urk.
10/162) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
November 2020 ab und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
10/166 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte
unter Beilage eines Arztberichtes des
C._
vom
8.
Januar 2021 (
Urk.
3)
mit Eingabe vom 11. Januar 2021 (Urk. 1) Be
schwer
de und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zu
heben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten
,
die gesetzlichen Leistungen (Rente und Eingliederungsmassnahmen) zu gewähren. Eventualiter sei der Beschwerdeführer durch das Gericht medizinisch begutachten zu lassen oder die Sache sei zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zu
rück
zuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Prozess
führung sowie die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
zu gewähren.
Die prozessuale Be
dürftigkeit substantiiere er mit einer Bestätigung zum Bezug von Leistungen de
r Sozialhilfe der Stadt D._
(
Urk.
6).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom
1.
März 2021
auf Ab
wei
sung der Beschwerde (Urk. 9
).
Mit Verfügung vom 3
0.
März 2021 wurde dem Be
schwer
deführer die Beschwerdeantwort zugestellt sowie die unent
geltliche Pro
zessführung
bewilligt sowie Rechtsanwältin Anna
Härry
, Zug, als unent
geltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt
(Urk. 11).
Mit Eingabe vom
1.
Ap
ril 2021 wurde dem Gericht ein
Rechtsvertreterwechsel und die Über
tragung des Mandats auf Rechtsanwältin Jeannine
Käslin
gemeldet (
Urk.
12).
Mit Verfügung vom
7.
April 2021 wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwältin Jeannine
Käslin
, Zug, neu als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt und Rechtsanwältin Anna
Härry
, Zug, entlassen (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
A
TSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerde
verfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 19. November 2020 (Urk. 2) hielt die Be
schwer
de
gegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass eine ge
sund
heit
liche Verschlechterung nicht ausgewiesen sei.
Die anhaltende soma
to
forme Schmerzstörung und die rezidivierende depressive Störung seien bereits im
Jahr
2017 gutachterlich gewürdigt worden und
würden
keinen neuen psychia
trischen Sach
verhalt darstellen.
Der Beschwerdeführer
sei in seiner bisherigen Tätig
keit als Maler zu 80 % arbeitsfähig und bei der Stellensuche nicht einge
schränkt.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer
in seiner Beschwerde vom 11. Ja
nu
ar
2021 (Urk. 1) geltend, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert.
Aufgrund
der
Chronifizierung
, welche seitens Gutachter zum massgebenden Vergleichs
zeit
punkt noch verneint w
orden war, und
d
e
r
gestützt darauf neu ge
stellten Dia
gno
sen sei eine massgebliche Änderung
rechtsgenüglich
ausgewiesen (Ziff. 23).
Es wür
de
n
mit den vorliegenden fachärztlichen Berichten zumindest geringe Zwei
fel an der versicherungsinternen Einschätzung bestehen, sodass darauf nicht abge
stellt werden könne. Die
behandlerseits
gestellten Diagnosen seien im Rah
men einer verwaltungsexternen Begutachtung zu würdigen
und die Auswirkun
gen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit abzuklären
(
Ziff.
27).
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die rentenverneinende Verfügung vom
2
6.
Oktober 2017
(Urk. 10/134), welcher in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen das
bidisziplinäre
Gutachten
der
Dres
.
Y._
und
Z._
vom 1
3.
Februar 2017 (
Urk.
10/109-110)
zugrunde lag.
3.2
Aus dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
(
Urk.
10/109) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer oft an extrem starken Schmerzen leide und deshalb in seinem Verhalten verändert zu sein glaube.
Dr.
Y._
konstatierte,
während der Unter
su
chung sei der Beschwerdeführer auf die Schmerzen fixiert gewesen und habe hypochondrische Befürchtungen geäussert. Es sei eine anhaltende soma
toforme Schmerzstörung vorhanden. Gemäss der ICD-10 komme es bei den chronischen Schmerzstörungen in der Regel auch zu Ängsten und Verstim
mun
gen, welche in den psychosomatischen Störungen enthalten seien. Im Laufe der Jahre scheine die Depressivität eine gewisse negative Eigendynamik angenom
men zu haben. Die Beschwerden des Beschwerdeführers würden seit Frühjahr 2016 für eine leichtgradige depressive Episode sprechen.
Ein bedeutender Teil der vom Be
schwerdeführer angegebenen Psychopathologie wirke jedoch aufgesetzt und teilweise inszeniert
(S. 9)
.
So sei es eigenartig, dass der Beschwerdeführer Personen auf dem Fenstersims gesehen habe, emotional jedoch ruhig geblieben sei (S. 7, S. 9), oder seinen Sohn auf dem Korridor habe rufen hören (S. 6). Auch habe er sich zu Beginn der Untersuchung sehr langsam und unsicher bewegt, habe aber auf dem Weg ins Labor mit einem zügigen Gang beobachtet werden können (S. 6).
Bereits im Rahmen einer Abklärung im
Universitätsspital E._
am
11.
Juni 2013 (vgl.
Urk.
10/19)
sei der Beschwer
de
führer durch eine erhebliche Selbst
limitierung aufgefallen und hab
e eine schlechte Lei
stungs
be
reitschaft gezeigt. Dr.
Y._
hielt fest, beim Be
schwerde
führer würden er
heb
liche
aggravierende
, demon
stra
tive und selbst
limi
tie
rende Tendenzen
vor
liegen
(S.
9).
Ausserdem wür
den bedeutende ungünstige krank
heits
fremde Fak
toren vor
lie
gen, wie eine lange Phase von Arbeitsun
tätig
keit, Flucht in die Krank
heit, regressives Verhalten in
ner
halb der Familie, fehlen
de Motivation zur Auf
nahme einer beruflichen Tätig
keit sowie die tiefe Koopera
tions
bereits
chaft des Beschwer
deführers (S.
10).
Eine schizophrene Psychose könne ausgeschlossen werden, da der Beschwerdeführer einen Grossteil der bei dieser Störung von der ICD-10 vor
ausgesetzten Symptome nicht erfülle: kein Gedankenentzug, kein Be
einfluss
ungs
wahn, keine dialogischen Stimmen, kein bizarrer Wahn (S. 9).
Die Prüfung der Standard
indi
ka
toren zeige, dass so
wohl die anhaltende somatoforme Schmerz
störung als auch die leichtgradige depressive Episode keine erheb
lichen negativen Auswirkungen auf die diversen Le
bensbereiche zeigen würden (S.
15). Der Gut
achter hielt denn auch keine Dia
gnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest und konstatierte, die an
hal
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), Arbeitsuntätigkeit (ICD-10: Z56) und die leichtgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0) hätten keine Aus
wirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit (S.
8).
3.3
Gegenüber
Dr.
Z._
habe der Beschwerdeführer im Rahmen der rheumato
logischen Abklärung (
Urk.
10/110) über Schmerzen in der linken Schulter sowie Nacken- und Kopfschmerzen links berichtet
. Die Schmerzen seien diffus in der linken Schulter und dem linken Brustkorb, wobei der Hauptschmerz im linken Brustkorb liege. Weiter habe der Beschwerdeführer über plötzlichen Kraftverlust sowie ein Kribbeln und Müdigkeit der linken Hand und Finger berichtet
(S.
10
f.
).
Dr.
Z._
hielt fest,
klinisch und bildgebend lasse sich eine sichere Pathologie der linken Schulter (des
Glenohumeral
-Gelenks) nicht erkennen. Die einge
schränkte Schulterabduktion links basiere auf muskulärer Gegenspannung und die Gelenksbeweglichkeit sei weitgehend identisch wie auf der gesunden Seite, wofür auch die praktisch seitengleichen Oberarmumfänge sowie die seiten
glei
chen Rotationsbewegungen sprechen würden.
Die Halswirbelsäule sei alters
ent
sprechend normal bis auf die extreme Weichteilschmerzhaftigkeit auf der lin
ken Seite. Der thorakale Rücken des Beschwerdeführers zeige keine abnorme
n, objek
tiven Befunde, doch hab
e eine linksbetonte massivste Weichteilschmerz
haftig
keit, wie man sie bei voll ausgebildeten Fibromyalgien finde, bestanden. Das weitge
hende Fehlen der linksseitigen Brustmuskulatur sei angeboren und habe den Beschwerdeführer bis vor 5 Jahren offensichtlich nicht gestört. Ins
gesamt würden dem Schmerzbild überwiegend extrasomatische Ursachen zu
grunde liegen, wobei die Ausdehnung auf die HWS- und BWS-Region un
zweifelhaft für
aggrava
torische
Tendenzen spreche. Immerhin lasse sich
eine organ
is
che Komponente der S
chmerzen nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen. So spreche die Provokation von Schmerzen durch forcierte Atmung, wie sie der Beschwerdeführer schildere, für eine gewisse organische Teilursache. Die Pro
gno
se aus rein organischer Sicht sei jedoch günstig. Nach dem bisherigen Verlauf zu urteilen, könne mit einer beruflichen Reintegration jedoch nicht mehr gerechnet werden.
Dr.
Z._
atte
stierte dem Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Maler, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass eine organische Teilursache zufolge des
Poland
-Syndroms für die Schmerzen mit
verantwortlich sei. Eine körperlich leichte Arbeit ohne häufiges Arbeiten über Schulterhöhe sei ihm hingegen zu 100 % zumutbar (S. 18f.).
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung
des Beschwerdeführers vom 1. Juli 2019
liegen einzig
die
vom Beschwerdeführer eingereichten Arzt
berichte
, inklu
si
ve ergänzender Stellungnahme der behandelnden Ä
rzt
in
(Urk. 10/141, Urk. 10/
145
)
sowie die Aktenbeurteilung von RAD-Arzt Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie,
(Urk. 10/146, Urk. 10/165)
vor
.
4.2
Dr.
B._
führte in ihrem Bericht vom 1
5.
Juli 2019 (
Urk.
10/141) aus,
seit mehreren Jahren zeige sich beim Beschwerdeführer eine anhaltende Veränderung der Wahrnehmung seiner selbst, der Umwelt und seines Denkens. Er zeige in seiner Persönlichkeitsveränderung ein sehr unflexibles und unangepasstes Ver
halten und
sei extrem abhängig von anderen Leuten. So sei er nicht in der Lage, seine Angelegenheiten selbständig zu regeln, sondern sei auf die Hilfe seiner Frau und seiner Eltern angewiesen. Er ziehe sich extrem sozial zurück, ver
lasse prak
tisch kaum seine Wohnung ausser für Arzttermine und sei schon durch die Anwe
sen
heit seiner Kinder
oft gereizt und überfordert. Er
sei sehr passiv, verfüge über keinerlei Interesse und vernachlässige jegliche Freizeit
beschäftigungen. Der Be
schwerdeführer sei der festen Überzeugung, schwer krank zu sein, allenfalls auch eine Schizophrenie zu haben (was von allen bisherig ihn beurteilenden Psychia
tern ausgeschlossen worden sei) und habe ein extrem forderndes und anspruchs
volles Verhalten an die Therapie, in der er dann
infolge Überforderung doch nicht mitarbeiten könne
. Das Verhalten des Beschwerdeführers sei auch von einer extrem depressiven,
dys
phorischen
und labilen Stimmung gekennzeichnet. Immer wieder habe er emo
tionale Ausbrüche, werde ärgerlich und laut, wenn er sich nicht verstanden fühle. Insgesamt sei er in seiner alltäglichen Funktion massiv eingeschränkt. Er könne sich zu Hause kaum seinen Kindern widmen, sei auch in der Haus
haltsführung extrem einge
schränkt und könne nur äusserst einfache Arbeiten punktuell verrichten. Da all diese Faktoren vor Beginn seines Einbruchs aufgrund der zunehmenden Schmerzen durch das
Poland
-Syndrom nicht vor
gelegen hätten, sei eindeutig von einer schweren Persönlichk
eitsveränderung aus
zugehen.
Dr.
B._
diagnos
ti
zier
te eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chro
ni
schem Schmerz
syndrom (ICD-10: F62.80), eine anhaltende somato
forme Schmerz
störung (ICD-10: F45.4), eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere Episode (ICD-10: F33.2) sowie ein
Poland
-Syndrom links
. Auf
grund des bisher schon jahrelangen Verlaufs mit intensiven Therapie
be
mü
hun
gen und absolut feh
len
dem Erfolg sei davon auszugehen, dass der Be
schwer
de
führer auch länger
fristig keine weiteren Fortschritte erzielen werde. In diesem Zustand sei er zu 100
% arbeitsunfähig, wobei dieser Zustand rück
blick
end mindestens seit Beginn der Behandlungsübernahme im September 2017 vor
liege.
4.3
Im Arztbericht vom 2
0.
November 2019
(
Urk.
10/145) konstatierte Dr.
B._
, seit dem letzten Bericht im Juli 2019 sei der Beschwerdeführer weiterhin circa monatlich in die Therapie gekommen, wobei sich das Beschwerdebild nicht ver
ändert habe. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor depressiv, gereizt, formal ge
danklich verlangsamt und auf seine Beschwerden eingeengt. Er sei in seinem
Alltag rundum abhängig von seiner Familie und seine Aktivitäten seinen massiv eingeschränkt.
Die bisher ausgeübte Tätigkeit sei ihm nicht mehr zumutbar und der Beschwerdeführer sei zu labil, zu gereizt und zu angespannt, so dass ihm auch keine andere Tätigkeit zumutbar sei.
4.4
RAD-Arzt
Dr.
F._
führte im Rahmen seiner aktenbasierten Ein
schätz
ung
vom 1
6.
April 2020
aus (Urk. 10/146 S. 6
;
Urk.
10/165
)
, das von
Dr.
B._
beschriebene klinische Bild habe schon im Jahr 2013 vorgelegen und sei im Jahr 2017 vom psychiatrischen Gutachter, der keine andauernde Persönlichkeits
stö
rung diagnostiziert habe, gewürdigt worden. Ferner widerspreche sich D
r.
B._
, indem sie gleichzeitig die Persönlichkeits
änderung und eine schwere depressive Störung diagnostizierte, welche ein Aus
schlusskriterium der ersten Diagnose wäre. Schliesslich sei in Anbetracht der Aktenlage und Beurteilungen (insbe
son
dere seitens der Gutachter) eine Aggrava
tion/Simulation wahrscheinlicher als eine neu diagnostizierte andauernde Per
sön
lich
keitsänderung. Eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10: F45.4) und eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere Episode
,
(ICD-10: F33.2) seien als Diagnosen bereits im Jahr 2017 gutachterlich gewürdigt wor
den und würden keinen neuen psychia
tri
schen Sachverhalt darstellen. Insgesamt liege keine wesentliche Veränderung vor.
4.5
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer einen
neuen
Arztbericht
von
Dr.
med. G._
, Oberarzt
des
C._
, vom 8.
Januar 2021 (
Urk.
3) zu den Akten. Darin wurde eine kombinierte Persönlich
keitsstörung (ICD-10: F61) als Hauptdiagnose festgehalten und ausserdem eine Agoraphobie mit Panik
störung (ICD-10: F40.01), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1) sowie das
Poland
-Syndrom links und
Restless
-
Legs
-Syndrom (ICD-10: G25.81) als Neben
diagnosen genannt. Psychopathologisch würden sehr ausgeprägte patho
lo
gische und unreife Abwehr
mechanismen und entsprechend ein sehr tiefes in
tra
psy
chi
sch
es und interak
tionel
les Funktionsniveau mit spärlichen reifen Anteilen im Vordergrund stehen. Die theatralisch anmutenden Äusserungen von
hallu
zina
to
rischem
Erleben schie
nen nicht gespielt, sondern vielmehr Ausdruck seiner sehr beschränkten Bewälti
gungs
ressourcen bzw. ein Mangel an Ressour
cen für eine reifere Situations
be
wältigung zu sein.
Die Leistungsfähigkeit in die
sem Zustand sei äusserst niedrig, wobei es bemerkenswert sei, dass der Beschwer
de
führer noch Auto fahren könne. Bis auf weiteres sei keine Tätigkeit im sekun
dä
ren, geschwei
ge denn im primären Arbeitssektor denkbar.
5.
5.1
Die Beschwerdegegne
rin ist auf die Neuanmeldung des
Beschwerdeführer
s
vom
1. Juli 2019
(Eingangsdatum;
Urk. 10/139
) eingetreten und hat damit eine erheb
liche Verschlechterung
seines
Gesundheitszustands seit Erlass der
anspruchs
ver
neinen
den
Verfügung vom
2
6.
Oktober 2017
(
Urk. 10/134
) als glaubhaft erachtet.
Im Rahmen der materiellen Abklärung der Sache ist sie jedoch zum Schluss ge
langt
, dass keine relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustands einge
tre
ten sei. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei im Wesentlichen auf die Stel
lung
nahme
von RAD-A
rzt
Dr.
F._
vom 1
6.
April 2020
(
Urk. 10/146
).
5.2
Vorab ist festzuhalten, dass hinsichtlich des
Poland
-Syndroms keine Verschlech
terung der funktionellen Leistungsfähigkeit dargetan ist. Die Schmerzen im linken Brustkorb und der linken Schulter wurden anlässlich der rheumatologischen Begut
achtung durch
Dr.
Z._
beurteilt (vgl. E. 3.3) und flossen in die inter
dis
ziplinäre Einschätzung der verbliebenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit ein
(Urk. 10/110/28)
. Dass sich hieran seither etwas geändert hätte, macht der Be
schwer
deführer auch nicht geltend. Angesichts dieser klaren Aktenlage durfte die Beschwerde
gegnerin diesbezüglich, ohne weitere Abklärungen zu veran
lassen, von einer un
ver
än
derten gesundheitlichen Situation ausgehen. Fraglich ist eine Verschlechte
rung bezüglich der
psy
ch
isch
en Erkrankung
, worauf sich der Be
schwer
deführer denn auch ausschliesslich beruft.
5.3
Dr.
B._
erachtete den Beschwerde
führer
aktuell
in erster Linie aufgrund der andauernden Persönlichkeits
ände
rung bei chronischem Schmerzsyndrom
nicht arbeitsfähig, wobei sie diesbezüglich unter anderem auf dessen sehr unflexibles und unangepasstes Verhalten und in diesem Zusammenhang auf eine extreme Abhängigkeit von anderen Leuten hin
wies (E. 4.2).
Hierzu wurde bereits im Be
richt des
C._
vom 26. Februar 2016 festgehalten, dass der Be
schwerde
führer von seiner Ehefrau rasiert und geduscht werde, und empfohlen, dass dieser wieder mehr Aktivitäten des täglichen Lebens übernehmen solle, um eine weitere «Invalidisierung» zu ver
meiden (vgl.
Urk.
10/76/4).
Auch
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bei dem der Beschwerdeführer
seit Juli 2013 in Behandlung war
, konstatierte in seinem Arzt
bericht vom 2
2.
Juni 2016, dass der Beschwerdeführer starke Signale der Hilflo
sigkeit präsentiere (vgl.
Urk.
10/91/6)
,
und auch der psychiatrische Gut
achter äusserte den Verdacht auf ein regressives Verhalten seitens des Beschwer
de
füh
rers (vgl.
Urk.
10/109 S.
6).
Soweit D
r.
B._
in ihrem Bericht
festhielt
, dass sich der Beschwerdeführer extrem sozial zu
rück
ziehe und sehr passiv sei (E.
4.2)
, ist darauf hinzuweisen, dass
sowohl der Interessenrückgang als auch der soziale Rückzug
bereits seitens
Dr.
H._
vermerkt wurde (vgl. Urk.
10/91/6) und
auch
im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung fest
gehalten wurde, dass der Beschwerdeführer vor allem Kontakte innerhalb der Familie unterhalte (vgl.
Urk.
10/109 S. 11).
Ausserdem habe der Beschwerdeführer gegenüber dem Gut
ach
ter angegeben, sich für weniger Dinge als vorher zu interessieren (vgl.
Urk.
10/109 S. 5).
Ebenso wurde die
von Dr.
B._
erwähnte
Reizbarkeit und vermehrte Aggressivität bereits
im Jahr 2016 fest
gehalten (vgl.
Urk.
10/91/6). Schliesslich begründete Dr.
B._
die Diagnose der andauernden Persönlich
keits
ände
rung bei chronischem Schmerzsyndrom auch damit, dass der Beschwer
deführer in seinen alltäglichen Funktionen massiv ein
geschränkt sei, sich kaum um seine Kinder kümmern könne und auch in der Haus
haltsführung stark ein
geschränkt sei (vgl. E. 4.2 hiervor).
Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
H._
ebenfalls erwähnte, dass der Beschwer
de
führer den Haushalt nicht
führen könne, keine vollen Pfannen halten oder die Kinder aufnehmen könne. Möglich seien lediglich die Erledigung kleiner Einkäufe und das Fahren eines Autos mit Automatik (vgl.
Urk.
10/91/7). Insofern ist RAD-Arzt
Dr.
F._
beizupflichten, dass
das von
Dr.
B._
beschriebene kli
nische Bild bereits im
Rahmen der letztmaligen Prüfung im Jahr 2017 vorlag (E. 4.4 hiervor;
Urk.
10
/146 S. 6)
. Dies wurde
im Übrigen auch von
Dr.
B._
so fest
gehalten
, äusserte sie doch, dass der von ihr beschriebene Zustand rück
blick
end zumindest seit Beginn der Behandlungsübernahme durch sie im Septem
ber 2017 vorliege, vermutlich aber auch schon geraume Zeit davor (Urk. 10/141)
.
Mit
hin ist erstellt, dass die
von
Dr.
B._
im Rahmen des Neuanmeldeverfahrens festgehaltenen
Beschwer
den und Einschränkungen vom
psychiatrischen Gut
achter
berück
sichtigt und
gewürdigt wurde
n
, lag diesem die Einschätzung von Dr.
H._
doch vor (vgl.
Urk.
10/109 S. 4)
. Anders als
Dr.
B._
diagnos
ti
zierte
der psych
ia
trische Gutachter
jedoch
keine andauernde Persönlichkeit
s
änderung
,
sondern
erachtete
angesichts der im Rahmen der Exploration teils in
szeniert und auf
ge
setzt wir
kenden Psychopathologie
eine Aggravation und Simulation als wahr
scheinlicher
(E. 3.2)
.
Schliesslich wies RAD-Arzt Dr.
F._
darauf hin, dass die von
Dr.
B._
im Rahmen des vorliegenden Neuanmeldungsverfahrens ge
stellten Diagnosen - namentlich diejenige der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4) sowie die rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere Episode
(ICD-10
: F33.2) - bereits seit vielen Jahren bzw. schon seit der letztmaligen Begut
achtung durch Dr.
Y._
im Februar 2017 bekannt seien (E. 4.4). I
n diesem
Zusammenhang ist jedoch zu beachten, dass eine revisions
begründende Ände
rung
des Gesund
heits
zustands auch dann gege
ben sein kann, wenn sich ein Leiden bei gleicher Dia
gnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (vgl. BGE 141 V 9 E. 6.3.2 mit Hinweis).
Dr.
B._
attestierte zwar eine aktuell schwere Episode der rezidivierenden de
pressiven Stö
rung,
ohne jedoch konkrete Anhaltspunkte für
diese
Verschlechterung zu nennen
.
Die von ihr festgehaltenen objektiven Befunde, insbesondere die Einengung des Denkens auf die Krankheitssymptome, die Zu
kunfts
ängste, der verlangsamte An
trieb, der soziale Rückzug sowie die Hoff
nungs
losigkeit, verminderte Schwin
gungs
fähigkeit, Reizbarkeit und Angespannt
heit (vgl. Urk. 10/145), wurden be
reits von Dr.
H._
im Rahmen seines Be
richts vom 22. Juni 2016 festge
halten.
Dieser konstatierte, der Beschwerde
führer wirke hoffnungslos, hilflos und habe über Gefühle der Wertlosigkeit, Ge
dankendrehen, Interessenrückgang, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressio
nen, Lebensüberdruss, Verlangsamung, Gefühle der Schwere und der Blockade, Ener
gie
losigkeit
und Zukunftsängste berichtet (vgl.
Urk.
10/91/6 f.).
Der psychia
trische Gutachter äusserte ebenfalls, dass er den Beschwerdeführer im Rahmen der Exploration mürrisch, resigniert, stimmungsmässig wenig schwingungsfähig,
wenig kooperativ,
auf die Schmerzen fixiert und mit Zukunftsängsten erlebt habe (vgl.
Urk.
10/109 S. 6 f.).
Anders als
Dr.
H._
erachtete
Dr.
Y._
den Beschwerdeführer im Antrieb
jedoch
nicht verlangsamt
, obwohl der Beschwerde
führer ihm gegenüber angegeben habe
, oft ermüdbar zu sein (vgl. Urk. 10/109 S. 5).
Insofern
prä
sen
tiert sich ein im Wes
entlichen unverändertes Beschwerde
bild.
Schliesslich lässt auch die Tatsache, dass
der Beschwerdeführer Therapie
sitzungen nur un
ge
fähr ein
mal monatlich wahr
nimmt (vgl. E. 4.3), nicht auf einen hohen Leidens
druck
und damit auch auf
k
eine
wesentliche
Verschlechterung
seines Gesund
heits
zu
standes
schliessen.
Daran ver
mag auch die Einschätzung
von
Dr.
G._
(vgl.
Urk.
3)
nichts zu ändern. Dieser hielt neben
dem wahnartigen Erleben
neu auch vermehrte Ängste fest
- und ver
wies diesbezüglich auf Stress- und Panik
erleben beim ÖV-Fahren -
, ohne je
doch darzulegen, inwiefern diese den Be
schwer
de
führer in seiner Leistungs
fähig
keit einschränken würden.
Ferner be
zeichnete er das Sozialverhalten des Be
schwer
deführers als hochgradig dys
funk
tional und führte aus, dass dieser keine Ant
worten gegeben habe, sondern nur vor sich hingestarrt habe, er entsprechend oft habe nachhaken müssen.
Auch im Familienkreis sei er dysfunktional und könne beispielsweise nicht m
it den Kin
dern spielen.
Dass es dem Beschwerdeführer schwerfällt, eine Be
ziehung zu seinen Angehörigen zu gestalten, geht schon aus dem Be
richt von Dr.
H._
hervor (vgl. Urk. 10/91/7)
. Ferner zeigte der Beschwerde
führer auch im Rah
men der psychiatrischen Begutachtung durch Dr.
Y._
eine geringe Koopera
tions
bereitschaft und
war
unter anderem nicht bereit ge
wesen, seine Alltags
akti
vi
täten zu beschreiben
und Fragen zu beant
worten (vgl. Urk.
10/109 S. 7
,
S
.
11
).
Soweit
Dr.
G._
eine hohe Impulsivität und eine aggressive Verfassung («Wenn mich alle komisch anschauen, dann würde ich die am liebsten
schlagen!»
, «Soll ich dreinschlagen [damit sie mich in Ruhe
lassen] oder was?») festhielt, fiel
en
eine erhöhte Reizbarkeit und vermehrte Aggressionen bereits im Rahmen der Behandlung durch
Dr.
H._
auf (vgl.
Urk.
10/91/6).
Schliesslich beschrieb
Dr.
G._
eine Ohnmacht, Scham und Ver
zweiflung
und
führt
e aus
, dass der Beschwerdeführer passive Todes
wünsche ge
äussert habe («Ich bin zu nichts zu gebrauchen, am besten wäre es, wenn ich tot wäre, dann hätten die anderen ihre
Ruhe.»
)
. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass auch
Dr.
H._
Scham
gefühle sowie Lebens
über
druss und Todesge
danken
berichtete (vgl. Urk. 10/91/6).
5.
4
Eine
revisionsrechtlich relevante
Sachverhaltsänderung ist seit Erlass der
an
spruchs
verneinenden
Verfügung vom
2
6.
Oktober 2017 (Urk. 10/134
) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Die
einen Leis
tungs
anspruch
verneinende Verfügung vom
1
6.
November 2020
besteht damit zu Recht und die Beschwerde ist abzuweisen
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem
unterliegenden Beschwerdeführer
auf
zuerlegen
, jedoch zufolge der Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Da Rechtsanwältin
Jeannine
Käslin
keine Honorarnote eingereicht hat, ist deren Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
legen. Mit Blick auf den notwendig erscheinenden Aufwand und vergleichbare Fälle ist die aus der Gerichtskasse zu zahlende Entschädigung bei einem gerichts
üblichen Stun
denansatz von Fr. 220.-- ermessensweise auf insgesamt Fr.
2’200
.-- (inkl. Bar
aus
lagen und
MWSt
) festzusetzen.