Decision ID: 48824ca5-72f7-52d6-ad56-709cd5e2d737
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1980
, Mutter von
sechs
Kindern (Jahrg
änge
2000, 2002, 2003, 2005, 2011, 2016
), war
seit dem
1.
Januar 2014 über
die
Z._
AG,
bei der
A._
als
Betriebsmitarbeiterin
Montage
i
m Stun
denlohn für 32 Stunden pro Woche
angestellt (
Urk.
6/3
Ziff.
5.4
,
Urk.
6/10
Ziff.
2.1-3
)
,
als sie sich am 2
5.
Oktober 2016 unter Hinweis auf eine am 2
9.
August 2016 erlittene
cerebrale
Ischämie links
-
hemisphärisch
bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(
Urk.
6/3
Ziff.
6.2
-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und holte bei
der Medizinischen Abklärungsstelle
B._
(MEDAS)
ein inter
disziplinäres Gutachten ein, das am
1
3.
September 2018
erstattet wurde (
Urk.
6/64
).
Weiter wurde eine Haushaltsabklärung veranlasst, über welche am
3.
Dezember 2018 Bericht erstattet wurde (
Urk.
6/68).
Nach durchgeführt
em Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/72
;
Urk.
6/76
,
Urk.
6/82
) sprach die IV-Stelle mit Verfügung
en
vom
2
9.
August und vom 1
9.
September 2019 der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 84
%
ab dem
1.
August 2017 eine ganze und bei einem Invaliditätsgrad von 55
%
ab dem
1.
Januar 2019 eine halbe Rente zu
(
Urk.
6/85,
Urk.
6/87,
Urk.
6/90-91
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1.
Oktober 2019
Beschwerde gegen die Verfügung
en
vom
2
9.
August
und vom 1
9.
September 2019
(
Urk.
2) und beantragte, die
Ver
fügung vom 2
9.
August 2019
sei aufzuheben und es sei
ihr
vom
1.
August 2017 bis 3
1.
Dezember 2018 eine
ganze
und ab dem
1.
Januar 2019 eine Dreiviertels
rente zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
November 2019
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
6.
November 2019
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invali
ditätsbemessung (vgl. BGE 141 V
15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestim
mung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der
Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betäti
gungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1
.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in
Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV).
Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (
Urk.
2) die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab
1.
August 2017 und einer halben Invalidenrente ab
1.
Januar 2019 damit,
dass die
medizinischen Abklärungen ergeben
hätten
, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf der Wartezeit zu 100
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Die Einschränkung entspreche dem Invaliditätsgrad. Sie wäre im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig und würde in
einem Pensum von 20
%
im Haushalt tätig sein, wobei im Haushaltsbereich eine Einschränkung von 21
%
bestehe. Demnach resultiere nach Ablauf der Wartezeit ab August 2017 ein Invaliditätsgrad von 84
%
und damit ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Ab September 2018 sei der Beschwerdeführerin aus medi
zinischer Sicht eine angepasste sehr leichte Tätigkeit zu 50
%
zumutbar. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 55.4
0
%
, weshalb sie ab
1.
Januar 2019 An
spruch auf eine halbe Rente habe
(Begründung S. 1 f.)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass die Berechnung des Invaliditätsgrades bestritten werde. Gemäss dem Gut
achten liege die Arbeitsunfähigkeit von Oktober 2016 bis September 2018 bei 100
%
und seit dem 1
3.
September 2018 bei 50
%
(S. 4
Ziff.
2).
Gemäss den Angaben in den IV-Akten (Verlaufsprotokoll SVA vom
6.
Dezem
-
ber
2017) liege ihr Valideneinkommen bei einem 80%-Pensum bei
rund
Fr.
58'194.
--
(S. 5 Mitte). Von Oktober 2016 bis Ende 2018 habe die Erwerbseinbusse
rund
Fr.
58'194.
--
betragen und der Invaliditätsgrad nach der alten gemischten Methode bei 84.2
%
gelegen. Demnach sei ihr für diese Zeitspanne zu Recht eine
ganze
Rente zugesprochen worden. Ab dem
1.
Januar 2019 resultiere bei einem Invalideneinkommen von
rund
Fr.
27'509.
--
un
d unter Berücksichtigung eines l
eidensbedingten Abzuges von 25
%
ein Invaliditätsgrad von 61.5
%
und dem
nach ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (S. 5 unten f.).
3.
Unbestritten geblieben ist die im Haushalta
bklärungsbericht
vom
3.
Dezember 2018
festgehaltene Qualifikation
der Beschwerdeführerin
als zu 80
%
Erwerbstä
tige und zu 20
%
im Aufgabenbereich Tätige
, ebenso die im Haushaltbereich resultierende Einschränkung von 21
%
entsprechend einem Invaliditätsgrad von 4.2
%
(
Urk.
6/68
Ziff.
2.6 und
Ziff.
7)
. Un
bestritten geblieben sind we
iter die im Gutachten der MEDAS
B._
vom 1
3.
September 2018
gestellten Diagnosen
(
Urk.
6/64
S. 8 f.
Ziff.
4.2)
sowie die
daraus seit dem
Insultereignis
im August 2016 resultierende vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Montagetä
tigkeit und in jeder angepassten Tätigkeit
und
die ab
Zeitpunkt der Begutachtung
bestehende 50%ige Arbeitsfähigkeit
in einer leidensadaptierten Tätigkeit
(
Urk.
6/64
S. 10
Ziff.
4.7-8
)
.
Strittig und zu prüfen ist
nachfolgend die Berech
nung des Invaliditätsgrades und insbesondere
der Rentenanspruch der Bes
chwer
deführer
in
ab
1.
Januar 2019.
4.
4
.1
Hinsichtlich der Qualifikation ist gestützt auf den Haushaltabklärungsbericht vom
3
.
Dezember
201
8
(Urk. 6/
68 Ziff. 2.6) davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin
zum Zeitpunkt des hypothetische
n Rentenbeginns per 1.
August
2017
als
zu 80 % Erwerbstätige und zu 2
0 % im Haush
alt Tätige zu qualifizieren ist.
4.2
Entsprechend ist der Invaliditätsgrad in Anwendung der
gemischte
n
Methode
im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG zu bemessen (
vorstehend
E. 1.
4-
5).
Ausgehend von der vorgenommenen Qualifikation ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin korrekt bemessen hat.
Wie be
reits erwähnt (vorstehend E. 1.5
), wurde per
1. Januar 2018
eine neue Berechnungs
methode
bei Teilerwerbstätigen in der IVV statuiert.
Die
rentenzu
sprechenden
Verfügung
en
(
Urk.
2)
sind
am
2
9.
August und am
19
.
September
2019 und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Ver
ordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Regeln für die Zeit bis am 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verord
nungsbe
stimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesge
richts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
4.3
Gestützt auf die unbestr
ittenen Feststellungen im MEDAS
B._
-
Gutachten vom
1
3.
September
2018 bestand aufgrund des
Insultereignisses
im August 2016 im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns im August 2017 bis September 2018 in jeder Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
6/64 S. 10
Ziff.
4.7-8
).
Es ist deshalb festzuhalten, dass bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit im Zeitraum vom
August 2017
bis
September 2018
eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 100 % vorliegt; ein Einkommensvergleich ist nicht not
wendig.
Im Haushalt
sbereich
beträgt die Einschränkung
gestützt auf den Haus
haltabklärungsbericht vom
3.
Dezember
2018 21
%
(
Urk.
6/68
Ziff.
7)
. Bei der Gewichtung des Bereichs Haushalt mit 20 % ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad von
4.2
% (20 x 0.
21
). Bei einem Erwerbsanteil von 80 % und einer 100%igen Einschränkung ergibt sich im Bereich Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 80 %. Zusammenge
rechnet resultiert somit ein Gesamtinvaliditätsgrad von 8
4.2
%.
Die
ser Gesamtin
validitätsgrad resultiert bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbereich auch bei der ab
1.
Januar 2018 geltenden Berechnung nach der
neuen
Methode und begründet einen Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf eine ganze Invaliden
rente.
4.4
Ab
September 2018
hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver
bessert
,
und es ist unb
estritten, dass seither
in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
5
0 %
besteht
(vorstehend E. 2.1-2,
Urk.
6/64 S. 10
Ziff.
4.8
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V
322 E. 4.1 mit Hinweis).
4.5
Ausgangspunkt der Ermittlung des
Valideneinkommens
im Jahr 2018 bilden vor
liegen
d
die Angabe im Arbeitgeberfragebogen
der
Z._
AG vom
1
7.
November 2016
, wonach
die Beschwerdeführerin seit dem
1.
Januar 2014 in einem Pensum von 32 Stunden pro Woche
im Stundenlohn
als Betriebsmitarbei
terin Montage angestellt
war
(
Urk.
6/10
Ziff.
2.1-3). Als Grundlohn pro Stunde wurden
Fr.
24.60 genannt, zusätzlich wurde
n
eine Ferienentschädigung von
Fr.
2.12, eine Feiertagsentschädigung von
Fr.
0.79 sowie ein 1
3.
Monats
lohn/Gratifikation von
Fr.
2.29 ausgerichtet, so dass ein Stundenlohn von total
Fr.
29.80 resultierte. Weiter wurde angegeben, dass dieser Lohn auch heute noch ohne Gesundheitsschaden beza
hlt würde (
vgl.
Urk.
6/10
Ziff.
5.1 und 5.2
), was bedeutet, dass keine Anpassung an die Nominallohnentwicklung
gewährt
worden wäre
, weshalb eine solche
bei der vorliegenden Berechnung
auch nicht vorzu
nehmen ist.
Gemäss
Lohnkonto wurde der Beschwerdeführer
in
im Jahr
2015
vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr
2016
ein Lohn von
rund
Fr.
40‘939.
--
ausgerichtet (
Urk.
6/10/
11
).
Dieser
Betrag stimmt auch überein mit dem Auszug aus dem in
dividuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
6/
45
).
Von dieser Lohnsumme ist demnach auch im Jahr 2018 auszugehen.
Soweit die
Beschwerdeführerin
unter
Hinweis auf das Verlaufsprotokoll
der
Ein
gliederungsberatung vom
6.
Dezem
ber 2017
(
Urk.
6/48)
geltend
macht
, dass sie
mit ihrer Anstellung im Stundenlohn
rund
Fr.
58'194.
--
erzielt h
abe
(vgl. vorste
hend E. 2.2), erweist sich dies als nicht ausgewiesen und steht im Widerspruch
zu den Angaben im Arbeitgeberbericht sowie im IK-Auszug (
Urk.
6/45)
.
4.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
4.7
Gemäss
den
Feststellungen im MEDAS
B._
-Gutachten vom
1
3.
Septem
ber 2018
war
der Beschwerdeführerin ab September 2018 eine leidensadaptierte Tätigkeit im Umfang von 50
%
zumutbar (
Urk.
6/64 S. 10
Ziff.
4.8)
.
Im Jahr 2016
belief sich der Medianlohn von Frauen, Kompetenzniveau 1,
gemäss
LSE 2016 auf Fr. 4‘363.-- pro Monat (LSE 2016, Tabelle TA1, Total, Frauen, Kompetenzni
veau 1). Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www. bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb)
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.4
%
im Jahr 2017 und 0.5
%
im Jahr 2018 (vgl. Nominallohnindex, Frauen, 2011-2018, Tabelle T1.2.10, Total)
resultiert bei dem noch möglichen 50 %-Pensum ein Invalideneinkommen von
rund Fr. 27‘537.--
im Jahr 2018
(Fr. 4‘363.
-- :
40 x 41.
7 x 12 x
1.004 x 1.005 x
0.5).
4.8
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen
Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des
Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin gewährte vorliegend den maximal möglichen Abzug von 25
%
(vgl.
Urk.
6/69)
,
was in Anbetracht der Umstände nicht zu beanstanden ist.
4
.9
In Anwendung der neuen Berechnungs
methode
(vorstehend E. 1.5
)
ist
d
as
von der Beschwerdeführerin mit ihrem 80%-Pensum im Jahr 2018 erzielte
Validen
einkommen
von Fr.
40‘939
.--
(vorstehend E. 4.5)
auf 100 % hochzurechnen was zu einem Einkommen von
rund
Fr.
51‘174
.-- führt (Fr. 4
0‘939.
-- :
80
x
100
).
Stellt man das Valideneinkommen in Höhe von
rund
Fr.
51‘174
.-- dem
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25
%
resultieren
-
den
hypothetischen In
valideneinkommen in Höhe von
rund
Fr.
20'653.-- (
Fr.
27'537.-- x 0.75
, vorstehend E. 4.7-8
)
gegenüber, resultiert eine
Einkom
menseinbusse
von Fr.
30‘521.--
, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von
59.64
%, bezie
hungsweise e
inem Teilinvaliditätsgrad von rund 48
% entspricht (80 x 0.
596
).
Addiert mit dem
Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich
von
4.2
% (
vorstehend E.
3
) beläuft sich der
Gesamtinvaliditätsgrad
auf rund 52
%, welcher
unter Berücksichtigung
von
Art.
88a
Abs.
2
IVV ab
1.
Januar 2019
Anspruch
auf eine halbe
Invalidenrente
vermittelt.
4.10
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin ab 1.
August 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und
ab
1.
Januar 2019 Anspruch auf eine
halbe Invalidenrente hat.
Die angefochtenen Verfügungen
(
Urk.
2) erweisen sich demnach als korrekt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdefüh
rer
in aufzuerlegen.