Decision ID: d1cc2ea9-4fae-4c89-a3e6-f631c86796aa
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom
2
5.
Februar 2004
sprach die IV-Stelle
Basel-Stadt
der 195
7 gebore
nen
X._
mit Wirkung ab
1.
Oktober 2002
eine halbe Rente zu (
Urk.
7/
33
).
Nach der Aktenlage
stützte
sie
sich dabei
in erster Linie auf die Berichte von Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom
6.
und 26.
Februar 2003 (Urk. 7/10/1-4
, Urk. 7/17/2
)
und von D
r. med.
Z._
, Neurologie FMH, vom 1
7.
Mai 2002, 1
2.
Februar 2003 und 1
3.
Juni 2003 (Urk.
7/10/5-9, Urk. 7/12, Urk. 7/28), wonach der Versicherten die ange
stam
mte Tätigkeit als
Kadermitarbeiterin bei der
A._
(Leiterin Kultursponso
ring)
wegen
der Folgen einer
am 1
1.
Oktober 2001
bei einem Verkehrsunfall
erlittenen HWS-Distorsion nur noch
in einem Umfang von 50
%
zumutbar sei. Der Anspruch auf eine halbe Rente wurde
von der seit März 2004 neu zustän
digen IV-Stelle Zürich
(
Urk. 7/40
; nachfolgend: IV-Stelle
)
mit Mitteilung vom 2
1.
Februar 2007 bestätigt (
Urk.
7/
75).
Diesem Revisionsentscheid ging eine neurologisch-rheumatologische Begutachtung am Universitätsspital
B._
zu
handen des Unfallversicherers voraus (Urk. 7/65
, Urk. 7/
66
/5-38
und Urk. 7/68), wovon die IV-Stelle Kenntnis nahm und welche sie bei ihrem Entscheid be
rücksichtigte (
vgl. Feststellungsblatt, Urk. 7/74
).
Im Rahmen der im April 2012 eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 7/80),
holte die IV-Stelle neue
re
Berichte von
Dr.
Z._
(vom 1
9.
Juni 2012 [Urk. 7/84] und vom
9.
April 2013 [Urk. 7/88]
) und
vom behandelnden Chiropraktor SCG/ECU
Dr.
C._
(vom 1
5.
Mai 2013,
Urk.
7/89) sowie einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/86) ein.
Die IV-Stelle qualifizierte
in der Folge
die Beschwerden der Versicherten als
zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage zug
ehörig und er
ach
tete weitere Abklärungen als unnötig, da
die Foerster-Kriterien zur ausnahms
weise zu bejahenden Unüberwindbarkeit der Schmerzstörung klar beurteilt wer
den könnten und zu verneinen seien (vgl. Feststellungsblatt vom 2
5.
Juli 2013, Urk. 7/91/6-8)
.
Sie
stellte
der Versicherten daraufhin - nach durchgeführtem Informationsgespräch
- mit Vorbescheid vom
2
5.
Juli 2013
die Aufhebung der laufenden Rente gestützt auf die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Schluss
bestimmung der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011 in
Aussicht (Urk. 7/
93
). Am
19.
November 2013
ver
fügte sie entsprechend dem Vor
bescheid und hob die Rente per Ende des der Zustellung folgenden Monats auf
. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid entzog sie die aufschiebende Wirkung
(Urk. 2).
2.
Hiergegen liess
X._
mit Eingabe vom
3.
Januar 2014 (Urk. 1) Be
schwerde erheben und beantragen, es sei ihr weiterhin eine halbe Rente, basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 50 %, auszurichten. Zudem sei die auf
schiebende Wirkung der Beschwerde wieder herzustellen.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Februar 2014 (Urk. 6) beantragte die Beschwer
degegnerin unter Verweis auf die Akten Abweisung der Beschwerde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Schlussbestimmung a.
Abs. 1
der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 1
8.
März 2011
(nachfolgend: Schlussbe
stimmung)
wer
den Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch u
nklaren synd
romalen Be
schwerde
bildern ohne nachweisbare organische Grundlage gespro
chen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Vorau
sset
zungen nach
Art.
7 des Allge
meinen Teils des So
zialversiche
rungsrechts (ATSG) nicht erfüllt, so wird die
Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
1.2
Das Bundesgericht erachtete es aus Gründen der Rechtsgleichheit als geboten, sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den g
leichen Anforderungen zu un
ter
stellen, und hat in der Folge die im Bereich der anhaltenden somatoforme
n Schmerzstörungen entwickelte "Schmerz-Rechtsprechung"
(BGE 130 V 352) bei verschiedenen verwandten Diagnosen, so bei der Würdigung des invalidisieren-den Charakters von Fibromyalgie, Chronic
Fatigue Syndrome oder Neurasthe
nie, dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsst
örungen, der dissoziativen Bewe
gungsstörung, einer spezifischen HWS
-Verletzung ohne organisch nach
weisbare Funk
tionsausfälle (HWS- oder Schleudertrauma) wie auch bei
der posttraumati
schen Belastungsstörung (PTBS) zur Anwend
ung gebracht (Urteil des Bundesge
richts 8C_483/2012 vom
4.
Dezember 2012
E. 4
mit weiteren Hin
weisen).
1.3
Bei der Überprüfung und Neubeurteilung von laufenden Renten, welche gestützt auf eine in der Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 genannten Diagnosen gesprochen wurden
, stellen sich die gleichen Fra
gen, wie wenn ein erstmaliges Leistungsgesuch zu beurteilen ist. Es geht somit darum, aus heutiger Sicht zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für einen Rentenbezug nach
Art.
28 f. IVG i.V.m.
Art.
7, 8 und 16 ATSG im Zeitpunkt der Überprüfung - und nicht zum Zeitpunkt der e
rstmaligen Rentenzusprache - er
füllt sind oder nicht, was insbesondere eine vollständige Abklärung des medi
zi
nischen - d.h. psychia
trischen und bei entsprechenden Anhaltspun
kten auch somatischen – Sachver
halts erfordert. Die der ursprünglichen Renten
zusprache zugrundeliegende Diag
nose dient lediglich daz
u festzustellen, ob ein Sachver
halt überhaupt in den
An
wendungsbereich der Schlussbestimmung fällt und somit gestützt darauf eine Neubeurteilung d
es laufenden Rentenanspruchs er
folgen kann oder ob nur eine revisionsweise Ü
berprüfung unter den (restrikti
veren) Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG möglich ist.
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
die Schlussbestimmung sei in ihrem Fall
gar nicht anwendbar
, weil der ursprünglichen Rentenverfügung nicht nur eine "HWS-Distorsion", sondern noch weitere objektivierbare
neurologische und rheumatologische
Krankheitsfolgen
mit Einflu
ss auf die Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit zugrunde gelegen hätten.
Dieser Einwand ist vorab zu prüfen.
2.2
2.2.1
Die Beschwerdeführerin war nach dem Unfall vom 1
1.
Oktober 2001 für zwei Tage im Kantonsspital
D._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht
vom 1
7.
Oktober 2001 (Urk. 7/10
/13
) heisst es, die Beschwerdeführerin zeige ein
e
anterograde Amnesie und Schmerzen im HWS-Bereich mit Kribbelparästhesie in der rechten Hand. Auf den konventionellen Röntgenaufnahmen der HWS sowie des Dens transbucal sei kein
e
frische ossäre Läsion sichtbar. Während des stationären Aufenthaltes sei die Beschwerdeführerin neurologisch immer unauffällig gewe
sen. Es sei mit einer
Physiotherapie
für die HWS-Distorsionsbeschwerden begonnen worden. Diesen Befunden entsprechend diagnostizierten die dortigen Ärzte eine HWS-Distorsion mit einer anterograden Amnesie und einer fragli
chen commotio cerebri.
2.2.2
Zuhanden von
Dr.
Y._
führt
e
das
Röntgeninstitut
E._
Radiologie Nordwest, Basel, eine radiologische Untersuchung des Beckens
und ein CT der HWS
durch. Im Beckenbereich zeigten sich degenerative Veränderungen in der unteren LWS
in Form von Spondylarthrosen, ansonsten aber unauffällige Be
funde. Das CT der HWS ergab keine erkennbare ossäre Läsion, vor allem nicht in Bereichen des Dens, normale Stellungsverhältnisse im Bereich der Atlanto occipital-Gelenke und der Atlanto axialen-Gelenke wie auch in den Fazetten
gelenken. Ferner
fanden
sich keine Anhaltspunkte für eine traumatische Diskushernie (Urk. 7/10/11-12; vgl. auch
den Zusatzfragebogen für HWS-Ver
letzungen von Dr.
Y._
vom
6.
November 2001 [
Urk. 7/13/30-33
]
,
worin
ausser
einer
Kopfprellung und verschiedenen Druckdol
enzen keine weiteren Verletzungen erwähnt werden
)
. Weiter berichtete
derselbe Arzt
am
6
.
Februar 2003 (Urk. 7/
10/1-4
) über
einen stationären
Gesundheitszustand
bei Status nach HWS-Distorsionstrauma und diskretem Schädelhirntrauma. Er erhob im Wesentlichen Druckschmerzen in der HWS bis C5 und in der paravertebralen Mus
kulatur, Hartspann im Trapeziusbereich, positive Triggerpunkte und eine schmerzhafte rechte Schulter.
Im Übrigen
gebe es keine nennenswerten patho
logische
n
Befunde.
2.2.3
Der Neurologe Dr.
Z._
berichtete am 17. Mai 2002 (Urk. 7/10/5-9) über permanent vorhandene Nackenschmerzen im Bereich der oberen Partien des Nackens sowie Kopfschmerzen. Es bestehe eine deutliche Lärmempfindlichkeit im Rahmen dieser Schmerzen. Der eigene Antrieb und die Energie seien seit dem Unfall verringert, die Beschwerdeführerin fühle sich verlangsamt, habe Probleme mit parallelen Abläufen, eine leicht reduzierte Konzentrationsfähigkeit sowie ein schlechter gewordenes Namensgedächtnis. V
orbestehende Kreuz
schmerzen hät
ten sich ebenfalls verstärkt. Sie sei seit dem Unf
all auch vermehrt müde (S. 2). Im Weiteren
schilderte
er
eine Druckdolenz vom kraniozervikalen Übergang bis über den Prozessus spinosus C5, über den Prozessus transversi C3 und C4 links sowie rechtsseitig vom kraniozervikalen Über
gang bis zum Pro
zessus transver
sus C
5.
Druckdolenzen gebe es auch über der para
cervic
alen Muskulatur, wel
che links einen leicht, rechts einen mässig erhöhten Tonus auf
weise.
Ferner referierte er die radiologische
n
Untersuchungen der
E._
einen Verdacht auf eine milde traumatische Hirnverletzung (aufgrund einer kurzen Amnes
ie, Verwirrt- und Desorientiertheit), wobei
hier von einer eher guten Prognose aus
zugehen sei (S. 5).
2.3
Weitere medizinische Unterlagen als die vorstehend erwähnten lagen der Be
schwerdegegnerin beim ursprünglichen Rentenentscheid vom 2
5.
Februar 2004 nicht vor.
Daraus
geht
ohne Weiteres
hervor, dass
die
im Zeitpunkt der Renten
zusprache geklagten Beeinträchtigungen weit überwiegend dem "klassischen" Beschwerdebild des sog. Schleudertraumas entsprechen (vgl. dazu
BGE 134 V 109 E. 6.2.1
mit Hinweis auf
BGE 117 V
359)
und
damit
sinngemäss
nach der
Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen zu beur
teilen
sind
(vgl. BGE 136 V 279).
Daran ändert nichts, dass auch der Verdacht auf eine milde traumatische
Hirn
verletzung geäussert wurde:
Die Diagnose einer leichten traumatischen Hirn
verletzung (MTBI = mild traumatic brain injury) erfolgt aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen und bedeutet nicht schon, dass eine objek
tiv nachweisbare Funktionsstörung vorliegt
(Urteil des Bundesgerichts
8C_106/2013
vom
3
1.
Mai 2013
E. 5.1).
Beim MTBI handelt
es sich
um eine so geringe Verletzung des Gehirns, dass sie mit den normalen Bildgebungsverfah
ren des Kopfes (Röntgen Schädel, Computertomographie des Kopfes, Magnet
resonanztomographie des Kopfes) nicht sichtbar ist und die Beschwerden in der Regel mit dem Heilungsprozess ohne bleibende Folgen vollständig verschwin
den (vgl.
Patienteninformation "Leichte Traumatische Hirnverletzung"
der SUVA unter
www.suva.ch/lthv-informationsblatt.pdf
).
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 1
7.
Mai 2002 (Urk. 7/10/8) aus, Anhaltspunkte für eine milde traumatische Hirnverletzung sei
en
eine kurze Amnesie und die Desorientierung nach dem Unfall. Bis heute gebe
die Beschwerdeführerin
tendenziell leichte, langsam regrediente kognitive Störungen an.
Auch wenn man davon ausgeht,
dass
die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 11. Oktober 2001
möglicherweise
eine MTBI durchgemacht
hat
, so kann angesichts des Verlaufs (
nur
leichte Stö
rungen
und ein halbes Jahr nach dem Unfall regredient)
davon ausgegangen werden, dass
einerseits k
ein wesentliches Hirntrauma mit substanzieller Hirn
schädigung
vorlag und andererseits im
Zeitpunkt der ursprünglichen Renten
zusprache, als
o
über zwei
Jahre nach dem Unfall,
die anfänglichen leichten kognitiven Störungen -
soweit
überhaupt auf die MTBI zurückzuführen - voll
ständig verschwunden waren.
2.4
Der ursprünglichen Ren
tenzusprache lag somit
ein Beschwerdebild zugrunde, welches in den An
wendungsbereich
der Schlussbestimmung a. der Än
derung des IVG vom 1
8.
März 2011 fällt. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die lau
fende Rente zu Recht unter diesem Tit
el einer Neubeurteilung unterzo
gen.
3.
Eine andere Frage ist, ob der Beschwerdegegnerin für die Überprüfung und letzt
lich Verneinung des Rentenanspruchs genügende medizinische Grundlagen zur Verfügung standen.
RAD-Arzt
Dr.
F._
war in seiner kurzen Stellungnahme vom
8.
Januar 2013 offenbar der Ansicht,
die für die Frage der Überwindbarkeit bzw. ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit massgebliche
n
Foerster-Kriterien liessen sich
für den Revisionsz
eitpunkt nicht zuverlässig beurteilen, die
s
müsste vertieft mit einem erneuten polydisziplinären Gutachten
abgeklärt werden (Urk. 7/91/5). Nichtsdestotrotz schloss
die Verwaltung
in
der Folge
aus den An
gaben der Beschwerdeführerin und den medizinischen Unterlage
n, die Foerster-Kriterien könnten "klar beurteilt" werden und seien nicht erfüllt, weshalb die Rente gestützt auf die Schlussbestimmung aufzuheben sei. Dieses Vorgehen ist nicht haltbar.
Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 1.3), ist auch bei der Über
prü
fung und Neubeurteilung von laufenden Renten, welche gestützt auf eine in der
Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 18. März 2011
genannten Diagnosen gesprochen wurden, eine vollständige Ab
klärung des medizinischen
d.h. psychiatrischen und bei entsprechenden Anhalts
punkten auch somati
schen
Sachverhalts erforderlich.
Vorliegend fehlt es an aktuellen medizi
nischen Untersuchungen, welche sich
mit
der massgeblichen Fragestellung
auseinandersetzen.
Auch weil die Beschwerdeführerin
seit Jahren trotz der zwischenzeitlich massiv chronifizierten Beschwerden (vgl. Bericht
e
vo
n Dr.
C._
vom 1
5.
Mai 2013 [
Urk. 7/89
] und Stellungnahme vom 1
2.
September 2013 [Urk. 7/100]
) in der bisherigen anspruchsvollen Tätigkeit zu 50 % arbeitet und beruflich integriert ist (Urk. 7/86 und Urk. 1 S. 15)
,
drängt sich
eine polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich
auf
(
vgl
.
auch
BGE 139 V 547
E. 10.2).
Dies hat die Beschwerdegegnerin nachzuholen.
Die angefochtene Verfügung vom 1
9
.
November
201
3
ist deshalb
aufzuheben
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die für die Beurteilung des Rentenanspruchs erforderlichen Abklärungen treffe und neu
über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
befinde.
4
.
Im Weiteren beantragte die Beschwerdeführerin die mit der angefochtenen Ver
fügung entzogene aufschiebende Wirkung der Beschwerde
sei
wieder herzustel
len.
4
.1
Nach der Rechtsprechung dauert - unter Vorbehalt einer allfällig missbräuch
lichen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Verwaltung - der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhe
bung einer Rente oder Hilflosenentschädigung verbundene Entzug der aufschie
benden Wirkung einer Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwal
tung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwalt
ungsverfügung an.
Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung ist demnach in Ausnahme
fällen zulässig
(Urteil des Bundesgerichts 8C_983/2012 vom
8.
Mai 2013 E. 4 mit Hinweisen auf die bisherige und mehrfach bestätigte Rechtsprechung)
. Ob eine solche Ausnahme vorliegt,
ist im Folgenden zu prüfen.
4
.2
Die Frage nach der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung entscheidet sich anhand einer Interessenabwägung, bei welcher zu beurteilen ist, ob die Gründe für eine vorläufige Weiterzahlung der Leistungen oder diejenigen, die für die Einstellung dieser Leistung sprechen, überwiegen (vgl. BGE 124 V 88 f. Erw. 6a, 117 V 191 Erw. 2b). Dabei gewichtet die Rechtsprechung das Interesse der Verwaltung an der Vermeidung möglicherweise nicht mehr einbringlicher Rückforderungen gegenüber demjenigen von versicherten Personen, nicht in eine vorübergehende finanzielle Notlage zu geraten, regelmässig als vorrangig.
4.3
Vorliegend macht die Beschwerdeführerin
geltend, sie sei auf die Rentenleistun
gen zur Deckung ihrer aktuellen Lebenshaltungskosten angewiesen (Urk. 1 S. 19). Ihr
Interesse
an der
Vermeidung einer vorübergehenden finanziellen Notlage
ist nach dem Gesagten indessen demjenigen der Beschwerdegegnerin, allenfalls zu Unrecht ausgerichtete Leistungen
wieder zurückfordern und das Risiko der Uneinbringlichkeit tragen zu müssen, nachrangig. Im Übrigen ist der Ausgang des verwaltungsrechtlichen Abklärungsverfahrens offen, weshalb auch nicht
gesagt
werden kann, der von der Beschwerdegegnerin neu zu fällende Entscheid werde
mit guten Chancen zugunsten
der Beschwerdeführerin
ausfal
len
.
Aus diesen Gründen ist v
o
n der Wiederherstellung der auf
schiebenden Wir
kung der Beschwerde abzusehen.
5.
5.1
Die auf Fr. 6
00.-- festzulegenden Gerichtskosten (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
V
orliegend
ist die
Entschädigung
auf
Fr.
2'500
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
festzulegen
.