Decision ID: 81d7f59a-88c3-4972-b0d0-5a2539224c0c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, reiste im Jahr 2000 in die Schweiz ein und war von Juni 2006 bis Juli 2012 bei der
Y._
als Serviceangestellte in einem 100%-Pensum angestellt (Urk. 12/27). Aufgrund einer Bewegungsbehin
derung der Gelenke wurde die Versicherte von ihrer Krankentaggeldversicherung am 22. März 2012 (Urk. 12/3) und von ihrer Arbeitgeberin am 10. April 2012 zur Früherfassung gemeldet (Urk. 12/6).
Am 4. Mai 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Knochen
verletzung des Fussgelenkes links bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e
, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 12/11 und Urk. 12/18). Bei einem Treppensturz am 31. Juli 2012 zog sich die Versicherte ausserdem eine Verletzung des linken Knies sowie der rechten Schulter zu (Urk. 12/33/1), welche im Heilungsverlauf mehrmals operiert werden musste (Urk. 12/104/75, Urk. 12/104/31 und Urk. 12/111).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen
und medizinischen
Verhältnisse ab und holte die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 12/33), die Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk.
12/18
, Urk. 12/39, Urk.
12/72
und Urk. 12/97) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk. 12/56) ein.
Zur Klärung der beruflichen Situation fand erstmals am
8.
Juni 2012 ein persönliches Gespräch statt (
Urk.
12/27). Gleichzeitig meldete sich die Versicherte beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (vgl.
Urk.
12/19).
Im Rahmen der Frühintervention gewährte die IV-Stelle ver
schiedene Mass
nahmen (Urk. 12/20 und Urk. 12/25), unter anderem auch eine Kostengutsprache für Arbeitsvermittlung in Form einer Beratung und Unter
stützung bei der Stel
lensuche durch das
Z._
(Urk. 12/26).
In diesem Zusammenhang
wurde der Versicherten am 11. April 2014 (Urk. 12/57), verlängert am 3. Oktober 2014 (Urk. 12/79)
,
ein Arbeitstraining in einem 50%-Pensum mit IV-Taggeld zugesprochen. Aufgrund der gesundheitlichen Beein
trächti
gungen wurde keine Integration im ersten Arbeitsmarkt erreicht (vgl.
Schlussbericht
Z._
, Urk. 12/95-96), woraufhin die Eingliederungs
bera
tung ihre Vermittlungsbemü
hungen niederlegte (Urk. 12/101) und die IV
Stelle die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 17. Februar 2015 abschloss (Urk. 12/98). Die IV-Stelle veranlasste in der Folge eine aktenbasierte Ein
schätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, nahm am 8. April 2015 Stellung (Urk. 12/144 S. 4-6). Hiernach
holte
die IV-Stelle wiederum die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 12/104 und Urk. 12/110 mit Beilage Urk. 12/109) sowie die Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 12/142) ein. Mit
Schreiben vom 11. Mai 2016 gewährte die IV-Stelle erneut eine Arbeitsver
mittlung in Form einer Beratung und Unterstützung bei der Stel
lensuche durch die
B._
(Urk. 12/125). Aufgrund des Gesundheits
zustandes der Versicherten wurde die Arbeitsvermittlung am 22. Mai 201
6
ein
gestellt (Urk. 12/131) und mit Mitteilung vom 16. Juni 2016 abgeschlossen (Urk. 12/139). Die IV-Stelle veranlasste wiederum eine aktenbasierte Einschät
zung durch den RAD-Arzt Dr.
A._
, welcher am 6. Juli 2016 Stellung nahm (Urk. 12/144 S. 7-8). Mit Vorbescheid vom 12. Juli 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Aus
richtung einer
Viertelsrente
ab dem 1. Januar 2015 sowie einer ganzen Invali
denrente ab dem 1. Oktober 2015 befristet bis Ende Februar 2016 in Aussicht (Urk. 12/147). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 11. August 2016 (Urk. 12/150) sowie ergänzend am 20. September 2016 (Urk. 12/153) Einwand. Mit Verfügung vom 6. Januar 2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten wie vorbeschieden eine
Viertelsrente
ab dem 1. Januar 2015 bis 30. September 2015 sowie eine befristete ganze Invalidenrente ab dem 1. Oktober 2015 bis Ende Februar 2016 zu (Urk. 12/168 und Urk. 12/179 = Urk. 6/3).
2.
Mit Eingabe vom 6. Februar 2017 (Urk. 1) sowie ergänzend am 27. Februar 2017 (Urk. 5) erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 6. Januar 2017 und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine unbefristete ganze Invalidenrente ab dem 1. Oktober 2015 auszu
richten, eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen. In pro
zessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh
rung sowie eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes. Mit Beschwerdeantwort vom 6. April 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. April 2017 zugestellt (Urk. 16).
3.
Mit Beschluss vom 1
4.
Mai 2018 teilte das Gericht den Parteien mit, die Aufhe
bung der Verfügung vom
6.
Januar 2017 und eine Rückweisung an die Beschwer

degegnerin zur weiteren medizinischen Abklärung in Erwägung zu ziehen, und gab der Beschwerdeführerin Gelegenheit, die Beschwerde zurückzuziehen (
Urk.
19). Mit Eingabe vom 2
5.
Mai 2018 (
Urk.
21) hielt diese ausdrücklich an der Beschwerde fest.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsge
bre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit dem
jenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Ver
waltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerde
weise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Renten
anspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 6/3) vom 6. Januar 2017 hielt die Beschwerdegegnerin fest,
die Beschwerdeführerin sei seit dem 31. Juli 2012 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In ihrer angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte sei sie zu 100 % arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten Tätigkeit sei ihr jedoch ab Januar 201
3 ein 50
%-Pensum zumutbar.
Der Einkom
mensvergleich per Januar 2015 ergebe ein
en
Invaliditätsgrad von 47 %. Die Beschwerdeführerin habe entsprechend Anspr
uch auf eine
Viertelsrente
ab 1. Ja
nuar 201
5.
Per 8. Juli 2015 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin erheblich verschlechtert, weshalb sie ab 1. Oktober 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Aufgrund der Verbesserung des Gesundheitszu
standes ab Dezember 2015 sei ihr aus medizinischer Sicht eine angepasste Tätig
keit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils zu 100 % zumutbar. Der Ein
kommensvergleich per März 2016
ergebe
keine Erwerbseinbusse, entsprechend
habe
die Beschwerdeführerin ab März 2016 auch keinen Anspruch auf eine Inva
lidenrente mehr.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin zusammengefasst geltend,
ihre Arbeitsfähigkeit sei nach wie vor eingeschränkt. Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung sei ihr Gesundheitszustand gar schlechter als während dem Zeitraum, für welchen sie eine ganze Invalidenrente erhalte.
Der Beschwerdeführerin sei deshalb ab dem 1. März 2017 weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten, eventuell sei ein unabhängiges medizinisches Gutachten
anzuordnen
(Urk. 5)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 1. März 2017 hin
aus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
3.
3.1
Hinsichtlich der Beschwerden im Fuss wurde am 30. Mai 2012 ein MRI des linken Fusses am
C._
durchgeführt.
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH Radiologie,
teilte
in seinem Arztbericht
(Urk. 12/18)
mit
, das durchgeführte MRI des linken Fusses zeige eine deutliche
Regredienz
der Knochenmarks
ver
änderungen in den
dorso
-lateralen Anteilen der
Trochlea
tali
sowie der sich in Abheilung befindende
n
Osteochondrosis
dissecans
der medialen Anteile der
Talus
rolle
bei zunehmenden zystischen Veränderungen
.
3.2
Nach dem Treppensturz
am 3
1.
Juli 2012
überwies die Hausärztin Dr. med.
E._
, Rheumatologie und Innere Medizin, die Beschwerdeführerin aufgrund starker Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter mit
Schmerzausstrahlung in den rechten Arm sowie Nackenschmerzen zur konsilia
rischen Beurteilung an die
F._
(Urk. 12/104/51).
Dr. med.
G._
, Oberarzt Orthopädie in der
F._
, stellte in seinem Arzt
bericht vom 8. August 2012 (Urk. 12/104/77) zu Händen von
Dr.
E._
die Diag
nose eines Status nach Schulterluxation rechts mit g
rossem
ossären
Bankart-Fragment
. Das am 9. August 2012 an der
I._
durchgeführte CT
bestätige die
ossäre
Bankart-Läsion mit zwei grösseren Fragmenten
(Urk. 12/104/79
).
3.3
Dr. med.
H._
, Oberarzt Orthopädie in der
F._
, der bei der Beschwerdeführerin am 10. August 2012 einen operativen Eingriff an der rechten Schulter durchführte (offene Spickdrahtosteosynthese und Stabilisierung, Urk. 12/104/72-76), stellte
in
einer postoperativen Konsultation am 31. Oktober 2012 (Urk. 12/104/62) ein deutliches Kapselmuster, insbesondere in der Rotati
onsamplitude
,
bei konsolidierter Fraktur
fest
. Ein am 6. Dezember 2012 an der
I._
durchgeführtes CT zeig
t
e eine
ossäre
Bankart-Läsion, wobei das Fragment leicht nach medial und
anterior
disloziert sei (Urk. 12/104/59).
Auf
grund der eingeschränkten Beweglichkeit durch ein Kapselmuster
sowie eines deutlichen Kraftdefizites
attestierte Dr.
H._
im angestammten Beruf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und wies gleichzeitig darauf hin, dass eine Umorien
tierung zu einer Tätigkeit, die unterhalb des Schulterniveaus auskomme mit einer Hebe- und Tragebelastung von 5 kg, unumgänglich erscheine (Urk. 12/104/
48 und
Urk. 12/104/
55).
3.4
Wegen
anhaltender schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit der Schulter
stellte sich die Beschwerdeführerin zur erneuten Beurteilung bei Dr.
H._
vor. Dieser stellte in seinem Bericht vom 13. Juni 2013 (Urk. 12/104/39) zu Hän
den der
Krankentaggeldversicherung
fest, computertomographisch zeige sich eine wunschgemässe und komplette Konsolidation der
ossären
Bankart
-F
raktur. Die Spickdrähte würden in keinem Raumkonflikt zum
Humeruskopf
stehen und die Knorpeloberfläche könne wunschgemäss abgegrenzt werden
. Aufgrund dieser Befunde würde
keine Indikation zur Entfernung der Implantate bestehen.
Dennoch führte Dr.
H._
am
30
. August 2013 einen weiteren operativen Eingriff an der rechten Schulter durch
(Diagnostische Arthroskopie mit
Arthro
lyse
, Tenotomie der langen
Bicepssehne
und
Bursektomie
) und berichtete (Urk. 7/12/104/29-31),
chondral
zeige sich eine tadellose Einheilung des Bankart-Fragmentes. Auch eine relevante Bursitis sei nicht erkennbar, jedoch deutliche segelartige Narben zwischen der Deltafaszie zur
Rotatorenmanschette
, welche gelöst wu
rden.
Im Rahmen der postoperativen Folgeuntersuchungen hätten deut
liche Schmerzverbesserungen verzeichnet werden können.
Trotzdem seien sowohl die Belastbarkeit als auch die Beweglichkeit eingeschränkt respektive reduziert
.
In seinem Abschlussbericht vom 12. März 2014 (Urk. 12/104/15)
attestierte Dr.
H._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungs
profils (Heben und Tragen bis 4
kg und Brust
höhe) seit Oktober 2014
;
im angestammten Beruf sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig.
3.5
Im Rahmen einer orthopädischen Abklärung stellten die Ärzte der
I._
in ihrem Bericht vom 15. November 2013 (Urk. 12/42) die Diagnosen der Knick-/Senkfüsse beidseits sowie einer OSG-Instabilität links nach diversen Trau
mata sowie die Nebendiagnose eine
s
Status nach Bankart-Läsion. Die diffuse Schmerzsymptomatik im linken oberen Sprunggelenk (OSG) sei klinisch nicht eindeutig zu erfassen, röntgendiagnostisch zeige sich jedoch eine Zyste an der medialen
Talusschulter
, welche für die verspürten Beschwerden ursächlich sein könne. Entsprechend veranlassten die Ärzte am 17. März 2014 eine diagnostisch thera
peutische OSG-Infiltration mittels Kortison und Lokalanästhetikum
(Urk. 12/72/4f.
)
, nach welcher die Beschwerdeführerin eine deutliche und andau
ernde Beschwerdelinderung verzeichnen konnte
. Sie sei im Alltag praktisch nicht mehr eingeschränkt
(Urk. 12/72/1f.)
.
3.6
Im Rahmen der Einholung einer Zweitmein
ung hatte Dr.
med
J._
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie in der
K._
, die Beschwerdeführerin in einer Schulter-Sprechstunde am
21. Juli 2014
unter
sucht und gab in seinem Bericht zu Händen von Dr.
E._
(Urk. 12/104/12f.) an,
es bestünden
noch
residuelle
, postoperative Bewegungsein
schränkungen
, welche
häufig
seien
und insbesondere durch die ventrale Stabilisierung mit Ablösung der
Subscapularissehne
erklärt werden
könnten
.
Die Schmerzsymptomatik betreffend führte Dr.
J._
am 8. Juli 2015 eine Revisionsarthroskopie mit Entfernung des
Osteosynthesematerials
sowie mit
Tenolyse
beziehungsweise
Arthrolyse
durch
(Urk. 12/109)
, wobei
die Kirschner-Drähte komplett im Knochen versenkt worden seien (Urk. 12/
111)
.
Er schrieb die Beschwerdeführerin am 19. Oktober 2015 für leichte Tätigkeiten ab dem 1. Dezember 2015 zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 12/113).
3.7
Im Rahmen einer Überweisung der Beschwerdeführerin an Dr. med.
L._
, Anästhesiologie FMH, gab Dr.
J._
im Schreiben vom 21. April 2016 (Urk. 12/142) an, die rechte Schulter habe eine deutliche Verbes
serung der gesamten Beweglichkeit in den letzten 12 Monaten erfahren. Es sei ihm nicht klar, weshalb weiterhin Schmerzen über dem
Tuberculum
majus
rechts vorhanden seien. Auch
computer
tomographisch würde sich hierfür keine Erklä
rung finden. Physiotherapeutisch sei ebenfalls keine weitere Therapie notwendig. Die
Subscapularissehne
sei stark ausgedünnt und nicht mehr von guter Kon
sistenz, würden die Schmerzen im
anterioren
Humerus
rechts jedoch nicht erklä
ren.
In
diesem Zusammenhang erklärte
Dr.
J._
die Beschwerdeführerin vorerst weiterhin für körperliche und manuelle Tätigkeiten
zu
100 % arbeitsun
fähig.
3.8
Zu den gesamten medizinischen
Vorakten
nahm RAD-Arzt Dr.
A._
erstmals am 8. April 2015 und abschliessend am 6. Juli 2016 Stellung (Urk. 12/144) und hielt gestützt auf die
Einschätzungen der
die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzte folgende Diagnosen fest:
-
Persistierende Schmerzen und postoperative, leicht
retraktile
Kapsulitis
der Schulter rechts bei
-
Zustand nach Revisions-ASK der Schulter rechts am 8. Juli 2015 mit
Arthrolyse
,
Debridement
im Bereich des
Glenoidhalses
und
retrocoracoidal
sowie offener
Arthrotomie
und Entfernung der Kirschner
-D
rähte am
ante
rioren
Rand sowie
Reinsertion
der
Subsapularissehne
bei
-
Störendem
Osteosynthesematerial
am ventralen
Glenoidrand
rechts und
residuellem
subacromialem
ventralem Schmerzsyndrom der rechten Schul
ter bei
-
Zustand nach Schulter-ASK rechts am 30. August 2013 mit
arthrosko
pi
scher
Arthrolyse
, Tenotomie der langen
Bizepssehne
und
Bursektomie
bei posttraumatischer und postoperativer Schulterstreife rechts bei
-
Zustand nach offener Spickdraht-Osteosynthese und Stabilisierung rechte Schulter am 10. August 2012 bei Zustand nach Schulterluxation rechts (dominant) mit grossem
ossärem
Bankart-Fragment nach Sturz
.
Aufgrund dieser Leiden sei in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Service
ange
stellte eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben. Das zumutbare Belastungs
profil beinhalte körperlich leichte Arbeiten ohne besondere Anforderungen an Kraft, Ausdauer oder Geschicklichkeit des rechten Armes
sowie
ohne Arbeiten mit dem rechten Arm in Schulterhöhe oder darüber. In der bisherigen Tätigkeit als Serviceangestellte bestehe seit dem Unfalltag durchgehend und bis auf weiteres, medizintheoretisch auf Dauer eine volle Arbeitsunfähigkeit. In ange
passter Tätig
keit gemäss Belastungsprofil
bestehe
seit
Januar 2013
eine 50%ige Arbeitsfähig
keit, wobei die Beschwerdeführerin vom 30. August 2013 bis min
destens 30. November 2013 sowie erneut vom 8. Juli 2015 bis Ende November 2015 aufgrund der Schulteroperationen voll arbeitsunfähig gewesen sei. Der behan
delnde Arzt der Beschwerdeführerin habe ihr seit dem 1. Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (zum Beispiel Büro
tätigkeit) attestiert, was aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht uneinge
schränkt nachvollziehbar sei. Daran würden auch die persistierenden Beschwer
den nichts ändern, bedeute
te
n diese doch keine
„
funktionelle Ein
schränkung
“
.
4.
4.1
Nach einhelliger
ärztlicher Einschätzung besteht
bei der Beschwerdeführerin
seit dem Unfalltag
(3
1.
Juli 2012)
in ihrem angestammten Beruf als Serviceangestellte eine volle Arbeitsunfähigkeit.
4.2
Indes bestehen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils divergente Beurteilungen.
Wohl
attestierte
Dr.
J._
der Beschwerdeführerin
am 19. Oktober 2015
ab dem 1. Dezember 2015 eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit
, indes wird die Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit
einhergehend die volle
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
nur wenig medizinisch fundiert
sowie
für die Zukunft, das heisst
prognostisch
geäussert
(Urk. 12/113)
. Des Weiteren
revidiert Dr.
J._
seine
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
bereits im April 2016 wieder
und korrigiert sie
dahingehend, dass die Beschwerdeführerin für körperli
che und manuelle Tätigkeiten voll arbeitsunfähig
sei
(Urk. 12/142)
. Überdies beruht die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.
A._
auf keiner persönlichen Untersuchung
der Beschwerdeführerin.
Das alleinige Abstellen auf ein prognostisches Arztzeugnis ohne weitere objekti
vierbare Befunde, die eine andauernde Verbesserung des Gesundheits
zustandes darlegen,
genügt nicht.
Schlüssige medizinische Ausführungen, die eine zuver
lässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben würden, liegen hier nicht vor. Die Prüfung der invalidenversicherungsrechtlich relevanten Beein
trächti
gungen ist nicht möglich. Es kann nicht abschliessend festgestellt werden, ob die Schmer
zen
körperlichen Ursprungs
sind oder es sich allenfalls um eine soma
toforme Schmerzstörung handelt. Solange aber Anhaltspunkte für eine
körper
liche
Ein
schränkung vorliegen und weitere Sachverhaltsabklärungen möglich sind, darf im Rahmen des Untersuc
hungsgrundsatzes (
Art.
61
lit
. c
ATSG) die Folge der Beweislosigkeit für einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesund
heitsschaden nicht greifen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 117 V 261 E.
3b S.
264 mit Hinweis). Zur abschliessenden Klärung sind weitere medizinische Anga
ben notwendig. Die Sache ist daher
unter Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung vom
6.
Januar 2017
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische A
bklärungen
einhole. Gestützt auf diese Abklärungen wird sie in Berücksichtigung des gesundheitlichen Verlaufs erneut über die Sache zu entscheiden haben.
In dem Sinne
ist
die Beschwerde gutzu
heissen.
5.
5.1
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Damit erweist sich das Gesuch um unent
geltliche Pro
zessführung als gegenstandslos.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Partei
entschädigung hat. Letztere
ist nach Art. 61
lit
. g
ATSG in Verbindung mit § 34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
auslagen
festzusetzen.
Rechtsanwalt Abdullah
Karakök
wies mit Hono
rarnote vom 18. Mai 2017 (Urk. 18) einen Aufwand von 14,6667 Stunden sowie Baraus
lagen von Fr. 101.40 und mit Ergänzung vom 25. Mai 2018 einen Auf
wand von 0,75 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 14.30 aus. Für die Ausarbei
tung der Beschwerde samt Aktenstudium und Instruktion scheint ein Aufwand von höchstens 9 Stunden als notwendig gerechtfertigt. Unter Berück
sichtigung eines zusätzlichen Aufwandes für die Durchsicht dieses Urteils ist die Parteient
schädigung ermessensweise auf Fr. 2'737.20 (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen (9 Std. à Fr. 237.60 + 2 Std. à Fr. 236.95 + Fr. 124.90 Bar
auslagen) und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Damit erweist sich
der
Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung
als gegenstandslos.