Decision ID: 93a8c1ed-8add-450e-abcf-728ddc52df9a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich beschränkte mit Verfügung vom 17. Oktober 2013 (Urk. 3/8) und Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2013 (Urk. 3/10) ihre Finanzierungsbeiträge an die X._ AG ab 1. Oktober 2013 auf die vier Betten, mit denen diese in der Spitalliste des Kantons Y._ aufgeführt war.
Über die dagegen von der X._ AG am 31. Oktober 2013 erhobene Beschwerde wurde - nach Klärung der Zuständigkeit des hiesigen Gerichts - im Verfahren Nr. KV.2016.00027 mit Urteil vom heutigen Tag entschieden (Urk. 9).
1.2
Mit Schreiben vom 24. Mai 2016 forderte die X._ AG die Gesund
heitsdirektion auf, offene Rechnungen aus den Jahren 2013 bis 2015 im Gesamtbetrag von Fr. 3'858'309.26 zu begleichen (Urk. 7/1). Mit Verfügung vom 13. September 2016 (Urk. 7/9 = Urk. 3/7 = Urk. 2) sistierte die Gesundheitsdirektion das Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung des Rechtsmittelverfahrens der X._ AG gegen die Gesundheitsdirektion (KV.2016.00027).
2.
Die X._ AG erhob am 14. Oktober 2016 Beschwerde gegen die Ver
fügung vom 13. September 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr Fr. 3'858'309.26 für die Behandlung von Zürcher Patientinnen und Patienten zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1); das Verfahren sei mit dem Verfahren Nr. KV.2016.00027 zu vereinigen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2).
Die Gesundheitsdirektion beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2016 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2. Dezember 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung bezieh
ungsweise eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwer-deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Die Sistierung eines Verfahrens kann sich unter anderem rechtfertigen, wenn dieses vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängig ist oder von diesem wesentlich beeinflusst wird, so unter anderem, wenn im anderen Verfahren über Sachumstände oder rechtliche Voraussetzungen entschieden wird, die für dessen Ausgang von massgebender Bedeutung sind (Martin Bertschi / Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 4-31 N. 40).
2.
2.1
Mit der vorliegend angefochtenen Verfügung wurde eine Verfahrenssistierung angeordnet, dies betreffend die von der Beschwerdeführerin geforderte Bezahlung offener Rechnungen für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im Kanton Zürich in der Klinik der Beschwerdeführerin.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die angeordnete Sistierung damit, dass die materielle Frage ihrer Leistungspflicht noch nicht beantwortet, sondern Gegen-stand des hängigen Verfahrens Nr. KV.2016.00027 sei (Urk. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, eine Sistierung sei nicht zweckmässig, das Zuwarten auf einen allfälligen zukünftigen Entscheid im Verfahren Nr. KV.2016.00027 vermöge ihr schutzwürdiges Interesse an der zeitnahen Behandlung von Forderungen nach Kostengutsprachen nicht zu verdrängen (S. 16 Ziff. 44). Aus näher dargelegten Gründen (S. 16 f. Ziff. 46 ff.) habe ein Entscheid im Verfahren Nr. KV.2016.00027 nur möglicherweise oder gar keine Auswirkung auf das vorliegende - den in Rechnung gestellten Gesamt
betrag betreffende - Verfahren (S. 17 Ziff. 49).
3.
3.1
Ob die Beschwerdegegnerin verpflichtet ist, den ihr von der Beschwerdeführerin in Rechnung gestellten Betrag zu bezahlen, hängt entscheidend davon ob, wie
die Frage nach dem Umfang ihrer Leistungspflicht beantwortet wird, mithin davon
, ob sie diese zu Recht auf vier Betten pro Jahr beschränkt hat. Über diese Frage wird - beziehungsweise wurde - im Verfahren Nr. KV.2016.00027 entschieden.
3.2
Eine Sistierung des den in Rechnung gestellten Gesamtbetrag betreffende Verfahrens bis zur rechtskräftigen Beantwortung der Frage nach dem Umfang der Leistungspflicht erweist sich somit als sachlich gerechtfertigt, sind doch der praxisgemäss vorausgesetzte Zusammenhang und die Relevanz des noch aussteh
enden Entscheids für das zu sistierende Verfahren (vorstehend E. 1.2) offen
sicht
lich.
3.3
Die angefochtene Verfügung erweist sich deshalb als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. Dies mit der Feststellung, dass diese zumindest im Grenzgebiet zwischen gerade noch zulässiger Prozesstaktik und nachgerade mutwilliger Prozessführung zu verorten ist.