Decision ID: 535aa8e5-f099-5bb7-a73a-8066b32b34b9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Eva Frefel, Böschacherstrasse 74,
8624 Grüt (Gossau ZH),
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente; berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a F._, geboren 1978, meldete sich am 10. Oktober 2006 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (Berufsberatung und Rente) an (IV-act. 1). Seit
seiner Jugend konsumierte er Drogen. Von 1997 bis 1999 befand er sich im Rahmen
einer stationären Massnahme im Rehabilitationszentrum Lutzenberg. Danach
absolvierte er von August 1999 bis August 2002 eine Lehre als Drucktechnologe in der
Druckerei A._ und war nach dem Lehrabschluss noch während eines Monats als
Angestellter dort tätig (act. 10). Danach war er nicht mehr erwerbstätig. Zwischen
September 2003 und April 2006 war der Versicherte insgesamt viermal in stationärer
Drogenentzugsbehandlung in der Psychiatrischen Klinik in Wil. Im Anschluss an die
letzte Behandlung mit vollständigem Entzug der Benzodiazepine und einer Reduktion
der Methadon-Substitution auf Null trat der Versicherte am 12. April 2006 in das
Zentrum für Suchttherapie Start Again in Zürich zur stationären Entwöhnungstherapie
ein. Am 1. November 2006 begann der Versicherte ein Praktikum in einer Kinderkrippe
mit einem Arbeitspensum von 80% (IV-act. 16-3/6).
A.b Dr. med. B._, FMH Allgemeine Medizin, welcher den Versicherten im Rahmen
des Eintritts ins Therapiezentrum Start Again somatisch untersuchte, gab im IV-
Arztbericht vom 7. Dezember 2006 an, Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten hätten eine Polytoxikomanie bei intravenösem Drogenabusus seit dem 17.
Altersjahr. Er attestierte dem Versicherten seit mindestens April 2006 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Offsetdrucker (IV-act. 15-3/4).
A.c Die Psychiatrische Klinik Wil teilte in ihrem Arztbericht vom 9. März 2007 mit, es
lägen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, ängstlich
vermeidenden und abhängigen Anteilen (ICD-10 F61.0) in Kombination mit
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posttraumatischer Symptomatik bei traumatisierend und vernachlässigend erlebter
Kindheit und Jugend vor. Zudem wurde eine Störung durch multiplen
Substanzgebrauch und ein Abhängigkeitssyndrom (Heroin, Cannabis, Benzodiazepine,
gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung; ICD-10 F19.21) festgestellt.
Nach psychischer Dekompensation und erneutem Beginn des Suchtmittelkonsums sei
der Versicherte seit 2003 arbeitslos und werde finanziell durch das Sozialamt C._
unterstützt. Insgesamt sei er zwischen September 2003 und April 2006 viermal in
stationärer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik Wil gewesen. Der Versicherte leide
unter deutlichen Insuffizienzgefühlen und Versagensängsten sowie unter schwer
aushaltbaren, vermutlich im Sinne einer komplexen Traumafolgestörung zu
verstehenden Spannungszuständen, die sich vor allem vegetativ äussern würden
(Schweissausbrüche, hoher Muskeltonus, Zittern). Der Einsatz von Suchtmitteln sei
erfolgt, um die inneren Spannungszustände und schwer aushaltbare Affekte durch
"Selbstmedikation" zu regulieren. Sofern es dem Patienten nach dem Übertritt in die
stationäre Entwöhnungstherapie im Start Again gelungen sei, mit dieser Institution ein
tragfähiges Arbeitsbündnis einzugehen und alternative Bewältigungsstrategien an
Stelle des Suchtmittelkonsums zu erlernen, dürfte die Prognose günstig sein. Über den
Verlauf sei bei der Institution Start Again Auskunft einzuholen (IV-act. 21-6f./9). Zur
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit konnte der Arzt der Psychiatrischen Klinik
keine Angaben machen, da er den Patienten seit April 2006 nicht mehr gesehen habe
(IV-act. 21-9/9).
A.d Die Psychiaterin Dr. med. D._, bei welcher sich der Versicherte seit dem 12. April
2006 in Behandlung befindet, diagnostizierte in ihrem Arztbericht vom 12. Dezember
2006 eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, passiven und
abhängigen/asthenischen Anteilen (ICD-10: F61.0), ausgebildet vor dem Hintergrund
von Ereignissen in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge hätten
(ICD-10: Z61.3) mit sekundärer Suchtentwicklung. Seit dem Beginn der stationären
Behandlung am 12. April 2006 im Suchttherapiezentrum Start Again – sehr
wahrscheinlich aber schon ab 2003 – sei der Patient 100% arbeitsunfähig. Aufgrund
der Schwere und des langjährigen Bestehens der Persönlichkeitsstörung sei davon
auszugehen, dass eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit noch länger nicht vorhanden sein
werde. Der Patient habe am 1. November 2006 ein Praktikum in einer Kinderkrippe bei
einer Präsenzzeit von 80% begonnen und beabsichtige, eine Ausbildung als Fachmann
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Betreuung ab August 2007 zu absolvieren. Eine Rückkehr in den erlernten Beruf als
Offsetdrucker sei nicht sinnvoll, da er sich bei fehlendem sozialen Austausch innerlich
zurückziehe, mit konsekutivem Substanzgebrauch (IV-act. 16-1/6). Aufgrund der
fragilen Persönlichkeitsstruktur und nach längerer Abstinenz von einer regulären
Erwerbstätigkeit sei von einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit und einer reduzierten
Belastbarkeit in der bisherigen Tätigkeit als Offsetdrucker auszugehen. Diese sei nicht
mehr zumutbar, weil bei dieser Arbeit für den Patienten die Gefahr der psychischen
Vereinsamung bestehe, was bei ihm zu innerem Rückzug und sekundärem
Suchtmittelgebrauch führe (IV-act. 16-5/6).
A.e Der regionale ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung führte in seinem
Bericht vom 29. März 2007 aus, dass die Hinweise auf eine medizinisch begründbare
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf Drucker nicht überzeugend seien. Die von
Dr. D._ angeführten Bedenken hinsichtlich der "Vereinsamung" bei der Tätigkeit als
Drucker seien etwas allgemein gehalten. Der Versicherte habe im Rahmen einer
Langzeittherapie ohne Zwang den Beruf als Drucker erlernt und die Lehre
abgeschlossen. Es erscheine zumutbar, auf dieser Basis die Arbeitsfähigkeit auf 80%
festzusetzen (IV-act. 22-2/2). Am 30. März 2007 bestätigte der RAD, der Versicherte sei
sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit 80% arbeitsfähig.
Bis zum Beginn des Praktikums in der Kinderkrippe im November 2006 habe die
Arbeitsunfähigkeit 100% und danach 20% betragen (IV-act. 23).
A.f Mit Vorbescheid vom 16. Mai 2007 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass kein
Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 31). Zudem wurde ihm mit
Vorbescheid vom 17. Mai 2007 in Aussicht gestellt, dass bei einem ermittelten IV-Grad
von 20% kein Rentenanspruch gegeben sei (IV-act. 33).
A.g Mit Eingabe vom 11. Juli 2007 liess der Versicherte Einwände gegen beide
Vorbescheide erheben. Dabei reichte er ein Arbeitszeugnis betreffend die
Praktikumszeit von November 2006 bis Ende Juni 2007 in der Kinderkrippe E._ sowie
einen Bericht des Therapiezentrums Start Again vom 27. August 2007 ein (IV-act. 38).
Im Bericht des Therapiezentrums Start Again wird u.a. geltend gemacht, dass der
Versicherte vorläufig einen Arbeitsplatz in beschützter Umgebung brauche, idealer
Weise einen Praktikumsplatz in einem sozialen Bereich, wo er seine Fähigkeiten und
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Fertigkeiten weiter stabilisieren und ausbauen sowie herausfinden könne, welcher
Beruf schlussendlich der Richtige für ihn sei. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei er bis auf
weiteres zu höchstens 30% arbeitsfähig. Die frühere Aussage, wonach eine
Arbeitsfähigkeit von höchstens 80% bestehe, habe sich nicht auf den freien
Arbeitsmarkt bezogen, sondern auf die damals angetretene Praktikumsstelle in der
Kinderkrippe (IV-act. 41-3/4).
A.h Der RAD machte in der Stellungnahme vom 20. September 2007 geltend, es lägen
keine gesundheitlichen Gründe für einen Berufswechsel vor. Es sei schwierig, die
getroffene Einschätzung, welche insbesondere anhand der ärztlichen Berichte von Dr.
D._ vorgenommen worden seien, nun gänzlich zu revidieren. Der Eindruck, dass eine
Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, um vom Sinn einer beruflichen Massnahme zu
überzeugen, könne nicht ganz unterdrückt werden. Nachdem berufliche Massnahmen
auf Grund fehlender Vorteile der als adaptiert beschriebenen Tätigkeit abgelehnt
worden seien, sei es problematisch, nun eine volle Arbeitsunfähigkeit in allen Bereichen
zu übernehmen. Aus medizinischer Sicht seien die Argumente des Versicherten dafür,
dass die im Rahmen einer Langzeittherapie absolvierte Berufslehre und damals
angestrebte, adaptierte Tätigkeit heute bei unverändertem medizinischen Sachverhalt
nicht mehr möglich sein solle, nicht überzeugend (IV-act. 45).
A.i Mit Verfügungen vom 1. und 2. Oktober 2007 wies die IV-Stelle die Ansprüche auf
berufliche Massnahmen sowie auf eine Rente entsprechend den Vorbescheiden ab (IV-
act. 47 und 48).
B.
B.a Dagegen lässt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. November 2007
Beschwerde erheben mit dem Antrag, es sei die Verfügung vom 2. Oktober 2007
aufzuheben und ab 1. September 2004 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Zudem sei
die Verfügung vom 1. Oktober 2007 aufzuheben und es sei der Anspruch auf berufliche
Massnahmen festzustellen. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren. Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend,
dass die behandelnde Psychiaterin von einer Arbeitsfähigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt von höchstens 30% ausgehe. Im geschützten Bereich in Form eines
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Praktikums könne er eine Präsenzzeit von 80% erbringen. Die Feststellung des RAD,
der Beschwerdeführer sei zu 80% in seinem angestammten Beruf bzw. auf dem freien
Arbeitsmarkt arbeitsfähig, sei falsch. Der RAD habe den Beschwerdeführer nie selber
gesehen und habe einen Aktenentscheid gefällt. Dies sei rechtswidrig und willkürlich.
Wenn der RAD die Beurteilung der behandelnden Ärztin anzweifle, könne er nicht
einfach ferndiagnostisch seine Meinung an deren Stelle setzen, sondern habe eine
Begutachtung zu veranlassen. Da er dies nicht getan habe, bleibe es bei der
Arbeitsfähigkeit von 30% ab 1. November 2006. Die Psychiaterin habe sich sowohl im
ersten Arztbericht als auch in der letzten Stellungnahme an die IV-Stelle für eine Rente
ausgesprochen. Im Zeitraum vom 1. September 2003 bis 31. Oktober 2006 sei der
Beschwerdeführer 100% arbeitsunfähig gewesen. Die Wartezeit von einem Jahr sei am
1. September 2004 abgelaufen. Ab diesem Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer trotz
der erst am 9. Oktober 2006 verspätet erfolgten Anmeldung Anspruch auf eine ganze
Rente. Denn der Beschwerdeführer sei aus wichtigen Gründen (Vorliegen eines
schweren psychischen Leidens) objektiv verhindert gewesen, sich rechtzeitig
anzumelden. In Bezug auf die berufliche Massnahme führt der Beschwerdeführer aus,
dass eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen notwendig sei. In der Tätigkeit
als Drucker wäre er selbst bei engster betreuerischer Begleitung massiv überfordert
und ein Rückfall in die totale Arbeitsunfähigkeit wäre vorprogrammiert. Werde er jetzt
nach der bis heute erfolgreichen Suchttherapie nicht vorsichtig und in beschütztem
Rahmen in die Arbeitswelt integriert, dann würden die langen Therapiebemühungen
unterlaufen und es könnte keine gute Prognose gestellt werden. Für die Umschulung in
einen sozialen Beruf sei er geeignet. Dies habe sich auch bei seinen Praktika gezeigt.
Nach einem ersten Praktikum in einer Kinderkrippe sei er nun als Praktikant im
Werkheim G._ tätig. Die Anstellung dauere vom 1. Oktober 2007 bis 31. März 2008
und der Lohn betrage monatlich Fr. 1'580.-- netto. Die Rechtsvertreterin führt aus, zur
Zeit fehle einzig die Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Nach Beurteilung
der Therapeuten und der behandelnden Psychiaterin sei er noch nicht in der Lage, die
berufsbildenden Massnahmen zu bestehen. Es werde deshalb vorliegend lediglich
beantragt, es sei der Anspruch auf Umschulung festzustellen und der Moment
abzuwarten, bis der Beschwerdeführer zur Umschulung in der Lage sei. Diese
gerichtliche Feststellung würde dem Beschwerdeführer eine Perspektive geben, auf die
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er hinarbeiten könnte und die ihn weiter in der Eingliederung motivieren würde (act. G
1).
B.b Aufgrund des Hinweises in der Beschwerde, wonach der Beschwerdeführer seit
dem 1. Oktober 2007 ein weiteres Praktikum bei einem Beschäftigungsgrad von 80%
absolviere (act. G 1.7), teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am
18. Dezember 2007 mit, dass weitere Abklärungen nötig seien. Insbesondere sei
beabsichtigt, gegen Ende des derzeit absolvierten Praktikums beim Werkheim G._
noch ein ausführliches Zeugnis einzuholen. Es sei beabsichtigt, die angefochtenen
Verfügungen vom 1. und 2. Oktober 2007 aufzuheben und das Verfahren wieder
aufzunehmen. Sollte der Beschwerdeführer damit nicht einverstanden sein, werde eine
Beschwerdeantwort eingereicht (RD-act. 2).
B.c Mit Eingabe vom 14. Januar 2008 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Sistierung
des Verfahrens (RD-act. 4). In der Folge wurde das zunächst bis Ende April 2008
sistierte Verfahren auf Ersuchen der Parteien mehrmals sistiert, letztmals bis 31. Juli
2008.
B.d Nach Eingang des Berichts der Arbeitgeberin (Werkheim G._) vom 1. April 2008
(RD-act. 8) teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 15. April 2008
mit, dass aktuell weder Raum für eine Rente noch für berufliche Massnahmen
bestünde. Die den Verfügungen zugrunde gelegte Arbeitsfähigkeit von 80% werde
durch den Arbeitgeberbericht gestützt. Im Übrigen habe eine Nachfrage bei der
Arbeitgeberin ergeben, dass der Beschwerdeführer für die Zeit von Mai bis Ende
Oktober 2008 einen weiteren befristeten Praktikumsvertrag erhalten habe (RD-act. 9
und 10). Nachdem der Beschwerdeführer an der Beschwerde festhielt, reichte die
Beschwerdegegnerin am 28. Juli 2008 ihre Beschwerdeantwort ein, womit der
Sistierungsgrund dahingefallen war.
C.
C.a In der Beschwerdeantwort vom 28. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie macht dabei insbesondere geltend, von einer den
Rentenbeginn möglicher Weise auslösenden durchgängigen Arbeitsunfähigkeit von
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über 40% während eines Jahres könne erst ab April 2006 (Eintritt ins
Suchttherapiezentrum Start Again am 12. April 2006) gesprochen werden, da erst für
diesen Zeitpunkt ärztliche Bestätigungen vorliegen würden (IV-act. 15 und 16). Mit dem
Beginn des Praktikums am 1. November 2006 in der Kinderkrippe sei die begonnene
Wartefrist jedoch beendet. Die Beschäftigung in der Kinderkrippe habe Ende Juni 2007
geendet. Seit dem 1. Oktober 2007 arbeite der Beschwerdeführer als Praktikant im
Werkheim G._. Bei beiden Praktikumsstellen habe der Anstellungsgrad 80%
betragen und beide Arbeitgeber hätten eine einwandfreie Leistung bestätigt und
keinerlei Einschränkungen bemerkt. Es habe somit bis anhin gar kein Rentenanspruch
entstehen können. Die abweisende Rentenverfügung sei daher zu Recht erfolgt.
Betreffend die Ablehnung von beruflichen Massnahmen sei der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung sowie aktuell befristet als Praktikant beim
Werkheim G._ beschäftigt. Gemäss Arbeitgeberbericht vom 1. April 2008 erfülle er
die Anforderungen an einen Praktikanten und falle in keiner Weise durch irgendwelche
Einschränkungen auf. Gerade bei den von der Therapeutin beschriebenen Defiziten
beim Konzentrations- und Durchhaltevermögen gebe der Arbeitgeber an, die tägliche
Belastung sei gross und der Beschwerdeführer halte dieser Stand. Es sei deshalb
davon auszugehen, dass er bei der aktuell ausgeübten Tätigkeit zumindest zu 80%
arbeitsfähig sei. Fraglich sei, ob er diese Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten
Tätigkeit als Drucker verwerten könnte. Diesbezüglich würden sich die Aussagen der
Arbeitgeber sowie der behandelnden Ärzte nicht decken. Während die Arbeitgeber
keinerlei Bemerkungen zu irgendwelchen Einschränkungen machten (insbesondere
auch der Druckereibetrieb), sei nach Dr. D._ eine Rückkehr in den erlernten Beruf als
Offsetdrucker nicht sinnvoll, da sich der Beschwerdeführer bei fehlendem sozialem
Austausch innerlich zurückziehe mit konsekutivem Substanzgebrauch. Es sei davon
auszugehen, dass die Ausübung des Druckerberufs nicht notwendiger Weise mit
fehlendem sozialem Austausch einhergehe. Zudem habe der Beschwerdeführer diese
Berufslehre trotz bereits vorangegangener Polytoxikomanie erfolgreich abschliessen
können. Nachdem davon auszugehen sei, dass die Persönlichkeitsstörung schon
damals mit etwa denselben Auswirkungen bestanden habe, wäre es ihm auch heute
zumutbar, wieder als Drucker zu arbeiten. Der Wunsch nach einem Berufswechsel sei
deshalb nicht gesundheitlich bedingt, sodass diesbezüglich keine berufliche
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Massnahmen in Frage kämen. Auch die Abweisung des Anspruchs auf berufliche
Massnahmen sei deshalb zu Recht erfolgt (act. G. 16).
C.b Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 30. September 2008 an seinen
Anträgen fest. Aufgrund des Berichts der Psychiatrischen Klinik Wil vom 9. März 2007
ergebe sich eine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von September 2003 bis Januar
2006 von weit über 40%. Vom 6. Januar bis 31. Oktober 2006 habe die
Arbeitsunfähigkeit 100% betragen. Ab 1. November 2006 sei der Beschwerdeführer im
Umfang von höchstens 30% arbeitsfähig. Diesbezüglich wird auf die Stellungnahme
des Therapiezentrums Start Again bzw. von Dr. D._ vom 22. August 2007 verwiesen.
Diese sei von der therapeutischen Leiterin verfasst und von der Ärztin durch
Unterzeichnung ausdrücklich bestätigt worden. Die Behauptung des RAD, der
Beschwerdeführer sei angestammt und adaptiert zu 80% arbeitsfähig, sei aktenwidrig.
Es wäre unsinnig und unwirtschaftlich, den Beschwerdeführer erneut in den
Druckerberuf zu zwingen und eine Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit zu
verordnen, was mit Sicherheit notwendig wäre. Ohne Wiedereinschulung könnte der
Beschwerdeführer lediglich als Hilfsarbeiter tätig sein. Es bestehe ein Anspruch auf
eine ganze IV-Rente ab 1. September 2004. Die Tätigkeit als Offsetdrucker sei nach
Aussage der behandelnden Psychiaterin nicht mehr zumutbar. Bei der in den Praktika
gezeigten Leistungsfähigkeit handle es sich vor allem um eine Präsenzfähigkeit im
Umfang von 80%. Von einer Arbeitsfähigkeit auf dem normalen Arbeitsmarkt könne
nicht die Rede sein. Das einzige, was die letzten Abklärungen der Beschwerdegegnerin
ergeben hätten, sei der – allerdings nicht mehr prozessrelevante – Umstand, dass der
Beschwerdeführer heute – im Gegensatz zum Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung –
nun auch eingliederungsfähig sei. 15 Monate nach der erfolgreichen Suchttherapie
zeige er sich stabil und drogenfrei. Er sei hochmotiviert für die geplante Umschulung,
da er unterdessen in den Praktika unterfordert sei und verständlicherweise das
Bedürfnis nach einem höheren Einkommen und Sozialhilfeunabhängigkeit habe. Der
behandelnde Psychotherapeut gehe denn auch zur Zeit von einer Arbeitsfähigkeit im
Sozialbereich von 50-60% aus und befürworte die Umschulung. Das entsprechende
Gesuch um berufliche Massnahmen sei gestellt und die IV-Stelle sei am Prüfen. Da
jedoch fraglich sei, wie sich die IV-Stelle zum Gesuch um Umschulung stelle, bestehe
ein immenses rechtliches Interesse an einer gerichtlichen Feststellung des
grundsätzlichen Anspruchs auf eine Umschulung (act. G 23).
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C.c Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu prüfen ist der vom Beschwerdeführer geltend
gemachte Rentenanspruch. Darüber hinaus fordert er die gerichtliche Feststellung,
dass auch ein grundsätzlicher Anspruch auf eine Umschulung besteht.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
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nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28
Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c). Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche
Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach
Massgabe des anwendbaren Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser
beschränkten Bedeutung verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene
Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung
aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in
rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht
oder von der IV-Stelle förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag,
dass davon abzuweichen ist (AHI 2001 S. 112, 115).
4.
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4.1 Drogensucht als solche begründet noch keine Invalidität im Sinne des Gesetzes.
Denn die Diagnose einer Drogensucht oder -abhängigkeit lässt nicht schon darauf
schliessen, dass der versicherten Person eine Drogenabstinenz nicht mehr möglich
wäre; ebenso wenig ist Drogenabhängigkeit notwendigerweise mit Arbeits- oder
Erwerbsunfähigkeit verbunden (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S G. vom 22. Juni 2001, I 454/99; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E.
4b). Hat sie allerdings eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt, in deren Folge ein
körperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber ist sie selber
Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens, welchem
Krankheitswert zukommt (BGE 99 V 28 E. 2; AHI 2002 S. 29 f. E. 1 und 2, AHI 2001 S.
228 f. E. 2 und S. 229 f. E. 4), so wird eine solche Sucht im Rahmen der
Invalidenversicherung bedeutsam.
4.2 Unbestrittenermassen liegen beim Beschwerdeführer psychische und
Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (Störung durch multiplen
Substanzgebrauch gemäss der Psychiatrischen Klinik Wil, sekundäre
Suchtentwicklung gemäss Dr. D._), ein Abhängigkeitssyndrom und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung (mit narzisstischen, ängstlich vermeidenden und abhängigen
Anteilen in Kombination mit posttraumatischer Symptomatik bei traumatisierend und
vernachlässigend erlebter Kindheit und Jugend gemäss der Psychiatrischen Klinik Wil
und mit selbstunsicheren, passiven und abhängigen/asthenischen Anteilen gemäss Dr.
D._) vor. Ferner ist aus den medizinischen Berichten zu schliessen, dass
innerseelische Konflikte gegeben sind, die zur Sucht geführt haben. So geht Dr. D._
von einer sekundären Suchtentwicklung aus (IV-act. 16-2/6), und im Bericht der
Psychiatrischen Klinik Wil wird erwähnt, dass der Beschwerdeführer Suchtmittel
einsetzte, um innere Spannungszustände und schwer aushaltbare Affekte zu regulieren
(IV-act. 21-6/9). Zudem besteht die kombinierte Persönlichkeitsstörung offensichtlich
bereits seit der Jugend. Zwischen der Polytoxikomanie und den psychischen Leiden ist
demnach jedenfalls - sei es in einer Richtung oder in beide Richtungen - ein
Kausalzusammenhang ausgewiesen. Deshalb ist grundsätzlich auf den gesamten,
unter Mitberücksichtigung der Folgen der Suchtmittelabhängigkeit bestehenden
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeitsgrad abzustellen (vgl. etwa die Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S E. vom 9. Juli 2002, I 257/01, und i/S O.
vom 8. August 2006, I 169/06).
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4.3 Was die zu erhebenden Befunde betrifft, besteht demnach in der medizinischen
Aktenlage Übereinstimmung. Uneinheitlich ist hingegen die Einschätzung des daraus
resultierenden Einflusses auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und der
zumutbaren Tätigkeiten.
5.
5.1 Der medizinischen Fachperson obliegt die Beantwortung der Frage, inwiefern die
versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden
eingeschränkt ist. Dabei gilt es als selbstverständlich, dass sie sich vor allem zu jenen
Funktionen äussert, die für die nach ihrer Lebenserfahrung im Vordergrund stehenden
Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind. So etwa, ob diese
sitzend oder stehend, im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss,
ob sie Lasten heben und tragen kann, ob sie komplexe oder nur einfache
Arbeitsabläufe erfassen kann, usw.. Die Fachleute der Berufsberatung dagegen haben
zu beurteilen, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten aufgrund der ärztlichen
Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person
in Frage kommen, wobei unter Umständen entsprechende Rückfragen beim Arzt oder
der Ärztin erforderlich sind (BGE 107 V 20 E. 2b). Bei Zweifeln über den Umfang des
möglichen Arbeitspensums und die zumutbaren Tätigkeiten ist gemäss
höchstrichterlicher Rechtsprechung oftmals eine weitere medizinische Stellungnahme
angezeigt (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2008 i.S. M., 8C_119/2008,
E. 6.2).
5.2 Die Psychiatrische Klinik konnte sich in ihrem Bericht vom 9. März 2007 nicht zur
aktuellen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern, da die Klinikärzte ihn seit
dem Übertritt in die stationäre Entwöhnungstherapie bei der Institution Start Again in
Zürich im April 2006 nicht mehr gesehen haben. Es sei damals jedoch davon
ausgegangen worden, dass der Zustand des Patienten grundsätzlich besserungsfähig
und dass die Prognose in Bezug auf die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit günstig
sei, sofern es dem Patienten gelinge, ein tragfähiges Arbeitsbündnis mit der Institution
einzugehen und alternative Bewältigungsstrategien an Stelle des Suchtmittelskonsums
zu erlernen (IV-act. 21-9/9). Hingegen findet sich im früheren Austrittsbericht der
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Psychiatrischen Klinik Wil vom 12. April 2006 der Hinweis, wonach die Arbeitsfähigkeit
im Zeitpunkt des Austritts 0% gewesen sei (IV-act. 58-2/2).
Dr. med. B._, FMH Allgemeine Medizin, ging in seinem Bericht vom 7. Dezember
2006 von einer 100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit mindestens April 2006 in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Offsetdrucker aus (IV-act. 15-3/4). Es habe bisher nur eine
einmalige Konsultation am 27. April 2006 im Rahmen der somatischen
Eintrittsuntersuchung ins Start Again stattgefunden. Über den Therapieverlauf und die
Prognose könne die behandelnde Psychiaterin, Dr. D._ und/oder das
Therapeutenteam des Start Again besser Auskunft geben (IV-act. 15-4/4).
Dr. D._ attestierte dem Beschwerdeführer in ihrem Bericht vom 12. Dezember 2006
mindestens seit dem Beginn der stationären Behandlung am 12. April 2006 im Start
Again eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der Schwere und des langjährigen
Bestehens der Persönlichkeitsstörung sei davon auszugehen, dass eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit noch länger nicht vorhanden sein werde. Der Patient habe am 1.
November 2006 ein Praktikum in einer Kinderkrippe mit einer Präsenzzeit von 80%
begonnen (IV-act. 16-1/6). Aufgrund der fragilen Persönlichkeitsstruktur und nach
längerer Abstinenz von einer regulären Erwerbstätigkeit sei von einer eingeschränkten
Leistungsfähigkeit und einer reduzierten Belastbarkeit bei der bisherigen Tätigkeit als
Offsetdrucker auszugehen. Diese Tätigkeit sei ihrer Ansicht nach nicht mehr zumutbar,
weil bei dieser Arbeit für den Patienten die Gefahr der psychischen Vereinsamung
bestehe, was bei ihm zu innerem Rückzug und sekundärem Suchtmittelgebrauch führe
(IV-act. 16-5/6, Ziff. 1.1). Zur Zumutbarkeit anderer Tätigkeiten führte Dr. D._ aus,
dass für eine Arbeitsstelle wie der Praktikumsplatz in einer Kinderkrippe, welchen der
Patient am 1. November 2006 angetreten habe, eine Arbeitsfähigkeit von höchstens
80% bestehe. In diesem zeitlichen Rahmen bestehe keine verminderte
Leistungsfähigkeit (IV-act. 16-6/6). In einem weiteren Bericht vom 22. August 2007
nahm Dr. D._ Bezug auf ihre früher attestierte Arbeitsfähigkeit von "höchstens 80%"
und führte aus, dass sich diese Angabe natürlich nicht auf den freien Arbeitsmarkt,
sondern auf die damals angetretene Praktikumsstelle in der Kinderkrippe bezogen
habe. Eine Praktikumsstelle unterscheide sich bekanntlich bezüglich Anforderung und
Leistungserwartung des Arbeitsgebers erheblich von einer normalen Arbeitsstelle, auch
wenn der Praktikant zu seinem eigenen Vorteil bestmögliche Arbeitsleistungen
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erbringe. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei der Beschwerdeführer bis auf weiteres zu
höchstens 30% arbeitsfähig (IV-act. 41-3/4).
Der RAD kommt in seiner Beurteilung vom 29. März 2007 zum Schluss, dass die als
Praktikant in der Kinderbetreuung derzeit geleistete Präsenz von 80% im erlernten
Beruf als Drucker umzusetzen sei. Der Versicherte habe diesen Beruf im Rahmen einer
Langzeittherapie ohne Zwang erlernt und die Lehre abgeschlossen. Es erscheine
zumutbar, auf dieser Basis die Arbeitsfähigkeit auf 80% festzusetzen. Hingegen könne
der eingeschlagene Weg mit einer Ausbildung im Bereich der Kinderbetreuung vom
RAD nicht unterstützt werden (IV-act. 22-2/2). Mit Ergänzung vom 30. März 2007 hielt
der RAD fest, der Versicherte sei sowohl in der angestammten als auch in einer
adaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Bis zum Beginn des Praktikums in der
Kinderkrippe am 1. November 2006 sei er 100% arbeitsunfähig gewesen, seither
belaufe sich die Arbeitsunfähigkeit noch auf 20% (IV-act. 23). In einer weiteren
Stellungnahme des RAD vom 20. September 2007 wird insbesondere in Bezug auf die
Berichte von Dr. D._ vom 12. Dezember 2006 und 22. August 2007 ausgeführt, es sei
schwierig, die früher getroffene Einschätzung nun gänzlich zu revidieren. Es könne der
Eindruck nicht ganz unterdrückt werden, dass vorliegend eine Arbeitsfähigkeit attestiert
worden sei, um vom Sinn von beruflichen Massnahmen zu überzeugen. Aus Sicht des
RAD sei es nun problematisch – nachdem berufliche Massnahmen aufgrund der
fehlenden Vorteile der als adaptiert beschriebenen Tätigkeit gegenüber der bisherigen
Tätigkeit abgelehnt worden seien – eine volle Arbeitsunfähigkeit in allen Bereichen zu
übernehmen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien die Argumente nicht
überzeugend, dass die im Rahmen einer Langzeittherapie absolvierte Berufslehre heute
zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führen soll (IV-act. 45-2/2).
5.3 Nach dem Gesagten bestehen wesentliche Unterschiede in der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Offsetdrucker als auch in
anderen, adaptierten Tätigkeiten. Während die behandelnde Psychiaterin Dr. D._ die
frühere Tätigkeit als Drucker aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers und infolge der damit verbundenen hohen Rückfallsgefahr mit
kompensatorischem Suchtmittelkonsum als nicht mehr zumutbar erachtet, besteht
nach Ansicht des RAD eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit. Auch in Bezug auf die seit dem 1.
November 2006 ausgeübten Arbeiten des Beschwerdeführers bestehen
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unterschiedliche Einschätzungen. Während Dr. D._ am 22. August 2007 von einer
Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt von höchstens 30% ausging und die
frühere Angabe einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit lediglich auf die reduzierten
Anforderungen einer Praktikumsstelle bezogen haben will, geht die
Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt auf die Stellungnahme des RAD auch in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Werkheim G._ von einer mindestens 80%-igen
Arbeitsfähigkeit aus.
Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer die Arbeiten im Werkheim G._ mit einem
Pensum von 80% ausübt (IV-act. 59-3/3 und RD-act. 8-2/8). Dabei handelt es sich
jedoch wie bereits bei der Tätigkeit in der Kinderkrippe vom 1. November 2006 bis 30.
Juni 2007 um eine bis 31. Oktober 2008 befristete Praktikumsstelle (RD-act. 8-1/8). Im
Arbeitgeberbericht wird ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die Anforderungen an
einen Praktikanten vollumfänglich erfüllt. Jedoch ist davon auszugehen, dass die
leistungsmässigen Erwartungen und Anforderungen an einen Praktikanten nicht mit
denjenigen auf dem freien Arbeitsmarkt zu vergleichen sind, was auch mit den
entsprechenden Lohnunterschieden zum Ausdruck gebracht wird. Zudem ist im
Zusammenhang mit der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Praktikant in der
Kinderkrippe von einer "Präsenzzeit" von 80% die Rede (IV-act. 22-2/2). Aus der
Feststellung, dass der Beschwerdeführer den Anforderungen des Praktikums
gewachsen ist, kann jedenfalls nicht der Schluss gezogen werden, dies treffe im selben
Umfang auch ohne weiteres auf Stellen des freien Arbeitsmarktes oder auf die frühere
Tätigkeit als Drucker zu.
6.
6.1 Aus den Akten ergibt sich, dass das Arbeitsverhältnis des damals 24-jährigen
Beschwerdeführers nach Beendigung seiner Lehre als Offsetdrucker bei der Druckerei
A._ AG per 13. September 2002 aufgelöst wurde (IV-act. 10-1/4). Nach psychischer
Dekompensation begann er im August 2003 erneut mit dem Konsum von Heroin und
Benzodiazepine (IV-act. 21-6/9). Seit September 2002 übte der Beschwerdeführer bis
zum Beginn des Praktikums im Kinderhort am 1. Oktober 2006, welches anlässlich des
Aufenthalts im Drogentherapiezentrum Start Again absolviert wurde, keine
Erwerbstätigkeit mehr aus. Zwischen September 2003 und April 2006 befand er sich
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zudem insgesamt viermal zu Entzugsversuchen in stationärer Behandlung in der
Psychiatrischen Klinik Wil und wurde in dieser Zeit von der Sozialbehörde der Stadt
C._ finanziell unterstützt. Aufgrund dieses Verlaufs und vor dem Hintergrund des seit
der Jugendzeit bestehenden Suchtmittelkonsums – unterbrochen durch eine stationäre
Massnahme im Rehabilitationszentrum Lutzenberg (ab 1997) mit Beginn der
Offsetdruckerlehre – sowie der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
nicht erst mit dem Eintritt in die Psychiatrische Klinik Wil am 6. Januar 2006 mit dem
anschliessenden Übertritt in die stationäre Suchttherapie im Zentrum Start Again 100%
arbeitsunfähig war. Vielmehr ist in Übereinstimmung mit der Einschätzung der
Psychiaterin Dr. D._ in ihrem Bericht vom 12. Dezember 2006 (IV-act. 16-1/6)
anzunehmen, dass bereits früher eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist.
Aufgrund der im Bericht der Psychiatrischen Klinik Wil im Zusammenhang mit dem
Verlust der Arbeitsstelle erwähnten Insuffizienzgefühle und der psychischen
Dekompensation und dem erneuten Abgleiten in den Suchtmittelkonsum sowie dem
darauffolgenden erstmaligen Eintritt zur stationären Entzugsbehandlung im September
2003 in die Klinik Wil ist ab diesem Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten auszugehen.
6.2 Der Eintritt des Rentenfalls wird vorliegend durch altArt. 29 Abs. 1 IVG geregelt.
Der Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte
mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Meldet sich ein Versicherter
mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden die Leistungen
nach altArt. 48 Abs. 2 IVG in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die
zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Weitere Nachzahlungen
werden erbracht, wenn der Versicherte den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht
kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach Kenntnisnahme
vornimmt.
Mit Ablauf des Wartejahres am 1. September 2004 ist vorliegend der Rentenanspruch
entstanden. Der Versicherte meldete sich jedoch erst am 9. Oktober 2006 und mithin
verspätetet bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1-8/8). Nach Art. 48 Abs. 2 Satz 1
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IVG ergibt sich ein Anspruch auf Nachzahlung der Rente ab 1. Oktober 2005. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht indessen geltend, die Anmeldung sei
nicht rechtzeitig erfolgt, weil der Versicherte den anspruchsbegründenden Sachverhalt
nicht habe kennen können bzw. aus wichtigen Gründen (Vorliegen eines schweren
psychischen Leidens) objektiv verhindert gewesen sei (act. G 1 S. 7). Es sei daher
bereits ab 1. September 2004 eine ganze Rente auszurichten. Dem kann nicht gefolgt
werden, ist doch davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer trotz der
psychischen Beeinträchtigungen seiner gesundheitsbedingten Leistungseinschränkung
beim ersten Aufenthalt in der Klinik Wil zum stationären Drogenentzugsversuch im
September 2003 bewusst war. Er konnte somit damals den anspruchsbegründenden
Sachverhalt, nämlich die relevante Arbeitsunfähigkeit, kennen und hätte seinen
Anspruch damals rechtzeitig anmelden können. Er hat im Übrigen ab August 2003
auch keine Arbeitslosenentschädigung mehr bezogen (IV-act. 6), was ebenfalls darauf
schliessen lässt, dass er sich nicht mehr in der Lage fühlte, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen und seither von der Sozialhilfe abhängig war.
Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine ganze Rente mit Wirkung ab
1. Oktober 2005.
6.3 Mit dem Übertritt von der Psychiatrischen Klinik Wil ins Suchttherapiezentrum Start
Again am 12. April 2006 bestand unbestrittenermassen weiterhin eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Auch für die Dauer des Praktikums im
Kinderhort E._ vom 1. November 2006 bis 30. Juni 2007, welches im Rahmen der
stationären Suchttherapie im Start Again (12. April 2006 – 30. Juni 2007) absolviert
wurde, kann nicht von einer entsprechenden Arbeitsfähigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt ausgegangen werden (vgl. auch vorstehend Erw. 5.3). Diese Tätigkeit in
der Kinderkrippe wurde als Arbeitserprobung im Hinblick auf eine mögliche
Umschulung gesehen (IV-act. 16-4/6 Ziff. 7) und der Beschwerdeführer erzielte dort ein
monatliches Einkommen von brutto Fr. 800.--. Auch die nachfolgende Tätigkeit ab 1.
Oktober 2007 erfolgte im Rahmen eines befristeten Praktikums im Werkheim G._, mit
welcher der Beschwerdeführer bei einem Beschäftigungsgrad von 80% ein
monatliches Einkommen von brutto Fr. 1'756.-- erzielte (act. G 1.7 und 1.8). Gestützt
auf die Berichte des Therapiezentrums Start Again und der Psychiaterin Dr. D._
sowie vor dem Hintergrund der mit den psychischen Beschwerden
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zusammenhängenden Drogenproblematik und der erst am 30. Juni 2007 beendeten
stationären Suchttherapie ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit den
beiden Praktika seine damals mögliche Erwerbsfähigkeit im "geschützten" Rahmen der
Praktikumsstellen umgesetzt hat und zum damaligen Zeitpunkt eine Tätigkeit auf dem
freien Arbeitsmarkt und damit auch im Druckereigewerbe noch nicht bzw. höchstens
im Umfang 30%, wie Dr. D._ ausführt, möglich gewesen wäre.
6.4 Somit besteht der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente (mit
Wirkung ab 1. Oktober 2005) auch für den Zeitraum des befristeten Praktikums im
Werkheim G._, welches offenbar nach der ursprünglichen Befristung bis 31. März
2007 ab 1. Mai 2007 nochmals um ein halbes Jahr bis 31. Oktober 2008 verlängert
worden ist (act. G 10.2 und RD-act. 8-1/8). Im Übrigen ergäbe auch ein konkreter
Einkommensvergleich für diesen Zeitraum einen Anspruch auf eine ganze Rente. Denn
ausgehend von einem Valideneinkommen als gelernter Drucker gemäss
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik von Fr. 79'188.-- (LSE 2006,
Tabelle TA1 Pos. 22 "Verlag, Druck, Vervielfältigung", Anforderungsniveau 3: Berufs-
und Fachkenntnisse vorausgesetzt) und unter Anrechnung des bei einem
Arbeitspensum von 80% realisierten und auf ein Jahr umgerechneten Praktikumslohns
im Werkheim G._ von brutto Fr. 22'834.-- (Fr. 28'543.-- x 0,8; inkl. 13. Monatslohn;
vgl. act. G 1.7) resultierte ein IV-Grad von rund 71%.
7.
7.1 Für den Zeitraum nach Beendigung des zweiten Praktikums im Werkheim G._
sind zusätzliche Abklärungen in Bezug auf die medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf mögliche Tätigkeiten auf dem
freien Arbeitsmarkt vorzunehmen. Denn eine eigentliche fachärztliche Begutachtung
hat bisher noch nicht stattgefunden. Die Beurteilungen der behandelnden Psychiaterin
beziehen sich auf einen Zeitraum, welcher noch von der stationären Entzugstherapie im
Start Again und der ersten Phase danach mit den Arbeitsversuchen als Praktikant im
Hinblick auf die berufliche Wiedereingliederung geprägt war. Auch wenn die Berichte
von Dr. D._ für diese Zeit nachvollziehbar und schlüssig erscheinen, ist doch nicht
ganz ausser Acht zu lassen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf therapeutische
Zielsetzungen, aber auch auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
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mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen dürften (BGE 125 V 351 E.3b/cc S.
353). Andererseits beruhen die Einschätzungen des RAD nicht auf eigenen
Untersuchungen. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt zeigen sich insbesondere auch in der
bereits erwähnten Stellungnahme des RAD vom 20. September 2007 (IV-act. 45-2/2).
Es ist demnach ein fachärztliches Gutachten in Auftrag zu geben, welches sich
insbesondere zur Frage äussert, welche Tätigkeiten in welchem Umfang vom
Beschwerdeführer aus medizinisch-theoretischer Sicht ausgeführt werden können,
nachdem eine Drogenentzugsbehandlung im stationären Rahmen offenbar erfolgreich
durchgeführt worden ist und der Beschwerdeführer nach langer Zeit ohne
Arbeitstätigkeit sich nun seit dem 1. November 2006 – wenn auch in jeweils befristeten
Praktikumsstellen – doch wieder in ein Arbeitsumfeld integrieren konnte. Dabei hat der
Gutachter insbesondere auch zur Frage Stellung zu nehmen, ob
Wiedereingliederungsbemühungen ins Druckereigewerbe aus gesundheitlicher Sicht
möglich und längerfristig zweckmässig sind oder ob eine berufliche Neuorientierung in
eine Betreuungstätigkeit im sozialen Bereich – wie vom Beschwerdeführer bereits
eingeschlagen – medizinisch begründet und notwendig erscheint und welche Richtung
aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers aus
medizinischer Sicht erfolgsversprechend in Frage kommt. Gestützt auf die Ergebnisse
dieser medizinischen Begutachtung hat wiederum die Berufsberatung der IV-Stelle
entsprechende Abklärungen vorzunehmen. Erst danach kann entschieden werden, ob
aktuell weiterhin eine Invalidität nach Art. 4 Abs. 2 IVG mit allfälligen Ansprüchen auf
berufliche Massnahmen oder weiterhin ein Rentenanspruch besteht. Mit der
Begutachtung ist eine Fachperson zu beauftragen, welche über Erfahrung im
Zusammenhang mit den medizinischen und praktischen Rahmenbedingungen bei der
Wiedereingliederung von Drogenabhängigen verfügt.
7.2 Die Sache ist nach dem Gesagten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit für die Zeit nach Beendigung des Praktikums im
Werkheim G._ mittels Gutachten abkläre und hernach neu über dessen Anspruch auf
berufliche Massnahmen und über die Invalidenrente verfüge. Dabei wird sie darzulegen
haben, welche leidensbedingten Tätigkeiten dem Beschwerdeführer in welchem
Umfang noch zumutbar sind, welches Invalideneinkommen sich damit erzielen lässt
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und welcher Invaliditätsgrad folglich resultiert. Für den Zeitraum ab 1. Oktober 2005 hat
der Beschwerdeführer vorläufig Anspruch auf eine ganze Rente der
Invalidenversicherung.
8.
8.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Verfügungen vom 1.
Oktober 2007 (betreffend berufliche Massnahmen) und vom 2. Oktober 2007
(betreffend Rente) aufgehoben. Dem Beschwerdeführer ist im Sinne der Erwägungen
ab 1. Oktober 2005 vorläufig eine ganze Rente zuzusprechen. Im Übrigen ist die Sache
zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass entsprechender
neuer Verfügungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss
bereits als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Zudem wurde das Rentenbegehren
vorläufig geschützt, weshalb die Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- zu bezahlen hat.
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Die vom Beschwerdeführer eingereichte Honorarnote von insgesamt
Fr. 3'905.-- (inkl. Auslagen) erscheint im Hinblick auf die in vergleichbaren
Beschwerdefällen praxisgemäss zugesprochene Parteientschädigung von pauschal Fr.
3'500.-- (inkl. Bausauslagen und Mehrwertsteuer) nicht als unangemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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