Decision ID: aafc4344-c48a-4290-9726-af4c1c6d7333
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 31. März 2006 zum Bezug einer Rente der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe (abgesehen von einem
dreimonatigen Schweisskurs) keine berufliche Ausbildung absolviert. Von März 1999
bis April 2005 habe er als Metallbearbeiter gearbeitet. Der Allgemeinmediziner Dr. med.
F._ berichtete am 12. April 2006 (IV-act. 8), der Versicherte leide an einer
Discushernie L4/5, an einer starken Osteochondrose L2/3 und L3/4, an einer medianen
Discusprotrusion L5/S1, an einer Spondylarthrose L3/4 und L5/S1, an einem
chronischen spondylogenen Schmerzsyndrom, an einer Torsionsskoliose, an
chronischen Kopfschmerzen und an einer Anpassungsstörung. Seit dem 26. April 2005
und bis auf weiteres sei er vollständig arbeitsunfähig. Die Ärzte der Klinik Valens hatten
in einem Austrittsbericht vom 19. September 2005 berichtet (stationäre Behandlung
vom 4. bis zum 30. August 2005; IV-act. 14), dem Versicherten könne die bisherige
Tätigkeit halbtags und eine mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
uneingeschränkt zugemutet werden. Nach Möglichkeit solle ihm vom Betrieb eine
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leichte Arbeit zugeteilt werden. Die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten
berichtete am 22. Juni 2006 (IV-act. 18), sie habe diesen vom 16. April 1999 bis am 28.
Februar 2006 als Metallbearbeiter beschäftigt. Ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung
hätte sie ihm einen Monatslohn von „3'870 + 420“ Franken bezahlt. Der behandelnde
Psychiater Dr. med. G._ reagierte weder auf die Aufforderung der IV-Stelle vom 7.
April 2006, einen Arztbericht zu erstatten, noch auf die Mahnungen vom 11. Mai 2006,
vom 15. Juni 2006, vom 8. August 2006 und vom 14. September 2006. Am 16.
November 2006 empfahl Dr. med. H._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst
(RAD) deshalb die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 26). Am 16.
März 2007 erstattete Dr. G._ dann doch noch einen Arztbericht (IV-act. 33). Er führte
aus, der Versicherte leide an einer mittel- bis schwergradigen depressiven Störung mit
psychotischen Symptomen, an einer generalisierten Angststörung, an chronifizierten
Kopfschmerzen und an einem chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom.
Seit dem 1. Februar 2006 und bis auf weiteres sei er vollständig arbeitsunfähig. Im
Auftrag der IV-Stelle erstattete die ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH am 14.
August 2007 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 36–2 ff.). Die Sachverständigen
führten aus, der Versicherte leide an einem chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndrom sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an einer gemischten
Angst- und depressiven Störung und an einer Schmerzverarbeitungsstörung bei einer
Medikamenten-Malcompliance. Da er angegeben habe, dass er bei seiner früheren
Tätigkeit regelmässig habe Zwangshaltungen einnehmen müssen, sei ihm jene
Tätigkeit aus orthopädischer Sicht nicht mehr zumutbar. Eine körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Position mit einer Hebe- und Traglimite von
zehn Kilogramm, ohne Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule, sei dem Versicherten
dagegen seit April 2005 ganztags zumutbar, wobei allerdings zusätzliche Pausen im
Umfang von zehn Prozent eingelegt werden müssten. Der RAD-Arzt Dr. H._
qualifizierte dieses Gutachten als überzeugend (IV-act. 37). Mit einer Verfügung vom 3.
Januar 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 19 Prozent ab (IV-act. 47). Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen wies eine dagegen erhobene Beschwerde mit einem Entscheid vom 20.
Oktober 2009 ab (IV 2008/77; vgl. IV-act. 61).
A.b Am 21. Dezember 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug
an (IV-act. 67). Der Anmeldung legte er einen Bericht des Rheumatologen Dr. med.
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I._ vom 31. Oktober 2011, in dem eine neu aufgetretene subjektive
Schmerzausstrahlung in die Beine erwähnt worden war, einen Bericht des
Neurochirurgen Dr. med. J._ vom 23. September 2011, in dem auf eine mittels MRI
nachgewiesene progrediente Osteochondrose L2/3 hingewiesen worden war, und
einen Bericht des Allgemeinmediziners Dr. med. K._ vom 16. Januar 2012, in dem
zunehmende Rückenschmerzen seit dem Frühjahr 2011 und eine Erhöhung der
Dosierung der Psychopharmaka erwähnt worden waren, bei (IV-act. 66). Die IV-Stelle
teilte dem Versicherten am 6. Januar 2012 mit (IV-act. 70), dass mit den eingereichten
Berichten noch keine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit der
Abweisung des ersten Rentenbegehrens glaubhaft gemacht worden sei. Sie räumte
ihm die Möglichkeit ein, eine solche Veränderung mittels weiterer Beweismittel
glaubhaft zu machen. Am 23. Januar 2012 berichtete Dr. G._ (IV-act. 71), vom 24.
Februar 2009 bis zum 1. April 2009 habe der Versicherte stationär psychiatrisch
behandelt werden müssen; die Ärzte der psychiatrischen Klinik L._ hätten im
Austrittsbericht eine mittelgradige depressive Episode mit einem somatischen Syndrom
diagnostiziert. Anschliessend sei die ambulante Behandlung fortgesetzt worden. Die
Beschwerden hätten sich aber trotzdem weiter intensiviert. Deshalb sei der Versicherte
nun für eine halbstationäre Behandlung an die Tagesklinik M._ überwiesen worden.
Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende depressive Störung mit einer
gegenwärtig schweren Episode und psychotischen Symptomen, um eine ängstliche
Persönlichkeitsstörung und um ein chronifiziertes cervico-brachiales und lumbo-
spondylogenes Syndrom. Der Versicherte könne nur noch im geschützten Rahmen
arbeiten, wobei ihm maximal ein Pensum von 50 Prozent zumutbar sei. Der RAD-Arzt
Dr. H._ erachtete eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes angesichts
dieser Angaben als glaubhaft gemacht (IV-act. 74). Die Tagesklinik M._ berichtete am
11. Juli 2012 (IV-act. 84), der Versicherte sei vom 29. Mai 2012 bis zum 29. Juni 2012
teilstationär behandelt worden. Aus psychiatrischer Sicht liege aktuell eine schwere
depressive Episode mit psychotischen Symptomen vor. Dem Versicherten seien nur
noch sehr niederschwellige Aufgaben, eher im Sinne einer Beschäftigungsstruktur und
maximal für eine Stunde pro Tag, zumutbar. Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten der
Rheumatologe med. pract. N._ und der Psychiater Dr. med. O._ am 7. März 2013
ein bidisziplinäres Gutachten (IV-act. 92 f.). Die Sachverständigen hielten fest, der
Versicherte leide an einem chronischen lumbo-vertebralen bis lumbo-spondylogenen
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Schmerzsyndrom, an einem Clusterkopfschmerz (anamnestisch), an einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittel- bis schwergradigen
depressiven Episode und einem somatischen Syndrom sowie vereinzelten
psychotischen Symptomen, die weitgehend therapieresistent sei, sowie – ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit – verdachtsweise an einer Symptomausweitung bei einer
psychosozialen Problemkonstellation und an einem Nikotinabusus. Aus
rheumatologischer Sicht sei ihm nach wie vor eine ganztägige leidensadaptierte
Tätigkeit mit einem zusätzlichen Pausenbedarf von zehn Prozent zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht könne ihm allerdings grundsätzlich keine Tätigkeit mehr
zugemutet werden. Nur in einem geschützten Arbeitsumfeld sei eine Tätigkeit während
zwei bis drei Stunden pro Tag vorstellbar. Der RAD-Arzt Dr. med. P._ qualifizierte das
Gutachten als sehr gründlich, umfassend und konsistent und vertrat die Ansicht, es
könne darauf abgestellt werden (IV-act. 94).
A.c Ein Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte am 10. April 2013 (IV-act. 96), es falle auf,
wie diametral sich das rheumatologische und das psychiatrische Teilgutachten
gegenüberstünden. Der Rheumatologe habe auf einen guten Allgemeinzustand und
einen durchtrainierten Eindruck hingewiesen, was darauf schliessen lasse, dass sich
der Versicherte weiterhin regelmässig körperlich betätige. Das passe nicht zum starken
sozialen Rückzug, den der Psychiater angegeben habe. Es empfehle sich eine neutrale
Beurteilung der psychischen Verfassung des Versicherten einzuholen. Vielleicht könne
beim behandelnden Rheumatologen Dr. I._ nachgefragt werden, ob der Versicherte
auf ihn einen auffälligen Eindruck gemacht habe. Auf entsprechende Fragen der IV-
Stelle hin führte Dr. I._ am 23. April 2013 aus (IV-act. 100), seinen Notizen lasse sich
kein Hinweis auf eine schlechte psychische Verfassung des Versicherten entnehmen.
Insbesondere hätte er sich notiert, wenn der Versicherte einen hilflosen oder
verzweifelten Eindruck hinterlassen hätte. Eine Beurteilung der damaligen depressiven
Verstimmung könne er nicht abgeben und auf einen sozialen Rückzug habe er den
Versicherten nicht angesprochen. Zwei Sachbearbeiter und ein Mitarbeiter des
Rechtsdienstes der IV-Stelle notierten am 18. Juli 2013, das psychiatrische
Teilgutachten von Dr. O._ überzeuge nicht (IV-act. 101). Der RAD-Arzt Dr. P._ gab
am 10. September 2013 an (IV-act. 104), er erachte das Gutachten von Dr. O._ nach
wie vor als überzeugend. Aus einer rheumatologischen Befundschilderung könnten
keine Rückschlüsse auf die psychische Verfassung gezogen werden. Da Dr. I._ kein
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Psychiater sei, seien seine Angaben nicht geeignet, Zweifel am Gutachten von Dr.
O._ zu wecken. Mit einem Vorbescheid vom 28. November 2013 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass sie sein Rentenbegehren mangels eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades abweisen werde (IV-act. 111). Dagegen liess
der nun vertretene Versicherte am 10. Dezember 2013 (IV-act. 115) und am 14. Januar
2014 einwenden (IV-act. 116), er sei mit dem vorgesehenen Entscheid nicht
einverstanden und beantrage die Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung
führte seine Rechtsvertreterin aus, es sei kein Grund ersichtlich, der gegen ein
Abstellen auf das vom RAD als überzeugend qualifizierte Gutachten sprechen würde.
Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb die IV-Stelle ihre Ergänzungsfragen Dr. I._
und nicht den Sachverständigen gestellt habe.
A.d Am 30. April 2014 beschloss die IV-Stelle, ein weiteres psychiatrisches Gutachten
einzuholen (IV-act. 117). Am 21. Mai 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie vorsehe, den Psychiater Dr. med. Q._ mit einer psychiatrischen
Begutachtung zu beauftragen (IV-act. 118). Der Versicherte liess am 18. Juni 2014
einwenden (IV-act. 123), er sei mit der neuerlichen Begutachtung nicht einverstanden.
Seines Erachtens handle es sich dabei um die Einholung einer unzulässigen
Zweitmeinung, denn das Gutachten von Dr. O._ sei überzeugend. Die IV-Stelle hielt
am 20. Juni 2014 am geplanten Vorgehen fest und führte zur Begründung aus, das
Gutachten von Dr. O._ könne den massgebenden Sachverhalt nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen, weshalb es
sich bei der vorgesehenen Begutachtung durch Dr. Q._ nicht um die Einholung einer
Zweitmeinung handle (IV-act. 124). Bereits am 18. Juni 2014 hatte Dr. Q._ den
Versicherten psychiatrisch begutachtet. In seinem Gutachten vom 24. Juni 2014 hielt er
fest (IV-act. 127), im Rahmen der früheren psychiatrischen Begutachtungen sei bislang
keine Konsistenzprüfung durchgeführt worden, obwohl schon im Jahr 2005 nach einer
stationären Behandlung in der Klinik Valens auf Inkonsistenzen hingewiesen worden
sei. Auch bei der aktuellen Untersuchung seien zahlreiche Inkonsistenzen aufgefallen.
In der Beschwerdeschilderung hätten krankheitstypische Details für die bisher
gestellten Diagnosen gefehlt. Befunde, die eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten,
seien nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden. Die RAD-Ärztin Dr. med. R._ bejahte am 27. Juni 2014 Hinweise
auf ein suboptimales Leistungsverhalten beziehungsweise auf relevante Inkonsistenzen
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im neuen Gutachten (IV-act. 130). Mit einem (zweiten) Vorbescheid vom 10. Juli 2014
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie (nach wie vor) die Abweisung seines
Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-
act. 134). Dagegen liess der Versicherte am 11. September 2014 einwenden (IV-act.
135), er habe keine ausreichende Möglichkeit gehabt, sich gegen die Begutachtung zu
wehren, denn die Untersuchung habe stattgefunden, bevor die Frist zur Stellungnahme
zur vorgesehenen Begutachtung abgelaufen sei. Ohnehin hätte die IV-Stelle zunächst
Rückfragen an Dr. O._ und Herrn N._ stellen müssen, um etwaige Zweifel
auszuräumen. Beim Gutachten von Dr. Q._ handle es sich vor diesem Hintergrund
um eine unzulässige Zweitmeinung. Zudem habe sich Dr. Q._ auch zum
Krankheitsverlauf in der Vergangenheit geäussert, obwohl dies naturgemäss kaum
möglich sei. Er habe die Angaben der übrigen psychiatrischen Fachärzte ohne
ausreichende Begründung diskreditiert, was Zweifel an der Überzeugungskraft seines
Gutachtens wecke. Bei der aktuellen Sachlage müsse zwingend eine neue
polydisziplinäre Begutachtung durchgeführt werden. Mit einer Verfügung vom 17.
Oktober 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 138).
B.
B.a Am 21. November 2014 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Oktober 2014 erheben (act. G 1). Seine
Rechtsvertreterin beantragte die Zusprache einer ganzen Invalidenrente und
eventualiter die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen. Zur Begründung
führte sie aus, die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe eine
unzulässige Zweitmeinung eingeholt. Zudem sei das Gutachten von Dr. Q._ nicht
überzeugend. Dieser habe sich nämlich nicht eingehend mit den früheren
fachärztlichen Berichten auseinandergesetzt, sondern diese weitgehend ohne weiteres
mit der Begründung als nicht aussagekräftig bezeichnet, sie enthielten keine
Konsistenzprüfung und die Fachärzte seien nicht mit der nötigen Neutralität und
Distanz vorgegangen. Dr. Q._ habe nicht einmal Diagnosen genannt, aber dennoch
eine von den früheren Berichten abweichende rückwirkende
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Gesamthaft überzeuge sein Gutachten nicht.
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Februar 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie aus, das Gutachten von Dr. Q._ sei
überzeugend begründet und damit geeignet, den massgebenden Sachverhalt mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen.
Aufgrund der Akten stehe fest, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der Abweisung seines ersten Rentenbegehrens nicht verändert
habe.
B.c Am 20. Februar 2015 bewilligte die verfahrensleitende Richterin die unentgeltliche
Rechtspflege (act. G 4).
B.d Mit einer Replik vom 21. Mai 2015 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).
B.e Am 30. Januar 2017 teilte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit (act. G
14), dass dieser nach einer markanten gesundheitlichen Verschlechterung durch eine
Krebserkrankung am 9. Dezember 2016 verstorben sei. Die Erben hätten sie darüber
informiert, dass sie das Verfahren weiterführen möchten. Am 11. April 2017 reichte sie
eine Erbbescheinigung und Kopien der sie zur Vertretung der Erben legitimierenden
Anwaltsvollmachten der Erben des Beschwerdeführers (nachfolgend: die
Beschwerdeführer) ein (act. G 16).
B.f Das Versicherungsgericht wies die Beschwerdeführer am 10. Juli 2017 darauf hin,
dass die bereits erfolgte Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit dem
Parteiwechsel hinfällig geworden sei und dass die Beschwerdeführer gegebenenfalls
selbst um die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für sich ersuchen müssten
(act. G 18). Dem Gericht wurde kein entsprechendes Gesuch gestellt.

Erwägungen
1.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
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mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Zur Bemessung der Invalidität wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zu jenem
Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund
geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
2.
2.1 Bei der Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
kommt der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung eine entscheidende Bedeutung
zu. Vorliegend steht angesichts der überzeugenden Gutachten der ABI GmbH und von
Herrn N._ mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest, dass dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen
Verfügung aus rein somatischer Sicht leidensadaptierte Tätigkeiten in einem Pensum
von 90 Prozent (erhöhter, zusätzlicher Pausenbedarf von zehn Prozent) zumutbar
gewesen sind. In psychiatrischer Hinsicht divergieren die Arbeitsfähigkeitsschätzungen:
Der behandelnde Psychiater Dr. G._ und der Sachverständige Dr. O._ haben eine
weitgehend aufgehobene Arbeitsfähigkeit attestiert, während der psychiatrische
Sachverständige der ABI GmbH und Dr. Q._ keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit attestiert haben. Der behandelnde Psychiater Dr. G._ hat seine
Diagnosestellung und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nur knapp begründet und sich
auch nur knapp zu den von ihm erhobenen objektiven Befunde geäussert. Obwohl er
den Beschwerdeführer auch nach der Begutachtung durch die ABI GmbH weiter
behandelt hat, hat er keine Stellung zu jenem Gutachten genommen und es
entsprechend auch versäumt darzulegen, weshalb er bezüglich des Schweregrades
der depressiven Störung und hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu einem
völlig konträren Ergebnis gelangt ist. Auch wenn er angegeben hat, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Begutachtung durch die ABI
GmbH verschlechtert habe (und auch wenn er damit eine Verschlechterung im Sinne
des Art. 87 IVV hat glaubhaft machen können), lässt sich seinem Bericht doch keine
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Verschlechterung entnehmen, die derart gravierend gewesen wäre, dass sie die
diametral unterschiedlichen Beurteilungen hätte erklären können.
2.2 Auch der Sachverständige Dr. O._ hat nicht überzeugend begründen können,
weshalb er (ebenfalls) zu einem völlig anderen Ergebnis als der psychiatrische
Sachverständige der ABI GmbH gelangt ist. Er hat nur auf die knappe
Befundschilderung im Gutachten der ABI GmbH hingewiesen, was aber keine
hinreichende Erklärung der Diskrepanz darstellt, zumal seine Befundschilderung
ebenfalls nicht sehr viel ausführlicher ausgefallen ist. Bei der Würdigung des
Gutachtens von Dr. O._ fallen zudem Ungereimtheiten auf, die Zweifel an der
Zuverlässigkeit seines Gutachtens wecken: Die Schilderung der Beschwerden ist
insgesamt vage und unspezifisch. Nur bezüglich eines Vorfalls im Jahr 2005 (also acht
Jahre vor der Begutachtung) und eines Unfalls im Jahr 1992 hatte der
Beschwerdeführer detaillierte Angaben getätigt. Obwohl sich dies dem Gutachten von
Dr. O._ ohne weiteres entnehmen lässt, hat sich Dr. O._ nicht mit dieser
Auffälligkeit auseinandergesetzt. Den Schilderungen des Beschwerdeführers zum
Tagesablauf lässt sich entnehmen, dass dieser durchaus noch Interessen verfolgt
(Sportsendungen, insb. Tennis) und Kontakte vor allem innerhalb der näheren
Verwandtschaft gepflegt hat. Dennoch hat Dr. O._ eine völlige Interessenlosigkeit
und einen starken sozialen Rückzug als ausgewiesen erachtet, was sich mit den
(vagen) Angaben des Beschwerdeführers allein nicht hinreichend erklären lässt. Bei
den Angaben zur persönlichen Lebensgeschichte hat der Beschwerdeführer zwar ohne
eine affektiv beteiligte Mimik geschildert, dass er seine Enkel nicht richtig geniessen
könne, dann aber mit einer regen affektiven Beteiligung wiedergegeben, wie zufrieden
alle mit seiner Arbeit gewesen seien. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar,
weshalb Dr. O._ auf eine weitgehend aufgehobene affektive Schwingungsfähigkeit
hingewiesen hat. Auch lässt sich die fehlende affektive Beteiligung bei der Schilderung
des (angeblich) gestörten Verhältnisses zu den Enkeln respektive zur Familie nicht mit
den vom Beschwerdeführer angegebenen Ängsten um seine Familie vereinbaren. Das
Gutachten von Dr. O._ enthält keine Hinweise auf eine ausgeprägte Müdigkeit, auf
eine Abnahme der Konzentration oder auf ähnliche objektiv wahrgenommene
Beeinträchtigungen der mentalen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Dennoch
hat Dr. O._ allein gestützt auf die Angabe des Beschwerdeführers, er schlafe lediglich
ein bis zwei Stunden pro Nacht, eine erhebliche Durchschlafstörung als Befund
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angeführt. Hätte der Beschwerdeführer aber tatsächlich regelmässig nur ein bis zwei
Stunden pro Nacht geschlafen, hätte Dr. O._ eine entsprechende vermehrte
Müdigkeit auffallen müssen. Insgesamt erscheint die Befundschilderung von Dr. O._
als spärlich. Abgesehen von einer deprimierten Stimmung und einer Affektarmut enthält
sie nur „Befunde“, die sich ausschliesslich auf subjektive Angaben des
Beschwerdeführers stützen. Eine Auseinandersetzung mit der Glaubwürdigkeit und der
Konsistenz der Angaben des Beschwerdeführers, auf die Dr. O._ massgeblich
abgestellt zu haben scheint, fehlt allerdings. Für den medizinischen Laien ist deshalb
nicht nachvollziehbar, ob Dr. O._ zu Recht fast ausschliesslich auf die Selbstangaben
des Beschwerdeführers abgestellt hat. Das Gutachten von Dr. O._ ist aus all diesen
Gründen ebenfalls nicht geeignet gewesen, den massgebenden Sachverhalt mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die
Einholung eines weiteren psychiatrischen Gutachtens beim Sachverständigen Dr.
Q._ kann vor diesem Hintergrund nicht als ein Einholen einer unzulässigen
Zweitmeinung qualifiziert werden.
2.3 Der psychiatrische Sachverständige Dr. Q._ hat in seinem Gutachten nicht nur
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wiedergegeben, sondern sich auch
ausführlich und kritisch damit auseinandergesetzt. Er hat anschaulich aufgezeigt, dass
die Schilderungen des Beschwerdeführers teilweise vage, widersprüchlich und
inkonsistent gewesen sind. Anders als der psychiatrische Sachverständige der ABI
GmbH und als Dr. O._ hat Dr. Q._ den von ihm erhobenen objektiven klinischen
Befund äusserst ausführlich wiedergegeben, wobei positiv auffällt, dass das Gutachten
eine saubere Trennung zwischen den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
und den von Dr. Q._ erhobenen objektiven klinischen Befunden enthält. Zudem hat
Dr. Q._ den Beschwerdeführer verschiedene Tests absolvieren lassen, deren
Ergebnisse er eingehend kritisch gewürdigt hat. Er hat sich auch eingehend mit den
psychiatrischen Vorakten auseinandergesetzt und dabei überzeugend dargelegt, dass
die Schlussfolgerungen von Dr. O._ aus fachärztlicher Sicht nicht hinreichend
begründet worden seien. Obwohl Inkonsistenzen bekannt gewesen seien und obwohl
Dr. O._ Inkonsistenzen in der eigenen Untersuchung angetönt habe, habe er es
unterlassen, die Angaben des Beschwerdeführers, auf die er massgeblich abgestellt
habe, zu validieren. Sein Gutachten erwecke den Eindruck, dass er die Angaben des
Beschwerdeführers unkritisch übernommen habe. Anhand der – kritisch gewürdigten –
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Angaben des Beschwerdeführers, des objektiven klinischen Befunds und den
Ergebnissen der durchgeführten Tests hat Dr. Q._ mit einer überzeugenden
Begründung aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer nicht an einer psychiatrischen
Erkrankung gelitten hat. Die Beurteilung von Dr. Q._ ist ausführlich, anschaulich und
für einen medizinischen Laien ohne Weiteres verständlich, nachvollziehbar und
überzeugend. Da Dr. Q._ keine psychiatrische Erkrankung hat diagnostizieren
können, leuchtet auch ein, dass er aus rein psychiatrischer Sicht eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert hat. Zusammenfassend finden sich weder
in einem Gutachten noch in den übrigen Akten Hinweise, die Zweifel an der
Zuverlässigkeit seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken würden. Folglich steht
gestützt auf das Gutachten von Dr. Q._ mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in psychiatrischer
Hinsicht uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist.
2.4 Der Beschwerdeführer hat keine berufliche Ausbildung absolviert. Vor dem Eintritt
der Gesundheitsbeeinträchtigung hat er eine Hilfsarbeit verrichtet und dabei einen Lohn
erzielt, der ungefähr einem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn entspricht. Trotz seiner
Gesundheitsbeeinträchtigung hat der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Verfügung
weiterhin – leidensadaptierte – Hilfsarbeiten verrichten können, weshalb der
Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem
Valideneinkommen entspricht. Der Betrag kann bei der Berechnung des
Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle spielen; der Invaliditätsgrad kann anhand
eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet werden. Er entspricht mit anderen
Worten dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls korrigiert um einen Tabellenlohnabzug
von maximal 25 Prozent (BGE 126 V 75). Umstände, die einen Tabellenlohnabzug
rechtfertigen würden, liegen nicht vor. Angesichts einer Arbeitsfähigkeit von 90 Prozent
resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von zehn Prozent. Damit
erweist sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtmässig.
3.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind den
unterliegenden Beschwerdeführern aufzuerlegen. Diese haben keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.
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