Decision ID: 258ec643-c314-4c47-ba4d-4e9d592efcf3
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a
Am 13. Dezember 2021 kündigte das Eidgenössische Büro für Konsumen-
tenfragen BFK (nachfolgend: Vorinstanz) der X._ GmbH (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin) an, dass sie im vereinfachten Kontrollverfahren
die Holzdeklaration des Holzbauunternehmens überprüfen werde. Glei-
chentags forderte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin per E-Mail auf,
bis am 16. Dezember 2021 zwei Musterofferten einzureichen, aus welchen
die Deklaration hervorgehe. Im Falle einer fehlerhaften Deklaration werde
der Beschwerdeführerin eine Frist von 30 Tagen zur Berichtigung einge-
räumt. Im Anhang zur E-Mail wurde der Beschwerdeführerin unter ande-
rem das Informationsblatt zur Holzdeklarationspflicht für Schreinereien,
Zimmereien und weiteres holzverarbeitendes Gewerbe vom 15. Oktober
2020 sowie die Wegleitung Nr. 1 zur Deklarationspflicht für Holz und
Holzprodukte vom 14. Dezember 2017 (nachfolgend: Wegleitung Nr. 1)
übermittelt.
A.b
Mit E-Mail vom 22. Dezember 2021 mahnte die Vorinstanz die Beschwer-
deführerin und setzte ihr eine zweitägige Frist an, um zwei Musterofferten
einzureichen. Mit gleichentags geführtem Telefonat erklärte sich die Vor-
instanz einverstanden, die Anzahl der einzureichenden Offerten von zwei
auf eine zu reduzieren.
A.c
In der Folge übermittelte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz am
22. Dezember 2021 per E-Mail die verlangte Musterofferte (Nr. [...]).
A.d
Am 10. Januar 2022 eröffnete die Vorinstanz der Beschwerdeführerin per
E-Mail die Resultate ihrer Offertenkontrolle Nr. [...]. Die Vorinstanz bean-
standete die mangelhafte Deklaration der Holzart, der Holzherkunft und der
Zugänglichmachung des wissenschaftlichen Namens. In Ziffer 5 des Kon-
trollprotokolls forderte sie die Beschwerdeführerin auf, innerhalb von 30 Ta-
gen nach Erhalt eine schriftliche Stellungnahme einzureichen. Aus der
Stellungnahme müsse hervorgehen, welche Richtigstellungen die Be-
schwerdeführerin auf ihrer Musterofferte vorgenommen habe oder noch
vornehmen werde. Die Beschwerdeführerin wurde ausserdem auf die
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Rechtsfolgen im Unterlassungsfall sowie auf das Öffentlichkeitsprinzip hin-
gewiesen.
A.e
Mit E-Mails vom 2. Februar 2022, 14. Februar 2022 und 21. Februar 2022
mahnte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin, die verlangte Stellung-
nahme und Berichtigung nachzureichen, unter Hinweis auf die Rechtsfol-
gen im Unterlassungsfall.
A.f
Die Beschwerdeführerin liess sich weder zu dem am 10. Januar 2022
elektronisch übermittelten Kontrollbericht, noch zu den Mahnungen vom
2. Februar 2022, 14. Februar 2022 und 21. Februar 2022 vernehmen.
B.
Androhungsgemäss verfügte die Vorinstanz am 4. März 2022, die festge-
stellten Mängel seien durch die Beschwerdeführerin innert 30 Tagen ab Er-
halt dieser Verfügung zu beheben. Die im Kontrollprotokoll Nr. [...] ver-
langte Berichtigung der Deklaration sei mittels Musterofferte schriftlich ein-
zureichen; unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin.
C.
Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 11. März 2022
Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Die Beschwerdeführerin
beantragt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 4. März 2022,
unter Kostenfolge zulasten der Vorinstanz. In prozessualer Hinsicht macht
die Beschwerdeführerin geltend, sie habe der Vorinstanz am 22. Dezem-
ber 2021 die verlangten Unterlagen zukommen lassen und bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung weder telefonisch noch schriftlich eine Rück-
meldung erhalten. Zur Sache führt die Beschwerdeführerin an, sie sei nach
wie vor davon überzeugt, in der Musterofferte das Holz richtig deklariert zu
haben.
D.
Am 19. April 2022 reichte die Vorinstanz ihre Vernehmlassung samt Akten
ein. Sie beantragt, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten der Be-
schwerdeführerin abzuweisen. Zu den bestrittenen Zustellungen führt die
Vorinstanz aus, sie habe nach dem Versand der E-Mails jeweils keine Feh-
lermeldungen erhalten. In der Sache trägt sie im Wesentlichen vor, die Be-
schwerdeführerin beanstande die Kontrollergebnisse nicht, weswegen von
deren fachlicher Richtigkeit auszugehen sei.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33
VGG genannten Behörden. Das Eidgenössische Büro für Konsumenten-
fragen (BFK) ist eine Verwaltungsstelle des Eidgenössischen Departe-
ments für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und damit eine Vor-
instanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG. Das Bundesverwaltungsgericht
ist somit zur Behandlung der Beschwerde zuständig.
1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders
berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat (Bst. c). Die Beschwerdeführerin erfüllt diese Voraus-
setzungen und ist daher zur Beschwerde legitimiert.
1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und
Art. 52 VwVG) ist demnach einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft angefochtene Verfügungen auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 Bst. a–c
VwVG). Die angefochtene Verfügung ist gestützt auf Art 49 Bst. a–c VwVG
grundsätzlich mit voller Kognition zu prüfen. Das Bundesverwaltungsge-
richt wendet das Recht von Amtes wegen an und ist nicht an die Anträge
oder die rechtlichen Begründungen der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4
VwVG).
3.
3.1 Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist zunächst umstritten, ob die am
10. Januar 2022, 2. Februar 2022, 14. Februar 2022 und 21. Februar 2022
versendeten E-Mails der Beschwerdeführerin zugegangen sind.
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3.1.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Verfügung vom 4. März 2022 habe
sie "wie aus heiterem Himmel" erreicht. Sie habe seit dem 22. Dezember
2021, d.h. seit der elektronischen Einreichung ihrer Musterofferte, weder
telefonisch noch schriftlich etwas von der Vorinstanz gehört. Die seitens
der Vorinstanz erwähnten E-Mails seien ihr nie zugegangen bzw. als ge-
fährliches Virus oder als Spam erkannt und vom System entfernt worden.
Aus diesem Grund habe sie zur beanstandeten Holzdeklaration auch nicht
Stellung nehmen können (Beschwerdeschrift, S. 1).
3.1.2 Die Vorinstanz widerspricht dieser Sachverhaltsdarstellung und führt
aus, sie habe den Mailverkehr in der bisherigen Weise fortgeführt. Nach
dem elektronischen Versand des Kontrollberichts am 10. Januar 2022 und
den darauffolgenden Mahnungen habe sie jeweils keine Nachricht erhal-
ten, dass die E-Mail unzustellbar sei. Wegen des laufenden Verfahrens sei
die Beschwerdeführerin ohnehin gehalten gewesen, ihren Posteingang
einschliesslich des Spam-Ordners mit besonderer Aufmerksamkeit zu
überwachen. Die Aussage der Beschwerdeführerin, die E-Mails seien ihr
nicht mehr zugegangen bzw. durch den Spam- oder Virenfilter gelöscht
worden, sei als reine Schutzbehauptung zu werten (Vernehmlassung,
S. 3 f.).
3.2 Die Parteien haben im Verwaltungsverfahren und im verwaltungsge-
richtlichen Verfahren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV
und Art. 29 ff. VwVG). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachauf-
klärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-
recht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer
Person eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht, sich vor Erlass des
in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, er-
hebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit er-
heblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesent-
licher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiser-
gebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflus-
sen (BGE 145 I 167 E. 4.1; 140 I 285 E. 6.3.1; 132 V 368 E. 3.1; 129 II 504
E. 2.2, je mit Hinweisen). Das Recht des Deklarationspflichtigen, vor Erlass
eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids orientiert zu wer-
den und sich zur Sache zu äussern (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 31 VwVG), wird
in der Verordnung über die Deklaration von Holz und Holzprodukten vom
4. Juni 2010 (VO-Holzdeklaration; SR 944.021) konkretisiert. Art. 7 Abs. 3
VO-Holzdeklaration bestimmt für den Fall einer nicht ordnungsgemässen
Deklaration, dass die Vorinstanz die Person, die das Holz oder das
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Holzprodukt an Konsumentinnen und Konsumenten abgibt, über das Er-
gebnis der Kontrolle informiert und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gibt.
Erst bei Uneinigkeit kann die Vorinstanz die Berichtigung der Deklaration
verfügen (Art. 7 Abs. 4 VO-Holzdeklaration).
3.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verlet-
zung führt ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur
Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides (BGE 137 I 195 E. 2.2; 126 V 130 E. 2b, 125 I 118 E. 3; je mit
Hinweisen). Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts kann eine nicht be-
sonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahms-
weise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält,
sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt
wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung
ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer
schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von ei-
ner Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und so-
weit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu un-
nötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleich-
gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beur-
teilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 136
V 117 E. 4.2.2.2.; 133 I 201 E. 2.2; je mit Hinweisen). Dem Beschwerde-
führer darf durch die Heilung aber kein Nachteil erwachsen (BGE 126 I 68
E. 2, RENÉ RHINOW ET AL., Öffentliches Prozessrecht, 4. Aufl. 2021,
Rz. 330).
3.4 Die Wahrnehmung des Äusserungsrechts setzt zunächst voraus, dass
der fragliche Kontrollbericht der Beschwerdeführerin ordnungsgemäss zu-
gestellt worden ist. Die Vorinstanz trägt die Beweislast für die Tatsache und
den Zeitpunkt der Zustellung (BGE 136 V 295 E. 5.9; 124 V 400 E. 2a; je
mit Hinweisen). Bei der Übermittlung der fraglichen E-Mails ist entschei-
dend, dass diese nicht im Rahmen eines informellen Behördenverkehrs,
sondern nach Eröffnung eines Verwaltungsverfahrens erfolgt ist. Das vor-
gesehene zweistufige Verwaltungsverfahren (Art. 7 Abs. 3 und 4 VO-Holz-
deklaration) ist im Fall von nicht behobenen Mängeln auf den Erlass einer
Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG gerichtet.
3.4.1 Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass der fragli-
che Mailverkehr weder mit einer elektronischen Signatur noch über eine
anerkannte Zustellplattform stattgefunden hat (Art. 2 und Art. 6 Abs. 1 der
Verordnung vom 18. Juni 2010 über die elektronische Übermittlung im
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Rahmen eines Verwaltungsverfahrens [VeÜ-VwV, SR 172.021.2];
<https://www.bk.admin.ch/bk/de/home/dokumentation/e-government/
elektronischer-rechtsverkehr-mit-behoerden/wbf.html>, abgerufen am
15.6.2022). Diese gesicherte Art der elektronischen Zustellung hätte es der
beweisbelasteten Vorinstanz ohne Weiteres ermöglicht, den Versand und
den Erhalt der Nachrichten zeitgenau nachzuweisen. Die Vorinstanz kann
sich von der ihr obliegenden Beweislast auch nicht mit dem Argument be-
freien, dass die Beschwerdeführerin wegen des laufenden Verfahrens das
geschäftliche E-Mail-Postfach samt Spam-Ordner besonders sorgfältig
hätte überwachen müssen. Da die Beschwerdeführerin zu keinem Zeit-
punkt schriftlich ihre Einwilligung zum elektronischen Behördenverkehr er-
teilt hat, kann von ihr eine solche Erreichbarkeit im Hinblick auf den Erlass
einer Verfügung von vornherein nicht erwartet werden (Art. 11b Abs. 2
VwVG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Bst. a und Art. 8 VeÜ-VwV; Botschaft zur Revi-
sion der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 4202 4269).
3.4.2 Das Bundesgericht hat zur formlosen Zustellung per E-Mail festge-
halten, es könne als bekannt vorausgesetzt werden, dass der Verkehr mit
E-Mail gefahrenbehaftet und im Allgemeinen nur beschränkt verlässlich
sei. Insbesondere gelte, dass der Nachweis des Zugangs elektronischer
Nachrichten in den Machtbereich der empfangenden Person aufgrund der
technischen Gegebenheiten anerkanntermassen Schwierigkeiten bereite
(Urteil des BGer 2C_699/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.2). Von solchen
Beweisschwierigkeiten ist auch vorliegend auszugehen. Der für einen sol-
chen Beweis erforderliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit setzt in der Regel die Zustellung durch die Post voraus (BGE 125
V 400 E. 2b, mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat eine ordentliche Zustellung
des Kontrollberichts per Post zu keinem Zeitpunkt veranlasst, weshalb sie
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (vgl. BGE 136 V 295 E. 5.9).
Weil die Zustellung seitens der Beschwerdeführerin bestritten worden ist,
muss im Zweifel auf ihre Darstellung als Zustellungsempfängerin abgestellt
werden (BGE 124 V 400 E. 2a, mit Hinweisen).
3.4.3 Damit ist festzustellen, dass die Vorinstanz aufgrund ihrer mangel-
haften Zustellungspraxis den Anspruch der Beschwerdeführerin auf vor-
gängige Orientierung und Anhörung verletzt hat (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 31
VwVG). Durch die Verletzung dieser formellen Verfahrensgarantien wurde
der Beschwerdeführerin zunächst die Möglichkeit verwehrt, sich zu den
Grundlagen des Entscheids zu äussern. Ausserdem erhielt die Beschwer-
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deführerin keine Gelegenheit, die beanstandete Deklaration zu verbes-
sern, um rechtzeitig die angedrohte, kostenfällige Berichtigungsverfügung
abzuwenden (Art. 7 Abs. 3 und 4 der VO-Holzdeklaration).
3.4.4 Die festgestellte Gehörsverletzung ist nicht derart beschaffen, als
dass sie im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht nicht mehr geheilt
werden könnte (zu den Voraussetzungen einer Heilung E. 3.3). Das Bun-
desverwaltungsgericht verfügt als Rechtsmittelinstanz in tatsächlicher und
rechtlicher Hinsicht über die gleiche Prüfbefugnis wie die Vorinstanz (E. 2).
Der Kontrollbericht wurde der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfah-
ren im Rahmen des Schriftenwechsels sodann zusammen mit sämtlichen
E-Mails der Vorinstanz und den übrigen Vorakten zugestellt.
3.4.5 Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der Verfügung vom
4. März 2022, weil sie davon überzeugt sei, das Holz richtig deklariert zu
haben. Dieses Rechtsbegehren ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die
im Kontrollbericht genannten Deklarationsmängel wörtlich Eingang in Zif-
fer 6 der angefochtenen Verfügung vom 4. März 2022 fanden. Der Inhalt
des Kontrollberichts war der Beschwerdeführerin im Wesentlichen bekannt
und sie konnte die Verfügung vom 4. März 2022 auch sachgerecht anfech-
ten. Die Beschwerdeführerin geht sodann selbst davon aus, dass die Streit-
sache mit der angehobenen Beschwerde "aus der Welt" sei. Unter diesen
Umständen ist davon abzusehen, die angefochtene Verfügung wegen ei-
nes formellen Rechtsfehlers aufzuheben und zur Wiederholung des Ver-
fahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eine solche Rückweisung
käme einem formalistischen Leerlauf gleich, der mit dem Interesse der Be-
schwerdeführerin an einer Beurteilung der Streitsache innert angemesse-
ner Frist nicht zu vereinbaren wäre. Durch die Heilung der Gehörsverlet-
zung entsteht der Beschwerdeführerin somit kein Nachteil.
4.
4.1 Die VO-Holzdeklaration regelt die Deklarationspflicht von Holzart und
Holzherkunft bei Rund- und Rohhölzern sowie bestimmten Holzprodukten
aus Massivholz, die an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben
werden. Diejenigen Hölzer und Holzprodukte, welche der Deklarations-
pflicht unterstehenden, sind im Anhang der Verordnung des WBF über die
Deklaration von Holz und Holzprodukten vom 7. Juni 2010 aufgeführt
(SR 944.021.1). Nach Art. 2 Abs. 1 VO-Holzdeklaration muss jede Person,
die Holz oder Holzprodukte an Konsumentinnen und Konsumenten abgibt,
den Handelsnamen des Holzes angeben (Bst. a) und diejenigen Angaben
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machen, die es den Konsumentinnen und Konsumenten ermöglichen, den
wissenschaftlichen Namen des Holzes zu ermitteln (Bst. b). Kann das Holz
keiner bestimmten Holzart zugeordnet oder kann die Holzart nicht eindeu-
tig bestimmt werden, so können mehrere Holzarten oder die Gattung an-
gegeben werden (Art. 2 Abs. 3 VO-Holzdeklaration).
4.2 Art. 3 Abs. 1 der VO-Holzdeklaration sieht vor, dass jede Person, die
Holz oder Holzprodukte an Konsumentinnen und Konsumenten abgibt, die
Herkunft des Holzes angeben muss. Die Herkunft des Holzes bezieht sich
auf das Land, in dem das Holz geerntet wurde (Art. 3 Abs. 2 VO-Holzde-
klaration). Kann das Holz nicht einem Herkunftsland klar zugeordnet wer-
den, so können mehrere mögliche Herkunftsländer angegeben werden
(Art. 3 Abs. 3 VO-Holzdeklaration). Falls mehr als fünf Herkunftsländer in
Betracht kommen, so kann der kleinstmögliche geografische Raum ange-
geben werden, aus dem das Holz stammt (Art. 3 Abs. 4 VO-Holzdeklara-
tion). Gestützt auf Art. 7 Abs. 4 und Art. 8 VO-Holzdeklaration in Verbin-
dung mit Art. 2 Abs. 1 der Allgemeinen Gebührenverordnung vom 8. Sep-
tember 2004 (AllgGebV; SR 172.041.1) kann die Vorinstanz die kostenfäl-
lige Berichtigung einer mangelhaften Deklaration verfügen.
4.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die Ansicht der Vorinstanz, wonach die
Beschwerdeführerin die Kontrollergebnisse nicht beanstande, weswegen
von deren fachlicher Richtigkeit auszugehen sei, in zweierlei Hinsicht nicht
zutrifft. Zum einen bestreitet die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde-
schrift die Kontrollergebnisse (inkl. Kostenauflage) vollumfänglich. Zum an-
deren ist zur angenommenen fachlichen Richtigkeit infolge Nichtbestrei-
tens in Erinnerung zu rufen, dass das Bundesverwaltungsgericht das
Recht von Amtes wegen anwendet und nicht an die Anträge oder die recht-
liche Begründung der Parteien gebunden ist (E. 2).
4.3.1 Die Vorinstanz beanstandet erstens, in der Offerten-Position Nr. 3.00
(Innenwände, 3-Schichtplatten) habe die Beschwerdeführerin gemäss
Kontrollprotokoll Nr. [...] die Holzart nicht korrekt deklariert (Verfügung,
Rz. 6). In dieser Offerten-Position fehlt jegliche Angabe eines Handelsna-
mens des Holzes im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. a VO-Holzdeklaration (Be-
schwerdebeilage 2). Der vorinstanzlich festgestellte Mangel bei der Dekla-
ration des Handelsnamens in der Offerten-Position 3.00 hält einer rechtli-
chen Überprüfung stand.
4.3.2 Die Vorinstanz beanstandet zweitens, die Beschwerdeführerin habe
in ihrer Offerte den wissenschaftlichen Namen der Hölzer nicht zugänglich
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gemacht (Verfügung Rz. 6). Davon betroffen sind die Positionen 2.00 (Aus-
senwände) und 3.00 (Innenwände, 3-Schichtplatten). Gemäss Wegleitung
Nr. 1 vom 14. Dezember 2017 kann der wissenschaftliche Name unter an-
derem mit einem Hinweis auf die Holzartendatenbank (www.holzdeklara-
tion.ch) erfolgen oder in Klammern angegeben werden. In der Offertstel-
lung sind keine Hinweise irgendwelcher Art angebracht, die es den ange-
sprochenen Konsumentinnen und Konsumenten erlauben würden, den
wissenschaftlichen Namen des Holzes zu ermitteln. Die Vorinstanz hat hin-
sichtlich der Zugänglichmachung des wissenschaftlichen Namens zu
Recht festgestellt, dass die eingereichte Offerte die Anforderungen von
Art. 2 Abs. 1 Bst. b VO-Holzdeklaration nicht erfüllt.
4.3.3 Die Vorinstanz beanstandet drittens, die Holzherkunft sei in den Po-
sitionen 2.00 (Aussenwände) und 3.00 (Innenwände, 3-Schichtplatten)
nicht korrekt deklariert worden (Verfügung Rz. 6) bzw. fehle (Vernehmlas-
sung, Ziff. 2). Die Beschwerdeführerin hat die Holzherkunft pauschal und
ganz am Ende ihrer Offerte Nr. [...] wie folgt deklariert: "Unser Holz hat den
Ursprung in der Schweiz, oder in den europäischen Staaten". Nach Art. 3
Abs. 3 VO-Holzdeklaration ist es zulässig, mehrere Herkunftsländer zu de-
klarieren, wenn das Holz nicht einem Herkunftsland klar zugeordnet wer-
den kann (vgl. Wegleitung Nr. 1, S. 2; Erläuterungen zur Verordnung des
Bundesrates über die Deklaration von Holz und Holzprodukten, S. 2). Ge-
setzlich vorgesehen ist auch die Angabe des kleinstmöglichen geografi-
schen Raums, falls wie hier mehr als fünf Länder in Betracht kommen
(Art. 3 Abs. 4 VO-Holzdeklaration). Entgegen der in der Vernehmlassung
vertretenen Auffassung fehlt die Deklaration zur Holzherkunft nicht gänz-
lich. Sie weicht aber insofern von der Musterdeklaration ab, als nicht für
jede Holzart einzeln die Herkunft ausgewiesen wird (vgl. Information zur
Holzdeklarationspflicht für Schreinereien und weiteres holzverarbeitendes
Gewerbe vom 15. Oktober 2020, S. 2). Den Konsumentinnen und Konsu-
menten wird dadurch verunmöglicht, die Holzherkunft den ausgewiesenen
Holzarten zuzuordnen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht festgestellt, dass
die Deklaration der Holzherkunft den Anforderungen von Art. 3 Abs. 1–4
VO-Holzdeklaration nicht genügt.
4.4 Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör als im Beschwerdeverfahren geheilt gelten kann
(E. 3.4.5). Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid weder den Sachverhalt
unrichtig oder unvollständig festgestellt, noch Bundesrecht verletzt, indem
sie gestützt auf Art. 2 Abs. 1 Bst. a und b und Art. 3 Abs. 1–4 VO-Holzde-
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klaration die mangelhafte Deklaration von Holz beanstandete. In Anbe-
tracht der erheblichen Deklarationsmängel hat sie das ihr eingeräumte Ent-
schliessungsermessen für die Anordnung einer Berichtigung (Art. 7 Abs. 4
VO-Holzdeklaration) in zweckmässiger Weise ausgeübt. Die erhobenen
Verwaltungsgebühren für Kontrollkosten (Fr. 100.–), Portokosten
(Fr. 10.60) und die Gebühr für die Verfügung (Fr. 120.–) im Gesamtbetrag
von Fr. 230.60 stützen sich auf Art. 8 VO-Holzdeklaration in Verbindung mit
Art. 2 Abs. 1 AllgGebV. Sie sind nach sachlich vertretbaren Kriterien be-
messen worden und dürften die tatsächlich entstandenen Kosten nicht
überschreiten (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemei-
nes Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 2760 und 2778).
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Diese sind auf
Fr. 1'000.– festzulegen. Der in gleicher Höhe von der Beschwerdeführerin
geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-
wenden. Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist keine Parteientschä-
digung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE); ebenso
wenig der obsiegenden Vorinstanz (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE).
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