Decision ID: 09001112-fd07-4ea2-bcad-1c9968c6bdb4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
X._
, geboren 1975
, ist gelernter Informatiker, Energieele
ktroniker und
Sytemingenieur
(
Urk.
9/6,
Urk.
9/39,
Urk.
9/70)
;
zuletzt war
er
bis zum 3
1.
März
2012
bei der
Y._
AG
in
Z._
als Service
Delivery
Manager
tätig (
Urk.
9/
3
6).
Am 2
6.
Oktober
2012
meldete er sich bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis
auf eine psychosomatische Erkrankung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/
6). Daraufhin klärte die
IV-Stelle
di
e medizinisc
he und erwerbliche Situation ab
und zog die Akten der
Krank
en
taggeldversicherung
bei (
Urk.
9/12,
Urk.
9/
27
,
Urk.
9/
50
).
Am 2
5.
April
2013
reichte
der Beschwerdeführer
ein weiteres Anmeld
e
formular ein und machte geltend
, er leide seit Juli
2011
an einer Depression schweren Grades (
Urk.
9/39)
.
Nachdem der Versicherte von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) untersucht worden war (
B
ericht vom 1
9.
September
2014
[
Urk.
9/59]) und
Ein
gliederungsbemühungen
getätigt worden waren (
Urk.
9/60 – 109), verneinte die IV-Stelle
-
n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/111
-118
)
-
mit Verfügung vom 1
9.
Juni
2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
2
).
Gegen vorgenannte Verfügung erhob der Versicherte am
2
4.
August
2015
Beschwerde und beantragte, die
angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm für den Zeitraum vom
1.
März
2013
bis zum 3
0.
Juni
2014
eine
ganze
Invalidenrente zuzusprechen
(
Urk.
1)
. Des Weiteren
ersuchte
er
um
die Gewäh
rung d
er unentgeltlichen Rechtspflege;
mangels Substantiierung wurde
das Gesuch
mit Verfügung vom 2
6.
November
2015
abgewiesen
(
Urk.
10)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Oktober
2015
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8
unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
9/1 – 121]
)
, was dem Beschwerdeführer am 2
6.
November
2015
zu
r Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit
verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitssc
haden gegeben (
BGE
127
V
294
E.
5a,
Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009
E.
2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen
ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden –
Fol
-
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni
2012
E.
3.2 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (
BGE
125
V
256
E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (
BGE
125
V
256
E.
4 mit Hinweisen,
AHI 2002
S.
70
E.
4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
legte
die Beschwerde
gegn
erin
dar
, der Beschwerdeführer leide
gemäss
RAD-
B
ericht
an einer länger anhaltenden depressiven Episode, mittelgradig mit somatischem Syndrom sowie an einer Panikstörung
. Diese Diagnosen
würden zu einer 50%igen Arbeitsfähigkeit, wei
ter
steigerbar
auf 100
%
,
führen
und beruhten
überwiegend auf psychosozialen Faktoren
.
Da der Beschwerdeführer über genügend Ressource
n
verfüge,
seien
die psychischen Einschränkungen
unter Aufbringung der vollen
Willensan
strengung
überwindbar
.
Folglich sei nicht von einem relevanten, die Arbeitsfä
higkeit beeinflussenden Gesundheitsschaden auszugehen, womit
kein
Leistungs
anspruch
bestehe
.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer
– unter Verweis auf
den
selben
RAD
-Bericht
–
geltend
(
Urk.
1)
, es bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % wahrscheinlich seit März
2014
; e
contrario
sei für den davorliegenden Zeitraum von einer voll
ständigen
Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen
. Vorangehende
s
würde
zudem
durch die Berichte des behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
durch die Berichte
der
C._
gestützt.
Infolgedessen
sei ein invalidisierendes Gesundheitsleiden ausge
wiesen, welches zu einem vorübergehenden Leistungsanspruch führe.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das
vorübergehende
Vorlie
gen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu Recht verneinte.
3.
3.1
Mit
Arztbericht vom
1
2.
November
2012
(Urk.
9/37
/4-6
)
zuhanden des
Kran
-
ken
taggeldversicherer
s
diagnostizierte
Dr.
B._
-
seit Mai
2011
behandeln
der Psychiater -
beim Beschwerdeführer eine
depressive Episode mittleren,
intermittierend auch
schweren Grades
(
ICD-10 F
32.1,
ICD-10 F
32.2
)
.
Der Hamilton-Depressions-Test zeige anhand des Score von 37/52, dass eine mit
telschwere bis schwere Depression vorliege, welche die Grenzen eines Burn-out-Syndroms übersteige.
Anamnestisch berichtete
Dr.
B._
unter anderem
von einer Hyperaktivität, von einer Bezeichnung als „
workaholic
“, von Desillusionierung am Arbeitsplatz und von
Widerstand
,
zur Arbeit zu gehen
.
Die Symptomatik habe
etwa
im Frühjahr
2011
begonnen und zu einer vollständigen Arbeitsunfä
higkeit geführt, die bis aktuell anhalte.
Er
behandl
e den Beschwerdeführer einerseits mit einer in dreiwöchentlichem Rhythmus durchgeführten, sog. kog
nitiv-
behavioral
orientierten Therapie und andererseits mit Psychopharmaka.
Dr.
B._
notierte, dass es während des
einmonatigen,
stationären Aufenthaltes
im Kur- und Bildungszentrum „
D._
“ in
E._
(„
D._
“)
zu einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen sei,
doch habe sich
bereits kurz nach der Rückkehr
der Zustand wieder verschlechtert
. Aufgrund der anhaltenden Depressivität empfahl
er
di
e Vorstellung in der
C._
sowie eine internistische und neuropsychologische Abklärung.
3.2
Mit
Bericht
vom 1
2.
April
2013
(
Urk.
9/37
/2-3
)
informierte
Dr.
B._
über ein
subj
ektiv und objektiv unverändertes
Beschwerdebild sowie
eine
gleichblei
bende
Diagnose
. Aufgrund der anhaltenden Depressivität
attestierte er
weiterhin eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
B._
vermerkte, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich geschieden worden sei, dass eine erneute suizidale
Exacerba
tion
stattgefunden habe, und dass er deswegen mit
Prazine
100mg habe sediert werden müssen. Die früher vorgeschlagene Vorstellung in der
C._
habe zwar stattgefunden, jedoch sei die Therapie
-
mangels Kostengutsprache der Kran
kenkasse
-
nicht aufgenommen worden.
3.3
Mit
E-Mail
vom 2
7.
Oktober
2013
(
Urk.
9/51) berichtete
Dr.
B._
über
eine
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
und empfahl erneut die Vorstellung in der
C._
.
3.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, „
D._
“, diagnostizierte m
it
Arztbericht
vom 1
1.
November
2013
(
Urk.
9/52)
einen
„
depressive[n]
Erschöpfungszustand [und eine]
psychosoziale
Orientierungs
krise
“.
Der Eintritt ins Kurzentrum sei
bei seit Wochen anhaltender totaler Überforderung
zur Erholung, Besinnung und Lebensorientierung erfolgt.
W
äh
rend des stationären Aufenthaltes vom 2
8.
Februar bis zum 2
7.
März
2011
sei der
Beschwerdeführer
mittels Psycho-, Atem- und Kunsttherapie sowie medi
kamentös mit
Temesta
Expidet
1.0
nach Bedarf
behandelt
worden
.
W
ährend
des Aufenthalts im „
D._
“
wurde
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
.
Der Kuraufenthalt sei als positiv empfunden worden, wobei sich aufgrund der Beobachtungen während des Kurverlaufes keine invaliditätsrelevanten
Aussa
g
en
ergeben hätten.
3.5
Gemäss Bericht vom 1
3.
November
2013
(
Urk.
9/53)
fand in der
C._
, Zentrum für Depressionen, Angsterkrankungen und Psychotherapie, Tagesklinik
G._
,
v
on Mai bis Juli
2013
eine erste und
ab
4.
November
2013
eine
zweite
teilstationäre Behandlung
, welche voraussichtlich drei bis sechs Monate betrage,
statt
.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie FMH,
diagnostizierte
eine
seit
ca.
zwei Jahren bestehende
rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (
ICD-10 F
33.1)
,
und eine
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst;
ICD-10 F
41.0)
.
Gestützt auf vorgenannte Diagnose
n
attestierte
er
eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit und
berichtete von
eine
r
verminderte
n
Leistungsfähigkeit.
Dr.
H._
emp
fahl – begleitend zur teilstationären Behandlung
-
den beruflichen
Wiederein
stieg
mit Hilfe von IV-Integrationsmassnahmen.
Er
erachtete
die Prognose als mittelgradig
gut, wobei
für den künftigen Krankheitsverlauf
die weiteren Thera
pien
entscheidend
seien
.
3.6
Dr.
H._
informierte
die IV
mit
Verlaufsbericht vom
2
6.
März
2014
(
Urk.
9/54)
über einen
leicht verbesserten Gesundheitszu
stand des Beschwerde
führers sowie über eine günstige Prognose
.
E
ntscheidend
für den künftigen Krankheitsverlauf und die damit verbundene Arbeitsfähigkeit seien die weiteren Therapien. Der Beschw
erdeführer zeige sich motiviert und
bemüht, seine Arbeitsfähigkeit wieder aufzubauen, bewerbe sich auf Stellenangebote und sei bereits zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden. Da er nun regelmässiger die therapeutischen Angebote der tagesklinischen Behandlung nutze, könne eine Stabilisierung seines psychischen Befindens mit verbesserter Stimmung und gebessertem Antrieb festgestellt werden.
Folglich
seien
eine
weiterführende
teilstationäre Behandlung sowie berufliche Reintegrationsmassnahmen indiziert.
3.7
Dr.
A._
, RAD,
diagnostizierte – nach durchgeführter Untersuchung
vom 1
6.
September
2014
-
mit
B
ericht
vom 1
9.
September
2014
(
Urk.
9/59)
eine
län
ger anhaltende depressive Episode, mittelgradig mi
t somatischem Syndrom
(
ICD-10 F
32.11)
,
und eine Panikstörung (
ICD-10 F
41.0)
.
Er
hielt fest
, dass
die Krankenakte des
Beschwerdeführer
s
vor
2010
blande
gewesen sei
. Der
damals
krankheitsauslösende Faktor sei in einer beruflichen Überlastung zu sehen
.
Vermutlich habe eine
Burn-out-Problematik
nie bestanden, sondern es
sei ini
tial von einer Panikstörung mit anschliessender depressiver Dekompensation auszugehen.
Hinsichtlich
des Verlaufs
erklärte
Dr.
A._
, dass angesichts der guten Ressourcen, der
blanden
psychiatrischen Vorgeschichte und der zunächst reaktiven Symptomatik des Beschwerdeführers der lange Krankheitsverlauf nicht nachvollziehbar sei
.
Die therapeutischen Möglichkeiten (
Erhöhung der Konsultationsfrequenz im ambulanten Rahmen auf mindestens alle ein- bis zwei Wochen und Optimierung der antidepressiven Medikation) seien nicht ausgeschö
pft worden; z
udem
sei
eine sinn
volle Tagesstruktur empfehlenswert.
Zusammenfassend
schl
oss
er
auf eine vollständige
Arbeitsunf
ähigkeit im ange
stammten Beruf und
auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, wahrscheinlich seit März
201
4.
Bei einem weiterhin besserungsfähi
gen Gesundheitszustand sei von einer Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig
keit
binnen
sechs bis neun Monaten auszugehen
.
4.
4.1
Bei
Dr.
A._
,
RAD,
welcher den Beschwerdeführer am
1
6.
September
2014
untersuchte, handelt es sich um einen Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie. Sein Bericht vom
1
9.
September
2014
(E.
3.7)
beruht auf sorgfältigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden. Sodann ist der Bericht hinsichtlich der Befunderhebung detailliert und für die Beantwortung der sich stellenden Fragen umfassend. Der RAD-Bericht erfüllt demnach insoweit alle
rechtspre
chungsgemässen
Kriterien für eine beweistaugliche medizinische
Entschei
dungsgrundlage
(vgl.
BGE
134
V
231
E.
5.1,
125
V
351
E.
3a).
Hingegen kann a
uf die Schlussfolgerung von
Dr.
A._
, wonach beim Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen sei, aus den folgenden Gründen nicht abgestellt werden.
Nach der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und
Arzt
person
im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beein
trächtigungen kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende
Beurtei
lungskompetenz
zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so
substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (
BGE
140
V
193
E.
3.2 mit Hinweisen
,
Urteil des Bundesge
richtes 9C_492/2014 vom
3.
Juni
2015
E.
5.2).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine
rein
medizinische, sondern
auch
eine ju
ristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember
2014
E.
5.1 mit Hinweisen).
Eine solche
Kons
tellation liegt
– wie aufzuzeigen sein wird
-
hier vor
.
4.2
Bei Störungen im mittelgradigen
depressiven
Bereich ist die invalidisierende Wirkung besonders sorgfältig zu prüfen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015
vom 1
8.
November 2015
E.
7.2.1)
. Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen werden, eine solche Störung vermöchte eine voraussichtlich bleibende oder län
gere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit zu bewirken (Urteil
des Bun
desgerichts
9C_484/201
2 vom 2
6.
April
2013
E.
4.3.2.2
).
P
sychische Störungen der hier interessierenden Art
gelten
nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht (
BGE
141
V
281
E.
4.3.1.2).
An der bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
thera
pierbar
sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen, hat BGE 141 V 281 nichts geändert (9C_125/2015
E.
7.2.1).
Gemäss ärztlicher Einschätzung litt der Beschwerdeführer an einer länger anhal
tenden depressiven Episode mittelgra
dig mit somatischem Syndrom (E.
3.7).
Wenngleich eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressi
ven Episode (
ICD-10 F
32.1) nicht schlechthin auszuschliessen ist, bedingt deren Annahme, dass
– wie bereits aufgezeigt
–
eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent aus
weist
.
Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden (
ICD-10 F
32.1) ver
neint dies das Bundesgericht regelmässig (
Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April
2014 E.
4.2
mit Hinweisen
).
Selbst wenn der Diag
nose von Dr.
H._
(rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (
ICD-10 F
33.1 [E. 3.5 f.]) gefolgt würde,
wäre
ein invali
disierender Gesundheitsschaden
zu verneinen
,
stellt e
ine rezidivierende depressive Störung als solche
ebenfalls
keinen psychischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu begründen vermag (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November
2014
E.
4.2
,
8C_104/2014 vom 2
6.
Juni
2014 E.
3.3.4 mit Hinweisen
).
Unter Hinweis darauf, dass der Krankheitsverlauf angesichts der guten Ressour
cen und der
blanden
psychiatrischen Vorgeschichte des Beschwerdeführers nicht verständlich sei, legte
Dr.
A._
nachvollziehbar dar, dass die bislang ergriffenen therapeutischen Bemühungen nicht genügten und eine Optimierung derselben zu erfolgen habe (E. 3.7). So erfolgte der einzige stationäre Aufenthalt vom 2
8.
Februar bis zum 2
7.
März 2011 im „
D._
“ und mithin noch vor der IV-Anmeldung (E. 3.4).
Jedoch wurde d
ort ke
ine gezielte psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung
durchgeführt
(E. 3.4)
.
Ein
e
fachärztliche Behandlung
nahm der Beschwerdeführer
dann zwar
im Mai
2011
bei Dr.
B._
auf
,
allerdings
wies
diese eine nur niedrige Frequenz auf (
Urk.
9/37/2).
Auf
grund der anhaltenden Depressivität empfahl
Dr.
B._
sodann
eine Vorstellung
zur teilstationären Behandlung
in der
C._
(
E. 3.1
). Mangels Kostendeckung wurde
eine solche erst im Mai
2013
angetreten (
E.
3.5
)
und führte
de
nn auch
zu
eine
r
Verbesserung
d
es psychischen Befindens
des Beschwerdeführers
(
E. 3.6
).
Schliesslich rieten
Dr
es
.
H._
und
A._
zu
eine
r
weiterführende
n
ambulante
n
psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Betreuung (
Urk.
9/54/2,
Urk.
9/59/5
)
.
Mit Blick auf diese
Gegebenheiten
kann
vorliegend
nicht v
on einer konsequen
ten Depressionstherapie, die auf eine Ausschöpfung der therapeutischen und medikamentösen Möglichkeiten und damit auf die Resistenz des Leidens schlie
ssen liesse, ausgegangen werden
.
V
ielmehr lässt d
ie ungenügende Inan
spruchnahme von Therapien auf einen
nicht
ausgeprägten psychischen
Lei
densdruck
schliessen (vgl.
BGE 141 V 281
E.
4
.4
).
4.
3
Sodann kann angesichts der guten Ressourcen des Beschwerdeführers (E. 3.7; Kontakt zu Freunden, Erlernen einer Fremdsprache [
Urk.
9/59/4]) sowie der in eine Festanstellung (vgl. Urk. 9/109/8 und Urk. 9/111/8) mündenden
Wieder
eingliederungs
- und Bewerbungsbemühungen ebenso wenig auf eine invalidi
sierende Depression geschlossen werden.
Es kommt hinzu
, dass
die
Beschwerde
gegnerin
in der angefochtenen Verfügung
zu Recht
auf psychosoziale
Faktoren
hin
wies. Diese sind als invaliditätsfremd zu klassifizieren und daher
vom sozial
versicherungsrechtlichen Standpunkt a
us unbeachtlich
(vgl.
BGE
130
V
352
E.
2.2.5,
127
V
294
E.
5a)
.
So zeigte
Dr.
A._
auf, dass der Beschwerdeführer vor
2010
über ein
e
blande
Krankenakte verfügte und d
er damals
krankheits
auslösende
Faktor in einer beruflichen Überlastung zu sehen
sei
(
E. 3.7
).
Echt
zeitlich
berichtete
Dr.
B._
unter anderem
von einer Hyperaktivität, von einer Bezeichnung
des Beschwerdeführers
als „
workaholic
“, von Desillusionierung am Arbeitsplatz und von
Widerstand zur Arbeit zu gehen
(
Urk.
9/37
/4 f.
).
Weiter sei es zu einer zweiten Ehescheidung
gekommen
(
Urk.
9/37/2,
Urk.
9/
111
/
1
).
Im Übrigen folgerte
Dr.
A._
, dass
die
berufliche Überlastung
initial
Panikatta
cken
aus
ge
löst habe
. Erst sekundär habe
der Beschwerdeführer depressiv
dekompensiert
. Gemäss dem RAD-Facharzt hat
mithin
die mittelgra
dige depressive Episode
die Panik
störung
abgelöst
(
Urk.
9/59
/4),
weshalb dieser
k
aum
mehr
eine
eigenständige Bedeutung zukomm
t. Dies
spiegelt sich
auch
im
beruflichen Wiedereinstieg
des
Beschwerdeführer
s: S
pätestens seit
März
2014
strengte er Bewerbungsverfahren an
(
Urk. 9/54/2
)
, welche
schliesslich zu
einer Festanstellung per
1.
März
2015
führten
(
Urk.
9/111/8).
5.
Zusammenfassend fehlt es
im hier massgebenden Zeitraum
an einer
therapieresis
tenten
invalidisierenden psychischen Störung.
Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden, was zur
Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
.
a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemes
sen. Ausgangsgemäss ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.