Decision ID: a6ee2695-9b67-539c-8a73-e6c19de98b23
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Schreiben vom 3. Oktober 2016 ersuchte der amerikanische Internal
Revenue Service (nachfolgend: IRS) die Eidgenössische Steuerverwal-
tung (ESTV; nachfolgend: Vorinstanz) gestützt auf Art. 26 des Abkommens
vom 2. Oktober 1996 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbe-
steuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen in der bis zum
19. September 2019 geltenden Fassung (SR 0.672.933.61, AS 1999 1460;
nachfolgend: aDBA CH-USA) um Amtshilfe betreffend eine in den USA
steuerpflichtige Person, welche in den Steuerperioden vom 1. Januar 2001
bis zum Zeitpunkt, in welchem das Ersuchen gestellt wurde, eine Zeich-
nungsberechtigung, eine wirtschaftliche oder ähnliche Berechtigung an di-
versen Konten bei der B._ AG (nachfolgend: Bank) hatte.
B.
Mit Schlussverfügung vom 10. Oktober 2017 verfügte die Vorinstanz, dem
IRS Amtshilfe betreffend C._ zu leisten.
C.
Mit der gegenüber A._ eröffneten Schlussverfügung vom 12. Feb-
ruar 2019 betreffend den Umfang der im Rahmen vorgenannter, rechtskräf-
tig festgelegter Amtshilfeleistung zu übermittelnden Bankunterlagen ord-
nete die Vorinstanz an, dass dem IRS diverse, von der Bank edierte Unter-
lagen zu verschiedenen Konti für den Zeitraum vom 1. Januar 2001 bis zu
deren Saldierung sowie ein Certificate of Authenticity of Business Records
übermittelt würden. Dabei wurden sämtliche Daten einer Drittperson in den
zu übermittelnden Bankunterlagen geschwärzt. Der Antrag von A._
auf Schwärzung seiner Personendaten wurde hingegen abgewiesen,
ebenso derjenige auf Einräumung einer Parteistellung in einem allfälligen
künftigen Amtshilfeverfahren. Der IRS wurde auf Einschränkungen bei der
Verwendung der übermittelten Informationen und auf die Geheimhaltungs-
pflichten gemäss Art. 26 Abs. 1 aDBA-CH USA hingewiesen.
D.
Mit Eingabe vom 15. März 2019 erhebt A._ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-
tragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, die angefochtene Schluss-
verfügung sei aufzuheben. Die Vorinstanz sei anzuweisen, vor der Über-
mittlung der edierten Bankunterlagen an den IRS diejenigen Personenda-
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ten, welche Rückschlüsse auf seine Identität zulassen würden, in darge-
legter Form zu schwärzen bzw. auf andere Weise unkenntlich zu machen.
Weiter sei sie anzuweisen, den IRS auf den Spezialitätsvorbehalt hinsicht-
lich der amtshilfeweise erlangten Informationen und Bankunterlagen hin-
zuweisen, namentlich, dass sämtliche dieser Informationen und Bankun-
terlagen im ersuchenden Staat einzig zu Ermittlungszwecken und als Be-
weismittel in demjenigen Steuer(straf)verfahren verwendet werden dürften,
für welches um Amtshilfe ersucht werde. Zudem sei die Vorinstanz anzu-
weisen, ihn über sämtliche künftigen Steueramtshilfeverfahren zu informie-
ren, in deren Rahmen seine Personendaten aus zur Übermittlung an den
IRS vorgesehenen Unterlagen oder Aufzeichnungen ersichtlich seien so-
wie ihm in diesen Verfahren Parteistellung einzuräumen. Eventualiter sei
die Sache zur erneuten Entscheidung an die Vorinstanz zurück zu weisen.
E.
Mit Vernehmlassung vom 6. Mai 2019 beantragt die Vorinstanz, die Be-
schwerde sei kostenpflichtig abzuweisen. In ihrem Begleitschreiben zur
Vernehmlassung erklärt sie, da die Vollständigkeit der ihrerseits gewährten
Akteneinsicht strittig sei, reiche sie zusätzlich zum für den Beschwerdefüh-
rer bestimmten USB-Stick mit den ihm im Rahmen des erstinstanzlichen
Verfahrens zugestellten Akten einen weiteren USB-Stick zuhanden des
Bundesverwaltungsgerichts ein, welcher sämtliche edierten Bankunterla-
gen enthalte.
F.
Der Beschwerdeführer ersucht mit Eingabe vom 13. Mai 2019 um Einsicht-
nahme in sämtliche im vorinstanzlichen Aktenverzeichnis aufgeführten Ak-
ten sowie um zeitgleiche Fristansetzung zur Stellungnahme zur vorinstanz-
lichen Vernehmlassung. Er begründet dieses Gesuch damit, dass weder
die Vorinstanz noch sonstige Beteiligte, insbesondere nicht die ersuchende
ausländische Behörde, je dem entgegenstehende Geheimhaltungsinteres-
sen vorgebracht hätten.
G.
Mit Instruktionsverfügung vom 21. Mai 2019 fordert das Bundesverwal-
tungsgericht die Vorinstanz auf, zum Akteneinsichtsgesuch Stellung zu
nehmen und insbesondere im Einzelnen darzulegen, inwiefern der Offen-
legung der Dokumente, in welche Einsicht verlangt wird, allfällige wesent-
liche Geheimhaltungsinteressen entgegenstehen.
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H.
Mit Stellungnahme vom 3. Juni 2019 beantragt die Vorinstanz, das Akten-
einsichtsgesuch sei kostenpflichtig abzuweisen.
I.
I.a Das Bundesverwaltungsgericht heisst das Akteneinsichtsgesuch des
Beschwerdeführers mit Zwischenverfügung vom 18. Juni 2019 teilweise
gut und fordert die Vorinstanz auf, eine geschwärzte Version von Aktenstü-
cken mit dem Steuer- oder Bankkundengeheimnis unterstehenden Infor-
mationen betreffend Drittpersonen einzureichen.
I.b Mit Eingabe vom 25. Juni 2019 beantragt die Vorinstanz, diese Zwi-
schenverfügung sei in Wiedererwägung zu ziehen und es sei erneut über
die Frage der Akteneinsicht zu entscheiden. Das Bundesverwaltungsge-
richt gibt dem Gesuch mit Verfügung vom 2. Juli 2019 nicht statt.
I.c Mit Verfügung vom 29. Juli 2019 wird dem Beschwerdeführer Einsicht
in die teilweise geschwärzten Unterlagen zu Konten, welche er noch nicht
erhalten hatte, gewährt und Frist zur Stellungnahme angesetzt.
I.d Der Beschwerdeführer nimmt mit Schreiben vom 2. September 2019
Stellung.
I.e Die Vorinstanz verzichtet mit Eingabe vom 20. September 2019 auf zu-
sätzliche Bemerkungen.
J.
Auf die Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindlichen
Dokumente wird – sofern entscheidrelevant – im Rahmen der nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des IRS ge-
stützt auf Art. 26 aDBA-CH USA zugrunde. Die Durchführung der mit die-
sem Abkommen vereinbarten Bestimmungen richtet sich nach dem Bun-
desgesetz vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in
Steuersachen (StAhiG, SR 651.1). Zu den beim Bundesverwaltungsgericht
anfechtbaren Verfügungen gehören auch Schlussverfügungen der ESTV
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im Bereich der internationalen Amtshilfe (Art. 31 f. des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 des Ver-
waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG,
SR 172.021] und Art. 19 Abs. 5 StAhiG). Die Zuständigkeit des Bundesver-
waltungsgerichts zur Behandlung der Beschwerde ist somit gegeben. Da-
mit hat es auch über den Umfang der Akteneinsicht im vorliegenden Ver-
fahren zu befinden.
1.2 Beschwerdeberechtigt sind gemäss Art. 19 Abs. 2 StAhiG die be-
troffene Person und weitere Personen unter den Voraussetzungen von
Art. 48 VwVG. Der Beschwerdeführer ist als Drittperson, welche sich an
die Vorinstanz gewendet und sich der Übermittlung sie betreffender Infor-
mationen widersetzt hat, praxisgemäss beschwerdelegitimiert (BGE 143 II
506 E. 5). Als Verfügungsadressat, dessen Anträge im vorinstanzlichen
Verfahren abgewiesen wurden und dessen Daten demnach ungeschwärzt
dem ersuchenden Staat übermittelt werden sollen (vgl. vorne Sachverhalt
Bst. C), ist er durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung sowie daran, die
korrekte Anwendung von Art. 4 Abs. 3 StAhiG überprüfen zu lassen.
1.3 Somit ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 5
StAhiG) einzutreten.
2.
Das Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers wurde gutgeheissen
und es wurde ihm unter Anordnung entsprechender Schutzmassnahmen
Einsicht in die behördliche Korrespondenz und die fraglichen Bankunterla-
gen gewährt und die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben, von welcher
er auch Gebrauch gemacht hat (vgl. vorne Sachverhalt Bst. F und I). Damit
wurde seinem diesbezüglichen formellen Antrag unter Berücksichtigung
gegenläufiger Interessen entsprochen und die erfolgte Gehörsverletzung
geheilt (allgemein zum Anspruch auf rechtliches Gehör statt vieler Urteil
des BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 2.2 mit Hinweisen).
3.
3.1 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuer-
sachen gegenüber den USA ist für Gesuche, welche vor Inkrafttreten der
mit Art. 3 des Protokolls vom 23. September 2009 zur Änderung des DBA
CH-USA (SR 0.672.933.611, AS 2019 3145) per 20. September 2019 ein-
geführten Neufassung gestellt wurden, Art. 26 aDBA CH-USA. Gemäss
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dessen Ziff. 1 tauschen die zuständigen Behörden der beiden Vertrags-
staaten unter sich diejenigen gemäss ihren Steuergesetzgebungen erhält-
lichen Auskünfte aus, die notwendig sind zur Durchführung der Bestim-
mungen des Abkommens oder zur Verhütung von Betrugsdelikten und der-
gleichen, die eine unter das Abkommen fallende Steuer zum Gegenstand
haben. Unter das Abkommen fällt dabei insbesondere die sog. „backup
withholding tax“, eine Sicherungssteuer, die auf Dividenden, Zinsen und
Verkaufs- bzw. Rückzahlungserlösen erhoben wird (vgl. Art. 2 Ziff. 2 Bst. b
aDBA CH-USA sowie Urteile des BVGer A-5046/2018, A-5047/2018,
A-5048/2018, A-5082/2018 je vom 22. Mai 2019 E. 2.1 mit Hinweisen).
3.2 Der Amtshilfe nach Art. 26 Ziff. 1 aDBA CH-USA liegt gemäss Wortlaut
der Bestimmung der Zweck zugrunde, Betrugsdelikte und dergleichen zu
verhüten. Die Auskunftspflicht bezieht sich nicht nur auf vorbeugende Mas-
snahmen, sondern besteht auch, wenn bereits ein Steuerbetrug begangen
wurde. Sie dient der Verfolgung und Ahndung von Steuerdelikten und damit
letztlich dem öffentlichen Interesse, die Durchsetzung von Steueransprü-
chen zu gewährleisten. Der Umstand, dass hinreichende Anhaltspunkte für
ein Delikt gegeben sind, stellt demnach die notwendige und gleichzeitig
ausreichende Voraussetzung für die Gewährung der Amtshilfe dar. Ob sol-
che ausreichende Verdachtsmomente bestehen, ist am Auftrag der ersu-
chenden Behörde zu messen. In Anwendung des Verhältnismässigkeits-
prinzips müssen die Amtshilfemassnahmen ihrem Zweck entsprechen und
nicht darüber hinausgehen, was zu dessen Erreichung notwendig ist
(vgl. zum Ganzen statt vieler BGE 139 II 404 E. 7.2.2 mit Hinweisen).
3.3 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts
voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden
Staat notwendig sind, um eine dort steuerpflichtige Person korrekt zu be-
steuern. Ob eine Information in diesem Sinne erheblich ist, kann in der Re-
gel nur der ersuchende Staat abschliessend beurteilen. Die Rolle des er-
suchten Staates beschränkt sich dabei darauf, zu überprüfen, ob die vom
ersuchenden Staat verlangten Informationen und Dokumente mit dem im
Ersuchen dargestellten Sachverhalt zusammenhängen und ob sie mög-
licherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu
werden (zum Ganzen statt vieler BGE 144 II 29 E. 4.2.2, BGE 142 II 161
E. 2.1.1 je mit weiteren Hinweisen sowie Urteil des BVGer A-108/2018 vom
13. Februar 2020 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Vor diesem Hintergrund
darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, die verlangten In-
formationen seien nicht notwendig im Sinne von Art. 26 Ziff. 1 aDBA CH-
USA, nur verweigern, wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten
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Angaben und der im ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung un-
wahrscheinlich erscheint (vgl. statt vieler BGE 143 II 185 E. 3.3.2, BGE 141
II 436 E. 4.4.3 mit weiteren Hinweisen und Urteil des BVGer A-2463/2018
vom 27. November 2019 E. 5.2.3; vgl. zum Kriterium der voraussichtlichen
Erheblichkeit auch Art. 26 Ziff. 1 des Musterabkommens der Organisation
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen). In letzterem Sinne ist
auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verstehen, wonach Informationen, welche
voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt werden dürfen (statt
vieler Urteile des BVGer A-5046/2018, A-5047/2018, A-5048/2018,
A-5082/2018 je vom 22. Mai 2019 vom 22. Mai 2019 E. 2.3 mit weiteren
Hinweisen; vgl. auch Art. 4 Abs. 3 StAhiG und dazu hinten gesamte E. 4.2).
3.4 Im Rahmen der internationalen Behördenzusammenarbeit besteht so-
dann grundsätzlich kein Anlass, an Sachverhaltsdarstellungen und Erklä-
rungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerrechtliches Vertrauensprin-
zip; vgl. statt vieler Urteil des BVGer A-108/2018 vom 13. Februar 2020
E. 7.1 mit weiteren Hinweisen).
4.
4.1 Dem Amtshilfegesuch des IRS vom 3. Oktober 2016 wurde mit
Schlussverfügung vom 10. Oktober 2017 stattgegeben. Es wurde mit Be-
zug auf die fraglichen Konten (vgl. Sachverhalt Bst. A) gestellt, da der IRS
gestützt auf nachfolgend aufgeführte charakteristische Merkmale den Ver-
dacht hegt, die daran wirtschaftlich berechtigte und in den USA steuer-
pflichtige Person habe mit Hilfe der Bank auf betrügerische Weise Domizil-
gesellschaften benutzt und als Teil eines Lügengebäudes zur Täuschung
der amerikanischen Steuerbehörden Dokumente erstellt, welche die Inha-
ber der Konten arglistig und unwahr wiedergeben würden, und zwar in der
Absicht, amerikanisches Recht zu verletzen. Dieser Verdacht stützt sich
auf die Qualifikation der Konten durch die Bank im Rahmen des US-Ban-
kenprogramms, auf unter diesem Programm erlangte Informationen, ins-
besondere zu anderen Konten und dem grenzüberschreitenden Geschäft
der Bank, sowie auf öffentlich zugängliche Informationen betreffend die
Bank.
Das fragliche Amtshilfeersuchen betrifft einen Sachverhalt, der wie folgt
charakterisiert ist:
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– Eröffnung von diversen Konten bei derselben Bank mit Sitz in der
Schweiz, darunter ein Konto mit einer Domizilgesellschaft als Inhabe-
rin, wobei die wirtschaftlich berechtigte, in den USA steuerpflichtige
Person in Verletzung der Corporate Governance Kontrolle über die Ver-
mögenswerte auf diesem Konto ausgeübt hat;
– Transfer der nicht deklarierten Vermögenswerte auf Konten von zu die-
sem Zweck gegründeten, nicht operativ tätigen Gesellschaften in
Hongkong; und
– anschliessender Rücktransfer der Vermögenswerte auf Konten bei der-
selben Schweizer Bank, die von einer anderen Gesellschaft gehalten
wurden, wobei die Bankdokumentation keinen Konnex mehr zur wirt-
schaftlich berechtigten, in den USA steuerpflichtigen Person aufweist.
Zudem hat die Fond-Management Gesellschaft gegenüber der Bank
erklärt, dass sie ihren Due Diligence Verpflichtungen für sämtliche ihrer
Kunden und deren wirtschaftlich berechtigten Personen nachgekom-
men sei, ohne dass gegenüber der Bank die tatsächlich wirtschaftlich
berechtigten US-Personen (mittels Formular A) identifiziert worden wä-
ren.
Die Voraussetzungen zur Gewährung der Amtshilfe gestützt auf Art. 26
Ziff. 1 aDBA CH-USA (vgl. dazu im Detail statt vieler Urteil des BVGer
A-4218/2017 vom 28. Mai 2018 E. 2.4.3.2 mit Hinweisen) sind demnach
erfüllt und es besteht in Anwendung des völkerrechtlichen Vertrauensprin-
zips kein Anlass, an der Sachverhaltsdarstellung der ersuchenden Be-
hörde zu zweifeln, anhand welcher sich der begründete Verdacht ergibt, es
seien amtshilfefähige Delikte begangen worden (vgl. dazu auch vorne
E. 3.4). Der Beschwerdeführer bestreitet denn auch grundsätzlich nicht,
dass entsprechende ausreichende Verdachtsmomente bestehen.
4.2 Die angefochtene Schlussverfügung setzt in Dispositiv-Ziffer 1 den
Umfang der zu übermittelnden Daten fest. Dabei wurde der Antrag des Be-
schwerdeführers auf Schwärzung seiner Personendaten abgewiesen (Dis-
positiv-Ziffer 2, vgl. auch vorne Sachverhalt Bst. C).
Vorliegend strittig ist, ob die Identität des Beschwerdeführers i.S.v. Art. 26
Ziff. 1 aDBA CH-USA notwendig ist, um dem im vorgenannten Amtshilfeer-
suchen geäusserten und sich aus den Bankunterlagen ergebenden steu-
erstrafrechtlichen Verdacht nachzugehen oder ob diesbezüglich seine
Funktionsbezeichnung reicht. Er erklärt mit Verweis auf BGE 144 II 29, die
Übermittlung seiner persönlichen Daten sei unzulässig.
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Seite 9
4.2.1 Mit dem Antrag auf Schwärzung seiner Personendaten (vgl. dazu
vorne Sachverhalt Bst. C) spricht der Beschwerdeführer Aspekte des Da-
tenschutzes an, welche in Art. 4 Abs. 3 StAHiG wie folgt geregelt sind: Die
Übermittlung von Informationen zu nicht betroffenen Personen ist unzuläs-
sig, wenn diese Informationen für die Beurteilung der Steuersituation der
betroffenen Person nicht voraussichtlich relevant sind oder wenn berech-
tigte Interessen von nicht betroffenen Personen das Interesse der ersu-
chenden Seite an der Übermittlung der Informationen überwiegen (zur vo-
raussichtlichen Erheblichkeit von Informationen vgl. vorne E. 3.3).
4.2.2 Durch Art. 4 Abs. 3 StAhiG sollen Personen geschützt werden, die
nichts mit dem im Amtshilfeersuchen geschilderten Sachverhalt zu tun ha-
ben, deren Namen also rein zufällig in den weiterzuleitenden Dokumenten
auftauchen ("fruit d'un pur hasard"; zur Auslegung von Art. 4 Abs. 3 StAhiG
vgl. auch Urteil des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli 2019 E. 3.1; Botschaft
des Bundesrates vom 5. Juni 2015 zur Genehmigung des Übereinkom-
mens des Europarats und der OECD über die gegenseitige Amtshilfe in
Steuersachen und zu seiner Umsetzung [Änderung des Steueramtshilfe-
gesetzes] BBl 2015 5585 ff., 5623 und statt vieler Urteil des BVGer
A-5893/2017 vom 8. Oktober 2019 E. 2.3.4 f. mit Hinweisen).
Das Bundesgericht erklärt in BGE 144 II 29 E. 4.3 in diesem Sinn, im Rah-
men des Informationsaustausches seien die Namen von Bankmitarbeiten-
den und Rechtsvertretern grundsätzlich abzudecken, da die sie betreffen-
den Informationen regelmässig nichts mit dem Zweck des Ersuchens (bzw.
dem Motiv für das Ersuchen) zu tun hätten („rien à voir avec la question
fiscale qui motive les demandes“). Es hält zudem fest, dass bei der zu be-
urteilenden Konstellation nicht ersichtlich sei, inwieweit eine Schwärzung
der Namen der Bankangestellten und des Anwalts/Notars in den zu über-
mittelnden Dokumenten diese unverständlich mache oder ihnen die Be-
weiskraft nehme. Zwar sei es möglich, dass die Frage, ob der Steuerpflich-
tige von sich aus oder auf Anraten bzw. unter Mitwirkung Dritter gehandelt
habe, die Höhe einer allfälligen Steuerbusse beeinflusse. Hierzu genüge
aber die Informationen, ob und gegebenenfalls inwieweit Dritte beteiligt ge-
wesen seien. Die Identität dieser Dritten sei demgegenüber ohne Belang
(vgl. auch ANDREA OPEL, Informationsaustausch über Bankmitarbeiter –
das Janusgesicht der Steueramtshilfe, in: ASA 86 [2017/2018] S. 433 ff.,
S. 469 ff.). Weiter führt das Bundesgericht auch aus, dass Art. 26 aDBA
CH-USA einzig eine Grundlage für die Amtshilfe enthalte. Informationen
über die Identität von mutmasslichen Komplizen des Steuerpflichtigen
könnten gestützt auf diese Vorschrift daher nur erlangt werden, sofern
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Seite 10
diese Informationen für die Abklärung der steuerlichen Situation des Steu-
erpflichtigen selbst notwendig seien (BGE 144 II 29 E. 4.3). Abschliessend
erklärt das Bundesgericht, im fraglichen Fall seien die Namen der Bank-
mitarbeitenden und des Anwalts/Notars unter dem Vorbehalt, dass der er-
suchende Staat ausdrücklich um diese Angaben ersuche und diese Infor-
mationen nachweislich als notwendig erscheinen würden („sous réserve
de situations où l'Etat requérant demanderait expressément ces données
et que celles-ci présenteraient un caractère nécessaire avéré“), nicht im
Sinne von Art. 26 Ziff. 1 aDBA CH-USA notwendig (BGE 144 II 29 E. 4.3;
vgl. dazu auch OPEL, a.a.O., S. 471 [mit Ablehnung des Kriteriums, dass
der ersuchende Staat explizit um die Namen ersucht]).
4.2.3 Im hiervor erwähnten Urteil (BGE 144 II 29 ff.) bezieht sich das Bun-
desgericht (in E. 4.2.4) unter anderem auf einen früheren Entscheid zur
internationalen Amtshilfe in Steuersachen. In jenem Entscheid hatte es
darüber zu befinden, ob die Amtshilfevoraussetzung von Art. 28 Abs. 1 des
Abkommens vom 9. September 1966 zwischen der Schweiz und Frank-
reich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern
vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbe-
trug und Steuerflucht (SR 0.672.934.91; DBA CH-FR), wonach die ersuch-
ten Informationen voraussichtlich erheblich zur Durchführung des Abkom-
mens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Steu-
errechts sein müssen, in Bezug auf die bei einer schweizerischen Bank
vorhandenen Namen von Geschäftsführern einer bestimmten Gesellschaft
erfüllt sind (Urteil des BGer 2C_904/2015 vom 8. Dezember 2016 E. 6.4,
auch zum Folgenden). Das Bundesgericht bejahte dies im konkreten Fall
mit der Begründung, dem ersuchenden Staat gehe es darum, zu prüfen,
ob die fragliche, über ein Konto bei der Bank verfügende Gesellschaft eine
reelle Existenz aufweise. Zu wissen, wer die Geschäfte der Gesellschaft
und deren Mittel in der Hand halte, sei im Rahmen der Prüfung, ob es sich
nicht um eine Scheingesellschaft zwecks Täuschung über die Identität der
tatsächlich über die Mittel bei der Bank verfügenden Person handle, vo-
raussichtlich erheblich.
4.2.4 Zusammenfassend ist die Übermittlung von Informationen zu nicht
betroffenen Personen demnach nicht zulässig, ausser die Informationen
seien mit Blick auf den vom ersuchenden Staat verfolgten Steuerzweck
voraussichtlich erheblich und ihre Aushändigung verhältnismässig im
Sinne, dass ein Weglassen dieser Informationen das Amtshilfeersuchen
wertlos machen würde (vgl. statt vieler BGE 143 II 506 E. 5.2.1 in Bezug
auf Daten von Bankangestellten). Es gilt dabei, zwischen den Interessen
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dieser Personen und denjenigen des ersuchenden Staates abzuwägen.
Der Name eines Dritten kann somit in den zu übermittelnden Unterlagen
belassen werden, wenn dies geeignet ist, die steuerliche Situation der vom
Amtshilfeersuchen betroffenen Person zu erhellen (BGE 144 II 29 E. 4.2.3;
Urteil des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli 2019 E. 3.1 sowie statt vieler zum
Ganzen Urteil des BVGer A-108/2018 vom 13. Februar 2020 gesamte
E. 6.3 f. mit Hinweisen).
4.2.5 Wird die Anonymisierung von Daten einzelner Personen verlangt,
die in der Amtshilfeverpflichtung an sich unterliegenden Kontounterlagen
enthalten sind, genügt es grundsätzlich nicht, pauschal vorzubringen, bei
den in diesen Unterlagen erwähnten Personen handle es sich um unbetei-
ligte Dritte. Vielmehr ist nach der bundesverwaltungsgerichtlichen Recht-
sprechung in solchen Konstellationen in Bezug auf jedes einzelne Akten-
stück, das von der Übermittlung ausgeschlossen werden soll, anzugeben
und im Einzelnen darzulegen, weshalb es im ausländischen Verfahren
nicht erheblich sein kann (vgl. statt vieler Urteil des BVGer A-1315/2019
vom 17. September 2019 E. 3.2.4 mit Hinweisen).
4.2.6 Der IRS hat mit Schreiben vom 12. April 2018 erklärt, sämtliche in
den Bankunterlagen vorhandene Drittpersonendaten seien voraussichtlich
erheblich für die Beurteilung der steuer(straf)rechtlichen Situation der be-
troffenen Person und hat explizit um die Übermittlung der Identität von Dritt-
personen, insbesondere auch von Anwälten, welche in die strittige Konto-
eröffnung oder Vermögensverwaltung involviert waren, ersucht («...please
provide in the requested documents the identifying information of all per-
sons, because this information is relevant and necessary for the tax inves-
tigation that is the subject of this request. Further, making redactions or
utilizing placeholders weakens the evidentiary value of the documents.
Based on the experience of IRS examiners, there is a reasonable possibil-
ity that identities of several types of individuals, beyond the U.S. beneficial
owner who is the subject of this request, can be pertinent to our tax inves-
tigation: [...]»).
4.2.7 Die Personendaten des Beschwerdeführers tauchen ver-
schiedentlich in den zur Übermittlung vorgesehenen Bankunterlagen zu
den Konten Nr. (...), (...) und (...) auf: Der Beschwerdeführer war im Rah-
men seiner früheren anwaltlichen Tätigkeit u.a. mit einem Teil der Vermö-
gensverwaltung für die betroffene Person befasst. Seit 1987 war er bera-
tend für die betroffene Person bzw. deren Stiftung tätig (S. [...] der Unter-
lagen zu Konto Nr. [...]). In diesem Zusammenhang war er zuständig für
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_690%2F2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-29%3Ade&number_of_ranks=0#page29
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die Eröffnung des Kontos Nr. (...) und war während der fraglichen Periode
zeichnungsberechtigt gegenüber der Bank. Weiter war er Korrespondenz-
empfänger für dieses Konto (S. [...], S. [...], S. [...], S. [...] der Unterlagen
zu Konto Nr. [...], S. [...] und S. [...] der Unterlagen zu Konto Nr. [...] und
S. [...] der Unterlagen zu Konto Nr. [...]). In dieser Funktion reichte der
Beschwerdeführer der Bank die notwendigen Kontoeröffnungsunterlagen
ein (S. [...] und [...] der Unterlagen zu Konto Nr. [...]) und erteilte ihr weitere
Hintergrundauskünfte (S. [...] der Unterlagen zu Konto Nr. [...] sowie S. [...]
und S. [...] der Unterlagen zu Konto Nr. [...]).
Aufgrund seiner Zeichnungs- und Informationsberechtigung betreffend das
Konto Nr. (...) fällt der Beschwerdeführer unter die dritte Personenkate-
gorie, um deren Daten der IRS ersucht und deren Identität aufzeigen
könnte, inwiefern die betroffene Person oder eine andere Person Kontrolle
über das fragliche Konto und die entsprechenden Geldflüsse gehabt haben
könnte («The identity of any person with signature authority or information
rights over the account is necessary to determine whether, as shown in
separate documents, another person connected to the beneficial owner [or
the beneficial owner himself] in fact excercised authority over the account,
possibliy fraudulenty and may be relevant to understanding the money
flows from the account.»). Aus deren Identität lässt sich allenfalls schlies-
sen, dass bzw. in welchem Umfang die betroffene Person Verfügungs-
macht über das betreffende Konto ausübte, was ein Sachverhaltsmerkmal
der Qualifikation «Betrugsdelikt und dergleichen» darstellt. Weiter gehört
der Beschwerdeführer der vierten und fünften Personenkategorie an, für
welche der IRS ebenso um die Bekanntgabe ihrer Identität ersucht, da er
als Anwalt der betroffenen Person wie erwähnt an der Eröffnung des Kon-
tos Nr. (...) beteiligt war und dieses auch verwaltete («The identity of a third
person, an attorney, a solicitor, a notary, or a bank employee who appears
to have established the account, organized transactions at the account’s
opening, or managed the account relationship during the period the ac-
count was open, could indicate the structure and extent of the fraudulent
scheme.» sowie «Finally, a person, whether or not within any of the fore-
going categories, could be in possession of relevant documents or infor-
mation or may be potential witnesses for the investigation and subsequent
court proceeding. [...].»). Damit hatte er mit Formularen zu tun, welche für
die steuer(straf)rechtliche Qualifikation des fraglichen Sachverhalts rele-
vant sein bzw. Aufschluss über die Struktur und das Ausmass eines allfäl-
ligen betrügerischen Konstrukts geben könnten, was sich explizit aus sei-
A-1348/2019
Seite 13
nem Schreiben an die Bank vom 28. November 2008 betreffend die aus-
gefertigten Kontoeröffnungsformulare ergibt (S. [...] der Unterlagen zu
Konto Nr. [...]).
4.2.8 Es ist daher weder erkennbar noch bestritten, dass der Beschwer-
deführer in den im Rahmen des fraglichen Amtshilfeersuchens zur Über-
mittlung vorgesehenen Dokumenten bloss zufällig auftaucht. Vielmehr bil-
det er Teil des Sachverhalts, der Gegenstand der Untersuchung gegen die
betroffene US-Person ist. Seine Daten, und zwar nebst seiner Funktionen
in Kombination auch sein Name, um dessen Ermittlung der IRS explizit er-
sucht (vgl. vorne E. 4.2.6), erweisen sich damit als voraussichtlich erheb-
lich zur Untersuchung der steuer(straf)rechtlichen Situation der betroffenen
US-Person, insbesondere zur Überprüfung des Grades, in welchem die
formell vom Amtshilfeersuchen betroffene Person das fragliche Konto tat-
sächlich kontrolliert hat. Folglich ist die vorinstanzliche Vorgehensweise im
Licht vorgenannter bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. vorne
E. 4.2.2 f.) nicht zu beanstanden.
4.2.9 Demnach ist der Schwärzungsantrag des Beschwerdeführers unbe-
gründet. Die fraglichen Angaben über seine Identität erweisen sich als im
abkommensrechtlichen Sinne notwendig. Weil der Name und die übrigen
Identifikationsmerkmale des Beschwerdeführers in den zu übermittelnden
Unterlagen für die Erstellung des Sachverhalts von Bedeutung sein kön-
nen, hat die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht keine Schwärzungen vor-
genommen und besteht praxisgemäss entgegen seiner Ansicht kein Raum
für eine Interessenabwägung im Sinne von Art. 4 Abs. 3 StAhiG. Er ist im
Übrigen durch das Spezialitätsprinzip geschützt (vgl. hinten E. 4.5.1).
Seine Beschwerde ist daher diesbezüglich abzuweisen.
4.2.10 Eine Weiterleitung der fraglichen Informationen erscheint im Übri-
gen mit Art. 4 Abs. 3 StAhiG vereinbar, selbst wenn berechtigte Geheim-
haltungsinteressen von im Sinne dieser Vorschrift nicht betroffenen Perso-
nen angenommen würden. Da nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprin-
zip (vgl. dazu vorne E. 3.4) davon ausgegangen werden kann, dass sich
die US-Behörden an das Spezialitätsprinzip halten, wonach der ersu-
chende Staat die vom ersuchten Staat erlangten Informationen einzig in
Bezug auf Personen oder Handlungen verwenden darf, für welche er sie
verlangt hat und für welche ihm Amtshilfe gewährt wird (vgl. dazu hinten
E. 4.5.1) und die Informationen in den USA gemäss Art. 26 Ziff. 1 aDBA
CH-USA ebenso geheim zu halten sind wie die aufgrund des innerstaatli-
chen amerikanischen Rechts beschafften Informationen, würden allfällige
A-1348/2019
Seite 14
Geheimhaltungsinteressen das Interesse der USA an der Übermittlung der
strittigen Unterlagen nicht überwiegen.
Soweit der Beschwerdeführer einwirft, allfällige Kommunikation mit seinem
ehemaligen Mandanten sei als vertrauliche Anwaltskorrespondenz von Ge-
setzes wegen geschützt und könne höchstens im Rahmen eines Strafver-
fahrens ediert werden, bleibt darauf hinzuweisen, dass ein Anwalt Aus-
künfte über vertrauliche Tatsachen, die er – wie vorliegend gemäss eigener
Sachverhaltsdarstellung – im Zusammenhang mit einer blossen Vermö-
gensverwaltung oder Geldanlage und damit im Rahmen einer überwiegend
kaufmännischen Tätigkeit erfahren hat, im vorliegenden Verfahren nicht
unter Berufung auf das Anwaltsgeheimnis bzw. das entsprechende Zeug-
nisverweigerungsrecht verweigern kann (BGE 112 Ib 606 mit Bezug auf
Rechtshilfeverfahren).
4.3
4.3.1 Der Beschwerdeführer verweist auf ein rechtskräftiges datenschutz-
rechtliches Urteil des Zürcher Obergerichts vom 24. November 2016 mit
welchem das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 29. März 2016 bestä-
tigt wird: Danach ist es der fraglichen Bank unter Strafandrohung nach
Art. 292 StGB verboten, seine persönlichen Informationen dem US-Justiz-
ministerium bekannt zu geben. Dieses Verbot der Datenherausgabe an
US-Behörden gelte auch, wenn die Datenbekanntgabe indirekt über den
Weg der Amtshilfe bewirkt werden solle. Die Herausgabe seiner Personen-
daten sei bereits rechtskräftig beurteilt worden und bilde somit eine res iu-
dicata. Darauf könne im vorliegenden Amtshilfeverfahren nicht zurückge-
kommen werden, ansonsten das obergerichtliche Urteil rechtswidrig um-
gangen werde.
4.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist in Amtshilfeverfahren entgegen
der Ansicht des Beschwerdeführers formell nicht an Urteile von Zivilgerich-
ten gebunden, welche einer Bank die Herausgabe gewisser Unterlagen an
den ersuchenden Staat untersagen, zumal die Parteien beider Verfahren
nicht identisch sind (vgl. statt vieler auch Urteil des BVGer A-5506/2015
vom 31. Oktober 2016 E. 12.2.2 mit Hinweisen). Dementsprechend hält
das Bundesgericht fest, das Bundesverwaltungsgericht sei als sachkom-
petente Behörde nicht an den Entscheid über eine Vorfrage durch eine an-
dere Instanz gebunden. Selbst wenn die Übermittlung der Personendaten
durch die Bank rechtswidrig wäre, müsste die Schweiz dennoch Amtshilfe
gewähren (Urteil des BGer 2C_1043/2016 vom 6. August 2018 E. 6 mit
A-1348/2019
Seite 15
Hinweisen). Damit ist der erwähnte Entscheid des Zürcher Obergerichts für
das vorliegende Verfahren nicht präjudizierend.
4.3.3 Zwischen der Datenübermittlung in einem Amtshilfeverfahren und ei-
ner anderweitigen Datenherausgabe durch die Bank besteht zudem ein
wesentlicher Unterschied: Gibt die Bank selbständig Unterlagen heraus,
können die darin enthaltenen Informationen allenfalls gegen die in diesen
Unterlagen auftauchenden Personen verwendet werden. Anders sieht dies
im Amtshilfeverfahren aus, in dem das Spezialitätsprinzip gilt (vgl. hinten
E. 4.5.1). Hier dürfen die Unterlagen nur gegen die betroffene Person zum
Zweck der Abklärung ihrer steuerrechtlichen Situation verwendet werden
(vgl. Urteil des BVGer A-5506/2015 vom 31. Oktober 2016 E. 12.2.3).
4.4 Die Vorinstanz ist sodann «aus Effizienzgründen» an den IRS gelangt
und hat mit dessen Einverständnis die Namen zweier anderer Drittperso-
nen – eines Bankmitarbeitenden und einer für einen der Kontoinhaber un-
terschriftsberechtigten – Person geschwärzt. Mit derselben Begründung
(Verfahrenseffizienz) sah sich die Vorinstanz jedoch nicht in der Lage, er-
neut an den IRS zu gelangen, um die Schwärzungen der Daten des Be-
schwerdeführers zu beantragen. Dies, obschon sie während des Verfah-
rens immer wieder mit dem IRS in Kontakt stand, aktenkundig auch, nach-
dem sich der Beschwerdeführer als Partei im Amtshilfeverfahren konstitu-
iert hatte. Der Beschwerdeführer rügt dieses Verhalten als willkürlich und
beruft sich auf den Grundsatz der Gleichbehandlung nach Art. 8 Abs. 1 BV
bzw. macht einen Anspruch auf Schwärzung seiner Daten gestützt auf eine
Gleichbehandlung im Unrecht geltend.
4.4.1 Die Vorinstanz ist gesetzlich oder staatsvertraglich nicht dazu ver-
pflichtet, beim IRS den Verzicht auf die Übermittlung der Daten beschwer-
deberechtigter Personen zu beantragen. Dennoch mutet das vorinstanzli-
che Vorgehen, den IRS unter Hinweis auf die Verfahrenseffizienz einzig in
Bezug auf die Identifikationsmerkmale der beiden anderen beschwerdebe-
rechtigten Personen, mit derselben Argumentation nicht aber hinsichtlich
derjenigen des Beschwerdeführers um einen Verzicht auf Amtshilfe zu bit-
ten, willkürlich an, zumal sie wie erwähnt auch nach Einbezug des Be-
schwerdeführers ins vorinstanzliche Verfahren mehrmals an den IRS ge-
langte (vgl. auch Urteil des BVGer A-5046/2018 vom 22. Mai 2019
E. 3.4.2).
A-1348/2019
Seite 16
4.4.2 Die bezüglich Beschwerdeführer unterlassene Anfrage führt zwar zu
einer stossenden, nicht mit dem verfassungsrechtlichen Gebot der Rechts-
gleichheit zu vereinbarenden Ungleichbehandlung (vgl. Art. 8 Abs. 1 BV).
Da jedoch keine entsprechende Praxis der Vorinstanz ersichtlich ist, son-
dern es sich um einige wenige Fälle handelt und auch bejahendenfalls
nicht davon auszugehen ist, dass die Vorinstanz an einer solchen festhal-
ten würde, besteht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein An-
spruch auf Gleichbehandlung im Unrecht (statt vieler BGE 136 I 65 E. 5.6
mit Hinweisen). Die beiden anderen beschwerdeberechtigten Personen
sind sodann vermutungsweise ähnlich (die unterschriftsberechtigte Per-
son) oder sogar weniger (Bankmitarbeitender) intensiv wie der Beschwer-
deführer in die dem Amtshilfeersuchen zugrunde liegenden Angelegenheit
involviert, weshalb es sich im Unterschied zur anders gelagerte Konstella-
tion in Urteil des BVGer A-5046/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.4.2, wo von
der Übermittlung der Daten einer im Vergleich zu den Direktoren weniger
involvierten Sachbearbeiterin abgesehen wurde, nicht rechtfertigt, den Ver-
fahrensfehler unter Verzicht auf die Übermittlung der Identitätsangaben
des Beschwerdeführers zu korrigieren.
4.5 Die Vorinstanz verzichtet seit Mitte 2017 auf die von ihr früher praxis-
gemäss in Schlussverfügungen aufgenommene Anordnung, wonach sie
die ersuchende Behörde darauf hinweist, dass die zu übermittelnden Infor-
mationen im ersuchenden Staat nur in Verfahren gegen die im Ersuchen
als betroffene Person bezeichnete Person für den im Ersuchen genannten
Tatbestand bzw. für die im Ersuchen genannte Steuererhebung verwendet
werden dürfen (vgl. dazu anstelle vieler Urteil des BVGer A-38/2014 vom
1. April 2014 E. 4.6). In diesem Zusammenhang macht der Beschwerde-
führer geltend, aufgrund der vorinstanzlichen Vorgehensweise werde er
verfahrens- und materiellrechtlich schlechter gestellt als die betroffene Per-
son. Um dies zu verhindern, sei die Vorinstanz anzuweisen, den beantrag-
ten Spezialitätsvorbehalt anzubringen (vgl. vorne Sachverhalt Bst. D).
Die Vorinstanz stellt sich hingegen auf den Standpunkt, die sekundäre Ver-
wendung von in steuerstrafrechtlichen Verfahren erlangten Informationen
bezüglich formell nicht vom Amtshilfeersuchen betroffener Personen sei
gestützt auf die einschlägigen völkerrechtlichen Bestimmungen grundsätz-
lich zulässig.
4.5.1 Nach ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bedeutet das
Spezialitätsprinzip, dass der ersuchende Staat die vom ersuchten Staat
erlangten Informationen einzig in Bezug auf Personen oder Handlungen
A-1348/2019
Seite 17
verwenden darf, für welche er sie verlangt und der ersuchte Staat sie ge-
währt hat (vgl. statt vieler Urteil des BVGer A-108/2018 vom13. Februar
2020 E. 10.1 mit weiteren Hinweisen). Das Spezialitätsprinzip stellt einen
traditionellen völkerrechtlichen Grundsatz der internationalen Amts- und
Rechtshilfe dar, welcher im Auslieferungsrecht entwickelt wurde (vgl. BGE
135 IV 212 E. 2.1), wobei ihm auch völkergewohnheitsrechtlicher Charak-
ter zukommt. Da es sich insbesondere aus der Vertragsnatur der Amts- und
Rechtshilfe ableiten lässt, auf der es beruht, gründet es auf einem völker-
rechtlichen Vertrag. Der ersuchende Staat akzeptiert mit der vorbehaltlo-
sen Entgegennahme der gesammelten Informationen die im Vertrag vor-
gesehene und bei der Übermittlung erwähnte Zweckbindung (zum Gan-
zen: ROBERT WEYENETH, Der nationale und internationale ordre public im
Rahmen der grenzüberschreitenden Amtshilfe in Steuersachen, 2017,
S. 214 mit weiteren Hinweisen). Dabei kann nach dem völkerrechtlichen
Vertrauensprinzip grundsätzlich als selbstverständlich vorausgesetzt wer-
den, dass der Spezialitätsgrundsatz durch Staaten eingehalten wird, die
mit der Schweiz durch einen Amts- oder Rechtshilfevertrag verbunden
sind, ohne dass die Einholung einer ausdrücklichen Zusicherung notwen-
dig wäre (statt vieler BGE 128 II 407 E. 4.3.1; vgl. zum Vertrauensprinzip
vorne E. 3.4). Der Grundsatz der Spezialität der Amts- und Rechtshilfe
schützt in erster Linie die Souveränität des ersuchten Staates, indem die-
ser durch die (vertragliche) Bestimmung des zulässigen Verwendungszwe-
ckes den Rahmen seiner Zusammenarbeit festlegt und eine gewisse Kon-
trolle über die Verwendung der übermittelten Informationen behält.
Schliesslich stellt er aber auch eine Garantie zugunsten der betroffenen
Person dar, deren Persönlichkeitsrechte durch die Zweckbindung ge-
schützt werden (BGE 135 IV 212 E. 2.1). Letztlich enthält der Grundsatz
der Zweckbindung insofern Merkmale einer Schranke und einer (Zulässig-
keits-)Voraussetzung, als die ersuchende Behörde hinreichende Ge-
währ für deren Einhaltung bieten muss (siehe zum Ganzen:
BVGE 2018 III/1 E. 2.9.1; WEYENETH, a.a.O., S. 216 ff., mit weiteren Hin-
weisen).
4.5.2 Beruht die internationale Hilfe auf Vertrag, ist der ersuchende Staat
durch die Abkommensbestimmungen gebunden. Soweit der Vertrag die
Tragweite der Bindung für den ersuchenden Staat nur in den Grundzügen
umschreibt, gelangen subsidiär die allgemeinen Grundsätze für Rechtshil-
feverfahren zur Anwendung (vgl. Urteil des BGer 2A.551/2001 vom 12. Ap-
ril 2002 E. 6a; PETER POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in
Strafsachen, 2001, Rz. 287 und 326 ff.). Im Bereich der Amtshilfe nach dem
Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA statuieren Art. 26 Ziff. 1
A-1348/2019
Seite 18
Sätze 3 und 4 aDBA CH-USA selbst, für wen und zu welchem Gebrauch
die übermittelten Informationen ausschliesslich bestimmt sind. So sieht
Art. 26 Ziff. 1 Satz 3 aDBA CH-USA vor, dass diese Informationen ebenso
geheim zu halten sind wie die aufgrund des innerstaatlichen Rechts des er-
suchenden Staates beschafften Informationen und sie nur Personen oder
Behörden (einschliesslich der Gerichte und Verwaltungsbehörden) zu-
gänglich gemacht werden dürfen, «die mit der Veranlagung, Erhebung o-
der Verwaltung, der Vollstreckung oder Strafverfolgung oder mit der Ent-
scheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der unter dieses Abkommen fal-
lenden Steuern befasst sind». Nach Art. 26 Ziff. 1 Satz 4 aDBA CH-USA
dürfen diese Personen oder Behörden die Informationen nur für diese Zwe-
cke verwenden.
Gemäss Ziff. 8 Bst. c der Verständigungsvereinbarung zum aDBA CH-USA
dürfen Personen oder Behörden, welchen in Anwendung von Art. 26 aDBA
CH-USA Informationen zugänglich gemacht wurden, diese Informationen
in einem öffentlichen Gerichtsverfahren oder in einer Gerichtsentscheidung
offenlegen.
4.5.3 Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung ist die
Wendung, dass die zu übermittelnden Informationen gemäss den Amtshil-
febestimmungen des anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommens nur
eingeschränkt und gemäss den entsprechenden Geheimhaltungsbestim-
mungen verwendet werden dürfen, im konkreten Fall so zu verstehen, dass
die Informationen nur in Verfahren betreffend die im Ersuchen als betroffen
sowie im ersuchenden Staat steuerpflichtig bezeichneten Personen ver-
wendet werden dürfen sowie grundsätzlich geheim zu halten sind (vgl. Ur-
teil des BVGer A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 3.5.2; vgl. auch Urteil
des BVGer A-2327/2017 vom 22. Januar 2019 E. 8.7, wo in einer vergleich-
baren Konstellation mit anderer Begründung im Ergebnis angenommen
wurde, dass der ersuchende Staat die zu übermittelnden Informationen nur
in diesem Sinne verwenden und prinzipiell geheimhalten wird). Dies ent-
spricht dem Umstand, dass der ersuchende Staat rechtsprechungsgemäss
aufgrund des Spezialitätsprinzips die vom ersuchten Staat erlangten Infor-
mationen einzig in Bezug auf Personen oder Handlungen verwenden darf,
für welche er sie verlangt hat (vgl. vorne E. 4.5.1), und bislang Amtshilfeer-
suchen an die Schweiz in aller Regel nur zur Durchführung von Verfahren
gegen die in den Amtshilfegesuchen als im ersuchenden Staat steuer-
pflichtig bezeichneten betroffenen Personen gestellt wurden. Das Gericht
sieht – auch unter Berücksichtigung der vorinstanzlichen Ausführungen –
A-1348/2019
Seite 19
keinen Anlass, von dieser Rechtsprechung abzuweichen (vgl. Urteil des
BVGer A-5046/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.2).
Vor diesem Hintergrund ist die im gegenwärtigen Verfahren einschlägige
abkommensrechtliche Regelung (Art. 26 Ziff. 1 Sätze 3 und 4 aDBA CH-
USA) vorliegend so zu verstehen, dass die zu übermittelnden Informatio-
nen vom IRS nur in Verfahren gegen den in den USA steuerpflichtigen
C._ als wirtschaftlich Berechtigten für den im Ersuchen erwähnten
Tatbestand verwendet werden dürfen und sie geheim zu halten sind. In
diesem Sinne ist die Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen Schlussverfü-
gung zu präzisieren und insoweit ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.5.4 Im Übrigen bleibt Folgendes festzuhalten: Sowohl Art. 22 Abs. 5
StAhiG als auch Art. 6 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den
Datenschutz (DSG, SR 235.1) verpflichten die ESTV, zuhanden der ersu-
chenden Behörde auf eine Verwendungsbeschränkung zu verweisen. Ist
eine solche – wie in der zu präzisierenden Dispositiv-Ziffer 3 – in der ange-
fochtenen Schlussverfügung enthalten, verletzt die Übermittlung der Infor-
mationen Art. 6 DSG im Grunde nicht (Urteil des BGer 2C_619/2018 vom
21. Dezember 2018 E. 4.2 und statt vieler Urteil des BVGer 5046/2018 vom
22. Mai 2019 E. 2.6 mit Hinweisen). Damit ist die Informationsübermittlung
praxisgemäss mit vorgenannter Datenschutznorm vereinbar, ohne dass es
darauf ankäme, ob der ersuchende Staat prinzipiell über einen angemes-
senen Datenschutz bzw. über eine einen angemessenen Schutz gewähr-
leistende Gesetzgebung verfügt (vgl. Urteil des BVGer A-5046/2018 vom
22. Mai 2019 E. 5 i.V.m. E. 2.6).
4.6 Zusammenfassend ist die Vorinstanz dazu berechtigt, die unge-
schwärzten Daten von der Bank zu verlangen. Weder das DSG noch die
Verfügung des Obergerichts Zürich stehen dem entgegen. Die zur Über-
mittlung vorgesehenen Personendaten des Beschwerdeführers erweisen
sich als voraussichtlich erheblich zur Abklärung der steuer(straf)rechtlichen
Situation der betroffenen Person. Auch die diesbezüglich ungerechtfertigte
Ungleichbehandlung Dritter und die Verfahrensmängel betreffend Akten-
einsicht rechtfertigen es nicht, davon abzusehen. Die Beschwerde ist le-
diglich bezüglich Spezialitätsvorbehalt gutzuheissen und im Übrigen abzu-
weisen.
A-1348/2019
Seite 20
5.
Umstritten ist nebst der Schwärzung seiner Personendaten (vgl. dazu vo-
rangehende E. 4) auch, ob die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer be-
antragte Einräumung einer Parteistellung in künftigen Amtshilfeverfahren
zu Recht verneint und damit den entsprechenden Antrag zu Recht abge-
wiesen hat (vgl. vorne Sachverhalt Bst. C f.).
5.1 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss ein erlittener Nachteil
nicht nur im Zeitpunkt des Entscheids bestehen, sondern auch bei Be-
schwerdeeinreichung vorliegen, damit ein aktuelles und praktisches
schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung der entsprechenden Frage
besteht (statt vieler BGE 142 I 135 E. 1.3.1). Praktisch ist dieses Interesse,
wenn der entsprechende Nachteil mit Gutheissung der Beschwerde besei-
tigt würde (BGE 141 II 14 E. 4.4). Mit Bezug auf die Information über allfäl-
lige künftige Amtshilfeverfahren und die Einräumung der Parteistellung in
allfälligen künftigen Amtshilfeverfahren, in welchen er als Drittpersonen be-
troffen sein könnte, verfügt die Beschwerdeführer demnach über kein ak-
tuelles praktisches Rechtsschutzinteresse: Bei der internationalen Amts-
hilfe gestützt auf ein DBA handelt es sich um ein landesübergreifendes ver-
waltungsrechtliches Beweismittelerhebungsverfahren (Urteil des BVGer
A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 4.1.2.1). Die Vorinstanz entscheidet erst
in der Schlussverfügung abschliessend, ob und gegebenenfalls in wel-
chem Umfang sie Amtshilfe gewährt (vgl. auch Urteil des BVGer
A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 2.3.2). So können sich Drittbetroffene in
einem hängigen Amtshilfeverfahren erst als Verfahrensbeteiligte konstitu-
ieren, in dem Moment, in dem mit Bezug auf die betroffene Person ent-
schieden wird, Amtshilfe zu leisten und dabei Dokumente zu übermitteln,
in welchen ihre Daten ungeschwärzt belassen werden (vgl. nachfolgende
E. 5.2 und auch vorne E. 4.2.1).
Ausnahmsweise tritt das Bundesgericht unter Verzicht auf das Erfordernis
des aktuellen praktischen Interesses auf eine Beschwerde ein, wenn sich
die aufgeworfenen Fragen unter gleichen oder ähnlichen Umständen je-
derzeit wieder stellen können, eine rechtzeitige Überprüfung im Einzelfall
kaum je möglich wäre und die Beantwortung wegen deren grundsätzlicher
Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt (BGE 142 I 135 E. 1.3.1 mit Hin-
weisen). Aber auch dann müssen die Voraussetzungen mit Ausnahme der
Aktualität des schutzwürdigen Interesses gegeben sein; hat gar nie ein
schutzwürdiges praktisches Interesse bestanden, so kann diese Aus-
nahme nicht greifen (BGE 141 II 14 E. 4.4 i.f. mit Hinweisen). Ein prakti-
sches Rechtsschutzinteresse im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG
A-1348/2019
Seite 21
kann nur in Bezug auf solche Anliegen anerkannt werden, die überhaupt
mit der Beschwerde erreicht werden können und die konkret als Rechtsbe-
gehren gestellt werden (BGE 141 II 14 E. 4.6 mit Hinweisen). Die vom Be-
schwerdeführer gestellten Rechtsbegehren würden mit Gutheissung der
Beschwerde grundsätzlich verwirklicht werden können; ein praktisches In-
teresse ist daher zu bejahen; es geht nicht lediglich um die Beurteilung rein
theoretischer Probleme, die vermieden werden soll (BGE 140 IV 74
E. 1.3.1). Die aufgeworfenen Fragen können sich unter gleichen oder ähn-
lichen Umständen jederzeit wieder stellen und ihre Beantwortung liegt auf-
grund ihrer grundsätzlichen Bedeutung im öffentlichen Interesse. Hingegen
mangelt es am Erfordernis der objektiven Unmöglichkeit einer rechtzeitigen
gerichtlichen Überprüfung im Einzelfall, wie nachfolgend aufgezeigt wird
(vgl. beispielsweise anders gelagerte Fälle in BGE 137 I 23 E. 1.3.2 und
BVGE 2013/33 E. 1.4). In der Lehre wird unter Hinweis auf die Rechtsweg-
garantie von Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) sowie die Verfahrensrechte
und -garantien der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verlangt, dass
eine Beschwerde immer zu behandeln ist, wenn die Rechtmässigkeit eines
angefochtenen Hoheitsaktes in keinem anderen Verfahren mit diesbezüg-
lich mindestens gleichwertigem Rechtsschutzstandard beurteilt werden
kann (MARION SPORI, Vereinbarkeit des Erfordernisses des aktuellen
schutzwürdigen Interesses mit der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV und
dem Recht auf eine wirksame Beschwerde nach Art. 13 EMRK in: Aktuelle
Juristische Praxis [AJP] 2/2008, S. 152), was vorliegend ebenso wenig der
Fall ist (vgl. nachfolgende E. 5.2).
5.2 Im Bereich der internationalen Amtshilfe ist, sofern das anwendbare
DBA keine genügenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen enthält
oder diese bloss ergänzend gelten, auf das innerstaatliche Recht zurück-
zugreifen (Urteil des BGer 2C_725/2018 vom 14. Oktober 2019 E. 3.4 und
Urteil des BVGer A-5715/2018 vom 3. September 2019 E. 4.6.2). Das
StAhiG enthält mit Art. 4 Abs. 3 eine solche spezialgesetzliche Bestim-
mung (vgl. dazu vorne E. 4.2.1), womit das DSG in diesem Bereich – wenn
überhaupt – lediglich subsidiär zur Anwendung kommt bzw. allenfalls als
Auslegungshilfe herangezogen werden kann (BGE 143 II 506 E. 5.2.2, Ur-
teil des BGer 2C_725/2018 vom 14. Oktober 2019 E. 3.4 sowie Urteil des
BVGer A-5715/2018 vom 3. September 2019 E. 4.7).
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Seite 22
Die Daten unbeteiligter Dritter, die nach dem Ersuchen in keiner Weise mit
dem diesem zugrundeliegenden steuerstrafrechtlichen Sachverhalt ver-
bunden und damit für die Beurteilung der steuerrechtlichen Situation der
betroffenen Person voraussichtlich nicht relevant sind, sind diesen gesetz-
lichen Anforderungen entsprechend zu anonymisieren (Art. 17 Abs. 2
StAhiG i.V.m. Art. 4 Abs. 3 StAhiG; vgl. statt vieler Urteil des BVGer
A-6242/2010 vom 11. Juli 2011 E. 10 bis 12, insbesondere E. 11.3). Sofern
Informationen über Drittpersonen aufgrund ihrer voraussichtlichen Erheb-
lichkeit für die Veranlagung der im ersuchenden Staat behaupteterweise
steuerpflichtigen Person übermittelt werden sollen, gelten diese Dritten
nach bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung als sog. materiell
Betroffene (statt vieler Urteil des BVGer A-1275/2018 vom 23. Mai 2019
E. 4.2.8 ff.). Sie erhalten eine Beschwerdemöglichkeit (Art. 19 Abs. 2
StAhiG; Botschaft vom 5. Juni 2015 zur Genehmigung des Übereinkom-
mens des Europarats und der Organisation für wirtschaftliche Zusammen-
arbeit und Entwicklung [OECD] über die gegenseitige Amtshilfe in Steuer-
sachen und zu seiner Umsetzung [Änderung des Steueramtshilfegeset-
zes], BBl 2015 5585, S. 5623; vgl. auch BGE 143 II 506 E. 5.2.2). Damit
ihnen auf Antrag in einem hängigen Amtshilfeverfahren Parteistellung ein-
geräumt werden kann, sind sie in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 StAhiG in
geeigneter Weise vorgängig zu informieren (BGE 143 II 506 E. 5.3 und
Urteil des BVGer A-5715/2018 vom 3. September 2019 E. 6 f. und nachfol-
gende E. 5.3; zum Ausnahmetatbestand der nachträglichen Information
vgl. Art. 21a StAhiG).
Geschieht derlei nicht, so wird deren rechtliches Gehör verletzt (BGE 145
II 119 E. 4.2). Von einer Nichtigkeit ist gleichwohl immerhin dann und so-
lange nicht auszugehen, wenn die Verletzung des rechtlichen Gehörs spä-
testens im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht geheilt werden
kann (Urteil des BVGer A-1275/2018 vom 23. Mai 2019 E. 4.2.10 und zum
Ganzen Urteil des BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 4.3.7.5 mit
Hinweis). Dass sich andernfalls – wenn die Daten von Drittpersonen zu
Unrecht nicht geschwärzt und diese Personen nicht vorgängig informiert
und somit zu Unrecht gänzlich nicht ins Amtshilfeverfahren einbezogen
wurden – mit der Nichtigkeit der entsprechenden Verfügung die Gefahr fak-
tisch nicht vollständig bannen lässt, dass Daten zwischenzeitlich bereits
übermittelt wurden, rechtfertigt keine Parteistellung «auf Vorrat»: Es fehlt
im StAhiG an einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage zur Vormer-
kung sich vorsorglich konstituierender Drittpersonen für den Fall, dass sie
künftig indirekt von einem Amtshilfeverfahren betroffen sein könnten.
Ebenso wenig existiert im Verwaltungsverfahrensrecht im Allgemeinen ein
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Seite 23
derartiges gesetzliches Institut. So kann sich beispielsweise ein Nachbar
in einem plangenehmigungs- oder baurechtlichen Verfahren ebenso wenig
mit Bezug auf allfällige künftige, seine Interessen möglicherweise tangie-
rende Projekte vorsorglich für künftige Einspracheverfahren als Partei kon-
stituieren. Ebenso wenig lässt sich in Analogie zum zivilrechtlichen Institut
der Schutzschrift nach Art. 270 der Zivilprozessordnung vom 19. Dezember
2008 (ZPO, SR 272) ein Anspruch auf Einräumung einer Parteistellung in
künftigen Amtshilfeverfahren ableiten: Seinen Standpunkt vorsorglich in ei-
ner Schutzschrift darlegen kann demnach, wer Grund zur Annahme hat,
dass gegen ihn ohne vorgängige Anhörung eine Massnahme beantragt
wird (Abs. 1). Ein solcher Grund besteht in Amtshilfeverfahren wie darge-
legt eben nicht, da materiell Betroffene vorgängig zu informieren und zu-
mindest auf Antrag ins Verfahren einzubeziehen sind. Geschieht dies nicht
und wird die Gehörsverletzung auch vor Bundesverwaltungsgericht nicht
geheilt, ist die entsprechende Verfügung aufgrund eines erheblichen Ver-
fahrensmangel als nichtig zu betrachten (statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHL-
MANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 965 ff.) und bei be-
reits erfolgter Datenübermittlung sollten die Beschwerdeführerin immerhin
durch das Spezialitätsprinzip ausreichend geschützt sein (vgl. dazu vorne
E. 4.5.1); andernfalls wären die Voraussetzungen der Staatshaftung zu
prüfen. Eine Schutzschrift ist im Übrigen sechs Monate nach ihrer Einrei-
chung nicht mehr zu beachten (Art. 270 Abs. 3 ZPO). Diese Befristung
zeigt auf, dass mit diesem Institut Fällen von gewisser Dringlichkeit bzw.
einer konkret drohenden Gefahr begegnet werden soll (vgl. auch JOHANN
ZÜRCHER in: Kommentar zur ZPO, Art. 197- 408, 2. Aufl. 2016, Art. 270 Rz.
6), wie sie der Beschwerdeführer nicht geltend zu machen vermag.
Die Vorinstanz hat dem entsprechenden Antrag folglich zu Recht nicht
stattgegeben bzw. hätte darauf nicht eintreten müssen. In diesem Umfang
ist die Beschwerde demnach abzuweisen.
5.3 Es ist allerdings mit dem Beschwerdeführer einig zu gehen, dass es
mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht vereinbar ist, dass die Wahrneh-
mung von Parteirechten von Zufällen abhängt. In diesem Sinn sind Dritt-
personen gestützt auf Art. 14 Abs. 2 StAhiG von der Vorinstanz proaktiv in
zumutbarer und geeigneter Weise frühzeitig über laufende Amtshilfever-
fahren, in denen es um die Übermittlung von Dokumenten geht, in welchen
ihre Daten ungeschwärzt auftauchen, zu informieren. Damit wird faktisch
die Grundlage geschaffen, dass betroffene Drittpersonen das ihnen nach
Art. 19 Abs. 2 StAhiG zustehende Beschwerderecht wahrnehmen können.
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Gleichzeitig wird mit dem frühzeitigen Einbezug allfälliger Beschwerdebe-
rechtigter einer von der Vorinstanz geltend gemachten inakzeptablen Ver-
fahrensverzögerung entgegengewirkt, wobei eine solche bzw. ein Verstoss
gegen internationales Recht oder die Verletzung der völkerrechtliche Ver-
pflichtung der Schweiz zu einem wirksamen Informationsaustausch auf-
grund der Einräumung von gesetzlich vorgesehenen Verfahrensrechten
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohnehin nicht ersichtlich ist
(BGE 143 II 506 E. 5.3).
In diesem Zusammenhang erklärt die Vorinstanz, im Bereich in der inter-
nationalen Amtshilfe in Steuersachen die Dossiers mit Bezug auf die for-
mell betroffenen Personen zu führen, weshalb sich die Suche nach Dritt-
personendaten, die sich in solchen Dossiers befinden könnten, vergleichs-
weise schwieriger gestalte, zumal oft keine identifizierenden Merkmale vor-
lägen. Konkret könne sie sich nur auf die Volltextsuche stützen, welche
wiederum nur Ergebnisse liefere, wenn die automatisierte Texterkennung
greife; die entsprechenden Auskunftserteilungen könnten also unvollstän-
dig sein. Art. 8 DSG vermittle zwar grundsätzlich das Recht auf Auskunft
über eigene Personendaten, der Inhaber der Datensammlung könne die
Auskunft jedoch einschränken, soweit ein Gesetz im formellen Sinn dies
vorsehe oder es wegen überwiegender Interessen Dritter erforderlich sei
(Art. 9 Abs. 1 DSG). Ferner dürfe sich die Auskunft auf Daten beschränken,
die mit vernünftigem Aufwand auffindbar seien. Gemäss Art. 18a Abs. 1
DSG seien Bundesorgane zwar verpflichtet, die von der Datenbearbeitung
betroffene Person über die Beschaffung ihrer Personendaten zu informie-
ren; diese Informationspflicht gelte auch dann, wenn die Daten bei Dritten
beschafft werden. Die Informationspflicht entfalle jedoch mit Bezug auf Da-
ten, die nicht bei der betroffenen Person beschafft worden seien, wenn die
Bekanntgabe der Daten – wie vorliegend (Art. 20 Abs. 1 StAhiG, Art. 4 Abs.
3 StAhiG, Art. 26 Ziff. 1 aDBA CH-USA) – ausdrücklich im Gesetz vorge-
sehen sei oder die Information nicht oder nur mit unverhältnismässigem
Aufwand möglich sei (Art. 18a Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 DSG).
Wie soeben erwähnt, sieht Art. 14 Abs. 2 StAhiG eine behördliche Informa-
tionspflicht als Voraussetzung zur Einräumung der Beschwerdeberechti-
gung nach Art. 19 Abs. 2 StAhiG vor, welche als spezialgesetzliche Grund-
lage den von der Vorinstanz erwähnten datenschutzrechtlichen Bestim-
mungen vorgeht (vgl. dazu vorangehende E. 1.3.3.3). Der Weg der amtli-
chen Publikation zur Information von betroffenen Dritten, wie er in Art. 14
Abs. 5 StAhiG neben dem Weg über die ersuchende Behörde explizit vor-
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gesehen ist, wenn eine beschwerdeberechtigte Person nicht erreicht wer-
den kann, mag als wenig geeignet erscheinen, da bei der Kommunikation
mit allfällig beschwerdeberechtigten Personen zu vermeiden ist, dass die
ausländische Steuerbehörde Kenntnis von erst noch zu übermittelnden In-
formationen erhalten könnte, um das im StAhiG vorgeschriebene Verfah-
ren nicht zu umgehen (vgl. auch Urteil des BGer 2C_54/2014 vom 2. Juni
2014 E. 3.2 mit Hinweisen in Bezug auf Gruppenersuchen). Fraglich ist in
diesem Zusammenhang weiter, ob eine Mitteilung ohne Namensnennung
nach Art. 30a VwVG rechtsgültig erfolgen könnte, weil in Ermangelung wei-
terer identifizierender Merkmale oder Verhaltensmuster/Kriterien die Er-
kennbarkeit nicht gewährleistet ist. Im Übrigen weist die Vorinstanz aus
diesem Grund darauf hin, dass selbst die namentliche Nennung einer Dritt-
person ohne weitere Personendaten keine individuelle Notifikation im Bun-
desblatt erlaube.
Jedoch lassen sich die meisten möglichen Drittbetroffenen wie Bankmitar-
beitende, Zeichnungsberechtigte, Bevollmächtigte, Zustelladressaten, ver-
mögensverwaltende Organe etc. aufgrund der bei der Bank oder einem
anderen Informationsinhaber nach Art. 3 Bst. a StAhiG geführten Dossiers
identifizieren und anhand dieser vorhandenen Daten auch mit zumutbarem
Aufwand erreichen. So ist es der Vorinstanz ohne weiteres möglich, deren
Daten über die jeweilige Informationsinhaberin erhältlich zu machen oder
dieser die Weiterleitung der Information allfällig betroffener Drittpersonen
zum laufenden Verfahren im Rahmen der Informationsbeschaffung nach
Art. 10 StAhiG zu überbinden (zur Auferlegung ausserordentlicher Kosten
in diesem Rahmen vgl. Art. 18 Abs. 2 StAhiG und zur Folge bei Weigerung
gegen entsprechende behördliche Anordnungen Art. 22j StAhiG). Das-
selbe gilt für die sich im Besitz kantonaler Steuerverwaltungen oder ande-
rer schweizerischer Behörden befindlichen Daten (Art. 11 f. StAhiG). Für
im Ausland ansässige beschwerdeberechtigte Personen sieht Art. 14 Abs.
3 StAhiG in diesem Sinn explizit vor, dass die Vorinstanz die Informations-
inhaberin oder den Informationsinhaber ersucht, nicht nur die vom Amtshil-
feersuchen betroffene Person nach Art. 14 Abs. 1 StAhiG, sondern auch
Drittbetroffene nach Art. 14 Abs. 2 StAhiG aufzufordern, in der Schweiz
eine zur Zustellung bevollmächtigte Person zu bezeichnen. Es ist kein
Grund ersichtlich, in der Schweiz wohnhafte Drittbetroffene unterschiedlich
zu behandeln; vielmehr sind auch sie zur Wahrnehmung ihrer Rechte von
der Vorinstanz direkt oder via Informationsinhaber/in über ein laufendes
Amtshilfeverfahren, in dem auch die Übermittlung ihrer Daten vorgesehen
ist, in Kenntnis zu setzen (vgl. auch Art. 14a StAhiG zur Information bei
Gruppenersuchen, insbesondere Abs. 1-3).
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6.
6.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei
auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden sie ermässigt (Art. 63
Abs. 1 VwVG). Insgesamt sind die Verfahrenskosten auf Fr. 5’000.– fest-
zusetzen (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und dem maximal zu einem
Viertel obsiegenden Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 3’750.– aufzu-
erlegen. Letzterer Betrag ist dem geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 5'000.– zu entnehmen. Der Restbetrag von Fr. 1'250.– ist dem Be-
schwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu-
rückzuerstatten.
Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2
VwVG).
6.2 Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist für die ihm erwach-
senen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten eine reduzierte
Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7
Abs. 2 VGKE). Der Beschwerdeführer hat keine Kostennote eingereicht. In
Anwendung von Art. 14 Abs. 2 VGKE und unter Berücksichtigung der ge-
samten Umstände wird ihm eine reduzierte Parteientschädigung von
Fr. 1’875.– zugesprochen.
7.
Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-
sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h BGG innerhalb von 10 Tagen nur dann
mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-
gericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätz-
licher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen
besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt
(Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet
das Bundesgericht.
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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