Decision ID: b2a97f11-ea6f-5122-beaf-d0fb48cea954
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. T._ (geb. 2005) ist die gemeinsame Tochter von X.Z._ und Y.Z._. Bei ihr wurde
eine Rechenstörung und ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) diagnostiziert. Im
Schuljahr 2017/18 ging sie in die sechste Regelklasse in A._, wobei sie in den Fächern
Deutsch und Mathematik individuelle Lernziele hatte. Zudem besuchte T._ während
einer Einzellektion pro Woche eine Dyskalkulietherapie. Mit Bericht vom 29. Januar
2018 empfahl der Schulpsychologische Dienst des Kantons St. Gallen (SPD) ab dem
zweiten Semester des Schuljahres 2017/18 für zunächst zwei Jahre eine
Sonderschulung von T._ in einer Schule für Kinder mit schwerwiegenden Lern- und
Verhaltensschwierigkeiten, wobei eine interne Beschulung im Sonderschulheim B._
vorgeschlagen wurde (vgl. act. 12/9a/1). Da sich die Eltern damit einverstanden erklärt
hatten, verfügte die Schulgemeinde A._, vertreten durch den Schulrat, am 16. Februar
2018 die entsprechende Sonderbeschulung rückwirkend ab 4. Februar 2018
(act. 12/9a/2).
B. Am 14. November 2018 fand eine Besprechung zwischen Y.Z._ und der
Psychotherapeutin von T._ sowie der Schulleitung, der Lehrpersonen und der
Bezugspersonen der Wohngruppe des Sonderschulheims B._ statt, nachdem es im
Schulheim zwischen den Jugendlichen zu Konflikten gekommen war. Mit Bericht vom
28. November 2018 empfahl der SPD deshalb, dass T._ sobald als möglich in eine
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Kleinklasse (1. Oberstufe) wechseln sollte, da eine weitere interne Beschulung im
Sonderschulheim B._ für die Eltern, T._ und die Psychotherapeutin aufgrund der
psychischen Situation des Mädchens nicht mehr als zumutbar erachtet wurde, zum
damaligen Zeitpunkt jedoch keine Tagessonderschule zur Verfügung stand (act. 12/9a/
3). Bereits mit Schreiben vom 22. November 2018 hatten X.Z._ und Y.Z._ beim
Schulrat A._ die Kostenübernahme für eine Privatbeschulung von T._ an der "P._" in
C._ beantragt; gleichzeitig stellten sie sich gegen eine Beschulung in einer Kleinklasse
(act. 12/9a/4). Mit Verfügung vom 14. Dezember 2018 wies der Schulrat den Antrag für
eine Privatbeschulung mit kompletter Kostenübernahme ab, beschloss jedoch eine
Kostenbeteiligung für das Schuljahr 2018/19 von CHF 10'675. Weiter stimmte der
Schulrat dem Schulwechsel in eine Kleinklasse der Volksschule C._ mit Einbezug der
Schulsozialarbeit gemäss Antrag des SPD zu. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass mit
einem Schulwechsel in eine Privatschule oder in die Kleinklasse die verfügte
Sonderbeschulung im Sonderschulheim B._ per Ende Semester (31. Januar 2019)
aufgehoben werde (act. 12/9a/10). T._ besucht seit 13. Dezember 2018 die
Privatschule "P._" in C._ (act. 12/9a/18).
C. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2018 und 7. Januar 2019 rekurrierten X.Z._ und
Y.Z._ sowohl gegen die Zuweisung von T._ in eine Kleinklasse als auch gegen die
Ablehnung der vollständigen Kostenübernahme einer Privatbeschulung (act. 12/1, 3).
Nach entsprechender Empfehlung der Arbeitsgruppe für Rekursentscheide (vgl.
act. 12/21) hiess der Erziehungsrat mit Entscheid vom 19. Juni 2019 den Rekurs
betreffend Schulwechsel in eine Kleinklasse der Volksschule C._ gut und hielt in den
Erwägungen insbesondere fest, der Sonderschulbedarf von T._ erscheine als
ausgewiesen. Bezüglich der Übernahme der vollen Kosten für die Privatbeschulung
überwies der Erziehungsrat den Rekurs an das Bildungsdepartement (act. 12/25),
welches den Rekurs (Übernahme des Schulgeldes einer Privatschule) mit Entscheid
vom 1. Juli 2019 abwies, soweit es darauf eintrat (act. 8).
D. Mit Eingabe vom 5. Juli 2019 (Datum des Poststempels) erhoben X.Z._ und Y.Z._
(Beschwerdeführer) gegen den Rekursentscheid des Bildungsdepartements
(Vorinstanz) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, die
Schulgemeinde A._ (Beschwerdegegnerin) habe die Kosten für die Beschulung von
T._ an der Privatschule "P._" vollständig zu übernehmen (act. 1, 5). Am 12. und
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23. Juli 2019 gingen weitere Schreiben der Beschwerdeführer ein (act. 5, 7). Die
Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin beantragten in ihren Vernehmlassungen vom
4. bzw. 19. September 2019, die Beschwerde sei abzuweisen, wobei sie auf weitere
Ausführungen verzichteten und zur Begründung auf den angefochtenen Entscheid
verwiesen (act. 11, 14). Die Beschwerdeführer wandten sich am 27. September 2019
mit einer weiteren Eingabe an das Verwaltungsgericht (act. 16).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als gesetzliche
Vertreter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB)
sind die Eltern von T._ zur Ergreifung des Rechtsmittels sowohl in eigenem als auch in
ihrem Namen legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP; BGer
2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.2
und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1, www.gerichte.sg.ch). Den Ausführungen
der im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer lässt sich
nur schwer entnehmen, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid rechtsfehlerhaft sein
soll. Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet einzig der Entscheid der
Vorinstanz vom 1. Juli 2019, dem materiell die Verfügung der Beschwerdegegnerin,
wonach die Übernahme der vollständigen Kosten für eine Privatbeschulung von T._
abgelehnt wird, zugrunde liegt. Der Begründung lässt sich immerhin entnehmen, dass
die Beschwerdeführer T._ lediglich deshalb auf eine Privatschule geschickt hätten,
weil es keine andere Lösung gegeben habe. Damit vertreten sie sinngemäss die
Auffassung, die Beschwerdegegnerin habe aus diesen Gründen die Kosten für die
Privatbeschulung vollumfänglich zu übernehmen. Die Beschwerde vom 5. Juli 2019
(Datum der Postaufgabe) erfolgte rechtzeitig und erfüllt daher formell und inhaltlich
gerade noch die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1
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VRP) an eine Laienbeschwerde. Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich
einzutreten.
Nicht Gegenstand des Verfahrens ist dagegen, ob T._ in einer Kleinklasse oder
Sonderschule zu beschulen ist oder gewesen wäre. Darüber hat im Übrigen der
Erziehungsrat mit Entscheid vom 19. Juni 2019 – soweit ersichtlich rechtskräftig –
entschieden (vgl. act. 9.1). Soweit sich die Ausführungen in der Beschwerde auf die
Schulzuteilung beziehen, ist daher darauf nicht einzutreten.
2. Die Beschwerdeführer beantragen sinngemäss, die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, die Kosten für die Beschulung von T._ an der Privatschule "P._" für das
Schuljahr 2018/19 vollumfänglich zu übernehmen.
2.1.
2.1.1. Die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zum in Art. 19 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 2
lit. m der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährleisteten Anspruch
auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht sind korrekt, weshalb –
anstelle von Wiederholungen – darauf verwiesen werden kann (vgl. E. 3 und 4 des
angefochtenen Entscheids). Die Vorinstanz verweist in E. 5e des angefochtenen
Entscheids weiter zu Recht auf die Pflicht der Eltern, in schulischen Angelegenheiten
im Interesse ihres Kindes mit den zuständigen Behörden zu kooperieren. Diese
Kooperationspflicht ergibt sich nicht nur aus dem Zivilrecht (Art. 302 Abs. 3 ZGB),
sondern auch aus dem Gebot von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), dem im
schulischen Kontext im Interesse des Kindswohls besondere Bedeutung zukommt. Die
Kooperationspflicht besteht auch – und gerade – dort, wo ein Kind schulische
Schwierigkeiten hat, sei dies aufgrund von leistungsmässiger Über- oder
Unterforderung, sei dies aufgrund von Konflikten mit anderen Schülern oder der
Lehrperson. Schulbehörden und Eltern haben in einer solchen Situation in
gegenseitiger Absprache eine auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnittene Lösung
des Problems zu finden, wobei von Seiten der öffentlichen Schule keine optimale,
sondern "nur" eine ausreichende Beschulung sicherzustellen ist (vgl. BGer
2C_561/2018 vom 20. Februar 2019 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
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2.1.2. Aus diesen Grundsätzen ergibt sich, dass eine Gemeinde verfassungsrechtlich
nicht zur rückwirkenden Übernahme des Schulgelds für den Besuch einer auswärtigen
Schule verpflichtet werden kann, wenn Eltern ohne hinreichenden Grund vorpreschen
und ihr Kind aufgrund von Problemen in der Schule eigenmächtig eine Privatschule
besuchen lassen. Wohl steht es im Belieben der Eltern, diese Entscheidung im
Einverständnis mit den Trägern der neuen Schule zu treffen; die aus Art. 19 BV
fliessende Pflicht der Wohngemeinde zur Kostenübernahme fällt in einer solchen
Konstellation jedoch zumindest mit Blick auf die bis zum Gesuch um Kostentragung
angefallenen Schulgelder dahin, weil den zuständigen Schulbehörden der
Wohnortgemeinde die Gelegenheit genommen wird, in Kooperation mit den Eltern eine
für alle Beteiligten – und insbesondere für das Kind – tragbare Lösung zu finden. Nur
wo eine solche Lösung offensichtlich nicht möglich ist und den Eltern ein weiteres
Zuwarten aufgrund der akuten Gefährdung des Wohls ihres Kindes und einer länger
anhaltenden Untätigkeit der Schulbehörden nicht weiter zugemutet werden kann, wäre
die Befugnis zu einem eigenmächtigen Schulwechsel ausnahmsweise zu bejahen und
würde die Kostentragungspflicht auch rückwirkend greifen. Eine solche
Notstandssituation darf jedoch nur mit grösster Zurückhaltung und bei Vorliegen einer
schweren Pflichtverletzung der Schule angenommen werden (BGer 2C_561/2018 vom
20. Februar 2019 E. 3.4).
2.1.3. Dem Verwaltungsgericht ist die Ermessenskontrolle im Beschwerdeverfahren
verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP e contrario). Es hat sich daher darauf zu
beschränken, über die Einhaltung des Ermessensspielraums zu wachen, und schreitet
nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen über- bzw. unterschritten
oder missbraucht hat. Eine Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde
Ermessen walten lässt, wo für dieses nach Gesetz kein Raum ist.
Ermessensunterschreitung liegt vor, wo das Gesetz Ermessen einräumt und die
Behörde dieses nicht wahrnimmt. Missbräuchlich wird das Ermessen ausgeübt, wenn
sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz eingeräumten Ermessens
hält, dabei jedoch die bei der Ermessensausübung zu beachtenden
verfassungsmässigen Grundsätze, insbesondere der Rechtsgleichheit, der
Verhältnismässigkeit oder des Verbots der Willkür, verletzt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 740 ff.).
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2.2. Aufgrund der Akten ist belegt, dass die mittlerweile 14-jährige Tochter von ihren
Eltern ab dem 13. Dezember 2018 (vgl. act. 12/9a/18) in der vom Kanton bewilligten
(vgl. Art. 1 Abs. 2 und Art. 115 ff. VSG), jedoch nicht als Sonderschule anerkannten
Privatschule "P._" angemeldet wurde und seither dort beschult wird (vgl. www.sg.ch/
bildung-sport/volksschule/inhalte-fuer-eltern/sonderschulen--talentschulen-und-
privatschulen.html). Die Beschwerdeführer bestreiten insbesondere nicht, dass der
Schulwechsel auf ihrer Initiative beruhte und ohne Einbindung der kommunalen
Schulpflege als Aufsichtsbehörde über die Volksschule stattfand. Der Wechsel in die
Privatschule "P._" ist insofern als eigenmächtig zu bezeichnen. Die
Beschwerdegegnerin musste aufgrund dieser Umstände bzw. spätestens seit der von
den Beschwerdeführern vorgenommenen Anmeldung bei der Privatschule "P._" daher
weder den im SPD-Bericht vom 28. November 2018 aufgeführte Antrag auf Wechsel in
eine Kleinklasse noch eine allfällige Weiterbeschulung in einer Tagessonderschule
prüfen. Mit der eigenmächtig vorgenommenen Anmeldung verzichteten die
Beschwerdeführer auf das gesamte Angebot der öffentlichen Volksschule und
entzogen der Beschwerdegegnerin die Möglichkeit, die Anordnung allfälliger
sonderpädagogischer Massnahmen im Sinn von Art. 36 lit. a VSG zu prüfen.
2.3. Zu prüfen ist nachfolgend, ob bei T._ im Zeitpunkt des Schulwechsels aufgrund
des Konflikts zwischen ihr und anderen Jugendlichen von einer akuten Gefährdung des
Kindswohls bei gleichzeitig grob pflichtwidriger Untätigkeit der Schulbehörden
auszugehen war und ein Handeln der Beschwerdeführer in Form eines eigenmächtig
beschlossenen Schulwechsels insofern angezeigt erschien.
2.3.1. Unbestritten ist, dass T._ gemäss Bericht des SPD vom 29. Januar 2018 auf
einen geschützten schulischen Rahmen mit kleiner Klassengrösse und intensiver
individueller Anleitung angewiesen ist. Es wurde daher im Einverständnis aller
Beteiligten eine Sonderschulung in einer Schule für Kinder mit schwerwiegenden Lern-
und Verhaltensschwierigkeiten beantragt. Da T._ aufgrund der ADS-Symptomatik
nicht in der Lage war, den Schulweg selbständig zu bewältigen, wurde eine interne
Beschulung empfohlen. Am 4. Februar 2018 konnte sie in das Sonderschulheim B._
eintreten (vgl. act. 12/9a/1). Im Standortgespräch vom 4. September 2018 zeichnete
sich zunächst eine erfreuliche Entwicklung ab (vgl. act. 12/9a/20). Kurz vor den
Herbstferien kam es zwischen T._ und anderen Jugendlichen des Schulheims jedoch
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zu Konfliktsituationen, mit deren Lösung das Mädchen überfordert war. In der Folge
attestierte die Psychotherapeutin, T._ sei ab dem 29. Oktober bis zum 21. Dezember
2018 zum Schulbesuch nicht in der Lage (act. 12/9a/23, 24). Am 14. November 2018
fand aufgrund der aktuellen Situation ein runder Tisch statt, an welcher die
Schulleitung, die Lehrperson, die Bezugsperson der Wohngruppe, die Mutter und die
Psychotherapeutin von T._ teilnahmen. Dabei sprach sich die Mutter gegen eine
andere interne Sonderbeschulung aus. Die Psychotherapeutin schlug vor, die
Möglichkeit einer Kleinklassenbeschulung zu prüfen, wogegen die Mutter zunächst
nichts einzuwenden hatte (vgl. act. 12/9a/3 S. 2 f.). Entgegen der Besprechung vom
14. November 2018 teilten die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 22. November
2018 der Beschwerdegegnerin mit, mit der Beschulung in einer Kleinklasse nicht
einverstanden zu sein, und stellten den Antrag auf Privatbeschulung in der "P._" mit
dem Hinweis, dass es ihnen nicht möglich sei, den entsprechenden Betrag hierfür
selber zu bezahlen (act. 12/9a/4). Im Bericht vom 28. November 2018 hielt der SPD
sodann fest, dass nach wie vor insbesondere im sozialen Bereich ein erhöhter
Förderbedarf bestehe und daher eine Fortsetzung der Sonderbeschulung
wünschenswert wäre. Da eine weitere interne Beschulung für die Eltern, T._ und die
Psychotherapeutin nicht mehr in Frage kam, empfahl die Schulpsychologin vor dem
Hintergrund, dass zum damaligen Zeitpunkt keine Tagessonderschule zur Verfügung
stand, den Wechsel in eine Kleinklasse (vgl. act. 12/9a/3). Mit Schreiben vom
7. Dezember 2018 wies die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführer darauf hin,
dass der Schulrat an seiner nächsten Sitzung vom 13. Dezember 2018 in dieser
Angelegenheit beraten werde (act. 12/9a/5). In der Folge fand am 11. Dezember 2018
eine Besprechung betreffend Kostenübernahme der Privatbeschulung statt. Dabei
wurden die Eltern darauf hingewiesen, dass für die Finanzierung einer Privatschule
grundsätzlich die Eltern verantwortlich seien, wobei sich die Beschwerdegegnerin mit
einem Schulgeldanteil nur bei Oberstufenklassen beteilige, weil die Gemeinde keine
eigene Oberstufenschule führe. Eine komplette Kostenübernahme für Privatschulen
werde grundsätzlich abgelehnt; jedoch werde jeder Antrag im Schulrat separat geprüft
(act. 12/9a/6). Mit E-Mail vom 13. Dezember 2018 teilten die Beschwerdeführer mit,
T._ sei den ganzen Tag in der "P._" gewesen und es habe ihr sehr gut gefallen,
weshalb sie sehr dankbar wären, wenn ihr Gesuch um Kostenübernahme gutgeheissen
würde (act. 12/9a/7). Mit Verfügung vom 14. Dezember 2018 lehnte die
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Beschwerdegegnerin den Antrag für eine Privatbeschulung mit kompletter
Kostenübernahme ab, sprach jedoch ein Schulgeldbeitrag von CHF 10'675 für das
Schuljahr 2018/19 zu. Weiter stimmte sie dem vom SPD beantragten Schulwechsel in
eine Kleinklasse der Volksschule C._ mit Einbezug der Schulsozialarbeit zu
(act. 12/9a/10). Am 14. Dezember 2018 teilten die Beschwerdeführer zunächst per E-
Mail mit, mit dem Entscheid nicht einverstanden zu sein; sie würden innerhalb einer
Woche eine akzeptable Lösung erwarten, wonach T._ am 6. Januar 2019 wieder zur
Schule gehen könne (act. 12/9a/11). Mit Schreiben vom 17. Dezember 2018 stellte die
Beschwerdegegnerin für T._ einen Zuweisungsantrag in die Kleinklasse der
öffentlichen Volksschule in C._ (act. 12/9a/12). Am 9. Januar 2019 bestätigte die
"P._", dass T._ seit dem 13. Dezember 2018 das 7. Schuljahr bei der "P._" besuche
(act. 12/9a/18).
2.3.2. Es mag zwar zutreffen, dass die von den Beschwerdeführern gewählte
Privatschule den Bedürfnissen von T._ noch besser Rechnung trägt als die
Beschulung in einer Sonderschule; das Gemeinwesen ist jedoch gestützt auf Art. 19 in
Verbindung mit Art. 62 BV selbst bei behinderten Kindern nicht verpflichtet, die
bestmögliche individuelle Lösung, unabhängig von finanziellen Überlegungen, zu
finanzieren. Folglich reicht der Umstand, dass an einer privaten Schule ein besserer
Unterricht zur Verfügung stehen könnte, nicht aus, um eine Finanzierungspflicht des
Gemeinwesens auszulösen. In Anbetracht der Kooperationspflichten zwischen Eltern
und Schule erscheint es überdies als widersprüchlich, die anlässlich des runden
Tisches getroffene Lösung einer Kleinklassenbeschulung nur eine Woche später über
Bord zu werfen, den Übertritt an die Privatschule an die Hand zu nehmen und die
bisherige Schule vor vollendete Tatsachen zu stellen. In Übereinstimmung mit den
Ausführungen des Erziehungsrats, welcher über die Schulzuteilung zu befinden hatte,
erfolgte der Antrag auf Kleinklassenbeschulung zudem nicht, weil jene dem
Förderbedarf von T._ entsprochen hätte bzw. T._ nicht mehr auf eine Beschulung in
einer Sonderschule angewiesen gewesen wäre, sondern weil die Beschwerdeführer
(und die Psychotherapeutin) das Sonderschulheim B._ als nicht mehr zumutbar
erachteten (vgl. act. 12/25 E. 4b, S. 11). Die Schulpsychologin äusserte sich im
Gespräch gegenüber der Arbeitsgruppe für Rekursentscheide denn auch dahingehend,
dass sie die Tagesstruktur der Sonderschule S._ als mögliche Option gesehen hätte.
Zu entsprechenden Abklärungen sei es jedoch nicht mehr gekommen, da die Eltern
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den Abbruch in der B._ bereits vollzogen hätten und T._ bereits in die Privatschule
"P._" gewechselt habe (vgl. act. 12/21). Die Vorinstanz weist zudem zu Recht darauf
hin, dass Kanton und Gemeinden für die Erfüllung ihres verfassungsmässigen
Schulauftrags nicht auf Privatschulen angewiesen sind (J. Raschle, Schulrecht der
Volksschule im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2008, S. 177). Insofern kann vorliegend nicht
die Rede davon sein, dass die Eltern aufgrund einer anhaltenden pflichtwidrigen
Untätigkeit der zuständigen Behörden keine andere Wahl mehr gehabt hätten, als einen
eigenmächtigen Schulwechsel vorzunehmen. Immerhin ist die Beschwerdegegnerin in
ihrer Verfügung vom 14. Dezember 2018 der Empfehlung und dem Antrag des SPD
gefolgt, und sie hat dem Schulwechsel in eine Kleinklasse der Volksschule C._
zugestimmt. Den Beschwerdeführern hätten also andere Möglichkeiten und
verschiedene gesetzliche Mittel zur Verfügung gestanden, um Abhilfe zu schaffen. Ein
Schulwechsel war ihnen damit zwar unbenommen; nur vermittelt Art. 19 BV in einem
solchen Fall keinen, insbesondere keinen rückwirkenden Anspruch auf Übernahme der
mit dem Besuch der auswärtigen Privatschule verbundenen Kosten.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass für die Beschwerdegegnerin keine
Verpflichtung bestand, die Kosten für die Privatbeschulung von T._ an der "P._"
vollständig zu übernehmen. Die Vorinstanz hat daher den Rekurs gegen die Verfügung
der Beschwerdegegnerin zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde gegen den
angefochtenen Entscheid vom 1. Juli 2019 ist demnach abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem von den Beschwerdeführern
in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind den Beschwerdeführern, welche im Übrigen keinen
entsprechenden Antrag gestellt haben, bei diesem Verfahrensausgang nicht zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP). Der Vorinstanz und der
Beschwerdegegnerin steht ebenfalls kein Kostenersatz zu. Soweit das Rechtsbegehren
der Vorinstanz – "unter Kostenfolge" – einen Antrag auf ausseramtliche Entschädigung
bis
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mitenthalten sollte, kann ihr weder eine Partei- noch eine Umtriebsentschädigung
zugesprochen werden (vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 mit Hinweis auf
R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff., www.gerichte.sg.ch).