Decision ID: a9161bce-4acd-4dd6-b21d-c3a574b99733
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968
,
absolvierte
in
seinem Heimatland
Italien eine Ausbildung als Maler.
Von Juli 2001
bis
zu seiner Krankschreibung im April
2004
war er
als
Kundenm
aler
für die
Y._
AG
tätig (Urk. 6/11)
.
A
m 5. Oktober 2005
meldete sich der Versicherte
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis
auf eine
seit April 2004 bestehende
schwere
Depression
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
6/6
).
Nachdem
d
er
Versicherte
im Juni 2006 eine neue
Vollzeitstelle
als Maler angetreten hatte
(Urk. 6/19)
,
lehnte die IV-Stelle
sein
Leistungsbegehren mit Ver
fügung vom
1
0. Januar
2007 unter Verneinung eines inval
idisierenden Gesund
hei
tss
chadens
ab (Urk.
6/21/3 und 6/24
).
1.2
Am
6. Juli 2016
meldete sich
X._
, welcher inzwischen seit September 2008 als s
elbständiger Astrologe tätig war
,
erneut bei der Invalidenversicherung an und
verwies auf gesundheitliche Folgen durch einen erlittenen
Auffahru
nfall (Konzentrationsstörungen, Sc
hmerzen an der Halswirbelsäule [HWS]
,
einschla
fende Hände,
Schwindelanfälle, Depressionen,
Müdigkeit
und Kopfschmerzen, Urk. 6/26).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und
medizinische Abklä
rungen und
zog
unter anderem
die Akten
der
Krankentaggeldversicherung
innova
Versiche
rung AG bei (Urk. 6/46
, 6/58 und 6/77
)
.
Mit Mitteilung vom 18. November 2016
informierte die IV-Stelle den Versicherten
, dass seinem Wunsch entsprechend keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen durchgeführt würden (Urk. 6/57).
In der Folge
veranlasste
die IV-Stelle
ein polydisziplinäres
MEDAS
Gutachten
bei der
Z._
(Urk. 6/79)
. Das Gutachten in den Disziplinen Allge
meine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Psychiatrie
und Psychotherapie sowie Neurologi
e wurde
am
2
8
. März 2018
erstattet (Urk.
6/103
). Am 2
5
. M
ai
201
8
beantworteten die
Gut
achter
Ergänzungsfragen der IV-Stelle (Urk.
6/104
und
6/107
).
Sodann veran
lasste
die IV-Stelle ein
e Abklärung an Ort und Stelle für
Selbständigerwerbende
(
Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 30. Oktober 2018;
Urk. 6/120).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/123
und
6/127
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
4. Juli
2019 einen Anspruch
des Versicherten
auf eine Invalidenrente (Urk.
6/131
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 5. September 2019 Beschwerde und
beantragte
die Ausrichtu
ng von mindestens einer
Dreiviertelsrente
sowie eventualiter die Ein
holung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens (Urk. 1 S. 2).
In der Beschwer
deantwort vom
1
. Oktober 2019 schloss die IV-Stelle
unter Verweis auf die Akten auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 3.
Oktober
2019 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 7)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016
E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7.
März 2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E
. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In de
r angefochtenen Verfügung vom 4.
Juli
2019
stellte sich
die Beschwer
de
gegnerin
auf den Standpunkt
, dass
dem Beschwerdeführer
gestützt auf das ein
geholte Gutachten
aus neurologischer und orthopädischer Sicht sämtliche Tätig
keiten
in einem Pensum von 100 % zumutbar seien
mit der Einschränkung einer
körperlich leichte
n
Lastenhandhabung nicht
über
die
Schulterhöhe hinaus
. Die
im
psychiatrischen
Teilgutachten aufgeführten
Einschränkungen seien hingegen nicht klar nachvollziehbar und zum Teil widersprüchlich. Vor allem das hohe Aktivitätsniveau sowie die weiterhin durchgeführten Konsultationen als Astro
loge
sprächen
gegen eine hohe Arbeitsunfähigkeit.
Auch
finde keine psychia
trische
Behandlung
mehr
statt
, obwohl noch
nicht sämtliche
Therapieo
ptionen ausgeschöpft
seien
. Ein Leidensdruck sei nicht ausgewiesen, ferner lägen Hin
weise auf
eine
Aggravation vor. Entsprechend sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer keine Beschwerden habe, die ihn in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich einschränken würden.
Er könne demnach seine Tätigkeit als Astrologe
weiterhin voll ausüben
. Zumutbar sei ihm überdies, die Selbständigkeit aufzu
geben und sich um eine Stelle zu bewerben. Aus diesen Gründen entstehe keine Erwerbseinbusse (Urk. 2).
2.2
In seiner Beschwerde
vom 5. September 2019
brachte der Beschwerdeführer vor,
mit Blick auf die
i
m Rahmen der Konsistenzprüfung
erhobene Behauptung der Beschwerdegegnerin, sein Aktivitätsniveau spreche für eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit,
sei davon auszugehen, dass die Beschwerdegeg
n
erin
seine im Gutachten
in italienischer Sprache
festgehaltenen
freien Äusserungen
zu seinem eingeschränkten Aktivitätsniveau
nicht verstanden beziehungsweise
nicht
beach
tet habe (Urk.
1 S.
7
f.).
Falsch sei ferner, dass er aus orthopädischer
und
neu
rologischer Sicht
sämtliche Tätigkeiten zu 100 % ausführen könne
(Urk. 1 S. 10). Bei einer ausgewiesenen und optimal verwerteten Restarbeits
fähigkeit von etwa 40 % könne i
m Zusammenhang mit den erwähnten Einschränkungen in allen Lebensbereichen (Konsistenz) zusammenfassend erkannt werden, dass das Aktivi
tätsniveau adäquat zu seiner heutigen Arbeitsfähigkeit von 40 % sei. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70 %, wie sie von den Gutachtern attestiert worden sei, überzeuge auch bei vollständiger und korrekter Würdigung der Indikatoren (Urk. 1 S. 11).
Indem sie entgegen dem eingeholten Gutachten sowie den schlüssig beantworteten Rückfragen von einer fehlenden gesundheits
be
dingten Erwerbseinbusse ausgegangen sei
,
habe
die Beschwerdegegnerin eine unzulässige losgelöste juristische Parallelüberprüfung des strukturierten Beweis
verfahrens vorgenommen (Urk. 1 S. 12).
3.
3.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der
Invalidität
der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat
, so etwa
aufgrund
eine
r
wesentliche
n
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes oder
infolge
eine
r
andere
n
Art der Be
messung der Invalidität (vgl. Art. 28a IVG)
.
3.2
Im Zusammenhang mit
der ersten Anmeldung
im Jahr 2005
wurde der Leis
tungsanspruch des Beschwerdeführers
mit Verfügung vom 10.
Januar
2007 (Urk.
6/24)
verneint,
nachdem
dies
er während des Abklärungsverfahrens
nach Besserung seiner depressiven Symptomatik
bereits wieder eine vollst
ändige Arbeitsfähigkeit erlangt
und eine neue Stelle an
getre
t
en hatte (Urk. 6/18 und
6/21/4)
.
Basierend auf einer kurzen Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
verneinte die Beschwerdegegnerin damals
mangels eines IV-rele
vanten Gesundheitsschadens einen Rentena
nspruch
(Urk. 6/21/4
, Urk. 6/24
)
. Ob
die Verfügung vom 10.
Januar 2007
mit Blick auf Abklärungs- und Begrün
dungsaufwand als beachtlich einzustufen ist
und somit Vergleichszeitpunkt bilde
n
kann
,
wurde von der Beschwerdegegnerin
zwar nicht geprüft,
kann
aber
vorlie
gend
offenbleiben
.
Im
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 10. Januar 2007
war der Beschwerdeführer als Maler angestellt; inzwischen
ist er
seit 2008
als
selbständiger Astrologe
tätig
(Urk. 6/38/4)
, ferner
hat sich sein Gesundheits
zu
stand
infolge
de
s
erlittenen Auffahrunfall
s
in einer Weise verändert, die Anlass gibt, den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln
.
D
ie Beschwerdegegnerin hat
demnach
den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers zu Recht
umfassend
geprüft.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erlitt am 9. Oktober 2015 einen Auffahrunfall und stellte sich anschliessend notfallmässig selbst im Spital
A._
vor. Dort berichtete er, im vorderen, stehenden Auto gesessen zu haben, als ein anderes
Fahrzeug
mit ca. 50 km/h ungebremst ins Heck
seines Wagens
gefahren sei (Bericht
des Spitals
A._
vom 22. Oktober 2015, Urk. 6/40/9).
In der Untersuchung
präsentierte
sich
der Beschwerdeführer
mit einer
Druckdolenz
über der gesamten Halswirbel
säule. Anlässlich der Wiedervorstellung am 13. Oktober 2015 habe er über Schmerzen im Nackenbereich, intermittierend
en
Schwindel und leichte Übelkeit sowie frontaldrückende Kopfschmerzen geklagt
(vgl. auch Bericht vom 14. Okto
ber 2015, Urk. 6/46/37)
. Die Oberärztin Dr. med.
B._
, Fachärztin für Chirurgie,
berichtete über eine neurologisch vollständig unauffällige Untersuchung. Zum Befund notierte Dr.
B._
hinsichtlich der HWS ein unauffälliges Integument, eine
Druckdolenz
paravertebral in Höhe HWK 3-7 und eine leichte
Druckdolenz
in Höhe HWK 4 und 5. Das MRI vom 19. Oktober 2015 habe kein
en
Hinweis auf eine posttraumatische,
ligamentäre
Verletzung zervikal gegeben. Hingegen be
stünden bildgebend mehrsegmentale, degenerative Veränderungen der HWS mit Fehlhaltung. Dem Beschwerdeführer w
e
rde bis 1. November 2015 ein
e
Arbeitsun
fähigkeit
attestiert
(Urk. 6/40/10).
4.2
Dr.
C._
, zu welchem sich der Beschwerdeführer in
chiropraktische
Behandlung begab, stellte erhebliche zervikale Bewegungseinschränkungen in Extension und Flexion und deutliche
Druckdolenzen
fest (Bericht vom 4. Januar 2016, Urk. 6/40/7). Im Verlauf der Therapie habe der Beschwerdeführer über ein Nachlassen
der Benommenheit und eine Besserung der Konzentration berichtet, zudem hätten auch die Schmerzen nachgelassen (Urk. 6/40/8).
4.3
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, beschrieb am 26. Januar 2016 ein persistierendes
cervicocephales
Schmerzsyndrom mit ausgeprägten muskulären Verspannungen im Bereich der Nacken- und Halsmuskulatur sowie intermit
tie
rendem Kribbeln beider Hände mit nächtlichem Aufwachen (Urk. 6/40/11). Elek
tro
neurographisch habe ein
ko
nkomittierendes
Karpaltun
n
elsyndrom (
CTS
)
oder
Sulcus
-
ulnaris
-Syndrom ausgeschlossen werden können. Ebenso bestünden keine Hinweise auf ein
radikuläres
Ausfallsyndrom. Ein allfälliges Reizsyndrom bei fraglicher Tangierung C7 beidseits sowie C4 rechts erachtete Dr.
D._
bei negativen
cervicalen
Provokationsmanövern als wenig wahrscheinlich.
4.4
Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung nahm das Zentrum
E._
eine f
unktionsorientierte Medizinische Abklärung (FOMA) vor, welche ein strukturiertes Interview, ei
ne klinische Unter
suchung, eine
Beurteilung der Akten sowie eine angepasste Form der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) umfasste. Zusätzlich wurden eine psychiatrische Beurteilung und eine neuropsychologische Abklärung vorgenommen. Mit Bericht vom 19. Mai 2016 (Urk. 6/77/36-68) stellte Dr. med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines chronischen
zervi
kospondylogenen
sowie
zervikozephalen
Syndroms bei Status nach indirektem HWS-Trauma, vorbestehenden belastungsabhängigen zervikalen Beschwerden und degenerativen Veränderungen sowie chronischer Schmerzentwicklung. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er ein
dysfunktionelles
Krankheitsverhalten fest (Urk. 6/77/36 f.). Aus psychiatrischer wie auch neuro
psychologischer Sicht hätten sich keine konsistenten Einschränkungen gefunden, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es bestünden erhebliche Dis
krepanzen zwischen den subjektiv berufslimitierend beklagten kognitiv
konzen
tra
tiven
und mnestischen Defiziten und den objektiven neuropsychologischen Be
funden. Hinweise auf Simulation respektive Aggravation hätten sich nicht er
ge
ben; vielmehr handle es sich um ein zumindest teilweise autonomes Schmerz
ent
wicklungsgeschehen, eventuell auch auf dem Boden erhöhter Eigenerwar
tungen. Langfristige Schädigungen durch das Unfallereignis konnten die Bericht
erstatter weder aus somatischer noch psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht begründen (Urk. 6/77/38).
Hinsichtlich der EFL sei bei den Tests eine deutliche Selbstlimitierung beobachtet
worden. Die Konsistenz sei schlecht gewesen. Die demonstrierte Belastbarkeit habe
im Bereich einer leichten bis mittelschweren Arbeit gelegen. Infolge erheb
licher
Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
mehr leisten könne, als er bei den Leistungstests gezeigt habe (Urk. 6/77/39). Aus funktioneller Sicht sei dem Beschwerdeführer eine rein sitzende Tätigkeit zumutbar. Die angegebenen starken Schmerzen im Bereich der rechtsseitigen Schulter- und Nackenmus
ku
latur sowie aufkommender Schwindel und starke Konzentrationsstörungen bei Beratungsgesprächen hätten im Rahmen der EFL nicht getestet werden können und bedürften eventuell einer weiteren Abklärung (Urk. 6/77/39). Streng genom
men bestünden für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit keine harten objektiven Argumente. Da es sich jedoch um ein Beschwerdebild handle, welches nach indirekten HWS-Trauma häufig zu beobachten sei, bestehe im Zeitpunkt der Berichterstattung in der angestammten Tätigkeit als Astrologe eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50 %. Ab August 2016 sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine intellektuell und psychisch weniger belastende Tätigkeit im mittelschweren körperlichen Bereich mit Möglichkeit zur Wechselpo
sitionierung sei hingegen sofort vollschichtig zumutbar (Urk. 6/77/40).
4.5
Die
Hausärztin Dr. med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
berichtete
am 10. August 2016, dass der Beschwerdeführer aufgrund des HWS-Schleudertraumas mit Ängsten
seit dem 9. Oktober 2015
bis
sicher
Ende August 2016
in allen Tätigkeiten
vollständig arbeitsunfähig sei. Problematisch sei die Konzentrationsfähigkeit (Urk. 6/40/3).
4.
6
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diag
nostizierte
am 21. Dezember 2016 eine mittelgradige depressive Störung nach ICD-10 F32.11 (Urk. 6/61). Trotz adäquater Therapie seien die körperlichen Be
schwerden sowie die subjektiv erlebten
chronifizierten
kognitiven Einbussen in ihrer Ausprägung persistierend. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von etwa 20 %. Am 9. Juni 2017 diagnostizierte Dr.
H._
eine re
zi
di
vierende de
pressive Störung nach ICD-10 F33.1 sowie ein chronisches posttraumatisches Schmerzsyndrom (Urk. 6/75). Die Kognition sei beim Beschwerdeführer im Sinne von Konzentrationsstörungen sowie Aufmerksamkeits- und Gedächtnisdefiziten beeinträchtigt. Das Denken sei zeitweise verlangsamt, affektiv sei der Beschwer
deführer nivelliert bei deutlich depressiver Grundstimmung und andauernder Sorge und Ängste
n
betreffend d
ie
Gesundheitsprognose bei chronischem Krank
heitsverlauf. Der Antrieb sei reduziert, ferner bestünden Lust- und Freudlosigkeit sowie ein sozialer Rückzug. Die Arbeitsunfähigkeit belaufe sich auf 70 % seit mindestens dem 26. September 2016 (Urk. 6/75/2).
4.7
4.7
.1
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin
erstellten Dr. med.
I._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und Arbeitsmedizin, Dr. med.
J._
, Facharzt für Neurologie, Dr. med.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Dr. med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein interdiszi
plinäres medizinisches Gutachten (Urk. 6/103)
.
Die Untersuchungen fanden am 11. und 27. Oktober 2017 statt; das Gutachten
der
Z._
wurde am 28.
März 2018 fertiggestellt.
4.7.2
Gestützt auf
d
ie
Untersuchung des Bewegungsapparates
folgerte
Dr.
K._
,
dass der Unfall nicht zu einer bildtechnisch nachweisbaren vermehrten oder stark fortschreitenden HWS-Degen
e
ration geführt ha
b
e
(Urk. 6/103/19). Aus der Anamnese sei bekannt, dass chronisch rezidivierende Nackenschmerzen seit mehr als zehn Jahren aufgetreten seien, weswegen der Beschwerdeführer auch seine Tätigkeit als Maler aufgegeben habe. Durch das Unfallgeschehen sei keine erkennbare morphologische Läsion der HWS erfolgt. Die bildgebenden Befunde von degenerativen Veränderungen mit Fehlhaltung und vorbestehenden
Unco
vertebralarthrosen
auf verschiedenen Höhen sowie
Bandscheibenprotrusionen
mit einer Wurzelkompression in Höhe C4 und C7 rechts würden mit den klini
schen Befunden gut korrelieren (Urk. 6/103/20).
In der Bildgebung hätten sich keine neuen Veränderungen oder ein erhebliches Fortschreiten der bisherigen Befunde von 2015 ergeben (Urk. 6/103/35).
Die Untersuchung
durch Dr.
K._
ergab einen leichten Schulterhoch
stand links bei Becken-Horizontalstand. In der Beweglichkeitsprüfung der HWS zeigte sich eine weitgehend symmetrische Rotationseinschränkung, teilweise Endphasenschmerz und Schmerzausstrahlung in den rechten Arm. Die aus den Akten bekannten Kribbelparästhesien hätten im durchgeführten Provokationstest
nicht reproduziert werden kö
nnen. Auch der übrige Status war
gemäss Dr.
K._
unauffällig, bis auf eine leichte
Chondropathia
patellae
auf der rechten Seite mit retropatellarem Reiben, aber ohne Instabilitätszeichen (Urk. 6/103/35).
Der Beschwerdeführer sei in der Lage, leichte und gelegentlich mittelschwere Arbeiten, möglichst wechselbelastend und ohne Zwangshaltung für die Wirbel
säule, auszuüben. Langfristiges Stehen und Sitzen sollte mit 60 Minuten li
mitiert bleiben. Vermeiden soll
e der Beschwerdeführer Arbeiten mit repetitiven Bewe
gungsanforderungen an den Rumpf. Das Heben von Lasten sei mit 15 kg limitiert. Die Tätigkeit als Astrologe könne weiter ausgeführt werden; hierbei bestehe eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 %. Dabei sollten in jedem Fall vermehrt Pausen eingehalten und e
ingerichtet werden. Die maximal
e
tägliche Arbeitszeit
sollte sechs Stunden nicht überschreiten (Urk. 6/103/20). In einer optimal ange
passten Tätigkeit, das heisst ohne entsprechende notwendige
auch intellektuelle Konzentration auf einen Gesprächspartner, zum Beispiel bei rein administrativen Tätigkeiten, bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von
annähernd 100 % (Urk. 6/103/21).
4.7
.3
Dr.
J._
kam
aufgrund
der Untersuchung des Beschwerdeführers zum Schluss,
dass die subjektiv angegebenen Konzentrationsstörungen Folge einer
nicht unfall
kausalen
Schmerzproblematik seien. Es seien keine Unfallfolgen mehr zu pos
tu
lieren. Dagegen bestehe eine mässige spinale Stenose, bei welcher jedoch ge
mäss der im Vorfeld eingeforderten Zusatzabklärung vom 7. November 2017 keine Operationsindikation bestehe.
Z
weifelsohne
lägen
erhebliche degenerative Verän
derungen
vor
, auf welche die glaubhaft gemachten HWS-Schmerzen zurück
zu
führe
n seien
.
E
s
sei
nicht gerechtfertigt, eine bleibende
unfallkausale
Arbeits
unfähigkeit zu postulieren, hingegen sei die Arbeitsfähigkeit krankheitshalber
IV-relevant eingeschränkt. Sicherlich spiele die Selbstlimitierung mit
eine Rolle
.
Die Einschränkungen beim Beschwerdeführer würden im intermediär reduzierten Allgemeinzustand liegen, dies bedingt durch den Bewegungs- und Konditions
mangel, ebenso die Leistungsfähigkeit und Leistungskonstanz. Diese allgemeinen Beobachtungen seien jedoch nicht durch fachspezifische neurologische Befunde unterlegt
,
müssten aber, sollten sie im Konsens bestätigt werden, in d
ie
Beur
tei
lung der beruflichen Leistungsfähigkeit mit einbezogen werden (Urk. 6/103/16).
B
is auf die teilweise inkonstante Hypästhesie in der rechten Schulterregion bis
zum Rippenbogen erhob Dr.
J._
keine f
achspezifische
n
Befunde
(Urk.
6/103
/35).
4.7
.4
Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung klagte der Beschwerdeführer,
er habe Angst vor Anforderungen und vor den Menschen. Er ziehe sich zurück und fliehe vor Begegnungen. Es funktioniere nichts mehr, so könne er sich nichts merken, er sei vergesslich, fühle sich nicht frei und generell sehr schlecht. Irgendetwas ziehe ihn herunter. Die meisten Freundschaften seien wegen seines Zustands zerbrochen. Es sei wie ein schwere
s
Gewicht auf dem Kopf und im Nacken (Urk. 6/103/21). Er habe immer massive Schmerzen und Angst, den Kopf zu bewegen. Er habe die Hoffnung, dass man endlich etwas sehe, was die Schmerzen erklären könne. Es müsse doch etwas im Hals kaputt sein. Er traue sich nicht, den Kopf frei zu bewegen, weil es dann knacke (Urk. 6/103/22).
In der klinischen Untersuchung bei Dr.
L._
zeigte der Beschwerdeführer leichtgradige Auffassungsstörungen, war jedoch in seiner Merkfähigkeit und im Erinnerungsvermögen nicht wesentlich eingeschränkt. Ferner war seine Konzen
tration leicht bis mittelgradig herabgesetzt. Dr.
L._
hielt fest
, dass das Denken formal einem logischen, leicht verlangsamten Duktu
s
folge, eine gewisse
Sprunghaftigkeit zeige und deutlich
perseverativ
sei
. Inhaltlich
sei
der Be
schwerdeführer stark auf die
Insuffizienzthematik eingeengt
und zeige in Bezug auf das Krankheitsmodell leicht überwertigen Charakter. Die Affektamplitude
sei
angemessen. In der freien Rede habe der Beschwerdeführer phasenweise
klagsam
gewirkt. Gegen Ende der Untersuchung
habe
der Affekt leicht auf
gehellt
und die Denkinhalte
seien
ablenkbar
er
geworden
. Die gesamte Untersuchung
habe
vier Stunden
gedauert
, in denen eine gewisse Ermüdung feststellbar
geworden sei
. Ferner
sei
die Psychomotorik des Beschwerdeführers leicht gespannt
gewesen
. Bei direkter Befragung
habe
der Beschwerdeführer Sterbenswünsche und sporadisch Suizidgedanken
geäussert
, jedoch konkrete Ideen sowie den Impuls, sich etwas anzutun
, verneint
. Die Gesamtperformance war
gemäss Dr.
L._
deutlich traurig, bedrückt und leidend (Urk. 6/103/26-27).
Dr.
L._
führte
mit dem Beschwerdeführer
verschiedene Tests
durch,
welche auf Selbst- oder Fremdbeurteilung basierten. Gemäss dem SF-36-Selbstbeur
tei
lungsfragebogen waren die Werte für die soziale und emotionale Rollenfunktion, das psychische Wohlbefinden sowie die psychische Summenskala eindrücklich tief, was allenfalls bei schwer psychisch kranken Menschen üblich sei. Eine Aus
nahme würden gemäss Dr.
L._
Menschen mit chronischen Schmerzverar
bei
tungsstörungen bilden, so dass der Beschwerdeführer also das typische Profil einer solchen Erkrankung zeige (Urk. 6/103/22). In der Selbstbe
urteilungs-Depressions-Skala
ha
be
der Beschwerdeführer
einen derart hohen Gesamtscore
erreicht,
wie er
nur für schwerstdepressive Menschen üblich sei
. Der grosse Unter
schied zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung sei ein Hinweis für Aggravation
(Urk. 6/103/23)
.
Auf eine Aggravation wies gemäss
Dr.
L._
auch die Aus
wertung
der SCL-90 Symptom Checkliste
hin
, welche die subjektiv empfundene Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome misst (Urk.
6/103/23-24).
In einem Selbstbeurteilungsmassstab zur Erfassung von post
traumatischen Belastungen
zeigte sich gemäss Dr.
L._
ein deutlicher Ver
dacht für eine PTBS. Er gehe davon aus, dass die Diagnose zwar gestellt werden dürfe, dass sie aber durch die depressiv-ängstliche Komorbidität verstärkt werde (Urk. 6/103/25).
Dr.
L._
diagnostizierte
eine länger andauernde depressive Reaktion
am Übergang zu einer
Dysthymie
,
f
erner eine
chronifizierte
Schmerzverarbei
tungs
störung, die nicht im Sinne einer somatoformen Dissoziation verstanden werden könne, sondern als Verhaltensstörung bei andernorts klassifizierten Krankheiten. Zudem erachtete Dr.
L._
eine PTBS als gegeben, wobei diese nach der Schmerzverarbeitungsstörung und der depressiven Folgestörung eher eine unter
geordnete Rolle spiele (Urk. 6/103/28).
Der Gutachter führte zahlreiche psycho
soziale Belastungsfaktoren auf; etwa die Migration mit der kulturellen Entwur
zelung, den Verlust der letzten Intimbeziehung, die Bedrohung der Arbeits
situa
tion, die fast vollständige ökonomische Abhängigkeit von einem Gönner sowie de
n
Mangel an Bewegung und Ernährungssorgfalt (Urk. 6/103/29). Der Beschwer
deführer sei mittel-
bis
schwergradig
krank und mittelgradig funktionell ein
ge
schränkt. Bisher habe er keinerlei angemessene Behandlung erhalten (Urk.
6/103/29).
E
r benötige eine interdisziplinäre Behandlung durch einen Psy
chia
ter und
einen
Rheumatologen.
Es müsse die Einsicht gefördert werden, dass der Beschwerdeführer selbst durch sein strukturelles Konzept
, welches wiederum sein Bewegungs- und Haltungsverhalten massgeblich und dysfunktional beein
flusse,
der Ursprung des Schmerzgeschehens sei
und
er
zu dessen Aufrech
ter
haltung beitrage
. Der Fokus liege nicht auf der Schmerzreduktion, sondern auf
der Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Eigenverantwortung (Urk. 6/103
/33).
4.7
.5
In der Konsensbeurteilung stellten die Gutachter
die
folgende
n strukturellen
Diagnosen
(Urk. 6/103/34)
:
-
Zustand nach indirektem Halswirbelsäulentrauma (9. Oktober 2015), Grad II nach QTF (ICD-10 S13.4)
-
Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule, über dem Alters
durch
schnitt (
Osteochondrosen
,
Unkovertebralarthrose
)
-
Chondropathia
patellae
des rechten Kniegelenks
Sodann erhoben sie die folgenden klinischen Diagnosen:
-
Chronisches
zervikospondylogenes
sowie
zerviko-zephales
Schmerz
syn
drom
-
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10 F43.1)
-
Länger andauernde depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) am Übergang zu einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
-
Chronische Schmerzentwicklung im Sinne von ICD-10 F54, Verhaltens
störung bei traumatischer HWS-Verstauchung ev. Verstauchung in der Schilddrüsenregion (ICD-10 S13.5)
Die Gutachter erklärten, es sei schwierig, die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers auf einen Punkt zu bringen. Der Vorzustand an
dege
ne
ra
-
tiven
Veränderungen der Halswirbelsäule sei offenbar durch den Unfall akti
viert worden und habe sich seither subjektiv kaum wieder beruhigt. Dieser somatischen Situation müsse man den psychischen Vorzustand dazustellen, eine von 2005 bis 2015 offenbar stumme rezidivierende depressive Störung. Seit dem Unfall sei es zu einer protrahierten depressiven Störung gekommen, welche einerseits als Züge
eines Rückfalls, andererseits aber auch als eine nun in eine
Dysthymie
über
gehende PTBS interpretiert werden könne. Die Schnittmenge könne diagnostisch auch als Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen interpretiert werden. Viel wichtiger sei aber der Umstand, dass das Unfallereignis und –erleben zu einer muskulär verspannten Bewegungsangst und nachfolgend zu einer
De
konditionierung
geführt habe, welche der somatischen wie der psychischen Seite der Beschwerden weiterhin Vorschub leiste und jene zu
chronifizieren
drohe. Die daraus resultierenden gesundheitlichen Einschränkungen seien also weniger im somatischen Kreis zu suchen, was auch die entsprechenden Untersuchungen gezeigt hätten. Vielmehr seien es die Aktivierung und Traumatisierung durch den Unfall, die das heutige Beschwerdebild und die heutigen Einschränkungen prägen würden. Anzumerken sei, dass die subjektive Einschätzung, getriggert durch die Bewegungsangst, über das objektivierbare Mass noch hinausgehe (Urk. 6/103/36).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, dass der Beschwerdeführer in seinem jetzigen Zustand nur sehr bedingt fähig sei, die notwen
d
ige Ruhe, Empa
thie und auch körperliche Meditationshaltung («entspannte Zwangshaltung») aufzubringen, um bei seinen Klienten die notwendige Übertragungswirkung zu erzeugen. Bei der Zusammenstellung der Mixturen fehle ihm auch die notwendige Konzentration. Der Beschwerdeführer habe
die Wiederaufnahme der bisherigen beruflichen Tätigkeit bereits im
Frühjahr 201
6
in die Wege geleitet. Bei
einem
angegebenen
Pensum von etwa 40 %
ab Frühjahr 2017 könne gegenwärtig sehr wahrscheinlich kein höheres
Mass erreicht
werden
.
Zusammengenommen
bestehe
in der bisherigen Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 30 % (Urk. 6/103/37).
Hinsichtlich der Zumutbarkeit einer leidensangepassten Tätigkeit kamen die Gut
achter zum Schluss, dass bei körperlichen Tätigkeiten eine leichte Lastenhand
habung möglich sei, jedoch nicht über die Schulterhöhe hinaus. Zudem bestünden
Einschränkungen hinsichtlich des Einhaltens von Zwangshaltungen. Ferne
r
würde
n es die kognitiven Einschränkungen gegenwärtig kaum gestatten, eigen
verant
wortlich Aufgaben mit einem längeren Planungshorizont auszuführen. Um eine Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu erreichen, müsse zuerst eine Behandlung greifen. Medizinisch-theoretisch bestehe gegenwärtig eine Arbeitsfähigkeit von etwa 30 % (Urk. 6/103/37).
Die Gutachter stuften das Krankheitsverhalten des Beschwerdeführers als konsi
stent und erklärbar ein, da er in der Untersuchung des Bewegungsapparates keine
Waddell
-Zeichen gezeigt habe. Jedoch müsse die Aussagekraft bei einem Kollek
tiv, das durch Fremdsprachlichkeit, Migration und den
Beizug
von Übersetzern charakterisiert sei, in der Validität der Beurteilung und quantitativen Bemessung zumindest fraglich erscheinen (Urk. 6/103/38).
4.8
Der Beschwerdeführer liess zu den bildgebenden Befunden der HW
S
mittels MRI vom 19. Oktober 2015 und 7. November 2017 am 12. April 2018
eine Zweit
mei
nung durch das Institut
M._
einholen (Urk. 6/118)
. Dr. med.
N._
, Facharzt für Radiologie, stellte in seiner Vergleichsbeurteilung eine leicht progrediente
Osteochondrose
C3/4 mit neu leichten
Modic
I Ver
ände
rungen der dorsalen Boden- und Deckplatten bei bekannter leichter
Retro
listhesis
von 3 mm und leicht progredienter
posteriorer
Spondylose der Bodenplatte C3 fest. Unverändert bestünden eine
Uncovertebralarthrose
und eine kleine, leicht
regrediente
foraminale
Hernierung
rechts mit leichter Tangierung der Nerven
wurzel C4 rechts. Die
erosive
Osteochondrose
C6/7 sei im Verlauf stationär mit leichter
posteriorer
Spondylose und
Uncovertebralarthrose
rechtsbetont sowie kleiner, im Verlauf
regredienter
Hernierung
foraminal
rechts. Entsprechend sei gemäss Dr.
N._
eine leichte
Tanierung
C7 rechts weiterhin möglich. Unver
ändert seien keine Weichteil
- oder
Muskelödeme und
keine
Myelopathie ersicht
lich. Ferner sei die
posteriore
Spondylose C2/3
mediolateral
links im Verlauf leicht progredient, ohne signifikante Kompressionen. Zervikal bestünden leichte
Spondylarthrosen
ohne Knochenödeme (Urk. 6/118/2).
4.9
4.
9
.1
Dr. med.
O._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
,
RAD
,
hielt
am 18. April
2018
fest
, dass er aus
rein
somatischer Sicht die
im orthopädischen und neuro
logischen Teilgutachten postulierte
Restleistungsfähigkeit nachvollziehen könne (Urk. 6/122/5).
4.
9
.2
In Beantwortung
der
Rückfragen
von Dr.
P._
,
Fachärzti
n für Psychiatrie und Psychother
apie
,
RAD,
vom 19. April 2018 (Urk. 6/104
und 6/122/
6
)
erläuterte Dr.
I._
am 25. Mai 2018, dass
sich die depressive Reaktion schleichend zu einem sich nur wenig ändernden, daher nicht rezidiv
i
erenden Zustand von gedrückter Stimmung und Antriebsverminderung entwickelt habe
. Diagnostisch ergebe die
Dysthymie
als klinisch andauernde depressive Stimmungslage in leichter bis maximal mittelschwerer Ausprägung die beste Korrelation
(Urk. 6/107
/1
).
Hin
sichtlich der diagnostizierten PTBS
kam
Dr.
I._
zum Schluss, dass
angesichts der
Wiederholung derselben Unfallsituation und der
unmittelbar auf das Ereignis folgenden Reaktion
des Beschwerdeführers
die tiefgreifende Verzweiflung
das ICD-10
Kriterium
A für PTBS
erfülle, obwohl es bezogen auf die Allgemein
be
völkerung verworfen werden müsste
. Die Arbeits
un
fähigkeit
habe
nach dem 9.
Oktober 2015 100 % betragen, ab Dezember 2015 etwa 30 %
(richtig hier wohl: Arbeitsfähigkeit)
und
habe
seither nicht nachweislich gesteigert werden
können
(Urk. 6/107/2).
Ferner p
räzisierte Dr.
I._
, dass hinsichtlich des neuropsycho
logischen Teilgutachtens
zu berücksichtigen sei, dass nicht in der Muttersprache
durchgeführte Test
s
mit grosser Vorsicht zu interpretieren seien. Zudem seien in dem ihnen vorgelegenen Bericht keine einzelnen Tests aufgeführt, welche belegen könnten, dass keine kognitiven Einschränkungen vorlägen. In den gutachter
li
chen Untersuchungen hätten sich bereits in den Einfachfunktionen leicht- bis mittelgradige Einschränkungen gezeigt. In den komplexeren psychischen Funk
tio
nen sei der Beschwerdeführer fast durchgängig mittelgradig
einge
schränkt. Daraus hätten die Gutachter
geschlossen, dass kaum eine beruflich verwertbare Fähigkeit in Aufgaben mit Selbstverantwortung und einem längeren Planungs
horizont gegeben sei
. Dr.
I._
betonte
auch nochmals, dass aus psychiatrischer Sicht ein erheblicher individueller diagnostischer Spielraum bestehe.
Zur diag
nostizierten PTBS präzisierte er, dass die Bezeichnung als
Traumafolgestörung
zutreffender gewesen wäre
(Urk. 6/107/3).
4.
9
.3
Dr.
P._
hielt am 1. Juni 2018 fest, dass die Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge
durch Dr.
L._
nun einigermassen einleuchtend
sei
. Jedoch könne sie die
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit nicht klar nachvollziehen und
sie
empfahl, den Fall aus Rechtsanwendersicht zu überprüfen (Urk. 6/122/7).
5.
5.1
Die Erkenntnisse
zum somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
aus dem von
der Beschwerdegegnerin eingeholten
Gutachten
der
Z._
decken sich
weitgehend
mit den
Angaben in den Berichten der behandelnden Ärzte
.
So ist ausgewiesen, dass
der im Oktober 2015 erlittene Auffahrunfall zu keinen strukturellen Schädigungen an der Halswirbelsäule geführt
hat
. Bildge
bend konnten jedoch
vorbestehende, mehrsegmentale
degenerative Verände
rung
en
über dem Altersdurchschnitt
erhoben werden
. Nicht einig sind sich die Ärzte in der Frage, ob eine Tangierung, Reizung oder gar
eine
Kompression der Ner
venwurzel insbesondere im Bereich C4 rechts aus den diversen Bildgebungen hervorgeht. Der Neurologe Dr.
D._
erachtete eine Tangierung im Bereich C4 und C7 als fraglich, ebenso ein Reizsyndrom.
Der Gutachter Dr.
K._
nannte als bildgebende Befunde degenerative Veränderungen mit Fehlhaltung
und vorbestehenden
Uncovertebralarthrosen
auf verschiedenen Höhen sowie
Bandscheibenprotrusionen
mit einer Wurzelkompression in Höhe C4 und C7 recht
s
, welche
mit den klinischen Befunden gut korrelieren
würden
(Urk. 6/103/20). In der Bildgebung hätten sich keine neuen Veränderungen oder ein erhebliches Fortschreiten der bisherigen Befunde von 2015 ergeben
.
Dr.
N._
, bei welchem der Beschwerdeführer
nach Erstattung des Gutachte
n
s noch
eine Zweitmeinung
einholte, ging
ebenfalls
von einer leichten Tangierung der Nervenwurzel C4 rechts
aus.
Weitere
Abklärungen
sind in
Anbetracht des unveränderten Zustandes seit 2015 und
fehlender
Läsion durch das Unfallereignis
nicht nötig.
Zur Auswirkung der degenerativen Veränderungen auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserten sich die behandelnden Ärzte nicht
hinreichend
. Die Gutachter des
E._
kamen zum Schluss, dass
die angestammte
Tätigkeit
ab August 2016 und eine Verweistätigkeit ab sofort
vollschichtig zumutbar sei. Gleichzeitig hielten sie aber fest, dass keine klare Beurteilung möglich
gewesen
sei, da die angegebenen starken Schmerzen nicht
testbar
gewesen seien
,
und
dass
sie von einer erheblichen Selbstlimitierung
ausgehen würden
.
Der orthopädische Teilgutachter der
Z._
,
Dr.
K._
,
setzte sich mit den
Vorakten
und den geklagten Beschwerden auseinander und erhob detail
lierte und nachvollziehbare Befunde.
Das von ihm beschriebene
Belastungsprofil
erscheint überzeugend
, insbesondere
leuchtet ein
, dass der Beschwerdeführer längere Zwangshaltungen vermeiden sollte.
Der neurologische Zustand des Beschwerdeführers ist als unauffällig einzustufen, wie dies bereits der Bericht des Spitals
A._
gezeigt hat. Dr.
D._
konnte ebenfalls keine Befunde von Krankheitswert erheben.
Das Gleiche gilt für den neurologischen Teilgutachter der
Z._
,
Dr.
J._
,
d
er
folgerichtig
auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festlegte
. Seine
Überlegungen zum reduzierten Allgemeinzustand des Beschwerdeführers,
zu
den von
diese
m
angegebenen Konzentrationsstörungen
sowie zu den degenerativen Verände
rungen und
der
Selbstlimitierung flossen hingegen in die
Konsensb
eurteilung
mit
ein (Urk. 6/103/35).
5.2
G
estützt auf die medizinischen Akten
,
insbesondere
die
beweiswertigen
soma
tischen
Teilgutachten der
Z._
und im Speziellen
die schlüssigen Darle
gungen des
orthopädischen
Teilgutachter
s
der
Z._
, Dr.
K._
,
ist
daher
davon auszugehen, dass es
dem Beschwerdeführer
in somatischer Hin
sicht
zumutbar ist, seine angestammte Tätigkeit als Astrologe weiterhin aus
zu
übe
n, wenngleich in einem
leicht
reduzierten Pensum von
aber immerhin
min
des
tens 70 % respektive
während
sechs Stunden täglich. Zudem ist
davon auszu
gehen, dass dem Beschwerdeführer
eine optimal dem Belastungsprofil entspre
chend
e
Arbeit
aus somatischer Sicht
vollschichtig zumutbar
ist
.
Soweit sich
die
Beschwer
degegnerin in der angefochtenen Verfügung
auf den Standpunkt stellte
, der Be
schwerdeführer
könne
sämtliche Tätigkeiten
in
einem Pensum von 100 % aus
üben, sofern sie mit einer körperlich leichten Lastenhandhabung nicht über Schulterhöhe hinaus einhergehen,
lässt sich dies aus dem Gutachten nicht ohne
Weiteres ableiten, wovon offenbar auch der zuständige
RAD-Arzt
ausging
(vgl. Urk. 6/122/5
).
6.
6.1
Zu prüfen bleiben die Einschränkungen in psychischer Hinsicht.
Die vom behan
delnden Psychiater,
Dr.
H._
, sowie vom psychiatrischen Teilgut
achter der
Z._
erhobenen
Befunde
–
insbesondere
Konzentrations
stö
rungen, ein zeitweise verlangsamtes Denken und eine depressive Grundstim
mung
(
Urk. 6/75/2,
6/103/
26 ff.
)
- stimmen zu einem guten Teil überein
.
Während jedoch Dr.
H._
in diagnostischer Hinsicht von einer mittelgradig
depressiven Störung beziehungsweise von einer rezidivierenden depressiven Stö
rung
und einem chronischen Schmerzsyndrom ausging (Urk. 6/61, 6/75), diag
nostizierte Dr.
L._
eine länger andauernde depressive Reaktion am Über
gang zu einer
Dysthymie
, eine
chronifizierte
Schmerzverarbeitungsstörung sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (Urk. 6/103
/
28).
D
er behandelnde Arzt
ging von einer 70%igen
Arbeits
un
fähigkeit
sowohl
in einer Verweistätigkeit
als auch in der angestammten Tätigkeit aus infolge einer reduzierten Leistungsfähigkeit bei bereits nach wenigen Stunden abfallender Konzentrationsfähigkeit und psychophysischer Erschöpfung (Urk. 6/75/2)
.
Im Rahmen der neuropsychiatrisch-leistungspsychologischen Untersuchung am
E._
konnten aus psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht weder im neu
ropsychologischen noch im affektiven Bereich
konsistente
Einschränkungen
mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gefunden werden. Vielmehr wurden erhe
b
liche Diskrepanzen zwischen den subjektiv berufslimitierend beklagten kognitiv
konzentrativen
und mnestischen Defiziten und den objektiven neuropsycholo
gis
chen Befunden festgestellt. Hyp
othetisch wurde eine Schmerzverarbeitungs
stö
rung als möglich diskutiert, jedoch auch auf gewisse Inkohärenzen hinge
wiesen (Urk. 6/77/38).
Der
psychiatrische Teilg
utachter
der
Z._
,
Dr.
L._
, wiederum
führte
diverse testpsychologische Erhebungen durch, worin auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt wurden.
Seine Beurteilung
beruht auf einer Unter
suchung (Urk.
6/103/21
) mit ausführlicher psychiatrischer Anamnese,
die, soweit dies nötig war,
unter
Beizug
des Fallführers Dr.
I._
als Übersetzungshilfe vorgenommen
wurde, und
anlässlich derer sich der Beschwerdeführer zu den aus seiner Sicht bestehende
n Problemen zunächst frei äussern konnte.
Dass es zu
Verständigungsprobleme
n zwischen den Gutachtern und dem Beschwerdeführer
gekommen
wäre
oder dass die Ausführungen des Beschwerdeführers unvoll
ständig oder allenfalls von den Gutachtern missverstanden w
o
rden
sein sollten
,
ist nicht ersichtlich
.
Die freie Rede des Beschwerdeführers, in welcher er sich zu den aus seiner Sicht bestehenden Problemen frei
in seiner Muttersprache Italie
nisch
äussern konnte
(Urk. 6/103/7 f.)
, wurde
im Übrigen
auf Deutsch zusammen
gefasst
(Urk. 6/103/21)
.
Die Herleitung der Diagnosen wurde von Dr.
L._
sowohl im Gutachten wie auch i
m Rahmen
der Beantwortung der Zusatzfragen begründet. Dabei ist insbe
sondere die Schlussfolgerung plausibel, dass es schwierig sei, die gesundheit
lichen Einschränkungen auf einen Punkt zu bringen und dass die Diag
nosestel
lung bei sogenannten HWS-Beschwerdebildern massgebend von der persönlichen Präferenz des Experten abhänge
(Urk. 6/6/107/3)
.
Auch d
ie
psychiatrischen Befunde
legte
Dr.
L._
unter Bezugnahme auf die
Vorakten
und auf eigene klinische Untersuchungen
ausführlich dar (Urk. 6/103/26-28).
Seine
Erhebungen decken sich ferner in der Befundlage
weitestgehend
mit denjenigen
von Dr.
H._
(vgl. E. 4.
6
)
.
V
on weiteren Abklärungen
sind
keine
neuen
relevanten
Erkenntnisse zu erwarten
, weshalb darauf verzichtet werden kann
.
6.2
Dem Beschwerdeführer ist demnach insoweit zuzustimmen, als grundsätzlich auch das psychiatrische Teilgutachten der
Z._
als beweiskräftig ein
zustufen ist. Zwar wurde von Dr.
P._
vom RAD zu Recht die Frage aufge
worfen, wie ein leichter Auffahrunfall das ICD-10 Kriterium A für PTBS erfüllen könne (vgl. Urk. 6/122/6) und von Gutachterseite her wurde daraufhin eingeräumt, dass
das verlangte Kriterium bezogen auf die Allgemeinbevölkerung nicht bejaht werden
könnte (vgl. die entsprechende Umschreibung in der ICD-10-Klassifi
kation, F43.1, wonach ein Ereignis oder eine Situation mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass vorausgesetzt wird, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde; Weltgesundheitsorganisation,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],
Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
10.
Aufl. 2015
, S. 207 f.). Ob die Diagnose der PTBS zu Unrecht gestellt wurde, muss jedoch nicht abschliessend beantwortet werden. Zum einen relativierte auch der psychia
trische Teilgutachter die Diagnose und sprach ihr neben der Schmerzverar
bei
tungs
störung und der depressiven Folgestörung eine eher untergeordnete Rolle zu (Urk. 6/103/28). Zum anderen ist nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit, zumal zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit keine unmittelbare Korrelation besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_345/2019 vom 25. September 2019 E. 4.2.1 mit Hinweis auf
BGE 140 V 193 E. 3.1 und Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E. 4.1.4
)
.
6.3
Die Beschwerdegegnerin prüfte
im angefochtenen Entscheid
in Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens (vgl. E. 1.2 f. hiervor) die vom psychiatrischen Teilgutachter der
Z._
für alle Tätigkeiten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Dabei ging sie davon aus, dass angesichts der maximal während neun Monaten durchgeführten ambulanten Psychotherapie und der Behandlung mit natürlichen Medikamenten nicht von der Ausschöpfung sämtlicher Therapieop
tionen und in diesem Zusammenhang auch nicht von einem Leidensdruck ge
sprochen werden könne.
Zur Konsistenz stellte
die Beschwerdegegnerin
fest, dass der Beschwerdeführer ein vergleichsweise hohes Aktivitätsniveau zeige und auch weiterhin in einem Umfang von mindestens 50 % seiner angestammten Tätigkeit als Astrologe nach
gehe. Schliesslich hätten sich aus den Ergebnissen der im Rahmen der psychia
trischen Begutachtung durchgeführten Tests Hinweise auf Aggravation ergeben (Urk. 2 S. 2 f.).
Unter Berücksichtigung all dieser Umstände verneinte die IV-Stelle einen inva
lidisierenden Gesundheitsschaden.
6.4
Der Beschwerdeführer wirft der Beschwerdegegnerin eine unzulässige juristische Parallelüberprüfung der medizinisch
«
lege
artis
festgestellten Arbeitsunfähigkeit
»
vor (Urk. 1 S. 12).
Er übersieht dabei, dass nach der Rechtsprechung bei psy
chischen Leiden unabhängig von der diagnostischen Einordnung auf objekti
vierter Beurteilungsgrundlage zu prüfen ist, ob eine rechtlich relevante Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit nachzuweisen ist (BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Da es nicht in erster Linie auf die Diagnose, sondern auf den Schweregrad der psychischen
Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen ankomm
t, kann der Beschwerdegegnerin nicht bereits aufgrund des Umstands, dass sie nicht ohne Weiteres auf die Folgenabschätzung durch den psychiatrischen Teilgut
achter abgestellt hat, eine Überschreitung ihrer fachlichen Zuständigkeit vor
geworfen werden. Bei der Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung haben sich vielmehr sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren. Nach BGE 141 V 281 kann der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Ge
samtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Beja
hung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (zum Ganzen vgl. BGE 145 V 361 E. 3.2.2 und E. 4.3; 144 V 50 E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 6; ferner bereits BGE 141 V 281 E. 5.2.2, 6 und 7 sowie 143 V 409 E. 4.5.2, je mit Hinweisen).
6.5
6
.5.1
Zum
Komplex «Gesundheitsschädigung»
ist dem Gutachten zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
im Rahmen der klinischen Untersuchung
leicht
gradig
e Auffassungsstörungen
zeigte, er in seiner Merkfähigkeit und dem
Erinnerungs
vermögen hingegen nic
ht wesentlich einge
schränkt war
und die Konzentration
lediglich
leicht bis mittelgradig
herabgesetzt war. Dass nach einer vierstündigen Exploration
eine gewisse
Ermüdung
feststellbar wird (Urk. 6/103/26)
, ist selbst
verständlich und auch bei einer
gesund
en Person zu erwarten.
Inhaltlich war der Beschwerdeführer stark auf die
Insuffizienzthematik eingeengt
und zeigte in Bezug auf das Krankheitsmodell leicht überwertigen Charakter. Er wirkte phasen
weise
klagsa
m
, hellte aber gegen Ende der Untersuchung im Affekt leicht auf und wurde gemäss Dr.
L._
ablenkbarer. Ferner war die Psychomotorik des Be
schwerdeführers leicht gespannt. Konkrete Suizidideen oder Impulse wurden ver
neint
(vgl. E. 4.7.4)
. Die Gesamtperformance war deutlich traurig, bedrückt und leidend, wobei Dr.
L._
bei den Testungen
wiederholt auf Diskrepanzen zwischen seinem objektiven Eindruck und der subjektiven Einschätzung durch den Beschwerdeführer hinwies.
Der Beschwerdeführer wirkte eingeengt auf die beklagte Symptomatik und zeigte keinerlei Problemeinsicht (Urk. 6/103/31).
D
r.
L._
erachtete es als zentral, dass beim Beschwerdeführer die Einsicht gefördert werde, dass
er selbst durch sein strukturelles Konzept
, welches wiede
rum sein Bewegungs- und Haltungsverhalten massgeblich und dysfunktional beeinflusse,
der Ursprung
d
es Schmerzgeschehens sei
und zu dessen Aufrechter
haltung beitrage (Urk. 6/103/46).
Als psychosoziale Belastungsfaktoren identi
fizierte Dr.
L._
generell die Migration mit der kulturellen Entwurzelung, die fehlende fremdsprachliche Differenzierung, den partiellen Verlust der Jetzt-Familie und die Distanz zur Herkunftsfamilie, den Verlust der letzten Intim
be
ziehung, die Bedrohung der Arbeitssituation und damit der ökonomischen Res
sourcen, die fast vollständige ökonomische und psychosoziale Abhängigkeit von einem Gönner, den Mangel an körperlicher Bewegung und Ernährungssorgfalt und die Vernachlässigung des hedonistischen
Repertoir
s
(Urk. 6/103/29).
Auch in der interdisziplinären Beurteilung wurde darauf hingewiesen, dass d
as generelle
Schonverhalten eine bio-psycho-soziale
Dekonditionierung
in mehreren Rich
tungen
zeige
(Urk. 6/103/35).
In Anbetracht der fehlenden somatischen Unfall
folgen
und des starken subjektiven Erlebens der Beschwerden
bei gleichzeitigem Vorliegen
zahlreicher psychosozialer
Faktoren
, aber auch mit Blick auf den
vom Beschwerdeführer
beschriebenen
, aktiv gestalteten
Ablauf des Vortags der psy
chiatrischen Untersuchung (Urk. 6/103/11)
ist
von einer nicht besonders schwer
wiegenden Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
auszugehen.
6
.5.2
Weitere wichtige Indikatoren für die Ermittlung der Schwere eines Gesundheits
schadens sind Verlauf und Ausgang von durchgeführten Therapien. Scheitern lege
artis
und mit optimaler Kooperation durchgeführte Therapien, deutet dies auf eine negative Prognose hin (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2).
Im Zeitpunkt der Begutachtung wurde d
er Beschwerdeführer
von seiner langjährigen Hausärztin, einem
Chiropraktor
und einem Psychiater behandelt. Er
erhielt
Schmerz
medika
mente und ein pflanzliches Antidepressivum (Urk. 6/103/35).
Die Gutachter führten aus, dass der Beschwerdeführer bis anhin noch nie adäquat therapiert worden sei.
Die Behandlung eines Schleudertraumas mit dessen psychiatrischen Folgestörungen müsse interdisziplinär erfolgen; eine isolierte psychiatrische Be
handlung
(wie bei Dr.
H._
)
sei chancenlos. Die Medikation mit
Muskelr
e
laxantien
, Analgetika
und Antidepressiv
a
müsse zwisch
en einem ver
sierten Psychiater und einem Rheumatologen abgesprochen, überwacht und koordiniert werden.
Parallel benötige der Beschwerdeführer eine konsequente Restitution seiner Kondition und Fitness, ferner sei das Training der Körper- und Haltungswahrnehmung wichtig. Der Fokus müsse auf der Steigerung der Leis
tungsfähigkeit und Eigenverantwortung und nicht in der Schmerzreduktion liegen,
denn die Störung des Beschwerdeführers sei nicht irreversibel (Urk. 6/103/33).
Vor diesem Hintergrund
ist nicht von einer
Behandlungsresistenz
sondern im Gegenteil von zahlreichen
noch
nicht wahrgenommenen
Behandlungsoptionen
auszugehen.
6
.5.3
Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezü
gen der psychischen Störung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Stö
rungen (Indikator «Komorbidität») ist festzuhalten, dass Störungen unabhängig von
ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Be
tracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizu
messen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1).
Vorliegend besteht in den
- für das Alter überdurchschnittlichen -
degenerativen
Veränderungen eine körperliche Begleiterkrankung, welche bereit
s vor dem Unfall
vorhanden war
. Die hingegen seit dem Unfallereignis vom Beschwerdeführer be
klagten Schmerzen an der Halswirbelsäule konnten bildgebend nicht
objektiviert
werden, mithin konnte ausgeschlossen werden, dass der Auffahrunfall zu einer
Läsion
geführt hat
te
. Gemäss den Gutachtern müsse der Fokus auf die Steigerung von Leistungsfähigkeit und Eigenverantwortung im Sinne einer psychischen Stabi
lisierung – und nicht auf die Schmerzreduktion - gelegt werden. Die nebst der depressiven Reaktion am Übergang zur
Dysthymie
und dem Schmerzsyndrom diagnostizierte PTBS wurde von den Gutachtern
später als
Traumafolgestörung
bezeichnet
(Urk. 6/107/3)
. Ohnehin wurde
ihr eine untergeordnete Rolle zuge
schrieben
(Urk. 6/103/28)
. Dr.
L._
ging davon aus, dass die Diagnose zwar gestellt werden könne, dass sie hingegen durch die depressiv-ängstliche Komor
bidität verstärkt werde (Urk. 6/103/25).
Die Gutachter führten ferner eine nicht unerhebliche Anzahl psychosozialer
Belastungsfaktoren
auf, welche die Ausprä
gung
der psy
chiatrischen Beeinträchtigungen wieder relativieren (Urk. 6/103/29).
6
.5.4
In den Bereichen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext»
ist als ressourcen
hem
mender Faktor die Aufgabe der sportlichen Hobbies, wie Wandern, Schwimmen und Fitness zu nennen (Urk. 6/103/11).
Hingegen geht der Beschwerdeführer nun viel spazieren, was ihn entspanne (Urk. 6/120/3).
Als Belastungsfaktor wirkt die finanzielle Situation; der Beschwerdeführer wohnt gegenwärtig unentgeltlich in einem Zimmer im Haus seines Praxispartners. Er arbeitet weiterhin als Astrologe und verdient rund Fr. 1'
800.--
bis Fr. 2'000.
--
brutto monatlich, was einem Pen
sum von etwa 40 % entspreche (Urk. 6/120/5 und 6/103/12).
Dabei fällt die positive Unterstützung durch den Inhaber der
Astrologiepraxis
auf, welcher ih
m
etwa auch
be
i
der Suche nach Therapieoptionen
hilft
(Urk. 6/120/1 und 6/120/3).
Positiv
erscheint
der geregelte und aktive Tagesablauf, welcher am Beispiel des Vortages geschildert wurde
mit: Wahrnehmung eines Zahnarzttermins, Besuch eines Freundes, Spaziergang in der Nähe des Hauses und im Wald, Meditation und Mittagessen zu Hause, Beratung einer Kundin, Besuch vom Neffen, Ausgang und Essen im Restaurant mit
dem
Neffen
(Urk. 6/103/11). Ferner halte sich das primäre soziale Netz gut. Der Beschwerdeführer hat häufigen Kontakt zu seinen Geschwistern in der Schweiz und zu seinen
beiden
Kindern, welche er regelmässig treffe.
Auch zu seiner Ex-Frau habe er ab und zu Kontakt.
Im sekundären Netz hat der Beschwerdeführer zwar seit dem Unfall viele Freunde verloren, es
seien
aber noch ein bis zwei geblieben. Bis Februar 2017 hatte er überdies eine Be
ziehung,
er habe
seiner Freundin aber nicht zur Last fallen
wollen
. Ferner verfügt der Beschwerdeführer über ein tertiäres Netz an sozialen Beziehungen
. Dort meditiere man zusammen in einem buddhistischen Zirkel
(Urk. 6/103/12).
Die Gutachter
attestierten
ihm zudem
durchschnittliche bis
gute Intelligenzressourcen (Urk. 6/103/29).
Dies alles lässt auf weiterhin bestehende und mobilisierende
Ressourcen schliessen, was ein
en
wesentliche
n
Stabilisierungsfaktor
des
psychi
schen Gesundheitszustandes darstellt.
6
.5.5
Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleichmässigen Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist
geht
aus dem Gutachten hervor, dass der Beschwerdeführer in allen vergleichbaren Lebensbereichen teil
weise eingeschränkt ist
.
So ist er in
einzelne
n
soziale
n
Aktivitäten wie d
er
sport
liche
n
Betätigung oder
der Pflege
des Freundeskreises beeinträchtigt. Fest steht
jedoch gleichzeitig
, dass der Beschwerdeführer noch immer über gute soziale Kontakte verfügt, seiner Erwerbstätigkeit zumindest in einem Teilpensum nach
geht und über einen geregelten
und recht aktiven
Tagesablauf verfügt.
In der Kategorie «Konsistenz» sind zudem die mehrfachen Hinweise des Gut
achters Dr.
L._
auf Aggravation
im Zusammenhang mit den
ausgeprägte
n
Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung
zu berücksichtigen
(Urk.
6/103/23 f.)
. Bereits die Hausärztin war
f
die Frage einer Sy
m
ptomaus
weitung auf (Urk. 6/40/1). Gleiches kann den Erhebungen durch das
E._
ent
nommen werden; deren Gutachter sprachen von einem
dysfunktionellen
Krank
heits
verhalten
(Urk. 6/77/37)
bei erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimi
tierung und Inkonsistenz
(Urk. 6/77/39)
.
Auch d
er neurologische Teilgutachter
der
Z._
,
Dr.
J._
,
sprach von einer Selbstlimitierung und von einem intermediär reduzierten Allgemeinzustand, bedingt vor allem durch Bewegungs- und Konditionsmangel (Urk. 6/103/16).
6.6
Nach dem Gesagten erweisen sich die geltend gemachten funktionellen
Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Einschränkungen i
nsge
samt
zwar bis zu einem gewissen Grad als erstellt.
Der psychiatrische Teilgut
achter der
Z._
vermochte aber nicht aufzuzeigen, weshalb die im Vordergrund stehende lediglich mittelgradig ausgeprägte depressive Reaktion am Übergang zu einer
Dysthymie
im Zusammenhang mit der Schmerz
verarbei
tungs
störung
(Urk. 6/103/35) und
mit Blick auf deren
grundsä
tzliche
Therapierbarkeit (Urk. 6/103/36 f.)
zu
funktionelle
n
Leistungseinschränkungen
führen
soll
en, die sich im Umfang
von 70%
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
wirken. Dies gilt umso mehr, als
auch nicht ersichtlich ist, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die direkten negativen funktionellen Folgen der zahlreichen psychosozialen Belastungsfaktoren ausgeklammert worden wären (Urk. 6/107/2).
Eine 70%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Astrologe wie auch in leidensangepassten Tätigkeiten (Urk. 6/103/37,
6/107/2
f.)
lässt sich anhand der Standardindikatoren
gemäss BGE 141 V 281 - und damit aus der Optik des Rechtsanwenders, welcher die ärztlichen Einschät
zungen und Schlussfolgerungen auf ihre konkrete sozialversicherungsrechtliche
Relevanz und T
ragweite hin zu prüfen hat (E. 6
.4 hie
r
vor) - nicht erhärten. Vielmehr ist, im Ergebnis mit de
r Beschwerdegegnerin
, davon auszugehen, dass d
er
Beschwerdeführer bei Ausschöpfung
sein
er in genügendem Masse vorhan
denen psychischen Ressourcen
auch in psychischer Hinsicht
in der Lage ist,
so
wohl
seine angestammte Tätigkeit als Astrologe
als auch eine andere leidensan
gepasste Tätigkeit
in
einem
Pensum von mindestens 70 %
zu verrichten.
Bei diesem Ergebnis
kann
offen bleiben
, ob die vorgebrachte
n
psychische
n
Ge
sundheitsbeeinträchtigung
en
mit Blick auf die in den Akten erwähnte
n
Hinweise auf Aggravation
und die Selbstlimitierung
de
s
Beschwerdeführers im
Sinne potentieller Ausschlussgründe gemäss BGE 141 V 281 (E. 2.2 S. 287 f.) überhaupt
rechtsgenüglich
ausgewiesen sind
.
7
.
Auf der Grundlage einer mindestens 7
0%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich als
Astrologe
ab
Dezember
2015 erübrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich. Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind gestützt auf dieselbe Bemessungsgrundlage und der Invaliditätsgrad anhand
eines Prozentvergleichs zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012
vom 3. August 2012 E. 4.2). Der
Invaliditätsgrad
liegt demnach bei
nicht renten
begründenden 30 %
.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr. 8
00.
--
anzu
setzen. Ausgangsgemäss sin
d die Gerichtskosten dem
Beschwerde
führer
aufzu
erlegen.