Decision ID: 4e935d82-0f13-5ed6-b51c-0fae883df4c3
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1
.
X._
, geboren 1965, zuletzt als Haus- und
Gebäu
detechniker
tätig, meldete sich im Januar 2009 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 12/2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die erwerblichen und medizinischen Abklä
rungen und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 12/9), einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 12/10), Berichte von den behandeln
den Ärzten (Urk. 12/15; Urk. 12/17; Urk. 12/23/7-9) sowie einen Fragebogen für
Arbeitgebende
(Urk. 12/21) bei. Am 13. März 2009 fand bei der IV-Stelle ausserdem ein berufliches Standortgespräch statt (Protokoll vom 3. Juni 2009; Urk. 12/25). In einer Mitteilung vom 7. Oktober 2009 erteilte die IV-Stelle in der Folge Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining bei der
Y._
,
Z._
, vom 2. November 2009 bis 31. Januar 2010 (Urk. 12/30). Mit dem Ver
sicherten wurde eine entsprechende Zielvereinbarung getroffen (Urk. 12/39) und für die Dauer der Massnahme erhielt er das grosse Taggeld zugesprochen (Urk. 12/31; Urk. 12/36). Nach Abschluss des Belastbarkeitstrainings erstattete die
Y._
am 12. Januar 2010 ihren Schlussbericht, in welchem sie festhielt, die Zielsetzung der Präsenz von vier Stunden pro Tag sei erreicht worden. Das geplante Aufbautraining könne unter gewissen Vorbehalten emp
fohlen werden (Urk. 12/46). Mit Schreiben vom 3. Februar 2010 erteilte die IV-Stelle alsdann Kostengutsprache für ein Aufbautraining bei der
Y._
vom 1. Februar bis 31. Juli 2010 (Urk. 12/48). Dem Versicherten wurde wiede
rum das grosse Taggeld zugesprochen (Urk. 12/49-50). Nach Abschluss einer Zielvereinbarung nahm der Versicherte bis am 8. Februar 2010 am Aufbautrai
ning teil, anschliessend wurde dieses aufgrund der bei ihm bestehenden Krisensituation beendet (vgl. den Schlussbericht vom 18. Februar 2010; Urk. 12/51). Die IV-Stelle stellte dem Versicherten daraufhin mit Vorbescheid vom 3. März 2010 die Beendigung der Integrationsmassnahme in Aussicht (Urk. 12/54), wogegen dieser am 14. April 2010 Einwand erhob (Urk. 12/56). Die IV-Stelle verfügte alsdann am 15. April 2010 im Sinne des Vorbescheids und erklärte das Aufbautraining für abgeschlossen (Urk. 12/57). Nachdem die IV-Stelle in der Folge zunächst weitere Berichte von behandelnden Ärzten zu den Akten genommen hatte (Urk. 12/58; Urk. 12/61; Urk. 12/63), gab sie am 2. Dezember 2010 bei Dr. med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 13. August 2011 erstattet wurde (Urk. 12/83). Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten für den Zeitraum 1. Juli 2009 bis 30. November 2011 die
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente in Aussicht (Urk. 12/93). Dieser liess dagegen am 27. Januar/2. März 2012 bzw. am 5. November 2012 durch Rechtsanwältin C. Fleisch Einwand erheben (Urk. 12/96; Urk. 12/103;
Urk. 12/128). Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere medizinische Abklärungen (Urk. 12/107/6-10; Urk. 12/114; Urk. 12/115; Urk. 12/124; Urk. 12/145). Schliesslich verfügte sie am 31. Januar 2013 im Sinne des Vorbescheids und sprach dem Versicherten für den Zeitraum 1. Juli 2009 bis 30. November 2011 eine befristete ganze Rente zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob dieser mit Eingabe vom
4.
März 2013 Beschwerde mit dem
Rechts
begehren
, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei
ihm
mit Wirkung ab
1.
Juli 2009 eine ganze unbefristete IV-Rente
zuzusprechen; eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten, eine unabhängige psychiatrische Begutachtung inkl. neurologischer und neuropsychologischer Testung durchzuführen und hernach über den Anspruch auf eine IV-Rente neu zu befinden; unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolge
zulasten der Gegenpartei (
Urk.
1). Am 1
9.
April 2013 liess der Beschwerdeführer dem Gericht ausserdem den Austrittsberich
t der
B._
vom
5.
April 2013 zukommen
über den
seit Februar 2012
vierten
stationäre
n
Aufenthalt
vom
7.
Februar bis
8.
April 2013
(
Urk.
9-10). Am 2
3.
April 2013 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Vernehmlassung ein, in welcher sie erklärte, sie verzichte auf eine Stellungnahme (
Urk.
11)
. Dem Be
schwerdeführer wurde dies am
2.
Mai 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13).
Nach Abschluss des Schriftenwechsels gab der Beschwerdeführer mit Eingaben vom
7.
Oktober 2013, 1
2.
Februar 2014 und
2.
Mai 2014 weitere
Behandlungs
berichte
zu den Akten (
Urk.
14 - 20).
3.
Mit Beschluss vom 1
4.
Mai 2014 eröffnete das Gericht den Parteien, dass es nach vorläufiger Würdigung der Akten die Aufhebung der angefochtenen Ver
fügung und Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung in Betracht ziehe (
Urk.
21). Mit Eingabe vom 2
6.
Juni 2014 erklärte der Beschwerdeführer seine Zustimmung zum in Aussicht gestellten Entscheid (
Urk.
24).
4
.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Im Folgenden ist die medizinische Aktenlage darzustellen:
2.1
Die Klinik
C._
, wo sich der Beschwerdeführer vom 2
0.
November bis 2
2.
Dezember 2008 in stationärer psychosomatischer Rehabilitation befand, führte in ihrem Austrittsbericht
vom 3
0.
Januar
2009
die Diagnose einer
An
passungsstörung
mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) auf. In Bezug auf die Krankheitsentwicklung wurde ausgeführt, am 2
2.
Mai 2008 sei der Vater des Beschwerdeführers
ver
storben. Drei Monate zuvor – am 2
2.
Februar 2008 – habe jener dem Beschwerdeführer beim Umzug in eine neue Wohnung geholfen. Der Beschwerdeführer stelle zwischen den beiden Daten Zusammenhänge her und habe grosse Schuldgefühle. Er fühle sich für den Tod des Vaters verantwortlich, sehe jedoch gleichzeitig ein, dass diese Schuldgefühle irrational seien. Anfang Juni 2008 habe der Beschwerdeführer folgendes erlebt: Starkes Herzklopfen und „Pulsen“ im rechten Bein, Schweissausbrüche, ein kal
ter Schauer, der ihm zweimal über den Rücken gelaufen sei, Zittern sowie drei Blitze im Kopf. Der Beschwerdeführer berichte, dass sein Kopf „
geresetted
“ wor
den sei. Nach diesem Vorfall habe er keine Energie mehr gehabt und habe nicht mehr lachen können. Anfang Oktober sei ihm fristlos gekündigt worden. Zurzeit fehle ihm die Freude, er weine rasch, sei energielos und es fehle ihm eine Tagesstruktur. Seit Mai 2008 habe der Beschwerdeführer 14 Kilogramm zuge
nommen und sich nicht bewegt. Er sei ein „Wrack“ geworden. Im Erstgespräch habe der Patient zudem die Sorge geäussert, dass während der Episode Anfang Juni 2008 etwas an seinem Herzen „kaputt“ gegangen sei.
Der Psychostatus wurde wie folgt beschrieben
: G
epflegter, bewusstseinsklarer und zu allen Dimensionen orientierter Patient; intakte
mnestische
Funktionen
;
mittelstarke Konzentrationsstörung; im formalen Denken mittelstark verlangsamt, leicht umständlich und eingeengt (auf den Tod des Vaters und die eigenen Beschwer
den bzw. die Episode Anfang Juni 2008); kein Hinweis auf Zwänge, Wahn, Sin
nestäuschungen oder Ich-Störungen; im Affekt leicht ratlos, deprimiert sowie ängstlich; mittelstarkes Gefühl der Gefühllosigkeit sowie mittelstarke Störung der Vitalgefühle
;
mittelstarke
Schuldgefühle in Bezug auf den Tod des Vaters
;
m
ittelstark antriebsarm, ansonsten psychomotorisch unauffällig; leichter sozia
ler Rückzug; zurzeit keine Hinweise auf Suizidalität.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit wurde dargelegt, bis
5.
Januar 2009 sei eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit gegeben. Danach sei eine Neubeurteilung durch den behandelnden Arzt vorzunehmen (
Urk.
12/17/6-10).
2.2
Nach einem weiteren Aufenthalt in der Klinik
C._
vom 2
0.
Juli bis 2
9.
August 2009 stellten die behandelnden Ärzte in ihrem Austrittsbericht vom 2
1.
Oktober 2009 die Diagnosen Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion
(ICD
10: F43.21); Erschöpfungssyndrom bzw. Burnout-Syndrom (ICD-10: Z73.0); Probleme in der Lebensführung (Rauchen) (ICD-10: Z72.0); Adipositas (BMI 32.4). In Bezug auf den Verlauf wurde ausgeführt, nach dem stationären Auf
enthalt Ende 2008 sei es dem Beschwerdeführer wieder besser gegangen. Aktu
ell belaste ihn die gesundheitliche Situation seiner Mutter (demenzkrank), welche noch zuhause wohne und viel Pflege und Unterstützung benötige. Der Beschwerdeführer fühle sich mit dieser Situation komplett überfordert. Bei Klinikeintritt habe der Beschwerdeführer unter Erschöpfungsgefühlen, depressi
ven Stimmungslagen, innerer Unruhe, Gereiztheit und Rückenschmerzen gelit
ten. Bei Austritt sei eine Stimmungsaufhellung und Verringerung der depressi
ven Symptomatik ersichtlich gewesen
. Der Patient habe psychophysisch gestärkt entlassen werden können. Es bestehe voraussichtlich noch bis zum 1
3.
September 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
12/58/6-10).
2.3
Die behandelnden Ärzte des
D._
führten mit
Arzt
bericht
vom 2
7.
September 2010 aus, der Beschwerdeführer stehe seit
dem
2
1.
Juni 2008 bei ihnen in Behandlung. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt: Rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1); Anpassungsstörung (F43.2); psy
chische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeitssyndrom (F17.2). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine abhängige Persönlichkeit (F60.7).
In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, vom
1.
August bis 3
0.
September 2008 sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeits
fähig gewesen, jedoch sei ihm aufgrund einer ungenügenden Leistungs- und Belastungsfähigkeit vom Arbeitgeber gekündigt worden. Vorgängig sei er vom 1
2.
Juni bis 3
1.
Juli 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit
1.
Oktober 2008 liege wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Der Beschwerdeführer sei dann aufgrund der immer noch bestehenden Depression (langwieriger
Trau
erprozess
mit starken Schuldgefühlen, teilweise bedingt durch vermeidend-selbstunsichere und abhängige Persönlichkeitszüge) für einen stationären Aufenthalt in der Klinik
C._
angemeldet worden. Seit
6.
Januar 2009 stehe er wieder im
D._
in Behandlung. Es sei bis heute eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben. Auf längere Sicht sei nicht mit einer Wie
derherstellung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Urk.
12/61/6-8).
2.
4
Vom 2
0.
Oktober bis 1
6.
November 2010 befand sich der Beschwerdeführer zum dritten Mal in stationärer Rehabilitation in der Klinik
C._
. Im Austrittsbericht vom 1
5.
Dezember 2010 wurden folgende Diagnosen aufgeführt: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), nach Tod des Vaters 2008; Abhängigkeitssyndrom durch Tabak (F17.2); arterielle Hypertonie, ED vor ca. 20 Jahren; Adipositas; Diskusprolaps im LWS-Bereich
. In der Beurteilung wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit aktuell mittelgradig depressiver Stimmungsauslenkung. Daneben bestehe ein Abhängigkei
tssyndrom von Tabak, wobei der
Beschwerdeführer durch die vorgegebene Tagesstruktur in der Klinik den Tabakkonsum automatisch etwas habe reduzieren können. Die kognitiven und verhaltensmässigen Auffälligkeiten in den Diagnosen seien nicht umfas
send umschrieben. Es sei deshalb eine eingehende psychiatrische, neuropsy
chologische sowie neurologische Testung und Abklärung zu empfehlen. Da es sich im Verlauf der letzten zwei Jahre um den dritten Reha-Aufenthalt in
C._
handle und der Gesundheitszustand trotz des erhöhten persönlichen
Gestal
tungsraums
stagniere bzw. als tendenziell eher sich verschlechternd wahrge
nommen werde, werde das Rehabilitationsprogramm
hier
als ausgeschöpft betrachtet
. Sollte die berufliche Integration in geschützter Umgebung nicht möglich sein, wäre ein längerer, stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik indiziert. Die Arbeitsfähigkeit sei bis 2
3.
November 2010 weiterhin nicht gegeben. Anschliessend sei sie neu zu prüfen (
Urk.
12/70).
2.
5
Dr.
A._
führte in seinem Gutachten
vom 1
3.
August 2011
aus, der Beschwer
deführer schildere an aktuellen Beschwerden Erschöpfung, Konzentrations
störungen, Entscheidungsschwäche, Kraftlosigkeit, ab und zu Kreuzschmerzen, Lustlosigkeit, einmaliges Stimmenhören, Hitze in der Stirn, sowie
dass
„irgend
wie alles blockiert“ sei. Er erwähne noch, mit Hilfe des antidepressiven Medi
kaments
Trittico
schlafe er gut, seit zwei Wochen nehme er es jedoch nicht mehr ein, weil er durch
Marcoumar
antikoaguliert werde, auch ohne
Trittico
schlafe er jetzt aber gut. Die Frage, wie er seine Arbeitsfähigkeit einschätze, habe der Beschwerdeführer nicht beantworten können. Er habe aber angedeutet, wegen seiner Kraftlosigkeit, Erschöpfung und dem ständigen Gedankenkreisen sei ihm momentan keine
Arbeitstätigkeit möglich. Aus ärztlicher
Sicht sei je
denfalls bemerkenswert, dass es dem Beschwerdeführer möglich gewesen sei, Anfang April 2011 für drei Tage am Steuer seines Autos ins
E._
zu fahren, um seine dort bei seinen Verwandten untergebrachte demente Mutter zu besu
chen.
Seinen Tagesablauf schildere der Versicherte wie folgt: Um 08.00 Uhr aufstehen, Kaffee trinken, rauchen, sich wieder hinlegen, aber nicht schlafen, um ca. 10.00 Uhr wieder aufstehen, Mittagessen zubereiten (heute
Kartoffel
stock
), dann sich wieder hinlegen, einkaufen gehen (Kartoffelstock, Milch, Zigaretten), ein wenig Haushalten, waschen, kochen, fernsehen (und dabei ein
schlafen). Auf die Frage, warum er angesichts der subjektiv fehlenden Besse
rung nicht schon längst stationär in eine psychiatrische Klinik eingetreten sei, habe der Beschwerdeführer geantwortet, er würde schon, aber könne nicht
(
Urk.
12/83/17-18)
.
In seiner Beurteilung führte
Dr.
A._
aus, beim Beschwerdeführer bestehe in erster Linie die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit deutlich abhängigen (von den Eltern, vom Nikotin) sowie u
n
reifen (Vermeidungsverhalten, keinerlei Übernahme von Verantwortung, inadäquate Konfliktverarbeitung) Zügen. Vor dem Tod des Vaters, auf welchen der Be
schwerdeführer mit einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) reagiert habe, sei die Persönlichkeitsstörung nie klinisch manifest geworden, der Beschwerdefüh
rer habe jahrelang ununterbrochen zu einem vollen Pensum im angelernten Beruf gearbeitet. Die vom
D._
zurecht
diagnosti
zierte Anpassungsstörung sei ambulant weiterbehandelt worden und habe danach drei stationäre Aufenthalte in der Klinik
C._
zur Folge gehabt.
D
er im letzten Aufenthalt (und vermutlich schon zuvor durch das
D._
) gestellten Verschärfung der Diagnose zu einer rezidivierenden depressiven Störung,
sei insofern nicht zuzustimmen, als schon während dieses Aufenthalts die ausgesprochene Divergenz zwischen Hilflosigkeit und Klarheit bei der Beteuerung dieser Hilflosigkeit aufgefallen sei und andererseits der Ver
sicherte im privaten Bereich keinen für eine mittelgradige Depression typischen Einschränkungen zu unterliegen scheine (z.B. neuerliche Reise nach
F._
, alleine am Steuer eines Autos). Zudem passe der geschilderte Tagesablauf eher zu einer schmollenden Regression als zu einer eigentlichen depressiven Störung, weil sonst nämlich der Versicherte die ihm
offenstehende Hilfe durch einen sta
tionären psychiatrischen Aufenthalt schon längst wahrgenommen hätte. Den Beschreibungen des Beschwerdeführers nach liege die Anpassungsstörung (ICD-10: F43.28) zurzeit in einer neurasthenischen (Schwindel, Konzentrationsstö
rungen, Müdigkeit, Kraftlosigkeit) sowie einer leicht depressiven (Lustlosigkeit, subjektiver Antriebsmangel) Form vor. Weiter bestehe eine Tabakabhängigkeit (ICD-10: F17.2). Den diagnostizierten Störungen komme spätestens ab
Untersu
chungszeitpunkt
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr zu, es sei dem Versicherten ab sofort zumutbar, sich beim RAV zu melden und sich auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle zu machen. Schliesslich sei anzumerken, dass der Beschwerdeführer aktuell der Pflege seiner dementen Mutter d
ad
urch enthoben zu sein scheine, als diese bei Verwandten in
F._
untergebracht sei. In therapeutischer Hinsicht sei eine den Versicherten konfrontierende Methode zu empfehlen, wobei regelmässige Arbeit als wichtigster strukturgebender Fak
tor anzusehen sei, und darauf scheine der sich so orientierungslos gebende Beschwerdeführer ja dringend angewiesen zu sein (
Urk.
12/83/18-19).
2.6
Die
B._
stellte nach den beiden stationären Aufenthalten vom
8.
Februar bis 1
1.
April 2012 bzw. vom 1
6.
April bis 1
4.
Mai 2012 in ihrem Austrittsbericht vom 2
2.
Mai 2012 folgende psychiatrische Diagnosen:
Schi
zoaffektive
Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10: F25.1); abhängige (asthe
nische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7); Störungen durch Tabak/
Ab
hän
gig
keitssyndrom
/mit ständigem Substanzgebrauch (ICD-10: F17.25); Ein- und
Dur
ch
schlafstörungen (
Upper
Airway
Resistance) (ICD-10: G47.0). Als somati
sche
Diagnosen nach ICD-10 wurden genannt: Adipositas durch übermässige
Kalo
rienzufuhr
(ICD-10: E66.0); essentielle (primäre) Hypertonie (ICD-10: I10);
Z.n
. Thrombose 04/11 (ICD-10: I80.0); Zyste der Niere, erworben (
eigenanam
nes
tisch
) (ICD-10: N28.1); sonstige Rückenschmerzen:
Zervikalbereich
(ICD-10: M54.82); Furunkel linke Leiste bei
rez
. Furunkulose im Leistenbereich (ICD-10: L02.8). In der diagnostischen Beurteilung wurde festgehalten, Anamnese, Verlauf und Befunde mit sowohl eindeutig schizophrenen als auch eindeutig affek
tiven Symptomen gleichzeitig während
der aktuellen Krankheitsepisode
sprä
chen für die Diagnose einer
schizoaffektiven
Störung mit gegenwärtig depressiver Episode. Affektiv hätten sich beim Beschwerdeführer eine Antriebs
losigkeit, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit sowie eine ausgeprägte innere als auch psychomotorische Unruhe gezeigt. Parallel dazu hätte
n
sich schizo
phrene Symptome wie Gedankenausbreitung, Beziehungsideen, Ich-Störungen in Form von Depersonalisationen und Misstrauen sowie unbestimmte Ängste gegenüber seinen Mitmenschen dargestellt.
Als krankheitsfördernd und
-
auf
rechterhaltend seien die multiplen somatischen Vorerkrankungen sowie die
aktuell fehlende Arbeitsfähigkeit anzusehen. Protektiv sei der Beschwerdeführer in ein kleines, aber stabiles soziales Umfeld eingebunden. Während der Be
handlung habe aufgrund der psychiatrischen Erkrankung eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden
. Es werde sich daran
in absehbarer Zukunft
wohl auch
nichts ändern (
Urk.
12/114).
2.7
Nach der dritten
Hospitalisation
in der
B._
vom
8.
Oktober bis
5.
Dezember 2012
führte
n
die behandelnden Ärzte in ihrem Austrittsbericht vom 1
2.
Dezember
2012
grundsätzlich dieselben psychiatrischen Diagnosen auf wie in jenem vom 2
2.
Mai 2012, einzig die Ein- und Dur
ch
schlafstörungen sind nicht mehr erwähnt.
Als somatische Diagnosen wurden genannt: Thrombose, Phlebitis und
Thrombophlebitis
(ICD-10: I80); obstruktives Schlafapnoe-Syn
drom (ICD-10: G47.31);
Lumboischialgie
(ICD-10: M54.4); Zyste der Niere, er
worben (ICD-10: N28.1); Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr (ICD-10: E66.0); benigne essentielle Hypertonie (ICD-10: I10.0). In der diagnostischen Beurteilung wurde festgehalten, Befunde und klinischer Verlauf mit ausgepräg
ter Antriebsminderung mit Grübeln und Gedankenkreisen, formalen Denkstö
rungen sowie auch Depersonalisationserleben sprächen für eine erneute schwere depressive Episode im Rahmen der Grunderkrankung. Differentialdiagnostisch sei jedoch auch an eine zunehmende Negativsymptomatik bei einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis zu denken. Krankheitserhaltend wirk
ten
das spärliche soziale Umfeld sowie die fehlende Tagesstruktur, protektiv hinge
gen sei
en
die gute medikamentöse Compliance des Patienten sowie die gute Therapiemotivation zu werten.
Bei Entlassung sei der Patient 100
%
arbeitsun
fähig (
Urk.
3/14).
3.
3.1
Dem angefochtenen Rentenentscheid
vom 3
1.
Januar 2013
liegt
zunächst
die Beurteilung des Gutachters
Dr.
A._
zugrunde, wonach beim Beschwerdeführer im Untersuchungszeitpunkt im Mai 2011 keinerlei Einschränkung der Arbeits
fähigkeit mehr vorgelegen habe. Hinsichtlich de
s
Verlaufs der Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt der Begutachtung stellte die Beschwerdegegnerin
sodann
gemäss der Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes
vom
6.
September 2011 (
Urk.
12/91/8-9) auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte ab, wonach die Arbeitsfähigkeit vom 1
2.
Juni bis 3
1.
Juli 2008 0
%
betra
gen habe, vom
1.
August bis 3
0.
September 2008 50
%
, vom
1.
Oktober 2008 bis 3
0.
August 2011 0
%
und ab dem
1.
September 2011
100
%
.
3.2
3.2.1
Vorab ist zu prüfen, inwieweit auf das Gutachten von
Dr.
A._
abgestellt wer
den kann. Der Beschwerdeführer macht geltend,
dem
Gutachten könne bereits aus formellen Gründen
keinerlei Beweiswert zukommen
.
Dieses sei chaotisch gegliedert, es fehle ein strukturierter Aufbau.
Des
Weiteren liege eine Verletzung des Anspruchs auf eine faire und objektive Begutachtung vor, da
Dr.
A._
seine Untersuchung nicht vorurteilsfrei durchgeführt habe. Was den Aufbau des Gutachtens betrifft, werden nach der Zusammenfassung der
Vorakten
(
Urk.
12/83/3-11) die
„
eigenen Untersuchungsbefunde
“ (
Urk.
12/83/11-13)
dar
gestellt,
anschliessend folgen „Anamnese“ (
Urk.
12/83/13-16), „
Krankheitsent
wicklung
“ (
Urk.
12/83/16-18) und zuletzt die „Beurteilung und Beantwortung der gestellten Fragen“ (
Urk.
12/83/18-19).
Vorliegend mag die vo
m Gutachter gewählte Systematik
als unüblich erscheinen.
Dies gilt insbeson
dere für den Umstand, dass die Wiedergabe der eigenen Befunde
vor der Anamnese erfolgt. Insgesamt bestehen aber keine Anhaltspunkte,
wonach
aufgrund dieser Gliede
rung
auf
eine
mangelhafte Begutachtung
zu schliessen ist
.
3.2.2
In Bezug auf den Vorwurf de
r
Voreingenommenheit des Gutachters ist festzu
halten, dass
n
ach der Rechtsprechung für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe gelten, wie sie für Richter vorgese
hen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befan
genheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. (BGE 132 V 109 f. E.
7.1, 120 V 364 E. 3).
Vorliegend
ist zunächst
festzustellen, dass
Dr.
A._
die ihm von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten Akten eingehend zitierte (
Urk.
12/83/3-11). Dabei beliess es der Gutachter indes nicht bei einer sachlichen und neutralen Darlegung des vorhandenen Aktenmaterials, sondern nahm bereits persönliche Hervorhebungen vor.
Namentlich wurden einzelne Sätze in Fettschrift wiedergegeben
bzw.
ist bei einem Satz an dessen Ende ein Ausrufezeichen („(!)“)
gesetzt
.
Mitunter gab
Dr.
A._
zudem bereits eine Stel
lungnahme zu der Einschätzung des betreffenden Arztes ab.
Sodann
fallen im Gutachten die zahllosen Schweizerdeutschen Wendungen auf, die der Gutachter verwendete, um einzelne Aussagen des Beschwerdeführers zu zitieren. Schwei
zerdeutsche Begriffe mögen ein durchaus geeignetes und sinnvolles Mittel
sein
,
um bestimmte Angaben des Exploranden
authentisch darzustellen
. In
der vor
liegenden
Vielzahl lassen sie die gutachterlichen Ausführungen indes als unprofessionell erscheinen. Auf den Betrachter entsteht so der unterschwellige
Eindruck, dass die Schilderungen des Begutachteten ins Lächerliche gezogen werden
.
Dieser Eindruck wird auch durch die Verwendung
gewisse
r
Begriffe, mit welchen der B
eschwerdeführer charakterisiert wird, z.B.
„
rührend-
babyhaft
“,
„
rührend-
tolpatschig
“
, unterm
auer
t
.
Unzutreffend ist im Übrigen indes der vom
D._
in seinem
Schreiben
vom 1
0.
November 2011 (
Urk.
12/95) erhobene Vorwurf, die Begutachtung
sei
in
den Privaträumen von
Dr.
A._
durchgeführt worden
; der Gutachter hielt einleitend ausdrücklich fest, die Untersuchungen hätten in seiner Praxis stattgefunden. Gesamthaft
erscheint hier angesichts der beschriebenen Wertungen
aber
zumindest fragwürdig, ob das Erfordernis der Unbefangenheit des Gutachters erfüllt ist.
3.2.3
In materieller Hinsicht
werden im Gutachten die Diagnosen
einer
kombinierte
n
Persönlichkeitsstörung mit deutlich abhängigen und unreifen Zügen, eine
An
passungsstörung
in einer derzeit neurasthenischen und leicht depressiven Form sowie eine Tabakabhängigkeit gestellt.
Hinsichtlich der von der
Klinik
C._
gestellten Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung
wird
hingegen
ausgeführt, mit dieser sei
nicht einig zu gehen, es
liege nur eine schmollende Regression vor
.
Sodann weist der
Gutachter darauf hin, den diagnostizierten Störungen komme spätestens ab Untersuchungszeitpunkt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr zu.
Vorliegend erscheint fraglich, inwieweit auf diese gutachterlichen Einschätzungen abgestellt werden kann. So
ist namentlich zu beanstanden, dass nicht angegeben wird
, aus welchen Kriterien gemäss ICD-10 die gestellten Diagnosen hergeleitet werden. Dies gilt insbesondere für die – von den behandelnden Ärzten des
D._
und de
r Klinik
C._
nicht erwähnte – kombinierte Persönlichkeitsstörung. Es kommt dies
bezüglich auch unzureichend zur Sprache, wie sich diese Störung ursprünglich entwickelt hat
und
was die Gründe sind, weshalb sie erst jetzt klinisch manifest wurde
, nachdem sie sich zunächst über Jahre hinweg nicht bemerkbar machte
.
Fraglich erscheint
sodann
weiter auch,
ob
von einer hinreichenden Beurteilung der medizinischen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden kann.
Eine konkrete Auseinandersetzung mit der Arbeitsfähigkeit in angestammter oder einer ange
passten Tätigkeit findet nicht statt.
Dr.
A._
leitet sein
Ergebnis, wonach die beschriebenen Störungen keinerlei Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (mehr) hät
ten,
grundsätzlich aus den von ihm gestellten Diagnosen
ab
.
Daneben betont er, über welche Ressourcen der Beschwerdeführer in seinem Alltag verfüge, wie der Umstand deutlich mache, dass er
in der Lage gewesen sei, für drei Tage am Steuer seines Autos ins
E._
zu fahren, um dort seine demente Mutter zu besuchen
.
Eine volle Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit kann aufgrund
dieser
gutachterlichen Ausführungen indes nicht ohne weiteres nachvollzogen werden.
Diesbezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass im Zusammenhang mit
der Anpassungsstörung v
on neurasthenischen (
Schwindel,
Konzentrations
stö
rungen
, Müdigkeit, Kraftlosigkeit
) sowie leicht depressiven (Lustlosigkeit, sub
jektiver Antriebsmangel) Symptomen die Rede ist
. Dass aus diesen Be
schwerden keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultier
en soll
, bedürfte zumindest einer näheren Begründung.
3.3
Zus
ammenfassend erscheint sowohl au
s formell
er wie auch aus materieller Sicht fraglich, ob das Gutachten von
Dr.
A._
eine zuverlässige
Entscheidungs
grundlage
darstellt. Abschliessend beantwortet werden braucht die Frage nach der Beweiskraft des Gutachtens indes nicht.
In dieser Hinsicht
ist zu beachten, dass die angefochtene Verfügung am 3
1.
Januar 2013 erlassen wurde. Die Begutachtung bei
Dr.
A._
fand Anfang Mai 2011 statt. Zwischen
Begutach
tungs
- und Verfügungszeitpunkt liegt damit ein relativ grosser Zeitraum. Dabei bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass innerhalb dieser Zeitspanne eine Ver
än
d
erung des Gesundheitszustands eingetreten ist.
So befand sich der Beschwer
deführer ab Februar 201
2
wiederholt in stationärer Behandlung in der
B._
. Bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung sind insgesamt drei Aufenthalte dokumentiert,
vom
8.
Februar bis 1
1.
April 2012, vom 1
6.
April bis 1
4.
Mai 2012 sowie vom
8.
Oktober bis
5.
Dezember 201
2.
Nach der zweiten
Hospitalisation
erfolgte ausserdem eine Anbindung an die
Tages
klinik
des
D._
(
Urk.
12/11).
In diagnostischer Hinsicht ist zu beachten, dass i
m Anschluss an die dritte
Hospitalisation
in der
B._
im Austrittsbericht vom 1
2.
Dezember 2012
(wie auch schon im vorangegangenen Bericht vom 2
2.
Mai 2012)
als psychiatrische Diag
nosen eine
schizoaffektive
Störung, gegenwärtig depressiv, eine abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung, und Störungen durch Tabak (
Abhängig
keitssyndrom
, mit ständigem Substanzgebrauch) erwähnt
wurde
. In der Beur
tei
lung
war
dabei von einer schweren depressiven Episode im Rahmen der
Grund
erkrankung
die Rede, wobei differentialdiagnostisch auch an eine zu
nehmende Negativsymptomatik bei einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis zu denken sei. Daneben
sind
in dem Bericht eine Reihe von soma
tischen Diagnosen erwähnt. Was die Frage nach einer Arbeitsunfähigkeit be
trifft, wurde diese bei Austritt auf 100
%
beziffert.
In Bezug auf den Beweiswert der Beurteilungen der
B._
ist festzustellen, dass keine hinrei
chend
e
Auseinandersetzung mit den gestellten psychiatrischen Diagnosen statt
findet. Insbesondere werden keine objektiven Befunde angegeben, welche eine schwere depressive Episode belegen.
Umgekehrt ist aber festzustellen, dass die be
han
delnden Ärzte der
B._
im Rahmen
der wiederholten sta
tionären Aufenthalte die Gelegenheit hatten, den Beschwerdeführer über einen längeren Zeitraum eingehend zu beurteilen, so dass ihren Einschätzungen eini
ges Gewicht zukommt.
In diesem
Zusammenhang ist auch zu beachten, dass im Rahmen weiterer stationärer Behandlungen
in der
B._
nach Verfügungserlass
(vom
7.
Februar bis
8.
April 2013 bzw.
vom
1
2.
Juli bis
5.
August 2013) die bisherigen psychiatrischen Beurteilungen
mit einer
schi
zoaffektiven
Störung bzw. einer schweren depressiven Symptomatik
bestätigt wurden (
Urk.
10 und 15
)
. Daneben ging auch die Klinik
C._
nach einem Abklärungsgespräch vom 1
9.
Februar 2014 in ihrem Bericht vom 1
2.
März 2014 von einer
schizoaffektiven
Störung, gegenwärtig depressiv
,
sowie einer abhän
gigen Persönlichkeitsstörung aus (
Urk.
19), und schliesslich wurden von der
G._
nach einer Sprechstunde vom
1.
April 2014 ebenso die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig depressive Episode mit psychotischen Symptomen,
des
Verdacht
s
auf eine abhängige/asthenische Persönlichkeitsstörung sowie
differentialdiagnos
tisch
einer
schizoaffektiven
Störung, gegenwärtig depressiv,
erwähnt
(
Urk.
20).
Im
Übrigen scheint
vorliegend
auch ungeklärt, welcher Einfluss den von der
B._
gestellten somatischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit zukommt. Die Rentenbeurteilung vom 3
1.
Januar 2013 erfolgte ausschliesslich aus psychiatrischer Sicht.
Gesamthaft bestehen konkrete Anhaltspunkte, welche auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands nach der Begutachtung hindeuten.
Das Gutachten von
Dr.
A._
kann daher für die Beurteilung der
medizinisch-theoretische
n
Arbeits
fähigkeit im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
nicht genügen. Umgekehrt können die
Einschätzungen der
B._
für eine
Re
ntenbeurteilung
aber ebenfalls nicht zum Bezug genommen werden
, da in den betreffenden Berichten wie erwähnt zu wenig auf objektive Befunde Bezug genommen wird, welche eine schwere psychiatrische Erkrankung belegen
,
und daneben findet auch keine hinreichende Auseinandersetzung mit der Arbeitsfähigkeit statt.
Es drängen sich
vorliegend
neuerliche Abklärungen auf.
3.4
Zu prüfen bleibt der Gesundheitszustand bzw. die medizinische Leistungsfähig
keit vor dem Zeitpunkt der Begutachtung. Die Beschwerdegegnerin stellte dies
bezüglich auf die bisherigen Beurteilungen der behandelnden psychiatrischen Fachärzte ab
und sprach dem Beschwerdeführer darauf basierend für den Zeit
raum
1.
Juli 2009 bis 3
0.
November 2011 eine ganze Rente zu
. Die behandeln
den Ärzte des
D._
fassten
den Verlauf der Arbeits
un
fähigkeit
in ihrem Bericht vom 2
7.
September 2010
wie folgt zusam
men: vom 1
2.
Juni bis 3
1.
Juli 2008
10
0
%
; vom
1.
August bis 3
0.
September 2008 50
%
und
vom
1.
Oktober 2008
wiederum
100
%
(
Urk.
12/61/6). Andern
orts attestierten sie seit
1.
Januar 2008 durchgehend eine volle Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
12/61/7). Dies ist nicht nachvollziehbar, zumal Behandlungsbeginn am 2
1.
Juni 2008 war.
Die behandelnden Ärzte der Klinik
C._
hatten während den damaligen
drei
stationären Aufenthalten
bzw. für die unmittelbar darauf folgende Zeit
jeweils eine 100%ig
e Arbeitsunfähigkeit attestiert und
im Übrigen auf die Einschätzungen des
D._
verwiesen
.
Zu
dessen
Einschätzungen
im
Bericht vom 2
7.
September 2010
ist i
m gleichen Sinne wie im Zusammenhang mit den Beurteilungen der
B._
festzustellen, dass eine hinreichende Auseinandersetzung mit den gestellten Diagnosen nicht stattfindet. Es wird nicht konkret begründet, aus welchen ob
jektiven Befunden diese hergeleitet werden. Daneben
lassen die Diagnosen
eine
durchgehende volle Arbeitsunfähigkeit seit
1.
Oktober
oder Januar
2008 nicht ohne weiteres nachvollziehen. Eine diesbezügliche
Stellungnahme fehlt
.
Insge
samt genügen die Einschätzungen des
D._
für eine
rechtsgenügliche
Rentenbeurteilung deshalb nicht. Dasselbe muss im Übri
gen auch für die Berichte der Klinik
C._
gelten, da diese sich nach dem Gesag
ten jeweils nur für einen beschränkten Zeitraum zur Arbeitsfähigkeit äussern.
Gesamthaft erscheint damit auch der Gesundheitszustand vor dem Zeitpunkt der Begutachtung ungenügend abgeklärt.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung auf keinen zuverlässigen medizinischen Grundlagen beruht. Die Verfügung ist deshalb auf
zuheben und die Sache zur umfassenden neuen Abklärung an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen. Bei diesem Ergebnis kann im Übrigen offen bleiben, inwieweit die angefochtene Verfügung bereits aus formellen Gründen (Verlet
zung des rechtlichen Gehörs) aufzuheben ist
(vgl.
Urk.
1 S. 5 ff)
.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt. Die Gerichtskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat
die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kos
ten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
In der vorliegenden Angelegenheit erscheint eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘300.--
(inkl.
MWSt
und Barauslagen) als ange
messen.