Decision ID: b2f5fddb-7d04-56b5-a642-257fed3e6823
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Salvatore Bianco, LL.M., Groner Rechtsanwälte,
Tödistrasse 52, 8002 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1954 geborene A._ (nachfolgend Versicherte) war seit dem 7. Juni 1989 als
Raumpflegerin bei der B._, berufstätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als sie am 29. Juni 2002 zuhause auf einem Schemel stehend Fenster
putzte, abrutschte und sich den Fuss bzw. Knöchel brach (Suva-act. 1). Im Verlauf der
Hospitalisierung der Versicherten vom 29. Juni bis 26. Juli 2002 (Suva-act. 6) wurden
aufgrund der Diagnose einer Pilon tibial-Fraktur der Tibia rechts mit lateraler Weber B-
Fraktur am 29. Juni 2002 eine geschlossene Reposition und ein
gelenksüberbrückender Fixateur externe (Suva-act. 3), am 10. Juli 2002 eine Platten-
und Schraubenosteosynthese Malleolus lateralis (Suva-act. 4) und am 17. Juli 2002
eine Plattenosteosynthese (5-Loch-Löffelplatte) in der Chirurgischen Klinik,
Kantonsspital Uznach, vorgenommen (Suva-act. 5). Eine weitere Hospitalisierung folgte
zwischen 16. und 18. August 2002 (Suva-act. 7). Am 22. November 2002 wurde eine
kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. C._ durchgeführt (Suva-act. 14). Ab
7. Januar 2003 war die Versicherte wieder zu 66,6% arbeitsfähig (Suva-act. 16, 19). Ab
11. März 2003 wurde die Arbeitsfähigkeit durch Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, probatorisch auf 100% erhöht (Suva-act. 23). Zwecks
Osteosynthesematerialentfernung am 27. August 2003 hielt sich die Versicherte
zwischen 26. und 28. August 2003 im Kantonsspital Uznach auf (Suva-act. 26, 28, 29).
A.b Am 15. Dezember 2005 wurde ein MRI des oberen Sprunggelenks rechts
angefertigt (Suva-act. 35). Mit Schadenmeldung vom 21. Februar 2006 und Arztzeugnis
vom 9. März 2006 wurde ein Rückfall gemeldet (Suva-act. 30, 32). Am 22. Mai 2006
fand eine ambulante Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen, Klinik für
Orthopädische Chirurgie, statt (Suva-act. 38). Mit Operation vom 8. September 2006
wurde eine OSG-Prothese (Salto) eingesetzt (Suva-act. 43). Bis Ende Oktober 2006
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bestand eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 44, 45). Anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung vom 26. März 2007 wurde der Versicherten weiterhin eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit als Raumpflegerin attestiert (Suva-act. 51). Auf den
30. Juni 2007 wurde das Arbeitsverhältnis der Versicherten aufgelöst (Suva-act. 52, 53,
60). Am 8. Mai 2007 wurde eine Arthroskopie des rechten oberen Sprunggelenks und
eine Adhäsiolyse durchgeführt (Suva-act. 55, 57), am 24. August 2007 eine Infiltration
des Gelenks vorgenommen (Suva-act. 63). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
vom 15. September 2008 empfahl Dr. med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie, eine
Arthrodese (Suva-act. 76). Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gab am 10. November 2008
eine Zweitmeinung ab (Suva-act. 82). Gemäss kreisärztlicher Untersuchung vom
26. Januar 2009 war ein Endzustand erreicht, da die Versicherte keine weiteren
Eingriffe wünschte (Suva-act. 87).
A.c Mit Vorbescheid vom 4. März 2009 und mit Verfügung vom 24. September 2009
wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente der
Invalidenversicherung habe (Suva-act. 88, 100).
A.d Gestützt auf die Beurteilung von Dr. E._ (Suva-act. 86) wurde der Versicherten
mit Verfügung vom 21. November 2009 eine Integritätsentschädigung in Höhe von
Fr. 16'020.00 entsprechend einer Integritätseinbusse von 15% sowie eine
Invalidenrente zu 10% in Höhe von monatlich Fr. 177.85 seit 1. November 2009 (Suva-
act. 104, 105, 106) zugesprochen.
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 3. Januar 2010 bzw. 5. Januar
2009 (richtig: 2010; Suva-act. 108, 110) wurde mit Einspracheentscheid vom 17. Mai
2011 abgewiesen (Suva-act. 119; act. G 1.2).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte am 14. Juni 2011 durch Rechtsanwalt
lic. iur. S. Bianco, LLM, Zürich, Beschwerde erheben und beantragen, dass der
Entscheid vom 17. Mai 2011 aufzuheben sei (act. G 1). Der Beschwerdeführerin seien
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die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Insbesondere sei eine UVG-Rente auf der
Basis einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 66,7% zuzusprechen; dazu sei der
Beschwerdeführerin eine entsprechende Integritätsentschädigung zuzusprechen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu ergänzenden Abklärungen bzw. zur Ergänzung
des Beweisverfahrens (Anordnung weiterer Gutachten etc.) und zur Neubeurteilung und
Neuberechnung an die verfügende Instanz zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte der
Rechtsvertreter insbesondere an, dass in den diversen Arztberichten die
Arbeitsunfähigkeit und die Bemessung des Invaliditätsgrads äusserst unterschiedlich
beurteilt worden sei. Insbesondere Dr. D._ und Prof. Dr. F._ würden mindestens
von einer Arbeitsunfähigkeit zu 66,7% bzw. 60% ausgehen. Die Beschwerdegegnerin
habe diese beiden Berichte sowie die Gesamtumstände der Beschwerdeführerin zu
wenig berücksichtigt. Weil die Beschwerdeführerin seit kurzer Zeit auch noch an
Brustkrebs leide, sei eine aktuelle, profunde medizinische Beurteilung notwendig.
C.b Mit Verfügung vom 5. August 2011 wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor
Versicherungsgericht entsprochen (act. G 8).
C.c Mit Vernehmlassung vom 22. August 2011 (act. G 9) liess die Beschwerdegegnerin
durch Rechtsanwältin Dr. iur. Marianne Sonder, Muri, das Rechtsbegehren stellen, die
Beschwerde vom 14. Juni 2011 sei vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung
brachte sie im Wesentlichen vor, dass Prof. Dr. F._ sich nicht zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin geäussert, sondern lediglich beurteilt habe, ob eine
Protheseentfernung und eine OSG-Arthrodese indiziert seien. Für die
Invaliditätsbemessung sei nicht die medizinisch-theoretische Schätzung der
Arbeitsfähigkeit durch den Arzt massgebend, sondern vielmehr die durch die
Unfallfolgen bedingten Einschränkungen der Erwerbsmöglichkeiten auf dem gesamten
für die versicherte Person in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Das
fortgeschrittene Alter sei grundsätzlich ein invaliditätsfremder Faktor.
C.d Die Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 18).

Erwägungen:
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1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 17. Mai 2011. Streitig sind vorliegend einzig die Höhe der Invalidenrente und der
Integritätsentschädigung, insbesondere der Grad der Erwerbsunfähigkeit und das
Ausmass der Integritätseinbusse.
2.
2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt gemäss Art. 6 Abs. 1
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen
die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle, indem die Unfallversicherung auch für seltenste, schwerwiegendste
Komplikationen haftet, welche nach der unfallmedizinischen Erfahrung im allgemeinen
gerade nicht einzutreten pflegen (BGE 118 V 286, E. 3a; vgl. BGE 117 V 365, E. d/bb,
unten, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177, E. 3.1 mit Hinweisen).
2.2 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente,
wenn er infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) beschreibt Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird wiederum
als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt geschildert (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Bei der Bemessung des Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2012&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=bge+118+V+289+&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page365
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ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die
Invalidenrente bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität
wird sie entsprechend gekürzt.
2.3 Die versicherte Person hat Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung, wenn sie durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24
Abs. 1 UVG). In den Richtlinien des Anhangs 3 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung geregelt (Art. 25 Abs. 1 UVG).
2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
3.
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3.1 Vorab gilt es unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden die
verbliebene Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu bestimmen.
3.2 Herrührend vom Sturz vom 29. Juni 2002 persistierten bei der Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen belastungsabhängige Schmerzen im rechten oberen
Sprunggelenk, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen Lockerungssaum in
der tibialen Komponente zurückzuführen sind (Suva-act. 63, 68, 76, 82, 87). Soweit die
Beschwerdeführerin Beschwerden im linken Fuss geltend macht, die gemäss Bericht
vom 9. Juni 2011 von Dr. D._ (act. G 1.5) zweifellos durch die einseitige Belastung
(Entlastung des rechten verletzten Fusses) entstanden seien, ist darauf hinzuweisen,
dass das Datum des Einspracheentscheids (17. Mai 2011) rechtsprechungsgemäss die
zeitliche Grenze der richterlichen Prüfungsbefugnis bildet (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b mit
Hinweisen). Von Beschwerden im linken Fuss ist indessen in den medizinischen Akten
überhaupt nicht und in den Eingaben der Beschwerdeführerin erstmals nach Erlass des
Einspracheentscheids die Rede. Dasselbe gilt für den Brustkrebs, dessen
Unfallkausalität ohnehin zu verneinen wäre.
3.3 Prof. Dr. F._ handelt in seinem Bericht vom 10. November 2008 lediglich die
Frage der Indikation einer Prothesenentfernung und OSG-Arthrodese ab und äussert
sich in keiner Weise zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dr. D._ vertritt die
Ansicht, dass die Beschwerdeführerin keinesfalls einer vollen Tätigkeit nachgehen
könne (act. G 1.5). Eine sogenannte leidensadaptierte - ihren Beschwerden angepasste
- Tätigkeit, könne höchstens zu einem Drittel ihrer bisherigen Tätigkeit erfolgen. Sie
zeige insbesondere auch Schmerzen bei längerem Sitzen, Schmerzen im Stehen und
Gehen, womit die Leidensadaptation kaum sehr erfolgreich wäre. In den vorherigen
Arztberichten von Dr. D._ wurde die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht
beurteilt bzw. offen gelassen (Suva-act. 2, 32, 49, 63, 69, 70, 73). Nach der Beurteilung
von Dr. E._ ist der Versicherten eine leichte wechselbelastende Tätigkeit zuzumuten.
Die Arbeit sollte mehrheitlich sitzend durchführbar sein. Das Gehen auf unebenem
Gelände sowie das Einnehmen von Zwangshaltungen wie knien und kauern und auch
das regelmässige Treppen- und Leiternsteigen seien ungeeignet. Im Gegensatz zu
Dr. D._ erachtet Dr. E._ aufgrund der belastungsabhängigen Schmerzhaftigkeit
jedoch lediglich eine Einschränkung der Arbeitszeit im Rahmen einer zusätzlichen
Pause von 30 Minuten pro Tag als notwendig, woraus sich ein Arbeitsunfähigkeitsgrad
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von 94% ergibt. Diese Schlussfolgerung erscheint gegenüber derjenigen von Dr. D._
als schlüssig und nachvollziehbar. Die von Dr. D._ erwähnten Schmerzen im Stehen
sind nicht aktenkundig und sollten bei einer wie von Dr. E._ vorgeschlagenen
mehrheitlich sitzenden Arbeitstätigkeit gar nicht erst entstehen. Das Gehen,
insbesondere das Treppen steigen, bereitet der Beschwerdeführerin schmerzbedingt
grosse Mühe (Suva-act. 51 S. 2, 76 S. 3) und wird auch von Dr. E._ als ungeeignet
bezeichnet. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. September 2008 gab
die Beschwerdeführerin an, zeitweise im Sitzen einschiessende Schmerzen im Fuss zu
haben (Suva-act. 76 S. 3). Eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 66,7% - wie von
Dr. D._ angenommen - vermag dies allerdings nicht zu begründen. Der Bericht von
Dr. E._ berücksichtigt zudem auch diese von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten erstellt. Auf die Beurteilung von
Dr. E._ ist daher abzustellen und eine Arbeitsfähigkeit von 94% ist der
Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung des
erhöhten Pausenbedarfs zuzumuten. Die Beschwerdegegnerin ging fälschlicherweise
von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 100% aus, berücksichtigte jedoch die
Einschränkung der Arbeitszeit mit einem Abzug des Invalideneinkommens von 6% (vgl.
E. 4.4).
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob trotz einer Restarbeitsfähigkeit von 94% in einer adaptierten
Tätigkeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.
4.2 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Ermittlung des Valideneinkommens vom
zuletzt im Jahr 2006 bei der B._ erzielten Einkommen aus (Suva-act. 95, 96). Eine
Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2009 erübrigt sich, zumal die
Beschwerdeführerin gemäss Angaben ihrer ehemaligen Arbeitgeberin im Jahr 2009 den
gleichen Stundenansatz generiert hätte (Suva-act. 95). Da keine Hinweise für eine
andere Entwicklung vorliegen oder von der Beschwerdeführerin geltend gemacht
wurden, ist diese Vorgehensweise nicht zu beanstanden. Im Jahr 2006 erzielte die
Beschwerdeführerin ein Einkommen von Fr. 22.55 pro Stunde. Aufgerechnet auf 100%
und unter Einbezug des 13. Monatslohns beträgt das Valideneinkommen des Jahres
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2009 Fr. 48'724.-- (Suva-act. 96). Dieses Valideneinkommen wurde als solches von der
Beschwerdeführerin nicht bestritten und erscheint ausgewiesen.
4.3 Die Beschwerdeführerin ist allerdings der Ansicht, dass ihr fortgeschrittenes
Erwerbsalter einer Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit, selbst ausgehend von
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, entgegenstehe. Bei der Beschwerdeführerin
liegen trotz einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 94% zwar gewisse
Einschränkungen vor; diese verunmöglichen jedoch - bezogen auf den ausgeglichenen
Arbeitsmarkt - eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit nicht. Nach der Rechtsprechung
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1)
kann zwar das fortgeschrittene Alter - obwohl an sich ein invaliditätsfremder Faktor -
als Kriterium anerkannt werden, welches zusammen mit weiteren persönlichen und
beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die verbliebene
Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht
mehr nachgefragt wird. Die Beschwerdeführerin war im massgebenden Zeitpunkt des
angefochtenen Einspracheentscheids 55 Jahre alt und daher nicht leicht vermittelbar.
Dennoch bestanden auf einem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch für
sie noch Möglichkeiten, eine Stelle im erwähnten Umfang zu finden, zumal dort
Hilfsarbeiten altersunabhängig nachgefragt werden (Urteile des Bundesgerichts vom
28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2, und vom 15. Mai 2009, 8C_83/2009, E. 4.2.4.2).
Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin - wenn auch mit
gewissen Schwierigkeiten - eine ihrem Gesundheitsschaden angepasste Hilfsarbeit
hätte finden und ausüben können.
4.4 Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin anhand der DAP-Zahlen der
Arbeitsplätze Nr. 4153, 6504, 9300, 346220 und 11092 festgelegt (Suva-act. 102, 103).
Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus
abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung,
zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die
Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden
dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den
Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden
Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
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Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die
Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs
einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28.
August 2003, U 35/00, E. 4.2.2). Vorliegend erfüllen die DAP-Blätter diese
Anforderungen. Die von der Beschwerdegegnerin beigezogenen fünf DAP-
Arbeitsplätze wiesen im Jahr 2009 einen Durchschnittslohn von Fr. 46'853.-- auf. Im
Rahmen des DAP-Systems sind leidensbedingte Abzüge grundsätzlich nicht
sachgerecht und damit nicht zulässig (BGE 129 V 472 E. 4.2.3). Die
Beschwerdegegnerin machte vorliegend einen Abzug von 6%, um damit dem erhöhten
Pausenbedarf (zusätzlich 30 Minuten) der Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen
(Suva-act. 104). Nach diesem Abzug resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr. 44'041.82.
4.5 Bei der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr. 48'724.--) und
Invalideneinkommen (Fr. 44'041.82) ergibt sich der im angefochtenen
Einspracheentscheid ermittelte Invaliditätsgrad von 9,61%.
5.
Die von der Beschwerdegegnerin festgesetzte Integritätsentschädigung basiert auf der
kreisärztlichen Beurteilung vom 26. Januar 2009 von Dr. E._ (Suva-act. 86). Dieser
erachtet die Anwendung der Feinrastertabelle 5.2 (<http://www.suva.ch/startseite-
suva/unfall-suva/versicherungsmedizin-suva/integritaetsentschaedigung-suva.htm>,
abgerufen am 13. April 2012) als sachgerecht, da sich vor der Implantation der
Prothese eine mässiggradige OSG-Arthrose nach Fraktur gezeigt habe und bereits die
Entfernung der Prothese und die OSG-Arthrodese wegen der Lockerung der Prothese
indiziert sei. Der von der Beschwerdegegnerin festgelegte Wert des Integritätsverlustes
von 15% ist nicht zu beanstanden, nachdem eine angemessene Erhöhung, wie von der
Beschwerdeführerin beantragt, weder von ihr begründet wurde noch aufgrund der
gesamten medizinischen Aktenlage ausgewiesen ist.
6.
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Dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, die Angelegenheit sei zu ergänzenden
medizinischen Abklärungen bzw. zur Ergänzung des Beweisverfahrens (Anordnung
weiterer Gutachten etc.) zur Neubeurteilung an die verfügende Instanz zurückzuweisen,
ist nicht stattzugeben. Der vorliegend massgebende Zeitraum ist ausreichend mit
medizinischen Berichten dokumentiert. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere
medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts
neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b).
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am 5.
August 2011 bewilligt (act. G 8). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Auslagen für
die Vertretung verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[VRP; sGS 951.1]). Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu
verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aufzukommen, wobei dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20%
reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, [AnwG;
sGS 963.70]; Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS
963.75]). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO
regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen Fr. 3'500.00 und
Fr. 4'500.00 zu. Vorliegend gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass der unentgeltliche
Rechtsbeistand in den Fällen UV 2011/45 und UV 2011/46 weitgehend identische
Beschwerden eingereicht und darüber hinaus auf die Durchführung eines zweiten
Schriftenwechsels verzichtet hat, weshalb die pauschale Entschädigung entsprechend
herabzusetzen ist. In Würdigung aller Umstände ist die Parteientschädigung auf
Fr. 2'000.00 (80% von Fr. 2'500.00 einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen.
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP