Decision ID: 8c4c9210-df34-4691-ba48-710bc2362721
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit Juni 2007 bei der B._ AG
(nachfolgend: Arbeitgeberin) als Mitarbeiter in der Fertigung angestellt und dadurch bei
der Suva für die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er per Mitte
April 2008 einen Ausschlag an den Händen und eine Nickelallergie durch die
Arbeitgeberin melden liess (Suva-act. 4). Dr. med. C._, Facharzt für Dermatologie
und Venerologie, diagnostizierte am 19. Mai 2008 ein kumulativ-toxisches Handekzem
(Suva-act. 2) und überwies den Versicherten zur weiteren Abklärung in die Abteilung
Dermatologie/Allergologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG; Suva-act. 3). Die dort
zuständigen Ärzte erhoben am 18. August 2008 ebenfalls die Diagnose kumulativ-
toxisches Handekzem und stellten zusätzlich eine dyshidrotische Komponente sowie
eine Typ-IV-Sensibilisierung auf Nickelsulfat und Paraben-Mix fest. Sie führten aus, der
Ausschlag sei dort, wo die dünnere Haut der Hand Kontakt mit dem Kühlschmiermittel
habe, mit dem der Versicherte arbeite. Eine Besserung des Ekzems trete nach etwa 3
bis 7 Tagen Arbeitskarenz auf (Suva-act. 10).
A.a.
Suva-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Arbeitsmedizin und Dermatologie,
besuchte am 20. August 2008 den Arbeitsplatz des Versicherten und beriet diesen und
die Arbeitgeberin im Umgang mit und im Schutz vor dem Hautekzem (vgl. Suva-act.
12). Gestützt auf seine Abklärungen und die ärztlichen Berichte beantragte er am 25.
August 2008 die Anerkennung des Handekzems als Berufskrankheit, Listenstoff
Mineralöle (Suva-act. 11). Die Suva richtete in der Folge Leistungen in Zusammenhang
A.b.
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mit dieser Berufskrankheit aus (Heilbehandlung, Taggelder; vgl. Suva-act. 14, 16 und
86)
Fortan stand die Suva in stetem Kontakt mit dem behandelnden Dermatologen
(vgl. Berichte vom 9. Dezember 2008 in Suva-act. 18, vom 16. April 2009 in Suva-act.
24 und vom 19. August 2009 in Suva-act. 27) und beobachtete den Verlauf (vgl.
Stellungnahmen der Abteilung Arbeitsmedizin vom 22. Dezember 2008 in Suva-act. 19,
vom 30. April 2009 in Suva-act. 25 und vom 4. September 2009 in Suva-act. 28). Vom
2. November bis 31. Dezember 2009 schrieb Dr. C._ den Versicherten zu 50% krank,
weil sich das Handekzem verschlimmert hatte und die Arbeitgeberin ihm Tätigkeiten
ohne Kontakt zu Kühlschmiermittel nur in diesem Umfang anbieten konnte
(Verlaufsberichte vom 6. November 2009 in Suva-act. 31 S. 2, und vom 8. Dezember
2009 in Suva-act. 34; Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 5. November 2009 in Suva-act.
29 und vom 7. Dezember 2009 in Suva-act. 32 S. 1). Aufgrund der Verschlechterung
empfahl Dr. D._ der Suva eine Besprechung mit dem Versicherten und der
Arbeitgeberin (Suva-act. 33). Diese fand am 18. Januar 2010 statt und ergab die
fehlende Möglichkeit von geeigneten Einsatzmöglichkeiten mit 100%iger Auslastung
bei der Arbeitgeberin. Der Versicherte wolle aber wenn immer möglich in diesem
Betrieb verbleiben (Suva-act. 37). Anlässlich einer Verlaufskontrolle vom 27. Januar
2010 riet Dr. C._ dem Versicherten, den Kontakt zu Maschinen, die Kühlschmiermittel
enthalten würden, zu vermeiden (Suva-act. 41). Am 5. Februar 2010 erklärte Dr. D._
zuhanden von Dr. C._, eine volle Umschulung, wofür die Invalidenversicherung (IV)
zuständig sei, komme wohl nicht in Frage, da der Versicherte eine Anlehre absolviert
habe. Angesichts dessen, dass es zurzeit wohl schwierig sein dürfte, andernorts eine
Stelle zu finden, befürworte er den weiteren Einsatz in diesem Betrieb zumindest bis
zur vorgesehenen Kontrolle im März 2010 (Suva-act. 40 und 42).
A.c.
Am 9. März 2010 gelangte Dr. med. E._, Spezialärztin für Innere Medizin, als
Hausärztin des Versicherten mit der Bitte um Prüfung einer Umschulung an die Suva.
An seinem derzeitigen Arbeitsplatz komme der Versicherte nicht umhin, immer wieder
Fräs- und Dreharbeiten mit Kühlmittel durchzuführen (Suva-act. 45; vgl. auch Ärztlicher
Zwischenbericht vom 11. Juni 2010 in Suva-act. 53). Am 14. Juli 2010 wiederholte Dr.
E._ dieses Ersuchen und ergänzte, die dem Versicherten aufgrund des toxischen
Handekzems vermehrt zugewiesenen Transportaufgaben würden jeweils eine bei ihm
A.d.
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St.Galler Gerichte
ebenfalls vorhandene Schulterproblematik verschlimmern (Suva-act. 54). Die Suva
informierte Dr. E._ am 4. August 2010 darüber, dass eine Umschulung durch die IV
nicht in Frage komme (Suva-act. 57).
Die Suva beobachtete weiterhin den Verlauf des Handekzems anhand der Berichte
von Dr. C._ (Bericht vom 22. September 2010 in Suva-act. 61, vom 15. Dezember
2010 in Suva-act. 62 und vom 9. März 2011 in Suva-act. 63; Stellungnahmen Abteilung
Arbeitsmedizin vom 18. März 2011 in Suva-act. 64 und vom 27. Mai 2011 in Suva-act.
71). Am 6. Juli 2011 erklärte Dr. C._, beim Versicherte sei die übliche Problematik,
dass er bei Kontakt mit CNC-Maschinen wenige Tage später das Handekzem ausbilde.
Dieser wünsche von der Suva über mögliche Leistungen aufgeklärt zu werden (Suva-
act. 72). Gleichentags gelangte Dr. E._ an die Suva mit der Bitte um abschliessende
Beurteilung. An der Situation habe sich nichts verändert. Immer, wenn der Versicherte
mit Kühlmittel in Kontakt komme, würden die Ekzeme im Finger- und Handbereich
ausgelöst (Suva-act. 74). Suva-Arbeitsarzt und Facharzt für Dermatologie und
Venerologie, Dr. med. F._, hielt am 22. Juli 2011 nach einem Telefonat mit der
Arbeitgeberin fest, an der Situation der Rezidiv-Bildung der Handekzeme bei jeweils
erneutem Kühlschmiermittelkontakt würde sich sicherlich durch eine
Nichteignungsverfügung etwas ändern. Dies würde aber wohl bedeuten, dass der
Versicherte seine Arbeitsstelle verliere. Er empfehle ein persönliches Gespräch (Suva-
act. 76; vgl. auch Suva-act. 75). Am 22. November 2011 stellte Dr. C._ den Antrag
auf eine geeignete Zusatzausbildung des Versicherten (Suva-act. 77).
A.e.
Am 16. Januar 2012 fand am Arbeitsort eine Besprechung zwischen einem Suva-
Aussendienstmitarbeiter, dem Versicherten und der Arbeitgeberin statt, anlässlich
welcher die Vorgesetzten des Versicherten zum Ausdruck brachten, dass sein Job
gesichert und ihnen bewusst sei, dass er so wenig wie möglich in Kontakt mit
Kühlschmiermittel kommen sollte (Suva-act. 78). Am 3. Oktober 2012 berichtete Dr.
C._, der Versicherte sei zuletzt am 28. Februar 2012 in seiner Sprechstunde
gewesen. Damals sei vereinbart worden, dass er sich bei einer Verschlechterung
melde; dies sei bis dato nicht der Fall gewesen (Suva-act. 83).
A.f.
Am 1. Februar 2013 untersuchte Dr. med. G._, Spezialarzt für Innere Medizin,
spez. Pneumologie, den Versicherten für eine Standortbestimmung und stellte die
A.g.
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Diagnosen akzentuierter Reizhusten am Arbeitsplatz, anamnestisch im Laufe der
Woche zunehmend, mögliche obstruktive Schlafapnoe sowie auffallend nächtliche
hypertone Blutdruck-Werte und Pulsanstieg. Die Lungenfunktion sei grenzwertig zur
leichten obstruktiven Ventilationsstörung, auch eine bronchiale Hyperreagibilität sei
grenzwertig (Suva-act. 97). Die neue Hausärztin des Versicherten, Dr. med. H._, FMH
Allgemeine Innere Medizin, hielt am 14. Mai 2013 fest, dessen Zustand sei stabil, das
Handekzem chronisch rezidivierend. Möglicherweise komme nun neu eine Mitreaktion
des Bronchialepithels hinzu (Suva-act. 92). Dr. C._ erklärte am 19. Juni 2013 auf
Nachfrage der Suva, er würde aktuell keine Nichteignungsverfügung aussprechen, da
beim Versicherten keine erheblichen gesundheitlichen Beschwerden durch dieses
Ekzem vorhanden seien. Eine Nichteignungsverfügung würde zu einer Berufsaufgabe
führen (Suva-act. 102).
Ab dem 7. Dezember 2013 wurde dem Versicherten durch Dr. H._ aus
psychischen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. Suva-act.
108).
A.h.
Mit Verlaufsbericht vom 24. Januar 2014 erklärte Dr. C._, aus dermatologischer
Sicht sei mittel- und langfristig die Weiterbeschäftigung bei der Arbeitgeberin nicht
sinnvoll. Dem Versicherten sei bei der letzten Kontrolle am 18. Dezember 2013 wie
bereits in den vergangenen Konsultationen dringlich empfohlen worden, sich eine
andere Arbeit zu suchen. Er sträube sich, da er eine finanzielle Einbusse befürchte
(Suva-act. 106).
A.i.
Am 27. Februar 2014 fand eine fachärztliche Besprechung zwischen Suva-Arzt Dr.
med. I._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Arbeitsmedizin, und dem
Versicherten statt. Dabei wurde festgestellt, dass zuerst die psychiatrisch-medizinische
Betreuung weiterverfolgt werden soll. Sobald die Wiederaufnahme der Tätigkeit für die
Arbeitgeberin geplant werde, solle die Suva informiert werden, um dermatologische
und pneumologische Verlaufskontrollen sicherzustellen (Suva-act. 110). Am 24. Juli
2014 berichtete Dr. med. J._ vom Psychiatrie-Zentrum K._ (nachfolgend:
Psychiatrie-Zentrum), der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode
ohne psychotische Symptome und es bestehe der Verdacht auf eine generalisierte
Angststörung. Der Versicherte sei vom 4. März bis 15. April 2014 in der Klinik L._
A.j.
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stationär behandelt worden. Aktuell sei er einverstanden mit einem erneuten Versuch
einer stationären Behandlung (Suva-act. 125), welche in der Folge vom 11. August bis
2. September 2014 in der Klinik L._ stattfand (vgl. Suva-act. 130). Dr. I._ empfahl
am 15. September 2014 eine pneumologische Verlaufskontrolle des Versicherten zur
Erhebung der aktuellen pulmonalen Befunde, sobald dies unter Berücksichtigung der
psychischen Situation möglich sei (Suva-act. 127). Dr. H._ erklärte der Suva
diesbezüglich am 6. November 2014, die berufskrankheitsbedingte Problematik stehe
aktuell im Hintergrund (Suva-act. 132). Am 2. Dezember 2014 startete der Versicherte
einen Arbeitsversuch bei der Arbeitgeberin (IV-act. 125-2 in IV 2018/204). Am 29. April
2015 fand schliesslich die Untersuchung durch Dr. G._ statt. Der Pneumologe
berichtete am 5. Mai 2015 über eine im Vergleich zum November 2013 unveränderte
Lungenfunktion, welche praktisch normal sei, grenzwertig zur leichten obstruktiven
Ventilationsstörung mit verminderten kleinen Flusswerten. Die bronchiale
Hyperreagibilität habe zugenommen und sei jetzt mittelschwer. Der Versicherte leide an
einem mittelschweren obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, welches seit November
2014 mit einem CPAP-Gerät therapiert werde (Suva-act. 136).
Dr. I._ beurteilte am 8. Mai 2015 im Rahmen der pulmonalen Befunde und
gestützt auf die Beurteilung von Dr. G._ die Eignung für die aktuelle Tätigkeit als
weiterhin gegeben. Er empfahl eine erneute dermatologische Beurteilung (Suva-act.
140). Diese fand am 1. Juni 2015 bei Dr. C._ statt. Der Dermatologe erklärte am
3. Juni 2015, der Versicherte weise nach wie vor ein arbeitsabhängiges Handekzem
auf. Aus dermatologischer Sicht sei ganz klar zu empfehlen, dass eine mittel- bzw.
langfristige Änderung im Betrieb bzw. im Rahmen der Bedienung der CNC-Maschine
anzuvisieren sei. Ebenfalls sollten Tätigkeiten mit häufigem Wasserkontakt resp.
Feuchtarbeiten vermieden werden (Suva-act. 145).
A.k.
Dr. I._ besuchte am 25. Juni 2015 den Versicherten an seinem Arbeitsplatz. Zu
diesem Zeitpunkt war der Versicherte an drei Stunden pro Tag arbeitstätig. Der
Facharzt zog den Schluss, dass sich bei weiterer Erhöhung des Arbeitspensums an
diesem Arbeitsplatz aus arbeitsmedizinischer Sicht das Risiko einer relevanten
neuerlichen Hautproblematik ergebe. Bei Erlass einer Nichteignungsverfügung wäre die
aktuelle Arbeitsstelle gefährdet und auch die labile gesundheitliche Situation
wahrscheinlich beeinträchtigt (Suva-act. 148 S. 4 f.). Gestützt darauf empfahl er der
A.l.
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Suva, sobald von der berufskrankheitsfremden psychiatrischen Problematik her eine
Erhöhung des Arbeitspensums ins Auge gefasst werde, zu prüfen, ob zum Beispiel
vorerst ein Teilpensum bei der bisherigen Tätigkeit angestrebt werden könne mit
parallel laufenden anderweitigen beruflichen Massnahmen. Wo genau die
Schwellenbelastung zu einer instabilen Hautsituation liege, könne erst im zeitlichen
Verlauf erfasst werden (Suva-act. 147).
Mit Mitteilung vom 22. Oktober 2015 sprach die IV dem Versicherten
Integrationsmassnahmen bei der Arbeitgeberin für die Zeit vom 1. September 2015 bis
26. Februar 2016 zu mit dem Ziel eines konstanten 50- bis 100%igen Pensums nach
Abschluss der Massnahme (Suva-act. 161).
A.m.
Dr. med. univ. M._ von der Abteilung Arbeitsmedizin der Suva hielt am 26.
Oktober 2015 fest, aktuell könnten bei der Atembeschwerdesymptomatik des
Versicherten auslösende Faktoren durch den Arbeitsplatz nicht ausgeschlossen
werden. Er sei aufgrund einer berufskrankheitsfremden Erkrankung (Depression;
Angststörung) länger nicht am Arbeitsplatz gewesen, aktuell arbeite er 50 % (Suva-act.
162).
A.n.
Im Verlaufsbericht vom 3. November 2015 führte Dr. G._ aus, die bronchiale
Hyperreagibilität habe zwischenzeitlich auf ein schweres Ausmass zugenommen. In der
Lungenfunktion seien die Werte höchstens minim schlechter geworden (Suva-act. 164
S. 2 f.). Dr. C._ berichtete am 1. Dezember 2015, das Handekzem sei vom Verlauf her
hochchronisch, heile jedoch unter Arbeitskarenz vollständig ab. Eine ideale Lösung
wäre, wenn der Versicherte nur zu 50 % langfristig in seinem Betrieb arbeiten müsste,
da das Handekzem unter dieser Arbeitsbelastung nur mässig exazerbiere (Suva-act.
168). Gleichentags stellte er die Diagnose einer Kotaktallergie auf Atemmaske mit/bei
Typ-IV-Sensibilisierung auf N-Isopropyl-N'-phenyl-4-phenylendiamin und hielt fest, im
Rahmen einer Epikutantestung sei einzig diese Sensibilisierung aufgefallen (Suva-act.
166).
A.o.
Am 24. Dezember 2015 empfahl die Suva-Ärztin Dr. M._, die Kausalität der
Beschwerden mit der Erwerbstätigkeit von pneumologischer Seite vorerst noch offen
zu lassen (Suva-act. 174 S. 3).
A.p.
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Am 11. Februar 2016 fand eine Standortbestimmung am Arbeitsplatz des
Versicherten statt, an welcher auch die IV-Eingliederungsberaterin teilnahm (Suva-act.
184). Am 8. April 2016 verlängerte die IV die Integrationsmassnahme vom 29. Februar
bis zum 31. August 2016 mit dem Ziel einer 50%igen Arbeitsfähigkeit am Ende der
Massnahme (Suva-act. 199).
A.q.
Mit Verlaufsbericht vom 27. Juli 2016 hielt Dr. C._ fest, die aktuelle
Arbeitsbelastung von 50 % werde der Situation des Versicherten gerecht. Das leichte
Aufflammen des Handekzems werde toleriert, da dieser so im Arbeitsprozess behalten
werden könne (Suva-act. 215). Am 29. August 2016 wurde der zwischen dem
Versicherten und der Arbeitgeberin bestehende Arbeitsvertrag auf ein Pensum von
50 % bei 30 % Leistung reduziert (Suva-act. 236). Mit Verlaufsbericht vom 13.
September 2016 unterrichteten die zuständigen Ärzte des Psychiatrie-Zentrums die
Suva, das der Versicherte derzeit 3 bis 4 Stunden arbeite, was dessen Kapazität
überschreite. Danach fühle er sich am Limit seiner Kraft, werde müde, sehr unruhig und
verliere die Konzentration. Eine Steigerung der Präsenzzeit sei momentan aus Sicht der
Psychiater unmöglich, da sich der Versicherte überfordert fühle und mit massiver
innerer Unruhe reagiere (Suva-act. 227).
A.r.
Am 27. Oktober 2016 besuchte erneut ein Facharzt für Arbeitsmedizin der Suva,
Dr. med. N._, den Versicherten an seinem Arbeitsplatz. Dabei stellte er bezüglich
Arbeitspensum fest, dass dieses zukünftig nicht weiter gesteigert werden könne. Er
erachte die psychische Erkrankung als den überwiegend limitierenden Faktor. Die
Hauterkrankung bzw. die Gefahr einer Verschlechterung der Hautbeschwerden durch
Steigerung des Arbeitspensums würden eine vorhandene, aber untergeordnete Rolle
spielen (Suva-act. 234). Trotz Schwankungen hinsichtlich der Hauterkrankung gehe er
davon aus, dass sich ein stabiler Zustand eingependelt habe, und schätze, dass ein
Endzustand erreicht worden sei (Suva-act. 233). Am 3. November 2016 fand eine
Abschlussbesprechung bei der Arbeitgeberin statt (Suva-act. 235).
A.s.
Mit Verfügung vom 23. Januar 2017 wies die Suva den Anspruch des Versicherten
auf eine Invalidenrente ab. Bei einem zumutbaren Verdienst von Fr. 63'763.-- gemäss
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), TA 1, bei welchem ein
leidensbedingter Abzug von 5% berücksichtigt worden sei, und einem Lohn ohne
A.t.
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B.
Berufskrankheitsfolgen von Fr. 67'600.-- liege keine berufskrankheitsbedingte
Erwerbseinbusse vor (UV-act. 242).
Mit Schreiben vom 21. Februar 2017 erhob der Versicherte Einsprache gegen
diese Verfügung und beantragte unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die
Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Es seien weitere umfassende Abklärungen,
insbesondere unter Berücksichtigung der psychischen Erkrankung, vorzunehmen und
alsdann neu zu entscheiden. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, es
sei anzunehmen, dass es sich bei den psychischen Gesundheitsproblemen um eine
Reaktion auf die unstete und ungewisse Zukunft, sowohl in gesundheitlicher als auch in
finanzieller Hinsicht, aufgrund der Berufskrankheit handle. Sodann würden
pneumologische Einschränkungen bestehen, welche allenfalls kausal zur
Berufskrankheit seien. Die Suva habe es unterlassen abzuklären, ob eine
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit überhaupt bestehe und welche
Konsequenzen die Berufskrankheit auf den zu erzielenden Lohn in einer adaptierten
Tätigkeit habe. Es sei fraglich, ob mit einer Gummiallergie ein solcher Invalidenlohn
erzielt werden könnte (UV-act. 253).
B.a.
Am 13. November 2017 erstattete die von der IV beauftragte Medizinische
Abklärungsstelle Bern, ZVMB GmbH, (nachfolgend: MEDAS) ein polydisziplinäres
Gutachten in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Dermatologie, Psychiatrie,
Orthopädie, Neuropsychologie. Dabei wurde einzig dem durch Kühlschmiermittel
verursachten Kontaktekzem Relevanz für die Arbeitsfähigkeit zugebilligt (Suva-act. 258
S. 54; zu den Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit vgl. dasselbe Aktorum)
und festgestellt, dass in Verweistätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(Suva-act. 258 S. 56).
B.b.
Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2018 und Verfügung vom 17. Mai 2018 verneinte
die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Suva-act. 257
und 261). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 14. Juni 2018 Beschwerde
erheben (Suva-act. 265).
B.c.
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C.
Mit Einspracheentscheid vom 27. Juli 2018 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab. Gemäss dem MEDAS-Gutachten zeige sich mit aller Deutlichkeit, dass
dem Versicherten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt rein berufskrankheitsbedingt das
Invalideneinkommen von Fr. 63'763.-- zu erwirtschaften möglich sei. Die
berufskrankheitsfremden Krankheitsbilder seien nicht zu berücksichtigen (Suva-act.
266 = act. G 1.2).
B.d.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegend zu beurteilende
Beschwerde vom 10. September 2018. Der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) lässt durch seinen Rechtsvertreter unter Entschädigungsfolge die
Aufhebung des Einspracheentscheids und der Verfügung sowie die Zusprache einer
Invalidenrente beantragen. Auch sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren und Rechtsanwalt Rainer Braun als Vertreter zu bestellen. Sodann seien die
Akten der IV beizuziehen. Zur Begründung wird vorgebracht, der angefochtene
Entscheid stütze sich auf das Gutachten der MEDAS. Danach sollten beim
Beschwerdeführer keine psychiatrischen Diagnosen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit vorliegen. Dies widerspreche sämtlichen bisherigen fachärztlichen
Beurteilungen diametral. Es sei von erheblichen psychischen Problemen auszugehen,
welche im Anschluss an die anerkannte Berufskrankheit aufgetreten seien. Ob die
pneumologischen Befunde in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des
Beschwerdeführers stehen würden, sei offen geblieben. Die Vorinstanz vermöge
sodann nicht anzugeben, welche Tätigkeiten für das (bestrittene) Fähigkeitsprofil in
Frage kommen würden. Folglich sei auch offen, welches Einkommen der
Beschwerdeführer damit erzielen könnte. Die gesundheitlichen und arbeitsmarktlichen
Beeinträchtigungen würden auf jeden Fall einen leidensbedingten Abzug von 20 %
rechtfertigen (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.b.
Am 23. Oktober 2018 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 4).
C.c.
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Erwägungen
1.
Am 6. November 2018 verzichtete der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf
die Einreichung einer Replik (act. G 6).
C.d.
Mit Schreiben vom 11. März 2020 unterrichtete das Gericht die Parteien über den
Beizug der Akten der IV-Stelle und gewährte der Beschwerdegegnerin Frist bis zum 31.
März 2020 zur Einsicht in diese Akten und zur allfälligen Stellungnahme (act. G 8).
Diese Frist ist unbenutzt verstrichen.
C.e.
Mit Urteil vom heutigen Tag wurde die Beschwerde betreffend Leistungen der IV
abgewiesen (act. G 13 in IV 2018/204).
C.f.
Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund von
Berufskrankheiten Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat.
1.1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen
sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen eine im Jahr 2008
eingetretene Berufskrankheit und ab dem Jahr 2013 geltend gemachte
Beeinträchtigungen zur Debatte, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung finden.
1.2.
Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls bzw. der
Berufskrankheit zu mindestens 10% invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], hat sie gemäss Art.
18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente.
1.3.
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Kausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Ereignis
zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
1.4.
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2.
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Die Rechtsprechung zur
Adäquanz von psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen ist bei psychischen
Störungen, welche im Zusammenhang mit Berufskrankheiten auftreten, nicht analog
anwendbar. Die Adäquanz ist in solchen Fällen danach zu beurteilen, ob die
Berufskrankheit oder Geschehnisse in deren Zusammenhang nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet waren, psychische
Störungen der aufgetretenen Art zu verursachen (RKUV 2000 U 367 S. 94, Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 98).
Vorab ist zu prüfen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers als berufskrankheitskausal zu betrachten und damit für die Prüfung
des strittigen Anspruchs auf eine Invalidenrente relevant sind. Die Beschwerdegegnerin
anerkannte ein toxisch-irritatives Handekzem als berufsbedingt gemäss Art. 9 Abs. 1
UVG (Listenstoff: Mineralöle) an (vgl. Suva-act. 11 i.V.m. 110 S. 1). Dass die
orthopädischen Einschränkungen in Zusammenhang mit einer Berufskrankheit
stünden, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend (vgl. hierzu Suva-act.
258 S. 83 bis 91). Umstritten ist demgegenüber die Kausalität einer zusätzlichen
Einschränkung aus pulmonaler Sicht sowie einer allfälligen psychischen
Einschränkung.
2.1.
Aus den medizinischen Akten geht bezüglich der pneumologischen Situation des
Beschwerdeführers hervor, dass er anfangs 2013 ärztlich vorstellig wurde wegen eines
Hustenreizes, welcher seit etwa Mitte 2012 aufgetreten sei und sich seither verstärkt
habe (Suva-act. 97 S. 2). Der konsultierte Facharzt Dr. G._ erhob im Februar 2013 die
Diagnosen eines akzentuierten Reizhustens am Arbeitsplatz und eines möglichen
obstruktiven Schlafapnoesyndroms (Suva-act. 97 S. 1). Der Verdacht auf das Vorliegen
eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms bestätigte sich in der Folge, wobei dieses
von Dr. G._ im November 2015 als mittelschwer (Suva-act. 164 S. 2) und anlässlich
der MEDAS-Begutachtung Mitte 2017 als schwer (Suva-act. 258 S. 54) eingestuft
wurde. Den Angaben des Beschwerdeführers zufolge trat der berichtete Husten jeweils
beim Betreten der Halle der Arbeitgeberin auf und verschwand nach etwa 30 bis 60
Minuten (Suva-act. 136 S. 3 oben). Eine Verifizierung eines Peakflow-Abfalls ist laut Dr.
G._ nie richtig gelungen (Suva-act. 136 S. 1). Dieser hielt am 5. Mai 2015 fest, aus
pulmonaler Sicht sehe er vorläufig keine Einschränkung, den Beschwerdeführer
zunehmend wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren (Suva-act. 136 S. 4). Dr. med.
O._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie, welcher
2.2.
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den Versicherten am 6. Juli 2017 im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS
untersuchte, erhob die Diagnosen COPD bei Zustand nach langjährigem Nikotinabusus
sowie obstruktives Schlafapnoesyndrom, effektiv behandelt mit assistierter Beatmung.
Er kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus pneumologischer Sicht sowohl in
angestammter wie auch in angepasster Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei. Das
Fähigkeitsprofil sei im Hinblick auf Tätigkeiten im Schichtdienst sowie Tätigkeiten mit
Wechsel zwischen warmer und kalter Atmosphäre eingeschränkt. Möglich seien
übliche Alltagsanforderungen, eingeschränkt seien Tätigkeiten mit Exposition
gegenüber Kälte, Nässe, Dämpfen und Stäuben. Der berichtete Husten am Arbeitsplatz
könne nicht sicher einem allergischen Geschehen zugeordnet werden, eine
unspezifische Reizung durch Stäube etc. sei möglich. In Übereinstimmung mit den
Akten stellte der MEDAS-Gutachter fest, dass nie eine Arbeitsunfähigkeit
ausgesprochen worden sei aus pneumologischer Sicht (Suva-act. 258 S. 80). Damit ist
zwar von qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus pulmonaler Sicht, nicht
jedoch von quantitativen Einschränkungen auszugehen. Die unumstrittenen qualitativen
Einschränkungen haben im von der Beschwerdegegnerin festgelegten Tätigkeitsprofil
als Hilfsarbeiter durchaus Platz (vgl. nachfolgend Erwägung 3.3 zum
Invalideneinkommen). Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin die Frage,
ob die pneumologischen Einschränkungen auf eine Berufskrankheit zurückzuführen
sind oder nicht, zu Recht unbeantwortet gelassen.
Ob quantitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
psychischer Sicht bestehen und ob, wie vom Beschwerdeführer postuliert, ein
natürlicher Kausalzusammenhang zwischen solchen allfälligen Einschränkungen und
der Berufskrankheit besteht, kann offenbleiben. Denn die Adäquanz des
Kausalzusammenhangs ist - wie im Folgenden zu zeigen ist - ohnehin zu verneinen. Zu
prüfen gilt es in diesem Zusammenhang, ob die Berufskrankheit des
Beschwerdeführers nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung - unter Berücksichtigung der weiten Bandbreite der Versicherten,
denen die soziale Unfallversicherung Schutz bieten soll - geeignet ist, psychische
Störungen von der Art, wie er sie geltend macht, zu verursachen (vgl. dazu BGE 125 V
456 E. 5). Wie aus den aktenkundigen Berichten von Dr. C._ hervorgeht, sind die
aufgetretenen Ekzeme nach Arbeitsplatzanpassungen oder längeren
Arbeitsunterbrüchen jeweils komplett abgeheilt. Auch über den Reizhusten berichtete
der Beschwerdeführer lediglich in Zusammenhang mit dieser Arbeitstätigkeit. Nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung entwickelt
eine solchermassen betroffene Person keine derart schwere und anhaltende
depressive Störung, wie sie der Beschwerdeführer geltend macht, und wie sie ihm von
2.3.
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3.
Zur Beurteilung steht sodann die Höhe des Invaliditätsgrads gestützt auf die
berufsunfallkausale Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierten Tätigkeiten.
den behandelnden Ärzten attestiert wird. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass
dem Beschwerdeführer trotz des toxisch-irritativen Handekzems und auch unter
Berücksichtigung der pulmonalen Einschränkungen nach wie vor ein breites berufliches
Tätigkeitsspektrum offensteht. Bei dieser Sachlage erscheint das Auftreten einer derart
schweren und anhaltenden psychischen Störung, welche jegliche berufliche Tätigkeit
verunmöglichen soll, als ziemlich ungewöhnlich. Dies bedeutet, dass ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem im Sinne der vorangehenden Erwägungen
anerkannten Berufskrankheiten (Handekzem, evtl. Reizhusten) und den geltend
gemachten psychischen Beschwerden von vornherein nicht überwiegend
wahrscheinlich erstellt ist. Somit besteht keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin für die Folgen der von den behandelnden Fachärzten
diagnostizierten psychischen Störung.
Insgesamt geht aus den vorgängigen Erwägungen hervor, dass das Abstellen der
Beschwerdegegnerin auf eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht
zu beanstanden ist, wobei der Kontakt zu Kühlschmiermitteln sowie Arbeiten im
feuchten Milieu oder mit Kontakt zu aggressiven Chemikalien oder
überdurchschnittlicher physikalischer Beanspruchung zu meiden sind. Auch sind
Tätigkeiten im Schichtdienst sowie Tätigkeiten im Wechsel zwischen warmer und kalter
Atmosphäre, mit Nässe, Dämpfen, Stäuben zu vermeiden (Suva-act. 258 S. 55).
2.4.
Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Ein
Rentenanspruch kann frühestens entstehen, wenn unter anderem allfällige
Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG). Da die
Integrationsmassnahmen der IV vorliegend bis zum 31. August 2016 gedauert haben
(vgl. Suva-act. 199 und 222), liegt der frühestmögliche Rentenbeginn im September
2016 und es sind im Folgenden die Einkommenszahlen von diesem Jahr zu
berücksichtigen.
3.1.
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4.
Die Festlegung des Valideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin auf Fr.
5'200.-- x 13 = Fr. 67'600.-- (vgl. Suva-act. 243 S. 6) - gestützt auf die Angaben der
Arbeitgeberin bezüglich des hypothetischen Jahreslohnes des Beschwerdeführers im
Jahr 2016 ohne Berufskrankheit (vgl. UV-act. 238 S. 17) - ist nicht zu beanstanden und
es kann darauf abgestellt werden.
3.2.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflicherwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ
– besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die von der Suva
geführte Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP-Zahlen) herangezogen werden (BGE
129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Seit spätestens Februar 2017 war der
Beschwerdeführer nicht mehr für die Arbeitgeberin arbeitstätig (vgl. act. G 1 Ziff. III/11).
Angesichts des Fähigkeitsprofils des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend Erwägung
2.4) ist für die Bestimmung des Invalideneinkommens der statistische Hilfsarbeiterlohn
heranzuziehen. Dieser hat im Jahr 2016 für Männer Fr. 66'803.-- betragen (vgl. Anhang
2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2019). Ein höherer als der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom
Tabellenlohn von 5% rechtfertigt sich nicht, zumal die quantitativen
berufskrankheitsbedingten Einschränkungen im Gutachten bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Wesentlichen bereits berücksichtigt wurden. Damit
ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 63'462.85.
3.3.
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67'600.-- und einem Invalideneinkommen
von 63'462.85 ergeben sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 4'137.15 (Fr. 67'600.-- -
Fr. 63'462.85) und ein keinen Rentenanspruch begründenden (vgl. vorstehend
Erwägung 1.3) Invaliditätsgrad von abgerundet 6 %.
3.4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 27. Juli 2018 abzuweisen.
4.1.
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5.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 VRP; sGS 951.1).