Decision ID: c22f26cf-3d52-5f70-a2c4-ad732b780c1f
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Ehegatten Y._, geboren (Datum), und X._ geboren (Da-
tum), leben in Australien und sind per 1. November 1998 bzw. 1. Januar
1998 in die freiwillige schweizerische Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung (im Folgenden: freiwillige Versicherung) aufgenommen worden (Ehe-
frau Dossier 1 [im Folgenden: Dossier 1] act. 2 und 7; Ehemann Dossier 2
[im Folgenden: Dossier 2] act. 1 und 6).
B.
Mit Beitragsverfügungen vom 6. Mai 2013 (Ehefrau; Dossier 1 act. 18/1)
und 7. Mai 2013 (Ehemann; Dossier 2, act. 19/4) wurde der Betrag für das
Jahr 2012 pro Person auf Fr. 4‘764.25 festgesetzt. Die Ehegatten erhoben
am 21. Mai 2013 Einsprache (Dossier 1 act. 19/1 und Dossier 2 act. 19/1),
welche die Vorinstanz mit Einspracheentscheiden je datierend 9. Juli 2013
guthiess (Dossier 1 act. 24/1 und Dossier 2 act. 25/1). Die Beiträge wurden
auf Fr. 2‘665.10 pro Person reduziert (vgl. Beitragsverfügungen je datie-
rend 2. Juli 2013, Dossier 1 act. 22/1 und Dossier 2 act. 23/1).
C.
Gestützt auf die Einkommens- und Vermögenserklärung 2013 der Ehegat-
ten (Dossier 1 act. 30/1 und Dossier 2 act. 27/1), setzte die SAK mit Verfü-
gungen vom 8. Juli 2014 (Dossier 1 act. 31) bzw. 10. Juli 2014 (Dossier 2
act. 29) den Beitrag für das Jahr 2013 pro Ehegatte unter Berücksichtigung
eines Einkommens von je AUD 35‘695.- (hälftige Teilung des Gewinns von
AUD 71‘391), das heisst Fr. 31‘300.-, auf Fr. 3‘220.75 fest. Dagegen erho-
ben die Ehegatten mit Eingabe vom 24. Juli 2014 (Dossier 1 act. 35/6, Dos-
sier 2 act. 30/1) Einsprache und machten sinngemäss geltend, dass das
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit nicht wie von der SAK an-
genommen AUD 35‘695.- betrage, sondern AUD 23‘888.-, denn vom Ge-
winn bei der X&Y_ Family Trust in Höhe von AUD 35‘695.- sei der
Verlust bei der X&Y_ (Partnership) in Höhe von AUD 11‘807.- ab-
zuziehen, was ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
AUD 23‘888.- ergebe.
D.
Mit zwei Einspracheentscheiden, je datierend vom 7. Oktober 2014 (Dos-
sier 1 act. 34 und Dossier 2 act. 33), wies die SAK die Einsprache der
Ehegatten ab, mit der Begründung, gehe der Versicherte mehreren Er-
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werbstätigkeiten nach, sei für die Veranlagung das Verlustresultat einer Er-
werbstätigkeit vom Gewinnresultat der anderen Erwerbstätigkeit nicht ab-
ziehbar.
E.
Gegen die Einspracheentscheide je datierend 7. Oktober 2014 erhoben die
Ehegatten am 24. Oktober 2014 (eingegangen am 3. November 2014,
BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantrag-
ten sinngemäss, vom Gewinn beim X&Y_ Family Trust sei der Ver-
lust bei der X&Y_ (Partnership) abzuziehen. Zur Begründung führ-
ten sie aus, sie würden nicht mehreren Erwerbstätigkeiten nachgehen. Seit
2006 würden sie ein „[...]-Maschinen-Geschäft“ betreiben. Anfänglich habe
es die Firma X&Y_ gegeben. Ihr Buchhalter habe ihnen geraten,
die Geschäftsform zu ändern und daraus sei die Firma X&Y_ Fa-
mily Trust entstanden. Die Maschinen der X&Y_ würden von der
X&Y_ Family Trust gemietet. Der Verlust bei der X&Y_ ent-
stehe, weil die Maschinen abgeschrieben würden. Wegen dieser Situation
hätten sie bereits im 2013 Einsprache erhoben, welche gutgeheissen wor-
den sei.
F.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 19. November
2014 (eingegangen am 4. Dezember 2014, BVGer-act. 3) die Abweisung
der Beschwerde, mit der Begründung, wie bereits im Einspracheentscheid
ausgeführt worden sei und mit den Veranlagungsdirektiven übereinstim-
men würde, sei das Verlustresultat der einen Erwerbstätigkeit vom Gewinn-
resultat der anderen nicht abziehbar. Es sei zutreffend, dass im Beitrags-
jahr 2012 im Einspracheverfahren der Verlust vom Gewinn abgezogen wor-
den sei, dies sei jedoch ein Irrtum gewesen.
G.
Replikweise teilten die Beschwerdeführenden am 5. Januar 2015 mit (ein-
gegangen am 12. Januar 2015, BVGer-act. 5), sie hätten nicht aus steuer-
technischen Gründen gehandelt, sondern um privates Guthaben zu schüt-
zen.
H.
Duplikweise hielt die Vorinstanz am 11. Februar 2015 (eingegangen am 17.
Februar 2015, BVGer-act. 7) an ihrem Antrag auf Abweisung der Be-
schwerde und dessen Begründung fest.
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I.
Mit Instruktionsverfügung vom 18. Februar 2015 (BVGer-act. 8) wurde der
Schriftenwechsel geschlossen.
J.
Auf Anfrage des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. September 2016
(BVGer-act. 10), teilten die Beschwerdeführenden mit Schreiben vom
5. Oktober 2016 mit (eingegangen am 17. Oktober 2016, BVGer-act. 11),
bei der X&Y_ (Partnership) handle es sich um kein aktives Ge-
schäft, da es nur aus dem Inventar bestehe. Dem Schreiben lagen diverse
Beilagen bei.
K.
Die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 5. Oktober 2016 wurde der
Vorinstanz mit Instruktionsverfügung vom 18. Oktober 2016 zur Kenntnis-
nahme zugestellt (BVGer-act. 12). Eine Reaktion der Vorinstanz erfolgte
nicht.
L.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird soweit entscheidrelevant in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Anfechtungsobjekt sind vorliegend die zwei Einspracheentscheide der
Vorinstanz, je datierend vom 7. Oktober 2014 (Dossier 1 act. 34 und Dos-
sier 2 act. 33), mit welchen die Beitragsverfügungen vom 8. Juli 2014 (Dos-
sier 1 act. 31) bzw. 10. Juli 2014 (Dossier 2 act. 29) bestätigt und damit die
Beiträge der Ehegatten für das Beitragsjahr 2013 auf Fr. 3‘220.75 pro Per-
son festgesetzt wurden.
1.2 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG
und Art. 85bis Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der
Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von
Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde zuständig.
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1.3 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG (SR 172.021) findet das VwVG
keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR
830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen
des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversi-
cherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung
vom ATSG vorsieht.
1.4 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesverwal-
tungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist
und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat.
Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren als Partei
teilgenommen. Als Verfügungsadressaten sind sie durch die angefochte-
nen Einspracheentscheide besonders berührt und haben an deren Aufhe-
bung bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse. Sie sind daher im Sinne
von Art. 59 ATSG und Art. 48 VwVG beschwerdelegitimiert.
1.5 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1
ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten.
1.6 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht, einschliesslich der Überschreitung oder des Miss-
brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt
werden (Art. 49 VwVG).
2.
2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung, hier 7. Oktober 2014, einge-
tretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 m.H.).
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1, BGE 127 V 466 E.
1, BGE 126 V 134 E. 4b). Mangels anderslautender einschlägiger Bestim-
mungen im Abkommen über die Soziale Sicherheit zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft und Australien (SR 0.831.109.158.1), und
weil es sich bei den Beschwerdeführenden um schweizerische Staatsan-
gehörige handelt, finden für das vorliegende Verfahren das ATSG, das
AHVG, die Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinter-
lassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) und die Verordnung vom
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26. Mai 1961 über die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (VFV, SR 831.111) Anwendung.
3. In der freiwilligen Versicherung werden die Beiträge nach folgenden
Grundsätzen festgesetzt:
3.1 Art. 2 Abs. 1 AHVG bestimmt, dass Schweizer Bürger und Staatsange-
hörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft oder der Euro-
päischen Freihandelsassoziation, die nicht in einem Mitgliedstaat der Eu-
ropäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Freihandelsassoziation
leben, der freiwilligen Versicherung beitreten können, falls sie unmittelbar
vorher während mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren obligato-
risch versichert waren. Der Bundesrat erlässt ergänzende Vorschriften
über die freiwillige Versicherung; er bestimmt insbesondere die Frist und
die Modalitäten des Beitritts, des Rücktritts und des Ausschlusses. Ferner
regelt er die Festsetzung und Erhebung der Beiträge sowie die Gewährung
von Leistungen (Art. 2 Abs. 6 Satz 1 AHVG). Der Bundesrat hat von dieser
Kompetenz insbesondere mit Erlass der VFV und der AHVV, deren ein-
schlägige Bestimmungen Anwendung finden, soweit die VFV keine abwei-
chende Bestimmung enthält (vgl. Art. 25 VFV), Gebrauch gemacht.
3.2 Nach Art. 13a Abs. 1 VFV sind erwerbstätige Versicherte ab dem 1. Ja-
nuar nach Vollendung des 17. Altersjahres beitragspflichtig; die Beitrags-
pflicht endet am Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer
das 65. Altersjahr vollenden. Nichterwerbstätige Versicherte sind beitrags-
pflichtig ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres; die Bei-
tragspflicht endet am Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und
Männer das 65. Altersjahr vollenden (Abs. 2).
3.3 Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten belaufen sich auf 9,8 Pro-
zent des massgebenden Einkommens. Die Versicherten müssen mindes-
tens den Mindestbeitrag von Fr. 914.- im Jahr entrichten (Art. 13b Abs. 1
VFV). Nichterwerbstätige Versicherte bezahlen auf der Grundlage ihres
Vermögens und ihres Renteneinkommens einen Beitrag zwischen Fr. 914.-
und Fr. 22'850.- im Jahr. Bei einem Vermögen von weniger als Fr. 550'000.-
beträgt der Beitrag Fr. 914.- (Art. 13b Abs. 2 VFV).
3.4 Die Beiträge werden in Schweizer Franken für jedes Beitragsjahr fest-
gesetzt. Als Beitragsjahr gilt das Kalenderjahr (Art. 14 Abs. 1 VFV). Mass-
gebend ist bei erwerbstätigen Versicherten das im Beitragsjahr tatsächlich
erzielte Erwerbseinkommen und bei nichterwerbstätigen Versicherten das
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im Beitragsjahr tatsächlich erzielte Renteneinkommen und der Vermögens-
stand am 31. Dezember. Für die Bemessung des Einkommens aus selb-
ständiger Erwerbstätigkeit ist das im Betrieb investierte Eigenkapital am
Ende des Beitragsjahres massgebend (Art. 14 Abs. 2 VFV).
3.5 Einkommen aus selbständiger Tätigkeit ist jedes Erwerbseinkommen,
das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt
(Art. 9 Abs. 1 AHVG). Als selbständiges Einkommen gelten laut Art. 17
AHVV alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Han-
dels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem
freien Beruf, sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, ein-
schliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Artikel 18 Absatz
2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11)
und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen
Grundstücken nach Artikel 18 Absatz 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte
aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Artikel 18 Absatz
2 DBG.
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung führt Art. 17 AHVV zu einer Har-
monisierung zwischen dem Beitragsrecht der AHV und dem Steuerrecht.
Soweit das AHVG und die AHVV keine abweichenden Regelungen enthal-
ten, unterliegen grundsätzlich alle steuerbaren Einkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit auch der AHV-Beitragspflicht (vgl. BGE 134 V 250 E. 3.2),
das heisst, es besteht eine Parallelität zwischen Steuer- und AHV-Recht
(vgl. Urteil des BGer 9C_765/2014 E. 5.3.2; BGE 140 V 241 E. 4.2).
4.
Aus den Einkommens- und Vermögenserklärungen 2013 der Beschwerde-
führenden vom 25. Januar 2014 (Dossier 1 act. 30/1, Dossier 2, act. 27/1)
geht hervor, dass sie sich als selbständig Erwerbende betrachten. Den Be-
rechnungsgrundlagen zur Beitragsverfügung vom 8. Juli 2014 (Dossier 1
act. 31/1) bzw. vom 10. Juli 2014 (Dossier 2 act. 29/1) und der Vernehm-
lassung vom 19. November 2014 (BVGer-act. 3) ist zu entnehmen, dass
die Vorinstanz ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe
von AUD 35‘695.- (Fr. 31‘324.86 rund Fr. 31‘300.-) annahm. Vorliegend ist
somit unbestritten, dass es sich bei den Beschwerdeführenden um selb-
ständig Erwerbende handelt. Bestritten ist hingegen, ob der Verlust bei der
X&Y_ vom Gewinn bei der X&Y_ Family Trust abzugsfähig
ist, was davon abhängt, ob es sich um eine oder um mehrere Tätigkeiten
handelt (vgl. E. 5 hiernach) und wie das Konstrukt Partnership – Trust
steuer- und damit AHV-rechtlich zu behandeln ist (vgl. E. 6 hiernach).
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Seite 8
5.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich um eine oder um mehrere Erwerbs-
tätigkeiten handelt.
5.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend (Beschwerde, BVGer-act.
1), sie würden nicht mehreren Erwerbstätigkeiten nachgehen, sondern seit
2006 einzig ein „[...]-Maschinen-Geschäft“ betreiben. Zu Beginn habe es
die Partnership X&Y_ gegeben. Obwohl sie eine Versicherung für
30 Millionen Dollar hätten, habe ihnen ihr Buchhalter aufgrund der „public
liability situation“ in Australien geraten, die Geschäftsform Partnership
X&Y_ in X&Y_ Family Trust zu ändern. Damit sie nicht
nochmals „good and service tax“ für ihre Maschinen hätten bezahlen müs-
sen, habe ihr Buchhalter die Maschinen bei der X&Y_ stehen ge-
lassen. Die X&Y_ Family Trust bezahle der X&Y_ Miete für
die Maschinen, welche als Einkommen bei der X&Y_ verbucht
werde. Der Verlust bei der X&Y_ entstehe wegen den jährlichen
Abschreibungen der Maschinen.
5.2 Die Vorinstanz hielt dagegen (Vernehmlassung, BVGer-act. 3), das
Verlustresultat einer wirtschaftlichen Tätigkeit sei vom Gewinnresultat einer
anderen selbständigen Erwerbstätigkeit nicht abziehbar. Dies selbst wenn
Konnexität zwischen beiden Erwerbstätigkeiten bestehe, jedoch im Hin-
blick auf steuermässige Vorteile zwei unterschiedliche Gesellschaften ge-
schaffen worden seien. Ausserdem frage es sich, ob die wirtschaftliche Tä-
tigkeit der X&Y_, welche auf den Maschinen Verlust erzielen würde,
überhaupt als Erwerbstätigkeit zu bewerten sei. Als Erwerbstätigkeit gelte
nur eine Tätigkeit, die auf Erzielung von Einkommen gerichtet sei und zu
einer Erhöhung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führe. Vorliegend
bezwecke die Firma indessen lediglich die Verwaltung (Mieteinnahmen
und Abschreibungen) des bestehenden Maschinenbestandes im Interesse
der X&Y_ Family Trust.
5.3
Die Beschwerdeführenden führten vom 27. April 2000 bis 8. August 2000
unter dem Handelsnamen [...] Computer Systems, vom 8. August 2000 bis
17. März 2006 unter dem Handelsnamen [...] Computers and Communica-
tions und seit 17. März 2006 unter dem Handelsnahmen X&Y_ ihre
Geschäfte. Vom 27. April 2000 bis zum 3. November 2000 bestand der
Gesellschaftsname (Entity name) Z._ und ab dem 3. November
2000 der Gesellschaftsname X&Y_ (vgl. http://abr.busi-
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ness.gov.au/SearchByAbnHistoryaspx?SearchText=[...]). Aus diesen Infor-
mationen resultiert, dass die Beschwerdeführenden zunächst mit „Compu-
ter Systems“ und später mit „Computers and Communications“ arbeiteten.
Ab März 2006 gingen sie einer anderen Tätigkeit nach. Dies stimmt mit den
Aussagen der Beschwerdeführenden überein, wonach sie seit 2006 ein
„[...]-Maschinen-Geschäft“ betreiben würden.
5.3.1 Aus der Erfolgsrechnung des Jahres 2008 (vgl. Dossier 2, act. 8/8)
ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführenden die verschiedenen Ge-
schäftsfelder [...] einstellten, sind die entsprechenden Posten doch im Jahr
2008 nicht mehr aufgeführt. Weiter ist der Bilanz zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführenden im Jahr 2008 ein Bankdarlehen für das Geschäft
A._ aufnahmen (vgl. Dossier 2 act. 8/6) und damit unter anderen
„[...]-Maschinen“ kauften, was dem Posten „Poperty, Plant & Equipment“
zu entnehmen ist, der auf AUD 123‘293.- angestiegen ist, gegenüber dem
Vorjahr von AUD 32‘756.- (vgl. Dossier 2 act. 8/5).
5.3.2 Aus dem Gesagten erhellt, dass sich die Beschwerdeführenden ab
2008 auf das Geschäft A._ konzentrierten und sich hierfür der Part-
nership X&Y_ bedienten.
5.4 Im Jahr 2010 gründeten die Beschwerdeführenden den X&Y_
Family Trust.
5.4.1 Ein Trust bezeichnet ein Rechtsverhältnis, welches entsteht, wenn
der Errichter (Settlor) auf der Grundlage einer Errichtungsurkunde (Trust
Deed) bestimmte Vermögenswerte auf eine oder mehrere Personen (Trus-
tees) überträgt mit der Aufgabe, diese zum Vorteil der Begünstigten mit
Wirkung gegenüber jedermann zu verwalten und zu verwenden. Formeller,
wenn auch nur treuhänderischer Träger des Trustvermögens ist der Trus-
tee. Der Trust ist andererseits aber auch kein (blosser) Vertrag. Obwohl der
Trust ursprünglich vom Settlor errichtet wird, ist er nach seiner Errichtung
im Wesentlichen eine Rechtsbeziehung zwischen dem Trustee und den
Beneficiaries, welche sich primär nach der Trusturkunde und sekundär
nach den spezifischen Trustnormen der anwendbaren Rechtsordnung rich-
tet (vgl. Kreisschreiben der ESTV Nr. 20, Ziff. 2.1).
5.4.2 Der Trustee (Treuhänder) ist vorliegend die Firma A._ PTY
LTD, deren Geschäftsführende die Beschwerdeführenden sind. Die Benefi-
ciaries sind ebenfalls die Beschwerdeführenden. Hingegen ist der Settlor,
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Seite 10
der das Eigenkapital des Trusts in der Höhe von AUD 10.- eingeschossen
hat, eine Drittperson.
In der Errichtungsurkunde von Juni 2010 wird als Trustee die Unterneh-
mung A._ PTY LTD aufgeführt, in deren Namen die Beschwerde-
führenden unterschrieben haben, X._ als Direktor und Y._
als Direktorin und Sekretärin. Gemäss Homepage
http://www.a._.com.au/profitsharing.htm hat diese Firma [...]-Auto-
maten, welche sie an ihre Kunden verkauft oder vermietet. Der Trust
X&Y_ Family Trust nimmt mit dem Handelsnamen (Trading name)
A._ am Markt teil (vgl. http://www.abr.business.gov.au/Se-
archByAbnHistory.aspx?SearchText=[...]). Hieraus ist ersichtlich, dass der
Trust bzw. für ihn der Trustee das Geschäft A._ betreibt.
5.4.3 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass der Trust gleich wie die
X&Y_ vor der Gründung des Trusts im Jahr 2010 den Betrieb des
Geschäfts A._ bezweckte. Die Buchhalterin der Beschwerdefüh-
renden B._ PTY LTD bestätigte denn auch mit Schreiben vom
7. Oktober 2016 (BVGer act. 11/1), dass alle Einnahmen und Ausgaben
des Trusts und des Partnerships aus demselben Geschäft A._ re-
sultieren würden.
5.5
5.5.1 Den Bilanzen des Trusts ist zu entnehmen (vgl. Dossier 1 act. 30/7,
17/24, 14/4; Dossier 2 act. 27/7, 17/25, 14/4), dass unter „Anlagevermö-
gen“ keine Maschinen aufgeführt sind, obwohl der Trust, für den Betrieb
des Geschäfts A._ errichtet wurde und die Geschäftstätigkeit für
diesen Betrieb über den Trust, bzw. über den Trustee als dessen Treuhän-
der, erfolgt. Die für die Geschäftstätigkeit des Trusts zwingend notwendi-
gen Maschinen blieben bei der X&Y_, welche sie an den Trust ver-
mietet. Bei der X&Y_ wird ein Mietertrag und beim Trust ein
Mietaufwand in derselben Höhe verbucht.
5.5.2 Gemäss Angaben der Beschwerdeführenden führt die X&Y_
kein aktives Geschäft mehr, da diese Gesellschaft nur aus dem Inventar
besteht. Die Maschinen werden von der X&Y_ nur an den
X&Y_ Family Trust und nicht an Dritte vermietet und die Wartung
der Maschinen erfolgt über den Trust. Aus diesen Angaben und der Tatsa-
che, dass in den Erfolgsrechnungen der X&Y_ für die Jahre 2011
bis 2013 (vgl. Dossier 1 act. 30/15, 17/13; Dossier 2 act. 27/15, 17/13) we-
der Telefon- noch Personal- noch anderweitige auf eine Geschäftstätigkeit
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Seite 11
zurückzuführenden Aufwände verbucht wurden, folgt, dass seit der Grün-
dung des Trusts im Jahr 2010 über die X&Y_ keine Geschäftstätig-
keit mehr abgewickelt wurde. Die X&Y_ hält lediglich das Anlage-
vermögen, welches durch zwei Darlehen (Bank und Privat) finanziert ist.
Den sich daraus ergebenden Aufwänden (Abschreibungen und Zinsen)
stehen Mieterträge aus dem Trust gegenüber. Der Verlust bei der
X&Y_ im Jahr 2013 entspricht dieser Differenz.
5.5.3 Zwischen der X&Y_ und dem X&Y_ Family Trust be-
steht dahingehend eine wirtschaftliche Verbindung, als der Trust ohne die
Anlagen der X&Y_ keinen Ertrag erwirtschaften könnte. Zudem
weist der Trust keine über den Mietaufwand hinausgehenden mit dem An-
lagevermögen Maschinen zusammenhängenden Aufwände auf, vielmehr
werden die Aufwände, wie zum Beispiel betriebsnotwendige Abschreibun-
gen, bei der X&Y_ verbucht. Da beim Trust über den Mietaufwand
nur ein Teil der Aufwände betreffend die Maschinen verbucht wird, sind, um
die effektiven Aufwände und Erträge aus dem Geschäft A._ zu be-
stimmten, beide Buchhaltungen zusammen zu konsultieren. Aufgrund der
wirtschaftlichen Verflechtung können die beiden Firmen X&Y_ und
X&Y_ Family Trust daher nicht separat betrachtet werden, vielmehr
ist eine wirtschaftliche Gesamtbetrachtung vorzunehmen.
5.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl mit der X&Y_ ab
2008 bis zur Gründung des Trusts im Jahr 2010, als auch mit dem Trust
der Betrieb des Geschäfts A._ bezweckt wurde. Die Tätigkeit der
Beschwerdeführenden hat sich folglich nicht geändert, sondern einzig die
Gesellschaftsform, in welcher sie diese Tätigkeit ausüben. Die Beschwer-
deführenden gehen somit, entgegen der Annahme der Vorinstanz, nicht
mehreren Tätigkeiten nach. Die Argumentation der Vorinstanz mit den Ver-
anlagungsdirektiven (Dossier 1 act. 32/2, Dossier 2 act. 28/2; Vernehmlas-
sung S. 2, BVGer-act. 3) geht somit ins Leere, denn weder handelt es sich
um zwei unabhängige selbständige Tätigkeiten noch um eine unselbstän-
dige und eine selbständige Tätigkeit, sondern um eine einzige Tätigkeit.
Die Geschäftsabschlüsse der X&Y_ und des X&Y_ Family
Trusts sind daher zusammen zu betrachten.
6.
Nachfolgend ist zu klären, wie das Konstrukt Partnership – Trust in AHV-
rechtlicher Hinsicht zu behandeln ist.
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Seite 12
6.1 Aufgrund der Parallelität zwischen Steuer- und AHV-Recht (vgl. E. 3.5
hiervor) ist vorliegend die steuerrechtliche Sicht relevant.
6.2 Die Vorinstanz brachte vor, die Beschwerdeführenden hätten steuer-
mässige Vorteile erzielen wollen (vgl. Vernehmlassung S. 2, BVGer-act. 3).
Die Beschwerdeführenden hielten dagegen, sie hätten nicht aus steuer-
technischen Gründen gehandelt, sondern um privates Guthaben zu schüt-
zen (vgl. Replik, BVGer-act. 5).
6.3 Das Haager Übereinkommen über das auf Trusts anzuwendende
Recht und über ihre Anerkennung vom 1. Juli 1985 (im Folgenden: Haager
Übereinkommen; SR 0.221.371) ist in der Schweiz am 1. Juli 2007 in Kraft
getreten. Es ermöglicht die zivilrechtliche Anerkennung von ausländischen
Trusts auf der Grundlage international anerkannter Normen und soll
dadurch die Rechtssicherheit in diesem Bereich erhöhen. Art. 19 des Haa-
ger Übereinkommens sieht vor, dass das Übereinkommen die Befugnisse
der Vertragsstaaten in Steuersachen unberührt lässt, womit das Haager
Übereinkommen keine Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung von
Trusts hat und die steuerliche Behandlung sich weiterhin aus dem Schwei-
zer Steuerrecht ergibt (vgl. Kreisschreiben Nr. 30 der Schweizerischen
Steuerkonferenz vom 22. August 2007 Ziff. 2.5).
6.4 Trusts sind in Anwendung des Haager Übereineinkommens in der
Schweiz grundsätzlich anzuerkennen. Eine Ausnahme liegt, vor, wenn der
Trust zum Zweck der Steuerumgehung errichtet worden ist (vgl. JULIA VON
AH, zsis) 2008, Behandlung des Trusts im Schweizer Steuerrecht – Über-
blick über die neuen Entwicklungen Ziff. 2.1.2.3 mit Hinweis auf das Kreis-
schreiben Nr. 30).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil des BGer
C_638/2010 vom 19. März 2012 E. 4.1; BGE 131 II 627 E. 5.2) wird eine
Steuerumgehung angenommen, wenn (1) eine von den Beteiligten ge-
wählte Rechtsgestaltung als ungewöhnlich, sachwidrig oder absonderlich,
jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen er-
scheint, (2) anzunehmen ist, dass die gewählte Rechtsgestaltung miss-
bräuchlich lediglich deshalb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die
bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse geschuldet wären, und (3)
das gewählte Vorgehen tatsächlich zu einer erheblichen Steuerersparnis
führen würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde.
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Für die Annahme einer Steuerumgehung muss eine Sachverhaltsgestal-
tung vorliegen, die – wenn man von den steuerlichen Aspekten absieht –
jenseits des wirtschaftlich vernünftigen liegt.
6.5 Es ist ungewöhnlich, dass die Beschwerdeführenden das aktive Ge-
schäft auf den Trust übertrugen, jedoch die hierfür notwendigen Maschinen
bei der X&Y_ beliessen. Die Beschwerdeführenden machten einer-
seits steuerrechtliche Gründe geltend, dass sie nicht nochmals „good and
service taxes“ bezahlen wollten, andererseits brachten sie vor, sie hätten
privates Guthaben schützen wollen, denn obwohl sie eine Versicherung für
30 Millionen Dollar hätten, habe ihnen ihr Buchhalter aufgrund der „public
liability situation“ in Australien geraten, die Geschäftsform Partnership
X&Y_ in X&Y_ Family Trust zu ändern. Entgegen der An-
nahme der Beschwerdeführenden handelt es sich bei den Maschinen nicht
um privates Guthaben, sondern um Geschäftsvermögen, dienen sie doch
dem Geschäft A._. Die Beschwerdeführenden wählten den Trust,
um ihre Haftung zu beschränken. Eine Haftungsbeschränkung für Gesell-
schafter kennt die Schweizerische Rechtsordnung auch beispielsweise bei
der GmbH. Das Anliegen der Beschwerdeführenden, ihre Haftung zu be-
schränken, ist nachvollziehbar und wirtschaftlich vernünftig.
6.6 Die Idee der „Defiskalisation“ (Verschiebung von Vermögen ins steuer-
liche Niemandsland) von Vermögen durch Einbringung in einen Trust wi-
derspricht dem schweizerischen Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden
(vgl. MICHAEL FISCHER/BENJAMIN DORI, in ST 8/13 S. 549, Trusts und Steu-
ern). Der Trust ist kein Steuersubjekt. Wird Vermögen eingeschossen, wird
dieses hierdurch der Besteuerung entzogen. Vorliegend wurden die Ma-
schinen jedoch nicht in den Trust überführt, sondern bei der X&Y_
belassen, womit der bei Trust gefürchtete Entzug von Steuersubstrat nicht
stattfand.
6.7 Die australische Steuerverwaltung akzeptierte den Abzug des Verlus-
tes bei der X&Y_ vom Gewinn beim X&Y_ Family Trust, wie
aus der nachfolgenden Aufstellung ersichtlich ist. Die Vorinstanz brachte
nicht substantiiert vor, inwiefern hierdurch ein steuermässiger Vorteil erzielt
worden sein soll. Ein solcher ist denn auch nicht auszumachen.
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Situation 2012 Total X._ Y._
Verlust X&Y_ - 42'471 (1) - 21'235 (2) - 21'236 (3)
Verlust aus Liegenschaft - 22'212 - 11'106 (4) - 11'106 (5)
Gewinn Trust gemäss Erfolgsrechnung 96'283 (6)
Rundungsdifferenz - 2 (7)
Gewinn Trust gemäss Steuererklärung 96'281 (8) 48'141 (9) 48'140 (10)
Gross interest 8 8 (11)
Total Einkommen 31'606 15'808 (12) 15'798 (13)
Abzüge 0 - 1'237 (14)
Verlustvorträge - 9'730 (15) - 13'780 (16)
Deklariertes steuerbares Einkommen 6'078 (17) 781 (18)
Veranlagung 2012 6'078 (19) 781 (20)
Situation 2013 Total X._ Y._
Verlust X&Y_ - 23'614 (21) - 11'807 (22) - 11'807 (23)
Verlust aus Liegenschaft - 19'813 (24)
Rundungsdifferenz - 3 (25)
Verlust aus Liegenschaft gerundet - 19'816 - 9'908 (26) - 9'908 (27)
Gewinn X&Y_ Family Trust 71'391 (28) 35'695 (29) 35'696 (30)
Kapitalgewinn Verkauf Liegenschaft 19'860 (31) 9'930 (32) 9'930 (33)
Total Einkommen 47'821 23'910 (34) 23'911 (35)
Abzüge - 1'371 (36)
Korrektur 20 (37)
Deklariertes steuerbares Einkommen 23'935 (38) 22'540 (39)
Veranlagung 2013 23'935 (40) 22'540 (41)
(1) Jahresrechnung Dossier 1 act. 17/13
(2) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/50
(3) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/64
(4) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/52
(5) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/52
(6) Jahresrechnung Dossier 1 act. 17/30; Dossier 2 act. 17/30
(7) Aufgrund der Aufteilung der Beträge auf zwei Personen resultieren Rundungsdifferenzen
(8) Trust Tax Return Dossier 1 act. 17/33, Dossier 2 act. 17/33
(9) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/50
(10) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/64
(11) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/46
(12) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/46
(13) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/60
(14) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/60
(15) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/46
(16) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/60
(17) Individual Tax Return Dossier 1 act. 17/46
(18) Individual Tax Return Dossier 2 act. 17/60
(19) BVGer act. 11/5
(20) BVGer act. 11/9
(21) Jahresrechnung Dossier 1 act. 30/15; Dossier 2 act. 27/15
(22) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/40
(23) Individual Tax Return Dossier 2 act. 27/53
(24) Rental Property Schedule Dossier 1 act. 30/45; Dossier 2 act. 27/59
(25) Aufgrund der Aufteilung der Beträge auf zwei Personen resultieren Rundungsdifferenzen
(26) Rental Property Schedule Dossier 1 act. 30/45
(27) Rental Property Schedule Dossier 2 act. 27/59
(28) Jahresrechnung Dossier 1 act. 30/12; Dossier 2 act. 27/12
(29) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/40
(30) Individual Tax Return Dossier 2 act. 27/53
(31) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/49; Dossier 2 act. 27/63
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7.
7.1 Mit Kreisschreiben Nr. 20 der ESTV wurde das Kreisschreiben Nr. 30
der SSK auf die direkte Bundessteuer und die Verrechnungsteuer anwend-
bar erklärt. Gemäss dem Kreisschreiben Nr. 30 wird bei der Besteuerung
eines Trusts zwischen Revocable Trust, Irrevocable Fixed Interest Trust
und Irrevocable Discretionary Trust unterschieden:
– Beim Revocable Trust löst sich der Settlor nicht endgültig von dem dem
Trust zugewandten Vermögen. Der Settlor bleibt steuerpflichtig.
– Beim Irrevocable Fixed Interest Trust stehen der Kreis der Begünstig-
ten, Umfang und Zeitpunkt der Zuwendung an die Beneficiaries fest.
Aufgrund des bestehenden und bekannten Rechtsanspruchs kann da-
mit eine Zurechnung zum Beneficiary im Umfang des anteiligen Trust-
vermögens erfolgen. Bei der Zuwendung ist zu prüfen, ob es sich um
steuerbares Einkommen oder um eine einkommenssteuerfreie Schen-
kung handelt (Art. 24. lit. a DBG).
– Beim Irrevocable Discretionary Trust sind die Rechte der Beneficiaries
bloss anwartschaftlicher Natur. Der Zeitpunkt und Umfang der allfälli-
gen Zuwendungen sind nicht festgelegt, da diese im Ermessen des
Trustees liegen. Aus diesem Grund kann die Zuwendung erst im Zeit-
punkt der effektiven Auszahlung der Besteuerung unterworfen werden,
wobei aber zu prüfen ist, ob es sich um steuerbares Einkommen oder
um eine der Einkommenssteuer nicht unterliegende Schenkung han-
delt (Art. 24 lit. a DBG). Im seltenen Fall, wo Umfang und Zeitpunkt der
Zuwendung rechtsverbindlich festgelegt worden sind oder auch regel-
mässig erfolgen, kann die gleiche Behandlung erfolgen wie beim Fixed
Interest Trust.
7.2 Gemäss Trust Deed handelt es sich vorliegend um einen Irrevocable
Discretionary Trust, was den wirtschaftlichen Gegebenheiten entspricht.
Der X&Y_ Family Trust schüttete im Jahr 2013 je AUD 46‘861.- an
die Beschwerdeführenden aus (Dossier 1 act. 30/10; Dossier 2 act. 27/10),
(32) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/46
(33) Individual Tax Return Dossier 2 act. 27/60
(34) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/38
(35) Individual Tax Return Dossier 2 act. 27/51
(36) Individual Tax Return Dossier 2 act. 27/51
(37) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/38
(38) Individual Tax Return Dossier 1 act. 30/38
(39) Individual Tax Return Dossier 2 act. 27/51
(40) BVGer act. 11/6
(41) BVGer act. 11/10
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womit die Schweiz eine Steuerpflicht annehmen würde, wenn die Be-
schwerdeführenden ihren Wohnsitz nicht in Australien, sondern in der
Schweiz hätten, womit sie AHV-pflichtig sind.
Ausgeschüttet wurde der Betrag von insgesamt AUD 93‘722.- (2 x 46‘861),
während der Trust einen Gewinn von AUD 71‘391.- erwirtschaftete. Hie-
raus ergibt sich, dass nur ein Teil der Ausschüttungen Anteil am Gewinn
und damit steuerbares Einkommen darstellt. Der die Beteiligung am Ge-
winn übersteigende Betrag könnte die Rückzahlung von Darlehen der Be-
schwerdeführer sein, zumal in der Bilanz von 2013 die Posten „Beneficiary
loan: X._“ und „Beneficiary loan: Y._“ aufgeführt sind, hin-
gegen in der Bilanz von 2014 der neue Posten „Unpaid Present Entitle-
ment“ (Dossier 2 act. 34/8). Es könnte sich jedoch auch um Kapitalaus-
schüttungen handeln, welche nicht steuerbar und damit AHV-rechtlich nicht
relevant sind.
Da sowohl die Vorinstanz als auch die Beschwerdeführenden übereinstim-
mend davon ausgehen, dass die Ausschüttungen aus dem Trust in der
Höhe von AUD 71‘391.- AHV-pflichtig sind, ist hierauf nicht weiter einzuge-
hen. Aus dem Gesagten resultiert, dass hinsichtlich dem Trust von einem
Einkommen in der Höhe von AUD 35‘695.- (71‘391 : 2) auszugehen ist.
7.3 Wie unter Erwägung 5 hiervor erörtert, weisen die beiden Gesellschaf-
ten X&Y_ Family Trust und X&Y_ einen dermassen engen
wirtschaftlichen Zusammenhang auf, dass die beiden Geschäftsab-
schlüsse zusammen zu betrachten sind. Die Firma X&Y_ wies im
Jahr 2013 einen Verlust in der Höhe von AUD 23‘614.- auf, was pro Person
einen Verlust von AUD 11‘807.- ergibt. Das Einkommen beläuft sich somit
pro Person auf AUD 23‘888.- (35‘695 - 11‘807).
8.
Zusammenfassend ergibt sich, dass für die Ermittlung des massgebenden
AHV-pflichtigen Einkommens, die Geschäftsabschlüsse der X&Y_
und der X&Y_ Family Trust gemeinsam zu betrachten sind und da-
mit der Gewinn des Trusts um den Verlust bei der X&Y_ zu schmä-
lern ist, womit sich die Beschwerde als begründet erweist und die Ein-
spracheentscheide, je datierend vom 7. Oktober 2014, aufzuheben sind.
Die Sache geht zur neuen Berechnung der Beiträge für das Jahr 2013 an
die Vorinstanz zurück.
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9.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
9.1 In Anwendung von Art. 85bis Abs. 2 Satz 1 AHVG sind keine Verfahrens-
kosten zu erheben.
9.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Den nicht an-
waltlich vertretenen Beschwerdeführenden sind keine unverhältnismässig
hohen Kosten entstanden, weshalb ihnen keine Parteientschädigung zu-
zusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).