Decision ID: 1095b467-570d-4ac2-9ef5-76f7d032e694
Year: 2015
Language: de
Court: BE_SRK
Chamber: BE_SRK_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

den Akten entnommen:
A. Mit vordatierter Verfügung vom 9. März 2013 wurde dem Tiefbauamt des Kantons Bern (nachfolgend: TBA) von der Steuerverwaltung der Stadt Biel (Steuerverwaltung) für das Jahr
2011 eine Liegenschaftssteuer von CHF 13'245.95 eröffnet.
B. Am 1. März 2013 erhob das TBA dagegen Einsprache. Es führte aus, dass die vier Grundstücke Biel/Bienne Gbbl. Nr. 2731, 3170, 10990 und 11041 "ohne Ertrag" und somit nicht
steuerpflichtig seien.
C. Mit Einspracheentscheid vom 25. März 2013 wurde die Einsprache "abgewiesen". Zur Begründung führte die Steuerverwaltung aus, dass die Liegenschaftssteuer auf den
rechtskräftigen amtlichen Werten erhoben werde. Anlässlich der Erhebung der
Liegenschaftssteuer sei eine Einsprache gegen den amtlichen Wert nicht mehr zulässig. Da
vorliegend die amtlichen Werte in Rechtskraft erwachsen seien, könne auf die Einsprache "nicht
eingetreten" werden.
D. Dagegen hat das TBA mit Schreiben vom 17. April 2013 Rekurs bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommission) erhoben. Es beantragt,
dass die Liegenschaftssteuer für die vier ertragslosen Grundstücke erlassen werde. Zur
Begründung führt es aus, dass der Kanton Bern für die Fertigstellung des
Nationalstrassennetzes vom Bund beauftrag worden sei. Dafür erwerbe der Kanton die
notwendigen Grundstücke. Die vier Grundstücke seien zu diesem Zweck gekauft worden und
würden keinen Ertrag abwerfen. Das TBA beruft sich im Rekursschreiben auf eine Bestimmung
im Bundesgesetz über die Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer und der
Nationalstrassenabgabe.
E. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2013 führt die Steuerverwaltung unter anderem aus, dass die vom TBA angerufene Bestimmung vorliegend keine Anwendung finde.
F. Dazu führt das TBA in seiner Stellungnahme mit Verweis auf das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz aus, dass die Eidgenossenschaft sowie ihre Anstalten,
Betriebe und unselbständige Stiftungen grundsätzlich von jeder Besteuerung durch die Kantone
und Gemeinden befreit seien.
G. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, sofern entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Gemeinde betreffend die Liegenschaftssteuer können bei der Steuerrekurskommission angefochten werden (Art. 262 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 21. Mai
2000 [StG; BSG 661.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und örtlich
zuständig. Das TBA ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht
durchgedrungen. Es ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG i.V.m.
Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG
155.21]). Auf den form- und fristgerecht eingereichten Rekurs ist deshalb einzutreten.
Da der Streitwert unter CHF 10'000.-- liegt, fällt der vorliegende Entscheid in die
einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 70 Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
Da die Steuerverwaltung die Einsprache im Dispositiv des Entscheids abgewiesen hat (in der
Begründung wird Nichteintreten erwähnt; vgl. Bst. C vorne), nimmt die Steuerrekurskommission
vorliegend eine materielle Prüfung vor.
2. Es ist umstritten, ob das TBA für die Grundstücke Biel/Bienne Gbbl. Nr. 2731, 3170, 10990 und 11041 Liegenschaftssteuern zu entrichten hat.
3. Gemäss Art. 258 StG kann die Gemeinde auf den amtlichen Werten eine Liegenschaftssteuer erheben. Steuerpflichtig sind die natürlichen und juristischen Personen, die
am Ende des Kalenderjahres als Eigentümerinnen oder Eigentümer im Grundbuch eingetragen
sind (Art. 259 Abs. 1 StG).
3.1 Keine Liegenschaftssteuer wird erhoben wenn Bundesrecht die Besteuerung ausschliesst (Art. 259 Abs. 4 Bst. a StG). Solches Bundesrecht gibt es insbesondere für die Post, die vom
Bund konzessionierten Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen, die SUVA,
Sozialversicherungs- und Ausgleichskassen, die Nationalbank, die eidgenössische
Alkoholverwaltung, Swisscontrol/Skyguide und die Botschaften und Konsulate (Michel Iff in:
Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, Artikel 126 bis 293, 2011, N. 13 ff. zu
Art. 259 StG). Art. 62d des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März
1997 (RVOG; SR 172.010) bestimmt, dass die Eidgenossenschaft sowie ihre Anstalten,
Betriebe und unselbstständigen Stiftungen von jeder Besteuerung durch die Kantone und
Gemeinden befreit sind; ausgenommen sind Liegenschaften, die nicht unmittelbar öffentlichen
Zwecken dienen.
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3.2 Auf Amts- und Verwaltungsgebäuden, Kirchen, Synagogen und Pfarrhäusern (einschliesslich Hausplätzen, Weg- und Hofanlagen) des Kantons, der Gemeinden, ihrer
Unterabteilungen, der Regionalkonferenzen und Gemeindeverbände der Burgergemeinden, der
Kirchgemeinden, der Gesamtkirchgemeinden und der nach dem Gesetz über die jüdischen
Gemeinden anerkannten Körperschaften wird auch keine Liegenschaftssteuer erhoben
(Art. 259 Abs. 4 Bst. b StG). Als Amts- und Verwaltungsgebäude gelten primär Gebäude, in
denen eine gesetzliche Aufgabe des Kantons oder der Gemeinde erfüllt wird. Aber auch alle
anderen Bauwerke, die für die Erfüllung gesetzlicher Aufgaben bestimmt sind, zählen dazu.
Sind und Zweck der Ausnahmetatbestände ist es namentlich, Gebäude, in denen öffentliche
Aufgaben mit Steuergelder (mit-)finanziert werden, von der Besteuerung auszunehmen, um
nicht die ohnehin durch die öffentliche Hand finanzierte oder unterstützte Leistung wiederum zu
versteuern (Vortrag des Regierungsrats an den Grossen Rat betreffend das
Spitalversorgungsgesetz, S. 47, zitiert in RKE 6044 L 2003 vom 18.10.2005, E. 6). Die
Gebäude müssen dem bestimmten Zweck jedoch unmittelbar und ausschliesslich dienen. Ein
bloss mittelbares Dienen reicht nicht aus (Michel Iff, a.a.O., N. 21 zu Art. 259 StG). Dies lässt
sich aus der Überlegung rechtfertigen, dass Liegenschaften, die nicht unmittelbar öffentlichen
Zwecken dienen, wie alle andern Liegenschaften zur Deckung der unmittelbar im
Zusammenhang mit Liegenschaften anfallenden öffentlichen Lasten beitragen sollen
(Leuch/Witschi in: Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014,
N. 52 zu Art. 83 StG).
Nicht befreit sind Gebäude, die von einer Gemeinde vermietet werden (Hans Gruber,
Handkommentar zum bernischen Gesetz über die direkten Staats- und Gemeindesteuern,
5. Aufl., 1987, N. 4 zu Art. 216 aStG). So ist beispielsweise ein Sigristenhaus, welches seit
längerer Zeit durch den Sigristen und seiner Familie oder Drittpersonen bewohnt wird, nicht von
der Liegenschaftssteuer befreit (RKE 2332 L 2000 vom 17.2.2004, E. 4). Weiter dient ein
Landwirtschafts- oder Gewerbebetrieb eines Heimes oder einer Anstalt diesen nur mittelbar,
weshalb die entsprechenden Liegenschaften nicht von der Liegenschaftssteuer zu befreien sind
(RKE L 96/1983 vom 17.12.1985 in BVR 1986 S. 102 ff.).
Zu den Amts- und Verwaltungsgebäuden zählen nur jene, welche zum Verwaltungsvermögen –
und nicht zum Finanzvermögen – des Gemeinwesens gehören (Michel Iff, a.a.O., N. 22 zu
Art. 259 StG).
3.3 Gemäss Art. 259 Abs. 5 StG sind die übrigen Bestimmungen des StG über Ausnahmen von der Steuerpflicht bezüglich der Liegenschaftssteuer nicht anwendbar. Eine Steuerbefreiung
für die Liegenschaftssteuer ergibt sich auch nicht aus dem Bundesgesetz vom 14. Dezember
1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] und dem Bundesgesetz vom
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14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
(StHG; SR 642.14; vgl. VGE 21249U vom 13.8.2001 E. 2c f., nicht publiziert).
3.4 Da es keinen Sinn macht, ein Grundstück amtlich zu bewerten, wenn darauf weder Steuern noch Abgaben oder Gebühren erhoben werden, regelt Art. 53 StG Ausnahmen von der
amtlichen Bewertung. So werden insbesondere Grundstücke nicht bewertet, die keinerlei
Nutzbarmachung gestatten und weder einen Ertrag noch einen Verkehrswert aufweisen
(Bst. a). Auch öffentliche Strassen, Wege, Plätze, Brücken, Trottoirs, Parkanlagen und
Friedhöfe werden nicht bewertet (Bst. b). Gemäss Bst. c werden weiter Grundstücke,
Grundstückteile und bauliche Anlagen im Eigentum der Eidgenossenschaft und ihrer Anstalten
nicht amtlich bewertet, sofern das Bundesrecht die Besteuerung ausschliesst. Ob auf einem
Grundstück die Liegenschaftssteuer oder andere Abgaben zu entrichten sind, wird in jedem Fall
aber nicht im Verfahren der amtlichen Bewertung beurteilt, sondern im dafür vorgesehenen
Verfahren. Nach dem bisherigen Recht hatte eine Bewertung deshalb trotz entsprechender
Ausnahmen zu erfolgen, wenn die Erhebung einer Liegenschaftssteuer nicht von vornherein
ausgeschlossen war (Kästli/Bärtschi in: Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1,
Artikel 1 bis 125, 2014, N. 2 zu Art. 53 StG, mit Verweis auf NStP 34/1980 S. 185). Gemäss
Art. 262 Abs. 2 StG können rechtskräftig festgesetzte amtliche Werte im Einspracheverfahren
betreffend die Liegenschaftssteuer nicht angefochten werden.
4. Wie sich aus Bst. B ergibt, sind vorliegend folgende Grundstücke in Biel betroffen. Der jeweilige amtliche Wert im Steuerjahr 2011 und die 1.5 ‰ können nachfolgender Tabelle
entnommen werden.
Grundstück amtlicher Wert Liegenschaftssteuer 2731 CHF 330'800 CHF 496.20 3170 CHF 782'250 CHF 1'173.40
10990 CHF 60 CHF 0.10 11041 CHF 648'400 CHF 972.60
CHF 2'642.30
4.1 Auf dem Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 2731 steht unter anderem das Wohnhaus Wydenauweg 38/40. Der Kanton Bern kaufte das Grundstück mit Kaufvertrag vom 25. August
2006, da die Liegenschaft im Zusammenhang mit dem Nationalstrassenprojekt N5, Umfahrung
Biel, Teilprojekt Biel West - Biel Süd (Westast), wird weichen müssen (Ziff. I des Vertrages).
Gemäss Einsprache des TBAs wird die Liegenschaft besetzt. Einem Artikel der WOZ vom
27. Mai 2010 (<https://www.woz.ch/-207b>, besucht am 24.7.2015) kann entnommen werden,
dass das TBA die Besetzung im Jahr 2008 habe beenden wollen und elf Parkplätze hätten
entstehen sollen. Nach Vermittlung durch einen Sozialarbeiter hätten sich die Bewohner mit
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dem Kanton geeinigt und würden diesem CHF 600.-- pro Monat an Miete bezahlen; so viel
hätte das TBA auch durch die Parkplätze eingenommen.
4.2 Auf dem Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 3170 befindet sich gemäss GRUDIS ein Pavillon (Seevorstadt 13) und zum Teil die Einstellhalle an der Seevorstadt 15b. Das
Grundstück ist seit dem 27. August 1985 im Eigentum des TBAs. Gemäss Einsprache handelt
es sich beim Pavillon um einen "Infopavillon N5". Dies ergibt sich auch aus der Internetseite zur
A5 (<http://www.a5-biel-bienne.ch/de/westast/westast-kontakt>, besucht am 24.7.2015).
Gemäss dieser Seite enthält der Infopavillon zurzeit keine Ausstellung.
4.3 Gemäss GRUDIS ist das Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 10990 im Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Gemäss Grundbucheintragungsgesuch vom
21. Dezember 2012 ist das Grundstück Kraft Art. 62a des Bundesgesetzes vom 8. März 1960
über die Nationalstrassen (NSG; SR 725.11) und dem Bundesratsbeschluss vom 27. Februar
2008 (BBl 2008 S. 1951) per 1. Januar 2008 auf die Schweizerische Eidgenossenschaft
übergegangen. Es handelt sich dabei um ein Stück der N5 zwischen Grenchen und Biel Ost.
4.4 Das Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 11041 wurde mit der "Teilabschlussmutation N5 Bözingenmoos" vom 22. Dezember 2008 geschaffen. Es befindet sich am Längfeldweg 141.
Gemäss Einsprache befindet sich auf dem Grundstück ein "Werkhof N5".
5. Gemäss Art. 83 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) stellt der Bund die Errichtung eines Netzes von Nationalstrassen und deren Benutzbarkeit sicher. Er baut, betreibt und
unterhält die Nationalstrassen. Auch trägt er die Kosten dafür. Er kann diese Aufgabe ganz oder
teilweise öffentlichen, privaten oder gemischten Trägerschaften übertragen (Art. 83 Abs. 2 BV).
Diese Bestimmung ist seit dem 1. Januar 2008 in Kraft und wurde im Rahmen der
Volksabstimmung vom 28. November 2004 zur Vorlage "Neugestaltung des Finanzausgleichs
und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen" angenommen. In den
Übergangsbestimmungen zu Art. 83 BV (Art. 197 Ziff. 3 BV) steht dazu, dass die Kantone die
im Bundesbeschluss vom 21. Juni 1960 über das Nationalstrassennetz aufgeführten
Nationalstrassen nach den Vorschriften und unter der Oberaufsicht des Bundes fertigstellen. In
diesem Bundesbeschluss (SR 725.113.11) ist die N5 aufgelistet. Im Anhang 1 der
Nationalstrassenverordnung vom 7. November 2007 (NSV; SR 725.111) sind die Strecken
bezeichnet, die im Rahmen der Fertigstellung des beschlossenen Nationalstrassennetzes durch
die Kantone erstellt werden (Art. 32 NSV). Dazu zählt der Abschnitt 9 der N5 (Biel Ost
[Längfeld] - Biel Süd [Brüggmoos]) als in Arbeit stehende Strecke, der Abschnitt 2 der N5
(Grenchen - Biel Ost [Längfeld]) als in Betrieb befindliche Strecke mit Restarbeiten oder -
zahlungen und der Abschnitt 8 der N5 (Biel Süd [Brüggmoos] - Biel West [See-Vorstadt]) als
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noch nicht begonnene Strecke (Stand 1.8.2007). Beim Bau der N5 handelt es sich also um eine
gesetzliche Aufgabe des Kantons.
5.1 Entsprechend dienen die Grundstücke Biel/Bienne Gbbl. Nr. 3170 und 11041, auf denen sich ein Infopavillon bzw. ein Werkhof befindet, unmittelbar öffentlichen Zwecken. Dies gilt erst
Recht für das Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 10990, welches ein bereits fertiggestelltes
Stück der N5 ist. Das TBA ist diesbezüglich von der Liegenschaftssteuer befreit. Dies gilt auch
für das Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 10990, bei welchem am Ende des Kalenderjahres
2011 noch das TBA als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen war. Der Rekurs ist somit
bezüglich diesen drei Grundstücken – wertmässig im Umfang von rund 80 % (vgl. Tabelle in
E. 4) – gutzuheissen.
5.2 Wie unter E. 4.1 ausgeführt, wird das Grundstück Biel/Bienne Gbbl. Nr. 2731 besetzt und dafür ein Mietzins von CHF 600.-- pro Monat entrichtet. Das Grundstück dient somit noch nicht
unmittelbar öffentlichen Zwecken. Auch wenn die Nutzung mit Blick auf den Bau der N5
eingeschränkt ist, ist es doch möglich, das Grundstück zu nutzen. In der Verordnung des UVEK
vom 4. Dezember 2007 über den Landerwerb bei der Fertigstellung des beschlossenen
Nationalstrassennetzes (SR 725.111.31) wird in Art. 7 Abs. 1 bestimmt, dass die Kantone
vorsorglich erworbene Grundstücke und Gebäude nach Möglichkeit zu marktgerechten
Bedingungen zu nutzen haben. Wie sich aus E. 3.2 ergibt, sind vermietete Gebäude nicht von
der Liegenschaftssteuer befreit. Entsprechend hat das TBA für dieses Grundstück die
Liegenschaftssteuer zu entrichten. Der Rekurs ist in diesem Punkt abzuweisen und somit
insgesamt teilweise gutzuheissen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Gemeinde Biel, welche in ihren Vermögensinteressen betroffen ist (vgl. VGE 21249U vom 13.8.2001, E. 5), vier Fünftel der
gesamten Verfahrenskosten, einschliesslich eines Anteils allfälliger Auslagen für Gutachten
oder andere externe Kosten zu tragen (Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des
Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]).
Das TBA hat keine Verfahrenskosten zu tragen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 2 i.V.m Art. 2
Abs. 1 Bst. a VRPG).
Weder das TBA noch die Gemeinde Biel hat Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 200 Abs. 4
StG).