Decision ID: b64af99d-f5da-4006-9c89-08d2013699eb
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
B.B., geboren am 22. Februar 1960, stammt aus Mazedonien und lebt in C. bei D.,
Mazedonien. Seit dem 28. September 2013 ist sie verwitwet. Sie hat zwei Schwestern
(E.E., geboren am 22. Februar 1960, und F.F., geboren am 4. März 1963) und zwei
Brüder (G.G., geboren am 12. Juni 1965, und H.H., geboren am 1. August 1966) sowie
drei Kinder. Der älteste Sohn A.A., geboren am 14. März 1977, lebt mit seiner Ehefrau
I.I., geboren am 4. Oktober 1978, und den Kindern K.K., geboren am 7. Januar 2004,
und L.L., geboren am 25. Februar 2008, in seiner 5 1⁄2-Zimmer-Eigentumswohnung in
N. Alle Mitglieder dieser Familie verfügen über die Schweizer Staatsbürgerschaft. Ihre
Tochter M.M., geboren am 11. Juni 1978, dänische Staatsangehörige, lebt in O.,
Dänemark, und der jüngere Sohn P.P., geboren am 22. August 1979, amerikanischer
Staatsangehöriger, in Q., USA. Seit dem 12. Dezember 2001 hielt sich B.B. mehrmals
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während bis zu drei Monaten in der Schweiz auf (Akten Migrationsamt B.B. [fortan:
Dossier], S. 1-9, 11 f., 14-16, 79, 90, 94, 96 f., 99, 112, 126-133, 134, 158 f., 163-166).
B.
Am 28. Oktober 2013 ersuchte A.A. beim Migrationsamt um Familiennachzug für seine
Mutter (Dossier, S. 100-107). Mit Verfügung vom 22. Mai 2014 wies das Migrationsamt
das Familiennachzugs- resp. übersiedlungsgesuch ab (Dossier, S. 149-153). Dagegen
rekurrierte A.A. am 4. Juni 2014 beim Sicherheits- und Justizdepartement (act. 7/1). Am
30. Juni 2014 reichte die Rechtsvertreterin von A.A., auch im Namen von B.B., eine
Rekursergänzung ein. Mit Entscheid vom 1. September 2014 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs ab. Es begründete seinen Entscheid damit, dass B.B.
selbst nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für eine Übersiedelung in die
Schweiz verfüge. Hinsichtlich der finanziellen Unterstützung durch Dritte habe das
Migrationsamt zu Recht auf die Verwandtenunterstützungspflicht abgestellt. Daran
ändere das Inkrafttreten von Art. 25 Abs. 4 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt
und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) nichts. Im Unterschied zu Art. 24 Anhang I
des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 der Verordnung
über die schrittweise Einführung des freien Personenverkehrs zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Union und deren
Mitgliedstaaten sowie unter den Mitgliedstaaten der Europäischen
Freihandelsassoziation (Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs;
SR 142.203, VEP) räume Art. 28 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, AuG) in Verbindung mit Art. 25 Abs. 4 VZAE
keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ein, weshalb sich die
Rechtsprechung zu Art. 16 Abs. 2 VEP nicht auf den Anwendungsbereich von Art. 25
Abs. 4 VZAE übertragen lasse. Vielmehr sei es zulässig, im Rahmen der
Ermessensausübung weitere sachgerechte Kriterien heranzuziehen, um die Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung zu prüfen. A.A. und seine Ehefrau verfügten nicht über
günstige Verhältnisse im Sinne von Art. 328 Abs. 1 des Schweizerischen
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Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB). Auch sei eine erhebliche Erhöhung ihres
Einkommens nicht zu erwarten. Sodann sei nicht belegt, dass P.P. und M.M. in
günstigen finanziellen Verhältnissen lebten. Im übrigen bestehe ein öffentliches
Interesse, die Übersiedelung von B.B. nicht zu bewilligen, da die Schweiz bereits heute
eine Bevölkerungsstruktur aufweise, in der sich das Verhältnis von erwerbstätigen
Personen zu Rentnern stetig zulasten der Erwerbstätigen verschiebe. Dieses öffentliche
Interesse vermöge die privaten Interessen von B.B. an einer partiellen
Familienzusammenführung in der Schweiz zu überwiegen. Im Übrigen erhalte diese
auch in Mazedonien die notwendige medizinische Behandlung (act. 2/1).
C.
Gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
1. September 2014 (act. 2/1) liessen A.A. (Beschwerdeführer) und B.B.
(Beschwerdeführerin) durch ihre Rechtsvertreterin am 17. September 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren erheben, der
angefochtene Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und
der Beschwerdeführerin sei die Einreise- und Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der
Übersiedlung zu erteilen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2014 schloss
die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 6). Am 28. Januar 2015 reichten
die Beschwerdeführer den Jahresabschluss 2014 der X. GmbH ein, deren alleiniger
Gesellschafter und Geschäftsführer A.A. ist (www.zefix.ch), nachdem das
Verwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren auf Antrag der Beschwerdeführer vom
31. Oktober 2014 (act. 9) mit Verfügung vom 5. November 2014 sistiert hatte (act. 10).
Am 30. Januar 2015 reichten die Beschwerdeführer Lohnabrechnungen der Ehefrau
des Beschwerdeführers nach (act. 14 f.). Am 19. Februar 2015 nahm die Vorinstanz zu
den neu eingereichten Akten Stellung (act. 17). Am 18. April 2016 reichten die
Beschwerdeführer den Jahresabschluss 2015 der X. GmbH ein (act. 20 f.).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
Nicht umstritten ist im vorliegenden Fall, dass der Beschwerdeführerin weder gestützt
auf Art. 42 Abs. 2 AuG noch auf Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) resp. Art. 13 Abs.
1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) oder
auf Art. 24 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 VEP ein Anspruch auf
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zusteht, zumal zwischen der Schweiz und
Mazedonien kein Freizügigkeitsabkommen im Sinne von Art. 2 Abs. 1 AuG besteht.
Auch anerkennen die Beschwerdeführer (act. 1, S. 9), dass eine Inländerdiskriminierung
bei der Anwendung von Art. 42 Abs. 2 AuG dem Willen des Gesetzgebers entspricht
(vgl. Art. 190 BV sowie BGer 2C_1071/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1 f. mit Hinweisen
und BGer 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.3 f., anders noch der veraltete
VerwGE B 2011/74 vom 6. Juli 2011 E. 2.8, in: GVP 2011 Nr. 1). Zu entscheiden ist, ob
der Beschwerdeführerin die Einreise- und Aufenthaltsbewilligung gestützt auf
Art. 28 AuG in Verbindung mit Art. 25 VZAE zu Recht verweigert wurde.
3.
Die Beschwerdeführer machen geltend, die Beschwerdeführerin habe die Familie des
Beschwerdeführers in der Schweiz regelmässig besucht und sich jeweils bis zu drei
Monate hier aufgehalten. Sie sei mit der Familie des Beschwerdeführers bestens
vertraut und in gewissem Mass in der Schweiz verwurzelt. Ihr verstorbener Ehemann,
welcher einige Jahre in der Schweiz gearbeitet habe, habe ebenfalls persönliche
Beziehungen zur Schweiz unterhalten. Enge Beziehungen der Beschwerdeführerin zur
Schweiz seien gegeben. Weiter habe der Beschwerdeführer zusammen mit seiner
Ehefrau im Jahr 2012 ein Nettoeinkommen von Fr. 88‘264.-- und ein Vermögen von Fr.
27‘523.-- erwirtschaftet. Mit der selbständigen Tätigkeit mittels der X. GmbH sei es ihm
zudem gelungen, seine monatlichen Einkünfte seit dem 16. Mai 2014 deutlich zu
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verbessern. Die Beschwerdeführerin könne in seiner Eigentumswohnung wohnen.
Überdies seien die übrigen Geschwister bereit, sie in der Schweiz mit monatlich Fr.
600.-- zu unterstützen. Dank der Unterstützung ihrer Kinder verfüge die
Beschwerdeführerin über genügend finanzielle Mittel (Fr. 1600.-- pro Monat gemäss
Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR 831.30, ELG] plus
Krankenkassenkosten von Fr. 334.05 pro Monat), um eine Sozialhilfeabhängigkeit zu
vermeiden, zumal ihr von der Schweizerischen Ausgleichskasse ein Rentenkapital von
Fr. 14‘506.-- zugesprochen worden sei und sie in Mazedonien eine Witwenrente in der
Höhe von monatlich Fr. 213.-- erhalte. Im Bereich des Nachzugs eines ausländischen
Familienangehörigen seien Schweizer und Schweizerinnen gegenüber in der Schweiz
wohnhaften EU-Bürgern, welche sich auf das FZA berufen könnten, massiv schlechter
gestellt. Im Ergebnis bedeute dies, dass die in Dänemark lebende Schwester des
Beschwerdeführers in die Schweiz umziehen müsste und in der Folge ihre Mutter aus
Mazedonien in die Schweiz nachziehen könnte, während dies für den
Beschwerdeführer nicht möglich sei. Nachdem es die eidgenössischen Räte trotz
dieser offensichtlichen Diskriminierung von Schweizer Bürgern gegenüber in der
Schweiz wohnhaften EU-Angehörigen abgelehnt hätten, Art. 42 AuG entsprechend
anzupassen, habe nun der Bundesrat auf dem Verordnungsweg wenigstens Art. 25
Abs. 4 VZAE eingefügt, um bei der Zulassung nach Art. 28 AuG an die Rentnerinnen
und Rentner in finanzieller Hinsicht nicht höhere Anforderungen zu stellen als an
diejenigen, welche über das FZA zugelassen werden müssten. Die unerwünschte
faktische Inländerdiskriminierung dürfe nicht über die Hintertüre von
unverhältnismässig hohen Anforderungen an die Existenzmittel wieder eingeführt
werden, wenn diese von Dritten stammten. Deshalb müsse die Rechtsprechung von
BGE 135 II 265, wonach es unverhältnismässig und nicht erforderlich sei, dem
Kriterium der ausreichenden finanziellen Mittel ein weiteres nach der Herkunft der Mittel
hinzuzufügen, auch im Anwendungsbereich von Art. 25 Abs. 4 VZAE gelten. Überdies
sei es im Anwendungsbereich des AuG unverhältnismässig und nicht erforderlich, die
Anforderungen an die finanzielle Leistungskraft von Dritten an die sehr hohe Hürde der
Verwandtenunterstützungspflicht zu knüpfen, da die Behörde gemäss Art. 62 lit. d
und e AuG die Bewilligung widerrufen könne, wenn die mit der Verfügung verbundene
Bedingung nicht mehr eingehalten oder eine Person auf Sozialhilfe angewiesen sei.
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Zudem sei die Gesetzgebung im Ausländerrecht eine ausschliessliche
Bundeskompetenz, weshalb von den Kantonen nicht zusätzliche Voraussetzungen an
die Bewilligungserteilung gestellt werden dürften. Die bisherige, gestützt auf die
Praxisharmonisierung der Vereinigung der Migrationsämter Ostschweiz und
Fürstentum Liechtenstein (VOF, www.vof.ch) und die Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts ergangene Praxis sei mit Blick auf den neuen Art. 25 Abs. 4 VZAE
nicht mehr haltbar. Im Übrigen handle es sich bei der VOF-Praxis lediglich um
Richtlinien, von welchen aus sachlichen Gründen abgewichen werden könne. Darüber
hinaus habe die Vorinstanz bei der Interessenabwägung ihr Ermessen unterschritten,
da sie sich auf die bloss allgemeine Feststellung beschränkt habe, dass die Schweiz
bereits heute eine Bevölkerungsstruktur aufweise, in der sich das Verhältnis von
erwerbstätigen Personen zu Rentnern stetig zulasten der Erwerbstätigen verschiebe,
und diese als ungünstig betrachtete Entwicklung mit einer Intensivierung der
Zuwanderung betagter ausländischer Verwandter hier lebender Personen verstärkt
werde. Die Vorinstanz lege nicht dar, weshalb im konkreten Fall angeblich
unerwünschte Auswirkungen auf die demografische Entwicklung die persönlichen
Interessen der Beschwerdeführer überwiegen sollten. Die gegenwärtige
gesamtschweizerische demografische Entwicklung sei vor allem deshalb unerwünscht,
weil nicht genügend jüngere Menschen im Arbeitsprozess stünden und die Last der
Kosten der Sozialversicherungen für immer mehr alte Menschen auf immer weniger
arbeitstätige Menschen verteilt werde. Im konkreten Fall würde der Zuzug der
Beschwerdeführerin jedoch keine zusätzlichen Kosten der Sozialversicherungen
bewirken, da sie nicht AHV- und EL-berechtigt sei. Durch ihre Anwesenheit könnten
der Beschwerdeführer und seine Ehefrau ihre Arbeitstätigkeit ausdehnen und mehr
Sozialversicherungsbeiträge und Steuern bezahlen. Dies wäre eine im Sinne des
öffentlichen Interesses durchaus erwünschte Folge der Übersiedelung der
Beschwerdeführerin. Im strukturschwachen Toggenburg bestehe ein grosses Interesse,
arbeitstätige und gut integrierte Familien in der Region zu halten. Die Anwesenheit der
Beschwerdeführerin fördere die Stabilität der Familie des Beschwerdeführers
zusätzlich. Indem sie die berufstätigen Eltern entlasten würde, könnten diese sich noch
stärker durch den Aufbau eines Betriebes und als Mitarbeiterin der Y.-Filiale in R. im
öffentlichen Leben des Tals engagieren. Auch fielen keine ausserfamiliären
Betreuungskosten an. Eine weitere Erhöhung des Einkommens der Familie des
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Beschwerdeführers sei möglich, sobald sich die Beschwerdeführerin im Haushalt der
Familie aufhalte. Die Beschwerdeführerin sei seit dem Tod ihres Ehemanns in
Mazedonien ganz auf sich alleine gestellt, während die Familie des Beschwerdeführers
in der Schweiz sie jederzeit aufnehmen könne. Ihre Anwesenheit in der Familie des
Beschwerdeführers sei für alle Beteiligten ein grosser Vorteil. Sie könne ihre Rolle als
Grossmutter gegenüber den Enkelkindern wahrnehmen und wäre gleichzeitig im
Familienbund integriert und aufgehoben. Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau
könnten ihre Arbeitspensen erhöhen und die Enkelkinder würden enorm von der
Anwesenheit der Beschwerdeführerin profitieren, da diese ihnen unbelastet von der
Berufstätigkeit die nötige Wärme und Geborgenheit bieten könne. Die
Beschwerdeführerin sei gesundheitlich in der Lage, die Enkelkinder zu betreuen. Sie sei
aber gesundheitlich angeschlagen. Insbesondere habe sie der Tod ihres Ehemanns
sowie die Trennung von ihren Kindern psychisch aus dem Gleichgewicht gebracht. In
Mazedonien verfüge sie über keine Familienmitglieder mehr. Ihre beiden weiteren
Kinder hätten keine Familie und wären deshalb nicht in der Lage, sie aufzunehmen
resp. ihr den nötigen Rückhalt und den Familienzusammenhalt zu bieten, welche sie zu
ihrem Wohlergehen benötige. Der Regierungsrat des Kantons Zürich habe in einem
annähernd identischen Fall die Bewilligung aus Gründen der Verhältnismässigkeit
erteilt.
3.1.
Laut Art. 10 Abs. 2 AuG benötigen Ausländerinnen und Ausländer, welche sich länger
als drei Monate in der Schweiz aufhalten wollen, für einen Aufenthalt ohne
Erwerbstätigkeit eine Bewilligung, welche sie vor der Einreise bei der zuständigen
Behörde am vorgesehenen Wohnort beantragen müssen. Nach Art. 28 AuG können
Ausländerinnen und Ausländer, die nicht erwerbstätig sind, zugelassen werden, wenn
sie ein vom Bundesrat festgelegtes Mindestalter erreichen (lit. a), besondere
persönliche Beziehungen zur Schweiz besitzen (lit. b) und über die notwendigen
finanziellen Mittel verfügen (lit. c). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein
(vgl. Caroni/Ott, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 6 zu Art. 28). Art. 28 AuG ist eine „Kann-
Bestimmung“. Dies bedeutet, dass Ausländerinnen und Ausländer keinen
Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung haben, selbst wenn sie die
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in Art. 28 AuG statuierten Voraussetzungen erfüllen. Art. 28 AuG räumt den Behörden
einen erheblichen Ermessensspielraum ein. Bei der Ermessensausübung haben die
Behörden nach Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen
Verhältnisse sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer zu
berücksichtigen (vgl. VerwGE B 2012/235 vom 22. Mai 2013 E. 3 mit Hinweis auf GVP
2009 Nr. 24 E. 2.1). Dabei ist es nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts
sachlich gerechtfertigt, die Zuwanderung nicht erwerbstätiger Ausländer in die Schweiz
restriktiv zu handhaben. Es besteht kein öffentliches Interesse, beim Nachzug älterer
ausländischer Verwandter hier lebender Personen einen grosszügigen Massstab
anzusetzen, weil die Schweiz bereits heute eine Bevölkerungsstruktur aufweist, in der
sich das Verhältnis von erwerbstätigen Personen zu Rentnern stetig zu Lasten der
Erwerbstätigen verschiebt (vgl. Art. 3 Abs. 3 AuG). Es ist zulässig, die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung lediglich dann in Betracht zu ziehen, wenn die Merkmale eines
Härtefalls erfüllt sind (vgl. VerwGE B 2012/254 vom 22. Mai 2013 E. 5.1,
www.gerichte.sg.ch). Im Weiteren bedarf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für
Rentnerinnen und Rentner der Zustimmung des Staatssekretariats für Migration SEM
(vgl. Art. 99 AuG, Art. 85 Abs. 1 und 2 VZAE und Art. 2 lit. c der Verordnung des EJPD
über die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden ausländerrechtlichen
Bewilligungen und Vorentscheide, SR 142.201.1).
Die Voraussetzungen von Art. 28 AuG werden in Art. 25 VZAE konkretisiert. Nach Art.
25 Abs. 1 VZAE beträgt das Mindestalter für die Zulassung von Rentnerinnen und
Rentnern 55 Jahre. Besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz liegen gemäss
Art. 25 Abs. 2 VZAE insbesondere vor, wenn längere frühere Aufenthalte in der
Schweiz, namentlich Ferien, Ausbildung oder Erwerbstätigkeit, nachgewiesen werden
(lit. a) oder enge Beziehungen zu nahen Verwandten in der Schweiz (Eltern, Kinder,
Enkelkinder oder Geschwister) bestehen (lit. b). Diese Voraussetzungen müssen nach
dem Wortlaut dieser Bestimmung nicht kumulativ erfüllt sein (vgl. M. Spescha,
Migrationsrecht, Zürich 2012, N 2 zu Art. 28). Die Aufzählung in Art. 25 Abs. 2 VZAE ist
auch nicht abschliessend (vgl. Caroni/Ott, a.a.O., N 9 zu Art. 28). Das Kriterium der
„engen Beziehungen zu nahen Verwandten in der Schweiz“ gemäss Art. 25 Abs. 2
lit. b VZAE ist nicht gleichzusetzen mit dem Erfordernis der „besonderen persönlichen
Beziehungen zur Schweiz“ gemäss Art. 28 lit. b AuG. Würde die Zulassung von
Rentnern alleine unter der Voraussetzung bestehen, dass eine enge Beziehung zu
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nahen Verwandten in der Schweiz vorhanden ist, führte dies zu einem vereinfachten
Familiennachzug in aufsteigender Linie, was vom Gesetzgeber nicht gewollt sein kann.
Verlangt wird zusätzlich eine besondere persönliche Beziehung zur Schweiz, welche
sich in eigenständigen, von den Angehörigen unabhängigen Beziehungen
soziokultureller oder persönlicher Art äussern muss, wie beispielsweise Verbindungen
zum örtlichen Gemeinwesen, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen oder direkte
Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung. Ansonsten würde die Gefahr der
Abhängigkeit oder sozialen Isolation bestehen (vgl. Achermann/Amarelle/Caroni/
Epiney/Kälin/Uebersax, Jahrbuch für Migrationsrecht 2013/2014, Bern 2014, S. 222 f.
mit Hinweis auf BVerwGer C-1156/2012 vom 17. Februar 2014 E. 9.1 ff., sowie
Achermann/Amarelle/Caroni/Epiney/Kälin/Uebersax, Jahrbuch für Migrationsrecht
2014/2015, Bern 2015, S. 151 f., mit Hinweis auf BVerwGer C-3312/2013 vom 28.
Oktober 2014 E. 7.4.2, sowie Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich,
Weisung AuG, des SEM, Bern Oktober 2013, Fassung vom 6. Januar 2016, S. 205,
www.sem.admin.ch). Dasselbe muss für das Kriterium der „längeren früheren
Aufenthalte in der Schweiz“ gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. a VZAE gelten. Bei der
Auslegung des Passus „zur Schweiz“ in Art. 28 lit. b AuG kann die Weisung AuG als
Richtlinie herangezogen werden, dient dies doch einer einheitlichen und rechtsgleichen
Rechtsanwendung, Auslegung und Ermessensausübung (vgl. BGE 128 I 167 E. 4.3),
zumal das freie Ermessen der Behörden durch die in Art. 25 Abs. 2 VZAE genannten
Kriterien nicht eingeschränkt wird. Für das Verwaltungsgericht besteht jedenfalls kein
Grund, in dieser Hinsicht von der Weisung AuG abzuweichen (vgl. VerwGE B 2014/162
vom 27. November 2015 E. 5.1, www.gerichte.sg.ch).
Die notwendigen finanziellen Mittel liegen nach Art. 25 Abs. 4 VZAE vor, wenn sie den
Betrag übersteigen, der einen Schweizer oder eine Schweizerin und allenfalls seine
oder ihre Familienangehörigen zum Bezug von Ergänzungsleistungen gemäss dem
ELG berechtigt (Art. 25 Abs. 4 VZAE). Sie müssen nicht von der Rentnerin oder vom
Rentner selbst beigebracht werden (vgl. Caroni/Ott, a.a.O., N 17 f. zu Art. 28, vgl.
demgegenüber Achermann/Amarelle/Caroni/Epiney/Kälin/Uebersax, Jahrbuch für
Migrationsrecht 2012/2013, Bern 2013, S. 343 mit Hinweis auf das Urteil des
Kantonsgerichts Neuenburg CDP.2011.51 vom 25. April 2012 E. 2c sowie Ziff. 2.3.4
der Praxisharmonisierung VOF). Insofern kann den Beschwerdeführern beigepflichtet
werden, obschon sie sich diesbezüglich auf die Rechtsprechung zu Art. 24 Anhang I
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FZA in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 VEP berufen (vgl. BGE 135 II 265 E. 3.3). Wie die
Vorinstanz in Erwägung 2d/dd des angefochtenen Entscheides (act. 2/1, S. 7 f.) mit
Recht festgehalten hat, lässt sich die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 16
Abs. 2 VEP daher nicht auf den vorliegenden Fall übertragen. Wenn Rentnerinnen und
Rentner ungenügende finanzielle Mittel haben, sind die qualitativen Anforderungen an
die Unterstützungsleistung durch Dritte entsprechend höher (vgl. Weisung AuG, S. 205,
mit Hinweis auf BVerwGer C-6310/2009 vom 10. Dezember 2012 E. 9.3.3 und 9.4).
Nach der Praxis im Kanton St. Gallen, welche vom Verwaltungsgericht bestätigt
worden ist, können die notwendigen finanziellen Mittel nur von unterstützungswilligen
Verwandten zur Verfügung gestellt werden, welche im Sinne von Art. 328 Abs. 1 ZGB in
günstigen Verhältnissen leben und deshalb verpflichtet sind, Verwandte in auf- und
absteigender Linie zu unterstützen, die ohne ihren Beistand in Not geraten würden (vgl.
VerwGE B 2012/254 vom 22. Mai 2013 E. 4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, und
Ziff. 2.3.4 der Praxisharmonisierung VOF sowie zu den „günstigen Verhältnissen“ die
Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen
Konferenz für Sozialhilfe, Bern 2005, Kap. F.4 und H.4). Gründe, welche ein Abweichen
von der bisherigen Praxis rechtfertigen würden, liegen nicht vor. Entgegen der
Darstellung der Beschwerdeführer legt der neue Art. 25 Abs. 4 VZAE lediglich die
Mindesthöhe der notwendigen finanziellen Mittel der Rentnerinnen oder der Rentner
und nicht etwa die qualitativen Anforderungen an die Unterstützungsleistung durch
Dritte fest. Bezüglich Letzterem verfügen die Behörden weiterhin über freies Ermessen.
3.2.
Da das Verwaltungsgericht im Bereich des Ausländerrechts entgegen Art. 61 Abs. 3
VRP, wonach neue Begehren im Beschwerdeverfahren unzulässig sind, auch nach
dem Erlass des angefochtenen Entscheides eingetretene Tatsachen (sogenannte
„echte“ Noven) zu berücksichtigen hat (vgl. VerwGE B 2014/31 vom 14. Mai 2014 E.
3.4.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch), ist darauf abzustellen, dass die
Beschwerdeführerin das erforderliche Mindestalter während des
Beschwerdeverfahrens am 22. Februar 2015 erreicht hat. Auch ist nicht bestritten, dass
die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit nachgeht (Dossier, S. 73-78) und enge
Beziehungen zu ihrem Sohn und ihren Enkeln in der Schweiz pflegt. Hingegen sind die
für die Annahme von besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz im Sinne von
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Art. 28 lit. b AuG zusätzlich notwendigen, von den Angehörigen unabhängigen
Beziehungen soziokultureller oder persönlicher Art nicht nachgewiesen, obwohl die
Beschwerdeführer aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht gemäss Art. 90 AuG verpflichtet
gewesen wären, sich um entsprechende Belege zu bemühen und diese dem
Verwaltungsgericht während der Hängigkeit des Verfahrens rechtzeitig zur Kenntnis zu
bringen (vgl. BGer 2C_103/2014 vom 13. Januar 2015 E. 2). Die Aufenthalte der
Beschwerdeführerin erfolgten demnach, soweit ersichtlich, nie aus Gründen der
Verbundenheit mit der Schweiz selbst. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich die
Beschwerdeführerin gar nie in die Schweiz begeben hätte, wenn nicht ihr Ehemann hier
gearbeitet hätte oder ihr ältester Sohn und ihre Enkel in der Schweiz leben würden.
Weiter ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin selbst, welcher von der
Schweizerischen Ausgleichskasse SAK mit Verfügung vom 2. Mai 2014 eine einmalige
Abfindung in der Höhe von Fr. 14‘506.-- ausbezahlt wurde (Dossier, S. 169-174) und
welche von der Anstalt für Renten- und Invalidenversicherung Mazedoniens eine
Familienrente von monatlich rund Fr. 213.-- erhält (Dossier, S. 175-179), nicht über die
notwendigen finanziellen Mittel gemäss Art. 28 lit. c AuG in Verbindung mit Art. 25 Abs.
4 VZAE verfügt und der Beschwerdeführer und seine Ehefrau nicht in günstigen
Verhältnissen im Sinne von Art. 328 Abs. 1 ZGB leben. Daran hat nichts geändert, dass
sich der Beschwerdeführer selbstständig gemacht hat (vgl. Jahresabschluss 2014 und
2015 der X. GmbH, act. 13, S. 7, und act. 21, S. 8, sowie Lohnabrechnungen der
Ehefrau des Beschwerdeführers vom Oktober bis Dezember 2014, act. 15), zumal aus
dem Jahresabschluss 2015 hervorgeht, dass der Beschwerdeführer der X. GmbH einen
Betrag in der Höhe von Fr. 10‘646.74 schuldet (vgl. 1. Bilanz, übrige kurzfristige
Forderungen, S. 3, und 4. Kontokorrent A.A., S. 8). Die von den Geschwistern des
Beschwerdeführers in Aussicht gestellten „Garantien“ (vgl. act. 1, S. 5, 7/5 und Dossier,
S. 156-159, sowie Art. 23 Abs. 1 lit. b VZAE und Art. 111 des Bundesgesetzes
betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil:
Obligationenrecht), SR 220, OR, oder etwa Art. 175 ff. oder Art. 492 ff. OR) bzw.
Verpflichtungserklärungen (vgl. Art. 23 Abs. 1 lit. a VZAE und Art. 6 Abs. 3 AuG in
Verbindung mit Art. 7 ff. der Verordnung über die Einreise und die Visumerteilung, SR
142.204, VEV) sind nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts nicht geeignet,
mit grosser Sicherheit zu gewährleisten, dass die Beschwerdeführerin als erwerbslose
Rentnerin nicht von Sozialhilfe abhängig wird, zumal nicht belegt ist, dass die
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Geschwister in günstigen Verhältnissen im Sinne von Art. 328 Abs. 1 ZGB leben.
Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermögen die Beschwerdeführer aus dem
Umstand, dass der Beschwerdeführer vorliegend beabsichtigt, der Beschwerdeführerin
im eigenen Haushalt Kost und Logis zu gewähren. Fallen bei der mittlerweile 56 Jahre
alten Beschwerdeführerin Kosten für Heilbehandlungen oder eine Heimunterbringung
an, so genügt bei einer vierköpfigen Familie, unbesehen davon, ob günstige
Verhältnisse im Sinne von Art. 328 Abs. 1 ZGB vorliegen müssten, ein steuerbares
Einkommen von deutlich über Fr. 100‘000.-- nicht, um diese Kosten zu übernehmen
(vgl. VerwGE B 2008/9 vom 3. April 2008 E. 2.3). Die Beschwerdeführerin erfüllt die in
Art. 28 lit. b und c AuG statuierten Erfordernisse nicht.
3.3.
Hinzu kommt, dass angesichts der demografischen Entwicklung in der Schweiz nach
wie vor ein erhebliches öffentliches Interesse an einer restriktiven Zulassung von
erwerbslosen älteren Personen besteht, die nie Lohnbeiträge an die Sozialwerke (AHV/
IV/EO/ALV) geleistet haben. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin vorgibt,
keine Leistungen der Sozialversicherungen in Anspruch nehmen zu wollen. Eine
unbeschränkte Aufnahme älterer ausländischer Menschen würde nicht nur die mit der
Überalterung verbundenen finanziellen Lasten für die aktive Bevölkerung, sondern auch
die in der Schweiz ohnehin bestehenden Infrastrukturprobleme (Kapazitäten im
Gesundheitswesen) verstärken. Der gesamtschweizerischen demografischen
Entwicklung unterliegt auch die regionale Altersstruktur im Toggenburg, wo der Anteil
der über 65-Jährigen, welcher heute zwischen 16 und 19 Prozent beträgt, zulasten der
erwerbsfähigen Bevölkerung bis ins Jahr 2040 auf bis zu 29 Prozent ansteigen wird
(vgl. Kanton St. Gallen, Kopf und Zahl 2015, S. 8 f., www.statistik.sg.ch).
Demgegenüber rechtfertigt allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin, welche
ihr bisheriges Leben in Mazedonien verbracht hat, Witwe ist, ihre Übersiedelung in die
Schweiz nicht. Ihre Lebensumstände, insbesondere die geltend gemachte soziale
Isolation in Mazedonien unterscheiden sich nicht von denjenigen zahlreicher anderer
älterer Landsleute, deren Geschwister und Kinder mit ihren Familien teilweise nicht
mehr in unmittelbarer Nachbarschaft leben, zumal die Beschwerdeführer nicht belegen,
dass die Geschwister der Beschwerdeführerin nicht in Mazedonien leben resp. die
Beschwerdeführerin mit diesen keinen Kontakt pflegen würde. Wer, wie der
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Beschwerdeführer, in ein anderes Land übersiedelt, hat grundsätzlich die sich daraus
für die Pflege familiärer Beziehungen ergebenden Konsequenzen zu tragen (vgl.
VerwGE B 2012/254 vom 22. Mai 2013 E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 129 II 11 E. 3.4,
www.gerichte.sg.ch). Sodann sind die Angaben zum Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin widersprüchlich (vgl. Dossier, S. 114 f., 143, 167, act. 1, S. 5).
Nach eigenen Angaben der Beschwerdeführer scheint die Beschwerdeführerin
jedenfalls gesundheitlich in der Lage zu sein, die Enkelkinder zu betreuen. Demnach
besteht – entgegen den Angaben im Arztzeugnis vom 9. Juni 2014 (Dossier, S. 167),
wonach sie ohne fremde Begleitung kein alleiniges Leben führen könne – keine
Pflegebedürftigkeit. Hingegen ist aufgrund des Arztzeugnisses vom 9. Juni 2014
belegt, dass die Beschwerdeführerin in Mazedonien Zugang zu den für sie allenfalls
notwendigen Gesundheitsdiensten hat, zumal sie nicht Angehörige der Roma ist (vgl.
hierzu R. Albisser, Mazedonien: Behandlung von schweren Depressionen, Auskunft der
SFH-Länderanalyse, Bern 2015, S. 3 ff., www.fluechtlingshilfe.ch). Ein
schwerwiegender persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG in
Verbindung mit Art. 31 VZAE liegt nicht vor. Zudem machen die Beschwerdeführer
nicht geltend, dass die minderjährigen Enkelkinder in der Schweiz zwingend auf die
Betreuung durch die Beschwerdeführerin angewiesen wären. Es besteht in
persönlicher Hinsicht keine Notwendigkeit einer Übersiedlung in die Schweiz, was die
Vorinstanz in Erwägung 3c des angefochtenen Entscheids zutreffend festgehalten hat
(act. 2/1, S. 10). Der Beschwerdeführerin und ihrem in der Schweiz lebenden Sohn und
dessen Familie ist es zumutbar, die familiären Beziehungen wie bis anhin im Rahmen
von Besuchsaufenthalten, mittels der neuen Medien und mit telefonischen und
brieflichen Kontakten zu pflegen. Unter diesen Umständen erscheinen die privaten
Interessen der Beschwerdeführerin an einer Übersiedlung in die Schweiz, bei allem
Verständnis für das Anliegen der Beschwerdeführer, als weniger gewichtig. Insgesamt
überwiegt das öffentliche Interesse, der Beschwerdeführerin den Aufenthalt ohne
Erwerbstätigkeit in der Schweiz zu verweigern, gegenüber dem privaten Interesse an
einer partiellen Familienzusammenführung in der Schweiz. Daran vermag auch die
Berufung der Beschwerdeführer auf einen Entscheid des Regierungsrates des Kantons
Zürich, welcher offenbar keiner gerichtlichen Kontrolle unterzogen wurde, nichts zu
ändern, zumal nach § 19b Abs. 2 lit. b Ziff. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des
Kantons Zürich (LS 175.2, VRG, www.zh.ch) in Verbindung mit § 58 Abs. 1 und Anhang
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1 lit. B der Verordnung über die Organisation des Regierungsrates und der kantonalen
Verwaltung (LS 172.11, VOG RR) die Sicherheitsdirektion und nicht der Regierungsrat
des Kantons Zürich Rekursbehörde im Ausländerrecht ist. Selbst wenn die
Voraussetzungen von Art. 28 lit. b und c AuG im konkreten Fall erfüllt wären, wäre
somit der angefochtene Entscheid, mit welchem die Verweigerung der
Aufenthaltsbewilligung durch das Migrationsamt geschützt wurde, nicht zu
beanstanden. Der Vorinstanz, welche die konkreten Umstände und sämtliche
Argumente der Beschwerdeführer, soweit erforderlich, gewürdigt hat, kann kein
Rechtsfehler, welcher vom Verwaltungsgericht korrigiert werden könnte (Art. 61
Abs. 1 VRP), namentlich keine pflichtwidrige Ermessensausübung (vgl. hierzu VerwGE
B 2005/8 vom 5. Juli 2005 E. 3, www.gerichte.sg.ch), keine mangelnde
Begründungsdichte (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 24
Abs. 1 lit. a VRP, BGE 140 II 262 E. 6.2 mit Hinweis) und keine rechtsungleiche
Behandlung (vgl. Art. 8 Abs. 1 BV), vorgeworfen werden. Die Beschwerde ist
abzuweisen.
4. (...).