Decision ID: ee995fe1-5faf-470a-95d4-2cebdbe3a663
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, ist verheiratet und Mutter von zwei
2011 und 2015 geborenen
Kindern (
Urk.
7/1/2-3,
Urk.
7/6/1
)
.
Im Jahr 1995 wurde bei ihr Multiple Sklerose diagnostiziert (
Urk.
7/12/6).
Nach der Lehre zur
Floristin
vo
n 1994 bis 1997 war sie zunächst in diesem Beruf als Arbeitnehmerin tätig
(Urk. 7/5/6
, Urk.
7/19/2
)
.
Seit 2001
war
sie zusammen mit einer Geschäfts
part
nerin als
Floristin
selbständig erwerbend. Das Einzelunternehmen wurde im Jahr 2006 in die
Y._
überführt, an welcher
X._
zu 50
%
beteiligt
war
. Sie war fortan für diese Gesellschaft
in einem 100%-Pen
sum
als Floristin und Blumenverkäufer
i
n
tätig
(
Urk.
7/19/2
-2
)
.
Der Betrieb wurde in der Folge
im
März 2012 aufgegeben. Die GmbH wurde schliesslich Ende Okto
ber 2014 aufgelöst (
Urk.
7/19/4).
Am 1
2.
Mai 2016 meldete sich
X._
bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis
auf eine seit Ende Feb
ruar 2012 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen ihrer
Multiple-Sklerose
(MS)
-Erkrankung
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/6,
Urk.
7/8).
Die IV-Stelle tätig
t
e Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Sie zog namentlich den IK-Auszug vom 3
0.
Mai 2016 bei (
Urk.
7/11). Alsdann holte sie bei der die Versicherte behandelnden Neurologin,
Dr.
med. Z._
,
die
Bericht
e
vom 1
0.
Juli 2016
(Urk. 7/12) und 22. Dezember 2016
(Urk. 7/15)
ein. Des Weiteren tätig
t
e die IV-Stelle am
4.
April 2017
bei
der
Versi
cherten zu Hause
weitere
Abklärungen zu
ihrer früheren
Tätigkeit
als Floristin
(vgl. den Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1
2.
April 2017 [
Urk. 7/1
9]
)
.
Dr.
Z._
gab
sodann
am 2
8.
Juli 2017 einen Verlaufs
bericht ab (Urk. 7/20).
Nach durchgeführten Abklärungen kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
0.
Oktober 2017 die Abweisung ihres Leistungsbegehrens an (
Urk.
7/23).
Dagegen erhob die Versicherte am
9.
November 2017 Einwand (
Urk.
7/31). Mit Eingabe vom
8.
Dezember 2017 liess sie eine ergänzende
Ein
wandbegrün
dung
einreichen (
Urk.
7/33).
Nach der Prüfung des Einwandes ver
fügte die IV-Stelle am
8.
Januar 2018 wie vorbeschieden die Abweisung des Leis
tungs
be
gehrens (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
Februar 2018 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
8.
Januar 2018 seien ihr ab dem
frühest
möglichen
Zeitpunkt Rentenleistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Februar 2018 beantragte die Beschwerdegeg
ne
rin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage der IV-Akten [
Urk.
7/1-41]),
was der Beschwerdeführerin am
1.
März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
1.2
In der angefochten Verfügung vom
8.
Januar 2018 führte die Beschwerde
geg
ne
rin
im Wesentlichen
aus, dass die Beschwerdeführerin
wegen ihrer MS-Erkran
kung
seit dem
1.
Januar 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt sei
und
ohne
gesundheitliche Einschränkung
als selbständige Floristin in einem 100%-Pensum tätig
wäre
(
Urk.
2 S.
1)
. Ihr Abklärungsdienst h
abe festgehalten, dass keine Geschäftsabschlüsse (Bilanzen, Erfolgsrechnungen usw.) vorhanden ge
we
sen seien. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
seien
daher die im indivi
duellen Konto der Beschwerdeführerin eingetragenen Ein
kom
men heran
zuziehen
.
D
as Einkommen der Beschwerde
führerin
habe
erheblichen Schwankung
en unter
legen
. Deshalb
s
e
i
die Nominal
lohnentwicklung nicht
zu
berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin habe ein durch
schnittliches Einkom
men von
Fr.
43'960.70
erzielt, was dem Ein
kommen ohne gesundheitliche Ein
schränkung entsprechen würde
(Urk. 2 S.
2).
Aus ärztlicher Sicht sei der Beschwerdeführerin seit Eintritt der Arbeitsunfähig
keit eine körper
lich leichte Tätigkeit zu 50
%
zumutbar. Die Tätigkeit sollte wechselbelastend sein und häufig im Sitzen ausgeführt werden. Zudem dürften die Arbeiten keine er
höhten Anfor
derungen an das motorische Geschick der linken Hand voraus
setzen. Ein erhöhter Pausenbedarf sei nachvoll
ziehbar. In solch einer angepassten Tätigkeit betrage das Jahreseinkommen im Jahr 2017 gemäss statistischen Werten im zumut
baren 50%-
Pensum
Fr.
27'465.--. Beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 38
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Invali
denrente bestehe (
Urk.
2 S. 2).
1.3
Die Beschwerdeführerin
lässt
demgegenüber im Wesentlichen vor
bringen
,
dass die von der Beschwerdegegnerin angenommene Arbeitsfähigkeit in einer leidens
adaptierten Tätigkeit von 50
%
bestritten werde
(
Urk.
1 S. 4)
.
Gemäss dem letzten Arztbericht vom 2
8.
Juli 2017 bestehe weiterhin eine maximale Arbeits
fähig
keit von 40 bis 50
%
für eine leichte angepasste Tätigkeit. Gemäss der üblichen Praxis würde dies einer durchschnittlichen Arbeitsfähigkeit von 45
% ent
sprechen (
Urk.
1 S. 4,
Urk.
7/33/1)
.
Die angebliche Arbeitsfähigkeit von 40 bis 50 % würde
sowieso nur auf einer vagen Schätzung beruhen. Die Beschwerde
gegnerin habe es zu Unrecht unterlassen, diesbezüglich weitere Abklärungen zu tätigen (
Urk.
1 S. 4). Aus den Akten gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin mit den Haus
haltstätigkeiten krankheitsbedingt immer wieder überfordert sei und Unterstüt
zung von Drittpersonen benötige
(
Urk.
1 S. 4-5)
. Genauere Abklärungen bedürfe es ausserdem aufgrund der bei der Beschwerdeführerin
durch die MS-Erkrankung ausgelösten sogenannten
Fatigue
, welche die ansonsten noch vor
handene Leis
tungsfähigkeit bekanntermassen erheblich beeinträchtigen würde. In verfahrens
rechtlicher Hinsicht sei daher eine ungenügende Abklärung zu rügen (
Urk.
1
S.
5). Auch die Invaliditätsbemessung werde bestritten. Die Beschwerde
gegnerin habe beim
Valideneinkommen
auf den Durchschnitt der Arbeit
nehmer
lohn
summe von 2007 bis 2010 abgestellt. Die Beschwerdegegnerin habe zu
Recht das Jahr 2006, in welchem ihre GmbH gegründet worden sei, unberücksichtigt gelas
sen. Sie hätte aber
auch
das Jahr 2010 nicht einbeziehen dürfen. In diesem Jahr habe die Beschwerdeführerin nachweislich einen schweren MS-Schub erlitten.
Wenn nur auf die in den Jahren 2007 bis 2009 erzielten Einkommen abgestellt würde, würde
sich
ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
46'380.35
e
r
geb
en. Dieses Ein
kommen sei praxisgemäss der Teuerung anzupassen, denn es handle sich um eine Arbeitnehmerlohnsumme gemäss IK-Auszug. Nicht sachgerecht sei das Vor
gehen der Beschwerdegegnerin, einzig das Invalideneinkommen der Nominallohnent
wicklung anzupassen. Die Vergleichsbasis von Einkommen mit und ohne Behin
derung
müsse
identisch sein
(
Urk.
1 S. 5)
.
Bereits unter Berück
sichtigung eines
Valideneinkommens
von
Fr.
46'380.35 zuzüglich Teuerung würde ein Invalidi
tätsgrad von über 40
%
resultieren (
Urk.
1 S. 5-6).
Die Beschwerde
gegnerin sei zudem auch von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen, weil sie zu Unrecht angenommen habe, die Beschwerdeführerin sei in
einer leidensan
ge
passten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 4-5). Die Beschwerdeführerin habe somit Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
gesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
2.
3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
3.
3.1
Dr.
Z._
, welche die Beschwerdeführerin seit dem 2
1.
Juni 2010 behandelt (
Urk.
7/12/6), stellte im Bericht vom 1
0.
Juli 2016 die Diagnose seit 1995 be
ste
hende Multiple Sklerose, schubförmiger Verlauf mit deutlicher Verschlech
terung des Befunds im vergangenen Jahr sowie Verdacht auf Aktivität der MS (
Urk.
7/12/6). Die Beschwerdeführerin
sei als Floristin zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/12/8). Eine Tätigkeit in einer anderen (behinderungsangepassten) Arbeit sei ihr ebenfalls nicht möglich (Urk. 7/12/8-9).
Im Verlaufsbericht vom 2
2.
Dezember 2016 führte Dr.
Z._
unter anderem aus, dass die Beschwerdeführerin bei der neuropsychologischen Testung mit dem MS spezifischen kognitiven Test 41 Punkte erreicht habe. Der Grenzwert liege bei 39 Punkten. Zudem bestehe klinisch eine deutliche
Fatigue
(
Urk.
7/16).
Dr.
Z._
führte im Verlaufsbericht vom 2
8.
Juli 2017 sodann aus, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit maximal 40 bis 50
%
arbeits
fähig sei (
Urk.
7/20/10).
3.2
Gemäss Feststellungsblatt für den Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 10. Oktober 2017 führte d
er Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Ste
lle in seiner (undatierten) Stellungnahme
als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diag
nose Multiple Sklerose (Erstdiagnose 1995) an.
Zum Belastungsprofil hielt er so
dann fest, dass die neurologische Testung unauffällig gewesen sei. Gemäss Arzt
bericht von
Dr.
Z._
vom 2
8.
Juli 2017 bestehe eine erhöhte Ermüd
barkeit. Es ergebe sich folgendes Belastungsprofil: leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, häufig im Sitzen ohne erhöhte Anforderungen an das motorische Geschick der linken Hand. Ein erhöhter Pausenbedarf sei nach
vollziehbar (
Urk.
7/22/6). Unter Hinweis auf die
Berichte von
Dr.
Z._
vom 1
0.
Juli 2016 und 2
8.
Juli 2017 führte der RAD sodann aus, dass die Beschwer
deführerin in einer angepassten Tätigkeit sei
t
Januar 2016 zu 50
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
7/22/6).
3.
3
In ihrem Schreiben vom 3
0.
Januar 2018
hielt
Dr.
Z._
fest
, dass bei der Multiplen Sklerose eine deutliche eingeschränkte Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin bestehe. Dies
teilweise im Rahmen der mittelschweren
Fati
gue
. Eventuell bestünden aber zusätzliche kognitive Defizite. Die
s
sei bei der bis
herigen Beurteilung des IV-Grades in keiner Weise berücksichtigt worden
. Sie erachte deshalb
eine neuropsychologische
Testung für sinnvoll und notwen
d
ig
(
Urk.
3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte vorliegend auf die Berichte der behandelnden Neurologin Dr.
Z._
ab (vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 1
0.
Oktober 2017 [
Urk.
7/22]).
Im Bericht vom 1
0.
Juli 2016 hielt
Dr.
Z._
zur diagnostizierten Multiple Sklerose
fest, dass
bei der
Beschwerdeführerin sei
t
sechs Monaten
wegen
einer
mittelschweren
Fatigue
sowie Schmerzen und Schwä
che der Beine nach Belastung
eine deutlich ver
minderte Belastbarkeit bestehe
(
Urk.
7/12/8).
Ein Arbeitsversuch der Beschwerdeführerin in ihrem Beruf als Floristin sei gescheitert (
Urk.
7/12/9). Sie sei schon nach wenigen Stunden Tätigkeit völlig am Ende ihrer Kräfte gewesen. Die Versorgung ihrer zwei Kinder
im Alter von 5 Jahren und 15 Monaten beanspruche im Moment ihre ganzen Kräfte (
Urk.
7/12/7).
Seit mindestens 6 Monaten bestehe eine deutlich verminderte Belastbarkeit auch im Haushalt un
d bei der Kinderbetreuung. Sie
schaffe dies nur noch mit Mühe (
Urk.
7/12/9).
Dr.
Z._
führte im Verlaufs
be
richt vom 22.
Dezember 2016
sodann
aus, dass die MRI-Untersuchung des Gehirns vom Juli 2016 die Grössenzunahme einer Läsion
periventrikulär
, jedoch keine ein
deu
tig neuen Läsionen, keine frische Aktivität
cerebral
und spinal gezeigt habe (Urk.
7/
15/4).
Zur Therapie
hielt sie fest, dass
die Beschwerde
führerin von Dezem
ber 2006 bis Juli 2009
Rebif
® eingenommen habe
,
dies
aber
wegen sehr schlechter Verträglichkeit
des Medikaments
gestoppt habe. Aktuell werde - wegen den Schwangerschaften der Beschwerdeführerin (Geburt einer Tochter im Februar 2011 und eines Sohnes Juli 2015) - keine Immun
modulation vorgenommen.
Die Beschwerdeführerin sei zu 100
%
arbeits
un
fähig. Sie habe ein Blumengeschäft ge
habt. Weil sie diese Arbeit krankheitsbedingt nicht mehr habe ausführen kön
nen, habe sie dieses Geschäft aufgeben müssen (
Urk.
7/15/4).
Alsdann führte Dr.
Z._
i
m Bericht vom 28. Juli 2017
zur Frage, ob eine Basistherapie geplant oder im Gange sei oder ob eine andere Therapie geplant sei
,
aus, dass bei klinisch aktuell stabilem Befund mit der Beschwerdeführerin ein aktives Zuwarten bezüglich Therapie
vereinbart worden sei. Eine Basistherapie würde die Prognose nur beeinflussen, fall
s
eine
Aktivität mit neuen Schüben vor
liegen würde. Sie würde die Aktivität jährlich klinisch und mittels MRI oder im Fall von neuen Symptomen kontrollieren. Dazu führte sie aus, dass die Beschwer
deführer
in
in einer angepassten Tätigkeit maximal 40 bis 50
%
arbeitsfähig sei (Urk. 7/20/10).
4.2
Darauf abstellend hielt der RAD fest, dass die Beschwerdeführerin in einer ange
passten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sei (E. 3.2). Die Berichte
von
Dr.
Z._
stellen jedoch keine genügende Grundlage dar, um
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zu beurteilen.
Im Verlaufsbericht
von
Dr.
Z._
vom 28. Juli 2017 fehlt eine schlüssig
e
und überzeugende Begründung, weshalb die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit auf Dauer 40 bis 50
%
betragen soll.
Diesbezüglich ist z
unächst festzuhalten, dass
Dr.
Z._
in diesem Bericht keine aktuellen Befunde wieder
gegeben hat
. S
ie führt
e dort
die Befunde der Untersuchungen vom Juli 2016 auf (
Urk.
7/20/8-9), we
lche laut den früheren Berichten von Dr.
Z._
aber
eine Einschränkung in der Arbeits
fähigkeit von 100 %
zur Folge h
ätten
(Urk. 7/12/8
,
Urk. 7/15/4).
Ebenso wenig enthält der
Verlaufs
bericht vom 28. Juli 2017 ein
Zumutbarkeits
profil. Es kann deshalb nicht nachvollzogen werden,
w
as
Dr.
Z._
unter einer
ange
passte
n
Tätigkeit
verstanden hat
.
Ins Gewicht fällt
sodann
, dass
g
emäss
ihrem
Verlaufsb
ericht
vom 28. Juli 2017
bei der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt
der Berichterstattung auch ohne Therapie ein relativ stabiler Verlauf der MS-Erkrankung
bestand
(Urk.
7/20/9).
Dabei
ist z
u berücksichtigen, dass die Erst
symp
tome dieser Erkran
kung
bereits
auf
getreten
waren
, als die Beschwerdefüh
rerin 18
Jahre alt war (Urk.
7/12/7).
Trotzdem absolvierte s
ie eine Lehre als Floristin und führte danach ihren eigenen Blumenladen (Urk.
7/19/2).
Dr.
Z._
führte nicht aus, wie sich dieser stabile Verlauf auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin auswirkt.
Hingegen hat sie die
Ein
schränkungen der Beschwerdefüh
rerin im Haushalt
und bei der Kinderbetreuung
miteinbezogen
(vgl. Urk.
7/12/7, Urk.
7/12/9). Dies
mu
ss bei der Einschätzung der Arbeits
fähig
keit der Beschwer
deführerin
, welche nach ihren glaubhaften Angaben ohne Gesundheitsschaden weiterhin mit einem 100%-Pensum erwerbstätig wäre,
aber unberücksichtigt bleiben.
Schliess
lich ist bezüglich der Einschätzung durch
Dr.
Z._
der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen,
dass behan
deln
de Ärztinnen und Ärzte
mit
unter im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung
im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2018 vom 3
0.
Mai 2018 E. 6.2 mit Hinweis auf BGE 135 V 465 E. 4.5 und 125 V 351 E. 3b/cc).
Damit
blieb die Frage der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis
lang noch
unge
klärt.
4.3
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein neurologisches Gutachten einholt. Der Gutachter wird sich insbesondere zu Beginn und Dauer einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht zu äussern haben.
5.
Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 8. Januar 2018 (Urk. 2) auf
zuhe
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie, nach er
folgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
, welche auf
Fr.
1’2
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) fest
zusetzen ist.