Decision ID: 5685b68f-777d-412f-90a4-e961e13ff900
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, war seit 1. Juni 2013 in einem Pensum von 80 % als Pflegefachfrau im Spital
Y._
angestellt und dadurch bei der Unfall
ver
sicherung der Stadt Zürich (nachfolgend: Unfallversicherung) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie sich am 3. Februar 2016 bei der Arbeit den rechten Fuss einklemmte und eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks (OSG) erlitt (Urk. 9/G1; Urk. 9/M2). Die Unfallversicherung reduzierte mit Verfügung vom 17. Mai 2018 das bisher erbrachte Taggeld per 1. März 2018 (Urk. 9/G60 = Urk. 9/G65 = Urk. 9/T39), wogegen die Versicherte am 14. Juni 2018 Einsprache erhob (Urk. 9/J1). Die Unfallversicherung wies die Einsprache mit Entscheid vom 3. September 2018 ab (Urk. 9/J3 = Urk. 2).
1.2
Mit Schreiben vom
3. Oktober 2018 (Urk. 28
/7/G68; vgl. Urk. 28/7/G70) beauf
tragte di
e Unfallversicherung Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
mit einer rheumatologischen Verlaufsbe
gutachtung. Dazu nahmen die Versicherte am 28. November 2018 (Urk. 28/7/G76) und 4.
Dezember
2018 (Urk. 28/7/
G
81) sowie die Unfallversicherung am 3.
Dezem
ber 2018 (Urk. 28/7/G77) Stellung. Diese beauftrage mit Schreiben vom 8. Januar 2019 erneut
Dr.
Z._
mit der Begutachtung (Urk. 28/7/
G
83). Mit Schreiben vom 14. Januar 2019 (Urk. 28/7/
G
86) verlangte die Versicherte den Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Dem kam die Unfallversicherung mit Verfügung vom 17. Januar 2019 nach und hielt an der Begutachtung durch Dr.
Z._
fest (Urk. 28/7/G88 = Urk.
28/
2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 4. Oktober 2018 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 3. September 2018 (Urk. 2) und beantragte dessen Aufhebung und die angemessene Erhöhung des bis auf weiteres au
s
zu
richtenden Taggeldes. Even
tuell sei zur abschliessenden Festlegung der leidensangepassten Arbeitsfähigkeit eine externe fachärztliche Begutachtung durch die Beschwerdegegnerin zu veran
lassen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2018 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Mit Replik vom 16. Januar 2019 (Urk. 13) und Duplik vom 29. Januar 2019 (Urk. 17) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest, wovon sie gegenseitig in Kenntnis gesetzt wurden (Urk. 15; Urk. 18).
Am 31. Mai 2019 (Urk. 19) wurden die Akten der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung in Sachen der Beschwerdeführerin (Urk. 21/1-186) beigezogen, wozu sich die Beschwerdeführerin am 9. Juli 2019 (Urk. 23) und die Beschwer
degeg
nerin am 23. Juli 2019 (Urk. 26) äusserten
.
2.2
Am 5. Februar 2019 (Urk. 28/1) erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Zwischenverfügung der Unfallversicherung der Stadt Zürich vom 17. Januar 2019 (Urk. 28/2) betreffend Nachbegutachtung durch Dr.
Z._
und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Erteilung des Gutach
tens
auftrages an einen fachlich ausgewiesenen neutralen Gutachter oder eine Gut
a
ch
terin (Prozess Nr. UV.2019.00037). Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2019
(Urk. 28/6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 21. März 2019 (Urk. 28/8) zur Kenntnis gebracht wurde.
2.3
Mit Verfügung vom 19. August 2019 (Urk. 28
, Urk. 28/9
) wurde
der Prozess be
treffend Nachbegutachtung durch Dr.
Z._
(Prozess Nr. UV. 2019.00037) mit dem vorliegenden Prozess Nr. UV.2018.00252 vereinigt und als dadurch erle
digt abgeschrieben.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 3. Februar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrank
heiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei fol
genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wie
dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wieder
er
langung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, wenn ein Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherung oder eine Mutter
schaftsentschädigung nach dem EOG besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
Bei voller Arbeitsunfähigkeit beträgt das Taggeld 80 Prozent des versicherten Ver
dienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG).
1.4
Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid
betreffend Taggelder
(Urk. 2
) wie folgt: Aufgrund der medizinischen Akten habe sich per 1. März 2018 ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 14 % und somit ein Taggeldanspruch von Fr. 23.88 pro Tag ergeben. Auf eine Rückforderung
zuviel
erbrachter Taggeldleistungen sei verzichtet worden. Die Übernahme der Heilungskosten sei weiterhin zugesagt
worden (S. 2). Der Vertrauensarzt der Pensionskasse der Beschwerdeführerin, Prof.
Dr. med.
A._
, habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestätigt. Vertrauensarzt Dr. med.
Z._
sei ebenfalls von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ausge
gangen, dies
seit mindestens 20. August 2017, möglicherweise bereits seit Anfang 2017
. Beiden Expertisen komme volle Beweiskraft zu (S. 3 unten f.). Der Ein
kommensvergleich habe eine Arbeitsunfähigkeit
von 14 % ergeben (S. 5 Mitte).
Berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung müssten nicht abgewartet werden, da es sich um eine Taggeldanpassung und nicht eine Leistungsprüfung bei Erreichen des medizinischen Endzustandes handle (Urk. 8 S. 5 Ziff. 6). Ein Stellenwechsel sei aus näher dargelegten Gründen zumutbar (Urk. 17 S. 5). Auf
die Gewährung einer Anpassungszeit habe verzichtet werden dürfen (Urk. 17 S. 6).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen, der medizinische Endzustand sei unbestrittenermassen noch nicht erreicht (Urk. 1 S. 4 unten). Eine abschliessende Beurteilung der andauernden Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht möglich. Weiter sei der Ein
kommensvergleich anhand unzutreffender Einkommenszahlen vorgenommen wor
den.
Sie sei zudem in einer angepassten Tätigkeit gemäss Prof.
A._
lediglich halbtags unter Schonung arbeitsfähig (S. 5). Ihr behandelnder Rheumatologe gehe von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % im bisherigen Pensum aus, habe sich jedoch zu einer angepassten Tätigkeit nicht geäussert. Da die Arbeitsfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG nach der Einbusse in der bisherigen Tätigkeit bestimmt werde, sei einstweilen ein Taggeld auf Basis der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 60 % zu entrichten. Weiter sei ein Einkommensvergleich nur in Fällen zulässig, wo es um die Erwerbs- und nicht um die Arbeitsfähigkeit gehe. Selbst wenn nach Art. 6 Abs. 2 ATSG diese Betrachtungsweise auch im Taggeldbereich zulässig wäre, müsste eine Änderung der Tätigkeit der versicherten Person nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv zumutbar sein. Nicht zumutbar sei ein Tätigkeitswechsel, wenn wie vorliegend berufliche Massnahmen der IV geprüft würden (S. 6).
Die medizinischen Voraussetzungen für einen Berufswechsel seien nicht erfüllt.
Die Beschwerdegegnerin habe keine Übergangsfrist gewährt, sondern die Tag
gel
d
anpassung am 17. Mai 2018 sogar rückwirkend auf den 1. März 2018 voll
zo
gen. Eine Aufforderung zum Stellenwechsel habe sie nie erhalten. Weiter habe sich ihr Gesundheitszustand seit Februar 2018 wieder verschlechtert; sie sei wieder zu 100
% arbeitsunfähig. Diese Verschlechterung sei nach der Untersu
chung durch
Dr.
Z._
eingetreten, weshalb er sie gar nicht habe berück
sichtigen können
. Der Grad ihrer Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit sei immer noch unklar (Urk. 13 S. 3 ff.).
2.3
Ihre Verfügung betreffend Nachbegutachtung durch Dr.
Z._
(Urk. 28/2) begründete die Beschwerdegegnerin wie folgt (S. 3 f.): Der Umstand, dass sich Sachverständige schon einmal mit einer Person befasst hätten, schliesse später deren Beizug als Gutachter nicht zum Vornherein aus. Eine unzulässige Vorbe
fassung liege auch dann nicht vor, wenn er zu für eine Partei ungünstigen Schlussfolgerungen gelange. In casu mache der Einbezug des bereits involvierten Gutachters Sinn, zumal dadurch unnötige Verwaltungskosten verhindert würden.
Die Fragen seien korrekt, denn die in Auftrag zu gebende Nachbegutachtung sei aufgrund der Ermittlung des Endzustandes, einer allfälligen Integritätsent
schädi
gung sowie der Entwicklung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorzunehmen. Sub
stantielle
Ausstandsgründe
lägen nicht vor, weshalb an der Begutachtung durch Dr.
Z._
festzuhalten sei.
An dieser Argumentation hielt die Be
schwer
degegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 28/6) fest.
2.4
Dazu machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk. 28/1), sie wehre sich nicht gegen die Anordnung eines Gutachtens als solches, sondern gegen die erneute Begutachtung durch Dr.
Z._
, dies wegen des Anscheins seiner Befan
gen
heit. Für eine Ablehnung würden triftige Gründe ausreichen, es müssten keine Ausstandsgründe gegeben sein. Zudem werde rechtsprechungsgemäss ein hoher Massstab an die Unparteilichkeit von Sachverständigen gelegt. Da weiterhin die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten zu klären sei und Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom 22. Februar 2018 seine diesbezüg
liche Meinung bereits abgegeben habe, könne seine Antwort nicht mehr offen sein. Ansonsten hätte die entsprechende Frage anders formuliert werden müssen. Die Beschwerdegegnerin plane jedoch, die gleichen Fragen wie im ersten G
ut
ach
ten zu stellen (S. 5 ff.).
2.5
Streitig und zu prüfen
sind
die Rechtmässigkeit der
Taggeldkürzung ab 1. März 2018 und damit zusammenhängend die Frage, ob die medizinische Aktenlage
diese Kürzung zu bestätigen vermag
. Weiter ist zu prüfen, ob die Verlaufsbegut
achtung, deren Notwendigkeit die Beschwerdeführerin nicht bestreitet, durch Dr.
Z._
durchzuführen ist.
3.
3.1
Anlässlich der am 4. Februar 2016 erfolgten Erstbehandlung im Stad
t
spital
Y._
(Bericht gleichen Datums, Urk. 9/M2) wurde eine OSG-Distorsion rechts diagnostiziert. Die Patientin habe sich beim Ziehen eines Spitalbettes den rechten Fuss eingeklemmt und blockiert, worauf sie in Supination umgeknickt sei. Es bestehe bildgebend kein Hinweis auf eine frische ossäre Läsion (S. 1).
Eine bildgebende Untersuchung vom 18. April 2016 (Urk. 9/M3) ergab bei anam
nestisch bekanntem Trauma geringe Bone bruise im distalen Anteil des Calcaneus mit begleitendem Erguss des Calcaneo-Cuboidal-Gelenks lateral, einen Erguss im oberen, geringer auch im unteren Sprunggelenk und im
Talonavikulargelenk
, keinen Nachweis einer Ruptur des Ligamentum
talofibulare
anterius sowie eine narbige Veränderung im Verlauf des Ligamentum
tibiofibulare
anterius.
3.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte mit Bericht vom 1. Juni 2016 (Urk. 9/M4) Restbeschwerden nach komplexem Fuss
trauma mit
Bone
bruise
am Calcaneus, Schwellung und Rötung bei Belastung sowie Erguss OSG und USG (gemäss Bildgebung vom 18. April 2016, Urk. 9/M4).
3.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, speziell Rheu
matologie, hielt mit
zuhanden der Beschwerdegegnerin erstattetem
Gutachten vom 5. Dezember 2016 (Urk. 9/M14) fest, es bestehe eine sekundäre CRPS-I-Kom
plikation am rechten Sprunggelenk und
Calcaneusbereich
bei Status nach OSG-Distorsion rechts am 3. Februar 2016 mit Besserung nach einer stationären Be
handlung und aktuell fortgesetzter ambulanter Physio- und Ergotherapie mit guter Qualität (S. 3).
Der Endzustand sei noch nicht erreicht, die Therapie sei noch nicht ausgeschöpft und es sei noch eine relevante Verbesserung erreichbar (S. 4 unten). Aktuell sei die Beschwerdeführerin für jede Tätigkeit zu 100 % arbeits
unfähig. Die Prognose sei günstig, der Verlauf könne aber langwierig sein, mit langsamer Steigerung der Arbeitsfähigkeit (S. 5).
3.4
Eine bildgebende Untersuchung vom 27. Januar 2017 (Urk. 9/M18) ergab eine voll
ständige
Regredienz
des Knochenmarködems im anterioren Calcaneus. Insge
samt sei kein Knochenmarködem abgrenzbar, die Weichteile seien reizlos und die Kontrastmittelaufnahme nicht pathologisch.
3.5
PD Dr. med.
D._
, Chefarzt an der
K
linik
E._
, stellte mit Bericht vom 2. Februar 2017 (Urk. 9/M17) folgende,
hier
verkürzt wieder
ge
gebene Diagnose (S. 1):
-
CRPS I Fuss rechts, in partieller Remission (Erstmanifestation Februar 2016) bei
-
Status nach OSG-Distorsion vom 3. Februar 2016
-
vollständige
r
Regredienz
des
Knochemarködems
, reizlose Weichteile, keine pathologische Kontrastmittelaufnahme
PD Dr.
D._
hielt zur Anamnese fest, seit der letzten Konsultation sei der Zustand allmählich stabilisiert. Die Schmerzen seien regredient und es persistier
t
e
n
eine perimalleoläre belastungsabhängige Schwellungsneigung, keine Verfär
bungen und eine stabilere asymmetrische Hauttemperatur. Die Beweglichkeit des Rückfusses und die Belastbarkeit hätten verbessert werden können (S. 1). Aktuell stünden für die Patientin noch die Allodynie am Fussrücken, die Belastungs
schmerzen und die verminderte Belastbarkeit im Vordergrund. Als Pflegefachfrau bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Bei weiterhin günstigem Verlauf könne eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit geprüft werden (S. 2).
3.6
Am 1. März 2017 (Urk. 9/M19) wiederholte PD Dr.
D._
die bereits gestellten Diagnosen und hielt fest, die Belastbarkeit und der Zustand des rechten Fusses hätten sich insgesamt verbessert. Nach vorübergehender vermehrter Belastung seien nun jedoch wieder zunehmende Schmerzen aufgetreten. Ansonsten hätten sich die Beschwerden erfreulicherweise stabilisiert. Als Pflegefachfrau betrage die Arbeitsunfähigkeit weiterhin 100 % (ausschliesslich stehende und gehende Tätig
keit). Aktuell sei die Arbeitsaufnahme noch zu früh (S. 2).
Diese Arbeitsunfähigkeit bestätigte PD Dr.
D._
auch mit Bericht vom 5. April 2017 (Urk. 9/20) und 9. Mai 2017 (Urk. 9/M21), hielt in letzterem aber fest, die Beschwerdeführerin berichte über einen erfreulichen Verlauf mit Stabilisierung des Zustandes. Es sei aktuell für eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit noch zu früh. Bei weiterhin positivem Verlauf könne eine Wiederaufnahme der Arbeits
tätigkeit in einem stundenweisen Pensum im Sinne eines Arbeitsversuches eva
luiert werden (S. 2).
3.7
Dr. med.
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, diagnosti
zierte in ihrem am 23. März 2017 (Urk. 9/M29) zuhanden der Pensionskasse erstatteten vertrauensärztlichen Verlaufsbericht ein CRPS Typ 1 Fuss rechts nach Fuss/OSG-Distorsionstrauma rechts am 3. Februar 2016 (S. 2 lit. A Ziff. 1). Die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit mit einem kleinen Pensum (zwei Stunden täglich) sei erst möglich, wenn die Beschwerdeführerin eine Gehstrecke von zwei Stunden erreicht habe. Gegenwärtig betrage diese 90 Minuten. Aus medizinischer Sicht sei damit frühestens ab Anfang Apri
l (2017)
zu rechnen (S. 6 Ziff. 9.1). Bis mindestens Ende März 2017 bestehe in der angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 7 lit. B Ziff. 1).
3.8
Mit Bericht vom 14. Juni 2017 (Urk. 9/M22) führte PD Dr.
D._
bei unver
änderter Diagnose aus, es sei anamnestisch bei vorübergehender Besserung des Zustandes ohne eruierbaren Auslöser zu einer massiven Beschwerdezunahme
während etwa zwei Wochen gekommen (S. 1). Trotz guter Motivation der Patientin
, medikamentösen und physiotherapeutischen Massnahmen zeige sich ein stag
nie
render Verlauf. So mache ein Arbeitsversuch keinen Sinn. Es bestehe weiter
hin eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.9
Am 7. Juli 2017 (Urk. 9/M24) hielt
Dr.
B._
fest, er rechne aufgrund der prolon
gierten Restbeschwerden mit einer Invalidisierung. Die Beschwerdeführerin sei seit eineinhalb Jahren nicht mehr arbeiten gegangen.
PD Dr.
D._
bestätigte
m
it Bericht vom 12. Juli 2017 (Urk. 9/M25) erneut eine Arbe
itsunfähigkeit von 100 % (S. 2).
3.10
Dr. med.
G._
, Oberarzt Rheumatologie, und Cynthia Giebels, Assi
stenz
ärztin, Universitätsklinik
E._
, berichteten am 9.
August
2017 (Urk.
9/M2
7) über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 19.
Juli bis 9. August 2017 und wiederholten die von PD Dr.
D._
gestellten Diagnosen (S. 1). Unter etablierter Therapie habe ein Belastungsaufbau, jedoch keine Schmerzregredienz erzielt werden können. Insgesamt sei eine Verbesserung
von 30 bis 40 % zu berichten (S. 3 oben). Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis 5. September 2017 attestiert (S. 3 unten f.).
3.11
PD Dr.
D._
wiederholte mit Bericht vom 24. Oktober 2017 (Urk. 9/G/45 = Urk. 9/M30) die bereits gestellten Diagnosen und hielt zur Anamnese fest, die Patientin sei soweit zufrieden. In der Zwischenzeit habe sie einen Arbeitsversuch gestartet mit zwei Stunden pro Tag jeden zweiten Tag in einer leichten Tätigkeit als Pflegefachfrau. Erwartungsgemäss sei es zu einer Aktivierung der Beschwer
den gekommen, insgesamt sei die Patientin jedoch zufrieden und sehr froh, dass sie die Arbeitstätigkeit wieder habe aufnehmen können (S. 1). Im Rahmen der Gesamtsituation sei der Verlauf erfreulich, der Arbeitsversuch sei erfolgreich ver
laufen, wobei es erwartungsgemäss zu vermehrten Beschwerden gekommen sei. Es werde nun eine 50%ige Arbeitsaufnahme in einem 80%igen Pensum verein
bart (formal 40 % Arbeitsfähigkeit), dies ab 1. November 2017 und weiterhin für leichte körperliche Tätigkeiten (S. 2).
3.12
Prof. Dr. med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, stellte in seinem am 3. Januar 2018
bei gleichentags durchgeführter Untersuchung
zuhanden der Pensionskasse der Stadt Zürich erstatteten Gutachten (Urk.
9/G59/3 = Urk. 9/M31 = Urk. 9/M35) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 lit. A Ziff. 1):
-
protrahierter Verlauf bei Complex Regional Pain Syndrom (CRPS) I Fuss rechts (
sympathetically
independent
pain
, SIP) in partieller Remission nach OSG-Distorsion am 3. Februar 2016 mit Rezidiv im Juni 2017 und Zeichen der Chronifizierung und klinischem Verdacht auf eine begin
nen
de OSG-Früharthrose
-
Status nach akutem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom (Lumbago) am 25. Dezember 2017, unter Therapie (noch nicht abgeheilt)
Prof.
A._
hielt fest, die Prognose sei im vorbestehenden Pensum von 80 % schlecht, da der bisherige Verlauf bereits knapp zwei Jahre und damit sehr lange
dauere. Bei anamnestisch sympathetisch unterhaltenem Schmerz (
sympatheti
cally
maintained
pain
, SMP) bestehe jetzt klinisch das Zeichen eines sympathetisch unabhängigen Schmerzes (SIP) und einer Chronifizierung. Aufgrund des bildge
benden Befundes müsse der Verdacht auf eine beginnende OSG-Früharthrose gestellt werden (S. 5 lit. A Ziff. 7.1). Die Prognose für andere Tätigkeiten sei unter Schonung der unteren Extremitäten sehr gut (S. 6 lit. A Ziff. 7.2).
Es liege
vorübergehend bis nicht beurteilbar
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bezogen auf das Pensum von 80 % in der bisherigen Tätigkeit vor (S. 9 unten). Die Minderung betreffe die Belastung des rechten Fusses, das Stehen, Treppen
steigen und Laufen. Es bestehe eine verstärkende Schmerzsymptomatik in diesem Bereich. Es sei eine Präsenzzeit von 50 % von 80 % mit einer Belastung von 50-70 % ab sofort bis auf weiteres zumutbar (S. 10 oben).
In der bisherigen Tätigkeit und im bisherigen Beruf seien der Beschwerdeführerin halbtags jeden zweiten Tag Tätigkeiten unter Schonung der rechten unteren Extremität mit Reduktion der Belastung, ohne längeres Stehen, häufiges Treppensteigen und längeres Laufen möglich
(S. 10).
3.13
Ergänzend hielt Prof.
A._
am 19. Januar 2018 (Urk. 9/
M35
) fest, die Be
schwerdeführerin sei zu 50 % (bezogen auf das Pensum von 80 %) in der ange
stammten Tätigkeit mit den beschriebenen Minderungen arbeitsfähig. Für die restlichen 50 % (bezogen auf das Pensum von 80 %) sei sie nicht arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe mit den angegebenen
Minderungen. Die Fragestellung (beziehungsweise das "Nichtausfüllen" der Anga
ben
) im Bericht hinsichtlich der angepassten Tätigkeiten bedeute, dass dies nicht zutreffe. Damit sei auch im Umkehrschluss eine Aussage zur Arbeitsfähigkeit auf einer anderen Stelle getätigt. Dies bedeute, dass die Beschwerdeführerin unter den angegebenen Beispielen und Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Dazu habe er Angaben gemacht.
3.14
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere
Medizin, erstattete am 22. Februar 2018 ein Gutachten zuhanden der Beschwerde
gegnerin (Urk. 9/M32) und diagnostizierte ein CRPS I nach Fuss-Distorsion rechts am 3. Februar 2016 mit objektiv weitgehender
Regredienz
(S.
12).
Er habe die Be
schwerdeführerin am 31. Januar 2018 untersucht (S.
1). Sie
arbeite seit 1.
November 2017 50 % von ihren angestammten 80 %. Sie beginne um 07:00 und betreue weniger schwer pflegebedürftige Patienten, sonst führe sie die nor
ma
len Tätigkeiten als Pflegefachfrau aus. Um 11:15 habe sie Arbeitsschluss (S.
10). In der anamnestischen Befragung habe die Beschwerdeführerin eine all
mähliche, auch weiterhin bestehende Besserung der Beschwerden bestätigt, so dass sie im Rahmen ihres halbtägigen Arbeitspensums auch das Arbeitstempo habe steigern können. Es bestehe subjektiv ein Dauerschmerz von eher geringer Intensität und brennendem, teilweise vibrierendem Charakter. Belastungsab
hän
gig verstärkten sich die Schmerzen weiterhin, jedoch nicht mehr in einem erheb
lichen Mass. Schwellungen würden nur noch gering und lateral auftreten (S. 13). Aktuell bestünden noch leichtgradige Ruheschmerzen von neuropathischem Charakter, was auch zu der jetzt doch ausgeweiteten vermehrten Berührungs- und Schmerzempfindung bis in den distalen Unterschenkel hin spreche. In Über
ein
stimmung mit Prof.
A._
sei von einer mittlerweile eingesetzten Chronifizie
rung auszugehen, dies im Sinne einer zentralen Sensibilisierung. Klinisch fänden sich auch bei der aktuellen Untersuchung weitgehend unauffällige Befunde im Bereich des rechten Rückfusses, abgesehen von einer leichten Druckdolenz im Bereich des Calcaneus und des lateralen Malleolus. Aufgrund dieser nun anläs
s
lich mehrerer Untersu
chungen weitgehend unauffälligen klinischen
Befunde, dem völlig normalen MRI-Befund und auch der anamnestisch weitgehend
regredien
ten
typischen Symptome eines CRPS ohne wesentliche Schwellungsneigung oder
Verfärbung und mit nun symmetrischer Sudation der Fusssohlen dürfte die Sy
mp
tomatik des floriden CRPS nun weitgehend abgeklungen sein. Auch eine lokale Atrophie oder Fibrosierung lasse sich nicht feststellen. Die aktuell noch besteh
enden Restbeschwerden seien deshalb weitgehend auf die erwähnte Chronifi
zie
rung im Sinne eines neuropathischen Restschmerzes als einziges Residuum des CRPS I zurückzuführen (S. 14).
Der Status quo ante sei aktuell nicht erreicht und aufgrund des bisherigen Ver
laufs sei es prognostisch fraglich, ob dieser auch in Zukunft erreicht werden könne. Als Folge des Unfalls sei die Belastbarkeit des rechten Fusses noch leicht
gradig eingeschränkt, was sich bei vorwiegend stehend oder gehend durchzu
füh
renden Tätigkeiten auswirke. Alle übrigen körperlichen Belastungen seien ohne
Einschränkungen zumutbar. Einschränkungen bestünden somit hinsichtlich läng
e
ren, insbesondere auch belasteten Stehens, für vorwiegend steh
ende/
geh
ende Tätigkeiten oder auch häufiges Treppensteigen. Dagegen seien vorwiegend oder rein sitzende Tätigkeiten der Beschwerdeführerin ohne weiteres zumutbar, auch manuelle Einschränkungen bestünden nicht (S. 16 unten f.).
Seit November 2017 arbeite die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätig
keit mit gewissen Erleichterungen in einem 40 %-Pensum
.
Aufgrund des bishe
rigen Verlaufs seit November und vor allem angesichts der aktuellen objektiven Befunde sollte es durchaus möglich sein, nun die Belastung allmählich zu steigern und das Arbeitspensum in ein- bis maximal zweimonatlichen Abständen um je
weils 10 % zu erhöhen. Auch wenn es unter gesteigerter Belastung zu jeweils vorübergehen
d
etwas mehr Beschwerden kommen sollte, sei doch davon auszu
gehen, dass innerhalb von vier bis sechs Monaten das frühere zeitliche Arbeits
pensum von 80 % wieder erreicht werden könne. Es sei jedoch denkbar, dass dabei zumindest vorübergehend eine leichte Einschränkung der Leistungsfähig
keit bezüglich schwererer belastender Tätigkeiten des rechten Fusses bestehen
bleibe (Mobilisation von stark pflegebedürftigen, schweren Patienten und so weiter
; S. 17 Mitte).
In jeglicher Tätigkeit ohne längere und schwerere Belastungen des rechten Fusses, das heisst alle vorwiegend oder teilweise sitzenden Tätigkeiten ohne langes belas
tetes Stehen oder Gehen und ohne häufiges Treppensteigen
,
sei die Be
schwer
de
führerin in vollem zeitlichem Umfang und ohne zusätzliche Leistungs
einschrän
kung arbeitsfähig.
Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe dabei retro
spektiv soweit aus den Akten beurteilbar mindestens seit 20. August 2017 (Ende
des statio
nären Aufenthalts), möglicherweise bereits seit Anfang 2017 (S.
17
unten).
Aufgrund des Verlaufs in den letzten Monaten sei eine weitere Verbesserung des Beschwerdebildes durchaus möglich und zu erwarten. Die Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung sei ohne jeden Zweifel wichtig und indiziert. Die Dauer der
notwendigen ärztlichen Behandlung sei aktuell noch schwierig abzuschätzen. Eine
Behandlungsbedürftigkeit dürfte aber mindestens noch für mehrere Monate ge
geben sein. Eine dauernde medizinische Behandlungsbedürftigkeit müsse aber nicht
angenommen werden (S.
18). Eine definitive Beurteilung des körperlichen Integritätsschadens sei aktuell nicht möglich, da der Endzustand nicht erreicht und eine Besserung weiterhin möglich sei (S. 19).
3.15
PD Dr.
D._
hielt am 20. März 2018 (Urk. 9/M33) fest, der rechte Fuss sei kaum belastbar, ohne dass invalidisierende Schmerzen aufträten. Die Gehstrecke sei massiv eingeschränkt. Aufgrund der Schmerzen und einer eingetretenen psy
chosozialen Belastungssituation habe er die Beschwerdeführerin ab dem 21.
Febru
ar 2018 erneut zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben.
3.16
PD Dr.
D._
hielt anlässlich der Verlaufskontrolle vom 6. Juni 2018 zur Anamnese eine Symptomausweitung der sensiblen Veränderungen in Form von brennenden und stechenden Sensationen bis in den proximalen Unterschenkel fest. Als nächster Schritt folge eine neurologische Beurteilung (Urk. 9/M37). Als Pflegefachfrau bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Bericht vom 6. Juli 2018; Urk. 9/M38).
3.17
Dr.
B._
hielt am 9. Juli 2018 (Urk. 9/
M
39) fest, es bestehe ein sehr unbefrie
digender Verlauf mit persistierender Invalidisierung. Die motorische Belastbarkeit habe nicht gesteigert werden können. Der wohlgemeinte Arbeitsversuch vom 1.
November 2017 bis 9. Februar 2018 zu 50 % habe eine deutliche Steigerung der lokalen Beschwerden erbracht. Leider habe die Beschwerdeführerin ab 1. März 2018 die Kündigung erhalten, was zu einem deutlichen Zerfall der Motivation und Belastbarkeit geführt habe. Gemäss PD Dr.
D._
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.18
Am 9. Oktober 2018 (Urk. 28/M40) berichtete PD Dr.
D._
erneut und diag
nos
tizierte ein CRPS I Fuss rechts, in partieller Remission, mit vollständiger Regredienz des Knochenmarködems, reizlosen Weichteilen und keiner patholo
gi
schen Kontrastmittelaufnahme (
MRI vom 21. Juli 2017). Anamnestisch sei der Verlauf unverändert stagnierend. Die Patientin berichte weiterhin über Dauer
schmerzen im rechten Fuss von invalidisierender Intensität; die Schmerzintensität bewege sich zwischen 6 und 10 auf der Visuellen Analogskala (VAS)
. Sie wünsche zur Zeit keine pharmakologische Therapie, ebenso befürchte sie, dass die Be
schwer
den im Rahmen einer Wiederaufnahme der Physiotherapie erneut zuneh
men würden. Insgesamt sei der Verlauf frustran. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 80 %.
Mit Bericht vom 5. Dezember 2018 (Urk. 28/M41) hielt PD Dr.
D._
fest, es sei insgesamt anamnestisch zu einer Symptomausweitung mit massiven sensiblen Veränderungen bis Mitte Oberschenkel gekommen (S. 1). Anlässlich der Kontrolle hätten sich keine sicheren Anhaltspunkte für eine Reaktivierung oder Ausweitung der CRPS-Symptomatik gezeigt.
Auffallend seien eine Temperaturminderung sowie nicht sicher palpable Fusspulse. Es sei eine angiologische Untersuchung notwendig. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 80 % (S. 2).
3.1
9
Die Ärztinnen der Klinik für Angiologie des Universitätsspitals Zürich (USZ) stellten mit Bericht vom 28. Dezember 2018 (Urk. 21/184
= Urk. 28/M42
) folgende, hier teilweise verkürzt wiedergegebene Diagnosen (S. 1 f.):
-
unklare Hypästhesie Fuss/distaler Unterschenkel rechts
-
angiologische Kontrolle vom 2
8. Dezember 2018: offene
femoro
po
pli
teale
Achse rechts mit
triphasischem
Flusssignal, offene Unter
schen
kel
arterie mit
triphasischem
Flusssignal
-
klinisch: aufsteigende Schmerzen gegen Oberschenkel in den letzten Wochen
-
keine Hinweise für Zehenarterienverschlüsse bei konstitutioneller Nei
gung zum
Vasospasmus
-
Status nach traumatisch veränderter/entzündlicher
Epidermozyste
-
CRPS Typ I Fuss rechts
-
Klinik: belastungsabhängige Schmerzen Calcaneus, OSG
ventralseitig
und
Lig
. fibulare anterius, disproportional zum auslösenden Ereignis
-
Hyperästhesie im Bereich des OSG/Calcaneus rechts
-
anamnestisch gesteigerte asymmetrische
Sudomotorik
plantar, inter
mit
tierend Ödeme, fluktuierende Wärme/Kälte des rechten Fusses
Es bestehe eine unklare Beschwerdesymptomatik. Die nichtinvasive angiologische Untersuchung zeige einen unauffälligen Befund. Am ehesten seien die Beschwer
den neurogen bedingt, bei Differentialdiagnose Morbus Sudeck. Es sei eine neu
rologische Abklärung zu empfehlen.
Das Gehtraining solle nach Möglichkeit und Beschwerden durchgeführt werden (S. 3).
4.
4.1
Gemäss Art. 6 Satz 2 ATSG wird bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück
sichtigt. Die Bestimmungen des ATSG sind grundsätzlich auf die Unfallver
siche
rung anwendbar, weshalb Art. 6 ATSG vorliegend Anwendung findet. Die den Taggeldanspruch betreffenden Art. 16 und 17 UVG verweisen denn hinsichtlich des Begriffs der Arbeitsunfähigkeit auch ausdrücklich auf Art. 6 ATSG
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
4.2
Bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit kann die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder in einem anderen Aufgabenbereich berücksichtig werden.
Eine berufliche Tätigkeit in einem anderen als dem angestammten Tätigkeits
bereich ist jedoch nur dann zu berücksichtigen, wenn feststeht, dass der Gesund
heitszustand stabil
ist
,
ein Berufswechsel zumutbar
ist, der Versicherungsträger die versicherte Person zu einem Berufswechsel aufgefordert hat und eine ange
messene Übergangsfrist eingeräumt wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2018 vom 5.
März
2019; 8C_889/2014 vom 23.
Februar
2015 und 8C_173/2008 vom 20. August 2008).
4.3
Die Pflicht zur Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als dem angestammten Tätigkeitsbereich setzt eine voraussichtlich dauernde Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit in der bisher ausgeübten Berufstätigkeit einerseits und
einen stabilen Gesundheitszustand
andererseits voraus. Ein labiles gesundheitli
ches Geschehen von zeitlich beschränkter Dauer genügt nicht. Auf der anderen Seite muss von einer weiteren Fortsetzung der ärztlichen Behandlung der Unfall
folgen immer noch eine namhafte Besserung zu erwarten sein, weil ansonsten der
Taggeldanspruch dahinfällt
und die Rentenfrage zu prüfen wäre (KOSS-
Hürzeler
/
Kieser, Art. 16 UVG N 9).
4.4
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3) wies in seinem Gutachten vom 5. Dezember 2016 darauf hin, dass der Endzustand noch nicht erreicht, die Therapie noch nicht aus
geschöpft und noch eine relevante Verbesserung erreichbar sei
. Zwar sei die Prog
nose günstig, der Verlauf könne aber langwierig sein, mit langsamer Stei
ge
rung der Arbeitsfähigkeit.
PD Dr.
D._
ging im Februar 2017 (vorstehend E. 3.5) davon aus, es bestehe als Pflegefachfrau weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, wobei bei weiter
hin günstigem Verlauf eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit geprüft werden könne.
Im März 2017 legte PD Dr.
D._
dar, dass sich die Belastbarkeit und der Zustand des rechten Fusses insgesamt verbessert hätten, jedoch nach ver
mehr
ter Belastung wieder zunehmende Schmerzen aufgetreten seien.
Die Arbeits
unfähigkeit als Pflegefachfrau betrage weiterhin 100 %; aktuell sei eine Arbeits
aufnahme noch zu früh. Im Mai 2017 beschrieb PD Dr.
D._
einen positiven Verlauf und hielt fest, wenn dieser anhalte, könne eine Wiederaufnahme in einem stundenweisen Pensum im Sinne eines Arbeitsversuches geprüft werden (vorsteh
end E. 3.6).
In diesem Sinne äusserte sich auch Dr.
F._
, die im März 2017 davon ausging, dass frühestens ab Anfang April 2017 die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit in einem Pensum von zwei Stunden täglich möglich sei und bis dahin eine volle Arbeitsunfähigkeit angestammt bestehe (vorstehend E. 3.7). Diese Prognose verwirklichte sich in der Folge nicht, denn PD Dr.
D._
berichtete im Juni 2017
von einer
massiven Beschwerdezunahme. Der Verlauf sei stagnie
rend; so mache ein Arbeitsversuch keinen Sinn (vorstehend E. 3.8). Er bestätigte im Juli 2017 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 3.9).
Auch nach dem stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der
K
linik
E._
vom 19. Juli bis 9. August 2017 war bis 5. September 2017 weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert wor
den (vgl. vorstehend E. 3.10).
In der Folge befand sich die Beschwerdeführerin ab
September 2017 in einem Arbeitsversuch für jeweils zwei Stunden täglich jeden zweiten Tag (vgl. Urk.
21/174/4). PD Dr.
D._
hielt dazu mit Bericht vom 24. Oktober 2017 (vorstehend E. 3.11) fest,
es sei erwartungsgemäss zu einer Aktivierung der Be
schwerden gekommen, jedoch sei die Beschwerdeführerin insgesamt zufrieden und froh über die Wiederaufnahme der Tätigkeit. Der Verlauf sei erfreulich und sie werde
ab 1. November 2017
das angestammte 80%ige Pensum zu 50 % auf
nehmen (
Arbeitsfähigkeit von 40 % für leichte körperliche Tätigkeit
).
4.5
Prof.
A._
(vorstehend E. 3.12)
nahm im entsprechenden Formular (Urk. 9/G59 S. 9) folgende Beurteilung bezogen auf die bisherige Tätigkeit vor: Es liege "vor
übergehend bis nicht beurteilbar" eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % von 80 % vor
. Die Leistung betrage 50 % von 80 % mit einer Belastung von 50 bis 70 % ab sofort bis auf weiteres (S. 10 oben). Die Minderung beinhalte eine Belastung des
rechten Fusses, Stehen, Treppensteigen, Laufen, Unebenheiten, verstärkende Schme
rz
symptomatik in diesem Bereich. Damit ging Prof.
A._
hinsichtlich der angestammten Tätigkeit zwar von einer Arbeitsfähigkeit von 40 % (50 % von 80
%) aus, hielt aber gleichzeitig fest, dass die angestammte Tätigkeit in diesem Umfang nur mit Minderungen zumutbar ist.
Damit vermischte er die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit mit derjenigen in einer ange
passten Tätigkeit. Bei der gemäss Formular genannten "Beurteilung bezogen auf jede Tätigkeit", somit einer angepassten Tätigkeit, welche
auf Basis einer Arbeits
fähigkeit
von 100 %
vorzunehmen war (vgl. S. 10 lit. B2), hielt Prof.
A._
fest, die Beschwerdeführerin könne halbtags "im bisherigen Beruf/bisherige Tätigkeit jeden zweiten Tag unter Schonung der rechten unteren Extremität (Reduktion der Belastung, kein längeres Stehen, kein häufiges Treppensteigen, kein längeres Laufen
)
"
arbeiten. Eine Tätigkeit "halbtags jeden zweiten Tag" entspricht
–
aus
gehend von einer 42-Stunden-Woche -
jedoch
einem Pensum von
lediglich
30
%, womit
der Beschwerdeführerin
gemäss Prof.
A._
eine behinderungsangepasste Tätigkeit in geringerem Umfang zumutbar wäre als die angestammte. Dies ergibt keinen Sinn, zumal Prof.
A._
wiederum von der bisherigen Tätigkeit auszu
geh
en scheint. Diese auch von der Beschwerdegegnerin erkannte Unklarheit wurde
durch die Stellungnahme von Prof.
A._
vom 19. Januar 2018 nicht ausgeräumt
(vgl. vorstehend E. 3.13), zumal Prof.
A._
darin hinsichtlich der Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit keine genauen prozentualen Angaben machte, sondern
lediglich
festhielt,
die Beschwerdeführerin
sei in einer solchen Tätigkeit arbeitsfähig.
Dem Gutachten von Prof.
A._
kommt deshalb kein genügender Beweiswert zu. Insbesondere kann daraus entgegen der Ansicht der Beschwerde
gegnerin (vgl. vorstehend E. 2.1)
keine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit abgeleitet werden.
4.6
Dr.
Z._
stellte anlässlich der Untersuchung vom 31. Januar 2018 fest, die Beschwerdeführerin arbeite seit 1.
November
2017 50 % von ihrem ange
stammten 80 %-Pensum
. Sie habe berichtet, dass sie die normalen Tätigkeiten einer Pflegefachfrau ausführe, jedoch weniger schwer pflegebedürftige Patienten betreue. Sie habe eine allmähliche Besserung der Beschwerden bestätigt, so dass sie auch ihr Arbeitstempo habe steigern können. Belastungsabhängig verstärkten sich die Beschwerden weiterhin, jedoch nicht mehr in einem erheblichen Mass. Dr.
Z._
stellte eine Chronifizierung, jedoch weitg
ehend unauffällige Befunde fest. Die Symptomatik des floriden CRPS dürfte nun weitgehend abge
klungen sein und die aktuell noch bestehenden Restbeschwerden seien auf die Chronifizierung im Sinne eines neuropathischen Restschmerzes als einziges Resi
duum zurückzuführen
(vorstehend E. 3.14).
Zur Arbeitsfähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit
hielt Dr.
Z._
fest, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin innerhalb von vier bis sechs Monaten das frühere zeitliche Pensum von 80 % wieder erreichen könne
. Es sei jedoch denkbar, dass bezüglich schwererer belastender Tätigkeiten des rechten Fusses zumindest vorübergehend eine leichte Einschränkung der Leistungsfähigkeit bleibe. Als Beispiel nannte Dr.
Z._
die Mobilisation von stark pflegebedürftigen, schweren Patienten
(vorstehend E. 3.14; S. 17 Mitte des Gutachtens)
.
Gleichzeitig hielt Dr.
Z._
fest, d
er Status quo ante sei aktuell nicht erreicht und es sei aufgrund des bishe
rigen Verlaufs prognostisch fraglich,
ob dieser auch in Zukunft erreicht werden könne. Als Folge des Unfalls sei die Belastbarkeit des rechten Fusses noch leicht
gradig eingeschränkt, was sich bei vorwiegend stehend oder gehend durchzu
führenden Tätigkeiten auswirke; Einschränkungen bestünden bezüglich längeren, insbesondere auch belastenden Stehens
, für vorwiegend stehende und gehende Tätigkeiten sowie für
das
Treppensteigen (vorstehend E. 3.14; S. 16 unten f. des Gutachtens).
Die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei ohne jeden Zweifel wichtig und indiziert. Der Endzustand sei nicht erreicht und eine Besserung weiterhin möglich (vorstehend E. 3.14; S.19 des Gutachtens).
Aus diesen Angaben kann nicht auf einen stabilen Gesundheitszustand ge
schlossen werden: Dr.
Z._
erachtete es als prognostisch fraglich, ob der status quo ante in Zukunft erreicht werden könne
, ging aber gleichzeitig davon aus, dass die Beschwerdeführerin das bisherige Pensum innerhalb von vier bis sechs Monaten erreichen könne. Ob zu diesem Zeitpunkt überhaupt ein Berufs
wechsel angezeigt war oder die Beschwerdeführerin in Zukunft wieder in gleicher Weise arbeitstätig sein
werde, konnte gestützt auf die Einschätzung von Dr.
Z._
somit
noch
nicht abschliessend beurteilt werden.
Dr.
Z._
hielt denn auch fest, dass die ärztliche Behandlung weiterhin notwendig, der Endzustand nicht erreicht und eine Besserung immer noch möglich sei.
Die Pflicht zur Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als dem angestammten Tätigkeitsbereich setzt eine voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Ar
beits
fähigkeit in der bisher ausgeübten Berufstätigkeit einerseits und
einen stabilen Gesundheitszustand
andererseits voraus (vgl. vorstehend E. 4.3). Beides war nach dem Gesagten im Zeitpunkt der Beurteilung durch Dr.
Z._
nicht
erfüllt.
In der Folge
trat
denn auch
wieder eine volle beziehungsweise 80%ige Arbeitsunfähigkeit ein und es kam zu weiteren Untersuchungen, ohne dass ein Endzustand bestätigt wurde
(vorstehend E. 3.15-3.19).
4.7
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit - welche somit noch gar nicht relevant war - ist festzuhalten, dass
Dr.
Z._
eine volle Arbeitsfähigkeit ab 20. August 2017, möglicherweise bereits seit Anfang 2017 annahm (vorstehend E. 3.14).
Dies findet in den medi
zinischen Akten keine Stütze. PD Dr.
D._
und Dr.
F._
erachteten frühestens im April 2017 eine stundenweise Tätigkeit, die aufgrund der notwen
digen Beachtung der Limitierung als angep
asst gelten kann, für zumutbar, welche die Beschwerdeführerin jedoch erst im September 2017 im Sinne eines
–
schluss
endlich erfolglosen -
Arbeitsversuchs aufnehmen konnte
. Dass der Verlauf lang
wierig sein werde, bestätigte Dr.
C._
bereits im Dezember 2016
(vgl. vorsteh
end
E.
3.3
)
.
4.8
Nach dem Gesagten konnte im Zeitpunkt der Reduktion der Taggelder im Mai 2018 per 1. März 2018
nicht von einem stabilen Gesundheitszustand ausge
gan
gen werden, welcher einen Berufswechsel gerechtfertigt hätte. Dass die Beschwer
deführerin zu diesem Zeitpunkt in eine
r angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeits
fähig war, ist nicht überwiegend wahrscheinlich.
Die von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen für die Anwendung von Art. 6
Satz
2 ATSG sind im Zeitpunkt des vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheides
vom 3.
Septem
ber 2018 nicht erfüllt. Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ist daher weiterhin aufgrund von Art. 6 Satz 1 ATSG und somit aufgrund der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin zu bestimmen. Da sie über den 1.
März 2018 hinaus in der zuletzt
- so wie vor dem Unfallereignis, das heisst ohne Minderungen -
ausgeübten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war, hat sie weiterhin Anspruch auf ein volles Taggeld.
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides
und zur Gut
heissung der dagegen erhobenen Beschwerde.
5.
5.1
Bei der angefochtenen Zwischenv
erfügung
betreffend Verlaufsbegutachtung durch Dr.
Z._
vom 17. Januar 2019
(Urk.
28/
2) handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne
von Art. 55 Abs. 1 ATSG
in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG), welche einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken und deshalb grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann (vgl. BGE 138 V 271 E. 1.2).
5.2
Der Umstand, dass sich Sachverständige schon einmal mit einer Person befasst haben, schliesst später deren Beizug als Gutachter nicht zum Vornherein aus. Eine unzulässige Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, wenn er zu (für eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt. Anderes gilt, wenn Umstände vorlie
gen, die den Anschein der
Befangen
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen, etwa wenn der Sachverständige seinen Bericht nicht neutral und sachlich abfasste (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Ebenso schliesst die Tatsache, dass diese bereits früher begutachtet haben, eine spätere erneute Verlaufskontrolle nicht aus. Ganz im Gegenteil erscheint es hier sinnvoll, bereits mit
der versicherte
n
Person
befasste Mediziner zur Entwicklung des Beschwerde
bildes und der Arbeitsfähigkeit zu befragen. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2).
5.3
Gemäss Art. 44 Satz 2 ATSG kann die Partei einen Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen.
Die Regeln der Begutachtung wurden vom Bundesgericht in BGE 137 V 210 konkretisiert.
Zu unterscheiden ist zwischen Einwendungen formeller und Einwendungen materieller Natur.
Zu den Einwendungen formeller Natur zählen die gesetzlichen Ausstandsgründe (vgl. Art. 10
des
Bundesgesetz
es
ü
ber das Verwaltungsverfahren, VwVG,
und Art. 36 Abs. 1 ATSG), weil sie geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Sach
verstä
ndigen zu erwecken. Dazu gehört
beispielsweise ein persönliches Interesse an der zu beurteilenden Sache, aber auch die enge verwandtschaftliche oder freundschaftliche Verbundenheit mit einer Partei oder andere Gründe von ähn
li
chem Gewicht. Demgegenübe
r kann in materieller Hinsicht beispielsweise
geltend gemacht werden, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie bloss einer Zweitmeinung entspreche. Einwendungen materieller Natur können sich auch gegen die Person des Gutachters richten. Insbesondere können diese die gutachterliche Fachkompetenz des Gutachters beschlagen (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
5.4
Formelle Ausstandsgründe wurde
n
vorliegend nicht geltend gemacht.
Hinsicht
lich der
Einwendung materieller Natur hat sich nach Prüfung
des
ersten Gut
achtens
von Dr.
Z._
ergeben, dass darauf mangels Schlüssigkeit nicht abgestellt werden kann (vgl. vorstehend E. 4.6-4.7).
Es stellt damit keine geeig
nete Grundlage für eine Verlaufsbegutachtung dar.
Unter diesen Umständen
ist es nicht zielführend
, die Verlaufsbegutachtung durch Dr.
Z._
durchführen zu lassen.
Ebenso ist der Beschwerdeführer
in - unter Berücksichtigung des weit
gefassten Begriffs der triftigen Gründe gemäss Art. 44 ATSG- zuzustimmen, dass die Gefahr einer
Voreingenommenheit
Dr.
Z._
s besteht,
stellt doch der Ausgang des vorliegenden Verfahrens seine Expertise in Frage.
5.5
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Zwischenverfügung vom 17. Januar 2019 aufzuheben und die dagegen erhobene Beschwerde gutzuheissen. Die Par
teien werden sich
auf einen neuen, bislang nicht mit der Sache befassten Gut
achter oder eine Gutachterin
und die zu stellenden Fragen
zu
einige
n
haben
.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenlos.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr. 220.--
(ohne MWSt)
ist die Entschädigung für beide Beschwerdeverfahren ermessensweise auf insgesamt Fr.
6'000
.-- (inkl
. MWSt und Auslagenersatz) fest
zusetzen und
ausgangsgemäss
der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.