Decision ID: 913bdc50-452a-53ad-8483-b9d49597ce1a
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit Januar 2014 als Fahrer/Chauffeur zu 90
% bei der B._ GmbH angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 24. November 2014
meldete die Arbeitgeberin eine Verletzung des Versicherten "durch eine Streiterei" am
9. November 2014 (Suva-act. 1).
A.a.
Die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, hatten eine wenig dislozierte
Humerusschaft-Spiralfraktur rechts nach körperlicher Auseinandersetzung mit Schlag
gegen den rechten Oberarm diagnostiziert. Bei konservativer Therapie wurde dem
Versicherten am 10. November 2014 zur Ruhigstellung des Humerus ein
Sarmientobrace angelegt. Am 11. November 2014 konnte er in guten Allgemeinzustand
und schmerzkompensiert nach Hause entlassen werden (Suva-act. 9). Die Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die Versicherungsleistungen (Taggeld
und Heilbehandlung; Suva-act. 27).
A.b.
Der Heilungsverlauf gestaltete sich in der Folge bei durchgehend attestierter
100%-iger Arbeitsunfähigkeit (vgl. unter anderem Suva-act. 17, 29) verzögert. Am 27.
A.c.
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März 2015 wurde das Arbeitsverhältnis mit der B._ GmbH per 30. April 2015
aufgelöst (Suva-act. 40).
Am 16. Juni 2015 untersuchte Kreisarzt Dr. med. C._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, den
Versicherten und diagnostizierte eine instabile hypertrophe Pseudarthrose rechter
Oberarmknochen bei Zustand nach Spiralfraktur im mittleren Drittel. Er empfahl nach
dem vergeblichen Versuch einer konservativen Lösung des Problems eine operative
Stabilisierung der pseudarthrotisch verheilten Humerusfraktur (Suva-act. 49).
A.d.
Am 12. August 2015 wurde der Versicherte im KSSG operiert (Pseudarthrosen-
Ausräumung, Dekortikation, Osteosynthese Humerus rechts; Suva-act. 63). Am 17.
August 2015 konnte er bei einem problemlosen postoperativen Verlauf in gutem
Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen das Spital verlassen (Suva-act.
64). In der Folge wurde dem Versicherten weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt (vgl. unter anderem Suva-act. 65, 68 f.).
A.e.
Am 8. Februar 2016 berichteten die verantwortlichen Ärzte des KSSG von einem
etwas schleppenden Verlauf, der indes noch im Rahmen des Erwarteten liege. Der
Versicherte könne ab sofort den Arm belasten. Aus diesem Grund schränke sich die
Arbeitsfähigkeit nur durch seine noch vorhandenen Schmerzen ein. In einer Arbeit ohne
Heben von Gewichten sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig (Suva-act. 83).
A.f.
Am 18. Februar 2016 wurde der Versicherte erneut kreisärztlich untersucht. Dr.
C._ kam zum Schluss, dass ihm nur noch leichte körperliche Belastungen zuzumuten
seien, welche das Ziehen und Heben von schweren Gegenständen über fünf
Kilogramm ausschliessen würden. Arbeiten mit ständigem Vorhalten des rechten Arms
oder mit repetitiven Überkopfarbeiten seien nicht mehr zumutbar. Empfohlen würden
regelmässige physiotherapeutische und krankengymnastische Massnahmen zur
Verbesserung der Beweglichkeit des rechten Schultergelenks und zum Muskelaufbau
des rechten Arms (Suva-act. 85). Am 19. Februar 2016 teilte die Suva dem Versicherten
mit, dass die Taggeldleistungen nach einer Übergangsfrist per Ende Juni 2016
eingestellt würden (Suva-act. 84). In der Folge bezog dieser bis am 31. März 2017
Taggelder der Arbeitslosenkasse, ehe er ein Restaurant pachtete, um selbständig als
A.g.
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dessen Betreiber zu arbeiten (Suva-act. 122). Anlässlich einer Untersuchung im KSSG
vom 15. Juni 2017 beklagte er knapp zwei Jahre postoperativ immer noch
gelegentliche Schmerzen im Oberarmbereich (Suva-act. 121).
Bei aus orthopädischer Sicht nicht gänzlich nachvollziehbarer andauernder
Schmerzproblematik wurde der Versicherte am 10. März 2017 durch Dr. med. E._,
Fachärztin Neurologie FMH, St. Gallen, untersucht. Dabei konnte klinisch und elektro
physiologisch keine relevante neurogene Läsion im Bereich der rechten oberen
Extremität festgestellt werden (Suva-act. 120).
A.h.
Am 28. Juni 2017 wurde im KSSG das Osteosynthesematerial am Humerus rechts
operativ entfernt (Suva-act. 126).
A.i.
Am 30. August 2017 wurde der Versicherte ein weiteres Mal kreisärztlich
untersucht. In seiner Beurteilung hielt Dr. C._ fest, dass unter Berücksichtigung der
klinischen Befunde mittelschwere bis schwere oder gar schwerste körperliche
Tätigkeiten mit Gebrauch des rechten Arms, Rotationsbewegungen des rechten Arms
und auch körperferne Gewichtsbelastungen über fünf Kilogramm über Hüfthöhe nicht
zuzumuten seien. Weiterhin könne der Versicherte keine Arbeiten mit Gebrauch von
Werkzeugen durchführen, die mit Stossen, Schlagen oder Gebrauch von vibrierenden
Maschinen verbunden seien. Die beklagte Bewegungs- und
Belastungsschmerzhaftigkeit sowie der leichte Dauerschmerz seien angesichts der
zuletzt durchgeführten röntgenologischen Bildgebung mit Darstellung einer festen
knöchernen Konsolidation im Bereich der Frakturstellung bei allerdings leichter
Achsfehlstellung des Oberarmkopfes nicht nachvollziehbar. Auch neurologisch könnten
die Schmerzen nicht erklärt werden. Dr. C._ empfahl eine weitere
computertomographische Darstellung des Humerusschaftes im Bereich der
Frakturstelle, um die vom Versicherten beklagte Beschwerdesymptomatik näher
differenzieren zu können und eine unvollständige knöcherne Konsolidation
auszuschliessen (Suva-act. 133).
A.j.
Die empfohlene CT-Untersuchung wurde am 26. September 2017 durchgeführt
(Suva-act. 140) und der Fall erneut Dr. C._ vorgelegt. Dieser führte am 19. Oktober
2017 aus, dass die Bilder eine subtotal knöchern fest konsolidierte Fraktur des
A.k.
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B.
Gegen die Verfügung vom 28. Mai 2019 erhob Rechtsanwalt Andermatt am 26. Juni
2019 (Suva-act. 177), ergänzt am 29. August 2019 (Suva-act. 182), Einsprache. Dem
Einsprecher sei eine angemessene Invalidenrente und Integritätsentschädigung
zuzusprechen. Im Weiteren seien die Taggelder mindestens bis zur neuen Verfügung
Humerus und einen unauffälligen Befund des rechten Schultergelenks zeigten. Die
weiterhin beklagten Beschwerden und geschilderten Funktionsbeeinträchtigungen des
rechten Arms mit nahezu vollständig eingeschränkter Belastbarkeit seien angesichts
der kreisärztlichen Untersuchung und auch der abschliessend durchgeführten
Bildgebung nicht nachvollziehbar und nicht mehr mit den somatischen Befunden
erklärbar. Es sei bereits seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom 30. August
2017 von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der aktuellen
Tätigkeit als Gastronom/Restaurantbesitzer auszugehen. Ein Bild in der lokalen Zeitung
(welche am 2. Juni 2017 über die Eröffnung des Restaurants berichtete) zeige den
Versicherten, wie er sein rund acht bis zehn Kilogramm schweres Kind auf dem rechten
Arm trage, weshalb von einer höheren Belastbarkeit als ursprünglich angenommen
auszugehen sei. Entsprechend sei das Zumutbarkeitsprofil anzupassen. Dem
Versicherten seien unfallbedingt das Heben von schweren oder schwersten Lasten,
d.h. Lasten über 30 Kilogramm, mit dem rechten Arm nicht mehr zumutbar. Ansonsten
würden keine weiteren Einschränkungen bestehen. Es verbleibe kein dauerhafter oder
erheblicher Integritätsschaden, welcher die Erheblichkeitsgrenze erreiche. Da
überwiegend wahrscheinlich weder durch konservative noch operative Massnahmen
von einer namhaften Verbesserung der Unfallfolgen ausgegangen werden könne,
werde der Abschluss des Falles empfohlen (Suva-act. 141).
Mit Verfügung vom 22. November 2017 stellte die Suva die Taggelder per 16.
Oktober 2017 ein (Suva-act. 147). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Arthur Andermatt, St. Gallen, am 21. Dezember 2017 Einsprache (Suva-
act. 148).
A.l.
Mit Verfügung vom 28. Mai 2019 nahm die Suva die Verfügung vom 22.
November 2017 vollumfänglich zurück und verneinte einen Anspruch auf eine Rente
sowie eine Integritätsentschädigung (Suva-act. 163).
A.m.
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vom 28. Mai 2019 nachzuzahlen (soweit nicht die Arbeitslosenkasse bezahlt habe). Mit
Entscheid vom 23. Januar 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 185).
C.
C.b. In der Beschwerdeantwort vom 31. März 2020 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde sowie die
Bestätigung des Einspracheentscheids (act. G 5).
C.c. Am 15. April 2020 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
durch Rechtsanwalt Andermatt, entsprochen (act. G 7).
C.d. Mit Replik vom 14. September 2020 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unverändert an den Anträgen gemäss Beschwerde fest (act. G 15).
C.e. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und reichte
am 8. Oktober 2020 eine kurze Stellungnahme ein. An ihren Anträgen hielt sie
unverändert fest (act. G 17).
C.f. Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die
Ausführungen in den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Andermatt, am 24. Februar
2020 Beschwerde erheben. Die Verfügung vom 28. Mai 2019 sowie der
Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 seien aufzuheben. Dem Beschwerdeführer
sei vom 16. Oktober 2017 bis mindestens 28. Mai 2019 das volle Taggeld
auszubezahlen. Weiter sei ihm ab Juni 2019 eine Rente aufgrund von 28 % Invalidität
und eine angemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.a.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Folgen des Ereignisses vom 9.
November 2014 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
2.
Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen
Rentenanspruch sowie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneint hat.
Im Übrigen steht zur Beurteilung, ob nach dem 15. Oktober 2017 bis mindestens 28.
Mai 2019 Taggelder geschuldet sind.
3.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch
entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin
(Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat
sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art.
24 Abs. 2 UVG).
3.1.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
3.2.
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4.
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht
nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die versicherungsinterne
Beurteilung zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch
strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil
des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die
Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein
vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und
diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund,
damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen
Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24.
März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen abschliessen
(vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2, mit Hinweisen). Diesfalls besteht kein Anspruch auf
Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten (BGE 122 V 157).
Vorab strittig ist die Einstellung der Taggelder ab 16. Oktober 2017. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, dass Taggelder über diesen
Zeitpunkt bereits deshalb auszurichten seien, weil die Beschwerdegegnerin die
Verfügung vom 22. November 2017, welche die Einstellung der Taggelder regelte, mit
Verfügung vom 28. Mai 2019 vollumfänglich zurückgenommen habe (vgl. dazu
vorstehend im Sachverhalt lit. A.l f.). Wenn der medizinische Endzustand am 28. Mai
2019 erreicht worden sei, sei das Taggeld bis zu diesem Zeitpunkt zu bezahlen,
ansonsten auch länger (act. G 1).
4.1.
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Die Unfallversicherer haben während der medizinisch instabilen Schadensphase
vorübergehende Leistungen (Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen) zu erbringen.
Die Bestimmungen, welche den vorübergehenden Leistungen zugrunde liegen, legen
indes nicht fest, wann die medizinisch instabile Schadensphase bzw. der Anspruch auf
vorübergehende Leistungen endet. Das Ende der medizinisch instabilen
Schadensphase (der sogenannte medizinische Endzustand) wird in Art. 19 Abs. 1 UVG
geregelt. Dieser Zeitpunkt ist erreicht und die bisherigen Ansprüche auf
vorübergehende Leistungen erlöschen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. anstatt vieler das Urteil
des Bundesgerichts vom 18. September 2012, 8C_425/2012, E. 4.2).
Rechtsprechungsgemäss ist zu diesem Zeitpunkt der sogenannte "Fallabschluss" mit –
wie erwähnt – Einstellung der Heilbehandlungs- und der Taggeldleistungen sowie
Prüfung eines Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
vorzunehmen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 143). Ob eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands noch erwartet werden kann, bestimmt sich
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeits- (BGE 134 V 115 E. 4.3) bzw. Funktionsfähigkeit (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Juli 2014, 8C_354/2014, E. 3.2 f.), soweit diese unfallbedingt
beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffs „namhaft“ in Art. 19 Abs. 1 UVG
verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinn von Art.
10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (vgl. wiederum BGE 134 V
115 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu
erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen einen Anspruch auf
deren Durchführung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1,
mit Hinweisen). Eine allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur
kurzfristige Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit oder dass die
versicherte Person etwa von Physiotherapie profitieren kann, genügen nicht (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, mit Hinweisen). Auch
ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie
manualtherapeutische Behandlungen gelten für sich allein noch nicht als
kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts vom 5. Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3). Die Frage, ob von
einer ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
4.2.
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erwartet werden kann, beurteilt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach
dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2010, 8C_346/2010, E.
2.2). Es handelt sich um die Einschätzung einer zukünftigen Sachverhaltsentwicklung,
weshalb eine prospektive Beurteilung dieser Rechtsfrage zu erfolgen hat.
Entscheidgrundlagen bilden in erster Linie die Auskünfte medizinischer Fachpersonen
zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Gesundheitsentwicklung (Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Dezember 2016, 8C_651/2016, E. 4.1).
Der Beschwerdeführer wurde am 28. Juni 2017 letztmals am rechten Oberarm
operiert (Materialentfernung Humerus rechts und Narbenkorrektur; Suva-act. 126). Der
peri- und postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig, so dass der
Beschwerdeführer am 29. Juni 2017 bei kompensierten Schmerzverhältnissen und
reizlosen Wundverhältnissen aus dem Spital austreten konnte. Die verantwortlichen
Ärzte des KSSG verordneten für zwei Monate keine Maximalbelastung und für drei
Monate keine Kontaktsportarten. Eine Nachkontrolle war nicht mehr geplant (Suva-act.
125). Behandlungsoptionen wie beispielsweise eine weitere Operation, welche indiziert
gewesen wären, und auf eine namhafte Besserung abgezielt hätten, standen nicht
mehr zur Disposition und werden auch seitens des Beschwerdeführers nicht geltend
gemacht. Behandlungsformen wie weiterdauernde Schmerzmedikation oder Kraft- und
Muskelaufbautraining führen rechtsprechungsgemäss nicht dazu, dass ein
medizinischer Endzustand verneint werden müsste (vgl. vorstehend E. 4.2).
Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin Mitte Oktober
2017 (dreieinhalb Monate postoperativ) den Fallabschluss mit Einstellung der
Taggelder und Prüfung eines Anspruchs auf Invalidenrente und
Integritätsentschädigung (vgl. dazu wiederum vorstehende E. 4.2) vornahm.
Unerheblich ist dabei, dass die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 22. November
2017 zurückgenommen hat, geht doch auch aus der Verfügung vom 28. Mai 2019
eindeutig hervor, dass der Fallabschluss mit Einstellung der Taggelder wiederum per
(Oktober) 2017 vorgenommen wurde (vgl. die Vergleichseinkommen 2017 für die
Berechnung des Invaliditätsgrads in Suva-act. 163). Entsprechend unterscheiden sich
die zwei Verfügungen in Bezug auf die Taggelder bzw. den Zeitpunkt des
medizinischen Endzustands nicht und die Rücknahme der Verfügung vom 22.
November 2017 bleibt rechtlich irrelevant. Im Übrigen kann die Einstellung der
Taggelder auch rückwirkend erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28.
September 2010, 8C_22/2010, E. 4.1). Eine Anerkennung eines Anspruchs auf
Taggelder über den 15. Oktober 2017 hinaus ist durch die Rücknahme der Verfügung
vom 22. November 2017 auch nicht ersichtlich, weshalb sich Überlegungen zum
4.3.
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5.
Zur Prüfung steht im Folgenden die Höhe des Invaliditätsgrads.
Vertrauensschutz erübrigen. Die Beschwerde betreffend einen Anspruch auf Taggelder
über den 15. Oktober 2017 hinaus ist damit abzuweisen.
5.1.
Es ist unbestritten und medizinisch rechtsgenüglich erstellt, dass der
Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Fallabschlusses in angepasster Tätigkeit trotz
der Unfallfolgen zu 100 % arbeitsfähig war. Dies bescheinigten ihm die
verantwortlichen Ärzte des KSSG bereits mit Bericht vom 8. Februar 2016 (Suva-act.
83). Dr. C._ bestätigte diese Einschätzung nach umfassendem Untersuch vom 18.
Februar 2016 (Suva-act. 85) und wiederholte sie nach einem weiteren persönlichen
Untersuch vom 30. August 2017, zwei Monate nach der letzten erfolgreich verlaufenen
Operation vom 28. Juni 2017 (Suva-act. 133). In der Zwischenzeit hatten die Ärzte des
KSSG am 30. Juni 2016 die Beurteilung des Kreisarztes ausdrücklich bestätigt (Suva-
act. 98). Es ist damit trotz weiterhin bestehender bewegungs- und
belastungsabhängiger Schmerzen in der Mitte des rechten Oberarms auf Höhe der
Frakturstelle mit leicht- bis mittelgradiger Funktionsbeeinträchtigung (Suva-act. 133-6)
in quantitativer Hinsicht von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Daran ändern die Berichte von Dr. med. D._, Allgemeine Innere Medizin FMH, St.
Gallen, vom 17. Juni 2019 und 13. Februar 2020 nichts (Suva-act. 174, G 1.2.1). Eine
andere Einschätzung der quantitativen Arbeitsfähigkeit ergibt sich daraus auf jeden Fall
nicht.
5.1.1.
Uneinigkeit besteht bezüglich der qualitativen Einschränkungen. Mit Beurteilung
vom 30. August 2017 erachtete Dr. C._ unter Berücksichtigung der klinischen
Befunde mittelschwere bis schwere oder gar schwerste körperliche Tätigkeiten mit
Gebrauch des rechten Arms, Rotationsbewegungen des rechten Arms und auch
körperferne Gewichtsbelastungen über fünf Kilogramm über Hüfthöhe für nicht mehr
zumutbar. Weiterhin könne der Versicherte keine Arbeiten mit Gebrauch von
Werkzeugen durchführen, die mit Stossen, Schlagen oder Gebrauch von vibrierenden
Maschinen verbunden seien (Suva-act. 133-6). Am 19. Oktober 2017 veränderte Dr.
C._ das Zumutbarkeitsprofil dahingehend, dass dem Beschwerdeführer lediglich das
Heben von Lasten über 30 Kilogramm mit dem rechten Arm nicht mehr zumutbar sei.
Ein Bild in der Zeitung vom 2. Juni 2017 zeige den Versicherten, wie er sein rund acht
5.1.2.
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bis zehn Kilogramm schweres Kind auf dem rechten Arm trage, weshalb von einer
höheren Belastbarkeit als ursprünglich angenommen auszugehen sei (Suva-act. 141-3).
Auf dem besagten Bild ist erkennbar, dass der Beschwerdeführer ein Kind, das
wohl tatsächlich rund acht bis zehn Kilogramm wiegen dürfte, auf der rechten
Körperseite trägt. Der Beschwerdeführer stützt das Kind indes auch mit dem linken
Arm (Suva-act. 143), weshalb nicht die volle Last auf den rechten Arm wirkt. Im
Weiteren handelt es sich bei einem Foto um eine Momentaufnahme, welche nicht
einfach den Schluss zulässt, dass eine hohe Belastung auch über einen längeren
Zeitraum aufrechterhalten werden kann. In dem Sinne erstaunt es, dass Dr. C._,
insbesondere gestützt darauf, das Zumutbarkeitsprofil im erwähnten Ausmass
angepasst hat. Andererseits ist zu beachten, dass Dr. C._ bereits in der Beurteilung
vom 30. August 2017 – vor Kenntnis des Zeitungsartikels bzw. des Bildes – darauf
hingewiesen hat, dass die beklagte Bewegungs- und Belastungsschmerzhaftigkeit
sowie der leichte Dauerschmerz somatisch nicht nachvollziehbar seien (Suva-act.
133-7). Letztlich kann offenbleiben, von welchem Zumutbarkeitsprofil vorliegend
auszugehen ist, nachdem auch bei Annahme des eingeschränkteren Profils, wovon im
Folgenden ausgegangen wird, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.
5.1.3.
Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist
im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Dazu ist das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; vgl. Art. 16 ATSG).
5.2.
Für die Bemessung des hypothetischen Verdienstes ohne Gesundheitsschaden
(Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 9C_414/2011, E. 2.2). Bei der Bestimmung des
Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung
und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Der Beschwerdeführer hätte bei seiner
letzten Tätigkeit vor dem Unfall bei der B._ GmbH im Jahr 2017 ein Einkommen von
5.2.1.
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Fr. 57'600.-- erzielt (Fr. 4'800.-- x 12; Suva-act. 158). Ob es sich dabei um den
Jahreslohn für das zuletzt ausgeübte 90%-ige Arbeitspensum handelt (Suva-act. 1 f.)
oder die ehemalige Arbeitgeberin damit das Einkommen für ein 100 % Pensum angab,
ist aus den vorliegenden Akten (vgl. insbesondere Suva-act. 158) nicht zweifelsfrei
erkennbar. Sollte sich die Angabe auf das 90 %-Pensum beziehen, würde sich
hochgerechnet ein Jahreseinkommen von Fr. 64'000.-- (Fr. 57'600.-- / 9 x 10) ergeben,
wovon im Folgenden ausgegangen wird (im Ergebnis ändert sich zufolge der
vorzunehmenden Parallelisierung jedoch nichts; vgl. nachfolgend). Fr. 64'000.--
Jahreseinkommen sind mit Verweis auf die LSE 2016 (Tabelle TA1, privater Sektor,
Kompetenzniveau 1 [einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art],
Branche Landverkehr) unterdurchschnittlich. Wie die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 23. Januar 2020 richtig darlegte, betrug das
Durchschnittseinkommen in diesem Bereich im Jahr 2017 Fr. 69'130.45 (Fr. 5'504.-- x
12 / 40 x 41.7 x 1.004; Suva-act. 185-10). Fr. 64'000.-- liegt damit 7.42 % unter dem
branchenüblichen Jahreslohn, weshalb eine Parallelisierung bis 5 % zu erfolgen hat
(vgl. BGE 135 V 302 ff. E. 6). Entsprechend ist von einem Valideneinkommen von
aufgerundet Fr. 65'673.95 (Fr. 69'130.45 x 0.95) auszugehen.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie
nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders
stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne oder die bis 2019 von der Suva erhobenen
sogenannten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 135 V 301 E. 5.2 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer hatte zum Zeitpunkt des Fallabschlusses keine ihm an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit mit entsprechendem Pensum und entsprechender
Entlöhnung aufgenommen (Suva-act. 133-4, 153-4). Die zwischenzeitlich im Jahr 2017
ausgeübte selbständige Tätigkeit als Gastronom, welche nur kurz verrichtet wurde (act.
G 1.2.3, G 15 S. 2), war weder stabil noch erzielte er damit ein zumutbares Einkommen
(Suva-act. 153-4), weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin zur
Festsetzung des Invalidenlohns die LSE-Tabellenlöhne und dabei den Totalwert für
5.2.2.
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6.
Letztlich beantragt der Beschwerdeführer eine angemessene Integritätsentschädigung.
Hilfsarbeiten herangezogen hat. Nicht einzusehen ist, weshalb – wie es der
Beschwerdeführer geltend macht (act. G 1 S. 6) – auf den spezifischen Sektor des
Gastgewerbes und der Gastronomie abgestellt werden sollte, nachdem der
Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit keine engen Grenzen gesetzt sind (vgl.
dazu Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2013, 9C_633/2013, E. 4.2).
Ausgehend vom eingeschränkteren Belastungsprofil sind dem
Beschwerdeführer– wie erwähnt – als Verweistätigkeiten leidensangepasste
Hilfsarbeitertätigkeiten zuzumuten. Der LSE-Hilfsarbeiterlohn hat im Jahr 2016 Fr.
66'803.-- betragen (vgl. Anhang 2 der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle
AHV/IV, Ausgabe 2019). Nominallohnindexiert resultiert für das Jahr 2017 ein Lohn von
Fr. 67'070.20 (vgl. Fr. 66'803.-- x 1.004). Zu prüfen bleibt, ob von diesem Tabellenlohn
ein Abzug vorzunehmen ist. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Einzig die qualitativen Einschränkungen rechtfertigen
vorliegend einen Abzug vom Tabellenlohn. Dieser ist auf maximal 10 % zu bemessen.
Entsprechend resultiert ein Invalideneinkommen von aufgerundet Fr. 60'363.20 (Fr.
67'070.20.-- x 0.9).
5.2.3.
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'673.95 und einem Invalideneinkommen
von Fr. 60'363.20 resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 8 %
(Erwerbseinbusse Fr. 5'310.70 / Fr. 65'673.95 x 100). Es ist damit nicht zu
beanstanden, dass ein Rentenanspruch verneint wurde, womit die Beschwerde auch in
diesem Punkt abzuweisen ist.
5.2.4.
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
6.1.
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unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E. 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die
Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen.
Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte
Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
Die Schätzung der Integritätseinbusse einer versicherten Person ist ein
Ermessensentscheid. Bei dessen Überprüfung geht es um die Frage, ob der Entscheid,
den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen
Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise
anders hätte ausfallen sollen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2018,
8C_744/2017, E. 3.3).
6.2.
Am 14. Februar 2017 führte Dr. C._ aus, dass voraussichtlich keine
Integritätsentschädigung geschuldet sei, da eine freie Schulterfunktion bei
achsgerechter Stellung des Humerus und knöchern fest konsolidierter Fraktur
beschrieben sei. Zu diskutieren sei allenfalls eine Integritätsentschädigung im Sinne
einer mässigen Periarthrosis humeroscapularis (PHS) nach Suva-Tabelle 1 (Suva-act.
108). Mit Beurteilung vom 19. Oktober 2017 kommt Dr. C._ zum Schluss, dass kein
dauerhafter Integritätsschaden bezüglich des rechten Arms verblieben sei. Die
Erheblichkeitsgrenze sei nicht erreicht (Suva-act. 141).
6.3.
Die Beurteilung vom 19. Oktober 2017 vermag auch bezüglich Integritätsschaden
nicht vollends zu überzeugen (vgl. dazu vorstehende E. 5.1.2 f. betreffend
Zumutbarkeitsprofil). Dem Beschwerdeführer verbleiben unfallkausal bewegungs- und
belastungsabhängige Schmerzen am rechten Oberarm mit leicht- bis mittelgradiger
Funktionsbeeinträchtigung und leichter Achsfehlstellung des Oberarmkopfes. Das
rechte Schulter- und das rechte Ellbogengelenk sind hingegen vollständig
funktionsfähig (Suva-act. 133-7, 140). Die Schmerzproblematik ist zwar im geltend
6.4.
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7.
gemachten Ausmass somatisch nicht vollends nachvollziehbar; dennoch verbleiben
ohne Zweifel gewisse Unfallrestfolgen, insbesondere die Funktionsbeeinträchtigung
des rechten Arms bei leichter Achsfehlstellung des Oberarmkopfes. Diese
Beeinträchtigungen lassen sich weder direkt einer Position der Skala von Anhang 3 zur
UVV noch der Suva-Tabellen zuordnen. In diesen Fällen ist in direkter oder analoger
Anwendung von Ziff. 1 Abs. 2 von Anhang 3 zur UVV der Grad der Schwere für
spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden vom Skalenwert bzw. von den
Positionen der Suva-Tabellen abzuleiten (Thomas Frei, N 17 f. zu Art. 25, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018). Vorliegend rechtfertigt sich eine
analoge Anwendung – wie es bereits Dr. C._ mit Beurteilung vom 14. Februar 2017
angetönt hat – von Suva-Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den
oberen Extremitäten, PHS). Bei leichter Form der PHS ist keine Entschädigung
vorgesehen, bei mässiger eine solche von 10 %. Die Funktion des Oberarms ist leicht-
bis mittelgradig eingeschränkt, weshalb der Integritätsschaden auf 5 % einzuschätzen
ist. Diese Einschätzung erscheint beim vorliegenden Beschwerdebild naheliegender als
die Annahme keiner relevanten Integritätseinbusse. Damit besteht ein Anspruch auf
eine Integritätsentschädigung, basierend auf einem Integritätsschaden von 5 %.
Zusammengefasst ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, dem Beschwerdeführer eine
Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von 5 %
auszurichten. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Zur Festsetzung und
Ausrichtung der Leistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren
Fassung).
7.2.
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale
7.3.
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