Decision ID: 680eab0f-b11b-4193-b14a-bcb3f99549d5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1984 geborene
X._
w
ar vom 1
6.
Oktober 2006 bis 31.
Oktober 2007 als kaufmännische Angestellte bei der
Y._
angestellt
, wobei ihr Arbeitspensum bis Mai 2007 100
%
und hernach 90
%
be
trug,
und dadurch bei der
FUTURA Vorsorgestiftung (FUTURA)
berufs
vorsorge
ver
sichert
(Arbeitgeberbericht vom 2
6.
März 2009,
Urk.
13/9
, betref
fend
Arbeits
pensum
insbesondere
Urk.
13/9/12
und
Absenzenliste
, Urk.
13/54/11-12
sowie
Urteil des Versicherungsgeri
chts des Kantons Aargau vom 30.
August 2011,
Urk.
13/66
E. 2.1
)
. Ab dem
1.
Januar 2008 war sie
in ei
nem Pensum von 80
%
bei der
Z._
angestellt und dadurch bei der BVK
Personal
vorsorge
des Kantons Zürich
(
BVK
)
berufsvorsorgeversi
chert
(Arbeitgeberbericht vom 25.
März 2009,
Urk.
13/8)
.
Am
6.
März 2009 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/3).
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, erstattete am 2
9.
Mai 2009 der BVK, welche
aufgrund zahlreicher krankheitsbedingter Absenzen von
X._
zur
Durchführun
g
der
vertrauensärzt
lichen Untersuchung
ver
a
n
l
a
sst worden war, ein Gutachten.
Sie
stellte dabei die Diagnosen
Ess
s
törung,
Asthma bronchiale, tiefer
Ferr
itin
s
piegel
und multiple Allergien und kam zum Schluss, dass
X._
ab sofort zu 25
% arbeitsfähig sei und mit einer langsamen Steigerung auf das ursprüngliche Pensum von 80
%
zu rechnen sei
(
Urk. 13/14/2-9
)
. Da
X._
i
m September 2009 immer noch arbeitsunfähig war, wurde
sie
im Auftrag der BVK von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, unter
sucht. Diese diagnostizierte
mit Bericht vom
3.
November 2009
eine
Bulimia
nervosa
, eine
Somatisierungsstörung
, eine Neurasthenie, eine
Pa
nikstörung
, eine mittelschwere depressive Störung, eine Zwangsstörung und ei
nen Verdach
t
auf p
osttraumatische Belastungsstöru
ng u
nd
kam zum Schluss, dass
X._
zu 100
%
berufsunfähig sei
(
Urk.
13/14/11-19
)
.
In Kennt
nis dieser beiden Gutachten
(vgl.
Urk.
13/14
, Urk.
13/22
)
und n
ach Vornahme
weiterer
me
dizinische
r und erwerblicher Abklärungen sprach die IV-Stelle
X._
nach durchgeführtem
Vorbesche
idverfahren
(Vorbescheid vom
8
.
Januar 2010,
Urk.
13/
30
) mit Verfügung vom
6.
April 201
0 mit Wirkung
ab
1.
September 2009 eine ganze Inva
lidenrente zu
, wobei sie den Beginn des
Warte
jahres
auf den
2
9.
September 2008
festsetzte
(
Urk.
13/51 und
Urk.
13/52). Mit Urteil vom 3
0.
August 2011 wies das
Versicherungsgericht
des Kantons Aargau
die von
X._
am
7.
Mai 2010
erhobene Be
schwerde, mit welcher sie beantragte, e
s sei die Wartefrist auf den 1.
September 2007 festzusetzen und es sei ihr ab
1.
September 2008 eine ganze Invaliden
rente auszurichten
(
Urk.
13/54/3-12), ab (
Urk.
13/66). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
X._
gelangte in der Folge
an die BVK und beantragte die Ausrichtung von Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge seit
1.
September
2009, zumindest
jedoch die unverzügliche Erbringung von Vorleistungen ge
mäss
Art.
26
Abs.
4
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge
(
BVG
;
vgl. Schreiben vom
7.
Dezember 2011
Urk.
2/9)
. Die BVK lehnte am 1
3.
Februar 2012 die Ausrichtung von
Invaliden
leistungen
ab und verwies
X._
an die FUTURA. Sie be
jahte jedoch ihre Vorlei
s
tungspflicht
(
Urk.
2/10)
. Mit Schreiben vom gleichen
Tag
gelangte die BVK
an
die FUTURA und teil
t
e ihr mit, dass sie
vorleistungs
pflichtig
sei und sie, die BVK, Antrag auf Regress im Umfang der erbrachten Vorleistungen stelle
(
Urk.
2/11)
. Die FUTURA bestritt mit Schreiben
an die BVK
vom
9.
März
2012 ihre Leistungspflicht
(
Urk.
2/12)
.
Die IV-Stelle schloss mit Mitteilung vom
4.
Juni 2012 (
Urk.
13/75) ein im Ja
nuar 2012 eingeleitetes Revisionsverfahren (Schreiben vom 1
8.
Januar 2012,
Urk.
13/68) mit der Feststellung eines unveränderten Invaliditätsgrades ab.
Am
2.
Juli 2013 teilte die BVK
X._
mit, dass sie
rück
wirkend ab
1.
Januar 2010 Vorleistungen in Höhe von Fr. 892.95 pro Monat
erbringe
(
Urk.
2/13)
. Am
7.
Oktober 2013 forderte die BVK
X._
auf, ihren Anspruch gegenüber der FUTURA bis
6.
Januar 2014, nöti
gen
falls gerichtlich, durchzusetzen und drohte bei Säumnis die Einstellung der Vor
leistungen an
(
Urk.
2/14)
. Obwohl
X._
keine Klage gegen die FUTURA erhob, erbrachte die BVK weiter Vorleistungen.
2.
Am 2
9.
Juli 2014 erhob die BVK Klage gegen
die FUTURA und beantragte (Urk.
1):
„1.
Es sei festzustellen, dass die Beklagte die zuständige Vorsorgeeinrichtung
für die Ausrichtung der Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge ist.
2.
Es sei die Beklagte zu verpflich
ten, dem Kläger die erbrachten
Vor
leistungen
vollumfänglich zurückzuerstatten nebst 5
%
Verzugszins
spätestens seit Klageeinreichung.
3.
Alles unter evtl. Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beklagten.“
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 2
1.
August
2014
(
Urk.
5):
„1.
D
ie Klage
auf Feststellung der Zuständigkeit der Beklagten sei
abzuweisen und es sei festzustellen, dass der Kläger zuständig ist.
2.
Die Klage auf Rückzahlung der Vorleistungen des Klägers sei abzuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers.“
Nachdem die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung beigezogen
wor
den
waren
(Verfügungen vom 2
2.
August 2014,
Urk.
7, und vom 1.
Septem
ber 2014,
Urk.
10;
Urk.
13/1-80)
,
hielt
en
die Klägerin mit
Replik vom
2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
18)
und die Beklagte mit Duplik vom
3.
Dezember 2014 (
Urk.
24) an ihren Anträgen fest
.
X._
, welche mit Verfü
gung vom 1
5.
Dezember 2014
zum Verfahren beigeladen
worden war
(
Urk.
25)
,
reichte innert Frist keine Stellungnahme ein, was
den Parteien
am 16.
Februar 20
15 zur Kenntnis gebracht
wurde (
Urk.
27).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73 BVG, in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die
Inva
liden
leistungen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschul
det, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereig
nisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer länge
ren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Um
ständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen
eingebüsst
hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitge
bers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorgeein
richtungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen der
selbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme
eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in je
dem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind viel
mehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des
Ge
sundheitsschadens
, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweg
gründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Befindet sich der Versicherte beim Entstehen des Leistungsanspruchs nicht in der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung, so ist jene Vorsorgeeinrichtung vorleistungspflichtig, der er zuletzt angehört hat. Steht die leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung fest, so kann die vorleistungspflichtige
Vorsorgeeinrich
tung
auf diese Rückgriff nehmen
(
Art.
22
Abs.
4 BVG)
.
1.
5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ne
r gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vorsorgeein
richtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Die Klägerin erklärte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen,
die Verfü
gung der Eidgenössischen Invalidenversicherung vom
6.
April 2010 entfalte in
Bezug auf die Eröffnung der Wartezeit vorsorger
echtlich keine Bindungswir
kung.
Aus der Aktenlage ergebe sich eindeutig, dass die Beigeladene bereits vor Be
ginn der Versicherungszeit bei ihr erheblich eingeschränkt gewesen sei. Sie habe im Beschwerdeverfahren vor dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau selber ausgeführt, dass die
Pensum
s
reduktion
von 100
%
auf 90
%
bei der
Y._
aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Zudem habe die
Y._
angegeben, dass auffallend viele
krankheitsbeding
ten
Absenzen zu verzeichnen gewesen seien, was auch zu Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten geführt habe. Auch die Reduktion des Pensums auf 90
%
habe keine Verbesserung gebracht, so dass es schliesslich zur Auflösung des Arbeits
verhältnisses und zur sofortigen Freistellung gekommen sei. Im
Beschwerde
verfahren
vor de
m Versicherungsgericht des Kantons Aargau
habe
die Beige
la
dene
weiter er
klärt
, dass sie bei der
Z._
gesundheitsbedingt lediglich ein 80%-Pensum ange
nommen habe.
Aufgrund der häufigen Krankheitsabsenzen der Beigeladenen sowohl bei der
Y._
als auch bei der
Z._
, der
Pensu
msre
duktion
auf 90
%
bzw. 80
%
und
der Auflösung des Arbeitsver
hältnisses bei der
Y._
im gegenseitigen Einvernehmen
mit
sofortige
r Freistel
lung
sei die erhebliche Einschränkung des funktionellen Leis
tungsvermögens offensichtlich arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten, so dass aus
nahmsweise
das Erfordernis von echtzeitlichen Arztzeugnissen nicht erfüllt werden müsse.
Es sei somit belegt, dass die Beigeladene bereits vor der
Versi
cherungszeit
bei
ihr
erheblich eingeschränkt gewesen sei.
Dass der der Invalidi
tät zugrunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe sei, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt
gehabt habe
, sei unbestritten
(
Urk.
1
und
Urk.
18
)
.
2
.2
Die Beklagte wendet
e
hiergegen im Wesentlichen
ein, gemäss
Dr.
A._
sei die Arbeitsfähigkeit der Beigeladenen seit dem 2
1.
Januar 2008 ganz oder teilweise eingeschränkt, seit dem 2
9.
September 2008 sei sie vollständig arbeitsunfähig. Ebenso habe
Dr.
B._
ab Ende September 2009 eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
festgehalten
.
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe
der Beigeladenen ab dem 2
4.
Septem
ber 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
.
Die
Haus
ärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin
,
habe gegenüber der IV-Stelle angegeben, die Beigeladene leide seit einem vira
len Infekt im Januar 2008
an
persistierenden E
r
schö
p
fungszuständen.
Die Bei
geladene selbst habe sich in ihrer Anmeldung zur beruflichen Integration/Rente vom
6.
März 2009 seit Januar 2008 als gesundheitlich beeinträchtigt bezeich
net, und zwar ab Januar 2008 zu 50
%
und
ab
September 2008 zu 100
%
. Nach Angaben der
Y._
habe der Lohn bis zuletzt der Arbeitsleis
tung ent
sprochen. Der im
invalidenversicherungsrechtlichen
Beschwerdever
fahren
von der Beigeladenen ins Recht gelegten
Absenzenliste
sei zu entneh
men, dass im damaligen Arbeitsverhältnis mit der
Y._
ei
nige kürzere Fehlzeiten aufgetreten seien. Da die Absenzen und insbesondere die Reduktion des Arbeitspensum
s
auf 90
%
nicht mit echtzeitlichen
Arztzeug
nissen
, welche eine Arbeitsunfähigkeit auswiesen, dokumentiert seien, könne daraus nicht ge
schlossen werden, sie seien allesamt krankheitsbedingt gewesen.
Aus einigen kürzeren Absenzen und der Reduktion des Arbeitspensums um 10
%
könne nicht abgeleitet werden, die relevante Arbeitsunfähigkeit sei schon damals ein
getreten. Selbst wenn die Reduktion krankheitsbedingt gewesen wäre, was je
doch nicht nachgewiesen sei, wäre sie aber zu wenig sinnfällig und er
heblich gewesen, als das
s
daraus eine Leistungspflicht abgeleitet werden könnte.
Zum sachlichen Zusammenhang sei zu sagen, dass die Beigeladene an einem komplexen Beschwerdebild leide. Zudem sei ärztlicherseits festgestellt worden, dass die Beschwerden schwer zu objektivieren seien. Es f
a
lle daher ausgespro
chen schwer, einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen somatischen und psychischen Leiden und der späteren Invalidität zu sehen. Das
Chronic
F
atigue
Syndrom, welche
s
die Beigeladene schliesslich zur Stellung eines IV-Antrages bewogen habe, sei erst nach einem grippalen Infekt im Januar 2008 aufgetreten. Erst ab diesem Zeitpunkt könne von einer erheblichen gesundheit
lichen Einschränkung gesprochen we
rden
(
Urk.
5
und
Urk.
24
).
3.
Nach geltender Rechtsprechung kann die Vorsorgeeinrichtung, welche Vorleis
tungen erbracht hat (vgl. E.
1.4) unmittelbar von Gesetzes wegen in diesem Um
fang einen Regressanspruch gegen die leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung geltend machen (BGE 136 V 131 E. 3.6).
Nachdem die Klägerin die Rückerstattung der unter dem Titel Vorleistung erbrachten
Rentenbetreffnisse
in Höhe von Fr. 37‘503.90 für die Dauer vom 1. Januar 2010 bis 30. Juni 2013 sowie von Fr. 892.95 monatlich ab Juli 2013 (Urk.
1 S.
1 in Verbindung mit S.
5) eingeklagt und beantragt hat, es sei fest
zustellen, dass die Beklagte die zuständige Vorsorgeeinrichtung für die Aus
richtung der Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge sei (Urk.
1 S.
1), ist nachfolgend zu prüfen, ob ein entsprechender Anspruch der Beigeladenen aus beruflicher Vorsorge besteht und bejahendenfalls, ob die Beklagte der Klägerin die mittels Regressklage geltend gemachten Vorleistungen zurückzuerstatten hat.
4
.
4
.1
Folgende
ärztlichen
Berichte, welche für die Beurteilung der strittigen Fragen von Belang sind, liegen vor:
4
.2
Dr.
D._
, bei welcher die Beigeladene seit dem 2
5.
Januar 2008 in Behandlung stand, diagnostizierte mit Bericht an die IV-Stelle vom 3
1.
März 2009 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein
Chronic
Fatigue
Syndrom bestehend seit Januar 200
8.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Asthma bronchiale. Die Beigeladene sei seit dem 2
5.
Januar 2008 zu 100
%
ar
beitsunfähig (
Urk.
13/10
/1-4
).
4
.3
Dr.
A._
diagnostizierte mit Bericht
an die Klägerin
vom 2
9.
Mai 2009:
Esss
törung
Asthma bronchiale
t
iefer
Ferritin
s
piegel
multiple Allergien
Die Beigeladene
leide
seit Januar 2008
an
Müdigkeit, Schwächegefühl, Schwin
delanfälle
n
für 30 Minuten und Kopfschmerzen. Die umfangreichen Ab
klä
rungen
hätten klinisch hierfür keine Erklärung
e
r
geben. Die somatische Un
ter
su
chung durch sie sei ebenfalls unauffällig ausgefallen, abgesehen vom nicht
untersuchten Rücken,
dessen Untersuchung
die Beigeladene energisch verwei
gert
habe. Klinisch auffällig sei
en
lediglich ein tiefer
Ferritinspiegel
sowie ein aus
der Krankengeschichte hervorgehendes Asthma bronchiale.
Die Beigeladene habe
e
in psychiatrisches Probl
em, eine Ess
s
töru
ng. Diese werde an einer Insti
tution behandelt. Die Beigeladene verweigere die Vollmacht und den Informati
onsfluss bezüglich dieser Problematik. Ausserdem erhalte sie antidepressiv wir
kende Medi
kamente, die Dosierung sei jedoch nicht hoch genug. Die Diagnose
C
hronic
Fatigue
Syndrom sei von der
Infektiologin
gestellt worden. Es wäre aus ihrer Sicht sinnvoll, die Beigeladene nochmals psychiatrisch zu explorieren. Die Arbeits
fähigkeit sei seit dem 2
1.
Januar 2008 ganz oder teilweise eingeschränkt, seit dem 2
9.
September 2008 sei die Beigeladene zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Symptome seien schwierig zu objektivieren. Die körperliche Arbeitsfähigkeit sei gegeben. Die psychiatrische
beurteile sie
nicht. Die Beigeladene könnte mit ei
nem kleinen Pensum, beispielsweise 25
%
beginnen und ihr Pensum sukzessiv auf das zuletzt ausg
eübte Pensum von 80
%
steigern
(
Urk.
13/14/2-9
)
.
4
.
4
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, nannte
mit Bericht an die IV-Stelle vom 2
2.
Juli 2009 als Diagnose mit Auswir
kungen auf die Arbeitsf
ähigkeit unklare LWS-Beschwerde
n
bestehend seit 199
4.
Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte er nicht (
Urk.
13/15).
4
.
5
Dr.
D._
erklärte mit Verlaufsb
ericht an die IV-Stelle vom 11.
August 2009, es kristalli
si
ere sich doch eine psychische Komponente heraus. Der Zustand der Beigeladenen sei stationär. Sie attestierte der Beigeladenen weiterhin eine 100%ige A
r
beitsunfähigkeit (
Urk.
13/16).
4
.
6
Dr.
C._
, bei welchem die Beigeladene seit April 2008 in Behandlung st
and
, nannte mit Bericht an die IV-Stelle vom 2
5.
August 2009
(
Urk.
13/17)
als Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
m
ittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.1) bestehend seit mindes
tens Anfang 2008
Panikstörung (ICD-10 F41.0) bestehend seit Jahren, wahrscheinlich seit der Adoleszenz
Zwangsstörung (Waschzwang; ICD-10 F42)
bestehend seit Jahren, wahr
scheinlich seit der Adoleszenz
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
bestehend seit Jahren, wahr
scheinlich seit der Adoleszenz
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2)
be
stehend mindestens seit dem 18.
Lebensjahr
Die
Beigeladene
sei seit dem 2
4.
September 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig.
4
.7
Dr.
B._
nannte mit Bericht an die Klägerin vom
3.
November 2009 als Diagnosen:
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2)
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
m
ittelschwere depressive Störung (ICD-10 F32.10)
Zwangsstörung (ICD-10 F42.1)
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Die als Kind offenbar unauffällige Beigeladene habe ab dem 1
3.
Lebensjahr auf dem Hintergrund traumatischer Erfahrungen (jahrelanger sexueller Missbrauch) in Verbindung mit einem gestörten Familiensystem über Jahre eine ganze Palette psychischer Störungen, die ihr Funktionieren in der Schule und bei der Ar
beit bis heute massiv beeinträchtigten, entwickelt. Seit Ende September 2008 sei sie deshalb zu 100
%
arbeitsunfähig. Nebst einer Essstörung seien jahrelang scheinbar körperliche Beschwerden, die bis zur zeitweisen Gehunfähigkeit ge
führt hätten und eingehend abgeklärt und therapiert worden seien, im Vorder
grund gestanden. Die Eltern hätten eine psychische Störung mit aller Macht negiert, sodass über viele Jahre keine adäquate Behandlung erfolgt sei. Ab April 2008 habe sich die Beigeladene gegen den Willen der Eltern in eine psychia
trisch-psychotherapeutische Therapie begeben. Dank der Unterstützung der äl
te
ren Schwester habe sie ein Jahr später von zu Hause ausziehen können. Durch diese beiden Schritte dürfte
n
sich der psychische Stress und die täglichen An
forderungen für die Beigeladene zunächst noch erhöht haben. Es müsse mit einer jahrelangen intensiven Behandlung gerechnet werden. Prognostisch sähen die behandelnden Therapeuten indessen längerfristig durchaus eine Chance auf eine (teilweise) Wiedereingliederung (
Urk.
13/14/11-19
).
5
.
Wie das
Versicherungsgericht
des Kantons Aargau in seinem
invalidenversiche
rungsrechtlichen
Urteil vom
30.
August 2011
zutreffend darlegte, besteht in Be
zug auf die E
r
öffnung der Wartezeit vorsorgerechtlich keine Bindungswirkung an den invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid
(
Urk.
13/66 E.
2.3)
. Es ist im
vorliegenden Verfahren daher, wie von der Klägerin und
von der
Beklagten dargetan (vgl. auch
Urk.
1 S.
8,
Urk.
5 S.
4),
frei zu prüfen, seit wann eine
be
rufsvorsorgerechtlich
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht
.
Dass
die Beigeladene zumindest seit dem Jahr 2008 erheblich in ihrer Arbeitsfähig
keit eingeschränkt ist, wurde weder von der Klägerin noch von der Beklagten in Abrede gestellt, was denn angesichts der Aktenlage auch nicht zu beanstanden ist.
6
.
6
.1
Eine Leistungspflicht der Beklagten setzt – unter anderem – voraus, dass die Bei
geladene während der Versicherungsdeckung bei ihr, welche bis
am
30. Novem
ber 2007 dauerte (vgl.
Art.
10
Abs.
3 BVG und Reglement der Be
klagten,
Urk.
6/2
Art.
45), mindestens zu 20
%
arbeitsunfähig wurde und sich diese Arbeitsunfähigkeit
sinnfällig
auf das Arbeitsverhältnis
auswirkte
(vgl. E.
1.2)
.
6
.2
Wie sich aus den zitierten Arztberichten (E.
3.2 – E.
3.7) ergibt, wurde der Beigela
denen von den berichtenden Ärztinnen und Ärzte weder echtze
itlich noch retrospektiv für die Zeit
bis zum
3
0.
November 2007
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert
.
So attestierte
Dr.
D._
, bei welcher die Beigeladene ab 2
5.
Januar 2008 in Behandlung stand,
erst
ab
Behandlungs
beginn
bei ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für die Zeit vor Januar 2008 hielt sie keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest, vielmehr führte sie
im Bericht vom 3
1.
März 2009
an, dass die die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Diagn
ose
C
hronic
Fatigue
Syndrom erst seit Januar 2008 bestehe (E.
3.
2
und E.
3.
5
)
.
Dr.
A._
, welche die Beigeladene am
6.
Mai 2009 im Auftrag der Klägerin
untersuchte
, hielt fest, dass die Beigeladene seit dem 2
1.
Januar 2008 ganz oder teilweise eingeschränkt
sei
, seit dem 2
9.
September 2008 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig (E. 3.
3
). Prof.
Dr.
E._
, welcher die Beigeladene seit Oktober 2005 betreute, attestierte keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (E.
3.4
).
Dr.
C._
,
bei welchem die Beigeladene ab April 2008 erstmals über
haupt in psychiatrische
r
oder psychologische
r
Behandlung stand (vgl.
Urk.
13/17/2
und 2/7 S. 4),
attestierte
ihr
ab 2
4.
September 2008, und somit
erst
zahlreiche Monate
nach
Behandlungsbeginn und nach dem
Ende der
Versiche
rungsdeckung
bei der Beklagten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
B._
hielt ebenfalls erst ab September 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest, ohne für den Zeitraum davor eine
(auch nicht
wen
iger weitgehende
)
Einschrän
kung zu attestieren
(
E. 3.
7
bzw.
Urk.
2/7 S. 8)
.
6
.
3
6
.3.1
Die Beigeladene liess
im Beschwerdeverfahren vor dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau ausführen,
dass sie schon bei der Tätigkeit bei der
Y._
und somit während der Versicheru
ngsdeckung bei der Beklagten
auffallend viele krankheitsbedingte Absenzen gehabt habe. Auch die Reduktion auf ein Pensum von 90
%
habe ke
ine Verbesserung gebracht (Urk.
1
3
/54/8). Analoges erklärte sie zuvor bereits g
egenüber
Dr.
B._
. Sie habe die Tä
tig
keit
bei der
Y._
als sehr streng erlebt, ihr Leben habe nur noch aus
A
rbeiten,
E
ssen und
E
rbrechen, Physiotherapie und
S
chlafen bestan
den. Sie habe während
d
er Arbeit zwischendurch liegen müssen und die Absen
zen hätten sich gehäuft. Sie habe das Arbeitspensum auf 90
%
reduziert, was nichts gebracht habe. Als die
Kündigung absehbar gewesen sei, habe sie selber gekün
digt. Als sie die Stelle an der
Z._
angenommen habe, habe sie gehofft, 80
%
durch
h
alten zu können mit jeweils einem freien Tag am Mittwoch. Ab Februar 2008 habe sie sich so erschöpft, müde und schwindlig gef
ühl
t, dass sie sich bei der Arbeit oft im Nebenzimmer habe hinlegen müsse
n
(
Urk.
2/7 S. 4).
6
.3.2
Aus der von der Beigeladenen im invalidenversicherungsrechtlichen
Beschwer
de
verfahren
vor dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau auf
gelegten
Absenzenliste
für
ihre
Tätigkeit bei der
Y._
geht hervor, dass
sie
ab Arbeitsbeginn am
1
6.
Oktober 2006 bis
am
3
0.
April
2007, das heisst während sechseinhalb
Monaten
,
exklusive
Ferien Abwesenheiten von 77,75 Stun
den
aufwies
(
Urk.
13/54/11). Die Ferienabwesenheit belief sich auf
46
,
7
5 Stunden (
Urk.
13/54/11). Bei einer w
öchentlichen Arbeitszeit von 42,
5 Stunden
(vgl.
Urk.
13/9/3)
hätte die Beigelad
ene
vom 1
6.
Oktober bis 3
0.
April
(100 % Pensum)
2007
unter Abzug der Ferien etwa 1‘100 Stunden arbeiten müssen (28 x 42,5
Stunden
–
46,75 Stunden
– Feiertage). Die Abwesenheiten
exklusive Ferien
der Beigeladenen in der Zeit vo
m
1
6.
Oktober bis April 2007 entsprachen somit nicht einmal 10
%
des Arbeitspensums
.
Vom
1.
Mai bis und mit 1
4.
Septem
ber 2007
, das heisst dem letzten Arbeitstag vor ihrer Freistellung, welche
nach der Kündigung durch die Beigeladene erfolgte
(vgl.
Urk.
13/9/13),
hatte die Beigela
dene aufgerechnet auf ein 100
%-
Pensum, jedoch
ohne Ferien
,
Abwesenheiten
von
15
2
Stunden, wobei nur bei
3
4
Stunden Krankheit und bei einer Stunde ein Arztbesuch als Grund angegeben wurde.
Während
46,5 Stun
den fehlte die Bei
geladene unentschuldigt.
7
0,
5
Stunden entfielen auf das redu
zierte Pensum
und waren somit nicht
eigentliche Abwesenheiten
. Zudem bezog
die Beigeladene
fünf
T
age, sprich 42,5 Stunden Ferien
(
Urk.
13/5
4
/12)
.
Vom
1.
Mai 2007 bis 1
7.
September 2007 hätte die Beigeladene bei einem 100%-Pensum
etwa 790
Stunden (20 x 42,5
– 42,5
[Ferien]
– Feiertage
[Auffahrt und Pfings
t
montag]
) arbeiten müssen. Abwesenheiten von total
152
Stunden
(
inklu
sive 70,
5 Stunden
Pensumsreduktion
)
entsprachen
somit
einem Pen
sum von
rund
19
%.
Dies bedeutet, da
ss selbst wenn davon ausgegangen würde, dass sämt
liche unbegründeten Abwesenheiten
der Beigeladenen
, welche ab Mai 2007 den Grossteil der nicht ferien- bzw.
pensumsbedingten
Abwesenheiten ausmachten, krankheitsbedingt
gewesen
w
ä
ren,
die Beigeladene
quantitativ bis zur Frei
stellung durch die
Y._
nicht zu
20
%
arbeitsunfähig war
.
Die
Y._
teilte der Beklagten im Oktober 2007 denn auch mit, dass die Beigeladene voll erwerbsfähig sei (
Urk.
6/9).
6
.3.3
Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor,
dass
die Beigeladene bei der
Y._
eine qualitativ ungenügende Arbeitsleistung erbracht
hätte
. Es fällt vielmehr auf, dass die
Y._
zuhanden der IV-Stelle erklärte
, dass der ausgerichtete Lohn,
welcher sich während des gesamten Arbeitsver
hältnisses lediglich durch die
Pensumsreduktion
anteilsmässig verän
derte (vgl.
Urk.
13/9/12-13), der Arbeitsleistung
der Beigeladenen
entspr
o
ch
en habe (
Urk.
13/9/3)
.
D
as Arbeitsverhältnis
wurde denn auch
nicht von der
Y._
, sondern
– wenn gemäss Angabe der Beigeladenen auch auf Befürchtung, die
Y._
könnt
e
das Arbeitsverhältnis auflös
en
(
Urk.
2/7 S.
4)
-
von der Beigeladenen selber gekündigt
(
Urk.
13/9/2 und
Urk.
13/9/13).
6
.
3.
4
Nachdem die
Y._
sich bereits zur Arbeitsfähigkeit der Beigela
denen geäussert hat (
Urk.
6/9,
Urk.
13/9, und Urk.
13/54/11-12)
, Mitar
beiter der
Z._
zur Arbeitsfähigkeit der Beigeladenen
bis 3
0.
November 2007
naturgemäss keine Angaben mach
en können und die Akten des
invaliden
ver
sicher
u
ngsrechtlichen
Ve
rfahrens aktenkundig sind (Urk.
13/
1-80
),
können die von der Klägerin beantragten weiteren Beweise (
Urk.
18
S.
3) nichts zur Erhel
lung des Sachverhalts beitragen, weshalb auf ihre Abnahme zu ver
zichten ist
(
vgl.
Urk.
18 S. 3;
BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d)
.
6
.4
Nach dem Gesagten liegen nicht nur keine Arztberichte vor, welche der Beige
ladenen echtzeitlich oder wenigstens retrospektiv für die Zeit der
Versiche
rungs
deckung
bei der Beklagten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attes
tieren w
ü
rden, sondern es finden sich auch ansonsten keine Belege für eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beigeladenen.
Es
steht somit
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass
die Beigeladene
– aus welchen Gründen auch immer -
während der
Versi
cherungsdeckung
bei der Beklagten nicht zu mindestens 20
%
a
rbeits
un
fähig
war
, weshalb d
ie
Beklagte
nicht
ge
mäss
Art.
23
lit
. a BVG
leistungspflichtig
und
die Klage abzuweisen ist.
7.
7.1
Da § 33 Abs. 1
GSVGer
in Verbindung mit Art. 73 Abs. 2 BVG ein in der Regel kostenloses Verfahren garantiert und der
im Wesentlichen
unterliegenden Klägerin keine mutwillige oder leichtsinnige Prozessführung vorzuwerfen ist (e
contraria
§ 33 Abs. 2
GSVGer
), sind keine Gerichtskosten zu erheben.
7.2
Im
Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Be
stimmung hat das Bundesgericht der Schweizerischen
Unfallversicherungsan
stalt
und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 361 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
Vorliegend besteht keine Veranlassung, von den vorstehend dargelegten Grund
sätzen abzuweichen, weshalb der
im Wesentlichen obsiegenden
Beklagten keine Prozessentschädigung zuzusprechen ist.