Decision ID: 4ec54b5d-5723-54e6-b2b3-8d36ff1d9c66
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Umschulung (Tierheilpraktikerin)
Sachverhalt:
A.
A.a E._, geboren 1971, meldete sich am 25. März 2008 zum Bezug von IV-
Leistungen (Massnahmen für die berufliche Eingliederung) an. Sie führte in der
Anmeldung aus, dass sie aufgrund einer Nervenwurzelkompression S1, Diskushernie
LW5/SW1, medialer Bandscheibenhernie LW4/5 und eines Anulusrisses LW3/4 in ihrer
bisherigen Tätigkeit als Dekorationsgestalterin eingeschränkt sei (act. G 8.1). Am
6. Juni 2008 unterzog sich die Versicherte einer ventralen Diskektomie und
interkorporeller und ventraler Plattenosteosynthese L5/S1, sowie Diskektomie und
Prothesen-Einlage L3/L4 und L4/L5, nachdem bereits am 8. November 2007 eine
Diskushernienoperation L4/L5 und L5/S1 stattgefunden hatte (act. G 8.22-4).
A.b Im Bericht vom 18. März 2009 hielt der Hausarzt Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, fest, dass seit Ende Februar 2009 lediglich eine Arbeitsbelastung
von 50% "knapp durchführbar" sei (act. G 8.22-1 f.).
A.c In der Stellungnahme vom 28. März 2009 führte der RAD-Arzt Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, aus, dass bei der Versicherten für eine leidensadaptierte
Tätigkeit (leicht, wechselbelastend, kein Heben und Tragen von Lasten über 10 kg,
keine Zwangspositionen der Wirbelsäule, insbesondere kein Bücken und keine
Rotationsbewegungen) mit einer "normalen Arbeitsfähigkeit" zu rechnen sei. Zur Zeit
könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden; die Abklärung
beruflicher Massnahmen sei sinnvoll (act. G 8.25).
A.d Am 20. April 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr eine
Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewährt
werde (act. G 8.29). Die zuständige Berufsberaterin berichtete am 15. Juli 2009, dass
die Versicherte Interesse an einer Ausbildung zur Tierheilpraktikerin bekundet habe.
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Diese Ausbildung würde ca. vier Jahre dauern und Fr. 43'700.-- kosten. Im Rahmen
dieser Ausbildung müsste die Versicherte zwei Tage pro Woche am Unterricht
teilnehmen und ebenso viel Zeit für das Lernen investieren. Hinzu kämen noch
Praktikumstage. Die Versicherte habe angegeben, keine Bürotätigkeiten ausführen zu
wollen. Die Berufsberaterin bezeichnete die von der Versicherten angestrebte
Umschulung als weder einfach noch zweckmässig noch nachhaltig. Daher könne die
Ausbildung nicht unterstützt werden (act. G 8.32).
A.e Mit Vorbescheid vom 3. August 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, eine Kostengutsprache für die "Neuausbildung" als Tierheilpraktikerin wegen
fehlender Einfachheit, Zweckmässigkeit und Nachhaltigkeit abzulehnen (act. G 8.36).
A.f Dagegen erhob die Versicherte am 7. August 2009 Einwand (act. G 8.37). In der
ergänzenden Begründung vom 11. September 2009 bringt sie vor, dass die
Voraussetzungen für einen Umschulungsanspruch zur Tierheilpraktikerin erfüllt seien.
Die Ausbildung erhalte ihre Erwerbsfähigkeit länger und dauerhafter als die von der
Eingliederungsberaterin vorgeschlagenen Berufe (Agogin, Orthopädistin oder
"Religionslehrerin"). Zudem sei ihr der Umgang mit Tieren von Kind an vertraut
(Besitzerin eines Pferdes, von Katzen und Vögeln, Ausbildung zur
Pferdephysiotherapeutin; act. G 8.43).
A.g Am 24. September 2009 (korrekte Zustellung der Verfügung nach Neueröffnung
gemäss unbestritten gebliebener Aussage der Versicherten am 12. Oktober 2009, act.
G 1) verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom 3. August 2009 (act.
G 8.45).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. September 2009 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 11. November 2009. Die Beschwerdeführerin beantragt
darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Gewährung
der Umschulung zur diplomierten Tierheilpraktikerin. Die Begründung lautet im
Wesentlichen gleich wie diejenige der Einwandbegründung vom 3. August 2009.
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Ergänzend rügt sie, die Beschwerdegegnerin habe die ihr obliegende Abklärungspflicht
verletzt (act. G 1).
B.b Nach mehrmals erstreckter Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort aufgrund
der Vornahme "kleinerer" Abklärungen (act. G 4 und G 6) reichte die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeantwort am 8. März 2010 ein. Sie beantragt, die
Beschwerde sei abzuweisen. Die von ihr bei der von der Beschwerdeführerin
angestrebten Schule eingeholten Angaben zur Verwertbarkeit der Ausbildung
diplomierter Tierheilpraktiker vom 18. Februar 2010 schienen stark vom Interesse am
wirtschaftlichen Erfolg dieses Ausbildungslehrgangs beeinflusst. Es könne daher nicht
ohne weiteres darauf abgestellt werden. Der Beruf des Tierheilpraktikers friste wohl
noch längere Zeit ein Nischendasein und müsse in der Regel auf selbstständig
erwerbender Basis ausgeübt werden. Wesentlich objektiver und darum glaubhafter als
die Auskunft der Schule würden die von der Berufsberaterin protokollierten Angaben
(vgl. Protokoll vom 25. Februar 2010, act. G 8.62-3) einer praktizierenden
Tierheilpraktikerin zur Frage der erwerblichen Verwertbarkeit dieses Berufes
erscheinen. "Die Auskunftsperson (die aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes
anonym zu bleiben hat)" glaube nicht, dass die Ausbildung wirtschaftlich verwertbar
sei. Vor diesem Hintergrund sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach Beendigung der Ausbildung kaum eine
Aussicht hätte, in absehbarer Zeit ein existenzsicherndes Einkommen aus der
Berufstätigkeit als Tierheilpraktikerin zu erzielen. Offen könne bleiben, ob dieser Beruf
aus medizinischer Sicht überhaupt die Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit
erfülle (act. G 8).
B.c In der Replik vom 19. April 2010 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest. Aus den von der Beschwerdegegnerin bei der in Betracht gezogenen
Schule eingeholten Angaben lasse sich entnehmen, dass die Nachfrage nach gut
ausgebildeten Tierheilpraktikern stetig zunehme. Auf die von einer anonymen
Auskunftsperson gemachten Aussagen könne demgegenüber nicht abgestellt werden
(act. G 11).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
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1.
In formeller Hinsicht ist mit Blick auf den Devolutiveffekt der Beschwerde an das
kantonale Versicherungsgericht anzumerken, dass die lite pendente vorgenommenen
Abklärungen der Beschwerdegegnerin (act. G 8.62) nicht als unbedenklich erscheinen
(vgl. BGE 127 V 228). Doch erübrigen sich - mangels Beanstandung - Weiterungen (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. März 2005, U 261/04, E. 1),
zumal die angefochtene Verfügung auch aus materiellen Gründen aufzuheben ist.
2.
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Umschulung in Form einer Ausbildung zur diplomierten Tierheilpraktikerin hat.
3.
3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20; in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) haben Invalide oder von einer
Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern
(lit. a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen
erfüllt sind (lit. b). Die Massnahme hat verhältnismässig zu sein, was Geeignetheit,
Notwendigkeit und Angemessenheit (sachlich, zeitlich, wirtschaftlich und persönlich)
umfasst. In der Regel besteht also nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen
Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die
nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 258 und 124 V
108). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im
Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 108, 121 V 260 E. 2c und 115
V 198 E. 4e/cc). Im Rahmen des Eignungserfordernisses sind Berufsneigungen der
Versicherten bei der Art des Arbeitseinsatzes zwar zu berücksichtigen; sie können
jedoch für die Zumutbarkeit einer geeigneten Tätigkeit nicht ausschlaggebend sein.
Subjektive Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen allein vermögen somit keinen
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Umschulungsanspruch zu begründen (U. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG, Zürich 2010, S. 200, mit Hinweisen). Immer muss zwischen Kosten und
Nutzen der Eingliederungsmassnahmen ein vernünftiges Verhältnis bestehen (vgl. BGE
97 V 162; ZAK 1970 S. 231). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3
unter anderem aus Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche
Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe). Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG
besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die
Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit
voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. Nach Art. 6 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) gelten als
Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss
einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine Invalidität im Sinn von Art. 17
Abs. 1 IVG liegt vor, wenn eine versicherte Person in der bisher ausgeübten Arbeit oder
in den ihr ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden, zumutbaren
Erwerbstätigkeiten eine Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (vgl. zu den
invaliditätsmässigen Voraussetzungen eingehend U. Meyer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, Zürich 2010, S. 190 ff.).
3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
entscheid-relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. U. Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin lehnte eine Kostengutsprache für die Umschulung zur
diplomierten Tierheilpraktikerin im Wesentlichen mit der Begründung ab, dass die
Ausbildungskosten von ungefähr Fr. 43'700.-- in keinem vernünftigen Verhältnis zu den
Aussichten einer erwerblichen Verwertung der Ausbildung stünden (act. G 8, S. 8).
Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf die von ihr bei einer "selbständigen, zufällig
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ausgewählten, praktizierenden Tierheilpraktikerin" eingeholten Auskünfte (vgl. hierzu
die entsprechende Aktennotiz vom 25. Februar 2010, act. G 8.62-3).
4.2 Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, kommt dieser
Besprechungsnotiz und den darin enthaltenen Angaben kein Beweiswert zu. Vorab ist
zu rügen, dass die Beschwerdegegnerin die Auskunftsperson geheim hält. Mangels
entsprechender Offenlegung kann die Kompetenz der Auskunftsperson bezüglich der
sich stellenden Fragen nicht beurteilt werden, was aber für eine beweistaugliche
Auskunft erforderlich wäre. Es sind im Übrigen keine sachlichen Gründe ersichtlich,
welche die Geheimhaltung der Auskunftsperson rechtfertigen würden. Vielmehr weckt
dieser Umstand Zweifel an der Objektivität der entsprechenden Aussagen. Gegen den
Beweiswert fällt aber vor allem ins Gewicht, dass Auskünfte zu wesentlichen Punkten
des rechtserheblichen Sachverhalts - wie die sich hier stellende Frage nach den
Berufsaussichten - nur in Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft zulässig sind
(vgl. BGE 117 V 285; bestätigt in BGE 119 V 214). Dies hat auch unter der Herrschaft
von Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu gelten (U. Kieser, ATSG-Kommentar,
2. Auflage, Zürich 2009, N 42 zu Art. 43). Denn es ist zu beachten, dass für die
betroffenen Personen und Gerichte nicht überprüfbar ist, welche Fragen und
Sachverhaltsangaben einer Auskunftsperson unterbreitet worden sind, wenn deren
mündliche Auskunft lediglich in einer Aktennotiz festgehalten wird. Ebensowenig haben
sie die Möglichkeit, der Auskunftsperson Ergänzungsfragen zu stellen und allenfalls
unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsangaben zu korrigieren oder zu ergänzen
(BGE 117 V 285 E. 4c).
4.3 Allerdings lässt sich die Frage nach den beruflichen Aussichten der Tätigkeit als
diplomierte Tierheilpraktikerin auch nicht durch die Angaben der Schule (vgl. E-Mail
vom 18. Februar 2010, act. G 8.61) zuverlässig beurteilen. Denn sie enthalten keine
Auskünfte zu den monatlichen Verdienstaussichten oder zur Abbruchrate während der
Ausbildung. Ferner lässt sich daraus etwa auch nicht entnehmen, wie viele Absolventen
prozentual nach der Ausbildung tatsächlich als Tierheilpraktiker hauptberuflich arbeiten
und welchen Lohn sie dabei erzielen. Im Übrigen trägt die pauschale, nicht
nachvollziehbare Antwort der Schule auf die Verdienstaussichten ("Die Nachfrage nach
gut ausgebildeten Tierheilpraktikern nimmt stetig zu. Dort wo die Medizin an Grenzen
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stösst wird nach alternativen Heilmethoden gefragt. Oft geben die Leute mehr Geld für
ihre Haustiere aus als für sich selbst. Der Markt ist also vorhanden, ..."; act. G 8.61-2)
im Wesentlichen die Züge einer Anpreisung zugunsten der Ausbildung und bildet für
sich allein nicht eine realistische, auf Fakten beruhende Einschätzung.
4.4 Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt bezüglich der beruflichen Aussichten
nicht hinreichend abgeklärt. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass bislang keine
medizinische Beurteilung betreffend die Geeignetheit der Tierheilpraktikertätigkeit
vorgenommen worden ist. Angesichts dessen, dass diese Tätigkeit auch Vorkehrungen
an Gross- und Nutztieren beinhaltet und der Beschwerdeführerin gemäss
unbestrittener RAD-Beurteilung vom 28. März 2009 lediglich noch leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie
ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule - insbesondere ohne Bücken und
Rotationsbewegungen - medizinisch zugemutet werden können (act. G 8.25), besteht
auch in medizinischer Hinsicht weiterer Abklärungsbedarf. Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zu entsprechenden Abklärungen zurückzuweisen.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
24. September 2009 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu
neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin von Fr. 600.-- ist ihr
zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
bis
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insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG