Decision ID: 2033bd8d-7b95-4506-93c0-44bc425d92ac
Year: 2018
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A_ (Gesuchstellerin) wurde mit Urteil des Einzelgerichts in Strafsachen vom 24. Februar 2017 wegen Verletzung der Verkehrsregeln, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit sowie pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 80.–, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 1‘500.– (bei schuldhaftem Nichtbezahlen 15 Tage Ersatzfreiheitsstrafe) verurteilt. Auf ihre dagegen erhobene Berufung ist das Appellationsgericht mit Entscheid vom 29. August 2017 zufolge verspäteter Einreichung des Rechtsmittels nicht eingetreten.
Mit Eingabe vom 19. Dezember 2017 hat die Gesuchstellerin – neben diversen anderen Anträgen zu verschiedenen Verfahren – unter anderem die Revision des Urteils des Strafgerichts ES.2016.890 beantragt.
Die Verfahrensleiterin des Appellationsgerichts hat das Urteil des Einzelgerichts in Strafsachen vom 24. Februar 2017 beigezogen, auf die Einholung von Stellungnahmen indessen verzichtet. Der vorliegende Entscheid ist auf dem Zirkulationsweg ergangen.

Erwägungen
1. 1.1 Nach Art. 411 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) ist zur Beurteilung von Revisionsgesuchen das Berufungsgericht zuständig. In Basel-Stadt hat das Appellationsgericht diese Funktion inne, wobei zum Entscheid über Revisionsgesuche betreffend Urteile eines Einzelgerichts des Strafgerichts oder des Appellationsgerichts das Dreiergericht zuständig ist (§ 92 Abs. 1 Ziff. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG, SG 154.100]). Das Berufungsgericht nimmt gemäss Art. 412 Abs. 1 StPO im schriftlichen Verfahren eine vorläufige Prüfung des Revisionsgesuchs vor. Ist das Gesuch offensichtlich unzulässig oder unbegründet, so tritt das Gericht nicht darauf ein (Art. 412 Abs. 2 StPO).
1.2 1.2.1 Gemäss Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO kann, wer durch ein rechtskräftiges Urteil, einen Strafbefehl, einen nachträglichen richterlichen Entscheid oder einen Entscheid im selbständigen Massnahmenverfahren beschwert ist, die die Revision verlangen, wenn neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch, eine wesentlich mildere oder eine wesentlich strengere Bestrafung der verurteilten Person herbeizuführen. Revisionsrechtlich neu sind Tatsachen oder Beweismittel, wenn sie dem Gericht zur Zeit der Urteilsfällung nicht bekannt waren (BGE 130 IV 72 E. 1, mit Hinweisen). Die neuen Tatsachen oder Beweismittel müssen zudem erheblich sein (BGer 6B_389/2012 vom 6. November 2012 E. 4.2). Weiter kann Revision verlangt werden, wenn der Entscheid mit einem späteren Strafentscheid, der den gleichen Sachverhalt betrifft, in unverträglichem Widerspruch steht (Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO), wenn sich erweist, dass durch eine strafbare Handlung auf das Ergebnis des Verfahrens eingewirkt worden ist (Art. 410 Abs. 1 lit. c StPO) oder wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte festgestellt hat, dass die EMRK oder die Protokolle dazu verletzt worden sind (Art. 410 Abs. 2 StPO). Revisionsverfahren dürfen indessen nicht dazu dienen, rechtskräftige Entscheide immer wieder in Frage zu stellen oder gesetzliche Vorschriften über die Rechtsmittelfristen bzw. die Zulässigkeit von neuen Tatsachen im Rechtsmittelverfahren zu umgehen (BGE 130 IV 72 E. 2.2, 127 I 133 E. 6).
1.2.2 Das Urteil des Einzelgerichts in Strafsachen vom 24. Februar 2017 ist – nachdem das Appellationsgericht nicht auf die Berufung eingetreten ist – in Rechtskraft erwachsen, so dass kein ordentliches Rechtsmittel mehr dagegen erhoben werden kann. Die Gesuchstellerin macht jedoch keinen der in Art. 410 StPO aufgezählten Revisionsgründe geltend. Vielmehr rügt sie, dass die Verhandlung am Strafgericht trotz Arztzeugnis in ihrer Abwesenheit und „ohne Würdigung des reellen Sachverhalts“ durchgeführt worden sei, wodurch sie eines fairen Verfahrens beraubt und die Unschuldsvermutung verletzt worden sei. Damit erhebt sie ausschliesslich Rügen, die sie in einem Berufungsverfahren hätten erheben können resp. müssen. Dass sie die Berufungsfrist verpasst hat, berechtigt sie nicht, ohne Vorhandensein eines Revisionsgrundes das angefochtene Urteil auf dem Weg der Revision überprüfen zu lassen.
1.2.3 Die Vorprüfung ergibt somit, dass das Revisionsgesuch offensichtlich unbegründet ist. Es ist daher nicht darauf einzutreten.
2. Bei diesem Ausgang des Revisionsverfahrens sind dessen Kosten der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).