Decision ID: 5992255a-93b7-5ff6-8c76-87269bef1849
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 22. April 2019 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass ihm am 29. April 2019 im Bundesasylzentrum (BAZ) eine Rechtsver-
tretung gemäss Art. 102f ff. AsylG (SR 142. 31) zugeteilt wurde,
dass er am 29. April 2019 zu seiner Person und zu seinem Reiseweg be-
fragt wurde (Personalienaufnahme),
dass er über seine Rechtsvertretung am 27. Mai 2019 verschiedene türki-
sche Gerichtsdokumente in Kopie als Beweismittel ins Recht legte,
dass er am 28. Mai 2019 gemäss Art. 29 AsylG zu seinem Asylgesuch an-
gehört wurde,
dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrachte, im Jahre 2016
seien in seinem Heimatdorf zwei Armeeangehörige auf einem Feld getötet
worden und dieses Feld respektive die Brunnen auf dem Feld auf den Na-
men seines Cousins – mit dem er zusammen in die Schweiz einreiste und
der hier ebenfalls ein Asylgesuch stellte (N [...]) – registriert seien,
dass seit diesem Vorfall sogenannte Dorfschützer und Armeeangehörige
im Dorf präsent gewesen seien und die PKK (Partiya Karkerên Kurdistan;
Kurdische Arbeiterpartei) für die Tötung der beiden Armeeangehörigen ver-
antwortlich gemacht worden seien,
dass, wenn er (der Beschwerdeführer) hin und wieder ins Dorf gegangen
sei, er von Dorfschützern bedroht und aufgefordert worden sei, das Dorf zu
verlassen,
dass sein Heimatdorf für seinen hohen Wähleranteil der HDP (Halklarin
Demokratik Partisi; Demokratische Partei der Völker) bekannt sei und ihm
als Kurde und HDP-Wähler vorgeworfen worden sei, mit der PKK gemein-
same Sache zu machen,
dass er bereits in den 90er Jahren seitens der türkischen Behörden mit
dem Vorwurf konfrontiert worden sei, die PKK zu unterstützen, da er für die
frühere HADEP (Halkin Demokrasi Partisi; Partei der Demokratie des Vol-
kes) aktiv gewesen sei,
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dass er im Jahre 2017 der DBP (Demokratik Birlik Partisi; Demokratische
Partei der Regionen, früher BDP [Baris ve Demokrasi Partisi; Partei des
Friedens und der Demokratie]) beigetreten und insbesondere in seinem
und den umliegenden Wohnquartieren wie beispielsweise bei Hilfsgüterak-
tionen aktiv gewesen sei,
dass er sich bereits vor seinem Beitritt für die Partei engagiert und an De-
monstrationen und Versammlungen vor dem Parteibüro teilgenommen
habe und er in diesem Zusammenhang auch ein paar Mal kurzzeitig fest-
genommen worden sei, so letztmals im Jahre 2016,
dass Ende des Jahres 2017/Anfang 2018 gegen ihn ein gerichtliches Ver-
fahren eröffnet und ihm im Wesentlichen vorgeworfen worden sei, Mitglied
einer terroristischen Organisation zu sein, im Namen welcher er Delikte
begehen und mittels sozialer Medien Propagandatätigkeit betreiben würde,
dass im Januar 2018 der Dorfvorsteher dem Sohn des Beschwerdeführers
eine gerichtliche Vorladung und die dazugehörige Anklageschrift ausge-
händigt habe,
dass er sich nach Erhalt der gerichtlichen Vorladung nicht mehr zu Hause,
sondern versteckt bei verschiedenen Familienangehörigen und Verwand-
ten in der Umgebung aufgehalten habe,
dass infolge seines Nichterscheinens vor Gericht gegen ihn ein Festnah-
mebefehl ergangen und wenige Tage danach ausserdem sein Haus be-
hördlich durchsucht worden sei,
dass er in der Hoffnung, die (politische) Situation in seiner Heimat würde
sich verbessern, zugewartet und gleichzeitig Vorkehrungen für eine mögli-
che Ausreise getroffen habe,
dass er schliesslich die Türkei im Februar 2019 mit Hilfe eines Schleppers
gemeinsam mit seinem Cousin verlassen habe,
dass er bei einer Rückkehr in sein Heimatland mit der Festnahme und einer
Haftstrafe von bis zu 15 Jahren Gefängnis rechnen müsse,
dass der Beschwerdeführer dem SEM seinen türkischen ldentitätsausweis
(Nüfus), ein Foto der Bestätigung seiner Parteimitgliedschaft bei der DBP
und je die Kopie einer Vorladung zu einer Gerichtsverhandlung vom
1. Schwurgericht von Mardin vom 14. Januar 2018, einer Anklageschrift
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der Oberstaatsanwaltschaft von Mardin vom 10. Januar 2018 und eines
Festnahmebeschlusses vom 8. März 2018 zu den Akten gab,
dass der Beschwerdeführer vom SEM am 13. Juni 2019 gemäss Art. 26d
AsylG dem erweiterten Verfahren zugeteilt wurde,
dass am 17. Juni 2019 das Mandatsverhältnis mit der Rechtsvertretung im
BAZ beendet wurde,
dass das SEM am 19. Juni 2019 bei der Schweizerischen Botschaft in An-
kara (Türkei) Abklärungen zum vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Sachverhalt und insbesondere zu den von ihm eingereichten türkischen
Dokumenten veranlasste,
dass der Beschwerdeführer am 21. August 2019 eine Rechtsvertretung mit
der Wahrung seiner Interessen im Asyl- und Wegweisungsverfahren be-
auftragte,
dass das SEM mit Schreiben an die Rechtsvertretung vom 11. Oktober
2019 dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur Botschaftsauskunft
vom 4. September 2019 gewährte, wonach es sich bei den von ihm beim
SEM eingereichten Dokumenten um Totalfälschungen handle und bezüg-
lich der weiteren Abklärungsergebnisse auf die Botschaftsauskunft zu ver-
weisen sei,
dass mit Stellungnahme der Rechtsvertretung vom 24. Oktober 2019 aus-
geführt wurde, der Beschwerdeführer bestreite vehement, dass es sich bei
den eingereichten Beweismitteln um Fälschungen handle, da er die Doku-
mente auf offiziellem Weg erhalten habe,
dass sich darüber hinaus dem Schreiben der Schweizer Botschaft nicht
entnehmen lasse, inwiefern es sich bei den eingereichten Unterlagen um
Dokumente handeln solle, die in «keinster Weise mit den Einträgen der
Gerichte und Staatsanwaltschaften» übereinstimmen sollten,
dass der Beschwerdeführer derzeit versuche, die Originale über seinen
Neffen in der Türkei erhältlich zu machen, um die Echtheit der Dokumente
zu beweisen und die Dokumente in zirka drei Wochen beim Gesuchsteller
eintreffen sollten,
dass die Rechtsvertretung mit Schreiben an das SEM vom 13. November
2019 mitteilte, dem Beschwerdeführer sei es gelungen, die Originale der
Dokumente erhältlich zu machen, und diese zu den Akten gereicht wurden,
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dass das SEM der Rechtsvertretung mit Schreiben vom 20. April 2020 zur
Kenntnis brachte, es habe die Schweizerische Vertretung in Ankara um er-
gänzende Auskünfte zu den entsprechenden Abklärungen bezüglich der
eingereichten Dokumente ersucht,
dass das SEM dem Beschwerdeführer den wesentlichen lnhalt des Bot-
schaftsberichts offenlegte und ihm mitteilte, aufgrund welcher Fälschungs-
merkmale der Vertrauensanwalt der Schweizerischen Vertretung unter an-
derem zum Schluss gelangt sei, dass es sich bei den eingereichten Doku-
menten um Totalfälschungen handle,
dass dem Beschwerdeführer zudem wiederum das rechtliche Gehör ge-
währt wurde, wonach im ergänzenden Botschaftsbericht erneut darauf hin-
gewiesen worden sei, dass kein Eintrag zu einer gegen den Beschwerde-
führer eröffneten Ermittlung bestehe und auch keine Ermittlung, welche
aufgrund eines Einstellungsbeschlusses oder der Eröffnung eines gericht-
lichen Verfahrens abgeschlossen worden wäre, habe festgestellt werden
können und somit weder eine eröffnete Ermittlung noch ein Verfahren ge-
gen den Beschwerdeführer bestehe,
dass der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 10. Juni 2020 von der
Gewährung des rechtlichen Gehörs Gebrauch machte und über seine
Rechtsvertretung im Wesentlichen ausführen liess, die Einladung zur Ge-
richtsverhandlung sei ihm eingeschrieben zugeschickt worden und hätte
bei der Poststelle abgeholt werden müssen, aus Angst festgenommen zu
werden, habe er dies jedoch nicht getan und der Dorfvorsteher habe die
beim SEM eingereichten Dokumente seinem Sohn übergeben, was der
Dorfvorsteher im beigelegten Schreiben schriftlich bestätige,
dass, falls diese auf offiziellem Wege erhaltenen Dokumente nicht dem ak-
tuellen Format entsprechen und Fälschungsmerkmale aufweisen würden,
ihn daran kein Verschulden treffe,
dass sich nach dem Putschversuch in den Verfahren gegen terroristische
Aktivitäten einiges geändert habe und ausserdem nach dem Putschver-
such viele erfahrene Richter abgesetzt worden und unerfahrenen einge-
setzt worden seien, was Gründe dafür sein könnten, dass der Festnahme-
beschluss nicht der aktuellen Form entspreche,
dass sich der Beschwerdeführer nicht erklären könne, dass es keinen Ein-
trag zu einer gegen ihn eröffneten Ermittlung gebe und auf die Länderana-
lyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 14. Juni 2019 (Türkei:
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Datenbanken der türkischen Sicherheitsbehörden [PolNet, GBTS]) verwie-
sen wurde, wonach weder betroffene Personen noch Dritte nicht autori-
sierte Personen Einsicht in die Einträge im GBTS (Genel Bilgi Toplama
Sistemi) erhalten könnten und auch ausländische Botschaften oder andere
ausländische staatliche Akteure keinen Zugang zu diesen Informationen
hätten,
dass ausserdem gemäss SFH-Länderauskunft vom 1. Februar 2019 (Tür-
kei: Zugang zu verfahrensrelevanten Akten) Akten der Staatsanwaltschaft
von abgeschlossenen und nicht abgeschlossenen Gerichtsverfahren seit
Frühling 2018 nicht mehr via UYAP (Ulusal Yargi Ağı Bilişim Sistem [elekt-
ronische Datenbank des türkischen Justizministeriums]) zugänglich seien,
dass, sollte das SEM auch an der Mitgliedschaft des Beschwerdeführers
bei der DBP zweifeln, er eine erneute Bescheinigung und zusätzliche
schriftliche Bestätigung der Partei über die Mitgliedschaft zu den Akten rei-
che,
dass mit Eingabe vom 17. Juni 2020 die Originale der Bestätigung des
Dorfvorstehers, der Bescheinigung der Mitgliedschaft bei der DBP und der
zusätzlichen schriftlichen Bestätigung über die Mitgliedschaft bei der DBP
nachgereicht wurden,
dass das SEM mit Verfügung vom 5. August 2020 die Flüchtlingseigen-
schaft des Beschwerdeführers verneinte, dessen Asylgesuch ablehnte und
seine Wegweisung aus der Schweiz und aus dem Schengen-Raum sowie
den Vollzug der Wegweisung anordnete,
dass die damalige vom Beschwerdeführer mandatierte Rechtsvertretung
dem SEM mit Schreiben vom 17. August 2020 mitteilte, sie lege ihr Mandat
nieder,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. September 2020 durch
seinen neu mandatierten Rechtsvertreter gegen diese Verfügung beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liess,
dass mit Schreiben des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. September
2020 dem Beschwerdeführer der Eingang der Beschwerde bestätigt
wurde,
dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Ok-
tober 2020 festgestellt wurde, die in der Beschwerde formulierten Rechts-
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begehren (Aufhebung der angefochtenen Verfügung des SEM vom 5. Au-
gust 2020 unter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers und Gewährung des Asyls sowie eventualiter die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit, allenfalls der
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs) würden nach einer summari-
schen Prüfung der vorliegenden Akten aussichtslos erscheinen,
dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
um Beigabe eines amtlichen Rechtsbeistandes abgewiesen wurden und
das Gericht einen innert Frist zu leistenden Kostenvorschuss erhob,
dass der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem für die Behandlung
von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM zuständig ist, wobei das
Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig entscheidet, ausser – was vor-
liegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht
(vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist und der
Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat,
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 und Art. 108
Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Auslän-
derrechts nach Art. 49 VwVG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt,
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dass auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich
Asyl gewährt und Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder
im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Natio-
nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ih-
rer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG), wobei als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken, gelten (Art. 3 Abs. 2 AsylG),
dass gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder
zumindest glaubhaft zu machen ist und diese glaubhaft gemacht ist, wenn
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für
gegeben hält,
dass Vorbringen grundsätzlich dann glaubhaft gemacht sind, wenn sie ge-
nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind und entschei-
dend ist, ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstel-
lung sprechen, überwiegen oder nicht, wobei auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen ist (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.2 und
2.3; Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen
Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.),
dass unglaubhaft insbesondere Vorbringen sind, die in wesentlichen Punk-
ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen
nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abgestützt werden,
dass das Gericht keinen Anlass zu Zweifeln an den in Auftrag gegebenen
Abklärungen und Auskünften der Schweizerischen Botschaft in der Türkei
hat, wonach sämtliche vom Beschwerdeführer zu den vorinstanzlichen Ak-
ten gereichten türkischen Gerichtsdokumente als Totalfälschungen erkannt
wurden,
dass dem SEM beizupflichten ist, dass es dem Beschwerdeführer im Rah-
men der Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs nicht gelungen ist, den Fäl-
schungserkenntnissen etwas Stichhaltiges entgegenzusetzen,
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dass auch die Entgegnung des Beschwerdeführers in der Rechtsmittelein-
gabe, die Fälschungsbehauptung treffe nicht zu und er habe die einge-
reichten Beweismittel auf offiziellem Weg erhalten, nicht überzeugen,
dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe in Aussicht stellte,
zum Gegenbeweis weitere Beweismittel zu beschaffen und diese bei Ein-
treffen unverzüglich samt Übersetzung in deutscher Sprache zu den Akten
nachzureichen,
dass er zudem mit Eingabe vom 17. September 2020 bekräftigte, es wür-
den nächste Woche (Anm. des Gerichts: Woche 39) Beweismittel eintref-
fen, die die Angaben des Beschwerdeführers (zu seinem Asylgesuch) be-
legen würden, und diese würden unverzüglich samt deutscher Überset-
zung zu den Akten nachgereicht werden,
dass der Beschwerdeführer die angeblich in der Woche 39 zu erhaltenen
Dokumente bis dato nicht wie angekündigt unverzüglich und inklusive einer
Übersetzung in die deutsche Sprache zu den Akten reichte,
dass im Weiteren die Einschätzung des SEM durch das Gericht geteilt wird,
dass das Aussageverhalten des Beschwerdeführers zu den geltend ge-
machten Fluchtgründen in einer Gesamtbetrachtung vage und oberfläch-
lich ausgefallen ist und begründeterweise Zweifel am Wahrheitsgehalt auf-
kommen lässt,
dass das SEM zu Recht darauf schloss, die Vorbringen des Beschwerde-
führers, er sei im Heimatland behördlich gesucht, gegen ihn sei Ende des
Jahres 2017/Anfang 2018 mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft bei einer ter-
roristischen Organisation ein gerichtliches Verfahren eröffnet worden, es
sei gegen ihn wegen Nichterscheinens vor Gericht ein Festnahmebefehl
ergangen und er müsse bei einer Rückkehr in die Türkei mit der Festnahme
sowie einer Haftstrafe von 15 Jahren rechnen, würden den Anforderungen
an die Glaubhaftmachung nicht standhalten,
dass im Weiteren entgegen den entsprechenden Einwänden in der Be-
schwerde die Einschätzung des SEM nicht zu beanstanden ist, der Be-
schwerdeführer müsste aufgrund seiner Parteitätigkeiten (früherer Wähler
der HDP und frühere Aktivitäten für die HADEP) sowie des Engagements
und Beitritts im Jahre 2017 bei der DBP künftig nicht mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit befürchten, flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmass-
nahmen ausgesetzt zu sein,
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dass auch keine hinreichenden Anhaltspunkte ersichtlich sind, die ander-
weitige Gründe zur Annahme bieten könnten, der Beschwerdeführer würde
in flüchtlingsrechtlich relevanter Hinsicht in den Fokus der türkischen Be-
hörden geraten und von diesen aus den vom Gesetz genannten Beweg-
gründen und mit vom Gesetz verlangten ernsthaften Nachteilen überzo-
gen,
dass das SEM in seiner Verfügung mit ausführlicher und überzeugender
Begründung zur Erkenntnis gelangte, die Vorbringen des Beschwerde-
führers würden den Anforderungen von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftma-
chen eines Asyl begründenden Sachverhalts und jenen von Art. 3 AsylG an
die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügen,
dass nach Prüfung der Akten die Einwände in der Beschwerde nicht taug-
lich erscheinen, die Einschätzungen des SEM in der angefochtenen Verfü-
gung in entscheidwesentlicher Hinsicht als nicht rechtskonform zu erken-
nen,
dass aus diesen Erwägungen folgt, dass die Vorinstanz die Flüchtlingsei-
genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch
abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat
(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt
hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte
Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und
demnach vom SEM zu Recht angeordnet wurde,
dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]),
dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-
standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt; das heisst, sie
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),
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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der
Beschwerdeführer keine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachweisen
oder glaubhaft machen kann, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prin-
zip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung findet,
dass das SEM zu Recht davon ausgehen durfte, dass keine hinreichenden
Anhaltspunkte gegeben sind, der Beschwerdeführer müsste begründeter-
weise befürchten, im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK respektive Art. 1 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt zu werden,
dass die Einwände in der Beschwerdeschrift nicht geeignet sind, diese Ein-
schätzung umzustossen,
dass demnach keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder
Herkunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne
von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK er-
sichtlich sind,
dass sich weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Weg-
weisungsvollzugs weder aus den Akten noch aus der Beschwerdeschrift
ergeben und der Wegweisungsvollzug auch unter dem Aspekt der gesund-
heitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers im Einklang mit der
geltenden völkerrechtlichen Rechtsprechung offenkundig zulässig ist,
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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-
kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG),
dass gemäss aktueller Rechtsprechung in der Türkei nicht von einem
Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-
weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-
gangen werden kann,
dass der Beschwerdeführer nicht in eine Provinz zurückzukehren hätte, bei
der die geltende Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts von der
generellen Unzumutbarkeit des Vollzugs von Wegweisungen ausgeht
(vgl. BVGE 2013/2 E. 9.6),
dass, wie das SEM zu Recht ausführte, der Beschwerdeführer nicht nur in
den Provinzen Mardin und Urfa über ein ausgedehntes familiäres Bezie-
hungsnetz verfügt, auf dessen Unterstützung er bei einer Rückkehr in sein
Heimatland zählen kann, sondern auch in anderen Regionen der Türkei
diverse Familienmitglieder hat, so etwa einen Sohn in B._, einen
Bruder in lstanbul sowie Familienangehörige in Adana,
dass, wie der Beschwerdeführer selbst erklärte, auch das wirtschaftliche
Auskommen seiner Familie, namentlich jenes seiner Ehefrau und seines
älteren Sohnes, gesichert ist, und ausserdem seine Familie ein weiteres
Einkommen durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen be-
ziehungsweise Tieren erzielen kann (vgl. Akte 1039309-22/17, F30 ff.,
F16 ff.),
dass demnach, wie das SEM zu Recht feststellte, ein Wegweisungsvollzug
auch unter Berücksichtigung seiner Herkunft aus der Provinz Mardin be-
ziehungsweise seinem langjährigen Wohnsitz in der Provinz Urfa als zu-
mutbar zu erachten ist,
dass keine gesundheitlichen Probleme aktenkundig sind, die den Vollzug
der Wegweisung als unzumutbar erscheinen lassen müssten,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzuges im Einklang mit der geltenden landesrechtlichen Recht-
sprechung und in Mitberücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers geprüft und bejaht hat,
http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/2
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dass keine ernsthaften Hinweise ersichtlich sind, der Beschwerdeführer
könnte bei einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage geraten, weshalb
aufgrund der persönlichen Verhältnisse nicht von einer konkreten Gefähr-
dung des Beschwerdeführers im Sinne des Gesetzes und der Rechtspre-
chung bei einer Rückkehr in den Heimatstaat auszugehen ist,
dass das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar
und möglich bezeichnet hat, weshalb eine Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 AIG),
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, und die Beschwerde
als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der
in diesem Betrag geleistete Kostenvorschuss zur Begleichung der Verfah-
renskosten zu verwenden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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