Decision ID: ea115ec3-44d6-555f-9a8d-016a88166c16
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Philip Schneider, LL.M., Poststrasse 23,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a D._, geboren 1960, meldetet sich im Dezember 2003 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (Rente) an (IV-act. 1). Dabei gab er an, unter Schmerzen im
linken Arm und im Rücken vom schweren Tragen bei der Arbeit sowie unter Schwindel
und starken Kopfschmerzen zu leiden. Seit 1990 war er als Mitarbeiter im Versand bei
der A._ beschäftigt. Dieses Arbeitsverhältnis wurde durch die Arbeitgeberin per Ende
Mai 2003 aus medizinischen Gründen aufgelöst (IV-act. 8-4/6). Dr. med. B._
diagnostizierte in seinem Arztbericht vom 9. Februar 2004 – mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit – eine chronische Cervikobrachialgie und ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom, bestehend seit April 2002. Als Hilfsarbeiter in der
Druckerei sei er vom 15. April bis 5. Mai 2002 und wiederum ab 1. Juli 2002 bis 31.
Oktober 2003 zu 100% arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 11-1/5). Diese Tätigkeit sei ihm
infolge der Rücken- und Nackenbeschwerden bei schwerem Tragen nicht mehr
zumutbar. Körperlich nicht wesentlich belastende Tätigkeiten seien ihm je nach
Tätigkeit zwischen 4 und 8 1⁄2 Stunden zumutbar (IV-act. 11-4/5). Nach dem 31.
Oktober 2003 habe der Patient eine Tätigkeit als Taxifahrer aufgenommen; in welchem
zeitlichen Ausmass sei ihm nicht bekannt. Im Weitern hielt Dr. B._ den
Gesundheitszustand für besserungsfähig und ergänzende medizinische Abklärungen
für angezeigt (IV-act. 11-2/5). Am 26. Juni und 2. Oktober 2006 wurde der Versicherte
einer interdisziplinären (rheumatologischen und psychiatrischen) Begutachtung
unterzogen. Der Rheumatologe Dr. med. C._ konnte kein symptomrelevantes
somatisches Leiden feststellen (IV-act. 30-7/12). Auch für die Psychiaterin Dr. med.
E._ ergab sich kein krankheitswertiger Befund (IV-act. 30-12/12). In der
interdisziplinären Stellungnahme vom 25. Oktober 2006 hielten die Gutachter fest, dass
weder seitens des somatischen noch des psychischen Gesundheitszustandes
Behinderungen von relevantem Krankheitswert vorlägen. Der Versicherte sei
demzufolge für jede körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit (gelegentliche
Hebeleistungen bis max. 20 kg) uneingeschränkt arbeitsfähig. Diese Einschätzung gelte
ab Frühjahr 2003 (IV-act. 30-8/12).
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A.b Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
er keinen Anspruch auf IV-Leistungen habe. Mit Einwand vom 5. Februar 2007 liess der
Versicherte geltend machen, das Gutachten von Dr. C._ sei mangelhaft und bedürfe
der Ergänzung. Es sei nicht auf die möglichen Ursachen der Beschwerden
eingegangen worden. Insbesondere sei auch keine neurologische Untersuchung
vorgenommen worden (IV-act. 39). Nach Rücksprache mit dem Arzt des regionalen
ärztlichen Dienstes wurde beim Gutachter Dr. C._ nachgefragt, ob sich anlässlich der
Untersuchung Hinweise auf ein relevantes neurologisches Leiden ergeben hätten und
ob aus seiner Sicht eine zusätzliche neurologische Begutachtung medizinisch zu
begründen sei (IV-act. 41 und 42). In seiner Stellungnahme vom 1. Mai 2007 verneinte
Dr. C._ Hinweise auf eine organneurologische Beteiligung, welche Anlass zu
fachärztlichen Abklärungen gegeben hätten. Zusätzliche Abklärungen in Bezug auf die
vom Versicherten angegebenen Schwindelbeschwerden würden allenfalls im Hinblick
auf die Frage der Fahreignung Sinn machen (IV-act. 43). Daraufhin wurde beim
Hausarzt des Versicherten ein zusätzlicher Bericht im Zusammenhang mit den
Schwindelsymptomen und in Bezug auf die Fahrtauglichkeit als Taxifahrer, der
aktuellen Beschäftigung des Versicherten, eingeholt (IV-act. 44). Die daraufhin bei Dr.
med. F._, Facharzt FMH für ORL, vorgenommenen Abklärungen ergaben, dass in
Bezug auf den erwähnten Schwindel keine Pathologie nachgewiesen werden könne.
Obwohl andere Ursachen nicht 100% ausgeschlosssen werden könnten, sei am
ehesten an eine psychogene Form des Schwindels zu denken (Bericht Dr. F._ vom 8.
August 2007, IV-act. 47-7/8). Eine zusätzliche Abklärung am 10. September 2007 bei
Dr. med. G._, Facharzt FMH für Augenheilkunde, ergab einen Normalbefund
bezüglich sämtlicher ophthalmologischer Kriterien (IV-act. 47-4/8). In einem weitern
Bericht vom 2. Oktober 2007 hielt Dr. B._ fest, dass der Patient weiterhin als
Taxifahrer arbeite und nach wie vor über Rückenbeschwerden, vor allem im dorsalen
Bereich, aber auch über Gleichgewichtsstörungen sowie Schwindel klage (IV-act.
47-2/8). Er hielt ergänzende medizinische Abklärungen für angezeigt. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit bestehe seit 1. März 2004 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit, wobei
Dr. B._ nicht ausführte, auf welche konkrete Tätigkeit (Verpacker oder Taxifahrer)
sich diese Angabe bezieht. Der RAD-Arzt hielt in seiner Stellungnahme vom 9. Oktober
2007 fest, dass sich aus den ergänzenden medizinischen Abklärungen keine neue
Aspekte ergeben hätten und an den Schlussfolgerungen des Vorbescheids
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festgehalten werden könne (IV-act. 48). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2007 wurde
der Anspruch auf IV-Leistungen abgewiesen (IV-act. 49).
B.
B.a Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 12. November 2007 und Ergänzung
vom 25. Januar 2008 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die Verfügung vom 10.
Oktober 2007 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen
Leistungen aus der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die
Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen mit dem Antrag, zusätzliche
medizinische Abklärungen zu treffen und über die Ansprüche des Beschwerdeführers
neu zu befinden. Der Beschwerdeführer verweist auf die Beurteilung des Hausarztes
Dr. B._ (IV-act. 47 und 60), welcher aufgrund der Schmerzen und
Muskelverspannungen im Nacken- sowie Kreuz-Bereich, der rezidivierenden
Gleichgewichtsstörungen mit Schwindel und des Augenflimmerns von einer
verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 50% bei seiner heutigen Tätigkeit als Taxifahrer
ausgehe. An seiner früheren Arbeitsstelle beim A._ werde er als 100% arbeitsunfähig
beurteilt. Zu diesen vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden habe sich das
Gutachten von Dr. C._ nicht geäussert. Auch neurologische Aspekte seien nicht
berücksichtigt worden. Das Gutachten sei damit in der zentralen Frage lückenhaft und
müsse ergänzt werden. Im Übrigen habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen,
einen Einkommensvergleich zur Beurteilung der Invalidität vorzunehmen. Selbst wenn
die Beschwerdegegnerin auf weitere medizinische Abklärungen verzichte, müsse sie
dennoch den Einkommensvergleich zwischen dem Valideneinkommen in seiner
früheren Erwerbstätigkeit und dem Invalideneinkommen im Rahmen der heute noch
zumutbaren Tätigkeit vornehmen. Soweit der Mangel nicht im Beschwerdeverfahren
geheilt werden könne, sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. G
1 und 5).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, bei der Bemessung der
Invalidität sei nicht die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit massgebend,
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sondern es sei auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung optimal
angepassten Tätigkeit abzustellen. Der Rheumatologe Dr. C._ habe unter Einbezug
der bildgebenden Diagnostik der HWS und LWS lediglich diskrete somatische
Beeinträchtigungen im Bereich des Rückens und des Nackens feststellen können. Die
Gutachter hätten die Angaben des Beschwerdeführers als wenig handfest-greifbar
bzw. als unpräzis und als wenig nachvollziehbar in Art, Ausprägung, Auftreten und
möglicher Zusammenhänge beurteilt. Die subjektiv geschilderte Gesundheitseinbusse
und der klinische Eindruck sowie die erhobenen Befunde würden stark
auseinanderklaffen. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse leuchte ein, dass die
beiden Gutachter dem Beschwerdeführer aus interdisziplinärer Sicht für jede körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert
hätten. Auch die ergänzenden Abklärungen in Bezug auf die vom Beschwerdeführer bei
der psychiatrischen Untersuchung geklagten unvorhersehbar auftretenden
Schwindelanfälle sowie das Arztzeugnis des Hausarztes vom 8. November 2007
könnten keine Zweifel an dieser Einschätzung erwecken. Im Übrigen könne die derzeit
vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit als Taxifahrer angesichts der trotz
umfassender Abklärungen letztlich unklar gebliebenen Ursache der
Schwindelsymptomatik aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht als eine der diskreten
somatischen Behinderung optimal angepasste Tätigkeit angesehen werden. Es sei
jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für somatisch angepasste
Tätigkeiten, die nicht das Lenken eines Fahrzeuges voraussetzen würden,
uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Der massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt biete
genügend Stellen, die es dem Beschwerdeführer ermöglichen würden, an seinen
bisherigen Verdienst als Hilfsarbeiter (Verpacker) anzuknüpfen. Es erübrige sich ein
exakter Einkommensvergleich. Durch einen Wechsel in eine adaptierte
Hilfsarbeitertätigkeit erleide der Beschwerdeführer keine oder höchstens eine marginale
Einkommenseinbusse (act. G 12).
B.c In der Replik vom 8. Juli 2008 wiederholt der Beschwerdeführer seinen Antrag, es
sei das bidisziplinäre Gutachten durch eine neurologische Beurteilung zu ergänzen.
Zudem sei eine umfassende Beurteilung des Gesundheitszustandes und der
Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt Dr. B._ einzuholen, welcher den
Beschwerdeführer durch die intensive Betreuung am besten kenne. Zudem verstosse
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die Beschwerdegegnerin mit der Weigerung, einen Einkommensvergleich
durchzuführen, gegen ihre Abklärungspflicht (act. G 16).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 10. Oktober 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende
2007 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der
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Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu
prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was
Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche
Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht
Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).
Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche Expertise den gleichen Rang besitzt wie
ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach Massgabe des anwendbaren
Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser beschränkten Bedeutung
verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene Einwendung gegen eine
solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für
die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder von der IV-Stelle förmlich
bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (AHI
2001 S. 112, 115).
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In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125
V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf die
Einschätzungen im interdisziplinären Gutachten von Dr. C._ und Dr. E._ ab. Der
Beschwerdeführer hingegen ist der Ansicht, insbesondere das rheumatologische
Gutachten von Dr. C._ sei nicht beweistauglich. Zudem müsse auch eine
neurologische Abklärung vorgenommen werden. Streitig und zu prüfen ist daher die
Frage, ob die bestehende medizinische Aktenlage einen abschliessenden Entscheid
über den Invaliditätsgrad erlaubt. Nachdem die Beschwerdegegnerin für die
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt massgebend auf die erwähnten Gutachten abgestellt hat,
sind diese hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit bzw. der Anforderungen der vorstehend
zitierten Rechtsprechung an solche Gutachten zu überprüfen.
3.2 Der Rheumatologe Dr. C._ stützte sich in seinem Gutachten vom 25. Oktober
2006 auf die Befragung und Untersuchung des Versicherten am 26. Juni 2006, auf die
medizinischen Vorakten (Bericht Dr. B._ vom 9. Februar 2004) sowie auf die
bestehenden Röntgenbilder der HWS und LWS vom 11. Juli 2002 (IV-act. 30-1ff./12
und act. 11). Zur bildgebenden Diagnostik hielt er im Gutachten fest, dass sich
aufgrund der Aufnahmen vom 11. Juli 2002 eine sich altersphysiologisch darstellende
HWS ergebe. In Bezug auf die LWS sei ein leichtgradig gestörtes
Wirbelkörperalignement mit Retroposition L4 gegenüber L5 bei beginnender
Verschmälerung des Intervertebralraumes feststellbar (IV-act. 30-7/12).
Die Röntgenaufnahme gilt als Standarduntersuchung. In der Regel werden
Untersuchungen der zur Diskussion stehenden Regionen wiederholt, falls die zur
Verfügung stehenden Bilder älter als 6 Monate sind. Bei stabilem Beschwerdebild und
(gemäss Akten) unverändertem klinischem Befund reichen auch ältere konventionelle
Aufnahmen aus (vgl. Leitlinien für die Begutachtung rheumatologischer Krankheiten
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und Unfallfolgen, in: Schweizerische Ärztezeitung Nr. 17/2007, S. 738). Vorliegend
waren die dem Gutachter zur Verfügung stehenden Röntgenbilder im Zeitpunkt der
Begutachtung bereits vier Jahre alt. Unter diesen Umständen hätte nicht auf die
Erstellung neuer Röntgenaufnahmen verzichtet werden dürfen, zumal für den Zeitraum
bis zur Begutachtung – mit Ausnahme des Berichtes des Hausarztes Dr. B._ vom 9.
Februar 2004 – keinerlei medizinische Unterlagen vorhanden waren, welche eine
Beurteilung der Entwicklung des Beschwerdebildes und des klinischen Befundes seit
den durch den Hausarzt im Jahre 2002 aufgrund seiner damals diagnostizierten
Zervikobrachialgie und dem chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom
veranlassten radiologischen Abklärungen (im Juli 2002) möglich gemacht hätten. Dem
Gutachter standen denn auch einzig dieser Bericht von Dr. B._ und die
Röntgenbilder vom 11. Juli 2002 als medizinische Vorakten zur Verfügung (IV-act.
30-2/12). Unter diesen Umständen ist die Anfertigung neuer Röntgenbilder
unverzichtbar. Dies gilt umso mehr, als der rheumatologische Gutachter aufgrund der
Untersuchung zur Auffassung gelangt, der Versicherte berichte über "wenig handfest-
greifbare Beschwerden" des Bewegungsapparates (IV-act. 30-8/12). Das Abstellen auf
die veralteten Röntgenbilder weckt jedenfalls erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit
des rheumatologischen Gutachtens.
3.3 Das psychiatrische Teilgutachten basiert u.a. auch auf den somatischen Befunden
des rheumatologischen Teilgutachtens. Wie soeben ausgeführt, bestehen erhebliche
Mängel am rheumatologischen Teilgutachten, welche daher auch das psychiatrische
Teilgutachten beschlagen, stellt doch die Gutachterin in ihrer Beurteilung auch auf die
Befunde des Rheumatogen ab. So wird etwa ausgeführt, das vom Versicherten
beklagte Ausmass seines Gesundheitsschadens und die von ihm empfundene
Einschränkung seiner Leistungsfähigkeit würden auf seiner persönlichen
Wahrnehmung, Interpretation und Überzeugung beruhen und liessen sich aus
psychiatrischer Sicht durch objektivierbare Befunde nicht nachvollziehen (IV-act.
30-12/12 Ziff. 5). Solange jedoch nicht mittels aktueller bildgebender Diagnostik
allenfalls objektivierbare somatische Befunde abgeklärt worden sind, können auch die
vom Beschwerdeführer geschilderten gesundheitlichen Einschränkungen nicht
schlüssig beurteilt werden.
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3.4 Insgesamt muss in tatsächlicher Hinsicht festgehalten werden, dass die Gutachten
von Dr. C._ und Dr. E._ erhebliche Mängel aufweisen und nicht den
rechtsprechungsgemässen Anforderungen genügen, um beweistauglich zu sein. Es
bestehen mit anderen Worten ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der von den
Gutachtern gezogenen Schlussfolgerungen und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Mit
der Frage der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wird sich deshalb aus den
genannten Gründen und weil sich der aktuellste Bericht des behandelnden Arztes nicht
rechtsgenüglich zum Grad der Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit äussert
(IV-act. 47-1f./8 und act. 60) ein Obergutachten zu beschäftigen haben.
Es erscheint angesichts des möglichen Vorliegens von physischen und psychischen
Beeinträchtigungen zweckmässig, den Beschwerdeführer polydisziplinär zu
begutachten, wobei rheumatologische, neurologische, psychiatrische und
internistische Untersuchungen vorzunehmen sein werden. Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein neutrales polydisziplinäres
Obergutachten in Auftrag gibt. In Auseinandersetzung mit der bestehenden Aktenlage
und der Ergebnisse neuer bildgebender diagnostischer Abklärungen haben sich die
Gutachter insbesondere darüber auszusprechen, ob und allenfalls aufgrund welcher
somatischer und psychiatrischer Diagnosen der Beschwerdeführer in
seiner Arbeitsfähigkeit – auch in der aktuellen Tätigkeit als Taxifahrer – eingeschränkt
ist und seit wann diese Einschränkung besteht. Da die Sache mangels rechtsgenüglich
erstellten Sachverhalts zurückzuweisen ist, erübrigen sich Ausführungen zur Frage des
Einkommensvergleichs. Bereits an dieser Stelle ist aber der Hinweis angebracht, dass
ein solcher wohl vorzunehmen sein wird, wenn eine namhafte Arbeitsunfähigkeit
resultierte. Dabei wäre das Valideneinkommen aufgrund des vor Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung als Mitarbeiter im Versand bei der A._ – unter
allfälliger Berücksichtigung eines regelmässigen Nebenverdienstes (vgl. dazu die
Hinweise im IK-Auszug, IV-act. 3) – zu berechnen. Auch hierzu hätte die
Beschwerdegegnerin insbesondere im Hinblick auf die teilweise von Jahr zu Jahr
ziemlich schwankenden Einkommen (vgl. auch Angaben im Fragebogen für den
Arbeitgeber, IV-act. 8-2/6 und IV-act. 3) zusätzliche Abklärungen vorzunehmen. Dieses
Einkommen wäre mit demjenigen zu vergleichen, welches der Beschwerdeführer durch
eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Art. 16
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ATSG), wie es je nach dem Ergebnis der Oberbegutachtung in Bezug auf die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit neu zu berechnen sein wird.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 10. Oktober 2007 aufzuheben und die
Sache ist zur Anordnung eines Obergutachtens im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem
Beschwerdeführer zurückerstattet.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 750.--
bis Fr. 7'500.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG