Decision ID: cf16f568-92b2-4284-9e64-a7c66337a936
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die X AG wurde am 11. März 1987 ins Handelsregister des Kantons St. Gallen
eingetragen. Ihr Zweck besteht in der Ausführung von Reparaturen an Lastfahrzeugen
sowie im Handel mit Zubehör und Nutzfahrzeugen. Der Autogewerbe Verband Schweiz
(nachfolgend: AGVS), Sektion St. Gallen-Appenzell und Fürstentum Liechtenstein,
bestätigte am 21. November 2013 der X AG die Autorisierung zur Teilnahme am
Reparaturbestätigungsverfahren (nachfolgend: RBV) für leichte Motorwagen (bis 3,5 t)
und Anhänger (bis 3,5 t) sowie für schwere Motorwagen und Anhänger (über 3,5 t) für
die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen entzog mit
Verfügung vom 1. April 2014 der X AG die Berechtigung zur Reparaturbestätigung,
löste die Einzelvereinbarung mit dem AGVS fristlos auf und entzog einem allfälligen
Rekurs die aufschiebende Wirkung. Es hielt der X AG einerseits vor, eine Bestätigung
für Reparaturen ausgestellt zu haben, die nicht durch sie selbst ausgeführt worden
seien, andererseits sei die Unterschrift auf dem Prüfbescheid gefälscht worden.
C.- Gegen diese Verfügung erhob die X AG mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
16. April 2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission und beantragte, die
aufschiebende Wirkung des Rekurses sei unverzüglich wiederherzustellen, die
Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 1. April 2014 sei für nichtig zu erklären,
eventualiter sei die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 1. April 2014
aufzuheben, subeventualiter sei die Rekurrentin anstelle des verfügten Entzugs zu
ermahnen bzw. zu verwarnen, subsubeventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid
an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die
Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 28. Mai 2014 zum Rekurs vernehmen; sie trug
auf Abweisung des Rekurses und Nichtwiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
an. Die X AG erhielt Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz zu äussern.
Sie machte davon mit Eingabe vom 16. Juni 2014 Gebrauch und hielt an ihren
Anträgen fest. Dazu nahm die Vorinstanz am 24. Juni 2014 nochmals Stellung.
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Mit Verfügung vom 19. August 2014 wies der Präsident das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung ab. Die Kosten der Verfügung wurden bei der Hauptsache
belassen.

Auf die Ausführungen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 16. April 2014 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die Rekurrentin macht einerseits geltend, die Verfügung der Vorinstanz sei
mangelhaft. Die Betreffzeile laute "Verfügung betreffend Entzug der Berechtigung zur
Reparaturbestätigung". Zusätzlich werde festgehalten, die Einzelvereinbarung mit dem
AGVS werde "fristlos aufgelöst". Es sei auch die Rede von "Kündigung" und
"Ausschluss". Andererseits enthalte die Verfügung kein Dispositiv. Ohne Dispositiv sei
es nicht möglich, einen substantiierten und begründeten Rekurs einzureichen, weil ihr
nicht klar sei, wogegen sie genau rekurriere. Aufgrund der Tatsache, dass kein
Dispositiv vorhanden sei, leide die Verfügung an einem gravierenden Mangel, weshalb
sie als nichtig zu qualifizieren sei.
Nach Art. 24 Abs. 1 VRP soll eine Verfügung die Tatsachen, die Vorschriften und die
Gründe, auf die sie sich stützt (lit. a), den Rechtsspruch der Behörde (lit. b), die
Festsetzung der Kosten und der Kostentragungspflicht (lit. c), die Belehrung über das
zulässige ordentliche Rechtsmittel, die Frist und die Instanz (lit. d) und die Daten der
Verfügung und der Zustellung (lit. e) enthalten. Eine Verfügung ist nichtig, wenn der ihr
anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht
erkennbar ist und zudem die Rechtssicherheit dadurch nicht ernsthaft gefährdet wird
bis
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(BGE 133 II 366 E. 3.2). Die Praxis hat verschiedene Fehler anerkannt, bei deren
Vorliegen eine Verfügung als nichtig betrachtet wird. Ein schwer wiegender Form- oder
Eröffnungsfehler wurde unter anderem angenommen bei der Missachtung der
gesetzlich vorgeschriebenen Schriftlichkeit, bei der fehlenden Bezeichnung der
erlassenden Behörde oder beim Fehlen der Unterschrift. Das Fehlen der