Decision ID: c86d5a60-ec90-5c06-a702-eed45701b0b9
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ J.B., geboren 1961, lenkte am 15. Februar 2009, um 14.39 Uhr, den
Personenwagen BMW 530 xd Touring, Kontrollschild FL 0000, auf der Kantonsstrasse
von Pfäfers nach Bad Ragaz. Im Ragazerwald, Höhe St. Niklausen, geriet sein
Fahrzeug ins Rutschen und stiess auf der Gegenfahrbahn in den entgegenkommenden
Personenwagen Audi 80 Avant von C.S.. Gemäss Polizeirapport herrschten winterliche
Strassenverhältnisse; die Strasse war mit teilweise gefrorenem Schneematsch belegt.
J.B. ist Schweizer Staatsbürger, er wies der Polizei einen deutschen Führerausweis vor.
Die Staatsanwaltschaft, Untersuchungsamt Uznach, Zweigstelle Flums, büsste J.B. am
7. April 2009 wegen Verkehrsregelverletzung durch Nichtanpassen der
Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse mit Fr. 700.--.
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Am 1. Mai 2009 eröffnete das Strassenverkehrsamt des Kantons St. Gallen ein
Administrativmassnahmeverfahren gegen J.B.. Dieser beantragte mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 19. Juni 2009, es sei auf Administrativmassnahmen zu
verzichten. Am 23. Juni 2009 verfügte das Strassenverkehrsamt gegen J.B. die
Aberkennung des deutschen Führerausweises wegen Nichtanpassens der
Geschwindigkeit für die Dauer von einem Monat für das Gebiet der Schweiz und des
Fürstentums Liechtenstein.
B./ Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts erhob J.B. durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. Juli 2009 Rekurs. Die
Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 25. März 2010 ab,
soweit sie darauf eintrat. Sie erwog, der Begründung des Strassenverkehrsamts lasse
sich kein Hinweis entnehmen, dass der deutsche Führerausweis gestützt auf Art. 42
Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt VZV) eingezogen werden solle. Vielmehr sei der
Rekurrent gestützt auf Art. 45 Abs. 4 VZV aufgefordert worden, seinen Ausweis zwecks
Vollzugs der einmonatigen Aberkennung einzusenden. Folglich habe das
Strassenverkehrsamt bis anhin keine definitive Einziehung des schweizerischen
Führerausweises verfügt. Eine solche Einziehung zwecks Umtauschs in einen
Schweizer Ausweis hätte in einer separaten schriftlichen Verfügung nach vorgängiger
Gewährung des rechtlichen Gehörs zu erfolgen. Da noch keine definitive Einziehung
zwecks Umtauschs erfolgt sei, könne in diesem Punkt auf den Rekurs mangels
Anfechtungsobjekts nicht eingetreten werden. Lediglich der Vollständigkeit halber sei
festzuhalten, dass die Wohnsituation des Rekurrenten unklar sei. Am 1. November
2005 habe er sich von Deutschland herkommend in Bad Ragaz angemeldet. Er sei
jedoch als Auslandschweizer in Sargans stimmberechtigt. Das kantonale Steueramt
habe am 12. März 2008 entschieden, dass der Rekurrent seinen Lebensmittelpunkt in
Deutschland habe und in der Schweiz als internationaler Wochenaufenthalter der
Quellensteuer unterstehe. Es sei daher fraglich, ob unter diesen Umständen der
Umtausch des deutschen Führerausweises in einen Schweizer Führerausweis
notwendig sei.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. April 2010 erhob J.B. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, es sei eine Frist für die Ergänzung der
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Beschwerde anzusetzen; weitere Ausführungen blieben an der mündlichen
Hauptverhandlung vorbehalten. In der Beschwerdeergänzung vom 10. Mai 2010
beantragte er, der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 25. März 2010
und die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 23. Juni 2009 seien aufzuheben,
von einer Fahrverbotsstrafe durch Aberkennung des deutschen Führerausweises und
auf dessen Hinterlegung während des Fahrverbots in der Schweiz sowie von einer
Ausdehnung des Fahrverbots durch Aberkennung des deutschen Führerausweises für
das Fürstentum Liechtenstein sei abzusehen oder darauf zu verzichten, von der
Ausweiseinziehung und Aberkennung des deutschen Führerausweises sei abzusehen,
eventuell sei festzustellen, dass zur Frage der Ausweiseinziehung und Aberkennung
des deutschen Führerausweises ein ordentliches Verfahren durch das
Strassenverkehrsamt durchzuführen sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten des Staates.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung fest, die Rüge des Beschwerdeführers, es
seien ihm verschiedene Akten nicht zur Stellungnahme übermittelt worden, sei
berechtigt. Im übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Das Strassenverkehrsamt hat
auf eine Vernehmlassung verzichtet. Der Beschwerdeführer reichte zur vorinstanzlichen
Vernehmlassung keine Stellungnahme ein.
Die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die vom Beschwerdeführer
vorgetragenen Ausführungen und die weiteren Abklärungen des Sachverhalts werden
in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (BGE 1C_346/2009
vom 6. November 2009). Der Beschwerdeführer ist grundsätzlich zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeeingaben vom 15. April und 10. Mai 2010 wurden rechtzeitig eingereicht
und entsprechen formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
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2. Der Beschwerdeführer beantragt eine öffentliche Verhandlung. Er hat zwar nicht
einen förmlichen Antrag gestellt, hielt aber in der Beschwerdeerklärung fest, weitere
Ausführungen zur Begründung blieben an der mündlichen Hauptverhandlung
vorbehalten. Darin ist ein Begehren um eine mündliche Verhandlung zu erblicken.
Im Rechtsmittelverfahren gegen Warnungsentzüge besteht ein Anspruch auf eine
öffentliche Verhandlung (BGE 121 II 22). Im Rekursverfahren hat die Vorinstanz eine
öffentliche Verhandlung anberaumt. An dieser nahm der Beschwerdeführer nicht teil; er
zog sein Begehren mit der Begründung zurück, er sei auslandabwesend. Einen Antrag,
die öffentliche Verhandlung sei zu verschieben, stellte er nicht. Bei dieser Sachlage hat
der Beschwerdeführer keinen Anspruch, dass im oberinstanzlichen kantonalen
Rechtsmittelverfahren nochmals eine öffentliche Verhandlung anberaumt wird (vgl.
VerwGE B 2010/10 vom 18. März 2010, in: www.gerichte.sg.ch).
3. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, das Strassenverkehrsamt habe
bis anhin keine definitive Einziehung des schweizerischen (richtig: des deutschen)
Führerausweises gestützt auf Art. 42 Abs. 1 VZV verfügt. Eine Einziehung zwecks
Umtauschs in einen Schweizer Ausweis hätte in einer separaten Verfügung nach
vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs zu erfolgen. In diesem Punkt sei auf
den Rekurs mangels Anfechtungsobjekts nicht einzutreten.
In dieser Angelegenheit klärte die Vorinstanz den Inhalt der Verfügung des
Strassenverkehrsamts. Soweit der Beschwerdeführer den Rekursentscheid auch in
diesem Punkt anfocht, ist er nicht beschwert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Daher kann in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht eingetreten
werden.
Die Vorinstanz hielt unmissverständlich fest, dass die Verfügung des
Strassenverkehrsamts keine Einziehung des deutschen Ausweises zum Umtausch in
einen schweizerischen Ausweis beinhaltet. Vielmehr sei der Beschwerdeführer in
Anwendung von Art. 45 Abs. 4 VZV aufgefordert worden, seinen Ausweis zwecks
Vollzugs der einmonatigen Aberkennung einzusenden. Da er gegenüber der Polizei eine
Adresse in der Schweiz angegeben habe, sei das Strassenverkehrsamt dazu berechtigt
gewesen (vgl. Art. 45 Abs. 4 lit. b VZV). Folglich habe das Strassenverkehrsamt bis
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anhin keine definitive Einziehung des schweizerischen Führerausweises gestützt auf
Art. 42 Abs. 1 VZV verfügt. Eine Einziehung zwecks Umtauschs in einen Schweizer
Ausweis hätte in einer separaten Verfügung nach vorgängiger Gewährung des
rechtlichen Gehörs zu erfolgen.
In diesem Punkt wurde auf den Rekurs mangels Anfechtungsobjekts nicht eingetreten.
Der Vollständigkeit halber hielt die Vorinstanz fest, die Wohnsituation des
Beschwerdeführers sei unklar. Am 1. November 2005 habe er sich von Deutschland
herkommend in Bad Ragaz angemeldet. Nebst der ordentlichen Meldung in Bad Ragaz
sei er jedoch als Auslandschweizer in Sargans stimmberechtigt. 2008 habe das
kantonale Steueramt sodann entschieden, dass der Beschwerdeführer seinen
Lebensmittelpunkt in Deutschland habe und daher in der Schweiz als internationaler
Wochenaufenthalter der Quellensteuer unterstehe. Dies sei bisher unverändert der Fall.
Es sei daher fraglich, ob unter diesen Umständen der Umtausch des deutschen in
einen Schweizer Führerausweis notwendig sei, zumal er den Führerausweis
ursprünglich in der Schweiz erworben habe.
Das Strassenverkehrsamt äusserte sich dazu nicht. Somit ist wie erwähnt davon
auszugehen, dass die Aberkennung des ausländischen Führerausweises für die Dauer
eines Monats Gegenstand der angefochtenen Verfügung des Strassenverkehrsamts
bzw. des angefochtenen Rekursentscheids ist und eine Einziehung des deutschen
Ausweises zum Umtausch nicht Streitgegenstand bildet.
Da somit die Frage des Wohnsitzes bzw. der Berechtigung zum Fahren mit einem
deutschen Führerausweis nicht mehr streitig ist, kann auf eine Rückweisung der
Streitsache an die Vorinstanz zufolge Verletzung des rechtlichen Gehörs verzichtet
werden. Dass die Vorinstanz Abklärungen zur Meldesituation und zum Wohnsitz
machte, steht mit ihrer Schlussfolgerung, der erzwungene Umtausch bzw. die
Einziehung des Ausweises sei nicht Anfechtungsgegenstand, nicht im Widerspruch.
Dass das Ergebnis der Abklärungen zu Unrecht den Beteiligten nicht zur Kenntnis- und
Einsichtnahme zugestellt wurde, ändert daran nichts. Nach wie vor ist festzuhalten,
dass aufgrund der Akten keine hinreichenden Anhaltspunkte bestehen, dass der
Beschwerdeführer zu Unrecht einen deutschen Führerausweis benutzt und daher
Anfechtungsobjekt lediglich die befristete Aberkennung des deutschen
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Führerausweises sein kann, nicht aber ein allfälliger Einzug und erzwungener Umtausch
des Führerausweises.
4. Weiter rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die
Vorinstanz. Er habe bei der Vorinstanz gerügt, dass das Strassenverkehrsamt sein
rechtliches Gehör in mehrfacher Hinsicht verletzt habe. Die Vorinstanz habe daraus für
ihn keine Konsequenzen gezogen. Durch das konsequenzlose Schweigen der
Vorinstanz könne der Gehörsanspruch weder formell noch materiell geheilt werden.
Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Rüge des Beschwerdeführers, das
Strassenverkehrsamt habe sein rechtliches Gehör verletzt, auseinandergesetzt (vgl. E.
3 des angefochtenen Entscheids). Sie hat in E. 3a bis c ausführliche Erörterungen zur
Rüge der Gehörsverletzung gemacht und kam zum Schluss, das Strassenverkehrsamt
habe sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Die
angefochtene Verfügung sei jedenfalls so abgefasst, dass sich der Beschwerdeführer
über deren Tragweite ein Bild machen und sie sachgerecht habe anfechten können.
Insgesamt genüge die Begründungsdichte den Anforderungen an das rechtliche Gehör.
Bei dieser Sachlage ist der Vorwurf unbegründet, durch das konsequenzlose
Schweigen der Vorinstanz habe der Gehörsanspruch weder formell noch materiell
geheilt werden können. Die Vorinstanz hat auf die Vorbringen des Beschwerdeführers
nicht geschwiegen, sondern die Rüge der Verletzung des Gehörsanspruchs geprüft
und kam zum Schluss, dieser sei nicht verletzt. Die entsprechende Rüge ist daher
unbegründet.
Im übrigen hat die Vorinstanz in der Beschwerdevernehmlassung anerkannt, dass dem
Beschwerdeführer zu Unrecht gewisse Aktennotizen nicht zur Kenntnisnahme und zur
Stellungnahme eröffnet wurden. Darauf hatte der Beschwerdeführer Anspruch, obwohl
sich die Tatsachen als nicht entscheidwesentlich herausstellten. Dieser Punkt ist bei
der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
Soweit sich die Vorinstanz im weiteren auf Tatsachen aus allgemein zugänglichen
Quellen gestützt hat (örtliche Temperaturen), war dies zulässig. Die Vorinstanz stützte
sich auf die Angaben im Polizeirapport zu den konkreten Örtlichkeiten und
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Witterungsverhältnissen. Die Feststellung der Vorinstanz über die Temperatur von
minus 7 Grad in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2009 illustrierte die abstrakten
Feststellungen im Polizeirapport, wonach winterliche Verhältnisse herrschten. In
diesem Punkt kann nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gesprochen
werden.
5. Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt SVG) wird
nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen.
Nach Art. 45 Abs. 1 VZV können ausländische Führerausweise nach den gleichen
Bestimmungen aberkannt werden, die für den Entzug des schweizerischen
Führerausweises gelten.
5.1. Das Gesetz unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten,
mittelschweren und schweren Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Nach einer leichten Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat
entzogen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder
eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2 SVG). Die fehlbare
Person wird verwarnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht
entzogen war und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a
Abs. 3 SVG). In besonders leichten Fällen wird auf jegliche Massnahme verzichtet
(Art. 16a Abs. 4 SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung
von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt
(Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG).
5.2. Nach der Rechtsprechung ist die Administrativbehörde grundsätzlich an die
Feststellungen in einem Strafurteil gebunden. Die für den Führerausweis zuständige
Behörde darf von den Sachverhaltsfeststellungen des Strafrichters nur unter
bestimmten, von der Rechtsprechung bezeichneten Umständen abweichen (BGE 124
II 103). Eine Abweichung ist nur zulässig, wenn die Entzugsbehörde ihrem Entscheid
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Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche
Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt
stellenden Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Entzugsbehörde hat vor allem dann auf die
Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren durch ein
Gericht gefällt wurde (BGE 1C_135/2008 vom 13. August 2008). Daher ist die
Entzugsbehörde zu eigenen Sachverhaltsabklärungen nur dann verpflichtet, wenn klare
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Feststellungen im Strafurteil unrichtig sind
(BGE 119 Ib 158). Diese Grundsätze gelten auch bei Entscheiden, die im
Strafbefehlsverfahren gefällt wurden (BGE 6A.86/2006 vom 28. März 2007 mit Hinweis
auf BGE 123 II 97). Anders verhält es sich bei der rechtlichen Würdigung des
Sachverhalts. Dabei ist die Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht an den
Strafentscheid gebunden. Anders kann es sich verhalten, wenn die rechtliche
Würdigung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, die das Strafgericht
besser kennt als die Verwaltungsbehörde, was der Fall sein kann, wenn es den
Beschuldigten persönlich einvernommen hat. Diesfalls kann die Verwaltungsbehörde
auch an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts gebunden sein (BGE 6A.64/2006
vom 20. März 2007 mit Hinweis auf BGE 124 II 103; BGE 1C_7/2008 vom 24. Juli
2008). Dabei fällt in Betracht, dass die Strafnorm von Art. 90 SVG das Schwergewicht
auf das Verschulden des Fahrzeuglenkers legt und eine Würdigung des Sachverhalts
unter einem subjektiven Gesichtspunkt verlangt, während die verwaltungsrechtlichen
Bestimmungen von Art. 16 ff. SVG mehr auf die objektive Gefährdung des Verkehrs
abstellen. Der Entscheid über die Schwere einer Verkehrsgefährdung ist eine Frage der
rechtlichen Würdigung des Sachverhalts (BGE 6A.64/2006 vom 20. März 2007 E. 2.1).
5.3. Die Rüge der Verletzung des Grundsatzes ne bis in idem ist unbegründet. Es kann
dazu auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (E. 4) verwiesen werden. Wie
diese mit Recht festhält, hat die Europäische Kommission für Menschenrechte erkannt,
dass die Schweizer Regelung im Einklang mit der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) steht (vgl. VPB 64/2000
Nr. 152). Der Dualismus von Strafverfahren und Administrativmassnahmeverfahren bei
verkehrsgefährdenden Verkehrsregelverletzungen entspricht klarer gesetzlicher
Grundlage und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Der Beschwerdeführer
verweist im wesentlichen auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte vom 10. Februar 2009 sowie auf einen Aufsatz in der Zeitschrift
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"Strassenverkehr/
Circulation routière". Der Beschwerdeführer legt aber nicht im Einzelnen dar, inwiefern
das Urteil des EGMR vom 10. Februar 2009, welches die zweimalige Bestrafung einer
Person wegen Randalierens in einer russischen Polizeistation betraf, für die vorliegende
Streitsache von präjudizieller Bedeutung ist. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung und dem einschlägigen Bundesrecht stellt das Ausfällen einer
administrative Massnahme bei Verstössen gegen gewisse
Strassenverkehrsvorschriften bei gleichzeitiger Bestrafung keine Verletzung des
Grundsatzes "ne bis in idem" dar. Aufgrund des vom EGMR beurteilten Einzelfalles
müsste der Beschwerdeführer zumindest im Einzelnen konkret darlegen, weshalb die
dort beurteilten Sachverhalts- und Rechtsfragen für die vorliegende Streitsache von
präjudizieller und entscheidwesentlicher Bedeutung sind, dass ein zentrales Element
der Schweizerischen Rechtsordnung hinfällig würde. Solche Erörterungen machte der
Beschwerdeführer auch im Rekurs nicht, sondern er hielt im wesentlichen nur fest, er
erachte Art. 4 des 7. Zusatzprotokolls zur EMRK als verletzt. Unter diesen Umständen
kann auf die zutreffende Begründung des vorinstanzlichen Entscheids verwiesen
werden. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz liegt auch in
diesem Punkt nicht vor.
5.4. Fest steht, dass der Beschwerdeführer am 7. April 2009 wegen
Verkehrsregelverletzung gestützt auf Art. 90 Ziff. 1 SVG mit Fr. 700.-- gebüsst wurde.
Die Bussenverfügung ist rechtskräftig. Der Beschwerdeführer war nahezu 20 Jahre im
Besitz eines Schweizer Führerausweises. Er wusste daher, dass in der Schweiz bei
Verkehrsregelverletzungen neben Bussen auch Administrativmassnahmen -
Ausweisentzug oder Verwarnung - ausgesprochen werden können. Entgegen den
Ausführungen in der Beschwerde ist daher sein Wissensstand nicht mit jenem eines in
Deutschland lebenden deutschen Staatsbürgers zu vergleichen. Im übrigen ist das
Wissen um eine Sanktion nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Die Busse wurde
dem Beschwerdeführer an die Adresse in Bad Ragaz zugestellt, die er bei der
polizeilichen Befragung angegeben hatte.
5.5. Die Vorinstanz hat grundsätzlich zu Recht eine schuldhafte
Verkehrsregelverletzung angenommen. Art. 32 Abs. 2 SVG gebietet, die
Geschwindigkeit stets den Umständen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug
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und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anzupassen. Der
Fahrzeugführer hat langsam zu fahren, wo die Strasse verschneit, vereist, mit nassem
Laub oder mit Splitt bedeckt ist (Art. 4 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung,
SR 741.11). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, ist die Verwaltungsbehörde
grundsätzlich an die Feststellungen im Strafentscheid gebunden. Zu Recht erwog sie,
der Beschwerdeführer habe mit einem Entzugsverfahren rechnen müssen. Der
Beschwerdeführer hätte zudem die Möglichkeit gehabt, die Bussenverfügung
anzufechten. Im weiteren bestand kein Grund, von den Feststellungen in der
Bussenverfügung abzuweichen. Allerdings können der Bussenverfügung keine
Hinweise entnommen werden, ob die Verkehrsregelverletzung in
administrativmassnahmerechtlicher Hinsicht als leicht oder als mittelschwer
einzustufen ist.
5.5.1. Gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG setzt die Annahme einer leichten
Widerhandlung voraus, dass der Lenker durch Verletzung von Verkehrsregeln eine
geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen hat und ihn dabei nur ein
leichtes Verschulden trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und
ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138 E. 2.2.3 mit
Hinweisen).
5.5.2. Der Beschwerdeführer sagte gegenüber der Polizei aus, er sei mit ca. 30 km/h
talwärts gefahren. Auf eine präzisierende Nachfrage hielt er fest, er habe in einer
Kolonne das letzte Fahrzeug gelenkt. Die Kolonne sei sehr langsam gefahren. Es seien
sicher nicht mehr als 30 km/h gewesen.
Beim Befahren einer Linkskurve kam das Fahrzeug des Beschwerdeführers ins
Rutschen und prallte gegen den bereits stillstehenden Personenwagen von C.S.. Es
fand somit eine Kollision zwischen zwei Personenwagen statt. Diese erfolgte aber bei
geringer Geschwindigkeit; ein Auto stand bereits still, und das andere rutschte auf der
vereisten Strasse gegen den stehenden Wagen, wobei das rutschende Auto mit
höchstens 30 km/h gefahren war, bevor der Lenker die Herrschaft darüber verlor.
Die Vorinstanz hat keine konkreten Erwägungen gemacht, weshalb die vorliegende
Gefährdung nicht mehr als leicht bzw. weshalb sie als mittelschwer zu qualifizieren ist.
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Sie hat wohl festgehalten, für die Abstufung innerhalb der erhöhten abstrakten
Gefährdung sei auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die
Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liege, umso schwerer wiege
die erhöhte abstrakte Gefährdung. Dazu verwies sie allerdings auf einen älteren
strafrechtlichen Bundesgerichtsentscheid, während das Bundesgericht in seiner
neueren Rechtsprechung zu den Administrativmassnahmen festgehalten hat, dass sich
bei der Revision des Rechts des Warnungsentzugs der Begriff der Verkehrsgefährdung
von strafrechtlichen Erwägungen stärker verselbständigt habe und im Hinblick auf die
Erhöhung der Verkehrssicherheit verschärft worden sei (vgl. BGE 135 II 138 E. 2.2.3.).
Es ist im vorliegenden Fall zwar offensichtlich, dass für die Lenkerin des beteiligten
Fahrzeugs, C.S., eine konkrete Gefahr bestand. E. 6a des angefochtenen Entscheids
enthält aber keine schlüssige Begründung, weshalb die Gefährdung nicht als leicht
qualifiziert werden kann. Wenn die Vorinstanz auf die konkrete Situation abstellt, ist es
nicht ausschlaggebend, dass allgemein bei zu schnellem Fahren auf vereister Strasse
jederzeit mit Unfällen zu rechnen ist, die nebst erheblichem Sach- auch
Personenschaden nach sich ziehen können. Vorliegend geht es um eine konkrete
Situation, nicht um die allgemeine abstrakte Gefährdung bei zu schnellem Fahren. Die
Vorinstanz hat im weiteren auf den Sachschaden abgestellt, der von der Polizei im
Rapport auf rund Fr. 10'000.-- beziffert wurde. Daraus hat sie den Schluss gezogen,
dass nicht mehr von einer kleinen Beule gesprochen werden könne. Fotografien hat die
Vorinstanz allerdings nicht beigezogen, obwohl die Polizei solche erstellt hat. Die
Fotografien der Fahrzeuge wurden erst im Beschwerdeverfahren ediert. Sie zeigen,
dass der BMW des Beschwerdeführers mit der linken Seite auf der Höhe der Türen in
den linken vorderen Kotflügel des Audi prallte. Gravierende Beschädigungen lassen
sich allerdings nicht feststellen. In E. 6c hielt die Vorinstanz weiter fest, dass es
glücklichen Umständen und der vorausschauenden Fahrweise der Unfallgegnerin zu
verdanken sei, dass sich kein schwerer Unfall ereignet habe. Wenn es darum geht, die
Schwere der konkreten Gefährdung zu bestimmen, ist allerdings nicht auf Hypothesen
abzustellen, denn sonst könnte bei jedem Unfall argumentiert werden, es hätte sich
unglücklicherweise ein Fussgänger im Gefahrenbereich befinden können, welcher
durch ein Fahrzeug zu Fall gebracht und tödlich hätte verletzt werden können. Dass die
Unfallbeteiligte konkret gefährdet war, lässt sich nicht bestreiten. Allerdings stand ihr
Fahrzeug bereits still, als der Wagen des Beschwerdeführers in ihr Fahrzeug stiess. Es
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blieb sodann unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit einer Geschwindigkeit von
nicht mehr als 30 km/h fuhr. Die Beschädigungen der Fahrzeuge lassen nicht auf einen
besonders heftigen Aufprall schliessen. Sodann besteht kein Anlass zur Annahme, die
Unfallgegnerin sei verletzt worden. Der entsprechende Vermerk in der Überschrift des
Polizeirapports findet weder im Rapport noch in den Befragungsprotokollen eine
Grundlage. Aus dem Befragungsprotokoll ergibt sich vielmehr, dass C.S. die
entsprechende Frage, ob sie verletzt worden sei, ausdrücklich verneinte. Aus dem
handschriftlichen Vermerk "Genick" kann nicht abgeleitet werden, sie habe eine
entsprechende Verletzung zu Protokoll gegeben. In E. 6b des angefochtenen
Entscheids hält die Vorinstanz fest, es sei unklar, ob auch Personenschaden
entstanden sei, nachdem die geschädigte Lenkerin nach dem Unfall über
Nackenschmerzen geklagt habe. Im Befragungsprotokoll hatte die Unfallbeteiligte aber
von sich aus keine Angaben über Verletzungen oder körperliche Schädigungen
gemacht. Erst als sie gefragt wurde, ob sie sich beim Unfall Verletzungen zugezogen
habe, äusserte sie sich dazu, verneinte aber die Frage. Unter diesen Umständen kann
dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten werden, sein Fehlverhalten habe zu einem
Personenschaden geführt.
Der Aufprall der beiden etwa gleich grossen Personenwagen war wie erwähnt
vergleichsweise geringfügig. Dies zeigt sich auch daran, dass sich der Airbag des
Fahrzeuges des Beschwerdeführers nicht geöffnet hat (jener des Fahrzeuges von C.S.
auch nicht, wobei dieser Wagen 1993 erstmals in Verkehr gesetzt wurde und es daher
fraglich ist, ob er bereits über Airbags verfügte).
Aufgrund dieser Umstände kann die vom Beschwerdeführer verursachte konkrete
Gefährdung von C.S. höchstens als leicht eingestuft werden.
5.5.3. Die Vorinstanz hat im Ergebnis zu Recht ein Verschulden des Beschwerdeführers
bejaht. Dieser kam beim Talwärtsfahren auf einer Strasse bei winterlichen Verhältnissen
ins Schleudern; das Fahrzeug brach aus und stiess unkontrolliert gegen einen auf der
Gegenfahrbahn stehenden Wagen. Die Busse wurde wegen nicht den Verhältnissen
angepasster Geschwindigkeit ausgesprochen. Der Einwand des Beschwerdeführers,
die anderen Fahrzeuge der Kolonne seien bei gleichem Manöver und Geschwindigkeit
nicht ins Rutschen gekommen, weshalb für einen Moment das ABS
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(Antiblockiersystem) ganz offensichtlich versagt habe, ist nachgerade absurd. Ein ABS
bewirkt, dass die Räder bei übermässigem Bremsen nicht blockieren. Wenn ein
Fahrzeug mit übersetzter Geschwindigkeit eine Kurve befährt, kann ein ABS ein
Rutschen des Fahrzeuges nicht verhindern. Der Einwand, die Ursache des Rutschens
könne nicht in der Geschwindigkeit gelegen haben, denn sonst hätten ja alle anderen
Fahrzeuge in der Kolonne ebenfalls Probleme gehabt, ist unbegründet. Aus dem
Polizeirapport bzw. den Fotos ergibt sich, dass der Strassenrand ausgeprägter mit
Schnee bedeckt war als die Fahrbahnmitte und dass Schnee bzw. gefrorener
Schneematsch unregelmässig auf der Fahrbahn lag. Auch wird im Rapport
festgehalten, grosse Teile des sichtbaren Strassenbelags seien vereist gewesen.
Möglicherweise geriet der Beschwerdeführer mit seinem Wagen auf einen
schneebedeckten Teil der Fahrbahn, während die vorausfahrenden Fahrzeuge auf dem
weitgehenden aperen Teil fuhren. Auch ist die Bodenhaftung nicht bei sämtlichen
Fahrzeugen identisch. Die Haftung auf glitschiger Fahrbahn hängt u.a. namentlich vom
Gewicht des Fahrzeuges und von der Bereifung ab. Daher ist es durchaus möglich,
dass die dem Beschwerdeführer vorausfahrenden Fahrzeuge die besagte Kurve
problemlos passieren konnten, während das Fahrzeug des Beschwerdeführers ins
Rutschen geriet.
Die Polizei hielt im Rapport fest, dass die Bergpoststrasse mit teilweise gefrorenem
Schneematsch belegt gewesen sei. Der angetroffene Strassenzustand habe seinem
Begriff "winterlich" alle Ehre gemacht, zumal grosse Teile des sichtbaren
Strassenbelages vereist gewesen seien. Die Angaben des Beschwerdeführers, wonach
er als letzter Fahrer in einer Kolonne talwärts gefahren sei und die Geschwindigkeit
rund 30 km/h betragen habe, lassen sich nicht widerlegen. Wohl war die konkrete
Geschwindigkeit des Beschwerdeführers zu hoch, denn andere Gründe, weshalb der
Wagen ins Rutschen geraten ist, fallen vernünftigerweise ausser Betracht. Es handelt
sich im vorliegenden Fall um einen Fahrfehler, wie er bei sehr ungünstigen winterlichen
Strassenverhältnissen auch einem vorsichtigen und besonnenen Fahrer passieren
kann. Bei der Befragung hielt der Beschwerdeführer fest, er frage sich auch, weshalb
die anderen Fahrzeuge vor ihm nicht gerutscht seien. Es könne schon sein, dass er zu
schnell unterwegs gewesen sei. Allerdings betone er, dass die ganze Kolonne inklusive
ihm vorsichtig und aus seiner Sicht den Verhältnissen angepasst gefahren sei. Der
Beschwerdeführer hielt auch fest, er habe vor der Kurve gebremst, weil er die Kurve
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gesehen habe und weil die anderen Fahrzeuge in der Kolonne ebenfalls gebremst
hätten. Möglicherweise hat der Beschwerdeführer als hinterster Lenker in der Kolonne
etwas stärker bremsen müssen als die vor ihm fahrenden Fahrzeuge, was eine Ursache
für den Unfall sein kann. Aufgrund der dargelegten Umstände kann das Verschulden
aber höchstens als leicht qualifiziert werden.
5.5.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Fall nicht als mittelschwer im Sinn
von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG zu qualifizieren ist. Dies entspricht der Praxis des
Bundesgerichts, welches ausdrücklich in einem unlängst ergangenen Urteil festhielt, es
liege ein leichter Fall vor, wenn bei angepasster Geschwindigkeit die mit
Schneematsch bedeckte Strasse falsch eingeschätzt worden sei, (BGer 1C_267/2010
vom 14. September 2010, E. 3.2 mit Hinweis auf BGer 1C_3/2008). Eine solche
Situation liegt im Streitfall vor, während das Bundesgericht für einen mittelschweren
Fall das Verhalten eines Lenkers anführt, der ausserorts mit 80 km/h auf einer
kurvenreichen abfallenden Strasse ins Schleudern gerät (BGer 1C_267/2010 vom 14.
September 2010, E. 3.2 mit Hinweis auf BGer 1C_3/2008). Von einem solch
gravierenden Fall kann aber vorliegend nicht gesprochen werden. Deshalb ist der
Ausweisentzug aufzuheben.
5.6. Weiter rügt der Beschwerdeführer, ein "Strafexport" nach dem Fürstentum
Liechtenstein sei unzulässig. Diese Rüge wird im Beschwerdeverfahren erstmals
erhoben; vor der Vorinstanz wurde sie nicht vorgebracht.
Die Ausdehnung der Führerausweisaberkennung nach dem Fürstentum Liechtenstein
stützt sich auf Ziff. 311 des Notenaustausches vom 15. Dezember 1977 zwischen der
Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein über die gegenseitige Anerkennung der
Führer- und Fahrzeugausweise und die Verwaltungsmassnahmen
(SR 0.741.531.951.4). Das Strassenverkehrsamt äusserte sich zu den Einwendungen
des Beschwerdeführers nicht. Da die Führerausweisaberkennung aufzuheben ist und
eine Verwarnung im erwähnten Notenaustausch nicht erwähnt wird, ist auf diesen
Punkt nicht weiter einzugehen. Eine Grundlage für die Übermittlung der Verwarnung an
das Fürstentum Liechtenstein enthält der Notenaustausch nicht.
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6. Weiter wird in der Beschwerde geltend gemacht, der Ausweisentzug wie auch die
Ausweisaberkennung würden ins ADMAS eingetragen. Ob dieses im Rahmen der
Schengen-Abkommen auch anderen Behörden als den Schweizer Behörden zur
Verfügung und offen stehe, sei unbekannt, dürfe aber vermutet werden. Solange nicht
sichergestellt sei, dass die Strafe in der Form des Führerausweisentzugs bzw. der
Führerausweisaberkennung oder anderer Massnahmen anderen Staaten, insbesondere
auch dem Fürstentum Liechtenstein, mangels gesetzlicher Grundlage nicht mehr
mittels ADMAS zugänglich sei, scheine es geboten, dem Beschwerdeführer, der eine
Firma mit Sitz in Liechtenstein führe, keinen Warnungsentzug oder keine analoge
Aberkennung in der Schweiz auszusprechen, da ansonsten damit verbundene
Eintragungen nicht verhindert und deren Zugänglichkeit für andere Staaten nicht
ausgeschlossen werden könne.
Inwiefern damit Rechtsnormen oder allgemeine Rechtsgrundsätze verletzt werden, wird
in der Beschwerde allerdings nicht dargelegt. Aberkennungen ausländischer Ausweise
und Verwarnungen werden nach Art. 7 lit. f und lit. g der ADMAS-Register-Verordnung
(SR 741.55) in das Register eingetragen. Der Eintrag erfolgt nach Art. 9 Abs. 1 auch
durch die Behörden des Fürstentums Liechtenstein, welche nach Art. 5 Abs. 1 lit. a und
b auch zur direkten Abfrage berechtigt sind. Die Beteiligung der FL-Behörden am
ADMAS ist in Art. 104c Abs. 7 SVG ausdrücklich vorgesehen und verfügt damit über
eine formellgesetzliche Grundlage.
7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen sind der Rekursentscheid vom 25. März
2010 sowie die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 23. Juni 2009 aufzuheben.
Wie erwähnt (oben E. 5.1.), ist in leichten Fällen eine Verwarnung auszusprechen (Art.
16a Abs. 3 SVG) und in besonders leichten Fällen auf jegliche Massnahme zu
verzichten (Art. 16a Abs. 4 SVG).
Die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP
an das Strassenverkehrsamt zurückzuweisen. Dieses hat zu entscheiden, ob eine
Verwarnung auszusprechen oder auf jegliche Massnahme zu verzichten ist. Dabei hat
es auch zu prüfen, ob gegenüber Inhabern ausländischer Führerausweise eine
Verwarnung möglich ist. Dies wird vom Beschwerdeführer bestritten. Nach Art. 45
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Abs. 1 VZV können ausländische Führerausweise nach den gleichen Bestimmungen
aberkannt werden, die für den Entzug des schweizerischen Führerausweises gelten.
Die Verwarnung wird in dieser Bestimmung nicht erwähnt.
8. Der Ausgang des Verfahrens entspricht einer teilweisen Gutheissung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann, da dem Hauptantrag auf
vollumfängliches Absehen von jeglicher Sanktion nicht stattgegeben wird. Dem
Verfahrensausgang entsprechend rechtfertigt es sich, namentlich auch aufgrund der
Gehörsverletzung im Rekursverfahren, die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu drei Vierteln dem Staat und zu einem Viertel dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- ist zu verrechnen und der Rest von
Fr. 2'250.-- dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des Anteils
des Staates ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Der Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- entspricht im übrigen der Praxis des
Verwaltungsgerichts. Der Beschwerdeführer verlangte eine öffentliche Verhandlung. In
Beschwerdeverfahren mit Begehren um eine öffentliche Verhandlung oder
Durchführung eines Augenscheins wird regelmässig ein Kostenvorschuss von
mindestens Fr. 3'000.-- verlangt. Zudem gab der Beschwerdeführer eine Adresse in
Deutschland an, was ein nachträgliches Einfordern der Gerichtskosten gegenüber
einem in der Schweiz wohnhaften Beschwerdeführer wesentlich erschwert hätte.
Überdies war aus der Beschwerdeerklärung nicht ersichtlich, welche Rügen der
Beschwerdeführer im einzelnen vorbringen wird. Bei dieser Sachlage war ein
Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- gerechtfertigt.
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'200.-- sind ebenfalls zu drei
Vierteln dem Staat und zu einem Viertel dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist mit dem Kostenanteil des
Beschwerdeführers von Fr. 300.-- zu verrechnen und der Rest von Fr. 900.-- dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des Anteils des Staates ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
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Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98
Abs. 1 und Abs. 2 sowie Art. 98bis VRP). Da die Beschwerde nur teilweise
gutzuheissen ist, ist eine reduzierte Entschädigung zuzusprechen (Art. 98bis VRP). Bei
einer Kostenauflage von einem Viertel hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
hälftige Entschädigung (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 183). Für das Rekurs- und
das Beschwerdeverfahren ist eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- zuzügl. MWSt
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75).
Demnach hat das Verwaltungsgericht