Decision ID: 2b42fc2b-8615-4c25-a33d-6928c11d22c8
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 20. September 2003 kam es im Gemeindehaus B. an der Hauptstrasse 00 in B.
(Vers.-Nr. 83.0570) und an dessen Anbau zu einem Brandschaden. Der
Schadenexperte der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (abgekürzt
GVA) ermittelte den Schaden am 22. September 2003 und schätzte ihn auf Fr.
15'000.--. In der Folge hat der Leiter Schadendienst die Schadensumme auf Fr.
2'000.-- herabgesetzt. Gemäss Verfügung der GVA vom 26. September 2003 beläuft
sich die Netto-Schadensumme auf Fr. 1'700.-- (Fr. 2'000.-- abzüglich des
Selbstbehalts von Fr. 300.--).
Gegen die Verfügung der GVA vom 26. September 2003 erhob die Politische
Gemeinde B. Rekurs bei der Verwaltungskommission der GVA. Sie beantragte, die
Verfügung sei aufzuheben. Sodann sei unter Einschluss des Gebäudeschadens am
Anbau des Hauptgebäudes ein weitergehender Schaden festzustellen und zur
Versicherungsleistung anzuerkennen. Zur Begründung wurde geltend gemacht, der
Anbau sei eine Baute im Sinn des Gebäudeversicherungsrechts und deshalb
versichert. Sodann habe der Teppich in einem Büro des Hauptgebäudes ersetzt
werden müssen. In der Folge wurde das Rekursverfahren wegen Verhandlungen mit
der Privatversicherung sistiert. Am 24. Februar 2005 wies die Verwaltungskommission
der GVA den Rekurs ab. Die Verwaltung wurde angewiesen, der Rekurrentin die Kosten
für die Malerarbeiten von Fr. 3'891.- zuzüglich der gemäss Schätzung ermittelten
Kosten für die Reinigung des Teppichs im Umfang von Fr. 500.--, abzüglich des
Pflichtselbstbehalts von Fr. 300.--, nach Rechtskraft dieses Entscheides zu vergüten.
Die Rekursinstanz gelangte zur Ueberzeugung, der Anbau sei nicht versichert. Sodann
könne der Schaden am Teppich nicht mehr festgestellt werden, weil die Rekurrentin
diesen ersetzt und damit gegen das Veränderungsverbot verstossen habe. Demzufolge
sei einzig die gemäss Schadenschätzung ermittelte Schadensumme für die Reinigung
des Teppichs im Betrag von Fr. 500.-- anzuerkennen.
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B./ Am 14. März 2005 erhob die Politische Gemeinde B. gegen den Entscheid der
Verwaltungskommission der GVA vom 24. Februar 2005 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht, die sie am 4. April 2005 begründete. Sie stellt das
Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid und derjenige vom 26. September 2003
seien aufzuheben und die Streitsache sei zur neuen Entscheidung über Umfang und
Höhe der auszurichtenden Versicherungsleistung an die GVA zurückzuweisen. Die
Eingabe wird damit begründet, der Schaden am Anbau sei versichert und die Höhe der
Entschädigung für Schäden am Hauptgebäude widerspreche verfahrensrechtlichen
und materiellen Grundsätzen.
Am 25. April 2005 stellte die Verwaltungskommission der GVA den Antrag, die
Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
a) Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid sachlich zuständig (Art. 56 des Gesetzes
über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, abgekürzt GVG, in Verbindung mit Art.
59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt
VRP). Ferner entsprechen die Eingaben vom 14. März und 4. April 2005 zeitlich, formal
und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
b) Nach Art. 64 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP steht der zuständigen
Behörde einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-
rechtlichen Anstalt das Beschwerderecht zur Wahrung öffentlicher Interessen zu. Sind
juristische Personen des öffentlichen Rechts, insbesondere auch Gemeinden, von einer
Verfügung in gleicher Weise betroffen wie ein Privater, richtet sich ihre
Beschwerdebefugnis indessen nach Art. 45 Abs. 1 VRP (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 409 mit
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Hinweisen). Dies trifft im vorliegenden Fall zu. Die GVA hat es abgelehnt, den Schaden
am Anbau des Gemeindehauses zu übernehmen und der Politischen Gemeinde B. im
übrigen eine geringere Versicherungs-leistung zugesprochen, als diese beansprucht.
c) Streitgegenstand im Anfechtungsverfahren ist ein Entscheid, der ein bestimmtes
Rechtsverhältnis regelt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 478). Im Rahmen des
Rekursverfahrens hat die Beschwerdeführerin am 17. November 2003 den Antrag
gestellt, die Verfügung der GVA vom 26. September 2003 sei aufzuheben und "es sei
ein weitergehender Schaden unter Einschluss des Gebäudeschadens am Anbau zum
Hauptgebäude Assek-Nr. 570" festzustellen und zur Versicherungsleistung
anzuerkennen. Was den im Hauptgebäude entstandenen Schaden anbetrifft, hat sie
am 17. November 2003 einzig gerügt, dieser sei in ungenügendem Umfang erfasst
worden, weil der Schaden am Teppich nicht durch Reinigung habe behoben werden
können bzw. weil der Teppich habe ersetzt werden müssen. Auch in der Replik vom 9.
Dezember 2004 ist dementsprechend nur von der Schadensumme für den Teppich die
Rede. Am 1. September 2004 gelangte der Finanzverwalter der Beschwerdeführerin an
die Vorinstanz und ersuchte um Abrechnung des Gebäudeschadens am
Hauptgebäude. In diesem Zusammenhang wurde ein Betrag von Fr. 1'123.-- für eine
Bürotüre geltend gemacht sowie ein Betrag von Fr. 2'220.-- für Reinigungsarbeiten im
Hauptgebäude. Im Rekursverfahren sind die Antragstellung, die Darstellung des
Sachverhalts und die Begründung an bestimmte Verfahrensstadien gebunden. Eine
Ausdehnung des Rechtsmittelbegehrens kann nur innerhalb der Rechtsmittelfrist bzw.
der zur Antragstellung angesetzten Nachfrist erfolgen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz.
639 und 640). Weil das Begehren um Anerkennung dieser beiden Schadenposten
verspätet gestellt worden war, war es nicht Gegenstand des Rekursverfahrens.
Dementsprechend ist der Antrag der Beschwerdeführerin nicht zu prüfen, wonach die
Vorinstanz diese beiden Schadenposten hätte anerkennen müssen, weil es möglich sei,
diese nachträglich durch die ins Recht gelegten Rechnungsbelege und durch
Befragung der mit den Arbeiten betrauten Personen zu belegen.
d) Auf die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen einzutreten.
2./ Zu prüfen ist, ob der durch Brand beschädigte Anbau am Gemeindehaus versichert
ist. Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz besteht dieser
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aus drei Condecta-Raumsystem-Elementen. Diese sind auf Fundamenten montiert, mit
dem Hauptgebäude auf drei Etagen fest verbunden und mit Türen von und zum
Hauptgebäude sowie mit Anschluss an dessen Infrastruktur ausgestattet. Die
Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz in diesem Zusammenhang vor, der
angefochtene Entscheid beruhe auf einer unzulässigen Vermengung zivilrechtlicher,
baupolizeilicher und versicherungsrechtlicher Kriterien. Die Frage, ob ein Gebäude im
versicherungsrechtlichen Sinn vorliege, beurteile sich unabhängig davon, wie es
zivilrechtlich zu qualifizieren und baupolizeilich behandelt worden sei.
a) Gemäss Art. 9 Abs. 1 GVG müssen die Gebäude auf dem Gebiet des Kantons St.
Gallen bei der Anstalt versichert sein.
Was die einzelne Gebäudeversicherungsanstalt als Gebäude betrachtet, bestimmen
die kantonalen Gesetze und Verordnungen (vgl. Hauswirth/Suter, Sachversicherung, 2.
Aufl., Bern 1990, S. 65). Ein Gebäude ist nach Art. 10 Abs. 1 der Verordnung zum
Gesetz über die Gebäudeversicherung (sGS 873.11, abgekürzt GVV) jede auf Dauer
angelegte nichtbewegliche Baute, die gedeckten und begehbaren Raum beinhaltet.
Ausgenommen sind Strassen- und Bahnunterführungen, Tunnels, Stollen und ähnliche
Bauten, gedeckte Holzbrücken und Foliengewächshäuser, jedoch nicht
gebäudeähnliche Einbauten in solche Anlagen.
Art. 10 Abs. 1 GVV führt nicht näher aus, was unter "auf Dauer angelegt" und
"nichtbewegliche Baute" zu verstehen ist. Es handelt sich um unbestimmte
Rechtsbegriffe, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Umschreibung des
Tatbestands unbestimmt ist. Die Norm bedient sich Worten, die - aus sich heraus -
keinen genügenden Aufschluss darüber geben, ob ein bestimmter Sachverhalt noch
unter den Normtatbestand fällt oder nicht. Die nähere Bestimmung eines unbestimmten
Rechtssatzes wird als Rechtsfrage angesehen. Das in der Kognition grundsätzlich auf
die Rechtskontrolle beschränkte Verwaltungsgericht ist somit befugt, die
Konkretisierung durch die Vorinstanz frei zu überprüfen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz.
724 mit Hinweisen). Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts darf einer vertretbaren
Auslegung eines unbestimmten Begriffs durch die Verwaltung bzw. die Vorinstanz die
Anerkennung indessen nicht versagt werden (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 725 mit
Hinweisen).
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b) Nach den Erwägungen zum angefochtenen Entscheid beurteilt sich die Frage, ob
eine Baute beweglich ist bzw. ob eine Fahrnisbaute im Sinn des st. gallischen
Gebäudeversicherungsrechts vorliegt, danach, ob sie ohne Absicht bleibender
Verbindung bzw. nicht als Dauereinrichtung erstellt worden ist (vgl. dazu Hauswirth/
Suter, a.a.O., S. 66 und A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen Gebäudeversicherungen,
Separatdruck aus: "Mitteilungen" Jahrgänge 1978/79 des Interkantonalen
Rückversicherungsverbandes Bern und der Vereinigung Kantonaler
Feuerversicherungen, S. 8). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin lässt
sich dies auch danach beurteilen, wie die Baute baupolizeilich behandelt worden ist. Es
war der Vorinstanz unbenommen, die Baube-willigung vom 19. August 2003 als
Entscheidungshilfe heranzuziehen. Die Baubewilligung ist für einen provisorischen
Anbau in Form von drei Bürocontainern erteilt worden. Dementsprechend ist sie bis
zum 31. August 2006 befristet, und für den Fall, dass die Container länger bestehen
bleiben sollten, muss ein Gesuch um Verlängerung eingereicht werden. Sodann steht
fest, dass der Anbau der Container ein Provisorium ist und deshalb nicht als dauerhafte
Baute angesehen werden kann, weshalb kein Energienachweis eingefordert werden
musste. Auch hat das Grundbuchamt darauf verzichtet, den Anbau der GVA zur
Bauzeitversicherung anzumelden (vgl. Art. 21 GVV). Der Vorinstanz kann somit nicht
vorgeworfen werden, sie sei zu Unrecht davon ausgegangen, beim Container-Anbau
handle es sich um eine vorübergehende Lösung und nicht um eine auf Dauer angelegte
Einrichtung, zumal auch der Charakter des Anbaus dafür spricht. Im Gegensatz zur
Auffassung der Beschwerdeführerin ist von Bedeutung, ob eine Baute in
konventioneller Bauweise errichtet und dauernd mit dem Boden verbunden ist oder ob
sie aus mobilen Elementen besteht, die auf Fundamenten befestigt werden bzw. ob es
sich um eine Fahrnisbaute handelt (vgl. dazu Art. 677 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210, und Tuor/Schnyder/Schmid/Rumo-Jungo, Das
Schweizerische Zivilgesetzbuch, 12. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2002, S. 849 f.).
Abgesehen davon, dass nicht feststeht, ob die Raumsystem-Elemente ins Eigentum
der Beschwerdeführerin übergegangen sind (zum Versicherungsschutz bei
Dritteigentum vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 70), sind derartige Container insofern
"bewegliche Bauten" als sie für eine befristete Zeit an einem bestimmten Ort aufgestellt
werden können. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass die Gültigkeitsdauer der
Baubewilligung auf Gesuch hin über den 31. August 2006 hinaus verlängert werden
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kann. Von einer unbefristeten Bewilligung kann keine Rede sein. Ansonsten hätte auch
ein Energienachweis erbracht werden müssen. Es besteht somit kein Anlass, den
Begriff "auf Dauer angelegt" extensiv zu interpretieren bzw. auch Provisorien zu
versichern, um der Gefahr von Versicherungslücken entgegenzuwirken. Daraus ergibt
sich, dass die Vorinstanz den Container-Anbau am Gemeindehaus gestützt auf Art. 10
Abs. 1 GVV zu Recht als nicht versichert bezeichnet hat.
3./ Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Container-Anbau sei mit dem
Gemeindehaus baulich derart eng verbunden, dass er als Teil des Hauptgebäudes ver-
sichert sei.
Art. 11 Abs. 1 GVV bestimmt abschliessend, welche Gebäudeteile mit dem Gebäude
versichert sind: Einrichtungen, die ihrer Art nach Teil des Gebäudes sind oder zu seiner
Grundausstattung gehören (lit. a); andere Einrichtungen baulicher Art, die eine dem
Gebäude ähnliche Dauerhaftigkeit aufweisen und so im Gebäude eingebaut,
eingemauert oder untermauert sind, dass sie ohne erhebliche Werteinbusse oder ohne
wesentliche Gebäudebeschädigung nicht entfernt werden können. Die blosse
Befestigung gilt nicht als Einbau.
Mit der Baute werden somit bestimmte Einrichtungen baulicher Art innerhalb der
bestehenden Kubatur versichert, nicht aber provisorische Anbauten. Beim Container-
Anbau handelt es sich somit nicht um einen mitversicherten Gebäudeteil gemäss Art.
11 Abs. 1 GVV.
4./ Die Beschwerdeführerin rügt sodann, mit dem angefochtenen Entscheid werde ihr
unter Hinweis auf die Verfügung vom 26. September 2003 zu Unrecht eine höhere
Schadenschätzung und eine höhere Versicherungsleistung für einen Teppich im
Gemeindehaus mit der Begründung aberkannt, sie habe das Veränderungsverbot nach
Art. 44 GVG missachtet. Sie begründet dies damit, sie habe erst am 17. November
2003 und nach Behebung des Schadens erfahren, dass die Schadensumme von Fr.
2'000.-- nur Kosten für die Reinigung, nicht aber für den Ersatz des brandgeschädigten
Teppichs beinhalte. Sodann sei die Schadensumme von Fr. 500.-- für die Reinigung
des Teppichs erstmals in den Erwägungen zum angefochtenen Rekursentscheid
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erwähnt worden. Des weiteren lasse sich nicht nur durch Rechnungsbelege, sondern
auch durch Zeugenbefragung der Handwerker nachweisen, dass der Teppich habe
ersetzt werden müssen. Die Vorinstanz habe ihr diesbezüglich keine Beweisführung
zugestanden und über die Höhe der Entschädigung entschieden, obschon kein
erstinstanzlicher Entscheid vorliege.
a) Was den Schaden am Hauptgebäude anbetrifft, wird im angefochtenen Entscheid
ausgeführt, die GVA habe eine Brutto-Schadensumme von Fr. 2'000.-- anerkannt. Am
1. September 2004 habe die Beschwerdeführerin eine Kostenzusammenstellung über
Fr. 10'265.85 eingereicht. Unbestritten seien die Schadenbehebungskosten für
Malerarbeiten im Betrag von Fr. 3'891.--. Nicht anerkannt werden könne
demgegenüber ein Betrag Fr. 3'031.85 für einen Teppich, weil die Beschwerdeführerin
den alten Teppich nicht gereinigt, sondern im nachhinein ersetzt habe. Ob der Teppich
habe ersetzt werden müssen, lasse sich heute nicht mehr nachvollziehen. Die
Beschwerdeführerin habe in Kenntnis der anerkannten Schadensumme von Fr. 2'000.--
ohne Rücksprache mit der GVA den Ersatz des Teppichs veranlasst. Dies komme einer
Verletzung von Art. 44 GVG gleich und widerspreche dem
Schadenerledigungsverfahren. Andernfalls wäre die Schadenermittlung überflüssig,
und jeder Versicherungs-nehmer hätte das Recht, Schadenbehebungsarbeiten nach
eigenem Ermessen durchführen zu lassen und der GVA die Abrechnung zur Vergütung
zu unterbreiten. Weil das Schadenausmass zufolge Missachtung des
Veränderungsverbots nicht mehr festgestellt werden könne, seien neben den Kosten
für die Malerarbeiten lediglich die geschätzten Kosten für die Reinigung des Teppichs
im Betrag von Fr. 500.-- anzuerkennen.
b) Art. 44 GVG schreibt vor, dass an beschädigten Liegenschaften keine
Veränderungen vorgenommen werden
dürfen, durch welche die Abklärung der Schadenursache oder die Schätzung des
Schadens verunmöglicht oder erschwert wird. Vorbehalten bleiben besondere
Anordnungen sowie Abbruch- und Aufräumungsarbeiten, die zur Feststellung des
Schadens notwendig sind. Unter Vorbehalt der Pflicht zur Schadenminderung (Art. 43
GVG) ist der Versicherungsnehmer somit gehalten, Lage und Beschaffenheit der vom
Ereignis betroffenen Sachen in dem Zustand zu belassen, in den sie durch den
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Schadenfall versetzt worden sind, damit der Versicherer einen Augenschein nehmen
kann. Das Veränderungsverbot soll verhindern, dass der Versicherungsnehmer durch
eine Verfälschung des angerichteten Zustandes die Ermittlungen über den Sachverhalt
erschweren oder verunmöglichen oder sogar unberechtigte Ansprüche geltend machen
kann (vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 128 f.). Hat der Versicherte das
Veränderungsverbot übertreten, so wird nach Art. 46 Abs. 2 GVG der Schaden
berücksichtigt, der sich noch zuverlässig feststellen lässt.
aa) Die Frage, ob einem Versicherten vorgeworfen werden kann, er habe das
Veränderungsverbot missachtet, hängt auch davon ab, wie sich er Schadenexperte
anlässlich der Schadenbesichtigung verhält bzw. wie er sich hinsichtlich des weiteren
Vorgehens äussert (vgl. VerwGE vom 10. Mai 2005 i.S. B. AG). Der in Art. 9 der
Bundesverfassung (SR 101) verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer
Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche
Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der
Behörden (vgl. BGE 126 II 387 mit Hinweisen; vgl. auch Häfelin/Müller, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 627).
bb) Aktenkundig ist, dass der Schadenexperte den Brandschaden am 22. September
2003 ermittelt und auf Fr. 15'000.-- geschätzt hat. Darin enthalten waren geschätzte
Kosten für Fenster (Fr. 1'500.--), Elektroinstallation (Fr. 4'000.--), Teppiche (Fr.
1'500.--), Deckenverkleidungen (Fr. 4'000.--), Malerarbeiten (Fr. 2'000.--), Baureinigung
(Fr. 1'000.--) und Bauleitung (Fr. 1'000.--). Nach den Feststellungen der Vorinstanz war
es der Leiter Schadendienst, der die Schätzung in der Folge auf Fr. 2'000.--
herabsetzte mit dem Vermerk: "- Malerarbeiten in 1 Büro - Teppichreinigung 1 Büro".
Am 26. September 2003 hat die GVA sodann verfügt, die Netto-Schadensumme
belaufe sich auf Fr. 1'700.-- (Fr. 2'000.-- abzüglich des Selbstbehalts von Fr. 300.--).
cc) Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass aus den Erwägungen zur
Verfügung der GVA vom 26. September 2003 nicht hervorgeht, für welche
Schadenpositionen im Gemeindehaus und/oder in dessen Anbau eine Netto-
Schadensumme von Fr. 1'700.-- anerkannt wird. Offen ist weiter, ob die
Beschwerdeführerin vom ursprünglich erstellten und vom korrigierten
Schadenermittlungsprotokoll Kenntnis erhalten hat. Ebenfalls nicht bekannt ist,
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aufgrund welcher Erkenntnisse der Leiter Schadendienst Fr. 2'000.-- für Malerarbeiten
und Teppichreinigung in einem Büro eingesetzt hat. Aus dem Protokoll lässt sich
sodann nicht ersehen, dass "die gemäss Schadenschätzung ermittelte Schadensumme
für die Reinigung des Teppichs Fr. 500.--" beträgt, wie in den Erwägungen zum
angefochtenen Entscheid erstmals ausgeführt wird. Fest steht einzig, dass die
Beschwerdeführerin spätestens am 17. November 2003, als sie die Rekursergänzung
einreichte, wusste, dass die angefochtene Verfügung vom 26. September 2003 nur den
durch den Brand am Hauptgebäude entstandenen Schaden erfasst und dass der
Schaden am Teppich aus Sicht der GVA durch Reinigung behoben werden kann bzw.
dass es nicht erforderlich ist, ihn zu ersetzen.
dd) Es ergibt sich somit, dass der Schadenexperte die Schadenursache am 22.
September 2003 abgeklärt und den Schaden am Teppich gleichentags geschätzt hat.
Sodann behauptet die Vorinstanz nicht, die Ermittlungen des
Schadenexperten seien durch Vorkehrungen behindert, erschwert oder verunmöglicht
worden, welche die Beschwerdeführerin bereits vor diesem Zeitpunkt am beschädigten
Teppich in die Wege geleitet habe. Des weiteren macht sie nicht geltend, der
Schadenexperte oder der Leiter Schadendienst habe der Beschwerdeführerin eine
weitere Schadenermittlung in Aussicht gestellt, die sie hätte veranlassen müssen, am
beschädigten Teppich nichts zu verändern. Demnach bestehen keine Anhaltspunkte,
wonach die Beschwerdeführerin die Feststellung des Sachverhalts behindert oder gar
vereitelt haben könnte. Der Vorwurf der Vorinstanz, das tatsächliche Schadenausmass
habe nicht mehr festgestellt werden können, weil die Beschwerdeführerin gegen das
Veränderungsverbot verstossen habe, erweist sich demzufolge als unbegründet. Art.
46 Abs. 2 GVG kommt als Rechtsgrundlage für die von der Vorinstanz festgelegte
Schadensumme von Fr. 500 .-- somit nicht in Frage. Demzufolge ist die Beschwerde in
diesem Punkt gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid vom 24. Februar 2005 und
die Verfügung der GVA vom 26. September 2003 werden aufgehoben, soweit damit für
die Reinigung des Teppichs eine Schadensumme von Fr. 500.-- anerkannt wird. Die
Streitsache wird zur neuen Entscheidung über die Höhe der auszurichtenden
Versicherungsleistung für den Ersatz des Teppichs an die erste Instanz
zurückgewiesen.
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5./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde begründet ist, soweit geltend
gemacht wird, bezüglich des Schadens am Teppich sei das Veränderungsverbot nicht
verletzt worden. Im übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf
eingetreten werden kann.
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin zu einem
Viertel. Entsprechend sind ihr die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu drei
Vierteln und der GVA zu einem Viertel aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12).
Nach Art. 95 Abs. 3 VRP werden vom Gemeinwesen, wenn es nicht überwiegend
finanzielle Interessen verfolgt, in der Regel keine amtlichen Kosten erhoben.
Ueberwiegend finanzielle Interessen werden verfolgt in Rechtsstreitigkeiten um
geldwerte Ansprüche und Verpflichtungen, wobei die finanziellen Gesichtspunkte im
Vordergrund stehen müssen (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 109 mit Hinweis). Dies trifft im
vorliegenden Fall zu (vgl. VerwGE vom 25. Januar 2005 i.S. Pol. Gde. S.). Auf die
Erhebung der Kosten bei der Beschwerdeführerin wird demnach nicht verzichtet. Die
auf sie entfallende Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist mit dem geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zu verrechnen. Der Rest von Fr. 500.-- wird ihr
zurückerstattet. Die GVA gehört nicht zu den Gemeinwesen nach Art. 95 Abs. 3 VRP
(vgl. Hirt, a.a.O., S. 108 mit Hinweisen). Auf die Erhebung der Kosten von Fr. 500.-- bei
der GVA wird demzufolge nicht verzichtet.
Die Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (vgl.
Art. 98 Abs. 1, Art. 98bis und Art. 98ter VRP; vgl. auch Hirt, a.a.O., S. 177).
b) Neu zu verlegen sind sodann die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr.
1'200.--. In der Regel wird die Kostenverlegung in bezug auf die Beteiligten und ihre
Anteile analog dem Rechtsmittelentscheid vorgenommen (vgl. Hirt, a.a.O., S. 103).
Dementsprechend haben die Beschwerdeführerin Fr. 900.-- und die GVA Fr. 300.-- zu
übernehmen.