Decision ID: 04d4be64-593d-4337-8697-d36abf4f3f0d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1956 geborene
X._
war seit dem 7.
Januar
1980 als Rollenoff
setdru
cker bei der
Y._
AG angestellt und im Rahmen dieses Arbeits
verhältnisses bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom
7.
Mä
rz 2019 liess er der Suva mitteil
en, dass er am 5.
Januar
2019 beim Skifahren
stark
habe
abbremsen müssen und dabei das Knie verrenkt habe (
Urk.
7/1). Der erstbehandelnde Facharzt stellte am
27.
März
2019 (
Urk.
7/15)
die Diagnose einer medialen Meniskusläsion rechts nach Stauchungstrauma b
ei Skifahren
5.
Januar 2019 (S.
1
).
Mit Verfügung vom 7. Mai
2019 (
Urk.
7/40) verneinte die Suva ihre Leistungs
pflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 5.
Januar
2019, da dieses kein Unfallereignis im Sinne des Gesetzes darstelle und der Gesundheitsschaden über
wiegend wahrscheinlich degenera
ti
v
, beziehungsweise krankheitsbedin
gt sei
(S.
1
). Die vom Versicherten gegen d
iesen Entscheid erhobene Einsprache vom 23. M
ai
2019 (
Urk.
7/42) wies die Suva am 20.
September
2019 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
8.
Oktober 2019 (
Urk.
1
) Beschwerde und beantragte sinngemäss, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien
ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Die Suva schloss am 3
0.
Oktober 2019 auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 3
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung
ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein unge
wöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
1.2.4
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.3.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
2.
2.1
Die Besch
werdegegnerin
erwog im angefochte
nen
Einspracheentscheid
vom 20.
September
2019 (
Urk.
2) im Wesentlichen, ein ungewöhnlicher äusserer
Faktor respektive besondere Umstände im Rahmen der sportlichen Betätigung seien nicht ersichtlich (S. 3). E
in
Unfall im rechtlichen Sinne sei folglich nicht gegeben (S. 4). Im Weiteren kam sie unter Hinweis auf die Beurteilung der Kreis
ärztin med.
pract
.
Z._
, Fachärzt
in für Chirurgie, vom
6.
Mai 2019 (Urk.
7/38) zum Schluss, die vorliegende Listendiagnose sei mit überwiegender Wahrsche
in
lichkeit vorwiegend auf Abnüt
zu
ng zurückzuführen, folglich bestehe auch kein Anspruch auf Versicherungsleistungen aufgrund einer Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG (S. 5).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (
Urk.
1
) e
in
, es sei insbesondere der Beur
te
il
ung des operierenden Arztes nicht in genügendem Masse Rechnung getragen worden. Dieser habe klar aufgezeigt, dass der Befund eine trauma
ti
sche Kompo
nente zeige.
3.
3.1
Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom
7.
März 2019 (
Urk.
7/1) musste der Beschwerdeführer beim Skifahren stark abbremsen und hat sich dabei das Knie verrenkt. Telefonisch ergänzte der Beschwerdeführer am 2
6.
April 2019 (
Urk.
7/34), das Bremsen mit den Skie
rn
sei so stark gewesen, dass nachher der Skischuh im Fersenbereich defekt gewesen sei.
3.2
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
A._
, Orthopädische Chi
ru
rgie FMH, diagnosti
zierte am 2
7.
März 2019 (
Urk.
7/15) eine mediale Meniskusläsion recht
s nach Stauchungstrauma bei Skif
ahren
5.
Januar 2019 sowie e
in
en Status nach Ober
schenkelfraktur, Plattenosteosynthese links 2009.
Er hielt dazu fest, der Beschwerdef
ührer sei am
5.
Januar 2019 beim
Sk
if
ahren in eine Mulde gefahren, habe sich dabei das Knie gestaucht und leicht verdreht. Nachfolgend
seien sofortige, erstmalige Kni
eschmerzen rechts medial
aufgetreten
, welche bis heute trotz Belastungsreduktion und lokaler Analgesie vor allem bei längerem Stehen, Treppen steigen und
in
der Nacht beim Aufe
in
anderlegen der Knie persistierten (S.
1
). Anamnese, Klinik und MRI-Befund passten sehr gut zur M
e
niskusläsion (S. 2).
Am 28. März 2019 (Urk. 7/20) nahm Dr.
A._
einen operativen Eingriff in Form einer arthroskopischen
Innenmeniskush
in
terho
rn
-Te
il
resektion rechts sowie
eine
Infiltration mit
Ropivaca
in
0.2
%
20ml vor. Dem entsprechenden Operationsbe
richt kann ergänzend entnommen werden, dass
klinisch klar p
ositive Meniskus
zeichen nach
McMurry
bei ansonsten unauffälliger Knieuntersuchung vorlagen und sich MR-radiologisch ein
Innenmeniskushinterho
rn
- un
d -
corpus
-Horizon
talriss zeigte
.
3.3
Kreisärztin med.
pract
.
Z._
f
ührte
in
i
h
re
m Bericht vom 6. Mai 2019 (Urk.
7/38) aus, die im Befund des MRI Knie rechts vom 11.
Mä
rz
2019 beschrie
benen Läsionen zeigten typische Befunde eines degenerativ veränderten Knies mit abgeflachtem Innenmeniskus, eine horizontale Rissb
il
dung, die typischer
weise durch das Ausdünnen des zentralen Ante
il
s des Meniskus durch Degenera
tion erfolge. Dadurch entstünden kleine Risse, die im Folgenden zu komplexen und horizontalen Rissen führten. Diese seien häufig in Begleitung von Knorpel
schäden zu finden. Auch diese würden
in der MRI-Untersuchung vom 11.
März
2019 dargestellt. Die
Knorpelbeläge seien leicht verschmälert und inhomogen, dies vor allem im medialen
Femurkondylus
. Zusätzlich zeigten sich erste Zeichen der Degeneration, kleine
permeniskale
Zysten im Bereich des medialen M
eniskus. Im Röntgenbild vom 27.
März
2019 sei eine Gelenkspalt
verschmälerung zu sehen, welche ebenfalls auf eine Meniskusveränderung und eine
Knor
pelverdünnung hinweise. Die
subchondrale
Sklerosierung entstehe über einen längeren Zeitraum. Zusätzlich zeige sich eine chronische Synovitis, das sei eine Entzündung der Gelenkhaut. Diese brauche eine längere Entstehungsdauer. Typischerweise erfolge dies auch bei degenera
ti
v veränderten
K
niestrukturen
(S. 2).
Die Kreisärztin kam zum Schluss, die Mechanik bei der aktiven und
passiven Bewegung des Kniegelenk
s könne über die Jahre vermehrt zu degenerativen Veränderungen führen. Häufig entstünden diese ab dem 4
0.
Lebensjahr. Die Mechanik bei der starken Beugung und Aussendrehung des Unterschenkels dränge den inneren Meniskus nach hinten aussen. Dadurch gerate das Hinterho
rn
des Innenmeniskus unter erheblichen Druck der Oberschenkelro
ll
e. Dies führe deswegen genau an dieser Stelle zu vermehrt degenerativen Veränderungen. Mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche
in
lichkeit seien somit die
in
der B
il
dgebung gezeigten Veränderungen degenerativ bedingt. Im Bericht vom 28.
M
ärz
2019 würden während der Arthroskopie die Knorpelbeläge als aufgeraut beschrieben. Der Innenmeniskus zeige sich auch da horizontal
ru
pturiert, ausge
dehnt und verdünnt. Auch lateral zeige sich eine Chondropathie Grad I femoral und
tibial
. Der Aussenmeniskus zeige sich ebenfalls degenerativ verändert. In Zusammenschau der Befunde sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit der Meniskusschaden durch degenerative Verän
derungen entstan
den. Dies sei ein
Krankh
eitsprozess (S. 2).
3.4
Im
ebenfalls vom 6.
Mai
2019 (
Urk.
7/41) da
tierenden Bericht beschrieb Dr.
A._
, es handle sich um einen klaren kausalen Zusammenhang zwischen der Läsion und den Beschwerden respektive dem Ereignis mit den typischen Indikatoren: plötzlich aufgetretene Schmerzen nach äusserem Einfluss und Sturz. Neben der klaren Anamnese zeige auch der intraoperative Befund eine trauma
tische Komponente, nämlich den radiären Ante
il
des Risses (S.
1
).
4.
4.1
In
sachverhaltlicher
Hinsicht liegen bezüglich des umstrittenen Ereignisses unterschiedliche Darstell
ungen bei den Akten. Der Bagatell
unfall-Meldung (E.
3.1) zufolge
musste der Beschwerdeführer beim Skifahren stark abbremsen und verrenkte sich hierbei das Knie. Dahingegen fuhr der Beschwerdeführer gemäss dem Bericht von
Dr.
A._
(E. 3.2) be
im
Skifahren in eine Mulde, wobei er sich das Knie
stauchte und leicht verdrehte. I
n der
Hergangssch
il
derung
vom 8.
Ap
ri
l
2019 (
Urk.
7/18 S. 1
)
findet sich eine dritte Version, wobei der Beschwer
deführer
einen starken Schlag auf das rechte Knie zu
Protokoll gab.
Aufg
ru
nd der in E. 1.3.4 hievor wiedergegebenen Beweisregel der „Aussagen der ersten Stunde" ist jedoch davon auszuge
h
en, dass sich das Ereignis so zugetragen hat, wie es aus der Bagatellunfall-Meldung hervorgeht. Denn es ist nicht auszu
schliessen, dass die spätere Darstellung des Beschwerdeführers bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrech
tl
icher oder anderer Art
beeinflusst gewesen sein könnte. Zudem wäre zu erwarten gewesen, dass in der Unfallmeldung, in welcher explizit nach dem genauen Unfallhergang gefragt wurde, beim Ereignisbeschrieb ein so wesentlicher und insbesondere als programmwidrig erscheinender Vorfall wie ein Fahren in eine Mulde und ein daraus resultierender Schlag aufs Knie erwähnt worden wäre. Dem Umstand, dass trotz klarer Fragestellung im Fragebogen kein spezielles Ereignis genannt wurde, das den Schmerz unmittelbar auslöste oder mit zeitlicher Verzögerung im Sinne
einer Teilursache ausgelöst
haben könnte, ist daher entscheidendes Gewicht beizumessen. Es ist daher auf die
Hergangsschilderung
vom 7. März 2019 (Urk. 7/1) abzustellen.
4.2
Eine ungewöhnliche Ursache im Sinne eines programmwidrig gestörten Ablaufs wurde beis
pielsweise bei einem Skifahrer im
Sinne eines Grenzfalls im Ausgleiten auf einer vereisten Stelle, das sich daraus ergebende unkontrollierte Anfahren eines Buckels, das
Abgehobenwerden
bei verdrehter Oberkörperhaltung und das harte Aufschlagen erkannt (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 424 f. E. 4). Mangels Unge
wöhnlichkeit des äusseren Faktors wurde der Unfallbegriff hingegen nicht als erfüllt betrachtet, wenn es beim Skifahren auf einer ste
il
en, buckligen Piste und Kompression in einer Wellenmul
de zum Auftreten einer Diskushern
ie kommt
(nicht veröffentlichtes Urteil
vom 1
6.
Mai 1991 [U 16/91] zitiert in RKUV 1999 Nr. U 345 S. 426 E. 5) oder nach e
in
em Sprung in hügeligem Gelände mit Landung in einer Mulde eine Kompression stattfindet, woraus eine Halswirbelsäulen-Distorsion resultiert (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 313/04 vom
1
. Feb
ru
ar 2005).
Angesichts dieser Kasuistik ist die Ungewöhnlichkeit zu verneinen. Mit der Schil
derung eines B
remsvorganges geht weder eine un
kontrollierte Bewegung, ein Ausgleiten, ein Sturz oder Ähnliches
ein
her. Vielmehr ist das Bremsen dem Ski
fahren in
h
ärent und es lässt sich darin weder eine s
innfällige Ü
beranstrengung noch etwas Programmwidriges erblicken. Zwar können be
im
Bremsen auf Skie
rn
erfahrungsgemäss erhebliche Kräfte auf die Knie einwirken, indes wurde die Ursache des Meniskusrisses weder durch ein objektiv unvorhersehbares noch sonst wie abnormes Geschehen gesetzt, weshalb es an einer unfallrelevanten Fremde
in
wirkung (von aussen) auf das rechte Knie des Beschwerdeführers fehlt, auch wenn es zu einer Verrenkung des Knies kam. Ungewöhnlich ist lediglich die durch das Abbremsen ve
ru
rsachte schädigende Einw
ir
kung auf dieses Knie. We
il
sich aber das Merkmal der Ungewöhnlichkeit nur auf den äusseren Vorgang selbst, nicht aber auf dessen Wirkung auf den menschlichen Körper bezieht, liegt kein Unfall vor. Wenn der Beschwerdeführer die auf seinen Körper wirkenden Kräfte subjektiv als besonders heftig und schmerzhaft empfunden hat, vermag dies keine objekti
ve Ungewöhnlichkeit zu begründen
.
Anzufügen bleibt, dass der Beschwerdeführer in seiner Darlegung vom 8. April 2019 nichts von einer Mulde erwähnte und als Besonderheit lediglich einen Schlag schilderte, nicht aber etwa das Einhängen an einer Eisscholle oder Ähnliches. Damit wäre selbst bei Abstellen auf die Schilderung des Beschwerdeführers kein aussergewöhnlicher Einfluss erkennbar.
5.
5.1
Im Weiteren ist unbestritten, dass beim Beschwerdeführer eine
Innenmenis
kushinterho
rn
-Läsion
vorlag (vgl. E. 3.2, E. 3.3). So zeigte der durch
Dr.
A._
am 2
8.
März 2019 (E.
3.2) vorgenommene operative Eingriff am
rechten Knie medial einen leicht aufgerauten Kno
rpelbelag medial Grad I bis II
ti
bial
als auch femoral. Das
Innenmeniskushinterho
rn
war ausgedehnt horizontal rupturiert und das Unterblatt te
il
s radiär eingerissen (
Urk.
7/20). Meniskusrisse zählen zu den unfall
ä
hnlichen Köperschädigungen gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. c UVG. In e
in
em solchen Fall ist der Unfallversicherer leistungspflichtig, sofern die Schädigung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Das Bun
desgericht hielt dazu
im
zur Publikation vorgesehenen Urte
il
8C_22/2019 vom 2
4.
September 2019 E. 8.2.1 fest, dass für die Anwendung von
Art.
6
Abs.
2 UVG kein äusserer Faktor und damit kein unfallähnliches s
in
nfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenlage vorausgesetzt ist. Insoweit f
ü
hrt bereits die Tatsache, dass eine in
Art.
6
Abs.
2
lit
. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, zur
Vermutung, es handle sich hi
erbei um eine unfallähnliche Kör
per
schädigung, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Vorbehalten bleibt der Nachweis eine
r
vorwiegende
n
Beding
t
heit durch Abnützung oder Erkrankung.
Dies setzt voraus, dass der Unfallversicherer im Rahmen seiner Abklärungspflicht (
Art.
43
Abs.
1
ATSG) nach Eingang der
M
eldung einer Listen
verletzung die Begleitumstände der Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwan
gsläufig in aller Regel den Entl
astungsbeweis des Unfallversicherers. Denn bei der
in
erster Linie von medi
z
ini
schen Fachpersonen zu beurte
il
enden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspekt
ru
m der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen eine Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Ent
l
astungsbeweis gelingt, hat der Unfallver
sicherer gestützt auf beweiskräftige ärzt
l
iche Einschätzungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass die fragliche Listen
verletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspekt
ru
m zu mehr als 50
%
, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (dort E. 8.6).
5.2
Zwische
n der Unfallmeldung am 7. März 2019
(
Urk.
7/
1
) und dem dort
erwähn
ten Unfallereignis vom 5. Januar
2019 liegen gut zwe
i Monate, wobei eine Arbeitsunfä
higkeit erst im Rahmen der Operation vom 28.
März
2019 (E. 3.2) sowie der nachfolgenden Rekonvaleszenz für
circa
einen Monat (
Urk.
7/12/3,
Urk. 7/13,
Urk.
7/15,
Urk.
7/
22
) resultierte.
Indes sch
il
dert
e
der Beschwerdeführer durchwegs konsistent ein Ereignis beim Skifahren, welches
in
der Folge zu Beschwerden im rechten Knie führte (
Urk.
7/1,
Urk.
7/15,
Urk.
7/18,
Urk.
7/41 f.). Es leuchtet denn auch ohne Weiteres ein, dass Skifahren, welches mit erheblichen Krafteinwirkungen gerade auf die Kniegelenke e
in
hergeht, g
ru
ndsätzl
ich zur Schädigung der
selben führen kann. Von seiner physikalischen Wirkung her kann der Vorfall vom 3
1.
Januar 2017 somit bei objektiver Betrachtung jedenfalls nicht von vo
r
nherein als unbedeutender Faktor e
in
gestuft werden, ungeachtet der Frage nach einem Unfa
ller
eignis im
praxis
gemässen Sinne.
5.3
Von einer traumatisch bedingten Ursache im Zusammenhang mit der Kniever
letzung geht der Chirurg
Dr.
A._
aus. Die Beurte
il
ung von
Dr.
A._
fusst in erster Linie auf dem anlässlich der Operation vom 2
8.
März 2019
(Urk.
7/20) persönlich festgestellten Verletzungsb
il
d (E. 5.1). Dazu hielt er in seinem Bericht vom
6.
Mai 2019 (E. 3.4) fest, es handle sich um einen klaren kausalen Zusam
menhang zwischen der Läsion und den Beschwerden respektive dem Ereignis mit den typischen
Indikatoren: plötzlich aufgetretene Schmerzen nach äusserem Einfluss
und Sturz. Neben der klaren Anamn
ese zeige auch der intraopera
ti
ve Befund eine traumatische Komponente, nämlich den radiären Anteil des Risses (S.
1
).
5.4
Dr.
Z._
ge
ht dagegen in ihrer Aktenbeurteil
ung unter Würdigung der medi
zinische
n Berichte sowie des Bil
dmaterials von einer degenerativen Ursache aus. Namen
tl
ich legte sie dar, dass das
Rissb
il
d
sowie die Beglei
t
befunde typischer
weise für eine degenerative Veränderung sprächen. Ferner könne die Mechanik bei der aktiven und passiven Bewe
gung des Kniegelenks ab dem 40.
Lebensjahr vermehrt zu degenerativen Veränderungen führen, wofür auch der Riss an genau dieser Stelle spreche (E. 3.3). Daraus erhellt, dass
Dr.
Z._
den Feststellungen des behandelnden Facharztes vornehmlich theoretische Überlegungen entgegen stellt, unter welchen Voraussetzungen ihrer Auffassung
nach
der
M
eniskusriss vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen sei. Indes findet sich weder e
ine Stellungnahme, ob die str
eitgegenständliche Verletzung überhaupt durch das stattgehabte Trauma hervorgerufen werden kann, noch zur abweichenden Begründung des behandelnden Arztes. Insbesondere zum Hin
weis, dass der radiäre Rissanteil
auf eine traumatische Ursache hindeute, nahm die Beschwer
degegnerin keine weiteren Abklärungen vor, obwohl sich
Dr.
Z._
bereits zu
r Möglichkeit einer traumatische
n Ursache nicht vernehmen liess beziehungsweise diesbezüglich keine
Ausführungen machte
. So ist aufgrund der kreisärztlichen Ausführungen grundsätzlich nachvollziehbar, dass das Knie des
Beschwerdefüh
rers angesichts
seines Alters von 63 Jahren degenerative Veränderungen aufweist, insbesondere unter Berücksichtigung einer sportlichen Lebensführung (vgl. Urk. 7/42). Dennoch rechtfertigt dies unter Berücksichtigung der bundesge
richtlichen Rechtsprechung (E. 5.1) keinen Verzicht auf eine Gewichtung der verschiedenen Indizien aus dem gesamten Ursachenspektrum wie Vorzustand oder erstmaliges Auftreten der Beschwerden, zumal ein initiales – wenn auch nicht dem Unfallbegriff entsprechende
s
– Ereignis erstellt ist.
5.5
Nach dem Gesagten steht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der rechtsseitige Meniskusriss des Beschwerdeführers vorwiegend auf
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Erforderlich wäre der Nachweis, dass die Listenverletzung im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen i
st. Mit den Darlegungen von Dr.
Z._
lässt sich dieser Nachweis nicht erbringen. Vielmehr erscheint eine traumatische Ursache nach
Dr.
A._
ebenso wahrscheinlich. Demnach ist die Frage, ob vorliegend die Listenverletzung vorwiegend durch Abnützung entstan
den ist oder nicht, durch eine neutrale Begutachtung abzuklären, weshalb der
Einspracheentscheid
vom 2
0.
September 2019 aufzuheben und di
e Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist, damit sie die erforderlichen Abklärun
gen veranlasse und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.