Decision ID: 1f96cb09-f54f-46d7-a553-9b7b03363e9b
Year: 2012
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. B._ und C._ sowie A._ und D._ wohnen als Nachbarn am E._ 21 und 19 in
F._. Seit Jahren bestehen zwischen den Parteien Nachbarschaftsstreitigkeiten, wobei sich
der Konflikt auf den Pflanzenwuchs entlang der gemeinsamen Parzellengrenze und der Korpo-
rationsparzelle bezieht. Mit friedensrichterlichem Vergleich vom 16. Oktober 2007 einigten sich
die Parteien, jene Pflanzen mindestens einmal jährlich entsprechend den gesetzlichen Bestim-
mungen über Grünhecken zurück zu schneiden.
B. Mit Schreiben vom 26. August 2010 liessen B._ und C._, vertreten durch Advokat
Dr. Sven Oppliger, Strafanzeige gegen A._ wegen Tätlichkeiten, Hausfriedensbruchs sowie
Sachbeschädigung, begangen im Zeitraum vom 4. bis 6. Juni 2010, beim damaligen Be-
zirksstatthalteramt Arlesheim erheben. Dieser erstattete in der Folge am 23. Oktober 2010
(Schreiben vom 23. Oktober 2005 datierend) beim damaligen Bezirksstatthalteramt Arlesheim
Gegenanzeige gegen B._ und C._, jeweils wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädi-
gung. Die am 1. Februar 2011 durchgeführte Vergleichshandlung zwischen A._ und B._
zeitigte keinen Erfolg, da sich die Parteien weder bezüglich des mündlich präsentierten Ver-
gleichsvorschlags noch betreffend den nachträglich durch A._ vorgebrachten schriftlichen
Vergleichsvorschlag zu einigen vermochten.
C. Mit Verfügung vom 7. Juni 2012 stellte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Haupt-
abteilung Arlesheim, das Verfahren gegen B._ in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a und c
StPO ein. Die Zivilklage wurde auf den Zivilweg verwiesen, die Verfahrenskosten zu Lasten des
Staates genommen und der beschuldigten Person keine Entschädigung und keine Genugtuung
zugesprochen (Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO). Die Einstellung wurde damit begründet, dass kon-
krete Hinweise fehlten, wonach die Beschuldigte sich auf das Grundstück des Beschwerdefüh-
rers begeben habe. Betreffend den Vorwurf der Sachbeschädigung führte die Vorinstanz aus,
dass sich die Beschuldigte bezüglich Kapprecht auf eine Auskunft der Vollzugsinstanz berufe,
wonach ihr der Schnitt der auf die Korporationsparzelle überragenden Äste erlaubt worden sei.
Werde der friedensrichterliche Vergleich so ausgelegt, dass weiterhin ein Kapprecht bestehe,
so sei das Zurückschneiden der Äste nicht rechtswidrig gewesen und das Verfahren gemäss
Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO einzustellen. Werde der Vergleich hingegen dahingehend ausgelegt,
dass kein Kapprecht mehr bestehe, müsse davon ausgegangen werde, dass die Beschuldigte
sich über das Verbot des Pflanzenschnitts geirrt habe. Dies komme einem Irrtum über die
Rechtswidrigkeit gemäss Art. 21 StGB gleich, weshalb ein Entschuldigungsgrund vorliege und
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das Verfahren in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO zu Recht eingestellt worden sei.
Auch die Strafverfahren gegen C._ und A._ wurden von der Staatsanwaltschaft mit Verfü-
gungen vom 7. Juni 2012 eingestellt. Die diesbezüglichen Beschwerden an das Kantonsgericht
Basel-Landschaft werden in zwei separaten Verfahren (470 12 66 und 470 12 126) behandelt.
D. Gegen die Einstellungsverfügung vom 7. Juni 2012 erhob A._ mit Eingabe vom 12. Juni
2012 Beschwerde. Er bat dabei um Erstreckung der Frist, um die Beschwerde ausreichend be-
gründen zu können. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 14. Juni 2012 wurde dem Gesuch
des Beschwerdeführers nicht statt gegeben mit dem Hinweis, dass es sich bei der 10-tägigen
Beschwerdefrist um eine nicht erstreckbare gesetzliche Frist handle. Der Beschwerdeführer
wurde zudem zur Zahlung einer Sicherheitsleistung von CHF 300.00 verpflichtet, welche innert
der angesetzten Frist erfolgte.
E. Mit erneuter Eingabe vom 18. Juni 2012 reichte der Beschwerdeführer die Begründung
seiner Rechtsmitteleingabe nach, wobei er die Bestrafung der Beschuldigten und ihres Ehe-
mannes sowie die Auferlegung einer Genugtuung und der Kosten zu deren Lasten beantragte.
Betreffend Hausfriedensbruch führte er aus, er habe anlässlich seiner Einvernahme vom
21. Oktober 2010 Kenntnis von der Aussage der Beschuldigten erhalten, wonach sie abge-
schnittene Zweige auf seinem Grundstück entsorgt habe. Die Behauptung von B._, sie habe
das Grundstück nie betreten, stelle eine reine Schutzbehauptung dar. Es sei ihm zudem ver-
weigert worden, anlässlich der Einvernahme von B._ anwesend zu sein, weshalb er ihr Fehl-
verhalten nicht habe belegen können. Bezüglich der Sachbeschädigung argumentierte der Be-
schwerdeführer im Wesentlichen, dass die Staatsanwaltschaft zu Unrecht nicht geprüft habe,
ob überhaupt ein Kapprecht bestehe. Im Vergleich vom 16. Oktober 2007 sei nämlich vereinbart
worden, dass jede Partei ihre eigenen Pflanzen auf die Grenze zurückschneiden würde, wes-
halb das von der Beschuldigen geltend gemachte Kapprecht gar nicht mehr bestehe. Dieser
Sachverhalt sei von der Staatsanwaltschaft verzerrt und in verschiedenen Punkten unrichtig
wiedergegeben worden. Die Begründung, dass sich B._ in einem Rechtsirrtum befunden ha-
be, da sie sich vorgängig bei der Vollzugsbehörde erkundigt habe, sei nicht korrekt. Ein solcher
Anruf bei der Vollzugsinstanz sei nämlich gar nicht aktenkundig und die Vorinstanz habe dies-
bezüglich den Sachverhalt pflichtwidrig nicht abgeklärt.
F. In der Stellungnahme vom 10. Juli 2012 erklärte die Staatsanwaltschaft, dass sie an ihren
Ausführungen in der Einstellungsverfügung vom 7. Juli 2012 festhalte und die Abweisung der
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Beschwerde beantrage, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das vom Beschwerde-
führer eingereichte Schreiben vom Januar 2012 sei bei der Verfassung der Einstellungsverfü-
gung berücksichtigt worden. Weder in der Strafanzeige noch in der Beschwerdeschrift habe der
Beschwerdeführer angegeben, welches strafrechtlich relevante Verhalten er der Beschuldigten
vorwerfe. Da keine objektiven Anhaltspunkte für eine Strafbarkeit vorlägen, sei die Einstellung
des Verfahrens rechtmässig erfolgt.
G. Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2012 beantragte die Beschuldigte, vertreten durch
Advokat Dr. Sven Oppliger, die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-
folge. Dabei wurde ausgeführt, dass die Vorinstanz das Verfahren zu Recht eingestellt habe,
fehlten doch konkrete Hinweise, dass sie sich überhaupt auf das Grundstück des Beschwerde-
führers begeben habe. Sie habe nämlich stets glaubhaft ausgesagt, das nachbarschaftliche
Grundstück seit dem ausgesprochenen Hausverbot nie betreten zu haben. Betreffend den Vor-
wurf der Sachbeschädigung führte die Beschuldigte aus, die Vollzugsinstanz habe mit Verfü-
gung vom 12. Juni 2012 festgestellt, mittels Augenscheins sei erhoben worden, dass die aktuel-
le Situation eklatant vom Inhalt des zwischen den Parteien am 16. Oktober 2012 geschlossenen
Vergleichs abweiche. Die Beschuldigte habe somit lediglich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln
versucht, ihr Recht durchzusetzen.

Erwägungen
1.1 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, ist gemäss § 15 Abs. 2 EG
StPO zur Beurteilung von Beschwerden sachlich zuständig. Die Beschwerde ist gemäss
Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO gegen Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Polizei,
Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden zulässig. Nach Art. 393 Abs. 2 StPO können
Rechtsverletzungen, die falsche Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit ge-
rügt werden, womit die Beschwerde ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel darstellt. Mit
der Beschwerde können somit alle Mängel des angefochtenen Entscheides geltend gemacht
werden (STEPHENSON/THIRIET, Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 393 N 15). Die Beschwerde-
frist gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide beträgt zehn Tage, wobei die Be-
schwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1
StPO). Nach Art. 385 Abs. 1 StPO hat die Person oder die Behörde, die ein zu begründendes
Rechtsmittel ergreift, genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides sie anficht (lit. a); wel-
che Gründe einen anderen Entscheid nahe legen (lit. b); und welche Beweismittel sie anruft (lit.
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c). Die geschädigte Person ist zur Beschwerde legitimiert, sofern sie sich als Privatklägerin kon-
stituiert hat (Art. 105 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO; Urteil des Bundesgerichts
6B_557/2010 vom 9. März 2011 E. 5.2).
1.2 Der Beschwerdeführer hat mit Eingabe vom 12. Juni 2012 gegen die Einstellungsverfü-
gung vom 7. Juni 2012 rechtzeitig Beschwerde erhoben. Die Beschwerdebegründung vom 18.
Juni 2012 wurde innert der Rechtsmittelfrist nachgereicht und ist deshalb vorliegend zu berück-
sichtigen. Der Beschwerdeführer beantragt in jener Eingabe, dass die Nachbarn bestraft und
ihnen die Kosten und eine Genugtuung auferlegt werden sollen. Es geht daraus sinngemäss
hervor, dass er sich gegen die Einstellungsverfügung wehrt und dass ihm eine Genugtuung
zugesprochen und der Beschwerdegegnerin die Kosten auferlegt werden soll. Da es sich um
eine Laieneingabe handelt und somit geringere Anforderungen an die Klarheit der Rechtsbe-
gehren zu stellen sind, ist der Rügepflicht mit der Eingabe vom 18. Juni 2012 Genüge getan.
Nachdem auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.
2.1 Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens,
wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO).
Auch wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen, ist das Verfah-
ren einzustellen (Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO). Zwar ist gemäss Wortlaut der Bestimmung die Ein-
stellung nur aufgrund Vorliegens eines Rechtfertigungsgrunds möglich. Allerdings ist diese Be-
stimmung nicht im technischen Sinn eng auszulegen, sondern führt auch bei Vorliegen von
Schuldausschliessungsgründen zur Einstellung (GRÄDEL/HEINIGER, Basler Kommentar StPO,
2011, Art. 319 N 11; SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 319 N 7). Das Bundesgericht hat
sich in verschiedenen Entscheiden für den Grundsatz "in dubio pro duriore" ausgesprochen,
wonach die Staatsanwaltschaft eine Einstellung nur bei klarer Straflosigkeit bzw. offensichtlich
fehlenden Prozessvoraussetzungen verfügen darf (BGE 137 IV 219 E. 7.1; Urteile des Bundes-
gerichts 1B_46/2011 vom 1. Juni 2011 E. 4 und 1B_366/2011 vom 24. Oktober 2011 E. 2.1). In
Zweifelsfällen hat eine Anklage und gerichtliche Beurteilung zu erfolgen. Eine Einstellung des
Verfahrens ist aber immer dann angezeigt, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch
zu erwarten ist (GRÄDEL/HEINIGER, a.a.O., Art. 319 N 8; SCHMID, a.a.O., Art. 319 N 5). Im Inte-
resse der Verfahrensökonomie und der beschuldigten Person ist jedoch darauf zu achten, dass
keine leichtfertigen Anklagen erhoben werden (LANDSHUT, Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art.
319 N 3).
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2.2 Der Beschwerdeführer vermag anlässlich der Beschwerde nicht darzulegen, inwiefern sich
die Beschuldigte des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht haben soll. In den Akten sind kei-
nerlei solche Hinweise ersichtlich. Insbesondere ist auch der Verweis des Beschwerdeführers in
der Eingabe vom 29. Januar 2012 auf die Aussage der Beschuldigten gemäss Strafanzeige
vom 26. August 2010 (act. 73) unerheblich, da dort lediglich ausgeführt wurde, dass die Be-
schuldigte die abgeschnittenen Äste auf die Parzelle des Beschwerdeführers gelegt habe, was
nicht zwingendermassen durch das Betreten des nachbarschaftlichen Grundstückes erfolgen
muss, sondern auch durch Werfen erfolgen kann, wie die Videoaufzeichnungen der Beschuldig-
ten deutlich illustrieren (act. 189). Der Entscheid der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Einstel-
lung des Verfahrens betreffend Hausfriedensbruch ist demnach nicht zu beanstanden.
2.3 Die Staatsanwaltschaft hatte in der Einstellungsverfügung vom 7. Juni 2012 festgestellt,
dass sich die Parteien uneinig seien, ob nebst dem friedensrichterlichen Vergleich weiterhin ein
Kapprecht gemäss Art. 687 ZGB bestehe. Während die Beschuldigte ein solches bejahte, wur-
de dies vom Beschwerdeführer verneint, da die Vereinbarung ein solches Kapprecht aus-
schliesse. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Verfahrens damit, dass, so-
fern ein Kapprecht bestehe, das monierte Zurückschneiden der Äste nicht rechtswidrig gewe-
sen sei und das Verfahren in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO einzustellen gewesen
wäre. Falls die Vereinbarung das Kapprecht ausschliesse, so habe sich die Beschuldigte be-
züglich des Verbots geirrt, was einem Irrtum über die Rechtswidrigkeit gemäss Art. 21 StGB
gleichkomme. Da die Beschuldigte sich bei der Vollzugsinstanz bezüglich des Kapprechts er-
kundigt habe, sei ihr wegen eines allfälligen Irrtums kein Vorwurf zu machen und das Verfahren
aufgrund eines Schuldausschliessungsgrunds nach Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO einzustellen.
Dieser Ansicht ist beizupflichten. Die Beschuldigte legt in der Einvernahme vom 8. Dezember
2010 (act. 269 ff.) glaubhaft dar, sie sei der Meinung gewesen, dass jede Partei die Pflanzen
beider Parteien bis zur Grenze schneiden dürfe. Sie habe deshalb im Juni 2010 die Äste, wel-
che auf die Korporationsparzelle überragten, abgeschnitten. G._ von der Vollzugsbehörde in
H._ habe ihr überdies bestätigt, dass sie dazu berechtigt sei. Der Beschwerdeführer wendet
ein, dass die Staatsanwaltschaft gar nicht überprüft habe, ob eine solche Anfrage tatsächlich
erfolgt sei. Dabei verkennt der Beschwerdeführer jedoch, dass die Aussage infolge der genau-
en Bezeichnung der zu Rat gezogenen Instanz sowie der Auskunftsperson ohne Weiteres hätte
überprüft werden können. Aufgrund dieses Umstandes sowie der glaubhaften Schilderung ihres
Irrtums bestand für die Vorinstanz jedoch kein Anlass zu überprüfen, ob die Anfrage tatsächlich
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stattgefunden hatte. Die Einstellung des Verfahrens bezüglich Sachbeschädigung erweist sich
somit als rechtmässig.
2.4 Hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung rügt der Beschwerdeführer sinngemäss, dass
ihm rechtswidrig nicht erlaubt worden sei, bei der Einvernahme der Beschuldigten anwesend zu
sein und ergänzende Fragen zu stellen. Zum Zeitpunkt der Einvernahme der Beschuldigten
vom 8. Dezember 2010 war die basellandschaftliche Strafprozessordnung (StPO BL) in Kraft,
weshalb deren Verfahrensbestimmungen zur Anwendung gelangten. Gemäss § 38 Abs. 1 StPO
BL hatte nur die beschuldigte Person ein Teilnahmerecht an den Beweiserhebungen (Einver-
nahmen von Zeugen, Sachverständigen und Auskunftspersonen sowie Augenscheinen). Nach
§ 47 Abs. 1 StPO BL war nur die Verteidigung, d.h. die Vertretung der beschuldigten Person,
berechtigt, an sämtlichen untersuchungsrichterlichen Einvernahmen teilzunehmen. Dies steht
im Gegensatz zur heutigen Rechtslage, wonach mit der eidgenössischen Strafprozessordnung
seit dem 1. Januar 2011 allen Parteien das Recht zukommt, bei Beweiserhebungen durch die
Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen
zu stellen (Art. 147 Abs. 1 StPO). Die Verweigerung der Teilnahme des Beschwerdeführers an
der Einvernahme der Beschuldigten vom 8. Dezember 2010 durch das damalige Be-
zirksstatthalteramt stellt demnach keine Gesetzesverletzung dar, sondern stand im Einklang mit
der damaligen Rechtslage.
2.5 Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Ar-
lesheim, vom 7. Juni 2012 wird nach den obigen Erwägungen bestätigt und die Beschwerde
abgewiesen.
3. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die Verfahrenskosten in Anwendung
von Art. 428 Abs. 1 StPO zu Lasten des unterliegenden Beschwerdeführers. Die dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegende Gerichtsgebühr ist gestützt auf § 14 Abs. 1 der Verordnung
über die Gebühren der Gerichte auf CHF 500.00, zuzüglich Auslagen von CHF 50.00, somit auf
total CHF 550.00, festzulegen. Dieser ist überdies zu verpflichten, der Beschuldigten eine pau-
schale Parteientschädigung von CHF 300.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 8 % Mehrwertsteu-
er, somit insgesamt CHF 324.00, zu entrichten (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 Abs. 1 und 2
StPO). Dem sinngemässen Antrag des Beschwerdeführers, es sei ihm eine Genugtuung zuzu-
sprechen, kann schon deshalb nicht entsprochen werden, weil die Vorinstanz die Zivilklage auf
den Zivilweg verwiesen hat, was vorliegend nicht beanstandet wurde (Art. 320 Abs. 3 StPO).
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Auch bei Gutheissung der Beschwerde wäre es nicht in der Kompetenz des Kantonsgerichts
gelegen, dem Geschädigten eine Genugtuung zuzusprechen, da über diesen zivilrechtlichen
Anspruch im Hauptverfahren zu entscheiden gewesen wäre (vgl. auch Art. 397 Abs. 2 StPO).