Decision ID: d76c933c-897c-51ff-a06c-bc1faac98749
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hildebrand, Burgerstrasse 11, Post-
fach 40, 9402 Mörschwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 1966, meldete sich im Februar 2004 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente. Sie leide
seit der Operation vom 30. Januar 2003 an den Folgen eines Lungenkarzinoms (IV-act.
1). Im Arztbericht vom 6. März 2004 (IV-act. 6 und 14) attestiert Dr. med. B._,
Allgemeinmedizin FMH, vom 30. Januar bis 23. September 2003 eine 100%ige, vom
24. September 2003 bis 12. Januar 2004 eine 50%ige und ab 13. Januar 2004 bis auf
Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Mitarbeiterin im Hausdienst in einer Bäckerei. Dr. med. C._, Innere Medizin FMH,
Spez. Pneumologie, diagnostizierte im Bericht vom 7. April 2005 (IV-act. 20/1-4) ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom thorakal rechts bei einem Status nach
Oberlappenresektion bei Adenokarzinom und einen Schmerzmittelabusus. Seit
Behandlungsbeginn am 7. Januar 2005 bestätigte Dr. C._ eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit.
A.b Am 17. März 2005 fand eine Abklärung betreffend die Einschränkungen der
Versicherten im Haushalt statt. Im "Abklärungsbericht Haushalt" vom 26. Mai 2005 (IV-
act. 22) ermittelte die Abklärungsperson der Sozialversicherungsanstalt (SVA) St.
Gallen gestützt auf die Angaben der Versicherten eine Einschränkung von 15% im
Haushalt. Ohne Behinderung würde die Versicherte zu 50% einer Erwerbstätigkeit
nachgehen und zu 50% den Haushalt erledigen.
A.c Am 19. und 20. Dezember 2006 erfolgte bei der MEDAS (Medizinische
Abklärungsstelle) Zentralschweiz, Luzern, eine polydisziplinäre (rheumatologische,
pneumologische und psychiatrische) Begutachtung. Im Gutachten vom 24. Mai 2007
(IV-act. 33) wurden die Diagnosen depressive Störung, unter Therapie weitgehend
remittiert, aktuell noch subsyndromale Depression bei/mit chronischem
therapierefraktärem Schmerzsyndrom rechts thorakal / psychologischen Faktoren oder
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10 F 54), Status
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nach anterolateraler Thorakotomie mit Oberlappenresektion nach Wedge und
Restlobektomie mit zentraler Lymphknotendissektion am 31. Januar 2003 wegen
peripherem, hochdifferenziertem azinärem Adenokarzinom und Verdacht auf
Schmerzmittelabusus mit Opiatabhängigkeit gestellt. Als Diagnosen ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden eine mittelschwere bis schwere bronchiale
Hyperreagibilität bei möglichem leichten Asthma bronchiale bei Nikotinabusus und ein
Mammaknoten links unklarer Dignität festgestellt. Die angestammte Tätigkeit als
Bäckereiangestellte sei der Versicherten, soweit es sich dabei um eine körperlich
leichte und wechselbelastende Tätigkeit gehandelt habe, noch zu 80% zumutbar.
Limitierend würden sich diesbezüglich vor allem die psychopathologischen Befunde
erweisen. Im eigenen Haushalt sei der Versicherten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zu
attestieren, wobei sich vor allem die rheumatologischen Befunde als einschränkend
erweisen würden. Eine adaptierte, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit
sei ihr noch zu 80% und eine körperlich mittelschwere ohne gehäufte Überkopfarbeit
mit dem rechten Arm noch zu 50% zumutbar. Keine Arbeitsfähigkeit bestehe für
körperliche Schwerarbeit, für manuell ausserordentlich kraftaufwendige bzw. ständig
repetitive Arbeiten mit dem rechten Arm und auch für häufige Verrichtungen mit dem
rechten Arm an bzw. über der Schulterhorizontalen.
A.d Mit Vorbescheid vom 2. August 2007 (IV-act. 39) stellte die IV-Stelle der
Versicherten in Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 7.5% keinen Anspruch
auf eine Invalidenrente habe. Hiergegen erhob die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter am 17. September 2007 (IV-act. 43) Einwand. Die getroffenen
Annahmen hinsichtlich des Gesundheitszustands und der Erwerbsmöglichkeiten der
Versicherten seien unzutreffend. Sie könne ihren rechten Arm überhaupt nicht
gebrauchen, was eine Erwerbstätigkeit in ihrem Fall praktisch ausschliesse. Die
Situation habe sich gegenüber dem Zeitpunkt der Haushaltsabklärung drastisch
verschlechtert.
A.e In der Verfügung vom 29. November 2007 (IV-act. 48) eröffnete die IV-Stelle der
Versicherten wie angekündigt, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Versicherten eingereichte
Beschwerde vom 15. Januar 2008 mit den Anträgen, die Verfügung vom 29. November
2007 sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Die Schmerzen,
die in letzter Zeit zugenommen hätten, würden keine Bewegungen des rechten Arms
zulassen und verunmöglichten jede berufliche Arbeitstätigkeit. Die bisherigen
medizinischen Abklärungen seien ungenügend gewesen, weshalb weitere Berichte von
Dr. med. D._, Innere Medizin, Pneumologie FMH, und von Dr. med. E._,
Palliativzentrum Kantonsspital St. Gallen, beizuziehen seien. In der
Beschwerdeergänzung vom 13. Mai 2008 hält Rechtsanwalt Andreas Hildebrand,
Mörschwil, im Namen der Versicherten am Antrag auf Aufhebung der Verfügung und
Zusprechung einer Rente fest und beantragt zusätzlich, eventualiter sei die
Angelegenheit für weitere medizinische Abklärungen und Ergänzungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, Dr.
D._ habe im Bericht vom 7. Dezember 2007 darauf hingewiesen, dass die
Schmerzen der Beschwerdeführerin eine berufliche Arbeitstätigkeit verunmöglichen
würden und sie keinesfalls vermittlungsfähig sei. Die MEDAS-Untersuchung weise
Fehler auf, die medizinischen Einzelheiten dazu seien dem erwähnten Bericht zu
entnehmen. Inzwischen habe sich die Beschwerdeführerin einer Operation unterzogen,
mit welcher mittels Implantierung einer Elektrode zur epiduralen
Rückenmarkstimulation eine Schmerzlinderung angestrebt worden sei. Trotz einigen
Verbesserungen sei auch das Kantonsspital St. Gallen (neurochirurgische Abteilung)
der Ansicht, dass eine Arbeitsfähigkeit nicht gegeben sei. Eine körperliche Tätigkeit sei
gemäss dem beiliegenden Bericht vom 5. Mai 2008 nicht durchführbar. Zur
Objektivierung der Einsatz- und Arbeitsfähigkeit schlage das Kantonsspital eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit vor.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Die behandelnden Ärzte seien bereits vor der MEDAS-
Begutachtung der Meinung gewesen, dass die Beschwerdeführerin vollständig
arbeitsunfähig sei. Dr. C._ hätte allerdings die Arbeitsunfähigkeit auf die desolate
psychosoziale Situation zurückgeführt. Die Beschwerdeführerin habe bei der Abklärung
vor Ort angegeben, dass sie den Haushalt vollständig selber erledige. Sie benötige
lediglich mehr Zeit aufgrund der Schmerzen. Eine Arbeitsfähigkeit von 80% in einer
leichten Tätigkeit und von 70% im Haushalt passe besser zu den Angaben der
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Beschwerdeführerin als zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Es sei nicht
einzusehen, wieso nicht auf das MEDAS-Gutachten abzustellen sei. Weitere
Abklärungen, insbesondere eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit,
erschienen weder angebracht noch sinnvoll. Der Sachverhalt sei einerseits genügend
abgeklärt und andererseits werde die Beschwerdeführerin bei einer Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit möglicherweise nicht zeigen, was sie noch könne,
sondern beweisen wollen, dass sie eine Rente erhalten sollte. Es sei aufgrund des
MEDAS-Gutachtens davon auszugehen, dass eine leichte Tätigkeit zu 80% zumutbar
sei. Da die Beschwerdeführerin als Gesunde nur 50% arbeiten würde, erleide sie als
Hilfsarbeiterin keine Erwerbseinbusse. Im Haushalt bestehe nur eine kleine
Einschränkung. Ob diese 15% oder 30% betrage, könne offen bleiben, da so oder
anders kein Rentenanspruch bestehe.
B.c Mit Replik vom 27. August 2008 wiederholte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin insbesondere den Antrag, es sei eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit durchzuführen.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat mit Eingabe vom 9. September 2008 auf eine Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 29. November 2007 eingetretenen Sachverhalt
abzustellen ist (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), sind im vorliegenden Verfahrendie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
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Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegen im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise weder eine Verletzung der Untersuchungsmaxime noch eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit
Hinweisen).
2.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch
den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können
nützliche Äusserungen zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt
wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom
Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten
besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und
Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen
derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c).
Was Berichte von Hausärzten angeht, so darf diesen nicht zum Vorneherein jede
Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Indes muss die Erfahrungstatsache
mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember
2005, 4P.254/2005, E. 4.2).
3.
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Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei hauptsächlich auf das MEDAS-Gutachten
vom 24. Mai 2007 ab. Im Weitern legt die Beschwerdegegnerin der Berechnung des IV-
Grads die Annahme zu Grunde, dass die Beschwerdeführerin ohne Behinderung einer
50%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dementsprechend wurde sie zu 50% als
Erwerbstätige und zu 50% als Hausfrau eingestuft und der IV-Grad anhand der
gemischten Methode ermittelt.
3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung der Frage, was sie bei im
Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
V 194 f. E. 3b; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Nebst dem früheren
Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre
Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen. Von
Bedeutung sind insbesondere auch die Sicherstellung der Kinderbetreuung und die
Verdienstverhältnisse. Die konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten sind
nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Zu beachten ist
allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über eine
Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine gesundheitliche
Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit) eingetreten ist. Die
Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche Hypothese nur ein
Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist andererseits meist bereits durch die
Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2006, IV 2005/53, E. 2c).
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3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Einstufung der Beschwerdeführerin auf
den Abklärungsbericht vom 26. Mai 2005. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin
müsste sie ohne Behinderung aus rein finanziellen Gründen weiterhin einer
Erwerbstätigkeit nachgehen. Da ihre jüngste Tochter erst in den Kindergarten gehe und
sie niemanden für die Kinderbetreuung habe, könnte sie höchstens eine
Erwerbstätigkeit von 50% aufnehmen.
3.3 Bei der Einstufung der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige und/oder als Hausfrau
kann im vorliegenden Fall nicht einzig auf den Abklärungsbericht vom 26. Mai 2005
abgestellt werden. Dem erwähnten Bericht ist nämlich zu entnehmen, dass sich das
Abklärungsgespräch schwierig gestaltet habe. Die Beschwerdeführerin spreche nur
schlecht deutsch und selbst mit Hilfe der zum Dolmetschen anwesenden Nachbarin sei
die Verständigung eher schwierig. Wegen den Sprachproblemen habe der zeitliche
Aufwand im Haushalt ohne Behinderung nicht ermittelt werden können. Aufgrund
dieser Ausführungen bestehen erhebliche Zweifel daran, ob die Beschwerdeführerin
die Frage nach ihrer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall richtig verstanden hat. Es
steht deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Beschwerdeführerin sich tatsächlich in jene hypothetische Situation hineinversetzt hat,
aus der heraus sie die Frage nach dem Ausmass der Erwerbstätigkeit hätte
beantworten müssen, nämlich dass sie gesund wäre, die übrigen Umstände aber der
Realität entsprächen. Bei der Festlegung des Ausmasses der hypothetischen
Erwerbstätigkeit ohne Behinderung sind somit auch die äusseren Umstände zu
berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin arbeitete vom 1. November 2001 bis 11.
Oktober 2002 10.5 Stunden pro Woche als Raumpflegerin bei der F._ (IV-act. 15).
Daneben war sie vom 24. Oktober 2001 bis 30. April 2004 als Mitarbeiterin Hausdienst
bei der Bäckerei G._ angestellt. Gemäss deren Arbeitgeberbescheinigung betrug die
Arbeitszeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens 37.8 Stunden pro Woche. Der
Vermerk in der Bescheinigung, wonach diese Arbeitszeit ab Oktober 2003 Gültigkeit
habe, wurde offensichtlich versehentlich angebracht; gemäss Gesprächsnotiz vom 9.
September 2004 (IV-act. 12) hatte die Versicherte bereits ab November 2002
Zusatzaufgaben übernommen. In einer internen Notiz der Beschwerdegegnerin vom
17. September 2004 (IV-act. 16) wurde festgehalten, dass das frühere Arbeitspensum
vor November 2002 noch unklar sei. Aufgrund der Lohnangaben sei nicht
ausgeschlossen, dass die durchschnittliche Arbeitszeit 70% oder mehr betragen habe.
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Zur Klärung der Frage nach dem Arbeitspensum wurde um Rückfrage bei der
Arbeitgeberin gebeten. Diese Abklärungen wurden allerdings durch die
Beschwerdegegnerin nicht durchgeführt. Wird von einer Arbeitszeit von 37.8 Stunden
ausgegangen, hat die Beschwerdeführerin zusammen mit der Tätigkeit bei der F._
vor der Ende Januar 2003 durchgeführten Lungenkrebsoperation während mindestens
eines Jahres mehr als 100% gearbeitet. Unter Berücksichtigung dieses
Arbeitspensums ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin von einer
Teilzeitbeschäftigung ausgegangen ist. Die vorgebrachte Argumentation der fehlenden
Kinderbetreuung vermag nicht zu überzeugen, zumal die Beschwerdeführerin vor der
Operation bewiesen hat, dass sie trotz den drei Kindern (Jahrgänge 1995, 1997 und
2000) ein 100% Pensum absolvieren konnte, obwohl sie bereits zu diesem Zeitpunkt
getrennt von ihrem Ehemann gelebt hat. Somit ist nicht ersichtlich, weshalb ihr dies
zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich sein soll. Ausserdem ist aufgrund der
finanziellen Situation - Unterstützung durch das Sozialamt - anzunehmen, dass die
Beschwerdeführerin ohne Behinderung einer Vollzeitarbeit nachgehen würde. Unter
Berücksichtigung sämtlicher Umstände ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihren angeblichen
Äusserungen im Abklärungsgespräch, im Gesundheitsfall eine Tätigkeit in einem 100%
Pensum ausüben würde, weshalb sie im vorliegenden Fall als Erwerbstätige
einzustufen ist. Die Ermittlung des Invaliditätsgrads hat somit nicht nach der
gemischten Methode, sondern aufgrund eines Einkommensvergleichs zu erfolgen.
4.
4.1 Bezüglich Würdigung der medizinischen Situation ist beachtlich, dass das MEDAS-
Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen (rheumatologische,
pneumologische und psychiatrische), mithin auf allseitigen Untersuchungen beruht und
damit für die streitigen Belange umfassend ist. Die Vorakten und die geklagten
Beschwerden der Beschwerdeführerin wurden berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenden Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung der 80%igen
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit, zu
überzeugen. Das Gutachten erfüllt sämtliche praxisgemässen Kriterien für
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beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352), so dass grundsätzlich darauf
abzustellen ist.
4.2 Die Beschwerdeführerin bringt im Zusammenhang mit dem MEDAS-Gutachten
keine konkret substantiierten Mängel vor. Sie geht generell von einer ungenügenden
medizinischen Abklärung aus und macht geltend, dass mit den Berichten von Dr. D._
vom 7. Dezember 2007 und des Kantonsspitals St. Gallen vom 5. Mai 2008 (act. G 1.2
und G 8.1) zwei aktuelle ärztliche Beurteilungen vorhanden seien, welche der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten widersprechen würden.
4.2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
streitigen Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2).
Obwohl die Berichte zeitlich nach der angefochtenen Verfügung vom 29. November
2007 ergangen sind, können sich daraus Rückschlüsse auf den massgebenden
Sachverhalt ergeben, weshalb sie bei der Beurteilung des vorliegenden Falls zu
berücksichtigen sind.
4.2.2 Dr. D._ hält im erwähnten Bericht fest, dass es bei der Beschwerdeführerin in
den letzten sechs Wochen zusätzlich zu schmerzhaften
Schulterbeweglichkeitseinschränkungen links gekommen sei. Als die Situation
gesamtbeurteilender Arzt könne er den Entscheid der IV-Stelle nicht nachvollziehen.
Der funktionelle Lungenzustand nach Lungenteilresektion wegen Adenokarzinom sei
schwierig abzuschätzen, da die Beschwerdeführerin aus Schmerzgründen bei der
Messung hinsichtlich Mitarbeit etwas limitiert sei. Die Limitierung spiele allerdings auch
im Alltag und bei der Arbeit eine massgebende Rolle. Die Ventilationsreserven seien bei
allen Messungen unter 50% des Sollwerts gelegen. Die Methacholin-
Bronchoprovokation habe bei der MEDAS-Unter-suchung eine sehr schwere
bronchiale Hyperreaktivität ergeben. Im entsprechenden Protokoll werde diese
Hyperreaktivität allerdings aus unerklärlichen Gründen nur als mittelschwer bezeichnet
und der PD (-20) für FEV1 im Balkendiagramm fälschlicherweise als >0.4mg
Methacholin bezeichnet. Über Kooperationsprobleme spreche sich das Protokoll nicht
aus. Allerdings dürften auch beim Methacholin-Bronchoprovokationstest
schmerzbedingte Überlagerungseinflüsse vorhanden gewesen sein. Die
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invalidisierenden Schmerzen würden eine berufliche Arbeitstätigkeit verunmöglichen,
die Beschwerdeführerin sei im jetzigen Zustand keinesfalls vermittlungsfähig.
4.2.3 Im Bericht des Kantonspitals St. Gallen vom 5. Mai 2008 wird ausgeführt, dass
der Beschwerdeführerin im Februar 2008 eine Elektrode zur epiduralen
Rückenmarkstimulation eingesetzt worden sei. Eine Arbeitsfähigkeit sei allerdings trotz
sichtbarer Verbesserung der Beweglichkeit nicht gegeben. Die funktionelle
Verbesserung erleichtere zwar den Alltag, insbesondere ihre Aufgabe als Mutter, die
Belastung sei jedoch noch signifikant eingeschränkt. Eine körperliche Tätigkeit sei
somit zum einen funktionell, zum anderen aber auch durch die Restschmerzen nicht
durchführbar. Im Rahmen einer nicht-körperlichen Arbeit sei die Beschwerdeführerin in
der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit durch die Schmerzen und
Nebenwirkungen der Medikamente gekennzeichnet.
4.2.4 In der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung vom 25. Juni 2008 (IV-act. 58) wird festgehalten, dass beim
Vergleich der Beschwerdeangaben und ärztlichen Beurteilungen der erwähnten
Berichte mit dem Inhalt des MEDAS-Gutachtens sich keine Befunde erkennen lassen,
die eine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Begutachtung beweisen
würden. Die Beschwerdeführerin habe den Pneumologen gewechselt, der auf invasive
Massnahmen zur Schmerzbekämpfung gedrängt habe, die wiederum scheinbar nicht
den gewünschten Erfolg erbracht hätten. Es würden keine objektiven Befunde
vorliegen, die ein Abrücken von der gutachterlichen Leistungseinschätzung zwingend
nahe legen würden.
4.2.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der RAD-Stellungnahme
beizupflichten, dass die erwähnten Berichte die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens
nicht zu vermindern vermögen. Im Gegensatz zur pneumologischen Beurteilung von Dr.
D._ oder der Einschätzung der Abteilung Neurochirurgie des Kantonsspitals St.
Gallen, basiert das MEDAS-Gutachten auf einer eingehenden polydisziplinären
Untersuchung. Insbesondere ist den Berichten lediglich eine weitgehend unbegründete
vollständige Arbeitsunfähigkeit zu entnehmen, ohne dass sich die Einschätzungen zu
einer allenfalls adaptierten Tätigkeit äussern. Eine generelle volle Arbeitsunfähigkeit ist
aufgrund der medizinischen Aktenlage, insbesondere dem MEDAS-Gutachten, jedoch
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kaum nachvollziehbar. Die Berichte vermögen keine stichhaltigen Indizien aufzuzeigen,
welche an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten Zweifel
entstehen lassen könnten. Die von Dr. D._ diagnostizierte schwere bronchiale
Hyperreaktivität und der Hinweis auf allfällige Fehler im Balkendiagramm sind nicht
geeignet, den Beweiswert des schlüssigen Gutachtens in Frage zu stellen. Ausserdem
wurde im pneumologischen Konsilium vom 22. Dezember 2006 eine kooperations-
beziehungsweise schmerzbedingte Limitierung der Beschwerdeführerin explizit
berücksichtigt (act. IV-act. 33/30). Der RAD hält in seiner Stellungnahme
nachvollziehbar fest, dass in den Berichten keine objektiven Befunde erkennbar seien,
welche ein Abweichen von der gutachterlichen Einschätzung erfordern würden. Die
Beschwerdegegnerin hat somit den Einkommensvergleich zu Recht gestützt auf die im
MEDAS-Gutachten enthaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80% in einer adaptierten
Tätigkeit vorgenommen.
4.3 Insgesamt ergibt das Gutachten ein vollständiges Bild des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin, das hinreichende Klarheit über den rechtserheblichen
Sachverhalt vermittelt. Eine verlässlichere, eine überwiegende Wahrscheinlichkeit
begründende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre auch von weiteren medizinischen
Abklärungen nicht zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d). Im MEDAS-Gutachten wurde ein
Mammaknoten links unklarer Dignität ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. In den folgenden ärztlichen Berichten wurde diese
Problematik allerdings nicht mehr aufgegriffen. Sollte sich in Zukunft ein
Mammakarzinom bestätigen, könnte sich die Beschwerdeführerin bei der
Invalidenversicherung erneut anmelden, sofern daraus eine länger dauernde
Arbeitsunfähigkeit resultieren sollte.
4.4 Ebenfalls kann von einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit abgesehen
werden. Eine solche Evaluation ist mit einem Arztbericht oder einem medizinischen
Gutachten nicht vergleichbar. Sie ist lediglich im Rahmen einer gesamthaften
Beweiswürdigung zu berücksichtigen, sofern sie aussagekräftige Angaben über die
physischen Fähigkeiten einer versicherten Person zu liefern vermag (EVGE I 674/01
vom 28. Oktober 2002; Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit
und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den
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Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.],
Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 54). Eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit kann hilfreich sein, wenn eine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit allein aufgrund von Krankheitsparametern wie Schmerzangaben,
klinischen Befunden und allfälligen bildgebenden Abklärungen wie CT oder MRI nicht
zuverlässig vorgenommen werden kann (Michael Oliveri, Was sollen wir messen:
Schmerz oder Funktion? Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit als Mittel für
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, in: Schaffhauser/ Schlauri, Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, S. 390). Vorliegend ist der relevante Sachverhalt zuverlässig und
rechtsgenüglich abgeklärt worden. Sodann ist der Argumentation der
Beschwerdegegnerin zu folgen, wonach bei einer wie vorliegend vorhanden sehr tiefen
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin bezüglich der eigenen Leistungsfähigkeit
eine Evaluation kaum verwertbare Ergebnisse bringen würde.
5.
Bei der Ermittlung des IV-Grads hat die Beschwerdegegnerin zu Recht sowohl beim
Validen-, als auch beim Invalideneinkommen, auf die vom Bundesamt für Statistik
herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt. Das von der
Beschwerdeführerin im Jahr 2002 erzielte Einkommen betrug Fr. 34'869.-- (IV-act. 4)
und somit bedeutend weniger, als für eine Hilfsarbeit in der LSE vorgesehen (Jahr
2002, Tabelle 1 Anforderungsniveau 4, Fr. 3'820.--/pro Monat). Sind demnach Validen-
und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich
deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. SVR
2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4). Die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter
Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist, braucht allerdings im
vorliegenden Fall nicht abschliessend beurteilt zu werden, da erst ein maximaler Abzug
von 25% eine Rente begründen würde. Aufgrund der konkreten Umstände sind jedoch
die Voraussetzungen für einen Abzug von 25% eindeutig nicht gegeben. Der IV-Grad
liegt somit im rentenausschliessenden Bereich, weshalb die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 29. November 2007 zumindest im Ergebnis nicht zu
beanstanden ist.
6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 15. Januar 2008
unter Bestätigung der angefochtenen Verfügung abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen.
6.3 Der Beschwerdeführerin wurde am 21. Juli 2008 die unentgeltliche Prozessführung
vor dem Versicherungsgericht bewilligt (act. G. 13). Mit Replik vom 27. August 2008
hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin daran fest, nicht unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu beanspruchen. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten
verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
6.4 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht