Decision ID: df525f6b-0391-49fc-8804-8b15e3aa4760
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X._
, Elektromonteur
und Bäcker mit Fähigkeitsausweis (Urk. 7/40
Ziff.
5.3
), meldete sich am 19. August 2003 unter Hinweis auf starke Störungen nach Erkrankung am Guillain-Barré-Syndrom bei der Invalidenversicherung
zwecks Umschulung
an (Urk. 7/2).
D
ie Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wies am 29. Oktober 2003
das Leis
tungsbegehren
des Versicherten
ab (Urk. 7/8).
Am 14. Juli 2014 meldete sich der Versicherte mit Verweis auf eine gebrochene Schulter erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 7/19). Die IV-Stelle teilte
dem Versicherten am 30. Oktober 2014 mit, dass der Arbeitsplatzerhalt erfolg
reich
abgeschlossen sei und er als rentenausschliessend eingegliedert gelte (Urk. 7/32).
Am 10. August
2017
erfolgte unter Hinweis auf einen
Shone
-Komplex eine erneute
Anmeldung bei der Invalidenversicherung (Urk. 7/40). In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche und medizinische Abklärungen
und veranlasste bei der MEDAS
Y._
(MEDAS)
eine polydisziplinäre Begutachtung (Allge
meine Innere Medizin, Kardiologie und Neurologie;
Expertise vom 10. Januar 2019
[
Urk. 7/76
]). Mit Vorbescheid
vom 15. April 2019 (Urk. 7/82)
stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ausrichtung einer halben Rente ab April 2018 in Aussicht
, wogegen letzterer
am 23. Mai
und 1
6.
September
20
19 Einwand (Urk. 7/86,
Urk. 7/98
)
erhob. Am 17. März 20
2
0 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. April 2018
verfügungsweise
eine halbe Rente
inklusive Kinderrenten
zu
(Urk
. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 4. Mai 2020 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, dass die Verfügung vom 17. März 2020 aufzuheben und die Beschwer
de
gegnerin zu verpflichten sei, ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Invalidenrente, auszurichten
und
ihm berufliche Eingliederungsmass
nah
men zu gewähren (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2020 (Urk. 6) schloss
die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 21. Oktober 2020 erstattete der Beschwerdeführer unter Auflage des Berichts des Universitätsspitals
Z._
vom 24. Juni 2020 (Urk. 13) Replik (Urk. 12)
, wobei er seine ur
sprüngliche
n Anträge insofern an
passte, als dass er im Sinne eines Eventual
antrags die Ausrichtung einer
Dreiviertelsrente
und
die
Gewährung
beruflicher
Massnahmen verlangte (S. 2)
. Die Beschwerdegegnerin reichte am 1. Dezember 2020 ihre Duplik
ein
(Urk. 16),
welche
dem Beschwerdeführer am 2. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgeset
zes
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom 17. März
2020
(Urk. 2) damit, dass der kardiale Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabil sei
, was auch seitens des
Z._
am 23. Dezember 2019 bestätigt worden sei.
Im Wei
teren sei
die medizinische Infrastruktur
bei einem Notfall
in der Schweiz ausrei
chend, weshalb die Nähe
(
des Arbeitsplatzes
)
zu einer kardiologischen Klinik nicht nötig sei. Da die geplante bariatrische Operation noch nicht habe durch
geführt werden können, sei
der Gesundheitszustand
weiterhin unverändert. In seiner bisherigen Tätigkeit als Instandhaltungsfachmann sei der Beschwerde
füh
rer voll arbeitsunfähig, eine den gesundheitlichen Beeinträchtigungen ange
passte Tätigkeit
sei
ihm
indes
zu
70 % zumutbar. Aufgrund des Einkommensvergleichs resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ein Invaliditätsgrad von 57 %, weshalb
dem Beschwerdeführer
eine halbe Rente zu
stehe (S. 5 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1),
es bestehe
ein Anspruch
auf eine ganze Invali
denrente
.
Die
von den MEDAS-Exper
ten postulierte angepasste Tätigkeit
gebe es
auf dem (ausgeglichenen) Arbeits
markt nicht, da diese in der Nähe zur betreuenden kardiologischen Klinik ver
richtet werden sollte
und ein
en Arbeitgeber voraussetze, der im Verlauf der
nächsten Jahre
mit ein- oder mehrmaligen zumindest vorübergehenden 100%
igen
Ausfällen
seines Arbeitnehmers r
echnen müsse (S. 6 f. Ziff. 17
).
Abgesehen davon habe
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit den MEDAS-Unter
suchungen verschlechtert
(S. 9 f. Ziff. 18).
Im Zusammenhang mit dem Einkom
mens
vergleich wies der Beschwerdeführer im Wesentlichen darauf hin, dass
vorliegend
ein maximaler Tabellenlohnabzug von 25 % gerechtfertigt sei (S. 11 f. Ziff. 19.2).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) präzisierte die Beschwerdegegnerin, dass sich
das
Z._
-
Herzzentrum
mitten in Zürich befinde
und deshalb in der Nähe ohne Weiteres genügend passende Arbeitsstellen vorhanden seien. Die Aussage der MEDAS-Gutachte
r
betreffend Arbeitsort habe sich sodann auf den Ausschluss von Aussendienst-Tätigkeiten bezogen. Im Übrigen befinde sich der Wohnort des Beschwerdeführers mindestens 35 Autominuten vom
Z._
entfernt (S. 1 f.).
2.4
Der Beschwerdeführer machte in der Replik (Urk. 12) geltend, es könne nicht auf die Stellungnahme der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
)
abgestellt werden
. Letztere sei
nicht im Fachbereich Kardiologie spezialisiert
,
sie habe
sich
nicht
mit den vorgelegten Arztberichten auseinander
gesetzt
und ihre
Einschätzung
sei
nicht nachvollziehbar
(S. 2 ff. Ziff. 1). Im Übrigen
sei
die Beschwerdegegnerin
von einem zu tiefen
Validene
inkommen
ausgegangen (S. 5 f. Ziff. 3)
.
2.5
In der Duplik (Urk. 16) führte die Beschw
erdegegnerin aus, dass
der im
Z._
-Bericht vom 24. Juni 2020 erwähnte Leistungseinbruch seit Ende März 2020
be
stehe und somit
na
ch de
m Verfügungserlass erfolgt sei
.
3.
Unbestritten und aufgrund der Akten erstellt ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer
aufgrund kardialer Beschwerden
in seiner angestammten Tätigkeit als Instandhaltungsfachmann seit April 2017 voll arbeitsunfähig ist und
im Zeitpunkt der MEDAS-Untersuchungen
in einer angepassten Verrichtung
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
Strittig ist demgegenüber
,
ob
die von den
MEDAS-
Experten attestierte Restarb
eitsfähigkeit auf dem Arbeits
markt verwer
tbar
ist
und ob
sich der
kardiale
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der MEDAS-Begutachtung w
esentlich verschlechtert hat
.
4.
-
4.1
Im Rahmen ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 10. Januar 2019 (Urk. 7/76/1-12) stellten die MEDAS-Gutachter
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
B._
, Fachärztin Allgemeine Innere Medi
zin, Dr. med.
C._
, FMH Kardiologie/
Allgemeine
Innere Medizin
,
und
Dr.
med.
D._
,
ehemaliger
Chefarzt Neurologie Spital
E._
,
folgende Dia
gno
sen (S. 7):
-
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Shone
Komplex als angeborene Herzerkrankung bei
-
Zustand nach
Dacron
-Patch-
Plastik (1973)
-
Zustand nach Extended
Resection
mit End-zu-End
Anastomose (1977)
-
schwergradiger Dilata
tion des linken Vorhofes
-
Kardiomyo
pathie unklarer Genes mit dilatiertem linken Ventrikel und Auswurffraktion im unteren Normbereich
-
r
ezidivierendem Vorhofflimmern und atypischem Vorhofflattern (ED 2011)
-
Zustand nach zahlreichen Elektrokonversionen,
circumferenzieller
Pul
mo
nal
venenisolation
(2012) und rechts
atrialer
Ra
diofrequ
en
z
ablation (2017)
-
aktuell Sinusrhythmus
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Adiposi
tas WHO Grad III, BMI = 43 kg/m2
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ED 02/2018)
-
Zustand nach AC-Gelenksluxation
Tossy
IIII der rechten Schulter
-
Zustand nach AC
-Gelenksresektion und AC-
Ligamenttransfer
(10/2013)
-
Zustand nach Guillain-Barré-Syndrom (2002) mit
residuell
diskreter peripherer Fazialisparese rechts und
residuell
und/o
der neu sehr diskreter sensibler Polyneuropathie. Differenzialdiagnose
Polyneuropathie
im Rah
men
eines
subklinischen Diabetes
-
Faktor IX-Mutation, Einna
0
hme von Vitamin K-Antagonisten nicht möglich
Die MEDAS-Gutachter führten aus, dass die körperliche Leistungsfähigkeit anam
nestisch und objektiv gemäss der durchgeführten
Fahrradergometrie
nur leicht eingeschränkt sei. Es fänden s
ich im Rahmen der Therapie eine
Sinusbradykardie und eine chronotrope Inkompetenz, welche Beschwerden wie Leistungsein
schrän
kung, Konzentrationsstörungen und rasche Ermüdbarkeit nachvollziehbar mach
ten
. Im Weiteren sei eine adrenerge
Triggering
der Tachyarrhythmien durch
au
s plausibel, weshalb körperlich
schwere oder psychisch stressige Arbeiten nicht
zumutbar seien. Es sei mit dem weiteren Auftreten von symptomatischen
Tachyar
rhythmien
, der Notwendigkeit von Hospitalisationen
,
gegebenenfalls
rhythmo
lo
gischen
Untersuchungen/E
ingriffen sowie unvorhersehbaren
Unterbrechungen der reduzierten Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Mittelfristig sei eine Zunahme der
Subaortenstenose
und gegebenenfalls
die
Entwicklung einer relevanten Aorten
klappenstenose mit nötiger Herzoperation wahrscheinlich. Die Entstehung einer erneuten behandlungsbedürftigen
Aortenisthmusstenose
im Verlauf der nächsten Jahre sei
denkbar. Die Arrhythmie-Situation scheine sich seit Mitte Juni 2018 zwar recht gut stabilisiert zu haben, im weiteren Verlauf
sei
indes jederzeit mit
erneuten
hospitalisationspflicht
ig
en
Arrhythmien zu rechnen. Entsprechend schwie
rig
gestalte sich die Einschätzung einer absehbar konstanten Arbeits
fähigkeit (S. 7 f
.
).
Die bisherige Tätigkeit als Instandhaltungsfachmann im Aussendienst sei aus internistischer und kardiologischer Sicht seit Frühjahr 2017 nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei zu 60 bis maximal 80 % (sechs Stunden pro Tag) ohne zusätzliche Leistungseinschränkung möglich, wobei es sich um eine kör
perlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne häufige Überkopfarbeiten, ohne
das Besteigen von Leitern/Gerüsten und ohne feinmanuelle Verrichtungen handeln
sollte. Die Tätigkeit sollte in einem geografisch limitierten Umkreis stattfinden. Die Nähe zur betreuenden kardiologischen Klinik sei wichtig, weshalb Aussen
dienst-Tätigkeiten wegfielen.
Wesentlich
sei zudem eine jederzeitige Pausen
mög
lichkeit beim Auftreten von Herzrhythmusstörungen. Sobald jedoch eine
erneute
anha
ltende
hospitalisationsbedürftige
Tachyarrhythmie
auftrete,
sei der Beschwer
de
führer
zumindest vorübergehend zu 100 % arbeitsunfähig. Es könne als wahr
scheinlich beurteilt werden, dass dieser Fall im Verlauf der nächsten Jahre ein- oder mehrmals auftreten werde. Entsprechend verstä
ndnis- und rücksichtsvoll müsse
ein zukünftiger Arbeitgeber sein respektive entsprechend schwierig werde sich die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle gestalten (S. 9).
4.2
Prof.
Dr.
med.
F._
, Klinikdirektor Gefässchirurgie
am
Z._
, und Assi
sten
zä
rztin
G._
berich
teten am 16. Juli 2019 von einer
im Vergleich zur
Voruntersuchung CT-Herz vom 14.
Juni
2018 minimal grössenprogrediente
n
aneurysmatische
n
Aussackung am Abgang der
linken A. subclavia, aktuell 26
mm. D
ie
Vor-CT vom Juni
2018
respektive
Mai 2017 hätten eine Aussackung von 24 mm und 22 m
m
gezeigt. Es bestehe eine progrediente Ektasie der Aorta
ascendes
,
aktuell maximal 4.7 cm
(im Juni 2018 4.5 cm)
,
auf der Höhe der rechten Pul
monal
arterie
(Urk. 7/97 S. 2). Als geplanten Eingriff nannten die
Z._
-Ärzte ein zweizeitiges Vorgehen mit initialer perkutaner Implantation einer thorakalen
Stentprothese
und einem
carotis-axiliären
Bypass sowie mit anschliessender Plug-Okklusion (S. 3).
4.3
PD
Dr.
med.
H._
, Leite
nder Arzt Angeborene Herzfehler am
Z._
, führte in seinem Bericht vom 5. September 2019 (Urk. 7/96) aus, dass es im Juni 2019 trotz Dauertherapie mit
Amiodarone
erneut zu einer anhaltenden
intraatrialen
Reentry
-Tachykardie (IART, atypisches Vorhofflattern) gekommen sei. Nach erneuter Elektrokonversion am 14. Juni 2019 sei es bereits am 19. Juni 2019 zu einem
IART-Rezidiv
gekommen, wobei seither eine Frequenzkontrollstrategie erfolgt sei. Dies habe zu einer deutlichen Verschlechterung der Leistungsfähigkeit geführt.
Im Vergleich zur Vor-Untersuchung vom 6. Juni 2019 habe die maximale Sauer
stoffaufnahme bei Spiroergometrie von 17.5ml/kg/min auf 14.4ml/kg/min abge
nommen, das Frequenzprofil sei relativ starr und unter Belastung
komme es
zu einem ungenügenden Blutdruckanstieg (maximal 120/80mmHg). Echokardiogra
fisch zeige sich tend
en
ziell eine leichte Abnahme der linksventrikulären Aus
wurffraktion (LVEF 45 %) und in der IART sei auch der NT-proBNP-Wert von zuletzt 378ng/l im Sinusrhythmus auf 637
ng/l an
gestiegen
.
Zusammenfassend
könne aus
kardiologischer Sicht aufgrund der komplexen Kardiopathie mit schwieriger
rhythmologischer
Situation eine klare Verschlech
terung seit der im MEDAS-Gutachten beschriebenen Untersuchung vom 25. Okto
b
er 2018 dokumentiert w
erden, welche mittels Sp
iroergometrie objektivierbar sei.
4.4
Am 23. Dezember 2019 berichtete Prof.
Dr.
H._
unter anderem von einem seit 7. Juni 2019 anhaltenden
IART-
Rezidiv sowie einer am 14. Juni 2019 erfolgten Elektrokonversion
mit einem
bereits am 19.
Juni 2019
aufgetretenen
Rezidiv des atypischen Vorhofflatterns. In de
r
Folge habe eine Diskussion der Befunde betreffend Pseudoaneurysma an der linken A
.
subclavia mit Prof. Dr.
F._
stattgefunden, wobei zumindest eine relative Indikation zur Intervention (allenfalls Hybrid – Bypass Carotis – Subc
lavia
,
endovasculärer
Stentgraf
t
) bestehe.
Anlässlich der Verlaufskontrolle am 2. Juli 2019 sei ein atypisches Vorhofflattern mit einer guten Frequenzkontrolle in Ruhe und einer ausgeprägten chronotropen Inkompetenz zu beobachten gewesen. Es liege eine deutliche Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkei
t vor, welche mittels Spiroergo
metrie objektivierbar gewesen sei.
Gemäss dem Gespräch mit Prof. Dr.
F._
vom 27
. August 2019 sei eine Sanierung des Pseudoaneu
rys
mas an der linken A. subclavia indiziert, wobei
der Eingriff bis zu einer Ge
wichtsreduktion nach Magenbypass-Operation verschoben werden sollte
, da
da
durch das perioperative Risiko markant gesenkt werden könne
(Urk. 7/105
S. 9 f.
)
.
Im
W
eiteren hielt Prof.
Dr.
H._
fest, dass klinisc
h recht stabile Befunde vorlägen. Unter der aktuellen Therapie fänden sich tiefe systemische Blutdruck
werte. Echokardiographisch finde sich in etwa eine unveränderte Funktion der dysplastischen Mitralklappe und in etwa ein unveränderter systolischer Druck
gradient über dem linksventrikulären Ausflusstrakt. Die biventrikuläre systolische Funktion
sei
– im Vergleich zur Voruntersuchung – tendenziell etwas vermindert, aufgrund der Adipositas und der
atrialen
Herzrhythmusstörung sei aber die Beurteilbarkeit insgesamt nicht einfach. Der NT-proBNP-Wert liege im Bereich der Vorwerte, werde aber wahrscheinlich aufgrund der Adipositas eher unte
r
schätzt. Aufgrund des relativ
stabilen Verlaufs werde aktuell an einem konser
vativen Vorgehen festgehalten, da aufgrund der Klappenfunktion
noch keine zwingende Indikation für einen Eingriff bestehe. Dies wäre aktuell, aufgrund
der
Komorbiditäten, sicherlich
mit ei
nem erheblichen Risiko behaftet.
Insgesamt bleibe
die medizinische Situation des Beschwerdeführers schwierig, wobei die nicht beherrschte Adipositas im Vordergrund stehe (S. 11 f.).
4.5
In ihrer Stellungnahme vom 3. Februar 2020 (Urk. 7/110/4-5) führte die RAD-Ärztin
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Innere Medizin,
aus, dass im aktuellen kardiologischen
Z._
-Bericht vom 23. Dezember 2019 anhand der objektiven Untersuchungen (klinische Untersuchung, Echokardiogramm) in der Zusammen
fassung ein stabiler Verlauf beschrieben werde. Der Beschwerdeführer spüre nur noch selten Palpitationen, könne mehrere 100 m ohne Pause gehen, könne wieder besser schlafen und habe keine Ödeme, keinen Schwindel oder Synkopen. Im Vordergrund stehe die Adipositas. Die für den 28. November 2019 geplante baria
trische Operation
sei
zunächst wegen weiterer Untersuchungen (Psychiatrie, Gastroenterologie, Endokrinologie) abgesagt worden, wobei aus kardiologischer Sicht keine Kontraindikation vorliege.
Die RAD-Ärztin bemerkte
weiter
, dass der kardiale Gesundheitszustand
– analog dem genannten Arztbericht –
gesamthaft
stabil sei. Die bariatrische Operation zur Gewichtsreduktion habe noch nicht durchgeführt werden können. Damit liege eine unveränderte gesundheitliche Situation vor und es lasse sich keine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten.
4.6
Gemäss Aktennotiz der zuständigen Kundenberaterin der Beschwerde
gegnerin
betreffend das Tel
efongespräch mit RAD-Ärztin Dr.
I._
vom 20. Februar 2020 (Urk. 7/110/5)
wurde
gemäss dem
Z._
-Bericht vom 23. Dezember 2019 eine gute
Frequenzkontrolle erreicht, wobei jährliche Kontrollen nötig seien. Der Beschwer
de
führer sei damit gut therapiert und die Nähe zu einem Arzt ausreichend. Kardial zeige sich der Kunde stabilisiert und die Arztbesuche würden weniger häufig.
Sofern notfallmässig
erforderlich
, sei die medizinische Infrastruktur in der Schweiz
ausreichend.
5.
5.1
1.%2.%3
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Der ausgeglichene Arbeits
markt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspr
echungsgemäss keine übermässige
n
Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1).
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen,
wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit
Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
R
n
132 zu Art. 28a
).
2.%2.%3
Dem Beschwerdeführer sind körperlich leichte bis mittelschwere T
ätigkeiten ohne häufige Überkopfarbeiten, ohne Besteigen von Leitern/Gerüsten und ohne fein
manuelle Verrichtungen und mit
jederzeitiger Pausenmöglichkeit beim Auftreten von Herzrhythmusstörungen
sowie mit
einem
geografisch limitierten Umkreis respektive
in der Nähe zur betreuenden kardiologischen Klinik
zumutbar
(vgl. E. 4.1). Rechtsprechungsgemäss sind körperlich leichte
und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 6.3). Obwohl der Beschwerdeführer zusätzlich durch eine jederzeitige Pausenmöglichkeit
eingeschränkt ist, ist durchaus mit einer gewissen Rücksichtnahme seitens des Arbeitgebers zu rechnen, weshalb aus diesem Grund nicht von einer Unverwert
barkeit auszugehen ist. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seitens des Arbeitsgebers rechnen können
(vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen)
. Gleiches gilt mit Bezug auf
die möglicherweise
in den nächsten Jahren ein- ode
r mehrmalig auftretenden Hospitalisationen
und
die
damit einhergehenden vor
übergehenden Arbeitsunfähigkeiten aufgru
nd des Auftretens von Tachyar
rh
yth
mien. Von einer Unverwertbarkeit
ist sodann auch nicht aufgrund der von den MEDAS-Experten postulierten Nähe zur betreuenden kardiologischen Klinik auszugehen.
Die Gutachter machten keine spezifischen Angaben betreffend die
maximale
Distanz zwischen
dem
Arbeitsort un
d
Z._
. Wäre eine geringe Entfernung zum
Z._
insofern
medizinisch
indiziert gewesen
, als dass eine aus
reichende kardiologische Behandlung
innerhalb kürzester Zeit nach dem Auftre
ten
kardialer
Beschwerden
einzig durch das
Z._
erfolgen könn
t
e,
so wäre dies seitens der Experten
so festgehalten
worden. In diesem Zusammenhang ist so
dann zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführ
er in
J._
(AG) und somit nicht in unmittelbarer Nähe zum
Z._
wohnhaft ist.
Nach dem Gesagten ist die Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus noch als möglich und zumutbar zu erachten.
5.2.
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdegegnerin setzte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin
(Urk. 7/78/15
)
auf Fr. 97'500.-- fest (Urk. 7/109 S. 1).
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
geltend
, die Beschwerdegeg
nerin habe nicht sämtliche weitere
n
Lohnbestandteile berücksichtigt und ging für das Jahr 2016 unter Hinweis auf den IK-Auszug vom 18. März 2019 (Urk. 7/79) von einem
Validenlohn
von Fr. 99'244.-- aus (Urk. 12 S. 5 f.
Ziff. 3
).
Ob auf das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
oder auf jenes des Beschwerdeführers abgestellt wird,
hat
- w
ie nachfolgend
aufgezeigt wird (vgl. E
. 5.2.5
) – keine
Auswirkungen
auf die Höhe der Invalidenrente
.
5.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf
die LSE 2016, TA1
, monatlicher Bruttolohn
(Zentralwert)
nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Kompetenzniveau 1
,
Total, Männer
ab. Dies blieb
zu Recht unbestritten (Urk. 12 S. 6 Ziff. 3.1). Im Zeitpunkt des Rentenbeginns im April 2018 (Urk. 7/92 S. 8) betrug
der mass
gebliche
Invalidenlohn
damit Fr.
46'650.
--
für das dem Beschwerdeführer zumut
bare Arbeitspensum von 70 %
(ohne Aufrechnung der Nominallohnentwicklung entsprechend dem
Valideneinkommen
)
.
5.2.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schni
tts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Aus
wir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des
leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche
seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BG
E
137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merk
mals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer
unter Hinweis auf den Ausfall
feinmanueller
Tätigkeiten einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % (
Urk. 2 S. 6,
Urk. 7/109 S. 1).
Dies erscheint unter der Berücksichtigung des Umstandes, dass die Zumutbarkeit von nur noch leichten Tätigkeiten kein
en
Grund für einen leidensbedingten Abzug darstellt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2)
,
als angemessen
. Gleiches gilt mit Bezug auf
das
Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_
266/2017
vom
29
.
Mai
201
8
E.
3.4.
2).
Im Weiteren ist
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invalidenein
kommens auf das Kompetenzniveau 1 abstellte, der Beschwerdeführer indes über zwei Lehrabschlüsse verfügt und deshalb nicht nur die Ausübung einfacher Tätig
keiten möglich sind (vgl. auch Urk. 7/109 S. 1). Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 10 % ist somit nicht zu beanstanden und das anrechenbare
Invalid
eneinkommen ist auf Fr. 41’985.
--
zu reduzieren.
5.2.5
Der Vergleich des
(vom Beschwerdeführer geltend gemachten)
Validenein
kom
mens
von Fr. 99'244.
--
mit dem Inv
alideneinkommen von Fr. 41’985.
--
ergibt einen Invaliditätsgrad von gerundet 58 % (zum Runden vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2)
, was einem Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. E. 1.2) entspricht
.
6.
6.1
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verschlechterung des Ge
sund
heitszustands seit der MEDAS-Begutachtung angeht (Urk. 1 S. 9 f. Ziff. 18, Urk. 12 S. 3 ff. Ziff. 1.2),
ist
Folgendes zu bemerken: Der behandelnde
Z._
-Kardiologe
Dr.
H._
bestätigte am 5. September 2019 eine deutliche Ver
schlechterung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der MEDAS-Untersuchung vom 25. Oktober 2018, welche durch die Ergebnisse der Spiro
ergometrie objektivierbar sei. Er berichtete von einer
im
Juni 2019
erneut
anhaltenden IART sowie einem –
trotz
Elektrokonversion
vom
14. Juni 2019
– bereits am 19
. Juni 2019 aufgetretenen IART-Rezidiv (vgl. E. 4.
3
)
.
Ebenso wurde im Bericht der
Z._
-Kardiologen vom 23. Dezember 2019 (vgl. E. 4.4)
im Zu
sammenhang mit der Verlaufskontrolle vom 2. Juli 2019 auf eine mittels Spiroergometrie objektivierte deutliche Abnahme der körperlichen Leistungs
fähigkeit hingewiesen.
Prof.
Dr.
F._
berichtete
am 16. Juli 2019
von
eine
r
im Vergleich zum Juni 2018 minimal grössenprogrediente
n
aneurys
matische
n
Aussackung am Abgang des linken A. subclavia von 26 mm
und fasste
ein zweizeitiges operatives Vorgehen mit initialer perkutaner Implantation einer thorakalen
Stentprothese
und einem
carotis-axiliäre
n
Bypass
sowie
einer anschliessenden Plug-Okklusion ins Auge (vgl. E.
4.2
).
Nach dem Gesagten
liegen
(bereits)
gestützt auf die
vorgenannten
Z._
-Berichte
klare Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustand
e
s des Beschwerdeführers seit Juli 20
19
vor.
Die Frage, ob der nach Verfügungserlass verfasste
Z._
-Bericht vom 24. Juni 2020 (Urk. 13) im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen ist
(vgl. Urk. 16)
, kann deshalb offenbleiben.
6.2
Die von der RAD-Ärztin am 3. Februar 2020 aufgeführte Begründung für die Verneinung einer
gesundheitlichen
Verschlechterung
des Beschwerdeführers
seit der MEDAS-Begutachtung
(vgl. E. 4.
5) ist nicht nachvollziehbar. Dr.
I._
nahm
einzig Bezug auf die
Z._
-Berichte vom
5
. November
(Urk. 7/106
und
23. Dezember
2019
(vgl. E. 4.4) und setzt
e
sich mit den übrigen Berichten der
Z._
-Ärzte
vom 16. Juli und
5. September 2019
(
vgl. E. 4.2-3) nicht auseinander
. Aus dem Umstand, dass die für den 28. November 2019 ursprünglich geplante bariatrische Operation aufgrund
unvollständiger präoperativer
Abklärungen
ver
schoben werden
musste
respektive aus kardiologischer Sicht keine entsprechende Kontraindikation
vorlag
(Urk. 7/106 S. 2)
,
kann nicht automatisch auf einen unveränderten Gesundh
eitszustand geschlossen werden.
Der im Bericht vom 23. Dezember 2019
erwähnte recht s
tabile
kardiologische
Verlauf (Urk. 7/105 S. 10
) kann
-
entgegen der Auffassung der RAD-Ärztin
-
nicht auf die
(gesamte) Zeit
seit der MEDAS-Untersuchung
erstreckt werden.
S
owohl im genannten Bericht als auch in jenem vom 5. September 2019
ist
von einer
deutlichen Verschlechterung der
Leistungsfähigkeit
seit der MEDAS-Untersuchung
die Rede, so
dass es
sich
beim erwähnten stabilen Verlauf
offenkundig
um den sich
nach
dem Eintritt der Verschlechterung im Sommer 2019
zwischenzeitlich
stabili
sierten Gesundheitszustand
(
auf verschlechtertem Niveau
)
handelt.
I
m Übrigen ist darau
f hinzuweisen, dass RAD-Ärztin
D
r.
I._
über
k
einen Facharzttitel in Kardiologie verfügt.
6.
3
Im Lichte der obigen Erwägungen ist fraglich, ob
für die Zeit
ab
Ju
n
i 2019
nach wie vor von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten
Tätigkeit auszugehen ist. Damit erweist sich der medizinische Sachverhalt
ab
Ju
n
i
2019
als nicht hinreichend abgeklärt.
7.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
vom April 2018 bis
August
2019 (Ju
n
i 2019 plus drei Monate, Art.
88a
Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung
) bei einem Invaliditätsgrad von 58 % Ans
pru
ch auf eine halbe Rente hat und f
ür die Zeit ab
J
un
i
2019 weitere medizinische Abklä
rungen erforderlich
sind.
Die
Beschwerde
ist damit
in
dem Sinne gutzuheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom 17. März 2020 insoweit aufzuheben ist, als sie den Anspruch auf eine die halbe Rente übersteigende Invalidenrente ab 1.
September
2019 verneint und
die Sache
ist
an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen
, damit diese, nach erfolg
ter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leis
tungsanspruch des
Beschwerdeführers neu verfüge.
Was den Eventualantrag des Beschwerdeführers betreffend berufliche Massnah
men angeht (Urk. 12 S. 2), ist anzumerken, dass sowohl der Vorbescheid vom 15. April 2019 (Urk. 7/82) als auch die angefochtene Verfügung vom 17. März
2020 (Urk. 2) allein den Rentenanspruch beschlagen, weshalb die Frage nach einem
Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht Anfechtungsgegenstand ist und insoweit nicht auf die Beschwerde einzutreten ist. Es bleibt dem Beschwer
deführer indes unbenommen, bei der Beschwerdegegnerin ein entsprechendes Gesuch zu stellen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
, sofern darauf einzu
treten ist
.
8
.
8
.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
über
wiegend
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Der
überwiegend
obsiegende vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend steht ihm eine Prozessent
schädigung von Fr.
3
‘100.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu.