Decision ID: aa91ca64-cfd8-4b81-8fed-22a35750039a
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Wiedererwägung, 6a)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Juli 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Der behandelnde Psychiater, Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, diagnostizierte im Arztbericht vom 31. Juli 2003 eine dissoziative
Bewegungsstörung, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie multiple
Phobien und attestierte der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 50% von
Dezember 2001 bis Ende Oktober 2002 und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit
November 2002 (IV-act. 10). Gestützt auf diesen Arztbericht sprach die IV-Stelle der
Versicherten mit Verfügung vom 25. Februar 2004 eine ganze Invalidenrente ab 1.
Oktober 2003 zu (IV-act. 17, 14). Bei der Überprüfung der Invalidenrente in den Jahren
2004, 2006, 2009 und 2010 (IV-act. 20, 28, 41, 56) stützte sich die IV-Stelle vorab auf
die Verlaufsberichte von Dr. B._ vom 10. Dezember 2004, 8. Dezember 2006, 10.
Februar 2009 und 17. Februar 2010 (IV-act. 19, 26, 35, 47), in welchen er den
gesundheitlichen Zustand jeweils als stationär beschrieb, in den letzten beiden
Berichten aber eine ausführliche Abklärung anregte.
A.b Im Jahr 2012 wurde von der IV-Stelle erneut eine Überprüfung der Invalidenrente
durchgeführt. Der Hausarzt Dr. med. C._, Praktischer Arzt, gab im Bericht vom 16.
März 2012 an, dass sich der Gesundheitszustand nicht verändert habe; er kenne
allerdings die Versicherte noch nicht lange (IV-act. 64). Im Bericht vom 26. März 2012
gab Dr. med. D._, Rheumaerkrankungen FMH, Schmerztherapie, an, dass neben den
bereits bekannten Diagnosen mit teils invalidisierenden Gelenksschmerzen und
Schwellungen der Verdacht auf ein Restless-Legs-Syndrom hinzugekommen sei (IV-
act. 62). Im Bericht vom 10. April 2012 gab Dr. B._ an, dass auch weiter keine stabile
und verlässliche Arbeitsfähigkeit bestehe; es fänden gelegentliche, stützend-
therapeutische Gespräche statt. Wegen fehlender Therapiefähigkeit sei die Prognose
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eher ungünstig (IV-act. 65). Im Rahmen der Rentenrevision wurde die Academy of
Swiss Insurance Medicine, Basel (asim) von der IV-Stelle mit der Durchführung einer
interdisziplinären Begutachtung beauftragt. Im asim-Gutachten vom 31. Dezember
2012 kamen die Experten zum Schluss, dass die Versicherte für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit im Büro als Sachbearbeiterin und bei körperlichen Verweistätigkeiten zu
100% arbeitsfähig sei (IV-act. 84).
A.c Mit Vorbescheid vom 4. April 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht,
die Invalidenrente aufzuheben (IV-act. 88). Gegen diesen Vorbescheid erhob die
Versicherte mit Schreiben vom 7. Mai 2013 Einwand und beantragte, ihr sei weiterhin
eine ganze Invalidenrente auszurichten (IV-act. 90).
A.d Mit Verfügung vom 5. Juni 2013 hob die IV-Stelle die Rente mit Wirkung per 31.
Juli 2013 auf und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Sie
stützte sich dabei auf die im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2012 festgestellte
gesundheitliche Verbesserung und die attestierte Arbeitsfähigkeit von 100%;
ergänzend führte sie an, dass die Renteneinstellung substituierend auch mit der
Wiedererwägung begründet werden könnte, seien doch bei der Rentenzusprache zu
Unrecht die Kriterien für die ausnahmsweise Nichtüberwindbarkeit der somatoformen
Schmerzstörung nicht geprüft worden. Ausserdem wären auch die Voraussetzungen
einer Renteneinstellung nach der übergangsrechtlichen Bestimmung zur IV-Revision 6a
gegeben, sofern keine Verbesserung des Gesundheitszustandes angenommen würde
(IV-act. 98).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 8. Juli 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 5. Juni 2013. Ihr sei weiterhin
eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter seien ihr
Wiedereingliederungsmassnahmen unter Weiterausrichtung der Invalidenrente zu
gewähren. Sie begründet dies im Wesentlichen damit, dass nicht auf das asim-
Gutachten abgestellt werden könne, da aufgrund von Fehlern grosse Bedenken
bezüglich der Zuverlässigkeit des Gutachtens und der darin enthaltenen
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Schlussfolgerungen bestünden. Zudem könne aus der lediglich "diagnostischen
Verbesserung" nicht auf eine tatsächliche Verbesserung der Arbeits- bzw.
Erwerbsfähigkeit geschlossen werden. Der psychiatrische Gutachter habe Rechts
anwendung betrieben und die Arbeitsunfähigkeit nicht allein anhand medizinischer
Gesichtspunkte beurteilt, womit seine Einschätzung wertlos und das Gutachten be
weisuntauglich werde. Zudem gehe aus dem Gutachten hervor, dass es sich um eine
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Zustands
handle, was nicht zu einer Rentenrevision im Sinne des Gesetzes berechtige. Zudem
seien auch die Voraussetzungen einer Wiedererwägung nicht erfüllt. Der
Eventualstandpunkt der Beschwerdegegnerin, die Rente gestützt auf die IV-Revision 6a
aufzuheben, entbehre einer gesetzlichen Grundlage und sei mit der EMRK als
zwingendem Völkerrecht nicht vereinbar, weshalb ihr die Anwendung zu versagen sei
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend,
dass das asim-Gutachten als verlässliche Beurteilungsbasis gelte und die
Beschwerdeführerin 100% arbeitsfähig sei. Mit der Erwerbsaufnahme der
Beschwerdeführerin sei ein Revisionsgrund gegeben. Zudem sei auch eine
Verbesserung des Gesundheitszustands aktenkundig (act. G 5).
B.c Am 6. November 2013 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) grundsätzlich entsprochen unter Anrechnung eines Betrags von
Fr. 1'000.-- eines geleisteten Kostenvorschusses (act. G 6).
B.d Mit Replik vom 24. März 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest, wobei sie unter anderem zwei Arztberichte einreicht (act. G 14). In
der Duplik vom 12. Mai 2014 hält auch die Beschwerdegegnerin unverändert an der
Beschwerdeantwort fest. Sie führt aus, die ergänzend eingereichten Arztberichte
würden das asim-Gutachten bestätigen und nicht in Frage stellen. Dazu reichte sie eine
medizinische Stellungnahme vom 4. Mai 2014 ein (act. G 16 und 16.1). Die
Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 20. Juni 2014 auf eine nochmalige
Stellungnahme (act. G 22).
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B.e Am 28. Dezember 2014 reichte die Beschwerdeführerin eine eigene
Stellungnahme vom 14. Dezember 2014 ein (act. G 27.2) und hielt gleichzeitig fest,
dass sie nach wie vor durch Rechtsanwältin N. Ley unentgeltlich verbeiständet bleiben
wolle (act. G 27). In der Folge teilte die Verfahrensleitung der Beschwerdeführerin mit,
dass keine weiteren Eingaben von ihr selbst nötig seien und auch nicht mehr
entgegengenommen würden (act. G 29).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die von
der Beschwerdegegnerin verfügte Einstellung der Invalidenrente rechtmässig ist.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
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Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Einstellungsverfügung vom
5. Juni 2013 (IV-act. 98) auf das asim-Gutachten vom 31. Dezember 2012 (IV-act. 84).
Die Gutachter diagnostizierten ein generalisiertes Schmerzsyndrom im Sinne einer
Fibromyalgie (ICD-10 M79.70), ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (ICD-10 M54)
und einen Status nach 2-maliger fibulotarsaler Bandläsion rechts lateral (ICD-10
M66.27). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10
F41.2), Migräne, Verdacht auf Restless legs-Syndrom und Asthma bronchiale. Die
Gutachter bescheinigten der Beschwerdeführerin für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im
Büro als Sachbearbeiterin eine Arbeitsfähigkeit von 100%; gleiches gelte für eine
körperlich leichte Tätigkeit (IV-act. 84-21 f. und 26). Die Beschwerdeführerin hält das
asim-Gutachten aus verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig.
3.2 Zunächst wendet die Beschwerdeführerin ein, dass in der Diagnoseliste des asim-
Gutachtens die Endometriose und das polyzystische Ovarialsyndrom, welches zur
Entfernung des Uterus und der Eileiter geführt habe, fehlen würden. Gänzlich
übersehen worden seien auch zwei erhebliche Schilddrüsenknoten der linken
Schilddrüse, obwohl die sich daraus ergebenden Symptome schon seit längerem
beklagt und auch den Gutachtern vorgetragen worden seien (act. G 1, S. 6).
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3.2.1 Die Endometriose und das polyzystische Ovarialsyndrom wurden immerhin,
was die Beschwerdeführerin auch einräumt, unter den übrigen Diagnosen im
rheumatologischen Gutachten aufgeführt (IV-act. 84-55). Weshalb diese Diagnosen aus
dem rheumatologischen Gutachten nicht ins Gesamtgutachten übernommen wurden,
ist zwar nicht nachvollziehbar. Doch reicht dies im vorliegenden Fall nicht aus, um die
Beweistauglichkeit des asim-Gutachtens generell in Frage zu stellen. Schliesslich geht
aus dem rheumatologischen Gutachten hervor, dass diese beiden Diagnosen keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Zudem macht auch die Beschwerdeführerin
selber nicht geltend, dass sie durch diese Beschwerden in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei. Auch der von ihr eingereichte Bericht der Histopathologie vom 17.
April 2013 macht dazu keine Angaben (act. G 1.15).
3.2.2 Aus dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Bericht des
Ultraschallzentrums E._ vom 3. Juni 2013 (act. G 1.16) und dem Bericht von der
F._ AG vom 11. Juni 2013 (act. 1.17) geht hervor, dass bei ihr 2 Schilddrüsenknoten
entdeckt worden seien, wobei keine malignen Zellen nachweisbar gewesen seien. Aus
diesen beiden Berichten, welche auf Untersuchungen beruhen, die nach der Erstellung
des asim-Gutachtens erfolgt sind, geht weder eine Fehlerhaftigkeit des asim-
Gutachtens hervor, noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. So wurde im asim-Gutachten bei der
internistischen Untersuchung angegeben, dass die Schilddrüse fraglich vergrössert sei
(wegen des Übergewichtes) und eine Laborüberprüfung veranlasst werde. Bei der
Laboruntersuchung sei das TSH im Normbereich gewesen (IV-act. 84-16), was mit den
nachgereichten Laborwerten (act. G 16.1 und 16.2) unbestrittenermassen bestätigt
wurde. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte haben deshalb keinen
Einfluss auf die Beweiskraft des asim-Gutachtens.
3.3 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die Auswirkungen der Bandläsion
offensichtlich erheblich unterschätzt worden seien, da sie sich einer Fussoperation mit
anschliessender etwa 4-monatiger Genesungsphase unterziehen müsse (act. G 1, S.
7).
3.3.1 Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte unter anderem einen Status
nach 2-maliger fibulotarsaler Bandläsion rechts lateral und führte aus, dass eine leichte
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bis punktuell mittelschwere Tätigkeit (Hebebelastung bis 11 kg) bei diesem
Krankheitsbild zugemutet werden könne. Die ursprüngliche Tätigkeit als
Sachbearbeiterin in einem Büro erfülle diese Kriterien und auch ähnlich geartete
Verweistätigkeiten seien möglich (IV-act. 84-55).
3.3.2 Aus der Terminbestätigung der Klinik G._ (act. G 1.18) und der geltend
gemachten Fussoperation geht jedoch nichts hervor, was gegen das asim-Gutachten
sprechen würde. Insbesondere kann daraus keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden. Aus den von der Beschwerdeführerin am 28.
Dezember 2014 nachgereichten Arztberichten zu dieser Fussoperation (OSG-
Arthroskopie und Arthrolyse am 8. Juli 2013, vgl. Bericht Dr. med. H._ vom 27.
August 2013) lässt sich ebenfalls nichts entnehmen, was die Beweiskraft des asim-
Gutachtens entkräften würde, zumal diese erst einige Zeit nach der Erstellung des
Gutachtens erfolgt sind.
3.4 Die von der Beschwerdeführerin in der Replik vom 24. März 2014 (act. G 14)
aufgrund von mehreren Internetartikeln geltend gemachten Krankheitsbilder
(Schilddrüsenunterfunktion und/oder polyzystisches Ovarialsyndrom sowie Cushing-
Syndrom) wurden von keinem Arzt diagnostiziert und gehen auch nicht aus den
beigelegten Berichten (act. G 14.20, G 14.25, G 14.26, G 14.30, G 14.31) hervor, wie
die Beschwerdegegnerin in einer ausführlichen medizinischen Stellungnahme plausibel
darlegt (act. G 16.1). Ein Mangel des asim-Gutachtens kann daraus nicht abgeleitet
werden.
3.5 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass der psychiatrische Gutachter
Rechtsanwendung betrieben habe und alleine daraus, dass die Schmerzen einer
somatoformen Schmerzstörung nach der Rechtsprechung als überwindbar gelten
würden, auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit geschlossen habe. Seine Aufgabe sei es
jedoch, die Arbeitsunfähigkeit allein anhand medizinischer Gesichtspunkte zu
beurteilen. Deshalb sei seine Einschätzung wertlos und das Gutachten
beweisuntauglich (act. G 1, S. 9).
3.5.1 Es trifft zu, dass sich der psychiatrische Gutachter bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auf die Rechtsprechung bezogen und insoweit sein medizinisches
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Fachgebiet überschritten hat (IV-act. 84-48). Indessen konnte der psychiatrische
Gutachter bei seiner Untersuchung psychopathologisch einen weitgehenden "Normal
befund" erheben. Die Beschwerdeführerin sei auf ihre Schmerzsymptomatik fixiert
gewesen und habe ein passives Coping gezeigt. Nebst der Schmerzstörung habe sich
zusätzlich Angst und depressive Störung gemischt diagnostisch fassen lassen.
Allerdings sei die Ausprägung dieser Störung so gering, dass daraus keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere. Sowohl der klinische Befund wie auch
die Alltagsfähigkeit seien soweit erhalten und normal, dass eine Einschränkung nicht
plausibilisiert werden könne (IV-act. 84-24).
3.5.2 Somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche pathogenetisch-ätiologisch
unerklärliche syndromale Leidenszustände vermögen nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art.
4 Abs. 1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE 136 V 281
E. 3.2). Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit einer
willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess
setzt das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein
anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien wie
chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter,
therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn) oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz
konsequent durchgeführter Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem
therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei
vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE
130 V 354 f. E. 2.2.3). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine
zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 50 f. E. 1.2; vgl. zum Ganzen
Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2011, 9C_412/2011, E. 4.1).
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3.5.3 Neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung wurde
psychiatrischerseits Angst und depressive Störung gemischt diagnostiziert, ebenfalls
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 84-47). Damit liegt keine
mitwirkende psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere,
Intensität, Ausprägung und Dauer vor.
3.5.4 Mit dem chronischen Lumbovertebralsyndrom (vgl. IV-act. 84-21) liegt eine
chronische körperliche Begleiterkrankung vor. Gemäss dem rheumatologischen
Gutachter habe ein "allenfalls" zu diagnostizierendes chronisches
Lumbovertebralsyndrom auf die Beurteilung der Gesamtarbeitsfähigkeit zurzeit wenig
Einfluss. Eine leichte bis punktuell mittelschwere Tätigkeit, wie die ursprüngliche
Tätigkeit als Sachbearbeiterin in einem Büro, könne der Beschwerdeführerin zugemutet
werden (IV-act. 84-55). Damit ist eine hinreichend ausgeprägte körperliche
Begleiterkrankung zu verneinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2010,
9C_662/2009, E. 3.2).
3.5.5 Gemäss dem psychiatrischen Gutachter ist ein leichter sozialer Rückzug
festzustellen (vgl. IV-act. 84-48). Aus der Beschreibung des Tagesablaufs geht hervor,
dass sich die Beschwerdeführerin etwa einmal pro Woche mit einer Kollegin treffe und
selten zu Freunden zum Pokern gehe. Zudem mache sie Auslandsreisen nach
Indonesien und Thailand. Das Frühstück nehme sie meist gemeinsam mit ihrem Partner
ein. Am Abend koche und esse sie zusammen mit ihrem Partner, danach würden sie
Gespräche führen und Spiele spielen (IV-act. 84-13 f.). Ein ausgewiesener sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens ist aufgrund dieser Angaben zu verneinen.
3.5.6 Der psychiatrische Gutachter gibt an, dass die Erkrankung der
Beschwerdeführerin nicht ausbehandelt sei, wichtige verhaltenstherapeutische Ansätze
seien bisher nicht durchgeführt worden (IV-act. 84-48). Er empfiehlt die Durchführung
einer stationären psychosomatischen Massnahme und erwähnt, dass es mittlerweile
gute Gruppenangebote für somatoforme Schmerzstörungspatienten gäbe und dass
das Erlernen eines Entspannungsverfahrens hilfreich sein könne (IV-act. 84-49). Damit
ist ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer
an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn) zu verneinen.
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3.5.7 Unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter
Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und
gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung sind vorliegend nicht gegeben. So wurde keine Gruppentherapie
oder stationäre Psychotherapie durchgeführt. Gemäss Bericht von Dr. B._ vom 31.
Juli 2003 war damals eine stationäre Psychotherapie aufgrund der ausgeprägten
sozialen Ängste der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen (IV-act. 10-3). Diese
sozialen Ängste sind jedoch im Verlauf in den Hintergrund getreten; bei der
Begutachtung liess sich weder eine Angststörung noch eine Panikstörung feststellen
(IV-act. 84-48). Der Beschwerdeführerin war es denn auch möglich, wiederholt längere
Auslandsreisen zu unternehmen und an einem Marktstand zu arbeiten. Diese Arbeit hat
sie nach eigenen Angaben nicht aufgrund sozialer Ängste, sondern wegen der
Schmerzen nach kurzer Zeit wieder abbrechen müssen (vgl. IV-act. 68-3). Es wurden
lediglich stützende und klärende therapeutische Gespräche (vgl. IV-act. 19-3, 26-5,
35-3, 47-3, 65-4) und eine Psychopharmakotherapie (vgl. IV-act. 10-3, 19-3)
durchgeführt, wobei die Medikation mit Psychopharmaka ab dem Verlaufsbericht vom
8. Dezember 2006 abgesetzt werden konnte, da sich der Zustand weiter stabilisiert
habe (vgl. IV-act. 26-5).
3.6 Zusammenfassend ist eine ausnahmsweise Unüberwindbarkeit der somatoformen
Schmerzstörung zu verneinen. Somit ist im Ergebnis die (fachübergreifende)
Beurteilung des psychiatrischen Gutachters, dass die somatoforme Schmerzstörung
nach der Rechtsprechung als überwindbar gelte und somit eine Arbeitsfähigkeit von
100% bestehe, nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung der obigen
Ausführungen ist das asim-Gutachten insgesamt als beweiskräftig anzusehen.
4.
4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 E. 3.5, vgl. BGE 133 V
545). Ein Revisionsgrund ist auch gegeben und die Rente allenfalls nach unten oder
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nach oben anzupassen, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 133 V 546 E. 6.1).
In diesem Zusammenhang schliessen selbst identisch gebliebene Diagnosen eine
revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit)
nicht grundsätzlich aus. Zu denken ist etwa an eine Veränderung des Schweregrades
des Gesundheitsschadens oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich
besser an das Leiden anzupassen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage,
Zürich 2009, Rz 18 zu Art. 17 ATSG; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 31.
Januar 2012, 9C_869/2011, E. 3.1). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt
sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten
Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung
des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4). Im vorliegenden Fall ist demnach der
Sachverhalt, welcher der rentenzusprechenden Verfügung vom 25. Februar 2004 (IV-
act. 14, 17) zu Grunde lag, mit dem Sachverhalt zur Zeit der angefochtenen Verfügung
vom 5. Juni 2013 (IV-act. 98) zu vergleichen.
4.2 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung
der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Herabsetzung oder Aufhebung der
Rente erfolgt frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV).
4.3 In der rentenzusprechenden Verfügung vom 25. Februar 2004 stützte sich die
Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den Arztbericht von Dr. B._ vom 31. Juli
2003 (IV-act. 19). In diesem Bericht diagnostizierte er eine dissoziative Bewegungs
störung bestehend seit Ende September / Anfang November 2002, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung bestehend seit Dezember 2001 und multiple Phobien
bestehend seit ca. November 2002 und attestierte der Beschwerdeführerin eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% von Dezember 2001 bis Oktober 2002 und eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% ab November 2002 (IV-act. 10-1). Die Beschwerdeführerin
bis
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sei mittelgradig depressiv, ohne Hinweise auf Suizidalität. Sie berichte über eine
deutliche agoraphobische Symptomatik mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten.
Inhaltlich habe sie Angst vor einem Kopf-Tremor, der auch schon in der Sitzung habe
beobachtet werden können. Weiters würden diffuse Schmerzen in den oberen und
unteren Extremitäten geklagt (ohne somatisch-medizinisches Korrelat), bei denen ein
Zusammenhang mit Konfliktsituationen mit dem Umfeld habe gefunden werden
können. Die Beschwerdeführerin habe auch angegeben, dass sie sich seit dem Beginn
des Zitterns des Kopfes schlecht gefühlt hätte und sehr nervös gewesen sei. Damit die
Beschwerden nicht von anderen Leuten hätten beobachtet werden können, hätte sie
den Gang an öffentliche Plätze, wo sie ängstlich und unruhig werde, vermieden und
würde am liebsten zu Hause bleiben (IV-act. 10-2).
4.4 Im psychiatrischen Gutachten wird unter anderem ausgeführt, dass eine
dissoziative Bewegungsstörung nicht mehr nachweisbar sei. Ein Anhalt für spezifische
Phobien, hätte sich auch nicht finden lassen. Im Hauptfokus der Schilderungen würde
sich ein Schmerzerleben in unterschiedlichen körperlichen Regionen finden. Die
psychische Begleitsymptomatik werde als Angst und depressive Störung gemischt
ausgedrückt (IV-act. 84-48).
4.5 Praxisgemäss genügt für die Revision einer Invalidenrente, dass eine
Tatsachenänderung aus dem gesamten anspruchserheblichen Tatsachenspektrum
eingetreten ist; nicht erforderlich ist, dass gerade die geänderte Tatsache zur
revisionsweisen Neufestsetzung der Invalidenrente führt (Urteil des Bundesgerichts
vom 26. März 2014, 8C_754/2013, E. 3.2.1 mit Hinweisen).
4.6 An erster Stelle diagnostizierte Dr. B._ im Arztbericht vom 31. Juli 2003 eine
dissoziative Bewegungsstörung (vgl. IV-act. 10-1). Mit Blick darauf, dass Diagnosen
nach der Wertigkeit zu ordnen sind (vgl. Leitlinien der Schweizerischen
Ärztegesellschaft für Rheumatologie für die Begutachtung rheumatologischer
Krankheiten und Unfallfolgen, in: Schweizerische Ärztezeitung, 2007; 88: 17, S. 739)
geht die Beschwerdeführerin mit der Behauptung, dass die "führende" Diagnose von
Dr. B._ stets die somatoforme Schmerzstörung gewesen sein dürfte (act. G 1, S. 5),
fehl. Schliesslich hat Dr. B._ ab Dezember 2001 – und somit ab dem Bestehen der
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anhaltenden somatoformen Schmerzstörung – eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und ab
November 2002 – und somit ab dem Bestehen der dissoziativen Bewegungsstörung
und der multiplen Phobien – eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Auch daraus
geht hervor, dass die somatoforme Schmerzstörung nicht von Beginn an die
"führende" Diagnose war.
4.7 Der Kopf-Tremor konnte bei der asim-Begutachtung nicht mehr festgestellt
werden, weshalb auch keine dissoziative Bewegungsstörung mehr diagnostiziert
wurde. Weiter sei die diagnostizierte Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10:
F41.2) so gering ausgeprägt, dass daraus keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
resultiere. Sowohl der klinische Befund wie auch die Alltagsfähigkeit seien soweit
erhalten und normal, dass eine Einschränkung nicht plausibilisiert werden könne. Es
bestehe kein Anhalt für spezifische Phobien (IV-act. 84-24). Damit liegt nicht bloss eine
unterschiedliche Beurteilung des im Wesentlichen gleich gebliebenen medizinischen
Sachverhalts vor, sondern eine erhebliche Tatsachenänderung und eine Verbesserung
des Gesundheitszustands. Auch kann in diesem Zusammenhang nicht nur von einer
diagnostischen Verbesserung gesprochen werden, wie RAD-Arzt Dr. I._ plausibel
festhielt (IV-act. 59-2 und 85-2). Dr. I._ verweist zu Recht darauf, dass aufgrund der
Verlaufsberichte von Dr. B._ schon früher Hinweise auf eine Stabilisierung des
psychischen Gesundheitszustands vorgelegen haben (IV-act. 59-2). Dazu kommt, dass
Dr. B._ 2009 wie 2010 nach eigener Darstellung über "relativ wenig Befunde"
verfügte, so dass er seine Einschätzung selber für abklärungsbedürftig hielt (IV-act.
35-4, 47-4).
4.8 Ist von einem verbesserten Gesundheitszustand auszugehen, erübrigen sich
Ausführungen zur Wiedererwägung bzw. zur Übergangsbestimmung der IV-Revision
6a.
5.
5.1 Im Grundsatz ist davon auszugehen, dass aus einer medizinisch attestierten
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in der Regel unmittelbar auf eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit
dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann. Eine
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rentenbestimmende Invaliditätsbemessung setzt aber auch im Revisionsfall (Art. 17
ATSG) voraus, dass angezeigte Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden sind.
Dementsprechend ist der Eingliederungsbedarf im Falle einer Revision oder
Wiedererwägung in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen
Invaliditätsbemessung abzuklären. Diese Praxis ist jedoch auf Sachverhalte zu
beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder
Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr
zurückgelegt hat oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_136/2012, E. 4.2 mit Hinweisen).
5.2 Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt der Rentenaufhebung 36 Jahre alt und
bezog während knapp 10 Jahren eine Invalidenrente, weshalb von der sofortigen
Verwertbarkeit der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der
Selbsteingliederung auszugehen ist. Im asim-Gutachten wurden berufliche
Massnahmen empfohlen (vgl. IV-act. 84-56), interdisziplinär jedoch explizit
festgehalten, dass ein allfälliges Scheitern aufgrund der klaren medizinischen Situation
keine grundsätzliche Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit erfordern würde (IV-act.
84-27).
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die mit der Verfügung vom 5. Juni 2013 vorgenommene
Renteneinstellung nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 6. November
2013 bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden
(Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m.
Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
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Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.
6.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen
einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Unter Anrechnung des geleisteten
Kostenvorschusses im Umfang von Fr. 1'000.-- (act. G 6) hat der Staat die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 1'800.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP