Decision ID: 7271f80b-b3e5-51a3-8b0a-a3b1011e53b5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Oktober 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe keine berufliche Ausbildung
absolviert und er sei keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Ein Auszug aus dem
individuellen Beitragskonto (IK) wies aber für die vergangenen Jahre beitragspflichtige
Löhne von verschiedenen Transportunternehmen aus (IV-act. 4). Eine Arbeitgeberin, die
den Versicherten bis Februar 2012 beschäftigt hatte, berichtete im November 2013 (IV-
act. 6), dieser habe tageweise als Aushilfschauffeur für sie gearbeitet. Im November
2013 berichtete Dr. med. B._ (IV-act. 11), der Versicherte leide an einer
Angststörung, an einer depressiven Episode, an einem Status nach einem
Aethylabusus sowie an einer chronischen Hepatitis C. Seine Leistungsfähigkeit sei
eingeschränkt. Das zumutbare Pensum müsste mittels einer entsprechenden
Abklärung ermittelt werden. Im Dezember 2013 berichtete das Spital C._ (IV-act. 25–
6 f.), der Versicherte habe sich vom 17. Juli 2013 bis zum 19. Juli 2013 einem
somatischen Alkoholentzug unterzogen. Beim Eintritt habe ein Drogenscreening
positive Resultate für Kokain und Amphetamine gezeitigt. Der somatische Entzug sei
problemlos verlaufen. Der Versicherte sei jedoch am 20. Juli 2013 entgegen der
ärztlichen Empfehlung aus dem Spital ausgetreten. Allerdings habe er versichert, dass
er den vorgesehenen psychosomatischen Entzug ab dem 22. Juli 2013 trotzdem
durchführen werde. Bereits am 19. August 2013 hatte das Spital C._ berichtet (IV-
act. 25–1), der Versicherte sei vom 22. Juli 2013 bis zum 14. August 2013 auf der
psychosomatischen Abteilung hospitalisiert gewesen. Der medizinische Verlauf habe
sich komplikationslos gestaltet. Am 17. Januar 2014 berichtete das Spital C._ (IV-act.
26–13 f.), der Versicherte habe im Dezember 2013 eine Pneumokokken-Pneumonie
links erlitten. Er habe über eine längere Zeit künstlich beatmet werden müssen und er
habe eine hypoxische Hirnschädigung erlitten, die sich aktuell in der Form eines
residuellen kognitiven Defizites mit komplexen Aufmerksamkeits- und
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Gedächtnisstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten zeige. Im Auftrag der IV-Stelle
führte die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen am 30. April 2015 ein
neuropsychologisches Consilium durch. Sie berichtete am 1. Mai 2015 (IV-act. 61), der
Versicherte habe „hoch und konstant aufmerksam“ an der dreistündigen Untersuchung
mitgewirkt. Das Arbeitstempo sei hoch gewesen. Der Versicherte habe bemerkte Fehler
aktiv und erfolgreich korrigiert. Am Ende der Untersuchung habe er keine Ermüdung
oder Erschöpfung angegeben. Im kommunikativen Verhalten sei er mehrheitlich
logorrhoisch, umständlich und abschweifend gewesen. Die Untersuchungsresultate
hätten bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen im Exekutivbereich und leicht
bis mittelschwer verminderte Leistungen im verbal-mnestischen Bereich gezeigt.
Insgesamt erscheine eine berufliche Wiedereingliederung als realistisch. Das
zumutbare Pensum liege zunächst bei 70 Prozent. Im Juli 2015 wies der Versicherte die
IV-Stelle darauf hin (IV-act. 68), dass er nach einer Durchsicht der Akten die
Befürchtung hege, man habe seiner psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung
(„Depressionen, Schizophrenie“) bislang nicht genügend Rechnung getragen.
Diesbezüglich müsse seines Erachtens noch eine Begutachtung durchgeführt werden.
Bereits im August 2014 hatte das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich ein
verkehrsmedizinisches Gutachten erstattet (Fremdakten). Die Sachverständigen hatten
festgehalten, sie hätten keine Anhaltspunkte für kognitive Einschränkungen oder
affektive Auffälligkeiten festgestellt. Es hätten keine Hinweise auf formale oder
inhaltliche Denkstörungen vorgelegen. Der Antrieb und die Psychomotorik seien
unauffällig gewesen. Das Ergebnis einer forensischen Haaranalytik habe für den
Zeitraum von Januar bis Juli 2014 eine Alkoholabstinenz bestätigt. In einer
neuropsychologischen Consiliaruntersuchung seien ebenfalls keine wesentlichen
Hinweise auf verkehrsrelevante Hirnleistungsdefizite oder Probleme im Bereich der
Steuerungsfähigkeit festgestellt worden. Allerdings habe die neuropsychologische
Sachverständige auf eine sehr geringe Bereitschaft und Fähigkeit zur willentlichen
Verhaltenskontrolle, auf eine geringe verhaltensbezogene Flexibilität bei Anwendung
rigider Verhaltensmuster, auf eine geringe intrinsisch motivierte Bereitschaft zur
Regelkonformität sowie auf eine Reaktanz hingewiesen. Zusammenfassend könne die
Fahreignung des Versicherten deshalb nur unter strengen Auflagen bejaht werden. Im
Juli 2015 notierte Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD),
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gemäss den Akten sei der Versicherte für leidensadaptierte Tätigkeiten zu 70 Prozent
arbeitsfähig (IV-act. 82; vgl. auch IV-act. 62).
A.b Mit einem Vorbescheid vom 26. August 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit (IV-act. 90), dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe. Zur
Begründung führte sie an, der Versicherte könne ein Erwerbseinkommen von 70
Prozent des statistischen Zentralwertes der Hilfsarbeiterlöhne erzielen. Im Vergleich mit
dem zuletzt als Betriebsmitarbeiter erzielten Einkommen ergebe sich ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 34 Prozent. Dagegen wandte der Versicherte
am 25. September 2015 ein (IV-act. 97), die IV-Stelle habe seiner psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht genügend Rechnung getragen. Er sei höchstens zu
50 Prozent arbeitsfähig. Die RAD-Ärztin Dr. D._ notierte am 2. Oktober 2015, der
Versicherte habe keine neuen medizinischen Tatsachen geltend gemacht, weshalb an
der bisherigen Einschätzung festgehalten werden könne (IV-act. 99). Mit einer
Verfügung vom 19. Oktober 2015 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab (IV-act. 100). Am 17. November 2015 erhob der Versicherte beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine Beschwerde gegen diese Verfügung
(IV-act. 101). Das Ambulatorium der Klinik E._ berichtete am 15./17. Dezember 2015
(IV-act. 105), der Versicherte leide an einer mittelschweren kognitiven
Funktionsstörung. Im Vergleich zu den Befunden der umfassenden testdiagnostischen
Untersuchung am Kantonsspital St. Gallen im April 2015 sei es zu signifikanten
Verschlechterungen gekommen. Die Belastbarkeit des Versicherten habe sich
insgesamt leicht reduziert, weshalb ihm nur noch ein Arbeitspensum von 50 Prozent
zugemutet werden könne. Die RAD-Ärztin Dr. D._ sah keine Veranlassung, von der
bisherigen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen (IV-act. 109). Dennoch widerrief
die IV-Stelle am 11. Februar 2016 die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2015,
um weitere Abklärungen zu tätigen (IV-act. 114). Das Beschwerdeverfahren wurde in
der Folge abgeschrieben (IV-act. 119).
A.c Am 5. April 2016 beauftragte die IV-Stelle den Neurologen und Psychiater Dr.
med. F._ mit der Erstellung eines neurologischen und psychiatrischen Gutachtens
(IV-act. 124). Der Sachverständige erstellte dieses Gutachten am 2. Juli 2016 (IV-act.
127). Er hielt fest, der neurologische Befund sei unauffällig gewesen. Die Erhebung des
psychischen Befundes sei erschwert gewesen, weil der Versicherte zahlreiche Fragen
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nicht habe beantworten wollen und weil seine Antworten teilweise sehr vage gewesen
seien. Bei Nachfragen zu geltend gemachten Beschwerden habe der Versicherte keine
typischen Details oder konkreten Schilderungen geliefert. In der Untersuchung sei
mehrmals ein ausgesprochen geschicktes Argumentieren aufgefallen, das darauf
hinweise, dass der Versicherte auch komplexe Inhalte und Feinheiten der
Gesprächssituation gut habe erfassen können. Die Konzentration und die
Aufmerksamkeit seien klinisch nicht gestört gewesen. Auch Störungen der
Merkfähigkeit oder des Gedächtnisses hätten sich nicht nachweisen lassen; allerdings
gebe es Hinweise auf Gedächtnisprobleme. In der Untersuchung seien weder eine
Müdigkeit noch ein Nachlassen der Energie oder der Leistung aufgefallen. Vielmehr
habe der Versicherte bis zum Ende der Untersuchung vital und kraftvoll steuernd auf
den Untersuchungsgang eingewirkt. Das Denken sei geordnet, aber teilweise etwas
langsam und etwas zähflüssig gewesen. Manchmal habe der Versicherte nach Worten
gesucht. Das Denken sei teilweise leicht umständlich, aber immer kohärent gewesen.
Der Antrieb und der Affekt seien unauffällig gewesen. Von seiner Persönlichkeit her
weise der Versicherte Merkmale auf, die man eher der narzisstischen Kategorie
zuordnen würde. Das Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein einer
Persönlichkeitsstörung lasse sich aber nicht mit hinreichender Sicherheit belegen. Die
Ergebnisse der erst am Ende der Untersuchung durchgeführten neuropsychologischen
Tests seien mehrheitlich knapp genügend gewesen. Der Versicherte habe angegeben,
dass er sich voll angestrengt und seine ganze Leistung gegeben habe. Daran zweifle
der Sachverständige aber, denn der Versicherte habe teilweise lustlos gewirkt und
auch angegeben, dass er ja nicht zum „schnell arbeiten“ hier sei. Gewisse
Auffälligkeiten bei den Symptomvalidierungstests sprächen für eine schlechte
Anstrengung. Laborbefunde hätten nicht erhoben werden können, da der Versicherte
seine Zustimmung zu den entsprechenden Untersuchungen verweigert habe. Einen
Grund für seine Verweigerung habe der Versicherte nicht genannt. Auch wenn die
Befundsicherheit in psychischer Hinsicht gering sei, leide der Versicherte überwiegend
wahrscheinlich an gewissen Minderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit, die
allerdings vom Ausmass und von der Art her nicht näher spezifiziert werden könnten.
Wahrscheinlich seien diese Minderleistungen im Bereich des Lernens und des
Gedächtnisses sowie im Bereich der exekutiven Funktionen im weitesten Sinne
verortet. Das wirkliche Ausmass der Leistungsfähigkeit werde sich wohl auch in
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weiteren Tests nicht erheben lassen, da keine hinreichend validen Auskünfte des
Versicherten zu erwarten seien. Ein irreversibler Gesundheitsschaden infolge des
Suchtleidens habe nicht nachgewiesen werden können. Es sei denkbar, dass der
langjährige Alkoholkonsum zu hirnorganischen Veränderungen im Sinne einer
chronischen toxischen Hirnschädigung geführt habe. In diagnostischer Hinsicht lägen
eine nicht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störung
und eine Suchterkrankung mit einer früheren Alkoholabhängigkeit bei einer gemäss
eigenen Angaben aktuellen Abstinenz vor. Die Diagnosestellung sei aber mit
Unsicherheiten behaftet. Die Berichte des Ambulatoriums der Klinik E._ seien nicht
überzeugend, denn wenn die Ärzte wirklich den Verdacht gehegt hätten, dass der
Versicherte an einer progredienten hirnorganischen Veränderung leide, hätten sie
schon längst entsprechende Untersuchungen in die Wege geleitet. Die Berichte
enthielten auch keine Hinweise auf eine Konsistenzprüfung. Zudem hätten sich die
Ärzte nicht zu den guten Ergebnissen bei der verkehrsmedizinischen Testung
geäussert. Zur Arbeitsfähigkeit könne sich der Sachverständige nicht mit der nötigen
Sicherheit äussern. Er habe jedenfalls keine medizinischen Gründe festgestellt, die
gegen die Verrichtung einer optimal angepassten Tätigkeit sprechen würden. Selbst
wenn er davon überzeugt wäre, dass „alles tatsächlich so ist, wie es der Explorand
geltend macht oder wie er es einschätzt“, läge keine Gesundheitsstörung vor, die die
Verrichtung einer geistig wenig anspruchsvollen, angepassten Hilfsarbeit mit geringen
Leistungsanforderungen einschränken würde.
A.d Mit einem Vorbescheid vom 19. August 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie sein Rentenbegehren mangels Invalidität abweisen werde (IV-act. 133).
Dagegen wandte der Versicherte am 20. September 2016 ein (IV-act. 141–1 f.), er sei
mit dem Gutachten von Dr. F._ nicht einverstanden. Dieser habe ihn während der
gesamten Abklärung unter Druck gesetzt. Er habe sogar seine Genitalien untersuchen
wollen. Da er die Untersuchung ganz alleine, sogar ohne eine Praxisassistentin
durchgeführt habe, sei ihm der Versicherte völlig ausgeliefert gewesen. Ständig habe
Dr. F._ den Versicherten während der Tests aufgefordert zu gehen. Er habe ihn
während der Tests unterbrochen und ihm vorgeworfen, dass er ein Drogendealer sei
und Drogen einnehme. Das Vorgehen von Dr. F._ sei für den Versicherten
unverständlich und nicht nachvollziehbar. Wenn der Versicherte im Voraus gewusst
hätte, dass Dr. F._ fremdanamnestische Auskünfte einholen und eine Blut- und
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Urinprobe durchführen wolle, hätte er das selbstverständlich zugelassen. Aber man
habe ihn vorgängig nicht informiert, weshalb er nicht darauf vorbereitet gewesen sei.
Das Ambulatorium der Klinik E._ habe im Übrigen herausgefunden, dass der
Versicherte an einer Borreliose leide. In einem Bericht des Ambulatoriums der Klinik
E._ vom 20./22. Juni 2016 (IV-act. 141–5 ff.) war auf zahlreiche Inkonsistenzen und
auffällige Resultate der Symptomvalidierungstests hingewiesen worden. Ein Schädel-
MRI hatte wegen einer Klaustrophobie nicht durchgeführt werden können. Ein
ersatzweise erstelltes Schädel-CT war nicht weiter wegweisend gewesen. Die IV-Stelle
forderte Dr. F._ auf, Stellung zu den Vorwürfen des Versicherten und zum neuesten
Bericht des Ambulatoriums der Klinik E._ zu nehmen. Am 29. Oktober 2016 machte
Dr. F._ geltend (IV-act. 147), die Anschuldigungen des Versicherten träfen nicht zu.
Die Behauptung, er habe dessen Genitalien untersuchen wollen, sei frei erfunden. Auch
habe er ihm nicht vorgeworfen, ein Drogendealer zu sein oder Drogen einzunehmen.
Das Ambulatorium der Klinik E._ habe zwar weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50
Prozent attestiert, aber der Bericht enthalte keinerlei Begründung für dieses Attest. Die
Behandler hätten ja selbst auf zahlreiche Inkonsistenzen hingewiesen. Die RAD-Ärztin
Dr. D._ notierte am 24. November 2016 (IV-act. 148), es sei vollumfänglich auf das
Gutachten von Dr. F._ abzustellen. Die tendenziösen Anschuldigungen des
Versicherten gegen Dr. F._ wiesen im Übrigen auf gute strategische kognitive
Funktionen des Versicherten hin. Mit einer Verfügung vom 28. November 2016 wies die
IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 149).
B.
B.a Am 5. Januar 2017 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. November 2016 (act. G 1). Er
beantragte die Zusprache mindestens einer halben Rente. Die Begründung entsprach
wortwörtlich jener in der Eingabe vom 20. September 2016.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 22. Februar
2017 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, die
Vorwürfe des Beschwerdeführers gegen den Sachverständigen Dr. F._ seien wenig
glaubwürdig. In seiner Stellungnahme zu diesen Vorwürfen habe Dr. F._ diese als
unzutreffend bezeichnet. Zudem habe er darauf hingewiesen, dass der
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Beschwerdeführer weder während noch unmittelbar nach der Untersuchung ein
ungebührliches Verhalten von Dr. F._ gerügt habe. Die Berichte des Ambulatoriums
der Klinik E._ weckten ebenfalls keine Zweifel an den Schlussfolgerungen von Dr.
F._.
B.c Der Beschwerdeführer hielt am 18. April 2017 an seinem Antrag fest (act. G 10).

Erwägungen
1.
Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem
Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat eine Berufsausbildung begonnen, diese aber nicht
abgeschlossen. Später ist er nicht im entsprechenden Beruf tätig gewesen. Vielmehr
hat er Hilfsarbeiten in anderen Berufsbranchen verrichtet. Zuletzt ist er vorwiegend als
LKW-Chauffeur tätig gewesen. Der zuletzt erzielte Lohn ist etwas tiefer als der
statistische Zentralwert der Löhne für Mitarbeiter in der Branche „Landverkehr“ (vgl.
LSE 2012, TA1, Branchen 49–52, Kompetenzniveau 1) gewesen, aber die Akten
enthalten keine Hinweise darauf, dass eine unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers der Grund für den unterdurchschnittlichen Lohn gewesen
wäre. Das tiefe Erwerbseinkommen ist folglich auf Zwänge des
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invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarktes
zurückzuführen. Wenn sich dem Beschwerdeführer die Möglichkeit geboten hätte, eine
durchschnittlich entlöhnte Arbeit als LKW-Chauffeur zu verrichten, hätte er
selbstverständlich davon Gebrauch gemacht. Das Valideneinkommen entspricht
deshalb dem statistischen Zentralwert der Löhne für Mitarbeiter in der Branche
„Landverkehr“. Dieser hat gemäss den aktuellsten Ergebnissen der Schweizer
Lohnstrukturerhebung (LSE 2016) bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden
pro Woche 5’504 Franken betragen (TA1, Branchen 49–52, Kompetenzniveau 1). Die
betriebsübliche Arbeitszeit hat sich in der Branche 49 im Jahr 2016 auf 42,9 Stunden
pro Woche belaufen. Unter Berücksichtigung dieser betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit ergibt sich ein massgebender Jahreslohn 2016 von 70’836 Franken. Dieser
Betrag ist als Valideneinkommen zu berücksichtigen.
2.2 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens sind
die Verwaltung und das Gericht auf medizinische Angaben zur zumutbaren
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person angewiesen. Hier liegen solche Angaben von
verschiedenen behandelnden Ärzten und vom Sachverständigen Dr. F._ vor, der den
Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerdegegnerin neurologisch und psychiatrisch
begutachtet hat. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, Dr. F._ habe die
Begutachtung in einer unprofessionellen Art und Weise durchgeführt. Dieser Vorwurf ist
völlig unglaubwürdig, denn bei Dr. F._ handelt es sich um einen seit langer Zeit
tätigen, erfahrenen und qualifizierten Sachverständigen, der zudem offensichtlich gar
keinen Grund für ein solches Verhalten gehabt haben kann. Ausserdem sprechen auch
die Akten im vorliegenden Fall gegen die von Dr. F._ in seiner nachträglichen
Stellungnahme als frei erfunden bezeichneten Vorwürfe des Beschwerdeführers. Die
Untersuchung ist nämlich am 2. Juli 2016 durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer
hat aber erst am 20. September 2016 – nach dem Erhalt des Vorbescheides – geltend
gemacht, Dr. F._ habe sich ihm gegenüber ungebührlich verhalten. Wäre letzteres
tatsächlich der Fall gewesen, hätte der Beschwerdeführer die Untersuchung
abgebrochen oder wenigstens unmittelbar nach der Untersuchung gegen die Art und
Weise der Begutachtung protestiert. Unglaubwürdig ist auch die Behauptung des
Beschwerdeführers, er hätte den Laboruntersuchungen und der Einholung von
fremdanamnestischen Auskünften „selbstverständlich“ zugestimmt, wenn er vorgängig
darüber informiert worden wäre, denn es ist nicht ersichtlich, inwiefern eine vorgängige
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Information darüber die Situation so grundlegend hätte verändern können. Im Übrigen
hatte der Beschwerdeführer bereits im Februar 2016 – aktenwidrig – geltend gemacht,
er habe mit zahlreichen medizinischen und administrativen Stellen „nie zu tun gehabt“,
womit er offenbar erreichen wollte, dass diese nicht über den weiteren Gang des
Verfahrens informiert würden (vgl. IV-act. 118). Die Ausführungen von Dr. F._ in
seinem Gutachten sprechen klar für eine objektiv-neutrale und sorgfältige
Durchführung der Begutachtung. Gesamthaft sind keine Hinweise dafür ersichtlich,
dass Dr. F._ befangen gewesen wäre oder dass er die Begutachtung nicht lege artis
durchgeführt hätte. Er hat den massgebenden neurologischen und psychiatrischen
Befund – soweit vom Beschwerdeführer zugelassen – eingehend erhoben, hat die
subjektiven Klagen des Beschwerdeführers ausführlich wiedergegeben, die Vorakten
gewürdigt und eine neuropsychologische Testung durchgeführt. Die verbliebenen
Unsicherheiten sind nicht etwa auf ungenügende Bemühungen des Sachverständigen,
sondern auf eine mangelnde Kooperation des Beschwerdeführers bei der
Begutachtung zurückzuführen. Der Sachverständige Dr. F._ hat sich eingehend mit
den subjektiven Angaben, den von ihm erhobenen objektiven Befunden und den
Angaben in den Vorakten auseinandergesetzt. Er hat seine Schlussfolgerungen
bezüglich der Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung ausführlich,
nachvollziehbar und überzeugend begründet. Besonders positiv hervorzuheben ist,
dass er die verbliebenen Unsicherheiten klar deklariert und sich eingehend dazu
geäussert hat, statt diese „unter den Tisch zu kehren“. Die Argumentationskette ist
stringent; das Gutachten enthält keine Widersprüchlichkeiten. Weder im Gutachten
selbst noch in den übrigen Akten finden sich Hinweise, die Zweifel an der
Überzeugungskraft der Schlussfolgerungen von Dr. F._ wecken würden.
Insbesondere sind die Berichte des Ambulatoriums der Klinik E._ nicht geeignet,
Zweifel an den Ausführungen von Dr. F._ zu schüren, denn die behandelnden Ärzte
haben in ihrem Bericht vom 20./22. Juni 2016 auf zahlreiche Inkonsistenzen
hingewiesen, aber trotzdem weitgehend auf die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers abgestellt. Ihre Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung sind
nicht überzeugend, wie Dr. F._ in seiner nachträglichen Stellungnahme mit einer
einlässlichen Begründung aufgezeigt hat. Bleibt zu prüfen, ob das Gutachten von Dr.
F._ trotz der von ihm beschriebenen Unsicherheiten eine zuverlässige
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthält. Die erwähnten Unsicherheiten haben nur den
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psychischen Befund betroffen; in neurologischer Hinsicht hat Dr. F._ den objektiven
klinischen Befund vollumfänglich erheben können. Aber auch in psychischer Hinsicht
sind die Unsicherheiten nicht gravierend, denn Dr. F._ hat trotz der mangelhaften
Kooperation des Beschwerdeführers wesentliche Aspekte des für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung relevanten psychischen Befundes objektiv erheben können.
So hat er festgestellt, dass der Beschwerdeführer die mehrstündige Befragung ohne
Ermüdungserscheinungen durchgestanden hat, wobei er bis zuletzt aktiv auf den
Untersuchungsgang Einfluss genommen hat. Mit einer geschickten
Argumentationsweise ist es dem Beschwerdeführer möglich gewesen, das Gespräch
zu lenken. Sein Gedankengang ist durchgehend kohärent gewesen. Der Affekt und der
Antrieb sowie die Konzentration und die Aufmerksamkeit sind nicht eingeschränkt
gewesen. All das spricht für eine weitgehend uneingeschränkte psychische
Leistungsfähigkeit. Nur bezüglich des Gedankenflusses und der neurokognitiven
Fähigkeiten – vor allem der Merk- und Gedächtnisfähigkeiten – sind Einschränkungen
aufgefallen, die sich allerdings nicht haben objektivieren lassen. In einer – auch an die
allfälligen Einschränkungen der Merk- und Gedächtnisfähigkeiten – ideal
leidensadaptierten Tätigkeit können sich diese fraglichen Einschränkungen nicht
wesentlich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken. Wenn
überhaupt, dann haben also nur eher geringfügige Einschränkungen vorgelegen. Daran
ändert auch der Umstand nichts, dass es unmöglich gewesen ist, ein MRI vom Schädel
des Beschwerdeführers anzufertigen, denn ein solches MRI hätte ja nur gegebenenfalls
eine mögliche Erklärung für die fraglichen Einschränkungen der neurokognitiven
Fähigkeiten des Beschwerdeführers liefern können; die letztlich relevanten
Auswirkungen dieser fraglichen Einschränkungen wären aber dieselben geblieben. Mit
anderen Worten spielt es keine Rolle, ob man die allfällige Ursache für die fraglichen
Einschränkungen bildgebend nachweisen konnte. Aus demselben Grund ist es auch
irrelevant, dass die Laboruntersuchungen nicht haben durchgeführt werden können,
denn diese hätten ebenfalls nur eine mögliche Erklärung für die klinisch festgestellten
Einschränkungen liefern können. Jedenfalls hat Dr. F._ in seinen abschliessenden
Ausführungen deutlich darauf hingewiesen, dass er sogar dann, wenn er bei den
unsicheren Punkten vollumfänglich auf die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers abstellen würde, keine relevante Arbeitsunfähigkeit attestieren
könnte. Diese Einschätzung überzeugt angesichts der ausführlich festgehaltenen
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objektiven Befunde vollumfänglich. Damit enthält das Gutachten von Dr. F._ alle
Angaben, die für die Arbeitsfähigkeitsschätzung erforderlich sind. Mit anderen Worten
erlauben es die Angaben im Gutachten, für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
2.3 Folglich steht fest, dass der Beschwerdeführer leidensadaptierte Hilfsarbeiten ohne
eine Einschränkung verrichten könnte. Damit wäre er in der Lage, ein
Erwerbseinkommen zu erzielen, der dem statistischen Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne entspricht. Dieser hat sich im Jahr 2016 auf 66’803 Franken belaufen
(vgl. Anh. 2 des von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen IVG). Bei einem
Valideneinkommen von 70’836 Franken resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von aufgerundet sechs Prozent. Die angefochtene Verfügung erweist
sich damit im Ergebnis als rechtmässig.
3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung ist der Beschwerdeführer von der Pflicht zur Bezahlung der
Gerichtskosten von 600 Franken befreit. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse
dereinst gestatten, wird er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden
können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).