Decision ID: 4794d566-24e0-4f05-bf14-239e19ada037
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war seit November 2003 im
Y._
als Lagerist beschäftigt, als er
am
1.
August 2010
bei Arbeiten mit dem Gabelstapler verunfallte und sich dabei eine dist
ale
Unterschen
keltrümmerfraktur
mit Beteiligung des oberen Sprunggelenks
zuzog. Der zus
tändige Unfallversicherer (
Swica
) sprach ihm
-
namentlich auf der G
rund
lage des
im Frühjahr
2012
durch Ärzte der
Z._
verfasste
n
Gutachten
s
psychiatrischer,
orthopädischer und
neurologischer Fachrichtung (
Urk.
8/26 und 8/32) -
mi
t Verfügung vom 3
0.
Januar 2014
mit Wirkung
ab
1.
April
2013 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von 21
% sowie eine Entschädigung auf der Basis
eine
r
Integritätseinbusse von 20
% zu
(
Urk.
8/83)
.
Am 1
1.
März 2011 (
Urk.
8/10-13)
meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an.
Nach Einholung
einer
i
nterdisziplinären
Expertise
(Psychiatrie, Innere Medizin, Ortho
pädie und Neurologie)
bei
der
MEDAS
A._
, datierend vom
8.
November 2013 (
Urk.
8/72)
,
wies die IV-Stelle das Leistun
gsbegehren
nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/81, 8/89 und 8/91
)
mangels einer rentenbegründenden
Invalidität mit Verfügung vom 1
1.
April 2014 (
Urk.
8/92
) ab.
2.
Hiegegen
liess
X._
mit Eingabe vom 2
7.
Mai 2014 (
Urk.
1) Beschwerde
erheben und beantragen,
die Verfügung vom 1
1.
A
pril 2014
sei
aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine Invaliden
rente zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschw
erdegegnerin. Ferner ersuchte
er um Gewährung der
unentgeltliche
n Prozessführung
und
Bestellung von
Rechtsanwalt Domin
ique
Chopard
als unentgeltlichen Rechtsbeistand
.
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
7) schloss die
Beschwerdegegne
rin
auf
Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 8.
September 2014 (
Urk.
11) liess der Beschwerdeführer seine Angaben zum Nachweis der pro
zessualen Bedürftigkeit (
Urk.
12 und 13) zu den Akten reichen. Am 1
1.
Sep
tember 2014 (
Urk.
14) wurde das Doppel der Beschwerdeantwort der Gegen
partei zugestellt.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit lieg
t zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
vier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Gemäss leistungsabweisender
Verfügung vom 1
1.
April 2014
(
Urk.
2)
ging die IV-Stelle zunächst davon aus, dass der Versicherte
zwar
seit März
2011 aus gesundheitlichen Gründen
seiner bisherigen Beschäftigung
als
Kommissionie
rer/Stapelfahre
r
nicht
mehr nachgehen könne
;
er
entsprechend den Ergebnissen der medizinisc
hen Abklärung
en
(
MEDAS-Gutachten
)
aber in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig
wäre
und
bezogen auf das Jahr 2012
ein Ein
kommen von
Fr.
61‘654.
-- zu
erziel
en vermöchte
(Invalideneinkommen), woraus im Vergleich zum Einkommen ohne Behinderung von
Fr.
59‘256.-- (
Valideneinkommen
) keine Erwerbseinbusse und damit auch kein Rentenan
spruch resultiere. Den im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwänden hi
elt die IV-Stelle entgegen,
dass
die ins Feld geführten
Arztb
erichte
bereits im Zeitpunkt des MEDAS
-Gutachtens bekannt gewesen und
auch berücksichtigt worden
seien
, womit sich
an der medizinischen Beurteilung nichts ändere. Hingegen sei das
Valideneinkommen
gestützt auf die im Auszug aus dem individuellen Konto
(IK)
aufgeführten Beiträge a
us den Jahren 2004 bis 2009 nun
auf
Fr.
62‘116.-- festzulegen; ausserdem könne vom Einkommen von
Fr.
61‘654.-- ein
leidensbe
dingter
Abzug von 10
%
gewährt werden, womit
sich das Invalideneinkommen neu
auf
Fr.
55‘489.-- belaufe.
Beim so errechneten Invaliditätsgrad von 11
%
bestehe indes nach wie v
or kein Anspruch auf eine R
ente
(S. 3f.)
.
2.2
In der Beschwerde wird
beanstandet
,
die
Gutachter
der MEDAS
seien
nament
lich
was die Diagnose eines
CRPS (
Complex
-Regional-
Pai
n
-Syndrome)
II
angehe
zu Unrecht von den
Angaben
der
Z._
ab
gewi
chen. Auch sei eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit namentlich aus psych
ia
trischer Sicht nicht erstellt, da sich die
psychische
Situ
ation
verschlimmert
habe. So
sei im Verlauf eine posttraumatische
Belastungs
störung
(PTBS)
aufgetreten
(Austrittsbericht der
B._
vom 2
6.
Juli 201
6). G
emäss Angaben
der
C._
im
Bericht
vom 2
6.
Februar 2013
leide der Versicherte an mittelgradig depressi
ven Symptomen mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
,
und es bestehe der
Verdacht auf
eine PTBS
nach Unfall im Sommer 201
0.
Ausserdem sei da
s
Vali
den
einkommen
,
wie vom Unfallv
ersicherer zutreffend ermittelt,
auf
Fr.
72‘060.60 zu veranschlagen; dies ergebe sich auch aus dem IK-Auszug.
Ab 2009 hätten länger
dauernde Arbeitsunfähigkeiten bestanden, weshalb vom Einkommen des Jahres 2008 auszugehen s
ei. Die durch das CRPS II
ausgelöst
en D
auerschmerzen seien überdies geeignet, die Leistungsfähigkeit erheblich zu beeinträchtigen, weshalb
ein leidensbedingter Abzug von mindestens
25
%
vor
zunehmen sei. De
m
zufolge erwiese
sich der von der Beschwerdegegnerin errechnete Invaliditätsgrad auch dann als unzutreffend, wenn die Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit 100
%
betragen würde, was aber wie gesagt nicht zutreffe (
Urk.
1).
3.
3.1
D
er Beschwerdeführer
hatte
sich
am
1.
Au
gust 201
0
bei Arb
eiten mit einem Gabelstapler eine distale
Trümmerfraktur des linken Unterschenkels
mit Beteili
gung des oberen Sprunggelenkes
zu
gezogen
. Die Erstversorgung
im Spital
D._
erfolgte mit Fixateur externe und Plattenosteosynthese der distalen Fibula. Ein aufgetretenes
Kompartmentsyndrom
machte eine
Spaltung notwen
dig (Austrittsbericht
vo
m 2
5.
August 2010
über die
Hospitalisation
vom
1.
bis 2
0.
August 2010
;
Urk.
8/17/3). Die Ausbildung einer Pseudoarthrose der Tibia führte
am 2
0.
Juli 2011
zu einer
Reoperation
unter Verwendung von
autologer
Spongiosa vom rechten Beckenkamm und einem Verriegelungsnagel
(vgl.
Urk.
8/26/24 und 29)
.
3.2
Im Februar 2012 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag des zuständigen
Unfall
versicherers
durch Ärzte der
Z._
psychiatrisch
(Dr.
med.
E._
, Psychiatrie und Psychotherapie) sowie
orthopädisch (
Dr.
med.
F._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates FMH, Zertifizierte medizinische Gutachterin SIM) und im März 2012 neurologisch (Prof.
Dr.
med.
G._
, Neurologie FMH) begutachtet
(Expertise vom
8.
Februar
und 2
7.
März 2012,
Urk.
8/26 und
Urk.
8/32)
. Aus ne
urologischer Sicht wurde ein CRPS
II
einschliesslich einer Läsion des
Nervus
peronaeus
links diagnostiziert
.
Psychiatrischerseits
konnte keine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit festgestellt werden.
Aus orthopädischer Sicht wurde ein zunehmend knöcherner
Durchbau
der Pseudoarthrose festgehalten und die Entwicklung ein
es Spitzfusses links erkannt
.
Die ak
tuell attestierte
Arbeitsunfähigkeit sei hinsichtlich der angestammten Tätigkeit sicher auch weiter gerechtfertigt. Für überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten bestehe jedoch kein ausreichender Anhalt für eine nicht
gegebene Arbeitsfähigkeit
; dies per sofort (
Urk.
8/26/29 f.).
3.3
Vom 2
5.
Juni
bis 2
2.
Juli 2012 hielt sich der Beschwerdeführer zur
stationäre
n
Behandlung in der
B._
auf
, wo nebst der Diagnose eines Status nach distaler
Unterschenkeltrümmerfraktur unter anderem
eine PTBS
diagnostiziert wurde
, mit dem Vermerk, dass bisher keine
traumatherapeutische
Behandlung durchgeführt worden sei
(Austrittsbericht vom 2
6.
Juli 2012; Urk.
8/35).
3.4
Am 2
4.
August 2012 äusserte sich PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirur
gie (
I._
)
,
zu
Handen
des Unfallversicherers dahingehend, dass
das erzielte Resultat
in Anbetracht der schweren
Unterschen
keltrümme
rfraktur
mit Beteiligung des oberen
Sprungelenkes
und mit Entwick
lu
ng eines
Kompartmentsyndroms
erstaunlich gut sei. Die Spitzfussneigung habe sich zurückgebildet
,
und die Neutralstellung (90°) habe erreicht werden können, was den Abrollvorgang beim Gehen erheblich erleichtere. Es werde allerdings noch deutlich entlastet
,
und mehr als 20 kg würden beim Gehen (auch ohne Stock) nicht erreicht. D
as
Osteosynthesematerial
störe glaubhaft
,
und mit einer weiteren Verbesserung der Beweglichkeit, namentlich der
Dor
salflexion
, sei nach Metallentfernung zu
rechnen. Auf lange Sicht
sei eine post
traumatische Arthrose des
oberen Sprunggelenkes
zu erwarten und somit auch ein Integritätsverlust. Was die Arbeitsfähigkeit anbelange, wär
e der Patient
ab sofort in der Lage,
einer vorwiegend
sitze
nden Tätigkeit nachzugehen; die
Wieder
aufnahme der früheren Arbeit
als Lagerist sei jedoch undenkbar (Bericht vom 2
4.
August 2012,
Urk.
8/36
).
3.5
Ab dem 1
1.
Dezember 2012 erfolgte eine psychotherape
utische Behandlung in der
C._
, wo -
bei der Diagnose mittelgradig depressiver Symptome mit so
mati
schem Syndrom und des Ver
dachts auf eine PTBS
nach Unfall im Sommer 2010 -
am 2
6.
Februar 2013
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gesehen und auch für die kommenden
zwei bis drei Monate erwartet
wurde
(Bericht
vom 2
6.
Februar 2013,
Urk.
8/49).
3.6
3.6
.1
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer
orthopädischen (
Dr.
med.
J._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates), psychiatrischen (med. prakt.
K._
), internistischen (
Dr.
med.
L._
, Innere Medizin FMH) und neurologischen (
Dr.
med.
M._
, Neurologie FMH)
Untersuchungen stellten
die Ärzte der MEDAS im Gutachten vom
8.
November 2013 (
Urk.
8/72) – mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit –
interdisziplinär aus Sicht aller Fachge
biete folgende Diagnose
: „
Rezidivierende Schmerzen im linken Bein bei St.
n. Unterschenkel-Trümmerfraktur links am 01.08.2010 mit posttraumatischer Bewegungseinschränkung in linkem Kniegelenk und linkem Sprunggelenk, mit St.
n
. Erstversorgung mit Fixateur externe und Plattenosteosynthese der distalen Fibula, St.
n
.
Kompartmentsyndrom
und dessen Spaltung, St.
n
. Ausbildung einer Pseudoarthrose der Tibia und na
chfolgender Re-Operation unter V
erwen
dung von
autologer
Spongiosa vom rechten Beckenkamm und einem
Verriege
lungsnagel
, mit reizfreien Narben und nur geringen trophischen Hautstörungen am linken Unterschenkel, ohne bedeutsame Umfangsdifferenzen an den Beinen“ (S. 25).
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2), einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus, eine derzeit medikamentös ausgeglichene Hyperthyreose, eine leichte Schädigung des
Ramus
superficialis
pars
medialis
Nervus
peroneus
links, wiederkehrende Lumbalgien sowie einen Spreizfuss beidseits (S. 26).
3.6
.2
3.6.2.1
Dem psychiatrischen Teil des MEDAS-Gutachtens ist zu entnehmen,
dass der Versi
cherte
erstmals zwischen 2000 und 2002 in
psychotherapeutischer und
psychiatr
ischer Behandlung stand
. Im psychologischen Attest aus jener Z
eit sei
von einer Depression vor dem Hintergrund psychosozialer Bela
stungen
am Arbeitsplatz die Rede
gewesen
;
der Versicherte selber habe von Belastungen im Rahmen der damaligen Trennungs- und Scheidungssituation gesprochen, wel
che zu einer Zustandsverschlechterung g
eführt hätten. Im Gutachten des Neu
rologen
Prof.
Dr.
G._
von der
Z._
sei dann
die Rede
davon
, dass die psychotherap
eutische Beh
andlung der Verarbeitung von
trau
matischen Kindheitserlebnisse
n
gedient habe.
Im Verlauf der aktuellen Beg
ut
achtung seien
jed
och keine derartigen Erlebnisse mehr
angefü
hrt worden.
Sämtliche anamnestischen Angaben und die vorliegenden Akten gingen da
hin, dass nach 2002
keine spezifischen psychiatrischen oder psychologischen thera
peu
tischen Massnahmen stattgefunden hätten
(
Urk.
8/72/23)
.
Der Versicherte besc
hreibe ab dem Unfallereignis von
August 2010 eine gleich
bleibende psychische Zustandsverschlechterung erheblichen Ausmasses. In den
Behandlungsberichten fänden sich allerdings zunächst keine psychiatrisch rele
vanten Diagnosen. Auch im neurologischen Gutachten von Prof.
Dr.
G._
seien keine psychiatrischen Diagnosen im engeren Sinne erwähnt, obwohl deutlich werde, dass damals auch eine psychiatrische Anamnese- und Befunderhebung durch den Gutachter erfo
lgt sei. Erst im Bericht der
C._
sei von mittelgradigen depressiven Symptomen mit somatisc
hem Syndrom
sowie vom V
erdacht auf eine PTBS
nach Unfall
im Jahre 2010
die Rede
; aus dem Bericht sei aber auch ersichtlich, dass eine Beh
andlung offensichtlich erst ab
November 2012 erfolgt sei
(
Urk.
8/72/23)
.
3.6.2.2
Im Rahmen der
aktuellen
gutachterlichen Untersuchung habe eine Widersprüch
lichkeit dahingehend imponiert, dass der Versicherte zunächst sehr deprimie
rt und leidend gewirkt,
dann aber mit einer imponierenden Sachlichkeit und affektiv unbeteiligt wirkend über eine mittelgradige bis schwere
Symptomaus
prägung
im dep
ressiven Sinne berichtet habe; auch habe er
dabei phasenweise demonstrativ gewirkt. Verglichen mit früheren anamnestischen Angaben und diagnostischen Einschätzungen zeige sich eine Inkonsis
tenz
. Ferner
ergebe sich ein Widerspruch allein daraus, d
ass
sich
der V
ersicherte e
rst im November 2012 wieder in
psy
chiatrische Behandlung begeben habe; dies obwohl er aufgrund seiner Erfahrungen vor zehn
Jahren
eigentlich sehr gut
über
Behandlungsmög
lichkeiten
und deren Erfolgsaussichten
informiert sei. Für gewöhnlich führe der Leidensdruck einer zunehmenden depressiven Entwicklung dazu, dass der Erkrankte Möglichkeiten zur Hilfe
in Anspruch nehme
, insbesondere wenn e
r diese kenne
.
Aufgrund dieser Erwägungen
sei von einer überwiegend leichten Ausprägung depressiver Symptome
auszugehen; dies
als Folge der gesundheitlichen und psychosozialen Einschränkungen, welche sich aus dem Unfall von August
2010 ergeben hätten.
Maximal, wenn auch selten, dürfte eine mittelgradige Symp
tom
ausprägung vorhanden
gewesen
sei
n
. In
Relativierung des Ausmasses der vom Versicherten angegebenen psychischen Symptome und unter Würdigung
der aus
dem Unfallereignis resultierenden zusätzlichen psychosozialen
B
elas
tungsfaktoren
seien
lediglich die Kriterien für eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Rea
ktion erfüllt. Was den andernorts geäusserten
Verdacht auf eine PTBS
angehe,
seien die entsprechenden
diagn
ostischen Kriterien im Sinne der
ICD-10 nicht erfüllt. Zusammenfassend resultiere aus den beschriebe
nen psychischen Beeinträchtigungen keine dauerhafte Verminderung der Leis
tungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
(
Urk.
8/72/24)
.
Die beim Versicherten bestehenden
(psychischen) Ressourcen seien
dahingehend
zu
umschriebe
n, dass er sich gut
an Regeln und Rout
inen anzupassen und
Arbeiten planen und
strukturieren
könne
. Er sei flexibel und umstellungsfähig, fachlich kompetent, durchhaltefähig und selbstbehauptung
s
fähig; ferner kon
taktfähig zu Dritten und in Gruppen
gut integrierbar sowie zu intimen Beziehungen, zu ausserberuflichen Aktivitäten und zur Selbstversorgung in der Lage
(
Urk.
8/72/26)
.
3.6
.3
Mit Bezug auf das
von
Prof.
Dr.
G._
als wahrsche
inlich angenommene
CRPS II
hielt der neurologische
MEDAS-
Gutachter fest
, dass in keinem der andere
n Vorbefunde eine entsprechende
typische Symptomausprägung beschrieben wor
den sei. Gemäss der aktuellen neurologischen Anamnese berichte der Versi
cherte, dass er zwar ein gewisses inneres Hitzegefühl verspüre, dieses aber lokal im inneren Sprunggelenk und am distalen Unterschenkel innenseitig, nicht aber im Fuss. Auch erinnere er sich auf Befragen an keine Hyperhidrose im Bereich des Fusses oder des Sprunggelenkes. E
ine für die Diagnose eines CRPS II
zu for
dernde distale Generalisation liege damit eher nicht vor. Auch im klinischen Befund sei keine Hyperhidrose in den Füssen erkennbar oder spürbar; eine ver
mehrte Behaarung finde sich nicht. Eine leichte Hautverfärbung erscheine am linken Bein angesichts der Mehrfachoperationen ausreichend erklärbar, und
dystrophische
Hautveränderungen seien nicht erkennbar. Die messbare
Sei
ten
differenz
der Temperatur an den Unterschenkeln lasse sich einer
algophoben
Schonung zuschreiben, welche nicht spezifisch für ein CRPS
II
zu werten sei. Auch die Angaben zur Sensibilitätsstörung seien inkonstant und nicht sicher verwertbar
. Die motorischen Funktionen des
Nervus
peroneus
seien, soweit diese bei
algophober
Beweglichkeitseinschränkung erkennbar sei, eher normal. Es liege zumindest keine so ausgeprägte Schädigung des
Nervus
peroneus
vor, dass
hiedurch
eine Spitzfussbildung zu begründen wäre. Gut wahrscheinlich sei aber eine bei vernarbten Weichteilen bestehende
schonungs
- und
inaktivitäts
bedingte
Entwicklung der Fehlhaltung. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit seien vorrangig die Veränderungen auf orthopädischem Fachgebiet zu konstatieren. Eine relevante primäre neurogene Schädigung eines funktionell relevanten peri
pheren
Nervus
oder hinreichende Belege für ein CRPS
II
lägen nicht vor.
Eine zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit über die Bewertung des ortho
pädischen Fachgebietes hinaus (s
iehe hernach E. 3.6
.5) sei aus neurologi
scher Sicht nicht zu begründen
(
Urk.
8/72/24 f.)
.
3.6
.4
Der begutachtende Orthopäde der MEDAS
fand
eine Einschränkung der dorsa
len Extension im linken oberen Sprunggelenk auf 5° und eine
endgradige
Ein
schränkung der Beugung im linken oberen Sprunggelenk. Die Bandf
ührung an den Sprunggelenken war
seitengleich stab
il. Im linken Kniegelenk bestand
eine Einschränkung der Beug
ung auf 115°. Im Weiteren waren laut Gutachter
alle
Gelenke der oberen und un
teren Extremitäten schmerzfrei und
frei beweglich,
mit guter Kraftent
faltung bis in die Peripherie
(
Urk.
8/72/19)
.
Laut Einschätzung des Orthopäden war bei der Untersuchung zumindest eine Verdeutlichungstendenz, um nicht von Aggravation zu sprechen, ersichtlich. So etwa sei der Versicherte vor und nach der Untersuchung sich auf einen Stock stützend gestanden und habe schon bei Berührung seines Unterschenkels durch ein Aufschnellen aus der liegenden Position Schmerzen bekundet
. A
ndererseits
habe er jedoch
den Stock
linksseitig
und nicht wie es zur Entlastung des linken Beines notwendig
wäre
rechtsseitig geführt. Den Rückwärtsgang habe er bei der Prüfung der Gangarten ohne Führung eines Stockes ungestört ausgeführt und dabei die volle Belastbarkeit seines linken Beines bewiesen, ohne dass ein Scho
nen des Beines erkennbar gewesen wäre. Auch habe er beim Auf- und Abstei
gen von der Untersuchungsliege die ungestörte, volle Belastbarkeit seines linken Beines bewiesen
(
Urk.
8/72/20)
.
I
m Rahmen d
er Befragung habe der Versicherte
regelmässige tägliche Spazier
gänge von etwa einer halben Stunde
angegeben, und dass
er
im
5.
Stock
wohne
, was ihn beweglich
und körperlich aktiv halte.
Aufgrund dessen sei
davon auszugehen, dass Gehstrecken im erwähnten
Umfang zumutbar seien.
Zusammenfa
ssend sei der Versicherte in seiner
angestammten Tä
tigkeit als Lage
rist nicht mehr arbeitsfähig
.
In einer Verweisungstätigkeit
-
leichte körper
liche Tätigkeiten in Wechselbelastung zwischen Stehen, Gehen und Sitzen, wo
bei eine überwiegend sitzende Tätigkeit anzustreben
sei - bestehe jedoch eine Arbeitsfähigkei
t von
100% mit voller Leistung
bei einem
Zeitpensum
von
8,5
Stunden pro Tag
(
Urk.
8/72/21
).
3.6.5
Unter dem Titel „Interdisziplinäre versicherungsmedizinische Beurteilung der Funktionen und Arbeitsfähigkeit“ wurde schliesslich festgehalten, dass über sämtl
iche Disziplinen hinweg nur Einschränkungen der Funktione
n
von Rele
vanz seien, wie sie im orthopädischen Teil des MEDAS-Gutachtens dargelegt würden (
Urk.
8/72/25).
Zusatzfragen (
Urk.
8/72/f.) beantworteten die Gutachter dahingehend, dass
nicht nur keine PTBS, sondern auch keine
somatoforme
Schmerzstörung festgestellt worden sei
beziehungsweise
eine auf ein psychi
sches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführende Arbeits
unfähigkeit nicht vorliege.
4.
4.
1
Den Akten ist zu entnehmen
, dass
sich die
gesundheitliche Situation
seit der
schwere
n
Unterschenkel
-Trümmerfraktur
mit Beteiligung des
oberen
Sprungg
e
lenkes
aus chirurgischer beziehungswe
ise orthopädischer Sicht
er
staunlich posi
tiv (vgl. bereits
Urk.
8/36 und E. 4.4
hievor
)
ent
wickelt hat,
im linken Bein indes
nach
wie vor
Funktionse
inschränkungen
bestehen
,
welche
dem Beschwerde
führer
die Ausübung seiner
angestammten Tätigkeit als La
gerist verunmögli
chen. Laut MEDAS-Gutachten vom
8.
November 2013
wären ihm
aber
aus
schliesslich leichte körperliche Tätigkeiten in Wechselbelastung zwischen
Stehen, Gehen und Sitzen
voll
zumutbar
(
Urk.
8/72/21 und 26)
. A
ufgrund der orthopädischen Begutachtungsbefunde
sowie
mit Blick auf die bei
der klini
schen Untersuchung
unter Beweis gestellte
Belastbarkeit des li
nken Beines
und
die angegebene
n regelmässigen täglichen
Gehstrecke
n
(
Urk.
8/72/20 f. und
E.
3.6.4
hievor
)
erscheint diese
Beurteilung
plausibel
. Sie
steht
sodann
im Ei
n
klang mit
früheren Einschätzungen von
Dr.
med.
F._
von der
Z._
(
Urk.
8/26/19-35; vgl. E. 3.2
hievor
) und von PD
Dr.
H._
(
Urk.
8/36/4; vgl. E. 3.4
hievor
)
, wora
uf der
begutachtende
MEDAS
-Orthopäde
im Rahmen seiner f
achspezifisc
hen Aktendiskussion denn auch
hinweist (Urk.
8/72/20 f.).
4.2
Das
in der Beschwerde
erwähnte
,
v
o
n Prof.
Dr.
G._
von der
Z._
als wahrscheinlich angesehene CRPS
II
einschliesslich einer Läsion des
Nervus
peronae
us
wird
vom
MEDAS-Neurologen -
unter Bezugnahme
auf
die
Vorakten
, die Anamnese,
die aktuell erhobenen klinischen Befunde
und
Symp
tome
und unter dem Hinweis
, dass die Schmerzsymptomatik als Lokalbefund bei Status nach Trümmerfraktur und
Kompartmentsyndrom
mit entsprechender Veränderung der Weichteile zu erklären und eine über die Bewertung des
MEDAS-Orthopäden
hinaus resultierende Beeinträchtigung der Arbeit
sfähigkeit
nicht begründbar sei
-
nachvollziehbar verneint
(
Urk.
8/72/46 f. und
E. 3.6
.3
hievor
).
Im Übrigen konnten auch die Gutachter
der
Z._
trotz des
dort
diagnostizierten CRPS
II
keine Anhaltspunkte für eine fehlende Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
finden
(
Urk.
8/26/30)
.
4.3
4.3.1
A
ls weiteren wichtigen
Grund für eine
zunehmend
eingesch
ränkte Arbeitsfähig
keit nennt der Beschwerdeführer eine
PTBS
nach
Unfall im Sommer
201
0.
Eine solche wird
im Bericht der
C._
vom 2
6.
Februar 2013 (
Urk.
8/49)
indes
lediglich als – vermutete, aber nicht gesicherte – Verdachtsdiagnose aufgeführt.
Die
Diagno
se einer PTBS bedürfte
eines belastenden Ereignisses oder einer Situation aussergewöhnlicher Bedrohung
oder katastrophenartigen Ausmasses, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
Typische Merkmale sind das w
iederholte Erleben des Traumas in sich
aufgrängenden
Erinnerungen (
Nach
hallerinnerungen
,
flashbacks
) oder in Träumen, vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtseins
und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Um
gebung gegenüber,
Adhedonie
sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situ
ationen, die Erinnerungen an das
Trauma wachrufen könnten [...]
.
Gewöhnlich tritt ein Zustand vegetativer Übererregtheit mit
Vigilanzsteigerung
, einer über
mässigen Schreckhaftigkeit und Schlaflosigkeit auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und
Suizidge
danken
sind nicht selten [...].
Zudem folgt die Störung dem Trauma mit einer Latenz, die
Wochen bis Monate dauern kann,
doch selten mehr als sechs Monate nach dem Trauma
[...] (Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9.
Aufl. 2014
Ziff.
43.1 S. 207 f.; vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil 9C_636/2013 vom 2
5.
Februar 2014 E.
4.3.2).
W
ie im
psychiatrischen Teilgutachten
der MEDAS
schl
üssig dargelegt,
sind die Kriterien für eine PTBS
vorliegend
schon deshalb nicht erfüllt, weil
nur ein Sympt
om der
Störung in Form von wiederh
olten Albträumen bezogen auf den
Unf
all vom Sommer 2010
gegeben
beziehungsweise dieses
als Folge des noch nicht hinreichend verarbeiteten
E
reignis
ses zu sehen ist
(
Urk.
8/72/24 und E.
3.6.2.2
hievor
)
. D
ie
im Austrittsbericht der
B._
vom 26.
Juli 2012 aufgeführte
PTBS wird in keiner Weise begründet und
stellt
keine überzeugende,
auf die
klassifikatorischen
Vorgaben
abgestützte Diagnose
dar
(vgl.
dazu
BGE 130 V 396 E. 6; ferner
BGE
141 V 281 E. 2.1)
.
4.3.2
Für ein gewisses Mass an
anderweitiger
psychische
r Beeinträchtigung
spricht,
d
ass sich der Beschwerdeführer
nach der am ehesten durch psychosoziale Belastungsfaktoren erklärbaren Zustandsverschlechterun
g in der Zeit von 2000 bis 2002
gegen
Ende 2012
erneut in ambulante Behand
lung begab. Laut
Bericht der
C._
vom 2
6.
Februar
2013
wurde bei der Diagnose mittelgradig
depressiver Symptome mit somatischem Syn
drom eine volle
Arbeitsunfähigkeit für die nächsten zwei bis
drei Monate gesehen,
gleichzeitig aber
eine Neuevaluation in etwa sechs Monat
en empfohlen und
aus fachärztlicher Sicht eine Zustandsver
besserung unter
e
ntsprechender Therapie als
durchaus denkbar
erachtet
(
Urk.
8/49;
vgl.
auch
Urk.
8/72/36)
.
In der Folge imponierten a
nlässlich der
psychiatrischen
MEDAS-Untersuchung von
Mai 2013
gewisse Widersprüchlichkeiten u
nd ein i
nkonsistentes Verhalten
(
Urk.
8/72/36 f. und
E. 3.6.2
.2
hievor
)
. Die
s führte
zu ei
ner Relativierung der aktuellen
Angaben
des Beschwerdeführers
zur Symptomausprägung
und damit
zur
nachvollziehbar
en gutachterlichen
Annahme einer überwiegend leichten Ausprägung dep
ressiver Symptome als Folge gesundheitlicher und psychosozi
aler
Einschränkungen aus dem
Unfall von
August 201
0.
Die d
araus
gezogene Schlussfolgerung einer
fehlende
n
dauerhafte
n
Verminderung des Leistungsver
m
ögens
erscheint
– auch mit Blick auf die beschriebenen Ressourcen (E.
3.6.2
.2
hievor
)
–
plausibel
. Sie
entspricht im Übrigen der Rechtsprechung, wonach
als
leichtgradig
eingestufte depressive Störungen der Annahme einer (
rentenbe
gründenden
) I
nvalidität entgegenstehen (
unlängst etwa Bundesgerichtsurteil 9C_296/2015 vom
3.
Novem
ber 2015 E. 2.2;
zur invaliditätsrechtlich erforderli
chen Schwere eines Leidens vgl.
ferner auch
BGE 141 V 281 E.
2.1 und 4.3.1
).
4.4
Zusammenfassend ist aufgrund des beweiskräftigen
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) MEDAS-Gutachtens vom
8.
November 2013
von für die Arbeitsfähigkeit einzig relevanten orthopädischen Einschränkungen auszuge
hen, die dem Beschwerdeführer zwar die Ausübung der angestammten Arbeit verunmöglichen, eine angepasste leichte körperliche Tätigkeit aber als voll zumutbar erscheinen lassen. Zu prüfe
n bleibt die erwerbliche Seite.
5.
5.1
Die Verwaltung hat durch Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 11
% (
Fr.
62‘116.-- -
Fr.
55‘489.-- /
Fr.
62‘116.-- x 100
%)
ermittelt.
Dabei hat sie beim Invalideneinkommen einen Abzug
(vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_380/2015 vom 1
7.
November 2015
E. 3.2 mit Hinweisen auf BGE 126 V 75 und 135 V 297 E. 5.2
)
von 10
% vorgenommen. In Anbetracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer laut MEDAS-Gutachten für angepasste körperliche Tätigkeiten (namentlich ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne das Gehen auf unebenem Untergrund und das Ersteigen von Leitern und Gerüsten; ferner ohne Tätigkeiten, die erhöhte Anforderungen an Gang- und Standsicherheit verlangen) zu 100
%
,
mit voller Leistung und in einem zeitlichen Umfang von 8.5 Stunden pro Tag
,
arbeitsfähig ist (
Urk.
8/72/26)
,
rechtfertig
t sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
jedenfalls
kein
höherer Abzug vom Tabellenlohn
. Rechtsprechungsgemäss kann
eine grund
sätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person, die (
krankheits
bedingt
) lediglich reduziert leistungsfähig ist, keinen über die Berücksichtigung des Rende
ments hinaus
gehenden Abzug beanspruchen
(Bundesgerichtsurteile 9C_380/2015 vom 1
7.
November 2015 E. 3.2.3 und 8C_710/2014 vom 1
2.
Mai 2015 E. 4.2 mit Hinweis). Weitere Umstände, die ei
nen höheren Abzug
zu
begründen
vermöch
ten
, liegen nicht vor
; namentlich wurden die vom Beschwer
de
führer geltend gemachten Beschwerden am linken Bein bereits bei der Umschreibung des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt
.
5.2
Das hypothetische
Valideneinkommen
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweisen) braucht vorliegend nicht näher bestimmt zu werden, da sich auch bei Heran
ziehung des beschwerdeweise geltend gemachten höheren
E
inkommens von
Fr.
72‘060.60 ein nach wie vor rentenausschliessender Invaliditätsgrad (rund 23
%) ergäbe.
6.
6.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
(
GSVGer
) erfüllt sind (Urk. 12 und 13), ist dem Beschwerdeführer in Gut
heissung seines Gesuchs vom 27. Mai 2014 (Urk. 1 S. 3) die unentgeltliche
Pro
zessführung
zu bewilligen sowie Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
6
.2
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festz
ulegen und vorliegend auf Fr.
800.--
anzu
setzen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.3
Der mit heutigem Beschluss bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwer
deführers, Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, mac
ht mit seiner
Hono
rarnote
vom
16. Dezember 2015
(Urk.
16
) einen Aufwand von
4.25
Stunden sowie Auslagen in der Höhe von Fr.
32.--
geltend, wofür ihm
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.--
eine Entschädigung in der Höhe von Fr.
952.55
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu
zusprechen ist.