Decision ID: 78d7c1c7-418b-466f-ad4b-28b5c1761d70
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1971 geborene
X._
war zuletzt von
2011 bis 2012
als
Executive Producer
bei der
Y._
AG t
ätig
(Urk. 7/16)
. Am
7. März 2012 me
ldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/7
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und
stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1
1.
Juni 2012 (Urk. 7/22) die Verneinung des Leistungsanspruchs in Aussicht
.
Nach Einwänden des Versicherten (Urk. 7/27, Urk. 7/38)
holte
sie
ein
polydis
ziplinä
res
Gutachten
ein
,
das am
1
7
. Juli 2014
erstattet wurde
(
Urk. 7/91
). Nach
Weiterführung des
Vorbescheidverfahren
s
(
Urk.
7/104,
Urk. 7/
109,
Urk. 7/113, Urk. 7/115, Urk. 7/133
) wies sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom
3. März 2017
(
Urk. 7/134 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen
die Verfügung vom 3. März 2017
erhob der Versicherte am
15. April 2016
Beschwerde und beantragte,
diese
aufzuheben und es sei
ihm ab Novem
ber 2012 eine
Rente der Invalidenversicherung
zuzusprechen.
Eventuell sei die Sache zur Veranlassung einer medizinischen Oberbegutachtung und anschlies
senden neuen Verfügung über den Rentenanspruch an die IV-Stelle zurückzu
weisen (Urk. 1 S. 2).
Am
25. Mai 2016 (Urk. 6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
. Mit Replik vom 5. Oktober 2016 hielt der Beschwerdeführer an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 21. Oktober 2016 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 17)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
28. Oktober 2016
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
18
).
Mit Verfügung vom 22. November 2016 wurde die Beschwerdegegnerin aufgefordert, eine Stellung
nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes einzuholen und dem Gericht einzu
reichen (Urk. 19). Die Stellungnahme vom 2
3.
Dezember 2016 (Urk. 21) wurde den Parteien am 5. Januar 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumut
baren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den
Wieder
einstieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufge
geben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen struktu
rierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungsfaktoren wie den vor
handenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardin
dikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebil
der
ohne nachweisbare organische Grundlage“ in
invalidenversicherungsrechtli
cher
Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen (Regel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bis
lang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und unfalladäquate HWS-Verletzungen [
Schleuder
trauma
] ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hypersomnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem
Schmerz
syndrom
: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1). Gemäss BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomati
schen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bun
desgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufga
benbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitge
staltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Ein
schränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein
krank
heitsbedingter
Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
re
sistenz
unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance
klarer
weise
auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krank
heitseinsicht
zurückzu
führen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versi
cherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
gliederung. Inkon
sistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Ein
schränkung sei anders begründet als durch eine versicherte
Gesund
heitsbeein
trächtigung
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.4
In Bezug auf mögliche psychische Komorbiditäten verliert eine depressive Proble
matik nicht bereits wegen einer medizinischen
Konnexität
zum Schmerz
leiden ihre Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender Faktor
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Bei Störungen im mittelgradigen Bereich ist indes die
invalidi
sierende Wirkung - weiterhin - besonders sorgfältig zu prüfen. Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen werden, eine solche Störung vermöchte eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfä
higkeit zu bewirken und wäre damit eine relevante Komorbidität
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.3;
vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18
.
Novem
ber 2015 E.
7.2.1 mit Hinweis und 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 4.2). Auch nach der Praxis
änderung vom 3.
Juni 2015
(BGE 141 V 281)
gelten psychische Störungen der hier interessierenden Art nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange chronifizierten Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeuti
sche Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl. Urteile des Bund
esgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
7.2.1). An der
bundes
gerichtlichen
Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und
invalidenversi
cherungsrechtlich
zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl.
Urteile des Bund
esgerichtes 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1, 9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19.
Juni 2013 E.
4.3.2.1, 9C_250/201
2 vom 29. November 2012 E.
5, 9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14.
August 2013) hat
BGE 141 V 281
nichts geändert (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E.
7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13.
April 2016 E. 4.2 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesener
massen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise
Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und sta
tionären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Eine leichte depressive Episode stellt nach der Gerichtspraxis keine Komorbidi
tät von hinreichender Erheblichkeit im Sinne der früheren Rechtsprechung zu den unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern dar. Sie ist auch grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinwei
sen).
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bund
esgerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
mit
weiteren
Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfü
gung vom
3.
März 2016
(
Urk.
2) damit, dass
weder aus somatische
n
noch aus psychischen Gründen ein medizinischer Sachverhalt beschrieben werde, welcher in der Art und Schwere die Voraussetzungen gemäss
Art.
8 ATSG erfülle. Die Entlassung sei aus wirtschaftlichen, nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Ebenfalls sei kein Gesundheitsschaden erkennbar, welcher eine dauerhafte invalidenversicherungsrechtliche mindestens 20%ige Arbeitsunfä
higkeit begründen würde (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgeg
enüber auf den Standpunkt (Urk.
1),
dass zur Beurteilung der medizinischen Situation nicht auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
Z._
-Gutachten abgestellt werden könne. Sollte das Gericht nicht auf die Angaben der behandelnden Ärzte und Kliniken abstellen, so sei unter Mitberücksichtigung der im deutschen Verfahren erstell
ten Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
auf die überzeugende konsilia
rische Beurteilung durch
Dr.
C._
vom 26. Oktober 2015 abzustellen. Es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der anspruchsvollen ange
stammten als auch einer leichteren Tätigkeit auszugehen (S. 11 f.).
Mit Replik vom 5. Oktober 2016 (Urk. 12) wies er zudem auf die Ergebnisse einer erfolgten laborärztlichen Untersuchung hin, welche Auffälligkeiten bezüglich diverser Werte zeigen würden (S. 2 Ziff. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Leistungsanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.
1
Die Fachpersonen
des
D._
, berichteten am 22. Dezember 2011 über ein
Assessment Innere Medizin (
Urk.
7/18/25-32)
und nannten die folgenden Diagnosen
(S. 5)
:
-
arterielle Hypertonie
-
hypertensive Herzerkrankung
-
anamnestisch leicht eingeschränkte Nierenfunktion (Verdacht auf hypertensive Nierenerkrankung)
-
leichtes Übergewicht
-
Nikotinabusus
-
Verdacht auf depressive Erkrankung mit multiplen psychosomatischen Symptomen
Zusammenfassend sei aufgrund der hypertensiven Herzerkrankung, den darauf beruhenden Symptomen und der sich in der Folge entwickelten Depression mit multiplen psychosomatischen
Symptomen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
krankheitsbedingt seit dem 9. November 2011 plausibel. Neben der Behandlung der Hypertonie sei eine psychiatrische Behandlung dringend angezeigt. Bei adä
quater Behandlung sollte in ein bis maximal zwei Monaten mindestens eine Teilarbeitsfähigkeit wieder erreicht werden können (S. 6 Ziff. 2).
3.
2
Dr.
med.
E._
, Arzt für Neurologie und
Psychiatrie,
Deutschland
, nannte mit Bericht vom 18. Januar 2012
(
Urk.
7/2/5-6 =
Urk.
7/6/11-12 =
Urk.
7/12/10-11 =
Urk.
7/15/8-9 =
Urk.
7/18/19-20 =
Urk. 7/26/2-3) die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
-
Anpassungsstörung
-
Erschöpfungsdepression
-
s
omatoforme Störung
Bei der neurologischen Untersuchung am 1
7.
November 2011 habe sich ein unauffälliger Befund gefunden. Psychopathologisch habe sich ein deutlich depressives Syndrom mit einer Paniktendenz, erheblichen vegetativen Störungen, Ein- und Durchschlafstörungen, eine massive Einengung auf kör
perliche Symptomatik gezeigt (S. 1). Ein medikamentöser Therapieversuch habe zu keiner Besserung geführt. Durch weitere Telefonate mit dem Beschwerde
führer habe sich gezeigt, dass sich das Beschwerdebild inzwischen eher weiter chronifiziert habe. Vor Ort an seinem Einsatzgebiet in der Schweiz bestünden keine geeigneten Behandlungsmethoden. Ihm sei daher die Aufnahme
in
einer entsprechenden psychosomatisch ausgerichteten Klinik
dringend geboten. Ambulante Therapieversuche seien aufgrund der massiven Schwere des Krank
heitsbildes nicht erfolgsversprechend (S. 2).
Mit Bericht vom 16. Februar 2012 (Urk.
7/6/9-10)
nannte er die folgenden Diag
nosen (S. 1):
-
massive Depression, Niedergestimmtheit, Schlafstörungen seit November 2011, schwerer Ausprägungsgrad
-
generelle körperliche Schmerzen seit Dezember 2011, schwer
-
Pelzigkeit
und Taubheit, nahezu im Bereich des gesamten Körpers
-
Hypertonus und Nierenerkrankung seit Januar 2012
Seit November
2011
bestehe aufgrund der Depression eine Arbeitsunfähigkeit
(S. 1 Ziff. 4)
. Eine psychotherapeutische Behandlung habe bisher nicht konse
quent durchgeführt werden können, da der Beschwerdeführer ständig zwischen seinen beiden Wohnsitzen (München/Schweiz) pendle.
Aufgrund der Schwere des Krankheitsbildes sei er nicht in der Lage, regemässig eine psychothera
peutische Behandlung aufzusuchen
(S. 2 Ziff. 8).
3.
3
Die Ärzte der
F._
Klinik,
Deutschland,
berichteten am
24. Mai 2012 (Urk. 7/37/9
18)
über eine psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung des Beschwerdeführers
von
März bis Mai 2012 und
nannten die folgenden Diagnosen
(S. 1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(
ICD-10 F32.2
)
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
(
ICD-10
Z73
)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
arterielle Hypertonie
-
hypertensive
Nierenkrankheit
-
hypertensive Herzkrankheit
-
Diskusprolaps
Halswirbelkörper (
HWK
)
5/6
-
Ulcera ventriculi
Der Beschwerdeführer habe sich auf dringliche Empfehlung des behandelnden Psychiaters vor dem Hintergrund einer schweren depressiven Episode im Zusammenhang mit einer lang andauernden beruflichen Belastungssituation vorgestellt. Er sei von Beruf Werbefilmproduzent. Neben diesen massiven, überfordernden Belastungen sei am 1
7.
November 2011 eine hypertensive Her
z
- und Nierenerkrankung diagnostiziert worden, die sich vor dem Hintergrund eines nicht behandelten Hypertonus entwickelt habe. Er fürchte nun aufgrund seiner Erkrankung um seine berufliche Zukunft (S. 1).
Als krankheitsauslösend
sei
neben der beruflichen Überforderungssituation und
den
in diesem Zusammenhang erlebten Enttäuschungen de
r
Verlust des bisheri
gen Selbstverständnisses durch die Bedrohung der körperlichen Integrität im Rahmen der Diagnosestellung der hypertensiven Her
z- und Nierenerkrankung zu sehen
(S. 8 Mitte).
3.
4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
nannte mit Bericht vom
6.
Juli 2012 (Urk.
7/37/23-25
)
die folgenden Diagnosen (S.1):
-
mittelgradige depressive Störung
(
ICD-10 F32.1
)
-
Somatisierungsstörun
g
(
ICD-10 F45.0
)
-
Abhängigkeitssyndrom von Nikotin, mit ständigem Substanzgebrauch
(
ICD-10 F17.24
)
-
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
(
ICD-10 Z56
)
-
Schwierigkeiten be
i der kulturellen Eingewöhnung
(
ICD-10 Z60.3
)
-
Adipositas
-
arterielle Hypertonie
-
hypertensive Herzerkrankung
-
hypertensive Nephropathie
-
Hyperlipoproteinämie II a
-
Diskusprolaps HWK5/6
-
Ulcera ventriculi
Beim Beschwerdeführer hätten sich seit November 2011 im Kontext psychoso
zialer Belastungen und beruflicher Konflikte ein agitiert-depressives Syndrom sowie zahlreiche somatische und psychovegetative Beschwerden gezeigt (S. 1).
Die
Erstmanifestation einer jetzt mittelgradigen depressiven Störung und einer Somatisierungsstörung
sei
bei somatischer Komorbidität und im Kontext psy
chosozialer Belastungen
erfolgt
. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Angezeigt seien eine therapeutische Tagesstruktur, eine Eviden
z
-basierte psychopharmakologische Therapie und psychotherapeutische Behandlung. Eine stationäre Behandlung in einer g
eeigneten psychosomatischen und/
oder psychiatrischen Klinik sei angesichts der Schwere der Störungen indiziert. Unter fachgerechter Behandlung sei die Prognose der Ersterkrankung ohne relevante psychiatrische Komorbidität angesichts der Persönlichkeitsressourcen des Pati
enten günstig (S. 3).
3.
5
Die Ärzte der
H._
führten mit Bericht vom 1
1.
Januar 2013
(
Urk.
7/40/1-5)
aus, der Beschwerdeführer sei von Juli bis Oktober 2012 statio
när in der
H._
und ab Januar 2013 ambulant in der
H._
Praxisstelle behandelt worden (
Ziff.
1.3, Ziff. 1.5)
,
und nannten die fol
genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
schwere depressive Episode
ohne psychotische Symptome
(
ICD-10 F32.2
)
-
Ausgebranntsein
(
ICD-10 Z73.0
)
Vo
m
2
3.
Juli bis 3
1.
Dezember 2012 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Arbeitstätigkeit als Producer für TV- und Filmproduktionen bestanden
(Ziff. 1.6)
.
Bei Austritt im Oktober 2012 habe eine verminderte Belastbarkeit, Ausdauer und kognitive Spannkraft im Rahmen der
Grund
erkrankung
bestanden. Diese Einschränkungen wirk
t
en sich bei der Arbeit stark hinderlich aus. Der aktuelle Stand sei durch sie nicht zu beurteilen. Im
Aus
trittszeitpunkt
im Oktober 2012 sei noch
k
eine genaue Einschätzung eines mög
lichen beruflichen Wiedereinstiegs möglich gewesen (Ziff. 1.7). Durch ambu
lante psychiatrisch-psychotherapeutische Nachbetreuung mit Fortführung der medikamentösen Therapie liessen sich die Einschränkungen vermindern und die Arbeitsfähigkeit steigern (Ziff. 1.8).
3.
6
Die Ärzte der
H._
nannten
mit Bericht vom 25. Juni 2013
(
Urk. 7/62)
folgende psychiatrische Diagnosen
(S. 1)
:
-
schwere depressive Episode
ohne psychotische Symptome
(
ICD-10 F32.2
)
-
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
(
ICD-10 Z56.5
)
-
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
(
ICD-10 Z60.3
)
-
Ausgebranntsein
(
ICD-10 Z73.0
)
In der Psychotherapie sei deutlich geworden, dass sich der Beschwerdeführer sehr stark über seinen Beruf identifiziert habe und der Umstand, diesen auf
grund der vorliegenden Symptomatik nicht mehr ausüben zu können, neben ausgeprä
g
ten Insuffizienzgefühlen zu Perspektiv- und Orientierungslosigkeit geführt gehabt habe. P
s
ychopharmakologisch sei die bereits installierte medi
kamentöse Therapie zunächst fortgesetzt worden.
Das Medikament
habe der Patient wegen ungenügender Wirkung und anhaltender Antriebslosigkeit selb
ständig abgesetzt.
Er habe sich auf eine neuerliche Therapie mit
einem anderen Medikament
einlassen können (S. 4).
A
ufgrund der seit über einen längeren Zeitraum bestehenden schweren depressi
ven Symptomatik, die auch durch zwei stationäre Behandlungen (mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten) allenfalls zu einer Teilremission
habe
gebracht werden
können
, sei die Prognose zum aktuellen Zeitpunkt als eher ungünstig einzuschätzen. Hierbei sei auch die teilweise bestehende
Mal
compliance
des Patienten betreffend
die
medikamentöse Therapie zu erwähnen.
Bezüglich der psychotherapeutischen Massnahmen zeige sich der Beschwerde
führer sehr zuverlässig und aufgeschlossen. Die Arbeitsfähigkeit sähen sie als nicht gegeben an, dies müsse laufend
reevaluiert
werden.
Der Beschwerdeführer
habe von ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für 100 % erhalten (S. 5).
3.
7
Prof.
Dr.
med.
A._
, Institut für medizinische Begutachtung
I._
(D), erstattete am 7. Oktober 2013 ein neurologisch-psychiatrisches Gutachten (Urk. 7/103/1-12). Er führte aus, dass keine Zweifel daran bestünden, dass beim Beschwerdeführer eine schwerwiegende psychische Erkrankung vor
liege, die aufgrund der nachgewiesenen psychopathologischen Symptomatik und des Krankheitsverlaufs den Intensitätsgrad einer schweren depressiven Episode, einhergehend mit
somatoformen
Symptomen erreiche (S. 11). Es
sei wichtig, die ambulante fachpsychiatrisch-psychotherapeutische Vorgehens
weise, in enger Anbindung die stationären fachpsychiatrischen
Behandlungs
möglichkeiten
, unbedingt fortzusetzen
und
nach Möglichkeit noch zu intensi
vieren
,
wobei das besondere Augenmerk auf die Behandlungs-Compliance zu legen sei.
Der
Beschwerdeführer erfülle alle Voraussetzungen, um bei ihm seit dem letzten Quartal 2011 eine Berufsunfähigkeit in dem von ihm zuletzt ausge
übten Beruf anzunehmen. Gelinge die Ausschöpfung aller fachspezifischen Behandlungsstandards für depressive Erkrankungen, so könne durchaus ein günstigerer Behandlungsverlauf als bisher mit Wiedererlangung der Berufsun
fähigkeit - auch im bisher ausgeübten Beruf - möglich werden (S. 12).
3.
8
Die Ärzte der
H._
nannten mit Bericht vom 23. Oktober 2013
(
Urk.
7/66)
zuhanden der Beschwerdegegnerin dieselben Diagnosen wie mit Bericht vom 25. Juni 2013 (vgl. vorstehend E. 3.
6
) und führten aus, in der bis
herigen Tätigkeit als Producer für TV- und Werbefilme bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit November 2011
(Ziff. 1.6)
. Die stark verminderte Belast
barkeit, mangelnde Ausdauer und kognitive Einschränkungen schränkten sich sehr stark auf die Arbeit aus. Es werde empfohlen, im Frühsommer 2014 ein Belastungstraining im geschützten Rahmen durchzuführen (Ziff. 1.
7
).
3
.9
Am 17. Juli 2014 erstatteten die Ärzte des
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten (
Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie,
Psychiatrie, Rheumatologie, Neurologie; Urk. 7/91) und nannten zusammenfas
send die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 24 Ziff. 5.1)
:
-
leichtes zervikal- und lumbalbetontes Panvertebralsyndrom
-
geringe Degeneration der unteren
Halswirbelsäule
(
HWS
)
mit
Dis
kusprotrusionen
C5/6 und C6/7 (MRI
Mai
2012)
-
keine Hinweise für eine neurologische Komplikation oder eine andere spezifische
Wirbelsäulenerkrankung
Sie nannten folgende
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 24 f.
Ziff. 5.2
):
-
l
eichte depressive Episode
(
ICD-10 F32.0
)
-
Somatisierungsstörung
(
ICD-
10
F45.
0
)
-
funktioneller Schwindel
und Gangstörung im Rahmen
einer
Symptom
ausweitung
(
ICD-10 F54
)
-
Störung durch multiplen Substanzgebrauch (Benzodiazepine,
Opioid
anal
getika
,
Alkohol), anhaltender Konsum, mindestens im Sinne eines schädlichen Gebrauchs
(
ICD-10 F19.1
)
-
Verdacht auf leic
hte Polyneuropathie (toxisch?)
-
a
rterielle Hypertonie
-
linksventrikuläre Hypertrophie (Echokardiographie
März
2012)
-
Fundus
hypertonicus
(anamnestisch)
-
mittelschwere Niereninsuffizienz Stadium III nach
Kidney
Disease
Outcomes
Quality Initiative
(
KDOQI
)
-
Grundkrankheit: Verdacht auf
hypertensive
Nephropathie
,
Nephroan
giosklerose
-
keine renalen Folgeschäden
-
leichte
Proteinurie
-
Übergewicht
(
BMI 29,4 kg/m
2
)
-
Hyperlipidämie
-
Verdacht auf Reizdarmsyndrom
-
Status nach
Antrumgastritis
mi
t Ulcera
ventriculi
April 2012
Der Explorand
sei
gelernter Einzel- und Aussenhandelskaufmann. Nach der Lehre
habe er
gemäss anamnestischen Angaben durchgehend als Werbefilmer in der Filmbranche
ge
arbeitet, sodass dies nachstehend als die angestammte Tätig
keit betrachtet
werde
(S. 25
Ziff. 6.2
)
.
Aus rheumatologischer Sicht
könne
aufgrund der anamnestischen Angaben, der erhobenen Untersuchungsbefunde sowie der bildgebenden Diagnostik ein leichtes zervikal- und lumbalbetontes Panvertebra
l
syndrom diagnostiziert wer
den mit radiologisch nur geringen degenerativen Veränderungen der unteren
H
WS mit
Diskusprotrusionen
C5/6 und C6/7 (MRI Mai 2012). Hinweise für eine neurologische Komp
l
ikation oder eine andere spezifische
Wirbelsäulener
krankung
fänden
sich nicht. Aufgrund der erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen
seien
dem Exploranden körperlich schwere
Tätigkeiten nicht mehr zumutbar.
Für eine körperlich leichte bis mittelschwer belastende Tätigkeit und somit auch für die angestammte Tätigkeit als Filmer in der Filmbranche besteh
e
eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100
%
(S. 25)
.
Aus neurologischer Sicht besteh
e
bei gemindertem Vibrationsempfinden die Verdachtsdiagnose einer leichten beginnenden Polyneuropathie. Differential
diagnostisch
sei
eine
äthylische
Genese zu favori
s
ieren. Ferner könn
t
en ein funktioneller Schwindel und eine Gangstörung festgehalten
werden, welche im Rahmen einer Symptomausweitung
ständen
. Hinweise für eine neurologische Ursache
fänden
sich nicht. Aus neurologischer Sicht könn
t
en dem Exploranden aufgrund der erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen Tätigkeiten mit Anforderungen an das Gleichgewichtsvermögen nicht zugemutet werden. Für alle übrigen körperlich leichten bis mittelschwer belastenden Tätigkeiten und somit auch für die angestammte Tätigkeit besteh
e
eine volle Arbeitsfähigkeit
(S. 25 f.)
.
Aus
nephrologischer
Sicht
könne
aufgrund der Aktenlage sowie der erhobenen Untersuchungsbefunde eine chronisch stabile mittelschwere Niereninsuffizienz Stadium
III
nach KDO
QI bestätigt werden. Renale Folgeschäden könn
t
en nicht objektiviert werden. Aufgrund der mittelschweren Niereninsuffizienz besteh
e
in der angestammten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeits
f
ähigkeit, lediglich
körperlich schwere Tätigkeiten könn
t
en dem Exploranden nicht mehr
z
ugemutet werden
(S. 26).
Aus psychiatrischer Sicht könn
t
en aufgrund der anamnestischen Angaben und den erhobenen Untersuchungsbefun
d
e
n
eine leichte depressive Episode, eine Somatisierungsstörung sowie eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch mit insbesondere auch anhaltendem Konsum von Alkohol festgehalten werden. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bedingt durch diese Diagnosen besteh
e
nicht, der Explorand
sei
in einer seinen körperlichen Einschränkungen ange
passten Tätigkeit ganztags und uneingeschränkt arbeitsfähig. Zusammenfassend besteh
e
für körperlich schwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit
.
In einer körperlich leichten bis mittelschwer belastenden Tätigkeit ohne Anforde
rungen an das Gleichgewichtsvermögen und
somit auch für die angestammte Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 26).
Aufgrund der anamnestischen Angaben,
ihrer
Untersuchungsbefunde, der vor
liegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten
gingen sie
davon aus, dass gemittelt über den zeitlichen Verlauf in der angestammten Tätigkeit stets eine volle Arbeits-
und Leistungsfähigkeit bestanden habe. Lediglich während der psychiatrischen
Hospitalisationen
habe punktuell eine Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 26 Ziff. 6.3)
.
3.1
0
Prof.
Dr.
med.
J._
erstattete im Auftrag des Landgerichts
K._
am 8. Okto
ber 2014 ein psychiatrisches Sachverständigengutachten (Urk. 7/103/13
51).
Bei
der
jetzigen Untersuchung
habe der Beschwerdeführer
das typische Bild
einer ausgeprägten Kon
vers
ions
störung
gezeigt.
Im
Rahmen der neueren Klassifikationssysteme
sei
von einer
dissoziativen Störung
zu spre
chen
. Typisch
sei,
da
ss
die Patienten mit einer Konversionsstörung vorwiegend unter körperlichen Störungen, besonders auch neurologischen Symptomen wie L
ähmungen, ungewollte
n
Muskelkontr
a
ktionen, Anfälle
n
, Sehstörungen,
Zittern, Schmerzzustände
n
, Schwächezustände
n
, Magen-Darm-Störungen,
Sexual
störungen
, auch vor allem
G
angstörungen, also insgesamt körperlichen Störungen
litten
, die aber keine Erklärung in einer körperlichen Erkrankung oder Dysfunktion
fänden
. Dieses Bild biete
der Beschwerdeführer
in charakte
ristischer Weise bis dahin,
dass
er sich als rollstuhlpf
l
ichtig erleb
e
, obwohl keinerlei Lähmungen oder organisch begründete
G
angstörungen vorliegen
würden (S. 29).
Daneben beste
he beim Beschwerdeführer
eine
Low-dose-Benzodiazepin
abhängig
keit
,
sofern er
offenbar seit
J
ahren regelmä
ss
ig täglich
20 mg Valiu
m
einnehme
. Man
werde
nicht
um
hinkommen, dieses Abhängigkeitssyndrom zumindest partiell als
i
atrogen einzustufen. Au
ss
erdem
hätten
sich bei
der
jetzi
gen
Untersuchung Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung
mit
vorwiegend narzi
ss
tischen, aber auch histrionischen Zügen
gefunden
. Von einer solchen Persönlichkeit
werde gesprochen, wenn eine Tendenz zur Dramati
sierung
besteh
e
, zu labiler Affektivität gepaart mit einem andauernden Verlan
gen nach Anerkennung und Aufmerksamkeit
.
Narzi
ss
tische Persönlichkeitszüge
liessen
sich erkennen, sofern Grö
ss
engefühle und Phantasien über unbegrenzten Erfolg eine wesentliche Rolle im psychischen Haush
a
lt der Person spiel
t
en
(S. 30 oben)
.
Depressive Symptome (verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, ver
min
der
tes Selbstwertgefühl, niedergedrückte Stimmung, Fehlen affektiver
Schwingun
gs
fähigkeit
, Gefühle von Wertlosigkeit, verminderter Appetit)
hätten
sich nicht
gefunden
, allenfalls in rudi
mentärer Form
(
pessimistische Zukunfts
perspektiven, Schlafstöru
ngen, Suizidgedan
ken
)
. Typisch
seien
in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der testpsych
o
logischen Untersuchung. Diese Untersuchung
habe
erneut die Selbsteinschätzung
des Beschwerdeführers bestä
tigt, dass
er an einer sehr schweren Depression leide (vgl. BD
I
II). Bei der Symptom-Checkliste (SCL-90)
habe der Beschwerdeführer
Belastungen in einem Ausma
ss notiert
, das selbst akut-klinisch kranke Patienten selten
aufwiesen
. Der Persön
l
ichkeitsfragebogen (SKID II)
gebe
Hinweise auf das Vorliegen von
Per
s
ö
nlichke
i
t
s
akzentuierungen
im Bereich Narzi
ss
mus und Impulsivität. Schlie
ss
lich sei auf das vierte Testv
erfahren hingewiesen (SFSS), wo
nach es Hinweise für eine übertriebene Darstellung der Symptome
gebe
. In einem weiteren
Test
verfahren
(
TOMM)
ergebe
sich kein Hinweis auf simulierte
G
edächtnisstörungen
(S. 30 Mitte)
.
Im Hinblick auf die Fragestellung des Gutachtens müsse deshalb konstatier
t werden
, dass i
m November 2011 sowie in der Folgezeit nicht die Prognose
hätte
gestellt werden können, dass der Beschwerdeführer infolge Krankheit, Körper
verletzung oder Kräfteverfalls voraussichtlich mindestens sechs Monate unun
terbrochen ausserstande sein werde, seinen Beruf im Sinne der Vertragsbedin
gungen
auszuüben
. Selbst unter den jetzigen Umständen - er habe seit fast drei Jahren nicht mehr gearbeitet - werde man keine negative Prognose stellen kön
nen (S. 35).
3.1
1
Dr.
med.
B._
, Hattersheim (D), erstattet
e
am 5. Februar 2015
auf Veranlassung des Beschwerdeführers (S. 1)
ein
„
neurologisch-psychiatrisches Gutachten zur Vorlage bei Gericht
“
(Urk. 7/103/52-112)
und nannte die folgen
den Diagnosen (S. 47
f.
):
-
anhaltende depressive Episode, auch jetzt mindestens mittelschwer bis
schwerstgradig
(
ICD-10 F32.1/2
)
-
anhalte
nde somatoforme Schmerzstörung
(
ICD-10 F45.4
)
-
schwere A
npassungsstörung
(
ICD-10 F43.2
)
-
Tinnitus
-
HWS-Syndrom mit Wurzelreizung
-
Carpaltunnel-Syndrom links
-
Benzodia
zepinabhängigkeit
(
ICD-10 F13.2
)
-
Missbr
auch von Analgetika
(
ICD-10 F55
)
-
Nikotinabusus
(
ICD-10 F17.2
)
Laut Beweisbeschluss des Landgerichts
K._
vom 3
0.
Januar 2014 solle
das Gutachten
die Frage klären
, ob die Behauptung des Beschwerdeführers zutreffe, dass er seit dem
9.
November 2011 zumin
dest 50
%
berufsunfähig sei (S.
2 oben).
Der Beschwerdeführer stehe seit dem 1
5.
Lebensjahr auf eigenen Beinen und habe sich stets über seine Leistung und körperliche Intaktheit definieren müssen. Als er dann habe erfahren müssen, dass er mit Ende 30 an multiplen, nicht
unbedrohlichen
körperlichen Erkrankungen leide,
sei
für ihn eine Welt ein
gebrochen
. Ausserdem liege ein störender und quälender Tinnitus vor und es komme zu Problemen mit Beruf und Umgebung (S. 59).
Der Beschwerdeführer sei seit 2011 kontinuierlich nicht in der Lage, auch nur stundenweise einer geregelten, selbst leichten Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert nachzugehen (S. 60).
3.1
2
Die Ärzte der
H._
berichteten am
26. Mai 2015 (Urk.
7/106)
über einen stationären Aufenthalt von April bis Mai 2015 und nannten die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben
Anamnese, Verlauf und Befunde sprächen für die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome. Als mitbedingende Faktoren sähen sie die somatischen Beschwerden, de
n
nervenauftreibenden Kampf um seine Rechte bezüglich offener Differenzen bei Versicherungsfragen und die durch den Verlust der Arbeitsstelle entstandene Selbstwertproblematik. Bezüg
lich eines Teilaspekts der vorhandenen Schmerzsymptomatik dürfte eine soma
toforme Schmerzstörung differenzialdiagnostisch diskutiert werden. Als protek
tive Faktoren erachteten sie seine Intelligenz, seinen Humor, und seine Kreativität sowie die gute Beziehung zur Lebenspartnerin (S. 2 unten).
3.1
3
Die Ärzte des
Z._
nahmen am 29. September 2015 zum Gutachten von Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
3.7
)
, demjenigen von
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.1
0
) und demjenigen von
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.1
1
)
nachträglich Stellung (Urk. 7/109)
.
Zum Gutachten von Dr.
A._
führten sie aus,
insbe
sondere
aufgrund der vom Beschwerdeführer angegebenen
objektiven psycho
pathologischen Befunde lasse sich eine schwere depressive Episode nach ICD-10 nicht nachvollziehen (S. 1). Zum Gutachten von
Dr.
J._
führten sie insbe
sondere aus, eine Konversionsstörung und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung müssten bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit gleich behandelt werden
. Zum Gutachten von
Dr.
B._
führten sie aus, der erhobene psychische Befund
würde keine Diagnose einer schweren depressiven Episode begründen. Eine Anpassungsstörung, auch wenn diese schwer ausgeprägt sei, könne keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen (S. 2).
3.
1
4
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
berichtete am 26. Oktober 2015 (Urk. 7/117 = Urk.
122)
über eine konsiliarische Untersu
chung vom 23. Oktober 2015 und nannte die folgenden Diagnosen (S. 3
Ziff. 3
):
-
schwere generalisierte Angststörung im Rahmen der längeren Störung
der Stressmodulationsfähigkeit
(
ICD-10 F41.1
)
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode im Sinn
e einer
Erschöpfungs
depression
(
ICD-10 F32.11/2
)
-
ausgepräg
te psychophysische Erschöpfung
(
ICD-10 Z73.0
)
Beim Beschwerdeführer könne
aufgrund von
schweren Beeinträchtigungen der Konzentrationsausdauer, geistiger Flexibilität aufgrund der formalen Denkstö
rungen, allgemeiner psychischer Belastbarkeit, Antriebsstörungen und körperli
cher Erschöpfung sowie Störungen der sozialen Interaktionen bei fehlender Selbstbehauptungsfähigkeit keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien
Wirtschafts
markt
attestiert werden.
Es sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer seit November 2011 intermittierende Phasen der Teilremission der depressiven Symptomatik ausgewiesen habe, in der Längsschnittbeurteilung könne ihm aber keine Arbeitsfähigkeit seit November 2011 attestiert werden (S. 4).
3.
1
5
Die Ärzte der
H._
berichteten am
5.
November 2015 (Urk.
7/126/1
4)
über einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers von Oktober bis November 2015 und nannten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(
ICD-10 F32.2
)
-
sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung im Sinne einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung
(
ICD-10 F60.8
)
Die beschriebene Symptomatik bestehe kontinuierlich seit zirka vier Jahren. Bisherige Therapieversuche medikamentös als aus psychotherapeutisch hätten
bis dato nicht zu einer ausreichenden und signifikanten Besserung der depressi
ven Symptomatik und zunehmend auch regressiven Tendenzen des Beschwer
deführers geführt. Als krankheitsaufrechterhaltend seien weiterhin andauernde Streitigkeiten mit Krankenversicherung und Erwerbsunfähigkeitsversicherung und in Zuge dessen wiederholte gutachterliche Termine zu werten. Bereits im Vorfeld der stationären Behandlung habe er seine behinderungsgerecht einge
richtete Wohnung zur Untervermietung ab Januar 2016 freigegeben. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin habe er daraufhin den Plan avisiert, ein Wohnmobil zu kaufen und an verschiedene Orte zu reisen (S. 2 f.).
3.
1
6
M
it Stellungnahme vom
23. Dezember 2016 (Urk. 21) hielt
med. pract.
L._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), fest, aus medizini
scher Sicht sei die Stellungnahme von
Dr.
C._
nicht geeignet, das Ergebnis des
Z._
-Gutachtens in Frage zu stellen. Die im Psychostatus festgestellte Symptomatik habe
Dr.
C._
als vegetativen Ausdruck einer Angststörung interpretiert. Dem
Z._
-Gutachten zufolge bestehe ein erheblicher Alkohol-, Opiat- und Benzodiazepin-Missbrauch, so dass die geschilderten Symptome auch Ausdruck eines Entzugssyndroms sein könnten (S. 1). Die von
Dr.
C._
festgestellte Antriebsminderung könne ebenfalls eine Nebenwirkung der Ein
nahme von Opiaten, Valium und Alkohol sein. In der Medikation erwähne
Dr.
C._
20 mg Valium, diskutiere aber nicht, welche Auswirkungen diese Medikation auf den psychischen Befund habe (S. 2).
3
.
17
Erst nach Verfügungserlass vom 3. März 2016 (Urk. 2) reichte der Versicherte im Beschwerdeverfahren ärztliche Berichte neueren Datums ein:
Die Ärzte der
M._
, (D)
,
nannten mit Bericht vom
5.
Mai 2017 (Urk. 25/1
/2
) die folgenden Diagnosen:
-
undifferenzierte Somatisierungsstörung
(
ICD-10 F45.1
)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom
(
ICD-10 F13.2
)
-
soziale Phobien
(
ICD-10 F40.1
)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwergradige Episode
(
ICD-10 F33.2
)
Der Beschwerdeführer wirke sehr auf eher somatische Erklärungsmodelle fixiert. Zur Verbesserung der Krankheitsakzeptanz und zum Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung sei es derzeit dringend erforderlich, die stationäre Behandlung fortzuführen (S. 5).
3
.
18
Die Ärzte des Krankenhaus
N._
(D)
berichteten am
23. Juni 2017 (Urk. 25/2/2)
über eine stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 19.
bis 23. Juni 2017 und nannten
die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
-
chronisch rezidivierende
Sigmadivertikulitis
ohne Komplikationen Stadium
IIIb
-
erhebliche psychische Überlagerung
In durchgeführten Kontrollen der Paraklinik sei ein Absinken der
Ent
zündungspa
rameter
nachweisbar
gewesen, sodass der
Beschwerdeführer
bei deutlich gebessertem Beschwerdebild im Bereich des linken Mittel- und Unter
bauches in die Häuslichkeit habe entlassen werden können (S. 2)
.
4.
4.1
Insgesamt ergibt die Würdigung der medizinischen Akten, dass das von den Ärzten des
Z._
erstellte polydisziplinäre Gutachten vom
1
7.
Juli 2014 (Urk. 7/91) für die
Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist.
Es
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (S. 6 ff. Ziff. 3)
und
beruht auf
eigene
n
durchgeführten
Untersuchungen
(S. 9 ff.)
.
Das Gutachten
ist in Kenntnis der (
S. 3 ff. Ziff. 2)
und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet (S. 10 Ziff. 3.6, S. 15 f. Ziff. 4.1.8, S. 19 Ziff. 4.2.7, S. 22 Ziff. 4.3.7, S. 24 Ziff. 4.4.7), insbesondere geht es differenziert auch auf die abweichende Beurteilung der Ärzte der
H._
bezüglich der depressi
ven Episode ein (S. 15 Ziff. 4.1.8).
Weiter leuchtet es in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge ein
.
Die von den Gutachtern vorgenommenen Schlussfolgerungen sind ausführlich und nachvollziehbar begründet. Das Gut
achten genügt damit den praxisgemässen An
forderungen (vgl. E.
1.
5
) vollum
fänglich, weshalb darauf abzustellen ist.
In Bezug auf die gerügte Dauer der psychiatrischen Begutachtung (Urk.1 S.
9 f., Urk. 3/4 S.3 Ziff. 15
) ist festzuhalten, dass es für den Aussagegehalt einer ärztli
chen Stellungnahme rechtsprechungsgemäss nicht auf die Dauer der Untersu
chung ankommt. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.2). Trifft dies - wie hier - zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht entscheidend.
Die
Z._
-Gutachter
legten
überzeugend dar, dass
einzig ein leichtes zervikal- und lumbalbetontes Panvertebralsyndrom Einflus
s auf die Arbeitsfähigkeit habe und
kamen zum Ergebnis, dass
dem Beschwerdeführer die angestammte Tätig
keit zumutbar sei
.
Lediglich körperlich schwere Tätigkeiten können ihm nicht mehr zugemutet werden (vgl. E. 3.
9
).
4.2
Unterschiedliche Einschätzungen liegen in Bezug auf die depressive Episode vor.
Während die
Z._
-Gutachter
eine leichte depressive Episode diagnostizier
ten
(E. 3.
9
)
,
verneinte
Prof.
J._
eine Depression gänzlich (E. 3.1
0
).
Dr.
G._
diagnostizierte eine mittelgradige depressive
Störung (E. 3.
4
)
und
Dr.
B._
(E. 3.
11
)
sowie
Dr.
C._
(E. 3.1
4
)
gingen
von einer mittelgradigen bis schweren
depressiven Episode aus.
Dr.
E._
(E. 3.2), die Ärzte der
F._
Klinik (E. 3.
3
),
diejenigen
der
H._
AG (E. 3.
5
, E. 3.
6
, E. 3.
8
, E. 3.1
2, E. 3.15
),
Prof.
A._
(E. 3.
7
)
und die Ärzte der
M._
(E. 3.
17
) gingen
gar
von
einer schweren depressiven Episode aus
.
Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode
, wie sie von den
Z._
Gut
achtern diagnostiziert wurde,
nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invali
dität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014,
vorstehend
E.
1.4
).
D
ie unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E.
4)
lässt es
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014, E. 7.2). Dies ist vorliegend nicht der Fall, berücksichtigten die
Z._
-
Gutachter doch sämtliche
vom
Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchungen geklagten Beschwerden sowie die von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
Zudem
gilt der Grundsatz, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrau
ensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 253 E.
3b/cc), für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spe
zialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2006, E. 5.5 mit Hin
weis).
Soweit der Bes
chwerdeführer vorbringt, es sei
insbesondere
gestützt auf die Beur
teilungen von
Prof.
A._
,
Dr.
B._
und
Dr.
C._
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
(vorstehend E. 2.2)
, vermag dies nicht zu überzeugen.
Prof.
A._
empfahl
mit Gutachten von Oktober 2013
die Ausschö
pfung aller fachspezifischen Be
h
a
ndlungsstandards für depres
sive Erkrankungen und erachtete bei erfolgreicher Ausschöpfung sogar die Erlangung der Berufsunfä
higkeit im bisher ausgeübten Beruf als möglich (E. 3.
7
). Er verneinte demnach eine
Behandlungsresistenz, womit der von ihm diagnostizierten schweren depressiven Episode kein invalidisierender Charakter
im Sinne der Rechtspre
chung
zukommen kann
(E. 1.4)
. Hinzu kommt, dass die
Z._
-Gutachter
die Diagnose einer schweren depressiven Episode aufgrund der objektiven psycho
pathologischen Befunde nicht nachvollziehen konnten (E. 3.1
3
).
Auch
das
Gutachten
von
Dr.
B._
(E. 3.11)
ist nicht geeignet, das schlüssige und nachvollziehbare
Z._
-Gutachten in Zweifel zu ziehen, zumal
Dr.
B._
, soweit ersichtlich, keine Kenntnis aller vorhanden Akten hatte. So nahm er ein
zig zum Gutachten von Prof.
J._
(E. 3.1
0
)
Stellung. Zudem äusserte er sich nur nebenbei zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (S. 60)
und die Fragestellung des Gutachtens betr
af
ausdrücklich die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers.
Schliesslich vermag auch die Beurteilung
durch
Dr.
C._
(E. 3.1
4
) nicht zu überzeugen, legte doch die RAD-Ärztin nachvollziehbar dar, weshalb es sich bei dessen Einschätzung um eine andere
Beurteilung desselben Sachverhalts
han
delt (vgl. E. 3.
16
).
4.
3
Zu prüfen ist sodann, ob sich das Schmerzgeschehen invalidisierend auswirkt.
Die im Gutachten des
Z._
vom
17. Juli 2014 (vorstehend E. 3.
9
)
unter den Diagno
sen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) aufgeführte Somatisierungs
störung (ICD-10 F45.0) gehört zu den mit einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) vergleichbaren psychosomatischen Leiden (Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2008 vom
3.
Juni 2009 E. 8.2.2). Darauf war somit bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2015 grund
sätzlich die neue Rechtsprechung anwendbar (BGE 132 V 368 E. 2.1 S.
369). Indessen ergibt sich auch mit Blick auf BGE 141 V 281 nichts zu Gunsten de
s
Beschwerdeführer
s
.
Er
macht - zu Recht - nicht geltend, dass dem Gutachten des
Z._
aufgrund der neuen Rechtsprechung nunmehr kein Beweiswert mehr zukommen sollte
(vgl.
BGE 141 V 281 E. 8).
4.
4
Zu prüfen ist zunächst der funktionelle Schweregrad.
Dabei sind die Indikatoren zum Komplex "Gesundheitsschädigung" näher zu betrachten. Bezüglich des Aspekts der „Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde“ (vgl. Michael E.
Meier, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in:
Jusletter
vom 1
1.
Juli 2016, S. 23 ff.) ist dabei festzuhalten, dass
der psychiatrische
Z._
-Gutachter
das frag
liche Beschwerdebild unter die Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eingereiht
hat
. Damit und mit Blick auf die Ausführungen des
Gutach
ters ist evident, dass es an der Schwere, die auf eine invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung schliessen liesse, fehlt.
Zudem sind das
Beschwer
debild
mitprägende psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussen, als nicht invalidi
sierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden
(Urteil 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.3 mit Hinweisen)
.
Diesbezüglich hielt der
Z._
-
Gutachter
fest,
dass der Beschwerdeführer aus Deutschland stamme und nach einer Lehre als Einzelhandelskaufmann vor allem als Werbefilmer gear
beitet habe. Wegen eines Stellenangebots als Executive Producer sei er in die Schweiz gekommen, wo es dann aber zu einer Erschöpfung gekommen sei mit anhaltender 100%iger Arbeitsunfähigkeit seit November 201
1.
E
r
sei enttäuscht über die Stelle und über sein berufliches Scheitern (Urk. 7/91 S. 14).
Die Arbeit sei sein Leben gewesen. Er sei stets hinter seinem Job her gewesen (Urk. 7/91 S. 12).
Hinzu kommt ein nervenauftreibender Kampf um seine Rechte bezüglich offener Differenzen bei Versicherungsfragen (E. 3.12, E. 3.15).
Unter Ausklam
merung der psychosozialen Faktoren muss lediglich von einem geringen Schweregrad der Gesundheitsschädigung ausgegangen werden.
Was den Aspekt des „Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder -resistenz“ anbelangt, kann aufgrund der Ausführungen im
Z._
-Gutachten nicht von einem definitiven Scheitern einer indizierten, lege
artis
und mit optimaler Kooperation des Versi
cherten durchgeführten Therapie gesprochen werden (BGE 141 V 281 E.
4.3.1.2 S. 299) bzw. davon,
dass
therapeutische Massnahmen keine Aussicht (mehr) auf Erfolg hätten und die Prognose insoweit schlecht sei (vgl. Urteil 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.4).
So empfahl der
psychiatrische
Z._
-Gutachter
die Weiterführung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und eine Kontrolle und Einschränkung des Alkoholkonsums
(Urk. 7/91 S. 16 Ziff. 4.1.9)
.
Als psychische Komorbiditäten kommen gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung nur schwere und therapeutisch nicht (mehr) angehbare psychische Krankheiten in Betracht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 4.2; Michael E. Meier, a.a.O., S. 27). Der
leichten
depressiven Episode
kommt
keine invalidisierende Wirkung zu
(vorstehend E. 4.
2
). Eine Komorbidität besteht demnach nicht.
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ergibt sich Folgendes:
Der Beschwerdeführer
hat eine Lehre als Einzelhandelskaufmann absolviert, die er mit der
Durchschnitts
note
1 in der Lehrabschluss-Prüfung abgeschlossen hat. Er
war
in der
Auf
nahmeleitung
, Produktion, Leitung und Regieassistenz als Filmproduzent auf Werbung spezialisiert und hat diesen Beruf während insgesamt 24 Jahren aus
geübt
(S. 11 f. Ziff. 4.1.1.2)
. Dies weist
auf gute intellektuelle Ressourcen hin
.
Aus dem
psychiatrischen Gutachtensbefund geht weiter hervor
, dass die
Auf
merksamkeit, Auffassung und das Gedächtnis
bis auf leichte Konzentrations
störungen bei der genauen Angabe von Lebensdaten
nicht beeinträchtigt waren
(Urk. 7/91 S. 13 Ziff. 4.1.7).
Was den sozialen Kontext angeht, so verfügt
der Beschwerdeführer
im
Gutach
tenszeitpunkt
über eine gute Beziehung
zu
seiner Freundin
, mit welcher er seit fünf Jahren zusammen ist (Urk. 7/91 S. 12, S.15 Ziff. 4.1.7)
.
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter führte weiter aus, es bestehe ein gewisser sozialer Rückzug, der aber nicht deutlich schwer in allen Bereichen des Lebens ausgeprägt sei (S. 14 Ziff. 4.1.4). Er habe durchaus auch Kontakte, indem ihn eine Bekannte zur Untersuchung nach Basel
gefahren
und er auch von einem Kollegen gesprochen habe (S. 15 Ziff. 4.1.7).
Er beschäftigt sich mit Spaziergängen mit dem Hund und geht auch kleinere Sachen selber einkaufen (S. 14 Ziff. 4.1.4). Fernreisen zusammen mit der Freundin, so nach Schottland vor einem oder eineinhalb Jahren mit dem Auto und der Fähre
,
sind ihm auch möglich (S. 15 Ziff. 4.1.7).
4.5
In der Kategorie „Konsistenz“ ist in Bezug auf die „Einschränkung des
Aktivitä
tenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbe
reichen“ festzuhalten, dass
dem Beschwerdeführe
r
eine Fernreise nach Schottland möglich war, trotz subjektiv starken Beschwerden mit Schmerzen (S. 15 Ziff. 4.1.7).
Auch Spaziergänge und kleinere Einkäufe sowie Mithilfe in der Küche sind ihm offenbar möglich (S. 12 Ziff. 4.1.1). Zudem arbeitet er an kleineren Musikprojekten, wo er von einem Freund unterstützt wird (S. 11 Ziff. 4.1.1.2).
Aus diesen Gründen
liegt eine Dis
krepanz hinsichtlich der Konsistenz des
Aktivitätenniveaus
in Beruf und Erwerb einerseits und im Freizeitverhalten andererseits vor.
Was den „behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck“ angeht,
ist der Beschwerdeführer seit 2013 in ambulanter Behandlung bei Ärzten der
H._
(vorstehend E.
3.5)
und befand sich
einmal in der
F._
Klinik (D) und diverse Male in der
H._
in stationärer Behandlung (vorstehend E. 3.
3,
E. 3.
5
, E. 3.
12, E.3.15
).
Er erhält eine antidepressive Medikation und der psychiatrische
Z._
-Gutachter stellte einen Medikamentenspiegel des Antide
pressivums im therapeutischen Bereich fest (
Urk. 7/91
S. 15 Ziff. 4.1.7).
Zur Inanspruchnahme von Therapien passt,
dass sich der Beschwerdeführer als
roll
stuhlpflichtig
erlebt, und seine Wohnung behinderungsgerecht eingerichtet hat, obwohl keinerlei Lähmungen oder organisch begründete Gangstörungen vor
liegen (vorstehend E. 3.1
0
, E. 3.
15
).
Die Prüfung der verschiedenen Indikatoren ergibt, dass
,
auch wenn ein
Leidens
druck
des Beschwerdeführers vorhanden zu sein scheint,
diese nicht als in aus
geprägtem Umfang gegeben erachtet werden können.
Demnach ist die
gut
achterliche Schlussfolgerung, die Somatisierungsstörung hätte keine Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit, mit dem spezifischen Erkenntnisziel der Indikatoren sowohl der Kategorie "funktioneller Schweregrad", als auch bezüg
lich der Kategorie "Konsistenz" im Einzelnen und in ihrer Gesamtheit zu verein
baren.
4.
6
Schliesslich vermögen auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Ergebnisse einer laborärztlichen Untersuchung
(Urk. 13/1-3)
den Beweiswert des
Z._
-Gut
achtens
nicht
zu schmälern. Er legte nicht ausreichend dar, inwiefern diese zu einem anderen Ergebnis führen sollten. Auch aus den erst
nach
Verfügungser
lass
im Juni 2017 eingereichten ärztlichen Berichten
(E. 3.17 f.)
kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, enthalten sie doch
keine Angaben zur Arbeitsfähig
keit
und geht daraus nicht hervor, ob sich die genannten Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Insgesamt entsprechen die Berichte
nicht den recht
sprechungsgemässen Anforderungen
(vgl. vorstehend E.
1.5)
.
4.
7
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass
der Beschwerdeführer in
einer körperlich leichten bis mittel
schwer belastenden Tätigkeit und somit auch für die angestammte Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist.
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. 2, Urk. 1 S. 13 f.)
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
Da die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers somit im massgebenden Zeit
punkt weder im angestammten Beruf noch in vergleichbaren
Verweisungstätig
keiten
gesundheitsbedingt eingeschränkt war, schliesst dies ohne weiteres den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung aus (vgl. BGE 105 V 141 E.
1b; ZAK 1985 S. 224 E. 2b; vgl. auch BGE 115 V 133).
Damit erübrigen sich weitere Ausführungen zum Einkommensvergleich.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und d
em
unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.