Decision ID: 5035fbb6-81a1-5325-9c37-7dad6e7395ce
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a A._ nahm am 25. und 26. Juni 2019 an der zweitägigen sport-
praktischen Eignungsabklärung für das Bachelorstudium Sport (Bachelor
of Science EHSM) an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglin-
gen (EHSM) teil und erzielte ein ungenügendes Prüfungsresultat. Mit Ver-
fügung vom 1. Juli 2019 teilte ihr das BASPO mit, dass sie die Eignungs-
abklärung wegen Nichterreichens der Mindestpunktezahl 4.00 im Prü-
fungsbereich «02 Zonenball» nicht bestanden habe und nicht zum Ba-
chelorstudium zugelassen werden könne.
A.b In der Folge meldete sie sich erneut für die Teilnahme an der Eignungs-
abklärung 2020 an. Die EHSM informierte die Kandidatinnen und Kandida-
ten mit Mail vom 8. Juni 2020 aufgrund der Situation rund um das Corona-
virus über Anpassungen der Prüfung und strich einzelne Prüfungsteile in-
nerhalb der sechs vorgeschriebenen Prüfungsbereiche. Im Bereich Gerä-
teturnen strich sie die Disziplinen Reck sowie Minitrampolin und ergänzte
die Bodenübung. Im Bereich Spiel strich sie die Disziplinen Badminton,
Fussball und Unihockey und im Bereich Schwimmen und Wasserspringen
den Prüfungsteil Wasserspringen. Gleichzeitig teilte sie mit, die Eignungs-
abklärung würde statt der üblichen zwei Tage nur noch einen Tag dauern.
A.c Am 21. August 2020 trat A._ die Eignungsabklärung an. Wäh-
rend der Aufwärmphase teilte die Prüfungsleitung den Kandidatinnen mit,
dass als kurzfristige Anpassung zwei Prüfungsteile in den Disziplinen Bas-
ketball und Volleyball gestrichen würden. Beim Basketball war das Passen
betroffen, beim Volleyball der Service. Aus den Resultaten geht hervor,
dass sie im Prüfungsbereich «Spiel» (Volleyball und Basketball) die Note
3.70 und im Bereich «Schwimmen» die Note 3.95 erzielt habe.
B.
Mit Verfügung vom 27. August 2020 teilte die EHSM A._ die Nicht-
zulassung zum Bachelorstudium Sport mit. Die Eignungsabklärung sei
dann bestanden, wenn
(a) die Summe aller Prüfungsbereichsnoten mindestens 24.00 ergebe,
(b) die Prüfungsbereiche «allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit» und
«Zonenball» mit Noten von mindestens 4.00 bewertet worden seien,
(c) höchstens ein Prüfungsbereich mit einer Note von weniger als 4.00 bewer-
tet worden sei und
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(d) kein Prüfungsbereich mit einer Note von weniger als 2.50 bewerten wor-
den sei.
Sie habe mit ihren Leistungen mindestens eine der Voraussetzungen für
das Bestehen der Eignungsabklärung 2020 nicht erfüllt. Deshalb könne sie
nicht zum Bachelorstudium an der EHSM zugelassen werden.
C.
Dagegen lässt A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) durch ihre
Rechtsanwältin mit Eingabe vom 28. September 2020 beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde erheben und folgende Begehren stellen:
I. Die Verfügung der EHSM vom 27. August 2020 sei aufzuheben.
II. Es sei ihr die Zulassung zum Bachelorstudium Sport an der EHSM per Herbstsemester 2020 zu gewähren.
III. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme werde beantragt, sie  per Herbstsemester 2020 zum Bachelorstudium Sport an der EHSM zuzulassen und ihr zu gestatten, an sämtlichen  uneingeschränkt teilzunehmen.
IV. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 13. November 2020 weist der Instruktionsrich-
ter das Gesuch um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme mangels
Dringlichkeit und mangels Drohung eines nicht leicht wiedergutzumachen-
den Nachteils ab.
E.
Mit Eingabe vom 8. Januar 2021 reicht die Vorinstanz ihre Vernehmlassung
zu den Akten.
F.
Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 verzichtet die Beschwerdeführerin auf
Schussbemerkungen.
G.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32)
beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen
nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), so-
fern eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG entschieden hat und keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist.
Die angefochtene Verfügung über die Nichtzulassung zum Bachelorstu-
dium ist ein zulässiges Anfechtungsobjekt. Die EHSM ist ein Teil des
BASPO (Art. 14 Abs. 1 Sportförderungsgesetz [SpoFöG, SR 415.0] i.V.m.
Art. 55 Abs. 1 Sportförderungsverordnung [SpoFöV, SR 415.01]). Die an-
gefochtene Verfügung stammt daher von einer Behörde im Sinne von
Art. 33 Bst. d VGG. Da auch keine Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG
vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). Zur
Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer am Verfahren
vor der Vorinstanz teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme er-
halten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-
derung hat (Bst. c).
Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowohl formell als
auch materiell beschwert. Sie ist zur Beschwerde legitimiert.
1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten.
1.4
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechterheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Zudem prüft es die
Verfügung auf Angemessenheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG). Es wendet das
Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der Parteien nicht
gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
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Prüfungen betreffen regelmässig Spezialgebiete, in denen das Bundesver-
waltungsgericht über keine Fachkenntnisse verfügt. Deshalb weicht es in
Fragen, die sich durch die Justizbehörden naturgemäss nur schwer beur-
teilen lassen, nicht ohne Not von der Beurteilung der Prüfungsorgane und
Experten ab (BVGE 2007/6 E. 3; 2008/14 E. 3.1). Die dargelegte Zurück-
haltung gilt indessen nur für die materielle Bewertung der Prüfungsleistun-
gen. Ist hingegen die Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften
streitig oder werden Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die
Rechtsmittelbehörde die erhobenen Einwendungen in freier Kognition zu
prüfen (BVGE 2008/14 E. 3.3).
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund der Verkürzung der
Eignungsabklärung auf einen Tag habe sich im Prüfungsbereich Spiel die
Gesamtnotenberechnung nur mehr aus einem Durchschnitt von zwei statt
fünf Teilnoten zusammengesetzt. Es habe sich daher um einen sehr ein-
geschränkten, oberflächlichen sportpraktischen Test gehandelt. Aufgrund
der Reduzierung fehle der Prüfung die notwendige Aussagekraft über ihre
Eignung. Auch vor dem Hintergrund der grassierenden Pandemie und der
damit verbundenen Gesundheitsrisiken sei die beschlossene Streichung
von Prüfungsteilen nicht nachvollziehbar. Etwa habe man den Prüfungsbe-
reich Zonenball, bei dem es zu Körperkontakt komme, durchgeführt, wäh-
rend Badminton gestrichen worden sei. Die Verkürzung der Eignungsab-
klärung beruhe auf unsachlichen Überlegungen und erweise sich als un-
verhältnismässig. Sie sei auf willkürliche Weise nicht zum Bachelorstudium
Sport zugelassen worden. Im Weiteren habe die Studienleitung am Prü-
fungstag Prüfungsteile der Disziplinen Basketball (Passen) und Volleyball
(Service) gestrichen. Als Grund dafür seien zeitliche Restriktionen ange-
führt worden, da sonst das ganze Prüfungsprogramm nicht an einem Tag
hätte durchgezogen werden können. Da dies ohne Vorankündigung erfolgt
sei, habe sie sich nicht im Voraus darauf einstellen können. Stattdessen
habe sie im Training aus taktischen Gründen einen Schwerpunkt auf die
Prüfungsteile Passen und Service gelegt, weil darin ihre Stärken liegen
würden. Wegen des Vertrauensschutzes habe sie sich auf die Mitteilung
vom 8. Juni 2020 verlassen, mit welcher Prüfungsform und Prüfungsablauf
der angepassten Eignungsabklärung kommuniziert worden seien. Sie sei
davon ausgegangen, dass es sich dabei um die definitiven Prüfungsvorga-
ben handle, und habe ihr Training darauf ausgerichtet. Die Vorinstanz habe
durch die spontane Verkürzung den Grundsatz von Treu und Glauben ver-
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letzt. Aufgrund dieses rechtswidrigen Verhaltens sei der Nichtzulassungs-
entscheid aufzuheben. Im Weiteren sei die zeitliche Knappheit ein unhalt-
bares Argument für die spontane Prüfungsanpassung. Es sei Aufgabe der
Vorinstanz, frühzeitig für einen realistischen und durchführbaren Prüfungs-
plan zu sorgen. Die planerische Fehlleistung sei der Vorinstanz zuzurech-
nen und habe zur zu kurzfristigen Prüfungsanpassung, die zudem nur
mündlich und nebenbei während der Aufwärmphase eröffnet worden sei,
geführt. Da ihr die Zulassung zum Studium aufgrund der Resultate im will-
kürlich verkürzten Prüfungsbereich Spiel verwehrt worden sei, sei der Ent-
scheid aufzuheben und sie zum Studium zuzulassen. Sie habe bereits im
Rahmen der Eignungsabklärung 2019 bewiesen, dass sie bei ordnungsge-
mässer Durchführung des Prüfungsbereichs Spiel die erforderlichen Leis-
tungen erbringe und in den Disziplinen Basketball und Volleyball genü-
gende Noten erreiche.
2.2 Die Vorinstanz stellt sich in ihrer Vernehmlassung auf den Standpunkt,
die kurzfristigen Anpassungen seien gestützt auf ihre ordentliche Kompe-
tenz und aus sachlichen Gründen vorgenommen worden. Die Studienlei-
tung sei frei, den Inhalt der Eignungsabklärung innerhalb der geregelten
Vorgaben jederzeit – von Jahr zu Jahr oder auch am Prüfungstag selbst –
anzupassen. Es sei ihr daher gestattet, einzelne Prüfungsteile wegzulas-
sen. Ziel der Eignungsabklärung sei, die Polysportivität der Kandidatinnen
und Kandidaten in praktischer Hinsicht zu testen. In Art. 17 Abs. 1 EHSM-V
seien die dazu dienlichen sechs Prüfungsbereiche festgehalten. Nicht ge-
regelt sei, wie viele Aufgaben, Tests oder Prüfungsteile pro Prüfungsbe-
reich durchzuführen seien. Ein Prüfungsbereich könne auch nur aus einem
einzelnen Prüfungsteil bestehen. Es sei daher rechtmässig, dass der Prü-
fungsbereich Spiel nur zwei Prüfungsteile enthalten habe, und ändere
nichts an der Aussagekraft der Gesamtprüfung. Die kurzfristigen Anpas-
sungen der Eignungsabklärung seien zwar auf die Covid-19-Pandemie zu-
rückzuführen, die Auswahl der Disziplinen im Prüfungsbereich Spiel habe
aber nicht auf Überlegungen zur Ansteckung basiert. Die Sicherheit der
Kandidatinnen sei jederzeit gewährleistet gewesen. Die Covid-19-Pande-
mie und die damit einhergehenden infrastrukturbedingten Anpassungen
hätten aber zu organisatorischen Massnahmen geführt, welche am Prü-
fungstag kommuniziert worden seien. Das BASPO müsse auch heute noch
tagtäglich die Situation und alle Aktivitäten – sei es für die EHSM, für Kurse
im Zusammenhang mit Jugend & Sport oder für Aufenthalte von Spitzen-
sportathleten – regelmässig risikobasiert neu beurteilen, anpassen und
umdisponieren. Es gebe auch keinen Anspruch darauf, dass alle Prüfungs-
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teile innerhalb eines Prüfungsrahmens abgefragt würden. Bei der Abklä-
rung der sportpraktischen Eignung im Rahmen der Eignungsabklärung
sollten Kandidatinnen und Kandidaten in allen Prüfungsbereichen Mindest-
voraussetzungen mitbringen. Dass sich eine Kandidatin bei der Vorberei-
tung auf ihre Stärken fokussiere und hoffe, mit entsprechenden Resultaten
ihre Schwächen zu kompensieren, sei eine Frage ihrer Vorbereitung und
keine Frage der Rechtmässigkeit der Prüfung. Die Eignungsabklärung
habe Treu und Glauben nicht verletzt. Die kurzfristige Anpassung am Prü-
fungstag basiere auf sachlichen Gründen und sei nicht zweckwidrig oder
aus Schikane erfolgt. Zu keinem Zeitpunkt habe – weder gestützt auf eine
Zusicherung noch auf eine gesetzliche Grundlage – ein Anspruch darauf
bestanden, dass alle Prüfungsteile geprüft würden.
3.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin an der durchgeführten Eig-
nungsabklärung vom 21. August 2020 in den zwei Prüfungsbereichen Spiel
und Schwimmen ungenügende Prüfungsresultate erzielt hat. Sie bemän-
gelt aber die Wahl der Prüfungsteile für einzelne Prüfungsbereiche als un-
sachlich sowie nicht aussagekräftig und beantragt die Aufhebung der Ver-
fügung sowie die Zulassung zum Bachelorstudium.
3.1 Im Folgenden sind die massgeblichen Bestimmungen darzulegen, die
den Aufgabenbereich der EHSM definieren.
3.1.1 Die EHSM hat unter Wahrung der bildungspolitischen Autonomie ih-
ren Lehr- und Forschungsauftrag selbständig wahrzunehmen (vgl. Art. 55
Abs. 2 und 3 SpoFöV). Eingeschränkt ist hingegen ihre organisatorische
Autonomie. Als Teil des BASPO nutzt sie die Ressourcen des Amtes (vgl.
Erläuterungen zu Art. 56 SpoFöV, abrufbar auf www.baspo.admin.ch > Ak-
tuell > Themen (Dossiers) > Sportförderungsgesetz > Dokumentation >
SpoFöV > Erläuterungen zur Verordnung über die Förderung von Sport
und Bewegung, abgerufen am 22. Februar 2021).
3.1.2 Art. 14 Abs. 3 SpoFöG ermächtigt den Bundesrat, die Voraussetzun-
gen für die Zulassung zu den Studien zu regeln. Der Bundesrat hat in
Art. 60 Abs. 1 SpoFöV festgehalten, dass die Studienplätze auf der Ba-
chelor-Stufe aufgrund der Ergebnisse einer Eignungsabklärung zu verge-
ben sind.
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3.1.3 Das VBS regelt die Aufgaben der Angehörigen der EHSM, zu denen
unter anderem der Rektor oder die Rektorin und die Mitglieder der Studien-
leitung gehören (Art. 56 Abs. 1 und 2 SpoFöV).
3.1.4 Zu den Aufgaben der EHSM gehört die Durchführung der sportprak-
tischen Eignungsabklärung, die im 2. Abschnitt der EHSM-Verordnung
(EHSM-V; SR 415.012) geregelt ist. Gemäss Art. 17 Abs. 1 umfasst die
Eignungsabklärung sechs Prüfungsbereiche, namentlich die allgemeine
körperliche Leistungsfähigkeit, Zonenball, Gymnastik und Tanz, Gerätetur-
nen, Spiel sowie Schwimmen und Wasserspringen. Die Prüfungsbereiche
bestehen aus einem oder mehreren Prüfungsteilen (Abs. 2). Die Studien-
leitung legt in Berücksichtigung der Teilnehmerzahl und der örtlichen Ge-
gebenheiten für die einzelnen Prüfungsbereiche den Inhalt und den Ablauf
der Eignungsabklärung fest; diese Festlegungen sind für alle Kandidatin-
nen und Kandidaten identisch (Abs. 3).
3.1.5 Art. 17b EHSM-V regelt Bewertung und Bestehen der Eignungsab-
klärung. Die Prüfungsteile werden mit Noten von 1 – 6 bewertet (Abs. 1).
Die sportpraktische Eignungsabklärung ist bestanden, wenn die Summe
aller Prüfungsbereichsnoten mindestens 24 ergibt, die Prüfungsbereiche
«allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit» und «Zonenball» mit Noten
von mindestens 4 bewertet worden sind, höchstens ein Prüfungsbereich
mit einer Note von weniger als 4 und kein Prüfungsbereich mit einer Note
von weniger als 2.5 bewertet worden ist (Abs. 2).
3.1.6 Die begrenzte Anzahl der Studienplätze wird in der Reihenfolge der
Resultate der Eignungsabklärungen vergeben (Art. 19 Abs. 1 EHSM-V).
Die Eignungsabklärung hat ausschliesslich für die Aufnahme des Studiums
im Kalenderjahr, in dem die Abklärung erfolgt ist, Gültigkeit (Art. 20
EHSM-V).
3.2 Bezüglich der Vorbringen, die Streichung einzelner Prüfungsteile sei
vor dem Hintergrund der Pandemie und der damit verbundenen Gesund-
heitsrisiken nicht nachvollziehbar, macht die Vorinstanz geltend, bei der
Streichung von Teilen im Prüfungsbereich Spiel hätten organisatorische
Massnahmen aufgrund der Pandemie eine Rolle gespielt. Aus den darge-
legten Bestimmungen ergibt sich, dass die Studienleitung über Inhalt und
Ablauf der Eignungsabklärung entsprechend der Teilnehmerzahl und der
örtlichen Gegebenheiten für die einzelnen Prüfungsbereiche entscheidet.
Inhalt und Ablauf können von ihr daher den räumlichen beziehungsweise
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Seite 9
infrastrukturbedingten Anforderungen angepasst werden, sofern alle Kan-
didatinnen und Kandidaten die gleichen Bedingungen vorfinden.
3.3 Aus dem Informationsschreiben vom 8. Juni 2020 geht hervor, dass
aufgrund der Situation rund um das Coronavirus die Eignungsabklärung in
einer angepassten Form durchgeführt werde. Soweit die Vorinstanz in der
Vernehmlassung erklärt, die von der Studienleitung im Juni kommunizier-
ten Anpassungen im Prüfungsbereich Spiel seien den geänderten örtlichen
Gegebenheiten für diesen Bereich geschuldet gewesen, bestand für die
Kürzung der Prüfungsteile ein Grund, der in Art. 17 Abs. 3 EHSM-V aus-
drücklich vorgesehen ist. Die im Juni kommunizierten Kürzungen sind da-
her rechtmässig erfolgt.
3.4 Auch die Anpassungen, die am Prüfungstag selbst vorgenommen wur-
den, sind auf örtliche Einschränkungen im Prüfungsbereich zurückzufüh-
ren. Die Vorinstanz macht vernehmlassungsweise geltend, die Situation
sei damals wie heute tagtäglich neu zu beurteilen, weshalb häufig umdis-
poniert werden müsse. Die infrastrukturbedingten Anpassungen seien auf-
grund der Covid-19-Pandemie notwendig gewesen. Festzuhalten ist auch,
dass die Studienleitung beziehungsweise die EHSM als Teil des BASPO
nicht über die Infrastruktur oder die Ressourcen des Amtes verfügt, son-
dern diese lediglich benützen kann. Hierzu zählen unter anderem die
Sportanlagen, Unterkünfte und der Verpflegungsbetrieb (vgl. Erläuterun-
gen zur SpoFöV). Ist die für den Prüfungsbereich notwendige Infrastruktur
– wie es vorliegend aufgrund der Pandemie der Fall war – am Prüfungstag
nur eingeschränkt benutzbar, so liegt ein entsprechender Grund für die An-
passung des Inhalts vor. Nach dem Gesagten sind auch die am Prüfungs-
tag vorgenommenen Streichungen der Prüfungsteile «Passen» in der Dis-
ziplin Basketball und «Service» in der Disziplin Volleyball rechtmässig er-
folgt.
3.5 Während bei Einschränkungen organisatorischer Natur für den jeweili-
gen Prüfungsbereich – unter Wahrung identischer Bedingungen für alle
Kandidatinnen und Kandidaten – von der Studienleitung inhaltliche Anpas-
sungen vorzunehmen sind, wird in der Departementsverordnung nicht ge-
regelt, unter welchen Gesichtspunkten der Inhalt der Prüfungsbereiche zu
bestimmen ist. Dabei steht der Studienleitung ein erheblicher Ermessens-
spielraum zu, der zu respektieren ist.
Einer Behörde kommt Ermessen zu, wenn eine Rechtsnorm offen ist, wenn
die Anordnung einer Massnahme nicht zwingend vorgeschrieben oder
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Seite 10
wenn ein Rechtssatz einen Entscheidungsspielraum hinsichtlich der Wahl
zwischen verschiedenen Massnahmen oder hinsichtlich deren Ausgestal-
tung einräumt. Das Ermessen ist pflichtgemäss auszuüben, d.h. der Ent-
scheid hat rechtmässig und angemessen zu sein. Die Beachtung von Ver-
fassungsgrundsätzen wie dem Willkürverbot, dem Rechtsgleichheitsgebot,
dem Verhältnismässigkeitsprinzip oder der Pflicht zur Wahrung der öffent-
lichen Interessen versteht sich hierbei von selbst (vgl. BVGE 2015/2 E.
4.3.1 und BVGer B-3137/2012 vom 14. Januar 2013 E. 5.4; HÄFELIN/MÜL-
LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 396 ff.).
3.6 Da es ausdrücklich erlaubt ist, einen Prüfungsbereich auch nur mit ei-
nem Prüfungsteil abzudecken, hat die Studienleitung bei der Festlegung
der Prüfungsteile des Prüfungsbereichs Spiel, die zudem den im Vorhinein
kommunizierten Prüfungsteilen entnommen wurden, ihr Ermessen im vor-
gesehenen Rahmen ausgeübt. Wie bereits ausgeführt, lag aufgrund der
am Prüfungstag zu treffenden organisatorischen Massnahmen für die An-
passung beziehungsweise Streichung der Prüfungsteile Passen und Ser-
vice auch ein sachlicher Grund vor. Prüft die Studienleitung aufgrund der
genannten Anforderungen lediglich einzelne Prüfungsteile und läuft dies für
alle Teilnehmenden gleich ab, liegt offensichtlich kein Ermessensmiss-
brauch zu Ungunsten der Beschwerdeführerin vor. Es wird auch nicht gel-
tend gemacht und ist nicht ersichtlich, dass die gewählten Prüfungsteile
übertriebene Anforderungen enthalten hätten. Die Vorbringen der Be-
schwerdeführerin, sie habe sich auf die Prüfungsteile, in denen ihre Stär-
ken liegen würden, konzentriert, würden lediglich verfangen, wenn es sich
dabei um eine strategische Herangehensweise während der Prüfung
selbst gehandelt hätte und jene Prüfungsteile nachträglich gestrichen oder
gar nicht bewertet worden wären. Soweit sie aber nur auf eine Strategie
während des Trainings verweist, vermag sie keine ungerechte Prüfungssi-
tuation darzutun. Festzuhalten ist, dass ihr die entscheidenden Prüfungs-
teile vorgängig am Prüfungstag bekannt gegeben wurden und die Studien-
leitung damit dem Erfordernis einer gerechten Prüfung Genüge getan hat.
Die Rüge der Beschwerdeführerin, die Eignungsabklärung stütze sich in
rechtswidriger und unangemessener Weise auf einzeln absolvierte Prü-
fungsteile im Bereich Spiel, erweist sich damit als unbegründet.
3.7 Nach dem Gesagten ist die von der Beschwerdeführerin gerügte An-
passung der Prüfungsteile im Bereich Spiel nicht zu beanstanden.
3.8 Im Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, das Handeln der Vo-
rinstanz verletze Treu und Glauben.
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3.8.1 Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9
BV) haben Private Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen auf
das Verhalten der Behörden geschützt zu werden (vgl. BGE 129 I 161 E.
4.1; 143 V 95 E. 3.6; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 624 ff.). Hierzu
bedarf es einer Vertrauensgrundlage, das heisst einer behördlichen Zusi-
cherung oder eines anderen, bestimmte Erwartungen begründenden Ver-
haltens der Behörden (vgl. BVGE 2007/9 E. 5.1.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHL-
MANN, a.a.O., Rz. 627).
3.8.2 Die Annahme der Beschwerdeführerin, bei der Eignungsabklärung
müssten sämtliche angekündigten Prüfungsteile geprüft werden, findet
keine Grundlage in den Informationen, die sie erhalten hat. Für die Eig-
nungsabklärung 2020 wurden ihr vorgängig Informationen übermittelt, die
für den Bereich Spiel Angaben zu fünf Disziplinen mit je drei Prüfungsteilen
enthalten. Enthalten ist aber auch der Hinweis auf die EHSM-V, die die
Eignungsabklärung regelt, sowie ein ausdrücklicher Änderungsvorbehalt,
demzufolge die Studienleitung in Berücksichtigung der Teilnehmerzahl und
der örtlichen Gegebenheiten für die einzelnen Prüfungsbereiche Inhalt und
Ablauf der Eignungsabklärung festlege. Es war daher von Anfang an für
die Beschwerdeführerin erkennbar, dass bei einer Änderung der im Vorbe-
halt genannten Parameter eine Anpassung innerhalb eines Prüfungsbe-
reichs am Prüfungstag stattfinden kann. Wie bereits dargelegt, kann auch
nach Art. 17 Abs. 2 EHSM-V ein Prüfungsbereich aus einem oder mehre-
ren Prüfungsteilen bestehen und Art. 17 Abs. 3 EHSM-V enthält die mit
dem Änderungsvorbehalt klar kommunizierte Aufgabe der Studienleitung,
allenfalls Änderungen vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin kann daher
auch aus der Bekanntgabe vom 8. Juni 2020 nichts zu ihren Gunsten ab-
leiten. Die Mitteilung, nur die Disziplinen Basketball und Volleyball würden
geprüft und die Prüfung der Disziplinen Badminton, Uni-Hockey und Fuss-
ball werde entfallen, lässt auf kein Verhalten der Studienleitung schliessen,
das geeignet wäre, Erwartungen zu wecken, dass auch alle Prüfungsteile
der beiden vorgesehenen Disziplinen Basketball und Volleyball geprüft
würden. Wie bereits dargelegt, hat die Studienleitung bei der Eignungsab-
klärung einen relativ grossen Spielraum, den Inhalt der Teilnehmerzahl so-
wie den räumlichen Gegebenheiten anzupassen. Einzelne Prüfungsteile
dürfen daher gekürzt werden, solange ein Prüfungsteil pro Prüfungsbe-
reich geprüft wird. Da das Schreiben vom 8. Juni 2020 keine Zusicherung
enthält, dass auch alle Prüfungsteile der beiden Disziplinen Basketball und
Volleyball, so wie sie in den ursprünglichen Informationen enthalten sind,
geprüft würden, sondern vielmehr aus letzteren der genannte Änderungs-
vorbehalt hervorgeht, fehlt es an einer Vertrauensgrundlage.
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3.9 Die Beschwerdeführerin bringt in Bezug auf die einzelnen Prüfungsteile
keine materiellen Rügen zur konkreten Benotung nach den Bewertungs-
skalen an. Bezüglich der Vorbringen, sie habe bereits anlässlich der Eig-
nungsabklärung 2019 den Prüfungsbereich Spiel bestanden, kann auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung vom
8. Januar 2021 verwiesen werden. Nach Art. 20 EHSM-V gelten die Resul-
tate der Eignungsabklärung nur für das Jahr, in dem das Studium aufge-
nommen wird, weshalb sich die Studienleitung nicht auf die Ergebnisse
vom Vorjahr stützen durfte. Demnach hat die Beschwerdeführerin im Rah-
men der 2020 absolvierten Eignungsabklärung in den Prüfungsbereichen
Spiel und Schwimmen ungenügende Noten erzielt und daher die sport-
praktische Eignungsabklärung nicht bestanden (vgl. Art. 17b Abs. 3
EHSM-V).
4.
Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht
nicht zum Studium zugelassen. Der Antrag auf Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung ist daher abzuweisen. Da kein ausreichender Eignungs-
nachweis vorliegt, ist auch das Begehren, sie sofort zum Studium zuzulas-
sen, abzuweisen.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin als unterlie-
gende Partei die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese
werden auf Fr. 1'500.- festgesetzt (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag
wird dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Eine
Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie
Art. 7 ff. VGKE).
(Dispositiv nächste Seite)
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