Decision ID: 61f7667b-aa54-5da7-9ac2-54091ca0a4df
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 20. September 2016 meldete sich B._ beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Sargans zur Arbeitsvermittlung an und beantragte
Leistungen der Arbeitslosenversicherung ab 1. November 2016 (act. G 5.1/A3).
Gemäss dem Beratungsprotokoll des RAV gab die Versicherte am 15. Dezember 2016
an, über Skype ein Vorstellungsgespräch mit A._ in Z._ gehabt zu haben. Gemäss
Eintrag vom 31. Januar 2017 erhielt die Versicherte die Stelle bei A._ in Z._ ab 1.
Februar 2017. A._ sei jedoch interessiert, dass die Einarbeitungszeit, welche circa
fünf Monate daure, vom RAV unterstützt werde (act. G 5.1/A67). Mit E-Mail vom 2.
Februar 2017 teilte der Personalberater des RAV der Versicherten mit, dass die
Beraterin für arbeitsmarktliche Massnahmen des RAV sich mit A._ in Verbindung
setzen und sich um die Einarbeitungszuschüsse kümmern werde (act. G 5.1/A56). Mit
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E-Mail vom 3. Februar 2017 sandte die RAV-Beraterin für arbeitsmarktliche
Massnahmen der Versicherten das Merkblatt und das Gesuchsformular für
Pendlerkosten- oder Wochenaufenthalterbeiträge zu und bat die Versicherte, eine
Kopie des Arbeitsvertrages dem Gesuch beizulegen (act. G 5.1/A52). Am 6. Februar
2017 sandte die Versicherte der genannten RAV-Beraterin das Gesuch um
Pendlerkosten- oder Wochenaufenthalterbeiträge, den Ausbildungsplan bei A._
sowie den Arbeitsvertrag mit A._ zu (act. G 5.1/A51f.). Mit E-Mail vom 7. Februar
2017 bedankte sich die RAV-Beraterin bei der Versicherten für das Gesuch um
Pendlerkosten und informierte sie, das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse von A._
sei noch nicht eingetroffen. Für die Gewährung von Einarbeitungszuschüssen und
Pendlerkostenbeiträgen müsse sie sich zudem vom RAV abmelden. Falls sie im
Zwischenverdienst bei A._ arbeite, könnten ihr keine Pendlerkosten und keine
Einarbeitungszuschüsse ausbezahlt werden (act. G 5.1/A64). Hierauf antwortete die
Versicherte mit E-Mail vom 8. Februar 2017, sie habe das Gesuch mit dem
Arbeitsvertrag am 6. Februar 2017 und die Abmeldung vom RAV am 4. Februar 2017
per Post versandt (act. G 5.1/A64). Mit Schreiben vom 8. Februar 2017 wurde die
Versicherte per 8. Februar 2017 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet (act. G 5.1/
A55). Mit E-Mail vom 10. Februar 2017 teilte die RAV-Beraterin für arbeitsmarktliche
Massnahmen der Versicherten mit, das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse sei beim
RAV nicht eingegangen. Das RAV habe lediglich das Gesuch um
Pendlerkostenbeiträge erhalten. Sie fände das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse im
Anhang (act. G 5.1/A57). Am 15. Februar 2017 gingen der Arbeitsvertrag und der Plan
Formation beim Scan Center ein (act. 5.1/A60 und A61). Mit Verfügung vom 14.
Februar 2017 wurde das Gesuch der Versicherten um Pendlerkosten- oder
Wochenaufenthalterbeiträge ab 6. Februar 2017 teilweise gutgeheissen (act. G 5.1/
A58).
A.b Am 31. März 2017 sandte die Versicherte das Gesuchsformular um
Einarbeitungszuschüsse der RAV-Beraterin für arbeitsmarktliche Massnahem per E-
Mail zu (act. G5.1/A63). Am 3. April 2017 teilte die RAV-Beraterin der Versicherten mit,
das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse sei vor dem 31. März 2017 weder beim RAV
noch beim Scan Center eingegangen. Die Lohnabrechnungen für Februar und März
2017 seien ebenfalls nicht eingetroffen. Die Einarbeitungszuschüsse könnten für vier
Monate, d.h. vom 31. März bis 31. Juli 2017, genehmigt werden, da sie das Gesuch am
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31. März 2017 per E-Mail zugestellt habe. Die Versicherte antwortete mit E-Mail vom 3.
April 2017, sie verstehe nicht, weshalb das Scan Center ihre Briefe nicht erhalten habe.
Im Anhang sende sie die Lohnabrechnungen für die Monate Februar und März 2017.
Zudem bat sie, die Einarbeitungszuschüsse für den Zeitraum vom 1. Februar bis 31.
Juli 2017, wie vereinbart, ihrer Arbeitgeberin zu überweisen. Ihre Arbeitgeberin habe sie
aufgrund der Einarbeitungszuschüsse eingestellt. In Zukunft sende sie der RAV-
Beraterin ihre Lohnabrechnungen per E-Mail zu (act. G 5.1/A65). Das RAV erliess am 3.
April 2017 zwei Verfügungen. Mit der einen Verfügung wurde die Verfügung vom 14.
April 2017 betreffend der Pendlerkostenbeiträge angepasst und auf die Zeit bis 31.
März 2017 befristet, da die Versicherte in die Arbeitsregion gezogen sei (act. G 5.1/
A66). Mit der anderen Verfügung wurden Einarbeitungszuschüsse für den Zeitraum
vom 31. März 2017 bis 31. Juli 2017 gewährt (act. G 5.1/A68).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. April 2017 betreffend die Einarbeitungszuschüsse
erhob die Arbeitgeberin der Versicherten, A._, mit Schreiben vom 10. April 2017
Einsprache. Sie beantragte, die genannte Verfügung sei betreffend die Monate Februar
und März 2017 zu überprüfen, und machte sinngemäss geltend, ihre Arbeitnehmerin
habe alle Dokumente für die Einarbeitungszuschüsse am 10. Februar 2017 per E-Mail
sowie per Post eingereicht. Zudem daure das Ausbildungstraining, wie im
Ausbildungsplan aufgeführt, vom 1. Februar 2017 bis 31. Juli 2017 (act. G 5.1/A 71).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 12. April 2017 wies das RAV die Einsprache ab und
versandte den Entscheid eingeschrieben der Versicherten (act. G 5.1/A73). Mit
Schreiben vom 18. April 2017 wurde der Einspracheentscheid der Arbeitgeberin
zugestellt (act. G 5.1/A72). Das RAV führte aus, am 8. Februar 2017 habe die
Versicherte das RAV informiert, das Gesuch mit dem Arbeitsvertrag an das Scan
Center versandt zu haben. Am 15. Februar 2017 seien der Arbeitsvertrag sowie der
Einarbeitungsplan beim Scan Center in Empfang genommen worden. Das Gesuch um
Einarbeitungszuschüsse sei jedoch nicht eingetroffen. Daraufhin sei erfolglos versucht
worden, die Versicherte telefonisch zu erreichen. Am 31. März 2017 habe sich A._
beim RAV gemeldet und sich über den Stand der Auszahlungen der
Einarbeitungszuschüsse informiert. A._ sowie die Versicherte seien darüber informiert
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worden, dass kein Gesuch um Einarbeitungszuschüsse eingegangen sei. Bis zum 31.
März 2017 seien auch keine Lohnabrechnungen beim RAV eingegangen. Daraufhin sei
das Gesuchsformular um Einarbeitungszuschüsse der Versicherten erneut zugestellt
worden, welches noch am gleichen Tag, d.h. am 31. März 2017, per E-Mail eingereicht
worden sei. Da das Gesuch nach Arbeitsaufnahme eingereicht worden sei, könnten die
Einarbeitungszuschüsse erst ab Eingangsdatum gewährt werden (act. G 5.1/A 73).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt die Arbeitgeberin (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 18. Mai 2017 Beschwerde. Sie beantragt sinngemäss, der
Versicherten seien auch für die Monate Februar und März 2017
Einarbeitungszuschüsse zuzusprechen. Sie macht geltend, sie habe zuvor drei
Arbeitnehmende aus dem Kanton Waadt angestellt, für die sie ebenfalls
Einarbeitungszuschüsse erhalten habe. Sie habe sich keine Sorgen gemacht, dass dies
auch im Kanton St.Gallen so erfolge. Aufgrund der sprachlichen Barriere habe die
Versicherte das Verfahren mit dem RAV erledigt. Am 10. Februar 2017 habe die
Versicherte das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse versandt, nachdem sie es erhalten
habe. Die Versicherte sei trotz ihres ähnlichen Profils zu anderen Kandidaten angestellt
worden, da sie über die Möglichkeit der Einarbeitungszuschüsse informiert habe.
Zudem habe die Versicherte angegeben, dass sie die Informationen nicht per E-Mail
versenden könne und das Formular bereits am 10. Februar 2017 versandt habe (act. G
1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2017 beantragt der Beschwerdegegner,
vertreten durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit, die Beschwerde sei abzuweisen,
und macht im Wesentlichen geltend, das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse am 10.
Februar 2017 nicht erhalten zu haben. Ein von der Versicherten eingescanntes und am
31. März 2017 unterzeichnetes Gesuchsformular sei erst am 31. März 2017
eingegangen. Die Beschwerdeführerin sei beweispflichtig, dass sie bzw. die Versicherte
das Gesuch bereits am 10. Februar 2017 abgeschickt habe. Die Beschwerdeführerin
lege jedoch keine Aufgabebestätigung vor. Da die Versicherte nachweislich wiederholt
auf das ausstehende Gesuch hingewiesen worden sei und die Beschwerdeführerin
selbst um die finanzielle Bedeutung der sofortigen Gesuchseinreichung gewusst habe,
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sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb sie das Gesuch weder eingeschrieben noch
mit A-Post plus versandt und sich nicht Mitte Februar sondern erst Ende März 2017
erkundigt habe, ob das Gesuch eingegangen sei. Bei der Durchsicht der
Korrespondenz entstehe der Eindruck, die Beschwerdeführerin sowie die Versicherte
seien zunächst der Meinung gewesen, mit der Einreichung des Gesuchs um
Pendlerkosten- oder Wochenaufenthalterbeiträge und einem Einarbeitungsplan würde
auch geprüft werden, ob Einarbeitungszuschüsse auszurichten seien. Dass dem nicht
so sei, hätte aber zumindest der Versicherten nach Erhalt der E-Mail vom 10. Februar
2017 klar sein müssen, da sie darin explizit auf das ausstehende Gesuch hingewiesen
worden sei (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 15. September 2017 beantragt die Beschwerdeführerin weiterhin
die Zusprache von Einarbeitungszuschüssen auch für die Monate Februar und März
2017 (act. G 7). Sie legt ein mit 10. Februar 2017 datiertes und unterzeichnetes Gesuch
um Einarbeitungszuschüsse bei (G 7.3).
C.d Mit Duplik vom 5. Oktober 2017 macht der Beschwerdegegner geltend, die
Beschwerdeführerin habe das mit 10. Februar 2017 datierte Gesuch um
Einarbeitungszuschüsse bereits mit der Einsprache vom 10. April 2017 eingereicht. Sie
habe jedoch damals sowie auch heute keine Belege für dessen Einreichung im Februar
2017 beibringen können (act. G 9).
C.e Die Versicherte bestätigt mit Schreiben vom 22. November 2017, die erforderlichen
Formulare innerhalb der Frist eingereicht zu haben (act. G 11).

Erwägungen
1.
Vorliegend ist streitig, ob das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse rechtzeitig
eingereicht wurde und ab wann ein Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse besteht.
1.1 Gemäss Art. 90 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) gilt für die
Einreichung des Gesuches um einen Einarbeitungszuschuss Art. 81e Abs. 1 AVIV
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sinngemäss. Unter Vorbehalt der Art. 90a und 95b–95d muss die an einer
arbeitsmarktlichen Massnahme teilnehmende Person gemäss Art. 81e Abs. 1 AVIV das
Gesuch um Zustimmung spätestens zehn Tage vor Beginn der Massnahme der
zuständigen kantonalen Amtsstelle einreichen. Reicht sie das Gesuch ohne
entschuldbaren Grund nach Beginn der Massnahme ein, so werden die Leistungen erst
vom Zeitpunkt der Gesuchstellung an ausgerichtet.
1.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit
Hinweisen). Überwiegend wahrscheinlich ist ein bestimmter Sachverhalt, wenn der
entsprechenden Überzeugung keine konkreten Einwände entgegenstehen. Soweit
zwischen zwei oder mehreren Möglichkeiten zu entscheiden ist, gilt derjenige
Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich, der sich am ehesten zugetragen hat (UELI
KIESER, Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG], in: ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band
XIV, 3. Aufl. Basel 2016, N 150).
1.3 In den Akten befindet sich kein Beleg, wonach das Formular „Gesuch um
Einarbeitungszuschüsse“ per Post oder E-Mail bereits am 10. Februar 2017 beim
Beschwerdegegner eingereicht worden wäre. Da die Beschwerdeführerin Ansprüche
daraus ableitet, dass das Gesuch am 10. Februar 2017 von der Versicherten
eingereicht worden sei, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit, wenn der geltend
gemachte Sachverhalt unbewiesen bleibt. Ein mit 10. Februar 2017 datiertes Gesuch
reicht nicht aus, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen zu können,
dass dieses auch am 10. Februar 2017 beim Beschwerdegegner eingereicht worden
ist. Zumal die Versicherte das Gesuchsformular elektronisch als PDF-Datei erhielt und
es folglich beliebig Mal ausdrucken konnte. Zwar ist am 15. Februar 2017 eine
Postsendung der Versicherten beim Beschwerdegegner eingegangen, nicht jedoch das
Formular „Gesuch um Einarbeitungszuschüsse“, weshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden muss, dass dieses erstmals mit E-Mail
vom 31. März 2017 beim Beschwerdegegner eingereicht wurde. Es bestehen keine
konkret belegten Einwände, die dieser Sachverhaltsdarstellung entgegenstehen
würden.
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2.
2.1 Aufgrund der Akten erscheint überwiegend wahrscheinlich – wie dies auch der
Beschwerdegegner ausführt (vgl. act. G 5) –, dass die Beschwerdeführerin und die
Versicherte davon ausgingen, mit der Einreichung des ausgefüllten Formulars „Gesuch
um Pendlerkosten- oder Wochenaufenthaltsbeiträge“, des Arbeitsvertrages und des
Einarbeitungsplanes werde auch ein Gesuch um Einarbeitungszuschüsse gestellt.
Diese irrtüm¬liche Annahme der Beschwerdeführerin und der Versicherten erscheint
insbesondere anhand der sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten nachvollziehbar.
So wurde das Formular „Gesuch um Pendlerkosten- und Wochenaufenthalterbeiträge“
von der Beschwerdeführerin (und nicht etwa von der Versicherten) als
„Gesuchstellerin“ unterschrieben, und auch die ergänzende Begründung des Gesuchs:
„Integration und Trainingsprozesse, administrative Ausbildung, finanzielle und interne
Logistik“ sowie der beigelegte „Plan Formation“ lassen darauf schliessen. Somit reichte
die Versicherte am 6. Februar 2017 sinngemäss ein Gesuch um
Einarbeitungszuschüsse, wenn auch unvollständig und auf dem falschen Formular, ein.
Der Beschwerdegegner hat die Versicherte am 10. Februar 2017 darauf hingewiesen,
dass das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse noch nicht eingegangen sei, und ihr das
Formular per Mail nochmals zugestellt werde (act. G 3.1/A57). Daraufhin hat die
Versicherte zumindest nochmals den Arbeitsvertrag und den Plan Formation
eingereicht (Eingangsdatum 15. Februar 2017, vgl. act. G 5.1/A60 und A61). Wie
bereits ausgeführt, kann sie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegen, dabei
auch das ausgefüllte Formular „Gesuch um Einarbeitungszuschüsse“ eingereicht zu
haben (vgl. E. 1.3). Zu diesem Zeitpunkt hätte sich allerdings eine nochmalige
Abmahnung der Versicherten mit Hinweis auf die Verwirkungsfolgen aufgedrängt. Dass
das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse noch unvollständig war und deshalb der
Anspruch auf Ausrichtung von Einarbeitungszuschüsse verwirken konnte, stellten
massgebende Umstände tatsächlicher und rechtlicher Art dar, über die der
Beschwerdegegner nach Art. 27 Abs. 2 ATSG zu informieren gehabt hätte. Auch der
Beschwerdegegner erkannte einen solchen Beratungsbedarf und versuchte gemäss
eigenen Angaben die Versicherte mehrfach telefonisch zu erreichen. Aus den Akten
geht jedoch nicht hervor, dass er die Versicherte nochmals schriftlich oder per E-Mail
auf das fehlende Formular oder über die erfolglose telefonische Kontaktierung
informiert hätte. Da eine Verwirkung drohte und bei einem Beratungsbedarf sich der
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Versicherungsträger aktiv zu verhalten hat, hätte der Beschwerdegegner die
Versicherte über die weiterhin unvollständigen Unterlagen informieren müssen.
2.2 Die Versicherte erfuhr erst am 31. März 2017, dass das Gesuch um
Einarbeitungszuschüsse nach wie vor unvollständig war, und reichte noch am gleichen
Tag das aus¬gefüllte Formular ein. Angesichts der nicht genügenden Beratung des
Beschwerdegegners bzw. der nicht nochmals erfolgten Abmahnung war zu diesem
Zeitpunkt eine Verwirkung des Anspruchs auf Einarbeitungszuschüsse noch nicht
eingetreten.
3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gesuch um Einarbeitungszuschüsse
sinngemäss am 6. Februar 2017, wenn auch unvollständig, eingereicht wurde und die
erst am 31. März 2017 erfolgte Vervollständigung der Unterlagen nicht zu einer
Verwirkung des Anspruchs auf Einarbeitungszuschüsse für die Zeit vom 6. Februar
2017 bis 31. März 2017 führt.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. April 2017 teilweise gutzuheissen und
sind der Versicherten Einarbeitungszuschüsse ab 6. Februar 2017 zuzusprechen. Zur
Festsetzung der Höhe der Einarbeitungszuschüsse ist die Sache an den
Beschwerdegegner zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).