Decision ID: e8e90f87-f687-5098-8226-fda2caf68aba
Year: 2003
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Am 14. August 2002 reichte B._ beim Wasser- und Energiewirtschaftsamt des
Kantons Bern (WEA) ein Konzessionsgesuch für den Entzug von Wärme aus
öffentlichem Wasser (gemäss Art. 9 WNG1) ein. Er beabsichtigt, bei seiner
Liegenschaft an der A._strasse 111 in C._ (Koordinaten D._)
die bestehende Ölheizung zu ersetzen und an ihrer Stelle eine Wärmepumpe für
Heizung und Warmwasserzubereitung zu installieren. Die Wärme soll dem
Grundwasser entzogen werden, es sollen 160 l/min entnommen werden. Die Ableitung
1 Wassernutzungsgesetz vom 23. November 1997 (BSG 752.41)
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des abgekühlten Wassers soll via bestehende Meteorwasserleitung direkt in den
Thunersee erfolgen.
2. Das WEA publizierte das Konzessionsgesuch und liess die Gemeinde Hilterfingen die
Gesuchsunterlagen öffentlich auflegen. Einzig der Gemeinderat von Hilterfingen, der
heutige Beschwerdeführer, erhob dagegen Einsprache. Er machte in der Einsprache
geltend, die vorgesehene Bohrung liege in der Grundwasserschutzzone III (Weitere
Schutzzone), ca. 3 m von der Zone II (Engere Schutzzone) und nur ca. 135 m von der
öffentlichen Trinkwasserfassung Pumpwerk E._ entfernt. Das Risiko der
Verunreinigung des Grundwassers während der Bauphase und im Betriebszustand
könne nicht ausgeschlossen werden. Der angestrebte Nutzen für einen Einzelnen
dürfe nicht über das Interesse der Allgemeinheit gestellt werden. Das Problem könne
nicht durch Abschluss einer Haftpflichtversicherung gelöst werden. Zudem könne nicht
ausgeschlossen werden, dass der Pegel des Grundwasserspiegels durch die
Wasserentnahme beeinflusst werde. Es lägen keine geologischen Gutachten und
Beweise vor, es seien auch keine Pumpversuche durchgeführt worden. Dem
Grundeigentümer würden andere Energieträger zur Verfügung stehen. Eine mit den
erwähnten Risiken behaftete Anlage sei somit nicht begründbar. Gemäss dem vom
Regierungsrat genehmigten Schutzzonenreglement mit Plan Nr. 1143 sei eine
Grundwasserentnahme nicht vorgesehen, das bedeute, dass sie nicht zulässig sei.
3. Das WEA lud den Gesuchsteller und den Gemeinderat von Hilterfingen zu einer
Einigungsverhandlung ein. Diese verlief erfolglos. Mit Verfügung vom 29. November
2002 erteilte das WEA die Wärmepumpenkonzession und wies die Einsprache des
Gemeinderats von Hilterfingen ab. In seinem Entscheid setzte es sich mit den
Einsprachepunkten ausführlich auseinander und legte dar, weshalb die Befürchtungen
des Gemeinderats unbegründet seien.
4. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2002 hat der Gemeinderat von Hilterfingen bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) Beschwerde gegen die
erteilte Konzession geführt. Er beantragt die Aufhebung der Konzession und die
Erteilung des „Bauabschlags“. Zur Begründung der Anträge bringt er die gleichen
Argumente vor wie bereits in der Einsprache, ohne sich mit den Erwägungen des WEA
näher auseinanderzusetzen. Der Beschwerdegegner und das WEA haben beantragt,
die Beschwerde abzuweisen.
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5. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet, hat einen
Fachbericht des Bundesamts für Energie eingeholt. Dieses hat die Haltung des WEA
bestätigt, hat aber „für eine endgültige Beweisführung zuhanden der Gemeinde“
empfohlen, die Reichweiten beider Absenktrichter bei der Grundwasserfassung
E._ und dem geplanten Entnahmebrunnen noch einmal rechnerisch
nachprüfen zu lassen. Das WEA hat daraufhin beim Büro für Ingenieurgeologie B-I-G
ein entsprechendes Gutachten eingeholt und zu den Akten gereicht.
6. Das Rechtsamt hat nach Eingang dieses Gutachtens Gelegenheit zu
Schlussbemerkungen gegeben. Das WEA und der Beschwerdegegner haben
ausdrücklich auf das Einreichen von Schlussbemerkungen verzichtet, währenddem der
Beschwerdeführer sich nicht mehr gemeldet hat. Das Rechtsamt hat danach beim
Beschwerdeführer nachgefragt, ob er an der Beschwerde überhaupt noch festhalte,
nachdem der Fachbericht des Bundesamtes und das Gutachten des B-I-G die Haltung
des WEA bestätigt hätten. Mit Brief vom 24. Juni 2003 teilt der Beschwerdeführer mit,
dass er einen anfechtbaren Entscheid erwarte.

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
a) Zuständigkeit der BVE
Angefochten ist eine Konzession über eine Grundwasserentnahme. Die Verfügung des
WEA stützt sich auf Art. 3, Art. 9 und Art. 15 WNG sowie auf Art. 3 KGV2. Laut Art. 45
WNG können gestützt auf dieses Gesetz erlassene Verfügungen nach den
Bestimmungen des KoG3, der Baugesetzgebung und des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes angefochten werden. Das Baugesetz und das KoG
kommen im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung: Einerseits ist eine
Wärmepumpenanlage wie die vorliegende als kleine Nebenanlage zur Gewinnung von
2 Kantonale Gewässerschutzverordnung (KGV) vom 24. März 1999 (BSG 821.1) 3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (BSG 724.1)
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erneuerbarer Energie baubewilligungsfrei (Art. 6 Abs. 1 BewD4). Andererseits prüft und
regelt das WEA in der Gebrauchswasserkonzession gestützt auf Art. 3 KGV auch die
gewässerschutzrechtlichen Aspekte, so dass keine zusätzliche
Gewässerschutzbewilligung erforderlich ist. Somit gilt für den Rechtsmittelweg die
Regelung des VRPG5. Laut Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG beurteilt die in der Sache
zuständige Direktion Beschwerden gegen Verfügungen von ihr untergeordneten
Verwaltungseinheiten, sofern nicht die Gesetzgebung ein Rechtsmittel unmittelbar an
eine andere Rechtsmittelinstanz vorsieht. Die BVE ist deshalb zur Beurteilung der
Beschwerde zuständig. Der Beschwerdeführer hat als abgewiesener Einsprecher ein
schutzwürdiges Interesse an der Änderung der angefochtenen Verfügung (Art. 65
Bst. a VRPG).
b) Begründungspflicht für Parteieingaben
Parteieingaben, also auch Beschwerden, müssen neben einem Antrag auch eine
Begründung enthalten (Art. 32 Abs. 2 VRPG). An die Begründung werden
praxisgemäss keine hohen Anforderungen gestellt. Es reicht aus, wenn aus einem
Rechtsmittel ersichtlich ist, inwiefern und weshalb der angefochtene Entscheid
beanstandet wird (BGE 118 Ib 135). Die Begründung muss sich wenigstens in
minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen. Ein blosser
(globaler) Verweis auf frühere Rechtsschriften stellt daher keine rechtsgenügliche
Begründung dar (BGE 113 Ib 288). Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer
zwar nicht auf die Einsprache verwiesen, sie aber praktisch wortwörtlich wiederholt. Er
hat sich mit keinem Wort mit den ausführlichen Erwägungen des WEA im
angefochtenen Entscheid auseinandergesetzt. Es ist deshalb fraglich, ob die
Begründung der Beschwerde den Minimalanforderungen genügt. Die Frage kann
indessen offen bleiben, da die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist. Im Übrigen ist die
Beschwerde form- und fristgerecht eingereicht worden.
2. Voraussetzungen der Konzession
Laut Art. 11 WNG kann eine Konzession erteilt werden, wenn die gesetzlichen
Voraussetzungen erfüllt sind und keine überwiegenden öffentlichen Interessen
4 Dekret über das Baubewilligungsverfahren vom 22. März 1994 (BSG 725.1) 5 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (BSG 155.21)
5
entgegenstehen. Auf die Erteilung einer Konzession besteht grundsätzlich kein
Anspruch.
3. Gefährdung des Trinkwassers
a) Rügen des Beschwerdeführers
Der Beschwerdeführer befürchtet, die Trinkwasserqualität der nahen
Trinkwasserfassung E._ könnte durch das Bauvorhaben des
Beschwerdegegners beeinträchtigt werden. Er macht geltend, der Standort der
geplanten Bohrung liege in einer Grundwasserschutzzone III (Weitere Schutzzone)
und nur drei Meter von der Grundwasserschutzzone II (Engere Schutzzone) entfernt.
Die Trinkwasserfassung Pumpwerk E._ sei nur ca. 135 m entfernt.
b) Haltung des WEA
Das WEA hat bereits im angefochtenen Entscheid ausgeführt, dass diesbezüglich
keine Gefahr bestehe. Bohrungen stellten zwar immer eine potenzielle Gefährdung
dar, weil diese missbraucht werden könnten. Von ihrer Zweckbestimmung her seien
allerdings Rückgabeschächte gefährlicher als Entnahmebrunnen. Im vorliegenden Fall
solle das in einem geschlossenen Kreislauf abgekühlte Grundwasser in den See
abgeleitet werden, so dass die Gefährdung durch die Rückgabe entfalle. Der
Entnahmebrunnen müsse so konstruiert werden, dass eine unbeabsichtigte
Verunreinigung des Grundwassers nicht möglich und eine beabsichtigte möglichst
erschwert sei. Dies sei gewährleistet, wenn die Grundwasser-Wärmepumpenanlage
fachmännisch und unter Beachtung der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen erstellt
und betrieben werde. In seiner Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2003 verdeutlichte
das WEA, dass die einzige Gefahr, die dem Grundwasser bei einer sachgemässen
Erstellung des Entnahmebrunnens drohe, ein absichtlicher Missbrauch durch
Einleitung eines grundwassergefährdenden Stoffes sei. Ein solcher Missbrauch dürfe
dem Gesuchsteller und künftigen Betreiber nicht unterstellt werden.
c) Fachbericht des Bundesamts für Energie
Das Bundesamt für Energie (BFE) hat die Ausführungen des WEA in seinem Bericht
vom 18. März 2003 bestätigt. Es hat ebenfalls darauf verwiesen, dass bei strikter
Einhaltung der Wegleitung betreffend „Anforderungen an Wärmepumpenanlagen für
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die Nutzung von Wärme aus Grundwasser, Oberflächenwasser, Erdwärmesonden und
Erdregister“6 und bei Ausführung der Bauarbeiten durch eine von der
Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz (FWS) zertifizierte Bohrfirma die
Kontamination von Trinkwasser während der Bauphase praktisch ausgeschlossen
werden könne. Es sei bisher kein einziger Schadenfall bekannt. Auch der Betrieb der
Wärmepumpe stelle praktisch keine Gefahr für das Grundwasser dar. Auch hier seien
keine Schadenfälle bekannt.
c) Schlussfolgerung
Die BVE schliesst sich den überzeugenden Erwägungen des WEA, die vom BFE be-
stätigt werden, an, umso mehr als der Beschwerdeführer im ganzen
Beschwerdeverfahren kein Argument vorgebracht hat, das an der Richtigkeit dieser
Erwägungen zweifeln liesse. Bei fachgerechter Erstellung und ebensolchem Betrieb
der Anlage besteht nach den Ausführungen der Fachämter keine Gefahr für das
Grundwasser. Die Erstellung der Anlage nach den Vorgaben der erwähnten
Wegleitung ist vom WEA als Auflage zur Konzession verfügt worden (Ziff. 5 der
angefochtenen Verfügung). Dem Beschwerdegegner darf nicht unterstellt werden,
dass er absichtlich eine Verschmutzung des Grundwassers herbeiführen werde.
Die Rügen des Beschwerdeführers betreffend Gefährdung des Trinkwassers sind
somit unbegründet.
4. Beeinflussung des Grundwasserspiegels und Fehlen von Gutachten und
Pumpversuchen
a) Rügen des Beschwerdeführers
Der Beschwerdeführer befürchtet, der Grundwasserspiegel könnte durch die
Wasserentnahme durch den Beschwerdegegner beeinflusst - sprich gesenkt - werden.
Zudem rügt er, dass keine Gutachten vorlägen und keine Pumpversuche durchgeführt
worden seien.
b) Haltung des WEA
6 Wegleitung des WEA und des Kantonalen Amts für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft (GSA), 4. Ausgabe
1998
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Das WEA führte in der angefochtenen Verfügung zu dieser Rüge des
Beschwerdeführers folgendes aus: Die Grundwasserverhältnisse im Bereich der
öffentlichen Grundwasserfassung „E._“ seien im hydrogeologischen Bericht
vom 21. Februar 1976 von Herrn Dr. Furrer beschrieben. Dieser Bericht beruhe auf
einem Pumpversuch im gleichen Jahr, der während sechs Tagen mit einer
Entnahmeleistung von 3'700 m3/Tag durchgeführt worden sei. Dadurch sei der
Grundwasserspiegel in einer Entfernung von 50 m um rund 1,4 m abgesenkt worden.
Aus der relativ kreisrunden Form der Absenkung könne anhand des Isophysenplanes
(Linien gleicher Absenkung) geschlossen werden, dass die Absenkung im Bereich der
geplanten Bohrung damals weniger als 50 cm betragen haben müsse. Von Bedeutung
sei dabei, dass die Entnahmeleistung für den Pumpversuch wesentlich über derjenigen
des Wasserwerkbetriebs gelegen habe, der durchschnittlich 600 m3/Tag betrage.
Selbst wenn die gesamte Wassermenge für die Gemeindewasserversorgung aus der
Grundwasserfassung E._ bezogen würde, betrüge die Entnahme immer noch
weniger als ein Drittel der Leistung während des Pumpversuchs. Damit könne
festgestellt werden, dass - wenn überhaupt - nur eine vernachlässigbare
Grundwassermenge aus dem Bereich der geplanten Bohrung des Gesuchstellers in
die Fassung der Gemeinde gelangen könne. Das bedeute aber auch, dass eine
Grundwasserentnahme von 160 l/min ohne messbaren Einfluss auf die zur Verfügung
stehenden Grundwassermenge bliebe, umso mehr als bei steigender Entnahme der
Anteil Seewasser ebenfalls zunehme.
In seiner Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2003 ergänzte das WEA, dass ein
Pumpversuch mit einer Entnahmeleistung von 160 l/min angesichts der hohen
Gebietsergiebigkeit keine messbare Beeinflussung der Grundwasserfassung der
Gemeinde bewirken würde. Der im Jahre 1976 durchgeführte Grosspumpversuch mit
einer Entnahmeleistung von 3'700 m3/Tag (also knapp 2570 l/min) habe ja im Bereich
der Bohrung nur noch eine marginale Grundwasserspiegelabsenkung zur Folge
gehabt. Ein weiterer Pumpversuch sei daher nicht nötig.
c) Gutachten des B-I-G
Das Büro für Ingenieurgeologie B-I-G hat im Beschwerdeverfahren aufgrund der
vorhandenen Unterlagen des WEA ein Gutachten zu folgenden Punkten abgegeben:
- hydrogeologische Kenngrössen des Aquifers,
- Reichweiten der Absenk- und Entnahmetrichter der beiden Fassungen bei
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variablem Grundwasserstand und
- gegenseitige quantitativen Beeinflussung.
Es kam zu folgenden Ergebnissen:
Der Standort der geplanten Bohrung liege 154 m vom Pumpwerk E._ entfernt.
Der Baugrund weise einen typischen Aufbau eines Wildbachkegels in der
Molasseregion auf. Eine unregelmässige Abfolge von tonigem Silt, Sanden und Kiesen
bilde einen stark horizontal geschichteten Untergrund. Beim Pumpwerk E._
könne von einem analogen Baugrund ausgegangen werden. Der Aquifer
(grundwasserhaltige Erdschicht) werde vom C._ und vom Thunersee
gespiesen. Im Ruhezustand, d.h. ohne Pumpbetrieb, sei 1976 ein Grundwassergefälle
von 0,24 % Richtung See festgestellt worden. Der Grundwasserspiegel sei damals bei
Niedrigwasserstand des Thunersees rund 65 cm über dem Seespiegel gelegen. Mit
dem Grosspumpversuch von 1976 habe die direkte Kommunikation zwischen
Grundwasser und See nachgewiesen werden können. Der Seepegel schwanke
zwischen 557,00 m.ü.M und ungefähr 559,20 m.ü.M.. Die Schwankung betrage also
rund 2,2 m. Die Schwankungsbreite des Grundwasserspiegels könne entsprechend
angenommen werden. Das B-I-G wertete danach drei Pumpversuche aus
(Grosspumpversuche von 1946 und 1976 beim Pumpwerk E._, Pumpversuch
beim Bau des Mehrfamilienhauses E._ bei Koordinate F._). Es kam
zum Ergebnis, dass bei einer konzessionierten Entnahmemenge von 160 l/min mit
einer Absenkung des Grundwasserspiegels von 0,30 m im Brunnen des
Beschwerdegegners zu rechnen sei. Die Reichweite der Absenkung durch den
Entnahmebrunnen des Beschwerdegegners betrage 25 m. Die Reichweite der durch
das Pumpwerk E._ verursachten Absenkung betrage 250 m.
Der horizontale Abstand beider Fassungen betrage 154 m, dies sei ein Mehrfaches der
Reichweite der durch den Entnahmebrunnen des Beschwerdegegners verursachten
Absenkung. Die Schwankungen des Grundwasserspiegels führten zwar zu geringen
Veränderungen des Absenkbereichs, was aber für die gegenseitige Beeinflussung der
Fassung nicht relevant sei. Eine quantitative Beeinflussung des Pumpwerks
E._ durch das Vorhaben des Beschwerdegegners könne daher
ausgeschlossen werden. Umgekehrt könne aber das Pumpwerk E._ den
Grundwasserstand beim Entnahmebrunnen des Beschwerdegegners beeinflussen.
d) Beurteilung
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Der Beschwerdeführer geht entgegen der Annahme des B-I-G von einem horizontalen
Abstand von 135 m zwischen dem Standort des Pumpwerks E._ und
demjenigen des geplanten Entnahmebrunnens aus. Gemäss Gewässerschutzkarte
des Kantons Bern beträgt der Abstand rund 140 m. Selbst wenn der Abstand nur
135 m betragen sollte, überschreitet er die Reichweite der durch den
Entnahmebrunnen des Beschwerdegegners verursachten Absenkung immer noch um
mehr als das Fünffache, also immer noch - wie das B-I-G ausführt - um ein
„Mehrfaches“. Das Gutachten des B-I-G bestätigt somit die Haltung des WEA und es
überzeugt. Der Beschwerdeführer hat die Erkenntnisse des Gutachters zur
quantitativen Beeinflussung denn auch nicht bestritten. Die BVE geht damit davon aus,
dass der Grundwasserspiegel beim Pumpwerk E._ durch die Ausführung des
Bauvorhabens des Beschwerdegegners nicht beeinflusst wird. Da bereits Daten aus
früheren Pumpversuchen vorhanden sind, ist nicht ersichtlich - und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht weiter begründet -, weshalb weitere Pumpversuche
erforderlich sein sollten.
Die Beschwerde ist somit auch in diesen Punkten unbegründet.
5. Alternativen
Der Beschwerdeführer macht geltend, dem Beschwerdegegner würden andere
Energieträger zu Verfügung stehen. Er sei nicht auf eine Wärmepumpe angewiesen,
die mit solchen Risiken behaftet sei. Dass die Wärmepumpe mit keinen ernsthaften
Risiken behaftet ist, wurde in Erw. 3 und 4 dargelegt. Die Nutzung der Erdwärme bzw.
der Wärmeentzug aus Grundwasser ist überdies als Nutzung einer erneuerbaren
Energie förderungswürdig. Der Konzessionserteilung stehen somit keine öffentliche
Interessen entgegen, im Gegenteil. Da das Vorhaben auch allen massgeblichen
öffentlichrechtlichen Vorschriften entspricht, besteht kein Grund, den
Beschwerdegegner durch Verweigerung der Konzession zur Wahl eines andern
Energieträgers zu zwingen.
6. Schutzzonenreglement
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a) Rügen des Beschwerdeführers
Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, im Schutzzonenreglement seien sowieso
keine Grundwasserentnahmen vorgesehen, was bedeute, dass sie nicht zulässig
seien.
b) Haltung des WEA
Das WEA führte im angefochtenen Entscheid dazu aus, dass gemäss Abschnitt D des
Schutzzonenreglements Leitungen und Sickerschächte unter anderem für „Wasser aus
Wärmepumpen“ in den Grundwasserschutzzonen II und III erlaubt seien. Daraus folge,
dass auch Entnahmebrunnen zulässig seien, weil diese hinsichtlich des
Grundwasserschutzes weniger bedenklich seien als Sickerschächte.
c) Schlussfolgerung
Auch die Auslegung des Schutzzonenreglements durch das WEA ist nicht zu
beanstanden. Die BVE geht ebenfalls davon aus, dass die Erstellung eines
Entnahmebrunnens für eine Wärmepumpe in der Schutzzone III zulässig ist, wenn dort
sogar die für das Grundwasser kritischere Versickerung von Wasser aus
Wärmepumpen zugelassen ist. Im vorliegenden Fall soll im Gebiet der Schutzzone III
nur Wasser entnommen, aber kein Wasser versickert werden. Das abgekühlte Wasser
soll direkt in den Thunersee abgeleitet werden. Das Schutzzonenreglement steht der
Erteilung der Konzession nicht entgegen.
7. Kosten
Der Beschwerdeführer unterliegt mit seiner Beschwerde vollständig. Grundsätzlich
hätte er deshalb die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Gemeinden
können hingegen, auch wenn sie selbst Beschwerde führen, keine Verfahrenskosten
auferlegt werden, ausser sie wären in ihren Vermögensinteressen betroffen (Art. 108
und 2 VRPG). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Dem Beschwerdeführer können daher
keine Kosten auferlegt werden. Parteikosten sind keine zu sprechen, da der
Beschwerdegegner nicht anwaltlich vertreten war.
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