Decision ID: 0ba0cd6e-c2a1-4ac5-a66d-c1069827c21c
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) arbeitete seit 1. April 2015 in einem Pensum von
80 % als Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG (Arbeitsvertrag, IV-act. 9; Angaben
Arbeitgeberin vom 29. Juli 2015, IV-act. 15). Am 25. Juni 2015 wurde sie von Dr. med.
C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bei der Invalidenversicherung (IV)
zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Die Anmeldung zum Leistungsbezug wegen
seit langem bestehenden Depressionen und chronischen Schmerzen an Rücken,
Gelenken und Magen/Darm erfolgte am 14. Juli 2015 (IV-act. 4).
A.b. Am 29. Juli 2015 erlitt die Versicherte zufolge eines Autounfalls ein
Beschleunigungstrauma (QTF Grad 1), eine Thoraxkontusion rechts sowie ein
Zervikobrachial-Syndrom rechts, welche während einer bis zum 31. Juli 2015
dauernden Hospitalisation diagnostiziert wurden (IV-act. 18; Schadenmeldung UVG
vom 3. August 2015, Fremdakten, act. 2; Unfallschein UVG vom 3. August 2015,
Fremdakten, act. 17-2; Arztzeugnis UVG vom 24. August 2015, Fremdakten, act. 20-1;
Austrittsbericht Spital D._ vom 4. August 2015, Fremdakten, act. 14).
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A.c. In ihrer Stellungnahme vom 18. August 2015 hielt die RAD-Ärztin Dr. med. E._,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, fest, gemäss Angaben der Arbeitgeberin
habe die Versicherte zuhanden der Pensionskasse unterschrieben, voll arbeitsfähig zu
sein; auch sei der Arbeitgeberin keine gesundheitliche Einschränkung bekannt. Es liege
einzig eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit vom 29. Juli bis 16. August 2015 vor
(vgl. IV-act. 22; Arbeitgeberfragebogen vom 29. Juli 2015, IV-act. 15-3 f.). Daraufhin
wies die IV-Stelle Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder Rente mit Mitteilung
vom 19. August 2015 ab (IV-act. 25).
A.d. Dr. C._ hielt im Arztbericht vom 31. August 2015 fest, die Versicherte leide unter
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10:
F33.1) mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z73), sowie einer
unsicheren, abhängigen Persönlichkeitsakzentuierung. Diese führten zu schneller
Erschöpfung und Überforderung, Ermüdbarkeit, Unsicherheit, Konzentrationsstörung,
reduzierter Aufnahmefähigkeit, reduziertem Antrieb und Schmerzen. Es finde ca.
zweimal monatlich eine Gesprächstherapie statt. Aktuell sei die Versicherte seit 29. Juli
2015 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Möglich seien einfach strukturierte
Aufgaben ohne Verantwortung. Im geschütztem Rahmen sei die Arbeitsfähigkeit auf
60 % bis 80 % steigerbar (IV-act. 27).
A.e. Die Versicherte ersuchte die IV-Stelle am 3. September 2015 um Erlass einer
beschwerdefähigen Verfügung, da sich ihr Allgemeinzustand zwischenzeitlich
wesentlich verschlechtert habe und die Abklärungen unvollständig seien (IV-act. 28).
A.f. Dr. med. F._, Fachärztin für Gastroenterologie (Unterschrift unleserlich, aber
identisch mit IV-act. 73-2), hielt im Arztbericht vom 25. September 2015 fest, sie habe
die Versicherte vom 30. Juni 2012 bis 2. September 2015 wegen Übelkeit und
postprandialer Beschwerden behandelt. Es bestehe ein psychosomatischer Kontext.
Aufgrund der schulischen und beruflichen Anamnese habe sie den Verdacht auf bisher
nicht abgeklärte erhebliche intellektuelle Defizite (IV-act. 37). Die RAD-Ärztin Dr. E._
äusserte sich nach Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin Dr. C._
dahingehend, dass an der Stellungnahme vom 15. August 2015 nicht festgehalten
werden könne und keine Arbeitsfähigkeit und kein Eingliederungspotential vorhanden
sei (RAD-Stellungnahme vom 28. September 2015, IV-act. 40).
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A.g. Die IV-Stelle widerrief am 29. September 2015 die Mitteilung vom 19. August
2015, wies gleichentags das Gesuch um berufliche Massnahmen ab, da solche
aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit nicht möglich seien und stellte weitere
medizinische Abklärungen sowie eine separate Verfügung betreffend den Anspruch auf
Rentenleistungen in Aussicht (IV-act. 43 f.).
A.h. Anlässlich eines ambulanten Assessments im Auftrag des Unfallversicherers in der
Rehaklinik G._ am 12. Oktober 2015 zeigten sich bei der strukturierten Befragung
über den Umgang mit Schmerzen und Rehabilitationshindernisse mehrere Hinweise auf
eine Auffälligkeit im psychischen Bereich (Bericht vom 21. Oktober 2015, Fremdakten,
act. 50).
A.i. Im Verlauf einer stationären, integrierten psychosomatisch-sozialmedizinischen
Rehabilitationsbehandlung in der Klinik H._ vom 19. Oktober bis 28. November 2015
wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33. 1) bei multifaktorieller psychosozialer Belastung mit Entwicklung eines
Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z73.0), eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen
(ICD-10: Z73.1), ein Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), eine
chronische Lumboischialgie, ein chronisches Reizdarmsyndrom und intermittierende
Kopfschmerzen VAS (visuelle Analogskala zur Erfassung der subjektiven
Schmerzwahrnehmung) 7-10/10 VAS diagnostiziert bzw. erhoben. Gemäss
Austrittsbericht vom 8. Dezember 2015 gelang eine Stabilisierung der psychischen
Befindlichkeit (IV-act. 55). Eine testpsychologische Untersuchung vom 17. November
2015 ergab eine Schätzung des Intelligenzquotienten zwischen 54 und 61, womit eine
leichte Intelligenzminderung gemäss ICD-10 vorliege. Die Versicherte dürfte sowohl im
beruflichen wie im psychosozialen Kontext deutlich beeinträchtigt und auch bei wenig
komplexen Anforderungen rasch überfordert sein, was von ihr so berichtet werde. Die
Depressionstestung ergebe hohe Werte, was für eine schwere depressive Symptomatik
spreche. Aktuell zeige sich ein mittelschwer beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil.
In der Aufmerksamkeitsleistung, sowohl beim genauen Arbeiten wie auch in der
Geschwindigkeitsleistung, zeigten sich deutliche Schwierigkeiten (Bericht vom
25. November 2015, IV-act. 46).
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A.j. Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, hielt in seinem Bericht vom 8. Dezember
2015 fest, aufgrund des klinisch-neurologischen Untersuchungsbefundes habe er bei
der Versicherten keine Hinweise für eine radikuläre oder spinale neurologische
Ausfallssymptomatik und keine Paresen gefunden. Der Reflexstatus sei regelrecht. Die
angegebene diffuse Hypopathie im rechten ventro-lateralen Oberschenkel sei unklar
(IV-act. 114).
A.k. Dr. C._ diagnostizierte gemäss Arztbericht vom 19. Januar 2016 unter anderem
eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10: F33.1), eine abhängige
selbstunsichere Persönlichkeitsakzentuierung sowie eine leichte Intelligenzminderung
(ICD-10: F70), die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Trotz lang anhaltender
Behandlung mit medikamentöser Einstellung sei keine Stabilisierung möglich gewesen.
Vom 29. Juli 2015 bis 3. Januar 2016 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, vom
19. Januar bis 14. Februar 2016 von 50 %, diese Schätzung sei am oberen Limit.
Angepasst seien einfach strukturierte Tätigkeiten ohne Schicht- und Akkordarbeit (IV-
act. 47).
A.l. RAD-Ärztin Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in
einer Stellungnahme vom 19. Februar 2016 aus, da die Versicherte an der letzten,
keineswegs adaptierten Arbeitsstelle immerhin fünf Monate unkritisierte Leistung
erbracht habe, bevor sie dekompensiert sei, sei an einer adaptierten Arbeitsstelle das
Wiedererreichen der vorbestehenden Arbeitsfähigkeit von 80 % anzunehmen. Aktuell
betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %. Die Unterstützung in der Suche einer adaptierten
Tätigkeit sei angezeigt. Zu empfehlen seien eine körperlich adaptierte, leichte Arbeit mit
möglichst regelmässigen Arbeitszeiten und ohne häufige Schichtwechsel sowie ein
Arbeitsplatzcoaching zur Klärung und gegebenenfalls Bearbeitung der berichteten
häufigen Kränkungen am Arbeitsplatz (IV-act. 50).
A.m. Dr. C._ bestätigte am 10. März 2016 gegenüber der SUVA, es liege keine
100%ige Arbeitsfähigkeit vor (Fremdakten, act. 81) und am 26. Juli 2016 gegenüber
der IV-Stelle eine volle Arbeitsfähigkeit ab 1. April 2016 sowie eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit ab _ 2016 wegen der eingetretenen Schwangerschaft (IV-act. 63).
Die IV-Stelle wies in der Folge das Gesuch hinsichtlich beruflicher Massnahmen
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mangels Notwendigkeit ab (Mitteilung vom 26. Juli 2016, IV-act. 65). Am _ 2016
brachte die Versicherte ihren Sohn zur Welt (IV-act. 71).
A.n. Im Arztbericht vom 10. Januar 2017 führte Dr. C._ aus, die Versicherte sei bis
zum 4. Februar 2017 im Mutterschaftsurlaub. Die bisherige 80%ige Anstellung mit
Schicht- bzw. Akkordarbeit überfordere die Versicherte durch Wechsel und
Arbeitstempo. Inwieweit eine 50%ige Tätigkeit langfristig ausgeübt werden könnte, sei
derzeit fraglich (IV-act. 72-1 ff.).
A.o. Die RAD-Ärztin Dr. J._ hielt am 6. April 2017 weitere Abklärungen für angezeigt
(IV-act. 83). Im Abklärungsbericht Haushalt vom 17. Juli 2017 wurde festgehalten, nach
der Schutzfrist sei der Versicherten das Arbeitsverhältnis am 29. Juni 2017 auf Ende
August 2017 gekündigt worden. Nach ihren Angaben wäre sie ohne
Gesundheitsschaden trotz Kleinkind zu 100 % erwerbstätig. Um den vollen Lohn über
den bisherigen Arbeitgeber zu erhalten, habe sie Dr. C._ überredet, ihr ab 1. Juli
2017 eine volle Arbeitsfähigkeit zu attestieren (IV-act. 91). RAD-Ärztin Dr. J._ kam am
25. Januar 2018 zum Schluss, es sei eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen
(IV-act. 122).
A.p. Das Gutachten wurde am 15. August 2018 durch das Zentrum für Medizinische
Begutachtung (ZMB) Basel erstattet (Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin; Dr. med. L._, Facharzt für Orthopädie/Handchirurgie; Dr. med. M._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; Dipl. Psych. N._, Fachpsychologin
Neuropsychologie FSP/GNP; M.Sc. O._, Neuropsychologin; M.Sc. P._,
Neuropsychologin; Untersuchungen vom 29. und 31. Mai 2018; IV-act. 130). Die
Gutachter diagnostizierten als die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigend eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F32.0), eine leichte
Intelligenzminderung (ICD-10: F70) sowie eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0;
IV-act. 130-5 f.). Sie führten aus, die Versicherte überschätze aufgrund ihrer kognitiven
Situation die Bedeutung ihrer körperlicher Beschwerden deutlich und habe keine
wirksamen Strategien zu deren Bewältigung zur Verfügung. Die geklagten Symptome
und Funktionseinbussen seien jedoch in sich konsistent und plausibel. Auch die
Akteninformationen seien nachvollziehbar und deckten sich mit den gutachterlichen
eigenen Untersuchungen (IV-act. 130-7 f., 50). Der Intelligenzquotient der Versicherten
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liege in einem Konfidenzintervall von 62-70 (IV-act. 130-59). In einer einfach
strukturierten, intellektuell nicht anspruchsvollen Tätigkeit sei die Versicherte zu 50 %
arbeitsfähig (IV-act. 130-8).
A.q. Die RAD-Ärztin Dr. J._ veranlasste Rückfragen an die psychiatrische Gutachterin
(IV-act. 133 f.). Nach Eingang der Antworten vom 11. Dezember 2018 (IV-act. 136)
nahm sie am 18. Januar 2019 im Wesentlichen dahingehend Stellung, dass die
Gutachter Inkonsistenzen zwar aufgeführt, aber nicht berücksichtigt hätten. Insgesamt
sei die psychiatrisch-gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nachvollziehbar
und glaubhaft gemacht (IV-act. 138).
A.r. Die IV-Stelle liess die Versicherte danach durch med. pract. N._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Gutachten vom 15. Juli 2019, Unter
suchungen vom 16./17. April 2019, IV-act. 151). Diese diagnostizierte eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4),
umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (ICD-10: F81) im Sinne
einer „Lernbehinderung"; differenzialdiagnostisch: anamnestisch leichte
Intelligenzminderung (ICD-10: F70.0), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlichen
(vermeidenden) Anteilen (ICD-10: Z73.1) sowie eine hypochondrische Störung (ICD-10:
F45.2), differenzialdiagnostisch Verdacht auf undifferenzierte Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.1; IV-act. 151-40). Die Gutachterin hielt im Wesentlichen fest, insgesamt
erscheine anhand der Aktenlage (Bericht über die stationäre psychiatrische
Behandlung in der Klinik H._, Bericht über die neuropsychologische Diagnostik des
ZMB) und aufgrund der eigenen Untersuchungsergebnisse eine leichte
Intelligenzminderung gemäss der ICD-10 (IQ-Bereich von 50-69) eher nicht vorzuliegen
(IV-act. 151-41). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wie von Dr. C._ postuliert
und von der Versicherten subjektiv empfunden sei nicht konsistent nachgewiesen bzw.
mit ihrer Erwerbsbiographie, den berichteten Befunden, der problemlos möglichen
Betreuung ihres Kleinkindes, dem Bestehen der Autofahrprüfung und der raffinierten
Vorgehensweise, um vom bisherigen Arbeitgeber eine volle Entschädigung zu erhalten,
nicht vereinbar. Es bestünden ein sekundärer Krankheitsgewinn und psychosoziale
Belastungsfaktoren (IV-act. 151-50 ff.). Bei der aktuellen Untersuchung hätten keine
psychischen Symptome von Krankheitswert festgestellt werden können (IV-
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act. 151-51). In einer angepassten angelernten Tätigkeit sei bei der Versicherten keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen und zu erwarten (IV-act. 151-55 f.).
A.s. Die RAD-Ärztin Dr. J._ befand am 9. August 2019, das Gutachten erfülle die
Qualitätsanforderungen (IV-act. 153). Mit Vorbescheid vom 12. August 2019 gewährte
die IV-Stelle der Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des
Leistungsanspruchs (IV-act. 156). Mit Eingabe vom 14. August 2019 liess sich Dr. C._
vernehmen, die Versicherte sei aufgrund ihres Krankheitsverlaufs nicht imstande,
kontinuierlich einer Tätigkeit von mehr als 50% nachzugehen (IV-act. 157).
A.t. Mit Einwand vom 29. August 2019 machte die Versicherte geltend, beim Gutachten
von Dr. N._ handle es sich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen
gleichen Sachverhaltes, es hätte nicht eingeholt werden dürfen. Es sei daher weiterhin
auf das beweistaugliche und inhaltlich überzeugende ZMB-Gutachten vom 15. August
2018 abzustellen, womit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei (IV-act. 159).
A.u. Die IV-Stelle wies mit Verfügung vom 3. Oktober 2019 das Leistungsbegehren ab.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, auch nach den Rückfragen an die
Gutachterstelle habe der regionalärztliche Dienst die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
des psychiatrischen Gutachtens insgesamt als nicht nachvollziehbar befunden. Folglich
sei ein Obergutachten unabdingbar gewesen. Dieses entspreche formal und inhaltlich
den Konventionen. Widersprüche oder Unklarheiten hätten nicht festgestellt werden
können, weshalb ihm voller Beweiswert zukomme. Ein Rentenanspruch entfalle infolge
fehlender Invalidität. Mit dem Einwand seien keine neuen Tatsachen oder Unterlagen
vorgebracht worden, welche zu einem anderen Ergebnis führen würden (IV-act. 160).
B.
B.a. Gegen die Verfügung vom 3. Oktober 2019 lässt A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt MLaw M. Walder, am 4. November
2019 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es seien ihr die ihr zustehenden
Leistungen aus IVG zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subeventualiter sei ein
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Gerichtsgutachten einzuholen. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die
unentgeltliche Prozessverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung lässt sie
vorbringen, entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin erfülle das interdisziplinäre
ZMB-Gutachten vom 15. August 2018 die rechtsprechungsgemäss erforderlichen
Kriterien für eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Einholung
eines Zweitgutachtens durch die Beschwerdegegnerin sei folglich nicht rechtens
gewesen (unzulässige "second opinion"). Selbst med. pract. N._ gehe von der
Schlüssigkeit des neuropsychologischen Teilgutachtens des ZMB aus, weshalb alleine
aus neuropsychologischer Sicht ein relevanter Invaliditätsgrad gegeben sei. Das
psychiatrische Gutachten von med. pract. N._ erfüllte die Anforderungen an eine
beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage nicht. Gemäss der
einschlägigen Leitlinien sei zur Diagnose einer Intelligenzminderung der klinische
Eindruck nicht ausreichend, weshalb zwingend aktuelle testpsychologische
Untersuchungen hätten vorgenommen werden müssen. Die Beurteilung bleibe sehr
vage und widerspreche derjenigen der behandelnden Ärztinnen. Die Auswirkungen der
rezidivierenden depressiven Störung würden nicht ausreichend berücksichtigt. Diese
dürfe nicht bereits deshalb als invaliditätsfremd bezeichnet werden, weil sie auf
psychosoziale Faktoren zurückgeführt werden könne. Es sei klar ein verselbständigter
Gesundheitsschaden gegeben. Die Intelligenzminderung sei schon lange Zeit
bestehend, unabhängig von psychosozialen Faktoren. Bei der Rentenbemessung sei
zu berücksichtigen, dass es sich vorliegend um einen Fall von Frühinvalidität handle
(act. G 1). Mit der Beschwerde wird ein Bericht von Dr. C._ vom 3. November 2019
eingereicht, in welchem diese darlegt, dass und weshalb die Beschwerdeführerin nach
wie vor zu lediglich 50 % arbeitsfähig sei und berufliche Massnahmen wünschenswert
wären (act. G 1.3; act. G 2).
B.b. Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird auf die Stellungnahmen der
RAD-Ärztin Dr. J._ verwiesen. Das ZMB-Gutachten enthalte viele Unstimmigkeiten,
weshalb zu Recht ein separates monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten bei
med. pract. N._ angeordnet worden sei. Diese habe das Vorliegen einer
Intelligenzminderung nach dreistündiger Untersuchung, bei der keine Einschränkungen
der Aufmerksamkeit aufgefallen seien, verneint. Aufgrund des Verhandlungsgeschicks,
der absolvierten Fahrprüfung, des raffinierten Vorgehens zum Erhalt eines
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Lohnersatzes, der Übernahme von Behördengängen für ihren Ehemann und der
Versorgung ihres Sohnes sei die im ZMB-Gutachten attestierte Intelligenzminderung
nicht nachvollziehbar (act. G 6).
B.c. Die vorsitzende Richterin bewilligt am 10. Januar 2020 die unentgeltliche
Rechtspflege unter Anrechnung des von der Beschwerdeführerin geleisteten
Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- (Befreiung von den Gerichtskosten und
unentgeltliche Rechtsverbeiständung; act. G 7).
B.d. Mit Replik vom 10. Februar 2020 lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, die
Therapie der Depression habe verringert werden können, nachdem letztere bereits im
Zeitpunkt des ZMB-Gutachtens vom 15. August 2018 nicht mehr im Vordergrund
gestanden habe. Med. pract. N._ habe das Vorliegen einer Intelligenzminderung nicht
klar verneint und die neuropsychologische Begutachtung des ZMB als nachvollziehbar
erachtet. Aufgrund der Ausführungen von Dr. C._ sei die Diagnose einer
Intelligenzminderung klar nachvollziehbar. Das angeführte "raffinierte" Erhältlichmachen
des Lohnersatzes sei nicht von ihr selbst geplant worden. Die der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ZMB zugrundeliegenden Einschränkungen seien
entgegen der Beschwerdegegnerin nicht leichtgradig, die neuropsychologische
Einschätzung entspreche den Leitlinien. Die rechtsprechungsmässigen
Voraussetzungen einer Aggravation seien nicht gegeben; allfällige
Verdeutlichungstendenzen seien im Licht der Diagnose zu betrachten (act. G 9).
B.e. Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 11).
C.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
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Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere Eingliederungsmassnahmen bilden
nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 3. Oktober 2019. Darin wurde
einzig über das Rentengesuch abschlägig entschieden (IV-act. 160). Mangels
Zusprache einer Rente bildete die Frage betreffend berufliche Massnahmen oder
andere Eingliederungsmassnahmen auch nicht im Rahmen des Grundsatzes
"Eingliederung vor Rente" (Art. 28 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) notwendigerweise Gegenstand der
Rentenverfügung.
2.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2).
Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden
können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427
E. 6). Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und
gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen
und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren
mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 E. 7.2;
BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Der Beweis für eine lang andauernde
und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen
einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427, E. 6 a. E.).
2.2.
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Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen
haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
2.4.
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
2.5.
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3.
Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).
Der Versicherungsträger hat nach den allgemeinen Regeln des
Sozialversicherungsrechts den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist laut
dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen
Auskünfte einzuholen. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes
wegen durchzuführenden notwendigen Abklärungen beinhalten nicht das Recht des
Versicherungsträgers, eine "second opinion" zum bereits in einem Gutachten
festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn dieser nicht seinen Vorstellungen
entspricht. Die Notwendigkeit der Anordnung eines weiteren Gutachtens ergibt sich
aus der Beantwortung der Frage, ob bereits bei den Akten liegende Gutachten die
praxisgemässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine zu
erstattende ärztliche Expertise erfüllen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019,
9C_57/2019, E. 3.2, mit weiteren Verweisen).
2.6.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hin
weisen).
2.7.
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in Bezug auf das Gutachten der ZMB vom
15. August 2018 dem psychiatrischen Teilgutachten den Beweiswert abgesprochen,
bei med. pract. N._ ein neues psychiatrisches Gutachten vom 15. Juli 2019 eingeholt
und gestützt auf dieses mit angefochtener Verfügung vom 3. Oktober 2019 das
Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen (IV-act. 160). Die
Beschwerdeführerin lässt vorbringen, das Gutachten der ZMB sei beweistauglich. Die
Expertise von med. pract. N._ stelle eine unzulässige "second opinion" dar und sei
überdies nicht beweiskräftig. Als erstes ist zu prüfen, ob das ZMB-Gutachten,
insbesondere das psychiatrische Teilgutachten, beweiskräftig ist.
3.1.
Unbestritten und nachvollziehbar erscheint, dass für die von der
Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen kein somatisch-organisches Korrelat
gefunden und aus internistischer sowie orthopädischer Sicht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit attestiert werden konnte. So hielt der orthopädische Gutachter
3.2.
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insbesondere fest, die als seit dem 1_. Altersjahr bestehend geschilderten
cervikothoracalen Rückenbeschwerden seien bildgebend nicht erklärbar. Die nach dem
Unfall im Juli 2015 aufgetretenen Beschwerden seien abgeklungen und der Unfall habe
nicht zu einer Verschlimmerung der vorbestehenden Rückenbeschwerden geführt (IV-
act. 130-29; IV-act. 130-35 ff.).
3.3.
Die psychiatrische Gutachterin der ZMB diagnostizierte eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F32.0), eine leichte
Intelligenzminderung (ICD-10: F70) sowie eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0;
IV-act. 130-5 f.). Die neuropsychologischen Gutachterinnen untersuchten die
Beschwerdeführerin zweimal und stellten dabei eine Verbesserung der Stimmung und,
damit einhergehend, der Konzentration fest. Eine Konzentrationsabnahme sei nach
etwa einer Stunde sichtbar geworden. Aufgefallen seien weiter ein eher langsames
Arbeitstempo, eine erhöhte Ermüdbarkeit und deutliche Schwierigkeiten beim
strategischen Planen einer Aufgabe (IV-act. 130-57). Sie stellten eine leichte bis
mittelgradige neuropsychologische Störung mit deutlichen Beeinträchtigungen der
Verarbeitungsgeschwindigkeit, der Aufmerksamkeit (Daueraufmerksamkeit,
Impulskontrolle, geteilte Aufmerksamkeit) und der Exekutivfunktionen fest. Bei
Aufgaben mit erhöhten kognitiven Anforderungen und erforderlichen adäquaten
Handlungsstrategien habe die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten. Beeinträchtigt
seien sodann die Merkfähigkeit, das Kurz- und das Arbeitsgedächtnis. Die
rezidivierende depressive Symptomatik (gegenwärtig leichte depressive Episode)
bewirke eine sekundäre Verstärkung der beschriebenen kognitiven Einschränkungen
(IV-act. 130-64). Weder testpsychologisch noch in der klinischen
Verhaltensbeobachtung hätten sich Hinweise auf eine mangelhafte
Leistungsbereitschaft, Selbstimitierung, Symptomverdeutlichung oder Aggravation
gezeigt (IV-act. 130-63). Weiter resultierte ein Intelligenzquotient im Konfidenzintervall
von 62-70, entsprechend einer leichten Intelligenzminderung nach ICD-10 (IV-
act. 130-59). Auch hier beschrieben die Gutachterinnen einen Einfluss der sekundären
Verstärkung: Die Testung vom 17. November 2015 habe noch einen
Intelligenzquotienten von 54 bis 61 ergeben (vgl. IV-act. 55). Die damals teilweise
deutlich ausgeprägten Defizite seien insgesamt durch die damals vorliegende schwere
depressive Episode erklärbar. Es sei davon auszugehen, dass ohne sekundäre
Verstärkung der Intelligenzquotient zwischen 70 und 84 (Bereich einer
Lernbehinderung) liegen würde (IV-act. 130-65). Die psychiatrische Gutachterin
übernahm die neuropsychologische Beurteilung (IV-act. 130-49), führte jedoch die
3.3.1.
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neuropsychologische Störung nicht unter den psychiatrischen Diagnosen auf (IV-
act. 130-47). Im von ihr erhobenen Befund führte die psychiatrische Gutachterin aus,
der Antrieb der Beschwerdeführerin sei objektiv vermindert, sie wirke
entschlussunfähig, gehemmt und emotional verarmt, ausdrucksarm, mimisch wenig
mitschwingend. Sie spreche sehr leise, der Wortschatz sei eher klein. Der Wille sei
beeinträchtigt, die Beschwerdeführerin wirke unentschlossen und willensschwach. Das
Denken sei formal zwar einfach strukturiert, jedoch nicht beeinträchtigt. lnhaltliche
Denkstörungen im engeren Sinn fänden sich keine, jedoch falsche Zuschreibungen
ihrer psychischen und körperlichen Symptomatik. ln Stimmung und Affekt sei die
Beschwerdeführerin depressiv verstimmt, affektarm, gedrückt wirkend. Die
mnestischen Funktionen seien im Gespräch nicht grob beeinträchtigt. Psychische
Werkzeugstörungen bestünden keine, jedoch sei der schriftliche Ausdruck der
Versicherten sicherlich nur grenzwertig als dem Durchschnitt entsprechend zu werten.
Das Ergebnis des Hamilton-Depressionstests entspreche einer leichten depressiven
Episode (IV-act. 130-45 f.). Diese Diagnose - und mit ihr auch ihre von den
neuropsychologischen Gutachterinnen postulierte Auswirkung auf die
Intelligenztestung - erscheint in Anbetracht der Befunde nachvollziehbar.
Zu den Auswirkungen der Intelligenzminderung legte die psychiatrische
Gutachterin dar, diese führe dazu, dass die Beschwerdeführerin auftretende
körperliche Symptome ängstlich besetze und nicht einordnen könne. Dies führe zu
einer Schonhaltung und zur unbewussten Entwicklung weiterer psychosomatischer
Symptome und zu einer deutlich schnelleren Überforderung als bei einer
durchschnittlich intelligenten Person (IV-act. 130-49). Die Beschwerdeführerin sei in
ihrer Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen mittelgradig beeinträchtigt. Dies
vor allem aufgrund ihrer Intelligenzminderung. Komplexe Zusammenhänge vermöge sie
nicht zu erfassen. Auch in der Planung und Strukturierung von Aufgaben sei sie
aufgrund der fehlenden Abstraktionsfähigkeit mittelgradig beeinträchtigt. Die Flexibilität
und Umstellungsfähigkeit sei aufgrund der Erschöpfbarkeit leicht beeinträchtigt. Die
Anwendung fachlicher Kompetenzen, die bereits vor der Erkrankung vorhanden
gewesen seien, sei nicht beeinträchtigt, jedoch sei sie nicht in der Lage, ihrem Alter
und ihrer Erfahrung entsprechende fachliche Anforderungen zu erfüllen. Die
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sei aufgrund des sehr schwachen Selbstvertrauens
leicht- bis mittelgradig beeinträchtigt. Die Durchhaltefähigkeit sei subjektiv schwer
beeinträchtigt, was dadurch relativiert werde, dass sie in der Lage sei, ihren kleinen
Sohn eigenhändig zu betreuen (IV-act. 130-50 f.). An ihren Arbeitsstellen sei die
Beschwerdeführerin vermutlich jeweils intellektuell schnell überfordert gewesen. Neue
3.3.2.
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Zusammenhänge hätten ihr nur schwer vermittelt werden können. Auf Überforderung
habe sie teils mit psychosomatischen Beschwerden, meistens in Form von
Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen oder einem Druck auf der Brust, zusätzlich
auch mit Erschöpfbarkeit und Ermüdbarkeit reagiert und sei der Arbeit ferngeblieben.
Aufgrund ihrer häufigen Krankheitsabwesenheiten habe sie diverse Arbeitsstellen
bereits nach kurzer Zeit verloren (IV-act. 130-48). Die Einschränkungen der
Beschwerdeführerin beträfen die Berufstätigkeit mehr als die Arbeit bei der Betreuung
ihres Kindes und im Haushalt. Die Beschwerdeführerin überschätze aufgrund ihrer
kognitiven Situation die Bedeutung ihrer körperlichen Beschwerden deutlich und habe
keine wirksamen Strategien zu deren Bewältigung zur Verfügung. Es sei gut vorstellbar,
dass diese in ihr immer wieder Ängste auslösten. Die geklagten Symptome und
Funktionseinbussen seien jedoch in sich konsistent und plausibel. Auch die
Akteninformationen seien nachvollziehbar und deckten sich mit den gutachterlichen
Befunden (IV-act. 130-50). In der bisherigen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin sei
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht aufgrund vermehrter
Erschöpfbarkeit, der Antriebsstörung sowie der Somatisierungsneigung mit
psychosomatischer Symptommanifestation bei Belastung in ihrem Rendement -
bezogen auf ein Pensum von 100 % - zu 50 % eingeschränkt. Dies sei namentlich
durch die eingeschränkte Intelligenz bedingt und begründe sich mit einem langsameren
Arbeitstempo, einer langsameren Auffassungsgabe sowie einer (stark) eingeschränkten
Fähigkeit zur Planung und Strukturierung ihres Lebens sowie der Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit bei neuen Aufgaben (IV-act. 130-51; IV-act. 136).
Den Akten ist unter anderem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin
attestiert wurde, sie sei eine fleissige Mitarbeiterin, die sauber arbeite und die strengen
Hygienerichtlinien genau einhalte (IV-act. 7-4, Arbeitszeugnis Q._ AG vom 31. August
2013), sowie dass an ihrer letzten Arbeitsstelle bei der B._ AG nichts von einem
gesundheitlichen Problem bekannt war und sie dort zudem im Schichtbetrieb
gearbeitet hat, ohne dass es zu Absenzen gekommen wäre (RAD-Stellungnahme vom
18. August 2015, IV-act. 22). An einem durch die SUVA veranlassten ambulanten
Assessment in der Rehaklinik G._ gab die Beschwerdeführerin auf direkte Anfrage
hin an, sie sei unzufrieden und unterfordert am Arbeitsplatz. Sie habe Angst vor einer
Kündigung, falls ihre Arbeitsunfähigkeit länger fortbestehe. Eine Arbeitslosigkeit würde
die junge Familie auch in eine schwierige finanzielle Situation bringen und dadurch
würde sehr wahrscheinlich eine intrafamiliäre Konfliktsituation entstehen (Bericht
Ambulantes Assessment Rehaklinik G._ vom 21. Oktober 2015, Fremdakten, act.
50-3). Zudem erhielt sie gemäss Austrittsbericht der Klinik H._ vom 8. Dezember
3.3.3.
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2015 in der Firma B._ offenbar Unterstützung durch einen Vorgesetzten. Ihr wurden
die Umsetzung innerhalb des Betriebes zugesagt und die Ausbildungsmöglichkeiten im
Unternehmen dargestellt, was zu einer psychophysischen Entlastung der
Beschwerdeführerin geführt habe. Auch habe sie offenbar ihrem Ehemann vermitteln
können, dass es sie belaste, dass sie aufgrund seiner unzureichenden
Sprachkenntnisse sehr viel für ihn oder mit ihm gemeinsam erledigen müsse (IV-act.
55-5). Weiter fällt auf, dass sie die Sekundarschule im 200_, zwar in einer Kleinklasse,
abschliessen konnte (IV-act. 72), gemäss ihren eigenen Angaben auch mit guten Noten
(IV-act. 130-40). Schliesslich gab die Beschwerdeführerin anlässlich der
Haushaltabklärung an, dass für sie mit einem Kind nur noch eine geregelte Tagesarbeit
in Frage komme, sie alles daran gesetzt habe, die Autoprüfung zu bestehen, was sie
am 15. Juni 2017 geschafft habe, und sie nun die für eine Erwerbstätigkeit nötige
Mobilität habe (IV-act. 91-4). Insgesamt lässt dies einerseits Zweifel an einer
massgeblichen, die Arbeits- sowie Ausbildungsfähigkeit einschränkenden
Intelligenzminderung sowie auch am grundsätzlichen Vorliegen einer höheren
Arbeitsunfähigkeit aufkommen.
3.4.
Zu Recht kritisierte die RAD-Ärztin Dr. J._ in ihrer Stellungnahme vom
4. September 2018 unter anderem, die psychologische Testung habe lediglich leichte
Einschränkungen bei einfachen Anforderungen und mittelgradige Einschränkungen bei
hohen Anforderungen erheben können. Die Einschätzung, wonach die
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Intelligenzdefizits nicht in der Lage sei, das Konzept
einer somatoformen Schmerzstörung zu verstehen und aktive Bewältigungsstrategien
zu erwerben, lasse sich in der Gesamtsicht ihrer Angaben und der erhobenen Befunde
nicht verifizieren. Ein deutlicher sekundärer Krankheitsgewinn, psychosoziale Faktoren
und festgestellte Inkonsistenzen seien nicht diskutiert bzw. berücksichtigt worden. Als
Fazit sei die Argumentationskette der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung,
wonach Somatisierungssymptome rasch bei jeder Überforderung aufträten und diese
Beschwerden wegen des IQ-Defizits nicht überwindbar seien, nicht haltbar (IV-
act. 133).
3.4.1.
Die RAD-Ärztin veranlasste Nachfragen zu den angegebenen
Behandlungsoptionen, der Berücksichtigung IV-fremder Gründe, der Diskussion von
Widersprüchlichkeiten sowie zur Begründung der fehlenden Mentalisierungsfähigkeit
(IV-act. 133-3). Zu den Auswirkungen von Konditionstraining und einer
neuropsychologischen Therapie führten die Gutachter aus, diese könnten einer
3.4.2.
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Progredienz Einhalt gebieten, die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht erhöhen. Die
psychosozialen Gründe seien bei der Beurteilung ausgeklammert worden. Die
Reduktion der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus den verminderten kognitiven
Fähigkeiten, die im neuropsychologischen Status deutlich objektiviert worden seien.
Die neuropsychologischen Defizite resultierten aus der Kombination und einer
ungünstigen Konstellation von Restbefunden der depressiven Störung und vor allem
der Intelligenzminderung. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund der geringen kognitiven Leistungsfähigkeit immer wieder schnell an ihre
Grenzen gekommen und deshalb oft krankgeschrieben worden sei. Die
Beschwerdeführerin habe bezüglich der Einnahme der Antidepressiva Angaben
gemacht, die durch die Laboruntersuchung nicht gestützt werden könnten. Die
Malcompliance habe jedoch keinen Einfluss auf die attestierte Arbeitsunfähigkeit. Ob
die Beschwerdeführerin zuhause Deutsch oder R._-isch spreche, spiele für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit keine Rolle. Zum im Gutachten erwähnten Einfluss der
fehlenden Mentalisierungsfähigkeit führten sie aus, die Einschränkungen in den
kognitiven Fähigkeiten der Beschwerdeführerin seien in der neuropsychologischen
Untersuchung objektiviert. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit liege in einem
homogenen Leistungsprofil insgesamt im sehr deutlich unterdurchschnittlichen Bereich
ihrer Altersgruppe. Die Beschwerdeführerin zeige eine Tendenz zur Überschätzung
ihrer Fähigkeiten, wodurch sie eine Aufgabe teilweise unstrukturiert und ohne
sorgfältige Planung beginne. Zu von der RAD-Ärztin aufgezeigten Hinweisen für eine
Fähigkeit der Beschwerdeführerin zu einer differenzierten Selbstwahrnehmung führten
die Gutachter aus, die neuropsychologische Untersuchung zeige zwar eine
"intraindividuelle Stärke" bei der "kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit" sowie bei
"sprachgebundenen Aufgaben, welche Sach- und Faktenwissen sowie das Verständnis
sozialer Regeln und Normen überprüfen", hierbei handle es sich jedoch um eine
Teilleistungsstärke, von der nicht auf sämtliche Mentalisierungsfunktionen geschlossen
werden könne. Zur Diskrepanz zwischen gezeigten Emotionen und dem Vorliegen einer
somatoformen Schmerzstörung an Stelle einer adäquaten emotionalen Reaktion
erklärten die Gutachter, dieses Konzept treffe bei der Beschwerdeführerin gerade nicht
zu. Sie sei eindeutig in der Lage, ihren Emotionen Ausdruck zu geben, leide aber
trotzdem an einer somatoformen Störung. Zum Hinweis der RAD-Ärztin, dass sich die
Beschwerdeführerin über körperliche Makel beklage, was auf eine adäquate
emotionale Selbstwahrnehmung hindeute, nahm die Gutachterin Stellung, die
Bedeutung dieser Frage sei ihr nicht klar. Insgesamt verfüge die Beschwerdeführerin
über praktisch keine Ressourcen, um auf belastende Ereignisse adäquat zu reagieren.
Ihre Fähigkeiten zu Planung und Strukturierung ihres Lebens sowie die Flexibilität und
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Umstellungsfähigkeit seien stark beeinträchtigt. Durch die eingeschränkte Intelligenz
sei das Rendement auf die Hälfte reduziert. Dies begründe sich mit einem langsameren
Arbeitstempo, einer langsameren Auffassungsgabe sowie einer eingeschränkten
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit bei neuen Aufgaben. An der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit werde festgehalten (IV-act. 136).
Am 18. Januar 2019 nahm die RAD-Ärztin Dr. J._ Stellung, die Ausführungen
der Gutachter vermöchten die Fragen nicht zu klären. Insbesondere aus
neuropsychologisch-gutachterlicher Sicht seien die Defizite bei gegebener Motivation
therapierbar. Die psychosozialen Belastungsfaktoren würden lediglich angeführt, aber
nicht diskutiert. Die im 18. Lebensjahr geschlossene arrangierte (diesen Umstand
verneinte die Beschwerdeführerin in der späteren Begutachtung durch med.
pract. N._, vgl. IV-act. 151-32) Ehe mit einem (später) straffällig gewordenen
Ehemann, der nicht Deutsch spreche, so dass die Beschwerdeführerin die
Kommunikation mit den Behörden übernommen habe, ausserdem schwere
partnerschaftliche Probleme, Betreibungen und fehlende Ausbildung seien so
bedeutsam, dass allein deswegen ab dem 18. Lebensjahr keine berufliche Karriere
mehr zu erwarten (gewesen) sei. Entsprechend liege ein Arbeitszeugnis vor, welches
der Beschwerdeführerin bis zum 17 7/12 Lebensjahr eine einjährige gute
Arbeitsfähigkeit bestätige. Die Gutachter diskutierten nicht, was Falschaussagen eines
Begutachteten bedeuteten. Die Aussage der Beschwerdeführerin, die deutsche
Sprache besser zu beherrschen als ihre Mutter- und Umgangssprache, sei nicht
glaubwürdig. Sie sei auch wesentlich, da sprachliche Defizite eine psychologische
Testung in deutscher Sprache negativ verzerrten. Andererseits sei bei objektivierbaren
Falschaussagen die Glaubwürdigkeit generell - auch bzgl. Anstrengungsbereitschaft -
und prinzipiell fraglich. So habe die Beschwerdeführerin auch falsche Angaben zur
Medikamenteneinnahme gemacht. Der Widerspruch zwischen den Hinweisen auf eine
korrekte Selbstwahrnehmung und der von den Gutachtern angenommenen fehlenden
Mentalisierungsfähigkeit werde nicht bemerkt. Insgesamt sei die Einschätzung
Arbeitsfähigkeit der psychiatrischen Gutachterin nicht nachvollziehbar und glaubhaft
gemacht (IV-act. 138).
3.4.3.
3.5.
Zwar handelt es sich bei der ZMB AG um eine MEDAS, von der als solche
grundsätzlich erwartet werden kann, dass sie vorhandene psychosoziale und
soziokulturelle Belastungsfaktoren sowie Diskrepanzen und Inkonsistenzen
versicherungsmedizinisch zu würdigen und einzuordnen weiss. Dies verneinen der RAD
3.5.1.
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und die Beschwerdegegnerin jedoch vorliegend, wie im Folgenden aufzuzeigen sein