Decision ID: 0139cc64-6d93-5b86-ba4f-f7f873de9cc7
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106, Postfach
101, 9445 Rebstein,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15./21. Oktober 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er sei 1988 in die Schweiz gekommen und zuletzt von 2001
bis August 2009 als Anlageführer mit einem Einkommen von Fr. 4'380.-- pro Monat
angestellt gewesen. Seit Februar 2009 leide er an Rückenbeschwerden. Seit dem
6. Februar 2009 sei er voll arbeitsunfähig.
A.b Gemäss einem Gesprächsprotokoll vom 29. Oktober 2009 (act. 7; vgl. act. 16)
gab Dr. med. B._, FMH Innere Medizin, spez. Rheumatologie, dem Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung an, es bestünden (erstens) ein
Panvertebralsyndrom bei Flachrücken mit leichter s-förmiger Skoliose,
Teillumbalisation von S1, subligamentärer Diskushernie Th12/L1 und muskulärer
Dysbalance und (zweitens) ein Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung.
Leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten mit Wechselbelastung seien ihm
vollschichtig zumutbar. Die Prognose werde durch die Schmerzverarbeitungsstörung
beeinflusst. - In der Folge gingen diverse Arztberichte ein (act. 12). Dr. B._ hatte am
18. November 2008 berichtet, die Arbeit als Maschinenführer sei eigentlich adäquat,
doch der Versicherte betone, er könne nicht alle Arbeiten machen. Ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis habe er ihm bis anhin nicht ausgestellt. Die Klinik Valens
hatte am 25. März 2009 (Bericht in den Akten unvollständig) nach einem stationären
Aufenthalt des Versicherten vom 17. Februar 2009 bis 6. März 2009 bekannt gegeben,
es lägen ein Panvertebralsyndrom (mit Flachrücken mit leichter s-förmiger Skoliose,
subligamentärer Diskushernie Th12/L1, muskulärer Dysbalance und aktuell unklaren
thorakalen, neurogen anmutenden Beschwerden) und eine Anpassungsstörung
(phänomenologisch leichtgradiges ängstlich-depressives Syndrom) vor. Es sei (im
Zusammenhang mit den neurogen anmutenden Beschwerden) ein MRI der BWS
vorgesehen. Das MRI vom 11. März 2009 habe dasselbe dokumentiert wie jenes vom
12. Januar 2008. Der Versicherte fühle sich durch die Schmerzen schon bei den
kleinsten Alltagsaktivitäten stark eingeschränkt. Prof. Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Neurologie, hatte am 8. April 2009 als Diagnosen ein chronisches vertebrogenes
Schmerzsyndrom (aktuell ohne Hinweise auf neurologische Erkrankung) und eine
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subligamentäre postero-mediale Diskushernie BWK12/L1 angegeben. Hinweise auf
eine Myelopathie durch die Diskushernie seien nicht zu finden. Möglicherweise liege
eine Symptomausweitung im Rahmen einer sich entwickelnden somatoformen
Schmerzstörung vor. Streng genommen bestehe unter dem Aspekt des neurologischen
Fachgebiets keine Minderung der Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte sei allerdings
stufenweise wieder einzugliedern, da sonst eine Chronifizierung drohe.
A.c Die Arbeitgeberin bescheinigte am 28. Oktober 2009 (act. 13), dass der
Versicherte vom 17. September 2001 bis 12. August 2009 als Produktionsmitarbeiter
angestellt gewesen sei. Sein letzter effektiver Arbeitstag sei der 15. Juni 2009 (ein
Arbeitsversuch) gewesen.
A.d Am 3. November 2009 (act. 15) reichte die VVG-Taggeldversicherung des
Versicherten die Akten ein. Darunter befand sich ein Bericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 4. August 2009, wonach ein
panvertebrales Schmerzsyndrom bei rechtsbetonter subligamentärer postero-medialer
Diskushernie Th12/L1 vorliege. Der Versicherte habe permanent, selbst bei geringster
Berührung, Schmerzen angegeben. Die Aussagekraft der Tests sei fraglich. Es lägen
diffuse Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule ohne eindeutige radikuläre
Klinik oder neurologische Ausfälle vor. Zur Differenzierung der
Beschwerdesymptomatik werde eine diagnostische Infiltration der Facettengelenke
Th12/L1 beidseits empfohlen. Danach seien das Ergebnis und das weitere Prozedere
zu besprechen. Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, Arzt der Taggeldversicherung, hatte am
9. Oktober 2009 als Diagnose ein diffuses panvertebrales Schmerzsyndrom bei MRI-
Nachweis einer Diskushernie Th12/L1 ohne Hinweise auf eine Myelopathie und ohne
neurologische Ausfallsymptomatik bezeichnet (act. G 3.2, unnummerierte Fremdakten).
Die bisherige, als leidensadaptiert zu verstehende Tätigkeit als Maschinenführer
(überwiegend im Stehen, gelegentlich im Gehen auszuüben, mit Gewichtsbelastungen
bis durchschnittlich 5 kg und einmal pro Schicht 25 kg) sei voll zumutbar.
Entsprechend den dokumentierten Befundinkonsistenzen seien nichtmedizinische
Probleme zu vermuten.
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A.e In einem Frühinterventions-Assessmentprotokoll vom 29. Dezember 2009 (act. 22)
wurde festgehalten, der Versicherte sei gemäss dem Gespräch vom 10. Dezember
2009, das gemeinsam mit dem RAD-Arzt geführt worden sei, überzeugt, für keine
berufliche Tätigkeit arbeitsfähig zu sein. Über die gesundheitliche Situation hat der
RAD-Arzt (Facharzt für Rheumatologie) am 11. Dezember 2009 (act. 21) einen Bericht
erstellt. Danach gingen aus den vorhandenen Berichten keine objektivierbaren Befunde
hervor, welche die ausgeprägte Schmerzsymptomatik des Versicherten erklären
würden. Die Untersuchung weise auf eine Selbstlimitierung hin und es gebe deutliche
Hinweise für eine Schmerzverarbeitungsstörung. Der Versicherte sei in der
angestammten und einer rückenadaptierten Tätigkeit mit Wechselbelastung voll
arbeitsfähig.
A.f Am 19. Januar 2010 schloss die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen die Arbeitsvermittlung ab (act. 27) und stellte dem Versicherten mit
Vorbescheid eine Abweisung seines Anspruchs auf Leistungen der
Invalidenversicherung in Aussicht (act. 28 f.). Es sei ihm auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
A.g Der Versicherte liess am 19. Februar 2010 (act. 32) einwenden, eine
Verschlechterung seines Gesundheitszustands habe eine umfassende medizinische
Abklärung notwendig gemacht. Er werde deshalb die interdiziplinäre
Schmerzsprechstunde an der Rehaklinik E._ besuchen. Der entsprechende Bericht
sei abzuwarten. Es sei ihm ab Februar 2010 mindestens eine halbe Rente auszurichten,
eventualiter sei ein rheumatologisches und psychiatrisches Gutachten einzuholen. - Am
20. April 2010 (act. 39) liess der Versicherte ergänzen, sein Gesundheitszustand habe
sich in den letzten Monaten wesentlich verschlechtert. Zur Arbeitsfähigkeit sei
mindestens für die Zeit ab 31. Dezember 2009 ein medizinisches Gutachten
einzuholen. In dem beigelegten Bericht vom 7. April 2010 habe die Rehaklinik E._
festgehalten, er leide unter anderem an psychischen Problemen wie einer
somatoformen Schmerzstörung, die für behandlungsbedürftig gehalten würden. Die
Chancen einer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess würden als äusserst gering
beurteilt. Seit dem 31. Dezember 2009 sei er bei Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, in psychiatrischer Behandlung. Nach fünf Konsultationen habe
dieser, wie aus dem ebenfalls beigelegten Bericht vom 20. April 2010 hervorgehe, eine
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Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt diagnostiziert. - Die Rehaklinik
E._ hatte gemäss Bericht vom 7. April 2010 ein generalisiertes Schmerzsyndrom
diagnostiziert mit/bei V.a. somatoforme Schmerzstörung, chronischer panvertebraler
Schmerzsymptomatik mit ausstrahlenden Kopfschmerzen, Schulterbeschwerden und
Beinschmerzen sowie Dysästhesien im Bereich der Oberschenkel bds. Das MRI vom
11.03.09 habe eine subligamentäre Diskushernie Th12/L1 und nur geringe degenerative
Veränderungen gezeigt. Trotz frühzeitiger stationärer multimodaler Therapie sei es nicht
gelungen, eine Schmerzprogredienz, Selbstlimitierung und Krankheitsfixierung
aufzuhalten. Der Versicherte berichte, er sei nicht mehr belastbar und vermehrt
aggressiv. Die anamnestischen Angaben und klinischen Untersuchungsbefunde
sprächen nicht für eine primäre Fibromyalgie. Es ergäben sich auch keine Hinweise für
eine rheumatische Systemerkrankung. Zu empfehlen seien ein aktivierendes
Bewegungsprogramm, Physiotherapie und eine unterstützende psychiatrische
Behandlung einschliesslich schmerzmodulierenden Medikamenten. Die Chance auf
eine Wiedereingliederung sei äusserst gering.
A.h In einem IV-Arztbericht vom 17. Mai 2010 (act. 41) gab Dr. F._ bekannt, der
Versicherte sei seit Dezember 2009 aus rein psychiatrischer Sicht zu ca. 30 %
arbeitsunfähig. Es bestünden Bewegungseinschränkungen wegen der Schmerzen,
schmerz- und depressionsbedingte Konzentrationsabfälle, Antriebsstörungen und eine
leicht reduzierte geistige Flexibilität. Es seien ambulante psychiatrische Behandlung
und berufliche Massnahmen erforderlich. Es sei mit einer Wiederherstellung der vollen
Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
A.i Der RAD ging in einer Stellungnahme vom 19. Mai 2010 (act. 42) davon aus, dass
in der angestammten wie in einer adaptierten Tätigkeit rheumatologisch gesehen eine
volle Arbeitsfähigkeit vorliege. Im Bericht der Rehaklinik E._ werde nichts
Objektivierbares genannt, das eine andere Einschätzung nahe legen würde. In
psychiatrischer Hinsicht sei gemäss Dr. F._ mit der Wiederherstellung der vollen
Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
A.j Mit Verfügung vom 20. Mai 2010 (act. 43) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle das Leistungsgesuch des Versicherten ab.
B.
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Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher für
den Betroffenen am 28. Juni 2010 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter
beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer spätestens ab 1. Februar 2010 mindestens eine halbe Invalidenrente
auszurichten, eventualiter sei ein rheumatologisches, neurologisches, orthopädisch-
chirurgisches und psychiatrisches Gutachten einzuholen. Ausserdem sei dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu
gewähren. Der Beschwerdeführer habe trotz der lumbalen und cervicalen Beschwerden
seit 2007 weitergearbeitet. Anfangs Februar 2009 hätten die Schmerzen so
zugenommen, dass er die Arbeit am 6. Februar habe aufgeben müssen. Im März und
April und von August bis Dezember 2009 habe er sich verschiedenen Untersuchungen
und Behandlungen unterzogen, darunter im März 2009 in der Klinik Valens und im
November 2009 im Kantonsspital St. Gallen (Klinik für Neurologie) stationär. Im
Dezember 2009 habe der Hausarzt ihn in psychiatrische Behandlung überwiesen. Im
Mai 2010 habe die Untersuchung in der Rehaklinik E._ stattgefunden. Der RAD habe
zu den Untersuchungsergebnissen der Kliniken für Orthopädische Chirurgie und für
Neurologie am Kantonsspital St. Gallen nicht Stellung genommen. Die
Beschwerdegegnerin habe diese demnach nicht beachtet und daher das Vorliegen
eines invalidisierenden Schadens und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gar
nicht schlüssig beurteilen können. Da der Beschwerdeführer dem RAD gegenüber
berichtet habe, er sei Ende November 2009 mehrere Tage auf der Klinik für Neurologie
stationiert gewesen, hätte die Beschwerdegegnerin alle entsprechenden
(neurologischen und orthopädisch-chirurgischen) Berichte anfordern müssen, erst
recht, weil bis dahin lediglich rheumatologische Abklärungen stattgefunden hätten. Die
Klinik für Orthopädische Chirurgie habe am 4. August 2009 festgehalten, es sei eine
diagnostische Infiltration der Facettengelenke Th12/L2 (recte: L1) beidseits erforderlich;
danach habe eine erneute Besprechung (auch des weiteren Prozedere) zu erfolgen.
Diese Berichte hätten ebenfalls beigezogen werden müssen. Die RAD-Berichte seien
daher allesamt nicht umfassend. Die Beschwerdegegnerin hätte ferner nicht davon
ausgehen dürfen, dass keine weiteren psychiatrischen Abklärungen mehr notwendig
seien. Die Beschwerdegegnerin habe aus der Stellungnahme des RAD vom 19. Mai
2010 zu Unrecht geschlossen, es liege aus psychiatrischer Sicht eine volle
Arbeitsfähigkeit für die rheumatologisch gesehen adaptierten Tätigkeiten vor. In dem
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beigelegten Bericht vom 15. Juni 2010 habe Dr. F._ eine Anfrage des
Beschwerdeführers dahingehend beantwortet, dass die Arbeitsunfähigkeit ca. 30 %
betrage. Da er keine Prognose mehr angebe, sei davon auszugehen, dass er diese
nicht mehr aufrecht erhalte. Ein Vergleich der Berichte vom 17. Mai und vom 15. Juni
2010 zeige, dass die Dosis eines antidepressiven Medikaments habe erhöht werden
müssen. Die psychische Verfassung des Beschwerdeführers habe sich also
verschlechtert. Auch unter psychiatrischem Aspekt hätten weitere Abklärungen getätigt
werden müssen. Nach den beantragten Begutachtungen sei über den Leidensabzug zu
befinden. - Beigelegt war unter anderem ein ärztliches Zeugnis der Klinik Valens vom
6. März 2009 (act. G 1.1.3), wonach der Beschwerdeführer nach dem Austritt (ab
7. März 2009) bis 5. April 2009 zu 50 % arbeitsfähig sei. In dieser Zeit sollte eine
ambulante Medizinische Trainingstherapie weitergeführt werden.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 10./13. September 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Weder aus dem Bericht der
Klinik Valens noch aus jenem von Dr. B._, der Rehaklinik E._ oder des RAD
ergäben sich Hinweise auf neurologische Ausfälle beim Beschwerdeführer. Bei den
Rückenbefunden handle es sich um geringe degenerative Veränderungen, welche die
Arbeitsfähigkeit nur qualitativ einschränkten. Gemäss dem Bericht von Prof. C._ sei
der neurologische Befund unauffällig. Aus dem Bericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie vom 4. August 2009 ergebe sich ebenfalls, dass keine radikulären oder
neurologischen Ausfälle bestünden. Sie (die Beschwerdegegnerin) habe ausserdem
nachträglich Berichte dieser Klinik und der Klinik für Neurologie eingeholt. Aus diesen
ergäben sich keine neuen Erkenntnisse. Eine somatoforme Schmerzstörung oder ein
sonstiger pathogenetisch (ätiologisch) unklarer syndromaler Zustand zusammen mit
einer mittelgradigen depressiven Episode schränke die Arbeitsfähigkeit nur ein, wenn
eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
vorliege. Dr. F._ habe beim Beschwerdeführer eine Anpassungsstörung
diagnostiziert. Eine solche sei nicht per se invalidisierend, sondern nur, wenn sie die
Kriterien für eine psychische Komorbidität erfülle. Dr. F._ habe die Diagnose aus den
geltend gemachten dramatischen Rückenschmerzen abgeleitet. Aufgrund der
harmlosen somatischen Befundlage bestehe keine psychische Komorbidität. Ein einzig
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reaktives psychisches Geschehen stelle keine Komorbidität dar, weil kein vom
Schmerzgebaren abgrenzbarer, verselbständigter Gesundheitsschaden vorliege. Es sei
weder eine psychische Komorbidität im erforderlichen Schweregrad ersichtlich noch
bestünden andere Faktoren in der notwendigen Intensität, welche die ansonsten
zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beim
Beschwerdeführer behindern könnten. Vom Arztbericht von Dr. F._ könne, was die
Arbeitsfähigkeitsschätzung anbelange, abgewichen werden, ohne dass ihm ansonsten
der Beweiswert abgesprochen werden müsste. Auch Dr. F._ gehe im Übrigen davon
aus, dass mit der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Auch
aus psychiatrischer Sicht sei daher von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit auszugehen. Das Valideneinkommen habe 2008 Fr. 65'351.-- betragen. Das
Invalideneinkommen sei aufgrund der statistischen Erhebungen zu bestimmen und
mache Fr. 59'979.-- aus. Für den Beschwerdeführer geeignet wären etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten
bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurierdienste. Der Invaliditätsgrad
betrage 5 %. - In ihrem Bericht vom 30. September 2009 (act. 51) hatte die Klinik für
Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen bekannt gegeben, die
Facettengelenksinfiltration Th12/L1 habe keine Linderung gebracht. Da bis anhin noch
kein neurologischer Untersuch erfolgt sei, werde ein solcher durchgeführt. Sollte er die
Diagnose eines thorakalen Bandscheibenvorfalles bestätigen, sei eine epidurale
Umflutung durchzuführen. Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen hatte
im Bericht vom 6. November 2009 (act. 52) als Diagnose chronische Kopf- und
Rückenschmerzen bezeichnet (DD: infektiös; Nachtschweiss seit drei Monaten;
rechtsbetonte subligamentäre postero-mediale Diskushernie Th12/L1, aktuell ohne
korrespondierende neurologische Symptomatik). Zum Ausschluss einer infektiösen
Genese der Rücken- und Kopfschmerzen und zur genaueren diagnostischen
Einordnung der Hypästhesie des linken Beins und des linken Arms sei der Versicherte
stationär aufzunehmen. Vorgängig seien eine craniale Kernspintomographie und eine
elektrophysiologische Untersuchung zum Ausschluss einer Polyneuropathie und eines
Carpaltunnelsyndroms links durchzuführen. Bezüglich der B-Symptomatik seien
laborchemische und gegebenenfalls apparative Zusatzuntersuchungen zu veranlassen.
Am 4. Dezember 2009 (act. 53) hatte die Klinik für Neurologie berichtet, die
chronischen Kopf- und Rückenschmerzen seien unklarer Ätiologie, zusätzlich
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bestünden klinisch eine Hypästhesie am linken Unterarm und am gesamten linken Bein
und eine Anisokorie. Die Liquordiagnostik und die elektrophysiologischen
Untersuchungen hätten im Wesentlichen Normalbefunde, die Hepatitisserologie keine
Hinweise auf eine Hepatitis ergeben. Ein Mitte Dezember durchgeführtes MRT der
HWS habe Hinweise auf leichte degenerative Veränderungen an der HWS ohne
relevante Kompression des Myelons ergeben. Eine weiterführende hämatologische-
internistische Vorstellung scheine sinnvoll. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie hatte
am 12. August 2010 (act. 54) mitgeteilt, die letzte Kontrolle habe vor mehr als zehn
Monaten stattgefunden, so dass die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden könne.
Bedarf für eine weitere Nachkontrolle bestehe nicht. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers sei bei den Neurologen nachzufragen. Am 23. August 2010
(act. 55) hatte die Klinik für Neurologie schliesslich dafürgehalten, ausführliche
Angaben zur Arbeitsfähigkeit könnten nicht gemacht werden; es werde eine ärztliche
Begutachtung empfohlen.
D.
Am 13. September 2010 entsprach die Gerichtsleitung dem Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung).
E.
Mit Replik vom 4. Oktober 2010 wendet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
ein, die Beschwerdegegnerin habe die Frage, ob eine invalidisierende psychiatrische
Einschränkung vorliege, allein aufgrund der RAD-Stellungnahme vom 19. Mai 2010
(eines Rheumatologen) beantwortet. Es wäre aber zwingend geboten gewesen, dass
sich ein Psychiater mit der Sache befasst hätte. Die Frage dürfe aber auch nicht allein
gestützt auf den Bericht von Dr. F._ vom 17. Mai 2010 beurteilt werden, denn er habe
mit einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet, wobei sich eine
Verbesserung oder eine Verschlechterung ergeben könne. Es habe unbedingt eine
psychiatrische Begutachtung zu erfolgen.
F.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 7. Oktober 2010 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 20. Mai 2010, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat (BGE 121 V 366 E.
1b mit Hinweisen; BGE 125 V 150 E. 2c). Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor
Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für die Invaliditätsbemessung hat sich indessen
keine Änderung der Rechtslage ergeben. Die nach dem Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung erfolgten Rechtsänderungen sind nicht mehr zu
berücksichtigen.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt. Der Beschwerdeführer hat im
Verwaltungs- und im Gerichtsverfahren (im Hauptstandpunkt) einzig Rentenleistungen
beantragt. Strittig ist demnach zunächst ein allfälliger Anspruch auf eine Rente. Ergäbe
sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage
steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
1.3 Für die richterliche Beurteilung sind wie oben dargelegt grundsätzlich die
tatsächlichen Verhältnisse massgebend, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen
Verwaltungsverfügung bestanden haben. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen,
sind insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem
Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses zu beeinflussen (Bundesgerichtsentscheid i/S L. vom 16. Februar
2010, 8C_393/09; BGE 99 V 102).
2.
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2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Im Falle einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen
notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach
Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl.
BGE 106 V 16; BGE 109 V 125). Bei der rückwirkenden stufenweisen
Rentenzusprechung richtet sich der Zeitpunkt einer Rentenerhöhung ausschliesslich
nach Art. 88a Abs. 2 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine Anwendung (vgl. BGE
109 V 125). Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei
einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29 IVV ist sinngemäss
anwendbar.
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Der Beschwerdegegnerin lagen zunächst Berichte unter rheumatologischem
(Dr. B._), orthopädischem (Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital
St. Gallen, Bericht vom 4. August 2009, und Dr. D._) und neurologischem
(Prof. C._) Aspekt vor. Dr. B._, Prof. C._ und Dr. D._ hielten je aus der Sicht
bis
bis
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ihrer Fachgebiete dafür, eine Arbeitsunfähigkeit für die bisherige bzw. eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit mit Wechselbelastung (und Gewichtslimiten) bestehe nicht. Die
Klinik für Orthopädische Chirurgie hatte sich zur Arbeitsfähigkeit nicht geäussert. Des
Weiteren verfügte die Beschwerdegegnerin über einen Teil eines Austrittsberichts der
Klinik Valens vom 25. März 2009, der zur Arbeitsfähigkeit ebenfalls keine Angabe
enthielt. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie hatte am 4. August 2009 erklärt, zur
Differenzierung der Symptomatik werde eine diagnostische Infiltration der
Facettengelenke empfohlen. Nach dem Ergebnis dieser weiteren Abklärungen
erkundigte sich die Beschwerdegegnerin indessen nicht. Sie nahm auch die Hinweise
auf eine Schmerzverarbeitungsstörung (Verdachtsdiagnose Dr. B._), eine
Anpassungsstörung (phänomenologisch leichtgradiges ängstlich-depressives
Syndrom; Klinik Valens) oder eine Symptomausweitung im Rahmen einer sich
entwickelnden somatoformen Schmerzstörung (Prof. C._) nicht zum Anlass für
ergänzende Abklärungen. Der RAD hatte diesbezüglich Hinweise auf eine
Selbstlimitierung und eine Schmerzverarbeitungsstörung festgestellt. Der
Beschwerdeführer hatte ihm aber auch angezeigt, dass er zwei Wochen vor dem
Gespräch im Kantonsspital (wahrscheinlich Klinik für Neurologie) hospitalisiert gewesen
war. Unter diesen Umständen wäre erforderlich gewesen, dass vom Kantonsspital
St. Gallen ein Bericht eingeholt worden wäre. Eine antizipierende Beweiswürdigung war
nicht am Platz, auch wenn die bisherigen chirurgischen und neurologischen Berichte
nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen liessen. Im Februar 2010 hat der
Beschwerdeführer ausserdem eine Verschlechterung, die Konsultation der
Schmerzsprechstunde an der Rehaklinik E._ und die Aufnahme einer psychiatrischen
Behandlung gemeldet. Die Rehaklinik E._ hat in der Folge den Verdacht auf eine
somatoforme Schmerzstörung geäussert. Dr. F._ hat eine Anpassungsstörung mit
Angst und Depression gemischt diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % ab
Dezember 2009 angegeben. Die Beschwerdegegnerin hat in der Folge aufgrund der
RAD-Stellungnahme vom 19. Mai 2010 ohne ergänzende psychiatrische Abklärungen
diesbezüglich volle Arbeitsfähigkeit angenommen und am 20. Mai 2010 entsprechend
verfügt.
3.3 Bei Verfügungserlass war der Sachverhalt wie erwähnt unvollständig abgeklärt.
Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer das Arbeitsunfähigkeitsattest (50 %)
der Klinik Valens vom 6. März 2009 - wenn auch nur für die Dauer rund eines Monats
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nach dem Austritt und wohl im Hinblick auf eine durchzuführende Medizinische
Trainingstherapie ausgestellt - ein. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits holte ergänzend
im Beschwerdeverfahren Berichte der Kliniken für Orthopädische Chirurgie und für
Neurologie am Kantonsspital St. Gallen ein. Da es sich lediglich um punktuelle
Abklärungen handelte, kann das unter dem Aspekt des Devolutiveffekts der
Beschwerde gemäss den Kriterien der Rechtsprechung (vgl. BGE 127 V 228) toleriert
werden. Diese neuen Berichte haben gezeigt, dass auf der Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen diverse Untersuchungen durchgeführt worden waren, mit
welchen gewisse Ursachen hatten ausgeschlossen werden können. Die Ätiologie der
chronischen Kopf- und Rückenschmerzen blieb danach unklar. Ein MRI der
Wirbelsäule (Clivus BWK2) vom Dezember 2009 hat (neu) unter anderem mässige
pansegmentale dehydrierende Diskopathien mit median akzentuierten geringen
breitbasigen Diskushernien HWK3/4 und HWK4/5 mit Eindellung des Duralschlauchs
von ventral und minimaler Impression des Myelons, jedoch ohne Nachweis einer
Myelon- oder Nervenwurzelkompression bzw. einer Myelopathie, und weitere nicht
stenosierende minimale Diskushernien HWK5 bis BWK1 aufgezeigt. Die Klinik hat keine
Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht, sondern diesbezüglich eine Begutachtung
befürwortet. Dieser Empfehlung ist zu folgen, da sich die Auswirkungen der
somatischen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der
gegebenen Aktenlage nicht ausreichend zuverlässig beurteilen lassen.
3.4 Es rechtfertigt sich, im Rahmen der erforderlichen ergänzenden Abklärungen
auch den psychiatrischen Zustand zu berücksichtigen. Ohne solche Abklärungen darf
nicht angenommen werden, die fachärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % sei
in Wirklichkeit keine Arbeitsunfähigkeit im rechtlich bedeutsamen Sinn, sondern die
Einschränkung könne zumutbarerweise überwunden werden. Wenn der Facharzt mit
dem Wiedererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit rechnete, so handelt es sich um eine
Prognose, die zum Beurteilungszeitpunkt gerade noch nicht erreicht war. Daraus lässt
sich nichts für die damalige Arbeitsfähigkeit ableiten. In den ärztlichen Berichten zum
somatischen Zustand wurde jeweils wie erwähnt auch auf einen (mitwirkenden)
psychischen Faktor (V. a. Schmerzverarbeitungsstörung, Anpassungsstörung,
Symptomausweitung im Rahmen einer sich entwickelnden somatoformen
Schmerzstörung, V. a. somatoforme Schmerzstörung) hingewiesen. Die Rehaklinik
E._ berichtete etwa von einer Selbstlimitierung ebenso wie von einer
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Krankheitsfixierung. Es trifft zu, dass die Rechtsprechung die zur somatoformen
Schmerzstörung entwickelten Kriterien bei der Beurteilung der invalidisierenden
Wirkung pathogenetisch-ätiologisch unklarer syndromaler Beschwerdebilder bei
Anpassungsstörungen analog anwendet (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S V. vom
22. November 2010, 9C_408/10). Da Hinweise auf eine Verschlechterung und auf einen
zunehmenden Rückzug (vgl. act. 41-3) zu finden sind, lässt sich aber zumindest nicht
ganz ausschliessen, dass mangels ausreichender Ressourcen zur Bewältigung der
Schmerzsituation eine (eventuell vorübergehende) Arbeitsunfähigkeit infolge eines
verselbständigten psychischen Gesundheitsschadens angenommen werden muss.
Eine fachärztliche Auseinandersetzung mit dieser Frage ist nicht erfolgt.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 20. Mai 2010 teilweise zu schützen und die Sache ist zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987 S. 266
E. 5a). Deshalb rechtfertigt es sich vorliegend, der Beschwerdegegnerin die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG),
gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 600.-- erscheint angemessen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) vom 13. September 2010 ist damit obsolet geworden.
4.3 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
bis
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VRP/SG,
sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP