Decision ID: c72416cb-408d-4688-a685-8487e424991f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1984
in
Y._
geborene
X._
reiste 1993 in die Schweiz ein. Er besuchte hier die
restlichen Schuljahre
und war
anschliessend
als ungelernter Hilfsa
rbeiter auf dem
Bau tätig
.
I
m Jahr 2005 meldete
er
sich
zum Bezug
von
Leistungen
der Invalid
en
versicherung
an
(Urk. 7/1/1-
7
, Urk. 7/5/1
).
D
as
Leis
tungsbegehren
des
Versicherten
wurde
mit Verfügung der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
vom
5.
April 2006 abgewiesen,
da
in Bezug auf
berufliche
Massnahmen
kein
invalidisierender
Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vorl
iege
(Urk.
7/18/1)
.
Vom
1. Februar 2008 bis 13. August 2009
war
X._
als Bauarbeiter C
bei der
Z._
,
tätig (Urk.
7/28/1-6)
.
Am 19. Mai
2011
meldete
der
Versicherte
sich
wegen
Aids
sowie
Depression
en
bei
der Invalidenversicherung
erneut
zur beruflichen Integration und
zudem erstmals
zum Bezug
von
Renten
leistungen an.
Daraufhin klärte
die IV-Stelle die
erwerblichen
und medizini
schen Verhältnisse ab
(Urk. 7/26/1-4,
Urk.
7/26/6-
8,
Urk.
7/27/5-7,
Urk. 7/28/1-6, Urk.
7/31/1-8
,
Urk.
7/65/3-4).
Weiter
wurde
eine Arbeitsvermittlung durch
geführt, die am 22.
Mai
2012 mit Einverständnis des
Versicherten
abgebrochen
wurde
(Urk.
7/61/1
,
Urk.
7/62/1).
Mit Vorbescheid vom 27. September 2012 stellte
die
IV-Stelle
die
Zusprache
einer
Viertelsrente
in
Aussicht (Urk.
7/69/
1,
Urk.
7/70/1-3). Hiergegen liess der
Versicherte,
vertreten durch Rechtsanwältin Fröhlich,
Einwand
erheben und beantragen
,
es sei
ihm
eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
(Urk.
7/79/1-5).
Am
29.
November 2012 verfügte die
IV-Stelle im
angekündigten Sinn
(Urk.
7/91/1-2=Urk. 2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte
Beschwerde erheben und beantragen, die ange
fochtene Verfügung sei abzuändern und es sei
ihm
eine
Dreiviertelsrente
auszu
zahlen (Urk. 1 S. 1). In der
Beschwerdeantwort vom 29.
Januar 2013 schloss die IV-Stelle auf teilweise Gutheissung der Beschwerde
und beantragte
, es sei dem Beschwerdeführer
eine
ha
lbe
Invalidenrente
auszurichten
(Urk.
6)
. Mit
Gerichts
verfügung
vom 19.
Februar 2013 wurde dem Beschwerdeführ
er die unentgeltli
che
Prozessführung bewilligt
und ihm
Rechtsanwältin Fröhlich als unentgeltli
che
Rechtsbeiständin
bestellt.
Zudem
wurde ein zweiter Schriftenwechsel
ange
ordnet (Urk. 8).
Der Versicherte liess mit Replik vom 27. Februar 2013 an
sei
nem
Rechtsbegehren festhalten (Urk. 9), woraufhin die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 24.
April 2013
auf das Einreichen einer Duplik verzichtete
(Urk. 11), was dem Beschwerdeführer am 25. Ap
ril 2013 mitgeteilt wurde
(Urk.
13).
Mit Eingabe vom 3. April 2014 verzichtete die mit Verfügung vom
3. März 2014 beigeladene Vorsorgeeinrichtung auf eine Stellungnahme
(Urk. 14, Urk. 15).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Die Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens
7
0 Prozent Anspruch auf eine gan
ze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
-
men
), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinwei
sen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.
1
Gestützt auf die medizinische Aktenlage, insbesondere
die ärztlichen Berichte von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und vom
B._
(Urk
.
7/26,
Urk. 7/31/2-9, Urk. 7/65/3
) ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dem Beschwerdeführer sei
eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Gewichtsexposition und ohne erhöhte Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit
in einem Ausmass von 50
% zumutbar
(Urk. 2
,
Urk. 6
).
Zunächst
ging
die Beschwerdegegnerin
von einem
Anspruch auf eine
Viertelsrente
aus
(Urk
. 2
). Diese Berechnung korri
gierte
sie
im Rahmen der Beschwerdeantwort
,
mit welcher sie eine teilweise Gutheissung der Beschwerde dahingehend beantragte, dass dem Beschwerde
führer eine
halbe
Rente zuzusprechen sei (Urk
. 6
).
2.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer
zusammengefasst
geltend machen, der Erwerbsfähigkeitsgrad
(gemeint wohl: die Arbeitsfähigkeit)
von 50
%
wi
derspreche den Akten und sei zu hoch angesetzt. Der
B._
spreche von maximal 50
%
und Dr.
A._
von 30-50
%
. D
er Regionale Ärztliche Dienst
(
RAD
)
zitiere
falsch aus dem Bericht von Dr.
A._
.
Aus diesen Gründen werde beantragt
,
von einer Erwerbsfähig
keit von 30-50
%
, also von ca. 40
%
,
auszugehen.
Anstelle de
s in der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) angeführten
Sektor
s
„
Produktion
“
sei
zur Bestimmung des Invalideneinkommens
der Bereich
„
Dienstleistungen
“
anzu
wenden. Im Dienstleistungsbereich seien höchstwahrscheinlich eher Arbeitsstel
len ohne grosse körperliche Belastung zu finden und gebe es auch Hilfsstellen im Hintergrund, bei welchen mittelmässige Deutschkenntnisse ausreichten
(Urk. 1). Für das
Valideneinkommen
sei
ein Betrag von mindestens Fr.
63‘819.
--
ein
zusetzen
(Urk
.
6).
3.
3.1
Z
u prüfen ist
zunächst
,
in welchem Umfang der Beschwerdeführer i
m Rahmen
einer angepassten Tätigkeit einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann.
3.2
3.2.1
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom 10. Juli 2011 die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: AIDS,
eine
chronische Schlafstö
rung wahrscheinlich AIDS-medikamentenbedingt und eine depressive Episode
monophasisch
mit somatischem Syndrom
(
ICD-10
F32.11
)
.
Die Medikation betreffend Depression setze sich zusammen aus 30 mg
Remeron
abends sowie
5 mg
Zyprexa
.
Dr.
A._
hielt fest, der
Beschwerdeführer
klage
über Müdig
keit, Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit und schnelle Erschöpfbarkeit. Immer noch bestün
den Schlafstörungen und der Appetit sei stark vermindert. Es seien
beim Beschwerdeführer
viele Schamgefühle, Angst vor der Zukunft sowie Gefühle von Schuld betreffend die Ansteckung der Partnerin vorhanden.
Er
sei gedank
lich eingeengt auf die schuldhaften Inhalte und Zukunftsängste. D
ie
Auffassung des Beschwerdeführers scheine intakt zu sein, es entstünden aber oft Missver
ständnisse. Er wirke eher ausdrucksarm, abgestumpft, traurig und fragend.
Das formale Denken sei intakt, aber eher einfallsarm und eingeengt.
Betreffend die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielt
Dr.
A._
fest, dieser selbst sehe sich fähig
,
50
%
als Chauffeur zu arbeiten. Dies sei aber eine fragliche Einsch
ät
zung und sehr subjektiv. Für
leichte Arbeiten bestehe wahrscheinlich eine Ar
beitsfähigkeit von 30-50
%
, welche aber erst in einem Arbeitsversuch verifiziert werden müsste
(Urk. 7/26/1-4)
.
In seinem Bericht vom
19. Juli 2012 hielt
Dr
.
A._
fest, dass es dem Beschwer
deführer etwas besser gehe.
Die Medikation
zur Behandlung der Depression
be
stehe
nun aus zwei mal 50 mg
Prazine
, drei mal 1 mg
Temesta
und 75 mg
Lyrica
.
Es beständen viele psychosoziale Probleme und es müsse alles versucht werden, dem Patienten eine Arbeitsstelle zu vermitteln. Der Pati
ent sei gewillt zu arbeiten und wahrscheinlich seien die Chancen jetzt besser als vor einem Jahr
. Er brauche eine Stelle
,
bei welcher er sich bewähren könne
,
und ein Arbeitsversuch werde zeigen, was bezüglich Präsenzzeit und Leistungsfähig
keit möglich sei
(Urk. 7/65/3-4).
3.2.2
Gemäss Bericht der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
des
C._
vom 29. Juni 2011 lag keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor und traten seit der 2008 bestehenden antiretrovira
len Therapie
beim Beschwerdeführer
keine HIV-assoziierten Erkrankungen auf. Bezüglich der HIV-Infektion habe der
Versicherte
eine sehr gute Prognose und könne von einer praktisch normalen Lebenserwartung ausgegangen werden. Für Hilfsarbeiten auf dem Bau best
ehe
an sich keine Arbeitsunfähigkeit, doch der
Versicherte
gebe an, dass diese Arbeiten für ihn körperlich zu anstrengend seien
.
Zudem
sei
er aufgrund der Depression und deren Therapie zu müde für diese
Arbeit
. Der
Versicherte
sei aus
infektiologischer
Sicht 100
%
arbeitsfähig (Urk. 7/27/5-7).
Der Bericht des
B._
vom 31. August 2011 beschränkt
e
sich auf die Zeit von Oktober 2010 bis Januar 2011.
Gemäss dem Bericht schien zum damaligen Zeitpunkt keine
Arbeits
tätig
keit
des Beschwerdeführers
im angestammten Beruf als ungelernter Bauarbeiter möglich zu sein. Hingegen sei man davon ausgegangen, dass eine
Arbeit
in ei
nem Pensum von
ca. 50
%
in einer angepassten Tätigkeit
möglich sei.
Die
se
Arbeit sollte jedoch ohne grosse körperliche Belastung erfolgen, denn der
Ver
sicherte
sc
heine
nicht mehr in der Lage zu sein, schwere Gewichte oder ähnli
ches zu heben. Das Konzentrationsvermögen
sei
leicht bis mittelgradig,
das Auffassungsvermögen leicht
, die Anpassungsfähigkeit leicht bis mittelgradig sowie die Belastbarkeit mittelgradig eingeschränkt (Urk. 7/31/1-9).
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Innere Medizin,
brachte in seiner Stellungnahme vom 8. September 2011 gestützt auf die erwähnten Arztberichte vor, der Beschwerdeführer sei für eine adaptierte Tätigkeit von Oktober 2010 bis Januar 2011 100
%
arbeitsunfähig gewesen und s
ei
ab Februar 2011 50
%
arbeitsfähig
(Urk. 7/68/3)
.
Mit Stellungnahme vom 9. August 2012
ergänzte
Dr.
D._
,
e
s bestehe eine Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 50
%
für eine an
gepasste Tätigkeit ohne grosse körperliche Belastungen, welche nicht morgens beginne
,
unter Weiterführung der fachärztlichen Behandlung, wobei für die an
gepasste Tätigkeit ein stufenweiser Belastungsaufbau zu empfehlen wäre
(Urk. 7/68/5).
In der Stellungnahme vom 15. August 2012
erklärte
Dr.
D._
schliesslich
, es liege eine mittelgradig
e
depressive Episode mit somatischem Sy
ndrom vor. Erneut hielt er fest
,
für
eine
adaptierte
,
leichte wechselbelastende
Tätigkeit
ohne Gewichtsexposition und erhöhte Anforderungen an die Kon
zentrationsfähigkeit
bestehe ab Februar 2011 eine Ar
beitsfähigkeit im Umfang von 50
%
, wobei ein stufenweiser
Belastungsaufbau für die angepasste Tätig
keit stattzufinden habe
(Urk. 7/68/6)
.
Mit Ausnahme des Berichts der
Klinik für Infektionskrankheiten und
Spital
-
hygi
ene
des
C._
(Urk.
7/27/5-7)
w
urde
in sämtli
chen ärztlichen Berichten
und Stellungnahmen
ausgeführt, dass
der Beschwer
deführer seine
bisherige berufliche Tätigkeit auf dem Bau
nicht mehr
ausüben k
önne
und dass er auch in einer angepassten Tätigkeit über keine
Arbeit
sfähig
keit
von 100
%
verfüg
e
(Urk. 7/26/1-4, Urk.
7/31/1-9, Urk.
7/65/3-4, U
rk.
7/68/3-6). Der
besagte Bericht, welcher zu
einer
anderen
Schlussfolgerung gelangte, beschränkte sich
ausdrücklich
auf die
infektiologische
Sichtweise
.
Demgegenüber wurde die
teilweise
Arbeits
unfähigkeit durch die
anderen medi
zinischen Berichte insbesondere mit der Depression begründet
,
unter welcher der Beschwerdeführer leidet
. Diese Berichte wurden von
Fachpersonen im Be
reich Psychiatrie verfasst
. Die
Beschwerdegegnerin g
ing
gestützt auf diese ärzt
lichen Berichte
davon aus, dass der
Beschwerdeführer
zu 50
%
einer
angepass
ten
Tätigkeit
nachgehen k
önne
(Urk. 2, Urk. 6)
.
Dr.
A._
war zwar
in seinem ersten Bericht von einer
Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers in einem Um
fang
von 30 bis 50
%
in einer angepassten Tätigkeit aus
gegangen
(Urk. 7/26/1-4)
. In seinem zweiten Bericht führte er
jedoch
aus, dass es dem Beschwerde
führer etwas besser gehe und sich
seine
Chancen zu arbeiten wahr
-
scheinlich
verbessert
hätten
(Urk.
7/65/3-4)
.
Es r
echtfertigt sich somit
, aufgrund des eher positiven Verlaufs
von
einer Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50
%
auszugehen
.
Die
Annahme
einer
Arbeits
fähigkeit von 50
%
deckt sich
auch
mit
dem
Bericht des
B._
vom 31. August 2011
(Urk.
7/31/1-9)
. Dieser Bericht bezieht sich zwar lediglich auf den Zeit
raum von Oktober 2010 bis Januar 2011, doch
gemäss den Akten
hat sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers seither nicht massgeblich ver
ändert
und
sich
-
gemäss den
beiden Berichte
n
von
Dr.
A._
– eher verbes
sert als verschlechtert.
Im Bericht des
B._
ist
von einer
Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
im Um
fang
von ca. 50
%
und nicht wie vom Beschwerdeführer vorgebracht
(Urk.
1)
von max. 50
%
die Rede. Das heisst
zusammenfassend
, dass auf diese 50
%
Arbeits
fähigkeit
abzustellen ist
, welche sowohl im Bericht von
Dr.
A._
als auch im Bericht des
B._
festgehalten
ist
und mittels Beschreibung des gesundheitlichen Zustands des Beschwerdeführers
respektive der Auswirkungen der Depression
auf
den
Beschwerdeführer
nach
vollziehbar begründet w
ird
.
Nicht zuletzt hat
offenbar auch der Beschwerde
führer selbst seine
Arbeit
sfähigkeit gegenüber
Dr.
A._
mit 50
%
einge
schätzt
, wobei er angab, als Chauffeur arbeiten zu wollen
(
Urk. 7/26/4)
. Selbst wenn
mit Dr.
A._
davon
ausgegangen wird, dass
dies eine unrealistische
Selbste
inschätzung des Beschwerdeführers darstellt
, so könnte er dennoch in einer
leichteren
Tätigkeit
, welche wenig Konzentration verlangt, mit einem Pensum von
50
%
arbeiten.
3.3.3
Der Beschwerdeführer brachte vor, das Scheitern des Arbeitsversuchs des
E._
zeige, dass seine Arbeitsfähigkeit mit Vorsicht einzuschätzen sei (Urk. 1 S. 4). Dazu ist zunäch
st anzumerken, dass es sich um
keinen Arbeits
versuch, sondern um
den Versuch
eine
r
Arbeitsvermittlung handelte. Mit ande
ren Worten sollte der Beschwerdeführer bei der Arbeitssuche unterstützt wer
den.
A
us dem Verlaufsprot
o
koll betreffend Arbeitsvermittlung erg
ibt
sich, dass diese insbesondere daran scheiterte
, dass der Beschwerdeführer die Termine nicht zuverlässig wahrnahm
und jeweils unentschuldigt n
icht zu Gesprächen
erschien
.
Die Prognose ergab, dass verschiedene
invaliditätsfremde
Fakto
ren wie
Strafregistereinträge
,
Deutschkenntnisse
,
Schulbildung und Ver
halten die beruf
lich
e Integration erschwerten (Urk.
7/72/1-6).
Solche Faktoren sind jedoch bei der Festlegung der
Arbeits
fähigkeit nicht von Relevanz.
Zudem ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bei der Eingliederung in die Arbeit
swelt
erneut durch die IV-Stelle unterstützt werden könnte, sollte er gewillt sein, dieses Angebot anzunehmen
(
Urk. 7/61/1
)
.
3.4
Betreffend die Ausführungen des Beschwerdeführers zu Schwierigkeiten b
ei der
Stellensuche ist
weiter
darauf hinzuweisen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt im Sinne von
Art.
16 AT
SG massgebend ist.
Dies ist
ein
theoretischer und abstrakter Begriff.
Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, um
fasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen
Teilin
valider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 110 V 273 E. 4b).
3.5
Als Zwischenfazit ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zu 50
%
einer leichte
n
wechselbelastende
n
Tätigkeit ohne Gewichtsexposition und ohne erhöhte Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit
am Morgen
,
nachgehen kann. Die IV-Stelle ging dabei von einer Tätigkeit auf dem Anforderungsniveau 4 (einfache und re
petitive Tätigkeiten) aus (Urk.
2). Diese Tätigkeiten setzen we
der eine schulische oder berufliche Bildung noch Sprachkenntnisse voraus.
4.
4.1
Im Folgenden sind das
Valideneinkommen
sowie das Invalideneinkommen festzu
legen und
ist
mittels Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu berechnen.
4.2
Das
Valideneinkommen
ist rechtsprechungsgemäss grundsätzlich anhand des zuletzt erzielten Lohnes zu bestimmen, es sei denn, dieser liege deutlich unter dem branchenüblichen Tabellenlohn nach der
LSE
, was die Rechtsprechung bei Erreiche
n eines
Erheblichkeitsgrenzwerte
s
von 5
%
annimmt (BGE 135 V 302
E.
6.1.1 und E. 6.1.2).
4.3
Der Beschwerdeführer h
ä
tte im
massgeblichen
Jahr 20
11 bei seiner letzten Arbeit
geberin
Z._
gemäss deren unbestritten gebliebenen An
gaben
sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung nach Ablauf des Wartejahres
einen Jahreslohn von
Fr.
63‘819.--
erzielt (
Urk. 7/28/3
). Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer Verfügung vom
29. November 2012
auf diesen Lohn
als
Valideneinkommen
ab
(Urk. 2)
. In der Beschwerdeantwort
vom 29. Januar 2013 führte sie
dann aus, es sei auf den Hilfsarbeiterlohn gemäss der Lohntabelle TA1
der LSE
2010, Ziffer 1-96,
Anforderungsniveau 4, abzustellen, was ein jährliches Einkommen von Fr. 61‘593.
--
ergebe
(
Urk. 6
). Der Beschwer
deführer liess in der Replik geltend machen,
es sei für das
Valideneinkommen
ein Betrag von mindestens Fr.
63‘819.-- einzusetzen
(
Urk.
9
).
Das
vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit ermittelte
tatsächliche
Einkommen ist den bis zum Zeitpunkt des Rentenbeginns ein
ge
tretenen Entwicklungen anzu
passen.
Zwischen dem zuletzt
vom Beschwerdeführer
erzielten Lohn
, aufgerech
net auf das Jahr 2011,
und dem von der IV-Stelle in der Beschwerdeantwort berücksichtigten Tabellenlohn
besteht lediglich ein
für die Berechnung des
In
validitätsgrads
im vorliegenden Fall unbedeutender
Unterschied
von
rund 3,
5
%
. Es ist somit vom Jahreslohn in der Höhe von Fr
.
63‘819.--
als
Validenein
kommen
auszugehen.
4.4
Der Ermittlung des Invalideneinkommens sind Tabellenlöhne zugrunde zu le
gen. Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 29. November 2012
ausgehend von der Lohnstrukturerhebung
(Tabelle TA
1
Ziff.
10-45 Produktion)
vom Lohn für Produktionsmitarbeiter für das Jahr 2011
in der Höhe von
Fr.
33’188.
--
für ein 50%-
Pensum aus (Urk. 2). In ihrer Replik korrigierte die Beschwerdegegnerin diesen Wert auf
Fr.
30’796.--, basierend auf einem
Hilfsar
beiterlohn
gemäss
LSE
2010
TA1,
Ziff.
1
-96, Anforderungsniveau 4 (Urk.
6). Der Beschwerdeführer liess demgegenüber geltend machen, es sei nicht auf eine Hilfsarbeit
er
tätigkeit in der Produktion, sondern auf eine solche im
Dienstleis
tungsbereich
abzustellen (
Urk.
1 und Urk. 9). Die Darlegungen der
Beschwerde
gegnerin
, dass aufgrund der
mangelhaften
Deutschkenntnisse und der Schulbil
dung des Beschwerdeführers auf eine Tätigkeit in der Produktion und nicht im Dienstleistungsbereich abzustellen sei, vermögen zu überzeugen. Auch in der Produktion
existieren
körperlich wenig anstrengende Tätigkeit
en
,
für welche keine Ausbildung
benötigt wird
.
Somit
ist
für das Jahr 2011
auf
den Jahreslohn in der Höhe von
Fr.
33‘188.
--
gemäss
der
Verfügung der Beschwerdegegnerin abzustellen.
4.
5
Rechtsprechungsgemäss ist durch eine Herabsetzung des tabellarisch ermittelten Lohnes um maximal 25
% dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheit
lich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepass
ten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfahrungsgemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichtigung von persönli
chen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskate
gorie
und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer liess mit der Beschwerde eine solche Reduktion um 10
%
be
antragen
(Urk.
1), was durch die Beschwerdegegnerin mit der
Beschwerdeant
wort
anerkannt wurde (Urk. 6) und sich als angemessen erweist.
Das
Invaliden
einkommen
reduziert sich somit auf den Betrag von
Fr.
29‘869.
--.
4.6
Aus der Gegenüberstellung des ermittelten
Valideneinkommens
von
Fr. 63‘819.--
mit dem ermittelten Invalideneinkommen von
Fr.
29‘869.
--
resul
tiert eine Erwerbseinbusse in der Höhe von
Fr.
33‘949.
--
und ein
Invaliditäts
grad
von 53
%
. Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine halbe Rente, welche ihm
ab
1.
November 2011
zuzusprechen ist.
5.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist somit die Verfügung der IV-Stelle vom 2
9.
November 2012
insoweit abzuändern
,
als
der Beschwerdeführer ab 1.
November 2011 Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente hat
.
6
.
6
.1
Da es um die Bew
illigung oder Verweigerung von
Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen.
Die
Kosten
sind
der
unterlie
genden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2.
Nach der Rechtsprechung ist bei bloss teilweisem Obsiegen dann eine unge
kürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt. In Streitig
keiten um die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die bean
tragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen
wird
. Dahinter steht die Überlegung, dass eine "
Überklagung
" eine Reduktion der Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das Rechtsbegehren keinen Einfluss auf den Prozessaufwand ausübt (
Urteil des Bundesgerichts
9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013
mit weiteren Hinweisen
). Der Beschwerde
führ
er hat somit Anspruch auf eine ungekürzte Partei
entschädigung.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weist in der eingereichten
Kosten
note
vom
5.
Februar 2014 (Urk. 14) für das vorliegende Verfahren einen
Zeit
aufwand von 7 Stunden und 1
5 Minuten sowie Barauslagen von
Fr.
73.75
aus. Diese Aufwendungen erscheinen als gerechtfertigt
, weshalb
die Beschwerdegegnerin
der Rechtsvertreterin und unentgeltlichen
Rechtsbeiständin
de
s
Beschwerdeführer
s
eine P
rozess
entschädigung in der Höhe von
Fr.
1‘
645.65
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu bezahlen hat.