Decision ID: 17072cbd-44c5-4879-a3ae-bc05f44b67b6
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit 1. Juni 2009 bei der B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) als
Sachbearbeiter in einem Vollzeitpensum angestellt (act. G3.1/35). Mit
Änderungskündigung vom 2. Juni 2017 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis
unter Einhaltung der Kündigungsfrist per 30. September 2017 auf. Gleichzeitig bot sie
dem Versicherten per 1. Oktober 2017 einen neuen Arbeitsvertrag als Mitarbeiter in der
Abteilung Logistik an. Aufgrund der Situation am Arbeitsplatz wies die Arbeitgeberin
dem Versicherten die neue Funktion mit der Änderungskündigung bereits per 12. Juni
2017 zu (act. G3.1/39).
A.b In der Folge wurde kein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen. Der Versicherte
meldete sich am 21. Juli 2017 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) an
(act. G3.1/41) und beantragte Arbeitslosenentschädigung ab 1. Oktober 2017 bei der
Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen (act. G3.1/34).
A.c Am 31. August 2017 forderte die Arbeitslosenkasse den Versicherten zur
schriftlichen Stellungnahme auf, warum er das Stellenangebot ab 1. Oktober 2017 nicht
angenommen habe. Zudem wünschte sie eine Kopie des Vertrages, den die
Arbeitgeberin dem Versicherten angeboten habe (act. G3.1/38).
A.d Mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2017 erklärte der Versicherte, er hätte
keinerlei Möglichkeit gehabt, nach dem Abstieg wieder aufzusteigen. Er hätte die
Abteilungsleiter unterstützen sollen, damit sie Überstunden hätten abbauen können. Er
wäre weiterhin dem gleichen Departement unterstellt gewesen, wo es zwischen dem
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Vorgesetzten und ihm seit Jahren nicht mehr harmoniert habe. Die
Änderungskündigung habe ihm vor Augen geführt, dass er in diesem Teil des
Unternehmens nicht mehr erwünscht sei. Hätte er einfach die Abteilung wechseln
sollen, hätte er das ohne Weiteres gemacht. Er habe sich um eine Stelle in einem
anderen Departement bemüht, mit deren Mitarbeitern er ein sehr gutes Verhältnis
gehabt habe. Ein Verbleib in jenem Departement sei aus unbekannten Gründen
abgelehnt worden. Er habe keinen neuen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten (act.
G3.1/30).
A.e Am 13. Oktober 2017 fragte die Arbeitslosenkasse die Arbeitgeberin nach den
Gründen für die Änderungskündigung (act. G3.1/25). Mit Schreiben vom 16. Oktober
2017 begründete die Arbeitgeberin die Kündigung mit einem fehlenden
Vertrauensverhältnis von Seiten des Vorgesetzten. Die Arbeitgeberin habe versucht,
dem Versicherten zu gleichen Konditionen eine mögliche Alternative in einem anderen
Umfeld anzubieten. Ein Selbstverschulden von Seiten des Versicherten liege nicht vor
(act. G3.1/24).
A.f Mit Verfügung vom 20. Oktober 2017 stellte die Arbeitslosenkasse den
Versicherten ab 1. Oktober 2017 für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Der
Versicherte habe eine von der Arbeitgeberin angebotene zumutbare Stelle abgelehnt.
Er sei damit seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen. Ihn treffe ein
schweres Verschulden an seiner Arbeitslosigkeit (act. 3.1/23).
B.
B.a Am 27. Oktober 2017 erhob der Versicherte Einsprache. Er brachte im
Wesentlichen vor, er habe nach Erhalt der Änderungskündigung gleichentags mit C._
(Leiter Logistik) ein Gespräch geführt. Dieser habe ihm mündlich eine Bedenkfrist bis 6.
Juni 2017 gegeben. Der Versicherte habe ihn am 6. Juni 2017 angerufen, um einige
offene Fragen zu besprechen. Wegen schlechter Verbindung hätten sie nicht richtig
telefonieren können. Der Leiter Logistik habe ihn deshalb aufgefordert, ihm ein Mail zu
schreiben. Der Versicherte habe den Leiter Logistik aber am Morgen des 7. Juni 2017
anrufen wollen. Als er am 7. Juni 2017 ins Büro gekommen sei, habe dieser ihm bereits
per Mail abgesagt gehabt. Die Kündigung sei somit endgültig gewesen (act. G3.1/18).
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B.b Mit Schreiben vom 27. November 2017 fragte die Arbeitslosenkasse bei der
Arbeitgeberin nach, ob die Aussage des Versicherten stimme. Sie fasste die
Schilderung des Versicherten wie folgt zusammen: „Am letzten Tag der Frist wollte
A._ noch offene Fragen mit C._ klären, was nicht möglich war. Am nächsten Tag
habe er dann bereits ein E-Mail erhalten, dass die Kündigung vom 2. Juni 2017
endgültig sei.“ (act. G3.1/13). Mit Brief vom 5. Dezember 2017 bestätigte die
Arbeitgeberin die Angaben des Versicherten. Zudem übermittelte sie das Mail des
Leiters Logistik an den Versicherten vom 8. Juni 2018 (act. G3.1/11).
B.c Die Arbeitslosenkasse gewährte dem Versicherten am 11. Dezember 2017 das
rechtliche Gehör. Der Versicherte machte davon mit Schreiben vom 17. Dezember
2017 Gebrauch. Da er per 12. Juni 2017 seine neue Funktion an einem neuen
Arbeitsplatz hätte antreten sollen, habe er den Zeitraum bis dahin als minimale Frist
erachtet, um eine Entscheidung zu treffen. Er habe noch keinen neuen Arbeitsvertrag
gehabt und habe sich enorm unter Druck gesetzt gefühlt. Die Entscheidung, dass keine
Weiterbeschäftigung in Frage komme, habe der Leiter Logistik getroffen (act. G3.1/8).
B.d Die Arbeitslosenkasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 22. Dezember 2017
ab. Die neue Stelle sei dem Versicherten zu den alten Konditionen angeboten worden.
Übereinstimmend sei bestätigt worden, dass das Angebot bis zum 6. Juni 2017
befristet gewesen sei. Unbestritten sei ausserdem, dass das Angebot bis zum 6. Juni
2017 nicht akzeptiert worden sei. Eine rechtzeitige Annahme lasse sich selbst dann
nicht herleiten, wenn der zukünftige Vorgesetzte die Befristung des Angebots im
Telefonat vom 6. Juni 2017 bis zum 7. Juni 2017 verlängert hätte. In der Stellungnahme
vom 10. Oktober 2017 habe der Versicherte ausgeführt, aus welchen Gründen er die
neu angebotene Stelle nicht habe annehmen wollen. Die Stelle sei nicht unzumutbar
gewesen. Da der Versicherte eine zumutbare Arbeit abgelehnt habe, liege ein schweres
Verschulden vor. Die Einstelldauer liege im unteren Bereich des schweren
Verschuldens, womit sie sämtlichen Umständen Rechnung trage (act. G1.1).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
15. Januar 2018. Darin beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss eine Reduktion
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bzw. Aufhebung der Einstelltage. Er bringt im Wesentlichen vor, die Kündigung sei von
Seiten der Arbeitgeberin erfolgt. Das Änderungsangebot sei vom Vorgesetzten der
angebotenen Stelle zurückgezogen worden, ohne dass ihm eine angemessene
Bedenkfrist eingeräumt worden sei. Eine minimale Frist von mindestens sieben bis 14
Tagen wäre angebracht und Usus gewesen. Der Arbeitsortwechsel hätte am 12. Juni
2017 vollzogen werden sollen. Er hätte also mindestens bis dahin Zeit haben sollen, um
die Situation zu klären (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie weist darauf hin, gemäss dem am 8. Juni 2017
gesendeten Mail habe sich der Beschwerdeführer weder am 7. Juni 2017 noch am 8.
Juni 2017 beim Leiter Logistik gemeldet (act. G3.1/11). Der Beschwerdeführer habe
nach Erhalt des Mails nicht mehr versucht, die Anschlussstelle zu erhalten.
Insbesondere habe er nicht reklamiert und mitgeteilt, dass er den Anschlussvertrag
akzeptieren wolle. Die offerierte Anschlusstätigkeit hätte zwar einen anderen
Aufgabenbereich umfasst, wäre aber zu denselben Konditionen entschädigt worden.
Es würden keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Weiterführung des
Arbeitsverhältnisses unzumutbar gewesen wäre. Die verfügte Einstellung von 36 Tagen
liege im unteren Bereich des schweren Verschuldens. Sie habe damit den besonderen
Umständen Rechnung getragen (act. G3).
C.c Mit Replik vom 19. März 2018 hält der Beschwerdeführer fest, er habe die Stelle zu
keiner Zeit als unzumutbar eingestuft. Seine erste Stellungnahme vom 10. Oktober
2017 beruhe auf einem Missverständnis. Zu erwarten, er hätte nach dem Empfang des
Mails reklamieren sollen, sei in Anbetracht der verworrenen Umstände abstrus. Er habe
die zumutbare Stelle nicht abgelehnt. Das Angebot sei vom zukünftigen Vorgesetzten
frühzeitig zurückgezogen worden (act. G5).
C.d Mit Duplik vom 26. März 2018 äussert die Beschwerdegegnerin, die ursprüngliche
Darstellung, wonach das Angebot bis zum 6. Juni 2017 befristet gewesen sei,
erscheine wahrscheinlicher als eine Frist bis zum Antritt der neuen Tätigkeit am 12. Juni
2017 (act. G7).

Erwägungen
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1.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02]).
1.2 Wurde die Kündigung vom Arbeitgeber ausgesprochen, weil die versicherte
Person trotz der ihr gebotenen Gelegenheit nicht bereit war, das Arbeitsverhältnis unter
geänderten Bedingungen weiterzuführen, kann der Einstellungsgrund der
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG gegeben sein. In
einem solchen Fall ist vorab festzustellen, ob die versicherte Person tatsächlich nicht
bereit war, das Arbeitsverhältnis weiterzuführen. Mithin muss zuerst geklärt werden, ob
die versicherte Person Arbeit abgelehnt hat. Ist das der Fall, wird in einem zweiten
Schritt geprüft, ob die angebotene Arbeit zumutbar war.
1.3 Die versicherte Person muss zur Schadensminderung grundsätzlich jede Arbeit
unverzüglich annehmen (Art. 16 Abs. 1 AVIG). Sie ist in der Anspruchsberechtigung
einzustellen, wenn sie eine zumutbare Arbeit nicht annimmt (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG).
Die versicherte Person hat deshalb bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber klar und
eindeutig die Bereitschaft zum Vertragsschluss zu bekunden. Nach der
Rechtsprechung rechtfertigt sich eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung bereits
dann, wenn die versicherte Person in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt
wird oder durch ihr Verhalten einen Vertragsabschluss grobfahrlässig verhindert. Das
kann unter anderem durch unterlassene oder verspätete Vorsprache beim Arbeitgeber
geschehen. Ihr Verhalten muss adäquat kausal für das Nichtzustandekommen des
Arbeitsverhältnisses sein. Hätte die versicherte Person die Stelle ohnehin nicht erhalten
oder der Arbeitgeber ein bestehendes Arbeitsverhältnis von sich aus auf den gleichen
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Zeitpunkt ohnehin gekündigt, darf keine Einstellung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD,
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 115 und 148 f.).
2.
2.1 Vorliegend macht der Beschwerdeführer geltend, er habe die angebotene
Arbeitsstelle gar nicht abgelehnt. Vielmehr habe der zukünftige Vorgesetzte das
Angebot innert zu kurzer Frist zurückgezogen, sodass die Kündigung vom 2. Juni 2017
definitiv geworden sei. Der Beschwerdeführer impliziert, dass er vom Rückzug des
Angebots überrascht wurde.
2.2 Dem Beschwerdeführer wurde kein neuer schriftlicher Arbeitsvertrag zur Prüfung
unterbreitet. Die Arbeitgeberin beschränkte sich lediglich darauf, dem
Beschwerdeführer in der Änderungskündigung einen neuen Arbeitsvertrag als
Mitarbeiter in der Abteilung Logistik anzubieten. Eine Annahmefrist wurde nicht
schriftlich angesetzt. Dass der Beschwerdeführer zuerst die näheren Umstände dieser
neuen Anstellung klären wollte, ist legitim. Er konnte denn auch noch gleichentags ein
Gespräch mit dem vorgesehenen neuen Vorgesetzten führen. Anlässlich jenes
Gesprächs konnten vorderhand alle offenen Fragen geklärt werden. Der
Beschwerdeführer schreibt jedenfalls in seiner Einsprache, der Leiter Logistik habe ihm
nach dem Gespräch eine Bedenkfrist bis 6. Juni 2017 gegeben (act. G3.1/18). Das
lässt darauf schliessen, dass von Seiten der Arbeitgeberin die Konditionen klar waren.
Die Arbeitgeberin äussert sich nicht selbst dazu, was am 6. Juni 2017 geschehen ist.
Sie bestätigt jedoch pauschal die Aussagen des Beschwerdeführers, wonach der Leiter
Logistik für die Arbeitgeberin das Angebot einer neuen Anstellung zurückgezogen hat
(act. G3.1/11). Es kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer den
neuen Arbeitsvertrag nicht aktiv und explizit abgelehnt hat.
2.3 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer durch sein Verhalten vorsätzlich oder
grobfahrlässig einen Vertragsabschluss verhindert hat. Dazu gibt der Beschwerdeführer
an, dass er am 6. Juni 2017 noch offene Fragen mit dem Vorgesetzten habe klären
wollen. Als dies nicht möglich gewesen sei, sei ein Treffen für den nächsten Tag
vereinbart worden. Als er anderntags ins Büro gekommen sei, habe ihm der
Vorgesetzte bereits per Mail mitgeteilt gehabt, dass die Kündigung endgültig sei.
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Dieser Darstellung ist jedoch entgegenzuhalten, dass das von der Arbeitgeberin ins
Recht gelegte Mail des Vorgesetzten erst vom 8. Juni 2017 datiert. Demnach hatte sich
der Beschwerdeführer nicht wie vereinbart am 7. Juni 2017 aktiv gemeldet und
anlässlich des Anrufs des Leiters Logistik gegen 17:30 Uhr erklärt, er wolle nochmals
mit seiner Frau sprechen und sich am 8. Juni 2017 am frühen Morgen melden.
Nachdem das nicht passierte, erklärte der Vorgesetzte dem Beschwerdeführer
schliesslich um 9:48 Uhr sinngemäss den definitiven Rückzug des Arbeitsangebots
(act. G 3.1/11). Diese Sachverhaltsdarstellung blieb vom Beschwerdeführer
grundsätzlich unwidersprochen. Er merkte einzig an, dass er sich an das Gespräch
vom 7. Juni 2017 nicht mehr erinnern könne. Offensichtlich sei es kurz und belanglos
gewesen. Ausserdem könne nicht vereinbart worden sein, dass er sich früh beim Leiter
Logistik melden werde, da er später am Morgen zur Arbeit gegangen sei (act. G1.2).
Nachdem sich der Geschehensablauf aus dem echtzeitlichen Mail des Vorgesetzten
plausibel herleiten lässt, ist auf diesen Sachverhalt abzustellen.
2.4 Der Beschwerdeführer hatte mindestens zweimal Gelegenheit, Unklarheiten zu
beseitigen. Soweit ersichtlich waren inhaltlich keine Streitpunkte vorhanden und solche
werden auch nicht geltend gemacht. Die Arbeitgeberin musste daher auch nicht
annehmen, der Beschwerdeführer benötige eine längere Annahmefrist. Hätte der
Beschwerdeführer eine längere Bedenkfrist gewünscht, so wäre es an ihm gewesen,
das zu begründen und zu kommunizieren. Aufgrund der Tatsache, dass die
Arbeitgeberin ihn grundsätzlich zu den gleichen Anstellungsbedingungen,
insbesondere zum gleichen Lohn, hätte weiterbeschäftigen wollen, war der Sachverhalt
nicht so komplex, dass die Bedenkfrist zu kurz gewesen wäre.
2.5 Hätte der Beschwerdeführer die neue Stelle tatsächlich annehmen wollen, wäre es
zudem in seiner Verantwortung gewesen, nach Erhalt des Mails bzw. Eintreffen am
Arbeitsplatz am 8. Juni 2017 mit dem Leiter Logistik Kontakt aufzunehmen. Er hätte
ihm spätestens dann mitteilen müssen, dass betreffend Zeitpunkt der Rückmeldung ein
Missverständnis vorliege und er die Stelle jedenfalls annehmen wolle. Aus der
Tatsache, dass er den neuen Arbeitsplatz per 12. Juni 2017 hätte antreten müssen,
kann der Beschwerdeführer keine Annahmefrist bis zu jenem Zeitpunkt ableiten. Indem
der Beschwerdeführer zwei Annahmetermine ungenutzt verstreichen liess, nahm er in
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Kauf, dass der Vorgesetzte das Angebot zurückzieht, und vereitelte damit
eventualvorsätzlich einen Vertragsabschluss.
3.
3.1 In Anlehnung an den Tatbestand von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV ist zu untersuchen,
ob dem Beschwerdeführer die Annahme des Änderungsangebotes und damit das
Verbleiben bei der bisherigen Arbeitgeberin zumindest bis zum Antritt einer
Anschlussstelle zumutbar war (JACQUELINE CHOPARD, a.a.O., S. 119). Grundsätzlich
muss eine versicherte Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht jede
zumutbare Arbeit annehmen bzw. beibehalten (Art. 16 Abs. 1 AVIG). Die Zumutbarkeit
des Verbleibens am Arbeitsplatz ist (auch bei einer Änderungskündigung) strenger zu
beurteilen als die Zumutbarkeit der Annahme einer neuen Stelle. Es kann der
versicherten Person gegebenenfalls zugemutet werden, dass sie eine Stelle zumindest
noch vorübergehend beibehält, um sich aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus
nach einer Anschlussstelle umzusehen. In Nachachtung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG
statuierten Schadenminderungspflicht ist ein zumutbares Änderungsangebot zu
akzeptieren und das Arbeitsverhältnis bis zur Zusage einer anderen Erwerbstätigkeit
fortzuführen (JACQUELINE CHOPARD, a.a.O., S. 116 und 119).
3.2 Vorliegend macht der Beschwerdeführer nicht geltend, die angebotene Stelle sei
unzumutbar gewesen (vgl. Replik, act. G5). Die Arbeitgeberin hat angegeben, dass die
neue Stelle zu den gleichen Konditionen angeboten worden sei wie die alte. Der Lohn
wäre gleich geblieben und der Arbeitsort hätte dem im Arbeitsvertrag ursprünglich
vereinbarten Ort entsprochen. Es sind somit keine Gründe ersichtlich, die zur
Unzumutbarkeit des Arbeitsverhältnisses geführt hätten. Dem Beschwerdeführer war
die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu den geänderten Bedingungen also
zumutbar. Der Beschwerdeführer wurde somit zu Recht wegen selbstverschuldeter
Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung eingestellt.
4.
Zu prüfen bleibt, ob die von der Beschwerdegegnerin verfügten 36 Einstelltage
angemessen sind.
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4.1 Zweck der Einstellung in der Anspruchsberechtigung als versicherungsrechtliche
Sanktion ist die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den
sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung verursacht hat. Die
Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3
AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und
31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Ein schweres
Verschulden liegt insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren
Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle
aufgegeben hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV). Nach der Rechtsprechung bildet die
Annahme eines schweren Verschuldens die Regel, von welcher bei Vorliegen
besonderer Umstände im Einzelfall abgewichen werden darf. Vorausgesetzt ist ein
entschuldbarer Grund, worunter ein Grund zu verstehen ist, welcher – ohne zur
Unzumutbarkeit zu führen – das Verschulden leichter als schwer erscheinen lässt.
Wenn ein solcher Grund vorliegt, bemisst sich die Einstellungsdauer nach der
allgemeinen Regel des Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG (BGE 130 V 125 E. 3.5). Bei der
Bemessung der Einstellungsdauer und der Prüfung eines entschuldbaren Grundes sind
alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, insbesondere die Beweggründe,
persönlichen Verhältnisse, bisheriges Verhalten, Begleitumstände wie Verhalten des
Arbeitgebers oder irrtümliche Annahmen über den Sachverhalt. Verschiedene Faktoren
wie begründete Hoffnung auf eine Neuanstellung oder belastende Umstände am
Arbeitsplatz können das Verschulden mindern (JAQUELINE CHOPARD, a.a.O., S. 167
und 169).
4.2 Der Beschwerdeführer hat durch sein Verhalten eine weitere Anstellung bei der
Arbeitgeberin verhindert und damit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV das
Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst. Einer ausdrücklichen Ablehnung der
angebotenen Arbeit bedarf es dafür nicht. Die weiteren Angaben des
Beschwerdeführers betreffend Abstieg, Bedenken wegen des Arbeitsklimas und Druck
wegen der als kurz empfundenen Annahmefrist sind nicht weiter belegt und stellen
keinen entschuldbaren Grund für das Verhalten des Beschwerdeführers dar. Die
Beschwerdegegnerin hat die konkreten Verhältnisse insofern berücksichtigt, als sie
dem Beschwerdeführer Einstelltage im unteren Bereich der Sanktion für schweres
Verschulden auferlegt hat. Damit ist auch dem Umstand ausreichend Rechnung
getragen, dass der Beschwerdeführer sich für eine Anstellung im Departement Finance
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bei der Arbeitgeberin eingesetzt hat. Die Einstellung von 36 Tagen stellt daher eine dem
konkreten Verschulden angemessene Sanktion dar.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).