Decision ID: a13a6a3f-4b96-5318-9d7f-3b37d930ef01
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 17. Oktober 2015 um Asyl in der
Schweiz nach.
A.b Mit Verfügung vom 16. März 2018 stellte das SEM fest, die Beschwer-
deführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch
ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug
an. Zur Begründung führte das SEM an, die Beschwerdeführerin habe sich
anlässlich ihrer BzP und der Anhörung zu ihren zentralen Ausreisegründen
diametral widersprochen. In der BzP habe sie noch geltend gemacht, sie
habe Pakistan verlassen, weil sie in ihrem Heimatland als Frau nicht res-
pektiert werde, dort nicht in Würde leben könne und zudem Opfer eines
Übergriffs durch (Nennung Person) geworden sei. In der Anhörung habe
sie demgegenüber ausgeführt, sie habe Pakistan verlassen, weil ein ein-
flussreicher Mann sie habe heiraten wollen. Dieser respektive dessen
Leute hätten dabei sie und ihren Vater bedroht. Die Äusserung, bei der BzP
sei sie von der Dolmetscherin unterbrochen worden, vermöge diese ge-
gensätzliche Sachverhaltsdarstellung nicht zu erklären. Weiter würden die
Ausführungen zur geltend gemachten Bedrohungslage mehrere chronolo-
gische Unstimmigkeiten aufweisen. Sodann sei grundsätzlich nicht in Ab-
rede zu stellen, dass sich der Vorfall mit (Nennung Person) tatsächlich ge-
mäss der Darlegung der Beschwerdeführerin ereignet habe. Es sei aber
nicht ersichtlich, inwiefern dieser mit der von ihr geltend gemachten Bedro-
hungslage zusammenhängen solle. An der BzP habe sie denn auch noch
explizit erklärt, das Ereignis sei im Kontext der allgemein schlechten Si-
cherheitslage sowie der religiös motivierten Gewaltbereitschaft in ihrem
Heimatland zu verstehen. Somit habe sie nicht glaubhaft machen können,
dass sie aufgrund ihrer verweigerten Heirat mit einem (Nennung Person)
in Pakistan ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen sei oder begrün-
dete Furcht hätte, bei einer Rückkehr solche zu erleiden. Die geltend ge-
machte generell schlechte Sicherheitslage in Pakistan sowie die sozialen
Lebensbedingungen für Frauen seien nicht als flüchtlingsrechtlich relevant
anzusehen. Von diesen Umständen sei die gesamte Zivilbevölkerung Pa-
kistans gleichermassen betroffen, womit es diesen an der erforderlichen
Gezieltheit fehle. Abgesehen von dem Vorfall mit (Nennung Person) habe
sie denn auch keine konkreten Nachteile geltend gemacht. Bei diesem Vor-
fall könne nicht zweifelsfrei beurteilt werden, auf welches Motiv der ver-
suchte Übergriff zurückzuführen sei. Es sei aber davon auszugehen, dass
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(Nennung Person) sie rein zufällig aufgrund einer sich ihm bietenden Ge-
legenheit als Opfer ausgesucht habe; konkrete Hinweise für eine Wieder-
holung der Tat seien nicht ersichtlich. Ein aktuelles Schutzbedürfnis sei
folglich zu verneinen und das Vorbringen sei nicht asylrelevant. Weiter
müsse die Beschwerdeführerin allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Eth-
nie der Hazara bei einer Rückkehr nach Pakistan keine Verfolgungsmass-
nahmen im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten. Zwar gebe es in Pakistan
ein hohes Mass an religiös motivierter Gewalt gegenüber Hazara. Gemäss
der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2014/32)
würden die Angriffe aber in Relation zur Grösse dieser Gruppe nicht eine
derart grosse Dimension erreichen, dass die hohen Anforderungen an eine
Kollektivverfolgung von Hazara in Pakistan als erfüllt zu betrachten wären.
Sodann erachtete das SEM den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zu-
mutbar und möglich.
A.c Mit Urteil D-2282/2018 vom 5. April 2019 wurde die gegen diese Ver-
fügung am 19. April 2018 erhobene Beschwerde abgewiesen. Zur Begrün-
dung führte das Gericht aus, auch wenn die Beschwerdeführerin anlässlich
der BzP bezüglich des Vorfalls mit (Nennung Person) offensichtlich frauen-
spezifische Motive für ihre Flucht vorgebracht habe, habe sie dort mit kei-
nem Wort erwähnt, dass sie ausgereist sei, weil ein (Nennung Person)
B._ sie habe heiraten wollen und ihre Familie deshalb unter Druck
gesetzt habe. In der Anhörung habe sie dagegen bei der Nennung der Aus-
reisegründe zuerst die Drohungen von B._ und dessen Leuten im
Zusammenhang mit der verweigerten Heirat angeführt. Danach habe sie
erwähnt, dass sie sich stets bedroht gefühlt habe, wobei es schliesslich
auch einen Vorfall mit (Nennung Person) gegeben habe. Es sei die angeb-
liche akute Bedrohungslage im Zusammenhang mit dem Heiratsbegehren
von B._ der unmittelbare Grund für das Verlassen ihrer Heimat ge-
wesen, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass sie von diesen Umständen
bei der BzP nichts erzählt habe. Das Vorbringen stelle auch keine blosse
Präzisierung der bereits bei der BzP dargelegten frauenspezifischen
Fluchtgründe dar. Wenn die Beschwerdeführerin ihren Angaben nach nur
wenige Tage, nachdem ihr Vater erneut dazu gedrängt worden sei, einer
Heirat mit B._ zuzustimmen, abgereist sei, so wäre zu erwarten,
dass sie dies auch im Rahmen einer summarischen Darlegung ihrer Flucht-
gründe erwähnt. Vor diesem Hintergrund sei auch die Angabe, die Dolmet-
scherin habe sie bei der BzP unterbrochen, als blosse Schutzbehauptung
zu werten. Die anlässlich der Anhörung genannten Hauptgründe für das
Verlassen der Heimat seien bei der ersten Befragung nicht einmal in den
Ansätzen erwähnt worden. Somit müsse die geltend gemachte Bedrohung
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durch B._ und dessen Gefolgsleute als nachgeschoben und damit
als unglaubhaft eingestuft werden. Sodann wäre – selbst wenn man den
Vorfall mit (Nennung Person) trotz der unterschiedlichen Schilderungen als
glaubhaft ansehen sollte – dieses Ereignis als nicht asylrelevant einzustu-
fen. Aus den Anhörungsprotokollen gehe nicht hervor, dass zwischen der
angeblichen Bedrohungslage durch die verweigerte Heirat mit B._
und diesem Ereignis aus objektiver Sicht ein Zusammenhang bestehen
könnte. Die entsprechenden Einwände der Beschwerdeführerin vermöch-
ten angesichts ihrer protokollierten Aussagen nicht zu überzeugen. Es be-
stünden auch keine Anhaltspunkte dafür, dass dieses Ereignis von der
Gruppierung um B._ ausgegangen sein könnte. Das konkrete Motiv
hinter diesem Ereignis lasse sich zwar nicht eruieren. Es müsse aber da-
von ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin als zufälliges Op-
fer einer möglichen Straftat ausgesucht worden sei. Unabhängig des da-
hinterstehenden Motivs handle es sich somit nicht um eine gezielt gegen
sie gerichtete Verfolgungsmassnahme, womit der Vorfall nicht als asylrele-
vant zu qualifizieren sei. Den Akten würden sich auch keine Hinweise da-
rauf entnehmen lassen, dass der Beschwerdeführerin konkret drohen
würde, erneut einem solchen Übergriff zum Opfer zu fallen. Auch bei den
telefonischen Drohungen sowie den allgemein schlechten Bedingungen für
Frauen in Pakistan und im Besonderen für Hazara-Frauen handle es sich
nicht um eine gezielt gegen die Beschwerdeführerin gerichtete Verfolgung.
Die Beschwerdeführerin habe denn auch nicht dargelegt, inwiefern sie von
letzteren Umständen mehr oder in einem besonderen Ausmass betroffen
gewesen wäre als andere pakistanische (Hazara-)Frauen. Laut BVGE
2014/32 sei sodann – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht
– nicht von einer Kollektivverfolgung von in Quetta lebenden Hazara aus-
zugehen. Die in der Beschwerdeschrift zitierten Berichte zur schwierigen
Lage von Hazara in Quetta vermöchten an der Einschätzung, dass die
Übergriffe auf Hazara in Quetta zahlenmässig nach wie vor nicht eine der-
art grosse Dimension erreichen würden, um die hohen Anforderungen der
Rechtsprechung an eine Kollektivverfolgung zu erfüllen (vgl. zum Ganzen
BVGE 2014/32 E. 7.2 sowie in jüngerer Zeit Urteil des BVGer D-6993/2015
vom 6. Februar 2019 E. 6), nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin lege
nicht dar, inwiefern sich die Lage von weiblichen Hazara erheblich schlech-
ter präsentieren sollte respektive dass sie – im Vergleich zu männlichen
Hazara – vermehrt Opfer von gewalttätigen Angriffen würden. Sodann er-
achtete das Gericht die Ausführungen des SEM zur Zulässigkeit, Zumut-
barkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs als zutreffend.
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B.
Mit Eingabe vom 4. Dezember 2019 reichte die Beschwerdeführerin unter
Beilage diverser Unterlagen (Aufzählung Beweismittel) beim SEM ein Wie-
dererwägungsgesuch ein. Darin ersuchte sie, es sei wiedererwägungs-
weise festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei. Als
Folge davon sei die Verfügung des SEM vom 11. August 2017 (recte: 16.
März 2018) aufzuheben und wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen.
Sie machte geltend, die Sicherheitslage in Quetta – so insbesondere für
Angehörige der Ethnie der Hazara – sei bedenklich und habe sich weiter
verschlechtert. Es komme zu willkürlichen Übergriffen, was die eingereich-
ten Unterlagen belegten. So sei auch ihr Vater auf dem Heimweg von Un-
bekannten auf Motorrädern mit Pistolen beschossen worden und dem An-
griff wie durch ein Wunder entkommen. Da sie sich neben ihrer (Nennung
Ausbildung) bei (Nennung Tätigkeit) eingesetzt habe, mache sie diese Tä-
tigkeit zu einer weiteren Zielscheibe für Angriffe. Ferner würden ihre (Nen-
nung Angehörige) mittlerweile im C._ leben und seit dem (...) eine
Wohnung in der Stadt D._ mieten, da die Situation in Quetta uner-
träglich geworden sei. Die diesbezüglich eingereichten Fotos würden bele-
gen, dass sie nun in Pakistan nicht mehr auf ein Beziehungsnetz zurück-
greifen könne. Ausserdem seien ihre Eltern krank (Nennung Leiden und
beabsichtigte Behandlung). Diese könnten sie daher kaum unterstützen.
Ausserdem seien ihre Aussichten auf eine Arbeitsstelle sehr schlecht be-
ziehungsweise es bestehe in der für sie sicheren Zone keine Möglichkeit,
eine Stelle zu finden. Es sei ihr daher insgesamt nicht möglich, sich in ihrer
Heimat eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Ein Wegweisungsvollzug
sei als unzulässig sowie als unzumutbar zu qualifizieren.
C.
Mit Schreiben vom 18. Dezember 2019 teilte die Beschwerdeführerin dem
SEM mit, dass sie mit ihren beiden (Nennung Verwandte) zusammen auf
der Flucht gewesen war, von diesen getrennt worden war und den Kontakt
zu diesen verloren gehabt habe. Nun habe sie durch ihre derzeit im
C._ lebenden (Nennung Angehörige) erfahren, dass sich beide
(Nennung Verwandte) in der Schweiz aufhalten würden. E._
(N_) sei hierzulande als Flüchtling anerkannt und (Nennung Ver-
wandte) F._ (N_) sei vorläufig aufgenommen worden. Da
sich nun beide (Nennung Verwandte) in der Schweiz und ihre (Nennung
Angehörige) im C._ aufhielten, bedeute dies, dass sie in Pakistan
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über keine Familienangehörigen mehr verfüge, auf welche sie zählen
könne.
D.
Mit Verfügung vom 23. Januar 2020 lehnte das SEM das Wiedererwä-
gungsgesuch ab und stellte die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit der Ver-
fügung vom 16. März 2018 fest. Ferner wies es das Gesuch um Erlass der
Verfahrenskosten ab, erhob eine Gebühr von Fr. 600.– und führte an, dass
einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme.
E.
Mit Eingabe vom 24. Februar 2020 erhob die Beschwerdeführerin gegen
diesen Entscheid Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und eventuell sei die Sache zwecks Ergänzung des
Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die
vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen. In formeller Hinsicht er-
suchte sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um Anweisung
an die Vollzugsbehörden, von einer Überstellung ihrer Person nach Pakis-
tan abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensivef-
fekt der Beschwerde entschieden habe. Ferner sei das SEM anzuweisen,
auf die in Rechnung gestellte Gebühr von Fr. 600.– zu verzichten. Sodann
sei die unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu ge-
währen und von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen.
Der Beschwerde lagen (Nennung Beweismittel) bei.
F.
Am 25. Februar 2020 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Weg-
weisung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
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auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG)
ist einzutreten. Auf einen Schriftenwechsel wird gestützt auf Art. 111a
Abs. 1 AsylG verzichtet.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl.
BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt
(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert
30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und
begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG).
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit Prozess-
entscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisionsgründe einen
Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum sogenannten "qualifizier-
ten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Darüber
hinaus sind Revisionsgründe, welche sich auf Tatsachen und Beweismittel
abstützen, die erst nach Abschluss eines Beschwerdeverfahrens entstan-
den sind, stets unter dem Titel der Wiedererwägung bei der Vorinstanz ein-
zubringen, da solche neu entstandenen Beweismittel keine Grundlage für
ein Revisionsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht darstellen kön-
nen (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a [letzter Satz] BGG;
BVGE 2013/22 E. 12.3). Gemäss Art. 111b Abs. 1 AsylG in Verbindung mit
Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG hat die Partei diesfalls neue erhebliche Tatsa-
chen oder Beweismittel beizubringen. Analog zur Revision wird dabei vo-
rausgesetzt, dass die entsprechenden Beweismittel auch bei zumutbarer
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Sorgfalt nicht im Rahmen des ordentlichen Verfahren hätten eingereicht
werden können. Die Erheblichkeit ist zu bejahen, wenn die neu angerufe-
nen Tatsachen und Beweismittel geeignet sind, die beurteilten Asylvorbrin-
gen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.
4.
4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
4.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
4.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
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5.
5.1 Zur Begründung der Abweisung des Wiedererwägungsgesuchs führte
das SEM im Wesentlichen aus, hinsichtlich der hohen Anforderungen, wel-
che an den Nachweis drohender unmenschlicher Strafe oder Behandlung
im Sinne von Art. 3 EMRK gestellt würden, genüge es nach der Rechtspre-
chung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) nicht,
eine allgemeine Gefahr vorzubringen. Vielmehr müsse sich diese Gefahr
gerade auf die betroffene Person beziehen. Es werde auf die allgemeine
Situation und die Erfahrungen im Zielland abgestellt, wobei allein der Um-
stand, dass dort ernsthafte Verletzungen der Menschenrechte stattfinden,
im Allgemeinen für die Bejahung eines "real risk" für eine bestimmte Person
nicht genügten. Vielmehr seien spezifische Gründe darzulegen, die die Ge-
fahr für den Betroffenen, einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung
ausgesetzt zu werden, als real erscheinen lassen würden. Solche Gründe
lege die Beschwerdeführerin in ihrem Wiedererwägungsgesuch nicht dar.
Sie führe lediglich in genereller Weise aus, dass die Lage in Quetta – ins-
besondere für Hazara – äusserst prekär sei und sie jederzeit mit willkürli-
chen Übergriffen rechnen müsse. Dabei verweise sie auf (Nennung Be-
weismittel) und einen Vorfall vom (...), bei dem ihr Vater Opfer eines will-
kürlichen Angriffs geworden sei. Weder der (Nennung Beweismittel) noch
der besagte Vorfall würden allerdings einen konkreten Bezug zu ihrer Per-
son aufweisen. Damit sei nicht ersichtlich, inwiefern sich daraus für sie das
Risiko, Opfer einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung zu werden,
seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2282/2018 vom 5. April
2019 erhöht habe. Aus den Beweismitteln lasse sich überdies nicht ablei-
ten, dass sich die Lage in Quetta seit dem besagten Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts derart verschlechtert hätte, dass von einer objektiv ver-
änderten Sachlage auszugehen und der Wegweisungsvollzug neu in ge-
nereller Weise als unzulässig oder als unzumutbar einzustufen sei. Im Üb-
rigen hätte (Nennung Beweismittel) ohne Weiteres bereits im ersten Be-
schwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eingereicht wer-
den können und müssen, weshalb er im vorliegenden Verfahren nicht wei-
ter zu berücksichtigen sei. Im Ergebnis seien die hohen Anforderungen an
ein "real risk" daher nicht erfüllt.
Sodann sei auch unter den in der Eingabe vom 4. Dezember 2019 vorge-
brachten Umständen für die Beschwerdeführerin weiterhin von einem trag-
fähigen Beziehungsnetz in Pakistan auszugehen. So verfüge sie beispiels-
weise in G._ über einen (Nennung Verwandter), in dessen Organi-
sation sie bereits vor ihrer Ausreise gearbeitet habe. Auch die Mutter die-
ses (Nennung Verwandter), mithin ihre (Nennung Verwandte), lebe in
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G._. Des Weiteres würden die meisten ihrer Verwandten in Quetta
leben. Besagte Verwandte dürften, anstelle ihrer (Nennung Verwandte),
sodann in der Lage sein, sie zumindest in der Anfangsphase finanziell zu
unterstützen. Dies gelte auch für die im Ausland lebenden Geschwister. Die
Beschwerdeführerin habe nahezu ihr ganzes Leben in Pakistan verbracht,
dort (Nennung Ausbildung und Arbeitserfahrungen). Es sei davon auszu-
gehen, dass sie bei der Wiedereingliederung auch auf ein Netz von Freun-
den und Bekannten zurückgreifen könne. Was die geäusserten Schwierig-
keiten hinsichtlich der beruflichen Integration betreffe, so hätte dieses Vor-
bringen bereits im Beschwerdeverfahren geltend gemacht werden müs-
sen, weshalb nicht weiter darauf einzugehen sei. Im Übrigen habe sich das
Bundesverwaltungsgericht im erwähnten Urteil eingehend mit der individu-
ellen Zumutbarkeit ihres Wegweisungsvollzugs auseinandergesetzt und
diese bejaht. Der Vollständigkeit halber sei anzufügen, dass es der Be-
schwerdeführerin auch nicht gelungen sei, den Wegzug ihrer (Nennung
Angehörige) aus Pakistan glaubhaft zu machen. Die diesbezüglich einge-
reichten Beweismittel seien für den Nachweis einer Niederlassung im
C._ als nicht beweiskräftig zu erachten. Beim (Nennung Beweismit-
tel) handle es sich um ein Dokument ohne jegliche Sicherheitsmerkmale,
dem aufgrund seiner leichten Fälschbarkeit kaum Beweiswert zukomme.
Die eingereichten Fotos könnten sodann ohne Weiteres auch anlässlich
einer (vorübergehenden) Reise in den C._ aufgenommen worden
sein, was auch für die Briefumschläge gelte. Im Weiteren liefere die Be-
schwerdeführerin in ihrem Wiedererwägungsgesuch keine Erklärung dafür,
weshalb die gemäss den (Nennung Beweismittel) offenbar noch in Quetta
in laufender Behandlung stehenden (Nennung Verwandte) gerade im (...)
hätten in den C._ ziehen sollen, nachdem sie – trotz der prekären
Sicherheitslage – ihr ganzes bisheriges Leben in Quetta verbracht hätten.
Zusammenfassend lägen keine Gründe vor, die die Rechtskraft der Verfü-
gung vom 16. März 2018 beseitigen könnten.
5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe bekräftigte die Beschwerdeführerin die im
Wiedererwägungsgesuch dargelegten Vollzugshindernisse und verwies
dabei auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-4269/2013 vom
25. November 2014 (publiziert in: BVGE 2014/32; Anmerkung Bundesver-
waltungsgericht), das sich zur Sicherheitslage der Hazara in Pakistan und
insbesondere in der Stadt Quetta geäussert habe. Darin habe das Gericht
festgehalten, dass die Zugehörigkeit zur Minderheit der Hazara ein starkes
Indiz für eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs darstelle. Sofern
sich aus der persönlichen Situation ein zusätzliches Gefährdungsindiz er-
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gebe, das über die schwierige generelle Lage hinausgehe, sei der Weg-
weisungsvollzug als unzumutbar zu bezeichnen. Als ein solch zusätzliches
Gefährdungsindiz sei unter anderem die Situation mit B._ aufge-
führt worden. Die Vorinstanz habe jedoch darauf verzichtet, auf dieses Ar-
gument einzugehen, obwohl von dieser Person eine enorme Gefährdung
für die Beschwerdeführerin ausgehe. Da B._ über einen weit rei-
chenden Einfluss verfügen dürfte, würde dieser sofort über ihre Rückkehr
nach Pakistan informiert, und sie wäre einer direkt gegen sie gerichteten
Gefährdung ausgesetzt. Sodann belege der eingereichte (Nennung Be-
weismittel), dass täglich gezielte Angriffe auf Angehörige der Hazara ge-
schehen würden und es auch sie hätte treffen können, wenn sie vor Ort
gewesen wäre. Sie wäre demnach im Falle einer Wegweisung tagtäglich
dem Risiko solcher Angriffe und einer Art. 3 EMRK zuwiderlaufenden Be-
handlung ausgesetzt. Ferner sei dem Argument eines bestehenden tragfä-
higen Beziehungsnetzes entgegenzuhalten, dass dieses Beziehungsnetz
eine angemessene Unterkunft, die Grundversorgung sowie die Hilfe zur
sozialen und wirtschaftlichen Integration gewährleisten müsste. Diese Vo-
raussetzungen würden jedoch nicht einfach durch das Vorhandensein ent-
fernter Verwandter in Pakistan erfüllt. Diese Verwandten hätten sich in kei-
nerlei Hinsicht bereit erklärt, sie in irgendeiner Form zu unterstützen. Auch
ihre in der Schweiz lebenden (Nennung Verwandte) seien nicht in der Lage,
ihr Unterstützung zu geben, zumal diese erst kürzlich in der Schweiz ein
Bleiberecht erhalten hätten und selbst von der Sozialfürsorge leben wür-
den. Weiter habe sie ihre Ausbildung nicht beenden können und ihre Arbeit
in einer (Nennung Arbeitsort) sei bekanntlich nicht gerne gesehen. Ausser-
dem sei der Arbeitsmarkt in Quetta aufgrund der prekären Sicherheitslage,
der Abwanderung von Geschäftsleuten, der eingeschränkten Mobilität
kaum existent. Daher werde sie kaum Chancen haben, auf dem dortigen
Arbeitsmarkt Fuss zu fassen und sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Ferner erscheine es stossend, die zum Nachweis einer Niederlassung ihrer
Familienangehörigen im C._ eingereichten Dokumente derart pau-
schal zu bagatellisieren und in keiner Weise zu würdigen. Die Beweismittel
müssten entsprechend gewürdigt werden. Sie verfüge in der Tat in ihrer
Heimat über keine Kernfamilie mehr und wäre dort ohne finanzielle Mittel
auf sich alleine gestellt. Schliesslich führte die Beschwerdeführerin unter
Hinweis auf verschiedene öffentliche Berichte an, die allgemeine Lage der
Hazara habe sich – entgegen der vom SEM vertretenen Ansicht – durch-
aus weiter verschlechtert. Die Regierung sei nicht in der Lage, die gegen
die Hazara ausgeübte Gewalt einzudämmen.
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Seite 12
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt vorliegend in Übereinstimmung
mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es der Beschwerdeführerin mit ihren
Vorbringen im Wiedererwägungsgesuch nicht gelingt, eine veränderte
Sachlage darzutun, welche der Zulässigkeit oder der Zumutbarkeit des
Vollzugs der Wegweisung entgegenstehen würde. Die Ausführungen in der
Rechtsmitteleingabe sowie die auf Beschwerdeebene eingereichten Be-
weismittel vermögen daran nichts zu ändern.
6.2 Vorweg ist anzuführen, dass die Ausführungen zu den Schwierigkeiten
einer beruflichen Reintegration am Herkunftsort der Beschwerdeführerin
und das aus dem Jahr (...) stammende Beweismittel, das sich zur Sicher-
heitslage in Quetta und zu den verübten Übergriffen auf Hazara äussert,
als im wiedererwägungsrechtlichen Sinne verspätet vorgebracht zu erach-
ten sind (Art. 111b Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Solche
verspäteten Vorbringen können jedoch ungeachtet der 30-tägigen Frist zur
Revision eines rechtskräftigen Entscheids führen, wenn aufgrund dieser
Vorbringen offensichtlich wird, dass der Beschwerdeführerin Verfolgung
oder menschenrechtswidrige Behandlung droht und damit ein völkerrecht-
liches Wegweisungshindernis besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 9
E. 7). Dabei muss die beachtliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen,
ernsthaften Gefahr schlüssig nachgewiesen werden, selbst wenn dabei ein
herabgesetzter Beweismassstab des Glaubhaftmachens genügt. Diesbe-
züglich ist jedoch keine drohende Verfolgung oder menschenrechtswidrige
Behandlung ersichtlich, zumal ein individueller Bezug der (Nennung Be-
weismittel), welche eine Gefährdung der Beschwerdeführerin aufzeigen
würde, zu verneinen ist. Ebenso vermögen Schwierigkeiten bei der beruf-
lichen Reintegration klarerweise kein völkerrechtliches Wegweisungshin-
dernis darzustellen.
Weiter vermag der im Wiedererwägungsgesuch angeführte Übergriff auf
den Vater der Beschwerdeführerin in Ermangelung eines konkreten Zu-
sammenhangs mit ihrer Person kein Indiz darzustellen, dass für sie des-
wegen die Gefahr einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung im
Fall einer Rückkehr mittlerweile als real bezeichnet werden müsste. Daran
vermag auch der wiederholte Hinweis auf die allgemein prekäre Lage der
Hazaras in Quetta nichts zu ändern.
6.3 Die Beschwerdeführerin beruft sich sodann auf das in BVGE 2014/32
publizierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, worin die Zugehörigkeit
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zur Minderheit der Hazara als starkes Indiz für eine Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs zu werten sei und beim Vorliegen eines zusätzli-
chen, persönlichen Gefährdungsindizes der Wegweisungsvollzug als un-
zumutbar zu bezeichnen sei. Vorliegend liege aufgrund der Bedrohung
durch B._, auf welche die Vorinstanz in ihrem Wiedererwägungs-
entscheid gar nicht eingegangen sei, laut der Beschwerdeführerin ein sol-
ches Gefährdungsindiz vor. Dieser Ansicht kann nicht beigepflichtet wer-
den. So wurde bereits im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
D-2282/2018 vom 5. April 2019 in E. 7.5 festgehalten, dass bei der Be-
schwerdeführerin keine zusätzlichen Gefährdungsindizien ersichtlich
seien, da sie eine konkrete Bedrohungssituation im Zusammenhang mit
B._ nicht habe glaubhaft machen können. Ebenso wenig habe sie
darlegen können, dass sie als Frau in einem besonderen Ausmass gefähr-
det gewesen wäre und überdies liessen sich den Akten auch keine anderen
Anhaltspunkte für eine individuelle Gefährdung der Beschwerdeführerin
entnehmen (vgl. E. 7.5). Da die Beschwerdeführerin lediglich pauschal an
der angeblichen Bedrohung durch B._ festhält, ohne irgendwelche
Argumente vorzubringen, welche an der rechtskräftig festgestellten Un-
glaubhaftigkeit dieser Bedrohung irgendwelche Zweifel aufkommen lassen
könnten, ist an der bisherigen Einschätzung festzuhalten. Ein zusätzliches
Gefährdungsindiz, welches den Wegweisungsvollzug als unzumutbar er-
scheinen liesse, ist nicht ersichtlich.
Ferner vermögen die Einwände der Beschwerdeführerin hinsichtlich eines
fehlenden respektive nicht mehr existenten tragfähigen Beziehungsnetzes
nicht zu überzeugen. Das SEM hat im angefochtenen Entscheid in einläss-
licher und überzeugender Weise ausgeführt, weshalb die eingereichten
Unterlagen nicht geeignet sind, den Nachweis einer effektiven Niederlas-
sung ihrer (Nennung Angehörige) im C._ zu erbringen. Von einer
bagatellisierenden oder gar fehlenden Würdigung dieser Beweismittel
kann – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – demnach
keine Rede sein. Da die Beschwerdeführerin dieser Einschätzung nichts
Substanzielles entgegenzusetzen vermag, kann zur Vermeidung von Wie-
derholungen im Wesentlichen auf die Darlegungen im Entscheid des SEM
verwiesen werden. Insbesondere finden sich im Wiedererwägungsgesuch
keine Erklärungen zum Umstand, weshalb die (Nennung Verwandte) der
Beschwerdeführerin – welche stets in Quetta gelebt hätten und deren Be-
wegungsfreiheit dort schon immer und insbesondere nach der Ausreise der
Beschwerdeführerin noch in grösserem Ausmass eingeschränkt gewesen
sei (vgl. act. A16/17, S. 4, F26 f.) – angesichts deren Gesundheitszustan-
des und einer laufenden medizinischen Behandlung in Quetta nun plötzlich
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in den C._ umziehen und dafür eine (...) lange Reise nach
D._ hätten auf sich nehmen sollen. Sie macht bezeichnenderweise
denn auch nicht geltend, dass ein solcher Umzug aus gesundheitlichen
Gründen geboten gewesen wäre. Im Weiteren verfügt die Beschwerdefüh-
rerin entgegen ihrer pauschalen Behauptung – selbst bei Wahrunterstel-
lung einer Wohnsitzverlegung ihrer (Nennung Verwandte) in den
C._ – über weitere Verwandte, die imstande sind, ihr eine ange-
messene Unterkunft, die Grundversorgung sowie die Hilfe zur sozialen und
wirtschaftlichen Integration zukommen zu lassen. So hat die Beschwerde-
führerin eigenen Angaben zufolge während einiger Zeit in G._ bei
ihrem (Nennung Verwandter) gewohnt und war in (Nennung Arbeitsort) tä-
tig (vgl. act. A16/17, S. 5 f., F39 f. und S. 11, F76). Zudem verfügt sie über
eine (Nennung Verwandte), die ihr bei der Reintegration zweifellos auch
behilflich sein dürfte. Das Vorbringen, dass diese Verwandten in keiner
Weise bereit seien, sie in irgendeiner Form zu unterstützen, ist in Anbe-
tracht der offensichtlich schon vor der Ausreise gewährten Unterstützung
und in Ermangelung konkreter Belege als blosse Schutzbehauptung zu
qualifizieren.
6.4 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass keine Aspekte wieder-
erwägungsrechtlicher Natur gegeben sind, die ein Zurückkommen auf die
Verfügung des SEM vom 16. März 2018 rechtfertigen könnten.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
8.1 Der am 25. Februar 2020 verfügte Vollzugsstopp fällt mit vorliegendem
Urteil dahin.
8.2 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor-
den.
8.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
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desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da die Rechtsbegehren je-
doch nicht als aussichtslos zu betrachten waren und aufgrund der Akten
von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist, ist das mit
der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen.
(Dispositiv nächste Seite)
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