Decision ID: bc3b1046-a726-4b3a-b759-99158f949d6a
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, verunfallte am 29. September 2006 mit dem Fahrrad und
erlitt dabei ein schweres Decollement am rechten Oberarm mit Humerusschaft-
Querfraktur am Übergang vom mittleren zum distalen Drittel und offener
Trümmerfraktur am Capitulum humeri rechts. Vom 29. September bis 27. November
2006 war die Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen und anschliessend bis 20. Februar 2007 in der Klinik Valens hospitalisiert
(Austrittsberichte vom 28. November 2006 und vom 28. Februar 2007, siehe act.
G 4.2). Am 16. Januar 2008 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen
(Massnahmen für die berufliche Eingliederung) an (act. G 4.1.1).
A.b Als Frühinterventionsmassnahme in Form eines Ausbildungskurses erteilte die IV-
Stelle der Versicherten am 17. Februar 2009 Kostengutsprache für den Diplomlehrgang
Ernährungsberatung während der Dauer vom 1. Februar 2008 bis 30. April 2009 im
Betrag von Fr. 5'950.-- (act. G 4.1.85). Die Versicherte schloss diese Ausbildung
erfolgreich ab und erlangte am 26. Mai 2009 das Diplom als Ernährungsberaterin SPA
(act. G 4.1.89). Sie beabsichtigte die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
als Ernährungsberaterin. Wegen Überforderung beim Ausbau der selbstständigen
Arbeit suchte die Versicherte eine Anstellung in einer leidensangepassten Tätigkeit
(siehe undatiertes Verlaufsprotokoll sowie Schlussbericht der beruflichen Eingliederung
vom 15. April 2010, act. G 4.1.91 f.).
A.c Im vom leistungspflichtigen Unfallversicherer eingeholten somatischen Gutachten
der "AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG" vom 15. Januar
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2010 diagnostizierten die Experten einen Status nach Überrolltrauma des linken Armes
mit multiplen Frakturen des Humerus und Ellenbogen links und Decollement des linken
Oberarms. Körperlich leichte Tätigkeiten, die weit überwiegend einarmig - hier mit dem
dominanten rechten Arm - unter gelegentlicher Zudienfunktion bzw. kurzzeitigem
Gegenhalt des nachhaltig geschädigten linken Arms, unter Vermeidung von
Überkopfarbeiten ausgeführt werden könnten, seien vollumfänglich ganztags zumutbar
(act. G 4.2).
A.d Am 20. April 2010 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (act. G 4.1.94).
A.e Der behandelnde Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, berichtete am 1. Juni
2010 (Datum Posteingang IV-Stelle), seit dem 5. März 2007 sei bei leichtgradiger
depressiver Episode eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
erfolgt, die am 25. Mai 2009 abgeschlossen worden sei. Für die angestammte Tätigkeit
als Servicekraft im Gastronomiebereich bescheinigte Dr. B._ seit 29. September
2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Tätigkeit als Ernährungsberaterin
entspreche einer leichten Arbeit und könne ganztags ausgeführt werden (act. G 4.1.96).
A.f Am 2. September 2010 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt. Die
Abklärungsperson gelangte im Bericht vom 30. September 2010 zur Auffassung, die
Versicherte wäre im Gesundheitsfall voll erwerbstätig gewesen (act. G 4.1.101).
A.g Der RAD ging in der Stellungnahme vom 20. Oktober 2010 von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten aus (act. G 4.1.102). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (siehe Vorbescheid vom 15. November 2010,
act. G 4.1.106; Einwand vom 23. Dezember 2010, act. G 4.1.107, und ergänzende
Begründung vom 25. Januar 2011 samt Bericht der behandelnden Psychotherapeutin
vom 11. Januar 2011, worin der Versicherten eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt wurde, act. G 4.1.109) verfügte die IV-Stelle am 25. Februar 2011 die
Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.1.113). Sie widerrief diese Verfügung am
6. Mai 2011 (act. G 4.1.130) und ordnete eine polydisziplinäre Begutachtung in der
MEDAS Ostschweiz an (act. G 4.1.134). Am 8., 10. und 24. August 2011 wurde die
Versicherte polydisziplinär (neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) untersucht.
Die Experten stellten im Gutachten vom 23. Februar 2012 folgende Diagnosen mit
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Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: leichte bis mittelgradige depressive
Episode (ICD-10: F33.1/F33.01); eine schwere Überrollverletzung des linken Arms am
29. September 2006 mit/bei vorzeitiger Ellbogenarthrose links mit eingeschränkter
Beweglichkeit, Hautdeckung mit Thiersch-Lappentransplantat Mitte Oberarm bis
Vorderarm, Narbenstrikturen, multiplen Operationen, verheilter Humerusfraktur links mit
liegender Platte, traumatischer Radialisparese links, mit persistierendem sensiblem
Residuum und traumatischer Ulnarisparese links ohne relevantes Residuum. Eine
Fibromyalgie oder eine somatoforme Schmerzstörung liege nicht vor. In der bisherigen
Tätigkeit als Serviceangestellte bestehe aufgrund der schweren
Funktionseinschränkung des linken Arms eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer
leidensangepassten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischen Gründen (wegen einer
leichten bis mittelgradigen depressiven Episode, die aber nicht nur als reaktiv durch
den Unfall bedingt anzusehen sei, sondern auch durch die prämorbide Situation, d.h.
durch die Gegebenheiten der Herkunftsfamilie und vermutlich auch aufgrund einer
gewissen genetischen Disposition) eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
25% (act. G 4.1.145). Der RAD bestätigte die gutachterlich bescheinigte 25%ige
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (Stellungnahme vom 6. März
2012, act. G 4.1.146).
A.h Ausgehend von einer 75%igen Restarbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung
eines 10%igen Tabellenlohnabzugs ermittelte die IV-Stelle einen 33%igen
Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. März 2012 in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen (act. G 4.1.149). Dagegen erhob die
Versicherte am 21. Mai 2012 Einwand (act. G 4.1.150), den sie am 20. Juni 2012
ergänzend begründen liess (act. G 4.1.152). Der RAD führte in einer Stellungnahme
vom 26. Juli 2012 aus, es bestehe keine Veranlassung von der gutachterlichen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (act. G 4.1.153). Am 30. Juli 2012
verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.1.154).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. August
2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge
deren Aufhebung. Ihr sei mit Wirkung ab wann rechtens, allerspätestens ab
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1. September 2007 bis und mit zumindest 31. Januar 2010, eine ganze Invalidenrente
und für die Zeit danach und bis auf weiteres eine halbe Rente, eventualiter zumindest
eine Viertelsrente, zuzusprechen. (Sub-)Eventualiter sei die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen. Zur
Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, dass die Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten um mehr als 25%, mindestens um 45 bis 50%
eingeschränkt sei. Es sei ihr ferner ein 25%iger Tabellenlohnabzug bei der Bestimmung
des Invalideneinkommens zuzugestehen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. November
2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, das MEDAS-
Gutachten sei beweiskräftig und die von der Beschwerdeführerin dagegen
vorgebrachten Einwände unzutreffend. Indessen sei die vom psychiatrischen Gutachter
diagnostizierte leichte bis mittelgradige depressive Episode nicht invalidisierend,
weshalb bei der Bestimmung des Invalideneinkommens von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden müsse. Aufgrund der funktionellen Einarmigkeit
erscheine ein Tabellenlohnabzug von 20% angemessen, weshalb ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 20% resultiere (act. G 4).
B.c In der Replik vom 9. Januar 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten und
nachfolgend zu prüfen.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
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2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136
E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 30. Juli 2012 ergangen
(act. G 4.1.154), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist (das die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigende Unfallereignis fand am 29. September 2006 statt, act. G 4.2), der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision begonnen hat.
Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar
2008 auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE
130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die
ab 1. Januar 2012 geltenden Normen der IV-Revision 6a. Hinsichtlich des
frühestmöglichen allfälligen Rentenbeginns ist zu beachten, dass der somatische
Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bereits 2006 eingetreten
ist und die Wartezeit gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007
gültigen Fassung) noch vor 1. Januar 2008 endet. Das erst am 16. Januar 2008
angemeldete Leistungsbegehren steht deshalb der Anwendung der vor dem 1. Januar
2008 gültigen Rechtslage betreffend Rentenbeginn und Nachzahlung (aArt. 29 Abs. 1
lit. b und aArt. aArt. 48 Abs. 2 IVG) nicht entgegen (BGE 138 V 475; Urteil des
Bundesgerichts vom 8. Juli 2013, 9C_693/2012, E. 3 f.). Nachfolgend werden die seit
1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit
nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
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ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung (act. G 4.1.154) in
medizinischer Hinsicht auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 23. Februar
2012 ab, worin der Beschwerdeführerin eine 75%ige Restarbeitsfähigkeit bescheinigt
wurde (act. G 4.1.145). Die Beschwerdeführerin erhebt gegen diese medizinische Be
urteilung mehrere Einwände (act. G 1 und G 8).
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2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, entgegen der gutachterlichen Auffassung sei die
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auch wegen der körperlichen Leiden
beeinträchtigt (act. G 1, S. 6). Es bestünden erhebliche Dauerschmerzen (act. G 1, S. 7)
und es sei gutachterlich von funktioneller Einarmigkeit die Rede (act. G 1, S. 8 f., und
G 8, S. 3).
2.1.1 Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführt
(act. G 4, Rz 3.2), sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht geeignet, Zweifel
an der neurologisch-orthopädischen Beurteilung zu wecken, da laut dem neurologisch-
orthopädischen Abklärungsergebnis insbesondere die vorbestehenden Paresen nicht
mehr festzustellen waren und auch eine erhebliche Verbesserung von
Nervenfunktionen erkennbar gewesen ist (act. G 4.1.145-26). Hinzu kommt die
Feststellung des orthopädischen Teilgutachters, die linke Hand könne "gut als
Hilfshand" eingesetzt werden (act. G 4.1.145-40). Damit geht einher, dass die
Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben in der Lage ist, täglich die Mahlzeiten für
den vierköpfigen Haushalt zuzubereiten, das Geschirr abzuwaschen, kleine
Küchenreinigungstätigkeiten vorzunehmen (act. G 4.1.95-5) und die Wäsche
zusammenzulegen (act. G 4.1.95-7). Schliesslich darf auch nicht ausser Acht gelassen
werden, dass die Überrollverletzung die nicht dominante
linke Hand betrifft (act. G 4.1.145-40).
2.1.2 Zugunsten der gutachterlichen Beurteilung der körperlichen Leiden spricht
weiter, dass sie auf umfassenden Untersuchungen beruht, in Kenntnis und Würdigung
der Aktenlage sowie der Beschwerdeschilderungen erfolgte (act. G 4.1.145-26 f.) und
sich mit der Einschätzung des AEH (Gutachten vom 15. Januar 2010, act. G 4.2) und
des behandelnden Dr. B._ (Bericht vom 25. Februar 2008, act. G 4.2) deckt, die je
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten (act.
G 4.2).
2.2 Die psychischen Leiden führen nach der Auffassung der Beschwerdeführerin des
Weiteren zu einer Arbeitsunfähigkeit von über 25%. Die Formulierung "depressives
Zustandsbild schwankenden Ausmasses" deute bereits auf eine höhere Einschränkung
hin (act. G 1, S. 6, und G 8, S. 4).
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2.2.1 Zunächst ist in diesem Zusammenhang auf den von Dr. med. C._, FMH
Psychiatrie/Psychotherapie, mitunterzeichneten Bericht der behandelnden
Psychotherapeutin vom 11. Januar 2011 hinzuweisen, worin der Beschwerdeführerin
sowohl in den Zeitpunkten des Behandlungsbeginns (November 2010) als auch der
Berichterstellung eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bescheinigt
wurde (act. G 4.1.109-10), was der Beurteilung des psychiatrischen Gutachters
entspricht.
2.2.2 Die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte Formulierung "depressives
Zustandsbild schwankenden Ausmasses" ist nicht geeignet, die auf einer umfassenden
persönlichen Untersuchung beruhende gutachterliche Beurteilung der psychisch
bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. Vielmehr kann
ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass der Gutachter der von ihm
beschriebenen Schwankung bei der Beurteilung Rechnung getragen hat. Des Weiteren
ist bei der Würdigung des psychiatrischen Teilgutachtens zu berücksichtigen, dass
eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei
erfolgen kann. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen Fachperson daher
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind,
sofern der Experte wie vorliegend lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts
vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1). Daran vermag die anderslautende
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin für sich allein nichts zu ändern.
2.3 Einen Mangel am Gutachten erblickt die Beschwerdeführerin ferner im Umstand,
dass Wechselwirkungen zwischen körperlichen und psychischen Leiden nicht
berücksichtigt worden seien (act. G 1, S. 6, und S. 9 f.). Die Gutachter nahmen eine
ausführliche interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der gesundheitlichen Leiden vor.
Dabei wurden sämtliche Aspekte berücksichtigt (act. G 4.1.145-26 ff.) und das
Gesamtgutachten wurde von sämtlichen Experten mitunterzeichnet. Im Licht dieser
Umstände besteht daher kein Anlass von der gesamtgutachterlich auf 25%
festgesetzten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen, zumal aus somatischer Sicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen ist (vgl. hierzu vorstehende E. 2.1), und die
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somatisch bedingten Einschränkungen in qualitativer Hinsicht Eingang in die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gefunden haben.
2.4 Zusammengefasst sind keine Umstände ersichtlich oder dargetan, welche die
Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens zu erschüttern vermöchten. Da für die Zeit nach
der Begutachtung vom August 2011 bis zum Verfügungserlass vom 30. Juli 2012 eine
gesundheitliche Verschlechterung weder dargetan noch ersichtlich ist, besteht kein
weiterer medizinischer Abklärungsbedarf. Dem steht nicht entgegen, dass die
Beschwerdeführerin (erst) in der Beschwerde geltend macht, das depressive
Zustandsbild habe zusätzlich eine nicht unerhebliche Verschlechterung erfahren (act.
G 1, S. 7), da sie hierfür keine entsprechenden medizinischen Hinweise aufführt und
der beklagte Verlust der Autonomie, das mangelnde Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen, die Freudlosigkeit, Reizbarkeit sowie Neigung zu Grübeleien (act. G 1,
S. 7) bereits vom psychiatrischen Gutachter berücksichtigt wurden (act. G 4.1.145-36).
Die Gutachter äusserten sich aus somatischer Sicht nicht zum zurückliegenden Verlauf
der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Dr. B._ bescheinigte im
Bericht vom 25. Februar 2008 für leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.2). Dies deckt sich mit der Einschätzung des RAD vom
4. Februar 2008, worin für leidensadaptierte Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von
mehr als 50% ausgegangen wurde (act. G 4.1.9), und dem Triage-Protokoll vom
13. Februar 2008, worin der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten zugemutet wurde (act. G 4.1.17-3; diese Einschätzung
wurde vom RAD am 11. September 2008 bestätigt, act. G 4.1.59). Aus somatischer
Sicht ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Verlauf des
Februars 2008 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
wiedererlangt und für die Zeit davor bis zum Unfallereignis vom 29. September 2006
zurück eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden hat. In
der Folge fanden zwar noch weitere Operationen statt (vgl. etwa die am 26. Juni 2008
durchgeführte Ausdünnung des Lappens, Bericht der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie vom 11. August 2008, act. G 4.1.57), die indessen keine
längeren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
zeitigten (vgl. RAD-Stellungnahme vom 26. Juli 2012, act. G 4.1.153-2). Den Beginn der
psychisch bedingten andauernden Arbeitsunfähigkeit setzte der RAD-Arzt
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nachvollziehbar in Würdigung des MEDAS-Gutachtens auf November 2010 (Beginn der
psychotherapeutischen Gespräche in der Praxis C._) fest (act. G 4.1.146).
3.
Nachdem die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung und im gesamten
vorangegangenen Verwaltungsverfahren der Auffassung war, die gutachterlich
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 25% sei erheblich und
invalidenversicherungsrechtliche relevant (act. G 4.1.154), vertritt sie in der
Beschwerdeantwort vom 8. November 2012 neu den Standpunkt, das psychische
Leiden der Beschwerdeführerin erfülle nicht den Rechtsbegriff der invalidisierenden
Krankheit (act. G 4, Rz 4.4). Aus rechtlicher Sicht sei daher von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 4, Rz 5)
3.1 Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die
Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis
auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der
freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht
- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren)
mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der
Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen). Nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung kann auch die Diagnose einer leichten bis
mittelschweren depressiven Episode eine Invalidität begründen (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2). Auch der Gesetzgeber hat
anlässlich der Beratungen im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich gemacht, dass
depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant seien (eingehend hierzu
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Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV
2011/111, E. 4.2 mit Hinweisen auf die Materialien).
3.2 Das Verhalten der Beschwerdegegnerin, erst im Beschwerdeverfahren die
invalidisierende Wirkung der gutachterlich und vom RAD (zuletzt in der Stellungnahme
vom 26. Juli 2012, act. G 4.1.153) bestätigten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen, ist mit
dem von Verfassungs wegen von der Verwaltung zu berücksichtigenden Gebot, sich im
Rechtsverkehr redlich, vertrauenswürdig und rücksichtsvoll zu verhalten (Art. 5 Abs. 3
der Bundesverfassung [BV; SR 101]), nicht vereinbar. Dieses (wiederholt anzutreffende)
widersprüchliche Vorgehen der Beschwerdegegnerin (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Januar 2013, IV 2011/26, E. 3.2,
in diesem Kontext durch Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2013,
8C139/2013, E. 2.2.2 f., bestätigt) wirft ein ungünstiges Licht auf ihre Abklärungs- und
Entscheidpraxis (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2009,
8C_348/2008, E. 4.3), zumal beschwerdeführende Parteien mit der Verneinung der
"invalidisierenden Wirkung" erst im mit Kostenrisiken behafteten Beschwerdeverfahren
konfrontiert werden. Im Übrigen ist dieses Verhalten auch unter dem Aspekt des
rechtlichen Gehörs nicht unbedenklich. Dieses widersprüchliche Verhalten der
Beschwerdegegnerin ist - je nach Ausgang des Verfahrens - bei den Kosten- und
Entschädigungsfolge zu berücksichtigen (vgl. betreffend Kostenfolgen Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2013, 8C_139/2013, E. 3).
3.3 Die Beschwerdegegnerin führt aus, bei einer mittelgradigen depressiven Episode
handle es sich definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden. Hinzu komme, dass
leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen grundsätzlich als
therapeutisch angehbar gelten würden. Es liege keine hinreichend ausgeprägte
Psychopathologie vor, um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden
bejahen zu können, zumal der psychiatrische Gutachter eine Weiterführung der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen und aufgrund von
positiven Ressourcen der Beschwerdeführerin eine gute Prognose gestellt habe, was
deutlich für einen noch angehbaren und noch nicht verfestigten innerseelischen Verlauf
des psychischen Leidens spreche (act. G 4).
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3.3.1 Dem Hinweis der Beschwerdegegnerin, die psychische Störung sei
therapeutisch angehbar, ist entgegen zu halten, dass die Behandelbarkeit einer
psychischen Störung für sich allein betrachtet nichts über deren invalidisierenden
Charakter aussagt (BGE 127 V 298 E. 4c). Im Übrigen ist das Vorbringen der
Beschwerdegegnerin insoweit aktenwidrig, als der psychiatrische Gutachter
ausdrücklich festhielt, es lägen "trotz Motivation und Kooperation" (act. G 4.1.145-23
unten) "verfestigte, innerseelische Verläufe, die therapeutisch nicht mehr angehbar
seien wie auch unbefriedigende Behandlungsergebnisse" vor (act. G 4.1.145-37). Dass
das psychische Leiden lediglich vorübergehender Natur sei, ergibt sich nicht aus den
Akten. Vielmehr bestand schon vor der MEDAS-Begutachtung eine "längere depressive
Reaktion" (act. G 4.1.145-36) und der psychiatrische Gutachter spricht denn auch in
der Begründung von einer "depressiven Störung" (act. G 4.1.145-37), was zusammen
mit dem therapeutisch nicht mehr angehbaren Verlauf für einen erheblichen,
invalidenversicherungsrechtlich relevanten psychischen Gesundheitsschaden spricht.
Die Beschwerdeführerin stand denn auch schon anfangs März 2007 bis Sommer 2009
in psychotherapeutischer Behandlung und ab anfangs 2010 bis Sommer 2010 bei den
Psychiatrischen Diensten Süd bzw. im Psychiatriezentrum Rheintal (vgl. act.
G 4.1.109-6 und 4.1.53). Schliesslich haben die Gutachter die Weiterführung der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen, um die Gefahr einer
Dekompensation zu umgehen und um adäquate Behandlungsstrategien gegenüber
den Restsymptomen einer möglichen posttraumatischen Belastungsstörung zu
entwickeln (act. G 4.1.145-24 oben). Die vorgeschlagene Behandlung dient damit der
Verhinderung einer weiteren gesundheitlichen Verschlechterung.
3.3.2 Entscheidend bei der Bejahung der Erheblichkeit des psychischen Leidens
ist weiter die erheblich vorbelastete Biographie der Beschwerdeführerin (act.
G 4.1.145-36; vgl. auch act. G 4.1.145-20 f.), ihr schwerer Unfall und dessen weiterhin
belastende Folgen sowie ihre prämorbide Vulnerabilität ("Das depressive Zustandsbild
ist [...] nicht nur reaktiv auf den erlittenen Unfall, sondern auch tief verwurzelt mit den
emotionalen Defiziten in ihrer Lebensgeschichte bzw. mit der prämorbiden
Vulnerabilität" begründet, act. G 4.1.145-23; zur "genetischen Belastung" siehe act.
G 4.1.145-27; vgl. zum Ganzen act. G 4.1.145-26 ff.). Hinsichtlich der Prognose gab
der psychiatrische Gutachter an, sollte eine Integration in den Arbeitsprozess nicht
gelingen, könne es zu einer schweren depressiven Entwicklung kommen. Die Prognose
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"wäre" nur dann "sehr gut, wenn der bereits eingeschlagene Weg der beruflichen
Neuorientierung ermöglicht werden würde" (act. G 4.1.145-28). Der psychiatrische
Gutachter betonte die Wichtigkeit von Eingliederungsmassnahmen (act. G 4.1.145-28).
Deshalb und aufgrund des unbestrittenen klaren Eingliederungswillens (act.
G 4.1.145-4) und der Eingliederungsfähigkeit (act. G 4.1.145-24) ist nicht verständlich,
weshalb die Beschwerdegegnerin nach der MEDAS-Begutachtung keine
Eingliederungsunterstützung mehr anbot. Eine vorbehaltlose gute Prognose ist damit
zu verneinen, zumal bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung weder ersichtlich
noch dargetan ist, die berufliche Neuorientierung sei realisiert worden bzw. werde in
absehbarer Zeit gelingen.
3.3.3 Es ergeben sich ferner keine Anhaltspunkte dafür, der psychiatrische
Gutachter habe unzulässigerweise invaliditätsfremde Gesichtspunkte bei der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezogen. Auch die Beschwerdegegnerin benennt keine
invaliditätsfremden Gesichtspunkte (psychosoziale oder soziokulturelle Umstände), die
erheblichen Einfluss auf das psychische Leidensbild hätten.
3.3.4 Mit dem vom RAD bestätigten (vgl. etwa Stellungnahme vom 6. März 2012,
act. G 4.1.146) MEDAS-Gutachten ist demnach von einer die Arbeitsfähigkeit
einschränkenden, im Sinn der Rechtsprechung erheblichen depressiven Krankheit und
einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Dem
steht nicht entgegen, dass die Beschwerdeführerin noch über positive Ressourcen
verfügt, wurden diese doch von den Gutachtern bei der Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit berücksichtigt (act. G 4.1.145-26 ff.) und der Beschwerdeführerin
keine volle, sondern lediglich eine teilweise Arbeitsunfähigkeit von 25% bescheinigt.
4.
Für die Dauer vom 29. September 2006 bis in den Februar 2008 hinein ist aus
somatischer Sicht von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehende E. 2.4)
und einem 100%igen Invaliditätsgrad auszugehen. Für die ab November 2010 um 75%
eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit verbleibt nachfolgend die Bestimmung des
Invaliditätsgrads im Rahmen eines Einkommensvergleichs (zum unbestrittenen,
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ausgewiesenen Status als Vollerwerbstätige im Gesundheitsfall siehe
Abklärungsbericht vom 30. September 2010, act. G 4.1.101-11).
4.1 Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung vom 30. Juli 2012
im Ergebnis einen Prozentvergleich vor (act. G 4.1.154; siehe auch act. G 4.1.155), was
von der Beschwerdeführerin unbestritten blieb und angesichts der schwankenden
teilzeitlichen Beschäftigung in den Jahren vor dem Unfall (vgl. act. G 4.1.16)
gerechtfertigt erscheint. Zu klären ist damit lediglich noch die Frage der Höhe des
Tabellenlohnabzugs.
4.2 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin vor allem
invaliditätsfremde (eingehend hierzu und zum Hinweis der Beschwerdegegnerin auf
den nicht einschlägigen Verweis auf AHI-Praxis 1998, S. 177 f., vgl. etwa Urteile des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Mai 2011, IV 2009/222, E. 2.5,
sowie vom 30. März 2009, IV 2007/147, E. 4.4.3) - persönliche und berufliche Merkmale
einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).
4.3 Die Beschwerdegegnerin anerkennt in der Beschwerdeantwort vom 8. November
2012 aufgrund der funktionellen Einarmigkeit der Beschwerdeführerin einen
Tabellenlohnabzug von 20% (act. G 4). Diese Abzugshöhe erscheint mit Blick auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts bei "Einhändigkeit" (Urteile des Bundesgerichts
vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit Hinweisen, sowie vom 10. August
2011, 8C_390/2011, E. 6, wo gar ein 25%iger Abzug gewährt wurde) angemessen,
auch wenn nicht die dominante rechte Hand von der Gesundheitsschädigung betroffen
ist. Ob die weiteren von der Beschwerdeführerin aufgeführten Umstände eine
Erhöhung des Abzugs auf 25% rechtfertigen, kann offen bleiben, da dies ohne Einfluss
auf die Rentenhöhe bliebe.
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4.4 Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25% und einem 20%igen Abzug resultiert ein
Invaliditätsgrad von 40% (25% + [75% x 20%]). Die Beschwerdeführerin hat damit
Anspruch auf eine Viertelsrente. Selbst die Gewährung des höchstzulässigen 25%igen
Abzugs würde an diesem Ergebnis nichts ändern, da diesfalls ein Invaliditätsgrad von
aufgerundet 44% (25% + [75% x 25%]) resultierte.
4.5 Da die Wartezeit von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007
gültigen Fassung) bereits ein Jahr nach dem Unfallereignis am 28. September 2007
abgelaufen ist, hat die Beschwerdeführerin aufgrund der somatisch bedingten
vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ab September 2007 Anspruch
auf eine ganze Rente (zum Anspruch auf Nachzahlung für die Zeit vor der Anmeldung
vom 16. Januar 2008 siehe den vorliegend anwendbaren aArt. 48 Abs. 2 IVG). Die
Beschwerdeführerin hat im Verlauf des Februars 2008 (vgl. vorstehende E. 2.4) für
leidensangepasste Tätigkeiten wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreicht. Somit
endet der Anspruch auf eine ganze Rente in Nachachtung der Dreimonatsfrist von
Art. 88a Abs. 1 IVV per Ende Mai 2008. Im November 2010 reduzierte sich die
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten wieder um 25% und begründete
eine rentenrelevante Invalidität (vgl. vorstehende E. 2.4 und E. 4.4), weshalb die
Beschwerdeführerin gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c i.V.m. Art. 29 Abs. 3 IVG ab
November 2010 einen Anspruch auf eine Viertelsrente hat (zur seit dem Unfallereignis
vom 29. September 2006 [fort-]bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die
angestammte Tätigkeit siehe RAD-Stellungnahme vom 26. Juli 2012, act. G 4.1.153).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 30. Juli 2012 aufzuheben und der Beschwerdeführerin für die Dauer von
September 2007 bis Ende Mai 2008 eine ganze Rente und mit Wirkung ab
1. November 2010 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459,
E. 5.2 f.). Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
ihr zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2009, IV 2007/192) eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP