Decision ID: 51e9575a-9f6c-4b3f-bcc6-05de6b93c4dc
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
Der 1952 geborene Beschwerdeführer ist als selbstständiger Zahnarzt bei
der Beschwerdegegnerin gegen Unfallfolgen versichert. Mit Unfallmeldung
vom 15. März 2021 meldete er der Beschwerdegegnerin, er sei am 17. Ja-
nuar 2021 während eines Spazierganges "mit dem Fuss zwischen die
Schienen geraten", woraufhin er umgeknickt sei. Dabei habe er sich den
rechten Fuss und das rechte Knie verrenkt und sei auf die linke Hand ge-
stürzt. Zudem sei er am 30. Januar 2021 "im Schnee" gestürzt, wobei er
sich den linken Fuss verletzt (verrenkt) habe. Die Beschwerdegegnerin er-
brachte daraufhin vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung/Taggeld).
Mit Verfügung vom 19. Mai 2021 stellte sie diese per 28. Februar 2021 ein.
Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom
22. Juli 2021 ab.
2.
2.1.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. September
2021 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:
"1. Der Einspracheentscheid vom 22. Juli 2021 sei aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
über den 28. Februar 2021 hinaus Taggelder auf der Basis einer 100%igen bzw. 80%igen Arbeitsunfähigkeit (entsprechend den ) zu entrichten sowie Heilbehandlung zu gewähren.
3. Eventualiter sei ein orthopädisch-chirurgisches Gutachten einzuholen.
4. Nach Vorliegen der Expertise gemäss Ziff. 3 hiervor sei über den Leis-
tungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden.
5. Subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, mit anschliessender neuer  des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 3. Dezember 2021 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.
2.3.
Mit Eingabe vom 22. Dezember 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in
seiner Beschwerde gestellten Anträgen fest und reichte weitere medizini-
sche Unterlagen ein.
- 3 -

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die von ihr gewährten
vorübergehenden Leistungen mit Einspracheentscheid vom 22. Juli 2021
(Vernehmlassungsbeilage [VB] 2.20) zu Recht auf den 28. Februar 2021
eingestellt hat.
2.
2.1.
Soweit das Gesetz nichts Anderes bestimmt, werden die Versicherungs-
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG).
2.2.
Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in
rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-
derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-
kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht
die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo
ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-
gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder
später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis-
tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfal-
len jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge-
sundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein übli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Aus-
wirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs-
aufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders
als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam-
menhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversi-
cherer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinwei-
sen).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Einspracheentscheid vom 22. Juli
2021 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen
ihrer beratenden Ärzte Dr. med. C., Fachärztin für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie von Dr. med. D.,
Facharzt für Chirurgie.
- 4 -
In ihrer Beurteilung vom 4. Mai 2021 beantwortete Dr. med. C. die Frage,
ob die geltend gemachte Gesundheitsschädigung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise Folge der Unfälle vom 17. bzw.
vom 30. Januar 2021 sei wie folgt: "Teilweise im Rahmen einer Distorsion
vom 17.01.2021". Weiter führte sie aus, es habe sowohl am Fuss als auch
am Knie eine Aktivierung degenerativer Vorbefunde stattgefunden. Durch
die Unfälle sei es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung gekommen.
Der status quo sine sei nach vier bis sechs Wochen erreicht gewesen. Für
dieselbe Dauer sei eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Zahnarzt ausgewiesen. Der Beschwerdeführer werde die angestammte
Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zukünftig wieder ohne Ein-
schränkungen ausüben können (VB 5.01 f.).
Dr. med. D. ging in seiner Aktenbeurteilung vom 12. Juli 2021 zu-
sammengefasst davon aus, es liege eine klassische, sogenannte distorsi-
onelle Aktivierung einer vorbestehenden trikompartimentären Gonarthrose
des rechten Kniegelenkes ohne morphologisch fassbares unfallkausales
Korrelat zu den Ereignissen vom 17. bzw. 30. Januar 2021 vor. Betreffend
den Aussenmeniskusriss im Hinterhorn am rechten Knie führte er aus, "da-
bei dürfte es sich nicht um einen Riss im unfallkausalen Sinn, sondern im
Rahmen der mukoiden Degeneration des Meniskusparenchyms bei gleich-
zeitig erwiesener fortgeschrittener Gonarthrose handeln". Subjektiv und
anamnestisch könne ein distorsionelles Ereignis dieser vorbestehenden
Degenerationen am rechten Kniegelenk "nicht in Frage gestellt" werden.
Der definierte status quo sine von sechs Wochen sei versicherungsmedizi-
nisch korrekt und angemessen. Ein unfallkausales Korrelat am betroffenen
Kniegelenk finde sich nicht, insbesondere nicht in Form der direkt endosko-
pisch dargestellten Befunde am rechten Kniegelenk anlässlich der Opera-
tion vom 21. Juni 2021, welche als "Gelenktoilette vorbestehender degene-
rativer Befunde" zu verstehen sei (VB 5.05 ff.).
4.
4.1.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-
ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-
zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134
V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
4.2.
Beratende Ärzte sind den versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen
(Urteile des Bundesgerichts 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E. 2.3;
8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis). Auch wenn die
- 5 -
Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach-
personen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen praxisgemäss nicht
dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren
nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gut-
achten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.).
Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen Fachper-
son zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivi-
tät und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll
ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderun-
gen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4
S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.).
5.
5.1.
Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, die weiterhin beste-
henden Beschwerden und insbesondere die Meniskusläsion seien – ent-
gegen der Ansicht der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin – auf die
beiden Unfallereignisse zurückzuführen. Die Beurteilungen der Versiche-
rungsmediziner seien mit erheblichen Zweifeln belastet, weshalb darauf
nicht abgestellt werden könne.
5.2.
Den Beurteilungen der behandelnden Ärzte des Beschwerdeführers lässt
sich im Wesentlichen Folgendes entnehmen:
5.2.1.
Prof. Dr. med. E., Facharzt für Radiologie, führte in seinem Bericht vom
23. März 2021 aus, es lägen Zeichen einer leichten Zerrung des vorderen
Kreuzbandes an der femoralen Ansatzstelle ("DD beginnende mukoide
Degeneration"), eines nicht dislozierten, schrägverlaufenden Aussen-
meniskuseinrisses im Hinterhorn, sowie einer traumatisierten lateral
betonten, trikompartimentalen Gonarthrose mit einer Chondropathia
femorotibial lateral Grad 3⁄4 nach Outerbridge, medial Grad 2 und femoro-
patellär Grad 3⁄4 vor. Ferner bestehe ein Status nach Teilmeniskektomie des
Innenmeniskus mit einem minimalen Restmeniskus im Hinterhorn und es
sei ein deutlicher reaktiver Erguss im Recessus suprapatellaris sowie eine
kleine Baker-Zyste an typischer Lokalisation festgestellt worden (VB 4.01).
5.2.2.
Dr. med. F., Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, führte in seinem Bericht betreffend die Konsultation
vom 21. Mai 2021 zusammengefasst aus, bei Status nach zweimaligem
AR-Trauma des rechten Kniegelenkes "im tiefen Schnee im letzten Januar"
- 6 -
bestehe eine "persistierende lat. Schmerzsymptomatik", welche durch die
klinisch nachvollziehbare und kernspintomographisch bestätigte
Meniskusläsion verursacht worden sei. Daneben sei bereits eine Gon-
arthrose bekannt, die aber nicht im Vordergrund stehe. Da der Beschwer-
deführer zudem über eine deutliche Sensibilitätsstörung im rechten Fuss
berichte, sei ein neurologisches Konsilium vor der Operation indiziert
(VB 4.13).
5.2.3.
Prof. Dr. med. G., Facharzt für Neurologie, ging in seiner Beurteilung vom
26. Mai 2021 davon aus, aufgrund des klinischen Befundes bestehe wegen
der beidseitigen Reflexverluste distal und auch der verminderten
Tiefensensibilität im Bereich des linken Fusses zum einen der Verdacht auf
eine eher leichtgradige Polyneuropathie. Darüber hinaus bestehe "vermut-
lich im Bereich der Knie" eine kombinierte Schädigung der Beinnerven (so-
wohl des Nervus tibialis als auch des Nervus peronaeus). Vor einer allfälli-
gen Knieoperation empfahl er sodann, die aktuellen MRI nochmals durch
den Radiologen beurteilen zu lassen bzw. falls der Fokus nicht auf die Ner-
venstrukturen gelegt worden sei, ein nochmaliges MRI des Knies und spe-
ziell der beiden Hauptnerven durchführen zu lassen (VB 4.16).
5.2.4.
Prof. Dr. med. E. führte im Bericht vom 9. Juni 2021 im Hinblick auf das
gleichentags durchgeführte MRI des Kniegelenks aus, es zeige sich eine
durchgehend intakte Darstellung der neuralen Strukturen am rechten
Kniegelenk, insbesondere des Nervus tibialis sowie des Nervus peroneus
communis. Allerdings bestehe ein auffälliges Muskelödem an der
Ansatzstelle des Musculus soleus im hinteren cranialen Drittel der Fibula
mit Kontakt mit dem Nervus peroneus communis, so dass eine Traumati-
sierung des Musculus peroneus communis im Rahmen der Rotationsver-
letzung mit assoziierter Muskelläsion möglich sei. Eine Muskelatrophie
liege nicht vor. Weiter bestehe die vorbeschriebene und bekannte lateral
betonte kompartimentelle Gonarthrose mit Meniskusschaden im Hinterhorn
des Aussenmeniskus sowie Teilresektion des Innenmeniskus. Ferner sei
ein diskreter regredienter Gelenkserguss im Recessus suprapatellaris so-
wie eine kleine flache Baker-Zyste an typischer Lokalisation festgestellt
worden (VB 4.20 f.).
5.2.5.
Dr. medic. (BIH) H., Praktische Ärztin, erläuterte in ihrem Bericht vom
25. August 2021 zuhanden des Rechtsvertreters, aufgrund der radiologi-
schen, neurologischen und orthopädischen Befunde sei es "offensichtlich,
dass die entstandenen Beschwerden am Fuss und am rechten Knie mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise kausal auf das Ge-
schehen" vom 17. und vom 30. Januar 2021 zurückzuführen seien. Die
"vorbestehenden unfallfremden degenerativen Veränderungen" seien mit
- 7 -
dem Unfall aktiviert und weiter traumatisiert worden, was den Heilungspro-
zess von sechs Wochen auf unbestimmte Zeit verlängern könne (Be-
schwerdebeilage 4).
5.3.
Betreffend die Ausführungen von Dr. med. F., bei Status nach zweimaligem
AR-Trauma des rechten Kniegelenks sei die seit dem Januar (2021)
persistierende Schmerzsymptomatik durch die klinisch nachvollziehbare
und kernspintomographisch bestätigte Meniskusläsion bedingt, ist darauf
hinzuweisen, dass Feststellungen wie "Status nach" keine hinreichenden
Aussagen zur Kausalität liefern (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_867/2015 vom 20. April 2016 E. 3.3). Ferner gilt eine gesundheitliche
Schädigung nicht schon deshalb als durch einen Unfall verursacht, weil sie
nach diesem aufgetreten ist (BGE 142 V 325 E. 2.3.2.2 S. 330; 119 V 335
E. 2b/bb S. 341 f.). Der Vertrauensarzt Dr. med. D. setzte sich in seiner
Aktenbeurteilung mit dem diagnostizierten Meniskusriss auseinander.
Nachvollziehbar führte er diesbezüglich aus, dass dieser im Rahmen der
mukoiden Degeneration des Meniskusparenchyms bei gleichzeitig erwie-
sener fortgeschrittener Gonarthrose zu sehen sei (VB 5.05). Es sind keine
von dieser Einschätzung abweichenden (fachärztlich-) medizinischen Be-
urteilungen aktenkundig. Die – teilweise nichtmedizinischen – Ausführun-
gen der Hausärztin im Bericht vom 25. August 2021 sind sodann nicht ge-
eignet, Zweifel an den vertrauensärztlichen Beurteilungen zu erwecken. So
gingen die Vertrauensärzte ebenfalls davon aus, dass die vorbestehenden
degenerativen Veränderungen durch die geltend gemachten Ereignisse
vom 17. und vom 30. Januar 2021 aktiviert worden seien. Entsprechend
setzten sie den status quo sine auf vier bis sechs Wochen nach den Ereig-
nissen fest. Hinsichtlich der Operation vom 21. Juni 2021 ("KAS + lat. TME
+ Hoffateilresektion + Synovektomie + Entfernung Gelenkskörper + Knor-
pelglättung femorales Gleitlager"; vgl. VB 4.22) führte Dr. med. D.
schlüssig aus, die von Dr. med. F. beschriebenen Operationsschritte
entsprächen ausnahmslos einer sogenannten "Gelenktoilette" vor-
bestehender degenerativer Gelenkbefunde. Auch diesbezüglich sind keine
entgegenstehenden medizinischen Beurteilungen aktenkundig. Dr. med.
D. schilderte zudem, es finde sich insbesondere auch hinsichtlich der direkt
anlässlich der Operation vom 21. Juni 2021 endoskopisch dargestellten
Befunde am rechten Kniegelenk kein unfallkausales Korrelat (VB 5.07).
Schliesslich gab Dr. med. D. seine Beurteilung in Kenntnis der Ein-
schätzung des Radiologen ab, wonach sich bezüglich der neuralen Struk-
turen (am rechten Kniegelenk) ein durchgehend regelrechter Verlauf und
eine Kontinuität des Nervus tibialis sowie des Nervus peroneus communis
gezeigt habe (VB 5.06; vgl. VB 4.20). Prof. Dr. med. G. wiederholte in
seinem Bericht vom 27. September 2021 – welcher der Beschwerdeführer
mit Eingabe vom 22. Dezember 2021 einreichte – die Verdachtsdiagnose
einer kombinierten "Teilschädigung von N. tibialis mit N. suralis und N.
peronaeus rechts". Mit einer Verdachtsdiagnose ist diese aber nicht mit
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dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er-
stellt (Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2020 vom 27. März 2020
E. 8.2.2.1). Zudem begründete Prof. Dr. med. G. nicht, weshalb er nach wie
vor von der genannten Teilschädigung ausging, obwohl der Radiologe nach
durchgeführtem MRI von einer durchgehend intakten Darstellung der
neuralen Strukturen am rechten Kniegelenk (insbesondere des Nervus ti-
bialis sowie des Nervus peroneus communis) ausgegangen war
(vgl. E. 5.2.4.).
Gesamthaft bestehen somit keine auch nur geringen Zweifel an den Beur-
teilungen der Vertrauensärzte der Beschwerdegegnerin, weshalb sich
diese darauf abstützen durfte. Der angefochtene Einspracheentscheid vom
22. Juli 2021 erweist sich damit als korrekt.
6.
6.1.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG).
6.3.
Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61
lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-
alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf
Parteientschädigung zu.