Decision ID: 7f18192f-5d2f-5dc2-b7d6-64cd8f26e346
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 29. Januar 2006 unter Hinweis auf ein rheumatisches
Leiden sowie auf Bandscheibenbeschwerden zur Arbeitsvermittlung bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt FMH
Allgemeine Medizin, am 27. Februar 2006 einen Bericht. Er diagnostizierte mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein generalisiertes Schmerzsyndrom unklarer
Ätiologie sowie ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Wirbelsäulen
fehlhaltung und muskulärer Dysblance sowie degenerative Veränderungen, bestehend
seit ca. 1996 (IV-act. 12-1 ff.).
A.c Am 16. Oktober 2006 erstatteten die behandelnden Ärzte der Klinik Valens einen
Austrittsbericht über den stationären Aufenthalt des Versicherten vom 4. bis 28. Sep
tember 2006 (IV-act. 20-1 ff.). Dem Versicherten wurde ab dem 29. September 2006 für
sechs Monate eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leichten körperlichen Tätigkeit bis
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zu 10 kg Gewichtsbelastung mit der Einschränkung der Über-Kopf-Arbeit attestiert; da
nach sei eine neue Beurteilung durch den Hausarzt vorzunehmen.
A.d Am 13. Juni 2007 ging bei der IV-Stelle der Abklärungsbericht Verzahnungs
programm vom 8. Juni 2007 ein (IV-act. 29-1 ff.). Darin wurde unter anderem ausge
führt, dass der Versicherte während der Zeit vom 19. Februar 2007 bis 20. April 2007
im 50 %-Pensum im Programm tätig war und während der Präsenzzeit eine
durchschnittliche Leistungsfähigkeit von 60 %, die zwischen 40 und 70 % schwankte,
erreicht habe (IV-act. 29-4).
A.e Mit Schreiben vom 9. Januar 2008 (IV-act. 38-1 ff.) an die IV-Stelle beantragte
das Sozialamt Rheineck in Vertretung des Versicherten, dass die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit des Versicherten nebst aus physischer auch aus psychiatrischer Sicht
durch einen Facharzt und neben einer beruflichen Massnahme auch die Rentenfrage
abzuklären sei (IV-act. 38-3).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 20. Mai 2008, 4. Juli 2008
sowie am 29. September 2008 im medizinischen Gutachterzentrum St. Gallen (MGSG)
neurologisch-psychiatrisch sowie rheumatologisch begutachtet (IV-act. 49-1 ff.). In der
interdisziplinären Beurteilung des rheumatologischen und neurologisch-psychiatrischen
Teilgutachtens von Dr. med. C._, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, und Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Rheumatologie und für PMR, vom 10./16. Oktober 2008 (IV-
act. 49-12 f.) wurde ausgeführt, dass der Versicherte als Maurer seit Anfang 2001 zu
100 % arbeitsunfähig sei. In einer angepassten, körperlich sehr leichten bis leichten
körperlichen Arbeit mit einer höchstens seltenen Gewichtsbelastung von maximal 10
kg, unter Vermeidung von belastenden manuellen Tätigkeiten über Schulterniveau, von
statischen Belastungen in vornübergeneigter Rumpfposition, von längeren Gehstrecken
über 50 m sowie von Tätigkeiten mit Treppen- und Leiternsteigen sei mindestens seit
September 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % mit 30 Minuten zusätzlichem Pausen
bedarf gegeben (IV-act. 49-13).
A.g Mit Verfügung vom 12. Mai 2009 verneinte die IV-Stelle den Anspruch des Ver
sicherten auf berufliche Massnahmen (IV-act. 55-1 f.).
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A.h Mit Vorbescheid vom 12. Mai 2009 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht. Als Begründung wurde angeführt, dem Versicherten sei es
aus medizinischer Sicht lediglich noch möglich, einer 50 %igen leidensadaptierte
Tätigkeit nachzugehen. Aus wirtschaftlicher Sicht bestehe jedoch keine Einschränkung.
Mindestens in den letzten 20 Jahren habe der Versicherte nie ein höheres Einkommen
als Fr. 5'000.-- erzielt. Dieses Einkommen könne er weiterhin erzielen. Gemäss Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik könne der Versicherte ein Jahresein
kommen von Fr. 30'000.-- verdienen. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe
kein Rentenanspruch (IV-act. 57-2).
A.i Der Versicherte liess am 5. Juni 2009 durch RA lic.iur. Bernhard Reeb Einwand
gegen den Vorbescheid erheben (IV-act. 61-1 ff.). Er beantragte, ihm seien die gesetz
lichen Leistungen, insbesondere mindestens eine Dreiviertelsrente der IV ab dem recht
mässigen Zeitpunkt, sowie für das Verwaltungsverfahren die unentgeltliche Rechts
pflege zu gewähren (IV-act. 61-1).
A.j Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 12. Mai 2009, welche den Anspruch des
Versicherten auf berufliche Massnahmen verneinte, liess der Versicherte am 5. Juni
2009 Beschwerde ans Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben (IV-
act. 63-2 ff.). Unter anderem wurde darin beantragt, die Verfügung vom 12. Mai 2009
betreffend berufliche Massnahmen sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien
berufliche Massnahmen, insbesondere Arbeitsvermittlung und Einarbeitungszuschüsse,
zu gewähren (IV-act. 63-3). Mit Verfügung vom 14. Juli 2009 wurde die Verfügung vom
12. Mai 2009, Verneinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen, durch die IV-
Stelle widerrufen (IV-act. 86-1 f.). Mit Entscheid vom 10. August 2009 (IV 2009/204)
schrieb das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen das Verfahren wegen Gegen
standslosigkeit infolge Widerrufs der angefochtenen Verfügung vom 14. Juli 2009 ab
(IV-act. 97-1 ff.).
A.k Am 7. Juli 2009 erlitt der Versicherte einen Unfall, bei dem er vom Fahrrad mit
Aufprall direkt auf den Kopf stürzte (IV-act. 132-3). Im Operationsbericht des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Klinik für Orthopädische Chirurgie, vom 9. Juli 2009
wurden als Diagnosen eine Bandscheibendegeneration C6/7 mit akutem
Bandscheibenvorfall C6/7 und Wurzelkompression C7 beidseits mit
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Kribbelparästhesien rechts stärker als links genannt (IV-act. 132-1 f.). Im
Austrittsbericht des KSSG vom 15. Juli 2009 wurde dem Versicherten für die Zeit vom
14. bis 24. Juli 2009 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 132-4).
A.l Mit Schreiben vom 15. Juli 2009 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter des Ver
sicherten mit, dass letzterem Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch
die interne Stellenvermittlung gewährt werde (IV-act. 87-1 f.).
A.m Am 25. September 2009 brachte die IV-Stelle dem Versicherten zur Kenntnis,
dass aufgrund seiner subjektiven Arbeitsunfähigkeit die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen werde (IV-act. 108-1 f.).
A.n Mit Verfügung vom 16. Oktober 2009 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten ab. Zur Begründung wurde erneut auf das unterdurchschnittliche Validen
einkommen hingewiesen, das er auch bei einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit erzielen könnte (IV-act. 109-1 f.).
A.o Gegen diese Verfügung richtete sich die am 16. November 2009 erhobene Be
schwerde von RA lic.iur. Bernhard Reeb in Vertretung des Versicherten. Darin wurde
unter anderem beantragt, die Verfügung vom 16. Oktober 2009 betreffend Invaliden
rente sei aufzuheben, dem Versicherten sei eine angemessene Invalidenrente ab dem
rechtmässigen Zeitpunkt zuzusprechen (IV-act. 116-2 ff.). Mit Schreiben vom 19. No
vember 2009 liess der Versicherte die Beschwerde durch seinen Rechtsvertreter
ergänzen. Nach dem Unfall und der Operation im Juli 2009 habe sich die gesundheit
liche Situation des Beschwerdeführers massgeblich verändert. Es liege kein stabiler
Zustand vor und die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei fraglich (IV-act. 120-2
ff.).
A.p Am 14. Dezember 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass der An
spruch auf Arbeitsvermittlung nach nochmaliger Prüfung bejaht würde (IV-act. 125-1 f.).
A.q Mit Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2010 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde (IV-act. 127-1 ff.).
A.r Am 22. Januar 2010 erstattete der Versicherte Replik und hielt an den Anträgen
gemäss Beschwerde unverändert fest (IV-act. 129-2 ff.).
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A.s Mit Schreiben vom 1. April 2010 beantragte die IV-Stelle beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, das Verfahren bis zum Erhalt der
angeforderten medizinischen Berichte zu sistieren, vorläufig bis Ende Mai 2010 (IV-act.
138-1). Am 15. April 2010 entsprach die zuständige Abteilungspräsidentin des
Versicherungsgerichts diesem Sistierungsgesuch mit Frist bis längstens Ende Mai 2010
(IV-act. 142-1).
A.t Aufgrund der beigezogenen Berichte (IV-act. 147; 132-3 f.) empfahl der RAD am
29. Juni 2010 die Einholung eines aktuellen Berichts des KSSG, da sich der Gesund
heitszustand gegenüber dem Referenzzeitpunkt seit der Begutachtung durch das
MGSG vom Oktober 2008 geändert habe (IV-act. 150). In der Folge wurde mit Ver
fügung vom 30. Juni 2010 die Verfügung vom 16. Oktober 2009 durch die IV-Stelle
widerrufen (IV-act. 152-1 f.). Mit Entscheid vom 11. August 2010 (IV 2009/432) schrieb
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen das Verfahren wegen Gegenstands
losigkeit infolge Widerrufs der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2009 ab (IV-
act. 161-1 ff.).
A.u Gemäss RAD-Empfehlung holte die IV-Stelle im Juli 2010 den Bericht des KSSG,
Departement Innere Medizin, Rheumatologie/Rehabilitation, vom 25. Juni 2010 ein.
Dieser war zur fachärztlichen Abklärung der geklagten multilokulären Gelenkschmerzen
zuhanden des Hausarztes erstellt worden. In diesem Bericht wurden als Diagnosen
belastungsabhängige Arthralgien beider Schultern, Füsse und Hände beidseits unklarer
Ätiologie, persistierende Zervikalgien und occipitale Schmerzen genannt. Es gebe
anamnestisch, klinisch wie auch laborchemisch keine Anzeichen für eine rheuma
tologische Systemerkrankung. Die Beschwerden liessen sich zum Teil durch die de
generativen Veränderungen erklären (IV-act. 159-1 f.).
A.v RAD-Arzt Dr. med. E._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, führte in seiner
internen Beurteilung vom 20. August 2010 (IV-act. 160-2) aus, es sei seines Erachtens
gerechtfertigt, davon auszugehen, dass aktuell wieder die gleichen Verhältnisse
vorlägen wie zur Zeit der Begutachtung von 2008.
A.w Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2010 stellte die IV-Stelle erneut die Abweisung
des Rentengesuchs in Aussicht. Als Begründung wurde angeführt, aufgrund der einge
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reichten Beschwerde des Versicherten hätte die IV-Stelle den Rentenanspruch noch
mals geprüft und weitere medizinische Unterlagen einverlangt. Aus medizinischer Sicht
habe vorübergehend, d.h. ab der HWS-Operation im Juli 2009, eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes des Versicherten bestanden. Vor Ablauf eines Jahres, d.h.
spätestens ab Juni 2010, sei jedoch wieder einer 50 %ige Arbeitsfähigkeit
ausgewiesen. Da der Versicherte in den letzten 20 Jahren ein sehr niedriges
Einkommen von jährlich ca. Fr. 5'000.-- erzielt habe und er aufgrund einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit mindestens Fr. 30'000.-- verdienen könne, liege keine
Erwerbseinbusse vor. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein
Rentenanspruch (IV-act. 165-1 f.).
A.x Der Versicherte liess am 28. Oktober 2010 Einwand gegen den Vorbescheid
erheben. Er beantragte, ihm sei ab 1. Februar 2005 eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen, eventualiter sei ihm ab 1. Februar 2005 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen,
und es sei ihm für das Verwaltungsverfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
zu gewähren. Als Begründung wurde neu angeführt, dass der Versicherte wiederholt im
Ausland tätig gewesen sei und deshalb die dort erzielten Einkommen aus dem IK-
Auszug nicht ersichtlich seien (IV-act. 166-1 ff.). Auf Aufforderung hin liess der Ver
sicherte der IV-Stelle diverse Belege (Steuerveranlagung, Lohnausweise, Passkopien
etc. für den Zeitraum 1978 und 1989-1992) zukommen (IV-act. 171 bis 174).
A.y Mit Verfügung vom 29. Dezember 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten mit gleicher Begründung wie im Vorbescheid vom 8. Oktober 2010 ab.
Zudem führte die IV-Stelle aus, aufgrund der vorgebrachten Einwände des Versicherten
im Schreiben vom 28. Oktober 2010 sei der Rentenanspruch nochmals überprüft
worden. Neue Tatsachen, welche den Entscheid zu ändern vermöchten, seien nicht
geltend gemacht worden. Die nachträglich eingereichten Belege würden aufzeigen,
dass der Versicherte wohl im Ausland tätig gewesen sei, jedoch nicht über einen
längeren Zeitraum ein regelmässiges Einkommen erzielt habe (IV-act. 175-1 f.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 28. Januar 2011 erhobene
Beschwerde von RA lic.iur. Dieter Studer in Vertretung des Beschwerdeführers. Darin
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wird beantragt, die Verfügung vom 29. Dezember 2010 sei aufzuheben, die Sache sei
an die Verwaltung zurückzuweisen zur Vornahme eines korrekten
Vorbescheidverfahrens inkl. rechtsgenügender Gewährung des rechtlichen Gehörs,
eventualiter sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Februar 2005 eine ganze IV-
Rente zuzusprechen, subeventualiter sei dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2005
eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zudem sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren und der
unterzeichnete Rechtsanwalt sei ihm als Beistand zu bewilligen. Zur Begründung wird
ausgeführt, trotz ausführlicher und begründeter Gegendarstellung gegenüber dem
Einkommensvergleich im Vorbescheid vom 12. Mai 2009 enthalte die Verfügung vom
16. Oktober 2009 lediglich eine Wiederholung der Begründung des Vorbescheids. Eine
Auseinandersetzung mit den Argumenten im Einwand habe nicht annähernd
stattgefunden. Damit liege eine krasse Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Diese
Verletzung ziehe sich auch in den weiteren Entscheiden durch. Mit Beschwerde vom
16. November 2009 sei beantragt worden, dem Beschwerdeführer sei eine
angemessene Invalidenrente ab dem rechtmässigen Zeitpunkt zuzusprechen und es
sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren. In
der aktuellen Beschwerde müssten mangels Gewährung des rechtlichen Gehörs im
Vorbescheidverfahren nochmals sämtliche Begründungen aufgeführt werden. Die
Beschwerdegegnerin habe eine "Heilung" der Verletzung des rechtlichen Gehörs,
welche sie mit ihrer objektiv eindeutig ungenügenden Begründung in Kauf genommen
habe, unzulässigerweise ins Beschwerdeverfahren verschoben. Der Anspruch auf
rechtliches Gehör sei formeller Natur und seine Verletzung führe ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der Verfügung.
Daher sei die angefochtene Verfügung jedenfalls wegen Verletzung des rechtlichen
Gehörs bereits unhaltbar. Sodann könne für die Festlegung des Valideneinkommens
nicht darauf abgestellt werden, was der Beschwerdeführer in all den Jahren effektiv
verdiente bzw. was im IK-Auszug erfasst sei. Die Verhältnisse hätten sich so
dargestellt, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen und bedingt
durch die Pflege der schwer erkrankten und berenteten Ehefrau stets ein weit unter
durchschnittliches Erwerbseinkommen erzielt habe. Auch könne nicht von einem Inva
lideneinkommen von Fr. 30'000.-- ausgegangen werden. Falls das Gericht zum Schluss
gelange, dass eine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorliege, so rechtfertige sich zumindest
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ein Leidensabzug von 25 %. Des Weiteren sei festzuhalten, dass Vergleichseinkommen
zu parallelisieren seien, wenn erhebliche Unterdurchschnittlichkeit des Validenein
kommens vorliege. Von Freiwilligkeit betreffend Inkaufnahme eines tiefen Einkommens
könne vorliegend keine Rede sein. Daher sei ein Anspruch auf mindestens eine Drei
viertelsrente im vorliegenden Fall gegeben (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. März 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, auf die vom
Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 16./19. November 2009 erhobene Kritik,
wonach die Zahlen im IK-Auszug keine taugliche Grundlage für die Festsetzung des
Valideneinkommens seien, sei sie in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2010
einlässlich eingegangen. Sie habe im Wesentlichen ausgeführt, dass im Lichte der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Erwerbstätigkeit nicht von der
Einbusse des mutmasslichen Potenzials bzw. des funktionellen Leistungsvermögens
als solchem abhänge, sondern von der effektiven, gesundheitlich bedingten Einbusse
im Erwerbseinkommen, die über all die Jahre im IK abgebildeten geringen und nicht
existenzsichernden Einkommen des Beschwerdeführers für die Bestimmung des
Valideneinkommens massgebend seien, und dass bei einer derart tiefen Validenbasis
zum Vornherein feststehe, dass eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit keinen
Rentenanspruch zu begründen vermöge. Zudem habe sie festgehalten, dass für die
tiefen Einkommen nicht eine seit über 30 Jahren bestehende Einschränkung als Maurer
verantwortlich sein könne, da eine solche Einschränkung erst seit dem Jahr 2001
nachgewiesen sei. Vor diesem Hintergrund habe der Beschwerdeführer damit rechnen
müssen, dass die Beschwerdegegnerin nach dem wegen eines zusätzlichen
medizinischen Abklärungsbedarfs erfolgten Widerrufs der Verfügung vom 16. Oktober
2009 eine Einkommensparallelisierung im Sinne einer Erhöhung des
Valideneinkommens weiterhin ablehne. Ausserdem sei der Beschwerdeführer in der
Lage, die Tragweite der Verfügung zu verstehen und dagegen Beschwerde zu erheben.
Dass sie in der angefochtenen Verfügung nicht nochmals vertieft auf diejenigen
Kritikpunkte an der Festsetzung des Valideneinkommens eingegangen sei, die sie
bereits in der Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2010 abgehandelt hätte, stelle unter
diesen Umständen keine Verletzung der Begründungspflicht dar, zumal der
Begründungsteil der angefochtenen Verfügung auf die vom Beschwerdeführer im
Anhörungsverfahren eingereichten Unterlagen eingehe, indem ausgeführt werde, die
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Unterlagen zeigten zwar auf, dass der Beschwerdeführer im Ausland tätig gewesen sei,
jedoch gehe daraus nicht hervor, dass er über einen längeren Zeitraum ein regel
mässiges Einkommen erzielt habe. Nach dem Gesagten liege somit keine Verletzung
der Begründung als Teilaspekt des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Aber selbst
wenn von einer Gehörsverletzung auszugehen wäre, so könne diese als geheilt gelten,
da der Beschwerdeführer die Möglichkeit erhalte, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen könne, und
weil vorliegend offensichtlich sei, dass im Falle einer Rückweisung aus formellen
Gründen in materieller Hinsicht wieder gleich entschieden würde. Dadurch würde eine
Rückweisung zur korrekten Gehörsgewährung zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnötigen Verzögerungen führen. Zwar räume der Beschwerdeführer einer
materiellen Beurteilung keinen Vorrang ein, jedoch müsse auch ein generelles
öffentliches Interesse, dass Rechtsverfahren nicht länger dauern würden als nötig,
berücksichtigt werden. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer auch materielle
Beweisanträge gestellt und diese ausführlich begründet habe. Dies lasse eine
materielle Beurteilung zu. Selbst wenn im Übrigen von dem für die Bestimmung des
Invalideneinkommens heranzuziehenden Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters im
privaten Sektor der LSE 2008 unter Berücksichtigung eines Arbeitsunfähigkeitsgrads
von 50 % ein 25 %iger Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen wäre, läge das
Invalideneinkommen noch immer um einiges höher als das Valideneinkommen. Es läge
also keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse vor (act. G 3).
B.c Am 28. März 2011 erstattet der Beschwerdeführer Replik. Er führt aus, er halte
daran fest, dass die angefochtene Verfügung vom 29. Dezember 2010 den Anspruch
auf rechtliches Gehör in grober Weise verletze, weshalb der Entscheid schon aus
formellen Gründen aufzuheben sei. Es entspreche einer unzulässigen Praxis der Be
schwerdegegnerin, Verfügungen nicht oder ungenügend zu begründen. Entgegen den
Vorbringen in der Beschwerdeantwort entspreche die mangelnde Begründungsdichte
im angefochtenen Entscheid vom 29. Dezember 2010 einmal mehr dieser Praxis. Die
Beschwerdegegnerin habe die Begründungsdichte im angefochtenen Entscheid nicht
aufgrund von Überlegungen zur Aktenlage bzw. zur bisherigen Korrespondenz niedrig
gehalten, sondern weil es ihrer bisherigen Praxis entspreche. Eine Heilung im Be
schwerdeverfahren sei unter diesen Umständen nicht zulässig. Die nachträgliche
Rechtfertigung in der Beschwerdeantwort vermöge aus Sicht des Beschwerdeführers
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nicht zu überzeugen. Sodann sei der Beschwerdeführer nicht nur teilweise als
Erwerbstätiger und teilweise als im Aufgabenbereich Tätiger zu betrachten. Er sei
bereits seit den späten 1970er Jahren in seiner angestammten Tätigkeit als
(Akkord-)Maurer gesundheitlich eingeschränkt gewesen, noch bevor seine Ehefrau im
Verlauf der 1980er Jahre schwer erkrankte und von ihm während ca. 20 Jahren
gepflegt worden sei. Selbst wenn der Beschwerdeführer nicht als Vollerwerbstätiger zu
betrachten sei, wäre in diesem Fall im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich
vorzunehmen gewesen. Anschliessend wäre die Invaliditätsgradberechnung im Sinne
der "gemischten Methode" zu ermitteln gewesen (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 7. April 2011 auf eine
Duplik (act. G 8).
B.e Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts ersuchte die
Beschwerdegegnerin am 26. Februar 2013 (act. G 11) um Einreichung der
vollständigen IV-Akten (act. G 12.1) sowie der Ergänzungsleistungs-Akten (act. G 12.2)
der verstorbenen Ehefrau des Beschwerdeführers. Dem kam diese am 7. März 2013
nach (act. G 12).

Erwägungen:
1)
Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten Be
stimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft
getreten. In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des ange
fochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 Erw.
1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
29. Dezember 2010 (IV-act. 175-1 f.), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der noch
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vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen (1. Januar 2004 bis
31. Dezember 2007) und ab diesem Zeitpunkt auf die Normen der 5. IV-Revision (1.
Januar 2008 bis 31. Dezember 2011) abzustellen
2)
Was vorab die Rüge des Beschwerdeführers der Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör betrifft, ist folgendes festzuhalten: Gemäss höchstrichterlichen
Rechtsprechung (BGE 133 III 439 ff. E. 3.3) muss die Begründung so abgefasst sein,
dass der Betroffene den Entscheid sachgerecht anfechten kann. Die Begründung muss
kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht bzw. die Ver
waltung hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist
hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich
auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Diesen
Anforderungen wird die angefochtene Verfügung gerecht, denn es ist ihr
nachvollziehbar zu entnehmen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu ihrem Entscheid
gelangte. So wird denn darin ausgeführt, dass der Unfall vom Juli 2009 und die danach
notwendig gewordene Bandscheibenoperation an der HWS nur zu einer
vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt habe;
spätestens ab Juni 2010 sei jedoch wieder eine 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgewiesen
(IV-act. 175-1). Bezüglich Einkommensvergleich wird ausgeführt, dass die nachträglich
eingereichten Belege (bezüglich Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers im Ausland) zu
keiner anderen Beurteilung führten (IV-act. 175-2). Diesbezüglich ist anzumerken, dass
dem Beschwerdeführer bzw. seinem Rechtsvertreter aus dem vorangegangenen
Verfahren bekannt sein musste, weshalb die Beschwerdegegnerin nur ein
Valideneinkommen von Fr. 5'000.-- pro Jahr angenommen hat. Eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs ist daher im Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu erblicken.
3)
Streitig und zu prüfen ist sodann, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Be
schwerdeführers auf eine Rente zu Recht verneint hat.
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a) Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 4. IV-Revision gültigen
Fassung) sowie Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab der 5. IV-Revision gültigen Fassung), wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor,
wird eine halbe Rente zugesprochen und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% eine Viertelsrente. Eine Invalidität von weniger als 40 % wird von der
Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.
b) Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen
und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es
mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
c) Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere
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kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinn von Art. 28a Abs. 1 IVG (in der ab der 5. IV-
Revision gültigen Fassung) dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit
nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen
eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen
den Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint. Ferner beinhaltet der
Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht
zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch
einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich deskörperlichen Einsatzes. Nach
diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die
Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht. Weder gestützt auf
die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der den versicherten Personen auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung
ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihnen Vorkehren verlangt werden, die unter
Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des
Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).
4)
a) Der Beschwerdeführer meldete sich am 29. Januar 2006 zum IV-Leistungsbezug
an. Bereits für den Zeitpunkt dieser Anmeldung ist eine bestehende Arbeitsfähigkeit im
Umfang von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit unbestritten. Gemäss MGSG-
Gutachten vom Oktober 2008 ist der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als
Maurer/ Hilfsmaurer seit Anfang 2001 zu 100 % bleibend arbeitsunfähig; in einer
körperlich leichten Tätigkeit wurde die Arbeitsfähigkeit auf 50 % geschätzt, dies
jedenfalls unverändert ab Herbst 2006 (IV-act. 49-22). Die Sozialversicherungsanstalt
(SVA) des Kantons St. Gallen, welche der Ehefrau des Beschwerdeführers aufgrund
deren seit 1987 bestandenen Anspruchs auf eine ganze monatliche IV-Rente ab dem
Jahr 2000 Ergänzungsleistungen (EL) ausrichtete (act. G 12.2, 24-8, 4-5), rechnete
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sodann in dieser Zeitspanne nie ein hypothetisches Erwerbseinkommen des
Beschwerdeführers als zusätzliche Einnahme an; angerechnet wurde nur dessen
jeweiliger Lohn als Hauswart (vgl. etwa act. G 12.2, 4-5). Nach der höchstrichterlichen
Praxis hat die EL-Durchführungsstelle im Einzelfall zu prüfen, ob vom Ehegatten eines
Leistungsbezügers die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verlangt werden kann und es
ist gegebenenfalls der Lohn festzusetzen, den dieser bei gutem Willen erzielen könnte
(ZAK 1992 S. 328 E. 3c). Dementsprechend sind das Alter, der Gesundheitszustand,
die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete
Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls die Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben zu
berücksichtigen (Bundesgerichtsentscheid i/ B. vom 6. Februar 2008, 8C_172/07 E.
4.2; vgl. AHI 2001 S. 133 E. 1b). Aufgrund der Tatsache, dass die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens des Beschwerdeführers in den jeweiligen EL-
Berechnungen unterblieb, ging mithin selbst die SVA des Kantons St. Gallen in der Zeit
des EL-Bezugs der Ehefrau folglich nur von einer Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in vermindertem Umfang aus. Unter Berücksichtigung der
gesamten medizinischen Aktenlage, insbesondere in Anbetracht der im MGSG-
Gutachten diagnostizierten chronifizierten multilokulären muskuloskelettalen
Beschwerdesymptomatik (IV-act. 49-23) und der seit ca. 1996 bestehenden
degenerativen LWS-Veränderungen (IV-act. 12-1, 49-21, 159-2) erscheint eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit im Zeitpunkt Januar 2006
somit als ausgewiesen. Die Ermittlung der Einschränkungen des Beschwerdeführers
bei seinen Aufgaben im Haushalt und bei der Betreuung seiner Ehefrau ist nicht erfolgt.
Sie wurde indessen nicht behauptet und es ergeben sich aufgrund der Akten auch
keine Anhaltspunkte dafür.
Bezüglich Valideneinkommen ist im Weiteren festzustellen, dass der Beschwerdeführer
– entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin – keineswegs freiwillig ein
durchschnittliches Einkommen von bloss Fr. 5'000.-- pro Jahr erzielte. Aktenmässig
erstellt und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seine im Jahr 1986 schwer er
krankte Ehefrau bis zu deren Tod am 19. Dezember 2005 (act. G 12.2, 4-1) rund
20 Jahre lang gepflegt hat (IV-act. 49-6, act. G.3.2, 50/25, S. 2). Aus diesem Grund
wirkte er seit Jahrzehnten in erster Linie als Hausmann und Betreuungsperson seiner
Ehefrau und konnte daneben nur noch in sehr geringem zeitlichen Umfang (ca.
3 Stunden pro Woche, IV-act. 49-16, 1-5) in einer Nebenbeschäftigung als Hauswart
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tätig sein. Vor diesem Hintergrund ist ein valables Valideneinkommen in einer voll
zeitlichen Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall nicht zu eruieren, so
dass vorliegend auf einen Einkommensvergleich zu verzichten ist. Es rechtfertigt sich
mithin, von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit im
Pensum von 50 % auszugehen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Mit dem Tod der Ehefrau im
Dezember 2005 und dem damit ab 1. Januar 2006 verbundenen Wegfall der monat
lichen Ausrichtung von IV-Renten und EL, mit welchen Geldleistungen das Ehepaar
offenbar bis anhin überwiegend seinen Lebensunterhalt bestritten hatte (act. G 12.2,
21-3, 20-3, 17-8/10, 12-3), sah sich der Beschwerdeführer plötzlich zu einem Status
wechsel in eine vollzeitliche unselbständige Erwerbstätigkeit gezwungen. Die 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit wurde aufgrund einer erheblichen
Veränderung der erwerblichen Auswirkungen bei gleich gebliebenem Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers mithin erst ab 1. Januar 2006 anspruchsrelevant. Dem
Beschwerdeführer war ab diesem Zeitpunkt eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer
körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit zumutbar. Bei der Annahme, dass das Inva
lideneinkommen ungefähr bei 50 % des Valideneinkommens lag, betrug der
Invaliditätsgrad demnach 50 %. Aufgrund der Verzögerung gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV
ist jedoch erst ab 1. April 2006 von einer andauernden Beeinträchtigung der
Erwerbsfähigkeit auszugehen; der Beschwerdeführer hat somit für die Zeit ab 1. April
2006 Anspruch auf eine halbe IV-Rente.
b) Für die Zeit ab Juli 2009 ist folgendes zu bemerken: Am 7. Juli 2009 erlitt der Be
schwerdeführer einen Unfall. In der Folge musste er sich am 9. Juli 2009 in der Klinik
für Orthopädische Chirurgie des KSSG einer HWS-Operation unterziehen (IV-act.
132-1). Im Bericht des KSSG, Departement Innere Medizin, Rheumatologie/
Rehabilitation, vom 25. Juni 2010 wurden unter anderem die Diagnosen persistierender
Zervikalgien und occipitaler Schmerzen bei einem Status nach ventraler
Dekompression C6/7 und ventraler Versorgung C6/7 mit trikortikalem Span aus dem
Beckenkamm und ventraler Abstützplatte vom 9. Juli 2009 bei akutem
Bandscheibenvorfall C6/7 und Wurzelkompression C7 beidseits sowie Bandscheiben-
Degeneration C6/7 genannt (IV-act. 159-1). Gemäss Verlaufsbericht von Dr. B._ vom
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13. Juni 2010 hatte sich der Gesundheitszustand seit dem MGSG-Gutachten vom
Oktober 2008 verschlechtert. Dr. B._ nannte die (die Arbeitsfähigkeit
beeinflussenden) seither geänderte Diagnose eines chronischen Zervikalsyndroms bei
einem Status nach ventraler Dekompression C6/6 und einer ventralen Fusion C6/7 mit
Einbringen eines trikortikalen Spans aus dem rechten vorderen Beckenkamms und
ventraler Abstützplatte vom 9. Juli 2009 (IV-act. 147). RAD-Arzt Dr. E._ war gemäss
seiner internen Stellungnahme vom 20. August 2010 der Meinung, dass sich die
interkurrent durchgeführte Operation vom 9. Juli 2009 an der HWS im Beschwerdebild
der versicherten Person im Zeitpunkt August 2010 offensichtlich nicht mehr auswirke.
Dr. E._ führte weiter aus, dass es seines Erachtens gerechtfertigt sei davon
auszugehen, dass aktuell wieder gleiche Verhältnisse vorlägen wie zum Zeitpunkt der
Begutachtung im MGSG. Folglich hätten die dannzumaligen Arbeitsfähigkeit/
Arbeitsunfähigkeits-Beurteilungen wiederum Gültigkeit; dies sicher ab Datum der
Untersuchung (Juni 2010) in der Rheumatologie des KSSG (100 % Arbeitsunfähigkeit
angestammt und 50 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert, IV-act. 160-2). Diese Ansicht des
RAD kann nicht gefolgt werden. Bei einer Person mit chronischen multilokulären
Beschwerden an Achsenskelett, Gelenken und Muskeln kann das Hinzutreten einer
Beeinträchtigung in einem weiteren Segment wie vorliegend der HWS durchaus
bleibenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Unter diesem Aspekt wären für die
Zeit ab August 2010 weitere medizinische Abklärungen inklusiv einer erneuten
Arbeitsfähigkeitsschätzung angezeigt gewesen. Festzustellen ist jedoch, dass sich
selbst bei einer möglichen Verbesserung des Gesundheitszustandes ab August 2010
eine Rückweisung zur weiteren Abklärung nicht rechtfertigen würde. Dies, da der
Beschwerdeführer im August 2010 bereits 63 Jahr alt war. Somit verblieb ihm bloss
noch eine relativ kurze Aktivitätsdauer von rund 2 Jahren bis zum Erreichen des
ordentlichen AHV-Alters, was einen durchschnittlichen Arbeitgeber mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon abhalten würde, den Beschwerdeführer anzustellen. Daher
ist festzuhalten, dass selbst eine durch den Beschwerdeführer allenfalls wiedererlangte
Restarbeitsfähigkeit von 50 % auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise
nicht mehr nachgefragt worden wäre und ihm deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zugemutet werden könnte (vgl. zum Ganzen das
Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.3, worin ein vergleichbarer Fall eines
61 1⁄2-jährigen Versicherten zu beurteilen war; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom
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19. März 2009, 9C_437/08, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Es ist nach dem Gesagten
aufgrund sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände, nicht zuletzt auch
aufgrund der jahrzehntelangen Abwesenheit des Beschwerdeführers vom Berufsleben,
von einer fehlenden Verwertbarkeit einer medizinisch-theoretischen
Restarbeitsfähigkeit ab Unfalldatum am 7. Juli 2009 auszugehen. Aufgrund der
Verzögerung gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist jedoch erst ab 1. November 2009 von einer
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit auszugehen; der Beschwerdeführer hat mithin
für die Zeit ab 1. November 2009 Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
5)
a) In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
29. Dezember 2010 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April
2006 eine halbe Rente und mit Wirkung ab 1. November 2009 eine ganze Rente
zuzusprechen.
b) Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
c) Der Beschwerdeführer hat bei Obsiegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht