Decision ID: 07eadb1a-0cff-44ef-8c2f-46adc673a554
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, ohne Berufsausbildung, war zuletzt seit dem 1
5.
April 2010 saisonal (d.h. jeweils vom 1
5.
April bis zum 1
5.
Oktober) als Mit
arbeiterin Kasse/Kiosk im
Y._
angestellt, seit 2011 mi
t einem Pensum von 100
%
(
Urk.
7/23/17,
Urk.
7
/25,
Urk.
7
/29/2-4
,
Urk.
7/114
). Aus
serhalb der Freibadsaison war die Versicherte in wechselnden kurzen Anstel
lungsverhältnissen als Reinigungskraft, Beiköchin oder Küchenhilfe erwerbstätig oder sie bezog A
rbei
tslosenentschädigung (
Urk.
7/29/5-6,
Urk.
7
/45/2
,
Urk.
7/114
). Am 2
5.
Oktober 2014 meldete sie sich bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf diverse gesundheitliche Beeinträchtigungen zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7
/3). Die IV-Stelle
tätigte erwerbliche und mediz
inische Abklärungen
und verneinte mit Verfügung vom 2
7.
August 2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
7
/67). Die von der Versicherten dag
egen erhobene Beschwerde (
Urk.
7
/71/3-13) hiess das Sozialversicherungsge
richt mit Urteil IV.2015.0090
2 vom 3
0.
September 2016
in dem Sinne teilweise gut, dass es die angefochtene Verfügung betreffend den Rentenanspruch ab April 2015 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese, nach erfolg
ter Ab
klärung im Sinne der Erwägungen
,
über den Rentenanspruch ab April 2015 neu verfüge. Im Übrigen wies das Sozialversicherungsg
ericht die Beschwerde ab (
Urk.
7
/77
). Das sozialversicherungsgerichtliche Urteil blieb unangefochten.
Die IV-Stelle holte darauf die Berichte der
aktuellen Behandler ein (
Urk.
7
/81 f.
). M
it Verfügung
vom
7.
April 2017 ordnete sie eine polydisziplinäre Begutachtung in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie dur
ch die
Z._
an (
Urk.
7
/100). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht mit Urt
eil IV.2017.00
434 vom 2
9.
Juni 2017 ab (
Urk.
7
/108). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Das Gutachten wurde am
6.
März 2018 erst
attet (
Urk.
7
/116), am 1
3.
April 2018 wurden von der IV-Stelle gestell
te Ergänzungsfragen (vgl.
Urk.
7/117) beantwortet (
Urk.
7
/118). Mit Vorbescheid vom
2
2.
März 2019 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistu
ngsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7
/125). Nachdem die Versicherte am
1.
April 2019
dagegen Einwand erhoben (
Urk.
7
/128) und diesen am
1
8.
April 2019 e
rgänzend begründet hatte (
Urk.
7
/131)
,
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
9.
September
2019 wie angekündigt ab (
Urk.
7
/135 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube
,
am 2
5.
September 2019 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom
9.
September 2019 sei aufzuhe
ben und es sei ihr spätestens ab
März 2015 min
destens eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen; eventualiter sei eine gerichtliche polydisziplinäre medizinische Begutachtung bei einer Begut
achtungsstelle, von der erfahrungsgemäss ein beweiswertiges Gutachten erwartet werden könne, durchzuführen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 2
2.
November 2019 an ihren Anträgen fest, worauf die Beschwerdegegnerin am
5.
Dezember 2019 auf die Erstattung einer Duplik verzichtete (
Urk.
12). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
6.
Dezember 2019 mitgeteilt (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Abweisung des Rentenbegehrens damit
, dass die Beschwerdeführerin gemäss den vorliegenden medizinischen Unterlagen spätestens seit November 2017 voll arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit vor die
sem Datum sei nicht evaluierbar. Aufgrund der ärztlichen Berichte oder Gutach
ten habe es keine Anzeichen für eine Arbeitsunfähigkeit ab April 2015 gegeben, weder im psychischen noch im somatischen Bereich. Somit sei keine invalidisie
rende Einschränkung ausgewiesen und das Leistungsbegehren werde abgewiesen (
Urk.
2 S.
1 f.).
Bezugnehmend auf die Einwandbegründung
räumte
die Beschwerdegegnerin
ein
, dass der Wechsel des Gutachters nicht korrekt verlaufen sei, es seien jedoch keine
Beweismittel eingereicht worden, die beweisen würden, dass das Gutachten aus
geschlossen werden müsse.
Dieses sei
aus ihrer Sicht inhaltlich korrekt.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, überraschenderweise hab
e anstelle von med. pract. A._
, Facharzt für Psychologie und Psychiatrie,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychologie und Psychiatrie
,
die psychiatrische Untersuchung am 2
1.
November 2017 durchgeführt (
Urk.
1 S. 3).
Es werde bestritten
, dass ein Wechsel des psychiatrischen Gutachters zulässig gewesen sei,
zumindest hätte dieser Wechsel
den betei
ligten Parteien bekannt gegeben werden müssen
(
Urk.
1 S. 4)
.
Da diese Begutachtung somit widerrechtlich gewesen sei
,
habe
sie
ihren
Geheim- und Intimb
ereich und damit
Art.
28
des Schweizerischen Zivilgesetz
buchs (
ZGB
)
sowie
ihr
e
Grun
d
recht
e
auf persönliche Freiheit und Wahrung ihrer Privatsphäre
verletzt
(
Art.
10 und
Art.
13
der Bundesverfassung der Schweizeri
schen Eidgenossenschaft
[
BV
]
;
Urk.
1 S. 6).
Ausserdem
sei kein Schreiben der
Z._
ersichtlich, das die Gutachterfragen unterbreite und G
elegenheit zur Stel
lung von Zus
atzfragen gebe, was eine Verletzung des
rechtlichen
Gehörs darstelle (
Urk.
1 S. 4).
Ebenfalls verletzt sei die Aktenführungspflicht, indem die Beschwer
degegnerin lediglich die zweite Seite des Berichtes der
C._
vom 2
5.
November 2014 zu den Akten genommen habe (
Urk.
1 S.
6).
Sodann sei angesichts der zahlreichen medizinischen Akten betreffend diesen Zeitraum nicht ersichtlich, weswegen die
Z._
und die Beschwerdegegnerin keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor
November 2017 durchgeführt hätten
. Dies stelle eine Verletzung der Abklärungspflicht und eine Rechtsverweigerung beziehungsweise Rechtsverzögerung dar (
Urk.
1 S. 8).
Gegen den Beweiswert des polydisziplinären Gutachtens spreche, dass
nicht alle Berichte der behandelnden Ärzte und die sich daraus ergebenden Diagnosen berücksichtigt worden
seien
(
Urk.
1 S. 9
und S. 11), die fehlende
Drittanamnese des Ehemannes der
Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 10) sowie die aufgrund der gesamten medizinischen Akten nicht nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung (
Urk.
1 S.
11).
2.3
In der Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin fest, gemäss bundesge
richtlicher Rechtsprechung führe eine mangelhafte Orientierung über den Namen des Gutachters nicht ohne weiteres zur Unverwertbarkeit der entsprech
enden Abklärungsergebnisse
. Der betroffenen Partei dürfe aus mangelhafter Eröffnung nur kein Nachteil erwachsen, ein solcher sei vorliegend nicht ersichtlich (
Urk.
6 S. 1).
Bezüglich des Zeitraums zwischen April 2015 und November 2017
erörterte sie
, es gebe zwar Hinweise auf Arbeitsunfähigkeitszeiten, es würden jedoch Angaben fehlen
,
um diese genau eingrenzen zu können. Da es sich jedoch um vorüberge
hende Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise um
einen Bericht ausserhalb des anspruchsrelevanten Zeitraumes handle, sei eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in diesem Zeitraum nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit ausgewiesen, diese Beweislosigkeit wirke sich zu Lasten der Beschwerde
führerin aus
(
Urk.
6 S. 2)
.
2.4
In der Replik führte die Beschwerdeführerin
ergänzend
aus, es sei unzutreffend, dass sich für den Zeitraum zwischen April 2015 und November 2017 keine blei
bende Arbeitsunfähigkeit feststellen liesse, solche Hinweise fänden sich in diver
sen medizinischen Berichten sowie im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 3
0.
September 2016 (
Urk.
9 S. 1).
2.5
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente ab
April 201
5.
Soweit beschwerdeweise die Zusprechung einer Rente auch für den Monat März 2015 beantragt wird (
Urk.
1 S. 2), ist auf dieses Begeh
ren nicht einzutreten, da
im Verfahren IV.2015.00902 mit Urteil vom 3
0.
Sep
tember 2016 bereits rechtskräftig entschieden wurde, dass ein Rentenanspruch frühestens ab April 2015 besteht.
3.
3.1
I
n medizinischer Hinsicht beruht
die Verfügung der Beschwerdegegnerin mass
geblich auf dem polydisziplinären Gutachten der
Z._
vom
6.
März 2018 (
Urk.
7/116
)
. Die Beschwerdeführerin
beanstandete dieses bereits in formeller Hinsicht
,
indem sie vorbrachte
, es
sei unverwertbar,
da
das psychiatrische Gut
achten nicht
wie angekündigt
von pract. med.
A._
, sondern von
Dr.
B._
erstellt worden sei
(
Urk.
1 S. 3 ff.).
Wie es sich damit verhält, ist vorab zu prüfen.
3.2
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt; diese kann den Gutachter aus triftigen Grün
den ablehnen und Gegenvorschläge machen (
Art.
44 ATSG).
Zwar trifft es
zu, dass die Gutachterstelle der
Beschwerdeführerin
im Aufgebot zur polydisziplinären Begutachtung vom 1
6.
Oktober 2017 mitteilte, med. pract.
A._
führe die psychiatrische Begutachtung durch (
Urk.
7/111)
,
und sie in der Folge nicht auf den Wechsel zu
Dr.
B._
hinwies. Es liegt somit grundsätzlich eine mangelhafte vorgängige Orientierung über die Person des psychiatrischen Gutachters vor.
Ein forme
ller Mangel, welcher der Verwert
barkeit des Gutachtens gegebenenfalls entgegenstünde, ist aber zu verneinen, wenn der Versicherungs
träger nachträglich mit der Delegation einverstanden ist und die versicherte Per
son weder geltend macht, sie hätte bei gehöriger vorgängiger Orientierung Gegenvorschläge für die Wahl der sachverständigen Person machen wollen, noch Ausstands- und Ablehnungsgründe gegen die sachverständige Person vorbringt, welche die Begutachtung durchgeführt hat (
Urteil des Bundesgerichts
8C_596/2013
vom
2
4.
Januar
2014 E. 6.1.2).
Die Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich aus, der Gutachterwechsel sei sicher nicht korrekt verlaufen, hielt jedoch an der Verwertbarkeit des Gutachtens fest (
Urk.
2 S. 2). Damit kann von ihrer nachträglichen Einwilligung ausgegangen werden.
Es ist
somit zu prüfen, ob gegen
Dr.
B._
gesetzliche Ausstands- und Ablehnungsgründe geltend gemacht worden sind, welche die Beweistauglichkeit des psychiatrischen Gutachtens in Frage stellen.
Gemäss
Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (
KSVI
)
kann gegen einen Sachverständi
gen eingewendet werden, er habe ein persönliches Interesse an der zu beurteilen
den Sache, aber auch eine enge verwandtschaftliche oder freundschaftliche Ver
bundenheit mit einer Partei oder andere Gründe von ähnlichem Gewicht sowie mangelnde Fachkompetenz
(KSVI,
Stand
1.
Januar 2017, Rz 2081).
Mit Bezug
auf
Dr.
B._
wurde geltend gem
acht, dass er nach Erfahrung des
R
echtsvertreters
der Beschwerdeführerin einseitig zu Lasten der Versicherten und zu Gu
n
sten der Versicherungen urteile und deshalb befangen sei. In zahlreichen von ihm verfasste
n Teilgutachten habe
man
noch nie eine Beurteilung von ihm gesehen, die bei der Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu einer Rente der Invalidenversicherung geführt habe (
Urk.
1 S. 5).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann
die Befangenheit einer sach
verständigen Person grundsätzlich nicht mit der Schilderung einzelner angeblich negativer Erfahrungen anderer versicherter Personen in früheren Fällen begrün
det werden, es sei denn, es
w
ird
substanziiert dargetan, wie sich aus einer Fehl
leistung in früheren Fällen auf die Befangenheit eines Experten im konkreten Fall schliessen
l
ässt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2014 vom 1
8.
Dezember 2015 E. 6.2).
Das Bundesgericht hat sich sodann mit dem - auch vorliegend zur Dis
kussion stehenden - Anwendungsbeispiel eines systematisch (zu) niedrigen Arbeitsunfähigkeitsgrades
auseinandergesetzt und ausgeführt, auch hier könne eine systematische Benachteiligung nicht durch eine Aufzählung von Einzelfällen aus der Praxis eines Rechtsvertreters bewiesen werden, hingegen sei nicht völlig ausgeschlossen, dass der (Anscheins-)Beweis einer systematischen Voreingenom
menheit eines Experten mittels verlässlicher Statistik über die Gutachtenstätigkeit geführt werden könne (E. 6.3-6.5).
Was den statistischen Nachweis einer Befangenheit betrifft, so reichte die Beschwerdeführerin Statistiken betreffend die durch die MEDAS
D._
und die
Z._
attestierten Arbeitsunfähigkeiten ein (
Urk.
10/1-2). Abgesehen davon, dass aus dem eingereichten Dokument nicht ersichtlich ist, woher diese Daten stammen und sich nur aus einem handschriftlichen Vermerk ergibt, dass sich diese auf die
Z._
beziehen sollen,
kann
rechtsprechungsgemäss stets nur der einzelne Gutachter, nicht aber eine Gu
tachterstelle befangen sein. O
hne Daten zur Tätigkeit des einzelnen Experten
kann
der Beweis einer systematischen Benachteiligung der versicherten Personen
durch diesen Experten nicht erbracht werden
.
Solche Daten
zur Tätigkeit einzelner Gutachter
existieren
offenbar (noch)
nicht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2014 vom 1
8.
Dezember 2015 E. 6.6). Es kann jedoch nicht Sache des erstinstanzlichen Gerichts sein, solche Daten im vor
liegenden konkreten Fall zu erheben. Denn das Bundesgericht hat im besagten Urteil zusätzlich erwogen, bei einer Auswertung der Häufigkeitsverteilung der attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei mit einem gewissen Streubereich zu rechnen und aussagekräftig könnte nur eine starke Abweichung sein, wobei auch in die
sem Fall noch überprüft werden müsste, ob sie nicht durch andere Faktoren (als durch eine Voreingenommenheit) besser erklärbar wäre (E. 6.5). Eine Datenerhe
bung könnte sich also nicht auf
Dr.
B._
beschränken, sondern es müssten wei
tere Gutachter einbezogen werden und die erhobenen Daten müssten einer umfassenden, verschiedene Faktoren berücksichtigenden Analyse unterzogen werden. Eine solche Erhebung und Analyse geht über das hinaus, was ein einzel
fallbezogenes und erstinstanzliches Gerichtsverfahren zu leisten hat (vgl. BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1).
Damit sind keine Umständ
e nachgewiesen, die
Dr.
B._
unabhängig vom vorlie
genden konkreten Fall als generell befangen erscheinen lassen. Anhaltspunkte, die auf ei
ne Befangenheit von
Dr.
B._
im konkreten Fall hinwie
sen und gegen dessen Bestellung zum
Guta
chter
spräch
en, sind ebenfalls nicht dargelegt wor
den
.
3.3
Auch aus der Tatsache
, dass
das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde der
Beschwerdeführerin gegen die ursprüngliche
Bestellung
von med. pract.
A._
als
psychiatrischen
Guta
chter
mit Urteil vom 2
9.
Juni 2017
(Prozess IV.2017.00434)
abgewiesen hat
,
lässt sich nicht
ableiten, dass ein Gutachterwechsel nicht zulässig
wäre
,
da
mit diesem Entscheid
lediglich
festgehalten
worde
n war, dass gegen med. pract.
A._
keine Ausstands- oder Ablehnungsgründe vorliegen, nicht hin
gegen, dass er die Begutachtung durchzuführen habe.
Von einem Verstoss gegen die ausdrückliche Anordnung des Sozialversicherungsgerichts, wie dies die Beschwerdeführerin vorbringt (
Urk.
9 S.
3
)
,
kann mithin nicht die Rede sein.
Damit war die Begutachtung durch
Dr.
B._
nicht widerrechtlich und verletzte die Rechte der Beschwerdeführerin auf persönliche Freiheit und
Schutz d
er
Pri
vatsphäre
(
Art.
10 und
Art.
13 BV) von
v
ornherein nicht
.
Damit kann dem
Gut
achten der
Z._
nicht aus formellen Gründen
der Beweiswert abgesprochen werden
, sondern es ist in die nachfolgende materielle Beurteilung des strittigen Rentenanspruchs einzubeziehen.
3.4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, in den Akten finde sich kein Schreiben, das
ihr
die Gutachterfragen unterbreite
t
und Gelegenheit zur Stellung von Zusatzfragen
gegeben hätte
, wodurch ihre Mitwirkungsrechte und ihr recht
liches Gehör verletzt
worden
seien,
handelt sie widersprüchlich
und kann deshalb nicht gehört werden
. So
rügte sie
nämlich
im Verfahren IV.2017.00434 gerade den von der Beschwerdegegnerin fest
gelegten
weiten
Frage
n
katalog
, ohne aber selber Zusatzfragen zu stellen,
obwohl sie von der Beschwerdegegnerin auf diese Möglichkeit hingewiesen worden war (
Urk.
7/85/1
,
Urk.
7/88,
Urk.
7/89,
Urk.
7/90,
Urk.
7/108/11).
Welche Zusatzf
ragen
Dr.
B._
konkret hätten gestellt werden müssen, ist nicht ersichtlich und legt auch d
ie
Beschwerdeführer
in
nicht dar.
3.5
Die
geltend gemachte Verletzung der Aktenführungspflicht
(
Urk.
1 S. 6)
ist ebenso unbegründet, sind doch unter
Urk.
7/60/30-31 beide Seiten des Berichtes der
C._
vom 2
5.
November 2014 bei den Akten.
3.6
Zusammenfassend sind die formellen Einwände der Beschwerdeführerin hinsicht
lich der Durchführung des Vorverfahrens allesamt unbegründet. In der Folge ist zu prüfen, was aus dem Gutachten der
Z._
und den weiteren medizinischen Unterlagen
,
zum einen zu den Befunden und Diagnosen und zum andern zur Arbeitsfähigkeit abzuleiten ist.
4
.
4
.1
In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten entnehmen, dass
die Beschwerde
führerin nach einem
Hirninfarkt am
5.
Juni 2013 im
E._
magnetreso
nanztomographisch untersucht wurde. Es wurde eine frische ischämische Läsion rechts cerebellär im AICA Stromgebiet und ein hypoplastisches V4-Segement der
Arteria vertebralis rechts festgestellt. Der Abgang der AICA erschien rechts per
fundiert, ansonsten handelte es sich um eine altersentsprechende Abbildung des Neurocraniums (
Urk.
7/60/1).
Vom 2
4.
Juni bis zum 2
7.
Juli 2013 hielt sich die Beschwerdeführerin zur Reha
bilitation in der
F._
auf (
Urk.
7/60/6). Bei ihrem Austritt waren die rechtsseitigen Kopfschmerzen leicht gebessert und das Gangbild sicher. Es bestand noch eine leichte Dysarthroponie (Sprechstörung). Überdies waren leichte kognitive Defizite (reduzierte Belastbarkeit, Defizite in Teilbereichen der Exekutivfunktionen wie Interferenzanfälligkeit, Kategorisierungsfähigkeit theo
retische Handlungsplanung, vorausschauendes Denken und Problemlösen, Feh
lerkontrolle und Monitoring), Defizite in der geteilten Aufmerksamkeit und eine reduzierte konzentrative Belastbarkeit vorhanden (
Urk.
7/60/6). Bis Ende Juli 2013 wurde der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Da auf
grund der erwähnten Defizite, insbesondere der reduzierten Belastbarkeit, am Arbeitsplatz bei erhöhten Anforderungen, steigender kognitiver Belastung, hoher Ablenkung oder unter Stress mit Unaufmerksamkeit und/oder einer schnelleren Überforderung gerechnet wurde, wurde aus neuropsychologischer Sicht eine stu
fenweise Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit mit einem deutlich reduzierten Anfangspensum und einem guten Pausenmanagement empfohlen (
Urk.
7/60/7).
Am 2
9.
August 2013 führte
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Neurolo
gie, eine neurologische Untersuchung durch (
Urk.
7/60/2). Neben leichten residu
ellen Beschwerden, vorwiegend einer Hypästhesie (Verminderung der Berüh
rungs- und Drucksensibilität der Haut) und einer leichten distalbetonten rechts
seitigen Hemiparese (unvollständige Lähmung der rechten Körperhälfte), erhob er vordergründige rechtsbetonte Kopfschmerzen, teils mit stechenden Exazerbatio
nen mit leichter Übelkeit. Aufgrund des Verlaufs und der klinischen Befunde imponierten ihm diese als posttraumatische Kopfschmerzform. Zusätzlich erhob er bewegungsabhängige Schwindelsensationen ohne klinisch vestibu
lär fassbare Auffälligkeiten. K
linisch
stellte er
Zeichen einer eventuell zusätzlichen zerviko
zephalen Komponente fest. Darüber hinaus vermerkte er die tägliche Schmerz
mitteleinnahme und Schlafschwierigkeiten (
Urk.
7/60/3).
4.2
Dr.
H._
überwies die Beschwerdeführerin wegen der seit September 2013 geklag
ten symmetrischen Myalgien und Arthralgien an Armen, Händen, Oberschenkeln und Füssen und wegen Rücken-, Nacken- und okzipitalbetonten Kopfschmerzen zur stationären Behandlung ins
I._
, die vom 1
1.
bis zum 1
7.
April 2014 dauerte
(
Urk.
7/23/7 und 7/23/11). D
ort wurden neu eine Fibro
myalgie
, eine Pansinusitis bei viralem Infekt der oberen Atemwege und ein Vita
min D-Mangel diagnostiziert (
Urk.
7/23/7). Überdies wurde eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit vom 1
1.
bis zum 2
5.
April 2014 bescheinigt (
Urk.
7/14/4 und
Urk.
7/23/8). Das am 1
5.
April 2014 erstellte CT des Neurocraniums und des Gesichtsschädels zeigte eine leichte frontal betonte Atrophie und ansonsten altersentsprechende normale Befunde
(
Urk.
7/23/5 f.)
. Hinweise auf eine systemi
sche entzündlich-rheumatische Erkrankung wurden keine gefunden (
Urk.
7/23/8).
4.3
Beide Knie wurden am 2
8.
Juli 2014 im J._
computertomogra
phisch untersucht (
Urk.
7/23/22 und
Urk.
7/23/23). Am linken Knie wurden eine retropatellär im Bereich des Apex und mit Übergreifen auf die mediale Gelenks
fazette betonte Arthrose und eine Chondropathie Grad I bis III im medialen femorotibialen Kompartiment festgestellt. Überdies zeigte sich eine Schwellung und mögliche zentrale Degeneration im Hinterhorn des medialen Meniskus ohne eindeutigen Riss. Es w
urden keine ligamentäre Läsion und
kein signifikanter Erguss, aber eine grosse Baker-Zyste erhoben. Entzündliche Veränderungen waren nicht vorhanden (
Urk.
7/23/22). Die Untersuchung des rechten Knies ergab eine mögliche zentrale Schwellung, differentialdiagnostisch eine Degeneration im Hinterhorn des medialen Meniskus ohne Nachweis einer eindeutigen Rissstruktur zur Ober- oder Unterfläche. Es wurde vor allem eine retropatelläre Arthrose mit grossflächigem Knorpeldefekt des Apex, übergreifend auf die mediale Gelenks
fazette der oberen Patellarhälfte, festgestellt. Eine ligamentäre Läsion, ein Gelenkserguss, eine signifikante popileale Zyste oder eine entzündliche Verände
rung waren
nicht zu sehen (
Urk.
7/23/23).
4.4
Dr.
H._
hielt in seinen Berichten vom
4.
und
5.
November 2014 (
Urk.
7
/16-18) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Tachykardie mit Leistungsminderung
-
Procainamid besser
-
Verdacht auf Fi
bromyalgie-Syndrom (ED 04/2014)
-
0
4/2014: Widespread-Pain index 15, Symptom-Severity-index 8
-
Gonalgie (Knies
chmerzen) beidseits
-
MRI Knie links 23.8.2013
(
vgl.
Urk.
7/23/24).
: Gelenkserguss, Bakerzyste, aus
gedehnte Knochenkontusion an der Patella, massive Chondropathie patellae Grad IV, Chondropathia Grad III
-
MRI Knie rechts 20.1.2010: ch
ronische Chondropathie patellae
-
Restbeschwerdesymptomatik Handgelenk links nach konservativ versorgter dist
aler Radiusfraktur am 16.1.2012
-
Kompressionsbedingte Irritation des Ram
us superficialis nervi radialis
-
Aktivierte Pisotriquetratarthrose links
-
Dorsales radiokarpales Impingement bei knöcherner Absprengung
der dis
talen Radiusgelenkslippe
-
Polyarthrose der
Hände und Handgelenke beidseits
-
Vitamin-D-Mangel (ED 04/2014)
-
Ischämischer Hirninfarkt im hinteren
Stromgebiet rechts am 2.6.2013
-
Neurologie initial: Stamm- und Extremitätenataxie rechts, d
eutliche Dys
arthrie, leichte He
miparese rechts, aetiologisc
h am ehesten mikroangiopa
thisch
-
cvRf: arterielle Hypertonie, Nikotin (ca. 20 py), positive
Familienanamnese, Dyslipidämie
-
Anamnestisch
Status nach Sarkoidose ca. 1980
-
anamnestisch histologisch ge
sichert mit Lungenbiopsie links
-
rezidivfrei n
ach einjähriger Steroidtherapie
-
Anamnestisch Migräne
-
Anamnestisch Statu
s nach Maserninfektion als Kind
-
residuelle Amaurose rechts (Hell-/Dunkel-Unterscheidung intakt)
-
Anamnestisch Status nach Lymphdrüsentuberkulose abdominal als Kleinkind.
Dr.
H._
vertrat die Auffassung, es bestehe sicher eine Einschränkung der körper
lichen Leistungsfähigkeit, in welchem Ausmass, könne er nicht beurteilen. Dazu sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nötig (
Urk.
7/16/7 und 7/16/8). Aktuell stünden bei den Beschwerden die bewegungsabhängigen Schmerzen im Handgelenk und in den Händen im Vordergrund. Nicht zu ver
nachlässigen seien die bewegungsabhängigen Schmerzen in beiden Knien. Dazu kämen die schnelle Ermüdbarkeit und die mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Überdies bestehe eine generalisierte Schmerzsymptomatik, vor allem in den obe
ren Extremitäten und der Wirbelsäule entlang (
Urk.
7
/18/1).
4.5
Dr.
med. K._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, untersuchte die Beschwerdeführerin am 1
5.
Dezember 2014 im Auftrag von deren Pensionskasse und erstattete am 1
6.
Dezember 2014 ein Gutachten (
Urk.
7/60/15-28). Darin stellte sie die folgenden Diagnosen:
-
Symptomatische Fingerpolyarthrose mit ak
tuell im Vordergrund stehender
Heberden-Arthrose Dig II und III beidseits:
-
Geplante operative Sanierung am 20.01.2015: Stellungskorrigierende Endge
lenksarthrodese rechts und Mukoidzystenentfern
ung
-
Fi
bromyalgie-Syndrom (ED 04/2014)
-
Status nach akutem ischämischen Hirninfarkt im hinteren St
romgebiet rechts am 02.06.2013:
-
Dysarthrie, Ataxie de
s rechten Armes proximal betont
-
Kardiovaskuläre Risikofaktoren: Hyperton
ie, Nikotinabusus, Dyslipidämie
-
Beginnende Gonarthrose / retropatelläre Arthrose beidseits.
Dr.
K._
vertrat die Ansicht, dass sie frühestens im August 2015 zur Arbeitsfä
higkeit in angestammter Tätigkeit Stellung nehmen könne, wenn die Rehabilita
tion nach der für den 2
0.
Januar 2015 geplanten handchirurgischen Operation abg
eschlossen sei (
Urk.
7/60/26).
4.6
Wegen des Verdachts auf eine depressive Reaktion überwies
Dr.
H._
die Beschwerdeführerin zur Untersuchung ans
L._
der
C._
, welche am 2
5.
November 2014 stattfand. Es wurden organi
sche affektive Störungen (ICD-10 F06.3) und eine le
ichte kognitive Störung (ICD-10
F06.7) diagnostiziert (
Urk.
7/60/30). Überdies wurden eine neuropsychologi
sche Testung und eine Therapie beim Ambulatorium organisiert (
Urk.
7/60/31).
Die Beschwerdeführerin erschien darauf lediglich zwei bis drei Mal im
L._
, weshalb das von der IV-Stelle angeforderte Arztzeugnis nicht erstellt werden konnte (
Urk.
7/63). Auch die empfohlene Testu
ng fand nie statt (
Urk.
7/64).
4.7
Am 2
0.
Januar 2015 führte
Dr.
med.
M._
, Fac
harzt
für Orthopädi
sche Chirurgie und Handchirurgie, eine stellungskorrigierende DIP-Arthrodese Dig II und III und eine Synovektomie und Osteophytenabtragung an den Endge
lenken Dig II und III
der rechten Hand
durch (
Urk.
7/60/32).
Sech
s Wochen postoperativ stellte er
ein schönes Operationsergebnis bei konso
lidierten Arthrodesen fest. Aktuell bestehe noch eine Überempfindlichkeit im Bereich der Pulpa, die sich im weiteren Verlauf geben werde. Er denke, dass die Arbeitsfähigkeit an der Schwimmbadkasse für zumindest 50
%
wieder gewähr
leistet sein sollte. Betreffend die linke Hand könne sich die Versicherte im Herbst j
ederzeit melden (
Urk.
7/40/6).
4.8
In einem weiteren Bericht vom 1
6.
März 2015
beurteilte
Dr.
H._
den
Gesund
heitszustand als in etwa stationär (
Urk.
7/37/1). Die Arthrose an den Fingern sollte postoperativ leicht besser werden (
Urk.
7/37/2). Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
empfahl
Dr.
H._
erneut die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Lei
stungsfähigkeit (
Urk.
7/37/2).
Am 2
4.
März 2015 attestierte
Dr.
H._
der Beschwerdeführerin vom 2
3.
März bis zum 3
1.
Mai 2015 eine 50%ige Arb
eitsunfähigkeit (
Urk.
7/49/1).
4.9
Wegen seit sechs Wochen geklagter Übelkeit und breiigem Stuhlgang liess sich die Beschwerdeführerin am 2
2.
Juni 2015 im
J._
untersuchen. Es wurden eine Oesophagogastroduodenoskopie durchgeführt und eine Antrumgast
ropathie und eine erosive Refluxösophagitis Grad I nach Savary-Miller bei axialer Hiatushernie diagnostiziert. Überdies wurde der Verdacht auf eine Infektion mit Heliobacter plyori geäussert und vorgeschlagen, den histologischen Befund abzuwarten (
Urk.
7/60/37). Die gleichentags durchgeführte Kolonoskopie ergab drei kleine Polypen im Kolon descendens, wobei auch hier das Abwarten auf die Resultate der Histologie empfohlen wurde. Eine Ernährungsintoleranz, eine Lak
toseintoleranz, gegebenenfalls auch eine Fruktoseintoleranz, wurden als mö
glich erachtet (
Urk.
7/60/37).
4.10
Am
4.
August 2015 erstellte
Dr.
K._
ein Gutachten,
das unter anderem auf einer Untersuchung vom
3.
August 2015 beruht
(
Urk.
7/71/24 ff.
).
Dr.
K._
führte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die symp
tomatische Fingerpolyarthrose mit stehender Heberden-Arthrose Dig II und III beidseits mit Status nach operativer Sanierung rechts (DIP-Arthrodese Dig II und III rechts) am 2
0.
Januar 2015 und geplanter operativer Sanierung im Bereich Dig II und
III links auf
(
Urk.
7/71/30
).
Sie
zog in Betracht, bei der neuropsychologischen Abklärung 2013 habe sich die neurologische Symptomatik bis auf leichte residuelle neurokognitive Defizite vollständig regredient gezeigt. Leichte neurokognitive Defizite wirkten sich erfahrungsgemäss nicht leistungsbeeinträchtigend aus und es sei im Langzeitver
lauf eher mit einer Verbesserung zu rechnen. Im Frühling habe die Versicherte eine zunehmende Schmerzproblematik im Bereich der Weichteile und der Gelenke entwickelt. Eine Abklärung im
I._
habe die Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms ergeben. Die Schulterschmerzen links bei leichten dege
nerativen Veränderungen der Supraspinatussehne links und die beidseitigen Knieschmerzen bei beginnender Gonarthrose zeigten sich unverändert. Die Fin
gerpolyarthrose mit Herberdenarthrose, vor allem Dig II und III beidseits, sei am 2
0.
Januar 2015 im Bereich der rechten Hand operativ saniert worden. Postope
rativ bestehe noch ein Taubheitsgefühl der Fingerkuppe Dig II und III rechts mit Flexionsdefizit Dig II und III. Der selbe Eingriff
sei auch links geplant, wobei der genaue Zeitpunkt noch nicht feststehe. Aufgrund der
Handproblematik ergebe sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50
%
(
Urk.
7/71/33
). In einer behinderungsangepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/71/34
).
4.11
Nachdem die Beschwerdeführerin sich am 1
2.
Oktober 2016 aufgrund von seit zwei Monaten bestehenden und im Verlauf deutlich progredienten tief lumbalen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in den ventrolateralen Oberschenkel rechts in der Klinik für Neurochirurgie des
I._
vorgestellt hatte (
Urk.
7
/82/12)
,
wurde
am 2
5.
Oktober 2016
eine mikrochirurgische Dekompres
sion (Rezessotomie) LW 4/5 rechts durchgeführt
(
Urk.
7
/82/8)
.
Dr.
med. N._
, Oberarzt, berichtete
anlässlich
der Verlaufskontrolle vom 2
4.
November 2016 dass diese zwei Wochen früher als üblich durchgeführt worden sei, da die Beschwerdeführerin danach für mehrere Wochen nach Brasilien gereist sei. Er hielt fest, die Beschwerden hätt
en sich insgesamt verbessert,
er gehe davon aus, dass
sich diese noch weiter zurückbilden würden
(
Urk.
7
/82/6
).
Die Beschwerde
führerin sei vom 2
5.
Oktober bis am
7.
Dezember 2016
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7
/82/11).
4.12
Dr.
H._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
5.
Dezember 2016 zusätzlich zu den bereits gestellten Diagnosen ein chronisches lumbora
dikuläres Schmerzsyndrom mit Rez
essusstenosen LW 4/5 rechts und mikrochirurgischer Dekompression Rezessotomie LW 4/5 rechts am 2
5.
Oktober 2016, ein zervikoradikuläres Reizsyndrom rechts, wahrscheinlich C5 bei intraforaminaler Enge sowie ein Sta
tus nach DIP-Arthrodese D II und III
(
Urk.
7
/81/6)
. Hinsichtlich der Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführer
in wies er darauf hin, dass diese
von der Neurochirurgie noc
h
bis am 1
2.
Dezember 2016 zu 100
%
krankgeschrieben sei. Um die Frage nach noch möglichen Tätigkeiten seriös beantworten zu können
,
müsse ein A
rbeitsmedizin
er befragt werden. Ob die bisherige Tät
igkeit noch zumutbar sei, wer
de sich je nach Verlauf zeigen
(
Urk.
7
/81/7)
.
4.13
4.13
.1
Im Gutachten der
Z._
vom
6.
März 2018
stellten die Experten die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfäh
igkeit (
Urk.
7
/116/54):
-
Geringe Funktionsstörung rechte Hand nach offener Karpaldachspaltung und Beugesehnen-Synovektomie sowie Resektionssuspensions-Interpositions-Arthroplastik Daumensattelgelenk rechts und partielle Trapezoidektomie vom 2
5.
April 2017
-
Morbus Du
puytren Stadium I-II Digg. III und IV rechts
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression LWK 4/5 rechts bei degenera
tiven Veränderungen der Lendenwirbelsäule
-
Gonarthrose beidseits, retropatellär akzentuiert
Ferner erhoben die Gutachter folgende Diagnosen ohne Einfluss
auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7
/116/54):
-
Arterielle Hypertonie, Erstdiagnose 2009, aktuell unter zweifacher Medikation
-
Sarkoidose der Lunge, diagnostiziert 1980, erfolgreich therapiert mit einjähri
ger Cortison-Therapie, im CT von 2014 kein Hinweis auf Rezidiv
-
Polyarthrose der Finger
-
Gastroösophagiale Refluxkrankheit
-
Dyslipidämie, derzeit ohne medikamentöse Therapie
-
Status nach Hirninfarkt 06/2013
4.13
.2
Gemäss
Dr.
me
d. O._
, Facharzt für Allgemein
e Innere Medizin, prä
sentierte
sich die
Beschwerdeführerin in gutem
Allgemeinzustand mit leichtem Ü
bergewicht
und
habe im Rahmen der Anamneseaufnahme problemlos
ohne Schonhaltung
während 40 Minuten
sitz
en
können
. Die durchgeführte Blutdruck
messung habe eine noch leichtgradige E
r
hö
h
ung unter medikamentöser Therapie ergeben. Auch die Herzfrequenz habe sich unter Therapie mit Ivabadrin im oberen Normbereich gezeigt. Ansonsten sei der internistische kardiopulmonale Untersu
chungsstatus kompensie
rt und unauffällig. Auch im Rahm
en des Belastungstests mit Angabe von Schmerzen im Bereich des unteren Rückens sowie zunehmenden Kopfschmerzen hätten sich keine Hinweise auf eine kardiorespiratorische Insuf
fizienz ergeben, auch das normwertige Pro-BNP mache eine dekompensierte Her
zinsuffizienz
unwahrscheinlich. Die Lipide seien erhöht, bei Status nach Insult sei ein
e
Cholesterinsenkung indiziert. Die endoskopisch gesicherte gastroösopha
giale Refluxkrankheit scheine klinisch unter Protonenpumpentherapie bis auf Angabe von Übelkeit kompensiert, der chronische ungeformte Stuhlgang sei bei unauffälliger Darmspiegelung vor zwei Jahren im Rahmen der erwähnten Unver
träglichkeiten von grösseren Laktose- und Fr
uktosemengen
oder wahrscheinlich im Rahmen eines Reizdarmsyndroms vom Diarrhoe-Typ zu sehen. Die von der Beschwerdeführerin als Hauptbeschwerden geschilderten Kopfschmerzen seien im neurologischen Teilgutachten zu bewerten
,
eine zugrundeliegende internistische Erkrankung sei nicht evident. Die Bewegungen der Fingergelenke seie
n
nach Ver
steifungsoperation kli
nisch nachvollziehbar eingeschrä
nkt und im Rahmen des orthop
ädischen Teilgutachtens zu bewerten
. Eine
eigenständige internistische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsf
ähigkeit liege nicht vor (
Urk.
7
/116/29 f.).
4.13
.3
Prof.
Dr.
med. P._
, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte Spannungs
kopfschmerz
en
mit Merkmalen eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes, eine Hypästhesie der beiden Endglieder Dig. II bis III beidseits (bekannte operierte Fingerpolyarthrose), eine hochgradige Visusminderung des rechten Auges bei Zustand nach Maserninfektion, ei
nen
Opioidfehlgebrauch und ein
en
mögl
iche
n
Fersensporn rechts (
Urk.
7
/116/35).
Prof.
Dr.
P._
führte aus, in der neurologischen Untersuchung sei vorrangig eine hochgradige Visusminderung des rechten Auges aufgefallen, als Korrelat habe sich im Inspektionsbefund eine fokale Trübung der Hornhaut gefunden. Diese sei vereinbar mit einem Zustand nach Maserninfektion im Kleinkindalter und sei aktenkundi
g. Sämtliche Muskeldehnungsrefl
exe seie
n erhalten, es fänden sich weder fokale
Paresen
,
noch hätten sich radikuläre Syndrome nachweisen oder provozieren lassen. Die Halswirbelsäule sei in ihren mittleren Abschnitten leicht klopfschmerzhaft und unter Angabe von Schmerzen in der beobachteten und passiven Beweglichkeit um etwa 50
%
eingeschränkt. Im MRI der Lendenwirbel
säule hätt
en sich rezessale Einengungen im
Sinne von degenerativen Verände
rungen gefunden, ein erhebliches klinisches Korrelat bestehe jedoch nicht. Als Ursache des rechtsseitigen Fersenschmerzes habe sich ein möglicher Fersensporn palpieren lassen. Die von der Beschwerdeführerin angegebene Reduktion des Berührungsempfindens in den Fingern II und III habe in der neurologischen Untersuchung, führend auf der Innenseite eine glaubha
ft leichte Hypästhesie ergeben.
Das angegebene Kopfschmerzsyndrom sei primär als Spannungskopf
schmerz einzuschätzen. Eine Verschlechterung sei wahrscheinlich durch einen chronischen Schmerzmittelübergebrauch verursacht
. Der angegebene Kleinhirn
infark
t im Jahr 2013 sei aktenkundig al
s
Minor-Stroke im AICA-Stromgebiet. Aktuell lasse sich diesbezüglich kein residuelles neurologisches Defizit
feststellen
(
Urk.
7
/116/36)
.
Zusammenfassend sei eine nicht mehr gegebene Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere Arbeiten zu attestieren, dies aufgrund der degenerativen spinalen Ver
änderungen. Arbeiten in Höhen oder Tätigkeiten, die ein ungestörtes binokuläres Sehen erfordern würden, könnten der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht zuge
mutet werden. Einfache körperliche Aktivitäten wie Schreibtischtätigkeiten oder einfache Tätigkeiten in der Gastronomie
oder im Verkauf seien aus neuro
logi
scher Sicht zumutbar (
Urk.
7
/116/37).
4
.
13
.
4
Der orthopädische Teilgutachter,
Dr.
med. Q._
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, hielt fest,
die Beschwerdeführerin
habe
vorrangi
g über eine Funktionseinschränk
ung der rech
ten Hand geklagt. Aktenkundig handle es sich um einen Zustand
nach offener Karpaldachspaltung
und Beugesehnen-Synovektomie rechts sowie Resektions
suspensions-Interpositions-Arthroplastik des Daumensattelgelenks rechts und partielle Trapezoidektomie vom 2
5.
April 2017 sowie Zustand nach Endgelenk
versteifung Dig. II und III recht
s. Darüber bestehe ein Morbus Du
puytren Grad I-II rechts. Funktionell liege eine geringe Einschränkung der Faustschlussfunktion vor sowie eine Einschränkung der Kraftentfaltung des Daumens rechts. Insbeson
dere die Kraftsituation sollte sich innerhalb der nächsten sechs Monate auch durch den alltäglichen Gebrauch weiter verbessern, eine gewisse Funktions- und Krafteinschränkung sei in der Regel jedoch dauerhaft zu erwarten. Spe
z
ifische entzündliche Erkrankungen seien aktenkundig nicht gefunden worden. Darüber
hinaus bestehe ein Zustand nach lumbaler Recessotomie L4/5 rechts. Die Funk
tion der LWS sei bei stattgehabter LWS-Operation und übergewichtigem Habitus als gut zu bewerten. Das angefertigte MRI der LWS
habe weitere degenerative Veränderugnen in den Segmenten LWK 3 bis LWK 5 mit entsprechenden Rezessusstenosen ergeben. Für die geklagten Beschwerden zervikal finde sich auch im MRI der Halswirbelsäule kein klärendes org
anisches Substrat. Auch hier sei
auffallend, dass die spontane Beweglichkeit unbeobachtet deutlich über das Mass der demonstrierten Bewegungseinschränkung bei Untersuchung der Hals
wirbelsäule herausgehe. Die klinische Untersuchung beider Kniegelenke habe eine retropatelläre Krepitation ohne nennenswerte Funktionsstörung ergeben, das durchgeführte MRI beider Kniegelenke zeige erklärend als Hauptbefund eine Ret
ropatellärarthrose Grad IV. Für die geklagten Fersenschmerzen sei am ehesten eine Insertionstendopathie der Plantarfaszie am Calcaneus klinisch zu vermuten. Hier lasse sich durch Schuheinlagen und adäquate Physiotherapie eine kurzfris
tige Besserung erreichen. Darüber hinaus seien
eine
Gewichtsreduktion und mus
kuläre Konditionierung zu empfehlen (
Urk.
7/116/41 f.).
Aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund der degenerativen Veränderungen lumbal und an beiden Kniegelenken dauerhaft für körperlich schwere Arbeiten und Tätigkeiten in Körperzwangshaltungen nicht mehr arbeits
fähig. Für körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten
, bevorzugt in sitzender und/oder wechselbelastender Arbeitshaltung,
entsprechend
der letzten ange
stammten Tätigkeit als Mitarbeiterin/Verk
äuferin im Schwimmbad
, sei sie aus orthopädischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (Pe
nsum und Rendement 100
%
;
Urk.
7
/116/42 f.)
4
.
13
.
5
Dr.
B._
führte aus, a
nlässlich der psychiatrischen Begutachtung habe die Beschwerdeführerin vorrangig von einem lumbalen, in das rechte Bein ausstrah
lenden Schmerzsyndrom berichtet, in der vertieften Exploration sei Vergesslich
keit herauszuarbeiten
gewesen
. Eine darüber hinaus gehende psychische Beein
trächtigung sei
nicht
zum Vortrag gekommen und sei auch in der vertiefenden Exploration nicht herauszuarbeiten gewesen. Im AMDP-konform erhobenen psy
chiatrischen Befund seien keine erheblichen Beeinträchtigungen zu objektivieren
gewesen
. Insbesondere seien Stimmung, Antrieb, und affektive Schwingungsfä
higkeit weitgehend unbeeinträchtigt
gewesen
, eine affektive Erkrankung sei somit nicht zu attestierten. Auch für eine hirnorganische Störung
hätten
sich keine Anhaltspunkte
gefunden
, entsprechende psychopathologi
sche
Auffälligkeiten, insbesondere
Impulsivität und Disinhibiti
o
n
sphänomene oder affektive Verände
rungen lägen gemäss AMDP-konformem Befund nicht vor. Solche Veränderun
gen seien auch aktenkundig anschliessend an das Schlaganfallereignis im Jahr 2013 nicht beschrieben
worden
. Erhebliche kognitive oder mnestische Beein
trächtigungen würden nach klinischem Eindruck ebenfalls nicht vorliegen. Auch eine somatoforme Schmerzstörung liege nicht vor, ein dem reklamierten Schmerz zu Grunde liegender erheblicher unbewältigter seelischer oder psychosozialer
Konflikt
sei anamnestisch nicht herauszuarbeiten
gewesen
, womit eine ICD-10-konforme Diagnosestellung nicht möglich sei
. Zusammenfassend sei also eine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht mit der gebotenen Wahrschei
nlichkeit zu attestieren (
Urk.
7
/116/47 f.).
Aktenkundig sei zuletzt im Jahr 2014 ein depressives Syndrom attestiert worden. Ausweislich des AMD
P-konform erhobenen Befundes liege jedoch keine
nam
hafte Depressivität mehr vor, so dass das Vorliegen einer affektiven Störung nicht mehr anzunehmen sei. Die seinerzeit ebenfalls beschriebene leichte kognitive Stö
rung sei in der aktuellen Untersuchung nicht mehr nachzuzeichnen, es sei mög
lich, dass dies
e
auch im Kontext des depressiven Syndroms bestanden habe. Eine fixierte organisch-affektive oder organisch-kognitive Störung
sei mithin nicht belegt (
Urk.
7
/116/48).
4
.
13
.
6
Die Gutachter kamen zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen sowie einer angepassten T
ätigkeit bei einem Rendement von
100
%
zu 100
%
arbeitsfähig. Vorangehend sei eine höhergradige depressive Störung attestiert worden, was auch arbeitsfähigkeitsmindernd g
ewesen sein könne, sich retrospe
k
tiv jedoch zeitlich nicht genauer eingrenzen lasse. Die Bewertung könne also spä
teste
ns ex nunc gelten (
Urk.
7
/116/57
).
4
.
14
Zur Frage des Verlauf
s
der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter in ihrer Stel
lungnahme vom 1
3.
April 2018 aus, die aktenkundigen Berichte würden für eine zeitlich eingrenzende und quantifizierende retrospektive Bewertung der Arbeits
fähigkeit nicht aus
reichen
. Es würden psychiatrisch und somatisch begründete Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit genannt, dies jedoch nicht im Sinne einer austherapierten Gesundheitsstörung. Zum Verlauf der depressiven Störung wür
den ausreichend detaillierte aktenkundige Angaben fehlen. Im Jahr 2015 sei zwar eine Arbeitsfähigkeit attestiert worden, die Interventionen im Jahr 2016 seien jedoch zumindest passager mit einer Minderung der Arbeitsfähigkeit einherge
gangen, für wie lange und inwieweit sich dies qualitativ ausgewirkt habe, lasse sich rückwirkend kaum verlässlich einschätzen (
Urk.
9/118/4).
4.15
Dr.
med. R._
, Oberärztin Neurologie an der
S._
,
diag
nostizierte im Bericht vom 2
0.
April 2018 ein radikuläres Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom Dermatom C4, C5 rechts und intermittierend C6 beidseits, Ers
t
manifestation circa im Oktober 2017
(
Urk.
7/130/4)
.
Eine am 2
5.
Januar 2018 durchgeführte MRI-Untersuchung habe eine mittelgradige zervikale Spinalka
nalstenose C3/4 und C5 (ohne Myelopathie-Signal), Diskusprotusionen und grosse Spondylophyten C3/4 und C4/5, foraminale Stenosen C3/4 beidseits, C4/5 beidseits und weniger ausge
prägt C5/6 beidseits (linksbeto
nt) sowie Facettenge
lenksarthrosen vor allem in den unteren Abschnitten der Halswirbelsäule ergeben
(
Urk.
7/130/4, vgl.
Urk.
7/130/1).
Die Beschwerdeführerin habe von seit etwa fünf bis sechs Monaten bestehenden starken Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung über die rechte Schulter in das rechte
Dekolleté
und den rechten lateralen Arm sowie einer Hypästhesie bis Taubheit beider Daumen sowie Ver
krampfungen im proximalen Armbereich beidseits berichtet.
Dr.
R._
stellte fest, die zervikalen mittelschweren Spinalkanalstenosen seien aktuell noch asymptomatisch. In den durchgeführten MEPS habe sich keine Affektion der Pyramidenbahn gezeigt,
n
adelmyographisch seien in entsprechender Kennmus
kulatur C4, C5 und C6 beidseits keine Denervationszeichen aufgetreten (
Urk.
7/130/5).
4.16
Ein am 2
5.
März 2019 durchgeführtes MRI des linken Knies
ergab eine ödematöse Signalalteration im medialen Tibiakopf ohne erkennbare Frakturlinien (Differen
tialdiagnose direktes Trauma oder Überlastung). Festgestellt wurden sodann im Verlauf zunehmende Zeichen einer medial- und femoropatellär betonten Gon
arthrose mit osteophytären Anbauten sowie Chondropathie, zum Teil mit Knor
pelglatze vor all
em femoropa
tellär. Ferner zeigte sich eine moderate Ergussbil
dung sowie
eine
grössenprogrediente Bakerzyste mit fraglich kleinen enthaltenen Gelenkkörpern (Differentialdiagnose Debri;
Urk.
7/130/3).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin hauptsächlich auf das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom
6.
März 2018 (
Urk.
7/116).
Es ist daher vorab auf dessen Beweiswert einzugehen.
5
.2
Die Expertise beruht auf umfassenden internistischen, neurologischen, orthopä
dischen und psychiatrischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der zum Begutachtungszeitpunkt vorliegenden
Vorakten erstellt (
Urk.
7/116/4
ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Gutachtern ihre aktuel
len Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt (
Urk.
7/116/23 ff.,
Urk.
7/116/30 f.
,
Urk.
7/116/37 ff.,
Urk.
7/116/43 ff.
). Sie konnte sich insbesondere auch zu ver
schiedenen Themenbereichen wie dem beruflichen Werdegang und dem gewöhn
lichen Tagesablauf äussern (
Urk.
7/116/26 f.
,
Urk.
7/116/38 f.,
Urk.
7/116/45
). Die geklagten Leiden fanden darüber hinaus im Rahmen der Feststellung der Diag
nosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/116/29 f. f., 7/116/35
ff. und 7/116/41
f.). Soweit notwendig erfolgte ausserdem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
7/
116/49 ff.
). Gesamthaft e
rfüllt das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizini
sche Expertise (vgl. E. 1.5)
, weshalb grundsätzlich darauf abgestellt werden kann
.
5
.3
Die Beschwerdeführerin
macht
dagegen
zunächst geltend
, es hätte zusätzlich eine neuropsychologische Begutachtung durchgeführt werden müssen
(
Urk.
1 S. 10
)
.
Die Beschwerdeführerin forderte bereits in der Beschwerde gegen die Zwischen
verfügung betreffend Begutachtung vom
7.
April 2017 (
Urk.
7/100) die Durch
führung einer neuropsychologischen Begutachtung (
Urk.
7/101/15).
Dieser Antrag wurde
mit Urteil
des Sozialversicherungsgerichts
vom 2
9.
Juni 2017
mit der Begründung abgewiesen, dass
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 139 V 349
E. 3.3) die Gutachterstelle abschliessend darüber entscheidet, welche Fachdisziplinen im Einzelfall zu begutach
ten sind
(
Urk.
7/108/10)
.
Zu die
sem Zeitpunkt hatte keiner der Gutachter
eine neuropsychologische Beurteilung als notwendig bezeichnet
, dies ist
bis
heute nicht der Fall.
Auf eine neuropsycho
logische Begutachtung konnte mithin verzichtet werden, zumal die
Beschwerde
führerin zwar im Juni
2013 einen
ischämischen
Hirninfarkt
erlitten hatte (
Urk.
7/
60/1
), dessen Auswirkungen sich jedoch bis auf leichte kognitive Ein
schränkungen vollständig zurückgebildet hatten
(
Urk.
7/60/3,
Urk.
7/71/31
)
und die von der Beschwerdeführerin weiterhin beklagte eingeschränkte Konzentrati
onsfähigkeit und V
ergesslichkeit
(
Urk.
1
S. 10)
von
Dr.
B._
anlässlich der Erhe
bung des psychopathologischen
Befund
es
-
übereinstimmend mit dem neurolo
gischen Gutachter Prof.
Dr.
P._
(
Urk.
7/116/32)
-
nicht festgestellt werden konnten
(
Urk.
7/116/46).
Auf die Behauptung der Beschwerdeführerin, Prof.
P._
sehe sich als
Facharzt für Neurologie
fälschlicherweise
auch
als
für die Vornahme von ne
uropsycholo
gische
n Begutachtungen qualifiziert (
Urk.
1 S. 10)
, ist sodann nicht näh
er einzu
gehen, da vorliegend
gerade kein neuropsychologisches Gutachten durchgeführt wurde und die Qualifikation von Prof.
P._
für das von ihm verfasste neurolo
gisch
e Gutachten nicht in Frage gestellt wird
.
5
.4
Weiter
brachte
die Beschwerdeführerin vor,
im Gutachten
fehle
die Drittanamnese
ihres Ehemannes
, dieser hätte berichten können, dass sie nur noch eine knappe halbe Stunde spazieren könne und dass sie kognitiv eingeschränkt sei (
Urk.
1 S. 10). Dazu ist auszuführen, dass die Einholung von fremdanamnestischen Aus
künften keineswegs zwingend ist, sondern im Ermessen der E
xperten liegt.
Die versicherte Person hat darauf keinen Rechtsanspruch (Urteil des Bundesgerichts 9C_263/2013 vom 2
8.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis).
Dass die Gutachter
den Ehemann nicht befragt haben, steht somit der Beweiskraf
t der Expertise
nicht entgegen, zumal keine Anhalt
spunkte dafür bestehen, dass die Beschwerdeführe
rin
nicht in der Lage wäre, sich zu allfälligen Einschränkungen
beziehungsweise Beschwerden
selbst
zu äussern.
5
.5
Der internistische Gutachter
Dr.
O._
stellte
keine eigenständige internisti
sche Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/116/30).
Die B
eschwerdeführerin bringt
dagegen vor
,
Dr.
O._
sage nichts zu den kardio
logischen Befunden und habe den Bericht zur kardiologischen Untersuchung
des
Dr.
T._
vom
7.
August 2014 nicht beigezogen (
Urk.
1 S. 9).
Zwar trifft es zu, dass der genannte Bericht sich nicht bei den Akten befindet,
Dr.
O._
war jedoch aufgrund der Berichte von
Dr.
H._
bekannt, dass bei der Beschwerdeführerin eine Tachykardie mit Leistungsminderung sowie eine Mitral
klappeninsuffizienz diagnostiziert worden war (
Urk.
7/116/8,
Urk.
7/116/21
).
Daher
führte er mit der Beschwerdeführerin zusätzlich
zur üblichen Untersuchung des Herzens einen Treppenbelastungstest sowie ein EKG durch (
Urk.
7/116/28). Gestützt darauf kam er zum Schluss, dass sich die Herzfrequenz unter medika
mentöser Therapie im oberen Normbereich befinde und der internistische kardi
opulmonale Untersuchungsstatus ansonsten k
ompensiert und unauffällig sei
. Im Rahmen des Treppenbelastungstests hätten sich keine Hinweise auf eine kardio
respiratorische Insuffizienz ergeben (
Urk.
7/116/29).
Vor diesem Hintergrund ist die fehlende Einholung des Berichtes von
Dr.
T._
nicht zu beanstanden und die Schlussfolgerung von
Dr.
O._
, es liege keine
eigenständige internistische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
7/116/30
), nachvollzieh
bar und begründet.
5
.6
Es fällt auf, dass die
von Prof.
P._
im neurologischen Teilgutachten festgehal
tenen Diagnosen (
Urk.
7/116/35) im Gesamtgutachten nicht aufgeführt
wurden
(vgl.
Urk.
7/116/51
,
Urk.
7/116/54
).
Diese haben gemäss
Dr.
P._
zwar
insoweit einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
,
als ihr schwere Arbeiten sowie Tätigkeiten in Höhen oder
solche,
die ein ungestörtes binokuläres Sehen erfordern, nicht mehr möglich sind. Einfache Tätigkeiten in der Gastrono
mie oder im Verkauf werden jedoch ausdrücklich als zumutbar beurteilt (
Urk.
7/116/37). Die Beschwerdeführerin ist somit in der bisherigen Tätigkeit in der
Y._
auch gemäss dem neurologischen Teilgutachten nicht einge
schränkt. Die Auslassung der neurologischen Diagnosen im Gesamtgutachten ist daher unproblematisch.
5
.7
5
.
7.
1
Im Hinblick auf das orthopädische Teilgutachten brachte die Beschwerdeführerin vor, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Diagnosen betreffend die Hände zu keiner Arbeitsunfähigkeit führen soll
t
e
n
, dies widerspreche der Beurteilung durch den behandelnden Arzt
Dr.
M._
(
Urk.
1 S. 9).
Dazu ist einerseits zu bemerken, dass
der orthopädische Gutachter
Dr.
Q._
der
diagnostizierten
geringen Funktionsstörung der
rechten Hand und dem Mor
bus Du
puytren durchaus einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass, die angestammte Tätigkeit jedoch
dennoch
als den Einschränkungen angepasst beurteilte (
Urk.
7/116/43). Andererseits
ist betreffend die Beurteilung von
Dr.
M._
festzuhalten, dass dieser
am 1
3.
März 2015 von einer Arbeitsfähigkeit von zumindest 50
%
ausging (
Urk.
7/40/6). Die Gutachter setzten sich mit dieser Beurteilung auseinander und kamen in nach
vollziehbarer Weise zum Schluss
, dass die Formulierung «zumindest 50
%
arbeitsfähig» einer höheren
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht entgegenstehe (
Urk.
7/116/49).
Dr.
M._
ging denn auch
v
on einer weiteren Besserung der Überempfind
lichkeit im Bereich der Pulpa
im Verlauf
aus und
empfahl
eine Steigerung der Arbeitstätigkeit nach Massgabe der Beschwerden (
Urk.
7/40/6). Aktuellere
Arbeitsunfähigkeitszeug
nisse von
Dr.
M._
liegen
nicht
vor
.
Allgemein
ist in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen
sodann
auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die unterschied
liche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) lässt es nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu andersla
utenden Einschät
zungen gelangen
.
5.7.2
Ferner kritisierte die Beschwerdeführerin,
Dr.
Q._
sei zum Schluss gekom
men, die Beschwerden am Hals seien nicht nachvollziehbar,
ohne
das
MRI
der Halswirbelsäule
vom 2
5.
Janua
r 2018
zu berücksichtigen
(
Urk.
1 S. 9).
Es trifft zu, dass
Dr.
R._
am 2
0.
April 2018
unter anderem gestützt auf die
MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule vom 2
5.
Januar 2018 ein radikuläres Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom Dermatom C4, C5 rechts und intermittierend C6 beidseits mit Erstmanifestation etwa im Oktober 2017 diagnostizierte
und fest
hielt
, die Beschwerdeführerin
berichte
von starken Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung über die rechte Schulter in das rechte Dekolleté und den rechten lateralen Arm sowie einer Hypästhesie bis Taubheit beider Daumen und Verkrampfungen im proximalen Arm beidseits (
Urk.
7/130/4). A
nlässlich der orthopädischen Begutachtung vom
9.
November 2017
h
atte sie hingegen ledig
lich
seit etwa drei Jahren bestehende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Hinterkopf
geschildert
, eine Ausstrahlung in die Arme verneinte sie
damals noch
(
Urk.
7/116/37).
Bei der klinischen Untersuchung
stellte
Dr.
Q._
fest, dass die spontane Beweglichkeit unbeobachtet deutlich über das Mass der demonstrierten Bewe
gungseinschränkung bei der Untersuchung h
inausging (
Urk.
7/116/42).
Soweit
Dr.
Q._
festhielt, für die geklagten Beschwerden zervikal finde sich auch im MR der HWS kein klärendes organisches Substrat, ist unklar, worauf er sich bezieht
(
Urk.
7/116/42)
.
D
ies ist jedoch nicht
weiter von Belang
, da
nicht so sehr die bildgebenden Befunde, sondern die funktionellen Einschränkungen
entschei
dend sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_484/2013 vom 1
2.
August 2013).
Solche funktionellen Einschränkungen waren zum Begutachtungszeitpunkt lediglich in geringem Masse ersichtlich.
Was eine allfällige Verschlechterung der Beschwerden nach dem Begutachtungs
zeitpunkt betrifft, ist zu bemerken, dass
Dr.
R._
in ihrem Bericht vom 2
0.
April 2018
keinerlei Schlüsse auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beziehungsweise nicht mehr zumutbare Tätigkeiten zog
und sich auch nicht mit der gutachterlichen Beurteilung auseinandersetzte
(
Urk.
7/130/4).
Der Bericht von
Dr.
R._
ist mithin nicht geeignet, die gutachterlichen Feststellungen betref
fend den fehlenden Einfluss der Halswirbelsäulenbeschwerden auf die Arbeitsfä
higkeit in Zweifel zu ziehen.
5.7
.3
Bezüglich ihre
r
Kniebeschwerden brachte d
ie Beschwerdeführerin vor,
Dr.
Q._
habe nicht erfasst
, dass ihr linkes Knie schmerze. Das von ihr ebenfalls mit der Einwandbegründung eingereichte MRI des linken Knies vom 2
5.
März 2019 sei für die Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden (
Urk.
1 S. 9).
Dr.
Q._
stellte anlässlich der klinischen Untersuchung der Kniegelenke eine retropatelläre Krepitation beidseits fest und veranlasste eine MRI-Untersuchung, die eine diesen Befund erklärende Retropatellararthrose mit Chondropathie Grad IV ergab (
Urk.
7/116/42, vgl.
Urk.
7/116/64
ff.
). Gestützt darauf stellte er die Diagnose einer Gonarthrose beidseits, retropatellar akzentuiert und
erklärte die Beschwerdeführerin daher
- und aufgrund der degenerativen Veränderungen lumbal -
für
schwere Arbeitstätigkeiten und Tätigkeiten in Körperzwangshaltun
gen
als zu 100
%
arbeitsunfäh
ig (
Urk.
7/116/42). Entgegen der
Beschwerdefüh
rer
in
wurden damit die Kniebeschwerden für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
sehr wohl
berücksichtigt. Was das am 2
5.
März 2019 ers
tellte MRI betrifft,
ist festzuhalten, dass insbesondere die von der Beschwerdeführerin als schmerzhaft angeführte Gonarthrose mit Knorpelglatze und die Bakerzyste bereits zum Gut
achtenszeitpunkt vorlagen (vgl.
Urk.
7/116/64) und zudem nicht ersichtlich ist, inwiefern die am 2
5.
März 2019 festgestellten Befunde die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin über die vom Gutachter attestierte Einschränkung hinaus beeinflussen soll
t
en. Der Bericht über die MRI-Untersuchung vom 2
5.
März 2019 reicht mithin nicht, um Zweifel an der von
Dr.
Q._
festgestellten Arbeitsfä
higkeit zu wecken und die Beschwerdegegnerin hat auch in diesem Punkt zu Recht auf das Gutachten abgestellt.
5.8
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
B._
stellte auf seinem Fachgebiet keine Diag
nosen (
Urk.
7/116/47). Die Beschwerdeführerin brachte d
agegen vor, er habe die von der
C._
gestellte Diagnose einer organisch-affektiven Stö
rung nicht diskutiert (
Urk.
1 S.
11).
Die Beschwerdeführerin übersieht, dass
Dr.
B._
in seinem Teilgutachten aus
drücklich festhielt, aufgrund des psychiatrischen B
efundes liege keine namhafte Dep
ressivität mehr vor, so dass das
Vorliegen einer affektiven Störung nicht mehr anzunehmen sei. Die seiner
z
eit ebenfalls beschriebene leichte kognitive Störung sei in der aktuellen Untersuchung nicht mehr nachzuzeichnen und habe möglich
erweise auch im Kontext des depressiven Syndroms bestanden (
Urk.
7/116/48). Eine mangelnde Auseinandersetzung mit den ärztlichen Vorakten ist mithin nicht erkenntlich.
Der
Schluss
Dr.
B._
s
, es liege keine psychiatrische Gesundheitsstö
rung vor, ist sodann auch angesichts der T
atsache, dass
die Beschwerdeführerin sich nicht in psychiatrischer Behandlung befindet (
Urk.
7/116/44) und eine solche auch nach der Diagnosestellung durch die
C._
lediglich für zwei bis drei Sitzungen in Anspruch nahm
(
Urk.
7/63)
, nachvollziehbar.
5.9
Zum pauschalen Einwand der Beschwerdeführerin, es würden im Urteil des Sozi
alversicherungsgerichts vom 3
0.
September 2016 aufgeführte Befunde im Gut
achten nicht berücksichtigt (
Urk.
1 S. 11 f.)
, ist festzuhalten
, dass
es nicht erfor
derlich ist, sich zu allen je
g
eklagten Beschwerden zu äussern, zumal aus der
Beschwerdeschrift beziehun
gsweise den medizinischen Akten nicht hervorgeht
, wie diese die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zusätzlich einschränken sollten. Für den Beleg der Notwendigkeit von urologischen Abk
lärungen reicht
sodann
der Hinweis
, die Beschwerdeführerin müsse pro Stunde einmal urinieren
(
Urk.
1 S. 12),
nicht aus.
5.10
Die begutachtenden Ärzte kamen zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen - ihren Einschränkungen angepassten - Tätigkeit als Mitarbeiterin Kasse/Kiosk zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/116/57).
Demgegenüber erachtete es
die Beschwerdeführerin
als
nicht nachvollziehbar, weshalb nicht auf die von
Dr.
K._
am
4.
August 2015 attestierte Arbeitsu
nfähigkeit von 50
%
-
gestützt worauf sie eine Rente de
r beruflichen Vorsorge erhalte - abgestellt
werden könne (
Urk.
1 S. 12).
Dazu ist vorab festzuhalten, dass
die Invalidenversicherung
nicht
an
die
Ermittlung des Invaliditätsgrades durch die Vorsorgeeinrichtung gebunden
ist
(SVR 2004 IV Nr. 19 = I 82/03).
Sodann fehlt
es
Dr.
K._
als Fachärztin für
Allgemeinmedizin
bereits an der
erforderliche
n
Fachkompetenz
,
um bei der vor
liegenden polydisziplinären medizinischen Problematik Zweifel an der Arbeitsfä
higkeitsbeurteilung der
begutachtenden Fache
xperten zu wecken.
Unklar bleibt auch, weswegen sie die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf 50
%
und in einer leichten
wechselbelastenden Tätigkeit auf 100
%
festsetzte
, da nicht ersichtlich ist, inwiefern
die bisherige Tätigkeit diese
m Belastungsprofil
nicht
ent
sprechen sollte
.
Nach dem Gesagten kann
auf die
schlüssige
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die
Z._
-
Gutachter
abgestellt werden
.
Somit ist davon auszugehen, dass d
ie Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100
%
arbeitsfähig
ist
.
Ein invalidenversicherungsrecht
lich
relevanter
Gesundheitsschaden ist nicht ausgewiesen.
5.11
Zu klären bleibt, ob zwischen dem frühestmöglichen Rentenbeginn per April 2015 und dem Begutachtung
s
zeitpunkt im November 2017 eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit bestand. Die begutachtenden Ärzte führten
auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin
diesbezüglich aus,
die Arbeitsfähigkeitseinschätzung gelte spätestens ab dem Begutachtun
gszeitpunkt. Zwar
würden in den medizinischen Akten psychiatrisch und somatisch begründete Einschränkungen genannt, zum Verlauf der depressiven Störung fehlten jedoch ausreichend detaillierte akten
kundige Angaben. Was die Interventionen im Jahr 2016 betreffe, sei zumindest passager eine Minderung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen, für wie lange und inwieweit sich diese qualitativ ausgewirkt habe, lasse sich rückblickend jedoch kaum verlässlich einschätzen (
Urk.
7/118/4).
Im Hinblick auf den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass zwar am 2
5.
November 2014 eine organische affektive Störung (ICD-10 F06.3) und eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F
06.7)
diagnostiziert wurde
n
(
Urk.
7/60/30), die Beschwerdeführerin sich jedoch deswegen nie in Behandlung begab. Anzeichen, dass die psych
iatr
ischen Diagnosen längerdau
ernde Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit gehabt hätten, bestehen daher nicht. In somatischer Hinsicht schätzte
Dr.
M._
in seinem Bericht vom 1
3.
März 2015 die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach der Operation an der Hand vom 2
0.
Januar 2015 auf mindestens 50
%
für die bisherige Tätigkeit ein (
Urk.
7/40/6), gestützt darauf attestierte ihr
Dr.
H._
vom 2
3.
März 2015 bis am 3
1.
Mai 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
7/49/1). Weitere Anga
ben zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit betreffend die Hand der Beschwerdeführerin
machten die behandelnden Ärzte keine.
Auf die diesbezügliche Arbeitsfähigkeits
beurteilung von
Dr.
K._
kann aus
den
bereits aufgeführten Gründen nicht abgestellt werden (E.
5.10
)
.
Was die Rückenbeschwerden betrifft, erklärte
Dr.
N._
am
2
4.
November 2016
, unter Hinweis auf die Hospitalisation seit 2
5.
Oktober 2016, aber ohne weitere Begründung,
die B
eschwerdeführerin sei vom 2
5.
Oktober bis am
7.
Dezember 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk.7/82/11). Eine darüber hinaus gehende Arbeitsunfähigkeit lässt sich den Akten nicht entnehmen
;
da die Beschwerdeführerin
gemäss Bericht
Dr.
N._
s vom 2
4.
November 2016 nach vorgezogener Verlaufskontrolle
beabsichtigte,
für mehrere Wochen nach Brasilien in die Ferien
zu
reisen (
Urk.
7/82/6), ist eine sol
che auch nicht plausibel.
Weitere Arbeits
un
fähigkeitsbeurteilungen für die frag
liche Zeitspanne
sind nicht aktenkundig
.
Damit ist eine längerdauernde Arbeits
unfähigkeit für den Zeitraum zwischen April 2015 und November 2017 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Mit Blick auf den seitherigen Zeitablauf ist davon auszugehen, dass Gutachter
, die neu beauftragt würden,
n
och
viel
weniger als
die Gutachter der
Z._
, wel
che d
ie
Beschwerdeführer
in
immerhin bereits Ende 2017 untersuchten
, in der Lage
wären
, zuverlässige Aussagen zum Ausmass der Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
im Zeitraum
vom April 2015
bis zum
November 2017
zu machen.
S
pekulative Annahmen und Überlegungen
vermöchten aber
dem erfor
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht
zu genügen. Da
demnach
von weiteren Abklärungen keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten
wären
, ist
davon
ab
zu
sehen (antizipierte Beweiswürdigung
;
BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteil
des Bundesgerichts
8C_595/2016 vom
2.
November 2016 E. 8
). Bei dieser Sachlage muss es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass sich die Beweislosigkeit hinsichtlich
des
Ausmass
es
einer allfälligen
Arbeitsunfä
higkeit
im entsprechenden Zeitraum
zulasten der Beschwerdeführerin auswirkt, die
aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (
vgl. auch BGE 140 V 290 E. 4.2
).
5.12
Nach dem Gesagte
n
ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
9.
September 2019 nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
6
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
1’0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.