Decision ID: 9876d46a-c61f-49c3-8264-c421614af5e6
Year: 2005
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Y._
, geboren 1964, erlitt am 28. März 2003 im Trainingslager sei
nes Fussballvereins in Italien ohne unmittelbare körperliche Anstrengung eine intrazerebrale Blutung
fronto
-parietal rechts aus
AVM
(
arteriovenöse
Malfor
mation) der rechten MCA (
Arteria
cerebri
media
). Im Spital in
Z._
wurde eine Kraniotomie mit
Hämatomevakuation
und Elimination der
AVM
durchgeführt. Nach der Überführung ins Kantonsspital
A._
erfolgte eine
dekompressive
Kraniektomie
rechts und eine
Duraerweiterungsplastik
. Ein inzidentelles, nicht
rupturiertes
Aneurysma der ICA-Bifurkation links wurde mittels
Klipping
über
pterionale
osteoplastische Kraniotomie links und Reimplantation des Knochen
deckels rechts behoben (Bericht der Ärzte der Klinik
B._
vom 11.
August 2003,
Urk
. 12/16 S. 1/2).
Nach dem Austritt aus dem Kantonsspital
A._
am 30. April 2003 (Bericht der Ärzte des Kantonsspitals
A._
vom 6. Mai 2003, Urk. 12/16/2) wurde
Y._
bis am 21. Mai 2003 ins Universitätsspital
C._
verlegt (Be
richt vom 15. August 2003, Urk. 12/15) und hernach zur Rehabilitation an der Klinik
B._
betreut (Urk. 12/16/1 S. 2).
Am 22. Dezember 2003 erfolgte die Entlassung ins Wohn- und Pflegeheim
D._
(Bericht vom 20.
Februar 2004, Urk. 12/13/2 S. 1). In der Folge wurde er zeit
weise wieder in der Klinik
B._
und im
C._
behandelt (Urk. 14/1).
1.2
Die Arbeitgeberin von
Y._
, die
E._
AG, richtete noch während einigen Monaten den Lohn aus, welcher durch das Krankentaggeld der SWICA Gesundheitsorganisation abgelöst wurde (Urk. 12/40-41). Nach der Aufnahme ins Wohn- und Pflegeheim
D._
stellte die Sozialbehörde
X._
am 23. Februar 2004 (Urk. 14/1) fest, dass die Ehefrau von
Y._
,
F._
, die Aufenthalts
kosten von Fr. 265.-- pro Tag aus den Lohnzahlungen von Fr. 5'600.-- (richtig: Krankentaggeldzahlungen) nicht finanzieren könne, und leistete für die Tages
taxe ab 22. Dezember 2003 bis 30. Juni 2004 Kostengutsprache bei einer Kos
tenbeteil
ig
ung von
F._
von 10 % und unter späterer Verrech
nung mit allfälligen Nachzahlungen der Sozialversicherungen.
1.3
Am 13. Mai 2003 war
F._
von der Vormundschaftsbehörde
X._
als
Beiständin
von
Y._
ernannt worden (Urk. 12/51). Am 25. Juni 2003 meldete sie ihren Ehemann bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/48). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 24. Oktober 2003 (Urk. 12/10) Hilfsmittel im Sinne einer
leihweisen Abgabe eines Rollstuhls zu. Mit Verfügung vom 2. Juni 2004 (Urk. 12/6) gewährte ihm die IV-Stelle gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab 1. März 2004 eine ganze Invalidenrente samt zwei Kinderrenten, unter Drittauszahlung des
Nachzah
lungsbetreffnisses
(1.3.2004 - 31.5.2005) in Höhe von Fr. 10'845.-- von je zur Hälfte an die SWICA und ans Sozialamt
X._
. Mit Verfügung vom 1. Fe
b
ruar 2005 (Urk. 12/2) wurde dem Versicherten sodann mit Wirkung ab 1. März 2004 eine
Hilflosenentschädigung
schweren Grades zugesprochen.
Die von der SWICA am 16. Juni 2004 (Urk. 12/31)
sinngemäss
erhobene Einspra
che gegen die Rentenverfügung vom 2. Juni 2004 (in Bezug auf die Drittauszahlung) wies die IV-Stelle nach der Androhung einer
reformatio
in
peius
vom 18. August 2004 (Urk. 12/30) und der diesbezüglichen Stellung
nahme der SWICA vom 15. September 2004 (Urk. 12/5) mit Entscheid vom 31. Januar 2005 (Urk. 2) ab, bezifferte die der SWICA zustehende Drittauszah
lung der
Rentenbetreffnisse
mit Fr. 5'266.15 und forderte zu viel ausgerichtete Leistungen in der Höhe von Fr. 156.35 zurück.
2.
Hiergegen erhob die SWICA am 2. März 2005 Beschwerde mit dem folgenden Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«1.
Es sei der
Einspracheentscheid
der IV-Stelle Zürich vom 31.1.05 aufzuheben und diese zu verpflichten, der SWICA im Rahmen der Drittauszahlung i.S.
Y._
, den Betrag von
CHF
10'845.-- auszurichten.
2.
Eventualiter sei der
Einspracheentscheid
der IV-Stelle Zürich vom 31.1.05 aufzuheben und diese zu ver
pflichten, eine neue Berechnung der Drittauszahlung i.S.
Y._
vorzunehmen, wobei vom gesam
ten Rentennachzahlungsbetrag für die Periode 1.3.04-31.5.04 der SWICA und der Gemeinde
X._
je
weils
anteilmässig
einen Betrag im Verhältnis zu den tatsächlich erbrachten und ausgewiesenen „Vor
schuss
leistungen im Hinblick auf künftige Rentenleis
tungen der IV“ zuzusprechen
ist.»
Am 3. Mai 2005 beantragte die Ausgleichskasse der Schweizer Maschinenin
dust
rie im Namen der IV-Stelle Zürich (Urk. 10) und am 25. Mai 2005 das So
zialamt
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Martina
Lentzsch
, (Urk. 13) die Abweisung der Beschwerde. Nachdem die SWICA und das Sozialamt
X._
in ihren zweiten Rechtsschriften an ihren Anträgen festgehalten hatten (Urk. 17 und Urk. 20), wurde der Schriftenwechsel mit Ge
richtsverfügung vom 7. September 2005
(Urk. 22) als geschlossen erklärt. Am 13. September 2005 (Urk. 23) reichte die SWICA unaufgefordert eine weitere Stellungnahme ein.
Auf
die einzelnen Vorbringen
der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist der Anspruch auf Leistungen weder abtret
bar noch
verpfändbar
. Jede Abtretung oder Verpfändung ist nichtig.
Nach Abs. 2 derselben Bestimmung können Nachzahlungen von Leistungen des Sozialversicherers jedoch abgetreten werden (a.) dem Arbeitgeber oder der öf
fentlichen oder privaten Fürsorge, soweit diese Vorschusszahlungen leisten; (b.) einer Versicherung, die Vorleistungen erbringt.
1.2
Art. 85
bis
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
) bestimmt, dass Arbeitgeber, Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, Krankenversicherun
gen, öffentliche und private Fürsorgestellen oder Haftpflichtversicherungen mit Sitz in der Schweiz, welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversiche
rung Vorschussleistungen erbracht haben, verlangen können, dass die Nach
zahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistung verrechnet und an sie ausbezahlt wird. Vorbehalten bleibt die Verrechnung nach Art. 20 des Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
). Die bevor
schussenden Stellen haben ihren Anspruch mit besonderem Formular frühestens bei der Rentenanmeldung und spätestens im Zeitpunkt der Verfügung der IV
Stelle geltend zu machen.
Laut Abs. 2 derselben Bestimmung gelten als Vorschussleistungen (a.) freiwillige Leistungen, sofern die versicherte Person zu deren Rückerstattung verpflichtet ist und sie der Auszahlung der Rentennachzahlung an die bevorschussende Stelle schriftlich zugestimmt hat; (b.) vertraglich oder aufgrund eines Gesetzes erbrachte Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein eindeutiges Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden kann.
Art. 85
bis
Abs. 3
IVV
hält fest, dass die Nachzahlung der bevorschussenden Stelle höchstens im Betrag der Vorschussleistung und für den Zeitraum, in wel
chem diese erbracht worden ist, ausbezahlt werden darf.
1.3
Das Bundesamt für Sozialversicherung (
BSV
) legte in Ziff. 10075 der Weglei
tung über die Renten (
RWL
) in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung fest, dass die Nachzahlung unter den bevorschussenden Dritten im Verhältnis zu den erbrachten Vorschussleistungen aufzuteilen
sind
, wenn mehrere bevorschussende Dritte ein Gesuch um Überweisung der Nach
zahlung eingereicht haben und die Gesuchsteller die Voraussetzungen dazu er
füllen.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschwerdeführerin zu Lasten der Beschwerdegegnerin 2 der gesamte von der Beschwerdegegnerin 1 dem Versi
cherten für die Periode 1. März bis 31. Mai 2004 zugesprochene Rentenbetrag von Fr. 10'845.-- verrechnungsweise zusteht, oder aber, ob und falls ja in wel
chem Verhältnis der Rentenbetrag von Fr. 10'845.-- unter der Beschwerdefüh
rerin und der Beschwerdegegnerin 2 aufzuteilen ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin 1 verwies zur Begründung ihres
Einspracheentscheides
vom 31. Januar 2005 (Urk. 2) auf die Mitteilung einer möglichen
reformatio
in
peius
vom 18.
August 2004 (
Urk
. 12/30).
Sie addierte dabei die zu Verrechnung angemeldeten Beträge von Fr. 10'845.-- (Beschwerdeführerin) und Fr. 11'489.-- (Beschwerdegegnerin 2) und berechnete von dem zur Verrechnung stehenden Rentenbetrag von Fr. 10'845.-- die
anteilsmässigen
auszuzahlenden Beträge von Fr. 5'266.15 für die Beschwerdeführerin und von Fr. 5'578.85 für die Beschwer
degegnerin 2.
3.
3.1
3.1.1
Die Beschwerdeführerin stützt ihre Rückforderung auf Ziff. 26 der Allgemeinen Vertragsbedingungen (Urk. 11/18), welche Bestimmung wie folgt lautet: „Steht der Rentenanspruch einer staatlichen oder betrieblichen Versicherung noch nicht fest, bevorschussen wir das versicherte Taggeld. Ab Beginn des Renten
anspruches können wir die zu viel erbrachten Leistungen vom Versicherten zu
rückfordern.“
Dieser Vorschrift ist ein eindeutiges Rückforderungsrecht inhärent, weshalb diese gesetzliche Voraussetzung für eine Rückforderung erfüllt ist.
3.1.2
Die Beschwerdegegnerin 2 ihrerseits kann sich auf § 27 Abs. 1 lit. a des Geset
zes über die öffentliche Sozialhilfe stützten, welcher bestimmt, dass rechtmässig
bezogene wirtschaftliche Hilfe entsprechend der Höhe der in der gleichen Zeit
spanne ausgerichteten wirtschaftlichen Hilfe ganz oder teilweise zurückgefor
dert werden kann, wenn der Hilfeempfänger rückwirkend Leistungen von So
zial- oder Privatversicherungen oder von haftpflichtigen oder anderen Dritten erhält.
3.2
3.2.1
Die Beschwerdeführerin machte zur Begründung ihres Antrags um Zusprache der gesamten zur Verrechnung gebrachten Forderung von Fr. 10'845.-- vorweg geltend, die Zahlungen des Sozialamtes
X._
seien nicht als Vorschuss
leistungen im Hinblick auf künftige Rentenleistungen der IV zu qualifizieren (Urk. 1 S. 5).
3.2.2
Das Eidgenössische Versicherungsgericht hält in seiner Praxis hierzu fest, dass die gesetzliche Formulierung „im Hinblick auf“ zu weit geht und es für die Her
stellung der Leistungskoordination zwischen der Invalidenversicherung und der Sozialhilfe nur darauf ankommen kann, dass objektiv für den gleichen Zeitraum Sozialhilfe- und Invalidenversicherungsleistungen
fliessen
, und dass für die zur Verhinderung eines doppelten Leistungsbezuges erforderliche Drittauszahlung die weiteren normativen Erfordernisse des Art. 85
bis
Abs. 1 bis 3
IVV
erfüllt sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen K. vom 5. August 2005, I 80/03).
3.2.3
Nachdem
unbestrittenermassen
feststeht, dass die Beschwerdegegnerin 2 für
die selbe
Zeit Leistungen erbracht hat, für welche dem Versicherten eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde, steht einer entsprechenden Nach
zahlung auch an die Beschwerdegegnerin 2 aus diesem Grund nichts im Weg.
3.3
3.3.1
Die Regelung von Art. 85
bis
IVV
hat zum Zweck, die doppelte Leistungsausrich
tung an einen Versicherten für einen Zeitraum in dem Sinne zu korrigieren, dass der Drittzahler so gestellt wird, wie wenn die invalidenversicherungsrecht
lichen Leistungen im Zeitpunkt der Zahlung des Dritten bereits bekannt gewe
sen wären.
3.3.2
Vor diesem Hintergrund hatte der Versicherte gegenüber der Beschwerdeführe
rin Anspruch auf die im Rahmen der durch die Arbeitgeberin abgeschlossenen Versicherung fälligen Krankentaggelder von 92 % des versicherten Lohnes ab dem 31. Tag (Urk. 3/5). Aus Ziff. 26 der Allgemeinen Vertragsbedingungen er
gibt sich indes, dass der vertragliche Anspruch auf Taggeldzahlungen bei wei
teren Versicherungsleistungen entsprechend gekürzt wird.
Vorliegend wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 2. Juni 2004
(Urk. 12/6) rückwirkend per 1. März 2005 eine Rente der Invalidenversicherung zugespro
chen, weshalb das von der Beschwerdeführerin für die Periode 1. März bis 31. Mai
2005 bereits geleistete Taggeld nicht vollumfänglich geschuldet ge
we
sen wäre und eine Rückforderung demnach möglich ist.
3.3.3
Die Ansprüche des Versicherten gegenüber der Beschwerdegegnerin 2 richten sich grundsätzlich nach § 14
des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe, wo
nach
Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe hat, wer für seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann.
Zur Eruierung der während der strittigen Zeit vom 1. März bis 31. Mai 2004 vorhandenen eigenen Mittel kann zu den Rentenleistungen der Beschwerdegeg
nerin 1 nicht der volle Taggeldbetrag hinzugezählt werden. Denn die Beschwer
deführerin war
vertragsgemäss
nur zur vollen Taggeldzahlung verpflichtet, so
lange keine Leistungen der Beschwerdegegnerin 1 flossen. Diese vertragliche Regelung leuchtet denn auch ohne Weiteres ein, soll ja ein Versicherter nicht durch einen Versicherungsfall
besser gestellt
werden und neben Rentenleistun
gen der Invalidenversicherung ungekürzte Krankentaggelder beziehen können.
Die vorhandenen Mittel des Versicherten im Spannungsfeld zwischen Beschwer
de
führerin und Beschwerdegegnerin 1 beliefen sich
demgemäss
auf die versi
cherten 92 % des versicherten Verdienstes, da die Beschwerdeführerin im
überschiessenden
Umfang (Rentenhöhe) zur Kürzung ihrer Leistungen berechtigt war.
3.3.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin 2
gemäss
ihrem Beschluss vom 23. Februar 2004 - welcher die Kostengutsprache für die volle Tagestaxe von Fr. 265.-- unter Kostenbeteiligung der Ehefrau des Versicherten und abzüglich Nachzahlungen der Sozialversicherungen vorsah (Urk. 14/1) - diese Taxe abzüglich der dem Versicherten zustehenden Sozialversicherungs
leistungen zu übernehmen hat. Und diese dem Versicherten zustehenden Sozial
versicherungsleistungen entsprechen eben nicht dem Krankentaggeld samt Rentenleistungen, sondern den um die Rentenleistungen reduzierten Kranken
taggeld.
3.3.5
Bei dieser Sachlage kann auch der Argumentation der Beschwerdegegnerin 2 nicht gefolgt werden, soweit sie vorbringt, Ziff. 24 der Allgemeinen Geschäfts
bedingungen der Beschwerdeführerin (keine Kumulation der Krankentaggelder mit weiteren Versicherungsleistungen) könne ihr gegenüber keine Wirkung er
zeugen und die Beschwerdeführerin sei auf den zivilrechtlichen Rückforde
rungsweg gegenüber dem Versicherten (bzw. der Erbmasse) zu verweisen, so
weit zu hohe Zahlungen ausgerichtet worden seien. Im Gegenteil umschreiben die Vertragsbedingungen die Höhe der geschuldeten Leistungen, welche zu den
„vorhandenen Mitteln“ des Versicherten im sozialrechtlichen Sinn gehörten. Die Beschwerdegegnerin 2 ihrerseits verpflichtete sich, den Ausfallbetrag zu über
nehmen, und zwar denjenigen, welcher sich aufgrund einer korrekten Rechts
anwendung ergibt und nicht einen zufälligen, der sich aus der vorschussweisen Ausrichtung von Krankentaggeldern ergeben hat.
Schliesslich
geht es auch deshalb nicht an, die Beschwerdeführerin auf den Rechtsweg gegenüber dem Versicherten (bzw. der Erbmasse) betreffend Rück
forderung zu verweisen, weil dem Versicherten effektiv nur die reduzierten Leistungen der Beschwerdeführerin zustanden. In der Höhe des Fehlbetrages war die Beschwerdegegnerin 2 leistungspflichtig. Die von der Beschwerdegeg
nerin 2 vorgeschlagene Lösung (Rückforderung beim Versicherten bzw. der Erbmasse) führt dagegen zum Ergebnis, dass der Versicherte bzw. die Erbmasse die zu viel
ausgerichteten
, nicht zur Verrechnung zugelassenen Krankentaggel
der aus dem eigenen Sack bezahlen muss,
währenddem
die Beschwerdegegnerin 2 genau diesen Betrag verrechnet. Dies führt zu einem falschen Ergebnis, hatte sich die Beschwerdegegnerin 2 doch verpflichtet, die Tagespauschale abzüglich der (effektiv geschuldeten) Sozialversicherungsleistungen zu übernehmen.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin einen Rück
forde
rungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 im Umfang der im Betrag unbestrittenen Fr. 10'845.-- hat,
währenddem
die Beschwerdegegne
rin 2 wohl theoretisch auch einen Rückforderungsanspruch hat, indessen erst einen gegenüber der Beschwerdeführerin subsidiären. Dies deshalb, weil sich die Be
schwerdegegnerin 2 mit Beschluss vom 23. Februar 2004 (Urk. 14/1) zur Kos
tenübernahme in der Höhe
der volle Tagestaxe
von Fr. 265.-- unter Kosten
be
teiligung der Ehefrau des Versicherten abzüglich Nachzahlungen der Sozial
ver
sicherungen verpflichtete. Die Höhe ebendieser Nachzahlungen der Sozial
versi
cherungen ist vorgängig um den der Beschwerdeführerin zurückzuerstat
tenden Betrag zu kürzen, da vorerst die Berechnung der Mittel des Versicherten zu er
folgen hat und die Beschwerdegegnerin 2 hernach für den Ausfallbetrag einzu
stehen hat.
Demgemäss
steht der Beschwerdeführerin eine ungekürzte Nachzahlung seitens der Beschwerdegegnerin 1 in der Höhe von Fr. 10'845.-- zu, weshalb die Be
schwerde
gutzuheissen
ist.
5.
Im Verfahren der Verwal
tun
gsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel
keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Be
stimmung hat das Eidgenössische Ver
siche
rungs
gericht der SUVA und den pri
vaten
UVG
Versiche
rern so
wie
von Sonderfällen abgesehen
den Kranken
kassen keine Partei
entschädigungen zugesprochen, weil sie als Orga
nisa
tionen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 1
12 V 361
Erw
. 6 mit Hinweisen).
Da vorliegend
keine Veranlassung besteht, von diesen Grundsätzen abzuwei
chen, ist der Beschwerdeführerin keine Prozessentschädigung zuzusprechen.