Decision ID: 821c9392-cf5f-54e9-a8bd-5714f99fa946
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Peter Müller, Museumstrasse 35,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
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Sachverhalt:
A.
A.a C._ meldete sich im April 1997 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an. Sie
leide an chronischen Schmerzen in den Handgelenken und in der übrigen Hand bzw.
den Fingern. Sie gab an, seit 1984 als Hausfrau tätig zu sein (act. G 4.72).
Hauptsächlich gestützt auf den "Abklärungsbericht Haushalt" vom 6. August 1997 (act.
G 4.64) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 12. Februar 1998 mit
Wirkung ab 1. April 1996 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 52% eine halbe
Invalidenrente zu (act. G 4.59).
A.b Zwei Rentenüberprüfungen in den Jahren 1999 (act. G 4.54) und 2002 (act. G 4.49)
ergaben keine Veränderung. Der Versicherten wurde weiterhin eine halbe
Invalidenrente ausgerichtet.
A.c Im "Fragebogen für Revision der Invalidenrente" vom 4. November 2005 gab die
Versicherte an, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlimmert. Die Schmerzen in den
Händen hätten sich verstärkt und hätten sich ausserdem in alle Körperregionen
ausgebreitet. Sie könne fast keine Hausarbeit mehr selber erledigen. Alltägliche
Verrichtungen seien nur mit grosser Anstrengung und unter vermehrten Schmerzen
möglich (act. G 4.44).
A.d Im Arztbericht vom 2. Januar 2006 gab Dr. med. A._, Innere Medizin FMH, spez.
Nephrologie, an, bei der Versicherten bestehe seit mehr als zehn Jahren eine schwere
Fibromyalgie. Trotz Einsatz wahrscheinlich aller zur Verfügung stehenden
therapeutischen Optionen habe sich ihr Zustand verschlechtert. Im Haushalt benötige
sei seit einigen Jahren vermehrt Hilfe. An die Aufnahme einer Berufstätigkeit auch
leichter Art sei nicht zu denken (act. G 4.42).
A.e Im "Abklärungsbericht Haushalt" vom 24. März 2006 ermittelte die
Abklärungsperson gestützt auf die Angaben der Versicherten eine Einschränkung von
36.32% im Haushalt und gestützt auf die Angaben des Hausarztes eine volle
Arbeitsunfähigkeit auch bei leichter Tätigkeit. Sie hielt fest, wenn die Versicherte
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gesund wäre, würde sie heute einer ca. 50%igen Erwerbstätigkeit nachgehen (act. G
4.35).
A.f Am 13. März 2007 wurde die Versicherte im ABI (Aerztliches Begutachtungsinstitut
GmbH, Basel) internistisch, psychiatrisch und orthopädisch untersucht und
begutachtet. Im Gutachten vom 16. Mai 2007 wurden keine Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe medizinisch-
theoretisch eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit für sämtliche leichten bis
mittelschweren körperlichen Tätigkeiten wie beispielsweise in der früher ausgeübten
Erwerbstätigkeit als Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin. Da der Versicherten
körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden könnten, bestehe für die
angestammte Tätigkeit im Haushalt, welche in geringem Masse auch körperlich
schwere Tätigkeiten beinhalte, aus medizinisch-theoretischer Sicht eine vollschichtige
Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von 10% (act. G 4.26).
A.g Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass ihre Invalidenrente nach Zustellung der Verfügung auf das Ende des
folgenden Monats aufgehoben werde (act. G 4.17). Hiergegen erhob die Versicherte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Peter Müller, am 18. Januar 2008 Einwand
und beantragte, es sei ihr ab 1. Januar 2008 eine Dreiviertelsrente, eventuell wie bisher
eine halbe Rente zuzusprechen (act. G 4.12).
B.
Mit Verfügung vom 16. Juni 2008 stellte die IV-Stelle die Invalidenrente mit Wirkung ab
Ende Juli 2008 ein. In der Erwerbstätigkeit bestehe eine Einschränkung von 0%, im
Haushalt eine solche von 36.32%. In Anwendung der gemischten Methode ergebe dies
einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 18% (act. G 4.7).
C.
C.a Mit Eingabe vom 18. August 2008 erhebt der Vertreter der Versicherten
Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 16. Juni 2008 betreffend Einstellung
der Invalidenrente sei aufzuheben. Es sei der Beschwerdeführerin eine Dreiviertels-,
eventuell eine halbe Invalidenrente zu gewähren. Zur Begründung macht er im
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Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegnerin habe betreffend die Einschränkung in
der Erwerbstätigkeit auf das ABI-Gutachten, betreffend die Einschränkung im Haushalt
auf den vom ABI-Gutachten abweichenden Haushaltsbericht abgestellt. Allein schon
daraus ergäben sich erhebliche Zweifel an der Beweiskraft des ABI-Gutachtens im
erwerblichen Bereich. Es fehle ihm diesbezüglich an Stringenz und Transparenz. Das
Gutachten sei insgesamt krass mangelhaft. Hauptgrund hierfür sei der Umstand, dass
nur ein Teil der medizinischen Akten gewürdigt und wichtige spezialärztliche
rheumatologische Beurteilungen zum Krankheitsbild der Beschwerdeführerin
ausgeblendet worden seien. Es sei bezeichnend, dass das ABI-Gutachten von Ärzten
(eine Internistin, ein Psychiater und Psychotherapeut sowie ein orthopädischer Chirurg)
ausgearbeitet worden sei, welche alle nicht dem für eine Fibromyalgie massgebenden
Fachbereich Rheumatologie entstammten (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor,
nachdem die Beschwerdeführerin beim ABI nachweislich unwahre Angaben über ihre
Medikamenteneinnahme gemacht habe, könne nicht auf deren Angaben abgestellt
werden. Die von der Beschwerdeführerin bei der Haushaltsabklärung gemachten
Angaben stimmten nicht mit den objektivierbaren Beschwerden überein. Es sei somit
davon auszugehen, dass sie bei einem Halbtagspensum in einer leichten bis
mittelschweren Tätigkeit keine Erwerbseinbusse erleiden würde und eine
Einschränkung von höchstens 10% im Haushalt bestehe. Der Invaliditätsgrad betrage
damit 5% (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 21. November 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an
seinen Anträgen fest (act. G 8).
C.d Mit Duplik vom 15. Dezember 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 16. Juni
2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und
aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
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Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode
der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im
Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich
erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den
Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
2.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f., E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372, E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70, S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rechtsanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351, E. 3.5.2; BGE 125 V 369, E. 2). Bezüglich
somatoformer Schmerzstörungen hat das Bundesgericht am 26. März 2009 in einem
zur Publikation vorgesehenen Fall (8C_502/2007) entschieden, dass die
Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 352 keinen hinreichenden Anlass bildet, um unter
dem Titel der Anpassung an eine geänderte Gerichtspraxis auf Renten
zurückzukommen, welche zu einem früheren Zeitpunkt mittels formell rechtskräftiger
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Verfügung zugesprochen wurden. Dies muss auch bezüglich einer diagnostizierten
Fibromyalgie gelten, da das Bundesgericht dieselben Grundsätze für dieses Leiden wie
für eine somatoforme Schmerzstörung anwendet (BGE 132 V 65).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der
Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a
in fine, BGE 122 V 161 E. 1c).
3.
3.1 Die ursprüngliche Verfügung vom 12. Februar 1998, mit welcher der
Beschwerdeführerin eine halbe Invalidenrente zugesprochen worden war (act. G 4.59),
stützte sich in erster Linie auf den "Abklärungsbericht Haushalt" vom 4. April 1997.
Darin wurde eine Einschränkung von rund 52% ermittelt (act. G 4.64). In medizinischer
Hinsicht lagen in jenem Zeitpunkt die Berichte von Dr. med. A._, Innere Medizin
FMH, spez. Nephrologie, vom 16. April 1997 (act. G 4.71) sowie von Dr. med. B._,
Spezialarzt für physikalische Medizin FMH, vom 12. Mai 1997 (act. G 4.70) vor. Dr.
A._ diagnostizierte ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der Handgelenke
und der kleinen Fingergelenke beidseits, Schmerzen im Bereich der Fussgelenke und
Zehengelenke mit/bei radiologisch keinerlei Destruktionen, im Labor keine
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Entzündungszeichen, partiellem Ansprechen auf Saroten und Aspegic 1000 mg sowie
wahrscheinlich Weichteilrheumatismus. Die Versicherte sei als Hausfrau und als
Hauswirtschaftslehrerin seit 21. September 1994 50% arbeitsunfähig. Dr. B._
diagnostizierte 1. eine allgemein vermehrte Bandlaxität mit verminderter Stabilität der
Gelenke mit/bei Hand-Fingergelenkschmerzen und Kapsulodese rechts Handgelenk
1994, Pisiformisresektion links Frühjahr, rechts Herbst 1996; 2. ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom mit Beckenkammtendinosen und ISG-Syndrom rechts; 3. ein
Cervicovertebralsyndrom sowie 4. multiple weichteilrheumatische Beschwerden im
Zusammenhang mit der allgemein vermehrten Bandlaxität. Zur Arbeitsunfähigkeit seien
keine sicheren Angaben möglich. Theoretisch sehe es so aus, dass die
Beschwerdeführerin eine leichtere Arbeit (Lasten 10 bis 15 kg heben) und nicht
stereotype Tätigkeiten zu 100% ausführen könne, hingegen für schwer belastende
Tätigkeiten wie schwere Putzarbeit oder Gartenarbeit Hilfe brauche.
3.2 Die angefochtene Verfügung vom 16. Juni 2008 (act. G 4.7) stützt sich in erster
Linie auf das ABI-Gutachten vom 16. Mai 2007 (act. G 4.26) sowie auf den
"Abklärungsbericht Haushalt" vom 24. März 2006 (act. G 4.35), in dem eine
Einschränkung im Haushalt von rund 36% ermittelt wurde. Im ABI-Gutachten wurden
keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Als ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit wurden diagnostiziert: 1. eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10
F54); 2. ein Status nach Entfernung Os pisiforme beidseits 1996 und Kapsulodese ulnar
am Handgelenk rechts 1994 (ICD-10 Z98.8) sowie 3. ein multilokuläres
Schmerzsyndrom, aktuell ohne fassbares klinisches Korrelat (ICD-10 R52.1). Die
Diagnosen schränkten die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
nicht ein. Lediglich körperlich schwere Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer allgemeinen körperlichen Konstitution sowie einer gewissen
Dekonditionierung nicht mehr zumutbar. Da im Haushalt ein geringer Anteil körperlich
schwerer Tätigkeiten anfalle, bestehe hier eine Leistungseinbusse von höchstens 10%.
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeits- und
Leistungsfähigkeit für sämtliche leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeiten.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, ihrer Untersuchungsbefunde, der vorliegenden
Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen die ABI-Gutachter
davon aus, dass die von ihnen medizinisch-theoretisch festgestellte Leistungseinbusse
im Haushalt seit 1995, mit Sicherheit ab März 2007 bestehe.
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3.3 Massgebend ist, ob die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin durch das ABI Ausdruck einer Veränderung der gesundheitlichen
Verhältnisse ist oder ob ein im Wesentlichen gleich gebliebener Sachverhalt von den
Gutachtern anders beurteilt wurde als von Dr. A._ und Dr. B._. Dem Gutachten
lässt sich diesbezüglich entnehmen, dass letzteres der Fall ist. So beziehen die
Gutachter ihre Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit grundsätzlich auf das
Jahr 1995 zurück. Zudem verneinen sie die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache verändert habe.
Sie führen diesbezüglich aus, seit der Rentenzusprache 1996 (richtig: 12. Februar 1998
per 1. April 1996) sei es nach den Eingriffen an den Handgelenken 1994 und 1996
wahrscheinlich zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands von Seiten der
Handgelenke gekommen. 1997 sei es vorübergehend wegen Ehekonflikten zu
psychischen Problemen gekommen, weshalb sich die Beschwerdeführerin für etwa
eineinhalb Jahre in psychiatrische Therapie begeben habe. Berichte von damals zu
einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht lägen nicht vor. Nach 1997
seien laut den vorliegenden Akten keine neuen objektivierbaren Befunde mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgetreten. Sie gingen somit davon aus, dass die
von ihnen festgehaltene Arbeitsfähigkeit sich seit dem Bericht von Dr. B._ rein
somatisch nicht wesentlich verändert habe. Diese Feststellung ist nachvollziehbar und
überzeugend, weshalb darauf abgestellt werden kann. Auch der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) führte am 6. Juli 2007 aus, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin habe sich im Vergleich zur Referenzsituation nicht wesentlich
verändert (act. G 4.23-2). Ebenso wenig sind aufgrund der vorliegenden Akten
hinreichende Anhaltspunkte für die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Verschlechterung ihres Gesundheitszustands vorhanden. Medizinisch betrachtet liegt
somit keine Veränderung und damit auch kein Revisionsgrund vor.
4.
4.1 Es fragt sich des Weiteren, ob in erwerblicher Hinsicht ein Revisionsgrund besteht.
4.2 Dies ist zu bejahen. Zum einen würde die Beschwerdeführerin heute im
Gesundheitsfall unbestrittenermassen zu 50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen, was
Einfluss auf die Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrads hat. Zum anderen haben
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sich auch die Verhältnisse im Haushalt an sich verändert. So sind die Kinder der
Beschwerdeführerin mittlerweile älter und entsprechend selbstständiger, weshalb sie
nicht mehr einer so intensiven Betreuung bedürfen wie dies zum Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenzusprache der Fall war. Zudem kann ihnen aufgrund der
Schadenminderungspflicht die Übernahme gewisser Haushaltsarbeiten zugemutet
werden. Auch der Ehemann lebt - im Gegensatz zum Zeitpunkt der ersten
Haushaltsabklärung (vgl. act. G 4.64-1) - wieder mit der Familie zusammen und kann
ebenfalls einen Teil der Aufgaben übernehmen. Entsprechend anerkennt die
Beschwerdeführerin denn auch, dass die Einschränkung im Haushalt lediglich noch
36.32% beträgt. Insgesamt ist damit von einer relevanten Veränderung auszugehen.
Folglich liegt ein Revisionsgrund vor.
5.
5.1 Da sich der Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache massgeblich
verändert hat, ist eine neue Berechnung des Invaliditätsgrads vorzunehmen. Da die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer Teilerwerbstätigkeit nachgehen würde, ist
der Invaliditätsgrad anhand der sogenannten gemischten Methode zu ermitteln. Diese
wird in Art. 28a Abs. 3 IVG geregelt. Die Invalidität bestimmt sich in einem solchen Fall
dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein
Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der
Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt
(BGE 130 V 395 f., E. 3.3).
5.2 Da sich Sachverhalt in medizinischer Hinsicht seit der ursprünglichen
Rentenzusprache nicht verändert hat (vgl. E. 3.3), ist für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auf die ursprüngliche Einschätzung abzustellen. Entsprechend ist von
einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte, nicht stereotype Tätigkeiten
auszugehen, nachdem Dr. A._ der Beschwerdeführerin am 16. April 1997 eine
50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hatte (act. G 4.71-1) und Dr. B._ am 12. Mai 1997
gar von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen war (act. G 4.70-3). Damit
erübrigt es sich grundsätzlich, auf die das ABI-Gutachten betreffenden Rügen der
Beschwerdeführerin einzugehen. Allerdings sei angemerkt, dass der (auf das ABI-
Gutachten gestützte) Schluss der Beschwerdegegnerin, wonach die
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Beschwerdeführerin beim ABI unwahre Angaben über die Einnahme von
Schmerzmitteln gemacht habe, weshalb Gleiches für die Haushaltsabklärung
anzunehmen sei, unzulässig und deplatziert ist. Selbst wenn die Beschwerdeführerin
entgegen ihren Angaben keine Schmerzmittel eingenommen haben sollte, welche
Annahme nur mit besonderer Vorsicht getroffen werden kann, da der Blutspiegel aus
individuellen Gründen um einen Faktor von 20 variieren kann (vgl. J. John Mann, Drug
Therapy, The Medical Management of Depression, in New England Journal of
Medicine, October 27, 2005, 1829), geht es nicht an, den Äusserungen der
Beschwerdeführerin pauschal jeglichen Wahrheitsgehalt abzusprechen.
5.3 Was die Behinderung im Haushalt anbelangt, so anerkennt die Beschwerdeführerin
die im "Abklärungsbericht Haushalt" vom 24. März 2006 (act. G 4.35) ermittelte
Einschränkung von 36.32%. Vorliegend besteht kein Anlass, diese Beurteilung in
Zweifel zu ziehen, wurde der Bericht doch von einer qualifizierten Person und unter
Berücksichtigung der konkreten Umstände verfasst.
5.4 Bei Anwendung der bundesgerichtlichen Praxis zur gemischten Methode resultiert
(bei hälftiger Aufteilung zwischen Erwerbs- und Haushaltstätigkeit) im Erwerbsbereich
ein Invaliditätsgrad von 0%, da die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer
50%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und ihr dies vorliegend auch bei Bestehen
ihrer Behinderung zugemutet werden kann; die 50%ige Einschränkung im
Erwerbsbereich bleibt in dieser Situation nach der bundesgerichtlichen Methode
grundsätzlich unbeachtlich. Eine betragliche Ermittlung der Vergleichseinkommen
erübrigt sich, da der von der Beschwerdeführerin erlernte Beruf als Handarbeits- und
Hauswirtschaftslehrerin als adaptiert und somit zumutbar bezeichnet werden kann. Im
Haushaltsbereich beträgt der Invaliditätsgrad demgegenüber 36.32%. Insgesamt ergibt
sich damit ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 18% (0.5 x 0% + 0.5 x 36.32%; vgl. BGE
125 V 146). Damit hat die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente der
Beschwerdeführerin zu Recht eingestellt. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt,
dass auch ohne Statuswechsel, d.h. wenn die Beschwerdeführerin weiterhin als
Hausfrau zu qualifizieren wäre, aufgrund der tatsächlichen Veränderungen im Haushalt
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr resultieren würde, wurde die
diesbezüglich ermittelte Einschränkung von 36.32% von der Beschwerdeführerin doch
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zu Recht als zutreffend akzeptiert. Damit hat die Beschwerdeführerin unabhängig von
der Methode zur Invaliditätsbemessung keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
6.
6.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht