Decision ID: 5be2fab7-26d5-5241-8ce4-053795121d92
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Kellenberger, Neugasse 35,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 26. Mai 2008 zum Bezug von IV-Leistungen an. Er leide an
einem Bandscheibenvorfall und an einer psychischen Erkrankung. Seit 25. Mai 2007 sei
er zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1.1).
A.b Im Oktober/November 2007 war der Versicherte im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung in der Klinik Valens untersucht worden. Die Ärzte hatten
ihm 1. ein exazerbiertes lumbospondylogenes und -vertebrales Syndrom links betont
mit/bei Spondylarthrose und Osteochondrose LWS, Diskushernie L5/S1, bilateraler
Spondylolyse L5 und ventraler Spondylose, muskulärer Insuffizienz und Dysbalance bei
ungünstiger Statik der LWS und V. a. ISG-Blockade, 2. eine beginnende Gonarthrose
beidseits sowie 3. eine benigne Prostatahyperplasie diagnostiziert und eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten attestiert.
Am 18. Juni 2008 wurde der Versicherte, ebenfalls im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung, von Dr. med. A._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, psychiatrisch untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 19.
August 2008 hielt Dr. A._ fest, derzeit lägen vor allem vegetative und nur noch leichte
psychische Symptome vor, welche keine eigentliche psychiatrische Diagnose
rechtfertigten. Daher könne aus medizinisch-psychiatrischer Sicht von einer erhaltenen
Arbeitsfähigkeit sowohl im angestammten Beruf als auch in sämtlichen zumutbaren
Verweistätigkeiten ausgegangen werden (act. G 4.2). Im Bericht vom 22./25. August
2008 attestierte Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
dem Versicherten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vom 22. Januar (Behandlungsbeginn)
bis 31. August 2008 sowohl in der angestammten Tätigkeit als Lagerist als auch in
einer adaptierten Tätigkeit (act. G 4.1.24).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.c Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 10. November 2008 klagte der
Versicherte über diverse Beschwerden und sah sich ausserstande, einer
Arbeitstätigkeit nachzugehen. Er erklärte sich bereit, in einem Verzahnungsprogramm
seine Arbeitsfähigkeit überprüfen zu lassen. Er wisse aber nicht, wie er mit der
körperlichen Unruhe umgehen soll. Der anwesende Arzt vom Regionalen Ärztlichen
Dienst der Invalidenversicherung (RAD) hielt fest, aus medizinischer Sicht liege nichts
vor, das eine Arbeitsunfähigkeit begründe (act. G 4.1.38). Am 21. November 2008 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, zur Zeit seien keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich, da er sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (act.
G 4.1.41).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 13. Februar 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G 4.1.46).
Hiergegen erhob dieser, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Kellenberger, am
11. März 2009 Einwand und beantragte, es sei eine medizinische Abklärung der
komplexen Situation (orthopädisch, neurochirurgisch, psychosomatisch resp.
psychiatrisch) durch die MEDAS vorzunehmen. Nach erfolgter Begutachtung sei das
Verfahren unter Wahrung des rechtlichen Gehörs fortzusetzen (act. G 4.1.48). Mit dem
Einwand reichte er ein Schreiben seines Hausarztes, Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, vom 17. September 2008 (act. G 4.1.50) sowie ein von diesem
ausgestelltes ärztliches Zeugnis vom 25. Februar 2009 ein (act. G 4.1.51). Dr. C._
hielt das Gutachten von Dr. A._ für nicht nachvollziehbar. In den letzten Monaten
habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten deutlich verschlechtert. Eine
erneute medizinische Abklärung erscheine dringend notwendig.
B.b Nachdem die IV-Stelle den Einwand des Versicherten dem RAD zur Stellungnahme
unterbreitet hatte (vgl. act. G 4.1.53), verfügte sie am 16. April 2009 gemäss
Vorbescheid und lehnte einen Rentenanspruch des Versicherten ausgehend von einem
Invaliditätsgrad von 19% ab. In den neu eingereichten Unterlagen würden keine neuen
medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen der Befunde oder Symptome
mitgeteilt, welche nicht schon im Zeitpunkt des Vorbescheids bekannt gewesen wären
(act. G 4.1.54).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
C.
C.a Mit Eingabe vom 15. Mai 2009 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde
und beantragt, die Verfügung vom 16. April 2009 sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine IV-Rente,
zuzusprechen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, beim Gutachten von Dr.
A._ handle es sich um ein Privatgutachten, sei es doch von der
Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegeben worden; darauf könne nicht abgestellt
werden. Die physische Dimension der Beschwerden des Beschwerdeführers werde
völlig unterschätzt. Die physische Problematik sei von einer psychischen Krankheit
überlagert, welche ihrerseits zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit führe. Die
Feststellungen von Dr. C._ könnten nicht einfach ohne Begründung vom Tisch
gewischt werden. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich in den
letzten Monaten deutlich verschlechtert. Die angefochtene Verfügung basiere auf
veralteten medizinischen Daten (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, es
liege im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltung, darüber zu befinden, mit welchen
Mitteln der Sachverhalt abzuklären sei. In somatischer Hinsicht könne auf den Bericht
der Klinik Valens abgestellt werden, wonach für leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. In
psychiatrischer Hinsicht könne auf das Gutachten von Dr. A._ abgestellt werden. Dr.
C._ vermöge an dessen Beweiskraft keine Zweifel zu wecken. Dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert haben soll, werde weder
durch einen aussagekräftigen Befund noch durch eine Diagnosestellung untermauert
(act. G 4).
C.c Mit Replik vom 14. Januar 2010 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin stelle auf zwei Parteigutachten ab,
während sie gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte die üblichen Vorbehalte
anbringe. In einer solchen Situation sei es zwingend notwendig, dass von Grund auf
durch eine neutrale Stelle erneut begutachtet werde. Der Beschwerdeführer habe einen
neuen Hausarzt, Dr. med. D._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH. Dieser beurteile ihn
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
(den Beschwerdeführer) nach einer nur gut einmonatigen Behandlungsdauer als derart
angeschlagen, dass ihm weder im bisherigen Beruf noch in einer adaptierten Tätigkeit
eine Arbeit auf dem freien Markt zugemutet werden könne. Gegenüber den
Feststellungen aus den Jahren 2007 und 2008 zeige sich eine markante
Verschlechterung des allgemeinen Zustands des Beschwerdeführers. Auch das
Zeugnis von Dr. med. E._, Physikalische Medizin FMH, vom 21. Dezember 2009
bestätige, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert
habe. Dr. E._ komme denn auch zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers derzeit maximal 50% eines Normalpensums für leichte Tätigkeiten
mit Wechselpositionen betrage (act. G 12).
C.d Mit Eingabe vom 25. Januar 2010 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest und verzichtet auf weitere Ausführungen (act. G 14).

Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE
122 V 160 E. 1b, mit Hinweisen).
2.
2.1 Nach dem vorstehend Gesagten rechtfertigt der Umstand, dass sich die
angefochtene Verfügung in medizinischer Hinsicht auf von der
Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebene Arztberichte stützt, per se keine
Rückweisung zur Einholung eines MEDAS-Gutachtens. Entscheidend ist vielmehr, ob
die vorhandenen Akten eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands und
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlauben. Dies ist nachfolgend zu prüfen.
2.2 Was den Bericht der Klinik Valens vom 29. November 2007 (vgl. act. G 4.2)
anbelangt, macht der Beschwerdeführer geltend, in den Untersuchungsprotokollen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
werde von einer Belastungsgrenze von 3 bis 5 kg gesprochen, im Austrittsbericht aber
von 20 kg; die Differenz sei nie geklärt worden und sei auch nicht belegt. In den Akten
finden sich allerdings keine Untersuchungsprotokolle, die von einer Belastungsgrenze
von 3 bis 5 kg ausgehen, was bereits der RAD in seiner Beurteilung vom 27. März 2009
festgehalten hatte (act. G 4.1.53). Einzig Dr. C._ bestätigte am 24. Oktober 2007 eine
Gewichtslimite von 3 bis 5 kg. Er verwies dabei auf die in der Klinik Valens
durchgeführte Abklärung (act. G 4.2). Dort wurde im Job Match vom 9. November 2007
anhand verschiedener Tests indessen eine Limite von 20 kg ermittelt, während der
Beschwerdeführer sein Belastbarkeitsniveau anlässlich des Job Matchs auf sehr leicht
bis leicht einschätzte, was sich verglichen mit den erzielten Testergebnissen als zu tief
herausstellte.
Soweit der Beschwerdeführer eine Verschlechterung seines (somatischen)
Gesundheitszustands behauptet, ist vorab festzuhalten, dass das Gericht den
Sachverhalt in zeitlicher Hinsicht nur insoweit prüfen kann, wie er sich bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung entwickelt hat. Entsprechend können Arztberichte, die
nach Erlass der angefochtenen Verfügung datieren bzw. auf den seitherigen Verlauf
Bezug nehmen, im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden; hierfür steht
dem Beschwerdeführer die Möglichkeit der Neuanmeldung offen, wie sie am 22. April
2009 bereits erfolgt ist (act. G 4.1.56). Es bleibt damit zu prüfen, ob gestützt auf die
Einschätzung von Dr. C._ von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers auszugehen ist. Dies ist zu verneinen. Weder dem Bericht vom 17.
September 2008 (der sich im Übrigen einzig mit dem Gutachten von Dr. A._
auseinandersetzt; act. G 4.1.50) noch jenem vom 25. Februar 2009 (act. G 4.1.51) lässt
sich entnehmen, inwiefern sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in
somatischer Hinsicht seit der Untersuchung in der Klinik Valens verschlechtert haben
soll, nennt Dr. C._ doch weder neue (erhebliche) Befunde noch Diagnosen.
2.3 In psychiatrischer Hinsicht bringt der Beschwerdeführer vor, die physische
Problematik werde von einer psychischen Krankheit überlagert, welche ihrerseits zu
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit führe. Dr. C._ betone in seinem Schreiben vom
17. September 2008 (act. G 4.1.50), dass der Beschwerdeführer psychisch krank sei
mit signifikantem Krankheitswert. Auch diese Argumentation verfängt nicht. Zwar
nimmt Dr. C._ in besagtem Schreiben Bezug auf das Gutachten von Dr. A._ (vgl.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
act. G 4.2), doch geht daraus auch deutlich hervor, dass es sich dabei lediglich um
eine andere Einschätzung desselben Sachverhalts handelt. Konkrete Kritikpunkte am
Gutachten von Dr. A._ bringt Dr. C._ hingegen nicht vor. Solche sind denn auch
nicht ersichtlich, erscheint das Gutachten doch umfassend und plausibel.
Insbesondere legte Dr. A._ nachvollziehbar dar, dass sich die Symptomatik des
Beschwerdeführers seit Dezember 2007 deutlich verbessert hatte und im
Begutachtungszeitpunkt nur noch eine schwach ausgeprägte Deprimiertheit, welche in
psychiatrischer Hinsicht jedoch keiner Depression mehr entsprach, sondern allenfalls
einer algogenen (schmerzbedingten) Verstimmung, vorlag. Die Fähigkeit zur
Willensanspannung sei nicht vermindert. Unter diesen Umständen scheint es
überzeugend, dass der Beschwerdeführer auch aus psychischer Sicht in seiner
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Daran vermag auch der Bericht von Dr. B._
vom 22. August 2008 (act. G 4.1.24), in welchem dieser dem Beschwerdeführer eine
30%ige Arbeitsunfähigkeit vom 22. Januar bis 31. August 2008 attestiert hat, nichts zu
ändern. So geht bereits aus der Diagnose (Anpassungsstörung mit Depressivität und
Somatisierungstendenz auf dem Boden anhaltender psychosozialer Belastung [ICD-10:
F43.33]) hervor, dass Dr. B._ auch psychosoziale - und damit invaliditätsfremde -
Aspekte in seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung hat einfliessen lassen, weshalb auf seine
Beurteilung nicht abgestellt werden kann. In diesem Sinn hat denn auch Dr. A._ die
psychosozialen Probleme des Beschwerdeführers erwähnt, ihnen jedoch ausdrücklich
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Auch in psychiatrischer Hinsicht
können den Berichten von Dr. C._ keine Anzeichen für eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers entnommen werden.
2.4 Zusammengefasst ist damit festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt (bis
Verfügungserlass) vorliegend genügend abgeklärt erscheint. Von weiteren
Untersuchungen ist somit abzusehen, sind davon doch keine weiterführenden
Erkenntnisse zu erwarten. Damit ist die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen.
3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Der von der Beschwerdegegnerin angestellte Einkommensvergleich wurde vom
Beschwerdeführer nicht beanstandet. Es erscheint jedoch fraglich, ob er einer
genaueren Prüfung standhalten würde, nachdem die Beschwerdegegnerin von einem
Valideneinkommen von Fr. 74'151.-- für das Jahr 2008 ausgegangen ist, das
Einkommen des Beschwerdeführers in den Jahren 2004 bis und mit 2006 jedoch
deutlich über diesem Betrag lag (vgl. act. G 4.1.7-3 f. und 4.1.22-8 f.). Diese Frage
braucht vorliegend jedoch nicht beantwortet zu werden, resultiert doch auch bei
Zugrundelegungen eines höheren (durchschnittlichen) Einkommens kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung
im Ergebnis als korrekt.
4.
4.1 Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Versicherungsleistungen
geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in
der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG