Decision ID: 58339d73-97e4-5334-b7cb-0926c166a4c4
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Im Mai 2003 wurde X. Y. zum Präsidenten der Primar- und
Oberstufenschulgemeinde A. gewählt. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er zusammen mit
seiner Lebenspartnerin in S. Anfang 2004 erwarb er eine Liegenschaft in G., in welcher
seine Partnerin und die gemeinsame Tochter wohnen. Seit dem 1. August 2004 hat er
zudem eine 2-Zimmer-Wohnung in A. gemietet.
Am 15. März 2005 reichte W. R. als Schulbürger der Oberstufenschulgemeinde A. beim
Erziehungsdepartement eine aufsichtsrechtliche Anzeige ein. Er beantragte, X. Y. sei
anzuweisen, für die Amtszeit als Präsident der Primar- und Oberstufenschulgemeinde
A. Wohnsitz in A. zu nehmen, andernfalls ihm der Verlust der Ämter anzudrohen sei. In
seiner Verfügung vom 4. Mai 2005 stellte das Erziehungsdepartement fest, dass sich
der zivilrechtliche Wohnsitz von X. Y. in G. befinde. Gleichwohl wurde ihm die
Ausübung beider Präsidien vom auswärtigen Wohnsitz aus bis zum 31. Dezember 2005
bewilligt.
B./ Am 20. Mai 2005 erhob X. Y. Rekurs bei der Regierung mit den Begehren, die
Verfügung vom 4. Mai 2005 sei aufzuheben sowie eventualiter, es sei ihm zu gestatten,
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seine Ämter bis zum 31. Dezember 2006 ausüben zu dürfen. Mit Entscheid vom 6.
Dezember 2005 wies die Regierung den Rekurs ab, auferlegte X. Y. die
Verfahrenskosten und gestattete ihm, die Präsidien der Schulräte von A. vom
auswärtigen Wohnsitz während vier Monaten ab Rechtskraft des Entscheides
auszuüben. Zur Begründung wurde im wesentlichen vorgebracht, dass die familiäre
und persönliche Beziehung zu G. den beruflichen Bezug zu A. überwiegen würde und
somit der zivilrechtliche Wohnsitz von X. Y. in G. liege.
C./ Mit Eingabe vom 20. Dezember 2005 und Ergänzung vom 19. Januar 2006 erhob X.
Y. durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragt,
der Entscheid des Regierungsrates vom 8. [richtigerweise: 6.] Dezember 2005 sei
aufzuheben sowie eventualiter, es sei ihm die Ausübung seiner Ämter als
Schulratspräsident auch weiterhin zu gestatten, zumindest bis zum 31. Dezember
2006. In der Ergänzung vom 19. Januar 2006 beantragt er zusätzlich, auf die Erhebung
von Gerichtskosten sei zu verzichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, der Entscheid der Regierung leide an
schwerwiegenden formellen und materiellen Mängeln.
In der Stellungnahme vom 17. Februar 2006 beantragt die Regierung die Abweisung
der Beschwerde. Zudem reichte sie eine bis anhin als internes Aktenstück qualifizierte
Aktennotiz betreffend die Stellungnahme des Erziehungsdepartements zum
Entscheidentwurf des Volkswirtschaftsdepartements ein. Aufgrund dieses Aktenstücks
wurde X. Y. die Möglichkeit zur Duplik eingeräumt, welche er mit Schreiben vom 9.
März 2006 wahrnahm.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingaben vom 20. Dezember 2005, 19. Januar
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und 9. März 2006 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Voraussetzungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ a) Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, die Vorinstanz erfülle die
Anforderungen an ein unabhängiges Gericht nicht. Insbesondere habe sie die
Ausstandsregel von Art. 7 VRP nicht berücksichtigt. In seiner Rekursbegründung vom
20. Juni 2005 habe er ausdrücklich beantragt, Regierungsrat Hans-Ulrich Stöckling
habe sowohl bei der Beratung als auch bei der Beschlussfassung in den Ausstand zu
treten. Der Geltungsbereich der Ausstandspflicht erstrecke sich grundsätzlich auf das
ganze Verfahren, d.h. auf die Entscheidvorbereitung, die Teilnahme am
Beweisverfahren, die Beratung und den eigentlichen Entscheidungsakt. Vorliegend sei
hingegen davon auszugehen, dass der Vorsteher des Erziehungsdepartements sich an
der Diskussion beteiligt und somit die Regierungsmitglieder in ihrer Entscheidfindung
beeinflusst habe. Ausserdem sei klar erkennbar, dass sich die Vorinstanz von
Umständen ausserhalb des Prozesses habe leiten lassen. So sei offensichtlich, dass
sie Rücksicht auf die politische Stellung des Anzeigers, Kantonsrat W. R., genommen
habe, um sich ein allfälliges politisches Gewitter vom Halse zu halten. Die Vorinstanz
als Behörde und auch die einzelnen Regierungsmitglieder hätten alle wichtige
Geschäfte, bei denen sie auf das Wohlwollen des Kantonsrates angewiesen seien. Weil
die Vorinstanz deshalb in ihrem Entscheid politisches Kalkül über Recht gestellt habe,
vermöge sie den Anforderungen an ein unabhängiges und unparteiliches Gericht im
Sinne der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, abgekürzt EMRK) sowie Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt BV) nicht zu genügen und
hätte in corpore in den Ausstand treten müssen. Schliesslich habe sich der
Rechtsdienst des Volkswirtschaftsdepartements mit dem Rechtsdienst des
Erziehungsdepartements hinsichtlich des im vorinstanzlichen Verfahren gestellten
Eventualantrags, es sei dem Beschwerdeführer zu bewilligen, seine Ämter bis zum 31.
Dezember 2006 ausüben zu dürfen, abgesprochen. Diese Absprache sei eine klare
Verletzung des Grundsatzes von Art. 30 Abs. 1 BV. In diesem Zusammenhang sei
zudem der Anspruch des Beschwerdeführers auf Akteneinsicht nach Art. 29 Abs. 2 BV
verletzt, indem ihm im Rekursverfahren in die Aktennotiz des Volkswirtschafts- und
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Erziehungsdepartements betreffend die Absprache keine Akteneinsicht gewährt
worden sei.
b) Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei der Vorinstanz als Exekutivbehörde
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht um ein Gericht im Sinne von Art. 6
Abs. 1 EMRK resp. Art. 30 Abs. 1 BV handelt, auch wenn der Regierung in bestimmten
Bereichen die Kompetenz zur Rechtsprechung zukommt. Ein Gericht im Sinne der
EMRK resp. der Bundesverfassung ist eine zur Rechtsprechung zuständige, von der
Exekutive und der Legislative unabhängige, unparteiische und unbefangene, nur dem
Recht verpflichtete Behörde (vgl. Frowein/Peukert, Europäische
Menschenrechtskonvention, EMRK-Kommentar, 2. Aufl., Kehl/Strassburg/Arling¬ton
1996, N 122 zu Art. 6 EMRK; R. Hotz, St. Galler Kommentar zur BV, Zürich 2002, N 9
zu Art. 30 BV). Demgegenüber ist die Regierung Teil der Verwaltung und steht der
Exekutive als oberstes Organ vor (BGE 122 I 256). Somit richtet sich vorliegend die
Beurteilung allfälliger Ausstandsgründe nach Art. 7 VRP und Art. 29 Abs. 1 BV und
nicht nach Art. 30 Abs. 1 BV. Dem Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz
habe aus Rücksicht auf die Person des Anzeigers die Anforderungen an ein
unabhängiges und unparteiisches Gericht nicht erfüllt, fehlt es somit zum vornherein an
einer rechtlichen Grundlage.
c) Die Umschreibung der Voraussetzungen, unter denen ein Behördemitglied in den
Ausstand zu treten hat oder abgelehnt werden kann, ist vorab Sache des kantonalen
Verfahrensrechts, wobei bundesrechtliche Mindestgarantien bestehen. So hat gemäss
Art. 29 Abs. 1 BV jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen
Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Darin enthalten ist der allgemeine
Anspruch auf eine unabhängige und unparteiliche Rechtsprechung durch eine
ordnungsgemäss zusammengesetzte Rechtspflegeinstanz (Hotz, a.a.O., N 13 und 40 f.
zu Art. 29 BV, mit weiteren Hinweisen). Daraus folgt eine allgemeine Ausstandspflicht
für Behördemitglieder oder Beamte, welche ein persönliches Interesse an dem zu
behandelnden Geschäft haben, mit einem Verfahrensbeteiligten nahe verwandt sind
oder für die sich aus anderen Umständen eine Befangenheit ergibt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 175). Gegen Art.
29 Abs. 1 BV wird nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im allgemeinen nicht
verstossen, wenn bei der Behandlung einer Beschwerde im Gesamtregierungsrat der
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Vorsteher der Direktion mitwirkt, deren Entscheid angefochten ist (BGE 5P.284/2000
vom 8. September 2000, Erw. 4; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 250 f.; kritisch: Hotz,
a.a.O., N 41 zu Art. 29 BV, mit weiteren Hinweisen; kritisch: B. Schindler, Die
Befangenheit der Verwaltung, Diss. Zürich 2002, S. 163 ff.).
aa) Art. 7 Abs. 2 VRP schreibt vor, dass Behördemitglieder, die in einer Streitsache
bereits bei einer Vorinstanz mitgewirkt haben, nicht stimmberechtigt sind. Eine
beratende Mitwirkung ist dagegen – entsprechend dem Wortlaut - nicht
ausgeschlossen. Folglich ist es gestützt auf das kantonale Recht zulässig, dass ein
Regierungsmitglied in einem Rechtsmittelverfahren gegen einen Entscheid, den es als
Vorsteher seines Departements gefällt hat, beratend mitwirkt. Diese Regelung erweist
sich im Lichte der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung als
verfassungskonform (a.M. Schindler, a.a.O., S. 168, der die beratende Mitwirkung für
verfassungswidrig erachtet, wenn das Regierungsratsmitglied am Zustandekommen
des zu beurteilenden Entscheids tatsächlich mitgewirkt hat).
bb) Gemäss Art. 25 Abs. 1 des Staatsverwaltungsgesetzes (sGS 140.1, abgekürzt
StVG) bezeichnet die Regierung für jedes Departement ein stellvertretendes
Departement, welches handelt, wenn das zuständige Departement oder sein Vorsteher
befangen erscheint. Dementsprechend wurde die Verfahrensinstruktion des
Rekursverfahrens im vorliegenden Fall nicht vom verfügenden Erziehungsdepartement,
sondern vom stellvertretenden Volkswirtschaftsdepartement wahrgenommen. Damit
wäre den Anforderungen, die das Bundesgericht an die Unbefangenheit stellt, an sich
Genüge getan worden. Indes ergibt sich aus den Akten, dass der Leiter des
Rechtsdienstes des Volkswirtschaftsdepartements den Entscheidentwurf vorgängig zur
informellen Stellungnahme durch E-Mail vom 27. Oktober 2005 an den Vorsteher des
Dienstes für Recht und Personal des Erziehungsdepartements weitergeleitet hat
(vorinst. act. 14). Zu diesem Vorgehen macht die Vorinstanz in der Vernehmlassung
vom 17. Februar 2006 im wesentlichen geltend, der Vorsteher des
Erziehungsdepartements hätte den Entscheidentwurf ohnehin vor der
Regierungssitzung vom 6. Dezember 2005 zusammen mit den übrigen
Sitzungsunterlagen bekommen. Die Vorinformation des Erziehungsdepartements
verstosse nicht gegen die Ausstandsregeln, zumal sich selbst dann, wenn eine solche
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Vorinformation nicht zulässig wäre, für den Rekurrenten nichts ändern würde; der
Vorsteher des beklagten Departements würde dann einfach den Entscheidentwurf
seinem Rechtsdienst weiterleiten und seine Einwände gegen den Entscheidentwurf an
der Regierungssitzung selbst vorbringen.
Die Vorinstanz verkennt bei ihrer Argumentation, dass im letzteren Fall das verfügende
Erziehungsdepartement keinen Einfluss mehr auf den Entscheidentwurf, wie er der
Regierung vorgelegt wird, nehmen könnte. Räumt das Volkswirtschaftsdepartement
hingegen dem Erziehungsdepartement bereits vor der Zustellung des
Entscheidentwurfs an die Regierung die Möglichkeit zur informellen Stellungnahme ein,
erweist sich bereits das Zustandekommen dieses Entwurfes als mangelhaft, weil das
verfügende Departement bereits vorgängig Einfluss nehmen kann. Diese
Vorgehensweise verstösst gegen Art. 25 Abs. 1 StVG. Die Delegation der
Verfahrensinstruktion eines befangenen Departements an dessen Stellvertreter im
Hinblick auf die Gewährleistung der Unabhängigkeit verwaltungsinterner
Rechtspflegeinstanzen verkommt zur Bedeutungslosigkeit, wenn das stellvertretende
Departement mit dem verfügenden Departement vor der Beschlussfassung durch die
Regierung zusammenarbeitet. Auch widerspricht diese Vorgehensweise dem
Grundsatz eines gerechten und transparenten Verfahrens gemäss Art. 29 Abs. 1 BV.
Daran vermag - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - auch die Tatsache nichts zu
ändern, dass im vorliegenden Fall das Volkswirtschaftsdepartement die Vorbringen des
Erziehungsdepartements anlässlich der informellen Stellungnahme im
Entscheidentwurf nicht berücksichtigt hat. Der Anspruch auf Einhaltung der
Ausstandsformen ist formeller Natur, d.h. es spielt keine Rolle, ob sich der Fehler auf
den getroffenen Entscheid ausgewirkt hat (Schindler, a.a.O., S. 214 f. mit weiteren
Hinweisen).
cc) Die Nichtbeachtung der Ausstandspflicht stellt in der Regel eine schwerwiegende
Verletzung von Verfahrensvorschriften dar und führt deshalb, ungeachtet der
materiellen Interessenlage, grundsätzlich zur Aufhebung des mangelhaften Entscheids.
Etwas anderes gilt allenfalls dann, wenn der Verfahrensverstoss geringes Gewicht hat
und der Rechtsmittelbehörde die gleiche Prüfungsbefugnis zusteht wie der Vorinstanz
(vgl. VerwGE vom 4. Juni/9. Juli 2002 i.S. Politische Gemeinde A. mit weiteren
Hinweisen; vgl. Schindler, a.a.O., S. 215).
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Im vorliegenden Fall fällt in Betracht, dass das Erziehungsdepartement in das
Rekursverfahren involviert wurde, dass aber das Volkswirtschaftsdepartement die
Streitsache vor der Regierung vertrat. Hinzu kommt, dass der Verwaltung bei den
vorliegend zu beurteilenden Rechtsfragen kein wesentlicher Ermessensspielraum
zukommt und das Verwaltungsgericht sowohl Rechtsfragen als auch die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz frei überprüft (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 586 ff.). Da dem
Beschwerdeführer ausserdem das interne Schreiben betreffend die informelle
Stellungnahme zum Entscheidentwurf des Volkswirtschaftsdepartements im
Beschwerdeverfahren zur Einsicht und Stellungnahme zugestellt wurde, wird der
Verfahrensmangel im Beschwerdeverfahren geheilt. Indes zieht die Heilung des
Verfahrensfehlers im Beschwerdeverfahren Kostenfolgen nach sich (vgl. R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
Gallen 2004, S. 90; vgl. nachfolgende Erw. 4). Ob die Verletzung der
Stellvertreterregelung als Ausstandsvorschrift in anderen Fällen zu einer Aufhebung des
angefochtenen Entscheids führen müsste, kann offen bleiben.
3./ In materieller Hinsicht ist umstritten, wo der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen des
Beschwerdeführers liegt resp. wo dieser seinen Wohnsitz begründet hat.
a) aa) Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, unterscheidet die Verfassung des
Kantons St. Gallen (sGS 111.1, abgekürzt KV) zwischen der Wählbarkeit in eine
Behörde und den Voraussetzungen, unter denen das Amt ausgeübt werden darf.
Wählbar ist, wer stimmfähig ist, d.h. wer das 18. Altersjahr zurückgelegt hat und nicht
wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche entmündigt wurde (Art. 33 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 31 KV). Zur Ausübung des Amtes bedarf es der
Stimmberechtigung, welche einem Stimmfähigen in Gemeindeangelegenheiten
zukommt, sofern er in der betreffenden Gemeinde wohnt (Art. 35 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 32 Abs. 1 lit. b KV). Das Gesetz kann vom Wohnsitzerfordernis im Hinblick auf
die Ausübung eines Amtes Ausnahmen vorsehen (Art. 35 Abs. 2 KV). Art. 128 Abs. 1
des Gemeindegesetzes (sGS 151.2, abgekürzt GG) hält diesbezüglich fest, dass ein
Gewählter sein Amt nur ausüben kann, wenn er in der Gemeinde wohnt. Nimmt er nicht
innert dreier Monate nach der Wahl in der Gemeinde Wohnsitz, ist die Wahl verwirkt,
wobei das zuständige Departement für eine beschränkte Zeit Ausnahmen bewilligen
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kann, sofern wichtige Gründe vorliegen und die Erfüllung der Amtsgeschäfte
gewährleistet ist (Art. 128 Abs. 2 und 3 GG).
Verbindet das öffentliche Recht Rechtsfolgen mit der Wohnsitznahme, so bestimmt es
den Begriff des "Wohnsitzes" grundsätzlich autonom. Entsprechend den vorstehenden
Ausführungen knüpft die Stimmberechtigung als Voraussetzung zur Ausübung eines
öffentlichen Amtes an den Wohnsitz an; es handelt sich mithin um den politischen
Wohnsitz. Der Begriff des politischen Wohnsitzes lehnt sich an den zivilrechtlichen
Wohnsitzbegriff gemäss Art. 23 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210,
abgekürzt ZGB) an (A. Kölz, Probleme des kantonalen Wahlrechts, in: ZBl 1987 S.7 f.
mit weiteren Hinweisen), weshalb dessen Voraussetzungen im vorliegenden Fall zu
prüfen sind.
bb) Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der Wohnsitz einer Person an dem Ort,
wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Diese Bestimmung stellt auf
zwei Kriterien ab, die kumulativ erfüllt sein müssen: objektiv physischer Aufenthalt und
subjektive Absicht dauernden Verbleibens, wobei der Mittelpunkt der
Lebensbeziehungen massgeblich ist (BGE 125 V 77 f.; D. Staehelin, in: Basler
Kommentar, ZGB Bd. I, Basel 1996, N 5 zu Art. 23 mit weiteren Hinweisen). Fallen
Arbeitsort und Wohnort einer Person auseinander, prävaliert in der Regel der Wohnort
als Wohnsitz, sofern die Person mehr oder weniger regelmässig aus familiären Gründen
dorthin zurückkehrt; der Wochenaufenthaltsort hingegen stellt grundsätzlich keinen
Wohnort dar (Bucher, in: Berner Kommentar zu den Art. 11-26 ZGB, Bern 1976, N 48
zu Art. 23 mit weiteren Hinweisen). Der Arbeitsort wird dagegen dann als Wohnsitz
betrachtet, wenn die persönliche Bindung zu diesem Ort grösser ist als diejenige zu
einem zufällig gewählten Wohnort, insbesondere bei einem Alleinstehenden, der nach
einem Domizilwechsel auch seine meiste Freizeit am Arbeitsort verbringt und nur noch
in den Ferien an den alten Wohnsitzort zurückkehrt (Bucher, a.a.O., N 49 zu Art. 23).
Niemand kann an mehreren Orten zugleich seinen Wohnsitz haben (Art. 23 Abs. 2
ZGB).
b) aa) Wie soeben ausgeführt, befindet sich der Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo
sich diese mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält und den sie zum Mittelpunkt
ihrer Lebensbeziehungen gemacht hat. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher
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Rechtsprechung kommt es dabei auf den inneren Willen nicht entscheidend an;
ausschlaggebend ist vielmehr, ob die Person den Ort, an dem sie weilt, in einer für
Dritte erkennbaren Weise zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat oder zu
machen beabsichtigt (BGE 127 V 238). Hält sich eine Person wie im vorliegenden Fall
an mehreren Orten auf, ist für die Wohnsitzbestimmung festzustellen, zu welchem Ort
die engste Beziehung besteht, d.h. zum Beispiel, wo die familiären Beziehungen
bestehen oder wo der Betroffene nicht in gemieteten Räumen, sondern im eigenen
Heimwesen logiert (Bucher, a.a.O., N 52 zu Art. 23 ZGB).
Unstreitig ist, dass der Beschwerdeführer bis 31. Juli 2004 zusammen mit seiner
Partnerin in S. wohnte. Diese Form des Zusammenlebens wird als Konkubinat
bezeichnet. Zwar wurde bis anhin auf eine ausdrückliche gesetzliche Regelung des
Konkubinats verzichtet, doch nimmt es der Gesetzgeber in verschiedenen
Bestimmungen implizit als soziologische Erscheinung wahr (Tuor/Schnyder/Rumo-
Jungo, Das schweizerische Zivilgesetzbuch, 12. Aufl., Zürich 2002, S. 168). Das
Konkubinat ist gekennzeichnet durch eine Wohn- und Geschlechtsgemeinschaft, die in
den meisten Fällen auch in eine wirtschaftliche Gemeinschaft mündet. Die Beziehungen
werden dabei in der Regel zum kleineren Teil durch ausdrückliche oder
stillschweigende vertragliche Vereinbarungen beherrscht (Tuor/Schnyder/Rumo-Jungo,
a.a.O., S. 168 f.) und grundsätzlich selbst durch längere Abwesenheit des einen
Partners nicht zwingend aufgelöst (BGE 108 II 206).
Der Beschwerdeführer hält ausdrücklich daran fest, dass er mit seiner bisherigen
Partnerin nach wie vor in einer festen Partnerschaft lebt. Insoweit er in diesem
Zusammenhang vorbringt, ein Konkubinatsverhältnis bestehe nicht, da nie ein
Konkubinatsvertrag abgeschlossen worden sei und die beiden Partner voneinander
finanziell unabhängig seien, ist er nicht zu hören. Zum einen ist das
Konkubinatsverhältnis wie eben ausgeführt nicht gesetzlichen Voraussetzungen
unterworfen, sondern knüpft grundsätzlich an tatsächliche Begebenheiten an. Zum
andern bringt er in seiner Duplik vor, dass er seiner Partnerin gegenüber, die sich auf
einen Berufswiedereinstieg vorbereite, unterhaltspflichtig sei und einen Teil dieser
Unterhaltspflicht dadurch erfülle, dass seine Partnerin in seiner Liegenschaft an der G.-
strasse in G. wohnen könne. Dies steht der Behauptung, die Partner seien voneinander
finanziell unabhängig, diametral entgegen. Des weitern fällt in Betracht, dass der
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Beschwerdeführer und seine Partnerin eine gemeinsame Tochter haben, welche
zusammen mit der Mutter in G. wohnt. Hinzu kommt, dass die vom Beschwerdeführer
beherrschte und geleitete 'f. s. gmbh' ihren Sitz an der G.-strasse in G. hat. Wohl ist
dem Beschwerdeführer darin zuzustimmen, dass der Sitz einer juristischen
Gesellschaft keinen Wohnsitz des beherrschenden Gesellschafters begründet;
aufgrund der Tatsache, dass (wie dem aktuellen Handelsregisterauszug zu entnehmen
ist) die Gesellschaft nach wie vor nicht nur ihren Sitz, sondern auch ihre
Geschäftsadresse in G. führt und die Partnerin des Beschwerdeführers deren
Administration leitet sowie den Beschwerdeführer in Fragen rund um das
Personalwesen unterstützt, ist indes davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
regelmässig Zeit in G. und somit bei seiner Partnerin und seiner Tochter verbringt und
dort, ohne einer Bewilligung seiner Partnerin zu bedürfen, verkehren kann. Dieser
Eindruck wird dadurch verstärkt, dass der Beschwerdeführer einen auf seinen Namen
lautenden Telefonanschluss mit entsprechendem Telefonbucheintrag nur in seiner
Liegenschaft in G., nicht aber in der gemieteten Wohnung in A. besitzt; einer
Drittperson gegenüber signalisiert er damit offenkundig, dass er in G. (und nicht in A.)
telefonisch und auch postalisch zu erreichen ist. Schliesslich liegt G. lediglich knapp 30
Autominuten von A. entfernt. Es ist deshalb davon auszugehen und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht anders behauptet, dass er regelmässig und auch
während der Arbeitswoche zu seiner Partnerin und Tochter in G. resp. zum
Geschäftsort seiner Gesellschaft zurückkehrt. Diese Indizien sprechen insgesamt
eindeutig dafür, dass sich der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen, insbesondere der
familiären Beziehungen, des Beschwerdeführers in G. befindet.
Daran nichts zu ändern vermögen die Beziehungen des Beschwerdeführers zu A., wo
er eine kleine Wohnung gemietet hat. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er dort zu
80% als Schulratspräsident arbeite, Mitglied im D. Theaterverein A. sei, regelmässig im
örtlichen Hallen- oder Freibad schwimme, wöchentlich mehrmals an Sitzungen mit
Bürgern, Parteivertretern und Schulräten teilnehme und zu verschiedenen Anlässen
eingeladen werde; er sei somit in A. nicht nur beruflich, sondern auch gesellschaftlich,
kulturell und privat verankert. Dies würde insbesondere auch durch den bei den Akten
liegenden Auszug aus seiner Agenda belegt, welcher überdies aufzeige, dass er bei
weitem nicht jedes Wochenende bei seiner Partnerin verbringe.
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Insoweit diesem Auszug überhaupt Beweiswert zugesprochen werden kann, ist
festzuhalten, dass ein Grossteil der Termine direkt mit der beruflichen Tätigkeit des
Beschwerdeführers als Schulratspräsident zusammenhängt und damit lediglich für die
bestehende berufliche Beziehung zu A. spricht, unabhängig davon, ob diese Termine in
der eigentlichen Arbeitszeit oder danach anfielen. Nicht ersichtlich ist, inwiefern der
Auszug zu beweisen vermöchte, dass der Beschwerdeführer bei weitem nicht jedes
Wochenende in G. verbracht haben soll, fielen doch für das Jahr 2005 insgesamt
lediglich elf der Termine auf einen Samstag oder Sonntag. Inwieweit der
Beschwerdeführer über seine blosse Mitgliedschaft persönlich im D. Theaterverein
involviert und tätig ist, ist nicht ersichtlich und wird von ihm auch nicht näher dargelegt,
weshalb diese Mitgliedschaft zur Bestimmung der Lebensbeziehungen
unberücksichtigt bleiben kann. Ebenso wenig vermag das Schwimmtraining eine
massgebliche Lebensbeziehung zu A. zu begründen, zumal dieses weitgehend
ortsunabhängig ausgeübt werden kann. Die quartalsweise stattfindenden
Bürgergespräche des Beschwerdeführers vermögen alleine aufgrund ihrer zeitlichen
Komponenten keine massgebliche Lebensbeziehung zu A. zu begründen und stehen
darüber hinaus mit seiner beruflichen Tätigkeit als Schulratspräsident im
Zusammenhang. Somit ergibt sich, dass die Beziehungen zu A. jene zu G. nicht zu
überwiegen vermögen.
c) Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig und
unrichtig ermittelt, weil sie entlastende Momente nicht berücksichtigt und aus den
Stellungnahmen der Schulräte und der Geschäftsprüfungskommission der Schule A.
(abgekürzt GPK) falsche Schlüsse gezogen habe.
Unvollständig ist ein Sachverhalt, wenn entscheidrelevante Umstände nicht oder nicht
ausreichend abgeklärt wurden; unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus den
vorhandenen Beweismaterialien unrichtige oder gar aktenwidrige Schlüsse gezogen
werden (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 587). Hinsichtlich der unvollständigen
Sachverhaltsermittlung ist zu berücksichtigen, dass den Beschwerdeführer im
Rechtsmittelverfahren eine Behauptungslast trifft, indem er zur Darstellung des
Sachverhalts verpflichtet ist (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP) und
hierzu allfällige Beweismittel beizulegen oder sie zu bezeichnen hat (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 610 ff).
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Mit Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 21. Dezember 2005 wurde der
Beschwerdeführer u.a. aufgefordert, innerhalb der Frist zur Beschwerdeergänzung
auch allfällige Beweismittel beizulegen oder zu bezeichnen, andernfalls aufgrund der
Akten entschieden würde (Art. 50 Abs. 3 VRP). Hinsichtlich der Unvollständigkeit der
Sachverhaltsermittlung bringt der Beschwerdeführer lediglich vor, die Vorinstanz habe
entlastende Momente nicht berücksichtigt. Da er es unterliess, solche selbst zu
bezeichnen, erweist sich seine Rüge als unbegründet. Hinsichtlich der unrichtigen
Sachverhaltsermittlung ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid die Vorbringen der Schulräte und der GPK würdigte (Erw. 4) und
nachvollziehbar darlegte (vgl. insbesondere Erw. 7 e), weshalb sie hinsichtlich des
Wohnsitzes zu einem anderen Schluss gekommen ist; eine aktenwidrige oder gar
falsche Sachverhaltsermittlung ist darin nicht zu erblicken, zumal die Vorbringen der
Schulräte und der GPK lediglich als Indiz für oder gegen eine Wohnsitznahme in A. zu
sprechen vermögen, indes rechtlich nicht alleine massgeblich sind. Damit erweist sich
auch diese Rüge als unbegründet.
d) Des weitern bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz stütze sich auf einen zu
engen, heute nicht mehr zeitgemässen Wohnsitzbegriff ab. In der jüngsten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei klar eine Lockerung des Wohnsitzbegriffs
erkennbar, mit der sich die Vorinstanz indes überhaupt nicht auseinandersetze; er führt
hierzu die Entscheide BGE 128 I 34 sowie 128 I 280 an.
Die Rüge des Beschwerdeführers erweist sich als aktenwidrig, setzt sich die Vorinstanz
doch in Erw. 5 ihres Entscheids vom 6. Dezember 2005 explizit mit den von ihm
erwähnten bundesgerichtlichen Entscheiden auseinander. Wie die Vorinstanz
zutreffend festhielt, war Gegenstand dieser Entscheide die Frage, ob sich eine
gesetzliche Wohnsitzpflicht für Mitglieder einer Behörde resp. für Personen mit
hoheitlichen Beurkundungsbefugnissen sachlich rechtfertigen lässt und wie sich die
bundesgerichtliche Praxis hierzu gewandelt hat (vgl. insbesondere BGE 128 I 283).
Dagegen befasste sich das Bundesgericht nicht mit der hier relevanten Frage, ob und
unter welchen Voraussetzungen ein Wohnsitz begründet wird. Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer unter Ziff. 9 Seite 11 seiner Beschwerdeergänzung vom 19. Januar
2005 selbst ausführt, dass die bundesgerichtlichen Entscheide BGE 128 I 34 und 128 I
280 mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar seien.
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e) Der Beschwerdeführer verweist des weiteren auf Bundesgerichtsentscheide zum
Steuer- und Bürgerrecht. So habe das Bundesgericht in BGE 121 I 14 den Fall eines in
leitender Stellung tätigen Vaters zu entscheiden gehabt, der am Arbeitsort besteuert
wurde (richtigerweise ging es um die Frage der Teilung der Steuerhoheit bei einem
kinderlosen, in Zürich selbständig erwerbstätigen Mann, dessen nicht erwerbstätige
Ehefrau in einer von ihm im Kanton Tessin gemieteten Wohnung lebte). In BGE 125 I 54
sei festgehalten worden, dass ledige Steuerpflichtige grundsätzlich am Arbeitsort
besteuert würden.
Der Beschwerdeführer verkennt, dass im Bereich des Steuerrechts der Wohnsitz
selbständig, d.h. ohne generellen Verweis auf das ZGB, definiert und insbesondere die
Eigenständigkeit des steuerrechtlichen Wohnsitzes betont wird; auch wenn der
steuerrechtliche Wohnsitz oftmals mit dem zivilrechtlichen Wohnsitz zusammenfällt,
kennt das Steuerrecht bestimmte Abweichungen von letzterem (vgl. hierzu Bauer-
Balmelli/Robinson, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Basel 2000, Bd. I
2a, N 7 ff. zu Art. 3 DBG). Vorliegend ist indes der zivilrechtliche Wohnsitz des
Beschwerdeführers zu beurteilen, weshalb die Verweise auf das Steuerrecht
unbehelflich sind. Nicht einschlägig erweist sich zudem der Hinweis auf BGE 121 II 49,
wo das Bundesgericht die Frage zu entscheiden hatte, ob eine eheliche Gemeinschaft
als Voraussetzung für eine erleichterte Einbürgerung im Sinne des
Bürgerrechtsgesetzes auch bei getrenntem Wohnsitz der Ehegatten Bestand habe;
vorliegend ist der selbständige Wohnsitz des nicht in einer ehelichen Gemeinschaft
lebenden Beschwerdeführers zu beurteilen.
f) Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, es zeuge von einem gewissen Zynismus,
wenn die Vorinstanz sich weigere darzulegen, welche Voraussetzungen er zu erfüllen
habe, um Wohnsitz in A. begründen zu können.
Der Beschwerdeführer verkennt bei diesem Einwand, dass es nicht im Ermessen der
Behörde liegt zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen an einem bestimmten Ort
ein zivilrechtlicher Wohnsitz begründet wird; die Voraussetzungen finden sich in Art. 23
Abs. 1 ZGB und umfassen wie bereits ausgeführt den Aufenthalt an einem bestimmten
Ort sowie die Absicht des dauernden Verbleibens an diesem Ort. Massgeblich ist daher
der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen, wobei letztere in jedem zu beurteilenden Fall
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gesondert zu eruieren und zu bewerten sind. Die Vorinstanz hat einlässlich dargelegt,
weshalb sich der zivilrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers in G. befindet.
Möchte der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz in A. begründen, so hat er den
Mittelpunkt seiner Lebensbeziehungen dorthin zu verlegen. Der Beschwerdeführer
kann, wie er zutreffend ausführt, hierzu nicht verpflichtet werden; verzichtet er indes
freiwillig darauf, hat er sich die damit verbundenen Rechtsfolgen gefallen zu lassen.
g) Der Beschwerdeführer macht geltend, dass ihm gleich mehrere Grundrechte einen
Anspruch auf häufigen und regelmässigen Besuch seiner Lebenspartnerin und Tochter
garantieren würden, ohne dass daraus gleich sein Lebensmittelpunkt abgeleitet werden
könne.
Die vom Beschwerdeführer angerufenen, in Art. 8 EMRK, Art. 10 und 13 BV statuierten
Rechte auf Achtung des Privat- und Familienlebens sind klassische Freiheitsrechte. Der
Beschwerdeführer missversteht die Funktion solcher Freiheitsrechte, die den Einzelnen
in seiner Freiheitssphäre gegenüber Eingriffen des Staates schützen (Häfelin/Haller,
Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Aufl., Zürich 2005, Rz. 209). Vorliegend wird
der Beschwerdeführer weder in der Art, wie er seine Beziehung zu seiner
Lebenspartnerin und seiner Tochter gestaltet, behindert, noch wird er in seinem Recht
eingeschränkt, diese nach Belieben zu besuchen. Der Beschwerdeführer wird auch
nicht indirekt, d.h. dadurch, dass an den Mittelpunkt seiner Lebensbeziehungen der
zivilrechtliche Wohnsitz als Rechtsfolge geknüpft wird, in der Ausübung dieser Rechte
behindert, weshalb sich die Rüge als unbegründet erweist. Der Beschwerdeführer kann
zudem nach wie vor seinen Wohnsitz selbständig begründen resp. sich irgendwo in der
Schweiz niederlassen, weshalb auch keine Verletzung der Niederlassungsfreiheit im
Sinne von Art. 24 BV gegeben ist. Inwiefern der Beschwerdeführer in der Ausübung
seiner politischen Rechte beschnitten sein soll, wie er geltend macht, ist nicht
ersichtlich. Weder wird er zur Wohnsitznahme an einem bestimmten Ort verpflichtet,
noch wird er an der Ausübung seiner politischen Rechte in G. gehindert. Hinzu kommt,
dass es ihm nach wie vor frei steht, seinen Wohnsitz nach A. zu verlegen, wenn ihm
daran gelegen ist, dort seine politischen Rechte wahrzunehmen. Unbehelflich erweist
sich des weitern die Rüge, die Vorinstanz verletze die Wirtschaftsfreiheit im Sinne von
Art. 27 BV. Die 'f. s. gmbh' wird durch die Feststellung des Wohnsitzes des
Beschwerdeführers nicht in ihrem Recht behindert, ihren Sitz frei wählen zu dürfen. Im
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vorliegenden Fall wurde der Sitz bzw. insbesondere das Geschäftsdomizil der
Gesellschaft des Beschwerdeführers als ein Indiz bei der Feststellung des Wohnsitzes
herbeigezogen, womit der Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit nicht berührt wurde.
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Vorinstanz unterstelle ihm, in seiner
Liegenschaft in G. zu wohnen, weshalb die Eigentumsfreiheit im Sinne von Art. 26 BV
verletzt sei, da dies bedeute, dass er keine Liegenschaft erwerben dürfe, in der er auch
seine Partnerin wohnen lasse. Diese Überlegungen sind nicht nachvollziehbar und eine
Verletzung der Eigentumsfreiheit ist nicht ersichtlich. Des weiteren sieht der
Beschwerdeführer eine Verletzung des Diskriminierungsverbots gemäss Art. 8 Abs. 2
BV darin, dass die Vorinstanz die Lebensform zwischen ihm und seiner Partnerin nicht
akzeptiere. Explizit werde unterstellt, dass der Lebensmittelpunkt nur dort sein könne,
wo sich auch seine Partnerin mit Kind aufhalte und wo er rein theoretisch die
Möglichkeit habe, jeden Abend hinzufahren. Diese Ausführungen erweisen sich als
nicht zutreffend: Die Vorinstanz hat aufgrund mehrerer Kriterien erwogen, weshalb sich
der zivilrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers in G. befindet; dass sie dabei der
familiären Beziehung des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung weiterer Indizien
vorrangige Stellung zugesprochen hat, erscheint sachgerecht und entspricht auch
herrschender Lehre und Praxis (Staehelin, a.a.O., N 11 f. zu Art. 23 ZGB; Bucher,
a.a.O., N 48 zu Art. 23 ZGB; BGE 115 II 121). Die Vorinstanz behauptet entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers indes nicht, dass sein Wohnsitz nur dort liegen könne,
wo sich seine Partnerin und seine Tochter aufhalten.
h) Der Beschwerdeführer rügt schliesslich eine Verletzung des Gebots der
Rechtsgleichheit gemäss Art. 8 Abs. 1 BV sowie des Willkürverbots gemäss Art. 9 BV.
Die Vorinstanz habe es in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart mit der
Auslegung des Wohnsitzbegriffs nicht so genau genommen, wenn sie es nicht für
opportun gehalten habe. So habe in den 80er und 90er Jahren des vorherigen
Jahrhunderts noch das alte Eherecht gegolten und sich der Wohnsitz der Ehefrau
grundsätzlich von jenem des Ehemannes abgeleitet. Dies habe indes nicht für das
Ehepaar Dr. Kurt Bigler und Dr. Margrith Bigler-Eggenberger gegolten, weil letztere
seinerzeit als erste Frau ans Bundesgericht in Lausanne gewählt worden sei und dort
Wohnsitz genommen habe, währenddem ihr Ehegatte weiterhin in Rorschach gewohnt
und dort am Lehrerseminar unterrichtet habe. Niemand würde ernsthaft behaupten,
dass Dr. Margrith Bigler-Eggenberger aufgrund ihres beruflichen Pensums und den
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gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht einen selbständigen Wohnsitz in Lausanne
begründet habe. Der Beschwerdeführer übersieht, dass sich der Wohnsitz von Dr.
Margrith Bigler-Eggenberger nach ihrer Wahl zur Bundesrichterin im Jahr 1974 gemäss
dem damals geltenden Garantiegesetz an ihrem Heimatort befunden hatte
(sogenannter "selbständiger gesetzlicher Wohnsitz"; Tuor/Schnyder/Schmid: Das
Schweizerische Zivilgesetzbuch, 12. Aufl., Zürich 2002, S. 93 FN 9). Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers hatte sie somit trotz der Geltung des alten
Eherechts an ihrem Heimatort einen selbständigen Wohnsitz begründet. Der Vergleich
des Beschwerdeführers geht zum vornherein an der Sache vorbei.
Als zweites Beispiel benennt der Beschwerdeführer den heutigen
Gemeindepräsidenten von Jona, Benedikt Würth. Vor und nach seiner Wahl habe der
ursprünglich in Mörschwil wohnhafte Gemeindepräsident weiterhin für den Bezirk
Rorschach im Kantonsrat gesessen. Streng rechtlich habe er
aber nicht mehr die seinerzeitige Voraussetzung des zivilrechtlichen Wohnsitzes erfüllt,
um im Bezirk Rorschach weiterhin sein Kantonsratsmandat ausüben zu können, da er
zwischenzeitlich seinen Wohnsitz nach Jona und somit in einen anderen Wahlbezirk
verlegt habe. Die Vorinstanz legt zutreffend dar, dass die Wählbarkeit in den Kantonsrat
lediglich die Stimmberechtigung im Kanton St. Gallen voraussetzt, indes nicht die
Stimmberechtigung in einer Gemeinde des Wahlkreises, in welcher die Person gewählt
wird. Dementsprechend konnte Kantonsrat Benedikt Würth sein Mandat auch nach
dem Wechsel seines zivilrechtlichen Wohnsitzes weiterhin rechtmässig ausüben. Damit
erweist sich auch dieses Beispiel für den vorliegenden Fall als unbehelflich.
Das dritte Beispiel des Beschwerdeführers betrifft den ersten Staatsanwalt des
Kantons St. Gallen, Dr. Erwin Beyeler, der in Schaffhausen wohnhaft ist. Die Vorinstanz
führt auch hierzu zutreffend aus, dass der erste Staatsanwalt keiner zwingenden
Wohnsitzpflicht untersteht. Daran ändert entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
auch Art. 87 des Staatsverwaltungsgesetzes (sGS 140.1) nichts. Diese Bestimmung
besagt, dass die Wahlbehörde bei der Wahl, sofern es für die Amtsausübung wichtig
ist, verlangen kann, dass der Wohnsitz in St. Gallen oder an einem Ort begründet wird,
von wo aus der Arbeitsort in kurzer Zeit erreichbar ist. Die Wohnsitzpflicht gilt somit
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nur, sofern explizit eine solche verlangt und entsprechend begründet wird, weshalb der
Beschwerdeführer aus diesem Fall nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.
i) Der Hinweis auf die Entwicklung der Wohnsitzpflicht für Behördenmitglieder im
Kanton Schwyz erweist sich aufgrund der Souveränität der Kantone (Art. 3 BV)
ebenfalls als unbehelflich.
j) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat,
dass sich der Wohnsitz des Beschwerdeführers in G. befindet. Hinsichtlich seines
Eventualbegehrens, es sei ihm zu bewilligen, sein Amt während mindestens sechs
Monaten nach Entscheiderlass ausüben zu dürfen, ist festzuhalten, dass das
zuständige Departement diesbezügliche Ausnahmen verfügen kann (Art. 128 Abs. 3
GG). Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheiddispositiv in Ziff. 4 festgelegt, dass der
Beschwerdeführer während vier Monaten nach Rechtskraft des Rekursentscheids sein
Amt vom auswärtigen Wohnsitz ausüben darf. Die gesetzlich vorgesehene
Dreimonatsfrist (Art. 128 Abs. 2 GG) für die Verlegung des Wohnsitzes im Anschluss an
die Wahl vom 18. Mai 2003 ist bereits am 18. August 2003 abgelaufen. Vor diesem
Hintergrund erweist sich die Ansetzung einer viermonatigen Frist im Sinne des
vorinstanzlichen Entscheids ohne weiteres als verhältnismässig. Im übrigen ist nicht
einzusehen, weshalb die vom Beschwerdeführer angeführten Projekte nicht von
anderen Personen weiter betreut und zu Ende geführt werden können sollten. Dies gilt
um so mehr, als der Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der 'f.
s. gmbh' der Schulgemeinde A. sein Fachwissen - falls erwünscht - auch künftig als
externer Berater zur Verfügung stellen kann. Dementsprechend ist auch dem
Eventualantrag des Beschwerdeführers nicht stattzugeben. Anders zu entscheiden
wäre allenfalls dann gewesen, wenn die Amtszeit per 31. Dezember 2006 geendet
hätte; dies ist indes erst per 31. Dezember 2008 der Fall. Die Beschwerde ist demnach
als unbegründet abzuweisen.
4./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten grundsätzlich
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Indes führt die Heilung der
Verletzung der Ausstandspflicht im vorinstanzlichen Verfahren durch das
Verwaltungsgericht zu einer anteilsmässigen Kostentragung des Staates (Art. 95 Abs. 2
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VRP). Demnach sind die amtlichen Kosten dem Beschwerdeführer zu vier Fünfteln und
dem Staat zu einem Fünftel aufzuerlegen.
Der Beschwerdeführer beantragt, auf die Erhebung der amtlichen Kosten sei im Sinne
von Art. 97 VRP zu verzichten, da die Feststellung des Wohnsitzes eines
Behördenmitglieds bis zum heutigen Tage noch nie durch das Verwaltungsgericht
entschieden worden sei. Zur Frage, ob eine Person an einem bestimmten Ort
zivilrechtlichen Wohnsitz begründet hat oder nicht, besteht eine reichhaltige
bundesgerichtliche Praxis und auch die Lehre hat sich eingehend mit dieser Frage
befasst. Von einer erstmaligen Entscheidung kann deshalb keine Rede sein, wobei
unerheblich ist, ob sich das Verwaltungsgericht schon einmal mit einer vergleichbaren
Fragestellung auseinandersetzen musste (vgl. Hirt, a.a.O., S. 114). Dem Antrag ist
somit nicht stattzugeben.
Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der Anteil des Beschwerdeführers von Fr. 2'000.-- wird mit dem
einbezahlten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Auf die Erhebung des
Anteils des Staates wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen, da der Beschwerdeführer mit
seinen Anträgen unterlegen ist (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; Hirt,
a.a.O., S. 183 f.).
Demnach hat das Verwaltungsgericht