Decision ID: 38c23bd3-47e2-509d-9b43-b5f1a53bd44d
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 8. August 2006 beantragte der mazedonische Staatsangehörige X._, geboren 1980, bei der Schweizerischen Botschaft in Skopje ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt in der Schweiz. Als Gastgeber benannte er seinen im Kanton Bern lebenden Bruder Y._. Nach formloser Verweigerung übermittelte die Schweizer  das Gesuch – unter Hinweis darauf, dass die fristgerechte  nicht gesichert erscheine – zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem der Migrationsdienst des Kantons Bern über den Gastgeber ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch von X._ mit Verfügung vom 9. Oktober 2006 ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass die  einer Einreisebewilligung unter anderem dann zu verweigern sei, wenn die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der  Person nicht als gesichert betrachtet werden könne, sei es als Folge der in ihrem Ursprungsland herrschenden politischen oder  Verhältnisse oder aufgrund ihrer persönlichen Situation. Wie die in zahlreichen Fällen gemachte Erfahrung zeige, würden  Touristen- oder Besuchervisa immer wieder von Personen, welche sich eigentlich dauerhaft hier niederlassen möchten, missbraucht. Der Gesuchsteller stamme immerhin aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck nach wie vor stark anhalte. Ihm oblägen in seiner  auch keine zwingenden beruflichen oder gesellschaftlichen , welche gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten würden.
C. Gegen diese Verfügung erhob Y._ am 5. November 2006  beim damals zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). Sinngemäss beantragt er die Aufhebung der Verfügung und die Erteilung des gewünschten Besuchervisums. Er habe seinen Bruder für ein bis drei Monate zu sich eingeladen, da dieser noch nie Mazedonien habe verlassen können und sich bisher vergeblich um ein Visum für ein anderes europäisches Land bemüht habe. Sein Bruder sei verheiratet, habe zwei Kinder und verfüge in seiner Heimat über eine Arbeitsstelle.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Dezember 2006 spricht sich die  unter Erläuterung der bereits genannten Gründe für die Abweisung der Beschwerde aus. Auch die Ausführungen des Beschwerdeführers auf Rechtsmittelebene deuteten auf Migrationsabsichten des Gesuchstellers hin.
E. Mit Verfügung vom 23. Januar 2007 wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist liess er jedoch ungenutzt verstreichen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen  nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a.  des BFM betreffend Verweigerung einer Einreisebewilligung (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20]), welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beurteilt werden (Art. 83 lit. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die  der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes bei  Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei  der Departemente hängigen Rechtsmittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Gastgeber und Garant am Verfahren  und daher gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG zur Anfechtung der Verfügung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte  ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
2. Ausländer und Ausländerinnen sind zur Anwesenheit in der Schweiz , wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung haben oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a ANAG). Gewisse Gruppen von  und Ausländern benötigen für die Einreise in die Schweiz ein Visum (vgl. Art. 3 ff. der Verordnung des Bundesrates vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]).
2.1 Für die Erteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (Art. 18 VEA), welches im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen entscheidet (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 VEA). Dies bedeutet, dass die schweizerische  weder ein allgemeines Recht auf Einreise kennt, noch einen  Anspruch auf Erteilung eines Visums gewährt (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/ Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher für die Anwaltspraxis Bd. VIII, Basel 2002, Rz. 5.28).
2.2 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 VEA aufgeführten Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). Insbesondere müssen Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller, die in die Schweiz reisen
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möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
3.
3.1 Die Vorinstanz verweigerte dem Gesuchsteller, der aufgrund seiner  zur Einreise in die Schweiz nebst Pass ein Visum benötigt, die Visumserteilung mit der Begründung, seine fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.2 Geht es um die Beurteilung des Kriteriums der gesicherten , so können bezüglich eines solchen künftigen Verhaltens keine  Feststellungen, sondern lediglich Prognosen getroffen werden. In diesem Rahmen rechtfertigt es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten beziehungsweise Regionen mit politisch oder wirtschaftlich  ungünstigen Verhältnissen von vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da deren persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
4. In Mazedonien gestalten sich die wirtschaftlichen und sozialen  nach wie vor schwierig. Obschon das Wirtschaftswachstum seit dem Krisenjahr 2001 kontinuierlich gesteigert werden konnte, kommt es zu keinem echten Aufholprozess der sich immer noch in der Transformation befindlichen Volkswirtschaft. Hierfür müsste die , die im ersten Halbjahr 2006 nur 2,6 Prozent betrug, nach Einschätzung von Experten deutlich höher liegen. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2005 37,3 Prozent und war damit im europäischen Vergleich weiterhin überdurchschnittlich hoch (vgl. www..de, Stand: März 2007). Zudem lebten – gemäss World Bank Report – im Jahr 2005 rund 22 Prozent der mazedonischen Bevölkerung in absoluter Armut (siehe auch Amnesty International Report 2006). Auf entsprechendem Niveau bewegt sich der Anteil derer, die sich zur  entschliessen. Der Wille zur Auswanderung wird  in jenen Fällen noch begünstigt, in denen sich Verwandte,  oder Freunde dauerhaft im Ausland aufhalten bzw. sich dort etabliert haben.
5.
5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur die allgemeinen Umstände im Heimatland, sondern auch die persönlichen Verhältnisse der  Person zu berücksichtigen. Obliegt ihr im Heimatland eine  berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, so kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht an die fremdenpolizeilichen Regeln halten, als hoch eingeschätzt werden.
5.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 26-jährigen Ehemann und Vater von zwei Kindern. In seinem Einreisegesuch hat er sich zunächst als
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berufstätig bezeichnet; diese Bezeichnung ist allerdings durch die Angabe „arbeitslos“ ersetzt worden. Demgegenüber wird in der Beschwerde vorgebracht, X._ verfüge in seiner Heimat über eine Arbeitsstelle, wobei es sich – entsprechend den beigefügten Unterlagen und den kantonalen Abklärungen – offenbar um eine Beschäftigung als Kellner im Lokal (Café-Bar bzw. Restaurant) seines Vaters handelt. Die  Angaben lassen jedenfalls darauf schliessen, dass die behauptete Beschäftigung entweder gefälligkeitshalber attestiert wurde oder  nicht ausreicht, um den Unterhalt für die Familie des  sicherstellen zu können.
5.3 Deutlich wird damit, dass die wirtschaftliche Existenz des  in seiner Heimat alles andere als sicher sein dürfte. In Anbetracht dessen bietet der Umstand, dass seine engsten Familienangehörigen während des geplanten Besuchs in Mazedonien zurückbleiben würden, keine Gewähr dafür, dass er nach seinem hiesigen Besuch die Schweiz wieder verlassen wird. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein Aufenthalt in den europäischen Industrieländern für viele Migranten deshalb attraktiv ist, weil sie beabsichtigen, von dort aus zum Unterhalt der in der Heimat verbliebenen Familienmitglieder beizusteuern. Für eine derartige Einschätzung spricht im vorliegenden Fall, dass sich der Gesuchsteller offensichtlich wiederholt und vergeblich um  für andere europäische Länder bemüht hat. Dafür, dass  die Schweiz das Zielland für einen dauerhaften Verbleib sein könnte, spricht schliesslich auch die Tatsache, dass bereits mehrere Verwandte des Gesuchstellers hier leben.
6. Aufgrund der vorhergehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass die fristgerechte Wiederausreise des Gesuchstellers nicht als gesichert erscheint. Diese negative Annahme lässt sich zwar nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums – auf das ohnehin kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen.
7. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist  abzuweisen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem  vom 11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]).
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