Decision ID: ceebdaa1-9f2f-5532-a57d-255ae8ab93cb
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit 1. August 2012 als Automobil-Mechatroniker-Lehrling bei der B._
AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er laut Unfallmeldung der Arbeitgeberin
vom 4. September 2014 am 30. August 2014 einen Autounfall erlitt. Er war als Beifahrer
im Auto seiner Schwester unterwegs. Als diese beim Linksabbiegen warten musste,
vermochte der nachfolgende Automobilist nicht rechtzeitig zu bremsen und es kam zu
einer Auffahrkollision (Suva-act. 1, vgl. auch Suva-act. 11). Laut eigenen Angaben war
der Versicherte auf die Kollision nicht gefasst und prallte mit dem Kopf an die
Kopfstütze. Er war im Zeitpunkt des Aufpralls angegurtet und sass aufrecht. Da er
umgehend Schmerzen im Nackenbereich sowie Kopfschmerzen verspürte, wurde er
noch am Unfalltag im Spital C._ vorstellig, wo er insbesondere röntgenologisch
sowie neurologisch untersucht wurde (act. G 1.3). Die dort behandelnde Ärztin D._,
Assistenzärztin Orthopädie, hielt im Untersuchungsbericht vom 30. August 2014 als
Röntgenergebnis keinen Hinweis auf frische knöcherne Verletzungen, jedoch eine
leichte Streckfehlhaltung fest, vermerkte weiter einen GCS-Wert von 15 bei einem
allseits orientierten Patienten in gutem Allgemeinzustand, einen Druckschmerz über
dem Dornfortsatz C4/5 sowie eine vollumfängliche und seitengleiche passive und
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aktive Beweglichkeit der HWS und diagnostizierte eine HWS-Distorsion II° (act. G 1.3).
Ebenfalls am 30. August 2014 füllte D._ zuhanden der Suva den
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma aus, worin sie sofortige Kopf- und Nackenschmerzen nach
dem Unfall bejahte, weitere Beschwerden verneinte, eine schmerzhaft verminderte
Beweglichkeit der HWS bei Extension (Kinn-Sternum-Abstand) bestätigte, dem
Versicherten bis 31. August 2014 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte und ihre
Diagnose wiederholte (Suva-act. 15). Am 1. September 2014 konsultierte der
Versicherte seinen Hausarzt Dr. med. E._, Innere Medizin FMH, C._, der im
Arztzeugnis UVG ebenfalls eine HWS-Distorsion diagnostizierte, die 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bis 3. September 2014 verlängerte und Analgetika sowie eine
Physiotherapie bei F._ verordnete (Suva-act. 7, 14, 19 f.). Die Suva sicherte dem
Versicherten die Übernahme der Heilbehandlungskosten zu, verneinte aber einen
Taggeldanspruch, da die Arbeitsunfähigkeit weniger als drei Tage gedauert habe
(Suva-act. 2 ff.).
A.b Anlässlich einer Konsultation des Versicherten bei Dr. E._ vom 15. September
2014 attestierte ihm dieser ab demselben Tag wegen anhaltender Nacken- und
Kopfschmerzen erneut eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis 21. September 2014, was
die Arbeitgeberin der Suva mit Schadenmeldung UVG vom 22. September 2014
anzeigte. Am 22. September 2014 nahm der Versicherte seine Arbeit wieder zu 100%
auf (Suva-act. 10, 13 f., 19 f.). Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen (Suva-act. 16 f.).
A.c Am 1. Oktober und 4. November 2014 sowie am 6. Februar 2015 stellte Dr. E._
dem Versicherten unter Angabe der Diagnose "Schleudertrauma" weitere
Verordnungen für physiotherapeutische Behandlungen bei F._ aus (Suva-act. 21 f.,
29).
A.d Im Auftrag der Suva folgte am 24. Februar 2015 eine neurologische Untersuchung
des Versicherten durch Dr. med. G._, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie (Suva-act. 27, 36), und am 2. März 2015 eine MRI-Untersuchung C0-
Th2 durch Dr. med. H._ in der Radiologie I._, Diagnosezentrum J._ (Suva-act. 35,
37). Weiter wurde er zum ambulanten Assessment in der Rehaklinik Bellikon
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angemeldet, welches am 26. März 2015 durchgeführt wurde (Suva-act. 26, 34, 42). Am
16. März 2015 hatte Dr. E._ dem Versicherten eine Physiotherapieverordnung für eine
Langzeitbehandlung bei F._ ausgestellt (Suva-act. 40). Ab April 2015 befand er sich
dann hauptsächlich bei K._, Dipl. Sportphysiotherapeut, in Behandlung (vgl. Suva-
act. 46, 51 f.), den die Suva am 12. Juni 2015 um Einreichung eines
Physiotherapeuten-Berichts ersuchte (Suva-act. 49). K._ lieferte diesen am 23. Juni
2015 (Suva-act. 51). Behandlungen durch F._ fanden zuweilen immer noch statt (vgl.
Suva-act. 52, 64-1).
A.e Nachdem die Suva den Schadenfall am 28. Juli 2015 ihrer Kreisärztin med. pract.
L._, Fachärztin für Chirurgie FMH, zur Beurteilung vorgelegt (Suva-act. 53) und Dr.
E._ um Einreichung eines ärztlichen Zwischenberichts über den Heilverlauf ersucht
hatte (Suva-act. 54 ff.), verfügte sie am 18. September 2015, dass sie die
Versicherungsleistungen per 21. September 2015 einstellen werde. Aufgrund ihrer
Abklärungen seien die heute noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend
nachweisbar und sei die Adäquanz zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis
vom 30. August 2014 zu verneinen (Suva-act. 57).
A.f Mit Schreiben vom 2. Oktober 2015 wandte Dr. E._ ein, dass der Schadenfall
noch nicht abgeschlossen werden dürfe. Der Versicherte habe noch immer Nacken-
und Kopfschmerzen, welche nach der 1 x wöchentlich durchgeführten Physiotherapie
deutlich bessern würden (Suva-act. 63).
B.
Am 5. Oktober 2015 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 18. September
2015 Einsprache (Suva-act. 64) und reichte ausserdem einen Zwischenbericht von
K._ vom 27. September 2015 (Suva-act. 65) sowie einen undatierten
Behandlungsbericht von F._ (Suva-act. 67) ein (Suva-act. 64). Mit Entscheid vom 6.
Januar 2016 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 71).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Januar 2016 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin M.A. HSG in Law K.
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Herzog, St. Gallen, am 8. Februar 2016 Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid vom 6. Januar 2016 und die Verfügung vom 18. September 2015
seien aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilbehandlungen,
zu erbringen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 6. Januar
2016 (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 22. April 2016 hielt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers an
ihren Beschwerdeanträgen fest und ergänzte diese wie folgt: Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (act. G 5).
C.d Mit Duplik vom 13. Mai 2016 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihr
Rechtsbegehren auf Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
C.e Mit Schreiben vom 1. Juni 2016 reichte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers eine Honorarnote über insgesamt Fr. 4'703.40 ein (act. G 9 und
9.1).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
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sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden,
nachdem ein Ereignis vom 30. August 2014 strittig ist, die bis 31. Dezember 2016
gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 6. Januar 2016 (Suva-act. 71). Diesem liegt die Verfügung vom 18. September
2015 zugrunde (Suva-act. 57). Die Beschwerdegegnerin stellte darin ihre
Versicherungsleistungen per 21. September 2015 ein. Nachdem der Beschwerdeführer
von Dr. E._ seit 22. September 2014 zu 100% arbeitsfähig geschrieben worden war
(vgl. Suva-act. 13 f., 18, 20, 42-2 f.), hatte die Beschwerdegegnerin im Jahr vor der
Leistungseinstellung nur noch Heilkostenleistungen und keine Taggeldleistungen mehr
erbracht. Die Beschwerdegegnerin lehnte mithin in der Verfügung vom 18. September
2015 hinsichtlich der vorübergehenden Leistungsarten nur die Gewährung weiterer
Heilkostenleistungen über den 21. September 2015 hinaus ab, prüfte aber auch einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf die Dauerleistung Rente und
Integritätsentschädigung. Die Abweisung eines Leistungsanspruchs des
Beschwerdeführers hinsichtlich Heilbehandlung, Rente und Integritätsentschädigung
wurden in der Verfügung sowie im angefochtenen Einspracheentscheid mit der
Verneinung der Kausalität zwischen den fortdauernd geklagten Nacken- und
Kopfschmerzen und dem Unfallereignis vom 30. August 2014 begründet (vgl. Suva-act.
57). In der Beschwerdeantwort vom 4. März 2016 (act. G 3) und Duplik vom 13. Mai
2016 (act. G 7) betrachtet die Beschwerdegegnerin die Einstellung der
Heilbehandlungsleistungen per 21. September 2015 auch aus weiteren Gründen -
fehlende Arbeitsunfähigkeit, erreichter medizinischer Endzustand - als gerechtfertigt.
3.
3.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls
mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
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Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
3.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Ist die Unfallkausalität im Grundfall einmal mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, so entfällt die Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr eine natürliche und adäquate
Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen).
3.3 Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallen ist in
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1). Die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den
von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1,
123 III 110, 112 V 30). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrage gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche
die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete
Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Die
Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein
vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und
diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund,
damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen
Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24.
März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine
formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilung
von med. pract. L._ vom 29. Juli 2015 (Suva-act. 53). Ob letztlich auf die
Aktenbeurteilung abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden
materiellrechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
3.4 Bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS oder äquivalenter Verletzung (vgl. dazu
SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) spielt bei klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen
die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die
Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) nachweisbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der
HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma
erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140
E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen dagegen, dass eine versicherte
Person eine der erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
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zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
4.
Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob zwischen den vom Beschwerdeführer über den
21. September 2015 (Datum der Leistungseinstellung) hinaus geklagten Kopf- und
Nackenbeschwerden und dem Unfall vom 30. August 2014 ein natürlicher und
adäquater Kausalzusammenhang besteht.
4.1
4.1.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich
eine strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als
objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar
und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der
Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-
strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (Röntgen, MRT,
CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr.
25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
4.1.2 Der Beschwerdeführer suchte noch am Unfalltag wegen HWS- und
Kopfschmerzen das Spital C._ auf, wobei die dort durchgeführte
Röntgenuntersuchung der HWS keine Anhaltspunkte für eine frische knöcherne
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Verletzung zeigte. Zur Darstellung gelangte einzig eine leichte Streckfehlstellung (act. G
1.3, Suva-act. 15-5). Die MRI-Untersuchung der HWS vom 2. März 2015 durch Dr.
H._ bestätigte das Röntgenergebnis. Auch hier kam die zervikale Streckfehlstellung
zur Darstellung. Ansonsten zeigte sich ein altersentsprechend normales
vertebrospinales zervikales Kernspintomogramm, insbesondere ohne Nachweis
posttraumatischer Veränderungen mit normalem Alignement der Halswirbelkörper,
normal weitem Spinalkanal und normaler Darstellung des zervikalen Myelons sowie
auch normalem occipito-zervikalem Übergang (Suva-act. 37). Durch die bildgebenden
radiologischen Untersuchungen konnten damit organisch-strukturelle Unfallfolgen
ausgeschlossen werden (zur Streckfehlstellung vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17.
Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, und 7. Februar 2008, U 13/07,
E. 3.2 und 3.3). Auch neurologisch liess sich keine ursächliche strukturelle Läsion
feststellen. So ergaben die klinische neurologische Untersuchung des
Beschwerdeführers am Unfalltag im Spital C._ durch D._ (Suva-act. 15-4) sowie
die neurologische Untersuchung durch Dr. G._ vom 24. Februar 2015, insbesondere
die von ihm durchgeführte Elektroenzephalografie (EEG), gänzlich unauffällige bzw.
normale Befunde (Suva-act. 36).
4.1.3 Beim Beschwerdeführer zeigten sich zwar im Rahmen der klinischen
Untersuchung im Spital C._ durch D._ sowie in der Rehaklinik Bellikon im Bereich
der HWS Druckschmerzen und Bewegungseinschränkungen (Suva-act. 15-4, act. G
1.3, Suva-act. 42-5). Desgleichen stellte der behandelnde Physiotherapeut K._ laut
Physiotherapiebericht vom 23. Juni 2015 (Suva-act. 51) eine
Beweglichkeitseinschränkung in der Rotation der HWS beidseits fest, bestätigte
anhand der entsprechenden Triggerpunkte starke seitliche Kopfschmerzen und nannte
als zusätzliche funktionale Einschränkung Verspannungen im cerviko-thorakalen
Übergang. Entsprechende Hinweise enthält auch der Physio-Behandlungsbericht von
F._, der von starken Kopfschmerzen durch die hypertonischen Muskeln sowie von
immer wieder entstehenden Verspannungen und Blockaden spricht (Suva-act. 67). Eine
manuelle bzw. klinische ärztliche oder physiotherapeutische Untersuchung fördert
indessen keine reproduzierbaren und von der Person des Untersuchenden und den
Angaben des Patienten unabhängigen organisch-strukturellen Ergebnisse zu Tage (vgl.
dazu Erwägung 4.1.1). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
beispielsweise ein Thoracic-outlet-Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw.
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myotendinotische Befunde für sich nicht als organisch-strukturell hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der
Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
können allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden
qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS
mit Retrohaltung (Urteile des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E.
6 mit vielen Hinweisen, und 7. Februar 2008, U13/07, E. 3.2 und 3.3).
4.1.4 Auch die von F._ in seinem Physio-Behandlungsbericht (Suva-act. 67)
genannte Irritation bzw. Verletzung der Dura mater, welche das Schleudertrauma beim
Beschwerdeführer verursacht haben und immer wieder für einen Hypertonus der
Muskulatur sorgen soll, ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit objektiviert. Der von F._ für die Symptomatik verantwortlich
gemachte Gesundheitsschaden wird lediglich als "Verdacht" geäussert und kann damit
höchstens als mögliche Unfallursache gesehen werden. Zervikal liess sich jedenfalls
radiologisch keine Auffälligkeit erheben, welche auf eine Irritation der Dura mater
hinweisen könnte (vgl. Ergebnis der MRI-Untersuchung durch Dr. H._ vom 2. März
2015, Suva-act. 37).
4.1.5 Mit den Darlegungen in den Erwägungen 4.1.2 ff. übereinstimmend stellte Dr.
G._ beim Beschwerdeführer am 24. Februar 2015 die Diagnose "chronifizierende
HWS- und Kopfschmerzen nach Beschleunigungstrauma der HWS am 30. August
2014" (Suva-act. 36). Der Zusatz "chronisch" untermauert die Unklarheit der Ätiologie
von Beschwerden. Im Verlauf einer Chronifizierung wird das Verhältnis zwischen
organischem Gesundheitsschaden und erlebter Behinderung immer ungewisser.
Andere Faktoren, wie zum Beispiel das Individuum selber mit seiner Psyche, die
Arbeitsumstände bzw. eine körperlich belastende Tätigkeit, das soziale Umfeld, das
medizinische und legale System sowie ökonomische Umstände spielen eine
massgebende Rolle (vgl. BÄR/KIENER, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45 ff.). Gerade das
Ursachenspektrum von Kopf- und Nackenschmerzen sowie von Muskelverspannungen
ist vielfältig und muss in keiner Weise in einem Unfall liegen. Die genannten
Beschwerden vermögen sich zudem wechselseitig zu beeinflussen bzw. gegenseitig zu
unterhalten, weshalb sie erfahrungsgemäss auch häufig zusammen beschrieben
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werden (vgl. z.B. Kopfschmerz: PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1141 f.; ROCHE LEXIKON,
a.a.O., S. 1040; Nackenschmerzen bzw. -steifigkeit: PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1438;
ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1286; Myogelose: PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1428;
ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S.
799 f.). So beschrieb offenbar auch der Beschwerdeführer gegenüber F._ solche vom
Nacken her aufsteigenden Kopfschmerzen (Suva-act. 67).
4.1.6 Im Sinne der Darlegungen in den Erwägungen 4.1.3 und 4.1.5 hält med. pract.
L._ in ihrer Beurteilung vom 29. Juli 2015 (Suva-act. 53) stichhaltig und schlüssig
fest, dass die Frage, ob muskuläre Verspannungen der Schulter-Nackenmuskulatur ein
Verletzungszeichen seien, ohne jede Einschränkung zu verneinen sei. Derartige
Verspannungen seien weder verletzungstypisch noch gar verletzungsspezifisch. Sie
seien ausserordentlich weit verbreitet, z.B. Folge unzureichender
Ausgleichsbewegungen bei Schreibtischtätigen oder Folge psychischer Probleme. Ein
Verletzungszeichen könnten sie nur sein, wenn ihnen eine verletzte Struktur zu Grunde
liegen würde. Die weiterhin geltend gemachten Beschwerden und muskulären
Verspannungen könnten nach der Latenzzeit zum Unfall aber nicht mehr als
unfallbedingt betrachtet werden, sondern seien als konstitutionell bedingt zu sehen.
Der Einwand der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, bei diesem sei keine der
von med. pract. L._ angeführten konstitutionellen Prädispositionen gegeben, mag
zwar zuzutreffen. Die Aufzählung von med. pract. L._ ist jedoch auch nicht auf den
konkreten Fall bezogen, sondern nur allgemein gemeint. Im Rahmen der
anspruchsaufhebenden Tatfrage des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ist zu beachten, dass nicht etwa
der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden muss. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, Geburtsgebrechen oder
degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 E. 3b). Ebensowenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis
zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte
Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003, U
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258/02, und 31. August 2001, U 285/00). Dass vor dem Unfall keine entsprechenden
Beschwerden geklagt worden sind, bildet für sich allein nach konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ebenfalls keinen Beweis für eine Unfallkausalität.
Der zeitliche Aspekt besitzt keine wissenschaftlich genügende Erklärungskraft.
Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der
blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche
Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat
(UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4
ATSG; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern
1989, S. 460 N 1205 [= Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"];
SVR 2009 UV Nr. 13 S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen [8C_590/2007]; BGE 119 V
340 E. 2b/bb).
4.1.7 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anlässlich des Unfalls vom 30.
August 2014 keine klar ausgewiesene neue, bleibende, allenfalls schlecht verheilte
strukturelle Läsion im Bereich der HWS erlitten hat, welche die überwiegend
wahrscheinliche Annahme von Langzeitbeschwerden zulassen würde. Die Aussage von
Dr. E._ in seiner Stellungnahme vom 2. Oktober 2015 - der Beschwerdeführer habe
noch immer Nacken- und Kopfschmerzen, die sich nach der einmal wöchentlich
durchgeführten Physiotherapie deutlich bessern würden, weshalb der Fall noch nicht
abgeschlossen werden dürfe (Suva-act. 63) - ist für die Frage, ob über das
Leistungseinstellungsdatum hinaus natürlich-kausale Folgen des Autounfalls vom 30.
August 2014 bestehen, nicht relevant. Die Kausalitätsprüfung ist unabhängig der
Möglichkeit der generellen Besserung des Gesundheitszustandes vorzunehmen und
damit jederzeit möglich (anders die Rentenprüfung bei Vorliegen von kausalen
Unfallfolgen, welche erst vorzunehmen ist, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten
Person mehr zu erwarten ist [vgl. dazu Art. 19 UVG und auch Erwägung 5; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 143 ff.; BGE 134 V 114 E. 4.1]). Die Aussage von Dr. E._
gibt blosse Umstände wieder, die an sich zwar nicht in Abrede gestellt werden, jedoch
den Anforderungen an eine überzeugende und umfassende Kausalitätsbeurteilung
anhand medizinischer Befunde in keiner Weise genügen. Eine weitere polydisziplinäre
Abklärung erübrigt sich, zumal nicht anzunehmen ist, dass dadurch neue Erkenntnisse
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des vorliegend relevanten Sachverhalts gewonnen werden könnten (antizipierte
Beweiswürdigung, vgl. BGE 131 I 153 E. 3; 124 V 90 E. 4b; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3 S.
212f.).
4.2
4.2.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt,
dass bei Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen wie
Distorsionen und Schädelhirntraumen auch ohne nachweisbare pathologische bzw.
organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster
Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine
äquivalente Verletzung typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden
Untersuchungsmethoden (Röntgen, MRT, CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt (wie
in Erwägung 4.1.1) allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen
(BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Distorsionen der HWS sind Folgen von
Beschleunigungskräften, die im Sinn einer Überdehnung und Überbiegung auf die
HWS einwirken und mit einem Kopfanprall verbunden sein können. Ein eigentliches
Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn durch die plötzliche Beschleunigung des
getroffenen Fahrzeugs der Kopf eines Insassen - ohne Kopfanprall - zuerst nach hinten
knickt und anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Ist der
Beschleunigungsmechanismus mit einem Kopfanprall verbunden, sollte nicht von
einem Schleudertrauma, sondern von einer HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl.
dazu THOMAS LOCHER, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die
Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: MURER/NIEDERER/RADANOV/RUMO-
JUNGO/STURZEN-EGGER/WALZ [Hrsg.], Das sogenannte "Schleudertrauma" -
medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der
Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem
Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für diese
Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse
Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression,
Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel
anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 382 E. 4b). Dieses
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Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Es genügt, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion
oder an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009,
8C_413/2008, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen, und 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3;
RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die andern im Rahmen des Schleudertraumas oder
der HWS-Distorsion typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch
immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines
natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.
4.2.2 D._ diagnostizierte beim Beschwerdeführer anlässlich der Erstbehandlung
vom 30. August 2014 eine HWS-Distorsion II° (act. G 1.3, Suva-act. 15-5). Vom
angegebenen Kopfanprall abgesehen (Suva-act. 15), könnte jedoch angesichts des
Unfallmechanismus - der Beschwerdeführer sass als Beifahrer im Auto seiner
Schwester, als es zu einer Auffahrkollision kam (siehe lit. A.a; Suva-act. 1, 11) - auch
von einem eigentlichen Schleudertrauma gesprochen werden. Ein Schleudertrauma
führten denn auch Dr. E._ in seinen Physiotherapie-Verordnungen (Suva-act. 7, 21,
29, 40) und Dr. G._ in seinem Bericht vom 25. Februar 2015 (Suva-act. 36) an. Weder
innerhalb der Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden noch im weiteren Verlauf
wurden jedoch beim Beschwerdeführer neben den Nacken- und Kopfschmerzen
weitere schleudertraumatypische Beschwerden erhoben oder von ihm geltend
gemacht (vgl. insbesondere Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach cranio-
cervicalem Beschleunigungstrauma, Suva-act. 15-4). Von einem Leidensprofil mit einer
Vielzahl typischer Symptome für ein Schleudertrauma kann damit nicht gesprochen
werden. In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 3) ist demzufolge
festzuhalten, dass es deshalb auch nicht möglich ist, die körperlichen Beschwerden
des Beschwerdeführers der von ihm am 30. August 2014 erlittenen Verletzung der
HWS zuzurechnen und damit von natürlich kausalen Langzeitfolgen eines
Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auszugehen.
4.2.3 Eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V 109 begründeten
Rechtsprechung bzw. der sogenannten "Schleudertrauma-Praxis" (vgl. Erwägung 3.4)
fällt demzufolge ausser Betracht. Ebenso unpassend stellt sich eine Adäquanzprüfung
nach Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den
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psychogenen Unfallfolgen bzw. der sogenannten "Psycho-Praxis" (vgl. Erwägung 3.4)
dar, nachdem den vorliegenden Akten keinerlei Hinweise auf eine psychische
Problematik beim Beschwerdeführer zu entnehmen sind (vgl. Suva-act. 36-2, 42-2).
Selbst wenn jedoch eine Adäquanzprüfung nach der für den Beschwerdeführer
günstigeren "Schleudertrauma-Praxis" durchgeführt würde, wäre die Adäquanz zu
verneinen, wie die diesbezüglichen Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid zeigen (Suva-act. 71). Diesen ist beizupflichten und nichts
beizufügen.
4.3
4.3.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sämtliche Kausalitätsprüfungen
(radiologisch objektivierbare strukturelle HWS-Verletzung, Langzeitbeschwerden
infolge eines Schleudertraumas bzw. einer schleudertraumaähnlichen Verletzung) den
Schluss zulassen, dass die Genese der vom Beschwerdeführer über das Datum vom
21. September 2015 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Unfall vom 30. August 2014 zu sehen ist.
4.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht bis zum 21. September
2015 und damit während rund eines Jahres anerkannt. Von Seiten der medizinischen
Forschung (GERHARD JENZER, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch
Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zu leichtem Schädel-
Hirn-Trauma, in: SZS 1996 S. 462 ff.) wird festgehalten, der typische posttraumatische
Verlauf nach einem leichten Schädel-Hirn-Trauma bzw. einer Verletzung der HWS
entspreche einer Erholung innert sechs bis zwölf Wochen (JENZER, a.a.O., S. 467).
Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach Beschleunigungsverletzung
würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer traumatischen Schädigung nach einer
Interpretation ausserhalb einer organischen Schädigung rufen (JENZER, a.a.O., S. 469
mit Hinweis und S. 463; vgl. auch B. P. RADANOV, Über Stellenwert der
neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S.
471 ff., 472 f. und 475). Insgesamt ist mithin nichts gegen eine Leistungseinstellung
(Heilbehandlungsleistungen) per 21. September 2014 sowie die Verneinung eines
Anspruchs auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder eine
Integritätsentschädigung einzuwenden. Mangels Unfallkausalität der über den 21.
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September 2015 hinaus geklagten Beschwerden kann von einer Prüfung der weiteren
leistungsspezifischen Voraussetzungen (vgl. Erwägung 3) abgesehen werden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 6. Januar
2016 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss
hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.