Decision ID: 03e22cfb-0595-547b-b530-ef4041eb712e
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Vorinstanz liess im Jahr 2016 für die Kantonsstrasse Nr. 235.1 in den
Gemeinden Orpund, Safnern und Meinisberg das Sanierungsprojekt (SP) Nr. 159.1
erstellen. Gemäss Prognose werden im Jahr 2030 (Sanierungshorizont) im
Sanierungsperimeter des SP bei 133 von insgesamt 394 untersuchten Gebäuden die
massgebenden Belastungsgrenzwerte nicht eingehalten sein. Zu den Gebäuden mit einer
Grenzwertüberschreitung gehört auch die Liegenschaft des Beschwerdeführers
B._ in der Gemeinde Orpund (Parzelle Nr. C._).
2. Die Vorinstanz stellte beim Kanton für die Liegenschaft des Beschwerdeführers
sowie für mehrere weitere Gebäude mit einer Grenzwertüberschreitung
Erleichterungsanträge. Die Fachstelle Lärmschutz des Kantons Bern stimmte diesen im
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Prüfbericht vom 18. Juli 2016 zu. Sie führte aus, die Anträge seien nachvollziehbar
begründet. Die Fachstelle hielt zudem fest, die untersuchte Strecke befinde sich im
zukünftigen Einzugsgebiet des Vollanschlusses Orpund, einem Bestandteil der neuen N5
Umfahrung Biel (Ostast). Werde eine wahrnehmbare Lärmzunahme oder eine
Überschreitung der Immissionsgrenzwerte Folge dieser Nationalstrasse sein, sei das
Bundesamt für Strassen (ASTRA) als Eigentümer dieser neuen Anlage verpflichtet,
Lärmschutzmassnahmen zu ergreifen.
3. In der Folge erliess die Vorinstanz am 21. August 2018 eine Verfügung, in der sie
den Kanton Bern von der Pflicht befreite, Lärmsanierungsmassnahmen zum Schutz der
Liegenschaft des Beschwerdeführers vorzunehmen. Zur Begründung führte sie
zusammengefasst aus, es seien sämtliche Massnahmen an der Quelle und auf dem
Ausbreitungsweg geprüft worden. Die Voraussetzungen für Erleichterungen hätten sich
dabei als erfüllt erwiesen. Der Grenzwert für Schallschutzfenster werde ebenfalls nicht
erreicht.
4. Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. September 2018
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Er
verlangt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung macht
er geltend, die Schallmessungen seien am Fenster an der Südfassade des Erdgeschosses
seiner Liegenschaft vorgenommen worden. Eigene Messungen an einem Fenster im
1. Obergeschoss seiner Liegenschaft hätten indes bedeutend höhere Werte ergeben. Der
Grenzwert für Schallschutzfenster werde erreicht.
5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Neben dem SP Nr. 159.1 zog es auch
den darin erwähnten Umweltverträglichkeitsbericht 3. Stufe vom Oktober 2014 bei. In der
Vernehmlassung vom 26. September 2018 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Mit Verfügung vom 12.
Oktober 2018 forderte das Rechtsamt die Vorinstanz auf, genauere Angaben zum
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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gewählten Beurteilungspunkt bei der Liegenschaft des Beschwerdeführers zu machen. Das
Rechtsamt ersuchte die Vorinstanz zudem, allfällig berechnete Werte für weitere Fenster
der Liegenschaft des Beschwerdeführers beizulegen. Die Vorinstanz reichte daraufhin am
25. Oktober 2018 eine entsprechende Stellungnahme ein. Anschliessend gab das
Rechtsamt den Beteiligten mit Verfügung vom 11. Dezember 2018 Gelegenheit zu
Schlussbemerkungen. Die Beteiligten reichten keine Schlussbemerkungen ein.
6. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Eintretensvoraussetzungen
a) Gemäss Art. 19 Abs. 1 KLSV2 können Verfügungen kantonaler Behörden betreffend
den Vollzug des öffentlich-rechtlichen Lärmschutzes nach den Vorschriften des VRPG3
angefochten werden. Nach Art. 60 Abs. 1 Bst. a VRPG unterliegen Verfügungen
grundsätzlich der Verwaltungsbeschwerde. Die BVE ist zur Beurteilung der Verfügung des
Tiefbauamts zuständig (Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1
Bst. f OrV BVE).
b) Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat und Eigentümer der betroffenen
Liegenschaft B._ in Orpund durch die angefochtene Verfügung beschwert. Er hat
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Auf die frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde wird eingetreten.
2. Lärmermittlung
a) Der Beschwerdeführer bringt vor, in der angefochtenen Verfügung werde das Fenster
2 Kantonale Lärmschutzverordnung vom 14. Oktober 2009 (KLSV; BSG 824.761) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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im Erdgeschoss an der Südfassade seiner Liegenschaft als Beurteilungspunkt genannt.
Der Lärm sei aber am exponiertesten Fenster zu ermitteln. Er habe an einem Fenster im
1. Obergeschoss seiner Liegenschaft eigene Schallmessungen mit einem offiziell
anerkannten Schallmessgerät vorgenommen. Hierfür würden zwar keine schriftlich
erfassten Daten vorliegen, allerdings habe er dabei bedeutend höhere Werte erhalten.
b) Mit der Ausarbeitung von Lärmsanierungsprojekten soll der Umfang und das
Erfordernis von Sanierungen von Strassenabschnitten, die zur Überschreitung der
gesetzlich relevanten Belastungsgrenzen beitragen, untersucht werden.4 Der Schall, der
von einer Anlage ausgeht oder auf einen Ort einwirkt, kann durch Messungen oder
Berechnungen ermittelt werden (Art. 38 Abs. 1 LSV5). Die beiden Methoden gelten
grundsätzlich als gleichwertig. Zur Beurteilung bestehender Lärmbelastungen wird sehr oft
eine Kombination von Mess- und Berechnungsverfahren angewandt. Es ist möglich, die
voraussichtliche Belastung durch typische Lärmquellen relativ genau zu berechnen. Dabei
werden insbesondere das durchschnittliche Verkehrsaufkommen, der Anteil an
Schwerverkehr, eine allfällige Steigung der Fahrbahn und die gefahrene Geschwindigkeit
berücksichtigt. Zudem werden Umstände beachtet, welche die Schallausbreitung
beeinflussen, wie der Abstand des Empfangspunktes von der Lärmquelle und die
vorhandene Überbauung (Abschirmungen, Reflexionen).6 Belagskorrekturen können
ebenfalls berücksichtigt werden.7 Mit den heutigen Lärmberechnungsmodellen können
sowohl Einzellärmsituationen als auch ganze Lärmbelastungskataster berechnet werden.
Üblicherweise werden die Lärmimmissionen jeweils für jede Liegenschaft anhand eines
bestimmten Modells berechnet. Anschliessend werden bei einzelnen Liegenschaften
Lärmmessungen durchgeführt und auf die jahresdurchschnittlichen Verkehrsverhältnisse
kalibriert. Stimmen die Messresultate gut mit den Modellberechnungen überein, sind keine
weiteren Lärmmessungen notwendig und es darf davon ausgegangen werden, dass die
Modellrechnungen korrekt sind.
4 Vgl. Bundesamt für Umwelt BAFU und Bundesamt für Strassen ASTRA (Hrsg.), Leitfaden Strassenlärm. Vollzugshilfe für die Sanierung, Umwelt-Vollzug Nr. 0637, Stand: Dezember 2006, Bern (nachfolgend: Leitfaden Strassenlärm), S. 8, S. 16 f. 5 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) 6 Vgl. Robert Wolf, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Stand: Mai 2000, Vorbemerkungen zu Art. 19-25 N. 11 f. 7 Leitfaden Strassenlärm S. 26 f., S. 33 f.
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c) Im Rahmen des SP Nr. 159.1 wurden die Lärmbelastungen entsprechend dem
beschriebenen Vorgehen für sämtliche Liegenschaften berechnet. Die Berechnungen
wurden mit der Lärmberechnungssoftware Cadna(A), Modell STL-86+, durchgeführt, die
vom BAFU für die Berechnung des Strassenlärms empfohlen wird.8 Bei insgesamt sieben
Liegenschaften, wovon sich drei in der Gemeinde Orpund befinden, wurden die
Berechnungsergebnisse mit Messungen stichprobeweise überprüft.9 Die berechneten
Werte stimmen gut mit den messtechnisch ermittelten Lärmbelastungen überein.10 Bei der
Liegenschaft des Beschwerdeführers wurde die Lärmbelastung im Sanierungshorizont
ausschliesslich mittels Berechnungen ermittelt. Dies entspricht den gesetzlichen
Bestimmungen und ist nicht zu beanstanden. Für die jeweiligen Stockwerke der
Liegenschaft des Beschwerdeführers wurden gemäss Angaben der Vorinstanz folgende
Immissionspegel für das Jahr 2030 ermittelt:11
Fenster Südfassade Erdgeschoss: 66 db(A) am Tag und 55 db(A) in der Nacht
Fenster Südfassade 1. Obergeschoss: 67 db(A) am Tag und von 56 db(A) in der Nacht
Fenster Südfassade 2. Obergeschoss: 65 db(A) am Tag und von 54 db(A) in der Nacht
d) Als Beurteilungspunkt ist grundsätzlich der lärmexponierteste Raum des
untersuchten Gebäudes zu wählen. Messort ist die Mitte des offenen Fensters. Die
Südfassade der Liegenschaft des Beschwerdeführers ist der B._ zugewandt,
womit auf dieser Seite des Gebäudes die Lärmbelastung generell am höchsten ist. Der
lärmexponierteste Beurteilungspunkt ist somit gemäss den ermittelten Werten das Fenster
im 1. Obergeschoss an der Südfassade. Sowohl in der Verfügung vom 21. August 2018 als
auch im SP12 wurde für die Liegenschaft des Beschwerdeführers für das Jahr 2030 von
einem Lärmpegel von 67 db(A) am Tag und von 56 db(A) in der Nacht ausgegangen.
Diese Werte entsprechen dem Fenster an der Südfassade im 1. Obergeschoss und damit
dem lärmexponiertesten Fenster. Dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die
ausgewiesenen Werte dem Fenster an der Südfassade im Erdgeschoss zugeschrieben
hat, ist demnach ein redaktionelles Versehen. Dies bestätigte die Vorinstanz in ihrer
Stellungnahme vom 25. Oktober 2018. Die fehlerhafte Bezeichnung hatte somit keine
8 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, S. 17; Leitfaden Strassenlärm, S. 26 9 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, Anhang 3.1 10 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, S. 17 11 Stellungnahme des TBA OIK III vom 25. Oktober 2018 12 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, Anhang 4.1
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Auswirkungen auf die Beurteilung der Lärmsanierungsmassnahmen, da der
Beurteilungspunkt inhaltlich richtig gewählt worden ist.
e) Zwar ist durchaus denkbar, dass der Beschwerdeführer bei eigenen Messungen
höhere Resultate erhalten hat. Wie ausgeführt, müssen Messwerte aber mit den
jahresdurchschnittlichen Verkehrsverhältnissen kalibriert werden, um die tatsächliche
Lärmbelastung abbilden zu können. Andernfalls würden zufällig gemessene Ereignisse wie
zum Beispiel ein vorbeifahrender Lastwagen oder eine Verkehrsspitze keine verlässlichen
Ergebnisse zulassen. Auf diesen Umstand wies auch die Vorinstanz in der Stellungnahme
vom 25. Oktober 2018 hin und führte zutreffend aus, dass solche Momentaufnahmen auf
den jahresdurchschnittlichen Verkehr normalisiert werden müssen und erst die so
gemittelten Lärmpegel den gesetzlichen Grenzwerten gegenübergestellt werden können.
Die Vor-instanz weist zu Recht darauf hin, dass während der Messung daher gleichzeitig
auch der Verkehr gezählt werden muss. Es ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer
die eigenen Messwerte verkehrstechnisch gemittelt und den technischen Anforderungen
entsprechend bearbeitet hätte. Demgegenüber erhellt aus dem bisher Gesagten, dass die
Vorinstanz bei der Ermittlung der Lärmimmissionen korrekt vorgegangen ist. Die BVE hat
keine Veranlassung, an den von der Vorinstanz errechneten Lärmpegelwerten zu zweifeln.
Eine messtechnische Überprüfung bei der Liegenschaft des Beschwerdeführers ist daher
nicht notwendig. Der Beweisantrag des Beschwerdeführers wird abgewiesen.
3. Schallschutzfenster
a) Anlagen, die den Vorschriften des USG oder den Umweltvorschriften anderer
Bundesgesetze nicht genügen, müssen saniert werden (Art. 16 USG13, Art. 13 Abs. 1 LSV).
Sie sind grundsätzlich so weit zu sanieren, als dies technisch und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar ist und dass die IGW nicht überschritten werden (Art. 13 Abs. 2 LSV).
Wäre eine Sanierung im Einzelfall unverhältnismässig, gewähren die Behörden
Erleichterungen (Art. 17 Abs. 1 USG, Art. 14 Abs. 1 LSV).14 Können bei öffentlichen oder
konzessionierten ortsfesten Anlagen wegen Erleichterungen die Alarmwerte nicht
eingehalten werden, so verpflichtet die Vollzugsbehörde die Eigentümerinnen und
13 Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01) 14 Vgl. zum Ganzen Schrade/Wiestner, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Stand: März 2001, Art. 17 N. 27 f.; BDE vom 8. August 2012, RA-Nr. 140/2012/17, E. 4.b
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Eigentümer der lärmbelasteten Gebäude, die Fenster lärmempfindlicher Räume gegen
Schall zu dämmen oder andere bauliche Schallschutzmassnahmen zu treffen (Art. 20 Abs.
1 USG und Art. 15 Abs. 1 LSV). Die Kosten für die notwendigen Schallschutzmassnahmen
trägt grundsätzlich die Inhaberin bzw. der Inhaber der lärmigen ortsfesten Anlage (Art. 20
Abs. 2 USG und Art. 16 Abs. 2 LSV). Nach der bundesrechtlichen Regelung besteht ein
Anspruch auf Schallschutzfenster somit erst beim Erreichen bzw. Überschreiten der
Alarmwerte.15 Den Kantonen ist es jedoch erlaubt, den Einbau von Schallschutzfenstern
bereits bei Lärmwerten zwischen dem Immissionsgrenzwert und dem Alarmwert
anzuordnen bzw. zu subventionieren.16 Im Kanton Bern werden Schallschutzfenster in
Wohngebieten gestützt auf die BUWAL-Mitteilung Nr. 2 und den Regierungsratsbeschluss
Nr. 1207 vom 27. Mai 1998 bereits ab 68 dB(A) tags bzw. 58 dB(A) nachts eingebaut. Die
Massnahme dient der Vorsorge mit Blick auf den weiter zunehmenden Strassenverkehr.17
Ein Anspruch auf Schallschutzmassnahmen besteht jedoch nur bei solchen Gebäuden, für
die die Baubewilligung vor dem 1. Januar 1985 erteilt worden ist, d.h. vor der
Inkraftsetzung des Umweltschutzgesetzes.18
b) Die Liegenschaft des Beschwerdeführers liegt in der Zone mit Empfindlichkeitsstufe
(ES) III. Hier gilt gemäss Anhang 3 LSV ein IGW von 65 dB(A) tags bzw. 55 dB(A) nachts.
Im SP Nr. 159.1 wurde bei der Liegenschaft des Beschwerdeführers für den
Sanierungshorizont im Jahr 2030 eine Lärmbelastung von 67 db(A) am Tag und 56 db(A)
in der Nacht berechnet. Wie obenstehend ausgeführt, erfolgte die Ermittlung der
Lärmpegelwerte korrekt und es kann auf die Werte abgestellt werden. Der IGW bei der
Liegenschaft des Beschwerdeführers wird somit am Tag um 2 db(A) und in der Nacht um
1 db(A) überschritten sein. Die Vorinstanz prüfte daher das Ergreifen von
Lärmschutzmassnahmen sowohl an der Quelle als auch auf dem Ausbreitungsweg und
gelangte zum Schluss, dass die Voraussetzungen für Erleichterungen erfüllt sind. Dies
wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Er macht allerdings geltend, die Grenzwerte
für Schallschutzfenster seien erreicht. Wie dargelegt, betragen die Fenstergrenzwerte
68 dB(A) am Tag und 58 dB(A) in der Nacht. Der Lärmpegel bei der Liegenschaft des
Beschwerdeführers liegt tags 1 dB(A) und nachts 2 dB(A) unter diesen Werten. Aufgrund
15 Vgl. auch Zäch/Wolf, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Stand: März 2001, Stand: Mai 2000, Art. 20 N. 29; Schrade/Wiestner a.a.O., Art. 16 N. 58 16 BVR 2005 S. 365 E. 4.6; Leitfaden Strassenlärm, S. 24 17 Vgl. Richtplan des Kantons Bern, Massnahmeblatt B_08 18 Vgl. auch Sanierungsprojekt Nr. 159.1 S. 15
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des aktuellen Wissensstands ist folglich davon auszugehen, dass im Jahr 2030 die
bernischen Fenstergrenzwerte nicht erreicht sein werden. Die Voraussetzungen für
Schallschutzmassnahmen am betroffenen Gebäude auf Kosten des Strasseneigentümers
sind damit nicht erfüllt. Sollten in Zukunft die Immissionen die massgeblichen Werte
dennoch überschreiten, wird die Angelegenheit neu beurteilt und gegebenenfalls im
Rahmen einer Nachsanierung Schallschutzmassnahmen auf Kosten des Anlageinhabers
durchgeführt werden müssen.19 Für die Liegenschaft des Beschwerdeführers wurde
allerdings nach dem 1. Januar 1985 und damit nach dem Inkrafttreten des USG eine
Baubewilligung ausgestellt. Die Bewilligung betrifft jedoch offenbar nur einen Teil des
Gebäudes.20 Weil sich ihr Inhalt den Akten nicht entnehmen lässt, kann nicht
abschliessend beurteilt werden, ob diese Bewilligung allfälligen Schallschutzfenstern
ohnehin entgegenstehen würde. Angesichts der aktuellen Prognosewerte, wonach die
Fenstergrenzwerte nicht erreicht werden, kann diese Frage im vorliegenden
Beschwerdeverfahren indes offen bleiben.
4. Kosten
a) Die Grundsätze der Kostenverlegung sind in Art. 108 VRPG geregelt. Demnach
werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (sog. Unterliegerprinzip;
Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer
Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Diese wird vorliegend festgesetzt auf Fr. 500.–.
b) Die Beschwerde des Beschwerdeführers erweist sich als unbegründet und ist
abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat
damit grundsätzlich die Kosten zu tragen. Der Vorinstanz ist in der angefochtenen
Verfügung zwar ein redaktionelles Versehen unterlaufen (vgl. E. 2). Dieses hatte indes
keinen Einfluss auf die inhaltliche Lärmbeurteilung. Der Beschwerdeführer hat sich zudem
nach Kenntnisnahme des Versehens nicht zu den Erläuterungen der Vorinstanz geäussert
und so zum Ausdruck gebracht, dass er weiterhin an seinen ursprünglichen Ausführungen
festhält. Es besteht somit keine Veranlassung, bei der Kostenverteilung vom
19 Wolf, a.a.O., Art. 25 N. 49 und 50 20 Sanierungsprojekt Nr. 159.1 Ziff. 2.6 und Anhang 8.1 / Situationsplan Nr. 3
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Unterliegerprinzip abzuweichen. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden daher dem
Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt.
c) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).