Decision ID: 8cd817ff-f8aa-42e2-a54c-c1fcafa8b11e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ arbeitete als Baumaler für die B._ AG und war dadurch bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er
am 10. Oktober 2014 auf einem Gerüst den Kopf an einem Metallteil anschlug. Dabei
erlitt er eine Schnittwunde (Unfallmeldung vom 20. Oktober 2014, act. G 5.2.1). Durch
den Aufprall an der Stirn habe er einen Schlag in die Wirbelsäule erlitten (act. G 5.2.7).
Die Suva erbrachte in der Folge Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (act. G 5.2.6).
Eine am 23. Oktober 2014 durchgeführte MRT der Halswirbelsäule ergab als Befund:
"Kleinvolumige mediolateral links gelegene Diskushernie C3/L4 mit begleitender
Spondylose; eine winzige mediane Diskusprotrusion C4/5; eine breitbasige etwas
rechtsbetonte Diskushernie C5/6 sowie eine breitbasige Diskusprotrusion C6/7; jeweils
keine höhergradige Einengung des Spinalkanals oder der Neuroforamina; ein normales
zervikales Myelon; kein Frakturnachweis (act. G 5.2.15). Am 12. Januar 2015 berichtete
Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, aus
rheumatologischer Sicht habe er keine Hinweise auf eine Ursache der vom
Versicherten geklagten "eigenartigen elektrisierenden Sensibilitätsstörungen vom
Nacken in beide Arme und über den Thorax lateral und die ganzen Beine lateral bis zu
den Füssen" gefunden. Allenfalls seien funktionelle Störungen möglich, wobei er den
Versicherten bisher nie so kennengelernt habe (act. G 5.2.16; zur vorangegangenen
A.a.
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konsiliarischen Beurteilung von Dr. med. D._, Fachärztin für Neurologie FMH, vom
18. Dezember 2014, worin ebenfalls keine Erklärung für die geklagten Leiden des
Versicherten gefunden werden konnte, siehe act. G 5.2.25-2 ff.). Der Kreisarzt Dr. med.
E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, vertrat nach der Untersuchung vom 23. Februar 2015 die
Ansicht, die vom Versicherten beklagten sensiblen Missempfindungen an den oberen
und unteren Extremitäten hätten ätiologisch nicht zugeordnet werden können. Bei
fehlenden Unfallfolgen sei spätestens nach Ausheilung der Kontusionsfolgen (vier
Wochen nach dem Unfallereignis) eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit des Versicherten
zu postulieren (kreisärztlicher Untersuchungsbericht vom 24. Februar 2015, act.
G 5.2.32). Mit Verfügung vom 25. Februar 2015 stellte die Suva die bisherigen
Leistungen (Heilbehandlung und Taggelder) per 9. November 2014 ein. Einen Anspruch
auf weitere Versicherungsleistungen verneinte sie (act. G 5.2.34). Die Verfügung blieb
unangefochten.
Am 31. August 2015 erlitt der Versicherte einen Auffahrunfall (siehe Unfallmeldung
der B._ AG vom 1. September 2015, act. G 5.3.1; zum Unfallhergang vgl. den
Rapport der Stadtpolizei J._ vom 9. September 2015, act. G 5.3.27-2 ff., sowie die
biomechanische Kurzbeurteilung der AGU Zürich vom 4. November 2015, act.
G 5.3.37). Die gleichentags behandelnden medizinischen Fachpersonen der Zentralen
Notfallaufnahme des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) stellten die Diagnose eines
kraniozervikalen Beschleunigungstraumas (Arztzeugnis vom 15. September 2015, act.
G 5.3.11). Die Suva erbrachte wiederum Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen für
die Unfallfolgen (vgl. act. G 5.3.2). Am 4. Oktober 2015 berichtete Dr. med. F._,
Facharzt u.a. für Allgemeinmedizin, der Versicherte leide an Schmerzen im Nacken und
im ganzen Rücken, über der Brust im Verlauf des Sicherheitsgurts und im
Kieferbereich, an einer Nausea sowie an Dysästhesien in beiden Unterarmen. Der
Versicherte sei seit 31. August 2015 zu 100% arbeitsunfähig (act. G 5.3.35-6). In der
biomechanischen Kurzbeurteilung vom 4. November 2015 gelangten die
Abklärungspersonen der AGU Zürich zur Auffassung, dass die anschliessend an das
Ereignis vom 31. August 2015 beim Versicherten festgestellten von der HWS
ausgehenden Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall
A.b.
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eher nicht erklärbar seien. Unter Berücksichtigung der Krankengeschichte wäre ein
kurzzeitiges Aufflammen von früheren Beschwerden jedoch vorstellbar (act. G 5.3.37).
Die medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon stellten anlässlich des
ambulanten Assessments vom 18. November 2015 insgesamt eine erhebliche
Symptomausweitung fest. Unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen
Therapieempfehlungen, im Hinblick auf den bisherigen Verlauf und die aktuellen
Resultate spräche nichts gegen eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit (act.
G 5.3.52). Dr. F._ ersuchte die Suva am 6. Januar 2016, möglichst rasch einen
Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon zu veranlassen. Die jetzige familiäre Situation
erlaube keine erfolgreiche Behandlung. Es sei nur von Vorteil, wenn der Versicherte aus
dem Familienkreis herausgenommen werden könne (act. G 5.3.58-2). Der Kreisarzt
Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, befürwortete eine stationäre Rehabilitation "mit der Auflage,
dass er [der Versicherte] nach Austritt aus der RKB zu mindestens 50% arbeitsfähig
geschrieben werde" (Bericht zur Besprechung vom 6. Januar 2016, act. G 5.3.59). Vom
18. Januar bis 8. März 2016 befand sich der Versicherte zur stationären Behandlung in
der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen
diagnostizierten: einen (Status nach) Unfall vom 31. August 2015 mit/bei HWS-
Distorsion QTF 1, Kontusion der linken Schulter und Kontusion des Rückens; einen
paroxysmalen Lagerungsschwindel sowie eine Anpassungsstörung mit Angst und
depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22). Die festgestellte psychische Störung
begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die angestammte Tätigkeit als
Maler und auch andere schwere Arbeiten seien dem Versicherten "aus unfallkausaler
Sicht" ganztags zumutbar; spezielle Einschränkung: aktuell ohne Ersteigen von Leitern.
Nach längerer Abwesenheit vom Arbeitsplatz sei eine Wiedereingliederung mit
anfänglich reduzierter Leistung vorgesehen: 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 14. März 2016
mit ganztägiger Präsenz und halber Leistung (Austrittsbericht vom 11. März 2016, act.
G 5.3.92).
A.c.
Am 25. April 2016 schrieb die Suva Dr. F._, bekanntlich sei sie seinem Wunsch
nach einer stationären Behandlung des Versicherten nachgekommen unter der
Voraussetzung, dass nach dem stationären Aufenthalt in Bellikon eine rasche
Steigerung der Arbeitsfähigkeit erfolgen werde. Nach Rücksprache mit der
A.d.
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Arbeitgeberin sei dies bisher leider noch nicht der Fall. Die Leistung betrage noch
immer bescheidene 25%. Sie ersuchte Dr. F._ um Mitteilung, wann die Steigerung
der Arbeitsfähigkeit auf 50% vorgesehen sei (act. G 5.3.105). Daraufhin berichtete
Dr. F._ am 1. Mai 2016, der Verlauf sei protrahiert. Der Versicherte sei vorläufig mit
25% Leistung an der oberen Leistungsgrenze (act. G 5.3.110).
Die medizinischen Fachpersonen der Klinik für Neurologie am KSSG gaben im
Bericht zur "Schwindelsprechstunde" vom 3. Mai 2016 an, gestützt auf die
anamnestischen Angaben und den ansonsten unauffälligen klinisch-neurologischen
Untersuchungsbefund sei eine somatoforme Genese der vom Versicherten beklagten
Schwindelsymptomatik naheliegend (act. G 5.3.122). Am 7. Juni 2016 nahm Dr. G._
eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung vor. In seiner Beurteilung vom 9. Juni 2016
gelangte er zum Schluss, strukturelle Veränderungen der Halswirbelsäule und
neurologische Symptome hätten als Folge des craniocervicalen
Beschleunigungstraumas vom 31. August 2015 ausgeschlossen werden können.
Aufgrund der unfallunabhängig vorbestehenden Verschleisserkrankung der
Halswirbelsäule bei bereits erlittener Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule
ohne strukturelle richtungsgebende Komponenten im Jahr 2014 seien der protrahierte
Verlauf und die Restbeschwerden wie bewegungsabhängiger Schwindel und
passagere myogene Verspannungssymptome, Kopfschmerzen und schmerzhafte
Bewegungseinschränkungen auch über einen Zeitraum von 12 Monaten erklärbar. Mit
dem Versicherten sei eine Steigerung der Reintegration in das Arbeitsleben bis zum
Erreichen der vollständigen Arbeitsfähigkeit bis Ende August 2016 besprochen worden
(act. G 5.3.130). Bildgebende Abklärungen in der Klinik für Radiologie und
Nuklearmedizin am KSSG vom 8. Juni 2016 ergaben ein altersentsprechend normales
kraniozerebrales Kernspintomogramm und MR-Angiogramm der intrakraniellen
hirnzuführenden Gefässe (act. G 5.3.131). Dr. med. H._, Fachärztin FMH für
Neurologie, berichtete am 20. Juni 2016 gestützt auf eine Untersuchung vom 16. Juni
2016, es lägen keine organischen Unfallfolgen vor und es hätten keine unfallbedingten
strukturellen Läsionen festgestellt werden können. Kernspintomographisch hätten
degenerative HWS-Veränderungen festgestellt werden können. Folge davon sei ein
cervico-spondylogenes Syndrom (act. G 5.3.138, insbesondere S. 4 f.). Im Bericht vom
21. September 2016 führte Dr. C._ aus, der Versicherte leide an einem chronisch-
A.e.
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cervical-betonten Panvertebralsyndrom mit cervico-cephaler und cervico-brachialer
Komponente (Schwindel, Kopfschmerzen), rezidivierenden akuten
Entzündungsschüben einzelner kleiner bis grosser Gelenke seit 1996 (wahrscheinlich
Kristall-Arthropathie) und einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression
gemischt. Zur Zeit habe er keine neuen Therapievorschläge (act. G 185).
Die Suva teilte der Arbeitgeberin am 11. Oktober 2016 mit, weil der Versicherte seit
seiner Entlassung aus der Rehaklinik Bellikon am 8. März 2016 die Arbeitsleistung nicht
über 25% habe steigern können und sie (die Arbeitgeberin) nicht von einer Erhöhung
ausgehe, müsse der Eingliederungsversuch als definitiv gescheitert betrachtet werden,
sodass der Fallabschluss bevorstehe (act. G 5.3.194). Der Kreisarzt Dr. G._ vertrat in
der Stellungnahme vom 18. Oktober 2016 die Auffassung, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass die vom Versicherten noch beklagte
Beschwerdesymptomatik in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis
stehe, sondern ausschliesslich unfallunabhängigen Faktoren geschuldet sei. Da von
einer namhaften Verbesserung der Unfallfolgen nicht mehr ausgegangen werden
könne, sei der Schadenfall abzuschliessen (act. G 5.3.198).
A.f.
Der behandelnde med. prakt. I._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie, führte im Bericht vom 13. Oktober 2016 aus, es seien wieder
körperbezogene Ängste und eine Übersensibilität gegenüber eigenen
Körperwahrnehmungen entstanden, die durch Angst verzerrte Wahrnehmung als
pathologisch, belastend und gefährlich erlebt würden. Eine ähnliche Symptomatik habe
der Versicherte bereits schon nach dem ersten Unfall im Jahr 2014 erlebt. Die
Beschwerden seien durch die Behandlung im Jahr 2015 vollständig abgeklungen. Bei
wiederholten Ereignissen müsse mit einer Gefahr der Chronifizierung gerechnet
werden. Auch deswegen sei eine adäquate psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung unentbehrlich gewesen. Der Versicherte zeige perfektionistische
Persönlichkeitszüge. Deswegen seien die Unfallereignisse so störend und mit dem
angestrebten Idealbild nicht vereinbar. Die Behandlung habe sich bis jetzt
erfolgversprechend gestaltet. Die Prognose sei positiv (act. G 5.3.200). Die Suva teilte
dem behandelnden Psychiater am 18. Oktober 2016 mit, obwohl nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Kausalität einer psychischen
Dekompensation mehr als ein halbes Jahr nach einem eher leichten Unfall
A.g.
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grundsätzlich zu verneinen sei, sei sie bereit, die psychotherapeutische und
psychiatrische Behandlung des Versicherten ab dem 7. April 2016 zu übernehmen (act.
G 5.3.201).
Mit Verfügung vom 16. November 2016 stellte die Suva die Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen per 30. November 2016 ein. Das Gesuch um eine Invalidenrente und
eine Integritätsentschädigung wies sie mangels adäquater Unfallfolgen ab (act.
G 5.3.215). Dagegen erhob der Versicherte am 23. Dezember 2016 Einsprache (act.
G 5.3.219) und reichte verschiedene ärztliche Berichte ein (act. G 5.3.219-17 ff.). Am
10. August 2017 teilte der Versicherte der Suva mit, während der rund 7 Monate
dauernden Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung bei seiner
Arbeitgeberin habe die Arbeitsfähigkeit wesentlich gesteigert werden können. Von
Dezember 2016 bis Ende Juni 2017 habe die Arbeitsfähigkeit auf eine
Leistungsfähigkeit von 75% bei zeitlich voller Präsenz gesteigert werden können. Der
Arbeitsvertrag sei entsprechend angepasst worden (act. G 5.3.240).
A.h.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die PMEDA Polydisziplinäre Medizinische
Abklärungen, Zürich, am 11. Mai 2017 gestützt auf Untersuchungen im Februar 2017
ein polydisziplinäres (internistisches, neurologisches, orthopädisches und
psychiatrisches) Gutachten. Die Experten vertraten die Auffassung, es bestünden ein
möglicher residueller paroxysmaler Lagerungsschwindel, degenerative spinale zervikale
Veränderungen mit eingeschränkter Belastbarkeit der Halswirbelsäule und eine
remittierte depressive Episode. Wie bereits früher beschrieben, hätten auch in der
aktuellen Begutachtung Diskrepanzen und Inkonsistenzen bestanden, sodass ein
aggravierter Störungsanteil zu berücksichtigen sei. Für die angestammte Tätigkeit
bescheinigten die PMEDA-Experten dem Versicherten eine 40%ige und für
leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.3.244,
insbesondere S. 40 ff.).
A.i.
Mit Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2017 hiess die Suva die Einsprache
teilweise gut, und sprach dem Versicherten Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
bis zum 28. Februar 2017 zu. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (act. G 5.3.246).
A.j.
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B.
Gegen den Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2017 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 22. November 2017. Der Beschwerdeführer beantragt
darin dessen Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen
Leistungen, insbesondere Taggeld und Heilbehandlung, rückwirkend ab 1. März 2017
weiterhin zu erbringen. Des Weiteren sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten zur
Festlegung des medizinischen Endzustands einzuholen. Auf diesen Zeitpunkt hin sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine Rente von mindestens 25%
auszurichten sowie eine allfällige Integritätsentschädigung zu prüfen. Eventualiter sei
die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, wobei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, über ihn ein
polydisziplinäres Gutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Der Beschwerdeführer bestreitet im Wesentlichen den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung und der Rentenprüfung. Ein medizinischer Endzustand sei
frühestens beim Abschluss der beruflichen Massnahmen per Ende Juni 2017
eingetreten. Der genaue Zeitpunkt bleibe medizinisch abklärungsbedürftig. Das
PMEDA-Gutachten könne aufgrund eines grundlegend anderslautenden
Abklärungsauftrags der Invalidenversicherung keine Entscheidgrundlage für die
unfallversicherungsrechtliche Leistungsprüfung bilden. Die Gutachter hätten auch
wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen, womit deren Beurteilung
unvollständig sei. Die Kriterien nach BGE 134 V 109 seien erfüllt, womit ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und einer Invalidität sowie einem
Integritätsschaden bestehe (act. G 1).
B.a.
In der Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei
(act. G 5).
B.b.
Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 13. März 2018 unverändert an seinen
Anträgen fest (act. G 7).
B.c.
In der Duplik vom 11. April 2018 hält die Beschwerdegegnerin ihrerseits
unverändert am gestellten Antrag fest (act. G 9).
B.d.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind die
Leistungsansprüche des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin.
Einerseits ist die Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und
Taggeld), andererseits die Abweisung des Gesuchs der Leistungen für Dauerschäden
(Invalidenrente und Integritätsentschädigung) umstritten.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, nachdem die Folgen des Ereignisses
vom 31. August 2015 strittig sind, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
1.1.
Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 UVG). Laut Art. 16 Abs. 1 UVG hat sie Anspruch auf ein
Taggeld, wenn sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) ist. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der
Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin. Ist von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr zu
erwarten, wird jedoch der Entscheid der Invalidenversicherung über die berufliche
Eingliederung erst später gefällt, so wird vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an
vorübergehend eine Rente ausgerichtet; diese wird aufgrund der in diesem Zeitpunkt
bestehenden Erwerbsunfähigkeit festgesetzt (Art. 30 Abs. 1 UVV). Erleidet die
versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Sie wird mit der
1.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/16
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2.
Mit Blick auf die von der Beschwerdegegnerin per 1. März 2017 angeordnete
Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) ist
zunächst zu prüfen, ob in diesem Zeitpunkt von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden
konnte (Art. 19 Abs. 1 UVG). Denn mit dem Abschluss der medizinischen Eingliederung
bzw. dem Erreichen eines stabilen medizinischen Endzustands fällt der Anspruch auf
vorübergehende Leistungen dahin (vgl. BGE 134 V 115 E. 5 zu Beginn). Nicht relevant
für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen ist, ob allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung bereits abgeschlossen waren
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 8C_306/2009, E. 4.3).
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 Satz 1 UVG).
Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche
Versicherungsleistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE
129 V 181 f. E. 3.1 f.). Für die Beantwortung der Frage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist.
1.3.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.4.
Der Begriff der ärztlichen Behandlung setzt eine kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete
Vorkehr voraus. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen, manualtherapeutische
Behandlungen und vergleichbare Vorkehren erfüllen dieses Erfordernis nicht. Der
Begriff "namhaft" bringt zum Ausdruck, dass die durch weitere Heilbehandlung zu
2.1.
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erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende sowie nur
vorübergehende Verbesserungen des Gesundheitszustands oder Verbesserungen
allein der Befindlichkeit genügen diesem Erfordernis nicht. Weder die blosse
Möglichkeit eines positiven Resultats einer weiteren ärztlichen Behandlung noch ein
von weiteren Heilmassnahmen zu erwartender, nur unbedeutender therapeutischer
Fortschritt geben Anspruch auf deren Durchführung. Dies gilt ebenfalls für
Massnahmen, die lediglich der Symptombekämpfung dienen und nicht auf die Heilung
des Gesundheitsschadens gerichtet sind. Für den Abschluss der medizinischen
Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung somit nicht
vorausgesetzt (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts vom 22. September 2016,
8C_306/2016, E. 5.3, vom 27. Mai 2010, 8C_29/2010, E. 4.2, und vom 2. Mai 2014,
8C_888/2013, E. 4.2.2).
Vorliegend kann hinsichtlich der Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld) offenbleiben, ob am 1. März 2017 überhaupt noch ein
natürlich unfallkausaler Gesundheitsschaden vorlag, da spätestens zu diesem
Zeitpunkt der medizinische Endzustand erreicht war.
2.2.
Die therapeutischen Empfehlungen des Kreisarztes im
Abschlussuntersuchungsbericht vom 9. Juni 2016 beschränkten sich auf die
Durchführung von "physiotherapeutischen und krankengymnastischen sowie
manualtherapeutischen Behandlungen" und von eigenständigen Bewegungsübungen
und Spaziergängen in der freien Natur (act. G 5.3.130-5). Eine kontinuierliche, mit einer
gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
gerichtete ärztliche Behandlungsmassnahme kann darin nicht erblickt werden. In damit
zu vereinbarender Weise berichtete Dr. C._ am 21. September 2016, er habe keine
neuen Therapievorschläge. Er habe den Beschwerdeführer "ermuntert, den Mut nicht
zu verlieren und so weiterzufahren" (act. G 5.3.185-3). Die spätere Verneinung des
medizinischen Endzustands durch Dr. C._ steht in Widerspruch hierzu und wurde
auch nicht nachvollziehbar begründet. Zweifel an der Bejahung weckt überdies die
Eindeutigkeit ("ist sicher nicht erreicht"), mit der sich Dr. C._ ausdrückt, zumal er
selbst angibt, "die Prognose ist schwierig" und das Ausmass könne er nicht
voraussagen. Ferner stützte er die Prognose allein auf die bisherige langsame, aber
stetige Besserung der Beschwerden. Entscheidend ist ausserdem, dass sich seine
Therapieempfehlungen auf "Physiotherapie/medizinische Trainingstherapie"
beschränkten (act. G 5.3.219-31).
2.2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/16
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Die von Dr. H._ im Bericht vom 20. Juni 2016 erwähnte wöchentliche
Physiotherapie und die im selben Rhythmus durchgeführte Therapie beim
Chiropraktiker bezogen sich auf die spondylogenen Symptome (act. G 5.3.118-5),
denen aber ein degeneratives und damit unfallfremdes Leiden zugrunde liegt (act.
G 5.3.118-4 unten), womit sich Weiterungen zum ärztlichen Charakter und
Verbesserungspotenzial dieser Massnahmen im unfallversicherungsrechtlichen Kontext
erübrigen. Vor diesem Hintergrund leuchtet ein, dass der Kreisarzt Dr. G._ am
18. Oktober 2016 die Auffassung vertrat, es könne von keiner namhaften Verbesserung
der Unfallfolgen mehr ausgegangen werden (act. G 5.3.198-2).
2.2.2.
Wie aus dem Bericht von med. prakt. I._ vom 13. Oktober 2016 hervorgeht,
diente die beim ihm durchgeführte bisherige Behandlung nicht (mehr) der
Verbesserung eines unfallbedingten Gesundheitsschadens. Im Fokus der Behandlung
standen die perfektionistischen Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers und sein
(unfallfremdes) subjektives somatisch orientiertes Krankheitskonzept. Die Fortführung
der Behandlung hatte primär die Befindlichkeit des Beschwerdeführers zum Inhalt und
keinen objektiv ausgewiesenen Gesundheitsschaden. Prospektiv hielt med. prakt. I._
denn auch hauptsächlich fest, der Beschwerdeführer solle genug Zeit und
Unterstützung bekommen, um wieder ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens
aufbauen zu können (act. G 5.3.200-2). Bereits aus dem Bericht vom 14. Juli 2016 lässt
sich entnehmen, dass Gegenstand der Behandlung bei med. prakt. I._ der in
Reaktion auf die Eingliederungsbemühungen der Beschwerdegegnerin vom
Beschwerdeführer empfundene "soziale Schmerz" infolge fehlender Wertschätzung
und damit eine von ihm empfundene Kränkung und eben kein (unfallbedingter)
Gesundheitsschaden im Vordergrund stand (act. G 5.3.200-6). Dabei ist weiter zu
beachten, dass die Leidensdarstellung des Beschwerdeführers stark von einer
erheblichen Symptomausweitung (siehe etwa act. G 5.3.52-1 und -11, act. G 5.3.138-4)
und von Inkonsistenzen (act. G 5.3.52-11 und act. G 5.3.138-4; siehe zum Ganzen
auch act. G 5.3.244-40 f.) geprägt war. Ins Bild passt denn auch und es stellt den
subjektiven Leidensdruck des Beschwerdeführers in Frage, dass trotz der vom
Beschwerdeführer angegebenen Medikation (act. G 5.3.244-26) im von den PMEDA-
Gutachtern veranlassten Laborbefund keine wirksamen Spiegel festgestellt werden
konnten (act. G 5.3.244-31). Nichts anderes gilt hinsichtlich des Berichts vom
29. November 2016. Darin erwähnte med. prakt. I._, aktuell laufe noch die ambulante
psychiatrische und delegierte psychotherapeutische Behandlung, um "eine emotionale
Entlastung zu verschaffen, besseres Verständnis für die psychosomatischen
Zusammenhänge zu erreichen, um am Ende eine bessere emotionelle Regulation der
2.2.3.
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anankastischen Persönlichkeitsstruktur zu ermöglichen" (act. G 5.3.219-19). Zudem
geht daraus nochmals deutlich hervor, dass die Behandlung bei med. prakt. I._ nicht
der namhaften Verbesserung eines Gesundheitsschadens diente und er eine
eigenständige, mit dem Gesetz (Art. 19 Abs. 1 UVG) nicht in Einklang zu bringende
Interpretation des medizinischen Endzustands vertrat. Dieser "würde im Idealfall nicht
nur und in erster Linie eine berufliche Reintegration beinhalten, sondern auch das
Funktionieren des Individuums auf interpersoneller Ebene im Bereich der Familie sowie
auch einen guten Umgang mit sich selber inklusive mit den eigenen Bedürfnissen [...]".
Seine nachfolgenden Empfehlungen beziehen sich überdies ausschliesslich auf die
berufliche Eingliederung (act. G 5.3.219-19). Letztlich hatte die Behandlung bei med.
prakt. I._ im Wesentlichen die Bestätigung der nicht nachvollziehbaren,
inkonsistenten Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers bzw. seine mit
sozioökonomischen Vorteilen verbundene "Opferrolle" (act. G 5.3.219-21) zum
Gegenstand. Hierauf deutet letztlich auch der Umstand hin, dass sich beim
Beschwerdeführer - nachdem sich während längerer Zeit des
unfallversicherungsrechtlichen Leistungszuflusses keine namhafte Besserung seiner
Einsatzbereitschaft zeigte - umgehend nach der angeordneten Leistungseinstellung
eine starke Erhöhung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz einstellte, ohne dass eine
gesundheitliche Verbesserung ausgewiesen wäre (vgl. hierzu das Verlaufsprotokoll
Eingliederungsberatung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Einträge vom
12. Dezember 2016 und vom 28. März 2017, act. G 7.1, worin der Beschwerdegegnerin
seitens der IV-Stelle im Übrigen vorgeworfen wird, zu wenig Druck auf den
Beschwerdeführer ausgeübt zu haben).
Hinzu kommt, dass der psychiatrische PMEDA-Gutachter eine Fortführung der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung lediglich im Sinn einer
"Rezidivprophylaxe" empfahl (act. G 5.3.244-37). Hinweise auf ärztliche
Behandlungsmöglichkeiten, die eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
erwarten lassen würden, lassen sich dem Gutachten nicht entnehmen. Es wurde im
Wesentlichen eine Revision der Medikation empfohlen, da der Laborbefund gegen eine
Compliance spreche (siehe etwa act. G 5.3.244-43).
2.2.4.
Im Licht dieser Umstände ist davon auszugehen, dass spätestens am
28. Februar 2017 von der Fortsetzung einer ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mehr erwartet werden
konnte. Die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 1. März 2017
erweist sich somit als rechtens.
2.2.5.
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3.
Des Weiteren ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen.
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid im Einklang
mit den medizinischen Akten zutreffend dar, dass am 1. März 2017 keine
unfallkausalen objektivierbaren Beschwerden im Sinn von strukturell hinreichend
nachweisbaren Veränderungen vorliegen (act. G 5.3.246-9). Darauf ist zu verweisen,
zumal der Beschwerdeführer ebenfalls von einem schleudertraumaäquivalenten
Gesundheitsschaden ausgeht (siehe etwa act. G 1, Rz 44 und Rz 52).
3.1.
Offenbleiben kann, ob im Zeitpunkt der Rentenprüfung vom 1. März 2017
überhaupt ein invalidisierender Gesundheitsschaden (Art. 7 Abs. 2 ATSG)
nachgewiesen ist (siehe hierzu BGE 141 V 281 und BGE 143 V 418) und ob ein solcher
in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit einem versicherten Unfallereignis steht.
Denn selbst wenn diese Fragen bejaht würden, so fehlte es jedenfalls an der adäquaten
Kausalität, wie nachfolgend dargestellt wird (E. 3.3). Vor diesem Hintergrund erübrigen
sich Ausführungen zu den vom Beschwerdeführer beantragten medizinischen
Abklärungsmassnahmen.
3.2.
Es kann offenbleiben, ob die Adäquanzprüfung gemäss BGE 134 V 109 oder BGE
115 V 133 zu erfolgen hätte, da selbst wenn auf die für den Beschwerdeführer
günstigere Variante (BGE 134 V 109) abgestellt würde, kein anderes Ergebnis
resultierte.
3.3.
Zunächst ist die eingehend von der Beschwerdegegnerin begründende
Qualifikation des Ereignisses vom 31. August 2015 als mittelschweres Ereignis an der
Grenze zu den leichten Unfällen (act. G 5.3.246-12) nicht zu beanstanden. Sie deckt
sich mit der Rechtsprechung in vergleichbaren Fällen (vgl. etwa Urteile des
Bundesgerichts vom 21. Mai 2019, 8C_117/2019, E. 7.1, und vom 14. August 2019,
8C_419/2019, E. 6). Der Beschwerdeführer hat diese Einschätzung auch nicht
substantiiert in Frage gestellt (vgl. etwa act. G 1, Rz 52). Für die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs müssten demnach mindestens vier der sieben
Kriterien oder eines in besonders ausgeprägter Weise vorliegen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Mai 2019, 8C_117/2019, E. 7.1 am Schluss mit Hinweisen).
3.3.1.
Die in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden Kriterien lauten: besonders
dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische,
belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung,
3.3.2.
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welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und
erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen (BGE 134 V 130 E. 10.3).
Die Beschwerdegegnerin hat ausführlich und zutreffend dargelegt, weshalb die
Kriterien nicht bzw. zumindest nicht in einem Ausmass erfüllt sind, das die Bejahung
der adäquaten Kausalität zuliesse (act. G 5.3.246-12 f.). Darauf kann verwiesen
werden. Besonders dramatische Begleitumstände und eine besondere Eindrücklichkeit
des Unfalls sind zu verneinen. Schlechterdings nicht nachvollziehbar aufgrund des
Geschehensablaufs ist die Auffassung von med. prakt. I._, "der Unfall [habe] als
direkte, unvoraussehbare Lebensgefahr" erhebliche Angst und Unsicherheit ausgelöst
(act. G 5.3.219-19 oben; zum Unfallhergang vgl. den Rapport der Stadtpolizei J._
vom 9. September 2015, act. G 5.3.27-2 ff., sowie die biomechanische Kurzbeurteilung
der AGU Zürich vom 4. November 2011, act. G 5.3.37). Entgegen der Sichtweise des
Beschwerdeführers sind gerade keine ernsthaften Anstrengungen und eine Motivation,
die Arbeitsfähigkeit - soweit unfallbedingt beeinträchtigt - zu steigern, ausgewiesen.
Vielmehr geht aus den Akten hervor, dass seine Krankheitsüberzeugung, die mit
erheblicher Symptomausweitung und zahlreichen Inkonsistenzen verbunden war, einer
schnellen Wiedereingliederung im Weg stand und erst auf erhöhten Druck der IV-Stelle
hin eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit gelang. Zuvor hatte der Beschwerdeführer
lange Zeit in der Opferrolle verharrt und jegliche Eingliederungsaufforderungen seitens
der Beschwerdegegnerin offenbar als Kränkung empfunden, worauf er mit Widerstand
reagierte (siehe zum Ganzen vorstehende E. 2.2.3 mit u.a. Hinweisen auf die IV-Akten;
vgl. auch act. G 5.3.219-19 unten). Es sind auch keine besonders schweren
Verletzungen oder erheblichen unfallbedingten Dauerbeschwerden nachgewiesen.
Vielmehr bestehen eindeutige Hinweise auf eine erhebliche Symptomausweitung und
Inkonsistenzen in der Leidenspräsentation (siehe vorstehende E. 2.2.3). Der Heilverlauf
war ebenfalls von der Kränkung und Krankheitsüberzeugung sowie den damit
verbundenen Widerständen des Beschwerdeführers (siehe hierzu act. G 5.3.219-19
unten) dominiert und nicht von einem natürlich unfallkausalen Gesundheitsschaden.
Eine fortgesetzte belastende ärztliche Behandlung ist ebenfalls nicht ausgewiesen,
dafür eine mangelhafte Compliance des Beschwerdeführers (siehe etwa act.
G 5.3.244-43). Der frühere Unfall vom 10. Oktober 2014 fällt bei der
Adäquanzbeurteilung nicht ins Gewicht, vermochte der Beschwerdeführer doch noch
vor dem zweiten Unfallereignis wieder seine bisherige Leistungsfähigkeit zu erreichen
(act. G 5.3.22-1 oben).
3.3.3.
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4.
Bei vorliegend fehlendem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und
geltend gemachten Gesundheitsschaden besteht hierfür auch kein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung (Urteil des Bundesgerichts vom 14. September 2011,
8C_101/2011, E. 5).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.