Decision ID: 3391c173-b3f9-55e1-9aab-ebcf18c712c5
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Im Auftrag der Generali Personenversicherungen wurde A._ von Dr. med. B._,
Eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 22. Mai 2007 untersucht. Im
psychiatrischen Bericht vom 7. Juni 2007 führte Dr. B._ aus, die Versicherte leide an
einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1); es handle sich also um
eine verzögerte Reaktion auf einen Verkehrsunfall vom 21. Oktober 2006, der von ihr
als aussergewöhnliche Bedrohung erlebt worden sei. In seltenen Fällen würde sich eine
psychiatrische Symptomatik entwickeln, was gemäss der behandelnden Psychiaterin
bei der Versicherten der Fall sei. Es bestünden keine Hinweise auf Simulation/
Aggravation. Für die Funktion als Hausfrau bestehe eine mindestens 50%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 90-43 ff.; soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich bei
den Aktenreferenzen um diejenigen des Verfahrens IV 2013/432).
A.b Die Versicherte meldete sich am 18. September 2007 zum Bezug von
Rentenleistungen bei der IV-Stelle an (IV-act. 1). Die seit 18. November 2006
behandelnde Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte
einen Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (schwerer Autounfall am
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21. Oktober 2006; ICD-10: F62.0) und eine schizodepressive Störung (ICD-10: F25.1).
Gemäss Angaben der Versicherten hätten sich die ersten Beschwerden ca. 2 Wochen
nach dem Unfall in Form von Flashbacks, schweren Schlafstörungen mit Albträumen,
Ängsten, sozialem Rückzug, schwerer emotionaler Labilität, optischen und akustischen
Halluzinationen gezeigt. Die Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig in jeglicher
beruflichen Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft (Bericht vom 17. Oktober 2007, IV-
act. 9).
A.c Am 17./18. April 2008 wurde die Versicherte rheumatologisch in der AEH Zentrum
für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (mit Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit) und am 7. Mai 2008 von Dr. med. D._, Psychiatrie/
Psychotherapie FMH, begutachtet. Die Experten diagnostizierten eine schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) und ein
generalisiertes Ganzkörpersyndrom. Infolge erheblicher Symptomausweitung,
Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die
Beurteilung nicht verwertbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für eine
leidensangepasste Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, auch wenn angesichts
des eindeutig leichten Verkehrsunfalls die Diagnosen posttraumatische
Belastungsstörung und andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung
eindeutig auszuschliessen seien. In Anbetracht der eindeutigen Symptome einer
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome benötige die Versicherte
dringend eine stationäre oder tagesklinische Behandlung (Gesamtgutachten vom
23. September 2008, IV-act. 28; psychiatrisches Teilgutachten vom 6. Juni 2008, IV-
act. 24).
A.d Gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom 5. November 2008 (IV-act. 29) forderte
die IV-Stelle die Versicherte unter Hinweis auf die ihr obliegende Schadenminderungs-
und Mitwirkungspflicht auf, sich einer mindestens 6-monatigen stationären
psychiatrischen Therapie zu unterziehen (Schreiben vom 19. November 2008, IV-
act. 30). Daraufhin trat die Versicherte am 19. Mai 2009 in die Klinik E._, Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie, ein. Mit Schreiben vom 6. August 2009 orientierten die
dort behandelnden Ärzte die IV-Stelle, dass ab dem 17. August 2009 die Kosten für die
Hospitalisierung nicht mehr von der Krankenversicherung übernommen würden.
Deshalb entstünden für die Versicherte ab dem 17. August 2009 ungedeckte
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Behandlungskosten. Aus ärztlich-therapeutischer Sicht bestehe keine akute Indikation
für eine weitere Hospitalisation über den 16. August 2009 hinaus. Die Fortführung der
ambulanten Behandlung sei gewährleistet und ausreichend (IV-act. 39). Am 21. August
2009 berichteten die Ärzte der Klinik E._, die Versicherte leide mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit an einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
(ICD-10: F62.0) und einer schizoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10:
F25.1). Der Versicherten seien keine Erwerbstätigkeiten zumutbar (IV-act. 43; vgl. auch
den Austrittsbericht vom 24. August 2009 betreffend die Hospitalisation vom 19. Mai
bis 15. August 2009, IV-act. 42). Im Verlaufsbericht vom 25. August 2009 bescheinigte
Dr. C._ einen stationären Gesundheitszustand; es finde eine integrierte
psychiatrische Behandlung in 2-wöchentlichen Abständen statt (IV-act. 41). RAD-Arzt
Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt eine seit Oktober 2006 bestehende
100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten für nachvollziehbar
(Stellungnahme vom 22. September 2009, IV-act. 44).
A.e Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 5. November 2009,
IV-act. 51) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 eine
ganze Rente zu (Verfügung vom 29. Dezember 2009 betreffend die Rentenleistungen
ab 1. Februar 2010, IV-act. 56; Verfügung vom 18. Januar 2010 betreffend die
Leistungen vom 1. Oktober 2007 bis 31. Januar 2010, IV-act. 60).
A.f Am 17. Mai 2011 informierten die Generali Versicherungen die IV-Stelle, sie habe
die Versicherte observieren lassen (IV-act. 70). Im Ermittlungsbericht vom 10. Juni 2011
betreffend die am 12. bis 14. Mai 2011 durchgeführte Überwachung der Versicherten
gaben die Abklärungspersonen an, diese habe an zwei von drei Observationstagen
ausser Haus gesehen werden können. Mehrheitlich habe sie dabei in Begleitung ihres
Mannes oder der Familie kleinere Besorgungen in verschiedenen Verkaufsgeschäften
getätigt. Sie sei dazu entweder als Beifahrerin im Personenwagen des Ehemannes oder
dann bei den jeweiligen Einkäufen in den Läden zu Fuss unterwegs. Insgesamt habe
die Versicherte einen unauffälligen Eindruck gemacht. Deutliche Anzeichen von
Beschwerden oder Schmerzen seien bei ihr nicht auszumachen. Sie sei ohne
ersichtliche Mühe in der Lage, mehrere hundert Meter zu gehen, Treppen zu steigen,
ihren Kopf auf beide Seiten zu drehen, sich mit dem Oberkörper nach vorne zu beugen
oder die Arme zu heben. In den Verkaufsgeschäften sei sie zielstrebig und sicher
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umher gegangen und habe diverse Produkte studiert. Es hätten zu keinem Zeitpunkt
ein Hinken, Kraftlosigkeit, Schwindel, Konzentrationsschwächen oder Angst- und
Panikreaktionen ausgemacht werden können (IV-act. 77). Im sich auf Ermittlungen vom
4. und 5. Juli 2011 stützenden Bericht vom 22. Juli 2011 führten die
Abklärungspersonen aus, die Versicherte habe lediglich am ersten Tag, an dem sie in
Begleitung ihres Mannes das Gebäude der Helsana Versicherungen und eine Adresse
in G._ (darin waren u.a. eine Arzt- und Anwaltspraxis untergebracht) aufgesucht
habe, einen leidenden und insbesondere beim Gehen einen behutsamen, etwas
schwerfälligen Eindruck hinterlassen. Im Vergleich zum Vormittag desselben Tages
aber auch zum nachfolgenden Tag schien es ihr massiv schlechter zu gehen. Später in
H._ hätten wiederum keine Auffälligkeiten an ihrem Verhalten festgestellt werden
können (IV-act. 78).
A.g Im von der Helsana Krankenversicherung bei Dr. med. Dipl. Psych. I._
eingeholten psychiatrischen Gutachten vom 26. Oktober 2011, dem eine Untersuchung
der Versicherten vom 4. Juli 2011 in G._ zugrunde liegt, gelangte der Experte zum
Schluss, eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht
feststellbar. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine
Aggravation und ein Rentenbegehren (ICD-10: F68.0) mit histrionischen Anteilen und
einen Verdacht auf Simulation (ICD-10: Z76.5). Die einzige Einschränkung, die vorliege,
sei die Selbsteinschränkung der Versicherten und ihr Entschädigungsbegehren. Es
fänden sich weder psychiatrische noch orthopädisch-rheumatologische Befunde, die
eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 21. Oktober 2006 rechtfertigen könnten (IV-act. 80).
Nach der Durchsicht des Observationsmaterials vertrat RAD-Arzt Dr. med. J._,
Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, am 19. Januar 2012 die Auffassung, es habe
niemals eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit gegeben. Schon aufgrund der Akten hätten
Ungereimtheiten vermutet werden können. Evidenz sei nun erst durch das
Observationsmaterial entstanden, das eine Klärung des Sachverhalts erlaube (IV-
act. 82).
A.h Mit Verfügung vom 20. Juli 2012 stellte die IV-Stelle die Rente vorsorglich mit
sofortiger Wirkung ein (IV-act. 103). Im vom Untersuchungsamt K._ geführten
Verfahren gegen die Versicherte wegen des Verdachts des Betrugs von
Versicherungsleistungen (vgl. IV-act. 105) machte die IV-Stelle eine Deliktssumme von
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insgesamt Fr. 191'919.-- (Invalidenrenten samt Kinderrenten für die Zeit vom Oktober
2007 bis Juli 2012) geltend (Schreiben vom 8. Oktober 2012, IV-act. 107). Am
22. Oktober 2012 nahm RAD-Arzt Dr. J._ Stellung zum Gutachten von Dr. I._.
Dieser habe die Diagnosen der Voruntersucher widerlegt. Da sowohl Dr. I._ als auch
er (RAD-Arzt Dr. J._) schon aus rein medizinischer Sicht eine Täuschung vermutet
hätten bzw. von Dr. I._ sogar klar festgestellt worden sei, so sei es überwiegend
wahrscheinlich, dass die Versicherte schon immer simuliert habe. Somit habe mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit schon im Zeitpunkt nach dem Unfall ("zum
damaligen Zeitpunkt") keine Arbeitsunfähigkeit, sondern der heute beobachtete
Funktionszustand bestanden (IV-act. 108).
A.i Die IV-Stelle zeigte der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. April 2013 an, sie
beabsichtige die Verfügungen vom 29. Dezember 2009 und vom 18. Januar 2010
mittels prozessualer Revision aufzuheben mit der Feststellung, dass sie keinen
Anspruch auf eine IV-Rente habe. Revisionsgrund seien die neuen Beweismittel,
namentlich das Gutachten von Dr. I._, die Observationsergebnisse und die Fotos
vom Unfall (IV-act. 125). Dagegen erhob die Versicherte am 6. Mai 2013 Einwand und
stellte gleichzeitig ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (IV-act. 129). Am 8. Juli 2013 verfügte die IV-Stelle die
Aufhebung der Verfügungen vom 29. Dezember 2009 und vom 18. Januar 2010. Es
werde festgestellt, dass die Versicherte keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe (IV-
act. 133).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 8. Juli 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 5. September 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und: die Observationsberichte und -videos
sowie das Befragungsprotokoll der Helsana vom 19. Dezember 2011 seien aus den
Akten zu entfernen; es sei ein interdisziplinäres Obergutachten einzuholen; eventualiter
sei das Revisionsverfahren bis zu einem rechtskräftigen Entscheid im Strafverfahren
betreffend Betrug zu sistieren; die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei
wiederherzustellen; die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, unverzüglich über das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 6. Mai 2013 im Vorbescheidverfahren zu
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entscheiden. Mit der Beschwerde hat sie u.a. einen "Vertreter- und
Ueberweisungsschein" von Dr. L._ an Dr. C._ vom 7. November 2006 eingereicht
(act. G 1.3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. November
2013 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 6).
B.c In der Replik vom 3. Januar 2014 hält die Beschwerdeführerin, abgesehen von den
Anträgen betreffend Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und der
Anweisung der Beschwerdegegnerin zum unverzüglichen Entscheid über das Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege, unverändert an der Beschwerde fest (act. G 10).
B.d Gleichentags hat die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 11. November 2013, worin ihr Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren abgewiesen worden ist (IV-act. 144 im
Verfahren IV 2014/11), Beschwerde erhoben. Sie beantragt deren Aufhebung; unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1 im Verfahren IV 2014/11). Im Schreiben
vom 9. Januar 2014 orientierte die Präsidentin, dass die Beschwerdeverfahren
IV 2013/432 und IV 2014/11 vereinigt werden (act. G 2 im Verfahren IV 2014/11; vgl.
auch act. G 4 im Verfahren IV 2014/11). Mit am gleichen Tag ergangenem
Präsidialentscheid ist dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) zur Zeit entsprochen worden. Die
Beschwerdeführerin ist darin ersucht worden, dem Gericht sofort mitzuteilen, wenn die
Sperre ihres Bankkontos aufgehoben wird (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin
beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2014 die Abweisung der
Beschwerde vom 3. Januar 2014 (act. G 3 im Verfahren IV 2014/11).
B.e Im Auftrag des mit der Strafsache befassten Kreisgerichts M._ wurde die
Beschwerdeführerin am 10., 19., 28. Juni und 4. August 2014 polydisziplinär
(internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) in der Medas
Interlaken Unterseen GmbH begutachtet (Gerichtsgutachten vom 20. September 2014,
act. G 18.1). Die Experten diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
seit mehreren Jahren bestehende Dysthymia (ICD-10: F34.1), die auf die komplexe,
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zunehmend schwierige psychosoziale Problematik zurückzuführen sei. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. eine Simulation kognitiver
Beeinträchtigungen (ICD-10: Z76.8) und eine dysfunktionale Krankheitsverarbeitung mit
Aggravation, Dekonditionierung und Selbstlimitierung und höchstwahrscheinlich
Krankheitsgewinn (act. G 18.1, S. 41 f.). Spätestens ab dem 1. Januar 2010 sei der
Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100% zumutbar (act. G 18.1,
S. 64). Für den davor liegenden Zeitraum legten die Gutachter die Arbeitsunfähigkeiten,
obschon "daran gezweifelt werden" müsse, "ob wirklich jemals eine
Anpassungsstörung und schwere depressive Episode" bestanden habe, "in dubio pro
reo" wie folgt fest: 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 21. Oktober 2006 bis 31. Dezember
2007 (infolge einer möglichen Entwicklung einer Anpassungsstörung, gestützt
zusätzlich auf das psychiatrische Gutachten von Dr. B._ vom 7. Juni 2007); 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 1. Januar 2008 bis spätestens 30. Juni 2009 (Diagnosestellung
einer schweren depressiven Episode durch den damaligen Gutachter Dr. D._;
anschliessend Hospitalisation in der Klinik E._ im Frühjahr 2009); 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2009 (langsame Regredienz der
depressiven Episode mit Übergang in eine Dysthymie). Die Beschwerdeführerin sei
mittels Symptomvalidierungsverfahren der Simulation überführt worden. Es bleibe
somit Sache des Gerichts zu entscheiden, ob die Beschwerdeführerin überhaupt
jemals berechtigt gewesen sei, eine Rente zu erhalten (act. G 18.1, S. 56 f.). Die
Beschwerdegegnerin nahm am 10. Dezember 2014 (act. G 20) und die
Beschwerdeführerin am 20. Januar 2015 (act. G 23) Stellung zum Gerichtsgutachten.
Das Kreisgericht sprach die Beschwerdeführerin im Entscheid vom 2. März 2015 von
der Anklage des Betrugs frei. Es bestünden nicht zu unterdrückende Zweifel daran,
dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2006 vollständig gesund gewesen sei (act.
G 27).
B.f Am 2. April 2015 teilte die Beschwerdeführerin mit, die Kontosperre sei
aufgehoben worden (act. G 30). In der Eingabe vom 4. Mai 2015 äusserte sie sich zum
Medas-Gutachten und dem Entscheid des Kreisgerichts. Antrag Ziff. 1 der Beschwerde
vom 5. September 2013 werde wie folgt geändert: Die Verfügung vom 8. Juli 2013 sei
insgesamt aufzuheben. Die Sache sei zur Vornahme der materiellen Revision an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei ihr die Rente ab Juli 2012 bis zum
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Revisionsentscheid weiterhin auszurichten. Sodann machte sie Angaben zu ihrer
finanziellen Situation (act. G 32).
B.g Im Schreiben vom 1. Juni 2015 bringt die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des
neuen Antrags der Beschwerdeführerin vor, diese sei auf ihrer Anerkennung zu
behaften, dass sie (spätestens) ab 1. Januar 2010 voll erwerbsfähig gewesen sei, und
dass damals die materiellen Voraussetzungen für einen Rentenanspruch nicht erfüllt
gewesen seien. Würde der Argumentation der Beschwerdeführerin gefolgt, so wäre die
Renteneinstellung rückwirkend per Ende März 2010 vorzunehmen. Die Durchführung
einer Revision nach Art. 17 ATSG hätte durch das Gericht zu erfolgen (act. G 34).

Erwägungen:
1.
Zunächst ist der im Beschwerdeverfahren IV 2013/432 gestellte Antrag der
Beschwerdeführerin zu prüfen, die Observationsberichte und -videos sowie das
Befragungsprotokoll der Helsana vom 19. Dezember 2011 seien aus den Akten zu
entfernen (Ziff. 2 des Antrags, act. G 1).
1.1 Zu beurteilen gilt es die Verwertbarkeit eines von einem Privatversicherer
veranlassten Überwachungsmaterials. Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung,
die Generali Versicherungen habe ohne jeglichen neuen Verdacht, ohne konkreten
Anhaltspunkt, offensichtlich mehr aus systematischen Gründen, plötzlich eine
Observation angeordnet. Diese sei nicht geboten gewesen (act. G 1, Rz 5).
1.1.1 Betreffend die von einem Privatversicherer veranlassten
Observationsergebnisse hat die Rechtsprechung festgehalten, die Überwachung
(einschliesslich die entsprechenden Videoaufnahmen) sei nicht widerrechtlich, sondern
durch ein überwiegendes privates und öffentliches Interesse im Sinn von Art. 28 Abs. 2
des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) gerechtfertigt: Weder die
Versicherung noch die dahinter stehende Versichertengemeinschaft sollen zu Unrecht
Leistungen erbringen müssen (BGE 129 V 324 E. 3.3.3).
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1.1.2 Vorliegend bestehen keine Gründe, die einer Verwertung im
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren entgegenstehen, zumal der mit der
Überwachung verbundene Grundrechtseingriff nicht schwer wiegt, wurde doch die
Beschwerdeführerin nur an öffentlich einsehbaren Orten und bei Tätigkeiten
beobachtet, die sie aus freiem Willen ausgeführt hat (BGE 132 V 242 E. 2.5.1 mit
Hinweisen; siehe auch BGE 135 I 171 f. E. 4.4 sowie 137 I 327 ff.). Der Vollständigkeit
halber ist darauf hinzuweisen, dass sich aus dem Ermittlungsbericht der Grund für den
Überwachungsauftrag ergibt: Die Beschwerdeführerin habe einen leichten Unfall
erlitten mit geringem materiellem Schaden. Personen seien nicht verletzt worden. Als
Folge dieses Ereignisses soll sich bei der Beschwerdeführerin nach ihrer Heimreise aus
dem Urlaub eine Persönlichkeitsänderung mit massiven psychischen Beschwerden
entwickelt haben. Ihre Bewegungseinschränkungen in Rücken, Schulter- und
Hüftgelenken sowie des rechten Beins liessen das Heben und Tragen von Lasten sowie
längeres Gehen nicht mehr zu, so dass sie bis heute keinerlei Tätigkeiten in Beruf,
Haushalt oder Freizeit ausüben könne. Weil Verdacht bestehe, dass die Angaben der
Beschwerdeführerin zu ihrem Gesundheitszustand nicht den Tatsachen entsprechen
würden, sei die Observation in Auftrag gegeben worden (IV-act. 78-1). Aus diesen
Ausführungen erhellt, dass Zweifel an der Redlichkeit der Aussagen der
Beschwerdeführerin bezüglich der Unfallschwere und der von ihr in diesem
Zusammenhang geklagten Leiden bestanden haben. Dass diese Zweifel begründet
waren, wird bereits durch die Ausführungen von Dr. D._ bestätigt, wonach für ihn
unklar sei, wieso das Unfallereignis das Leben der Beschwerdeführerin "so massiv"
verändert habe. Der Unfall sei "eindeutig" leicht gewesen, womit er die sich auf die
Angaben der Beschwerdeführerin stützende, von den behandelnden medizinischen
Fachpersonen gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung verwarf
(IV-act. 24-6). Allein schon diese Umstände lassen die Überwachung als gerechtfertigt
erscheinen (vgl. BGE 137 I 332 f. E. 5.4.2.1). Das in den Akten liegende
Überwachungsmaterial ist damit im vorliegenden Verfahren verwertbar.
1.2 Den Antrag, das Befragungsprotokoll der Helsana vom 19. Dezember 2011 sei
aus den Akten zu entfernen, begründet die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf das
Urteil des Versicherungsgerichts vom 22. Mai 2012, IV 2011/142 damit, es sei das
Fairnessgebot verletzt worden. Dazu gehöre, dass die Versicherung sie im Vorfeld des
Gesprächs darauf hinweise, sie werde mit neuen Beweisen konfrontiert und
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dementsprechend sei der Beizug eines Rechtsvertreters zu prüfen. Dazu gehöre auch,
dass sie überhaupt von den Ergebnissen der vertrauensärztlichen Untersuchung und
den Observationsergebnissen mit Anwesenheit eines Facharztes in Kenntnis gesetzt
werde.
1.2.1 Anlässlich des protokollierten Gesprächs vom 19. Dezember 2011 nahm die
Helsana offenbar in Kenntnis der Überwachungsergebnisse eine Befragung der
Beschwerdeführerin betreffend ihren Gesundheitszustand vor. Sämtliche Fragen sind
sachlich gestellt. Hinweise für ein suggestives oder sonstwie sachfremdes Vorgehen
sind weder ersichtlich noch von der Beschwerdeführerin konkret dargetan. Die
Beschwerdeführerin wurde im Unterschied zum Sachverhalt des von ihr zitierten
Entscheids des Versicherungsgerichts weder mit den Ergebnissen der Überwachung
konfrontiert noch wurde ihr von der Abklärungsperson der Helsana ein bewusst
falsches Bild ihrer Einschätzung vermittelt. Vielmehr verschaffte sich die Helsana einzig
ein aktuelles Bild bezüglich der Selbsteinschätzung, um eine - angesichts der
bestehenden Zweifel (vgl. vorstehende E. 1.1.2) - legitime Konsistenzprüfung mit den
Observationsergebnissen vornehmen und die Aussagekraft der Angaben der
Beschwerdeführerin beurteilen zu können. Sodann wurde die Beschwerdeführerin
anlässlich des Gesprächs nicht der Täuschung bezichtigt oder in eine Situation
versetzt, in der es ihr nicht mehr möglich gewesen wäre, nach freiem Willen zu
antworten (anders im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 22. Mai 2012,
IV 2011/142, E. 4.2 f.). Vor diesem Hintergrund ist eine unrechtmässige
Beweismittelbeschaffung im Rahmen des protokollierten Gesprächs nicht erkennbar.
Von einer "Hinterlist" (act. G 1, Rz 7d) kann keine Rede sein, zumal der
Beschwerdeführerin das im Rahmen der Observation beobachtete Verhalten im
öffentlich einsehbaren Raum zwangsläufig bekannt war, mithin das
Observationsmaterial keine ihr nicht bekannten Informationen enthält. Die Unkenntnis
der Beschwerdeführerin beschränkt sich auf den Umstand, dass nun auch die Helsana
direkte Informationen betreffend ihren Alltag besass und damit die diesbezügliche,
zulasten der Helsana zuvor bestehende Informationsasymmetrie entfallen war. Zu
ergänzen bleibt, dass die Beschwerdeführerin verpflichtet war, die zur Abklärung ihres
Anspruchs erforderlichen Auskünfte betreffend der aus ihrer Sicht bestehenden
gesundheitlichen Leiden und Beeinträchtigungen zu erteilen (Art. 28 Abs. 2 ATSG),
woran die vorgängige Durchführung einer Überwachung für sich allein nichts ändert
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(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2014, 9C_258/2014, E. 4.4). Das
Protokoll vom 19. Dezember 2011 stellt damit ein rechtmässig beschafftes
Beweismittel dar.
1.3 Nach dem Gesagten ist Ziff. 2 des Beschwerdeantrags abzuweisen.
2.
Betreffend den im Verfahren IV 2013/432 umstrittenen Rentenanspruch ist zu prüfen,
ob die Beschwerdegegnerin auf die rechtskräftige ursprüngliche Rentenzusprache
zurückkommen durfte. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die
Voraussetzungen für eine prozessuale Revision seien erfüllt.
2.1 Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder
Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Solche neue
Tatsachen oder Beweismittel sind innert 90 Tagen nach deren Entdeckung geltend zu
machen; zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, die mit der Eröffnung der
Verfügung zu laufen beginnt (Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021] in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 ATSG).
Ergeben sich aus den neu entdeckten Tatsachen und Beweismitteln (lediglich)
gewichtige Indizien für das Vorliegen eines prozessualen Revisionsgrunds, sind innert
angemessener Frist zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, um diesbezüglich
hinreichende Sicherheit zu erhalten. In solchen Fällen beginnt die relative 90-tägige
Revisionsfrist erst zu laufen, wenn die Unterlagen die Prüfung der Erheblichkeit des
geltend gemachten Revisionsgrundes erlauben oder bei Säumnis in dem Zeitpunkt, in
dem der Versicherungsträger den unvollständigen Sachverhalt mit dem erforderlichen
und zumutbaren Einsatz hätte hinreichend ergänzen können (Urteil des Bundesgerichts
vom 15. Mai 2014, 8C_203/2014, E. 2.2 mit Hinweisen).
2.2 Stehen invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur Diskussion, gilt es
grundsätzlich, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonformen Zustand
herzustellen. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in diesem Bereich
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daher in der Regel auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats.
Rückwirkend wird die Rente nur herabgesetzt oder aufgehoben, wenn die unrichtige
Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass die Bezügerin sie
unrechtmässig erwirkt hat oder der ihr gemäss Art. 77 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zumutbaren Meldepflicht nicht
nachgekommen ist (Art. 85 Abs. 2 i.V.m. Art. 88 Abs. 2 IVV). Trifft dies zu, sind
solcherart widerrechtlich bezogene Leistungen gemäss den Vorgaben von Art. 25
ATSG zurückzuerstatten (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_203/2014
E. 2.3). Diese Rechtsprechung zum Wirkungszeitpunkt ex nunc et pro futuro beschlägt
einzig die Thematik der Rückerstattung. Sie ändert nichts daran, dass die Wirkung der
prozessualen Revision und die Wirkung der in diesem Zusammenhang erforderlichen
Neuverfügung ex tunc zu erfolgen hat. Denn es liegt im Wesen der prozessualen
Revision, dass dieser Rückkommenstitel eine uneingeschränkte materielle
Neubeurteilung verlangt und dass - gegebenenfalls - die Korrektur rückwirkend, d.h. ex
tunc, greift. Darin unterscheidet sich die prozessuale Revision grundlegend von der
Wiedererwägung, bei welcher der Versicherungsträger rechtsprechungsgemäss
bezüglich der zeitlichen Wirkungen ein freies Ermessen hat (vgl. BGE 110 V 296 E. 3.c
und 129 V 436 E. 5.2), und von der Anpassung (Revision nach Art. 17 ATSG), wo die
Wirkungen grundsätzlich nur für die Zukunft greifen (siehe zum Ganzen auch Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Rz 25 zu Art. 53).
2.3 Die ursprüngliche Rentenzusprache (Verfügungen vom 29. Dezember 2009, IV-
act. 56, und vom 18. Januar 2010, IV-act. 60) erfolgte in medizinischer Hinsicht
gestützt auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte der Klinik E._ vom 21. August
2009. Diese diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine (seit dem
Autounfall im Jahr 2006 bestehende) andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung (ICD-10: F62.0) und eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig
depressiv (ICD-10: F25.1). Sie hielten jegliche Erwerbstätigkeit für unzumutbar (IV-
act. 43). RAD-Arzt Dr. F._ schloss sich dieser Einschätzung an (IV-act. 44).
2.3.1 Sowohl aus dem Observationsmaterial (Ermittlungsberichte vom 10. Juni
und vom 22. Juli 2011, IV-act. 77 f.) als auch aus dem dieses würdigende Medas-
Gutachten vom 20. September 2014 (act. G 18.1; siehe auch die RAD-Stellungnahme
vom 19. Januar 2012, IV-act. 82) gehen u.a. Aggravation, Inkonsistenzen und
bis
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Widersprüche bezüglich des von der Beschwerdeführerin geklagten Leidens sowie
Hinweise auf Simulation hervor (act. G 18.1, S. 48, 49 oben, 52 und 54 f.). Die Medas-
Gutachter sprachen ausdrücklich von einer "widersprüchlichen Aktenlage", von
"widersprüchlichen anamnestischen Angaben" und von "widersprüchlichen objektiven
Befunden mit Diskrepanzen" (act. G 18.1, S. 56).
2.3.2 Zu beachten ist auch, dass bei der ursprünglichen Rentenzusprache die
Annahme einer "Extrembelastung" von Bedeutung war, die sich im Wesentlichen auf
den (fraglichen) Angaben der Beschwerdeführerin stützt, ohne dass die Frage nach
dem Vorliegen einer Belastungssituation schlüssig abgeklärt wurde (act. G 18.1, S. 51),
und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem leichten Unfallereignis sowie von
einem nicht verlässlichen Aussageverhalten der Beschwerdeführerin auszugehen ist.
2.3.3 Aus den Ausführungen der Medas-Gutachter ergibt sich des Weiteren
nachvollziehbar, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (spätestens) zum
Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. D._ (7. Mai 2008, IV-act. 24) und damit noch
vor den Rentenverfügungen, denen eine vom Medas-Gutachten abweichende
medizinische Beurteilung zugrunde lag (siehe vorstehende E. 2.3), eine
posttraumatische Symptomatik nicht mehr im Vordergrund gestanden sei (act. G 18.1,
S. 52; zur gutachterlichen Kritik am Vorliegen eines aussergewöhnlich bedrohlichen
Ereignisses siehe act. G 18.1, S. 51). Sodann bestätigten die Medas-Gutachter
"spätestens" ab 1. Januar 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 18.1, S. 57). Für
die Zeit davor gingen sie, "da die verschiedenen Angaben variieren" "in dubio pro reo"
von einem vergleichsweise erheblich verschlechterten Gesundheitszustand aus (act.
G 18.1, S. 56). Die von den Medas-Gutachtern angewandte Beweisregel ist im
Sozialversicherungsrecht indessen unzulässig (zur Unzulässigkeit des Grundsatzes "in
dubio pro assicurato" siehe BGE 129 V 477 E. 4.2.1). Unter diesen Umständen ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass auch im Zeitpunkt des
Erlasses der ersten Rentenverfügung vom 29. Dezember 2009, die im Übrigen den
Rentenanspruch erst für die Zeit danach ab 1. Februar 2010 beschlägt (IV-act. 56), ein
prozessualer Revisionsgrund bestanden hat.
2.3.4 Zusammengefasst rechtfertigt sich ein auf die Observationsergebnisse und
das Medas-Gutachten stützendes Zurückkommen gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG sowohl
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auf die Verfügung vom 29. Dezember 2009 als auch auf die Verfügung vom 18. Januar
2010 (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2014, 9C_258/2014, E. 6.2).
Angesichts dessen, dass erst mit dem Medas-Gutachten vom 20. September 2014
(act. G 18.1) hinsichtlich des Vorliegens eines prozessualen Revisionsgrundes
hinreichende Sicherheit für die Beschwerdegegnerin bestanden hat, wurden sowohl die
relative als auch die absolute Verwirkungsfrist gewahrt. Die Beschwerdeführerin bringt
denn auch nichts Gegenteiliges vor, sondern hält ausdrücklich fest, dass die "neuen
Erkenntnisse" erst ab September 2014 vorlagen (act. G 23, Rz 2).
3.
Da ein prozessualer Revisionsgrund zu bejahen ist, obliegt der Beschwerdeführerin die
Beweislast für das Vorliegen einer rentenbegründenden Invalidität (Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 28. Mai 2014, IV 2011/355, E. 3.2).
3.1 Gestützt auf das Medas-Gutachten und die darin "spätestens" ab 1. Januar 2010
bescheinigte vollständige Arbeitsfähigkeit (act. G 18.1, S. 56 f.), besteht - unter
allfälliger Berücksichtigung der dreimonatigen Anpassungsfrist im Sinn von Art. 88a
Abs. 1 IVV - spätestens ab 1. April 2010 kein Rentenanspruch mehr. Weder aus den
Akten noch den Ausführungen der Parteien ergeben sich Zweifel an der gutachterlichen
Einschätzung. Die Beschwerdegegnerin weist zutreffend darauf hin (act. G 34, Rz 1),
dass die Beschwerdeführerin die von den Medas-Gutachtern bescheinigte
Arbeitsfähigkeit anerkennt (act. G 32, Rz 11).
3.2 Betreffend den davor liegenden Zeitraum gilt es zu beachten, dass die Medas-
Gutachter einen im Nachgang zum Unfallereignis vom 21. Oktober 2006 eingetretenen,
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychischen Gesundheitsschaden lediglich für
möglich hielten ("möglicherweise", act. G 18.1, S. 56 Mitte). Zusätzlich nahmen sie den
Hinweis vor, "allerdings muss daran gezweifelt werden, ob wirklich jemals eine
Anpassungsstörung und schwere depressive Episode" bestanden habe, zumal im
Rahmen dieser Begutachtung eine klare Simulation kognitiver Beeinträchtigungen habe
aufgezeigt werden können. Der letztlich gezogene Schluss, dass (vorübergehend) ab
21. Oktober 2006 bis "spätestens" 31. Dezember 2009 rentenrelevante
Arbeitsunfähigkeiten bestanden haben, stützt sich ausdrücklich allein auf den
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Grundsatz "in dubio pro reo" (act. G 18.1, S. 56), der im sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren unzulässig ist (siehe vorstehende E. 2.3.3). Dem Medas-Gutachten kann
demnach nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Annahme entnommen
werden, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis vom 21. Oktober 2006
in rentenbegründenden Ausmass arbeitsunfähig gewesen ist. Dasselbe gilt für die
übrige Aktenlage, insbesondere die bis zum Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenverfügungen aufgelaufenen medizinischen Stellungnahmen, die von den Medas-
Gutachtern schlüssig als widersprüchlich bezeichnet wurden (widersprüchliche
Aktenlage, widersprüchliche anamnestische Angaben und widersprüchliche objektive
Befunde mit Diskrepanzen; act. G 18.1, S. 56).
4.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin die ursprünglichen
Rentenverfügungen vom 29. Dezember 2009 und 18. Januar 2010 zu Recht mittels
prozessualer Revision aufgehoben (Dispositiv-Ziff. 1) und das ursprüngliche
Rentengesuch (nachträglich) abgewiesen (Dispositiv-Ziff. 2 von der
Beschwerdegegnerin irrtümlicherweise als Feststellungsentscheid formuliert, IV-
act. 133). Weder Gegenstand der angefochten Verfügung noch der Beschwerde vom
5. September 2013 bildet die sich (erst) mit Blick auf die Rückerstattung stellende
Frage, ob und gegebenenfalls für welchen Zeitraum allenfalls widerrechtlich bezogene
Leistungen gemäss den Vorgaben von Art. 25 ATSG von der Beschwerdeführerin
zurückzubezahlen sind (siehe hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014,
8C_203/2014, E. 2.3; vgl. auch vorstehende E. 2.2), weshalb sich Ausführungen hierzu
mangels Anfechtungs- und Streitgegenstands erübrigen.
5.
Im Verfahren IV 2014/11 ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren umstritten und nachfolgend zu prüfen.
5.1 Die Beschwerdeführerin ersuchte im gegen den Vorbescheid vom 5. April 2013
erhobenen Einwand vom 6. Mai 2013 um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (IV-act. 129). Die Beschwerdegegnerin wies das entsprechende
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Gesuch der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 11. November 2013 mit der
Begründung ab, es mangle an der sachlichen "Gebotenheit", Notwendigkeit und
Bedürftigkeit. Sodann seien die Rechtsbegehren aussichtslos gewesen (IV-act. 144). In
der Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2014 ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass
ein rechtsmissbräuchliches Prozessieren vorliege, das der Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren entgegenstehe (act.
G 3, Rz 10).
5.2 Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand. Beim Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV handelt es sich um einen
"eigentlichen Pfeiler des Rechtsstaates" (BGE 132 I 214 E. 8.2).
5.3 Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein unentgelt
licher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG).
Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung sind (in
Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle Bedürftigkeit, die fehlende
Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung (vgl. BBl 1999 4595). Den
höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll insofern Rechnung getragen
werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend zu prüfen ist. Dabei wird auf
die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase abgestellt (BBl 1999 4595;
vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 2009, 9C_816/2008,
E. 4.1).
5.4 Das vom Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung betroffene
Verwaltungsverfahren zeichnet sich offenkundig durch eine hohe Komplexität aus. So
ging es nicht um eine erstmalige Leistungszusprache, sondern umstritten war die Frage
des zulässigen Zurückkommens auf eine ursprüngliche, in Rechtskraft erwachsene und
mehrere Jahre zurückliegende Rentenzusprache im Rahmen einer prozessualen
Revision. Des Weiteren waren die Zulässigkeit einer Observation sowie die Würdigung
deren Ergebnisse zu beurteilen, ohne dass eine umfassende, die
Observationsergebnisse schlüssig würdigende versicherungsexterne medizinische
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Stellungnahme in den Akten lag. Die Komplexität der Sach- und Rechtslage wird durch
den überdurchschnittlichen, 5-seitigen Umfang des Vorbescheids und den schweren
Eingriff in die Existenzgrundlage der Beschwerdeführerin bestätigt (IV-act. 129). Allein
schon diese Verhältnisse machen den Beizug eines rechtskundigen Vertreters
erforderlich.
5.5 Im Vordergrund des vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verfassten
Einwands stand die Aufhebung des Vorbescheids bzw. sinngemäss der Antrag, von
der in Aussicht gestellten Verfügung (Aufhebung Rentenleistungen) sei abzusehen.
Eventualiter sei ein interdisziplinäres Obergutachten einzuholen (IV-act. 129-2).
Entscheidend ist, dass ein Observationsbericht für sich allein keine sichere Basis für
Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person bildet. Er kann diesbezüglich höchstens
Anhaltspunkte liefern oder Anlass zu Vermutungen geben. Sichere Kenntnis des
Sachverhalts kann in dieser Hinsicht erst die ärztliche Beurteilung des
Observationsmaterials liefern (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2013,
9C_491/2012, E. 4.1.1 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Zum Zeitpunkt des
Einwands und bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung lag indessen keine, das
Observationsmaterial würdigende und umfassende, insbesondere fachpsychiatrische,
Einschätzung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin vor. Angesichts dieser Umstände und namentlich mit Blick auf die
erwähnte Rechtsprechung erscheinen entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin (act. G 3 im Verfahren IV 2014/11) weder der Hauptantrag noch
der genannte Eventualantrag des Einwands aussichtslos oder rechtsmissbräuchlich
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2014, 9C_258/2014, E. 7). Im
Übrigen legt die Beschwerdegegnerin weder dar noch ist ersichtlich, inwiefern der
Umstand des Beizugs von Rechtssachverstand im vorliegenden Fall zu einem
Rechtsmissbrauch führt. Denn der Rechtsvertreter sorgte im hier zu beurteilenden Fall
allein für eine professionelle Wahrnehmung der der Beschwerdeführerin zustehenden
Rechte.
5.6 Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ebenfalls unter dem Aspekt der Bedürftigkeit. Der "Mandant"
besitze nach eigenen Angaben in N._ ein Haus (IV-act. 144).
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5.6.1 Eine Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf, wie sie vor der
Verfügung vom 11. November 2013 bestanden haben, ergibt, dass die anrechenbaren
monatlichen Auslagen (etwa Grundbetrag der Familie von Fr. 3'582.-- [{Fr. 1'780.--
+ Fr. 575.-- + Fr. 400.--} x 1.3] und Mietzins samt Nebenkosten von Fr. 1'342; IV-
act. 130-1 und act. G 2) die Einkünfte (Fr. 4'191.25 [IV-act. 130] bzw. Fr. 4'371.-- [act.
G 2]) übersteigen. Da für die Bezahlung eines Rechtsbeistands somit kein freies
Einkommen resultiert, ist die Vermögenssituation zu prüfen.
5.6.2 Nach der Rechtsprechung ist der gesuchstellenden Person grundsätzlich
zumutbar, ihr Vermögen anzugreifen, soweit dieses einen angemessenen
"Notgroschen" übersteigt. Insbesondere darf von einem Grundeigentümer verlangt
werden, einen Kredit auf sein Grundstück aufzunehmen, soweit dieses noch belastet
werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2012, 9C_844/2012, E. 3.4).
Bei der Festsetzung des Notgroschens ist nicht von einer allgemein gültigen Pauschale
auszugehen. Vielmehr sind die gesamten persönlichen und finanziellen Verhältnisse der
gesuchstellenden Person zu berücksichtigen. Gesichtspunkte, welche die
Lebenssituation als besonders schwierig erscheinen lassen, können einen höheren
Betrag rechtfertigen. Anderseits lässt eine einigermassen gesichert erscheinende
Ausgangslage zu, die erforderliche Reserve für aussergewöhnliche Ausgaben niedriger
anzusetzen (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2010, 8C_257/2010, E. 2.2 am
Schluss mit Hinweis; vgl. ferner Richtlinien des Kantonsgerichts zur unentgeltlichen
Rechtspflege im Zivilprozess und für die Privatklägerschaft im Strafprozess vom Mai
2011, Ziffer 2.3).
5.6.3 Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung gab die Beschwerdeführerin
folgende Vermögenswerte an: Bankkonti im Betrag von Fr. 80.-- und Fr. 39'647.--, ein
Motorfahrzeug mit einem Wert von Fr. 9'000.-- sowie ein Haus des Ehegatten in N._
mit einem Wert von ca. Fr. 50'000.--. Dem standen Schulden bei den Schwiegereltern
im Betrag von Fr. 9'500.-- gegenüber (act. G 2). Das Bankkonto im Betrag von
Fr. 39'647.-- war per 11. April 2012 durch die Staatsanwaltschaft O._ gesperrt
worden (die Kontosperre wurde mit Entscheid des Kreisgerichts M._ vom 2. März
2015 aufgehoben, act. G 27) und stellte damit kein verfügbares bzw. anrechenbares
Vermögen dar. Was das geerbte, gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 40-jährige
Haus des Ehegatten (act. G 1, Rz 19 im Verfahren IV 2014/11) anbelangt, so gilt es zu
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berücksichtigen, dass eine Liegenschaft, obwohl sie meist einen deutlichen
Aktivenüberschuss bewirkt, den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege nicht
automatisch entfallen lässt. Denn die in Grundstücken gebundenen Mittel können
regelmässig nicht kurzfristig zur Prozessfinanzierung verfügbar gemacht werden. Von
der Möglichkeit einer hypothekarischen Belastung sollte nur zurückhaltend Gebrauch
gemacht werden, da die Verpflichtung, Schulden einzugehen, dem Zweck der
unentgeltlichen Rechtspflege widerspricht, zumal eine Belastung
einkommensmindernde Kreditzinsen nach sich zieht (vgl. zum Ganzen Stefan
Meichssner, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel
2008, S. 87). Entscheidend ist vorliegend, dass angesichts der minimalen Einkünfte,
der (damaligen) Stellenlosigkeit des Ehegatten und der die Einkünfte erheblich
überschiessenden Auslagen (vgl. vorstehende E. 5.6.1) nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass eine Bank zwecks
Prozessfinanzierung eine hypothekarische Belastung für das 40-jährige Haus in N._
gewährt hätte. Anhaltspunkte für einen zumutbaren und erfolgreichen Verkauf der
Liegenschaft zwecks kurzfristiger Prozessfinanzierung bestehen angesichts der
konkreten, von der Beschwerdegegnerin unbestritten gebliebenen Verhältnisse (act.
G 1, Rz 19 im Verfahren IV 2014/11) keine. Die Bedürftigkeit während des
Vorbescheidverfahrens ist damit ausgewiesen und es kann offen bleiben, wie hoch der
Notgroschen zu beziffern ist.
5.6.4 Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren waren demnach ab Antragstellung
(6. Mai 2013, IV-act. 129) erfüllt.
6.
6.1 Die Beschwerde im Verfahren IV 2013/432 betreffend Rente ist abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren IV 2013/432 ist kostenpflichtig. Die Kosten werden
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von
Fr. 1'000.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit wegen des
überdurchschnittlichen Aufwands als angemessen. Der unterliegenden
bis
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Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege war die Beschwerdeführerin von der Leistung
eines Kostenvorschusses befreit; da ab April 2015 keine prozessuale Armut mehr
anzunehmen ist (vgl. nachfolgende E. 6.3), hat sie die Gerichtskosten zu bezahlen.
6.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2013/432. Da die
Beschwerdeführerin spätestens ab anfangs April 2015 wieder über das ehemals
gesperrte Bankkonto mit einem Saldo von Fr. 39'607.-- verfügen konnte, ist ab diesem
Zeitpunkt die Anspruchsvoraussetzung der Bedürftigkeit zu verneinen (zur zusätzlich
inzwischen verbesserten Einkommenssituation siehe act. G 32.1). Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
den überdurchschnittlichen Aufwand aufgrund mehrfachen Schriftenwechsels sowie
der Würdigung des vom Kreisgericht M._ eingeholten Medas-Gutachtens vom
20. September 2014 eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- für die
Aufwendungen bis anfangs April 2015 angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2013/432 pauschal mit
Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
6.5 In Gutheissung der Beschwerde im Verfahren IV 2014/11 ist die Verfügung vom
11. November 2013 betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren aufzuheben. Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Vorbescheidverfahren ab 6. Mai 2013 zu bewilligen und
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Rechtsanwalt Josef Jacober zum unentgeltlichen Vertreter zu ernennen. Zur
Festsetzung und Ausrichtung der Entschädigung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.6 Bei Streitigkeiten betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es
sich im Beschwerdeverfahren IV 2014/11 nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-
Leistungen" handelt, findet die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 IVG keine
Anwendung (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012,
IV 2010/270, E. 6.4).
6.7 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin im Verfahren
IV 2014/11 Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der Bedeutung und dem Aufwand
der Streitsache angemessen erscheint für das Verfahren IV 2014/11 eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Die Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung erübrigt sich bei diesem Prozessausgang für das Verfahren
IV 2014/11.