Decision ID: 72ed0bb8-3869-4536-98ea-d019c3183855
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, war bei der
Y._
AG mit unregelmässigen Arbeitseinsätzen als Koch angestellt und damit bei der Suva versichert, als er sich am 1
9.
November 2019
beim Betreten einer Rolltreppe den rechten Fuss verletzte (
Urk.
10/1
).
Nach getätig
ten Abklärungen stellte die Suva
die bis dahin erbrachten
Leistungen mit Verfügung vom
8.
Januar 2020
per
1
3.
Januar 2020
ein und verneinte einen
A
nspruch
auf weitere Versicherungsleistungen (
Urk.
10/27).
Die vom zuständigen Krankenversic
herer
(
Urk.
10/35
)
sowie die vom
Versicherten am
6.
Februar 2020 erhobene Einsprache (
Urk.
10/45) wies die Suva
am
2
2.
Juli 2020
ab (Urk.
10/63
=
Urk.
10/
64
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
1
0.
September 2020
Beschwerde (Urk. 1) geg
en den
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Juli 2020 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei auf
zuheben und es seien ihm auch über den 1
3.
Januar 2020 hinaus die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu gewähren, namentlich Unfalltaggelder (S. 2
Ziff.
1), eventuell sei eine unabhängige externe Begutachtung betreffend Kausalität und Arbeitsfähigkeit zu veranlassen (S. 2
Ziff.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Oktober 2020 (
Urk.
9) beantragte die Suva
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer am 2
1.
Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
19
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170180
Unfallbegriff, Gesetzestext
08.2018
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Gesetzestext, gültig ab 1.1.2017
08.2018
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Un
fallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kra
nk
heiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei fol
genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c),
Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen
(
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h
). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
UV170230
Unfallähnliche Körperschädigung, Listenverletzung, gesetzliche Vermutung der Leistungspflicht, Befreiung von der Leistungspflicht, gültig ab 1.1.2017
12.2019
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Ver
mutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vor
wiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss BGE 146 V 51 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zu
letzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallver
si
cherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beur
teilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind so
mit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweis
kräf
tige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend,
das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Ele
menten, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unwei
gerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
UV170230
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
UV170060
Kausalzusammenhang natürlich, Vorzustand krankhaft, Beweiswürdigung
01.2015
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76). Diese Beweis
grund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
UV170060
1.5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
UV170510
1.6
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
UV170530
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen En
tscheid (Urk. 2) davon aus,
gemäss Beurteilung durch Kreisarzt Dr.
Z._
werde die Frage, ob der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe und ob insbesondere der Schaden, welcher operiert werde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sei, verneint. Der Gesundheitszustand, wie er auch ohne Unfall vorliegen würde, sei nach vier bis sechs Wochen erreicht gewesen (S. 6 f.).
Ge
stützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen könne mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Sehnenläsion und die über den
3.
Januar 2020 hinaus bestehenden Fussbeschwerden rechts nicht
auf das Ereignis vom 1
9.
November 2019 zurückzuführen seien (S. 8).
Es müsse davon ausgegangen werden, dass d
ie diagnostizierte Sehnenläsion
nicht durch das Ereignis vom 1
9.
November 2019 verursacht worden sei. Damit müsse auch als erstellt gelten, dass dieser Gesundheitsschaden zu mehr als 50
%
auf Ab
nützung oder Erkrankung zurückzuführen sei, weshalb die Vermutung der Leis
tungspflicht gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG umgestossen sei (S. 9)
. Zusammenfassend sei ein Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1
9.
November 2019 und der diagnostizierten Sehnenläsion zu verneinen. Die Folgen der Distorsion und Kontusion seien als ausgeheilt zu betrachten. Daher seien die bisherigen Versicherungsleistungen einzustellen und die Ansprüche auf weitere Versiche
rungsleistungen abzulehnen (S. 9).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Stand
punkt (Urk. 1),
die Einschätzung von
Dr.
Z._
sei offensichtlich eine versiche
rungsinterne Beurteilung und ein reiner Akten-Bericht (S. 6).
Dieser
sei zum Urteil gelangt, dass in der Zusammenschau der MRI-Bildgebung zeitnah zum Ereignis und der ana
tomisch exakt zuordenbaren Region der Läsion anhand des Opera
tionsberichts ausgeschlossen werden könne, dass hier ein spitzflächiger direkter Kontakt zwischen Sehne und Rolltreppe überwiegend wahrscheinlich sei
(S. 7)
.
Sein behandelnder Arzt
Dr.
A._
weise
hingegen
darauf hin, dass die Beschrif
tung
des MRI-Schnittbildes
durch
Dr.
Z._
falsch und deshalb irreführend sei.
Weiter führe
Dr.
A._
aus, die Behauptung, wonach eine scharfkantige Ver
letzung die
Peroneus
longus
Sehne nicht allein verletzen könne, ohne auch die
Peroneus
b
revis
Sehne zu schädigen, sei nicht begründet.
Die
P
eroneus
longus
Sehne habe eine sehr exponierte Lage am
Rückfuss
lateral. Sodann habe
d
er
Beschwerdeführer
zwar einen vorbestehenden Längssplitt der Sehne gehabt, diese seien aber sehr oft asymptomatisch. Die Beschwerden seien nicht auf den Längs
splitt zurückzuführen, sondern auf die zusätzliche akute Verletzung der
Peroneus
longus
Sehne, welche zweifelsfrei durch das schädigende Trauma vom 1
9.
November 2019 verursacht worden sei
(S. 8)
.
Zuletzt weise
Dr.
A._
darauf hin, dass hinlänglich bekannt sei, dass ein scharfkantiges Trauma sehr wohl zu einer Sehnenverletzung führen könne, ohne gleichzeitig eine offene Verletzung der Haut zu bewirken. Das werde als geschlossene traumatische Sehnen
durch
trennung bezeichnet. Zusammenfassend weise die Beurteilung
durch
Dr.
Z._
Mängel in Anatomie und MR-Diagnostik auf (S. 8 f.).
Folglich sei auf die schlüssige Beurteilung
durch
Dr.
A._
abzustellen, womit im Hauptstandpunkt von einer erstellten Kausalität der Beschwerden nach dem
3.
Januar 2020 zum Unfall vom 1
9.
November 2019 und einer andauernden Leistungspflicht ausge
gangen werde (S. 9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 13. Januar 2020.
3.
3.1
Die
MRI-Untersuchung des
oberen Sprunggelenks (OSG) nativ rechts
vom 2
7.
November 2019 ergab eine geringe Traumatisierung des lateralen Bandappa
rates am OSG
mit Partialruptur des Ligamentum
talofibulare
anterius
und Liga
mentum
fibulokalkaneare
, einen Längssplit der Sehne des
Peroneus
longus
mit vermehrtem Erguss in der Sehnenscheide, intakte
ossäre
Strukturen, ein diffuses Weichteilödem kaudal vom
Malleolus
lateralis
sowie an der lateralen
Fussbe
ran
dung
sowie gering bis mässig vermehrte
n
Erguss im OSG
und
USG (Urk. 10/20).
3.2
Dr.
med. A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Fusschirurgie,
Gelenkzentrum
B._
,
berichtete am 1
0.
Dezember 2019 (
Urk.
10/10)
über die Konsultation des Beschwerdeführers vom gleichen Tag und nannte folgende Diagnosen:
-
Verdacht auf hochgradige Läsion sowohl der
Peroneus
brevis
wie auch der
Peroneus
longus
Sehne rechts
-
Status nach Rückfussdistorsion mit direkter Kontusion
inframalleolär
lateral rechts am 1
9.
November 2019
Er führte aus,
der Beschwerdeführer
berichte
über
ein Distorsionstrauma auf einer Rolltreppe, wo es neben dem
Supinationsereignis
auch direkt zu einer Kontusion der spitzzackigen Trittkante im Bereich des Rückfusses lateral rechts gekommen sei. Initial habe er noch belasten können, nach einigen Stunden seien massive Schmerzen aufgetreten sowie eine Schwellung und auch ein Hämatom
(S. 1)
.
Bei Zustand nach
Rückfussdistorionstrauma
rechts und Kontusion durch eine scharfe Trittkante einer Rolltreppe am lateralen
Rückfuss
habe sich der Beschwerdeführer eine hochgradige Läsion im Bereich der
Peronealsehnen
-Loge zugezogen. In diese
r
Situation, wo es um allenfalls eine Operationsindikation gehe, sei eine MRI-Untersuchung in Bauchlage zu wiederhole
n (S. 2).
3.3
Die MRI-Untersuchung des
oberen Sprunggelenks (OSG) nativ rechts vom 1
8.
Dezember 2019
ergab ein
en
langstreckige
n
Längsriss der
Peroneus
longus
Sehne von
retromalleolär
bis zum Os
cuboideum
reichend, eine regelrechte Dar
stellung der
Peroneus
brevis
Sehne sowie der Flexoren und
Extensorensehnen
, eine reaktive Tendovaginitis der
Peroneus
longus
mehr als der
Peroneus
brevis
Sehne
,
eine
ossäre
Stressreaktion am prominenten
Tuberculum
peroneale
ohne Nachweis von Frakturen, eine leichte Ausdünnung des
anterioren
talofibularen
und
calcaneofibularen
Ligamentum am lateralen OSG, Differentialdiagnose Status
nach Partialruptur, sowie eine intakte vordere und hintere
Syndesmose
sowie
einen
mediale
n
Bandapparat
(
Urk.
10/19).
3.4
Dr.
A._
berichtete am 1
8.
Dezember 2019
über die Besprechung der MRI-Untersuchung
(
Urk.
10/21)
und führte aus, die Läsion der
Peroneus
longus
Sehne werde kaum spontan ausheilen. In diese
r
Situation sei die Indikation für ein operatives Vorgehen klar gegeben.
3.5
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewe
g
ungsapparates, Suva-Kreisarzt, nahm am 2
3.
Dezember
2019 Stellung (
Urk.
10/22
) und führte aus,
der Unfall habe nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt. Bildgebend hätten keine strukturellen Läsionen, welche nach derzeitigem medizinischem Wissensstand überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien, dargestellt werden. Es handle sich nach derzeitigem medizinischem Wissensstand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um bereits vor dem Ereignis vorhandene
pathologische Veränderungen, welche vorübergehend verschlimmert worden seien
. Der Gesundheitszustand, wie er auch ohne Unfall vorliegen würde, sei nach vier bis sechs Wochen erreicht gewesen, der Status quo sine nach Prellung/Zerrung.
3.6
Suva-Kreisarzt
Dr.
Z._
nahm am
7.
Januar 2020 Stellung (
Urk.
10/26)
, wiederholte seine Ausführungen vom 2
3.
Dezember 2019 und fügte an, dass es sich bei einer
Peronaealsehne
um eine Gleitsehne handle, welche als
Zugsehne
funktioniere. Bei einer Zug- und Gleitsehne
komme es am knöchernen Umlenk
punkt häufig zu Strukturveränderungen, welche im Verlauf durch mikromecha
nische Belastungen zu einer Texturstörung, Tendovaginitis,
Tendinose
und zu einem Längssplitting führen könnten. Die zuvor fest miteinander verbundenen Längsfasern lösten sich aus ihrem Verbund und es entstünden mikroskopische Risse in den Querverbindungen zwischen den Längsfasern, und ähnlich wie bei einer Nylonstrumpfhose komme es im Verlauf zu einem Längssplitting, einer Laufmasche sehr ähnlich von der Entstehungsgeschichte.
Auf mikroskopischer Ebene handle es sich um eine periodische Überlastung, welche zum Zelltod führe, sofern die körpereigenen Reparationskräfte in der Lage seien
,
dies zu kompen
sieren, komme es zu einer Reparation. Bei Versagen der Reparation komme es im Verlauf zu einer sogenannten Degradation des Zellverbundes und es entwickle sich eine
Tendinopathie
. Synonymbegriffe seien die
Tendinose
und die Textur
störung. Zusammenfassend handle es sich bei der
Peronaealsehne
um eine Zug- und Gleitsehne, welche
in der kritischen Zone am
Malleolus
lateralis
eine Zug
richtungsänderung um 90° durchführen
müsse,
und
es
an dieser Stelle
zu einer
Tendinose
mit Luxationstendenz und im Verlauf Längssplitting
der
Peronaeal
sehnen
kommen
könne
, wie im gegenständlichen Fall die
Peroneus
longus
Sehne betreffend.
D
iese 90°-Umleitung der Zugrichtung führe dazu, dass Sehnen-Splitting die häufigste Krankheit neben der Tendovaginitis/Sehnenscheidenent
zündung der
Peronaealsehnen
sei.
Bei b
ildgebend fehlenden
signifikante
n
Begleitverletzungen der stabilisierenden Bänder
des oberen und unteren Sprunggelenks
und bei fehlenden degenerativen
Veränderungen im oberen und unteren Sprunggelenk
und fehlenden
Frakturen
im gegenständlichen Fall und in der Vergangenheit müsse somit mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es sich beim Längs
splitting um eine Krankheit der
Peroneussehne
handle
.
Der
G
esundheitszustand
,
wie er auch ohne Unfall vorliegen würde, sei nach
vier
bis
sechs
Wo
chen
erreicht
gewesen, der
Status quo sine nach Prellung/Zerrung
(S. 3 f.)
.
3.7
Dr.
A._
berichtete am 1
0.
Januar 2020 über
die gleichentags durchgeführte Revision der
Peronealsehnen
-Loge
mit
Debridement
und distaler Tenotomie der
Peroneus
longus
Sehne und Transfer der
Peroneus
longus
Sehne auf die
Peroneus
brevis
Sehne rechts
(
Urk.
10/39)
und nannte als Diagnose eine umschriebene Läsion der
Peroneus
longus
Sehne
inframalleolär
rechts sowie eine wahr
schein
lich vorbestehende partielle Längsläsion der
Peroneus
longus
Sehne rechts.
3.8
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
3.
Januar 2020 (
Urk.
10/41), nannte als Diagnose einen Längssplit der
Peroneus
sehne
rechts und führte aus,
der Beschwerdeführer habe sich am 2
0.
November 2019 erstmalig in der Praxis vorgestellt, nachdem er auf der Treppe gestürzt sei und sich dabei den rechten Fuss/Knöchel verdreht habe.
Da klinisch kein Anhalt für eine knöcherne Verletzung bestanden habe, sei der Knöchel immobilisiert sowie Krücken und NSAR verordnet worden. Bei der Kontrolle am 2
5.
November 2019 sei es aus Sicht des Beschwerdeführers zu keiner wesentlichen Besserung gekommen, weswegen unter der Fragestellung einer Bandruptur ein MRI beauf
tragt worden sei. Dieses habe eine Längsruptur der
Peroneus
longus
Sehne gezeigt. Der Befund sei am 2
9.
November 2019 mit dem Beschwerdeführer be
sprochen worden
sowie eine Überweisung an
Dr.
A._
zur Weiterbehandlung erfolgt.
3.9
Dr.
A._
berichtete am 2
0.
Februar 2020 (
Urk.
10/48)
und führte aus, rund sechs Wochen nach der durchgeführten Operation erfolge eine erneute klinische Kon
trolle. Bisher sei der Beschwerdeführer im
Vacoped
gut mobil und habe kaum mehr Beschwerden. Die Physiotherapie werde besucht, er mache gute Fortschritte. Es zeige sich eine reizlos abgeheilte Wunde, welche noch deutlich induriert, je
doch nicht wesentlich verdickt sei.
Die Rückfussmotilität sei noch eingeschränkt, die aktive
Fuss
e
version
sei jedoch bereits recht gut möglich. Die Prüfung der Sen
sibilität zeige im distalen Narbenanteil eine Missempfindung, ansonsten bestehe jedoch eine vollständig erhaltene Berührungsempfindlichkeit.
Der Be
schwerde
führer dürfe nun auf eine Schnürbandage übergehen. Als Koch sei er weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführer habe vor einigen Tagen ein Schreiben der Krankenkasse erhalten, wonach auch diese nach Sichtung der Unterlagen die aktuelle Problematik als unfallfremd taxiere und eine Kosten
gutsprache erteilt habe.
Die Krankenkasse habe, wie es scheine, die Argu
men
tation der Suva übernommen, wonach es sich bei der bestehenden Problematik nicht mehr um Folgen des Unfallereignisses vom 1
9.
November 2019 handle. Wer aufmerksam die Anamnese erhebe, lerne, dass der Unfallmechanismus nicht einem Distorsionstrauma entsprochen habe, sondern in erster Linie einer direkten Kontusion des Rückfusses lateral und werde somit nicht der Argumentation von
Dr.
Z._
folgen. Ebenso spreche der intraoperative Befund mit lokaler Ver
narbung
im Bereich der Kontusion (mit Verletzung der
Peroneus
longus
Sehne direkt unterhalb des
Tuberculum
peroneale
) für die Unfallgenese und stütze in keiner Weise die Ansicht von
Dr.
Z._
, welcher degenerative Veränderungen der
Pe
r
oneus
longus
Sehne am lateralen
Hypomochlion
des Os
cuboideum
be
schreibe.
3.10
Dr.
A._
berichtete am
2.
April 2020 (
Urk.
10/55) und führte aus, knapp drei Monate nach der durchgeführten Operation erscheine der Verlauf durchaus frist
gerecht. Wahrscheinlich sei es zu einer relativen Überlastung durch die konse
quent durchgeführten Aufbauübungen gekommen, was die erneuten Belastungs
schmerzen durchaus zu erklären vermöge. Somit werde empfohlen, diese Balan
ceübungen zu reduzieren und dem Fuss noch Zeit zur Ausheilung zu geben. Die
Vorfussschmerzen insbesondere am Grosszehengrundgelenk seien möglicher
w
eise verursacht durch eine Fehlbelastung und könnten zu einer beginnenden
Sesamoi
dalarthrose
passen. Es würden deshalb anlässlich einer geplanten Verlaufskon
trolle auch Röntgenaufnahmen des Fusses durchgeführt.
3.11
Suva-Kreisarzt
Dr.
Z._
berichtete am
7.
April 2020 (
Urk.
10/54) und führte
zur Argumentation von
Dr.
A._
aus,
dieser beziehe sich
auf
den
Kontakt mit «
der
spitzzackigen Trittkante
(der
Rolltreppe)
»
im Bereich des Rückfusses lateral
. Dass diese
spitze Kante
überwiegend wahrscheinlich eine punktgenaue
isolierte Schädigung der
Peroneu
s
longus
S
ehne unter vollständiger Schonung der in der gleichen Region verlaufenden
Perone
us
brevis
S
ehne herbeiführe, lasse sich anatomisch nicht begründen,
da die Region der
Peroneus
longus
Sehne, welche chirurgisch behandelt worden sei, von
vorgelagerten intakten Strukturen ge
schützt
liege
, insbes
ondere
von
handelsüblichen
Konfektionsschuhen.
In der Zusammenschau der MRI-Bildgebung zeitnah zum Ereignis und der anatomisch exakt zuordenbaren Region der Läsion anhand de
s
Operationsberichts könne aus
geschlossen werden, dass hier ein spi
tzflächiger direkter Kontakt zwischen Sehne und Rolltreppe
überwiegend wahrscheinlich sei. Das MRI-Schnittbild gehe durch das Würfelbein/Os
cuboideum
, gelber Pfeil, der gelbe Strich zeige den Längssplitt der
Peroneus
longus
Sehne, der rote Pfeil zeige die Höhe des Oberrandes von Konfektionsschuhen an. Überwiegend wahrscheinliche
typische unfallkausale Schädigungen in den umliegenden Strukturen
, so wie Blutergüsse,
bone
bruise
oder Fraktur, seien nicht
dargestellt.
Bone
bruise
sei am
Tuberculum
peroneale
objektiviert
worden
, einer Prellung dieser Struktur ent
sprechend. Die Prellung sei jedoch
nicht überwiegend wahrscheinlich geeignet,
den Sehnenlängssplit
binnen
acht
T
a
g
en
herbeizuführen.
Korrekterweise, seiner Beurteilung folgend, gebe
Dr.
A._
in seiner Operations
diagnostik auch an,
dass
«
mässige narbige Veränderungen in der Tiefe der Sehne
»
bestünden
.
Diese könnten nicht
überwiegend wahrscheinlich durch einen von aussen einwirkenden spitzen Gegenstand herbeigeführt werden, ohne die
darü
ber
liegenden
Schichten auch zu
schädigen
(S. 3)
.
Aus den Berichten von
Dr.
A._
gingen k
eine neuen med
izinischen Erkenntnisse
hervor.
Die c
hirurgisch behandelte Gesundheitsschädigung der
Peron
e
us
longus
Se
hne sei überwiegend wahrscheinlich unfallfremd und sei im Rahmen
der Ab
klä
rungen der möglichen Unfallfolgen als Zufallsbefund erhoben worden.
An der Beurteilung vom
6.
Januar 2020 werde festgehalten
(S. 4)
.
3.12
Dr.
A._
nahm
am 2
5.
August 2020
Stellung zur Beurteilung durch
Dr.
Z._
(
Urk.
3) und führte aus,
die Beschriftung des angefügten MRI-Schnittbildes
durch
Dr.
Z._
sei
falsch und daher irreführend
. Die mit dem hellen Pfeil bezeich
nete Struktur sei nicht das Würfelbein, sondern der
Calcaneus
. Der gelbe Strich zeige in Tat und Wahrheit auf eine Struktur, die sicher nicht der
Peroneus
longus
Sehne entspreche. Zudem sei in der von ihm gewählten Abbildung zwar die
Peroneus
longus
Sehne sehr wohl dargestellt, erkennbar sei jedoch hier schlicht und einfach die
schwerst
geschädigte Sehne in ihrem
subtroch
lear
en
Verlauf
entlang dem
Calcaneus
. D
ie Behauptung, eine scharfkantige Verletzung könne nicht die
Peroneus
longus
Sehne allein verletzen,
ohne auch die
Peroneus
brevis
Sehne zu schädigen,
sei nicht begründet
angesichts dere
n
sehr exponierten Lage am
Rückfuss
lateral
. Dass ein Konfektionsschuh schützen würde, sei
eine sehr gewagte Behauptung, sei sie doch offensichtlich nicht richtig, wie Beispiele zeigen würden.
Dr.
Z._
gehe immer noch davon aus, dass der Beschwer
de
führer unter dem Längssplitt gelitten habe. Tatsächlich seien diese
Längsläsio
nen sehr
oft
asymptomatisch
. D
er B
eschwerdeführer
habe unter der akuten Verletzung der
Peroneus
longus
Sehne gelitten, welche zusätzlich zum vorbestehenden Längssplitt aufgetreten sei und zwar zweifelsohne durch
das schädigende Trauma vom 1
9.
November 201
9.
D
ass ein scharfkantiges Trauma
sehr wohl
zu einer Sehnenverletzung führen könne, ohne
gleichzeitige offene Verletzung der Haut
, sei
hinlänglich
bekannt unter der Bezeichnung der geschlossenen traumatischen Sehnendurchtrennung.
Zusammenfassend müsse davon ausgegangen werden, dass
Dr.
Z._
in Anatomie und MR-Diagnostik am
Rückfuss
nicht sattelfest sei. Wegen fehlender Expertise sei seine Beurteilung irrelevant.
Er
,
Dr.
A._
, habe immer von einer Distorsion und einer gleichzeitigen Kontusion gesprochen.
4.
4.1
Es ist vorliegend
u
nbestritten
, dass beim Beschwerdeführer ein Längssplitt vor
bestehend war (
vgl. E. 3.6,
E. 3.12
).
Zur Frage der vorliegen
d
strittigen Unfallkau
salität der Fussbeschwerden erfolgte eine medizinische Beurteilung durch Kreis
arzt
Dr.
Z._
(vorstehend E.
3.5, E. 3.6, E. 3.11). Dieser legte in Kenntnis sämt
licher
V
orakten
sowie des vom
Beschwerdeführer geschilderten Unfallhergangs schlüssig un
d nachvollziehbar dar, weshalb der Status quo sine überwiegend wahrscheinlich nach vier bis sechs Wochen erreicht war und das Unfallereignis vom November 2019 lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des krankhaften Vorzu
standes geführt hat
(vorstehend E. 3.5)
. Darauf ist abzustellen.
Es bestehen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Fest
stellungen (vgl. E. 1.6). Schliesslich ist auch nicht zu beanstanden
, dass kein kreisärztliche
r Untersuch durchgeführt wurde.
Angesichts der gut dokumentierten Befunde erscheint eine Aktenbeurteilung
vorliegend
als ausreichend.
Wesentlich dabei ist, dass
bildgebend keine signifikanten Begleitverletzungen der stabilisierenden Bänder des oberen und unteren Sprunggelenks und keine dege
nerativen Veränderungen im oberen und unteren Sprunggelenk sowie auch keine Frakturen im gegenständlichen Fall und in der Vergangenheit ersichtlich war
en
(vgl. vorstehend E. 3.6
, E. 3.11
)
.
Ausgehend vom erstbehandelnden
Dr.
C._
w
urde echtzeitlich keine direkte Verletzung dokumentiert. So wurde
n
weder eine offene Hautläsion noch eine Prellmarke erwähnt
(vorstehend E. 3.8)
.
In Kenntnis des Vorzustandes sowie des geschilderten Unfallmechanismus ist die kreisärztliche Schlussfolgerung, wonach der Unfallhergang nicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe und der Unfall lediglich zu einer vorübergehenden Verschlim
me
rung des Vorzustandes geführt habe, plausibel und nachvollziehbar. Dabei wies Kreisarzt Dr.
Z._
insbesondere darauf hin, d
ass
es sich anatomisch nicht begründen lasse, dass die
spitze Kante
der Rolltreppe
überwiegend wahrscheinlich eine punktgenaue
isolierte Schädigung der
Peroneu
s
longus
S
ehne unter voll
ständiger Schonung der in der gleichen Region verlaufenden
Perone
us
brevis
S
ehne herbeiführe
,
da die Region der
Peroneus
longus
Sehne, welche chirurgisch behandelt worden sei, von
vorgelagerten intakten Strukturen geschützt
liege
.
In der Zusammenschau der MRI-Bildgebung zeitnah zum Ereignis und der anato
misch exakt zuordenbaren Region der Läsion anhand der Operationsberichts könne
ausgeschlossen werden, dass hier ein spi
tzflächiger direkter Kontakt zwi
schen Sehne und Rolltreppe
überwiegend wahrscheinlich sei.
4.2
Daran vermögen die übrigen medizinischen E
inschätzungen
durch
Dr.
A._
nichts
zu ändern.
Dr.
A._
ging im Operationsbericht vom 1
0.
Januar 2020 (vor
stehend E. 3.7)
zwar
ebenfalls von einer wahrscheinlich vorbestehenden partiellen Längsläsion der
Peroneus
longus
S
ehne aus
,
machte
hingegen
geltend, dass zweifelsohne eine zusätzliche akute Verletzung durch das schädigende Trauma vorliege. Konkrete Befunde, welche zum Schluss führen würden, dass das Ereignis vom 1
9.
November 2019 die Sehne zusätzlich ge
schädigt habe, liefert er
aber
keine.
Sodann
ist
es
richtig, dass
Dr.
A._
in seinen anfänglichen Berichten
zwar nicht nur eine Distorsion
diagnostizierte
, sondern auch eine Kontusion
erwähnte. I
m Bericht vom 2
0.
Februar 2020 (vorstehend E.
3.9)
machte
er jedoch
aus
drück
lich darauf aufmerksam
,
dass der Unfallmechanismus nicht einem
Distorsions
trauma,
sondern in erster Linie einer direkten K
o
ntusion des Rückfusses lateral
entsprochen habe
. Diesen Widerspruch vermochte
Dr.
A._
auch in seinen Aus
führungen vom 2
5.
August 2020 (vorstehend E. 3.12) nicht aufzulösen.
Ebenso wenig lieferte
Dr.
A._
e
ine
fundierte
Begründung, wie eine Kontusion mit einer scharfen Kante die Sehne schädigen könne, ohne die Haut oder
darüberliegende
Strukturen zu verletzen
.
Mit dem blossen Hinweis auf das Existieren von ge
schlossenen traumatischen Sehnendurchtrennungen, ohne s
ich näher mit den
vorliegenden
Gegebenheiten
auseinanderzusetzen
, vermag er die Beurteilung durch
Dr.
Z._
nicht zu entkräften.
Des Weiteren entspricht es gemäss konstanter Rechtsprechung einer Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_317/2019 E.
4.2.3).
Die in der Stellungnahme vom 2
5.
August 2020 hervorgehende Aus
drucks
weise sowie der Tonfall von
Dr.
A._
lassen jedenfalls Zweifel an der Objektivität aufkommen. Insgesamt sind die Beurteilungen
durch
Dr.
A._
nach dem Gesagten nicht schlüssig, um Zweifel an der
kreisärztlichen
Schlu
ssfolgerung von
Dr.
Z._
zu
er
wecken oder diese gar umzustossen.
4.3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Status quo sine hinsichtlich der ge
klagten Beschwerden am rechten Fuss überwiegend wahrscheinlich vier bis sechs Wochen nach dem Ereignis erreicht war. Es ist deshalb
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine weitere Leistungspflicht verneinte.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1
S. 2
).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aus
sichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.2
Der Beschwerdeführer ist
mittellos und a
ngesichts dessen, dass auch die übrigen persönlichen und sachlichen Vor
aus
setzungen gegeben sind, ist die unentgelt
liche Rechtsvertretung zu gewähren und Rechtsanwältin Janine
Gir
ó
n
, Zürich, zur unentgeltlichen Rechts
vertreterin zu ernennen.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin hat von der ihr eingeräumten Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (Urk.
19
Ziff. 2), keinen Gebrauch gemacht, wes
halb ihre Entschädigung nach § 7 Abs. 2 in Verbindung mit § 8 der Ver
ordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungs
gericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzulegen ist. Unter Berücksichtigung des praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 220.
(zuzüglich M
ehrwertsteuer) ist sie mit Fr. 1
'
800
.
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
)
hingewi
esen, wonach er zur Nachzahlung
der Kosten seiner Rechts
vertretung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.