Decision ID: 340cb939-5645-5093-8aae-c234b28f0e19
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 25. April 2021 um Asyl in der Schweiz
und machte dabei geltend, er sei am 29. Dezember 2004 geboren und so-
mit minderjährig.
B.
B.a Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers in der Fin-
gerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab Hinweise auf seine
Volljährigkeit, weshalb ihm die Vorinstanz am 28.April 2021 das rechtliche
Gehör zur Anpassung seines Alters gewährte.
B.b Mit Stellungnahme vom 3. Mai 2001 (datiert vom 30. April 2021)
machte der Beschwerdeführer geltend, er sei bei seiner Registrierung in
Italien am 6. Juli 2016 erst elfjährig gewesen und habe den italienischen
Behörden bereits zu diesem Zeitpunkt das Geburtsdatum (...) angegeben.
Da er damals eine hohe Körpergrösse aufgewiesen habe, hätten ihm die
Behörden sein Geburtsdatum nicht geglaubt. Der Stellungnahme legte er
eine Kopie seines Reisepasses sowie einer Geburtsbestätigung bei und
stellte in Aussicht, das Original seines Passes nachzureichen. Die Geburts-
bestätigung liege der Vorinstanz bereits im Original vor. Weiter beantragte
er, es sei eine Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende
(UMA) durchzuführen.
C.
C.a Ein Abgleich mit Eurodac ergab, dass der Beschwerdeführer bereits
am 6. Juli 2016 und 1. Februar 2018 in Italien um Asyl ersuchte.
C.b Mit Ersuchen vom 5. Mai 2021 an die italienischen Behörden bat die
Vorinstanz um Informationen zur Registrierung des Beschwerdeführers,
wobei die italienischen Behörden am 14. Mai 2021 mitteilten, dass er in
Italien unter den Personalien A._, geboren am (...), Gambia, be-
kannt sei. Weiter wurden auch die deutschen Behörden um Informationen
zu seiner Registrierung angefragt, wobei diese am 20. Mai 2021 mitteilten,
dass er unter denselben Personalien wie in Italien registriert und aufgrund
der Zuständigkeit nach Italien überstellt worden sei.
D.
Die Vorinstanz verzichtete auf die Anpassung des Geburtsdatums des Be-
schwerdeführers und führte am 12. Mai sowie am 27. Mai 2021 – in Beglei-
tung der zugewiesenen Rechtsvertretung – die Erstbefragung für UMA
D-2819/2021
Seite 3
(EB) durch. Dabei wurde er unter anderem zu seinem Alter, der Schulbil-
dung und zu den Registrierungen in Europa in der Eurodac-Datenbank be-
fragt. Sodann wurde ihm das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens
zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss VO Ver-
ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-
angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags
auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), zum
Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
sowie zur Wegweisung nach Italien und zur Anpassung seines Alters ge-
währt. Anschliessend wurde sein Alter angepasst und er wurde im weiteren
Verfahren als volljährig betrachtet.
E.
Am 27. Mai 2021 stellte die Vorinstanz ein Gesuch um Rückübernahme
des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO,
welches von den italienischen Behörden innerhalb der festgesetzten Frist
unbeantwortet blieb.
F.
Mit Verfügung vom 11. Juni 2021 (eröffnet am 14. Juni 2021) trat die Vor-
instanz auf das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der
Schweiz nach Italien an und forderte den Beschwerdeführer auf, die
Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen.
Seine Personalien seien im Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) als
A._, geboren am (...), Gambia, mit Bestreitungsvermerk, eingetra-
gen. Einer allfälligen Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung käme
keine aufschiebende Wirkung zu.
G.
Am 14. Juni 2021 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.
H.
Mit Eingabe vom 16. Juni 2021 (Datum Poststempel) reichte der Be-
schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und be-
antragte, die Verfügung des SEM vom 11. Juni 2021 sei aufzuheben und
an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese ihr Recht auf Selbsteintritt
ausübe und sich für das vorliegende Verfahren als zuständig erachte.
Eventualiter sei die Verfügung zur vollständigen Erhebung des Sachver-
D-2819/2021
Seite 4
halts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formel-
ler Hinsicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung
zu gewähren und im Sinne einer superprovisorischen Massnahme die Voll-
zugsbehörde unverzüglich anzuweisen, von seiner Überstellung nach Ita-
lien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der
aufschiebenden Wirkung entschieden habe. Es sei die unentgeltliche Pro-
zessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
zu verzichten.
I.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
17. Juni 2021 in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 1 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52
Abs. 1 VwVG).
2.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Auf einen Schriftenwechsel wurde gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG ver-
zichtet.
3.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
D-2819/2021
Seite 5
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM
ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art.
31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
5.
5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens findet grundsätzlich keine erneute
Prüfung der Zuständigkeit nach Kapitel III der Dublin-VO statt (vgl. zum
Ganzen BVGE 2017/VI/5, E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
5.3 Im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der
dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri-
terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Si-
tuation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in ei-
nem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im
Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet dem-
gegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Ka-
pitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
D-2819/2021
Seite 6
5.4 Wenn eine antragstellende Person, aus einem Drittstaat kommend, die
Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat,
ist dieser Staat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des
Antrags auf internationalen Schutz zuständig. Die Zuständigkeit endet ge-
mäss dieser Norm zwölf Monate nach dem Tag des illegalen Grenzüber-
tritts.
5.5 Erweist es sich als unmöglich, Antragstellende in den eigentlich zustän-
digen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die An-
nahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-
tragstellende in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-
gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat
als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als
zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
5.6 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
eine antragstellende Person, die in einem anderen Mitgliedstaat einen An-
trag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO auf-
zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO).
5.7 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani-
tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
ein anderer Staat zuständig wäre.
5.8 Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden Per-
son zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen, da sie die Beweislast dafür trägt, auch wenn
das SEM die entscheidrelevanten Sachverhaltsmomente von Amtes we-
gen festzustellen hat (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3; BVGE
D-2819/2021
Seite 7
2018/VI/3 E. 4.2.3 m.w.H.). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine
Abwägung aller Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der be-
treffenden Altersangabe sprechen, vorzunehmen (vgl. BVGE 2009/54
E. 4.1).
6.
6.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung der Volljährigkeit des Beschwer-
deführers fest, dass es aufgrund des Datenabgleichs in der Datenbank Eu-
rodac bereits Hinweise auf seine Volljährigkeit gebe. In der Erstbefragung
habe er angegeben, sein genaues Geburtsdatum von seinem Bruder wäh-
rend der Reise erfahren zu haben. Zudem sei das Geburtsdatum auf der
zu den Akten gelegten Geburtsbestätigung ersichtlich. Weiter habe er in
der Erstbefragung angegeben, lediglich die Koranschule besucht zu ha-
ben. Sein Heimatland habe er im Jahr 2015 im Alter von zehn Jahren ver-
lassen und sei im Juli 2016 in Italien angekommen, nachdem er von den
italienischen Behörden aus einem Boot gerettet worden sei. Zu diesem
Zeitpunkt sei er elfjährig gewesen. Die italienischen Behörden hätten ihn
jedoch als Neunzehnjährigen registriert, und er habe ihnen erfolglos er-
klärt, dass er erst elfjährig sei. 2019 habe er ihnen eine Geburtsbestätigung
vorgelegt, worauf die italienischen Behörden ihm zugesichert hätten, sein
Geburtsdatum anzupassen. Aus den Akten gehe jedoch eine erfolgte oder
in Erwägung gezogene Anpassung seines Geburtsdatums nicht hervor.
Obwohl seine Ausführungen zu seiner Schulzeit und seiner Ausreise nicht
grundsätzlich bezweifelt würden, seien diese lediglich vage und oberfläch-
lich ausgefallen. Des Weiteren sei es zu verschiedenen Widersprüchen ge-
kommen. Im Zusammenhang mit der Geburtsbestätigung habe er zuerst
angegeben, die den schweizerischen Behörden vorliegende Geburtsbestä-
tigung von einer Person, welche diese aus Gambia mitgebracht habe, im
Jahr 2019 erhalten und den italienischen Behörden danach vorgelegt zu
haben, um später – bei Ansprechen der Unmöglichkeit, ein im Februar
2021 ausgestelltes Dokument bereits 2019 vorgelegt zu haben, diese nie
erhalten zu haben. Die weitere Erklärung, in Gambia würden solche Doku-
mente jährlich ausgestellt, wirke unrealistisch. Ferner sei festzustellen,
dass die Geburtsurkunde über keine biometrischen Daten verfüge und so-
mit seine Identität nicht rechtsgenüglich überprüft werden könne. Ausser-
dem seien solche Dokumente nicht fälschungssicher und verfügten über
einen geringen Beweiswert. Dasselbe gelte für die eingereichte Passkopie.
Überdies lasse sich aufgrund seiner Schilderungen, wie er zu dem neuen
Pass gekommen sei, schliessen, dass es sich um eine Fälschung handle.
Er habe nicht nachvollziehbar darlegen können, wie er diesen erhalten
habe. Seine Erklärung, er habe seine Unterschrift auf ein Blatt geschrieben
D-2819/2021
Seite 8
und diese danach fotografiert seines Mutter gesendet, überzeuge ebenso
wenig, wie seine Ausführung, er habe kein Geld gehabt, sich das Original
des Passes zukommen zu lassen, zumal er für die Ausstellung desselben
auch Geld ausgegeben habe und das Zusenden des Originals der Geburts-
bestätigung habe bezahlen können. Mit den eingereichten Beweismitteln
habe er seine geltend gemachte Minderjährigkeit nicht belegen können.
Sodann wirke es realitätsfremd, dass er als angeblich Elfjähriger in Italien
fälschlicherweise als Neunzehnjähriger erfasst worden sein und trotz sei-
nes fünfjährigen Aufenthalts in Italien sowie dem durchlaufenen Asylver-
fahren sich erst 2021 um eine Anpassung seines Geburtsdatums bemüht
haben soll. Dem Vorhalt seiner Rechtsvertretung zu den Widersprüchen
bezüglich seiner Registrierung in Italien, es sei beim Verfassen der Stel-
lungnahme mutmasslich zu Verständigungsproblemen gekommen, könne
nicht gefolgt werden, zumal es in der Verantwortung der Rechtsvertretun-
gen liege, korrekte Angaben an das SEM zu übermitteln. Zudem seien
seine Angaben in der Stellungnahme äusserst detailliert ausgefallen. Wei-
ter sei festzuhalten, dass er im Rahmen der Erstbefragung einerseits an-
gegeben habe, den Dolmetscher gut zu verstehen und bei Unklarheiten
nachzufragen. Anderseits habe er nach der Rückübersetzung die Richtig-
keit seiner Aussagen mit seiner Unterschrift bestätigt. Insgesamt sei es ihm
nicht gelungen, seine Minderjährigkeit glaubhaft darzulegen. Auf eine
Durchführung einer Altersabklärung habe verzichtet werden können, da
bereits aus dem vorliegenden Sachverhalt eine ausreichende Gesamtwür-
digung habe vorgenommen werden können. Deshalb werde sein Geburts-
datum auf den 25. April 1997 angepasst.
Seine Darlegungen, er habe in Italien einen negativen Asylentscheid erhal-
ten, ändere nichts an der Tatsache, dass die italienischen Behörden wei-
terhin für sein Verfahren zuständig seien. Sodann würden auch keine be-
gründeten Hinweise darauf vorliegen, dass Italien seinen völkerrechtlichen
Verpflichtungen nicht nachkomme. Auch wenn er angegeben habe, die
letzten drei Monate in Italien auf der Strasse gelebt zu haben, seien keine
Hinweise darauf ersichtlich, dass er nach dem in Italien abgeschlossenen
Asylverfahren und dem mangelnden Anspruch an staatlicher Unterstüt-
zung in eine existenzielle Notlage geraten würde. Abschliessend sei fest-
zuhalten, dass aus den ärztlichen Berichten hervorgehe, dass er ein junger
gesunder Mann sei. Allfällige psychische Probleme seien keine festgehal-
ten worden. Auch wenn er in Italien über keine Aufenthaltsregelung ver-
füge, seien Notfallbehandlungen dennoch weitgehend garantiert.
D-2819/2021
Seite 9
6.2 Der Beschwerdeführer wendete dagegen ein, seine Rechtsvertretung
habe mehrmals darauf hingewiesen, dass sein Alter in Italien falsch regis-
triert worden sei. Obwohl er dort seine Geburtsbestätigung vorgelegt habe,
sei sein Anliegen, sein Alter anzupassen, ignoriert worden. Deshalb er-
staune es nicht, dass das SEM nichts davon in den betreffenden Akten
gefunden habe. Die italienischen Behörden hätten ihn in willkürlicher Weise
als Neunzehnjährigen registriert und dabei grobe Verfahrensfehler began-
gen, weshalb sein in Italien registriertes Alter nichtig sei. Zudem hätte die
Vorinstanz sich eingehender mit seiner Geburtsbestätigung auseinander-
setzen müssen. Er habe den schweizerischen Asylbehörden das Original
seiner Geburtsbestätigung und eine Passkopie zur Bestätigung seiner
Identität respektive seines Geburtsdatums abgegeben, weshalb er als min-
derjährig zu betrachten sei.
Schliesslich habe die Vorinstanz sein Alter ungenügend abgeklärt und so-
mit auch das rechtliche Gehör verletzt. Aus diesem Grund, und weil an-
sonsten ein Instanzenzug verloren gehe, werde die Rückweisung bean-
tragt oder eventualiter die Einholung einer Garantie zur Unterbringung in
einer altersgerechten Unterbringung in Italien.
6.3 Der Beschwerdeführer machte geltend, das rechtliche Gehör sei ver-
letzt worden, weil sein Alter ungenügend abgeklärt worden sei. Dieser Ar-
gumentation kann insofern nicht gefolgt werden, als dass aus den ausführ-
lichen und zutreffenden Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung nach-
vollziehbar hervorgeht, weshalb seine Minderjährigkeit bezweifelt wurde
und aus welchem Grund keine weiteren Altersabklärungen durchgeführt
worden sind. Auch dem Vorhalt, seine Geburtsbestätigung sei ungenügend
gewürdigt worden, ist der Boden entzogen und der Vorinstanz dahinge-
hend Recht zu geben, dass es sich bei der vorliegenden Geburtsbestäti-
gung weder um ein offizielles noch um ein fälschungssicheres Dokument
handelt, welches seine Identität belegen könnte. Weiter überzeugen die in
diesem Zusammenhang gemachten Ausführungen zum Erhalt derselben
ebenso wenig wie die Schilderungen zur Ausstellung seines Passes, des-
sen Kopie im Übrigen nicht auf die Echtheit überprüft werden kann und
demensprechend über einen fehlenden Beweiswert verfügt. Ohnehin ist es
fraglich, ob in Gambia sein Pass in Abwesenheit und durch eine Drittperson
ausgestellt hätte werden können, zumal er auch keine hilfreichen diesbe-
züglichen Aussagen machte. Ausserdem ist es unwahrscheinlich, dass
eine Unterschrift problemlos fotografiert und so auf einem (Original) Pass
von den gambischen Behörden übernommen wird (vgl. Akte 1094536-
27/18 [nachfolgend SEM-Akte 27/18], F4.02). Daneben fällt auf, dass seine
D-2819/2021
Seite 10
Unterschrift auf der Passkopie nicht mit derjenigen auf den schweizeri-
schen Asylakten übereinstimmt und die Schwünge der Anfangsbuchstaben
voneinander abweichen, obwohl beide zeitnah gemacht worden sein
müssten. Ferner verstrickte sich der Beschwerdeführer in verschiedene
Widersprüche, welche er auch auf Nachfrage hin nicht aufzulösen ver-
mochte, sondern sich – im Gegenteil – mit seinen nachfolgenden Erklärun-
gen in weitere Unklarheiten verwickelte (vgl. SEM-Akte 27/18, F1.06,
F2.06, F4.07, F8.01). Um Wiederholungen zu vermeiden, ist auf die detail-
lierten diesbezüglichen Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung zu
verweisen.
Schliesslich geht aus den Akten nicht hervor, dass der Beschwerdeführer
sein in Italien registriertes Alter bestritten hätte, obwohl er zwischen Juli
2016 und seiner Ausreise 2021 – also fast fünf Jahre – die Gelegenheit
dazu gehabt hätte. Es erstaunt vor diesem Hintergrund zudem, dass er vor
seiner Ausreise aus Gambia 2015 im Besitz eines Passes gewesen sein
soll, diesen während seines Asylverfahrens in Italien jedoch nie vorgelegt
hat oder sich diesen zum Belegen seiner behaupteten Minderjährigkeit hat
zukommen lassen (vgl. SEM-Akte 27/18, F4.02). Auch wäre es ihm mög-
lich gewesen, die angebliche willkürliche Vorgehensweise sowie die gro-
ben Verfahrensfehler der italienischen Behörden zu beanstanden, zumal
das italienische Asylverfahren hinreichende Verfahrensgarantien aufweist
(vgl. E. 8.2).
6.5 Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen
einer Gesamtwürdigung zum Schluss, dass nach einer Abwägung aller An-
haltspunkte sowie der vorliegenden Beweismittel, welche für oder gegen
die Richtigkeit der betreffenden Altersangabe sprechen, die unglaubhaften
Elemente überwiegen und der Beschwerdeführer seine Minderjährigkeit
weder hat rechtsgenüglich nachweisen noch glaubhaft machen können,
weshalb – in Einklang mit der Vorinstanz – der Beschwerdeführer als voll-
jährig zu betrachten ist. Es bleibt anzufügen, dass nach dem Gesagten die
Vorinstanz zu Recht auf weitere Altersabklärungen verzichtet hat.
7.
Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden grundsätzlich kein Recht
ein, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3). Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer am 6. Juli 2016 und am 1. Februar 2018 in Italien
registriert wurde und ein Asylverfahren durchlief. Am 27. Mai 2021 er-
suchte die Vorinstanz die italienischen Behörden gestützt auf die Dublin-
D-2819/2021
Seite 11
III-VO um Übernahme des Beschwerdeführers. Diese liessen das Ersu-
chen innert der vorgesehenen Frist unbeantwortet, womit sie ihre Zustän-
digkeit implizit anerkannten.
8.
8.1 In der Beschwerde werden unter Verweis auf verschiedene Quellen
mehrere Mängel in der Unterbringung und der medizinischen Versorgung
in Italien geltend gemacht. Weiter wurde moniert, dass die Aufnahmebe-
dingungen aufgrund der COVID-19-Pandemie noch prekärer geworden
seien. Ausserdem habe der Beschwerdeführer keine Möglichkeit erhalten,
sich auf prozessualem Weg gegen das Vorgehen der italienischen Behör-
den (in Bezug auf sein falsches Geburtsdatum) zu wehren. Deshalb sei
vorliegend Art. 3 EMRK verletzt worden und die schweizerischen Behörden
hätten die Pflicht zum Selbsteintritt.
8.2 Im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-
dingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische Schwachstellen
aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden
Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich
bringen würden (vgl. Referenzurteil E-962/2019 vom 17. Dezember 2019
E. 6.3).
Italien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezem-
ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-
rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne
und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien
des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni
2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung
des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-
sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-
geben. Diese Vermutung, wonach Italien seinen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nachkomme, kann durch konkrete und erhebliche Vorbringen
im Einzelfall umgestossen werden (vgl. Referenzurteil E-962/2019 vom
17. Dezember 2019 E. 5; BVGE 2011/9 E. 6, 2010/45 E. 7.5 m.w.N.).
D-2819/2021
Seite 12
Was seine Einwände in Bezug auf mangelhafte Asylverfahren respektive
ungenügende Beschwerdemöglichkeiten anbelangt, ist darauf hinzuwei-
sen, dass es dem Beschwerdeführer offen gestanden wäre, geeignete Be-
weismittel bezüglich seiner Minderjährigkeit bei den italienischen Behörden
einzureichen. Aus den Akten ist jedoch nicht ersichtlich, dass er davon Ge-
brauch machte (vgl. E.6.3, letzter Abschnitt).
8.3 Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass Italien grundsätzlich über eine
ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. statt vieler die Urteile
des BVGer E-6298/2019 vom 5. Dezember 2019 S. 12 und F-4617/2019
vom 14. Oktober 2019 E. 5.3), wobei davon ausgegangen werden kann,
dass dieser Dublin-Mitgliedstaat die Rechte aus der Richtlinie des Europä-
ischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Fest-
legung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen
Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) anerkennt und schützt. Der
Zugang für asylsuchende Personen zum italienischen Gesundheitssystem
ist über die Notversorgung grundsätzlich gewährleistet, auch wenn es in
der Praxis zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann (vgl. das Referenz-
urteil E-962/2019 E. 6.2.7). In der Erstbefragung gab der Beschwerdefüh-
rer an, er leide seit dem Tod seines Bruders unter Stress und Kopfschmer-
zen. Seine Konsultationen bei einem Psychiater in Italien seien eingestellt
worden, nachdem er aus seiner Unterkunft weggewiesen worden sei. Je-
doch wisse er nicht mehr genau, wann er zuletzt eine Therapiesitzung ge-
habt habe. Die geltend gemachten psychischen Beeinträchtigungen sind
vorliegend nicht geeignet, für den Fall ihrer Nichtbeachtung einen Verstoss
gegen Art. 3 EMRK zu begründen. Dagegen spricht auch die Tatsache,
dass er gemäss den Arztberichten vom 5. Mai und 2. Juni 2021 zwar eine
Auffrischung seiner Impfungen benötige, ansonsten eine junge gesunde
Person sei. Weiter sei ein Mangel an verschiedenen Vitaminen festgestellt
worden. Psychische Probleme machte er während beiden Konsultationen
keine geltend. Es seien auch keine weiteren Behandlungen vorgesehen.
Eine rechtlich erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung würde voraus-
setzen, dass eine schwere Erkrankung vorliegt und für die betroffene Per-
son im Falle der Abschiebung die reale Gefahr besteht, dass sich ihr Ge-
sundheitszustand – mangels angemessener medizinischer Behandlung im
Zielstaat – rasch und unwiederbringlich verschlechtert, intensive Leiden
oder eine erhebliche Verkürzung der Lebenserwartung zu befürchten wä-
ren (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Dies ist vorliegend jedoch
nicht der Fall. Das Einholen von Garantien ist nicht angezeigt.
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-6298/2019 http://links.weblaw.ch/BVGer-E-962/2019
D-2819/2021
Seite 13
8.4 Weiter beruft sich der Beschwerdeführer darauf, dass er wegen seiner
Minderjährigkeit nicht nach Italien zurückgeschickt werden könne.
Wie bereits ausgeführt, ist das SEM in der angefochtenen Verfügung zu
Recht von seiner Volljährigkeit ausgegangen (vgl. E. 6.5). Aus diesem
Grund besteht auch kein Anlass, die Vorinstanz anzuweisen, bei den itali-
enischen Behörden individuelle Garantien für eine adäquate Unterbringung
einzuholen.
8.5 Der Beschwerdeführer beantragte ferner die Anwendung der Ermes-
sensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO, respektive der – das Selbst-
eintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311),
gemäss welcher das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen auch
dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat
zuständig wäre.
Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der
Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspielraum
(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter diesem
Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten keine Hin-
weise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive Unter-
schreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb
in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen.
Nach dem Gesagten bestehen keine ausreichend begründeten Hinweise
dafür, dass der Beschwerdeführer im Fall der Rückkehr nach Italien in eine
existentielle Notlage geraten wird und daher auch kein Grund für eine An-
wendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt
Italien der für die Behandlung der Asylgesuche der Beschwerdeführerin zu-
ständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO.
8.6 Allfällige Verzögerungen aufgrund der herrschenden Situation im Zu-
sammenhang mit der COVID-19-Pandemie stellen – gemäss aktuellem
Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshindernisse dar und vermö-
gen am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern (vgl. etwa
Urteil des BVGer F-1829/2020 vom 9. April 2020 E. 5.2).
9.
Das SEM ist nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/9
D-2819/2021
Seite 14
Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-
getreten. Da er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-
sungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Italien in Anwendung
von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
10.
Aus den angestellten Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, so-
weit auf sie einzutreten ist.
11.
Mit dem vorliegenden Urteil ist der verfahrensrechtliche Antrag auf die Er-
teilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden.
12.
12.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist – ungeachtet der Tatsache, dass entgegen
den Angaben in der Beschwerdeschrift die Bedürftigkeit des Beschwerde-
führers durch keine entsprechende Bestätigung belegt wird – abzuweisen,
da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als
aussichtlos zu bezeichnen sind.
12.2 Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art.
63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
D-2819/2021
Seite 15