Decision ID: 420ceb5a-c85e-5711-8c63-cb71fc7aa0cb
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben am 22./23. April
2012 legal in die Schweiz einreisten und am 28. April 2012 im Empfangs-
und Verfahrenszentrum (EVZ) in C._ um Asyl nachsuchten,
dass das BFM am 7. Mai 2012 im EVZ C._ die Personalien der
Beschwerdeführer erhob und sie summarisch zum Reiseweg und zu den
Gründen für das Verlassen ihres Heimatlandes befragte und sie am
14. Mai 2012 anhörte,
dass die aus D._ respektive E._ stammenden Beschwer-
deführer mazedonischer Staatsangehörigkeit – der Ethnie der Roma an-
gehörend und türkischer (Beschwerdeführer) beziehungsweise mazedo-
nischer (Beschwerdeführerin) Muttersprache – in ihren Asylgesuchen im
Wesentlichen geltend machten, der Vater des Beschwerdeführers sei we-
gen seiner Mitgliedschaft zur F._ verschiedenen Problemen und
Benachteiligungen seitens Angehöriger der G._ ausgesetzt gewe-
sen, weshalb die Eltern und Geschwister des Beschwerdeführers ihre
Heimat im (...) verlassen hätten,
dass sie selber aus finanziellen Gründen nicht zusammen mit den übri-
gen Familienmitgliedern hätten ausreisen können und in der Folge ihrer-
seits Belästigungen und Beschimpfungen seitens Angehöriger der
G._ hätten erleiden müssen,
dass solche Behelligungen bereits vorgekommen seien, als sich ihre El-
tern/Schwiegereltern noch in der Heimat aufgehalten hätten,
dass sie dank der finanziellen Unterstützung von zwei Tanten das Land
hätten verlassen können,
dass das BFM mit Verfügung vom 5. September 2012 – eröffnet am
11. September 2012 – auf die Asylgesuche der Beschwerdeführer vom
28. April 2012 gestützt auf Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni
1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz
verfügte, sie – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall –
aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlas-
sen, feststellte, der Kanton H._ sei verpflichtet, die Wegweisungs-
verfügung zu vollziehen, und den Beschwerdeführern die editionspflichti-
gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,
D-4901/2012
Seite 3
dass die Vorinstanz zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids an-
führte, in den Aussagen der Beschwerdeführer befänden sich gewichtige
Ungereimtheiten und Widersprüche,
dass die Beschwerdeführer weder die Bedeutung der Abkürzungen
F._ und G._ hätten erklären können, obwohl sie angeblich
für die F._ gestimmt hätten und der Vater des Beschwerdeführers
Mitglied dieser Partei gewesen sei, und auch keine näheren Angaben zu
den Angreifern hätten geben können, obwohl sie im gleichen Dorf wie
diese gelebt hätten,
dass sich in den Schilderungen der Beschwerdeführer bezüglich des Be-
ginns der geltend gemachten Probleme und der Beschreibung eines ak-
tuellen Vorfalls kurz vor der Ausreise Widersprüche ergeben hätten, sie
diese nicht hätten plausibel erklären können und auch keinerlei Beweis-
mittel eingereicht hätten, die ihre Aussagen in irgendeiner Art stützen
könnten,
dass Mazedonien im Übrigen als verfolgungssicherer Staat gelte, wes-
halb die gesetzliche Vermutung bestehe, dass asylrelevante staatliche
Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung ge-
währleistet sei,
dass vorliegend aus den Akten keine Hinweise ersichtlich seien, welche
die widerlegbare Vermutung der Verfolgungssicherheit gemäss Art. 6a
Abs. 2 Bst. a AsylG umstossen könnten,
dass die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. September 2012 gegen
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben
und beantragten, es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben, es sei
auf ihrs Asylgesuchs einzutreten, es sei das Verfahren an das BFM zur
weiteren Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen, es sei ihnen Asyl zu ge-
währen, eventualiter sei wegen Unzulässigkeit beziehungsweise Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der
Schweiz zu gewähren, und ersuchten in prozessualer Hinsicht um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung, um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR
172.021), um Beigabe eines Anwalts im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG
sowie sinngemäss um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses,
D-4901/2012
Seite 4
dass die vorinstanzlichen Akten am 20. September 2012 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-
det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor
welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), eine solche Ausnahme im Sinne von
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG in casu jedoch nicht vorliegt und das Bundes-
verwaltungsgericht demnach endgültig entscheidet,
dass die Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind,
weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es
sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt,
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
dass das BFM den angefochtenen Nichteintretensentscheid auf der
Grundlage von Art. 34 Abs. 1 AsylG getroffen hat,
D-4901/2012
Seite 5
dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide
praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorin-
stanz zu Recht auf die Asylgesuche nicht eingetreten ist,
dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die
Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1
S. 240 f.),
dass deshalb auf den Antrag auf Gewährung von Asyl nicht einzutreten
ist,
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs da-
gegen bereits materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsge-
richt diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass auf den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung mangels
aktuellen Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, da die Beschwer-
de von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung hat (vgl. Art. 55 Abs. 1
VwVG; Art. 42 AsylG) und die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde die
aufschiebende Wirkung nicht entzog (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG),
dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten
nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe-Country-Regelung)
nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung
(Art. 34 Abs. 1 AsylG),
dass die Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Staatsangehörige
von Mazedonien sind, der Bundesrat Mazedonien mit Beschluss vom
25. Juni 2003 zum "safe country" im obgenannten Sinn erklärt hat und auf
diese Einschätzung im Rahmen der periodischen Überprüfung (vgl.
Art. 6a Abs. 3 AsylG; Einschätzung bestätigt am 6. März 2009) bisher
nicht zurückgekommen ist,
dass somit die formelle Voraussetzung für den Erlass eines Nichteintre-
tensentscheides – in Übereinstimmung mit dem BFM – gestützt auf
Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist,
dass zu prüfen bleibt, ob das BFM im Weiteren zu Recht erwogen hat,
aus den Akten würden sich keine Hinweise ergeben, welche die in Bezug
D-4901/2012
Seite 6
auf Mazedonien bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit wider-
legen könnten,
dass bei Art. 34 Abs. 1 AsylG praxisgemäss derselbe weite Verfolgungs-
begriff wie in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG zur Anwen-
dung gelangt (zu den beiden erstgenannten Bestimmungen vgl. EMARK
2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247), welcher nicht bloss ernsthafte Nachteile nach
Art. 3 AsylG, sondern auch die von Menschenhand verursachten Weg-
weisungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83
Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus-
länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) umfasst (vgl. BVGE 2011/8
E. 4.2 S. 108 m.w.H.),
dass ausserdem ein im Vergleich zum – bereits erleichterten – Beweis-
mass des Glaubhaftmachens nochmals reduzierter Massstab anzuwen-
den ist und auch bei Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat
das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft werden muss, sobald in
den Akten Hinweise auf Verfolgung (im soeben erläuterten Sinn) zu ver-
zeichnen sind, deren Unglaubhaftigkeit nicht schon auf den ersten Blick
erkannt werden kann (vgl. BVGE 2011/8 E. 4.2 S. 108 f. m.w.H.),
dass in der Beschwerde angeführt wird, dieser lägen die gleichen Ursa-
chen zugrunde wie derjenigen im Verfahren der Eltern/Schwiegereltern
der Beschwerdeführer (vgl. D-3381/2012), und in grossen Teilen auch auf
die Ausführungen in der dortigen Rechtsmitteleingabe verwiesen wird,
dass sich die Vorinstanz zum Vorhalt widersprüchlicher Aussagen auf
unwesentliche kleine Differenzen in ihren Aussagen beziehe und diese
aufgebauscht habe, ohne sich mit der eigentlichen Fragestellung – um
wen es sich bei den Aggressoren gehandelt habe – auseinanderzuset-
zen,
dass die beiden die angefochtene Verfügung unterzeichnenden Personen
des BFM offensichtlich keine Ahnung von der Beschwerde ihrer El-
tern/Schwiegereltern gehabt hätten, als es zum Erlass des in casu zu be-
urteilenden Entscheides gekommen sei,
dass bereits ihre Eltern/Schwiegereltern die Probleme mit und um die
F._ sowie der G._ dargelegt hätten und die gegebenen
Umstände nach Klärung vor Ort rufen würden,
D-4901/2012
Seite 7
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung in zutreffender Weise
dargelegt hat, dass keine Hinweise auf Verfolgung – wie in BVGE 2011/8
dargelegt – vorliegen,
dass die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe nicht geeignet sind, an
der vorinstanzlichen Einschätzung etwas zu ändern,
dass vorweg darauf hinzuweisen ist, dass die Beschwerden der El-
tern/Schwiegereltern respektive der Brüder/Schwager der Beschwerde-
führer mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3381/2012,
D-3383/2012 und D-3385/2012 vom 19. September 2012 vollumfänglich
abgewiesen wurden,
dass das Bundesverwaltungsgericht dabei zur Begründung im Wesentli-
chen festhielt, die Vorinstanz habe die geltend gemachten Fluchtgründe
zufolge widersprüchlicher und unsubstanziierter Vorbringen zu Recht als
unglaubhaft beurteilt und überdies zu Recht darauf hingewiesen, dass
Mazedonien vom Schweizerischen Bundesrat als verfolgungssicherer
Staat bezeichnet worden sei, weshalb die gesetzliche Regelvermutung
bestehe, dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und
Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei,
dass daher die vorliegende Beschwerde, soweit sie sich auf die Rechts-
mitteleingabe in den Verfahren der Eltern/Schwiegereltern respektive
Brüder/Schwager der Beschwerdeführer bezieht, in offensichtlicher Weise
nicht zu überzeugen vermag, weshalb dem sinngemäss Antrag, es seien
Abklärungen vor Ort durchzuführen, nicht stattzugeben ist,
dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid unter Angabe der Fund-
stellen in den Protokollen aufgezeigt hat, dass die Beschwerdeführer mit
Bezug auf die Vorbringen betreffend die Probleme mit Mitgliedern der
G._ auf den ersten Blick feststellbare widersprüchliche und unsub-
stanziierte Angaben gemacht haben,
dass sich der Einwand, die Vorinstanz habe sich zum Vorhalt wider-
sprüchlicher Aussagen auf unwesentliche kleine Differenzen in ihren Aus-
sagen bezogen und diese aufgebauscht, ohne sich mit der eigentlichen
Fragestellung – um wen es sich bei den Aggressoren gehandelt habe –
auseinanderzusetzen, als nicht stichhaltig erweist,
dass es nämlich in verschiedenen Punkten ihrer Kernvorbringen in offen-
kundiger Weise zu Ungereimtheiten gekommen ist und ihre Aussagen
D-4901/2012
Seite 8
grundsätzlich als substanzarm bezeichnet werden müssen, sie mithin an-
lässlich der Befragungen keine vertieften, mit Realkennzeichen versehe-
ne Sachverhaltsschilderungen machten,
dass dies vorliegend nicht der Vorinstanz angelastet werden kann, son-
dern sich die Beschwerdeführer dies selber zu ihren Ungunsten anrech-
nen lassen müssen, zumal die Vorinstanz nicht verpflichtet ist, Schilde-
rungen von Asylgesuchstellern noch weiter zu vertiefen, wenn diese im
Rahmen der durchgeführten Befragungen – wie vorliegend – auch auf
Nachfragen lediglich stereotype und oberflächliche Sachverhaltselemente
liefern (vgl. act. A7/13 S. 5 ff; A8/11 S. 4 ff.),
dass es sich weiter bei der Rüge, die beiden Mitarbeiter der Vorinstanz,
durch die die angefochtene Verfügung unterzeichnet worden sei, hätten
offensichtlich keine Ahnung von der Beschwerde ihrer Eltern/Schwiegerel-
tern gehabt, als es zum Erlass des in casu zu beurteilenden Entscheides
gekommen sei, um eine unbelegte Parteibehauptung handelt,
dass somit mit den Ausführungen auf Beschwerdeebene weder die vom
BFM aufgezeigten Widersprüche in den Vorbringen der Beschwerdefüh-
rer entkräftet werden noch aufgezeigt wird, inwiefern ihre Vorbringen ent-
gegen der Ansicht der Vorinstanz substanziiert ausgefallen seien,
dass die Rechtsmitteleingabe keine konkreten Aufschlüsse enthält, inwie-
fern mit der Schwangerschaft der Beschwerdeführerin ein frauenspezifi-
scher Fluchtgrund gegeben sein soll,
dass es den Beschwerdeführern somit – auch unter Berücksichtigung ei-
nes weiten Verfolgungsbegriffes und eines tiefen Beweismasses – nicht
gelingt, Hinweise auf Verfolgung ersichtlich zu machen, die nicht auf den
ersten Blick unglaubhaft sind,
dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG
auf die Asylgesuche der Beschwerdeführer nicht eingetreten ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat
(Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilli-
gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen be-
steht (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 S. 502, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb
die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmun-
gen steht und demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,
D-4901/2012
Seite 9
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen
Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt,
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG,
SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder
des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5
Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es
den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in
Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ments im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine An-
haltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von
Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die
ihnen in Mazedonien droht,
dass sich der Vollzug der Wegweisung somit als zulässig erweist,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situa-
tionen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Not-
lage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass die wirtschaftliche und soziale Situation insbesondere für ethnische
Minderheiten wie Roma zwar schwierig ist, indessen blosse soziale und
wirtschaftliche Erschwernisse für sich allein noch keine Existenz bedro-
hende Situation darstellen, welche den Vollzug der Wegweisung in den
Heimatstaat als unzumutbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/41
D-4901/2012
Seite 10
E. 8.3.6 S. 591, EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215, EMARK 2005 Nr. 12
E. 10.3 S. 114),
dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat der Beschwerdeführer –
Mazedonien gilt gemäss Beschluss des Bundesrates vom 25. Juni 2003
seit dem 1. August 2003 als "Safe Country" und somit als hinreichend
verfolgungssicher – noch individuelle Gründe – auf eine konkrete Gefähr-
dung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der
Wegweisung vorliegend zumutbar ist, zumal die Beschwerdeführer in ih-
rer Herkunftsregion über eine gesicherte Wohnmöglichkeit (Haus der El-
tern/Schwiegereltern) und ein familiäres Beziehungsnetz haben und der
Beschwerdeführer über Berufserfahrungen in (...) beziehungsweise im
(...) verfügen (vgl. act. A3/13 S. 4 f.),
dass im Übrigen die Asylverfahren der nächsten Familienangehörigen
des Beschwerdeführers (Eltern/Brüder) mit Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts D-3381/2012, D-3383/2012 und D-3385/2012 vom 19. Sep-
tember 2012 letztinstanzlich abgeschlossen wurden und diese die
Schweiz ebenfalls zu verlassen haben, weshalb die Beschwerdeführer
zusammen mit diesen in ihre Heimat zurückkehren und bei der Reintegra-
tion auf deren Unterstützung zählen können,
dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführer in den Heimat-
staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen
(Art. 83 Abs. 2 AuG) und die Beschwerdeführer über gültige Reisepapiere
verfügen,
dass es den Beschwerdeführern somit nicht gelungen ist darzutun, inwie-
fern die angefochtenen Verfügungen Bundesrecht verletzen, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellen oder un-
angemessen sind (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG inklusive der unentgeltlichen Rechtsver-
beiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 abzuweisen ist, da die Beschwerde-
begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-
sichtslos zu bezeichnen sind, weshalb die kumulativ zu erfüllenden Vor-
aussetzungen im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht gegeben sind,
dass mit dem Entscheid in der Sache das Gesuch um Erlass des Kosten-
vorschusses gegenstandslos geworden ist,
D-4901/2012
Seite 11
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–
(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]) den Beschwerdeführern aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1
VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
D-4901/2012
Seite 12