Decision ID: 6237f22f-5ca4-4e6a-ad2f-855057c4e0c0
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nicole Gierer Zelezen, Knus Gnädinger Landolt
Rechtsanwälte, Molkereistrasse 1, Postfach, 8645 Jona,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG, (später C._ AG;
nachfolgend: Arbeitgeberin), angestellt und dadurch bei der Zürich Versicherungs-
Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) unfallversichert, als er am 13. Juli 1997 beim
Velofahren auf die linke Schulter stürzte (UV-act. Z1). Der erstbehandelnde Arzt
Dr. med. D._ diagnostizierte am 3. August 1997 eine schwere AC-Luxation Tossy III
(UV-act. ZM1). Im Bericht vom 29. September 1997 stellte Dr. med. E._, FMH
Orthopädische Chirurgie, die Diagnose einer AC-Luxation Tossy II links. Der Arzt stellte
den Behandlungsabschluss in vier Wochen in Aussicht. Vom 13. Juli bis 31. August
1997 bestand eine volle und vom 1. bis 21. September 1997 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. ZM3, ZM4). Im Dezember 2001 erlitt der Versicherte einen
Autounfall, bei welchem die linke Schulter erneut traumatisiert wurde (vgl. UV-act.
ZM38; act. G 1 S. 3 Ziff. 7).
A.b Am 12. September 2003 meldete die Arbeitgeberin einen Rückfall zum Unfall vom
Juli 1997 (UV-act. Z8). Im Bericht vom 30. September 2003 diagnostizierte Dr. E._
eine symptomatische Acromioclavicularinstabilität bei Status nach AC-Luxation Tossy
II bis III links. Eine Arbeitsunfähigkeit lag nicht vor (UV-act. ZM5). Am 18. November
2004 liess der Versicherte einen weiteren Rückfall melden (UV-act. Z11). Das von
Dr. E._ veranlasste Arthro-MRI der linken Schulter vom 6. Dezember 2004 zeigte ein
posttraumatisch bedingtes Ossikelchen ventral des AC-Gelenkes (UV-act. ZM7). Am
9. Mai 2005 unterzog sich der Versicherte einer diagnostischen Schulterarthroskopie
links, einer Fragmententfernung an der lateralen Clavicula, einer AC-
Gelenkstabilisierung und einer Weaver-Dun links (UV-act. ZM8). In der Folge ergab sich
eine teilweise Beschwerdebesserung an der linken Schulter (UV-act. ZM10). Am
27. Februar 2006 wurde aufgrund einer zunehmenden Impingementsymptomatik eine
erneute diagnostische Schulterarthroskopie links durchgeführt (UV-act. ZM12). Ab dem
10. Mai 2006 bestand wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (UV-act. ZM13).
Am 28. Juni 2006 bescheinigte Dr. E._ hinsichtlich der linken Schulter einen vollen
symmetrischen schmerzfreien Bewegungsumfang bei negativen Impingementzeichen.
Jedoch wies er den Versicherten zur chiropraktischen Behandlung der HWS an
Dr. F._ (UV-act. ZM15-17). Im Bericht vom 9. März 2007 bestätigte Dr. med. G._,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, anhaltende therapieresistente und
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belastungsunabhängige Schmerzen in der linken Schulter mit Ausstrahlung in den
Nacken und Arm (UV-act. ZM22). Die Ärzte der Uniklinik Balgrist stellten am 22. Juni
2007 die Diagnose eines Verdachts auf lange Bizepstendinopathie der linken Schulter
(UV-act. ZM24). Nach Durchführung von weiteren medizinischen Behandlungen und
Abklärungen, für welche die Zürich Kostengutsprache erteilte und Taggeldleistungen
erbrachte (UV-act. Z43, Z52-54, Z56, Z70, Z80, Z103, Z117), schloss Dr. med. H._,
Chirurgie FMH, Zürich, die (physiotherapeutische) Behandlung der linken Schulter im
September 2009 ab (UV-act. ZM58). Die Zürich schloss den Leistungsfall in der Folge
ab (UV-act. Z124).
A.c Am 15. Mai 2012 meldete Dr. H._ der Zürich eine erneute Behandlung der linken
Schulter (UV-act. ZM59). Gestützt auf medizinische Beurteilungen der beratenden Ärzte
Dr. med. I._ und Dr. med. J._, Fachärzte FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Sportmedizin, speziell Schulter (UV-
act. ZM63 f. vgl. Beilagen zu act. G 13), lehnte die Zürich die Leistungspflicht für die im
Mai 2012 rückfallweise gemeldeten Schulterbeschwerden mit Verfügung vom
16. August 2012 ab. Ihre beratenden Ärzte würden die Kausalität der aktuellen
Schulterproblematik links zum Unfall vom 13. Juli 1997 lediglich als möglich erachten.
Die Leistungen würden rückwirkend per 14. September 2009 eingestellt (UV-act. Z133).
Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin lic. iur. N. Gierer Zelezen, Jona
(Rechtsvertreterin des Versicherten), sowie von der Krankenversicherung erhobenen
Einsprachen (UV-act. Z144, Z150, Z156) wies die Zürich mit Einspracheentscheid vom
5. März 2013 ab (UV-act. Z163).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwältin Gieren Zelezen für den
Versicherten am 16. April 2013 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben und die gesetzlichen Leistungen (insbesondere Heilbehandlungen) seien
dementsprechend auch nach dem 14. September 2009 durch die Beschwerdegegnerin
zu erbringen. Eventualiter sei der Entscheid zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und ergänzende Abklärungen einzuholen resp.
ein Gutachten über die Unfallkausalität zu erstellen. Zur Begründung führte die
Rechtsvertreterin unter anderem aus, auf die Beurteilungen der von der
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Beschwerdegegnerin beigezogenen Ärzte könne nicht abgestellt werden, da in diesen
nicht geprüft worden sei, ob durch die diversen Folgeoperationen mittelbare
Unfallfolgen vorliegen würden. Sofern das Gericht den Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers nicht bejahen könne, sei die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der
Unfallversicherer habe ein Gutachten erstellen zu lassen, welches Auskunft darüber
gebe, welche Beschwerden die Unfälle direkt ausgelöst hätten und wie sich die
diversen Operationen auf den Gesundheitszustand ausgewirkt hätten. Weiter gehe die
Beschwerdegegnerin fälschlicherweise davon aus, dass der Beschwerdeführer nach
Abschluss der ärztlichen Behandlung ab September 2009 beschwerdefrei gewesen sei.
Es seien Konsultationen bei Dr. med. K._, FMH Rheumatologie, Allg. Medizin,
Akupunktur, erfolgt. Im Jahr 2009 hätten die Heilbehandlungen deshalb vorläufig
eingestellt werden können, weil sich der Beschwerdeführer nach der Operation am
10. September 2008 während mehr als eines Jahres teils komplett habe schonen
müssen, weshalb die Kraftübungen in der Physiotherapie hätten eingestellt werden
müssen. Dies habe eine annähernde Beschwerdefreiheit zur Folge gehabt, nachdem
der Beschwerdeführer knapp zwei Jahre nie mehr als 50% gearbeitet habe. Nach
Aufnahme der Arbeit (100%) sei schnell klar geworden, dass die Beschwerden
zugenommen hätten. Deshalb sei er wieder regelmässig in die Physiotherapie
gegangen. Die Beurteilung der durch die Versicherung beigezogenen Ärzte lasse auch
unberücksichtigt, dass der Beschwerdeführer zwar ursprünglich Linkshänder gewesen
sei, heute aber fast alles mit der rechten Hand erledige. Im Übrigen seien bei einem
_jährigen, sonst gesunden Mann sechs Schulteroperationen ohne Unfallereignis
äusserst ungewöhnlich. Die Beschwerden, welche nach dem September 2009
aufgetreten seien, seien mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die beiden Unfälle, bei
welchen jeweils die linke Schulter verletzt worden sei, resp. auf die diversen
Folgeoperationen zurückzuführen. Für den Fall, dass das Gericht dem
Beschwerdeantrag (Ziff. 1) nicht folge resp. ein Gutachten einhole, schlage der
Beschwerdeführer als Gutachter Prof. Dr. med. L._, Uniklinik Balgrist, vor. Sollte das
Gericht zum Schluss kommen, dass kein Gerichtsgutachten notwendig sei, so werde
um Fristansetzung zur Einreichung eines Parteigutachtens ersucht.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im
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angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, den vom Beschwerdeführer
aufgelegten Belegen lasse sich keine von November 2009 bis Mitte 2012
durchgehende Behandlungsbedürftigkeit der linken Schulter entnehmen. Dr. H._
erachte einen Zusammenhang zwischen der Intervall-Läsion und den vorangehenden
Arthroskopien nur als möglich (UV-act. ZM60). Nachdem im September 2009 keine
physiotherapeutischen Behandlungen mehr notwendig gewesen seien, sei bei der
Beschwerdegegnerin der Leistungsabschluss erfolgt. Dieser sei in der Folge in
Rechtskraft erwachsen. Das erneute Leistungsbegehren vom 4. Juni 2012 sei unter
dem Titel eines Rückfalles bzw. einer Spätfolge zu prüfen. Die Berichte von Dr. I._
und Dr. J._ würden die Anforderungen der Rechtsprechung erfüllen. Beiden Ärzten
sei die vollständige Krankengeschichte des Beschwerdeführers bekannt gewesen.
Weitere Sachverhaltsabklärungen seien nicht notwendig. Die seit Ende 2011 neu
aufgetretenen Schulterbeschwerden links stünden nicht in Kausalzusammenhang mit
den ursprünglichen Unfällen.
B.c Mit Replik vom 15. August 2013 (act. G 9) und Duplik vom 3. September 2013 (act.
G 11) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte. Am 12. September 2013 reichte die
Beschwerdegegnerin die dem Gericht zuvor nicht vorliegenden Berichte von Dr. I._
und Dr. J._ vom 25. Juni und 4. Juli 2012 nach (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Beschwerden an der linken Schulter, an welchen der Beschwerde
führer gemäss Meldung von Dr. H._ vom 25. Mai 2012 seit Ende 2011 wieder leidet
(UV-act. ZM59), auf den Unfall vom 13. Juli 1997 zurückzuführen sind. - Rückfälle und
Spätfolgen schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend
können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten
Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 E. 2c). Nach der Rechtsprechung sind
die Anforderungen an den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit umso strenger, je grösser der
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zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem (erneuten) Eintritt der
Gesundheitsschädigung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 188 E. 1c).
2.
2.1 Dr. med. M._, stellte beim Beschwerdeführer am 6. August 2007 die Diagnose
einer painful unstable shoulder links (UV-act. ZM26). Am 5. September 2007 schloss
Dr. med. N._, Facharzt für Neurologie eine neurologische Mitbeteiligung an den
Schulterbeschwerden aus (UV-act. ZM27, ZM28). Am 22. Oktober 2007 wurden im
Spital O._ eine Ganglionentfernung und eine AC-Resektion durchgeführt (UV-act.
ZM29). Am 10. September 2008 nahm Dr. H._ an der linken Schulter des
Beschwerdeführers eine Arthroskopie, eine arthroskopische
Bicepstenotomie und eine Schlüssellochtenodese der langen Bicepssehne im Sulcus
intertubercularis vor (UV-act. ZM42). Danach wurde über einen positiven
Heilungsverlauf berichtet (UV-act. ZM46, ZM48, ZM49, ZM52). Im April 2009 zeigten
sich in der klinischen Untersuchung durch Dr. H._ eine normale Beweglichkeit und
Kraft der linken Schulter. Es bestanden jedoch noch belastungsabhängige Schmerzen.
Dr. H._ empfahl den Stopp der physiotherapeutischen Behandlung und der
selbständigen Aufbauübungen, damit sich der Beschwerdeführer an einen
schmerzfreien Zustand gewöhnen könne (UV-act. ZM54). Im September 2009 schloss
Dr. H._ die Behandlung ab (UV-act. ZM58).
2.2 Am 15. Mai 2012 gab Dr. H._ der Zürich bekannt, dass der Versicherte seit Ende
2011 wieder an Schulterbeschwerden leide (UV-act. ZM59). Die Arthro-MRI-
Untersuchung vom 4. Juni 2012 zeigte gemäss Bericht von Dr. H._ vom selben
Datum eine Intervall-Läsion, bezüglich welcher eine operative Rekonstruktion indiziert
sei (UV-act. ZM60, ZM60, ZM61). In der medizinischen Beurteilung vom 25. Juni 2012
kam der beratende Arzt Dr. I._ zum Schluss, nach Durchsicht der MRI-Bilder vom
4. Juni 2012 werde die Kausalität der Schulterproblematik links zum Unfall vom 13. Juli
1997 lediglich als möglich erachtet. Eine Intervall-Läsion könne im Alter des
Beschwerdeführers (_ Jahre) aufgrund degenerativer Veränderungen auftreten. Diese
von Dr. H._ als Ursache der Schmerzen angegebene Pathologie sei auf den Bildern
nicht erkennbar, wodurch auch die Operationsindikation fraglich sei. Zudem wäre der
Beschwerdeführer nicht über zwei Jahre lang beschwerdefrei bzw. beschwerdearm
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gewesen, wenn diese Intervall-Läsion die Folge der vorangehenden Arthroskopien
wäre. Bei dieser Ursache hätte der Beschwerdeführer aufgrund der Schmerzen früher
einen Arzt aufgesucht (UV-act. ZM63; in act. G 13). Der beratende Arzt Dr. J._ hielt in
der medizinischen Beurteilung vom 4. Juli 2012 fest, es bestehe lediglich ein möglicher
Kausalzusammenhang zwischen der aktuellen Schulterproblematik und dem Unfall
vom 13. Juli 1997. Beim Unfall habe sich eine AC-Gelenksverletzung ergeben. Die
aktuelle Symptomatik betreffe jedoch den Bereich um das ventrale
Glenohumeralgelenk mit Schmerzen um den Proz. coracoideus und den Ansatz der
kurzen Bizepssehne, aber auch im Bereich des Ansatzes des M. deltoideus an der
Clavicula und medial des Proz. Coracoideus. Es seien neue Befunde, die nicht in
Zusammenhang mit der ursprünglichen AC-Luxation stehen würden. Die Intervall-
Läsion, welche von Dr. H._ als Beschwerdeursache angegeben werde, sei auf den
Bildern nicht klar zu erkennen. Deren Bestehen sei fraglich. Zudem wäre der
Beschwerdeführer nicht über zwei Jahre beschwerdefrei bzw. beschwerdearm
gewesen, wenn diese Intervall-Läsion die Folge der vorangehenden Arthroskopien
wäre. Bei dieser Ursache hätte der Beschwerdeführer schmerzbedingt früher einen Arzt
aufgesucht. Die Operationsindikation werde "als relativ beurteilt" (UV-act. ZM64; in act.
G 13).
3.
3.1 Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass die beim Beschwerdeführer im
Nachgang zum Unfall vom 13. Juli 1997 diagnostizierte AC-Luxation Tossy II bis III
(UV-act. ZM1, ZM3, ZM4) eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Grundfall
sowie im Rahmen der im Jahr 2003 und 2004 gemeldeten Rückfälle zur Folge hatte.
Den Behandlungsabschluss im September 2009 begründete Dr. H._ mit dem
Hinweis, dass der Beschwerdeführer weitgehend beschwerdefrei und zu 100%
arbeitsfähig sei (UV-act. ZM58). Die Beschwerdegegnerin schloss den Leistungsfall
gestützt darauf mit Schreiben vom 15. März 2010 formlos ab (vgl. UV-act. Z124). Wenn
der Beschwerdeführer geltend machen lässt, er habe das Schreiben vom 15. März
2010 nicht erhalten (act. G 9 S. 4), so braucht hierauf insofern nicht näher eingegangen
zu werden, als die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss per 14. September 2009
nunmehr am 16. August 2012 rückwirkend verfügte (UV-act. Z133); die Frage des
Zugangs der formlosen Mitteilung des Fallabschlusses kann dementsprechend offen
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bleiben. Rund zweieinhalb Jahre nach Fallabschluss, im Mai 2012, meldete Dr. H._
ein Wiederauftreten von Schulterbeschwerden links im November 2011 (UV-act.
ZM59). - Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt - wie vorliegend im September 2009
- keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass
der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und
stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen
Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine
Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im
Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu
beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine
entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem
Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf
Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten
Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess.
3.2 Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht
unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der
leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden
gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das
betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteil des Bundesgerichts vom
26. September 2008 i/S B. [8C_102/2008), E 4.1 mit Hinweis). Brückensymptome
liegen vor, wenn von allgemein üblichen, hin und wieder auftretenden Beschwerden
sich deutlich unterscheidende Beschwerden bestehen, die eine gewisse Intensität und
Konstanz haben (mehrmaliges Auftreten pro Monat), die die Lebensführung
nachweisbar nachhaltig beeinflussen und die ein nachweisbares Absinken der
Arbeitsleistung bewirken und den Patienten zu Selbsttherapie oder ärztlicher/physio-
therapeutischer Behandlung zwingen (Ramseier/Debrunner, Die Begutachtung von
Rückenschäden, Bern 1990, S. 64). Vom Bestehen einer solchen Situation ist
vorliegend nach Lage der Akten auszugehen.
3.3 In den Schreiben vom 28. September 2012 und 11. April 2013 bestätigte der
Physiotherapeut P._, Würenlos, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum vom
10. November 2009 bis 22. Dezember 2011 in regelmässigen Abständen aufgrund von
Schulterschmerzen links bei ihm in physiotherapeutischer Behandlung gewesen sei
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(UV-act. Z155 Beleg 2; act. G 1.3; act. G 3). Der Rheumatologe Dr. K._ bestätigte
schulterbedingte Konsultationen des Beschwerdeführers bzw. die Erwähnung von
Schulterschmerzen unter anderem am 13. November 2009, am 13. Oktober 2010, am
1. Juli 2011 sowie wiederholt ab Februar 2012 (act. G 1.4). Am 7. Februar 2013
unterzog sich der Beschwerdeführer einem weiteren operativen Eingriff an der linken
Schulter (act. G 1.5). - Aufgrund dieser Aktenlage ist dargetan, dass Behandlungen der
linken Schulter auch nach dem Behandlungsabschluss im September 2009 erfolgt
waren. Dieser Umstand weist darauf hin, dass in der Zeit bis zur Rückfallmeldung vom
Mai 2012 gewisse Brückensymptome (vorstehende E. 3.2) vorhanden waren, auch
wenn sich der genaue Behandlungsumfang den Belegen nicht entnehmen lässt. Im
Weiteren kann entgegen den Annahmen der Dres. I._ und J._ (UV-act. ZM63 S. 2
und ZM64 S. 2) im erwähnten Zeitraum, in welchem der Beschwerdeführer wie
dargelegt physiotherapeutische und ärztliche Behandlung in Anspruch genommen
hatte, nicht von Beschwerdefreiheit bzw. Beschwerdearmut hinsichtlich der linken
Schulter ausgegangen werden. So bescheinigte auch Dr. H._ am 15. Mai 2012 eine
Beschwerdefreiheit bzw. -armut lediglich während eines Jahres nach der im Jahr 2009
durchgeführten Operation (vgl. UV-act. ZM59), d.h. bis 2010. Als Ergebnis daraus ist
vorliegend nicht von einem Rückfall, sondern von einem fortdauernden Grundfall
auszugehen, was letztlich auch mit dem Verfügungswortlaut mit formeller Einstellung
der Leistungen per 14. September 2009 übereinstimmt.
4.
4.1 Streitig und zu prüfen ist damit vorliegend, ob die in Erwägung 3.3 angeführten
fortdauernden Schulterbeschwerden im Sinn von Erwägung 3.2 eine weitere
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen.
4.2 Dr. H._ erachtete die von ihm bestätigte Intervall-Läsion im Bericht vom 4. Juni
2012 mit grosser Wahrscheinlichkeit als Ursache der Schulterbeschwerden und hielt
fest, diese Lücke könne auch in Verbindung gebracht werden mit einer produzierten
Schwachstelle nach Arthroskopie. Das ventrale Portal gehe genau im Bereich dieser
Lücke durch das Gewebe. Es sei durchaus möglich, dass diese Schwachstelle seit der
ersten Operation bestanden habe (UV-act. ZM60). Damit äusserte sich Dr. H._ zur
Frage einer allfälligen behandlungsbedingten Verursachung von Schulterbeschwerden
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(vgl. Art. 6 Abs. 3 UVG). Keine Stellung nahm er jedoch zur Unfallkausalität der (seit
2010 wieder aufgetretenen und seit Ende 2011 verstärkt bestehenden; UV-act. ZM59)
Schulterbeschwerden links. Wenn Dr. J._ und Dr. I._ die von Dr. H._
diagnostizierte Intervall-Läsion sowie die Operationsindikation als "fraglich" erachten
bzw. letztere als "relativ" beurteilen, so weist die damit zum Ausdruck kommende
diagnostische bzw. medizinische Unsicherheit auf einen Abklärungsbedarf hin. Eine
nachvollziehbare Begründung dafür, weshalb die von Dr. H._ angeführten Befunde
nicht in einem Zusammenhang zur ursprünglichen AC-Luxation stehen sollten, lässt
sich dem Aktenbericht von Dr. J._ nicht entnehmen. Insgesamt macht die
geschilderte Aktenlage deutlich, dass die von Seiten der beteiligten Ärzte geäusserten
Standpunkte betreffend Unfallkausalität der gesundheitlichen Probleme an der linken
Schulter sich nicht in einer Weise interpretieren lassen, dass sich daraus ein
überwiegend wahrscheinlicher medizinischer Sachverhalt eruieren liesse. Da bereits
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von ärztlichen Feststellungen
weitere Abklärungen erforderlich machen (BGE 122 V 157 E. 1d), lassen sich beim
geschilderten Sachverhalt weitere medizinische Abklärungen nicht umgehen. Dabei
wird zu klären sein, ob nach dem von der Beschwerdegegnerin rückwirkend verfügten
Leistungsende (14. September 2009; UV-act. Z133) die Beschwerden in der linken
Schulter als (teilweise) unfallbedingt anzusehen waren, und wenn ja, in welcher
Intensität und für wie lange dies noch der Fall war. In Betracht fallen hier auch allfällige
Folgen von unfallbedingten Behandlungen (vgl. Art. 6 Abs. 3 UVG), wie vom
Beschwerdeführer mit Hinweis auf Dr. H._ geltend gemacht (act. G 1 S. 8). In diesem
Zusammenhang wird insbesondere auch die Frage zu beantworten sein, ob mit dem
operativen Eingriff vom 7. Februar 2013 ausschliesslich krankheitsbedingte
Degenerationen behandelt wurden oder ob es dabei auch um Unfallfolgen bzw.
Unfallbehandlungsfolgen ging.
4.3 Nach der Rechtsprechung sind weitere medizinische Begutachtungen
grundsätzlich vom Gericht zu veranlassen. Eine Rückweisung bleibt hingegen möglich,
wenn sie allein in der Klärung einer bisher vollständig unbeantworteten Frage
begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht unbenommen, eine Sache
zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von
gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 139 V 99 sowie SVR 2012 UV
Nr. 19 [8C_760/2011] S. 71 E. 3 zu BGE 137 V 264 E. 4.4.1.3 f. mit Hinweisen). Mit
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Bezug auf den vorliegenden Sachverhalt ist festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin auf der Basis von vertrauensärztlichen Aktenberichten die
Leistungsablehnung bzw. -einstellung verfügte. Die erwähnten Berichte - wie auch
diejenigen der behandelnden Ärzte - vermögen jedoch wie dargelegt die sich
stellenden Kausalitätsfragen nicht zureichend zu beantworten. Vor diesem Hintergrund
erscheint es gerechtfertigt, die Angelegenheit zur entsprechenden Ergänzung der
Ausführungen zur Unfallkausalität der Beschwerden an der linken Schulter betreffend
den Zeitraum nach dem 14. September 2009 an die Verwaltung zurückzuweisen.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 9. März 2013 teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit
zur medizinischen Abklärung der Frage der Unfallkausalität der Beschwerden an der
linken Schulter betreffend den Zeitraum nach dem 14. September 2009 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem
Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auszurichten (Art. 61 lit. g ATSG). Die von der Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers eingereichte Kostenaufstellung (act. G 9 Beilage 6) betrifft auch
vorprozessualen Aufwand. Der Aufwand ab Erstellung der Klageschrift beläuft sich
gemäss Aufstellung auf 17.48 Stunden. Zum Stundensatz von Fr. 250.-- ergibt sich ein
Betrag von Fr. 4'370.--. Ein konkreter Anlass, von der Pauschale von Fr. 4'000.-- für
durchschnittlich aufwändige Fälle abzuweichen, ist jedoch vorliegend nicht ersichtlich.
Die Entschädigung ist daher auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39