Decision ID: 181e6afb-4b6b-4b2b-8df9-65171880de54
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis der Fahrzeugkategorien B und BE sowie der
Unterkategorien D1 und D1E am 23. April 1991. Seit 23. Dezember 2003 ist er zudem
für die Kategorie A fahrberechtigt. Am 12. Mai 2009 wurde ihm der Führerausweis
wegen mangelnder Aufmerksamkeit im Strassenverkehr für einen Monat entzogen. Am
16. Mai 2012 wurde ihm der Führerausweis wegen Nichtanpassens der
Geschwindigkeit erneut für die Dauer eines Monats entzogen. Schliesslich folgte am
22. Juli 2016 ein sechsmonatiger Führerausweisentzug wegen einer Kollision mit einer
Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen.
B.- Am Dienstag, 15. Januar 2019, 19.20 Uhr, parkierte X seinen Personenwagen an
der Zürcherstrasse 280 in Jona. Der Parkplatz weist eine seitliche Neigung von 4% und
zur Fahrbahn ein Gefälle von 12% auf. Daraufhin rollte das Fahrzeug rückwärts aus
dem Parkfeld über die Zürcherstrasse und kam anschliessend beim Zaun am
Strassenrand zum Stillstand. Mit Strafbefehl vom 27. Februar 2019 wurde X deswegen
der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen und mit einer Busse
von Fr. 300.– bestraft. Am 28. März 2019 entzog das Strassenverkehrsamt den
Führerausweis vorsorglich und verbot X das Führen von Motorfahrzeugen ab sofort.
Gleichzeitig gewährte es das rechtliche Gehör zum beabsichtigten
Führerausweisentzug. Mit Verfügung vom 17. April 2019 entzog ihm das
Strassenverkehrsamt den Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für
zwei Jahre ab 28. März 2019. Für die Wiedererteilung des Führerausweises nach
Ablauf der Sperrfrist wurde der Nachweis der Fahreignung mittels eines
verkehrspsychologischen Gutachtens verlangt.
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C.- Am 9. Mai 2019 erhob X Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons
St. Gallen (VRK). Er beantragte sinngemäss, die Verfügung des Strassenverkehrsamts
vom 17. April 2019 sei aufzuheben und von einem Führerausweisentzug sei abzusehen.
Auf entsprechende Anfrage hin wurde X am 20. Mai 2019 bewilligt, den
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– in zwei Raten zu je Fr. 750.– zu begleichen. Die
beiden Raten wurden am 5. Juni und 4. Juli 2019 bezahlt. Bereits am 27. Mai 2019
hatte X beim Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen ein "Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege/Rechtsverbeiständung" gestellt. Dieses wurde am
3. Juni 2019 zuständigkeitshalber an die VRK weitergeleitet. Die Vorinstanz verzichtete
am 11. Juli 2019 auf eine Vernehmlassung. Am 23. Juli 2019 reichte X unaufgefordert
weitere Akten ein.
Auf die Ausführungen im Rekurs zur Begründung des Antrags wird, soweit erforderlich,

in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 9. Mai 2019 (Datum der Postaufgabe: 10. Mai 2019) ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Angefochten ist die Verfügung vom 17. April 2019, womit dem Rekurrenten der
Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre entzogen wurde.
Die Vorinstanz führte aus, dass es sich bei der ungenügenden Sicherung des
parkierten Fahrzeugs um eine mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16b Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) handle. Da der Führerausweis
in den vorangegangenen zehn Jahren bereits dreimal wegen mindestens
mittelschweren Widerhandlungen entzogen war, müsse der Ausweis nach der
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neuerlichen mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG zwingend
auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre entzogen werden.
Der Rekurrent hält dagegen, dass ihm der Führerausweis zu Unrecht entzogen worden
sei. Es sei technisch gar nicht möglich, dass das Auto weggerollt sei, denn man müsse
den Automatik-Schalthebel auf "Parking" stellen und den Motor ausschalten, um den
Schlüssel rausziehen zu können. Er habe den Schlüssel immer bei sich gehabt, daher
sei das Fahrzeug nicht verstellbar gewesen. Eine unbekannte Drittperson habe das
Fahrzeug bewegt und auch sein Navigationsgerät gestohlen. Das Protokoll der Polizei
sei falsch (act. 2, 3/7, 8 und 11). Der Rekurrent rügt somit den im Strafverfahren
festgestellten Sachverhalt.
3.- Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermag ein Strafurteil die
Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht zu binden. Allerdings gebietet der Grundsatz
der Einheit der Rechtsordnung, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des
Möglichen zu vermeiden. Die Verwaltungsbehörde darf deshalb bei der Verfügung über
die Massnahme von den tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen,
wenn sie Tatsachen feststellt und ihrer Verfügung zugrunde legt, die dem Strafrichter
unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei
der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt,
namentlich die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103
E. 1c/aa).
Die Voraussetzungen für ein Abweichen von den tatsächlichen Feststellungen im
Strafbefehl sind nicht erfüllt. Im Strafverfahren wehrte sich der Rekurrent nicht gegen
den festgestellten Sachverhalt. Der Strafbefehl vom 27. Februar 2019 erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Die Sachverhaltsdarstellung des Rekurrenten erfolgte
erst zum Zeitpunkt der angedrohten Administrativmassnahme in Form eines
Ausweisentzugs auf unbestimmte Dauer. Davon abgesehen erscheint die
Sachverhaltsdarstellung des Rekurrenten, wonach eine unbekannte Drittperson sein
Fahrzeug bewegt haben soll, um ihn zu ärgern (vgl. act. 16/35), nicht glaubwürdig. Im
Strafverfahren wurde diesem Verdacht des Rekurrenten ebenfalls nicht nachgegangen.
Es ist somit erstellt, dass der Rekurrent am 15. Januar 2019 um 19.20 Uhr seinen
Personenwagen auf dem Parkplatz an der Zürcherstrasse 280 in Jona abstellte.
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Nachdem er sich vom Fahrzeug entfernt hatte, setzte sich dieses selbständig in
Bewegung, rollte rückwärts aus dem Parkfeld über die Zürcherstrasse und kam
anschliessend beim Zaun am Strassenrand zum Stillstand.
4.- Die Vorinstanz stufte das Verhalten des Rekurrenten als mittelschwere
Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ein. Das Gesetz unterscheidet
zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren
Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch
Verletzung der Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Nach der
Rechtsprechung müssen beide Voraussetzungen kumulativ gegeben sein (BGE 135 II
138 E. 2.2.3). Ist die Verkehrsregelverletzung grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Sie stellt einen
Auffangtatbestand dar und liegt immer vor, wenn entweder das Verschulden des
Lenkers nicht mehr leicht wiegt oder die Gefahr der Sicherheit anderer nicht mehr
gering ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_3/2008 vom 18. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei genügt es nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, wenn das Verhalten des
Rekurrenten geeignet war, den Verkehr zu gefährden (sogenannte erhöhte abstrakte
Gefährdung, BGer 1C_184/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 2.4.2).
Gemäss Art. 37 Abs. 3 SVG muss der Führer das Fahrzeug vor dem Verlassen
angemessen sichern. Beim Parkieren im Gefälle sind die Regeln von Art. 22 Abs. 2
(zusätzliche wirksame Sicherungen gegen das Wegrollen) und Abs. 3 (Sicherung mit
Unterlegkeilen oder behelfsmässigen Unterlagen im starken Gefälle) der
Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV) zu beachten (Ph.
Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 37 N 40 f.). Im
vorliegenden Fall ist der ungenügend gesicherte Personenwagen am Dienstag,
15. Januar 2019, 19.20 Uhr, führerlos rückwärts über die Zürcherstrasse gerollt, bis er
schliesslich beim Zaun am Strassenrand zum Stillstand kam. Gemäss den Aussagen
der Auskunftsperson im Polizeibericht lehnte das Fahrzeug des Rekurrenten am
Strassenrand an einem Zaun, weshalb sich der Verkehr langsam staute (act. 16/15). Es
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waren demnach andere Verkehrsteilnehmer auf der Zürcherstrasse anwesend, welche
durch das führerlos rückwärtsrollende Fahrzeug zumindest erhöht gefährdet wurden.
Die Gefährdung ist somit nicht mehr gering und die Vorinstanz ist zu Recht von einer
mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen. Daran
würde selbst dann nichts ändern, wenn den Rekurrenten ein nur leichtes Verschulden
treffen würde, wovon vorliegend jedoch nicht ausgegangen werden kann.
5.- a) Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet bei Führerausweisentzügen zwischen
Sicherungsentzügen (Art. 16 Abs. 1 SVG) und Warnungsentzügen (Art. 16 Abs. 2 SVG).
Ein Warnungsentzug, der eine schuldhafte Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften voraussetzt, hat primär erzieherischen und präventiven
Charakter; er weist strafähnliche Züge auf und ist befristet. Die Fahreignung des
fehlbaren Fahrzeuglenkers steht hier nicht zur Diskussion. Bei einem Sicherungsentzug
hingegen handelt es sich um eine Sicherungsmassnahme. Mit ihm soll die zu
befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit in der Schweiz durch einen
ungeeigneten Fahrzeugführer in der Zukunft verhindert werden, indem dieser solange
nicht zum Strassenverkehr zugelassen wird, bis der Fahreignungsmangel beseitigt ist
(Weissenberger, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 16 ff. SVG N 3 ff., Art. 16d SVG N 8).
Es geht somit um die Verkehrssicherheit, die ein wichtiges öffentliches Interesse
darstellt (vgl. auch VRKE IV-2016/60 vom 25. August 2016, im Internet abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch).
b) Art. 16b Abs. 2 SVG normiert sechs Sanktionsstufen, die vom einmonatigen bis zum
Führerausweisentzug für immer reichen. Gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG ist der
Führerausweis nach einer mittelschweren Widerhandlung auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre, zu entziehen, wenn in den vorangegangenen zehn
Jahren der Ausweis dreimal wegen mindestens mittelschweren Widerhandlungen
entzogen war. Das Gesetz stellt bei diesen Fahrzeuglenkern die Vermutung der
mangelnden charakterlichen Eignung zum Lenken von Motorfahrzeugen auf. Den
fehlbaren Lenker trifft die im Ergebnis mit dem Sicherungsentzug identische Sanktion,
ohne dass das Fehlen der charakterlichen Eigenschaften überhaupt noch gutachterlich
abgeklärt werden müsste (Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 43). Im vorliegenden Fall
hat der Rekurrent sein Motorfahrzeug beim Parkieren nur ungenügend gegen das
Wegrollen gesichert. Durch die Vernachlässigung dieser Pflicht hat er die übrigen
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Verkehrsteilnehmer erhöht gefährdet. Damit liess er sich eine mittelschwere
Widerhandlung im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG zu Schulden kommen. Selbst
wenn eine Drittperson am Fahrzeug manipuliert haben sollte, wofür ausser den
unbestimmten Angaben des Rekurrenten keine Hinweise bestehen, würde das am
Ergebnis nichts ändern. Namentlich trifft den Fahrzeuglenker auch die Pflicht zur
Sicherung des Fahrzeugs gegen die Verwendung durch Unbefugte (Weissenberger,
a.a.O., Art. 37 N 42). Dieser Verpflichtung ist der Rekurrent nicht nachgekommen, denn
obwohl ihm "drei Typen" aufgefallen waren, schloss er das Fahrzeug gemäss eigenen
Angaben nicht ab (act. 16/15). Der Führerausweis des Rekurrenten war in den letzten
zehn Jahren sodann dreimal wegen mindestens mittelschweren Widerhandlungen
entzogen: Mit Verfügungen vom 12. Mai 2009 und 16. Mai 2012 erfolgte jeweils ein
Entzug aufgrund mittelschwerer Widerhandlung sowie mit Verfügung vom 22. Juli 2016
ein Entzug aufgrund einer schweren Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften. Damit sind die Voraussetzungen für einen Entzug auf
unbestimmte Dauer, mindestens aber für zwei Jahre, gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG
erfüllt.
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht einen Entzug des
Führerausweises auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre,
ausgesprochen hat. Der Rekurs ist demnach abzuweisen.
6.- Einem Führerausweisentzug gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG kommt die
Bedeutung eines Sicherungsentzugs zu. Die Massnahme soll sicherstellen, dass der
Rekurrent zum Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom
Strassenverkehr ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent
während des Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr
zugelassen würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz
vorgesehene aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51
VRP).
7.- a) Die Kosten des Rekursverfahrens haben die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu
verrechnen.
b) Der Rekurrent hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt; darüber hat
der Abteilungspräsident zu befinden (Art. 13 lit. d des Reglements über den
Geschäftsgang der Verwaltungsrekurskommission, sGS 941.223). Da der Rekurrent
den Kostenvorschuss in zwei Raten bezahlt hat, ist das Gesuch bezüglich
Gerichtskosten gegenstandslos geworden. Da der Rekurrent für die Geltendmachung
des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege ein Formular des SJD verwendete und
dieses – im Unterschied zum entsprechenden Formular des Gerichts – nicht zwischen
den in Art. 99 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 118 Abs. 1 ZPO vorgesehenen
Teilansprüchen unterscheidet (Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen
[lit. a], Befreiung von Gerichtskosten [lit. b] sowie gerichtliche Bestellung eines
Rechtsbeistandes [lit. c]), ist unklar, ob er auch die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung beantragt. Wird davon ausgegangen, dass dem so ist, ist das
Gesuch abzuweisen; denn ein Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung
besteht nur, soweit dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Der Sachverhalt und die Rechtslage ist nicht
derart kompliziert, dass der Rekurrent nicht in der Lage gewesen wäre, seinen
Standpunkt darzulegen. Im Gegenteil, in seinen Eingaben hat er ausführlich Stellung
genommen und sich auf die wesentlichen Punkte beschränkt. Folglich ist das Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege, soweit darin die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
beantragt wird, abzuweisen. Daran ändert nichts, dass möglicherweise andere
Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege (wie z.B. die Mittellosigkeit) erfüllt
wären.
Präsidialverfügung:
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen, soweit
es nicht gegenstandslos geworden ist.