Decision ID: 6e2e48f2-d42d-5e5a-9cf4-142ff3438fdf
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die X._ schloss sich mit Wirkung ab 1. März 2013 der
Sammelstiftung Vita
(Stiftung) zur Durchführung der beruflichen Vorsorge zu
gunsten ihrer Arbeitnehmer an (Anschlussvertrag vom 25. Februar und 21. Juli 2014; Urk. 2/1 und Urk. 2/4 S. 3). Im April, Mai und Juni 2015 mahnte die Stif
tung
ausstehende Beiträge für das Jahr 2014 (Urk. 2/11, 2/12, 2/13). Mit der Be
gründung, dass die Beiträge weiterhin nicht entrichtet worden seien, kündigte die Stiftung am 13. Juli 2015 den Anschlussvertrag per 31. August 2015 (Urk. 2/14). Am 6. Januar
2016 leitete die Stiftung die Betreibung einer Forde
rung von Fr. 45‘841.05
nebst Zins zu 5 % seit 1. November 2015 sowie Bertrei
bungsspesen von Fr. 300.-- ein. Die
X._
erhob gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Zürich 6 in der Betreibung Nr.
Y._
vom 6. Januar 2016 am 4. Februar 2016 Rechtsvorschlag (Urk. 2/16).
2.
Mit Eingabe vom 13. September 2016 erhob die Stiftung Klage gegen die X._ mit dem folgenden Rechtsbegehren:
1.
Es sei die Beklagte zu verpflichten der Klägerin den Beitragsausstand von Fr. 45‘841.05 minus Fr. 6'347.90 Prämienkorrektur und minus Fr. 399.50 Altersausgleich per 30. Juni 2016, nebst Zins zu 5 % seit 1. November 2015 zuzüglich Fr. 950.65 Zins bis 31. Oktober 2016 und vertragliche Betreibungsspesen zu bezahlen.
2.
Es sei der in der Betreibung Nr. Y._ des Betreibungsamtes Zürich 6 erhobene Rechtsvorschlag vollumfänglich zu beseitigen (Urk. 1).
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
Die X._ stellte in ihrer Klageantwort vom 19.
D
ezember 2016 (Urk. 7)
die folgenden Anträge:
1.
Es sei der Beitragsausstand auf Fr. 25’721.04 plus entsprechende Risiko
kosten und Zusatzkosten, abzüglich bereits bezahlte Prämien Fr. 14'000.-- nebst Zins und Betreibungskosten festzusetzen. Die Risikokosten, Zusatz
kosten seien von der Klägerin neu zu berechnen.
2.
Die Klägerin habe eine entsprechende Abrechnung mit den obligatori
schen BVG-Beiträgen plus Zusatzkosten zu erstellen.
3
Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. Y._ des Betreibungs
amtes entsprechend zu korrigieren.
4
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin.
Im
Rahmen des
zweiten Schriftenwechsels hielt
en die Parteien mit Replik vom 10. Januar 2017 (Urk. 11
) und Duplik vom
15. Februar 2016 (Urk. 16
) an ihren Anträgen fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
66 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) legt die Vorso
rgeeinrichtung die Höhe der Bei
trä
ge des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer
in den reglementarischen Bestim
mungen fest (
Abs.
1 Satz 1). Der Arbeitgeber schuldet der Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beiträge (
Abs.
2 Satz 1).
1.2
Gemäss Art. 8 Abs. 1 BVG ist der Teil des Jahreslohnes zwischen 22’155 bis und mit 75‘960 Franken (seit 1. Januar 2013 zwischen 24’570 bis und 84’240 Franken und seit 1. Januar
2015 zwischen 24‘675 bis und mit 84’600 Franken) zu versi
chern. Dieser
Teil wird koordinierter Lohn genannt.
1.3
L
aut Ziff. 2 Abs. 2 des Anschlussver
trages
(Vertragsnummer 95'002'925) erge
ben sich die Rechte und Pflichten der Stiftung und des Arbeitgebers aus den Bestimmungen der Stiftungsurkunde, dem Vorsorgereglement, dem Organisati
onsreglement für den Kassenvorstand sowie dem Kostenreglement. Die Stif
tungsurkunde und die genannten Reglemente sind verbindliche Rechtsgrundla
ge (Urk. 2/1
)
.
1.4
Nach Ziff. 2.3.1 des Vorsorgereglements entspricht der massgebende Jahreslohn
dem mutmasslichen AHV-Jahreslohn der versicherten Person, wobei Familien- und Kinderzulagen sowie Lohnbestandteile, die nur gelegentlich oder vorüber
gehend anfallen, nicht berücksichtigt werden. Nicht zum massgebenden Jahres
lohn gehören insbesondere Abgangsentschädigungen und Dienstaltersgeschen
ke. Gehört eine versicherte Person nicht während eines ganzen Kalenderjahres dieser Personalvorsorge
an, so ist jener Lohn massgebend, den sie bei ganzjäh
riger Zu
ge
hörigkeit erzielen würde (Urk. 2/3 S. 3). Die Berechnung der Vorsor
ge
leis
tun
gen und -beiträge basiert auf dem versicherten Jahreslohn. Der versi
cher
te Jahres
lohn ist im Vorsorgeplan umschrieben (Ziff. 2.3.2).
1.5
Gemäss Vorsorgeplan zum Anschlussvertrag Nr. 95'002'925 (Urk. 2/4) ent
spricht der versicherte Jahreslohn dem massgebenden Jahreslohn, begrenzt auf den maximal versicherten Lohn gemäss BVG.
1.6
Laut Kost
enreglement der Klägerin (Urk. 2/1 Anhang
)
werden für eingeschrie
bene Mahnungen Fr. 100.-- (Ziffer 2
.1), für Betreibungsbegeh
ren Fr. 300.--, für die Beseiti
g
ung des Rechtsvorschlags Fr. 1’000
.-- und für eine Klage
nach Art. 73 BVG
Kosten
von Fr. 1‘0
00.
-- (Ziff. 2.2)
erhoben.
2.
Im in Art. 73 BVG für den kantonalen Prozess über Streitigkeiten zwischen Vor
sorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten — darunter auch über Beitragsstreitigkeiten, in denen sich wie vorliegend eine Vorsorgeeinrich
tung und ein Arbeitgeber gegenüberstehen — vorgesehenen öffentlichrechtli
chen Klageverfahren (BGE 124 V 289, 119 V 13 E. 2a, 117 V 342 E. 2b, 115 V 229 f., 242, 379 E. 3b; SVR 1995 BVG Nr. 40 S. 118 E. 2b; SZS 2001 S. 561 E. 1a/aa) stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 73 Abs. 2 BVG). Es gilt somit der Untersuchungsgrundsatz (BGE 115 V 113 E. 3d/bb; SZS 2001 S. 561 E. 1a/aa), der besagt, dass das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a; SZS 2001 S. 561 E. 1a/aa). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sach
verhalt Abklärun
gen vorzunehmen sind, wenn hiezu aufgrund der Parteivor
brin
gen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinrei
chen
der Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a; AHI 1994 S. 212 E. 4a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 2c; SZS 2001 S. 562 E. 1a/aa).
Der Untersuchungsgrundsatz wird beschränkt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a; SZS 2001 S. 562 E. 1a/bb). Zu diesen gehört im Klageverfahren über Beiträge der beruflichen Vorsorge die Substanziierungspflicht, welche beinhaltet, dass die wesentlichen Tatsachenbe
hauptungen und -bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten sein müssen. Dementsprechend ist es einerseits Sache der klagenden Vorsorgeeinrichtung, die Beitragsforderung so weit zu substanziieren, dass sie überprüft werden kann; andererseits obliegt es der beklagten Arbeitgeberin, substanziiert darzulegen, wes
halb und gegebenenfalls in welchen Punkten die eingeklagte Beitragsforde
rung unbegründet bzw. unzutreffend ist (SZS 2001 S. 562 E. 1a/bb). Soweit die eingeklagte Forderung hinreichend substanziiert ist, bleiben unsubstanziierte Bestreitungen unberücksichtigt; demgegenüber darf das Gericht eine Klage, so
weit sie nicht hinreichend substanziiert und nachvollziehbar ist, trotz ungenü
gend substanziierter oder gänzlich fehlender Bestreitung nicht gutheissen (SZS 2001 S. 562 E. 1a/bb).
3.
3.1
Die Klägerin legte in ihrer Klagebegründung dar (Urk. 1 S. 2 ff.), die Beklagte habe zur Durchführung der beruflichen Vorsorge den Anschlussvertrag Nr. 95'002'925 mit Vertragsbeginn per 1. März 2013 abgeschlossen.
Die gemäss Anschlussvertrag geschuldeten Beiträge setzten sich aus den Alters
gutschriften, den Risikoprämien sowie den BVG-Zusatzkosten zusammen. Die Zürich Leben (Rückversicherer) habe diese Beiträge auf dem Beitragskonto als Folgeprämien (Altersgutschriften und Risikoprämien) aufgrund der letztjäh
rigen Lohnangaben für das laufende Jahr erhoben und die Altersgutschriften ergäben sich aus Reglement und Vorsorgeplan individuell für jeden Versicher
ten. Ebenso verhalte es sich mit den Risikoprämien, wobei sich die Prämiensätze der einzel
nen Komponenten der Risikoversicherung aus dem Tarifbuch ergeben würden.
Mutationsprämien (Altersgutschriften und Risikoprämien) ergäben sich auf
grund gemeldeter Löhne von Arbeitnehmern, die unter dem Jahr ein- oder aus
treten, sodass der Versicherungsplan geändert bzw. angepasst werden müsse und dafür so genannte Mutationsprämien in Rechnung gestellt oder vergütet würden.
Die Zinsen richteten sich nach der Situation auf dem Kapitalmarkt und seien jeweils entsprechend angepasst.
Die BVG-Zusatzkosten würden auf einem separaten Konto verbucht und bein
hal
teten 0.11 % der Lohnsumme sämtli
cher versicherten bzw. koordinierten Löhne für den Sicherheitsfonds sowie 0.1 % der Lohnsumme sämtlicher ver
sicherten bzw. koordinierten Löhne der Versicherten zur Anpassung der laufenden Hinterlassenen- und Invalidenrenten.
Die Beklagte habe seit dem 31. August 2015 die fälligen Vorsorgebeiträge nicht bezahlt und damit die einschlägigen Bestimmungen des BVG als auch die Rege
lung gemäss Anschlussvertrag verletzt. Es liege ein Gesetzes- und Vertrags
verstoss vor, dessen Rechtsfolgen von der Beklagten zu tragen seien.
3.2
Die Beklagte stellte sich auf den Standpunkt (Urk. 7 S. 2 f.), im Vorsorgeplan respektive im Anschlussvertrag sei der versicherte Jahreslohn auf den maximal versicherbaren Lohn gemäss BVG beschränkt. Die Klägerin habe erklärt, dass nur der koordinierte Lohn bei den Berechnungen anerkannt werde. E
ine Mel
dung der Jahreslohnsummen
sei
damit
für die Berechnung nicht relevan
t und die Klägerin habe auch durch konkludentes Verhalten zugestimmt, dass ein überobligatorischer Bereich ausgeschlossen sei. Eine solche Vertragsbestimmung hätte auch explizit erwähnt werden müssen.
Die Berechnung der Risikokosten sei nirgends aufgeführt und diese daher auch nicht nachvollziehbar. Am 14. Juli 2014 habe sie (die Beklagte) Beträge von Fr. 10'207.20 und Fr. 3’792.80 an Prämienzahlungen geleistet, die in der Be
rechnung zu berücksichtigen seien. Die Klägerin habe einen entsprechenden Kostenplan nachzureichen, damit die Beiträge überprüft werden könnten. Auch habe sie eine neue Berechnung der BVG-Beiträge zu erstellen und eine Tabelle zu publizieren in der die Risikobeiträge und Zusatzkosten aufgeführt seien, so
dass die Abrechnung überprüft werden könne.
4.
Strittig ist die Höhe von ausstehenden Beiträgen der beruflichen Vorsorge im Zeitraum vom 1. März 2013 bis zur Kündigung des Anschlussvertrages per 31. August 2015. In diesem Zusammenhang ist vorab zu prüfen, ob nur die im Obligatorium liegenden Jahreslöhne gemäss Art. 8 Abs. 1 BVG (vgl. E. 1.2 hier
vor) oder auch die darüber liegenden Löhne versichert waren.
4.1
Gemäss Vorsorgereglement (Urk. 2/3) entspricht der für die Personalvorsorge massgebende Jahreslohn dem mutmasslichen AHV-Jahreslohn der Versicherten Person (Ziff. 2.3.1). Die Berechnung der Vorsorgeleistungen und Beiträge basiert auf dem versicherten Jahreslohn. Der versicherte Jahreslohn ist im Vorsorgeplan umschrieben (Ziff. 2.3.2). Der maximal versicherbare Jahreslohn gemäss BVG ist auf den zehnfachen Betrag der BVG-Lohnobergrenze beschränkt (Ziff. 2.3.3). Der BVG-Jahreslohn ist für die Berechnung der Beiträge an den Sicherheitsfond BVG und die Berechnung der Beiträge für die obligatorische Anpassung der lau
fenden Risikorenten an die Preisentwicklung massgebend (Ziff. 2.3.4). Im Vor
sorgeplan (Urk. 2/4) wird zum versicherten Jahreslohn festgehalten: «Der versicherte Jahreslohn entspricht dem massgebenden Jahres
lohn, begrenzt auf den maximal versicherbaren Lohn gemäss BVG».
4.1.1
Die Beklagte schliesst daraus, dass Sie gemäss Vorsorgeplan lediglich für den BVG koordinierten Lohn gemäss BVG Art. 8 Abs. 1, bei Jahreseinkommen zwi
schen
24’570 bis und 84
'
240
Franken
respektive
seit
1.
Januar
2015 zwischen 24‘675 bis und mit 84
'
600
Franken
Versicherungsprämie zu erbringen habe (vgl. E. 1.2, E. 3.2 hiervor und Urk. 7 S. 2 f.).
Diesem Standpunkt kann in verschiedener nicht Hinsicht gefolgt werden. Was unter maximal versicherbarem Jahreslohn zu verstehen ist, wird im Vorsorge
reglement (Urk. 2/3 S. 19) unter Ziff. 9.5 Lohnbegriffe definiert und wird mit Fr. 842'400.-- Stand Januar 2013 angegeben. Entsprechendes ergibt sich aus Ziff. 2.3.3 des Vorsorgereglements, wonach der maximal versicherbare Jahres
lohn gemäss BVG als versicherbarer Jahreslohn gemäss BVG auf den zehnfa
chen Betrag der BVG-Lohnobergrenze umschrieben ist. Damit übereinstimmend ergibt sich aus dem Vorsorgeplan auch, dass etwa im Invaliditätsfall bei einer vollen Rente die Versicherungsleistungen auf der Basis von 40 % des versicher
ten Jahreslohns nach oben begrenzt auf ein jährliches Maximum von Fr. 250’00.-- erbracht werden, was bereits einen versicherten Lohn von Fr. 625'000.-- voraussetzt (Urk. 2/4 S. 2). Auch spricht das Vorsorgereglement an anderen Stellen unmissverständlich von einem massgebenden Jahreslohn gemäss
dem
mutmasslichen AHV-Jahreslohn
, auf dessen Basis die Versiche
rungsprämie zu entrichten sind (vgl. E. 4.1 hiervor). Ferner ergibt sich aus dem von der Beklagten am 25. Februar 2014 unterzeichneten Vorschlag (Urk. 2/7), dass unter anderem ein massgebender Lohn von Fr. 150'000.-- versichert wur
de, was klarerweise über dem
koordinierten Lohn gemäss BVG
Art.
8
Abs.
1
von damals Fr.
84
'
240
.-- lag. Die Beklagte unterzeichnete sodann am 1. März 2013 auch den Vorschlag der Klägerin, gemäss dem ein Überobligatorium mit einem entsprechenden Umwandlungssatz klarerweise mitversichert war (vgl. Urk. 12). Bei Eintritt des versicherten Risikos während der Vertragsdauer wäre damit die Klägerin auch verpflichtet gewesen, die Leistungen im überobligatorischen Be
reich zu erbringen. Soweit die Beklagte ausführte,
sie sei immer der Meinung gewesen, es sei nur der koordinierte Lohn und nicht der ganze Lohn versichert
und sich auf eine Email-Korrespondenz beruft (Urk. 16), kann dem nicht gefolgt werden. Denn die entsprechende Ansicht wurde erstmals am 21. März 2016 (Urk.
8
/1
S. 4 f.)
vertreten und erfolgte erst im Zusammenhang mit der
K
ündi
gung des Anschlussvertrages, nachdem die Prämienausstände betrieben worden waren und nachdem sich die Beklagte hatte vergegenwärtigen können, dass ein versichertes Risiko im Zeitraum der Versicherungsdeckung nicht eingetreten war. Die Beklagte monierte namentlich bei Rechnungsstellung keine Posten und bezahlte im Juli 2014 namhafte Beträge. Damit akzeptierte sie zumindest still
schweigend eine Versicherung auch im Überobligatorium.
4.1.2
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beklagte während der Vertragsdauer vom 1.
März
2013 bis 3
1.
August
2015
die
Versicherungsprämie
auf der Basis des
massgebenden Jahreslohn
s
gemäss dem AHV-Jahreslohn
zu erbringen hatte und im Gegenzug (respektive ihre Mitarbeiter) für die entsprechenden Löhne versichert war.
4.2
4.2.1
Die Klägerin ermittelte die Versicherungsprämie gestützt auf die von der Be
klagten gemeldeten Löhne gegenüber der SVA Zürich, Ausgleichskasse (vgl. Urk. 2/8). Die entsprechenden und von der Beklagten deklarierten Lohnsummen wurden zu Recht nicht bestritten.
In Bezug auf die Risikoprämie führte die Klägerin unter Verweis auf die Regle
mente und den Vorsorgeplan aus, dass sich diese, wie die Altersgutschriften, aufgrund der letztjährigen Lohnangaben der Versicherten für das laufende Jahr
individuell für jeden Versicherten ermittle und sich die Prämiensätze der Risi
ko
ver
sicherung aus den einzelnen Komponenten gemäss dem Tarifbuch für Kol
lek
tivversicherungen ergäben, die von sämtlichen Lebensversicherungsgesell
schaften der beruflichen Vorsorge angewendet würden (Urk. 1 S. 3).
Die Beklagte machte hierzu geltend, wie hoch die Risikokosten seien, sei nir
gends aufgeführt respektive es bestehe keine nachvollziehbare Aufstellung hier
über (Urk. 7 S. 3 Ziff. 3) und die Klägerin habe hierzu auch keine Stellungnah
me abgegeben (Urk. S. 2 Ziff. 3).
4.2.2
Gemäss Anschlussvertrag verpflichtet sich der Arbeitgeber, die gesamten in
Rechnung gestellten ordentlichen Beiträge zu bezahlen. Dazu gehören insbe
sondere die Beiträge für die Äufnung der Altersguthaben und die Risikoversi
cherung (Urk. 2/1 S. 2 Ziff. 10 Abs. 1). Die in Rechnung gestellten Beiträge werden dem Beitrags-Konto belastet. Zahlungen und Gutschriften werden valuta
ge
recht gutgeschrieben und vorab zur Deckung der Beiträge für die Risikoversi
cherung verwendet (Abs. 7).
Die Klägerin deklarierte in der jährlichen Aufstellung über die Ausstände der Beklagten (Urk. 2/6) für jeden Versicherten einzeln den gemeldeten Lohn, den versicherten Lohn, die Sparprämie, die Risikoprämie, die Einlagen in den Sicherheitsfond und die Teuerungsprämie. Im Weiteren wurden die Valuten, das Datum der Rechnungsstellung sowie die in Rechnung gestellten Beträge und die Zinsbelastung festgehalten. Sodann belegte sie die Abrechnung mit den ent
sprechenden und der Beklagten zugestellten Rechnungen unter Beilage der Ver
zeichnisse der Konten (vgl. Urk. 2/9, Urk. 2/10).
Damit ist nachvollziehbar dargelegt, wie hoch die Risikoprämien der jeweiligen versicherten Arbeitnehmer der Beklagten ausgefallen sind und der jeweilige (Prozent-) Risikosatz zum ebenfalls festgehaltenen versicherten Lohn lässt sich mittels einfacher Rechenoperation für jeden einzelnen Versicherten herstellen. Die Beklagte hat diesen Abrechnungsmodus im Zeitraum der Vertragsdauer nie beanstandet und die für das Jahr 2013
zu entrichtenden Spar- und Risikokos
tenbeiträge beglichen und auch nicht interveniert, als ein Saldo zu ihren Guns
ten zur Begleichung der per 1. Januar und per 1. Februar 2014 fälligen Risiko
kos
ten
beiträge verwendet wurde (vgl. Urk. 2/9). Sodann hatte sie im Zusam
menhang mit dem rückwirkenden Anschluss per März 2013 Kenntnis vom Vor
schlag der Klägerin vom 17. Februar
2014 betreffend
Verzeichnis der (versicher
ten) Leis
tun
gen, hatte sie doch dieses selbst unterzeichnet, wobei aus dem Ver
zeichnis der Kosten unter anderem auch die Risikokostenbeiträge für jeden Ver
sicherten ersichtlich waren (Urk. 12). Die Höhe der Risikoversicherungsprämie stellte die Beklagte erstmals
nach Vertr
agsende in Frage. Bis dahin liess die Be
klagte den Berechnungsmodus
gelten
und beanstandete insbesondere auch nicht die Abrech
nungen im Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Hierauf ist sie zu be
haften.
4.3
Die übrigen Rechnungspositionen, wie die Zinsbelastung und die Korrekturbu
chungen, die sich aufgrund nachträglich gemeldeter Lohnmutationen ergeben haben (vgl. Urk. 2/6 S. 3) und dadurch zustande kamen, dass der einzige und einzelzeichnungsberechtigte Verwaltungsrat der Beklagten gegenüber der Aus
gleichskasse ein AHV-pflichtiges jährliches Einkommen von Fr. 130'000.—deklarierte (Urk. 2/8 S. 3, S. 7 und S. 9), sind ebenso nachvollziehbar und werden von der Beklagten auch nicht bestritten. Soweit die Beklagte sinngemäss gel
tend macht, die Klägerin habe bereits geleistete Zahlungen von Fr. 10’207.20 und Fr. 3'972.80 unberücksichtigt gelassen (vgl. Urk. 7 Ziff. 4), trifft dies eben
falls nicht zu, ergibt sich doch aus der Abrechnung, dass diese einzigen Prä
mienzahlungen der Beklagten am 14. Juli 2014 verbucht wurden (Urk. 2/6 S. 1 und Urk. 2/9 S. 2).
4.4.
Zusammenfassend erweist sich die Berechnung der ausstehenden Prämien (samt Kostenersatz) in der Höhe von Fr. 39'093.65 als zutreffend. Namentlich sind die diversen im Kostenreglement festgeschriebenen Mahngebühren wie auch die Verwaltungskosten ausgewiesen. Gleiches gilt für die geltend gemachten Zinsen (Fr. 950.65 bis 31. Oktober 2015) und die Umtriebsspesen für die Einleitung der Betreibung in der Höhe von Fr. 300.--. Sodann ist die Beklagte zinspflichtig (auch) ab 1. September 2015 (auf der Hauptforderung). Damit ist die Klage voll
umfänglich gutzuheissen.
5.
Art. 73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträ
gerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit öffentlichrecht
lichen Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz/OG) praxis
gemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der Klägerin - trotz ihres entsprechenden Antrages - anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E. 6).
Der unterliegenden Beklagten steht eine Prozessentschädigung ausgangsgemäss nicht zu.