Decision ID: 6b4cee41-6db3-4028-a082-c2de1774d702
Year: 2019
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt weiter ab und veranlasste eine interdisziplinäre Begutachtung
in der Klinik B._.
2. Gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten der Klinik B._ vom
23. Dezember 2003 sprach die IV-Stelle A._ mit Verfügung vom
27. April 2004 eine ganze IV-Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 100 % ab dem 1. Januar 2003 zu.
3. Die ganze IV-Rente wurde im Rahmen der im Januar 2006 sowie im März
2011 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahren mit Mitteilung vom
15. März 2006 (gestützt auf den Arztbericht von Dr. med. C._ vom
10. März 2006) bzw. 5. August 2011 (gestützt auf die Arztberichte von Dr.
med. C._ vom 29. April 2011, Dr. med. D._ vom 14. Juli 2011
sowie der Ärztin des Regional Ärztlichen Dienstes (RAD) Dr. med.
E._ vom 5. August 2011) bestätigt.
4. Im Februar 2012 erfolgte eine Dossierevaluation im Rahmen der IV-
Revision 6a. Dabei wurde das Vorliegen von organisch nicht
nachweisbaren Beschwerden und damit die Erforderlichkeit weiterer
Abklärungen seitens des RAD verneint.
5. Im Rahmen des im August 2016 eingeleiteten amtlichen
Revisionsverfahrens forderte die IV-Stelle ein Verlaufsbericht von Dr.
med. C._ vom 11. November 2016 sowie von Dr. med. D._ vom
- 3 -
9. November 2016 ein und gab ein bidisziplinäres medizinisches
Gutachten (Fachdisziplin Psychiatrie und Psychotherapie,
Rheumatologie, Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL]) in
Auftrag. Gestützt darauf holte die IV-Stelle eine Abschlussbeurteilung bei
ihrem RAD-Arzt Dr. med. F._ ein. Die diesbezüglichen medizinischen
Abklärungen ergaben aus psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und eine deutliche Besserung der
psychischen Gesundheitssituation.
6. Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2017 stellte die IV-Stelle A._ in
Aussicht, die IV-Rente vollumfänglich aufzuheben. Zur Begründung führte
die IV-Stelle aus, die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass
sich der psychische Gesundheitszustand verbessert habe.
Demgegenüber bestehe aus rheumatologischer Sicht im Vergleich zur
Begutachtung im Jahr 2003 ein unveränderter Gesundheitszustand. Es
werde somit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Schreiner ausgegangen. In leidensangepassten Tätigkeiten
bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, wobei die Leistungsfähigkeit in
einer achtstündigen täglichen Arbeitszeit mit zwei Stunden zusätzlichen
Pausen umsetzbar sei. Diese führe zu einem nicht rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von 33.49 %. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._
am 4. Juli 2017 Einwand, welchen er mit Eingabe vom 19. September
2017 ergänzte.
7. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2017 hielt die IV-Stelle an der
Begründung in ihrem Vorbescheid vom 15. Juni 2017 fest, ging auf die
vorgebrachten Argumente im Einwand von A._ ein und hob die IV-
Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf.
8. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 23. Januar
2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
- 4 -
und beantragte, die Verfügung vom 7. Dezember 2017 sei aufzuheben
und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm auch über den 31. Januar
2018 hinaus eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Einholung eines Gutachtens betreffend Diagnosen und
Arbeitsfähigkeit sowie zur Neuverfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Subeventualiter sei ihm ab 1. Februar 2018 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen aus, die IV-Stelle habe letztmals am 5. August 2011
rechtskräftig verfügt, dass sich am Rentenanspruch nichts geändert habe.
Er leide seit 2002 unter denselben psychischen Beschwerden, welche
das Ausüben der ursprünglichen Tätigkeit als Schreiner verunmögliche.
Zwischen dem Gutachten G._, den früheren Berichten der früher
behandelnden Psychiaterin und dem im Jahr 2003 erstellten
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. H._ bestünden hinsichtlich
der psychischen Leiden erhebliche Diskrepanzen. Der ihn aktuell
behandelnde Psychiater Dr. med. I._ komme in seinem Bericht vom
16. Januar 2018 zu ganz anderen Schlüssen als der Gutachter G._.
Er leide neben dem lumbovertebralen Schmerzsyndrom folglich auch
unter psychischen Krankheiten. Gemäss Dr. med. I._ bestehe eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und paranoiden Zügen
sowie eine somatoforme Schmerzstörung sowie eine Arbeitsunfähigkeit
von 70 %. Diese Arbeitsunfähigkeit sei ohne weiteres Gutachten
anzuerkennen, denn sein Gesundheitszustand habe sich entgegen dem
Gutachten G._ weder seit 2003 noch seit 2011 verändert. Somit sei
die Einstellung der Rente zu Unrecht erfolgt. Sollten Zweifel bestehen, ob
die diagnostizierten psychischen Krankheiten zusammen mit der
somatischen Krankheit heute zu gleichbleibender Invalidität wie im Jahr
2011 führe, sei ein Gutachten einzuholen, das den Vorgaben der mit
BGE 141 V 281 geänderten Rechtsprechung entspreche. Im Gutachten
G._ werde das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung, ja
überhaupt einer Störung, von vornherein verneint, ohne dass für den
- 5 -
Rechtsanwender nachvollziehbar wäre, welche Kriterien nicht erfüllt
seien. Dr. med. I._ bejahe das Vorliegen der somatoformen
Schmerzstörung. Angesichts der Diskrepanzen zwischen der
Einschätzung von Dr. med. I._ und jener von Dr. med. G._ sei
die Einholung eines Obergutachtens unumgänglich, weshalb die
Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen sei. Sollte sich ergeben,
dass er nicht unter einer psychischen Krankheit leide, wäre beim
Invalideneinkommen ein Leidensabzug von 20 % zu berücksichtigen, was
selbst bei einem 70 %-Pensum ein Invalideneinkommen von
Fr. 38'101.20 und damit einen Invaliditätsgrad von 47 % ergäbe.
9. Mit Vernehmlassung vom 2. Februar 2018 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und
verwies für die Begründung primär auf ihre angefochtene Verfügung vom
7. Dezember 2017. Zusätzlich brachte sie im Wesentlichen vor, gemäss
den Ausführungen des Beschwerdeführers habe sich dieser im Oktober
2017 zu Dr. med. I._ in Behandlung gegeben, nachdem es ihm
angesichts des ergangenen Vorbescheides, des drohenden Verlustes der
Invalidenrente sowie der inzwischen aufgetretenen schweren
Krebserkrankung seiner Ehefrau psychisch schlechter gegangen sei.
Dazu sei festzuhalten, dass invaliditätsfremde Faktoren keine
rechtserhebliche Bedeutung hätten. Eine allenfalls aufgrund des IV-
Verfahrens nach der psychiatrischen Begutachtung aufgetretene
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes erschöpfe sich
offensichtlich in den zwei geltend gemachten psychosozialen bzw.
soziokulturellen Umständen und sei adäquater ärztlicher Behandlungen
zugänglich und damit invalidenversicherungsrechtlich bedeutungslos. Auf
weitere Beweisvorkehren sei daher zu verzichten. Sodann habe der
Gutachter Dr. med. G._ detailliert die Kriterien für das Vorliegen
einer Persönlichkeitsstörung geprüft. Dr. med. I._ setze sich in
seinem Arztbericht mit diesen Kriterien nicht auseinander und halte keine
- 6 -
entsprechenden Einschränkungen fest. Sein Arztbericht sei daher nicht
nachvollziehbar sowie nicht schlüssig und vermöge das Gutachten
G._ nicht zu erschüttern. Im Übrigen habe sie in der angefochtenen
Verfügung gestützt auf die jeweilige bundesgerichtliche Praxis aufgezeigt,
weshalb vorliegend kein Leidensabzug gerechtfertigt sei.
10. In der freigestellten Replik vom 15. Februar 2018 hielt der
Beschwerdeführer fest, die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin
betreffend die invaliditätsfremden Faktoren sei nicht zulässig. Die
Beurteilung von Dr. med. I._ sei nach ausgiebiger Untersuchung und
Studium der Akten erfolgt. Seine Beurteilung stimme mit jener von Dr.
med. H._ überein und stehe im Widerspruch zu jener von Dr. med.
G._. Aufgrund der Divergenzen sowie angesichts der Tatsache, dass
es darum gehe, dem knapp 55-jähigen Beschwerdeführer eine über 15
Jahre hinweg gewährte IV-Rente abzusprechen, sei die Einholung eines
Obergutachtens unumgänglich. Im Übrigen setze sich die
Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung nicht mit der von Dr. med.
I._ gestellten Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
auseinander, woraus zu schliessen sei, dass sie dem nichts
entgegenzuhalten habe.
11. In der Duplik vom 20. Februar 2017 führte die Beschwerdegegnerin
alsdann aus, betreffend die somatoforme Schmerzstörung sei konkret
festzustellen, dass der psychiatrische Gutachter Dr. med. G._
anhand der ICD-10 Kriterien aufgezeigt habe, dass keine anhaltende
(somatoforme) Schmerzstörung vorliege. Dies sei im Übrigen auch bereits
vom Vorgutachter Dr. med. H._ so festgestellt worden. Die kurze
Begründung von Dr. med. I._ betreffend die somatoforme
Schmerzstörung vermöge nicht zu überzeugen. Sein Arztbericht sei nicht
nachvollziehbar und unschlüssig.
- 7 -
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
in der angefochtenen Verfügung vom 7. Dezember 2017 sowie auf die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. Dezember
2017 stellt folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche
Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formeller und
materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der
angefochtenen Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung.
Demnach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist
somit einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die
bisherige ganze IV-Rente des Beschwerdeführers zu Recht aufgehoben
hat. Dabei sind insbesondere das Vorliegen eines Revisionsgrunds sowie
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und, damit verbunden,
das Invalideneinkommen streitig.
- 8 -
3.1. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid
ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität, die durch einen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 2 ATSG sowie Art. 8
Abs. 1 ATSG), welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Der rentenbegründende
Invaliditätsgrad ist aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen
(Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Dazu wird das
Erwerbseinkommen, welches der Versicherte nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung zum Erwerbseinkommen gesetzt, das
er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
auf zeitidentischer Basis ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmt wird (allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2; BGE 128 V 29 E.1).
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 %
Anspruch auf eine ganze Rente.
3.2. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
- 9 -
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche
Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands mit entsprechender
Beeinflussung der Erwerbsfähigkeit, sondern etwa auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben, eine
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder
eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 134 V 131
E.3, 133 V 545 E.6.1, 130 V 343 E.3.5; Urteil des Bundesgerichts
9C_417/2017 vom 19. April 2018 E.2.1; vgl. auch MÜLLER, Die
materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der
Invalidenversicherung, Diss., Freiburg 2003, S. 133 Rz. 486). Dagegen
bildet nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
(BGE 115 V 308 E.4a/bb; Urteil des Bundesgerichts 9C_417/2017 vom
19. April 2018 E.2.1).
3.3. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung – bei einer Bestätigung der Rente
allenfalls die Mitteilung (Art. 74ter lit. f IVV und Art. 51 ATSG) –, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-131 http://links.weblaw.ch/de/BGE-133-V-545 http://links.weblaw.ch/de/BGE-130-V-343 http://links.weblaw.ch/de/8C_441/2012 http://links.weblaw.ch/de/BGE-115-V-308 http://links.weblaw.ch/de/8C_441/2012
- 10 -
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133
V 108 E.5; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_193/2015 vom 7. August
2015 E.1.1, 9C_646/2014 vom 17. Dezember 2014 E.2.2). Wird bei dieser
Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur
Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des
Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene
Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung
abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2014, Art. 30-31 Rz. 13).
4.1. Vorliegend sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit
Verfügung vom 27. April 2004 (Beilagen Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1
S. 259) bei einem Invaliditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2003 eine ganze Invalidenrente zu. Ob sich der
rentenbegründende Invaliditätsgrad seit der erwähnten Rentenzusprache
verändert hat, prüfte die Beschwerdegegnerin vor Erlass der
angefochtenen Verfügung letztmals im Rahmen des im März 2011 von
Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens, das mit Mitteilung vom
5. August 2011 seinen Abschluss fand (Bg-act. 25). Darin beschied die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer, bei der Überprüfung des
Invaliditätsgrads keine Änderungen festgestellt zu haben, die sich auf die
Rente auswirkten. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad: 100 %). Diese Mitteilung
beruhte auf dem Arztbericht des Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr.
med. C._, Allgemeine Medizin FMH, vom 29. April 2011 (Bg-act. 22),
dem Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D._, Fachärztin
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Juli 2011 (Bg-act. 23)
http://links.weblaw.ch/de/BGE-133-V-108 http://links.weblaw.ch/de/BGE-133-V-108 http://links.weblaw.ch/de/9C_646/2014 http://links.weblaw.ch/de/8C_441/2012
- 11 -
sowie auf der Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. E._ vom 5.
August 2011 (Bg-act. 27 S. 6). In der Beurteilung von Dr. med. C._
vom 29. April 2011 wie auch in derjenigen der RAD-Ärztin vom 5. August
2011 wird lediglich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im
Vergleich zum letzten Bericht bzw. zum Gutachten im Jahr 2003 als
unverändert geschildert (vgl. Bg-act. 22 S. 1, 27 S. 6), ohne dass jedoch
eine eingehende Auseinandersetzung mit den vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden erfolgt und diese einer kritischen Würdigung
unterzogen werden. Einzig Dr. med. D._ machte in ihrem Bericht
vom 14. Juli 2011 ein wenig ausführlichere und differenziertere Angaben
(vgl. Bg-act. 23). Gestützt auf diese ärztlichen Stellungnahmen ergibt sich
kein vollständiges Bild des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers und seines funktionellen Leistungsvermögens. Der
Mitteilung vom 5. August 2011 liegt damit keine rechtskonforme
Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung zugrunde, womit diese
Mitteilung nicht als Vergleichsbasis für die strittige Rentenrevision
heranzuziehen ist. Dasselbe gilt für die im Januar 2006 durchgeführte
amtliche Rentenrevision, in deren Rahmen die Beschwerdegegnerin
ausschliesslich einen Verlaufsbericht beim Hausarzt Dr. med. C._
einholte (vgl. Bg-act. 6-13). Ob die gesundheitliche Verfassung des
Beschwerdeführers und, als Folge davon, dessen Arbeitsfähigkeit, wie in
der angefochtenen Verfügung vom 7. Dezember 2017 (Bg-act. 79)
angenommen, eine wesentliche Verbesserung erfahren haben, beurteilt
sich demnach durch den Vergleich des Sachverhalts, welcher der
Verfügung vom 27. April 2004 (Bg-act. 1 S. 259) zugrunde lag, mit jenem
Sachverhalt, der sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
7. Dezember 2017 (vgl. Bg-act. 79) verwirklicht hat. Davon ausgehend ist
anschliessend zunächst zu untersuchen, auf welchem Sachverhalt die
Verfügung vom 27. April 2004 beruht. In der Folge wird der
rechtserhebliche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum
Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens am 7. Dezember 2017
- 12 -
zugetragen hat. Schliesslich wird durch Gegenüberstellung dieser beiden
Sachverhalte zu prüfen sein, ob die massgeblichen Verhältnisse hiermit
eine rechtserhebliche Änderung erfahren haben, die einen
Revisionsgrund begründet und die Beschwerdegegnerin zur
angefochtenen Rentenaufhebung berechtigt hat.
4.2. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass selbst wenn die
Mitteilung vom 5. August 2011 (Bg-act. 25) als Vergleichsbasis für die
strittige Rentenrevision heranzuziehen wäre, in medizinischer Hinsicht
ebenfalls – wie auch bei der Verfügung vom 27. April 2004 als
Ausgangsbasis – ein Vergleich des interdisziplinären Gutachtens der
Klinik B._ vom 23. Dezember 2003 (Bg-act. 1 S. 189 ff.) mit dem
aktuellen Gutachten von Dr. med. G._ und Dr. med. K._ vom
22. Mai 2017 (Bg-act. 70) zu erfolgen hätte (vgl. E.5.1 bis 6.1
nachstehend). Folglich ist es letztlich nicht entscheidrelevant, ob die
Verfügung vom 27. April 2004 oder die Mitteilung von 5. August 2011 als
Vergleichsbasis herangezogen wird.
5.1. In der Verfügung vom 27. April 2004 (Bg-act. 1 S. 259) hielt die
Beschwerdegegnerin im Wesentlichen fest, seit dem 28. Januar 2002
(Beginn der einjährigen Wartefrist) sei der Beschwerdeführer in seiner
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei
inzwischen spezialärztlich begutachtet worden, wobei gemäss Gutachten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jedes denkbare Tätigkeitsgebiet
bestehe. Demzufolge habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-
Rente auf der Basis von 100 %. Diese Beurteilung des Rentenanspruchs
des Beschwerdeführers stützte sich in erster Linie auf das
interdisziplinäre Gutachten der Klinik B._ vom 23. Dezember 2003
(Bg-act. 1 S. 189 ff.), wobei der Beschwerdeführer rheumatologisch-
orthopädisch, neurologisch, internistisch sowie psychiatrisch (separate
Begutachtung, Bg-act. 1 S. 162 ff.) untersucht wurde und zusätzlich eine
- 13 -
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
erfolgte (Bg-act. 1 S. 181 ff.).
Im Gutachten wurde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in
somatischer Hinsicht ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei
Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance sowie
Iliosakralgelenksdysfunktion und in psychiatrischer Hinsicht ein
chronischer Rückenschmerz (M54.8) in Verbindung mit psychischen
Faktoren und Verhaltensfaktoren (F54), namentlich ein maladaptiver
ängstlich-vermeidender Krankheitsbewältigungsstil (Z72.8) und eine
ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (F60.6), diagnostiziert
(Bg-act. 1 S. 178 und 213). Zur Arbeitsfähigkeit führte der begutachtende
Psychiater Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, aus, nebst der schmerzbegründeten
Bewegungshemmung und dem Schmerzvermeidungsverhalten bestehe
beim Beschwerdeführer ein umfassender krankheitswertiger
Vermeidungsstil, der Abbild einer ängstlich (vermeidenden)
Persönlichkeitsstörung sei. Die Persönlichkeitsstörung begründe, warum
der Beschwerdeführer Handlungsspielräume, die ihm der Rückenschmerz
punktuell lasse, schliesslich nicht konsequent und mit Verlässlichkeit
nutzen könne. Dies begründe, dass dem Beschwerdeführer heute keine
Berufstätigkeit zugemutet werden könne. Er sei für jedes denkbare
Tätigkeitsgebiet derzeit arbeitsunfähig (Bg-act. 1 S. 180).
5.2.1. Im Rahmen des von ihr im August 2016 von Amtes wegen eingeleiteten
Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin medizinische
Verlaufsberichte ein:
Der Hausarzt des Beschwerdeführers hielt im Arztbericht vom 11.
November 2016 (Bg-act. 51) betreffend Verlauf und aktuelle Befunde fest,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär. Es
- 14 -
bestehe nach wie vor eine chronifizierte Schmerzsymptomatik mit
Belastungsintoleranz. Ambulante Physiotherapie sowie vier Mal pro Jahr
lokale Kortikoidinfiltrationen würden den Zustand stationär halten.
Die damals den Beschwerdeführer behandelnde Psychiaterin, Dr. med.
D._, führte in ihrem Verlaufsbericht vom 9. November 2016 (Bg-act.
52) betreffend Verlauf und aktuelle Befunde aus, dass (seit mindestens
zehn Jahren) keine psychische und/oder invalidisierende Problematik
mehr vorliege.
5.2.2. In der Folge gab die Beschwerdegegnerin am 30. November 2016 (Bg-
act. 56) ein bidisziplinäres medizinisches Gutachten (Fachdisziplinen
Psychiatrie und Rheumatologie mit EFL) bei Dr. med. G._, FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie beim RAD-Arzt Dr. med. K._,
Facharzt für Rheumatologie, Innere Medizin, physikalische Medizin und
Rehabilitation FMH, in Auftrag.
Die beiden Gutachter diagnostizierten im Gutachten vom 22. Mai 2017
nach einer Konsensbesprechung mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches Schmerzsyndrom lumbosakral rechts
mit/bei lumbosakraler Übergangsanomalie bei Hemisakralisation von
LWK5 links und muskulärer Dysbalance, sowie muskuläre Schmerzen im
Schultergürtel- und Nackenbereich und Status nach Meniskusoperation
links 1990 (Bg-act. 70 S. 53). Eine psychiatrische Diagnose könne nicht
gestellt werden, darum sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
nicht eingeschränkt. Aus rheumatologischer Hinsicht könne auch unter
Berücksichtigung der bei der EFL gezeigten erheblichen
Symptomausweitung angenommen werden, dass die bei der Tätigkeit als
Schreiner erforderlichen Belastungen für den Beschwerdeführer zu hoch
seien (Bg-act. 70 S. 55). In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine
70%ige Arbeitsfähigkeit, wobei leichte körperliche Tätigkeiten in
- 15 -
Wechselbelastung ohne häufige Überkopfarbeiten und ohne
Zwangshaltung der Wirbelsäule während acht Stunden pro Tag mit
zusätzlichen Pausen von zwei Stunden pro Tag möglich seien (vgl. Bg-
act. 70 S. 56).
Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. G._, führte sodann aus, die
Diagnose einer affektiven Störung komme aktuell bei einem praktisch
unauffälligen Psychostatus nicht in Frage. Auch in den Akten werde nie
eine affektive Störung diagnostiziert. Dr. med. D._ habe am 14. Juli
2011 eine leichte Anpassungsstörung diagnostiziert, die seit mindestens
2003 chronisch bestehe. Nun sei dies aber nicht möglich, weil eine
Anpassungsstörung per Definition längstens (die längere depressive
Reaktion) zwei Jahre bestehen könne. Immerhin schliesse er aus der
Tatsache, dass Dr. med. D._ zu diesem Zeitpunkt eine
Anpassungsstörung (und eben keine depressive Episode) diagnostiziert
habe, dass sie nicht vom Vorliegen einer affektiven Störung ausgegangen
sei. Auch früher oder danach habe sie nie eine affektive Störung
diagnostiziert, dies sei auch im psychiatrischen Gutachten von Dr. med.
H._ nicht gemacht worden (vgl. Bg-act. 70 S. 40).
Weiter hielt Dr. med. G._ fest, es fänden sich keine Hinweise für das
Vorliegen einer neurotischen, Belastungs- oder somatoformen Störung,
insbesondere auch nicht einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung. Diese Diagnose habe zwar Dr. med. D._ zu Beginn
gestellt, nach der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. H._,
der diese Diagnose nachvollziehbar ausgeschlossen habe, habe auch Dr.
med. D._ diese Diagnose nicht mehr gestellt. Die anhaltende
Schmerzstörung (F45.4) sei nach ICD-10 folgendermassen definiert: "Die
vorherrschende Beschwerde ist ein andauernder, schwerer und
quälender Schmerz, der durch einen psychologischen Prozess oder eine
körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Der Schmerz
- 16 -
tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen
Problemen auf. Diese sollten schwerwiegend genug sein, um als
entscheidende ursächliche Einflüsse zu gelten..." Der Beschwerdeführer
klage zwar über anhaltende Schmerzen, diese hätten aber einerseits
einen wesentlichen somatischen Kern, was immer wieder betont worden
sei, andererseits fänden sich auch keine emotionalen Konflikte oder
psychosozialen Probleme, die die Entstehung der Schmerzen erklären
würden. So argumentiere auch Dr. med. H._ und er stimme
diesbezüglich mit diesem überein (vgl. Bg-act. 70 S. 40 f.).
Demgegenüber ist Dr. med. G._ hinsichtlich der von Dr. med.
H._ diagnostizierten Persönlichkeitsstörung nicht derselben Ansicht.
In diesem Zusammenhangt führte Dr. med. G._ aus, die
Argumentation von Dr. med. H._ entspreche weitgehend nicht den
diagnostischen Leitlinien des ICD-10. Um eine Persönlichkeitsstörung
diagnostizieren zu können, müssten zuerst die Kriterien der spezifischen
Persönlichkeitsstörung erfüllt sein. Nach Wiedergabe der Definition einer
Persönlichkeitsstörung sowie der zu erfüllenden Kriterien hielt Dr. med.
G._ fest, die Beschreibung sei mit den Ausführungen von Dr. med.
H._ nicht vereinbar. Eine Persönlichkeitsstörung müsse per
Definition immer in der Kindheit oder Jugend beginnen und sich auf Dauer
im Erwachsenenalter manifestieren. Das auffällige Verhaltensmuster
müsse andauernd und gleichförmig sein (und dürfe nicht auf Episoden
psychischer Krankheiten begrenzt sein), es müsse tiefgreifend und in
vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpassend sein.
Es könne nicht sein, dass diese Störung jahrelang "nicht evident" sei,
dass sie immer schon inhärent vorhanden sei und erst bei drohender
Stellenlosigkeit oder bei Schmerzen gewissermassen aufbreche. Es
könne auch nicht sein, dass sich die Vermeidung nur auf die Arbeit
beziehe, weil das auffällige Verhaltensmuster eben in vielen persönlichen
und sozialen Situationen eindeutig unpassend sein müsse. Aktuell seien
- 17 -
die Kriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung ganz sicher
nicht erfüllt. Es bestehe weder eine Angst, noch eine Selbstunsicherheit
oder auch eine phobische Struktur. Der Beschwerdeführer berichte
selber, dass er nun, seit die finanzielle Situation geklärt sei, keine
psychischen Probleme habe; allenfalls mal ein Tief, das aber
verschwinde, wenn er spazieren gehe oder sich ablenke. Die Schilderung
des Beschwerdeführers bezüglich seines Tagesablaufs und der übrigen
Aktivitäten, auch seiner sozialen Aktivitäten und beispielsweise der
Ferienreise im letzten Jahr, sprächen auch nicht für ein allgemeines
Vermeidungsverhalten (Bg-act. 70 S. 41 ff.).
6.1. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen
medizinischen Sachverhaltes und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob
seit der ursprünglichen Rentenzusprechung eine wesentliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
eingetreten ist, auf das Gutachten von Dr. med. G._ bzw. auf das
bidisziplinäre Gutachten der Dres. med. G._/K._ vom 22. Mai
2017 (Bg-act. 70). Gestützt darauf bejahte die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung vom 7. Dezember 2017 (Bg-act. 79) einen
Revisionsgrund und hielt fest, dass aus rheumatologischer Sicht im
Vergleich zur Begutachtung in der Klinik B._ im Jahr 2003 im
Wesentlichen ein unveränderter Gesundheitszustand bestehe. Hingegen
könne der begutachtende Psychiater keine psychiatrische Diagnose mehr
stellen, die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
entfalten könnte. So sei insbesondere festzustellen, dass sich der
psychische Gesundheitszustand wesentlich geändert habe. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht bestehe in leidensangepassten
Tätigkeiten eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
6.2. Demgegenüber verneint der Beschwerdeführer das Vorliegen eines
Revisionsgrunds und macht geltend, sein Gesundheitszustand habe sich
- 18 -
entgegen dem Gutachten von Dr. med. G._ vom 22. Mai 2017 weder
seit 2003, als das erste Gutachten der Klinik B._ eingeholt worden
sei, noch seit 2011, als das letzte Revisionsverfahren durchgeführt
worden sei, verändert (vgl. Beschwerdeschrift Rz. 23). Der
Beschwerdeführer stützt sich dabei auf den Arztbericht seines
behandelnden Arztes Dr. med. I._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, vom 16. Januar 2018 (Beilagen Beschwerdeführer [Bf-act.] 2) und
führt aus, demgemäss leide er neben dem lumbovertebralen
Schmerzsyndrom auch unter psychischen Krankheiten, nämlich unter
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und paranoiden
Zügen (ICD-10 F61.0) und unter einer somatoformen Schmerzstörung
(ICD-10 F45.41). Die Beschwerdegegnerin habe einen im Wesentlichen
unveränderten Gesundheitszustand gestützt auf ein untaugliches
Gutachten anders beurteilt, weshalb die Renteneinstellung nicht rechtens
sei (vgl. Beschwerdeschrift Rz. 23).
6.3. Vorliegend ist demzufolge der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers umstritten. Demgegenüber besteht in
rheumatologischer Hinsicht (lumbovertebrales Schmerzsyndrom)
unbestrittenermassen ein unveränderter Gesundheitszustand (vgl. dazu
auch die rheumatologische RAD-Abklärung von Dr. med. K._ vom
23. Mai 217 [Bg-act. 69 S. 10 f.]).
7.1. Angesichts des vom Beschwerdeführer gegen das Gutachten von Dr.
med. G._ vom 22. Mai 2017 (Bg-act. 70) vorgebrachten Einwands
der Untauglichkeit, ist dieses Gutachten nachfolgend auf seinen
Beweiswert zu untersuchen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
- 19 -
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a m.w.H.). Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE
125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.w.H.). Dennoch hat es die
Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a m.w.H.). Den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten
und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb).
7.2. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. med.
G._ bzw. das bidisziplinäre Gutachten von Dres. med.
G._/K._ vom 22. Mai 2017 (Bg-act. 70) weist weder formelle
noch inhaltliche Mängel auf. Die Ausführungen im Gutachten sind – wie
dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E.7.1 vorstehend) für die
strittigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigen die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und
wurden in Kenntnis der Vorakten erstellt. Zudem beruhen sie auf einer
eingehenden persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers.
Schliesslich leuchten sie in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Insbesondere setzte sich Dr. med. G._ mit den früheren
- 20 -
psychiatrischen Einschätzungen von Dr. med. D._ und Dr. med.
H._ eingehend auseinander und begründet nachvollziehbar sowie
schlüssig und anhand der Leitlinien des ICD-10, weshalb aktuell die
Kriterien einer Persönlichkeitsstörung (wie noch von Dr. med. H._ im
2003 diagnostiziert) nicht mehr erfüllt sind (vgl. E.5.2.2 Absatz 5
vorstehend). Zudem verneint er auch nachvollziehbar das Vorliegen einer
somatoformen Schmerzstörung, wobei er seine Schlussfolgerung
wiederum anhand der Definition nach ICD-10 sorgfältig und ausführlich
begründet (vgl. E.5.2.2. Absatz 4 vorstehend). Im Übrigen wurde eine
somatoforme Schmerzstörung bereits vom früher begutachtenden
Psychiater Dr. med. H._ im Jahr 2003 ausgeschlossen (vgl. Bg-act. 1
S. 167). So hielt dieser fest, das Störungskonzept der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung lasse sich bei genauerer Betrachtung der
vorliegenden Verhältnisse nicht anwenden. Insbesondere würde bei einer
solchen Diagnose eine ausschliesslich psychologische Interpretation des
beim Beschwerdeführer zu beurteilenden skelettmotorischen Schmerzes
gefordert, wodurch die während Jahren als pathogenetisch bedeutsamen
Körperbefunde vollständig ignoriert würden (Bg-act. 1 S. 176). Im Bericht
der psychiatrischen Klinik L._, Dr. med. D._, vom 8. Juli 2013
(Bg-act. 1 S. 151 ff.) wurde eine somatoforme Schmerzstörung alsdann
zwar noch diagnostiziert, im Bericht von Dr. med. D._ vom 14. Juli
2011 (Bg-act. 23) dann aber nicht mehr. Im Übrigen führte Dr. med.
D._ alsdann im Verlaufsbericht vom 9. November 2016 (Bg-act. 52
S. 2 und 6) aus, dass (seit mindestens 10 Jahren) keine psychiatrische
und/oder invalidisierende Problematik mehr vorliege. Das
Verwaltungsgericht hat unter diesen Umständen keinen Anlass, an der
Richtigkeit des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. G._ bzw.
des bidisziplinären Gutachtens von Dres. med. G._/K._ vom 22.
Mai 2017 (Bg-act. 70) zu zweifeln, womit diesem voller Beweiswert
zukommt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist das
- 21 -
Gutachten denn auch in Beachtung der neuen Schmerzrechtsprechung
gemäss BGE 141 V 281 erfolgt.
7.3. An dieser Einschätzung der Dres. med. G._/K._ vermag denn
auch die Beurteilung des den Beschwerdeführer seit dem 30. November
2017 behandelnden Psychiaters Dr. med. I._ vom 16. Januar 2018
(Bf-act. 2) keine Zweifel zu wecken.
7.3.1. Hinsichtlich des eingereichten Arztberichts von Dr. med. I._ vom
16. Januar 2018 (Bf-act. 2) ist zunächst festzuhalten, dass sich der
Beschwerdeführer gemäss Ausführungen in der Beschwerdeschrift erst
im Oktober 2017 in die Behandlung bei Dr. med. I._ begab, nachdem
es ihm angesichts des ergangenen Vorbescheids und des drohenden
Verlusts der IV-Rente aber auch der inzwischen aufgetretenen
Krebserkrankung seiner Ehefrau psychisch schlechter ging (vgl.
Beschwerdeschrift Rz. 17). Damit suchte der Beschwerdeführer Dr. med.
I._ erst nach der Begutachtung durch die Dres. med.
G._/K._ am 19. Januar 2017 bzw. 21. Februar 2017 (Bg-act. 69
S. 1 und 70 S. 1) auf. Es ist somit – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin daraus den Schluss zieht, dass eine psychosoziale
bzw. soziokulturelle Belastungssituation und damit IV-fremde Faktoren
vorliegen, die adäquater ärztlicher Behandlung zugänglich und damit IV-
rechtlich bedeutungslos sind (vgl. Vernehmlassung S. 2 f. mit Hinweisen
auf Rechtsprechung). Diese Umstände erwähnte Dr. med. I._ in
seinem Bericht vom 16. Januar 2018 (Bf-act. 2) nicht.
7.3.2. Dr. med. I._ bezeichnet in seinem Bericht vom 16. Januar 2018 den
Sturz des Beschwerdeführers im Alter von zwei Jahren aus dem Fenster
im 2. Stockwerk des Elternhauses aus fünf bis sechs Metern Höhe als
einen roten Faden während des ganzen Lebenslaufes des
- 22 -
Beschwerdeführers (Bf-act. 2 S. 1). Der Beschwerdeführer sei bis heute
überzeugt, dass der Sturz und die darauf folgende Hirnerschütterung im
Wesentlichen sowohl für das heutige Rückenleiden, als auch für seine
psychischen Einschränkungen verantwortlich seien (vgl. Bf-act. 2 S. 1).
Nach Meinung des Beschwerdeführers kämen sodann die Schläge, die er
von seinem Vater bekommen habe, hinzu und er sei überzeugt, dass die
Schläge die Folgeschäden der Hirnerschütterung verstärkt hätten und mit
der Letzten zu den psychischen Einschränkungen, worunter er seit
langem leide, geführt hätten (vgl. Bg-act. 2 S. 1 f.).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass im Rahmen der Begutachtung in der
Klinik B._ am 29. Oktober 2003 der Beschwerdeführer auch andere
Gründe für sein Leiden hervorhob. Insbesondere gab er nebst diesem
Sturz an, dass auch zwei der älteren Geschwister mit Rückenproblemen
zu tun hätten. Der um drei Jahre ältere Bruder habe sich einer
Rückenoperation unterziehen müssen; noch immer vermöge er seine
Arbeit im Baugewerbe krankheitshalber nicht zu verrichten. Auch die um
sieben Jahre ältere Schwester, die als Pflegerin beschäftigt sei, habe mit
Rückenproblemen zu kämpfen. Man müsse sich fragen, ob in der Familie
nicht eine Konstitutionsschwäche vorherrsche (vgl. Bg-act. 1 S. 164). Im
Gutachten von Dr. med. G._ vom 22. Mai 2017 findet sich sodann
lediglich ein Hinweis auf den Sturz, nicht aber, dass der
Beschwerdeführer sein Rückenleiden darauf zurückführt. So ist dem
Gutachten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer, als er zwei Jahre
alt gewesen sei, aus dem Fenster rausgeflogen sei. Dabei habe der
Beschwerdeführer eine schwere Hirnerschütterung erlitten, habe aber
nachher normal einen Beruf ausüben können (Bg-act. 70 S. 27 und S. 38
oben). Was die Schläge angeht, so erwähnte der Beschwerdeführer
solche gemäss den Akten nirgends. Im Gegenteil, der Beschwerdeführer
sprach im Rahmen der Begutachtung in der Klinik B._ am 29.
Oktober 2003 von einer glücklichen Kindheit und gab an, mit grosser
- 23 -
Hochachtung denke er daran, wie die Eltern fast mittellos der
neunköpfigen Familie ein Auskommen ermöglichten. Man habe
bescheiden gelebt, und für das Wohl der Familie habe jeder der Kinder
Hand anlegen müssen. Niemand habe aber Entbehrungen hinnehmen
müssen – seine Kindheit und Jugend könne er nicht anders als glücklich
nennen (Bg-act. 1 S. 164).
Damit ist festzuhalten, dass sich aufgrund der Akten, entgegen der
Beurteilung von Dr. med. I._, kein sog. roter Faden während des
Lebenslaufs des Beschwerdeführers ergibt.
7.3.3. Im Weiteren diagnostiziert Dr. med. I._ in seinem Bericht vom
16. Januar 2018 (Bf-act. 2 S. 4) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit ängstlichen und paranoiden Zügen (ICD-10 F.61.0). Diesbezüglich
führt er aus, die Persönlichkeitseigenschaften, welche Dr. med. H._
in seinem ausführlichen Gutachten beschreibe, erfüllten durchaus die
Kriterien einer Persönlichkeitsstörung, indem sie "tief verwurzelte,
anhaltende Verhaltensmuster" seien "die sich in starren Reaktionen auf
unterschiedliche persönliche und sozialen Lebenslagen zeigen". Diese
tiefverwurzelten, anhaltenden Verhaltensmuster seien im Lebenslauf des
Beschwerdeführers nicht nur in seinem Beruf, sondern auch in seinem
familiären und privaten Leben festzustellen und von der Ehefrau des
Beschwerdeführers bei der dritten Konsultation bestätigt worden. Der
ängstliche Umgang des Beschwerdeführers mit sich selber, seinen
Erkrankungen und seinem Gegenüber seien weitere Nachweise der
ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F.60.6). Das
Gutachten von Dr. med. G._ sei rein auf den punktuellen
psychischen Zustand des Beschwerdeführers zur Zeit des Gutachtens
fokussiert. Sobald man jedoch den Blick vertiefe und diesen unter die
Oberfläche des aktuellen Zustandes hebe, erkenne man die ängstlichen
und vermeidenden emotionalen Verhaltensmuster (Bf-act. 2 S. 3 f.).
- 24 -
In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass Dr. med. I._ in
seinem Bericht vom 16. Januar 2018 lediglich pauschal feststellt, dass die
ICD-10 Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung erfüllt seien (Bf-act. 2
S. 4). Hingegen setzt er sich mit den von Dr. med. G._ in seinem
Gutachten vom 22. Mai 2017 aufgezählten (vgl. Bg-act. 70 S. 42) und für
diese Diagnose geforderten Kriterien ((1) deutliche Unausgeglichenheit in
den Einstellungen und im Verhalten in mehreren Funktionsbereichen wie
Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmen und Denken sowie in
den Beziehungen zu anderen; (2) das auffällige Verhaltensmuster ist
andauernd und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer
Krankheiten begrenzt; (3) das auffällige Verhaltensmuster ist tiefgreifend
und in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpassend;
(4) die Störungen beginnen immer in der Kindheit oder Jugend und
manifestieren sich auf Dauer im Erwachsenenalter; (5) die Störung führt
zu deutlichem subjektiven Leiden, manchmal jedoch erst im späteren
Verlauf; (6) die Störung ist meistens, aber nicht stets, mit deutlichen
Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit
verbunden) in keiner Art und Weise auseinander. Dr. med. I._ hält in
Bezug auf die Kriterien einzig fest, die tiefverwurzelten, anhaltenden
Verhaltensmuster im Lebenslauf des Beschwerdeführers seien im
beruflichen, privaten und familiären Leben festzustellen. Dabei unterlässt
er es aber diese Feststellungen anhand konkreter Einschränkungen
darzulegen (vgl. Bf-act. 2 S. 3). Auf die übrigen geforderten Kriterien geht
Dr. med. I._ sodann mit keinem Wort ein. Insbesondere setzt er sich
denn auch nicht mit den nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. med.
G._ in seinem Gutachten vom 22. Mai 2017 auseinander, wonach
die Kriterien beim Beschwerdeführer deshalb nicht erfüllt seien, da die
Störung jahrelang nicht evident gewesen sei und erst bei drohender
Stellenlosigkeit oder bei Schmerzen gewissermassen aufgebrochen sei
und sich die Vermeidung nur auf die Arbeit beziehe, was sich auch aus
- 25 -
der Schilderung des Beschwerdeführers bezüglich seines Tagesablaufs
und der übrigen Aktivitäten ergebe, welche nicht für ein allgemeines
Vermeidungsverhalten sprächen (vgl. Bg-act. 70 S. 42 f.). So hält Dr.
med. I._ zum Gutachten von Dr. med. G._ lediglich fest, dass
dieses rein auf den punktuellen psychischen Zustand des
Beschwerdeführers zur Zeit des Gutachtens fokussiert sei. Sobald man
den Blick unter der Oberfläche des aktuellen Zustandes hebe, erkenne
man die Verhaltensmuster (Bf-act. 2 S. 3 f.). Konkrete Schilderungen
betreffend die Verhaltensmuster bleiben dann aber wiederum aus.
7.3.4. Ebenfalls diagnostiziert Dr. med. I._ in seinem Bericht vom
16. Januar 2018 eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und führt aus, die entsprechenden
ICD-10-Kriterien seien erfüllt. Der darunter liegende Konflikt, welche von
Dr. med. G._ verneint bzw. nicht erkannt worden sei, bestehe darin,
dass der Beschwerdeführer sich unbewusst verpflichtet fühle,
gesellschafskonforme Arbeitsleistungen zu erbringen, sich jedoch
aufgrund seiner Ängstlichkeit nicht in der Lage fühle, diese zu verrichten
und eine unbewusste paranoide Verarbeitung seiner Einschränkung
gestalte, indem er seine Behinderung auf den Sturz, welchen er mit zwei
Jahren erlebt habe, sowie auf die Schläge seines Vater zurückführe (Bf-
act. 2 S. 4).
Diese kurze Begründung für die diagnostizierte somatoforme
Schmerzstörung vermag die von Dr. med. G._ anhand der ICD-10
Kriterien schlüssig erfolgte Verneinung einer somatoformen
Schmerzstörung (vgl. Bg-act. 70 S. 40 f. und E.5.2.2 vorstehend) nicht in
Frage zu stellen, zumal diese im Übrigen bereits vom psychiatrischen
Vorgutachter Dr. med. H._ im Jahr 2003 und der damals
behandelnden Psychiaterin Dr. med. D._ verneint wurde (vgl. E.7.2
vorstehend). Wie die Beschwerdegegnerin denn auch zu Recht ausführt,
- 26 -
zieht Dr. med. I._ zur Diagnostizierung einer somatoformen
Schmerzstörung die Ängstlichkeit und die unbewusst paranoide
Verarbeitung der Einschränkung des Beschwerdeführers bei, welche er
bereits zu der von ihm diagnostizierten Persönlichkeitsstörung benutzt
hat.
7.3.5. Sodann ist bei der Würdigung eines Arztberichts des behandelnden
Arztes rechtsprechungsgemäss der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3b).
Ausserdem lässt es die unterschiedliche Natur des Behandlungsauftrags
und der Funktion der amtlich bestellten Gutachter nicht zu, ein
medizinisches Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte
zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle,
in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die
behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation
entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt
oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts
8C_909/2017 vom 26. Juni 2018 E.9, 8C_260/2011 vom 25. Juli 2011
E.5.2). Im vorliegenden Fall ist gestützt auf die vorstehenden Erwägungen
nicht ersichtlich, dass aus dem Bericht von Dr. med. I._ vom 16.
Januar 2018 (Bf-act. 2) Gesichtspunkte hervorgingen, die nicht auch im
Rahmen des Gutachtens von Dr. med. G._ vom 22. Mai 2017 (Bg-
act. 70) berücksichtigt worden wären.
7.4. Insgesamt liegen somit keine hinreichenden Indizien vor, die gegen den
Beweiswert des Gutachtens von Dr. med. G._ bzw. des
bidisziplinären Gutachtens von Dres. med. G._/K._ vom 22. Mai
2017 (Bg-act. 70) sprechen würden. Insbesondere vermag der Arztbericht
- 27 -
von Dr. med. I._ vom 16. Januar 2018 (Bf-act. 2) die Schlüssigkeit
des Gutachtens von Dr. med. G._ bzw. des bidisziplinären
Gutachtens von Dres. med. G._/K._ vom 22. Mai 2017 (Bg-act.
70) nicht zu erschüttern. Auf die in sich schlüssige und überzeugende
Beurteilung der Gutachter kann folglich abgestellt werden.
7.5. Der medizinische Sachverhalt wurde von der Beschwerdegegnerin
demzufolge richtig und vollständig abgeklärt, weshalb auch kein Anlass
für weitere medizinische Abklärungen bestand. Somit hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht auf das vom Beschwerdeführer in seinem
Einwand vom 19. September 2017 (Bg-act. 78) beantragte Obergutachten
verzichtet. In diesem Verzicht liegt – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – denn auch keine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_407/2015 vom 22.
April 2016 E.3.1 m.w.H.). Auch aktuell besteht gestützt auf das
vorstehend Ausgeführte kein weiterer Abklärungsbedarf. Folglich erübrigt
sich in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung die Einholung des
vom Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren erneut
beantragten Obergutachtens, da hiervon keine neuen
entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 134 I 140
E.5.3).
8. Demzufolge ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass eine
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers und, darauf fussend, dessen Arbeitsfähigkeit seit der
Verfügung vom 27. April 2004 (Bg-act. 1 S. 259) eingetreten ist. Folglich
hat die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Revisionsgrunds in der
angefochtenen Verfügung vom 7. Dezember 2017 (Bg-act. 79) zu Recht
bejaht und den Rentenanspruch des Beschwerdeführers aufgrund eines
Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG) neu
festgelegt.
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-I-140
- 28 -
9.1. Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
7. Dezember 2017 (Bg-act. 79) von einer 70%igen Arbeits- und
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten
Tätigkeit aus. Die Leistungsfähigkeit sei umsetzbar in einer achtstündigen
täglichen Arbeitszeit, wobei aber zwei Stunden zusätzliche Pausen
erforderlich seien. Dem Leiden des Beschwerdeführers angepasst seien
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne häufige
Überkopfarbeiten und ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule. Für die
Invaliditätsbemessung stellte die Beschwerdegegnerin auf ein indexiertes
Valideneinkommen von Fr. 71'611.60 sowie ein Invalideneinkommen von
Fr. 47'626.50 ab.
9.2. Der Beschwerdeführer wendet ein, gemäss Einschätzung von Dr. med.
I._ in seinem Arztbericht vom 16. Januar 2018 (Bf-act. 2) sei von
einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % auszugehen.
Diesem Einwand kann nicht gefolgt werden. Wie vorstehend dargelegt,
kommt dem Gutachten der Dres. med. G._/K._ vom 22. Mai
2017 (Bg-act. 70) volle Beweiskraft zu. Damit ist die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung (Bg-act. 79) zu Recht gestützt auf dieses
Gutachten (vgl. E.5.2.2 vorstehend) von keiner Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in psychischer Hinsicht und in rheumatologischer Hinsicht
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit (vollschichtig realisierbar) in einer
adaptierten Tätigkeit (leichte wechselbelastende körperliche Tätigkeit
ohne Überkopfarbeit und ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule)
ausgegangen. Der in der Konsensbeurteilung im Gutachten der Dres.
med. G._/K._ vom 22. Mai 2017 festgehaltene zeitliche Umfang
der Leistungsfähigkeit von acht Stunden täglicher Arbeitszeit mit
zusätzlichen Pausen von zwei Stunden pro Tag (vgl. Bg-act. 70 S. 56)
entspricht zudem auch der in der EFL im Jahr 2003 festgehaltenen
- 29 -
Schlussfolgerung (vgl. Bg-act. 1 S. 182), was auch einleuchtet, da Dr.
med. K._ in rheumatologischer Sicht von einem unveränderten
Gesundheitszustand ausgeht (vgl. Bg-act. 69 S. 10).
9.3. Unter Berücksichtigung des der Rentenverfügung vom 27. April 2004 (Bg-
act. 1 S. 259) zugrundeliegenden im Gesundheitsfall des
Beschwerdeführers als gelernter Schreiner erzielbaren Einkommens samt
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 errechnete die
Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen von Fr. 71'611.62. Das
festgesetzte Valideneinkommen in der Gesamthöhe von Fr. 71'611.62 ist
zu Recht unbestritten geblieben und gibt zu keinen weiteren
Ausführungen Anlass.
9.4. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der
konkreten beruflichen-erwerblichen Situation des Versicherten
auszugehen. Hat der Versicherte – wie vorliegend der Beschwerdeführer
– nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so ist das
massgebliche Invalideneinkommen nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung entweder aufgrund der DAP-Zahlen (= Dokumentation
von Arbeitsplätzen der SUVA) oder der Tabellenlöhne der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen (BGE 135 V
297 E.5.2, 126 V 75 E.3b/aa, 117 V 18 E.2c/aa, je mit Hinweisen). Im
letztgenannten Fall ist praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne
(Tabellengruppe A) abzustellen, wobei dabei jeweils vom sog. Zentralwert
(Median) auszugehen ist (BGE 129 V 472 E.4.2.1). Die entsprechenden
Angaben sind in der Folge auf eine durchschnittliche und betriebsübliche
Arbeitszeit umzurechnen, da die LSE-Tabellenlöhne aus statistischen
Gründen auf einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden
beruhen (BGE 124 V 321 E.3b/bb).
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-297 http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-297 http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-75 http://links.weblaw.ch/de/BGE-117-V-8 http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-472 http://links.weblaw.ch/de/BGE-124-V-321
- 30 -
9.4.1. Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Berechnung des
Invalideneinkommens auf die LSE 2014, Tabelle TA 1. Sie ging von
einem monatlichen Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von 40 Stunden) für Tätigkeiten auf dem Kompetenzniveau 1
(niedrigstes Lohnniveau) im privaten Sektor bei Männern im Jahr 2014
aus, was Fr. 5'312.-- entspricht und gelangte auf Basis der üblichen
durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden und bei einer
70%igen Arbeitsfähigkeit sowie unter Berücksichtigung einer
Nominallohnentwicklung in den Jahren 2015, 2016 und 2017 von
0.3674 % bzw. je 1 % auf ein Invalideneinkommen im Jahr 2017 von
Fr. 47'626.50 (Fr. 5'312.-- / 40 x 41.7 x 12 x 0.7 x 1.003674 x 1.01 x 1.01).
Diese Berechnung ist korrekt und wurde vom Beschwerdeführer als
solche zu Recht auch nicht beanstandet.
9.4.2. Der Beschwerdeführer rügt indessen, dass die Beschwerdegegnerin ihm
keinen Leidensabzug gewährt hat. Er verlangt einen Leidensabzug von
20 % und bringt vor, die Beschwerdegegnerin stelle auf das
Kompetenzniveau 1 mit einfachen körperlichen und handwerklichen
Tätigkeiten ab. Das "einfach" beziehe sich allerdings auf intellektuell
geringe Anforderungen stellende Tätigkeiten und nicht ohne weiteres auf
leichte Tätigkeiten. Oft seien gerade die sog. einfachen Tätigkeiten
solche, die höhere körperliche Anforderungen stellten, weshalb nicht von
vornherein festgehalten werden könne, bei solchen Tätigkeiten sei ein
Leidensabzug nicht erforderlich bzw. ein solcher würde die im
medizinischen Zumutbarkeitsprofil bereits enthaltenen Einschränkungen
ein weiteres Mal berücksichtigen. Der Beschwerdeführer könne eher nur
noch leichte als mittelschwere Arbeiten erledigen. Der Beschwerdeführer
sei sodann auf ein wohlwollendes Umfeld angewiesen und darauf
angewiesen, eher allein zu arbeiten. Dies bedeute ein Entgegenkommen
des Arbeitgebers, was sich in der Lohngestaltung niederschlagen dürfte.
Schliesslich sei dem fortgeschrittenen Alter des Beschwerdeführers und
- 31 -
den fehlenden Dienstjahren (inzwischen mehr als 15 Jahre Absenz vom
Arbeitsmarkt) Rechnung zu tragen (vgl. Beschwerdeschrift Rz. 26).
9.4.3. Wird das Invalideneinkommen wie vorliegend auf der Grundlage von
statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung
getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale der
versicherten Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Alter, Dauer
der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der
so genannte Leidensabzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung
des Leidensabzugs ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
massgebend, wobei der Abzug vom statistischen Lohn auf insgesamt
höchstens 25 % zu begrenzen ist (vgl. BGE 134 V 322 E.5.2; BGE 126 V
75 E.5).
9.4.4. Vorliegend sind dem Beschwerdeführer in einem 70 %-Pensum leichte
wechselbelastende körperliche Tätigkeiten ohne Überkopfarbeit und ohne
Zwangshaltungen der Wirbelsäule zumutbar, wobei die 70%ige
Leistungsfähigkeit insofern eingeschränkt ist, als dass diese in einer
achtstündigen täglichen Arbeitszeit mit zusätzlichen Pausen von zwei
Stunden pro Tag umzusetzen ist (vgl. Bg-act. 50 S. 56; E.9.2 vorstehend).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Umstand, dass nur
noch leichte Arbeiten zumutbar sind, selbst bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten
Abzug. Dies darum, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-322 http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-75 http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-75
- 32 -
(entspricht heutigem Kompetenzniveau 1) bereits eine Vielzahl von
leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_284/2018 vom 17. Juli 2018 E.2.2.1 m.w.H.,
8C_253/2017 vom 29. Juni 2017 E. 4.3.2). Vorliegend rechtfertigt sich
damit kein zusätzlicher Abzug unter diesem Aspekt. Ebenso wenig geben
das Alter und die Dienstjahre Anlass dazu. Zwar zählt das Alter zum Kreis
der abzugserheblichen Gesichtspunkte, und es kann im Fall spezifischer
Gegebenheiten durchaus Berücksichtigung finden. Der Beschwerdeführer
scheint jedoch zu übersehen, dass sich das Alter
rechtsprechungsgemäss auf Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 nicht
zwingend lohnsenkend auswirkt. Denn Hilfsarbeiten werden auf dem
hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_284/2018 vom 17. Juli 2018 E.2.2.3
m.w.H., 9C_200/2017 vom 14. November 2017 E.4.5 m.w.H.). Alsdann
nimmt die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger
das Anforderungsprofil ist. Mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 kommt
dem Umstand, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeiten kann und somit keine Dienstjahre im
Rahmen der adaptierten Tätigkeit aufweist, keine relevante Bedeutung zu
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_200/2017 vom 14. November 2017
E.4.6 m.w.H.; 8C_884/2017 vom 24. Mai 2018 E.4.3 m.w.H.). Im Übrigen
hat die Beschwerdegegnerin korrekt festgehalten, dass eine psychisch
bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und
Arbeitskollegen bisher von der Gerichtspraxis nicht als eigenständiger
abzugsfähiger Umstand anerkannt wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E.5.2.2).
9.4.5. Nach dem Gesagten bestehen keine Anhaltspunkte, dass der
Beschwerdeführer wegen eines oder mehrerer der relevanten Merkmale
seine gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg
- 33 -
verwerten könnte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin im konkreten Fall keinen Leidensabzug gewährt hat.
9.5. Zusammengefasst ergibt sich damit, dass vorliegend ohne Leidensabzug
auf ein Invalideneinkommen von Fr. 47'626.50 abzustellen ist. Wird
dieses dem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 71'611.60
gegenübergestellt, resultiert daraus ein IV-Grad von gerundet 33 % (zur
Rundung: BGE 130 V 121 E.3), womit kein Anspruch auf eine IV-Rente
besteht. Die Einstellung der bisherigen ganzen Rente ist somit nicht zu
beanstanden.
10. Nach dem vorstehend Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung
vom 7. Dezember 2017 (Bg-act. 79) als rechtens, was zur
vollumfänglichen Bestätigung derselben und zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt.
11.1. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Im konkreten Fall werden die Kosten
auf Fr. 700.-- festgesetzt. Sie sind angesichts des Verfahrensausgangs
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
11.2. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden Beschwer-
degegnerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG (e contrario) nicht zu.