Decision ID: 92333130-98f0-53c5-8ed2-5f1b88cd40ea
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 21. Oktober 2018 in der Schweiz um Asyl
nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-
raleinheit-Eurodac) ergab, dass er am 4. Oktober 2018 bereits in Slowe-
nien um Asyl ersucht hatte.
B.
Am 1. November 2018 wurde der Beschwerdeführer durch das SEM be-
fragt und es wurde ihm das rechtliche Gehör zur allfälligen Zuständigkeit
Sloweniens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und
zu einer Überstellung dorthin gewährt. Der Beschwerdeführer machte gel-
tend, Slowenien sei, obwohl ein Staat der Europäischen Union, als nicht
“EU-tauglich“ zu betrachten. Zudem kenne er weder die Sprache noch die
Tradition Sloweniens. Er wolle künftig in der Schweiz leben.
C.
Am 19. November 2018 ersuchte das SEM die slowenischen Behörden um
Rückübernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der
Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO).
Die slowenischen Behörden hiessen das Ersuchen am 29. November
2018 gut.
D.
Mit Verfügung vom 30. November 2018 (Eröffnung am 11. Dezember 2018)
trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegwei-
sung aus der Schweiz nach Slowenien an und forderte den Beschwerde-
führer auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-
frist zu verlassen. Gleichzeitig stellte es fest, einer allfälligen Beschwerde
gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und ver-
fügte die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-
zeichnis an den Beschwerdeführer.
Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, der Abgleich mit der
europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit-Eurodac) weise
nach, dass der Beschwerdeführer am 4. Oktober 2018 in Slowenien als
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asylsuchende Personen registriert worden sei. Die Zuständigkeit zur
Durchführung der Asyl- und Wegweisungsverfahrens liege daher bei Slo-
wenien. Die slowenischen Behörden hätten der Wiederaufnahme des Be-
schwerdeführers denn auch ausdrücklich zugestimmt.
Die Abnahme der Fingerabdrücke von Personen, die illegal in das Hoheits-
gebiet der Dublin-Staaten einreisen oder um Asyl ersuchen würden, stütze
sich auf die Eurodac-Verordnung, womit das Vorgehen der slowenischen
Behörden auf einer rechtlichen Grundlage beruhe. Der geäusserte Wunsch
nach einem weiteren Verbleib in der Schweiz habe keinen Einfluss auf die
Zuständigkeit des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, da es grundsätzlich
nicht Sache der betroffenen Personen sei, den für das Asylverfahren zu-
ständigen Staat selber zu bestimmen.
Slowenien sei Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und der EMRK und es
lägen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass sich Slowenien nicht
an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asylverfahren
des Beschwerdeführers nicht korrekt durchführen würde. Es seien keine
Hinweise auf systemische Schwachstellen vorhanden. Slowenien sei ein
Rechtsstaat mit funktionierendem Justizsystem und der Beschwerdeführer
könnte sich mit einer Beschwerde an die zuständigen Stellen vor Ort wen-
den, sollte er sich ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen. Es sei so-
mit nicht davon auszugehen, dass er in Slowenien gravierenden Men-
schenrechtsverletzungen ausgesetzt wäre, in eine existenzielle Notlage
geraten oder ohne Prüfung ihrer Asylgesuche und unter Verletzung des
Non-Refoulement-Gebots in seinen Heimatstaat überstellt würde. Gründe,
welche die Schweiz gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO zur Prüfung des
Asylgesuchs verpflichten würden, lägen nicht vor. Bezüglich des Einwands
des Beschwerdeführers, er kenne die Sprache und Tradition Sloweniens
nicht, sei auf die Aufnahmerichtlinie zu verweisen, welche zahlreiche Min-
destnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden bein-
halte. Der Beschwerdeführer könne sich an die zuständigen slowenischen
Behörden wenden, um die nötige Unterstützung zu erhalten. Zudem be-
stehe auch die Möglichkeit, die Unterstützung der zahlreich vorhandenen
karitativen Organisationen in Anspruch zu nehmen.
E.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. Dezember 2018 erhob der
Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und be-
antragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 30. November
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2018 sowie die Prüfung seines Asylgesuches in der Schweiz. In verfah-
rensrechtlicher Hinsicht wurde um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde und um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschus-
ses ersucht.
In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Be-
schwerdeführer habe aus politischen Gründen seinen Heimatstaat verlas-
sen und sei von den slowenischen Behörden festgenommen und dazu ge-
zwungen worden, in Slowenien ein Asylgesuch zu stellen. Es sei allgemein
bekannt, dass die slowenischen Behörden viele Asylbewerber in ihren Hei-
matstaat zurückschicken würden. Es müsse davon ausgegangen werden,
dass dem Beschwerdeführer bei einer allfälligen Ausschaffung nach Slo-
wenien eine Inhaftierung und eine Kettenabschiebung in die Türkei drohe.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren richtet sich nach
dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes
bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 112b Abs. 3
AsylG i.V.m. Art. 38 TestV; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52
Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der
Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legi-
timiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
2.3 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wie der vorliegenden
wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (vgl.
Art. 111 Bst. e AsylG). Der Beschwerdeentscheid ist nur summarisch zu
begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG) und auf einen Schriftenwechsel wurde
in Anwendung von Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtet
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
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men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zustän-
digen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die An-
nahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-
tragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen,
die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung
im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union
(2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist
zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zu-
ständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zustän-
dig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat
zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
3.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-
deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet
eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe
der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO).
Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-
losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er
nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung
zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht).
Sowohl der Mitgliedstaat, in dem ein Antrag auf internationalen Schutz ge-
stellt worden ist und der das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen
Mitgliedstaates durchführt, als auch der zuständige Mitgliedstaat kann vor
der Erstentscheidung in der Sache jederzeit einen anderen Mitgliedstaat
ersuchen, den Antragsteller aus humanitären Gründen oder zum Zweck
der Zusammenführung verwandter Personen aufzunehmen, wobei die be-
troffenen Personen diesem Vorgehen schriftlich zustimmen müssen
(Art. 17 Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. humanitäre Klausel).
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4.
4.1 Vorliegend ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
am 4. Oktober 2018 in Slowenien als Asylsuchender registriert wurde. Das
SEM ersuchte deshalb die slowenischen Behörden am 19. November
2018 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18
Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. Die slowenischen Behörden stimmten dem Ge-
such um Übernahme am 29. November 2018 zu.
Der Einwand des Beschwerdeführers, er sei in Slowenien zur Einreichung
eines Asylgesuches gezwungen worden, ist eine blosse Schutzbehaup-
tung, welche bezüglich der Zuständigkeitsfrage ohnehin unbehelflich ist,
da bereits die vom Beschwerdeführer nicht bestrittene Einreise in das Ho-
heitsgebiet der Dublin-Staaten die Zuständigkeit Sloweniens für die Durch-
führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens begründet (Art. 18 Abs. 1
Bst. a Dublin-III-VO).
4.2 Die grundsätzliche Zuständigkeit Sloweniens für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens des Beschwerdeführers ist somit gege-
ben. Der Wunsch des Beschwerdeführers um Verbleib in der Schweiz ver-
mag daran nichts zu ändern, zumal die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-
den kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszu-
wählen (vgl. auch BVGE 2010/40 E. 8.3).
5.
5.1 Slowenien ist Signatarstaat der FK und der EMRK und es darf davon
ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die
sich für Schutzsuchende aus der Richtlinie des Europäischen Parlaments
und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren
für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog.
Verfahrensrichtlinie) sowie der Aufnahmerichtlinie ergeben.
Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass sich Slowenien
nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asylverfah-
ren des Beschwerdeführers nicht korrekt durchführen würde. Mit dem SEM
ist festzustellen, dass die Abnahme der Fingerabdrücke von Personen, die
illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten einreisen, den Bestimmun-
gen der Eurodac-Verordnung entspricht. Entgegen der Auffassung in der
Beschwerde liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, dem Beschwerde-
führer drohe bei einer allfälligen Wegweisung nach Slowenien eine Inhaf-
tierung und eine Kettenabschiebung in die Türkei.
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5.2 Bezüglich des Einwands des Beschwerdeführers, er kenne weder die
Sprache noch die Tradition Sloweniens, ist auf die Aufnahmerichtlinie zu
verweisen, welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und Be-
treuung von Asylsuchenden beinhaltet. Der Beschwerdeführer könnte sich
an die zuständigen slowenischen Behörden wenden, um die nötige Unter-
stützung zu erhalten. Aufgrund der Aktenlage besteht somit kein Grund zur
Annahme, der Beschwerdeführer würde in Slowenien wegen fehlenden
Zugangs zum Asylverfahren oder ungenügender Aufenthaltsbedingungen
in eine existenzielle Not geraten.
5.3 Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen auch unter dem Blick-
winkel humanitärer Gründe keine Zuständigkeit der Schweiz zu begrün-
den.
Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der
Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen
Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Seit der Kognitionsbe-
schränkung durch die Asylgesetzrevision vom 1. Februar 2014 (Streichung
der Angemessenheitskontrolle des Bundesverwaltungsgerichts gemäss
aArt. 106 Abs. 1 Bst. c AsylG) überprüft das Gericht den vorinstanzlichen
Verzicht der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 nicht mehr auf Ange-
messenheit hin; das Gericht beschränkt seine Beurteilung nunmehr im We-
sentlichen darauf, ob das SEM den Sachverhalt diesbezüglich korrekt und
vollständig erhoben, allen wesentlichen Umständen Rechnung getragen
und seinen Ermessensspielraum genutzt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a
und b AsylG).
Die angefochtene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu bean-
standen; insbesondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermes-
sensmissbrauch oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens
zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb in diesem Zusammenhang
weiterer Äusserungen.
5.4 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Er-
messenklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO.
Somit bleibt Slowenien der für die Behandlung des Asylgesuchs des Be-
schwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO. Slowe-
nien ist verpflichtet, das Asylverfahren gemäss Art. 23, 24, 25 und 29 Dub-
lin-III-VO wieder aufzunehmen.
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6.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da
der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-
derlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Slowenien in An-
wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a
AsylV 1).
Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind
allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG
(SR 142.20) unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.).
7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen.
8.
Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-
halb sich die Anträge um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-
schwerde und um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses als
gegenstandslos erweisen. Ein weitergehender Antrag um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde nicht ge-
stellt.
9.
Bei diesem Ausgang der Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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