Decision ID: b8badb17-357d-4b62-8134-6517b6337a04
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, zuletzt
seit Mai 1999
als Hilfsgärtner bei der
Y._
,
Z._
, tätig (
Urk.
11/
12
), meldete sich aufgrund
von
Herzpro
blemen
am 10. Oktober 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge medizinische Berichte (
Urk.
11/13,
Urk.
11/17-18,
Urk.
11
/23
,
Urk.
11/33
)
,
einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
11/12)
und
einen Auszug aus dem in
di
viduellen Kont
o (IK-Auszug
;
Urk.
11/9)
ein
. Mit Verfügung vom 26. August 2009
(
Urk.
11/40) wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass eine Arbeitsvermitt
l
ung derzeit nicht möglich sei. Mit Vorbescheid vom 21. September 2009 (
Urk.
11/46
) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache
einer halben
In
validenrente ab dem 1
. Juni 2009 in Aussicht, worauf
der Versicherte am
30.
Sep
tember 2009 Einwände (
Urk.
11/50) erhob und
Arbeitsunfähigkeitszeug
nisse
(
Urk.
11/49,
Urk.
11/53) einreichte. Daraufhin holte die IV-Stelle weitere
medizinische Berichte (
Urk.
11/54,
Urk.
11/57-58,
Urk.
11/60,
Urk.
11/65) ein und
veranlasste beim
A._
ein interdiszipli
näres
Gutachten, welches am 13. Juli 2011 erstattet wurde (
Urk.
11/67).
Mit Vorbe
scheid
vom 13. Oktober 2011 (
Urk.
11/72) stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten eine vom 1. Mai 2009 bis am 31. Juli 2011 be
fristete halb
e Invaliden
rente in Aus
sicht, worauf
dieser am 9. Januar 2012 Einwände (
Urk.
11/84 =
Urk.
11/88) er
hob und medizinische Berichte (
Urk.
11/84,
Urk.
11/86-87) ein
reichte.
Mit Verfügung vom 10. April 2012 (
Urk.
11/
92
=
Urk.
2) sprach die IV-Stelle d
em Versicherten eine vom 1. Mai
2009 bis 31. Juli 2011 befristete halbe Inva
liden
rente
zu.
2.
D
er Versicherte
erhob
am 18. Mai 2012 Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fü
gung vom 10. April 2012 (Urk. 2)
und beantragte deren Aufhebung sowie
-
al
len
falls
nach
ergänzenden medizinischen Abklärungen
-
die
Zusprache
einer ganzen
Invalidenrente ab dem 1. Mai 2009.
Am 7. und am 9. Juni 2012 (
Urk.
6,
Urk.
8)
reichte er weitere medizinischen Berichte (
Urk.
7/1,
Urk.
9/1) ein, welche der IV-Stelle
am 26. Juni 2012 (
Urk.
12) zur Stellungnahme zugestellt wurden. Mit
Be
schwerdeantwort
vom 20. Juni 2012 (
Urk.
10) beantragte die IV-Stelle die Ab
weisung der Beschwerde. In ihrer Stellungnahme
vom 2. Juli 2012 (Urk. 13)
zu den nachgereichten me
dizinischen Berichten hielt die IV-Stelle an der be
an
trag
ten Abweisung der Beschwerde fest,
was dem Versicherten am 11. Juli 2012 (
Urk.
14
) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Er
kran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psycho
sozi
ale und so
ziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausge
prägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von
Krank
heits
wert
vor
handen
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Fak
toren herrühren, be
steh
en darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu um
fassen
hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar un
ter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen da
mi
t vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit
sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo
die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Er
klä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer
Ge
sundheitsschaden
gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; Urteil des Bundes
gerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stell
en, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Ren
te,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28
Abs.
1 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die befristete
Zusprache
einer halben Inva
li
denrente in ihrer Verfügung vom April 2012 (
Urk.
2) damit,
dass
dem Be
schwer
de
führer die angestammte Tätigkeit als Gartenarbeiter nicht mehr zumut
bar
sei
. Eine seinem Gesundhe
itszustand angepasste körperlich leichte Tätigkeit
sei ihm
aber
seit
Mai 2009 wieder zu 50
%
und seit Mai 2011 zu 75
%
zumut
bar.
Unter Be
rücksichtigung eines lohnmindernden Faktors von 10
%
resultiere ab
Mai 2009 ein Invaliditätsgrad von 55
%
und ab
Mai 2011 ein Invaliditätsgrad von
32
%
,
weshalb
der
Beschwerdeführer
vom 1. Mai 2009 bis 31. Juli 2011 einen
befristeten Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (Verfügungsteil 2 S. 1 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom Mai 2012 (
Urk.
1) auf den Standpunkt,
auf das
A._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da
i
nsbesondere sei
n
kardiologischer Zustand ungenügend abgeklärt worden sei
(S. 4
lit
.
e
)
.
Tatsächlich sei es seit Oktober 2010 zu keiner weiteren Verbesserung ge
kommen und es könne bis zur Objektivierung des Zustandes betreffend die
Be
lastungsfähigkeit
mittels Spiroergometrie keine abschliessende Beurteilung der kardiologischen Leistungsfähigkeit vorgenommen
werden
.
D
ie Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit betrage unverän
dert 50
%
(S. 5
lit
. f
,
S. 7
Ziff.
7).
Zusätzlich
sei ihm aus psychiatrischer Sicht
bis Juni 2010 eine volle Arbeitsun
fähigkeit in jeder Tätigkeit bestätigt worden (S. 5
Ziff.
5
, S. 7
Ziff.
6
)
.
E
r habe auch
nach dem Frühjahr 2011 weiterhin in psychiatrischer Behandlung ge
stan
den
und der Fortbestand einer
mittelschweren depressiven Symptomatik mit voller
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
sei
ausgewiesen (S. 6
lit
. e, S 7 f.
Ziff.
7).
Im Übrigen sei
ein Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 20
%
an
ge
messen
(S
.
8 f.
Ziff.
8).
3.
3.1
Die
Ärzte der
Klinik für Kardiologie
,
B._
,
stellten
in ihrem Bericht vom
13.
November 2008
(
Urk.
11/17/1-2)
folgende seit Juni 2008 bestehende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
lit
. A.):
dilatative
Kardiomyopathie
unklarer Ätiologie
CRT
-ICD-Implantation am 21. Oktober 2008
Koro
/Rechtsherzkatheter (26. Juni 2008): Koronarsklerose ohne signifi
kante Stenosen
leicht erhöhte Füllungsdrücke, leichte PAHT (
mPAP
= 25mmHg),
Car
diac
Index 2.6 l/min/m
2
Echo 11. September 2009: Exzentrische LV-Hypertrophie, EF 28
%
, mittelschwere
Dyssynchronie
kardiovaskuläre Risikofaktoren: Nikotinkonsum (sistiert Mai 2008), ne
gative Familienanamnese,
Dyslipidämie
Die Ärzte führten aus,
der Beschwerdeführer sei seit dem 26. Juni 2008 bei ihnen in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 3. November 2008 stattge
fun
den habe (
lit
. D). S
eit dem 26. Juni 2008 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der zuletzt ausgeübten T
ätigkeit als Gartenbauer (
lit
B
). Der Ge
sund
heits
zustand des Beschwerdeführers sei derzeit stabil. Naturgemäss sei eine starke
Besserung der Arbeitsfähigkeit mit medikamentösen Massnahmen nicht zu er
war
ten
(
lit
. C
). Ein
en
Prognoseverla
uf zu beschreiben sei schwierig. A
ktu
ell sei der Verlauf seitens der kardialen Situation stabil. Aufgrund der gesamten Situa
tion sei in den nächsten Jahren jedoch mit einer eingeschränkten und sich ver
schlechternd
en Situation zu rechnen (
lit
. D
).
In ihrem Bericht vom 6. Februar 2009 (
Urk.
11/18) führten die Ärzte
des
B._
aus,
auf
grund der am 23. Januar 2009 erhobenen Befunde bestehe aktuell weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit in reduziertem Um
fang, wie z.B. eine sitzende Tätigkeit, könne frühestens nach etwa sechs Mona
ten wieder aufgenommen werden, einen guten Verlauf vorausgesetzt.
Die Ärzte
des
B._
hielten
in ihrem Bericht vom
15. Mai 2009
(
Urk.
11/23
) nach
am 23. Januar 2009 durchgeführter Spiroergometrie und am 16. April 2009 durch
ge
führtem Echo
(dilatierter linker Ventrikel mit diffus eingeschränkten Kontrakti
onen,
biplane
EF = 38
%
)
fest
,
s
eit der letzten Verlaufskontrolle am 23.
Januar 2009 sei der Zustand stabil und die Leistungsfähig
keit
gleich
ge
blie
ben
(
lit
. D. 3)
.
Berufliche
Massnahme
n
seien
angezeigt. Eine Tätigkeit mit mässi
ger
körperlicher Belastung wäre sicher mit einem Pensum von 75
%
zumutbar (
lit
. C.
3
).
Seit der CRT-D Implantat
ion sei es zu einem
positiven
Remodeling
gekommen,
was bedeute, dass der Ventrikel etwas kleiner geworden und die
Auswurffunk
tion
zugenommen habe. Auch in der Spiroergometrie habe sich im Januar 2009 nur
eine
leichtgradig
eingeschränkte Leistungsfähigkeit gezeigt, der Beschwer
defüh
rer habe immerhin 146 Watt, entsprechend 82
%
des Solls geleistet. Im weiteren
Verlauf könne es durchaus zu einer weiteren Verbesserung der kardia
len Situa
tion kommen, doch auch jetzt sollte der Beschwerdeführer zumindest für
mässig
gradige
Belastungen arbeitsfähig sein. Als Gartenbauer könne er da
gegen wegen
der damit verbunden körperlichen Belastung aber kaum m
ehr ar
beiten (
lit
. D. 7).
Am 17. Juli 2009 (
Urk.
11/60/11-13) führten die Ärzte aus, der Beschwerdefüh
rer
habe sich in gutem Allgemeinzustand zur Routinekontrolle in der
Herzin
suffi
zienz
sprechstunde
vorgestellt. Trotz im Verlauf deutlich verbesserter
links
ven
trikulärer
Funktion (LVEF 38
%
im April 2009) beklage er weiterhin eine schwer eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Zudem würden Schmerzen im Be
reich der
CRT-D-Implantationsstelle beschrieben. Klinisch präsentiere sich der Beschwerde
führer kardial kompensiert ohne Zeichen der Volumenretention. Dies spiegle sich
auch laborchemisch wieder. In der CRT-D-Abfrage zeige sich wie gewünscht zu
100
%
ein
biventrikuläres
Pacing
, Episoden von
Kam
mertach
y
k
ardien
oder
Kammer
flimmern
seien
nicht registriert worden.
Somit bestehe sicherlich eine Diskrepanz zwischen den objektiven Befunden und
subjektiv empfundener Beschwerdesymptomatik. Derzeit sei von einer 50
%
igen
Arbeitsfähigkeit in einer wenig belastenden
Tätigkeit auszugehen (S. 2 f.).
In ihrem Bericht vom 28. November 2011 (
Urk.
11/84
/7
=
Urk.
11/87
=
Urk.
3/1/1)
führten die Ärzte
des
B._
aus, die letzte Objektivierung des Zu
stan
des
mittels Spiroergometrie sei im Januar 2009 durchgeführt worden. Im März 2011
sei zwar eine Spiroergometrie durchgeführt worden, jedoch habe diese bei Hyper
ventilation verfrüht abgebrochen werden müssen und es könne diesbezüglich keine abschliessende Aussage gemacht werden. Es müsse eine erneute
Belas
tungs
untersuchung
stattfinden, um eine objektive Einschätzung abgeben zu können
.
Bis zur Durchführung der Spiroergometrie
liege
in einer angepassten Tätig
keit die Arbeitsunfähigkeit unverändert bei 50
%
.
Nach zwischenzeitlich zur Objektivierung der körperlichen Leistungsfähigkeit am
4. Mai 2
012 durchgeführter Spiroergomet
rie
berichteten die Ärzte
des
B._
am 1. Juni 2012 (
Urk.
7/1) von einer deutlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit.
Die Untersuchung sei allerdings durch Rücken- und Beinschmerzen erschwert ge
wesen, weswegen eine Verlaufsuntersuchung nach Besserung der Symptomatik geplant sei. Bis dahin bestehe weiterhin einer unveränderte Arbeitsfähigkeit von
50
%
in einer angepassten Tätigkeit
.
3.2
Die Ärzte des
C._
nannten in ihrem Bericht vom
13. Oktober 2009
(
Urk.
11/54)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine mittelgradige de
pressive Episode (ICD-10 F32.1).
D
er Be
schwerde
führer
werde
seit dem 25. August 2009 bei ihnen behandelt (
Ziff.
1.1).
B
ei Ein
tritt
habe er
ein mittelschweres depressives
Zu
standsbild
gezeigt, welches es ihm unmöglich gemacht habe, zu arbeiten. Das depressive Zustandsbild habe sich unter der Therapie zwar etwas zurückgebil
det, doch sei eine vollständige Rück
bildung aufgrund der psychosozialen Be
lastungssituation nicht möglich gewe
sen
(S. 1). In der zuletzt ausgeübten Tätig
keit als Mithilfe im Gartenbau bestehe seit
dem 25. August 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
2). Die letzte Unter
suchung des
Beschwerdeführers habe am 6. Oktober 2009 stattgefunden (
Ziff.
3.2).
Er zeige sich im Kontakt freundlich und traurig. Die Verständigung sei
aufgrund sprachlicher Schwierig
keiten erschwert (
Ziff.
3.5). Er sei aktuell zu sehr
eingeschränkt durch die de
pressive Erkrankung, so dass eine berufliche Umstell
ung im Moment nicht zu prüfen sei (
Ziff.
5.2). Der Beschwerdeführer sei durch mehrere Faktoren beein
flusst. Einer sei die Behinderung des Sohnes, welche zu
tät
lichen Angriffen ge
genüber den Eltern geführt habe. Im Verlauf sei es dann zum Auszug des Soh
nes in ein Wohnheim gekommen, was bei den Eltern ma
ssi
ve Schuldgefühle hinterlasse. Ebenso sei der Beschwerdeführer durch die körper
lichen Einschrän
kungen
infolge
seine
r
somatische
n
Grunderkrankung belastet. Auch sei die Ehefrau erkrankt, so dass er diese teilweise betreuen müsse (
Ziff.
5.3).
I
n ihrem Bericht vom
31. April 2010 (
Urk.
11/57
)
nannten die Ärzte
des
C._
als Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0). Bei Beginn der hiesigen Behandlung
am 25. August 2009 sei erstma
lig die beschrieben
e
depressive Störung, damals in
mittelgradiger Ausprägung
,
aufget
reten. Eigenanamnestisch bestünden
schon sei
t
zwei bis drei Jahren
Ko
n
zentrations
- und Merkstörungen (
Ziff.
2). Unter einer medikamentösen Therapie sei es zu einer Aufhellung der Stimmung, einer leich
ten Verbesserung der Kon
zentration, bei jedoch weiterhin bestehend
er mittel
gra
diger Einschränkung
und Unruhe sowie zu einem Rückgang, jedoch nicht
zu
einer
umfassenden Besserung der Schlafstörungen gekommen. Weiterhin fühle sich
der Be
schwerdeführer schnell ermüdbar und sei
nach zwei Stunden körper
licher Aktivität völlig erschöpft. Zu Suizidgedanken sei es in den vergangenen Monaten nicht mehr gekommen. Die Besserung sei neben der antidepressiven
Me
dikamentation
und Gesprächsthera
pie auch durch eine
kürzliche
Verbesse
rung
der Ve
rfassung des behinderten Sohnes
, der weiterhin in einem Wohnheim lebe,
erklärbar. Als belastend werde die aktuelle finanzielle Situation nach Wegfall des
Betreuungsgeldes des Sohnes wahrgenommen und
er beklage seine
körperliche Beeinträchtigungen
(
Ziff.
3). Es fi
nde weiterhin eine medikamentöse, sowie alle vier Woche eine Gesprächs
therapie statt. Es könne
mit einer
weiteren Besserung
des depressiven
Zustands
bildes
gerechnet werden, unter anderem in Abhängig
keit
vom Vorliegen exter
ner Belastungsfaktoren. Eine niederschwellige
Arbeitstätig
keit
könnte sich zu
sätzlich positiv auswirken.
Bislang sei dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Indikation eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit attest
iert worden, welche vorerst bis
4. Juni 2010 gelte. Für
die folgende Zeit sei mit dem Beschwerdeführer besprochen worden, dass grund
sätzlich die Wiederaufnahme einer nicht körperlich belastenden Tätigkeit mit ni
edrigem Pensum denkbar sei,
während
die bisher
ausgeübte Tätigkeit im Gar
ten
bau wohl nicht in Frage komme. Ob aus somatischer Sicht weiterhin eine Ar
beits
unfähigkeit bestehe, könne nicht beurteilt werden (
Ziff.
4).
Die letzte Unter
suchung habe am 27. April 2010 stattgefunden (
Ziff.
8).
In ihrem Bericht vom
23. Juli 2010 (
Urk.
11/58)
führten die
Ärzte
des
C._
aus,
es liege weiterhin eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) vor und
es sei
keine deutliche Veränderung des Zustandsbildes
einge
tre
ten
. Seit dem letzten Bericht im April
2010
habe der Beschwerdeführer lediglich
eine Konsultation wahrge
nommen. Im Vordergrund stünden derzeit die körper
li
chen Beeinträchtigungen
(
Ziff.
2-3)
.
Bis zum 4. Juni 2010 sei noch eine 100%ig
e
Arbeitsunfähigkeit at
testiert worden, seither nicht mehr. Zwecks Krankschrei
bung
sei der Beschwer
deführer an seinen Hausarzt verwiesen worden. Aus
psychia
trischer Indikation werde der Grad der Arbeitsunfähigkeit derzeit auf 40
%
bis
60
%
geschätzt. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei denkbar (
Ziff.
4). Die letzte
Kontrolle sei am 11. Juni 2010 erfolgt (
Ziff.
8).
I
m
Bericht
des
C._
vom
2
2.
November 2011
(
Urk.
11/84/6
=
Urk.
11/86 =
Urk.
3/2/1)
wurde festgehalten
, der Beschwerdeführer leide an einer rezidi
vierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1). Diese Diagnose sei am 2
2.
November 2011 nochmals mittels
Hamilton Depression
Scale
(HAMD) überprüft worden soweit es die sprachlichen
Barrieren zuliessen
. Der Beschwerdeführer habe
einen
Score von 19 erreicht, was
ei
ner mittelgradigen Symptomatik entspreche. Gleichzeitig berichte er über grosse
Sorgen um seine Gesundheit. Er müsse immer wieder seinen Blutdruck über
prü
fen, da er Angst habe, dieser könnte zu hoch sein.
Er habe Angst
,
er könnte sei
n
Herz überfordern. Daher müsste differenzia
ldiagnostisch eine
Anpassungs
stö
run
g
mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.23) oder eine zusätz
lich
e Angststörung (ICD-10 F41) abgeklärt werden. Die Diagnostik er
weise sich jedoch bei den erheblichen Sprachproblemen als schwierig.
Aufgrund
d
er genannten Symptomatik bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
.
Durch eine Psychotherapie könnten sowohl die depressiven wie auch
die Angstsymptome behandelt werden, was grundsätzlich zu einer Wieder
er
lang
ung der vollen Arbeitsfähigkeit führen könnte. Beim Beschwerdeführer be
stün
den diesbezüglich jedoch Einschränkungen aufgrund der sprachlichen Schwi
erigkeiten.
Im
Bericht
des
C._
vom 3. Juni 2012 (
Urk.
9/1)
wurde die
Diagnose eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig
mittegradige
bis schwere
Episode (ICD-10 F33.1/2)
gestellt
,
welche sich auf die Hamilton De
pression
Scale
(HAMD) stütze. Der Beschwerdeführer habe hierbei einen Wert von 22 erreicht, was den
Cutoff
für eine schwere Symptomatik darstelle. Zudem zeige der Be
schwerdeführ
er eine Herzphob
ie mit panikähnlicher Angst (ICD-10
F40.2). Es werde empfohlen, dass der Beschwerdeführer eine stundenweise leichte
Tätig
keit, beginnend mit einem Pensum von 10
%
ausübe. Danach könne das
Pen
sum langsam gesteigert werden, wobei darauf geachtet werden sollte, dass der
Beschwerdeführer nicht überfordert werde.
3.
3
Hausarzt
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
stellte
in seinem Bericht vom 10. November 2010 (
Urk.
11/60/1-4)
folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
unklare, diffuse
dilatative
Kardiomyopathie
seit Mai 2008 mit
/
bei
LVH, schwer eingeschränkter LVEF 25
%
, gebessert auf 45
%
Implantation sekundär eines CRT-Schrittmachers Oktober 2008
persistierend Myokard-Kontraktionsstörung September 2009
anhaltende
muskulo-skelettale
Schulter- und
Thoraxschmerzen
links
differenzialdiagnostisch
Costochondritis
links,
spondylo
- bzw. psycho
gen bei ausgesprochen schlechter allgemeiner und lokaler Verträglichkeit des Herzschrittmachers trotz spezialisierter externer Physiotherapie
schmerzhaftes / persistierendes
Impingement
der Schulter links, seit Juli 2
009
infolge / bei:
persistierender Angsterkrankung mit
ausgeprägter
Somatisierung
stark begrenzten intellektuell-geistigen Ressourcen
anhaltend eingeschränkter kardialer sowie
muskulo-skelettaler
Leis
tungsfähigkeit und rascher Ermüdbarkeit
muskulären
Dysbalancen
und Insuffizienz, Rückenschmerzen
Er nannte folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
arterielle Hypertonie, Adipositas
symptomatische
Reflux
krankheit
Niereninsuffizienz
Hyperlipidämie
Status nach
Nikotinabusus
(gestoppt im Mai 2008 = super!)
Kopfweh-, Schwindel- und Drehschwindel- Anamnese seit 2002
gutmü
tiger und arbeitswilliger Hilfs
arbeiter - n
ur nützt ihm dies auf
grund der w
eitherum sehr begrenzten Ressourcen leider nichts
D._
führte aus, eine berufliche Wiedereingliederung des Beschwerdefüh
rers sei misslungen und die Hoffnung der Ärzteschaft bzw. der Versicherer sei nicht erfüllbar
(
Ziff.
1.1)
.
Der Beschwerdeführer sei mit Unterbruch seit dem Jahr 2005 bei ihm in Be
hand
lung, wobei die letzte Kontrolle am 3. November 2010 stattgefunden habe (
Ziff.
1.2).
Der Beschwerdeführer sei in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Gartenbau-Hilfsarbeiter seit dem 26. Mai 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
Er verfüge über begrenzte intellektuelle Kapazitäten und könne unter anderem kaum Lesen und Schreiben. Geistig und körperlich sei in den nächsten Jahren nicht mit einem positiven
Exploit
zu rechnen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar
(
Ziff.
1.7).
Die Möglichkeit einer behinderungsangepassten Tätigkeit nachzugehen sei kleiner als 10
%
(
Ziff.
3).
In seinem Bericht vom 11. März 2011 (
Urk.
11/65/1) führte
D._
aus, d
er
Beschwerdeführer sei unverschuldet und krankheitsbedingt seit dem 9. Mai 2008
derart invalid, dass er sei
ne
Rest-Arbeitsfähigkeit gar nicht umsetzen könne. Die
Beschwerdegegnerin habe ihm aber völlig zu Unrecht bisher nur ei
nen
Inva
lidi
tätsgrad
von 52
%
zuerkannt. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit werde auch von der medizinischen Klinik des
E._
wie auch von der kardiolo
gi
schen Abteilung des
B._
bestätigt.
D._
führte aus, er habe den arbeits
willigen und gutmütigen Beschwerdeführer als Hausarzt seit 1995 betreut. Der Beschwerdeführer sei vor 26 J
ahren als hochwillkommener Hilf
s
ar
beiter in die Schweiz gekommen und habe bis zu Beginn der völlig unerwarte
ten Invalidität dauernd gearbeitet.
D._
betonte, dass er schockiert wäre, wenn die An
kündigung der möglichen Wegweisung (vgl.
Urk.
11/6
5/2) nicht in aller Form zurück
gezogen würde.
3.
4
Am 13. Juli 2011 erstatteten die Ärzte des
A._
das von der
Beschwerdegegne
rin
veranlasste interdisziplinäre Gutachten (
Urk.
11/64
7
).
Sie nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 32
Ziff.
6.1):
dilatative
Kardiomyopathie
unklarer Ätiologie mit/bei:
Erstdiagnose im Mai 2008 bei schwer eingeschränkter
links
ventrikulärer
Pumpfunktion (EF von 25
%
) und diastolischer Dys
funktion
Status nach Implantation eines
biventrikulären
CRT-ICD-Schrittma
chers am 21. Oktober 2008
Koronarsklerose ohne signifikante Stenosen (Koronarangiographie vom 26. Juni 2008)
Anstrengungsdyspnoe NYHA II
aktuell mässig eingeschränkter linksventrikulärer Funktion (EF von 45
%
), Echokardiographie vom 23. Juni 2011
kardiovaskulären Risikofaktoren: positive Familienanamnese,
Niko
tinkonsum
(sistiert im Mai 2008), Adipositas Grad I nach WHO (BMI von 32.3 kg/m
2
), arterielle Hypertonie,
Dyslipidämie
Missempfindungen i
m Bereich der oberen
Thoraxaper
tur
links mit/bei:
subkutanem Narbenzug mit konsekutiven Bewegungsbeschwerden in dieser Region
ohne Hinweise für eine Schultergelenkspathologie
Sie stellten folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
32
Ziff.
6.2):
anamnestisch
Refluxkrankheit
mit/bei:
mittelschwerer
erosiver
Ösophagitis
Savary Miller Grad II (Gastrosko
pie vom 4. Dezember 2009)
unter
Protonenpumpenhemmer
-Dauertherapie
Status nach einer depressiven Episode, zuerst mittelgradig, ab etwa April 2010
leichtgradig
(ICD-10 F32.0/1)
Die begutachtenden Ärzte führten zusammenfassend aus,
im Vordergrun
d der be
klagten Beschwerden stünden ständige Schmerzen im ganzen Brustkorb und der Beschwerdeführer habe angegeben, er könne seine linke Schulter nicht mehr über die Horizontale bewegen
und
leide nach wie vor unter einer ausgeprägten Belastungsdyspnoe. Im Sitzen habe er hingegen
wenig
Beschwerden, auch beim Geradeauslaufen. Trotzdem versuche er
,
soviel wie möglich
,
tagsüber mehrere Stunden lang zu spazieren. Typische pektanginöse Beschwerden habe er keine, son
dern es handle sich um stichartige punktförmige Schmerzen am Brustkorb.
Die lumbalen Rückenschmerzen hätten sich gebessert, seitdem ihm sein Bruder eine
spezielle Matratze gekauft habe. Gelegentlich habe er auch Krämpfe im rech
ten Bein. Er habe auch häufig Schwindelbeschwerden, vor allem wenn er sich bücke und schnell wieder aufrichte. Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, aufgrund seiner Krankheit zunehmend depressiv geworden zu sein und deshalb
vorübergehend im
C._
in ambulanter psychiatrischer Be
hand
lung gewesen zu sein (S. 35
Ziff.
7.3). Dort habe er vorübergehend auch Me
dikamente erhalten. Er gehe schon seit über einem Jahr nicht mehr dort hin.
Er sei immer noch sehr traurig, vor allem aufgrund der Behinderung seines Sohnes
und der Tatsache, dass er nicht mehr arbeiten könne und auch kein Geld
mehr habe. Das wenige Geld, welches er vom Sozialamt bekomme
,
reiche kaum zum Essen. Da seine Ehefrau ebenfalls krank sei, sei die finanzielle Situation pre
kär geworden. Er würde gerne wieder leichte Arbeit aufnehmen, habe aber auf
grund seiner Krankheit, seines Alt
ers und seiner fehlenden Schulausbildung wenig Aussichten auf eine geeignete Stelle (S. 36 oben).
Die internistische Untersuchung habe das Bild eines 54-jährigen, adipösen und
kar
diopulmonal
kompensier
t
en Versicherten in gutem Allgemeinzustand erge
ben.
Bei bekannter
dilatativer
Kardiomyopathie
hätten sich keine klinischen Hin
weise
für eine lin
k
s- oder Rech
t
sherzinsuffizienz oder für eine
Volumenre
tention
er
geben.
D
as EKG zeige einen
normokarden
Sinusrhythmus mit einem
Links
schenkel
block
. In der Thorax-Röntgenuntersuchung finde sich eine nor
male
Herz
grösse
mit einem
in situ liegenden
biventrikulären
Herzschrittmacher.
Anlässlich der im
B._
durchgeführten kardiologischen Untersuchung vom 23.
Juni
2011 sei echokardiographisch ein stabiler Befund mit leicht reduzierter systolischer LV-Funktion (EF 46
%
) und unter
biventrikulärem
Pacing
adäqua
ten
Dyssynchronie
-Parametern dokumentiert. Auch die diastolische Dysfunktion
sei stabil geblieben
. In Zusammenschau dieser Befunde lasse sich eine Progres
sion
der Herzinsuffizienz nicht objektivieren. Somit könne von einer sehr er
folg
reichen
Resy
n
chronisationsbehandlung
ausgegangen werden. Die
pneumo
lo
gische
Abklärung im April 2011 habe weiterhin keinen pathologischen Befund
ergeben
(S. 36 Mitte).
Auch die anlässlich der Untersuchung durchgeführte Spirometrie ergebe normale
st
atische und dynamische Lungenvolumina. Die kardiovaskulären Risikofakto
ren
des Beschwerdeführers seien derzeit medikamentös gut kontrol
liert. In der letz
ten
Ergometrie
habe der Beschwerdeführer 82
%
des Sollwertes erreicht. Demzu
folge könne von einer nur leicht eingeschränkten
kardiopulmo
nalen
Leistungs
fähigkeit ausgegange
n
werden. Aus internistisch-kardiologischer Sicht sei der Be
schwerdeführer für eine schwere körperliche Arbeit, wie die zu
letzt ausgeübte im
Gartenbau
, nicht mehr einsetz
bar. Hingegen sei er für kör
perlich leichte Tätig
keiten ab sofort wieder zu 75
%
arbeitsfähig. Die 25
%
ige
Einschränkung begrün
de sich durch die Notwendigkeit vermehrter Pausen bei
leicht vermindertem Ren
dement (
S. 36 unten).
Aus rheumatologischer Sicht leide der Beschwerdeführ
er an einer ziehenden Miss
empfindung im Bereiche der oberen
Thoraxapertur
und ventralen
Schulter
gürtelregion
bei Abduktion und Elevation über 60 bis 70° linksseitig, bedingt durch
einen Narbenzug subkutan bei dort implantiertem Schrittmacher. Man
könne dies nicht behandeln, den Schrittmacher könne man nicht entfernen, da der
Beschwerdeführer darauf angewiesen sei, sodass eine Einschränkung bezüg
lich der Schulterfunktion links bedingt durch diesen Narbenzug sozusagen ak
zep
tiert werden müsse, wobei Tätigkeiten auf Tischhöhe ohne Beschwerden durch
geführt werden könnten
(S. 37 oben)
.
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration fänden sich als depressive Sympto
matik noch gewisse Schlafstörungen, die allerdings nur noch etwa drei Nächte
pro Woche aufträten, weiterhin eine schnellere Ermüdbarkeit untertags und sub
jektiv Konzentrationsstörungen, die im Untersuchungsgespräch nicht deut
lich
ge
worden seien
. Die Stimmung des Beschwerdeführers sei etwas gedrückt, dabei sei der Beschwerdeführer jedoch affektiv schwingungsfähig. Er könne Freude empfinden, der Appetit sei normal, die soziale
n
Kontakte
seien
weiterhin vor
handen und Suizidgedanken würden verneint, sodass insgesamt bezüglich der depressiven Erkrankung eine Remission bestehe. Die ambulante psychiatrische Behandlung sei auch vor zwei Monaten abgeschlossen und die medikamentöse Therapie vor einem Monat gestoppt worden, wobei es laut Beschwerdeführer seit
her nicht zu einer Stimmungsverschlechterung gekommen sei und sich auch keine anderen depressiven Symptome erneut ausgebildet hätten. So bestehe aus versicherungspsychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 37 Mitte).
U
nter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Beschwerde
führer aufgrund seiner noch leicht- bis
mässiggradig
ausgeprägten Herzinsuffi
zienz für die körperliche Schwerarbeit eines Gartenbauers nicht mehr einsetz
bar. Wegen seines Schrittmachers seien ihm Überkopfarbeiten bzw. das repeti
tive
Heben von Gewichten über 10 kg mit der linken Hand respektive Tätigkei
ten mit abduziertem linken Arm ebenfalls nicht mehr zumutbar. Auch das Be
steigen
von Leitern und Gerüsten und Arbeitsplätze an elektromagnetischen Feldern seien
aufgrund des Schrittmachers ungeeignet. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hingegen nicht einge
schränkt.
Für eine behinderungsangepasste körperlich leichte Tätigkeit, welche die oben er
wähnten Schonkriterien berücksichtige, bestehe aus interdisziplinärer Sicht
ein
e 75%ige Restarbeitsfähigkeit. D
ie 25%ige Einschränkung begründe sich durch
die Notwendigkeit vermehrter Pausen bei leicht vermind
ertem Rendement (S. 38
Ziff.
7.
4).
Zu Beginn seiner Herzerkrankung, welche erstmals im Mai 2008 manifest ge
worden sei, sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner stark eingeschränkten Herz
funktion für alle Tätigkeitsbereiche zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Dank der
Resynchronisationstherapie
durch Implantation eines
biventrikulären
Pace
makers im Oktober 2008 sei es im Verlau
f zu einem
Remodeling
des Herze
ns mit objektiver Verbesserung der kardialen Funktion gekommen. So habe dem Beschwerdeführer
ab Mitte 2009 wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für ange
passte Tätigkeiten zugemutet werden können.
S
eit
her sei es zu einer weiteren Ver
besserung der Herzfunktion gekommen, welche durch eine Erhöhung der
links
ventrikulären
Auswurfsfraktion (von 38
%
auf 46
%
) dokumentiert sei. Aktuell fänden sich auch keine objektiven Hinweise für eine schwere Herzin
suffizienz oder für eine Lungenerkrankung. Somit sei die angegebene Dyspnoe
vielmehr Ausdruck der allgemeinen
Dekonditionierung
des Beschwerdeführers
bzw. Folge
seiner Adipositas als Zeichen einer kardiopulmonalen Einschrän
kung.
Demzufolge könne ihm ab dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung eine 75
%
ige
Restarbeitsfähigkeit attestiert werden, wobei nach wie vor die oben er
wähnten qualitativen Einschränkungen zu berücksichtigen seien. Eine psychisch
bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht mehr (S. 38
Ziff.
7.5).
4.
4.1
Unbestritten (vorstehend E. 2.1-2) und aufgrund der medizinischen Aktenlage aus
gewie
sen ist, dass dem Beschwerdeführer seine angestammte, körperlich an
strengen
de Tätigkeit als
Hilfsg
ärtner aufgr
und seiner Beschwerden seit Mai
2008
nicht mehr zu
mutbar
ist (vorstehend. E. 3.1-4).
Strittig und z
u prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verhält.
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Annahme einer Arbeitsfähigkeit
in ange
passter Tätigkeit
von
50
%
seit Mai 2009 und von
75 %
seit Mai 2011
auf das von ihr veranlasste
A._
-Gutachten vom Juli 2011 (vorstehend E. 3.4)
.
4.2
Das
A._
-Gutachten berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Be
schwer
den und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung
en
sind
in
nachvoll
zieh
barer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweis
kräf
t
ige
Expertise (vorstehend E. 1.5
), weshalb darauf abgestellt werden kann.
An dieser Beurteilung vermögen die in den Berichten des
C._
geäusserten, vom Gutachten
des
A._
abweichenden Einschätzungen nichts
zu ändern. Die Gutachter des
A._
haben zu Recht festgehalten, dass nicht nach
vollziehbar sei, warum die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in den
Ver
laufs
berichten
des
C._
vom April und Juli 2010 aufgrund der diagnostizierten leichten depressiven Episode lediglich auf 40 % - 60 % ein
ge
schätzt worden sei (Urk. 11/67 S. 31). Die in den Berichten des
C._
vom 22. November 2011 (Urk. 11/86) und vom 3. Juni 2012 (Urk.
9/1) diagnostizierte mittelgradige beziehungsweise mittelgradige bis schwere
Episode und damit festgestellte Verschlechterung des Gesundheitszustandes und
neu attestierte Arbeitsunfähigkeiten von 100 % (Urk. 11/86) beziehungsweise von
anfänglich 90 % (Urk. 9/1) wurden nicht nachvollziehbar begründet. Jedoch fällt
auf, dass der berichtende Arzt und die berichtende Psychologin offenbar in Un
kenntnis der somatischen Situation des Beschwerdeführers zu dessen psychia
tri
s
cher Diagnose und Arbeitsfähigkeit Stellung nahmen und dementsprechend auch
ausdrücklich Unsicherheit bezüglich der korrekten Diagnose äusserten (vgl.
Urk.
11/86). Zudem mussten sie einräumen, dass sich die Diagnostik aufgrund der
erheblichen Sprachprobleme für sie zusätzlich als schwierig erwies (vgl. Urk.
11/86).
Nicht auszuschliessen ist sodann, dass die Berichterstatter des
C._
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die von ihnen seinerzeit festgestellte psychosoziale Belastungssituation des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
11/54 Ziff.
3.3.,
3.7.,
5.3) mit berücksichtigten, obwohl diese für sich
keinen sozialversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden zu begründen
ver
mag (vgl. BGE 136 V 279 E.
3.3 S.
284 und SVR 2008 IV Nr.
15 S.
43, I 514/06 E. 2.2.2.2, je mit Hinweisen). Diese Umstände mindern den Beweiswert de
r genannten Berichte entscheidend.
Anzufügen bleibt, dass es im Übrigen unter Beachtung des Unterschieds von me
dizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE
125
V
351
E.
3b/cc S.
353;
124 I 170 E.
4.
S.
175; Urteil des Bundesgerichts 9C_906/2011 vom
8.
August 2012 E.
4.4) nicht angeht, eine medizinische Administrativ- oder
Ge
richts
expertise
stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu abweichenden Ein
schätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten divergierenden Auf
fass
ungen festhalten (Urteile des Bundesgerichts 8C_567/2010 vom 19. Novem
ber
2010 E. 3.2.2 sowie 9C_710/2011 vom 20. März 2012 E. 4.5).
Unter diesem Blickwinkel ist auch die von der Beurteilung der
A._
-Gutachter abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte des
B._
, Klinik für Kardiologie, bei grundsätzlich gleich qualifiziertem Herzleiden zu betrach
ten. Im Vergleich zu den
A._
-Gutachtern stellten die behandelnden Ärzte des
B._
in ihren Berichten vom 28. November 2011 (Urk. 11/87) beziehungsweise
vom 1. Juni 2012 (Urk. 7/1) keine objektive Verschlechterung des Gesundheits
zu
standes fest. Anlässlich einer weiteren Spiroergometrie zeigte sich zwar eine deut
lich eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Allerdings wurde festgehalten, dass die Un
tersuchung durch Rücken- und Beinschmerzen erschwert worden sei (
Urk.
7/1).
In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Ärzte des
B._
bereits im Juli 2009 von einer Diskrepanz zwischen den objektiven Befunden und der subjektiv empfundenen Beschwerdesymptomatik gesprochen hatten
(Urk. 11/60/12 unten) und sich auch mittels einer im März 2011 durchgeführten Spiro
er
gometrie die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht abschliess
end
hatte klären lassen, da der Test infolge Hyperventilation verfrüht hatte abge
bro
chen werden müssen (Urk. 11/87).
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass, soweit die behandelnden Mediziner im
Gegensatz zu den Gutachtern des
A._
andere Schlussfolgerungen betreffend die
Arbeitsunfähigkeit zogen, dem polydisziplinären
A._
-Gutachten volle Beweis
kraft
zukommt. Da zudem kein Anlass besteht anzunehmen, dass weitere
Be
weis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis etwas zu ändern vermöch
ten, ist auf die Abnahme weiterer Beweise in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 124 V 94 E. 4b und 122 V 162 E. 1d) zu verzichten. Soweit nach Er
lass der angefochtenen Verfügung, welche rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen), eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes einge
tre
ten sein sollte, bildete dies nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, son
dern wäre im Rahmen eines allfälligen Revisionsverfahrens zu prüfen.
Demnach erweist sich aufgrund der medizinischen Aktenlage die von der IV-Stelle
angenommene Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich leichten
Tätigkeit von 50 % spätestens ab Mitte 2009 und von 75 % ab dem Zeitpunkt der
Untersuchung am
A._
im Mai 2011 als zutreffend.
5.
5.1
Es sind nunmehr die erwerblichen Einschränkungen au
fgrund des
Einkommens
vergleich
s
zu ermitteln.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommens
ent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass
die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222
E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
5.3
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des Rentenbeginns,
im vorliegenden Fall
mithin auf das Jahr 2009, abzu
stel
len (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss
Arbei
tgeberbericht der
Y._
vom 27. Oktober 2008
hätte
der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt ohne den
Gesund
heitsschaden
als Hilfsgärtner
Fr.
53‘300
.--
verdient
(
Urk.
11/12
Ziff.
2.11).
Unte
r Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung von 2.1 % im Jahr 2009
(Die Volks
wirtschaft 6-2012, S. 95 Tabelle B. 10.2, Nominal Total) resultiert für das Jahr 2009 ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 54
'419.-- (Fr. 53‘300.-- x 1.021
)
und im Jahr 2011
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von 0.8
%
im Jahr 2010 und 1
%
im Jahr 2011 (Die Volks
wirtschaft 6-2012 und
1/2-2013, S. 95 Tabelle B. 10.2, Nominal Total) ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
55‘403.
-- (
Fr.
53‘300.-- x 1.021 x 1.008 x 1.010).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruktur
erhebun
gen
(LSE) herangezo
gen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobe
i jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der An
wen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell
eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, welcher Wert etwas tie
fer ist als die seit 2008 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöch
entlich 41,6 Stunden (Die Volkswirt
schaft 04-2012 S. 94 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.5
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirt
schaft
szweigen des privaten Sektors abzustellen. Das im Jahr 2008 von Män
nern
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Ein
kommen betrug Fr. 4'806.--
(LSE 2008, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4).
Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr, bei einer durchschnittlichen
Wochenar
beitszeit
von 41.6 Stunden (Die Volkswirtschaft 6-2012, S. 94 Tabelle B 9.2, Total), unter Be
r
ücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2.1 %
im Jahr 2009
(Die Volks
wirtschaft 6-2012, S. 95 Tabelle B 10.2, Nominal Total)
und des ab Zeitpunkt des
hypothetischen Rentenbeginns am
1.
Mai 2009 möglichen
Ar
beitspensums
von 50
%
run
d
Fr. 30‘619
.-- für das Jahr 2009
(Fr. 4'
806.-- x 12 : 40 x 41.6 x 1.021
x 0.5
).
Ab 1.
Mai
2011 ist wie oben (vorstehend E. 4.3) dargelegt, von einer Steigerung des
Arbeitspensums in angepasster Tätigkeit von 50
% auf 75 % auszugehen.
Das im Jahr 2010 von Män
nern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven
Tätigkeiten erzielte Ein
kommen betrug Fr. 4'901.--
(LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1
, Total, Niveau 4).
Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr, bei ei
ner durch
schnitt
li
chen Wochenar
beitszeit von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 1/2-2013, S. 94 Tabelle B 9.2, Total), unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wicklung
von
1 % (Die Volkswirtschaft 1/2-2013, S. 95 Tabelle B 10.2, Nominal Total) und
des ab Mai 2011 möglichen Arbeitspensums von 75
%
rund Fr. 46‘443.-- für das
Jahr 2011 (Fr. 4'901.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.010 x 0.75
).
Demnach
hätte der Beschwerdeführer ab hypothetischem Rentenbeginn am
1. Mai
2009
ein Invalideneinkommen von
Fr.
30'619
.-- und ab
1.
Mai
2011
ein Invalideneinkommen von
Fr.
46‘443
.-- erwirtschaften können.
5.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich
nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimm
ung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samt
haft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass all
fällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwort
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Insbesondere in Anbetracht der gesundheitlichen Einschränkungen des Be
schwer
deführers sowie des Umstands, dass er nur noch teilzeitlich arbeiten kann, recht
fertigt sich
ein leidensbedingter Abzug von 15 %. Ob
, wie von ihm geltend ge
macht wurde (vorstehend E. 2.2)
,
sogar ein Abzug von 20
%
angebracht wäre, kann offen gelassen werden, wie die folgenden Ausführungen zeigen
.
5.7
Unter Berücksichtigung eines lohnmindernden Faktors von
20 % ergibt sich ab 1. Mai 2009
ein Invalideneinkommen in
der Höhe von rund Fr. 24'495.--
(
Fr. 30'619.
x 0.8
). Bei
einem
Valideneinkommen
von Fr. 54'419.--
resultiert
eine Einkommenseinbusse von Fr.
29‘924.--
was einem Invaliditätsgra
d von rund
55
% entspricht.
Ab 1.
Mai
2011
ergibt sich ebenfalls unter Berücksichtigung eine
s
lohn
min
dern
den
Faktors von 2
0 % ein Invaliden
einkommen in der Höhe von Fr. 37'154.--
(
Fr. 46‘443
.--
x 0.8
). Bei einem
Va
lideneinkommen
von
Fr.
55‘403.--
resultiert
eine Eink
ommenseinbusse von
Fr.
18‘249.--, was einem Invaliditätsgrad von rund
33
% entspricht.
Demzufolge besteht ein befristeter Anspruch auf
eine halbe Rente vom 1. Mai 2009
bis zum 31. Juli 2011
.
Bei diesem Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom
10.
April 2012
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
sprech
end dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwer
deführer aufzuerlegen.