Decision ID: adb636ba-4bfa-4e1b-93a6-ccd64a35d7d0
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970,
war zuletzt ab
4.
Juli 2017
über die Vermittlungsfirma
Z._
AG
in einem befristeten Arbeitsverhältnis
als Bauarbeiter
im Stundenlohn tätig
(Urk. 6/15).
Am 17. September 2018 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der So
zi
al
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine Herzkrankheit zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
sicherung an (Urk. 6/1). Die IV-Stelle nahm Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hin
sicht vor. Sie zog wiederholt die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 6/2, Urk. 6/5,
Urk.
6/37), holte die Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/
20
, Urk. 6/
21
, Urk. 6/
2
6
,
Urk.
6/28
,
Urk.
6/48
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versich
er
te
n (IK-Auszug; Urk. 6/11
) ein
und ersuchte die
Z._
AG
um Aus
künfte (Arbeit
ge
ber
frageboge
n vom
16.
April 2018; Urk. 6/
1
5
)
. Zur Klä
rung beruflicher Ein
gliede
rungs
mass
nahmen fand am
4
.
Oktober 2018
bei der IV-Stelle ein per
sön
liches Gespräch statt (Urk. 6/
10
). Mit
Mitteilung
vom
2
5.
Februar
201
9
informierte
die IV-Stelle
den Ver
sicherten, dass zurzeit keine beruflichen Einglie
de
rungs
massnahmen ange
zeigt seien
(Urk.
6/19
). Im Rahmen der Renten
prüfung
veranlasste
die IV-Stelle eine aktenbasierte Ein
schätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). Dr. med.
A._
, Fach
ärztin
Innere Medizin
, nahm am
2
2.
Mai 2020
Stellung (vgl. Feststellungsblatt, Urk. 6/
53 S. 5
f.).
Ausgehend von einem anfängli
chen In
va
li
ditätsgrad von 100
%
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
2
8.
Mai 2020
ab
1. April
bis 3
0. November 2019 eine ganze
und ab
1. Dezember 2019
bis 3
1. Juli
2020
eine
halbe
Invalidenrente in Aussicht
(
Urk.
6/56)
.
Dagegen erhob der Ver
sicherte mit Schreiben vom 1
3
.
Mai 2020
(Urk. 6/62)
sowie ergänzend am 30.
Sep
tember 2020 (
Urk.
6/74) Ein
wand. Daraufhin holte die IV-Stelle aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/68,
Urk.
6/69,
Urk.
6/91) sowie eine Stellungnahme von RAD-Ärztin
Dr.
A._
(vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
6/102) ein.
Mit Ver
fügung
en
vom
2
9.
April
2021
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
wie vor
beschieden
ab April bis No
vem
ber 2019 eine befristete ganze und ab Dezember 2019 bis Juli 2020 eine befristete halbe Rente der Invaliden
ver
si
che
rung zu
(Urk. 2
/1-2
).
2.
Mit Eingabe vom
2.
Juni 2021 erhob der Versicherte gegen die Verfügungen der IV-Stelle vom 2
9.
April 2021 Beschwerde und beantragte, die angefochtenen Ver
fügungen seien insoweit aufzuheben, als die ganze Invalidenrente per
1.
De
zember 2019 auf eine halbe Invalidenrente herabgesetzt und bis 3
1.
Juli 2020
befristet w
e
rde. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm ab 1. Dezember 2019 eine unbefristete ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die
Anordnung eines zwei
ten Schriften
wech
sels
(Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
4
.
September
2021
(Urk.
5
) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
6
. September
2021
wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt und gleich
zeitig
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
7), wobei trotz mehrmaliger Fristerstreckung (
Urk.
8,
Urk.
9,
Urk.
11) keine Replik einging. Hierüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2022 in Kenntnis ge
setzt (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzu
wenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Ver
fügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbs
tätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des
Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
9.
April 2021 (Urk. 2/1-2) hielt die Be
schwer
de
gegnerin fest,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass dem Be
schwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter seit April 2018 nicht mehr zumutbar sei.
Ab September 2019 habe sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers jedoch verbessert, sodass ihm eine den gesundheitlichen Ein
schränkungen optimal angepasste Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt zu 50 % möglich
gewesen
sei. Nach Abschluss der Rehabilitation im Mai 2020 sei er wieder voll
umfänglich arbeitsfähig in einer angepassten Tätigkeit. Den gesetzlichen Bestimmungen entspre
chend habe der Beschwerdeführer
ab
1.
April 2019 An
spruch auf eine ganze und
von
1.
Dezember 2019 bis 3
1.
Juli 2020 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
2.
Juni 2021 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
die für die Ermittlung
seines
Rentenan
spruches wesentlichen medizinischen Aspekte seien nicht
rechtsgenüglich
abge
klärt worden
und wesentliche Fragen zu
seiner
Leistungs
fähigkeit und Belast
barkeit seien unbeantwortet geblie
ben. Nebst einer umfassenden medizinischen Abklärung hätte es auch einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit bedurft. Eine solche Leistungsprüfung sei bei Herzpatienten unabdingbar. Betref
fend Einkommensvergleich führte der Beschwerdeführer aus, es sei nicht nach
voll
ziehbar, auf welchen statistischen Lohn sich die Beschwerdegegnerin beziehe. Entsprechend könne der Einkommensvergleich nicht überprüft werden. Dass er ohne gelernten Beruf, nach jahrzehntelanger körperlicher Arbeit, die ihm nicht mehr zuzumuten sei, ohne Deutschkenntnisse und in einem desolaten gesund
heitlichen Zustand eine Anstellung finden solle, die mit einem Jahres
ein
kommen von Fr. 68'000.--
entlöhnt
werde, sei grotesk, habe er doch Zeit seines Lebens auch als Gesunder nicht annähernd ein solches Gehalt zu erzielen vermögen.
Ferner beanstandete er, dass die Beschwerdegegnerin bei der Festlegung des Invalideneinkommens keinen Tabellenlohnabzug von mindestens 20 % vorge
nommen habe. Ein solcher sei in Anbetracht des eingeschränkten Belastungs
profils, seines Alters sowie der fehlenden Deutschkenntnisse und beruflichen Aus
bildung gerechtfertigt.
3.
3.1
Zur kardiologischen Standortbestimmung bei Belastungsdyspnoe wurde der Be
schwerdeführer auf hausärztliche Zuweisung im
Spital
B._
vorstellig, wo eine
dilatative
Kardiomyopathie unklarer Genese erstdiagnostiziert wurde (vgl. Arztbericht vom 1
8.
April 2018,
Urk.
6/
37/108). Zur weiteren diagnostischen Ab
klärung und Einleitung einer Herzinsuffizienztherapie, kardialen Rekompen
sa
tion sowie einer therapeutischen Antikoagulation aufgrund des LV-Thrombus begab sich der Beschwerdeführer vom 1
8.
bis 2
5.
April 2018 in stationäre Be
hand
lung (vgl. Bericht vom 2
5.
April 2018,
Urk.
6/37/101ff.).
Im Rahmen
der
Verlaufs
kon
trolle
n
berichtete der Beschwerdeführer über einen erfreulichen Ver
lauf mit ge
bes
serter Leistungsfähigkeit und abneh
men
der Belastungsdyspnoe bei jedoch immer noch tiefem allgemeinem Leis
tungs
niveau
und leichtem
ortho
statischem
Schwindel
.
Laborchemisch imponiere neu eine abnehmende Nieren
funktion
(
vgl. Arztberichte vom
7.
Juni 2018 [
Urk. 6/37/86
] und 2
9.
Juni 2018 [
Urk.
6/37/83]
)
, wobei sich
die Nierenfunktion nach einer Dosisreduktion von
Tora
semid
normali
siert habe (vgl. Arztbericht vom 1
0.
Juli 2018,
Urk.
6/37/81).
Die behandelnden Ärzte konstatierten, beim Beschwerdeführer mit idiopathischer
dilatativer
Kardio
myo
pathie zeige sich trotz etablierter Herzinsuffizienztherapie nach drei Monaten eine weiterhin schwer eing
eschränkte linksventrikuläre Aus
wurffraktion. Bei elektro
kardiographisch bestehendem Linkssche
nkelblock mit einem QRS von 190
ms
bestehe die Indikation für eine CRT-D-Implant
ation (vgl. Arztbericht vom 25.
Juli 2018, Urk. 6/37/78).
Die CRT-D-Einlage wurde am 28.
September 2018 im
Spital
B._
durchgeführt (vgl. Urk. 6/37/72ff.).
Im Zuge einer ICD-Nachkontrolle berichteten die behandelnden Ärzte, angesichts der Befunde sei von einem guten kardialen Verlauf mit Besserung der Auswurffraktion
(LVEF 40-45 %)
auf eine noch mittelschwere Einschränkung unter CRT-Therapie auszu
gehen.
Klinisch präsentiere sich der Beschwerdeführer diskret
hypoton
und kardio
pulmonal kompensiert.
Beim Belastungs-EKG
am 1
0.
Juli 2019
habe der Beschwerdeführer eine Leistung von 138 Watt
(Solleistung: 155 Watt)
erreicht, wobei der Abbruch aufgrund allgemeiner Erschöpfung und Dyspnoe erfolgt sei.
Bei ana
mnestisch persistierender Leistungs
minde
rung und allge
meiner Müdigkeit melde
ten die Ärzte den Beschwerdeführer in di
e
ambulante kardiale Rehabilitation im
Spital C._
an (vgl. Arztbericht
e
vom 3. D
e
zem
ber 2018 [
Urk. 6/37/95
],
2
6.
Juni 2019 [
Urk.
6/37/66]
und 11. Juli 2019 [
Urk.
6/37/64]
).
3.2
Vom 1
4.
Januar 2019 bis 2
7.
April 2020 besuchte der Beschwerdeführer das Auf
bau
programm der D._
. Laut behandelndem Arzt habe er beschwerdefrei am Aufbauprogramm teilnehmen können. Im Alltag sei der Beschwerdeführer ohne schwere körperliche Belastungen kardial beschwerdefrei. Er fühle sich leistungsfähiger, beweglicher und wieder sicher. Die Arbeitsfähigkeit müsse anlässlich einer kardiologischen Standortbestimmung beurteilt werden (vgl. Bericht vom 2
8.
April 2020,
Urk.
6/48).
3.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med. E._
,
praktischer Arzt
,
erachtete ein
e Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
empfeh
lens
wert
.
In der bisherigen Tätigkeit sei der Be
schwer
deführer jedoch
nicht mehr arbeitsfähig,
weshalb eine
Umschulung nötig
sei
. Eine dem Leiden angepasste Tätig
keit
(keine körperlich schwere Arbeit)
sei ihm grundsätzlich 8 Stunden pro Tag zumutbar
(vgl. Arztbericht vom 1
1.
Oktober 2019, Urk. 6/26)
.
3.4
Bei nach wie vor deutlichen Einschränkungen der körperlichen Leistungs
fähig
keit, pulmonal fokussiert, wurde der Beschwerdeführer zur Abklärung einer mög
lichen
c
hronisch obstruktive
n
Lungenerkrankung
(
COPD
)
bei Anstrengungs
dys
pnoe und radiologischem Nachweis eines
zentrilobulären
und
paraseptalen
Lun
gen
emphysems in der Abteilung für Pneu
mologie des
Spital
s
B._
vor
stellig. Im Arztbericht vom 1
7.
Oktober 2019 (U
rk.
6/69/6) wurde festgehalten, lungen
funktionell seien die statischen und dy
namischen Lungenfunktions
para
meter normal. Es bestehe jedoch eine vermin
der
te CO-Diffusionskapazität leich
ten Grades, welche durch das radio
logisch beschriebene
zentrilobuläre
und
para
septale
Lungenemphysem erklärbar sei. Die wichtigste Therapie sei der Nikotin
stopp, welcher der Beschwerdeführer seit 2018 erfolgreich einhalte
, jedoch seither bereits 14 kg an Gewicht zugenommen habe
. Aufgrund der fehlenden Obstruktion sei eine
inhalative
Therapie nicht notwendig.
3.5
Die behandelnden Ärzte im
Spital
B._
beurteilten
den
Gesundheits
zu
stand des Beschwerdeführers
in ihrem Arztbericht vom 11. November 2019
(Ein
gangs
datum)
als stationär und hielten eine weiterhin mittelschwer ein
geschränkte Leistungs
fähig
keit kardial bei Herzinsuffizienz und eine pul
mo
na
le Ein
schrän
kung infolge Lun
gen
emphysem fest.
Hinsichtlich der Arbeits
fähig
keit äusserten
sie
, gemäss den Resultaten der Spiroergometrie seien nur wenig an
strengende Tätigkeiten, wie Schreib
tisch
arbeit, PKW-Fahren, lockeres Stehen, Kranführen, einfache Monta
gen, langsames Gehen, leichtes
Be
- und Entladen, in einem 50%-Pensum zumut
bar. Mittelschwere und schwere Tätigkeiten (Maurer-/Malerarbeit, Servieren, Rad
wechsel, Heben und
Tragen
von Lasten schwerer als
10 kg
und allgemeine Bau
arbeiten) seien nicht zumut
bar
. Die medizinischen Massnahmen seien weitest
gehend ausge
schöpft, jedoch könne von einer intensivierten
ambulanten kardia
len Reha
bi
li
ta
tion
nach wie vor
eine Verbes
se
rung der Leistungsfähigkeit erhofft werden
(vgl. Urk. 6/28).
3.6
Dr.
med. F._
, Fachärztin FMH Kardiologie und Innere Medizin,
führte in ihrem Arztbericht vom 2
4.
März 2020 (
Urk.
6/69) aus, die kardiologische Nach
kontrolle habe gegenüber der Voruntersuchung im Jahr 2018 eine Besserung der LVEF mit nun leicht eingeschränkter linksventrikulärer systolischer Funktion
(EF 48 %)
, diastolischer Dysfunktion Grad I und leichter Dilatation des linken Atriums er
geben. Eine Klappenpathologie bestehe nicht.
Echokardiografisch zeige sich ein normal grosser, nicht hypertropher linker Ventrikel.
Die ICD-Kontrolle sei unauf
fällig ge
wesen.
Einen Eigenrhythmus habe der Beschwerdeführer nicht. Dr.
F._
passte die Frequenz entsprechend auf die Leistung an.
Da der Beschwerdeführer seit Diagnosestellung der Kardiomyopathie im Jahr 2018 gut 15 kg zugenommen habe, sei eine Ernährungsberatung angezeigt. Dr.
F._
empfahl dem Beschwerde
führer sich mehr zu bewegen und erachtete eine ambulante Rehabilitation zwecks Reintegration in den Arbeitsprozess als sinnvoll.
Im Rahmen einer kardio
logischen Nachkontrolle
im September 2020
stellte Dr.
F._
gegenüber den Be
funden im März 2020 eine
leicht
verbesserte Leistung auf dem Ergometer fest (
163 Watt gegenüber 149 Watt), wobei der Abbruch jeweils wegen Erschöpfung bei Adi
po
si
tas und
Dekonditionierung
erfolgt sei (
vgl. Arztbericht vom 8. Sep
tember 2020, Urk.
6/91/7).
3.7
RAD-Ärztin
Dr.
A._
konstatierte in ihrer Stellungnahme vom 2
2.
Mai 2020, der Beschwerdeführer sei wegen einer
dilatativen
Kardiomyopathie mit initial schwer eingeschränkter Herzfunktion in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Durch eine adäquate medikamentöse Therapie und Implantation eines
Resynchronisa
tions
system
habe eine Besserung der Pumpfunktion und damit der Leistungs
fähigkeit erreicht werden können. Aus medizinischer Sicht sei eine stufenweise Steigerung sinnvoll, weswegen ab Oktober 2019 zunächst von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und nach Abschluss der Rehabilitation, wodurch eine weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit habe erreicht werden können, von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei
. Körperlich an
ge
passte Tätigkeiten seien körperlich leichte Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten > 10 kg. Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie in elektromagnetischen Feldern sei bei Status nach CRT-D-Systems nicht mehr möglich
(
Urk.
6/53).
3.8
Dr.
E._
erwähnte in seinem Arztbericht vom
8.
Juli 2020 (
Urk.
6/68) einen insgesamt protrahierten Verlauf der kardiopulmonalen Rehabilitation, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass in letzter Zeit eine Steigerung der Leistungsfähigkeit möglich gewesen sei und es zu einer Verbesserung gegenüber de
m
letztmaligen
Bericht
(
1
1.
Oktober 2019)
gekommen sei.
Die angestammte Tätigkeit als Bau
arbeiter sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Für mittelschwere Ar
beiten sei der Beschwerde
führer allerdings zu 100 % (8 Stunden pro Tag) ar
beits
fähig, wobei Arbeiten über Schulterhöhe und das Heben und Tragen von Lasten über 15 kg zu vermeiden seien (vgl. Arztbericht vom
2.
Februar 2021, Urk. 6/91).
4.
In Bezug auf den Rentenanspruch bis Ende November 2019 bringt der Be
schwer
de
führer keine Einwendungen vor (vgl. E. 2.2 hiervor). Die
Zusprache
einer gan
zen Rente der Invalidenversicherung ab 1. April 2019 steht mit der Rechts- und Aktenlage im Einklang. So verwies RAD-Ärztin Dr.
A._
auf die in den ver
schie
de
nen Arztberichten seit April 2018 attestierte andauernde 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (vgl. Urk. 6/53 S. 5ff.). Der von der Beschwerdegegnerin für die
mass
gebliche
Periode errechnete Invaliditätsgrad wurde vom Beschwerde
führer nicht beanstandet und erscheint rechtens. Es ist darauf abzustellen. Aus
gehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit April 2018 und einem entsprechenden Invaliditätsgrad in der Höhe von 100 % hat der Beschwerde
führer
nach Ablauf des gesetzlich vorgeschriebenen Wartejahres
ab April 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung (vgl. E.
1.3
).
5
.
5
.1
Vorliegend ist unbestritten und durch die Akten ausgewiesen (E.
3.3, E. 3.5, E. 3.7, E. 3.8
), dass dem Beschwerdeführer
seine
bisherige, körperlich belastende Tätig
keit als
Bauarbeiter
seit
April 2018
nicht mehr zumutbar ist. Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verhält.
5
.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf
die
ärztliche
Stellungnahme
des RAD vom
2
2.
Mai 202
0.
Dementsprechend erachtete sie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bis zum Zeitpunkt
des Arztberichtes von
Dr.
E._
vom 1
1.
Oktober 2019, basierend auf Kontrollu
ntersuchungen
a
m
2
4.
September 2019
(vgl.
Urk.
6/26/2)
für aus
gewiesen. Danach sei
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
einge
tre
ten
, sodass ab September 2019 - unter Berücksichtigung des Belastungs
profils - eine 50%ige und nach Abschluss der Rehabilitation im Mai 2020 eine Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 100 % gegeben
sei
(E. 3.7)
.
5.3
Die Schlussfolgerung der RAD-Ä
rzt
in Dr.
A._
beruhen auf der Würdigung um
fassender vorangegangener Arzt- und Untersuchungsberichte. Hierbei ist fest
zu
halten, dass ihre Beurteilung der Diagnostik sowie der medi
zi
nisch ausge
wiesenen
Einschränkungen von derjenigen der behandelnden Ärzte nicht ab
weicht. Die Schilderung des zumutbaren Belastungsprofils deckt sich weitest
gehend mit der Beurteilung
der Fachärzte des
Spital
s
B._
(E. 3.5) sowie
von
Dr.
E._
(E.
3.
8
). In Anbetracht der ausgewiesenen und unstrittigen medi
zi
nischen Ver
hältnisse ist nicht zu beanstanden, dass Dr.
A._
auf eine per
sön
liche Unter
suchung des Beschwerdeführers verzichtete. Von weiteren medi
zi
nischen Abklä
run
gen sind mangels widersprechender Beurtei
lun
gen auch keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten (zur antizipierten Beweis
wür
di
gung vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Die Kardiologen des
Spital
s
B._
er
achteten den Beschwerdeführer
seit September 2019
für wenig anstrengende Tätigkeiten
ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg
zu 50 % arbeitsfähig
, wobei sie an
fügten, dass die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers durch eine kardiale Reha
bi
litation noch verbes
sert werden könne
(
Urk.
6/28,
E. 3.5).
Dr.
E._
attestierte gar eine 100%ige Arbeits
fähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten (
Urk.
6/26, E. 3.3).
Im Rahmen der Reha
bilitation konnte der Beschwerdeführer eine
Verbesserung erzielen, so
dass er
seit Abschluss des Aufbauprogramms
(April 2020)
im Alltag ohne schwere körper
liche Belas
tun
gen kardial beschwerdefrei
und leistungsfähiger ist
(E. 3.2).
Dr.
E._
legte in seinen
Arztberichten vom
8.
Juli 2020 (
Urk.
6/68) und 2. Fe
bruar 2021 (
Urk.
6/91) keine neuen medizinischen Aspekte dar. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
äusserte
er sich insoweit, dass die
ser die Leistungsfähigkeit steigern konnte und es gegenüber
seinem Bericht vom
Oktober 2019
(vgl. E. 3.3)
zu einer Verbesserung gekommen sei (Urk. 6/68). Be
tref
fend Ar
beits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit fügte er an, Tätigkeiten, die keine Arbeiten über Schulterhöhe sowie kein Lastentragen über 15 kg er
for
dern, seien für den Beschwerdeführer
ohne Einschränkungen
möglich (Urk. 6/91). Auch Dr.
F._
v
erwies
nochmals
im September 2020
auf eine
Besserung der
linksventrikuläre
n
Ejektions
fraktion (LVEF
) und stellte gegenüber den Befunden im März 2020 eine verbesserte Leis
tung auf dem Ergometer fest
, wobei der Ab
bruch wegen Erschöpfung bei Adipo
si
tas und
De
kon
ditionierung
erfolgt sei
.
Echokardiografisch zeige sich nun eine normal grosse linke Herzkammer mit einer nur noch leicht eingeschränkten Funktion (EF 48 % im März 2020, EF 50 % im September 2020
;
E. 3.6
).
Di
e Ärzte der D._
em
pfahlen
im April 2020
zur Ein
schätzung der Arbeits
fähig
keit zwar
noch
eine kar
diologische Standort
bestim
mung
durchzuführen. An
gesichts de
ssen, dass sich aber bereits im Juli 2020 eine weiter verbesserte Befundlage und gesteigerte Leistungsfähigkeit präsentierte
und die Herzfunktion nur noch leichtgradig ein
geschränkt war
, erübrigt sich eine solche.
Die Bedenken des Be
schwerde
führers
(vgl. E. 2.2)
vermögen keine Zweifel
an den Ausführungen der RAD-Ärztin Dr.
A._
zu begründen. Im Rahmen des von Dr.
A._
um
schriebenen Belastungs
profils werden sämtliche
körperliche
Einschränkungen des Beschwerdeführers be
rück
sichtigt. Entsprechend kann auf deren Schluss
folge
rungen, wonach der Be
schwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig ist,
ihm
jedoch eine angepasste Tätigkeit
- unter Berück
sich
ti
gung des Belastungs
profils -
vollzeitlich zuzumuten ist, abgestellt werden.
5.4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass für die Beurteilung auf die beweis
kräftige Einschätzung von RAD-Ärztin Dr.
A._
abzustellen und somit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab September 2019 und einer vollständigen Arbeits
fähigkeit nach Abschluss der Rehabilitation
ab
Mai 2020 in einer angepassten Tätigkeit unter Beachtung des umschriebenen Belastungsprofils auszugehen ist.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
6.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art. 28a). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
6.2.2
Vor dem Hintergrund, dass dem Beschwerdeführer die vor Eintritt der Arbeits
unfähigkeit ausgeübte Tätigkeit bei der
Z._
AG bis am
5.
Mai 2018 befristet war (vgl. Urk. 6/15), bemass die Beschwerdegegnerin das
Validen
einkommen
zu Recht ge
stützt auf die LSE 2018
unter Zugrundelegung des Lohnes im Baugewerbe, Kom
petenzniveau
1.
Das standardisierte
monatliche Einkommen von
Fr.
5’622
.-- ist unter Berück
sich
ti
gung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr
2019
von 41,3
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen,
T 23
)
sowie der Nominallohn
entwicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 2010-2020,
Männer;
Veränderung gegenüber Vorjahr,
2019
: 0.
9
%
)
auf ein Jahres
einkommen von Fr. 70’
283.50
hochzurechnen (Fr. 5’622
.-- x 12 : 40 x 41,
3
x
1.00
9
;
vgl.
Urk.
6/51).
6.3
6.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Be
stim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
struk
tur
erhebungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage, Zürich 2014,
Rz
. 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Ver
wendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6.3
.2
Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer ab
Okto
ber 2019 eine ange
passte Tätigkeit zu 50 % und ab
Mai
2020 vollzeitlich
zumutbar war, ist ab diesem Zeit
punkt für die Bemessung des Invalideneinkommens auf Tabellenlöhne abzu
stellen. Da körperlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienst
leistungen) beschränkt sind, kann das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen von
Fr.
5'
417
.-- (LSE
2018
, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer) herangezogen werden. Das stan
dardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
5'
417
.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr
2019
wie
2020
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen,
T 4 resp. U 4
) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
2019
(Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne
2010-2020
, Männer;
Veränderung gegenüber Vorjahr, 2019: 0.
9
%
) und einer
anfänglichen
Leistungsbeschränk
ung von 5
0
% auf ein Jahres
ein
kommen von Fr.
34'
188.30
im Jahr 2019
(
Fr.
5'
417.-- x 12 : 40 x 41,7
x
1.00
9
x 0.5
) bzw.
Fr.
68'
376
.50
im Jahr 2020
(
Fr.
5'
417.-- x 12 : 40 x 41,7
x
1.00
9
) hochzurechnen
. Das anzu
rechnende Invalideneinkommen beträgt ab
De
zember 2019 somit Fr. 34'
188.30
und ab
August 2020 Fr.
68'
376
.50
.
6.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten.
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Ab
zug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.3.4
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl.
Art.
7
Abs.
1 ATSG) handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass eine Unverwertbarkeit der verbliebenen Leis
tungs
fähigkeit nicht leichthin angenommen werden kann. An der Massgeb
lich
keit dieses ausgeglichenen Arbeitsmarkts vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar un
möglich ist, auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu fin
den (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_141/2021 vom
8.
Juli 2021 E. 5.1 mit Hin
weisen). Der Beschwerdeführer, welcher im massgebenden Zeitpunkt (Dezem
ber 2019; vgl. dazu BGE 145 V 2 E. 5.3.1 mit Hinweisen) erst gut 49 Jahre alt war, sind nach dem Dargelegten spätestens ab September 2019
leichte körperliche
Tätigkeiten in
einem
50%-
Pensum zumutbar.
Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen In
validenlohns führt. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (LSE
2018
Kompetenzniveau 1
) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2).
Sodann bestehen gemäss bundesgericht
li
cher Rechtsprechung relativ hohen Hürden für die An
nahme einer Unverwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen (SVR 2016 IV Nr. 58 S. 190, 8C_910/2015 E. 4.3.4; Urteil 9C_693/2019 vom 17. De
zem
ber 2019 E. 5 mit Hin
weisen). Die mangelnde Schul- und Berufsausbildung haben entgegen der An
sicht des Beschwerdeführers als invaliditätsfremde Fak
toren unberücksichtigt zu bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2021 vom 25. November 2021 E. 7.2 mit Hinweisen).
Auch der Ausländerstatus rechtfertigt keinen Abzug, da sich die Niederlassungsbewilligung im Kompetenzniveau
1 nicht lohnmindernd
auswirkt (Urteil des Bundesgerichts 9C_318/2015 v
om 10
De
zember 2015 E. 4.3).
Andere Umstände, die einen Abzug vom Tabellenlohn recht
fertigen könnten, sind nicht ersichtlich. Das Invalideneinkommen wurde dem
nach korrekt mit
Fr. 34'
188.30
ab
Okto
ber 2019
und
Fr.
68'
376
.50
ab
Mai
2020
beziffert.
6.4
Wi
rd das
Valideneinkommen
von Fr. 70’
283.50
dem Invalideneinkommen von Fr. 34'
188.30
resp. Fr.
68'
376
.50
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbs
ein
busse von
Fr.
36'095.20
resp. Fr.
1'
907
.--
oder ein Invaliditätsgrad von gerundet
51
%
bzw.
3 %
.
Der Beschwerdeführer
hat deshalb
jeweils
drei Monate nach Eintritt der Ver
bes
se
rung der Erwerbsfähigkeit im September 2019
resp. Mai 2020 (vgl.
Art.
88a Abs.
2 IVV), das heisst ab dem
1.
Dezember 2019 Anspruch auf eine halbe Rente und ab
1.
August 2020
keinen Anspruch auf eine
Rente
der Invaliden
versicherung mehr (vgl. E. 1.2).
7.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.