Decision ID: 8ca38d33-29ff-5373-a1f7-a906100288b6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
†
X._
, geboren 1978, gestorben 2018, arbeitete seit dem
1.
Dezember 2004 als Kundendienst-Techniker bei der
D._
AG und war damit bei der Helvetia Sammelstiftung für Personalvorsorge vorsorgeversichert (
Urk.
16/3, Urk. 23/7). Wegen einer Lungenkrebs-Erkrankung meldete er sich am 2
5.
Oktober 2011 (Eingangsdatum) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
23/2)
.
Am
6.
Juni 2013 teilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten mit, sie übernehme die Kosten der Um
schu
lung zum Technischen Kaufmann für die Dauer vom 1
9.
August 2013 bis zum 3
1.
Oktober 2
015 an der Wirtschaftsschule E._
sowie die Kosten für die Abklärung und Vorbereitung bei
F._
ab
2.
September 2013 bis
2.
März 2014 im Hinblick auf ein Praktikum (
Urk.
23/46). Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2013 sprach die IV-Stelle dem Versicherten sodann ein Taggeld für die Dauer der Umschulung in der Höhe von
Fr.
176.8
0 zu (
Urk.
23/49). Die
Um
schulung zum
Technischen Kaufmann
erwies sich aber
für den Versicherten
nicht als geeignet
(vgl. Abschlussbericht Arbeitstraining der
F._
vom 25. Februar 2014,
Urk.
23/71)
, weshalb die IV-Stelle am 1
7.
Februar 2014 die bisherige Kos
ten
gutsprache per 1
4.
Februar 2014 aufhob und neu die Kosten für die Um
schu
lung zum Instandhaltungsfachmann ab dem 1
5.
Februar 2014 bis zum 2
1.
Januar 2015 mit begleitendem Praktikum bei der
C._
AG
übernahm (Urk. 23/67).
Im Rahmen dieses Praktikums konnte sich der Versicherte bewähren (vgl. Abschluss
bericht
F._
vom 2
9.
Juli 2014,
Urk.
23/76), weshalb er bei der
C._
AG eine Festanstellung als Haustechniker zu einem Arbeitspensum von 80
%
ab dem
1.
September 2014 und zu 100
%
ab dem
1.
Februar 2015 erhielt (
Urk.
23/77)
und damit bei der
BVG-Kasse
der
C._
(früher:
BVG-Kasse
G._
) vor
sorgeversichert war (
Urk.
20/21).
In der Folge erlitt †
X._
aber einen
krankheitsbedingten Rückfall (
weiteres
Karzinom an der Lunge) und er musste sich einer erneuten Operation mit nachfolgender Therapie unterziehen. Die beruf
liche Massnahme musste deshalb abgebrochen werden (
Urk.
23/84). Die
C._
AG löste
das Arbeitsverhältnis am 2
1.
Mai 2015 per 30. Juni 2015 auf (
Urk.
23/105).
Mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2017 sprach die IV-Stelle †
X._
mit Wirkung ab dem
1.
April 2015 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Invalidenrente
samt akzessorischen Kinderrenten
zu (
Urk.
23/119).
Sowohl die Helvetia Sammelstiftung für Personal
vorsorge als auch die
BVG-Kasse
der
C._
lehnten die Ausrichtung von Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge ab (
Urk.
2/5-7).
2.
Am
2.
Juli 2018 erhob †
X._
durch Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
gegen die Helvetia Sammelstiftung für Personalvorsorge (Beklagte 1) sowie die
BVG-Kasse
der
C._
(Beklagte 2) Klage mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«1.
Es sei dem Kläger zu Lasten der Beklagten 1, evtl. der Beklagten 2 eine Rente ab April 2015 zuzüglich Kinderrenten und Zins zu 5
%
ab dem heutigen Datum zuzusprechen.
2.
Es sei dem Kläger Gelegenheit zu geben, nach Edition der gesamten Akten, Berechnungen und Begründungen zur Höhe der geschuldeten Renten Stellung zu nehmen.
Unter ausgangsgemässer Kosten- und
Entschädigungsfolge.»
Mit Schreiben vom 1
7.
September 2018 teilte Rechtsanwältin
Friedauer
dem Gericht mit, dass †
X._
am
8.
Juli 2018 verstorben ist. Sie legitimierte sich als Vertreterin seiner Witwe und seiner drei Kinder und ersuchte um Wei
terführung des Klageverfahrens (
Urk.
9,
Urk.
10/1-3). Mit Verfügung vom 18. September 2018 wurde den Beklagten die Frist zur Einreichung der Klage
antwort abgenommen
und der Prozess bis zum
Entscheid über den Antritt der Erbschaft
des Klägers sistiert
(
Urk.
11).
Am 2
8.
September 2018 reichte Rechts
anwältin
Friedauer
den Erbschein vom 1
7.
September 2018 (
Urk.
14) ein und erklärte, dass die Erbengemeinschaft, bestehend aus der Ehefrau
Y._
sowie den Nachkommen
Z._
,
A._
und
B._
den Prozess weiterführen wollten (
Urk.
13). Mit Klageantwort vom 2
8.
September 2018 er
such
te die Beklagte
1
um vollumfängliche Abweisung der Klage (
Urk.
15). Mit Verfügung vom
2.
Oktober 2018 wurde die Sistierung des Verfahrens aufgehoben (
Urk.
17). Die Beklagte 2 beantragte mit Klageantwort vom 6. November 2018 durch Rechtsanwältin
Dr.
Isabelle Vetter-Schreiber ebenfalls die vollumfängliche Abweisung der Klage (
Urk.
19). Mit Verfügung vom 12. November 2018 (
Urk.
21) zog das Gericht die Akten der Invalidenversicherung bei (
Urk.
23/1-130).
Mit Replik vom 1
2.
März 2019 hielten die Kläger an der Klage fest u
nd stellten neu folgende Anträge
(
Urk.
28 S. 2):
«1.
Es seien den Klägern zu Lasten der Beklagten 1 eine Rente von
Fr.
31'078.00 ab spätestens Juli 2013
zuzügl
. Kinderrente
n, evtl. zulasten der Beklagten
2 eine Rente von
Fr.
11'606.00
zuzügl
. Kinderrenten und Zins zu 5
%
ab Klage zuzusprechen.
2.
Es seien den Klägern zu Lasten der Beklagten 1 ab
9.
Juli 2018 eine Ehe
gattenrente im Betrag von
Fr.
19'868.00 und Waisenrenten im Betrag von
Fr.
4'768.00, evtl. zu Lasten der Beklagten 2 eine Ehegattenrente im Betrag von
Fr.
9'321.00 und Ehegatten-Zusatzr
ente temporär im Betrag von Fr.
4'413.00 sowie eine Waisenrente pro Kind im Betrag von
Fr.
4'578.00
zuzügl
. Zins ab
9.
Juli 2018 zuzusprechen.
Unter ausgangsgemässer Kosten- und
Entschädigungsfolge.»
Die Beklagte 1 mit Duplik vom 2
6.
April 2019 (
Urk.
31) und die Beklagte 2 mit Duplik vom 2
4.
Juni 2019 (
Urk.
34) hielten an ihren jeweiligen Anträgen auf Ab
weisung der Klage fest.
Dies wurde den Parteien am 2
5.
Juni 2019 mitgeteilt (
Urk.
36).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge werden von der
je
nigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, angeschlossen war (Art. 23
lit
. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG]). Die Leistungspflicht setzt einen engen sachlichen und zeit
lichen Zusammenhang zwischen der während der Dauer des Vorsorgever
hält
nisses (einschliesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) be
stan
de
nen Arbeitsunfähigkeit (Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bishe
rigen Beruf von zumindest 20 Prozent; BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68; 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23; SVR 2008 BVG Nr. 34 S. 143 E. 2.3 mit Hinweisen, 9C_127/2008) und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität voraus (BGE 130 V 270 E. 4.1 S. 275).
1.2
Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Arbeits
unfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen der gleiche ist wie derjenige, auf wel
chem die Erwerbsunfähigkeit beruht (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22).
1.3
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die ver
sicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidi
tät geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berück
sichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beur
teilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der Arbeitslosenversicherung be
zieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) als Richtschnur gel
ten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähig
keit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unter
brechung des zeitlichen Zusammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Diese Grundsätze gelten sinngemäss auch, wenn eine Vorsorgeeinrichtung ihre Leistungspflicht mit der Begründung verneinen will, eine berufsvorsorgerecht-
lich
bedeutsame Arbeitsunfähigkeit habe bereits vor Beginn des
Vorsorgever-hält
nisses
bestanden und ohne wesentliche Unterbrechung bis zum Beginn der Versicherungsdeckung angedauert (Urteil 9C_273/2012 vom 20. November 2012 E. 4.1.2 mit Hinweis).
1.4
Es wird zwar in der Regel, aber nicht in jedem Fall, zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum
rechtsgenüglichen
Nachweis einer be
rufs
vorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen verlangt (vgl. Bundesgerichtsurteile 8C_195/2009 vom 2. September 2009 E. 5 und 9C_96/2008 vom 11. Juni 2008 E. 3.2.2). Immerhin reichen nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahren rück
wirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit nicht aus (Bun
des
gerichtsurteil 9C_368/2008 vom 11. September 2008 E. 2 mit Hinweisen). Die gesundheitliche Beeinträchtigung muss sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die Einbusse an funktionellem Leistungs
ver
mögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten sein, etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fallende ge
sund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle (SVR 2008 BVG Nr. 34 S. 143 [9C_127/2008 E. 2.3]; SVR 2008 IV Nr.
11 S.
32 [I 687/06 E.
5.1]; Bundesgerichtsurteil 9C_362/2012 vom 6. Juni 2012 E. 5.2.1 mit Hinweis).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 271 E. 2a, 120 V 108 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 311 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
run
g
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Fest
le
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 4 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bzw. das Berufs
vorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts
9C_49/2010
vom 23. Febru
ar 2010, E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens)
ins
Vorbescheidverfahren
(Art. 73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfü
gung
formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts
9C_81/2010
vom 16. Juni 2010, E.
3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Be
schwer
derecht im Verfahren nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversi
che
rung (IVG) zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsor
ge
einrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grund
sätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 273 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditäts
be
messung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Die Kläger machen geltend, †
X._
habe sich nach Operation und Chemotherapie (teilweise) erholt und seine Arbeit bei der
D._
AG im November 2011
wieder aufgenommen
. Vor seiner Erkrankung habe er eine körperlich belas
tende Tätigkeit ausgeübt. Von medizinischer Seite sei ihm attestiert worden, dass er schwere bis mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr ausüben, in einer leichten
Tätigkeit aber wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreichen könne. Es habe sich deshalb die Frage einer Umschulung gestellt. Die
D._
AG habe ihm dabei weder einen Praktikumsplatz noch eine Weiterbeschäftigung nach einer a
llfälligen Aus
bildung garantier
en woll
en, was †
X._
gekränkt und seine sich nach der Operation anbahnende Depression verstärkt habe. Er sei wieder zu 100
%
arbeitsunfähig geworden.
In der Folge habe sich sein Gesundheitszustand aber weiter verbessert und er habe im März 2013 unterstützt durch die IV in die Ein
gliederungsphase eintreten können. Die ursprünglich begonnene Ausbildung zum Technischen Kaufmann habe †
X._
aber gesundheitlich überfordert, weshalb er sie im Dezember 2013 abgebrochen und in der Folge eine Ausbildung zum Instandhaltungsfachmann begonnen habe. Für diese Tätigkeit habe er auch eine Praktikumsstelle bei der
C._
finden können. Dort habe er sein Fachwissen besser einbringen können und habe auch Vertrauen in einem wohlwollenden Arbeitsumfeld gefunden. Per
1.
Sept
ember 2014 habe er mit der
C._
einen Arbeitsvertrag zu 80
%
abgeschlossen, der Lohn sei weiterhin durch ein IV-Tag
geld ergänzt worden.
Im Dezember 2014 sei jedoch ein Tumorrezidiv diag
nos
tiziert worden. Es sei wieder eine Behandlung notwen
dig geworden und es habe ab Januar 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden.
Die Umschulung habe kurz vor Schluss abgebrochen werden müssen. Die geplante Festanstellung bei der
C._
sei
am Gesundheitszustand
gescheitert und das Arbeitsverhältnis per 3
0.
Juni 2015 aufgelöst worden.
Per
1.
April 2015 sei †
X._
von der IV eine ganze Rente zugesprochen worden.
Streng formal wäre von einer Bindungswirkung des IV-Entscheides auszugehen.
Die IV-Stelle habe die Rente ab dem
1.
April 2015 zugesprochen und somit in einem Zeitpunkt, in dem †
X._
bei der Beklagten 2 versichert gewesen sei. Es stelle sich allerdings die Frage, ob die sich vorliegend aufdrängende kon
krete Fragestellung im IV-Verfahren
entscheidrelevant
gewesen sei und sich die Betrachtungsweise der IV nicht als offensichtlich unhaltbar erweise. Die IV-Stelle
habe einen Einkommensvergleich ab November 2013 vorgenommen, wobei sie für
diesen Zeitpunkt von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit ausgegangen sei. Der nächste Einkommensvergleich sei per Januar 2015 erfolgt.
Infolge vollständiger Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit sei †
X._
zufolge Verschlechterung drei Monate später eine ganze Rente zuge
spro
chen worden.
Diese Überlegungen könnten sich aus der Tatsache erklären, dass †
X._
nach Ablauf des Wartejahres Ersatzleistungen erhalten habe. Aus medizinischer Sicht finde aber die Annahme einer Arbeits
fähigkeit von 100
%
in den Akten keine Stütze und es stelle sich die Frage, ob †
X._
zwischen der Beendigung des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 und dem Rückfall der Krebserkrankung wieder in einem Ausmass arbeitsfähig gewesen sei, dass von einem Unterbruch
des zeitlichen Zusammen
hangs ausgegangen werden könne.
Diese Frage sei zu verneinen, da †
X._
nie eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 80
%
bescheinigt worden sei und im Zeitpunkt des Rezidivs im Dezember 2014 auch kein Arbeitspensum von mehr als 80
%
ausgeübt habe. Entgegen der Ansicht der Beklagten 1 könne auch aus dem Umstand, dass †
X._
neben dem Praktikum noch eine Au
sbildung absolviert habe,
nicht auf eine Arbeits
fähigkeit von mehr als 80
%
geschloss
en werden. Schliesslich sei
zu berücksichtigen, dass er nur wenige Tage über drei
Monate zu 80
%
gearbeitet
und somit die unterste Grenze für die Annahme eines Unterbruchs des zeitlichen Konnexes nur knapp erreicht habe.
Zu beachten
sei auch, dass die Wahr
schein
lichkeit eines Rezidivs bei einem Lungenkarzinom sehr hoch sei, weshalb für die Annahme des zeitlichen Unterbruchs nicht der gleiche Massstab angelegt werden könne wie bei anderen Erkrankungen. Dementspre
chend habe die Beklagte 2 für die überobligatorischen Leistungen auch einen Vorbehalt angebracht, womit sie
nur die Minimal
leistungen schulde. Es würde dem Versicherungsprinzip wider
spre
chen und wäre höchst unbillig, wenn Versicherte mit einer derart hohen
Rezi
div
wahr
scheinlichkeit
den während Jahren erarbeiteten Versicherungsschutz ver
lie
ren
würden, weil sie alles
daran setzten
, sich wieder im Arbeitsmarkt zu inte
grieren. Ebenso wenig sei es sach
gerecht, die Beklagte 2 als leistungspflichtig zu erklären, da eine solche Recht
sprechung zu einer «Bestrafung» von Arbeitgebern und Vorsorge
einrichtungen führen würde,
welche bereit seien, den gesetzlichen Auf
trag «Eingliederung vor Rente» durchzusetzen.
Sollte die Beklagte 1 trotzdem nicht als zuständig erachtet werden, sei es die Beklagte
2.
Gehe man von einem Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs aus, so sei die erneute Arbeitsunfähigkeit während dem Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten 2 eingetreten (
Urk.
1).
2.2
Die Beklagte 1 führt aus, es ergebe sich aus den IV-Akten, dass aus medizinischer Sicht die Wiedererlangung
einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer angepassten Tätigkeit gegeben gewesen sei. Die Umschulung zum Technischen Kaufmann sei in erster Linie wegen schulischer Überforderung missglückt. Zudem habe sie nicht
dem Berufswunsch von †
X._
entsprochen. Die zweite Umschulung zu
m Instandhaltungsfachmann sei weder durch gesundheitliche noch durch anders gelagerte Probleme erschwert worden. †
X._
habe während des Prakti
kums von Februar bis September 2014 ein Arbeitspensum von 90
%
geleistet. Danach habe er bei der
C._
eine Festanstellung von vorerst 80
%
bekommen. Zusammen mit dem weiterhin zu absolvierenden wöc
hentlichen Schultag habe er ein
Pensum von 100
%
geleistet.
Es bestehe damit zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 im Jahr 2011 eingetre
tenen und der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit zwar ein sachlicher, nicht aber ein zeitlicher
Zusammenhang. †
X._
habe während des Praktikums derart erfreuliche Leistungen erbracht, dass er von der
C._
eine Festanstellung bekommen habe. Wegen dem fortdauernden Schulbesuch sei das Arbeitspensum bis Januar 2015 auf 80
%
beschränkt worden, ab Februar 2015 seien 100
%
ver
einbart gewesen
. †
X._
habe seit Januar 2014 durchwegs ein Pensum von 90 bis 100
%
in einer angepassten Tätigkeit absolviert, mithin während rund 11 Monaten. Zudem liege kein echtzeitliches Arbeitszeugnis vor, das dem Versicherten für das Jahr eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
bescheinigen
würde. Die Voraussetzungen für die Unterbrechung des zeitlichen Zusammen
hangs
seien damit gegeben.
Schliesslich sei zu beachten, dass die Erhöhung der Erwerbs
unfähigkeit bei †
X._
erst per
1.
April 2015 und somit nach Beendigung des Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten 1 eingetreten sei. Zu diesem Zeit
punkt sei die reglementarische Versicherungsdeckung längst erloschen, wes
halb die Beklagte 1 jedenfalls nur die gesetzlichen Mindestleistungen schulde (
Urk.
15).
2.3
Die Beklagte 2 macht geltend, es sei vorliegend wohl unbestritten, dass die mass
gebliche Arbeitsunfähigkeit, die nachmalig zur Invalidität geführt habe, (spätes
tens) per November 2012 und damit während der Versicherungszeit bei der Be
klag
ten 1 eingetreten sei.
Eine den zeitliche
n Zusammenhang unterbrechende
dauer
haft
e
Arbeitsfähigkeit (in einer angepassten Tätigkeit) von über 80
%
habe †
X._
augenscheinlich nicht mehr erreichen können.
Die kurzweilige Arbeitstätigkeit bei der
C._
vermöge keine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs begründen. Hinzu komme, dass die Umschulung zum Instand
haltungsfachmann keiner angepassten Tätigkeit im Sinne des medizinisch defi
nierten Ressourcen- und Belastungsprofils entsprochen habe. Die Arbeit sei für †
X._
körperlich zu anstrengend gewesen. Die IV-Eingliederungs
be
mühungen seien nach kurze
r
Zeit gescheitert. Vor diesem Hintergrund sei die Beschäftigungszeit bei der
C._
als Eingliederungsversuch zu werten. Schliess
lich sei festzuhalten, dass die Beklagte 2 für die Zeit vom 1. September 2014 bis zum 3
1.
August 2019 einen gesundheitlichen Vorbehalt im Zusammenhang mit der Krebserkrankung angebracht habe. Würde ihre Leistungspflicht bejaht, so sei sie deshalb berechtigt, die Leistungen entsprechend zu kürzen. Die Beklagte 2 habe ihre Leistungspflicht durchgehend abgelehnt, habe sich jedoch bereit erklärt, aufgrund der prekären gesundheitlichen und finanziellen Situation von †
X._
aus Kulanz gewisse Vorleistungen – quasi vorschussweise – zu
erbringen (
Urk.
19).
3.
3.1
3.1.1
Laut dem Arztbericht des Hausarztes
H._
, Praktischer Arzt FMH, vom 18. März 2012 (
Urk.
23/16/1-4) bestanden bei †
X._
ein wenig diffe
renziertes
Adenokarzinom
des linken Lungen
unter
lappens, eine rezidivieren
de
Urolithiasis
, ein Tinnitus mehr links als rechts sowie eine depressive Stimmung.
†
X._
sei vom 1
2.
Juli 2011 bis zum 3
1.
Januar 2012 zu 100
%
arbeits
unfähig gewesen. Ab dem
3.
Februar 2012 habe eine Arbeits
unfähigkeit von 0
%
für leichte Arbeit
en
, z.B. Büroarbeiten bestanden. Der Versicherte habe per
3.
Februar 2012 freiwillig wieder in den Arbeitsmarkt eintreten wollen.
Er sei bei seiner bisherigen Arbeitgeberin in einer leichten, der Behinderung ange
passten Arbeit tätig.
3.1.2
Im Bericht vom
8.
Februar 2013 (
Urk.
23/36) hielt
H._
fest,
es bestehe beim Versicherten eine depressive Stimmung nach Status nach Lungenkarzinom (Operation am 1
5.
August 2011). Die Prognose sei je nach Verlauf eher düster. Der Versicherte sei seit dem 2
3.
November 2012 bis auf Weiteres zu 100
%
arbeits
unfähig. Die Absolvierung einer zusätzlichen Ausbildung wäre
sinnvoll. †
X._
leide
unter zunehmenden
Angstzustände
n
, Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche sowie Lust- und Antriebslosigkeit.
3.2
Gemäss dem Arztbericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
I._
vom 2
7.
März 2012 (
Urk.
23/22) bestand beim Versicherten ein
Adenokarzinom
der Lunge, Stadium IIIA bei Status nach Unterlappen-
Wedgeresektion
links und Restlobektomie mit mediastinaler
Lymphadenektomie
am 1
5.
August 2011 sowie Status nach
adjuvanter
Chemotherapie mit
Cisplatin
/
Alimta
bis November 2011 mit seither anhaltender Remission. Vom 1
5.
August 2011 bis zum
4.
März 2012 sei †
X._
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen, seither sei er zu 100
%
arbeitsfähig. Er arbeite aber zu 100
%
im Büro, um schwere körperliche Arbeit zu vermeiden.
3.3
3.3.1
Die
D._
AG hielt mit Schreiben vom 1
1.
April 2012 (
Urk.
23/23) fest, wegen einer Krankheitsabsenz sei es möglich gewesen, den Versicherten seit dem 6. Februar 2012 in der Werkstatt mit leichten Arbeiten zu beschäftigen und es sei
en
ihm auch immer Arbeitskollegen zu
r
Seite gestanden. Während dieser Zeit habe er zu 100
%
gearbeitet und den ungekürzten Lohn erhalten. Am 1
0.
April 2012 habe †
X._
versuchsweise seine bisherige Tätigkeit als Kunden
dienst
techniker im Aussendienst
wieder aufgenommen
.
3.3.2
Laut dem Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung der IV-Stelle vom 11. Dezem
ber 2012 (
Urk.
23/31) fand am 2
0.
Juni 2012 ein Gespräch am runden
Tisch bei der Arbeitgeberin (
D._
AG)
statt. Es wurde festgehalten, dass der Versicherte mit 100%iger Präsenz als Techniker arbeite und dabei eine Leistung von 50
%
erbringen könne. Es würden ihm leichtere Maschinen zugeteilt und er könne durch
schnittlich nur vier statt acht Aufträge pro Tag erledigen. In der Folge absolvierte der Versicherte bei der
D._
AG Schnuppereinsätze in verschiedenen Abteilungen und die IV-Stelle nahm eine Laufbahnberatung vor. Am 12. Novem
ber 2012 musste der Versicherte konstatieren, dass er seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben konnte.
Er wünschte sich eine Weiterbeschäftigung bei der
D._
AG im Verkaufsaussendienst und erklärte sich bereit, eine entsprechen
de Umschulung mit Unterstützung der IV zu absolvieren. Die
D._
AG gab ihm aber weder die Garantie für einen Praktikumsplatz noch für eine Weiter
beschäftigung nach der Umschulung. Für den Versicherten war dies unverständ
lich, da er sich mit seiner Arbeitgeberin identifizierte und gerne dort weiterge
arbeitet hätte. Auf
grund seiner psychischen Verfassung wurde er zu 100 % arbeitsunfähig geschrie
ben und die IV-Stelle schloss die
berufliche Eingliederung am 11.
Dezember 2012 vorläufig ab (
Urk.
23/32).
3.4
Das Zentrum
J._
führte im Bericht vom
2.
April 2013 (Urk. 23/43) aus, beim Versicherten bestehe (1.) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), (2.) ein Tinnitus links (Pfeifton) (H93.1) (evtl. als Neben
wirkung der Chemotherapie) sowie (3.) ein wenig differenziertes
Adenokarzinom
des linken Lungenunterlappens, Tumorstadium 2011 (nach Angaben des Ver
si
cherten auch jetzt) pT1a pN
2 G3
cMO
; UICC-Stadium IIIA bei Status nach Ope
ration am 1
5.
August 2011 mit nachfolgender Chemotherapie.
†
X._
sei zu 100
%
arbeitsunfähig in schwereren Tätigkeiten, nach einer Umschulung zum Technischen Kaufmann dürfte er wieder zu 100
%
arbeitsfähig sein. Aus psychiatrischer Sicht sei er arbeitsfähig, die Einschränkungen
seien vor allem wegen des
Adenokarzinoms
vorhanden. Er sei zwar noch depressiv und habe Schlafstörungen, nach einer Angewöhnungszeit dürfte er aber wieder arbeitsfähig sein. Die Prognose für die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nach erfolgter Umschulung sei gut.
3.5
3.5.1
Die
F._
berichtete am 2
5.
Februar 2014 über das vom Versicherten vom 2. September 2013 bis zum
2.
März 2014 absolvierte Arbeitstraining
(Urk. 23/71)
. Ziel und Zweck sei es gewesen, den Versicherten bei der Umschulung zum Technischen Kaufmann zu unterstützen. Er habe sich von Anfang an sehr unter Druck gesetzt, die Ausbildung bestehen zu müssen. Er habe sich zunehmend unwohler gefühlt bei der Büroarbeit und beim Lernen und habe sich nach prak
tischer Arbeit und nach Kontaktpflege mit anderen Menschen gesehnt. Zudem
habe ihn die unsichere Zukunft ohne feste Arbeitsstelle emotional extrem belastet
. Weil der Schulstoff viel komplexer und aufwändiger gewesen sei als erwartet, habe der Versicherte noch mehr Zeit ins Lernen investiert.
Er habe Anfang November heftige Kopfschmerzen, Drehschwindel und Brechreiz bekommen.
Es sei eine Überlastung durch das viele Lernen diagnostiziert worden, dies habe zu
Spannungskopfweh geführt.
In der Folge seien die Anforderungen reduziert worden
,
†
X._
sei aber trotzdem nicht mehr lern- und aufnahmefähig gewesen. Er habe sich deshalb entschlossen, die Ausbildung zum Technischen Kaufmann abzubrechen. Die Spannungskopfschmerzen hätten in der Folge nach
ge
lassen und der Versicherte sei beschwerdefrei gewesen. Die Enttäuschung über den Abbruch der Ausbildung habe ihm aber zugesetzt und er sei im Finden einer Alternative verunsichert gewesen. Überhaupt habe ihm die Unsicherheit betref
fend seine berufliche Zukunft und die Verantwortung für seine Familie zugesetzt, so dass er mit depressiven Symptomen zu kämpfen gehabt habe. Er habe psy
chotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen und schliesslich seine Situation klären können. Er habe sich für eine Ausbildung zum Instandhaltungs
fachmann entschieden. Für diese Tätigkeit habe er bei der
C._
AG bereits einen Prakti
kumsplatz mit einem Pensum von 70
%
gefunden.
3.5.2
Im Abschlussbericht vom 2
9.
Juli 2014 (
Urk.
23/76) hielt die
F._
fest, die Verantwortlichen der
C._
AG
seien erfreut über die Arbeitsleistungen von †
X._
. Seine Motivation sei hoch, die Fachkompetenzen passend für die zu besetzende Stelle und er passe in die Betriebskultur. Der Versicherte sei deshalb von der
C._
AG
per
1.
September 2014 zu einem Pensum von 80
%
und nach Beendigung seiner Ausbildung ab Februar 2015 zu einem Pensum von 100
%
fest angestellt worden. Eine weitere Begleitung in Form des Jobcoachings sei nicht mehr angezeigt.
3.6
Gemäss dem Verlaufsprotokoll Berufsberatung der IV-Stelle vom 2
7.
Februar 2017 (
Urk.
23/86) trat nach einem sehr positiven Verlauf mit der Absolvierung der Umschulung zum Instandhaltungsfachmann und dem Finden einer Festan
stellung Ende 2014 erneut ein Karzinom auf. Der Versicherte habe im Januar
2015 operiert werden müssen und müsse sich jetzt einer Bestrahlungs- und an
schliessend einer Immun-/Chemotherapie unterziehen.
Der Prozess werde mehrer
e Monate dauern. Der Versicherte hoffe, dass sein Arbeitsplatz erhalten bleibe und er die verpasste Abschlussprüfung seiner Umschulung nachholen könne, sobald es gesundheitlich möglich sei. Allerdings werde der Verlauf erst zeigen, ob ihm die Tätigkeit als Instandhaltungsfachmann weiterhin möglich sei. Vorerst sei der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen.
3.7
3.7.1
Das
Onkozentrum
der Klinik
K._
führte im Bericht vom 2
3.
April 2015
(
Urk.
23/87) aus,
der Versicherte
habe bei einem Lymphknotenrezidiv eine medias
tinale
Lymphadenektomie
rechts am Universitätsspital
J._
erhalten und möchte
nun die weitere Behandlung in der Klinik
K._
durchführen. Es werde bis Ende April 2015 eine Radiotherapie durchgeführt und es sei Antrag auf
adjuvante
Durchführung einer Immuntherapie gestellt worden. †
X._
sei immer noch rekonvaleszent, sollte aber im Anschluss an die Therapie seine Erwerbs
tätigkeit
wieder aufnehmen
können.
3.7.2
Am 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
23/93,
Urk.
23/94) gab das
Onkozentrum
an, der Versi
cherte habe aktuell wieder den Verdacht auf mindestens zwei Lymphknoten
metastasen, die weiter abgeklärt werden müssten. Anschliessend müsse wahr
scheinlich eine erneute Therapie eingeleitet werden. Aufgrund dieser Situation bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und damit keine Möglichkeit der beruflichen Reintegration.
3.8
Mit Schreiben vom 2
1.
Mai 2015 (
Urk.
23/105) löste die
C._
das Arbeits
ver
hältnis mit dem Versicherten per 3
0.
Juni 2015 auf, da er aufgrund seiner Krank
heit die Arbeit nicht mehr
wieder aufnehmen
könne.
3.9
Gemäss der Stellungnahme von
L._
, Fachärztin für All
ge
meine Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle vom
1.
Februar 2016 (
Urk.
23/107/4-5) ist es beim Versicherten zu einem Tumor
rezidiv gekommen und es liege ein instabiler Gesundheitszustand vor.
Die Prog
nose bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei ungewiss und es bestehe seit Januar 2015 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für angestammte und ange
passte Tätigkeit. Komplizierend wirke sich eine reaktive Depression bei lebens
limitierender Erkrankung aus. Dabei handle es sich aber aus versicherungs
medi
zinisch-theoretischer Sicht nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild.
3.10
Die IV-Stelle nahm am 1
0.
November 2016 (
Urk.
23/106) einen Einkommens
vergleich vor. Dieser ergab für die Zeit ab November 2013 einen Invaliditätsgrad von 18
%
und ab dem
1.
Januar 2015 einen Invaliditätsgrad von 100
%
.
4.
4.1
Es ist unbestritten und steht aufgrund der Akten fest, dass der Versicherte wegen eines Lungenkarzinoms seit Juli 2011 zu mindest
ens 20
%
in der angestammten
Tätigkeit als Kundendienst-Techniker
bei der
D._
AG
arbeitsunfähig war. Ebenso
steht fest, dass der Versicherte aufgrund der gleichen Erkrankung bzw. der durch sie verur
sachten Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2015 auch in behinderungs
an
gepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig war und er deshalb von der Inva
liden
versicherung ab
1.
April 2015 basierend auf einem Invaliditäts
grad von 100
%
eine ganze Invalidenrente zugesprochen erhielt.
Eine dauerhafte
Besserung des Gesundheitszustandes trat in der Folge nicht mehr ein, der Versicherte ver
starb am
8.
Juli 201
8.
4.2
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob der zeitliche Zusammenhang der erstmals im Juli 2011 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit unterbrochen worden ist, nament
lich während der Zeit
,
als der Versicherte eine Umschulung absolviert und schliesslich in deren Rahmen per
1.
September 2014 eine neue Arbeitsstelle bei der
C._
AG
angetreten hat. Das Bundesgericht hat
hierzu
in BGE 134 V 20 E.
5.2.2 und 5.2.
3 festgehalten, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sei bei der Beur
teilung des zeitlichen
Zusammenhangs zwischen der während des Vor
sorgever
hältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Erwerbsun
fähigkeit auf die Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeitsfähigkeit in einer der gesund
heitlichen Beeinträchtigung angepassten Tätigkeit, allenfalls nach Eingliede
rungs
mass
nahmen berufliche
r
Art abgestellt worden. Dabei habe bereits für die Unter
brechung des zeitlichen Zusammenhangs genügt, wenn die versicherte Person in der Lage gewesen sei, eine Ausbildung zu absolvieren, die sie in gleichem Masse wie die Ausübung eine
r
zeitlich uneingeschränkten, den Leiden angepassten Erwerbstätigkeit beansprucht habe. Die Rechtsprechung sei dahingehend zu verdeutlichen, dass für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
23
lit
. a BVG die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich sei.
Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der dama
ligen Vorsorgeeinrichtung beurteile sich hingegen nach der Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Darunter
würden
auch leistungsmässig und vom Anforde
rungsprofil her vergleichbare Ausbildungen
fallen
. Diese Tätigkeiten müssten jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines renten
aus
schliessenden Einkommens erlauben.
In BGE 144 V 58 E. 4.4 und 4.5 hat das Bundesgericht sodann festgestellt, dass der zeitliche Konnex zwischen der während des Vorsorgeverhältnisse eingetre
tenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität unterbrochen wird, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80
%
in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist.
4.3
Vorliegend ergibt sich aus den medizinischen Berichten, dass der Versicherte nach dem operativen Eingriff vom 1
5.
August 2011 und anschliessender Chemo
the
rapie zwar in seiner angestammten Tätigkeit als Kundendienst-Techniker für grosse Haushaltmasch
inen nicht mehr arbeitsfähig
, hingegen aber für angepasste körperlich leichtere Tätigkeiten wieder zu 100
%
arbeitsfähig war.
Die Wieder
ein
gliederungsbemühungen bei der bisherigen Arbeitgeberin scheiter
ten sodann in erster Linie daran, dass diese dem Versicherten keine Garantie dafür abgeben wollte bzw. konnte, dass sie ihn nach Durchführung einer allfälligen Umschulung in einer leichteren Tät
igkeit weiterbeschäftigen würde
. Dies führte zu einer reak
tiven Depression bzw. verstärkte die aufgrund der Krebserkrankung bereits vor
handenen psychischen Probleme so weit, dass der Versicherte vorerst gar keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen konnte.
In der Folge konnte er sich psychisch wieder soweit auffangen, dass es ihm möglich war, mit Unterstützung der IV am
2.
September 2013 eine Umschulung zum Technischen Kaufmann
zu
b
eginnen. Diese Umschulung brach
der Versicherte nach rund
drei
Monaten ab
. Es lässt sich aber nicht feststellen, dass dies in erster
Linie auf den angeschlagenen Gesund
heitszus
tand zurückzuführen gewesen ist
. Vielmehr ergibt sich aus dem Bericht der
F._
vom 2
5.
Februar 2014 (
Urk.
23/71), dass sich der Versicherte zu sehr unter Druck setzte, weil er die Umschulung unbedingt erfolgreich absolvieren wollte. Der zu bewältigende Schulstoff erwies sich viel komplexer und aufwän
diger als erwartet, weshalb der Versicherte sehr viel Zeit investieren musste. Dies führte zu einer Überbelastung seiner Konzentrations
fähigkeit und es ergaben sich
Einschränkungen im neurologischen Bereich (Spannungskopfschmerzen).
Sodann
erwies sich der Beruf des Technischen Kaufmann für den Versicherten als un
ge
eignet, weil bei dieser Tätigkeit vor allem Büroarbeiten anfallen, was seinen Fähigkeiten und Neigungen, welche
primär
in der Ausübung von praktischen Tätigkeiten verbunden mit dem Kontakt zu anderen Menschen bestand
en
, nicht entsprach. Es wurde sodann zwar die versuchte Umschulung zum Technischen Kauf
mann abgebrochen,
das Arbeits
training bei der
F._
wurde aber
ohne Unterbruch
fortgesetzt. Der Versicherte
nahm weiterhin im bei
der
F._
maxi
mal möglichen Umfang von 90
% am Arbeitstraining teil
und es wurden ihm einzig in der Zeit von Mitte November bis Ende Dezember 2013 vermehrte Pausen gewährt, um die Spannungskopf
schmerzen abzubauen (
Urk.
23/71/2).
4.4
Es wurde sodann im Rahmen des Arbeitstrainings eine andere, den Fähigkeiten des Versicherten entsprechende Tätigkeit gesucht und schliesslich auch gefunden, er entschloss sich eine Umschulung zum Instandhaltungsfachmann zu absol
vie
ren.
Die Beklagte 2
weist in diesem Zusammenhang
mehrfach
darauf hin
, dass für den Versicherten laut der
telefonischen Aussage von
M._
von der
F._
gegenüber der IV-Stelle
vom 16. Dezember 2013
(
Urk.
23/86/6) die Tätig
keit als Instandhaltungsfachmann körperlich zu anstrengend
gewesen
sei.
Daraus leitet sie ab, dass der Versicherte als Instandhaltungsfachmann gar nie arbeits
fähig gewesen sei und es sich nur um eine von Anfang an
aussicht
slose letzte Eingliederungsbemühung des unheilbar kranken und dauerhaft arbeitsun
fähigen Versicherten gehandelt
habe. Dem ist entgegen
zuhalten
, dass dem von
M._
mitunter
zeichnete
n
Bericht
der
F._
vom 2
5.
Februar 2014 (U
rk.
23/71) mit keinem Wort
zu
entnehmen
ist
, dass
die Tätigkeit
als Instandhaltungs
fach
mann für den Versicherten zu anstrengend
gewesen wäre. M
ithin
ist davon aus
zugehen, dass
M._
an ihrer ursprünglichen Einschätzung nicht
festge
halten hatte
und es ist auch festzuhalten, dass einem schriftlichen Bericht höheres Gewicht beizumessen ist als einer von einer Drittperson festgehaltenen telefo
nischen Aussage
. Tatsächlich konnte sich der Versicherte als Instandhaltungs
fachmann denn auch vollumfänglich bewähren, weshalb ihm die
C._
AG
eine Festanstellung anbot. Hätte der Versicherte im Rahmen des Praktikums keine volle Leistung erbracht – wie dies von der Beklagten 2
behauptet wird – hätte ihm di
e
C._
AG
k
eine Anstellung zu einem vollen Lohn angeboten.
Als akten
widrig erweist sich auch die Behauptung der Beklagten 2, dass der Versicherte im Rahmen des Praktikums ursprünglich zu 90 % hätte tätig sein sollen und dieses dann aus gesundheitlichen Gründen habe auf 70
%
reduzieren müssen. Vielmehr war
en von Anfang an 70
% vorgesehen, da de
r Versicherte noch an einem Tag
die Schule besuchen musste, mithin erfüllte er insgesamt durchaus ein Pensum von 90
%
.
Die Festanstellung bei der
C._
AG
erfolgte sodann nicht deshalb vorerst nur zu 80
%
, weil der Versicherte - wie dies die Beklagte 2 glaubhaft machen will
–
einge
schränkt leistungsfähig gewesen wäre, sondern weil
die Um
schulung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abge
schlossen war und
er nach wie vor an einem
Tag die Schule besuchen musste, mithin erfüllte der Versicherte somit während gut drei Monaten ein Pensum von insgesamt 100
%
.
Nach dem ge
planten Absc
hluss der Schule
hätte der Versicherte dann zu 100
%
bei der
C._
AG
tätig sein sollen
(
Urk.
23/77)
. Das Job-Coaching durch die
F._
wurde zwar vorzeitig abgeschlossen, aber nicht etwa deshalb, weil die Umschulungsmass
nahme als gescheitert angesehen werden musste, sondern weil im Gegenteil bereits vor dere
n Abschluss die
Wiederein
gliederung in den
Arbeitsmarkt erreicht werden konnte
und dem Versicherten zugemutet wurde, dass er die Umschulung
ohne weitere Unterstützung erfolgreich würde ab
schliessen können. Die verant
wortlichen Vorgesetzten der
C._
AG
zeigten sich erfreut über die qualitative und quantitative Arbeitsleistung des Versicherten. Sie beschrieben seine Motiva
tion als hoch, die Fachkompetenzen als passend für die zu besetzende Stelle und seine Selbst- und Sozialkompetenzen
als über
einstimmend mit der Betriebskultur
(Urk.
23/76
/2-4)
.
Dass der Versicherte ein Krankheitsrezidiv erleiden würde, liess sich zwar nicht ausschliessen, konnte aber auch nicht
als wahrscheinlich
vorher
gesehen werden.
Insgesamt arbeitete der Versicherte damit von Mitte Februar bis Dezember
2014
als Instandhaltungsfac
hmann und erfüllte dabei z
usammen mit den
daneben besuchten Ausbildungskurse
n
ein Arbeitspensum von 90
%
bis Ende August 2014 bzw. von 100
%
ab
1.
September 201
4.
Die Tätigkeit als
Instand
haltungsfachmann
ist
sodann der angestammten Tätigkeit des Versicherten als Kundendienst-Techniker in finanzieller Hinsicht mindestens gleichwertig, er hätte mit dem 100%-Pensum ein Jahreseinkommen von brutto
Fr.
84'500.--
(13 x
Fr.
6'500.
--, vgl.
Urk.
23/77/2) erzielt, das Einkommen bei der
D._
AG im Jahr 2011 belief sich auf
Fr.
70'070.-- zuzüglich Punktesystem und Prämie (
Urk.
23/7).
Wie die IV-Stelle im Übrigen berechnet hat, ergäbe sich selbst bei der A
nnahme,
dass der Versicherte in einer behinderungsangepassten körperlich leichteren Tät
ig
keit lediglich noch eine Erwerbstätigkeit auf dem niedrigsten Kompetenz
niveau 1
(einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) hätte aus
üben können, ein Invaliditätsgrad von lediglich 18
%
(
Urk.
23/106).
4.5
Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der Versicherte in einer ange
passten Erwerbstätigkeit während einer Zeit von mindestens 10 Monaten (
Mitte Februar bis Dezember 2014
) über 80
%
arbeitsfähig gewesen ist, womit der zeit
liche Zusammenhang zu
r
ursprünglichen Arbeitsunfähigkeit unterbrochen worden
ist.
Dementsprechend ist die Beklagte 1 nicht leistungspflichtig. Der Gesundheits
zustand des Versicherten hat sich aber im Januar 2015 erneut verschlechtert und er war ab diesem Zeitpunkt vollständig arbeitsunfähig. Die IV-Stelle hat ihm deshalb zu Recht mit Wirkung ab dem
1.
April 2015 eine ganze Invalidenrente zugesprochen (
Urk.
23/109).
Für den Beginn des Renten
anspruches gelten die entsprechenden Bestimmungen des
IVG sinngemäss (Art.
26
Abs.
1 BVG).
Da der Versicherte
zum Zeitpunkt der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes im Januar 2015 bei der Beklagten 2 versichert war, hat diese Invalidenleistungen und nach dessen Tod
Hinterlassenenleistungen
zu erbringen.
4.6
Nachdem der Versichert
e
in der Selbstauskunft über seinen Gesundheitszustand vom 1
3.
Oktober 2014
(
Urk.
20/2
4)
wahrheitsgemäss angegeben hatte, dass er an Lungenkrebs erkrankt gewesen war und sich deshalb im Jahr 2011 einer opera
tiven und che
motherapeutischen Behandlung hatte unterziehen müssen, gab die Beklagte 2 am
6.
November 2014 (
Urk.
20/23)
in Anwendung von
Art.
6 ihres
Vorsorgereglements (
Urk.
35/2 S. 5)
eine Vorbehaltserklärung ab, wonach sie während der Zeit vom
1.
September 2014 bis zum 3
1.
August 2019 ihre regle
mentarischen Leistungen kürzen werde, wenn infolge des
Adenokarzinoms
des linken Lungenunterlappens während der Dauer des Vorbehalts ein Invaliditäts- oder Todesfall eintrete.
Die Arbeitsunfähigkeit und schliesslich der Tod des Ver
sicherten traten aufgrund des unter den Vorbehalt fallenden Leidens ein.
Die Beklagte 2 schuldet somit lediglich die gesetzlichen Leistungen. Auf die regle
men
tarischen Leistungen besteht dagegen kein Anspruch,
insbesondere
nicht auf eine temporäre Ehegatten-Zusatzrente im Sinne von
Art.
30
Abs.
4 des Regle
ments der Beklagten 2 (
Urk.
35/2 S. 16)
sowie die anteilsmässigen Kinderrenten im Sinne von
Art.
33
Abs.
3 des Reglements (
Urk.
3
5/2 S. 18).
Die Berechnung der gesetzlichen Leistungen durch die Beklagte erweist sich als korrekt (
Urk.
35/1). Demgemäss schuldet sie ab dem
1.
April 2015 eine Invalidenrente von
Fr.
11'606.
25
pro Jahr sowie Kinderrenten von
je
Fr.
2'321.25
pro Jahr. Ab dem
9.
Juli
2018 schuldet die Beklagte 2 der Klägerin 1 eine Witwenrente von
Fr.
6'963.85 pro Jahr und den Klägern 2-4 je eine Waisenrente von
Fr.
2'321.25
pro Jahr
(Art. 21 Abs. 1 BVG)
. Die Beklagte 2 ist berechtigt, die bereits von ihr erbrachten Leistungen in Abzug zu bringen.
4.7
Zusammenfassend ist die Beklagte 2 in teilweiser Gutheissung der Klage zu verpflichten, den Klägern ab dem
1.
April
2015 eine
Invalidenrente von Fr. 11'606.25
pro Jahr sowie Kinderrenten von je
Fr.
2'321.25
pro Jahr und ab dem
9.
Juli 2018 der Klägerin 1 eine Witwenrente von
Fr.
6'963.85 pro Jahr und den Klägern 2-4 je eine Waisenrente von
Fr.
2'321.25
pro Jahr zu bezahlen,
sofern die entspre
chenden (übrigen) Voraussetzungen erfüllt sind, insbesondere keine Überentschädigung vorliegt. Die Beklagte 2 ist sodann fü
r berechtigt zu erklären
,
von diesen Leistungen
die v
on ihr bereits erbrachten Zahlungen
in Ab
zug zu bringen.
5.
Auf Invaliden
- und
Hinterlassenen
leistungen
sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betrei
bung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%
, sofern das Regle
ment der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Demzufolge hat die Beklagte
2
ab
2.
Juli 2018
(Einreichung der Klage)
für die bis dahin fällig gewordenen
Betreffnisse
ab diesem Zeitpunkt und für die restlichen ab dem jeweiligen Fälligkeits
datum
Verzugszinsen von 5
%
entrichten.
6.
6.1
Ausgangsgemäss ist die Beklagte 2
gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgeric
ht (
GSVGer
) zu verpflichten, den
anwaltlich ver
tretenen Kläger
n eine Prozessentschädigung zu entrichten, wobei ein Betrag von
Fr.
3
’
5
00
.--
als angemessen erscheint
.
6
.2
Der Beklagten
1
steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).