Decision ID: 2d76a8f7-7816-5d8d-8aad-ebd7179eb9bc
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X war seit 1966 für die Fahrzeugkategorie B, seit 1986 für die Fahrzeugkategorien
D1, BE und D1E und seit 2003 für die Fahrzeugkategorie A fahrberechtigt. Im
Administrativmassnahmen-Register ist er nicht verzeichnet.
B.- Am 21. November 2016 stellte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen eine Untersuchung bei einem Arzt der Stufe 3 in Aussicht, nachdem
im Arztzeugnis der periodischen medizinischen Kontrolluntersuchung auf ein
obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom hingewiesen und eine regelmässige Kontrolle bei
einem Spezialarzt für Pneumologie empfohlen worden war. In der Folge bot das
Strassenverkehrsamt X mit Zwischenverfügung vom 1. Dezember 2016 zu einer
Untersuchung bei einem Arzt der Stufe 3 auf, welche am 10. Januar 2017 stattfand.
Der Gutachter kam zum Schluss, dass keine Fahreignung mehr bestehe. Zur
Begründung führte er aus, es bestehe ein hochrelevantes Schlaf-Apnoe-Syndrom,
welches kaum zu therapieren sei. Des Weiteren lägen kognitive Beeinträchtigungen im
Sinne von verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit vor. Gestützt darauf teilte
das Strassenverkehrsamt X am 16. Januar 2017 mit, dass ein Führerausweisentzug auf
unbestimmte Zeit geprüft werde. Gleichzeitig verbot es ihm das Führen von
Motorfahrzeugen vorsorglich ab sofort. Mit Verfügung vom 14. Februar 2017 entzog
das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Als Bedingung
für die Aufhebung des Entzugs wurde ein positiv lautender Bericht eines Arztes der
Stufe 3 genannt. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 27. Februar 2017 (Datum des
Poststempels) Rekurs beim Strassenverkehrsamt, welches die Eingabe am 6. März
2017 zuständigkeitshalber an die Verwaltungsrekurskommission weiterleitete. X
beantragt die Wiederholung der ärztlichen Begutachtung durch einen Arzt der Stufe 3.
Mit Vernehmlassung vom 10. April 2017 trug die Vorinstanz auf Abweisung des
Rekurses an. Am 12. Mai 2017 reichte die
Vorinstanz den Verlaufsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 2. Mai 2017 ein. Auf
die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. Februar 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die angefochtene Verfügung vom 14. Februar 2017 ist von Amtes wegen auf
formelle Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.
a) Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus
leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre
Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3, 133 I 270 E.
3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid oder
der Verfügung in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und
berücksichtigt und ihren Entscheid vor diesem Hintergrund begründet (vgl. Steinmann,
St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Der von einem Entscheid oder
einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag
entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass er den
Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III
439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1706). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der
Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein
Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
Rz. 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich generell nach den
Umständen (Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV). Ist die Sachlage klar und sind die
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anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese Rechtsnormen genügen,
während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von Ermessen oder
unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht fallenden
Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia 110 E. 2b,
104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV; Tschannen/Zimmerli,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2005, § 29 N 13). Die Begründungspflicht,
welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV fliesst,
hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP
ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter anderem
die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen B 2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1, im
Internet abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
b) Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, gemäss ärztlichem
Gutachten vom 10. Januar 2017 bestehe aus medizinischen Gründen eine mangelnde
Fahreignung (act. 3). Dieser pauschale Hinweis ersetzt eine eigene Würdigung des
Gutachtens, die durchaus kurz ausfallen kann, nicht. Damit verletzte die Vorinstanz den
Anspruch des Rekurrenten auf rechtliches Gehör. Auf die Rückweisung der
Angelegenheit an die Vor-instanz zu neuer Verfügung ist aber zu verzichten, da die
Gehörsverletzung im vorliegenden Rekursverfahren geheilt werden kann. Das Gericht
verfügt über volle Überprüfungsbefugnis (Art. 46 Abs. 1 VRP). Der Umstand, dass die
Vorinstanz die angefochtene Verfügung nicht hinreichend begründete, ist jedoch bei
der Kostenverlegung zu berücksichtigen. Dabei ist zu beachten, dass dem Rekurrenten
das verkehrsmedizinische Gutachten vom 10. Januar 2017, auf dessen Empfehlungen
sich die Vorinstanz stützt, vorlag. Es war ihm deshalb trotz mangelhafter Begründung
möglich, die Verfügung sachgerecht anzufechten.
3.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz den Führerausweis des
Rekurrenten zu Recht auf unbestimmte Zeit entzog.
a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). In diesen Fällen
dient der Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten
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Fahrzeugführern und wird daher als Sicherungsentzug bezeichnet. Dementsprechend
wird keine schuldhafte Widerhandlung im Strassenverkehr vorausgesetzt. Ein
Sicherungsentzug wird grundsätzlich auf unbestimmte Zeit ausgesprochen (Art. 16d
Abs. 1 SVG). Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung
eines Fahrzeugführers, sind medizinische, psychologische oder psychiatrische
Abklärungen vorzunehmen (Art. 11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die
Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt:
VZV).
Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person der Führerausweis entzogen, wenn
ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein
Motorfahrzeug sicher zu führen (Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG). Damit Motorfahrzeuglenker
zum Strassenverkehr zugelassen werden können, müssen sie gewisse medizinische
Mindestanforderungen erfüllen; diese werden im Anhang 1 zur VZV aufgelistet. Die
Führerausweiskategorien sind in zwei medizinische Gruppen eingeteilt. Für
Führerausweisinhaber der zweiten medizinischen Gruppe mit den Buschauffeuren,
Lastwagen- und Taxifahrern sowie Verkehrsexperten gelten erhöhte Anforderungen an
den Gesundheitszustand. Die Führerausweiskategorien A und B, die Unterkategorien
A1 und B1 sowie die Führerausweisspezialkategorien F, G und M fallen in die erste
medizinische Gruppe. Der Rekurrent war für die Fahrzeugkategorien B, D1, BE, D1E
und A fahrberechtigt und hat daher sowohl die medizinischen Anforderungen der
Gruppe 1 und 2 zu erfüllen. Grundsätzlich gilt, dass keine Krankheiten oder organisch
bedingten psychischen Störungen mit bedeutsamer Beeinträchtigung von
Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis, Denkvermögen, Reaktionsvermögen oder
andere Hirnleistungsstörungen vorliegen dürfen.
Die einzelnen Tatbestände gemäss Art. 16d Abs. 1 SVG dürfen weder eng noch streng
ausgelegt werden; geboten ist eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls im Hinblick auf
die Fahreignung (BGE 133 II 384 E. 3.1 mit Hinweisen; Philippe Weissenberger,
Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 16d N 19). Von Bedeutung kann zudem
das Zusammenwirken von medizinischen Beeinträchtigungen sein. Namentlich kann
sich eine fehlende Fahreignung auch aus der Verbindung von Umständen ergeben, die
einzeln die Fahreignung nicht ausschliessen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6A.
5/2004 vom 17. Mai 2004 E. 3.3).
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Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen
wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Da ein Sicherungsentzug
stark in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen eingreift, ist eine genaue Abklärung
der persönlichen Verhältnisse des Betroffenen in jedem Fall und von Amtes wegen
vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen richtet
sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Entzugsbehörde (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2; Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 3 und 4).
Die Beweismittel und damit auch das Gutachten unterliegen der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP).
b) In der ärztlichen Kontrolluntersuchung vom 14. November 2016 wies der Hausarzt
auf ein verkehrsmedizinisch relevantes, obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom hin,
welches regelmässig bei einem Spezialarzt für Pneumologie untersucht werden sollte.
Der Fernvisus betrug korrigiert rechts und links jeweils 1,0. Der Blutdruck lag bei 127 /
70 mmHg und der Puls bei 91. Beim Ausatmen stellte er Atemnebengeräusche (Stridor
exspiratorisch) fest und bei der Perkussion klang der Klopfschall lauter und hohler als
gewöhnlich. Schliesslich war die Leber nicht abgrenzbar und es wurde eine
Rektusdiastase (die geraden Bauchmuskeln weichen auseinander, wodurch
Bauchwandbrüche entstehen) festgestellt. Er diagnostizierte eine Adipositas
(Fettleibigkeit), eine Schlaf-Apnoe ohne Einschlafneigung und die Lungenkrankheit
COPD (vgl. act. 4/1).
Der in der Folge beauftragte Arzt der Stufe 3 – ein Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie sowie im Kanton St. Gallen zugelassener Amtsarzt – sprach dem
Rekurrenten die Fahreignung aufgrund eines hochrelevanten Schlaf-Apnoe-Syndroms
ab, welches kaum zu therapieren sei und sich mangels Einsicht und Kooperation
verschlechtere. Des Weiteren stellte er kognitive Beeinträchtigungen fest und zwar im
Sinne verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit. Zur Begründung führte er aus,
das Schlaf-Apnoe-Syndrom lasse sich schwer oder kaum behandeln, da der Rekurrent
die CPAP-Maske (Beatmungsverfahren, welches den spontan atmenden Patienten
durch positive Druckausübung in der Inspirationsphase unterstützt) nicht vertrage und
glaube, ohne diese besser schlafen zu können. Sehr ungünstig sei, dass er seit dem
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letzten Bericht vom Mai 2015 massiv an Gewicht zugelegt habe und sein BMI von 34
auf 39 kg/m gestiegen sei. Im Zusammenhang mit dem Schlaf-Apnoe-Syndrom könne
daher keine gute Prognose gestellt werden. Ausserdem gerate der Rekurrent sehr
schnell ausser Atem und habe Bluthochdruck, was aber auch an der Nervosität bei der
Untersuchung liegen könne. Aus psychiatrischer Sicht falle auf, dass er seine
Problematik sehr bagatellisiere, die empfohlenen Massnahmen wegen seines
Übergewichts und die Lungenrehabilitation nicht ernstnehme und im Gegenteil noch
viel mehr an Gewicht zugenommen habe. Schliesslich sei der Rekurrent kognitiv
eingeschränkt mit einer verminderten oder schnell ermüdbaren Konzentrationsfähigkeit.
Er habe grösste Mühe, sich auf zwei Sachen gleichzeitig zu konzentrieren. Es bestehe
die Gefahr, dass er bei langem Geradeausfahren auf der Autobahn oder über
Landstrassen einnicke und auf die andere Strassenseite gerate. Wegen der kognitiven
Einschränkungen sei ausserdem damit zu rechnen, dass er in sehr komplexen
Verkehrssituationen überfordert wäre (vgl. act. 11/14 f.).
c) Der Rekurrent hält dem entgegen, die Einschätzung vom 10. Januar 2017 sei an
einem Tag erfolgt, an dem es ihm schlechter als sonst gegangen sei. Er schlafe mit der
CPAP-Maske nicht immer gut und müsse diese zeitweise in der Nacht auch ausziehen.
Nach ungestörtem Schlaf seien die Sauerstoffwerte im Blut normal. Entsprechend
seien seinem Hausarzt keine Phasen von Einschlafneigung bekannt (vgl. act. 2)
d) Der Rekurrent leidet an einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom. Dabei handelt
es sich um eine schlafbezogene Atmungsstörung, welche durch wiederholte
Verengungen (Obstruktion) der oberen Atemwege im Rachenbereich oder durch
Störungen der zentralen Atmungssteuerung entsteht. Durch die wiederholte nächtliche
partielle oder komplette Atemwegsobstruktion kann eine exzessive Tagesmüdigkeit
auftreten, welche die Fahreignung negativ beeinflussen kann. Die häufig damit
zusammenhängenden Krankheitsbilder Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, koronare
Herzkrankheit (KHK, Herzkranzgefässerkrankung) und Schlaganfälle wirken sich
ebenfalls negativ auf die Frage der Fahreignung aus. Neben den akuten Ausprägungen
dieser Erkrankungen während des Führens eines Kraftfahrzeugs sind auch die
potenziellen Nebenwirkungen einer notwendigen medikamentösen Therapie als
ursächliche Faktoren einer eingeschränkten Fahrtauglichkeit zu betrachten (vgl. zum
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Ganzen S. Tasci, Lungen- und Bronchialerkrankungen, in: Madea/Musshoff/Berghaus,
Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 373, 375).
Anlässlich der Jahreskontrolle der CPAP-Überwachung vom 30. Mai 2016 wurde
festgestellt, dass eine konsequente Gewichtsreduktion und eine periodische Kontrolle
und Optimierung der cardiovaskulären Risikofaktoren für den Rekurrenten von vitaler
Bedeutung sei. Es wurde die Fortsetzung der CPAP-Therapie empfohlen, und zwar
während mindestens sechs Stunden pro Nacht und einer Stunde zum Mittagsschlaf
(vgl. act. 4/2). Bei der Untersuchung vom 10. Januar 2017 gab der Rekurrent an, seit
vier Jahren das CPAP-Gerät zum Schlafen zu haben. Es gehe aber nicht gut, da die
Maske nicht passe und er damit kaum schlafen könne. Ohne Maske gehe es besser
(vgl. act. 11/12). Hinzu kommt, dass der Rekurrent massiv übergewichtig ist. Im Mai
2016 betrug der BMI des Rekurrenten 34 kg/m (vgl. act. 4/2). Knapp ein Jahr später
wog er 120 kg, was bei einer Körpergrösse von 175 cm einen BMI von 39,2 kg/m
ergibt (vgl. act. 11/14). Bei der Jahreskontrolle der CPAP-Überwachung vom Mai 2017
war das Gewicht zwar auf 116 kg gesunken. Mit einem BMI von 37 kg/m ist er jedoch
nach wie vor stark übergewichtig (vgl. act. 14). Er scheint die Gewichtsproblematik zu
wenig ernstzunehmen und bagatellisiert das Übergewicht, welches für einen positiven
Verlauf des Schlaf-Apnoe-Syndroms jedoch sehr schlecht ist. Im neusten Bericht wird
auf eine deutlich verbesserte Nutzung des CPAP-Geräts hingewiesen. Diese
Entwicklung ist zwar positiv, genügt aber noch nicht für eine günstige Prognose.
Insbesondere ist unklar, ob die positive Entwicklung weiter anhält. Weiter leidet der
Rekurrent an einer koronaren Herzkrankheit und muss gemäss eigenen Angaben
diverse Medikamente einnehmen (Bluthochdruck, Schilddrüsen, Ventolin-Spray, nicht
näher bekanntes Medikament für die Lunge; vgl. act. 11/12). Schliesslich benötigte der
Rekurrent beim Trail Marking Test – damit wird in zwei Teilen (A und B) die
Konzentration, Beobachtungs- und Erkennungsfähigkeit sowie
Ausführungsgeschwindigkeit und Genauigkeit unter Zeitdruck getestet – im Teil B
401 Sekunden bei 10 Fehlern. Die Norm bei 70- bis 79-jährigen Männern mit weniger
als 12 Jahren Ausbildung liegt bei 141 Sekunden (+/- 66 Sekunden). Der Rekurrent
zeigte bereits bei der Erklärung des Tests Schwierigkeiten. Beim Test selbst vergass er,
zwischen Buchstaben und Zahlen abzuwechseln, und er hatte Mühe mit dem Alphabet.
Er war schnell erschöpft und hatte grosse Mühe, sich auf zwei Sachen gleichzeitig zu
konzentrieren. Die Schlussfolgerung des Gutachters, wonach die Fahreignung zu
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verneinen sei, ist daher aufgrund der medizinischen Beeinträchtigungen und der
kognitiven Einschränkungen nicht zu beanstanden. Namentlich ist die Fahreignung aus
verschiedenen Gründen nicht gegeben, welche einzeln gravierend sind.
e) Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Voraussetzungen für einen
Sicherungsentzug erfüllt sind und die Vorinstanz die Wiedererteilung des
Führerausweises zu Recht von einem positiv lautenden Bericht eines Arztes der Stufe 3
abhängig gemacht hat. Der mit dem Sicherungsentzug verbundene Eingriff in die
Persönlichkeitssphäre des Rekurrenten ist angesichts der auf dem Spiel stehenden
öffentlichen Interessen der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer erforderlich und
angemessen und liegt nicht zuletzt auch in seinem eigenen, wohlverstandenen
Interesse (vgl. BGer 6A.15/2000 vom 28. Juni 2000 E. 4). Die angefochtene Verfügung
erweist sich damit als recht- und verhältnismässig; entsprechend ist der Rekurs
abzuweisen.
4.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend wären die amtlichen Kosten vollumfänglich
dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Infolge der Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz rechtfertigt es sich jedoch, die
amtlichen Kosten dem Staat zu einem Drittel und dem Rekurrenten zu zwei Dritteln
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von
Fr. 1'500.– ist zu verrechnen und dem Rekurrenten im Restbetrag von Fr. 500.–
zurückzuerstatten.