Decision ID: 29c6aa72-cc97-5f88-9bfa-1637b25d8b78
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Erhöhung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Oktober 2002 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 4.1). Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte vom 23. bis 25. August 2004 in
der MEDAS Ostschweiz von Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
und Rheumatologie FMH, und Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch)
begutachtet. Im Gutachten vom 3. Januar 2005 stellten die Experten folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronifiziertes panvertebrales
Schmerzsyndrom mit zerviko- und lumbospondylogener Komponente, eine
Somatisierungsstörung sowie depressive Verstimmungen bei einem chronischen
Schmerzsyndrom infolge körperlicher Krankheit. Sowohl für die angestammte wie auch
für leidensangepasste Tätigkeiten wurde der Versicherten aufgrund der psychischen
Leiden eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. G 4.26). Gestützt auf diese
medizinische Aktenlage sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügungen vom
30. März und 27. April 2005 mit Wirkung ab 1. Oktober 2002 eine halbe Invalidenrente
samt Zusatzrenten zu (act. G 4.40 und G 4.42).
A.b Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens teilte die
IV-Stelle der Versicherten am 13. Juni 2007 mit, dass keine rentenrelevante Änderung
festgestellt worden sei (act. G 4.58).
A.c Am 6. Dezember 2007 ersuchte die Versicherte um eine Rentenrevision, da sich
ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe (act. G 4.60). Der behandelnde Dr. med.
D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am 14. Januar
2008, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit September 2007
deutlich verschlechtert habe. Auch die körperlichen Beschwerden hätten sich
intensiviert. Die Versicherte sei mindestens zu 70% arbeitsunfähig (act. G 4.63; vgl.
auch Bericht vom 16. Januar 2009, act. G 4.95).
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A.d Dr. C._ nahm am 19. März 2008 eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung vor.
Im Verlaufsgutachten vom 21. März 2008 kam er zum Schluss, dass sich das
psychische Leidensbild nicht wesentlich verändert habe und weiterhin von einer
50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (act. G 4.69).
A.e Mit Vorbescheid vom 18. April 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aus
sicht, das Erhöhungsgesuch abzuweisen (act. G 4.73). Dagegen erhob die Versicherte
am 19. Mai 2008 Einwand (act. G 4.77; vgl. auch die ergänzende Eingabe vom 18. Juni
2008 samt Bericht der Abteilung Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals
St. Gallen [KSSG] vom 24. April 2008, act. G 4.79). Der behandelnde Dr. med. E._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, berichtete am 21. August 2008, dass sich
der Gesundheitszustand der Versicherten verschlechtert habe (act. G 4.84-8 f.).
A.f Am 21. Januar 2009 fand eine rheumatologische Verlaufsbegutachtung bei
Dr. B._ statt. Dieser diagnostizierte im Verlaufsgutachten vom 26. März 2009 mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes panvertebrales,
linksseitiges cervikobrachiales und ein rechtsseitiges lumbospondylogenes Schmerz
syndrom sowie chronische Polyarthralgien unklarer Ätiologie. Aus somatischer Sicht sei
verglichen mit der Begutachtung vom August 2004 eine zwar nicht dramatische, aber
doch leichte Verschlechterung des Gesundheitszustands objektivierbar. Es bestehe
spätestens seit April 2008 für die angestammte Tätigkeit (Maschinenführerin, act.
G 4.1) sowie für leidensangepasste Tätigkeiten aus somatischer Sicht eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit. Gesamtmedizinisch sei von einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 4.99). Die RAD-Ärztin Dr. med.
F._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, bestätigte in der
Stellungnahme vom 6. April 2009 die vom rheumatologischen Verlaufsgutachter
bescheinigte 60%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.100).
A.g Die IV-Stelle ersuchte den rheumatologischen Verlaufsgutachter mit Schreiben
vom 30. April 2009 um Beantwortung der Frage, weshalb er im rheumatologischen Ver
laufsgutachten bei nur leicht verschlechtertem Gesundheitszustand eine erhebliche
Reduktion der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten von ursprünglich
100% zum Zeitpunkt der Erstbegutachtung vom 3. Januar 2005 auf 40% bescheinigt
habe (act. G 4.106).
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A.h Dr. B._ teilte der IV-Stelle am 20. Mai 2009 mit, dass es natürlich nicht korrekt
gewesen sei, die quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeiten aus psychi
atrischer und somatischer Sicht zu addieren. Er korrigierte die Einschätzung des
rheumatologischen Verlaufsgutachtens dahingehend, dass eine "Reduktion" der
Arbeitsfähigkeit auch aus gesamtmedizinischer Sicht auf 50% gerechtfertigt sei (act.
G 4.108). Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom
30. September 2009 erneut in Aussicht, deren Rentenerhöhungsgesuch mangels
rentenrelevanter Veränderung abzuweisen (act. G 4.113). Dagegen erhob die
Versicherte am 27. Oktober 2009 Einwand. Sie rügte darin, dass die IV-Stelle
sachfremd auf den rheumatologischen Gutachter eingewirkt habe. Es sei deshalb auf
die ursprüngliche Verlaufsbeurteilung (60%ige Arbeitsunfähigkeit) abzustellen und nicht
auf die korrigierte Einschätzung (act. G 4.114). Am 16. Februar 2010 reichte sie einen
Arztbericht des KSSG vom 2. Januar 2010 ein (act. G 4.117 und G 4.118).
A.i Mit Verfügung vom 25. Mai 2010 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch der
Versicherten ab. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass die aus psychiatrischer und
somatischer Sicht festgesetzte Arbeitsunfähigkeit nicht addiert werden müsse.
Vielmehr umfasse die Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen vielfach auch die
somatisch bedingte Beeinträchtigung (act. G 4.121).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 25. Mai 2010 richtet sich die Beschwerde vom 23. Juni
2010. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren Aufhebung und die Zusprache
mindestens einer Dreiviertelsrente ab 6. Dezember 2007, unter Kosten- und Ent
schädigungsfolge. Gestützt auf das ursprüngliche rheumatologische Verlaufsgutachten
sei von einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die auf Anregung der Be
schwerdegegnerin erfolgte Korrektur sei widersprüchlich und nicht nachvollziehbar.
Ferner sei bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ein Tabellenlohnabzug von
20% gerechtfertigt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. September
2010 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung bringt sie vor, dass nach der
aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts die Kriterien für eine invalidisierende
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Wirkung des psychischen Leidensbildes verneint werden müssten. Vorliegend gehe es
nicht um eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenzusprache, sondern um die
Frage einer rentenrelevanten Änderung des Sachverhaltes. Dr. B._ habe in seinem
korrigierten Verlaufsgutachten aus gesamtmedizinischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % festgehalten. Selbst wenn nun von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus
somatischen Gründen abgestellt würde, ergäbe sich keine rentenrelevante Ver
änderung, weil die ursprüngliche Rentenzusprache bereits auf einer 50%igen Arbeits
unfähigkeit beruht habe, wenn auch auf die damalige Begründung einer psychischen
Beeinträchtigung aus heutiger Sicht nicht mehr abgestellt werden könne. Es bestehe
schliesslich kein Anlass für die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs (act. G 4).
B.c Anstelle einer Replik reicht die Beschwerdeführerin am 29. September 2010 einen
rheumatologischen Bericht des KSSG vom 13. August 2010 ein (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 1).

Erwägungen:
1. Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin eine
revisionsweise Erhöhung der früher zugesprochenen halben IV-Rente zu Recht ab
gewiesen hat.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so
wird die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) von Amtes wegen oder auf Gesuch
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu
einer Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
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Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen
Änderung bildet dabei die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige
Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108).
Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine
anspruchsbeeinflussende Änderung ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung 3 Monate angedauert hat (Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Be
schwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuver
lässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Die Rechtsprechung
hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug
auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
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1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und voll
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die An
gelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N. 62 zu Art. 61).
2. Zunächst ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine zuverlässige
Grundlage für eine Verlaufsbeurteilung zulässt.
2.1 Der Verlauf des psychischen Leidensbilds wurde von Dr. C._ im mono
disziplinären psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 21. März 2008 beurteilt. Er kam
darin zum Schluss, dass es der Beschwerdeführerin (weiterhin) zumutbar sei, einer
"50%igen Tätigkeit" nachzugehen (act. G 4.69-5), mithin im Rahmen eines 50%igen
Beschäftigungsgrads eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Dass die Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer psychischen Leiden über einen erhöhten Pausenbedarf verfüge oder
eine ganztägige Präsenz leisten könne, lässt sich der gutachterlichen Einschätzung
nicht entnehmen.
2.2 Dr. B._ beurteilte im monodisziplinären rheumatologischen Verlaufsgutachten
vom 26. März 2009 den Verlauf der somatischen Beschwerden (act. G 4.99). Zunächst
kam er aus "gesamtmedizinischer Sicht" zum Schluss, dass die von ihm festgestellte
Verschlechterung zu einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit führe (act. G 4.99-23). Auf
Nachfrage der Beschwerdegegnerin korrigierte er diese Sichtweise. Die von ihm fest
gestellte Verschlechterung rechtfertige aus gesamtmedizinischer Sicht "eine
Reduktion" der Arbeitsfähigkeit auf 50% (act. G 4.108-2).
2.3 Die Verlaufsgutachter nahmen unabhängig voneinander je eine rein mono
disziplinäre Beurteilung des Gesundheitsverlaufs vor. Dr. B._ sprach zwar von einer
"gesamtmedizinischen" Einschätzung. Allerdings lässt sich seiner
Verlaufsbegutachtung nicht entnehmen, dass er mit dem psychiatrischen
Verlaufsgutachter Rücksprache genommen hätte. Vorliegend hätte sich aber mit Blick
auf das komplexe Leidensbild der Beschwerdeführerin - wie bei der Erstbegutachtung
- eine interdisziplinäre Beurteilung aufgedrängt. Dies gilt umso mehr, als auch die
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behandelnden Ärzte des KSSG eine solche empfahlen (Bericht vom 10. September
2008, act. G 4.85-4). Zu einer befriedigenden Gesamtschau kommt es denn auch nicht
durch ein Aneinanderreihen von verschiedenen Fachexpertisen, sondern erst durch
den Dialog unter den beteiligten Fachexperten (vgl. Leitlinien der Schweizerischen
Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen,
Schweizerische Ärztezeitung, 2004;85: Nr 20, S. 1051). Da vorliegend die relevanten
Gesundheitsschädigungen nicht interdisziplinär erfasst und die daraus jeweils
abgeleiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit würdigend in einem Gesamtergebnis
ausgedrückt wurden, erweist sich die medizinische Aktenlage als nicht vollständig. Die
korrigierte Verlaufsbeurteilung von Dr. B._ erscheint mangels interdisziplinärer
Würdigung und Begründung nicht schlüssig. Im Übrigen begründete er nicht konkret,
weshalb die von ihm festgestellte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich
durch die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit kompensiert würde. Namentlich da
der psychiatrische Verlaufsgutachter die von ihm bescheinigte Arbeitsunfähigkeit nicht
mit einem erhöhten Pausenbedarf begründete (vgl. vorstehende E. 2.1), ist eine
vollständige Kompensation der somatisch bescheinigten Arbeitsunfähigkeit - die sich
primär in einem erhöhten Pausenbedarf äussert (act. G 4.99-23) - durch die
psychischen Einschränkungen ohne nähere Begründung nicht nachvollziehbar.
Ergänzend ist zu bemerken, dass eine einfache Addition verschiedener
Teilarbeitsunfähigkeiten je nach den konkreten Fallmerkmalen nicht bloss ein zu hohes,
sondern auch ein zu niedriges Ergebnis zeitigen kann (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44,
E. 2.1). Entgegen der erst in der korrigierten Einschätzung vom 20. Mai 2009 neu
vertretenen Auffassung von Dr. B._ ist es somit möglich, dass die einzelnen
fachmedizinisch bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten - zumindest teilweise - zu addieren
sind. Gerade deshalb drängt sich eine interdisziplinäre Würdigung der
Arbeitsunfähigkeit auf und es kann nicht ohne eine solche einfach von einer voll
ständigen Kompensation ausgegangen werden. Abklärungsbedarf ergibt sich schliess
lich auch daraus, dass Dr. B._ in der korrigierten Verlaufsbeurteilung vom 20. Mai
2009 ohne konkrete Würdigung von einer aus "gesamtmedizinischer Sicht" sich recht
fertigenden "Reduktion" der Arbeitsfähigkeit spricht (act. G 4.108-2), die
Arbeitsfähigkeit aber in Widerspruch hierzu unverändert auf 50% belässt. Die Sache
erweist sich somit als noch nicht spruchreif. Sie ist an die Beschwerdegegnerin zur
Vornahme einer interdisziplinären verlaufsgutachterlichen Würdigung der
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Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zurückzuweisen. Vor diesem Hintergrund
erübrigen sich vorerst Ausführungen zur Höhe eines Tabellenlohnabzugs. Bezüglich der
von der Beschwerdegegnerin erst im Beschwerdeverfahren aufgeworfenen Frage der
invalidisierenden Wirkung des psychischen Leidensbilds gemäss der neuen
Rechtsprechung des Bundesgerichts zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
und zu vergleichbaren Beschwerdezuständen ist zu bemerken, dass diese
Rechtsprechung keinen hinreichenden Anlass bildet, um unter dem Titel der
Anpassung an eine geänderte Gerichtspraxis auf Renten zurückzukommen, welche zu
einem früheren Zeitpunkt mittels formell rechtskräftiger Verfügung zugesprochen
wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_502/2007 vom 26. März 2009 und
9C_1009/2008 vom 1. Mai 2009). Wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort zur Recht ausführt, geht es im vorliegenden Fall allein um die
Frage, ob eine revisionserhebliche Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten
ist oder nicht.
3.
3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
25. Mai 2010 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu neuer
Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin von Fr. 600.-- ist ihr
zurückzuerstatten.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei ins
besondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter der
bis
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Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der Be
deutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteient
schädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP