Decision ID: f34e163e-a503-56f9-a492-d3173b07f617
Year: 2021
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_005
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: penal_law

Sachverhalt
A. Am 12. November 2015 reichten B._ und der Verein C._ Strafklage und -anzeige gegen A._, insbesondere wegen Verleumdung, subsidiär übler Nachrede, versuchter Erpressung, subsidiär Drohung, sowie Verletzung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, ein (F 15 10644, act. 2000 ff.).
Mit Strafbefehl vom 14. Februar 2018 sprach die Staatsanwaltschaft A._ der üblen Nachrede, der Drohung, der versuchten Nötigung sowie der Verletzung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb schuldig. Er wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 160 Tagen und einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 30.- beides bei einer Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von CHF 2'000.- verurteilt. A._ wurde darüber hinaus verpflichtet, einen von der Staatsanwaltschaft vorgegebenen Text auf dem Portal « D._ » zu veröffentlichen sowie B._ und dem Verein C._ eine Parteientschädigung von CHF 8'560.- zu bezahlen. Letztere wurden für ihre Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen (F 15 10644, act. 10'005 ff.).
Am 16. Februar 2018 erhob A._ Einsprache gegen diesen Strafbefehl (F 15 10644, act. 10'009). Es folgten mehrere Beschwerden an die Strafkammer des Kantonsgerichts (nachfolgend: die Strafkammer) und das Bundesgericht.
B. Am 15. Februar 2019 lud die Polizeirichterin des Broyebezirks (nachfolgend: die Polizeirichterin) die Parteien zur Hauptverhandlung am 13. Juni 2019 um 09.00 Uhr vor (50 2018 13, act. 292 ff.). Diese Vorladung wurde A._ persönlich am 25. Februar 2019 zugestellt (50 2018 13, Sendungsverfolgung, insb. act. 313).
Daraufhin folgten erneut mehrere Beschwerde- und Ausstandsverfahren, wobei die Polizeirichterin die vorgesehene Verhandlung vom 13. Juni 2019 am 21. Februar 2019, 9. April 2019, 25. April 2019, 9. Mai 2019, 16. Mai 2019, 21. Mai 2019, 22. Mai 2019, 24. Mai 2019, 28. Mai 2019 und 4. Juni 2019 bestätigte (50 2018 13, act. 299 f., 355, 359, 436, 440, 467, 471, 479, 488, 521).
Am 13. Juni 2019 blieb A._ unentschuldigt der Verhandlung fern und liess sich auch nicht vertreten. Die Säumnis wurde 30 Minuten nach Eröffnung der Verhandlung um 09.30 Uhr festgestellt (50 2018 13, act. 559).
Mit Verfügung vom gleichen Tag nahm die Polizeirichterin Vormerk, dass die Einsprache vom 16. Februar 2018 als zurückgezogen gilt und der Strafbefehl vom 14. Februar 2018 am Tag, an welchem er gesprochen wurde, in Rechtskraft erwachsen ist. A._ wurde verurteilt, B._ und dem Verein C._ eine Parteientschädigung von CHF 9'386.40 für das Einspracheverfahren zu bezahlen. Weiter wurden ihm die Verfahrenskosten von CHF 1'500.- auferlegt. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt Philippe Corpataux wurde auf CHF 4'105.70, inkl. MwSt., festgesetzt und A._ darauf hingewiesen, dass er diesen Betrag dem Staat zurückzuerstatten hat, sobald seine finanzielle Situation es erlaubt (50 2018 13, act. 567 ff.). Dieser Entscheid wurde A._ am 21. Juni 2019 zugestellt.
C. Am 17. Juni 2019 reichte A._ zwei Arztzeugnisse ein, welche zu Handen seines Arbeitgebers ausgestellt wurden und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom Nachmittag des 12. bis am 13. Juni 2019 und am Morgen des 14. Juni 2019 wegen Krankheit attestieren. Diese Eingabe wurde als ein Gesuch um Fristwiederherstellung verstanden.
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Mit Verfügung vom 18. Juni 2019, zugestellt am 21. Juni 2019, wies die Polizeirichterin das  ab und auferlegte A._ die Verfahrenskosten von CHF 200.-.
D. Am 1. Juli 2019 erhob A._ Beschwerde gegen die Verfügungen vom 13. und 18. Juni 2019. Er beantragte namentlich unter Kostenfolge deren Aufhebung, die Erteilung der aufschiebenden Wirkung (vorsorgliche Massnahmen), den Ausstand des Gerichts des Broyebezirks sowie eine Genugtuung von CHF 5'000.-.
Am 11. Juli 2019 reichte A._ eine ergänzende Beschwerde gegen die Ziffern 2 () und 3 (Verfahrenskosten) des Dispositivs der Verfügung der Polizeirichterin vom 13. Juni 2019 ein und beantragte unter Kostenfolge deren Aufhebung und die Feststellung der Verletzung seines rechtlichen Gehörs, subsidiär die Zurückweisung an die erste Instanz zur neuen Entscheidung.
Mit Schreiben vom 12. Juli 2019 wies A._ darauf hin, dass er in seiner Beschwerde vom 1. Juli 2019 das Datum eines Arztzeugnisses versehentlich mit 14. Juni 2019 anstatt mit 24. Juni 2019 angegeben habe. Seinem Schreiben legte er das Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 bei.
Mit Schreiben vom 19. Juli 2019 schloss die Polizeirichterin auf Abweisung der Beschwerde vom 1. Juli 2019 und auf Nichteintreten der ergänzenden Eingabe vom 11. Juli 2019. Die  beantragte mit Schreiben vom 6. August 2019 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
B._ und dem Verein C._ wurde am 20. Januar 2020 die Möglichkeit gegeben, zur ergänzenden Beschwerde vom 11. Juli 2019 Stellung zu nehmen. Sie liessen sich innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.
E. Mit Urteil vom 12. Februar 2020 (502 2019 207, 209, 211, 226) vereinigte die Strafkammer die hängigen Beschwerdeverfahren. Sie wies das Gesuch um Ausschluss der Strafkläger vom Beschwerdeverfahren sowie um Ausstand des Gerichts des Broyebezirks ab. In Bezug auf die von A._ den Strafklägern für das Einspracheverfahren zu bezahlende Parteientschädigung hiess sie die Beschwerde teilweise gut und reduzierte diese auf CHF 4'550.30 zzgl. MwSt. von CHF 350.35. Im Übrigen bestätigte sie die Verfügungen der Polizeirichterin des Broyebezirks vom 13. und 18. Juni 2019. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 1'200.- auferlegte die Strafkammer A._ zu 3⁄4 und dem Staat Freiburg zu 1⁄4. Eine Parteientschädigung wurde keine zugesprochen.
F. A._ reichte am 4. März 2020 beim Bundesstrafgericht ein Ausstandsbegehren gegen die am Urteil vom 12. Februar 2020 mitwirkenden Kantonsrichter ein. Das Bundesstrafgericht reichte die Eingabe dem Kantonsgericht Freiburg weiter, welches diese zuständigkeitshalber dem Bundesgericht zur Beurteilung übermittelte.
Am 25. März 2020 reichte A._ ausserdem Beschwerde beim Bundesgericht ein und beantragte namentlich, dass das Urteil vom 12. Februar 2020 aufzuheben und das Strafverfahren gegen ihn einzustellen sei.
G. Mit Entscheid vom 23. November 2020 hiess das Bundesgericht die Beschwerde teilweise gut, hob das Urteil vom 12. Februar 2020 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung zurück. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.
H. Am 30. Dezember 2020 reichte A._ ein neues Arztzeugnis vom 23. März 2020 des Kantonsspitals Aarau (nachfolgend: KSA) bei der Strafkammer ein. Ausserdem ersuchte er um eine
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Frist bis zum 22. Februar 2021, um eine Stellungnahme einzureichen, welche ihm gewährt wurde. Am 22. Februar 2021 reichte er sodann seine 37-seitige Stellungnahme ein. Diese wurde der Staatsanwaltschaft und den Strafklägern zugestellt, welche sich nicht vernehmen liessen.

Erwägungen
1.
1.1. Im Falle eines Rückweisungsentscheids hat die mit der Neubeurteilung befasste kantonale Instanz nach ständiger Rechtsprechung die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Wegen dieser Bindung der Gerichte ist es diesen wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zulässigen Noven, verwehrt, der  des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind (vgl. BGE 143 IV 214 E. 5.3.3). Wenn das Bundesgericht einen Entscheid aufhebt und die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Entscheidung zurückweist, muss diese ihren Entscheid auf die rechtlichen Erwägungen des Urteils des Bundesgerichts stützen und darf nur die durch dieses Urteil offen gebliebenen Fragen prüfen. Letzteres umschreibt den Streitgegenstand abschliessend, so dass das Bundesgericht, wenn es eine neue Beschwerde beurteilt, selber an die rechtlichen Erwägungen seines ersten Urteils gebunden ist. Die Punkte des angefochtenen Entscheids, die in der Berufung an das Bundesgericht nicht angefochten wurden, oder auf die nicht eingetreten wurde, sowie diejenigen, gegen welche die Berufung abgewiesen wurde, sind somit endgültig entschieden und können von der Instanz, an die das Verfahren zurückgewiesen wird, nicht mehr überprüft werden (vgl. Urteil BGer 6B_977/2008 vom 5. Februar 2009 E. 4.1.1).
1.2. Die Strafkammer stellt fest, dass das Bundesgericht die Beschwerde betreffend die Gültigkeit des Strafantrags und die Nichtigkeit des Strafbefehls abgewiesen hat. Ebenfalls abgewiesen wurde das Ausstandsgesuch des Beschwerdeführers betreffend die am Entscheid vom 12. Februar 2020 mitwirkenden Kantonsrichter sowie betreffend die erstinstanzliche Richterin. Vom Bundesgericht nicht beanstandet bzw. vom Beschwerdeführer im Bundesgerichtsverfahren nicht gerügt wurden sodann die Ausführungen zur angeblichen Verletzung der Privatsphäre und der , der Rechtsgrundlage, der fehlenden Vertretung und dass der Beschwerdeführer die Vorladung für die Verhandlung erhalten hat und ihm die Konsequenzen eines unentschuldigten Fernbleibens vollkommen bewusst waren. Ebenso wenig wurde vom Bundesgericht beanstandet, dass die Arztzeugnisse vom 12. und 13. Juni 2019 keine Verhandlungsunfähigkeit des Beschwerdeführers belegen oder dass ihm keine Nachfrist zur Einholung eines exakteren Arztzeugnisses eingeräumt wurde. Diese Punkte sind somit rechtskräftig. Soweit der  in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2021 erneut hierauf zurückkommt, ist nicht darauf einzutreten.
Ebenso wenig wurde im Bundesgerichtsurteil die Sprache des Entscheids, die Vereinigung der Verfahren 502 2019 207, 209, 211 und 226 sowie die Abweisung des Gesuchs um Ausschluss der Strafkläger vom Beschwerdeverfahren beanstandet, womit auch diese Punkte rechtskräftig sind.
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Im Resultat wurde demnach mit dem Bundesgerichtsurteil vom 23. November 2020 lediglich die Ziffer 4 sowie die damit zusammenhängenden Ziffern 5 und 6 des Dispositivs des Urteils vom 12. Februar 2020 aufgehoben, während die Ziffern 1 bis 3 in Rechtskraft erwachsen sind.
Der Beschwerdeführer macht in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2021 zudem neu eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes durch die Staatsanwaltschaft, das Bezirksgericht und das Kantonsgericht geltend. Da er diese Rüge zum ersten Mal vorbringt, ist darauf nicht einzutreten.
Neu beantragt er zudem die Leistung einer Sicherheit in der Höhe von CHF 28'000.- durch die Privatklägerschaft. Auch darauf ist nicht einzutreten. Im Übrigen stehen vorliegend ohnehin keine Zivilansprüche zur Diskussion (vgl. Art. 125 StPO).
2.
2.1. Die Strafkammer erwog im Urteil vom 12. Februar 2020 in E. 5.3.3 namentlich, dass fraglich sei, ob aus dem Verhalten des Beschwerdeführers tatsächlich abgeleitet werden kann, dass er die Einsprache gegen den Strafbefehl zurückziehen wollte. Er beantragte sowohl bei der Strafkammer als auch beim Bundesgericht vorsorgliche Massnahmen mit Blick auf die Verhandlung vom 13. Juni 2019. Bereits am 23. Mai 2019 beantragte er bei letzterem, dass seiner Beschwerde betreffend die notwendige Verteidigung die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, da ihm ein nicht wieder gutzumachender Nachteil drohe, wenn die Verhandlung vom 13. Juni 2019 durchgeführt werde. Im Rahmen einer weiteren Beschwerde an das Bundesgericht beantragte er am 29. Mai 2019 ebenfalls, dass die aufschiebende Wirkung zu erteilen und das Bezirksgericht anzuweisen sei, sämtliche Verfahrenshandlungen für die Zeit des Beschwerdeverfahrens zu unterlassen. Am 8. Juni 2019 wandte er sich noch einmal an das Bundesgericht und beantragte, dass die vorsorglichen Massnahmen superprovisorisch anzuordnen und das Bezirksgericht anzuweisen sei, die  vom 13. Juni 2019 zu vertagen und das Strafverfahren bis zur Rechtskraft der Beschwerde zu sistieren. In seinen Urteilen vom 11. Juli 2019 hielt das Bundesgericht fest, dass die Gesuche um aufschiebende Wirkung gegenstandslos geworden seien (Urteile 1B_226/2019 und 1B_252/2019 jeweils E. 2). Der Beschwerdeführer hat schliesslich auch am 1. Juni 2019 im Rahmen eines gegen die Polizeirichterin hängigen Ausstandsverfahrens bei der Strafkammer vorsorgliche Massnahmen beantragt. Er war der Ansicht, dass ihm ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehe, wenn die Verhandlung vom 13. Juni 2019 durchgeführt werde, bevor über sein Ausstandsgesuch entschieden sei. Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen wurde mit Urteil vom 4. Juni 2019 abgewiesen (502 2019 173).
Die Strafkammer erwog weiter das Folgende: « Aus dem Verhalten des Beschwerdeführers geht somit vor allem hervor, dass er die Verhandlung vom 13. Juni 2019 verschieben lassen wollte. Daran hatte er auch ein Interesse, da am 11. August 2019 die Verfolgungsverjährung betreffend die üble Nachrede eingetreten wäre (Art. 178 Abs. 1 StGB). Umso auffälliger ist, dass er, nachdem keines seiner vier Gesuche um vorsorgliche Massnahmen gutgeheissen wurde, angeblich genau vom Nachmittag des 12. Juni 2019 bis am Morgen des 14. Juni 2019 krank war und nicht an der Verhandlung vom 13. Juni 2019 teilnehmen konnte. Der Beschwerdeführer liefert darüber hinaus keine Erklärung, inwiefern es ihm durch die angebliche Krankheit nicht möglich war, an der Verhandlung teilzunehmen oder seine krankheitsbedingte Abwesenheit zumindest per Telefon oder E-Mail kurz mitzuteilen, sondern wirft der Vorinstanz pauschal vor, dass das Arztzeugnis Raum für andere "Konstellationen" lasse und führt selber aus, dass weder Zeit der Konsultation noch deren Dauer oder Grund im Arztzeugnis aufgeführt sind. Es wäre allerdings seine Aufgabe gewesen, darzulegen, welche dieser anderen "Konstellationen" denn genau vorgelegen hat bzw. zumindest glaubhaft zu machen, dass es ihm nicht möglich war, an der Verhandlung teilzunehmen. Die Vorinstanz hatte ihm diesbezüglich keine Nachfrist anzusetzen. Auch hat diese sehr wohl beachtet, dass er gemäss den eingereichten
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Arztzeugnissen im Zeitpunkt der Verhandlung zu 100% arbeitsunfähig war. Sie erwog jedoch hierzu, dass die Arztzeugnisse nichts über Fähigkeit an der Verhandlung teilzunehmen aussagen. Argumentation die der Beschwerdeführer im Übrigen auch verstanden hat, rügt er doch, dass die Arbeitsunfähigkeit die  nicht ausschliesse, sondern darauf hinweise. Zusammen mit der Vorinstanz – und den eigenen Vorbringen des Beschwerdeführers – ist jedoch festzuhalten, dass sich das Arztzeugnis in keiner Weise dazu äussert, ob es dem Beschwerdeführer möglich war, an der Verhandlung teilzunehmen oder nicht. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim Arztzeugnis lediglich um eine Parteibehauptung handelt, selbst wenn es von einer öffentlich-rechtlichen Anstalt ausgestellt wurde. Im Übrigen wird dem  in den angefochtenen Verfügungen betreffend die Säumnis kein strafbares Verhalten vorgeworfen, weshalb nicht ersichtlich ist, inwiefern die Unschuldsvermutung zur Anwendung kommen soll. Der  hat somit in keiner Weise glaubhaft gemacht, dass es ihm nicht möglich war, an der Verhandlung teilzunehmen. Aufgrund seines Verhaltens, der kurz bevorstehenden Verfolgungsverjährung und dem , dass der Beschwerdeführer offenbar der Ansicht war, dass das Bundesgericht noch im Nachhinein vorsorgliche Massnahmen betreffend die Verhandlung aussprechen könnte, ist davon auszugehen, dass er absichtlich nicht an der Verhandlung teilgenommen hat. Die Verfügungen vom 13. und 18. Juni 2019 sind somit betreffend die Rückzugsfiktion und die Abweisung des Fristwiederherstellungsgesuchs nicht zu beanstanden, womit die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen ist ».
2.2. Das Bundesgericht erwog hingegen insbesondere, es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer trotz Vorladung der Verhandlung vom 13. Juni 2019 ferngeblieben ist, mithin säumig im Sinne von Art. 93 StPO war. Der Beschwerdeführer bringe jedoch vor, dass ihn an der Säumnis kein Verschulden treffe. So habe er sich von Anbeginn auf den Standpunkt gestellt, dass es ihm infolge seines Krankheitszustands nicht möglich gewesen sei, an der auf den 13. Juni 2019 angesetzten Verhandlung teilzunehmen. Hierzu habe er der ersten Instanz zwei Arztzeugnisse vorgelegt, welche auf den 12. Juni 2019 und auf den 13. Juni 2019 datieren. Im  vor Vorinstanz habe er sodann ein Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 eingereicht, das ihm für den Zeitraum vom 12. bis 14. Juni 2019 neben einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit eine Verhandlungsunfähigkeit zu 100% bescheinigt. Die Vorinstanz äussere sich einzig zu den beiden erstgenannten Arztzeugnissen. Auf jenes vom 24. Juni 2019 gehe sie in ihren Erwägungen nicht ein. Weshalb die Vorinstanz das Arztzeugnis vom 24. Juni 2019 nicht beachtet bzw. aus welchen Gründen sie trotz der darin bescheinigten Verhandlungsunfähigkeit zum Schluss gelangt, dass es dem Beschwerdeführer möglich gewesen sei, an der Verhandlung teilzunehmen, gehe aus dem angefochtenen Entscheid nicht hervor. Insofern lasse die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung, ob die Säumnis des Beschwerdeführers unverschuldet war, ein wesentliches Beweismittel ohne  ausser Acht und verletze damit dessen Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Beschwerde erweise sich in diesem Punkt als begründet (E. 5.4).