Decision ID: 076ae173-8fbf-50da-a74a-0d727f9ec543
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war in einem 75%-Pensum als pädagogische Mitarbeiterin in einem Sonderschulheim tätig, als sie sich am 17. Dezember 2009 unter Hin
weis auf eine Depression mit seit Jahren schleichendem Verlauf, akut seit 20. August 2009, bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug anmel
dete (Urk. 7/1). Nach der Anmel
dung holte die IV-Stelle die ärztlichen Berichte des Hausarztes
Z._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 13. Januar 2010 (Urk. 7/14) sowie des
A._
vom 28. Januar 2010 (Urk. 7/15) ein. Zudem zog sie die Akten des Krankentaggeldversicherers von
X._
bei (Urk. 7/9/1-11). Am 28. Januar 2010 fand e
in
berufsberaterisches
Standort
gespräch mit der Versicherten statt (Protokoll vom 3. Februar 2010, Urk. 7/17). Mit Schreiben vom 15. März 2010 zeigte die IV-Stelle der Versicherten an, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angez
eigt, aber eine medi
zinische Begutachtung vorgesehen seien und dass der Anspruch auf berufliche Massnahmen nach Vorliegen dieses Gutachtens geprüft werde (Urk. 7/20). Am 20. April 2010 wurde die Versicherte von
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, exploriert; dieser erstattete am 23. September 2010 sein Gutachten (Urk. 7/27). Dazu erbat der
C._ am 1. Dezember 2010 zusätzli
che Angaben, unter anderem zur Frage, ob b
erufliche Massnahmen oder Integ
rationsmassnahmen derzeit indiziert und aussichtsreich seien (Urk. 7/36). Am 30. Dezember 2010 beantwortete
B._
diese Anfrage (Urk. 7/38). Am 19. Januar 2011 würdigte der
C._
(
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH) den medizinischen Sa
ch
verhalt dahingehend, dass entsprechend dem ergänzten Gutachten
B._
vom 19. August 2009 bis Mitte März 2010 ein
e 70%ige Arbeitsunfähigkeit bis
herig und angepasst ausgewiesen sei (Urk. 7/39/6). Von Mitte März 2010 bis zum 30. Dezember 2010 sei eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bisherig und (in einem verständnisvollen Arbeitsumfeld) angepasst ausgewiesen. Ab April 2011 sei die Versicherte in einem verständnisvollen Arbeitsumfeld wieder voll arbeitsfähig. Ferner seien die versicherungsmedizinischen Voraussetzungen für Art. 17 IVG und Art. 18 IVG erfüllt. Gestützt dara
uf teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 7. März 2011
mit, dass sie deren Rentenbegeh
ren abzulehnen gedenke, da der gewichtete Invaliditätsgrad bei einem Anteil von 75 % Tätigkeit im erwerblichen und 25 % im haushälterischen Bereich lediglich 5 % betrage, und dass sie sich bei der IV-Stelle melden könne, falls sie berufliche Massnahmen der Invalidenversich
erung wünsche (Urk. 7/41). Dage
gen opponierte das
A._
namens der Versicherten mit Eingaben vom 24. März und 19. April 2011, in denen es geltend machte, dass lediglich eine kurzzeitige Besserung des Gesundheitszustands im Juni 201
0 eingetreten sei und die Versi
cherte nach wie vor nicht zu 100 % in der bisherigen oder in
einer Verweistä
tigkeit arbeiten
könne (Urk. 7/42 und Urk. 7/44). Daraufhin zog die IV-Stelle den Bericht des
A._
vom 26. Mai 2011 (Urk. 7/49) bei und legte diesen (und die Eingaben vom 24. März und 19. April 2011 sowie sämtliche Akten, vgl. Urk. 7/54) dem Gutachter
B._
zu einer ergänzenden Stellungnahme vor (Urk. 7/50). Nachdem
B._
sich am 6.
Juli 2011 noch einmal hatte ver
nehmen lassen (Urk. 7/56), befand der
C._
(
D._
) am 19. Juli 2011, dass an der Einschätzung vom 19. Januar 2011 festzuhalten sei (Urk. 7/59/3). Dementsprechend bestätigte die IV-Stelle die mit dem Vorbescheid in Aussicht gestellte Abweisung des Rentenbegehrens mit Verfügung vom 10. August 2011 (Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 10. August 2011 erhob die Versicherte am 1. September 2011 durch die DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es
sei diese unter Kosten- und Ent
schädigungsfolge zu Lasten
der Beschwerdegegnerin aufzuhe
ben und der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen de
r Invalidenversi
cherung zuzusprechen; eventualiter seien weitere Abklärungen durchzuführen (Urk. 1 S. 2).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 10. Oktober 2011 mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 6). Hiervon wurde die Beschwerdeführerin am 11. Oktober 2011 in Kenntnis gesetzt (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträ
chtigung der körperlichen, geis
tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba
rer Behand
lung und Eingliederung verbleibende ganze ode
r teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fassung).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehen
d objektiv bestimmt. Festzustel
len ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ang
enommen werden kann, die Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der v
ersi
cherten Person sozial-prak
tisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.1.4
Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um
einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 15. Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invali
denversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 f. E. 1a mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Um den Invaliditätsgrad bem
essen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie
sen, die ärztli
che und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine
wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen de
r versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.2.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverh
alt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden
, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten
. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial
zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlic
h des Beweiswertes eines ärztli
chen Gut
achtens ist im L
ichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend
ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vo
r allem bei psychischen Fehlentwicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der un
d gegebenenfalls in Auseinander
setzung
mit den
Vorakten
abgegeben wor
den ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusamme
n
hänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheit
en, welche die Be
antwortung der Fragen erschwer
en oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 352
E. 3a, 122 V 160 E. 1c; U. Meyer
Blase
r, Die Rechtspflege in der Sozi
alversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in
H.
Fre
denhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.2.3
Die Verwaltung als verfügende Instanz sowie
im Beschwerdefall
das Gericht können bzw. dürfen die medizinisc
hen Aspekte des anspruchsbegrün
denden Tatbestands nicht aufgrund eigener Sachkunde feststellen, sondern sind auf externes medizinisches Fachwissen angewiesen (vgl. E. 1.2.1). Bei Vorliegen mehrerer medizinischer Beurteilungen sind diese gegeneinander ab
zuwägen und ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit jener
Sachver
haltsdarstellung
zu folgen, die von
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr
scheinlichste zu würdigen ist (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; vgl. auch vorstehende E. 1.2.2).
Bei der Würdigung ärztlicher Beweisaussagen zum anspruchsbegründenden Tat
bestand ist zwischen ärztlich dokumentierten medizinischen Fakten (klinische Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnestische Daten) und deren Bewertung (von den Experten abgeschätzte Auswirkungen der festgestellten Fakten auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit) zu unterscheiden (vgl. dazu: Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2 und E. 4.3 sowie Andreas Traub, Zum Beweiswert medi
zinischer Gutachten im
Zusammenhang mit der Rentenrevi
sion, SZS 2/2012, S.
183-186
). Die ärztliche Dokumentation der Faktenlage im Zeitpunkt e
ines leistungszusprechenden Ent
sche
ids ist nicht nur - wie die vor
stehend zitierte Rechtsprechung und Literatur zeigen - Voraussetzung dafür, dass dieser Ent
scheid später revidierbar ist. Bei unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen der Anspruchsvoraussetzungen ist sie auch im Rahmen der erstmaligen
Anspruchs
prüfung
entscheidend dafür, welcher Sachverhalts
darstellung als der wahr
schein
lichsten zu folgen ist.
Auch im Rahmen der erstmaligen Anspruchsprüfung kann daher eine lege
artis
erfolgte fachärztliche Beurteilung von einem anderen medizinischen Experten nicht durch die bloss abweichende Bewertung bereits aktenkundiger Fakten in Frage gestellt werden, sondern nur durch die Dokumentation neuer
entscheid
relevanter
Fakten. Solange lediglich - im Rahmen des medizinisch-wissen
schaftlich Vertretbaren - unterschiedlichen Wertungen der gleichen m
edi
zini
schen Fakten vorliegen, lassen sich nur gleichermassen mögliche, abe
r kein überwiegend wahrscheinli
cher medizinischer Sachverhalt beweismässig erstel
len. In solchen Fällen kann ein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt auch nicht durch den
Beizug
eines weiteren Experten (Obergutachten) ermi
ttelt wer
den. Denn ein Obergut
achten darf (und muss) nur dann angeordnet werden,
wenn Widersprüche zwi
schen reproduzierbaren Fakten zeigen, dass diese noch ungenügend abgeklärt sind und weitere medizinisc
he Untersu
chungen zusätzli
che
entscheidrelevante
Fakten liefern können. Ein Obergutachten darf aber nicht dazu dienen, die Grenzen der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verdecken (vgl. E. 1.2.2 am Ende) und den - den rechtsanwenden Behörden im Rahmen der Beweiswürdigung obliegenden - Entscheid darüber, welcher von mehreren durch die medizinischen Experten lege
arti
s
ermittelten möglichen Sachverhaltsvarian
ten als der wahrscheinlichsten zu fol
gen ist, an die Medizin zu dele
gieren.
2.
2.1
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdegründung geltend macht, die vom psychiatrischen Gutachter attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % sei nicht hinreichend begründet (Urk. 1 S. 5 Ziff. 5), ist ihr unter Hin
weis auf die vorstehende Erwägung 1.2.3 insofern zuzustimmen, als tatsächlich eine die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit einschränkende Symptomatik nicht so genau nach Art und Ausmass beschrieben wird, dass künftig ohne Weiteres festgestellt werden könnte, ob dannzumal eine Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist. Der psychiatrische Gutachter hat sich bei der Abschätzung der Restarbeitsfähigkeit offenkundig vor allem auf die - ausführlich referierten (vgl. Urk. 7/27/17-24) - Angaben in der Krankengeschichte des
A._
und die Intensität der Behandlung im
A._
(Auf
enthalte der Beschwerdeführerin in der Tagesklinik, vgl. Urk. 7/27/31) abge
stützt.
2.2
Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 5 Ziff. 6) ist es im vorliegenden Fall jedoch nicht so, dass die behandelnden Ärztinnen und Thera
peutinnen des
A._
ein umfassenderes Bild ihres Gesundheitszustands zu ver
mitteln vermöchten. Denn deren Dokumentation von Fakten (vgl. Urk. 7/27/40-63 und Urk. 7/49/3) geht nicht über das hinaus, was der Gutachter berücksich
tigt und bei seiner eigenen Untersuchung der Beschwerdeführerin festgestellt hat (vgl. Urk. 7/27/27). Eine grössere Einschränkung der Restarbeitsfähigkeit als die vom Gutachter festgestellte ist daher durch die Fakten nicht ausgewiesen.
Unter diesen Umständen erübrigen sich auch weitere medizinische Abklärungen, da die Faktengrundlagen der Beurteilungen durch den von der
Beschwerdegeg
nerin
beauftragen Gutachter sowie die b
ehandelnden Ärztinnen und Thera
peu
tinnen des
A._
identisch sind. Der Gutachter hat in seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2011 (Urk. 7/56) nachvollziehbar begründet, weshalb die
Bewertungen der Restarbeitsfähigkeit differieren, worauf bereits die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu Recht hingew
iesen hat. Die letztlich vorhan
dene Differenz der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit durch den Gutachter einerseits (jedenfalls 70 %) und der Ärztinnen und Ärzte des
A._
andererseits (50 %, vgl. Bericht vom 26. Mai 2011, S. 3) lässt sich zwanglos durch
die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 124 I 170
Erw
. 4)
und in diesem Zusammenhang insbeson
dere dadurch erklären, dass psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren - die
vorliegend zweifelsohne vorhan
den sind, wie die Beschwerdeführerin selber einräumt (Urk. 1 S. 6) -
vom
sozi
alversicherungsrechtlichen
Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 127
V
299
Erw
. 5a
; BGE 130 V 352 E. 2.2.5).
Anzufügen bleibt, dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht die von
B._
vorgenommene Beurteilung, wonach die Beschwerdeführerin von August 2009 bis Mitte März 2010 zu 70 % und seither höchstens zu 30 % arbeitsunfähig war, mit Blick auf die von ihm erhobene Diagnose einer rezidi
vierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1 [Urk. 7/27/29]), als sehr wohlwollend einzustufen ist, zumal diese gemäss seinen Angaben vorwiegend auf psychosozialen Belastungsfaktoren gründete (Urk. 7/27/33). Bei einer mittelgradigen depressiven Episode handelt es sich sodann definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_176/2011 vom 29. Juni 2011 E. 4.3 und 8C_80/2011 vom 14. Juni 2011 E. 6.3.2, je mit Hinweisen), welches rechtsprechungsgemäss über
dies grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gilt (Urteil des Bundesgerichtes 9C_673/2010 vom 28. November 2012 E. 3.3 mit Hinweis). Dass
B._
die mittelgradige depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert hat, ändert daran nichts (vgl. Urteil des Bun
desgerichtes 9C_176/2011 vom 29. Juni 2011 E. 4.3).
Aus ihrem Aufenthalt in der Tagesklinik der
E._
vom 14. März 2011 bis 17. Juni 2011 kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, da dieser laut den Angaben dieser Kl
inik im Bericht an die Beschwer
degegnerin vom 21. April 2011 vorwiegend
aus psychosozialen Gründen ein
geleitet wurde (Urk. 7/49/3; vgl. Stellungnahme von
B._
vom 6. Juli 2011, Urk. 7/56).
2.3
2.3.1
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht,
sie wäre heute ohne Gesundheits
schaden zu 100 % erwerbstätig, ist sie darauf hinzuweisen, dass
selbst diese Annahme nicht zu einem den Anspruch auf eine Rente begründen
den Invaliditätsgrad führen würde (vgl. E. 1.1.3).
2.3.2
Wird zur Ermittlung des Invaliditätsgrades (zugunsten der Beschwerdeführerin) ein Einkommensvergleich (vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) durchgeführt, so ist das
Valideneinkommen
ausgehend vom Einkommen, welches sie vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Sonderschulheim
F._
erzielt hat, zu ermitteln. Dieses betrug im Jahr 2008 Fr. 53‘620.-- (Urk. 7/7/1) für ein 75%iges Pensum (vgl. Urk. 7/39/7). Aufgerechnet auf ein Pensum von 100 % sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung für Frauen im Unterrichtswesen (2008: 120,5; 2010: 124,2 [Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex Frauen, Tabelle T1.2.93 Abschnitt MNO]) ergibt sich für den Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (1. Juni 2010 [Art. 29 Abs. 1 IVG]; Anmeldung vom 8. Dezember 2009, Urk. 7/1) ein mutmassliches
Validenein
kommen
von Fr. 73‘688.60.
2.3.3
Da der Beschwerdeführerin die Stelle im Sonderschulheim
F._
aus gesund
heitlichen Gründen gekündigt wurde,
ist das Invalideneinkommen auf
grund der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun
desamtes für Statistik zu ermit
teln. Gemäss gutachterlicher Beurteilung war die Beschwerdeführerin seit Mitte März 2010 in ihrem bisherigen Tätigkeitsberei
ch zu 70 % in einem verständnis
vollen Arbeitsumfeld arbeitsfähig (Urk. 7/38)
. Im Hinblick darauf sowie ange
sichts der Ausbildung und langjährigen Beru
fserfahrung der Beschwerdeführe
rin (vgl. Urk. 7/27/37-39) ist der Tabellenlohn gemäss LSE 2010 TA1 Ziffer 85 (Erziehung und Unterricht), Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) heranzuziehen. Dieser betrug im Jahr 2010 für Frauen Fr.
6‘175.--
pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Erziehungs- und Unterrichtswesen im Jahr 2010 von 41,5 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 3-2013, Tabelle B9.2 Seite 20) resultiert ein Einkommen von Fr. 76‘878.75 resp. beim zumutbaren Beschäftigungsumfang von 70 % von Fr. 53‘815.10. Da die gesundheitliche Be
einträchtigung der Beschwerdeführerin bereits bei der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit grosszügig berücksichtigt wurde, ist an sich kein (zusätzlicher)
lei
densbedingter
Abzug vorzunehmen. Auch die weiteren Abzugskriterien (vgl. BGE 126 V 75) sind nicht erfüllt. Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von Fr. 73‘688.60 und einem Invalideneinkommen von Fr. 53‘815.10 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 19‘873.50 resp. ein Invaliditätsgrad von 27 %, womit kein Rentenanspruch besteht. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Be
schwerdeführerin ein Abzug von 10 % gewährt und dementsprechend das
Inva
lideneinkommen
mit Fr. 48‘433.60 beziffert würde. Daraus ergäbe sich eine
Er
werbseinbusse
von Fr. 25‘255.-- resp. ein (
ebenfalls nicht rentenbegründen
der) Invaliditätsgrad von 34 % (vgl. E. 1.1.3).
3.
Im verwaltung
sgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältn
isse zu überprüfen bzw. zu beur
teilen, zu d
enen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfügung bzw. eines
Einspr
acheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung bzw. der
Einspr
acheentscheid
den beschwerdewei
se weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgeg
enstand und somit an einer Sach
urteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfü
gung b
zw. kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a S. 414).
Sollte die Beschwerdeführerin mit dem Begehren um
Zusprache
der „gesetzlich geschuldeten Leistungen“ (Urk. 1 S. 2) noch etwas anderes als Rentenleistungen beantragen, wäre auf die Beschwerde nicht einzutreten, da die angefochtene Leistungsabweisung sich lediglich auf Rentenleistungen bezieht (vgl. Titel der angefochtenen Verfügung sowie Passus auf S. 2, wonach sich die Beschwerde
führerin bei der Beschwerdegegnerin melden kann, falls sie Unterstützung im Rahmen von beruflichen Massnahmen wünscht).
4.
Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem Verfahrensauf
wand zu bemessenden und hier auf Fr. 600
.-- festzusetzen
den Verfahrens
kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.