Decision ID: f2a986a5-a916-5d6c-9c23-dbb9070e10f7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Harald Solenthaler, Obere Bahnhofstrasse 58,
Postfach 1144, 8640 Rapperswil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde mit Verfügung vom 27. März 2003 mit Wirkung ab 1. November 2001
gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 80% eine ganze Invalidenrente
zugesprochen (act. G 4.1/46). Die Rentenzusprechung erfolgte namentlich aufgrund
folgender Diagnosen (act. G 4.1/32): belastungsabhängige, leistungseinschränkende,
invalidisierende Rückenschmerzen, schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom und
langdauernde Depression. Darüber hinaus stellte die IV-Stelle fest, dass eine
Eingliederung in die freie Wirtschaft nicht mehr realistisch sei (act. G 4.1/32 und act.
G 4.1/30).
A.b Im Verlaufsbericht vom 4. September 2006 hielt der behandelnde Arzt, Dr. med.
B._, FMH für Allgemeine Medizin, fest, dass der Gesundheitszustand des
Versicherten stationär sei. Die körperlichen Beschwerden seien leicht zurückgegangen,
weil der Rücken/Körper nicht mehr belastet werde (act. G 4.1/57).
A.c Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 8. Januar 2007 mit, dass eine
medizinische Abklärung bei der Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI)
notwendig sei (act. G 4.1/63). Die Gutachter der ABI untersuchten den Versicherten am
12. Februar 2007 interdisziplinär. Im Gutachten vom 3. April 2007 (act. G 4.1/ 65.1 ff.)
diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches,
thorakal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden diagnostiziert:
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F59), Adipositas (ICD-10 E66.0), fortgesetzter
Nikotinkonsum (ICD-10 F17.1), Schlafapnoesyndrom (anamnestisch) (ICD-10 G47.3)
und ein Status nach Varizenoperation rechts mit beginnender chronisch venöser
Insuffizienz (ICD-10 I87.2; act. G 4.1/65.16). Die Gutachter der ABI kamen zum
Schluss, der Versicherte sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig (act.
G 4.1/65.18). Gestützt auf das ABI-Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten im
Vorbescheid vom 11. Juni 2007 mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades eine
Renteneinstellung in Aussicht (act. G 4.1/70).
B.
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B.a Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am
27. Juni 2007 Einwand erheben (act. G 4.1/71). In der ergänzenden Eingabe vom
23. Juli 2007 beantragte der Versicherte, es sei auf den Erlass einer Verfügung auf der
Grundlage des angefochtenen Vorbescheids zu verzichten. Vor Erlass der Verfügung
seien noch weitere medizinische Abklärungen zu treffen, insbesondere bezüglich des
Schlafapnoesyndroms. Das ABI-Gutachten sei in verschiedenen Belangen unzulänglich
(act. G 4.1/76).
B.b Am 29. Oktober 2007 verfügte die IV-Stelle die Renteneinstellung (act. G 4.1/78).
Sie begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass das ABI-Gutachten
beweistauglich sei. Weil keine regelmässige psychiatrische Behandlung stattfinde und
auch kein Antidepressivum nachgewiesen werden könne, sei davon auszugehen, die
depressiven Verstimmungen und Angstzustände seien "nicht so schwer". Das
Schlafapnoesyndrom habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, weil es
behandelbar sei und die Behandlung wieder aufgenommen werden könne (act. G
4.1/78.2).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2007 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 6. Dezember 2007. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten-
und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Rückweisung der Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen und eines
Arbeitsversuches. Er macht geltend, dass die relevanten Verhältnisse stabil geblieben
seien und sich sein Gesundheitszustand nicht erheblich verbessert habe. Die
Beurteilung der ABI-Gutachter sei mangelhaft. Es sei namentlich die Behauptung der
ABI-Gutachter, das Schlafapnoesyndrom habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit,
nicht nachvollziehbar. Diese Auffassung stehe in Widerspruch zum Feststellungsblatt
vom 11. Oktober 2002, wo das Schlafapnoesyndrom bei der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung berücksichtigt worden sei. Auch der behandelnde Arzt
bestätige einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die CPAP-Behandlung habe wegen
der Angstzustände aufgegeben werden müssen. Das chronische, thorakal betonte
panvertebrale Schmerzsyndrom, das Dauerschmerzen zur Folge habe, beeinflusse
auch die Arbeitsfähigkeit bei leichten körperlichen Arbeiten. Ergänzend sei
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festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand seit Erhalt des Vorbescheids zusätzlich
verschlechtert habe (act. G 1). Der Beschwerdeführer legt der Beschwerdeeingabe ein
Arztzeugnis von Dr. B._ vom 30. November 2007 bei. Darin bestätigt der
behandelnde Arzt, dass die chronischen Rückenschmerzen, die degenerativen
Veränderungen der Wirbelsäule sowie das Schlafapnoesyndrom sich negativ auf die
Leistungsfähigkeit seines Patienten auswirken würden. Sein Patient sei mindestens zu
50% arbeitsunfähig (act. G 1.1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Diese macht im Wesentlichen
geltend, dass auf die Beurteilungen des ABI-Gutachtens abgestellt werden könne. Die
Behauptung, die CPAP-Behandlung sei wegen Angstzuständen abgesetzt worden, sei
nicht aktenkundig. Ein Arbeitsversuch sei nicht durchzuführen, zumal der
Beschwerdeführer aufgrund seiner pessimistischen Selbsteinschätzung diese
berufliche Massnahme nur dazu benutzen würde, seine Arbeitsunfähigkeit zu
beweisen. Im Übrigen seien auch bezüglich einer dem Beschwerdeführer angepassten
Tätigkeit keine beruflichen Abklärungen mehr notwendig, da die ärztlichen
Ausführungen aussagekräftig genug seien. Es gebe keine Hinweise, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem ABI-Gutachten wesentlich
verschlechtert habe. Selbst wenn ein Revisionsgrund nicht gegeben wäre, sei die
Beschwerde gestützt auf die substituierte Begründung der Wiedererwägung
abzuweisen, da die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig gewesen sei
(act. G 4).
C.c Replicando orientiert der Beschwerdeführer, dass er sich in Behandlung bei der
türkisch sprechenden Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, begeben werde und beim Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital
St. Gallen (KSSG) eine eingehende Untersuchung veranlasst worden sei. Im Übrigen
wiederholt der Beschwerdeführer im Wesentlichen die bisherige Kritik am ABI-
Gutachten. Zusätzlich bringt er vor, dass die psychiatrische Untersuchung lediglich
eine Stunde gedauert habe und viel zu kurz gewesen sei. Entgegen der Behauptung
der Beschwerdegegnerin sei die Aufgabe der CPAP-Behandlung wegen der
Angstzustände aktenkundig. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, dass die ABI
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nicht über die erforderliche Unabhängigkeit verfüge. Eine Wiedererwägung der
ursprünglichen Rentenverfügung sei unzulässig (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).
C.e Mit Eingabe vom 25. März 2008 (act. G 10) reicht der Beschwerdeführer den
Bericht des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin KSSG vom 7. März 2008 ein
(act. G 10.1) und vertritt gestützt darauf die Auffassung, dass weiterhin ein schweres
obstruktives Schlafapnoesyndrom bestehe, welches "mit Sicherheit" Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit habe.

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend ist die Frage streitig, ob die revisionsweise Einstellung der ganzen
Invalidenrente durch die Beschwerdegegnerin zu Recht erfolgt ist.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20, in der ab 1. Januar 2004 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
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1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit
der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit Hinweis). Nach der
Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung
des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine
anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche Verbesserung
oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu berücksichtigen, sobald sie
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
2.
2.1 Zu prüfen ist nachfolgend die Frage, ob sich die für den Invaliditätsgrad
massgeblichen Verhältnisse seit der Zusprechung der ganzen Invalidenrente ab 1.
November 2001 (Verfügung vom 27. März 2003 [act. G 4.1/46]) bis zur angefochtenen
Verfügung vom 29. Oktober 2007 (act. G 4.1/78) in revisionserheblicher Weise geändert
haben.
2.2 Der ursprünglichen Rentenverfügung lagen in medizinischer Hinsicht im
Wesentlichen die Berichte des behandelnden Arztes Dr. B._ vom 2. April 2001 (act. G
4.1/25.1 ff.) und vom 17. Juni 2002 (act. G 4.1/5.1 f.), die Berichte des Zentrums für
Schlafmedizin und Heimventilation des KSSG vom 27. Dezember 2001 (act. G 4.1/5.5
f.) und vom 28. Februar 2002 (act. G 4.1/5.16 f.), die Berichte von Dr. med. D._, Arzt
für Neurologie, vom 17. Dezember 2001 (act. G 4.1/4.13) und vom 9. Juli 2002 (act. G
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4.1/4.1 ff.) sowie die Stellungnahme des RAD vom 17. Juli 2002 (act. G 4.1/3.1)
zugrunde.
2.3 Dr. B._ diagnostizierte im Bericht vom 2. April 2001 insbesondere
belastungsabhängige, leistungseinschränkende, invalidisierende Rückenschmerzen. Er
kam zum Schluss, dass bezüglich der bisherigen Tätigkeit eine über 50% liegende
Arbeitsunfähigkeit bestehe. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei der Patient voll
arbeitsfähig (act. G 4.1/25.1 ff.). Im Verlaufsbericht vom 17. Juni 2002 teilte Dr. B._
mit, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und die Diagnose seit
Herbst 2001 verschlechtert habe. Es sei neu ein schweres obstruktives
Schlafapnoesyndrom mit ausgeprägter Einschlaftendenz (ESS 16 Punkte)
hinzugekommen. Der Verlauf sei sehr schlecht gewesen. Sowohl die Rückenschmerzen
als auch die depressiven Verstimmungen hätten stark zugenommen. Es bestünden
auch Angstzustände. Der Beschwerdeführer sei voll arbeitsunfähig (act. G 4.1/5.1 ff.).
2.4 Die Ärzte des Zentrums für Schlafmedizin und Heimventilation diagnostizierten in
den Berichten vom 27. Dezember 2001 ein schweres obstruktives
Schlafapnoesyndrom mit ausgeprägter Einschlaftendenz, eine seelische Störung mit
ausgeprägter Angstsymptomatik bzw. eine Angststörung mit depressiven Anteilen
sowie chronifizierte Rückenschmerzen. Beim Beschwerdeführer bestehe darüber
hinaus eine Klaustrophobie (act. G 4.1/5.5). Am 28. Februar 2002 berichtete das
Schlafzentrum, beim Beschwerdeführer habe sich die CPAP-Behandlung erfreulich gut
einschulen lassen. Die befürchteten panikartigen Angstzustände an der Maske seien
ausgeblieben und der Beschwerdeführer habe die Therapie problemlos durchführen
können. Eine reguläre Verlaufskontrolle sei in 6 Monaten vorgesehen (act. G 4.1/16f.).
2.5 Im Bericht vom 17. Dezember 2001 hielt Dr. D._ fest, der Beschwerdeführer
müsse unbedingt psychiatrisch exploriert werden. Für leichtere körperliche Tätigkeiten
bestehe eine 70%-ige Arbeitsunfähigkeit wegen des Rückenleidens und einer
ausgeprägten chronifizierten Depression (act. G 4.1/4.10). Im Bericht vom 9. Juli 2002
diagnostizierte er eine langdauernde Depression, ein chronisches
Panvertebralsyndrom, eine schweres Schlafapnoesyndrom sowie eine leichte
Adipositas. Es bestünden eine ausgeprägte Vergesslichkeit, rasche Ermüdbarkeit
sowie eine ausgeprägte Müdigkeit. Die CPAP-Behandlung habe der Beschwerdeführer
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nicht weiterführen können. Das Schlafapnoesyndrom habe einen wichtigen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit. In leidensadaptierten Tätigkeiten bestehe beim Beschwerdeführer
höchstens eine 20 bis 30%-ige Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerden seien chronifiziert
und therapieresistent. Eine Besserung sei nicht zu erwarten (act. G 4.1/4.1 ff.).
2.6 Der Vertrauensarzt der IV-Stelle kam in der Stellungnahme vom 17. Juli 2002 zum
Schluss, dass beim Beschwerdeführer mindestens eine bleibende 70%-ige
Arbeitsunfähigkeit in leichten Tätigkeiten bestehe. Die bereits in Auftrag gegebene
MEDAS-Begutachtung sei zu "stornieren" (act. G 4.1/3).
2.7 Gestützt auf die vorstehend genannte medizinische Aktenlage ermittelte die
Beschwerdegegnerin in Anwendung eines 25%-igen Leidensabzuges (act. G 4.1/30)
einen Invaliditätsgrad von 80% und verfügte die Zusprache einer ganzen Rente (act. G
4.1/46.1 ff.).
3.
3.1 Der angefochtenen Verfügung (act. G 4.1/78) wurde das Gutachten der ABI vom
3. April 2007 (act. G. 4.1/65.2 ff.) zugrunde gelegt. Vor dem Gutachtensauftrag an die
ABI holte die Beschwerdegegnerin bei Dr. B._ einen Verlaufsbericht ein.
3.2 Dr. B._ gab im Verlaufsbericht vom 4. September 2006 an, dass der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stationär geblieben sei. Der
Beschwerdeführer werde derzeit nicht psychiatrisch behandelt und sei wegen
angeblicher Nebenwirkungen nicht mehr gewillt, Antidepressiva einzunehmen. Vor
allem im Hinblick auf die psychische Problematik sei eine arbeitstechnische und soziale
Integration sinnvoll. Dr. B._ hofft "immer noch, dass ein Spezialjob für den Patienten
gefunden werden" könne. Selbst in einer solchen Tätigkeit besteht nach Auffassung
von Dr. B._ eine verminderte Leistungsfähigkeit, deren Höhe vom Arbeitsplatz
abhänge (act. G 4.1/57.1 ff.).
3.3 Die ABI-Gutachter kommen im interdisziplinären Gutachten vom 3. April 2007 zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten, schweren Tätigkeit
(Plastikspritzer) vollständig arbeitsunfähig sei. Eine körperlich leichte Tätigkeit, die in
wechselnder Position ausgeübt werde, mit einer Gewichtslimite von 10 kg, sei dem
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Beschwerdeführer ganztags ohne Leistungseinschränkung zumutbar. Ein psychisches
Leiden, welches die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige, könne nicht diagnostiziert werden.
Die verschiedenen internistischen Leiden, insbesondere auch das
Schlafapnoesyndrom, hätten keinen Einfluss auf eine leichte Tätigkeit (act. G 4.1/17 ff.).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass das ABI-Gutachten fehlerhaft, nicht
nachvollziehbar und nicht schlüssig sei (vgl. act. G 1). Vorab ist daher die Frage zu
beurteilen, ob das ABI-Gutachten beweistauglich ist.
4.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
4.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
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medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für
angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V E. 3b/aa mit
Hinweisen).
4.4 Gegen das ABI-Gutachten bringt der Beschwerdeführer hauptsächlich vor, dass
die Beurteilung des Schlafapnoesyndroms unzutreffend sei (vgl. act. G 1, S. 4).
4.4.1 Unter einem Schlafapnoesyndrom wird eine schlafbezogene Atemstörung mit
Sistieren des Atemgasflusses an Nase und Mund mit oder ohne Obstruktion der
oberen Atemwege verstanden. Anamnestisch wird über mehrfaches "Einnicken" am
Tag, besonders bei monotonen Tätigkeiten, berichtet und nachts über sehr häufige
apnoische Pausen, die durch laute schnarchende Atemzüge beendet werden. Die
Therapie kann unter anderem durch eine nasale kontinuierliche Überdruckbeatmung
(CPAP = continous positive airwax pressure) erfolgen. Die konservative Behandlung
muss oft lebenslang fortgesetzt werden (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 7. Juli 2003 i.S. W., I 198/03, E. 3 mit Hinweisen auf die
medizinische Fachliteratur). Im Vordergrund der medizinischen Abklärung des
obstruktiven Schlafapnoesyndroms stehen eine ausführliche Anamnese, gestützt auf
einen entsprechenden Fragebogen, sowie als Standarduntersuchung die
Polysomnographie, was bedingt, dass der Patient eine Nacht im Schlaflabor verbringt
(vgl. die Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie betreffend
Diagnose und Betreuung von Patienten mit obstruktivem Schlafapnoesyndrom,
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abrufbar im Internet unter: http://www.pneumo.ch/de/kommissionen-und-
arbeitsgruppen/arbeitsgruppe-schlafapnoe/mitglieder-der-arbeitsgruppe-
schlafapnoe.html; Information des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin des
KSSG, abrufbar unter: http://www.pneumologie-kssg.ch/Schlafmedizin/Schlafapnoe).
4.4.2 Obwohl die ABI-Gutachter aufgrund der Patientenangaben die Müdigkeit als
"Kardinalproblematik" bezeichnen (act. G 4.1/65.15) und in den Vorakten ein schweres
obstruktives Schlafapnoesyndrom mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (act. G
4.1/4.1 ff.) diagnostiziert wurde, fehlen entsprechende fachärztliche (pneumologische)
Untersuchungen und Würdigung der entsprechenden medizinischen Vorakten. Allein
schon das Fehlen eines Gutachters der pneumologischen Fachrichtung stellt einen
erheblichen Mangel an der ABI-Begutachtung dar. Hinzu kommt, dass der
begutachtende Internist keine der vorstehend genannten medizinischen Fachliteratur
entsprechenden Untersuchungen vorgenommen hat. Mit anderen Worten
berücksichtigt das ABI-Gutachten nicht in rechsgenüglicher Weise das Beschwerdebild
des Beschwerdeführers und beruht nicht auf den erforderlichen eingehenden
medizinischen Untersuchungen. Allein schon aufgrund dieser schweren Mängel kann
dem ABI-Gutachten kein Beweiswert zukommen. Die Tatsache, dass der internistische
Gutachter selbst keine eigene Beurteilung oder gar eine eigene Diagnose im ABI-
Gutachten macht, weckt zusätzlich Zweifel an der Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens.
Des Weiteren bestehen Widersprüche zwischen dem psychiatrischen und
orthopädischen Teilgutachten. So hält der psychiatrische Teilgutachter fest, die
geklagten körperlichen Beschwerden hätten somatisch nicht objektiviert werden
können (act. G 4.1/65.9), während der orthopädische Gutachter angibt,
"zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die vom Exploranden
angegebenen Beschwerden durch die heute objektivierbaren Befunde zumindest
teilweise erklären lassen" (act. G 4.1/65.14). Auch äussert sich der orthopädische
Gutachter nicht zu den medizinischen Vorakten. Er begründet den Verzicht auf eine
entsprechende Stellungnahme damit, dass eine kürzliche fachärztliche Einschätzung
zur Situation am Bewegungsapparat nicht vorliege (act. G 4.1/65.15). In Anbetracht der
vorliegenden Rentenrevision, wo gerade eine Auseinandersetzung mit den vor Jahren
zurückliegenden medizinischen Verhältnissen erforderlich ist und die entscheidende
Frage, ob sich die Verhältnisse in revisionserheblicher Weise verändert haben,
http://www.pneumologie-kssg.ch/Schlafmedizin/Schlafapnoe
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beantwortet werden muss, ist das Verhalten des orthopädischen Teilgutachters nicht
nachvollziehbar und unsorgfältig.
4.5 Zusammenfassend ist in tatsächlicher Hinsicht festzuhalten, dass das ABI-
Gutachten an erheblichen Mängel leidet. Daher ist es nicht beweistauglich und kann für
die Beurteilung der vorliegenden Revisionsfrage nicht hinzugezogen werden. Zu prüfen
bleibt daher die Frage, ob der übrigen medizinischen Aktenlage eine revisionerhebliche
Änderung der tatsächlichen Verhältnisse entnommen werden kann.
4.5.1 Dr. B._ hält im Verlaufsbericht vom 4. September 2006 zwar fest, der
Gesundheitszustand sei seither stationär geblieben. "Der Gesundheitszustand hat sich
seit dem letzten Bericht kaum geändert." Dennoch hält er fest, dass sich die
Rückenbeschwerden verbessert hätten, da der Körper des Beschwerdeführers nicht
belastet werde, und die depressiven Verstimmungen derzeit nicht behandelt würden
(act. G 4.1/57.1 ff.). Dr. B._ äussert sich aber nicht zur Frage, ob und in welchem
Umfang sich die Arbeitsfähigkeit verbessert habe.
4.5.2 Gestützt auf den Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 4. September 2006 bestehen
Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert
hat. Die Frage, ob und in welchem Umfang sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers revisionserheblich verbessert hat, kann aber weder anhand des
Verlaufsberichts von Dr. B._ vom 4. September 2006 noch anhand der übrigen
medizinischen Aktenlage schlüssig beurteilt werden. Die Sache ist deshalb zur
ergänzenden medizinischen Beurteilung an die Verwaltung zurückzuweisen. Diese wird
im Rahmen eines Obergutachtens abzuklären haben, ob und gegebenenfalls wie sich
der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
geeigneten Verweisungstätigkeit bis am 29. Oktober 2007 (Erlasszeitpunkt der
angefochtenen Verfügung; act. G 4.1/78) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
entwickelte. Sollte sich ergeben, dass bis 29. Oktober 2007 (Verfügungszeitpunkt) mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingetreten
ist, wird die Verwaltung eine neue Invaliditätsbemessung durchzuführen haben. In der
Folge wird die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch revisionsweise neu zu
verfügen haben. In Anbetracht des vielschichtigen Beschwerdebildes wird die
Beschwerdegegnerin nicht umhin kommen, ein neues interdisziplinäres Obergutachten
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erstellen zu lassen. Da der Beschwerdeführer durch das KSSG bereits eingehend
pneumologisch untersucht wurde, wird die Beschwerdegegnerin zweckmässigerweise
das KSSG unter Mitwirkung der bereits involvierten Schlafmediziner mit der
interdisziplinären Begutachtung beauftragen.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass selbst bei Verneinung eines
Revisionsgrundes die angefochtene Verfügung mit der substituierten Begründung der
Wiedererwägung geschützt werden könne.
5.2 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung steht es den
Sozialversicherungsgerichten bei Feststellung zweifelloser Unrichtigkeit frei, die auf Art.
17 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit der substituierten
Begründung der Wiedererwägung zu schützen (BGE 125 V 369 E. 2 mit Hinweisen).
Das Versicherungsgericht hat im Urteil vom 3. Dezember 2007, IV 2006/181, eingehend
dargelegt, weshalb es die genannte höchstrichterliche Rechtsprechung für
unzutreffend hält. Es wäre Sache der Beschwerdegegnerin, über eine Wiedererwägung
zu befinden. Das Gericht ist dazu jedenfalls nicht verpflichtet.
6.
Dass die durch das Schlafapnoesyndrom bedingte Behinderung mittels – der bereits
vor Erlass der Rentenverfügung abgebrochenen (act. G 4.1/4.2) – CPAP-Therapie
behoben werden könnte, wie das die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
vom 23. Januar 2008 geltend macht (act. G 4, S. 5), wird noch zu prüfen sein. Eine
erste Therapie erwies sich zunächst offenbar als problemlos (act. G 4.1/411). Die
Umstände, weshalb der Beschwerdeführer die Therapie im Jahr 2002 nicht fortführte,
sind ungeklärt. Dr. D._ hielt fest, dass der Beschwerdeführer die Behandlung nicht
weiterführen konnte, ohne eine Begründung anzugeben (act. G 4.1/4.2). Auch Dr. B._
gab keine Begründung; nach ihm klappte es mit dem Beatmungsapparat nicht (act. G
4.1/52.2). Im Bericht des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin des KSSG vom
7. März 2008 heisst es, dass die CPAP-Therapie im Jahr 2002 wegen Maskenintoleranz
abgebrochen worden sei. Bei den erneuten Therapieversuchen anfangs 2008 seien
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Panikattacken aufgetreten (act. G 10.1, S. 1). In der Fachliteratur ist anerkannt, dass
eine Klaustrophobie Probleme bei der Anwendung der CPAP-Therapie bereitet (vgl.
Sven Rostig, "Proportional Positive Airway Pressure" (PPAP): Ein neues Konzept zur
Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe, Inaugural-Dissertation zur Erlangung des
Doktorgrades der gesamten Medizin der Philipps-Universität Marburg, 2001, S. 19, mit
Hinweisen auf die Literatur). Ob und wieweit solche Probleme eine erfolgreiche CPAP-
Therapie behindern, wird die Beschwerdegegnerin noch abzuklären haben.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 29. Oktober 2007 aufzuheben, und die
Sache ist zur Anordnung eines Obergutachtens im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Da sie gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b des st. gallischen
Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der Sozialversicherungsanstalt und damit Teil
einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP
(Befreiung von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl.
Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen –
dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer
zurückerstattet.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
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61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG