Decision ID: ad62808d-59b8-40e5-8895-15d1864a94bb
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Erben des X._ sel.:
1. A._,
2. B._,
3. C._,
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4. D._,
5. E._,
Beschwerdeführer,
alle vertreten durch lic. iur. Shani Asllani, Oberstadtstrasse 4, Postfach 120,
8501 Frauenfeld,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der Versicherte X._ meldete sich im Oktober 2008 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Er sei aufgrund von Schmerzen im Arm und
der linken Schulter seit 17. März 2008 zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 1-7). Vom 1.
September 1996 bis 31. Oktober 2007 war er als Maschinenführer tätig gewesen (IV-
act. 22-1). Am 15. August 2007 hatte der Versicherte das Arbeitsverhältnis bei der
Y._ GmbH gekündigt und per 1. November 2007 eine selbstständige Tätigkeit als
Wirt im Restaurant Z._ aufgenommen (IV-act. 22-6, 28-2). Dazu hatte er zusammen
mit seiner Ehefrau die F._ GmbH mit Sitz in G._ gegründet, wobei das
Stammkapital im Verhältnis 19 (Versicherter) zu 1 (Ehefrau) aufgeteilt worden war (IV-
act. 11).
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A.b In der Folge tätigte die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen (SVA) Abklärungen. Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. H._,
FMH Innere Medizin, teilte dem Regionalärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD) am
27. November 2008 telefonisch mit, der Versicherte leide seit Herbst 2006 an be
lastungsabhängigen linksseitigen Schulterschmerzen mit Bewegungseinschränkungen
(AC-Gelenksarthrose, Tendinose der Supraspinatussehne). Ausserdem bestehe ein
insulinpflichtiger Diabetes mellitus mit monatlichen Kontrollen. Im Frühjahr 2008 sei es
zu einer erneuten Schmerzexazerbation gekommen. Es sei eine Operationsindikation
gestellt worden. Der Versicherte stehe einer Operation jedoch ablehnend gegenüber. Er
sei selbstständigerwerbend als Koch in einem Restaurationsbetrieb tätig. Er gebe an,
er könne mit links keine schweren Pfannen und andere Lasten heben. Es bestünden
Einschränkungen bei sämtlichen Überkopfarbeiten, seitlichem Heben etc. Provisorisch
sei von mindestens einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Grundsätzlich
sollte jedoch eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit erreicht
werden (IV-act. 15-1 f.). Dem unterzeichneten Gesprächsprotokoll legte der Hausarzt
diverse spezialärztliche Untersuchungsberichte bei (IV-act. 15-4 ff.).
A.c Am 10. November 2009 fand eine Abklärung vor Ort statt. Aufgrund des dabei
angestellten Betätigungsvergleichs hielt die Abklärungsperson eine Arbeitsfähigkeit als
Gastwirt und Koch von 32% fest. Eingliederungsmassnahmen im Restaurantbetrieb
seien nicht möglich (IV-act. 59-1 ff.).
A.d Am 5. Januar 2010 berichtete RAD-Arzt Dr. med. I._, Facharzt für orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Zertifizierter Gutachter SIM,
über die orthopädische RAD-Untersuchung vom 22. Dezember 2009 (IV-act. 51-1 ff.).
In der Tätigkeit als Koch sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Gleiches gelte für die
Tätigkeit als Maschinenführer. In einer gut leidensadaptierten Tätigkeit könne von einer
Arbeitsfähigkeit von 70% ausgegangen werden (IV-act. 51-5 f.).
A.e Am 11. Juni 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen bestünde (IV-act. 68). Mit Vorbescheid vom 22. Juni 2010
stellte sie ihm in Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen (IV-
act. 71).
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A.f Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte, vertreten durch MLaw D. Fischer,
schadenanwaelte.ch, Zug, am 19. Juli 2010 Einwand erheben (IV-act. 75). Am
15. September 2010 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 79).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
R. Deecke, schadenanwelte.ch, Zug, am 6. Oktober 2010 Beschwerde erheben (act.
G 1). Die Verfügung vom 15. September 2010 sei unter Kosten- und Entschädigungs
folge aufzuheben. Der Invaliditätsgrad sei nach der ausserordentlichen Berechnungs
methode festzulegen und dem Beschwerdeführer sei gestützt auf den so ermittelten
Invaliditätsgrad von 68% eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2010 beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.c Am 22. November 2011 teilte MLaw D. Fischer dem Versicherungsgericht mit,
dass der Versicherte am 9. Juni 2011 an einem Herzinfarkt verstorben sei. Die Erben
des Versicherten hätten sich entschlossen, in den hängigen Prozess einzutreten. Die
Anwaltskanzlei schadenanwaelte.ch sei dazu mit der Interessenvertretung beauftragt
worden (act. G 7). Dem Schreiben legte er die Todesurkunde sowie die Vollmachten
der Erben bei (act. G 7.1 ff.).
B.d Am 21. Dezember 2011 informierte MLaw D. Fischer, dass er die Erben des Ver
sicherten per sofort nicht mehr vertrete (act. G 8).
B.e Die verfahrensleitende Richterin des Versicherungsgerichts ersuchte die Witwe
des Versicherten am 5. Januar 2012 um Zustellung der Erbbescheinigung sowie gege
benenfalls um Bekanntgabe eines allfälligen Erbenvertreters (act. G 9). Am 15. Januar
2012 zeigte lic. iur. S. Asllani, Beratungszentrum, Frauenfeld (www.emigranti.ch), die
Übernahme der Vertretung der Witwe des Versicherten an. Sowohl Frau A._ als auch
die Erben würden den Prozess betreffend Leistungen der IV für den Verstorbenen
weiterführen wollen. Dem Schreiben legte er die Vollmacht der Witwe bei (act. 11).
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B.f Am 26. Juni 2012 reichte der Vertreter der Witwe dem Versicherungsgericht die
Erbbescheinigung, einen Obduktionsbericht des Instituts für Rechtsmedizin der Uni
versität Zürich vom 2. Februar 2012 sowie die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt
schaft I des Kantons Zürich betreffend der Untersuchung des Todesfalls nach. Voll
machten zur Vertretung der übrigen Erben des Verstorbenen brachte der Vertreter der
Witwe dem Gericht jedoch nicht bei (act. G 13).
B.g Der Erbbescheinigung war zu entnehmen, dass sämtliche Erben die Erbschaft des
Verstorbenen angetreten hatten. Ausgehend davon, dass die Erben den Prozess
einzeln weiterzuführen beabsichtigten, räumte die verfahrensleitende Richterin dem
Rechtsvertreter der Witwe sowie den restlichen Erben des Versicherten, bestehend aus
den Nachkommen B._, C._, D._ und E._, Frist zur Stellungnahme zur
Streitsache ein (act. G 14 f.).
B.h Am 5. November 2012 teilte lic. iur. S. Asllani dem Gericht mit, dass die Erben
den Prozess gemeinsam fortführen würden. Dem Schreiben legte er die Vollmachten
sämtlicher Nachkommen des Verstorbenen bei. Sodann beantragte er, es sei der
Obduktionsbericht vom 2. Februar 2012 beim Entscheid zu berücksichtigen (act. G 16).
B.i Am 10. Dezember 2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellung
nahme zum Obduktionsbericht (act. G 19).

Erwägungen:
1.
Nach Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Beschwerdeführung legitimiert, wer durch die ange
fochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat. Der Versicherte, der am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
hatte, war als Adressat durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hatte
an deren Aufhebung ebenso ein schutzwürdiges Interesse wie aktuell seine Erben bzw.
die Beschwerdeführenden, welche ausdrücklich erklärt haben, das vorliegende Be
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schwerdeverfahren in eigenem Namen weiterführen zu wollen (vgl. hierzu auch Art. 560
und Art. 566 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB,
SR 210). Die Erben des Versicherten sind folglich zur Beschwerdeführung legitimiert,
und es kann auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde eingetreten
werden (vgl. Art. 60 ATSG).
2.
2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Be
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumut-barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a);
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht An
spruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente.
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Be
schwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
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welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuver
lässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Be
weiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.5 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Er
mittlung des Valideneinkommens muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bis
herige Tätigkeit erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom
letzten Lohn auszugehen, der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde.
Dieses Gehalt ist wenn nötig der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
anzupassen (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59). Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV
vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungsrechtlich massgebenden
hypothetischen Vergleichseinkommen mit den nach AHV-Recht beitragspflichtigen
Erwerbseinkommen kann das Valideneinkommen aufgrund der Einträge im
Individuellen Konto der AHV (IK) bestimmt werden. Dies gilt namentlich für
Selbstständigerwerbende (SVR 2010 IV Nr. 26 S. 79, 8C_9/2009 E. 3.3; SVR 2009 IV
Nr. 28 S. 79, 8C_576/2008 E. 6.2 u. 6.3; Urteile 9C_8/2012 vom 12. März 2012 E. 2.1; I
705/05 vom 4. Januar 2007 E. 3.1 u. 3.2; I 305/02 vom 29. Januar 2003 E. 2.2.1).
2.6 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad grundsätzlich aufgrund
eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise
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zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Insoweit die
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind
sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so
gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs; BGE 130 V 348 E. 3.4, BGE 128 V 29 E. 1).
3.
3.1 Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Ver
sicherten auf Rentenleistungen zu Recht verneint hat.
3.2 Der ehemalige Rechtsvertreter des Versicherten bemängelte insbesondere die
Berechnungsmethode des Invaliditätsgrads. Er machte im Wesentlichen geltend, dass
es dem Versicherten nicht zumutbar gewesen sei, von der selbstständigen in eine
unselbstständige Erwerbstätigkeit zu wechseln. Bereits aufgrund seines fortge
schrittenen Alters habe ein klarer Grenzfall vorgelegen. Auch sei der Versicherte auf
dem Stellenmarkt wegen seiner angeschlagenen Gesundheit im Vergleich zu gesunden
Mitbewerbern erheblich benachteiligt gewesen. Hinzu komme eine relativ schlechte
Ausbildung. Die Schadenminderungspflicht könne bei einer verbleibenden
Bezugsdauer von Invalidenleistungen von acht Jahren nicht mehr derart streng beurteilt
werden. Im Weiteren könne dem Versicherten nicht zum Vorwurf gemacht werden,
dass er den Schritt in die Selbstständigkeit im Wissen um die bestehenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen gemacht habe. Die Einschränkungen in der Arbeits-
und Leistungsfähigkeit seien nämlich erst während der Tätigkeit als Koch und Gastwirt
eingetreten, als er im März 2008 mit zwei Harassen im Keller gestürzt sei. Davor sei
seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit auch bei der schweren Arbeit als
Maschinenführer nie eingeschränkt gewesen. Sodann seien die persönlichen und
familiären Verhältnisse mit zu beachten. Im Restaurant des Versicherten hätten auch
mindestens zwei seiner Familienmitglieder eine Arbeitsstelle gefunden. Ferner dürfe
nicht unerwähnt bleiben, dass mit Fr. 35'000.-- eine grosse Summe Geld in den Betrieb
investiert worden sei. Die Aufgabe des Restaurants hätte daher zu einem grossen
finanziellen Schaden geführt. Schliesslich werde bestritten, dass die Erfolgs- und
Bilanzzahlen zur Berechnung des Invaliditätsgrads herangezogen werden könnten. Der
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bei Aufnahme der Selbstständigkeit provisorisch festgesetzte Lohn von Fr. 4'500.--
monatlich sei keine verlässliche Basis für die Berechnung des Invaliditätsgrads. Aus all
diesen Gründen sei eine erzwungene Aufgabe des Restaurants nicht verhältnismässig.
Deshalb sei der Versicherte gestützt auf den Abklärungsbericht für
Selbstständigerwerbende aufgrund einer Einschränkung von 68% mit einer
Dreiviertelsrente zu berenten (act. G 1).
3.3 In der Beschwerdeantwort machte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen
geltend, dass dem Versicherten ein Wechsel von seiner bisher selbstständigen zu einer
unselbstständigen Erwerbstätigkeit zuzumuten gewesen wäre. Das ausserordentliche
Bemessungsverfahren komme daher für die Bestimmung des Invaliditätsgrads von
vornherein nicht in Frage. Da sich der Betrieb noch in der Aufbauphase befunden habe,
könnten jedoch zur Invaliditätsbemessung keine brauchbaren Zahlen ermittelt werden.
Sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen könne daher auf die
Tabellenlöhne abgestellt werden. Ein eigentlicher Einkommensvergleich müsse gar
nicht gemacht werden, da ohnehin feststehe, dass der Versicherte bei einer
Einschränkung von 30% eine Einkommenseinbusse in derselben Höhe habe
hinnehmen müssen, welche auch gleich dem Invaliditätsgrad entspräche (act. G 4).
3.4 Mit Stellungnahme vom 5. November 2012 liessen die Beschwerdeführer die Be
rücksichtigung des Obduktionsberichts des Instituts für Rechtsmedizin der Universität
Zürich vom 2. Februar 2012 beantragen (act. G 16).
4.
4.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht davon
ausgegangen ist, dass der Versicherte seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei der Y._
GmbH nicht aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hatte. Der Versicherte
begründete seine Kündigung explizit damit, dass er in das Gastgewerbe einsteigen
wolle (IV-act. 22-6). Die Arbeitgeberin hielt denn auch fest, dass der Versicherte
während seiner Anstellung keine gesundheitlichen Einschränkungen hatte (IV-act.
22-4). Nicht zu beanstanden ist ferner die Qualifikation des Versicherten als
Selbstständigerwerbender. Gemäss Handelsregisterauszug war er als Geschäftsführer
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der F._ GmbH einzelzeichnungsberechtigt. Vom Stammkapital von Fr. 20'000.-- hielt
er einen Stammanteil von Fr. 19'000.-- (IV-act. 11).
4.2 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt:
4.3 RAD-Arzt Dr. I._ stellte im Bericht vom 5. Januar 2010 (IV-act. 51-1 ff.) folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (ICD 10-Code): Impingement-
Symptomatik an der linken, adominaten Schulter (M75.4) bei AC Gelenks
arthrose (M19.91) und Status nach zweimaliger subacromialer Infiltration (29.11.2006;
22.02.2007). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein Diabetes mellitus
Typ 1 (Erstdiagnose 1996; Behandlung mit Insulin und Tabletten) und Status nach
komplexer Daumenverletzung links (1987) sowie Status nach Amputation des End
gliedes Dig. II links. Es sei beim Versicherten im Jahr 2004 ohne klar eruierbares
Moment zu linksseitigen Schulterschmerzen gekommen. Seit dem Unfallereignis vom
Februar 2008 (Sturz mit je einem Harass Bierflaschen in beiden Händen; IV act. 51-3)
leide er sehr ausgeprägt an den Beschwerden des linken Schultergelenks. Es handle
sich hierbei um belastungsunabhängige Dauerschmerzen, eine deutlich eingeschränkte
Beweglichkeit, ein Taubheitsgefühl im linken Arm sowie eine verminderte Kraft in der
adominaten oberen Extremität. Durch zweimalige Infiltration sei eine kurzzeitige
Besserung der Symptomatik eingetreten. Mittels MRI hätten keine Verletzungen der
Rotatorenmanschette nachgewiesen werden können. Es könne somit davon ausge
gangen werden, dass es sich um eine subacromiale Impingement-Symptomatik handle
(IV-act. 51-5). Der Versicherte habe im Kosovo eine Ausbildung als Koch absolviert.
Erfahrungsgemäss handle es sich dabei um eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit,
die den normalen Einsatz beider oberer Extremitäten erfordere. Unter diesen
Umständen sei in der Tätigkeit als Koch keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Ebenso
bestünde keine Arbeitsfähigkeit mehr in der schweren Arbeit als Maschinenführer. Die
im Abklärungsbericht vom 10. November 2009 dargelegten Einschränkungen bei der
Tätigkeit als Gastwirt seien medizinisch nachvollziehbar. Es sei in dieser Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 32% ermittelt worden. In einer gut leidensangepassten Tätigkeit
könne von einer Arbeitsfähigkeit von 70% ausgegangen werden. Es müsse sich um
eine Tätigkeit handeln, bei der der linke Arm lediglich im Sinn einer Zudienfunktion
eingesetzt werde. Nicht möglich seien repetitive Bewegungen und Bewegungen über
45 Grad. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich dadurch, dass der
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Versicherte die Arbeiten nur in reduziertem Tempo durchführen könne. Auch
Verrichtungen am Boden seien deutlich erschwert, da die ungewohnten
Körperhaltungen unweigerlich eine Anpassung der rechten oberen Extremität zum
Ausüben des Gleichgewichts bedingen würde, wofür die linke, weitgehend
funktionslose Seite nicht eingesetzt werden könne (IV-act. 51-5 f.).
4.4 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurde das Obduktionsgutachten des
Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 2. Februar 2012 eingereicht
(act. G 13). Die Beschwerdeführer haben dessen Berücksichtigung beantragt. Recht
sprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 132
V 220 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Neue Tatsachen, die sich vor Erlass der streitigen
Verfügung verwirklicht haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr
nicht berücksichtigt wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor Versicherungs
gericht jedoch vorgebracht werden und sind zu würdigen. Tatsachen, die sich erst
später verwirklicht haben, sind soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegen
stand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1). Es kann nicht von vornherein ausgeschlossen
werden, dass das Obduktionsgutachten über solche relevante Tatsachen berichtet,
weshalb es als Beweismittel in die Würdigung des Sachverhalts einzubeziehen ist.
4.5 Anlässlich der Obduktion konnten beim Versicherten schwere, vorbestehende
Herzveränderungen festgestellt werden. Es habe sich autoptisch ein auf 540 g
vergrössertes Herz gefunden. An den Herzkranzgefässen sei eine sogenannte 3-Ast-
Erkrankung zur Darstellung gekommen. Insgesamt hätten in allen Herzkranzgefässen
Einengungen bis 90% bestanden. In der linken Herzkammerwand sei feingeweblich ein
teils umschriebener, teils diffuser Ersatz von Herzmuskelgewebe durch Bindegewebe
nachweisbar gewesen; unter der Herzinnenhaut der Stellmuskeln der Klappen der
linken Herzkammer hätten sich einzelne Kontraktionsbandnekrosen gefunden. Der fein
geweblich erstellte Nachweis von bindegewebigem Ersatz von Herzmuskelgewebe
belege, dass die Einengungen der Herzkranzarterien bereits früher eine Mangel
versorgung von Herzmuskelzellen mit anschliessendem Absterben gewisser dieser
Zellen mit sich gebracht habe. Kompensatorisch sei es zu einer Vergrösserung des
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Herzens gekommen. Bei einem auf über 500 g vergrösserten Herz könne sich jederzeit
auch ohne äusseren Anlass eine tödliche Herzrhythmusstörung ereignen (act. G 13.3).
4.6 Aus den zur Arbeitsfähigkeitsschätzung beigezogenen medizinischen Akten lassen
sich keine Hinweise entnehmen, dass beim Versicherten aufgrund der Herzerkrankung
Beschwerden aufgetreten wären, die seine Arbeitsfähigkeit hätten beeinflussen
können. Vielmehr hielt Dr. I._ betreffend die kardiale Systemanamnese fest, dass
keine Orthopnoe vorliege. Weder seien pektanginöse Beschwerden noch arterielle
Hypertonie bekannt (IV-act. 51-1). Sodann ergibt sich aus dem Obduktionsbericht,
dass der Versicherte erst eine Woche vor seinem Tod über Beschwerden klagte, die
seinen Hausarzt dazu veranlassten, kardiologische Untersuchungen durchzuführen
(act. G 13.3). Unter diesen Umständen kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass die Herzerkrankung bis kurz vor Eintritt des
Herzversagens keine wesentlichen Beschwerden verursachte, und die von Dr. I._
festgestellte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit einzig im Zusammenhang mit den
linksseitigen Schulterbeschwerden aufgrund des Impingement-Syndroms und der AC-
Gelenksarthrose stand.
4.7 Im Übrigen wird die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ nicht substantiiert
bemängelt. Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist diese auch nicht in Frage zu
stellen. Dr. I._ stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, auf die eigene per
sönliche Befragung und orthopädische Untersuchung des Versicherten. Sein Bericht ist
für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und be
rücksichtigt die beklagten Beschwerden. Zudem sind die Ausführungen in der Be
urteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein
leuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Insgesamt sind keine
Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf den Arztbericht von Dr. I._ abgestellt werden
sollte.
4.8 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass in Übereinstimmung mit Dr. I._ von einer
damaligen Arbeitsfähigkeit von 70% in einer gut leidensangepassten Tätigkeit ausge
gangen werden kann. Der Obduktionsbericht vermag diese Einschätzung nicht zu er
schüttern.
5.
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5.1 Zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer - im Sinn des Standpunktes der Be
schwerdegegnerin - aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht die Aufgabe der
selbstständigen Tätigkeit zumutbar gewesen wäre.
5.2 Die Rechtsprechung leitet die Pflicht der versicherten Person zur beruflichen Neu
eingliederung aus dem Gebot der Schadenminderung ab; die versicherte Person soll
alles ihr Zumutbare unternehmen, um die erwerblichen Folgen ihres Gesundheits
schadens bestmöglich zu mindern, denn die Sozialversicherung soll nicht Schäden
ausgleichen müssen, die die versicherte Person durch zumutbare geeignete Vorkehren
selbst beheben oder vermindern kann. Eine versicherte Person ist daher unter Um
ständen invalidenversicherungsrechtlich so zu behandeln, wie wenn sie ihre Tätigkeit
als Selbstständigerwerbende aufgibt, d.h. sie sich im Rahmen der Invaliditätsbe
messung jene Einkünfte anrechnen lassen muss, welche sie bei Aufnahme einer
leidensangepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen
könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2011 vom 11. Juni 2012 E. 6.3). Die
Frage, ob und gegebenenfalls welche berufliche Neueingliederung von einer ver
sicherten Person im Rahmen ihrer Pflicht zur Schadenminderung verlangt werden kann,
beantwortet sich nach dem Grundsatz der Zumutbarkeit, der als Teilgehalt im
verfassungsmässigen Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) enthalten
ist (Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, § 4
Rz 26 ff.). Von der versicherten Person kann daher nur eine berufliche Umstellung
verlangt werden, die ihr unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub
jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar ist, d.h. es darf sich nicht um
realitätsfremde und in diesem Sinne unmögliche oder unverhältnismässige Vorkehren
handeln. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels sind insbesondere
das Alter der versicherten Person, die Art und Dauer ihrer bisherigen Berufstätigkeit,
deren selbstständige oder unselbstständige Ausübung, die mit einer beruflichen Neu
eingliederung verbundene Veränderung der sozialen Stellung der versicherten Person,
ihre persönlichen und familiären Verhältnisse sowie die entsprechend grössere oder
geringere Flexibilität hinsichtlich ihres Wohn- und Arbeitsortes massgebend. Ins
Gewicht fällt auch die Art und Dauer der beanspruchten Versicherungsleistungen sowie
deren Kosten. Denn die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht sind
zulässigerweise dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der
Sozialversicherung in Frage steht, wie dies beispielsweise bei Rentenleistungen an
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relativ junge Versicherte der Fall ist, denen in einer neuen beruflichen Tätigkeit noch
eine lange Aktivitätsperiode verbleibt (vgl. m.w.H. das Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 23. Dezember 2004 [I 316/04], E. 2.2).
5.3 Vorliegend kann nicht von einer lange andauernden selbstständigen Erwerbs
tätigkeit, die einem Wechsel in eine unselbstständige Erwerbstätigkeit entgegen
gestanden hätte, ausgegangen werden. Im massgebenden Zeitpunkt der Verfügung
dauerte die selbstständige Erwerbstätigkeit knapp drei Jahre an, wobei sich der Sturz,
welcher den Gesundheitsschaden verursachte, bereits rund vier Monate nach Auf
nahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit ereignete. Davor war der Versicherte voll
zeitig als unselbstständig Erwerbender ausserhalb des Gastgewerbes tätig (betreffend
Nebenerwerb aus selbstständiger Tätigkeit vgl. nachfolgend E. 7.6). Das Restaurant
befand sich noch in einer Aufbauphase, sodass keine stabile erwerbliche Situation
vorlag (IV-act. 59-1 ff.). Überdies hätte die Aufgabe der selbstständigen
Erwerbstätigkeit nicht per se zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen müssen. Es
ist nicht auszuschliessen, dass der Restaurantbetrieb durch Einstellung eines
Geschäftsleiters hätte aufrecht erhalten werden können. Möglicherweise hätte diese
Position auch von dem bereits im Betrieb angestellten Sohn des Versicherten (IV-act.
59-4) übernommen werden können. Angesichts der hohen Hürden, welche das
Bundesgericht in seiner Rechtsprechung für die Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl. dazu Zusammenstellung der
Rechtsprechung im Urteil 9C_437/2008 vom 19. März 2009 E. 4 mit weiteren
Hinweisen) hätte auch das Alter des im Zeitpunkt der von Dr. I._ festgestellten
Restarbeitsfähigkeit (vgl. Urteil 9C_149/2011 vom 25. Oktober 2012 E. 3.4) bzw. im
einige Monate darauf folgenden Verfügungszeitpunkt knapp 57-jährigen Versicherten
nicht gegen einen Wechsel in eine unselbstständige Erwerbstätigkeit gesprochen.
Überdies fällt ins Gewicht, dass der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit,
die er bis zum AHV-Rentenalter noch acht Jahre hätte ausüben könne, immerhin noch
zu 70% arbeitsfähig war. Demgegenüber wurde die Arbeitsfähigkeit im
Restaurantbetrieb lediglich noch auf 32% geschätzt. Unter Würdigung der gesamten
Umstände wäre dem Versicherten im Rahmen der Schadenminderungspflicht ein
Wechsel in eine unselbstständige leidensangepasste Tätigkeit zumutbar gewesen.
6.
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6.1 Weil die Invalidität auf der Basis eines Berufswechsels zu ermitteln ist, kommt der
Einkommensvergleich zur Anwendung (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1 IVG; Urteil I 38/06
vom 7. Juni 2006 E. 3.3 und 4).
6.2 Bei der Invaliditätsbemessung berücksichtigte die Beschwerdegegnerin ein
Valideneinkommen von Fr. 58'000.-- (IV-act. 69-1). Dieses ermittelte sie auf Basis des
dem Versicherten im Jahr 2008 von der GmbH ausbezahlten Gehalts von monatlich
Fr. 4'500.-- zuzüglich eines 13. Monatsgehalts (vgl. IK-Auszug: IV-act. 28-3, 66-1).
Beim Invalideneinkommen stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne
der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 (IV-act. 69-2, 79-2).
6.3 Die Rente der Invalidenversicherung ist grundsätzlich eine Erwerbsausfall-Ver
sicherungsleistung. Versichert ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, sondern der
durch den Gesundheitsschaden verursachte Verlust der Erwerbsmöglichkeit.
Umgekehrt deckt die Invalidenversicherung nur diejenigen Erwerbsverluste ab, die
durch Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht sind, nicht Einbussen, die auf andere
Gründe (z.B. wirtschaftliche, persönliche usw.) zurückzuführen sind (BGE 135 V 58 E.
3.4.1 S. 60). Gestützt auf diesen Grundsatz schliesst die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zwar nicht aus, dass auch bei Erwerbstätigen unter Umständen nicht
auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt wird. Das trifft namentlich bei
selbstständig Erwerbenden dann zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine
nicht einträgliche selbstständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der
Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte selbstständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen
Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbstständigen
Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote
auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der
Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere
Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten
(BGE 135 V 58 E. 3.4.6 S. 64). Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung
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der Einkommen bei selbstständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (vgl. BGE 135 V
58 E. 3.4.7 S. 65; Urteile 8C_508/2011 vom 6. Oktober 2011 E. 4.2.2; 8C_486/2008
vom 22. Dezember 2008 E. 3.2).
6.4 Nur bei besonders stabilen Verhältnissen eines Betriebs kann das Validenein
kommen Selbstständigerwerbender anhand der Einträge im IK-Konto bestimmt
werden. Vorliegend waren solche stabilen Verhältnisse jedoch nicht vorhanden. Der
Versicherte war erst vier Monate selbstständig erwerbend, als sich die
Schulterprobleme im März 2008 aufgrund eines Sturzes manifestierten. Insgesamt
dauerte die selbstständige Erwerbstätigkeit bis zum massgebenden
Verfügungszeitpunkt gerade knapp drei Jahre an und war noch in der Aufbauphase. Es
kann davon ausgegangen werden, dass die betriebliche Entwicklung in diesem
Zeitraum von verschiedenen, in ihrer Wirkung nicht im Einzelnen abschätzbaren
Faktoren beeinflusst war und nicht nur vom Gesundheitszustand des Versicherten
abhing. Unter diesen Umständen ist auch die Berücksichtigung des
Betriebsergebnisses gemäss Buchhaltung kein taugliches Mittel zur Bestimmung des
Valideneinkommens, zumal der Beschwerdegegnerin einzig die Bilanz und
Erfolgsrechnung aus dem Jahr 2008 vorlagen und der Betriebsgewinn offenbar auch
Mietzinseinnahmen und somit nicht direkt mit der Arbeitsleistung des Versicherten im
eigenen Betrieb zusammenhängende Einnahmen enthielt (vgl. IV-act. 78-4). Insgesamt
lässt sich aufgrund der kurzen Dauer der selbstständigen Erwerbstätigkeit zwischen
den erwähnten Grössen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29.
März 2012 E. 4.4) und der auf dem eigenen Leistungsvermögen des Versicherten
beruhenden Wertschöpfung keine Korrelation herstellen, sodass beim
Valideneinkommen weder auf das von der GmbH ausbezahlte Gehalt gemäss IK-
Auszug noch auf das Betriebsergebnis abgestellt werden kann. Ebensowenig erlauben
die Tabellenlöhne gemäss LSE eine verlässliche Einschätzung des Validenein
kommens, denn auch die Tabellenlöhne stehen in keinem Verhältnis zum Leistungs
vermögen des Versicherten.
6.5 Da sich allgemein kaum verlässlich voraussagen lässt, wie sich die selbständige
Erwerbstätigkeit des Versicherten einkommensmässig entwickelt hätte, ist im Rahmen
eines Einkommensvergleichs der Beizug des zuletzt vor Eintritt des Gesundheits
schadens erzielten Einkommens aus unselbständiger Erwerbstätigkeit als die ver
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lässlichste Methode zur Bestimmung des Valideneinkommens zu betrachten. Dieses
Vorgehen lässt sich auch dadurch rechtfertigen, dass der Gesundheitsschaden nur
gerade vier Monate nach Aufgabe der unselbständigen Tätigkeit eintrat. Gründe, die
dafür sprechen, dass der Versicherte sich längerfristig freiwillig mit einem gegenüber
der unselbständigen Tätigkeit geringeren Einkommen abgefunden hätte, sind nicht er
sichtlich. Die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit zielt denn in der Regel
auch darauf ab, mindestens das gleiche Einkommen wie in der zuvor unselbständigen
Erwerbstätigkeit zu erzielen. Für das Valideneinkommen ist demnach grundsätzlich auf
das vom Versicherten zuletzt aus der unselbstständigen Erwerbstätigkeit erzielte Ein
kommen abzustellen.
7.
7.1 Vor der Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit arbeitete der Versicherte
von 1996 bis 2006 als Maschinenführer im Schichtbetrieb bei der Firma J._ in K._
(IV-act. 59-2). Gemäss IK-Auszug erzielte er in diesem Zeitraum jährlich (schwankende)
Einkommen zwischen rund Fr. 60'000.-- bis Fr. rund 66'000.-- (IV-act. 66-2 ff.). Nach
Schliessung des Betriebs in K._ wechselte der Versicherte per Juli 2006 innerhalb
der Y._ Gruppe in das Werk L._ im Kanton M._ (IV-act. 59-2), wobei ein
Jahresgehalt von Fr. 63'227.-- vereinbart wurde (IV-act. 5). Überdies erhielt er - wohl
aufgrund des täglichen Arbeitswegs von rund 300 km (IV-act. 59-2) - zusätzlich eine
pauschale Aufwandentschädigung - von Fr. 1'000.-- monatlich (vgl. Lohnjournal, IV-act.
22-7 ff.). Gemäss IK-Auszug erzielte der Versicherte nach dem Wechsel in das Werk
L._ im zweiten Halbjahr 2006 ein Einkommen von Fr. 42'570.-- bzw. im Zeitraum
Januar 2007 bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses per Ende Oktober 2007 ein
Einkommen von Fr. 67'360.-- (IV-act. 24-2). Das nach dem Wechsel in das Werk L._
(auf das Jahr hochgerechnete) Erwerbseinkommen fiel somit deutlich höher aus, wobei
die Lohnsteigerung wohl mehrheitlich auf die pauschale Aufwandentschädigung
zurückzuführen gewesen sein dürfte. Die Lohnsteigerung stand daher nicht mit einem
Berufsaufstieg im Zusammenhang und trat zudem lediglich etwas mehr als ein Jahr,
und damit nur kurzfristig, in Erscheinung. Unter diesen Umständen erscheint es nicht
gerechtfertigt, beim hypothetischen Valideneinkommen auf das im IK-Auszug 2007
verbuchte Erwerbseinkommen abzustellen. Vielmehr sind zur Bestimmung des
hypothetischen Invalideneinkommens die Einkommensverhältnisse vor dem Wechsel in
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das Werk L._ heranzuziehen. Unter Berücksichtigung der schwankenden Einkommen
erscheint ein mittleres hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 63'000.-- plausibel.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung 2006 - 2009 (mutmasslicher Zeitpunkt des
Rentenbeginns) ist das hypothetische Valideneinkommen somit auf Fr. 66'800.-- (Index
Männer 2006 = 2014; 2009 = 2136) festzusetzen.
7.2 Ausgehend von einem zumutbaren Wechsel in eine leidensangepasste Tätigkeit
ist auf Seiten des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für
Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen.
Der Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter hat im Jahr 2009 Fr. 61'240.-- betragen (vgl.
den Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe
des IVG, die sich auf die Tabelle TA1 im Anhang zur LSE stützt).
7.3 Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, einen Abzug vom Tabellenlohn zu
prüfen. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn soll der Tatsache Rechnung getragen
werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in
fine). Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 75
Erw. 5b/bb-cc; Urteil 9C_721/2010 vom 15. November 2010 E. 4.2).
7.4 In Würdigung der gesamten Umstände, insbesondere, dass der Versicherte die
leidensangepasste Tätigkeit nur noch in Teilzeit hätte ausüben können (zum Teilzeit
abzug bei Männern vgl. Urteil 9C_833/07 E. 3.5; Urteil 9C_617/10 E. 4.3), erscheint ein
Abzug von 10% angemessen. Bei einer Einschränkung von 70% und einem Abzug
vom Tabellenlohn von 10% ergibt sich somit ein Invalideneinkommen von Fr. 38'581.20
(61'240 x 0.7 x 0.9).
7.5 Nach Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert ein Invali
ditätsgrad von 42% ([66'800 - 38'581.20] x 100/66'800) und damit ein Anspruch auf
eine Viertelsrente.
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7.6 Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob das gemäss IK-Auszug von 2001 bis
2006 mit Fr. 8'307.-- verbuchte Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit,
welches gemäss Angaben des Versicherten aus dem Betrieb der "Feierabendgarage"
seines Sohnes stammte (er selber sei dabei nicht aktiv gewesen; IV-act. 59-6), auf
Seiten des Valideneinkommens als Nebenerwerb zu berücksichtigen wäre. Denn selbst
wenn dieses Einkommen als Valideneinkommen zu berücksichtigen wäre, ergäbe sich
ein Invaliditätsgrad von rund 49% ([75'107 - 38'581.20] x 100/75'107) und damit eben
falls ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
7.7 Zu prüfen bleibt der Rentenbeginn. Der Versicherte war seit 17. März 2008
arbeitsunfähig. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. g IVG lief somit am 17. März
2009 ab. Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am 21. Oktober 2008 (Eingang
SVA). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Der
Rentenanspruch entstand somit per 1. April 2009.
8.
8.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 15. September 2010 aufzuheben.
Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung einer Viertelsrente mit Wirkung ab 1.
April 2009 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die
gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Den Beschwerdeführern ist der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
8.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (BGE 132 V 215 E. 6.2), weshalb die Beschwerdeführer grundsätzlich
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung haben. Der Versicherte war im Be
schwerdeverfahren zunächst (bis Ende 2011) durch einen in einem kantonalen Anwalts
register eingetragenen Rechtsanwalt vertreten. Es besteht Anspruch auf Kostenersatz
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für die damalige Rechtsvertretung. Angemessen erscheint eine pauschale Parteient
schädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP