Decision ID: f78d22b8-037e-4efb-885f-9bad03ab3d93
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ An der Bürgerversammlung der Politischen Gemeinde Rheineck vom 21. März 2005
wurden zwölf der insgesamt vierzehn Einbürgerungsgesuche abgelehnt. Auf
Kassationsbeschwerde (heute Abstimmungsbeschwerde) einer Stimmbürgerin hin hob
das Departement des Innern die ablehnenden Einbürgerungsbeschlüsse mit Entscheid
vom 23. August 2005 auf. Das Departement hielt fest, Einbürgerungsbeschlüsse seien
aufgrund der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung als Verwaltungsakte zu
betrachten. Die Einbürgerungswilligen hätten daher Anspruch auf rechtliches Gehör
und auf eine Begründung des Entscheids. Die standardisierte Begründung "mangelnde
Beteiligung am Städtlileben" sei ungenügend. Ausserdem seien die Entscheide
diskriminierend, da alle abgelehnten Bewerber moslemischen Glaubens seien. Gegen
den Entscheid des Departements des Innern erhob die Politische Gemeinde Rheineck
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Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Dieses hat die Beschwerde teilweise
gutgeheissen. Es hielt fest, aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien
Einbürgerungsentscheide Verwaltungsakte bzw. Verfügungen, die dem Willkürverbot
und dem Diskriminierungsverbot unterliegen. Einbürgerungsgesuchsteller hätten
Anspruch auf rechtliches Gehör sowie auf Begründung des Entscheids. Die
Anforderungen an die Begründungsdichte eines Einbürgerungsentscheids seien aber
aufgrund des Spannungsverhältnisses zwischen dem Anspruch der Gesuchsteller auf
eine Begründung und den direktdemokratischen Rechten der Stimmbürgerschaft weit
weniger hoch als bei Entscheiden von Rechtsmittelbehörden oder Gerichten. Die
ablehnenden Entscheide der Bürgerversammlung von Rheineck vom 25. März 2005
seien mit dem stereotypen Hinweis auf eine "mangelnde Beteiligung am Städtlileben"
dennoch unzureichend begründet. Allerdings läge keine Diskriminierung der
Gesuchsteller vor. Diese hätten zudem Anspruch auf Beteiligung am Verfahren gehabt.
Im Ergebnis habe das Departement des Innern die ablehnenden Entscheide zu Recht
wegen mangelhafter Begründung aufgehoben; die Angelegenheit sei aber zur
Beteiligung der Gesuchsteller am Verfahren an das Departement zurückzuweisen
(VerwGE B 2005/150 vom 6. Dezember 2005, publiziert auszugsweise in GVP 2005
Nr. 1 und vollständig in www.gerichte.sg.ch). Das Departement des Innern holte in der
Folge die Beteiligung der betroffenen Einbürgerungskandidaten nach. Diese erklärten,
an ihrem Gesuch festzuhalten. Das Departement hob hierauf am 27. April 2006 die
ablehnenden Einbürgerungsbeschlüsse auf und wies die Vorlagen an die Politische
Gemeinde Rheineck zurück. Es wies diese an, die Einbürgerungsvorlagen der nächsten
Bürgerversammlung vorzulegen, soweit die Gesuchsteller dannzumal die
Voraussetzungen noch erfüllten. Zwei der Einbürgerungswilligen ersuchten den
Einbürgerungsrat im folgenden um Rückstellung ihrer Gesuche. Die übrigen Gesuche
wurden vom Einbürgerungsrat nochmals geprüft und wiederum positiv beurteilt. Darauf
beantragte der Einbürgerungsrat der Bürgerschaft an der ordentlichen
Bürgerversammlung vom 19. März 2007, den Einbürgerungsgesuchen von A., B. und
C. (mit Sohn), X., D. (mit Ehegatte und Tochter), E. und F. (mit Kindern), G., H., I. und J.
zuzustimmen. An derselben Bürgerversammlung unterbreitete der Einbürgerungsrat
zudem die Einbürgerungsgesuche von K. und L. zur Abstimmung. An der
Bürgerversammlung wurden einzelne Einbürgerungsvorlagen diskutiert. Von insgesamt
zwölf Vorlagen wurde schliesslich diejenige von K. angenommen. Die vom
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Verwaltungsgericht und dem Departement des Innern bereits einmal beurteilten und an
die Politische Gemeinde Rheineck zurückgewiesenen Vorlagen, ebenso das neue
Gesuch von L., wurden abgelehnt.
B./ Mit Eingabe vom 4. April 2007 beanstandete L. beim Departement des Innern die
begründungslose Ablehnung ihres Einbürgerungsgesuchs und ersuchte um
Gutheissung ihrer Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 2. und 30. April 2007 erhoben A., B. und C.,
X., D. mit Ehemann, E. und F. Abstimmungsbeschwerde beim Departement des Innern
und beantragten, die ablehnenden Einbürgerungsbeschlüsse der Bürgerversammlung
Rheineck vom 19. März 2007 seien aufzuheben (Ziff. 1), ihren Einbürgerungsgesuchen
sei zu entsprechen und es sei ihnen das Gemeindebürgerrecht von Rheineck zu
erteilen (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Das Departement des Innern entschied am 2. Juni 2008 über die Begehren der
Beschwerdeführer. Es hiess die Abstimmungsbeschwerden teilweise gut, hob die
ablehnenden Beschlüsse der Bürgerversammlung vom 19. März 2007 auf und wies die
Fälle an die Politische Gemeinde Rheineck zurück, damit der Einbürgerungsrat die
Vorlagen an der nächsten Bürgerversammlung der Stimmbürgerschaft vorlegen könne,
sofern die Gesuchsteller dannzumal die Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllten (Ziff. 1
a bis 1 g). Soweit die Beschwerdeführer die Erteilung des Gemeinde- und des
Ortsbürgerrechts beantragten, wies das Departement die Abstimmungsbeschwerde ab
(Ziff. 2). Es wies die Politische Gemeinde Rheineck ausserdem darauf hin, dass bei
einer erneut ungenügend begründeten Ablehnung der Vorlagen die Erteilung des
Gemeinde- und Ortsbürgerrechts aufsichtsrechtlich angeordnet werden könnte (Ziff. 3).
Die amtlichen Kosten wurden zur Hälfte den Beschwerdeführern auferlegt;
ausseramtliche Kosten wurden nicht entschädigt (Ziff. 4 und 5).
C./ Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 19. Juni und 14. Juli 2008 erhoben A., B.
und C., D., E. und F. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, Ziff. 2, 4
und 5 des Entscheids des Departements des Innern vom 2. Juni 2008 seien
aufzuheben, ihren Einbürgerungsgesuchen sei zu entsprechen und ihnen das
Gemeindebürgerrecht von Rheineck zu erteilen, evtl. sei Ziff. 2 aufzuheben und die
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Vorinstanz anzuweisen, ihren Einbürgerungsgesuchen zu entsprechen und ihnen das
Gemeindebürgerrecht von Rheineck zu erteilen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, auch die
Aufsichts- und Rechtsmittelinstanzen seien zur Gewährleistung der Grundrechte
verpflichtet. Der Grundrechtsschutz und die darin umschriebene
Rechtsgewährleistungspflicht werde praktisch unterlaufen, wenn die
Beschwerdeführer, die das gesamte Einbürgerungsverfahren in den letzten vier bis fünf
Jahren bereits zweimal erfolgreich absolviert hätten, dann aber von der
Bürgerversammlung trotz positivem Antrag des Einbürgerungsrates rechtswidrig
abgelehnt worden seien, erneut in das Verfahren vor dem Einbürgerungsrat und der
Bürgerversammlung der Gemeinde zurückverwiesen würden. Departement und
Verwaltungsgericht hätten 2005/2006 klar entschieden, dass die Ablehnung der
Gesuche rechtswidrig gewesen sei. Wenn die Bürgerversammlung den rechtswidrigen
Ablehnungsentscheid bestätige, so habe sie zum Ausdruck gebracht, dass sie den
Entscheid der Rechtsmittelinstanz und Aufsichtsbehörde nicht akzeptiere. Wenn das
Departement trotz dieser klar manifestierten Haltung des zuständigen Gemeindeorgans
einen eigenen Entscheid verweigere und statt dessen die Beschwerdeführer erneut an
die Gemeindeinstanzen verweise, verletze es die Rechtsgewährleistungspflichten. Zum
gleichen Schluss führe die Rechtsweggarantie. Ueberdies habe der Einzelne auch im
Verfahren einen Anspruch, mit der Achtung seiner Persönlichkeit und Würde behandelt
zu werden (Fair-Trial-Gebot). Auf die einzelnen Vorbringen in der Beschwerde wird,

soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
Das Departement des Innern beantragt in seiner Vernehmlassung vom 30. Juli 2008 die
Abweisung der Beschwerden. Es sei nachvollziehbar, dass es die Beschwerdeführer
nach zwei rechtswidrigen Beschlüssen der Bürgerversammlung als belastend
empfänden, sich nunmehr zum dritten Mal dem Einbürgerungsverfahren auf
Gemeindestufe unterziehen zu müssen. Allerdings hätten sie gemäss geltendem Recht
keinen Anspruch auf Erteilung des gewünschten Bürgerrechts. Es könne daher auch
nicht gesagt werden, dass die Herstellung des rechtmässigen Zustands dessen
Erteilung erfordere. Der rechtmässige Zustand sei bereits vollumfänglich durch die
Aufhebung der rechtswidrigen Einbürgerungsbeschlüsse vom 19. März 2007 erreicht
worden. Die Grundrechte der Beschwerdeführer seien somit durchgesetzt worden. Die
Erteilung des Bürgerrechts durch das Departement des Innern als Aufsichtsinstanz
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ginge darüber hinaus. Es dürfe nicht schematisch nach einer zweimaligen
rechtswidrigen Ablehnung der Einbürgerungsvorlage gewissermassen ein Anspruch auf
Erteilung des Bürgerrechts durch den Kanton konstruiert werden.
Auch die Politische Gemeinde Rheineck beantragte in ihrer Vernehmlassung vom
12. August 2008 die Abweisung der Beschwerden. Sie verweist auf die
Vernehmlassung des Departements und hält ergänzend fest, es sei unzutreffend, dass
die Befugnis des Departements zur Bürgerrechtserteilung als Zwangsmassnahme nicht
kontrovers sei. Der Stadtrat vertrete nach wie vor die Meinung, dass ausschliesslich die
Bürgerschaft Einbürgerungsorgan sei und der Volkswille aufgrund der st. gallischen
verfassungsmässigen Zuständigkeit der Bürgerschaft nicht umgangen werden könne.
Die Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen des
Departements des Innern und der Politischen Gemeinde Rheineck Stellung zu nehmen.
Mit Schreiben vom 1. September 2008 verzichteten sie aber auf eine Vernehmlassung.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Zu prüfen ist zunächst, ob auf die Beschwerden eingetreten werden kann.
1.1. Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung von Beschwerden
gegen Entscheide des Departements des Innern ist grundsätzlich gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Die Beschwerdeführer sind in ihren eigenen Interessen berührt (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeerklärung vom 19. Juni 2008 und
die Beschwerdeergänzung vom 14. Juli 2008 wurden rechtzeitig eingereicht und
enthalten einen Antrag, eine Darstellung des Sachverhalts sowie eine Begründung
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Insoweit sind die
Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt.
1.2. Das Departement behandelte in seinem Entscheid eine Abstimmungsbeschwerde
gemäss Art. 243 des Gemeindegesetzes (sGS 151.2, abgekürzt GG). Nach Art. 243
Abs. 1 GG können Beschlüsse der Bürgerschaft sowie referendumspflichtige
Beschlüsse von Stimmberechtigten und von anderen Personen, die an der Aenderung
oder Aufhebung des Beschlusses ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartun, wegen
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Rechtswidrigkeit beim zuständigen Departement angefochten werden. Nach Art. 242
GG richtet sich der Rechtsschutz in Verwaltungsstreitsachen nach den Vorschriften
des VRP.
1.3. Das Departement des Innern hiess die Abstimmungsbeschwerden insoweit gut, als
es die Beschlüsse der Bürgerschaft aufhob und die Vorlagen an die Politische
Gemeinde Rheineck zur erneuten Behandlung zurückwies. Es wies die
Abstimmungsbeschwerden aber insoweit ab, als mit dem Rechtsmittel die Erteilung
des Gemeinde- und Ortsbürgerrechts an die Beschwerdeführer beantragt wurde. Es
hielt zwar fest, den Betroffenen könnte eine abermalige Wiederholung der
Beschlussfassung nicht zugemutet werden, falls die Stimmbürgerschaft erneut ihre
ablehnende Haltung nicht hinreichend oder nicht sachgerecht begründen würde. Es
würde deshalb auf entsprechendes Ersuchen der betroffenen Einbürgerungswilligen im
Rahmen einer Abstimmungsbeschwerde die Erteilung des Gemeinde- und
Ortsbürgerrechts prüfen und es den Betroffenen bei Erfüllung der einschlägigen
Voraussetzungen aufsichtsrechtlich auch erteilen (E. 12.3).
1.4. Nach Art. 243 Abs. 3 GG kann das Departement auf Abstimmungsbeschwerde hin
den Beschluss der Bürgerschaft oder den referendumspflichtigen Beschluss aufheben
(lit. a) oder angemessene Massnahmen treffen, wobei Art. 238 GG sachgemäss
angewendet wird (lit. b). Art. 238 GG bestimmt, dass das zuständige Departement
angemessene Massnahmen zur Wiederherstellung oder Sicherung der gesetzlichen
Ordnung trifft, wobei es insbesondere anstelle eines Gemeindeorgans handeln,
Ersatzvornahmen anordnen und Reglemente erlassen kann (Art. 238 Abs. 2 lit. a bis c
GG). Bei diesen Massnahmen handelt es sich gemäss den Titeln zum neunten Teil des
Gemeindegesetzes bzw. zu dessen zweitem Absatz um Zwangsmassnahmen, die im
Rahmen der Staatsaufsicht angeordnet werden. Der Gesetzgeber hat somit klar
geregelt, dass aufsichtsrechtliche Massnahmen bzw. Zwangsmassnahmen im Rahmen
der Staatsaufsicht vom zuständigen Departement vorzunehmen sind, nicht vom
Verwaltungsgericht.
Nach Art. 59bis Abs. 2 lit. a Ziff. 1 VRP ist die Beschwerde in Angelegenheiten der
Staatsaufsicht unzulässig, wenn nicht eine Verletzung der Autonomie geltend gemacht
wird. Anordnungen im Rahmen der Staatsaufsicht haben in der Regel kein
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Rechtsverhältnis zwischen einer Person und dem Gemeinwesen zum Gegenstand,
weshalb ihnen kein Verfügungscharakter zukommt (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1227; GVP 2006
Nr. 78). Eine Autonomieverletzung ist vorliegend nicht Gegenstand des Verfahrens. Die
Beschwerde gegen aufsichtsrechtliche Entscheide des Departements an das
Verwaltungsgericht ist daher grundsätzlich nicht zulässig.
1.5. Es fragt sich, ob die Weigerung des Departements zur aufsichtsrechtlichen
Erteilung des Bürgerrechts ausnahmsweise als Verfügung einzustufen ist.
Das Departement wies die Streitsachen zur Behandlung an die zuständigen
Gemeindebehörden, damit diese eine neue Verfügung erlassen. Die Ablehnung des
Departements, selber materiell dem Gesuch um Erteilung des Bürgerrechts
stattzugeben, ist keine Entscheidung im Bereich der ordentlichen gesetzlichen
Zuständigkeit des Einbürgerungsrechts, sondern die (vorläufige) Ablehnung einer
Zwangsmassnahme gegenüber einer Gemeinde. Verfügungscharakter haben in erster
Linie Ziff. 1a bis 1g des angefochtenen Entscheids, mit denen die
Einbürgerungsgesuche zur neuen Entscheidung an die Gemeindebehörde
zurückgewiesen werden. Damit wird den gesetzlichen Ansprüchen der Gesuchsteller
Rechnung getragen. Die Beschwerdeführer haben einen Rechtsanspruch auf einen
begründeten, willkür- und diskriminierungsfreien Entscheid. Diesem Anspruch wurde
mit der Kassation der Bürgerschaftsentscheide und der Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin Nachachtung verschafft. Einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung
haben die Beschwerdeführer aber nicht, weshalb die Verweigerung der
aufsichtsrechtlichen Erteilung des Bürgerrechts nicht als Verfügung gelten kann, wenn
die Rechtsmittelinstanz ihre Vorlagen zur Behandlung an die gesetzlich zuständigen
Organe überweist. Daraus folgt, dass im vorliegenden Fall die Verweigerung der
aufsichtsrechtlichen Erteilung des Bürgerrechts als Entscheid im Rahmen der
Staatsaufsicht zu qualifizieren ist, gegen den die Beschwerde nach Art. 59bis Abs. 2 lit.
a Ziff. 1 VRP unzulässig ist.
1.6. Zu prüfen ist weiter, ob Art. 59bis Abs. 2 lit. a Ziff. 2 VRP übergeordnetes Recht
verletzt.
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Am 1. Januar 2007 trat Art. 29a der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) in Kraft.
Danach hat jede Person bei Rechtsstreitigkeiten Anspruch auf Beurteilung durch eine
richterliche Behörde. Bund und Kantone können indessen die richterliche Beurteilung in
Ausnahmefällen durch Gesetz ausschliessen. Art. 77 der Kantonsverfassung
(sGS 111.1) wiederholt diesen Grundsatz der Rechtsweggarantie, ohne jedoch in der
Tragweite über den Anspruch von Art. 29a BV hinauszugehen. Die Rechtsweggarantie
wird massgeblich durch Art. 86 Abs. 2 und 3 des Bundesgerichtsgesetzes
(SR 173.110, abgekürzt BGG) konkretisiert. Auf die Einsetzung einer gerichtlichen
Vorinstanz auf kantonaler Ebene kann gemäss Art. 29a BV in Verbindung mit Art. 86
Abs. 3 BGG nur verzichtet werden, wenn die Streitsache einen vorwiegend politischen
Charakter aufweist. Weitere Ausnahmen sind im Bereich der abstrakten
Normenkontrolle sowie bei Akten von Parlamenten und Regierung im Bereich der
politischen Rechte (Art. 88 Abs. 2 BGG) vorgesehen (vgl. VerwGE B 2007/209 vom 3.
April 2008, in: www.gerichte.sg.ch).
Ob Einbürgerungsentscheide als politische Entscheide im Sinn von Art. 86 Abs. 3 BGG
zu betrachten sind, wird im Schrifttum verneint (Niggli/Uebersax/Wiprächtiger,
Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, Rz. 23 zu Art. 86). Der gerichtliche Rechtsschutz
bei der Einbürgerung ist aber trotz des Ausschlusses der Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten in Art. 83 lit. b BGG gewährleistet, da die gegen
Einbürgerungsentscheide zulässigen Rügen mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde
vorgebracht werden können (vgl. Kley, St. Galler Kommentar zu Art. 29a BV, Rz. 35;
Niggli/ Uebersax/Wiprächtiger, a.a.O., Rz. 48 zu Art. 83). Das Verwaltungsgericht hat
zudem in einem unlängst gefällten Urteil den generellen Ausschluss der Beschwerde
gegen Entscheide der Regierung über Rechtsverweigerungsbeschwerden als
bundesrechtswidrig qualifiziert (VerwGE B 2007/209 vom 3. April 2008, in:
www.gerichte.sg.ch). Ob dies auch für Entscheide im Bereich der Staatsaufsicht gilt,
kann offen bleiben. Der Ausschluss der Beschwerde ist im Gesetz im formellen Sinn
verankert, und die Verfassungen des Bundes und des Kantons lassen solche
Ausschlüsse zu. Der Bundesgesetzgeber hat zudem den Kantonen in Art. 130 Abs. 3
BGG eine Anpassungsfrist von zwei Jahren ab Inkrafttreten des
Bundesgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 (AS 2006 S. 1243) zugestanden, um den
Rechtsschutz nach Art. 29a BV in Verbindung mit Art. 86 Abs. 2 und 3 BGG zu
gewährleisten. Kantonale Vorschriften, die eine gerichtliche Ueberprüfung
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ausschliessen, sind somit bis zum Ablauf der Uebergangsfrist als gesetzliche
Ausnahmen von der Rechtsweggarantie zu qualifizieren. Vor Ablauf der
Uebergangsfrist vermag Art. 29a BV in Verbindung mit Art. 86 Abs. 2 und 3 BGG keine
vom kantonalen Prozessrecht nicht vorgesehene gerichtliche Zuständigkeit zu
begründen. Aus der Rechtsweggarantie folgt damit (noch) kein Anspruch auf eine
gerichtliche Ueberprüfung von Entscheiden im Bereich der Staatsaufsicht.
1.7. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass auf die
Beschwerde gegen Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids nicht eingetreten werden
kann.
1.8. Nach der Praxis tritt das Verwaltungsgericht auf Beschwerden gegen
Kostensprüche von aufsichtsrechtlichen Entscheidungen ein (GVP 2002 Nr. 73 mit
Hinweisen).
Die Beschwerdeführer verlangen, die Kosten des Verfahrens vor dem Departement
seien so oder anders dem Staat aufzuerlegen, da sie im Grundsatz Recht bekommen
hätten.
Für die Kostenverlegung ist Art. 95 Abs. 1 VRP massgebend (vgl. Art. 242 GG). Mit
dem Entscheid der Vorinstanz wurden die Beschlüsse der Bürgerversammlung wegen
fehlender Begründung aufgehoben und die Vorlagen an die Politische Gemeinde
Rheineck zurückgewiesen. Damit haben die Beschwerdeführer im Verfahren vor dem
Departement obsiegt. Das Departement hat die in Art. 244 Abs. 3 lit. a GG vorgesehene
Entscheidung getroffen. Die Ablehnung des Begehrens um aufsichtsrechtliche Erteilung
des Bürgerrechts hat demgegenüber nur untergeordnete Bedeutung. Sie rechtfertigt
eine Kostenauflage an die Beschwerdeführer nicht. Ziff. 4 des angefochtenen
Entscheids ist daher aufzuheben, soweit den Beschwerdeführern amtliche Kosten
auferlegt wurden.
Aufgrund des Obsiegens im Verfahren vor dem Departement haben die
Beschwerdeführer Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 242 GG in
Verbindung mit Art. 98 Abs. 2 und Art. 98bis VRP). Eine Entschädigung von Fr. 2'000.--
zuzügl. MWSt ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a der Honorarordnung für
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Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75). Diese geht zulasten der
Beschwerdegegnerin.
2. Im Verfahren vor Verwaltungsgericht unterliegen die Beschwerdeführer.
Streitgegenstand war in der Hauptsache die Verweigerung der aufsichtsrechtlichen
Erteilung des Bürgerrechts. Die Neuregelung der Kosten rechtfertigt eine Kostenauflage
zulasten der Beschwerdegegnerin nicht. Daher sind gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- ist angemessen (Ziff. 382
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist aber nach Art. 97