Decision ID: 233acfa5-9671-4e84-bb3c-1f64fac44852
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Das Einzelunternehmen A._, Gastrobetrieb in Chur, war gemäss
Verfügung vom 26. Oktober 2020 vom 30. Oktober 2020 bis am
29. Januar 2021 sowie gemäss Verfügung vom 20. Januar 2021 ab
1. Februar 2021 bis 30. April 2021 Bezügerin von
Kurzarbeitsentschädigung, als der Betrieb am 20. April 2021 das Gesuch
um Anpassung der im Herbst 2020 ausgestellten Bewilligung für
Kurzarbeit stellte, und beantragte, die Bewilligung sei auf die
Maximaldauer zu verlängern, die Voranmeldefrist aufzuheben und der
Beginn der Bewilligung zurückzusetzen, damit sich eine lückenlose
Bewilligung der Kurzarbeitsentschädigung von September bis Dezember
2020 ergebe. Das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden
(KIGA) hob am 22. April 2021 die Verfügung vom 26. Oktober 2020 auf
und bewilligte neu die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung für die
Periode vom 20. Oktober 2020 bis zum 29. Januar 2021. Sämtliche
ergangenen Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
2. Am 4. Juni 2021 stellte das A._ der Arbeitslosenkasse Graubünden
die Unterlagen für die Geltendmachung der Kurzarbeitsentschädigung für
die Abrechnungsperiode Mai 2021 zu. Mit Verfügung vom 17. Juni 2021
lehnte die Arbeitslosenkasse Graubünden die Anspruchsberechtigung des
Betriebes auf Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Mai 2021 ab, da
keine rechtzeitige, bewilligte Voranmeldung vorlag.
3. Dagegen erhob das A._ mit Eingabe vom 17. Juni 2021 (Eingang
9. Juli 2021) Einsprache, die mit Entscheid des KIGA vom 22. Juli 2021
abgewiesen wurde.
4. Gegen den Einspracheentscheid erhob das A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 14. September 2021 (Poststempel) Beschwerde
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beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag, die
Entschädigung für Kurzarbeit für die Zeit ab 1. Mai 2021 bis 30. Juni 2021
sei lückenlos zu bezahlen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an,
mit Gesuch vom 20. April 2020 sei u.a. die Verlängerung der bestehenden
Voranmeldung auf die Maximaldauer beantragt worden. Sie hätten nicht
wissen können und es mache für sie auch keinen Sinn, dass mit diesem
Gesuch nur die zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufene Bewilligung auf
die Maximaldauer verlängert werde, hätten sie ihr Gesuch doch erst am
20. April 2021 eingereicht. Sie seien vielmehr in gutem Glauben davon
ausgegangen, dass die bestehende Voranmeldefrist ab 1. Februar 2021
auf sechs Monate verlängert werde, und sie somit keine neue
Voranmeldung mehr hätten einreichen müssen. Unbestritten sei, dass
aufgrund der behördlichen Anweisung gezwungenermassen für den
ganzen Monat Mai Kurzarbeit gegolten habe.
5. Mit Vernehmlassung vom 30. September 2021 beantragte das KIGA
(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde unter
gesetzlicher Kostenfolge. Er begründete seinen Entscheid im
Wesentlichen damit, dass die Kasse nur dann eine
Kurzarbeitsentschädigung ausrichten dürfe, wenn eine bewilligte
Voranmeldung vorliege. Vorliegend habe der Beschwerdegegner der
Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung bis Ende April 2021
zugestimmt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach
die Bewilligung vom 20. Januar 2021 auf die Maximaldauer hätte
verlängert werden müssen, sei im Gesuch vom 20. April 2021 von einer
Verlängerung der Bewilligung vom 20. Januar 2021 keine Rede gewesen.
Zweck des Gesuchs sei vielmehr die lückenlose Bewilligung der
Kurzarbeit von September bis Dezember 2020 und damit die Anpassung
der Bewilligung vom 26. Oktober 2020 gewesen. Die Beschwerdeführerin
habe es versäumt, die ergangenen Verfügungen anzufechten, so dass die
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Bewilligung für die Kurzarbeitsentschädigung tatsächlich am 30. April
2021 geendet habe, und die Arbeitslosenkasse Graubünden auch nicht
berechtigt gewesen sei, für Mai 2021 eine Kurzarbeitsentschädigung
auszurichten.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht
liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
des Beschwerdegegners vom 22. Juli 2021, worin der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Mai
2021 verneint wurde. Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Entscheide aus
dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen
Versicherungsgericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m.
Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02)
ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide einer
kantonalen Amtsstelle das Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich
zuständig. Der angefochtene Entscheid wurde vom KIGA als kantonale
Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, so dass die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes
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über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin des
angefochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf
(Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 ATSG) ist damit – vorbehältlich der
nachstehenden Ausführungen unter Erwägung 2 – einzutreten.
2. Der Beschwerdegegner stellte mit Entscheid vom 22. Juli 2021 fest, dass
die Bewilligung für Kurzarbeitsentschädigung am 30. April 2021 geendet
habe. Vorliegend unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin
grundsätzlich Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung hat, so dass sich
weitere Ausführungen dazu erübrigen. Streitig und zu prüfen ist hingegen,
ob der Beschwerdegegner den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Mai 2021 zu Recht abgelehnt hat
oder ob normativ keine Voranmeldung Ende April 2021 für die
Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Mai 2021 notwendig war. Nicht
Streitgegenstand, da erst im vorliegenden Verfahren vorgebracht, ist
hingegen die beantragte Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Juni
2021, so dass auf dieses Rechtsbegehren nicht einzutreten ist (vgl. Art. 61
ATSG i.V.m. Art. 51 Abs. 2 VRG; BGE 125 V 413 E.1 und 2).
3. Der Bundesrat kann vom Arbeitslosenversicherungsgesetz abweichende
Bestimmungen erlassen über den Ablauf des Verfahrens zur
Voranmeldung von Kurzarbeit und zur Ausrichtung der
Kurzarbeitsentschädigung sowie die Form von deren Auszahlung (Art. 17
Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für
Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie
[Covid-19-Gesetz; SR 818.102]). Gemäss Art. 17b Abs. 1 Covid-19-
Gesetz (Stand 1. April 2021) ist in Abweichung von Art. 36 Abs. 1 AVIG
keine Voranmeldefrist für Kurzarbeit einzuhalten. Die Voranmeldung ist
jedoch zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger als sechs Monate dauert.
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Für rückwirkende Anpassungen einer bestehenden Voranmeldung ist ein
entsprechendes Gesuch bis am 30. April 2021 bei der kantonalen
Amtsstelle einzureichen. Nach Absatz 2 dieser Bestimmung wird bei
Betrieben, die aufgrund der seit dem 18. Dezember 2020 beschlossenen
behördlichen Massnahmen von Kurzarbeit betroffen sind, der Beginn der
Kurzarbeit rückwirkend auf das Inkrafttreten der entsprechenden
Massnahme bewilligt, wobei das Gesuch bis spätestens 30. April 2021
einzureichen ist. Schliesslich sind neu entstandene
Entschädigungsansprüche nach den Absätzen 1 und 2 in Abweichung von
Art. 38 Abs. 1 AVIG bis zum 30. April 2021 bei der zuständigen
Arbeitslosenkasse geltend zu machen. Daraus erhellt, dass zwar die 10-
tägige Frist nicht einzuhalten, jedoch weiterhin eine Voranmeldung zu
tätigen ist (vgl. dazu
https://www.arbeit.swiss/secoalv/de/home/menue/unternehmen/versicher
ungsleistungen/kurzarbeit-covid-19.html; letztmals besucht am
24. November 2021). Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin den
Antrag um Kurzarbeitsentschädigung für die Abrechnungsperiode Mai
2021 erst am 4. Juni 2021 und damit nach dem 30. April 2021 gestellt hat
(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1).
4. Bei den in Art. 17b Abs. 1 bis 3 Covid-19-Gesetz genannten Fristen
handelt es sich um sog. Verwirkungsfristen (siehe dazu AVIG-Praxis
KAE/G6–G9 [Kurzarbeitsentschädigung, gültig ab 1. Januar 2021],
https://www.arbeit.swiss/secoalv/de/home/service/publikationen/kreisschr
eiben---avig-praxis.html). Verwirkungsfristen sind dadurch
gekennzeichnet, dass ein materielles oder prozessuales Recht erlischt,
wenn die erforderliche Handlung nicht innerhalb der Frist vorgenommen
wird. Das Bundesgericht geht in der Regel dann von einer Verwirkung aus,
wenn aus Gründen der Rechtssicherheit oder der Verwaltungstechnik die
Rechtsbeziehungen nach Ablauf einer bestimmten Frist endgültig
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festgelegt werden müssen, ohne dass diese durch eine
Unterbrechungshandlung verlängert werden kann (vgl. BGE 125 V 262
E.5a, Urteile des Bundesgerichts 8C_843/2018 vom 22. Januar 2019
E.3.2, 2C_756/2010 vom 19. Januar 2011 E.3.2.2; PVG 2015 Nr. 17). Wird
also eine der beiden Fristen verpasst, d.h. wird entweder das Gesuch um
Anpassung einer Bewilligung für Kurzarbeit oder aber werden die neuen
Abrechnungen nicht fristgerecht bis zum 30. April 2021 eingereicht, so
geht der Anspruch auf eine Bewilligung für Kurzarbeit für den Monat Mai
2021 verloren.
5.1. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2020 hiess der Beschwerdegegner die
Voranmeldung von Kurzarbeit vom 20. Oktober 2020 nur teilweise bzw.
erst ab dem 30. Oktober 2020 gut, da die Beschwerdeführerin die Frist zur
Voranmeldung von 10 Tagen nicht eingehalten hatte (vgl. Bg-act. 3). Die
erneute Voranmeldung vom 19. Januar 2021 wurde ab dem 1. Februar
2021 bis zum 30. April 2021 bewilligt (vgl. Bg-act. 7). Mit Gesuch vom
20. April 2021 ersuchte die Beschwerdeführerin um Anpassung der
Bewilligung für Kurzarbeit vom Herbst 2020 und um das Zurücksetzen des
Beginns der Bewilligung aufgrund behördlicher Massnahmen zwecks
lückenloser Bewilligung der Kurzarbeitsentschädigung von September bis
Dezember 2020 (vgl. Bg-act. 8). Mit Verfügung vom 22. April 2021
entsprach der Beschwerdegegner diesem Gesuch, hob die Verfügung
vom 26. Oktober 2020 auf und bewilligte u.a. die Ausrichtung von
Kurzarbeit für die Zeit vom 20. Oktober 2020 bis am 29. Januar 2021,
sämtliche übrigen Verfügungen betreffend Voranmeldung von Kurzarbeit
behielten ihre Gültigkeit (vgl. Bg-act. 9). Die Beschwerdeführerin wurde
überdies darauf hingewiesen, dass für jede Abrechnungsperiode, für die
eine Anpassung verlangt würde, für den kompletten Monat ein neuer
Antrag/Abrechnung getätigt werden müsse und diese bis 30. April 2021
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bei der zuständigen Arbeitslosenkasse eingereicht werden müssten,
ansonsten der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung untergehe.
5.2. Der Arbeitgeber macht den Entschädigungsanspruch seiner Arbeitnehmer
innert dreier Monaten nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode gesamthaft
für den Betrieb bei der von ihm bezeichneten Kasse geltend (Art. 38 Abs. 1
AVIG). Sind alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt und liegt kein
Einspruch der kantonalen Amtsstelle vor, verfügt die Kasse die
rechtmässig ausgerichtete Kurzarbeitsentschädigung (Art. 39 Abs. 2
AVIG). Voraussetzung zur Ausrichtung der Entschädigung ist demnach
eine durch das KIGA bzw. den Beschwerdegegner bewilligte
Voranmeldung. Vorliegend hat der Beschwerdegegner die Ausrichtung
von Kurzarbeitsentschädigung gestützt auf die Voranmeldung vom
19. Januar 2021 lediglich bis Ende April 2021 bewilligt, so dass die
Entschädigungen durch die Arbeitslosenkasse Graubünden auch nur bis
zu diesem Zeitpunkt geleistet werden konnten. Für eine Fortführung der
Kurzarbeitsentschädigung über den 30. April 2021 hinaus, hätte eine
Voranmeldung bis am 30. April 2021 eingereicht und bewilligt sein sollen.
Diese Voranmeldung einzureichen hat die Beschwerdeführerin
unterlassen. Der Beschwerdegegner hat also zu Recht einen Anspruch
der Beschwerdeführerin auf Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Mai
2021 verneint.
6. Die Beschwerdeführerin vermag auch aus dem Grundsatz von Treu und
Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung; SR 101) nichts zu ihren
Gunsten ableiten, war sie doch mit dem Instrument der
Kurzarbeitsentschädigung bereits vertraut, da sie ab Herbst 2020 eine
solche Entschädigung bezog bzw. mittels Verfügung vom 20. Januar 2021
bis am 30. April 2021 Kurzarbeitsentschädigungen zugesprochen erhielt
und damit Kenntnis von der Notwendigkeit einer Voranmeldung von
Kurzarbeit hatte (vgl. Bg-act. 3, 6, 7, 8 und 9). Auch das Argument der
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Beschwerdeführerin, wonach sie in gutem Glauben davon ausgegangen
sei, dass die bestehende Voranmeldefrist ab 1. Februar 2021 auf sechs
Monate verlängert werde, und sie somit keine neue Voranmeldung mehr
hätte einreichen müssen, verfängt nicht. Selbst wenn die bestehende
Voranmeldung von Oktober 2020 auf sechs Monate verlängert worden
wäre, so hätte diese im April 2021 geendet, womit kein Anspruch auf
Kurzarbeitsentschädigung im Mai 2021 bestanden hätte. Das Gesuch der
Beschwerdeführerin vom 20. April 2021 konnte einzig dahingehend
verstanden werden, als dass die bestehende Verfügung von Oktober 2020
rückwirkend angepasst werden solle, da sich die Beschwerdeführerin
explizit auf diese Verfügung und nicht auf diejenige vom Januar 2021
bezogen hat. Das Gesuch muss damit klarerweise entgegen der
Argumentation der Beschwerdeführerin interpretiert werden. Im Weiteren
enthielt die Verfügung vom 22. April 2021 die expliziten Hinweise, dass die
übrigen Verfügungen betreffend Voranmeldung von Kurzarbeit – mit
Ausnahme der aufgehobenen Verfügung vom 26. Oktober 2020 – ihre
Gültigkeit behielten, womit die Bewilligung für die
Kurzarbeitsentschädigung am 30. April 2021 endete, sowie für jede
Abrechnungsperiode, für die eine Anpassung gewünscht werde, für den
kompletten Monat ein neuer Antrag/Abrechnung gemacht werden müsse
und diese bis spätestens 30. April 2021 bei der zuständigen
Arbeitslosenkasse eingereicht werden müssten (vgl. Bg-act. 9). Es hätte
der Beschwerdeführerin somit bewusst sein müssen, dass demzufolge bis
am 30. April 2021 eine neue, separate Voranmeldung für den Monat Mai
2021 einzureichen war. Auch kann sie aus ihrer eigenen
Rechtsunkenntnis keinen Vorteil ableiten (vgl. BGE 111 V 402 E.3; Urteil
des Bundesgerichts 8C_50/2021 vom 25. Januar 2021). Schliesslich
bringt die Beschwerdeführerin auch keine Voraussetzungen für eine
Fristwiederherstellung vor, und es sind auch keine solchen ersichtlich (vgl.
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Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2021 vom 14. Juni 2021,
8C_425/2021 vom 25. Juni 2021).
7. Zusammenfassend erweist sich damit der Einspracheentscheid vom
29. Juni 2021 als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist, soweit
darauf eingetreten werden kann.
8. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren – vorbehältlich der
mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für die Parteien
kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten zu erheben sind. Ein
Parteikostenersatz ist dem obsiegenden Beschwerdegegner nicht
zuzusprechen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).