Decision ID: fee1d82f-78ad-487f-81ea-bfb05ce01a0e
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,
gegen
Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, General Guisan Strasse 40,
Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1983 geborene L._ absolvierte bei der A._ ein Praktikum und war in
dieser Eigenschaft bei den Winterthur Versicherungen (nachfolgend: Winterthur) gegen
die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als sie am 17. Februar 2006
beim Hinuntergehen auf einer Treppe auf einer Eisfläche ausrutschte und auf den
Rücken fiel (act. A1, A2). Dies nachdem bei ihr am 6. Oktober 2005 eine
Diskushernienoperation L5/S1 durchgeführt worden war. Am 20. Februar 2006 suchte
die Versicherte wegen bewegungs- und belastungsabhängigen Lumbalgien Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, auf. Dieser diagnostizierte im Bericht vom 11.
April 2006 (act. M6) einen Status nach Diskushernienoperation L5/S1 links und
dekompressiver Fensterung ohne Diskektomie L4/L5 links am 6. Oktober 2005 und
einen Status nach Sturz auf der Treppe am 12. August 2005 mit OSG-Distorsion links
sowie als "aktuelle Diagnosen" einen Status nach Sturz auf Glatteis am 17. Februar
2006 sowie ein lumbovertebrogenes Schmerzsyndrom. Er bestätigte Untersuchungen
und Abklärungen am 15. und 21. März 2006. MRI-Untersuchungen der LWS vom 22.
Februar sowie 21. März 2006 zeigten ein übliches postoperatives Narbengewebe,
einen etwas höhenreduzierten Bandscheibenraum L5/S1, eine reduzierte Beweglichkeit
zwischen Inklination und Reklination sowie eine leichte Hypermobilität L4/L5. Eine
Rezidivhernie konnte ausgeschlossen werden. Im Arztbericht vom 11. April 2006 führte
Dr. B._ aus, dass die Versicherte nach der von ihm durchgeführten
Diskushernienoperation vom 6. Oktober 2005 beschwerdefrei gewesen sei und zu
100% gearbeitet habe. Seit dem Sturz auf Glatteis klage sie über bewegungs- und
belastungsabhängige Lumbalgien ohne Ischialgie. Es sei möglich, dass diese in den
nächsten Monaten allmählich abnehmen würden (act. M1, M6). Wegen persistierender
lumbospondylogener Schmerzen wurde am 14. Juli 2006 durch Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Neurochirurgie, eine ventrale Diskektomie ausgeführt und eine
Maverick-Bandscheibenprothese L5/S1 eingesetzt. Der Eingriff verlief komplikationslos
und die Schmerzen der Versicherten verschwanden sofort nach der Operation (act. M3,
M4). Mit Schreiben vom 31. August 2006 ersuchte die Klinik Stephanshorn die
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Winterthur um Kostengutsprache für die von Dr. C._ durchgeführte Operation und
den damit verbundenen stationären Klinikaufenthalt (act. A4). Am 11. September 2006
nahm Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, als beratender Arzt der
Winterthur aufgrund der Akten zum Schadenfall Stellung. Dr. D._ führte aus, die
erwähnten Beschwerden bzw. die durchgeführte Operation mit einer
Bandscheibenprothese auf dem Niveau der früheren Diskushernienoperation hätten
keinen direkten Zusammenhang mehr mit dem Unfallereignis vom 17. Februar 2006.
Die Traumatisierung durch das Sturzereignis habe während maximal sechs bis acht
Wochen zu einer Verschlechterung der Symptomatik geführt. Danach sei der status
quo sine bzw. ante jedoch wieder erreicht gewesen (act. M7). Gestützt auf diese
Beurteilung stellte sich die Winterthur mit Schreiben vom 29. September 2006 auf den
Standpunkt, dass spätestens ab dem 15. April 2006 die geltend gemachten
Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom 17.
Februar 2006 zurückzuführen seien. Entsprechend gehe auch die durchgeführte
Operation vom Juli 2006 nicht zu ihren Lasten (act. A17). Am 6. November 2006
äusserte sich Dr. C._ zu verschiedenen Fragen, die ihm die SWICA als
Krankenversicherer der Versicherten unterbreitet hatte. Er bestätigte u.a., dass der
Sturz vom 17. Februar 2006 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die einzige Ursache
der aktuellen Beschwerden der Versicherten sei und die Operation vom 14. Juli 2006
ohne den Sturz vom 17. Februar 2006 bereits zu diesem Zeitpunkt sicher nicht
notwendig gewesen wäre (act. A15). Mit Schreiben vom 15. Dezember 2006 erklärte
Dr. D._ gegenüber der Winterthur, dass er auch angesichts der Beurteilung von Dr.
C._ keine Veranlassung sehe, von seinem Standpunkt vom September 2006
abzuweichen (act. M8).
A.b Mit Verfügung vom 5. Februar 2007 eröffnete die Winterthur der Rechtsvertreterin
der Versicherten, Rechtsanwältin lic. iur. R. Schmid, St. Gallen, dass sie die
Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 30. Juni 2006
einstelle. Gemäss Beurteilung von Dr. D._ seien spätestens acht Wochen nach dem
Sturzereignis vom 17. Februar 2006 die geltend gemachten Beschwerden mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr darauf zurückzuführen und liege ab Mitte
April 2006 ein status quo sine bzw. ante vor. Entgegenkommenderweise sei sie jedoch
bereit, die aufgelaufenen Heilungskosten bis zum 30. Juni 2006 zu übernehmen. Der
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Eingriff vom 14. Juli 2006 sei als Folge der Operation vom 6. Oktober 2005 anzusehen
(act. A20).
B.
B.a Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 8. März 2007 (act A25) wies
die Winterthur nach Einholung einer weiteren Stellungnahme bei ihrem beratenden Arzt
Dr. med. E._, Spezialarzt FMH Chirurgie, vom 11. April 2007 (act. M10) am 12. April
2007 ab (act. A27)
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 7. Mai 2008
mit den Anträgen, der Einspracheentscheid sowie die Verfügung vom 5. Februar 2007
seien aufzuheben und es seien ab 1. Juli 2006 - und insbesondere für die Operation
vom 14. Juli 2006 - weiterhin Versicherungsleistungen zu erbringen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Durchführung eines neutralen Gutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, Dr. D._ habe in seinem
Aktengutachten vom 11. September 2006 lediglich allgemeine Erfahrungen
festgehalten. Seine Aktenbeurteilung genüge den Anforderungen an ein neutrales,
seriöses Gutachten nicht. Seine versicherungsmedizinische Stellungnahme zum
Beschwerdebild der Beschwerdeführerin umfasse einige wenige Zeilen. Dies genüge
zur Stützung der Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Leistungspflicht der
Unfallversicherung habe zwei Wochen vor dem (aus beruflichen Gründen
hinausgeschobenen) Operationstermin geendet nicht. Ebenso unergiebig sei die
fünfzeilige Stellungnahme von Dr. E._. Zudem seien Dr. E._, Facharzt FMH für
Chirurgie, und Dr. D._, Facharzt FMH für Orthopädie, womit zu bezweifeln sei, ob die
nötigen Fachkenntnisse im Gebiet der Neurologie und Neurochirurgie vorhanden seien.
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. September 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Auf die Begründung wird, soweit

entscheidnotwendig, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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C.c Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik
verzichtet.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen dem
schädigenden Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
(BGE 119 V 337 E. 1 mit Hinweisen). Wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines ursächlichen Zusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden Beschwerden mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994
Nr. U 206 S. 328). Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn
entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 1992
Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Dabei hat der Unfallversicherer nicht den
Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor
geklagtes Leiden hat, ist an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
habe, also dahingefallen sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 31. August
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2001 [U 285/00] i/S O.). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht
genügt es für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs,
wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache
darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen sowie die Taggelder und Hilfslosenentschädigung nicht gekürzt,
wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese
Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen
ein Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003 [U 287/02] i/S S., E. 4.4).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie unfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311
mit Hinweisen). Auch Gutachten, welche der Unfallversicherer während des
Administrativverfahrens von seinen eigenen Ärzten einholt, sind beweistauglich,
solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird. Ärztliche
Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. D._ und Dr. E._ am
11. September sowie 15. Dezember 2006 bzw. am 11. April 2007 abgegeben wurden,
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sind nicht an sich unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorhanden sind (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95).
Ob sie auch in Bezug auf die medizinischen Aussagen genügen bzw. zu überzeugen
vermögen, bleibt nachfolgend noch zu prüfen. Im Sinn der vorstehenden Ausführungen
ist grundsätzlich auch eine ärztliche Beurteilung eines in Bezug auf den gegebenen
Schadenfall nicht als Fachspezialist geltenden Arztes als Beweismittel anzuerkennen.
Eine andere Frage ist deren beweisrechtliche Würdigung. Dabei ist einzuräumen, dass
der Beweiswert einer Beurteilung durch einen Fachspezialisten durchaus höher sein
kann. Dr. D._ als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Dr. E._ als Spezialarzt
FMH Chirurgie verfügen indessen für den vorliegenden Schadenfall durchaus über
adäquate Fachausweise.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Ereignis vom 17. Februar 2006 als Unfall im
Sinn von Art. 4 ATSG anerkannt und die gesetzlichen Leistungen bis zum 30. Juni 2006
ausgerichtet. Sie verweigert jedoch die Weiterausrichtung von Versicherungsleistungen
über diesen Zeitpunkt hinaus, da spätestens acht Wochen nach dem fraglichen
Sturzereignis die geltend gemachten Beschwerden nicht mehr mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit unfallbedingt, sondern durch eine vorbestehende
Krankheit verursacht gewesen seien. Ab Mitte April 2006 liege ein Status quo sine vor.
Entgegenkommenderweise würden jedoch die aufgelaufenen Heilungskosten bis zum
30. Juni 2006 übernommen.
2.2 Aktenmässig erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin bereits früher im
Wirbelsäulensegment L5/S1 unter Beschwerden litt, welche am 6. Oktober 2005 eine
Diskushernienoperation L5/S1 links mit einer Dekompression ohne Diskektomie L4/L5
links notwendig machten. Laut Bericht des operierenden Arztes Dr. B._ vom 11. April
2006 war die Beschwerdeführerin nach dieser Operation beschwerdefrei und arbeitete
postoperativ zu 100% (act. M6). Am 17. Februar 2006 rutschte die Beschwerdeführerin
auf einer Eisfläche aus und stürzte auf den Rücken (act. A1, A2). Unmittelbar nach dem
Unfall traten bei ihr lumbale Schmerzen auf (act. M6). MRI-Untersuchungen der LWS
vom 22. Februar sowie 21. März 2006 zeigten keine Rezidivhernie oder sonstige
posttraumatische strukturelle Läsionen. Sichtbar waren einzig ein übliches
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postoperatives Narbengewebe sowie ein etwas höhenreduzierter Bandscheibenraum
L5/S1 (act. M1, M6). Da die daraufhin durchgeführten konservativen Therapien
inklusive lokaler Infiltrationen im Narbengebiet keine Schmerzlinderung, sondern eher
eine Zunahme der Schmerzen bewirkten (act. M2), wurde am 14. Juli 2006 in der Klinik
Stephanshorn durch Dr. C._ eine ventrale Diskektomie ausgeführt und eine
Maverick-Bandscheiben-prothese L5/S1 eingesetzt. Am 20. Juli 2006 konnte die
Beschwerdeführerin vollkommen schmerzfrei aus der Klinik entlassen werden (act. M3,
M4).
2.3 Aus der vorstehenden Kausalitätskette ergibt sich, dass bei der
Beschwerdeführerin rund viereinhalb Monate vor dem Sturzereignis vom 17. Februar
2006 ein akut gewordener Bandscheibenschaden erfolgreich operativ behoben wurde.
Die fragliche Bandscheibe der Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des
Unfallereignisses saniert und zeigte sich, abgesehen vom postoperativ üblichen
Narbengewebe sowie der Verschmälerung des Bandscheibenraums, stabil.
Insbesondere war die Beschwerdeführerin im Nachgang zu dieser Operation im
Rücken wieder beschwerdefrei. Das Unfallereignis traf damit eine frisch operierte
Bandscheibe, die dadurch sofort wieder schmerzhaft wurde. In dieser Situation
erscheint die Beurteilung von Dr. C._ in seiner Stellungnahme vom 6. November
2006, das Sturzereignis sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die einzige Ursache
der aktuellen Beschwerden schlüssig und überzeugend (act. A15). Gleichzeitig
bestätigte er, dass die Operation vom 14. Juli 2006 ohne den Sturz vom 17. Februar
2006 bereits zu diesem Zeitpunkt sicher nicht notwendig gewesen wäre.
Demgegenüber gehen die beiden beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin, Dr. D._
und Dr. E._, in ihren Stellungnahmen nicht auf die Besonderheit des vorliegenden
Falles, insbesondere die Tatsache, dass das Unfallereignis eine erst vor wenigen
Monaten operierte Bandscheibe traf, ein. Dr. D._ vertritt in seiner beratenden
Stellungnahme vom 11. September 2006 die Auffassung, narbige Veränderungen
sowie eine Verschmälerung des Bandscheibenraums, wie sie bei der
Beschwerdeführerin im traumatisierten Segment vorlägen, würden über kurz oder lang
mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Schmerzproblematik führen, da sie einer
eigentlichen Grundinstabilität entsprächen und später stabilisiert werden müssten. Die
Traumatisierung habe für einige Wochen zu einer Verschlechterung der Symptomatik
geführt, die allerdings im Rahmen von maximal sechs bis acht Wochen gesehen
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werden müsse. Nach diesem Zeitpunkt sei der Status quo sine bzw. ante wieder
erreicht worden (act. M7). Dr. E._ bringt in seiner Stellungnahme vom 11. April 2007
vor, dass Patienten nach Diskushernienoperationen nur selten voll beschwerdefrei
würden und wenn schon meistens nur über eine gewisse Zeitspanne. Die meisten
Diskushernienpatienten blieben Zeit ihres Lebens bis zu einem gewissen Grad
"Rückenpatienten" und klagten häufig nach etwas ungewöhnlichen Bewegungen oder
Belastungen oder einem Sturzereignis wie hier vorliegend intermittierend über wieder
aufgetretene Beschwerden. Die Indikation zum Einsetzen einer Diskusprothese stehe
nicht in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Sturzereignis vom 17. Februar
2006, sondern ergebe sich aufgrund der vorbestehenden Pathologie (act. M10). - Dr.
D._ und Dr. E._ gehen in ihrer Beurteilung von der Rechtsprechung des EVG bzw.
den medizinischen Erfahrungstatsachen betreffend Ursache-Wirkungszusammenhang
zwischen Unfall und vorbestehender Diskushernie aus (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190
und Nr. U 379 S. 192; vgl. auch Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von
Rückenschäden, Bern 1990, S. 54 ff.; Medizinische Mitteilungen der Suva [Nr. 68, 16
f.). Im vorliegenden Fall ist indessen nicht von einer vorbestehenden stummen
Bandscheibendegeneration auszugehen, die durch ein Unfallereignis symptomatisch
geworden ist. Vielmehr liegt hier ein erfolgreich sanierter Zustand im
Wirbelsäulensegment L5/S1 durch die Operation vom 6. Oktober 2005 vor, der durch
das versicherte Sturzereignis wieder schmerzhaft wurde. Bei dieser Sachlage genügt
die allein auf Erfahrungswerte abgestützte Beurteilung, wonach der status quo sine
bzw. ante nach spätestens acht Wochen wieder erreicht worden sei, der
Beweisanforderung der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht, ganz abgesehen
davon, dass sich auch Dr. D._ in seiner Beurteilung vom 15. Dezember 2006
dahingehend äussert, es sei fraglich, ob die Operationsnotwendigkeit schon zu diesem
Zeitpunkt eingetreten wäre, allerdings könne dies niemand mit Sicherheit beantworten
(act. M8). Tatsache ist, dass die seit der Operation vom 6. Oktober 2005 bis dahin
schmerzfreie Bandscheibe durch das versicherte Ereignis (wieder) schmerzhaft wurde
und die unfallbedingten Schmerzen durch die von der Beschwerdegegnerin
übernommenen konservativen Therapien (inkl. Infiltrationen) nicht beseitigt werden
konnten, sondern erst die Operation vom 14. Juli 2006 unmittelbar Abhilfe brachte.
Diese Kausalkette legt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Schluss nahe, dass
die Unfallkausalität der Beschwerden im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. Juni
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2006) noch nicht weggefallen war, womit die Beschwerdegegnerin auch über diesen
Zeitpunkt hinaus für die Unfallfolgen leistungspflichtig bleibt. Entsprechend hat sie für
die Heilungskosten und Taggelder während einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit
aufzukommen. Darunter fallen auch die unmittelbar mit der Operation vom 14. Juli
2006 verbundenen Kosten, mit der offensichtlich nichts anderes als der unfallkausale
Schmerz behoben wurde. Die Rechtsprechung des EVG, wonach die unmittelbar mit
der Operation einer Diskushernie verbundenen Kosten nicht unter die Leistungspflicht
des Unfallversicherers fallen, da dieser Eingriff der Behebung der Ursache selbst
gedient habe (vgl. Urteil des EVG vom 20. September 2001 [U 379/00] in Sachen A., E.
6c) ist daher im konkreten Fall nicht anwendbar. Der Zustand des
Wirbelsäulensegments L5/S1 vor der Bandscheibenoperation vom 14. Juli 2006
unterschied sich offensichtlich nicht von derjenigen nach der Operation vom 6. Oktober
2005, und die Beschwerdeführerin war sofort nach dieser Operation im Bereich des
Rückens auch wieder beschwerdefrei (act. A15).
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 12. April 2007 gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, auch über den 30. Juni 2006 hinaus Leistungen für das Unfallereignis
vom 17. Februar 2006 zu erbringen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG). Hingegen hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG). Diese wird mit Blick darauf, dass nur ein einfacher Schriftenwechsel
stattgefunden hat, ermessensweise auf Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festgelegt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht