Decision ID: 98b2fb24-26f5-499c-849c-efd49f6357ec
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, arbeitete ab 1. September 2009 als Key Account Managerin für die
Z._
, wo sie im Jahr 2012 zur Lead Key Account Managerin befördert wurde (Urk. 6/2/4-5, Urk. 6/55, Urk. 6/71/17). Am 31. März 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf die gesundheitlichen Beein
trächtigungen durch ein Mammakarzinom bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2, Urk. 6/5). Die IV-Stelle gewährte Frühinterventionsmassnahmen (Urk. 6/22, Urk. 6/27, Urk. 6/31).
Da sich die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage fühlte, das Job Coaching weiterzuführen oder eine Stelle zu suchen, wurden diese Massnahmen am 13. Juni 2016 abgebrochen (Urk. 6/32). Am 30. Juni 2016 endete das Arbeitsverhältnis mit der
Z._
(Urk. 6/55/1).
Ab dem 1. Oktober 2016 arbeitete die Versicherte wieder in einem 60%-Pensum (Urk. 6/71/10, Urk. 6/71/35). Die IV-Stelle prüfte den Rentenanspruch der
Ver
sicherten und tätigte hierfür Ab
klärun
gen in beruflich-erwerb
licher und medizi
nischer Hinsicht. Am 11. November 2016 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, dass eine umfassende medizin
ische Untersuchung (Allgemeine/
Innere Medizin, Onkologie, Psychiatrie) notwendig sei (Urk. 6/61). Die Unter
suchungen fanden am 21. und 27. Mä
rz sowie 6. April 2017 im A._
,
B._
, statt (Urk. 6/66/1). Am 24. April 2017 erstattete das
A._
sein Gutachten (Urk. 6/71). Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2017 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an, sie
werde
das Leistungsbegehren (Invalidenrente) abweisen, da kein iv-relevanter Gesundheitsschaden aus
ge
wiesen sei (Urk. 6/72/6, Urk. 6/73). Dagegen liess die Versicherte am 21. August 2017 Einwand erheben (Urk. 6/77). Nach der Prüfung des Einwandes verfügte
die
IV-Stelle am 20. November 2017 wie vorbeschieden die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 8. Januar 2018 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2017 sei ihr eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 6/1-86]), was der Beschwerdeführerin am 12. Februar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
2.2
Mit Beschluss vom
26
.
Februar
201
9
wurde den Parteien mitgeteilt, dass
das Gericht
ein psychiatrisches Gutachten einholen
wird
.
D
en Parteien
wurde
Frist an
gesetzt, um allfällige Ablehnungsgründe gegen die vom Gericht in Aussicht ge
nommene Gutachterin, Dr. med.
C._
,
Fachärztin für Allgemein
medizin
sowie für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zu nennen sowie Änderungen und Er
gänzungen zur Fragestellung des Gerichts zu beantragen (Urk.
9
).
Daraufhin erklärten die Beschwerdeführerin und d
ie Beschwerdegegnerin mit Eingabe
n
vom
2
.
respektive 13. April
201
9
, dass sie keine Einwände gegen die Gutachterin
hätten
und
keine
Änderung
en der oder
Ergänzung
en
zur Fragestel
lung des Gerichts
beantragen würden
(
Urk.
12-13
).
In der Folge ordnete das Gericht mit Beschluss vom
3
.
M
a
i
2016 ein psychiat
risches Gutachten an und beauftragte
Dr.
C._
mit der Durchführung (Urk. 1
4
).
Dr.
C._
erstattete ihr Gutachten am 11.
Oktober
201
9
(Urk.
18
).
Mit Gerichtsverfügung vom
15
.
Oktober
201
9
(Urk.
20
) wurde den Verfahrensbe
teiligten Frist angesetzt, um zum Gutachten von
Dr.
C._
vom
11. Oktober 2019 (Urk. 18)
Stellung zu nehmen.
Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom 2
5.
Oktober 2019, das
s sie an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalte und auf eine Stellung
nahme verzichte (
Urk.
22).
Die Beschwerde
führerin liess sich mit Eingabe vom 7.
November 2019 zum Gutachten von Dr.
C._
vom 11. Oktober 2019 verneh
men (
Urk.
24
,
Urk.
25/1-2
).
Diese Eingaben wurden den Parteien am 1
2.
Novem
ber 2019 je wechselseitig
zu
r Kenntnisnahme
zugestellt
(Urk. 26)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine In
vali
denrente hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2017 führte die Beschwer
degegnerin im Wesentlichen aus, dass (laut den
A._
-Gutachtern) bei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht seit September 2014 eine Einsch
rän
kung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (Urk. 2 S. 1). Ab dem gleichen Zeit
punkt habe in einer den gesundheitlichen Einschränkungen optimal angepassten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bestanden (Urk. 2 S. 1-2). Seit dem 1. Oktober 2016 habe die Beschwerdeführerin diese wieder an einer neuen Arbeitsstelle umgesetzt. Bei der Würdigung der medizinischen Unterlagen gelte es zu beachten, dass recht
sprechungsgemäss die Ärzte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hätten und deren Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden würden. Es obliege jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne vorliege. Es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerde
führerin nach einer durchgemachten Krebserkrankung unter den beschriebenen Ängsten leide und sie dies in einem gewissen Mass einschränke. Die
A._
-Gut
achter würden indes nicht in nachvollziehbarer Weise ausführen, wie sich die von ihnen attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit effektiv auswirken würde. Wohl sei plausibel, dass der Arbeitsweg nach
D._
für die Beschwer
deführerin sehr ermüdend sei. Sie müsse aber nicht täglich nach
D._
fahren, sondern könne auch von zu Hause
aus arbeiten
. Dem
A._
-Gutachten sei weiter zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin (nur) nach Bedarf in psychiatrische Behandlung begebe. Eine solche (niedrige) Behandlungsfrequenz lasse auf einen geringen Leidens
druck schliessen. Sodann habe die Beschwerde
führerin gegenüber den
A._
-Gutachtern angegeben, dass sie versuche, min
destens fünf Stunden pro Woche Fitness zu machen. Auch sei sie an Arbeitstagen lange unterwegs. Dadurch seien die Zeitressourcen knapp. Dass soziale Kontakte einzig krankheitsbedingt nicht möglich seien, könne aber nicht nachvollzogen werden. Es liege daher kein Gesundheitsschaden vor, welcher bei der Invaliden
versicherung versichert sei (Urk. 2 S. 2).
1.3
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen im Wesentlichen vor, selbst wenn die geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 143 V 409, 14
3 V 418
) auch auf die (von den
A._
-Gutachtern diagnosti
zierte) Angststörung anwendbar sei, sei zu berücksichtigen, dass sich die
A._
-Gutachter in ihrem Gutachten an die Standardindikatoren gehalten und ihre Arbeitsfähigkeit anhand eines strukturierten Beweisverfahrens bemessen hätten. Damit sei die Beurteilung ihres Gesundheitsschadens sowie die Einschätzung zu ihrer Arbeitsfähigkeit durch die
A._
-Gutachter und den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerde
gegnerin nach Massgabe der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfolgt. Damit verbleibe kein Raum für eine «freihändige» Beur
tei
lung der Arbeitsfähigkeit durch den Rechtsanwender (Urk. 1 S. 7-9, S. 14).
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
gesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch
die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben
bereich berücksichtigt (
Art.
6 ATSG).
2.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
5
2.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
5
.2
Bei Gerichtsgutachten
weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
3
.
3.1
3.1.1
Am
A._
-Gutachten vom 24. April 2017 waren die
Dres
. med.
E._
, FMH für A
llgemeine Innere Medizin, F._
, FMH für Onkologie, und
G._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, beteiligt (Urk. 6/71). Die
A._
-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/71/41):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode
-
Andere spezifische Angststörungen (ICD-10: F41.8) nach durchgemachter Karzinomerkrankung 2014 und Stellenverlust Ende 2015
-
Akzentuierte, leistungsorientierte, narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
-
Invasives
duktales
Mammakarzinom links pT1c pN0 (SN) (0/3) M0 G2 ER positiv
PgR
postitiv
HER2neu negativ Ki67 15 % mit/bei
-
16.09.14: Tumorektomie links und
axilläre
Sentinel
Lymphonodekto
mie
am
H._
.
-
11/12.2014:
Adjuvante
Radiotherapie der linken Mamma bei brust
erhaltender Chirurgie in der Radio-Onkologie der
I._
-
10/201
4 bis 04/2016:
Adjuvante
antihormonelle Therapie mit Tamoxi
fen 20mg q d: Abbruch wegen Unverträglichkeit
-
Aktuell: Kein Hinweis auf Rezidiv oder Zweitkarzinom, anhaltende komplette Remission
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten sie einen Status nach Problemen in Verbindung mit Berufstätigkeit am Arbeitsplatz mit konsekutiver Überforderung nach Krebserkrankung 2014 (ICD-10: Z56) an (Urk. 6/71/41).
3.
1.
2
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führten die
A._
-Gutachter aus, dass sie aus psychiatrischer Sicht
für
die bisherige Tätigkeit als National Lead Key Account Managerin voll arbeitsunfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit als Key Account Managerin sei die Beschwerdeführerin seit September 2014 zu 40 % arbeitsunfähig. Sie könne ganztags mit einer Verminderung des Rendements von 40 % eingesetzt werden (Urk. 6/17/43).
Aus onkologischer Sicht befinde sich die Beschwerdeführerin seit Abschluss der
adjuvanten
Radiotherapie im Jahre 2014 in anhaltend kompletter Remission, was in der letzten klinischen wie bildgebenden Nachsorgekontrolle bestätigt worden sei. Trotzdem beklage die Beschwerdeführerin für sie relevante
residuelle
Beschwerden, insbesondere Schmerzen im Bereich der linken Mamma und des linken Schultergürtels, welche als Folgen der Operationen in diesem Bereich somit als
therapieassoziiert zu objektivieren seien. Die von der Beschwerdeführerin beklagte Erschöpfungssymptomatik sowie ihre, wie sie selber behaupte, fehlende Belastbarkeit für sämtliche intellektuellen Fähigkeiten würden sich hingegen nur schwer im Rahmen der stattgehabten Therapien konklusiv erklären lassen. Daher sei der Beschwerdeführerin ab Diagnosestellung und Therapieeinleitung des Mammakarzinoms im September 2014 bis zum Abschluss der
adjuvanten
Radio
therapie im Dezember 2014 des gleichen Jahres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Ab diesem Zeitpunkt, mithin ab dem Januar 2015, könne der Beschwerdeführerin aufgrund der persistierenden ziehenden Schmerzen im Bereich der linken Mamma und im Bereich des linken Schultergürtels eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % bis auf weiteres
attestiert
werden (Urk. 6/71/43).
Gesamtmedizinisch sei somit festzuhalten, dass die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit als National Lead Key Account voll arbeitsunfähig sei. In einer ange
passten Tätigkeit als Key Account sei sie seit September 2014 zu 40 % arbeitsun
fähig. Sie könne ganztags mit einer Verminderung des Rendements von 40 % eingesetzt werden (Urk. 6/71/44).
3.2
3.2.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die
A._
-Gutachter der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit aus allgemein-internistischer Sicht attestiert haben (vgl. Urk. 6/71/9-13, Urk. 6/71/43-44).
3.2.2
Gemäss dem begutachtenden
A._
-Onkologen Dr.
F._
bestand nach der
Mammakarzinomerkrankung
der Beschwerdeführerin kein Hinweis für ein Rezidiv oder ein Zweitkarzinom (Urk.
6
/71/41). Er hielt weiter fest, dass sich die Beschwerdeführerin seit Abschluss der
adjuvanten
Radiotherapie im Jahre 2014 in anhaltend kompletter Remission befinde. Dies habe sich in den letzten klinischen wie auch bildgebenden Nachsorgekontrollen bestätigen lassen. Auf
grund der persistierenden ziehenden Schmerzen im Bereich der linken Mamma und im Bereich des linken Schultergürtels bestehe seit dem Abschluss der Radio
therapie beziehungsweise ab Januar 2015 bis auf weiteres eine Arbeits
unfähigkeit von 10 % (Urk.
6
/71/43).
3.2.3
Der psychiatrische
A._
-Gutachter Dr.
G._
führte unter anderem aus, dass die Beschwerdeführerin durch die Krebserkrankung in eine unspezifische ängst
liche Fehlverarbeitung geraten sei, die bis heute, trotz Therapie, noch nicht vollumfänglich habe behoben werden können. Ausserdem sei die Beschwerde
führerin auch mehrmals
bereits depressiv
dekompensiert
bis hin zu Suizidalität mit ausgesprochener Affektlabilität, was sich auch bei der Untersuchung gezeigt habe. Die Beschwerdeführerin sei ausgesprochen vulnerabel und verletzlich, versuche diese Irritabilität durch zwanghafte kontrollierende Mechanismen wett
zumachen, was ihr aber nicht mehr durchwegs gelinge. Ihre monatelangen Bemühungen, Anpassungsleistungen zu erbringen, hätten sich in einer Art Burn-out-Symptomatik erschöpft. Unterdessen zeige sich die Beschwerdeführerin auch in ihrem Selbstwertgefühl stark angeschlagen und erschwert fähig, die frühere Resilienz und die früheren Leistungen adäquat zu erbringen (Urk. 6/71/29). Dr.
G._
gelangte zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht von einer Teil
arbeitsunfähigkeit von 40 % in jeder Tätigkeit ausgegangen werden müsse (Urk. 6/71/29). Mit Blick auf den von der Beschwerdeführerin beschriebenen Tagesablauf erweist sich seine Begründung der Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht als schlüssig und überzeugend. Die Beschwerdeführerin gab an, dass sie an Tagen, an denen sie zu Hause arbeite, in der Regel zwischen 06.00 und 07.00 Uhr aufstehe und - mit kleineren Pausen - meist bis 20.00 Uhr arbeite. Als einzige Einschränkung erwähnte sie, dass es wegen Konzentrationsproblemen auch bei dieser Tätigkeit zu konzentrationsbedingten Pausen und Unterbrüchen komme (Urk. 6/71/23). Ansonsten arbeitet die
damals
in Zürich wohnhafte
gewesene
Beschwerdeführerin in
D._
und steht morgens um 05.00 Uhr auf (Urk. 6/71/28). Dr.
G._
hielt dazu fest, dass dies schon unter normalen Bedin
gungen zu einem Kräfteverschleiss führen dürfte, was die Beschwerdeführerin jedoch durch zwanghafte Überanpassung wettzumachen versuche. Aktuell sei die Beschwerdeführerin mit ihrem 60%-Pensum ohne Managementaufgaben und ohne Führungsaufgaben vollends ausgelastet und versuche, unter Reduktion der sozialen Aktivitäten dieses berufliche Funktionsniveau aufrecht zu halten (Urk. 6/71/28). Die Beschwerdeführerin führte aus, dass sie mit ihrer neuen beruflichen Tätigkeit versucht habe, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bringen. Auch wenn diese Arbeit nicht gleich fordernd sei wie ihre frühere Arbeit für die
Z._
und auch manchmal etwas langweilig, sei sie trotzdem froh, dass sie wieder eine Arbeit gefunden habe. In ihrem Alter sei dies nicht einfach (Urk. 6/71/21). Wegen diesen Widersprüchen können die
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
beachtlichen
Standardindikatoren, insbesondere die unter dem Titel
«
Konsistenz» zu prüfenden Indikatoren
(BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281)
, anhand des Gutachtens von Dr.
G._
nicht schlüssig beurteilt werden.
3.2.4
Die
A._
-Gutachter kamen zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus internistischer Sicht nicht eingeschränkt sei; aus onko
logischer Sicht könne auf Grund der persistierenden ziehenden Schmerzen im Bereich der linken Mamma und im Bereich des linken Schultergürtels eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit um 10 % angenommen werden. Die aus gesamt
medizinischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit begründeten die Gutachter aus
schliesslich mit Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht. Da die Arbeitsfähig
keitseinschätzung aus psychiatrischer Sicht - wie oben dargelegt - nicht zu über
zeugen vermag, wurde ein psychiatrisches Gerichtsgutachten eingeholt.
4.
Dr.
C._
stellte in ihrem Gutachten vom 1
1.
Oktober 2019 keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte sie die Diagnosen Zustand nach Angststörung
(
ICD-10: F41.8
)
, nicht näher bezeichnet (andere spezifische Angststörung), aktuell vollständig remittiert (Diagnose
Dr.
G._
), Zustand nach leichter Depression, derzeit vollständig remittiert
(
ICD-10: F32.4
) sowie leistungsorientierte Persön
lichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) an (
Urk.
18 S.
16)
.
Dr.
C._
hielt
fest,
dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung vom 2
6.
September 2019 keine wesentliche und schwere Symptomatologie (mehr) gezeigt habe.
Von den geforderten Kriterien
für eine depressive Störung
gemäss ICD-10 seien weder eine anhaltende depressive Affektivität noch eine psychomo
torische Antriebsminde
rung oder Einschränkung der Freudfähigkeit festgestellt worden. Dies habe so
wohl für die psychiatrische Exploration als auch die eigenen Angaben der Beschwerdeführerin
gegolten
. Sie habe sich bei der Schilderung ihrer heutigen Lebenssituation ausgeglichen und adäquat, aber auch etwas besorgt
gezeigt
. Ein Interes
sensverlust habe nicht vorgelegen. Die kognitiven Fähigkeiten seien klinisch normgerecht gewesen. Diesbezüglich seien keine Auf
fäll
igkeiten ausgemacht worden. Auch im Strassenverkehr nehme die Beschwer
deführerin ohne Einbussen teil. Depressi
onstypische Schlafstörungen sei
en nicht geklagt worden, die Schlafqualität sei dennoch nicht zufrieden
stellend. Andere oder weitere depres
sionstypische Symptome seien weiterhin nicht festgestellt worden. Die Beschwerdeführerin sei des Weiteren in der Lage
,
einen strukturierten Tagesablauf zu
planen und diesen durchzuführen
sowie verschie
denen Interessen und Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Sie sei in der Lage
,
de
n Haushalt alleine und ohne Unterstützung zu führen
, sich um eine neue Stelle zu kümmern und ihre persönlichen Pendenzen zu
besorgen. Die Beschwerdefüh
rerin habe einen gewissen Appetitverlust angegeben, jedoch sei ihr Körpergewicht im Bereich der Norm respektive im für sie üblichen Bereich
gewesen
. Einschränkun
gen, welche depressionsbedingt das Tagesaktivität
sniveau
beeinträchtigen wür
den, seien nicht ausgemacht worden. Hierzu sei auf die eigenen Angaben der Beschwerde
führerin verwiesen, beispielsweise den Besuch des Fitnessstudios mehrmals pro Woche. Das angegebene Leistungsniveau sei nicht mit einer schweren oder mit
telschweren depressiven Störung vereinbar. Suizidgedanken, erfolgte Selbstver
letzung oder Suizidhandlungen seien von der Beschwerdefüh
rerin verneint wor
den. Es sei sicherlich möglich, dass eine gedrückte Stimmung in der Vergangen
heit punktuell und/oder für umschriebene Zeitabschnitte
vorge
le
genen habe könnte. Mitunter schie
nen
konstellative
Umstände bei der Beschwerdeführerin bei der Beschwerdeentwicklung eine Rolle gespielt zu haben. Hier sei auch eine Arbeitsplatzproblematik mit Kündigung erwähnt worden (Urk. 18 S. 13). Aktuell könne
somit die Diagnose einer depressiven Störung
mit eigenständigem, anhaltendem
Krankheitswert mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit nicht bestätigt werden. Die erforderlichen Kriterien seien nicht erfüllt gewesen (Urk.
18 S.
14).
Dr.
C._
führte sodann aus, dass
von
Dr.
G._
eine andere/sonstige spezifische Angststörung ICD-10: F41.8 vor dem Hintergrund einer durchgemachten Karzinom-Erkrankung 2014
attestiert worden sei. Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der Befragung vom 26. September 2019 geäussert, dass sie sich aufgrund der durchgemachten Krebserkrankung in der Vergangenheit, auch heute noch
,
stark sorge
,
einen Rückfall zu erleiden. Zusätzlich fühle sie sich ausgelaugt, erschöpft und müde. Erschwerend käme nun die Arbeitslosigkeit hinzu. Dazu hielt
Dr.
C._
fest,
d
ie Beschwerdeführerin habe eine
psychische Belastung durch die Krebs-Rückfallgefahr
geschildert
. Diese Angaben
wür
den
von menschlicher S
eite her s
icher
lich verständlich
erscheinen. Die Beschwerdeführerin habe allerdings keine konk
rete Symptomatologie geltend gemacht, aufgrund derer eine eigen
ständige anhaltende psychiatrische
Störung zu attestieren
sei
. Ein systematischer, psychia
trischer Symptomenkomplex mit einem eigenständigen Krankheitswert habe im Zeitpunkt der Untersuchung vom 26. September 2019 nicht vorgelegen.
Die Beschwerdeführerin habe hinsichtlich der in den letzten Jahren vorgelegenen Angst-Symptomatik eher unkonkrete Angaben gemacht, welche wenig fassbar und aufschlussreich gewirkt hätten. Dies im Gegensatz zu den
ansonsten
durch
gehend sehr präzise und konkret ausgeführten Erläuterungen und Informationen
der Beschwerdeführerin
. Insbesondere habe sie angegeben, Angst
vor dem Krebs
rückfall zu haben. Dies habe sie aber nic
ht
näher beschreiben und ausführen kön
nen
(Urk.
18 S.
14)
. Dem Eindruck nach sei es möglich, dass bei der Beschwerde
führerin eine eher unspezifische Angstsymptomatik vorgelegen habe, welche mit
unter mit dem
von der Beschwerdeführerin eingenommen Antidepres
sivum
Aurorix
®
kupiert und
auch nicht näher kodiert
hätte werden können
(Urk. 18 S. 15).
Eine typische Sympto
matologie für eine generalisierte Angststörung habe
eben
falls nicht vorgelegen. Die Beschwerdeführerin habe keine konkreten
Beschwer
den angegeben.
Eine anhaltende erhebliche Panik- und
Angstsympto
matologie sei zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung nicht festgestellt worden. Die früher attestierten Ängste sch
ie
nen sich bereits im Verlauf gebessert zu haben. Zum aktuellen Zeitpunkt könne somit die im Jahr 2017 gestellt
e
Diag
nose andere/sonstige spezifische Angststörung
(
ICD-10: F41.8
)
nicht mehr bestätigt wer
den (Urk. 18 S. 15).
Zu
r
von
A._
-Gutachter
Dr.
G._
ebenfalls gestellte
n
Diagnose leistungs
orientierte-narzisstische Persönlichkeitszüge ICD-10: Z73.1
sei schliess
lich folgendes festzuhalten:
Persönlichkeitszüge seien generell, sofern diese nicht das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung mit schweren und gest
örten Interaktions
muster annehmen, als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anzusehen (Urk. 18 S. 15).
Schliesslich führte Dr.
C._
aus, durch die medikamentöse und psychiatrische Therapie seien die dokumentierten Symptome als vollständig remittiert zu bewer
ten. Bei der Versicherten könne derzeit ein stabiles Zustandsbild mit einem psychischen Normalbefund festgestellt werden. Da eine psychiatrische Gesund
heitsschädigung nicht mehr vorliege, sei aus rein psychiatrischer Sicht von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr auszugehen. Die Explorandin gebe an, aufgrund von Leistungseinbussen nicht mehr als 60 % arbeiten gehen zu können. Dies sei aus menschlicher Sicht verständlich. Es stelle sich hier jedoch die Frage nach einem möglichen und anhaltenden psychiatrischen Gesundheitsschaden. Ein solcher habe nicht festgestellt werden können
(
Urk.
18 S. 15)
.
5.
5.1
Die Gutachterin Dr.
C._
nahm eine sorgfältige klinische Untersuchung mit eingehender Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobach
tung vor und konnte dabei keine krankheitswertigen Befunde erheben. Sie setzte sich sodann mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte und derjenigen des früheren psychiatrischen Gutachters auseinander. Bezüglich letzterem legte sie im
einzelnen
schlüssig dar, inwieweit sie seiner diagnostischen Beurteilung folgen und wo sie von seiner Einschätzung abweicht. Sie hielt schliesslich in nachvollziehbarer Weise fest, dass zum Verlauf der bisherigen Behandlung aufgrund der Akten keine hinreichend verlässlichen Aussagen gemacht werden könnten; jedenfalls habe das bisherige, eher niederfrequente Setting mit nur einmal in 2-3 Wochen stattfindenden Gesprächen und unter der antidepressiven Behandlung als ausreichend gezeigt, um eine Remission der depressiven Symp
tomatik zu bewirken (Urk. 18 S. 17). Die Schlussfolgerung, dass aus psychiat
rischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit vorliege, vermag zu überzeugen.
5.2
Die gegen die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens erhobenen Einwände der Beschwerdeführerin sind nicht stichhaltig. Vereinzelte Flüchtigkeitsfehler und Ungenauigkeiten bei der Wiedergabe der anamnestischen Angaben der explorier
ten Person sind nicht geeignet, die Beweiskraft eines medizinischen Gutachtens in Frage zu stellen, denn daraus lässt sich weder ableiten, die persönliche Anam
nese sei oberflächlich erfolgt, noch lassen sich Rückschlüsse über die inhaltliche Stringenz der gutachterlichen Äusserungen ziehen. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens stünden in nicht auflösbarem Widerspruch zu den Schlussfolgerungen des Administrativgutachtens und zu den Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin, weshalb davon auszugehen sei, dass im Rahmen der gerichtlich angeordneten Begutachtung Gesichtspunkte unerkannt geblieben seien, die eine Abweichung von den Ergebnissen des Gerichtsgutachtens rechtfertigen würden (Urk. 24 S. 3 f.), übersieht sie, dass die Anordnung eines Gerichtsgutachtens nur deshalb notwendig war, weil s
ich die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit durch die Administrativgutachter als nicht schlüssig erwiesen hat und auf die Berichte der behandelnden Ärztin
ebenso
wenig
abgestellt werden konnte. Bei einer solchen Ausgangslage ist es nicht über
raschend, wenn gerichtlich bestellte Gutachter zu einer abweichenden Schluss
folgerung gelangen. Jedenfalls besteht aufgrund dieser Umstände kein Anlass für eine weitere Begutachtung. Die Beschwerdeführerin geht sodann fehl, wenn sie meint, im psychischen Befund müssten ihre Klagen unkritisch wiedergegeben werden. Verbale Äusserungen, welche im Widerspruch zu
non-verbalen
Äusse
rungen stehen, müssen selbstredend nicht übernommen werden. Beim Bericht der behandeln
den Psychiaterin Dr. med. J._
vom 2. November 2019 (Urk. 25/2) fällt denn auch auf, dass dieser keine objektiven psychopatho
logischen Befunde nennt. Stattdessen stützt sich die behandelnde Psychiaterin auf subjektive Klagen von Labilität und Überforderung bei grösserer Arbeits
belastung. Im
übrigen
bestätigt Dr.
J._
die Ergebnisse des Gerichts
gutachtens, wenn sie
dafür hält
, dass
keine generalisierte Angststörung vorliege und sie eine solche nicht behandelt habe. Gründe für ein Abweichen vom Gerichtsgutachten liegen demnach keine vor.
6.
Aus allgemein-internistischer Sicht ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin nicht eingeschränkt; aus onkologischer Sicht muss laut den
A._
-Gutachtern aufgrund der persistierenden ziehenden Schmerzen im Bereich der linken Mamma und im Bereich des linken Schultergürtels eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 % angenommen werden. Aus psychiatrischer Sicht besteht aufgrund der Ergebnisse des Gerichtsgutachtens keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine höhere als eine 20%ige Einschränkung war auch im Verlauf nicht ausgewiesen. Entsprechend resultiert kein rentenbegründender Invaliditäts
grad. Damit ist es im Ergebnis nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegeg
nerin mit der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2017 einen Renten
anspruch verneinte. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
7.1
Besteht ein Zusammenhang zwischen Untersuchungsmangel seitens der Verwal
tung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, können die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt hat, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungs
grundlage nicht erfüllt (BGE 140 V 70 E. 6.1 mit Hinweisen). Das Gericht gelangte mit Beschluss vom 26. Februar 2019 zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin lasse sich aufgrund der aktenkundigen medizinischen Unter
lagen nicht schlüssig beurteilen (Urk. 9 S. 5); mithin liess sich wegen der Verletzung der Abklärungspflicht durch die Verwaltung nicht feststellen, ob ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint worden war. Damit rechtfertigt es sich, die Kosten des Gerichtsgutachten im Betrag von Fr. 3'588.05 (Urk. 27) der Beschwerdegegnerin zu überbinden.
7.2
Nachdem das Gerichtsgutachten vorlag, war der Mangel des Verwaltungsver
fahrens behoben. Gestützt darauf konnte erstellt werden, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bloss in geringem Umfang beeinträchtigt ist, weshalb die angefochtene Verfügung, mit welcher Leistungen der Invalidenversicherung verweigert wurden, in der Sache nicht zu beanstanden war. Die Beschwerdefüh
rerin
akzeptierte indes die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens nicht. Stattdessen stellte sie die Beweiskraft des Gutachtens in einer weiteren Eingabe in Frage und hielt an ihren Beschwerdeanträgen fest (Urk. 24). Entsprechend kann nicht mehr davon gesprochen werden, dass die beschwerdegegnerische IV
Stelle die Kosten des Gerichtsverfahrens durch die Verletzung der Abklärungspflicht im Verwal
tungsverfahren verursacht hätte; zum einen steht fest, dass die Beschwerdefüh
rerin auch ein Ergebnis einer Administrativexpertise nicht akzeptiert hätte, welches zur Verneinung eines Leistungsanspruchs geführt hätte, zum anderen entstand durch die Einwände gegen die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens ein erhöhter, die Ausschöpfung des Kostenrahmens rechtfertigender Aufwand im Zusammenhang mit der Begründung des Urteils. Entsprechend sind die auf Fr. 1'000.-- festzusetzenden Gerichtskosten in Anwendung von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung ist ihr nicht zuzusprechen.