Decision ID: 92804985-ccf1-4936-87ef-2d6adeb5596d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit U
rteil des hiesigen Gerichts vom 16. Mai 2018
im Verfahren Nr.
IV.201
7.01275
wurde die von
X._
, geboren 19
58
, gegen die leistungsans
pruchsverneinende Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
23. Oktober 2017
(Urk.
6/51
) erhobene Be
schwerde
(Urk.
6/52/3-9
)
in dem Sinne gutgeheissen, dass die an
gefochtene Ver
fügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle
zurückgewiesen wurde, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge (
Urk.
6/57 Dispositiv
Ziff.
1
).
D
ie IV-Stelle veranlasste in der Folge bei Dr. med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten,
das am
19. Juli 2019
ers
tattet wurde
(
Urk. 6/78), und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/82, Urk. 6/87, Urk. 6/94, Urk. 6/98, Urk. 6/99, Urk. 6/101
)
m
it Verfügung vom 2
8
.
Juni
2021 einen Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 30. August 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Juni 2021 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm ab 12. Februar 2016 eine volle (gemeint wohl: ganze) IV-Rente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2021 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 12. Oktober 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art.
4 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art.
3 Abs.
1 und Art.
6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E.
5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396 E.
5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein
. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E.
5.3.2, 143 V 409 E.
4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 139 V 547 E.
5.2, 127 V 294 E.
4c; vgl. Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE
143
V
418, 143
V
409, 141
V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E.
4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E.
4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40
% arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
% auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
% auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E.
3.4.2, 128 V 29 E.
1).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE
125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE
125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S.
70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass das nach dem Rückweisungsentscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 16. Mai 2018 eingeholte Gutachten von Dr.
Y._
vom 19. Juli 2019 eine Teil-Arbeitsunfähig
keit ausgewiesen habe. Die von Dr.
Y._
gestellten Diagnosen stellten jedoch allesamt keinen aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevanten Gesund
heitsschaden dar. Die vorgenommene
Indikatorenprüfung
habe ergeben, dass keine objektiven Befunde und Symptome bestünden, die eine erhebliche gesund
heitliche Beeinträchtigung beschreiben würden. Dem Beschwerdeführer fehle die Motivation, in den Arbeitsalltag zurückzukehren. Er habe Kontakt zu seiner Familie, besuche regelmässig seinen Stammtisch, fahre mit dem Cabriolet aus und sei in der Lage, die Haushaltsarbeiten zu erbringen, was gegen einen sozialen Rückzug spreche. Damit bestünden gestützt auf das Gutachten von Dr.
Y._
keine erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche sich auf die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers auswirkten. Mit Einwand vom 10. September 2020 seien keine neuen Tatsachen vorgebracht worden (S. 1 f).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass auf das Gutachten von Dr.
Y._
vom 19. Juli 2019 aus den näher dargeleg
ten Gründen nicht abgestellt werden könne und die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe (S. 15 f.
Rz
. 45-49). Die von ihr vorgenom
mene
Indikatorenprüfung
, welche von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
Y._
abweiche, sei nicht statthaft (S. 16 ff.
Rz
. 50-62). Ungeachtet da
von könne er aufgrund seiner eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, seines fortge
schrittenen Alters sowie seiner arbeitsmarktlichen Desintegration nicht mehr als erwerbsfähig eingestuft werden. Im Zeitpunkt der Verfügung sei er 62,5 Jahre alt gewesen und würde somit in zweieinhalb Jahren pensioniert werden. Aufgrund des ohnehin für ältere, an einer Krankheit leidende Arbeitslose verschlossenen Arbeitsmarktes, seiner langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie seiner gesundheitlichen Limitierung und unzureichenden Arbeitserfahrung in einem an
deren Berufsfeld ergebe sich der zwingende Schluss, dass er seine rein potentiell noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit nicht mehr monetär verwerten könne be
ziehungsweise nur unter einem nicht realistischen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers. Zudem sei davon auszugehen, dass er voraussichtlich medizinische Massnahmen durchlaufen müsste, was die Integration noch weiter Richtung Pensionsalter verschieben würde. Er sei als erwerbsunfähig einzustufen (S. 19 ff.
Rz
. 63-78).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch de
s
Beschwerdeführer
s
auf eine Invali
denrente.
3.
Im Urteil des hiesigen Gerichts
vom
16. Mai 2018
wurde zusammenfassend fest
gehalten, dass es an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Beurteilung
des psychischen Gesundheitszustandes und
der Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdefüh
rer
s mangle (Urk. 6/57 E. 4.4).
Ausgeführt wurde, dass sich namentlich das Gut
achten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
Juni 2017
aus
den dargelegten Gründen als unzureichend erweise. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass auch nicht unbesehen auf die Ausführungen der lang
jährig behandelnden Psychiaterin Dr. med.
A._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, abgestellt werden könne, dies
auch mit Blick auf ihre auftra
gsrechtliche Vertrauensstellung (vgl. Urk. 6/57 E. 4.2). Auf diese Aus
führungen wird verwiesen.
4.
4.1
Nach dem Urteil des hiesigen Gerichts vom
16. Mai 2018
(Urk.
6
/
57
) gingen die folgenden medizinischen Berichte bei der Beschwerdegegnerin ein:
4.2
Dr.
A._
stellte in ihrem Bericht vom 4. Januar 2019 (Urk. 6/68) fol
gende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode
ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), gegenwärtige Episode mindestens seit August 2014, frühere Episoden mindestens seit Mai 1997
-
ausgeprägte selbstunsichere, autoritätsängstliche und kränkbare Persön
lichkeit (ICD-10 F60.6)
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol, gegenwärtig kontrolliertes Trinken (ICD-10 F10.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
A._
ein Reizdarmsyndrom mit intermittierender Diarrhoe und einen essenti
ellen Tremor (Ziff. 1.1). Sie führte aus, dass der Beschwerdeführer seit 1998 mit Unterbrüchen und seit 2009 durchgehend bei ihr in Behandlung sei; die letzte Kontrolle habe am 14. Dezember 2018 stattgefunden (Ziff. 1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Buchhalter/Treuhänder bestehe mindestens seit dem 25. August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Diese Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Eine Arbeit als angestellter Buchhalter im Rah
men von maximal zwei Stunden pro Tag sei möglich, wobei mehr Zeit zur Erledigung von Aufgaben eingeräumt werden müsste (Ziff. 1.7).
4.3
Dr.
Y._
erstattete am 19. Juli 2019 das von der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten (Urk. 6/78). Er stellte folgende Diagnosen (S. 14 Ziff. 6):
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
-
akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
Dr.
Y._
hielt fest, dass dem Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Buchhalter und Treuhänder aufgrund seiner ängstlichen und depressiven Symptome insbesondere die Motivation und der Antrieb fehle, sich im Kundenkontakt so einzubringen, dass er Aufträge akquirieren und diese mit der entsprechenden Zuverlässigkeit abarbeiten könne. Der Beschwerdeführer ziehe sich schnell zurück, wolle seine Ruhe haben und scheine auch nicht bereit zu sein, die für eine konstante Arbeitsleistung notwendige Alkoholkarenz einzu
halten (S. 19 Ziff. 8). Insgesamt schätze er die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als selbständiger Buchalter auf etwa 40 %.
Bis etwa 2011 sei der Be
schwerdeführer vollständig arbeitsfähig gewesen
.
Seither habe eine deutliche Minderung eingesetzt, die seine Arbeitsfähigkeit schrittweise auf etwa 40 % re
duziert habe (S. 20 oben).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte Dr.
Y._
aus, dass eine Stelle im kaufmännischen Bereich durch klare und anfangs auch einfache Auf
gabenstellung gekennzeichnet sein müsste. Der Beschwerdeführer könnte in einer derartigen Position Vollzeit mit einem 50%igen Rendement tätig sein. Die Arbeitsfähigkeit insgesamt im freien Arbeitsmarkt schätze er auf 50 %. Diese wäre innerhalb eines Jahres steigerungsfähig auf 80 % (S. 20 Mitte).
Dr.
Y._
hielt weiter fest, dass von der jetzigen psychiatrischen Behandlung alleine keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. Da der Beschwer
deführer angegeben habe, er habe die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum, und eine Abhängigkeit bisher nicht nachzuweisen sei, müsste er seine Abstinenz auch ohne Entwöhnungsbehandlung einhalten können (S. 20 unten). Er habe selber angegeben, dass er nicht motiviert sei, erneut eine Arbeitstätigkeit auszuüben. Er sei jetzt mit 61 Jahren alt genug, dass man ihn in Ruhe lassen sollte (S. 21 oben).
4.4
Dr.
A._
stellte in ihrer Stellungnahme vom 8. März 2020 (Urk. 6/93) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1
lit
. a):
-
rezidivierende depressive Störung, mittelgradig bis schwer, mit Angstan
teilen und somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11/F33.2), chronifiziert
-
ausgeprägte selbstunsichere und kränkbare Persönlichkeit (ICD-10 F60.6)
-
soziale Phobie (ICD-10 F 40.1), chronifiziert
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
A._
einen schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), einen essenti
ellen Tremor und ein Reizdarmsyndrom (S. 1 Ziff. 1
lit
. b). Die behandelnde Psy
chiaterin führte aus,
dass die Erkrankung chronifiziert und die Prognose ungüns
tig sei. Aktuell diene die Psychotherapie vor allem der Erhaltung des Status quo und Vermeidung einer Verschlechterung. Es sei unklar, ob ein vollkommener Ver
zicht auf Alkohol etwas an der psychischen Verfassung ändern, das heisse ver
bessern oder verschlechtern würde (S. 2 Ziff. 3). Die Compliance des Beschwer
deführers hinsichtlich der vereinbarten Termine und der Medikamenteneinnahme sei gut (S. 2 Ziff. 5). Zum Gutachten von Dr.
Y._
führte Dr.
A._
aus, dass sie mit allen Diagnosen einverstanden sei, ausser mit der «Dysthymie». Eine «Dysthymie» bezeichne eine leichte affektive Verstimmung, leichter als bei einer leichten depressiven Störung, was nicht zu den beim Beschwerdeführer bestehen
den depressiven Symptomen passe, welche zwischen «mittel» und «schwer» ein
geordnet werden müssten. Ausserdem sei bei einer Dysthymie ihrer Erfahrung nach die Arbeitsfähigkeit voll gegeben, wenn auch unter Anstrengung. Damit stehe diese Diagnose ihres Erachtens im Widerspruch zu der von Dr.
Y._
zuge
standenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zudem fehle eine hinreichende Begründung, wie Dr.
Y._
darauf komme, dass der Beschwerdeführer als selb
ständiger Treuhänder noch zu 40 % arbeitsfähig sei. Auch habe Dr.
Y._
nicht begründet, weshalb er bei einer 100%igen Anwesenheit auf ein 50%iges Rende
ment in angepasster Tätigkeit geschlossen habe, und wie er auf eine Steigerung auf 80 % innerhalb eines Jahres komme (S. 3 Ziff. 6
lit
. a). Zudem habe sich Dr.
Y._
nicht mit ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt (S. 3 Ziff. 6
lit
. b). Es sei weiter unzutreffend, dass der Beschwerdeführer zu faul zum Arbeiten sei. Er sei realistisch genug um zu wissen, dass er in seinem Alter schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt habe, und habe Angst davor, sich wieder bewerben zu müssen und erneut deprimierende und kränkende Absagen zu er
halten (S. 4
lit
. c). Abschliessend hielt Dr.
A._
fest, dass der Beschwer
deführer als angestellter Buchhalter oder Auftrags-Buchhalter für Privatpersonen oder kleine Unternehmen seit August 2014 maximal während zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (S. 4 Ziff. 9).
5.
5.1
Dr.
Y._
nannte nach Untersuchung des Beschwerdeführers am 27. Juni 2019 in seinem Gutachten vom 19. Juli 2019 (vorstehend E. 4.3) als Diagnosen einen schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) sowie eine akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1) ohne darzulegen, welcher Diagnose er Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit zusprach und welcher nicht. Im Endeffekt leitete er daraus in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Buchhalter seit dem Jahr 2011 eine Restarbeitsfähigkeit von insgesamt 40 % und in einer angepassten einfachen kaufmännischen Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von insgesamt 50 % ab. Die Beschwerdegegnerin sprach sodann im Rahmen einer eigens vorgenommenen
In
dikatorenprüfung
(Urk. 6/81) sämtlichen von Dr.
Y._
gestellten Diagnosen einen invalidisierenden Krankheitswert ab und führte aus, dass dem Beschwerdeführer im Wesentlichen die Motivation fehle, in den Arbeitsalltag zurückzukehren (vor
stehend E. 2.1).
5.2
Das
Bundesgericht
hat
darauf hingewiesen, dass im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens davon abzusehen ist, einzelne Beschwerden und Störungen ohne Einzelfallprüfung wegen grundsätzlich fehlender invalidenversicherungs
rechtlicher Relevanz auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E.
8.1). Die von der Be
schwerdegegnerin vorgenommene
rudimentäre Abhandlung
einzelner Diagnosen ohne konk
rete Prüfung deren funktioneller
Auswirkungen (vgl.
Urk.
6/81 S. 2) vermag daher nicht zu überzeugen.
Auch erweist sich ihre Feststellung, wonach keine objektiven Befunde und Symptome bestünden, welche eine erhebliche ge
sundheitliche Beeinträchtigung beschrieben, mit Blick auf den im Gutachten von Dr.
Y._
angeführten psychischen Befund (Urk. 6/78 S. 13 f.) als zu oberflächlich.
5.3
Massgebend für die Prüfung der Frage, ob ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden respektive eine Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit vorliegt, ist nicht die gestellte Diagnose an sich, sondern deren konkrete Auswirkung auf das funktionelle Leistungsvermögen (vgl. vorstehend E. 1.2).
Was den Ausprägungsgrad der depressiven Symptomatik anbelangt, fällt vorlie
gend ins Gewicht, dass, wie Dr.
A._
bemerkte (vorstehend E. 4.4), die objektive Befundlage beim Beschwerdeführer, so auch im Gutachten von Dr.
Y._
, einen über eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) hinausgehenden Schwere
grad ergibt, setzt diese Diagnose doch unter anderem voraus, dass diese Verstim
mung niemals oder nur selten ausgeprägt genug ist, um die Kriterien für eine rezidivierende leichte oder mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.0, F33.1) zu erfüllen (
vgl. klinisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klas
sifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapi
tal V
[
F
]
,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, Hrsg., 10.
überarb
eitete Auflage, Bern 2015 S. 183).
Dr.
Y._
beschrieb jedoch in seinem Gutachten Kriterien, die gemäss den diagnostischen Leitlinien der ICD-10
mindestens auf eine leichte depressive Epi
sode (ICD-10 F32.0) schliessen lassen würden. Namentlich beschrieb er die
Kon
zentration, Merkfähigkeit und
das
Gedächtnis
des Beschwerdeführers als leicht vermindert bei erhöhter Ermüdbarkeit. Die Modulationsfähigkeit wurde als fast aufgehoben und der Antrieb als reduziert beschrieben, wobei der Beschwerdefüh
rer angespannt gewirkt habe (Urk. 6/78 S. 13 unten f.;
vgl. klinisch-diagnostische Leitlinien
, a.a.O.,
S.
169 ff.
)
.
Hinsichtlich der übrigen von Dr.
Y._
gestellten Diagnosen gingen diese weitge
hend einher mit der Diagnostik der behandelnden Psychiaterin Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.2 und E. 4.4). Dr.
Y._
bestätigte eine deutliche phobische Kontaktstörung des Beschwerdeführers (Urk. 6/78 S. 16 unten). Entgegen der An
sicht der Beschwerdegegnerin (vorstehend E. 2.1) ändert daran nichts, dass der Beschwerdeführer Kontakt zu seiner Familie hat und regelmässig seinen Stamm
tisch besucht. So sind soziale Phobien gerade dadurch charakterisiert, dass sie ausserhalb des Familienkreises auftreten (
vgl.
klinisch-diagnostische Leitlinien
, a.a.O.,
S. 1
93 f.). Die Kollegen von seinem Stammtisch kennt der Beschwerdefüh
rer überdies seit 30 Jahren und es handelt sich im Wesentlichen um ein Treffen mit drei Freunden in einem Getränkelagerraum (Urk. 6/78 S. 7 unten, Urk. 6/39 S. 43 unten f.).
Soweit Dr.
Y._
dann in seinem Gutachten eine eigenständige depressive Erkran
kung im Sinne von F32 und F33 verneinte und ausführte, dass sich hierfür auch in autobiographischer Hinsicht keine ausreichenden Anhaltspunkte fänden, eine wesentliche innere Konfliktsituation offenbar nicht bestehe, indem der Beschwer
deführer noch mit den täglichen Anforderungen des Alltags fertig werde, sein geliebtes Mercedes Cabriolet fahre, seinen Stammtisch besuche und seine Katzen versorge, daneben noch Zeitung lese und Fernsehen schaue (Urk. 6/78 S. 17 un
ten), geschieht dies einerseits ohne Würdigung der Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr.
A._
, andererseits unter Vermischung zwischen der objektiven diagnoserelevanten Befundlage mit den im Rahmen der Konsistenz zu prüfenden gleichmässigen Einschränkungen
des Aktivi
tätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
, weshalb diese Gesichtspunkte nachfolgend zu prü
fen sind.
5.4
Wichtige Schweregradindikatoren einer psychischen Erkrankung sind im Kom
plex Gesundheitsschädigung neben der Ausprägung der diagnoserelevanten Be
funde sodann
Behandlungserfolg oder -resistenz, also Verlauf und Ausgang von Therapien
(BG
E 141 V 281 E. 4.3.1.2). Vorliegend befindet sich der Beschwerde
führer seit 1998 und nach einem Unterbruch ab 2009 durchgehend bei Dr.
A._
in psychiatrischer Behandlung (vorstehend E. 4.2), wobei keine wesent
liche Verbesserung des Gesundheitszustandes erzielt wurde. Dr.
A._
sprach lediglich noch davon, dass der Status quo durch die Therapie erhalten und eine Verschlechterung vermieden werde (vorstehend E. 4.4). Auch Dr.
Y._
ver
sprach sich von einer weiteren Behandlung des Beschwerdeführers keinen we
sentlichen Erfolg. Sodann konnten weder der Gutachter Dr.
Y._
noch die behan
delnde Ärztin Dr.
A._
klar
beantworten, wie sich im Endeffekt eine totale Alkoholabstinenz auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde. Dr.
A._
zog diesbezüglich auch eine Verschlechterung in Betracht (vorstehend E. 4.4).
Was den Indikator «Persönlichkeit» anbelangt, ging Dr.
Y._
wie bereits die zu
ständigen Fachpersonen der
Klinik C._
in
D._
am 15. April 2015 (Urk. 6/7 S. 1) von einer akzentuierten Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1), Dr.
A._
dagegen von einer ängstlich vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD
10 F60.6) aus. Vorliegend spricht die bis ins Jahr 2011 unauffällige Sozial- und Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers gegen eine Persönlichkeits
stö
rung. Dennoch ist beim Beschwerdeführers hinsichtlich der a
kzentuierte
n
Persön
lich
keitszüge (
ICD-10
Z73.1)
, auch wenn sie für sich alleine gesehen
als solche nicht unter den Begriff des rechts
erheblichen Gesundheitsschadens fallen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015
vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4), mit Blick auf die zusätzlich vorhandene depressive Symptomatik und die soziale Phobie (ICD-10 F 40.1) ohne weiteres von einem ressourcenhemmenden Faktor auszugehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom 1.
Februar 2018 E.
5.3 unter Hin
weis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.2).
So sprach auch Dr.
Y._
davon, dass
der Be
schwerdeführer durch seine ängstlichen, insbesondere sozialphobischen und nar
zisstischen Symptome leicht kränkbar erscheine und stets fluchtbereit sei mit ei
ner Tendenz, sich zu Hause oder durch Alkohol zu verschanzen. Er sei
dadurch
vermindert teamfähig (
Urk.
6/78 S. 19
Ziff.
7.4).
Ausgewiesen ist beim Beschwerdeführer weiter ein behandlungs
anamnestisch
er
Leidens
druck
. So befindet er sich zumindest seit 2009 durchgehend bei Dr.
A._
in Behandlung, dies mit einer guten Compliance auch hinsichtlich der Medikamenteneinnahme (vorstehend E. 4.4). Sodann begab er sich im Frühjahr 2015 in stationäre Behandlung in der
Klinik C._
in
D._
(Urk. 6/7).
Zur Konsistenz und Plausibilität der vorgetragenen Beschwerden führte Dr.
Y._
aus, dass eine Tendenz des Beschwerdeführers bestehe, einerseits die Konflikte und Defizite in der Familie wie auch seinen Alkoholkonsum zu bagatellisieren oder zu leugnen, andererseits die kognitiven Defizite als Folge der depressiven Erkrankung zu betonen, also eine Situation zu schaffen, in der einerseits sein Selbstbewusstsein geschont werde, trotzdem aber Defizite bestünden, die eine an
dauernde Arbeitsunfähigkeit begründeten (Urk. 6/78 S. 19 Ziff. 7.3). Weiter lässt sich dem Gutachten von Dr.
Y._
entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit den täglichen Anforderungen des Alltags fertig werde, sein Mercedes Cabriolet fahre, den Stammtisch besuche, Zeitung lese und Fernsehen schaue sowie seine Katzen versorge (Urk. 6/78 S. 17 unten). Als Ressourcen nannte Dr.
Y._
sodann die gute Intelligenz des Beschwerdeführers, seine umfangreichen fachlichen Kenntnisse und den Umstand, dass er zumindest im familiären Bereich ausreichend kontakt
fähig sei mit stabilen Beziehungen. Vor diesem Hintergrund erscheint die vom
Beschwerdeführer geltend gemachte vollständige Arbeitsunfähigkeit als nicht vertretbar. Doch ist auch die Annahme,
dem Beschwerdeführer
fehle
für eine Rückkehr in den Arbeitsalltag
lediglich die
Motivation,
vor dem Hintergrund der beschriebenen Persönlichkeitsaspekte
zu relativieren.
Nachdem sich dem Gutachten
von Dr.
Y._
hinreichend schlüssige Angaben zu den normativen Vorgaben (Standardindikatoren) gemäss BGE 141 V 281
entneh
men lassen
und die medizinisch-psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit
im Lichte derselben
als begründet erscheint, besteht soda
nn kein Anlass, die gut
achter
liche Einschätzung einer
40%igen Arbeitsfähigkeit als selbständig erwerbs
tätiger Buchhalter respektive einer
50%igen Arbeits
fähigkeit
in einer einfach strukturierten kaufmännischen Tätigkeit
nicht zu übernehmen (BGE 145 V 361 E. 4.2.2).
Die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin Dr.
A._
über
zeugt dagegen nach dem Gesagten im Lichte des beweisrechtlich entscheidenden Aspektes der Konsistenz (E. 1.3) nicht. Zudem steht sie nicht wirklich im Wider
spruch zur gutachterlichen Einschätzung, ging doch Dr.
A._
in einer nach wie vor anspruchsvollen Tätigkeit als angestellter Buchhalter von einer ma
ximalen Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden aus (vorstehend E. 4.2, E. 4.4), wäh
rend sich die durch Dr.
Y._
attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit auf eine einfache kaufmännische Tätigkeit bezieht, zu welcher erstere nicht Stellung nahm.
5.5
Aufgrund des Gesagten ist daher gestützt auf das Gutachten von Dr.
Y._
vom 19. Juli 2019 und die dasselbe bestätigende
Indikatorenprüfung
davon auszuge
hen, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2011 in der Leistungsfähigkeit in seiner selbständigen Tätigkeit als Buchhalter aufgrund seiner psychischen Be
schwerden erheblich eingeschränkt ist, jedoch in einer angepassten einfachen kaufmännischen Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
6.
6.1
D
er Beschwerdeführer
stellte sich auf den Standpunkt, dass aufgrund
seines
fort
geschrittenen Alter
s keine
verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr vorliege, (vor
stehend E. 2.2).
6.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeits
markt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vor
handene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138
V
457 E.
3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE
138
V
457 E.
3.2 mit Hinweisen; vgl.
statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23.
Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138
V
457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätig
keit (E.
3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zu
verlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143
V
431 E.
4.5.1; vgl.
BGE
138
V
457 E.
3.4).
6.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2) bildet nicht der Verfügungserlass den Zeitpunkt,
in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird,
sondern richtet sich der Zeitpunkt danach, ab welchem die medizinische Aktenlage eine schlüs
sige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zulässt (vorstehend E. 6.2). Das Gutachten von Dr.
Y._
vom 19. Juli 2019 ging im Juli 2019 bei der Beschwerdegegnerin ein, und der medizinische Sachverhalt stand ab diesem Zeitpunkt fest. Der am 1. März 1958 geborene Beschwerdeführer war bei Eingang des Gutachtens im Juli 2019
61 Jahre und 4 Monate
alt, und es verblieben ihm noch drei Jahre und acht Monate bis zum Erreichen des Pensionsalters per 1. April 2023.
Diese Aktivitäts
dauer reicht grundsätzlich - auch bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
- aus, um eine neue Erwerbstätigkeit
im erlernten Beruf
aufzunehmen, sich einzuarbei
ten und die Arbeit auszuüben
.
6.4
Bejaht hat das Bundesgericht die
Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit
b
ei einem 61-jährigen Versicherten, dem eine angepasste (körperlich leichtere, wech
selbelastende) Verweistätigkeit zu 80
% (Vollpensum mit um 20
% reduzierter Leistung) zumutbar war und der über
keine Berufsausbildung verfügte
. Da
bei wurde
berücksichtigt, dass der Versicherte in leichten wechselbelastenden Ver
weistätigkeiten nicht zusätzlich eingeschränkt war und über eine gewisse Erfah
rung mit beruflichen Umstellungen verfügte (Urteil 8C_910/2015 vom 19.
Mai
2016 E.
4.3.2 und E.
4.3.4). Das Bundesgericht erachtete auch die 80%ige Restarbeitsfähigkeit bei einem 62
Jahre alt
en Barpianisten als verwertbar,
der – unter Beachtung geregelter Arbeitszeiten und unter Ausschluss von Nachtarbeit und längerer Engagements – weiterhin als Pianist arbeiten oder einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit nachgehen konnte. Damit stehe ihm ein breites Spekt
rum an Verweistätigkeiten offen (Urteil 8C_892/2017 vom 23.
August 2018 E.
5).
6.
5
Verneint wurde dagegen die
Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit im Urteil des Bundesgerichts I 392/02 vom 23.
Oktober 2003
bei einem über 61-jährigen Ver
sicherten, der über keine Berufserfahrung verfügte und bezüglich der aus medi
zinischer Sicht im Umfang von 50
% zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass. Die Teilarbeitsfähigkeit des Versicherten unterlag dabei weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen in Form von Atemnot und Hustenanfällen, derentwegen die von der Vorin
stanz als zumutbar bezeichneten
Arbeiten (Portier- und Kurierdienste) wegen der
damit verbundenen Anstrengun
gen
praktisch ausser Betracht fielen. Das Bundesge
richt bezweifelte anhand der
Akten, dass der Versicherte noch über die für einen entsprechenden Berufswech
sel erforderliche Anpassungsfähigkeit verfügte (E.
3.3). Ebenfalls ver
neint hat das Bundesgericht die
Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit bei einem 60-jährigen Versicherten, der in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit medizinisch-theo
retisch zu 100
% arbeitsfähig war, keine
Berufsausbildung abgeschlossen hatte und über 20
Jahre als Hotelportier gearbeitet hatte. Dabei berücksichtigte das Bundesgericht insbesondere, dass der Versicherte selbst bei leichten Tätigkeiten noch eingeschränkt war, da ihm schmerzbedingt nur eingeschränktes Ziehen oder Stossen und die Vornahme von Verrichtungen mit den Händen möglich war, er in seiner Tätigkeit als Hotelportier aber meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt und sich hierbei keine feinmotorischen Fähigkeiten hatte aneig
nen
können. Darüber hinaus wurde auf eine geringe Anpassungsfähigkeit und die Tatsache, dass behindertengerechte Arbeitsplätze mit der Möglichkeit, teils stehend, teils sitzend zu arbeiten
,
von Behinderten in jungem und mittlerem Alter
ebenfalls stark nachgefragt würden, hingewiesen (Urteil 9C_954/2012 vom 10.
Mai
2013 E.
3.2.1 und E.
3.2.2). Ebenso entschied das Bundesgericht bei einem 61,5-jährigen Versicherten, dem es medizinisch-theoretisch zumutbar war, ganztags in einer adaptierten leichten, nicht schulterbelastenden Arbeit mit Wechselbelastung
tätig zu sein. Das Bundesgericht begründete diesen Entscheid insbesondere damit, dass das fortgeschrittene Alter in Verbindung mit dem Herz
leiden und der damit verknüpften Verzögerung einer allfälligen Schulteroper
a
tion eine Situation mit vielen
Unwägbarkeiten schaffe. Es müsse damit gerechnet werden, dass eine Anstellung durch krankheitsbedingte Unterbrüche geprägt und eine halbwegs ungestörte Tätigkeit gar nicht möglich sei. Dies halte potentielle Arbeitgeber davon ab, das
Risiko einer mit solchen Komplikationen behafteten Anstellung einzugehen (Urteil 9C_734/2013 vom 13.
März 2014 E.
3.4).
6.6
Der Beschwerdeführer ist gelernter kaufmännischer Angestellter mit Fachdiplom im Rechnungswesen (Urk. 6/39/80-83), verfügt über fundierte Fremdsprachen
kenntnisse (Urk. 6/39/84-85) und arbeitete seit Abschluss seiner Lehre über Jahr
zehnte in diversen kaufmännischen Tätigkeiten (Urk. 6/39/64). Damit weist er für eine angepasste einfache kaufmännische Tätigkeit eine grosse berufliche Erfah
rung und breite Vorkenntnisse auf. Überdies
stellen seine gesundheitlichen Ein
schränkungen (vorstehend E. 5)
entgegen seiner Ansicht (vorstehend E. 2.2)
keine hohen Anforderungen an einen Arbeitsplatz auf dem (hier massgeblichen) aus
geglichenen Arbeitsmarkt.
Das Bundesgericht hat sodann festgehalten,
dass der (theoretisch) ausgeglichene Arbeitsm
arkt
- gerade - im kaufmännischen Bereich
diverse Arbeitsstellen vor
sieht, welche grossmehrheitlich auch von zu Hause aus ausgeführt werden können, da sie nicht an einen bestimmten Arbeitsort gebun
den sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 6.2.3), was ohne weiteres der Persönlichkeit des Beschwerdeführers entgegenkommen würde.
Zwar ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
seit
dem Jahr 2014 nicht mehr arbeitstätig
und
damit mehrere Jahre vom Arbeitsmarkt
abwesend
war, wes
halb von einer geringeren
Anpassungsfähigkeit respektive von einem grösseren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwa
nd auszugehen ist.
Dieser Umstand ist je
doch nicht allein auf invalidität
sbedingte Gründe zurückzuführen. So lässt sich dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 6/102) entnehmen, dass er mit der seit dem Jahr 2003 mit seiner Firma
B._
Treuhand AG selbstän
dig ausgeübten Erwerbstätigkeit als Treuhänder (Urk. 6/78 S. 11 Mitte) bis ins Jahr vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2011 maximal ein Einkommen von Fr. 20'100.-- erwirtschaftete, was nicht auf eine vollständige Verwertung sei
ner Arbeitsfähigkeit schliessen lässt.
Dafür hat jedoch nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen. Im Weiteren hatte
der Beschwerdeführer
vor Eintritt der Invalidität Stellen bei verschiedenen Arbeitgebern inne (
vgl. Urk. 6/39/69-78
), was auf eine gewisse berufliche Gewandtheit schliessen lässt.
Dass er umfassende medizinische Massnahmen benötigen würde, welche einen
Einarbeitungsprozess behindern würden (vorstehend E. 2.2), lässt sich den Akten nicht entnehmen, ins
besondere nicht hinsichtlich des Alkoholkonsums
(vorstehend E. 4.3).
Zusammenfassend rechtfertigt es
sich vor diesem Hintergrund
und im Lichte der erwähnten relativ hohen Hürden, welche die Rechtsprechung für die Unverwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen aufgestellt hat (vorstehend E. 6.4-5),
nicht,
beim Beschwerdeführer
auf eine Un
verwertbarkeit
der Restarbeits
fähigkeit
in einer einfachen kaufmännischen Tätigkeit im Umfang von 50 %
zu schliessen.
7.
7.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art.
16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem
IK-
Auszug ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Ein
kommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwan
kungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_626/2011 vom 29.
März 2012 E.
3, E.
4.1
f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser entlöhnte andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
stellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstä
tigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Er
werbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten bestanden hät
ten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März
2012 E.
4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E.
3.4.6-7).
7.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr
2015, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss IK-Auszug (
Urk.
6/
102
) erzielte der Beschwerdeführer vor Eintritt des Ge
sundheitsschadens im Jahr 2010 als selbständiger Buchhalter mit der
B._
Treu
hand
AG ein Einkommen von
Fr.
18’
000.-- und in den Jahren zuvor kein we
sentlich
davon abweichendes Einkommen
. Es ist damit davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer aus f
reien Stücken mit einem geringen Einkommen begnügt hat, weshalb darauf abzustellen ist
. Unter Berücksichtigung der Nomi
nallohnentwicklung von 1.4
%
im Jahr 2011, 0.7
%
im Jahr 2012, 0.8
%
im Jahr 2013, 1.3
%
im Jahr 2014 und 0.3
%
im Jahr 2015 (vgl. Nominallohnindex, Män
ner 2011-2018, Tabelle T1.1.10,
Lit
. K) resultiert im Jahr 2015 ein
Validenein
kommen
von
Fr.
18'824.-- (
Fr.
18'000.-- x 1.014 x 1.007 x 1.008 x 1.013 x 1.003).
7.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E.
2.3, 135 V 297 E.
5.2, 129 V 472 E.
4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E.
4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E.
4.2.2, 142 V 178 E.
2.5.8.1, 133 V 545 E.
7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE
142 V 178 E.
2.5.7, 139 V 592 E.
2.3, 135 V 297 E.
5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7.
4
Nach Eintritt des Gesundheitsschadens wäre es dem Beschwerdeführer möglich, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einem Pensum von 50
%
zu arbei
ten
(vgl. vorstehend E.
5
). Da er die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit nicht umsetzt, sind zur Bestimmung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne ge
mäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen. Gemäss dem von
Dr.
Y._
in seinem Gutachten formulierten Belastungsprofil ist dem Be
schwerdeführer eine einfache und klar strukturierte Tätigkeit im kaufmännischen Bereich im Umfang von 50
%
zumutbar (vorstehend E. 4.
3
).
Ausgehend vom Lohn für Männer im Bereich Dienstleistungen für einfache Tätigkeiten entsprechend
dem
Kompetenzniveau 1 von
Fr.
4'971.-- pro Monat (LSE
2014, Tabelle TA1, Sektor Dienstleistungen
,
Ziff.
45-96, Kompetenzniveau 1) ergibt sich umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (
vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Lit
. G-S, Sektor III
Tabelle T03.02.03.01.04.01
) und
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.2
%
im Jahr 2015
(vgl. Nominallohnindex, Männer 2011-2018, Tabelle T1.1.10,
Lit
. G-S) bei dem noch möglichen 50
%-Pensum ein Invalideneinkom
men
von Fr.
31‘156.--
im Jahr 2015 (Fr.
4’971.-- : 40 x 41,7 x 12
x
1.002
x 0.5).
7.
5
Da vorliegend das
Valideneinkommen
mit
Fr.
18'824.-- weit unter dem Inva
lideneinkommen von
Fr.
31'156.-- liegt
,
resultiert kein rentenanspruchsbegrün
dender Invaliditätsgrad,
und zwar
selbst dann nicht, wenn ein maximaler lei
densbedingter Abzug gewährt würde, wofür aber ohnehin keine Anhaltspunkte bestehen.
Demzufolge erweist sich die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen.