Decision ID: 83383e68-894d-485c-9160-127d53fb0435
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

370.100) ein Rechtsbegehren, den Sachverhalt, eine kurze Begründung
und eine Unterschrift zu enthalten habe. Beschwerden seien im Doppel
unter Beilage der verfügbaren Beweismittel und des angefochtenen
Entscheids einzureichen. Weitere Beweismittel seien genau zu bezeichnen
(Art. 38 Abs. 2 VRG). Genüge eine Eingabe den gesetzlichen
Erfordernissen nicht oder sei sie in unziemlicher Form abgefasst,
unleserlich oder unnötig umfangreich, werde eine angemessene Frist zur
Behebung des Mangels angesetzt, mit der Androhung, dass auf die
Eingabe sonst nicht eingetreten werde (Art. 38 Abs. 3 VRG). In
Nachachtung dieser Grundsätze wurde dem Präsidenten des Vereins im
gleichen Schreiben die Gelegenheit gegeben, seine Eingabe innert 10
Tagen zu verbessern. In diesem Rahmen wurde er zudem gebeten,
insbesondere darzulegen, inwiefern das in Frage stehende Schreiben der
PDGR als verwaltungsrechtliches Handeln zu qualifizieren sei bzw.
inwiefern die Eintretensvoraussetzungen als erfüllt erachtet würden. Die
Instruktionsrichterin wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es
sich bei den PDGR um eine selbständige Anstalt des kantonalen
öffentlichen Rechts handle (Art. 2 des Gesetzes über die Psychiatrischen
Dienste Graubünden [GPDG]; BR 500.900). Diese seien in ihrer
unternehmerischen Tätigkeit frei (Art. 4 Abs. 1 GPDG). Die
Rechtsbeziehungen zwischen den PDGR und ihren Nutzerinnen und
Nutzern richte sich nach den Bestimmungen des Privatrechts (Art. 16
GPDG). Das Schreiben schloss mit dem Hinweis, dass bei unbenutztem
Fristablauf gemäss Art. 38 Abs. 3 VRG auf das Rechtsmittel nicht
eingetreten werde.
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4. Mit eingeschriebener Eingabe vom 25. Januar 2020 (mit Eingangsstempel
30. Januar 2020) machte der Präsident des Vereins A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) geltend, dass er auf die Aufforderung der
Instruktionsrichterin vom 22. Januar 2020 Bezug nehme. Wie bereits in
seiner ersten Eingabe rügte der Beschwerdeführer wieder eine Verletzung
diverser EMRK-Bestimmungen und reichte erneut die ihm von der
Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 22. Januar 2020 retournierten
Unterlagen ein, wobei er die Eingabe vom 10. Januar 2020 mit neuem
Datum (13. Januar 2020) versah und zusätzlich noch seine identische
Eingabe vom 6. September 2019 samt gleichlautender Unterlagen
(Beilagen 1-12; total 73 Seiten) aus dem früheren Gerichtsverfahren U 19
109 mitsandte.
In der 14-seitigen Eingabe vom 25. Januar 2020 übte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen Kritik am Politik- und Justizsystem der
Schweiz sowie an westlichen Ländern und Demokratien, insbesondere an
den USA. Er tat seinen Verdruss gegenüber Gerichten, Banken sowie dem
westlichen Geldsystem kund und kritisierte sowohl Straf- und
Disziplinarbehörden als auch die KESB sowie die Zustände in
psychiatrischen Kliniken, wo den fürsorgerisch untergebrachten Personen
Gehör zu verschaffen sei mittels gebührender Kommunikation und
Aufklärung.
5. Mit Schreiben vom 31. Januar 2020 teilte die fallführende
Instruktionsrichterin dem Beschwerdeführer mit, dass seine Eingabe vom
25. Januar 2020 den gesetzlichen Anforderungen für ein Verfahren vor
Verwaltungsgericht nicht genüge. Nach einer Wiederholung der
einschlägigen Rechtsgrundlagen wurde dem Beschwerdeführer erneut
Gelegenheit gegeben, die übermässig weitschweifige Eingabe zu kürzen.
Insbesondere habe die Rechtsschrift unter Bezugnahme auf das
angefochtene Schreiben der Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR)
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vom 23. Dezember 2019 eine sachbezogene Begründung in gedrängter
Form zu enthalten und seien die Beweismittel klar als solche auszuweisen.
Aus der Eingabe vom 25. Januar 2020 lasse sich ausserdem nur
vermutungsweise die Annahme ableiten, dass im angefochtenen
Schreiben der PDGR ein verwaltungsrechtliches Handeln im Sinne eines
Realakts erblickt werde. Schliesslich wies die Instruktionsrichterin darauf
hin, dass gemäss Art. 18 VRG die am Verfahren Beteiligten und ihre
Vertreterinnen und Vertreter sich gegenüber den Behörden und unter sich
anständig zu verhalten und jede mutwillige Streitsucht und Trölerei zu
vermeiden hätten (Abs. 1). Mutwillige Einleitung oder Führung eines
Verfahrens sowie grobe Verletzung des Anstandes gegenüber Behörden
und Mitbeteiligten ahnde die in der Sache selbst entscheidende Behörde
mit Verweis oder Ordnungsbusse bis 1'000 Franken (Abs. 2).
Dem Beschwerdeführer wurde sodann die Möglichkeit zur Verbesserung
innert Frist eingeräumt unter Androhung, dass auf die Eingabe sonst nicht
eingetreten werde. Die zusammen mit der Eingabe von 25. Januar 2020
erneut mitgesandten (identischen Unterlagen und Beilagen) wurden
zeitgleich zurückgeschickt.
6. Mit eingeschriebenem Schreiben vom 5. Februar 2020 (im Doppel mit
Eingangstempel 10. Februar 2020) meldete sich der Beschwerdeführer
erneut beim Verwaltungsgericht in dieser Angelegenheit, ohne jedoch den
Vorgaben im Schreiben der Instruktionsrichterin vom 31. Januar 2020
erkennbar Rechnung zu tragen. Sämtliche früher bereits einmal
eingereichten Akten, Beilagen und Unterlagen wurden dabei vom
Beschwerdeführer in unveränderter (und damit ungekürzter) Form an das
Gericht retourniert. Inhaltlich knüpfte der Beschwerdeführer in seinem
Schreiben vom 5. Februar 2020 unbeirrt an seiner früheren Kritik in der
Eingabe vom 25. Januar 2020 an. Das Rubrum der bisherigen Eingaben
wurde noch durch zwei Bemerkungen ergänzt, wonach ihm (dem
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Beschwerdeführer) erst das Urteil der Geschichte Recht geben werde und
der Grad der Gräuel (seit 1981) mit der Gier der Banken exponentiell
wachsen werde. Angesichts seines (fortgeschrittenen) Alters rechne er
nicht damit, eine Besserung dieser unhaltbaren Zustände noch
mitzuerleben. Er kommentierte dies mit dem Kraftausruck "scheissegal".
Es folgten noch (neuerdings) haltlose Unterstellungen, persönliche Angriffe
und Herabsetzungen gegenüber der Person der fallführenden
Instruktionsrichterin. Zum fallauslösenden Streitgegenstand liess der
Beschwerdeführer nur verlauten, dieser bestehe darin, dass der Direktor
der PDGR die Briefe des Beschwerdeführers nicht an die "Insassen und
Insassinnen" verteilen wolle. Dies sei ein klares Verbrechen gegen die in
der Beschwerde angerufenen Menschenrechte. Die Weigerung der PDGR
erweise sich als pars pro toto. An seiner kompakt vorgetragenen und
fundierten Kritik gebe es nicht ein Jota zu rütteln.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist hier das Schreiben der Psychiatrischen Dienste
Graubünden (PDGR) vom 23. Dezember 2019, das inhaltlich auf das
frühere Schreiben vom 20. August 2019 der PDGR Bezug nimmt, in
welchem dem Beschwerdeführer mitgeteilt worden ist, dass kein Anlass
dafür bestehe, das Informationsschreiben des Vereins zu verteilen.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 10./13. Januar
2020, 25. Januar 2020 und 5. Februar 2020 (innert gesetzter Nachfrist zur
Verbesserung bzw. Überarbeitung der jeweils vorangegangenen Eingaben
und ohne Berücksichtigung der in den Schreiben des Gerichts vom 22.
Januar 2020 und 31. Januar 2020 enthaltenen Vorgaben und
Anweisungen) erneut Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden.
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2.1. Ausgangspunkt und Beurteilungsgegenstand bildet vorliegend das zuletzt
eingereichte Schreiben vom 5. Februar 2020, in dem der
Beschwerdeführer trotz Aufforderung der zuständigen Instruktionsrichterin
– die Formvorschriften gemäss Art. 38 VRG zu beachten, sich
insbesondere sachbezogen in gedrängter Form zum angefochtenen
Antwortschreiben der PDGR zu äussern, in diesem Rahmen dazulegen,
inwiefern dieses als verwaltungsrechtliches Handeln einzustufen sei, und
die Verfahrensdisziplin nach Art. 18 VRG zu respektieren – diesen
Vorgaben nicht nachkam und dabei seine früheren Eingaben vom 10./13.
Januar 2020 und 25. Januar 2020 unverändert wiederholte. Der
Beschwerdeführer gab damit klar und wiederholt zu erkennen, dass er
offensichtlich nicht gewillt war, die ihm eingeräumte Gelegenheit zur
Verbesserung bzw. Überarbeitung seiner den gesetzlichen Anforderungen
nicht genügenden Eingaben vom 10./13. Januar und 25. Januar 2020
wahrzunehmen. Nebst den elementaren Formerfordernissen wurde
insbesondere die Voraussetzung nach Art. 38 Abs. 3 VRG missachtet,
wonach eine in unziemlicher Form abgefasste oder unnötig umfangreiche
Eingabe nicht weiter behandelt wird. Diese Voraussetzungen für eine
gerichtliche Behandlung sind nach wie vor nicht erfüllt. Überdies liess es
der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vermissen, klar dazu
Stellung zu nehmen, inwiefern er im angefochtenen Schreiben der PDGR
ein verwaltungsrechtliches Handeln erblickt. Auf die Androhung, dass auf
die Eingabe nicht eingetreten werde, wurde sowohl im Schreiben vom 22.
Januar 2020 als auch in jenem vom 31. Januar 2020 von der
Instruktionsrichterin hingewiesen. Im Weiteren liegt insbesondere beim
zuletzt eingereichten Schreiben des Beschwerdeführers vom 5. Februar
2020 ein Verstoss gegen die Regeln eines anständigen Verhaltens (Art. 18
Abs. 1 VRG) bzw. eine grobe Verletzung des Anstandes gegenüber den
Behörden (Art. 18 Abs. 2 VRG) vor, indem der Beschwerdeführer – seines
Zeichens selbst Rechtsanwalt und daher mit der deutschen Sprache sehr
wohl vertraut – vulgäre Kraftausdrücke (wie z.B. "scheissegal") verwendete
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und unnötige Polemik gegenüber staatlichen Institutionen und der
westlichen Demokratie im Allgemeinen äusserte. Insbesondere die
deplatzierten und herabmindernden Äusserungen gegenüber der Person
der fallführenden Instruktionsrichterin haben die Grenze des noch
Tolerierbaren überschritten. Diese Polemik gegen demokratisch gewählte
Amts- und Funktionsträger sowie die pauschale Kritik an den PDGR bzw.
am Justizsystem lässt sich auch nicht durch das Anliegen des
Beschwerdeführers rechtfertigen, sich energisch und vorbehaltlos für die
Rechte von Menschen mit psychischen Leiden einzusetzen (Urteil des
Bundesgerichts 2C_605/2019 vom 27. Juni 2019 E.3.4; ANDREAS
GÜNGERICH, in: SEILER/VON WERDT/GÜNGERICH/OBERHOLZER [Hrsg.],
Bundesgerichtsgesetz (BGG), 2. Aufl., Bern 2015, Art. 33 N. 4 mit Verweis
auf Urteil 1C_273/2012 vom 7. November 2012 E.2.4; DOMINIK VOCK, in:
SPÜHLER/AEMMISEGGER/DOLGE/VOCK [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz
(BGG), Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 33 N. 3 S.
82 f. [Verletzung des Anstandes]; im Besonderen überdies FLORENCE
GIRARDIN, in: CORBOZ/WURZBURGER/FERRARI/FRÉSARD/GIRARDIN [Hrsg.],
Commentaire de la LTF, 2. Aufl., Berne 2014, Art. 33 N. 3 S. 229, und vor
allem N. 16 und N. 19 jeweils S. 233, sowie N. 23a S. 235).
2.2. Die grobe Verletzung des Anstandes gegenüber Mitgliedern des Gerichts
durch den Beschwerdeführer wird vorliegend gestützt auf Art. 18 Abs. 2
VRG mit einem Verweis geahndet, zumal sich der Beschwerdeführer zum
wiederholten Male im Tonfall und im Inhalt seiner Schreiben vergriffen hat
(vgl. dazu insbesondere VGU U 19 109 vom 11. November 2019 E.2.1).
2.3. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Beschwerdeführer
mit Schreiben vom 5. Februar 2020 – gleich wie im früheren Verfahren und
darum bereits mit Urteil U 19 109 vom 11. November 2019 [in E.2.2]
ausführlich behandelt – erneut gegen Art. 38 Abs. 2 VRG verstossen hat.
Nach dieser Vorschrift sind Rechtsschriften (Eingaben) ans
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Verwaltungsgericht (persönlich) zu unterzeichnen. Damit ist unverzichtbar
immer die eigene handschriftliche Unterschrift am Ende der
Beschwerdeeingabe verlangt. Ein Scanning der Unterschrift oder ein
Faksimilestempel genügen hingegen nicht und erfüllen deswegen auch
nicht das Formerfordernis im Sinne von Art. 38 Abs. 2 VRG. Die
Unterschrift auf dem Schreiben vom 5. Februar 2020 wurde nicht
persönlich und eigenhändig vom Präsidenten des Vereins
(Beschwerdeführer) geleistet. Es handelt sich dabei vielmehr ohne Zweifel
um eine "eingescannte Unterschrift", so wie sie bei Massensendungen
durchaus üblich und auch erlaubt ist. Bei Eingaben ans Verwaltungsgericht
sind derartige ersatzweisen (Hilfs-) Unterschriften gestützt auf Art. 38 Abs.
2 VRG demgegenüber nicht zulässig.
2.4. Zusammengefasst ergibt sich, dass das letzte Schreiben vom 5. Februar
2020 (immer noch) nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht, so
dass eine materielle Behandlung von vornherein ausser Betracht fällt. Auf
die Beschwerde ist deshalb ohne Durchführung eines Schriftenwechsels
(Art. 54 Abs. 2 VRG) bereits aus formellen Gründen nicht einzutreten.
3.1. Auf die Erhebung von Gerichtskosten wird im konkreten Fall verzichtet.
3.2. Eine Parteientschädigung an die PDGR wird nicht zugesprochen, da
diesen mangels Aufforderung zur Einreichung einer Vernehmlassung kein
nennenswerter Aufwand in dieser Angelegenheit entstanden ist.