Decision ID: 682fdff9-abb0-4906-87e6-c8a0fe2c2727
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1953
, war seit März 1991
bei
der
Y._
Region
Z._
als
Rangier
arbeiter
angestellt und damit bei de
r Suva versichert, als er
sich am
3. März 2001 beim Rangieren eine
linke Thorax
-K
ontusion zuzog (Urk. 8/1-2
).
Ab dem 27. März 2001 war wieder eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben und die Behandlung endete am 4. April 2001 (Urk. 8/3).
1.2
Am
5. April 2008
ersuchte
der Versicherte
um
Ausrichtung von Versicherungs
leistungen
für die Folgen seines Unfalles vom
3. März 200
1.
Mit Verfügung vom 25. November 2008 (Urk. 8/17) verneinte die S
uva ihre Leistungspflicht. Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache (Urk.
8/21
; Urk.
8/23
/1-2; Urk. 8/
24
) wies die Suva mit Entscheid vom 2. Februar 2009 (
Urk. 3/1 =
Urk. 8/27
= Urk. 8/47/6-12
) ab.
1.3
Der Versicherte meldete am 7. April 2020 einen Rückfall zum Unfall vom 3. März 2001 (Urk. 8/36/1-2).
Nach getätigten Abklärungen
teilte die Suva dem Versi
cherten am 9. November 2020 mit, sie übernehme mangels Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 3. März 2001 und den
geltend gemachten Beschwer
den
keine Versicherungsleistungen für den gemeldeten Rückfall (Urk. 8/78). Mit Verfügung vom 26. November 2020 (Urk. 8/83) bestätigte die Suva ihren Ent
scheid. Die vom V
ersicherten dagegen am 10. Dezember 2020
erhobene Einspra
che (
Urk. 3/2 =
Urk. 8/
91/1-5 = Urk. 8/93/2-5) wies die Suva mit Entscheid vom 29. April 2021 (Urk.
8/102
= Urk. 2) ab.
2.
Der
Versicherte erhob am 28. Mai 2021
Beschwerde gege
n den
Einspracheent
scheid
vom 29. April 2021
(Urk. 2) und beantragte
sinngemäss
,
dieser sei aufzu
heben und es seien ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten
(Urk. 1 S. 1 ff.
).
Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2021
(Urk.
6
) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer
am
5. Juli 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 3. März 2001 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
02.2021
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den obli
gatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpas
sung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversiche
rung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversiche
rungs
recht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistungen der Unfallversiche
rung zu bean
spruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederauf
flackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behand
lung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfol
gen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders
gearteten Krank
heits
bild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hin
weisen).
1.5
02.2021
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusam
men
hangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwer
debild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall
kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungs
pflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeits
beweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile
des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
1.6
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstel
lungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2)
im Wesent
lichen
davon aus, dass gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung
aufgrund man
gelnder Dokumentation keine Beurteilung darüber erfolgen könne, ob oder wann der
Beschwerdeführer
eine Rippenfraktur erlitten habe. Die Frage der Kausalität könne ebenfalls nicht beantwortet werden, denn es liege kein zeitnahes Röntgen
bild zum Ereignis von 2001 vor.
Für eine abschliessende Beurteilung wäre entweder ein zeitnahes Thorax-Röntgenbild aus dem Jahr 2001, welches
massivst
dislozierte Rippenfrakturen zeigen würde, oder das Vorhandensein einer
Compu
ter
tomographie (
CT
)
-Untersuchung aus dem Jahr 2001 notwendig. Da diese nicht vorlägen, sei keine abschliessende Beurteilung möglich.
Der Sachver
halt, aus welchem der
Beschwerdeführer
Rechte ableiten wolle, bleibe
somit unbewiesen
,
das heisse
jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Das Risiko der Beweislosigkeit gehe zu Lasten des
Beschwerde
führer
s (S. 4 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber sinngemäss
auf den Standpunkt (Urk. 1), dass seinen Beschwerden eine Rippenfraktur zugrunde liege
, die er sich beim Unfall vom
3. März 2001
zugezogen habe. Dass die mittels CT festgestellte dislozierte Rippenfraktur erst im Jahr 2020 entdeckt worden sei, sei nicht seine Schuld.
Die Beschwerdegegnerin habe
es
unterlassen, den Sachverhalt medizi
nisch ausreichend abzuklären, was nicht zu seinen Lasten gehen könne (S. 1 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
berichtete am 5. März 2001 (
Urk. 3/9 =
Urk. 8/93/7) über die am 3. März 2001 durchgeführte radiologische Untersuchung des linken Thorax
, wonach
eine eindeutig dislozierte Rippenfraktur links nicht differenzierbar sei.
3
.2
Eine Ärztin des Spitals
B._
berichtete am
20. März 2001
über die am 3. Juni 2001 erfolgte Erstbehandlung des Beschwerdeführers am Unfalltag (
Urk. 3/11 =
Urk. 8/2) und nannte die Diagnose einer Thorax
-K
ontusion links sowie einen klinischen Verdacht auf eine
Rippenfraktur links.
Der Thorax-
Untersuch
habe keinen Befund gezeigt.
3.3
Am 20. Mär
z
2001 berichtete ein Arzt des Spitals
B._
über die gleichentags durchgeführte radiologische Untersuchung
der linken Rippen
(
Urk. 3/6 = Urk. 3/17 =
Urk. 8/14), wonach das ventrale
Ende der 1
0.
Rippe regulär
verlaufe
und auch im Bereich der 1
1.
und
9.
Rippe keine Frakturen gesehen werden
könnten
. Zerreissungen
im
kartilaginären
Übergang des Rippenbogens seien radi
ologisch nicht fassbar und es liege
kein positiver Nachweis einer durchge
machten Rippenfraktur
vor
, was diese aber nicht ausschliesse
.
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemein
e
Innere Medizin und für Gastro
enterologie, führte in seinem Bericht vom 6. August 2008 (
Urk. 3/7 = Urk. 3/13 =
Urk. 8/5
= Urk. 8/9
= Urk. 8/23/3
= Urk. 8/47/16
) aus, dass der Beschwer
deführer nach seinem Rangierunfall am Spital
B._
zur Abklärung wegen Verdacht
s
auf eine Rippenfraktur links gewesen sei. Radiologisch hätt
en sich keine Zerreissungen im
k
artilaginären
Übergang des Rippenbogens gefun
den.
Es habe k
ein posit
iver Nachweis einer durchgemach
ten Rippenfraktur
vor
gelegen
, was diese aber nicht ausschliesse.
Der Beschwerdeführer beklage nun Beschwerden
im Bereich der
damaligen Kontusion. Es finde sich eine
Exostose
in diesem Bereich, die ihn offensichtlich störe.
3.5
Ein Arzt des
Spital
s
B._
berichtete am 3. September 2008 über die gleichentags durchgeführte
radiologische Untersuchung
des linken Thorax
(Urk. 8/13), wonach im schmerzhaften Bereich des kaudalen Rippenbogens links keine
ossäre
Rippen
pathologie
feststellbar sei. Der Rippenthorax links kaudal erscheine radiologisch unauffällig.
3.6
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 5. September 2008 (
Urk. 3/12 =
Urk. 8/12
= Urk. 8/23/4
)
aus, dass der Beschwerdeführer im Schmerzbereich der Rippe eine
leichte
Exostose
habe.
Weder i
m Röntgen 2001 noch jetzt (vgl. vorstehend
E. 3.1,
E. 3.3
, E. 3.5
) habe
radiologisch
an der Rippe
ein Befund nach
gewiesen werden
können. O
ffenbar habe nicht einmal eine
Exostose
nachgewie
sen werden können.
3.7
Kreisarzt
Dr.
D._
führte in seiner Beurteilung vom 16. September 2008 (Urk. 8/11) aus, es
würden
nachweisbare strukturelle unfallbedingte Veränderun
gen am Thorax
fehlen
,
und verwies dabei auf die durchgeführten bildgebenden Abklärungen
(vgl. vorstehend E. 3.5).
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2. Mai 2009 über die am 15. April 2009 erfolgte Untersuchung (Urk. 8/28
=
Urk. 8/29/3-4 =
Urk. 8/36/5-6
; vgl.
Urk. 3/14 =
Urk. 8/47/18-19
), bei welcher eine eindeutige Schwellung im Bereich des Rippenbogens
festgestellt worden sei
. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Beschwerden würden
sich mit
der knöchernen
Veränderung am linken Rippenbogen
decken
.
Ebenso sei die Kontur des linken Rippenbogens von derjenigen des rechten Rippenbogens unterschied
lich. Wenn der Beschwerdeführer in diesem Bereich eine oder mehrere Rippen
frakturen gehabt habe, sei durchaus möglich, dass diese zu
dieser Veränderung geführt hätten
(S. 1 f.).
3.9
Ein Arzt des Spitals
B._
berichtete am 24. Februar 2020 über die gleichentags erfolgte CT-Untersuchung des Thorax (Urk. 8/36/7-8
= Urk. 8/40/3-4
) und führte aus,
dass sich i
m Bereich des Rippenknorpels der
9.
Rippe links eine inhomogene Linienbildung des Knorpels mit
Vorstehen
des rippenansetzenden Anteils mit konsekutiver Buckelbildung
zeige. Ansonsten sei die Darstellung der Rippen unauf
fällig. Der
Befund
sei
mit einer gering dislozierten Fraktur des Rippenknor
pels der
9.
Rippe links
ventrolateral
mit konsekutiver Buckelbildung vereinbar
.
Er frage sich, ob dies ein Status nach Trauma sei.
3.10
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nannte in ihrem Bericht vom 9. März 2020 (
Urk. 3/5 =
Urk. 8/36/9-10 = Urk. 8/37
= Urk. 8/47/2-3
= Urk. 8/93/10-11
) chronisch rezidivierende
Thorax
schmerzen
seit
dem
Rangierunfall 2001
als Diagnose,
seit Sommer 2018
habe der Beschwer
deführer
progrediente Beschwerden
(S. 1 Mitte). Unter Verweis auf das CT vom 24. Februar 2020 (vgl. vorstehend
E. 3.9
) führte
Dr.
F._
aus, dass sich a
ls passendes Korrelat zu den Schmerzen und der pal
pablen Raumforde
rung
eine gering dislozierte Fraktur des Rippenknorpels
der
9.
Rippe links finde
, welche durchaus im Rahmen des Unfalls aufgetreten sein könnte. Von 2001 und
2009 liege keine Bildgebung vor (S. 2
oben
).
3.11
Kreisarzt med.
pract
.
G._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Beurteilung vom 19. Mai 2020 (Urk. 8/49/2) aus, dass hier leider keine medi
zinische Beurteilung erfolgen könne, da der Befund im Jahre 2001 nicht klar sei. Diese Bilder müssten daher eingesehen werden können. Ohne diese Bilder könne keine medizinische Beurteilung erfolgen.
3.12
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, nannte in ihrem Bericht vom 24. August 20
20
(
Urk. 3/4 =
Urk. 8/60/2-3
= Urk. 8/93/8-9
) eine
Rippenfraktur
der
9.
Rippe
links
am
costochondralen
Über
gang (2001)
mit anhaltenden
lokalen
Beschwerden
als Diagnose. Die Schmer
zen seien immer noch eng umschrieben im Bereich der damaligen Rippen
fraktur lokalisiert. Es handle sich um einen ganz klar mechanisch auslös
baren Schmerz.
Vermutlich handle es sich um eine Vernarbung im Bereich der Fraktur mit Adhäsionen mit den darunterliegenden Faszien. Auf jeden Fall handle es sich bei den Beschwerden um Unfallfolgen (S. 2).
3.13
Kreisarzt med.
pract
.
G._
legte in seiner Beurteilung vom 22. Oktober 2020 (Urk. 8/74/2) dar, dass die
Buckelbildung
im Bereich der
9.
Rippe
auf
eine
alte Fraktur hindeuten
könne
. Ob
diese auf das Ereignis vom 3. März 2001 zurückzu
führen sei, könne
nicht beantwortet werden, da keine alten Röntgenbilder vorlie
gen
würden.
Ohne
diese
Bilder
sei
keine Beurteilung möglich.
3.14
In seiner Beurteilung vom 23. Februar 20
21
(Urk. 8/99
= Urk. 8/102/8-9
) legte Kreisarzt med.
pract
.
G._
dar,
dass weiterhin nicht schlüssig beantwortet werden könne, ob die geklagten Beschwerden organisch nachweisbar seien, da seit der letzten Beurteilung (vgl. vorstehend E. 3.
13
)
lediglich ein konventionelles Thorax-Röntgenbild aus dem Jahre 2008
(richtig: 2001)
aufgetaucht sei (vgl. vor
stehend E. 3.1). Dieses zeige linksseitig keine Rippenfrakturen, bilde aber den rechtsseitigen Thorax nicht ab. Daneben müsse erwähnt werden, dass konventi
onelle
Thoraxbilder
zum Nachweis einer Rippenfraktur nicht geeignet seien, aus
ser es handle sich dabei um
massivst
dislozierte Rippenfrakturen. Zum Nachweis einer Rippenfraktur sei das CT Goldstandard. Es könne also wiederum keine Beur
teilung darüber erfolgen, ob oder wann der Beschwerdeführer eine Rippen
fraktur erlitten habe. Die einzige Möglichkeit
,
diesen Fall abschliessend beurteilen zu können
,
wäre entweder ein zeitnahes Thorax-Röntgenbild aus dem Jahr 2001, welches
massivst
dislozierte Rippenfrakturen zeigen würde, oder das Vorhanden
sein einer CT-Untersuchung aus dem Jahr 200
1.
Da diese nicht vorliegen
würden
, sei leider keine abschliessende Beurteilung möglich. Es sei für einen Arzt nicht möglich, Folgen einer 20 Jahre zurückliegenden Verletzung, welche damals nur unge
nügend beziehungsweise inkomplett dokumentiert worden
sei, zu beurteilen. Es könne
über den vorliegenden Fall mangels vollständiger Akten keine ärztliche Beurteilung erfolgen (S. 1).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erlitt unbestrittenermassen am 3. März 2001 beim Rangie
ren einen Arbeitsunfall (Urk. 8/1). Es wurde die Diagnose einer Thorax-Kontusion links gestellt. Zudem wurde der Verdacht auf eine Rippenfraktur links geäussert (vorstehend E. 3.2). Strittig und zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Thoraxbeschwerden
im Sinne eines Rückfalles in rechtsgenü
gendem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 3. März 2001 stehen und er somit Anspruch
auf Versicherungsleistungen hat (vgl. vorstehend E. 2.1-2.
2
).
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die kreisärztliche Beurtei
lung durch med.
pract
.
G._
vom 23. Februar 2021 (vorstehend E. 3.14) für die streitigen Belange umfassend ist und die geklagten Beschwerden des Beschwer
deführers sowie die medizinischen
Vorakten
berücksichtigt. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. vorstehend
E.
1.6-1.7
).
Kreisarzt med.
pract
.
G._
hielt fest, dass mangels vollständiger Akten nicht beurteilt werden könne, ob oder wann der Beschwerdeführer eine Rippenfraktur erlitten habe. Die einzige Möglichkeit diesen Fall abschliessend beurteilen zu können
,
wäre entweder ein zeitnahes Thorax-Röntgenbild aus dem Jahr 2001, welches
massivst
dislozierte Rippenfrakturen zeigen würde, oder das Vorhanden
sein einer CT-Untersuchung aus dem Jahr 200
1.
Da eine solche Dokumentation fehle
, sei leider keine abschliessende Beurteilung möglich. Es sei für einen Arzt nicht möglich, Folgen einer 20 Jahre zurückliegenden Verletzung, welche damals nur ungenügend beziehungsweise inkomplett dokumentiert worden sei, zu beur
teilen (vorstehend E. 3.14). Dabei stützte sich med.
pract
.
G._
insbesondere auf die
beiden
Röntgenbilder vom März 2001, wonach sich linksseitig keine Rippen
fraktur
gezeigt hat (vorstehend E. 3.1, E. 3.3; vgl. auch E. 3.2). Auch im Röntgen
befund vom September 2008
konnte keine Rippenpathologie festgestellt werden und der linke Rippenthorax erschien radiologisch unauffällig (vorstehend E. 3.5).
Dr.
C._
führte im August 2008 unter
Bezugnahme
auf
den Röntgenbefund vom März 2001 (vgl. vorstehend E. 3.3) aus, dass kein positiver Nachweis einer durch
gemachten R
ippenfraktur vorgelegen habe
, was diese aber nicht ausschliesse. Zudem berichtete
er
über eine
Exostose
im Bereich der damaligen Kontusion (vor
stehend E. 3.4).
Im September 2008 berichtete
Dr.
C._
, dass der Beschwerde
führer im Schmerzbereich der Rippe eine leichte
Exostose
habe. Zudem führte er aus, dass weder im Röntgen 2001 noch jetzt radiologisch an der Rippe ein Befund
habe nachgewiesen werden können
. Offenbar habe nicht einmal eine
Exostose
nachgewiesen werden können (vorstehend E. 3.6)
.
Dr.
E._
stellte im Mai 2009 eine eindeutige Schwellung im Bereich des Rippenbogens fest. Er führte aus, dass, wenn der Beschwerdeführer in diesem Bereich eine oder mehrere Rippenfrakturen gehabt habe, es durchaus möglich sei, dass diese zu d
ieser Veränderung geführt hätten
(vorstehend E. 3.8).
In Bezug auf diesen Bericht kann festgehalten werden, dass ein
bloss möglicher Z
usammen
hang zwischen der Schwellung im Bereich des Rippenbogens und dem Unfall im 2001 den Beweisanforderungen an die Unfallkausalität nicht genügt.
Erst im Februar 2020 wurde eine CT-Untersuchung des Thorax durchgeführt, bei welcher sich eine gering dislozierte Fraktur des Rippenknorpels mit konsekutiver Buckelbildung zeigte (vorstehend E. 3.9).
Dr.
F._
ging im März 2020 in Bezug auf dieses CT
davon aus, dass die gering dislozierte Fraktur des Rippen
knorpels durchaus im Rahmen des Unfalls im 2001 aufgetreten sein könnte. Zudem verwies sie darauf,
dass von 2001 und
2009 keine Bildgebung vorliege (vorstehend E. 3.10).
Auch hier kann festgehalten werden, dass ein
bloss mög
licher Zusammenhang
zwischen den Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfall im 2001 den
Beweisanforderungen
an die Unfallkausalität
nicht
genügt.
Dr.
H._
diagnostizierte
schliesslich
im August 2020 eine Rippenfraktur links mit anhaltenden lokalen Beschwerden, wobei es sich um Unfallfolgen handle (vorstehend E. 3.12). Sie legte jedoch nicht näher dar, weshalb es sich bei den Beschwerden um Unfallfolgen handle.
Zudem ist in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Der Bericht von
Dr.
H._
vermag demnach den Beweisanforderungen an die Unfallkausalität ebenfalls nicht zu genügen.
Nach dem Gesagten legte Kreisarzt med.
pract
.
G._
in schlüssiger und nach
vollziehbarer Weise dar, dass vorliegend keine Beurteilung darüber erfolgen könne, ob oder wann der
Beschwerdeführer
eine Rippenfraktur erlitten habe. Dass er zum Schluss kam, es könne über den vorliegenden Fall mangels vollständiger Akten keine ärztliche Beurteilung erfolgen, ist demnach nicht zu beanstanden.
Eine Beurteilungsgrundlage kann auch nicht mehr geschaffen werden,
da aktuelle Untersuchungen die Frage des Kausalzusammenhangs
zwischen den heute geklag
ten Beschwerden und dem Unfallereignis vom
3.
März 2001 nicht mehr zu beantworten vermögen und keine Hinweise auf das Vorhandensein bisher unbe
rücksichtigt gebliebener echtzeitlicher Unterlagen bestehen.
Daran vermögen auch
die Vorbringen
des
Beschwerdeführer
s, wonach gestützt auf die vorliegen
den Berichte erstellt sei, dass seine
Thoraxbeschwerden
unfallkausal seien (vgl. vorstehend E. 2.2; Urk. 1 S. 1 ff.), nichts zu ändern.
4.3
Der
Beschwerdeführer
kann demnach den Nachweis, dass die geltend gemachten
Thoraxbeschwerden
überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 3. März 2001 zurückzuführen sind, nicht erbringen. Die blosse Möglichkeit eines Zusam
menhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht. Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass die geklagten
Thoraxbeschwerden
auf den Unfall vom 3. März 2001 zurückzuführen sind.
Für die Anerkennung eines Rückfalles fehlt es an der Voraussetzung eines natür
lichen Kausalzusammenhangs zwischen den aktuellen Beschwerden und dem Unfall. Bei einem so grossen zeitlichen Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind strenge Anforderungen an den dem Beschwerdeführer obliegenden Wahrscheinlichkeitsbeweis des natür
li
chen Kausalzusammenhangs zu
stellen
, der vorliegend nicht gelingt. Somit fehlt es am mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesenen Kausalzusammen
hang der
Thoraxbeschwerden
und
dem Ereignis vom März 200
1.
Der Beschwer
deführer hat die Folgen der Beweislosigkei
t zu tragen (vgl. vorstehend E. 1.
5
).
4.4
Zusammenfassend fehlt es am Nachweis, dass die der
Beschwerdegegnerin
im April 2020 gemeldeten
Thoraxbeschwerden
auf den Unfall vom 3. März 2001 zurück
zuführen sind. Die Anerkennung eines Rückfalles zum Unfall vom 3. März 2001 wurde daher zu Recht abgelehnt.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 29. April 2021
(
Urk.
2)
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens
. Dies führt zur
Abweisung der Beschwerde.