Decision ID: e578d74e-1e17-424f-b56f-781428ada77a
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. Die am 7. November 1960 geborene A._ war zuletzt als Mitarbeiterin
im Paketzustelldienst bei der B._ AG und an den Wochenenden im
Service tätig. Am 14. März 2019 erlitt sie einen Zusammenbruch und
wurde anschliessend zu 100 % krankgeschrieben. Im Juli 2019 meldete
sie sich bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle)
zum Leistungsbezug an. Diese tätigte erwerbliche und medizinische
Abklärungen. Mit Verlaufsbericht zu der am 6. August 2019
stattgefundenen Konsultation diagnostizierte die damalige Hausärztin von
A._, Dr. med. C._, eine depressive Episode und eine COPD
(Chronic Obstructive Pulmonary Disease).
2. Ab dem 30. September 2019 startete A._ einen therapeutischen
Arbeitsversuch in der Sendungsaufbereitung bei ihrer Arbeitgeberin,
welcher jedoch bereits nach rund zehn Tagen beendet werden musste.
Danach war A._ wiederum zu 100 % krankgeschrieben. Vom 30.
Dezember 2019 bis zum 25. Januar 2020 befand sie sich zur stationären
psychosomatischen Rehabilitation in der Clinica D._ in E._, wo
bei unter anderem diagnostizierter Angst- und depressiver Störung
gemischt anhand eines multimodalen Trainingsprogramms rasch eine
Stimmungsstabilisierung, eine Verbesserung der Grundstimmung und des
Antriebs sowie ein Verlust der Angstsymptomatik erzielt werden konnten.
Mit Bericht vom 25. August 2020 diagnostizierte die behandelnde
Psychiaterin Dr. med. F._ eine schwere depressive Episode ohne
psychotische Symptome, wobei sie dazu anmerkte, die Depression habe
sich inzwischen diskret gebessert.
3. Nachdem A._ am 30. September 2020 angegeben hatte, sich
gesundheitlich nicht in der Lage zu fühlen, im wesentlichen Umfang einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, wurden die Eingliederungsmassnahmen
mit Mitteilung vom 6. Oktober 2020 abgeschlossen.
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4. In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung
von A._ in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin,
Gastroenterologie, Pneumologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie,
wobei der Auftrag der Swiss Medical Assessment- and Business-Center
(SMAB) AG in St. Gallen zugeteilt wurde. In dem am 1. Juni 2021
erstatteten Gutachten (nachfolgend SMAB-Gutachten) diagnostizierten
die Experten eine rezidivierende depressive Störung, nicht näher
bezeichnet (ICD-10 F33.9) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Während sie die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
aufgehoben erachteten, wiesen sie in einer leidensadaptierten Tätigkeit
eine seit Anfang 2021 bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit aus.
5. Mit Vorbescheid vom 10. Juni 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Ausrichtung einer Dreiviertelsrente ab dem 1. März 2020 und einer ganzen
Invalidenrente ab dem 1. Oktober 2020 bis zum 31. März 2021 in Aussicht.
Zum Abklärungsergebnis hielt sie fest, die angestammte Tätigkeit als
Mitarbeiterin in der Zustellung sei A._ nicht mehr zumutbar. Indes sei
eine überwiegend sachbetonte, gut strukturierte Tätigkeit bei Ablauf der
einjährigen Wartefrist im März 2020 zu 50 % möglich. Ab Juli 2020 habe
sich der Gesundheitszustand von A._ verschlechtert, so dass ihr
keine Erwerbstätigkeit habe zugemutet werden können. Seit Januar 2021
sei ihr aus ärztlicher Sicht wieder eine leidensangepasste Tätigkeit im
Vollpensum möglich. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist
seit der Verbesserung ab Januar 2021 bestehe ab dem 1. April 2021 bei
einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20 % kein
Rentenanspruch mehr. Dagegen liess A._ am 12. Juli 2021 Einwand
erheben. Mit Verfügung vom 13. September 2021 entschied die IV-Stelle
wie vorbeschieden und sprach A._ ab dem 1. März 2020 eine
Dreiviertelsrente und ab dem 1. Oktober 2020 bis zum 31. März 2021 eine
ganze Invalidenrente zu.
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6. Dagegen liess A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 8. Oktober
2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
erheben. Neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 13.
September 2021 beantragte sie, ihr sei ab dem 1. April 2021 eine ganze
Invalidenrente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
Subeventualiter seien ihr Massnahmen zur beruflichen
Wiedereingliederung zu gewähren. In formeller Hinsicht ersuchte sie um
Verlängerung der Beschwerdefrist, was von der Instruktionsrichterin mit
Schreiben vom 12. Oktober 2021 abgewiesen wurde. Zur Begründung
ihrer Beschwerde führte die Beschwerdeführerin zusammenfassend aus,
ihr sei mit Verweis auf die fehlende Verwertbarkeit einer allfälligen
Erwerbsfähigkeit während den verbleibenden drei Jahren bis zur
Pensionierung weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten.
Eventualiter sei ihr eine Dreiviertelsrente zuzusprechen, wobei der
standardisierte LSE-Tabellenlohn aufgrund ihres Alters und der fehlenden
beruflichen Ausbildung mittels Leidensabzug nach unten zu korrigieren
sei. Für den Fall, dass ihr eine Invalidenrente ab dem 1. April 2021
verweigert werden sollte, seien ihr berufliche
Wiedereingliederungsmassnahmen zu gewähren. Die Eingliederungshilfe
sei unumgänglich, da sie im kommenden Monat 61 Jahre alt werde und
über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfüge. Dabei dürfe keine
Rolle spielen, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen vor zwei
Jahren ein erstes Mal gescheitert seien, zumal sich ihr
Gesundheitszustand zwischenzeitlich nachweislich verschlechtert habe
und ihr während 13 Monaten eine Invalidenrente zugesprochen worden
sei.
7. Mit Vernehmlassung vom 28. Oktober 2021 schloss die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und
ergänzte die in der Verfügung vom 13. September 2021 angeführte
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Begründung punktuell anhand der in der Beschwerde gemachten
Vorbringen.
8. Die Beschwerdeführerin replizierte am 22. November 2021 bei
unveränderten Rechtsbegehren und reichte einen Pflegebericht von
G._ vom 15. November 2021 ein.
9. Am 2. Dezember 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung sowie die weiteren Akten wird, sofern
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 13.
September 2021 stellt eine solche anfechtbare Verfügung der
Invalidenversicherung und folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für
ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus
Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als
Adressatin der strittigen Verfügung ist die Beschwerdeführerin berührt und
sie weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder
Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde
wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m.
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Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist
somit einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab
dem 1. April 2021. Unbestritten ist neben dem Valideneinkommen von
CHF 70'307.35 für das Jahr 2021 (vgl. angefochtene Verfügung vom
13. September 2021 [beschwerdegegnerische Akten {Bg-act.} 78] und
Bemessung des Invaliditätsgrads [Bg-act. 77]) die ihr ab dem 1. März 2020
sowie vom 1. Oktober 2020 bis zum 31. März 2021 zugesprochenen,
befristeten Invalidenrenten. Uneinig sind sich die Parteien zunächst
hinsichtlich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit:
Kritisiert wird dabei die von der Beschwerdegegnerin ab Januar 2021
angenommene Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätigkeit. Die
Beschwerdeführerin spricht dem SMAB-Gutachten vom 1. Juni 2021 den
Beweiswert ab und bemängelt, dass es die jüngsten Entwicklungen ihres
Gesundheitszustands nicht berücksichtige. Zudem ist die weitere
Bemessung des Invalideneinkommens (wirtschaftliche Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit wegen fortgeschrittenen Alters und Vornahme eines
Leidensabzugs vom massgeblichen Tabellenlohn der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik [LSE]) sowie die (Un-
)Zumutbarkeit der Selbsteingliederung der Beschwerdeführerin umstritten.
3.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl.
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BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts
8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021
E.2.4). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).
Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärztinnen oder Spezialärzten,
welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der
Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125
V 351 E.3b/bb).
3.2. Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
SMAB-Gutachten vom 1. Juni 2021 abgestellt hat oder ob konkrete
Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von den
übrigen medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von der
100%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit ab Januar
2021 abzuweichen wäre.
3.3. Zwar bestreitet die Beschwerdeführerin in der Beschwerde, dass das
SMAB-Gutachten die gesetzlichen und bundesgerichtlich festgelegten
Anforderungen an ein neutrales, schlüssiges und vollständiges Gutachten
zu erfüllen und die anderslautenden Einschätzungen ihres
Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden
Fachärzte zu überstimmen vermöge. Konkrete Anhaltspunkte, welche
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gegen die Zuverlässigkeit dieser Expertise sprechen würden, bringt sie
indessen nicht vor. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Vielmehr
setzten sich die SMAB-Gutachter in ihrer Beurteilung in Kenntnis der
medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen
Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinander und trafen ihre
Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen klinischen und
laborchemischen Untersuchungen (vgl. Bg-act. 64 S. 5 f., S. 21 ff., S. 31
ff., S. 41 ff. und S. 52 f.). Auch flossen die von der Beschwerdeführerin
gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden
in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand und zur
Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. Bg-act. 64 S. 5, S. 16 ff., S. 29
f., S. 39 ff. und S. 49 ff.). Dabei wurden insbesondere auch die von der
Beschwerdeführerin beschwerdeweise vorgebrachte depressive
Symptomatik und die Lungenkrankheit bzw. die damit
zusammenhängenden Beschwerden berücksichtigt (vgl. Bg-act. 64 S. 5 f.,
S. 22 ff., S. 49 und S. 53 ff.). Die gutachterlichen Ausführungen in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend (vgl.
Bg-act. 64 S. 5 f., S. 22 f., S. 33 f., S. 43 f. und S. 53 f.) und die gezogenen
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur
versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nachvollziehbar begründet (vgl. Bg-act. 64 S. 7 ff., S. 24 ff., S. 33 ff., S. 43
ff. und S. 53 ff.). Ferner ist das Gutachten für die streitigen Belange
umfassend. In der Konsensbeurteilung wiesen die Gutachter eine
rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F33.9)
als Diagnose mit Arbeitsfähigkeitsauswirkung aus (Bg-act. 64 S. 7). Dazu
führten sie nachvollziehbar aus, unter Berücksichtigung der Unterlagen
und der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin ergebe sich
bei ihr die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung. Aktuell
werde keine durchgehende Depressivität mehr beschrieben, was
Voraussetzung für eine mindestens leichte depressive Episode wäre. Es
werde daher eingeschätzt, dass bei der Beschwerdeführerin nur noch eine
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depressive Restsymptomatik bestehe mit nur noch an einzelnen Tagen
bestehender depressiver Verstimmung und reduzierter emotionaler
Belastbarkeit. Dies entspreche der Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung, nicht näher bezeichnet (Bg-act. 64 S. 5 und S. 22).
Mit Blick auf deren funktionellen Auswirkungen hielten die Gutachter fest,
die emotionale Belastbarkeit und die Stressbelastbarkeit seien reduziert.
Die Depression habe sich zwar deutlich zurückgebildet. Es bestehe aber
noch keine durchgehende und uneingeschränkte Fähigkeit, aufmerksam
und konzentriert im Strassenverkehr teilzunehmen, wie es für das
professionelle Fahren der Beschwerdeführerin in der Vergangenheit
(Kleintransporter, zum Teil Anhänger) erforderlich wäre (Bg-act. 64 S. 7).
Insofern leuchtet es ein, wenn die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als aufgehoben betrachteten. Gleiches gilt für die von
den Gutachtern infolge einer (auf den Angaben der Beschwerdeführerin
basierenden, vgl. Bg-act. 64 S. 17) schrittweisen Besserung der
Depression ab Anfang 2021 ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 100 % in
einer leidensangepassten Tätigkeit (Bg-act. 64 S. 8 f.).
3.4. Angesichts dieser plausiblen, von keiner ärztlichen Fachperson in Frage
gestellten Beurteilung und des Umstands, dass weder von der
Beschwerdeführerin substanziiert dargelegt wird noch ersichtlich ist,
inwiefern im SMAB-Gutachten wichtige, nicht rein der subjektiven
Interpretation ent-springende Aspekte unerkannt oder ungewürdigt
geblieben wären (Urteil des Bundesgerichts 8C_370/2020 vom 15.
Oktober 2020 E.7.2), ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
zu folgern, dass das SMAB-Gutachten vom 1. Juni 2021 die von der
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines
medizinischen Berichts gestellten Anforderungen erfüllt. Daran vermag
auch der erst mit der Replik von der Beschwerdeführerin eingereichte
Bericht von G._, dipl. Pflegefachfrau HF Psychiatrie, vom 15.
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November 2021 – wie hernach aufgezeigt wird (vgl. Erwägung 3.7) –
nichts zu ändern.
3.5. Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe die
Beschwerdegegnerin bereits im Einwandverfahren darauf hingewiesen,
dass die jüngsten Entwicklungen ihres Gesundheitszustands nicht
berücksichtigt worden seien. Es sei unterlassen worden, nebst dem
polydisziplinären Gutachten die jüngsten Befunde bzw. Stellungnahmen
ihrer behandelnden Ärzte einzuholen. Die den Gutachtern unterbreiteten
medizinischen Akten seien im Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens
bereits zwischen acht und 21 Monate alt gewesen. Insbesondere in Bezug
auf die depressive Erkrankung seien diese Unterlagen bei der
Begutachtung aber längst nicht mehr aktuell gewesen. Die
Beschwerdegegnerin wäre aufgrund ihrer Abklärungspflicht gehalten
gewesen, diesen Hinweisen nachzugehen. Nach Ansicht der
Beschwerdeführerin wäre ihr die Möglichkeit einzuräumen gewesen,
sachdienliche Unterlagen einreichen zu können, sofern und soweit diese
nicht von der Beschwerdegegnerin selber zu beschaffen gewesen wären.
Hinzu komme, dass es ihr nicht möglich gewesen sei, zwischen dem Erhalt
des Vorbescheids und dem Ablauf der kurzen Frist zur Einreichung des
Einwands die notwendigen Beweise zusammenzutragen. Die
Beschwerdegegnerin habe daher ihren Anspruch auf rechtliches Gehör
verletzt.
3.6. Diese Einwände verfangen nicht. Die Beschwerdegegnerin hat den
medizinischen Sachverhalt im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
sorgfältig abgeklärt, indem sie insbesondere verschiedene
Verlaufsberichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte eingeholt (vgl. Bg-
act. 13, 15, 37 und 42) und eine polydisziplinäre Begutachtung in den
Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie,
Pneumologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie veranlasst hat (Bg-
act. 64). Nach Würdigung des SMAB-Gutachtens vom 1. Juni 2021 durch
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RAD-Arzt Jansen in seiner Abschlussbeurteilung vom 9. Juni 2021 (Bg-
act. 75 S. 12 ff.) stellte die Beschwerdegegnerin mit Vorbescheid vom 10.
Juni 2021 neben der Ausrichtung einer Dreiviertelsrente ab dem 1. März
2020 die Zusprache einer befristeten ganzen Invalidenrente vom 1.
Oktober 2020 bis zum 31. März 2021 in Aussicht (Bg-act. 65). Dagegen
erhob die Beschwerdeführerin am 12. Juli 2021 Einwand und liess darin
im Wesentlichen vorbringen, der vorgesehene Entscheid berücksichtige
die jüngsten Entwicklungen ihres Gesundheitszustands nicht; sie leide
unverändert an einer schweren Depression und sei aufgrund ihrer
Lungenkrankheit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt (Bg-act. 71 S.
3). (Fach-)Ärztliche Berichte, welche eine Veränderung ihres
Gesundheitszustands seit der Begutachtung durch die SMAB-Gutachter
belegen würden, legte sie indes nicht ins Recht. Vielmehr beliess sie es
bei ihren pauschalen und nicht weiter substanziierten Vorbringen. Damit
vermag sie aber weder eine Verletzung der Abklärungspflicht noch ihres
Anspruchs auf rechtliches Gehör zu begründen. Angesichts des
umfassenden, erst kürzlich am 1. Juni 2021 erstatteten und in Kenntnis
der Vorakten, einschliesslich der Berichte der behandelnden Ärztinnen
und Ärzte (vgl. Bg-act. 64 S. 11 ff.), verfassten SMAB-Gutachtens bestand
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kein Anlass, ihren
behaupteten und nicht weiter belegten Vorbringen nachzugehen bzw. ihr
die Möglichkeit zur Einreichung entsprechender medizinischer Unterlagen
einzuräumen. Vielmehr wären solche (fach-)ärztlichen Berichte von der
Beschwerdeführerin selber spätestens mit dem Einwand, allenfalls auch
im Rahmen einer zu diesem Zweck anbegehrten Fristverlängerung,
beizubringen gewesen. Stattdessen liess sie es bei ihrer behaupteten
Veränderung des Gesundheitszustands bewenden und reichte auch mit
der Beschwerde vom 8. Oktober 2021 an das streitberufene Gericht keine
entsprechenden Unterlagen nach.
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3.7. Erst mit der Replik vom 22. November 2021 legte die Beschwerdeführerin
einen Pflegebericht vom 15. November 2021 von G._ ins Recht
(beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 7). Dieser vermag das SMAB-
Gutachten indes nicht zu erschüttern. Abgesehen davon, dass er ohnehin
nicht von einer Fachärztin für Psychotherapie und Psychiatrie verfasst
wurde, erschöpft er sich im Wesentlichen darin, die subjektiven Angaben
der Beschwerdeführerin zu ihrer Vor- und Krankengeschichte
wiederzugeben. Soweit darin Kritik am psychiatrischen SMAB-
Teilgutachten von Dr. med. H._ geübt wird, indem moniert wird, dass
das Schwergewicht fälschlicherweise auf den früheren, inzwischen jedoch
sistierten Alkoholkonsum gelegt worden sei, kann der sich darauf
abstützenden Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden. Dabei wird
übersehen, dass Dr. med. H._ als Diagnose mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, nicht näher
bezeichnet (ICD-10 F33.9) ausgewiesen und diese nachvollziehbar
hergeleitet hat (vgl. dazu Erwägung 3.3 hiervor). Die Diagnose eines
gefährlichen Gebrauchs von Alkohol wies er hingegen denjenigen ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Dies begründete er damit, dass nach
Angaben der Beschwerdeführerin inzwischen nur noch ein Alkoholkonsum
in grösseren Abständen erfolge, was sich auch in dem im nicht-
pathologischen Bereich liegenden CDT widerspiegle. Bei einem in der
Vergangenheit eindeutig bestehenden Alkoholabhängigkeitssyndrom
sowie auch depressiver Störung bestehe aber mindestens ein gefährlicher
Gebrauch von Alkohol in dem Sinne, dass sich erneut eine schwerer
ausgeprägte Alkoholproblematik (mit dann auch gegebenenfalls
Induzierung und Verstärkung von depressiven Symptomen) entwickeln
könnte. Dies entspreche der ICD-10-Diagnose eines gefährlichen
Gebrauchs von Alkohol (Bg-act. 64 S. 22 f.). Diese plausiblen
Ausführungen zeigen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
auf, dass der im Vergleich zu früher klar reduzierte Alkoholkonsum der
Beschwerdeführerin vom Gutachter nicht überhört worden ist. Auch
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berücksichtigten die SMAB-Gutachter – wie bereits dargelegt – in der
Konsensbeurteilung mit Blick auf die funktionellen Auswirkungen der
psychiatrischen Diagnose, dass die emotionale Belastbarkeit und die
Stressbelastbarkeit der Beschwerdeführerin reduziert seien (Bg-act. 64 S.
7), was mit den Ausführungen im Pflegebericht vom 15. November 2021
übereinstimmt. Soweit darin ausgeführt wird, dass die Beschwerdeführerin
nach dem Untersuchungsgespräch mit Dr. med. H._ völlig verändert,
traurig, resigniert, enttäuscht und sichtlich psychisch wie physisch leidend
in der Sitzung mit G._ erschienen sei, mutet dies insoweit
widersprüchlich an, als die psychiatrische Exploration bereits am 23. April
2021 stattgefunden hat (Bg-act. 64 S. 15), die Betreuung der
Beschwerdeführerin durch G._ gemäss deren eigenen Angaben aber
erst Anfang Juli 2021 aufgenommen wurde (Bf-act. 7). In diesem
Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass
rechtsprechungsgemäss in reaktiven Störungen auf das laufende IV-
Verfahren ein invaliditätsfremdes Geschehen erblickt werden kann (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.4.4.2.2
f.).
3.8. Insgesamt ergibt sich daher, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin
und der von ihr beigebrachte Pflegebericht vom 15. November 2021 nicht
geeignet sind, den Beweiswert des SMAB-Gutachtens vom 1. Juni 2021
zu schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die
Beschwerdegegnerin auf die darin ausgewiesene 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab Januar 2021 abstellte.
4.1. Streitig ist sodann die weitere Bemessung des Invalideneinkommens.
4.2. Soweit die Beschwerdeführerin mit Blick auf das Invalideneinkommen
geltend macht, dass das von der Beschwerdegegnerin gestützt auf den
Totalwert der Tabelle TA 1 der LSE 2018 für Tätigkeiten auf dem
Kompetenzniveau 1 im privaten Sektor für Frauen bei einer
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Arbeitsfähigkeit von 100 % korrekt errechnete Einkommen von CHF
56'288.85 (CHF 4'371.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.009117 x 1.01 x 1.01;
umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden und aufindexiert auf das Jahr 2021) zu hoch sei, kann ihr nicht
gefolgt werden. Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei
versicherten Personen, die nach Eintritt eines Gesundheitsschadens – wie
vorliegend – lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle
Arbeiten verrichten können, in der Regel vom Totalwert im niedrigsten
(und am schlechtesten bezahlten) Kompetenzniveau 1 auszugehen. Dass
hiervon abzuweichen wäre, macht die Beschwerdeführerin nicht
substanziiert geltend und ist auch nicht ersichtlich (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_411/2019 vom 16. Oktober 2019 E.7.2 mit Hinweis auf
Urteile des Bundesgerichts 9C_325/2018 vom 29. Juni 2018 E.3.2.2 und
9C_633/2013 vom 23. Oktober 2013 E.4.2).
4.3. Nicht durchzudringen vermag die Beschwerdeführerin des Weiteren mit
ihrem Vorbringen, ihr sei aufgrund der fehlenden Verwertbarkeit einer
allfälligen Erwerbsfähigkeit während den verbleibenden drei Jahren bis zur
Pensionierung eine ganze Invalidenrente auszurichten. Zwar anerkennt
die Rechtsprechung, dass das (vorgerückte) Alter zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die
einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt
wird (BGE 146 V 16 E.7, 145 V 2 E.5.3.1, 138 V 457 E.3, je mit Hinweisen).
Das Bundesgericht hat indes relativ hohe Hürden für Annahme einer
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen errichtet
(Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E.5.2.1).
Vorliegend ist das gutachterlich definierte Belastungsprofil, wonach der im
massgebenden Zeitpunkt (vgl. hierzu BGE 146 V 16 E.7.1) 60-jährigen
Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere Arbeiten unter
lufthygienisch akzeptablen Bedingungen in überwiegend sachbetonten
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(kein oder allenfalls geringfügiger Kundenkontakt), gut strukturierten
Tätigkeiten ohne besonderen Zeitdruck, ohne erhöhte Anforderungen an
die emotionale Belastbarkeit und ohne (Nacht-)Schichtarbeit zumutbar
sind (vgl. Konsensbeurteilung des SMAB-Gutachtens vom 1. Juni 2021
[Bg-act. 64 S. 8]), nicht derart eingeschränkt, dass der ausgeglichene
Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle praktisch nicht kennt (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 9C_426/2020 vom 29. April 2021 E.5.2, 9C_15/2020
vom 10. Dezember 2020 E.6.1, 8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.5.2
und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1, je mit Hinweisen). Vielmehr
umfasst das hier anwendbare Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art) auch der Beschwerdeführerin
zumutbare Tätigkeiten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_240/2021 vom
15. September 2021 E.4.4.3, 8C_815/2019 vom 30. Januar 2020 E.4 und
E.6.2 sowie 8C_528/2019 vom 12. November 2019 E.4.2.2). Zudem kann
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers (Nischenarbeitsplätze)
gerechnet werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_693/2019 vom 18.
Dezember 2019 E.4.1.3, 9C_294/2017 vom 4. Mai 2018 E.5.4.2 und
9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1, je mit Hinweisen). Dass der für die
Beschwerdeführerin nötige Betreuungsaufwand derart gross wäre, dass
das entsprechende Entgegenkommen realistischerweise von einem
durchschnittlichen Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht erwartet
werden kann (vgl. ähnlich Urteil des Bundesgerichts 9C_321/2018 vom
16. Oktober 2018 E.5 mit Hinweisen), ist nicht ersichtlich. Da
praxisgemäss für Hilfsarbeiten weder eine Berufsausbildung noch
Erfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse vorausgesetzt werden (Urteil
des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E.5.2.1), fällt die
fehlende abgeschlossene Berufsausbildung sowie die seit Mitte März
2019 bestehende Absenz vom Arbeitsmarkt nicht weiter ins Gewicht.
Neben der schulischen Grundausbildung (vgl. Bg-act. 2 S. 5) verfügt die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn mit
- 16 -
verschiedenen Anstellungen im Gastgewerbe und in der Brief- bzw.
Paketzustellung (vgl. dazu IK-Auszüge [Bg-act. 38 und 62], Fragebogen
für Arbeitgebende vom 23. Juli 2019 [Bg-act. 8], Evaluationsgespräch
Eingliederung vom 15. August 2019 [Bg-act. 16 S. 2 f.]) über Fertigkeiten,
die sie durchaus in einer geeigneten Verweistätigkeit nutzbar machen
könnte. Aufgrund der bisher ausgeübten praktischen Tätigkeiten dürfte
sich auch der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand in eine
Verweistätigkeit für die Beschwerdeführerin in Grenzen halten. Dies ist mit
Blick auf die kurze Aktivitätsdauer positiv zu werten, genauso wie ihre
Persönlichkeitsstruktur als pflichtbewusste und offene Person (vgl. SMAB-
Gutachten vom 1. Juni 2021 [Bg-act. 64 S. 7 und S. 21], Bericht von Dr.
med. F._ vom 25. August 2020 [Bg-act. 37 S. 3],
Evaluationsgespräch Eingliederung vom 15. August 2019 [Bg-act. 16 S.
5]). Es fehlen somit jegliche Anhaltspunkte dafür, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Alters sowie den weiteren
personenbezogenen und beruflichen Merkmalen ihre verbliebene
Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwerten
könnte.
4.4. Sodann macht die Beschwerdeführerin aufgrund ihres
Gesundheitszustands, ihres fortgeschrittenen Alters, ihrer Absenz vom
Arbeitsmarkt, der fehlenden Berufsausbildung und aufgrund der
Unzumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit in ihrem angestammten Beruf
geltend, ihr sei ein Leidensabzug von 25 % zu gewähren.
4.5. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf höchstens 25 %
begrenzter Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu
ermittelnden Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit
- 17 -
anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende
Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (BGE 146 V
16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021 vom
10. August 2021 E.3.2.1, 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf
das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt,
wie erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen
(BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb-cc; Urteile des
Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1, 9C_787/2018
und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die Rechtsprechung gewährt
insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine
versicherte Person selbst im Rahmen einer körperlich leichten
Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126
V 75 E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 10. August
2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Zu
beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E.4.1; Urteile des
Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1).
4.6. Soweit die Beschwerdeführerin einen Abzug mit dem Verweis auf ihren
Gesundheitszustand geltend macht, ist ihr entgegenzuhalten, dass die
sich aus medizinischer Sicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden
Limitierungen, welche bereits in qualitativer Hinsicht bei der
- 18 -
gutachterlichen Festlegung des Belastungsprofils berücksichtigt worden
sind, nicht nochmals – als abzugsrelevant – herangezogen werden dürfen.
Dies käme einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben
Gesichtspunkte gleich (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_48/2021 vom
20. Mai 2021 E.4.3.4, 8C_705/2018 vom 16. Mai 2019 E.4.3 mit Hinweisen
und 9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.3.5.1 mit Hinweis). Es bestehen
denn auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die gesundheitlichen
Einschränkungen nicht bereits vollumfänglich in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit enthalten
sind. Welche Limitierungen der Arbeitsfähigkeit – abgesehen von den
bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigten – hier zusätzlich
vorliegen sollten, zeigt die Beschwerdeführerin denn auch nicht auf.
4.7. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin stellt ihr Alter keinen
Grund dar, der einen leidensbedingten Abzug zu rechtfertigen vermöchte.
Denn insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten muss sich ein
fortgeschrittenes Alter auf dem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praxisgemäss nicht zwingend lohnsenkend
auswirken. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden
ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V
16 E.7.2.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts
8C_176/2021 vom 18. Mai 2021 E.6.2.2 und 8C_393/2020 vom 21.
September 2020 E.4.2). Des Weiteren kann hinsichtlich der konkreten
Umstände des vorliegenden Falls auf das zur Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit bei fortgeschrittenem Alter bereits Ausgeführte
verwiesen werden. Dabei wird die deutschsprachige Beschwerdeführerin
namentlich von ihren bisher gewonnenen Arbeitserfahrungen und
praktischen Kenntnissen in verschiedenen Bereichen auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt profitieren können, indem sie ihr mit Blick auf
die kurze Aktivitätsdauer nicht nur die Umstellung und Einarbeitung in eine
Verweistätigkeit erleichtern, sondern sich insbesondere bei der Ausübung
- 19 -
einer solchen als nützlich erweisen. Es sind somit keine Hinweise dafür
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt aufgrund ihres Alters verglichen mit anderen Beschäftigten
ihrer Alterskategorie mit einem geringeren Einkommen rechnen müsste.
Indem insofern das Merkmal Alter unter Würdigung aller konkreten
Umstände des Einzelfalls geprüft wurde, ist der Beschwerdeführerin,
welche dazu im Rahmen ihrer Rechtsschriften Stellung nehmen konnte,
durch die Unterlassung einer entsprechenden Prüfung durch die
Beschwerdegegnerin kein Nachteil erwachsen.
4.8. Soweit die Beschwerdeführerin überdies darauf hinweist, dass sie über
keine abgeschlossene Berufslehre verfüge, übersieht sie, dass für
Hilfsarbeiten praxisgemäss weder eine Berufsausbildung noch
Erfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse vorausgesetzt werden (Urteil
des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E.5.2.1). Ebenso wenig
kommt mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 dem Umstand, dass die
Beschwerdeführerin namentlich nicht mehr in ihrer angestammten
Tätigkeit arbeiten kann, nach der Rechtsprechung eine relevante
Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_699/2017 vom 26. April 2018
E.3.2). Auch lässt sich gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung jedenfalls mit den verfügbaren statistischen Angaben
nicht untermauern, dass sich in fortgeschrittenem Alter beruflich neu zu
orientierende Versicherte unter Berücksichtigung ihrer kurzen
Aktivitätsdauer bis zur Pensionierung nicht mit einem durchschnittlichen
Einkommen rechnen könnten bzw. bedeutsame Einbussen in Kauf zu
nehmen hätten (BGE 146 V 16 E.7.2.1; Urteil des Bundesgerichts
8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.3.3).
4.9. Mit Blick auf die Art der zumutbaren Tätigkeiten wirkt sich die lange
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt praxisgemäss nicht (zwingend)
lohnsenkend aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_267/2020 vom 9.
September 2020 E.6.3, 9C_225/2019 vom 11. September 2019 E.4.4.2,
- 20 -
9C_418/2017 vom 30. Oktober 2017 E.4.5.2, 8C_805/2016 vom 22. März
2017 E.3.3 und E.3.4.3). Das Bundesgericht hat denn auch in
Konstellationen, wie der vorliegenden, in welchen Hilfstätigkeiten im
untersten Kompetenzniveau als Verweistätigkeiten in Frage kommen, die
Vornahme eines Abzugs vom Tabellenlohn verneint (Urteil des
Bundesgerichts 9C_223/2020 vom 25. Mai 2020 E.4.3.5 mit Hinweisen).
Im hier zu beurteilenden Fall kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin
erst seit dem 14. März 2019 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht (vgl.
Bg-act. 8 S. 2, 13 S. 2 und 16 S. 2), weshalb nicht von einer langjährigen
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt gesprochen werden kann. Insofern
rechtfertigt es sich vorliegend nicht, einen Leidensabzug vorzunehmen.
4.10. Selbst wenn aber ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt würde angesichts
des Umstands, dass die Beschwerdeführerin über die Verrichtung
körperlich leichter Tätigkeiten hinaus in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt wäre, würde ein solcher 10 % jedenfalls nicht übersteigen,
so dass immer noch ein Invaliditätsgrad resultierte, der keinen Anspruch
auf eine Invalidenrente zu begründen vermöchte ([Valideneinkommen von
CHF 70'307.35 - Invalideneinkommen von CHF 50'660.--] x 100 :
CHF 70'307.35 = Invaliditätsgrad von 28 %).
5.1. Zu prüfen bleibt die Frage der (Un-)Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
der Beschwerdeführerin. Während die Beschwerdegegnerin insbesondere
mangels subjektivem Eingliederungswillen die Grundlage für weitere IV-
Leistungen verneinte (vgl. angefochtene Verfügung vom 13. September
2021 [Bg-act. 78 S. 4]), brachte die Beschwerdeführerin in der
Beschwerde vor, sie sei namentlich aufgrund der bestehenden
gesundheitlichen Einschränkungen, ihres Alters und der fehlenden
Berufsausbildung nicht in der Lage, sich ab dem 1. April 2021 selber in
den Arbeitsprozess einzugliedern. Sie werde bald 61 Jahre alt und im
November 2024 ordentlich pensioniert. Ihre Tätigkeit als Mitarbeiterin in
der Paketzustellung, welcher sie in den letzten 14 Jahren nachgegangen
- 21 -
sei, dürfe sie nicht mehr ausüben. Sie müsse sich folglich für die
verbleibenden drei Jahre bis zur ordentlichen Pensionierung beruflich neu
orientieren. Sie könne aufgrund einer fehlenden Nachfrage die
verbliebene Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
verwerten, weshalb ihr eine Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar sei.
Sie habe Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, wenn ihr
während 13 Monaten eine Invalidenrente zugesprochen worden sei und
diese nun eingestellt werde – unabhängig von einem ersten, vor zwei
Jahren gescheiterten Eingliederungsversuch. Sie bestreite ein Fehlen des
subjektiven Eingliederungswillens. Der fehlende Erfolg des seinerzeitigen
Arbeitsversuchs sei durch den schlechten Gesundheitszustand im
damaligen Zeitpunkt zu erklären.
5.2. Rechtsprechungsgemäss ist eine verbesserte oder neu festgestellte
Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu
verwerten (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_648/2019 vom 4. Juni
2020 E.4.1 und 9C_473/2019 vom 25. Februar 2020 E.5.2.1 mit Hinweis).
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben
werden soll, sind nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie
das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel
vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der
Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene
Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und
erwerblich zu verwerten (siehe BGE 145 V 209 E.5.1 mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung findet auch dann Anwendung, wenn – wie hier –
zeitgleich mit der Rentenzusprache rückwirkend über deren Befristung
und/oder Abstufung befunden wird (siehe BGE 145 V 209 E.5.2-5.4;
Urteile des Bundesgerichts 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E.3.2,
8C_80/2020 vom 19. Mai 2020 E.2.3 und 9C_685/2019 vom 8. April 2020
E.3.1). Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich ("vermutungsweise")
anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen
- 22 -
namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf
invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person
besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen
verfügt (dazu und zum Folgenden: BGE 145 V 209 E.5.1 mit Hinweisen;
Urteile des Bundesgerichts 8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 E.4.1 und
9C_685/2019 vom 8. April 2020 E.3.1). Verlangt sind immer konkrete
Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne
sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen
Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne
Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt
die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in
der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene
Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu
verwerten (siehe BGE 145 V 209 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts
9C_768/2019 vom 16. September 2020 E.3.4.1 und 9C_50/2020 vom
9. Juli 2020 E.3.1).
5.3. Zwar ist der Beschwerdeführerin darin beizupflichten, dass sie ausweislich
der Akten über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt (vgl.
Anmeldung vom 11. Juli 2019 [Bg-act. 2 S. 5] und Evaluationsgespräch
Eingliederung vom 15. August 2019 [Bg-act. 16 S. 2]). Auch ist mit der
Beschwerdegegnerin anzuerkennen, dass die Absenz vom Arbeitsmarkt
nicht überwiegend auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist (vgl.
hierzu die in der angefochtenen Verfügung vom 13. September 2021
ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeiten und die gestützt darauf
zugesprochenen Rentenleistungen [Bg-act. 78 f.]). Indes kann die
Beschwerdeführerin neben diversen Anstellungen im Gastgewerbe
insbesondere eine knapp 14-jährige Arbeitstätigkeit als Mitarbeiterin in
der Brief- und Paketzustellung vorweisen (Evaluationsgespräch
Eingliederung vom 15. August 2019 [Bg-act. 16 S. 2], Fragebogen für
- 23 -
Arbeitgebende vom 23. Juli 2019 [Bg-act. 8 S. 1 f.]), in welcher sie
Fertigkeiten und Berufserfahrung erworben hat, die sich in einer
Verweistätigkeit durchaus als nützlich erweisen. So wird die langjährige
berufliche Erfahrung denn auch im SMAB-Gutachten vom 1. Juni 2021 als
Ressource ausgewiesen (Bg-act. 64 S. 8 und S. 24). Da die ihr
zumutbaren Tätigkeiten auf dem massgeblichen Arbeitsmarkt – wie
bereits dargelegt – zudem keine besonderen Qualifikationen erfordern,
relativiert sich ein entsprechender Eingliederungsbedarf (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_492/2018 vom 24. August 2018 E.5.2). Hinzu kommt,
dass die Beschwerdeführerin erst seit Mitte März 2019 und damit nicht
eine lange Absenz vom Arbeitsmarkt aufweist, welche auf eine
arbeitsmarktliche Desintegration schliessen liesse. Vielmehr kann sie auf
unter den heute herrschenden Verhältnissen aktualisierbare berufliche
Erfahrungen zurückgreifen, welche für die Selbsteingliederung auf dem
freien Arbeitsmarkt nutzbar sind resp. wären.
5.4. Mit Blick auf die Ressourcen der Beschwerdeführerin geht aus dem
SMAB-Gutachten vom 1. Juni 2021 des Weiteren hervor, dass sie von der
Persönlichkeit her verträglich, kontaktfreudig und offen sei (Bg-act. 64 S. 7
und S. 21). Als weitere positive Faktoren wurden ihre familiäre Situation
und die stabile Ehebeziehung genannt (Bg-act. 64 S. 8, S. 24 und S. 44).
Der psychiatrische SMAB-Gutachter konnte keinen ausgewiesenen
Rückzug feststellen (Bg-act. 64 S. 21). So führte die Beschwerdeführerin
denn auch bereits anlässlich des Evaluationsgesprächs betreffend
Eingliederung aus, neben ihrer Familie zu zwei guten Freundinnen einen
aktiven Kontakt zu pflegen (Bg-act. 16 S. 4). Im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin zudem an, den
Haushalt alleine zu erledigen sowie als Hobby zu nähen (Bg-act. 64 S. 19).
Angesichts dieser Potenziale, welche auf eine Agilität, Gewandtheit und
gesellschaftliche Integration schliessen lassen, erscheint die
Beschwerdeführerin durchaus in der Lage zu sein, das medizinisch-
- 24 -
theoretisch ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung
auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten.
5.5. Soweit die Beschwerdeführerin beschwerdeweise ausführt, ein Hinweis
auf den gescheiterten Arbeitsversuch vor zwei Jahren mit der
Schlussfolgerung, weitergehende oder erneute
Eingliederungsmassnahmen seien nicht nötig, weil es am subjektiven
Eingliederungswillen fehle, sei unzulässig, kann ihr nicht gefolgt werden.
Sie übersieht dabei, dass die Beschwerdegegnerin den fehlenden
subjektiven Eingliederungswillen nicht aus dem im Oktober 2019 bereits
nach rund zehn Tagen wieder beendeten therapeutischen Arbeitsversuch
ableitete. Jener wurde ausweislich der Akten abgebrochen, da sich die
Beschwerdeführerin schikaniert gefühlt habe und das Arbeitsklima beim
damaligen Arbeitgeber schlecht gewesen sei, so dass sich ihr
Gesundheitszustand verschlechtert habe (Verlaufsprotokoll
Eingliederung, Einträge vom 14. und 15. Oktober 2019 [Bg-act. 44 S. 3]).
Vielmehr bezieht sich die Annahme eines fehlenden subjektiven
Eingliederungswillens auf die der Beschwerdeführerin im September 2020
gestützt auf die prognostische Beurteilung ihrer behandelnden
Psychiaterin Dr. med. F._ (vgl. Bericht vom 25. August 2020 [Bg-
act. 37 S. 3] und RAD-Beurteilung vom 8. September 2020 [Bg-act. 75
S. 10 ff.]) eröffnete Möglichkeit der Aufnahme von
Eingliederungsmassnahmen, welche die Beschwerdeführerin
aktenkundigerweise ablehnte, weil sie sich nicht in der Lage sah,
Eingliederungsmassnahmen Folge zu leisten bzw. einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen (Verlaufsprotokoll Eingliederung, Einträge vom 30.
September 2020, 1. Oktober 2020 und 5. Oktober 2020 [Bg-act. 44 S. 7]).
Dies wurde denn auch in der Mitteilung vom 6. Oktober 2020 so
festgehalten und die Eingliederungsmassnahmen infolgedessen
abgeschlossen (Bg-act. 46). Wenn nun die Beschwerdeführerin in der
Beschwerde den fehlenden subjektiven Eingliederungswillen bestreitet
- 25 -
und ausführt, sie sei auch nie zur Frage angehört worden, ob sie willens
und in der Lage sei, an beruflichen Eingliederungsmassnahmen
mitzuwirken, vermag dies angesichts des soeben Ausgeführten nicht zu
überzeugen. Zudem erachtete die Beschwerdeführerin anlässlich der
psychiatrischen und gastroenterologischen Begutachtung, als sie zu ihren
Zukunftsvorstellungen befragt worden war, nur eine körperlich leichte
Arbeit ohne Zeitdruck bzw. Putzarbeiten im Umfang von ca. 20 % bis 30
% als möglich (Bg-act. 64 S. 19 und S. 41), während sie anlässlich der
internistischen und pneumologischen Exploration sogar angab, sie sei zu
erschöpft, um eine andere berufliche Tätigkeit auszuüben (Bg-act. 64 S.
31) bzw. sie möge sich keine berufliche Zukunft mehr vorstellen; es gehe
nichts mehr bei ihr (Bg-act. 64 S. 52). Eine vorhandene bzw. zumindest
aktivierbare Motivation für Reintegrationsmassnahmen lässt sich daraus
kaum ableiten. So bemerkte denn auch der pneumologische SMAB-
Gutachter, die Beschwerdeführerin scheine nicht mehr motiviert,
nochmals in den Arbeitsprozess einzusteigen (Bg-act. 64 S. 54). Eine
Eingliederungsbereitschaft fehlte ihr denn auch schon in der
Vergangenheit, als sie gegenüber ihrem damaligen behandelnden
Psychiater ausführte, namentlich einen therapeutischen Arbeitsversuch
abzulehnen (vgl. Bericht von Dr. med. I._ vom 14. August 2019 [Bg-
act. 15 S. 3]). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin weder in ihrem
gegen den Vorbescheid erhobenen Einwand (Bg-act. 71 S. 3 f.) noch in
der Beschwerde an das streitberufene Gericht zum Ausdruck gebracht
hat, dass sie bereit und motiviert ist, berufliche Massnahmen
aufzunehmen. Vielmehr beliess sie es bei der Bestreitung des fehlenden
subjektiven Eingliederungswillens. Insgesamt lässt das Verhalten der
Beschwerdeführerin deren Eingliederungsbereitschaft als mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben erscheinen.
5.6. In Gesamtwürdigung der Umstände ist somit die Zumutbarkeit der
Selbsteingliederung zu bejahen. Mithin besteht kein Anspruch der
- 26 -
Beschwerdeführerin auf Durchführung weiterer beruflicher
Eingliederungsmassnahmen bzw. auf Weiterausrichtung der bisherigen
Rente.
6. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
7. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Diese sind von der unterliegenden Beschwerdeführerin zu tragen
(vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht
kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e
contrario).