Decision ID: 907924d7-f654-4561-92bc-bdad1d595476
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 2013 wegen einer Depression bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 14). Sie gab an, in B._
die Grundschule besucht und eine Lehre als Landschaftsgärtnerin absolviert zu haben.
Seit dem 15. Juli 2011 sei sie Hausfrau. Laut einem Austrittsbericht des
Psychiatrischen Zentrums Rorschach vom 14. Februar 2011 (IV-act. 35) war die
Versicherte von August 2008 bis August 2009 aufgrund der Belastung durch die
Krebserkrankung des Ehemannes ambulant behandelt worden. Der Grund für die
Wiederaufnahme der Therapie im März 2010 war eine Zunahme der partnerschaftlichen
Konflikte gewesen. Die behandelnden Ärzte hatten als Diagnose eine
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22),
angegeben. Im Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses am 4. Februar 2011 hatten die
Ärzte der Versicherten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert.
A.b Med. pract. C._, Psychiatrisches Zentrum Rorschach, berichtete der IV-Stelle
am 28. Mai 2013 (IV-act. 18), dass die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven
Störung mit somatischem Syndrom (F33.11) leide. Er habe der Versicherten seit dem
28. Juli 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (ausgeprägtes Morgentief, mittel-
bis schwergradige depressive Zustände). Als Raumreinigerin (einfache Putzarbeiten)
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 4-5 Stunden pro Tag. Am 21. Juni 2013 teilte med.
pract. C._ der RAD-Psychiaterin D._ telefonisch mit, dass der Ehemann der
Versicherten Alkoholiker und auch infaust körperlich erkrankt sei. Er beziehe eine IV-
Rente. Im Rahmen eines Suizidversuchs habe er sich mit einer Pistole eine Niere
"rausgeschossen". Er schlage sowohl die Versicherte als auch den gemeinsamen
Sohn. RAD-Psychiaterin D._ notierte am 21. Juni 2013 in der Fallübersicht
Eingliederung (IV-act. 38), dass aktuell eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert bestehe.
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A.c Das Restaurant Z._ berichtete der IV-Stelle am 5. Juli 2013 (IV-act. 29), dass es
die Versicherte von Februar 2011 bis Juli 2011 als Küchenhilfe beschäftigt habe.
Wegen Vertrauensmissbrauch, übler Nachrede etc. sei eine fristlose Kündigung erfolgt.
A.d Med. pract. C._ teilte der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle am 22.
Juli 2013 telefonisch mit (IV-act. 40-5), dass die Versicherte momentan und mindestens
die nächsten drei Monate nicht arbeitsfähig sei. Die familiären Verhältnisse seien sehr
schwierig. Die Versicherte nehme starke Medikamente, nur um den sehr kranken
Ehemann auszuhalten. Am 2. September 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 43).
A.e Med. pract. C._ berichtete der IV-Stelle am 21. Oktober 2013 (IV-act. 48), dass
die Versicherte gegenwärtig an einer mittelgradigen depressiven Episode leide. Es
bestünden ein ausgeprägtes Morgentief, eine Hoffnungslosigkeit, fehlende
Zukunftsperspektiven und eine fast durchgängig depressive Grundstimmung. Die
bisherige Tätigkeit (als Hausfrau) sei der Versicherten noch zu 50 % zumutbar.
A.f Vom 17. September bis 14. Oktober 2013 hatte sich die Versicherte in einer
stationären psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik Gais befunden. Die Ärzte
der Klinik Gais gaben im Austrittsbericht vom 24. Oktober 2013 die folgenden
Diagnosen an (IV-act. 49-2 ff.):
• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom (F33.11)
• Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (Z73.1)
• Benzodiazepinabhängigkeit (F13.24)
• Status nach Suizidversuch 2011
• Migräne
• ausgeprägte Schulter- und Nackenschmerzen links
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• Kachexie (pathologischer Gewichtsverlust)
• NSAR-Allergie (Atemnot).
Die Ärzte hielten fest, dass sich die Versicherte vor dem Hintergrund ausgeprägter
familiärer Probleme mit einem depressiven Beschwerdebild vorgestellt habe. Im
Vordergrund hätten Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Freudlosigkeit und
Gereiztheit gestanden. Neben den ausgeprägten psychosozialen Belastungsfaktoren
trügen vermutlich auch abhängige und impulsive Persönlichkeitsanteile zum
Krankheitsgeschehen bei. Es habe eine leichte Stabilisierung erreicht werden können.
A.g Med. pract. C._ berichtete der IV-Stelle am 10. Februar 2014 (IV-act. 56), dass
die Versicherte aufgrund ihres geringen Körpergewichts deutlich kraft- und antriebslos
sei. Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit sei ihr derzeit nicht zumutbar. Mittelfristig/
innert zwei bis drei Monate sei eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit ganztags ohne reduzierte
Leistung möglich. Derselbe Arzt berichtete der IV-Stelle am 6. Juni 2014 (IV-act. 56),
dass in den letzten Monaten vermehrte psychosomatische Symptome wie ein stark
ausgeprägter Drehschwindel und eine Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust und
Ohnmachtsanfällen aufgetreten seien. Zudem leide die Versicherte an häufigem
Erbrechen und Übelkeit. Die depressive Symptomatik habe sich etwas/deutlich
gebessert. Derzeit bestehe in einem geschützten Rahmen eine Arbeitsfähigkeit von 50
%. RAD-Ärztin D._ empfahl am 15. Juli 2014 die Rentenprüfung (IV-act. 61).
A.h Med. pract. C._ berichtete der IV-Stelle am 14. November 2014 (IV-act. 79), dass
der psychische Gesundheitszustand stationär geblieben sei. Die Versicherte sei in ihrer
Erziehungsfähigkeit durch die Depression mittelgradig eingeschränkt. Die
Haushaltstätigkeit sei ihr während fünf Stunden pro Tag zumutbar. Andere Tätigkeiten
seien wegen der schulpflichtigen Kinder und dem schwerkranken Ehemann nicht
möglich. RAD-Psychiater Dr. med. D._ notierte am 7. Januar 2015 (IV-act. 80), seines
Erachtens sei die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit ab dem 14. November 2014
zu 60 % arbeitsfähig.
A.i Mit Vorbescheid vom 12. Januar 2015 (IV-act. 82) stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung hielt sie
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fest, dass eine durch eine leichte bis mittelschwere depressive Episode bedingte
subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung überwindbar sei. Dagegen liess die
Versicherte am 14. Januar 2015 einen Einwand erheben (IV-act. 83). Med. pract. C._
hatte in einem Bericht vom gleichen Tag angegeben, dass die Depression immer
schlimmer werde und dass auch die Panikattacken immer öfters aufträten (IV-act. 84).
Mittel- bis langfristig sei die Versicherte nicht mehr als zu 50 % arbeitsfähig. Trotz des
Einwandes wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom 26. Februar 2015
ab (IV-act. 86). Nachdem die Versicherte dagegen Beschwerde erhoben hatte (IV-act.
92), widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung am 29. April 2015 (IV-act. 104).
Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (IV 2015/93, IV-act. 112).
A.j Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 5.
Mai 2015 gab die Versicherte an, dass sie heute ohne Behinderung zu 100 % in der
Gastronomie/Pflege tätig wäre (IV-act. 108).
A.k Med. pract. C._ berichtete der IV-Stelle am 5. Juni 2015 (IV-act. 116), dass die
Versicherte seit Januar 2008 an einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig schwergradige Episode (F33.2), leide. Es bestünden fast tägliches
Erbrechen bei chronischer Gastritis und psychischer Überbelastung, Ein- und
Durchschlafstörungen, ausgeprägtes Morgentief, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit
sowie Gedankenkreisen und -grübeln. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Raumreinigerin wie auch in adaptierten Tätigkeiten bestehe seit dem 1. August 2012
und bis auf weiteres eine volle Arbeitsunfähigkeit.
A.l RAD-Psychiater Dr. D._ notierte am 13. Juli 2015 (IV-act. 118), dass der Bericht
von med. pract. C._ vom 5. Juni 2015 in sich widersprüchlich sei. Zudem sei der
psychiatrische Befund unzureichend. Auch bleibe unklar, worin die Verschlechterung
des Gesundheitszustandes seit Januar 2015 gegenüber dem Bericht vom November
2014 bestehen solle. Ausserdem müsse bei fast täglichem Erbrechen gefragt werden,
ob hinsichtlich der verordneten Medikamente überhaupt ein therapeutischer
Wirkspiegel erreicht werden könne. Dr. D._ empfahl ein bidisziplinäres (allgemein-
internistisches und psychiatrisches) Gutachten.
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A.m Auf Intervention des Rechtsvertreters der Versicherten hin erfolgte dann jedoch
eine polydisziplinäre Begutachtung mit den Fachgebieten Psychiatrie, Innere Medizin
und Orthopädie (IV-act. 119 ff.). Diese fand im Oktober/November 2015 durch die
Medizinische Abklärungsstelle Bern (ZVMB GmbH) statt (Gutachten vom 15. Januar
2016, IV-act. 139). Die Gutachter gaben keine Diagnosen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe in einem Restaurant an.
Die Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Status nach Anpassungsstörung mit emotionaler Symptomatik (F43.2)
• Dysthymia (F34.1)
• Erbrechen bei anderen psychischen Störungen (F50.5)
• Verdacht auf psychische und Verhaltensstörung durch Sedativa oder Hypnotika,
Abhängigkeitssyndrom (F13.2)
• Hyperazidität des Magens, medikamentös therapiert (anamnestisch)
• Schwerhörigkeit beidseits mit binauraler Hörgeräteversorgung (ED 2014)
• Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Zeichen mit altersentsprechenden
degenerativen Veränderungen radiologisch
• Schulterschmerzen links ohne radiologisches Korrelat
• Hüftschmerzen links ohne radiologisches Korrelat.
Med. pract. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärte, dass sich ein
weitestgehend unauffälliger psychischer Befund mit Ausnahme einer depressiven
Grundgestimmtheit, die am ehesten als Dysthymie zu bezeichnen sei, gefunden habe.
Diese dürfte sich vor dem Hintergrund der schwierigen psychosozialen
Ausgangssituation in der Primärfamilie und durch die weitere Biographie der
versicherten Person ausgebildet haben. Sein psychopathologischer Befund decke sich
weitgehend mit den Befunden des Psychiatrischen Zentrums Rorschach. Es sei
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deutlich geworden, dass die Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft
seien: Zum einen wäre eine stationäre Behandlung sinnvoll. Zum anderen habe sich der
Wirkstoffspiegel des Antidepressivums Escitalopram (und ebenso von Topiramat) nicht
nachweisen lassen. Da die Versicherte angegeben habe, dieses Medikament (bzw.
diese Medikamente) regelmässig und täglich einzunehmen, sei dies als negative
Antwortverzerrung bzw. Realitätsverfälschung zu werten. Bei der Exploration hätten
keine psychotische oder hirnorganische Symptomatik und keine
Persönlichkeitsstörung festgestellt werden können. Die diagnostizierten Störungen
bedingten für einfache Tätigkeiten keine wesentlichen Einschränkungen. Hinzu komme,
dass die Symptomatik vorwiegend durch psychosoziale Belastungsfaktoren
aufrechterhalten werde. Eine Endogenität der depressiven Symptomatik habe nicht
festgestellt werden können. Wegen der erheblichen psychosozialen Einflüsse sei die
retrospektive Bewertung erschwert. Allenfalls sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund von
depressiven Einbrüchen bei einer Dysthymia vorübergehend teilweise eingeschränkt
gewesen. Eine nähere Klärung und eine klare zeitliche Ein- und Zuordnung sei
retrospektiv jedoch nicht mehr möglich. Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin,
hielt fest, dass die von der Versicherten geklagten internistischen Beschwerden
vermutlich überwiegend psychosomatisch überlagert seien. Gemäss der Versicherten
liege ausser einer im August dieses Jahres durchgeführten Gastroskopie (ohne einen
pathologischen Befund) keine Diagnostik vor. Aus rein internistischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Dr. med. H._, Fachärztin für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wies darauf hin, dass bisher
noch keine orthopädische Abklärung stattgefunden habe. Die LWS sei etwas dolent
gewesen. Es habe ein leichter paravertebraler Hartspann in der LWS ohne radikuläre
Zeichen bestanden. Das ISG links und der Trendelenburg links seien positiv gewesen.
Die Beweglichkeit der linken Schulter und der linken Hüfte sei leicht eingeschränkt
gewesen. Der übrige orthopädische Status sei unauffällig gewesen. Radiologisch
hätten sich degenerative Veränderungen L3/L4 und im unteren Bereich der LWS
gefunden. Die ossären Verhältnisse im Bereich der linken Schulter, im Becken und im
Bereich der linken Hüfte seien normal gewesen. Zusammengefasst seien die geklagten
Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde im Bereich der LWS
nur teilweise erklärbar. Die neuen radiologischen Befunde hätten überwiegend kein
Korrelat für die Beschwerden ergeben. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte in
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der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe und in Verweistätigkeiten zu 100 %
arbeitsfähig. In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, dass in
allen Fachrichtungen Inkonsistenzen hätten festgestellt werden können. In
polydisziplinärer Hinsicht bestehe sowohl für die angestammte Tätigkeit als auch für
Verweistätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Mit Ausnahme der
Hospitalisationen gelte dies auch retrospektiv. RAD-Psychiater Dr. D._ notierte am
11. Februar 2016 (IV-act. 140), dass es sich um ein umfangreiches Gutachten handle,
welches die versicherungsmedizinischen Anforderungen erfülle. Auf das Gutachten der
ZVMB könne abgestellt werden.
A.n Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2016 (IV-act. 144) stellte die IV-Stelle der
Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs in
Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, dass die Versicherte gemäss der
gutachterlichen Abklärung in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei.
Dagegen liess die Versicherte am 22. Februar 2016 einwenden (IV-act. 147), das
Gutachten der ZVMB sei mangelhaft. Es fehlten Testuntersuchungen bezüglich des
Vorliegens von Persönlichkeitsakzentuierungen oder einer Persönlichkeitsstörung.
Obwohl die Versicherte glaubhaft Defizite im Kurz- und Langzeitgedächtnis und in der
Merkfähigkeit geäussert habe, seien solche ohne entsprechende Untersuchungen
verneint worden. Ausserdem beruhe die retrospektive psychiatrische Beurteilung auf
unklaren und ausweichenden Äusserungen, die nicht nachvollziehbar seien und in
Widerspruch zur Schlussbeurteilung stünden. Es könne nicht sein, dass eine volle
Arbeitsfähigkeit bestehe, welche immer wieder durch depressive Einbrüche
eingeschränkt werde. Mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % könnte den wiederholten
depressiven Einbrüchen Rechnung getragen werden. Schliesslich erklärte der
Rechtsvertreter der Versicherten, dass der internistische Gutachter die Versicherte
sexuell belästigt habe, indem er ihr während der Untersuchung ohne Vorwarnung und
ohne Erlaubnis den Slip heruntergezogen habe.
A.o Das Einwandschreiben wurde den Gutachtern der ZVMB vorgelegt (IV-act. 149).
Diese hielten in ihrer Stellungnahme vom 30. August 2016 fest (IV-act. 153), dass
bislang von keinem der vorbehandelnden Psychiater oder Institutionen eine
Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei. Sie (die Gutachter) seien mittels einer
lege artis durchgeführten Diagnostik (strukturiertes, standardisiertes Interview) zur
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selben Auffassung gekommen. Die Versicherte weise psychopathologisch zwar
selbstunsichere, dependente und altruistische Persönlichkeitszüge auf; signifikante
Persönlichkeitsprobleme bestünden jedoch nicht. Im klinischen Kontext hätten keine
Hinweise auf relevante kognitive Defizite bestanden. Gerade unter der Belastung einer
psychiatrischen Untersuchung wären bedeutsame kognitive Störungen aufgefallen. In
Anbetracht der "vorwiegenden" versicherungs¬fremden Faktoren und der geringen
Behandlungsaktivität könne die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht rückblickend
nicht mehr mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmt
werden. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung wiesen die Gutachter entschieden
zurück. Die Gutachter hielten abschliessend fest, dass sich aus dem Einwandschreiben
keine substantiellen neuen Erkenntnisse ergeben hätten, die ein Abweichen vom
Gutachten begründen könnten. RAD-Psychiater Dr. D._ notierte am 26. September
2016 (IV-act. 154), dass es bei der Beurteilung einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit
adaptiert bleibe. Ergänzende medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt.
A.p Mit Verfügung vom 26. September 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus
den im Vorbescheid angegebenen Gründen bei einem IV-Grad von 0 % ab (IV-act.
155).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 27. Oktober 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer halben Rente. Eventualiter sei
der Beschwerdeführerin eine befristete Invalidenrente (inkl. Verzugszins von 5 % seit
der Fälligkeit) bis drei Monate nach der Begutachtung zuzusprechen. Eventualiter sei
festzustellen, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen,
insbesondere auf ein Arbeitstraining, habe. Subeventualiter sei ein unabhängiges
psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Ergänzend zu den Einwänden im
Vorbescheidverfahren machte der Rechtsvertreter geltend, dass auch die Annahme
einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit den wiederholten depressiven Einbrüchen nicht
gerecht würde. Die Schlussfolgerung, dass die Beschwerdeführerin die
Psychopharmaka nicht regelmässig einnehme, zeige, dass die Gutachter parteiisch
zuungunsten der Beschwerdeführerin (vorver-)urteilend begutachtet hätten. Die
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Gutachter hätten nämlich ausser Acht gelassen, dass beispielsweise das häufige
Erbrechen die Ursache für die niedrigen Wirkstoffpegel sein könnte. Des Weiteren lasse
sich dem Gutachten nicht entnehmen, wie der Gutachter zum Schluss gekommen sei,
dass eine Dysthymie vorliege. Die Behandler hätten die Beschwerdeführerin mehrfach
als entweder leicht oder mittelgradig depressiv beurteilt. Bezüglich der
Invaliditätsbemessung hielt der Rechtsvertreter fest, dass der IV-Grad anhand eines
reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln sei. Am 1. Dezember 2016 stellte der
Rechtsvertreter ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
(act. G 4). Ergänzend zu den Ausführungen in der Beschwerdeschrift machte er
geltend, dass die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom Hausarzt weder
ein IV-Zeugnis noch sonstige Unterlagen einverlangt habe. Daher sei auch das ZVMB-
Gutachten lückenhaft. Ausserdem widerspreche die Einschätzung von med. pract.
C._ derjenigen des psychiatrischen Gutachters der ZVMB. Dr. med. I._, Facharzt
für Allgemeine Medizin, hatte dem Rechtsvertreter am 28. November 2016 berichtet
(act. G 4.1.1), dass er zwar nicht über relevante Unterlagen verfüge, die eine eindeutige
Arbeitsunfähigkeit belegen würden. Trotzdem hätte er als Hausarzt zum langjährigen
Verlauf mit psychischen Problemen und Somatisierung Stellung nehmen können. Der
orthopädischen Gutachterin scheine nicht bekannt zu sein, dass es am
Bewegungsapparat neben den Knochen auch Muskeln, Sehnen und Bänder gebe, die
durchaus Schmerzen verursachen könnten. Zur Objektivierung pathologischer
Veränderungen hätte es ein MRI gebraucht. Zudem wundere es ihn, dass der

psychiatrische Gutachter eine stationäre Therapie in Erwägung ziehe, obwohl er nur
eine Dysthymia diagnostiziert habe. Der internistische Gutachter habe in der
Systemanamnese weder die häufigen Migräneanfälle noch das häufige Erbrechen
festgehalten. Ebenfalls fehlten sämtliche Fragen über therapeutische Massnahmen und
über den Gewichtsverlauf. Der internistische Gutachter habe keine sorgfältige
Anamnese erhoben oder er habe die Antworten der Beschwerdeführerin ignoriert oder
einfach vergessen. Ohne saubere Anamnese sei eine medizinische Diagnosestellung
und Beurteilung nicht möglich. Med. pract. C._ hatte dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin am 22. November 2016 berichtet (act. G 4.1.2), dass diese seit
Januar 2008 an einer schwergradigen Depression leide. Es bestünden schwere
Schlafstörungen mit Albträumen und dissoziativen Zuständen. Auffällig sei, wie stark
die Beschwerdeführerin dissoziiere, d.h. dass sie im Gespräch gedanklich völlig
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abwesend sei. Trotz antidepressiver Medikation und psychiatrischer Behandlung habe
sich das posttraumatische Zustandsbild chronifiziert. Der jetzige Zustand könne aus
medizinischer Sicht nicht mehr verbessert werden. Die Beschwerdeführerin sei zu 100
% arbeitsunfähig. Dass keine ausreichenden Blutspiegel der Medikamente
Escitalopram und Topiramat im Serum gefunden worden seien, sei klar durch das fast
tägliche Erbrechen der Beschwerdeführerin erklärbar. Aus Angst vor der Begutachtung
habe die Beschwerdeführerin vermehrt unter Erbrechen gelitten. Ausserdem sei es in
der kurzen Zeit der gutachterlichen Exploration nicht möglich gewesen, ausreichend zu
beurteilen, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege. Die psychopathologischen Befunde
liessen durchgehend auf eine schwergradige depressive Störung schliessen. Am 21.
November 2016 sei die Beschwerdeführerin im Affekt schwergradig deprimiert und
weinerlich gewesen. Sie habe berichtet, dass ihr Leben keinen Sinn mehr habe, dass
sie nur noch für ihre Kinder lebe, dass sie keine Hobbies und Interessen mehr habe,
dass sie an Existenzängsten leide, dass sie sich sozial zurückgezogen habe und dass
sie unter schweren Schlafstörungen leide.
B.b Auf eine interne Anfrage des Rechtsdienstes hin erklärte RAD-Psychiater Dr. D._
am 13. Dezember 2016 (IV-act. 161), es verwundere etwas, dass nun plötzlich das
Erbrechen aus Angst vor der Begutachtung für die Blutwerte verantwortlich sein solle.
Hinzu komme, dass die in der Zeit vor dem akuten Erbrechen eingenommenen
Medikamente Metaboliten (Abbauprodukte) hinterliessen, die gemessen werden
könnten. Topamirat werde sehr schnell resorbiert, weshalb bei einer genügend hohen
Dosis Metaboliten nachweisbar seien. Bei Escitalopram betrage die Halbwertszeit etwa
30 Stunden, d.h. selbst wenn die Beschwerdeführerin am Tag vor der Blutentnahme
erbrochen hätte, hätten dennoch Metaboliten und auch die Substanz selbst im Blut
deutlich nachweisbar sein müssen.
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. März 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 10). Zur Begründung hielt sie fest, Dr. D._ habe in der
Stellungnahme vom 13. Dezember 2016 eindeutig aufgezeigt, dass aus medizinischer
Sicht weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden könne. Das Gutachten entspreche
auch aus rechtlicher Sicht den Anforderungen der Rechtsprechung.
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B.d Das Gericht bewilligte am 6. März 2017 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 11).
B.e Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seiner Replik vom 4. Mai
2017 ergänzend geltend (act. G 15), dass die Beschwerdeführerin gemäss dem RAD-
Bericht vom 7. Januar 2015 bloss zu 60 % arbeitsfähig sei und dass die
Arbeitsfähigkeit nicht verbessert werden könne. Zudem hätten damals keine Hinweise
auf ein suboptimales Leistungsverhalten der Beschwerdeführerin, Inkonsistenzen oder
ein unklares syndromales Beschwerdebild bestanden. Ausserdem gehe aus dem
Bericht hervor, dass die psychosozialen Probleme, die die Beschwerdeführerin belastet
hätten, seit Herbst 2013 wieder im Lot gewesen seien. Weder die Beschwerdegegnerin
noch Dr. D._ hätten erklären können, weshalb keine saubere Anamnese erfolgt und
kein MRI durchgeführt worden sei. Des Weiteren enthalte das Gutachten keinen
Laborbericht, der Aufschluss über die Wirkstoffpegel und die entsprechenden
Metaboliten gebe. Im Übrigen belege der festgehaltene Medikamentenspiegel, dass die
Beschwerdeführerin die Medikamente eingenommen habe. Sodann sei erwiesen, dass
Psychopharmaka bei einem grossen Teil der depressiv Erkrankten keinen Einfluss auf
den Heilungsverlauf hätten. Gänzlich ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei die
Migräne geblieben, welche regelmässig zum völligen Ausfall jeglicher Arbeitsleistung
führe. Am 1. Juni 2017 brachte der Rechtsvertreter ergänzend vor (act. G 17), der
Zusammenhang zwischen dem Erbrechen und Angst sei keine neue Tatsache; bereits
der internistische Gutachter habe einen Zusammenhang des Erbrechens mit
psychischen Problemen vermutet. Med. pract. C._ hatte dem Rechtsvertreter am 30.
Mai 2017 berichtet (act. G 17.1.1), dass bei der Beschwerdeführerin unter der
Einnahme von Escitalopram klinisch vor allem weniger Stimmungsschwankungen in
depressiver Richtung aufgetreten seien. Eine regelmässige
Medikamentenspiegelkontrolle wäre überflüssig und zu teuer gewesen.
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 21).
B.g Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 17. Mai 2018 einen
Austrittsbericht der Klinik Gais vom 11. Mai 2018 ein (act. G 23). Der Klinikaufenthalt
hatte vom 28. Februar bis 12. April 2018 gedauert (act. G 23.1). Die Ärzte hatten die
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folgenden Diagnosen angegeben: Chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (F45.41), Migräne (Neurologie KSSG), Verdacht auf
Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerzen (Neurologie KSSG 12/2017), chronische
Schulterschmerzen, rezidivierende depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode
(F33.1), Low-dose Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndrom (F13.2) und Allergien. Beim
Eintritt hatte die Versicherte im Beck Depressionsinventar (BDI II) eine Punktzahl von 29
erreicht, was auf eine schwere Ausprägung der depressiven Symptomatik hinweist.
Beim Austritt hatte sie eine Punktzahl von 15 erreicht, was für eine leichte Ausprägung
der depressiven Symptomatik gesprochen hatte.
B.h Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 24).
Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 26.
September 2016 einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von
0 % verneint. Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
1.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eventualiter beantragt, es sei
festzustellen, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen,
insbesondere auf ein Arbeitstraining, habe. Der Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen ist am 2. September 2013 rechtskräftig abgewiesen
worden. Die angefochtene Verfügung hat sich daher gar nicht zum Anspruch auf
berufliche Eingliederungsmassnahmen äussern können. Mangels Streitgegenstand
kann auf das Eventualbegehren des¬halb nicht eingetreten werden.
2.
2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
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durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Die Parteien sind sich einig darüber, dass die Beschwerdeführerin als zu 100 % er-
werbstätig zu qualifizieren ist, d.h. dass der IV-Grad anhand eines reinen
Einkommensvergleichs zu ermitteln ist. Die Beschwerdeführerin hat im Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 5. Mai 2015 angegeben,
dass sie ohne Behinderung heute voll erwerbstätig wäre. Es gibt keinen Grund, an
dieser Angabe zu zweifeln. Einerseits ist die Beschwerdeführerin zuletzt, d.h. im Jahr
2011, zu 100 % als Küchenhilfe in einem Restaurant angestellt gewesen. Zum anderen
wäre die Familie in finanzieller Hinsicht auf ein volles Erwerbseinkommen der
Beschwerdeführerin angewiesen, da der Ehemann IV-Rentner ist. Die
Invaliditätsbemessung hat daher anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu
erfolgen.
3.
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3.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit sowie in einer optimal adaptierten
Tätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
3.2 Die Beschwerdeführerin hat gemäss eigenen Angaben in B._ eine Ausbildung
zur Landschaftsgärtnerin absolviert. Wegen Allergien hat sie aber nie auf diesem Beruf,
sondern als Maschinenoperateurin in einer Baumaterialfabrik, gearbeitet (Giessen von
Formen; IV-act. 24-3). In der Schweiz hat die Beschwerdeführerin verschiedene
Hilfsarbeiten ausgeübt: Sie ist als Mitarbeiterin in der Abpacklinie, als Pflegehelferin, als
Haushalthilfe, als Serviceangestellte und zuletzt als Küchenhilfe in einem Restaurant
tätig gewesen (IV-act. 34). Die Beschwerdeführerin wäre also ohne gesundheitliche
Beeinträchtigungen in der Lage, eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeit auszuüben.
3.3 Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob dem Gutachten der ZVMB voller
Beweiswert zukommt, d.h., ob es die Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt. Die Gutachter sind zum Schluss gekommen,
dass die geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen weder einen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Küchenhilfe noch auf die Arbeitsfähigkeit in
Verweistätigkeiten haben.
3.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
gutachterliche Beurteilung derjenigen des RAD vom 7. Januar 2015 widerspreche.
RAD-Psychiater Dr. D._ sei damals nämlich bloss von einer 60 %igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Dr. D._ hat im damaligen Bericht nur die Angaben des
behandelnden Psychiaters wiedergegeben: Dieser hatte der Beschwerdeführerin im
Bericht vom 14. November 2014 bei unveränderter Diagnose (rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Syndrom) noch eine
Arbeitsfähigkeit angestammt und adaptiert von 5 Stunden pro Tag attestiert. Später hat
Dr. D._ auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter der ZVMB abgestellt (siehe
Stellungnahme vom 11. Februar 2016). Der RAD-Arzt hat also eigentlich nie eine eigene
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgegeben; dies wäre ihm auch nicht möglich
gewesen, da er die Beschwerdeführerin selbst nie untersucht hat. Die Argumentation,
der RAD-Arzt habe die Arbeitsfähigkeit in seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2015
anders eingeschätzt als die Gutachter der ZVMB, ist daher nicht stichhaltig.
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3.5 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, das ZVMB-
Gutachten sei lückenhaft, da den Gutachtern kein Bericht des Hausarztes vorgelegen
habe. Die Beschwerdegegnerin hat tatsächlich nie einen Bericht beim Hausarzt der
Beschwerdeführerin eingeholt. Dies ist im vorliegenden Fall jedoch auch nicht
zwingend notwendig gewesen, da eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung im
Vordergrund gestanden hat. Vom behandelnden Psychiater liegen denn auch diverse
(Verlaufs-)Berichte bei den Akten. Hinzu kommt, dass der Hausarzt in dem vom
Rechtsvertreter im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 28. November
2016 nicht behauptet hat, über medizinische Erkenntnisse zu verfügen, die den
Gutachtern nicht bekannt gewesen wären. Die Tatsache, dass den Gutachtern kein
hausärztlicher Bericht vorgelegen hat, schmälert daher den Beweiswert des
Gutachtens der ZVMB nicht.
3.6 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in der Replik kritisiert, dass die
Gutachter der Migräne keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen hätten,
obwohl diese regelmässig zum völligen Ausfall jeglicher Arbeitsleistung führe. Das ist
von der Beschwerdeführerin allerdings auch nie geltend gemacht worden. Die beklagte
Migräne hat deshalb während des Verwaltungsverfahrens nicht im Vordergrund
gestanden. Die Beschwerdegegnerin hat daher auch keine Veranlassung gehabt, eine
neurologische Teilbegutachtung in Auftrag zu geben. Die Beschwerdeführerin hat
anlässlich der Begutachtung in somatischer Hinsicht denn auch hauptsächlich über
Probleme im Bereich des Rückens, der linken Hüfte und im Bereich der linken Schulter
geklagt (IV-act. 139-7/31). Dementsprechend sind die Migräne und die häufigen
Kopfschmerzen im Gutachten lediglich "am Rande" erwähnt worden. Den Gutachtern
ist aber bekannt gewesen, dass die Beschwerdeführerin zur Migräneprophylaxe von
einem behandelnden Arzt Topamax (Topiramat) verschrieben erhalten hat. Die
empfohlene Tagesdosis Topiramat zur Migräneprophylaxe beträgt 100 mg. Unter
Umständen kann bereits eine Tagesdosis von 50 mg für ein zufriedenstellendes
Behandlungsergebnis ausreichend sein (https://compendium.ch/ mpro/mnr/5560/html/
de, besucht am 9. November 2018). Die Beschwerdeführerin hat im Zeitpunkt der
Begutachtung 25 mg Topamax pro Tag eingenommen. Wäre die Therapie mit 25 mg
Topamax pro Tag nicht zufriedenstellend gewesen, hätten die Behandler entweder die
Dosis erhöht oder das Medikament abgesetzt. Die Gutachter sind daher zu Recht
davon ausgegangen, dass die Migräne im Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung
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erfolgreich behandelt gewesen ist und keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt
hat. Hinzu kommt, dass der Wirkstoff Topiramat bei der Messung des
Medikamentenspiegels im Rahmen der Begutachtung im Serum der
Beschwerdeführerin nicht hat detektiert werden können (IV-act. 139-26). Sollte die
Beschwerdeführerin, wovon die Gutachter ausgegangen sind, das Medikament
tatsächlich entgegen ihren Angaben nicht regelmässig eingenommen haben, so würde
dies für einen geringeren Leidensdruck sprechen, als von der Beschwerdeführerin
geltend gemacht worden ist. Gesamthaft betrachtet ist demnach nicht zu beanstanden,
dass die Gutachter der geltend gemachten Migräne keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen haben. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden,
dass sich die Situation bezüglich der Migräne zwischenzeitlich verschlechtert hat. Laut
dem Austrittsbericht der Klinik Gais vom 11. Mai 2018 hat die Beschwerdeführerin
diese nämlich (offenbar erstmals) im Dezember 2017 fachärztlich in der Klinik für
Neurologie des KSSG abklären lassen. Im vorliegenden Verfahren ist der
Gesundheitszustand bis und mit Verfügungserlass, d.h. bis 26. September 2016,
relevant. Da die Abklärungen betreffend die Migräne über ein Jahr später erfolgt sind,
ist davon auszugehen, dass eine allfällige Verschlechterung der Situation betreffend die
Migräne erst nach Verfügungserlass eingetreten und im vorliegenden Verfahren daher
nicht zu berücksichtigen ist.
3.7 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin hat bemängelt, der orthopädischen
Gutachterin scheine nicht bekannt zu sein, dass es am Bewegungsapparat neben den
Knochen auch Muskeln, Sehnen und Bänder gebe, die durchaus Schmerzen
verursachen könnten; zur Objektivierung pathologischer Veränderungen hätte es ein
MRI gebraucht. Die Gutachter sind in der Wahl der geeigneten Prüfmethoden frei. Das
Gutachten der ZVMB ist von RAD-Arzt Dr. D._ in medizinischer Hinsicht überprüft
worden und dieser hat keine Mängel hinsichtlich der Untersuchungsmethoden
festgestellt. Im Übrigen sind für die Frage, ob eine versicherte Person arbeitsunfähig
ist, nicht die bildgebenden Befunde, sondern die aus einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung resultierenden funktionellen Einschränkungen relevant. Die
bildgebenden Befunde sind lediglich geeignet, die bei einer klinischen Untersuchung
festgestellten funktionellen Einschränkungen zu plausibilisieren. Da die orthopädische
Gutachterin beim klinischen Untersuch keine funktionellen Beeinträchtigungen am
Bewegungsapparat festgestellt hat, welche die Arbeitsfähigkeit der
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Beschwerdeführerin wesentlich beeinträchtigen würden, ist ihre Wahl der bildgebenden
Untersuchungsmethoden (MRI der linken Hüfte, Röntgenaufnahmen der LWS, der
Schulter links und des Becken a.p.; IV-act. 139-10) nicht zu beanstanden.
3.8 Der Hausarzt hat weiter kritisiert, dass der internistische Gutachter keine
sorgfältige Anamnese erhoben habe: In der Systemanamnese seien weder die häufigen
Migräneanfälle noch das häufige Erbrechen oder Angaben über therapeutische
Massnahmen und den Gewichtsverlauf festgehalten worden. Entscheidend ist, dass
die Gutachter ihre Beurteilung in Kenntnis der geltend gemachten gesundheitlichen
Beschwerden und der vollständigen medizinischen Vorakten inkl. der Akten über die
durchgeführten therapeutischen Massnahmen abgegeben haben. Nichts deutet darauf
hin, dass die Gutachter keine vollständige Aktenkenntnis gehabt oder dass sie etwas
Entscheidendes übersehen hätten. Daher sind auch die vom Hausarzt geltend
gemachten Mängel am Gutachten nicht geeignet, die gutachterliche Beurteilung in
Zweifel zu ziehen.
3.9 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat moniert, dass der psychiatrische
Gutachter nicht genügend abgeklärt habe, ob Persönlichkeitsakzentuierungen oder gar
eine Persönlichkeitsstörung vorliege; namentlich fehlten diesbezügliche
Testuntersuchungen. Der behandelnde Psychiater med. pract. C._ hat kritisiert, dass
in der kurzen Zeit der gutachterlichen Exploration keine ausreichende Beurteilung einer
Persönlichkeitsstörung möglich gewesen sei. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass
der psychiatrische Gutachter bei der Beschwerdeführerin selbstunsichere, dependente
und altruistische Persönlichkeitszüge festgestellt hat (IV-act. 139-25). Signifikante
Persönlichkeitsprobleme hat er jedoch verneint, weshalb seine Schlussfolgerung, dass
die akzentuierten Persönlichkeitszüge keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten,
überzeugt. Die Gutachter der ZVMB haben sich mit dem Vorwurf des Rechtsvertreters
in ihrer Stellungnahme vom 30. August 2016 ausführlich auseinandergesetzt. Sie haben
insbesondere darauf hingewiesen, dass bisher von keinem der vorbehandelnden
Psychiater oder Institutionen eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei.
Weshalb der psychiatrische Gutachter − neben einem strukturierten, standardisierten
Interview − zusätzlich weitere Testuntersuchungen hinsichtlich des Vorliegens einer
Persönlichkeitsstörung hätte durchführen sollen, obwohl nicht einmal der langjährige
behandelnde Psychiater je einen Verdacht für das Vorliegen einer
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Persönlichkeitsstörung geäussert hat, ist nicht nachvollziehbar. Die Argumente des
Rechtsvertreters und des behandelnden Psychiaters gehen somit fehl.
3.10 Der Rechtsvertreter hat des Weiteren behauptet, dass der psychiatrische
Gutachter die von der Beschwerdeführerin glaubhaft geschilderten Defizite im Kurz-
und Langzeitgedächtnis sowie in der Merkfähigkeit ohne entsprechende
Untersuchungen verneint habe. Der psychiatrische Gutachter hat im
psychopathologischen Status dokumentiert, dass bei der klinischen Untersuchung
keine Hinweise auf relevante kognitive Defizite bestanden hätten (IV-act. 139-25,
153-3). Auch die Aussage der Gutachter in der Stellungnahme vom 30. August 2016,
dass gerade unter der Belastung einer psychiatrischen Begutachtung bedeutsame
kognitive Störungen aufgefallen wären, leuchtet ein. Hinzu kommt, dass nicht einmal
aus den Berichten des behandelnden Psychiaters kognitive Defizite hervorgehen. Die
Argumentation des Rechtsvertreters ist daher nicht stichhaltig.
3.11 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat sodann geltend gemacht, die
Schlussfolgerung der Gutachter, dass die Beschwerdeführerin die Medikamente
Escitalopram und Topiramat nicht regelmässig einnehme, zeige, dass die Gutachter
parteiisch zuungunsten der Beschwerdeführerin geurteilt hätten. Die Gutachter haben
Kenntnis davon gehabt, dass die Beschwerdeführerin unter häufigem Erbrechen leidet.
Trotzdem sind sie davon ausgegangen, dass die getesteten Medikamente im Blut
nachweisbar sein müssten. Dass die Beschwerdeführerin aus Angst vor der
Begutachtung fast täglich erbrochen habe, ist erst vorgebracht worden, als die
Ergebnisse der Blutspiegelmessung der Medikamente vorgelegen haben. Diese reine
Parteibehauptung ist durch nichts belegt. Zudem haben die Gutachter davon ausgehen
dürfen, dass die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin nur Medikamente
verschreiben, die eine Wirksamkeit entfalten. Med. pract. C._ hat in seinem Bericht
vom 30. Mai 2017 denn auch auf die positive Wirkung des Medikaments Escitalopram
hingewiesen (weniger Stimmungsschwankungen). Nach dem Gesagten kann den
Gutachtern aufgrund ihrer Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin habe die
verordneten Medikamente nicht oder nicht regelmässig eingenommen, keine
Parteilichkeit bzw. Befangenheit vorgeworfen werden.
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3.12 Der Rechtsvertreter hat schliesslich noch vorgebracht, die retrospektive
Beurteilung des psychiatrischen Gutachters beruhe auf unklaren Äusserungen, die
nicht nachvollziehbar seien und die im Widerspruch zur Schlussbeurteilung stünden. Es
könne nicht sein, dass trotz immer wieder auftretender depressiver Einbrüche eine volle
Arbeitsfähigkeit bestehe. Der psychiatrische Gutachter hat festgehalten, dass die
retrospektive versicherungspsychiatrische Bewertung erschwert sei bzw. dass die
Arbeitsfähigkeit rückblickend nicht mehr mit dem hinreichenden Grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmt werden könne. Die vom psychiatrischen
Gutachter geltend gemachten Probleme bei der retrospektiven
Arbeitsfähigkeitsschätzung sind auch angesichts der widersprüchlichen Beurteilungen
des behandelnden Psychiaters med. pract. C._ nachvollziehbar. Während dieser
zunächst von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode mit somatischem Syndrom und einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit gesprochen
hat (siehe z.B. IV-act. 48), hat er in späteren Berichten (siehe z.B. act. G 4.1.2),
namentlich ab Januar 2015, plötzlich und ohne Begründung des
Meinungsumschwungs angegeben, dass die Beschwerdeführerin bereits seit Januar
2008 an einer schwergradigen Depression leide und zu 100 % arbeitsunfähig sei. Hinzu
kommt, dass die Beurteilung von med. pract. C._ hauptsächlich auf den Angaben der
Beschwerdeführerin beruht. Dies zeigt sich beispielsweise im psychopathologischen
Befund vom 21. November 2016: "Die Patientin ist im Affekt schwergradig deprimiert
und weinerlich. Sie berichtet, dass ihr Leben keinen Sinn mehr habe, sie lebe nur noch
für ihre Kinder. [...]. Sie hat keine Hobbys, keine Interessen und keine Freude am
Leben. Sie leidet unter Existenzängsten, hat sich sozial zurückgezogen, [...]. Sie leidet
unter schweren Schlafstörungen, vor allem Ein- und Durchschlafstörungen, am Tage ist
sie müde und erschöpft [...]." Gerade in Fällen wie dem vorliegenden, in denen
Inkonsistenzen festgestellt worden sind, sind die subjektiven Angaben kritisch zu
hinterfragen, was med. pract. C._ nicht getan hat. Auf die Beurteilung von med.
pract. C._ kann somit weder für die Vergangenheit noch für die Zukunft abgestellt
werden. Für die Vergangenheit liegt demzufolge keine verlässliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Recht. Den Nachteil der Beweislosigkeit hat die
Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b). Der psychiatrische
Gutachter hat der Beschwerdeführerin daher für die Vergangenheit zu Recht keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert.
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3.13 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters überzeugt auch
für die Zukunft, d.h. ab dem Zeitpunkt der Begutachtung. Er ist davon ausgegangen,
dass die depressiven Einbrüche durch die psychosozialen Belastungsfaktoren
aufrechterhalten oder sogar bedingt würden. Er ist also nicht davon ausgegangen,
dass es sich um ein (inzwischen) verselbständigtes psychisches Leiden handle,
welches eine Invalidität zu begründen vermöchte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
29. April 2014, 8C_830/2013 E. 5.2.3; vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Entgegen der
Behauptung des Rechtsvertreters, wonach die psychosozialen Probleme, die die
Beschwerdeführerin belastet hätten, seit Herbst 2013 wieder im Lot seien, imponiert
der vorliegende Fall durch die ständigen Hinweise (von Seiten der Behandler, aber
auch von Seiten der Beschwerdeführerin) auf die ausgeprägten familiären Probleme,
namentlich die körperliche Gewalt des Ehemannes gegenüber der Beschwerdeführerin
und dem jüngsten Sohn, der psychischen Probleme des Ehemannes, der
Krebserkrankung des Ehemannes und der ADHS-Erkrankung des jüngsten Sohnes. Für
die gutachterliche Beurteilung, wonach es sich bei den depressiven Einbrüchen nicht
um ein verselbständigtes psychisches Leiden, sondern vielmehr um eine Reaktion auf
psychosoziale Belastungen handelt, spricht auch, dass sich die depressive
Symptomatik aus der Sicht der Beschwerdeführerin während des stationären
Aufenthalts in der Klinik Gais vom 28. Februar 2018 bis 12. April 2018 − bei welchem
nicht die depressive Symptomatik, sondern die Schmerzen im Vordergrund gestanden
haben − von anfänglich schwer auf leicht verbessert hat; die Distanz zur familiären
Situation scheint einen äusserst positiven Einfluss auf die Befindlichkeit der
Beschwerdeführerin gehabt zu haben. Entscheidend ist jedoch, dass die Diagnostik
und die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters angesichts der
geringen objektivierbaren psychopathologischen Befunde (IV-act. 139-24 f.)
überzeugen.
3.14 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände der behandelnden Ärzte
und des Rechtsvertreters gegen die interdisziplinäre Beurteilung der Gutachter der
ZVMB, wonach die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Küchenhilfe wie auch in
Verweistätigkeiten voll arbeitsfähig sei, keine Zweifel zu wecken vermögen. In
Übereinstimmung mit RAD-Arzt Dr. D._ kann auf das Gutachten der ZVMB abgestellt
werden. Da die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht
eingeschränkt ist, entsteht ihr durch ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine
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Erwerbseinbusse. Der IV-Grad beträgt folglich 0 %. Der Vollständigkeit halber ist
anzumerken, dass auch eine andere Qualifikation (z.B. als Teilerwerbstätige)
offensichtlich nicht zu einem anderen Rentenentscheid führen würde.
3.15 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr
in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daher zurückzuerstatten.
4.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote
eingereicht. In einem durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall wie dem vorliegenden
spricht das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen praxisgemäss eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der
Rechtsvertreter die Beschwerdeführerin bereits im Beschwerdeverfahren IV 2015/93,
welches aufgrund des Widerrufs der angefochtenen Rentenverfügung abgeschrieben
worden ist, vertreten hat und für seinen Vertretungsaufwand entschädigt worden ist.
Würde nun bei der Festlegung der Parteientschädigung für das vorliegende Verfahren
der gesamte Aufwand für das Aktenstudium berücksichtigt, würde der Rechtsvertreter
doppelt entschädigt werden. Vor diesem Hintergrund erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu
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kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Fr. 2'400.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).