Decision ID: 3a2a4d2f-0ad6-4ed5-8852-75014ae0c9d7
Year: 2009
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955, arbeitete zuletzt seit März 1988 als Hilfsarbeiter bei der
Y._
AG (Urk. 12/6/1 Ziff. 1, Ziff. 5). Am 14. Januar 2004 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 12/1/6 Ziff. 7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Aus
zug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 12/5), einen Arbeitgeberbe
richt (Urk. 12/6) sowie verschiedene Arztberichte (Urk. 12/7-8) ein. Ferner zog sie die Akten des Unfallversicherers (Urk. 12/4, Urk. 12/9-14, Urk. 12/23-25) bei.
1.2
Mit Verfügung vom 24. März 2006 (Urk. 12/47 = Urk. 12/49) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, ihm ab 1. Januar 2004 eine bis 31. Juli 2005 befristete ganze Rente zuzusprechen (Urk. 12/47/10). Nach durch
geführtem
Einspracheverfahren
(Urk. 12/48, Urk. 12/50-56) wies die IV-Stelle die vom Versicherten erhobene Einsprache mit
Einspracheentscheid
vom 18. Oktober 2006 (Urk. 12/57) ab.
1.3
Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 18. Oktober 2006 (Urk. 12/57) erho
bene Beschwerde des Versicherten vom 1. November 2006 (Urk. 12/58/3-7) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 8. Juni 2007 (Urk. 12/60) ab.
2.
2.1
Am 19. März 2008 meldete sich der Versiche
rte erneut bei der Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/61).
Die IV-Stelle holte wiederum einen IK-Auszug (Urk. 12/101) sowie verschiedene Arztberichte (Urk. 12/63, Urk. 12/65, Urk. 12/77/7-9, Urk. 12/82, Urk. 12/87) ein. Zudem zog sie erneut Akten des Unfallversicherers (Urk. 12/69, Urk. 12/78, Urk. 12/81, Urk. 12/91) bei. Des Weiteren veranlasste sie ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med.
Z._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welches am 28. Januar 2009 erstattet wurde (Urk. 12/90).
2.2
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/93-98) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 15. Juli 2009 (Urk. 12/103 = Urk. 2) bei einem Invaliditätsgrad von 100 % (Urk. 12/103/11) ab 1. März 2007 eine ganze Rente zu (Urk. 12/103/12).
3.
Gegen die Verfügung vom 15. Juli 2009 (Urk. 2) erhob der Versicherte mit Post
stempel vom 11. August 2009 Beschwerde (Urk. 1). Da diese den gesetzlichen Anforderungen nicht genügte, wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 17. August 2009 Frist angesetzt, um eine verbesserte Beschwerde einzureichen (Urk. 3). In der Folge reichte dieser am 27. August 2009 eine verbesserte Rechtsschrift ein und beantragte sinngemäss die Ausrichtung einer Kinderrente für seine Tochter (Urk. 5 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 2. November 2009 (Urk. 10-11) beantragte die IV-Stelle die Gutheissung der Beschwerde (Urk. 11 S. 2), worauf dem
dem
Versicherten am 11. November 2009 die Beschwerde
antwort zugestellt wurde (Urk. 13).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be-
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
Streitig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf die Ausrichtung einer Kinder
rente für seine Tochter
A._
hat. Unbestritten ist dagegen der An
spruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 15. Juli 2009 ab 1. März 2007 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (Urk. 2 letzte Seite). Entsprechend wurden ihm für die Zeit von März 2007 bis Mai 2009 Rentenleistungen nachgezahlt (Urk. 2 S. 1 f.). Dabei wurde jedoch keine Kin
derrente für die Tochter
A._
ausgerichtet. Diese befand sich allerdings vom 16. August 2004 bis 15. August 2007 in Ausbildung zur Medizinischen Praxis
assistentin (Urk. 6/1) und absolvierte danach
vom 1. Februar 2008 bis 31. Ja
nuar 2009 die Berufsmatura (Urk. 6/3).
3.2
Gemäss Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte, denen eine Invalidenrente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente.
Nach Art. 25 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen
versicherung (AHVG) dauert bei Kindern, die noch in Ausbildung sind, der An
spruch auf eine Waisenrente bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr.
3.3
Da sich die Tochter des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
ab 1. März 2007 noch bis zum 15. August 2007 in Ausbildung befand und da
nach vom 1. Februar 2008 bis 31. Januar 2009 die Berufsmatura absolvierte, wobei sie zu diesem Zeitpunkt das 25. Altersjahr noch nicht vollendet hatte, besteht während der entsprechenden Zeit in grundsätzlicher Hinsicht ein An
spruch des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer Kinderrente.
Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 2. November 2009 (Urk. 10), unter Einreichung der Stellungnahme der zuständigen Aus
gleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband vom 29. Oktober 2009 (Urk. 11), eingeräumt hatte, dass ein solcher Anspruch des Beschwerdeführers bestehe, liegen diesbezüglich heute übereinstimmende Anträge der Parteien vor. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die Sache an die Beschwerdegegne
rin zurückzuweisen, damit diese die Rente (inklusive Kinderrente) des Be
schwerdeführers für die Zeit vom 1. März bis 31. August 2007 sowie vom 1. Februar 2008 bis 31. Januar 2009 neu berechne.
4.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen Verwaltungs
gericht kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden ermessensweise auf Fr. 600.-- festgesetzt und der Beschwerdegegnerin als unterliegender Partei auferlegt.