Decision ID: fe7fe602-f3dc-4b6c-add2-0c7bb4f781ba
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
De
r
19
6
1 geborene
X._
, zuletzt als Hilfskoch tätig (Urk. 10/62),
verletz
t
e sich
im Jahr
e
2008 am rechten Knie sowie
am
linken Fuss, als ihm
am 4. Juli
ein Aluminiumfass auf
das Knie fiel
respektive er am 26. Ok
tober
auf einer nassen Treppenstufe ausrutschte und rückwärts zu Boden stürzte
(Urk. 10/22/12-18 S. 1 f.
,
S. 3
)
. A
m 3. März 2009
meldete
er
sich unter Hinweis auf starke Knie- und Fussschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 10/12).
Mit Verfügungen
vom 1. Juni 2010
(Urk. 10/43-44)
wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen An
spruch auf
eine
Umschulung sowie
eine
Invalidenrente ab.
1.2
Am 12. Januar 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinwei
s auf Beschwerden an beiden Knien
und
Beinen
,
den Fingern
der rechten Hand sowie auf
Nacken
schmerzen, Schwindelgefühle, einen hohen Blutdruck
und
psychische Beschwer
den erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 10/50).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und teilte dem Versicherte
n
am 13. April 2016 mit, dass aufgrund
seines
Gesundheitszustand
es
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 10/66). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Orthopädie) bei der
Z._
(Expertise vom 29. August 2016 [Urk. 10/82/1-
23]). Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2016 (Urk. 10/85) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versi
cherte Ein
wand (Urk. 10/87, Urk. 10/91,
Urk. 10/101)
erhob
und weitere Arztbe
richte (Urk. 10/
9
9-100
,
Urk. 10/102
)
einreichte
. Am 31. März 2017 äusserte sich die
Z._
zum Einwand
des Versicherten (Urk. 10/107). Mit V
erfügung vom 8. Mai 2017 (Urk. 10/111
)
verneinte die IV-Stelle unter Hinweis auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
einen
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
unter Beilage
des Berichts der
A._
vom 30. März 2017 (Urk. 3/14), des Schreibens der Klinik für Rheumato
logie am
B._
vom 2. Juni 2017 (Urk. 3/15) und des Berichts der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am
B._
vom 19. Juni 20
17 (Urk. 3/5)
am 23. Juni 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte,
es
sei
die Ver
fügung vom 8. Mai 2017 aufzuheben und ihm
eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen. Eventuell sei ein interdisziplinäres gerichtliches Obergutachten
anzu
ordnen
, subeventuell sei die
Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Ab
klärung und Neuverfügung zurückzuweisen (S. 2).
Am 29. Juni 2017
(
Urk.
6)
reichte der Beschwerdeführer den Bericht der
C._
vom 27. Juni 2017 (Urk. 7) ein, welcher der Beschwerdegegnerin am 3. Juli 2017 zur Ke
nntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. September 2017 (Urk. 9) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Be
schwerdeführer am 7. September 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je
dem
Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
abhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich
Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung (Urk. 10/111) damit, dass aus psychiatrischer Sicht keine Beeinträchtigung be
stehe
. I
n körperlicher Hinsicht
liege
in der bisherigen Tätigkeit als Hilfskoch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vor
,
in einer angepassten Tätigkeit
sei
der Beschwer
deführer zu 100 % arbeitsfähig
.
Aufgrund der Unterlagen sei ersichtlich, dass er die psychiatrischen Beschwerden vortäusche, weil er unter anderem die Empfeh
lungen des Therapeuten nicht umsetze, die verschriebenen Medikamente nicht einnehme, bei einem Test auffallend viele Fehler gemacht habe und seine Krank
heitsrolle im Hinblick auf die drohende Ausschaffung aus der Schweiz erhöht sei. Trotz schwerwiegender Ereignisse in seinem Leben sei der Beschwerdeführer bis zum Un
fallereignis immer einer Arbeit
stätigkeit nachgegang
en und habe offen
bar erst nach sein
er Erkrankung den Entschluss gefasst, nicht mehr arbeitsfähig zu sein (S. 2). Im Übrigen sei
en
bei dem bereits grosszügig bemessenen Leidensab
zug von 20 % sämtliche körperlichen Beeinträchtigungen und das
Alter berück
sichtigt worden;
fehlende Sprachkenntnisse und ein Aufenthaltstitel hätten
hin
gegen
keine
n
Krankheitswert (S. 3).
2.2
Demgegenüber
bestritt der Beschwerdeführer
(Urk. 1)
,
dass ihm eine leidensange
passte Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei (S. 1 Ziff. 5).
Das neurologische Teilgut
achten entspreche nicht den vom Bundesgericht gestellten Anforderungen an eine Expertise
(S. 3 f. Ziff. 6 ff.)
Im
Weiteren
lägen gegenteilige fachärztliche Beurtei
lungen vor, welche das
Z._
-Gutachten weiter entkräften würden und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher
Tätigkeit bescheinigten
.
Die von der Be
schwerdegegnerin erwähnte Vortäuschung der psychischen Beschwerden treffe nicht zu, was sich
unter anderem
aus dem Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Oberarzt an der Klinik für Psy
chiatrie und Psychotherapie am
B._
,
vom 29. November 2016 (vgl. Urk. 10/99)
ergebe (Urk. 1
S. 4
Ziff. 9
-10
)
. In neurologischer und psychologischer Hinsicht könne somit nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden, weshalb sich für den Fall, dass das Gericht den Einschätzungen der behandelnden Ärzte nicht fol
gen würde, die Einholung eines Gerichtsgutachtens aufdränge (S. 5 Ziff. 20).
Der Beschwerdeführer sei sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (S. 6 Ziff. 26).
Im Weiteren sei
am
30. März
2013 neu eine grosse paramedia
n
e Diskushernie L4/L5
rechts
diagnostiziert wor
den (vgl. Urk. 3/14) und der Beschwerdeführer habe im August 2017 einen wei
teren Untersuchungstermin bei einer rheumatologischen Fachärztin. Zudem habe auch der internistische Gutachter weitere diagnostische Abklärungen empfohlen (Urk. 1 S. 5 Ziff. 23). Im Übrigen erscheine es als ausgeschlossen, dass für den Beschwerdeführer eine Stelle auf dem primären Arbeitsmarkt gefunden werden könne, wesh
alb
die Restarbeitsfähigkeit nicht mehr
zu verwerten wäre. Schliess
lich sei
ihm
der maximale Leidensabzug von 25 % zu gewähren (S. 5
f.
Ziff.
24-25).
2.3
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit
Erlass
der anspruchsverneinenden Verfügung vom 1. Juni 2010 (Urk. 10/44) bis zum Zeitpunkt de
s
angefochtenen
Entscheids
vom 8. Mai 2017 (Urk. 10/111) in einem rentenbegründenden Ausmass verschlechtert hat. Die
Eintretensfrage
bildet nicht Streitgegenstand, da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 12. Ja
nuar 2016
(Urk. 10/50)
eingetreten ist.
3.
Die l
eistungsverneinende
Verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom 1. Juni 2010 (Urk. 10/44)
beruhte auf der Einschätzung
des Arztes d
es Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD),
Dr.
med.
E._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologi
e,
welcher gestützt auf die damalige medizinische
Aktenlage
von
rechtsseitigen
Kniegelenksschmerzen mit/bei Status nach vorderer Kreuzbandruptur
, Status nach Kniedistorsion rechts am 4. Juli 2008 mit/bei Menisku
s
läsion medial und Status nach Arthroskopie mit
Teilmeniskektomie
,
von
einer Distorsion des linken oberen Sprunggelenks am 26. Oktober 2008 sowie von rezidivierenden Lumbal
gien ausging und für die bisherige Tätigkeit als Hilfskoch eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit ab Juli 2008 respektive
ab Mitte April 2009
eine 100%ige Ar
beitsfä
higkeit für körperlich leichte bis mittelschwere optimal leidensangepasste Tätig
keiten (wechselbelastend,
ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, unter Vermeidung von Zwangshaltungen, ohne erhöhte Geh- und Stehbelastu
ng) at
testierte (
Urk.
10/39 S. 3
f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei
der angefochtenen
Verfügung vom 8. Mai 2017 (Urk. 10/111) im Wesentlichen auf die Einschätzung
en
ihres
RAD
vom 22. September 2016 (Urk. 10/84 S. 4 f.) und
10. April 2017
(
Urk. 10/110 S. 3), welcher seinerseits auf das
Z._
-Gutachten
vom 29. August 2016
(
Urk. 10/82/1-23
; inklusive
das
entsprechende
neurologische, internistische, or
thopädisch-
traumatologische
und psychiatrische
Teilgutachten
vom 26., 2
7.
und 29. Juli 2016 [
Urk. 10/82/24-59
]
)
sowie auf
die
ergänzende
n
Ausführungen
vom 31. März 2017 (Urk. 10/
107
)
abstellte
.
4
.2
4
.2.1
Im
Z._
-Gutachten
vom 29. August 2016 (Urk. 10/82/1-23)
wurden folgende Diagnosen
aufgeführt
(S. 12):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):
-
fortgeschrittene
Arthrose des rechten Kniegelenks
-
Arthrose des linken Kniegelenks mit aktuell bestehendem Kniegelenkser
guss
-
Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenks aufgrund eines
Im
pingement-Syndroms
b
ei
nachgewiesener Läsion der
Rotatorenmanschette
-
ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):
-
histrionisch
akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
-
differentialdiagnostisch:
histrionische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4)
-
arterielle Hypertonie
-
Übergewicht (BMI 27.77 kg/m2)
-
Hypästhesie und
Hypalgesie
im Bereich des rechten Armes und des rechten Beines, nicht am Körper, unklarer Ätiologie
,
differentialdiagnostisch funk
tionell
-
Hypästhesie und
Hypalgesie
im Bereich der Zehen IV und V links
,
unklarer Ätiologie
,
differentialdiagnostisch funktionell
-
wiederkehrende Schmerzen der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule ohne Funktionsdefizit
-
vom Beschwerdeführer angegebenes Taubheitsgefühl beider Beine ohne ob
jektivierendes organisches Korrelat
4
.2.2
Die Expertin Dr. med.
F._
, Fachärztin für Neurologie, wies in ihrem neurologi
schen Teilgutachten vom 26. Juli 2016 (Urk. 10/82/41-47) darauf hin, dass die neurologische Untersuchung
und
Anamnese
erhebung
sehr schwierig durchzufüh
ren
seien
, da der Beschwerdeführer vor allem an den unteren Extremitäten Schmerzen geltend mache, so dass die entsprechende Reflexprüfung unsicher res
pektive nicht möglich sei, der
Babinski
allerdings beidseits nega
tiv sei
und auch der
Lasègue
nicht vorgenommen werden könne. Aufgrund der Anamnese mit Taubheitsgefühl, welches durch Gehen ausgelöst werde, sei prinzipiell ein vasku
läres Geschehen in Erwägung zu ziehen, welches aber bei warmen Füssen nicht belegt werden könne. Im Zusammenhang mit den Rückenschmerzen sei eine
radikuläre
Schädigung zu diskutieren, insbesondere da ein Taubheitsgefühl an den Zehen IV und V links angegeben werde. Das Taubheitsgefühl könne einer Schä
digung bei S1 links entsprechen
, wobei dies nicht weiter belegt werden
könne, da sich der Beschwerdeführer wegen massivsten Schmerzen nicht weiter untersu
chen lasse. Eine gute Ausbildung der Muskulatur an beiden Beinen spreche jedoch gegen eine chronische Schädigung, auch gegen eine motorische Läsion. Die feh
lende
Analgetikaeinnahme
spreche ebenfalls gegen eine akute Situation. Die an
gegebene Hypästhesie und
Hypalgesie
a
n
rechte
m
Arm und Bein in Kombination mit einer Störung des Lage- und Vibrationssinns sei
en
als funktionell zu inter
pretieren, ein anatomisches Korrelat für diese Störung sei sicher nicht vorhanden. Der gelegentlich angegebene Schwindel sei unspezifisch und spreche nicht für eine periphere oder zentrale vestibuläre Schädigung, insbesondere sei auch der Fussvorfussgang wenigstens für kurze Zeit recht ordentlich. Auch eine in Erwä
gung gezogene Schädigung im Kleinhirn sei aus diesem Grund eher unwahr
scheinlich bei fehlender Ataxie. Von neurologischer Seite sei die Arbeitsfähigkeit voll erhalten und es
sei
auch in der Vergangenheit diesbezüglich nie eine Krank
schreibung erfolgt (S. 6).
4
.2.3
Der internistische Gutachter
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Me
dizin, hielt in seinem Teilgutachten vom 27. Juli 2016 (Urk. 10/82/35-40) fest, dass im Rahmen der Untersuchung keine Hinweise für
eine
Aggravation oder Simulation vorlägen (S. 3).
Dr.
G._
wies auf eine arterielle Hypertonie hin, wel
che im Rahmen seiner Untersuchung trotz Dreifachmedikation einen Blutdruck
wert zeige, welcher deutlich ausserhalb des Normbereichs liege. Diese Messung könne als vegetative Reaktion auf die Begutachtungssituation ausgelöst sein, er empfehle aber weitere diagnostische Massnahmen (Langzeitblutdruckmessung). Kardiopulmonale Dekompensationserscheinungen lägen nicht vor, weshalb aus rein internistischer Sicht für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfskoch eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe. Aufgrund der Untersuchung wie auch der Aktenlage lägen keine Hinweise dafür vor, dass die Arbeitsfähig
keit in der bisherigen
und in einer leidensangepassten Tätigkeit auf internistischem Gebiet jemals längerdauernd eingeschränkt gewesen sei (S. 5).
4
.2.4
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Gutachten vom 27. Juli 2016 (Ur
k. 10/82/4
8
-59) fest, dass
die Untersuchung des Beschwerdeführers sehr schwierig sei und die einzelnen Untersuchungsgänge mit sehr starken Schmer
zäusserungen und muskulärem Gegenspannen begleitet seien. Die Unter
su
chungsergebnisse seien deshalb nicht immer konsistent und zu objektivieren. Bei entsprechender Ablenkung gelinge die körperliche Untersuchung viel besser und auch die beiden Kniegelenke und das rechte Schultergelenk seien deutlich be
schwerdeärmer und in der Beweglichkeit verbessert. Insgesamt könnten Be
schwerden und Bewegungseinschränkungen des rechten Schultergelenks und der
beiden Kniegelenke durch entsprechende Aktendokumentation sowie klinische und bildgebende Untersuchungen objektiviert werden. Die übrigen vom Be
schwerdeführer auf orthopädisch-
traumatologischem
Fachgebiet vorgebrachten Beschwerden (beispielsweise wiederkehrende Schmerzen des gesamten Achsorga
nes) liessen sich im Rahmen der Begutachtung nicht objektivieren. Die Beweg
lichkeit der
Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule (LWS)
seien bei entsprechender Ablenkung frei möglich. Die paravertebrale Muskulatur zeige keine Auffälligkei
ten bei guter Muskelbalance in sämtlichen Abschnitten des Achsorganes. Ein Wurzelreizsyndrom finde sich nicht, die Wirbelsäule sei
insgesamt gut entfaltbar
(S. 10).
Der Gutachter wies weiter darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer im Unter
suchungszimmer ausserordentlich mühsam und unter starken Schmerzangaben, insbesondere betreffend das rechte Kniegelenk, bewege. Die Beschwerden würden vom Beschwerdeführer extrem demonstrativ vorgetragen und seien in einem sol
chen Ausmass nicht
nachvollziehbar
, auch wenn sicherlich Veränderung
en
des rechten Schultergelenks und beider Kniegelenke bestünden (S. 10).
Unter dem Titel Belastungsprofil führte
Dr.
H._
aus, der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich nur noch leichte Tätigkeiten auszuführen, wobei die Arbeiten im Sitzen mit der Möglichkeit von eigen gewählten Positionswechseln und in geschlossenen Räumen vorgenommen werden müssten. Tätigkeiten unter besonderem Zeitdruck (beispielsweise Akkord- oder Fliessbandarbeit), in Wech
selschichten, mit häufigem Bücken oder Knien, mit Zwangshaltungen, mit beson
dere
n
Anforderungen an die Gebrauchsfähigkeit der Hände und insbesondere des rechten Arms, auf Gerüsten oder Leiter
n
und unter Witterungs-, Kälte- oder Hit
zeeinwirkungen seien ausgeschlossen. Aufgrund dieser Einschränkungen sei die bisherige Tätigkeit als Hilfskoch nicht leidensgerecht, die Verrichtung
von
lei
densadaptierten Arbeiten sei jedoch vollschichtig abzuverlangen (S. 10 f.).
Im Weiteren hielt der Gutachter fest, dass die bereits im Jahre 2008 festgestellten Veränderungen des rechten Kniegelenks zu einer chronischen Instabilität und chronischen Schmerzen geführt hätten, welche eine überwiegend stehende und laufende Tätigkeit ausschliessen
würden
. Die vom Beschwerdeführer ausgeü
bte Tätigkeit als Hilfskoch sei
deshalb seit dem Jahr
e
2008 nicht mehr zumutbar
(S. 11).
Dr.
H._
wies schliesslich darauf hin, dass bezüglich der festgestellten Ein
schränkungen des rechten Schultergelenks und der beiden Kniegelenke keine
richtungsweisenden Verbesserungen zu erwarten seien, zumal der Beschwerde
führer
erwähnt
habe, dass er keine weiteren operativen Massn
ahmen durchführen lassen wolle
(S. 11).
4
.2.5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
in seinem psy
chiatrischen Teilgutachten vom 29. Juli 2016 (Urk. 10/82/24-34)
aus, dass die in der Trauma-Ambulanz des
B._
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Be
lastungsstörung (PTBS) nicht nachvollzogen werden könne. Ausser unspezifi
schen Ängsten und Albträumen habe der Beschwerdeführer keine spezifische Symptomatik geschildert.
Auch wenn
es spät einsetzende Verläufe bei einer PTBS gebe, stelle sich gleichwohl die Frage, warum die Symptomatik erst jetzt (und im Zusammenhang mit einer drohenden Ausschaffung) auftreten sollte. Es wäre eher überraschend, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 1998 und 1999 keine entsprechende Symptomatik aufgewiesen haben sollte, zumal die Haft sicherlich als Trigger angesehen werden könne. Zusätzlich
zum
insoweit unspezifischen Antwor
tverhalten stehe ein sehr
auffällige
s Ergebnis in einem Beschwerde-V
ali
dierungs
test
, welches den Verdacht auf das zielgerichtete Vortäuschen einer nicht vorhandenen Symptomatik lenke. Hierzu pass
e
die offensichtliche Nic
hteinnahme der Medikation
(S.
7
f. und S.
5
).
Der Beschwerdeführer habe denn auch einen ausgeprägten Grund dafür, an einer relevanten Erkrankung zu leiden, um bei
spielsweise nicht ausgeschafft zu werden (S.
10
und S. 8
).
Aus sachverständiger Sicht sei das Verhalten d
es Beschwerdeführers am ehesten
Ausdruck einer akzen
tuierten Persönlichkeit mit
histrionischen
Zügen, wobei differentialdiagnostisch an eine entsprechende Persönlichkeitsstörung zu denken sei.
Der Gutachter wies sodann darauf hin, dass bei Bereinigung der Symptomatik um denjenigen Teil, der durch das zielgerichtete Vortäuschen bedingt sei,
nur sehr geringe Anteile übrig
blieben, wobei sich diese nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten
(S.
8
). Der Beschwerdeführer imponiere
betreffend
seine
Persönlichkeit
höchst auffällig, wobei dessen Funktionsniveau bis zum Jahre 2008 hoch gewesen sei. Es sei ihm immer möglich gewesen zu arbeiten, bis er schliesslich aufgrund der körperlichen Problematik den Schluss gezogen habe, nicht mehr arbeiten zu können. Der Be
schwerdeführer habe viele schlimme Dinge erlebt, wobei sich diese bis vor einiger Zeit nicht negativ ausgewirkt hätten (S.
9
).
Als Quintessenz für die interdisziplinäre Beurteilung hielt der psychiatrische Gut
achter fest, der Beschwerdeführer präsentiere ein eher unspezifisches Beschwer
debild, welches sich mit den früher genannten Diagnosen nicht in Einklang brin
gen lasse.
Diese Einschätzung spiegle sich im durchgeführten Beschwerde-Vali
dierungstest und in der fehlenden Medikamenteneinnahme wider. Der Beschwer
deführer leide an einer mindestens akzentuierten Persönlichkeit, welche sich je
doch nicht auf seine Arbeitsfähigkeit auswirke. Die initiale Diagnose einer akuten Belastungsreaktion könne aus sachverständiger Sicht nachvollzogen werden. Diese sei im Jahre 2011 wiederholt worden, was schlüssig erscheine (S.
10
).
Der Gutachter wies schliesslich darauf hin, dass sich aus psychiatrischer Sicht weder aus den vorliegenden Akten noch aus der aktuellen Untersuchung Hin
weise für eine länger andauernde Arbeits
un
fähigkeit ergäben (S.
10
).
4
.3
Am 29. November 2016 nahm der behandelnde Psychiater des Beschwerdeführers
Dr.
D._
auf
Ersuchen
der Rechtsvertreterin Stellung zum
Z._
-Gutachten und hielt fest, dass der Zeitaufwand für das psychiatrische Teilgutachten bei netto maximal 45 Minuten gelegen habe, was in Anbetracht des komplexen
transkul
turellen
Kontents
nicht ausreichend sei.
Eine
Fremdanamnese
sei sodann
aus gut
achterlicher Sicht nicht f
ür notwendig erachtet worden
,
obwohl
eine solche sofort offensichtlich gemacht hätte, wie schwer der Beschwerdeführer in seinem Alltag beeinträchtigt sei.
Im Weiteren erstaune die gutachterliche Aussage, die Diagnose einer PTBS könne nicht nachvollzogen werden. Im Gutachten seien sehr sugges
tive Hinweise auf entsprechende Symptome
enthalten (deutliche Einengung auf traumatische Inhalte, mehrfache Erwähnung von Albträumen, Ängsten und Schlafstörungen, Zeigen von Fotos
von
im Bürgerkrieg verstorbener Menschen) und eine PTBS sei auch von vielen
Vorbehandlern
diagnostiziert worden, worauf im Gutachten nicht ausreichend eingegangen worden sei (Urk. 10/99 S. 1).
Dr.
D._
wies zudem darauf hin, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Anerkennung als Flüchtling nicht ausgeschafft werden könne und deshalb Zwei
fel am Realitätsgehalt der traumatischen Erlebni
sse
im Interesse einer Aufent
haltsbewilligung hinfällig seien.
Im Weiteren
sei unklar, wie sich die
gutach
t
erli
che
Diagnose
der
histrionischen
Persönlichkeitsstörung
ausreichend begründen lasse und auch die Einschätzung bezüglich des Schweregrads sei widersprüchlich. Die in der Expertise erwähnten Auffälligkeiten des Beschwerdeführers stünden zudem im Widerspruch zur gutachterlichen Einschätzung der angeblich nicht be
einträchtig
t
en Funktionalität des Beschwerdeführers.
Dr.
D._
hielt weiter fest, dass der Beschwerdeführer entgegen dem Gutachten nicht über ausreichend
e
Res
sourcen verfüge, sich den Anforderungen des Lebens zu stellen, was im Alltag zu beobachten sei.
Der Einsatz von Beschwerde-Validierungstests in IV-Verfahren sei sodann nicht unumstritten und solche Tests seien nur als eines unter vielen diagnostischen Elementen einzubeziehen (S. 2).
Dr.
D._
hielt zusammenfassend fest, dass das Gutachten Mängel aufweise, na
mentlich das fehlende inhaltliche Eingehen auf die
Vorakten
, die nicht ausrei
chend nachvollziehbare Begründung der gestellten Diagnose und die mangelnde
Auseinandersetzung mit der vielfach vordiagnostizierten
Tra
u
mafolgestörung
. Das Gutachten interpretiere die beobachteten Verhaltensauffälligkeiten unter An
nahme falscher Tatsachen (drohende Ausschaffung) als demonstrative Vortäu
schung, ohne dabei die Fokussierung des Beschwerdeführers auf ein somatogenes Krankheitsmodell und die transkulturellen Besonderheiten in Betra
cht zu ziehen. Zu klären bleibe
die
Frage nach dem nicht nachweisbaren
Medikamentenspiegel, was an sich aber nicht ausreiche, dem Beschwerdeführer ein psychisches Leiden von Krankheitswert abzusprechen (S. 3).
4
.4
In seiner Stellungnahme vom 31. März 2017 (Urk. 10/107)
betreffend die Vor
bringen von Dr.
D._
vom
29. November 2016
(
vgl. E.
4
.3
hievor
)
wies der psy
chiatrische Gutachter Dr.
I._
darauf hin, dass die Nichteinnahme der Medika
mente nur ein
en
Teil
darstelle
, der höchst auffällig gewesen sei.
D
er Beschwerde
führer
habe
bereits während der Exploration ein derart auffälliges Antwortver
halten gezeigt,
welches
sich durch ein definiertes psychiatrisches Krankheitsbild im Allgemeinen beziehungsweise eine PTBS im Speziellen nicht erklären lasse. Diese deutliche Auffälligkeit habe schliesslich zur Durchführung eines Be
schwerde
-Validierungsverfahrens geführt, bei welchem der Beschwerdeführer
das hoch auffällige
V
erhalten gezeigt habe, wobei das Antworten unterhal
b
der Ra
tewahrscheinlichkeit bei sämtlichen Beschwerde-Validierungstests einen deutli
chen Hinweis auf das Vortäuschen einer nicht vorhandenen Symptomatik
liefere
, weil damit faktisch belegt sei, dass er die richtigen Antworten kenne, allerdings aktiv falsche Antworten gebe.
Dr.
I._
hielt
ferner
fest, dass die Dauer der Ex
ploration
zur Erfassung der in Frage stehenden Problematik
als ausreichend an
gesehen worden sei
und dass das vom Beschwerdeführer gezeigte Gesamtbild die Erhebung einer Fremdanamnese nicht erforderlich gemacht habe.
Im Weiteren seien die
PTBS-
Symptome abgefragt
worden
und die wenigen spontanen Anga
ben, welche der Beschwerdeführer zu seiner psychiatrischen Symptomatik ge
macht habe, seien mit den entsprechenden diagnostischen Kriterien abgeglichen worden, wobei die Diagnose anhand dieser Angaben nicht
h
abe
verifiziert werden können
(Urk. 10/107 S. 2).
Der Beschwerdeführer habe gegenüber
Dr.
I._
so
dann selbst angegeben, dass er von der Ausschaffung bedroht sei.
Der Beschwer
deführer zeige
überdies
ein
histrionisches
Bild, welches ganz bewusst als akzen
tuierte Persönlichkeit gewertet worden sei
. Bei letzterer se
i es nicht erforderlich, die von
Dr.
D._
genannten Punkte in der angegebenen Anzahl zu erfüllen, vielmehr gehe es um die Tendenz. Im Weiteren müsse das A-Kriterium der PTBS bei einer Begutachtung im Vollbeweis vorliegen. Da der Beschwerdeführer auf sämtlichen Ebenen (psychiatrisches Explorationsgespräch, Beschwerdevalidie
rung und Medikamenteneinnahme) erhebliche Auffälligkeiten gezeigt habe, seien
Zweifel an der von ihm geschilderten Gesamtproblematik angebracht. Diese Auf
fällig
keiten
hätten auch
deutliche Zweifel daran hinterlassen
, dass der Beschwer
deführer derart beeinträchtigt sei, wie er es geschildert habe
und wie es sich in der Darstellung des behandelnden Arztes niederschlage
(S. 3).
5
.
5
.1
Das
Z._
-Gutachten vom 29. August 2016
(Urk. 18/82)
einschliesslich
dessen Ergänzung vom 31. März 2017 (Urk. 10/107)
entspricht den praxisgemässen An
forderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Be
lange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Es beruht sodann auf den notwendigen Untersuchungen in neurologischer, internistischer
,
orthopädisch-
traumatologischer
und psychiatrischer Fachrichtung. Die Gutachter berücksichtig
t
en detailliert die geklagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander (Urk. 10/82/24-34 S. 2 und S. 4
ff., Urk. 10/8
2/41-47 S. 1 f. und S. 4 ff.,
Urk. 10/82/
48-59 S. 2 f. und S. 5 ff.). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung äusserten und Bezug auf die medizinische
n
Vorakten
nahmen (Urk. 10/82/
1-23 S. 3-10,
S. 11
und S. 14
, Urk. 10/82/24-34 S. 2 f.
). Sie setzten sich insbesondere mit abweichenden Diagnosen in Arztberichten ausei
nander und würdigten diese in nachvollziehbarer Weise (Urk. 10/82/24-34 S. 7
f. und S. 10,
Urk. 10/82/35-40 S. 5,
Urk. 10/82/41-47 S. 6
, Urk. 10/107
). Schliess
lich leuchtet das Gutachten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerun
gen in der Expertise sind begründet.
In diesem Sinne ging die neurologische Gutachterin
schlüssig
von einer Hypäs
thesie und
Hypalgesie
des rechten Armes, des rechten Beines sowie der linken Zehen IV und V aus, welche keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben
(Urk. 10/82/41-47 S. 5
)
. In internistischer Hinsicht stellte Dr.
G._
nachvollzieh
bar fest, dass der Beschwerdeführer an einer arteriellen Hypertonie sowie an Übergewicht leidet,
denen
keine einschränkenden Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit zuko
mmen
(Urk. 10/82/35-40 S. 4)
. Der orthopädisch-
traumatologische
Gutachter beschrieb
einleuchtend
, dass eine fortgeschrittene Arthrose des rechten Kniegelenks, eine Arthrose des linken Kniegelenks sowie eine Bewegungsein
schränkung des rechten Schultergelenks vorliege
n
,
wobei der Beschwerdeführer in körperlich leichten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei
(Urk. 10/82/48
-59
S. 9 f.)
. Unter psychiatrischen Gesichtspunkten legte Dr.
I._
in nachvollziehba
rer Weise
dar, dass eine
histrionisch
akzentuierte Persönlichkeit
,
differentialdiag
nostisch
histrionische
Persönlichkeitsstörung
,
besteht, welche keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hat
(Urk. 10/82/24-34 S. 7)
. Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (
BGE 125 V 351 E. 3a
und BGE 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
5.2
5.2.
1
An dieser Beurteilung vermag der Bericht
von
Dr.
med.
J._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 1. Dezember 2016 (Urk. 10/100/
1)
nichts
zu
ändern.
Dr.
J._
hielt fest, dass sämtliche
von ihm
im Bericht
vom
26. Mai 2016
(Urk. 10/82/76-77)
genannten
Diagnosen einen direkten Einfluss
auf die Arbeits
fähigkeit hätten. Konkrete Angaben darüber, inwiefern die
Arbeit
sfähigkeit durch die Diagnosen beeinträchtigt ist, macht
e
der Arzt indessen nicht,
vielmehr wies er
dar
auf hin
, dass ihm die beruflichen Qualifikationen des Beschwerdeführers nicht bekannt seien (vgl. auch Urk. 10/107 S. 4).
In diesem Zusammenhang
ist daran zu e
rinnern, dass der Gutachter Dr.
H._
aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht
eine Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit verneinte und die Knie- und Schulterbeschwerden somit nicht ohne Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit blieben
(vgl. E.
4
.2.4).
5
.2
.2
Gleiches gilt mit Bezug auf das Schreiben der Hausärztin des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH, vom
8. Dezember 2016 (Urk. 10/102), welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher
Tätigkeit postulierte. Eine
entsprechende
Begründung fehlt und die H
ausärztin beschränkt
e
sich
auf die Nennung
von
fachfremden Diagnosen
(
PTBS
,
schwere A
rth
rose
beider Knie
und
der
rechten Schulter
)
sowie der bereits eingeleiteten respektive mögli
chen Behandlungen
. Im Übrigen
ist die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5
.
2.
3
Im
Bericht
der
A._
vom 30. März 2017 (Urk. 3/1
4
)
betref
fend eine
grosse paramediane Diskushernie L4/L5
rechts
sowie
mehrere
geringe multisegmentale degenerative LWS-Veränderunge
n
finden sich keine Angaben darüber
, inwiefern sich diese Befunde auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers auswirken.
5.2.4
Was
das Schreiben
des behandelnden Psychiaters Dr.
D._
vom
19. Juni 2017 (Urk. 3/5
, vgl. E. 4.3
hievor
)
angeht, gilt Folgendes: Insoweit sich
Dr.
D._
auf
seinen Bericht vom 29. November 2016 (Urk. 10/99) bezog (Urk. 3/5 S. 1), ist da
rauf hinzuweisen, dass die
Z._
-Gutachter dazu
bereits
am 31. März 2017 aus
drücklich Stellung nahmen (Urk.
10/107; vgl. E. 4.4
hievor
). Im Weiteren bel
ässt
es Dr.
D._
bei einem pauschalen Hinweis auf eine seit November
2016 einge
tretene
Zustandsverschlechterung
,
ohne indessen näher darzulegen, inwiefern sich die gesundheitliche Situation konkret verschlechtert hat. Ebenso wenig
ver
mögen
die
Ausführungen
betreffend die Umsetzung der Therapieempfehlungen
und die
Nichtei
nnahme von
Medikamenten
(
Urk. 3/5
S. 1 f.
)
an der gutachterli
chen Beurteilun
g
etwas
zu ändern, zumal gemäss
dem behandelnden Psychiater
ausser im Rahmen der Begutachtung keine Laboranalyse zwecks Überprüfung der Medikamenteneinnahme vorgenommen
wurde
.
Was
die
vo
n
Dr.
D._
erwähnte
Unmöglichkeit einer normalen Gesprächsführung seitens des Beschwerdeführers
sowie dessen Überforderung im Alltag
angeht
, ist
zu berücksichtigen,
dass k
einer der vier
Z._
-Gutachter über eine entspr
echende Unmöglichkeit berichtet
e
. Er
wähnt wurde lediglich eine Geschwätzigkeit (
Logorrhoe
) und eine
Unstrukturiert
heit
in den Erzählungen des Beschwerdeführers (Urk. 10/82/24-34 S. 5), wobei letzterer jedoch in der Lage war, auf entsprechende Fragen der Experten Auskunft zu geben und insbesondere über seine Beschwerden, seinen Tagesablauf, die Krankheitsentwicklung und die erfolgten Behandlungen zu berichten. Ebenso we
nig finden sich im Gutachten
Angabe
n, welche auf eine Üb
erforderung im Alltag hinw
ie
sen. Der Beschwerdeführer
fuhr
vielmehr
alleine
mit den öffentlichen Ver
kehrsmitteln zu den Begutachtungen (S. 4), nahm selbständig Arzt- und Physio
therapie
termine wahr, versorgte seine zwei Katzen, traf sich zum Essen mit Freun
den in der Migros, ging nach draussen und kaufte selbe
r ein (Urk. 10/82/35-40
S. 2,
Urk. 10/82/41-47 S. 2).
5.2.
5
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
C._
, wies in seinem Bericht vom 27. Juni 2017 (Urk. 7)
hin
sichtlich der
bereits
bei Erstellung des
Z._
-Gutachtens
(vgl. E. 4.2.1 und E. 4.2.4
hievor
)
vorliegenden
Kniebeschwerden auf eine deutliche Schwellung
des
r
echten Knies mit intraartikulär fassbarem
Erguss
sowie eine Indikation zur pro
thetischen Versorgung
hin (Urk. 7 S. 2).
Im Bericht finden sich indessen keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit,
weshalb der Beschwerdeführer
daraus
nichts zu seinen Gunsten ableiten kann
.
5.
3
Betreffend den Einwand des Beschwerdeführers, die neurologische Gutachterin
h
ab
e
aufgrund des im Rahmen
der
neurologischen Grunduntersuchung festge
stellten stark verminderten Vibrationssinns und der verminderten Sensibilität und Reflexe eine elektrophy
siologische Messung
zwingend
durchführen müssen
(Urk. 1 S. 3 Ziff. 7), ist
vorab
festzuh
alten, dass der Beschwerdeführer eine Un
tersuchung der unteren Extremitäten
unter Hinweis auf massivste Schmerzen nicht zugelassen hat
(Urk. 10/82/41-47 S.
4, S. 5
und
S.
6
).
Im Weiteren
oblag
der
Entscheid, welche
neurologischen
Zusatzuntersuchungen im Rahm
en der Be
gutachtung durchzuführ
en
waren
, der Expertin
, welche
zudem
vaskuläre und
radikuläre
Ursache
n
für die Empfindungsstörungen in nachvollziehbar
er Weise
ausschloss (S.
6).
Ins Leere geht ferner der Einwand, die
neurologische
Gutachterin sei ohne ent
sprechende Begründung von einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit ausgegangen (Urk. 1 S. 3 Ziff. 7
), nachdem
die Expertin
betreffend die
Empfindungsstörungen
an den Armen und Beinen eine vaskuläre,
radikuläre
respektive chronische Schä
digung sowie eine motorische Läsion einleuchtend verneinte und
die entspre
chenden Beschwerden als
funktionell und ohne anatomisc
hes Korrelat
interpre
tierte
. Im Weiteren
schloss die Expertin
bezüglich des vom Beschwerdeführer ge
klagten Schwindels eine periphere beziehungsweise zentrale vestibuläre Schädi
gung
sowie eine Schädigung im Kleinhirn
aus
(Urk. 10/82/41-47 S.
6)
.
Vor die
sem Hintergrund erübrig
t
en sich auch – wie vom Beschwerdeführer
gefordert
(Urk. 1 S. 3 Ziff. 7)
– Ausführungen zu möglichen Massnahmen.
Bezüglich des psychiatrischen Teilgutachtens machte der Beschwerdeführer gel
tend, dieses sei ohne Auseinandersetzung mit den geäusserten psychischen Be
schwerden erfolgt, da der Beschwerdeführer gemäss Experte immer wieder von seiner körperlichen anstatt seiner psychischen Problematik gesprochen habe,
so
dass
es die Aufgabe des Gutachte
r
s gewesen
wäre, den Beschwerdeführer detail
liert zu seiner psychischen Situation zu
befragen
(Urk. 1
S. 3 Ziff. 8). Dieses Ar
gument überzeugt
insofern
nicht,
als
der Gutachter den Beschwerdeführer mehr
mals aufforderte, seine psychiatrischen Beschwerden zu schildern, und der Be
schwerdeführer auf seelische Schmerzen,
Angst,
Schwierigkeiten beim Schlafen
respektive Albträume sowie auf
Störungen des Appetits und der sexuellen In
teressen
hinwies (Urk. 10/82/24-34 S. 2
, S. 6 und S. 7
).
Die
unspezifizierte
An
gabe von Ängsten und Albträumen thematisierte der Gutachter alsdann im Zu
sammenhang mit der Frage nach dem Vorliegen einer PTBS (S. 7).
Was die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend
die fachärztliche Beurtei
lung
der
Arbeitsfähigkeit
und einer
PTBS betrifft (Urk. 1 S. 4 Ziff. 1
0-11
), so ist eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
sowie das Vorliegen einer PTBS
von den
Z._
-G
utachte
r
n
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise ver
neint worden
(Urk. 10/82/24-34 S. 7 f.,
Urk. 7/107 S. 2
; vgl. auch E. 5.1
hievor
), wobei die
diesbezüglich
vom Beschwerdeführer genannten Arztberichte
(Urk. 3/6-9) von den
Experten
berücksichtigt worden sind (Urk. 10/82/1-23 S. 2 Ziff. 1, S. 7 Ziff. 29 und Ziff. 32, S. 9
Ziff.
40).
Bezüglich des Hinweises, wonach die (Rest-)
arbeitsfähigkeit
des Beschwerdefüh
rers nicht mehr zu verwerten
sei
, weil ihm eine normale Gesprächsführung auf
grund seiner kognitiven und emotionalen Beeinträchtigungen unmöglich sei
und sich deshalb eine Interaktion mit Mitarbeitenden und Vorgesetzen sehr schwierig gestalten würde
(Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 24
), ist daran zu erinnern, dass
die
Z._
-Gutachte
r
weder die Arbeitsfähigkeit einschränkende kognitive und emotionale Beeinträchtigungen noch eine Unfähigkeit, ein normales Gespräch zu führen, festgestellt haben (vgl. E.
4.2 und E. 5.2.5
hievor
).
6.
6.1
Der begutachtende Psychiater ist nach Prüfung der Standardindikatoren (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1) zum Ergebnis gelangt, dass der Beschwerdeführer sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist (Urk. 10/82/24-34 S. 8 ff.).
Der orthopädisch-
traumatologische
Gutachter hielt fest, dass sich der Beschwer
deführer im Untersuchungszimmer ausserordentlich mühsam und unter starken Schmerzangaben, insbesondere betreffend das rechte Kniegelenk, bewege. Bei entsprechender Ablenkung gelinge die körperliche Untersuchung viel besser und auch
die Kniegelenke sowie
das rechte Schultergelenk seien deutlich beschwer
deärmer und in der Bewegung verbessert. Die Beschwerden würden vom Be
schwerdeführer extrem demonstrativ vorgetragen und seien in einem solchen Ausmass nicht nachvollziehbar (Urk. 10/82/49-59 S. 10). Der psychiatrische Ex
perte wies auf das zielgerichtete Vortäuschen einer
nicht vorhandenen
Sympto
matik
hin
und hielt überdies fest, dass aufgrund des sehr auffälligen Antwortver
halten
s
in der Exploration ein Beschwerde-Validierungsverfahren durchgeführt worden sei, welches ein hoch auffälliges Antwortverhalten gezeigt habe, das fak
tisch belege, dass der Beschwerdeführer die richtigen Antworten kenne, aber aktiv falsche Antworten gebe (Urk. 10/82/24-34 S. 8, Urk. 10/107 S. 2).
6.2
Nach dem Gesagten bestehen aufgrund der Akten klare Hinweise auf eine erheb
liche Diskrepanz zwischen den geklagten Beschwerden und den erhobenen ob
jektiven Befunden. Hinzu k
ommt, dass die im Rahmen der Begutachtung ange
ordnete Laboranalyse zeigte, dass bezüglich sämtlicher vom Beschwerdeführer gegenüber den einzelnen Fachgutachtern als regelmässig eingenommen bez
eich
neten
Medikamente kein Wirkspiegel erreic
ht wurde (Urk. 10/82/24-34 S. 6,
Urk. 10/107 S. 2). Im Übrigen
bestand
beim Beschwerdeführer auch keine soziale
Isolation,
nahm
er doch am Vormittag Arzt- oder Physiotherapietermine wahr, tr
af
sich mit Freunden in der Migros zum Essen und g
ing
nachmittags nach draussen
und
zum
E
inkaufen
(Urk. 10/82/35-40 S. 2, Urk. 10/82/41-47 S. 2)
, was gegen eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen spricht
.
Vor diesem Hintergrund erübrigt sich die
detaillierte
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens betreffend das Vorliegen einer invalidisierenden psychischen Störung, zumal aus gutachterlicher Sicht eine solche verneint wurde.
6.3
Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten kör
perlichen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
In Anbetracht der beweiskräftigen medizinischen Grundlagen sind von weiteren Untersuchungen keine anderen
ent
scheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (
antizi
pierte
B
eweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
7
.
7
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellt
e
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
7
.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7
.
3
Die Beschwerdegegnerin stellte bei der
Ermittlung
des
Valideneinkommens
auf den Tabellenlohn für Gastronomiemitarbeiter
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
ab (Urk. 10/83 S. 1). Dies ist nicht zu beanstande
n,
da d
er Beschwerdeführer seit 1992 als Hilfskoch in verschiedenen Restaurants arbeitete (Urk. 10/62/1)
und
in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens
keiner (länger andauernden) be
ruflichen Tätigkeit mehr nachging
(Urk. 10/109).
Allerdings sind die LSE 2014
beizuziehen.
Gemäss den LSE
20
14
belief sich
der monatliche Bruttolohn
(40-Stunden-
Woche)
für
ungelernte
Mitarbeiter im Gastgewerbe auf Fr.
4
’
035
.-- (LSE Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen,
An
forderungs
niveau
des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor,
Kompetenz
niveau
1
, Männer
,
Ziff.
55
-56
)
. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von
42
.4
Stunden
(vgl. Tabelle T
03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Ziff.
56
)
und der Nominallohnentwicklung für Männer (vgl. Tabelle T 39, Entwicklung der Nomi
nallöhne der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2016; 20
14
: 22
20
; 20
16
: 2
239
) resultiert ein
Valideneinkommen
von Fr.
51
'
7
6
4
.
--.
7
.
4
Das Invalideneinkommen, welches ebenfalls gestützt auf die LSE 20
14
zu bestim
men ist, beträgt für das Jahr
20
16
im
Kompetenz
niveau
1
Fr. 6
7
'0
22
.-- (Fr.
5
'
312
.-- / 40 x 41.
7
x 12 / 22
20
x 2
2
3
9
)
. Selbst unter Berücksichtigung eines
(
im vorliegenden Fall nicht gerechtfertigten
)
maximalen
Leidensabzug
s
von 25 %
(vgl.
BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
), resultiert ein Invaliditätsgrad von
3
%
,
welcher unter dem anspruchsbegründenden Mini
mum von 40 % liegt (vgl. E. 1.3
hievor
).
Damit besteht kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Da
es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistun
gen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die
Gerichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
9
00.
-- festzulegen. Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen
.