Decision ID: 28c131d4-f478-4d50-96c9-f5a6ccacfdd5
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X lenkte am Freitag, 13. Mai 2011, um 22.55 Uhr seinen Personenwagen "BMW
520i" mit dem amtlichen Kennzeichen AR 000 in St. Gallen auf der Fürstenlandstrasse
in Richtung Stadtzentrum. Auf der Höhe "Liegenschaft Nr. 101" führte die Stadtpolizei
St. Gallen eine Verkehrskontrolle durch. Ein Polizist beobachtete dabei, wie X mit
einem Abstand von rund zwei Metern einem Bus der Verkehrsbetriebe St. Gallen im
Zickzack-Kurs hinterherfuhr und mehrfach das Fernlicht betätigte. X schätzte seine
Geschwindigkeit gegenüber der Polizei auf ca. 40 km/h. Mit Strafbefehl des
Untersuchungsamtes St. Gallen vom 20. Juni 2011 wurde X wegen einfacher
Verkehrsregelverletzung zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Das Strafurteil wurde
unangefochten rechtskräftig.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (im Folgenden: Strassenverkehrsamt)
eröffnete gegenüber X am 5. Juli 2011 ein Administrativmassnahmeverfahren, verbot
ihm vorsorglich das Führen von Motorfahrzeugen ab sofort und gab ihm Gelegenheit
zur Stellungnahme. Am 25. August 2011 beantragte er durch seinen Rechtsvertreter,
sein Führerausweis sei ihm lediglich für die Dauer eines Monats zu entziehen und
eventualiter sei er zur Teilnahme am Verkehrsunterricht zu verpflichten. Mit Verfügung
vom 30. August 2011 entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis auf
unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre. Einem allfälligen Rekurs wurde die
aufschiebende Wirkung entzogen.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom
13. September 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben, der Führerausweis für die Dauer eines Monats zu entziehen und
dem Rekurs die aufschiebende Wirkung wiederzuerteilen. Die Vorinstanz verzichtete
am 19. Oktober 2011 auf eine Vernehmlassung.
Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wurde mit Präsidialverfügung
vom 14. November 2011 abgewiesen.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 13. September 2011 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung von Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b
Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auffangtatbestand dar und liegt vor, wenn nicht alle
privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle qualifizierenden
Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II 138 E. 2.2.2 mit
weiteren Hinweisen). Der fehlbaren Person wird nach einer mittelschweren
Widerhandlung der Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei
Jahre, entzogen, wenn dieser in den vorangegangenen zehn Jahren der Ausweis
dreimal wegen mindestens mittelschweren Widerhandlungen entzogen wurde. Auf
diese Massnahme wird jedoch verzichtet, wenn die betroffene Person während
mindestens fünf Jahren nach Ablauf eines Ausweisentzugs keine Widerhandlung, für
die eine Administrativmassnahme ausgesprochen wurde, begangen hat (Art. 16b Abs.
2 lit. e SVG). Kraft gesetzlicher Vermutung wird unter diesen objektiven Gründen von
der fehlenden charakterlichen Eignung zum Lenken eines Fahrzeugs ausgegangen.
Den fehlbaren Lenker trifft im Ergebnis die identische Sanktion wie bei einem
Sicherungsentzug nach Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG, ohne dass das Fehlen der
charakterlichen Eignung überhaupt noch gutachterlich abgeklärt werden müsste (Urteil
des Bundesgerichts 6A.105/2002 vom 21. März 2003, E. 3.2.4).
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3.- Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 2
lit. e SVG wegen einer mittelschweren Widerhandlung auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre, entzogen. Sie ging von einem Abstand des vom
Rekurrenten gelenkten Personenwagens zum vorausfahrenden Bus von zwei bis drei
Metern und einer Geschwindigkeit von ca. 35 km/h aus. Der Rekurrent macht durch
seinen Rechtsvertreter geltend, die Angaben der Polizeibeamten bezüglich des
Abstandes von "rund 2 Metern" seien nicht rechtsgenüglich bewiesen, da diese die
Fahrzeuge nur aus einiger Entfernung frontal hätten beobachten können. Zudem seien
diese Angaben in Ziffer 2 des Strafbefehls vom 20. Juni 2011 nicht bestätigt und somit
für die Administrativmassnahmebehörde nicht verbindlich festgestellt worden. Gestützt
auf den Grundsatz "in dubio pro reo" sei von einem mehrfach grösseren Abstand
auszugehen. Entsprechend liege lediglich eine leichte Widerhandlung gemäss Art. 16a
SVG vor. Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen.
a) Gegenüber allen Strassenbenützern ist ausreichender Abstand zu wahren,
namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren
(Art. 34 Abs. 4 SVG). Die Regel zur Wahrung eines ausreichenden Abstands beim
Hintereinanderfahren ist von grundlegender Bedeutung und bezweckt, dass der
Fahrzeugführer auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs
rechtzeitig halten kann (vgl. Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11,
abgekürzt: VRV). Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinne von Art. 34 Abs.
4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter
anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der
beteiligten Fahrzeuge. Die Rechtsprechung hat deshalb keine allgemein gültigen
Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchen Abständen in jedem Fall, d.h. auch bei
günstigen Verhältnissen, eine leichte (Art. 16a SVG), mittelschwere (Art. 16b SVG) oder
schwere Widerhandlung (Art. 16c SVG) gegen die Strassenverkehrsvorschriften
anzunehmen ist. Zur Beurteilung, ob eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art.
90 Ziff. 1 SVG, welche administrativrechtlich die leichte und mittelschwere
Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG umfasst, erfüllt wurde, wird im Sinne von
Faustregeln für Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" (entsprechend 1,8
Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-Regel abgestellt. Diese Distanz entspricht
ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem, ordnungsgemässem Bremsen und
Anhalten des vorausfahrenden Fahrzeugs. Zur Beantwortung der Frage, ob eine grobe
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Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG, welche administrativrechtlich
einer schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG entspricht, begangen wurde, wird
als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" (entsprechend 0,6 Sekunden) herangezogen. Im
dichten Stadtverkehr und beim Anfahren nach Lichtsignalen kann nicht strikte auf die
"Zwei-Sekunden-" oder "halber Tacho"-Regel abgestellt werden, da der Verkehr
ansonsten zum Erliegen käme. Geringere Abstände rechtfertigen sich im dichten
Stadtverkehr aufgrund der reduzierten Geschwindigkeit und der erforderlichen
ständigen Bremsbereitschaft. Auf jeden Fall ist aber selbst bei guter Sicht und
trockener Fahrbahn mindestens ein Abstand von einer Sekunde einzuhalten. Lassen es
die Verkehrsverhältnisse zu, müssen auch im Stadtverkehr grössere Abstände verlangt
werden, da sich das Eingehen eines erhöhten Risikos durch nahes Auffahren von
vornherein nicht rechtfertigt, wo dies nicht verkehrsbedingt ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6B_1030/2010 vom 22. März 2011 E. 3.3).
b) Nach konstanter Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den
tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt
und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er
nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem
anderen Entscheid führt, wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den
feststehenden Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der Strafrichter bei der
Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat,
insbesondere die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat. Anders verhält
es sich bei der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts. Diesbezüglich ist die
Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht an den Strafentscheid gebunden, es sei denn,
die rechtliche Würdigung hänge sehr stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die
das Strafgericht besser kennt als die Verwaltungsbehörde, etwa wenn der
Beschuldigte im Strafverfahren persönlich einvernommen wurde, was im vorliegenden
Fall nicht zutrifft (vgl. BGE 124 II 103 E. 1c).
c) Im Strafverfahren wurde der Rekurrent mit Strafbefehl vom 20. Juni 2011 wegen
einfacher Verkehrsregelverletzung zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Aus dem
summarisch begründeten Strafbefehl geht hervor, dass der Strafrichter in tatsächlicher
Hinsicht davon ausging, dass der Rekurrent bei einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h
oder auch etwas weniger einen minimalen Abstand von rund zwei Metern zu einem Bus
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einhielt. Der Strafrichter legte dem Schuldspruch im Wesentlichen die Angaben des
Rekurrenten zur gefahrenen Geschwindigkeit und zum eingehaltenen Abstand zum
voranfahrenden Bus ("zwei bis drei Meter") zugrunde. Die Polizisten, welche eine
Verkehrskontrolle "mit Schwerpunkt Geschwindigkeit" durchführten, hatten die
Geschwindigkeit auf etwa 35 km/h und den Abstand zum Bus auf einen bis zwei Meter
geschätzt und bestätigten damit die Angaben des Rekurrenten. Bei der
Verkehrskontrolle befand sich ein Polizeibeamter auf der Fürstenlandstrasse, Höhe
Liegenschaft Nr. 101 (zwischen der Schubiger Haushalt AG und dem Kontrollplatz).
Dieser konnte somit den Abstand der beiden vorbeifahrenden Fahrzeuge mit seitlichem
Blickwinkel in verlässlicher Weise einschätzen. Es besteht kein Anlass, im
Administrativmassnahmeverfahren von den Aussagen des Rekurrenten im
Strafverfahren und den Beobachtungen der Stadtpolizisten abzuweichen. Somit ist die
Administrativmassnahmebehörde grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen
des Strafrichters gebunden. Im Übrigen hat der Beschuldigte die Verteidigungsrechte
sowie allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten bereits im Strafverfahren wahrzunehmen,
wenn er weiss oder annehmen muss, dass gegen ihn ein
Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt werden wird (Urteil des Bundesgerichts
6A.86/2006 vom 28. März 2007, E. 2). Der automobilistische Leumund des
Rekurrenten, welcher die vorerwähnte bundesgerichtliche Praxis kennt, ist arg getrübt;
zudem geht aus dem Strafbefehl ohne Weiteres hervor, welches Fehlverhalten ihm
vorgeworfen wird. Er konnte sich demnach nicht darauf verlassen, dass der Vorfall vom
13. Mai 2011 keine Administrativmassnahme zur Folge haben würde.
d) Bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h ist nach der im dichten Stadtverkehr
geltenden "1-Sekunden"-Regel, ein Mindestabstand von 11,1 Metern einzuhalten, bei
35 km/h sind es noch 9,7 Meter und bei 30 km/h 8,3 Meter. Diese Regel ist im
vorliegenden Fall jedoch nicht anwendbar. Insbesondere behauptet der Rekurrent
nicht, dass zur fraglichen Zeit (22.55 Uhr) dichter Verkehr geherrscht habe; abgesehen
davon wäre dies unüblich. In den Akten finden sich ebenfalls keine entsprechenden
Hinweise. Folglich hätte ein grösserer Abstand als nach der "1-Sekunden-Regel"
eingehalten werden müssen. Die Verkehrsverhältnisse hätten dies ohne Weiteres
zugelassen. Der Abstand des Personenwagens des Rekurrenten zum Bus von rund
zwei Metern war daher deutlich zu gering. Entgegen seiner Behauptung gegenüber der
Polizei, wonach er ohne Probleme hätte bremsen können und alles unter Kontrolle
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gehabt habe, hätte der Rekurrent sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Stillstand
bringen können, wenn der Bus tatsächlich unvermittelt hätte bremsen müssen; eine
Kollision wäre unvermeidlich gewesen. Diese Gefahr war umso grösser, als er wegen
des Busses vor ihm nach vorne keinen Überblick hatte und von einem plötzlichen
Bremsmanöver des Busses überrascht worden wäre. Angesichts des grossen
Gewichts- und Grössenunterschieds der beiden Fahrzeuge ist davon auszugehen,
dass im Falle einer Kollision und bei einer angemessenen Reaktion des Buschauffeurs
eine geringe Gefahr für die Insassen des Busses bestanden hätte, und zwar vor allem
für Fahrgäste, welche im Bus standen.
e) Im Weiteren ist die Qualifikation des Verschuldens zu prüfen. Das Verschulden wiegt
nicht mehr leicht, wenn sich jemand der Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen
Fahrweise bewusst ist oder durch eine mindestens mittelschwere Pflichtverletzung die
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nicht in Betracht zieht (vgl. dazu BGE 130 IV
32 E. 5.1; R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts,
Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2291 und 2306). Gemäss
Aussage des Rekurrenten anlässlich der polizeilichen Einvernahme folgte er dem Bus
von der Schubiger Haushalt AG bis zum Kontrollplatz auf der Höhe der Kreuzung
Fürstenland-/Ahornstrasse, was einer Strecke von ca. 350 Metern entspricht (Messung
in: www.geoportal.ch), mit einem sehr geringen Abstand von rund 2 Metern. Bei einer
Geschwindigkeit von 30 - 40 km/h dauerte diese Fahrweise demnach zwischen 42 und
32 Sekunden. Die Polizeibeamten konnten diesen geringen Abstand auf einer Strecke
von ca. 240 Metern (act. 9/6), was bei einer Geschwindigkeit von 30 - 40 km/h einer
Fahrzeit von 29 bis 22 Sekunden entspricht, feststellen. Zudem betätigte der Rekurrent
in provozierender Weise mehrfach das Fernlicht und fuhr im Zickzack-Kurs (vgl. act.
9/11 und 9/13). Angesichts der längeren Dauer dieser rücksichtslosen Fahrweise ist
davon auszugehen, dass der Rekurrent vorsätzlich – und nicht bloss fahrlässig –
handelte. Dass er der Meinung war, sein Fahrzeug bei einem Bremsen des Busses
ohne Probleme anhalten zu können, ist nicht nachvollziehbar. Das Verschulden wiegt
unter diesen Umständen nicht mehr leicht, sondern zumindest mittelschwer.
Dementsprechend fehlt es für die Annahme einer leichten Widerhandlung gemäss Art.
16a SVG am leichten Verschulden.
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4.- Die Vorinstanz ist damit zu Recht von einer mittelschweren Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen. Nach
einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis gemäss Art. 16b Abs. 2 lit.
e SVG für unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre, entzogen, wenn dem
Fahrzeugführer in den vorangegangenen zehn Jahren der Führerausweis dreimal
wegen mindestens einer mittelschweren Widerhandlung entzogen wurde und die letzte
Widerhandlung, für die eine Administrativmassnahme ausgesprochen wurde, weniger
als fünf Jahre nach Ablauf eines Ausweisentzugs begangen wurde (vgl. act. 9/55). Dies
trifft auf den Rekurrenten zu: Der Führerausweis war ihm in den vergangenen fünf
Jahren unter anderem vom 22. Mai bis 21. August 2006 für drei Monate (schwerer Fall,
Geschwindigkeitsüberschreitung), vom 27. März 2008 bis 26. März 2009 für zwölf
Monate (schwerer Fall, Geschwindigkeitsüberschreitung) und vom 4. Juli bis 3.
November 2010 für vier Monate (mittelschwerer Fall, Geschwindigkeitsüberschreitung)
entzogen. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Führerausweis
nach dem Ereignis vom 13. Mai 2011 auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei
Jahre, entzogen hat.
5.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während des
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
6.- Der Rekurs ist somit abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu
verrechnen.