Decision ID: 905e1857-d228-5f9b-9db1-19be22f801e8
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ursula Reger-Wyttenbach,
advokatur rechtsanker, Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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St.Galler Gerichte
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im November 2005 zum Bezug von Leistungen der IV
an (IV-act. 4). Ihr Leistungsgesuch wurde mit Urteil vom 28. Januar 2009 rechtskräftig
abgewiesen (IV-act. 63). Während eines Aufenthaltes in der psychiatrischen Klinik B._
meldete sich die Versicherte am 24. Juni 2011 erneut zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 64). Im Bericht der Klinik wurden die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und einer mittelgradigen depressiven
Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) angegeben. Weiter wurde
mitgeteilt, die Versicherte sei aufgrund einer Zustandsverschlechterung der bekannten
somatoformen Schmerzstörung und einer zusätzlichen depressiven Symptomatik in die
Klinik eingetreten (IV-act. 72-9). Nach einer Rückfrage bei der behandelnden
Psychiaterin, die eine episodische Verschlechterung der Stimmung (wie vorher
vorhanden) angab (IV-act. 74), kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit einem
Vorbescheid vom 10. Januar 2012 an, dass sie beabsichtige, das Rentengesuch bei
einem IV-Grad von 0% abzuweisen (IV-act. 82).
A.b Am 25. Januar 2012 liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin einwenden,
gemäss den Angaben der behandelnden Ärzte sei es zwischenzeitlich zu einer
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes gekommen. Daher sei ihr eine
Invalidenrente zuzusprechen (IV-act. 83). In Ergänzung ihres Einwandes machte die
Rechtsvertreterin am 15. März 2012 geltend, die behandelnde Psychiaterin habe eine
somatoforme Schmerzstörung und eine mittelgradig depressive Episode diagnostiziert
und die Versicherte als nicht mehr arbeitsfähig betrachtet. Das Vorliegen einer
mittelgradigen Depression begründe eine gesundheitliche Verschlechterung gegenüber
dem Zustand bei der erstmaligen Rentenanmeldung, was eine erhebliche und relevante
Veränderung darstelle (IV-act. 87).
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A.c Daraufhin wurde der Versicherten am 5. April 2012 mitgeteilt, es sei eine
polydisziplinäre medizinische Begutachtung notwendig (IV-act. 90). Die Versicherte
wurde am 18. und 20. Juni 2012 im asim (Academy of Swiss Insurance Medicine,
Universitätsspital Basel) begutachtet. Das Gutachten wurde am 19. November 2012
erstattet (IV-act. 105). Die psychiatrischen Gutachter hielten fest, aus rein
psychiatrischer Sicht sei die Versicherte aktuell – in einer den körperlichen
Beschwerden angepassten Tätigkeit – zu 40% arbeitsfähig (für ca. 3 Stunden pro Tag).
Dabei sollte es sich um eine Tätigkeit handeln, die keine besonderen Anforderungen an
die Konzentration, das Arbeitstempo und die kognitive Flexibilität stelle und in der kein
Zeitdruck bestehe. Aufgrund der gestellten Diagnosen
"Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit Schmerzausstrahlung ins linke
Bein (ICD-10: M54.06) [...]
Chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M50.8) [...]"
bestehe bei der Versicherten eine ausgeprägte Verminderung des
Leistungsvermögens, der Stresstoleranz, des Konzentrations- und des
Durchhaltevermögens (IV-act. 105-24). Der rheumatologische Gutachter hielt fest, für
körperlich leichte Tätigkeiten ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten
von mehr als 5-10 kg, ohne gehäuft über Kopf oder gebückt zu verrichtende
Tätigkeitsanteile, ohne besondere feinmotorische Anforderungen und ohne kniende
oder kauernde Tätigkeiten bestehe aus muskuloskelettärer Sicht keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 105-29). Die neurologischen Gutachter gaben an, für
schwere Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0% und für mittelschwere
Tätigkeiten eine solche von 50%. Dies lasse sich durch das chronische
Panvertebralsyndrom begründen. Für adaptierte, leichte, vorwiegend in sitzender
Position durchzuführende Tätigkeiten unter Vermeidung länger andauernder
Zwangshaltung bestehe aus rein neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100%
(IV-act. 105-33). Insgesamt und abschliessend hielten die asim-Gutachter fest, seit der
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Begutachtung im ABI (vom 28. Dezember 2006, vgl. IV-act. 27) sei eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes, insbesondere von psychiatrischer Seite,
im Sinne einer Chronifizierung eingetreten. Die Überwindbarkeit der somatoformen
Schmerzstörung sei aufgrund der erfüllten Foerster-Kriterien und der schlechten
persönlichen Ressourcen der Versicherten erheblich eingeschränkt. Die festgestellte
Restarbeitsfähigkeit könne ab dem Datum der neusten IV-Anmeldung (24.6.2011)
angenommen werden, da damals die behandelnde Psychiaterin nachvollziehbar von
einer Verschlechterung ausgegangen sei. Die Gutachter stimmten mit der Einschätzung
der behandelnden Psychiaterin überein, ausgenommen die Einschätzung einer vollen
Arbeitsunfähigkeit und die Beurteilung einer rezidivierenden Depression (da es zu
keinen eindeutigen Remissionen gekommen sei). Das Weiterführen der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung sei zu empfehlen, um die minimale Stabilisierung
aufrecht zu erhalten, auch wenn damit voraussichtlich keine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit einhergehen werde. Bei einer ausgeprägten Dekonditionierung und
einer eindrucksvollen subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung könnten
keine Reintegrationsmassnahmen empfohlen werden (IV-act. 105-39).
A.d Am 22. November 2012 hielt der RAD fest, dass auf das Gutachten abgestellt
werden könne (IV-act. 106). Der Rechtsdienst der IV-Stelle hielt am 29. November 2012
fest, rechtsprechungsgemäss stellten mittelgradige depressive Episoden keine von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens dar, die es der betroffenen
Person verunmöglichten, die Folgen der somatoformen Schmerzstörung zu
überwinden. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen seien im
Prinzip therapeutisch angehbar. Mit der diagnostizierten mittelgradigen depressiven
Episode liege keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität,
Ausprägung und Dauer vor. Die übrigen Kriterien seien nicht hinreichend gehäuft und
ausreichend erfüllt, um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu
bejahen. Insbesondere beschlage der soziale Rückzug nicht alle Lebensbereiche,
verfüge die Versicherte doch noch über intakte Beziehungen zu Ehemann, Kindern und
weiteren Personen. Der Schmerzproblematik liege zwar ein mehrjähriger chronifizierter
Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter Symptomatik zugrunde. Dieser Verlauf
sei indessen diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend. Schliesslich seien
die therapeutischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Daher sei das Kriterium des
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Scheiterns einer konsequent durchgeführten Behandlung nicht erfüllt. In rechtlicher
Hinsicht bestehe kein Raum für die Annahme einer psychisch bedingten Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 107-2).
A.e Gestützt auf diese Einschätzung erliess die IV-Stelle am 9. Januar 2013 einen
Vorbescheid, in dem sie ankündigte, sie werde das Rentenbegehren der Versicherten
bei einem IV-Grad von 0% abweisen (IV-act. 110).
A.f Die Rechtsvertreterin der Versicherten wandte am 13. Februar 2013 dagegen ein,
es treffe nicht zu, dass eine mittelgradige Depression neben einer somatoformen
Schmerzstörung keine Komorbidität zu begründen vermöge. Wenn – wie vorliegend –
die Depression eine eigenständige Krankheit sei, sei die Komorbidität zu der
somatoformen Schmerzstörung gegeben. Im Gutachten werde explizit gesagt, dass die
Foerster-Kriterien erfüllt seien. Gemäss den Aussagen der Gutachter seien die
therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft, so dass auch das Kriterium der
unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter
Behandlung zu bejahen sei. Zudem seien bei der rechtlichen Beurteilung die
körperlichen Begleiterkrankungen nicht berücksichtigt worden. Es sei erstellt, dass die
Foerster-Kriterien in gehäufter Form erfüllt seien. Die Interpretation durch den
Rechtsdienst gehe über ausgewiesene medizinische Tatsachen hinweg und stehe im
Widerspruch zu allen ärztlichen Beurteilungen, auch zu derjenigen des RAD-Arztes.
Daher sei der Versicherten eine ganze, eventualiter eine Dreiviertelsrente auszurichten
(IV-act. 111).
A.g Mit einer Verfügung vom 15. Februar 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch
der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie an, es handle sich bei der Frage nach
der zumutbaren Willensanstrengung, der Erheblichkeit der psychischen Komorbidität
und der Intensität der weiteren Kriterien um eine Rechtsfrage, die ausserhalb des
Kompetenzbereiches des Arztes liege. Daher könnten sich Konstellationen ergeben,
bei denen von einer anderen als der im Gutachten festgehaltenen Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei, ohne dass damit Einschränkungen am Beweiswert des Gutachtens
bestünden. Das chronische lumbo- und zervikovertebrale Schmerzsyndrom könne
nicht als erhebliche körperliche Begleiterkrankung gelten, da es dasjenige Leiden sei,
welches die anhaltende Schmerzstörung aufrecht erhalte. Ausserdem bestehe aus
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somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit, was ebenfalls gegen die Erfüllung dieses
Kriteriums spreche (IV-act. 112).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. Februar 2013 richtete sich die Beschwerde vom
19. März 2013, worin die Beschwerdeführerin beantragen liess, es sei ihr eine ganze,
eventualiter eine Dreiviertelsrente auszurichten; subeventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, zusätzliche Abklärungen durchzuführen (act. G 1).
Zur Begründung der Beschwerde führte die Rechtsvertreterin an, gestützt auf die
gesamte Sachlage sei der Beschwerdeführerin von den Gutachtern in ihrer
angestammten Tätigkeit als Zimmermädchen eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden. Für eine angepasste Tätigkeit sei ihr aufgrund der psychiatrischen
Diagnosen eine Arbeitsfähigkeit von 40% (3 Std. pro Tag) attestiert worden. Diese
Restarbeitsfähigkeit bestehe seit Juni 2011. Einschränkend sei bei einer adaptierten
Tätigkeit zu berücksichtigen, dass sie keine besonderen Anforderungen an
Konzentration, Arbeitstempo, kognitive Flexibilität und Arbeitsdruck stelle. Die
Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung sei aufgrund der erfüllten
Foerster-Kriterien und aufgrund der schlechten persönlichen Ressourcen erheblich
eingeschränkt. In Würdigung der vorliegenden medizinischen Akten sei davon
auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin eine gesundheitliche Verschlechterung
eingetreten sei. Die mittelgradige Depression müsse als unabhängig von der bereits
früher diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung und damit als eigenständige
Erkrankung bewertet werden. Der mittelgradigen Depression komme auch eine
erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer zu, wodurch sie eine
psychische Komorbidität begründe. Es liege daher eine psychische Komorbidität vor,
welche die Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung verhindere. Daneben
sei nicht berücksichtigt worden, dass die Beschwerdeführerin unter chronischen
körperlichen Erkrankungen (chronisches lumbovertebrales und zervikovertebrales
Schmerzsyndrom) leide, welche für die angestammte Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit verursachten. Von allen Ärzten sei ein mehrjähriger, chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter progredienter Symptomatik ohne längerdauernde
Rückbildung festgestellt worden. Auch sei wiederholt festgestellt worden, dass
vielfältige Therapien stationär wie ambulant keinen Erfolg gehabt hätten. Das
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Erfordernis des Scheiterns einer konsequent durchgeführten Behandlung trotz
kooperativer Haltung der versicherten Person müsse als erfüllt gelten. Auch von einem
sozialen Rückzug sei gemäss der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin
auszugehen. Die massgebenden Kriterien müssten deshalb als erfüllt gelten und die
Willensanstrengung zur Überwindung der Schmerzstörung sei der Beschwerdeführerin
schon alleine deshalb (ohne Berücksichtigung der gegebenen psychischen
Komorbidität) nicht zumutbar. Die Beschwerdeführerin sei 5_ Jahre alt. In der
Rechtsprechung werde das Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, als
Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen
Gegebenheiten dazu führe, dass die einer versicherten Person verbliebene
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischer Weise nicht
mehr nachgefragt werde und dass deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar sei. Die Beschwerdeführerin hätte
eine ganz andere als die bisher ausgeübte Arbeit auszuführen, was einen erheblichen
Einarbeitungsaufwand nach sich zöge. Angesichts der minimalen Ausbildung, der
fehlenden Berufserfahrung sowie fehlender spezieller Begabungen oder Fertigkeiten
könne nicht erwartet werden, dass die Beschwerdeführerin die verbleibende
Arbeitsfähigkeit verwerten könne. Fehle es an einer wirtschaftlich verwertbaren
Resterwerbsfähigkeit, liege eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründe. Der Beschwerdeführerin sei daher
ab Juni 2011 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Werde die
Invaliditätsbemessung gestützt auf die attestierte zumutbare Arbeitsfähigkeit von 40%
durchgeführt, sei beim Invalideneinkommen ein Abzug vorzunehmen. Im Gutachten sei
nämlich klar gesagt worden, dass auch für die als zumutbar erachteten 3 Stunden pro
Tag einschränkend zu berücksichtigen sei, dass keine besonderen Anforderungen an
Konzentration, Arbeitstempo, kognitive Flexibilität und Zeitdruck gestellt werden
dürften. Weiter sei das Alter der Versicherten zu berücksichtigen. Unter diesen
Umständen sei ein Abzug von 25% angebracht. Der basierend auf den Angaben der
Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich ergebe aufgerundet einen
IV-Grad von 70% und damit einen Anspruch auf eine ganze Rente. Bei einem Abzug
von 20% resultiere ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Der Beginn des
Rentenanspruchs sei gemäss dem asim-Gutachten auf den Zeitpunkt der Anmeldung
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festzulegen. In diesem Zeitpunkt habe die geltend gemachte Verschlechterung schon
bereits während mindestens drei Monaten bestanden.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte
sie an, somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche aetiologisch-pathogenetisch
unerklärliche syndromale Leidenszustände vermöchten in der Regel keine lang
dauernde, zu einer Invalidität (im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG) führende Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Rechtsprechungsgemäss stelle eine mittelgradige
depressive Episode keine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsschadens dar, welche es der betroffenen Person verunmöglichte, die
Folgen der Schmerzstörung zu überwinden. Leichte bis höchstens mittelschwere
psychische Störungen depressiver Natur würden grundsätzlich auch als therapeutisch
angehbar gelten. Im Licht dieser Rechtsprechung stelle die im asim-Gutachten
zusätzlich zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode keine psychische Komorbidität von erheblicher
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer dar. Die invalidisierende Wirkung müsste
sich daher aus den weiteren diesbezüglich relevanten Kriterien ergeben. Entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin liege aber keine erhebliche körperliche
Begleiterkrankung vor. Weder das chronische lumbovertebrale noch das chronische
zervikovertebrale Schmerzsyndrom könne als erhebliche körperliche Begleiterkrankung
gelten, da dies diejenigen Leiden seien, welche die anhaltende Schmerzstörung
aufrecht erhielten. Zudem fehle es an einem somatischen Korrelat für das syndromale
Leiden. Weiter sei angesichts der Feststellungen im asim-Gutachten davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin intakte Beziehungen zu Ehemann, Kindern
und weiteren Personen pflege, weshalb ein sozialer Rückzug in allen Belangen des
Lebens auszuschliessen sei. Ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht ersichtlich. Der
Schmerzproblematik liege zwar ein mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf mit
weitgehend unveränderter Symptomatik zugrunde. Dieser Verlauf sei indessen
diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend. Das Kriterium des Scheiterns
einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung sei
angesichts der laufenden psychiatrischen Behandlung nicht als erfüllt anzusehen, wenn
berücksichtigt werde, dass solche psychischen Störungen grundsätzlich therapeutisch
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angehbar seien. Unter diesen Umständen gebe es keine hinreichenden Gründe, dem
syndromalen psychischen Leiden ausnahmsweise invalidisierende Wirkung
beizumessen. Hinzu komme, dass auch die im Gutachten erwähnte ausgeprägte
Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten
gegen das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens spreche. Damit sei
eine anspruchserhebliche Veränderung des psychischen Leidens seit dem Erlass der
Verfügung vom 20. August 2007 zu verneinen. In rechtlicher Hinsicht sei von einer
vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für angepasste Tätigkeiten auszugehen.
Auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestünden durchaus
Möglichkeiten, eine ihrer Gesundheit angepasste Stelle zu finden. Einerseits würden
Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt und andererseits unterlägen
die der Beschwerdeführerin zumutbaren Tätigkeiten nicht so vielen Einschränkungen,
dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre.
B.c In ihrer Replik vom 24. Juni 2013 führte die Rechtsvertreterin an, die Komorbidität
sei zu bejahen, da die neu diagnostizierte Depression eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes und eine eigenständige Krankheit darstelle. Die grundsätzliche
Annahme der therapeutischen Angehbarkeit sei hier durch die tatsächlichen
Therapieversuche nicht bestätigt worden. Die Depression habe eine erhebliche
gesundheitliche Verschlechterung verursacht, die sich aufgrund der Therapieresistenz
als besonders schwer und dauernd erwiesen habe. Somit komme der somatoformen
Schmerzstörung Krankheitswert zu. Bei den Foerster-Kriterien sei das Erfordernis einer
körperlichen Begleiterkrankung gegeben. Die zu Beginn gestellten Befunde
(chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei schweren Osteochondrosen L4/
L5 und L5/S1; chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom, deutliche
Osteochondrose C5/C6 mit Bandscheibenprotrusion) seien in der Zwischenzeit weiter
fortgeschritten. Weiter liege ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung vor.
Zudem müsse das Scheitern einer konsequent durchgeführten Behandlung trotz
kooperativer Haltung der Beschwerdeführerin bejaht werden. Aus den diversen
ärztlichen Beurteilungen ergebe sich klar, dass die Beschwerdeführerin sich diversen
Therapieversuchen unterzogen habe, ohne dass ein Erfolg eingetreten wäre. Die
weiterhin regelmässig stattfindende Psychotherapie habe Stützungscharakter.
Schliesslich müsse anhand der Angaben der behandelnden Psychiaterin und der Klinik
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B._ von einem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens ausgegangen werden.
Da die Mehrheit der Erfordernisse zur Anerkennung des Krankheitswertes einer
somatoformen Schmerzstörung in ausgeprägter Weise erfüllt sei, sei gestützt auf das
asim-Gutachten von einer erheblichen Einschränkung in der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. In Bezug auf die Invalidität sei
nochmals explizit darauf hinzuweisen, dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin unrealistisch erscheine (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 4. Juli 2013 an ihren Anträgen fest und
verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]), das heisst der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach ärztlicher Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
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mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde – und
allenfalls später das Gericht – auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende
Unterlagen angewiesen. Aufgabe der Ärzte ist es denn auch, den Gesundheitszustand
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4 mit weiteren
Hinweisen). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und
Gericht weder über die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch
sind die ärztlichen Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer
sozialversicherungsrechtlichen Tragweite zu übernehmen. Die rechtsanwendende
Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und
soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, welche vom
sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus, unbeachtlich sind (BGE
130 V 356, . 2.2.5).
1.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung können psychische
Beeinträchtigungen der Gesundheit in gleicher Weise wie körperliche
Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG
bewirken (BGE 139 V 562, E. 7.1.4, Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007,
I 290/06, E. 4.2.1). Ein geistiger oder psychischer Gesundheitsschaden liegt dann vor,
wenn aufgrund eines Geburtsgebrechens, eines Unfalles oder einer Krankheit eine
bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der mentalen, intellektuellen,
kognitiven oder emotionalen Funktionen besteht, die durch therapeutische
Massnahmen nicht ausreichend behoben werden kann und die Arbeitsfähigkeit
langdauernd vermindert oder die Arbeitstätigkeit verunmöglicht (Kreisschreiben über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Rz. 1007). Zur Annahme
einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, welches schlüssig
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von einem Facharzt festgestellt wird und nachweislich die Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni
2012, 9C_537/2011, E. 3.2). Das klinische Beschwerdebild darf nicht einzig in
Beeinträchtigungen bestehen, die von den belastenden soziokulturellen und
psychosozialen Faktoren herrühren, sondern es hat davon unterscheidbare Befunde zu
umfassen, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinn oder einen damit
vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Damit überhaupt von Invalidität
gesprochen werden kann, muss eine von soziokulturellen oder psychosozialen
Belastungssituationen zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte
psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliegen
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2011, 8C_302/2011, E. 2.5.1).
2.
2.1 Die asim-Gutachter haben eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin festgestellt. Im Gegensatz zu den ABI-Gutachtern haben sie neu
eine affektive Störung diagnostiziert. Die im asim-Gutachten aufgeführten Diagnosen
und die dort beschriebene grundsätzliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
sind von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten worden. Diese hat sich aber auf den
Standpunkt gestellt, dass die neu diagnostizierte mittelgradige depressive Episode
keine psychische Komorbidität zur (vorbestehenden) somatoformen Schmerzstörung
bilde. Aus diesem Grund hat sie den psychischen Beschwerden der
Beschwerdeführerin jegliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abgesprochen.
Bereits im ABI-Gutachten vom 10. Januar 2007, das die Grundlage der Verfügung vom
20. August 2007 gebildet hatte, war die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung festgehalten worden. Im damaligen Zeitpunkt waren die Gutachter
aber noch davon ausgegangen, dass die somatoforme Schmerzstörung keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe. Eine weitere psychiatrische
Diagnose war damals nicht gestellt worden (vgl. IV-act. 27-18). Im asim-Gutachten vom
19. November 2012 haben die Gutachter erneut die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung gestellt, wobei sie nun aber davon ausgegangen sind,
dass die somatoforme Schmerzstörung einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Zusätzlich haben die asim-Gutachter eine mittelgradige depressive Episode
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diagnostiziert, die ebenfalls einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (vgl. IV-
act. 105-34). Die Gutachter haben festgehalten, dass sowohl rheumatologisch als auch
neurologisch ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit einer residuellen
leichten radikulären, sensomotorischen Reiz- und Ausfallsymptomatik L5 links und
einer diskreten Grosszehenheberparese links habe festgestellt werden können, was zu
den subjektiv geschilderten Beschwerden passe. Der seit Jahren bestehende quälende
Schmerz könne aber durch ein morphologisches Korrelat nicht ausreichend erklärt
werden. Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe aus rein somatischer Sicht eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht hingegen sei die
Beschwerdeführerin in einer den körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeit nur
zu 40% (3 Std. pro Tag) arbeitsfähig. Bei einer adaptierten Tätigkeit sollte es sich um
eine Tätigkeit handeln, die keine besonderen Anforderungen an die Konzentration, das
Arbeitstempo und die kognitive Flexibilität stelle und bei der kein Zeitdruck bestehe.
Somit ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in der Lage ist, bei einer zumutbaren
Willensanstrengung trotz der als Folge der somatoformen Schmerzstörung subjektiv
empfundenen Schmerzen und trotz der Symptome der mittelgradigen Depression –
entsprechend der Auffassung des Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin – zu 100%
einer adaptierten Erwerbstätigkeit nachzugehen oder ob ihr, der Auffassung der
Gutachter und des RAD-Arztes gemäss, die Ausübung einer adaptierten
Erwerbstätigkeit auch bei einer zumutbaren Willensanstrengung nur noch zu 40%
möglich ist.
2.2 Die psychiatrischen Gutachter haben die Beschwerdeführerin als zweitweise
gereizt, jammernd und klagend wahrgenommen. Die Stimmung sei depressiv
heruntergestimmt gewesen. Mimik, Gestik und Schwingungsfähigkeit seien reduziert
gewesen. Die Beschwerdeführerin habe in der Exploration über kontinuierliche
Kopfschmerzen sowie über Schmerzen im gesamten Bereich des Rückens geklagt.
Weiter habe sie diffuse Ängste, einen verminderten Antrieb, einen erhöhten Appetit,
Ein- und Durchschlafstörungen, Grübeln, Reizbarkeit, eine psychomotorische Unruhe,
Libidoverlust und einen sozialen Rückzug angegeben. Auch suizidale Gedanken (ohne
akute Suizidalität) seien aufgetreten. In der Zusammenschau der Befunde sei bei der
Beschwerdeführerin von einer Persönlichkeit auszugehen, die über Jahrzehnte trotz
Rückenbeschwerden und intermittierend vorhandenen Kopfschmerzen ohne längeren
Arbeitsausfall einer belastenden, stressreichen Arbeit nachgegangen sei. Der relativ
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akute Eingriff im Jahr 2004 habe zunächst die schwere körperliche Tätigkeit als
Zimmermädchen verhindert. Aufgrund ihrer eher einfachen Persönlichkeitsstruktur sei
es der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen, durch Coping-Strategien eine
Stabilisierung zu erreichen, so dass sie wenigstens leichtere Tätigkeiten hätte ausüben
können. Dies habe zu einem ausgeprägten dysfunktionalen Verhalten geführt, das eine
schwere Chronifizierung und eine affektive Störung bewirkt habe. Daher hätten auch
die bisherigen Therapien keine suffiziente Besserung gebracht. Die der
Beschwerdeführerin von den ABI-Gutachtern noch zugemutete 100%ige
Arbeitsfähigkeit habe wahrscheinlich aus der damals fehlenden affektiven Störung
resultiert. Zwischenzeitlich seien fünf Jahre vergangen, was zu einer weiteren
Chronifizierung und Verschlechterung des Gesamtbildes beigetragen habe. Aufgrund
der gestellten Diagnosen bestehe bei der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte
Verminderung des Leistungsvermögens, der Stresstoleranz, des
Konzentrationsvermögens und des Durchhaltevermögens. Eine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit sei aufgrund des bisherigen Verlaufs eher unwahrscheinlich. Bei der
Beschwerdeführerin besteht folglich ein erhebliches psychisches Leiden. Die asim-
Gutachter haben festgehalten, dass sie keine Hinweise für eine Aggravation, eine
Simulation oder eine Dissimulation hätten eruieren können. Weiter haben die Gutachter
die psychosozialen Faktoren aufgezeigt und anschliessend ihre Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit unter Ausklammerung dieser Faktoren vorgenommen. Somit ist davon
auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin eine bleibende Beeinträchtigung der
kognitiven und emotionalen Funktionen besteht, welche durch therapeutische
Massnahmen nicht ausreichend behoben werden kann und die Arbeitsfähigkeit
anhaltend vermindert. Das langandauernde depressive Leiden hebt sich von einem
vorübergehenden Verstimmungszustand ab, es ist langanhaltend und therapeutisch
offenbar nicht angehbar (dient doch die psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung nur noch der Aufrechterhaltung der minimalen Stabilisierung). Bei der
mittelgradigen depressiven Episode handelt es sich also mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit um eine krankheitswertige psychische Störung, die als Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität und Dauer massgebend dazu beiträgt, dass es der
Beschwerdeführerin auch bei einer zumutbaren Willensanstrengung nicht möglich ist,
die aus den (erlittenen, aber nicht durch eine somatisches Substrat zu erklärenden)
Schmerzen resultierende subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung vollständig zu
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überwinden. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass auch die übrigen Foerster-
Kriterien mit ausreichender Intensität und Konstanz erfüllt sind, so dass die
somatoforme Schmerzstörung in einem wesentlichen Umfang die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin herabsetzt. Die Gutachter haben nämlich ausgeführt, es könne
bereits von einem jahrelangen Verlauf inklusive einer chronischen körperlichen
Begleiterkrankung ausgegangen werden. Während dieses mehrjährigen
Krankheitsverlaufs sei es zu keiner längerfristigen Remission, sondern zu einer
progredienten Verschlechterung gekommen. Die bisherigen Behandlungsansätze
hätten nicht den gewünschten Erfolg im Sinne einer Verbesserung des Zustandsbildes
gehabt und auch eine erneute stationäre Behandlung werde nicht zu einer Erhöhung
der Arbeitsfähigkeit führen. Es liege ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr
angehbarer innerseelischer Verlauf mit einem zuletzt unbefriedigenden
Behandlungsergebnis trotz diverser Behandlungsbemühungen bei einer ausreichenden
Motivation und Eigenanstrengung der Beschwerdeführerin vor. Das Kriterium des
sozialen Rückzugs sei zumindest teilweise erfüllt, denn der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin sich mit ihrem Ehemann verstehe und dass sie hin und wieder
Besuch von ihren Kindern (samt Enkelkindern) erhalte, schliesse einen sozialen
Rückzug nicht aus. Die Beschwerdeführerin hat denn auch angegeben, die Kinder
seien junge Leute, die ihr eigenes Leben hätten. Sie habe zwar Kontakt zu "Kollegen"
aus C._ und D._, sie sei aber nicht gerne mit vielen Leuten zusammen. Wenn sie
zusammen mit ihrem Ehemann jemanden treffe, könne sie aufgrund ihrer
Kopfschmerzen meist nicht viel sagen. Die Foerster-Kriterien sind folglich in einem
hinreichenden Ausmass erfüllt. Die psychiatrischen Gutachter haben genau und
ausführlich dargelegt, wieso es der Beschwerdeführerin nicht möglich ist, die
somatoforme Schmerzstörung – d.h. die subjektiv vorhandenen und nur teilweise
somatisch erklärbaren Schmerzen – willentlich zu überwinden. Sie haben die
Beschwerdeführerin als einfach strukturiert, mit limitierten Ressourcen, teilweise
unmotiviert und resigniert wirkend, wahrgenommen. Es ist nachvollziehbar, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer einfachen Persönlichkeitsstruktur nicht in der Lage
ist, mit ihren Schmerzen adäquat umzugehen und eine Stabilisierung zu erreichen.
Aufgrund der schweren Chronifizierung der affektiven Störung und ihren beschränkten
Ressourcen ist es der Beschwerdeführerin – aus objektiver Sicht – nicht möglich, ihre
Beschwerden mit einer zumutbaren Willensanstrengung vollständig zu überwinden.
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2.3 Die mittelgradige depressive Episode, an der die Beschwerdeführerin leidet, wirkt
sich nicht nur als Komorbidität negativ auf die der Beschwerdeführerin zur Verfügung
stehende Willensenergie zur Überwindung der durch die anhaltende somatoforme
Schmerzstörung bewirkten Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung aus. Die Symptome dieser
mittelgradigen depressiven Episode, also die ausgeprägte Verminderung des
Leistungsvermögens, der Stresstoleranz, des Konzentrationsvermögens und des
Durchhaltevermögens, wirken sich auch direkt auf die Arbeitsfähigkeit aus und
verstärken damit die bereits durch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung
verursachte Arbeitsunfähigkeit erheblich. Diese Symptome sind erfahrungsgemäss,
anders als die subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung als Folge der empfundenen,
somatisch nicht erklärbaren Schmerzen, durch eine Willensanstrengung nicht zu
beeinflussen. Vielmehr treten die Symptome der mittelgradigen depressiven Episode
auch bei voller Willensanstrengung immer wieder auf und beeinträchtigen die
Arbeitsfähigkeit. Berücksichtigt man neben den Auswirkungen der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit auch diese negativen Faktoren,
so steht, der Auffassung der asim-Gutachter und des RAD-Arztes folgend, mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Beschwerdeführerin in einer somatisch und psychisch adaptierten Erwerbstätigkeit nur
noch zu 40% (drei Stunden täglich) arbeitsfähig ist.
2.4 Somit durfte sich die Beschwerdegegnerin – und kann vorliegend das Gericht sich
– nicht einfach über die medizinischen Tatsachenfeststellungen und die gutachterliche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hinwegsetzen (vgl. dazu
auch BGE 130 V 352, E. 2.2.3 und E. 2.2.5). Wenn erfahrene Gutachter lege artis
begutachten und unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben auf eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit schliessen, ist dem zu folgen, sofern die Beschwerdegegnerin nicht
konkrete, fallgebundene Gesichtspunkte zu nennen vermag, die im Rahmen der
Folgenabschätzung ein im Vergleich zum medizinisch-psychiatrischen
Sachverständigen abweichende Ermessenausübung gebieten (vgl. etwa die Urteile des
Bundesgerichts 9C_522/2014, E. 2.4.2, 9C_369/2014, E. 5, 9C_358/2014, E. 5).
Vorliegend sind keine derartigen Gesichtspunkte, die gegen die Beweiskraft der
gutachterlichen Einschätzungen sprechen würden, vorgebracht worden. Im asim-
Gutachten sind die streitigen Belange umfassend beurteilt worden; das Gutachten
beruht auf allseitigen eigenen Untersuchungen durch die Gutachter und ist unter
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Würdigung der Vorakten ergangen und die Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation leuchten ein. Damit
genügt das Gutachten auch diesen durch die Rechtsprechung aufgestellten
Anforderungen (vgl. etwa BGE 122 V 160). Die von der Beschwerdegegnerin verlangte
Abweichung von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 40% ist nicht
zulässig.
3.
3.1 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die
Beschwerdeführerin sei im Verfügungszeitpunkt bereits 5_ Jahre alt gewesen sei,
weshalb ihr nicht zugemutet werden könne, die ihr theoretisch verbliebene
Restarbeitsfähigkeit von 40% bzw. drei Stunden täglich auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu verwerten. Es trifft zu, dass das Alter – obgleich ein an sich
invaliditätsfremder Faktor – in einem konkreten Einzelfall zu berücksichtigen ist, wenn
es im Zusammenwirken mit anderen Nachteilen dazu führt, dass es für die betreffende
Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen geeigneten Arbeitsplatz mehr
gibt. Im vorliegenden Fall ist die Beschwerdeführerin aber im Verfügungszeitpunkt erst
5_ Jahre alt gewesen. Bis zur Pensionierung verblieben ihr also noch _ Jahre. Zudem
sind keine anderen wesentlichen Faktoren ersichtlich, die es der Beschwerdeführerin
verunmöglichten, ihre Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Neben der Beschränkung auf drei
Arbeitsstunden pro Tag, auf leichte, adaptierte, vorwiegend sitzend auszuübende
Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen und auf Tätigkeiten ohne besonderen
Anforderungen an die Konzentration, das Arbeitstempo und die kognitive Flexibilität
und ohne Zeitdruck bestehen keine Einschränkungen, die eine Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit offensichtlich ausschliessen würden. Die Beschwerdeführerin
benötigt, da sie keinen Beruf erlernt hat, allerdings einen Nischenarbeitsplatz. Der
allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt weist praxisgemäss auch für
Hilfsarbeiterinnen eine ausreichende Zahl solcher Nischenarbeitsplätze auf.
3.2 Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist anhand eines
Einkommensvergleichs zu ermitteln. In der Regel wird für die Bestimmung des
Valideneinkommens auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, da eine Vermutung
dafür besteht, dass dieses Einkommen der erwerblichen Leistungsfähigkeit der
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versicherten Person entspricht. Die Beschwerdeführerin hat zuletzt – wohl
branchenbedingt – einen deutlich unterdurchschnittlichen Verdienst erzielt. Nichts
deutet darauf hin, dass der Grund dafür nicht in einem arbeitsmarktlichen Zwang oder
in anderen äusseren, von der Beschwerdeführerin nicht zu beeinflussenden
Umständen, sondern in einer unterdurchschnittlichen validen Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin zu suchen wäre. Daraus folgt, dass der frühere deutlich
unterdurchschnittliche Lohn nicht der tatsächlichen validen Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin entsprochen hat. Zudem ist die Beschwerdeführerin seit 2004
nicht mehr arbeitstätig gewesen. Auf diesen Lohn kann daher nicht abgestellt werden.
Vielmehr müsste an sich sowohl zur Bestimmung des Validen- als auch zur
Bestimmung des Invalideneinkommens auf den massgebenden statistischen
Durchschnittslohn laut der vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abgestellt werden. Da
allerdings ein und derselbe Durchschnittslohn (LSE, Zentralwert Frauen, Niveau 4)
massgebend ist, erübrigt sich ein Einkommensvergleich und es kann ein sogenannter
Prozentvergleich durchgeführt werden (vgl. etwa BGE 114 V 312 E. 3a). Der
Invaliditätsgrad entspricht in solchen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
zusätzlicher Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. etwa die
Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 552/04 E. 3.4 vom 8. Juni 2005
und I 479/03 E. 3.1 vom 19. November 2003). Für die Höhe des Abzuges vom
Tabellenlohn ist vorliegend zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin als in ihrer
Gesundheit eingeschränkte Arbeitnehmerin mit weit überdurchschnittlichen indirekten
Wettbewerbsnachteilen zu rechnen hat: Feinmotorische Tätigkeiten kommen nicht in
Frage, das Leistungs-/Konzentrations- und Durchhaltevermögen und auch die
Stresstoleranz sind stark vermindert und der Arbeitsfähigkeits- bzw.
Beschäftigungsgrad ist mit drei Stunden pro Tag sehr niedrig. Weiter ist die
Beschwerdeführerin, auch an einem Nischenarbeitsplatz, auf grosses Verständnis und
auf eine besondere Rücksicht seitens der Vorgesetzten und der Mitarbeiter
angewiesen. Zudem besteht bei ihr im Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern mit
demselben Beschäftigungsgrad von 40% die Gefahr überdurchschnittlicher
Krankheitsabsenzen. All diese Nachteile stellen auch bei einem Nischenarbeitsplatz aus
der Sicht eines betriebswirtschaftlich handelnden potentiellen Arbeitgebers indirekte
Lohnkosten dar, die von der Beschwerdeführerin mit einem erheblich unter dem
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Durchschnittseinkommen liegenden Lohn kompensiert werden müssten, damit eine
Chance auf eine Anstellung bestünde. Die Beschwerdeführerin ist also bei weitem nicht
in der Lage, mit ihrem Arbeitsfähigkeitsgrad von 40% einen Lohn zu erzielen, der 40%
des durchschnittlichen Hilfsarbeiterinneneinkommens entspricht. Nur mit einem Abzug
von 20% ist diesem Konkurrenznachteil der Beschwerdeführerin ausreichend
Rechnung getragen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 40% und einem Abzug von 20%
resultiert ein IV-Grad von 68%. Damit hat die Versicherte Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin hat sich am 24. Juni 2011 zum Bezug von Leistungen
angemeldet. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG hat frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten, also am 1. Dezember 2011 ein Rentenanspruch entstehen können. Gemäss
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind. Die asim-Gutachter sind davon ausgegangen, dass die
von ihnen ermittelte Restarbeitsfähigkeit ab dem Datum der IV-Anmeldung vom
24. Juni 2011 angenommen werden könne, da damals von der behandelnden
Psychiaterin eine nachvollziehbare Verschlechterung festgestellt worden sei. Das
sogenannte Wartejahr ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst am 31.
Mai 2012 erfüllt gewesen. Der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ist damit am 1. Juni
2012 entstanden.
4.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 15. Februar 2013 gutzuheissen ist und der Beschwerdeführerin ab dem
1. Juni 2012 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen ist.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis
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als angemessen. Die vollumfänglich unterliegende Beschwerdegegnerin hat die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei ins
besondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint praxisgemäss eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP