Decision ID: 9142a517-6284-439c-aaae-e6cb7b1adccc
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, war als Pizzakurier über seine Arbeitgeberin bei der
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
(nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Unfall obligatorisch versichert (
Urk.
15/73), als er am 1
4.
Januar 2014 mit seinem Moped mit 50 km/h gegen die Fahrertür eines den Parkplatz verlassenden Personenwagens fuhr (
Urk.
15/25 und 15/46).
Im Kantonsspital
Y._
wurde ein Polytrauma mit Schipper-Fraktur des Dornfortsatzes des Halswirbelkörpers (HWK) 7, stumpfem
Thoraxtrauma
mit Serienfrakturen der Rippen 5 bis 7 links,
drittgradig
offener
,
mehrfragmentärer, intraartikulärer
,
distaler
Femurtrümmerfraktur
links und traumatisch eröffneter Bursa
praepatellaris
links diagnostiziert (
Urk.
15/49). Die
Fermurfraktur
wurde am Unfalltag provisorisch mit externem Fixateur versorgt (
Urk.
15/40 f.). Es folg
ten am 2
1.
Januar 2014 eine Plattenosteosynthese (
Urk.
15/43 f.) und am 4. März 2014 eine
Spongiosaplastik
vom Beckenkamm links (
Urk.
15/65 f.). Im Anschluss fand jeweils eine stationäre
,
muskuloskelettale
Rehabilitation in der
K
linik
Z._
statt (
Urk.
15/100 und 15/92). Bei zögerlicher knöcherner
Durchbauung
der
Femurfraktur
mit weiterhin grosser Defektzone unterzog sich der Versicherte am 25. September 2014 einer operativen Revision mit freier
Fibu
lainterposition
und zusätzlicher
Spongiosaplastik
vom Beckenkamm rechts (
Urk.
15/140). Am 5. Oktober 2014 bedurfte es einer Wundrevision (
Urk.
15/144 f.). Bei weiterhin
nur
langsamer Konsolidation und verzögerter Entwöhnung von den Gehstöcken (
Urk.
15/210 und 15/258) wurde vom 1
3.
Mai bis 10. Juni 2015 eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
A._
durchgeführt (
Urk.
15/214). Am
5.
Juli 201
5 erlitt der Versicherte einen
Herzi
nfarkt bei koro
narer Dreigefäss
erkrankung (
Urk.
15/254).
1.2
Die Mobiliar
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Hei
lkos
t
en, vgl. etwa Urk. 15/366). Im Rahmen der Abklärungen beteiligte sie sich an einer von der
Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
im Februar 2016 bei der
B._
in Auftrag gegebenen internistischen, kardiologischen und orthopädisch-chirurgischen Begutachtung
(
Urk.
15/277
und
15/271-273).
Im Gutachten vom
3.
Mai 2016 (
Urk.
15/311-359) wurde dem Versicherten a
us orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit ab Austritt aus der Rehaklinik
A._
attestiert (vgl.
Urk.
15/314 f. und 15/324 f.). Infolgedessen teilte ihm
die Mobiliar
am 18. August 2016 mit, die Taggelder und Heilkosten per 31. Juli 2016 einzustellen
; ein
Anspruch auf eine
Rente bestehe
nicht
, derjenige auf eine Integritätsentschädi
gung werde noch geprüft (Urk. 15/367 f.).
Derweilen sprach die Invalidenversi
cherung dem Versicherten mit Verfügung vom 2
3.
November 2016 eine befristete
ganze Invalidenrente vom
1.
Januar 2015 bis 3
1.
Januar 2016 zu (
Urk.
15/393-
397).
Auf Intervention seiner Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin
Herenda
, schlug die Mobiliar dem Versicherten vor, sich von
Prof
. med.
C._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersuchen und gegebenenfalls operieren zu lassen (
Urk.
15/369). Der Versicherte stimmte einer Behandlung bei
Prof
.
C._
zu (
Urk.
15/370) und
die Mobiliar
richtete weitere Leistungen aus (
Urk.
15/406 und 15/408).
Prof
.
C._
empfahl in seiner Zweit
meinung vom 1
7.
November 2016 eine chirurgische Revision mit Mobilisierung des Knies, Lösung des
Quadrizeps
sowie Entfernung des
Osteosynthesematerials
, bei anhaltenden Schmerzen die Implantation einer Knietotalprothese (
Urk.
15/398-400).
Die
Mobiliar
fragte den Versicherten
mehrmals
an, ob er die
sen Eingriff durchführen lassen wolle
(
Urk.
15/4
01, 15/402, 15/407 f., 15/413), und sistierte Ende Februar 2017
ihre Leistungen (
Urk.
15/416 und 15/
423 und
425).
Am 1
5.
März 2017
liess
ihr
der Versicherte mitteilen, er wolle sich nicht von
Prof
.
C._
operieren lassen. Für eine Entfernung des
Osteosynthesemateri
als
, eventuell verbunden mit einer
Arthrolyse
und
proximalisierenden
Tubero
sitasosteotomie
, sei es gemäss
Dr.
med.
D._
, Oberarzt am
Y._
und Facharzt
für Chirurgie sowie Allgemeinchirurgie und Traumatologie (vgl.
Urk.
15/417-
419), zu früh. Er sei weiterhin voll arbeitsunfähig (
Urk.
15/420 f.). Mit Verfügung vom 2
5.
April 2017 stellte die Mobiliar ihre Leistungen rückwirkend per 3
1.
Juli 2016 ein, verneinte einen Rentenanspruch des Versicherten und sprach ihm eine
Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 40
%
zu (
Urk.
15/436-
438).
1.3
Dagegen liess der Versicherte Einsprache erheben (
Urk.
15/449-453 und 15/46
4 f.). Dabei wies er erstmals auf unfallbedingte psychische Beschwerden (
Urk.
15/452) und
weiter
auf die nun
geplante Mobilisation des
Quadrizeps
mit abermaliger Anlagerung von Spongiosa (Urk. 15/465) hin. Während die Mobiliar beratend
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, beizog, der sich in seiner Aktenbeurteilung vom 10. Oktober 2017 (
Urk.
15/468-483) mit den ver
schiedenen Behandlungsstrategien auseinandersetzte (
Urk.
15/469), wurde der Versicherte am 2
6.
September 2017 erneut im
Y._
operiert (
Arthrolyse
,
proxi
malisierende
Tuberositasosteotomie
,
Knochendébridement
/Dekortikation
des
Femur
s
, Anlagerung von Knochenspongiosa und
Putty
, partielle
Osteosynthese
materialentfernung
, Urk. 15/586-588).
Die Mobiliar
anerkannte einen Rückfall
ab dem
Operationsdatum (
Urk.
15/519).
Anfang 2018 erlitt der Versicherte einen weiteren Herzinfarkt. Es folgten eine Bypass-Operation (
Urk.
15/530 f.) und eine kardiovaskuläre Rehabilitation bis zum
9.
März 2018 (
Urk.
15/536). Mit Schreiben vom 2
8.
März 2018 (
Urk.
15/539) und 1
9.
April 2018 (
Urk.
15/544) teilte die Mobiliar dem Versicherten mit, die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit
sei
per 3
1.
März 2018 abgeschlossen
; sie
werde die Leistungen per
diesem Datum
einstellen.
Zudem
ersuchte sie
Dr.
E._
um eine Verlaufsbeurteilung, der am 1
5.
November 2018 eine
erneute
volle Arbeits
fähigkeit in
l
eid
ens
angepassten Tätigkeit
en spätestens
ab Ende März 2018 bestä
tigte (
Urk.
15/564-569, insbesondere S. 565). Nach Wahrung des rechtlichen Gehörs des Versic
herten (
Urk.
15/582-589) liess die Mobiliar
ferner
die Unfall
kausalität der Beschwerden der Halswirbelsäule
(HWS)
durch
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappar
a
tes
,
abklären (
Urk.
7/598 f.). Mit Entscheid vom 1
1.
Juni 2019 (
Urk.
2) wies die Mobiliar
schliesslich
die Einsprache des Versic
herten ab und
änderte die Verfü
gung vom 2
5.
April 2017 dahingehend ab, dass sie dem Versicherten anstelle der Integritätsentschädigung von Fr. 50'400.-- eine solche von
Fr.
12'600.--
, auf
grund einer Integritätseinbusse von 10
%
zusprach (Dispositivziffer
n 1 und
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsan
wältin
Herenda
(
Urk.
4), am 1
5.
Juli 2019 Beschwerde erheben (
Urk.
1). Darin beantragte er, der Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze, eventua
liter eine Teilinvalidenrente sowie eine Integritätsentschädi
gung von mindestens
Fr.
50'400--
zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur erneuten medizinischen Abklärung an
die Mobiliar
zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädi
gungsfolgen z
ulasten derselben. Gleichzeitig
stellte er ein Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2), welches er später auf Auf
forderung des Gerichts (
Urk.
5) substantiierte (
Urk.
9 und 17) und belegte (Urk. 10/1-5, 11 und 18).
Die Mobiliar
schloss in der Beschwerdeantwort vom 25. September 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14). Mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2019 bestellte das Gericht dem
Beschwerdeführer
eine unent
geltliche Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin
Herenda
und ord
nete einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
19). In der Replik vom 12
.
Februar 2020 (
Urk.
23) und der Duplik vom 2
6.
Februar 2020 (
Urk.
27) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Die Duplik wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
28).
Mit Eingabe vom
1.
April 2020 (
Urk.
29) reichte der Versicherte neue Arztberichte ein (
Urk.
30/1-2). Hierzu nahm
die Mobiliar
mit Eingabe vom 2
7.
April 2020 Stel
lung (
Urk.
33), die dem Versicherten am 3
0.
April 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
34). Mit Eingabe vom 1
1.
Mai 2020 beantragte die Mobiliar unter Hinweis auf ein neues polydisziplinäres Gutachten den
Beizug
der Akten der Invalidenversicherung (
Urk.
35). Auf Anfrage des Gerichts (
Urk.
36) reichte sie mit Schreiben vom 1
4.
Mai 2020 (
Urk.
37) das internistische, kardiologische, psychiatrische und orthopädische Gutachten der MEDAS
G._
vom 1
6.
Januar 2020 (
Urk.
38/23) sowie zusätzlich das vollständige Dossier der Inva
lidenversicherung
seit der Neuanmeldung im Januar 2019
ein (
Urk.
38/1-30). Zu den neuen Unterlagen nahm der Versicherte nach mehrmaliger Fristerstreckung (
Urk.
39-42) mit Eingabe vom 2. November 2020 Stellung (
Urk.
43). Die Stellung
nahme wurde der Mobiliar mit Verfügung vom
4.
November 2020 zur Kenntnis
nahme zugestellt (
Urk.
44).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 bzw. am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sieht Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 2
5.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorliegend – vor dem
1.
Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Es kommen deshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen zur Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG), so steht ihr ein Taggeld zu (
Art.
16
Abs.
1 UVG). Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Nach
Art.
24
Abs.
1
UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versi
cherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1).
1.3
Nach
Art. 19 Abs. 1
und
Art. 24 Abs. 2 UVG
sowie der
Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzu
schliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember
2014 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, gemäss Gutachten der
B._
sei der Beschwerdeführer seit dem 1
0.
Juni 2015 in einer angepassten Tätig
keit voll arbeitsfähig. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei
damals
operativ und therapeutisch als nicht mehr möglich erachtet worden (
Urk.
2
Ziff.
III.2
;
Urk.
14
Art.
1
).
Indem
der Beschwerdeführer
entgegen der Abmachung
den
Ein
griff bei
Prof
.
C._
abgelehnt
und sich im
Y._
habe behandeln lassen, habe
er
seine Mitwirkungspflicht
verletzt,
weshalb sie die
Verfügung vom 25. April 2017
erlassen habe
(vgl.
Urk.
2
Ziff.
III.3
;
Urk.
14
Art.
1
). Die Operation vom 26.
Sep
tember 2017 habe zu einer verbesserten
Knieflexion,
nicht
aber
zu einer Steige
rung der Arbeitsfähigkeit geführt.
Die Operation sei als Rückfall anerkannt
, wobei gemäss
Dr.
E._
Ende März 2018
erneut
mit einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten zu rechnen
gewesen
sei
. Es sei nicht nachvollziehbar,
inwiefern
dem
retropatelläre
Schmerzen
entgegenstehen sollten
(vgl.
Urk.
2
Ziff.
III.6 und III.11
;
Urk.
14
Art.
4
;
Urk.
27
Art.
3
).
Die aktuelle
Einschätzung von
Dr.
D._
und das Gutachten der MEDAS
G._
würden die Arbeitsfä
higkeit in einer sitzenden Tätigkeit
bestätig
en
(
Urk.
33 und
35).
Zwischen den
HWS-
Beschwerden und der
Schipperfraktur
des Dornfortsatzes HWK 7, die stabil und nie schmerzhaft gewesen sei, bestehe kein
Z
usammenhang (
Urk.
2
Ziff.
III.9 und III.11
;
Urk.
14
Art.
8
;
Urk.
23
).
Zudem fehle es
an einer nachvollziehbaren, fachärztlich gest
ellten psychiatrischen Diagnose.
Der
Beschwer
deführer habe nie
eine psychische Störung beklagt
oder
fachärztlich
behandeln lassen
; der Beginn der psychologischen Behandlung werde inkonsis
tent geschildert
(
Urk.
2
Ziff.
III.10 f.
;
Urk.
14
Art.
7
).
Das
Invalideneinkommmen
sei
anhand des Tabellenlohnes für das
Kompetenzni
veau 2
festzusetzen
, zumal keine Arbeiten körperlicher Natur in Frage kämen
. Es sei
ein leidensbedingter Abzug von 10
%
zu gewähren
(
Urk.
2
Ziff.
III.12).
Mit zwei Jahren Gymnasium, Ausbildung
und T
ätigkeit als Maurer,
Anstellungen in
einer Transportfirma und
als
Pizzakurier sowie der Möglichkeit, ein Fahrzeug mit automatischem Getriebe zu fahren, verfüge der Beschwerdeführer über ein verwertbares Anforderungsprofil.
Er könne sich auch gut auf Deutsch verständi
gen, wobei
Ausbildung und sprachliche Schwierigkeiten
bei Hilfstätigkeiten nicht relevant
seien
(
Urk.
14
Art.
5).
Damit bestehe kein
Rentenanspruch (
Urk.
2
Ziff.
III.14)
.
Anerkannt sei eine Integritätsentschädigung von 10
%
, ob
wohl
a
ngesichts der Kniebeweglichkeit und
bei
erstaunlich wenig Arthrose
nach der
Suva-Tabelle 2
keine Entschädigungspflicht bestehe
(
Urk.
14
Art.
6;
Urk.
23
Art.
5;
Urk.
2
Ziff.
III.9
f.
). Keine Berücksichtigung fänden die nicht unfallkausalen HWS- und psychischen Beschwerden (
Urk.
2
Ziff.
9;
Urk.
14
Art.
7 f.).
2
.2
Der
Beschwerdeführer
hielt
indessen
dafür
, der Fallabschluss per
31.
Juli 2016 sei verfrüht erfolgt
. Eine Entfernung des
Osteosynthesematerials
sei damals noch nicht möglich gewesen
(
Urk.
1 S. 5)
. Auch sei es sein Recht, sich gegen einen Eingriff bei
Prof
.
C._
zu entscheiden. Die Einstellung der Taggelder sei
zu Unrecht
als Bestrafung und verfrüht erfolgt (
Urk.
23
Ziff.
1-2).
N
ach der letzten Operation bestünden
gemäss Gutachten der MEDAS
G._
und
Dr.
D._
weiterhin
orthopädische B
eschwerden
. Dabei dürfe
nicht
von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt ausgegangen werden
(
Urk.
29;
Urk.
43 S. 2)
.
Das
verfügte
Invalideneinkommen sei realitätsfremd, zumal er
– wenn überhaupt – nur
noch
in
leidensangepassten Tätigkeit
en
arbeitsfähig sei und
noch
nie so viel verdient habe
.
Er sei
aufgrund des komplizierten Heilungsverlaufs
viele Jahre nicht mehr erwerbstätig gewesen
und
habe immer
körperlich
gearbeitet.
Da er sehr isoliert lebe, hätten sich
zudem
seine Deutschkenntnisse erheblich verschlechtert
.
Demnach verfüge er nicht über den Lebenslauf und die intellektuellen Voraussetzungen für eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit im Kompetenzniveau 2
(
Urk.
1 S.
9 f.
;
Urk.
23
Ziff.
5 f.
).
Bei der Integritätsentschädigung sei zu beachten, dass sich die Operationen auf die Funktionsfähigkeit des Knies ausgewirkt hätten
(
etwa eine
Giving
-
way
-Symptomatik
)
, eine
Pseud
arthrose
vorhanden sei und eine Prothese erfor
derlich
sein werde. Gemäss der Suva-Tabelle 6 sei bei einer schweren Gelenkinstabilität ein
e
Entschädigung von 20 bis 30
%
geschuldet
. Noch offen sei die Abklärung der Arthrose
(
Urk.
1 S. 11;
Urk.
23
Ziff.
7
f.
). Zu berücksichtigen sei
zudem
eine Integritätseinbusse von mindestens 70
%
für die psychische Beeinträchtigung
,
verursacht durch den Unfall
(
Urk.
1 S. 12).
Weiter abzuklären und
miteinzubeziehen seien
schliesslich
die Beschwerden der HWS (
Urk.
1 S. 13)
. Nachdem die bisherigen Gutachten nur den Beweiswert von Parteigutachten hätten
und
Dr.
E._
von der Beschwerdegegnerin bezahlt werde
, sei ein unabhängiges orthopädisches Gutachten nötig (
Urk.
43 S. 3
; ferner
Urk.
2
Ziff.
III.27 und
Urk.
23
Ziff.
4
).
3.
3.1
Für die Beurteilung der Streitsache in zeitlicher Hinsicht massgebend ist der Sach
verhalt, wie er sich bis zum Erlass
des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
1.
Juni 2019
verwirklicht hat (BGE 130 V 445 E. 1.2
). Dies schliesst die
Folgen der
von der Beschwerdegegnerin als Rückfall
taxierten
Knieoperation vom 2
6.
September 2017 mit ein.
3.2
Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat er Anspruch auf ein Taggeld (
Art.
16
Abs.
1 UVG). Der Taggeldanspruch e
rlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (
Art.
16
Abs.
2 Satz 2 UVG). Der Versicherer hat - sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
wie
vorliegend (vgl.
Urk.
15/161, Mitteilung vom
9.
Dezember 2014)
abgeschlo
ssen sind - die Heilbehandlung
und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Erst wenn dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen ist, ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invali
denrente und auf eine Integritätsentschädigung abzus
chliessen (vgl. BGE
134 V
109
E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung bestimmt sich die in
Art.
19
Abs.
1 UVG erwähnte "namhafte Besserung des Gesundheitszustandes" namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit. Die Verwendung
des Begriffs "namhaft" in Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilb
ehand
lung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Kommt der Versicherungsträger hingegen zum
Schluss, eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung führe nicht mehr zu einer nennenswerten Besserung, oder hält er eine vom Versicherten oder dessen Arzt vorgeschlagene Behandlung für unzweckmässig, kann er gestützt auf Art.
48
UVG die Fortsetzung der Behandlung ablehnen (BGE 128 V 169 E. 1b; Urteil
des Bundesgerichts
8C_836/2013 vom 2
7.
März 2014 E. 4.3 mit Hinweis
; zum Gan
zen: Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2018 vom
5.
März 2019
).
In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber 2014 E. 3).
Rechtsprechungsgemäss
handelt es sich bei Taggeldern
auch dann nicht um eine Dauerleistung, wenn sie über Jahre ausbezahlt werden (BGE 135 V 287 E. 4.2). Der Versicherungsträger kann deshalb die Taggeldleistungen ohne Berufung auf einen Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund "ex
nunc
und pro
futuro
" einstel
len, etwa mit dem Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis vor (BGE 130 V 380 E. 2.3.1). Eine solche Einstellung kann auch rück
wirkend erfolgen; etwas
anderes
gilt lediglich in jenen Fällen, in denen der Versicherungsträger die zu Unrecht
über ein rückwirkend festgelegtes Einstel
lungsdatum hinaus
ausbeza
hlten Leistungen zurückfordert
(
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 8C_987/2010 vom 2
4.
August 2011 E. 3.3
mit Hinweisen
).
3.3
D
emnach
ist
mit Blick auf Beginn und Höhe eines möglichen Rentenanspruchs zunächst
zu prüfen, ob sich
anhand der medizinischen Akten
feststellen lässt
, ab
wann
von den noch zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
k
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
mehr
zu erwarten war
.
Dass vorliegend die Voraussetzungen erfüllt
wären
, um die Rest
arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
ausnahmsweise
bereits vor dem Fall
abschluss zu berü
cksichtigen und die Taggelder entsprechend zu kürzen
(
vgl. dazu
Urteile des Bundesgerichts
8C_320/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 6.2 und 8C_714/2018 vom
5.
März 2019 E. 4)
,
wurde
von den Parteien
zu Recht nicht thematisiert.
Sodann ist d
ie
unfallbedingte
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ab jenem
Zeit
punkt (
in Nachachtung
des für den Zeitraum
vom 2
6.
September 2017 bis 31.
März 2018 anerkannten Taggeldanspruchs) bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids zu bestimmen.
3.4
Es bleibt
zur
Argumentation des Beschwerdeführers
anzufügen
, dass
h
insichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes entscheidend
ist
, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den
ob
genannten
Anforderungen entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist
gemäss Bundesgericht
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen)
.
Eben
falls beweisgeeignet sind nach
der Rechtsprechung
Berichte und Gutachten von
beratend
en (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 17. Dezember 2015 E. 3.3.3 mit Hinweis) respekti
ve versicherungsinternen Ärzten. Diesen wird
Beweiswert zugemessen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis). Bestehen
allerdings
auch nur geringe Zweifel an der Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (
BGE 142 V 58 E. 5.1
,
139 V 225 E.
5.2
,
135 V 465 E. 4.4 und 4.7; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4
und
8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.2).
In Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen
bzw.
Therapiekräften ist
gemäss Bundesgericht
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Die
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag und Begutachtungs
auftrag (BGE 124 I 170 E. 4)
lässt
nicht zu, ein Admi
nistrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen).
4
.
4
.1
Ausgangspunkt
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts
bildet
das poly
disziplinäre Gutachten der
B._
vom
3.
Mai 201
6.
Gemäss orthopädischem Teilgutachten
gab
der Beschwerdeführer an,
das Gehen und
das
Bewegen des
linken
Kniegelenks seien seit dem Unfall erheblich reduziert. Er habe Schmerzen, wenn er sich gehend oder stehend über Tag aufhalte. Die Gehstrecke ohne Schmerzen betrage
etwa
15 bis 20 Minuten (
Urk.
15/339).
Es
sei
bezüglich des Kniegelenks seit dem Unfall
kein echter Fortschritt eingetreten – mit Aus
nahme, dass er seit der Rehabilitation in der Rehaklinik
A._
an zwei und seit vergangenem Jahr mit einer Gehstütze aus
serhalb des Hauses zurechtkomme
(
Urk.
15/338). Er versuche ohne Schmerzmedikation auszukommen. Bedarfsweise nehme er
Dafalgan
und
Novalgin
. Sein Problem sei die Funktionsminderung, weniger die Schmerzen (
Urk.
15/336).
4
.
2
Der
begutachtende Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, PD
Dr.
med.
H._
,
diagnostizierte
eine inkomplette knöcherne Verheilung mit verbliebener Instabilität und beginnender Verheilung in Fehlstellung (
Valgus
und Verkürzung) bei einem Status nach komplexer, offe
ner, me
hr
fragmentärer distaler
Femurfraktur
.
Es
bestünden
eine massive Reduk
tion der Bewegungsfreiheit des linken Kniegelenks mit Beugedefizit, Restbewe
gungsumfang von 60° und hartem Anschlag bei relativem Kniescheibentiefstand (Patella
baja
) infolge Verkürzung des Oberschenkels und relativer Insuffizienz des Streckapparat
s sowie
eine D
ru
ckschmerzempfindlichkeit im
Implantatlager
(tast
bare metallene Platten und Schr
au
ben unter der Haut)
und multiple Hautnarben und
Narbenverwachsungen im Bereich des Kniegelenks
,
mitunter auch
Hautnar
ben und Komorbiditäten nach Spongiosa- und Becken
kammspanentnahme beider vorderer
Beckenkämme (
Urk.
15/328).
Die Schmerzen über und um die einliegen
den Implantate seien zum einen dem direkten inneren Andruckschmerz in den Weichteilen, zum anderen der Instabilität mit Bewegungsspiel in den Metallim
plantaten zuzuordnen. Die Instabilität sei insbesondere bei funktionell fehlender Stabilisierung innenseitig zu finden und verursache im Stand eine Zunahme der X-Bein-Stellung
im Knie. In der Gesamtschau
würden die Befunde die Ge
h
fähig
keit im Alltag enorm mindern; die Gehstrecke
sei auf wenige hundert Meter begrenzt (
Urk.
15/327).
4
.
3
Der Gutachter
schlussfolgerte, als Pizzabote bestehe bei überwiegend stehender und gehender Tätigkeit und der Notwendigkeit zum Rollerfahren und Treppen
steigen seit dem Unfalltag keine Arbeitsfähigkeit mehr. Eine solche sei auch bei künftig günstigem Heilung
sverlauf nicht mehr erreichbar.
Die Krankheitsphase bis zur Wieder
er
langung der notwendigen eigenständigen Gehfähigkeit erstreckte sich ab Unfalldatum bis zum Austritt aus der Rehaklinik. In eine
r
ideal leidensangepassten Tätigkeit ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
seit
1
1.
Juni 201
6.
Das Erreichen eines öffentlichen Verkehrsmittels und der Arbeitsstelle sei mit den dafür theoretisch erforde
rlichen Gehstrecken von 4
x 500
m werktäglich möglich,
wobei jede Einzelstrecke unter 20 Minuten bewältigt werden könne.
Sitzende, körperlich leichte, mittelschwere und zumindest teil
weise schwere Arbeiten
unter Benutzung ausschliesslich oder überwiegend der Hände
könnten ohne zeitliche Einschränkungen verrichtet werden. Die Anteile für Wechselbelastung
,
Stehen und Gehen dürften 20
%
oder 12 Minuten pro Arbeitsstunde nicht überschreiten
. Das Tragen oder Heben von Lasten sowie Arbeiten über Kopf und in Vorhaltung der Arme seien hierbei nicht möglich
.
Die
Wege
dürften
maximal 5 bis 10 m betragen,
wobei der
Gebrauch eines Gehstocke
s möglich sein müsse. Beim Stehen müsse eine Gewichtsverlagerung auf rechts und das Abstützen/Festhalten mit einer Hand möglich sein.
Bei
Arthrosebildung
generell nicht empfehlenswert seien Arbeiten im Freien mit Nässe-
und
K
älterein
wirkung und unter Zugluft (vgl.
Urk.
15/323-325).
4
.
4
Ergänzend
ist der polydisziplinären Konsensbeurteilung zu entnehmen, es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass es durch medizinische Massnahmen zu einer Besserung des Gesundheitszustandes komme. Diskutiert werde eine
proxi
malisierende
Tuberositasosteotomie
, offene
Arthroloyse
und Anlage eines Ner
venkatheters unter stationären Bedingungen zur
Beübung
. Wie viel Amplitude an Kniegelenksbeweglichkeit
damit
gewonnen
würde
, sei nicht abschätzbar.
Die Instabilität durch die ausbleibende vollständige Knochenheilung würde dadurch nicht beeinflusst; eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könne demnach nicht erwartet werden.
Der
Beschwerdeführer lehne
weitere Eingriffe ab.
Das Tragen eine
r Knieführungs
orthese
würde
nicht zu einer Verbesserung der Unfallfolgen, also einer erhöhten Stabilität und Belastbarkeit, führen. Eine Steigerung der Bewegung mit mehr Beugung scheine operativ nicht erzielbar, da man trotz meh
rere
r
Operationen bislang nicht einmal die knöcherne Heilung habe herbeiführen können. Mittelfristig drohe der Gelenker
satz durch Prothese (
Urk.
15/318
f.).
Die Arbeitsfähigkei
t in angepasster Tätigkeit sei
prinzipiell nach Abschluss der Rehabilitation am 1
0.
Juni 2015 gegeben gewesen, da ein Arbeitsplatz auch mit zwei Unterarmgehstützen erreicht werden könn
te
. Es sei danach aber noch eine Verbesserung eingetreten, insofern beim Gehen auf eine Gehstütze habe reduziert werden können.
Im
Bericht des
Y._
vom 2
5.
Juni 2015
sei e
in gewisser Beschwerderückgang formuliert worden
; radiologisch hätten
sich eine langsam
fortschreitende Konsolidierung
und
eine
teilweise Integration des
Fibulatrans
planta
t
s
bei allerdings
osteop
enem
Knochenbau gezeigt. Am 23.
September 2015 sei im
Y._
notiert worden, es zeige sich bezüglich Frakturheilung ein sehr verzögerter Verlauf und eine eingeschränkte Kniebew
eglichkeit. Diesen Zustand sehe
man im Wesentlichen auch
im Gutachten
(
Urk.
15/317).
Es liege somit eine Situation vor, in der
einerseits
bei nicht sicher erfolgverspre
chenden operativen Behandlungsoptionen auch keine aussichtsreichen alternati
ven Therapieoptionen bestünden, und andererseits durch Gewöhnung und Anpassungen oder durch langsamen weiteren natürlichen Heilverlauf nur im günstigsten Fall noch eine zunehmende knöcherne Festigkeit erreicht werde.
Die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit mit täglicher Belastung, die über die derzeitige Alltagsbelastung hinausgehe, wäre nur im günstigsten Fall, also eher unwahrscheinlich erreichbar (
Urk.
15/317).
5.
5.1
Das Gutachten der
B._
erfüllt in Bezug auf die orthopä
dischen Unfallfolgen die vom Bundesgericht postulierten, allgemeinen beweis
rechtlichen Anforderungen (vgl. E.
4.1
)
:
Es beruht auf
zeitnah erfolgten bildge
benden Abklärungen
(
Urk.
15/339) sowie einer eigenen klinischen Untersuchung (
insbesondere
Urk.
15/329-331) und setzt sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (vgl. E.
4
.1) sowie den relevanten Berichten des
Y._
auseinander (vgl. E.
4
.4).
Die medizinischen Überlegungen sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen wurden detailliert, nachvollziehbar und einleuch
tend begründet.
Insbesondere wurden die festgestellten Einschränkungen und Schmerzen
im Einzelnen
anhand der erhobenen B
efunde erläutert (vgl. E.
4
.2).
Ebenso wurde aufgezeigt, dass mit den verbliebenen Behandlungsmöglichkeiten, soweit der Beschwerdeführer diese nicht ohnehin ablehnte, keine nennenswerte Aus
sicht darauf bestand, das Zumutbarkeitsprofil wesentlich zu verbessern (vgl. E.
4
.4).
Die
differenzierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (vgl. E.
4
.3) steht
zudem
im Einklang mit der subjektiven Beschwerdeklage (vgl. E.
4
.1). Der Beschwerdeführer betonte selbst, dass das Bein beim Stehen und Gehen ab 15 bis 20 Minuten schmerze, die Schmerzen nicht sein Problem seien und er nur bedarfsweise auf Schmerzmittel zurückgreife
.
Dies ist mit einer rein oder vorwiegend sitzenden Verweistätigkeit mit nur minimalen Gehstrecken und sehr kurzem Stehen (stets mit Abstützen, ohne jegliche zusätzliche körperliche Belastung) gut vereinbar.
5.2
Die gutachterliche Einschätzung wird
d
urch die Berichte der behandelnden Ärzte
weitestgehend gestützt.
So schloss sich
der Gutachter
bei der
Beurteilung der Erfolgsaussichten einer weiteren
Knieoperation
de
r Einschätzung des
Oberarztes des
Y._
vom
4.
Februar 2016 an,
welcher
vom behandelnden
Dr.
D._
zur Beurteilung der Operationsindikation
beigezogen worden war
(
Urk.
15/290).
Dr.
D._
selbst
sprach sich am 16.
November 2016 gegen eine
weitere Opera
tion
aus;
darüber
könne in sechs Monaten diskutiert werden, sollte die Fraktur bis dahin ausreichend konsolidiert sein (
Urk.
15/418).
Am
1
3.
Juni 2017
berich
tete er
, dass sich die Kniegelenksbewegli
chkeit seit
November 2016 verschlechtert habe
,
und erwog (
bei
weitgehend unverändertem Bildbefund
,
vgl.
Urk.
15/460 f.) eine Operation.
Dabei räumte er ein, es sei aber nicht sicher, i
nwieweit sich dadurch die Symptomatik verbessere.
Ferner
bestätigte
er
, dass
eine rein sitzende Tätigkeit ohne grosse Bela
stung theoretisch möglich wäre
;
es
bestünden
nach längerem Sitzen
allerdings
Schmerzen
bei erhöhtem
retr
opatellärem
Druck, so dass dies im aktuellen Zustand nicht zu 100 % mögli
ch sei
(
Urk.
15/462 f.).
Seinem
Bericht vom 1
5.
Juni 2017
ist zu entnehmen
, dass der Beschwerdeführer vor dem Ein
griff Ferien machen
wolle
und
daher
Ende August/Anfang September 2017
zur Planung
aufgeboten werde (
Urk.
15/458).
Ob überhaupt, wann und mit welchem Erfolg weitere medizinische Massnahmen mit Einwilligung des Beschwerdeführers möglich sein würden, muss somit
auch
gestützt auf diese Berichte prognostisch von Februar 2016 bis Herbst 2017 als offen bezeichnet werden. Dabei hätte nur eine merkbar verbesserte Belastbarkeit der linken unteren Extremität zu einer Anpassung des gutachterlich definierten Zumutbarkeitsprofils
führen können
, während allein eine Besserung der in
vorwiegend
sitzenden Verweistätigkeiten weitgehend belanglosen Schmerzsymp
tomatik und Kniebeweglichkeit nicht geeignet gewesen wäre, die Arbeitsfähigkeit zu steigern
.
So indiziert
auch
d
ie von
Dr.
D._
gewählte Formulierung «nicht zu 100
%
möglich» keine nennenswerte schmerzbedingte Reduktion des Arbeitspensums.
Von
Dr.
H._
wurden
bereits v
erschiedene Schmerzursachen berücksichtigt (vgl. E. 4.2), wobei der Beschwerdeführer
zudem
nur über eine Schmerzzunahme beim Stehe
n
und Gehen berichtete (vgl. E. 4.1). Der beratend für die Beschwerde
gegnerin tätige
Dr.
E._
erläuterte
in
seiner
Verlaufsbeurteilung vom 15.
No
vember 2018 nachvollziehbar
, dass im Sitzen praktische alle Personen das Bedürfnis hätten, ihre Position immer etwas zu verändern; dies sei bei den meis
ten Tätigkeiten nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Dadurch lasse sich eine erhöhte
retropatelläre
Druckentwicklung wegen einer allfällig verbleibenden,
reduzierten Dehnbarkeit des
Quadrizeps
minimeren. Zudem sei durch konsequen
tes Dehnen eine Verbesserung der Elastizität des Muskels zu erwarten, was im Sitzen die Patella entlaste (
Urk.
15/565 f.).
Wie bereits dargelegt,
steht
das gutachterliche Belastungsprofil, wonach kurzes Gehen und Stehen (ohne körper
liche Belastung und mit der Möglichkeit
sich abzustützen
) zumutbar sind,
im Einklang mit den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
(vgl. E. 5.1).
Schliesslich wurde die von
Dr.
H._
aus orthopädischer Sicht
definierte
Arbeitsfähigkei
t
in einem zweiten
Gutachten
bekräftigt
(vgl. im Detail E. 6.3 und 7.2).
D
ie von
Dr.
D._
postulierten
weitergehenden
Einschränkungen («rein» sitzende Tätigkeiten, Arbeitspensum von weniger als 100
%
)
sind
daher
dem Umstand
zuz
u
schreiben
, dass z
wischen ärztlicher Diagnose und attestierter Arbeitsunfähigkeit letztlich auch bei somatisch dominierten Leiden keine
unmit
telbare
Kor
relation
besteht
, weshalb die medizinische Folgenabschätzung unaus
weichlich Ermessenzüge tr
ägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1), wobei behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss auch eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(BGE 135 V 465 E. 4.5)
.
5.3
Ebenfalls g
ut vereinbar ist
das orthopädische Teilgutachten
mit den
späteren
Beurteilungen
der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin
.
Prof
.
C._
stellte in seiner Zweitmeinung vom 1
7.
November 2016 (
Urk.
15/398-400) keinen kon
kreten Behandlungserfolg in Aussicht, sondern
wies bereits im Voraus darauf
hin
, dass bei persistierenden Schmerzen nach der vorgeschlagenen Operation noch ein Gelenkersatz möglich wäre (
Urk.
15/398). Zur Arbeitsfähigkeit äusserte er sic
h ebenso wenig wie
Dr.
E._
.
Letzterer
beschränkte sich in der
Aktenbeurtei
lung vom 1
0.
Oktober 2017 (Urk.
15/466-483) darauf, die verschiedenen Behandlungsstrategien
gegeneinan
der
abzuwägen. Dabei verwarf er eine
proximalisierende
Tuberositasosteotomie
als «nicht richtig» und wies darauf hin,
dass
Prof
.
C._
eine reelle Chance erkannt
habe
, dass aus dem von ihm vorgeschlagenen Eingriff ein Profit resul
tieren könnte (
Urk.
15/469-471). Diesen
Profit
substantiierte er allerdings nicht näher.
Überwiegend wahrscheinlich
stand der von
Prof
.
C._
vorgeschlagene Eingriff für den Beschwerdeführer
aber
ohnehin nie zur Diskussion. Einerseits
zeigte
er sich
bereits in der Begutachtung
der
B._
ableh
nend gegenüber einem
weiteren
Eingriff
(vgl. E. 4.4)
, andererseits stützte er sich im Ablehnungsschreiben auf eine
ebenfalls Mitte
November 2017
erfolgte
Evaluierung
eines solchen
im
Y._
(vgl.
Urk.
15/417-
419)
.
5.4
Zusammenfassend
kann für den Grundfall
somit
vollumfänglich auf das Gutach
ten der
B._
abgestellt werden. B
ei
seit der Rehabilitation im Frühjahr 2015
stationärem
gesundheitlichen
Zustand
mit
nur
noch
geringfü
gig
besserer
Adaption an das Leiden
, aber
unveränderter Arbeitsfähigkeit
stand
einem Fallabschluss nach
Art.
19
Abs.
1 UVG
per 31.
Juli 2016
grundsätzlich
nichts entgegen, zumal vom natürlichen Heilverlauf
oder e
iner weiteren Leidan
passung
mit überwiegender Wa
hrscheinlichkeit
keine Steigerung der Arbeitsfä
higkeit mehr zu e
rwarten war und keine klare
Operationsindikation
bestand
.
Fraglich war n
eben
d
em
Behandlungserfolg
auch der
Wille
des Beschwerdefüh
rers,
sich nochmals einem
Eingriff zu unterziehen
.
Spätestens im Februar 2017 endete mit der faktischen Leistungseinstellung
zudem
die
Bereitschaft der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
15/407 f. und 15/413)
, den Beschwerdeführer
den
noch
durch
Prof
.
C._
behandeln zu lassen.
Anhalts
punkte dafür, dass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
zwischen
zeitlich
verändert hat
te
, bestehen keine.
Zudem
wurde in der Verfügung vom 2
5.
April 2017 eine Rückforderung der über das rückwirkend festgelegte Einstel
lungsdatum hinaus geleisteten Taggelder
weder
explizit verfügt
noch
angekün
digt. Es wurde
, w
ie auch im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2
Ziff.
III.3)
,
einzig und ohne Bezug zu einem
Rückkommenstitel
moniert, der Beschwerdeführer habe entgegen der Abmachung nie die Absicht gehabt, sich bei Prof.
C._
behand
eln zu lassen (
Urk.
15/438 f.).
Es fehlt somit an eine
m
Interesse der Parteien
,
feststel
len zu lassen, ob der Fallabschluss trotz des
Beizugs
von
Prof
.
C._
schon früher als per 2
8.
Februar 2017, konkret p
er 3
1.
Juli 2016, möglich war.
Dies gilt umso mehr, so
llte
ein Rentenanspruch mit der Beschwerdegegnerin verneint werden,
sodass kein Rentenbeginn festzulegen ist
.
6
.
6
.1
Während des laufenden Gerichtsverfahrens
holte die
Invalidenversicherung
ein
polydisziplinäres
Verlaufsgutachten
im Verfahren nach
Art.
44 ATSG ein
, da
s am 16. Januar 2020 von der MEDAS
G._
erstattet wurde.
Als neue Tatsache wurde im
orthopädischen Teilgutachten
die
Operation am linken Knie
vom
26. September 2017
erwähnt und
festgehalten,
dass sich die linke Femur konso
lidiert habe.
Damit
best
ünden
ein Status nach
Proximalverlagerung
der
Tubero
sitas
Tibiae unter
Femoropatellararthrose
bei deutlicher Verbesserung der Beweg
lichkeit (0/0/100) und aktuell eine wenig symptomatische Gonarthrose. Die Beweglichkeit des linken Knies und die Beschwerdesituation
hätten
sich vergli
chen mit dem Zustand anlässlich der Beurteilung
durch die
B._
nicht wesentlich verschlechtert (
Urk.
38/23/116).
6
.2
Konkret klagte d
er
Beschwerdeführer
mit Bezug auf das linke Bein
über andauernde Schmerzen im Bereich des Knies, Krämpfe im
Ober- und
Schmerzen im Unterschenkel sowie Sensibilitätsstörungen im Bereich des Fusses, der fast immer geschwollen sei. Kürzere Strecken könne er ohne Stock gehen, mit
Stock
betrage die Gehstrecke ca. 30 Minuten
. Dabei sei er langsam und benötige immer wieder Pausen
. Nach stärkerer Belastung, wie Treppensteigen, bekomme er mehr Schmerzen. Er mache n
ur noch bei stärkeren Schmerzen gelegentlich ambulante Physiotherapie im Spital (
Urk.
38/23/107)
, durchschnittlich einmal pro Woche, und nehme
Condrosulf
ein (
Urk.
38/23/108).
6
.3
Der begutachtende Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
I._
,
hielt
unter dem Titel «
Lokalstatus
»
mitunter
fest, die Belastbarkeit
sei bei no
ch liegendem
Osteosynthesematerial
begrenzt; sportliche Aktivitäten oder das Heben von Gewichten seien praktisch ausge
schlossen. Das linke Kniegelenk zeige ein
e
bereits manifeste Gonarthrose mit
belastungsabhängigen Schmerzen, einem diskreten Gelenkerguss und einge
schränkter Beweglichkeit (gut 90°). Es bestünden ein deutliches Schonhinken, heute weitgehend durch Schmerzen und Muskelkontrakturen bedingt, sowie schwere degenerative Veränderungen am
lumbosacralen
Übergang und den
Iliosa
k
ralgelenken
. Zudem seien beide Beckenschaufeln durch Spanentnahme beschädigt, was zu einer Schwächung der Bauchmuskulatur und Schwierigkeiten bei der aufrechten Haltung führe. Die ausgeprägte Schwächung der
Quadrizeps
muskulatur
habe eine Tendenz zur Kontraktur der Beugemuskeln zur Folge. Glei
ches gelte für die verkürzte Wa
denmuskulatur.
Die Folge eines funktionellen Spitzfusse
s
bewirke, dass der Fuss bei versuchter voller Belastung des Beines den
noch nach aussen gedreht werden müsse (
Urk.
38/23/112 f.).
In Würdigung
des «Lokalstatus»
, der
Vorakten
(
Urk.
38/23/103 ff.) und
der
Bild
dokumente (
Urk.
38/23/113 f.)
schlussfolgerte der Gutachter
, sechs Jahre nach dem Unfall sei das linke Femur in guter Stellung praktisch konsolidiert. Im Bereich des linken Knies persistierten als Unfallfolgen eine nicht ganz anatomi
sche Reposition der Gelenkfragmente (beginnende Gonarthrose) mit leichter
Varusachse
des linken Beines. Daneben bestehe eine erhebliche
Femoropatellar
arthrose
und
Quadrizepsatrophie
, behandelt mit Osteotomie der
Tuberositas
tibiae
bei
patella
baja
und erheblicher (jedoch verbesserter) Beweg
ungseinschränkung im Kniegelenk
. Schliesslich bestünden persistierende Schmerzen im Zusammen
hang mit ausgedehnten Weichteilschäden und verminderter Durchblutung de
s distalen Oberschenkels links.
Leichtere Beschwerden würden die
floating
fibula
nach Spanentnahme, die geschwächte Wadenmuskulatur sowie die gleichzeitig geschwollene Wade verursachen. Zudem bestünden gewichtige Beschwerden an
der Hals- und Lendenwirbelsäule mit organischem Korrelat
.
I
nsgesamt könne von einer leichten
gesundheitlichen
Verbesserung
betreffend das linke Bein gespro
chen
werden (
Urk.
38/23/118).
6.4
Zur Arbeitsfähigkeit erörterte
Dr.
I._
, der Beschwerdeführer habe sich bereits mit seinem Berufswechsel zum Pizzakurier aus dem Bereich körperlich vermehrt belastender Tätigkeiten verabschiedet. Der in den Akten erwähnte Vorschlag einer vorwiegen
d
sitzenden Tätigkeit (wegen der dauernd stark beeinträchtigten Geh
fähigkeit) sei mit dem Pizzakurierjob als wechselbelastete
,
einfache Tätigkeit relativ gut besetzt. Vorteilhafter wäre ein Kurierdienst mit einem Kleinauto
anstatt
mit einem Moped. Die letzte Tätigkeit entspreche gemäss der
[im Verfah
ren der
Invalidenversicherung
mit Verfügung vom 2
3.
November 2016,
Urk.
15/393-397]
rechtskräftig gewordenen Einschätzung der
B._
nicht einer einfach
en,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit. In dieser sei der Versicherte nach wie vor zu
100
% arbeitsfähig. Da
aus orthopädischer Sicht
keine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes erstellt sei
, verbleibe es zwi
n
gend bei dieser Einschätzung
(
Urk.
38/23/119)
.
Ferner erwähnte
der Gutachter, dass seit einiger Zeit ein vorläufiger Endzustand erreicht sei (
Urk.
38/23/118) und stellte
den Schutz
des Beschwerdeführers
vor möglichen funktionellen Verschlechterungen in den Vordergrund, die sich etwa im Rahmen eines prothetischen Gelenkersatzes
bei zunehmender
Gonarthrose, infolge der Kombination von Spinalstenose L5/S1 und Beinlängendifferenz oder der arteriellen Durchblutungsstörung am linken Bein bei fortgesetztem Nikotina
busus einstellen könnte
n
(
Urk.
38/23/119 f.).
7.
7.1
Die
Befunde
und
Vorakten
wurden
im
Rahmen des
orthopädischen Teilgutachten
s
der MEDAS
G._
somit
eingehend gewürdigt, die medizinischen Zusam
menhänge verständlich aufgezeigt und die
gesundheitlich bedingten Einschrän
kungen
(vgl. E.
6
.3)
im Einklang mit den geklagten Beschwerden
(vgl. E.
6
.2)
überzeugend begründet
.
Darüber hinaus
spricht
sich das
othopädische
Gutachten -
wie es sich
für
ein Gutachten gehört, das
von der Invalidenversicherung
zwecks
Prüfung einer Neuanmeldung nach Bezug einer befristeten Rente
veranlasste wurde
, die analog zu den für die Rentenrevision geltenden Regeln
zu prüfen ist
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2015 vom 2
9.
September 2015 E. 3.2
und 8C_170/2017 vom 1
3.
Oktober 2017 E. 3.2
)
-
hinreichend
über Veränderun
gen seit der
letzten
orthopädischen
B
egutachtung
aus
.
Dr.
I._
kam
zum Schluss,
es liege
keine wesentliche Verschlechterung
des Gesundheitszustands vor
, sondern
es sei
eher
von
eine
r
leichte
n
Verbesserung
auszugehen
(vgl. E.
6
.1
und
6
.3
)
. Die Arbeitsfähigkeit
im Zusammenhang mit den orthopädischen Beschwerden
beurteilte er
inso
fern
abweichend
von
Dr.
H._
von der
B._
, als die bisherige Tätigkeit als Pizzakurier –
falls
mit einem Personenwagen mit Automatikgetriebe ausgeübt –
als angepasst
gelten könn
e
. Bei j
edoch
nur unwesentlich v
erändertem Gesundheitszustand
erachtet
e
er
sich
an die
im Vorgutachten
festgestellte volle
Arbeits
un
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit
gebunden
.
Mit anderen Worten wurde
von den beiden
Fachärzte
n
einzig das berufliche Stellenprofil
eines
Pizzakurier
s
d
ivergent
beurteilt;
Diskrepanzen
hinsichtlich des
noch zumutbare
n
Arbeitspensum
s
oder Belastungsprofil
s
sind in den beiden Gutachten
keine
auszumachen
.
7.
2
Die
verbesserte Situation bezü
glich des linken Beines
wurde von
Dr.
D._
bestätigt
, so dass
der die Beschwerdegegnerin beratende
Dr.
E._
bereits
in seiner Akten
beurteilung vom 1
5.
November 2018 (
Urk.
15/565-569)
betonte
, die Flexion im linken
Knie habe sich
von 60° auf 100° klar verbessert. Der
range
of
motion
(ROM) habe ohne gezielte Therapie gehalten werden können (
Urk.
15/567). Dass die
Ostetomie
an der
Tuberositas
konsolidiert sei und am Femur ein zunehmendes
Remodeling
stattgefunden habe, sei als erfreuliches Resultat bzw. Turnaround zu werten (
Urk.
15/566).
Zudem stellte
Dr.
E._
im Einklang mit dem späteren Begutachtungsergebnis
f
est
,
f
ür eine Tätigkeit, welche vorwiegend sitzend erbracht werde, bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/566) spätestens seit Ende März 201
8
(
Urk.
15/565).
Dr.
D._
hielt
im Bericht vom
3.
Mai 2018
zunächst
an seiner
bisherigen
Einschätzung
fest:
Die Arbeitsunfähigkeit wegen der Problematik im Bereich des linken distalen Oberschenkels/Kniegelenks
bestehe
weiterhin für ste
hende und gehende Tätigkeit sowie Tätigkeiten, bei denen Lasten herumgetra
gen werden müssten
. Eine rein sitzende Tätigkeit sei theoretisch zumindest teilweise möglich, wobei nach längerem Sitzen
retropatelläre
Schmerze
n bestünden und auch dort k
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben wäre (
Urk.
15/559). D
iesbe
züglich kann auf das in E.
5
.2 Ausgeführte verwiesen werden
. Dies muss umso mehr gelten, a
ls
Dr.
D._
i
n
der
vom Beschwerdeführer
erbetenen
Stellung
nahme vom 1
8.
März 2020
nun
gänzlich andere Einschränkungen im Zusam
menhang mit einer Verweistätigkeit vo
rbrachte: E
ine rein sitzende Tätigkeit sei aus Sicht des Femurs sicher möglich, dort kämen aber die Restbeschwerden seitens der HWS zum Tragen, was er nicht ausreichend beurteilen könne. Es werde schwierig sein, bei fehlender Ausbildung eine entsprechend
e
Tätigkeit zu finden (
Urk.
30/1).
7.3
Mangels
Relevanz im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
äusserte
sich
Dr.
I._
nicht
zur Dauer der Rekonvaleszenz
nach
d
er letzten Knieoperation vom 26.
September 201
7.
Er hielt
bloss
fest,
der vorläufige Endzustand sei seit
einiger Zeit erreicht (vgl. E. 6.4).
Dr.
D._
berichtete
am
1
6.
Januar 2018,
i
m Bereich der
Tuberositasosteotomie
zeige sich eine gewisse verzögerte Knochenheilung, sodass
ein noch
vorsichtiger Kraftaufbau
zu beginnen sei
. Aktuell sei vor allem ein muskuläres
Giving-way
bei deutlicher Hypo
trophie der
Quadrizepsmuskulatur
vorhanden. Der Schwer
punkt in der Physiotherapie
sei
nun auch auf den Kraftaufbau
zu legen
, sodass der Beschwerdeführer wieder möglichst stockfrei im Haus unterwegs sei und
ausser
Haus höchstens einen Gehstock benützen müss
e (Urk.
15/550).
Bereits im
Austrittsbericht
zur
kardiovasku
l
ären Rehabilitation
vom
13
. März 2018
wurd
e
notiert
, der Beschwerdeführer habe si
ch im 6-Minuten-Gehtest auf 270
m mit einer Unterarmgehstütze gesteigert und sei in
der
Lage, 30 Treppentritt
e
zu bewältigen (
Urk.
38/8/33
).
Am
2.
Mai 2018 hielt
Dr.
D._
fest
, es fehl
t
e
n
eine volle Belastbarkeit
und
ein ausreichender muskulärer Aufbau mit entsprechender muskulärer
Giving
-
way
-Symptomati
k
, was wohl
nicht mehr zu normalisieren sei. Geplant sei eine Metallentfernung
,
sobald die Knochenkonsolidation
dafür
ausreichend sei
, mit eventuell leicht verbesserter Klinik über dem lateralen Kniegelenkanteil. Eine Indikation
zur
Knietotalendoprothese
sehe er nicht, da das Gelenk
radiologisch und intraoperativ
unauffällig erscheine
und
dies
an der Problematik des vermin
derten Bewegungsumfanges und der diffusen Schmerz
en
nichts Wesentliches ändern würde
(
Urk.
15/559).
Am 2
8.
September 2018 berichtete er über eine
„
wenig veränderte Problematik
“ mit
diffuse
n
Schmerzen von wechselnder Inten
sität und Lokalisation
,
persistiere
nder
muskuläre
r
Giving
-
way
-Symptomatik,
unter Physiotherapie gut gehaltenem
Bewegungsumfang und
unregelmässiger
E
innahme von
Analgetika
,
vor allem Voltaren (vgl.
Urk.
15/592).
Dabei
blieb es
in den
Kontrollb
erichten
vom
1.
November 2018
(
Urk.
15/15/596
) und vom 2
9.
März 2019 (Urk.
38/8/24 f.
).
Dr.
E._
erörterte
a
m 1
5.
November
2018, e
s sei zu erwarten, dass sich die muskuläre Situation stetig verbessere, die uneingeschränkte Compliance und eine sechs- bis zwölfmonatige,
regelmässige
Medizinische Trainingstherapie
(MTT)
vorausgesetzt
.
Es bleibe allerdings eher unwahrscheinlich, dass
eine vollständige Normalisierung
der
ROM im Knie und
der
Muskelfunktion/-kraft je wieder erreicht werde. Dennoch sei der
Endzustand noch nicht erreicht
(
Urk.
15/566).
Eine leidensangepasste
(vorwiegend sitzende)
Tätigkeit aufgrund der
Trauma
folgen
am Femur sei spätestens ab Ende März 2018 vollumfänglich zumutbar (
Urk.
15/565).
7.4
Zusammenfassend
hatte
der Beschwerdeführer
bis Ende
März 2018
somit
wieder die Arbeitsfähigkeit und
in etwa die
Adaption an das
Beinleiden
erreicht
,
wie sie vor der
als Rückfall anerkannten
Knieoperation vom 2
6.
September 2017
bestan
den hatte.
Eine weitere Operation war
vorerst
nicht geplant und hätte
gemäss
Dr.
D._
zu keiner
Besserung der
relevanten
Symptomatik geführt.
Die Ärzte
rechneten
zwar noch
mit einer
Besserung der
muskulären Situation,
konkret
der
Giving
-
way
-Symptomatik
im Rahmen des
fortzuführenden
Kraftaufbaus
.
Eine
nennenswerte
Steig
erung der Arbeitsfähigkeit (
etwa
von vorwiegend sitzenden hin zu wechselbelastenden Tätigkeiten
, Möglichkeit im Stehen und Gehen Lasten zu heben oder tragen
) w
ar
jedoch
prognostisch
nicht
mehr zu
erwarten
(und ist retrospektiv
auch
nicht eingetreten).
Dabei
dürften auch die Trainingsmöglich
keiten des Beschwerdeführers aufgrund seiner schweren Herzerkrankung s
eit Januar 2018
ein
ge
schränkt
sein
(
zum
kardiologische
n
Zumutbarkeitsprofil,
Urk.
38/23/83).
Im Übrigen meldete
er
sich erst im Jahr 2019 erneut
zum Leis
tungsbezug
bei der Invalidenversicherung
an
(
Urk.
38/
2),
die
Eingliederungs
massnahmen
aufgrund seines
gesamten
Gesundheitszustandes umgehend ablehnte (
Urk.
38/10).
Der Fallabschluss per Ende März 2018 wurde vom Beschwerdeführer d
aher zu Recht nicht beanstandet.
Es gilt zudem weiterhin die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der
B._
. Diese überzeugt
auch hinsichtlich
der
festgestellten vollen
Arbeits
un
fähigkeit als Pizzakurier, zumal
diese Tätigkeit unter einem gewissen Zeitdruck ausgeübt wird
, das Tragen von unterschiedlich
grossen
Bestellungen voraussetzt
und schlicht nicht vorhersehbar ist, welche Gehstrecken und wie viele Trep
pen
stufen
an einem Tag jeweils zu bewältigen sein werden.
8.
8.1
U
nfallfremd und damit für die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin unbeachtlich ist die Herzinsuffizienz auf dem Boden einer schweren koronaren Herzkrankheit (vgl. bei vergleichbarem Sachverhalt Urteil des Bundesgerichts 8c_942/2015 vom 1
6.
Juli 2016 E. 4.2), welche die Arbeitsfähigkeit in einer sit
zenden Verweistätigkeit aus polydisziplinärer Sicht zusätzlich auf körperlich leicht belastende Arbeiten
– mittlerweile mit einer Leistungsfähigkeit von
noch
25
%
- einschränkt
(vgl.
Urk.
15/319
, 38/23/83 und 38/23/151
).
8.2
Als noch
ohne
Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit beurteilte
Dr.
H._
im Jahr 2016 den
chronischen Schulter-Nackenschmerz unter Bewegungsbelastung der HWS rechts
nuchal
betont mit/bei einem Status nach mit Knochennarben verheilter Fraktur des
7.
HWK, sogenannte Schifferfraktur als Abriss des Dorn
fortsatzes ohne
Hinterkantenbeteiligung
oder Versatz oder relevante Spinal
nerven oder Spinalkanalstenosen (
Urk.
15/328).
Die Beschwerdegegn
erin zog alsdann
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
bei, der in seiner Kausa
litätsbeurteilung vom
1.
Juni 2019 ausführlich und überzeugend darlegte, dass vom Beschwerdeführer bis im Jahr 2017 keine Beschwerden im Zusammenhang mit der ehemaligen Fraktur des HWK 7 erwähnt
worden seien
. Spätestens ab dem Jahr 2015 hätte die bandscheibenbedingte Erkrankung der HWS, auch im vom Unfall nicht betroffenen Segment C5/6
,
zweifellos im Vordergrund gestanden. Zwischen der bandscheibenbedingten Erkrankung und der Fraktur des
Processus
sp
i
nosus
HWK 7 bestehe kein Zusammenhang (
vgl.
Urk.
15/599
f).
Dies wurde von
Dr.
I._
im ak
tu
ellen Gutachten bestätigt,
bezeichnete
er doch
die degenerativen Veränderungen in verschiedenen Bereichen der Wirbelsäule wie auch die
vorbestehende
Hemisacralisation
ausdrücklich nicht als unfall
bedingt (
Urk.
38/23/114 und 38/23/117)
.
Ebenso
berichtete
der
Hausarzt des Beschwerdeführers
a
m
9.
April 2019
explizit
über
degenerative
Verände
rungen der ganzen Wirbelsäule
(
Urk.
3
8/8/4).
Es ist nicht ersichtlich und wurde vom Beschwerdeführer nicht substantiiert, inwiefern in den einhelligen medizinischen Bericht
en wesentliche
Aspekte über
sehen wurden,
di
e einer weiteren Abklärung der HWS-Beschwerden im Zusam
menhang mit der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bedürften.
Es sind keine Komplikationen im Zusammenhang mit der
Schipperfraktur
bekannt.
8.3
Im Rahmen der Begutachtung der MEDAS
G._
wurde
zudem
eine psy
chiatrische Exploration durchgeführt. Der Beschwerdeführer gab an, seit
dem Jahr
2016 alle zwei bis drei Wochen die Psychologin
lic
. phil.
J._
aufzusuchen. Die wichtigsten Themen seien sein
«
Stress
»
und seine
«
Nervosität
»
. Auch den Unfall hätten sie abgehandelt, was sehr wohltuend gewesen sei. Aktuell belaste ihn dieser nicht mehr, er habe eher Angst vor einem neuen Herzinfarkt. Diese Angst sei aber nicht so stark, dass sie ihn stark einschränke. Mit Hilfe der Therapeutin könne er diese gut aushalten und damit umgehen
(
Urk.
38/23/86 f.)
.
Der begutachtende Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
K._
,
führt
e
aus
, die psychologische Behandlung habe eine
n
sup
portiven
Charakter.
Eine Parallelbehandlung
mit einem
schmerzmodulierende
n
Antide
pressivum oder
mittels einer Schmerztherapie
sei nie erfolgt.
Eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43) und er
st
recht eine somato
forme Schmerzstörung (ICD-10: F45) könn
ten
nicht diagnostiziert werden. Weder aus der Anamnese noch aus der Aktenlage seien Beschwerden im Einklang mit diesen gestellten Diagnosen
eruierbar
. Kein Psychostatus in den
Vorakten
beschreibe eine solche Störung. Der Beschwerdeführer sei no
ch nie stationär psy
chiatrisch
oder psychopharmakologisch über längere Zeit behandelt worden
. Eine Psychologin könne solche Diagnosen auch nicht «rechtsgültig» erheben (
Urk.
38/2
3
/95). Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht eingeschränkt (
Urk.
38/23/99). Für die Diagnose einer Anpassungsstörung mit kurzer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.20), aktuell remittiert, spräche das Eintreten der Störung nach dem Herzinfarkt im Februar 2018, was als entscheidende Lebensveränderung und belastendes Lebensereignis angesehen werde. Die Symptome hätten nicht länger als sechs Monate gedauert. Aktuell sei weder die depressive Symptomatik noch die Angst genügend stark vorhanden, um einzeln kodiert zu werden (
Urk.
38/23/94).
Dieser umfassenden und überzeugenden Würdigung der eigen
s erhobenen
Befunde,
der
subjektiven Angaben
und
der
Berich
te der behandelnden Psycholo
gin
durch den Gutachter
bleibt
nichts anzufügen. Die
vom Hausarzt mitunter
zeichneten
Berichte
von
lic
. phil.
J._
(
vgl.
Urk.
15/442 und 15/576 f.)
entbeh
ren
eines
(fachärztlich erhobenen) psychopathologischen
Befund
es
und e
rschei
nen aufgrund der suggestiven
Sachverhalts
darstellung
(
etwa
betreffend den Roll
st
uhl,
den
Beizug
von
Prof
.
C._
und
die
Pflegebedürftigkeit
)
sowie der Mitwürdigung von Beschwerden ausserhalb des eigenen Fachgebietes
nicht
objektiv.
Weder ist ein
Zusammenhang zwischen dem Unfall und
der
psychischen
Beeinträchtigung
, die
nach
dem ersten Herzinfarkt behandelt wurde,
überwiegend wahrscheinlich,
noch
lässt sich schlüssig eine psychische Störung mit Krankheits
wert
b
egründen
.
Darüber hinaus
sind
die therapeutischen Möglichkeiten
sowohl hinsichtlich des Schmerzgeschehens als auch hinsichtlich einer psychischen Stö
rung
bei weitem nicht
ausgeschöpft, was
einen erheblichen Leidensdruck in Frage stellt.
9.
9.1
Die dem Beschwerdeführer nach der
Femurtrümmerfraktur
verbliebene medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus dem orthopädischen Teilgut
achten der
B._
ergibt und sowohl nach Abschluss des Grund- wie auch des Rückfalls bestand bzw. besteht, ist e
ntgegen
seiner
Auffas
sung auf dem in Betracht zu ziehenden, theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2)
verwertbar.
Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten, die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktions
einheiten sowie Sortierarbeiten, die
gemäss Rechtsprechung
auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt auch vorwiegend sitzend
und nicht mit
körperlicher Anstrengung
angeboten werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_641/2015 vom 1
2.
Januar 2016 E. 3.3).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür
den (U
rteil des Bundesgerichts 8C_673/2012 vom 1
6.
Mai 2013 E. 4.3
).
Der Beschwerdeführer legte
selbst
dar
(
Urk.
1
Ziff.
III.2.9)
,
unter welchen Vorausset
zungen nicht mehr von einer
Arbeitsgelegenheit
gesprochen werden
kann
(vgl.
auch
statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Dass
diese
im konkreten Fall erfüllt sind,
ist weder
darge
tan noch ersichtlich
, zumal für d
ie Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
nur
die verbliebenen Unfallfolgen
zu berücksichtigen
sind.
G
emäss Bundesgericht
gibt es
in Industrie und Gewerbe verschiedene einfache Hilfstätigkeiten, die leicht sind und vorwie
gend sitzend ausgeübt werden
, wobei die Beschränkung auf bloss körperlich leichte
Arbeiten
beim Beschwerdeführer unfallfremd ist.
Er kann
vollzeitig arbei
ten
und
benötigt k
ein
nennenswertes Entgegenkommen des Arbeitgebers, etwa einen erhöhten O
rganisationsaufwand wegen
zusätzliche
r
Pausen
oder einer spe
ziellen Vorrichtung für das Bein (vg
l.
auch
vorerwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_673/2012 E. 4.3).
9.2
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das
die versicherte Person
nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage
eines
Tabellenlohn
s
ermittelt,
kann gegebenenfalls mit einem Abzug der
Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinde
rung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die L
ohnhöhe haben können (BGE 124 V
321 E. 3b/
aa
).
Der Abzug
ist im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
9.3
Das
Valideneinkommen
beträgt nach Darstellung der
Beschwerdegegnerin
Fr.
50‘487.--. Dazu erläuterte sie in der Verfügung vom 2
5.
April 2017
,
dieses basiere auf dem Tabellenlohn
für Männer
gemäss
der Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) für das Jahr 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level,
Gastgewerbe, Kompetenzniveau 1, zumal das tatsächliche Einkommen beim Pizzakurierdienst unterdurchschnittlich gewesen sei (
Urk.
15/438). Im angefochtenen Entscheid
bezifferte
sie
das von der Invaliden
versicherung berechnete effektive
Einkommen
mit
Fr.
47'778.--
.
Das Invaliden
einkommen setzte
sie
a
nhand
derselben Tabelle, aber gestützt auf den Zentralwert für Männer im Kompetenzniveau 2
von
Fr.
5‘660
.-- und
unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzugs von 10
%
auf
Fr.
63‘725.95 fest
mit der Begrün
dung, dem Beschwerdeführer seien keine Arbeiten körperlicher Natur
mehr z
umutbar (
Urk.
2
Ziff.
12). Dies wurde
vom Beschwerdeführer vorab unter Hin
weis auf seinen Lebenslauf und seine Fähigkeiten bestritten (vgl. E. 2.2).
Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen ange
stammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von K
ompetenzniveau 2
nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018
vom 1
4.
Juni 2018
E. 4.2.2
mit Hinweis
).
Solche werden von der Beschwerdegegnerin nicht dargetan, die selbst darauf hinweist, dass der Beschwerdeführer über keine abgeschlossene Berufslehre verfüge
,
als Maurer, in einer Transportfirma und zuletzt als Pizzakurier gearbeitet habe und ein Auto mit Automatikgetriebe fahren könne, was dazu führe, dass das Kompetenzniveau 1 heranzuziehen
wäre
(
Urk.
2
Ziff.
12
; vgl. auch
Urk.
38/23/61 f. und 15/355
).
Im Übrigen
erscheint es
widersprüchlich, wenn
die Beschwerdegegnerin die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 postuliert, bei
der Frage des Tabellenlohn
abzugs de
n Faktoren
Alter
, fehlende Ausbildung und sprachliche Schwierigkeiten
aber
keine Bedeutung
be
i
misst
mit der Begründung,
diese stünden einer
«
Hilfstä
tigkeit
»
nicht entgegen respektive
«Hilfstätigkeit
en
»
würden
auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
(
Urk.
14
Art.
5).
Gl
eiches gilt für den Hinweis, dass Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten sowie die Bedienung von Maschinen keiner besonderen Qualifikation unterliegen würden (
Urk.
2
Ziff.
III.12
)
, fallen sie damit doch gerade nicht ins Komp
e
tenz
niveau
2.
Mangelnde
Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind letzt
lich nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenz
niveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Ist
also dem
Beschwerdeführer ohne Berufsausbildung
und
mit
eingeschränkten Deutschkenntnissen
die zuletzt ausgeübte Hilfstätigkeit
als Pizzakurier
nicht mehr zumutbar
,
hat er auch früher nur unselbständige
(teils körperlich schwere)
Hilfs
tätigkeiten verrichtet
und sind ihm
unfallbedingt
weiterhin
körperlich
e
Hilfsar
beiten, wenn auch nur im Sitzen,
möglich
,
is
t das Invalideneinkommen auf Grundlage des
statistischen Tabellenlohn
s
des Kompetenzniveaus 1 zu ermitteln (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom
5.
Mai 2020 E. 7.3
[Gewichtslimit von 1 kg] und die in E. 9.1 aufgezählten Verweistätigkeiten).
9.4
Für den Einkommensver
gleich
sind
die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen
praxisgemäss bis zum
Einspracheentscheid
zu berück
sichtigen sind. Insbesondere ist jeweils auf die bei seinem Erlass aktuellste LSE abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2020 vom 1
3.
Mai 2020 E. 6.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 143 V 4.1.2 und 4.1.3).
Für das Invalideneinkommen
ist deshalb auf das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Arbeitskräfte (LSE 2016, TOTAL in der Tabelle TA1_tirage_skill_level) im Kompetenzniveau 1 von Fr. 5'340.-- abzustellen. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018, A-S 01-96) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei Männern bis ins Jahr 2018 (Indexstand 2239 [2016] auf 2260 [2018]; vgl. BFS, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, Nominallöhne, Männer) resul
tiert ein Jahreseinkommen von
Fr.
67‘430.-- (
=
Fr. 5'340.-- x
12 : 40 x 41,7
: 2239 x 2260).
Wird das
Valideneinkommen
auf zeitidentischer Basis erhoben und
zugunsten des Beschwerdeführers
anhand des
üb
er dem effektiven Lohn liegenden
Tabel
lenlohn
es
für Männer gemäss
LSE 2016, TA1_tirage_skill_level, Gastgewerbe, Kompetenzniveau
1
von
Fr.
3‘935.-- festgesetzt, so ergibt sich unter
Berücksich
tigung der
im Gastgewerbe geltenden
durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von
42,4
Stunden pro Woche (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018, A-S 01-96) und
der obgenannten
Nominallohnentwicklung ein Jahreseinkommen von
Fr.
50‘523
.-- (= Fr.
3‘935.
-- x 12 : 40 x
42,4
: 2239 x 2260).
Eine
Erwerbseinbusse
und damit ein Rentenanspruch sind
somit
zu verneinen
, ohne dass es einer näheren Prüfung der
erfolgte
n
Einkommensparalle
l
isierung
(vgl. BGE 135 V 297)
oder
des
leidensbedingten
Abzug
s
bedürfte
.
Ein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad
wäre
in Anbetracht der berechneten Vergleichsein
kommen
selbst bei einem maximalen leidensbedingten Abzug von 25
%
nicht gegeben. Im Übrigen v
ermögen nach der Rechtsprechung im Kompetenzniveau
1 weder die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2 in
fine
)
, noch die Einschränkung auf eine sitzende
Tätigkeit
mit der
Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswech
seln (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom
3.
September 2012 E. 8)
oder das Alter
(vgl. vorerwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_227/2018
E. 4.2.3.4) e
inen
massgeblichen Tabellenlohnabzug zu begründen.
10.
10.1
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Integritäts
entschädigung.
Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richt
linien des Anhanges 3
zur UVV
.
Darin
hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessen
den Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach
dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschä
den, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Ent
schädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfä
higkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädi
gung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
10.
2
Die Beschwerdegegnerin hielt i
n der Verfügung vom 2
5.
April 2017
fest
,
gemäss
UVG-Skala der Integritätsentschädigung (Anhang 3 UVV und unter Berücksich
tigung der
massgebenden
Tabellen der Suva) betrage der Integritätsschaden
gemäss
dem medizinischen Dienst 40
%
(
Urk.
15/437). Im
Einspracheentscheid
führte sie aus
, nach heutigem Stand ergebe sich nach Rückfrage beim beratenden
Dr.
E._
wegen der Kniebeweglichkeit von 0 – 90° eine
Integritätseinbusse
von noch 10
%
.
In den Berichten
(
v
on
Dr.
D._
)
werde gar eine
nicht entschä
digungspflichtige
Kniebeweglichkeit von 100°
angegeben
(
Urk.
2
Ziff.
III.13)
. In
ihren Eingaben
betonte sie
,
eine Integritätsentschädigung von 10
%
sei aner
kannt, obwohl angesichts der Kniebeweglichkeit und bei erstaunlich wenig Arthrose nach der Suva-Tabelle 2 keine Entschädigungspflicht best
ünde
(
Urk.
14
Art.
6;
Urk.
23
Art.
5;
Urk.
2
Ziff.
III.9 f.).
Der Beschwerdeführer wendete – wie in E. 2.2 dargelegt – ein, dass sich die Ope
rationen auf die Funktionsfähigkeit des Knies ausgewirkt hätten (etwa eine
Givi
ng
-
way
-Symptomatik), eine
Pseud
arthrose
bestehe
und eine Prothese erfor
derlich sein werde. Gemäss der Suva-Tabelle 6 sei bei einer schweren Gelenkin
stabilität eine Entschädigung von 20 bis 30
%
geschuldet. Noch offen sei die Abklärung der Arthrose (
Urk.
1 S. 11;
Urk.
23
Ziff.
7 f.).
Die von ihm ferner geltend gemachten
HWS- und psychischen Beschwerden
sind, wie bereits in E. 8 erörtert, unfallfremd und daher ausser Acht zu lassen.
10.3
In den Akten findet sich eine E-Mail
der Sachbearbeiterin
vom 22.
März 2019, in welcher
sie
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mitteilte, im Bericht fehle [mit Bezug auf die ursprünglich postulier
te
höhere Integritätseinbusse] im Dossier tatsächlich der Bericht des damaligen beratenden Arztes. Infolgedessen habe man Kontakt mit dem beratenden Arzt aufgenommen, der zu folgenden Schlussfolge
rungen
gekommen sei
:
In einem viel früheren Zeitpunkt sei man aufgrund der damaligen Aktenlage davon ausgegangen, dass sich in der Zukunft eine
Pango
n
arthrose
entwick
eln
werde, die gemäss Tabelle 5 mit 40
%
veranschlagt werde. Dies sei der höchst
mögliche Ansatz gemäss
jener
Tabelle
. Nur wenn ein Bein ganz fehle, gebe es eine höhere Entschädigung von 50
%
. Es sei deshalb irrelevant, dass der Bericht des damaligen Arztes hierzu fehle.
Zwischenzeitlich sei der Beschwerdef
ührer operiert worden und die Beurteilung der Integritätsentschädigung müsse auf
grund des Verlaufs revidiert werden. Die intraartikuläre Fraktur habe kongruent rekonstruiert werden können. Es bestehe keine Achsenabweichung. Eine prothe
tische Versorgung sei (noch) nicht angezeigt. Es bestehe erstaunlich wenig Arthrose. Im Umkehrschluss heisse das, die Arthrose sei noch nicht fortgeschrit
ten; es resultiere damit keine Integritätsentschädigung gemäss Tabelle
5.
Eine Kniebeweglichkeit von 0 bis 90° ergäbe gemäss Tabelle 2 eine Integritätsentschä
digung von 10
%
. Gemäss den medizinischen Akten bestehe
aber
eine
Kniebe
weglichkeit
von 100 ° (Berichte vom 1
6.
Januar, 2
6.
März und
2.
Mai 2018).
Die Sachbearbeiterin fügte im E-Mail
an, nachdem nur eine mündliche Beurtei
lung vorliege, sei man gerne bereit, noch ein Aktengutachten zu machen. Allen
falls bestehe ein Substrat für eine vergleichsweise Einigung (
Urk.
15/574).
10.4
Die
Beurteilung des Integritätsschadens
beruht
jeweils auf dem medizinischen Befund. In einem ersten Schritt fällt es daher dem Arzt zu, sich unter Einbezug der in Anhang 3 der UVV und gegebenenfalls in den SUVA-Tabellen aufgeführ
ten Integritätsschäden dazu zu
äussern
, ob und inwieweit ein Schaden vorliegt, welcher dem Typus von Verordnung, Anhang oder Weisung entspricht. Verwal
tung und Gericht obliegt es danach, gestützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vorzunehmen, ob ein Integritätsschaden gegeben ist, ob die
Erheblichkeitsschwelle
erreicht ist und, bejahendenfalls, welches
Ausmass
die erhebliche Schädigung angenommen hat. Gelangt der Rechtsanwender im Rahmen der freien Beweiswürdigung zur Auffassung, es lägen keine schlüssigen medizinischen Angaben zum Vorliegen eines Integritätsschadens vor, bedingt dies
regelmässig
Aktenergänzungen in medizinischer Hinsicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_826/2012 vom 2
8.
Mai 2013 E. 2.4 mit diversen Hinweisen).
Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung
einzig
aufgrund der aktenkun
digen Diagnosen selbst vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraus
setzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_659/2011 vom
6.
März 2012 E. 3.3).
10.5
Die
E-Mail der Sachbearbeiterin, in der diese ein Telefongespräch mit einem nicht näher bezeichneten Arzt (
gemäss
Einspracheentscheid
war es
Dr.
E._
) wie
derg
ab
,
ist augenscheinlich keine beweistaugliche medizinische Grundlage für die
abschliessende
Beurteilung
des Anspruchs auf
Integritätsentschädigung.
Im
Gutachten der
B._
wurde
auf eine Beurteilung der Integritätsentschädigung
explizit
verzichtet mit dem Hinweis, der funktionelle Endzustand sollte wie üblich frühestens drei Jahre nach dem Unfall festgestellt werden (
Urk.
15/317).
Festgehalten wurde damals
aber
zumindest
, die
Beugung des linken Knies über 60° sei nicht mögl
ich (
Urk.
15/327), die Fraktur
verheile in Fehlstellung (
Valgus
und Verkürzung)
und es habe sich
übersichtssonographisch
eine posttraumatische Kniegelenkarthrose G
rad III-
IV auf der
Kellgren
-Lawrence-Skala entwickelt
; e
s seien die Versch
mälerung des Gelenkspalte
s,
subchondrale
Verdichtungszonen und
osteophytäre
Randanbau
t
en erkennbar (
Urk.
15/325). In
der Begutachtung
der MEDAS
G._
wurde
n
eine
begrenzte Belastbarkeit
,
eine leichte Fehlstellung (Verkürzung von ca. 1,5 cm
und
leich
ter
Varus
)
, eine
beginnende
Gonarthrose
und eine erhebliche
Femoropatell
ararthrose
, eine
Quadrizepsatro
p
h
ie
sowie Schmerzen im Zusammenhang mit ausgedehnten Weichteilschäden und verminderter Durchblutung des distalen Oberschenkels
festgestellt
(
Urk.
38/23/112 f. und 38/23/118)
.
Nach eigenen Angaben kann der Beschwerdeführer ohne
Hilfsmittel
nur noch kürzere Strecken, mit
Hilfsmittel
ca. eine halbe Stunde und
auch
nur
langsam gehen (
Urk.
38/23/107)
, wobei der Ausgleich durch ein Hilfsmittel für die Beur
teilung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung unerheblich ist (vgl. BGE 115 V 147).
10.6
Aufgrund
der gutachterlichen Feststellungen
, insbesondere der
Arthrosebefunde
(vgl.
Tabelle 5
der Suva betreffend Inte
gritätsschaden bei Arthrosen
, Position
Femoropatellar
-Arthrose
), besteht kein Grund zur Annahme, die zugesprochene Entschädigung bei einer
Integritätseinbusse
von 10
%
lasse sich
nicht zumindest in diesem Umfang
bestätigen. Offen ist lediglich, ob
ein darüberhinausgehender Entschädigungsanspruch besteht
. Dessen war sich auch die Beschwerdegegnerin bewusst,
die
in der besagten E-Mail
neben einer
grundsätzlich beweisgeeignete
n
Aktenbeurteilung auch Vergleichsgespräche anbot.
Nachdem letztere offensicht
lich scheiterten, ist
die Sache zur Abklärung eines
über die zugesprochene
Integritätsentschädigung aufgrund einer
Einbusse
von 10
%
hinausgehenden
Anspruchs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
.
Gemäss
Art.
36
Abs.
4 UVV sind
im Übrigen auch
voraussehbare Verschlimme
rungen des Integritätsschadens
angemessen zu berücksichtigen. Revisionen der Integritätsentschädigung sind nur im Ausnahmefall
möglich, wenn die Verschlimmerung insbesondere nicht voraussehbar war. Eine voraussehbare
Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritäts
entschädigung eine
Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch ge
schätzt werden kann. Die
blosse
Möglichkeit einer Verschlimme
rung des Integritätsschadens genügt hingegen nicht. Diese Prognose im Sinne einer fallbezogenen medizinischen Beurteilung
über die voraussichtliche künftige Entwicklung der Gesundheitsbeein
trächtigung ist, genauso wie die
Beurteilung der einzelnen Integritätsschäden an
sich
, eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013 E. 3.4.1)
.
11.
Zusammenfassend
ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneinte,
zumal
er
in angepassten Tätigkeiten
ein
rentenauschliessendes
Einkommen erzielen
könnte
. Hinsichtlich der Integritätsentschädigung ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Entschädigung bei einer
Integritätseinbusse
von mindestens 10
%
, wie
sie
anerkannt und
bereits
anhand der
Arthrosebefunde
sowie im Lichte von
Art.
36
Abs.
4 UVV
nachvollziehbar
ist
,
hat
. Ergänzend hat
die Beschwer
degegnerin mittels beweistauglicher fachärztliche
r
Beurteilung abzuklären,
ob dem Beschwerdeführer aufgrund der
unfallbedingt eingeschränkte
n
Gebrauchs
fähigkeit des linken Beines
allenfalls eine 10
%
übersteigende Int
egritätsentschä
digung zusteht. In diesem Sinne ist die
Beschwerde teilweise
gutzuheissen
.
12.
12.1
Das vorliegende Verfahren ist nach
Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG
in Verbindung mit § 34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person
alsdann
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen.
12.2
Nach der in Rentenangelegenheiten ergangenen Rechtsprechung rechtfertigt dort, wo das Quantitative einer Leistung streitig ist, eine "
Überklagung
" eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das
ziffernmässig
bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat
(Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5).
Vorliegend
obsiegt der Beschwerdeführer in Bezug auf die Inte
gritätsentschädigung
und unterliegt
hinsichtlich
des
Rentenanspr
uchs.
Die Ansprüche bedingten gemeinsam die Überprüfung des
Fallabschluss
es
sowie die Feststellung des medizinischen Sachverhalts,
einschliesslich
der Unfallkausalität
. Der
spezifisch für
die Rentenprüfung
angefallene Prozessaufwand (
Überprüfung der Arbeitsfähigkeit und
Vergleichseinkommen
) ist
indessen
deutlich höher als derjenige für die Integritätsentschädigung (
im Wesentlichen Rückweisung man
gels
Entscheidgrundlagen
)
.
Das
Obsiegen des Beschwerdeführers ist
daher mit einem Drittel zu veranschlagen
.
12.3
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin
Herenda
,
macht
e
mit Honorarnote vom
2
0.
Dezember
2020
(
Urk.
46
/1
) unter Bei
lage einer detaillierten Aufstellung (
Urk.
4
6/2
)
einen Aufwand von
45.33
Stunden à Fr.
220.-- zzgl.
Fr.
216.
--
für Druck/Kopien
,
Fr.
66.60 für Portokosten
und 7.7
%
MWST geltend, insgesamt einen Betrag von
Fr.
11‘045.6
4
.
Angesichts der um
fangreichen Akten sowie der Eingaben der Gegenseite
nicht zu beanstanden ist der
geltend gemachte
Aufwand von 6 Stunden
f
ür das
„
Akten
studium
“
(Pos. 0.2, 1.6, und 3.5
der Aufstellung)
. Deutlich
überhöht
ist indessen der
allein für das Verfassen der
Beschwerde veranschlagte Aufwand von 18 Stun
den
(Pos. 0.3 und 04 der Aufstellung)
. Neben dem u
nstrittigen Sachverhalt und gängiger
Rechtsprechung
wurde im Wesentlichen auf die
Beurteilungen
von
Dr.
D._
(
retropatelläre
r
Schmerzen
, Zuwarten mit der letzten Operation
) und
lic
. phil.
J._
(
unfallkausale
psychische
Beschwerden
)
sowie die Notwendigkeit
einer
umfassenden Würdigung der
Integritätseinbusse
hingewiesen.
In Anbe
tracht dessen
rechtfertigt sich
für das Erstellen dieser Rechtsschrift
maximal ein Aufwand von
5
Stunden.
Der geltend gemachte Aufwand von 6 Stunden für die Replik
(Pos. 1.6 der Aufstellung)
ist auf
2
Stunden
zu reduzieren, zumal die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort im Vergleich zum angefochtenen Entscheid kaum Neues vorbrachte.
Ebenso ist d
er
Aufwand für die
nur
kurzen Stellungnahmen vom
1.
April 2020 und
2.
November 2020 von insgesamt 5
Stunden (Pos. 2.7 und 3.6 der Aufstellung)
auf
insgesamt
3 S
tunden zu kürzen.
Des Weiteren ist ein Rechtsvertreter
zwar
verpflichtet, Instruktionen bei seinem Mandanten einzuholen und diesen über das Verfahren zu informieren. Der hierfür veranschlagte Gesamtaufwand von
5.66
Stunden
mit zahlreichen Kontakten
(Pos. 0.1, 0.5, 0.6, 0.8, 0.9, 1.0, 1.2, 2.0, 2.1, 2.3, 2.4, 2.8
, 3.6 und 3.7 der Aufstellung)
ist jedoch nicht zu erklären, zumal im Laufe des Prozesses von durchschnittlicher Dauer keine relevanten neuen Erkenntnisse gewonnen wurden und keine Partei ihre Argumentation änderte.
Mehr als 3 Stunden
, um sich vom Beschwerdeführer instruieren zu lassen und diesen auf dem Laufenden zu halten,
lassen sich deshalb nicht begründen. Es bleibt
abschliessend
darauf hinzuweisen, dass bereits zahl
reiche und aktuelle Berichte der Behandlungspersonen aktenkundig waren, die keinen Anlass zur Einholung präzisierender Auskünfte gaben. Solange die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht wahrnimmt (
Art.
4
3
Abs.
1
ATSG), besteht kein Grund
vom
Beschwerdeführer zusätzlich veranlasste Stellungnah
men seiner Ärzte zu entschädigen
. Dies gilt entsprechend für die mit den Behand
lungspersonen geführte Korrespondenz im Umfang von 1
.
66 Stunden
(Pos. 1.7, 1.8, 2.2, 2.5 und 2.6 der Aufstellung)
.
Die
im Vergleich zu den vorgenannten Positionen
geringfügigen übrigen Aufwendungen stehen soweit ersichtlich im Zusammenhang mit dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
vertretung, Fristerstreckungsgesuchen und
effektiven Barauslagen und können
berücksichtig
t werden
.
Davon ausgenommen sind die Pos. 3.0-3.2 der Aufstel
lung, zumal nicht ersichtlich ist, inwiefern ein gemeinsames Schreiben an die involvierten Sozialversicherungsträger im Zusammenhang mit der nachfolgen
den und letzten Stellungnahme vom 2. November 2020 stehen könnte.
12.4
Bei einem zu berücksichtigenden Aufwand von 21.26 Stunden à
Fr.
220.-- würde
eine volle Prozessentschädigung
demnach
aufgerundet
Fr.
5‘400
.-- (inkl. Baraus
lagen und MWST) betragen
.
D
ie Beschwerdegegnerin
ist de
sh
alb
zu verpflichten,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine reduzierte Prozessentschädigung
von Fr.
1
‘
800
.– zu
bezahlen. Ergänzend ist die unentgelt
liche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers für ihren Aufwand mit
Fr.
3‘600
.-
- aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Entschädigung
seiner
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
aus der Gerichtskasse von Fr.
3‘600
.-- ver
pflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.