Decision ID: ea312ab3-54f1-4c7b-950e-2d1a6dc4a9fb
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Vaterschaft
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 5. August 2014 (FK120014-I)
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Rechtsbegehren:
"Es sei festzustellen, dass der Kläger nicht der Vater des Beklagten 2 ist und es sei das Kindsverhältnis zwischen dem Kläger und dem  2 rückwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt aufzuheben. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % ) zulasten der Beklagten."
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am  Uster vom 5. August 2014:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.– die weiteren Kosten betragen:
Fr. 975.– Übersetzungen.
3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt, jedoch zufolge der ihm
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen. Der Kläger wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
Art. 123 ZPO hingewiesen.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Be-
klagten 1 (Rechtsanwältin lic. iur. Y._) eine Parteientschädigung von Fr.
4'000.– zu bezahlen.
5. Der Kläger wird verpflichtet, dem Kanton Zürich, vertreten durch das Amt für
Jugend und Berufsberatung Region ..., für die Vertretung des Beklagten 2
eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.– zu bezahlen.
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6. (Mitteilungssatz)
7. (Rechtsmittelbelehrung)
Berufungs- und Anschlussberufungsanträge:
des Klägers, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 80 S. 2, sinngemäss):
1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben (Dispositiv Ziffern 1 bis 5).
2. Es sei festzustellen, dass der Kläger nicht der Vater des  2 sei, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung der , ob zwischen dem Kläger und dem Beklagten 2 ein  bestehe, an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zugunsten des Klägers festzulegen.
4. Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein  Rechtsbeistand beizugeben.
der Beklagten 1, Berufungsbeklagten 1 und Anschlussberufungsklägerin (Urk. 90 S. 2):
"Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des .
Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person der Unterzeichnenden eine  Rechtsbeiständin beizugeben, wobei die Entschädigung der Rechtsbeiständin inkl. MWSt zu entrichten sei, eventualiter der  1."
Anschlussberufung:
"Der Kläger sei zu verpflichten, der Unterzeichnenden als  Rechtsbeiständin der Beklagten 1 – eventualiter der Beklagten 1 – eine Parteientschädigung von CHF 8'500.– zuzüglich MWST zu ."
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des Beklagten 2 und Berufungsbeklagten 2 (Urk. 87 S. 2):
"1. Die Berufung sei abzuweisen. 2. Eventualiter sei das Beweisverfahren durch die Berufungsinstanz
selber zu ergänzen oder die Sache sei zur Neubeurteilung bzw. Ergänzung des Beweisverfahrens an die Vorinstanz .
3. Dem Kläger sei keine Wiederherstellung der Frist zu gewähren. 4. Eventualiter (für den Fall, dass die Berufungsinstanz die Einhal-
tung der Klagefrist bejaht);
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Klage Opposition , bis nicht mittels DNA-Gutachtens die Nichtvaterschaft des Klägers rechtsgenügend erwiesen ist.
5. Dem Beklagten 2 seien in keinem Fall die Kosten- und  aufzuerlegen.
6. Eventualiter: Dem Beklagten 2 sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Person des Unterzeichneten ein  Rechtsvertreter zu bestellen.
7. Eine allfällig dem Beklagten 2 zustehende Prozessentschädigung sei dem Amt für Jugend und Berufsberatung, Region ..., welches den Beklagten 2 im vorliegenden Verfahren vertritt, .
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des ."

Erwägungen:
A. Sachverhaltsüberblick / Prozessgeschichte
1. Der Kläger und Berufungskläger (nachfolgend Kläger) und die Beklagte 1
und Berufungsbeklagte 1 (nachfolgend Beklagte 1) sind seit dem tt. Mai 2009 mit-
einander verheiratet. Am tt. November 2010 und somit während dieser Ehe gebar
die Beklagte 1 den Beklagten 2 und Berufungsbeklagten 2 (nachfolgend Beklagter
2), der gemäss gesetzlicher Bestimmung vermutungsweise als Kind des Klägers
gilt. Mit Eingabe vom 4. Juni 2012 reichte der Kläger bei der Vorinstanz eine Kla-
ge auf Anfechtung der Vaterschaft ein. Umstritten ist vorliegend, ob der Kläger die
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Klage binnen Jahresfrist seit Kenntnis seiner Nichtvaterschaft eingereicht hat und
damit die einjährige relative Verwirkungsfrist gemäss Art. 256c Abs. 1 ZGB einge-
halten wurde. Während die beklagten Parteien 1 und 2 die Verwirkung dieser Frist
geltend machen (Urk. 15 S. 4 und 6; Urk. 68 S. 7; Urk. 14 S. 2; Urk. 22 S. 3), ver-
tritt der Kläger den Standpunkt, dass diese Frist bei Klageeinreichung nicht ver-
wirkt gewesen sei (Urk. 1 S. 5; Prot. I S. 7).
2. Nach Durchführung eines Schriftenwechsels (Urk. 14 und 15) wurden die
Parteien auf den 11. Dezember 2012 zur Instruktionsverhandlung sowie zur Rep-
lik, Duplik und zur persönlichen Befragung zu den Gesuchen um unentgeltliche
Rechtspflege vorgeladen (Urk. 17). Im Anschluss an die Stellungnahme zu den
Noven in den Duplikvorträgen (Urk. 32) wurde über die Frage der rechtzeitigen
Klageerhebung ein Beweisverfahren durchgeführt, wobei sich dieses in der Par-
teibefragung des Klägers und der Beklagten 1 erschöpfte, obwohl gemäss Be-
weisverfügung vom 28. August 2013 (Urk. 35) und Ergänzungsverfügung vom
20. November 2013 (Urk. 45) als Beweismittel fünf Zeugen, die Parteibefragung
des Klägers und der Beklagten 1 sowie diverse Urkunden (Urk. 21/2, 23/1+3,
25/1-3, 41, 43/1-4) abgenommen wurden. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2013
liess der Kläger weitere Beweisanträge stellen (Urk. 49). So beantragte er, die
Beklagte 1 zur Edition des Schwangerschaftspasses zu verpflichten, und ersuchte
um Anberaumung einer weiteren Beweisverhandlung, um der Beklagten 1 zusätz-
liche Ergänzungsfragen zu stellen (Urk. 49). Am 5. Februar 2014 hätte die Zeu-
geneinvernahme des Zeugen E._ erfolgen sollen. Diese Einvernahme konnte
allerdings nicht durchgeführt werden. Gemäss Sachdarstellung der Vorinstanz ist
der genannte Zeuge unentschuldigt nicht erschienen (Prot. I S. 34). Allerdings fin-
det sich in den Akten kein Beleg, dass dem Zeugen Nr. 5, E._, die Vorladung
zugestellt werden konnte. Die von der Vorinstanz in diesem Zusammenhang an-
geführten Aktenstellen (Urk. 47 und 52) betreffen nämlich Vorladungsprotokolle
an den klägerischen Rechtsvertreter. Mit Eingabe vom 10. April 2014 (Urk. 58)
teilte die Beklagte 1 der Vorinstanz die Adressangaben der Zeugen Nr. 1, 3 und 4
mit und beantragte die Einvernahme der genannten Zeugen. Die Vorinstanz hat
diese Anträge der Parteien formell nie behandelt, sondern ihnen mit Verfügung
vom 7. Mai 2014 Frist zur Erstattung der Schlussvorträge angesetzt (Urk. 60). Im
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Schlussvortrag vom 19. Juni 2014 (Urk. 66) beharrte der Kläger auf der Fortfüh-
rung des Beweisverfahrens und beantragte neu die Zeugeneinvernahmen von
F._, einer Freundin der Beklagten 1, sowie von Dr. med. G._, dem Gy-
näkologen der Beklagten 1. Ausserdem reichte er den vorerwähnten Schwanger-
schaftspass ein (vgl. Urk. 67). Auch diese Beweisanträge wurden formell nie be-
handelt. Stattdessen wies die Vorinstanz die Klage mit Urteil vom 5. August 2014
ab (Urk. 81 S. 31).
3. Der Kläger erhob mit Eingabe vom 19. September 2014 rechtzeitig Berufung
gegen das vorinstanzliche Urteil und stellte die eingangs wiedergegebenen An-
träge. Die Berufungsantwort des Beklagten 2 datiert vom 7. November 2014
(Urk. 87), diejenige der Beklagten 1 vom 10. November 2014 (Urk. 90), wobei
diese zusätzlich Anschlussberufung erhob, indem sie die Höhe der von der Vo-
rinstanz ihrer unentgeltlichen Rechtsbeiständin zugesprochene Parteientschädi-
gung anfocht. Dem Kläger wurde mit Verfügung vom 13. November 2014 Frist zur
Beantwortung der Anschlussberufung angesetzt und den übrigen Parteien die je-
weiligen Berufungsantwortschriften zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 94). Der
Kläger beantwortete mit Eingabe vom 17. Dezember 2014 (Urk. 95) die An-
schlussberufung, wobei er von einer formellen Antragsstellung absah.
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B. Anfechtungsfrist / Parteivorbringen
1. Wie erwähnt ist vorliegend umstritten, ob der Kläger die Anfechtungsklage
rechtzeitig erhoben hat. Gemäss Art. 256c Abs. 1 ZGB hat der Ehemann die An-
fechtungsklage binnen Jahresfrist einzureichen, seitdem er die Geburt und die
Tatsache erfahren hat, dass er nicht der Vater ist oder dass ein Dritter der Mutter
um die Zeit der Empfängnis beigewohnt hat, in jedem Fall aber vor Ablauf von
fünf Jahren seit der Geburt. Es handelt sich um Verwirkungsfristen (BGE 132 III 2
f. E. 2). Nach Ablauf der Frist wird eine Anfechtung zugelassen, wenn die Ver-
spätung mit wichtigen Gründen entschuldigt wird (Art. 256c Abs. 3 ZGB). Kenntnis
von seiner Nichtvaterschaft oder davon, dass ein Dritter der Mutter in der Zeit der
Empfängnis beigewohnt hat, kann schon bei Geburt vorliegen, regelmässig aber
auch erst später entstehen (vgl. BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, 5. Aufl., Zü-
rich/Basel/Genf 2014, N 3 zu Art. 256c ZGB). Grundsätzlich ist eine sichere, pro-
zessual verwertbare Kenntnis zu verlangen. Die Kenntnis der Tatsache setzt aber
nicht voraus, dass auch Beweismittel für sie vorliegen. Blosse Zweifel oder Be-
fürchtungen ohne bestimmte Anhaltspunkte reichen in der Regel nicht aus (BSK
ZGB I-Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 3 zu Art. 256c ZGB; BGer 5C.130/2003 vom
14.10.2003, E. 1.2; BGE 119 II 110 ff., E. 3a = Pra 84 Nr. 224; BK ZGB-
Hegnauer, Bern 1984, N 29 zu Art. 256c ZGB). Insbesondere reichen allgemeine
Gerüchte oder Anspielungen nicht aus, um eine Abklärungspflicht zu begründen
(OGer ZH LZ120014 vom 31. Mai 2013, E. 3.1). So genügt es gemäss einem
Entscheid des Bundesgerichts nicht, wenn in einer Familie Anspielungen über die
Ähnlichkeit zwischen dem Kind und seinem Taufpaten (seinem biologischen Va-
ter) zirkulieren (BGE 132 III 1, E. 3.1 = Pra 2006 Nr. 79).
2. Zwischen den Parteien ist unstrittig, dass die Beklagte 1 in der Zeit von De-
zember 2009 bis März 2010 ununterbrochen in Bosnien weilte. Während der Klä-
ger geltend macht, die Beklagte 1 sei Anfang März 2010 in die Schweiz zurück-
gekehrt, führen die Beklagten 1 und 2 aus, dass diese Rückkehr erst am 12. bzw.
13. März 2010 erfolgt sei (Prot. I S. 7 f.; Urk. 15 S. 3; Prot. S. 11; Urk. 22 S. 5). Im
Übrigen ist unstrittig, dass der Kläger und die Beklagte 1 nach deren Rückkehr in
die Schweiz mehrmals Intimverkehr hatten und die Beklagte 1 den Kläger Ende
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März bzw. Anfang April 2010 über ihre Schwangerschaft informierte (Prot. I S. 8;
Urk. 32 S. 3; Urk. 14 S. 3).
3. Der Kläger liess vor Vorinstanz im Wesentlichen vorbringen, dass seine
Schwester, H._, ihm gegenüber seine Vaterschaft betreffend den Beklagten
2 ab Mai 2010 in Zweifel gezogen habe. Die Beklagte 1 habe dem Kläger darauf-
hin geschworen, dass dieser der Vater des damals ungeborenen Beklagten 2 sei
(Prot. I S. 8 f.). Konkrete Verdächtigungen an seiner Nichtvaterschaft habe er erst
gehegt, als er im Oktober 2011 von seiner Mutter sowie von seinem Onkel und
seiner Tante erfahren habe, die Beklagte 1 habe gesagt, dass sie nach wie vor ih-
ren Ex-Freund namens I._ liebe und dass die Beklagte 1 während ihrer Auf-
enthalte in J._, Bosnien, offenbar auch öfters Herrenbesuche gehabt habe.
Sein Verdacht der biologischen Nichtvaterschaft habe sich zu ganz konkreten
Zweifeln bzw. zur Überzeugung entwickelt, als die Beklagte 1 im Februar 2012
von Trennung gesprochen habe und schliesslich im Frühjahr/Sommer bzw. Mai
2012 auch noch die vom Kläger aufgrund der Trennungsabsichten der Beklagten
1 verlangte Durchführung eines (aussergerichtlichen) Vaterschaftstestes verwei-
gert habe (Urk. 1 S. 3 f. sowie S. 5 f.; Prot. I S. 8 ff.; Urk. 32 S. 3; Urk. 66 Ziff. 4).
4. Die Beklagte 1 vertrat vor Vorinstanz den Standpunkt, dass der Kläger
schon während der Schwangerschaft von Verwandten über Herrenbesuche wäh-
rend ihrer Aufenthalte in J._ informiert worden sei. Entsprechend habe der
Kläger schon während der Schwangerschaft behauptet, nicht der Vater des (da-
mals ungeborenen) Beklagten 2 zu sein, weshalb er gleich nach dessen Geburt
einen DNA-Test verlangt habe (Urk. 15 S. 3 und 5; Prot. I S. 12). Ausserdem ha-
be der Kläger aufgrund des Umstandes, dass sie erst am 12./13. März 2010 in die
Schweiz zurückgekehrt sei, der Beklagte 2 hingegen nur acht Monate später ge-
boren worden sei, an seiner Vaterschaft erhebliche Zweifel haben müssen, daue-
re eine Schwangerschaft doch auch für einen Laien neun und nicht bloss acht
Monate (Urk. 15 S. 4; Prot. I S. 11; Urk. 68 S. 3 und 6).
5. Die Vorbringen des Beklagten 2 entsprechen im Wesentlichen denjenigen
der Beklagten 1.
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C. Beweiswürdigung / Rechtliches Gehör
1. Der Kläger ist nach der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 ZGB dafür
beweispflichtig, dass er die Anfechtungsklage rechtzeitig erhoben hat. Hierzu
führte die Vorinstanz ein Beweisverfahren durch. Die Vorinstanz auferlegte dem
Kläger den Beweis für zehn Behauptungen, welche er im Zusammenhang mit der
behaupteten Rechtzeitigkeit der Anfechtungsfrist gemacht hat (vgl. Urk. 45). So-
dann auferlegte sie der Beklagten 1 den Gegenbeweis für sieben Behauptungen
betreffend die geltend gemachte Verwirkung der Anfechtungsfrist. Als Beweismit-
tel wurden zwar wie erwähnt fünf Zeugen, die Parteibefragung des Klägers und
der Beklagten 1 sowie diverse Urkunden (Urk. 21/2, 23/1+3, 25/1-3, 41, 43/1-4)
abgenommen. Nach Durchführung der Parteibefragung des Klägers und der Be-
klagten erfolgten jedoch keine weiteren Beweiserhebungen.
2. In Würdigung des Ergebnisses der Parteibefragung des Klägers und der Be-
klagten 1 führte die Vorinstanz aus, der Kläger habe bereits während der
Schwangerschaft der Beklagten 1 erhebliche Zweifel an seiner Vaterschaft zum
Beklagten 2 haben müssen, nachdem ihm seine Schwester als Reaktion auf die
Mitteilung der Schwangerschaft gesagt habe, er sei nicht der Vater. Dass er die
Beklagte 1 mit seinen Zweifeln konfrontiert habe, sei als Abklärung nicht ausrei-
chend, da er sich nicht auf deren Zusicherungen hätte verlassen dürfen, weil de-
ren Glaubwürdigkeit aufgrund des von seiner Schwester erhobenen Vorwurfs
dermassen eingeschränkt gewesen sei (Urk. 81 S. 17 ff.). Jedenfalls habe der
Kläger spätestens bei der Geburt des Beklagten 2 wissen müssen, dass er nicht
der Vater sei, nachdem der Beklagte 2 am tt. November 2010 zur Welt gekom-
men sei, eine Frühgeburt kein Thema gewesen sei, der Zeugungstermin damit um
den tt. Februar 2010 liegen müsse und seit Januar 2010 bis 12./13. März 2010
zwischen dem Kläger und der Beklagten 2 kein Sexualkontakt stattgefunden habe
(Urk. 81 S. 21 ff.). Den klägerischen Standpunkt, wonach ihm seine Mutter erst im
Oktober 2011, also zwei Jahre nach dem Aufenthalt der Beklagten 1 in Bosnien,
von angeblichen "Herrenbesuchen" bei der Beklagten 1 berichtet habe, erachtet
die Vorinstanz als "absolut unglaubhaft" (Urk. 81 S. 25).
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3. Der Kläger kritisiert die Beweiswürdigung der Vorinstanz. Er lässt ausführen,
die Vorinstanz sei aufgrund des bisherigen Beweisergebnisses zu Unrecht zum
Schluss gelangt, dass die einjährige relative Verjährungsfrist bei Klageeinleitung
abgelaufen sei. So beanstandet er insbesondere die Auffassung der Vorinstanz,
wonach die Zusicherung der Beklagten 1 nicht ausreichend gewesen sei, um die
Zweifel an seiner Vaterschaft auszuräumen. Auch sei die Feststellung unzutref-
fend, wonach ihm aufgrund des Geburtstermins am tt. November 2010 sofort be-
wusst geworden sei, dass die Zeugung ca. um den tt. Februar 2010 herum statt-
gefunden haben müsste. Weiter rügt er eine Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör. Die Vorinstanz habe die vorerwähnten Beweisanträge nicht
behandelt und sich nicht mit dem Schwangerschaftspass (Urk. 67) auseinander-
gesetzt. Ausserdem habe sie das Beweisverfahren nicht zu Ende geführt. Insbe-
sondere sei die Zeugin H._, die Schwester des Klägers, nicht einvernommen
worden. Durch dieses Vorgehen sei es ihm verwehrt worden, den Beweis der
rechtzeitigen Klageeinreichung zu erbringen (Urk. 80 S. 4 ff.).
4. Die Beklagten 1 und 2 bestreiten eine Gehörsverletzung durch die Vor-
instanz. Die von der Vorinstanz vorgenommene Beweiswürdigung sei richtig,
nachvollziehbar und in sich geschlossen. Die vom Kläger angerufenen Beweismit-
tel hätten nichts am Beweisergebnis, wonach die einjährige Frist gemäss
Art. 256c Abs. 1 ZGB verwirkt worden sei, zu ändern vermögen, weshalb auf die
Abnahme weiterer Beweismittel mangels Rechtserheblichkeit habe verzichtet
werden können (Urk. 87 S. 3 ff. und Urk. 90 S. 3 ff.).
5. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz aufgrund des bisherigen Be-
weisergebnisses von der Verwirkung der relativen einjährigen Klagefrist ausgehen
und von der Abnahme weiterer Beweismittel absehen durfte.
6. Der Kläger räumt selbst ein, dass er aufgrund der Aussage seiner Schwes-
ter, wonach er nicht der Vater des Beklagten 2 sei, Zweifel an seiner Vaterschaft
hatte. Es ist jedoch nachvollziehbar, dass er seine Zweifel verworfen hat, nach-
dem die Beklagte 1 ihm zugesichert hatte, dass er der Vater des Beklagten 2 sei,
zumal aus den Akten nicht hervorgeht, dass die Schwester ihren Verdacht näher
begründete, beispielsweise den Namen des Mannes, welcher ihrer Auffassung
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nach der biologische Vater des Beklagten 2 sein soll, nannte. Auch kann nicht ge-
sagt werden, dass die Verlässlichkeit der Beklagten 1 aufgrund des von der
Schwester erhobenen Vorwurfs per se eingeschränkt gewesen sei, weshalb der
Kläger nicht auf die Zusicherung seiner Ehefrau hätte vertrauen dürfen. Das Vor-
bringen, wonach der Kläger während der gesamten Schwangerschaftsdauer von
der Beklagten 1 einen Schwangerschaftstest verlangt habe (Urk. 90 S. 9 und
Urk. 44 S. 9), hat der Kläger anlässlich der Parteibefragung vom 12. November
2013 bestritten (Urk. 42 S. 11). Weitere Gründe für die angeblich eingeschränkte
Verlässlichkeit der Beklagten 1 zum damaligen Zeitpunkt werden von der Vor-
instanz denn auch nicht angeführt. Entsprechend kann aus seiner Parteibefra-
gung nicht geschlossen werden, dass der Kläger auch nach der Zusicherung der
Beklagten 1 noch erhebliche Zweifel an seiner Vaterschaft zum Beklagten 2 hatte
bzw. haben musste.
a) Auch die vorinstanzliche Erwägung, wonach der Kläger spätestens aufgrund
des Geburtstermins des Beklagten 2 am tt. November 2010 hätte wissen müssen,
dass er nicht der Vater des Beklagten 2 sei, ist aus nachfolgenden Gründen nicht
stichhaltig. Entgegen der Vorinstanz kann gestützt auf den Geburtstermin nicht
geschlossen werden, dass der Empfängniszeitpunkt am tt. Februar 2010 war. Der
mutmassliche Empfängniszeitpunkt wird ausgehend vom Beginn der letzten Peri-
ode durch Hinzurechnung von zwei Wochen errechnet und nicht durch Abzug von
neun Monaten vom tatsächlichen Geburtstermin. Gestützt auf den tatsächlichen
Geburtstermin können nämlich keine gültigen Rückschlüsse betreffend den Emp-
fängniszeitpunkt gemacht werden, solange nicht erstellt ist, in welcher Schwan-
gerschaftswoche der Beklagte 2 geboren wurde. Im Urteil finden sich hierzu keine
Ausführungen. Vielmehr geht die Vorinstanz aufgrund des Umstandes, dass of-
fenbar von einer Frühgeburt nie die Rede gewesen ist, stillschweigend davon aus,
dass der Beklagte 2 nach neun Monaten Schwangerschaft geboren wurde und
rechnet entsprechend vom tatsächlichen Geburtstermin neun Monate zurück, was
ohnehin ungenau ist, dauert doch eine gewöhnliche Schwangerschaft 40 Wochen
und nicht neun Monate. Dieses Vorgehen ist umso weniger schlüssig, als – wie
sogleich zu zeigen sein wird – aufgrund der Aussagen des Klägers im Rahmen
der Parteibefragung nicht geschlossen werden kann, dass er davon ausgegangen
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ist, dass der Beklagte 2 nach neun Monaten Schwangerschaft zur Welt gekom-
men ist.
b) Der Kläger führte auf die Frage nach dem erwarteten Geburtstermin anläss-
lich der Parteibefragung aus, der Gynäkologe habe ihm gesagt, das Kind komme
ca. um den 12. Dezember, es könne aber auch früher oder später kommen. Im
Rahmen der von der Rechtsvertreterin der Beklagten 1 gestellten Ergänzungsfra-
gen erklärte er sodann, er habe das Kind im November oder Dezember erwartet
(Urk. 42 S. 18). Der Beklagte 2 ist am tt. November 2010 und damit innerhalb der
vom Kläger erwarteten Zeitspanne zur Welt gekommen. Entsprechend musste er
über den Geburtszeitpunkt keineswegs erstaunt sein. Daran ändert auch der Um-
stand nichts, dass der Kläger anlässlich der Parteibefragung erklärte, er habe sich
nicht die Frage gestellt, ob die Schwangerschaft mit dem Beklagten 2 weniger
lange gedauert habe, als eine übliche Schwangerschaft. Gestützt auf die Antwort
des Klägers kann nämlich nicht gesagt werden, dass er eine Frühgeburt ausge-
schlossen hat, sondern einzig, dass er sich mit der tatsächlichen Dauer der
Schwangerschaft der Beklagten 1 nicht weiter auseinandergesetzt hat.
c) Auch aufgrund des Gewichts des Beklagten 2 von 3670 Gramm und der
Grösse von 50 cm kann nicht geschlossen werden, dass der Beklagte 2 am er-
rechneten Geburtstermin zur Welt gekommen sein musste. Gemäss Aussage der
Beklagten 1 litt sie während der Schwangerschaft an Schwangerschafts-Diabetes
(vgl. Urk. 44 S. 2 und Urk. 67). Es ist allgemein bekannt, dass Kinder von Müttern,
welche unter Schwangerschaftsdiabetes leiden, häufig vor der 40. Schwanger-
schaftswoche zur Welt kommen und dabei schwerer sind als Kinder von gesun-
den Müttern (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl., S. 653 und
S. 747). Entsprechend ist es aufgrund des Geburtsgewichts und der Grösse des
Beklagten 2 nicht ausgeschlossen, dass er in der ersten Hälfte des Monats
März 2010 gezeugt wurde.
d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Geburtstermin des
Beklagten 2 am tt. November 2010 beim Kläger nicht erhebliche Zweifel an seiner
Vaterschaft zum Beklagten 2 hervorrufen musste. Nach dem vorstehend Gesag-
ten ist der Schluss der Vorinstanz, wonach dem Kläger am tt. November 2010 so-
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fort bewusst gewesen sei, dass der Beklagte 2 um den tt. Februar 2010 herum
und folglich nicht vom Kläger gezeugt worden sei (Urk. 81 S. 24), nicht nur le-
bensfremd, sondern schlicht falsch.
e) Zur vorinstanzlichen Feststellung, es sei "absolut unglaubhaft", dass die
Verwandten des Klägers ihm erst im Oktober 2011 von angeblichen Herrenbesu-
chen zum Empfängniszeitpunkt berichtet hätten, ist zu bemerken, dass die Vor-
instanz mit keinem Wort begründete, weshalb sie zu diesem Schluss gelangt ist.
Die Sachdarstellung des Klägers ist denn auch keineswegs unglaubhaft. Es ent-
spricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass heikle Themen oftmals lange nicht
angesprochen werden und zudem die Direktbetroffenen häufig zuletzt davon
Kenntnis erlangen. Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz lediglich auf-
grund des Ergebnisses der Parteibefragung das Vorbringen des Klägers, wonach
er von den Herrenbesuchen bei der Beklagten 1 erst im Oktober 2011 erfahren
habe, nicht als "absolut unglaubhaft" qualifizieren.
7. Damit kann gesagt werden, dass aufgrund des bisherigen Beweisergebnis-
ses nicht erstellt ist, dass die einjährige relative Verwirkungsfrist bei Klageeinlei-
tung am 4. Juni 2012 bereits abgelaufen war.
8. Die Parteibefragung ist ein vollwertiges Beweismittel, das sowohl zu Guns-
ten als auch zu Ungunsten der aussagenden Partei gewürdigt werden kann. Mit
Bezug auf die Parteibefragung des Klägers ist auf folgenden Punkt hinzuweisen:
Der Kläger legte in der Parteibefragung zunächst dar, dass das Verhältnis zwi-
schen seiner Schwester und der Beklagten 1 erst nach der Schwangerschaft
schwierig gewesen sei. Vor der Unterzeichnung des Protokolls korrigierte er aber
seine Aussage dahin, dass das Verhältnis zwischen den beiden Frauen "von An-
fang an" nicht gut gewesen sei (Urk. 42 S. 8). Die Vorinstanz protokollierte dann
das Nichtbestätigte und fügte im Protokoll die vom Kläger vorgenommene Korrek-
tur lediglich in Klammern hinzu. Sie schliesst daraus, dass die "Zurücknahme der
bereits getätigten Aussage ... überhaupt nicht glaubhaft" sei (Urk. 81 S. 19). Das
wird vom Kläger mit der Berufung zu Recht beanstandet (Urk. 80 S. 6). Massge-
blich können nämlich bei der von der Vorinstanz gewählten Protokollierungsart
nur solche Aussagen der befragten Partei sein, die sie im Sinne von Art. 193 in
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Verbindung mit Art. 176 Abs. 1 ZPO auch unterzeichnen wollte. Das traf indessen
hier einzig auf die vom Kläger vorgetragene zweite Version zu. Natürlich kann es
bei der Beweiswürdigung von Belang sein, auf welchem Wege eine im Beweisver-
fahren vernommene Person zu ihrer endgültigen Aussage kommt. Das hätte hier
aber vorausgesetzt, dass dem Kläger von der Vorinstanz seine erste Version vor-
gehalten worden wäre. Dann hätte er sich dazu äussern können, weshalb er zu
seiner davon abweichenden abschliessenden Aussage gekommen ist. Es geht
daher nicht an, dem Kläger ohne entsprechendes Nachfragen vorzuwerfen, seine
Darstellung sei "überhaupt nicht glaubhaft". Solange der Kläger keine Gelegenheit
gehabt hat, sich über die von ihm vorgenommene Korrektur auszulassen, ist eine
solche Schlussfolgerung blosse Spekulation.
a) Auch wenn die Vorinstanz aufgrund der Parteibefragung des Klägers und
der Beklagten 1 von der Verwirkung des Klagerechts ausgegangen ist, hätte sie
aus nachfolgenden Gründen nicht von der Abnahme weiterer Beweismittel abse-
hen dürfen. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt
sich insbesondere das Recht der betroffenen Person, mit rechtzeitig und formgül-
tig angebotenen Beweisanträgen und Vorbringen gehört zu werden, soweit diese
erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind
(BGE 138 V 125 E. 2.1; 137 II 266 E. 3.2; 136 I 265 E. 3.2; je mit Hinweisen). Ein
Verzicht auf die Abnahme von weiteren Beweisen ist zulässig, wenn sich das Ge-
richt aufgrund der bereits erhobenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat
und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass
die abgelehnten Beweisanträge nichts an seiner Überzeugung zu ändern vermö-
gen (BGE 136 I 299 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3; je mit Hinweisen). Allerdings ist zu
bedenken, dass die Beweiskraft eines Beweismittels erst nach dessen tatsächli-
cher Abnahme wirklich zuverlässig beurteilt werden kann und dass bei der antizi-
pierten Beweiswürdigung die Bewertung einer Beweisofferte auf einem hypotheti-
schen Urteil beruht. Deshalb sollte von dieser Art der antizipierten Beweiswürdi-
gung mit Zurückhaltung Gebrauch gemacht werden (Hasenböhler, in Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung, 2. Aufl., N 26 zu Art. 152 ZPO). Demgegenüber stellt die Ableh-
nung untauglicher oder von vorneherein nicht geeigneter Beweismittel eine zuläs-
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sige Antizipation der Beweiswürdigung dar (BK ZPO-Brönnimann, a.a.O., N 60 zu
Art. 152 ZPO).
b) Die Vorinstanz führte in diesem Zusammenhang aus, dass sich die Abnah-
me weiterer Beweismittel, insbesondere die Einvernahme der offerierten Zeugen,
erübrige, würden deren Aussagen an der feststehenden Überzeugung des Ge-
richts ohnehin nichts zu ändern vermögen, zumal die offerierten Zeugen jeweils
dem Umfeld des Klägers oder der Beklagten 1 zuzuordnen seien und mit diesen
in einem Naheverhältnis oder gar in einer verwandtschaftlichen Beziehung stün-
den. Die sich daraus unzweifelhaft ergebenden Gebundenheiten, schränkten die
Neutralität und damit die Glaubwürdigkeit dieser Zeugen erheblich ein, sodass
das Gericht auf die Aussagen jener Zeugen nicht entscheidend abstellen könnte
(Urk. 81 S. 26).
c) Die Begründung der Vorinstanz ist nicht stichhaltig. Wie gesagt stellt die
Parteieinvernahme ein vollwertiges Beweismittel dar, welches bei der Beweiswür-
digung eine Zeugenaussage durchaus aufzuwiegen vermag. Anträge auf Ver-
nehmung parteinaher Zeugen können daher ebenso wenig mit dem Hinweis auf
ein "Näheverhältnis" abgelehnt werden wie Anträge auf Befragung der Parteien
nach Art. 191 ZPO. Die Vorinstanz wird die angerufenen Zeugen mithin zu ver-
nehmen und zunächst ihre Aussagen zur Kenntnis zu nehmen haben. Im Rahmen
der Beweiswürdigung wird sie alsdann die Zeugenaussagen zusammen mit den
übrigen Beweismitteln nach den üblichen Regeln bewerten müssen. Es ist zwar
eine alte Erfahrungstatsache, dass freundschaftliche oder verwandtschaftliche
Beziehungen zu einer Partei durchaus geeignet sind, die Aussagen in eine be-
stimmte Richtung zu lenken, doch bedeutet dies nicht, dass das Gericht aufgrund
des Näheverhältnisses auf die Aussagen jener Zeugen nicht entscheidend abstel-
len könnte. Das Gericht hat vielmehr im Rahmen der gesamten Beweiswürdigung
zu ermitteln, ob die Aussagen der einzuvernehmenden Zeugen glaubwürdig sind.
Hingegen stellt der Verzicht auf jegliche Zeugeneinvernahmen mit dem Hinweis
auf das Näheverhältnis zu den Parteien eine unzulässige antizipierte Beweiswür-
digung dar.
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d) Mit Bezug auf den mit dem klägerischen Schlussvortrag eingereichten
Schwangerschaftspass (Urk. 67) sowie die beantragten Zeugeneinvernahmen
von Dr. med G._ und F._ bleibt zu erwähnen, dass sich die Vorinstanz
damit mit keinem Wort auseinandergesetzt hat. Das vorliegende Verfahren unter-
steht der Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 296 Abs. 1 ZPO), weshalb neue Be-
weismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen sind (Art. 229 Abs. 3 ZPO).
Vor diesem Hintergrund hätte die Vorinstanz den Schwangerschaftspass (Urk. 67)
berücksichtigen und sich mit den beantragten Zeugeneinvernahmen auseinan-
dersetzen müssen. Indem sie mit keinem Wort auf diese Beweisanträge einge-
gangen ist, kommt die Vorinstanz ihrer aus dem Anspruch der Parteien auf recht-
liches Gehör fliessenden Begründungspflicht nicht nach (Art. 53 Abs. 1 ZPO).
D. Rückweisung
1. Nach dem oben Gesagten steht das Beweisergebnis hinsichtlich der Frage
der rechtzeitigen Klageerhebung aufgrund der Parteibefragung des Klägers und
der Beklagten 1 nicht fest, weshalb das Beweisverfahren fortzusetzen und die in
der Beweisverfügung vom 21. November 2013 aufgelisteten Zeugen einzuver-
nehmen sind. Damit stellt sich die Frage der Rückweisung des Verfahrens an die
Vorinstanz. Eine solche kann erfolgen, wenn die Vorinstanz einen wesentlichen
Teil der Klage nicht beurteilt hat oder der Sachverhalt in wesentlichen Teilen zu
vervollständigen ist (Art. 318 lit. c ZPO). Letzteres kann insbesondere dann der
Fall sein, wenn die erste Instanz – wie vorliegend – kein vollständiges Beweisver-
fahren durchgeführt hat bzw. wenn noch verschiedene zusätzliche Beweismittel
abzunehmen sind. Im Rahmen des zu ergänzenden Beweisverfahrens hat die
Vorinstanz auch den klägerischen Beweisantrag um Einvernahme der offerierten
Zeugen Dr. med G._ und F._ und um Ergänzung der Parteibefragung
zu behandeln. Damit ist das Verfahren zur Ergänzung und zu neuer Entscheidung
im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Im Hinblick auf den neuen Entscheid bleibt noch auf Folgendes hinzuwei-
sen. Im Rahmen der Parteibefragung erklärte die Beklagte 1 auf Ergänzungsfrage
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des klägerischen Rechtsvertreters, ob sie seinerzeit von ihrem Gynäkologen nach
dem Datum der letzten Periode gefragt worden sei: "Ja. Ich habe dem Arzt ge-
sagt, dass ich es nicht mehr weiss." Im Schwangerschaftspass (Urk. 67) ist unter
"LP" (letzte Periode) der 10. März 2010 aufgeführt. Wie der Gynäkologe der Be-
klagten 1 ohne entsprechende Information der Beklagten 1 auf dieses Datum
kommen soll, ist unklar. Die Frage, ob daraufhin von Beginn an ein Geburtstermin
Mitte November berechnet worden sei, bejahte die Beklagte 1 (Urk. 44 S. 19). Im
Schwangerschaftspass sind im Zusammenhang mit dem mutmasslichen Geburts-
termin allerdings zwei verschiedene Daten aufgeführt. Unter "ET" (errechneter
Geburtstermin) wird der 15. Dezember 2010, unter "KT" (wohl: korrigierter Ter-
min) der 12. November 2010 angegeben. Im Rahmen der Ergänzung des Be-
weisverfahrens wird die Vorinstanz Gelegenheit haben, die Beklagte 1 mit dem
Schwangerschaftspass zu konfrontieren. Alsdann wird sie den Schwanger-
schaftspass in ihre gesamte Beweiswürdigung einbeziehen müssen.
E. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Zufolge Rückweisung des Verfahrens können die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren noch nicht abschlies-
send geregelt werden. Es sind daher zwar für das Berufungsverfahren Kosten
festzusetzen, doch der Entscheid über die Kostenauflage und die Regelung der
Entschädigungsfolgen ist dem Endentscheid der Vorinstanz vorzubehalten. Da
das Verfahren nicht abgeschlossen wird, ist die Entscheidgebühr für das Beru-
fungsverfahren in Anwendung der § 5 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf
Fr. 5'000.– festzusetzen. Nachdem der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben ist
und die Vorinstanz entsprechend auch über die Verlegung der Prozesskosten
sowie deren Höhe neu zu befinden hat, erweist sich die Anschlussberufung als
hinfällig, weshalb sie als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.
2. Sowohl der Kläger als auch die Beklagten 1 und 2 haben ein Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung eines unent-
geltlichen Rechtsvertreters gestellt (Urk. 58 S. 1, Urk. 87 S. 2 und Urk. 90 S. 2).
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Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint. Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst nach Art. 118
Abs. 1 lit. c ZPO auch die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes, wenn
dies zur Wahrung der Rechte der Partei notwendig ist. Der Kläger macht zur Be-
gründung seiner Mittellosigkeit geltend, dass sich seine finanziellen Verhältnisse
seit dem erstinstanzlichen Verfahren nicht verändert hätten (Urk.80 S. 2 f.), wovon
auszugehen ist. Auch die Mittellosigkeit der Beklagten 1 ist aufgrund der Akten
nach wie vor ausgewiesen (Urk. 93/1-6). Beim Beklagten 2 handelt es sich um ein
einkommens- und vermögensloses Kleinkind. Wie die obigen Erwägungen zei-
gen, erwies sich das Berufungsverfahren nicht als aussichtslos. Doch konnte mit
Bezug auf die Anträge der beklagten Partei 1 und 2 nicht von Anfang an gesagt
werden, dass deren Gewinnaussichten beträchtlich geringer gewesen sind als die
Verlustgefahren. Entsprechend ist sowohl dem Kläger als auch der Beklagten 1
und dem Beklagten 2 die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
3. Ausserdem waren der Kläger und die Beklagte 1 als rechtsunkundige Par-
teien zur gehörigen Führung des Prozesses auf eine Rechtsverbeiständung an-
gewiesen, weshalb dem Kläger in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._
ein unentgeltlicher Rechtsbeistand und der Beklagten 1 in der Person von
Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben
ist. Dem Gesuch des Beklagten 2 um unentgeltliche Rechtsverbeiständung kann
jedoch aus nachfolgenden Gründen nicht entsprochen werden. Gemäss ständiger
kantonaler und bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Bestellung eines un-
entgeltlichen Rechtsbeistands nicht notwendig, wenn die bedürftige Partei über
einen Beistand verfügt, welcher in der Lage ist, die Interessen des Vertretenen zu
wahren (ZR 83 [1984] S. 271; BGE 110 IA 87). Dies ist vorliegend der Fall. Die
damalige Vormundschaftsbehörde K._ ernannte Rechtsanwältin lic. iur.
Z1._, Amt für Jugend und Berufsberatung, zur Beiständin des Beklagten 2
mit dem Auftrag, ihn im vorliegenden Prozess zu vertreten (Urk. 7). Die Beiständin
ermächtigte mit Substitutionsvollmacht vom 29. Oktober 2014 Rechtsanwalt lic.
iur. Z2._ zur Vertretung (Urk. 89). Damit ist die rechtskundige Vertretung des
Beklagten gewährleistet, weshalb sein Gesuch um Ernennung eines unentgeltli-
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chen Rechtsbeistandes in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Z2._ abzu-
weisen ist.