Decision ID: bed930eb-e72d-5240-a5d3-323c100da84e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1986, war seit dem 1. Februar 20
19
bei der
Y._
GmbH als
Hilfsg
ipser angestellt
(Urk. 10/1,
Urk. 10/17,
Urk. 10/52, Urk. 10/
1
2
7
S.
6)
und i
n dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von
Unfällen ver
sichert
.
Am
6.
Februar 2019 stürzte
er
auf der Baustelle (
Urk.
10/1). Er begab sich
am selben Tag in das Spital
Z._
, wo eine dislozierte Luxationsfraktur am Ellen
bogen mit Radiushals
frak
tur und
O
lecra
nonabriss
fraktur
rechts und eine distale Radiusfraktur diag
nostiziert wurde. Der Versicherte wurde im Spital
Z._
operiert (
Urk.
10/14 S. 1).
Die Suva er
brachte
Heilbe
hand
lungs
- und Tag
geldleistungen
(Urk. 10/2-3, Urk. 10/5
, Urk.
10/20
-22
)
.
In der Folge löste die
Y._
GmbH das Arbeitsverhältnis mit dem Ver
sicherten per
3
1.
Okto
ber 2019 auf (
Urk.
10/
127
)
Am 2
9
.
Novembe
r 2019 unter
suchte Suva-Kreisarzt Dr.
med.
A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
ap
parates, den Versicherten (Urk. 10/
62
). Mit Schreiben vom
2
.
Dezember
2019
teilte
die Suva
dem Versicher
ten mit, dass bezüglich der
beim Unfall vom 6. Februar 2019 erlittenen Ver
letzungen gemäss der Beurteilung ihres Kreisarztes mit weiteren medizi
nischen Massnahmen kein besseres Heilungser
gebnis erzielt werden könne. Gleich
zeitig teilte sie ihm mit, dass
sie
ihm zur Erleichterung der Wiederein
gliederung in den Arbeitsprozess die Taggelder bis
2
9.
Februar 2020 ausrichten werde (
Urk.
10/66).
Am 2
4.
August 2020 wurden de
m Rechtsvertreter des Ver
sicherte
n
der Fallab
schluss per 1. März 2020 und die vor
gesehenen Entscheide zur Invalidenrente und Integritätsent
schä
digung mitgeteilt (
Urk.
10/116).
Als
dann
sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2020 bei einer Integritäts
einbusse von 10
%
eine Integritätsentschä
di
gung in der Höhe von Fr.
14'820.-- zu
und vereinte
einen An
spruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
10/120 S. 4).
Die d
a
gegen
vom
Ver
sicherte
n
am 13. Novem
ber 2020
erhoben
Einsprache
(
Urk.
10/126)
wies die Suva m
it
Ein
spracheent
scheid
vom 24.
Februar
2021 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
6
.
Mä
r
z
2021 Beschwerde und beantragte
, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab
1.
März 2020 eine angemessene Rente zu
zusprechen und auszurichten
(Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
10
. Juni 2021 Abweisung der Beschwerde (Urk. 9
S.
2
, unter Beilage ihrer Akten,
Urk. 10/1-
163
), was dem Beschwerdeführer am
14
. Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
05.2021
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
li
chen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht,
wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
se
rung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
glie
de
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Zur Bestimmung des Invalidi
tätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art. 28a). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
1.4
1.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht
übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc)
. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn
eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich
leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (B
GE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE
146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2
.
2
.1
In seinem Bericht
zur kreisärztlichen Untersuchung
vom 29. November 2019 führte Dr.
A._
unter anderem aus, dass keine verwertbare Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsgipser mehr bestehe. In Anbetracht der Un
fallfolgen seien dem Beschwerde
führer leichte manuelle Tätig
keiten zumutbar, welche das Bedienen von rütteln
den und vibrierenden Maschinen ausschliessen würden. Ebenfalls nicht zumutbar seien Tätigkeiten, welche eine häufige
Um
wendbewegung
der rechten Hand bedürfen. Bei Ein
hal
tung dieser Leistungs
ein
schränkungen sei ein vollzeitiges Pensum ohne ver
mehrten Pausenbedarf zu
mutbar (Urk. 10/62 S. 6).
2
.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
4.
Februar 2021 führte die Be
schwer
de
gegnerin
im Wesentlichen aus
,
b
ei der Ermittlung des
Validen
einkom
mens
könne nicht auf den zuletzt bei der
Y._
GmbH erzielten Lohn abgestellt werden. Der Beschwerdeführer sei im Unfallzeitpunkt am 6. Feb
ruar 2019 noch nicht einmal eine Woche bei der
Y._
GmbH angestellt gewesen. Beim Arbeits-/Einsatzvertrag vom 30. Januar 2019 handle es sich um einen Vertrag
mit
Arbeitsleistung auf Abruf. Entsprechend sei auch ein Stunden
lohn vereinbart worden. Zwar treffe es zu, dass der Beschwerdeführer in der Zeit
von Mitte Mai bis Mitte August 2019 im Rahmen seiner jeweiligen Arbeits
fähigkeit (bis Mitte Juni 2019 50 %, danach 100 %) stundenmässig eine Vollzeit
beschäftigung erreicht habe. Es könne indes aufgrund dessen noch nicht darauf geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Unfallereignis immer noch ein 100%-Pensum bei der
Y._
GmbH
inne hätte
. Vielmehr sei dem IK-Auszug des Beschwerdeführers zu entnehmen, dass dieser immer wieder die Arbeitsstellen und Tätigkeiten gewechselt habe. Aus dem IK-Auszug ergebe sich ausserdem, dass das eingetragene Erwerbseinkommen stets unter Fr. 60'000.--
pro Jahr gelegen habe. Prospektiv betrachtet sei es wenig wahr
scheinlich, dass d
er Beschwerdeführer ohne Unfallereignis in einem Voll
pensum bei der
Y._
GmbH arbeiten würde. Es sei mithin nicht zu bean
standen, dass
ihre
Abteilung
Versicherungsleistungen auf den Tabellenlohn
TA1 der LSE 2018
abge
stellt und ausgehend von den Bereichen 41 bis 43 Bauhauptgewerbe, Kompetenz
niveau 1, Männer (Fr. 5'622.-- x 12 = Fr. 67'464.
-- :
40 x 41.7 = Fr. 70'331.20) sowie unter Berücksichtigung einer Teuerung von je 0.9 % für 2019 und 2020 ein
Vali
den
einkommen
in der Höhe von Fr. 71'603.-- errechnet habe (Urk. 2 S. 9
,
Urk.
10/119 S. 3
).
Beim
Invalideneinkommens
sei
angesichts des Zumutbar
keits
profils von Kreisarzt
Dr.
A._
von einem genügend breiten Spektrum an zu
mutbaren Verwe
isungstätigkeiten auszugehen
. Dies gelte auch unter Berück
sichtigung der Tatsachen, dass der Beschwerdeführer über keine Berufs
ausbildung verfüge und bisher vorwiegend körperlich schwere Arbeiten ausgeübt habe. Es sei somit nicht zu beanstanden, dass ihre Abteilung Versicherungsleistungen das Invalidenein
kommen ohne Abzug vom Tabellenlohn ermittelt und dieses mit
Fr.
68'992.-- beziffert habe (
Urk.
2 S. 7).
Beim Einkommensvergleich
resultier
e - bei einem Invaliditätsgrad von 4
%
(
Urk.
10/119 S. 3)
- keine erhebliche unfallbedingte Be
einträch
tigung. Der Anspruch auf eine Invalidenrente sei somit zu Recht verneint worden (
Urk.
2 S. 2).
2
.
3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, dass nach der konstanten Recht
s
prechung des Bundesgerichts in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Lohn anzu
knüp
fen sei.
Alsdann sei für die Bemessung des
Valideneinkommens
n
ach der Lehre und Rechtsprechung nicht entscheidend, wie lange das Arbeitsverhältnis vor dem Unfall gedauert habe. Wesentlich sei vielmehr, ob es auf unbestimmte Zeit ab
geschlossen worden sei, was hier unbestrittenermassen der Fall sei (
Urk.
1 S. 4).
Was das Arbeitspensum betreffe, so
sei
es zwar richtig, dass im Arbeits
ver
trag das Arbeitspensum nicht fixiert worden sei. Es
sei
jedoch von Anfang an klar gewesen, dass er für die
Y._
GmbH vollzeitig arbeite. Die in den
Monaten Mai bis Juli 2019 geleisteten Arbeitsstunden würden dies belegen. In
der Folge habe die
Y._
GmbH das Vollzeitpensum in der Arbeitgeber
bescheinigung zuhanden der Arbeitslosenversicherung bestätigt. Zudem sei der Invaliditätsgrad im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung ohnehin auf der Basis eines Vollzeitpensums zu berechnen (
Urk.
1 S. 5). Aufgrund dieser Sach- und Rechtslage sei deshalb bei der Bemessung des
Validenein
kommens
auf das Einkommen im Zeitpunkt des Unfalles abzustellen. Wenn der Taggeldansatz von
Fr.
160.50 auf einen Jahreslohn
hoch gerechnet
werde,
resultiere ein Jahresein
kommen von
Fr.
73
'228.--. Nominallohnbereinigt (+ je 0.9
%
) betrage das Jahres
einkommen 2020
Fr.
74'552.--
(
Urk.
1 S. 5)
.
Dass die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des Invaliditätsgrades nicht pflichtgemäss vor
gegangen ist, würden
sodann
schon
die
zum Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheids
publizier
ten Gutachten von Jürg
Guggisberg
, Markus
Schärrer
, Céline Gerber, Severin
Bischof, «Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichs
löhne
bei der IV-Rentenbemessung», Fakten oder Fiktion - Was sagen die Zahlen?, Bern,
8.
Januar 2021, und von Thomas
Gächter
, Philipp Egli, Michael E. Meier, Martina Filippo, Grundprobleme der Invaliditäts
bemessung in der Invaliden
versicherung, Zürich/Winterthur, 2
2.
Januar 2021
,
beweisen (
Urk.
1 S.
7). Aufgrund von statis
tisch belegten Erkenntnissen würden
Gächter
/Egli/Meier/Filippo mit überzeu
gen
der Begründung pro
pagieren, dass bei der Bemes
sung des Invalidenlohnes nicht mehr auf den Medianlohn, sondern auf den
jeni
gen im unteren Quartils
bereich abzustellen sei. Publiziert seien diesbezüglich die monatlichen Brutto
löhne 2016 (Urk. 1 S. 8). Demgemäss betrage der Monatslohn für Hilfsarbeits
kräfte im Level 1 monatlich Fr. 4'687.-- (Urk. 1 S. 8, Urk. 3/4). Ausgehend von dieser Basis resultiere ein Invalideneinkommen von maximal Fr. 60'233.-- (=
Fr.
4'687.-- x
12 :
40 x 41.7 =
Fr.
58'634.35 + 0.4
%
[2017] +
0.5
%
[2018] + 0.9
%
[2019] + 0.9
%
[2020]
,
Urk.
1 S. 8
).
Ausgehend von einem
Validen
ein
kom
men
von mindestens
Fr.
74'552.-- und einem Invaliden
einkom
men von maximal
Fr.
60'233.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 19
%
(
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
Im vorliegenden Verfahren macht
der
Beschwerdeführer geltend, dass
die
Y._
GmbH das Arbeitsverhältnis
wegen der unfallbedingten Arbeitsun
fähigkeit ab August 2019
gekündigt habe (
Urk.
1 S. 5).
Im Kündigungsschreiben vom 30. September 2019 hielt
B._
für die
Y._
GmbH - bezug
neh
mend auf ein mit dem Beschwerdeführer am selben Tag geführtes Gespräch - fest, dass der Arbeitsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist per 31.
Oktober 2019 aufgelöst werde (Urk.
10/127
S. 5
).
Beim Telefongespräch mit der Sachbearbeiterin der Beschwer
degegnerin
vom
4.
November 2019
teilte der Beschwerdeführer mit, dass er die Kündigung
erhalten habe. Dies sei üblich aufgrund der Geschäftslage im Winter.
Es habe nichts mit seinem Unfall zu tun (
Urk.
10/55).
Damit im Einklang steht, dass
die
Y._
GmbH in der am 1
9.
November 2019 ausgefüllten Arbeitgeber
be
scheinigung zuhanden der Arbeitslosenversicherung angab, sie habe das Arbeits
verhältnis wegen der wirtschaftlichen
Lage
gekündigt (Urk.
10/127 S. 6).
Praxis
gemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten spontanen «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a, je mit Hinweisen).
E
s
ist
mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass d
er
Beschwerdeführer
die Stelle als Hilfsgipser bei
Y._
GmbH im Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten
beginn
am
1.
März 2020 deshalb nicht mehr
inne hatte
, weil ihm seine ehemalige Arbeitgeberin zuvor
aus
wirtschaftliche
Gründen
-
das heisst
unab
hängig von den Folgen des Unfalles vom 6.
Februar 2019 (
Urk.
10/1) -
per 3
1.
Oktober 2019 gekündigt hatte. Damit kann für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
nicht auf den Lohn des Beschwerdeführers bei der
Y._
GmbH
abgestellt werden.
Es ist vielmehr auf lohnstatische Angaben zurückzugreifen (E.
1.3 vor
stehend).
Hierbei sind die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per
sön
lichen und beruflichen
Faktoren zu berücksichtigen
(E. 1.3 vor
stehend).
Der Beschwerdeführer absolvierte i
n
C._
eine Aus
bildung zum Sozialarbeiter
, welche er gemäss seinen Angaben (im Kanton Zürich) nicht aus
üben kann, weil er die deutsche Sprache nicht mindestens auf dem Fremd
spracheniveau C beherrscht
(
Urk.
10/61
S. 1,
Urk.
10/62 S. 3). Er verfügt über keine in der Schweiz anerkannte Berufsausbildung. Er ist hierzulande
insbeson
dere auch
nicht als Bauarbeiter geschult worden (
Urk.
10/62).
Dem Aus
zug aus
dem individuellen Konto (vgl. Art. 30
ter
Abs.
1 des Bundes
ge
setzes über die Alters-
und
Hinterlas
senen
ver
siche
rung
, AHVG) vom 5. November 2019
(Urk.
10/60)
ist aber zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer v
or seiner Tätigkeit als Hilfsgipser für die
Y._
GmbH ab
dem 1. Februar 2019
(
Urk. 10/17
)
-
mit
zwei kurzen
Ausnahme
n
-
seit 2010 ausschliesslich für Bauunter
nehmen
tätig
war
(
Urk. 10/60
,
Urk. 10/98 S. 6
,
vgl. die Internetauszüge aus dem Handelsregister des Kantons Zürich).
Es kann somit davon ausgegangen werden, dass der Beschwer
deführer ohne den Unfall vom
6.
Februar 2019 (
Urk.
10/1) weiterhin als unge
lernter Hilfsarbeiter auf dem Bau tätig wäre. Folglich ist es
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
auf den Tabellenlohn TA1_triage_skill_level
2018
(Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzni
veau und Geschlecht)
,
Ziffer
41-43 Bauhauptgewerbe, Kompetenz
niveau 1, Männer
abgestellt hat (
Urk.
10/119 S. 3).
Die Beschwerde
gegnerin er
rechnete eine hypo
thetisches
Valideneinkommen
2020 in der H
öhe von Fr. 71'603.-- (E. 2.2).
3.2
3.2.1
Weil der Beschwerdeführer - soweit feststellbar - nach der Kündigung durch die
Y._
GmbH per 31. Oktober 2019 (Urk. 10/127 S. 5)
keine andere Arbeits
stelle mehr
inne hatte
,
sind
für die
Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls lohnstatische Angaben
beizuziehen
(E.
1.4.1
).
Die Beschwerdegegnerin
stellte hierfür
auf die Tabelle
TA1_triage_skill_level 2018 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht)
ab
(
Urk.
10/119 S. 3)
. Mit der Begründung, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Hilfsgipser unfallbedingt nicht mehr zumutbar sei, stütze
sie
sich auf die Kolonne «Total»,
Kompetenz
niveau 1,
Männer (Urk. 10/119 S. 3). Gemäss dem Beschwerdeführer ist
der
Beizug
die «Tabelle 9: Monatlicher Bruttolohn 2016 nach Berufs
gruppe, Geschlecht und Median und Quartilsbereich»
(
Urk.
3/4)
ange
zeigt
(E. 2.3).
Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden.
Für den Einkom
mensvergleich ist hier die Tabelle TA1_triage_skill_level 2018 (Monatlicher Brutto
lohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz
niveau und Ge
schlecht) heranzuziehen, weil für die Bestimmung des hypothetischen
Validen
einkommens
bereits auf diese Tabelle abgestellt wurde. Dies ermöglicht den Vergleich der beiden hypothetischen Einkommen mit und ohne Unfallfolgen.
Gegen die Betrachtungsweise des Beschwerdeführers spricht zudem
F
olgendes:
Der Beschwerdeführer hat
in
C._
zwar
eine Aus
bildung zum Sozialarbeiter
absolviert,
er
kann diese Tätigkeit in der Schweiz
gemäss seinen Angaben
wegen seiner geringen
Sprachk
enntnisse aber nicht ausüben
(Urk. 10/61 S. 1, Urk. 10/62 S. 3)
.
Dem Beschwerdeführer stehen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt somit nur Hilfsarbeitertätigkeiten offen.
Daraus folgt, dass
er
- würde auf die von ihm eingereichte Tabelle nach Berufsgruppen
(Urk. 3/4)
abgestellt
-
sowohl beim hypothetischen
Valideneinkommen
als auch
beim hypothetischen Invalideneinkommen
bezüglich Berufsgruppe
auf dem Level
1
«Hilfsarbeitskräfte» einzuordnen wäre.
Wird bei beiden Vergleichsein
kommen auf denselben Tabellenlohn abgestellt und ist beim Invalideneinkommen kein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt (vgl. dazu E. 3.2.2)
, so
resultiert ein
Inva
liditätsgrad von 0
%
.
3.2.2
Aus Sicht der
Beschwerdegegnerin
sind
die Voraussetzungen für einen leidens
beding
ten Abzug vom Tabellenlohn nicht gegeben. Die Tätigkeiten im Kompe
tenzniveau 1 würden bereits viele leichte Überwachungs-, Prüf-, und Kontroll
tätig
keiten sowie einfache administrative Tätigkeiten umfassen. Dazu würden auch die Tätigkeiten zählen, welche der Beschwerdeführer mit seinen unfall
be
dingten Einschrän
kun
gen noch ausführen könne (
Urk.
10/119 S. 3). Mit Blick auf das unbestritten gebliebene Tätigkeitsprofil von
Dr.
A._
(Urk. 10/62 S. 6) und die Recht
sprechung des Bundesgerichts
(Urteil des Bundesgerichts 8C_48
/2021
vom 20.
Mai 2021 E. 4.3.4 mit Hinweis) gibt dies zu keinen Beanstandungen An
lass.
Weil dem Beschwerdeführer genügend Hilfsarbeitertätigkeiten
i
m Kompe
tenz
niveau 1 offen stehen
,
rechtfertigen
sein in der Schweiz nicht verwertbarer
Ausbildungsab
schluss
(E. 3.1)
, seine Nationalität (
C._
,
Urk.
10/1)
,
sein
e
A
ufenthaltskategorie
(Aufenthaltsbewilligung «B»,
Urk.
10/1
7
,
Urk.
10/61 S. 1
) und seine geringen Kenntnisse der deutschen Sprache
(
Urk.
10/62 S. 3)
ebenso wenig
einen
Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C_139/2020 vom 3
0.
Juli 2020 E. 6.3.4
mit Hinweis
, 8C_48
/2021
vom 2
0.
Mai 2021 E. 4.3.4
mit Hinweis, 8C_632/2021 vom
2.
Dezember 2021 E. 6.3.1 und E.
6.3.4
).
Keiner weiteren Erläuterungen bedarf sodann, dass das
Alter beim noch jungen Beschwerdeführer
(Jahrgang 1986,
Urk.
10/1) nicht zu einem Abzug vom Tabel
lenlohn führen kann.
3.2.3
Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte hypothetische Invalideneinkommen
2020
in der Höhe von Fr. 68'992.-- ist folglich nicht zu beanstanden.
3.3
Beim Einkommensverglich (
Valideneinkommen
: Fr. 71'603.--
,
Invalidenein
kom
men: Fr. 68'992.--)
resultiert eine Erwerbseinbusse in der Höhe von
Fr.
2'611.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von gerundet 4
%
.
Weil der Invaliditätsgrad unter 10 % liegt,
besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (E.
1.1)
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.