Decision ID: 4127c578-efbe-405a-bda0-c2e3261aaa7e
Year: 2014
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. Mit Eingabe vom 21. August 2013 erhob Dr. B._ gegen ihre ehemalige Arbeitgeberin, die A._ AG, beim Bezirksgericht Liestal Klage mit den Begehren, die Beklagte sei zu , die geleisteten Überstunden der Klägerin in Höhe von CHF 76'919.50 sowie den nicht ausbezahlten Lohn für den Monat September 2012 in Höhe von CHF 4'825.00 (brutto) zuzüg-
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lich Zins zu 5 % seit dem 01. Oktober 2012 zu bezahlen; ferner sei der Klägerin der  Lohn in Höhe von CHF 28'577.00 unverzüglich auszubezahlen, alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.
B. Mit Eingabe vom 03. Dezember 2013 beantragte die Beklagte, das bezirksgerichtliche Verfahren sei bis zum Abschluss des Strafverfahrens gegen den Ehemann der Klägerin zu , und führte zur Begründung ihres Begehrens im Wesentlichen an, dass die  Basel-Landschaft gegen den Ehemann der Klägerin ein Strafverfahren führe und das Bezirksgericht auf entsprechendes Ersuchen der Staatsanwaltschaft die Klageingabe vom 21. August 2013 samt Beilagen an die Strafverfolgungsbehörden herausgegeben habe. Aufgrund dieses Rechtshilfeersuchens sei davon auszugehen, dass das Ergebnis der Strafuntersuchung einen möglichen Einfluss auf das vorliegende Verfahren habe, weshalb das vorliegende  bis zum Abschluss des Strafverfahrens zu sistieren sei.
C. Mit Ziffer 1 der Verfügung vom 21. Januar 2014 wies das Bezirksgerichtspräsidium Liestal das Sistierungsgesuch der Beklagten ab, im Wesentlichen mit der Begründung, dass die  nicht dargetan habe, inwiefern das Strafverfahren, welches sich gar nicht gegen die  richte, zum vorliegenden Verfahren derart konnex sei, dass die Sistierung zur Vermeidung inkohärenter Entscheide erforderlich erscheine.
D. Gegen diese Verfügung erhob die Beklagte mit Eingabe vom 30. Januar 2014  mit den Begehren, in Aufhebung von Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung sei das  Verfahren für die Dauer des Strafverfahrens gegen den Ehemann der Klägerin zu sistieren, eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Auflage, dass das bezirksgerichtliche Verfahren für die Dauer des Strafverfahrens gegen den Ehemann der Klägerin zu sistieren sei, ferner sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen,  o/e Kostenfolge. Zur Begründung der Begehren wurde in formeller Hinsicht ausgeführt, dass die angefochtene Verfügung gemäss Art. 126 Abs. 2 ZPO beschwerdefähig sei, so dass keine Drohung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO geltend gemacht werden müsse. In materieller Hinsicht habe das Bezirksgerichtspräsidium  übersehen, dass zwischen dem Strafverfahren gegen den Ehemann der Klägerin und der bezirksgerichtlichen Arbeitsstreitigkeit insofern ein Zusammenhang bestehe, als der  der Klägerin die klageweise geltend gemachten Überstunden als Organ der Beklagten bestätigt habe und das Strafverfahren gegen den Ehemann der Klägerin unter anderem wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung geführt werde. Die vorinstanzliche  eines fehlenden Konnexes stelle somit eine unrichtige Anwendung von Art. 126 Abs. 1 ZPO dar, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und das bezirksgerichtliche  zu sistieren sei.
E. Mit Vernehmlassung vom 19. Februar 2014 beantragte die Beklagte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge, ferner sei der Beschwerde keine  Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin zwischen dem Strafverfahren gegen den Ehemann der Klägerin und dem bezirksgerichtliche Verfahren kein Konnex bestehe, zumal im Strafverfah-
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ren nicht festgestellt werde, ob und in welchem Umfang die Klägerin tatsächlich Überstunden geleistet habe. Die erforderlichen Voraussetzungen für eine Sistierung gemäss Art. 126 Abs. 1 ZPO seien somit nicht erfüllt. Ausserdem habe die Staatsanwaltschaft inzwischen mit  vom 04. Februar 2014 das Strafverfahren richtigerweise sistiert, um den Ausgang des Zivilverfahrens abzuwarten. Eine zusätzliche Sistierung des Zivilverfahrens würde nicht nur dem Beschleunigungsgebot zuwiderlaufen, sondern sämtliche Verfahren zum Stillstand bringen und damit die Verfügung der Staatsanwaltschaft ins Leere laufen lassen.
F. Mit Verfügung vom 20. Februar 2014 wies das instruierende Kantonsgerichtspräsidium den Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin, der vorliegenden Beschwerde die  Wirkung zu erteilen, ab.

Erwägungen 1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Rechtsmittelverfahren ist eine prozessleitende  des Bezirksgerichtspräsidenten Liestal. Gemäss Art. 319 lit. b ZPO ist gegen  Verfügungen ausschliesslich das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben, wobei die  nur dann zulässig ist, wenn entweder ein vom Gesetz bestimmter Fall vorliegt (Ziffer 1) oder wenn durch die Verfügung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht.
2. Bei Beschwerden gegen prozessleitende Verfügungen beträgt die Beschwerdefrist  Art. 321 Abs. 2 ZPO 10 Tage. Die Vorinstanz hat die angefochtene Verfügung dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 22. Januar 2014 zugestellt. Die  vom 30. Januar 2014 wurde am 31. Januar 2014 der Post übergeben und erfolgte somit rechtzeitig. Die sachliche Zuständigkeit des Präsidenten der Abteilung Zivilrecht des  Basel-Landschaft zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus § 5 Abs. 1 lit. b des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO; SGS 221).
3. Die Beschwerdeführerin hält in formeller Hinsicht dafür, dass die angefochtene Verfügung gemäss Art. 126 Abs. 2 ZPO kraft Gesetz beschwerdefähig sei, weshalb in casu keine Drohung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO  sei.
Gemäss Art. 126 Abs. 2 ZPO ist "die Sistierung" mit Beschwerde anfechtbar, so dass sich die Frage stellt, ob auch eine "Nicht-Sistierung" – mithin die Abweisung eines Sistierungsbegehrens – mit Beschwerde anfechtbar sein soll. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Art. 116 Abs. 2 des Vorentwurfs der Expertenkommission zur Schweizerischen Zivilprozessordnung das Rechtsmittel noch gegen den "Entscheid betreffend Sistierung" vorsah. Art. 124 des  des Bundesrats zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (BBl 2006 7413) war  und liess die Beschwerde lediglich noch gegen die "Sistierung" zu. Dies legt den Schluss nahe, dass der Gesetzgeber nur den Anspruch der Prozessparteien auf eine beförderliche  mit der Möglichkeit der Beschwerde schützen wollte, nicht aber andere  der Parteien, wie etwa das Interesse einer Partei auf Rücksichtnahme auf andere . Folglich ist die Beschwerde gegen die Anordnung einer Sistierung immer zulässig, im Falle
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der Nicht-Sistierung aber nur unter der Voraussetzung von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO, d.h. wenn durch die Nicht-Sistierung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (vgl. M. KAUFMANN, in: A. Brunner / D. Gasser / I. Schwander [Hrsg.], Schweizerische , Kommentar, Zürich / St. Gallen 2011, N 17 zu Art. 126, S. 715 f.; A. STAEHELIN, in: Th. Sutter-Somm / F. Hasenböhler / Chr. Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2013, N 8 zu Art. 126, S. 950; J. GSCHWEND / R. BORNATICO, in: K. Spühler / L. Tenchio / D. Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2013, N 17a zu Art. 126, S. 701; R. , in: P. Oberhammer / T. Domej / U. Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Auflage, Basel 2014, N 14 zu Art. 126, S. 651; N. J. FREI, in: H. Hausheer / H. P. Walter [Hrsg.], Berner , Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Artikel 1 – 149 ZPO, N 22 zu Art. 126, S. 1443).
Im vorliegenden Fall wurde das Sistierungsbegehren der Beklagten mit der angefochtenen  abgewiesen, weshalb nach dem Gesagten – entgegen dem Dafürhalten der  – die Beschwerde nur unter der Voraussetzung zulässig ist, dass ein nicht leicht  Nachteil droht. Für das Bestehen der Gefahr eines relevanten Nachteils – als Eintretensvoraussetzung für die Zulässigkeit der Beschwerde – ist die Beschwerde führende Partei beweispflichtig, sofern die Gefahr nicht von vornherein offenkundig ist (BGE 116 II 80 E. 2c in fine; M. H. Sterchi, in: H. Hausheer / H. P. Walter [Hrsg.], Berner Kommentar,  Zivilprozessordnung, Band II, Artikel 150 – 352 ZPO, N 15 zu Art. 319, S. 2957). Im  der vorliegenden Beschwerde hat die Beschwerdeführerin das Drohen eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils nicht einmal behauptet, geschweige denn bewiesen. Die  hat sich im Gegenteil fälschlicherweise auf den Standpunkt gestellt, das  eines relevanten Nachteils sei gar nicht erforderlich, und hat sich daher zu dieser Frage inhaltlich nicht geäussert. Nachdem im vorliegenden Fall auch von einer offenkundigen Gefahr eines relevanten Nachteils nicht die Rede sein kann, fehlt es an der entsprechenden .
4. Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und die Gerichtskosten sowie eine angemessene Parteientschädigung zugunsten der  in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO der unterliegenden  aufzuerlegen sind.