Decision ID: 8c886e89-8e47-5a69-8d02-7cb778929fdd
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (wiedererwägungsweise Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im November 1994 aufgrund eines Rückenleidens (Status nach
Discushernienoperation) für eine Umschulung bei der IV-Regionalstelle St. Gallen an
(IV-act. 1).
A.b Am 22. November 1994 erstattete die Arbeitgeberin des Versicherten einen
Arbeitgeberbericht. Der Versicherte arbeite seit dem 30. Januar 1989 als Bau-
Hilfsarbeiter für sie, erhalte einen Lohn von Fr. 3’995.-- pro Monat und habe letztmals
am 3. Juni 1994 gearbeitet (IV-act. 4).
A.c Am 19. November 1994 hatte Dr. med. B._ einen Arztbericht erstattet. Der
Versicherte leide seit etwa 1990 an Rückenbeschwerden und könne unmöglich
weiterhin als Maurer arbeiten. Die Durchführung beruflicher Massnahmen sei daher so
rasch als möglich angezeigt (IV-act. 5).
A.d Mit Bericht vom 17. Juli 1995 hielt der zuständige IV-Berufsberater fest, der Ver
sicherte sei motiviert, wieder ins Erwerbsleben einzusteigen. Es stelle sich aber das
Problem, dass eine Eingliederung nur über eine praktische Einarbeitung vollzogen
werden könne, da eine intellektuell anspruchsvollere Umschulung den Versicherten
rasch überfordern dürfte. Zunächst sei eine dreimonatige berufliche Abklärung ange
zeigt (IV-act. 13). Die Abklärung ergab, dass der Versicherte eine recht gute Auf
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fassungsgabe für praktisch-handwerkliche Arbeiten und auch ein gutes Handgeschick
habe. Er habe aber aufgrund seiner starken Rückenbeschwerden oft gefehlt. Trotz
eines offensichtlichen Arbeitswillens habe die Leistung lediglich bei etwa 20 % gelegen
(IV-act. 25). Der IV-Berufsberater empfahl in der Folge am 22. November 1995 die
Durchführung eines Arbeitstrainings (IV-act. 19).
A.e Mit Verfügung vom 10. Mai 1996 wurde dem Versicherten eine ganze Rente der
Invalidenversicherung für den Zeitraum vom 1. Juni bis zum 30. November 1995
zugesprochen. Die Rente wurde befristet, weil dem Versicherten ab dem 1. Dezember
1995 ein Taggeld ausgerichtet wurde (IV-act. 26 ff.).
A.f Das Arbeitstraining wurde ordnungsgemäss am 31. Mai 1996 beendet. Der Ver
sicherte habe sich weiterhin arbeitswillig gezeigt, aber keine konstante Leistung er
bracht. Die Leistung habe nach wie vor bei lediglich 20 % gelegen. In der freien Wirt
schaft sei er nicht vermittelbar (IV-act. 34). Der IV-Berufsberater empfahl in der Folge
die Rentenprüfung, wobei er einen Invaliditätsgrad von 77 % ermittelte (IV-act. 35).
A.g In einem weiteren Bericht vom 12. Juli 1996 hielt Dr. B._ fest, dem Versicherten
seien körperlich nicht strenge Arbeiten mindestens zu 50 % zumutbar (IV-act. 36).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen am 5. September 1996 ein fachärztliches Gutachten. Der Gutachter
diagnostizierte eine lumbale Discopathie L5/S1 bei Status nach Discushernienoperation
L5/S1 rechts mit Vernarbung im Operationsbereich und möglicher funktioneller
Überlagerung. Als Maurer sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Leichte,
rückenschonende Tätigkeiten seien dagegen zu 70 % zumutbar (IV-act. 40).
A.i Gestützt darauf wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 15. November 1996
eine halbe Rente mit Wirkung ab dem 1. Juni 1996 zugesprochen (IV-act. 43). Der
Invaliditätsgrad wurde unter Berücksichtigung eines Arbeitsunfähigkeitsgrades von
30 % in leidensadaptierten Tätigkeiten und eines Abzuges vom Tabellenlohn von 25 %
auf 50 % festgelegt (IV-act. 41).
B.
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B.a Im Rahmen einer Überprüfung des Rentenanspruchs im Jahr 1997 berichtete
Dr. B._ am 19. November 1997 über einen objektiv unveränderten Gesundheits
zustand (IV-act. 47).
B.b Am 1. Dezember 1997 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass er weiterhin An
spruch auf eine halbe Rente habe (IV-act. 49).
C.
C.a Am 13. Januar 1999 ersuchte der Versicherte um Revision der Invalidenrente. Sein
Gesundheitszustand habe sich in der letzten Zeit sehr verschlechtert (IV-act. 51).
C.b Dr. B._ berichtete am 3. Februar 1999 über eine Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes. Eine Arbeitsaufnahme sei nicht mehr möglich. Seit Herbst 1998
könne von einem Panvertebralsyndrom gesprochen werden (IV-act. 53).
C.c Mit Verfügung vom 7. Mai 1999 wurde dem Versicherten mit Wirkung ab dem
1. Januar 1999 eine ganze Rente zugesprochen (IV-act. 61 f.).
D.
D.a Im Rahmen einer Überprüfung des Rentenanspruchs im Jahr 2001 wurde der An
spruch auf eine ganze Invalidenrente bestätigt (IV-act. 66).
D.b Auch im Rahmen einer Überprüfung im Jahr 2006 wurde der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente bestätigt (IV-act. 75).
E.
E.a Im Mai 2010 eröffnete die IV-Stelle ein weiteres Verfahren betreffend Überprüfung
des Rentenanspruchs. Der Versicherte berichtete über einen unveränderten Zustand
(IV-act. 76).
E.b Auch Dr. med. C._ berichtete am 21. Mai 2010 über einen unveränderten
Zustand (IV-act. 79).
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E.c Nachdem der zuständigen Sachbearbeiterin der IV-Stelle aufgefallen war, dass
sich die Rentenerhöhung im Jahr 1999 auf einen Arztbericht von Dr. B._, in welchem
keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten genommen worden
war, gestützt hatte (IV-act. 80), stellte die IV-Stelle dem Hausarzt Dr. C._ am 24. Juni
2010 Anschlussfragen zur Arbeitsfähigkeit (IV-act. 81). Dr. C._ antwortete am 2. Juli
2010, er könne die Fragen nicht beantworten. Dafür sei eine fachärztliche Beurteilung
inklusive Evaluation der körperlichen Leistungsfähigkeit erforderlich (IV-act. 82).
E.d Am 11. März 2011 beauftragte die IV-Stelle die Ärztliches Begutachtungsinstitut
(ABI) GmbH mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 87). In ihrem
Gutachten vom 4. Juli 2011 diagnostizierten die Gutachter der ABI GmbH im
Wesentlichen ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radiculäre
Symptomatik sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – eine
Schmerzverarbeitungsstörung. Der Versicherte sei für körperlich schwere Tätigkeiten
vollständig arbeitsunfähig. Für körperlich leichte, intermittierend mittelschwere
Tätigkeiten unter Wechselbelastungen bestehe dagegen eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dabei sollte das Heben und Tragen
von Lasten über zehn Kilogramm, intermittierend 15 Kilogramm, vermieden werden.
Diese Einschätzung habe spätestens ab sechs Monaten nach der am 8. Juli 1994
erfolgten Operation Gültigkeit (IV-act. 90).
E.e Mit Vorbescheid vom 21. März 2012 teilte die IV-Stelle mit, dass die wiederer
wägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 7. Mai 1999 und die Einstellung der
Rente auf Ende des der Verfügung folgenden Monats vorgesehen seien. Die Wieder
erwägung der Revisionsverfügung aus dem Jahr 1999 erfordere eine Neubeurteilung
des Rentenanspruchs, weshalb aus der Aufhebung der Verfügung vom 7. Mai 1999
nicht folge, dass die rentenzusprechende Verfügung vom 15. November 1996 wieder
auflebe (IV-act. 99).
E.f Dagegen liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte am 7. Mai 2012 Einwand
erheben. Auch für die Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung müsse
die absolute, hinsichtlich einer (so genannt prozessualen) Revision zu beachtende
Verwirkungsfrist von zehn Jahren gelten. Bereits aus diesem Grund sei die wiederer
wägungsweise Aufhebung der Rente unzulässig. Die IV-Stelle verkenne sodann die
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Rechtslage, denn die wiedererwägungsweise Aufhebung einer Revisionsverfügung be
deute nicht, dass auch die ursprüngliche Verfügung dahinfalle. Die IV-Stelle hätte viel
mehr prüfen müssen, ob am 7. Mai 1999 auch kein Anspruch auf die damalige halbe
Rente bestanden habe. Zudem sei das Gutachten der ABI GmbH nicht verwertbar. Die
Auftragserteilung sei eigenmächtig durch die IV-Stelle erfolgt, was gemäss neuster
bundesgerichtlicher Rechtsprechung unzulässig sei. Die IV-Stelle habe sodann die
Gutachter beeinflusst, indem sie tendenziöse Zusatzfragen gestellt habe. Die
Zusammenstellung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur somatoformen
Schmerzstörung sei überdies unvollständig. Der Orthopäde der ABI GmbH habe
gemäss Medizinalberuferegister des Bundesamtes für Gesundheit keine
Berufsausübungsbewilligung, weshalb er nicht ausreichend qualifiziert sei. Die ABI
GmbH habe sodann sich aufgrund der angefertigten Röntgenbilder aufdrängende
weitere bildgebende Untersuchungen nicht durchgeführt. Der Orthopäde habe Fragen
beantwortet, die in die Zuständigkeit eines Neurologen oder Neurochirurgen fallen
würden. Die rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung sei ebenfalls unzulässig. Die
Gutachter der ABI GmbH hätten im Weiteren einen unveränderten Gesundheitszustand
seit der Rentenzusprache im Jahr 1996 bestätigt, weshalb auch eine Anpassung der
Rente ausgeschlossen sei. Schliesslich würde eine Aufhebung der Rente vorgängige
berufliche Massnahmen voraussetzen (IV-act. 103).
E.g Am 2. Juli 2012 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 21. März 2012.
Die Wiedererwägung der Verfügung vom 7. Mai 1999 sei zulässig und bedinge unter
anderem die Neubeurteilung des Rentenanspruchs. Die Auftragserteilung an die
ABI GmbH sei vor Änderung der Rechtsprechung des Bundesgerichts erfolgt und
daher rechtmässig. Eine unzulässige Beeinflussung habe nicht stattgefunden. Das
Gutachten überzeuge inhaltlich, weshalb darauf abzustellen sei. Auch die weiteren
Vorbringen des Rechtsvertreters des Versicherten seien nicht geeignet, Zweifel am
Beweiswert des Gutachtens zu wecken (IV-act. 104).
F.
F.a Dagegen richtet sich die am 4. September 2012 erhobene Beschwerde, mit der
die Weiterausrichtung der mit Verfügung vom 7. Mai 1999 zugesprochenen
Invalidenrente, die Zusprache einer Entschädigung für das vorinstanzliche
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Vorbescheidsverfahren, die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sowie die
vorsorgliche Ausrichtung einer halben Rente beantragt und zur Begründung
(gegenüber dem Einwand) ergänzend ausgeführt wird, die Akten des
Verwaltungsverfahrens seien unvollständig, was sich nicht zulasten des
Beschwerdeführers auswirken dürfe (act. G 1).
F.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerde
antwort vom 5. November 2012; act. G 5).
F.c Mit Entscheid vom 15. November 2012 wies das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen den formellen Antrag des Beschwerdeführers auf Wiederherstellung
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab (act. G 6).
F.d Mit Replik vom 17. Dezember 2012 liess der Beschwerdeführer an seinen mit
Beschwerde vom 4. September 2012 gestellten materiellen Anträgen festhalten und
die Begründung insbesondere um eine generelle Kritik an der ABI GmbH erweitern
(act. G 9).
F.e Mit Eingabe vom 21. Dezember 2012 liess der Beschwerdeführer auf ein aktuelles
Rechtsgutachten zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den somatoformen
Schmerzstörungen und ähnlichen Krankheiten vom 20. November 2012, erstattet von
Prof. Dr. Jörg Paul Müller und Dr. Matthias Kradolfer, hinweisen (act. G 11).
F.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend ist die Rechtmässigkeit einer Wiedererwägungsverfügung zu
beurteilen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beanstandet deren Zulässigkeit
bereits deshalb, weil eine mehr als zehn Jahre vor Erlass der
Wiedererwägungsverfügung erlassene Verfügung in Wiedererwägung gezogen wird,
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was in Analogie zur absoluten Verwirkungsfrist bezüglich einer (prozessualen) Revision
gemäss Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 67 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) unzulässig sei.
Dabei übersieht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, dass ein Analogieschluss
wie der von ihm gezogene eine ausfüllungsbedürftige Lücke des Gesetzes voraussetzt.
Dort, wo das Gesetz keine ausfüllungsbedürftige Lücke enthält, besteht kein Raum für
eine vom Gesetz abweichende Regelung durch die Rechtsprechung. Das Gericht
würde sich damit in unzulässiger Weise gesetzgeberische Kompetenzen anmassen. Es
stellt sich also in erster Linie die Frage, ob eine gleichsam zwingende Notwendigkeit
dafür besteht, für die Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG eine absolute
Verwirkungsfrist zu statuieren. Nur in diesem Fall wäre es zulässig, auf dem Wege der
Rechtsprechung eine entsprechende Regelung aufzustellen, beispielsweise mittels
Analogieschluss. Eine solche zwingende Notwendigkeit besteht allerdings bezüglich
der hier interessierenden Frage nicht. Wenn auch dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers insofern beizupflichten ist, als die Wiedererwägung einer formell
rechtskräftigen Verfügung umso problematischer erscheint, je länger jene Verfügung
zurückliegt, folgt daraus nicht notwendigerweise, dass die Möglichkeit zur
Wiedererwägung zeitlich limitiert werden müsste. Das Bundesgericht hat bezüglich
dieser Frage festgehalten, dass es sich zumindest nicht rechtfertigen würde,
Dauerleistungen, welche ursprünglich zweifellos unrichtig zugesprochen worden waren,
auch für die Zukunft weiter auszurichten, nur weil der ursprüngliche Fehler vor mehr als
zehn Jahren begangen wurde (Urteil 9C_837/2010 vom 30. August 2010, E. 2.4; in BGE
133 V 50 E. 4.2.2 S. 55 wurde – ohne Begründung – festgehalten: „Eine zeitliche
Befristung besteht nicht.“). Jedenfalls besteht vorliegend kein Anlass, die angefochtene
Wiedererwägungsverfügung allein deshalb als rechtswidrig zu qualifizieren, weil die in
Wiedererwägung gezogene Verfügung im Zeitpunkt der Wiedererwägung mehr als zehn
Jahre alt war.
1.2 Eine formell rechtskräftige Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen, bedeutet zu
nächst, sie vollumfänglich aufzuheben. Damit kann es aber nicht sein Bewenden
haben. Mit der nachträglich aufgehobenen Verfügung wurde nämlich ein bestimmtes
Verwaltungsverfahren abgeschlossen. Wird dieser Abschluss nachträglich
gewissermassen für ungültig erklärt, fehlt es an einem Abschluss des
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Verwaltungsverfahrens. Es ist deshalb zwingend notwendig, dass im Zuge der
Wiedererwägung die fragliche Verfügung nicht nur aufgehoben, sondern durch eine
neue Verfügung ersetzt wird. Anstelle der ursprünglichen Anordnung muss eine neue
Anordnung treten, andernfalls das entsprechende Verwaltungsverfahren
unabgeschlossen bliebe. Die neue Anordnung muss ihrer Natur nach der alten,
nachträglich aufgehobenen Anordnung entsprechen. Wird beispielsweise eine
Verfügung betreffend erstmalige Leistungszusprache wiedererwägungsweise
aufgehoben, muss die Wiedererwägungsverfügung im Dispositiv nicht nur diese
Aufhebung anordnen, sondern auch eine Anordnung betreffend das Leistungsgesuch
enthalten. Es muss also entweder eine andere Leistung zugesprochen oder das
Leistungsbegehren abgewiesen werden. Wird dagegen eine Anpassungsverfügung
wiedererwägungsweise aufgehoben, muss die Wiedererwägungsverfügung nebst der
Aufhebung der Anpassungsverfügung auch eine neue Anordnung betreffend
Leistungsanpassung enthalten. Es gilt diesfalls, ein Anpassungsverfahren ordentlich
abzuschliessen, was nur mittels einer Anordnung betreffend Anpassung der fraglichen
Leistung geschehen kann. Würde dagegen eine Anpassungsverfügung wiederer
wägungsweise aufgehoben und eine Anordnung betreffend das ursprüngliche
Leistungsgesuch (welche in einer früheren Verfügung getroffen wurde) getroffen, würde
der Gegenstand des Wiedererwägungsverfahrens unzulässig ausgedehnt, und zwar auf
die in der ersten, nicht Gegenstand des Wiedererwägungsverfahrens bildende
Verfügung. Es fände dann eine Vermischung statt, indem im Zuge eines
Wiedererwägungsverfahrens letztlich zwei Verfügungen in Wiedererwägung gezogen
würden, allerdings je nur teilweise. Der Verwaltung steht es zwar frei, nicht nur
Anpassungsverfügungen in Wiedererwägung zu ziehen, sondern auch ursprünglich
leistungsbegründende Verfügungen. Jedes Wiedererwägungsverfahren muss aber eine
bestimmte Verfügung zum Gegenstand haben. Unzulässig ist es, eine Verfügung als
zweifellos unrichtig zu erklären und im Zuge der Wiedererwägung eine Anordnung zu
treffen, welche die Anordnung einer anderen Verfügung ersetzt. Im Zuge der
Wiedererwägung kann nur die Anordnung der Verfügung ersetzt werden, welche als
zweifellos unrichtig qualifiziert wurde. Würden diese Grundsätze nicht beachtet,
könnten formell rechtskräftige Verfügungen letztlich in Missachtung der engen
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung (vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG) nachträglich
korrigiert werden. Es würde dann nämlich genügen, irgendeine Verfügung für zweifellos
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unrichtig zu erklären, um eine andere Verfügung, die nicht zweifellos unrichtig ist, zu
korrigieren.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung vom 7. Mai 1999, mit der die davor
zugesprochene halbe Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Januar 1999 auf eine
ganze Rente erhöht worden war, in Wiedererwägung gezogen. Falls die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung dieser Verfügung erfüllt waren, worauf
nachfolgend näher einzugehen ist, hätte die Beschwerdegegnerin diese
Anpassungsverfügung zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben. Das würde
bedeuten, dass die Beschwerdegegnerin im Zuge der Wiedererwägung auch eine neue
Anpassungsverfügung hätte erlassen müssen. Sie hätte also prüfen müssen, ob sich
die tatsächlichen Verhältnisse zwischen dem Erlass der leistungszusprechenden
Verfügung am 15. November 1996 und dem 7. Mai 1999 wesentlich verändert hätten,
und allenfalls die formell rechtskräftig zugesprochene halbe Rente entsprechend
anpassen oder andernfalls den Anspruch auf die halbe Rente bestätigen müssen. Das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die Anpassungsverfügung vom 7. Mai 1999 als
zweifellos unrichtig zu erklären und aufzuheben, aber eine die Anordnung der
Verfügung vom 15. November 1996 ersetzende Anordnung (gleichsam „ex nunc“) zu
treffen, ist jedenfalls unzulässig. Entweder hätte die Beschwerdegegnerin die
Verfügung vom 7. Mai 1999 aufheben und eine neue Anpassungsanordnung treffen
oder aber die Verfügung vom 15. November 1996 wiedererwägungsweise aufheben
und eine neue („ursprüngliche“) Leistungsanordnung treffen müssen, womit
zwangsläufig das Dahinfallen der Anpassungsverfügung vom 7. Mai 1999
einhergegangen wäre. Die Aufhebung einer Verfügung und das Treffen einer An
ordnung, welche die Anordnung einer anderen Verfügung (lediglich mit anderem
Wirkungszeitpunkt) ersetzt, ist unzulässig.
1.4 Fraglich ist vor dem Hintergrund dieser Vermischung durch die Beschwerde
gegnerin, was Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens ist. Die Einstellung der Rente
kann nicht als anpassungsweise Einstellung bzw. als eine die Anordnung der
Verfügung vom 7. Mai 1999 ersetzende Anordnung verstanden werden, weil der
Sachverhalt dazu keinerlei Anlass gibt. Die angefochtene Verfügung vom 2. Juli 2012
enthält daher einerseits eine wiedererwägungsweise Aufhebung der
Anpassungsverfügung vom 7. Mai 1999 und andererseits die wiedererwägungsweise
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Neuordnung der leistungszusprechenden Verfügung vom 15. November 1996. Sowohl
die Verfügung vom 7. Mai 1999 als auch jene vom 15. November 1996 sind mithin von
der Wiedererwägungsverfügung vom 2. Juli 2012 betroffen. Gegenstand dieses
Verfahrens bildet daher die Frage, ob die Verfügungen vom 7. Mai 1999 und vom
15. November 1996 zu Recht in Wiedererwägung gezogen worden sind.
1.5 Eine Renteneinstellung wegen Verbesserung des Gesundheitszustandes in An
wendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG bildet nicht Gegenstand der angefochtenen Ver
fügung, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
2.
2.1 Die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Ver
fügung betreffend Dauerleistungen sind einerseits zweifellose Unrichtigkeit der be
troffenen Verfügung und andererseits erhebliche Bedeutung der Berichtigung (Art. 53
Abs. 2 ATSG). Bei Verfügungen betreffend Rentenleistungen wird die erhebliche Be
deutung der Berichtigung in aller Regel ohne Weiteres bejaht. Vorliegend ist die erheb
liche Bedeutung ebenfalls zu bejahen, da es um eine ganze Rente, die unter
Umständen noch während vieler Jahre ausgerichtet würde, mithin um insgesamt
erhebliche finanzielle Leistungen, geht.
2.2 Zweifellose Unrichtigkeit liegt vor, wenn die betroffene Verfügung aufgrund unzu
treffender Rechtsregeln erlassen wurde oder bei deren Erlass massgebliche Be
stimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden, nicht aber, wenn der Wiederer
wägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Be
urteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente notwendigerweise Ermessens
züge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen vor dem
Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses der be
troffenen Verfügung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser
Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts U 378/05 vom 10. Mai 2006, E. 5.3).
Vorliegend erfolgte die Erhöhung der Invalidenrente von einer halben auf eine ganze im
Jahr 1999 gestützt auf den Arztbericht von Dr. B._ vom 3. Februar 1999 (IV-act. 53),
der offenbar von einem Arzt des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) als für
eine Rentenerhöhung ausreichend qualifiziert wurde (IV-act. 54). Dr. B._ hat
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ausgeführt, der Zustand des Versicherten habe sich verschlechtert, eine
Arbeitsaufnahme sei nicht möglich; seit Herbst 1998 könne von einem
Panvertebralsyndrom gesprochen werden. Gegenüber seinem Bericht vom 12. Juli
1996, in welchem er noch eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich
leichte Tätigkeiten attestiert hatte (IV-act. 36), führte Dr. B._ keine wesentlich
gravierenderen Befunde an. Auch gegenüber dem Gutachten der Klinik für
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (IV-act. 40) stellten sich die von Dr. B._
im Februar 1999 geschilderten Befunde nicht als wesentlich gravierender dar. Dass die
Beschwerdegegnerin gestützt darauf ohne weitere Abklärungen die davor
ausgerichtete halbe Rente auf eine ganze Rente erhöht hat, ist nicht bloss als
unangemessen zu qualifizieren. Die Beschwerdegegnerin hat damit nicht einen
Ermessensentscheid innerhalb des ihr diesbezüglich zustehenden Spielraums gefällt,
den sie oder das Gericht heute anders fällen würde. Sie hat vielmehr die Grenze des ihr
zustehenden Ermessensspielraumes und damit Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt, indem sie
ohne weitere Abklärungen gestützt auf den dürftigen Bericht von Dr. B._, der keine
wesentlichen neuen Befunde enthielt, die Rente erhöht hat. Dabei handelt es sich um
eine qualifizierte Rechtsverletzung, denn die Beschwerdegegnerin hat die Rente
letztlich praktisch ohne überhaupt Abklärungen vorgenommen zu haben angepasst.
Die Frage, ob angesichts der wenigen neuen Befunde eine Rentenanpassung
angezeigt sei, hätte zwingend mittels weiterer Abklärungen beantwortet werden
müssen. Die Rentenerhöhung ohne Durchführung weiterer Abklärungen ist daher als
zweifellos unrichtig zu qualifizieren, womit die wiedererwägungsweise Aufhebung der
Anpassungsverfügung vom 7. Mai 1999 zulässig ist.
2.3 Wie die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Recht
sprechung zu Recht geltend macht, bedeutet die Aufhebung der Verfügung nicht, dass
automatisch die leistungszusprechende Verfügung vom 15. November 1996 wieder
auflebt und der Beschwerdeführer entsprechend Anspruch auf eine halbe Rente hat.
Die wiedererwägungsweise Aufhebung der Anpassungsverfügung vom 7. Mai 1999 hat
vielmehr zur Folge, dass über das Anpassungsgesuch des Beschwerdeführers neu zu
befinden ist; die wiedererwägungsweise aufgehobene Anordnung ist durch eine
materiell korrekte Anordnung zu ersetzen. Die massgebenden Vergleichszeitpunkte
sind dabei der 15. November 1996 (Erlass der letzten, auf einer umfassenden
materiellen Prüfung beruhenden Verfügung) und der 7. Mai 1999 (Zeitpunkt des
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Erlasses der aufgehobenen Anpassungsverfügung). Zu beantworten ist mithin, ob und
gegebenenfalls wie sich die massgebenden tatsächlichen Verhältnisse im
entsprechenden Zeitraum verändert haben.
3.
3.1 Die leistungszusprechende Verfügung vom 15. November 1996 stützte sich in
medizinischer Hinsicht insbesondere auf das Gutachten der Klinik für Neurochirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen vom 5. September 1996, in welchem für
leidensadaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert worden war.
Dr. B._ hatte in seinem Bericht vom 12. Juli 1996 eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 50 % für körperlich nicht strenge Arbeiten attestiert. Massgebend für das
Attest einer verminderten Arbeitsfähigkeit auch in leidensadaptierten Tätigkeiten waren
die neurochirurgischen Befunde; der Gutachter wies explizit darauf hin, dass bei Status
nach Discushernienoperation aus neurochirurgischer Sicht eine verminderte
Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. Die vom Gutachter beschriebene funktionelle
Überlagerung wurde bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt.
3.2 Am 19. November 1997 berichtete Dr. B._ über einen objektiv unveränderten
Zustand. Offenbar hatte der Beschwerdeführer gegenüber Dr. B._ (nicht aber ge
genüber der Beschwerdegegnerin; vgl. IV-act. 46) immer wieder Beschwerden beklagt,
Dr. B._ konnte allerdings keine Verschlechterung bestätigen (IV-act. 47). Am
3. Februar 1999 berichtete Dr. B._ über eine Verschlechterung, die er in einer
Ausweitung der Beschwerden erblickte. Er hielt fest, seit Herbst 1998 könne von einem
Panvertebralsyndrom gesprochen werden, nannte abgesehen davon aber nurmehr
marginale neue Befunde (IV-act. 53). Am 26. März 2001 berichtete Dr. B._ über ein
zusätzlich aufgetretenes cervicobrachiales Schmerzsyndrom, das allerdings erst im
Sommer 2000 aufgetreten sei (IV-act. 64). Aus diesem Bericht lassen sich mithin keine
Rückschlüsse auf den hier massgebenden Zeitraum ziehen. Dem Verlaufsbericht von
Dr. C._ vom 3. April 2006 (IV-act. 73) lassen sich ebenfalls keine den hier
massgebenden Zeitraum betreffenden Befunde entnehmen. Dasselbe gilt auch
betreffend den Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 21. Mai 2010 (IV-act. 79) und die
Ergänzung vom 2. Juli 2010 (IV-act. 82). Der RAD-Arzt Dr. med. D._ stellte sich nach
Sichtung der Akten am 17. August 2010 auf den Standpunkt, richtigerweise hätte bei
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der Anpassung der Rente im Jahr 1999 von einem unveränderten Gesundheitszustand
ausgegangen werden müssen (IV-act. 83). Die Gutachter der ABI GmbH stellten sich in
ihrem Gutachten vom 4. Juli 2011 ebenfalls auf den Standpunkt, der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich nach dem Erlass der
rentenzusprechenden Verfügung vom 15. November 1996 nicht mehr wesentlich
verändert (IV-act. 90). Weitere medizinische Berichte, welche Rückschlüsse auf die
Entwicklung des Gesundheitszustandes in den Jahren 1996–1999 zuliessen, liegen
nicht bei den Akten.
3.3 Bezüglich der hier allein interessierenden Frage, ob die Rente am 7. Mai 1999 an
einen veränderten Invaliditätsgrad hätte angepasst werden müssen (vgl. Art. 17 Abs. 1
ATSG), besteht weitgehende Übereinstimmung zwischen den vorliegenden medi
zinischen Berichten. Einzig Dr. B._ hat in seinem Bericht vom 3. Februar 1999 eine
erhebliche Verschlechterung (im Herbst 1998) geltend gemacht, was allerdings
angesichts der praktisch unveränderten Befunde nicht ohne Weiteres nachvollziehbar
ist. Da Dr. B._ in besagtem Bericht zudem nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit in
leidensadaptierten Tätigkeiten Stellung genommen hat, besteht kein hinreichender
Anhaltspunkt dafür, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers im massgebenden
Zeitraum rentenrelevant verschlechtert hat. Gesamthaft ist, wie auch die Gutachter der
ABI GmbH und der RAD-Arzt Dr. D._ unter Berücksichtigung sämtlicher Akten
folgerten, von einem im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand seit dem
15. November 1996 auszugehen und insbesondere eine wesentliche Veränderung im
Zeitraum vom 15. November 1996 bis zum 7. Mai 1999 zu verneinen. Korrekterweise ist
das Gesuch des Beschwerdeführers vom 13. Januar 1999 um Erhöhung der halben
Rente abzuweisen.
3.4 Auf die mehrheitlich allgemeine Kritik des Beschwerdeführers am Begutachtungs
verfahren und am Gutachten der ABI GmbH ist nicht weiter einzugehen. Da einzig
entscheidend ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den
Jahren 1996–1999 wesentlich verändert hat und da bezüglich dieser Frage
weitgehende Übereinstimmung zwischen dem insofern nachvollziehbaren und
schlüssigen Gutachten der ABI GmbH und den weiteren medizinischen Berichten
besteht, sind allfällige weitere Mängel des Gutachtens im vorliegenden Verfahren nicht
von Belang. Dies gilt auch für die Frage, wie die fehlende Berufsausübungsbewilligung
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des orthopädischen Consiliarius zu werten ist. Diesbezüglich ist allerdings darauf
hinzuweisen, dass gemäss § 30 Abs. 1 des Gesundheitsgesetzes des Kantons Basel-
Stadt (GesG; 300.100) nur die selbständige Ausübung eines Medizinalberufes
bewilligungspflichtig ist. Unselbständig tätige Mediziner benötigen keine solche
Berufsausübungsbewilligung. Diesbezüglich wird wohl davon ausgegangen, dass der
Anstellungsbetrieb über eine Betriebsbewilligung gemäss § 36 Abs. 1 GesG verfügt
und seinerseits vor einer Anstellung die Eignung der Medizinalperson hinreichend prüft.
Im Übrigen gelten die in Art. 40 des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinalberufe (MedBG; SR 811.11) festgehaltenen Berufspflichten gemäss § 24
GesG für unselbständig tätige universitäre Medizinalpersonen sinngemäss. Darüber
hinaus darf wohl davon ausgegangen werden, dass das Bundesamt für
Sozialversicherungen vor Abschluss des Rahmenvertrags mit der ABI GmbH nach
entsprechender Prüfung zur Überzeugung gelangt ist, dass auch diese MEDAS
grundsätzlich fachlich geeignete Gutachter beschäftigt. Es erübrigt sich insgesamt
zumindest im vorliegenden Fall, dem entsprechenden Einwand des Beschwerdeführers
weiter nachzugehen.
4.
4.1 Die Verfügung vom 15. November 1996 ist im Gegensatz zu jener vom 7. Mai
1999 nicht als zweifellos unrichtig zu qualifizieren. Sie stützte sich auf umfassende
medizinische und berufliche Abklärungen, das massgebende Recht wurde korrekt
angewendet. Die damalige Einschätzung war jedenfalls vor dem Hintergrund der
damaligen Sach- und Rechtslage vertretbar. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn die
zweifellose Unrichtigkeit der späteren Anpassungsverfügung zur Folge hätte, dass
diese, einer nachträglichen Korrektur (ausser einer Anpassung) nicht mehr zugängliche,
formell rechtskräftige Verfügung gleichsam voraussetzungslos korrigiert werden
könnte.
4.2 Der Beschwerdeführer hat vor diesem Hintergrund grundsätzlich ab dem
1. Januar 1999 und weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente. Damit stellt sich die
Frage nach einer Rückforderung der ab dem 1. Januar 1999 zuviel ausgerichteten
Rentenleistungen. Gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) darf die Aufhebung oder Herabsetzung einer
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formell rechtskräftigen Verfügung betreffend Invalidenrente nicht rückwirkend erfolgen.
Aus diesem Grund fällt eine Rückforderung nicht in Betracht. Die Herabsetzung der
halben Rente wirkt sich daher erst ab dem 1. September 2012 als dem ersten Tag des
zweiten der Verfügung vom 2. Juli 2012 folgenden Monat aus.
4.3 Die Beschwerde vom 4. September 2012, mit der die Weiterausrichtung einer
ganzen Rente beantragt worden ist, ist mithin teilweise gutzuheissen. Die angefochtene
Verfügung vom 2. Juli 2012 ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
dem 1. September 2012 die mit Verfügung vom 15. November 1996 zugesprochene
halbe Rente in wiedererwägungsweiser Aufhebung der Verfügung vom 7. Mai 1999
weiterhin auszurichten.
4.4 Die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf
Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind ausgangsgemäss je zur Hälfte den
Parteien aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvor
schuss von Fr. 600.-- im Betrage von Fr. 300.-- an die Gerichtskosten angerechnet und
im Betrage von Fr. 300.-- zurückerstattet.
4.5 Für das Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
anteilsmässige Parteientschädigung. Sein Rechtsvertreter reichte eine Honorarnote
über Fr. 9’333.80 ein (act. G 15 und G 15.1). Zwar rechtfertigt es sich angesichts des
Umfangs und der Komplexität der sich stellenden Rechtsfragen, eine erhöhte Partei
entschädigung zuzusprechen. Allerdings beträgt das geltend gemachte Honorar mehr
als das Doppelte des Höchstbetrages des Rahmens, in welchem sich die Partei
entschädigung üblicherweise bewegt. Eine derart hohe Parteientschädigung ist nicht
gerechtfertigt, auch wenn der Fall überdurchschnittlich aufwendig ist. Die Partei
entschädigung wird deshalb ermessensweise auf Fr. 6’000.-- festgesetzt. Der Be
schwerdeführer hat Anspruch auf die Hälfte, mithin auf eine Entschädigung von
Fr. 3’000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.6 Was das Gesuch des Beschwerdeführers um Ersatz der Kosten für das vor
instanzliche Vorbescheidsverfahren betrifft, so fehlt es an einem Anfechtungsgegen
stand. Im Vorbescheidsverfahren war kein Kostenersatz beantragt worden, weshalb die
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Beschwerdegegnerin darüber nicht verfügt hat. Auf den entsprechenden Antrag des
Beschwerdeführers ist deshalb nicht einzutreten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP