Decision ID: a5b97b12-7d75-4fd5-88a9-888f93da038d
Year: 2013
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

den medizinischen Sachverhalt gehörig abzuklären.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Nachdem die Beschwerdeführerin lediglich
einen Tag am Arbeitsplatz gefehlt habe, keine weiteren
Arbeitsunfähigkeitsatteste ausgestellt worden und manuellmedizinische
Massnahmen im Vordergrund gestanden seien, kein eigentliches buntes
Beschwerdebild nach HWS-Distorsion vorgelegen habe, die
Beschwerdeführerin offenbar wieder dem Reitsport nachgegangen sei und die
bildgebenden Abklärungen lediglich degenerative Befunde aufgezeigt hätten,
sei die Beschwerdegegnerin gestützt auf der schlüssigen und
widerspruchsfreien Beurteilung von Dr. med. ... vom Erreichen des Status quo
ante per Anfang März 2010 ausgegangen. Im Sinne einer Arbeitshypothese sei
aufzuzeigen, dass vorliegend auch der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und den über dem 1. März 2010 hinaus geltend
gemachten Beschwerden fehle. Vorliegend bestehe kein unfallbedingtes
organisches Korrelat für die geklagten Beschwerden. Die bildgebenden
Untersuchungen hätten keine Hinweise auf eine strukturelle Verletzung der
Wirbelsäule ergeben, sondern hätten eine degenerative Erkrankung gezeigt.
Ohnehin sei unklar, ob die Beschwerdeführerin eine Verletzung im Sinne eines
Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung erlitten habe. Auf
Nachfrage vom 7. Oktober 2010 hätte die Beschwerdeführerin einzig
Ermüdungsspannungen und Muskelschmerzen im Nackenbereich angegeben
und anlässlich der Erstbehandlung sei insbesondere von einer Kontusion des
Halses ausgegangen worden. Körperliche Beschwerden im Sinne eines
typischen bunten Beschwerdebilds nach Schleudertrauma seien erst mit E-Mail
vom 30. September 2011 vorgebracht worden. Im Bericht der Physiotherapeutin
... vom 10. Mai 2012 fände sich nahezu der gleiche Wortlaut, wie in der E-Mail
vom 30. September 2011. Eine derartige Beschwerdesymptomatik sei jedoch
von keinem der behandelnden Ärzte erwähnt worden und sei auch von der
Beschwerdeführerin auf explizite Nachfrage hin am 7. Oktober 2010 unerwähnt
geblieben. Daher könne der Physiotherapiebericht von ... vom 10. Mai 2012
nicht überzeugen. Auch im weiteren Verlauf hätten keinerlei objektivierbare
Befunde erhoben werden können. Zugunsten der Beschwerdeführerin könne
von einer erlittenen HWS-Distorsion ausgegangen werden, weshalb aufgrund
fehlender struktureller Veränderung im Sinne objektivierbarer Befunde der
Adäquanz selbständige Bedeutung zukomme. Im vorliegenden Fall sei von
einem leichten Unfall auszugehen, weshalb die Adäquanz jederzeit verneint
werden könne, weil er nicht geeignet sei, einen erheblichen
Gesundheitsschaden zu verursachen.
6. In der Replik vom 20. August 2012 führte die Beschwerdeführerin aus, für
Beschwerden aus dem Unfallereignis vom 10. August 2010 (Beckenprellung
links und Verletzung Kreuzband links) habe die Beschwerdeführerin gegenüber
der Beschwerdegegnerin keine Leistungsansprüche geltend gemacht. Die
Beschwerden der Halswirbelsäule, die auch noch im Zeitpunkt vom 10. Augst
2010 bestanden hätten, seien auf das Unfallereignis vom 16. Dezember 2009
zurückzuführen. Auch eine Diskushernie könne unfallursächlich herbeigeführt
werden.
7. Die Beschwerdegegnerin führte mit Schreiben vom 27. August 2012 duplikando
aus, die von der Beschwerdeführerin neu eingereichten Belege, insbesondere
die Aktenbeurteilung von Dr. med. ... vom 9. Mai 2011 an die ... Versicherung
und die Verfügungen der ... Unfall AG vom 24. Mai 2011 gingen ausschliesslich
von einer degenerativ bedingten Symtomatik aus. Laut Dr. med. ... seien die
aktuellen Beschwerden nicht durch strukturelle Beschwerden, sondern durch
degenerative Veränderungen im Bereich der HWS erklärbar. Es sei
schleierhaft, was die Beschwerdeführerin damit zu ihren Gunsten beweisen
wolle.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und auf
den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 29. März 2012. Streitig und
zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aus dem Unfall vom 16. Dezember
2009 über den 1. März 2010 hinaus Anspruch auf Leistungen der
obligatorischen Unfallversicherung hat. Im Vordergrund steht dabei die Frage,
ob die noch bestehenden Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 16. Dezember 2009 stehen.
b) Unbestritten ist, dass im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 10. August 2010
die Beschwerdeführerin bei der ... Versicherungen AG obligatorisch
unfallversichert war und hierfür deshalb keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin besteht.
2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach den Bundesgesetzen
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
und der Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG; SR 832.20)
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten
Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).
b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der
Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches noch nicht. Vielmehr hat das Gericht jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 129 V 177 E. 3.1
S. 181, 126 V 353 E. 5b S. 360, 123 V 138 E. 3a, 119 V 138 E. 1, 118 V 289 E.
1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003
UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1 S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65;
zum Beweiswert von Aktengutachten: Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgericht vom 5. Dezember 2003 [U 330/02] E. 2.3). Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V
231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).
c) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461
E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-9/2003 UV Nr.
11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhanges
kommt die Funktion einer Haftungs-begrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123
V 102 E. 3b). Sie hat bei allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher
Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten,
Platz zu greifen. Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich
aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenen Haftung des
Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen
Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2 S. 111 f.; 127 V 102 E 5b/bb S. 103).
Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von
der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig
sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit
apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden (Urteil des
Bundesgerichtes 8C_806/2007 vom 7. August 2008, E. 8.2 mit Hinweisen).
Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem
Sinne objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom
augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls
weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (Urteil des Bundesgerichtes
8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 2.1). Die Frage der Adäquanz ist eine
Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, sondern vom
Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11
E. 2b S. 31).
3. a) Die Beschwerdegegnerin stellte mit Verfügung vom 21. November 2011
gestützt auf die Beurteilung ihrer beratenden Ärztin, Dr. med. ..., vom 15.
August 2011 die Versicherungsleistungen per 1. März 2010 ein. Dr. med. ...
hielt in ihrer Beurteilung fest, es seien keine strukturellen Verletzungen durch
das Unfallereignis vom 16. Dezember 2009 entstanden und die Arbeitsfähigkeit
habe innert 10 Tagen wieder erreicht werden können. Im Verlauf sei auch die
Sportfähigkeit wieder hinzugekommen. Der Status quo ante sei aufgrund der
vorliegenden Akten spätestens per Anfang März 2010 als erreicht anzusehen.
Die Nackenschmerzen vom Februar 2011 würden somit unwahrscheinlich mit
dem Ereignis vom Dezember 2009 im Zusammenhang stehen. Es handle sich
um keinen Rückfall.
b) Mit der vorstehenden Argumentation der Beschwerdegegnerin
beziehungsweise mit der Beurteilung von Dr. med. ... wird Bezug genommen
auf die Rechtsprechung, wonach die wegen einmal mit der erforderlichen
Wahrscheinlichkeit nachgewiesenen Unfallkausalität anerkannte
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn der Unfall nicht mehr
die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn
also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand
erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (sog. Status quo
ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später
eingestellt hätte (sog. Status quo sine) (RKUV 1994 Nr. U 206 E. 3b S. 328 f.).
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens der versicherten Person mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr
gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen). Es genügt also nicht, zu
behaupten, dass der leistungsbegründende Kausalzusammenhang nachträglich
weggefallen sei; dies muss von der Unfallversicherung vielmehr (beispielsweise
durch ein interdisziplinäres Gutachten) nachgewiesen werden.
c) Im vorliegenden Fall ist die Beurteilung von Dr. med. ..., auf welche sich die
Beschwerdegegnerin gestützt hat, offensichtlich sehr rudimentär ausgefallen.
Aufgrund der medizinischen Aktenlage steht fest, dass die bildgebenden
Abklärungen der HWS massive degenerative Befunde aufgezeigt haben (MRI
HWS vom 15. März 2011; Arztbericht von Dr. med. ... vom 21. März 2011).
Dies wird denn auch nicht von der Beschwerdegegnerin bestritten. Dr. med. ...
setzt sich jedoch weder mit der anlässlich dem MRI der HWS vom 15. März
2011 festgestellten Befunde auseinander noch begründet sie in irgendeiner
Weise, ob der Unfall vom 16. Dezember 2009 eine richtunggebende
Veränderung eines Vorzustandes bewirkt haben könnte oder ob die
Nackenschmerzen nur vorübergehend dem Unfall zuzuordnen waren und der
Status quo sine erreicht ist. Dr. med. ... machte zu diesen Fragen keine
Ausführungen. Indessen ist es Aufgabe eines beurteilenden Arztes, bei der
natürlichen Kausalitätsbeurteilung eben auch die degenerativen Befunde zu
beleuchten und darzutun, ob durch den Unfall vom 16. Dezember 2009 eine
vorübergehende, eine richtungsgebende oder überhaupt keine
Verschlimmerung eingetreten ist. Dr. med. ... hält lediglich fest, dass der Status
quo ante - der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat - spätestens per Anfang März 2010 wieder eingetreten sei, ohne
dies jedoch nachvollziehbar zu begründen. Es ist fraglich und nicht
einleuchtend, wie es der Ärztin überhaupt möglich sein soll, ohne Kenntnis
allfälliger Vorakten, die über den Gesundheitsstand der Beschwerdeführerin vor
ihrem Unfallereignis vom Dezember 2009 Aufschluss geben könnten, eine
solche Schlussfolgerung zu ziehen. Allein ihre Ausführungen, dass die
Beschwerdeführerin bereits 10 Tage nach dem Unfall ihre Arbeit wieder
aufgenommen habe – wobei die Beschwerdeführerin diesbezüglich geltend
macht, dass dies nur unter Einnahme von Schmerzmitteln möglich gewesen
sei, sie kein volles Arbeitspensum gehabt habe und ihr Arbeitsplatz habe
angepasst werden müssen –, wieder geritten sei und keine strukturellen
Verletzungen entstanden seien, vermag die von der Ärztin gemachte
Schlussfolgerung nicht zu begründen. Insgesamt genügt damit die Beurteilung
von Dr. med. ... den Beweisanforderungen (vgl. vorstehend E. 2b) nicht, um mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit den natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 16.
Dezember 2009 zu verneinen. Die Beurteilung ist nämlich weder umfassend
noch schlüssig und nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin wird weitere
medizinische Abklärungen vorzunehmen haben. Dabei ist insbesondere die
Frage zu klären, ob durch den Unfall vom Dezember 2009 eine
richtungsgebende oder nur vorübergehende Verschlimmerung der
degenerativen Befunde erfolgte.
d) Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass sich die Beschwerdegegnerin
bei der Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
schädigenden Ereignis vom 16. Dezember 2009 und den geklagten
Beschwerden nicht auf die Beurteilung von Dr. med. ... stützen durfte.
4. Die Beschwerdegegnerin stellt sich des Weiteren auf den Standpunkt, dass ihre
Leistungspflicht für die geklagten Nackenschmerzen ohnehin verneint werden
könne. Zur Begründung hierfür wird angeführt, es fehle an der besonderen
Schwere des Unfallereignisses sowie dem unmittelbaren Eintritt der für eine
Diskushernie typischen Symptome. Es habe nämlich kein eigentliches typisch
buntes Beschwerdebild nach HWS-Distorsion vorgelegen, dieses sei erst mit E-
Mail vom 30. September 2011 vorgebracht worden. Damit macht die
Beschwerdegegnerin implizit geltend, dass es an den Voraussetzungen, welche
nach der Rechtsprechung für die ausnahmsweise Bejahung der Unfallkausalität
von Diskushernien erfüllt sein müssten, fehlt (RKUV 2000 Nr. U 379 S.192 E.
2a; Urteil des Bundesgerichtes 8C_1020/2008 vom 8 April 2009 E. 4.1;
8C_601/2007 vom 10. Januar 2008 E. 2.1). Im vorliegenden Fall steht indessen
nicht eine unmittelbar durch einen Unfall hervorgerufene Diskushernie oder ein
Rezidiv hierzu zur Diskussion, sondern ein aus einem degenerativen Prozess
folgender Bandscheibenschaden und dabei die Frage, ob für diesen Verlauf
das Unfallgeschehen vom Dezember 2009 zumindest noch eine Teilursache
darstellt. Dazu wird im bestehenden Arztbericht jedoch nicht Stellung
genommen. Der Beschwerdegegnerin gelingt es somit nach Ansicht des
Gerichtes nicht, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen, dass der
natürliche Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der Einstellung der
Versicherungsleistung (1. März 2010) weggefallen und somit der Status quo
ante vel sine eingetreten ist. Entsprechend bedarf es noch weiterer Abklärung,
was den Zeitpunkt des Eintritts des status quo ante vel sine anbelangt.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass weitere medizinische Abklärungen
betreffend Unfallkausalität der geklagten Beschwerden notwendig sind. In
diesem Sinne wird die Beschwerdegegnerin ein unabhängiges medizinisches
Gutachten einzuholen haben und dabei insbesondere auch die Frage zu klären
haben, ob und wann der Status quo ante vel sine eingetreten ist. Dabei hat sie
die in BGE 137 V 210 festgelegten beziehungsweise präzisierten
Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin zu wahren (BGE 138 V 318
betreffend Gutachtensanordnung in der Unfallversicherung).
Die Beschwerde wird somit gutgeheissen, womit der Einspracheentscheid vom
29. März 2012 aufzuheben und die Sache zur weiteren medizinischen
Abklärung und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist.
6. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das kantonale
Beschwerdeverfahren – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Gerichtskosten erhoben
werden. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch die anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG aussergerichtlich für das
Verfahren vor Versicherungsgericht zu entschädigen. Nach Art. 61 lit. g ATSG
und Art. 2 der kantonalen Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250)
setzt die urteilende Instanz die Parteientschädigung der obsiegenden Partei
nach Ermessen fest. Dabei geht sie vom Betrag aus, welcher der
entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in Rechnung
gestellt wird, soweit unter anderem der vereinbarte Stundenansatz üblich und
der geltend gemachte Aufwand angemessen und für die Prozessführung
erforderlich ist. Als üblich gilt gemäss Art. 3 HV ein Stundenansatz zwischen Fr.
210.-- und Fr. 270.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat mit
Schreiben vom 31. August 2012 eine Honorarnote im Umfang von Fr. 3‘136.95
eingereicht. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem Honorar von Fr.
2‘820.-- für 9.4 Arbeitsstunden à Fr. 300.-- zuzüglich Auslagenpauschale von
3 % und 8 % Mehrwertsteuer. Die 9.4 Arbeitsstunden erscheinen dem Gericht
als angemessen. Hingegen kann nicht von einem Stundenansatz von Fr. 300.--
ausgegangen werden, da dieser Ansatz ausserhalb des Rahmens gemäss Art.
3 der Honorarverordnung liegt. Entsprechend wird auf den maximal zulässigen
Stundenansatz von Fr. 270.-- abgestellt, womit sich eine aussergerichtliche
Entschädigung von Fr. 2‘823.30 (Honorar Fr. 2‘538.--, 3 % Auslagenpauschale
Fr. 76.15, 8 % MWST Fr. 209.15) ergibt.