Decision ID: c744eccf-7864-4f6b-9d47-a80926127591
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. stammt angeblich aus Eritrea, vermutlich aber aus Äthiopien. Sie reiste am 2.
Juli 2012 ohne Identitätsdokumente in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Für die
Dauer des Asylverfahrens wurde sie dem Kanton St. Gallen zugewiesen. Bis 2. Oktober
2012 war sie im Zentrum für Asylsuchende Landegg in Eggersriet untergebracht. Seit
3. Oktober 2012 ist sie in Q. gemeldet. Das Bundesamt (heute Staatssekretariat) für
Migration wies ihr Asylgesuch am 2. Dezember 2013 ab. Nachdem das
Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde am 2. September 2014
abgewiesen hatte, wurde ihr eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz bis 20. November
2014 angesetzt. Nach unbenütztem Ablauf der Frist wies das Migrationsamt A.Y. am
19. November 2014 der Politischen Gemeinde Nesslau zum Bezug der Nothilfe zu und
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ordnete die Vollstreckbarkeit der Verfügung an. Die Nothilfeleistungen wurden ihr in der
vom Trägerverein für Integrationsprojekte St. Gallen (TISG) – einer Organisation der
Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP)
– auf dem Gebiet der Gemeinde Nesslau betriebenen Gruppenunterkunft für Familien
und allein reisende Frauen in Seeben (vgl. www.seeben.ch) angeboten.
B. Das Sicherheits- und Justizdepartement erteilte dem gegen die
Zuweisungsverfügung von A.Y. erhobenen Rekurs am 11. Dezember 2014 im Hinblick
auf die Weiterführung ihrer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung im
Ambulatorium der Kantonalen Psychiatrischen Dienste in X. die aufschiebende Wirkung
und wies die Politische Gemeinde Q. für die Dauer des Rekursverfahrens an, ihr die
Nothilfe auszurichten. In der Sache wies es den Rekurs am 8. Januar 2016 ab.
C. A.Y. (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 12. Januar 2016 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch ihre
Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 27. Januar 2016 und Ergänzung vom 4. April 2016
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu
bewilligen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und sie für den Bezug der Nothilfe
der Gemeinde Q. zuzuweisen. Zum Begehren, es sei die aufschiebende Wirkung
wieder herzustellen und die Politische Gemeinde Q. anzuweisen, der
Beschwerdeführerin für die Dauer des Beschwerdeverfahrens Nothilfeleistungen zu
gewähren, teilte ihr das Gericht am 28. Januar 2016 mit, der Zuweisungsentscheid
entfalte zurzeit keine Rechtswirkung, da die Vorinstanz der Beschwerde die ihr von
Gesetzes wegen zukommende aufschiebende Wirkung nicht entzogen habe.

Die Vorinstanz beantragte am 7. April 2016 unter Verweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde. Auf die Begründung des
angefochtenen Entscheides, die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur
Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. (...).
2. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin als rechtskräftig weggewiesene
Asylsuchende, der eine – am 20. November 2014 ungenutzt verstrichene – Ausreisefrist
angesetzt worden ist, gemäss Art. 82 Abs. 1 Satz 2 des Asylgesetzes (SR 142.31,
AsylG) von der Sozialhilfe ausgeschlossen ist und deshalb lediglich noch Anspruch auf
die durch Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV) gewährleistete Nothilfe hat. Zur Gewährleistung dieser Nothilfe ist gemäss Art.
80a Satz 1 AsylG der Kanton St. Gallen, dem die Beschwerdeführerin für die Dauer des
Asylverfahrens zugewiesen worden war und der die Wegweisung zu vollziehen hat (Art.
46 Abs. 1 des Asylgesetzes; SR 142.31, AsylG), verpflichtet (vgl. BGE 137 I 113 E. 3-5,
139 I 265 E. 3.1). Er kann die Erfüllung dieser Aufgabe ganz oder teilweise Dritten
übertragen (Art. 80a Satz 3 AsylG).
3. Umstritten sind die formelle (dazu nachfolgend Erwägung 3.1) und die materielle
(dazu nachfolgend Erwägung 3.2) Rechtmässigkeit der vom Migrationsamt am 19.
November 2014 verfügten Zuweisung der Beschwerdeführerin, die für die Dauer des
Asylverfahrens der Politischen Gemeinde Q. zugewiesen worden war, zum Bezug der
Nothilfe an die Politische Gemeinde Nesslau.
3.1. Die Beschwerdeführerin schliesst aus den E-Mails des Leiters der
Gruppenunterkunft Seeben und des Sozialamtes der Politischen Gemeinde Nesslau
vom 20. November 2014 (act. 10.1 und 2), die Verfügung des Migrationsamtes vom 19.
November 2014 habe inhaltlich keinerlei selbständige Bedeutung. Da die Verordnung
über die Aufnahme von Asylsuchenden (sGS 381.12, nachfolgend Asylverordnung) auf
abgewiesene Asylsuchende nicht anwendbar sei, fehle es an einer Delegation der
Kompetenz des Kantons auf die Gemeinden (dazu nachfolgend Erwägung 3.1.2).
Seitens der Gemeinde gebe es keinen Entscheid über die Zuweisung an die
Gruppenunterkunft Seeben (dazu nachfolgend Erwägung 3.2.2).
3.1.1. Gemäss Art. 82 Abs. 1 Satz 1 AsylG gilt für die Ausrichtung von
Sozialhilfeleistungen und Nothilfe kantonales Recht. Indem Art. 82 Abs. 4 AsylG
vorsieht, dass Nothilfe an den von den Kantonen bezeichneten Orten auszurichten ist,
und die Bundesgesetzgebung diesbezüglich nichts präzisiert, verfügen diese im
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Rahmen von Verfassung und Völkerrecht über vollständigen Ermessenspielraum bei
der Zuteilung an die Gemeinden, sowohl der ihnen zugewiesenen Asylbewerber als
auch der für den Vollzug der Wegweisung in ihre Zuständigkeit fallenden Ausländer. Im
Kanton St. Gallen regelt die Asylverordnung den Vollzug der eidgenössischen
Asylgesetzgebung im Bereich der Betreuung von Asylsuchenden (Art. 1 Abs. 1).
Asylsuchende nach dieser Verordnung sind: Asylsuchende mit Ausweis N, vorläufig
Aufgenommene mit Ausweis F und Schutzbedürftige mit Ausweis S (Art. 1 Abs. 2).
Gemäss Art. 2 Asylverordnung vollzieht das Migrationsamt die Bundesgesetzgebung
im Asylbereich, soweit nicht andere Behörden zuständig sind. Die kantonale
Verordnung vom 18. Dezember 2007 zur Bundesgesetzgebung über die
Ausländerinnen und Ausländer (sGS 453.51, nachfolgend Ausländerverordnung)
bezeichnet in Art. 1 Abs. 1 ebenfalls das Migrationsamt als kantonale
Ausländerbehörde. Dieses vollzieht gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung die
Bundesgesetzgebung über Einreise, Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. Das
Migrationsamt weist die Asylsuchenden in der Regel nach Massgabe der
Zuweisungsquote der politischen Gemeinde monatlich zu (Art. 6 Abs. 1
Asylverordnung). Die politische Gemeinde betreut die ihr zugewiesenen Asylsuchenden
(Art. 3 Abs. 1 Asylverordnung) und kann die Aufgaben der Betreuung und
Unterbringung gemeinsam mit anderen politischen Gemeinden erfüllen oder mit
Leistungsvereinbarung Dritten übertragen (Abs. 3; BGE 139 I 265 E. 3.3).
Zwar trifft zu, dass die an sich abschliessende Aufzählung der als Asylsuchende
geltenden Personen in Art. 1 Abs. 2 Asylverordnung abgewiesene Asylbewerber mit
rechtskräftiger Wegweisung und – abgelaufener – Ausreisefrist nicht umfasst. Indessen
ergibt sich aus den dargelegten bundes- und kantonalrechtlichen Bestimmungen, dass
die ausländerrechtliche Regelung des Aufenthalts während und nach dem
Asylverfahren in die Zuständigkeit des zum Vollzug der Wegweisung zuständigen
Kantons fällt (vgl. BGE 139 I 265 E. 3.4). Zum Vollzug der Bundesgesetzgebung im
Asylbereich im Besonderen und im Ausländerbereich im Allgemeinen ist sodann – wie
dargestellt – das Migrationsamt zuständig. Deshalb war das Migrationsamt in
sachgemässer Anwendung von Art. 6 Abs. 1 der Asylverordnung zum Erlass der
Zuweisungsverfügung vom 19. November 2014 zuständig (vgl. dazu VerwGE B
2012/264 vom 12. März 2013, www.gerichte.sg.ch; und die Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde durch das Bundesgericht BGE 139 I 265, insbesondere E. 4).
bis
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In dieser Verfügung – sie allein ist Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens – erfolgte
die Zuweisung ausdrücklich an die Politische Gemeinde Nesslau. Die von der
Beschwerdeführerin angeführten E-Mails sind deshalb nicht geeignet, von einem vom
Wortlaut abweichenden Inhalt der Verfügung auszugehen.
3.1.2. Steht der Aufenthaltsort einer abgewiesen asylsuchenden Person nach erfolgter
Zuweisung fest, ist es Sache derjenigen Gemeinde, der die Person zugewiesen wird,
ihr die nötige Hilfe zu leisten (vgl. BGer 8C_435/2014 vom 25. August 2014 E. 2.1; BGE
139 I 265 E. 5.1). So liegt es auch in deren Ermessen, wo und in welcher Form sie die
Nothilfe erbringt. Da die Politischen Gemeinden ihre Aufgaben in der Betreuung von
Asylsuchenden gemeinsam erfüllen oder auf Dritte – insbesondere auf Hilfswerke (vgl.
dazu die ursprüngliche Fassung von Art. 80 AuG, AS 1999 S. 2262 ff., S. 2282) –
übertragen dürfen, ist die Ausrichtung der Nothilfeleistungen in der von einem
privatrechtlichen Verein betriebenen Gruppenunterkunft Seeben (www.seeben.ch) auf
ihrem Gemeindegebiet im Grundsatz nicht zu beanstanden.
Art. 96 Abs. 1 der Kantonsverfassung (sGS 111.1, KV) erlaubt es den Gemeinden
„durch Vereinbarung“ mit anderen Gemeinden zusammenzuarbeiten, insbesondere
durch die Übertragung oder gemeinsame Erfüllung von Aufgaben (lit. a) und die
Schaffung von Gemeinde- und Zweckverbänden (lit. b Ziff. 1 und 2). Hinsichtlich der
Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden regelt das Gemeindegesetz (sGS 151.2,
GG) ausdrücklich den Zweckverband (Art. 140 ff. GG) und den Gemeindeverband (Art.
150 ff. GG). Gemäss Art. 126 Abs. 1 Ingress und lit. b des Gemeindegesetzes (sGS
151.2, GG) kann die Gemeinde mit Leistungsvereinbarung öffentliche Aufgaben
Privaten übertragen. Verfassung und Gesetz schliessen deshalb den
Zusammenschluss der Gemeinden zur Erfüllung von Gemeindeaufgaben in einem
privatrechtlichen Verein jedenfalls dann nicht aus, wenn – wie dies bei der Vereinigung
der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten sowie beim
Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen (TISG) der Fall ist – ausschliesslich
politische Gemeinden beteiligt sind (vgl. Geschäftsbericht VSGP 2016, www.vsgp.ch
Geschäftsberichte).
Werden dem Privaten hoheitliche Befugnisse übertragen, muss die Gemeinde hierfür
allerdings gemäss Art. 126 Abs. 2 Satz 1 GG ein Reglement erlassen. Weder wird
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vorgebracht noch ist ersichtlich, dass die Politischen Gemeinden entsprechende
Reglemente erlassen haben, welche die Übertragung hoheitlicher Befugnisse auf den
Verein, welcher die Gruppenunterkunft betreibt, vorsehen. Soweit also im
Zusammenhang mit der Ausrichtung der Nothilfe Verfügungen mit Aussenwirkung –
wozu das Angebot der Gemeinde, die Nothilfe in einer bestimmten Unterkunft zu
erbringen, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich nicht gehört
(vgl. unten Erwägung 3.2.2) ergehen, sind sie von einem dazu befugten Gemeinwesen
zu erlassen. Den Bedenken der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Gewährleistung
einer ausreichenden Kontrolle der Trägerschaft der Gruppenunterkunft Seeben hat der
Verordnungsgeber im Übrigen mit neuen Bestimmungen in der Asylverordnung
Rechnung getragen. Entsprechend Art. 6b Abs. 1 AsylV, die rückwirkend seit 1. Januar
2017 angewendet wird (ABl 2017 S. 995 ff.), soll eine Vereinbarung zwischen der
Vorinstanz und der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und
Gemeindepräsidenten unter anderem die Überprüfung der zweckgemässen
Verwendung der ausgerichteten Bundespauschalen durch die zuständigen
Finanzkontrollen der Gemeinden (lit. b), die Einsichtnahme in die Buchhaltung durch die
zuständige kantonale Stelle (lit. c) und die Offenlegung von Daten und Führungszahlen
bezüglich Aufwendungen und Erträgen im Asylbereich (lit. d) sicherstellen.
3.2. In inhaltlicher Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin vor, die Zuweisung an die
Politische Gemeinde Nesslau sei aus medizinischen Gründen unzulässig und verletze
ihr in Art. 10 BV gewährleistetes Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf
körperliche und geistige Unversehrtheit.
3.2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, aus dem Recht auf körperliche und
geistige Unversehrtheit fliesse der Anspruch kranker Menschen auf medizinische
Pflege. Der behandelnde Oberarzt der kantonalen psychiatrischen Dienste Nord habe
bei der Beschwerdeführerin eine posttraumatische Belastungsstörung,
differenzialdiagnostisch eine andauernde Persönlichkeitsänderung festgestellt. Gemäss
seinem Bericht vom 5. November 2014 sei die psychotherapeutisch-psychiatrische
Behandlung entsprechend der Schwere der Erkrankung dringend indiziert. In den
vergangenen acht Monaten habe eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung
aufgebaut werden können. Die Zerschlagung erfolgreicher Therapiemassnahmen und
des vertrauten sozialen Umfeldes durch den geplanten Ortswechsel bedeuteten für die
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Patientin eine Retraumatisierung und existenzielle Bedrohung und seien aus ärztlicher
und therapeutischer Sicht unbedingt zu vermeiden. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, die Weiterführung der Therapie in X. und der sozialen Kontakte im
angestammten Umfeld – was aufgrund der grossen Distanz zum nächsten Bahnhof und
den Kosten nicht mehr möglich wäre – sei von existenzieller Bedeutung. Wo die
Beschwerdeführerin bei einem Aufenthalt in Seeben medizinisch betreut werden solle,
kläre der angefochtene Entscheid nicht. Der Arztbericht vom 15. Juli 2015 betone die
starke Traumatisierung und die Notwendigkeit der Stabilität sowohl der ärztlichen
Behandlung wie auch des Umfelds nochmals ausdrücklich. Das
Bundesverwaltungsgericht, nach dessen Auffassung die psychischen Probleme der
Rekurrentin dem Vollzug der Wegweisung in ihre Heimat nicht entgegenstehen, habe
im Zeitpunkt des Urteils die ärztlichen Berichte vom November 2014 und vom Juli 2015
nicht gekannt. Gegenüber dem Bericht vom 14. März 2014 seien sie detaillierter und
enthielten wesentliche neue Erkenntnisse aus der Behandlung.
3.2.2. Art. 2 Ingress und lit. f der Kantonsverfassung (sGS 111.1, KV) gewährleistet
nach Massgabe der Bundesverfassung das Recht auf Hilfe in Notlagen. Dieser
Anspruch geht nicht über das hinaus, was auch Art. 12 BV garantiert (vgl. Botschaft
und Verfassungsentwurf der Verfassungskommission vom 17. Dezember 1999, in: ABl
2000 S. 165 ff., S. 191 f.).
Nach Art. 12 BV hat, wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen,
Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges
Dasein unerlässlich sind. Art. 12 BV garantiert nicht ein Mindesteinkommen;
verfassungsrechtlich geboten ist nur, was für ein menschenwürdiges Dasein
unabdingbar ist und vor einer unwürdigen Bettelexistenz zu bewahren vermag. Der
Anspruch umfasst einzig die in einer Notlage im Sinne einer Überbrückungshilfe
unerlässlichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer
Grundversorgung), um überleben zu können. Diese Beschränkung des
verfassungsrechtlichen Anspruches auf ein Minimum im Sinne einer "Überlebenshilfe"
bedeutet, dass Schutzbereich und Kerngehalt zusammenfallen. Art 12 BV umfasst nur
eine auf die konkreten Umstände zugeschnittene, minimale individuelle Nothilfe. Sie
beschränkt sich auf das absolut Notwendige und soll die vorhandene Notlage beheben
(vgl. BGE 138 V 310 E. 2.1 mit Hinweisen insbesondere auf BGE 131 I 166 E. 3.1 und
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3.2 und 130 I 71 E. 4.1). Im Bereich der Sozialhilfe gewährleistet Art. 12 BV einen
Mindeststandard, der nicht nur im Lichte des gesamtgesellschaftlichen Kontexts,
sondern auch nach Massgabe der individuellen Umstände der Notlage des
Leistungsansprechers zu konkretisieren ist (BGer 8C_347/2007 vom 4. August 2008 E.
6.2). Bei der Bestimmung der Ansprüche gemäss Art. 12 BV sind deshalb allfällige
Ansprüche aus anderen Grundrechten, insbesondere deren Kerngehalte im Sinn einer
harmonisierenden Auslegung der Verfassung mit zu berücksichtigen.
Auszugehen ist allerdings davon, dass Art. 12 BV nur einen Anspruch auf die für das
Überleben unerlässlichen Mittel garantiert. Da bei Schweizern und Ausländern mit
einem Anwesenheitsrecht ein dauerhafter Aufenthalt sicherzustellen ist, bei dem auch
eine gewisse Integration angestrebt wird, dürfte die Nothilfe in der Regel einen
grösseren Umfang erreichen als bei Asylbewerbern mit hängigem Verfahren, bei denen
nicht von vornherein von einer dauerhaften Anwesenheit auszugehen ist. Quantitativ
noch geringer darf nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Nothilfe
bemessen werden bei Personen, welche die Schweiz zu verlassen haben,
insbesondere bei Asylbewerbern mit Nichteintretensentscheid; weder sind dabei
Integrationsinteressen zu verfolgen, noch müssen dauerhafte Sozialkontakte
gewährleistet werden. Minimalleistungen sind nach dieser Rechtsprechung auch
gerechtfertigt, um Anreize zum Verbleiben zu vermeiden. Unterste Grenze bildet aber
jedenfalls die Menschenwürde, das heisst insbesondere, dass die Leistungen als
solche stets die physische Integrität zu respektieren haben (vgl. BGE 131 I 166 E. 8.2).
Mit den Ansprüchen von Asylsuchenden mit einem Nichteintretensentscheid ist
deshalb eine ausschliesslich als Naturalleistung für Unterkunft und Verpflegung
erbrachte Nothilfe mit Art. 12 BV vereinbar (vgl. BGE 135 I 119 E. 5), wobei sich aus
Art. 12 BV auch kein Anspruch ableiten lässt, die Nothilfe an einem genehmen Ort oder
in der gewünschten Form zu erhalten (vgl. BGer 2A.501/2005 vom 30. August 2005 E.
2.2.1 mit Hinweis).
Die Zu- oder Umteilung von Nothilfebezügern entfaltet in der Regel deshalb keine
Aussenwirkung, sondern stellt eine die beteiligte(n) Gemeinde(n) betreffende
organisatorische Anordnung dar. Anders kann es sich dann verhalten, wenn ein
legitimes Rechtsschutzinteresse der Nothilfebezüger im Raum steht. Dies kann
beispielsweise dann der Fall sein, wenn die Einheit der Familie durch die Zuweisung
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nicht gewahrt würde (BGer 8C_435/ 2014 vom 25. August 2014 E. 2.3). Aus Art. 10
Abs. 2 BV kann – insbesondere auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die
Beschwerdeführerin den Schutz der Niederlassungsfreiheit gemäss Art. 24 Abs. 1 BV
nicht geniesst – jedenfalls was die Zuweisung an eine Gemeinde betrifft, grundsätzlich
kein legitimes Rechtsschutzinteresse abgeleitet werden. Ob dies auch dann gilt, wenn
vorgebracht wird, die konkrete Leistungserbringung führe zu einem – unzulässigen –
Eingriff in das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit, kann offen bleiben,
wenn sich die Einschränkung als rechtmässig im Sinn von Art. 36 BV erweist. Dies ist
nachfolgend zu prüfen.
3.2.3. Die Zuweisung der Beschwerdeführerin an die Politische Gemeinde Nesslau und
das Angebot, die Nothilfe in der Gruppenunterkunft Seeben zu beziehen, erging in
Anwendung von Art. 80a und 82 Abs. 1 AsylG in Verbindung mit Art. 1, 2bis und 3
Asylverordnung. Sie kann sich damit auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage
stützen, zumal die sich illegal in der Schweiz aufhaltende Beschwerdeführerin als
Nothilfebezügerin in einem besonderen Rechtsverhältnis zum Staat steht (vgl. dazu
beispielsweise BGE 135 I 79 E. 6.2, 123 I 296 E. 3) und der Eingriff in die persönliche
Freiheit mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Ein- und
Ausgrenzung gemäss Art. 74 Abs. 1 Ingress und lit. b und Abs. 2 AuG – danach kann
eine rechtskräftig weggewiesene Person, welche die ihr angesetzte Ausreisefrist nicht
eingehalten hat, verpflichtet werden, ein ihr zugewiesenes Gebiet nicht zu verlassen
oder ein bestimmtes Gebiet nicht zu betreten – nicht als schwer bezeichnet werden
kann (vgl. BGer 2A.5A/2005 vom 30. August 2005 E. 2.1.). Sodann steht die Zuteilung
an die Gruppenunterkunft Seeben im Zusammenhang mit der gleichmässigen
Verteilung der aus der Verpflichtung zur Leistung der Nothilfe resultierenden Lasten auf
die politischen Gemeinden im Kanton und damit in einem öffentlichen Interesse. Mit
der Beschwerde wird nicht geltend gemacht, die Unterbringung von Familien und allein
reisenden Frauen, welche zur Ausreise aus der Schweiz verpflichtet sind, verletze in
jedem Fall aus der persönlichen Freiheit gemäss Art. 10 BV abzuleitende Ansprüche
der Betroffenen. Es bleibt einzig die Frage, ob die Ausrichtung der Nothilfe an einem
anderen als dem für die Dauer des Asylverfahrens bezeichneten Aufenthaltsort
aufgrund der konkreten Umstände zu einem unverhältnismässigen Eingriff in die
körperliche und geistige Unversehrtheit der Beschwerdeführerin führt.
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Zur elementaren persönlichen Entfaltung gehört die Gelegenheit, Beziehungen zu
anderen Menschen zu knüpfen, am sozialen Leben teilzuhaben und sich in die
Gemeinschaft zu integrieren (vgl. R. Schweizer, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/
Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl.
2014, N 40 zu Art. 10 BV mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Die persönliche Freiheit, welche die elementaren Erscheinungen der
Persönlichkeitsentfaltung sichern soll, kann für eine minimale Sorgepflicht ebenso
herangezogen werden wie die Verpflichtung des Gemeinwesens zur Leistung der für
die Gesundheit notwendigen Pflege gemäss Art. 1 Abs. 1 Ingress und lit. b BV (vgl.
BGE 130 I 16 E. 5.2). Die persönliche Freiheit schützt indessen nicht vor jeglichem
physischen oder psychischen Missbehagen (BGE 127 I 6 E. 5a mit Hinweisen). Der
„rapport particulier de dépendance“, in dem sich die Beschwerdeführerin, welche die
Schweiz hätte verlassen müssen, gegenüber dem Staat befindet, bringt es mit sich,
dass sie sich gewissen Zwängen unterziehen muss, welche ihre Freiheiten
beschränken können, zumindest wenn diese innerhalb zumutbarer Grenzen bleiben
und keine schwere Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit darstellen. So hat ein
gesunder und lediger rechtskräftig abgewiesener Asylsuchender die mit der
Unterbringung in einer Sammelunterkunft verbundenen Unannehmlichkeiten
hinzunehmen (vgl. BGE 135 I 119 E. 8). Verfassungsrechtlich ist zwar die freie Arztwahl
gewährleistet (vgl. BGE 127 I 6 E. 9d, 114 Ia 452 E. 2b), indessen kann das besondere
Rechtsverhältnis, in welchem die Beschwerdeführerin zum Staat steht, zur Folge
haben, dass sie ihre privat gewählte Behandlungsmethode nicht weiterführen und ihren
frei gewählten Therapeuten nicht mehr in Anspruch nehmen kann (vgl. BGE 127 I 6 E.
9d, 114 Ia 452 E. 2b).
Auch die Vorinstanz geht – wohl stillschweigend – davon aus, dass die
Beschwerdeführerin bei einer Unterbringung in der Gruppenunterkunft Seeben in der
Politischen Gemeinde Nesslau die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
nicht mehr in X. wird fortführen und die sozialen Beziehungen, die sie in ihrem
bisherigen geografischen Umfeld geknüpft hat, angesichts des Umstandes, dass sie
lediglich Anspruch auf Nothilfe hat, nicht mehr im gleichen Umfang wird pflegen
können. Ebenso muss angesichts der fachärztlichen Beurteilung in den Berichten vom
5. November 2014 und vom 15. Juli 2015 davon ausgegangen werden, dass sich ein
Ortswechsel auf ihre Erkrankung zunächst ungünstig auswirken wird. Da die am 19.
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2010&to_date=15.05.2017&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Art.+10+Abs.+2+BV&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-6%3Ade&number_of_ranks=0#page6
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November 2014 angeordnete Umteilung bisher nicht vollzogen wurde, ist zudem nicht
auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin in den vergangenen zweieinhalb Jahren
die persönlichen Beziehungen in ihrem bisherigen Umfeld vertieft hat. Die Vorinstanz
hat zudem keine Angaben dazu gemacht, wo und in welcher Form die medizinische
Betreuung der Beschwerdeführerin fortgeführt werden soll. Allerdings hat die
Beschwerdeführerin im Lauf des Beschwerdeverfahrens auch keine Angaben zum
weiteren Verlauf der Behandlung und zu ihrer sozialen Situation gemacht.
Im Arztbericht vom 5. November 2014 wird die deutliche Verminderung der
Symptomatik auch auf eine angstlösende und antidepressive Medikation
zurückgeführt. Diese Medikation wird auch am neuen Aufenthaltsort weitergeführt
werden können. Die Gesundheitsversorgung in der Gruppenunterkunft umfasst
ausdrücklich auch Psychotherapien (www.seeben.ch Betreuungskonzept/Gesundheit).
Die Kantonalen Psychiatrischen Dienste Sektor Nord betreiben sodann in Wattwil ein
Psychiatrisches Zentrum, dessen Angebot sich mit jenem des Psychiatrischen
Zentrums der gleichen Trägerschaft in X. vergleichbar ist. Beide Zentren umfassen ein
Ambulatorium und eine Tagesklinik mit den entsprechenden Fachpersonen (vgl.
www.psychiatrie-nord.sg.ch), welche befähigt sind, mit Kenntnis der
Krankengeschichte eine adäquate therapeutische Beziehung zur Beschwerdeführerin
aufzubauen und weiterzuführen. Zudem könnte auch die weitere Betreuung im
Ambulatorium in X. keine ununterbrochene Betreuung durch ein und dieselbe
Fachperson garantieren. Soweit bereits bisher die Nothilfe eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung der Beschwerdeführerin umfasste, ist davon
auszugehen, dass sie – soweit erforderlich – im bisherigen Umfang weiterhin
gewährleistet ist. Die Freiheitsgrade, welche die Beschwerdeführerin gemäss dem
Arztbericht vom 5. November 2014 im Lauf der Therapie entwickelt hat, können sich
grundsätzlich auch in der neuen Gemeinschaft bewähren. Die bisherigen sozialen
Kontakte werden sich zwar lockern, jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass neue
Beziehungen zu Menschen, insbesondere zu Familien, die sich in derselben unsicheren
Situation hinsichtlich ihrer Zukunft befinden, sich auf ihre Befindlichkeit auch günstig
auswirken. Die Betreuung in der Gruppenunterkunft ist sodann spezifisch auf Personen
in der Lage der Beschwerdeführerin ausgerichtet. Unter den dargelegten Umständen
ist nicht davon auszugehen, dass der Ortswechsel für die Beschwerdeführerin bei einer
weiterhin gewährleisteten medikamentösen und psychotherapeutischen Versorgung zu
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einer Retraumatisierung oder gar zu einer existenziellen Bedrohung führen wird. Die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche für die Beschwerdeführerin mit einem
Ortswechsel mutmasslich verbunden sind, lassen die Erbringung der Nothilfe in der
Gruppenunterkunft Seeben unter den dargelegten Umständen nicht als
unverhältnismässig erscheinen. Die Vorinstanz, welche den für die Beschwerdeführerin
damit verbundenen Wegzug vom Aufenthaltsort, der ihr für die Dauer des
Asylverfahrens zugewiesen worden war, mit dem angefochtenen Entscheid als zulässig
erachtet hat, hat sich innerhalb des ihr zustehenden Ermessensspielraums bewegt.
Dem Arztbericht vom 15. Juli 2015 ist zu entnehmen, dass eine kontinuierliche
psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung durch ein vertrautes Team,
geeignete Medikation und ein für die Behandlung der psychischen Traumatisierung
geeignetes Setting Voraussetzung für die Stabilisierung der Beschwerdeführerin in
Alltagsbeziehungen und die Vermeidung von Krisensituationen und
Retraumatisierungen sind. Abseits des psychotherapeutischen und psychiatrischen
Settings seien für die Beschwerdeführerin vertraute und beschützende Beziehungen im
Alltag essentiell. Werde die medizinisch indizierte Betreuung nicht mehr gewährleistet,
könne es zu Retraumatisierungen durch Alltagssituationen mit suizidalen Krisen,
depressiven, sozialem Rückzug und Verlust der Funktionsfähigkeit im Alltag kommen.
Nur eine entsprechende Behandlung könne dazu beitragen, diese Krankheitsfolgen
vermindern oder bessern. Unter diesen Umständen wäre wohl auch der Verzicht auf
eine Umteilung der Beschwerdeführerin in die Gruppenunterkunft Seeben nicht als
rechtsfehlerhaft zu beurteilen gewesen.
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Zuweisung der Beschwerdeführerin
zum Bezug der Nothilfe an die Gemeinde Nesslau zu keinem unzulässigen Eingriff in
ihre persönliche Freiheit führt. Das Sicherheits- und Justizdepartement hat deshalb
deren Rekurs gegen die Zuweisungsverfügung des Migrationsamt vom 19. November
2014 mit Entscheid vom 8. Januar 2016 zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde erweist
sich als unbegründet. Sie ist abzuweisen.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Dem
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist stattzugeben. Das Begehren erschien nicht
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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als aussichtslos, und die Beschwerdeführerin, welche auf Nothilfe angewiesen ist, ist
offensichtlich prozedural bedürftig. Die amtlichen Kosten gehen dementsprechend
infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates (vgl. Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress und lit. b der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Eine Entscheidgebühr von CHF 1‘500 erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Vor Verwaltungsgericht wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (vgl. Art.
99 Abs. 1 VRP). Die staatliche Honorarordnung wird für Vorbereitung und Durchführung
eines Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wenn die unentgeltliche
Verbeiständung bewilligt ist (Art. 30 Ingress lit. b Ingress und Ziffer 2 des
Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung wird das
Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal CHF
1'000 bis 12'000 (Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine
Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht. Ein Pauschalhonorar von CHF
2‘000, welches um einen Fünftel auf CHF 1‘600 zu kürzen ist, erscheint angemessen.
Hinzu kommen pauschale Barauslagen von CHF 80 (vier Prozent von CHF 2‘000, Art.
28bis HonO) und die Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO).