Decision ID: a56cf1de-97ae-4a33-b1a1-bc4371c8db44
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
meldete sich am
1.
Juni 2007
(Eingangsdatum) wegen Beschwerden
am
rechten
Fussgelenk
infolge eines am 2
0.
August 2006
erlittenen Unfalles
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und
verneinte mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2008 einen Anspruch des Versicherten auf
berufliche
Mass
nahmen
und auf eine
Rente
. Sie
begründete dies damit, dass dem Versicherten
die
bisherige Tätigkeit als Lagerist und
andere
mittelschw
ere
Tätigkeiten wieder ganztags zumutbar seien
(
Urk.
7/20).
1.2
Ab September 201
0 arbeitete der Versicherte
über die
Y._
im Bereich Bahnhofreinigung
bei den
Z._
, als er am
1.
März 20
11 einen weiteren Unfall erlitt, bei dem er sich am
linken
Fussgelenk
verletzte (
Urk.
7/27
,
Urk.
7/83/201
und
Urk.
7/83/430
).
Am 3.
August 2011 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf
die infolge
dieses Unfalles aufgetretenen
Fussb
eschwerden
links
sowie
auf
eine Osteoporose erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/21). Die IV
Stelle holte die Akten der
zuständigen Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA
,
Urk.
7/24)
,
einen Auszug aus dem individuellen Konto
des Versicherten
(IK-A
uszug vom 1
9.
August 2011, Urk.
7/26)
und
die Arbeitgeberbericht
e
der
Y._
vom 2
6.
August 2011 (
Urk.
7/27
) und der
A._
vom
3
0.
August 2011 (
Urk.
7/28) ein. In der Folge nahm sie
den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Medizin, vom
5.
September 2011 (
Urk.
7/29
),
den Bericht von
Dr.
med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 1
2.
September 2011
(
Urk.
7/30) und
den Bericht von
Dr.
med.
D._
,
FMH Rheumatologie, vom
5.
Oktober 2011 (
Urk.
7/32
)
zu den Akten
.
Am
1.
Februar 2012 wurde der Versicherte zu einem Gespräch betref
fend seine berufliche Situation
eingeladen (vgl.
Verlaufsprotokol
l
Eingliede
rungsberatung
vom 1.
Februar 2012,
Urk.
7/40).
Am 2
9.
April 2013 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom
2.
Mai bis
zum
31.
Oktober 2013 bei der Gemeinde
E._
(
Urk.
7/63). Am 2
7.
November 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die
Ein
gliederungsmassnahmen
abgeschlossen würden, da
er
nach dem Arbeitstraining eine Anstellung am gleichen Ort gefunden habe (
Urk.
7/77). Daraufhin holt
e
sie
den Bericht von
Dr.
med.
F._
, FMH Innere Medizin, vom 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
7/80)
,
weitere Akten der SUVA (Urk.
7/82 und
Urk.
7/83
) und den
Arbeitgeberbericht der Stadt
E._
vom 2
4.
Januar 2014
(Eingangsdatum,
Urk.
7/84) ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vorbescheid vom
2
4.
März 2014
,
Urk.
7/92, und Einwand vom 1
2.
Mai 2014,
Urk.
7/100) sprach die
IV-Stelle
dem Versicherten mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2014
eine vom
1.
März 2012 bis
zum
3
0.
Juni 2013
befristete ganze Rente zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
8.
August 2014 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihm in Aufhebung d
es angefochtenen Entscheids
über den 30.
Juni 2013 hinaus eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen; eventua
liter sei die Sache zur erneuten Beurteilung der medizinischen Sachlage und
anschliessend
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Sep
tember 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerde
führer am 1
5.
September 2014 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 3
0.
Juni 2013 hin
aus Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzuse
tzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d
am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig
die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2
.1
Die Ärzte der
G._
stellten im Austritt
sbericht vom 1
2.
Juni 2007
folgende Diagnosen
(
Urk.
7/15/7)
:
(1)
Unfal
l vom 2
0.
August 2006: Sturz auf
der Treppe,
Supinationstrauma
des oberen
Sprunggelenks (OSG)
rechts mit Hämatom
-
MRI des Fusses rechts vom
2
7.
November 2006: fragliche Ruptur des
Ligamen
-
tum
s
t
ibio-naviculare
und
tibio
-talar
e m
it ausgedehntem
Knochenmark
ödem
betreffend
Talushals
, MR-tomographisch kei
n Hinweis auf
Talusfraktur
-
Restbeschwerden des rechten Fusses
(2)
eine
Osteogenesis
imperfecta
Typ I
-
dreimalige Knochenfrakturen im Bereich der un
teren Extremitäten im
Kindes
-
alter
-
eine
Dentinogenesis
imperfecta
, frühzeitig (seit dem 2
0.
Lebensjahr) künstliches
Gebiss
(3)
eine
schwere Osteoporose der Lendenwirbelsäule (LWS; L2 bis L4), derzeit unter
Bis
ph
o
sphonat
-Therapie
Die Ärzte der
G._
gaben an, dass der Beschwerde
führer vom 25.
April bis zum 3
0.
Mai 2007 in stationärer Behandlung gewesen sei. Mittel
schwere Arbeiten sowie auch di
e
zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Lagerist seien ihm
nach
Klinikaustritt
(wieder) zumutbar (
Urk.
7/15/7-9).
2.2
Dr.
D._
erklärte
im Bericht betreffend
DXA-Messung vom 1
5.
April
2009
, dass beim Beschwerdeführer eine bekannte
Osteogenesis
imperfecta
Typ I vor
liege. Der Me
ssbefund der LWS
aus dem Jahr 2007 sei
osteoporotisch
gewesen. Die aktuell durchgeführte Knochendichtemessung nach DXA der
trabekulär
betonten LWS (analysiert worden seien die Lendenwirbelkörper 2 bis
4) ergebe mit einem totalen T-Score von - 3,7 SD nach wie vor einen Wert im
osteoporo
tischen
Messbereich. Über dem proximalen linken
Femur
(
adomi
nante
Seite) sei ein totaler T-Score von - 0,6 SD gemessen worden, ent
sprechend einem Nor
malbefund gemäss gültiger WHO-Klassifikation aus dem Jahr 199
4.
Die
Ver
laufsmessung
zeige aktuell eine Zunahme der Knochendichte um 11,9
%
in den letzten zwei Jahren unter der T
herapie mit einem
Bisphosphonat
-P
räparat. Zusätzlich habe der Beschwerdeführer
Calcimagon
D3 (2 Tabletten pro Tag) eingenommen. Er empfehle
vorerst die Fortführung der
Bis
phosphonat
-Therapie in sechsmonatlichen Abständen. Zudem müsse weiter
hin eine Supplementation von Kalzium und Vitamin D3 erfolgen. Er habe dem Beschwerdeführer auch geraten, eine regelmässige achsenskelettbelastende Tätigkeit durchzuführen. Von seiner Belastung am Arbeitsplatz, wo er als Lagerist ca. 30 kg heben müsse, habe er ihm vorerst nicht abgeraten. Es empfehle sich aber, in zwei Jahren eine erneute Knochendichtemessung
zwecks Therapiekontrolle
durch
zuführen
(
Urk.
7/82/132-133).
2
.3
Im Bericht vom 1
7.
April 2011 führte
Dr.
D._
aus, dass der Beschwerde
führer weiterhin
osteoporotische
Knochendichtewerte über der
trabekulär
betonten LWS aufweise. In der aktuellen Untersuchung sei aber eine Zunahme der Knochend
ichte von - 3,7 SD aus dem Jahr
2009 auf einen Wert von - 3,4
SD festzustellen. Über dem proximalen linken Schenkelhals sei es zu einer Abnahme der Knochendichte um 6
%
gekomme
n. Die Gabe eines
Bisphospho
nat-P
räparates
sei weiterhin indiziert, und zusätzlich müssten Kalzium (800 mg bis 1‘200 mg pro Tag) und Vitamin D3 (800 bis 1‘200 IE) substituiert werden. Die nächste DXA-Verlaufsvermessung sei in z
wei Jahren durchzuführen (
Urk.
7/83/231-232
).
2
.4
Dr.
C._
diagnostizierte im Bericht vom 1
2.
September 2011 einen Status nach
Peronealsehnenrefixation
links
(am 1
2.
Mai 2011)
bei posttraumatischen Subluxationen. Er erklärte, dass
sich
der Beschwerdeführer am
1.
März 2011 beim Verlassen der Arbeit den
(linken)
Fuss
übert
reten habe und anschliessend an persistierenden Beschwerden im Ber
eich des lateralen Sprunggelenk
s gelitten habe. Unter konservativer Thera
pie habe keine Besserung erreicht
werden kön
nen, weshalb bei persistierenden Subluxationen der
Peronealsehnen
die Indika
tion zur
Refixation
gestellt worden sei.
Der postoperative Verlauf erweise sich als eher zögerlich mit nach wie vor erheblicher Schwellung im Bereich des gesamten linken Fusses und Schmerzen, so dass der Beschwerdeführer auch bei der letzten Konsultation immer noch
nur
mit einem Gehstock mobil gewesen sei. Ohne Gehhi
lfen habe er nur kurze Gehstrecken zurücklegen
können.
Der weitere Verlauf sei zum jetzigen Zeitpunkt schwierig abzuschätzen. Mit einer weiteren Besserung sei jedoch zu rechnen, so dass auch eine körperliche Tätig
keit wieder möglich werden sollte. Inwieweit dies aufgrund d
er
Osteoge
nesis
imperfecta
Typ I
sinnvoll sei, se
i seinerseits aber schwierig ab
zuschätzen
. Seit
der Operation vom 1
2.
Mai 2011 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/30/
5-
6).
2
.5
Dr.
D._
diagnostizierte im
Bericht vom
5.
Oktober 2011
ein
lumbospondylo
genes
Schmerzsyndrom mit
leichtgradiger
Anterolisthesis
L5/S1 (MRI vom 2
5.
No
vember 2010). Er gab an, dass
er den Beschwerdeführer zuletzt vom 1
9.
bis zum 3
0.
November 2010 behandelt habe. Der
Beschwerdeführer
habe Mühe
mit ru
ckartigen Belastungen
und
sollte
kei
ne schweren Lasten tragen
.
Für
schwere körperliche Arbeiten
sei er
ungeeignet (
Urk.
7/32/1-2).
2
.6
Dr.
med.
H._
, Oberarzt Orthopädie
von der
I._
,
erklärte im Bericht vom
5.
April 2012, dass anamnestisch und klinisch zurzeit keine Anhaltspunkte für ein
florides
„
Chronic
Regional
Pain
Syndrome“ (CRPS) bestehen
würden
. Die aktuelle MRI-Untersuchung des
Fusses
links habe zu erwartende postoperative Befunde und eine Stressreaktion in der Diaphyse des Os
metatarsale
V links gezeigt. Eine ins Auge gefasste IV-Umschulung zum
Billetkontrolleur
würde er unterstützen. Der Beschwerdeführer sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/45/7
).
2
.7
Dr.
B._
legte
im ärztlichen Zeugnis
vom
9.
Mai 2012
dar
, dass alle
ossären
und
ligamentären
Heilungen des Beschwerdeführers
–
im Vergleich zu „Gesun
den“ – aufgrund der
Osteogenesis
imperfecta
Typ I seit Jahren immer mit
gros
sen
Verzögerungen eintreten würden. Auch im vorliegenden Fall sei von jetzt an mit einer mindestens sechsmonatigen Verzögerung zu rechnen, bis der Beschwerdeführer sich von den Folgen eines relativ leichten Unfalles (Distor
sion des linken
Fusses
am
1.
März 2011) erholt habe. Es sei eine Tatsache, dass die wenigsten Orthopäden Erfahrung hätten bei der Behandlung von solchen Patienten, da diese Krankheit
äusserst
selten sei. Das Stadium I sei das leich
teste Stadium, bei schwereren Stadien könnten spontane Knochenfrakturen auftreten. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer noch
mals ca. sechs Monate brauche, bis eine definitive Beurteilung der
Fussfunktion
durchgefü
hrt werden könne (
Urk.
7/49/119
).
2
.8
Dr.
med.
J._
, Oberärztin der Reha-Abteilung der
I._
, erklärte im Bericht vom 1
3.
Februar 2013, dass durch den
Rehabilitationsauf
enthalt
des Beschwerdeführers
(
vom 1
4.
Januar bis zum 1. Februar 2013
)
eine Verbesserung der Belastbarkeit und eine leichte
Schmerzregredienz
habe erreicht werden können. Inwieweit der Gesundheitszustand gehalten oder allen
falls noch weiter verbessert werden könne, könne derzeit nicht beurteilt werden. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als
Reinigungs
fachmann
sei eine gutachterliche Beurteilung ratsam, ebenso zur Beurteilung der allgemeinen Arbeitsfähigkeit. Für eine körperlich leichte, wechselnd
belastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt voll arbeitsfähig (Urk. 7/61/7).
2
.9
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
K._
, FMH Orthopädie und Unfallchirurgie,
gab in der Stellungnahme vom 1
9.
März 2013 an, er sei nach gemeinsamer Bespre
chung und Durchsicht des medizinischen Befundberichtes der
I._
vom
6.
November 2012 (richtig:
7.
November 2012
)
der Auffassung, dass der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten wieder ganztags leistungsfähig sei. Zu vermeiden seien ausschliesslich gehende Tätigkeiten, und der Beschwerdeführer müsse frei sein, zwischen Sitzen, Gehen un
d Stehen zu wechseln (
Urk.
7/82/340
).
2
.10
Dr.
H._
von der
I._
legte im Bericht vom 2
4.
April 2013 dar, dass aufgrund des bisherigen Verlaufs mittel- bis langfristig mit keiner sub
stanziellen Besserung des Zustands des Beschwerdeführers zu rechnen sei. Unter den gegebenen Umständen empfehle er die Durchführung einer
kreisärzt
lichen
Untersuchung und die Prüfung der Rentenfrage. Weiter empfehle er eine behutsame Reintegration in den Arbeitsalltag. Die Unterstützung der Invaliden
versicherung und ein mögliches, gemäss Beschwerdeführer andiskutiertes
Arbeits
training
erachte er als sinnvoll. Seit dem 2
7.
Februar 2013 sei der Beschwerd
eführer zu 50
%
arbeitsunfähig
(Urk.
7/82/327
).
2
.11
Im Bericht vom
6.
Juni 2013 hielt
Dr.
H._
von der
I._
fest, dass der Beschwerdeführer seit fünf Wochen als Hauswart/Bademeister bei der Stadt
E._
arbeite. Hiermit sei ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die berufliche Reintegration erfolgt. Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers betrage nach wie vor 50
%
(
Urk.
7/80/5-6).
2
.12
Kreisarzt Prof.
K._
führte
im Bericht vom 1
0.
Juni 2013 aus
, dass beim Beschwerdeführer ein Zustand nach OSG-Distorsion links am
1.
März 2011 und operativ versorgter Subluxation der
Peronealsehne
links am 1
2.
Mai 2011 bestehe. Weiter liege eine
Osteogenesis
imperfecta
Typ I vor. Die Beweglichkeit des linken OSG in Dorsalextension und in Pro- und
Supination
sei
mässiggra
dig
und die Belastungsintoleranz des linken OSG gering- bis
mässiggradig
ein
geschränkt. Zudem bestünden am linken OSG immer noch schmerzhafte Schwellungen, die überwiegend bei Belastung auftreten würden. Die
bildgeben
den
Befunde würden stationäre postoperative Veränderungen nach
Refixation
der
Peronealsehnen
mit wenig Knochenmarködem am distalen Anteil des Schaftes des
Metatarsale
V sowie eine unauffällige
Plantarfaszie
und Achilles
sehne zeigen. Nach Kenntnis der medizinischen Bef
undberichte von Dr.
H._
bzw. der
I._
hätten sich die funktionellen Defizite im Vergleich zur heutigen Untersuchung nicht mehr wesentlich geändert, so dass vom medi
zinischen
Endzustand auszugehen sei. Der Beschwerdeführer habe im Gespräch auch angegeben, dass er nicht mehr von einer relevanten Veränderung der Problematik ausgehe. Aus
kreisärztlicher Sicht seien ihm
leichte bis mittel
schwere Arbeiten ganztags zuzumuten. Ausschliesslich gehende und stehende Tätigkeiten sollten ebenso wie Arbeiten, die Heben od
er Tragen über 15 kg
beinhalten
, aus dem Tätigkeitsprof
il ausgeschlossen werden (
Urk.
7/82/292-
293
).
2
.13
Dr.
F._
erklärte im Bericht vom
1
1.
Dezember 2013, dass der Beschwerde
führer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Abwart
im Sportzentrum
der Stadt
E._
von März 2011 bis zum 3
0.
April 2013 zu 100
%
, vom
2.
Mai bis zum 3
1.
Oktob
er 2013 zu 50
%
und seit dem 1.
Novemb
er 2013 zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen
sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihm seit November 2013 im Umfang von 5 Stunden 10 Minuten täglich an fünf
Tagen pro Woche zumutbar (Urk.
7/80/1-3).
3.
3.1
Der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
Juni
2014 lieg
en
in medizin
i
scher
Hin
sicht
im Wesentlichen
die Stellungnahme
n
von med.
pract
.
L._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
10.
Mai 2012,
6.
Juni 2012
und 2
5.
Januar 201
4
zugrunde
(
Urk.
7/90/5-9).
3.2
In den Stellungnahmen vom 1
0.
Mai und
vom
6.
Juni 2012 legte
RAD-Arzt
L._
zusammengefasst
dar, dass
seit
dem Unfall vom
1.
März 2011 zunächst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(in
sämtliche
n
Tätigkeiten)
bestan
den habe.
Aufgrund
des
ärztlichen Zeugnisses
von
Dr.
B._
vom 9.
Mai 2012 sei sodann plausibel, d
ass der Heilverlauf wegen der
Osteogenesis
imperfecta
Typ I, unter welcher der Beschwerdeführer leide, e
rheblich verzögert gewesen sei
(Urk
.
7/90/5-6).
Im Weiteren
führte RAD-Arzt
L._
in der Stellung
nahme vom 2
5.
Januar 2014 aus, dass g
emäss
der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
0.
Juni 2013
nun
ein Zustand nach OSG-Distorsion links am
1.
März 2011 und operativ versorgter Subluxation der
Peronealsehne
links am 1
2.
Mai 2011 bestehe. Der Beschwerdeführer leide
unt
er einer
Osteogenesis
imperfecta
Typ I,
einer
mässiggradig
eingeschränkten Beweglichkeit des OSG links und einer gering- bis
mässiggradig
eingeschränkten Belastungstoleranz
des OSG links. Die bildgebenden Befunde würden stationäre postoperative Veränderun
gen dokumentieren. Es sei von einem medizinischen Endzustand auszugehen. Aus kreisärztlicher Sicht seien dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags zuzumuten.
Ausschliesslich
stehende und gehende Tätigkei
ten sollten ebenso wie Arbeite
n, die Heben und Tragen über 15
kg beinhalten
, aus dem Tätigkeitsprofil ausgeschlossen werden. Dieser Beurteilung von Kreis
arzt Prof.
K._
könne gefolgt werden, da die unfallfremden Faktoren (Diagnose der
Osteogenesis
imperfecta
Typ I) ebenfalls berücksichtigt worden seien
. Seit März 20
13 könne
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit
gemäss
dem angegebenen Belastungsprofil aus
gegangen werden
(
Urk.
7/90/8
-9
).
3.3
Diese Beurt
eilung von RAD-Arzt
L._
ist nachvollziehbar.
Das
von
Kreis
arzt Prof.
K._
angegebene
und vom RAD-Arzt
L._
übernommene
Tätig
keitsprofil
deckt sich im Wesentlichen au
ch mit der Einschätzung von Dr.
J._
von der
I._
, die im Bericht vom 1
3.
Februar 2013
nach dem stationären Rehabilitationsaufenthalt des Beschwerdeführers
-
erklärt hatte, dass dieser nun auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für eine körperlich leichte, wechselnd belastende Tätigkeit
voll arbeitsfähig sei (vgl. E.
2.8
).
Die Berichte von
Dr.
H._
von der
I._
vom 2
4.
April und vom
6.
Juni 2013 vermögen die Beurteilung von Kreisarzt Prof.
K._
bzw.
von
RAD
Arzt
L._
n
icht in Zweifel zu ziehen.
Dr.
H._
hat in diesen Berichten nicht begründet dargetan, weshalb der Beschwerdeführer seit dem 2
7.
Februar 2013 nach wie vor zu 50
%
arbeitsunfähig sei, wobei auch nicht ganz klar ist, ob er damit überhaupt die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit oder doch die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsfachmann meinte
(vgl. E. 2.10-11
).
Ebenfalls wenig aussagekräftig sind die Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Bericht
von Dr.
F._
vom
1
1.
Dezember 2013 (vgl. E. 2.13
).
Einerseits
leuchtet nicht ein
, weshalb
Dr.
F._
angesichts der von ihr selbst genannten, nicht sehr gravierenden Befunde
(vgl.
Urk.
7/80/2)
auch
jegliche
behinderun
gsangepasste Tätigkeit nur
im Umfang
von
rund fünf Stunden
pro Tag
als zumutbar erach
tete.
Anderersei
ts beurteilte
Dr.
F._
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers als Abwart
im Sportzentrum der Stadt
E._
. Die
se
Tätigkeit war
allerdings
nicht behinderungsangepasst, da der Beschwerdeführer
gemäss
Arbeit
geberbericht
der
Stadt
E._
vom 2
4.
Januar 2014
im Rahmen dieses Anstellungsverhältnisses
anscheinend oft
gehen und stehen sowie
oft
mals
auch schwere Gegenstände über 25 kg
tragen oder heben musste (
Urk.
7/84
/5
, vgl.
auch Stellungnahme von RAD-Arzt
L._
vom 2
5.
Januar 2014, Urk.
7/90/8).
Sodann hat Kreisarzt Prof.
K._
in seinem Bericht vom 1
0.
Juni 2013 nicht
nur
die Folgen der OSG-Verletzung links betrachtet
,
sondern auch den Vorzustand bzw. die Tatsache, dass der Beschwerdeführer unter einer
Osteogenesis
imper
fecta
Typ I leidet, berücksichtigt (vgl. Abschnitte „
2.
Aktenmässiger Ver
lauf“, „3. Angaben des Versicherten“ und
„
5.
Beurteilung“,
Urk.
7/82/289
292
). Kreis
arzt Prof.
K._
hat der
seit Geburt bestehenden
Osteogenesis
imperfecta
Typ I aber offensichtlich nicht die gleiche Bedeutung beigemessen wie der Beschwer
deführer, was aufgrund der medizinischen
Vorakten
nachvollziehbar erscheint
.
Denn d
en Berichten von Dr.
D._
vom 1
5.
April 2009 und vom 1
7.
April 2011
ist
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer offenbar auf die Therapie angesprochen hat und es seit dem Jahr 2007 eher zu einer Zunahme als zu einer Abnahme der Knochendic
htewerte gekommen ist (vgl. E. 2.2-3
).
Im Wei
teren
geht auch aus der Befunderhebung von Kreisarzt Prof.
K._
hervor
, dass sich dessen Untersuchung keineswegs nur auf das linke OSG beschränkt hat
(vgl.
Urk.
7/82/291-292)
.
Dass es seit dem stationären Aufenthalt des Beschwerde
führers i
n der
G._
vom 2
5.
April bis
zum
3
0.
Mai 2007 (vgl.
E.
2.1)
zu einer Zunahme der Beschwerden am rechten Fuss gekom
men wäre,
wurde im Übrigen
von keinem der vorliegend involvierten Ärzte erwähnt.
3.4
Es ist somit festzuhalten, dass auf
die Beurteilung von RAD-Arzt
L._
bzw. Kreisarzt Prof.
K._
abgestellt werden
kann
.
Die wesentlichen medizinischen Akten hat die Beschwerdegegnerin von der SUVA beigezogen
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
,
und v
on weiteren medizinischen Abklärungen sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten.
4.
4.1
Die beiden von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung
ermittelten
Vergleichseinkommen
, die per
März 2012 einen Invaliditätsgrad von 100
% un
d per März 2013
einen Invaliditätsgrad von
10 % ergaben (
Urk.
2
), wurden vom
Besch
werdeführer
ausdrücklich nicht beanstandet (
vgl.
Urk.
1 S. 7)
. Für eine nähere Prüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c).
4.2
Die angefochtene Verfügung vom
1
7.
Juni 2014, mit welcher dem Beschwerde
führer eine vom
1.
März 2012 bis
zum
3
0.
Juni 2013 befristete ganze Rente zugesprochen wurde,
erweist sich damit als rechtens
, was zur Abweisung
der
Beschwerde
führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausg
ang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.