Decision ID: 30833358-536b-43a4-865f-4d45c4eb158c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Kellenberger, Oberer Graben 42,
9000 St. Gallen,
gegen
BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt, General Guisan-Quai 40, Postfach 4338,
8022 Zürich,
Beklagte,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a S._ meldete sich am 6. Dezember 1990 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 6). Die Ärzte der Kantonalen Psychiatrischen Klinik
Herisau diagnostizierten beim Versicherten am 17. Januar 1991 eine seit mindestens
1988 bestehende katatone Schizophrenie (IV-act. 9). Mit Verfügung vom 14. August
1991 sprach ihm die Ausgleichskasse des Kantons Appenzell A.Rh. mit Wirkung ab 1.
Oktober 1989 eine ganze Rente aufgrund eines IV-Grads von 100% zu (IV-act. 23). Die
IV-Stelle des Kantons Appenzell A.Rh. hob den Rentenanspruch mit Verfügung vom 2.
Juni 1995 per Ende Juli 1995 auf, nachdem der Versicherte eine Arbeitsstelle hatte
antreten können (IV-act. 44). Nach einer erneuten Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustands (IV-act. 51) lebte der Anspruch auf eine ganze Rente mit Wirkung
ab März 1996 wieder auf (IV-act. 56). Mit Verfügung vom 29. September 1997 wurde
der Rentenanspruch revisionsweise wieder aufgehoben, da der Versicherte seit August
1997 ein rentenausschliessendes Einkommen erzielte (IV-act. 63).
A.b Am 5. April 2000 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an, nachdem er zuvor bis Juni 1998 bei der A._ in St. Gallen
als kaufmännischer Angestellter tätig und in der Folge bis Ende 1998 arbeitslos
gewesen war und von Januar 1999 bis August 2000 bei der B._ gearbeitet hatte (act.
G 1.1/12). Aufgrund des letztgenannten Arbeitsverhältnisses war der Versicherte bei
der BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt (nachfolgend: Sammelstiftung)
vorsorgeversichert. Mit Verfügung vom 11. April 2001 sprach die IV dem Versicherten
ab 1. Juli 1999 wiederum eine ganze Rente auf der Basis eines IV-Grads von 100 % zu
(IV-act. 83-5/6). Anlässlich der Rentenrevision 2007 wurde diese Rente bestätigt (IV-
act. 103).
A.c Am 3. Juli 2002 hatte die Sammelstiftung gegenüber der damaligen
Rechtsvertreterin des Klägers ausgeführt, angesichts der zahlreichen Perioden der
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Arbeitsunfähigkeit und des früheren Bezugs von IV-Leistungen sowie des
Krankheitsbildes müsse die letzte Arbeitsstelle des Klägers bei B._ als
Arbeitsversuch gewertet werden, dessen Scheitern keine Leistungspflicht der
Sammelstiftung begründe. Für den Charakter eines Arbeitsversuchs spreche auch der
Umstand, dass die Anstellung bei B._ offenbar auf ein freundschaftlich begründetes
Entgegenkommen zurückzuführen sei (Bericht der IV-Stelle des Kantons Appenzell
A.Rh. vom 11. Mai 2000). Bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur
Invalidität geführt habe, sei S._ nicht bei der Sammelstiftung versichert gewesen (act.
G 1.1/18). Diesen Standpunkt bestätigte sie am 18. Mai 2007 auch gegenüber dem
nunmehrigen Rechtsvertreter des Klägers (act. G 1.1/19).
B.
B.a Am 18. Dezember 2007 erhob Rechtsanwalt Dr. Th. Kellenberger, St. Gallen, für
den Versicherten Klage gegen die Sammelstiftung mit den Anträgen, die Beklagte sei
zu verpflichten, rückwirkend ab 1. Januar 2003 eine reglementarische Invalidenrente
von 100 % samt allfälligen Teuerungsanpassungen sowie Verzugszinsen von 5 % ab
Fälligkeit auszurichten. Überdies sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger
rückwirkend ab 1. Januar 2003 die reglementarische Beitragsbefreiung zu gewähren.
Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, der Kläger leide
unbestrittenermassen seit 1988 an einer Katatonie, wobei diese gemäss Arztberichten
immer als verbesserungsfähig eingestuft worden sei und berufliche Massnahmen
angeordnet worden seien. Die Arbeitsunfähigkeit sei immer wieder unterbrochen
worden. Bei B._ sei der Kläger bis Juli 1999 vollumfänglich arbeitstätig gewesen und
habe eine volle Leistung erbracht. Er sei während rund zwei Jahren in zwei
Arbeitsverhältnissen voll erwerbstätig gewesen, ohne längere krankheitsbedingte
Arbeitsabsenzen und bei durchaus normalen Lohnverhältnissen. Zu Beginn des
Arbeitsverhältnisses bei B._ sei der Kläger weder ein Eingliederungsfall gewesen,
noch aus irgendwelchen anderen Gründen begünstigt worden, sondern zu normalen
Bedingungen als kaufmännischer Angestellter tätig gewesen. Damit sei der
Kausalzusammenhang zu früheren Arbeitsunfähigkeiten klar unterbrochen worden. Erst
im August 1999 seien wiederum Probleme aufgetreten, die den Kläger zum
Eingliederungsfall gemacht hätten. Die Beklagte habe bereits im Jahr 2002 ihre
Leistungspflicht verneint. Eine erneute Intervention im Jahr 2007 sei von ihr ebenfalls
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abschlägig beantwortet worden (act. G 1.1/18, 19). Aufgrund der ab August 1999
aufgetretenen psychischen Probleme sei jedoch die Leistungspflicht der Beklagten
gegeben. Die IV-Rente sei (mit Blick auf die gesetzliche fünfjährige Verjährungsfrist) ab
dem 1. Januar 2003 geschuldet. Die vorbehaltlose Ausstellung der
Versicherungsausweise 1999 und 2000 führe nach Treu und Glauben dazu, dass das
gesetzliche Versicherungsverhältnis bestanden habe und dass der Kläger für das
Risiko der Invalidität vollumfänglich versichert gewesen sei.
B.b In der Klageantwort vom 23. April 2008 beantragte die Beklagte Abweisung der
Klage; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers. Zur Begründung
legte sie unter anderem dar, der IV-Rentenbezug sei zwischen März 1994 und März
1996 unterbrochen gewesen. Auch in dieser Zeit sei die IV aber von einer
verbleibenden Erwerbseinbusse bzw. Invalidität von 10 % ausgegangen. Die
Unterbrechung des sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs der heute bestehenden
Invalidität zu früheren Perioden der Arbeitsunfähigkeit werde bestritten. Der Kläger
habe zwar über längere Zeitabschnitte einer Erwerbstätigkeit nachgehen können; er sei
jedoch während der ganzen Zeit in ärztlicher Behandlung gestanden. Er sei ohne
gesundheitliche Vorbehalte bei der Beklagten aufgenommen und zu den
reglementarischen Bedingungen versichert worden. Aus dem Arztbericht der
behandelnden Ärztin sei ersichtlich, dass einerseits die Krankheit des Klägers
schubweise verlaufe und andererseits während der Perioden, in welchen er
erwerbstätig gewesen sei, nur eine vorübergehende Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe.
Könne die Arbeitsfähigkeit nur dadurch erreicht werden, dass der Kläger unter
ständiger ärztlicher Behandlung stehe, könne nicht behauptet werden, er habe seine
volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangt und der zeitliche Zusammenhang mit der früher
aufgetretenen Arbeitsfähigkeit/Invalidität sei unterbrochen worden. Die Anstellung bei
B._ sei offenbar auch auf ein freundschaftlich begründetes Entgegenkommen
zurückzuführen. Angesichts der zahlreichen Perioden der Arbeitsunfähigkeit und des
früheren Bezuges von IV-Leistungen sowie des Krankheitsbildes müsse die
Arbeitsstelle des Klägers bei B._ als Arbeitsversuch gewertet werden. Die
Remissionen seien nur von kurzer Dauer gewesen. Die zur Invalidität führende
Arbeitsunfähigkeit sei vor 1999 eingetreten und somit sei der zeitliche Zusammenhang
mit den vor 1999 aufgetretenen Perioden der Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität nicht
unterbrochen worden.
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B.c Am 28. April 2008 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung des Klägers für dieses Verfahren.
B.d Mit Replik vom 14. Mai 2008 und Duplik vom 20. Juni 2008 bestätigten die Parteien
ihre Anträge und Ausführungen.
B.e Das Versicherungsgericht zog die vollständigen Akten der Invalidenversicherung
betreffend den Kläger bei. Die Parteien verzichteten auf eine weitere Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Änderung der
Leistungsvoraussetzungen bei Invalidität (Art. 23 BVG) und der Leistungshöhe (Art. 24
BVG) mit sich brachte, in Kraft. Nach Art. 23 lit. a BVG (neue Fassung) haben (im
Obligatoriumsbereich) Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der IV
zu mindestens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Anspruch auf eine volle
Invalidenrente hat die versicherte Person, wenn sie im Sinn der IV zu mindestens 70
Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG). - In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen
führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467; vorliegend: Anspruch auf eine
ganze IV-Rente ab 1. Januar 2003). Ferner stellt das Versicherungsgericht bei der Fall-
Beurteilung grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen
Entscheids eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 121 V 366; RKUV 2001 S. 101). Das
Klageverfahren, welchem kein vorinstanzlicher Entscheid zugrunde liegt, betrifft
Leistungsansprüche ab 1. Januar 2003. Mit Blick auf diese Gegebenheiten ist konkret
das bis 31. Dezember 2004 gültig gewesene Recht der obligatorischen beruflichen
Vorsorge anzuwenden, soweit ihm neben den reglementarischen Regelungen der
Beklagten eine eigenständige Bedeutung zukommt.
2.
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2.1 Streitig ist, ob die Beklagte dem Kläger für die Zeit ab 1. Januar 2003
Invalidenleistungen auszurichten hat. Nach Art. 23 BVG haben Anspruch auf
Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 50
Prozent invalid sind und die bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur
Invalidität geführt hat, versichert waren. Aus der engen Verbindung zwischen dem
Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und demjenigen auf eine
Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen
Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der
gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeeinrichtungen frei, den
Invaliditätsbegriff bereits in der obligatorischen Versicherung zugunsten des
Versicherten zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsgrad von
weniger als 50% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des
Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu
halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen
Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des
versicherten Ereignisses an die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen (der Kantone und
des Bundes) gebunden, es sei denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar
erweist (vgl. BGE 126 V 308; BGE 115 V 208 und 215; BGE 118 V 35 Erw. 2b/aa; BGE
120 V 106 Erw. 3c). In BGE 129 V 73 wurde eine Bindungswirkung der
invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für die Vorsorgeeinrichtung verneint,
wenn diese nicht spätestens im Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV) und, nach
dessen Ersetzung durch das Einspracheverfahren von 1. Januar 2003 bis 31.
Dezember 2006, bei der Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche
Verfahren einbezogen wird. Hält sich die Vorsorgeeinrichtung demgegenüber im
Rahmen des invalidenversicherungsrechtlich Verfügten, ja stützt sie sich darauf, ist das
Problem des Nichteinbezugs des Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren
gegenstandslos. In diesem Fall kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber
gewollte, in den Art. 23 ff BVG zum Ausdruck gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter
Vorbehalt offensichtlicher Unrichtigkeit des IV-Entscheids zum Zug. Stellt somit die
Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab,
muss sich die versicherte Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit
diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
bis
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Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 14. August 2000 [B 50/99], Erw.
2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren beteiligt
war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG i/S F. vom 9. Februar 2004 [B 39/03], Erw. 3.1).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal aus - während der Versicherungsdauer aufgetretenen - Arbeitsunfähigkeit
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 118 V 35 Erw. 5; 123 V 262
Erw. 1a). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte
Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit
kommt der Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch
dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit
eintritt, während welcher die leistungsanbegehrende Person unter Umständen dem
Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 118 V 35 Erw. 2b/aa; BGE 120 V 112
Erw. 2b). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings
nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die
versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein direkter und enger Zusammenhang besteht.
Zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität muss sowohl ein sachlicher als
auch ein zeitlicher Zusammenhang bestehen. Der sachliche Zusammenhang ist
gegeben, wenn der invalidisierende Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich
bereits während der Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung manifestierte. Die zeitliche
Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der
späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine längere Periode der
Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu
würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische
ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte Person zur
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Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 Erw. 1c S. 264, 120 V
112 Erw. 2c/aa-bb S. 117 f., mit Hinweisen).
3.
3.1 Gemäss Art. 5 des Reglements der Beklagten für das Vorsorgewerk der B._,
gültig ab 1. Juli 1994 (act. G 10.1/27), liegt Invalidität vor, wenn die versicherte Person
im Sinn der IV invalid ist oder durch ärztlichen Befund objektiv nachweisbar ganz oder
teilweise ihren Beruf oder eine andere, ihrer sozialen Stellung, ihren Kenntnissen und
Fähigkeiten angemessene Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben kann (Abs. 1). Der Grad
der Invalidität entspricht mindestens dem von der eidg. IV verfügten Invaliditätsgrad
(Abs. 2). Der Anspruch beginnt, sobald die Leistungen aus der
Krankentaggeldversicherung (Art. 27 BVV2) erschöpft sind, für die Mindestleistung
gemäss BVG jedoch spätestens, für die überobligatorische Leistung frühestens nach
Ablauf von 24 Monaten (= Wartefrist; Art. 15 Abs. 1 Reglement). Die im Zeitpunkt der
Auflösung des Vorsorgeverhältnisses versicherten Leistungen bleiben bis zum Beginn
eines neuen Vorsorgeverhältnisses, längstens jedoch während eines Monats,
unverändert versichert (Nachdeckungsfrist; Art. 26 Abs. 1 Reglement).
3.2 Zu prüfen ist konkret die Frage, ob beim Kläger während des vom 1. Januar 1999
bis 31. August 2000 (vgl. act. G 1.1/12) dauernden Vorsorgeverhältnisses mit der
Beklagten eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche in sachlichem und zeitlichem
Zusammenhang zu der von der IV ab 1. Juli 1999 erneut anerkannten Invalidität steht.
Mit Blick auf die vorangehend dargelegten Reglementsbestimmungen ist festzuhalten,
dass die Beklagte - alternativ - denselben Invaliditätsbegriff wie die IV oder einen im
Vergleich zu letzterem erweiterten Begriff verwendet. Die Verfügungen vom 11. April
2001 wurden der Beklagten unbestrittenermassen nicht zugestellt. Die Beklagte stellt
für den Beginn der massgebenden Arbeitsunfähigkeit nicht auf die IV-Verfügung ab,
welcher ein Wiederaufleben der Erwerbsunfähigkeit (100 %) ab Juli 1999 zugrunde liegt
(IV-act. 82, 83-5/6). Bei dieser Sachlage ist die Verbindlichkeit der Festsetzung des
Invaliditätsgrads durch die IV-Stelle (grundsätzlich, masslich und zeitlich) zu verneinen.
Das Ausmass und der Eintritt der massgeblichen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit und
der gegenüber der Beklagten allenfalls bestehende Anspruch auf Invalidenleistungen
sind daher - von der Beklagten bzw. vom angerufenen Versicherungsgericht -
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selbständig abzuklären und festzulegen. Dabei sind auch die im IV-Verfahren
produzierten Akten mitzuberücksichtigen, führt doch die fehlende Bindung an die IV-
Verfügung nicht dazu, dass auch die dafür verwendeten Akten ohne Bedeutung für den
Entscheid der Vorsorgeeinrichtung wären. Unter Arbeitsunfähigkeit ist die
gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen
Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss erheblich, offensichtlich und dauerhaft
sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann bejaht, wenn die Einschränkung
mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für Sozialversicherung, Mitteilungen über die
berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit Hinweis auf die Rechtsprechung). Die Ermittlung
der Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich diese für das
Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund
umgestossen oder abgeändert werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder
der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die
Festlegung des Beginns und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich die
nach ärztlicher Beurteilung medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der
von einer versicherten Person effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit
Bedeutung zukommen, als durch sie eine widersprechende ärztliche Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit an Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 25. Februar 2003 i/S G.D. [BV 2002/2] Erw. 3b).
3.3 Die Ärzte der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Herisau bescheinigten beim
Kläger am 17. Januar 1991 eine durch die katatone Schizophrenie seit 28. Oktober
1988 bedingte volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 9). Dies führte zur Ausrichtung einer
ganzen Rente der IV in der Zeit vom 1. Oktober 1989 bis 31. Juli 1995 (IV-act. 23, 44).
Dr. med. C._, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am
21. Februar 1994 unter anderem, der Gesundheitszustand sei (bei aktuell voller
Arbeitsunfähigkeit) besserungsfähig. Nach einem schweren katatonen Schub im März
1993 sei der Gesundheitszustand gegenwärtig unter niedriger neuroleptischer
Erhaltungsdosis stabil. Die Prognose sei ihres Erachtens zu einem grossen Teil von der
regelmässigen Medikamenteneinnahme abhängig. Sie unterstütze die berufliche
Wiedereingliederung (IV-act. 25). Nach Durchführung einer beruflichen Massnahme der
IV (Arbeitstraining im Bürobereich) trat der Kläger im März 1995 eine Stelle als
kaufmännischer Allrounder bei der D._ an (IV-act. 36, 39). Dieses Arbeitsverhältnis
dauerte bis zum 31. März 1996 und wurde von Seiten des Klägers aus (der
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Arbeitgeberin) unbekannten Gründen aufgelöst. Die Arbeitgeberin verneinte
krankheitsbedingte Absenzen während des Arbeitsverhältnisses (IV-act. 50). Aus dem
Bericht von Dr. C._ vom 1. Oktober 1996 ist ersichtlich, dass die Auflösung des
vorerwähnten Arbeitsverhältnisses zeitlich mit einer Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustands zusammenfiel und sich in der Folge - offenbar durch die
Wiedereinnahme von Medikamenten - eine langsame Besserung des
Gesundheitszustands ergab (IV-act. 51). Im Juli 1997 trat der Kläger eine Arbeitsstelle
als Buchhalter/Administrator bei der A._, St. Gallen, an, welche von Seiten der
Arbeitgeberin auf Ende Juli 1998 aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst wurde.
Krankheitsbedingte Absenzen wurden auch von dieser Arbeitgeberin nicht bescheinigt
(IV-act. 75; act. 1.1/9, 10). Seit 1. Januar 1999 war der Kläger bei B._ als
kaufmännischer Angestellter tätig. Der Arbeitgeber gab im Fragebogen der IV am 15.
April 2000 an, seit August 1999 entspreche der Lohn nicht mehr der Arbeitsleistung.
Nach den Ferien (d.h. ab August 1999) habe der Kläger nicht mehr die Leistung eines
kaufmännischen Angestellten erzielt (Blockaden, zerstreutes Arbeiten, teilweise
Abwesenheit, Vergesslichkeit, Auftreten von Fehlern). Wenn nicht eine akzeptable
Lösung gefunden werde, müsse das Arbeitsverhältnis aufgelöst werden (IV-act. 67). Dr.
C._ bestätigte am 25. April 2000 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vom 16. Juni
1997 bis 30. Juni 1999 und eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 55 % seit 1. Juli 1999 bis
auf weiteres. Bis letzten Herbst (1999) sei der Kläger in guter Verfassung gewesen, d.h.
rege im Denken, konzentrationsfähig, lebendig und erstaunlich umstellungsfähig.
Anfang September 1999 sei er verschlossener geworden und in der Mimik und Motorik
starrer. Der Kläger habe berichtet, seit ca. sechs Wochen sei er am Feierabend ganz
erschöpft, könne nur noch herumsitzen oder schlafen. Im März (2000) sei er
niedergeschlagen gewesen, weil er am Arbeitsplatz nicht genügend Leistung habe
erbringen können. Er sei enttäuscht, dass er trotz Medikamenten und
gesundheitsfördernder Lebensführung von der Krankheit eingeholt worden sei. In den
letzten Monaten habe die Leistung knapp die Hälfte von dem ausgemacht, was
Gesunde arbeiten könnten (IV-act. 68). Gegenüber dem IV-Sachbearbeiter bestätigte
B._ am 5. Mai 2000, dass der Kläger anfänglich eine volle Leistung erbracht, dann
aber massiv nachgelassen habe. Seit August 1999 sei es neben dem Leistungsabfall zu
eigentlichen Blockaden gekommen. Heute erbringe er kaum mehr die Leistung eines
Lehrlings (IV-act. 71). Der für Mai bis August 2000 vorgesehene Eingliederungsversuch
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des Klägers bei B._ führte nicht zu einer definitiven Weiterbeschäftigung, da der
gesundheitliche Zustand sich zwischenzeitlich eher verschlechtert hatte (IV-act. 77, 78).
Auf Ende August 2000 wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst (act. G 1.1/12). Am 25.
September bzw. 11. Oktober 2000 bescheinigte Dr. C._ eine volle Arbeitsunfähigkeit
(IV-act. 79, 80) und am 22. Dezember 2003 sowie am 20. April 2007 einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 102, 110).
3.4 Aufgrund der Bescheinigung der langjährig behandelnden Ärztin Dr. C._ ist von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Klägers vom 16. Juni 1997 bis 30. Juni
1999 auszugehen (IV-act. 68). Wenn die Ärztin im Bericht vom 25. April 2000 festhielt,
eine vollständige Remission sei nie eingetreten (IV-act. 68-4/4), so bezog sich dies auf
das Krankheitsbild und nicht auf die Arbeitsfähigkeit. Aber auch wenn anzunehmen
wäre, dass beim Kläger schon vor Eintritt bei der Beklagten eine relevante dauernde
Teilarbeitsunfähigkeit aufgrund des bei ihm diagnostizierten psychischen Leidens
bestanden hatte, müsste der zeitliche Zusammenhang zwischen dieser
Arbeitsunfähigkeit und der per 1. Juli 1999 erneut anerkannten Invalidität - wie
nachstehend zu zeigen ist - als unterbrochen betrachtet werden. Zu berücksichtigen
sind in diesem Zusammenhang die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung
tretenden Verhältnisse (SZS 2003 S. 509 [B 23/01]; Urteil des EVG i/S I. [B 73/00] vom
28. Mai 2002, Erw. 3a/bb). Einen Unterbruch des zeitlichen Zusammenhangs hat die
Rechtsprechung etwa bei einer über 17 Monate (SZS 2003 S. 510 [B 4/02]) oder mehr
als zwei Jahre (Urteil des EVG i/S A. [B 51/05] vom 7. September 2006, Erw. 4.1 und
5.3) hinweg bestehenden Erwerbstätigkeit ohne nennenswerte Arbeitsunterbrüche und
ohne reduzierte Arbeitsleistung angenommen; in einem Fall erachtete das
Eidgenössische Versicherungsgericht den zeitlichen Zusammenhang - unter
Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls - bereits durch eine sechsmonatige
Zeitspanne mit voller Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als unterbrochen (SZS 2002 S. 153
[B 19/98]; ähnlich Urteil des EVG i/S Pensionskasse D. [B 100/05] vom 8. Februar 2006,
Erw. 3.2 [Unterbruch durch über viermonatige volle Erwerbstätigkeit]). Die vertraglich
festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in
der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen
besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinn, dass ein
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Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und
auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber eben doch keine volle
Arbeitsleistung hat erbringen können - in Betracht gezogen werden, wobei
gegebenenfalls äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr,
in Spekulationen zu verfallen, mit der Folge, dass sich der Versicherungsschutz des
Arbeitnehmers verflüchtigen würde, indem dieser jeweils an die Vorsorgeeinrichtung
des früheren Arbeitgebers verwiesen werden könnte (Urteil des EVG vom 28. Mai 2002
i/S I. Erw. 3a bb [B 73/00]). Findet beispielsweise jemand nach langer Arbeitslosigkeit
eine neue Stelle, bei welcher die Entlöhnung geringer als das hochgerechnete
Einkommen bei einem früheren Arbeitgeber ausfällt, lässt allein diese tiefere Besoldung
noch nicht auf eine gesundheitsbedingte Einschränkung des Leistungsvermögens
schliessen (Urteil des EVG vom 21. November 2002 i/S H. Erw. 3.4 [B 23/01]; vgl. auch
Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 28. November 2005 i/S A.L.R.
[BV 2004/26], bestätigt durch Urteil des EVG vom 9. März 2007 [B 7/06]); Entscheid
des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 14. März 2005 i/S M.S. [BV 2003/25],
bestätigt durch Urteil des EVG vom 7. September 2006 [B 51/05]).
Der Kläger war wie dargelegt innerhalb eines Zeitraums von rund zwei Jahren in der
Lage, die Erwerbstätigkeiten bei der A._ (von Juli 1997 bis Juli 1998; IV-act. 75 und
act. G 1.1/9 und 10) und bei B._ (bis Juli 1999) ohne krankheitsbedingte Unterbrüche
und ohne ersichtliche Leistungseinschränkung auszuüben. Auch für die zwischen
diesen beiden Tätigkeiten liegende Arbeitslosigkeits-Periode von August bis Dezember
1998 bescheinigte Dr. C._ eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die
Arbeitslosigkeit trat im Nachgang zu der nicht aus gesundheitlichen, sondern aus
wirtschaftlichen Gründen erfolgten Kündigung durch die A._ ein. Die Beklagte macht
zwar mit Hinweis auf die IV-Verfügung vom 2. Juni 1995 (act. G 1.1/4) geltend, auch in
den Zeiträumen, in welchen keine IV-Rente zur Ausrichtung gelangt sei, habe gemäss
IV-Verfügung eine 10%ige Erwerbsunfähigkeit bestanden (act. G 10 S. 2). Diese
Erwerbsunfähigkeit hatte jedoch rein rechnerische, d.h. durch die Höhe des bei der
D._ erzielten Einkommens (Fr. 4'300.-- x 13; vgl. IV-act. 36, 39) bedingte, und nicht
krankheitsmässige Hintergründe. Aber selbst wenn entgegen der erwähnten ärztlichen
Bestätigung eine dauernde medizinisch-theoretische Teilarbeitsunfähigkeit vorgelegen
hätte, so wirkte sie sich - und dies erscheint entscheidend - während eines relativ
langen Zeitraums erwerblich nicht aus. Der Umstand, dass der Kläger in ärztlicher
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Behandlung stand, schränkte seine Arbeitsfähigkeit nicht ein. Die Beklagte brachte
denn auch bei Eintritt des Klägers keine gesundheitlichen Vorbehalte an und
versicherte ihn gemäss ihrem Reglement (act. G 10.1/16, 19). Von einer medizinischen
Unzumutbarkeit müsste allenfalls dort ausgegangen werden, wo eine Person während
einiger Wochen oder auch Monate offensichtlich über ihre gesundheitlichen
Verhältnisse hinaus berufstätig ist und nachher dauernd arbeitsunfähig wird. Solche
Umstände lagen im Fall des Klägers jedoch nicht vor, indem er die Tätigkeit bei B._,
ohne dass seine gesundheitlichen Probleme in irgendeiner für die Berufsausübung
relevanten Form (grössere Anzahl Krankheitstage, Leistungsverminderung) manifest
geworden wären, während eines Zeitraums von rund 6 Monaten auszuüben in der Lage
war. Es sind auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die bei der A._
bezogenen bzw. die zu Beginn des Arbeitsverhältnisses mit B._ abgemachten
Entgelte aus gesundheitlichen Gründen nicht den vereinbarten Tätigkeiten oder den
Gegebenheiten des Arbeitsmarktes entsprochen hätten. Im übrigen hatte der Kläger in
der Anmeldung zur Kollektivversicherung am 15. Januar 1999 offengelegt, dass er zwar
voll arbeitsfähig sei, aber in ärztlicher Behandlung stehe (act. G 1.1/14). Allein der
Umstand, dass zwischen B._ und der Familie des Klägers langjährige Bekanntschaft
besteht (IV-act. 71), vermag - jedenfalls für die Zeit bis und mit Juli 1999 - noch nicht
die Entrichtung eines Soziallohns zu belegen (vgl. dazu auch act. G 1.1/11, 12). Für den
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG ist die Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich. Der zeitliche Zusammenhang
zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG und der später eingetretenen
Invalidität beurteilt sich hingegen nach der Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeitsfähigkeit in
einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit.
Darunter fallen auch leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare
Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten müssen jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit
die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 Erw.
5.3). Die IV legte das Valideneinkommen des Klägers im Jahr 1997 auf Fr. 55'900.-- fest
(IV-act. 63). Bei E._ erzielte er im Jahr 1999 einen rentenausschliessenden Verdienst
(Fr. 4'350.-- x 13; IV-act. 67).
3.5 Unter den dargelegten Verhältnissen kann nicht von einem blossen
Arbeitsversuch bei B._ ausgegangen werden, zumal auch Dr. C._ jeweils im
Nachgang zu den Krankheitsschüben nicht voraussagen konnte, wie lange die
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Arbeitsfähigkeit des Klägers erhalten bleiben würde. Im Zeitpunkt des Antritts des
Arbeitsverhältnisses bei B._ hatte die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Klägers
bereits rund eineinhalb Jahre gedauert. Auch in diesem Zeitpunkt bestand mit Blick auf
die Ausführungen von Dr. C._ kein Anlass, die Arbeitsfähigkeit des Klägers nicht als
dauerhaft zu betrachten. - Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Arbeitsunfähigkeit, welche ab 1. Juli 1999 erneut zur Invalidität des Klägers führte,
während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten wieder auflebte. Der zeitliche
Zusammenhang dieser Arbeitsunfähigkeit zur früheren Invalidität ist als unterbrochen
zu betrachten. Ein Anspruch auf reglementarische Leistungen ist daher grundsätzlich
zu bejahen. Dieser Anspruch beinhaltet auch die - vom Kläger ausdrücklich beantragte
- Beitragsbefreiung gemäss Art. 21 Abs. 2 des Reglements.
Nach Art. 41 Abs. 1 BVG (in der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung)
bzw. Art. 41 Abs. 2 BVG (in der ab 1. Januar 2005 anwendbaren Fassung) verjähren
Forderungen auf periodische Leistungen nach fünf Jahren. Die Artikel 129-142 des
Obligationenrechts sind anwendbar. Nach der Rechsprechung obliegt es nicht dem
Richter, die Vorschriften betreffend die Verjährung einer Forderung vom Amtes wegen
zu prüfen. Der Einwand der Verjährung muss im Gegenteil ausdrücklich eingebracht
werden (SZS 2001, 183 Erw. 2b). Auch wenn konkret nicht die Beklagte, sondern der
Kläger die (teilweise) Verjährung bejahte, so hat das Gericht diesen klägerischen Antrag
(Leistungsansprüche ab 1. Januar 2003, unter Berücksichtigung der Teilverjährung) von
Amtes wegen zu prüfen. Mit der Klageeinleitung am 18. Dezember 2007 wurde die
erwähnte fünfjährige Verjährungsfrist für die laufenden Rentenleistungen unterbrochen.
Alle vor dem 18. Dezember 2002 fällig gewordenen Rentenbeträge sind somit verjährt.
Gemäss Art. 8 des Reglements werden die Renten in vierteljährlichen vorschüssigen
Teilbeträgen ausbezahlt; Rentenfälligkeitstage sind der 1. Januar, der 1. April, der 1.
Juli und der 1. Oktober. Der Kläger hat daher ab 1. Januar 2003 Anspruch auf eine
Invalidenrente.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beklagte in Gutheissung der Klage
zu verpflichten, dem Kläger ab 1. Januar 2003 eine Invalidenrente auf der Basis eines
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IV-Grads von 100% auszurichten. Die Angelegenheit ist zur Berechnung der
Leistungen an die Beklagte zu überweisen (vgl. dazu BGE 129 V 450 Erw. 3.4).
4.2 Im Allgemeinen sind in der Sozialversicherung auf Leistungen keine
Verzugszinsen geschuldet (BGE 117 V 351; BGE 113 V 50; seit 1. Januar 2003 vgl. die
Regelung in Art. 26 Abs. 2 ATSG). Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die
Rechtsprechung jedoch die Pflicht zur Entrichtung von Verzugszinsen bei einer
verspäteten Überweisung von Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter
Auszahlung eines Alterskapitals oder bei Invalidenrenten (Hans-Ulrich Stauffer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zur beruflichen Vorsorge, 1996, S. 27). Enthalten
die Statuten keine Bestimmung über die Höhe des Verzugszinses, beträgt dieser 5%
(Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR
(BGE 119 V 133 Erw. 4 = Pra 83 (1994) Nr. 67), wonach ein Schuldner, der mit der
Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst vom Tag der Anhebung der Betreibung oder
der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu bezahlen hat. Im vorliegenden Fall hat der
Kläger am 18. Dezember 2007 die Klage eingeleitet; somit schuldet ihm die Beklagte
ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5% auf den ausstehenden Leistungen.
4.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Hingegen hat der
Kläger bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf den Ersatz der ausseramtlichen
Kosten durch die Beklagte (Art. 98 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege;
VRP, sGS 951.1). Die für das Verfahren gewährte unentgeltliche Rechtsverbeiständung
wird damit gegenstandslos. Der Rechtsvertreter des Klägers hat für seine Bemühungen
eine detaillierte Honorarnote mit einem Gesamtbetrag von Fr. 5'374.10 (Honorar von
Fr. 4'920.-- für 24.6 Stunden à Fr. 200.--, zuzüglich Barauslagen von Fr. 74.50 und
Mehrwertsteuer von Fr. 379.60) eingereicht. Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO, sGS 963.75) beträgt
das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--, wobei es innerhalb dieses Rahmens nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen wird (Art. 19 HonO). Das
Versicherungsgericht hat für die vor ihm geführten Verfahren aufgrund von
Erfahrungswerten Entschädigungspauschalen festgelegt, die in "Normalfällen"
zugesprochen werden und in denen 4 Prozent Barauslagen sowie die Mehrwertsteuer
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von 7.6 Prozent enthalten sind. Für BVG-Prozesse mit üblicherweise doppeltem
Schriftenwechsel beträgt diese Entschädigung Fr. 2'500.-- bis Fr. 4'500.--, mit einer
mittleren Entschädigung von Fr. 3'500.--. Im vorliegenden Fall sind keine
Besonderheiten wie z.B. überdurchschnittlicher Aufwand oder besondere
Schwierigkeiten auszumachen, die ein Abweichen von diesem Entschädigungsrahmen
begründen würden. Es rechtfertigt sich daher, dem obsiegenden Kläger eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.--, wie in vergleichbaren Fällen üblich,
zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG