Decision ID: 51d0bccb-9358-5a74-a5f6-92048045391e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
65
,
war
seit 1998
als Chauffeur bei der
Firma Y._
tätig und
über diese
bei der Schweizerischen Unfallversi
cherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert
(
Urk.
10/1)
.
Am 11. Dezember 2007
klemmte er seine
rechte
Hand ein
und
zog sich ein
e Verrenkung („lussazione“) beziehungsweise ein
Quetschtrauma zu
(
Urk.
13/1-2
,
Urk.
13/6
,
Urk.
11/157/10
). Seine Arbeit nahm er am 17. März 2008 wieder auf (
Urk.
13/3
).
A
m
2.
Mai 2009
stürzte er auf der Treppe
und
erlitt
am linken Knie
eine Kontu
sion
(
Urk.
11/1
,
Urk.
11/7
)
, die a
m 17. November 2009
eine
arthroskopische Teilmeniskektomie
und eine Microfracturierung des medialen Femurkondylus
nach sich zog
(
Urk.
11/16
)
. Trotz
anhaltenden
Beschwerden
nahm der Be
schwerdeführer
seine Arbeit
bei
im Verlauf unterschiedlich
eingeschränkter Ar
beitsfähigkeit wieder auf
(
Urk.
11/43, Urk.
11/51
,
Urk.
11/55, Urk.
11/64
; vgl. auch
Übersicht im
Bericht vom 24. August 2010
des
Kreisarzt
es
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH fü
r orthopädische Chirurgie
,
Urk.
11/33)
.
Am 1. Dezember 2010 rutschte der Versicherte auf Schnee aus und
verletzte
sich
- wie schon anlässlich eines Sturze
s
im
Januar 2000 (
Urk.
18/1-4, Urk.
10/117 S. 1)
- an der linken
Schulter
(
Urk.
10/1,
Urk.
10/4/3, Urk.
10/8
).
Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Folgen dieser Ereig
nisse.
A
m 6. Mai 2011 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch
auf berufliche Massnahmen (Urk.
10/33)
und
im März 2012
nahm
sie
ein
e
polydisziplinäre
Begutachtung in Aussicht
(
Urk.
10/86,
Urk.
10/88/6).
Nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. September 2011 (
Urk.
10/49
)
sprach
die
SUVA
dem Versicherten
mit Verfügung vom
9. Januar 2012 mit Wirkung ab 1.
Januar
2012 auf der Basis
eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 85‘619.--
und einer Erwerbsunfähigkeit von 24
%
eine Rente
zu
und
verneinte den
A
nspruch auf eine Integritätsentschädigung
mangels Erheblich
keit der Unfallfolgen
(
Urk.
10/70
). Hiegegen erhob
X._
mit Ein
gabe
n
vom
9.
Februar
und
30. März
2012 Einsprache (Urk.
10/76
, Urk.
10/88
/
1-2
)
.
1.2
Für
die Folgen
eine
s
weiteren Unfalles
vom
15. Februar 2012
(Ausrutschen auf Glatteis;
Urk.
12/2)
mit Verletzung der
rechten Schulter
gewährte
die SUVA
dem mittlerweile arbeitslosen Versicherten
(vgl.
Urk.
10/131/3
-5
)
die gesetzli
chen
L
eistungen
(Urk.
12/4
). Nachdem der Versicherer
gemäss Mitteilung vom
10. April 2012
zunächst
seine
Versicherungsdeckung
in Frage gestellt hatte
(Urk.
10/90
; vgl. auch Urk.
10/
94
)
, stellte er mit Schreiben vom 21. Juni 2012
unter Hinweis auf die ausschliesslich krankhafte Natur der noch bestehenden Beschwerden -
die Versicherungsleistungen auf den 1. Juni 2012
hin ein
(Urk.
12/46).
Nach
der kreisärztlichen
Untersuchung vom 26. September 2012 (Urk.
12/73)
verfügte
die SUVA auf entsprechendes Gesuch des Versicherten (
Urk.
12/55)
am
11. Oktober 2012 die Leistungseinstellung
,
nunmehr per 26. September 2012
(
Urk.
12/74).
Hiegegen erhob
X._
am 1
2.
November 2012 Einsprache (Urk. 12/85
)
, welche die SUVA mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Einspracheentscheid vom 18. Januar 2013 abwies (
Urk.
12/89).
1.3
Am 29. Januar 2013
erfolgte
eine arthroskopische Gelenkstabilisierung der lin
ken Schulter (
Urk.
10/117
)
, wofür die SUVA
auf Rückfallmeldung der Arbeits
losenkasse vom 23. April 2013
hin
(
Urk.
10/130,
Urk.
10/131/9) aufkam und wiederum Taggelder ausrichtete (
Urk.
10/139,
Urk.
10/152).
Nach erneuter kreisärztlicher Untersuchung vom 9. Juli 2013 (
Urk.
10/155;
vgl. auch
Urk.
10/161
) stellte die SUVA m
it Schreiben vom 19. Juli 2013 ihre
im Zusammenhang mit dem Rückfall erbrachten
Heilungskosten- und Taggeldl
eis
tungen
auf den 31.
Juli 2013
-
unter Hinweis auf den bereits verfügten Renten
anspruch und das hängige Einspracheverfahren
hin ein (Urk.
10/158
).
1.4
Die Einsprache des Versicherten vom
9. Februar 2012
(
Urk.
10/76
; vgl. vorste
hend
Ziff.
1
)
gegen die Verfügung vom 9. Januar 2012 (
Urk.
10/70)
hiess
die SUVA mit Entscheid vom
9. August 2013 teilweise gut und sprach dem Versi
cherten
- unter Bestätigung der Rente auf der Basis eines Erwerbsunfähigkeit
s
grades
von 24
%
-
für die
aus dem Unfall vom 1. Dezember 2010
verbliebene
n
Beeinträchtigung
en
eine
Integritätsentschädigung auf der Basis eine
r
Integri
tätseinbusse
von 5
%
zu; weitergehende Begehren wies sie ab
(
Urk
.
10/164
=
Urk.
2)
.
2.
Hie
g
egen
erhob
X._
mit Ein
gabe
vom 16. September 2013
Be
schwerde und beantrag
t
e, der angefochtene E
inspracheentscheid sei
aufzuhe
ben,
es sei eine medizinische Begutachtung durchzuführen
und es seien ihm ab 1. Januar 2012 Taggelder bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, ab 1.
Janua
r
201
4
eine Rente von mindestens 42
%
bei einem versicherten Verdienst von
mindestens
Fr.
88‘323.80
sowie
eine Integritätsentschädigung von mindestens 20
%
und weitere Heilbehandlungen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
18. November 2013
ersuchte die
SUVA
um Abwei
sung der Beschwerde
, soweit auf sie einzutreten sei
(
Urk.
9).
Mit Replik vom
18. Februar 2014 (
Urk.
17) und Duplik vom 7. März 2014 (
Urk.
21) hielten d
ie Par
teien
an ihren Anträgen fest
.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, der Beschwerdeführer habe leichte Unfälle im Sinne der Rechtsprechung erlit
ten, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwischen diesen und den psy
chischen Störungen des Beschwerdeführers zu verneinen sei (S. 4). Bei der Ren
tenbemessung seien einzig die Unfallfolgen am linken Knie und an der linken Schulter, nicht aber die anderen unfallfremden somatischen Beschwerden zu berücksichtigen. Von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei bei Renten
beginn (am 1. Januar 2012) keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ge
wesen. Gemäss der beweiskräftigen kreisärztlichen Beurteilung sei der Be
schwerdeführer in einer - näher umschriebenen - leidensangepassten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig.
Ausgehend von den Angaben der Arbeitgeberin betrage der versicherte Jahresverdienst
Fr.
85‘619.--
(S. 7). Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 82‘471.-- und dem gestützt auf die Schweize
rische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 62‘747.-- resultiere eine Erwerbsunfähigkeit von 24
%
(S. 7). Der Integri
tätsschaden von 5
%
für die an der linken Schulter verbliebene Beeinträchti
gung stütze sich auf die entsprechende Beurteilung (vgl. Urk. 10/160
161) durch Kreisarzt Dr. med.
A._
(S. 8).
1.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor (
Urk.
1), es seien nicht bloss die Be
schwerden seitens des linken Knies und der linken Schulter entschädigungs
pflichtig. Darüber hinaus seien die Beschwerden an der rechten Hand unfall
kausal und die nach dem Unfall entstandene Beinfehlstellung sei eine klassische Folge des am
2.
Mai 2009 zugezogenen Knorpel- und Meniskusschadens am linken Knie (S. 10 f.). Der gesundheitliche Endzustand gemäss Art. 19
Abs.
1 UVG sei erst am 31. Juli 2013 erreicht worden, da von der Operation vom
29. Januar 2013 noch eine Verbesserung erwartet worden sei. Die
Rentenbemessung sei daher verfrüht erfolgt; es seien bis am 31. Juli 2013 respektive - unter Be
achtung einer Übergangsfrist von fünf Monaten zur beruflichen Eingliederung - bis am 31. Dezember 2013 Taggelder auszurichten. Die Unfallereignisse seien unter die mittelschweren Unfälle einzuordnen und es seien vier der massgebli
chen Adäquanzkriterien erfüllt, weshalb die Beschwerdegegnerin bezüglich sei
ner psychischen Leiden eine Abklärungs- und Leistungspflicht habe (S. 12 f.). Betreffend den versicherten Verdienst und das Valideneinkommen bemängelte der Beschwerdeführer, dass nicht der gesamte AHV-pflichtige Lohn angerechnet worden sei. Insbesondere seien die Nachtschichtzulage zu tief veranschlagt und nicht alle - im Einzelnen bezeichnete (vgl. dazu nachfolgend E. 6.2.2-3) - Lohn
bestandteile berücksichtigt worden. Das Valideneinkommen bei Rentenbeginn im Jahr 2014 betrage Fr. 86‘536.75 beziehungsweise
Fr.
87‘670.95, so dass bei einem - unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 25
%
ermittelten - In
validenein
-
kommen von Fr. 50‘203.80 ein Invaliditätsgrad von 43
%
resultiere (S. 14 f.). Für die Festsetzung des Integritätsschadens habe eine Begutachtung zu erfolgen, welche auch den Schäden an der rechten Hand und den Genua vara Rechnung zu tragen habe (S. 18).
1
.3
Im Verfahren (
Urk.
9) ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass das Erreichen des medizinischen Endzustandes nicht durch Operationen, welche unfallbedingt nicht mehr indiziert seien, hinausgezögert werden könne (S. 5). Betreffend das Va
lideneinkommen verwies sie auf die Angaben der Arbeitgeberin und vertrat die Auffassung, wenn diese den AHV-pflichtigen Lohn nicht richtig ermittle, sei dies in einem arbeitsgerichtlichen Verfahren zu klären (S. 6). Ferner hielt sie fest, dass die Zumutbarkeitsbeurteilungen des Kreisarztes durch anderslautende Berichte ebenso wenig in Zweifel gezogen würden wie die kreisärztliche Schät
zung des Integritätsschadens (S. 7 f.; vgl. auch
Urk.
21).
1
.4
Der Beschwerdeführer trug replicando zudem vor, beim Unfall vom 1. Dezember 2010 sei die am 9. Januar 2000 vorgeschädigte linke Schulter retraumatisiert worden mit nunmehr invalidisierender Folge. Als Folge des lang dauernden körperlichen Leidens resultiere eine zusätzliche psychische Belastung mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit. An der Beurteilung der Unfallkausalität durch die Kreisärzte bestünden erhebliche Zweifel. Unter Hinweis auf die Untersu
chungsmaxime machte er schliesslich geltend, die Beschwerdegegnerin dürfe sich bezüglich des versicherten Verdienstes und des Valideneinkommens nicht blindlings auf die Angaben der Arbeitgeberin verlassen, zumal einzelne Fehler bereits im Einspracheverfahren aufgezeigt worden seien (
Urk.
17).
1
.5
Strittig und zu prüfen ist zunächst, welche Beschwerden natürlich beziehungs
weise adäquat kausal auf ein Unfallereignis zurückzuführen sind.
2
.
2
.
1
Nach Art. 10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So
zialversicherungsrechts, ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente (Art. 18
Abs.
1
UVG
).
2
.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
3.
3.1
Im
Rahmen der medizinischen Abklärungen
im Zusammenhang mit den
Unfallfol
gen des Ereignisses
vom
2.
Mai 2009 hielt Kreisarzt Dr.
med.
Z._
nach seiner Untersuchung im Bericht vom 24. August 2010
(Urk.
11/33)
fest,
bei persistierenden
Beschwerden
im l
inke
n
Knie
sei am 17.
November 2009
(vgl.
Urk.
11/16)
eine
Arthroskopie
durchgeführt worden, nach der die Rehabi
litation
zaghaft verlaufen sei.
Erst ab Mitte März
2010
(vgl. S. 1)
sei
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Last
wagen
chau
ffeur erreicht
worden
, die nicht weiter
zu steigern sei
(S. 3 unten
f.
).
Dr.
Z._
beschrieb ein gut bewegliches und stabiles linkes Knie mit ledig
lich einem diskreten Reizzustand in Form einer verdickten Synovialis. Er vermochte das Beschwerdebild nicht befriedigend aufzuschlüsseln und äusserte einen Verdacht auf eine Kondylennekrose. Er
veranlasste
ein MRI (S. 4), das am
2.
September 2010
(
Urk.
11/52)
gegenüber der früheren Abklärung
(vgl. Urk.
11/13) unveränderte Befunde
ergab (
Urk.
11/44).
3.
2
Auf Zuweisung des Hausarztes
untersuchte
Dr.
med.
B._
, Chirurgie FMH, speziell Handchirurgie,
am 13. Oktober 2010
das
rechte
Handgelenk. Seinem Bericht
vom 14. Oktober 2010
ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer an
gegeben
habe
, er sei am
2.
Mai 2009 von einer Rampe gestürzt und auf das rechte Handgelenk gefallen. In der Folge sei es zu belastungsabhängigen Schmerzen gekommen.
Er sprach von einem abklärungsbedürftigen schmerz
haften, traumatischen Carpe bossu (
Urk.
11/54/3-4
; vgl. auch MRI vom
15. Okto
ber 2010,
Urk.
11/54/5
).
Hausarzt
Dr.
med.
C._
,
Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, sprach am 20. November 2010 in Bezug auf das linke Knie von einer durch
Knieinfiltration verbesserten Schmerzsituation bei unver
ändertem Befund und hinsichtlich der rechten Hand von Druckschmerz
im Daumensattelgelenk
bei indolenter Beweglichkeit (
Urk.
11/61).
3.3
A
nlässlich einer Besprechung
vom 10. Dezember 2010 erwähnte der Beschwerde
führer einen
weiteren
Sturz am 1. Dezember 2010
mit Verletzung der
bereits anlässlich eines früheren Ereignisses geschädigte
n
(vgl.
Urk.
18/1-4)
linke
n
Schulter
(
Urk.
11/68
)
und
nachfolgender vollständiger Arbeitsunfähigkeit
bis Mitte Dezember 2010
(
Urk.
11/71
; vgl. auch Unfallmeldung vom 15. Dezember 2010,
Urk.
10/1
)
.
Am
31. Mai 2011
fand
nochmals
eine Untersuchung bei
Dr.
Z._
statt (
Urk.
11/117). Er berichtete von einer
ungeklärten Gesamtsituation (S. 6)
und legte im Besonderen dar
, dass
(S. 5)
:
der Knorpelschaden am linken Knie auf den Unfall vom
2.
Mai 2009 zurück
gehe
,
an der linken Schulter
eine leichte tendinotische Peria
r
thropat
h
ie
bestehe,
ganz
im Hintergrund
etwas
Beschwerden in der rechten Hand
stünden; diese seien
bedingt durch
ein
schmerzhaftes Carpe bossu und e
ine
leichte Rhizarthrose
,
dies unfallfremd
;
die Symptomatik
sei
im Herbst 2010 aufg
e
treten
und
mit dem Sturz vom
2.
Mai 2009
sei
kein
Zusammenhang
zu se
hen; die Symptomatik sei auf degenerativer Basis zu erklären.
Die
Beschwerden am rechten
(
richtig wohl:
linken)
Knie
seien
zu
akzeptieren, die
sinnvollen
Behandlungsoptionen seien
ausgeschöpft. E
s bestehe eine leicht eingeschränkte Gehfähigkeit.
Der Beschwerdeführer sollte idealerweise
10-20
%
der Arbeitszeit
sitzen
, nur manchmal Treppen begehen, selten knie
n
und kau
ern. In
u
nwegsame
m
Gelände könne er sich nicht bewegen, nur selten Leitern ersteigen
,
Tragen von Lasten in der Ebene bis 20 kg, auf Treppen die Hälfte. Betreffend die linke Schulter sei die Weiterbehandlung noch festzulegen.
Der Patient wirk
e
depressiv
und
steh
e
in
entspre
chender Behandlung. Die Arbeitsfä
higkeit aus psychiatrischer Sicht sei bei
m
behandelnden
Psychiater
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie/Psychotherapie FMH,
abzuklären (S. 5).
3.
4
Dieser
diagnostizierte
am 21. Juli 2011 eine Anpassungsstörung (Angst und depressive Reaktion gemischt) und attestierte aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit sei die Arbeits
fähigkeit wesentlich höher zu veranschlagen (
Urk.
11/126).
3.5
Im Bericht vom 15. September 2011 (
Urk.
11/134) über die gleichentags stattge
habte Untersuchung diagnostizierte Kreisärztin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Chirurgie FMH,
eine beginnende mediale Gonarthrose links bei Status nach Me
niskusteilresektion und Mikrofrakturierung am Kondylus im November 2011
(richtig: 2009
; vgl. S. 2 oben
und
Urk.
11/16
)
nach Treppensturz im Mai 2009 und einen Status nach Teileinriss der Supraspinatussehne links im Dezember 2010. Sie erwähnte eine leichte Verbesserung der Schulterproblematik links und eine Verschlechterung im Bereich des linken Kniegelenks
sowie als neuer Rönt
genbefund eine varische Beinachse mit beginnender Gonarthrose
(S. 10).
Neu seien Beschwerden im rechten Kniegelenk und der linken Hand
mit Sattelgelenk
(S. 11 oben).
Bezüglich der Psyche gehe es gemäss dem Versicherten besser. Der Integritätsschaden erreiche das entschädigungspflichtige Ausmass von 5
%
noch nicht (S. 12 oben). Aus medizinischer Sicht könne von einem stationären Zustand bezüglich linker Schulter und linkem Knie ausgegangen werden. Die Wassertherapie sei bis Ende Jahr zu übernehmen, hernach erfolge eine Reevalu
ation der Wirkung
(S. 12 Mitte).
Dr.
E._
bezeichnete die Beschwerden im Bereich der linken Schulter und des linken Kniegelenks als unfallkausal. Die Beschwerden im Bereich der rechten Hand wegen des schmerzhaften Carpe bossu und der Rhizarthrose seien hinge
gen unfallfremd.
Denn e
inerseits sei die Symptomatik erst 1 1⁄2 Jahre nach dem Unfall vom Mai 2009 aufgetreten und andererseits
sei sie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch degenerative Veränderungen zu erklären, ebenso wie
die Beschwerden des rechten Kniegelenks aufgrund der bekannten Genu
a
vara und
der
beginnende
n
mediale
n
Gonarthrose
(S. 11 unten), die in keinem kausa
len Zusammenhang zum Unfall stünden (S. 12 Mitte)
.
Die bisherige Tätigkeit als Chauffeur mit Bewegen von Lasten bis zu 800 kg sei nicht
mehr
zumutbar. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei
indes
eine leichte bis mitteschwere, wechselbelastende Tätigkeit mit maximaler Gewichtsbelastung von 15-20 kg
,
ohne dauernde
Arbeiten über Kopf
, ohne kniende, kauernde Tä
tigkeiten, ohne dauernde Tätigkeit auf Leitern und Gerüsten sowie ständiges Gehen auf unebenem Boden
,
ganztags zumutbar (S. 11 Mitte).
Gestützt
auf diese Aktenlage
stellte die Beschwerdegegnerin am 26. September 2011 die Leistungseinstellung per 31. Dezember 2011 in Aussicht
(
Urk.
11/137) und
sprach mit Verfügung vom
9. Januar 201
2
ab
diesen Zeitpunkt
die
Invali
d
enrente
zu
(Urk.
11/164
).
3.
6
D
er behandelnde
Dr.
C._
wies
am 8.
November 2011
die Beschwerdegegne
rin
darauf hin, dass sich in der Beinachsenbestimmung ein vermehrtes Genu var
um
,
links
mehr
als rechts
,
zeige
.
Ohne weitere Begründung hielt er a
bwei
chend zur
kreisärztlichen
Einschätzung
dafür, dass die Beinachsenfehlstellung ursächlich
in der medialen Meniskusteilresektion zu sehen und unfallbedingt sei (
Urk.
11/157
/5
).
Auf
entsprechende
Nachfrage
des Beschwerdeführers
(
Urk.
3/1) führte er aus
, die Kniebeschwerden
seien
mit
hoher Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
vom
2.
Mai 2009 zurückzuführen
. Von Seiten der linken Schulter werde weiter abgeklärt und behandel
t und
in Bezug auf die Hand
verwies er
auf die Beurteilung
durch den
Handchirurgen
Dr.
B._
.
Weiter legte
Dr.
C._
dar, dass s
einer Ansicht nach eine femorotibiale Arthrose einen Integritätsschaden von 5-15
%
ergebe,
aber
dass
bei AC-Arthrose Tossy 2/3 kein Integritätsscha
den
bestehe
.
Nachdem er am 11.
September 2011
in einer Verweistätigkeit
noch eine Arbeitsfähigkeit vo
n 50
100 % attestiert hatte (
Urk.
11/130), hielt er am
7. Dezember 2011
in Übereinstimmung mit
Dr.
E._
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
für eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit bei Ge
wichtsbelastung von 15-20 kg (ohne dauernde Überkopfarbeiten, ohne Knien und Kauern, kein Besteigen von Leitern und Gerüsten, kein ständiges Gehen auf unebenem Boden
) für erreichbar (
Urk.
3/2).
Dr.
med.
F._
, Chefarzt Orthopädie/
Handchirurge
in
der
Klinik G._
,
erkannte auf den Röntgenbildern der Hände keine wesentlichen Auffälligkeiten (
Urk.
11/136). Dennoch empfahl er am 7. November 2011
unter Verneinung ei
ner Ganglionproblematik, die Restbeschwerden mittels
eine
r
Operation des
Carpe bossu anzugehen
(
Urk.
11/148).
Ein entsprechender Eingriff ist nicht ak
tenkundig.
Dr.
med.
N._
, Assistenzarzt Orthopädie,
Klinik G._
, erachtete am 18.
November 2011 die Schulterschmerzen als unklar und nannte eine deutliche AC-Gelenksarthrose. Die Instabilitätszeichen seien sehr unspezifisch, wenn auch mit dem initialen Trauma durchaus vereinbar (
Urk.
11/157/13 unten).
3.
7
In der Einspracheergänzung vom 30. März 2012
wies
der Beschwerdeführer
auf den weiteren U
nfall
vom
15. Februar 2012
hin
, bei dem er sich
an der rechten Schulter verletzt
hatte
(
Urk.
10/88/1).
Dieses Ereignis erledigte die Beschwerde
gegnerin mit Einspracheentscheid vom 18. Januar 2013 (
Urk.
12/89).
Nach Untersuchung des linken Knies empfahlen die Ärzte der
Klinik G._
am 15. Februar/1. März 2012 ein operatives Vorgehen
.
Ihrer Ansicht nach dürfte
der Eingriff zu einer deutlichen Beschwerdebesserung beitragen, aber ob die Arbeitsfähigkeit auch im Hinblick auf die Nebenerkrankungen wieder her
gestellt werde könne,
hielten sie für
fraglich
(
Urk.
11/176, Urk.
11/179).
Am 2
2.
Juni 2012 überwiesen die Ärzte des
Spitals H._
den Beschwerde
führer zur psychosomatischen Rehabilitation, welche krankheitsbe
dingt erforderlich sei (
Urk.
10/101/2-4)
,
an die
Klinik G._
. Dort absolvierte der Beschwerdeführer v
om 29. Juni bis 19. Juli 2012
ein
interdis
ziplinäres Schmerzprogramm zur Schmerzlinderung und Erhöhung der körperli
chen Leistungsfähigkeit (
Urk.
3/5). Im Austrittsbericht vom 25. Juli 2012 wur
den im Wesentlichen folgende Diagnosen gestellt
(S. 1-2)
:
invalidisierende PHS tendopathica beidseits linksbetont
chronische Knieschmerzen links
unklare Dysästhesien linke Gesichtshälfte
beziehungsweise passagere un
klare Hypästhesie im Gesicht links im April 2012 (Abklärung unauffällig)
Anpassungsstörung sowie depressive Symtomatik
erhöhte antinukleäre Faktoren
Vitiligo
gastroösophagealer Reflux
Die Ärzte der
Klinik G._
hielten fest, es handle sich um ein chronifiziertes, im Rahmen der in der Diagnoseliste aufgeführten Veränderungen erklärbares, se
kundär ausgeweitetes Schmerzsyndrom. Die stationäre Therapie habe eine leichte Besserung der körperlichen Belastbarkeit gebracht bei identischen Schmerzen. Sie empfahlen weiterhin ambulante Physiotherapie und ergothera
peutische Massnahmen neben der Schmerzmedikation (S. 3).
3.
8
Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie FMH,
bestätigte im Bericht vom 26. September 2012 (Urk. 11/183) die
Einschätzung
der
Dr.
E._
(
vgl.
vorstehende E. 3.
5
) und gab einen unveränderten Befund an.
Er führte aus, dass d
ie
objektivierbaren
klini
schen Befunde und die bildgebenden Darstellungen die geklagten Beschwerde nur zu einem kleinen Teil
erklärten
(S. 15
).
Die beidseitige erosive AC-Arthrose hielt er mit grosser Wahrscheinlichkeit für
nicht
unfallkausal, ebenso wie die Beschwerden an der rechten Hand bei Carpe bossu und Rhizarthrose.
Weder be
züglich des linken Knies noch der linken Schulter sehe er eine erfolgverspre
chende Therapieoption; auf der Basis der definierten Zumutbarkeit könne der Fall abgeschlossen werden (S. 16
f.
).
Das Ereignis vom 15. Februar 2012 sei ge
eignet gewesen, während einiger Zeit bei vorbestehender degenerativer Patho
logie verstärkte Schmerzen zu erklären; bei fehlender unfallkausaler strukturel
ler Schädigung seien die angegebenen Beschwer
d
en aber nicht mehr unfall
kausal und der Status quo sine erreicht.
Der Beschwerdeführer lehne eine Be
einflussung seiner körperlichen Symptome durch die psychiatrische Situation ab und führe diese im Gegenteil auf die körperlichen Beschwerden zurück, was eine Behandlung stark erschwere (
S. 17
f.
).
3.9
Am 18. Dezember 2012 empfahlen die Neurologen der
Klinik G._
bei anhaltender Beschwerdesymptomatik eine Operation der linken Schulter, was auch die Nackenbeschwerde
n
günstig beeinflussen könnte (
Urk.
10/110). Am 2
9
. Januar 2013 führte
Dr.
J._
, Leitender Arzt Orthopädie
in
der
Klinik G._
,
eine arthroskopische AC-Gelenkstabilisierung durch (
Urk.
10/117, Urk. 10/123).
3.
10
Gegenüber der Invalidenversicherung diagnostizierte
Dr.
D._
am 7. Mai 2013 (
Urk.
3/6) eine mittelgradige bis schwere depressive Episode mit intermittieren
den Panikatta
c
ken (ICD-10 F32.1/2, F41.0) sowie Elemente einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1), bestehend seit September 2011
(S. 1)
.
Seither sei eine Chronifizierung eingetreten, die zur Hospitalisation vom 3.
bis 17. April 2013 in der
psychiatrischen Klinik K._
geführt habe.
Er legte die Weiterführung der bisherigen medikamentösen und psychotherapeutischen Be
handlung nahe (S. 2).
Dr.
D._
hielt sowohl die angestammte Tätigkeit als Chauffeur wie auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit für ausgeschlossen.
3.1
1
Dr.
I._
noti
erte nach der Untersuchung vom 9. Juli 201
3
(
Urk.
10/155
)
, die psychiatrische Problematik mit Arbeitsunfähigkeit sei schon bei früheren Kreis
arztuntersuchungen als nicht unfallkausal dokumentiert worden,
genauso
wie die Handgelenksbeschwerden
,
namentlich in Bezug auf die im Vordergrund ste
henden rechtsseitigen Beschwerden. Die fehlende Unfallkausalität bezüglich der rechten Schulter sei bei der Kreisarztuntersuchung ausführlich begründet wor
den und der Beschwerdeführer klage auch nicht über Beschwerden. Bezüglich des linken Kniegelenks sei die Situation unverändert und bei der Untersuchung hätten sich keine neuen Aspekte ergeben (S. 6
oben
).
Zur Beurteilung bleibe die linke Schulter.
Obwohl er selbst am 26. September 2012 eine erfolgversprechende Therapieoption verneint habe
(vgl. vorstehende E. 3.9)
,
sei
am 29. Januar 2013 eine Stabilisierung des AC-Gelenks mit schwie
rigem postoperativem Verlauf und massiven Schmerzen bei psychischer Überla
gerung durchgeführt
worden
(
vgl. vorstehende E. 3.9;
S. 6 unten)
. Subjektiv klage der Beschwerdeführer über mehr Beschwerden in der linken Schul
t
er als vor der Operation.
Dr.
I._
erhob radiologisch - wie schon vor der Operation - einen leichten Hochstand der lateralen Clavicula
(S. 7)
.
Die psychische Kom
ponente erkläre wohl grösstenteils das subjektiv schlechte Operationsergebnis bei objektiv zwar nicht perfektem, aber ordentliche
m
Befund (S. 8).
Auch wenn der Fallabschluss bezüglich der
linken Schulter
frühestens neun Monate postoperativ durchzuführen sei, sei die Beurteilung der Zumutbarkeit zuverlässig möglich. Das Zumutbarkeitsprofil, das zur Berentung durch die SUVA geführt habe, sei zu bestätigten. Eine leichte bis mittelschwere, wechsel
belastende Tätigkeit mit einer seltenen maximalen Gewichtsbelastung von
15-20 kg, jedoch ohne dauernde Überkopfarbeit (die rechte Hand kann über Kopf ohne Einschränkung eingesetzt werden, die linke aber nur selten und mit gerin
ger Gewichtsbelastung von 2-3 kg)
sei dem Beschwerdeführer
vollzeitig zumut
bar
, wohingegen k
niende und kauernde Tätigkeiten sowie dauernde Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten und ständiges Gehen auf unebenem Boden wegen des linken Knies nicht zumutbar
seien
(S. 6 unten).
3.1
2
Der Einschätzung
des
Dr.
J._
vom 11. Juli 2013, der bei klinisch und radiolo
gisch stabilem Zustand den Fallabschluss empfohlen und seinerseits eine volle Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit attestiert hatte (
Urk.
10/156), pflich
tete
Dr.
I._
am 24. Juli 2013
bei
und schätzte gleichzeitig den Integritäts
schaden auf 5
%
(
Urk.
10/160-161).
Dr.
J._
hingegen bezifferte den Integritätsschaden in Folge der Periarthrosis humero-scapularis am 23. August 2013 auf 10
%
.
Gleichzeitig formulierte er folgendes Zumutbarkeitsprofil: Tätigkeit bis Brustniveau mit leichten bis mit
telschweren Belastungen bis 6 kg ohne Schlag- und Vibrationsbelastungen und ohne die Notwendigkeit für körperferne Belastungen und Endrotationen; ferner sollte die Möglichkeit für regelmässige Ruhe- und Positionswechsel sowie für
regelmässige kurze Ruhepausen gegeben sei
n
; Kälte- und Nässe-Exposition sollte ebenfalls vermieden werden. In einer solchen körperlich adaptierten Tä
tigkeit sollte von Seiten der Schulter eine zeitlich volle Arbeitsfähigkeit gegeben sein (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Die Parteien sind sich einig und
nach Lage der medizinischen Akten ist
ausgewie
sen, dass die anhaltenden Beschwerden im linken Knie und in der lin
ken Schulter auf die von der Beschwerdegegnerin versicherten Unfallereignisse vom
2.
Mai 2009 und 1. Dezember 2010 zurückzuführen, mithin unfallkausal sind.
Streitig ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin
darüber hinaus
für die
Beschwerden
an der rechten Hand und die Beinachsenfehlstellung
sowie für das psychische Leiden e
inzustehen hat
.
4.2
E
ine Handverletzung
wurde
im Zusammenhang mit dem Unfall vom
2.
Mai 2009
in
den zeitnahen medizinischen Berichten
n
icht erwähnt
. Es war
dort
al
lein
von der
Verletzung des
linke
n
Knie
s
die Rede
(
Urk.
11/1
, Urk.
11/6
7,
Urk.
11/11-13,
Urk.
11/16, Urk. 11/19-20).
Auch gegenüber d
em Kreisarzt
klagte der Beschwerdeführer
am 24. August 2010
nicht über
Handb
eschwerden
(Urk.
11/33 S. 2)
.
Die medizinischen Akten dokumentieren erstmals am 14. Oktober 2010 eine entsprechende Symptomatik. Dabei ging Dr.
B._
da
von aus, dass der Beschwerdeführer am
2.
Mai 2009 von einer Rampe gestürzt und auf dem rechten Handgelenk gelandet sei und seither an belastungsabhän
gigen Schmerzen leide (vorstehende E. 3.2), was
weder
mit der ursprünglichen Unfallschilderung, wo von einem Sturz auf die Knie die Rede war, noch mit dem vom Beschwerdeführe
r angegebenen Beschwerdeverlauf, wonach die Handbeschwerden im März 2010 aufgetreten seien (vgl. dazu auch Urk.
11/49/1)
,
in Einklang steht. Wenn Dr.
B._
das Carpe bossu als trauma
tisch beschrieb, kann ihm daher nicht gefolgt werden. Soweit aus dem Bericht
vom 19. September 2011
(
Urk.
11/136) von
Dr.
med.
F._
, Chefarzt Hand
chirurgie an der
Klinik G._
, überhaupt auf eine Unfallkausalität der Handgelenkbeschwerden geschlossen werden könnte, kann ihm ebenso wenig beigepflichtet werden, da er wie Dr.
B._
vom selben (falschen) Sachverhalt ausging (S. 1) und im Übrigen im Wesentlichen unauffällige Verhältnisse erhob (S. 2).
Der
Beschwerdeführer
brachte seine Handbeschwerden in Zusammenhang mit dem
Handquetsch
t
rauma vom 11.
Dezember 2007
(
Urk.
1 S. 11
)
. Den entspre
chenden Akten ist
jedoch
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am
17. März 2008 seine Tätigkeit wieder auf
nehmen konnte
(
Urk.
13/3)
,
dass er
gemäss Bericht von
Dr.
O._
vom 26. Februar 2009 (Dokumenteneingangs
datum)
deswegen am 5. November 2008
letztmal
s beha
ndelt wurde (
Urk.
13/6) und Dr.
L._
am 3. April 2009
das
Behandlungsende
bescheinigte
(
Urk.
13/9).
Nicht
s
Gegenteiliges geht aus der
Aussage des Beschwerdeführers anlässlich des Gesprächs vom 15. Oktober 2010
hervor
, wonach er seit März 2010 vermehrt Probleme mit der rechten Hand habe und diese seit April
behan
delt werde
(Urk. 11/49/1)
. Dem Kreisarztbericht vom 24. August 2010 ist noch
gar
kein Hinweis auf eine Handsymptomatik zu entnehmen (
Urk.
11/34), wäh
rend
Dr.
Z._
am 6. Juni 2011 von deren Auftreten im Herbst 2010 sprach (
Urk.
11/117 S. 5).
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die übereistimmende Beurteilung der
Kreisärzte
davon
aus
ging, dass die Beschwerden im Bereich der rechten Hand mit
überwiegender
Wahr
scheinlichkeit nicht unfallkausal respektive unfallfremd seien.
Denn die Kreis
ärzte
wiesen zu Recht
auf den
Zeitverlauf zwischen dem Unfall und dem Auf
treten der Symptomatik
frühestens im Frühjahr 2010 hin. Ferner
erachteten sie die vom Handspezialisten
Dr.
B._
genannten Diagnosen eines Carpe bossu und einer beginnenden Sattelgelenksarthrose eher als degenerativer Art, was als nachvollziehbar scheint.
4.3
Im Weiteren ist die Frage der Unfallkausalität der Beinachsenfehlstellung strit
tig.
Dr.
E._
erwähnte im Bericht vom 15. September 2011 (
Urk.
11/134) als neuen bildgebenden Befund eine diskret varische Beinachse (S. 8 oben und S. 10). Die Beschwerden des rechten Kniegelenks seien deswegen und aufgrund der beginnenden medialen Gonarthrose durch die degenerativen Veränderungen ausreichend erklärbar und stünden in keinem Zusammenhang mit dem Sturz im Mai 2009 (
S
. 11 f.).
Im Gegensatz
dazu erklärte
Dr.
C._
- offenbar in Un
kenntnis der Vorakten und namentlich der Beurteilung durch
Dr.
E._
-
die mediale Meniskusteilresektion als ursächlich für das genu varum links, das schlimmer sei als rechts (
Urk.
11/157/5, vgl. auch
Urk.
3/1-2
Ziff.
2)
, ohne seine abweichende Einschätzung zu begründen. Er
legte für den Rechtsanwender
auch
nicht nachvollziehbar dar, weshalb bei Annahme einer Unfallkausalität
links
auch das
bis dahin unfallfreie rechte Bein
von der Fehlstellung betroffen und deswegen schmerzhaft
sein soll
.
Auch wenn das linke Bein eine schlimmere Fehlstellung aufweist und eine Unfallkausalität möglich ist, erscheint in Anbe
tracht des Leidens an beiden Beinen ein degeneratives Geschehen, wie von den Kreisärzten postuliert, als weit überwiegend wahrscheinlicher.
4.4
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der Unfallkausalität der v
om Beschwerdeführer geklagten psychischen Beschwerden
verhält.
Dabei ist vorweg die Frage der Adäquanz z
u beleuchten. Bei deren Verneinung kann
offenbleiben, ob den zu
nächst
angeführten psychiatrischen Diagnosen
(Anpassungsstörung, depressive Symptomatik
; vgl. vorstehende E. 3.7
) überhaupt sozialversicherungsrechtliche Relevanz zuzuschreiben ist.
Für die Prüfung der Adäquanz der psychischen Beschwerden
ist an das Unfaller
eignis anzuknüpfen
und
die Unfallschwere ist
anhand des
augenfällige
n
Geschehensablauf
s
mit den sich dabei entwickelnden Kräften
zu beurteilen
(vorstehende E. 1.
4-5
)
.
Aus de
n
Unfallmeldung
en
ergibt sich, dass der Be
schwerdeführer am
2.
Mai 2009 die Treppe hinunterstieg
,
ausrutschte und aufs Knie
fiel
(
Urk.
11/1)
und dass er am 1.
Dezember 2010 auf Schnee ausrutschte
und
dabei einen schweren
, entgegenrollenden
Wagen blockieren musste (
Urk.
10/7)
.
Diese Darstellung
en
bestätigte der Beschwerdeführer im Wesentli
chen in seiner Beschwerde (
Urk.
1 S. 4
und S. 7
).
D
ie Beschwerdegegnerin
qualifizierte diese Unfälle als
leicht
(
Urk.
2 S. 4
),
was im Lichte der
höchstricht
er
lichen
Rechtsprechung, welche einen gewöhnlichen Sturz oder ein Ausrutschen als banales Ereignis
qualifiziert
(BGE 115 V 133 E.
6a)
,
nicht zu beanstanden ist.
Daran vermögen die
beschwerdeführerischen
Vorbringen, wonach es sich um mittelschwere Unfälle handle (
Urk.
1 S. 12), nichts zu ändern, da eine allfällige Vorschädigung nicht bei der Unfallschwere, sondern erst im Rahmen der Adäquanzkriterien
(Schwere oder besondere Art der Verletzung)
ins Gewicht fallen könnte.
Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
W
eiteres verneint werden
(BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
Ohne aufwendige Abklä
rungen im psychischen Bereich darf aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden, dass ein banaler bzw. leichter Unfall nicht geeignet ist, einen invalidi
sierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Hier mangelt es de
n
Unfallereignis
sen
offensichtlich an der erforderlichen Schwere, welche allge
mein geeignet wäre, zu einer psychischen Fehlentwicklung beispielsweise in Form einer reaktiven Depression zu führen. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass bei dieser Gruppe von Unfällen wegen der Geringfügigkeit des Unfallereignisses auch der psychische Bereich nur marginal tangiert wird. Treten entgegen jeder Voraussicht dennoch nennenswerte psychische Störungen auf, so sind diese mit Sicherheit auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen wie z.B. die ungünstige konstitutionelle Prädisposition. Unter solchen Umständen ist der Unfall nur eine
Schein- oder Gelegenheitsursache für die psychischen Störungen
(BGE 115
V 133 E. 6a).
In Anbetracht der leichten Unfallereignisse erübrigen sich zur Frage
der
Adä
quanz der psychischen Beschwerden weitere Erörterungen.
4.5
Zusammenfassend hat
die Beschwerdegegnerin der Invaliditätsbemessung
dem
nach zu Recht
einzig die Auswirkungen der Restfolgen
der
Knie- und Schulter
verletzung
en links
zugrunde gelegt.
4.6
Der Beschwerdeführer be
anstandete
zwar (nach dem Gesagten zu Unrecht), dass der
Unfallversicherer
neben den Knie- und Schulterbeschwerden für weitere Gesundheitsschäden einzustehen habe, doch die
von der Beschwerdegegnerin
aufgrund der Unfallfolgen festgelegte
Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer lei
densangepassten Tätigkeit
stellte
er letztlich
nicht
in Abrede
. Dies
e Restarbeits
fähigkeit
stützt sich auf die
nachvollziehbaren
Kreisarztberichte
und
Dr.
J._
bescheinigte seinerseits eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit (
Urk.
3/4). Die beantragten ergänzenden Abklärungen
versprechen keine neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse, weshalb
darauf zu verzichten
ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 162 E.
1d).
Kreisarzt
Dr.
I._
und der behandelnde
Dr.
J._
(nur mit Blick auf die Schul
ter)
hielt
en jeweils leicht unterschiedlich umschriebene
leichte bis mittel
schwere, we
chselbelastende, knieschonende
Tätigkeit
en
für
zumutbar
,
wobei
Dr.
J._
von einer Gewichtsbelastung von 6 kg und der Kreisarzt von einer solchen
von 15
20
kg ausging (vgl. E. 3.11
-12). Die Beurteilung des Dr.
J._
ist indes nicht geeignet, die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen, da
sich
Dr.
J._
zunächst
Dr.
I._
anschloss (Urk.
10/156 S. 1) und am 23. August 2013 ohne jegliche Begründung ein zurückhaltendere
s
Pro
fil formulierte (
Urk.
3/4).
5.
5.1
Im Folgende
n
i
st
zu prüfen, ob
der Endzustand
am 31. Dezember 2011
oder
- wie der Beschwerdeführer postulierte -
erst nach der Genesung von der Schul
teroperation vom 29. Januar 2013, mithin am 31. Juli 201
3
erreicht worden war.
Zu berücksichtigen sind dabei nur die unfallbedingten Gesundheitsschä
den, also die Knie- und Schulterproblematik links (Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2009 vom 26. Oktober 2009 E. 4.4).
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Taggeld und Heilbehandlung sind solange zu gewähren, wie die prognostizierte Verbesserung noch namhaft ist, unbedeutende Verbesserungen genügen nicht. Die namhafte Verbesserung bezieht sich dabei in erster Linie auf die Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 4.3)
. Sodann
setzt der Abschluss des Falles durch den Unfallversicherer lediglich voraus, dass von weiteren me
dizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_59
0
/2008 vom 3. Dezember 2008 E. 4.2).
5.2
Nachdem die IV-Stelle am 6. Mai 2011 den Anspruch auf berufliche Massnah
men verneint hatte (
Urk.
10/33), stehen
offensichtlich keine laufenden Einglie
derungsmassnahmen
einer Leistungseinstellung entgegen.
Strittig ist hingegen, wie es sich mit der ärztlichen Behandlung verhält.
Kreisarzt
Dr.
Z._
ging am 31. Mai 2011 davon aus, dass
die sinnvollen Behandlungsoptionen
des
linke
n
Knie
s
ausgeschöpft seien
(E.
3.3).
Kreisärztin
Dr.
E._
sprach
sich am 15. September 2011
für eine Übernahme der einge
leiteten Wassertherapie bis Ende 2011
und eine anschliessende Reevaluation der
Wirkung a
us, erachtete aber bereits im Zeitpunkt der Untersuchung eine Restar
beitsfähigkeit für gegeben (
Urk.
11/134 S. 11-12). Dr.
C._
empfahl am
11. September 2011 weiterhin Muskelaufbauübungen in Eigenregie für die Knie und eine stationäre Rehabilitation (E. 3.6)
.
In Bezug auf das linke Knie kann daher im Dezember 2011 von einem Endzustand ausgegangen werden. Daran ändert nichts
, dass die Ärzte der
Klinik G._
am 15. Februar 2012
zu
eine
r
Ope
ration des linken Knies
rieten
(E. 3.7), welche der Beschwerdeführer jedoch of
fenbar nicht wünschte. D
enn d
ie Ärzte nahmen zwar eine möglich Beschwerde
besserung
an
, eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erachteten sie am 1. März 2012 im Hinblick auf
die
zahlreichen Nebenerkrankungen indes als frag
lich (
Urk.
11/179 S. 2).
Hinsichtlich der linken Schulter
führte
Dr.
Z._
am 31. Mai 2011
aus
, die Weiterbehandlung sei noch festzulegen (E. 3.3).
Dr.
E._
äusserte sich am 15. September 2011 zwar nicht ausdrücklich zur weiteren Behandlungsbedürf
tigkeit
, sprach indes von einem stationären Zustand; zudem
legte sie die Restar
beitsfähigkeit und den Integritätsschaden fest (E. 3.5), was darauf schliessen lässt, dass
s
ie diesbezüglich von der Wassertherapie keine massgebliche Ände
rung mehr erwartete.
Dr.
C._
wies am 7. Dezember 2011 auf die in der
Klinik G._
laufende Abklärung und Behandlung hin (Urk. 3/2; vgl. dazu
vorstehend E. 3.9
)
. Die
Orthopäden der
Klinik G._
berichteten am 16.
Dezember 2011 von einer erfolglosen Gelenksinfiltration und laufender Physiotherapie
sowie von Abklärungen bezüglich der unfallfremden Schmerzen der Halswirbelsäule (Urk.
10/64-65)
, welche hinsichtlich der Schulterschmerzen links keine Klärung brachte
n
(vgl. Bericht
e
vom 28. März 2012,
Urk.
10/89 S. 3
; vom 11.
April 2012,
Urk.
10/95; vom 23.
Mai 2012,
Urk.
10/99
).
Ebenso wenig wurde am 16. Dezember 2011 e
ine Verlaufskontrolle in der Schulterchirurgie als no
twendig erachtet (
Urk.
10/64 S.
1).
Im Austrittsbericht der
Klinik M._
vom 25. Juli 2012 wurden Physio- und Ergotherapie vorgeschla
gen (
Urk.
3/5), was
für sich allein
nach dem vorstehend Gesagten (vgl. E. 5.1)
keine ärztliche Behandlung darstellt, die einem Fallabschluss
entgegenstehen
könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_188/2010 vom 22. November 2010 E. 3.2).
Erstmals am 5. Oktober 2012 diskutierten die Orthopäden der
Klinik G._
ein operatives Vorgehen, obwohl nicht garantiert werden konnte, dass der Be
schwerdeführer davon profitiere (Urk.
10/106)
.
Kreisarzt Dr.
I._
zweifelte umgehend die medizinische Indikation der Operation
an
(
Urk.
10/111), welche am 29. Januar 2013 durchgeführt wurde (
Urk.
10/117).
Da die Frage der namhaften Besserung prognostisch zu beurteilen ist, muss mit der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt des
Rentenbeginns am 1. Januar 2012 und bis am 5. Oktober 2012 keiner der be
fassten
Somatiker
eine
entsprechende Behandlungsm
öglichkeit sah
oder - wie die Kreisärzte - diese gar ausschlossen.
Der Beschwerdegegnerin ist beizu
pflichten, dass
an dieser prognostischen Beurteilung
die Schulteroperation im Januar 2013 nichts zu ändern vermag,
da
selbst die
Ärzte der
Klinik G._
eine Besserung lediglich für möglich hielten.
Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht die vorübergehenden Leistungen auf den 31. Dezember 2011 hin eingestellt.
Diesem Vorgehen steht auch
das Unfallereignis vom 15. Februar 2012
nicht entgegen
, da die Beschwerdegegne
rin hiefür Leistungen erbrachte, die sie - noch vor Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids
-
folgenlos
wieder einstellte (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2).
6.
6.1
Im
Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Er
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (Valideneinkommen).
In Bezug auf das Invalideneinkommen ist zudem v
orwegzuschicken, dass entge
gen der Darstellung des Beschwerdeführers der versicherte Verdienst (vgl. dazu die folgende E. 7)
nicht einfach dem
Valideneinkommen
(vgl. dazu die folgende E. 6.2
)
gleichzustellen ist
(vgl. Holzer, Der versicherte Verdienst in der obligato
rischen Unfallversicherung, in: SZS 2010 S. 105).
6.
2
6.2
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE
134 V 322 E. 4.1
).
Wie auch in Bezug auf den versicherten Verdienst ist auch
bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens im Rahmen des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) nur relevant, was grundsätzlich zum massgeblichen Lohn ge
mäss
dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG)
zu zählen ist
. Nach Art. 5
Abs.
2 AHVG gilt als massgebender Lohn je
des Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch Teuerungs- und an
dere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen
(
Urteil des Bun
desgerichts 8C_430/2010 vom 28.
September 2010 E.
5.1-2
;
vgl. auch die Weg
leitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über den massgebenden Lohn [WML]
in der AHV, IV und EO
, g
ültig ab
1.
Januar
2008, Stand:
1.
Januar
2012
).
6.
2
.2
Gestützt auf die Angaben der früheren Arbeitgeberin ermittelte die Beschwerde
gegnerin ein Valideneinkommen von
Fr.
82‘471.-- (
Urk.
2 S. 7
, Urk. 9 S. 6
).
Demgegenüber ging der Beschwerdeführer davon aus, dass verschieden
e
Lohn
bestandteile (Leistungslohn, Danke-Leistung,
Leistungshonorierung, Unfallfrei
prämie und Halbtaxabonnement
, Kinderzulage
) zusätzlich zu berücksichtigen seien
(
Urk.
1 S. 15 f.)
,
weshalb
das Valideneinkommen
mindestens
Fr.
87‘670.95 betrage (
Urk.
17 S. 9)
.
6.
2
.
3
Angesichts des Rentenbeginns am
1.
Januar 2012 ist zur Bemessung des Validen
einkommens massgebend, was der Beschwerdeführer in jenem Zeitpunkt verdient hätte
(BGE 135 V 58 E. 3.1)
.
Die ehemalige Arbeitgeberin gab für das Jahr 2011 einen Bruttolohn von
Fr.
6‘193.10 monatlich zuzüglich 13.
Monatslohn
von Fr. 5‘593.10
,
eine jährliche Nachtschichtzulage
von Fr.
1‘960.30 und eine Leistungsbelohnung von jährlich Fr. 600.-- an (Urk.
10/52/3).
Die
(
geschätzte
)
Nachtschichtzulage korrigierte die Arbeitgeberin gemäss Schreiben vom 23. August 2013 anhand der in den Vorjahren ausge
richteten Zulagen auf Fr. 3‘900.35 (
Urk.
3/7
, vgl. auch
Urk.
11/187
), wovon im Folgenden auszugehen ist. Denn nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind für die Bemessung des Einkommens ohne Invalidität
Zusatzeinkommen, worunter die
Nachtschichtzulage
unstreitig zu begreifen sind,
einzurechnen, wenn es sich um Entgelt mit Lohncharakter und nicht um Spesenentschädigun
gen handelt. Da aber die Invaliditätsschätzung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die
Berücksichtigung eines derartigen Zusatzeinkommens, dass der Versicherte aller Voraussicht nach damit hätte rechnen können. Massgebend ist nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1), ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner kon
kreten erwerblichen Situation und seines tatsächlichen Arbeitseinsatzes vor dem Unfall wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen hätte erzielen können; die blosse Möglichkeit dazu genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_647/2009 vom
4.
Januar 2010 E. 4.3).
Auch der
Leistungsbelohnung
von
Fr.
600.--
kommt Lohncharakter zu, denn sie wurde
nach Angaben der Arbeitgeberin jährlich ausbezahlt und
wäre
wohl auch nach dem ersten Unfallereignis
weiterhin
ausbezahlt worden (
Urk.
10/52/3 und
Urk.
3/9). Demgegenüber
sind
sowohl
die Unfallfreiprämie
als auch die Treue
prämie/Gratifikation
nicht voraussetzungslos
, sondern nur bei unfallfreiem Fahren
bzw. bei entsprechendem Geschäftsverlauf geschuldet
und wurde
n
- wie der Beschwerdeführer selbst einräumte (vgl.
Übersicht in
Urk.
1 S
.
16) - auch nicht
jährlich ausbezahlt (vgl. Urk.
11/172/35-37). Da diese Zusatzeinkommen bloss möglicherweise erzielt worden wäre
n und kein Anspruch darauf besteht, sind sie nicht in den massgeblichen Lohn einzuschliessen.
Während
die jährliche Kinderzulage von
Fr.
3‘960.-- (
Fr.
330.-- x 12) in den
versicherten Verdienst
einzurechnen ist
(Art.
22
Abs.
2 lit. b UVV)
,
hat sie beim
Valideneinkommen
- gleichermassen
wie
beim Invalideneinkommen - ausser Acht zu bleiben
(Urteil des Bundesgerichts
8C_58/2010 vom 2
8.
Juni 2010 E.
3.2).
Was das Halbtaxabonnement anbelangt, ist festzuhalten, dass
Weg- und Verpfle
gungsentschädigungen zum massgebenden Lohn
gehören
(Art. 9
Abs.
2
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung,
AHVV); es sei denn, die Entschädigung für den Arbeitsweg bestehe in der Abgabe eines Abonnements für den öffentlichen Verkehr bzw. einem Beitrag an ein solches, das auch für Geschäftsreisen verwendet wird; Dauerfahrkarten, welche Arbeit
nehmenden von dem Verband öffentlicher Verkehr angeschlossenen Unterneh
men abgegeben werden, sowie Generalabonnemente gehören nicht zum mass
gebenden Lohn, wenn jemand während einem Jahr an rund 40 Tagen Dienst
fahrten unternimmt
(WML Rz 3007).
Da der Beschwerdeführer Anspruch auf das Abonnement hat (
Urk.
3/10) und nach unbestritten gebliebener Darstellung das Abonnement ausschliesslich privat verwendet
e
(vgl.
Urk.
1 S. 15 f.), gehört die diesbezügliche Zuwendung im Betrag von
Fr.
165.-- jährlich zum massgeben
den Lohn.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
der Löhne von Männern
(von 2171 im Jahr 2011 auf 2188 im Jahr 2012;
vgl.
Die Volkswirtschaft 3/4
2015
S. 89) resultiert somit
im Jahr 2012
ein
massgebendes
Validenein
kommen von
Fr.
85‘232.--
(
[
Fr
.
6‘193.10
x 12 +
Fr.
5‘593.10
+ Fr.
3‘900.35
]
: 2171 x 2188 +
Fr.
60
0.-- +
Fr.
165.--
).
6.
3
6.3
.1
Ist nach Eintritt des Gesundheitsschadens kein tatsächlich erzieltes Erwerbsein
kommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kön
nen nach der Rechtsprechung für die Festsetzung des Invalideneinkommens entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herange
zogen
werden (BGE 139 V 592 E. 2.2 f.
, 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationali
tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemäs
sem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei erlaubt ein Abzug vom sta
tistischen Lohn von insgesamt höchstens 25
%
, den verschiedenen Merkmalen, die das Erwerbseinkommen zu beeinflussen vermögen, Rechnung zu tragen
(BGE
126 V 75
E.
5b/aa-cc
).
6.
3
.2
Der Beschwerdeführer
machte geltend, das Invalideneinkommen sei
-
gestützt auf die LSE und nach einem Leidensabzug von 25
%
-
auf
Fr.
47‘066.05
fest
zusetzen
(
Urk.
1 S. 18,
Urk.
17 S. 7)
, wohingegen die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid
ausgehend von der LSE 2010
und
bei einem Abzug von 5
%
für das Jahr 2011
ein Invalideneinkommen von Fr.
62‘747.-- er
mittelte
(
Urk.
2 S. 7)
.
Dabei
ging sie von der LSE 2010
Tabelle T
A
1
,
Anforderungsniveau 4, Männer,
Sektor Produktion, und dem Monatslohn von
Fr.
5‘240.--
aus
.
Dieses Vorgehen kann jedoch nicht geschützt werden, denn
angesichts der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur
ist
nicht einzusehen, weshalb anstelle des üblichen Durch
sch
nitts
gehalts aller Sektoren von
Fr.
4‘901.-- monatlich der Sektor Produktion
(und das höhere Einkommen)
heranzuziehen
sind, was die Beschwerdegegnerin denn auch nicht weiter begründete. Ausgehend von Fr.
4‘901.-- resultiert bei einer
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 im Jahr 2012 (
Die Volkswirtschaft 3/4-2015
S. 88) und bei Anpassung an die Nominallohnentwicklung (
von 2150 im
Jahr 2010 auf 2188 im Jahr 2012; vgl.
Die Volkswirtschaft 3/4-2015
S. 89) ein Jahreslohn von
Fr.
62‘395.15 (Fr. 4‘901.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2150 x 2188).
6.3.3
Praxisgemäss können persönliche und berufliche Merkmale wie etwa Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Natio
nalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad einen auf höchstens 25
%
begrenzten Leidensabzug vom nach den LSE-Tabellenlöhnen ermittelten Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz Ge
sundheitsschaden verbleibende Leistungsfähigkeit zufolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg erwerblich verwertbar ist
(Urteil des Bundesge
richts 9C_268/2014 vom 2
9.
Apr
il 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Ob und in welchem Umfang ein Leidensabzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltungsbehörde. Bei der Über
prüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzuges, der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungs
gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75, Regeste).
Die Beschwerdegegnerin
gewährte
zunächst ohne Begründung
einen Leid
ensab
zug von 5
%
(
Urk.
2 S. 7) und legte in der Vernehmlassung diesbezüglich dar, dass der Beschwerdeführer auf unfallfremde Beeinträchtigungen verweise und den Einschränkungen bereits bei der Zumutbarkeitsbeurteilung Rechnung ge
tragen worden sei (
Urk.
9 S. 6).
6.3.4
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass
der Tabellenlohn im Anforde
rungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2
013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4) und somit keinen Tabellenlohnabzug rechtfertigt.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Person realistischerweise noch in Frage kommen
(vgl. dazu vorstehende E. 4.6)
. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Be
rücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezo
gen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verwei
sungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Ab
zug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat diesem Umstand mit dem Abzug von 5 % Rechnung getragen, was im Rahmen ihres Ermessens liegt.
Die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre nimmt im privaten Sektor ab, je niedri
ger das Anforderungsprofil ist (AHI 1999 177 E. 3b S. 181), weshalb mit Blick auf das Anforderungsniveau 4 die lange
Zugehörigkeit zur Post
keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_455/2013 vom 4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen).
Weitere massgebliche Kriterien, die zu einem höheren
Abzug
führen müssten, sind weder ersichtlich noch geltend gemacht, weshalb es beim Leidensabzug von 5
%
sein Bewenden hat
und somit das massgebl
iche Invalideneinkommen auf Fr. 59‘275.--
(
Fr.
62‘395.15
x 95
%
)
festzusetzen ist
.
6.4
Bei
einem Valideneinkommen von
Fr.
85‘232.--
(E.
6.2.3
) sowie einem Invaliden
einkommen von
Fr.
59‘275.--
(E.
6.3.4
) resultiert eine Erwerbseinbusse
von
Fr.
25‘957.--, was zu einem Invaliditätsgrad von 30
%
führt.
Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
7.
7.1
Strittig und zu prüfen bleibt
schliesslich die Festsetzung des für die Berechnung der Rente massgebenden versicherten Verdienstes (Art. 15
Abs.
1 UVG).
Nach der Grundregel von Art. 15
Abs.
2 UVG und Art. 22
Abs.
4 Satz 1 UVV gilt als versicherter Verdienst der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall erzielte Lohn
(BGE 139 V 28 E. 4.1)
. Der Bundesrat hat gestützt auf die Delega
tionsnorm von Art. 15
Abs.
3 Satz 3 UVG in Art. 24 UVV unter dem Titel „Massgebender Lohn für Renten in Sonderfällen" ergänzende Vorschriften er
lassen. Doch erfüllt der vorliegende Sachverhalt keine der dort formulierten Voraussetzungen: Die Rente beginnt weniger als fünf Jahre nach dem Unfall (
Abs.
2), der Beschwerdeführer stand nicht in Ausbildung (
Abs.
3) und der wei
tere Unfall ereignete sich vor der Rentenfestsetzung (
Abs.
4).
In BGE 123 V 45 hat sich das Bundesgericht einlässlich mit den sich teilweise überschneidenden Tatbeständen der Art. 24
Abs.
2 und 4 UVV auseinanderge
setzt und gelangte zum Schluss, dass sich bei der erstmaligen Rentenfestsetzung
nach mehreren invalidisierenden Unfällen und einem Rentenbeginn später als fünf Jahre nach dem ersten Unfall der massgebende Jahresverdienst nach Art. 24
Abs.
2 UVV bestimmt. Ein solcher Fall liegt hier nicht vor.
Mit Blick auf die bundesgerichtlichen Erwägungen in BGE 123 V 45 E. 3
erscheint es in Anbe
tracht der Unfälle vom
2.
Mai 2009 und
1.
Dezember 2010
gerechtfertigt,
jenen Lohn heranzuziehe
n
,
den der Versicherte ohne den Unfall im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem
(ersten)
Unfall erzielte Lohn.
Die Beschwerdegegnerin setzte den versicherten Verdienst verfügungsweise auf
Fr.
86‘619.-- fest (
Urk.
10/70).
7.2
Im Anbetracht des Rentenbeginns am
1.
Januar 2012 ist der versicherte Ver
dienst anhand des Einkommens im Jahr 2011 festzusetzen. Diesbezüglich ist auf die Ausführungen in der vorstehenden E.
6.2
zu verweisen.
Das dort
für das Jahr 2012 ermittelte
Valideneinkommen von
Fr.
85‘232.--
ist um die Nominal
lohnentwicklung (
2171 im Jahr 2011, 2188 im Jahr 2012
; vgl. Die
Volkswirt
schaft 3/4-2015
S. 89
) auf Fr. 84‘570.-- zu reduzieren. Da a
ls versicherter Ver
dienst im Regelfall der nach dem Bundesgesetz über die AHV massgebende Lohn
gilt (Art. 22
Abs.
2 UVV), kann bezüglich
des Einbezugs
der einzelnen Lohnbestandteile
auf die vorstehende E.
6.2
.3 verwiesen werden, welche im Zusammenhang mit dem versicherten Verdienst analog zu gelten hat. Davon ausgenommen sind
nach Art. 22
Abs.
2 lit. b UVV die Kinderzulagen von
Fr.
3‘960.-- zusätzlich
zu berücksichtigen
, so dass der versicherte Verdienst im Jahr 2011 Fr.
88‘530.-- beträgt. Nachdem selbst der Beschwerdeführer für das Jahr 2009 von einem niedrigeren Lohn ausging (vgl.
Urk.
1 S. 16), hat es bei diesem versicherten Verdienst sein Bewenden.
7.3
I
n Bezug auf den versicherten Verdienst ist die Beschwerde
nach dem Gesagten
gutzuheissen.
8.
8.1
Schliesslich
bleibt die
Höhe der Integritätsentschädigung zu prüfen, welche die Beschwerdegegnerin - unter Berücksichtigung der am
1.
Dezember 2010 zuge
zogenen Schulterverletzung - auf 5
%
fest (
Urk.
2 S. 8 f.).
8.2
Zur Beurteilung des Integritätsschadens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Bericht von Kreisarzt
Dr.
I._
vom 2
4.
Juli 2013 (
Urk.
10/160).
Dr.
I._
beschrieb
unter Bezugnahme auf das Ereignis vom
1.
Dezember 2010
die Schulterverletzung und
veranschlagte gestützt auf die Tabelle 5 der SUVA
(Integritätsschaden bei Arthrosen)
den Integritätsschaden
auf 5
%
. Er wies darauf hin, dass eine mässige AC-Arthrose einem Schaden von 0
%
und eine schwere Arthrose einem Schaden von 5-10
%
oder eine Arthrodese einem solchen von 5 % entspreche. Er hielt dafür, b
ei dokumentiert guter Stabilisie
rung und Hochstand der lateralen Clavicula um knapp Schaftbreite k
önne
nicht von einer
sehr schweren Pathologie im AC-Gelenk ausgegangen werden
; er habe daher
5
% geschätzt
, was
der Gelenkresektion entspreche.
In der Vernehmlassung hielt die Beschwerdegegnerin fest, bezüglich des Knies bestehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
9 S. 8).
8.
3
Dr.
J._
schätzte den Integritätsschaden auf 10
%
, wobei er sich offenbar auf Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitä
ten) stützte und von einer mässigen Form der Periarthrosis humero-scapularis ausging (
Urk.
3/4).
Dr.
C._
vernein
t
e in Bezug auf die Schulter einen In
tegritätsschaden,
bezifferte jedoch den Schaden für die femorotibiale Arthrose (gemäss Tabelle 5) auf 5-15
%
(
Urk.
3/2).
In Bezu
g auf die Schulterschmerzen ist in den medizinischen Akten teilweise
von AC-Gelenksarthrose (etwa
Urk.
3/3, Urk 11/157/3) und teilweise von Peri
a
r
throse (etwa
Urk.
3/4-5) die Rede
.
Wenn der Kreisarzt den Integritätsschaden auf 5
%
schätzte, so ist dies
sowohl
vereinbar mit einer schweren AC-Arthrose nach der Tabelle 5 als auch mit einer leichten bis mässigen Form der Periarth
rosis humeroscapularis im Sinne der Tabelle 1
, weshalb die genaue Diagnose letztlich ohne Belang bleibt
.
Dr.
J._
legte
für den Rechtsanwender
nicht
nachvollziehbar
dar, weshalb er - abweichend
zum
Kreisarzt -
den Schaden hö
her schätzte. Seine Beurteilung ist auch nicht nachvollziehbar, weil keiner der befassten Ärzte die Arthrose als mässig bezeichnete, aber
Dr.
Z._
aus
drücklich von einer leichten Periarthropathie sprach (vgl.
Urk.
11/117)
und
Dr.
C._
gar keinen entsprechenden Schaden ausmachte (
Urk.
3/2)
.
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass der diesbezügliche Integri
tätsschaden auf 5
%
veranschlagt wurde.
Insoweit
Dr.
C._
hinsichtlich der Kniebeschwerden
unter Hinweis auf eine femorotibiale Arthrose, aber ohne jegliche Begründung und ohne Bezug zur konkreten Sachlage,
den
Schaden
auf
5
15 %
bezifferte
(vgl. dazu Tabelle 5), ist festzuhalten, dass diese Diagnose von keiner Seite gestellt wurde.
Dr.
C._
und
Dr.
E._
erwähnten zwar beide eine Gonarthrose (
Urk.
3/2), aber
Dr.
E._
umschrieb diese als beginnend (
Urk.
11/134), weshalb die von der Tabelle 5 verlangte Ausprägung „mässig“ nicht ausgewiesen und damit ein Anspruch auf einen entsprechenden Integritätsschaden nicht erstellt ist. Nichts anderes ergibt
sich aus der Tabelle 2 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen der unteren Extremitäten)
, denn diese fordert bei Knieverletzungen eine Steifig
keit, die hier nicht vorliegt,
beziehungsweise
eine bis 90° eingeschränkte Be
weglichkeit.
Dr.
E._
gab jedoch eine Beweglichkeit bis 140° an (Urk. 11/134 S. 9) und
Dr.
I._
eine solche von wenigstens 110° (Urk. 11/183; vgl. auch
Urk.
11/115)
, weshalb die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des linken Knies zu Recht keine Integritätsentschädigung zugesprochen hat.
Nach dem Gesagten ist der von der Beschwerdegegnerin auf 5
%
veranschlagte Integritätsschaden nicht zu beanstanden.
9.
Zusammenfassend
ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
mit der Feststel
lung, dass
der Beschwerdeführer ab
1.
Januar 2012 Anspruch hat auf eine Rente basierend auf einer Erwerbseinbusse von 30
%
und einem versicherten Ver
dienst von
Fr.
88‘530.--.
Die übrigen Beschwerdebegehren sind
hingegen abzu
weisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht dem Beschwerdeführer eine Prozessent
schädigung zu,
Diese ist nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen.
Angesichts des bloss teilweisen Obsiegens ist die Pro
zessentschädigung um die Hälfte zu kürzen auf
Fr.
1‘600.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.