Decision ID: bf720ae0-3fcd-574b-b383-22152610954c
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ trat am 24. November 2011 in das Pflegeheim C._ in D._ ein (SVA-act.
36.3 i.V.m. 37.1).
A.b Am 29. Dezember 2011 meldete das Pflegeheim der SVA St. Gallen (nachfolgend:
SVA) den Eintritt von A._ in die Pflegestufe 4 per 28. Dezember 2011 (SVA-act. 39.1
und 39.2).
A.c Mit Schreiben vom 12. Januar 2012 informierte die SVA A._ darüber, dass
Personen, die vor dem Heimeintritt in einer Gemeinde des Kantons St. Gallen gelebt
hätten, sich über die AHV-Zweigstelle dieser Gemeinde für die Rückerstattung der
Pflegekosten, die sie nicht selbst zu übernehmen gehabt hätten, anmelden könnten.
Falls der Anspruch auf Finanzierung der Pflegekosten geltend gemacht werden wolle,
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sei das beigelegte Anmeldeformular zusammen mit einer aktuellen Heimrechnung
sowie dem Beiblatt 2, welches vom Heim ausgehändigt werde, einzureichen. Unter
Angabe einer Telefonnummer hiess es in dem Schreiben weiter, dass die SVA für
Auskünfte gerne zu Verfügung stehe (SVA-act. 38.1). Noch am gleichen Tag
übermittelte das Heim der SVA zwei Beiblätter 2 sowie eine Heimrechnung vom 4.
Januar 2012 (SVA-act. 36 und 37).
A.d Am 7. Februar 2012 teilte das Pflegeheim der SVA den Eintritt von A._ in die
Pflegestufe 5 per 1. Januar 2012 mit (SVA-act. 35).
A.e Mit Schreiben vom 29. Februar 2012 informierte die SVA A._ nochmals in der
gleichen Weise wie mit dem Schreiben vom 12. Januar 2012 (SVA-act. 34).
A.f Am 7. März 2012 und am 11. Februar 2013 zeigte das Pflegeheim der SVA weitere
Mutationen an und legte eine weitere Heimrechnung bei (vgl. SVA-act. 32 und 33).
A.g Am 19. Februar 2013 liess die SVA A._ nochmals die gleichen Informationen wie
bereits in den Schreiben vom 12. Januar 2012 und 29. Februar 2012 zukommen (SVA-
act. 31).
A.h Nachdem der SVA vom Pflegeheim weitere Mutationsmeldungen und Rechnungen
eingereicht worden waren (vgl. SVA-act. 30 ff.), informierte sie A._ mit Schreiben vom
11. September 2014 darüber, dass sie aufgrund seiner Einstufung vom Bestehen eines
Anspruchs auf Restfinanzierung der Pflegekosten ausgehe. Für den Fall, dass er den
Anspruch geltend machen wolle, bat sie ihn, das Anmeldeformular zusammen mit allen
Heimrechnungen seit dem Heimeintritt, jedoch längstens der letzten sechs Monate, bei
der zuständigen AHV-Zweigstelle einzureichen. Sie wies in diesem Schreiben überdies
explizit darauf hin, dass die Restfinanzierung rückwirkend für längstens sechs Monate
seit der Antragsstellung ausgerichtet werden könne. Wiederum war auf dem Schreiben
vermerkt, dass die SVA für Auskünfte gerne zur Verfügung stehe, wobei auch eine
Telefonnummer aufgeführt war (vgl. SVA-act. 21).
A.i Am 8. Januar 2015 benachrichtigte das Pflegeheim die SVA über das Ableben von
A._. Am 9. Januar 2015 folgte die offizielle Bestätigung seitens des
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Bestattungsamtes Z._, dass A._ am 8. Januar 2015 verstorben sei (SVA-act. 18
und 19).
A.j Mit Schreiben vom 22. Juli 2016 informierte E._ die SVA darüber, dass die
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) F._ mit Verfügung vom 9. Juli 2013
für A._ eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung gemäss Art. 394
i.V.m. Art. 395 und Art. 408 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210)
errichtet und ihn als Beistand ernannt habe. Die entsprechende Urkunde legte er bei.
Vor dem Errichten der Beistandschaft habe eine Vollmacht vom 8. Dezember 2011
bestanden, welche bei den Sozialen Diensten der Stadt G._ deponiert gewesen sei.
A._ sei am 24. November 2011 in das Pflegeheim eingetreten und habe dort die Zeit
bis zu seinem Tode im Januar 2015 verbracht. Er, E._, habe in dieser Zeit durch
Unwissen kein Gesuch um Pflegefinanzierung bei der SVA eingereicht. Durch das
ansehnliche Vermögen von A._ habe sich keine zusätzliche Finanzierung
aufgedrängt. Die KESB F._ habe diesen Missstand erst bei der abschliessenden
Rechnungsprüfung bemerkt. Daher stelle er rückwirkend die Anmeldung für die
Pflegefinanzierung von A._ für den Zeitraum vom 24. November 2011 bis zum 8.
Januar 2015 (SVA-act. 15). Noch am gleichen Tag füllte er das offizielle
Anmeldeformular der SVA für die Pflegefinanzierung aus und legte diesem die
entsprechenden Rechnungen sowie eine Kostenübersicht bei (SVA-act. 13 und 14).
Das Gesuch ging bei der zuständigen AHV-Zweigstelle am 26. Juli 2016 und bei der
SVA am 27. Juli 2016 ein (SVA-act. 13).
A.k Am 11. August 2016 trat die SVA auf das Gesuch von E._ um Pflegefinanzierung
nicht ein. Zur Begründung führte sie aus, dass die leistungsberechtigte Person am 8.
Januar 2015 verstorben sei und mit dem Tod sämtliche zu Lebzeiten erteilte
Vollmachten erlöschen würden. Einzig die Erbengemeinschaft zu gesamter Hand sei
berechtigt, eine Anmeldung einzureichen. Weiter wies sie in der Verfügung darauf hin,
dass gemäss Art. 10a Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über die Pflegefinanzierung
(PFG; sGS 331.2) rückwirkend für längstens sechs Monate seit der Antragstellung
Pflegekosten ausgerichtet werden könnten (SVA-act. 12).
A.l Am 20. Dezember 2016 reichte die Erbengemeinschaft von A._, vertreten durch
den Willensvollstrecker B._ und dieser vertreten durch RGB Consulting, Gossau (SG),
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bei der SVA mittels offiziellem Formular die Anmeldung für die Finanzierung der
Pflegekosten für den Zeitraum vom 24. November 2011 bis zum 8. Januar 2015 ein
(SVA-act. 9).
A.m Mit Verfügung vom 20. Januar 2017 lehnte die SVA das Gesuch um
Rückerstattung von Pflegekosten mit der Begründung ab, dass Pflegekostenbeiträge
gemäss dem am 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Art. 10a PFG rückwirkend für
längstens sechs Monate seit der Antragstellung ausgerichtet werden könnten. In der
Zeit vom 20. Juni 2016 bis zum 20. Dezember 2016 seien keine Pflegekosten
entstanden, weshalb kein Rückerstattungsanspruch bestehe (SVA-act. 8).
B. Eine gegen diese Verfügung am 2. Februar 2017 erhobene Einsprache (SVA-act. 6)
wies die SVA mit Einspracheentscheid vom 6. Juli 2017 ab (SVA-act. 2).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Erbengemeinschaft A._
(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch den Willensvollstrecker B._ und
dieser vertreten durch den pat. Rechtsagenten Reto Gnägi, RGB Consulting, Gossau
(SG), am 5. September 2017 Beschwerde. Darin beantragte sie, dass der angefochtene
Einspracheentscheid vom 6. Juli 2017 aufzuheben und die SVA (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zu verpflichten sei, für die ganze Dauer des Heimaufenthalts von
A._ vom 24. November 2011 bis zum 8. Januar 2015 die Pflegekosten zuzüglich
Verzugszinsen von 5 % zugunsten der Beschwerdeführerin auszurichten. Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3) und reichte die
Vorakten ein (vgl. act. G 3.1).
C.c Mit Replik vom 31. Oktober 2017 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 5).
C.d Mit Schreiben vom 30. November 2017 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem in
der Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die
Einreichung einer ausführlichen Duplik (act. G 7).
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin für die Dauer des Heimaufenthalts von A._ rückwirkend
Pflegekostenbeiträge auszurichten hat. Nachdem A._ am 8. Januar 2015 verstorben
ist (SVA-act. 18 und 19), führt der Willensvollstrecker B._ im Nachlass des
Verstorbenen stellvertretend für die Beschwerdeführerin diesen Prozess (vgl. act. G 11),
wobei er den Rechtsagenten Reto Gnägi als Rechtsvertreter mandatiert hat (act. G 1.2).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin beruft sich auf den am 1. Januar 2014 in Kraft getretenen
Art. 10a Abs. 2 PFG, gemäss welchem Pflegekostenbeiträge längstens für sechs
Monate nach Einreichung des Erstattungsgesuchs rückvergütet werden könnten. Die
Anmeldung für die Pflegekostenfinanzierung sei erst am 20. Dezember 2016 und somit
nach Inkrafttreten von Art. 10a Abs. 2 PFG erfolgt. Bei Anmeldungen, die vor dem
Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Gesetzesbestimmung eingegangen seien, sei
eine rückwirkende Vergütung noch möglich gewesen. Vorliegend habe sich aber die für
den Leistungsbezug notwendige Anmeldung erst nach dem 1. Januar 2014 ereignet,
weshalb die neue Regelung zur Anwendung komme (act. G 1.1 S. 2 f.).
2.2 Demgegenüber ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass Art. 10a PFG
vorliegend nicht angewendet werden dürfe, da diese Bestimmung erst am 1. Januar
2014 in Kraft getreten sei. Bis zum 31. Dezember 2013 habe das kantonale
Pflegegesetz keine dem Art.10a PFG entsprechende Regelung enthalten, weshalb die
Frist für die Geltendmachung von vorher zustande gekommenen Leistungsansprüchen
nach der allgemeinen im Sozialversicherungsrecht geltenden Verjährungsbestimmung
zu beurteilen sei. In Anwendung dieser Bestimmung sei ihre Anmeldung vom 20.
Dezember 2016 fristwahrend. Die rückwirkende Anwendung von neuem Gesetzesrecht
sei gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur unter strengen Voraussetzungen
möglich. Insbesondere müsste eine allfällige Rückwirkung durch das Gesetz
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ausdrücklich angeordnet worden sein, was beim kantonalen Gesetz über die
Pflegefinanzierung nicht der Fall sei (act. G 1 S. 6 ff.).
2.3 Art. 10a Abs. 2 PFG bestimmt, dass der Pflegekostenbeitrag rückwirkend
längstens für sechs Monate seit Antragstellung ausgerichtet wird. Gemäss dem
Wortlaut dieser Bestimmung wäre die mittels offiziellem Formular erfolgte Anmeldung
der Beschwerdeführerin vom 20. Dezember 2016 unbestrittenermassen zu spät erfolgt
(vgl. SVA-act. 9), sodass sie aufgrund dieser Anmeldung keine Pflegekostenbeiträge für
den Heimaufenthalt von A._ mehr geltend machen könnte. Zu prüfen ist nun, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht auf den am 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Art. 10a
Abs. 2 PFG abgestellt hat.
2.4 Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen, dass Gesetzesrecht in der Regel
für die Zukunft wirkt und eine echte Rückwirkung von Gesetzesrecht nur unter
besonders strengen Voraussetzungen zulässig ist. Insbesondere bedarf es hierfür
grundsätzlich einer Anordnung im Gesetzesrecht selber (vgl. BGE 138 I 193 E. 3.4;
ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht,
7. Aufl. Zürich/St. Gallen 2016, S. 61 ff.). Eine unechte Rückwirkung unterliegt
demgegenüber weniger strengen Voraussetzungen (vgl. BGE 138 I 193 f. E. 3.4;
Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., S. 64 ff.). Vorliegend ist allerdings überhaupt keine
Rückwirkung von Gesetzesrecht gegeben, sofern man die Anmeldungshandlung als
den entscheidenden Sachverhalt betrachtet, da sich diese erst nach Inkrafttreten des
neuen Rechts ereignet hat. Eine Rückwirkungsproblematik würde sich nur dann stellen,
wenn man den relevanten Sachverhalt in der Anspruchsentstehung sähe und dies
allerdings auch nur dann, wenn man die Anmeldung selber nicht als Voraussetzung für
die Anspruchsentstehung wertet. Vorliegend spricht vieles dafür, auf die
Anmeldungshandlung abzustellen. Denn das Gesetz vermittelt den potenziell
Anspruchsberechtigten aufgrund ihres Heimaufenthalts zwar einen theoretischen
Anspruch auf Pflegefinanzierung, jedoch wird dieser Anspruch erst durch ein
entsprechendes Gesuch aktiviert (vgl. Art. 29 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 PFV).
Ohne eine entsprechende Anmeldung bleibt es bei einem theoretischen Anspruch,
welcher nicht durchsetzbar ist. Zudem setzt die Änderungstabelle des PFG (Stand 1.
Januar 2014) den Vollzugsbeginn für Art. 10a PFG auf den 1. Januar 2014 und dies
obwohl sie als Erlassdatum für diese Bestimmung den 28. Januar 2014 nennt.
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Demnach ist eine gewisse Gesetzesrückwirkung sogar in der Änderungstabelle, die
ebenfalls Bestandteil des Gesetzes ist, selber vorgesehen. Daraus ist abzuleiten, dass
der Gesetzgeber der schnellen Anwendung des neuen Gesetzesrechts hohe Priorität
beigemessen hat. Demgegenüber bedarf das Vertrauen in den Weiterbestand der
bisherigen Regelung im vorliegenden Fall keines besonderen Schutzes. Denn A._
bzw. sein Vertreter hat mit der Geltendmachung der Pflegefinanzierungsbeiträge nicht
deshalb zugewartet, weil er darauf vertraut hat, dass er die Ansprüche auch noch zu
einem späteren Zeitpunkt geltend machen kann. Vielmehr ist die Anmeldung
unterblieben, weil sich eine solche aufgrund genügender finanzieller Mittel nicht
aufgedrängt hat bzw. aus Unwissenheit darüber, dass ein Anspruch überhaupt besteht
(vgl. SVA-act. 15). Ein Bedürfnis nach Vertrauensschutz besteht somit vorliegend nicht,
zumal auch sonst keinerlei Dispositionen ersichtlich sind, die im Vertrauen auf den
Weiterbestand der ehemaligen Regelung getroffen worden wären. Die
Beschwerdegegnerin hat A._ mit Schreiben vom 11. September 2014 sogar noch
darauf aufmerksam gemacht, dass Pflegekostenbeiträge nur noch für sechs Monate
rückwirkend geltend gemacht werden können (vgl. SVA-act. 21). Spätestens dann
hätte A._ bzw. sein Vertreter oder Beistand reagieren müssen, wenn er darauf
vertraut hätte, Ansprüche auch noch später geltend machen zu können. Aber auch
nach diesem Schreiben ist keine Reaktion erfolgt. Wenn auf das vorliegende Gesuch,
welches knapp zwei Jahre nach Inkrafttreten der neuen Regelung eingereicht worden
ist (vgl. SVA-act. 9), das neue Recht angewendet wird, ist dies nach dem Gesagten
nicht zu beanstanden. Unter Anwendung von Art. 10a Abs. 2 PFG ist die Anmeldung
mittels offiziellem Anmeldeformular vom 20. Dezember 2016 somit insofern als
verspätet zu betrachten (vgl. SVA-act. 9), als dass für den Heimaufenthalt von A._
seitens der Beschwerdegegnerin keine Pflegekostenbeiträge mehr auszurichten sind.
3.
3.1 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sie bzw. A._ nicht erst am
20. Dezember 2016 bei der SVA die Pflegekostenansprüche angemeldet hätte.
Vielmehr sei bereits durch die zahlreichen Mitteilungen des Pflegeheims und die vom
Pflegeheim eingereichten Rechnungen genügend zum Ausdruck gebracht worden,
dass die Vergütung der Pflegekostenbeiträge anbegehrt werde. Eine Anmeldung liege
nämlich bereits dann vor, wenn erkennbar werde, dass jemand Leistungen
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beanspruche. Sowohl eine formlose als auch eine fehlerhafte Anmeldung seien für die
Fristwahrung ausreichend. Bei Nichterfüllung der Formvorschriften sei der
anmeldenden Person eine Nachfrist zur Verbesserung anzusetzen, wobei die Folgen
der Nichtverbesserung anzudrohen seien. Obschon die Beschwerdegegnerin keine
Reaktion auf ihre Informationsschreiben erhalten habe, habe sie es unterlassen, weitere
Abklärungen vorzunehmen bzw. das Pflegeheim entsprechend zu informieren. Sie habe
auch keinerlei Anstrengungen unternommen, ein allfälliges Vertretungsverhältnis
abzuklären, obwohl es durchaus möglich gewesen wäre, dass das Pflegeheim bei
Vorliegen einer entsprechenden Vollmacht den Antrag im Namen von A._ hätte
stellen können. Auch seien die vom Pflegeheim eingereichten Rechnungen an E._
adressiert gewesen, sodass die Beschwerdegegnerin hätte erkennen müssen, dass
diesbezüglich bereits ein Vertretungsverhältnis bestanden habe. Bei Vorliegen einer
Vertretung hätten sämtliche Mitteilungen an diese erfolgen müssen. Aufgrund ihrer
Aufklärungs- und Beratungspflicht hätte die Beschwerdegegnerin die
Vertretungsverhältnisse abklären und E._ aufklären müssen. Stattdessen habe sich
die Beschwerdegegnerin mit ihren Schreiben jeweils direkt an A._ gewandt. Damit
sei sie ihrer Aufklärungspflicht nicht genügend nachgekommen. Denn es erstaune
nicht, dass A._, welcher bei Heimeintritt bereits _ Jahre alt und geistig nicht mehr im
Vollbesitz seiner Kräfte gewesen sei, auf diese Schreiben nie reagiert habe (act. G 1 S.
6 ff.).
3.2 Die Beschwerdegegnerin wendet dagegen ein, dass keinerlei Anzeichen einer
Vertretung vorgelegen hätten. Ansonsten hätte sie die Unterlagen nicht wiederholt an
A._ gesendet. Aus der auf den Rechnungen aufgeführten Korrespondenzadresse
habe nicht auf eine externe Bevollmächtigung im konkreten
Pflegefinanzierungsverfahren geschlossen werden können. Wenn A._ eine solche
Vertretung gewünscht hätte, wäre diese anzuzeigen gewesen. Eine Urteilsunfähigkeit
bzw. Handlungsunfähigkeit, welche die Vornahme dieser Handlung unzumutbar
gemacht hätte, sei nicht ausgewiesen. Ausserdem sei bei anderen Stellen eine
Vollmacht hinterlegt gewesen. Demnach wäre es auch möglich gewesen, bei ihr eine
Vollmacht zu deponieren. Auch sei im PFG keine ausgedehnte Anmeldebefugnis von
anderen Stellen vorgesehen. Das Pflegeheim sei mit den Mutationsmeldungen lediglich
seiner Mitteilungspflicht nachgekommen, weshalb diese Mitteilungen nicht als
Anmeldung für A._ bzw. zu Gunsten Dritter habe interpretiert werden können. Mit der
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Zustellung der Schreiben an A._, in welchen er mehrfach über seinen gesetzlichen
Anspruch und die Notwendigkeit einer Anmeldung informiert worden sei, sei sie ihrer
Aufklärungspflicht genügend nachgekommen. Eine Anmeldung zu tätigen, sei
schliesslich Aufgabe der versicherten Person (act. G 3).
3.3 Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Pflegefinanzierung (PFV, sGS 331.21) sieht
explizit vor, dass der Antrag auf Pflegefinanzierung von der versicherten Person
einzureichen ist. Einzig aus der Einreichung der Heimrechnungen und
Mutationsmeldungen durch das Pflegeheim hat die Beschwerdegegnerin demnach
nicht erkennen können, dass A._ eine Anmeldung vornehmen möchte, zumal das
Pflegeheim nach Art. 6 PFV ohnehin zu gewissen Mutationsmeldungen verpflichtet ist.
Das Pflegeheim hat also unabhängig davon, ob Pflegekostenbeiträge geltend gemacht
werden wollen oder nicht, der Beschwerdegegnerin gewisse Informationen zuzustellen.
Dass solche Pflichtmitteilungen oder sogar die Mitteilungspflicht übersteigende
Informationen möglicherweise gerade auch in der Meinung erfolgen, dass sie für eine
allfällige Anmeldung zur Pflegekostenfinanzierung benötigt werden, heisst noch nicht,
dass die anspruchsberechtigte Person dann tatsächlich eine Anmeldung vornehmen
muss bzw. will. Insofern hat die Beschwerdegegnerin die seitens des Pflegeheims
eingereichten Unterlagen im vorliegenden Fall nicht als Anmeldung zur
Pflegekostenfinanzierung deuten müssen und können. Überdies hat die
Beschwerdegegnerin A._ in mehreren Schreiben auf die Möglichkeit zur Anmeldung
für die Pflegekostenerstattung hingewiesen und ihm auch entsprechende Formulare
beigelegt. Auf den Schreiben hat sich zudem jeweils eine Telefonnummer befunden,
unter welcher sich A._ bzw. sein Vertreter oder Beistand bei Unklarheiten hätte
informieren können (vgl. SVA-act. 38, 34, 31 und 21). Mit Schreiben vom 11.
September 2014 hat die Beschwerdegegnerin überdies darauf aufmerksam gemacht,
dass Ansprüche rückwirkend nur für sechs Monate vergütet werden (vgl. SVA-act. 21).
Auch kann der Beschwerdegegnerin nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie die
Informationsschreiben A._ direkt zugestellt hat. Alleine aufgrund dessen, dass E._
als Adressat auf den vom Pflegeheim eingereichten Rechnungen aufgeführt gewesen
war, hat die Beschwerdegegnerin nicht automatisch auf ein Vertretungsverhältnis
schliessen müssen. Ein solches hätte ihr, wie sie zu Recht vorbringt (vgl. act. G 3),
entsprechend angezeigt werden müssen, wenigstens solange für sie keine
Anhaltspunkte für eine Unzurechnungsfähigkeit von A._ erkennbar gewesen sind.
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Denn aus der Zustellung der Heimrechnungen an eine andere Person, kann nicht ohne
weiteres gefolgert werden, dass auch Korrespondenzen mit der Beschwerdegegnerin
über diese Person laufen sollen bzw. die anspruchsberechtigte Person nicht selber
informiert werden will. Auch haben die durch das Pflegeheim eingereichten
Rechnungen bzw. Mutationsmeldungen vorliegend nicht darauf hingedeutet, dass bei
der Anmeldung eine Vertretung durch das Heim erwünscht ist, da das Heim, wie
bereits erwähnt, von Gesetzes wegen eine gewisse Informationspflicht trifft. Es liegt
grundsätzlich auch nicht im Aufgabenbereich der Beschwerdegegnerin, eingehende
Nachforschungen darüber anzustellen, ob eine anspruchsberechtigte Person allenfalls
vertreten sein will, solange eine Vertretungsabsicht nicht genügend deutlich zum
Ausdruck gebracht wird und keine Anhaltspunkte für eine Unzurechnungsfähigkeit
vorliegen. Zwar ist für A._ am 9. Juli 2013 eine Vertretungsbeistandschaft errichtet
worden, welche E._ unter anderem die Berechtigung zur Öffnung der Post
eingeräumt hat (vgl. SVA-act. 15). Allerdings scheint die Handlungsfähigkeit von A._
mittels Urkunde nicht explizit eingeschränkt worden zu sein (vgl. SVA-act. 15 i.V.m. Art.
394 Abs. 2 ZGB), weshalb davon auszugehen ist, dass A._ auch nach Errichtung der
Beistandschaft noch immer eigene Post hat entgegennehmen können, wenngleich er
bezüglich Post zugleich auch vertreten worden ist, indem der ernannte Beistand darin
Einsicht hat nehmen dürfen. Zum anderen hat die Beschwerdegegnerin laut den Akten
von der am 9. Juli 2013 errichteten Beistandschaft erst mit Schreiben von E._ vom
22. Juli 2016 erfahren (vgl. SVA-act. 15). Solange der Beschwerdegegnerin keine
entsprechende Beistandschaft mitgeteilt worden ist oder andere Anhaltspunkte für eine
Unzurechnungsfähigkeit bzw. Unbeholfenheit von A._ vorgelegen haben, hat sie in
guten Treuen davon ausgehen können, dass dieser die Post erhält und versteht oder
dass sich zumindest jemand anderes seiner Post annimmt. Alleine aufgrund des
fortgeschrittenen Alters, der Unterbringung im Heim oder des Umstandes, dass keine
Anmeldung für die Pflegefinanzierung eingereicht worden ist, hat die
Beschwerdegegnerin nicht auf Unzurechnungsfähigkeit von A._ schliessen müssen.
Nach dem Gesagten ist die direkte Postzustellung an A._ durch die
Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Im Übrigen scheint für die Post von A._
eine entsprechende Umleitung bestanden zu haben (vgl. SVA-act. 14.2). Demnach ist
davon auszugehen, dass die Anmeldung für die Pflegekostenfinanzierung nicht
aufgrund ungenügender Informationen seitens der Beschwerdegegnerin oder
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fehlerhafter Zustellung der Informationen, sondern aus andern, hier nicht näher zu
beleuchtenden Gründen unterblieben ist (vgl. dazu auch SVA-act. 15).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 6.
Juli 2017 nicht zu beanstanden und die Beschwerde im Sinne der Erwägungen
abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat
die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.