Decision ID: e2bce9c5-a7b6-44ea-b6f8-9ec5c323232f
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
X._ (Beschwerdeführerin, Gesuchstellerin) studierte von Septem-
ber 2004 bis Juni 2011 Krankenpflege an der Universität [...] in [...], wo sie
am 7. September 2011 (Datum des Diploms) einen "Bachelor of Science in
Nursing" erwarb. Anschliessend arbeitete sie während rund drei Jahren mit
einem Beschäftigungsgrad von 100 % als Pflegefachfrau in [...] und unter-
richtete dort ein Jahr lang an einem medizinischen Berufsfachgymnasium.
B.
Am 20. August 2020 (Eingangsstempel; Datum des Gesuchs: 2. Juli 2020)
ersuchte die Beschwerdeführerin das Schweizerische Rote Kreuz (SRK,
Vorinstanz) um Anerkennung dieses Diploms. Darüber befand die Vor-
instanz mit Teilentscheid vom 24. Februar 2021, dessen Dispositiv wie folgt
lautet (Zitat):
1. Damit die Anerkennung als Pflegefachfrau (Niveau Höhere Fachschule)
vorgenommen werden kann, müssen Sie die Ausgleichsmassnahmen er-
folgreich absolvieren.
2. Sie entscheiden sich für einen 6-monatigen Anpassungslehrgang mit Zu-
satzausbildung und retournieren das "Formular betreffend Ausgleichs-
massnahmen".
3. [Gebühr]
Zur Begründung legte sie dar, in der Schweiz setze der Erwerb des Ab-
schlusses Pflegefachfrau HF eine dreijährige Ausbildung von insgesamt
5400 Stunden, je zur Hälfte Theorie und Praxis, voraus. Die Ausbildung der
Gesuchstellerin habe 3304 Stunden gedauert. Dabei habe sich die berufs-
spezifische, theoretische Ausbildung auf 1568 Stunden belaufen. Sie sei
daher um 1132 Stunden kürzer als der theoretisch-praktische Unterricht in
der Schweiz. Die praktische Ausbildung der Gesuchstellerin habe 1736
Stunden gedauert und sei somit 964 Stunden kürzer als die in der Schweiz
geforderten 2700 Stunden gewesen. Insgesamt sei die Ausbildung der Ge-
suchstellerin 2096 Stunden kürzer als diejenige in der Schweiz.
Wesentliche Inhalte der Pflege fehlten in der Ausbildung der Gesuchstelle-
rin oder sie seien zwar vermittelt, aufgrund der um 1132 Stunden kürzeren
Dauer des theoretischen Unterrichts jedoch ungenügend vertieft worden.
Die mangelnde Vertiefung oder das Fehlen der Ausbildungsinhalte sei we-
sentlich, weil die berufliche Tätigkeit einer Pflegefachfrau in der Schweiz
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sowohl das Anleiten von Auszubildenden und Studierenden in Gesund-
heitsfragen, als auch die Planung, die Durchführung und die Bewertung
einer umfassenden Krankenpflege sowie das Leiten von Pflegeteams, be-
stehend aus unterschiedlichen Berufsgruppen, beinhalte.
In der Schweiz betrage die minimale Dauer eines klinischen Praktikums
acht Wochen. Die oftmals kürzere Dauer ihrer Praktika habe es der Ge-
suchstellerin nicht erlaubt, das gesamte theoretische Wissen in die Praxis
umzusetzen. Sodann habe sie eine Berufserfahrung von drei Jahren als
Pflegefachfrau und von neun Monaten als Lehrerin in einer Fachmittel-
schule für Gesundheit in der Türkei nachgewiesen. Da gemäss Ausbil-
dungsbestätigung gewisse Inhalte wie zum Beispiel Pflegetheorien, Daten-
sammlung und Pflegeanamnesen, Pflegediagnose und -planung fehlten,
könne die Berufserfahrung bei der Festlegung von Ausgleichsmassnah-
men nur bedingt berücksichtigt werden.
Diesen Entscheid focht die Beschwerdeführerin innerhalb der Beschwer-
defrist nicht an.
C.
Unter Beifügung einer ergänzenden Bestätigung der Dekanin der Fakultät
für Gesundheitswissenschaften an der Universität [...] vom 25. Mai 2021
stellte die Beschwerdeführerin in der Folge ein vom 28. Juni 2021 datiertes
Gesuch um Wiedererwägung des Teilentscheids vom 24. Februar 2021.
Dieses wies die Vorinstanz mit Entscheid vom 8. September 2021 ab.
Als Begründung hielt sie dabei namentlich fest, gemäss Ausbildungsbestä-
tigung vom 25. Mai 2021 handle es sich bei den aufgeführten Credits um
ECTS. Mit der Übersetzung der Bestätigung stelle sich heraus, dass die
Beschwerdeführerin sechs ECTS in wissenschaftlichem Arbeiten nachwei-
sen könne. Das seien immer noch 14 ECTS weniger, als in der schweize-
rischen Ausbildung mindestens gelehrt würden. Deshalb könne das SRK
die Ausbildung der Beschwerdeführerin nicht auf Fachhochschulniveau an-
erkennen.
Nach wie vor unterscheide sich ihre Ausbildung bezüglich der Inhalte we-
sentlich von derjenigen in der Schweiz, und eine Anerkennung ihres Ab-
schlusses als Pflegefachfrau auf dem Niveau einer höheren Fachschule
sei erst nach erfolgreichem Absolvieren der im Teilentscheid vom 24. Feb-
ruar 2021 aufgeführten Ausgleichsmassnahmen möglich.
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D.
Durch Eingabe ihres Rechtsbeistandes vom 8. Oktober 2021 focht die Be-
schwerdeführerin den Wiedererwägungsentscheid beim Bundesverwal-
tungsgericht an. Sie stellt folgende Rechtsbegehren (Zitat):
1. Die Beschwerde sei gutzuheissen.
2. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.
3. Die Gleichwertigkeit des Ausbildungsabschlusses der Beschwerdeführe-
rin mit dem Abschluss einer schweizerischen Fachhochschule (Bachelor
in Pflege) sei anzuerkennen und sie sei als Pflegefachfrau auf Niveau
Fachhochschule anzuerkennen.
4. Eventualiter: Die Gleichwertigkeit des Abschlusses der Beschwerdeführe-
rin mit dem Abschluss einer schweizerischen höheren Fachschule sei an-
zuerkennen und sie sei ohne Ausgleichsmassnahmen und Anpassungs-
lehrgang mit Zusatzausbildung als Pflegefachfrau auf Niveau höhere
Fachschule anzuerkennen.
5. Eventualiter: Die Beschwerdesache sei an die Vorinstanz zur Neubeurtei-
lung der Anerkennung des Ausbildungsabschlusses auf Niveau Fach-
hochschule zurückzuweisen.
6. Eventualiter: Die Beschwerdesache sei an die Vorinstanz zur Neubeurtei-
lung der Anerkennung des Ausbildungsabschlusses auf Niveau höhere
Fachschule zurückzuweisen.
7. Der Beschwerdeführerin sei das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege
zu erteilen.
8. Der Unterzeichner sei der Beschwerdeführerin als amtlicher Rechtsbei-
stand zu bestellen.
unter Kosten- und Entschädigungsfolge
Ihre Rechtsbegehren begründet die Beschwerdeführerin zusammenfas-
send wie folgt: Als Pflegefachfrau könne sie ein in der Türkei abgeschlos-
senes vierjähriges Studium auf dem Niveau Fachhochschule vorweisen.
Obwohl dieses Studium ein Jahr länger gedauert habe und mehr ECTS-
Punkte beinhalte als die schweizerische Ausbildung auf dem Niveau Fach-
hochschule, habe das SRK ihr Diplom nicht anerkannt. Das SRK weigere
sich auch, ihr Ausgleichsmassnahmen anzubieten, damit ihr Diplom aner-
kannt werden könne. Auch auf dem Niveau höhere Fachschule habe die
Vorinstanz das Diplom der Beschwerdeführerin nicht anerkannt. Sie habe
mit ihrem Teilentscheid verfügt, dass es erst nach den vorgesehenen Aus-
gleichsmassnahmen anerkannt werde. Die Vorinstanz weigere sich auch,
die Stellungnahme der Dekanin der Universität [...], die belege, dass die
Beschwerdeführerin insgesamt 240 ECTS gesammelt habe, angemessen
zu berücksichtigen.
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Seite 5
E.
Mit Zwischenverfügung vom 5. November 2021 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht das Rechtsbegehren Ziff. 7 gut und befreite die Beschwerde-
führerin von der Bezahlung von Verfahrenskosten für das Beschwerdever-
fahren. Gleichzeitig wies es das Rechtsbegehren Ziff. 8 ab. Gegen diese
Verfügung wurde kein Rechtsmittel ergriffen.
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 1. Dezember 2021 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde.
G.
Mit Replik vom 21. Januar 2022 bekräftigte die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt.
H.
Die Vorinstanz reichte am 24. Februar 2022 ihre Duplik ein.
I.
Mit Begleitzetteln vom 31. Mai und 30. Juni 2022 reichte das SRK Korres-
pondenz zwischen ihm und der Beschwerdeführerin betreffend einen all-
fälligen Beginn der Ausgleichsmassnahmen ein. In einem Schreiben an die
Beschwerdeführerin vom 30. Juni 2022 erklärte das SRK, da die angeord-
neten Kurse nicht nur im Rahmen einer Ausgleichsmassnahme besucht
werden könnten, seien Anmeldung und Besuch jederzeit möglich und zu-
lässig. Eine Anmeldung stelle jedoch einen Vollzug des Teilentscheids vom
24. Februar 2021 dar, weshalb sie nur möglich wäre, wenn der Beschwerde
vom 8. Oktober 2021 die aufschiebende Wirkung entzogen würde. Letzte-
res erachte es als problematisch. Zuständigkeitshalber leite es das Schrei-
ben der Beschwerdeführerin vom 8. Juni 2022 [worin diese erklärt hatte,
die Kurse trotzdem besuchen zu wollen] an das Bundesverwaltungsgericht
weiter.
J.
Das Bundesverwaltungsgericht hielt mit Verfügung vom 4. Juli 2022 fest,
es erachte das Beschwerdeverfahren B-4468/2021 als spruchreif. Gleich-
zeitig setzte es der Beschwerdeführerin Frist bis zum 15. Juli 2022 für den
Fall, dass sie sich zur Eingabe der Vorinstanz vom 30. Juni 2022 äussern
möchte. In ihrer Stellungnahme vom 13. Juli 2022 erklärte die Beschwer-
deführerin, in der Zwischenzeit sei sie vom Kurs ausgeschlossen worden.
B-4468/2021
Seite 6
Hätte sie ihn zuerst besucht und das Bundesverwaltungsgericht ihre Be-
schwerde abgewiesen, hätte es keinen Grund gegeben, ihn im Rahmen
der Ausgleichsmassnahmen nicht anzuerkennen. Der Kurs sei nun schon
verpasst, und das Bundesverwaltungsgericht erachte das Verfahren als
spruchreif, weshalb sie sich nicht weiter zum Schreiben vom 30. Juni 2022
äussern möchte.
K.
Auf die entscheidwesentlichen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird
in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gegen den Wiedererwägungsentscheid des SRK vom 8. September 2021
ist die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig (Art. 31 f.
und 33 Bst. h des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 173.32]; Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember
1968 [VwVG, SR 172.021]; vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-
1813/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2.2). Als Adressatin der angefochte-
nen Verfügung ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde berechtigt
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Frist sowie Form und Inhalt der Beschwerde sind
gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-
zung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch
des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG).
2.2 Nachdem die Vorinstanz den Fall materiell vollständig überprüft hat,
unterliegt ihr Wiedererwägungsentscheid den gleichen Anfechtungsmög-
lichkeiten wie ihr ursprünglicher Entscheid (vgl. Urteil des BGer
8C_117/2019 vom 21. Mai 2019 E. 5.1; Urteile des BVGer D-3279/2021
vom 27. Juli 2021 E. 1.1 und B-668/2010 vom 26. Mai 2010 E. 3.2; TANNER,
MARTIN, Wiedererwägung, 2021, N. 474 m.H.; RHINOW, RENÉ et. al., Öf-
fentliches Prozessrecht, 4. A., 2021, N. 1311; KIENER, REGINA / RÜTSCHE,
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Seite 7
BERNHARD / KUHN, MATHIAS, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. A., 2021, N.
2025).
2.3 Die Vorinstanz verfügt bei der Anerkennung einer ausländischen Aus-
bildung und der damit möglicherweise verbundenen Anordnung von Aus-
gleichsmassnahmen über besonderes Fachwissen. Sie vermag diese da-
her sachgerechter zu beurteilen als das Bundesverwaltungsgericht. Inso-
fern ist ihr ein Ermessens- und Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit
sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die er-
forderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat. Das
Bundesverwaltungsgericht weicht nicht ohne Not von der Auffassung der
Vorinstanz ab. Es korrigiert nur unangemessene Entscheidungen, über-
lässt der Vorinstanz aber die Wahl zwischen mehreren angemessenen Lö-
sungen (vgl. BGE 133 II 35 E. 3 und 131 II 680 E. 2.3.2; Urteile des BVGer
B-2923/2020 vom 17. März 2022 E. 2.2 und B-667/2021 vom 30. Juni 2021
E. 4.1 ff.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesver-
waltungsgericht, 2. A., 2013, Rz. 2.154).
3.
3.1 Das am 1. Februar 2020 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Ge-
sundheitsberufe (Gesundheitsberufegesetz, GesBG, SR 811.21) fördert
nach seinem Zweckartikel im Interesse der öffentlichen Gesundheit die
Qualität der Ausübung der unter das Gesetz fallenden Berufe in eigener
fachlicher Verantwortung (Art. 1 GesBG). Als solcher Gesundheitsberuf gilt
unter anderem die Tätigkeit einer Pflegefachfrau (Art. 2 Abs. 1 Bst. a
GesBG). Dazu regelt das Gesetz namentlich die Kompetenzen von Absol-
ventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Pflege (Art. 2 Abs. 2
Bst. a Ziff. 1 und Art. 3 ff. GesBG), die Anerkennung ausländischer Bil-
dungsabschlüsse (Art. 2 Abs. 2 Bst. c GesBG) und die Berufsausübung in
eigener fachlicher Verantwortung (Art. 2 Abs. 2 Bst. d GesBG).
3.2 Gemäss Art. 10 Abs. 1 GesBG wird ein ausländischer Bildungsab-
schluss anerkannt, wenn seine Gleichwertigkeit mit einem inländischen Bil-
dungsabschluss nach Art. 12 Abs. 2 GesBG in einem Vertrag über die ge-
genseitige Anerkennung mit dem betreffenden Staat oder einer überstaat-
lichen Organisation festgelegt ist (Bst. a) oder im Einzelfall anhand von Bil-
dungsstufe, -inhalt, -dauer und im Bildungsgang enthaltenen praktischen
Qualifikationen nachgewiesen wird (Bst. b).
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Seite 8
Mangels eines auf den vorliegenden Sachverhalt anwendbaren Vertrags
im Sinne von Art. 12 Abs. 2 Bst. a GesBG bedarf es einer Einzelfallbeurtei-
lung nach Art. 12 Abs. 2 Bst. b GesBG.
3.3 Art. 10 Abs. 3 GesBG bestimmt, dass der Bundesrat die Anerkennung
ausländischer Bildungsabschlüsse im Geltungsbereich des Gesetzes re-
gelt, diese Aufgabe jedoch an Dritte delegieren kann. Gestützt auf Art. 10
Abs. 4 GesBG kann er die Anerkennung ausländischer Bildungsab-
schlüsse von Ausgleichsmassnahmen abhängig machen.
Nach Art. 2 Abs. 1 der Gesundheitsberufeanerkennungsverordnung vom
13. Dezember 2019 (GesBAV, SR 811.214) ist das SRK für die Anerken-
nung ausländischer Bildungsabschlüsse zuständig. Art. 6 GesBAV regelt
die Anerkennung, Art. 7 die Ausgleichsmassnahmen.
Art. 2 der Gesundheitsberufekompetenzverordnung vom 13. Dezember
2019 (GesBKV, SR 811.212) spezifiziert die von Absolventen eines Ba-
chelorstudiengangs in Pflege verlangten Fähigkeiten.
3.4 Gemäss Art. 6 Abs. 1 GesBAV anerkennt das SRK einen ausländi-
schen Bildungsabschluss gestützt auf Art. 10 Abs. 1 Bst. b GesBG, wenn
er gegenüber einem Bildungsabschluss nach Art. 12 Abs. 2 GesBG fol-
gende Voraussetzungen erfüllt: Bildungsstufe und -dauer sind gleich (Bst.
a und b), die Bildungsinhalte vergleichbar (Bst. c). Bei Abschlüssen im
Fachhochschulbereich müssen der ausländische Bildungsgang und die
entsprechende Vorbildung praktische Qualifikationen umfassen oder die
Gesuchstellerin muss über einschlägige Berufserfahrung verfügen (Art. 6
Abs. 2 GesBAV). Handelt es sich um einen Abschluss im Berufsbildungs-
bereich, muss der ausländische Bildungsgang neben theoretischen auch
praktische Qualifikationen umfassen oder die Gesuchstellerin über ein-
schlägige Berufserfahrung verfügen (Art. 6 Abs. 3 GesBAV).
4.
Laut ihrem Diplom der Universität [...] vom 7. September 2011 erwarb die
Beschwerdeführerin am 8. Juni 2011 einen "Bachelor of Science (B.Sc.) in
Nursing". Erwägung II a des Teilentscheids der Vorinstanz vom 24. Februar
2021 hält fest, die unter Art. 6 Abs. 1 GesBAV erwähnten Voraussetzungen
für eine Anerkennung auf Niveau Fachhochschule seien bezüglich der Bil-
dungsinhalte nicht erfüllt. Der schweizerische Abschluss als Pflegefachfrau
auf dem Niveau höhere Fachschule sei aber ebenso ein Diplom der höhe-
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Seite 9
ren Berufsbildung auf der tertiären Bildungsstufe und in Bezug auf die Be-
rufsausübung in der Schweiz einem Fachhochschulabschluss gleichge-
stellt. Mithin liege der Abschluss der Beschwerdeführerin auf der tertiären
Bildungsstufe auf Niveau Fachhochschule. Im angefochtenen Wiedererwä-
gungsentscheid vom 8. September 2021 findet sich keine davon abwei-
chende Beurteilung. Folglich steht der Abschluss der Beschwerdeführerin
auf der tertiären und insofern auf der im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. a
GesBAV gleichen Bildungsstufe.
In der Duplik bemerkte das SRK, die Beschwerdeführerin habe mit einem
(altrechtlichen) Diplom abgeschlossen. Keines der beiden Transkripte
weise nach, dass sie ihr Studium im Bachelor-Programm absolviert habe.
Dies mag missverständlich klingen, bezieht sich aber offensichtlich nicht
auf die Stufe, sondern auf den Inhalt und allenfalls die Dauer der Bildung.
Vor Bundesverwaltungsgericht ist die Gleichheit der Bildungsstufe als sol-
che deshalb nicht strittig. Ob der Abschluss der Beschwerdeführerin hinge-
gen als demjenigen einer schweizerischen Fachhochschule oder demjeni-
gen einer hiesigen höheren Fachschule gleichwertig anzuerkennen ist,
wird unter den Gesichtspunkten der Bildungsdauer und des Bildungsinhal-
tes evaluiert.
5.
Erstens rügt die Beschwerdeführerin, das SRK habe die Dauer ihrer theo-
retischen Ausbildung falsch gewürdigt.
5.1 Sie argumentiert, die Dekanin habe in der Stellungnahme vom 25. Mai
2021 bestätigt, dass an ihrer Fakultät 60 ECTS-Punkte für ein Studienjahr
und 30 für ein Semester vergeben würden. Die Beschwerdeführerin habe
an dieser Fakultät vier Jahre lang studiert, was bedeute, dass sie am Ende
des Studiums 60 x 4 = 240 ECTS-Punkte erreicht habe. Dies akzeptiere
die Vorinstanz nicht.
Gemäss den Erläuterungen zum ECTS erziele ein Student, der ein dreijäh-
riges Studium erfolgreich abschliesse, 180 ECTS-Punkte. Diese stünden
für maximal 30 x 180 = 5400 Arbeitsstunden. Das entspreche auch den im
Rahmenlehrplan für Bildungsgänge der höheren Fachschulen Pflege (RLP
Pflege HF) erwähnten Lernstunden. Die Beschwerdeführerin habe nicht
nur drei, sondern vier Jahre studiert. Ihr abgeschlossenes Studium habe
folglich viel mehr Lernstunden beinhaltet als die Ausbildungen zur Pflege-
fachfrau an Fachhochschulen und höheren Fachschulen in der Schweiz.
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Seite 10
Das SRK habe sich auf den altrechtlichen, am 9. November 2016 in Kraft
getretenen RLP Pflege HF gestützt; indessen habe das Staatssekretariat
für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am 24. September 2021 eine
neue Version genehmigt. Im Rahmenlehrplan werde das ECTS nicht er-
wähnt, doch stimme die Beschreibung der Berechnung der Ausbildungs-
dauer eins zu eins mit ihm überein.
5.2 Darauf erwidert das SRK vernehmlassungsweise, das Schreiben der
Dekanin vom 25. Mai 2021 stelle im Prinzip eine neue, dritte Ausbildungs-
bestätigung dar. Diese weise gegenüber den von der Beschwerdeführerin
früher vorgelegten Dokumenten wesentliche Diskrepanzen auf. Gemäss
Lebenslauf habe die Beschwerdeführerin von September 2004 bis Juni
2011 studiert. Laut Dekanin habe sie ihr Studium aber im akademischen
Jahr 2008 / 2009 begonnen, was nicht stimmen könne. Deshalb könne aus
dem Schreiben nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin in
ihrer Ausbildung Leistungen von 240 ECTS-Punkten (vier Jahre à 60
ECTS-Punkte) erbracht habe. Sowohl die ursprüngliche als auch die neue,
korrigierte Ausbildungsbestätigung bescheinige insgesamt 184 Kredit-
punkte.
Ausserdem habe die Dekanin eine Fusion der Fachhochschule für Kran-
kenpflege mit der Fakultät für Gesundheitswissenschaften erwähnt. Derar-
tige Zusammenlegungen gingen in der Regel mit Anpassungen des Studi-
enprogramms einher. Man müsse davon ausgehen, dass es sich beim bei-
gefügten Stundenplan um denjenigen handle, der zu Beginn der Ausbil-
dung im akademischen Jahr 2008 / 2009 gegolten habe. Dementspre-
chend betreffe er nicht das von der Beschwerdeführerin effektiv absolvierte
Studium.
Das SRK habe die Bestätigung der Dekanin vom 25. Mai 2021 dahinge-
hend berücksichtigt, dass es sich bei den in den ersten beiden, personali-
sierten Ausbildungsbestätigungen aufgeführten Credits um ECTS-Punkte
handle. Als Nachweis, dass mehr als 184 ECTS-Punkte gesammelt wor-
den seien, könne die neue Bestätigung hingegen nicht dienen, da sie sich
auf einen Ausbildungsbeginn im Studienjahr 2008 / 2009 abstütze. Glei-
ches gelte für die Angaben auf der Website der Universität. Sie bezögen
sich auf das aktuelle Studienprogramm und nicht auf ein Studium, das
2004 begonnen worden sei.
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Seite 11
Bei der Berechnung der Dauer würden überdies nur Inhalte berücksichtigt,
welche für die pflegerische Ausbildung in der Schweiz relevant seien. Ins-
gesamt könnten demnach nur 176 Kredit- bzw. ECTS-Punkte berücksich-
tigt werden.
Zum Zeitpunkt des Teilentscheides vom 24. Februar 2021 und der Wieder-
erwägung vom 8. September 2021 sei der Rahmenlehrplan Pflege vom 24.
September 2007 in Kraft und für die Beurteilung massgebend gewesen.
Zwingende Gründe für eine sofortige Anwendung des neuen Rahmenlehr-
plans habe es nicht gegeben. Im Übrigen umfasse die Revision des Rah-
menlehrplans Pflege Änderungen oder Präzisierungen, die grundsätzlich
keine Implikationen für die Umsetzung hätten.
5.3 Replizierend bringt die Beschwerdeführerin vor, der erste Satz der Be-
stätigung der Dekanin vom 25. Mai 2021 enthalte einen offensichtlichen
Schreibfehler; es sei klar, dass sie ihr Studium nicht 2008, sondern 2004
begonnen habe.
An der Universität [...] würden zwei verschiedene Kreditsysteme verwen-
det. Das erste und ältere sei das nationale, das zweite das ECTS. Ersteres
sei auf europäischer Ebene nicht vergleichbar. Die türkischen Universitäten
hätten im Laufe der Zeit das ECTS übernommen, um bei Anerkennungs-
verfahren für ihre Studiengänge in europäischen Ländern einen Vergleich
der Studiendauer zu ermöglichen.
In den Ausbildungsbestätigungen der Beschwerdeführerin seien insge-
samt 184 Credits vermerkt. Dabei handle es sich nicht um das ECTS, son-
dern um das nationale Kreditsystem. Die 184 nationalen Kreditpunkte ent-
sprächen 240 Punkten im ECTS, welche wiederum eine Studiendauer von
7200 Stunden ergäben. Somit sei das Studium der Beschwerdeführerin an
der Universität [...] nicht kürzer, sondern viel länger als die Ausbildung auf
dem Niveau höhere Fachschule in der Schweiz, die nur 5400 Stunden um-
fasse.
In der Beschwerde vom 8. Oktober 2021 sei nur auf die Änderungen und
Präzisierungen durch die aktuelle Revision des RLP Pflege HF hingewie-
sen worden. Dass zum Zeitpunkt des Teilentscheids vom 24. Februar 2021
und der Wiedererwägung vom 8. September 2021 der RLP Pflege HF vom
24. September 2007 in Kraft gewesen sei, ändere nichts.
5.4 Duplizierend hält die Vorinstanz fest, im Rahmen des Anerkennungs-
verfahrens habe die Beschwerdeführerin folgende Dokumente eingereicht,
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Seite 12
um die absolvierten Ausbildungsinhalte zu belegen: das ursprüngliche sog.
Transkript vom 9. November 2015 (Angabe der Studienleistungen in Cre-
dits; nachfolgend auch "Transkript 2011"); eine korrigierte Version dieses
Transkripts, die am 17. November 2020 per Mail beim SRK eingegangen
sei (Angabe der Studienleistungen in Credits) sowie die Stellungnahme der
Dekanin vom 25. Mai 2021, welche das SRK zusammen mit dem Wieder-
erwägungsgesuch vom 28. Juni 2021 erhalten habe (Angabe der Studien-
leistungen in Stunden und der Gesamtdauer in ECTS-Punkten).
Im der Replik beigefügten Wikipedia-Eintrag (recte: Text von Website der
Universität [...]) werde zur ECTS credit allocation ausgeführt. "The local
credit of a lesson is formed by taking the total hours spent by the student
in theoretical lessons every week, and half the hours spent in the labora-
tory, practical lessons, or in the studio." Dies mache in Bezug auf die zwei
dem SRK vorliegenden Transkripte keinen Sinn. Für Psychologie seien im
Transkript 2011 beispielsweise zwei Kreditpunkte vergeben worden. Im
Transkript 2021 würden für dieses Fach 28 (Präsenz-) Stunden ausgewie-
sen. Des Weiteren stehe im Eintrag, dass die Transkripte sowohl die loka-
len Kreditpunkte als auch ECTS-Punkte angäben. Letzteres treffe aber we-
der auf das Transkript 2021 noch auf das Transkript 2011 zu. Auch inhalt-
lich wiesen die Transkripte leichte Diskrepanzen auf.
Hinzu komme, dass 2007 eine Studienreform stattgefunden habe. Der
erste reformierte Studiengang sei 2008 gestartet, und Personen, die ihn
absolviert hätten, hätten mit einem Bachelor abgeschlossen. Die Be-
schwerdeführerin habe hingegen mit einem (altrechtlichen) Diplom abge-
schlossen. In keinem der beiden Transkripte werde nachgewiesen, dass
die Beschwerdeführerin ihr Studium im Rahmen des Bachelor-Programms
abgeschlossen oder während des Studiums einen Wechsel vom alten ins
neue Programm vollzogen habe. All dies lasse für das SRK nur den
Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin noch kein Studium nach neuer
Ordnung im Umfang von 240 ECTS abgeschlossen habe.
Ein Vergleich entsprechend der Wiedererwägung vom 8. September 2021,
dem die Präsenzstunden des neuen Transkripts zugrundegelegt würden,
mit den gemäss RLP Pflege HF erforderlichen Präsenzstunden erscheine
dem SRK angesichts der Beweislage als gerechtfertigt.
5.5 Die Dauer der theoretischen Ausbildung der Beschwerdeführerin beur-
teilt sich wie folgt:
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Seite 13
5.5.1 Im angefochtenen Entscheid vom 8. September 2021 erklärte das
SRK, für die Überprüfung der Ausbildung stütze es sich nicht auf allge-
meine Ausbildungsprogramme der Schule oder Universität, sondern auf
die von den Gesuchstellern vorgelegten, auf deren Namen lautenden Aus-
bildungsbestätigungen. Auf den beiden eingereichten Bestätigungen wür-
den der Gesuchstellerin für ihre vierjährige Ausbildung 184 Kreditpunkte
attestiert. Acht davon könnten nicht angerechnet werden, da sie für die
pflegerische Ausbildung in der Schweiz nicht relevant seien, nämlich vier
Punkte für "Atatürk Grundl. und Rev." sowie vier für "türkische Sprache".
Gemäss Bestätigung der Universität vom 25. Mai 2021 handle es sich bei
den aufgeführten Kreditpunkten um ECTS. Somit betrage die Ausbildungs-
dauer der Gesuchstellerin vier Jahre und 176 ECTS bzw. 5280 Stunden
(1540 Theorie, 56 Labor, 1722 Praxis und 1962 Stunden Selbststudium).
5.5.2 Die Bestätigung der Dekanin vom 25. Mai 2021 nennt bei den einzel-
nen Fächern ausschliesslich Stunden, jedoch keine (Kredit-) Punkte. Da-
rum lässt sich die Aussage des SRK, bei den "aufgeführten Kreditpunkten"
handle es sich um ECTS-Punkte, nicht stützen. Aus der Bestätigung geht
auch nicht hervor, dass sie sich auf die beiden Transkripte vom 9. Novem-
ber 2015 bzw. vom 8. Oktober 2020 beziehen würde. Im Transkript vom
9. November 2015 findet sich nur das Wort "Kredi" bzw., in der Überset-
zung, "Kredit". Ob es sich dabei um ECTS- oder nationale bzw. lokale Kre-
ditpunkte handelt, wird nicht präzisiert. Gleiches gilt für das am 17. Novem-
ber 2020 beim SRK eingegangene, korrigierte Transkript vom 8. Oktober
2020. Beide Bestätigungen weisen je ein Kreditpunktetotal von 184 aus.
5.5.3 Replizierend erklärte die Beschwerdeführerin, die in den Ausbil-
dungsbestätigungen vermerkten 184 Kreditpunkte seien nationale und
keine ECTS-Punkte. Ihr gleichzeitig vorgelegter Ausschnitt der Website der
Universität [...] hält unter dem Titel "ECTS credit allocation" fest: "Every
course offered at [...] University has both local and ECTS credits." Ein
entsprechendes Zitat dieser Website findet sich auch in der
Beschwerdeschrift: "However, both local credits and grades, as well as the
ECTS credits and grades, will be shown on the transcripts." Da die beiden
Transkripte aber nur eine Punktzahl nennen und keinen Hinweis auf das
ECTS enthalten, ist mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass
sie nationale Kreditpunkte bescheinigen. Dafür spricht auch, dass die Be-
stätigung der Dekanin vom 25. Mai 2021 ECTS-Kredite umschreibt, jedoch
weder ein nationales Kreditsystem noch die beiden Transkripte erwähnt.
Zudem konstatiert sie, die Lizentiats- (Bachelor-) Ausbildung zur Pflege-
fachperson daure nach der Maturität vier Jahre (acht Semester); für ein
B-4468/2021
Seite 14
akademisches Studienjahr würden 60, für ein Semester 30 ECTS-Punkte
vergeben. Daraus resultieren insgesamt 240 Kreditpunkte, welche den 184
der Transkripte gegenüberstehen, was ebenfalls zeigt, dass Letztere keine
ECTS-Punkte attestieren.
5.5.4 Die Bestätigung vom 25. Mai 2021 besteht aus einem kurzen Begleit-
schreiben der Dekanin und dem detaillierten Stundenplan. Ersteres be-
schränkt sich im Wesentlichen auf einen Satz mit dem Hinweis auf den
beigefügten "Zeit- und Stundenplan von [Beschwerdeführerin] betreffend
ihre im Jahr 2011 abgeschlossene Lizenz- (Bachelor-) Ausbildung [...] an
unserer Universität, Hochschule für Krankenpflege". Letzterer nennt ein-
gangs den Namen der Beschwerdeführerin sowie ihre Hochschulnummer.
Darunter wurde festgehalten, sie habe die Ausbildung im akademischen
Jahr 2008 / 2009 an der Fachhochschule für Krankenpflege der Universität
[...] begonnen, welche 2007 mit der Fakultät für Gesundheitswissenschaf-
ten "verbunden" worden sei. Aufgrund der Akten lässt sich feststellen, dass
der Zeitpunkt des Abschlusses im Begleitschreiben zutrifft, während die
Angabe des Beginns der Ausbildung auf dem Stundenplan offensichtlich
falsch ist (richtig wäre 2004).
5.5.5 In einem E-Mail vom 14. Oktober 2020 an die Vorinstanz äusserte
sich die Beschwerdeführerin zu Fragen des SRK betreffend ihr Anerken-
nungsgesuch. Dabei erläuterte sie unter anderem fehlerhafte Eintragungen
der Universität in der ursprünglichen Ausbildungsbestätigung vom 9. No-
vember 2015. Ihre Darlegungen deuten darauf hin, dass diese sowie die
korrigierte Version vom 8. Oktober 2020 jeweils spezifisch mit Blick auf die
individuellen Studienleistungen der Absolventin ausgefüllt wurden. Demge-
genüber handelt es sich beim Stundenplan, den die Dekanin der Be-
schwerdeführerin mit Schreiben vom 25. Mai 2021 als Ausbildungsbestäti-
gung zukommen liess, augenscheinlich um ein Standarddokument, also
nicht um ein individualisiertes Attest.
5.5.6 Gemäss diesem Stundenplan umfasst das vierjährige Bachelor-Stu-
dium insgesamt 3723 Stunden und damit viel weniger, als es eine abstrakte
Berechnung nach dem direkt vor ihm erwähnten ECTS ergäbe (4 Jahre à
60 ECTS-Punkte à 30 Stunden = 7200 Stunden). Das gälte selbst dann,
wenn man mit einer Stundenzahl von 25 pro ECTS-Punkt rechnen würde
(4 Jahre à 60 ECTS-Punkte à 25 Stunden = 6000 Stunden). Auch deswe-
gen ist es unwahrscheinlich, dass die Bestätigungen über die Studienleis-
tungen der Beschwerdeführerin in ECTS-Punkten abgefasst sind.
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Seite 15
5.5.7 Wenn die Beschwerdeführerin nach dem mit der Bestätigung der De-
kanin vom 25. Mai 2021 eingereichten Stundenplan studierte, liegt die ma-
ximale Stundenzahl, welche sie erzielen konnte (3723), immer noch weit
unter derjenigen eines schweizerischen Bachelor-Studiengangs. Ein sol-
cher dauert drei Jahre und umfasst 180 ECTS-Credits, wobei ein ECTS-
Punkt etwa 30 Stunden entspricht (siehe < www.swissuniversities.ch >,
< www.gesundheit.bfh.ch >, < www.zhaw.ch >), was eine Studienleistung
von insgesamt rund 5400 Stunden ergibt. Analoges gilt für die schweizeri-
sche Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau, welche gemäss Ziff. 5.2
des am 17. Januar 2022 erlassenen Rahmenlehrplans für Bildungsgänge
der höheren Fachschulen "Pflege" (siehe < www.odasante.ch >; Rahmen-
lehrplan am 24. September 2021 durch das SBFI genehmigt) sowie den
Darlegungen des SRK und der Beschwerdeführerin ebenfalls 5400 Lern-
stunden umfasst. Die Beschwerdeführerin hätte selbst dann viel weniger
Stunden als in einem schweizerischen Bachelor-Studiengang vorgesehen
erzielen können, wenn für das Selbststudium maximal 540 Stunden (10 bis
maximal 20% von 2700 Theoriestunden) angerechnet würden, wie es die
Vorinstanz bereits im Wiedererwägungsentscheid vom 8. September 2021
tat.
5.5.8 Die Berechnung lokaler Kreditpunkte wird in einem Abschnitt der
Website der Universität [...], den die Beschwerdeführerin als Beilage zur
Replik einreichte, folgendermassen erläutert: "The local credit of a lesson
is formed by taking the total hours spent by the student in theoretical les-
sons every week and half the hours spent in the laboratory, practical les-
sons, or in the studio." Wie das SRK in seiner Duplik bemerkte, ergibt dies
bezüglich der zwei Transkripte keinen Sinn. Weil der Auszug am 21. Januar
2022 entstand, steht aber ohnehin nicht fest, dass sich die zitierte Formel
auf die Transkripte anwenden lässt, denn inhaltlich stammen deren Ein-
träge aus den Jahren 2004 bis 2011. Ebensowenig lässt sich dem Auszug
ein Schlüssel zur Umrechnung lokaler oder nationaler in ECTS-Kredit-
punkte entnehmen. Letztlich bleibt denn auch offen, in welchem Verhältnis
die Transkripte zum Stundenplan stehen.
5.5.9 Im Wiedererwägungsentscheid vom 8. September 2021 errechnete
die Vorinstanz eine Studiendauer von 5280 Stunden (184 - 8 ECTS-Punkte
= 176, x 30 Stunden). Allerdings kann es sich bei den Punktetotalen der
Transkripte von je 184, wie oben erörtert, nicht um ECTS-Kredite handeln.
Deshalb basiert die Berechnung des SRK im angefochtenen Entscheid auf
einer falschen Prämisse. Wie der Umfang der Studienleistungen der Be-
schwerdeführerin in ECTS-Kreditpunkten aber korrekterweise errechnet
http://www.swissuniversities.ch/ http://www.gesundheit.bfh.ch/ http://www.zhaw.ch/ http://www.odasante.ch/
B-4468/2021
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werden müsste, lässt sich aufgrund der Akten nicht eindeutig eruieren.
Dazu fehlt namentlich ein (offizieller) Schlüssel zur Umwandlung der nati-
onalen bzw. lokalen Kredit- in ECTS-Punkte. Auch die Angabe der Be-
schwerdeführerin, 184 nationale entsprächen 240 ECTS-Kreditpunkten,
also einer Studiendauer von 7200 Stunden, lässt sich mangels Substanti-
ierung nicht verifizieren. Unter diesen Umständen kann der Vergleich der
Ausbildung der Beschwerdeführerin mit analogen schweizerischen Lehr-
gängen nicht über Kreditpunkte erfolgen. Stattdessen muss die Dauer ihrer
Studienleistungen mittels der im korrigierten Transkript vom 8. Oktober
2020 ausgewiesenen Wochenstunden bestimmt und anschliessend den
zeitlichen Vorgaben der schweizerischen Pendants gegenübergestellt wer-
den.
5.5.10 Mangels detaillierter Darstellung der Berechnung lässt sich dem
Teilentscheid vom 24. Februar 2021 nicht entnehmen, auf welche Weise
das SRK anhand der Transkripte zu einem Stundentotal von 3304 für die
Studienleistungen der Beschwerdeführerin gelangte. Aus deren E-Mail-
Korrespondenz mit dem SRK geht jedoch hervor, dass in den Spalten "TE",
"LAB" und "UY" der Transkripte Wochenstunden verzeichnet sind und ein
Semester jeweils 14 Wochen dauerte. Addiert man die in den genannten
Spalten eingetragenen Zahlen und multipliziert sie mit 14, so erhält man
das Stundentotal für das von der Beschwerdeführerin absolvierte vierjäh-
rige Studium. Unter Berücksichtigung aller Einträge resultieren 253 Se-
mesterwochenstunden, was einer Studienleistung von insgesamt 3542
Stunden entspricht (bezüglich Selbststudium vgl. oben E. 5.5.7). Davon
subtrahierte die Vorinstanz Stunden, welche auf für die Anerkennung nicht
relevante Fächer wie Englisch, Türkisch und die Lehren Atatürks entfielen.
5.6 Als Zwischenfazit ergibt sich, dass die von der Beschwerdeführerin ab-
solvierte Ausbildung erheblich weniger Stunden beinhaltete als entspre-
chende schweizerische Bildungsgänge. Folglich erfüllt sie das Erfordernis
der gleichen Bildungsdauer nach Art. 6 Abs. 1 Bst. b GesBAV nicht, zumal
ihre Berufserfahrung keine (ausreichende) Kompensation gemäss ihrer da-
hingehenden Rüge erlaubt (vgl. nachfolgende E. 6).
6.
Zweitens rügt die Beschwerdeführerin, das SRK habe die Dauer ihrer prak-
tischen Ausbildung falsch berechnet.
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Seite 17
6.1 Sie erklärt, sie habe in der Türkei insgesamt 1722 Stunden praktische
Ausbildung absolviert. Das seien 964 Stunden weniger als bei der schwei-
zerischen Ausbildung. Sie habe jedoch mehr als drei Jahre Berufserfah-
rung. Unter Berücksichtigung derselben sei ihre praktische Ausbildung län-
ger als die schweizerische.
6.2 Das SRK entgegnet, der Ansicht der Beschwerdeführerin, dass ihre
Berufserfahrung der praktischen Ausbildungsdauer anzurechnen sei,
könne nicht gefolgt werden. Beim Vergleich nach Art. 6 GesBAV müsse
zuerst geprüft werden, ob Bildungsstufe sowie -dauer identisch und die Bil-
dungsinhalte vergleichbar seien und ob die Ausbildung praktische Qualifi-
kationen umfasse. Nur wenn sie keinerlei praktische Qualifikationen bein-
halte, werde geprüft, ob allenfalls einschlägige Berufserfahrung vorhanden
sei. Solche sei jedoch keinesfalls Bestandteil der Ausbildung und werde an
deren Dauer nicht angerechnet. Hingegen berücksichtige das SRK ein-
schlägige Berufserfahrung entsprechend dem Verhältnismässigkeitsprin-
zip regelmässig bei der Festlegung von Ausgleichsmassnahmen nach
Art. 7 GesBAV.
6.3 Selbst wenn die Berufserfahrung der Beschwerdeführerin das Manko
an praktischer Ausbildung wettmachen könnte, verbliebe immer noch ein
beträchtliches Defizit an theoretischer Ausbildung, laut unbestrittener An-
gabe der Vorinstanz 1132 Stunden, gegenüber vergleichbaren schweizeri-
schen Lehrgängen. Die Beschwerdeführerin behauptet sodann nicht, ihre
praktische Berufserfahrung könnte die Lücken auch der theoretischen Aus-
bildung kompensieren. Diesbezüglich sei darauf hingewiesen, dass Be-
rufserfahrung Lücken der theoretischen Bildung nur selten auszugleichen
vermag. Sie kann lediglich dann relevant sein, wenn sie sich für einen sol-
chen Ausgleich tatsächlich eignet. Daher können etwa Defizite der theore-
tischen Ausbildung in wissenschaftlichem Arbeiten nur soweit durch Be-
rufserfahrung ausgeglichen werden, als diese nachweislich den Erwerb der
in der Ausbildung fehlenden Kenntnisse umfasst (vgl. Urteil des BGer
2C_1010/2019 vom 21. Februar 2020 E. 5.2 und Urteil des BVGer B-
5953/2020 vom 6. Mai 2022 E. 6.4.2 f.). Vor diesem Hintergrund lässt sich
schliesslich nicht beanstanden, dass das SRK gestützt auf Art. 7 Abs. 1
GesBAV Ausgleichsmassnahmen verfügt hat.
6.4 Auf die Rüge der Beschwerdeführerin, das SRK habe die Dauer ihrer
praktischen Ausbildung falsch berechnet, ist daher nicht näher einzugehen.
B-4468/2021
Seite 18
7.
Drittens rügt die Beschwerdeführerin, das SRK habe den Inhalt ihrer Aus-
bildung auf fehlerhafte Weise beurteilt.
7.1 Sie erklärt, diesbezüglich stütze sich die Begründung der angefochte-
nen Verfügung grösstenteils auf die unrichtigen Feststellungen des SRK
zur theoretischen Bildungsdauer. Zusammenfassend bringe es vor, die
wichtigen Themen seien in der theoretischen Ausbildung der Beschwerde-
führerin weniger lang und vertieft als in der Schweiz behandelt worden,
was aber nicht zutreffe.
7.2 Unter Verweis auf Ziff. III seines Wiedererwägungsentscheids vom
8. September 2021 entgegnet das SRK, in der neuen Ausbildungsbestäti-
gung der Dekanin vom 25. Mai 2021 würden gewisse Module detaillierter
dargestellt oder anders übersetzt. Selbst wenn man dies aber berücksich-
tige, blieben wesentliche inhaltliche Lücken bestehen.
7.3 Wie oben (E. 5 und 6) erläutert, umfasste die Ausbildung der Beschwer-
deführerin viel weniger Stunden als eine vergleichbare Ausbildung in der
Schweiz. Es erübrigt sich daher, auf den Bildungsinhalt ihres Studiums nä-
her einzugehen. Abgesehen davon fehlt es der Rüge der Beschwerdefüh-
rerin auch an der erforderlichen Substantiierung.
8.
Viertens beanstandet die Beschwerdeführerin, dass das SRK ihre Ausbil-
dung wegen fehlender Kreditpunkte in wissenschaftlichem Arbeiten nicht
auf Niveau Fachhochschule anerkannt hat. Sie bringt vor, dies sei unange-
messen, denn sie könne das Defizit mit Ausgleichsmassnahmen beseiti-
gen.
8.1 Das SRK hält dazu fest, in der Schweiz unterschieden sich Fachhoch-
schulen und höhere Fachschulen bezüglich der Zulassungsvoraussetzun-
gen sowie des Typs und des Niveaus der Lehrgänge. Während die Bil-
dungsgänge der höheren Fachschulen in der Regel einen spezifischen Be-
reich und die konkrete fachliche Tätigkeit beinhalteten, seien die Studien-
gänge der Fachhochschulen stärker auf Forschung, theoretische Kennt-
nisse und die Kontrolle der praktischen Arbeit ausgerichtet. Entscheidend
sei demnach nicht die Stufe bzw. das Niveau alleine.
Der Ausbildung der Beschwerdeführerin fehle es am wissenschaftlichen
Charakter und an der Ausrichtung auf die Forschung. Deshalb habe das
B-4468/2021
Seite 19
SRK eine Anerkennung auf Stufe Fachhochschule ausgeschlossen, ob-
wohl sich die Ausbildung der Beschwerdeführerin formell auf derselben
Stufe befinde. Anzumerken bleibe, dass sich im praktischen Pflegealltag
zwischen Berufsleuten der beiden Ausbildungen keine grossen Unter-
schiede ausmachen liessen.
8.2 Im Wiedererwägungsentscheid vom 24. Februar 2021 erklärte das
SRK, die Beschwerdeführerin weise sechs ECTS-Punkte oder 180 Stun-
den für wissenschaftliches Arbeiten nach, also mindestens 420 Stunden
weniger als gemäss schweizerischer Ausbildung erforderlich. Die schwei-
zerische Ausbildung zur Pflegefachfrau auf dem Niveau Fachhochschule
beinhalte mindestens 20 (Median 25) ECTS-Punkte, also zwischen 600
und 750 Stunden Unterricht in wissenschaftlichem Arbeiten. Dies bedeute,
dass das SRK die Ausbildung der Beschwerdeführerin nicht auf Niveau
Fachhochschule anerkennen könne. Ihre Ausbildungsbestätigungen (Tran-
skripte vom 9. November 2015 und vom 8. Oktober 2020) wiesen beide
lediglich 2 ECTS-Punkte (Stunden) Biostatistik nach, welche dem Unter-
richt in wissenschaftlichem Arbeiten zugeordnet werden könnten. In der
neuen Bestätigung vom 25. Mai 2021 seien die Fächer teilweise anders
übersetzt worden. Das zuerst als "Pfleger Archiv I und II" übersetzte Fach
laute neu "Pflegeforschung"; es sei mit vier ECTS-Punkten gewertet.
8.3 Gemäss Art. 3 Abs. 2 Bst. b und i i.V.m. Art. 2 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 GesBG
müssen Absolventinnen eines Bachelorstudiengangs in Pflege fähig sein,
bei der Berufsausübung neue wissenschaftliche Erkenntnisse umzuset-
zen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten laufend zu reflektieren und im Sinne
lebenslangen Lernens kontinuierlich zu aktualisieren; sie müssen mit den
Methoden der Forschung im Gesundheitsbereich und der wissenschaftlich
abgestützten Praxis vertraut und fähig sein, an Forschungsvorhaben mit-
zuwirken. Nach Art. 2 Bst. d GesBKV müssen Absolventinnen eines Ba-
chelorstudiengangs in Pflege ferner fähig sein, die pflegerischen Interven-
tionen auf die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Fachgebiet ab-
zustützen und deren Wirksamkeit anhand von Qualitätsstandards zu über-
prüfen.
8.4 Laut dem der Bestätigung der Dekanin vom 25. Mai 2021 beigefügten
Stundenplan beinhaltet ein Bachelor-Studium an der Universität [...] 56
Stunden Pflegeforschung und 28 Stunden Biostatistik, insgesamt also 84
Stunden wissenschaftliches Arbeiten. Wenn man noch das Fach "Messen
und Bewerten", welches ebenfalls 28 Stunden umfasst, hinzuzählen
B-4468/2021
Seite 20
würde, ergäben sich 112 Stunden. Demnach belegte die Beschwerdefüh-
rerin während ihres Studiums in der Türkei jedenfalls mehrere hundert
Stunden weniger Lektionen in wissenschaftlichem Arbeiten als es analoge
schweizerische Lehrgänge erfordern.
8.5 Wenn nicht alle Voraussetzungen gemäss Art. 6 Abs. 1 bis 3 GesBAV
erfüllt sind, sorgt das SRK für Massnahmen zum Ausgleich der Unter-
schiede zwischen dem ausländischen und dem entsprechenden schweize-
rischen Bildungsabschluss, namentlich in Form einer Eignungsprüfung o-
der eines Anpassungslehrgangs (Art. 7 Abs. 1 GesBAV). Kämen solche
Massnahmen jedoch dem Absolvieren eines bedeutenden Teils der
schweizerischen Ausbildung gleich, fallen sie ausser Betracht (Art. 7 Abs. 2
GesBAV). Letzteres bleibt mit Blick auf eine allfällige Anerkennung des tür-
kischen "Bachelor of Science in Nursing" der Beschwerdeführerin auf dem
Niveau eines schweizerischen Fachhochschulabschlusses zu prüfen.
8.6 Implizite vertritt das SRK den Standpunkt, dass ein Nachholen der
mangelnden Studienleistung in wissenschaftlichem Arbeiten durch die Be-
schwerdeführerin auf das Absolvieren eines bedeutenden Teils der schwei-
zerischen Fachhochschulausbildung hinausliefe. Da es sich beim wissen-
schaftlichen Arbeiten um ein Kerngebiet des (Fach-) Hochschulstudiums
handelt und die Beschwerdeführerin bestenfalls rund einen Sechstel der
dafür in der Schweiz nötigen Studienleistung (84 bis 112 von mindestens
600 Stunden) erbrachte, lässt sich schliessen, dass die Vorinstanz ihren
Beurteilungsspielraum hinsichtlich einer Anerkennung auf Fachhochschul-
niveau gewahrt hat (vgl. Urteil des BVGer B-667/2021 vom 30. Juni 2021
E. 4.3 und oben E. 2.2). Mit anderen Worten erscheint es vorliegend plau-
sibel, ein Aufholen der beträchtlichen Diskrepanz von mehreren hundert
Stunden Studienleistung in einer für das Bildungsniveau charakteristischen
Disziplin als Absolvierung eines bedeutenden Teils der entsprechenden
schweizerischen Fachhochschulausbildung zu werten (vgl. Urteile des
BVGer B-5953/2020 vom 6. Mai 2022 E. 5.4.2 und B-2923/2020 vom
17. März 2022 E. 4.2). Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin nicht sub-
stantiiert, warum es unangemessen sein soll, wenn ihr die Vorinstanz Aus-
gleichsmassnahmen hinsichtlich des Fachhochschulniveaus versagt.
9.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Rechtsbegehren Ziff. 1 bis 6 der
Beschwerdeführerin abzuweisen sind. Über die Rechtsbegehren Ziff. 7 und
8 wurde bereits mit (unangefochtener) Zwischenverfügung vom 5. Novem-
ber 2021 entschieden.
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Ob die Beschwerdeführerin zu Recht von den Theoriekursen ausgeschlos-
sen wurde, erscheint auch angesichts der widersprüchlich wirkenden
Äusserungen des SRK (vgl. Sachverhalt Bst. I. und J.) als fraglich, braucht
vorliegend aber nicht geprüft zu werden, liegt die Thematik doch aus-
serhalb des Anfechtungsgegenstandes.
10.
Da die unterliegende Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom
5. November 2021 für dieses Beschwerdeverfahren von der Bezahlung
von Verfahrenskosten befreit wurde, sind ihr keine solchen aufzuerlegen
(vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Eine Parteientschädigung ist ihr nicht zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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