Decision ID: 878ca1d9-9533-41f7-a272-d095e44f2d84
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1970
geborene
X._
verfügt über keine abgeschlossene Berufslehre und
war seit dem Jahr 1996 in verschiedenen Bereichen der Informatik tätig
(
vgl.
Lebenslauf;
Urk.
22/15
). Von August 2007 bis 3
1.
August 2010 war er als System Engineer bei der
Y._
AG
angestellt
(
Urk.
22/2/2)
und
aufgrund dieser Anstellung
bei der Personalvorsorgestiftung SIX Group
vorsor
geversichert (
Urk.
2/3
).
V
on Oktober 2011 bis Ende März 2012
war er
in einem befristeten Arbeitsverhältnis
als Projektleiter bei der
Z._
AG
an
gestellt
(
Urk.
22/2/1)
.
1.2
Am 2
6.
Juli 2012 meldete er sich zum Bezug von Leistungen bei der
E
idgenössi
schen
Invalidenversicherung an (
Urk.
22/3).
Noch während
hängigem
Abklä
rungsverfahren
durch die zuständige Sozialversicher
ungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
trat er ab
2
2.
Oktober 2012
eine
Anstellung
als Informatikspe
zialist beim Institut für Rechtsmedizin an der
A._
an
,
die
ihm
per 1
3.
Dezember 2012
wieder
gekündigt wurde (
Urk.
22/30/5 und
Urk.
22/11
).
Im Rahmen dieser Anstellung war
er
bei der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
vorsorgeversichert (
Urk.
15/8).
1.3
Im Juni 2013
erteilte
die
IV-Stelle
eine
Kosten
gutsprache
für einen IT Kurs (
Urk.
22/33
)
und sprach
ihm
Taggelder im
Rahmen eines Arbeitsversuchs
bei der
B._
AG
vom
1.
Juli bis 30.
Sep
tember
mit
Verlängerung vom 11.
November 2013 bis 1
1.
Februar 2014
zu (
Urk.
22/34
und
Urk.
22/54
).
Mit Mitteilung vom
2
1.
Februar 2014
(
Urk.
22/62) hielt
die
IV-Stelle
den Abschluss der Arbeitsvermittlung
fest
und wies auf eine separate Verfügung betreffend Rente hin.
1.4
Während hängigem Abklärungsverfahren bezüglich der Invalidenrente trat der Versicherte a
m
1.
Juni 2014 eine Anstellung als Project Manager (Gesamtkoor
dination und Organisation von IT-Infrastrukturprojekten) bei
der
C._
AG an,
wobei die Anstellung
am
2
7.
Oktober 2014
gekündigt
und
das Arbeitsver
hältnis
per
3
1.
Dezember 2014
beendet wurde
(
Urk.
22/74/3-7,
Urk.
22/76 und
Urk.
2/
2
).
Über die
C._
AG war
er
bei der
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
vorsorgeversichert (
Urk.
2/8
).
1.5
Mit Verfügung vom
8.
März 2016
sprach die IV-Stelle basierend a
uf einem In
validitätsgrad von 100
%
eine ganze Rente mit Wirkung ab
1.
Oktober 2015 zu (
Urk.
2
2/
115
und
Urk.
22/117
).
1.6
M
it Schreiben vom 2
5.
April
und 2
9.
August 2016 (
Urk.
2/8 und
Urk.
2/
10) lehnte
die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
Leistungen aus der Vorsorgevers
icherung ab mit der Begründung
,
die Ursache, die zur Invalidität geführt habe
,
sei die gleich
e
, die bereits ab Januar 2013 Arbeitsunfähigkeiten
verursacht habe und der zeitliche Zusammenhang zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität sei durch die Tätigkeit bei der
C._
AG nicht unterbro
chen worden.
Die Personalvorsorgestiftung SIX Group
lehnte mit Schreiben vom 2
7.
Juni 2016
Leistungen aus der Vorsorgeversiche
rung mit der Begrün
dung ab, während des Vorsorgeverhältnisses sei keine vorsorg
e
rechtlich rele
vante Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen gewesen (
Urk.
2/3
)
.
2.
Am 2
5.
Oktober 2016
erhob der Versicherte mit folgenden Rechtsbegehren Kla
ge gegen die drei Vorsorgeeinrichtungen
Swisscanto
Sammelstiftung der Kan
tonalbanken
(Beklagte 1)
,
Personalvorsorgestiftung SIX Group
(Beklagte 2)
und
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
(Beklagte 3 [
Urk.
1 S. 2
]
):
1.
Die Beklagte 1 sei zur Ausrichtung der gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge rückwirkend seit Beginn der IV-Rente zu verpflichten.
2
.
Eventualiter sei einer der alternativ beklagten Vorsorgeeinrichtungen (Be
klagte 2 oder 3) zur Ausrichtung der gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge rückwirkend seit Beginn der IV-Rente zu verpflichten.
3
.
Unter Ko
sten- und Entschädigungsfolge.
Die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
ersuchte am 2
0.
Januar 2017
um Abweisung der gegen sie gerichte
ten Klage (Klageantwort,
Urk.
12). Mit Klageantwort vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
14
) beantragte
die
BVK Personal
vorsorge des Kantons Zürich
die
Abweisung der gegen sie gerichteten Klage
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers
.
Sodann schloss auch d
ie
Personalvorsorgestiftung SIX Group
mit Klageantwort vom 1
6.
Februar 2017
(
Urk.
17
) auf Abweisung der gegen sie gerichteten Kla
ge
unter Kosten- und allfälliger Entschädigungsfolge zulasten des Klägers
. Nachdem mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2017
(
Urk.
20) die Akten der IV-Stelle beige
zogen worden waren (
Urk.
22
), hielten
die Parteien
replicando
(
Urk.
25) und
duplican
do
(
Urk.
30,
Urk.
34 und
Urk.
35
) an ihren Rechtsbegehren fest;
letzteres wurde dem Kläger am 2
1.
August 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
36
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen
-
und Invalidenvorsorge, BVG
,
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Be
ginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeein
richtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von ei
nem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) in
valid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum
Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Ver
sicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetrete
ne
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeein
richtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vor
sorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen
derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeits
fähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spät
folgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in je
dem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1
.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeein
richtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen).
1.5
Die Annahme einer offensichtlichen Unhaltbarkeit der Feststellungen der Inva
lidenversicherung ist rechtsprechungsgemäss an strenge Voraussetzungen ge
knüpft. Es bedarf einer qualifizierten Unrichtigkeit des IV-Entscheides. Dieser muss geradezu willkürlich sein. Willkür in der Rechtsanwendung liegt aber nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tat
sächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unum
strittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerech
tigkeitsgedanken zuwiderläuft; dabei ist erforderlich, dass der Entscheid nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist. Willkürlich ist ein Entscheid jedoch nicht schon dann, wenn eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_30/2014 vom
6.
Mai 2014 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 140 III 16 E. 2.1;
Hürzeler
, BVG und FZG – Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenversicherung sowie über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, Bern 2010,
Art.
23 N 14;
Hürzeler
, Invaliditätsproblematiken in der beruflichen Vorsorge, Basel 2006,
S. 202 f. und Moser, Die berufsvorsorgerechtliche Bindungswirkung von IV-Entscheiden: „Ruhekissen“ oder „
Prokrustesbett
“?, in: AJP 2002 S. 927).
2.
2.1
Der Kläger füh
rte zur Klagebegründung aus (
Urk.
1 S. 13),
i
n der
Verfügung
der Invalidenversicherung
vom
8.
März 2016 sei eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit 2
7.
Oktober 2014 festgestellt worden. Diese Verfügung sei der Beklagten 1 eröffnet
worden
und
entfalte
in Bezug auf den Zeitpunkt des Eintritts der relevanten Arbeitsunfähigkeit Bindungswirkung
.
Selbst im Falle der fehlenden Bindungswirkung erg
ebe die Einzelfallprüfung,
dass
er erst während der Anstellung bei
der
C._
AG per 2
7.
Oktober 2014 dauerhaft in seiner L
eistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen
war
und
dies medizinisch (durchgehend) festgestellt
worden sei
. Vorher
sei die Entwick
lung respektive
die Auswirkungen der krankheitsbedingten E
inschränkungen nicht anders als in de
n Jahren zuvor gewesen.
Da er b
ei Aufnahme in die Vor
sorge
der Beklagten
1
vollständig arbeits- bzw. erwerbsfähig
gewesen sei, seien
auch die überobl
igatorischen Vorsorgeleistungen
ohne Vorbehalt geschuldet
(
S. 17)
.
Sofern
der Eintritt der massgebenden dauernden Arbeitsunfähigkeit bereits frü
her gewesen sein
sollte
, sei nicht auf den von der Beklagten 1 definierten Zeit
punkt per l. Januar 2013 abzustellen
,
sondern
es sei,
nachdem ihm am
D._
die Arbeitsstelle noch während der Probezeit gekündigt w
orden sei,
er
zwei Tage später
einen Zusammenbruch erlitten
habe und in der Folge
krankgeschrieben
worden sei, die Beklagte 2 zu verpflichten.
Alternativ sei
der Zeitpunkt des Eintritts während der Anstellung bei der
Y._
AG
zu prüfen
, da er während dieser Anstellungszeit ein sehr de
stabilisierend wirkendes Trauma erlitten habe, welches mehrere
Arbeit
sausfälle und Krankschreibungen durch den
Hausarzt
zur Folge gehabt habe, womit die Beklagte 3 zu verpflichten wäre (S. 17 f.).
2.2
2.2.1
Die Beklagte 1 stellte sich demgegenüber auf
den Standpunkt
(
Urk.
12)
, d
ie IV-Stelle habe den Beginn der Wartezeit auf den 2
7.
Oktober 2014 (Datum der Kündigung des letzten Arbeitsverhältnisses) gelegt, da der Kläger während rund vier Monaten arbeitsfähig gewesen sei. Die Berücksichtigung der Arbeitsunfä
higkeit vom
1.
Januar 2013 bis zum 3
1.
Mai 2014 führe durch den Un
terbruch von vier Monaten
im Dispositiv der Verfügung der IV-Stelle zu keinem anderen Ergebnis, weshalb kein Rechtschutzinteresse
zur
Anfechtung
des Entscheides
bestanden habe (S. 6).
Mit Arztbericht des psychotherapeutischen A
mbulatoriums vom 1
1.
Februar 2013 sei
dem Kläger echtzeitlich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
Januar bis 2
8.
Februar
2013
aufgrund einer
rezidivierende
n
depressive
n
Stö
rung, gegenwärtig mittelgrad
ige Episode und eine
r
andauernde
n
Persönlich
ke
itsstörung a
ttestiert worden. Diese Angaben seien
massgebend
. Die lediglich prognostizierte
Wiedererlangung
einer
Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100
%
sei
von einer
angepassten Tätigkeit abhängig gemacht
worden
, da krankheitsbe
ding
t eine reduzierte Belastbarkeit
bestanden habe
und a
nlässlich der späteren Arztberichte dies
e Diagnosen stets bestätigt worden
seien
,
ohne dass
sich
eine Änderung der Befunde
ergeben habe
.
Im Zusammenhang mit der Integration
des Klägers habe die IV-Stelle Arbeitsversuche
bei der
B._
AG un
terstützt, die vom 2
8.
Juni 2013 bis zum 1
1.
Februar 2014
gedauert hätten
. Vor
aussetzung dafür sei eine Teilarbeitsunfähigkeit im Umfang von mindestens 50
%
gewesen. Nachdem diese gescheitert seien,
habe die IV-Stelle die Einglie
derung
abgeschlossen
und einen Rentenanspruch
in Aussicht gestellt
. Vom
4.
März bis
1
1.
Mai 2014 sei der Kläger vollständig
arbeitsunfähig
gewesen. Der Kläger sei damit während einer mindestens anderthalbjährigen ununterbroche
nen Zeitspanne arbeitsunfähig im Rahmen von mindestens 50
%
gew
esen und alleine die nach rund vier
Monaten geschei
terte Anstellung bei der
C._
AG am
1.
Juni 2014 sei der Grund dafür gewesen, wieso die IV-Stelle nicht schon für den genannten Zeitraum von eineinhalb Jahren die Rentenfrage habe prüfen können. Der zeitliche Zusammenhang zwischen der eineinhalb Jahre an
dauernden Arbeitsunfähi
gkeit und der Invalidität ab 1.
Oktober 2015 sei durch den
Arbeitsversuch bei der
C._
AG
nicht unterbrochen
worden (S. 7)
.
2.2.2
Die Beklagte 2 machte geltend
(
Urk.
17 S. 2 f.)
, dass ihr weder der Vorbescheid noch die Verfügung der IV-Stelle eröffnet worden seien.
Daher bestehe für
sie
keine Bindung an die iv-rechtliche
n
Feststellungen. Der Kläger sei erstmals im Bericht der
E._
AG vom 3
0.
Juli 2015 seit Oktober 2014 als dauer
haft arbeitsunfähig erachtet worden. Eine vorherige Arbeitsunfähigkeit im er
forderlichen Ausmass sei insbesondere nicht während des Arbeitsverhältnisses des Klägers bei der
Y._
AG vorgelegen. Der Kläger sei n
ach Aufgabe dieser
Stelle Ende August 2010 zu 100
%
arbeitsfähig gewesen
und
habe
Arbeitslosenentschädigung
bezogen. Überdies
habe er
mehrere
Anstellun
gen
von längerer Dauer
inne
gehabt
,
weshalb ein
zeitliche
r
Zusammenhang un
terbrochen wäre.
Mangels Vorliegen der relevanten vorsorgerechtlichen Ar
beitsunfähigkeit im Zeitraum der Anstellung des Klägers bei der
Y._
AG bis August 2010 und der Nachdeckungsfrist sei sie nicht leistungs
pflichtig.
2.2.3
Die Beklagte 3 führte schliesslich aus
(
Urk.
14 S. 12 f.)
, die
IV-Verfügung vom
8.
März 2016 sei ihr nicht eröffnet worden.
Der Kläger habe vom 2
2.
Oktober
bis zum 1
3.
De
zember 2012
beim
D._
gearbeitet. Der Grund
für die Kündigung
seitens des Arbeitgebers sei
eine schwierige Situation mit einem anderen Mitar
beiter
gewesen, weshalb das Ar
beitsverhältnis schon nach zwei Monaten un
d noch in der Probezeit beendet worden sei
. Am 1
5.
Dezember
2012 habe
der Klä
ger einen Unfall
erlitten, aufgrund dessen ihm
eine Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 1
4.
bis zum 2
3.
Dezember 2012 und für die Zeit
vom
1.
Januar bis zum 2
8.
Februar 2013 attestiert worden sei.
Die
für
die Zeit von Anfang Januar
bis Ende Feb
ruar 2013 attestierte Arbeitsunfähigkeit
hätten
dem Kläger eine Verschnaufpause ermögli
chen
sollen
, damit er sich von
seinem
Unfall vollstän
dig
erhole
und ihm
der
Druck
aufgrund des erneute
n Stellenverlustes genom
men werde. Damit hätten beide in die Nachdeckungsfrist
der Beklagten 3 fal
lenden Arbeitsunfähigkeiten - anders als d
ie übrigen Arbeitsunfähigkeiten
- nicht die zur Invalidität führende Krankheit zum Inhalt, sondern
die
im Januar 2013 bestehend
e besondere Belastungssituation
nach der
erhaltenen Kündigung
und dem erlittenen Unfall. Der sachliche Zusammenh
ang zwischen dem der
In
validität
zugrundeliegenden Gesundheitsschaden und dem aufgru
nd des Unfalls vom 1
5.
Dezember
2012 erlittenen Gesundheitsschaden
sei nicht gegeben.
Vom
1.
Juli bis zum 3
0.
September 2013
habe
der
Kläger mit einem Pensum von 80
Prozent (20 Pr
ozent verwendete er auf die Stell
ensuche) bei der
B._
AG
gearbeitet
.
N
achdem er eine bereits auf den
1.
November 2013
zugesagte Stelle nicht habe antreten könne, habe
er bei der
B._
AG bis Ende Februar 2014
weiter gearbeitet
. Vom
1.
Juni bis zum 2
7.
Oktober 2014
sei er
bei der
C._
AG mit
einem Pensum von 100 Prozent
tätig gewesen. D
er
Kläger
habe damit während elf
Monaten
(bei zwei Arbeitgebern) zur Zufriedenheit sei
ner Vorgesetzten
gearbeitet
. Damit
sei auch der zeitli
c
he
Zusammenhang zwi
schen dem der Invalidität zug
rundeliegenden und dem aufgrund
des Unfalls vom 1
5.
Dezember 2012 erlittenen Ge
sundheitsschaden nicht gegeben.
Di
e Kla
ge gegen die Beklagte 3 sei folgli
ch abzuweisen.
3.
3.1
Was den Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit anbe
langt, stellt sich vorab die Frage der Bindungswirkung (vgl. BGE 130 V 270
E. 3.1 f.) an die von der IV-Stelle im Rahmen ihres Rentenentscheids getroffenen Feststellungen.
3.2
Der Beklagten
1
,
über welche der Kläger zuletzt aufgrund seiner Anstellung bei der
C._
AG vom
1.
Juni 2014 bis Ende Dezember 2014 unter anderem für das Invaliditätsrisiko vorsorgeversichert war (vgl.
Urk.
2/2 und
Urk.
2/8)
,
wurde die Verfügung der IV-Stelle vom
8.
März 2016 (
Urk.
22/115 und
Urk.
22/117)
, mit welcher dem Kläger
mit Wirkung ab
1.
Oktober 2015
eine
ganze
Rente der Invalidenversicherung zugesprochen
wurde, zugestellt (vgl.
Urk.
22/11
4
/2 und
Urk.
22
/1
17/2
). Die Beklagte
1
wurde von der IV-Stelle zu
dem auch ins
Vorbescheidverfahren
mit
einbezogen (
Urk.
9/8 und
Urk.
22/109/3) und hatte zudem
aufgrund
eines
Akteneinsichtsbegehren
s
(
Urk.
22/110) die Ak
ten der IV-Stelle erhalten (
Urk.
22/112)
.
Die formelle Voraussetzung für eine Bindungswirkung des Entscheides der Invalidenversicherung für di
e Vorsorge
einrichtung (vgl. E. 1
.
4
) ist somit erfüllt.
Eine verspätete Anmeldung des Klägers
zum Leistungsbezug liegt nicht vor, sprach die IV-Stelle
nach
der
bereits im
Juli 2012
erfolgten
Anmel
dung (
Urk.
12/3
)
,
womit ein
frühest
möglicher Rentenanspruch
ab Januar 2013
in Be
tracht fiel
(vgl.
Art.
29 IVG)
,
doch erst mit Wirkung ab
1.
Oktober 2015
Renten
leistungen zu (
Urk.
13/120).
Was d
en Zeitpunkt des Eintritts der invalidisieren
den Arbeitsunfähigkeit anbelangt, setzte die IV-Stelle den Beginn der Wartezeit
auf den 2
7.
Oktober 2014 fest (vgl.
Urk.
22
/
117
).
Insofern die
Beklagte 1
geltend macht
,
in Anlehnung an die höchstrichterliche Rechtsprechung hätte sie kein Rechtsschutzinteresse für die Anfechtung der IV-Verfügung gehabt, da die Berücksichtigung bzw. Erwähnung der Arbeitsunfä
higkeit des Klägers vom
1.
Januar 2013 bis zum 3
1.
Mai 2014 durch den Unter
bruch von 4 Monaten – womit die Arbeitstätigkeit bei der
C._
AG ge
meint ist – zu keinem anderen Dispositiv der IV-Stelle hätte führen können (
Urk.
12 S. 6 und 7), kann ihr nicht gefolgt werden. Angesichts der Anmeldung des Klägers für IV-Leistungen am 2
6.
Juli 2012
hätte
nach Abschluss der Inte
grationsmassnahmen der IV-Stelle im Februar 2014 (vgl.
Urk.
22/58/5-6 und
Urk.
22/62)
durchaus
bereits
ein
früherer
(befristeter) Rentenanspruch
zum Ge
genstand einer prozessualen Beurteilung gemacht werden können
.
Folglich be
stand i
m Verfahren der Invalidenversicherung
– angesichts der gesetzlichen Re
gelung von
Art.
29
bis
IVV -
in Bezug auf
die
Feststellung frühere
r Arbeitsunfä
higkeiten
e
in Rechtsschutzinteresse
,
da dies für den Entscheid der Invalidenver
sicherung relevant war.
Nachdem die
Beklagte 1
auf eine Anfechtung d
es IV-Entscheids verzichtet
hat
,
besteht im Sinne des in
E.
1.4 und E.
1.5
Ausgeführ
ten für sie
somit
eine Bindungswirkung an die Feststellungen der IV-Stelle (vorbehältlich offensichtlicher Unhaltbarkeit).
3.3
3.3
.1
Nach dem hiervor Gesagten
ist
der Entscheid der IV-Stelle
und dabei insbeson
dere
die Frage des Eintritts der massgeblichen Arbe
itsunfähigkeit nicht frei
,
sondern
im Lichte
offensichtlich unhaltbare
r
,
geradezu willkürlicher
Feststel
lungen
der IV-Organe und einer
qualifizierten Unrichtigkeit des IV-Entscheides
zu prüfen
(E. 1.4 hie
r
vor)
.
3.3.2
Anhaltspunkte dafür, dass diese Feststellungen der Invalidenversicherung offen
sichtlich unhaltbar sind, finden sich keine in den Akten. Vielmehr ergibt sich, dass der Kläger
,
nachdem
er die Anstellung bei der
C._
AG am
1.
Juni 2014 aufgenommen hatte
,
bis zur Kündigung Ende Oktober 2014
—
während rund fünf Monaten —
die geforderte
n
Leistungen
erbrachte
(
Urk.
12/76 und
Urk.
2/2).
Auch davor
gab die Leistungsfähigkeit des Klägers
im Rahmen des
Arbeitsversuchs
bei
der
B._
AG
vom
Juli 2013 bis
(schliesslich)
Feb
ruar 2014
keinen Anlass zu Beanstandungen und
der Arbeitgeber
hielt
konstant gute Leistung
en
f
est
(
Urk.
12/63/5)
.
Gemäss den medizinischen Berichten befand sich der Kläger vom
5.
November bis
9.
Deze
mber 2014
in
stationär
er Behandlung
in der
F._
und vom
5.
Januar bis 2
7.
Februar 2015 in stationärer Behandlung in der
E._
(vgl.
Urk.
12/84 und
Urk.
12/96/7-10)
,
weshalb
in diesem Zeitraum
nachvollziehbar
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist
.
Im Juli 2015 attestierte
Dr.
med.
G._
des Psychiatriezentrums
H._
, welche den Kläger seit März 2015 ambulant behandelte, eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit, stellte
mit dem Hinweis auf eine
Chronifizierung
vo
m
d
ysfunktionalen Verhal
tensmus
ter
eine schlechte Prognose
und
wies
im
Verlaufsbericht vom
2
6.
November 2015
auf einen seither
stationären Verlauf
hin
(
Urk.
12/102
und
Urk.
12/105/2
Ziff.
1.1
).
Der regionale ärztl
iche Dienst (RAD) der IV-Stelle
bzw.
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychotherapie
,
hielt in ihrer Stellungnahme vom
6.
August 2015 (
Urk.
12/106/5 f.) unter Bezugnahme auf die medizinischen Akten als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit vielen Jahren bestehend
e
kombinierte und sonstige Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Zügen (ICD-10 F 61) und eine seit mindestens Oktober 2014 be
stehende rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F 33.1) fest.
Beim Kläger bestünden e
in selbstunsicheres Auftreten. I
m Denken sei er teilweise eingeengt auf seine schwierige Situation, im Affekt nie
dergestimmt mit schweren Insuffizienzgefühlen und emotionaler Instabilität mit impulsiven, verbal aggressiven Affektdurchbrüchen, insbesondere
in Belas
tungssituationen. Die v
erb
alaggressiven Impulsdurchbrüche
und zwis
chen
menschliche Konflikte
führten zu Schuld- und Schamgefühlen und aufgrund der Insuffizienzgefühle fühle er sich unter Druck gesetzt, sich keiner Arbeit ge
wachsen und bleibe dann von der Arbeit fern (Vermeidungsverhalten). Die Kon
zentrationsfähigkeit, die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien schwer eingeschränkt. Beim Kläger müsse von einem bereits
chronifizierten
Gesund
heitsschaden ausgegangen werden und es hätten bereits mehrere
Hospitalisatio
nen
und weiterführende ambulante Therapien stattgefunden, ohne dass eine we
sentliche Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Die
dysfunktio
nale Verhaltensweise
habe bisher nicht verändert werden können und eine wei
tere Teilnahme an einer Stabilisierungsgruppe für
Traumafolgestörungen
sei im August 2015 für ca. 3 Monate geplant. Es
sei
jedoch nicht zu erwarten, dass dadurch kurzfristig die Arbeitsfähigkeit erhöht werden könne und es müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem längerdauernden und
höhergradi
gen
Gesundheitsschaden ausgegangen werden. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
seit Oktober 2014 in bisheriger und einer angepassten Tätigkeit fest
gehalten.
3.3.3
Eine qualifizierte Unrichtigkeit des IV-Entscheids ist
damit nicht zu sehen und solches wird den von der Beklagten 1 auch nicht geltend gemacht.
In diesem Zusammenhang ist zudem in Erinnerung zu rufen, dass es für eine offensichtli
che Unhaltbarkeit des Entscheids der IV-Stelle nicht genügt, wenn eine andere Lösung – so auch der Eintritt der massgeblichen Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt – ebenfalls als vertretbar oder sogar zutreffender erscheint. Nach dem Gesagten ist die Eröffnung des Wartejahrs per
2
7.
Oktober 2014
und die
Zusprache
einer ganzen Rente per
1.
Oktober 2015
durch die IV-Stelle je
denfalls
nicht offensichtlich unhaltbar.
4
.
4.1
Demzufolge ist die Beklagte
1
in Bindung an den invalidenversicherungsrechtli
chen Entscheid zu verpflichten
,
dem
Kläger mit Wirkung ab
1.
Oktober 2015
ei
ne voll
e Invalidenrente
auszurichten
(vgl.
Ziff.
18.5.1
i.V.m
.
Ziff.
18.2.3
lit
. a
des
Personalvorsorgereglements [
Urk.
2/11
]). Mit Blick darauf, dass sich der Kläger in seinem Rechtsbegehren eines (ziffernmässig) konkreten Antrags be
treffend Leistungsumfang – der Kläger
beantragte darin einzig die
gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge rückwir
kend seit Beginn
der IV-
R
ente
(
Urk.
1 S. 2) – enthalten hat, bleibt die Festset
zung des
gesetzlichen und reglementarischen
Leistungsanspruchs in
masslicher
Hins
icht einstweilen der Beklagten 1
überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde dem Kläger erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
Damit ist auch gesagt, dass ein Anspruch auf Invalidenleis
tungen gegenüber der Beklagten 2 und der Beklagten 3
ausser Betracht fällt.
4.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der ge
richtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%
, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Dem Kläger sind folglich für die bis zur Klageerhebung am 2
5.
Oktober 2016
(vgl.
Urk.
1) fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
ab diesem Zeitpunkt und für die weiteren Rentenleistungen ab deren jeweiligem Fälligkeitsdatum – ange
sichts des Fehlens einer abweichenden reglementarischen Bestimmung – Ver
zugszinsen von 5
%
zuzusprechen.
5
.
5
.1
A
usgangsgemäss ist die Beklagte 1
gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zu verpflichten, dem anwaltlich vertretenen Kläger eine Prozessentschädigung zu entricht
en, wobei ein Betrag von
Fr.
3‘6
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) als angemessen erscheint.
5
.2
Art.
73
Abs.
2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträ
gerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrecht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu
Art.
159
Abs.
2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz/OG) praxis
gemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht
kein Grund, bei der Beklagten 2 und der Beklagten 3
– trotz ihres Antrags – anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7 und 117 V 349
E. 8, je mit Hinweisen).
Der Beklagten 1
steht eine Prozessentschädigung ausgangsgemäss nicht zu.