Decision ID: 8f026e04-7887-48f2-8b3e-ab47451b28f4
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die A._ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Sitz in (Ort-
schaft im Kanton Freiburg) ist ein Unternehmen in der Baubranche. Sie
beanspruchte im verfahrensgegenständlichen Zeitraum zwischen Januar
2016 und Januar 2019 insgesamt Fr. 63'732.55 an Schlechtwetterentschä-
digungen. Am 18. November 2019 führte das Staatssekretariat für Wirt-
schaft SECO (nachfolgend: Vorinstanz) hinsichtlich der bezogenen
Schlechtwetterentschädigungen eine Betriebskontrolle durch. Anlässlich
dieser Kontrolle stellte sie unter anderem fest, dass die Arbeitszeitkontrol-
len aus dem Jahr 2016 nicht vorlägen und der Mitarbeiter B._ seit
Februar 2018 keine Zeiterfassung mehr führe. Dies bestätigte die Be-
schwerdeführerin unterschriftlich. Mit der Unterschrift nahm sie gemäss
dem auf dem Formular aufgedruckten Hinweis unter anderem zur Kennt-
nis, dass nach der Kontrolle eingereichte Akten, die den geprüften Unter-
lagen widersprächen, nicht mehr berücksichtigt würden und nachgereichte
Unterlagen eine zum Zeitpunkt der Kontrolle fehlende Zeiterfassung nicht
ersetzen könnten.
B.
Mit Revisionsverfügung vom gleichen Tag entschied die Vorinstanz, die Be-
schwerdeführerin habe Versicherungsleistungen in Höhe von Fr. 50'025.20
unrechtmässig bezogen. Diese seien innert 30 Tagen an die Arbeitslosen-
kasse des Kantons Freiburg zurückzuerstatten. Zur Begründung führte sie
aus, die Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin hätten an Tagen, für wel-
che wetterbedingte Arbeitsausfälle geltend gemacht worden seien, Ferien-
oder Freitage bezogen oder seien unfallbedingt arbeitsunfähig gewesen.
Zudem habe der Betrieb für das Jahr 2016 bei allen Mitarbeitenden und für
B._ darüber hinaus auch ab Februar 2018 keine betriebliche Zeit-
kontrolle vorlegen können, welche täglich über die geleisteten Arbeitsstun-
den inkl. allfälliger Mehrstunden, die wetterbedingten Ausfallstunden sowie
über sämtliche übrigen Absenzen wie bspw. Ferien, Feiertage, Krankheit,
Unfall, Militär-/Zivilschutzdienst Auskunft gebe. Die geltend gemachten Ar-
beitsausfälle liessen sich auch nicht anhand anderer betrieblicher Unterla-
gen plausibilisieren. Im Gegenteil seien für C._ vom 1. März–
7. März 2016 und für B._ vom 6. Februar–23. Februar 2018 Ar-
beitsausfälle geltend gemacht worden, obwohl diese gemäss SUVA-Tag-
geldabrechnungen und -Unfallscheinen unfallbedingt ganz oder teilweise
arbeitsunfähig gewesen seien. Als Folge seien die Arbeitsausfälle für Tage,
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an denen die Mitarbeitenden gearbeitet hätten, infolge Ferien- oder Frei-
tagsbezug abwesend gewesen seien oder unfallbedingt nicht hätten arbei-
ten können, im Umfang eines halben Tages (wenn maximal ein halber Tag
gearbeitet wurde) oder eines ganzen Tages abzuerkennen. Die Arbeitsaus-
fälle der Monate Januar–März 2016 seien für alle Mitarbeitenden, diejeni-
gen der Monate Februar 2018 und März 2019 für B._ mangels be-
trieblicher Zeitkontrolle nicht überprüfbar und damit vollumfänglich abzuer-
kennen; ebenso die Ausfälle bei C._ und B._ während ihrer
unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit.
C.
Am 18. Dezember 2019 erhob die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz
Einsprache und beantragte im Wesentlichen die Aufhebung der Revisions-
verfügung. Die Inspektion der Vorinstanz habe ihr nicht die Möglichkeit ge-
lassen, die zu diesem Zeitpunkt nicht sofort gefundenen Stundenrapporte
zu suchen oder zu überlegen, wo diese seien. Erst nach der Kontrolle sei
dem Geschäftsführer der Beschwerdeführerin eingefallen, dass sich diese
Unterlagen im Keller seiner geschiedenen Ehefrau befinden müssten, wo
er sie in der Folge auch gefunden habe. Gestützt auf diese Unterlagen
führte die Beschwerdeführerin aus, dass die für das Jahr 2016 beanspruch-
ten Schlechtwetterentschädigungen belegt und weitgehend rechtmässig
seien; für einzelne Mitarbeitende sei sogar zu wenig Entschädigung bezo-
gen worden. Die für Januar und Februar 2017 aberkannten Stunden bestritt
die Beschwerdeführerin nicht, berief sich aber auf guten Glauben und das
Vorliegen einer Härte, weshalb auf eine Rückforderung zu verzichten sei.
Für B._ brachte die Beschwerdeführerin ebenfalls die fehlenden
Stundenrapporte für Februar 2018 und Januar 2019 bei und führte aus, es
sei der Entschädigungsanspruch damit belegt; zwar seien geringe Fehler
erkennbar, auch diese Rückforderung sei aber zu erlassen. Gleiches
brachte sie bezüglich der fehlerhaft beanspruchten Schlechtwetterentschä-
digung von C._ im März 2018 vor. Schliesslich habe die Vorinstanz
das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt, da diese weder Ge-
legenheit gehabt habe, die fehlenden Unterlagen zu suchen, noch im Vor-
feld des Erlasses der Revisionsverfügung angehört worden sei.
D.
Mit Entscheid vom 9. Januar 2020 wies die Vorinstanz die Einsprache ab.
In der Begründung stützte sie sich darauf, dass der Geschäftsführer der
Beschwerdeführerin unzweifelhaft ausgeschlossen habe, dass Unterlagen
aus dem Jahr 2016 vorhanden seien, und ebenso erklärt habe, in den Stun-
denrapporten von B._ seien keine Einträge vorhanden gewesen.
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Dazu sei erklärt worden, dass der Mitarbeiter sich geweigert habe, die
Stundenrapporte auszufüllen. Die Authentizität der nun nachgereichten
Unterlagen könne nicht beurteilt werden, sei aber zweifelhaft, da die neuen
Rapporte für das Jahr 2016 sauberer ausgefüllt seien als die anlässlich der
Kontrolle vorgefundenen. Endgültig unglaubwürdig seien die für
B._ nachgereichten Rapporte, nachdem für ihn an der Kontrolle
leere Stundenblätter vorgefunden worden seien und der Geschäftsführer
dezidiert erklärt habe, B._ habe die Rapporte nicht ausgefüllt. Dies
sei aber irrelevant, denn in der Info-Service Broschüre "Schlechtwetterent-
schädigung" würden die Betriebe darauf hingewiesen, dass für Mitarbei-
tende, für welche keine betriebliche Arbeitszeitkontrolle geführt werde, kein
Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung bestehe. In einem gesonder-
ten Kapitel führe diese Broschüre weiter im Detail aus, welchen Anforde-
rungen die betriebliche Arbeitszeitkontrolle zu genügen habe. Ferner weise
insbesondere auch die Verfügung betreffend Meldung über wetterbedingte
Arbeitsausfälle des Amtes für den Arbeitsmarkt, welche die Beschwerde-
führerin für jeden Monat, für den sie Schlechtwetterentschädigung geltend
gemacht habe, erhalten habe, unter "wichtige Hinweise" auf das Erforder-
nis der betrieblichen Arbeitszeitkontrolle hin. Wenn die Beschwerdeführerin
diese Informationen nicht zur Kenntnis nehme, sei das ihr anzulasten;
überdies habe der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin die Feststel-
lungen anlässlich der Inspektion auf dem Formular "Geprüfte Unterlagen"
unterschriftlich bestätigt und den Hinweis, dass auf nachgereichte Akten
nicht abgestellt würde, zur Kenntnis genommen. Schliesslich, so die wei-
tere Feststellung der Vorinstanz, akzeptiere die Beschwerdeführerin die
übrigen Beanstandungen und Korrekturen der Abrechnungsperioden Ja-
nuar und Februar 2017, Februar 2018 und Januar 2019.
E.
Gegen diesen Entscheid führt die Beschwerdeführerin am 7. Februar 2020
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, (1) der Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren oder nicht zu entzie-
hen, (2) die Beschwerde gutzuheissen, (3) den Einspracheentscheid der
Vorinstanz aufzuheben, (4) die Revisionsverfügung der Vorinstanz aufzu-
heben, (5) festzustellen, dass sie keine Versicherungsleistungen unrecht-
mässig bezogen habe, eventualiter anzuordnen, dass allfällig unrechtmäs-
sig bezogene Versicherungsleistungen nicht zurückzuerstatten seien, sub-
enventualiter die Rückerstattung zu erlassen, subsubeventualiter den
Rückerstattungsbetrag auf maximal Fr. 21'330.05 zu beschränken oder
subsubsubeventualiter die Angelegenheit zur neuen Beurteilung im Sinne
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der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen und zwar (6) unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz.
F.
Mit Vernehmlassung vom 6. August 2020 beantragt die Vorinstanz, die
Rückforderung im vollen Umfang zu bestätigen und verweist darin zur Be-
gründung auch auf die Ausführungen in der Revisionsverfügung und im
Einspracheentscheid.
G.
Mit Erklärung vom 13. Oktober 2020 verzichtete die Beschwerdeführerin
auf eine Replik.
H.
Am 20. Oktober 2021 wurde den Beteiligten der Wechsel des Instruktions-
richters und des zuständigen Gerichtsschreibers aus gerichtsorganisatori-
schen Gründen (Geschäftslastverteilung) mitgeteilt.
I.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit sie urteilsrele-
vant sind, an entsprechender Stelle in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Vorinstanz vom 9. Januar 2020. Der angefochtene Entscheid ist eine
Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensge-
setz, VwVG, SR 172.021). Verfügungen der Vorinstanz unterliegen der Be-
schwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 101 des Bundesgeset-
zes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG,
SR 837.0]. Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts ist somit ge-
geben.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist als Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids durch
diesen besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen
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Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. Art. 59 des Bundes-
gesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Sie ist daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt
der Beschwerde sind gewahrt (Art. 50 und Art. 52 VwVG; vgl. Art. 60
ATSG), der Kostenvorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4
VwVG), und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die
Beschwerde ist demzufolge grundsätzlich einzutreten.
1.2 Nicht weiter einzugehen ist auf das Rechtsbegehren 1, es sei die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen oder nicht zu entziehen. Wie die Be-
schwerdeführerin dazu selbst ausführt und auch das Bundesverwaltungs-
gericht in seiner Zwischenverfügung vom 13. Februar 2020 festgehalten
hat, kommt der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung
zu (Art. 100 Abs. 4 AVIG e contrario i.V.m. Art. 55 Abs. 1 und 5 VwVG).
1.3 Nicht einzutreten ist auf das Rechtsbegehren 4 (Aufhebung der Revisi-
onsverfügung vom 18. November 2019), da die Revisionsverfügung nicht
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Sie wurde durch den ange-
fochtenen Einspracheentscheid vom 9. Januar 2020 ersetzt und gilt im vor-
liegenden Verfahren als mitangefochten (vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; 129 II
438 E. 1).
1.4 Ebenso ist nicht einzutreten auf das im Rechtsbegehren 5 hauptsäch-
lich gestellte Feststellungsbegehren, dass die Beschwerdeführerin keine
Versicherungsleistungen unrechtmässig bezogen habe. Feststellungsbe-
gehren sind zu Gestaltungs- und Leistungsbegehren subsidiär; solche Be-
gehren stellt die Beschwerdeführerin mit Ziffer 3 ihrer Anträge und mit ei-
nem Teil ihrer Eventualbegehren. Für ein separates Feststellungsinteresse
besteht kein Raum.
1.5 Schliesslich ist auch auf den ebenfalls im Rechtsbegehren 5 gestellten
Antrag auf Erlass der Rückerstattung nicht einzutreten. Die Beurteilung des
Erlassgesuchs fällt nicht in die Kompetenz des Bundesverwaltungsgerichts
(Art. 25 Abs. 1 ATSG; Art. 119 Abs. 3 der Verordnung vom 31. August 1983
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-
schädigung [Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV, SR 837.02]). Im
Einspracheentscheid hat die Vorinstanz angekündigt, sie werde ab Rechts-
kraft ihres Entscheids das von der Beschwerdeführerin gestellte Erlassge-
such an die zuständige Arbeitslosenkasse weiterleiten. Es ist davon aus-
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zugehen, dass dies weiterhin geschehen wird. Ansonsten wäre es der Be-
schwerdeführerin unbenommen, ein Erlassgesuch an die Arbeitslosen-
kasse zu richten, welche dieses der kantonalen Amtsstelle zur Beurteilung
unterbreitet (zu den Voraussetzungen und zum Verfahren vgl. Urteil des
BVGer B-664/2017 vom 7. März 2019 E. 7).
2.
Der Rückforderungsbetrag von Fr. 50'025.20 setzt sich aus verschiedenen
von der Vorinstanz aberkannten Einzelstunden zusammen, die in den Bei-
lagen zur Revisionsverfügung detailliert wiedergegeben werden. Darauf ist
zu verweisen. Die aberkannten Stunden zerfallen in zwei Kategorien: Ei-
nerseits wurden für alle Mitarbeitenden sämtliche geltend gemachten
Schlechtwetterstunden der Monate Januar bis März 2016 (insgesamt
1027.5 Stunden) und für B._ überdies die Schlechtwetterstunden
für Februar 2018 und Januar 2019 (insgesamt 119.5 Stunden, wobei deren
53.5 auch aufgrund Unfalls abzuerkennen seien) aberkannt, weil dafür an
der Arbeitgeberkontrolle (noch) keine Stundenrapporte vorlagen. Hierbei
handelt es sich um die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Einspra-
che eingereichten Unterlagen, die der Geschäftsführer (angeblich) im Kel-
ler seiner geschiedenen Ehefrau aufgefunden hat. Andererseits wurden di-
verse andere Stunden aufgrund verschiedener Mängel aberkannt (insge-
samt 534.5 Stunden). Für diese Mängel räumt die Beschwerdeführerin je-
weils ein, dass ihr ein Fehler bei der Abrechnung unterlaufen sei. Sie be-
streitet die Aberkennung nicht (vgl. Rz. 56, 59, 64 f. und 76 f. der Einspra-
che; Rz. 45, 48 f. und 53 f. der Beschwerde), stellt sich aber auf den Stand-
punkt, dass die Rückforderung nicht erheblich sei.
3.
Im Wesentlichen ist nach dem vorstehend in Erwägung 2 Gesagten zwei-
erlei umstritten und zu prüfen: Einerseits, für die Stunden der Kategorie 1,
ob die Vorinstanz zur Beurteilung des Arbeitsausfalls bei der Beschwerde-
führerin zu Recht nicht auf die von dieser nachträglich eingereichten Un-
terlagen abgestellt hat und andererseits, für die Stunden der Kategorie 2,
ob die Vorinstanz die Fehlbeträge beim Arbeitsausfall zu Recht als erheb-
lich beurteilt hat oder ob sie von einer Rückforderung hätte absehen sollen.
Gegen die Nichtberücksichtigung der nachgereichten Unterlagen bringt die
Beschwerdeführerin verschiedene Rügen vor, die aber zusammenhängen
und demnach gemeinsam zu behandeln sind: Zunächst ist die Praxis zu
den nachgereichten Unterlagen darzulegen (E. 4.3), anschliessend ist zu
beurteilen, ob die Vorinstanz die Praxis korrekt angewandt hat, ob sie
dadurch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt hat (E. 4.5)
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oder ob die übrigen von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten Argu-
mente ein Abweichen von der Praxis rechtfertigen (E. 4.6 und 4.7). Ab-
schliessend ist die zweite Frage zur Rückforderbarkeit (Erheblichkeit) ei-
nes allfälligen Fehlbetrags zu beantworten (E. 5).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunt, die Vorinstanz hätte die
nachgereichten Unterlagen berücksichtigen müssen. Sie erblickt zunächst
eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts darin, dass die Vorinstanz
auf die Unterlagen nicht abgestellt hat. Der Geschäftsführer der Beschwer-
deführerin habe den Überblick über die Administration aus den Augen ver-
loren und sei durch die Kontrolle zusätzlich in Stress geraten. Nur deshalb
habe er sich nicht an die gegenständlichen Unterlagen erinnert und unter-
schriftlich bestätigt, diese seien bereits weggeworfen oder (im Falle von
B._) gar nie erstellt worden. Als er sich dann daran erinnert habe,
dass die Unterlagen sich im Keller seiner ehemaligen Ehefrau befinden
könnten, sei es bereits zu spät gewesen, dies der Vorinstanz zu melden,
da die Revisionsverfügung bereits ergangen sei. Daher habe er dies im
Rahmen der Einsprache vorgebracht und die entsprechenden Rapporte
dann eingereicht. Die Erklärung des Geschäftsführers sei offensichtlich im
Irrtum erfolgt und die nachgereichten Unterlagen seien zu berücksichtigen,
womit sich die Arbeitsausfälle als kontrollierbar erwiesen. Sodann rügt die
Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, die sie in der
Tatsache erblickt, dass die Vorinstanz einerseits sich nicht mit ihren Vor-
bringen zur Authentizität der nachgereichten Unterlagen auseinanderge-
setzt und andererseits auch entgegen ihrem Beweisantrag den Geschäfts-
führer der Beschwerdeführerin nicht befragt habe. Schliesslich habe die
Vorinstanz Recht verletzt, indem sie den angeblichen Irrtum des Ge-
schäftsführers nicht erkannt, die Kontrollierbarkeit der Arbeitsausfälle ver-
neint sowie der Beschwerdeführerin keine angemessene Frist zur Entkräf-
tung allfälliger Zweifel eingeräumt habe.
4.2 Die Vorinstanz merkt zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin an,
dass sie die Arbeitgeberkontrollen nicht überraschend durchführe, sondern
der Termin zwei bis drei Wochen im Voraus telefonisch angekündigt werde
und der betroffene Arbeitgeber aufgefordert werde, sämtliche betrieblichen
Unterlagen bezüglich der zu prüfenden Schlechtwetterentschädigung be-
reit zu halten oder anzugeben, wo diese eingesehen werden könnten. Dies
sei so auch bei der Beschwerdeführerin geschehen. Sodann führt die Vo-
rinstanz aus, dass sich die anlässlich der Kontrolle gemachten Aussagen
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der Beschwerdeführerin mit den vorgefundenen Akten deckten; dagegen
sei das nachträgliche Auftauchen der vormals fehlenden Akten, wie im Ein-
spracheentscheid ausgeführt, unglaubwürdig. So sei nicht wahrscheinlich,
dass der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin sich nicht mehr an die
Unterlagen erinnerte, die er selbst über Jahre hinweg konstant im Keller
der entsprechenden Liegenschaft abgelegt haben wollte; der Widerspruch
der Aussagen zu den vorgefundenen Akten, die unterschriftliche Bestäti-
gung und die Tatsache, dass es sich bei den ursprünglich gemachten Aus-
sagen um (typischerweise zuverlässigere) Angaben der ersten Stunde ge-
handelt habe, würden ebenfalls gegen die Authentizität der nachgereichten
Unterlagen sprechen. Ihre Sachverhaltsfeststellung sei damit vollständig
und korrekt gewesen. Auch seien die Aussagen der Beschwerdeführerin
zum Irrtum ihres Geschäftsführers widersprüchlich und unglaubwürdig.
Nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit habe sie zu
Recht nicht von einem Irrtum ausgehen und sich entsprechend auf die Aus-
sagen des Geschäftsführers abstützen können.
4.3 Zur hier von der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage der (angeb-
lich) nachträglich aufgefundenen Unterlagen besteht eine gefestigte Praxis
des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichts, die im Folgen-
den dargestellt wird.
4.3.1 Das Arbeitslosenversicherungsgesetz will den versicherten Perso-
nen einen angemessenen Ersatz für Erwerbsausfälle wegen Arbeitslosig-
keit, Kurzarbeit, schlechten Wetters und Zahlungsunfähigkeit des Arbeitge-
bers garantieren (Art. 1a Abs. 1 AVIG).
4.3.2 Arbeitnehmende in Erwerbszweigen, in denen wetterbedingte Ar-
beitsausfälle üblich sind, haben unter gesetzlich definierten Voraussetzun-
gen Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung (Art. 42 Abs. 1 AVIG). Da
die Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein müssen, haben indes selbst bei
Erfüllung der übrigen Voraussetzungen jene Arbeitnehmenden keinen An-
spruch auf Schlechtwetterentschädigung, deren Arbeitsausfall nicht be-
stimmbar oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist (Art. 42
Abs. 3 i.V.m. Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG). Durch den Verweis auf die Rege-
lungen zur Kurzarbeitsentschädigung ist anerkannt, dass die dort entwi-
ckelten Grundsätze auch auf das Verfahren der Schlechtwetterentschädi-
gung anwendbar sind (vgl. BGE 113 V 74 E. 3c). Die ausreichende Kon-
trollierbarkeit des Arbeitsausfalles setzt eine betriebliche Arbeitszeitkon-
trolle voraus (Art. 46b Abs. 1 AVIV).
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4.3.3 Nach ständiger Rechtsprechung kann dem Erfordernis einer betrieb-
lichen Arbeitszeitkontrolle grundsätzlich nur mit einer täglich fortlaufend ge-
führten Arbeitszeiterfassung über die effektiv geleisteten Arbeitsstunden
der von wetterbedingten Arbeitsausfällen betroffenen Mitarbeitenden Ge-
nüge getan werden. Unter einer täglich fortlaufend geführten Arbeitszeiter-
fassung, welche die Beweisanforderungen erfüllt, ist ein System zu verste-
hen, bei dem mindestens täglich durch die Mitarbeitenden selbst oder
durch eine Vorgesetzte oder einen Vorgesetzten die gearbeitete Zeit ein-
gegeben wird. Die gearbeiteten Stunden müssen nicht elektronisch erfasst
werden. Wesentlich sind die ausreichende Detailliertheit und die zeitglei-
che Dokumentierung (vgl. Urteile des BGer 8C_469/2011 vom 29. Dezem-
ber 2011 E. 6.2.1.2; des EVG C 269/03 vom 25. Mai 2004 E. 3.1 und
C 35/03 vom 25. März 2004 E. 4; des BVGer B-1946/2014 vom 3. Novem-
ber 2014 E. 5). Um der Anforderung der zeitgleichen Dokumentierung zu
genügen, dürfen die Einträge nicht beliebig nachträglich abänderbar sein,
ohne dass dies im System vermerkt wird. Eine rechtsgenügliche Arbeits-
zeiterfassung kann daher generell nicht durch nachträglich erstellte Doku-
mente ersetzt werden (vgl. Urteil des BVGer B-1911/2014 vom 10. Juli
2015 E. 6.2.1).
4.3.4 Massgebend ist sodann, dass die betriebliche Arbeitszeitkontrolle je-
derzeit kontrollierbar ist: Eine Fachperson der Ausgleichsstelle muss sich
innert angemessener Frist ein hinlänglich klares Bild über den Arbeitsaus-
fall machen können (Urteile 8C_469/2011 E. 5; B-664/2017 E. 2.3). Die zur
Verfügung gestellten Unterlagen müssen ermöglichen, möglichst zuverläs-
sig die genauen Arbeitszeiten jedes und jeder einzelnen Arbeitnehmenden
feststellen zu können (vgl. Urteile des BVGer B-1911/2014 E. 6.2.1, B-
1946/2014 E. 5 und B-3996/2013 vom 27. Mai 2014 E. 6.1.1 ff.). Eine Ar-
beitszeitkontrolle kann nach der Rechtsprechung weiter nur dann beweis-
tauglich sein, wenn sie keine systematischen Unstimmigkeiten aufweist,
wenn sie also – abgesehen von einzelnen Fehlern, welche immer vorkom-
men können – korrekt ist (vgl. Urteil des BGer 8C_1026/2008 vom 30. Juli
2009 E. 4.2.2; des BVGer B-6609/2016 vom 7. März 2018 E. 4.3). Die Aus-
gleichsstelle muss nicht die Unrichtigkeit der Zeiterfassung für jede Person
und jeden Tag individuell nachweisen. Hingegen muss die Ausgleichsstelle
bei begründeten Zweifeln am korrekten Einsatz einer grundsätzlich zum
Beweis geeigneten Arbeitszeitkontrolle den Arbeitgebern Gelegenheit ge-
ben, die Zweifel zu entkräften (vgl. Urteil des EVG C 66/04 vom 18. August
2004 E. 3.2; Urteile des BVGer B-6609/2016 E. 4.1; B-3778/2009 vom
23. August 2011 E. 3.6).
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4.3.5 Die Arbeitszeitkontrolle ist eine materiell-rechtliche Anspruchsvo-
raussetzung (condition de fond; vgl. Urteile des BVGer B-4689/2018 vom
14. Januar 2019 E. 3.2, B-2601/2017 vom 22. August 2018 E. 3.1.2 und B-
1911/2014 E. 3, je m.w.H.). Folglich obliegt der Arbeitgeberin, die den An-
spruch ihrer Arbeitnehmenden geltend macht (Art. 47 Abs. 1 AVIG), die ob-
jektive Beweislast hinsichtlich der zur Beurteilung der Anspruchsberechti-
gung und Berechnung der Entschädigung erforderlichen Unterlagen, wel-
che sie fünf Jahre aufzubewahren hat (Art. 47 Abs. 3 Bst. a AVIG i.V.m.
Art. 42 Abs. 3 und Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG sowie Art. 46b Abs. 2 AVIV;
vgl. Urteile des BGer 8C_276/2019 vom 23. August 2019 E. 3.1;
8C_26/2015 vom 5. Januar 2015 E. 2.3, je m.w.H.; des BVGer B-
2310/2020 vom 27. Dezember 2021 E. 2.1; B-6609/2016 E. 4.1, B-
1832/2016 vom 30. November 2017 E. 4.3.3).
4.3.6 Insbesondere besteht eine etablierte und bestätigte Praxis zur Beur-
teilung nachgereichter Unterlagen mit Blick auf die in solchen Konstellatio-
nen erhöhte Missbrauchsgefahr. Solche sind nur zu berücksichtigen, wenn
ihre Authentizität offensichtlich gegeben ist (Urteil B-4689/2018 E. 2.5.3).
Ansonsten gelten sie als untauglich zum Nachweis der Arbeitsausfälle. Aus
kontrolltechnischer Sicht kann bei nachträglich eingereichten Dokumenten
in der Regel nicht mehr von hinreichender Authentizität ausgegangen wer-
den, da sie nicht oder kaum von nachträglich erstellten Dokumenten unter-
schieden werden können und insofern objektiv keine Gewissheit erlangt
werden kann, dass solche Aufzeichnungen das Kriterium der Zeitgleichheit
erfüllen (vorstehend E. 4.3.3). Demnach kommt ihnen kein ausreichender
Beweiswert zu (vgl. BVGE 2021 V/2 E. 3.5.3 m.w.H.). Ebenso sind nach-
trägliche Befragungen von Mitarbeitenden ausgeschlossen, da auch bei
ihnen nicht zu erwarten ist, dass sie sich ausreichend präzise an die ge-
nauen Arbeitszeiten erinnern (vgl. Urteil des EVG C 299/00 vom 30. Juli
2001 E. 1b; des BVGer B-4226/2019 vom 25. Mai 2021 E. 6.2). Als for-
melle Beweisvorschrift kommt diesem Erfordernis ein hohes Gewicht zu
und es ist praxisgemäss nur dort davon abzuweichen, wo ein Festhalten
daran überspitzt formalistisch wäre (vgl. Urteil des EVG C 115/06 vom
4. September 2006 E. 1.1).
4.4 Diese Praxis hat die Vorinstanz korrekt auf den vorliegenden Fall an-
gewandt.
4.4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Unterlagen anläss-
lich der Arbeitgeberkontrolle nicht vorgewiesen wurden, sondern sie diese
erst in der Einsprache, mithin nachträglich, einreichte. Es ist demnach
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grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz praxisgemäss die
Unterlagen, die der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin im Keller sei-
ner geschiedenen Ehefrau gefunden haben will, als nicht ausreichend be-
weistauglich erachtete, gestützt darauf zum Schluss kam, die Arbeitsaus-
fälle seien nicht nachgewiesen (vorstehend E. 4.3.2) und damit einen An-
spruch auf Schlechtwetterentschädigung verneinte.
4.4.2 Es kann zudem keine Rede davon sein, dass die nachgereichten Un-
terlagen offensichtlich authentisch sind. Die diesbezüglichen Ausführungen
der Vorinstanz überzeugen (vorstehend E. 4.2; nachstehend E. 4.5.5 ff.
und 4.6.2).
4.4.3 Ein Abweichen von der Praxis wäre nach dem Gesagten nur dann
geboten, wenn das Vorgehen der Vorinstanz das rechtliche Gehör der Be-
schwerdeführerin verletzte oder die Anwendung der Praxis im Einzelfall als
überspitzt formalistisch erschiene.
4.5 Zunächst ist die formelle Rüge der Gehörsverletzung zu prüfen
(BGE 141 V 557 E. 3). Die Beschwerdeführerin erblickt die Gehörsverlet-
zung, wie ausgeführt, darin, dass die Vorinstanz festgestellt habe, es könne
nicht beurteilt werden, ob die nachgereichten Stundenrapporte authen-
tisch, nacherstellt oder manipuliert seien. Sie, die Beschwerdeführerin,
habe nämlich in ihrer Einsprache dargelegt, dass die Rapporte echt seien
und ihr Geschäftsführer diese nachträglich aufgefunden habe. Mit diesen
Vorbringen habe die Vorinstanz sich nicht auseinandergesetzt und trotz ei-
nes entsprechenden Beweisantrags ihren Geschäftsführer nicht befragt.
4.5.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Rechtsunterworfenen Anspruch
auf rechtliches Gehör. Dieses dient einerseits der Sachaufklärung, ande-
rerseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Er-
lass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen
eingreift. Es vermittelt insbesondere einen Anspruch auf Äusserung zur Sa-
che vor Fällung des Entscheids, auf Abnahme der erheblichen, rechtzeitig
und formrichtig angebotenen Beweise und auf Mitwirkung an der Erhebung
von Beweisen oder zumindest auf Stellungnahme zum Beweisergebnis
(vgl. BGE 140 I 99 E. 3.4; 135 II 286 E. 5.1, je m.w.H.), mithin das Recht
der Betroffenen, an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder
sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist,
den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 142 I 86 E. 2.2; 135 I 187 E. 2.2,
je m.w.H.). Dem Mitwirkungsrecht entsprechend sind die Behörden grund-
sätzlich verpflichtet, die ihnen angebotenen Beweismittel abzunehmen,
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wenn sie zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Sie müssen
die Vorbringen der Parteien tatsächlich hören, prüfen und in der Entscheid-
findung berücksichtigen (vgl. BGE 143 V 71 E. 4.1; 138 V 125 E. 2.1; 137
II 266 E. 3.2; 127 I 54 E. 2b; 126 I 97 E. 2b; 124 V 180 E. 1a, je m.w.H.).
4.5.2 Wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsan-
spruchs ist daher auch die Begründungspflicht. Diese soll verhindern, dass
sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffe-
nen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten.
Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich
über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem
Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von de-
nen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung
stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-
dersetzen oder jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss.
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2; 124 V 180 E. 1a; Urteil
des BVGer B-2909/2012 vom 3. September 2013 E. 3.1, je m.w.H.).
4.5.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mehrere der
Begründungselemente, auf die sie die Authentizität der nachgereichten Un-
terlagen stützt, erstmals in der Beschwerde vor dem Bundesverwaltungs-
gericht vorgebracht hat. So war etwa in der Einsprache noch keine Rede
vom durch den schlechten Gang der Geschäfte und der Ehe hervorgerufe-
nen Stress; einen Irrtum (im Rechtssinne) machte die Beschwerdeführerin
in der Einsprache ebenfalls nicht geltend, sondern verwies bloss darauf,
dass sich der Geschäftsführer nicht an die Rapporte erinnert habe. Auch
dass die Kontrolle selbst den Geschäftsführer in eine Stresssituation ver-
setzt habe, wird als Grund für die angeblich falsche Erinnerung des Ge-
schäftsführers über den Verbleib der fehlenden Unterlagen nicht in der Ein-
sprache erwähnt. Für die Vorinstanz bestand daher kein Anlass zu einer
ausführlichen Auseinandersetzung mit solchen Überlegungen im Ein-
spracheentscheid. Es ist nicht zu beanstanden, wenn sich die Vorinstanz
in ihren Ausführungen auf die sich offensichtlich stellenden Rechtsfragen
und darüber hinaus bloss auf das in der Einsprache explizit Gerügte bezog.
Das rechtliche Gehör verlangt nicht, dass sich die Behörde mit jedem vor-
gebrachten Argument weitläufig auseinandersetzen müsste (vorstehend
E. 4.5.2). Daher versteht sich von selbst, dass es die Behörde a maiore ad
minus noch viel weniger dazu verpflichtet, im Rahmen der Rechtsanwen-
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dung von Amtes wegen ohne entsprechendes Vorbringen Exkurse anzu-
stellen zu vergleichsweise weit hergeholten Rechtsgrundlagen wie die An-
wendung der (privatrechtlichen) Irrtumsregeln auf die vorliegenden Erklä-
rungen.
4.5.4 Die der Vorinstanz vorgeworfene mangelhafte Auseinandersetzung
(vorstehend E. 4.5) kann sich demnach nur auf Vorbringen beziehen, wel-
che die Beschwerdeführerin auch tatsächlich in der Einsprache vorge-
bracht hat. Dort hat sich die Beschwerdeführerin lediglich in Rz. 14 f. mit
den Stundenrapporten auseinandergesetzt und dabei gerügt, die Arbeitge-
berkontrolle habe ihrem Geschäftsführer nicht die Möglichkeit gelassen,
die "nicht sofort gefundenen Stundenrapporte zu suchen oder zu überle-
gen, wo diese sein könnten" und es sei ihm erst "nach der Kontrolle ...
wieder eingefallen, dass die älteren Stundenrapporte sich im Keller seiner
geschiedenen Ehefrau befinden müssen, wo diese schliesslich auch auf-
gefunden werden konnten".
Die Vorinstanz gibt diese Ausführungen in ihrem Einspracheentscheid wie-
der und äussert sich dann auf S. 2 in mehreren Absätzen dazu. Entgegen
der Behauptung der Beschwerdeführerin schreibt sie dabei nicht nur, dass
die Authentizität der nachgereichten Unterlagen nicht beurteilt werden
könne. Die Vorinstanz setzt ihre Begründung nach dieser Feststellung
nämlich noch fort; sie führt nachvollziehbare Bedenken auf, die an der Au-
thentizität der Unterlagen zweifeln lassen und äussert sich dabei sowohl
zu den Unterlagen (sauberere, regelmässigere Darstellung der Einträge
als in den an der Kontrolle vorgefundenen Rapporten der anderen Perio-
den), zu den Ausführungen des Geschäftsführers (vorbehaltlose unter-
schriftliche Bestätigung, dass B._ keine Stundenrapporte für Feb-
ruar 2018 und Januar 2019 ausgefüllt habe) als auch zu Widersprüchen,
die sich daraus ergeben (anlässlich der Kontrolle wurden für B._
leere Rapporte für diese Perioden vorgewiesen, die nun nachträglich aus-
gefüllt aufgefunden worden sein sollten). Diese Überlegungen der Vo-
rinstanz sind schon für sich genommen nachvollziehbar. Bereits sie wären
eine taugliche Begründung für den Entscheid der Vorinstanz gewesen. Die
Vorinstanz legt indes anschliessend dar, dass sie die Frage nach der Au-
thentizität für nicht entscheiderheblich halte, da praxisgemäss ohnehin
keine nachgereichten Unterlagen berücksichtigt würden. Auch diese Aus-
führungen – die damit die eigentliche Hauptbegründung für den gefällten
Einspracheentscheid sind – belegt die Vorinstanz ausführlich. Demnach
trifft es offensichtlich nicht zu, dass die Vorinstanz das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin durch eine mangelnde Begründung verletzt hat. Die
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Tatsache, dass die Behauptungen der Beschwerdeführerin die Vorinstanz
nicht zu überzeugen vermochten, begründet für sich allein noch keine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs. Der angefochtene Einspracheentscheid
gibt der Beschwerdeführerin Auskunft über die Gründe des Entscheids der
Vorinstanz und äussert sich nachvollziehbar zur Beweiswürdigung und
zum anwendbaren Recht. Er versetzt die Beschwerdeführerin ohne Weite-
res in die Lage, ihn sachgerecht anzufechten.
4.5.5 Eine weitere Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt die Be-
schwerdeführerin in der Tatsache, dass die Vorinstanz die Unrichtigkeit der
nachgereichten Unterlagen angenommen habe, ohne den Geschäftsführer
dazu zu befragen (Rz. 65 der Beschwerde). Das rechtliche Gehör und die
Untersuchungsmaxime, welche die formelle Beweislast bei der Vorinstanz
ansiedelt, verlangen eine Aufklärung des Sachverhalts nur insoweit, als
dies entscheidwesentlich ist (vorstehend E. 4.5.1). Sofern die Vorinstanz
eine Tatsache als nicht wesentlich oder aber als bereits hinreichend (ge-
messen am erforderlichen Beweismass) be- oder widerlegt betrachtet, ist
es ihr unbenommen, in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Erhe-
bungen zu verzichten (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3). Gleiches gilt im Übri-
gen im vorliegenden Verfahren auch für das Bundesverwaltungsgericht. Da
vorliegend nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 141 V 37 E. 2.2) zu ent-
scheiden war, bedeutet dies, dass die Vorinstanz dann vom Fehlschlagen
des Beweises ausgehen durfte, wenn sie die entsprechende Sachverhalts-
darstellung der Beschwerdeführerin nicht für die unter allen möglichen Ge-
schehensabläufen wahrscheinlichste hält (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2). Die
Vorinstanz hat nach dem soeben Gesagten ihren Einspracheentscheid
hauptsächlich darauf gestützt, dass praxisgemäss nachgereichte Unterla-
gen überhaupt nicht zu berücksichtigen sind; demnach ist deren Authenti-
zität, welche die Beschwerdeführerin durch die Befragung ihres Geschäfts-
führers belegen wollte, nach Auffassung der Vorinstanz gar nicht ent-
scheidwesentlich. Der Verzicht auf weitere Beweismassnahmen, wie eben
die beantragte Befragung, erweist sich daher als nachvollziehbar. Darüber
hinaus wäre aber selbst dann, wenn es beim Abstützten auf die zweifel-
hafte Authentizität der nachgereichten Unterlagen geblieben wäre, keine
Verletzung des Rechts auf Beweis erkennbar. Die Vorinstanz hat im Ein-
spracheentscheid darauf hingewiesen, dass und weshalb sie es für sehr
unwahrscheinlich halte, dass die Unterlagen echt seien, und worauf sie
diese Einschätzung stütze. Damit ist die Beweislage nach dem anwendba-
ren Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit klar. Weitere Er-
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hebungen erübrigen sich. Insbesondere weil diese Einschätzung der Vo-
rinstanz sich auch schon auf die unmittelbar gemachten und daher grund-
sätzlich glaubwürdigeren Aussagen des Geschäftsführers stützte, wären
von einer (weiteren) Befragung keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwar-
ten gewesen. Auch die der Eventualbegründung zugrundeliegende Be-
weiswürdigung der Vorinstanz ist demnach nicht zu beanstanden.
4.5.6 Auch vor Bundesverwaltungsgericht gilt das Gesagte unverändert.
Der (beweisbelasteten) Beschwerdeführerin ist es durch ihre Vorbringen
nicht gelungen, Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung oder der Beweis-
würdigung der Vorinstanz aufkommen zu lassen. Entsprechend erübrigen
sich auch im gerichtlichen Verfahren die von der Beschwerdeführerin be-
antragten Partei- und Zeugenbefragungen.
4.5.7 Die Ansicht der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe ihren An-
spruch auf rechtliches Gehör verletzt, ist demnach unzutreffend. Anfech-
tungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Einspracheentscheid der
Vorinstanz. Dieser Entscheid ist ohne jegliche Verletzung eines Teilgehalts
des rechtlichen Gehörs zustande gekommen.
4.6 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz in Anwendung der gefestigten
Praxis überspitzt formalistisch die Authentizität der nachgereichten Unter-
lagen verneint hat.
4.6.1 Überspitzter Formalismus als besondere Form der Rechtsverweige-
rung (Art. 29 Abs. 1 BV) liegt vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvor-
schriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt
wäre, wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe
handhabt oder an Rechtsschriften überspannte Anforderungen stellt und
dem Bürger den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt. Wohl sind im
Rechtsgang prozessuale Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe
und rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des
materiellen Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge
steht demnach mit Art. 29 Abs. 1 BV im Widerspruch. Überspitzter Forma-
lismus ist nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften
durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen
Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhalt-
barer Weise erschwert oder verhindert (BGE 132 I 249 E. 5; 130 V 177
E. 5.4.1; 116 V 353 E. 3b, je m.w.H.).
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Seite 17
4.6.2 Die Vorinstanz bringt nachvollziehbar vor, dass die von der Be-
schwerdeführerin nachgereichten Unterlagen inhaltlich auch sauberer und
regelmässiger erstellt worden seien. Ebenso seien für den Mitarbeiter
B._ anlässlich der Kontrolle nicht etwa gar keine Unterlagen vorge-
funden worden, sondern leere Stundenblätter. Wenn nachträglich Stunden-
blätter auftauchen, die für den gleichen Mitarbeiter und den gleichen Zeit-
raum Einträge enthalten, lässt dies erhebliche Zweifel an der Darstellung
der Beschwerdeführerin aufkommen, die Stundenblätter nachträglich erst
aufgefunden zu haben. Gerade Fälle wie der vorliegende belegen, dass
die relativ strengen formellen Anforderungen an die Arbeitszeitkontrollen
kein reiner Selbstzweck sind, sondern einem legitimen öffentlichen Inte-
resse an der Missbrauchsverhinderung dienen. Das Vorgehen der Vo-
rinstanz erweist sich damit nicht als überspitzt formalistisch.
4.7 Ebenso wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, die Vorschrif-
ten des Arbeitslosenversicherungsgesetzes falsch angewandt zu haben.
Diese habe die Kontrollierbarkeit der Arbeitsausfälle verneint, ohne der Be-
schwerdeführerin eine angemessene Frist zu setzen, und habe ihr zudem
keine Gelegenheit gegeben, die Zweifel an der Richtigkeit der Abrechnung
zu entkräften.
4.7.1 Die Beschwerdeführerin entnimmt der Praxis die Aussage, dass die
Arbeitszeitkontrolle "innert angemessener Frist ein hinlänglich klares Bild
über den Arbeitsausfall" (Urteil B-664/2017 E. 2.3 m.w.H.; vgl. ferner Urteil
C 66/04 E. 3.2) zeichnen müsse. Sie erblickt eine Rechtsverletzung darin,
dass ihr keine angemessene Frist gewährt worden sei. Mit diesem Einwand
verkennt die Beschwerdeführerin den Gehalt der von ihr zitierten Praxis.
Zwar spricht die Rechtsprechung tatsächlich von einer angemessenen
Frist; es handelt sich aber um eine Frist, innert derer sich eine Fachperson
der Ausgleichsstelle ein Bild vom Arbeitsausfall machen können muss (vgl.
Urteile C 66/04 E. 3.2; B-664/2017 E. 2.3; B-3996/2013 E. 2.2), was die
Beschwerdeführerin im Übrigen durch eine entsprechende Auslassung in
der von ihr wörtlich zitierten Passage zu verschleiern versucht. Dies zeigt
auf, dass die Auffassung der Beschwerdeführerin in zweierlei Hinsicht an
der Praxis vorbeigeht: Erstens dient dieses Erfordernis nicht dazu, eine
Frist aufzustellen, sondern die notwendige Klarheit der Zeiterfassung zu
definieren: Diese muss in einer Art und Weise erfolgen, dass die (behörd-
liche) Fachperson die Überprüfung speditiv vornehmen kann. Zweitens ist
nicht ersichtlich, inwieweit die Beschwerdeführerin aus der Praxis etwas zu
ihren Gunsten ableiten könnte, nachdem diese die effiziente Überprüfung
durch die Behörden sicherstellen soll. Dass im Falle fehlender Erfassungen
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Seite 18
die Fachperson sehr schnell feststellen kann, dass die Dokumentation un-
genügend ist (weil sie ja eben gar nicht vorhanden ist), liegt in der Natur
der Sache. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Revisions-
verfügung noch am gleichen Tag erlassen hat.
4.7.2 Auch die Möglichkeit, allfällig bestehende Zweifel zu entkräften,
wurde von der Vorinstanz nicht vereitelt. Wie diese zutreffend ausführt,
würde dies voraussetzen, dass überhaupt Zweifel bestehen. Wenn, wie
vorliegend, die Arbeitszeiterfassungen völlig fehlen und eine unterschriftli-
che und vorbehaltlose Bestätigung vorliegt, dass diese gar nicht existier-
ten, gibt es keine Zweifel, die auszuräumen wären. Auch hier ist es nicht
zu beanstanden, dass die Vorinstanz keine weiteren Abklärungen vorge-
nommen hat. Im Übrigen verkennt auch hier die Beschwerdeführerin die
von ihr zitierte Praxis: Diese bezieht sich auf Fälle von "begründeten Zwei-
feln am korrekten Einsatz einer grundsätzlich zum Beweis geeigneten
(elektronischen) Arbeitszeitkontrolle" (Urteil C 66/04 E. 3.2) und nicht da-
rauf, dass die Vorinstanz zu jeder aberkannten Ausfallstunde oder jeder
Beweiswürdigung eine Stellungnahme der Arbeitgeberin einzuholen hätte.
4.7.3 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Be-
schwerdeführerin selbst schon mehrere Fehler in nicht vernachlässigba-
rem Umfang in der Zeiterfassung einräumt. Unter Umständen wären diese
bereits für sich genommen geeignet, das Vertrauen in die Richtigkeit der
beschwerdeführerischen Zeiterfassung insgesamt zu erschüttern, was zur
Aberkennung des Anspruchs auf Schlechtwetterentschädigung führen
könnte. Ob diese Grenze überschritten ist, ist vorliegend aber nicht zu ent-
scheiden und kann offenbleiben.
4.8 Damit ist im Ergebnis festzuhalten, dass die Vorinstanz den Sachver-
halt insgesamt vollständig und richtig erstellt und gewürdigt hat, mithin
ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin und in
korrekter Würdigung der Beweismittel. Sie hat die Regeln zur Kontrollier-
barkeit des Arbeitslosenversicherungsgesetzes gesetzeskonform und pra-
xisgemäss angewandt.
5.
5.1 Schliesslich führt die Beschwerdeführerin aus, nach Art. 53 Abs. 2
ATSG könne auf rechtskräftige Verfügungen nur dann zurückgekommen
werden, wenn diese zweifellos unrichtig seien und ihre Berichtigung von
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erheblicher Bedeutung sei. Die Leistungszusprache sei nicht unrichtig ge-
wesen, da sie die bemängelten Arbeitsausfälle anhand der nachgereichten
Unterlagen habe belegen können. Ausserdem sei die Berichtigung nicht
von erheblicher Bedeutung, sondern ihr seien bloss kleine Fehler unterlau-
fen.
5.2 Demgegenüber bringt die Vorinstanz vor, die Leistungszusprache sei
zweifellos unrichtig und angesichts der grossen Summe sei auch die Er-
heblichkeit im vorliegenden Fall gegeben.
5.3 Unrechtmässig bezogene Leistungen der Arbeitslosenversicherung
sind zurückzuerstatten (Art. 95 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ATSG; vgl.
Urteile B-664/2017 E. 2.5; B-3996/2013 E. 2.4) und werden durch die
Kasse vom Arbeitgeber zurückgefordert (Art. 95 Abs. 2 AVIG). Hat der Ar-
beitgeber die unrechtmässige Auszahlung zu verantworten, so ist für ihn
jede Rückforderung gegenüber den Arbeitnehmern ausgeschlossen
(Art. 95 Abs. 2 Satz 2 AVIG; vgl. Urteil B-6609/2016 E. 5.1).
5.4 Voraussetzung für die Rückforderung ist, dass die rechtskräftig ver-
fügte oder formlos erfolgte Leistungszusprechung zweifellos unrichtig und
ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG; vgl.
Urteile 8C_469/2011 E. 2.1; C 115/06 E. 1.2). Zweifellos unrichtig ist eine
Leistungszusprechung, wenn sie erwiesenermassen gesetzeswidrig ist.
Wie die Vorinstanz zutreffend vorbringt, ist nicht die Grobheit des Fehlers
entscheidend, sondern das Ausmass der Überzeugung, dass die bisherige
Entscheidung unrichtig war. Es darf kein vernünftiger Zweifel bestehen,
dass eine Unrichtigkeit vorliegt (vgl. BGE 126 V 399 E. 2b/bb).
5.5 Die Bestimmbarkeit beziehungsweise ausreichende Kontrollierbarkeit
des Arbeitsausfalls ist nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-
gerichts eine materiell-rechtliche Anspruchsvoraussetzung (sog. condition
de fond; vorstehend E. 4.3.5; vgl. BVGE 2021 V/2 E. 6; Urteil B-2601/2017
E. 3.1.2 m.w.H.), deren Nichterfüllung, wie vorliegend, die Unrichtigkeit der
Leistungszusprache begründet (vgl. Urteil B-1832/2016 E. 4.3.1).
5.6 Die Reduktion der Rückforderung, welche die Beschwerdeführerin ge-
stützt auf die nachgereichten Unterlagen erzielen möchte, erweist sich
demnach als nicht gerechtfertigt. Die Vorinstanz hat diese Unterlagen zu
Recht als nicht ausreichend beweistauglich beurteilt, womit der entspre-
chende Arbeitsausfall als nicht bestimmbar gilt. Die Fehlbeträge, die nicht
im Zusammenhang mit den nachgereichten Unterlagen stehen, wurden
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von der Vorinstanz rechtsgenüglich aufgezeigt und werden in der Einspra-
che (Rz. 56, 59, 68 der Einsprache) und in der Beschwerde (Rz. 45, 48 der
Beschwerde) anerkannt.
5.7 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Leistungszu-
sprache demnach unrichtig. Auch ist der Umfang der Rückforderung von
über Fr. 50’000.– erheblich (vgl. für einen vergleichbaren Betrag BGE 122
V 270 E. 4). Demnach ist die Revisionsverfügung der Vorinstanz zu schüt-
zen.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Sachverhalt
korrekt ermittelt hat und dabei weder das rechtliche Gehör der Beschwer-
deführerin missachtet noch andere Rechtsverletzungen begangen hat. Sie
hat gestützt darauf den Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung der Be-
schwerdeführerin im umstrittenen Umfang zu Recht verneint und die Rück-
forderung in der Höhe von Fr. 50'025.20 erweist sich als rechtlich geboten.
Die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin sind demnach gesamthaft
abzuweisen, soweit darauf einzutreten war. Der vorinstanzliche Ein-
spracheentscheid wird bestätigt und die vom Bundesverwaltungsgericht
festgestellte aufschiebende Wirkung entfällt mit dem vorliegenden Ent-
scheid.
7.
7.1 Beschwerdeverfahren betreffend den Vollzug des Arbeitslosenversi-
cherungsgesetzes vor Bundesverwaltungsgericht sind kostenpflichtig,
selbst wenn es sich dabei um Streitigkeiten über die Bewilligung oder Ver-
weigerung von Leistungen der Sozialversicherungen handelt (Urteile des
BVGer B-551/2021 vom 29. Dezember 2021 E. 6; B-6609/2016 E. 7). Ent-
sprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff.
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ausge-
hend vom Streitwert (Art. 63 Abs. 4bis Bst. b VwVG i.V.m. Art. 4 VGKE) und
unter Berücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsa-
che, der Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Beteiligten
(Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2 Abs. 1 VGKE) werden die Verfahrens-
kosten auf Fr. 2’000.– festgesetzt.
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7.2 Die Beschwerdeführerin hat als unterliegende Partei keinen Anspruch
auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE e
contrario).