Decision ID: 36f09a3c-843c-4db9-997c-8640e9258aa4
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Im Rahmen der gegen B. geführten Strafuntersuchung verfügte die Bundes-
anwaltschaft am 12. Dezember 2017 die Grundbuchsperre über ein Bau-
recht, an welchem die A. Ltd. berechtigt ist (act. 1.2).
B. Hiergegen gelangte die A. Ltd. mit Beschwerde vom 19. Dezember 2017 an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragte die vollum-
fängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung (act. 1).
C. Mit Verfügung vom 17. Januar 2018 hob die Bundesanwaltschaft die Grund-
buchsperre über das fragliche Baurecht mit sofortiger Wirkung auf (act. 5.1).
Mit Eingabe vom 18. Januar 2018 stellt sie bei der Beschwerdekammer den
Antrag, das Beschwerdeverfahren sei als gegenstandslos abzuschreiben,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. 5). Die Eingabe der Bundes-
anwaltschaft wurde der A. Ltd. mit Schreiben vom 24. Januar 2018 zur
Kenntnis gebracht (act. 6). Mit Schreiben vom 24. Januar 2018 reichte die
A. Ltd. zur Festlegung einer allfälligen Parteientschädigung die Honorarnote
ihrer Rechtsvertretung ein (act. 7). Diese Eingabe wurde der Gegenseite mit
Schreiben vom 29. Januar 2018 zur Kenntnis zugestellt (act. 8).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Beschwerdeverfahren ist abzuschreiben, wenn die im Zeitpunkt der Be-
schwerdeeinreichung gegebene Beschwer im Verlauf des Beschwerdever-
fahrens dahinfällt und die Beschwerde gegenstandslos wird (GUIDON, Die
Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Diss. 2011,
N. 554 m.w.H. in Fn 1959).
1.2 Das aktuelle Interesse der Beschwerdeführerin am Beschwerdeverfahren ist
nach der mittlerweile erfolgten Aufhebung der angefochtenen Grundbuch-
sperre weggefallen, weshalb das Beschwerdeverfahren zufolge Gegen-
standslosigkeit als erledigt abzuschreiben ist.
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2.
2.1 Bei Eintritt der Gegenstandslosigkeit eines Beschwerdeverfahrens wird die-
jenige Partei kosten- und entschädigungspflichtig, welche die Gegenstands-
losigkeit des Rechtsmittels verursachte (TPF 2011 31 m.w.H.; vgl. zuletzt
u. a. die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2016.366 vom 6. Dezem-
ber 2016; BB.2016.284 vom 7. September 2016; BB.2016.274 vom
26. Juli 2016).
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die Gegenstandslosigkeit zu vertre-
ten und wird damit grundsätzlich kosten- und entschädigungspflichtig.
2.2 Gemäss Art. 423 Abs. 1 StPO sind bei diesem Ausgang des Verfahrens die
Gerichtskosten auf die Staatskasse zu nehmen.
2.3
2.3.1 Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendun-
gen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 436 Abs. 1
i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).
2.3.2 Im Beschwerdeverfahren besteht die Parteientschädigung zur Hauptsache
aus den Anwaltskosten, welche das Honorar und die notwendigen Auslagen
umfassen (vgl. Art. 11 ff. des Reglements des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). Das Honorar wird nach dem
notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand der Anwältin oder des An-
walts für die Rechtsvertretung bemessen (Art. 12 Abs. 1 BStKR).
Wird mit der einzigen oder letzten Eingabe keine Kostennote eingereicht, so
setzt das Gericht das Honorar nach Ermessen fest (Art. 12 Abs. 2 BStKR).
Liegt eine Kostennote vor, bedeutet dies aber noch nicht, dass diese unbe-
sehen übernommen werden muss. Vielmehr sind nur die notwendigen Kos-
ten bzw. der notwendige Zeitaufwand zu ersetzen. Es ist daher zu überprü-
fen, in welchem Umfang die in der Kostennote ausgewiesenen Kosten als
notwendig für die Vertretung anerkannt werden können. Zur Überprüfbarkeit
der Notwendigkeit sind an den Detaillierungsgrad der Kostennote entspre-
chende Anforderungen zu stellen. So hat aus der Kostennote nicht nur er-
sichtlich zu sein, welche Arbeiten durchgeführt worden sind und wer wie viel
Zeit zu welchem Tarif aufgewendet hat, sondern auch, wie sich der geltend
gemachte Aufwand auf die einzelnen Arbeiten verteilt. Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung in Strafsachen darf die Notwendigkeit des Auf-
wands dann als nicht nachgewiesen erachtet und die Prozessentschädigung
pauschal bemessen werden, wenn der geltend gemachte Zeitaufwand zum
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Umfang und zur Schwierigkeit des Falles in einem offensichtlichen Missver-
hältnis steht (Urteil des Bundesgerichts 6B_224/2013 vom 27. Januar 2014
E. 2.5 f.).
2.3.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte vorliegend eine Partei-
entschädigung von insgesamt Fr. 19‘609.50 geltend. Gemäss seiner Hono-
rarnote beläuft sich sein Zeitaufwand auf 25.64 Stunden bei einem Stunden-
ansatz von Fr.450.--, was gesamthaft Fr. 11‘538.-- ergibt. Zum Anwaltshono-
rar rechnete er Auslagen von Fr. 8‘071.50 hinzu. In den Auslagen sind zum
einen der Arbeitsaufwand von Rechtsanwalt C. in der Höhe von 17.2 Stun-
den (insgesamt Fr. 7‘740.-- bei einem Stundenansatz von Fr. 450.--) mitent-
halten, welcher nach Darstellung des Rechtsvertreters der Beschwerdefüh-
rerin aufgrund der kurzen Beschwerdefrist von 10 Tagen zur Redaktion der
Beschwerde beigezogen worden sei. Zum anderen machte der Rechtsver-
treter Kosten von gesamthaft Fr. 331.50 für Kopien (1500 Seiten à Fr. 0.20)
und Postaufgabe (Fr. 31.50) geltend (act. 7).
2.3.4 Aufgrund des Schwierigkeitsgrades des vorliegenden Verfahrens und des
Aktenumfangs ist nicht ersichtlich, weshalb ein Rechtsvertreter die Vertre-
tung der Beschwerdeführerin nicht alleine hätte wahrnehmen können. Die
Notwendigkeit für den Beizug eines zweiten Rechtsanwaltes hat die Be-
schwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter mit dem Hinweis auf die zehntä-
gige Beschwerdefrist nicht dargetan. Der mit dem Einsatz von zwei Rechts-
anwälten entstandene Mehraufwand (das doppelte Aktenstudium, die dop-
pelte Ausarbeitung der Beschwerde sowie der betreffende Besprechungs-
und Koordinationsaufwand) ist nicht zu entschädigen und führt zu einer ent-
sprechenden Kürzung der geltend gemachten Auslagen (vgl. Beschluss des
Bundesstrafgerichts BB.2016.366 vom 6. Dezember 2016 E. 2.3.2). Da ein-
zelne Positionen des geltend gemachten Stundenaufwandes des Rechtsver-
treters teilweise Tätigkeiten in Zusammenarbeit mit dem beigezogenen
Rechtsanwalt beinhalten, kann nicht exakt bestimmt werden, wie umfang-
reich der zu kürzende Mehraufwand mit Bezug auf den Zeitaufwand des
Rechtsvertreters ausgefallen ist. Bereits aus diesem Grund hat die Bestim-
mung des entschädigungsberechtigten Aufwandes ermessensweise zu er-
folgen. Vorliegend kommt hinzu, dass der Rechtsvertreter die entscheidende
Argumentation in seiner 53-seitigen Beschwerdeschrift vom 19. Dezem-
ber 2017 (Genehmigung der Entflechtung der D. Inc.) zur Hauptsache be-
reits für seine 76-seitige Beschwerde vom 6. Oktober 2017 im Beschwerde-
verfahren RR.2017.282 vor dem hiesigen Gericht ausgearbeitet hatte. Eine
Vielzahl der 68 eingereichten Beilagen wurde ebenfalls bereits in jenem Ver-
fahren studiert und eingereicht. Der Aufwand zur Ausarbeitung der vorlie-
genden Beschwerde ist dementsprechend in substantiellem Masse geringer
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ausgefallen. Unter Berücksichtigung aller massgeblichen Umstände ist der
geltend gemachte Aufwand des Rechtsvertreters vorliegend daher auf
15 Stunden zu kürzen.
Der in Beschwerdeverfahren vor der Beschwerdekammer normalerweise an-
zuwendende Stundenansatz beläuft sich sodann auf Fr. 230.-- (vgl. hierzu
den Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2012.8 vom 2. März 2012,
E. 4.2). Der geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 450.-- ist dementspre-
chend praxisgemäss zu reduzieren.
2.3.5 Nach dem Gesagten erscheint vorliegend unter Berücksichtigung aller Um-
stände eine Entschädigung der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin
von gesamthaft Fr. 3‘450.-- (zuzüglich Fr. 331.50 Auslagen) als angemes-
sen.
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