Decision ID: 1a4ff64b-fbcf-44bc-969d-153afed0053b
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
I._ und K._ sind Eigentümer der Grundstücke Nrn. 0000_ und 0001_, Grundbuch
Z._, welche gemäss Zonenplan der früheren Gemeinde Z._ vom 14. Dezember 2012
in der Kernzone und gemäss Schutzverordnung vom 30. August 1995 im
Ortsbildschutzgebiet liegen. Die Grundstücke sind mit einem Wohnhaus sowie einem
Wohn- und Gewerbehaus überbaut. In der Nachbarschaft der beiden Grundstücke
befinden sich mehrere Einzelschutzobjekte. Am 6. Juni 2017 erteilte die
Baukommission der Stadt X._ an Q._ die Bewilligung zum Abbruch der Gebäude auf
den Grundstücken Nrn. 0000_ und 0001_ sowie zum Neubau von zwei
Mehrfamilienhäusern (MFH) mit gemeinsamer Tiefgarage. Gleichentags erteilte die
Baukommission auch C._ die Baubewilligung für den Einbau von zwei Wohnungen im
bestehenden Gewerbehaus auf Grundstück Nr. 0002_. In beiden Baubewilligungen
A.a.
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erwog die Baukommission, dass die Erschliessung über die Y._-strasse
(Gemeindestrasse dritter Klasse) unzureichend sei, weshalb die Baubewilligungen mit
der Auflage verbunden wurden, dass mit den Abbruch- und Bauarbeiten erst nach
Rechtskraft des Teilstrassenplans für den Ausbau und die Umklassierung der Y._-
strasse in eine Gemeindestrasse zweiter Klasse begonnen werden dürfe.
Gegen die Baubewilligung betreffend MFH-Neubau auf den Grundstücken Nr. 0000_
und 0001_ erhoben A1._ und A2._, D1._ und D2._, C._, J._ und F._, sowie die
L._ AG, die M._ AG und N._, alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Titus Marty,
Wil, am 26. Juni 2017 Rekurs beim Baudepartement des Kantons St. Gallen. Das
Verfahren wurde in der Folge sistiert. Am 13./15. Juni 2017 hatte der Stadtrat X._ den
Teilstrassenplan Y._-strasse dem kantonalen Tiefbauamt (TBA) zur Vorprüfung
eingereicht. Nachdem die Kantonspolizei, Abteilung Verkehrstechnik, in ihrem
Mitbericht Vorbehalte bezüglich Rechtsvortritte, Sichtzonen und Wegbreite angebracht
und das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) auf eine
Unterschreitung des Gewässerabstands (Übergangsbestimmungen zur Änderung der
eidgenössischen Gewässerschutzverordnung [SR 814.201, GSchV]) hingewiesen hatte,
erliess der Stadtrat X._ am 12. Dezember 2018 den Teilstrassenplan Y._-strasse mit
Strassenprojekt, Umklassierung und Beitragsplan. Vorgesehen ist darin die Aufhebung
der Y._-strasse als Ringstrasse und ihre Neuausgestaltung als Stichstrasse mit
Wendeplatz (einschliesslich Verlängerung des bestehenden Bachwegs bis zum
Wendeplatz) sowie eine Einteilung als Gemeindestrasse zweiter Klasse. Während der
öffentlichen Auflage erhoben am 6. Februar 2019 G1._ und G2._, O._, H1._ und
H2._, P._, R1._ und R2._, sowie S._, Einsprache gegen das Erschliessungsprojekt
und den Teilstrassenplan. Am 21. Februar 2019 reichten T1._ und T2._, vertreten
durch Rechtsanwalt MLaw Andreas Bürgler, St. Gallen, Einsprache gegen das
Erschliessungsprojekt, den Teilstrassenplan und den Landerwerbs- und
Enteignungsplan sowie den Beitragsplan. In der gemeinsamen Einsprachebegründung
vom 23. März 2019 rügten die Einsprecher eine Koordinationspflichtverletzung, weil auf
den angrenzenden Grundstücken Neubauten bewilligt worden seien, welche den
Strassenausbau bedingen und präjudizieren würden. Im Strassenprojekt würden
sodann Massnahmen zum Schutz von Fussgängern fehlen; das Strassenprojekt
verstosse auch gegen den Ortsbildschutz. In einer weiteren Einsprache rügten die
durch Rechtsanwalt Marty vertretenen A1._ und A2._, D1._ und D2._, C._ und
F._, die L._ AG, die M._ AG und N._ sowie B1._ und B2._ eine Verletzung der
Koordinationspflicht sowie die Verbreiterung der Y._-strasse und die Ausweitung des
Einlenkers in die W._-strasse zulasten der Grundstücke Nrn. 0003_ (mit
A.b.
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Schutzobjekt). Auch sei der nordseitige Einlenkradius in die W._-strasse mit 3 m zu
klein bemessen. In einer separaten Einsprache vom 21. Februar 2019 erklärte sich C._
mit dem Erschliessungsprojekt nur für den Fall einverstanden, dass bei der Zufahrt von
Grundstück Nr. 0003_ zu Grundstück Nr. 0002_ zu Gunsten von Grundstück Nr.
0002_ ein Durchfahrtsrecht grundbuchamtlich eingetragen und ihm garantiert werde,
dass die jetzigen Bauabstände auf Grundstück Nr. 0002_ sich nicht verändern würden
und die bisherige Y._-strasse zwischen den Grundstücken Nr. 0003_ und 0002_
nach dem bisherigen Kostenverteilschlüssel saniert werde, bevor sie in eine
Privatstrasse eingeteilt werde.
Nachdem am 26. September 2019 ein Augenschein an Ort mit den
Verfahrensbeteiligten durchgeführt worden war (act. G 10/10 II/8), wies der Stadtrat
X._ mit Beschluss vom 6. Mai 2020 (Nr. 87/2020) die Einsprache von T1._ und T2._
ab, soweit er darauf eintrat. Auf die Einsprachen von G1._ und G2._, H1._ und
H2._, R1._ und R2._ sowie S._ gegen den Teilstrassenplan trat er nicht ein, da sich
ihre Einspracheerklärungen nur gegen den Beitragsplan gerichtet hätten; ihre
Einsprachen gegen den Beitragsplan hiess er teilweise gut. Sodann trat der Stadtrat
mit Beschluss vom 6. Mai 2020 (Nr. 88/2020) auf die Einsprache von A1._ und A2._,
B1._ und B2._, D1._ und D2._ sowie F._ wegen fehlender Einsprachelegitimation
(zu grosse Distanz zur Y._-strasse) nicht ein und wies die Einsprachen von C._, der
L._ AG und der M._ AG ab. Im Weiteren wies der Stadtrat am 6. Mai 2020 (Beschluss
Nr. 89/2020) die separate Einsprache von C._ ab, soweit er darauf eintrat. Gegen die
Beschlüsse Nrn. 88/2020 und 89/2020 erhoben A1._ und A2._, B1._ und B2._,
C._, D1._ und D2._, die L._ AG, F._ und E._, alle vertreten durch Rechtsanwalt
Marty, mit Eingabe vom 25. Mai 2020 Rekurs beim Baudepartement (nachstehend:
Rekurs 1; act. G 10/1 und 10/5). Gegen den Beschluss Nr. 87/2020 hatten T1._ und
T2._, G1._ und G2._ sowie H1._ und H2._ mit Eingabe vom 23. Mai 2020 Rekurs
erhoben (nachstehend: Rekurs 2; act. G 11/1 und 11/3). Nach Einholung eines
Amtsberichts des Tiefbauamtes (TBA) vom 21. September 2020 (act. G 10/12 und G
11/10 Beilage) schrieb das Baudepartement im Entscheid vom 8. April 2021 (act. G 2)
den Rekurs 1 der L._ AG zufolge Rückzugs ab (Dispositivziffer 1a), den Rekurs 1 von
A1._ und A2._, B1._ und B2._, C._, D1._ und D2._, F._ und E._ hiess es im
Sinn der Erwägungen gut (Dispositivziffer 1b). Den Rekurs 2 hiess es im Sinn der
Erwägungen gut, soweit es darauf eintrat (Dispositivziffer 1c). Den Teilstrassenplan
Y._-strasse vom 12. Dezember 2018 und die Einspracheentscheide Nrn. 87/2020,
88/2020 und 89/2020 hob das Baudepartement auf (Dispositivziffer 1d).
A.c.
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B.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Rudolf Schwager, St. Gallen, für Q._
(Beschwerdeführerin) am 22. April 2021 Beschwerde (act. G 1) mit den Anträgen, der
Entscheid sei mit Ausnahme von Dispositivziffer 1a aufzuheben (Ziffer 1). Das
Erschliessungsprojekt, der Beitragsplan und der Teilstrassenplan Y._-strasse gemäss
den Beschlüssen des Stadtrats X._ vom 12. Dezember 2018 und 6. Mai 2019 seien zu
bestätigen (Ziffer 2). Die Vorinstanz sei anzuweisen, den Teilstrassenplan zu
genehmigen (Ziffer 3). Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens seien den
Beschwerdegegnern aufzuerlegen (Ziffer 4). Die Beschwerdegegner seien unter
solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, die Beschwerdeführerin für das
Rekursverfahren ausseramtlich zu entschädigen (Ziffer 5). Die amtlichen und
ausseramtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens seien den Beschwerdegegnern
unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen (Ziffer 6). In der Beschwerdeergänzung
vom 31. Mai 2021 bestätigte und begründete Rechtsanwalt Schwager die gestellten
Anträge (act. G 6).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 14. Juni 2021 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 9).
Rechtsanwalt Marty beantragte in der Vernehmlassung vom 8. Juli 2021 für die
Beschwerdegegner 1-8, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventuell sei die
Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdeführerin (act.
G 15). Die Beschwerdebeteiligte 1 stellte in der Vernehmlassung vom 20. August 2021
die Anträge, der angefochtene Entscheid sei mit Ausnahme von Dispositivziffer 1a
aufzuheben (Ziffer 1). Das Erschliessungsprojekt, der Beitragsplan und der
Teilstrassenplan Y._-strasse gemäss den Beschlüssen des Stadtrats X._ seien zu
bestätigen (Ziffer 2). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegner (act. G 17).
B.b.
Mit Stellungnahme vom 21. September 2021 zur Vernehmlassung der
Beschwerdegegner 1-8 bestätigte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seinen
Standpunkt (act. G 21). Hierzu äusserten sich der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegner 1-8 sowie die Beschwerdebeteiligte 1 in den Stellungnahmen vom
11. Oktober 2021 (act. G 25 f. [mit Kostennote]) und 25. Oktober 2021 (act. G 27). Am
5. November 2021 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine
B.c.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Sodann entspricht die
Beschwerdeeingabe vom 22. April 2021 (act. G 1) in Verbindung mit der
Beschwerdeergänzung vom 31. Mai 2021 (act. G 6) zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). - Gegenstand eines Rechtsmittelverfahrens im Fall einer Gemeindestrasse
ist unter anderem das Projekt sowie die Einteilung oder Umteilung von
Gemeindestrassen (vgl. Art. 45 Abs. 1 StrG). Der Rechtsschutz richtet sich im Übrigen
nach den Vorschriften des VRP (Art. 46 StrG). Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP setzt die Rechtsmittelbefugnis voraus, dass eine besondere,
beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand besteht. Dabei liegt das
schutzwürdige Interesse im "praktischen Nutzen", den ein erfolgreich geführtes
Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder tatsächlichen Situation
einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder sonstiger Nachteile, die ein
Bestand der angefochtenen Verfügung oder des angefochtenen Entscheids mit sich
bringen würde (BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Die Rechtsmittelbefugnis ist vorliegend zu
bejahen, nachdem die Beschwerdeführerin als Empfängerin des angefochtenen
Entscheids und Inhaberin einer (nicht rechtskräftigen) Baubewilligung für die
Überbauung der Grundstücke Nr. 0000_ und 0001_ mit der Prozessführung eigene
Interessen im erwähnten Sinn verfolgt.
Die Beschwerdegegner 1-8 begründen ihren Antrag auf Nichteintreten auf die
Kostennote ein (act. G 29 f.). In einer weiteren Eingabe nahm der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegner 1-8 zur Eingabe der Beschwerdebeteiligten 1 vom 25. Oktober
2021 Stellung (act. G 33). Zur Kostennote der Beschwerdeführerin (act. G 30) äusserte
sich der Rechtsvertreter der Beschwerdegegner 1-8 in der Eingabe vom 30. November
2021 (act. G 36).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
B.d.
bis
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Beschwerde damit, dass die Beschwerdebeteiligte 1 mit dem Rückzug der von ihr
erhobenen Beschwerde (vgl. Abschreibungsentscheid VerwGE B 2021/87 vom 9. Juni
2021) die Aufhebung des von ihr erlassenen Teilstrassenplans akzeptiere. Da die
Hoheit und Zuständigkeit in Bezug auf Planung und Erstellung von öffentlichen
Gemeindestrassen bei der Beschwerdebeteiligten 1 liege, könne ein einzelner
Grundeigentümer nicht ein Strassenprojekt weiterverfolgen, dessen Aufhebung von der
Beschwerdebeteiligten 1 akzeptiert worden sei. Es fehle der Beschwerdeführerin somit
ein Streitgegenstand (act. G 15 S. 2 f., act. G 25 S. 2-5). Hierzu ist anzumerken, dass
die Beschwerdebeteiligte 1 in ihrer Beschwerdevernehmlassung (act. G 17) Aufhebung
des vorinstanzlichen Entscheids im materiellen Streitpunkt sowie Bestätigung des
Erschliessungsprojektes, des Beitragsplans und des Teilstrassenplans Y._-strasse
beantragt. Sie erachtet die erwähnten Pläne somit nach wie vor als korrekt und hält an
ihnen fest. Ihr Beschwerderückzug vermag hieran nichts zu ändern, zumal ein blosser
Rückzug - wie vorliegend - für sich allein nicht auf eine Anerkennung des im
ursprünglich von ihr angefochtenen Rekursentscheid Festgehaltenen schliessen lässt
und schon gar nicht als "Verzicht" auf die Durchführung der Teilstrassenplanung zu
deuten ist. Das Vorhandensein des Streitgegenstandes kann von daher - entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegner 1-8 - nicht fraglich sein. Zudem erwuchs der
angefochtene Entscheid bereits aufgrund der Anfechtung durch die
Beschwerdeführerin nicht in Rechtskraft. Wenn dies die Beschwerdebeteiligte 1
veranlasst haben sollte, ihre eigene Beschwerde nicht weiter aufrechtzuerhalten, so
führt auch dies nicht zum "Wegfall" des Streitgegenstandes. Mit dem
Beschwerderückzug verzichtete die Beschwerdebeteiligte 1 entgegen der Auffassung
der Beschwerdegegner 1-8 (act. G 15 S. 4 Ziffer 2) sodann nicht auf eine weitere
Ausübung ihrer Parteirechte im Rechtsmittelverfahren. Auf die Beschwerde ist damit
einzutreten.
Die Beschwerdeführerin erachtet es ihrerseits als fraglich, dass die im angefochtenen
Entscheid angeführten Gegebenheiten für eine Legitimation der Beschwerdegegner 1,
2, 4 und 6 zur Verfahrensbeteiligung genügen würden (act. G 6 S. 4 Mitte). Im
vorinstanzlichen Entscheid hatte die Vorinstanz die Legitimation der
Beschwerdegegner 1, 2, 4 und 6 im Rekurs 1 bejaht, da sich deren Grundstücke (im
Sinn von BGE 140 II 214 E. 2.3; Geisser/Zogg, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N
22 zu Art. 45 VRP) weniger als 100 m nördlich des Einmündungsbereichs Y._-strasse/
W._-strasse befänden. Um zu ihren Grundstücken zu gelangen, müssten sie zwingend
an der Einmündung der Y._-strasse in die W._-strasse vorbeifahren. Da dieser
Einmündungsbereich vom Ausbau der Y._-strasse beeinflusst werde, seien die
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Beschwerdegegner 1, 2, 4 und 6 durch das geplante Strassenprojekt ohne Weiteres
unmittelbar und in höheren Ausmass als die Allgemeinheit in ihren eigenen Interessen
betroffen. Sie hätten zudem auch Rekurs gegen die Baubewilligung vom 6. Juni 2017
(Abbruch bestehender Gebäude und Bau von zwei MFH auf den Grundstücken Nr.
0000_ und 0001_) erhoben; in jenem Verfahren sei ihre Rekurslegitimation zu Recht
unbestritten geblieben. Der Ausgang des Teilstrassenplanverfahrens habe direkte
Auswirkungen auf das Bauvorhaben auf den Grundstücken Nrn. 0000_ und 0001_,
womit die erwähnten Beschwerdegegner (im Rekurs 1) auch deshalb ein
schutzwürdiges Interesse an der Überprüfung der Rechtmässigkeit des
Teilstrassenplans hätten (act. G 2 S. 16 E. 3.3). - Diese von Seiten der
Beschwerdeführerin inhaltlich unbestritten gebliebenen und nachvollziehbar
begründeten Gegebenheiten belegen sowohl für die vorinstanzlichen als auch das
vorliegende Verfahren die Legitimation der Beschwerdegegner 1, 2, 4 und 6 zur
Verfahrensbeteiligung. Umstände, welche letztere in Frage zu stellen vermöchten,
werden weder von der Beschwerdeführerin angeführt noch sind solche anderweitig
ersichtlich.
Zu Recht unbeanstandet blieb sodann die im angefochtenen Entscheid einlässlich und
überzeugend begründete Feststellung, dass die Beschwerdebeteiligte 1 zu Unrecht
nicht auf die Einsprachen der Beschwerdegegner 7 und 8 betreffend Teilstrassenplan
eingetreten war (act. G 2 S. 17-19 E. 4). Hiervon ist nachstehend auszugehen.
2. Verfahrenskoordination (Teilstrassenplan/Baubewilligungen/
Hochwasserschutzprojekt)
Der Koordinationsgrundsatz ist in Art. 25a des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(SR 700; RPG) verankert. Nach Art. 25a Abs. 3 RPG sollen Verfügungen keine
Widersprüche enthalten. Eine Koordination ist auch nötig, wenn für die verschiedenen
Bewilligungen nur eine Behörde zuständig ist. Die Natur der zu koordinierenden
Bewilligungen - namentlich wenn es sich um raumplanungs- bzw.
umweltschutzrechtliche oder um gewerbepolizeiliche Verfügungen handelt - ist dabei
unerheblich (Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Handkommentar, Bern 2006,
N 22 zu Art. 25a RPG). Die Koordinationspflicht setzt voraus, dass zwischen den
Verfügungen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht, womit diese nicht getrennt
und unabhängig voneinander beurteilt werden dürfen, ansonsten die gesonderte
Behandlung sachlich zu unhaltbaren Ergebnissen führen könnte (vgl. P. Hänni,
Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Aufl. 2008, S. 458).
2.1.
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Spezialbewilligungen von untergeordneter Bedeutung, die separat erteilt werden
können, fallen dagegen nicht unter die Koordinationspflicht. Das ist dann der Fall, wenn
feststeht, dass die Bewilligungen mit den übrigen Entscheiden nicht abgestimmt
werden müssen, die Rechte des Baugesuchstellers und der Drittbetroffenen nicht
tangiert werden und die Abtrennung aufgrund des kantonalen Rechts zulässig ist
(VerwGE 2020/80 und 82 vom 23. Mai 2019 E. 6.1 m.H.; VerwGE B 2013/232 vom
16. April 2014 E. 2.1 m.H.; VerwGE B 2004/157 vom 2. Dezember 2004 E. 3. m.H.).
Eine Pflicht zur materiellen Koordination und zur umfassenden Interessenabwägung
ergibt sich aus verschiedenen bundesrechtlichen Bestimmungen (vgl. etwa VerwGE B
2008/33 vom 14. Oktober 2008 E. 4.1). Am 1. Januar 2011 trat das revidierte
Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz; GSchG, SR
814.20) in Kraft. Art. 36a GschG verpflichtet die Kantone, den Raumbedarf der
oberirdischen Gewässer festzulegen, der für die Gewährleistung der natürlichen
Funktionen der Gewässer, des Hochwasserschutzes und der Gewässernutzung
erforderlich ist (Abs. 1). Der Bundesrat regelt die Einzelheiten (Abs. 2). Von seiner
Kompetenz gemäss Art. 36a Abs. 2 GSchG hat der Bundesrat mit der Änderung der
Gewässerschutzverordnung (GSchV, SR 814.21) vom 4. Mai 2011 Gebrauch gemacht
und die Breite des Gewässerraums für Fliessgewässer (Art. 41a GSchV) und für
stehende Gewässer (Art. 41b GSchV) bestimmt. Die Kantone hätten den
Gewässerraum bis am 31. Dezember 2018 festlegen müssen (Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011, nachstehend:
Übergangsbestimmungen). Solange der Gewässerraum nicht festgelegt ist, gelten die
Übergangsbestimmungen. Auch Beschwerdeverfahren, die bei Inkrafttreten der
revidierten GSchV am 1. Juni 2011 hängig waren, richteten sich nach den
Übergangsbestimmungen (vgl. BGer 1C_505/2011 vom 1. Februar 2012 E. 3.1.3).
Strassen und Wege sind von der Einhaltung der Übergangsbestimmungen wegen der
derogatorischen Kraft des Bundesrechts entgegen der kantonalrechtlichen
Ausnahmeregelung gemäss Art. 59 Abs. 4 lit. a des Gesetzes über die Raumplanung
und das öffentliche Baurecht (BauG, sGS 731.1; in Kraft gewesen bis 30. September
2017) nicht ausgenommen (vgl. Art. 49 Abs. 1 BV sowie VerwGE B 2011/164 vom
11. Dezember 2012 E. 3.3.5). Laut Abs. 2 der Übergangsbestimmungen gelten die
Vorschriften für Anlagen nach Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV auf einem beidseitigen
Uferstreifen mit einer Breite von je 8 m zuzüglich der Breite der bestehenden
Gerinnesohle bei Fliessgewässern mit einer Gerinnesohle bis 12 m Breite (lit. a), von je
20 m bei Fliessgewässern mit einer bestehenden Gerinnesohle von mehr als 12 m
Breite (lit. b) sowie von 20 m bei stehenden Gewässern mit einer Wasserfläche von
mehr als 0.5 ha (lit. c). Neue Anlagen dürfen innerhalb des übergangsrechtlichen
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Uferstreifens resp. Gewässerabstandsbereichs grundsätzlich nur erstellt werden, wenn
sie standortgebunden sind und im öffentlichen Interesse liegen. Konnte die bis Ende
2018 laufende Frist nicht eingehalten werden, hat die Umsetzung des Gewässerraums
spätestens im Rahmen der zehnjährigen Frist nach Art. 175 Abs. 1 PBG für die
Gesamtrevision der Rahmennutzungsplanung zu erfolgen. Die Gemeinden können
Gewässerräume jedoch auch anlässlich einer Teilrevision der Nutzungsplanung
betreffend den Gewässerraum oder gebietsweise mit Teilzonenplan festlegen. Weiter
ist die Festlegung mit einem Sondernutzungsplan für ein bestimmtes Gebiet möglich
(vgl. dazu VerwGE B 2015/19 vom 26. April 2018 E. 11.1 [zur Koordinationspflicht des
Erlasses von Sondernutzungsplänen mit der definitiven Gewässerraumfestlegung]). Für
Teilabschnitte kann sich eine frühzeitige Pflicht zur Festlegung ergeben (vgl. Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation [AREG], Arbeitshilfe Gewässerraum im Kanton
St. Gallen, Stand August 2018, Ziff. 4.1), wenn ein Sondernutzungsplan im
übergangsrechtlichen Gewässerabstand bauliche Massnahmen vorsieht. In diesem Fall
ist grundsätzlich mit dem Erlass des Sondernutzungsplans auch der definitive
Gewässerraum nach GSchV auszuscheiden (vgl. VerwGE B 2018/235 vom 21.
November 2019 E. 2.1 m.H.).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die gemäss Teilstrassenplan
vorgesehenen baulichen Massnahmen (Ausweitung und Verlängerung der Y._-strasse
mit Wendeplatz) würden den übergangsrechtlichen Gewässerabstand knapp nicht
tangieren. Hingegen liege der Grossteil des südlichen Abschnitts der Y._-strasse im
übergangsrechtlichen Gewässerabstand. Dieser Teil solle aufgrund des
Hochwasserschutzprojekts aufgehoben und entwidmet werden. Diese Aufhebung bilde
die Ursache dafür, dass die Y._-strasse (anstelle der bisherigen Ringstrasse) neu als
Stichstrasse mit Wendeplatz ausgestaltet werden müsse. Entsprechend habe das
Hochwasserschutzprojekt einen erheblichen Einfluss auf den Teilstrassenplan, weshalb
die beiden Erlasse formell und materiell zu koordinieren gewesen wären. Das
Wasserbauprojekt samt Baulinienplan zur Ausscheidung des Gewässerraums befinde
sich erst im Vorprüfungsstadium; dessen provisorischer Inhalt könne nicht ohne
Weiteres zur Grundlage für den Teilstrassenplan gemacht werden. Wenn die
Beschwerdebeteiligte 1 argumentiere, ein Teil der Y._-strasse müsse wegen des
Wasserbauprojekts aufgehoben werden, hätten Teilstrassenplan und Wasserbauprojekt
auch koordiniert und gemeinsam öffentlich aufgelegt werden müssen. Die
Beschwerdebeteiligte 1 habe sodann bei der Erteilung der Baubewilligungen für die
Grundstücke Nrn. 0000_ und 0001_ erwogen, dass die Erschliessung über die Y._-
strasse unzureichend sei, weshalb sie die Baubewilligungen mit der Auflage verbunden
2.2.
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habe, dass mit den Abbruch- und Bauarbeiten erst nach Rechtskraft des
Teilstrassenplans Y._-strasse begonnen werden dürfe. Aufgrund dieser Abhängigkeit
wären die Bauvorhaben und der Teilstrassenplan von der Beschwerdebeteiligten 1 zu
koordinieren gewesen. Durch das von der Beschwerdebeteiligten 1 gewählte Vorgehen
werde der künftige Strassenausbau negativ präjudiziert. Zudem habe die
Beschwerdebeteiligte 1 verkannt, dass es sich bei der hinreichenden Erschliessung
nicht um ein untergeordnetes Bauhindernis handle, welches mit einer Auflage beseitigt
werden könne, sondern um eine Grundvoraussetzung für die Bewilligungsfähigkeit
eines Bauvorhabens. Mit der zeitlich vorgelagerten Erteilung der Baubewilligung habe
die Beschwerdebeteiligte 1 den Teilstrassenplan präjudiziert, welcher eigentlich
Voraussetzung für die zu bewilligenden Bauprojekte gewesen wäre. Mit der nicht
zeitgleichen Auflage und materiellen Behandlung der Baugesuche und des
Teilstrassenplans habe sie wiederum gegen die Koordinationspflicht verstossen (act. G
2 S. 22-24).
Die Beschwerdeführerin rügt eine zu Unrecht erfolgte Anwendung des
Koordinationsgebots bezüglich Erschliessungsprojekt (Teilstrassenplan und
Strassenbauprojekt Y._-strasse) und Hochwasserschutzprojekt U._-bach. Beides
seien voneinander unabhängige Projekte der Beschwerdebeteiligten 1. Die Tatsache,
dass das Strassenbauprojekt den Gewässerraum des U._-baches respektieren
müsse, begründe keinen Koordinationsbedarf. Da für den U._-bach bisher noch keine
definitive Festlegung des Gewässerraums erfolgt sei, würden dafür immer noch die
Übergangsbestimmungen gelten. Ein Koordinationsbedarf ergebe sich auch nicht im
Hinblick auf die noch ausstehende definitive Festlegung des Gewässerraums für den
U._-bach. Nach dem Entwurf für den Sondernutzungsplan (Wasserbauprojekt) sei der
übergangsrechtliche Gewässerabstand grösser bemessen als der definitiv
festzulegende (künftige) Gewässerraum. Sei der künftig geltende Gewässerraum enger
bemessen als der heute massgebliche Gewässerraum, so brauche es keine
Koordination, um sicherzustellen, dass das Strassenprojekt nicht den später
festzulegenden definitiven Gewässerraum beeinträchtige bzw. präjudiziere. Die
Forderung der Vorinstanz, dass Strassenprojekt müsse mit dem
Hochwasserschutzprojekt koordiniert werden, würde auch in zeitlicher Hinsicht zu
unerträglichen Konsequenzen führen. Ab heute würden noch manche Jahre vergehen,
bis das Hochwasserschutzprojekt (öffentliche Auflage frühestens im Sommer 2022)
völlig umgesetzt sei. Das Strassenprojekt habe demgegenüber bereits Anfang 2019
aufgelegen; die Baubewilligung datiere vom 6. Juni 2017. Betreffend Koordination von
Baubewilligungsverfahren und Erschliessungsprojekt hält die Beschwerdeführerin fest,
2.3.
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dass es sich dabei um selbständige Projekte handle. Der blosse Umstand, dass die
beiden Vorhaben in einzelnen Punkten inhaltlich aufeinander abzustimmen seien,
genüge nicht für eine Unterstellung unter Art. 25a RPG. Die erteilte Baubewilligung
habe das Teilstrassenprojekt nicht präjudiziert. Die Beschwerdebeteiligte 1 habe
festgehalten, dass sich gemäss den bereits vorliegenden Planungen im Bereich des
Bauvorhabens an der Lage der Y._-strasse wenig ändern werde. Das projektierte
Haus (MFH) Süd halte zur bestehenden Y._-strasse einen zwischen 2.4 m und 3.3 m
variierenden Abstand ein, womit eine Bewilligung zur Unterschreitung des regulären
Grenzabstands erforderlich gewesen sei. Mit dem Strassenausbau reduziere sich der
Abstand zur Strasse lediglich um (weitere) 50 cm. Wenn die
Bewilligungsvoraussetzungen für eine Unterschreitung des Grenzabstands gegeben
seien, mache es keinen erheblichen Unterschied, ob die Unterschreitung 0.6 m bei
einem Strassenabstand von 3 m (bisherige Klassierung) oder 1.6 m bei einem
Strassenabstand von 4 m (neue Klassierung) betrage. In der Baubewilligung sei eine
hinreichende Zufahrt lediglich wegen der erforderlichen Umklassierung und nicht
wegen eines für das Bauvorhaben notwendigen Strassenausbaus verneint worden. Das
bewilligte Bauprojekt habe das Erschliessungsprojekt nicht präjudiziert. Lediglich
untergeordnete Mängel des Baugesuchs (unzureichende Erschliessung) könnten durch
Auflagen/Bedingungen behoben werden (act. G 6 S. 6-13).
2.4.
Mit dem Erschliessungsprojekt - bestehend aus Strassenprojekt, Teilstrassenplan und
Beitragsplan - soll der nördliche Teil der als Ringstrasse ausgebildeten Y._-strasse
(Gemeindestrasse dritter Klasse) in eine Stichstrasse mit einem Wendeplatz am
östlichen Ende umgestaltet und der südliche Teil der Strasse aufgehoben werden. Bei
der Beschwerdebeteiligten 1 ist ein Wasserbauprojekt für die Verbesserung des
Hochwasserschutzes im Bereich des U._-baches in Bearbeitung; letzterer grenzt an
den südlichen Teil der Y._-strasse an. Beschwerdeführerin und Beschwerdebeteiligte
1 stellen nicht in Frage, dass aufgrund des anstehenden, erst im Entwurf vorliegenden
und dementsprechend bislang nicht öffentlich aufgelegten Wasserbauprojektes die
Notwendigkeit einer teilweisen Aufhebung der Y._-strasse einschliesslich der
Umgestaltung als Stichstrasse mit Wendeplatz resultiert (vgl. act. G 6 S. 8 f., G 17 S. 4
f.). Zutreffend hält die Beschwerdebeteiligte 1 (act. G 17 S. 6 Ziffer 3.1) zwar fest, dass
die gemäss Teilstrassenplan vorgesehenen baulichen Massnahmen (Ausweitung und
Verlängerung der Y._-strasse mit Wendeplatz) den übergangsrechtlichen
Gewässerabstand (vgl. vorstehende E. 2.1 zweiter Absatz) nicht berühren. Hingegen
2.4.1.
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liegt der Grossteil des südlichen Abschnitts der Y._-strasse, welcher aufgrund des
Hochwasserschutzprojekts aufgehoben und entwidmet werden soll, im
übergangsrechtlichen Gewässerabstand. Hieraus ist ersichtlich, dass das
Hochwasserschutzprojekt sich unmittelbar auf den Teilstrassenplan auswirkt.
Wesentlich erscheint hierbei, dass ein inhaltlich erst provisorisch festgelegtes
Wasserbauprojekt samt (ebenfalls provisorischem) Baulinienplan zur Ausscheidung des
Gewässerraums nicht als Grundlage für den Teilstrassenplan herangezogen werden
kann, wenn eine später sich unter Umständen als hinderlich erweisende Präjudizierung
des Wasserbauprojekts durch den Teilstrassenplan vermieden werden soll. Mithin kann
nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass im Rahmen der definitiven
Planung des Wasserbauprojekts die Grundlagen und Annahmen der provisorischen
Planung unverändert bzw. in allfälligen Rechtsmittelverfahren unbeanstandet bleiben.
Hinzu kommt, dass nach Festlegung des definitiven Gewässerraums eine
Vergrösserung des Wendeplatzes der Stichstrasse (um etwa 2.5 m) in Betracht fällt
(vgl. act. G 17 S. 6 Ziffer 3); letzteres ist für den Teilstrassenplan aufgrund der engen
Platzverhältnisse bei der Wendeanlage unmittelbar relevant (vgl. nachstehende E.
3.5.2). Damit ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass Teilstrassenprojekt und
Hochwasserschutzprojekt in einem engen sachlichen Zusammenhang stehen, welcher
eine unabhängige Einzelbeurteilung der Projekte ausschliesst und eine
Gesamtbeurteilung mit Abwägung aller in Frage stehenden Interessen (Erschliessung,
Hochwasserschutz, Interessen der betroffenen Grundeigentümer) erfordert.
Was die im angefochtenen Entscheid bestätigte Notwendigkeit einer Koordination von
Baubewilligung (Bauprojekt der Beschwerdeführerin auf den Grundstücken Nr. 0000_
und 0001_) und Teilstrassenplan betrifft, so bejahte die Beschwerdebeteiligte 1
(Baukommission) in der Baubewilligung vom 9. Juni 2017 eine für das Bauvorhaben mit
24 zusätzlichen Wohneinheiten ungenügende Erschliessung (Zufahrt) - entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 6 S. 12 oben) - nicht nur wegen der
anstehenden Umklassierung der Y._-strasse in eine Gemeindestrasse zweiter Klasse,
sondern auch aufgrund der Notwendigkeit eines Strassenausbaus (vgl. act. G 10/10 III/
1 S. 2 unten; act. G 2 E. 6.3). Im streitigen Teilstrassenplanverfahren zeigte sich zudem,
dass der notwendige Strassenausbau das Bauvorhaben der Beschwerdeführerin
erheblich stärker tangiert, als in der Baubewilligung angenommen (vgl. nachstehend E.
3.2 am Schluss). Die Annahme der Beschwerdebeteiligten 1 in der Baubewilligung,
dass der notwendige Strassenausbau das Bauvorhaben nicht tangieren werde (vgl. act.
G 10/10 III/1 S. 3 oben) bzw. sich an der Lage der Y._-strasse wenig ändern werde
(act. G 10/10 Beilage 70 [B 2021/89] S. 9 Mitte), erwies sich insofern als nicht haltbar,
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 15/26
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3. Teilstrassenplan/Strassenprojekt
als für die Baubewilligung nicht von der Annahme eines im Wesentlichen feststehenden
Teilstrassenprojektes ausgegangen werden kann (vgl. nachstehende E. 3.5.2). Das
Vorbringen der Beschwerdebeteiligten 1, dass für das Bauvorhaben der
Beschwerdeführerin ab der W._-strasse bis zu ihrer Tiefgaragenzufahrt nur ein 10m-
Stück der Y._-strasse genutzt werde und dafür eine Strassenbreite von 3 m genüge
(act. G 17 S. 7 f.), lässt die Auswirkungen des Bauvorhabens mit 24 Wohneinheiten auf
den gesamten Teilstrassenplan unberücksichtigt (vgl. nachstehende E. 3.5.2 zweiter
Absatz am Schluss). Zu Recht hielt die Vorinstanz fest, dass das Vorgehen der
Beschwerdebeteiligten 1, zuerst (ohne Koordination mit dem Teilstrassenplan) die
Platzierung von Neubauten auf den Grundstücken Nrn. 0000_ und 0001_ zu
bewilligen und gleichzeitig noch Ausnahmebewilligungen zur Unterschreitung des
Abstands von der bestehenden, ungenügend ausgebauten Erschliessungsstrasse zu
gewähren, wenig Sinn mache und den künftigen Strassenausbau präjudiziere (act. G 2
S. 23). Allein mit der in der Baubewilligung vom 6. Juni 2017 erfolgten Auflage
betreffend Abwarten mit dem Abbruch- und Baubeginn bis zur Rechtskraft des
Teilstrassenplans kann dem Koordinationsgebot entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin (act. G 6 S. 12 lit. d) nicht genügend Rechnung getragen werden,
zumal das blosse Abwarten der Rechtskraft des Teilstrassenplans eine inhaltliche
Koordination der beiden Verfahren nicht zu gewährleisten vermag und es sich bei der
unzureichenden Erschliessung nicht um einen lediglich untergeordneten Mangel des
Baugesuchs handelt (vgl. VerwGE B 2014/100 vom 27. April 2016 E. 7.2). Hinzu
kommt, dass der für die Gewährleistung einer zureichenden Erschliessung erlassene
Teilstrassenplan - wie sich nachstehend ergeben wird - sich in der vorgelegten Form
nicht aufrechterhalten lässt. Ein Koordinationsbedarf mit Bezug auf die beiden
Verfahren kann somit insgesamt - wie im angefochtenen Entscheid dargelegt - nicht
mit guten Gründen in Frage gestellt werden. Schon von daher erweist sich die
Beschwerde als unbegründet.
3.1.
Für die Beurteilung der technischen Anforderungen an eine hinreichende Zufahrt im
Sinn von Art. 22 Abs. 2 lit. b bzw. Art. 19 Abs. 1 RPG und Art. 63 Abs. 2 StrG können
die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) als Hilfsmittel
bzw. als Richtwerte herangezogen werden, wobei ihre Anwendung im Einzelfall dem
Grundsatz der Verhältnismässigkeit entsprechen muss und sie nicht ungeachtet der
3.1.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 16/26
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konkreten Verhältnisse zugrunde gelegt werden dürfen. Die VSS-Normen enthalten
mithin keine bindenden Anweisungen für jeden Einzelfall im Sinn einer gesetzlichen
Norm (VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E. 11.1 und E. 11.3 f. mit Hinweisen;
VerwGE B 2011/110 vom 20. März 2012 E. 4; GVP 1990 Nr. 99). Nach der VSS-Norm
SN 40 045 "Projektierung, Grundlagen; Strassentyp Erschliessungsstrassen" vom März
2019 werden die Sicherheitsanforderungen an Erschliessungsstrassen allgemein durch
geringe Verkehrsmengen und niedrige Geschwindigkeiten angestrebt. Die Belastbarkeit
dieser Strassen ist begrenzt. Der Ausbaugrad ist entsprechend niedrig anzusetzen.
Erschliessungsstrassen stehen allen Verkehrsteilnehmern offen (VSS-Norm SN 40 045,
Ziffer 5). Der Erschliessungsstrassentyp "Zufahrtsweg" dient der Erschliessung von bis
zu 30 Wohneinheiten. Er ist auf den Grundbegegnungsfall "PW/Fahrrad bei stark
reduzierter Geschwindigkeit" und eine durchschnittliche stündliche Verkehrsbelastung
von maximal 50 Fahrzeugen ausgerichtet. Für Zufahrtswege im dargelegten Sinn
genügt ein Fahrstreifen. Sie müssen in der Regel keinen Wendeplatz aufweisen und
nicht durchgehend befahrbar sein. Es handelt sich um Fusswege, die zum
gelegentlichen Befahren mit Motorfahrzeugen vorgesehen und entsprechend befestigt
sind. Für die seltenen Begegnungsfälle zwischen Motorfahrzeugen können
angrenzende Bankettflächen und Vorplätze einbezogen werden (VSS-Norm SN 40 045,
Ziffer 8 und Tab. 1). Gemäss VSS-Norm SN 40 201 "Geometrisches Normalprofil" vom
März 2019 beträgt das für einen Personenwagen erforderliche horizontale
Lichtraumprofil 2 bis 2.1 m bei Geschwindigkeiten von 0 bis 40 km/h, für einen
Lastwagen bzw. ein landwirtschaftliches Fahrzeug beträgt das horizontale
Lichtraumprofil bei den erwähnten Geschwindigkeiten 2.7 bis 2.8 m und dasjenige
eines Fahrradlenkers 0.9 bis 1.1 m. Bei stark reduzierter Geschwindigkeit (bis 30 km/h)
ist beim Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad eine Strassenbreite von mindestens 3.4 m
(keine Steigungen), beim Begegnungsfall PW/PW eine Breite von mindestens 4.4 m
und beim Begegnungsfall PW/LKW eine solche von 5.1 m erforderlich (vgl. VerwGE
B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E. 11.1 und VerwGE B 2018/52 vom 27. Februar 2019
E. 5.4).
Der Bestand von Strassen und die Sicherheit der Benützer dürfen nicht beeinträchtigt
werden (Art. 100 Abs. 1 StrG). Unzulässig sind insbesondere Beeinträchtigungen durch
Bauten und Anlagen (Art. 100 Abs. 2 Ingress und lit. a StrG). Die Sichtzone bezeichnet
den Bereich, der aus Gründen der Verkehrssicherheit für die freie Sicht offen zu halten
ist (Art. 101 Abs. 2 StrG). Sichtzonen dürfen nicht als durchgehende Sichtstreifen
entlang von Strassen gelegt werden; sie sind auf jene Bereiche zu beschränken, in
3.1.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/26
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denen die freie Sicht aus Gründen der Verkehrssicherheit geboten ist. Sie drängen sich
unter anderem im unmittelbaren Bereich von Zufahrten auf (vgl. dazu auch Art. 65
Abs. 2 StrG). In den Sichtzonen ist alles untersagt, was die freie Sicht behindert. Die
innerhalb der Sichtzone liegenden Flächen dürfen insbesondere nicht als Park- und
Abstellplätze verwendet werden (vgl. D. Gmür, Strassenpolizeiliche Bestimmungen, in:
G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz, St. Gallen
1989, N 5 zu Art. 101). Die politische Gemeinde hat die Hoheit (Art. 11 Abs. 1 StrG) und
die Aufsicht (Art. 16 Abs. 2 StrG) über die Gemeindestrassen. Dementsprechend
werden Sichtzonen für Gemeindestrassen von ihr durch Sondernutzungs- und
Strassenprojektpläne oder durch Verfügung (inkl. Plan über die genaue Lage und
Ausdehnung) festgelegt (Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. d und e StrG sowie Gmür,
a.a.O., N 6 zu Art. 102). Nutzungspläne im Sinne von Art. 14 ff. RPG bilden selbst
Koordinationsinstrumente, welche mit eigenen Mitteln und Verfahren auf der
planerischen Ebene die Anwendung verschiedenartiger Vorschriften sicherstellen und
die Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nutzungsinteressen lösen sollen (vgl.
dazu Art. 1 bis Art. 3 RPG sowie Art. 3 und Art. 47 RPV und A. Marti, in: Aemisegger/
Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz
und Verfahren, Zürich 2020, N 55 zu Art. 25a RPG). Wie sich daraus und gestützt auf
Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. d StrG ergibt, sind damit die für die Verkehrssicherheit
notwendigen Sichtzonen beim Erlass eines Teilstrassenplans (Sondernutzungsplan)
bzw. mit dem Strassenbauprojekt festzulegen. Auch aus Art. 25a RPG (vgl.
vorstehende E. 2.1) ergibt sich, dass die Sichtzonen zusammen mit dem
Teilstrassenplan zu erlassen sind. Ist ein Nutzungsplan derart detailliert, dass künftige
Verkehrsprobleme erkennbar sind, muss die Erschliessung im Sinne der
raumplanerischen Koordination bereits beim Erlass jenes Plans und nicht erst im
späteren Baubewilligungsverfahren geregelt werden (vgl. VerwGE B 2019/244 vom 3.
Mai 2020 E. 5.1 m.H. auf E. Jeannerat, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.],
Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, N 54 sowie FN 183 zu Art. 19 RPG m.H.).
Die VSS-Norm SN 40 273a (Sichtverhältnisse in Knoten in einer Ebene), Ausgabe März
2019, legt unter anderem die Beobachtungsdistanz für Motorfahrzeuge und leichte
Zweiräder sowie die Anforderungen an das Sichtfeld fest. Letzteres ist von allen
Hindernissen freizuhalten, die ein Motorfahrzeug oder ein leichtes Zweirad verdecken
könnten (VSS-Norm SN 40 273a Ziffer 10 f.).
Im Amtsbericht vom 21. September 2020 führte das TBA aus, die Y._-strasse weise
grösstenteils die typischen Merkmale eines Zufahrtswegs gemäss VSS-Norm 40 045
auf. Sie erfülle grundsätzlich die Anforderungen an das geometrische Normalprofil
3.2.
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bezogen auf die Breite der Fahrbahn. Es fehle jedoch die Überprüfung des vertikalen
Normalprofils aufgrund des Vordachs am Gebäude Vers.-Nr. 0004_. Die W._-strasse
weise die Merkmale einer Quartiererschliessungsstrasse auf. Sie erfülle die
Anforderungen gemäss VSS-Norm 40 201 (geometrisches Normalprofil:
Grundabmessungen und Lichtraumprofil der Verkehrsteilnehmer) nicht, da die
Mindestfahrbahnbreite für den Begegnungsfall Personenwagen (PW)/Lastwagen (LW)
bei 20 km/h von 5.3 m bzw. 4.4 m (mit Ausweichstellen) nicht auf der ganzen Länge
gegeben sei. Dieser Aspekt wäre beim Ausbau der Y._-strasse zwingend zu
berücksichtigen gewesen. Die geplante Wendeanlage am Ende der Y._-strasse von
etwa 9.8 m auf 4.2 m mit schräg (nicht symmetrisch) verlaufenden Seitenabgrenzungen
sei zu klein dimensioniert; die vorgesehene Wendefläche genüge nicht einmal für einen
8 m-Lastwagen. Gemäss VSS-Norm 40 052 (Wendeanlagen) sei selbst für einen 8 m-
Lastwagen eine Wendefläche von 16 m auf 5 m plus Überhangbereich nötig. Beim
Ausbau einer öffentlichen Strasse müssten auch die bestehenden privaten
Grundstückszufahrten und Vorplätze überprüft werden. Eine abschliessende
Beurteilung sei diesbezüglich nicht möglich, weil die erforderlichen
Sichtweitennachweise teils ungenügend und teils unvollständig seien. Insbesondere der
Sichtweitennachweis im Einmündungsbereich der Y._-strasse in die W._-strasse in
Richtung Norden müsse überprüft werden. Letzterer sei besonders relevant, da sich in
diesem Bereich eine Engstelle befinde, die den Rechtsvortritt von der Y._-strasse
verunmögliche, wenn ein von rechts kommendes Fahrzeug nicht rechtzeitig erkannt
werden könne. Soweit ersichtlich fehle auch die rechtliche Sicherstellung der
erforderlichen Sichtzonen. Die Geometrien des Knotens W._-strasse/Y._-strasse
würden nicht der VSS-Norm 40 262 (Knoten) entsprechen. Die Einlenkradien der
geplanten Y._-strasse müssten mindestens 6 m betragen, um die Befahrbarkeit des
Einlenkers für 8 m-Lastwagen zu gewährleisten, was in Richtung Norden nicht erfüllt
sei. Um das Kreuzen von Personenwagen im Knoten Y._-strasse/W._-strasse zu
ermöglichen, hätte der Einmündungstrichter auf einer Länge von 10 m mit einer Breite
von mindestens 5 m ausgebildet werden. Diese Anforderungen seien nicht erfüllt (act.
G 10/12 und G 11/10 Beilage). In der Stellungnahme vom 18. Februar 2021 bestätigte
das TBA, dass der Wendeplatz bei einer derartigen Sackgasse korrekt ausgestaltet
sein müsse, da sich Rückwärtsfahrten auf der Strasse negativ auf die
Verkehrssicherheit auswirken würden und auch nicht zulässig seien. Auch sei aufgrund
der auf Grundstück Nr. 0002_ bestehenden Autowerkstatt mit grösseren Fahrzeugen
und Anhängern zu rechnen. Die Umwandlung der Y._-strasse in eine Sackgasse
bedinge zwingend den Einbezug der W._-strasse, da sich der Verkehrsfluss erheblich
ändere. Das Gesamtsystem müsse funktionieren und nicht nur ein Einzelelement.
Aufgrund des neuen Strassencharakters als Sackgasse ergäben sich erhebliche
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Änderungen im Verkehrsregime, die Einfluss auf sämtliche bestehende und künftige
Grundstückszufahrten hätten. Zudem müsse das Kreuzen von Fahrzeugen im
Einmündungsbereich der Y._-strasse in die W._-strasse sichergestellt werden, da
sowohl auf der W._-strasse Richtung Süden als auch auf der Y._-strasse Richtung
Osten Engstellen bestehen würden. Die fehlenden Sichtweiten in Kombination mit der
geplanten Tiefgaragenzufahrt auf den Grundstücken Nrn. 0000_ und 0001_ würden
diese Situation zusätzlich verschärfen. Die Umgestaltung Y._-strasse von einer
Ringstrasse in eine Sackgasse stelle eine klare Verschlechterung der
Erschliessungssituation dar (act. G 10/36 Beilage).
Gestützt hierauf legte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid dar, bei
Zufahrtswegen wie der Y._-strasse sei (nach der VSS-Norm 40 045) eine rechtlich
gesicherte Wendemöglichkeit nur in Fällen nicht erforderlich, in denen kurze
Zufahrtswege kaum Gefälle aufweisen würden und übersichtlich seien. Bloss einspurig
befahrbare Erschliessungsstrassen, die mehreren Liegenschaften als Erschliessung
dienen würden, in einer Sackgasse enden würden, unübersichtlich seien und/oder ein
starkes Gefälle aufweisen würden, hätten aus Sicherheitsgründen stets über eine
rechtlich sichergestellte Wendemöglichkeit zu verfügen. Andernfalls liege keine
hinreichende Erschliessung vor. Die Y._-strasse solle neu als Stichstrasse ausgestaltet
werden, in einer Sackgasse enden und mit einer Länge von 55 m (samt Wendeplatz)
der Erschliessung von fünf Grundstücken mit voraussichtlich rund 40 Wohneinheiten
dienen. Die Übersichtlichkeit sei insbesondere beim Engpass im Bereich des
Gebäudes auf Grundstück Nr. 0002_ eingeschränkt. Erschwerend komme hinzu, dass
der Einmündungstrichter Y._-strasse/W._-strasse deutlich zu klein dimensioniert sei,
um das Kreuzen von PW's im Knotenbereich zu ermöglichen. Die W._-strasse weise
zudem direkt vor dem Einlenkbereich der geplanten Y._-strasse eine Engstelle mit
einer Breite von 4 m auf, wo ebenfalls kein Kreuzen von zwei PW's möglich sei. Dieser
Bereich liege überdies in einer Kurve. Zu den ungenügenden Strassenbreiten hinzu
kämen mangelnde Sichtverhältnisse aufgrund des Gebäudes auf Grundstück Nr.
0003_. Aufgrund der ungenügenden Sicht auf die Einmündung der Y._-strasse
müssten Fahrzeuge, welche die W._-strasse in Richtung Norden befahren würden, an
dieser Engstelle anhalten, um den von rechts aus der Y._-strasse kommenden
Fahrzeugen den ihnen zustehenden Vortritt zu gewähren. Bei diesen beengten
Strassenverhältnissen wäre es unverantwortlich, rückwärts von der Y._-strasse in die
W._-strasse zurücksetzen zu müssen. Folglich sei es unabdingbar, dass ein
Wendehammer am Ende der neuen Stichstrasse erstellt und so dimensioniert werde,
dass wenigstens Kleinlastwagen dort wenden könnten. Wenn ein Wendehammer
3.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 20/26
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notwendig sei, wie die Beschwerdebeteiligte 1 selber feststelle, müsse dieser auch
funktionsfähig sein. Die Berufung auf beengte Platzverhältnisse bei der Wendeanlage
sei untauglich, da mangels Koordination (des Gewässerraumprojekts und des
Teilstrassenprojekts) noch keine umfassende Interessenabwägung und gegenseitige
Abstimmung habe erfolgen können. In Bezug auf den viel zu schmalen und zu kurzen
Einmündungstrichter Y._-strasse/W._-strasse sei zudem anzumerken, dass der
Teilstrassenplan nicht vom Bauvorhaben auf den Grundstücken Nrn. 0000_ und
0001_ beeinflusst werden dürfe. Der Teilstrassenplan und die damit sicherzustellende
Erschliessung seien Voraussetzung für die Zulässigkeit der geplanten Überbauung,
weshalb sich das Bauvorhaben nach dem Teilstrassenplan zu richten habe (und nicht
umgekehrt). Es sei nicht ersichtlich, weshalb ein grösserer Einmündungstrichter mit
ausreichenden Einlenkradien nicht möglich sein sollte. Somit vermöchten einerseits der
Wendeplatz am Ende der Y._-strasse und anderseits der Einmündungstrichter Y._-
strasse/W._-strasse zufolge ungenügender Dimensionierung keine hinreichende
Erschliessung des Quartiers zu gewährleisten (act. G 2 S. 25-27).
Eine verkehrstechnisch hinreichende Zufahrt (Art. 19 Abs. 1 RPG) setze zweifellos auch
den Erlass von Sichtzonen voraus. Nachdem mit dem angefochtenen Teilstrassenplan
eine hinreichende Erschliessung sichergestellt werden solle, wäre die
Beschwerdebeteiligte 1 bereits gestützt auf Art. 16 Abs. 2, Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. a
sowie Art. 101 Abs. 2 i.V.m. Art. 102 Abs. 1 lit. d StrG verpflichtet gewesen, die für die
Verkehrssicherheit notwendigen Sichtzonen im Teilstrassenplan und nicht erst
nachträglich mit Verfügung festzulegen. Vorliegend seien - in Übereinstimmung mit
dem Amtsbericht des TBA - beim Knoten Y._-strasse/W._-strasse bei der Engstelle
beim Gebäude Vers.-Nr. 0004_ sowie bei sämtlichen Grundstückszufahrten
Sichtzonen erforderlich. Nachdem diese fehlen würden, erweise sich die geplante
Erschliessung ebenfalls als ungenügend (act. G 2 S. 28 f.).
3.4.
Der politischen Gemeinde kommt im Kanton St. Gallen Autonomie zu (Art. 89 Abs. 1
der Kantonsverfassung, sGS 111.1). Die Gemeinden sind in einem Sachbereich
autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn
ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ
erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt (vgl. Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 20 zu Art. 46 VRP). Die Gemeindeautonomie ist
indes insofern beschränkt, als es den Gemeinden verwehrt bleibt, den in
3.4.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 21/26
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Konkretisierung des Strassengesetzes durch die kantonale Gerichts- und
Verwaltungspraxis gezogenen Rahmen zu überschreiten (vgl. VerwGE B 2014/203 vom
25. Mai 2016 E. 6.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGer 1C_46/2010 vom
28. April 2010 E. 2.2 und VerwGE B 2011/9 vom 7. Dezember 2011 E. 4.3.2 [GVP 2011
Nr. 21]). Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG verlangt die volle Überprüfung von Verfügungen und
Nutzungsplänen gemäss RPG und Ausführungserlassen durch wenigstens eine
Beschwerdebehörde. Diese Funktion ist dem Rekursverfahren vor dem
Baudepartement zugedacht (Art. 46 Abs. 1 VRP). Auch wenn sich dieses in Sachen der
Orts- und Regionalplanung eine gewisse Zurückhaltung auferlegen muss, ist der
Entscheid der Gemeinde von der Rekursbehörde gleichwohl auf seine Recht- und
Zweckmässigkeit hin zu überprüfen. Gemeint ist damit, dass sie lediglich ihr Ermessen
nicht anstelle jenes der Gemeinde setzen soll, da es grundsätzlich Sache der
Gemeinde ist, unter mehreren verfügbaren und zweckmässigen Lösungen zu wählen
(vgl. statt vieler VerwGE B 2015/165 vom 23. Februar 2017 E. 2.3 m.H.). Die Kognition
des Verwaltungsgerichts ist bei der Überprüfung der Nutzungsplanung beschränkt, und
es ist lediglich zur Rechtskontrolle befugt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Liegt ein
vorinstanzlicher Entscheid innerhalb des Ermessensspielraums bzw. wurden die
Verfassungsprinzipien sowie der Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet,
liegt keine Rechtsverletzung vor, selbst wenn das Ermessen unzweckmässig
gehandhabt worden wäre. Anders verhält es sich nur bei einem qualifizierten
Ermessensfehler, wenn die Verwaltungsbehörde das Ermessen missbraucht bzw. über-
oder unterschritten hat (vgl. VerwGE B 2015/165 a.a.O. E. 3.2).
Die Beschwerdeführerin wendet ein, die Vorinstanz habe sich einzig auf den
Amtsbericht vom 21. September 2020 gestützt, der sich seinerseits einzig auf die VSS-
Normen stütze. Damit sei ihr eine ungenügende Feststellung des Sachverhalts
vorzuwerfen. Bei den VSS-Normen handle es sich nicht um rechtsverbindliche Normen.
Mit der Feststellung der Beschwerdeführerin, dass Dimensionierungen gemäss den
VSS-Normen aufgrund der örtlichen Verhältnisse und der effektiven Verkehrsbelastung
nicht möglich seien, habe sich die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt. Damit sei ihr
eine Gehörsverletzung vorzuwerfen. Wenn sie sich ausschliesslich auf die VSS-Normen
stütze und sowohl die örtlichen Verhältnisse wie auch die effektive Verkehrsbelastung
ausblende, sei ihr vorzuwerfen, dass sie sich bei der Handhabung des Ermessens auf
sachfremde Kriterien abstütze. Insoweit liege auch ein Ermessensmissbrauch vor. Mit
dem Eingriff in das Ermessen der Beschwerdebeteiligten 1 bei der Beurteilung der
Zweckmässigkeit der Ausgestaltung der Strasse habe die Vorinstanz auch die durch
3.4.2.
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die Gemeindeautonomie bedingte Beschränkung ihrer Kognition missachtet (act. G 6).
In ähnlicher Weise äusserte sich die Beschwerdebeteiligte 1 in ihren Stellungnahmen
(act. G 17 S. 8 f. Ziffer 5, G 27 Ziffer 9).
Zutreffend ist, dass sich die Vorinstanz für ihre Erwägungen im Wesentlichen auf den
Amtsbericht des TBA stützte und ihre Überlegungen nannte, aufgrund welcher sie den
Planungsentscheid der Beschwerdebeteiligten 1 als nicht haltbar erachtete. Damit
genügte sie ihrer Begründungspflicht, zumal sie nicht verpflichtet war, sich mit jedem
Einwand der Beschwerdeführerin auseinanderzusetzen (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2
m.H.). Gestützt darauf war eine sachgerechte Anfechtung möglich. Von daher erscheint
eine Gehörsverletzung nicht dargetan. Zu beachten ist sodann in beweisrechtlicher
Hinsicht, dass in der Praxis amtlichen Stellungnahmen von Fachstellen, die vom
Gesetzgeber als sachkundige Beurteilungsinstanzen eingesetzt wurden, ein erhöhter
Beweiswert zugemessen wird, sofern diese den Charakter eines Gutachtens (amtliche
Expertise) aufweisen (vgl. B. Waldmann, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl.
2016, N 22 zu Art. 19 VwVG m.H.). Weitere verwaltungsexterne Abklärungen sind nur
bei Zweifeln an der Richtigkeit der Feststellungen in der amtlichen Beurteilung
vorzunehmen (VerwGE B 2017/184 vom 13. Dezember 2018 E. 4.1). - Der Amtsbericht
des TBA (act. G 10/12 Beilage) berücksichtigte bei der Anwendung der VSS-Normen
die konkreten örtlichen Verhältnisse, auf welche im Bericht explizit und wiederholt
verwiesen wird. Hierbei verlangte er insbesondere bei den Strassenbreiten und den
Abmessungen des Wendeplatzes keine strikte Anwendung der Werte gemäss VSS-
Normen, sondern legte die aus Sicht des TBA bestehenden Mängel des
Teilstrassenprojekts mit nachvollziehbarer Begründung dar (vgl. vorstehende E. 3.2).
Von daher stützt sich der Bericht bei der Analyse der konkreten Gegebenheiten nicht
auf sachfremde Kriterien. Konkrete Zweifel an der Richtigkeit der dortigen
Feststellungen ergeben sich weder aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin,
noch sind solche anderweitig ersichtlich. Sodann ist auch nicht dargetan oder
anderweitig erkennbar, inwiefern der Bericht auf einem unvollständig festgestellten
Sachverhalt basieren sollte. Die Vorinstanz durfte sich unter diesen Umständen für ihre
Ausführungen auf den Amtsbericht berufen, ohne dass ihr ein Missbrauch ihres
Ermessens oder ein Eingriff die Gemeindeautonomie vorzuwerfen ist.
3.4.3.
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Wendehammer/Sichtzonen3.5.
Die Beschwerdeführerin wendet im Weiteren ein, ein 8 m-Lastwagen könne auf dem
Wendeplatz wenden, wenn er zwei bis dreimal ansetze. Sodann sei zu berücksichtigen,
dass aufgrund der gegebenen baulichen Verhältnisse und der derzeit geltenden
Gewässerabstandslinie keine grössere Dimensionierung der Wendefläche möglich sei.
Bezüglich der in der Kernzone gelegenen Grundstücke Nr. 0000_ und 0001_ habe
die Beschwerdebeteiligte 1 eine Erschliessungspflicht. Nicht zumutbar sei, dass mit
dem Strassenprojekt zugewartet werde, bis das Hochwasserschutzprojekt realisiert sei
und damit die Wendefläche allenfalls etwas grösser dimensioniert werden könne.
Entgegen dem Amtsbericht müssten bei der Engstelle auf der Y._-strasse bei der
Nordecke des Gebäudes Nr. 0005_ auf dem Grundstück Nr. 0002_ keine Sichtweiten
festgelegt werden, da es dort um die Sicht auf den Verkehr auf der gleichen Strasse
aus der Gegenrichtung gehe. Für Fahrzeuge, die vom Wendeplatz her Richtung W._-
strasse fahren würden, werde in der leichten Linksbiegung die Sicht durch das
bestehende Gebäude Nr. 0005_ verhindert, was nicht geändert werden könne. Auch
im Zusammenhang mit der Engstelle auf der W._-strasse zwischen den Grundstücken
Nrn. 0003_ (Gebäude Nr. 0006_) und 0008_ (Gebäude Nr. 0007_) sei keine
Sichtweite festzulegen. Dieser Bereich liege ausserhalb des Perimeters des
Strassenbauprojekts. Bezüglich des Einlenkerradius Nord (Einmündungstrichter Y._-
strasse/B._-strasse) könne die Unterschreitung des Richtwerts der VSS-Norm ohne
Weiteres verantwortet werden. Die Verkehrssicherheit werde nicht beeinträchtigt, da
nur in den seltensten Fällen aus der Y._-strasse einfahrende Fahrzeuge gegen Norden
abbiegen würden. Im Übrigen bleibe das Grundstück Nr. 0002_ des
Beschwerdegegners 3 auch mit dem Erschliessungsprojekt genügend erschlossen, da
es direkt an den verbleibenden nördlichen Teil der Y._-strasse angrenze und über den
Wendeplatz auch die Zufahrt auf die Südseite des Gebäudes Nr. 0004_ erhalten
bleibe. Offensichtlich unbegründet sei der Einwand der Beschwerdegegner 2, das
Erschliessungsprojekt beeinträchtige das geschützte Ortsbild (act. G 6 S. 16-20).
3.5.1.
Der Amtsbericht ortet wie dargelegt in verschiedener Hinsicht einen Klärungsbedarf. So
erachtet er für den Strassenausbau die Überprüfung der privaten Zufahrten und
Vorplätze als erforderlich und diesbezüglich eine abschliessende Beurteilung wegen
ungenügender/unvollständiger Sichtweitennachweise als nicht möglich. Sodann fehlt
gemäss Amtsbericht die rechtliche Sicherstellung der erforderlichen Sichtzonen (act. G
10/12 bzw. G 11/10 Beilage). Im Weiteren vermerkt das TBA in der Rekurs-
3.5.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 24/26
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Stellungnahme, dass das Kreuzen von Fahrzeugen im Einmündungsbereich der Y._-
strasse in die W._-strasse sichergestellt werden müsse (act. G 10/36 Beilage). Die
Behauptung der Beschwerdeführerin, dass zumindest ein 8 m-Lastwagen die
Wendeanlage am Ende der Y._-strasse - ohne Beeinträchtigung der
Verkehrssicherheit - "mit Sägen" befahren könne (act. G 6 S. 16), ist zum einen nicht
belegt; zum anderen lässt sie ausser Acht, dass öffentliche Dienste (vorab
Kehrichtentsorgung) oftmals nicht mit 8 m-Lastwagen, sondern mit erheblich grösseren
Gefährten unterwegs sind. Gemäss TBA ist sodann mit Anlieferungen mit
Anhängertransporten zu rechnen, was (für die Wendeanlage) einbezogen werden
müsse (act. G 10/36 Beilage S. 5 unten). Wie dargelegt, wird die Koordination des
Teilstrassenplanverfahrens, des Baubewilligungsverfahrens und des
Wasserbauverfahrens noch vorzunehmen sein (vorstehende E. 2.4). Der für die
Wendeanlage effektiv zur Verfügung stehende Raum - wie dargelegt fällt nach
definitiver Festlegung des Gewässerraums eine Vergrösserung des Wendeplatzes der
Stichstrasse in Betracht (E. 2.4.1) - wird mithin erst nach Vorliegen des (mit dem
Teilstrassenprojekt koordinierten) Wasserbauprojekts feststehen.
In Bezug auf den (erheblich) zu schmalen und zu kurzen Einmündungstrichter Y._-
strasse/W._-strasse (Einlenkerradius Nord 3m statt 6 m und Breite des
Einlenkertrichters 4 m statt 5 m; vgl. Amtsbericht, act. G 10/12 Beilage S. 8) merkt die
Vorinstanz zu Recht an, dass der Teilstrassenplan nicht vom Bauvorhaben auf den
Grundstücken Nrn. 0000_ und 0001_ beeinflusst werden dürfe und es sich nach dem
Teilstrassenplan zu richten habe (act. G 2 S. 26 f.). Ein Grund, weshalb ein
Einmündungstrichter mit ausreichenden Einlenkradien nicht möglich sein sollte, wird
von der Beschwerdeführerin weder geltend gemacht, noch ist ein solcher erkennbar.
Ihr Hinweis auf das geringe Verkehrsaufkommen an der erwähnten Stelle bzw. auf der
W._-strasse (160 Fahrzeuge pro Tag, wovon ein Viertel Zweiräder; act. G 6 S. 19)
vermag die fehlende Erforderlichkeit eines grösseren Einmündungstrichters nicht zu
begründen. Hinsichtlich des Einwandes der Beschwerdebeteiligten 1, dass gemäss
Teilstrassenplan nur ein ganz kurzes Stück am Beginn der neuen Stichstrasse (ca. 10
m) von den Fahrzeugen genutzt werde, die in die projektierte Tiefgarage einfahren
würden (act. G 27 S. 6), wies das TBA in der Stellungnahme vom 18. Februar 2021
darauf hin, dass das Kreuzen von Fahrzeugen im Einmündungsbereich Y._-strasse/
W._-strasse zwingend sichergestellt werden müsse, da sowohl auf der W._-strasse
Richtung Süden als auch auf der Y._-strasse Richtung Osten Engstellen bestehen
würden. Das TBA bejahte diesbezüglich eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit
mit der Feststellung, dass die Umgestaltung der Y._-strasse von einer Ringstrasse zu
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4.
einer Sackgasse zu einer klaren Verschlechterung der Situation führe (act. G 10/36
Beilage S. 4 unten).
Im Weiteren vermerkt die Vorinstanz mit Hinweis auf den Amtsbericht das Fehlen von
Sichtzonen beim Knoten Y._-strasse/W._-strasse bei der Engstelle beim Gebäude
Vers.-Nr. 0004_ sowie bei sämtlichen Grundstückszufahrten (act. G 2 S. 28 f.). Die von
der Beschwerdeführerin diesbezüglich angeführten Gegebenheiten stellen keinen
Grund dar, auf die Festlegung von Sichtzonen zu verzichten. Entgegen ihrer Ansicht ist
auch hinsichtlich der (ausserhalb des Perimeters des Strassenbauprojekts liegenden)
Engstelle auf der W._-strasse zwischen den Grundstücken Nrn. 0003_ (Gebäude Nr.
0006_) und 0008_ (Gebäude Nr. 0007_) eine Sichtweite festzulegen, zumal das TBA
darauf hinweist, dass die Umwandlung der Y._-strasse in eine Sackgasse - wegen der
erheblichen Änderung des Verkehrsflusses - zwingend den Einbezug der W._-strasse
bedingt, damit die Funktion des Gesamtsystems gewährleistet ist (act. G 10/36
Beilage). Der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Umstand, dass dort mit
einer relativ geringen Geschwindigkeit gefahren werde (V85 unter 30 km/h) und sich
bisher keine Unfälle ereignet hätten (act. G 6 S. 18), rechtfertigt keinen Verzicht auf die
Festlegung von Sichtzonen. So ist für die Festlegung der Sichtzonen (vgl. dazu Pläne in
act. G 10/10 II/8) nicht vorausgesetzt, dass sich in der Vergangenheit (polizeilich
registrierte) Unfälle ereignet haben.
Insgesamt lässt es sich nicht beanstanden, dass die Vorinstanz den Teilstrassenplan
Y._-strasse zufolge Nichteinhaltung des Koordinationsgebotes und wegen
strassenplanerischer Mängel (Wendeplatz, Einmündungstrichter Y._-strasse/W._-
strasse, Sichtzonen) aufhob. Ein Anlass, diesbezüglich in das Ermessen der Vorinstanz
einzugreifen, besteht für das Verwaltungsgericht, dessen Kognition wie dargelegt auf
die Korrektur von Rechtsfehlern beschränkt ist (Art. 61 Abs. 1 VRP), nicht. Die
Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend
sind die amtlichen Kosten des Verfahrens von der Beschwerdeführerin zu bezahlen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 4'000 ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss
von CHF 4'000 ist mit dieser Gebühr zu verrechnen.
4.1.
Zufolge Unterliegens besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf
ausseramtliche Entschädigung. Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte haben ebenfalls
4.2.
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