Decision ID: 8dadbcd0-299c-5043-830c-4538f763cfc3
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 1. Oktober 2012 reichte die Aerzteverlag medinfo AG beim Bundesamt
für Kommunikation (BAKOM) für die Zeitschrift "der informierte @rzt" (Post-
zeitungs-Nr. 31064) ein Gesuch um Zustellermässigung gemäss Art. 16
Abs. 4 Bst. b des Postgesetzes vom 17. Dezember 2010 (PG, SR 783.0)
ein.
B.
Mit Verfügung vom 13. Dezember 2012 wies das BAKOM das Presseför-
derungsgesuch der Aerzteverlag medinfo AG ab mit der Begründung, ent-
gegen den Anforderungen von Art. 36 Abs. 3 Bst. c Ziff. 1–3 der Postver-
ordnung vom 29. August 2012 (VPG, SR 783.01) würden weniger als 75%
der Empfänger die Zeitschrift aufgrund eines Mitgliedschafts-, Spender- o-
der Abonnementsverhältnisses zugestellt erhalten. Die Frage der Nichtge-
winnorientierung und der Kostenpflicht im Sinne von Art. 36 Abs. 3 Bst. c
Ingress und Bst. k VPG liess die Vorinstanz explizit offen.
C.
Mit Eingabe vom 18. Januar 2013 gelangt die Aerzteverlag medinfo AG
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) an das Bundesverwaltungsgericht und
beantragt sinngemäss, die Verfügung des BAKOM (nachfolgend:
Vorinstanz) vom 13. Dezember 2012 aufzuheben und das Gesuch um
Presseförderung gutzuheissen. Zur Begründung bringt die Beschwerde-
führerin vor, es sei nicht akzeptabel, die vorherige Regelung, welche einen
Anteil von 1'000 Abonnenten auf die Gesamtauflage verlangt habe, kurz-
fristig durch einen "Abonnenten-Anteil" von 75% zu ersetzen. Der Ent-
scheid sei weder nachvollziehbar noch für die Ärzte-Branche praktikabel.
D.
Mit Vernehmlassung vom 11. Juli 2013 beantragt die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 12. November 2013 sistierte das Bundesver-
waltungsgericht das Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen eines Ent-
scheides des Bundesgerichts im bei diesem hängigen Verfahren
2C_1034/2013, in welchem sich ähnliche Rechtsfragen stellten.
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F.
Nachdem das Bundesgericht am 25. September 2014 in drei zeitlich koor-
dinierten Verfahren die Urteile 2C_1034/2013 und 2C_1125/2013 (zu
Art. 36 Abs. 1 [insbes. Bst. a] VPG [Regional- und Lokalpresse]) sowie
2C_1189/2013 (zu Art. 36 Abs. 3 [insbes. Bst. c] VPG [Mitgliedschafts- und
Stiftungspresse]) gefällt hat, hebt das Bundesverwaltungsgericht mit Zwi-
schenverfügung vom 22. Oktober 2014 die Sistierung des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens auf und räumt der Vorinstanz Gelegenheit ein, den
angefochtenen Entscheid in Wiedererwägung zu ziehen.
In der Folge fordert die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit Schreiben
vom 21. November 2014 auf, ihre Nichtgewinnorientierung zu belegen. Auf
deren Anfrage, wie dieser Nachweis zu erbringen sei, antwortet die Vo-
rinstanz mit Schreiben vom 15. Dezember 2014. Darin hält sie die Be-
schwerdeführerin namentlich dazu an, ihre Statuten einzureichen, welcher
Aufforderung diese jedoch nicht nachkommt. Auch auf eine weitere schrift-
liche oder mündliche Stellungnahme verzichtet sie.
G.
Mit Verfügung vom 11. Februar 2015 bestätigt die Vorinstanz – mit nun-
mehr anderer Begründung – ihre Verfügung vom 13. Dezember 2012, wo-
nach das Gesuch der Beschwerdeführerin um Presseförderung abgewie-
sen wird. Die Vorinstanz hält nicht mehr länger am Erfordernis fest, die
Zeitungen und Zeitschriften müssten mindestens zu 75% im Mitglied-
schafts-, Spender- oder Abonnementsverhältnis zugestellt werden. Sie an-
erkennt, die Zeitschrift "der informierte @rzt" erfülle die Kriterien gemäss
Art. 36 Abs. 3 Bst. a, b, c Ziff. 1-3 sowie Bst. d bis l VPG. Da die Beschwer-
deführerin aber den Nachweis der Nichtgewinnorientierung nicht erbracht
habe (Art. 16 Abs. 4 Bst. b PG und Art. 36 Abs. 3 Bst. c Ingress VPG), habe
sie keinen Anspruch auf Presseförderung.
H.
Mit Zwischenverfügung vom 12. Februar 2015 räumt das Bundesverwal-
tungsgericht der Beschwerdeführerin Gelegenheit ein, zur Verfügung der
Vorinstanz vom 11. Februar 2015 Stellung zu nehmen, sich zum weiteren
Fortgang des Verfahrens zu äussern sowie allfällige Nachweise der Nicht-
gewinnorientierung einzureichen.
Die Beschwerdeführerin lässt sich nicht vernehmen und reicht keine wei-
teren Unterlagen ein.
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I.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Dokumente wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügun-
gen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021),
sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt und eine Vorinstanz im
Sinne von Art. 33 VGG entschieden hat. Das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts
anderes vorsieht (Art. 37 VGG).
Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 VwVG, die von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d
VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt,
ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig.
1.2 Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders
berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat (Bst. c).
Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt
und ist mit ihrem Anliegen nicht durchgedrungen. Sie ist als Adressatin der
angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch materiell beschwert,
weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist.
1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl.
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten.
2.
2.1 Die Vorinstanz kann eine angefochtene Verfügung bis zu ihrer Ver-
nehmlassung in Wiedererwägung ziehen (Art. 58 Abs. 1 VwVG). Unter
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"Vernehmlassung" ist nicht bloss die erste Stellungnahme der Vorinstanz
zu verstehen; vielmehr erfasst der Begriff auch spätere Stellungnahmen,
zu denen der Vorinstanz von der Beschwerdeinstanz Gelegenheit gegeben
worden ist. Eine Wiedererwägung ist mithin grundsätzlich (nur, aber immer-
hin) bis zum Abschluss des Schriftenwechsels möglich, das heisst bis zum
Ablauf der Frist zur letztmals ermöglichten Stellungnahme. Anders verhält
es sich indes, wenn die Vorinstanz von der Beschwerdeinstanz ausdrück-
lich zur Wiedererwägung eingeladen worden ist (Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-468/2013 vom 24. Februar 2015 E. 4.2.1 m.w.H.).
Zieht die Vorinstanz die angefochtene Verfügung in Wiedererwägung, er-
lässt sie eine neue Verfügung (vgl. Art. 58 Abs. 2 VwVG). Eine blosse Aus-
wechslung oder Änderung der Begründung vermag die ursprünglich ange-
fochtene Verfügung grundsätzlich nicht zu ersetzen (vgl. MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 3.45 f. m.w.H.). Soweit eine während der Hängigkeit
des Rechtsstreits erlassene (Wiedererwägungs-)Verfügung den Anträgen
der Beschwerdeführerin entspricht oder gar darüber hinausgeht, kann das
Rechtsschutzinteresse an der materiellen Beurteilung der Beschwerde
nicht mehr anerkannt werden und das Verfahren ist zufolge Gegenstands-
losigkeit abzuschreiben. Das Beschwerdeverfahren wird hingegen fortge-
setzt, soweit die Beschwerde durch die neue Verfügung nicht gegen-
standslos geworden ist, und das Bundesverwaltungsgericht hat über die
materiell ungelöst gebliebenen Streitfragen zu befinden, ohne dass die be-
schwerdeführende Partei die neue Verfügung anfechten müsste (vgl.
Art. 58 Abs. 3 VwVG; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-468/2013
vom 24. Februar 2015 E. 4.2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 3.46; AUGUST MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
VwVG, 2008, Art. 58 N 16 und 18).
2.2 Die Verfügungen der Vorinstanz vom 13. Dezember 2012 und vom
11. Februar 2015 stimmen inhaltlich insoweit überein, als sie das Gesuch
der Beschwerdeführerin um Presseförderung im Ergebnis abweisen. Da
die Beschwerdeführerin sinngemäss um Zustellermässigung gemäss
Art. 16 Abs. 4 Bst. b PG und Art. 36 Abs. 3 VPG ersucht, wird das vorlie-
gende Beschwerdeverfahren mit der neuen Verfügung nicht gegenstands-
los. Das Bundesverwaltungsgericht hat folglich nach wie vor einen Ent-
scheid in der Sache zu fällen.
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2.3 Nachdem die Vorinstanz mit Verfügung vom 11. Februar 2015 zu Recht
erwogen hat, dass die Beschwerdeführerin bzw. die Zeitschrift "der infor-
mierte @rzt" – mit Ausnahme der Nichtgewinnorientierung – alle Voraus-
setzungen gemäss Art. 36 Abs. 3 VPG erfüllt, ist nachfolgend nur noch zu
beurteilen, ob die Vorinstanz das Gesuch der Beschwerdeführerin um
Presseförderung zu Recht abgewiesen hat, da diese den Nachweis der
Nichtgewinnorientierung im Sinne von Art. 16 Abs. 4 Bst. b PG und Art. 36
Abs. 3 Bst. c Ingress VPG nicht erbracht habe.
3.
3.1 Gemäss Art. 16 Abs. 4 Bst. b PG werden für die Zustellung von Zeitun-
gen und Zeitschriften von nicht gewinnorientierten Organisationen an ihre
Abonnenten, Mitglieder oder Spender (Mitgliedschafts- und Stiftungs-
presse) in der Tageszustellung Ermässigungen gewährt. Das Erfordernis
der fehlenden Gewinnorientierung wird in Art. 36 Abs. 3 Bst. c Ingress VPG
wiederholt.
Gemäss dem Erläuterungsbericht des Eidgenössischen Departements für
Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zur VPG vom
29. August 2012 werden von Art. 36 Abs. 3 Bst. c VPG alle Organisationen
– unabhängig von ihrer Rechtsform – erfasst, die nicht gewinnorientiert
sind. Die Organisation muss einen Nachweis über die Nichtgewinnorientie-
rung erbringen, indem sie etwa ihre Steuerbefreiung belegt (UVEK, Erläu-
terungsbericht zur Postverordnung vom 29. August 2012, S. 21,
< http://www.uvek.admin.ch > Das UVEK > Bundesnahe Betriebe > Die
Schweizerische Post > Rechtliche Grundlagen > Totalrevision der Postge-
setzgebung, abgerufen am 6. Juli 2015).
3.2
3.2.1 Im Verwaltungsverfahren des Bundes hat die Behörde den Sachver-
halt von Amtes wegen festzustellen (Art. 12 VwVG). Dieser sogenannte
Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien
gemäss Art. 13 VwVG ergänzt und beschränkt. Leiten Parteien ein Verfah-
ren durch ihr eigenes Begehren ein, sind sie verpflichtet, bei der Sachver-
haltsfeststellung mitzuwirken (Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG). Die Mitwir-
kungspflicht erstreckt sich insbesondere auf Tatsachen, welche die ge-
suchstellende Partei besser kennt als die Behörde und welche diese ohne
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Seite 7
die Mitwirkung der Betroffenen gar nicht oder nicht mit vernünftigem Auf-
wand erheben kann (BGE 138 II 465 E. 8.6.4; Urteil des Bundesgerichts
8C_58/2014 vom 24. September 2014 E. 6.2; BVGE 2014/33 E. 5).
Das Ausmass der Mitwirkungspflicht richtet sich insbesondere nach der
Verhältnismässigkeit und der Zumutbarkeit der gestellten Anforderungen
(BGE 140 II 65 E. 3.4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
B-6452/2013 vom 4. Dezember 2014 E. 3.2). Bei Verfahren, die – wie das
Verfahren um Gewährung von Zustellermässigungen (vgl. Art. 37 VPG) –
vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt sind, ist die Mitwirkungspflicht
deutlich erhöht. Die rechtmässige und vollständige Deklaration der erfüllten
Anspruchsvoraussetzungen liegt grundsätzlich im Interesse und in der Ver-
antwortung der gesuchstellenden Partei (Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-453/2013 vom 16. September 2013 E. 4.2.2 und A-189/2013
vom 6. August 2013 E. 4.2.2, je m.H.).
Verletzt eine Partei ihre Mitwirkungspflicht, steht es der Behörde nament-
lich frei, auf den Sachverhalt abzustellen, wie er sich aus den Akten ergibt,
und das Begehren allenfalls mangels Beweisen materiell abzuweisen (Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts A-2654/2009 vom 7. Mai 2013 E. 5.4.1;
KRAUSKOPF/EMMENEGGER, a.a.O., Art. 13 N 59 und 62; vgl. auch Art. 40
des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m.
Art. 19 VwVG; ferner Urteil des Bundesgerichts 1C_535/2012 vom 4. Sep-
tember 2013 E. 4.1.2).
3.2.2 Der Mitwirkungspflicht der Parteien steht eine Aufklärungspflicht der
zuständigen Behörde gegenüber. Diese hat die Verfahrensbeteiligten in
geeigneter Weise auf die zu beweisenden Tatsachen hinzuweisen (Urteil
des Bundesgerichts 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.1; Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts A-4930/2011 vom 26. Januar 2012
E. 4.5.2). Dabei ist auf die konkreten Umstände des Einzelfalls Rücksicht
zu nehmen: Die Aufklärungspflicht ist gegenüber einer unbeholfenen Per-
son weitreichender als bei einer anwaltlich vertretenen Partei (Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-6542/2012 vom 22. April 2013 E. 4.1; ISABE-
LLE HÄNER, Die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, in:
Häner/Waldmann [Hrsg.], Das erstinstanzliche Verwaltungsverfahren,
2008, S. 40; ferner Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-4161/2014
vom 10. April 2015 E. 6.6). Die Behörde muss der betroffenen Partei jedoch
nicht detailliert angeben, welche Belege sie einzureichen hat; eine allge-
mein gehaltene Aufforderung genügt (Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts A-453/2013 vom 16. September 2013 E. 4.2.2 und A-189/2013 vom
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6. August 2013 E. 4.2.2, je m.H.). Handelt es sich um Standardverfahren,
kann die Behörde etwa auch Merkblätter für die Gesuchseinreichung ver-
fassen und diese auf ihrer Website zur Verfügung stellen (HÄNER, a.a.O.,
S. 43).
3.2.3 Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht – bei welcher es
sich bei genauer Betrachtung mangels Vollstreckbarkeit lediglich um eine
Mitwirkungsobliegenheit handelt (vgl. BGE 137 II 313 E. 3.5.1; Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-7021/2014 vom 12. Mai 2015 E. 4.5.1;
KRAUSKOPF/EMMENEGGER, in: VwVG Praxiskommentar, 2009, Art. 13 N 6)
– ändern nichts an der (objektiven) Beweislast, wonach grundsätzlich die-
jenige Partei die Folgen der Beweislosigkeit eines Sachumstandes zu tra-
gen hat, die daraus Vorteile ableitet (Art. 8 des Zivilgesetzbuches [ZGB,
SR 210]; Urteil des Bundesgerichts 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008
E. 4.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6277/2014 vom 16. Juni
2015 E. 6.1 m.w.H.). Demnach trägt vorliegend die Beschwerdeführerin die
objektive Beweislast betreffend das Vorliegen der Voraussetzungen, wel-
che sie zu einer Zustellermässigung gemäss Art. 16 Abs. 4 Bst. b PG in
Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 VPG für ihre Zeitschrift "der informierte @rzt"
berechtigten, namentlich für ihre Nichtgewinnorientierung.
3.3
3.3.1 Die Beschwerdeführerin hatte das Verfahren betreffend Presseförde-
rung bzw. Zustellermässigung für die Mitgliedschafts- und Stiftungspresse
durch ihr Gesuch vom 1. Oktober 2012 eingeleitet (vgl. auch Art. 37 Abs. 1
VPG). Sie war daher gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG gehalten, an der
Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken, wobei sie diese Verpflichtung auf-
grund des geltenden Selbstdeklarationsprinzips noch verstärkt traf (vgl.
vorstehend E. 3.2.1).
3.3.2 Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin am 21. November 2014
Frist angesetzt, um ihre Nichtgewinnorientierung nachzuweisen. Auf die
Anfrage der Beschwerdeführerin vom 28. November 2014, wie ein solcher
Nachweis zu erbringen sei, antwortete die Vorinstanz mit Schreiben vom
15. Dezember 2014 und hielt jene – unter gleichzeitiger Eröffnung einer
neuen Frist – namentlich an, ihre Statuten einzureichen. Ferner ist bereits
dem von der Beschwerdeführerin verwendeten Gesuchsformular, welches
von der Vorinstanz auf ihrer Website zur Verfügung gestellt wird
(< http://www.bakom.admin.ch > Themen > Post & Presse > Presseförde-
rung > Gesuchsformulare, abgerufen am 6. Juli 2015), zu entnehmen, die
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Nichtgewinnorientierung könne beispielsweise durch die Steuerbefreiung
nachgewiesen werden (in der aktuellen, ab 1. Januar 2015 gültigen Version
des Formulars wird zudem auf die Statuten hingewiesen). Darüber hinaus
informiert die Vorinstanz in der gleichenorts aufgeschalteten "Wegleitung
für die Gesuche um Förderung der Mitgliedschafts- und Stiftungspresse",
der Nachweis der Nichtgewinnorientierung könne mittels Statuten oder
Steuerbefreiung erbracht werden. Die Beschwerdeführerin hat sich in der
Folge jedoch nicht mehr vernehmen lassen.
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Beschwerdeführerin mit Zwischen-
verfügung vom 12. Februar 2015 die Verfügung der Vorinstanz vom
11. Februar 2015 zugestellt und ihr Gelegenheit gegeben, sich zu dieser
zu äussern und allfällige Nachweise der Nichtgewinnorientierung einzu-
reichen. Die Beschwerdeführerin hat die angesetzte Frist ungenutzt ver-
streichen lassen und bis heute keine weitere Eingabe eingereicht.
3.4
3.4.1 Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Gesuch um Presseförderung
vom 1. Oktober 2012 das Feld "Gesuchsteller/in ist nicht gewinnorientiert"
nicht angekreuzt und damit e contrario zum Ausdruck gebracht, dass sie
gewinnorientiert sei. Die Beschwerdeführerin hat denn auch im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren nie ausdrücklich behauptet, nicht gewinnorien-
tiert zu sein. Weitere Unterlagen betreffend ihre allfällige Nichtgewinnori-
entierung liegen nicht bei den Akten. Trotz Aufforderung hat es die Be-
schwerdeführerin insbesondere unterlassen, ihre Statuten einzureichen.
Gemäss Handelsregisterauszug bezweckt die Beschwerdeführerin "die Er-
bringung von Tätigkeiten und Dienstleistungen im Bereich des Verlagsge-
schäfts und generell im Bereich Print- und Online-Medien, inkl. Herstellung,
Herausgabe und Vertrieb von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Online-
Produkten etc. u.a. im Bereich Sport und Medizin". Dem Handelsregister-
auszug lässt sich demnach nicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
nicht gewinnorientiert ist.
Dass die Beschwerdeführerin nicht gewinnorientiert ist, ergibt sich somit
weder aus den vorhandenen Akten noch aus dem öffentlich zugänglichen
Handelsregisterauszug.
3.4.2 Die Beschwerdeführerin ist im Besitz ihrer Statuten und kennt ihre
steuerrechtliche Situation am besten. Es wäre ihr ohne Weiteres zuzumu-
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ten gewesen, die Statuten oder einen anderen Beleg einzureichen. Die Vo-
rinstanz forderte die Beschwerdeführerin daher zu Recht zur Mitwirkung
auf, indem sie diese anhielt, ihre Nichtgewinnorientierung nachzuweisen.
Es ist nicht ersichtlich, wie die Vorinstanz mit verhältnismässigem Aufwand
das Vorliegen dieser Voraussetzung anderweitig hätte überprüfen können.
Obwohl sie mehrmals dazu angehalten wurde, unterliess es die Beschwer-
deführerin, ihre Nichtgewinnorientierung zu belegen. Sie hätte zumindest
darlegen müssen, weshalb es ihr nicht möglich ist, den geforderten Nach-
weis ‒ etwa durch Vorlage der Statuten ‒ zu erbringen. Soweit die Be-
schwerdeführerin es versäumte, die verlangten Informationen einzu-
reichen, verletzte sie daher ihre Mitwirkungspflicht.
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwerdeführerin am
28. November 2014 die Vorinstanz anfragte, wie der Nachweis der Nicht-
gewinnorientierung zu erbringen sei. Die Vorinstanz kam ihrer Aufklärungs-
pflicht durch ihr Antwortschreiben vom 15. Dezember 2014 und durch die
Angaben auf dem Gesuchsformular sowie auf ihrer Website (vgl. vorste-
hend E. 3.3.2) in genügender Weise nach. Die Beschwerdeführerin macht
denn auch nicht etwa geltend, die von der Vorinstanz erteilte Auskunft sei
unzureichend gewesen oder sie habe vergebens um eine Fristerstreckung
ersucht. Im Übrigen hat ihr das Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nochmals die Gelegenheit eingeräumt, ihre Nichtge-
winnorientierung zu belegen.
3.5 Die Beschwerdeführerin hat ihre Mitwirkungspflicht verletzt und den
Nachweis der Nichtgewinnorientierung gemäss Art. 16 Abs. 4 Bst. b PG
und Art. 36 Abs. 3 Bst. c Ingress VPG nicht erbracht. Da sie die Folgen der
Beweislosigkeit zu tragen hat (vgl. vorstehend E. 3.2.3), ging die Vorinstanz
zu Recht davon aus, die Beschwerdeführerin erfülle nicht alle Vorausset-
zungen zur Gewährung von Zustellermässigungen. Der vorinstanzliche
Entscheid, das Presseförderungsgesuch der Beschwerdeführerin abzu-
weisen, ist im Ergebnis demnach zu bestätigen und die Beschwerde abzu-
weisen.
4.
4.1 Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'000.– festgesetzt (Art. 1 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind aus-
gangsgemäss von der unterliegenden Beschwerdeführerin zu tragen
A-300/2013
Seite 11
(Art. 63 Abs. 1 VwVG) und dem von dieser in gleicher Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu entnehmen.
4.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist von vornherein keine Par-
teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1
VGKE e contrario). Die Vorinstanz hat als Bundesbehörde ebenfalls keinen
Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).