Decision ID: d7edc452-87ba-5df0-bd0b-738d2c27e435
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geboren 1938, besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1959 (act. 8/12).
Am 5. März 2019 lenkte er seinen Personenwagen in Rapperswil vom Bahnhof
herkommend auf der Güterstrasse. Dabei verlor er die Herrschaft über sein Fahrzeug.
Es beschrieb eine abrupte Linkskurve, überquerte die Gegenfahrbahn und das entlang
der Strasse verlaufende Trottoir, durchquerte eine Hecke samt Vorgarten und kam in
einem ebenerdigen Fenster der "Rosenklinik" zum Stillstand. Der Personenwagen erlitt
einen Totalschaden. A._, der nicht angegurtet war, wurde leicht verletzt. Die Polizei
stellte bei A._ ausser einem leichten Alkoholmundgeruch keine Anzeichen einer
Fahrunfähigkeit fest (act. 8/13 Seite 8 ff.). In der ärztlichen Untersuchung anlässlich der
Abnahme einer Blutprobe im Spital Linth erschien sein Verhalten unruhig/angetrieben,
der Denkablauf sprunghaft und der gerade Gang sowie die plötzliche Kehrtwendung
schwankend. Beim Romberg-Test wurde ein geringes Schwanken festgestellt
(act. 8/13 Seite 6 f.). Die Analyse der Blutprobe ergab für den Zeitpunkt des Ereignisses
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eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 0.89 und höchstens 1.53
Gewichtspromille (act. 8/13 Seite 3 ff.).
B.
Weil A._ sich in der polizeilichen Befragung vom 11. März 2019 die Ursache des
Unfalls – am Auto könne es nicht gelegen haben und er habe sich absolut fahrfähig
gefühlt – nicht erklären konnte und davon ausging, er habe in diesem Moment
"sozusagen ein Blackout" gehabt (act. 8/13 Seite 15 ff.), eröffnete das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt am 26. März 2019 ein Verfahren zur Abklärung
seiner Fahreignung, ohne ihm den Führerausweis für die Dauer des Verfahrens
vorsorglich zu entziehen (act. 8/13 Seite 21 ff.). Am 24. April 2019 ordnete das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt eine verkehrsmedizinische Untersuchung an
(act. 8/13 Seite 24 f.). Die Ärztin, welche A._ am 18. Juni 2019 am Institut für
Rechtsmedizin in St. Gallen untersuchte, erstellte am 30. September 2019 das
Gutachten, welches sie als "Oberärztin", "Fachärztin für Rechtsmedizin" und
"Verkehrsmedizinerin SGRM" unterzeichnete. Gestützt auf die klinische Untersuchung,
einen Kurztest zur Überprüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie die Ergebnisse
eines Urinscreening und einer Haaranalyse und nach Beizug von zahlreichen
Fremdauskünften (Untersuchungsbericht des Spitals Linth vom 5. März 2019,
augenärztlicher Bericht vom 24. Juni 2019, kardiologischer Bericht vom 13. August
2019, neurologische Berichte vom 21. August 2019 und vom 3. September 2019) kam
sie zum Schluss, die Fahreignung von A._ könne "aktuell nicht abschliessend beurteilt
und somit derzeit auch nicht befürwortet werden". Sie beantragte die Durchführung
einer ärztlich begleiteten Kontrollfahrt. Für den Fall der bestandenen Kontrollfahrt
bejahte sie die Fahreignung bei Einhaltung einer Alkoholfahrabstinenz und eines mittels
Analyse von Haarproben kontrollierten "risikoarmen" Alkoholtrinkverhaltens (act. 8/13
Seite 39 ff.).
Von der Möglichkeit, sich zur vorgesehenen Anordnung einer ärztlich begleiteten
Kontrollfahrt zu äussern, machte A._ am 9. Oktober 2019 mit einer umfangreichen
Eingabe Gebrauch, in welcher er erstmals vorbrachte, mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit sei "der Unfallauslöser eine Spontanexplosion des Airbags"
gewesen (act. 8/13 Seite 56 ff.). Mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2019
(act. 8/13 Seite 65 ff.) ordnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt die ärztlich
begleitete Kontrollfahrt an. Den dagegen erhobenen Rekurs (act. 8/1) wies die
Verwaltungsrekurskommission am 30. März 2020 ab (act. 8/17).
C.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid der
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Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 30. März 2020 mit Eingabe vom
30. April 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den sinngemässen Begehren,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates (Ziffer 5) sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben (Ziffer 1) und auf die Anordnung einer Kontrollfahrt
und weiterer unklar angedeuteter Zusatzauflagen zu verzichten (Ziffer 2). In die
Beurteilung sei der "belegte wahre Unfallgrund" einzubeziehen (Ziffer 3). Die in seiner
Eingabe vom 9. Oktober 2019 bezeichneten ehrverletzenden und kreditschädigenden
Stellen seien aus den Akten zu löschen (Ziffer 4).
Am 26. Mai 2020 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde unter
Verweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (act. 7). Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (Beschwerdegegner) verzichtete stillschweigend
auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 9. Juli 2020 (act. 11) verzichtete der Beschwerdeführer ausdrücklich
darauf, die Verfahrensakten einzusehen und eine weitere Stellungnahme einzureichen.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
der mit seinen Begehren im Rekursverfahren unterlag, ist zur Erhebung des
Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
gegen den Entscheid vom 30. März 2020 wurde mit Eingabe vom 30. April 2020 unter
Berücksichtigung der bis 19. April 2020 verlängerten Gerichtsferien über die
Osterfeiertage rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 30
Abs. 1 VRP sowie Art. 145 Abs. 1 Ingress und lit. a der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [SR 272, ZPO] und Art. 1 Abs. 1 der vom 21. März bis 19. April
2020 gültig gewesenen Verordnung über den Stillstand der Fristen in Zivil- und
Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang mit dem
Coronavirus [Covid-19]; AS 2020 S. 849) und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die
Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
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Der Beschwerdeführer verlangt, auf die Anordnung weiterer, neu unklar angedeuteter
Auflagen sei zu verzichten. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden
Rechtsmittelverfahrens ist einzig die vom Beschwerdegegner verfügte Anordnung einer
ärztlich begleiteten Kontrollfahrt. Die im verkehrsmedizinischen Gutachten
empfohlenen Auflagen zum Führerausweis des Beschwerdeführers hat der
Beschwerdegegner bisher weder geprüft noch verfügt. Erst wenn die Auflagen vom
Beschwerdegegner hoheitlich angeordnet werden, können sie Gegenstand eines
Rechtsmittelverfahrens bilden. Diesbezüglich kann auf die Beschwerde nicht
eingetreten werden. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde auch insoweit, als darin
(act. 1 Seite 1 "Darstellung/Sachverhalt") Rekurs und Stellungnahmen zum
integrierenden Bestandteil erklärt werden (vgl. statt vieler VerwGE B 2012/105 vom
13. November 2012 E. 1.3).
Die Beschwerdeeingabe umfasst zahlreiche Vorbringen, die für den Entscheid nicht
wesentlich sind. Das Gericht muss sich entsprechend der bundesgerichtlichen Praxis
nicht mit jedem und sämtlichen Vorbringen befassen, sondern kann sich mit der
Behandlung der relevanten Streitpunkte und Fragen begnügen (BGer 2C_469/2018
vom 6. Februar 2019 E. 8.5 und 2C_676/2017 vom 20. März 2018 E. 3.4.4 je mit
Hinweisen). Es wird daher nur auf die entscheidwesentlichen Vorbringen des
Beschwerdeführers eingegangen. Soweit Vorbringen unerwähnt bleiben, vermögen sie
am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern.
2. Sachverhalt
2.1
Im Rekursverfahren hat der Beschwerdeführer beanstandet, das "Schlussgutachten"
enthalte "eine inakzeptable Unterstellung" und die Verwendung von Ausdrücken wie
"Alkoholproblematik, Alkoholmissbrauch, Alkoholüberkonsum, abnormes
Trinkverhalten" sei "eine unerhörte Unterstellung, kreditschädigend und ehrverletzend
und mit dem Aesculap- (gemeint: hippokratischen) Eid wohl nicht vereinbar" und
deshalb "für die Mitbegründung einer Kontrollfahrt ebenfalls unhaltbar" (act. 8/1
Seite 2). Im Beschwerdeverfahren beantragt er, ehrverletzende und kreditschädigende
Stellen, die er in der Eingabe vom 9. Oktober 2019 (act. 3.1) an den Beschwerdegegner
bezeichnet habe, seien – nicht nur nicht zu berücksichtigen, sondern – aus den Akten
zu löschen (act. 1 Seite 1). Die Vorinstanz hat festgehalten, die im Gutachten
beschriebene, beim Beschwerdeführer mutmasslich vorliegende Alkoholproblematik
stehe nicht im Zusammenhang mit der Kontrollfahrt (act. 2 Seite 6).
2.2
Worin die nach seiner Auffassung "inakzeptable Unterstellung" im "Schlussgutachten"
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konkret besteht, führt der Beschwerdeführer in der Beschwerde nicht aus.
Ebensowenig konkretisierte er in seiner Eingabe vom 9. Oktober 2019, was der Inhalt
einer angeblich in einem Entwurf des Berichts des Spitals Linth enthaltenen
diskriminierenden Bemerkung war (act. 3.1 Seite 3). Im Zusammenhang mit den
Untersuchungen durch die Neurologin beanstandet er einen "zutiefst ehrverletzenden
Terminus", mit dem er offenbar "verschuldet" und "Schuldner" meint (act. 3.1 Seite 4).
Der Bericht der Neurologin ist nicht Teil der Akten und sein Inhalt dem Gericht deshalb
nicht bekannt. Der Beschwerdeführer beantragt auch nicht, der Bericht sei zu den
Akten zu nehmen. Die im Gutachten vom 30. September 2019 wiedergegebenen
verkehrsmedizinisch relevanten Aussagen des neurologischen Berichts enthalten die
vom Beschwerdeführer angeführten Begriffe nicht. Welchen konkreten Begriff der
Beschwerdeführer als ehrverletzend erachtet, führt er nicht aus. Die von ihm
beanstandete Verwendung der Begriffe "Alkoholproblematik, Alkoholmissbrauch,
Alkoholüberkonsum und abnormes Alkoholtrinkverhalten" (act. 3.1 Seite 5) im
Gutachten vom 30. September 2019 ist mit Blick auf das Ereignis vom 5. März 2019
durchaus nachvollziehbar. Die Blutalkoholkonzentration mit einem Mittelwert von 1.21
Gewichtspromille zusammen mit seiner Aussage, er habe sich völlig fahrtauglich
gefühlt, weist auf eine beträchtliche Alkoholgewöhnung hin. Die Analyse der Haarprobe
ergab für den Zeitraum von ungefähr Mitte Januar bis Mitte März 2019 – Entnahme der
Probe am 18. Juni 2019, Segment drei bis fünf Zentimeter ab Haut – einen
Ethylglucuronid-Gehalt von 25 pg/mg (act. 8/13 Seite 46). Diese Konzentration spricht
für einen in diesem Zeitraum insgesamt moderaten Alkoholkonsum, schliesst aber
einen problematischen Konsum im Einzelfall, wie im Zusammenhang mit dem Ereignis
vom 5. März 2019, nicht aus. Der Beschwerdeführer wurde nach erheblichem
Alkoholkonsum im Strassenverkehr auffällig. Der Umstand, dass er diesen
Alkoholkonsum nicht vom Lenken eines Motorfahrzeuges trennen konnte, kann zu
Recht dazu führen, aus verkehrsmedizinischer Sicht von einem problematischen
Alkoholüberkonsum zu sprechen. Soweit der Beschwerdeführer mit seinem Antrag,
einzelne Elemente aus den Akten zu entfernen, eine unrichtige Feststellung des
Sachverhalts rügt, ist die Beschwerde deshalb abzuweisen.
3. Rechtliches
Gemäss Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) müssen
Motorfahrzeugführer über Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen. Über
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Fahreignung verfügt, wer unter anderem die erforderliche körperliche und psychische
Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat (Art. 14 Abs. 2 lit. b
SVG). Über Fahrkompetenz verfügt, wer die Verkehrsregeln kennt und die Fahrzeuge
der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher führen kann (Art. 14 Abs. 3 SVG). Ausweis
und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG).
Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen (Art. 15d Abs. 1 SVG). Um allfällige Zweifel am
Ergebnis einer Fahreignungsuntersuchung auszuräumen, kann der Arzt mit der
Anerkennung der Stufe 4 bei der kantonalen Behörde eine Kontrollfahrt beantragen, an
der ein Arzt und ein Verkehrsexperte teilnehmen (Art. 5a Abs. 1 lit. d, Art. 5b Abs. 4
sowie Art. 5j Abs. 2 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen
zum Strassenverkehr [Verkehrszulassungsverordnung]; SR 741.51, VZV). Nur in diesen
Fällen darf die Behörde eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt zur Abklärung der
Fahreignung anordnen (Art. 29 Abs. 1 Satz 2 VZV). Besteht die betroffene Person die
Kontrollfahrt nicht, wird der Führerausweis entzogen (Art. 29 Abs. 2 lit. a sowie Art. 5j
Abs. 3 VZV).
4. Parteivorbringen
Der Beschwerdeführer verlangt, dass der vorinstanzliche Entscheid aufgehoben und
auf die Anordnung einer ärztlich begleiteten Kontrollfahrt verzichtet werde.
Die Vorinstanz hat den Rekurs abgewiesen mit der Begründung, im Gutachten, das
aufgrund einer rechtskräftigen Verfügung ausgefertigt wurde, sei festgehalten worden,
dass beim kognitiven Leistungsprofil des Beschwerdeführers leichte bis mittelgradig
ausgeprägte Auffälligkeiten bestünden. Die Fahreignung des Beschwerdeführers habe
aufgrund der durchgeführten Untersuchungen nicht abschliessend beurteilt werden
können. Die Gutachterin habe deshalb die Anordnung einer ärztlich begleiteten
Kontrollfahrt empfohlen. Die Kontrollfahrt erscheine als geeignetes Mittel zur Klärung
der Fahreignung in Ergänzung zur durchgeführten verkehrsmedizinischen
Untersuchung.
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, an seiner Fahrfähigkeit bestünden keine
Zweifel. Die Vorinstanz habe zu Unrecht die wahre Ursache des Unfalls, der Auslöser
bis
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für das vorliegende Verfahren sei, nicht berücksichtigt. Es sei nämlich belegt, dass es
bei seinem Motorfahrzeug zu einer spontanen Airbag-Explosion gekommen sei und er
nicht schuld am Unfall sei. Es sei nicht erklärbar, wieso im Zuge der Untersuchungen
nie ein technisches Versagen seines Motorfahrzeuges geprüft worden sei. Ausserdem
sei das Gutachten, auf das sich die Vorinstanz ausschliesslich abstütze,
widersprüchlich. Es habe sich nämlich kein medizinisches Problem finden lassen,
welches den Unfall erklären könne. Auch liege bei ihm keine Alkoholproblematik vor.
5. Würdigung
5.1
Der Beschwerdeführer verursachte am 5. März 2019 in alkoholisiertem Zustand als
Lenker eines Personenwagens einen Selbstunfall, indem er von seiner Fahrbahn
abkam, die Gegenfahrbahn querte, durch eine Hecke und schliesslich in ein
ebenerdiges Gebäudefenster fuhr. Infolgedessen ordnete der Beschwerdegegner, nach
Gewährung des rechtlichen Gehörs (act. 8/13 Seite 21 ff.), mit Zwischenverfügung vom
24. April 2019 (act. 8/13 Seite 24 f.) eine verkehrsmedizinische Untersuchung an. Diese
Verfügung wurde rechtskräftig (act. 2 Seite 5). Das Gutachten, das im Nachgang zu
dieser Untersuchung verfasst wurde, ist von einer Fachärztin für Rechtsmedizin mit
dem Titel "Verkehrsmedizinerin SGRM" erstellt worden (act. 8/13 Seite 48). Demzufolge
ist die Ärztin gemäss Art. 5b Abs. 4 VZV anerkannt, um Untersuchungen der Stufe 4, zu
denen verkehrsmedizinische Untersuchungen und Gutachten zur Fahreignung und
Fahrfähigkeit gehören, durchzuführen und gegebenenfalls entsprechend Art. 5j Abs. 2
VZV bei der kantonalen Behörde zur Ausräumung ihrer Zweifel am
Untersuchungsergebnis eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt zu beantragen.
Das Gutachten stützt sich auf die Vorgeschichte des Beschwerdeführers, die
verkehrsmedizinische Untersuchung, die Resultate der Laboruntersuchungen und
Fremdauskünfte (act. 8/13 Seite 39). Gemäss Abklärungsbericht einer Fachärztin für
Neurologie FMH und Psychiatrie und Psychotherapie FMH und einer Psychologin
(MSc) seien im kognitiven Leistungsprofil des Beschwerdeführers leichte bis
mittelgradig ausgeprägte Auffälligkeiten (verbaler Abruf und Wiedererkennen)
festgestellt worden. Ansonsten würden sich laut ebendiesem Abklärungsbericht
altersentsprechende oder sogar leicht überdurchschnittliche Ergebnisse zeigen
(act. 8/13 Seite 45). Die Gutachterin selbst kam zum Schluss, dass sich kein
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medizinisches Problem finden lasse, welches den stattgefundenen Unfall erklären
könnte. Aufgrund der gesamten verkehrsmedizinischen Abklärung könne nicht
ausgeschlossen werden, dass der Alkoholeinfluss im Ereigniszeitpunkt in Kombination
mit gewissen kognitiven Defiziten im wesentlichen Ausmass zur Unfallursache
beigetragen haben könnte. Sie stellte deshalb zusammenfassend fest, dass sich
basierend auf den anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung durchgeführten
Kurztests und der testpsychologischen Untersuchungsbefunde nicht konkret
abschätzen lasse, ob die kognitive Leistungsfähigkeit inkl. Leistungsreserven im
Strassenverkehr ausreichend vorhanden seien. Um fahreignungsrelevante kognitive
Leistungsdefizite auszuschliessen, sei deshalb die Durchführung einer ärztlich
begleiteten Kontrollfahrt gerechtfertigt (act. 8/13 Seite 46).
5.2
Aufgrund des Dargelegten ist es nachvollziehbar, wieso die Ärztin geltend macht, dass
das Ergebnis der verkehrsmedizinischen Untersuchung Zweifel an der Fahreignung des
Beschwerdeführers offenlässt. Es ist nicht klar, ob und in welchem Ausmass sich die
kognitiven Defizite des Beschwerdeführers im Strassenverkehr auswirken. Um diese
Zweifel klären zu können, erscheint es angemessen, eine ärztlich begleitete
Kontrollfahrt durchzuführen. Diese Massnahme, die dem Schutz von Leib und Leben
anderer Verkehrsteilnehmer dient, ist für den Beschwerdeführer nicht übermässig
belastend und liegt auch in seinem Interesse (vgl. BGer 1C_47/2007 vom 2. Mai 2007
E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 127 II 129 E. 3c). Die Kontrollfahrt wurde in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu Recht angeordnet, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
An diesem Ergebnis vermögen auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu
ändern. Er ist der Auffassung, an seiner Fahrfähigkeit bestünden keine Zweifel. Zwar
trifft zu, dass die neurologischen Untersuchungen "ohne pathologisches Korrelat"
blieben (act. 8/13 Seite 45). Zweifel am Untersuchungsergebnis können allerdings auch
ohne Diagnose einer neurologischen Erkrankung nachvollziehbar sein. Dies ist
vorliegend der Fall, wenn die Verkehrsmedizinerin ihre Zweifel auf die leicht bis
mittelgradig ausgeprägten kognitiven Defizite stützt. Zudem war der MRI-Befund
auffällig, indem er ausgeprägte, in erster Linie mikroangiopathisch bedingte
Marklagerveränderungen zeigte (act. 8/13 Seite 45).
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Der Beschwerdeführer macht wiederholt geltend, dass er nicht schuld am Unfall sei,
sondern dass eine spontane Airbag-Explosion stattgefunden habe und es deswegen
zum Unfall gekommen sei. Solche spontanen Airbag-Explosionen gibt es tatsächlich.
Jedoch hält die Vorinstanz zutreffend fest, dass die Unfallursache für die vorliegende
Fragestellung nicht relevant ist. Die ärztlich begleitete Kontrollfahrt wurde angeordnet,
weil die Fahreignung des Beschwerdeführers aus medizinischer Sicht nicht
abschliessend beurteilt werden konnte (act. 8/13 Seite 52). Die Anordnung der
Kontrollfahrt hat nur insoweit noch etwas mit dem Unfall zu tun, als dieser der Auslöser
für die – rechtskräftig gewordene – Anordnung der Abklärung der Fahreignung des
Beschwerdeführers war. Der Einwand des Beschwerdeführers, der Unfall sei auf eine
spontane Airbag-Explosion zurückzuführen, ist nicht geeignet, an den Ergebnissen,
insbesondere den neurologischen Abklärungen und deren verkehrsmedizinischer
Würdigung, etwas zu ändern. Die Gutachterin äusserte Zweifel an der Fahreignung des
Beschwerdeführers aufgrund leichter bis mittelgradig kognitiver Defizite und der
Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt unter Alkoholeinfluss stand.
Diese Zweifel bestehen unabhängig von der "wahren Unfallursache". Ob beim
Fahrzeug auch noch ein technischer Mangel bestand, ist demzufolge vorliegend nicht
relevant.
Der Beschwerdeführer macht wie bereits vor der Vorinstanz geltend, dass die
verkehrsmedizinische Untersuchung für die Ärztin zugleich eine Prüfung war (act. 1
Seite 2). Was den Beschwerdeführer zu dieser Aussage gebracht hat, und was er
daraus zu seinen Gunsten ableitet, ist nicht klar. Es kann auf die zutreffenden
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 2 E. 3.b Seite 6). Selbst wenn die
Gutachterin den Titel "Verkehrsmedizinerin SGRM" unter anderem aufgrund der
Beurteilung ihrer Arbeit anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung des
Beschwerdeführers erlangt haben sollte, verfügte sie im Zeitpunkt der Erstellung des
Gutachtens und damit im Zeitpunkt, in welchem sie die Untersuchungsergebnisse
beurteilte und die ärztlich begleitete Kontrollfahrt beantragte, über diesen
Fähigkeitsausweis.
6. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten vom Beschwerdeführer
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zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1‘500 erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Sie ist mit
dem vom Beschwerdeführer in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu
verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer nicht
zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98 VRP), auch nicht im Sinne der von ihm
beantragten Umtriebsentschädigung.