Decision ID: 0ed004eb-b0d0-5c3b-acb9-f705a029cec1
Year: 2021
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1973 geborene A._ (Kläger) war über seine Arbeitgeberin bei der (damaligen) D._ AG (D._; ab Mai 2015: E._ AG [E._]) obligatorisch unfallversichert, als er sich gemäss Schadenmeldung vom 19. August 2013 am 2. August 2013 bei einem Misstritt eine Verletzung der Achillessehne des rechten Fusses zuzog (Akten der E._ [act. IIIC] UM; Akten der Invalidenversicherung [IV; act. III] 2 S. 6). Die D._ gewährte in der Folge im Zusammenhang mit diesem Ereignis die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld (act. IIIC TG3 ff.; Akten der E._ [act. IIIA] K4). Ab 1. Februar 2014 war A._ wieder voll arbeitsfähig (act. IIIC TG9). Vom 1. April 2014 bis Ende Juni 2015 war er als ... der F._ AG in ... angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Vorsorgestiftung C._ (Vorsorgestiftung bzw. Beklagte) berufsvorsorgeversichert (Klagebeilage [act. I] 5 ff.; Akten der Vorsorgestiftung [act. II] 2). Ab 29. April 2015 war A._ wiederum zu 100 % arbeitsunfähig (act. IIIC TG13).
Die E._ verfügte am 15. August 2018 (Akten der E._ [act. IIIB] K153) den Fallabschluss per 16. Januar 2018 und verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente, was sie mit Einspracheentscheid vom 3. Januar 2019 bestätigte (act. IIIB K158). Die dagegen erhobene Beschwerde (act. IIIB K161) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 7. August 2019, UV/21019/42, ab (act. IIIB K167). Das daraufhin angerufene Bundesgericht (BGer) hiess die Beschwerde gegen das verwaltungsgerichtliche Urteil mit Entscheid vom 18. Dezember 2019, 8C_534/2019, gut und verurteilte die E._, A._ ab dem 16. Dezember 2018 eine Invalidenrente basierend auf einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 38 % auszurichten (act. IIIB K173).
Die IV-Stelle Bern (IVB) verneinte mit Verfügung vom 3. Dezember 2018 (act. III 56) einen Rentenanspruch gegenüber der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 21 %. Diese Verfügung blieb unangefochten.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2021, BV/20/677, Seite 3
Mit Schreiben vom 23. Juni 2020 (act. I 15) gelangte der Kläger an die Vorsorgestiftung und ersuchte diese, die ihm gemäss Vorsorgereglement zustehenden Rentenleistungen festzusetzen. Die Vorsorgestiftung verneinte mit Schreiben vom 25. Juni 2020 (act. I 16) einen Rentenanspruch.
B.
Mit Eingabe vom 9. September 2020 erhob A._, vertreten durch Rechtsanwalt B._, Klage gegen die Vorsorgestiftung mit dem Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ab dem 29. April 2017 die reglementarischen Berufsvorsorgeleistungen bei Invalidität, insbesondere eine Invalidenrente zuzüglich Invalidenkinderrente zu entrichten, zuzüglich Zins von 5 % seit Klageeinreichung.
Die Beklagte schloss mit Klageantwort vom 11. November 2020 auf Abweisung der Klage.
Mit prozessleitender Verfügung vom 16. November 2020 ersuchte der Instruktionsrichter die E._ und die IVB um Zustellung der den Kläger betreffenden Akten. Diese gingen am 19. November (IVB) bzw. am 10. Dezember 2020 (E._) beim Verwaltungsgericht ein.
Mit Replik vom 5. Januar bzw. Duplik vom 2. Februar 2021 hielten die Parteien an den bisherigen Anträgen fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern ist als einzige kantonale Instanz sachlich und funktionell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 9.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2021, BV/20/677, Seite 4
September 2020 geltend gemachten Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] i.V.m. Art. 87 lit. c des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21] und Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Dies gilt gestützt auf Art. 49 Abs. 2 Ziff. 22 BVG auch für den sogenannt überobligatorischen Bereich. Die Beklagte hat ihren Sitz im Kanton Bern (act. I 1), womit das angerufene Gericht zur Behandlung der Klage örtlich zuständig ist (Art. 73 Abs. 3 BVG). Auch die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt, insbesondere ist die Klage formgerecht eingelangt (Art. 32 VRPG) und ist der Rechtsvertreter des Klägers gehörig bevollmächtigt (Art. 15 Abs. 1 VPRG; act. I 3). Auf die Klage ist somit einzutreten.
1.2 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Klägers auf eine Invalidenrente gegenüber der Beklagten ab dem 29. April 2017 zuzüglich Invalidenkinderrente, nebst Zins von 5 % seit 9. September 2020.
1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).
1.4 Nach Art. 73 Abs. 2 BVG sehen die Kantone ein einfaches, rasches und in der Regel kostenloses Verfahren vor, wobei der Richter den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat. Innerhalb des Streitgegenstandes ist das Berufsvorsorgegericht in Durchbrechung der Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (BGE 135 V 26 E. 3.1 mit Hinweisen, Art. 92 Abs. 3 VRPG).
2.
2.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben nach Art. 23 lit. a BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Anspruch auf eine volle
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2021, BV/20/677, Seite 5
Invalidenrente besteht, wenn die versicherte Person im Sinne der Invalidenversicherung mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente (Art. 24 Abs. 1 BVG).
Versicherte, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente in Höhe der Waisenrente. Für die Kinderrente gelten die gleichen Berechnungsregeln wie für die Invalidenrente (Art. 25 Abs. 1 BVG).
2.2 Gemäss Ziff. 6.3.3 des Stiftungsreglements der Vorsorgestiftung C._ (Reglement; act. II 3) hat die versicherte Person bei Erwerbsunfähigkeit vor der Pensionierung Anspruch auf Invalidenleistungen, wenn sie bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, welche zur Erwerbsunfähigkeit geführt hat, versichert war und sie im Sinne der IV den minimalen Invaliditätsgrad gemäss Anhang I überschreitet. Laut Ziff. 6.3.4 des Anhangs I (Vorsorgeplan Vorsorgestiftung C._ [Anhang I bzw. Vorsorgeplan; act II 4]) besteht ab einem Invaliditätsgrad von 25 % Anspruch auf eine Invalidenrente.
Gemäss Ziff. 6.3.8 des Reglements haben Versicherte, denen eine Invalidenrente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Invalidenkinderrente. Die Höhe der Invalidenkinderrente ergibt sich aus Anhang I des Reglements (Ziff. 1). Für die Invalidenkinderrente gelten die gleichen Berechnungsregeln wie für die Invalidenrente (Ziff. 2).
2.3 Während das Rechtsverhältnis zwischen Vorsorgeeinrichtung und versicherter Person im obligatorischen Bereich unmittelbar durch die gesetzlichen Normen, insbesondere des BVG, bestimmt ist, handelt es sich beim Vorsorgeverhältnis im überobligatorischen Bereich um einen Innominatvertrag (eigener Art) zwischen der Vorsorgeeinrichtung und der versicherten Person. Auf solche Verträge findet grundsätzlich das Obligationenrecht Anwendung (BGE 134 V 223 E. 3.1 S. 227; SVR 2008
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BVG Nr. 11 S. 44 E. 3.1). Erbringt eine Vorsorgeeinrichtung vom BVG abweichende Leistungen, sind zwei Grundsätze zu beachten: Zum einen muss die Leistung nominal derjenigen entsprechen, die sich aus dem BVG ergeben würde. Zum anderen muss jede im BVG vorgesehene obligatorische Leistung erbracht werden. Die nach BVG geschuldeten Leistungen werden in der Praxis durch die so genannte Schattenrechnung ermittelt (BGE 140 V 169 E. 8.3 S. 184, 133 V 575 E. 4.2 S. 577).
2.4 Bei der Auslegung und Anwendung von statutarischen und reglementarischen Bestimmungen im weitergehenden Vorsorgebereich ist zu berücksichtigen, dass die Vorsorgeeinrichtungen in der Ausgestaltung der Leistungen und deren Finanzierung und Organisation grundsätzlich autonom sind (Art. 49 BVG). Dieser Artikel bietet den Vorsorgeeinrichtungen somit Spielraum in der Gestaltung ihrer Leistungen und dementsprechend auch in der Ausformulierung ihres Reglements. Dabei haben die Vorsorgeeinrichtungen jedoch das Gebot der Rechtsgleichheit, das Willkürverbot und das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten (BGE 144 V 376 E. 2.1 S. 378, 134 V 223 E. 3.1 S. 228).
3.
3.1 Zunächst ist festzustellen, dass im Bereich der beruflichen Vorsorge eine Bindung der Vorsorgeeinrichtung an den Entscheid des Unfallversicherers nur im Hinblick auf Fragen der Leistungskoordination besteht; insbesondere ist die Vorsorgeeinrichtung nicht an die Invaliditätsbemessung durch den Unfallversicherer gebunden (vgl. Entscheide des BGer vom 12. Juni 2014, 9C_714/2013, E. 4.2, und vom 30. August 2011, 9C_64/2011, E. 3.1). Dementsprechend kann der Kläger hinsichtlich der Invaliditätsbemessung nichts aus BGer 8C_534/2019 für sich ableiten, mit welchem Entscheid das Bundesgericht im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren einen Invaliditätsgrad von 38 % festgelegt hat.
Eine Bindungswirkung für die Beklagte ist auch bezüglich der rentenabweisenden Verfügung der IVB vom 3. Dezember 2018 (act. III 56) zu verneinen, mittels welcher diese einen Rentenanspruch bei einem
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Invaliditätsgrad von 21 % verneint hat. Der von der Invalidenversicherung ermittelte Invaliditätsgrad ist für die Vorsorgeeinrichtung nicht bindend, wenn er – wie hier – die gesetzliche Mindestgrenze von 40 % (Art. 28 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) nicht erreicht, weil in diesem unterhalb der Erheblichkeitsschwelle liegenden Bereich für die Organe der Invalidenversicherung keine Veranlassung besteht, eine genaue Bestimmung des Invaliditätsgrades vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 28. Oktober 2019, 9C_300/2019, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen; SVR 2020 BVG Nr. 18 S. 82 E. 5.2). Darüber hinaus ist die Beklagte nicht in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen worden (vgl. act. III 40 S. 3, 56 S. 3), was eine Bindungswirkung ebenfalls ausschliesst (vgl. BGE 143 V 434 E. 2.2 S. 437).
Damit wäre der Invaliditätsgrad des Klägers im vorliegenden Verfahren grundsätzlich frei zu prüfen; aufgrund der nachfolgenden Überlegungen kann von einer exakten Invaliditätsbemessung allerdings abgesehen werden.
3.2 Bei der Beklagten handelt es sich um eine umhüllende Vorsorgeeinrichtung, welche neben den gesetzlich garantierten Mindestleistungen nach BVG auch darüberhinausgehende, überobligatorische Leistungen (Invalidenrente ab einem Invaliditätsgrad von 25 %) gewährt (vgl. Ziff. 6.1.1 des Reglements [act. II 3] und Ziff. 6.3.4 des Anhangs I [act. II 4]; Klageantwort S. 3 f. Ziff. 16). Als solche ist sie bei der reglementarischen Ausgestaltung ihrer Leistungen unter Berücksichtigung der allgemeinen berufsvorsorgerechtlichen Grundsätze (Art. 1 Abs. 3 BVG i.V.m. Art. 1 ff. der Verordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV2; SR 831.441.1]) grundsätzlich autonom (Art. 49 Abs. 1 BVG; vgl. E. 2.4 hiervor). Das heisst, sie kann mit einer entsprechenden Grundlage namentlich auch die über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehenden reglementarischen Leistungen anpassen, kürzen oder aufheben. Dabei können die reglementarischen Bestimmungen auch strenger sein als diejenigen der BVV2, solange die Leistungen gemäss Obligatorium eingehalten werden
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(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. August 2010, 9C_37/2010, E. 2.2 mit Hinweisen).
3.3 Der Kläger macht geltend, er weise einen vom Unfallversicherer ermittelten Invaliditätsgrad von 38 % auf, gestützt auf welchen er gemäss Ziff. 6.3.3 f. des Reglements i.V.m. Ziff. 6.3.4 Anhang I Anspruch auf eine Invalidenrente in gleichem Prozentsatz habe (Klage S. 5 Ziff. 15, Replik S. 3). Anhaltspunkte dafür, dass der Kläger unfallbedingt in einem höheren Mass in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt wäre, als dies das Bundesgericht in BGer 8C_534/2019, E. 5.4, festgestellt hat, bestehen aufgrund der Aktenlage keine. Des Weiteren ist unbestritten, dass die Invalidität des Klägers einzig auf die aus dem Unfall vom 2. August 2013 herrührenden somatischen Beschwerden am rechten Fuss zurückzuführen ist (vgl. Klage S. 5 Ziff. 17). Anderweitige gesundheitliche Beschwerden, welche im Zeitraum des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und aufgrund welcher ein höherer Invaliditätsgrad resultieren würde, sind aus den Akten nicht ersichtlich. Vom Kläger wird denn auch nichts Entsprechendes geltend gemacht.
Da nach dem Gesagten maximal ein Invaliditätsgrad von 38 % vorliegt, hat der Beklagte höchstens Anspruch auf überobligatorische Leistungen gemäss Reglement der Beklagten. Dies wird vom Kläger denn auch ausdrücklich anerkannt (Klage S. 5 Ziff. 15).
3.4 Unter dem Titel "Verhältnis zur Unfall- und Militärversicherung" bestimmt Ziff. 6.1.7 des Reglements (act. II 3), dass die Stiftung im Maximum die Minimalleistungen gemäss BVG zu erbringen hat, wenn die obligatorische Unfall- oder Militärversicherung für den gleichen Versicherungsfall leistungspflichtig ist. Vorbehalten bleibt eine andere Definition im Anhang I dieses Reglements.
Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.3) ist die Invalidität, für welche der Kläger die Ausrichtung von Invalidenleistungen beantragt, einzig auf den Unfall vom 2. August 2013 zurückzuführen. Für die aufgrund der Unfallfolgen bestehende Invalidität richtet die E._ dem Kläger eine Rente der obligatorischen Unfallversicherung in der Höhe von 38 % aus (vgl. act. IIIB K185). Dies bedeutet, dass der Kläger gemäss Ziff. 6.1.7 des
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Reglements (act. II 3) keinen Anspruch auf überobligatorische Leistungen und damit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Invalidenkinderrente hat, ausser Anhang I würde eine andere Regelung vorsehen. Nachfolgend ist damit zu prüfen, ob sich in Anhang I eine Regelung findet, welche eine Ausnahme vom reglementarisch vorgesehenen Unfallausschluss (zur Zulässigkeit einer solchen Einschränkung in der überobligatorischen Vorsorge vgl. BGE 123 V 204 E. 3b S. 207) vorsieht.
3.5 Gemäss Ziff. 6.3.4 Ziff. 1 des Reglements wird die Höhe der jährlichen Vollinvalidenrente im Anhang I festgelegt. Ziff. 6.3.4 Ziff. 2 des Reglements bestimmt, dass die Höhe der Invalidenrente bei Teilinvalidität in Abhängigkeit von der Vollinvalidenrente berechnet wird, wobei die entsprechenden Prozentsätze im Anhang I definiert sind.
Die einschlägigen Bestimmungen zum "Invaliditätsfall" in Anhang I (act. II 4 S. 3) lauten wie folgt:
6.3.4 Vollinvalidenrente ** 6.8 % vom projizierten Altersguthaben
6.3.4 Teilinvalidität
Erwerbsunfähigkeit in %
Rentenhöhe in % der Vollinvalidenrente
ab 25 proportional zur Erwerbsunfähigkeit ab 60 75 ab 70 100
Bei einer Erwerbsunfähigkeit von weniger als 25 % besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
6.3.8 Invalidenkinderrente ** 20 % der Invalidenrente
6.3.5 Wartefrist Invalidenrenten 24 Monate
6.3.9 Beitragsbefreiung nach 3 Monaten
[...]
** ist die obligatorische Unfall- oder Militärversicherung für den gleichen Versicherungsfall leistungspflichtig, so werden ergänzend im Maximum die Minimalleistungen gemäss BVG erbracht.
Der Kläger stellt sich auf den Standpunkt, der Unfallausschluss für überobligatorische Leistungen gelte gemäss Anhang I explizit nur bei der Vollinvalidenrente sowie der Invalidenkinderrente. Dies ergebe sich ohne Zweifel aus dem Umstand, dass einzig bei diesen beiden Bestimmungen
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jeweils ein doppelter Stern angebracht sei, welcher in der Fussnote nochmals die Formulierung von Ziff. 6.1.7 des Vorsorgereglements wiederhole. Hingegen sei bei der Teilinvalidität, bei der Wartefrist, bei der Beitragsbefreiung sowie bei sämtlichen Todesfallleistungen explizit kein Stern angebracht. Dies könne nicht anders verstanden werden, als dass bei diesen Leistungen die Bestimmung von Ziff. 6.1.7 eben gerade nicht anwendbar sei. Hierbei handle es sich um die abweichende Regelung, welche in Ziff. 6.1.7 des Vorsorgereglements explizit vorbehalten werde. Damit sei die reglementarische Bestimmung, wonach bei gleichzeitiger Leistungspflicht der Unfallversicherung lediglich die Minimalleistungen gemäss BVG gewährt würden, bei einer Teilinvalidität nicht anwendbar (Replik S. 1 f.). Dieser Ansicht ist nicht zu folgen:
3.5.1 In Anhang I werden unter dem Begriff Teilinvalidität die  der Invalidenrente abgestuft auf verschiedene Erwerbsunfähigkeitsgrade (ab 25 %, ab 60 %, ab 70 %) in Abhängigkeit von der Vollinvalidenrente, deren Höhe mit 6.8 % vom projizierten Altersguthaben angegeben wird, bestimmt. Mit anderen Worten wird unter dem Titel "Vollinvalidenrente" definiert, wie der jährliche Rentenbetrag zu berechnen ist. Unter dem Titel "Teilinvalidität" wird festgelegt, ab welchem Erwerbsunfähigkeitsgrad eine versicherte Person wie viel Prozent des jährlichen Rentenbetrags erhält. Die beiden Bestimmungen sind damit eng miteinander verknüpft und bedingen sich gegenseitig zur Bemessung der einer versicherten Person im Einzelfall zustehenden Invalidenrente. Insofern lässt sich daraus, dass der Begriff Teilinvalidität nicht mit einem doppelten Stern versehen ist, nicht ableiten, der Unfallausschluss gelte für Teilinvalidenrenten nicht. Die Argumentationslinie des Klägers scheitert denn auch bereits daran, dass die Vollinvalidenrente (gemeint ist eine Rente von 100 % bei einem Invaliditätsgrad von ebenfalls 100 %) nicht eine überobligatorische, sondern eine obligatorische Leistung darstellt, für welche das Vorsehen eines Unfallausschlusses nicht zulässig ist (vgl. BGE 123 V 204 E. 3b S. 207).
3.5.2 Würde der Ansicht des Klägers gefolgt, würde dies darüber hinaus bedeuten, dass ein Versicherter, der nicht vollinvalid ist, zwar Anspruch auf eine überobligatorische Teilinvalidenrente, jedoch keinen Anspruch auf
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eine entsprechende Invalidenkinderrente hätte, da für diese explizit der Unfallausschluss gilt. Dies stünde in Widerspruch zu Ziff. 6.3.8 des Reglements (act. II 3), wonach Versicherte, denen eine Invalidenrente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Invalidenkinderrente haben.
3.5.3 Schliesslich lässt sich aus dem Umstand, dass die Bestimmungen zur Wartefrist bei Invalidenrenten und zur Beitragsbefreiung keinen doppelten Stern aufweisen, nichts für die hier interessierende Frage ableiten. Die Beitragsbefreiung stellt keine Leistung dar, womit sich die Frage eines allfälligen Unfallausschlusses von vornherein nicht stellt und ein entsprechender Vermerk mit einem doppelten Stern keinen Sinn machen würde. Dasselbe gilt für die Regelung der Wartefrist, welche zwar mit einer überobligatorischen Invalidenrente (vgl. Ziff. 6.3.5 Ziff. 1 des Reglements [act. II 3]) und damit mit einer Leistung im Zusammenhang steht, jedoch erst relevant wird, wenn feststeht, dass ein Anspruch auf eine überobligatorische Invalidenrente besteht und die Frage des Unfallausschlusses damit bereits geklärt ist.
Die Tatsache, dass im Anhang I bei sämtlichen Todesfallleistungen (vgl. act. II 4 S. 3) kein Vermerk mit einem doppelten Stern angebracht worden ist, lässt entgegen der klägerischen Darstellung ebenfalls keinen Rückschluss auf die Leistungspflicht der Beklagten in der hier zu beurteilenden Konstellation zu, steht es der Vorsorgeeinrichtung im überobligatorischen Bereich doch frei, für den Invaliditätsfall und den Todesfall unterschiedliche Leistungen sowie Voraussetzungen für den Leistungsbezug vorzusehen (vgl. E. 2.4 hiervor).
3.5.4 Da die Auslegung der Reglementsbestimmungen ohne Weiteres und klar die Zulässigkeit eines Unfallausschlusses auch bei Teilinvalidität ergibt, bleibt für die Anwendung der Unklarheitsregel ("in dubio contra stipulatorem"; vgl. Replik S. 2) kein Platz; der Unfallausschluss ist im Übrigen auch nicht ungewöhnlich.
3.5.5 Nach dem Dargelegten hat der Kläger bei einem (maximalen) Invaliditätsgrad von 38 % gestützt auf die einschlägigen reglementarischen Bestimmungen keinen Anspruch auf eine (überobligatorische)
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Invalidenrente und auf eine Invalidenkinderrente. Die Klage vom 9. September 2020 ist abzuweisen.
4.
4.1 In Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG sind keine Verfahrenskosten zu erheben.
4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Kläger keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 109 Abs. 1 VRPG [Umkehrschluss]).