Decision ID: b79ee4bc-79de-4652-b58b-5518ab799fd1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 2000 geborene
X._
war seit dem 15. August 2019 als Dental
assistentin in einem 80%-Pensum bei der
Zahnklinik Y._
angestellt und
bei der Unfallversicherung der Stadt Zürich
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 5. Dezember 2019
als Autolenkerin
einen
Ver
kehrsu
nfall erlitt (Urk. 8/
G
1).
Die medizinische Erstkonsultation erfolgte glei
chen
tags im Spital
Z._
.
D
er
erstbehandelnde
Arzt
diagnostizierte Kopfschmerzen und
hielt
im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma
einen
Grad 0 (keine Nackenbeschwerden, keine soma
tischen Befunde) und einen GCS-Score von 15
fest
(Urk. 8/M1
).
Er
attestierte eine Arbeitsunfähig
k
eit bis am 6. Dezember 2019
(Urk. 8/T3)
.
Die behandelnde Haus
ärztin attestierte
sodann
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis am 16. Dezember 2019, von 50 % bis am 9. Januar 2020 und von 25 % bis am 6. Februar 2020 (U
rk.
8/
M5 und Urk. 8/T5-T8)
.
Die Unfallversicherung der Stadt Zürich kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
A
m 5.
August 2020 wurde ein MRI des Schädels durchgeführt, welches
unauffällig war
(U
rk.
8/M
7
)
.
In der Folge holte
die Unfallversicherung der Stadt Zürich
eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes ein
(Urk. 8/M8)
und stellte mit Verfügung vom
15. Oktober 2020
die Leistungen per
29. Februar 2020
ein
(Urk.
8/G14
)
.
Die dagegen erhobe
ne
n
Einsprache
n
der
Versicherten (Urk. 8/J3 und Urk. 8/J7)
sowie ihrer Kranken
versicherung Helsana (Urk. 8/J1)
wies
die Unfallversicherung der Stadt Zürich
mit
Einspracheentscheid
vom
12. Januar 2021
ab (Urk
.
8/J
11
= Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
15. Februar 2021
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die ge
setzlichen Leistungen gemäss UVG (insbesondere Heilbehandlungskosten) auch nach Ende Februar 2020 auszurichten. Eventualiter sei ein neutrales neurologi
sches und orthopädisches Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG anzuordnen.
Mit B
eschwerdeantwort von 24.
Februar 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk
.
7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1. März 2021
mitgeteilt wurde (Urk.
9
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachf
olgenden Erwägungen einzuge
h
en.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam
men
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden
kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des
Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy
chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere auf
weist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzu
sam
menhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kri
terien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere heran
ge
zogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trau
ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine
Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art.
24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das
Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
in der Annahme,
es sei
anlässlich des Ereignisses vom 9.
Januar 2020 (richtig: 5.
Dezember 2019) ein HWS-Disto
rsionstrauma erlitten worden
,
sei festzustellen, dass seit dem 8.
Febru
ar 2020 eine wiedererlangte volle Arbeitsfähigkeit
bestehe
, weshalb grundsätzlich per diesen Zeitpunkt von einem erreichten medizinischen Endzustand auszugehen sei. Die Adäquanzprüfung sei folglich in zeitlicher Hinsicht zulässig. Aktenkundig sei im Weiteren, dass aufgrund aller medizinischer Abklärungen kein organisches Korrelat habe erhoben werden können. Somit sei der adäquate Kausalzusam
men
hang zu prüfen. Dieser sei zu verneinen, da kein einziges Adäquanzkriterium erfüllt sei. Selbst wenn von einem unfallbed
ingten Spannungskopfsch
merz aus
zugehen wäre,
würde es an einem organischen Korrelat fehlen und die Adäquanz wäre auch nach der Psycho-Praxis zu verneinen
(Urk. 2 S. 8 f.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die Beschwerdegegnerin versuche die Einstellung der V
ersicherungsleistungen per 29.
Februar 2020 mit der medizinischen Aktenbeurteilung ihres parteiischen versicherungsinternen Arztes zu rechtfertigen. Er habe es nicht für notwendig gehalten,
sie
zu untersuchen. Zudem stünden seine Feststellungen in Widerspruch zu den Angaben der Ärzte der ersten Stunde des Spitals
Z._
, der behan
deln
den H
ausärztin und der
behandelnden R
heumatologi
n.
Die beiden letzteren hätten sich für eine Unfallkausalität ausgesprochen. Vor diesem Hintergrund genüge der
Be
richt des versicherungsinter
nen Arztes den bundesgerichtlichen
Anforderungen nicht.
Es seien ergänzende medizinische Abklärungen anzuord
nen
. In Bezug auf die Adäquanz führte sie aus, a
ufgrund des Geschehensablaufs, dass ein Auto von links herausgefahren und in
sie
hineingefahren sei, so dass die Airbags ausgelöst worden
seien und es
einen Totalschaden gegeben habe, könne von einem schweren Unfall ausgegangen werden.
Diesfalls
sei die Adäquanz zu bejahen. Sollte von einem Unfall im mittleren Bereich ausgegangen werden, sei anzufügen, dass ein hartnäckig persistierendes, mittlerweile mehrheitlich musku
lär unterhaltenes Beschwerdebild nach HWS-Distorsion bestehe. Vor diesem Hin
tergrund sei erstellt, dass
sie
durch die Kopfsch
m
erzen über längere Zeit erheb
liche Beschwerden, fortgesetzte spezifische belastende ärztliche Behand
lungen sowie eine
n
schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen gehabt habe. Die B
egleit
umstände des Unfalls mit Airbag-Auslösung und Totalschaden könnten als besonde
rs dramatisch eingestuft werden
. Die Adäquanz sei deshalb zu bejahen
(U
rk.
1 S
.
10
ff.
).
3.
3.1
Im ambulanten Bericht des Spitals
Z._
betreffend die Erstkonsultation vom 5
.
Dezember
2019 wurde die Diagnose Kopfschmerzen bei Autounf
all
am 5. Dezem
ber 2019 gestellt
(
Urk.
8/M2
)
.
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsul
tation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma wurde das Auftreten
von
Kopfschmerzen nach 0.5 Stunden (spontan erzählt) und von Schwindel und Übel
keit nach 1.5 Stunden (erfragt) festgehalten. Nackenschmerzen wurden anlässlich der Untersuchung verneint, aber als
behandlungsbedürftige
Beschwerden vor dem Unfall erwähnt. Der GCS-Score wurde mit 15 angegeben. Als vorläufige Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force wurde ein
kranio
-zervikales
Beschleunigungstrauma Grad 0 (keine Nackenbeschwerden, keine somatischen Befunde) genannt. Es wurde keine Therapie angeordnet und eine A
rbeitsunfähig
keit bis
am Folgetag
attestiert (U
rk.
8/M1
und Urk.
8/T3
).
3.2
Die behandelnde Hausärztin
Dr.
med.
A._
, FMH Allgemeine
Innere
Medi
zin
,
stellte in ihrem Arztzeugnis vom 13. Dezember 2019 zuhanden des Haft
pflicht
versicherers betreffend die K
onsultation vom 10.
Dezember 2019 die Dia
gnose eines HWS-Distorsionstraumas Grad II (Urk. 8/M5).
Sie ergänzte den Doku
mentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungs
trauma am 18. Dezember 2019 dahingehend, dass nach ca. 6 Stunden nach dem Unfall Nackenschmerzen aufgetreten seien
,
und nannte als Diagnose ein HWS-Distorsionstrauma Grad II (Nackenbeschwerden und
muskuloskelettale
Befunde). Sie attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 16. Dezember 2019 und anschliessend eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Urk. 8/M3)
.
3.3
Dr.
med.
B._
, FMH Neurologie,
nannte in ihrem Bericht vom 4. August
2020 die Diagnose Kopfschmerz
vom Spannungstyp, MRT Schädel
5.
August
2020
: altersentsprechender Normalbefund. Als Befund hielt sie einen unauffälligen neu
rologischen Status fest. Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie am 5. Dezember 2019 einen Autounfall mit Schleudertrauma gehabt habe
und sie
anfangs vor allem Rückenschmerzen gehabt
habe und d
ie Kopfschmerzen erst im Verlauf aufgetreten
seien
. Die von der Beschwerdeführerin berichteten Kopf
schmerzen entsprächen am ehesten einem Spannungskopfschmerz (Urk. 8/M6).
Das MRI des Schäde
ls vom 5.
August 2020 war unauffällig (Urk.
8/M7).
3.4
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
med.
C._
, FMH Allge
meine Innere Medizin und Rheumatologie, führte in seiner Stellungnahme vom 30. September 2020 aus,
Dr.
B._
habe
am 4. August 2020 über einen Kopf
schmerz vom Spannungstyp
berichtet
. Gemäss anamnestischen Angaben seien die Kopfbeschwerden nicht sofort nach dem Unfall aufgetreten, sondern erst im Verlauf, vor allem im März 2020 (drei Monate nach dem Ereignis).
Die Frage, ob die subjektiv beklagten Beschwerden durch einen hinreichend objektivierbaren
organischen Befund erklärt werden könnten, verneinte er und hielt fest, dass das MRI des
Neurokraniums
unauffällig sei. Die aktuellen Beschwerden seien eher nicht auf das Ereignis vom 5. Dezember 2019 zurückzuführen. Der Status quo ante sei spätestens Ende Februar 2020 erreicht gewesen. U
nfallbedingt
sei keine Behandlung mehr indiziert (Urk. 8/M8).
3.5
Dr.
med. D._
, Facharzt Rheumatologie, nannte in seinem B
ericht vom 10.
Septemb
er 2020
, welchen die Beschwerdeführerin im Rahmen des
Einspra
che
ver
fahrens
einreichte,
die folgenden
Diagnose
n
:
-
HWS-Distorsion am 05.12.2019
-
aktuell Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
myofasziales
Schmerzsyndrom der Nacken- und Schultergürtel-muskulatur mit Ausweitungstendenz nach kaudal
-
defizitäre Rumpfmuskulatur als möglicherweise begünstigender Faktor
Er führte aus,
am 5.
Dezember 2019 habe die Beschwerdeführerin als Lenkerin eine
Kollision von seitlich her auf der Fahrerseit
e
erlitten, die A
irba
gs hätten sich ge
öffnet, sie selbst sei angeschnallt gewesen und am Auto sei ein Totalschaden ent
standen. Es hätten keine offenen Wunden, keine Bewusstlosigkeit oder Amne
sie
bestanden. Die Erstbeurteilung sei am Folget
a
g durch die Kollegen am Spital
Z._
erfolgt. Im Verlauf habe sich ein
e
Torticollis
-artige Nackensteifigkeit mit Ausweitung in die gesamte Schultergürtelregion, teilweise mit Problemen beim Hochgreifen, entwickelt. Deshalb sei eine muskelzentrierte Physiotherapie einge
leitet worden. Im März hätten dann zunehmende Kopfschmerzen vom Span
nungs
typ mit Ausstrahlung bis frontal beidseits, unbeeinflussbar durch irgendwelche Massnahmen und auch störend während der Ferien, jeweils mit kurzzeitiger Bes
serung nach physiotherapeutischer Behandlung mit mittlerweile drei Behand
lungs
serien, bestanden. Offenbar sei die Beschwerdeführerin auch von neuro
lo
gi
scher Seite her begutachtet worden. Auch hier sei
gemäss Angaben der Be
schwerde
führerin
die Diagnose Spannungskopfschmerz gestellt worden.
In der Untersu
chung habe er einen erhöhten Muskeltonus der gesamten Nackenmus
ku
latur mit
myofaszialen
Hartspannsträngen im thorakalen Anteil des M.
erector
spinae
beid
seits gefunden, daneben aber auch entsprechende Befunde im M.
infr
a
spinatus
beidseits. Die HWS-Beweglichkeit selbst sei frei ohne segmentale Funk
tions
stö
rung oder Bewegungseinschränkung. Der Gelenkstatus sei ebenfalls unauf
fällig und die neurologische Untersuchung ohne sensomotorische Defizite.
Zu
sam
men
gefasst bestehe hier ein hartnäckig persistierendes, mittlerweile mehrheit
lich muskulär unterhaltenes Beschwerdebild nach HWS-Distorsion, partiell ge
bessert unter den physiotherapeutischen Bemühungen mit bisher drei Behand
lungs
se
rien. Eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit als Dentalassistentin mit einem 80%-Pen
sum bestehe nicht
(Urk. 8/J7).
3.6
Hausärztin
Dr.
A._
führt
e
in ihrem Bericht vom 6. Januar 2021
zuhanden
des vertrauensärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin aus,
sie betreue die Beschwerdeführerin seit Kindesalter hausärztlich und bestätige hiermit, dass sie vor dem Unfallereignis im Dezember 2019 nie an Kopfsch
m
erzen gelitten habe. Sie sei zuerst im Spital
Z._
beurteilt worden und sei fünf Tage nach dem Ereignis danach regelmässig bei ihr in der Kontrolle gewesen. Im
Erstdoku
men
tations
-
fragebogen
sei das Auftreten der Kopfschmerz
e
n 30 Minuten nach dem Unfall dokumentiert. Die Nackenschmerzen seien ca. sechs Stunden nach dem Unfall aufgetreten. Sie habe im Verlauf unter hartnäckigen Kopf- und Nacken
schmerzen gelitten, welche mit medikamentöser Therapie, Physiotherapie und einem eigenen Übungsprogramm kontinuierlich besser geworden seien. Wegen des trotzdem protrahierten Verlaufs habe sie sie im August 2020 für die zusätz
liche rheumatologische und neurologische Beurteilung angemeldet.
Dr.
D._
beurteile die Beschwerden klar als Folge des Unfallereignisses.
Dr.
B._
habe zum Ausschluss einer anderen Ursache ein Schädel-MRI veranlasst. Dieses sei
allenfalls nicht unfallbedingt indiziert gewesen. Hingegen sei ihr Schluss eine
s
Spannu
ng
skopfschmerzes richtig, aber aus ihrer Sicht
ganz
klar unfallbedingt, da die Beschwerdeführerin vorher nie unter Kopfschmerzen gelitten habe
(U
rk.
8/J9
= Urk. 3/2
)
.
In ihrem B
ericht vom 10.
Februar 2021 zuhanden der Beschwer
degegnerin er
gänzte
Dr.
A._
, sie habe mit
Dr.
B._
Rücksprache genommen und diese habe bestätigt, dass die klinische Beurteilung unmittelbar nach dem Unfall rele
vant sei. Im Verlauf seien die Kopfschmerzen vom Typ Spannungskopfschmerz (während der Arbeit als Dentalassistentin mit entsprechender Armhaltung und Belastung der Schulter-Nackenmuskulatur) häufiger aufgetreten, deshalb habe sie zusätzliche Spezialisten beigezogen. Das MRI habe
Dr.
B._
zum Ausschluss eines Tumors oder einer Gefässmissbildung veranlasst, da die Beschwerdeführerin früher sehr selten Kopfweh gehabt habe
(Urk. 3/3).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen unter Prü
fung der
Unfalladäquanz
zu Recht auf Ende
Februar 2020
eingestellt hat.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung auf die Stel
lung
nahme ihres beratenden Arztes
Dr.
C._
sowie auf die übrigen medizi
ni
schen Berichte.
Der Umstand, dass der
beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
keine eigene Untersuchung durchgeführt hat, vermag den Beweiswert seiner Be
urteilung nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zu
sätz
liche Untersuchungen notwendig gewesen wären.
Praxisgemäss
kann unter diesen Voraussetzungen auch ein reines Aktengutachten voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom
23. September 2009 E. 3
.4.1 mit Hinweisen).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es bestünden Zweifel an der Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen,
ist darauf hinzuweisen, dass d
ie objektive medizinische Sachlage erstellt
ist
. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Widersprüche in den
anam
nes
tischen
Ausführungen der Neurologin
Dr.
B._
sowie des versicherungsin
ter
nen
Arztes
Dr.
C._
sind lediglich auf
ihre eigenen
widersprüchlichen subjek
tiven Angaben zurückzuführen.
Die
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden nicht konsistent schildert, kann jedoch nicht zum Anlass für weite
re Abklärungen genommen werden.
Wie die Hausärztin der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom 10. Februar
2021
zutreffend festhält, ist
insbesondere
die
klinische Beurteilung unmittelbar nach dem Unfa
ll relevant (vgl. oben E. 3.6
).
Auch was die Angaben der Beschwerdeführerin betrifft, sind die Aussagen der ersten Stunde ausschlaggebend.
Inwiefern der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin parteiisch sein soll, wie die Bes
chwerdeführerin vorbringt (Urk.
1 S.
10
f.), legt sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich.
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachper
son zum Versicherungsträger alleine lässt
jedenfalls
nicht auf mangelnde Objek
tivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
4.3
Gestützt auf die
medizinische
Aktenlage kann davon ausgegangen werden,
dass die Beschwerdeführerin ein
HWS-Distorsion
strauma
erlitten hat und innerhalb der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden einige der zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen aufgetreten sind. Trotz der in der Folge des Un
falles geklagten Befindlichkeitsstörungen steht
jedoch
fest,
dass
weder unmittel
bar nach dem Unfall noch im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
organisch
objektiv ausgewiesene
Unfallverletzungen feststellbar waren
.
In diesem
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen,
dass
klinische Befunde wie Verhärtungen und Verspan
nun
gen der Muskulatur, eine
Druckdolenz
im Nacken oder eine Einschränkung der HWS-Beweglichkeit nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes organisches
Korrelat des geklagten Beschwerdebildes schliessen lassen
(vgl. Urteil des Bun
des
-
gerichts 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3 mit Hinweisen).
Insbesondere enthal
ten auch die von der Beschwerdeführerin erwähnten Berichte von
Rheumatologe
Dr.
D._
vom
10. September 2020 (vgl. E. 3.5
) und von
Hausärztin
Dr.
A._
vom
6. Januar 2021
(vgl. E.
3.6
)
keine Angaben, welche
auf
organisch ob
jektiv ausgewiesene Unfallfolgen
schliessen lassen würden
und
das MRI vom
5. August 2020
war
unauffällig
(vgl. E. 3.3)
.
Was die von der Beschwerdeführerin geklagten Kopfschmerzen betrifft, gehen die Ärzte übereinstimmend davon aus, dass es sich dabei um
Kopfschmerzen vom Spannungstyp handelt.
Auch Haus
ärztin
Dr.
A._
hält fest, dass der Schluss eines Spannungskopfschmerzes richtig sei (vgl.
vorne
E.
3.6
).
Ihre Argumentation
,
die Kopfschmerzen
seien ganz klar unfallbedingt, da die Beschwerdeführerin vor dem Unfall nie unter Kopf
sch
m
erzen gelitten habe,
entspricht
der unzulässigen Beweisregel «
post
hoc ergo
propter
hoc»
welche
zum Beweis
eines natürlichen Kausalzusammenhanges
nic
ht genügt
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
;
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
.
Mangels eines organisch nachweisbaren Substrats sind d
ie Beschwerden
ohnehin
zunächst
unter dem Gesichtspunkt der
Unfalladäquanz
zu beurteilen
.
Der natürliche Kausalzusammenhang kann hierbei offenbleiben.
Von weiteren spezialärztlichen Erhebungen sind
demnach
keine
entscheidrele
vanten
neuen
Erkenntnisse
zu erwarten, weshalb keine Notwendigkeit für
die von der Beschwerdeführerin
eventualiter
beantragten
ergänzende
n
Abklärungen be
steht.
4.4
Da für die über den
Februar 2020
hinaus persistierenden B
eschwerden kein unfall
bedingtes
organisch objektiv ausgewiesenes Korrelat vorliegt
, hängt eine all
fäl
lige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin da
von ab, ob die verbleibenden Be
schwerden noch in einem rechtsgenügenden
Kausalzusammenhang zum erlitt
e
nen Unfall stehen, mithin ob die Adäquanz gegeben ist.
Die Adäquanzbeurteilung hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen,
in dem von der Fort
setzung der Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes meh
r erwartet werden kann
(E. 1.4)
. Dies war spätestens im Zeitpunkt der strittigen Leistungs
einstellung per
Ende Februar 2020
der Fall, zumal
angesichts der primär medikamentösen und insbesondere physiotherapeutischen Behandlung der Be
schwerden bei
gelegentlichen hausärztlichen Kontrolluntersuchungen von diesen unspezifischen
Heilbehandlungsmassnahmen
keine bedeutende Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden konnte
.
Ausserdem war die
Be
schwerdeführerin seit dem 7.
Februar 2020 wieder voll arbeitsfähig.
Somit ist der Zeitpunkt der Adäquanzbeurteilung vorliegend nicht zu beanstanden.
Da die Diagnose eines
HWS-Distorsionstraumas
gestellt wurde
,
ist
für
die Adä
quanz
prüfung die
Anwendung
der Schleudertrauma-Praxis
(
BGE 117 V 359;
BGE
134 V 109 E. 10.3
)
gerechtfertigt
.
Den Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das objektiv erfassbare Unfallereignis. Im Rahmen einer objektivierten Be
trachtungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittel
schwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt.
Den Polizeiakten ist zu entnehmen, dass d
ie Beschwerdeführerin
nach eigener Aussage
mit einer Geschwindigkeit von ca. 30-40 km/h auf der Hauptstrasse
fuhr
, als ein Auto
mit e
iner Geschwindigkeit von ca. 10
km/h
von links herausfuhr und mit ihrem Auto
frontal seitlich
kollidierte.
Die Stossfänger und Kotflügel vorne links wurden beschädigt, die Motorhaube wurde eingedrückt, die Frontscheibe und die Lichtanlage vorne lin
k
s wurden beschädigt und d
ie Airbags wurden aus
gelöst. Die Beschwerdeführerin begab sich selbständig auf die Notfallstation des Spitals
Z._
und konnte das Spital gleichentags wieder verlassen (
vgl.
Urk.
8/G9).
Die Kollision ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablauf
s
und
unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Kasuistik
höchstens im mittleren Bereich
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
einzuordnen
(vgl.
zu Auto
un
fällen allgemein
:
Urteil des Bundesgerichts
8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 5.2.2
mit Hinweisen
;
vgl. zu
frontal seitliche
r
Kollision, die als mittelschwer im engeren Sinn qualifiziert wurde
:
Urteil des Bundesgerichts 8C_268/
2014
vom 9.
September 2014
E. 3.6;
vgl. zu
frontal seitliche
n
Kollisionen, die als mittel
schwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert wurden:
Urteile des Bundesgerichts
8C_493/2018
vom 12. September
2018
E. 5.3.1
,
8C_48
1/
2012 vom 10. Dezember
2012 E.
5, 8C_237/2012 vom 24. April 2012 E. 6.1 und 8C_590/2008 vom 3. Dezember 2008 E. 5.1
)
.
Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, das eine andere Betrachtungsweise rechtfertigen würde.
Dass die Air
bags ausgelö
st wu
rden und ein Totalschaden am Fahrzeug
entstanden ist
,
ändert daran nichts, zumal
dies
auch bei leichten Unfällen regelmässig der Fall
ist
.
Ein adäquater Kausalzusammenhang kann somit
nur
bejaht werden
, wenn vier der
Adäquanzkriterien
erfüllt sind
oder eines der Kri
terien besonders ausgeprägt vorliegt (BGE 134 V 109 E. 10.3)
.
Das Kriterium
der besonders dramatischen Begleitumstände oder
der
besonderen Eindrücklichkeit
des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise des Angstgefühls der versicherten Per
son
(BGE 140 V 356 E. 5.6
.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E.
5.3
)
.
Vorliegend
sind weder Anhaltspunkte für
die besondere Eindrück
lichkeit des Vorfalles
noch für
besonders dramatische Begleitumstände
auszu
machen.
Die Beschwerdeführerin zog sich auch
keine schweren oder in ihrer Art besonderen Verletzungen
zu.
Namentlich ist
aufgrund der aktenkundigen Be
schwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin nicht von einer besonderen Schwe
re der für ein HWS-
Distorsionst
rauma typischen Beschwerden auszugehen
.
Auch
angesichts fehlender stationärer und insgesamt kaum bela
stender Behand
lungen
bei nur gelegentlicher Einnahme von Schmerzmitteln ist das Kriterium der
erheblichen Beschwerden
zu verneinen
.
Ebenfalls zu verneinen ist das Kriterium der
fortgesetzten spezifischen und belastenden ärztlichen Behandlung.
Die durchgeführten
Massnahmen
erschöpften sich im Wesentlichen in
gelegentlichen hausärztlichen Kontrolluntersuchungen,
einzelnen spezialärztlichen
Abklä
run
gen,
medikamentöser Behandlung und Physiotherapie
, die keine
besonders belas
ten
den, spezifischen Behandlungen dar
stellen
.
Aus der ärztlichen Behandlung und den Beschwerden darf nicht auf einen
schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen
geschlossen werden. Es bedarf hie
r
zu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die
Einnahme von Medikamen
ten und die
Durchführu
ng verschiedener Therapien genügen
nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz
regelmässiger
The
rapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (
vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E.
9.6.1
und U
56/2007 vom 25. Januar 2008 E. 6.6 mit Hinweis
).
Hinweise auf eine
ärztliche Fehlbehandlung
bestehen nicht
.
Ebenso wenig
sind
Anhaltspunkte
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin mit der zunächst teilweisen
(ab 17. Dezember 2019 zu 50 %)
und ab 7. Februar 2020
vollständigen
Wiederaufnahme ihrer angestammten Tätigkeit
übermässige Anstrengungen unternommen hätte, welche ihr nicht ohne weiteres zumutbar gewesen wären
.
Zusammengefasst ergibt sich, dass
keines der Kriterien
erfüllt ist.
Damit
fehlt es an einem adäquaten Kausalzusammenh
a
ng zwischen dem am
5. Dezember 2019
erlittenen Unfall und den über den
29. Februar 2020
hinaus geklagten Be
schwer
den
.
4.5
Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungen somit zu Recht eingestellt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.