Decision ID: 27b205ad-7094-44b6-8c43-8a25badb2a74
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, durchlief eine Lehre als Pelznäherin und arbeitete nach kurzer Tätigkeit in diesem Beruf in der Registratur einer Bank und als Raumpflegerin. Ab 1997 hatte sie zusammen mit ihrem Ehemann eine Stelle in der Hauswartung der Sekundarschule
Y._
inne; ihr eigenes Pensum belief sich auf 50 % (vgl. den Lebenslauf und die Zeugnisse in
Urk.
7/85).
Im Jahr 2008 erkrankte
X._
an einem psychophysischen Erschöpfungszustand, nachdem sie bereits seit mehreren Jahren an Nacken- und Kopfschmerzen sowie an rechtsseitigen Kribbelparästhesien gelitten hatte (vgl.
die medizinischen Berichte hierzu in
Urk.
7/7/1-37 und
Urk.
7/8/1-33, namentlich den Aus
trittsbericht des
Z._
vom 2
6.
September 2008
über die
Hospitalisation
vom 1
3.
bis zum 2
3.
September 2008
,
Urk.
7/8/17-19, und den
Austrittsbericht der
A._
vom 2
8.
Oktober 2008
über den Rehabilitationsaufenthalt vom 2
3.
September bis zum 2
4.
Oktober 2008
,
Urk.
7
/8/12-14
). Als sie sich im Anschluss an die stationären Behandlungen während längerer Zeit ausser Stande ge
sehen hatte, das Arbeitspensum wieder auf den vorherigen Umfang auszudehnen (vgl.
Urk.
7/8/6),
meldete
sie
si
ch
am 6.
Oktober 2009 bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
7/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, liess durch d
en Hausarzt
Dr.
med. B._
den Bericht vom
2.
November 2009
und durch
die behandelnde Psychologin C._
den Bericht vom 1
6.
Januar 2010
verfassen (
Urk.
7/8/2-8
und
Urk.
7/13
), nahm die Berichte über die bisherige medizinische Behandlung zu den Akten (
Urk.
7/7/2-37 und
Urk.
7/8/11-33
), erkundigt
e sich bei der Arbeitgeberin über das
Arbeitsverhältnis (Angaben vom 2
4.
November 2009,
Urk.
7/10) und liess durch ihre Berufsberatungsstelle die Möglichkeiten der Unterstützung in der beruflichen Eingliederung prüfen (Verlaufsprotokoll vom 1
4.
Januar 2010,
Urk.
7/12; Mitteilung vom 2
5.
Januar 2010,
Urk.
7/14).
Anschliessend liess sie durch
Dr.
med.
D._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, das Gutachten vom 1
9.
März 2010 erstellen (Urk. 12
/16) und verneinte gestützt darauf mit Verfügung vom 2
9.
September 2010 einen Anspruch von
X._
au
f eine Invalidenrente, da inner
halb eines Jahres wieder eine volle Arbeit
sfähigkeit bestanden habe (
Urk.
7
/41
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/40
). Die Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Per
1.
Oktober 2010 hatte die Sekundarschule
Y._
das Arbeitspensum von
X._
auf 25
%
reduziert (
Kündigungsschreiben der Schule vom 2
5.
März 2010,
Urk.
7
/44/3; neuer Arbeit
svertrag mit der Schule vom 25.
August 2010,
Urk.
7
/44/4)
, und die Versicherte
hatte sich bei der Arbeitslosenversicherung
zur Vermittlung einer 50%-Stelle
ab diesem Zeitpunkt
angemeldet (Anmeldebestätigung der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich vom 30. August 2010,
Urk.
8/44/2; Angaben der Ar
beitslosenkasse zuhanden der IV
Stelle vom 1
6.
Februar 2012,
Urk.
7/53)
. Im Rahmen der Anstellung als Hauswartin war
X._
bei der
Axa
,
im Rahmen der teilweisen Arbeitslosigkeit bei der Suva unfallversi
chert
(vgl. das Schreiben der Axa
an die Schule vom 12.
März 2012,
Urk.
7/81/255-257).
1.3
1.3.1
Am
5.
Juni 2011 erlitt
X._
einen Bootsunfall, bei dem sie ins Wasser stürzte und ihr linker Arm nach oben gerissen wurde, während sie sich an einem Seil festhielt (Schadenmeldung UVG vom 1
3.
Juli 2011,
Urk.
7/81/329).
Es
manifestierten sich Schulterschmerzen links mit eingeschränkter Beweglichkeit (Arztzeugnis UVG von
Dr.
B._
vom 22. Juli 2011, Urk. 7/81/314).
1.3.2
Im
Z._
wurden die Befunde einer nicht dislozierten Fraktur im Bereich des
Tuberculum
majus
mit Zerrung der
Rotatorenmanschette
und inferiorer Kapselläsion erhoben und die Diagnose einer persistierenden reaktiven
Kapsulitis
gestellt (vgl. die Berichte aus der Zeit von Oktober 2011 bis Ende 2012,
Urk.
7/81/292,
Urk.
7/81/289,
Urk.
7/81/279-280,
Urk.
7/81/273-274, U
rk.
7/81/249,
Urk.
7/8/234-235,
Urk.
7/81/219-220 und
Urk.
7/81/199-
200).
Als die Beschwerden trotz konservativer Behandlung mit Schmerzmitteln und
Physiotherapie
anhielten, unterzog sich
X._
am 1
5.
März 2013
in der
E._
einer Schulterarthroskopie mit
Debridement
,
Akromioplastik
,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
und Resektion des AC-Gelenks links (Operationsbericht,
Urk.
7/81/154-15
5, und Austrittsbericht vom 19.
März 2013,
Urk.
7/81/156-157; vgl. auch den Bericht
vom 2
4.
Januar 2013,
Urk.
7/81/170-171).
Die Schulterschmerzen persistierten auch nach der Operation (Berichte der
E._
vom
5.
Juni und vom
8.
August 2013,
Urk.
7/81/134-135
und
Urk.
7/81/103-104), e
ine
neurologische Untersuchung
im
F._
der
E._
ergab jedoch keine Hinweise auf eine Nervenläsion, und die
E._
schloss daher die Behandlung im Oktober 2013 ab
(Bericht
e
vom 2
2.
und vom 2
8.
Oktober 2013
,
Urk.
7/81/91-92
,
Urk.
7/81/87-88
und
Urk.
7/81/84-85
).
Die Suva, die ihre Leistungspflicht anerkannt hatte (vgl. die
Schreiben der S
uva
vom 2
1.
Juli 2011,
Urk.
7/81/316-318), hatte die Versicherte am 1
5.
Februar 2012, am
1.
Februar 2013 und am
5.
August 2013 durch
Dr.
med. G._
, Spezialarzt für Chirurgie, kreisärztlich untersuchen lassen (
Urk.
7/81/262-267, Urk.
7/81/172-177 und
Urk.
7/81/107-113). Dieser hatte der Versicherten
schliesslich
bei der letzten Untersuchung vom August 2013
e
ine volle Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Hauswartin attestiert (
Urk.
7/81/113).
1.3.3
In Bezug auf die be
rufliche Zukunft
hatte die
Suva mit der Versicherten
am 4.
April 2013 eine Besprechung durchführen lassen (
Urk.
7/81/152-153), und
im April/
Mai 2013 war eine berufliche Standortbestimmung in der
H._
erfolgt
(Bericht vom 2
1.
Mai 2013,
Urk.
7/81/138-141). Dabei hatte die Versicherte berichtet, sie habe eine Woche nach dem Unfall vom
5.
Juni 2011 eine neue Stelle als Mitarbeiterin in der Sicherheitskontrolle der
I._
angetreten, habe die Einarbeitung jedoch aufgrund der starken Schmerzen abbrechen müssen (
Urk.
7/81
/138
;
vgl. auch die Angaben der
Versicherten anlässlich einer Besprechung an ihrem Wohnort von Anfang April 2013,
Urk.
7/81/152
153, sowie
die Anstellungsverfügung der
J._
vom 2
6.
April 2011,
Urk.
7/103/1, und die Austrittsverfügung vom 2
2.
Juni 2011,
Urk.
7/103/2
).
1
.3
.4
Nachdem die
Versicherte von Anfang Dezember 2013 bis Mitte Januar 2014 ein Ergonomie-Trainingsprogramm in der
H._
absolviert
(Austrittsbericht vom 2
1.
Januar 2014,
Urk.
7/81/41-58
),
Dr.
G._
am 1
3.
Februar 2014 die kreisärztliche Abschlu
ssuntersuchung vorgenommen
(Urk.
7/81/20-27
)
und die
H._
die berufliche Situation nochmals evaluiert hatte (vgl. den Sprechstundenbericht vom 1
1.
März 2014,
Urk.
7/81/8-10),
schloss die Suva den Fall per Ende April 2014 ab (Schreiben an die Versicherte v
om 1
7.
März 2014,
Urk.
7/81/6-7).
Mit Verfügung vom 1
4.
April 2014
teilte die Suva der Versicherten daraufhin mit, dass sie zwar als Hauswartin nicht mehr arbeitsfähig sei, dass sie jedoch bei Aufnahme einer gesundheitlich zumutbaren
Tätigkeit eine mutmassliche Er
werbseinbusse von lediglich 6,43 % erleide und daher ab dem
1.
Mai 2014 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe und dass mangels relevanten Integritätsschadens auch kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (
Urk.
7/84). Die Versicherte liess gegen diese
Verfügung durch Rechtsanwalt Dieter Studer Einsprache erheben (vgl.
Urk.
7/151
/2
).
1.4
1.4.1
Im Anschluss an den Unfall vom
5.
Juni 2011
hatte sich
X._
am 2.
Februar 2012 erneut bei der Invalidenversicheru
ng angemeldet (
Urk.
7/45). Die IV
Stelle
hatte
von
Dr.
B._
den Bericht vom 2
9.
April 2012 und von der Arbeitgeberin die Angaben vom 1
2.
März 2012 ei
ngeholt (
Urk.
7/55/1-9 und Urk.
7/56)
, hatte im Zeitverlauf die Akten der Suva bis zur Leistungseinstellung per Ende April 2014 beigezogen (vollständig in
Urk.
7/81/1-339) und erhielt schliesslich Kenntnis von der Verfügung der Suva vom 1
4.
April 2014 (
Urk.
7/84)
.
Sodann sprach d
ie IV-Stelle
d
er Versicherten im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen die Übernahme der Kosten eines Computerkurses und Massnahmen der Unterstützung bei der Stellensuche zu (Verlaufsprotokoll der Berufsberatung
und Mitteilungen vom 2
3.
April
2014
,
Urk.
7/89 und
Urk.
7/86+87), l
iess am 12.
Mai 2014 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durchführen (Bericht vom 1
5.
Mai 2014,
Urk.
7/94) und erfuhr, dass die
Gemeinde
Y._
das Anstellungsverhältnis mit der Versi
cherten per Ende Mai 2014
beendet hatte
(
Urk.
7/95
).
1.4.2
Mit Vorbescheid vom 1
6.
Mai 2014 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, dass sie ihr für die Zeit von August 2012 bis April 2014 eine ganze Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 75 % zuzusprechen und den Rentenanspruch ab Mai 2014 unter der Annahme eines Invaliditätsgrades von nur noch 24 % zu verneinen gedenke (
Urk.
7/99
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/97
). Die Versicherte erhob dagegen mit Eingabe vom
4.
Juni 2014 Einwendungen und stellte den Antrag auf Zusprechung einer
Viertelsrente
(
Urk.
7/109).
W
ährend des hängigen
Vorbescheid
verfahrens
durchlief die Versicherte mit Unterstützung der
Invalidenversicherung
und der Eingliederungsunternehmung
K._
eine Ausbildung im Bereich der Hundezucht (vgl. die E-Mail-Korrespondenz
zwischen der Versicherten
und der IV-Stelle in
Urk.
7
/113/1-2 und die Mitteilung der IV-Stelle vom 3
0.
Juni 2014,
Urk.
7
/120) und trat anschliessend im August 2014 eine 40%-Stelle bei einer Hundezüchterin an (vgl. die Vereinbarung vom 11.
/1
6.
Juni 2014,
Urk.
7
/113/3-4), die sie
jedoch
kurz darauf wieder verlor
(Kündigungsschreiben
der Arbeitgeberin
vom
9.
August 2014,
Urk.
7
/144
). Die Zusammenarbeit mit der Eingliederungsunternehmung
K._
wurde daraufhin beendet (vgl.
die Berichte der Eingliederungsunternehmung
K._
vom 14.
Juli und vom
8.
September 2014,
Urk.
7
/131 und
Urk.
7
/148, sowie das Verlaufsprotokoll der Eingliederung
sberatung der IV-Stelle in
Urk.
7
/143).
Mit Verfügung
vom 2
0.
August 2014
entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids und sprach der Versicherten befristet für die
Zeit von August 2012 bis April 2014 eine ganze
Rente zu (
Urk.
7/136 mit der Begründung in
Urk.
7/119
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/118
). Die Versicherte li
ess die Verfügung unangefochten und trat
in der Folge
am
1.
Mai 2015 bei der
L._
eine Teilzeitstelle
in der Bedienung der Schiffsübersetzanlage
im Pensum von 15
%
an (Angaben der Arbeitgeberin zuhanden der IV-S
telle vom 2
2.
Januar 2018, Urk.
7/160, neuer Arbeitsvertrag vom November/Dezember 2016 per
1.
April 2017,
Urk.
7/154/2
-4).
1.5
Im weiteren Verlauf erhielt die IV-Stelle Kenntnis vom
Einspracheentscheid
der Suva vom 2
8.
August 2015, mit dem die Einsprache der Versicherten gegen die Verfügung vom 1
4.
April 2014 (
Urk.
7/84) abgewiesen worden war (
Urk.
7/151
)
.
Das Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
hiess die dagegen e
rhobene Beschwerde
mit Urteil vom 2
9.
März 2017 teilweise gut, sprach der Versicherten ab dem
1.
Mai 2014 eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 15
%
zu und wies die Sache hinsichtlich der Integritätsentschädigung zu weiteren Abklärungen an die Suva zurück (
Urk.
24 des Prozesses Nr. UV.2015.00198). Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Suva hin hob das Bundesgericht dieses Urteil mit Urteil vom 2
9.
November 2017
(Prozess Nr. 8C_378/2017)
in Bezug auf die zugesprochene Rente auf (
Urk.
33 des Prozesses Nr. UV.2015.00198).
1.6
Am
2
4.
Oktober 2017
hatte sich
X._
abermals bei der Invalidenversicherung an
gemeldet
(
Urk.
7/155).
Die IV-Stelle holte den Bericht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
med. M._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
7.
November 2017 ein (
Urk.
7/157)
, beschaffte die Angaben der
L._
vom 2
2.
Januar 2018 (
Urk.
7/160) und liess die Versicherte schliesslich durch
Dr.
D._
ein weiteres Mal psychiatrisch begutachten (Gutachten vom
8.
Mai 2018,
Urk.
7/166).
Mit Vorbescheid vom 2
4.
Juli 2018 informierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass sie einen Ren
tenanspruch zu verneinen beabsichtige
, da die durchschnittliche Mindestarbeitsunfähigkeit während des Wartejahres nicht ge
geben sei (Urk.
7/168;
Feststellungsblatt in
Urk.
7/169). Die Versicherte,
nunmehr
vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Studer, liess mit Eingabe vom
8.
Oktober 2018 Einwendungen mit dem
Antrag auf Zusprechung einer ga
nzen Rente ab dem 1.
April 2018 vorbringen (
Urk.
7/181) und diese namentlich durch eine Stellungnahme von
Dr.
M._
vom
4.
September/
1.
Oktober 2018 und durch einen Auszug aus der Krankengeschichte von
Dr.
M._
vom
6.
November 2017 belegen (
Urk.
7/178 und
Urk.
7/179).
Die IV-Stelle entschied mit Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte den Rentenanspruch der Versicherten mangels
Bestehens des Wartejahres (
Urk.
2 =
Urk.
7/185
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/183
).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 liess
X._
durch Rechtsanwalt Dieter Studer mit Eingabe vom
2
0.
Februar 2019 (versehentlich mit 2
0.
Februar 2018 datiert) Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, die Sache sei zur (eingehenden) Befassung mit der Eingabe vom
8.
Oktober 2018 und zur
anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen, eventualiter sei ihr mit Wirkung ab dem
1.
April 2018 eine ganze Rente zuzusprechen,
subeventualiter
sei durch das Gericht ein Obergutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss i
n der Beschwerdeantwort vom 28.
März 2019
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2.
April 2019 wurde die Beschwerdeantwort der Gegenpartei zugestellt (
Urk.
8).
Das Gericht hat von Amtes wegen je eine Kopie von
Urk.
24 (Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 2
9.
März 2017) und von
Urk.
33 (Urteil des Bundesgerichts 8C_378/2017 vom 2
9.
November 2017) des Prozesses UV.2015.00198 als
Urk.
9 und
Urk.
10 zu den Akten genommen.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
gericht die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebilder ohne nach
weisbare organische Grundlage zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen, die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer objektiven Beurteilung weitgehend entzögen, weil sie in erster Linie auf den Angaben der Patienten basierten (BGE 139 V 547 E. 5.9 mit Hinweis auf BGE 130 V 352). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nachweis einer anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nachweis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbringen sei, wobei
bei Beweislosigkeit vermutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1). Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinische Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E. 4.1).
Das
Bundesgericht hatte den Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
1.2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht länger festzuhalten und die sogenannte Überwindbarkeitsver
mutung aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standardindikatoren ein neues Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Es präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
densdruck.
Das Bundesgericht schreibt dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fachpersonen sei, innerhalb der einschlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2). Des Weiteren müssen die funktionellen Einschränkungen nach wie vor mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein - nunmehr anhand der neuen Standardindikatoren -, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
1.2.3
In einem weiteren Schritt hat das
Bundesgericht in zwei U
rteilen vom 30. November 2017 die Anwendbarkeit der Standardindikatoren auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das strukturierte Beweisverfahren, wie es ursprünglich für die somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbare Leiden entwickelt worden war, als massgebend erklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7, 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5). Damit hat das Bundesgericht insbesondere seine bisherige Rechtsprechung zu den depressiven Störungen geändert und nicht länger daran festgehalten, dass rezidivierende oder episodische Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (vgl. die Zusammenfassung der bisherigen Rechtsprechung in BGE 143 V 409 E. 4.1).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblich
en Aufgabenbereich zu betätigen (sogenannter Betätigungsvergleich).
1.3.3
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1). W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nac
h Art. 28a Abs. 2 IVG bestimmt
(vgl. Satz 2). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gemischte Methode der Invaliditäts
bemessung).
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als
voll- oder teilzeitlich erwerbs
tätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer ander
e
n Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti
gungsvergleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung geprüft werden, was die versicherte Person bei im Übrigen un
veränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung be
stünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
1.3.4
Per 1. Januar 2018 ist in
Art.
27
bis
Abs.
2–4
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
ein neues Berechnungsmodell für di
e Festlegung des Invali
ditäts
grades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode eingeführt worden. Neu ist in
Art.
27
bis
Abs.
3
lit
. a IVV vorgesehen, dass das Erwerbseinkommen, das die versicherte Pe
rson durch die Teilerwerbs
tätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochgerechnet wird.
1.4
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid ist (
lit
. c).
Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
Während
für die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und den Invaliditätsgrad (Art. 8 und Art. 16 ATSG), wie sie nach Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG für die Ren
ten
höhe massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, d
as
eine Person auf
dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielen könnte
, beurteilt sich die Arbeits
unfähigkeit (
Art. 6 ATSG), wie sie für das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG massgebend ist,
nach der
gesundheitlich
bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BG
E 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E.
2a, 97 V 226 E. 2).
War jedoch der bisherige Beruf beim Eintritt des Gesundheitsschadens aus krankheitsfremden Gründen bereits aufgegeben worden, so sind
auch alternative Tätigkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 943/06 vom 1
3.
April 2007 E. 5.1.3).
Im Rahmen der gemischten Methode ist für die Bestimmung der Wartezeit und
des Rentenbeginn
s analog zur Rechtsprechung zur Ermittlung des Invaliditäts
grades auf den gewichteten Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit in beiden Teilbereichen abzustellen (BGE 13
0 V 97 E
. 3.4).
1.5
1.5.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt rechtsprechungsgemäss
jede
Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Erheblich ist rechtsprechungsgemäss
jede Änderung
in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, die zu einer Über- oder Unterschreitung eines Schwellenwertes der Rentenabstufung führt (vgl. BGE 133 V 545 E. 6.3 und E. 7, unter anderem mit Hinweis auf BGE 130 V 343). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorangegangenen rechtskräftigen Entscheid zugrunde gelegt worden sind. Vielmehr ist der Rentenanspruch für die Zukunft
diesfalls
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinweisen)
.
Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5.2
Die Grundsätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsgemäss auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint worden ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.4).
Des Weiteren ist auch im Falle einer Neuanmeldung die Frist nach Art. 29 Abs. 1 IVG abzuwarten, bevor der Rentenanspruch entsteht (BGE 142 V 547 E. 3; vgl. auch
das
Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH),
Rz
2030).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin nach der Einstellung ihrer ganzen Rente per Ende April 2014
(
Urk.
7/119 und
Urk.
7/136)
erneut Anspruch auf eine Rente hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin liess vorab vorbringen, die Beschwerdegegnerin habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie auf
die
Einwendungen vom
8.
Oktober 20
18
zum Vorbescheid
vom 2
4.
Juli 2018
nicht eingegangen sei (
Urk.
1 S. 3).
3.2
Es trifft zu, dass die
Beschwerdegegnerin
den
umfassenden Ausführungen (Urk. 7/181/
3-6) zur Verwendbarkeit des Guta
chtens von
Dr.
D._
vom 8.
Mai 2018 (
Urk.
7/166), auf
dem die strittige Verneinung d
es Rentenanspruchs basiert,
in der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 lediglich entgegnete, das Gutachten sei schlüssig und die Gutachterin habe ihre von
Dr.
M._
abweichende Diagnostik sch
lüssig dargelegt (
Urk.
2 S. 2). Dennoch kann nicht gesagt werden, die Beschwerdegegnerin
habe es der Beschwerdeführerin mit dieser Kurzbegründung erschwert oder gar verunmöglicht, die Verfügung sachgerecht anzufechten, was als Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art.
42 ATSG und
Art.
29
Abs.
2 der Bundes
verfassung [BV]) zu qualifizieren wäre
(vgl. BGE 124 V 180 E. 1a mit Hinweisen;
vgl. auch
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage,
Zürich 2020,
N 16 und N 32
zu
Art.
42 ATSG und N 65 ff. zu A
rt.
49 ATSG
).
Denn aufgrund der Stellungnahme und der Empfehlung des RAD-Arztes
Dr.
med.
N._,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, vom
5.
Juni 2018
im entsprechenden Feststellungsblatt (Urk.
7/169/
5-6) kannte die Beschwerdeführerin die Passagen des Gutachtens von
Dr.
D._
, auf welche die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid stützte
. Sie war
daher ungeachtet dessen, dass die Beschwerdegegnerin ihre Einwendungen
zum Gutachten
im
Vorbescheidverfahren
gestützt auf eine neue Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
med. O._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2
8.
Dezember 2018 (Urk. 7/183/3
4)
pauschal verwarf
,
in der Lage, diese Einwendungen im Beschwerdeverfahren erneut vorzubringen. Was
ferner
die Einwendungen in Bezug auf die somatische Seite der gesundheitlichen Einschränkungen betrifft (
Urk.
7/181
/6), so begründete die Beschwerdegegnerin das Absehen
von den
beantragten
weiteren Abklärungen
aufgrund eines Hinweises von
Dr.
O._
damit
, dass aktu
ell keine spezifischen Behandlungen stattfänden
,
und verwies überdies
auf die Ausführungen
des RAD-Arztes
Dr.
med.
P._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
2 S. 2 in Verbindung mit
Urk.
7/183/4 und
Urk.
7/169/3-4)
. Auch hier
war es der Beschwerdeführerin somit möglich, im Beschwerdeverfahren Gegenargumente vorzutragen.
Damit liegt hinsichtlich der
medizinische
n
Situation zumindest keine Verletzung des rechtlichen Gehörs
eines
Ausmass
es
vor, das einer Heilung im Beschwerdeverfahren
entgegenstünde
(vgl. hierzu
BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen;
Kieser
,
a.a.O.,
N 13 ff.
zu
Art.
42 ATSG)
.
3.3
Dass sich die Beschwerdegegnerin des Weiteren in der angefochtenen Verfügung nicht
zu
den Vorbringen der Beschwerdeführerin zur prozentualen Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit und zum Valide
n- und Invalideneinkommen (Urk.
7/181/7) äusserte, hängt damit zusammen, dass sie es für entbehrlich hielt, auf diese Fragen einzugehen, da sie den Rentenanspruch bereits
mangels Erfüllung der Wartezeit
als nicht gegeben erachte
te (
Urk.
2 S. 2; vgl. auch Urk.
7/183/4). Die fehlende Auseinandersetzung mit diesen Gesichtspunkten beschlägt daher nicht das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin, sondern ist eine Frage der materiellen Richtigke
it der angefochtenen Verfügung.
Wie zu zeigen sein wird, sind
indessen
der Erwerbstatus und d
er Einkommensvergleich
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht unerheblich, und es ist deshalb nachfolgend darauf einzugehen. I
n dieser Hinsicht stellt sich da
mit die Frage nach der Wahrung des Gehörsanspruchs der Beschwerdegegnerin. Sie hätte allerdings im vorliegenden Verfahren die Gelegenheit gehabt, in der Beschwerdeantwort
zu den Ausführungen, welche die Beschwerdeführeri
n hierzu in der Beschwerdeschrift
erneut machte (
Urk.
1 S. 8 f.),
im Sinne eines Eventualstandpunkts
Stellung zu nehmen. Es
erübrigt sich daher, ihr
unter dem Aspekt des rechtlichen Gehörs
nochmals eine Frist speziell für eine solche Stellungnahme anzusetzen.
3.4
Damit ist die angefochtene Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 nicht ber
eits aus dem formellen Grund einer
Gehörsverletzung aufzuheben, sondern sie ist materiell zu überprüfen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hatte der Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom 2
0.
August 2014 für die Zeit von August 2012 bis April 2014 eine ganze Rente
zugesprochen und den Rentenanspruch für die Zeit danach verneint (
Urk.
7/136 und
Urk.
7/119). Diese Verfügung war unangefochten
in Rechtskraft erwachsen.
Bei der Anmeldung vom 2
4.
Oktober 2017
(
Urk.
7/155)
handelt es sich
demnach
um eine neue
Anmeldung nach rechtskräftiger Verneinung des Rentenanspruchs. Als erste
Voraussetzung für eine neue Prü
fung muss somit eine erhebliche Sachverhaltsänderung seit dem
Erlass der Verfügung vom
2
0.
August 2014 nachgewiesen sein.
4.2
Die damalige
befristete
Rentenzusprechung hatte gemäss dem Feststellungsblatt vom 1
6.
Mai 2014
auf den Beurteilungen des RAD-Arztes
Dr.
P._
vom
5.
und
vom
1
1.
Februar 2014 basiert (
Urk.
7/97/8-9). Dieser hatte
auf den
Austrittsbericht der
H._
vom 2
1.
Januar 2014
Bezug genommen
, in welchem die Ärzte festgehalten hatten,
eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit in der Hauswartung sei nicht mehr zumutbar, sondern es dränge sich eine Neuausrichtung auf eine angepasste
Tätigkeit auf, die
leicht bis mittelschwer sei
n solle
und keinen wiederholten Krafteinsatz des linken Armes und keinen längerdauernden Einsatzes dieses Armes über Brusthöhe erfordern dürfe (
Urk.
7/81/42
und Urk. 7/81/44-45
).
Gestützt
darauf war
Dr.
P._
zum Schluss gekommen, der
Beschwerdeführerin sei ab Mitte Januar 2014 eine angepasste Tätigkeit unter
Berücksichtigung einer leichtgradigen psychischen Einschränkung wieder zu 90
%
zuzumuten,
währenddem
in der vorangegange
nen Zeit seit dem Unfall vom 5.
Juni 2011 die Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten gleichermassen beeinträchtigt gewesen sei (
Urk.
7/97/8-9).
In Anlehnung an diese Beurteilung hatte d
ie Beschwerdegegnerin
das Wartejahr
nach
Art.
28
Abs.
1
li
t
. b
IVG im Juni 2012 als abgelaufen erachtet und hatte unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Wartezeit seit der Anmeldung vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
7/45) per Anfang August 2012 einen
Anspruch auf eine ganze
, auf einem Invaliditätsgrad von 75
%
basierende
Rente
ermittelt
, dies unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 75
%
erwerbstätig und zu 25
%
im Haushalt tätig
gewesen
w
äre und dass sie in der Erwerbsfähigkeit
dannzumal zu 100
%
eingeschränkt gewesen sei.
Sodann hatte sie
angesichts der von
Dr.
P._
beschriebenen gesundheitlichen Verbesserung ab Januar 2014 einen Invaliditätsgrad von nur noch 24
%
festgesetzt und hatte die
Rente nach Ablauf der dreimonatigen Frist
(
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
per Ende April 2014 wieder aufgehoben
(
Urk.
7/
97/
9-11).
Da die rentenzusprechende und zugleich ren
tenaufhebende Verfügung vom 20.
August
2014 datiert, muss
sich die rechtserhebliche Änderung nach diesem
Zeitpunkt eingestellt haben
; allfällige frühere Änderungen seit der Rentenaufhebung per Ende April 2014 könnten nicht berücksichtigt werden.
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin führte
in der Anmeldung vom 2
4.
Oktober 2017
als gesundheitliche Beeinträchtigungen
sowohl die Schulterverletzung
als auch psy
chische Störungen in Form von Depressionen mit Panikattacken
auf
(
Urk.
7/155/6).
4.3.2
Die Psychiaterin
Dr.
M._
gab in ihrem Bericht vom 1
7.
November 2017 an, die Beschwerdeführerin seit Ende Juni 2011 zu behandeln, und nannte als
aktuelle
psychiatrische Hauptdiagnosen
(
Urk.
7/157/1)
eine Panikstörung
(F41.0
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen d
er Weltgesundheitsorganisation, ICD-10), die chronisch sei und
seit dem Jahr 2000
At
tacken alle 1-2 Wochen
mit sich bringe, eine schwere Episode einer rezidivierenden Depression ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), die seit Oktober 2015 chronisch sei, und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden, abhängigen und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0). Zur Begründung der
A
nmeldung bei der Invalidenversicherung wies
Dr.
M._
darauf hin, dass die frühere Anmeldung aufgrund des Unfalls des Jahres 2011 erfolgt sei, dass sich in der Zwischenzeit jedoch die psychische Thematik massiv verstärkt habe und der Hauptgrund für die erneute Anmeldung sei (
Urk.
7/157/5).
Die Diagnosen von
Dr.
D._
im Gutachten vom
8.
Mai 2018
(
Urk.
7/166/38)
unterscheiden sich von denen, die
Dr.
M._
stellte. So ordnete
Dr.
D._
den geschilderten At
tacken die
Diagnose einer
attackenweise
auftretenden dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörung mit
Chronifizierungstendenz
und Vermeidungsverhalten
zu (ICD-10 F44.6)
und
verwarf die Diagnose einer
Panikstörung
explizit (
Urk.
7/166/45)
;
des Weiteren vermochte sie auch keine Persönlichkeitsstörung zu erheben (
Urk.
7/166/45), und sie
diagnostizierte
schliesslich
zwar ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung, die sie jedoc
h im Begutachtungszeitpunkt
als
nur
leichtgradig einstufte (
Urk.
7/166/38).
Dr.
D._
war sich jedoch mit
Dr.
M._
darin einig, dass
sich
im Laufe der Zeit
eine gewisse Zustandsverschlechterung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eingestellt habe. So liess sie sich von der Beschwerdeführerin berichten, die Attacken hätten
während der
rund
15 Jahre des Bestehens allmählich in Frequenz und Intensität zugenommen (
Urk.
7/166/36-37),
und
hielt weiter fest
,
das dissoziative Leiden,
das schon anlässlich der Begutachtung
des Jahres 2010 diagnostiziert worden
, damals jedoch
mehrheitlich remittiert gewesen sei
(vgl.
Urk.
7/16/16)
,
präsentiere sich gegenwärtig
als
re-exazerbiert
(
Urk.
7/166/49). In Bezug auf den Zeitpunkt der relevanten Zunahme wies
Dr.
D._
darauf hin, dass anlässlich des Aufenthalts
der Beschwerdeführerin in der
H._
von Dezember 2013 bis Januar 2014 noch keine Anzeichen von s
icherem/relevantem dissoziativem
Leiden feststellbar ge
wesen seien (vgl.
Urk.
7/81/43) und
dass
die Beschwerdeführerin danach zwar
von einem Tiefpunkt
Ende 2014/Anfang 2015 berichtet habe, als alle Integrationsbemühungen gescheitert seien, dass sie in der Folge jedoch im Frühjahr 2015 ihre neue Arbeit gefunden habe. Unter diesen Aspekten stimmte sie der Annahme von
Dr.
M._
zu, dass die massgebende gesundheitliche Verschlech
t
erung im Oktober 2015 eingetreten sei, auch wenn sie von der Auffassung der behandelnden Psychiaterin abwich, dass hierfür die
Chronifizierung
der depressiven Sympto
matik verantwortlich sei (
Urk.
7
/166/49).
4.3.3
Damit ist aufgrund der im Ergebnis übereinstimmenden Einschätzung der involvierten Fachärztinnen der Psychiatrie
eine potenti
ell rentenrelevante gesundheitliche
Veränderung ab Oktober 2015 als überwiegend wahrscheinlich zu beurteilen.
4.4
Die ent
s
prechende Voraussetzung für eine Revision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist somit erfüllt, ohne dass noch zu prüfen wäre, ob sich
weitere Belange, namentlich die erwerblichen Verhältnisse oder der Umfang der prozentualen Aufteilung der Erwerbs- und der Hausarbeit, ebenfalls verändert haben.
Nachfolgend ist damit ohne Bindung an die früheren Feststellung
en
zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der neuen Anmeldung vom
2
4.
Oktober 2017 Anspruch auf eine Rente hat.
5.
5.1
Da ein Rentenanspruch nach den dargelegten rechtlichen Erwägungen auch im Falle einer Neuanmeldung frühestens nach Ablauf der sechsmonatigen Frist nach
Art.
29
Abs.
1 IVG entstehen kann, kommt eine Rentenzusprechung nicht früher als ab
April 2018 (vgl.
Art.
29
Abs.
3 IVG) in Betracht.
5.2
5.2.1
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
hat
die Beschwerdeführerin jedoch ab dem Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung nicht auch
das Wartejahr
nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG nochmals zu bestehen.
5.2.2
D
ort, wo eine versicherte Person für die bisherige Tätigkeit bereits seit langem arbeitsunfähig ist, ihr Rentenanspruch aber
zunächst deshalb verneint worden ist
, weil sie in einer angepassten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen konnte beziehungsweise hätte erzielen können, entsteht
nämlich
der
Rentenanspruch
im Falle einer
gesundheitlichen Verschlechterun
g
-
unter Vorbehalt von
Art.
29
Abs.
1 IVG
-
unmittelbar dann, wenn die Invalidität mindestens 40
%
beträgt
. Dies hat das Bundesgericht in seiner konstanten Rechtsprechung immer wieder festgehalten
(vgl. die Urteile des Bun
desgerichts 9C_878/2017 vom 1
9.
Februar 201
8 E. 5.3 und 9C_412/2017 vom
5.
Oktober 2017 E. 4.3
, je mit Hinweisen
).
5.2.3
Die Funktion des linken Schultergelenks war während des Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der
H._
von Dezember 2013 bis Januar 2014 Gegenstand einer umfassenden Belastbarkeitstestung, bei der die Testergebnisse in Beziehung gesetzt wurden zum Profil der bisherigen Tätigkeit als Hauswartin (
Urk.
7/81/46-54). Die Schlussfolgerung im Austrittsbericht vom Januar 2014, diese zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zuzumuten, da die funktionelle Leistungsfähigkeit mehrheitlich unter den Belastungsanforderungen dieser Tätigkeit liege (
Urk.
7/81/44+49
),
wurde von
Dr.
G._
anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung
vom Februar 2014
geteilt (
Urk.
7/81/27), und sie
ist
oh
ne Weiteres plausibel. Zu dieser Auffassung ist das Sozialversicherungsgericht bereits im Urteil des Prozesses gegen die Suva vom 2
9.
März 2017 gelangt (
Urk.
9
E. 4.1), und sie war vor
Bundesgericht nicht strittig (
Urk.
10
E. 3.2)
.
Damit ist die Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als Hauswartin seit dem Unfall vom
5.
Juni 2011 als durchgehend arbeitsunfähig zu erachten, dies entgegen den zunächst anders lautenden Beurteilungen von
Dr.
G._
von Februar 2012 und Februar 2013 (
Urk.
7/81/266 und
Urk.
7/81/177).
5.2.4
Die Beschwerdeführerin übte die Tätigkeit als Hauswartin zur Zeit des Unfalls zwar nur zu 25
%
aus und war seit Oktober 2010 zur Vermittlung einer (zusätzlichen) 50%-Stelle bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet.
In diesem Umfang war für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit nicht nur die Hauswartstelle, sondern ein breiteres Stellenspektrum massgebend.
D
ieses Spektrum umfasste jedoch
ebenfalls
Stellen, die für die Beschwerdeführerin nach dem Erleiden der
Schulterverletzung nicht mehr in Frage kamen, die ihr jedoch bei
guter Gesundheit arbeitslosenversicherungsrechtlich zuzumuten gewesen wären
(vgl. die Angabe der Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
D._
, sie habe auch eine - schulterbelastende - Tätigkeit im Service in Betracht gezogen,
Urk.
7/166/20)
.
Unter diesen Umständen ist die Arbeitsunfähigkeit, welche für das Wartejahr
nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
massgebend ist, auch unter Berücksichtigung alternativer Tätigkeiten auf 100
%
festzus
etzen. Dies gilt umso mehr, als
zum einen
bereits gesundheitliche Gründe daran beteiligt waren, dass es zur Reduktion des ursprünglich 50%igen Pensums der Hauswartstelle kam
, und als die Beschwerdeführerin zum andern
unfallbedingt nicht zur Einarbeitung in die Tätigkeit bei der
I._
in der Lage war, die sie kurz vor dem Unfall gefunden hatte (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.3.3).
Auch unter
der
Annahme, dass die Beschwerdeführerin im Hau
shalt, der auf jeden Fall nicht mehr als 25
%
des gesamten Tätigkeitsbereichs der Beschwerdeführerin umfasste (vgl. hierzu nachfolgend), nie rechtserheblich eingeschränkt war, resultiert somit ab dem Unfall vom
5.
Juni 2011 eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
von
anhaltend
75
%
.
5.2.5
Damit war das Wartejahr im Juni 2012 abgelaufen, wie die Beschwerdegegnerin beim Erlass der Verfügung vom 2
0.
August 2014 zutreffend
angenommen hatte (vgl.
Urk.
7/119/3
).
5.3
Wenn die Beschwerdegegnerin daher den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin aufgrund der neuen Anmeldung vom 2
4.
Oktober 2017
mit
dem Hinweis
darauf verneinte
, dass die durchschnittliche Mindestarbeitsunfähigkeit während des Wartejahres nicht gegeben sei
(
Urk.
2 S. 2
,
Urk.
7/183/4
)
, so ist dies unzutreffend. Dies gilt unabhängig davon, ob
entsprechend der Argumentation
der Beschwerdegegnerin der Beurteilung von
Dr.
D._
gefolgt werden kann, dass die Beschwerdeführerin
aus rein psychiatrischer Sicht
eine Tätigkeit wie
die aktuell ausgeübte
als Kahntra
n
s
portangestellte
bei der
L._
(vgl.
Urk.
7/160)
im Umfang von mindestens 70
%
auszuüben in der Lage wäre und somit für eine solche und vergleichbare Tätigkeiten maximal zu 30
%
eingesch
ränkt sei (vgl.
Urk.
7/166/46
-47
).
Vielmehr
hängt der Rentenanspruch von der gesundheitlich bedingten Erwerbseinbusse ab April 2018 ab. Der Frage nach dieser Erwerbseinbusse ist im Folgenden nachzugehen.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin traf
anlässlich der neuen Anmeldung vom
Oktober 2017 lediglich
Abklärungen
zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, aktualisierte die medizinischen Akten hingegen in Bezug auf die Schulterverletzung
und auf allfällige weitere körperlich bedingten Einschränkungen
nicht.
Die Beschwerdeführerin hatte bereits im
Vorbescheidverfahren
vorbringen
lassen, für eine gesamtheitliche B
eurteilung sei die Durchführung
somatisch-medizinischer Teilbegutachtungen erforderlich (
Urk.
7/181/6), und liess dies in der Beschwerde
schrift
wiederholen (
Urk.
1 S. 7).
Allerdings berief sie sich dabei auf keinerlei neuere Untersuchungen oder Behandlungen, und sie hatte in der Anmeldung
vom Oktober 2017
bei der Frage nach den behandelnden medizinischen Fachpersonen und Fachstellen
denn auch
an ers
ter Stelle die Psychiaterin Dr.
M._
und daneben nur den Hausarzt angegeben (
Urk.
7/155/7
). Unter diesen Umständen konnte entsprechend der zutreffenden Ansicht des RAD-Arztes
Dr.
O._
(
Urk.
7/183/4)
unter Annahme eines unveränderten physischen Gesundheitszustands
von
somatisch orientierten
Erhebungen
abgesehen werden, und es kann für die körperlichen Einschränkungen
im massgebenden Zeitraum von April 2018 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Januar 2019
nach wie vor
auf die Befunde und Beurteilungen abgestellt werden, wie sie beim Erlass der Verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom 2
0.
August 2014
(Urk.
7/136 und
Urk.
7/119) beziehungsweise der Verfügung der S
uva vom 14.
April 2014 (
Urk.
7/84) und des
Einspracheentscheids
vom 2
8.
August 2015 (
Urk.
7/151) vorgelegen hatten.
6.
2
Vorab ist festzuhalten, dass für die wiederholten
,
attackenweise
auftretenden
körperlichen Missempfindungen der Art, wie sie die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
D._
schilderte,
keine o
rganisch
e Ursache gefunden werde konnte
.
Vielmehr
hatten
eine Magnetresonanz-Untersuchung des Schädels
(vgl. Urk. 7/7/32)
und eine
cerebro
-vaskuläre Ultraschall-Doppleruntersuchung
schon im
Oktober 2010 n
ormale Befunde
ergeben
, und
Dr.
med. Q._
, Spezialarzt für Neurologie,
war
daher in einem Bericht vom 2
6.
Oktober 2000 zur Beurteilung
gelangt
, die Körperparästhesien seien funktionell-
dysregu
lativer
Genese (Urk.
7/7/30-31). An dieser Beurteilung hielt
Dr.
Q._
auch nach der Anfertigung eines Elektroenzephalogramms (EEG) vom Feb
ruar 2004 fest (Bericht vom 20.
Februar 2004,
Urk.
7/7/28-29), und anlässlich eines weiteren EEG vom Dezember 2007 wurden zwar trotz des erneuten Normalbefundes einfach fokale epileptische Anfälle in Betracht gezogen
(Bericht von
Dr.
med.
R._
, Spezialarzt für
Neurologie,
Urk.
7/7/26-27)
, im Rahmen eines neurologischen Konsiliums im
Z._
vom September 2008 wurde diese Diagnose jedoch verworfen, und eine funktionelle, psychosomatische Störung wurde erneut als die wahrscheinlichste Diagnose bezeichnet (Bericht des
Z._
vom 2
6.
September 2008,
Urk.
7/7/17-19).
Demgemäss wurden in der Folgezeit keine weiteren neurologischen Abklärungen mehr veranlasst
,
und die Beschwerdeführerin selber sagte
gegenüber
Dr.
D._
aus,
die wiederholt
ne
gativen Untersuchungsergebnisse hätten sie davon abgehalten, weiterhin nach einer organischen Ursache des Beschwerdebildes zu fragen (
Urk.
7/166/22).
6.3
Damit verbleibt als körperlich bedingte gesundheitliche Beeinträchtigung
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
die S
chulterverletzung, welche die Beschwerdeführe
rin im Juni 2011 erlitten hatte und deren Folgen nach dem Gesagten
seit August 2014 al
s unverändert zu beurteilen sind.
Dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Schulterverletzung im Beruf
als Hauswartin
nicht mehr arbeitsfähig ist, wurde vorstehend unter Hinweis auf das Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Prozesses gegen die Suva vom 2
9.
März 2017 bereits erläutert (E. 5.2.3
). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten kann ebenfalls auf die Ausführungen
in diesem
Urteil verwiesen werden. Da
s Sozialversicherungsgericht
erachtete
in dieser Hinsicht
die Feststellungen im Austrittsbericht der
H._
vom Januar 2014
(vgl.
Urk.
7/81/42)
und die Einschätzung von
Dr.
G._
im Bericht
ü
ber
die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom Februar 2014
(vgl.
Urk.
7/81/27) als massgebend
, wonach
der Beschwerdeführerin
leichte bis mittelschwe
re Arbeiten ganztags zumutbar seien, soweit sie keine Verrichtungen auf oder über Schulterhöhe, keinen dauernden Einsatz des linken Armes über Bru
sthöhe
, keinen wiederholten
Krafteinsa
tz des linken Armes, keine Belastung in körperferner Haltung und eine lediglich limitierte Belastung in Körpernähe von 10 kg bis Hüfthöhe und von 3 kg bis Brusthöhe
erforderten, nicht mit dem
Besteigen von Leitern und Gerüsten
verbunden seien und keine linksseitige Bedienung von
stossenden, schlagenden und vibrierenden Maschinen
verlangten (
Urk.
9
E. 4.1
4.3).
Diese
Beurteilung
gilt auch im vorliegenden Verfahren; sie gab vor
Bundesgericht ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_378/2017 vom 2
9.
November 2017 E. 3.2
).
7.
7.1
Damit ist nach den
Einschränkungen von Seiten des psychisch bedingten Beschwerdebildes
zu fragen
, die Gegenstand der aktuellen Abklärungen durch die Beschwerde
gegnerin waren
.
7.2
7.2.1
Die Beschwerdeführerin liess das Gutachten von
Dr.
D._
vom
Mai
2018, auf das sich die Beschwerdegegnerin stützte, vorab in grundsätzlicher Hinsicht als zum einen weitschweifig und zum andern dennoch
unvollständig kritisieren (Urk.
1 S. 4 ff.).
7.2.2
Als weitschweifig erachtete die Beschwerdeführerin eine «seitenweise Wiedergabe und Wiederholung von Angaben der Beschwerdegegnerin [richtig: Beschwerdeführerin], deren Relevan
z
unklar bleibt und deren Zusammenhang mit den Schlussfolgerungen kaum nachv
ollzogen werden
kann.
»
(
Urk.
1 S. 4; vgl. auch
Urk.
1 S. 5
). Diese Rüge ist nicht begründet.
Nachdem die Gutachterin der Beschwerdeführerin zunächst die Gelegenheit gegeben hatte, ihre aktuelle Situation spontan zu schildern (
Urk.
7/166/13), befragte sie sie im Rahmen eines strukturierten Interviews
(
Urk.
7/166/13-26)
zielgerichtet nach
dem Krankheitsverlauf seit der psychiatrischen Begutachtung des Jahres 2010
einschliesslich der bisherigen psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungen und erkundigte sich dabei
insbesondere nach dem Charakter der
bereits damals
berichteten Attacken
(vgl.
Urk.
7/16/5-8)
, nach deren allfälliger Veränderung im Laufe der Zeit und nach deren Auswirkungen im Alltag und im Beruf
in den letzten Jahren
.
Dabei bezog sie r
ichtigerweise
- und wie von der Beschwerdeführerin selbst gefordert (
Urk.
1 S. 7)
-
auch die Schulterbeschwerden in die Anamnese ein, indem sie einen Auszug aus dem Austrittsbericht der
H._
vom 2
1.
Januar 2014 einfügte (
Urk.
7/166/16-18). Dass
Dr.
D._
diesen Auszug sowie auch einen Auszug aus ihrem früheren Gutachten
und Auszüge aus den Berichten über die organischen
Abklärungen zu den
Attacken (
Urk.
7/166/23-26) zwischen den Abschnitten über die aktuellen Darlegungen der Beschwerdeführerin platzierte, tangiert die Übersichtlichkeit nicht, sondern dient der Vervollständigung und der Objektivierung der subjektiven Angaben.
Auch die
Befragung der Beschwerdeführerin zur aktuellen Lebenssituation, zum Tagesablauf und zur Tagesgestaltung, zu den Tätigkeiten im Haushalt und im Beruf, zu den Freizeitbeschäftigungen sowie zur Familienstruktur und zu den sozialen Beziehungen (
Urk.
7/166/21 und
Urk.
7/166/26-30) erscheint keineswegs als unnötig
oder als übertrieben ausführlich. Vielmehr sind entsprechende
Anga
ben
angesichts der vom Bundesgericht aufgestellten Standardindi
k
atoren zwingend erforderlich für
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
,
und diese Beurteilung kann nur dann zuverlässig sein, wenn
die Angaben detailliert und aussagekräftig sind.
Schliesslich lässt auch der Umstand
das Gutachten nicht als weitschweifig erscheinen
, dass die Ergebnisse
der
anamnestischen Erhebungen in den nachfolgenden Abschnitten des Gutachtens,
die
den Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
gewidmet sind (
Urk.
7/166/33-49), wiederholt werden. Denn
solche Wiederholungen sind unvermeidlich für eine klare Unterscheidung zwischen der
Feststellung der Tatsachen
und der
Einordnung der festgestellten Tatsachen in die gutachterliche Beurteilung.
7.2.3
In Bezug auf die Vollständigkeit vermisste die Beschwerdeführerin
zunächst
einen Einbezug der somatischen Be
funde in die psychiatrische Beur
teilung (
Urk.
1 S. 7). Soweit sie dabei darauf hin
weisen liess, dass
Dr.
D._
nicht
qualifiziert sei dafür
,
eine rheumatologische oder neurologische Erkrankung auszuschliessen (
Urk.
1 S. 7), so ist nicht ersichtlich, dass
die Gutachterin das Vorliegen körperlicher Befunde in eigener Regie verneint hätte. Vielmehr gab
Dr.
D._
dort, wo sie auf solche Befunde einging, die
Feststellungen
in den medizinischen
Berichten der entsprechenden Fachrichtungen wieder, insbesondere in den vor
stehend zitierten Berichten über die n
eurologischen Abklärungen (
Urk.
7/166/24-
25 und
Urk.
7/166/34
+37
). Dabei anerkannte sie bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ausdrücklich die zusätzlichen Einschränkungen von Seiten des Schulterleidens, die sie indessen bei der Festlegung der Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht
richtigerweise
ausklammerte (
Urk.
7/166/47).
Des Weiteren lässt auch der Umstand, dass
Dr.
D._
keine standardisierten Tests zur Abklärung der diagnostizierten dissoziativen Störung und zur Persönlichkeitsdiagnostik durchführte, das Gutachten entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 6) nicht als unvollständig erscheinen. Denn die Gutachterin
stützte sich bei der Diagnosestellung auf die ausführlichen Schilderungen der Beschwerdeführerin auf der einen Seite und auf ihre eigenen Beo
bachtungen auf
der andern Seite
und begründete die Diagnosen eingehend und fachlich fundiert.
Darauf ist im Folgenden noch näher einzugehen.
Soweit die Beschwerdeführerin ferner beanstanden liess, dass
Dr.
D._
auf eine Fremdanamnese, namentlich auf die Einholung von
Angaben der behandelnden Psychiaterin,
verzichtet habe (
Urk.
1 S. 6), so
sah die Beschwerdegegnerin tatsächlich davon ab, der Gutachterin entsprechend der Empfehlung des RAD-Psychiaters
Dr.
O._
(
Urk.
7/183/4) die Stel
lungnahme von
Dr.
M._
vom
4.
September/
1.
Oktober 2018 (
Urk.
7/178)
zu unterbreiten
. Allerdings
lag der Gutachterin mit dem Bericht von
Dr.
M._
vom 1
7.
November 2017, den die Beschwerdegegnerin eingeholt hatte (
Urk.
7/157), bereits
eine sehr ausführliche Einschätzung aus
behandlerischer
Sicht vor, mit der sie sich im Gutachten auch tatsächlich auseinandersetzte.
Im Vergleich zu dieser Einschätzung enthält die S
tellungnahme vom
4.
September/
1.
Oktober 2018 abgesehen von Einwendungen zur Beurteilung von
Dr.
D._
keine wesentlichen neuen Gesichtspunkte. Das Gleiche gilt für den beigelegten Auszug aus der Krankengeschichte vom
6.
November 2017 (
Urk.
7/179). Dieser Auszug bildete offenbar die Basis für den Bericht vom 1
7.
November 2017
und wurde über weite Passagen wörtlich in den Bericht übertragen. Unter diesen Umständen lassen die fehlenden fremdanamnestischen Angaben das Gutachten von
Dr.
D._
nicht als unvollständig erscheinen.
7.2.4
Leidet demnach das Gutachten von
Dr.
D._
nicht an Mängeln grundsätzlicher Natur, so ist
nachfolgend
zu prüfen, was sich
dem Gutachten -
unter Einbezug der Angaben der behandelnden Psychiaterin
-
zu
den interessierenden Fragen nach
den psychiatrischen Befunden und Diagnosen und den daraus resultie
renden Einschränkungen entnehmen lässt.
7.3
7.3.1
Was die Befunde und die ihnen zugeordneten Diagnosen anbelangt, so
hatte die Beschwerdeführerin schon bei der ersten Begutachtung durch
Dr.
D._
des Jahres 2010 von den
attackenweise
auftretenden Zuständen berichtet, die im Jahr 2000 ihren Anfang genommen hatten
und danach Gegenstand neurologischer Abklärungen gewesen waren (vgl. vorstehend E. 6.2).
Sie hatte den Charakter dieser Attacken, die nach ihren Schilderungen mit Gefühlsstörungen
auf der rechten Körperseite
sowie mit Kopf- und Nackenschmerzen einhergegangen waren und in ihr ein panikartiges Gefühl ausgelöst hatten, mit demjenigen eines «
Schlägli
» verglichen und
hatte
damals
als Auslöser
a
ngesichts der negativen neurologische Befunde
eine Reihe von psychischen Belastungsmomenten vermutet (
Urk.
7/16/5-7). Zur Zeit der damaligen Begutachtung hatte
die Beschwerdeführerin
die Häufigkeit und die Ausprägung dieser Attacken jedoch als
abgenommen geschildert, indem die Kopf- und Nackenschmerzen zwar immer noch aufträten, das Gefühl eines «
Schlägli
» hingegen nicht mehr bestehe, sondern sie lediglich einmal im Monat ein Kribbeln im Arm verspüre und sie die Zunge regelmässig, insbesondere des Aben
d
s im Bett, als schwer und brennend wahrnehme (
Urk.
7/16/12).
Anlässlich der Begutachtung des Jahres 2018
beschrieb die Beschwerdeführerin die nach wie vor auftretenden Attacken wiederum als ein Kribbeln, das vom rechten Arm ausgehe
,
sich
wellenartig
ausbreite
und in eine Entladung in der Art eines Stromschlags münde
; ausserdem wies sie auf Befragen
durch die Gutachterin auf Schmerzen im Kopf un
d im Nacken hin, die durch eine jeweilige Attacke ausgelöst würden
und einige Stunden andauerten
(Urk.
7/166/21-22).
Dr.
D._
ging mit
Dr.
M._
darin einig,
dass es sich bei der
attackenartigen
Symptomatik u
m ein über die Jahre hinweg persistierendes Beschwerdebild mit gewissen Wandlungen in Bezug auf Frequenz und Intensität
handelt (vgl. Urk.
7/166/36+3
7+49
und
Urk.
7/157/3
).
Während die behandelnde Psychiaterin die Symptomatik jedoch unter die Diagnose einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) mit chronischem Verlauf subsumierte (
Urk.
7/157/1), hatte
Dr.
D._
schon im Jahr 2010
in Übereinstimmung mit der Einschätzung im Austrittsbericht der
A._
vom 2
8.
Oktober 2008 (
Urk.
7/8/12)
die
Diagnose einer
d
issoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.6)
gestellt (
Urk.
7/16/16) und hielt an dieser Diagnose im Gutachten des Jahres 2018 fest (
Urk.
7/166/
38). Zur Begründung dieser Abweichung und zur Widerlegung der Diagnose einer Panikstörung führte die Gutachterin die längere Dauer der Attacken an, die sich gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin auf eine Zeit bis zu einer Stunde erstrecken könnten (
Urk.
7/166/37; vgl.
auch
Urk.
7/166/22), und wies weiter darauf hin, dass die Beschwerdeführerin
nicht von
etwaigem bewussten
Angsterleben
, Todesangst, Atemnot, Sturzneigungen, Bewusstseinsänderungen oder -verschiebungen sowie Depersonalisations- oder
Der
e
alisationserleben
berichte
. Des Weiteren sprach auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
die Benutzung der öffentl
ichen Verkehrsmittel favorisiert
e, für die Gutachterin gegen eine Panikstörung
(
Urk.
7/166/37).
Immerhin hatte die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
D._
im Ja
hr 2010 ein panikartiges Gefühl erwähnt, das mit den jeweiligen Attacken einhergehe und teilweise von Atemnot begleitet sei (
Urk.
7/16/6), und auch anlässlich der aktuellen Begutachtung führte sie aus, sie könne im Zuge der Attacken auch Angst bekommen und das Herz spüren, lasse es jedoch meistens nicht so weit kommen, sondern versuche, ruhig zu bleiben und auf die Atmung zu achten
(Urk.
7/166/
22)
. Dies deutet auf eine Angstkomponente des Beschwerdebildes hin, die in der Definition
der
dissoziative
n
Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen nach
ICD-10
F44.6 fehlt. Umgekehrt
enthält die Definition der Panikstörung nach ICD-10 F41.0 keine Symptome körperlicher Missempfindungen, wie sie bei de
r Beschwerdeführerin vorliegen. Es i
st daher nachvollziehbar, dass die beiden Psychiaterinnen mit unterschiedlicher Gewichtung der verschiedenen Symptome zu unterschi
edlichen Diagnosen gelangten.
Entscheidend für die inval
idenversicherungsrechtliche Beurteilung ist aber ohnehin
nicht die Diagnose an sich, sondern
es kommt
auf die Auswirkungen des
ihr
zugrunde liegenden
Symptomenkomplexes an
.
Vorliegendenfalls
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass es die unterschiedliche Diagnostik war, die zu den unterschiedlichen Beurteilungen der Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit durch
Dr.
M._
und
Dr.
D._
geführt hatte. Vielmehr wies
Dr.
M._
in ihrer Stellungnahme vom
4.
September/
1.
Oktober 2018 nur auf die Relevanz der Diagnose für die
Definition von Therapiezielen
hin
(
Urk.
7/178/2).
7.3.2
Einigkeit zwischen
Dr.
M._
und
Dr.
D._
besteht sodann hinsichtlich der Diagnose einer rezi
divierenden depressiven Störu
ng; anders als
Dr.
M._
(Urk.
7/157/1) qualifizierte
Dr.
D._
indessen
die gegenwärtige Episode nicht als schwer
(ICD-10 F33.2)
, sondern lediglich als leichtgradig
(
ICD-10 F33.0;
Urk.
7/166/38).
Schon eine m
ittelgradige depressive Episode
ist definitionsgemäss gekennzeichnet durch grosse
Schwierigkeiten
der betroffenen Person
, alltägliche Aktivitäten
fortzusetzen (ICD-10 F32.1),
währenddem
die betroffene Person im Falle einer leichten depressiven Episode zwar im Allg
e
meinen durch die Symptome beeinträchtigt ist,
aber oft
dazu in der Lage ist,
die m
eisten Aktivitäten fortzusetzen
(ICD-10 F32.0). Die Beschwerde
führerin gab im spontanen Interv
iew
anlässlich der Begutachtung des Jahres 2018
an, im Alltag am meisten darunter zu leiden, dass sie nicht mehr den gleichen Elan habe wie früher, und sie beschrieb Zukunftsängste und eine Leere (
Urk.
7/166/13). Aus ihren Ausführungen zum
Tagesablauf ist jedoch zu schliessen, dass sie über die letzten Jahre hinweg
psychisch
dazu in der Lage war, den Alltag zu bewältigen. So berichtete sie, regelmässig etwa zur selben Zeit aufzustehen, nach dem Frühstück Hausarbeiten zu verrichten und in den Arbeitspausen zu lesen, Sendungen am Fernsehen zu schauen oder Radio zu hören
, das Mittagessen für ihren Ehemann und manchmal für den zu Besuch weilenden Sohn zu kochen und mit dem Ehemann den Einkauf am Wochenend
e zu erledigen (
Urk.
7/166/28-29
). Des Weiteren ist auch nicht ersichtlich, dass
die Beschwerdeführerin
in der Ausübung ihrer Tätigkeit bei der
L._
n
amhaft beeinträchtigt wäre, zumal
die Arbeitgeberin
im einschlägigen Fragebogen, ausgefüllt am 2
2.
Januar 2018,
keine
krankheitsbedingten Abwesenheiten aufführte (vgl.
Urk.
7/160/3). Zur Freizeitgestaltung schliesslich gab die Beschwerdeführerin an, mit ihrem Ehemann Spaziergänge
oder kleinere Ausflüge
zu machen
,
ihn bei Fahrten mit dem eigenen Boot zu begleiten
und mit ihm auswärts essen zu gehen
,
zu lesen,
Puzzles zu legen und Mandalas zu malen
und oft
zusammen mit anderen Hundebesitzerinnen
mit dem Hund spazieren g
egangen zu sein, bis dieser im Jahr 2014 gestorben sei (
Urk.
7/166/2
9
-30).
Unter diesen Umständen leuchtet es ein, dass
Dr.
D._
im aktuellen Gutachte
n
eine
Depression
zwar nicht in Frage stellte und auch das zeitweise bedrückte Erscheinungsbild registrie
r
te (vgl.
Urk.
7/166/
3
7), dass sie die Depression jedoch
als vorwiegend im leichtgradigen Bere
ich liegend qualifizierte (Urk.
7/166/38
+45
). Dies gilt umso mehr, als die Gutachterin differenzierend
auch
auf eine
schwerergradige
Phase
mit Stimmungstiefpunkt und passiven Todessehnsüchten
hinwies, die Ende 2014/Anfang 2015
vorgelegen haben müsse (Urk.
7/166/38).
Der
abweichende
n
Gewichtung des Schweregrades der Depression durch
Dr.
M._
im Bericht vom 1
7.
November 2017
liegt im Gegensatz zur Gewichtung durch
Dr.
D._
keine von der Beurteilung getrennte Darstellung der konkreten Aktivitäten der Beschwerdeführerin zugrunde.
Die Feststellung von
Dr.
M._
, die Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin umfassten viele
Lebensbereiche, es gebe
k
eine Routine und
es
sei keine Flexibil
i
tät vorhanden, das Selbstwertgefühl der Beschwerdeführerin sei beinahe inexistent und eigene Interessen fehlten fa
st vollständig (
Urk.
7/157/2-3), ist daher nicht durch direkte Angaben der Beschwerdeführerin untermauert und ist angesichts der Ergebnisse der ausführlichen Befragung durch
Dr.
D._
zu relativieren. Daran ändert auch nichts, dass
Dr.
M._
die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin, den Tagesablauf zu strukturieren, in ihrer Stellungnahme vom
4.
September/
1.
Oktober 2018
als Ergebnis der in der Psychotherapie erarbeiteten S
trategien wertete (Urk. 7/178/2
3)
, da ein Therapieerfolg gerade ein Indiz für eine gesundheitliche Stabilisierung ist.
7.3.3
Als weitere psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit steht schliesslich die kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden, abhängigen und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0) zur Diskussion, die
Dr.
M._
stellte (
Urk.
7/157/1), deren Vorliegen
Dr.
D._
jedoch verneinte (
Urk.
7/166/45).
Persönlichkeitsstörungen sind in der ICD-10 definiert als
tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche
und soziale Lebenslagen zeigen und gegenüber der Mehr
heit der Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und
in den Beziehungen zu anderen verkörpern, meist stabil sind und sich
auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen
beziehen und h
äufig mi
t einem unterschiedlichen Ausmass
persönlichen Leidens und gestörter soz
ialer Funktionsfähigkeit einhergehen.
Dr.
M._
beschrieb im Bericht vom 17.
November 2017 keine Symptome, die selbständig neben denjenigen der diagnostizierten Panikstörung und der depressiven Störung bestünden. Erst in der Stellungnahme vom
4.
September/
1.
Oktober 2018 nannte sie eine geringe
Selbststeuerung, die sich schon in der Berufswahl - Entscheidung für eine unspezifische, kurze Lehre - gezeigt habe, eine Tendenz zu vermeidendem Verhalten in Form des Verlassens der Schweiz
für einen viermonatigen Aufenthalt in einem Kibbuz nach
einer ausweglosen Situation
und eine abhängige Persönlichkeitsstruktur in der Gestalt der Inanspruchnahme von Unterstützung durch ihre Schwiegermutter und der langjährigen, einzigen Beziehung zu ihrem Ehemann (
Urk.
7/178/3). Keine dieser Gegebenheiten erscheint allerdings als erheblich von der Norm abweichend im vorstehend definierten Sinne. Vielmehr sind Unsicherheiten bei der Berufswahl im Jugendalter
verbreitet, und ebenso häufig kommt es vor, dass junge Erwachsene sich für einige Monate ins Ausland begeben, um Klarheit über ihre Lebenssituation zu gewinnen. Erst recht nicht ersichtlich ist, inwiefern die langjährige Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihrem Ehemann Ausdruck einer Störung sein sollte, denn die Beschwerdeführerin schilderte diese Beziehung gegenüber
Dr.
D._
als sehr gut
und erwähnte eine Abhängigkeit im problematischen Sinne nur im Zusammenhang mit der finanziellen Situation und
dem Unterstützungsbedarf aufgrund der (anderweitigen) gesundheitlichen Einschränkungen (
Urk.
7/166/13+27+28).
Es leuchtet daher ein, dass Dr.
D._
die Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin als gesund einstufte (
Urk.
7/166/43) und eine Persönlichkeitsstörung unter Verweisung auf die Kriterien der IC
D-10 verneinte (
Urk.
7/166/45).
7.4
7.4.1
Weiter zu prüfen ist
, wie sich die vorstehend beschriebenen,
als massgebend zu erachtenden
psychischen Gesundheitsstörungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken.
7.4.2
Dr.
D._
gelangte
mit ausführlicher Begründung zusammengefasst
zur Beurteilung,
die Beschwerdeführerin sei aufgrund der dissoziativen Befindlichkeitsstörungen und der leicht-depressiven/
dysthymen
Stimmungsschwankungen leichtgradig in ihrer Flexibilit
ät und Umstellungsfähigkeit, im Einsatz der fachlichen Kompetenzen und
in der Fähigkeit zur Selbstbehauptung in der Gruppe
beeinträchtigt. Sie bezifferte die Einschränkungen in Bezug auf die gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit als Kahntransportangestellte, d
ie leidensadaptiert sei, auf 30
% und erachtete die Ausübung einer solchen Tätigkeit
- und somit auch weiterer leidensangepasster Tätigkeiten
in Form von allein oder in einem Klein-Team ausführbaren Arbeiten
-
daher
zu einem Pensum von mindestens 70
%
als
zumutbar (
Urk.
7/166/46-47
; vgl. auch
Urk.
7/166/48
).
Für die Täti
g
keit im Haushalt beurteilte
Dr.
D._
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht nicht als eingeschränkt (
Urk.
7/166/48).
7.4.3
Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
D._
leuchtet unter Berücksichtigung der massgebenden Standardindi
katoren der Rechtsprechung ein.
Wie vorstehend schon ausgeführt,
ist die Depression der Beschwerdeführerin schon seit längerer Zeit als leichtgradig einzustufen, und die immer wieder auftretenden Attacken
sind gemäss den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin so ausgestaltet, dass die Arbeit dadurch nicht gestört wird (
Urk.
7/166/21), dies im Gegensatz zu den Ausführungen von
Dr.
M._
im Bericht vom 1
7.
November 2017, wonach
die Beschwerdeführerin nach einer Attacke
immer sehr erschöpft sei und sich für 1-2 Stunden hinlege (
Urk.
7/157/2).
Des Weiteren sind Anzeichen eines therapeutischen Erfolgs gegeben
; d
ie Beschwerdeführerin
berichtete der Gutachterin
, dass sie bis zu einem gewissen Grad gelernt habe
,
mit den Attacken umzugehen, indem sie im Wissen, dass diese Zustände vorübergingen, auf ihre Atmung achte un
d sich ablenke (
Urk.
7/166/22), und
auch
Dr.
M._
wies
nach dem bereits Gesagten
auf
die Strategien
hin, welche in der Psychotherapie erarbeitet worden seien und der Strukturierung
des Tagesablaufs, der Ablenkung,
dem Stressabbau und der Planung von Aktivitäten dienten (
Urk.
7/178/2+4).
Ferner
ist mit den Folgen der Verletzung der linken Schulter zwar eine körperliche Komorbidität vor
handen, mit der
die Beschwerdeführerin jedoch ebenfalls umzugehen gelernt hat und die in der letzten Zeit keiner
spe
zif
ischen Behandlung mehr bedurfte
.
Als Faktoren
, die
sich
belastend auswirken, sind sodann die permanente Sorge um den erwachsenen herz
kranken Sohn, die angespannte
Beziehung zur mittlerweile ins Altersheim übersiedelten Mutter und das getrübte Verhältnis zum Bruder zu nennen (
Urk.
7/166/26-27), diesen Faktoren stehen jedoch
gewichtige
Ressourcen gegenüber. In sozialer Hinsicht sind dies die langjährige
,
gute
Ehe
, verbunden mit der
Fähigkeit
der Beschwerdeführerin, sich durch ihren Ehemann für Aktivitäten motivieren zu lassen (vgl.
Urk.
7/166/29),
und die ebenfalls als gut beschriebene Beziehung zu den erwachsenen Kindern, mit denen die Beschwerdeführerin regelmässigen Kont
akt pflegt (vgl.
Urk.
7/166/27);
i
n persönlicher Hinsicht sind die Eigenschaften der Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Verbindlichkeit hervorzuheben, welche die Beschwerdeführerin selber als ihre ursprünglichen Stärken bezeichnete (
Urk.
7/166/13) und welche sich aktuell etwa in der Pünktlichkeit der Bereitstellung des Mittagessens und
der Verlässlichkeit der Verrichtung ihrer Berufsarbeit manifestier
t
en (vgl.
Urk.
7/166/
29+21).
In tatsächlicher Beziehung wird die Angabe der Beschwerdeführerin, sie verrichte bei der
L._
zweimal
pro Woche
eine vier-Stunden-Schicht (
Urk.
7/166/21),
durch die Lohnblätter relativiert, welche die Arbeitgeberin dem Fragebogen zuhanden der Beschwerdegegnerin beigelegt hat (
Urk.
7/160/7-31)
. Diese weisen in
einzelnen Monaten der
Zeit von
Juni 2016 bis Oktober 2017
Einsätze von gegen 70 Monatsstunden
aus
,
was 30-
40
%
e
ines vollen Monatspensums entspricht. Beim ange
ge
benen Pensum von 15
%
beziehungsweise 6,15 Wochenstunden (
Urk.
7/160/2) muss es sich somit um einen Durchschnittswert
über d
as ganze J
ahr hinweg handeln, in den auch die
einsatzlosen
Monate ausserhalb der von Sommer bis Herbst dauernden Saison (vgl.
Urk.
7/166/21) einbezogen sind.
D
ie tatsächlich erprobte
wöchentliche und monatliche
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist somit höher als ledigl
ich 15
%
eines Vollzeitpensums, weshalb der Beurteilung von
Dr.
M._
, welche nur ein solch niedriges Pensum als zumutbar erachtete (
Urk.
7/157/4), bereits aus diesem Grund nicht gefolgt werden kann.
Hinzu kommen
Anhaltspunkte dafür, dass das tatsächliche Pensum nicht dem effektiv möglichen und auch gesuchten Pensum entspricht
, da die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
D._
im Spontaninterview
nicht die gesundheitlichen
Limiten
für die Beschränkung auf das gegenwärtige Pensum anführte, sondern angab,
sie habe sich für viele Stellen vergeblich beworben und
es falle ihr nichts ein,
was sie noch arbeiten könnte
(
Urk.
7/1
66/13).
Diese Aussage relativiert die Beurteilung von
Dr.
D._
, die Beschwerdeführerin verhalte sich im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit inkonsistent (
Urk.
7/166/43), spricht aber dennoch für ein gesundheitlich zumutbares höheres Pensum als das tatsächlich ausgeübte.
Plausibel ist
auch der Hinweis von
Dr.
D._
, dass die Einstellung gewisser ausserberuflicher Aktivitäten
durch krank
heitsfremde Umstände bedingt gewesen sei
, namentlich der Rückgang der Treffen mit
Kolleginnen, nachdem der Hund der Beschwerdeführerin gestorben w
ar (vgl.
Urk.
7/166/42).
7.4.4
Was
ferner
die Tätigkeit im Haushalt betrifft, so thematisierte die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
D._
h
auptsächlich die Beeinträchtigungen
aufgrund der schulterbedingten Schmerzen im linken Arm
(
Urk.
7/166/28-29). Wenn Dr.
D._
ihr daher aus psychiatrischer Sicht keine namhaften
Einschränkungen für die Hausarbeit attestierte (
Urk.
7/166/48), so ist dies ebenfalls plausibel.
8.
8.1
F
ür die Invaliditätsbemessung
ist damit
in Bezug auf die Einschränkungen aufgrund der Schulterverletzung auf die Beurteilungen im Austrittsbericht der
H._
vom Januar 2014 (
Urk.
7/8
1/41-58) und im Bericht von Dr.
G._
über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom Februar 20
14 (Urk.
7/81/20-27) abzustellen, und hinsichtlich der psychisch bedingten Einschränkungen ist die
Arbeits- und Leistungsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
D._
im Gutachten vom Mai 2018
(
Urk.
7/166) massgebend.
Für die Bemessung der Einschränkungen in der Hausarbeit sind zudem
die Feststellungen im
Bericht über die Abklärung im Haushalt vom Mai 2014 (
Urk.
7/94)
zu berücksichtigen
.
8.2
Was zunächst die prozentuale Aufteilung der T
ätigkeitsgebiete Beruf und Haus
halt betrifft, so ist i
m Haushaltabklärungsbericht
vom Mai 2014
die Angabe der Beschwerdeführerin wiedergegeben, sie hätte bei guter Gesundheit ihr 25%-Pensum bei der Schulgemeinde weitergeführt, bis sie das Pensum bei der
I._
auf 75
%
hätte aufstocken können, und anschliessend
hätte sie
die Hauswartstelle aufgegeben. Da die beiden Kinder erwachsen seien, hätte sie bei der
I._
auch an den Wochenenden und am Abend Diensteinsätze leisten können. In einem noch höheren Pensum hätte sie aber nicht gearbeitet, da sie auch ihren Haushalt hätte erledigen müssen (
Urk.
7/94/4).
Gestützt auf diese Angaben
und die entsprechende Einschätzung durch den Verfasser des Abklärungsberichts (
Urk.
7/94/4+10)
hatte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bei der Rentenzusprechung vom August 2014 als
mutmasslich zu 75
%
im Beruf und zu 25
%
im Haushalt tätig qualifiziert (
Urk.
7/119/3). Die Beschwerdeführerin hatte die Einstufung a
ls mutmasslich Teilerwerbstätig
e in ihren
Einwendungen z
um Vorbescheid nicht in Frage gestellt, sondern im Gegenteil betont, dass ihr Ehemann neben der zeitraubenden Berufsarbeit nicht auch noch ihre Aufgaben im Haushalt übernehmen könne (
Urk.
7/109/3).
Demgegenüber liess sie im vorliegenden Verfahren in der Beschwerdeschrift bestreiten, dass sie ohne gesundheitlich Beeinträchtigungen nur teilzeitlich erwerbstätig wäre (
Urk.
1 S. 8). Eine Begründung für diese Aussage fehlt jedoch. Soweit sich die Beschwerdeführerin hierfür darauf berufen sollte, dass die Kinder, geboren 1987 und 1989
(vgl.
Urk.
7/94/1),
erwach
sen seien, so war dies schon zur Zeit der Haushaltabklärung im Jahr 2014 der Fall. Änderungen ergaben sich später lediglich dadurch, dass gemäss den Ausführungen im Gutachten von
Dr.
D._
der Sohn im Jahr 2015 und die Tochter im Jahr 2016 auszog
en
(
Urk.
7/166/27). Es ist jedoch nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin durch diesen Auszug im Haushalt wese
n
tlich entlastet worden wäre, da
zum einen die Tochter schon im Jahr 2014 in einer separaten Wohnung auf de
m Schulareal gelebt hatte (Urk. 7/94
/2) und zum andern der Sohn seine Eltern auch nach seinem Auszug regelmässig besuchte und die Beschwerdefüh
rerin für ihn kochte (vgl. Urk.
7/166/27+29).
Damit ist die Beschwerdeführerin entgegen den Vorbringen in de
r Beschwerdeschrift auch im vorliegend relevanten Zeitraum von April 2018 bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 als bei guter Gesundheit teilerwerbstätig im Umfang von 75
%
zu qualifizieren.
8.3
8.3.1
Bei der Festlegung des
Valideneinkommens
hatte
die Beschwerdegegnerin
bei der Rentenzusprechung vom 2
0.
August 2014 gemäss dem Einkommensvergleich vom 1
5.
Mai 2014 angenommen, die Beschwerdeführerin würde bei guter Gesundheit zu 75
%
als H
auswartin arbeiten (
Urk.
7/96).
Das Sozialversicherungsgericht wies jedoch im Urteil des Prozesses gegen die Suva vom 2
9.
März 2017 darauf hin, dass die Beschwerdeführerin von Beginn der betreffenden Anstellung an stets nur
ein 50%-Pensum verrichtet habe
, das schliesslich noch vor dem Unfall vom Juni 2011 per Oktober 2010 auf ein
25%-Pensum reduziert worden sei
. Demgemäss erachtete das Sozialversicherungsgericht die Suva dama
ls
nicht
als
gebunden an die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9
E. 5.2).
Das Gericht b
emängelte allerdings auch das Vorgehen der Suva,
das
Valideneinkommen
als Summe des
Lohnes
, den die
Beschwerdeführerin mit einer 50%-Anstellung als Hauswartin erzielen würde, und
d
es
Lohn
es
,
den
sie
erhielte, wenn sie ihre auf Juni 2011 vorgesehene neue Tätigkeit bei der
I._
in einem 50%-Pensum verrichtete
,
zu bemessen.
Denn angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin die Anstellung bei der
I._
erst nach dem Unfall vom
5.
Juni 2011 angetreten hatte und das Anstellungsverhältnis per Ende Juni 2011 bereits wieder beendet worden war und dass in der Anstellungsverfügung wohl ein Beschäftigungsgrad von mindestens 50-80
%
genannt war, der voraussichtliche durchschnittliche Beschäftigungsgrad jedoch nur auf acht Wochenstunden festgelegt worden war,
hielt
das Gericht es
für
ungewiss, ob die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des Beginns einer allfälligen Rente der Unfallversicherung (Mai 2014)
noch bei der
I._
gearbeitet hätte und dort das gesuchte Pensum von 50
%
hätte versehen können oder das Pensum gar auf 75
%
hätte aufstocken und die Tätigkeit als Hauswartin hätte aufgeben können, wie es ihr vorschwebte
(
Urk.
9
E. 5.3.1 und E. 5.3.2).
Aufgrund dieser Überlegungen
ging das Sozialversicherungsgericht zum einen davon aus,
dass die Beschwerdeführerin ohne den Unfall
nach wie vor ihr 25%-Pensum in der Hauswartung innegehabt hätte, bezeichnete in diesem Umfang das konkrete Einkommen in diesem Arbeitsverhältnis als massgebend für das
Valideneinkommen
und gelangte hierbei für das Jahr 2014
gestützt auf die Lohnabrechnung für den Monat Februar 2014 (
Urk.
7/81/14) und die Angaben der Schule vom 1
0.
Februar 2014 gegenüber der Suva (
Urk.
7/81/17) zu einem Betrag von
Fr.
17'620.5
0.
Zum andern nahm das Gericht an, dass die Beschwerdeführerin das 25%-Pensum um ein weiteres Pensum zu 50 % ergänzt hätte, wie sie es ab dem
1.
Oktober 2010 suchte, bemass das mutmassliche Einkommen daraus aber nicht anhand des konkreten Anstellungsverhältnisses bei der
I._
, sondern vielmehr
anhand der Verhältnisse auf dem allge
mein
en Arbeitsmarkt und
zog hierfür die statistischen Löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE)
heran
(
Urk.
9
E. 5.3.3).
Diese Vorgehensweise bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
war vor dem Bundesgericht nicht strittig, und das Bundesgericht hatte daher dazu nicht Stellung zu nehmen (
Urk.
10
E. 3.3.1).
8.3.2
Die
Bemessung des
Valideneinkommens
in der dargelegten Weise
ist auch für das vorliegende
Verfahren massgebend. Zwar weicht die
Invaliditätsbemessung der Unfallversicherung
dort von jener der Invalidenversicherung ab, wo die versicherte Person krankheitsbedingt schon vor dem Unfall nur ein vermindertes Einkommen erzielt hatte; in diesen Fällen ist
gestützt auf
Art.
28
Abs.
3
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
dieses verminderte Einkommen
als
Valideneinkommen
e
inzusetzen.
Wohl bestehen
vorliegendenfalls
gewisse Anhaltspunkte dafür, dass
ursprünglich
bei der Reduktion
des
50%-Pensums der Haus
wartstelle auf 25
%
gesundheitliche Gründe eine Rolle gespielt hatten, denn diese Reduktion
per
1.
Oktober 2010
war erfolgt
, nachdem die Beschwerdeführerin
zuvor wegen des damaligen Erschöpfungszustands längere Zeit eingeschränkt gewesen war in der Arbeitsfähigkeit (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1).
Anlässlich der Haushaltabklärung vom Mai 2014 gab die Beschwerdeführerin allerdings an, ihre Anmeldung zur Vermittlung einer 50%-Stelle beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) im Oktober 2010 habe (auch) mit dem Wunsch nach einer beruflichen Veränderu
ng zu tun gehabt (
Urk.
7/94/3), und sie suchte denn auch nicht nach einer 50%-Stelle anstelle der innegehabten 25%-Stelle bei der Schule, sondern nach einer zusätzlichen Stelle mit einem 50%-Pensum, was die Ausführungen zeigen, wonach sie die Stelle bei der Schule erst gekündigt hätte, wenn sie das Pensum beim neuen Arbeitgeber auf 75
%
hätte aufstocken können (Urk.
7/94/4). Bei dieser Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im vorliegend massgebenden Jahr 2018 die Hauswartstelle auch bei guter physischer und psychischer Gesundheit nur noch zu höchstens 25
%
versehen hätte und
für die restlichen 50
%
i
n einem anderen beruflichen Tätigkeitsfeld gestanden wäre.
8.3.3
Damit ist zunächst der Lohn aus der Hauswartstelle von
Fr.
17'620.50 an die Teuerung bis im Jahr 2018 anzupassen, woraus
ein Betrag von
Fr.
18'011.30 resultiert (Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011
2018, Veränderung um 0,5
%
von 2014 auf 2015, um 0,8
%
von 2015 auf 2016, um 0,4
%
von 2016 auf 2017 und um 0,5
%
von 2017 auf 2018).
Was sodann denjenigen Anteil des
Valideneinkommens
betrifft, der anhand der Verhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bestimmen ist, so lagen zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 (
Urk.
2) als
aktuellste Zahlen diejenigen der LSE 2016 vor, die im Oktober 2018 veröffentlicht worden war
en
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2). W
ie das Gericht bereits im Urteil vom 2
9.
März 2017 festgehalten hat, verfügt d
ie Beschwerdeführerin zwar über eine Lehre als Pelznäherin, arbeitete jedoch nur kurz in diesem Beruf und hatte danach Stellen inne, die keine
Berufsausbildung voraussetzten, sodass sich ihr Suchbereich
auf Stellen des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) der
massgebenden Tabelle
TA1_tirage_skill_level
(B
ruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht im Private
n Sektor; vgl. BGE 142 V 178 E
2.5.3.1 und E. 2.5.7)
erstreckt
. Für Frauen ist hier
in der Zeile „Total“ ein Wert von
Fr.
4'363.--
angegeben (Bruttolohn definiert als
Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmä
ssiger Berücksichtigung des 13.
Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden)
.
Für das massgebende Jahr 2018
resultiert unte
r Berücksichtigung der Teuerung
(vgl. die bereits zitierte Tabelle T1.2.10 des Bundesamtes für Statistik, Veränderung um 0,4
%
von 2016 auf 2017 und um 0,5
%
von 2017 auf 2018) und umgerechnet auf die im Jahr 2018
betriebsüblic
he wöchentliche Arbeitszeit von
41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Tabelle T
03.02.03.01.04.01
) ein Monats
lohn von
Fr.
4'402.-- beziehungsweise ein Jahreslohn von
Fr.
52'824.--. Für
das gesuchte Pensum von 50 % ergibt sich daraus ein Jahreslohn von
Fr.
26‘412
.--.
Das mutmassliche Einkommen, das die
Beschwerdeführerin
bei guter Gesundheit
im Jahr 2018
mit ihrem 25%-Pensum als Hauswartin und mit dem zusätzlichen Pensum von 50 % in einer Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes erzielt hätte, beläuft sich damit auf
Fr.
44'423.30 (
Fr.
18'011.30 +
Fr.
26‘412.--).
In Anwendung des neuen, ab dem
1.
Januar 2018 gültigen Berechnungsmodells für die Invaliditätsbemessung von Teilerwerbstätigen ist dieses mit 75 Stellenprozenten erzielbare Einkommen gestützt auf
Art.
27
bis
Abs.
3
lit
. a IVV auf eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit hochzurechnen, worauf ein Jahreseinkommen von
Fr.
59'231.-- resultiert.
8.4
8.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat im Urteil des Prozesses gegen die Suva vom 2
9.
März 2017 aus Gründen der Vergleichbarkeit auch das Invalideneinkommen anhand der Zahlen der LSE und nicht anhand der Arbeitsplatzdokumentation der Suva (DAP) bemessen (
Urk.
9
E. 5.4). In dieser Hinsicht hat das Bundesgericht das Sozialversicherungsgericht indessen im Urteil vom 2
9.
November 2017 korrigiert
, hat
auf seine neuere Praxis hingewiesen, wonach der DAP-Methode der
Vorrang zu geben sei, wenn
im Einzelfall die bundesgerichtlichen Vorgaben hinsichtlich der Repräsentativität
und des Auswahlermessens eingehalten werden könnten
,
und hat diese Vorgaben in der Sache der Beschwerdeführerin gegen die Suva als erfüllt beurteilt (Urteil 8C_378/2017 E. 4.1-4.5 und E. 5.1-5.3).
8.4.2
Im vorliegenden Verfahren
sind allerdings
zusätzlich zu den
Einschränkungen aufgrund der Schulterverletzung, welche die Suva einzig zu berücksichtigen hatte,
die psychisch bedingten Einschränkungen in die Ermittlung des Invalideneinkommens einzubeziehen. Dabei bestehen gemäss
Dr.
D._
neben einer prozentualen Einschränkung von 30
%
auch qualitative Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit, indem eine solche allein oder in einem Klein-Team ausführbar sein muss (
Urk.
7/166/46
). Diesen Anforderungen hatte die Suva bei der Auswahl der Arbeitsplätze aus ihrer Dokumentation keine Rechnung zu tragen, sodass das Invalideneinkommen, welches die Suva und das Bundesgericht anhand der DAP-Löhne ermittelt hatten, im vorliegenden Verfahren nicht übernommen werden kann.
Vielmehr ist die Bemessung des Invalideneinkommens anhand der statistischen Löhne hier nun
gerechtfertigt.
8.4.3
Ausgangspunkt ist wiederum dasse
lbe Stellenspektrum der LSE 2016
und somit
derselbe
teuerungsangepasste Jahreslohn
für eine Vollzeitstelle
von
Fr.
52'824.-- für das Jahr 2018.
R
echtsprechungsgemäss
ist sodann
durch eine Herabsetzung des tabellarisch ermittelten Lohnes um maximal 25
%
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfahrungsgemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Was die lohnmässigen Folgen aufgrund der Schulterverletzung betrifft, so hat das Sozialversicherungsgericht bereits im Urteil des Prozesses gegen die Suva vom 2
9.
März 2017
festgehalten
,
dass die
jenigen Stellen für
die Beschwerdeführerin nicht in Frage kämen,
die einen uneingeschränkten Einsat
z der linken Schulter erforderten und dass d
iese Einschränkung sich im Lohn niederschlagen
könnten. Gleichzeitig hat es jedoch
darauf hingewiesen
, dass im
Tabellenlohn des niedrigsten Anforderungsniveaus bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschwer
en Tätigkeiten enthalten seien
und das Erfordernis der Umstellung auf eine zumutbare derartige Tätigkeit deshalb
rechtsprechungsgemäss
für sich allein noch keinen Abzug rechtfertige (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_808/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 3.2 mit Hinweis).
Des Weiteren ist das Gericht davon ausgegangen,
dass im Tabellenlohn der Frauen die körperlich schweren Arbeiten, die allein aufgrund des Körp
ereinsatzes besser
entlöhnt
seien
, in
geringerem Mass vertreten seien
als im Tabellenlohn der Männer.
Mit diesen Überlegungen
nahm das Gericht zur Berücksichtigung der einge
schränkten Einsatzfähigkeit der linken Schulter des
adominanten
Armes (vgl.
Urk.
7/81/25) einen Abzug von 5
%
vor (
Urk.
9
E. 5.4). An ihnen und damit am 5%igen Abzug aufgrund der Schulterverletzung ist im vorliegenden Verfahren festzuhalten.
Daraus resultiert allein unter Berücksichtigung der schulterbedingten Einschränkungen ein mutmassliches Jahreseinkommen von
Fr.
50'183.--.
Dieses Jahreseinkommen ist
aufgrund der psychiatrisch attestierten 30%igen
Arbeitsunfähigkeit um 30
%
auf
Fr.
35'128.-- herabzusetzen.
Ein (weiterer) Abzug aufgrund dessen, dass die Beschwerdeführerin krankheitsbedingt nur teilzeitlich erwerbstätig sein kann, rechtfertigt sich hingegen nic
ht, denn das Bundesgericht wies
immer wieder darauf hin, dass das
Kriterium des reduzierten Beschäftigungsgrades
bei teilzeitlich angestellten
Frauen
nicht
ins Gewicht falle
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
November 2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Hinzu kommt
vorliegendenfalls
, dass
Dr.
D._
das
70%-Pensum
als zumutbares Mindestpensum bezeichnete (
Urk.
7/166/46-47).
Hingegen lässt
die besondere
Anforderung
an die Arbeitsumgebung
in einem
nur kleinen Team einen gewissen Abzug als angezeigt erscheinen
,
da diese Anforderung gemäss Dr.
D._
im Zusammenhang mit
leichten
Einschränkung
en
in der Flexibilität
, der
Umstellungsfähigkeit und der Fähigkeit zur Selbstbehauptung in der Gruppe
zusammenhängt
(
Urk.
7/166/47). Ebenfalls einzubeziehen in diesen
Abzug ist die leichtgradige Beeinträchtigung im Einsatz der
fachlichen
Kom
pe
tenzen, da die fachliche Kompetenz ein entscheidender Faktor für die
Entlöhnung
ist.
Insgesamt ist demnach - zusätzlich zum 5%igen Abzug aufgrund der
Schulterverletzung - ein weiterer, 10%iger Abzug aufgrund der psychischen
Beeinträchtigung vorzunehmen. Dies führt zu eine
m Invalideneinkommen von Fr.
31
’615.--.
8.5
Aus der Gegenüberstellung des auf ein Vollzeitpensum hochgerechneten
Valideneinkommens
von
Fr.
59'231.-- und des Inva
lideneinkommens von Fr. 31’615.
resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 47
%
. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin nach dem Gesa
gten bei guter Gesundheit zu 75
% im Beruf und zu 25
%
im Haushalt tätig wäre, beläuft sich der Invaliditätsgrad, der auf die Erwerbstätigkeit entfällt, auf 35,25
%
.
8.6
8.6.1
Was des Weiteren die Einschränkungen im Haushalt anbelangt, so
hatte die Beschwerdegegnerin bei der Rentenzusprechung vom August 2014 gestützt auf die Abklärungsergebnisse des Besuchs vom Mai 2014 und die Einschätzung im entsprechenden Bericht (
Urk.
7/94/5-10) keine Einsc
hränkungen anerkannt (vgl. Urk.
7/119/3).
In
medizinischer Hinsicht haben sich nach dem bereits Ausgeführten die Folgen der Schulterverletzung seit dem Jahr 2014 nicht massgebend verändert, und
Dr.
D._
attestierte der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
plausiblerweise
keine namhaften Einschränkungen für die Hausarbeit. Angesichts
dessen, dass die Kinder der Beschwerdeführer
in
schon
im Jahr 2014 erwachsen waren,
der Hund des Ehepaa
res schon d
amals nicht mehr da war
und
das Ehepaar in den Jahren 2018/2019 nach wie vor in derselben Wohnung lebte, nämlich einer Dienstwohnung auf dem Schulareal (
Urk.
7/94/4,
Urk.
7/166/28), kann daher nach wie vor auf den Haushaltabklärungsbericht vom Mai 2014 abgestellt werden.
8.6.2
Die Beschwerdeführerin hatte in ihren Einwendungen zum Vorbescheid des Jahres 2014 geltend machen lassen, die Hausarbeit sei vergleichbar mit derjenigen als Hauswartin, weshalb
sie darin seit dem Unfall in gleichem Mass als eingeschränkt zu beurteilen sei (
Urk.
7/109).
Anders als im Haushalt besteht jedoch im Beruf viel weniger die Möglichkeit, die Arbeiten selber einzuteilen und in Etappen mit grösseren Pausen zu erledigen. Des Weiteren
können im Beruf in der Regel nicht einzelne, gesundheitlich nicht mehr zumutbare Verrichtungen aus dem gesamten Stellenprofil ausgesondert werden, was im Falle der Beschwerdeführerin zur Folge hatte, dass ihr für den Beruf als Hauswartin eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, ungeachtet dessen, dass die Tätigkeit auch Verrichtungen umfasst haben mag, in denen sie nicht eingeschränkt war. Die Einschränkungen im Haushalt werden dementsprechend
nach einer anderen Methode ermittelt als die Einschränkungen
im Beruf, nämlich anhand eines Betät
i
gungsvergleichs, in dessen Rahmen jede einzelne Verrichtung auf ihre gesundheitliche Zumutbarkeit hin
über
prüft wird.
Dabei
wird
unter dem Titel der Schadenminderungspflicht
rechtsprechungsgemäss
zum einen
verlangt, dass die versicherte Person die Hausarbeit so
der
Behinderung anpasst
, dass sie sie
nach wie vor
selbst verrichten kann, und zum andern wird ihr zugemutet, die Hilfe von Familienmitglieder
n
in einem Umfang zu beanspruchen, der weiter geht als
die ohne Ges
undheitsschädigung übliche
Unterstützung
, auch wenn die Bewältigung des Haushaltes nicht in einzelnen Funktionen oder insgesamt
vollständig
auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden darf (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2).
Angesichts dieser Rechtsprechung kann der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die anfallenden Arbeiten auf verschiedene
Tage verteilen muss (vgl. Urk.
7/94/6)
,
nicht als relevante Beeinträchtigung berücksichtigt werden.
Das Gleiche gilt für die Pausen, welche die Beschwerdeführerin etwa
beim Staubsaugen und
beim Bügeln einschalten muss (vgl.
Urk.
7/94/7+9). Des Weiteren ist aus der Sicht der Schadenminderungspflicht auch
eine gewisse Reduktion der Häufigkeit bestimmter Hausarbeiten zumutbar, wie beispielsweise die nur noch zweimal jährliche Fensterreinigung und der Wechsel der Bettbezüge alle zwei Wochen statt jede Woche (vgl.
Urk.
7/94/8). Ebenso ist die Mitwirkung des Ehemannes beim Einkaufen, namentlich beim Tragen schwerer Taschen,
in der Küche
beim Heben schwerer Pfannen
und
bei den täglichen Aufräum- und Reinigungsarbeiten
sowie
in der Kleiderpflege
beim Tragen der Wäschezeinen
und beim Aufhängen grosser Wäschestücke
(vgl.
Urk.
7/94/7+8+9)
als zumutbar zu beurteilen. Generell erscheint es schliesslich schadenminderungsrechtlich als geboten, dass die Beschwerdeführerin, wie sie dartat,
dem Ehemann gewisse körperlich anstrengende
Hausarbeiten überlässt und im Gegenzug dafür andere, körperliche leichtere Arbeiten wie die Zahlungen und die Erledigung der Post übernimmt (vgl.
Urk.
7/94/8).
Nicht von vornherein irrelevant ist demgegenüber die behinderungsbedingte Unfähigkeit der Beschwerdeführerin, die Reinigung der Fenster
und
die Tiefenreinigung der Küchenschränke
wie früher alleine durchzuführen (vgl.
Urk.
7/94/7+8). Da diese Arbeiten jedoch lediglich sporadisch anfallen, sind sie nicht mit mehr als 10
%
des jeweiligen Bereichs
zu gewichten. Die ergibt für den Bereich «Ernährung» eine Einschränkung von 4
%
(10
%
von 40
%
)
und für den Bereich «Wohnungspflege» eine solche von 2
%
(10
%
von 20
%
)
. Wird
sodann
die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin wegen der Schulterschmerzen die Böden nicht mehr selber aufnimmt (vgl.
Urk.
7/94/
7-8), mit weiteren
- grosszü
gigen -
20
%
des Bereichs «Wohnungspflege» veranschlagt, so resultiert eine zusätzliche Einschränkung von 4
%
(20
%
von 20
%
).
Somit ist insgesamt eine höchstens 10%ige Einschränkung im Haushalt zu berücksichtigen.
Gemessen am 25%igen Anteil der Hausarbeit am gesamten mutmasslichen Tätigkeitsspektrum der Besch
werdeführerin resultiert ein Invaliditätsgrad von höchstens 2,5
%, der auf den Haushalt entfällt.
8.7
Aus der Addition des Invaliditätsgrades von 35,25
%
für den Erwerbsbereich und des Invaliditätsgrades von 2,5
%
für den Bereich des Haushalts resultiert ein Gesamt-Invaliditätsgrad von 37,75
%
beziehungsweise aufgerundet 38
%
. Damit ist der Mindestinvaliditätsgrad von 40
%
für den Anspruch auf eine Rente nicht erreicht.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
9.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 800.-- festzusetzen.