Decision ID: f9a3205a-e735-4362-8cab-189007a35d9b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1966, war zuletzt von April 2002 bis März 2013 bei der
Z._
AG
,
A._
,
als stellvertretende Geschäftsführerin tätig (
Urk.
6/1/1,
Urk.
6/18/1 f.). Unter Hinweis auf eine Depression und Erschöpfung meldete sie sich am
7.
November 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte am 2
0.
November 2012 ein Standortgespräch mit der Versicherten durch (
Urk.
6/4), holte die Akten der
Kranke
n
taggeldversicherung
(
Urk.
6/9
,
Urk.
6/21,
Urk.
6/50
),
Arztbericht
e
der behan
delnden Ärztin
nen
(
Urk.
6/17,
Urk.
6/23
,
Urk.
6/52,
Urk.
6/53
) sowie einen
Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
6/18)
ein und liess einen Auszug aus d
em
indivi
duellen Konto
erstellen (IK-Auszug;
Urk.
6/5).
Ferner holte die IV-Stelle die Akten der BVG-Sammelstiftung
SwissLife
samt von dieser in Auftrag gege
benem psychiatrische
m
Gutachten ein (
Urk.
6/19 f.
,
Urk.
6/24
)
. Nach erfolg
ter Frühintervention (
Urk.
6/45) liess sie die Versicherte
zudem
in eigenem
Auftrag
psychiatrisch begutachten (
Urk.
6/59). Mit Vorbescheid vom 2
4.
Okt
o
ber 2014 teilte die IV-Stelle
mit, dass sie gedenke, das Leistungsbegehren abzuweisen (
Urk.
6/66).
Mit Eingabe vom 2
4.
November
2014 (
Urk.
6/75),
ergänzt am 1
9.
Dezember 2014 beziehungsweise
9.
Januar
2015 (
Urk.
6/78 f.)
,
erhob die Versicherte Einwand dagegen. Nach
weiteren Abklärungen (
Urk.
6/80
f.)
und
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
Urk.
6/88/2 f.) verfügte die IV-Stelle schliesslich am
2.
Juli 2015 im ange
kündigten Sinne (
Urk.
6/89 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Juli 2015 erhob die Versicherte, vertreten durch die
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG, Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S.
2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
7.
Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 2
1.
Oktober 2015 auf eine Replik, wobei sie an ihren
in der Beschwerde
schrift gestellten
Rechtsbegehren festhielt (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015
vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art. 8 ZGB
) hat die versicherte Person die
invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt die
ser
Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte
Gesund
heitsschaden
nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität. An diesem Nachweis kann es unter mehreren Aspekten mangeln: Die Einschränkung ist nicht gesundheitlich, sondern sozial/soziokulturell be
dingt (1); die gesundheitliche Einschränkung ist nicht evident, wiegt nicht schwer, sodass sie überwindbar und der versicherten Person die Verrichtung einer adaptierten Tätigkeit dennoch zumutbar ist (2); die Einschränkung ist medizinisch angeh- oder gar heilbar (3); die Einschränkung ist nur vorüber
gehender Natur, sei es, weil sie von selbst oder nach einer medizinischen Behandlung abklingt (4). Die entsprechenden Elemente (gesundheitlicher Charakter, Evidenz und Erheblichkeit, Unheilbarkeit und Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung) sind stets - auch ausserhalb der unklaren Beschwerdebilder - nachzuweisen, damit ein Anspruch auf eine Dauerleistung der Invaliden
versicherung geltend gemacht werden kann (BGE 139 V 547 E. 8.1 und E
. 9.4; BGE 140 V 290 E. 3.3.1).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Be
weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die ausgewiesenen Diag
nosen keine länger dauernden oder bleibenden Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit hätten. Zwar sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar, jedoch sei aus rechtlicher Sicht die geforderte Erheblichkeit in Bezug auf Schwere, Ausprägung und Dauer zu verneinen, womit kein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei
. Auch die nachträglich von der Beschwerdeführerin im
Einwandverfahren
eingereichten Unterlagen ergäben keine neuen Aspekte, die eine Abänderung der Untersuchungser
gebnisse begründen würden. Es handle sich insgesamt um eine andere Beur
teilung eines unveränderten Sachverhalts
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte hiergegen
ein
, dass es nicht den Tatsachen entspreche, dass
es sich bei den von ihr im
Einwandverfahren
eingereichten Arztberichten um eine andere Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts
handle. Diese Arztberichte seien zumindest geeignet, berechtigte Zweifel an den
medizinischen Beweismitteln, auf welche sich die Beschwerdegegnerin stütze, zu wecken. Das Bundesgericht stelle in seiner ständigen Rechtspre
chung besonders hohe Anforderungen an die medizinischen Abklärungen, von
denen Rentenzusprachen abh
i
ngen (Urteil
des Bundesgerichtes
8C_972/2012
vom 3
1.
Oktober 2013
, BGE 139 V 547). Hierzu gehöre auch, dass die Untersuchungen aktuell, vollständig und schlüssig seien. Im Hinblick auf diese Erfordernisse medizinischer Abklärungen bleibe somit nichts anderes
übrig, als entweder auf die bereits im Rahmen des
Einwandverfahrens
ins Recht
gelegten ärztlichen Berichte abzustellen oder die beantragten medizini
schen Abklärungen vornehmen zu lassen (
Urk.
1 S. 3).
2.3
Im Anschluss daran wies die IV-Stelle mit Beschwerdeantwort vom
7.
Okto
ber 2015 im Wesentlichen darauf hin, dass es vorliegend keine Gründe gebe, an dem der angefochtenen Verfügung zugrunde liegenden Gutachten zu zweifeln. Dieses entspreche in jeglicher Hinsicht den vom Bundesgericht ge
forderten Kriterien, um als beweistaugliche Grundlage für eine rechtmässige Beurteilung der Invalidität zu dienen (
Urk.
5).
3.
3.1
Im Arztbericht vom 2
8.
Februar 2012 stellte
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Innere Medizin, bei der Beschwerdeführerin die Diagnose depressive Episode bei psychosozialer Überlastung. Die Versicherte sei nach
einer langen und sehr anstrengenden Zeit mit einer dramatischen Schwa
ngerschaft und Geburt sowie vorbestehender Überlastung sehr erschöpft. Hinzu komme die sehr intensive Pflege der noch äusserst
behandlungsbedürftigen
Zwillinge und eine grosse allgemeine Unsicherheit beziehungsweise Hilflo
s
i
gkeit (
Urk.
6/9/8). Die Arbeitsfähigkeit sei aktuell und schätzungsweise für die nächsten zwei bis drei Monate zu 100
%
eingeschränkt (
Urk.
6/9/9).
3.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
diag
nostizierte am 1
5.
Juni 2012 eine mittelgradige d
epressive Episode (ICD-10 F32.1
). Die Versicherte sei depressiv, orientierungslos und leide an ver
mindertem Antrieb, einem Verlust des Selbstwertgefühls, Selbstvorwürfen und einer psychomotorischen Hemmung. Sie sei derzeit zu 100
%
arbeitsun
fähig, könne später aber mit Sicherheit wieder 100
%
arbeiten (
Urk.
6/9/13 f.).
Vergleichbare Ausführungen enthalten auch die Berichte von
Dr.
C._
vom 1
3.
Dezember 2012 (
Urk.
6/21/4 f.) und
9.
Februar 2013, wobei sie
zusätzlich ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 F48.0)
diagnostizierte
(
Urk.
6/17
/3-5)
. Die Prognose sei jedoch gut und es gehe stetig vorwärts. Lediglich die Bestimmung des zeitlichen Horizonts der Genesung sei schwierig (
Urk.
6/17/4).
3.3
In ihrem psychiatrischen Gutachten vom 2
3.
Februar 2013
stellte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose atypische Depression (ICD-10 F32.8)
und verwies in diesem Zusammenhang auf die deutlich depre
ssive Stimmung der Versicherten sowie
deren leichte
Verminderung der Schwin
g
ungsfähigkeit
bei gleichzeitig geäusserter enormer Leistungsmotivation, die dann aber nicht umgesetzt werden könne. Zusätzlich leide sie unter einer Beeinträchtigung des Vitalgefühls, dem Ver
lust der Libido sowie unter Angst. Atypisch sei die fehlende Wahrnehmung der Depressivität durch die Versicherte selbst und die uneingeschränkte Motivation (
Urk.
6/19/10 f.).
Dr.
D._
rechnete mit dem Wiedererlangen einer Teilarbeitsfähigkeit
– bei optimaler Behandlung -
innerhalb von drei Monaten und mit einer vollen Arbeitsfähigkeit innerhalb von längstens
neun Monaten, wobei eine medikamentöse antidepressive Behandlung dringend
indiziert sei.
Mit
der
Besserung des Gesundheitszustandes sei jedoch eine sor
g
fältige Abgrenzung zwischen gesundheitlich bedingtem Fernbleiben von der Arbeit und krankheitsfremden Faktoren wie Kinderbetreuung und
Stellen
losigkeit
vorzunehmen (
Urk.
6/19/13 f.).
3.4
In ihren Berichten vom 2
7.
Mai und 2
8.
Juli 2013 (
Urk.
6/23,
Urk.
6/24/55) hielt
Dr.
C._
an ihren Diagnosen fest (E. 3.2
hiervor) und gab an, dass sich die Beschwerdeführerin nicht mehr depressiv und orientierungslos fühle.
Sie wolle so bald als möglich wieder arbeitsfähig sein und strenge sich enorm
an. Die Prognose sei weiterhin gut und ab September oder Oktober 2013 sei die Versicherte zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/23/1 f.,
Urk.
6/24/56
f.
).
3.5
Dr.
C._
teilte sodann mit Bericht vom 1
6.
April 2014 mit, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten – bei unveränderter Diagnose – ver
bessert habe (
Urk.
6/52/3). Die tiefsitzenden Verhaltens- und Gefühlsmuster seien allerdings nicht sehr schnell auflösbar
und bei der ab Oktober 2013 aufgenommenen Tätigkeit in der Versicherungsbranche (50
%
) komme es
aufgrund der alten Bewältigungsmuster zu Erschöpfung (
Urk.
6/52/4).
Dr.
C._
schätzte, dass die Versicherte in einem halben Jahr wieder voll arbeitsfähig sein werde (
Urk.
6/52/5).
3.6
Unter dem Titel der objektiven psychopathologischen Befunde stellte der von der Beschwerdegegnerin beauftragte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Gutachten vom 2
6.
August 2014 (
Urk.
6/59)
fest
, dass die Beschwerdeführerin zu allen Qualitäten orientiert und im Kontaktverhalten freundlich, kooperativ und auskunftsbereit sei. Das äussere Erscheinungsbild sei gepflegt und die Versicherte spreche mit unauffällig lauter sowie gut modulierter Stimme. Die Grundstimmung sei nieder
geschlagen und verzweifelt, es bestehe eine Affektlabilität mit wiederholten Weineinbrüchen bei belastenden Themen. An anderer Stelle könne die Ver
sicherte auch lächeln und sich von einer humorvollen Seite zeigen. Der
Affekt
sei zudem ängstlich getönt, schuldbeladen wirkend sowie mit Gefüh
len der Insuffizienz, Selbstwertminderung und Scham. Die Beschwerdeschil
derungen seien un
ein
geschränkt glaubhaft und hätten keinen
appellativen
Charakter. Ein Leidensdruck sei spürbar, eine Tendenz zur Verdeutlichung d
er Beschwerden sei aber nicht anzunehmen. Der formale Gedankengang sei ge
ordnet und nachvollziehbar sowie inhaltlich auf die eigenen Defizite fokus
siert. Akzentuierte ängstlich-vermeidende und
histrionische
Persönlichkeits
züge
seien erkennbar. Inhaltliche Denkstörungen mit wahnhaftem Erleben seien nicht zu eruieren und die Gedächtnisfunktionen sowie Aufmerksamkeit, Konzentration und Intelligenz seien klinisch intakt (
Urk.
6/59/14).
Gestützt auf die eigene Untersuchung der Versicherten, deren Anamnese, die psychopathologischen Befunde sowie d
i
e zur Verfügung gestellten Unterla
gen
äusserte
sich
Dr.
E._
im Ergebnis
dahingehend
, dass keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehen würden. Es liege eine anhaltende ängstlich getönte Depression (ICD-10 F34.8) beziehungsweise als Differentialdiagnose eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) vor. Zud
em bestehe ein Verdacht auf
akzentuierte ängstlich-vermeidende und
histrionische
Persön
lichkeitszüge
(
ICD-10
Z73.1;
Urk.
6/59/15). Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne angesichts der Besserungstendenzen, der IV-fremden Faktoren (psychosoziale Belastungen) und der Nichteinhaltung verordneter Therapien (Nichteinnahme von Antidepressiva) ab September 2014 keine Arbeitsun
fähigkeit mehr attestiert werden (
Urk.
6/59/19).
3.7
In Bezug auf das Gutachten von
Dr.
E._
hielt der RAD in seiner Stellungnahme vom 1
1.
September 2014 fest, dass detailliert auf die Akten
lage
eingegangen und umfassend selbsttätig Befunde erhoben worden seien. Man könne sich
folglich
darauf stützen (
Urk.
6/64/6).
3.8
In ihrem Bericht vom 2
7.
Dezember 2014 kritisierte
Dr.
C._
die Aus
führungen von
Dr.
E._
, da die Kriterien für die Diagnose einer mit
telschweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) damals wie heute eindeutig erfüllt seien (
Urk.
6/79/1). Darüber hinaus seien
seine Aussagen
zur Anamnese schlichtweg nicht verwertbar, da er
sich zu wenig in die Versicherte habe einfühlen können und
die
vor
bestehenden
Arzt
berichte einfach überg
angen habe (
Urk.
6/79/4). Er stelle im Weiteren plötzlich fest, dass es sich um eine therapieresistente Depression handle. Dies sei entschieden zu verneinen. Die Beschwerdeführerin habe eine behandel
bare Depression und die Behandlung sei auf gutem Weg (
Urk.
6/79/6).
3.9
Im Anschluss an die Kritik von
Dr.
C._
äusserte sich
Dr.
E._
am
3.
April 2015 dahingehend, dass sich daraus keine neuen Aspekte ergäb
en, die eine Abänderung der im Gutachten aufgeführten Untersuchungsergebnisse begründen würden. Die sehr emotional geführte Argumentation von
Dr.
C._
spiegle eindrucksvoll die Sinnhaftigkeit der Begutachtung durch
einen unbeteiligten neutralen Gutachter wieder (
Urk.
6/81/3).
3.10
In ihrem Schreiben vom 3
1.
Mai 2015
hielt
Dr.
C._
an ihrer Sichtweise und Diagnose fest. Inhaltlich könne man nicht darüber hinwegsehen, dass
Dr.
E._
in seinem Gutachten sehr ungenau gewesen sei und zu falschen Dingen Auskunft erteilt habe
. Die Diagnose von ihr und
Dr.
D._
sei daher immer noch gültig und stelle die 100%ige Arbeitsfähigkeit in Frage (
Urk.
6/86/3).
3.11
Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 3
0.
Juni 2015
dafür
, dass
Dr.
C._
keine neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht habe und es sich um eine andere Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts handle (
Urk.
6/88/3).
4.
4.1
Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
In diesem Zusammenhang
ist namentlich zu prüfen, ob
dem
psychiatrische
n
Gutachten von
Dr.
E._
volle Beweiskraft zukommt
und ob
überhaupt
ein invalidisieren
der Gesundheitsschaden vorliegt.
4.2
Das Gutachten von
Dr.
E._
vom 2
6.
August 2014 beruht auf sorgfältigen eigenen Untersuchungen und berücksichtigt die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin (
Urk.
6/59/9 f.,
Urk.
6/59/12 f.).
In Bezug auf die Anamnese wurden dem Gutachter
von der Beschwerdegegnerin
sämtliche relevanten Akten zur Verfügung gestellt (
Urk.
6/59/1).
Für die strittigen Be
lange ist das Gutachten demnach umfassend erstellt worden. Die Ausführun
gen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizi
nischen Situation leuchten ein und beinhalten begründete Schlussfolgerun
gen. Zudem setzte sich der Gutachter mit den früheren Einschätzungen des Gesundheitszustandes der Versicherten auseinander (
Urk.
6/59/15-17). Unter Berücksichtigung der Aktenlage
und der erhobenen Befunde erscheint plau
sibel und nachvollziehbar, dass sich keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen liessen
(vgl. auch die Stellungnahme des RAD vom 1
1.
September 2014;
Urk.
6/64/6)
.
Die übrigen vorliegenden
(
fach
)-ärztlichen Beurteilungen vermögen den
Be
weiswert
des Gutachtens vom 2
6.
August 2014 nicht zu schmälern.
So stützt die Beschwerdeführerin ihre Argumentation massgeblich auf den Arztbericht von
Dr.
C._
vom 2
7.
Dezember 2014 (
Urk.
6/79/2 ff.). Abgesehen von stellenweiser unsachlicher Kritik (vgl.
Urk.
6/79/3 f.) zielen
deren Ausführun
gen
jedoch
primär auf die aus ihrer Sicht durch den Gutachter falsch gestellte Diagnose ab.
Es verhält sich allerdings so, dass aus
invalidenversicherungs
rechtlicher
Sicht nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend sind, sondern die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit
(BGE 136 V 279 E.
3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294; Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2014 vom 3. Dezember 2014 E.
5.1).
In
diesem Zusammenhang
z
og
Dr.
E._
jedenfalls
nachvollziehbare Schlüsse
, indem er aufgrund der festgestellten Besserungstendenzen, IV-fremden Faktoren sowie der Nichteinhaltung der verordneten Therapien auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab September 2014 schloss (
Urk.
6/59/19).
Entgegen der Ansicht von
Dr.
C._
hat der Gutachter auch nicht festgestellt, dass es sich um eine therapieresistente Depression handle (
Urk.
6/79/6), sondern
bloss
Abklärungen in diese Richtung unternommen (
Urk.
6/59/17 ff.)
, was
ohne weiteres einleuchtet
, da sich die Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens
bereits seit
einiger Zeit
in psychia
trischer Behandlung befand
.
Schliesslich
bringt die Beschwerdegegnerin berechtigterweise vor (vgl.
Urk.
5 S. 2), dass es einer Erfahrungstatsache ent
spreche, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrau
ens
stellung eher zugunsten ihrer Patienten aussagen und ihre Berichte des
halb mit Vorbehalt zu würdigen seien (BGE 135 V 465 E. 4.5
). So spricht im konkreten Fall namentlich d
ie teilweise recht emotional gehaltene Stellung
nahme von
Dr.
C._
(
Urk.
6/79/2 ff.)
für ein
enges
Vertrauensverhältnis zwischen ihr und der Beschwerdeführerin. Dies mag zwar im Rahmen einer
psychiatrischen
Behandlung hilfreich
oder gar
notwendig sein,
wirkt sich
allerdings
natur
gemäss
auch
negativ
auf die Möglichkeit der
Beurteilung eines medizinischen Sachverhalts nach
rein
objektiven Gesichtspunkten
aus
.
4.3
Unabhängig von der Beweiskraft des Gutac
htens von
Dr.
E._
bleibt ergänzend anzufügen, dass
selbst
einer
mittelgradigen dep
ressiven Episode (ICD-10 F32.1
)
– wie sie von
Dr.
C._
diagnostiziert wurde (vgl. E.
3.2 hiervor) -
grundsätzlich keine i
nvalidisierende Wirkung zukommt.
Nach der jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen rezidivierender oder episodischer Natur einzig dann als
invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
thera
pi
eresistent sind. Nur in dieser
-
seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation sei den normativen Anforderungen des
Art.
7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan. Ein solcher Sachverhalt müsse überwiegend wahrscheinlich und dürfe nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Zudem müsse die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein, als die aus fach
ärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären)
Be
handlungsmöglichkeiten
in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus
geschöpft worden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_434/2016 und 9C_530/2016 vom 14. Oktober 2016 mit Hinweisen unter anderem auf BGE 140 V 193 E. 3.3).
Im vorliegenden Fall handelt es sich
offenkundig
um keine therapieresistente Depression
, was auch
Dr.
C._
selbst
bekräftigte (
Urk.
6/79/6). Die Prognose wurde zudem stets als gut oder gar sehr gut eingeschätzt (vgl. E. 3.1 ff.
hiervor). Hinzu kommt, dass nicht alle zumutbaren Behandlungsmöglichkei
ten optimal ausgenutzt worden sind, da die Beschwerdeführerin das ihr von
Dr.
C._
verschriebene Antidepressivum nicht zuverlässig eingenommen hat (
Urk.
6/59/10,
Urk.
6/59/18). In Nachachtung der oben zitierten
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung ist aus diesen Gründen von keinem invalidi
sierenden Gesundheitsschaden auszugehen. Selbiges gilt
in Bezug auf
die von
Dr.
E._
gestellte Diff
erentialdiagnose
Dysthymie
(ICD-
10 F34.1
) sowie allenfalls vorhandene akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1;
Urk.
6/59/15
), da diese nur als invalidisierend zu betrachten
sind
, wenn sie zusammen mit einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung auft
reten
(
Urteil des
Bundesgerichtes
8C_842/2011
vom 1
6.
Oktober
2012
E.
4.3.1
sowie 8C_558
/2015
vom 2
2.
Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.1
)
.
Eine solche liegt nun aber
im konkreten Fall
augenscheinlich nicht vo
r
.
4.4
Zusammenfassend lässt sich demnach festhalten, dass die
Beschwerdegegne
rin
gestützt auf das
Gutachten
von
Dr.
E._
berechtigterweise den Anspruch der Versicherten auf ein
e Invalidenrente verneint hat.
Es
liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes und der ein
s
chlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor. Entgegen der Auffassun
g der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 3) besteht aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage
folglich
auch kein weiterer Abklärungsbedarf
(
anti
zipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/2007 vom
6. Dezember 2006 E. 2.2 mit Hinweisen
).
Der
von der Beschwerdeführerin in diesem Rahmen angeführte Bundesgerichtsentscheid (BGE 139 V 547;
Urk.
1 S.
3)
ist
nicht einschlägig, da dieser sich auf einen Fall der Revision be
stehender Renten bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Be
schwerdebildern
ohne nachweisbare organische Grundlage bezieht.
Die angefochtene Verfügung vom
2.
Juli 2015 erweist sich als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
sowie
unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und ermessensweise auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.