Decision ID: 059616e7-c89c-4bb3-a3b1-41957e090258
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil der Einzelrichterin am Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, vom 20. Juli 2007 (FE051645)
Rückweisung: Zirkulationsbeschluss vom Kassationsgericht des Kantons Zürich vom 20. Mai 2011 (vormaliges Verfahren: LC090069) Rückweisung: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Juni 2012 (vormaliges Verfahren: LC110050)
Rechtsbegehren: (Urk. 1, sinngemäss)
"Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 112 ZGB zu , unter gerichtlicher Regelung der Nebenfolgen."
- 2 -
Anträge der Gesuchstellerin: (Urk. 10 S. 2 ff.; Urk. 27 S. 2 ff.; Prot. I S. 15)
"1. Es sei die Ehe der Eheleute A._ & B._ im Sinne von Art. 112 ZGB zu scheiden.
2. Es sei die Tochter C._, geboren am tt.mm.1995, unter die elterliche Sorge der Ehefrau und Gesuchstellerin zu stellen.
3. Es sei von der Festlegung eines Besuchs- und Ferienrechts abzusehen.
4. Es sei der Ehemann und Gesuchsteller zu verpflichten, an den Unterhalt, die Erziehung und die Pflege der Tochter C._ angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar jeweils am Ersten eines jeden Monats im Voraus, erstmals ab Rechtskraft des Scheidungsurteils und im  Fr. 1'250.-- pro Monat bis zum vollendeten 13. Altersjahr der Tochter C._, danach Fr. 1'500.-- pro Monat und dies bis zur Beendigung der ordentlichen Erstausbildung von C._, auch über deren Mündigkeit hinaus, soweit und  sie dann noch bei der Ehefrau und Gesuchstellerin wohnt und auf eigene Ansprüche gegenüber dem Ehemann und  verzichtet, zuzüglich allfälliger vertraglicher oder gesetzlicher Kinderzulagen.
5. Es sei der Ehemann und Gesuchsteller zu verpflichten, an die Ehefrau und Gesuchstellerin im Sinne von Art. 125 ZGB einen angemessenen nachehelichen Unterhalt zu bezahlen, zahlbar jeweils am Ersten eines jeden Monats im Voraus, erstmals ab Rechtskraft des Scheidungsurteils und mindestens Fr. 1'095.-- pro Monat, bis zur Beendigung der Erstausbildung der Tochter C._, und danach, ab deren Erstausbildung und nach Wegfall des Unterhaltsbeitrages für die Tochter C._,  an die Ehefrau und Gesuchstellerin zu bezahlen, neu Fr. 2'135.-- pro Monat.
6. Es seien die Kinderunterhaltsbeiträge und die nacheheliche Rente nach Art. 125 ZGB gerichtsüblich zu indexieren.
7. Es sei der jeweilige Arbeitgeber des Ehemannes und  anzuweisen, die Kinderunterhaltsbeiträge, wie , sowie die nacheheliche Unterhaltsrente, wie , direkt an die Ehefrau und Gesuchstellerin .
8. Es sei die Freizügigkeitsaufteilung nach Gesetz vorzunehmen und die Pensionskasse des Gesuchstellers anzuweisen, den von Gerichts wegen festzustellenden Freizügigkeitsbetrag an die Freizügigkeitseinrichtung der Ehefrau und Gesuchstellerin einzubezahlen.
9. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung nach Gesetz vorzunehmen.
- 3 -
10. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolgen."
Anträge des Gesuchstellers: (Urk. 12 S. 1)
"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 112 ZGB zu scheiden.
2. Die Tochter C._, geb. tt.mm.1995, sei unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin zu stellen.
3. Dem Gesuchsteller sei für die Tochter C._ und den Sohn D._, geb. tt.mm.1985, ein gerichtsübliches Besuchsrecht zuzusprechen.
4. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, für C._ vom Gericht festzusetzende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Auf die  von Unterhaltsbeiträgen für die Gesuchstellerin sei mangels Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers zu verzichten.
5. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen. 6. Die Freizügigkeitsleistungen der Parteien seien auszuglei-
chen."
Anlässlich der Konventionsverhandlung vom 6. Dezember 2006 modifiziertes Rechtsbegehren (sinngemäss):
Die Ehe der Parteien sei zu scheiden unter Genehmigung der Teilkonventionen vom 17. Februar 2006 und vom 6. Dezember 2006. Über die weiteren Scheidungsfolgen sei gerichtlich zu .
Urteil der 8. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 20. Juli 2007 (Urk. 95 S. 27 ff.)
„1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 112 ZGB .
2. Das Kind C._, geboren am tt.mm.1995, wird unter die  Sorge der Gesuchstellerin gestellt.
3. Die Teilvereinbarungen der Parteien vom 17. Februar 2006 und vom 6. Dezember 2006 über die Scheidungsfolgen  im Übrigen genehmigt. Sie lauten wie folgt:
a) Teilvereinbarung vom 17. Februar 2006: ‚1. Die Parteien verlangen gemeinsam die Schei-
dung ihrer Ehe gestützt auf Art. 112 ZGB. 2. Das Kind C._, geboren am tt.mm.1995, sei
unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin zu .’
- 4 -
b) Teilvereinbarung vom 6. Dezember 2006: ‚In güterrechtlicher Hinsicht vereinbaren die Parteien
was folgt: a) Die Gesuchsteller verpflichten sich, ihr hälftiges
Miteigentum an der Wohnung an der ... [Adresse], E._ [Staat in Europa], und am Grundstück mit landwirtschaftlichem Gebäude (6'500 m2), ... [], E._ [Staat in Europa], auf ihre beiden  Kinder, D._ und C._, zum  Miteigentum zu übertragen.
Die Gesuchsteller übernehmen die  je zur Hälfte.
b) Der Gesuchsteller übernimmt die Schulden bei der F._ AG [Bank] (ca. Fr. 12'000.00) und bei der G._ [Bank] (ca. Fr. 3'690.00) zur alleinigen .
c) Die Gesuchstellerin übernimmt die Schuld bei ihrer Schwester H._ über ca. Euro 15'000.00 zur alleinigen Tilgung.
d) Im Übrigen behält jede Partei zu Eigentum, was sie derzeit besitzt oder auf ihren Namen lautet.
e) Mit Erfüllung dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht mit Ausnahme der ausstehenden Unterhaltsbeiträge vollständig .’
4. Der Gesuchsteller wird für berechtigt erklärt, das Kind C._ - ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils bis En-
de Oktober 2007 jeweils am ersten und dritten  von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr,
- ab Anfang November 2007 bis Ende Dezember 2007  am ersten und dritten Sonntag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und
- ab Anfang Januar 2008 jeweils am ersten und dritten  eines jeden Monats jeweils von Samstag 10.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr,
- sowie ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zusätzlich am zweiten Tag der Doppelfeiertage  und Neujahr sowie in geraden Jahren von  bis und mit Ostermontag und in ungeraden Jahren von Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich zu Besuch zu .
Ausserdem ist der Gesuchsteller ab Anfang Juli 2008 , das Kind C._ während der Schulferien für die Dauer von drei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
- 5 -
Der Gesuchsteller verpflichtet sich, die Ausübung des  mindestens drei Monate im Voraus  beziehungsweise mit der Gesuchstellerin abzusprechen.
5. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, an die Kosten des  und der Erziehung des Kindes C._ folgende  im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbaren Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 1'200.– zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder  Kinderzulagen ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils bis 31. Oktober 2007,
- Fr. 1'350.– zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder  Kinderzulagen ab 1. November 2007 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung des Kindes, auch über die Mündigkeit hinaus.
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar an die Gesuchstellerin auch über die Mündigkeit hinaus, solange das Kind in deren Haushalt lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
6. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils bis 30.  2013 nacheheliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 800.– im Monat zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden .
7. Diese Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffern 5. und 6. hievor  auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Juni 2007 mit 101.7 Punkten (Basis Dezember 2005 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 1. Januar eines jeden neuen Jahres, erstmals per 1. Januar 2008, dem Stand des Indexes per Ende  des Vorjahres angepasst. Die Anpassung erfolgt  folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfange der Teuerung , so erhöhen sich die persönlichen Unterhaltsbeiträge an die unterhaltsberechtigte Partei gemäss Ziffer 6 hievor nur im Verhältnis der tatsächlich eingetretenen .
8. Der Antrag der Gesuchstellerin um Anweisung des jeweiligen Arbeitgebers des Gesuchstellers zur Bezahlung der  an sie ist abzuweisen.
9. Die Versicherungsgesellschaft I._, ... [Adresse], wird , vom Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers (AHV Nr. ...; Freizügigkeitspolice ...) den Betrag von Fr. 13'990.--
- 6 -
auf das Freizügigkeitskonto der Gesuchstellerin bei der Bank J._ AG, ... [Adresse], (Freizügigkeitskonto Nr. ... lautend auf A._) zu übertragen.
10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 4'500.--; die weiteren Kosten betragen: Fr. 1'141.-- Schreibgebühren Fr. 665.-- Zustellgebühren Fr. 390.-- Vorladungsgebühren Fr. 1'050.-- Barauslagen. 11. Die Kosten werden der Gesuchstellerin zu drei Fünfteln und
dem Gesuchsteller zu zwei Fünfteln auferlegt. Die Anteile  Parteien werden jedoch infolge Gewährung der  Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse . Die Nachzahlungspflicht für die Gerichts- und  gemäss § 92 ZPO bleibt vorbehalten.
12. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Gesuchstellers eine reduzierte  von Fr. 1'920.-- zu bezahlen."
Berufungsanträge:
Der Gesuchstellerin und Appellantin: (Urk. 96 S. 2 ff.; Urk. 105 S. 2 ff.; Urk. 117 S. 2 f.; Urk. 127 S. 2 ff.)
„1. Es sei Ziff. 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, Einzel-
richter im ordentlichen Verfahren der 8. Abteilung, vom 20. Juli 2007 (Prozess-Nr. FE051645/U) aufzuheben und dem , Gesuchsteller und Appellaten vorläufig keinerlei - und Ferienrecht einzuräumen, mithin sei das derzeitige Besuchs- und Ferienrecht zu sistieren.
Gleichzeitig sei eine Besuchsbeistandschaft nach Art. 308 ZGB zu ernennen und zu beauftragen, ein Besuchsrecht  dem Ehemann, Gesuchsteller und Appellaten , sowie dem Kind C._, geb. tt.mm.1995, andererseits aufzubauen, so dass der Ehemann, Gesuchsteller und  zuletzt ein praxisübliches Besuchs- und Ferienrecht  vermag.
2. Es sei Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, wie , aufzuheben und durch folgende Fassung zu :
a) Es sei der Ehemann, Gesuchsteller und Appellat zu , der Ehefrau, Gesuchstellerin und Appellantin ab Rechtskraft des Scheidungsurteils im Sinne von Art. 125 ZGB Fr. 1'095.-- pro Monat zu bezahlen, zahlbar am 1.  jeden Monats im Voraus, und dies für so lange, als die Tochter C._, wie obgenannt, bei ihr wohnt und die Ehefrau, Gesuchstellerin und Appellantin vom Ehemann,
- 7 -
Gesuchsteller und Appellaten auch  erhält.
b) Ab Eintritt der Tochter C._, wie obgenannt, ins , mithin nach Wegfall der Unterhaltsbeiträge für C._, sei der Ehemann, Gesuchsteller und Appellat zu verpflichten, der Ehefrau, Gesuchstellerin und Appellantin für so lange im Sinne von Art. 125 ZGB Fr. 2'135.-- pro Monat zu bezahlen, zahlbar am 1. eines jeden Monats im Voraus, als sie die Betreuung des invaliden Sohnes .
c) Sollte die Ehefrau, Gesuchstellerin und Appellantin den gemeinsamen Sohn D._, geb. tt.mm.1985, nicht mehr betreuen können, respektive effektiv nicht mehr betreuen, sei der Ehemann, Gesuchsteller und Appellat zu , der Ehefrau, Gesuchstellerin und Appellantin ab dann im Sinne von Art. 125 ZGB Fr. 1'500.-- pro Monat zu , zahlbar jeweils am Ersten eines jeden Monats im Voraus, und dies bis zu seinem definitiven Rückzug aus seiner Erwerbstätigkeit.
3. Es seien die Unterhaltsbeiträge im Sinne von Ziff. 2, wie , praxisüblich zu indexieren.
4. Es seien in Aufhebung von Ziff. 11 des Urteilsdispositivs die gesamten erstinstanzlichen Verfahrenskosten dem Ehemann, Gesuchsteller und Appellaten aufzuerlegen.
5. Es sei in Aufhebung von Ziff. 12 des Urteils des  Zürich, Einzelrichterin im ordentlichen Verfahren, vom 20. Juli 2007 der Gesuchsteller und Appellat zu verpflichten, der Gesuchstellerin und Appellantin eine  für ihre erstinstanzlichen Bemühungen von mindestens Fr. 11'078.50 zu bezahlen.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Ehemannes, Gesuchstellers und Appellaten, für das .“
Des Gesuchstellers und Appellaten:
(Urk. 112 S. 2 und Urk. 129 S. 2)
„Es sei die Berufung der Gesuchstellerin und Erstappellantin  und das vorinstanzliche Urteil vom 20. Juli 2007  zu bestätigen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der  und Erstappellantin.“
- 8 -

Erwägungen:
I.
1. Die Gesuchstellerin wurde im Jahre 1964 in K._ als Staatsangehöri-
ge von E._ geboren. Sie kehrte mit ihren Eltern im Jahre 1980 nach E._
zurück, wo sich die Parteien im Jahre 1982 kennenlernten. Die Parteien heirate-
ten hierauf am tt. Oktober 1983 in ..., wo sie auch ihren ersten ehelichen Wohn-
sitz begründeten. Am tt.mm.1985 kam der Sohn D._ zur Welt, der im Alter
von neuneinhalb Jahren schwer erkrankte und seither unheilbar behindert und
vollkommen pflegebedürftig ist, indem er an einer Zellfunktionsstörung im Gehirn
leidet, welche mit Muskelschwäche, kognitiver Beeinträchtigung und Epilepsie
verbunden ist (vgl. dazu die Umschreibung der Mitochondrialen Erkrankung in
Urk. 130/1 und Urk. 130/2). Am tt.mm.1995 wurde den Parteien die Tochter
C._ geboren. In diesem Jahr gab die Gesuchstellerin insbesondere auch
wegen der Pflegebedürftigkeit des Sohnes D._ ihre Erwerbstätigkeit auf, die
sie bis heute nicht mehr aufgenommen hat. Im Jahre 1998 kehrte die Gesuchstel-
lerin mit den beiden Kindern nach E._ zurück, bis sie am 12. April 2003 wie-
der in die Schweiz zum Gesuchsteller übersiedelte, wobei sie zuvor schon jeweils
die Ferienzeit mit den Kindern hier in der Schweiz verbracht hatte. Am 1. Juni
2003 verliess der Gesuchsteller die eheliche Wohnung.
Am 4. Juni 2003 stellte die Gesuchstellerin beim Eheschutzrichteramt am
Bezirksgericht Zürich ein Begehren um Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes
und um Regelung von deren Folgen (Urk. 24/1). Mit Verfügung der Eheschutzrich-
terin der 8. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 24. September 2003 wurde
davon Vormerk genommen, dass die Parteien bereits damals und weiterhin auf
unbestimmte Zeit getrennt lebten. Sodann wurden die Kinder D._ und
C._ unter die Obhut der Gesuchstellerin gestellt, und schliesslich wurde die
Vereinbarung der Parteien vom 24. September 2003, was die Kinderbelange be-
traf, genehmigt. Diesbezüglich hatten die Parteien vereinbart, der Vater sei für be-
rechtigt zu erklären, die beiden Kinder je am ersten und dritten Wochenende ei-
- 9 -
nes jeden Monats zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ferner sei er für
berechtigt zu erklären, die beiden Kinder für zwei Wochen pro Jahr während den
Schulferien zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Gesuchsteller ver-
pflichtete sich, der Gesuchstellerin ab 1. August 2003 total Fr. 1'830.-- monatliche
Unterhaltsbeiträge zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen, und zwar je Fr. 650.--
zuzüglich Kinderzulagen für jedes Kind und Fr. 530.-- für die Gesuchstellerin per-
sönlich. Die Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstellerin persönlich von monatlich
Fr. 530.-- reduzierten sich auf Fr. 330.-- ab jenem Zeitpunkt, in dem der Gesuch-
steller eine eigene Wohnung bewohnen und die Kinder regelmässig während zwei
ganzen Wochenenden zu sich auf Besuch nehmen würde (vgl. dazu Urk. 24).
Mit Beschluss vom 7. Juni 2004 ordnete die Vormundschaftsbehörde für
D._, der in der Zwischenzeit mündig geworden war, eine Beistandschaft
nach Art. 392 Ziff. 1 ZGB und Art. 393 Ziff. 2 ZGB an. Als Beistand wurde L._
ernannt und unter anderem mit der Aufgabe betraut, stets für hinreichende per-
sönliche, medizinische, schulische sowie soziale Betreuung und – soweit erforder-
lich – für geeignete Unterkunft besorgt zu sein (Urk. 11/2 = Urk. 13/2).
Im Laufe der Zeit hat sich der Gesuchsteller einer neuen Lebenspartnerin
angeschlossen, mit der er dann auch zusammenlebte und die ihm am tt.mm.2006
die Tochter M._ geboren hat. Am tt. Mai 2008 hat er seine Lebenspartnerin
geehelicht (Urk. 135/1).
Am tt.mm.2005 hatte der Gesuchsteller, der bisher als Gipser bei verschie-
denen Firmen angestellt gewesen war, die im Handelsregister eingetragene Ein-
zelfirma "B._ ...-Geschäft" gegründet (Urk. 13/1), mit der er in der Folge sein
Erwerbseinkommen verdiente. Per 1. Mai 2008 liess er sich dann wieder von
N._, Gipser- und Stukkaturgeschäft, anstellen (Urk. 130/3). Am 29. Mai 2009
schloss der Gesuchsteller einen Arbeitsvertrag mit der O._ AG, worauf er bei
dieser am 1. Juni 2009 seine Arbeitstätigkeit als Gipser aufnahm (Urk. 183/6).
2. Bereits mit Schreiben vom 7. Oktober 2005 hatte die Gesuchstellerin beim
Friedensrichteramt P._ die Ehescheidungsklage eingereicht. Anlässlich der
Sühnverhandlung vom 8. November 2005 einigten sich die Parteien auf die Ein-
- 10 -
reichung eines gemeinsamen Scheidungsbegehrens, worauf der Friedensrichter
das gemeinsame Scheidungsbegehren mit Verfügung vom 11. November 2005
an das Bezirksgericht Zürich überwies (Urk. 1). Am 17. Februar 2006 erfolgte vor
Vorinstanz die Anhörung der Parteien und die Hauptverhandlung (Prot. I S. 3 ff.).
Am 18. April 2006 (Urk. 21/1) und am 10. Mai 2006 (Urk. 21/2) bestätigten die
Parteien u.a., dass sie am Entschluss, die Ehescheidung zu verlangen, festhalten
würden. Mit Schreiben vom 30. Juni 2006 reichte die Gesuchstellerin bei der
Staatsanwaltschaft gegen den Gesuchsteller Strafantrag wegen Vernachlässi-
gung von Unterstützungspflichten ein (Urk. 28/1b). Am 6. September 2006 fand
die Fortsetzung der Hauptverhandlung statt (Prot. I S. 16 ff.). Am 1. November
2006 wurde die Tochter C._ von der vorinstanzlichen Richterin angehört
(Urk. 40). Am 6. Dezember 2006 fand eine weitere Verhandlung statt mit persönli-
cher Befragung der Parteien sowie betreffend Stellungnahme zur Kinderanhörung
und zu neuen Unterlagen. Zudem wurden Konventionsgespräche geführt (Prot. I
S. 47 ff.). In der Folge schlossen die Parteien eine Teilvereinbarung betreffend
Güterrecht ab (Urk. 50). Nach Eingang weiterer Unterlagen und der entsprechen-
den Stellungnahmen der Parteien hierzu erging am 20. Juli 2007 das eingangs im
Dispositiv aufgeführte Urteil (Urk. 89 = Urk. 95), das den Parteien am 26. Juli
2007 zugestellt wurde (Urk. 91 und Urk. 92).
3. Mit Schreiben vom 2. August 2007 erklärte die Gesuchstellerin innert Frist
die Berufung (Urk. 96). Mit Eingabe vom 29. August 2007 erklärte auch der Ge-
suchsteller fristgerecht die Berufung (Urk. 98).
4. Über den Gang der Rechtsmittelverfahren gibt das Urteil des Obergerichts
vom 16. Januar 2012 Auskunft (Urk. 218 S. 10 ff.). Mit Beschluss des Oberge-
richts vom 19. Februar 2008 wurde vorgemerkt, dass das vorinstanzliche Urteil in
den nicht angefochtenen Punkten (Scheidung, elterliche Sorge, Genehmigung der
Teilvereinbarungen betreffend Scheidung, elterliche Sorge und Güterrecht, An-
weisung des Arbeitgebers, Teilung der Austrittsleistungen aus beruflicher Vorsor-
ge sowie Festsetzung der Gerichtskosten) am 22. Januar 2008 in Rechtskraft er-
wachsen sei (Urk. 114). Am 16. Dezember 2008 fällte das Obergericht sein erstes
Urteil (Urk. 162), das jedoch vom Kassationsgericht des Kantons Zürich mit Zirku-
- 11 -
lationsbeschluss vom 13. November 2009 mehrheitlich aufgehoben wurde (Urk.
177). Das nächste Urteil des Obergerichts erging am 22. Februar 2010 (Urk. 189).
Dieses Urteil wurde vom Kassationsgericht mit Zirkulationsbeschluss vom 20. Mai
2011 wiederum mehrheitlich aufgehoben (Urk. 200). Am 16. Januar 2012 erging
ein weiteres Urteil des Obergerichts (Urk. 218). Dieses wurde vom Bundesgericht
mit Urteil vom 18. Juli 2012 teilweise aufgehoben (Urk. 223). Bestand hat die vom
Obergericht getroffene Regelung des nachehelichen Unterhalts zugunsten der
Gesuchstellerin, die Anpassung der persönlichen Unterhaltsbeiträge an den Lan-
desindex der Konsumentenpreise und die dieser Regelung zugrundeliegenden fi-
nanziellen Verhältnisse. Neu zu entscheiden ist über die Kindesunterhaltsrege-
lung und die Kosten des kantonalen Verfahrens.
II.
1. Auf den 1. Januar 2011 ist die neue Schweizerische Zivilprozessordnung
in Kraft getreten. Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt indes für Verfahren, die bei In-
krafttreten dieses Gesetzes rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis
zum Abschluss vor der betroffenen Instanz. Das erste Berufungsverfahren
(LC070059) unterstand dem alten Recht. Die Kassation der obergerichtlichen Ur-
teile durch das Kassationsgericht und das Bundesgericht versetzt das Verfahren
in den Zustand vor Fällung der obergerichtlichen Urteile. Damals galt altes Recht,
weshalb für das Verfahren vor Obergericht weiterhin die bisherigen Bestimmun-
gen der ZPO/ZH und des GVG/ZH sowie die Verfahrensbestimmungen von
Art. 135-149 aZGB anzuwenden sind.
2. Die Parteien haben bereits am 24. November 2008 auf Anwesenheit an-
lässlich der Urteilsberatung und -eröffnung verzichtet (Urk. 159 und 161).
III.
1. Im vom Bundesgericht teilweise aufgehobenen Urteil hat das Obergericht
den vom Gesuchsteller zu bezahlenden monatlichen Unterhaltsbeitrag für das
- 12 -
Kind C._ auf Fr. 1'350.– festgesetzt in der Erwägung, dass die Leistungsfä-
higkeit des Gesuchstellers zwar nur Fr. 927.15 betrage, er aber die erstinstanzli-
chen Unterhaltsverpflichtungen nicht angefochten habe. Dabei war das Oberge-
richt von einem monatlichen Bedarf des Gesuchstellers für sich und seine neue
Familie in der Höhe von Fr. 5'087.20 und einem monatlichen Einkommen des Ge-
suchstellers von Fr. 6'014.35 ausgegangen (Urk. 218 S. 17 f.). Das Bundesgericht
erwog nun, der wiederverheiratete Unterhaltsschuldner könne die Sicherung des
Existenzminimums nur für seine eigene Person beanspruchen, nicht aber für sei-
ne gesamte zweite Familie. Der Ehegattenunterhalt bleibe auch im Anwendungs-
bereich von aArt. 148 Abs. 1 ZGB von der Dispositionsmaxime und der Kindesun-
terhalt von der Offizialmaxime beherrscht. Da der Unterhaltspflichtige in jedem
Fall vor einem Eingriff in sein Existenzminimum geschützt bleibe, könne einzig der
Kindesunterhalt gesenkt werden, weil beim Ehegattenunterhalt das Verschlechte-
rungsverbot greife. Zu berücksichtigen sei, dass alle unterhaltsberechtigten Kin-
der eines Elternteils im Verhältnis zu ihren objektiven Bedürfnissen finanziell
gleich zu behandeln seien (Urk. 223 E. 3.3).
2. Im Urteil vom 16. Januar 2012 wurde zum Bedarf und zum Einkommen
der Gesuchstellerin folgendes ausgeführt (Urk. 218 S. 15 ff.):
"Im Urteil vom 16. Dezember 2008 wurden folgende Berechnungen vorge-
nommen (Urk. 162 S. 42):
a) Bedarf der Gesuchstellerin:
Grundbetrag Fr. 1'000.00 Kinderzuschlag Fr. 500.00 Wohnkosten Fr. 1'300.00 Krankenkasse Gesuchstellerin Fr. 308.40 Krankenkasse C._ Fr. 75.40 Hausratversicherung Fr 18.00 Telefon Fr. 100.00 Billag Fr. 38.00 ZVV NetzPass C._ Fr. 55.00 Scuola media C._ Fr. 505.00 Hort C._ Fr. 330.00 Reise nach ... Fr. 18.00 Altersvorsorge Fr. 625.00 Steuern Fr. 100.00
- 13 -
Total Fr. 4'972.80
Hierzu erklärte die Gesuchstellerin auf Befragen ausdrücklich, dass der Not-
bedarf gleichzeitig auch der gebührende Unterhalt sei (Urk. 94 S. 20).
Mit Eingabe vom 16. Februar 2010 hat die Gesuchstellerin mitgeteilt, dass
C._ die 1. Klasse des Gymnasiums (Q._) besuche und per Juli 2014 vo-
raussichtlich die Maturitätsprüfung ablegen werde. Das Schulgeld betrage Fr.
10'800.– pro Jahr (Urk. 187 und 188). Der Gesuchsteller machte geltend, es sei
davon auszugehen, dass der Gesuchstellerin Stipendien ausgerichtet würden. Die
Schulkosten seien daher nicht in die Bedarfsberechnung der Gesuchstellerin ein-
zurechnen, sofern diese nicht den Nachweis erbringe, dass sie trotz allen mögli-
chen Bemühungen keine Stipendien für C._ erhalte (Urk. 208). Mit Eingabe
vom 9. November 2011 (Urk. 210) legte die Gesuchstellerin eine Bestätigung des
"Q._" vom 31. August 2011 ins Recht, wonach die Kosten für das 3. Schul-
jahr ab 5. September Fr. 11'400.– Schulgeld, ca. Fr. 500.– Schulbücher und Ma-
terial und ca. Fr. 300.– bis 400.– für Ausflüge, Klassenlager usw. umfassen wür-
den (Urk. 212/1). Weiter reichte die Gesuchstellerin eine Bestätigung des Amts für
Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich ein, demgemäss die Gesuchstel-
lerin ein Stipendiengesuch eingereicht habe, über welches noch nicht entschieden
worden sei (Urk. 212/2). Der Gesuchsteller hat die Höhe der Schulkosten nicht
bestritten (Urk. 215). Es ist somit von jährlichen Schulkosten von Fr. 12'250.– (Fr.
11'400.– + Fr. 500.– + Fr. 350.–) auszugehen, was einem monatlichen Betrag von
Fr. 1'020.– entspricht, welcher an die Stelle der bisherigen Schul- und Hortkosten
von Fr. 835.– tritt. Damit erhöht sich der gebührende Unterhalt der Gesuchstelle-
rin und von C._ um Fr. 185.– auf Fr. 5'157.80. Sollte die Gesuchstellerin für
C._ Stipendien erhalten, so reduziert sich der gebührende Unterhalt um die
Höhe der Stipendien.
Wenn C._ ins Berufsleben eintritt, reduziert sich der Bedarf der Ge-
suchstellerin um die Schulkosten von Fr. 1'020.–, den Kinderzuschlag von Fr.
500.– und die Krankenkassenprämie für C._ von Fr. 75.40, also total um Fr.
1'595.40 auf Fr. 3'562.40 (Urk. 162 S. 42).
- 14 -
b) Einkommen Gesuchstellerin:
Als Einkommen der Gesuchstellerin kann nur der Betreuungslohn in der Hö-
he von Fr. 1'100.– und der Anteil für die Miete in der Höhe von Fr. 338.–, also
insgesamt Fr. 1'438.– angerechnet werden (Urk. 162 S. 44 und 58 ff.)."
Diese Ausführungen haben nach wie vor Gültigkeit.
3. a) Der Bedarf des Gesuchstellers für sich und seine neue Familie wurde
im Urteil vom 16. Januar 2012 unter Hinweis auf Urk. 162 S. 50 wie folgt festge-
legt (Urk. 218 S. 17):
Grundbetrag Gesuchsteller Fr. 1'550.00 Grundbetrag M._ Fr. 250.00 Wohnkosten Fr. 1'840.00 Krankenkasse Fr. 601.20 Hausrat/Haftpflichtversicherungen Fr 25.00 Telefon Fr. 100.00 Billag Fr. 38.00 Steuer Fr. 683.00 Total Fr. 5'087.20
Diese aufgeführten Positionen und die diesbezüglichen Ausführungen und
Begründungen im ersten Berufungsurteil vom 16. Dezember 2008 wurden in bei-
den Nichtigkeitsbeschwerdeverfahren nicht angefochten und auch vom Bundes-
gericht nicht beanstandet (vgl. dazu Urk. 177 S. 5 und Urk. 205). Es kann somit
vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen im ersten Berufungsurteil
verwiesen werden (Urk. 162).
Der Notbedarf des Gesuchstellers berechnet sich nun wie folgt:
Grundbetrag Fr. 850.– Wohnkosten Fr. 920.– Krankenkasse Fr. 315.30 Hausrat-/Haftpflichtversicherungen Fr. 12.50 Telefon Fr. 50.– Billag Fr. 19.– Steuern Fr. 683.– Fr. 2'849.80
Dabei wurde die Hälfte des Grundbetrags für ein Ehepaar nach den Richtli-
nien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums gemäss
- 15 -
Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts vom 16. September
2009, die Hälfte der Wohn-, Versicherungs-, Telefon- und Radio-/Fernsehgebüh-
ren (Billag) sowie die Krankenkassenprämie 2012 für die Grundversicherung der
Krankenkasse R._ (vgl. Urk. 83/2) angerechnet.
b) Das Einkommen des Gesuchstellers war Gegenstand beider Nichtigkeits-
beschwerdeverfahren. Im Urteil vom 22. Februar 2010 ging das Obergericht von
einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von Fr. 5'734.35 aus, das der
Gesuchsteller ab 1. Juni 2009 als Arbeitnehmer der O._ AG erziele. Weiter
berücksichtigte das Obergericht ein monatliches Zusatzeinkommen von Fr. 280.–
aus Putztätigkeit, das der Gesuchsteller nach eigenen Angaben regelmässig er-
zielt (Prot. I S. 43; Urk. 189 S. 17 f. und S. 20). Das Kassationsgericht hat diese
Auffassung bestätigt und auch keine weiteren Abklärungen verlangt (Urk. 205 S. 8
f.). Vor Bundesgericht hat der Gesuchsteller offenbar geltend gemacht, sein Ein-
kommen sei weiter gesunken und seine Leistungsfähigkeit betrage nur noch Fr.
888.05. Dies würde bedeuten, dass sein Einkommen um Fr. 39.10 pro Monat zu-
rückging, weil im aufgehobenen Urteil seine Leistungsfähigkeit mit Fr. 927.15 be-
ziffert wurde (Urk. 218 S. 18). Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann dies aber da-
hingestellt bleiben. Es ist somit von einem monatlichen Einkommen des Gesuch-
stellers in der Höhe von Fr. 6'014.35 auszugehen.
4. Wie dargelegt beläuft sich der Bedarf des Gesuchstellers auf Fr. 2'849.80.
Zieht man diesen Betrag von seinem durchschnittlichen monatlichen Einkommen
in der Höhe von Fr. 6'014.35 ab, so verbleiben Fr. 3'164.55 für Unterhaltsleistun-
gen.
Die im Urteil vom 16. Januar 2012 festgelegte und nunmehr rechtskräftige
Unterhaltsverpflichtung des Gesuchstellers gegenüber der Gesuchstellerin lautet
wie folgt (Urk. 218 S. 22):
"Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils gestützt auf Art. 125 ZGB folgende nacheheliche monatliche Unterhaltsbeiträge zu
bezahlen:
Fr. 800.– bis 30. November 2013
- 16 -
Ab 1. Dezember 2013 entfällt der Unterhaltsbeitrag für die Gesuchstellerin persönlich für so-
lange, als der Gesuchsteller für die Tochter C._ Unterhaltsbeiträge bezahlen muss.
Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönlich ab dem Ende seiner Un-
terhaltspflicht gegenüber der Tochter C._ infolge Vollendung ihrer Erstausbildung mo-
natliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 927.– bis 31. März 2026 zu bezahlen.
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines je-
den Monats.
Für den Fall, dass die persönliche Betreuung des Sohnes D._ durch die Gesuchstelle-
rin entfällt, bleibt die Neuregelung des persönlichen Unterhaltsbeitrages für die Gesuchstel-
lerin ausdrücklich vorbehalten."
Somit verbleibt für den Kinderunterhalt in der ersten Phase bis 30. Novem-
ber 2013 ein Betrag von Fr. 2'364.55. Die Tochter M._ ist heute rund sechs-
einhalb Jahre alt. Es kann bei ihr von einem tieferen Bedarf als bei C._ aus-
gegangen werden. Es besteht daher kein Anlass, den von der Vorinstanz auf
Fr. 1'350.– festgesetzten und von keiner Partei im Berufungsverfahren angefoch-
tenen Unterhaltsbeitrag für C._ zu senken. Auch wenn die Leistungsfähigkeit
des Gesuchstellers Fr. 39.10 pro Monat tiefer wäre, verbliebe für M._ immer
noch ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 975.–. Für die Zeit ab 1. Dezember 2013, wenn
der Gesuchsteller keine persönlichen Unterhaltsbeiträge mehr für die Gesuchstel-
lerin bezahlen muss, besteht ohnehin kein Anlass, den Kinderunterhaltsbeitrag für
C._ zu senken, weil die Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers dann Fr.
3'164.55 beträgt. Dieser ist daher zur Zahlung von monatlichen Unterhaltsbeiträ-
gen für C._ in der Höhe von Fr. 1'350.– zu verpflichten. Die Indexklausel ist
im Urteilsdispositiv zu aktualisieren.
IV.
Bei diesem Verfahrensausgang ist die Kosten- und Entschädigungsregelung
gemäss Urteil vom 16. Januar 2012 zu übernehmen. Zur Begründung kann auf
die dortigen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 218 S. 20 f.).
- 17 -