Decision ID: dc4a1ba7-73a1-425e-8ef1-ca32204a23c0
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Mullis, ME Advocat AG,
Hauptstrasse 17, 9422 Staad SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ sprach die IV-Stelle am 6. Januar 1988 für das Geburtsgebrechen Nr. 183
(Hüftgelenksdysplasie links, act. G 5.5-3) medizinische Massnahmen für die Dauer vom
10. November 1987 bis 31. Dezember 1989 zu (act. G 5.7). Zur Behandlung der
Geburtsgebrechen Nr. 208 und 209 (Micrognathia inferior congenita und Mordex
apertus congenitus, act. G 5.10-4) gewährte die IV-Stelle am 10. Juli 1996
medizinische Massnahmen (act. G 5.12).
A.b Vom 8. Oktober bis 3. Dezember 2004 befand sich die Versicherte in der B._,
Milieutherapeutische Institution zur Behandlung akuter Psychosen. Die dort
behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine Anpassungsstörung
im Sinn einer adoleszenten Krise mit vorwiegend depressiver Symptomatik (ICD-10:
F43.2), DD: Verdacht auf eine beginnende emotional instabile Persönlichkeitsstörung
(ICD-10: F60.31; Austrittsbericht vom 15. März 2005, act. G 5.51). Am 6. Januar 2005
meldete sich die Versicherte wegen schwerer Depression, Status nach Suizidversuch
und Lehrabbruch zum Bezug von IV-Leistungen für Versicherte vor dem 20. Altersjahr
an (act. G 5.16). Die behandelnde Psychologin Dr. phil. C._ diagnostizierte im Bericht
vom 31. Mai 2005 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Stress disorder bei Status
nach psychotraumatischer Belastungssituation (PTBS) mit Borderline Entwicklung
(Mehrfachvergewaltigung mit 16,5 Jahren in stark alkoholisiertem Zustand durch
ausländische junge Männer); Panikattacken, internalisierter Schuldkomplex, Sozial-
Phobie, massive generalisierte Versagensängste (ICD-10: F41.1). Die Ausübung einer
beruflichen Tätigkeit sei nicht möglich (act. G 5.31).
A.c Die Versicherte beantragte in der Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für
Erwachsene vom 4. November 2005 (Datum Posteingang IV-Stelle) eine "zeitliche
Rente" (act. G 5.39).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 13. Februar und 8. Mai 2006 von
Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Im
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Gutachten vom 18. Juni 2006 diagnostizierte der Experte eine leichte depressive
Episode (ICD-10: F32.0), eine (sekundäre) Polytoxikomanie, zurzeit teilweise abstinent
(ICD-10: F19.2), sowie einen Verdacht auf eine emotional instabile
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.3). Die Versicherte absolviere zurzeit eine Lehre
zur Kosmetikerin. Eine Ausbildungsfähigkeit liege grundsätzlich vor. Die
Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft betrage 75% (act. G 5.59). Per August 2006
brach die Versicherte den zweiten Einstieg in die Ausbildung zur Kosmetikerin ab
(Bericht des Berufsberaters 18. Dezember 2006, act. G 5.69).
A.e Vom 15. Januar bis 8. Februar 2007 nahm die Versicherte an einer beruflichen
Abklärung in der BEFAS Appisberg teil. Die Abklärungspersonen führten im
Schlussbericht vom 27. Februar 2007 aus, die Versicherte habe sich sehr arbeitswillig
und auch ausdauernd gezeigt. Insbesondere im Bürobereich habe sie Motivation und
Freude beim Erlernen berufsbezogener Fertigkeiten entwickelt. Für eine Ausbildung im
Bürobereich könne eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestätigt werden, wobei der
berufliche Einstieg unter Berücksichtigung der psychiatrischen Beurteilungen
zumindest initial in einer geeigneten Institution angezeigt sei. Die Versicherte sei
eingliederungsfähig und auch eingliederungswillig. Als Vorbereitungsmassnahme für
die angestrebte Büroausbildung schlugen die Abklärungspersonen eine dreimonatige
vertiefte Abklärung im Bürobereich bei der Stiftung Z._ vor (act. G 5.80). Am 13. März
2007 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung bei der
Stiftung Z._ für die Dauer vom 5. März bis 31. Mai 2007 (act. G 5.82). Die
Abklärungspersonen der Stiftung Z._ schlossen auf eine gute Eignung der
Versicherten für den Bürobereich und empfahlen im Abschlussbericht vom 30. Mai
2007, dass die Versicherte vor Beginn der vom 20. August 2007 bis 19. August 2010
dauernden kaufmännischen Ausbildung zur Vorbereitung ein Arbeitstraining (5. Juni bis
19. August 2007) absolvieren solle (act. G 5.87). Am 7. Juni 2007 erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung (Mehrkosten der erstmaligen
Ausbildung in Form der Vorbereitung und des 1. Lehrjahrs zur Kauffrau Profil B bei der
Stiftung B._) für die Dauer vom 1. Juni 2007 bis 31. Juli 2008 (act. G 5.90). Mit
Zwischenbericht vom 23. November 2007 hielt der Berufsberater der IV-Stelle fest, das
bisherige Ziel (kurze Vorbereitungsphase sowie 1. Lehrjahr zur Kauffrau) könne nicht
weiterverfolgt werden, da die Versicherte ab Juli 2007 nur noch sehr unregelmässig am
Arbeitsplatz erschienen sei. Es sei allen Beteiligten klar, dass die bestehende
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Massnahme in eine Vorbereitungsphase auf eine erstmalige berufliche Ausbildung
abgeändert werden müsse. Die gesundheitlichen Schwierigkeiten und die Angst der
Versicherten, wieder in die Ausbildung zurückzukehren, hätten zu einem Aufenthalt
(September bis Mitte Oktober 2007) in der psychiatrischen Klinik E._ geführt. In der
verbleibenden Zeit bis August 2008 müsse die Versicherte eine Vorbereitungsphase
absolvieren, um den zukünftigen Schulstoff aufzuarbeiten (act. G 5.100). Am
21. Dezember 2007 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die Mehrkosten der
Wiederaufnahme der Vorbereitungsphase Kauffrau Profil B bei der F._ für die Dauer
vom 7. Januar bis 31. Juli 2008 (act. G 5.106). Gestützt auf entsprechende Berichte der
F._ und des Berufsberaters (act. G 5.110 f.) gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache
für die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur Kauffrau in der F._ für
die Dauer vom 1. August 2008 bis 31. Juli 2009 (Mitteilung vom 13. August 2008, act.
G 5.114). Wegen gehäufter Absenzen wurde der Lehrvertrag mit der F._ aufgelöst
(vgl. act. G 5.139-7). Gestützt auf einen entsprechenden Bericht des Berufsberaters
vom 23. Juli 2009 (act. G 5.126) erteilte die IV-Stelle nochmals Kostengutsprache für
die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur Kauffrau, nunmehr an der
G._ für die Dauer vom 10. August 2009 bis 30. Januar 2010 (1. Semester; Mitteilung
vom 6. August 2009, act. G 5.132), verbunden mit Auflagen (vgl. act. G 5.139-7).
A.f Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 15. Dezember 2009 führte
der Berufsberater aus, es sei nicht möglich, die Versicherte mittels einer Ausbildung
nachhaltig in den Arbeitsprozess einzugliedern. Ihre psychische Verfassung sei derart
instabil und ungünstig, dass die Weiterführung der beruflichen Massnahme zur Zeit
nicht sinnvoll sei. Geplant sei nun ein Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik. Eine
weitere Abklärung der Eingliederungs- und Ausbildungsfähigkeit sei erst nach diesem
Aufenthalt sinnvoll (act. G 5.140). Mit Verfügung vom 18. Dezember 2009 hob die IV-
Stelle die Mitteilung vom 6. August 2009 per 8. Dezember 2009 auf und stellte die
Taggeldzahlung per gleichen Datums ein (act. G 5.142). Vom 27. Dezember 2009 bis
17. Februar 2010 befand sich die Versicherte zur stationären Behandlung in der Klinik
H._ Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit
Suizidalität (ICD-10: F32.1), einen Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
abhängigen, emotional instabilen Anteilen (ICD-10: F63.0), Störungen durch Kokain und
Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F19.2), Probleme durch sexuellen Missbrauch
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in der Kindheit und Jugend ausserhalb der engen Familie (ICD-10: Z61.5) sowie
anamnestisch bekannte kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen
(ICD-10: F92). Aus heutiger Sicht benötige die Versicherte eine Entzugs- und
Entwöhnungsbehandlung, um eine weitere vertiefte psychotherapeutische Behandlung
eingehen zu können. Über den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der begonnenen
beruflichen Massnahme seien aktuell keine gesicherten Angaben möglich (act.
G 5.147). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. G 5.153) verfügte die IV-
Stelle am 16. Juni 2010 die Abweisung des Leistungsgesuchs der Versicherten. Zur
Begründung führte sie unter Hinweis auf die Schadenminderungs- und
Mitwirkungspflicht aus, Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherten aus
medizinischer Sicht eine klinikinterne Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung
zugemutet werden könne, diese aber von ihr nicht angenommen worden sei (act.
G 5.154). Diese Verfügung blieb unangefochten.
A.g Am 17. August 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug
(Massnahmen für die berufliche Eingliederung) bei der IV-Stelle an (act. G 5.155).
Dr. med. I._, Facharzt FMH für Innere Medizin, teilte im Schreiben vom 8. Oktober
2010 mit, die Versicherte habe um eine Kontrolle ihrer Abstinenz bezüglich illegaler
Drogen gebeten. Die Abstinenz sei ab dem 23. Juni 2010 mit regelmässigen
Urinkontrollen bestätigt worden. Die Versicherte habe sich von ihrem belastenden
Milieuumfeld distanzieren und neue Tagesstrukturen finden können (act. G 5.160; vgl.
auch Protokoll des Gesprächs zwischen dem RAD und Dr. I._ vom 12. November
2010, act. G 5.163). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 14. Januar 2011 mit, dass
ihr Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewährt
würden (act. G 5.168). Am 20. Januar 2011 wurde die Versicherte von RAD-Arzt
Dr. med. J._, u.a. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Im
Abklärungsbericht vom 24. Januar 2011 führte der RAD-Arzt aus, die Versicherte sei
derzeit zu 80% arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit solle in einem Vorbereitungskurs
auch zur Tagesstrukturierung und zur Überprüfung der Belastbarkeit zu Grunde gelegt
werden. Weitere Forderungen aus RAD-Sicht seien die Begleitung durch einen
Fallmanager, die regelmässige psychotherapeutische ambulante Behandlung und
durchgängig kontrollierte Drogenabstinenz durch entsprechend vom Hausarzt zu
übernehmende, monatlich zweimal stattfindende Stichproben. Unter diesen
Voraussetzungen könne aus psychiatrischer Sicht derzeit von einer vorwiegend
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günstigen Prognose ausgegangen werden, so dass erwartet werden könne, dass die
Versicherte nach Ausbildungsabschluss in der Lage sei, auf dem freien Arbeitsmarkt
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (act. G 5.170).
A.h Die IV-Stelle gewährte am 26. April 2011 Kostengutsprache für die berufliche
Abklärung vom 28. Februar bis 11. Juni 2011 bei der G._ (act. G 5.176). Am 12. Mai
2011 berichtete Dr. I._, es bestehe zur Zeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(act. G 5.180). Demgegenüber beurteilte der RAD-Arzt Dr. J._ am 24. Mai 2011 die
Situation der Versicherten aufgrund seiner Rückfragen bei den involvierten Stellen als
stark gefährdet (act. G 5.183). In der Mitteilung vom 25. August 2011 erteilte die IV-
Stelle der Versicherten Kostengutsprache für die Mehrkosten der erstmaligen
beruflichen Ausbildung zur Kauffrau EFZ, Profil B, bei der G._ ab 13. Juni bis
31. Dezember 2011 (act. G 5.194). Für die 2. Phase der erstmaligen beruflichen
Ausbildung zur Kauffrau EFZ, Profil B, bei der G._ (1. Januar bis 7. Juli 2012) erteilte
die IV-Stelle am 23. Januar 2012 Kostengutsprache (act. G 5.221), nachdem dies vom
RAD-Arzt und Berufsberater befürwortet worden war (act. G 5.205 und G 5.216). Der
behandelnde Dr. med. K._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im
Verlaufsbericht vom 4. Mai 2012 an, die Motivation und der Wille der Versicherten, eine
Berufsausbildung abschliessen zu können, seien sehr hoch. Intermittierende Krisen mit
starker psychomotorischer Begleitreaktion habe die Versicherte ohne Drogenrückfall
und ohne neuerliche psychiatrische Hospitalisation überwinden können (act. G 5.234).
Am 13. August 2012 verlängerte die IV-Stelle die Kostengutsprache für die erstmalige
berufliche Ausbildung um die Dauer vom 8. Juli 2012 bis 31. Januar 2013 (act.
G 5.241). Dr. M._ bescheinigte der Versicherten ab 21. August 2012 bis auf Weiteres,
vermutlich 14 bis 28 Tage, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (ärztliches Zeugnis vom
27. August 2012, act. G 5.245). Im Rahmen eines Fürsorgerischen Freiheitsentzugs war
die Versicherte vom 16. September bis 2. Oktober 2012 in der Psychiatrischen Klinik
L._ hospitalisiert. Zuvor war sie bereits vom 9. bis 10. September 2012 nach
amtsärztlicher Zuweisung wegen akut psychotischem Zustandsbild eingewiesen
worden. Im Austrittsbericht vom 2. November 2012 diagnostizierten die behandelnden
medizinischen Fachpersonen eine akute polymorphe psychotische Störung mit
Symptomen einer Schizophrenie: mit akuter Belastung (ICD-10: F23.11), eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-abhängigen, selbstunsicheren,
zwanghaften und histrionischen Zügen (ICD-10: F61.0), eine posttraumatische
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Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine atypische Anorexia nervosa (ICD-10: F50.1)
sowie Störungen durch Kokain: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10:
F14.20). Nach gut verlaufenen Belastungsurlauben habe die knapp kompensierte
Versicherte den Wunsch nach Austritt in die alten Verhältnisse geäussert, dem bei
fehlender akuter Selbst- oder Fremdgefährdung habe entsprochen werden müssen
(act. G 5.254).
A.i Im Schlussbericht vom 5. November 2012 führte der Berufsberater aus, in der
Vergangenheit seien unzählige Versuche durchgeführt worden, der Versicherten eine
entsprechende Ausbildung zu ermöglichen, damit sie nachhaltig im ersten Arbeitsmarkt
eingegliedert werden könne. Dies sei aus gesundheitlichen Gründen indessen nicht
möglich. Die gesundheitliche Situation der Versicherten sei so invalidisierend, dass
keine Ausbildung, auch längerfristig gesehen, absolviert werden könne. Die
Erfahrungen der letzten Wochen und Monate würden dies sehr deutlich
veranschaulichen. Aus Sicht der Berufsberatung rücke die Prüfung der Rentenfrage in
den Vordergrund. Es bestehe keine effektive Verwertbarkeit der Arbeitsleistung und der
Eingliederungsfähigkeit (act. G 5.252). Am 27. November 2012 hob die IV-Stelle die
Mitteilung vom 13. August 2012 per 30. Oktober 2012 auf und bestimmte, dass das IV-
Taggeld bis zum letzten Eingliederungstag ausbezahlt werde; Abklärungen hätten
ergeben, dass die erstmalige berufliche Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen per
30. Oktober 2012 habe abgebrochen werden müssen (act. G 5.258).
A.j RAD-Arzt Dr. J._ vertrat in der Stellungnahme vom 23. Januar 2013 die
Auffassung, die Versicherte verfüge derzeit nicht über eine Ausbildungsfähigkeit. Dies
ergebe sich aus dem Verlauf seit August. Daran ändere auch eine Mitwirkungspflicht
bezüglich Drogenabstinenz nichts. Das primäre Problem seien die
Psychotraumatisierungen und die Persönlichkeitsstörung. Die Drogenproblematik sei
nur als Folge anzusehen und stehe nicht im primären Fokus der Behandlung. Er
empfahl die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens (act. G 5.261). Am 3. und
14. Mai 2013 wurde die Versicherte von Dr. med. M._, Facharzt u.a. für Psychiatrie
und Psychotherapie, untersucht. Im psychiatrischen Gutachten vom 27. Mai 2013
diagnostizierte der Experte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional
instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F60.31), eine Störung
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durch Kokain, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.20), eine
Störung durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent
(ICD-10: F13.20) sowie eine Störung durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom,
gegenwärtig Substanzgebrauch (aktive Abhängigkeit; ICD-10: F12.24). Die
psychiatrische Erkrankung bewirke zwar deutliches Leiden und eine Einschränkung von
Wohlbefinden und der Lebensqualität. Sie bewirke aber nicht in gleichem Mass
Einschränkungen und Defizite der Leistungsfähigkeit. Gesundheitlich bedingte Defizite,
die eine Ausbildung oder eine Arbeitstätigkeit grundsätzlich verhindern würden, seien
nicht vorhanden. Es könne nicht zur Überzeugung gelangt werden, dass mehr als
leichte gesundheitlich bedingte Leistungseinschränkungen und Leistungsdefizite
anhaltend vorhanden seien. Krankheitsfremde Faktoren würden eine grosse Rolle für
die Leistung in Ausbildung und Beruf spielen. Inkonsistenzen hätten Zweifel an dem
von der Versicherten geltend Gemachten ergeben. Die krankheitsbedingte
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage 25%.
Wegen einer teilstationären Behandlung könne die Arbeitsfähigkeit derzeit nicht
realisiert werden, sondern erst nach Abschluss der tagesklinischen Behandlung.
Sowohl für die angestammte wie auch für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit
verfüge die Versicherte ab Mai 2013 über eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.273).
RAD-Arzt Dr. J._ folgte der gutachterlichen Einschätzung (Stellungnahme vom
30. Mai 2013, act. G 5.274).
A.k Ausgehend von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 75%
ermittelte die IV-Stelle einen 25%igen Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit
Vorbescheid vom 21. Juni 2013 in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (act.
G 5.278). Dagegen erhob die Versicherte am 22. August 2013 Einwand und reichte den
Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums N._ vom 27. Juni 2013
ein, wo sie vom 11. März bis 27. Juni 2013 behandelt worden war. Darin wurde der
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. G 5.279). Am
5. September 2013 verfügte die IV-Stelle die Rentenabweisung. Die gutachterlich
bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 75% gelte ab Mai 2013 als ausgewiesen. Zuvor seien
im Rahmen von beruflichen Ausbildungsmassnahmen Taggeldleistungen ausgerichtet
worden. Es lägen keine Anzeichen vor, dass zuvor ein invalidisierender
Gesundheitsschaden bestanden habe. Den Vergleichseinkommen legte die IV-Stelle
den Verdienst einer Kauffrau mit B-Profil zugrunde (act. G 5.281).
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B.
B.a Gegen die Verfügung vom 5. September 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 3. Oktober 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen
Rente. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur neuen Beurteilung
zurückzuweisen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, das Gutachten von
Dr. M._ sei nicht beweiskräftig. Der Gutachter habe lediglich am 27. Mai 2013 mit der
behandelnden Psychologin ein telefonisches Gespräch geführt, die aktuellen
medizinischen Unterlagen seien indessen nicht beigezogen worden. Sie sei nach wie
vor zu 100% arbeitsunfähig (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. November
2013 die Abweisung der Beschwerde. Es bestehe kein Grund, der den Beweiswert des
psychiatrischen Gutachtens zu erschüttern vermöchte (act. G 5).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 18. November 2013 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab
Replik entsprochen (act. G 6).
B.d In der Replik vom 30. Dezember 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 8). Sie reicht den Austrittsbericht der Psychiatrischen
Klinik L._ vom 7. August 2013 ein, wo sie vom 10. bis 31. Juli 2013 hospitalisiert war.
Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen bescheinigten ihr bei Austritt bis
auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 8.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act.
G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.
Dabei ist in zeitlicher Hinsicht darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin in der
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(unangefochten gebliebenen) Verfügung vom 16. Juni 2010 das Begehren der
Beschwerdeführerin um IV-Leistungen (u.a. Rentenleistungen; vgl. den entsprechenden
Antrag in act. G 5.39-6) abgewiesen hat (act. G 5.154). In Nachachtung von Art. 29
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht
vorliegend ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 6 Monaten nach der
Wiederanmeldung vom 17. August 2010 (act. G 5.155) bzw. am 1. Februar 2011. Des
Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin für die Dauer vom
28. Februar 2011 (act. G 5.179) bis 30. Oktober 2012 (act. G 5.198, G 5.223, G 5.244
und G 5.258) Taggeldleistungen der Invalidenversicherung bezogen hat, was einen
Anspruch auf Rentenleistungen für den entsprechenden Zeitraum ausschliesst (Art. 29
Abs. 2 IVG). Ein allfälliger Rentenanspruch würde den Februar 2011 sowie die Zeit ab
1. Oktober 2012 betreffen, wobei hinsichtlich der Monate Februar 2011 und Oktober
2012 die intrasystemische Koordinationsnorm von Art. 47 Abs. 1 und Abs. 2 IVG zu
beachten wäre.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
ter
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gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die medizinische Situation rechtsgenüglich abgeklärt ist. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
psychiatrische Gutachten von Dr. M._ vom 27. Mai 2013. Dieser bescheinigte für die
angestammte sowie für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 75%ige Arbeitsfähigkeit.
Ferner ging Dr. M._ davon aus, dass eine Ausbildungsfähigkeit auf dem
1. Arbeitsmarkt bestehe und nach Abschluss einer Ausbildung eine auf dem
1. Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (act. G 5.273). Die
Beschwerdeführerin hält die gutachterliche Einschätzung für nicht beweiskräftig (act.
G 1).
2.1 Gegen die gutachterliche Beurteilung führt die Beschwerdeführerin ins Feld, sie
beruhe lediglich auf einer Momentaufnahme und lasse eine Beurteilung des
Gesamtkontexts vermissen (act. G 1, Rz 20).
2.1.1 Der Vorwurf, die gutachterliche Beurteilung beruhe lediglich auf einer
Momentaufnahme, ist nicht stichhaltig. Die an 2 Tagen durchgeführte Begutachtung
(3. Mai 2013: 15:30 bis 17:45 Uhr; 14. Mai 2013: 14:00 bis 17:00 Uhr, act. G 5.173-2)
erfolgte in Kenntnis sowie in Würdigung der Voraktenlage (zur umfangreichen
Zusammenfassung der relevanten Vorakten siehe act. G 5.273-2 ff.), und der Gutachter
berücksichtigte die vollständige Leidensgeschichte der Beschwerdeführerin (zur
einlässlichen persönlichen Anamnese siehe act. G 5.273-8 ff.). Hinzu kommt, dass
zwischen den beiden Begutachtungsterminen 10 Tage lagen, was zusätzlich gegen
den Charakter einer Momentaufnahme spricht.
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2.1.2 Angesichts dessen, dass der Gutachter eine umfangreiche persönliche
Anamnese erhob (act. G 5.273-8 ff.), die Entwicklung sowie den Verlauf des Leidens
ausführlich darstellte (act. G 5.273-18 f.) und sowohl die Selbsteinschätzung der
Beschwerdeführerin als auch die Einschätzungen der behandelnden psychiatrischen
Fachpersonen im Rahmen seiner Beurteilung diskutierte (act. G 5.273-23 ff.), kann
keine Rede davon sein, das Gutachten lasse eine Beurteilung des Gesamtkontexts
vermissen.
2.2 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, der psychiatrische Gutachter habe die
Beurteilung der behandelnden Psychologin praktisch ausser Acht gelassen. Er habe
mit dieser lediglich ein telefonisches Gespräch geführt, die aktuellen medizinischen
Unterlagen indessen nicht beigezogen (act. G 1, Rz 20 und Rz 28 f., und G 8, Rz 5).
2.2.1 Vorweg ist zu wiederholen, dass sich der psychiatrische Gutachter einlässlich
mit früheren Beurteilungen der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen
auseinandersetzte (act. G 5.273-23 ff.; vgl. vorstehende E. 2.1.2). Die
Beschwerdeführerin benennt denn auch keine im Zeitpunkt der Begutachtung
vorgelegenen relevanten Vorakten, die der Experte ausser Acht gelassen hätte
2.2.2 Dass der Gutachter bei der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums N._,
wo die Beschwerdeführerin vom 11. März bis 27. Juni 2013 behandelt wurde (act.
G 5.279-9), keine aktuellen medizinischen Unterlagen beigezogen hat, vermag den
Beweiswert des Gutachtens nicht zu erschüttern. Denn Dr. M._ holte am 27. Mai
2013 bei der in der Tagesklinik behandelnden Psychologin eine eingehende
telefonische Auskunft zum Gesundheitszustand, zum Suchtmittelkonsum, zur
Persönlichkeit und Compliance der Beschwerdeführerin ein (act. G 5.273-15 f.). Die
dadurch gewonnenen Angaben diskutierte der Gutachter im Rahmen der Beurteilung
(act. G 5.273-25 f.). Der Inhalt der im Gutachten wiedergegebenen Auskunft wird von
der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Entscheidend ist weiter, dass sich aus dem
(erst nach dem Gutachten vom 27. Mai 2013 erstellten) Austrittsbericht vom 27. Juni
2013 (act. G 5.279 ff.) keine relevanten Gesichtspunkte ergeben, von denen Dr. M._
keine Kenntnis gehabt hätte. Dem entspricht, dass die Beschwerdeführerin keine
relevanten Umstände benennt, die im Rahmen der telefonischen Auskunft unerwähnt
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blieben. Vor diesem Hintergrund bestand kein Anlass für das zusätzliche Einholen einer
schriftlichen Stellungnahme.
2.3 Aus der Sicht der Beschwerdeführerin stellt es einen weiteren Mangel an der
gutachterlichen Beurteilung dar, dass sich diese nicht mit den von den behandelnden
medizinischen Fachpersonen gestellten Diagnosen und vorgenommenen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen vereinbaren liessen (act. G 1, Rz 20, Rz 22 und Rz 30,
und G 8, Rz 6)
2.3.1 In diesem Zusammenhang gilt es zu bemerken, dass rechtsprechungsgemäss
unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische Administrativ- oder
Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet
sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Weiter ist zu
beachten, dass - behandelnde und begutachtende - Psychiater, mit der gleichen
Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen
konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen
und - invalidenversicherungsrechtlich entscheidend - deren Schweregrades mitsamt
den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können.
Diese in der Natur der Sache begründete weitgehend fehlende Validierbarkeit
("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen kann nicht automatisch zu
Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und
Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an
beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009,
9C_661/09, E. 3.2).
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2.3.2 Was die Diagnosestellung anbelangt, so hat Dr. M._ ausführlich und in
Diskussion der Vorakten sowie der telefonischen Auskunft der behandelnden
Psychologin begründet, weshalb er nicht eine kombinierte Persönlichkeitsstörung,
sondern eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Boderline-Typ (ICD-10:
F60.31) diagnostiziert habe. Die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung
sei nicht ganz mit der ICD-Leitlinie konform. Denn diese Diagnose solle nach ICD-10-
Leitlinie nur verwendet werden, wenn Merkmale verschiedener
Persönlichkeitsstörungen vorkämen, aber kein vorherrschendes Symptombild, das eine
spezifischere Diagnose erlauben würde. Bei der Beschwerdeführerin herrsche das
Symptombild der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ vor.
Nicht nur die jetzige Untersuchung, sondern auch die in den bisherigen Expertisen
enthaltenen Beschreibungen von Beschwerden und Befunden ergäben ganz klar eine
Dominanz von Merkmalen einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline-Typ gegenüber Merkmalen, die bei einer abhängigen Persönlichkeitsstörung
vorkämen oder gegenüber Merkmalen einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung.
Überdies würden Teile der Selbstbeschreibung und Selbstdarstellung der
Beschwerdeführerin hinsichtlich abhängiger Merkmale oder ängstlich-vermeidender
Merkmale nicht überzeugend wirken (act. G 5.273-23 f.). Im Einklang mit den
Austrittsberichten der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums N._ vom 27. Juni
2013 sowie der Psychiatrischen Klinik L._ vom 7. August 2013, worin keine
posttraumatische Belastungsstörung diagnostizierte wurde (act. G 5.279-9 und G 8.1),
hielt Dr. M._ schlüssig fest, dass die Kriterien für dieses Leiden nicht erfüllt seien (act.
G 5.273-24 f.). Das Bestehen eines depressiven Leidens verneinte er nachvollziehbar
mit der Begründung, es hätte sich kein Anhalt dafür ergeben, dass eine affektive
Störung, die unabhängig von der Borderline-Persönlichkeitsstörung sei, vorliege.
Vielmehr passten die Art und das Muster der affektiven Symptome der
Beschwerdeführerin mit Stimmungsschwankungen, die meist kürzer andauerten als
depressive Episoden, gut zur Borderline-Persönlichkeitsstörung (act. G 5.273-25). Im
Licht dieser Umstände besteht kein Anlass, die gutachterlich vorgenommenen
Diagnosestellung in Frage zu stellen. Dies umso weniger als weder dargetan noch
naheliegend ist, dass die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten Diagnosen zu
einer höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten, sind doch die Auswirkungen
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auf die Leistungsfähigkeit anhand der objektiven Befunderhebung zu bestimmen (Urteil
des Bundesgerichts vom 3. April 2014, 8C_101/2014, E. 5.1 mit Hinweisen).
2.3.3 Die vom Gutachter bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 75% ist insoweit mit der
Voraktenlage vereinbar - worauf im Gutachten zutreffend hingewiesen wird (act.
G 5.273-23) -, als sie mit den Berichten von Dr. K._ vom 4. Mai 2012 (80 bis 100%ige
Arbeitsfähigkeit, act. G 5.234-3; siehe auch dessen Bericht vom 30. Juni 2011 [Datum
Posteingang IV-Stelle], worin eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde, act.
G 5.187-3), von Dr. H._ vom 16. Oktober 2011 (uneingeschränkte Leistungsfähigkeit,
act. G 5.199-4) und des RAD-Arztes Dr. J._ vom 24. Januar 2011 (80%ige
Arbeitsfähigkeit, act. G 5.170) in Einklang steht. Ergänzend ist zu bemerken, dass
Dr. D._ im Gutachten vom 18. Juni 2006 ebenfalls von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit
ausging (act. G 5.59-5). Zwar wurden in den Austrittsberichten der Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums N._ vom 27. Juni 2013 (act. G 5.279 ff.) und der
Psychiatrischen Klinik L._ vom 7. August 2013 (act. G 8.1) eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Eine begründete Beurteilung der vollständigen
Arbeitsunfähigkeit ist den Austrittsberichten nicht zu entnehmen. Sie erscheint mit Blick
auf den in der Psychiatrischen Klinik L._ erhobenen psychopathologischen Status
(Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L._ vom 7. August 2013, worin der
psychopathologische Status bei Eintritt wortwörtlich demjenigen bei Austritt entspricht,
act. G 8.1) nicht nachvollziehbar. Es findet in den Austrittsberichten weder eine
Diskussion der leidensbedingten Einschränkung der Funktionen statt, noch enthalten
sie Aussagen zu allfälligen kompensatorischen (Rest-)Fähigkeiten der
Beschwerdeführerin (zur Wesentlichkeit solcher Gesichtspunkte bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit siehe Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für
Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, in:
Schweizerische Ärztezeitung, 2004;85: Nr. 20, S. 1051). Demgegenüber diskutierte Dr.
M._ die Ressourcen der Beschwerdeführerin (act. G 5.273-20) und setzte sich
kritisch mit ihrer Selbsteinschätzung auseinander (act. G 5.273-23). Hinzu kommt, dass
er die Suchtproblematik würdigte, schlüssig von einer sekundären Suchterkrankung
sprach, die zu keinen Folgekrankheiten geführt habe, und diesem Aspekt bei der
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit Rechnung trug (act. G 5.273-23 und -25). Im Übrigen
legte er nachvollziehbar dar, dass die von der behandelnden Psychologin erwähnten
psychotischen Symptome im Zusammenhang mit Substanzwirkungen bzw. einem
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Entzug von Substanzen vorgekommen seien (act. G 5.273-25). Diese Sichtweise findet
sich (teils) in den Austrittsberichten der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums
N._ vom 27. Juni 2013 ("andererseits induziert durch den Cannabiskonsum", act.
G 5.279-11) und der Psychiatrischen Klinik L._ vom 7. August 2013
("Sinnestäuschungen werden in Form von Bildern, Stimmen v.a. nach Cannabiskonsum
berichtet", act. G 8.1, S. 4; zu den "aktuell" täglich konsumierten 3 bis 4 Joints siehe
act. G 8.1, S. 2). Die genannten Austrittsberichte des Psychiatrischen Zentrums N._
und der Psychiatrischen Klinik L._ sind demnach nicht geeignet, Zweifel an der
gutachterlichen Einschätzung entstehen zu lassen.
2.4 Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die Tatsache, dass sie per Anfang Juli
2013 für mehrere Wochen erneut stationär in der Psychiatrischen Klinik N._
hospitalisiert gewesen sei, belege, dass der Gutachter ihre Situation und demnach
auch die Arbeitsfähigkeit falsch beurteilt habe (act. G 1, Rz 21). Wie soeben ausgeführt
(vgl. vorstehende E. 2.3), vermag der Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L._
die Beweiskraft der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu
erschüttern. Daran vermag der Umstand, dass die Beschwerdeführerin während dreier
Wochen (vom 10. bis 31. Juli 2013) in der Psychiatrischen Klinik L._ hospitalisiert
war, nichts zu ändern, kann doch allein aufgrund einer Hospitalisation bzw. der Art der
Behandlungsform nicht auf den Umfang einer invalidenversicherungsrechtlich
relevanten Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, zumal sich aus der Hospitalisation
keine längerdauernde, rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustands
ergibt, und die stationäre Behandlung von der Beschwerdeführerin vor allem deshalb
begonnen worden sei, "um dem Wunsch der Herkunftsfamilie gerecht zu werden" und
um emotional stabiler zu werden sowie Zukunftsperspektiven entwickeln zu können
(act. G 8.1, S. 3).
2.5 Schliesslich weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass der Berufsberater zum
Schluss gelangt sei, sie könne krankheitsbedingt im ersten Arbeitsmarkt nicht
nachhaltig eingegliedert werden. Die gesundheitliche Situation sei so invalidisierend,
dass keine Ausbildung, auch längerfristig gesehen, absolviert werden könne (act. G 1,
Rz 24).
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2.5.1 Der Berufsberater führte im Schlussbericht vom 5. November 2012 aus, in der
Vergangenheit seien unzählige Versuche durchgeführt worden, der Versicherten eine
Ausbildung zu ermöglichen, damit sie nachhaltig im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert
werden könne. Dies sei aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Die gesundheit
liche Situation der Beschwerdeführerin sei so invalidisierend, dass keine Ausbildung,
auch längerfristig gesehen, absolviert werden könne. Es bestehe keine effektive
Verwertbarkeit der Arbeitsleistung und keine Eingliederungsfähigkeit (act. G 5.252).
2.5.2 Diese Erkenntnis des Berufsberaters ist bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit
mit zu berücksichtigen. Es verhält sich insofern ähnlich wie mit Bezug auf die
Ergebnisse leistungsorientierter beruflicher Abklärungen, welchen nicht jegliche
Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden darf.
Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und
erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen
beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten
Person effektiv realisiert und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv
realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu
begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme
grundsätzlich unabdingbar (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012,
9C_148/2012, E. 2.3.2 mit Hinweis).
2.5.3 Der Berufsberater, der eine Ausbildung "aus gesundheitlichen Gründen" im
Schlussbericht vom 5. November 2012 (act. G 5.252) für nicht möglich hielt, stützte
sich bei seiner Beurteilung nicht auf eine gründliche fachmedizinische Abklärung.
Seiner Schlussfolgerung lagen primär ein Telefongespräch mit dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin vom 30. Oktober 2012 zugrunde, wonach sich der gesundheitliche
Zustand der Beschwerdeführerin nicht nachhaltig verbessert habe und sie die
Leistungsanforderungen nicht erfüllen könne (act. G 5.251-3 unten), sowie der anfangs
September 2012 von der Beschwerdeführerin eigenmächtig - ohne Unterstützung des
behandelnden Psychiaters - vorgenommene "kalte Entzug" (act. G 5.251-3 oben). Der
Berufsberater trug bei seinen Aussagen weder der Suchtproblematik noch der (später
beschriebenen) Motivationsproblematik Rechnung (vgl. hierzu nachfolgende E. 2.5.4).
Dies wirft Fragen an seiner Beurteilung im Schlussbericht vom 5. November 2012 -
insbesondere an deren Endgültigkeit ("so invalidisierend", dass "keine Ausbildung,
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auch längerfristig gesehen, absolviert werden kann", act. G 5.252-1) - auf, zumal sich
die Beschwerdeführerin während längerer Zeit (ab 13. Juni 2011 bis Juli 2012; act.
G 5.194, G 5.216, G 5.224, G 5.234-2, G 5.237 f. und 5.251-2) im Rahmen der
Massnahmen zur erstmaligen beruflichen Ausbildung - trotz zahlreicher Absenzen - auf
gutem Weg befunden hat (Eintrag des Berufsberaters vom 9. Juli 2012, act. G 5.251-2)
und in den medizinischen Vorakten grundsätzlich von einer Arbeitsfähigkeit
ausgegangen (siehe vorstehende E. 2.3.3) und auf die Wichtigkeit einer regelmässigen
Arbeit für die Strukturierung der Beschwerdeführerin hingewiesen wurde (act.
G 5.234-3; siehe auch die entsprechende gutachterliche Einschätzung in act.
G 5.273-20: Vielmehr sei von einer regelmässigen Tätigkeit an einem Arbeits- oder
Ausbildungsplatz eine gesundheitlich positive Wirkung zu erwarten).
2.5.4 Hinsichtlich des Abbruchs der Berufsausbildung führte Dr. M._ im
Gutachten aus, der Mangel an Leistung in der Berufsausbildung sei zu einem grossen
Teil dadurch verursacht, dass die Beschwerdeführerin nicht regelmässig am
Ausbildungsplatz erschienen sei. Es sei ihr aber trotz subjektivem Leiden grösstenteils
zumutbar, regelmässig und pünktlich an einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu
erscheinen. Das, was sie daran hindere, am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu
erscheinen, sei nicht durch die psychiatrische Erkrankung hinreichend begründet,
sondern es spielten "weiter gefasste motivationale Faktoren, Faktoren der Lust/Unlust-
Regulation, der Unlust-Vermeidung, eine Rolle, die sich nicht unmittelbar aus der
psychiatrischen Krankheit begründen" liessen. Krankheitsfremde soziale und
pädagogische Faktoren spielten dabei eine Rolle (act. G 5.273-21). Das erneute
Scheitern der Ausbildung Mitte 2012 nach so vielen Versuchen der IV, eine
Berufsausbildung zu gewährleisten, habe die Beteiligten sicher zu enttäuschen
vermocht, ändere aber nichts an der bisherigen Bewertung von Wesen, Schwere und
Auswirkungen der psychischen Krankheit. Zu sagen sei ferner, dass selbst die
Beschwerdeführerin das Scheitern in einen engen Zusammenhang mit der Sucht
erkrankung stelle (act. G 5.273-23).
2.5.5 Unter diesen Umständen besteht vorliegend kein Anlass, gestützt auf die
Beurteilung des Berufsberaters die Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen.
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2.6 Gestützt auf die sämtliche Anforderungen an beweiskräftige medizinische
Expertisen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb) erfüllende gutachterliche Einschätzung ist von
einer 75%igen Arbeitsfähigkeit (act. G 5.273-22) für die angestammte Tätigkeit und
eine leidensangepasste Tätigkeit sowie von einer Ausbildungsfähigkeit (act.
G 5.273-26) auszugehen.
2.7 Die gutachterliche Einschätzung gilt ab Mai 2013 (act. G 5.273-22). Der davor
liegende Sachverhalt wurde vom Gutachter nicht ausdrücklich beurteilt. Allerdings
führte er im Einklang mit der Voraktenlage (vgl. hierzu vorstehende E. 2.3.3) aus, die
meisten Experten hätten es in den letzten Jahren so eingeschätzt, dass trotz der
psychischen Krankheiten eine Arbeitsfähigkeit in erheblichem Umfang bestanden habe,
die Beschwerdeführerin also habe arbeiten können (act. G 5.273-23). Gestützt auf die
in den Vorakten enthaltenen (vgl. vorstehende E. 2.3.3), von Dr. M._ bestätigten
Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung auch retrospektiv gilt,
zumal sich aus den Akten - insbesondere auch nicht aus dem Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik L._ vom 2. November 2012 betreffend die Hospitalisierung
vom 16. September bis 2. Oktober 2012 (act. G 5.254; bei Austritt wurde bezüglich des
psychopathologischen Status Folgendes festgehalten: wirkt vordergründig stabil, aber
auch sehr bemüht, sich keine Schwäche anmerken zu lassen; gut schwingungsfähig;
keine psychotischen Symptome, hintergründig fragil, ängstlich und unsicher;
subdepressive Grundstimmung) - keine gesundheitliche Verschlechterung ergibt, die
über 3 Monate angedauert hätte. Für die Zeit nach der gutachterlichen Einschätzung
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. September 2013 ist eine relevante
gesundheitliche Verschlechterung weder geltend gemacht worden noch kann eine
solche im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L._ vom 7. August 2013, wo die
Beschwerdeführerin vom 10. bis 31. Juli 2013 behandelt wurde, entnommen werden.
Vielmehr enthält dieser Austrittsbericht lediglich eine andere Würdigung des
gleichgebliebenen Sachverhalts (vgl. vorstehende E. 2.4).
3.
Ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit verbleibt die Bestimmung des
Invaliditätsgrads.
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3.1 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens gilt es zu beachten, dass in Fällen, in
denen die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen
Kenntnisse erwerben konnte, das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide
erzielen könnte, den nach Alter abgestuften Prozentsätzen des statistischen
Tabellenlohns (jährlich aktualisierter Medianwert gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik) gemäss Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) entspricht. Unter diese Regelung fallen Ver
sicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit einen Gesundheitsschaden aufweisen und
deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Als Erwerb von
zureichenden beruflichen Kenntnissen gilt im Allgemeinen die abgeschlossene
Berufsbildung. Dazu gehören auch Anlehren, sofern sie auf einem besonders der
Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie
eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und der versicherten Person
praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten eröffnen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 7. Juni 2005, I 108/05, E. 5.1.1 mit Hinweisen).
3.1.1 Die Beschwerdeführerin vermochte bislang weder eine Ausbildung noch eine
gleichwertige Anlehre abzuschliessen, weshalb die Beschwerdegegnerin denn auch
Unterstützung in Form einer erstmaligen beruflichen Ausbildung gewährte (vgl. etwa
act. G 5.194). Ein psychiatrischer Gesundheitsschaden besteht seit der Kindheit (act.
G 5.59-4, G 5.147-2 und G 5.273-25) und nicht erst seit Aufnahme einer beruflichen
Ausbildung, weshalb das Valideneinkommen gestützt auf Art. 26 Abs. 1 IVV festzulegen
ist und Art. 26 Abs. 2 IVV keine Anwendung findet. Das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin, dem Valideneinkommen den Jahresverdienst als Kauffrau Profil-
B zugrunde zu legen, erweist sich demnach als unzulässig.
3.1.2 Gemäss IV-Rundschreiben Nr. 317 vom 17. Oktober 2012 beträgt das
durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer zur Invaliditätsbemessung auf Grund
von Art. 26 Abs. 1 IVV bis auf weiteres Fr. 77'000.-- im Jahr. Im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 5. September 2013 hatte die Beschwerdeführerin das
25igste Altersjahr vollendet, weshalb ab diesem Zeitpunkt als Valideneinkommen der
Betrag von Fr. 69'300.-- (Fr. 77'000.-- x 0.9) als Valideneinkommen zu berücksichtigen
ist.
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3.2 Der Bestimmung des Invalideneinkommens legte die Beschwerdegegnerin
ebenfalls den Jahresverdienst als Kauffrau B-Profil zugrunde (act. G 5.281-2). Da die
Beschwerdeführerin indessen eine entsprechende Ausbildung nicht erfolgreich
abgeschlossen hat (act. G 5.252), besteht kein Anlass für die Anrechnung des
entsprechenden Verdiensts.
3.2.1 Die Rechtsprechung wendet für die Bestimmung des Invalideneinkommens
anhand von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1
("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen,
Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor"), Zeile
"Total" an (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Nach den konkreten Umständen des Einzelfalls
kann es sich indessen rechtfertigen, auf die Tabelle T7S ("Monatlicher Bruttolohn
[Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht -
Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden,
Körperschaften] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des
Invalideneinkommens erlaubt und der versicherten Person der entsprechende Sektor
offen steht und zumutbar ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. März 2014,
9C_841/2013, E. 4.2 und E. 4.4, und vom 15. Mai 2014, 8C_910/2013, E. 3.1.2.1).
3.2.2 Die Beschwerdeführerin verfügt zwar über keine abgeschlossene
Berufsausbildung. Indessen hat sie mit Unterstützung der Beschwerdegegnerin im
Rahmen eines zweisemestrigen Lehrgangs ein Bürofachdiplom VSH erworben (siehe
Zeugnis vom 2. Februar 2012, act. G 5.238). Bereits zuvor waren die
Eingliederungsbemühungen auf eine kaufmännische Tätigkeit fokussiert (vgl. etwa die
Berichte der Z._ vom 30. Mai 2007, act. G 5.87 und vom 20. November 2007, act.
G 5.99, sowie den "Antrag - Abklärung / Berufliche Massnahme" vom 17. August 2011,
act. G 5.191, und die Zielvereinbarung vom 12. Juli 2011, act. G 5.189). Gemäss
Schlussbericht der BEFAS Appisberg vom 27. Februar 2007 entsprechen
administrative Tätigkeiten "sowohl den Neigungen als auch den Fähigkeiten der
Klientin" (act. G 5.80-8). Im Geschäft ihrer Eltern erledigte die Beschwerdeführerin
schliesslich "ca. 5 bis 10 Stunden pro Woche" anfallende Bürotätigkeiten (Bestätigung
vom 11. Oktober 2010, act. G 5.159). Die Beschwerdeführerin verfügt mit anderen
Worten über Kompetenzen für kaufmännisch-administrative Tätigkeiten, weshalb zur
Ermittlung eines möglichst realitätsbezogenen Invalideneinkommens auf den Lohn der
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Tabelle T7S, Ziff. 23 ("Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten"),
Anforderungsniveau 4, Frauen, abzustellen ist. Dieser Lohn beträgt für das Jahr 2010
bei einer 40-stündigen Arbeitswoche Fr. 5'297.-- bzw. bei einer (im Jahr 2013)
betriebsüblichen Arbeitswoche von 41,7 Stunden Fr. 5'522.-- ([Fr. 5'297.-- / 40] x 41,7).
Angepasst an die bis 2013 eingetretene Nominallohnentwicklung (Index 2010: 2579;
2013: 2648) resultiert ein Monatslohn von Fr. 5'670.-- bzw. ein Jahreslohn von
Fr. 68'040.-- (Fr. 5'670.-- x 12). Bei der noch relativ jungen Beschwerdeführerin
(Jahrgang 198_) bestehen derzeit keine Anhaltspunkte, die auf lohnwirksame Nachteile
bei kaufmännisch-administrativen Tätigkeiten mit Anforderungsniveau 4 deuten bzw.
einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden. Unter Berücksichtigung der 75%igen
Restarbeitsfähigkeit beträgt das Invalideneinkommen damit Fr. 51'030.-- (Fr. 68'040.--
x 0,75).
3.3 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 69'300.-- und unter
Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 51'030.-- ergeben sich eine
Erwerbseinbusse von Fr. 18'270.-- (Fr. 69'300.-- - Fr. 51'030.--) und ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 26% ([Fr. 18'270.-- / Fr. 69'300.--] x 100). Für
die Zeit vor Erreichen des 25igsten Altersjahres bzw. vor dem 5. September 2013 kann
die Bestimmung der Vergleichseinkommen offen gelassen werden, da aufgrund des
vergleichsweise niedrigeren Valideneinkommens gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV ein
entsprechend tieferer Invaliditätsgrad resultiert.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 18. November
2013 ab Replik bewilligt (act. G 6). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es
gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272]).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
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Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
4.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin ab Replik. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- für die Bemühungen ab
Replik angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit
entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125
V 201) mit Fr. 1'200.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht