Decision ID: 9cd978d4-25c7-4933-ac99-223a268e2bcb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
reiste 1996 in die Schweiz ein
. Er
war zuletzt bis
April
2004
bei der
Y._
angestellt und
bis 1
7.
Januar 2003
als Rohrleitungsmonteur bei einer Einsatzfirma tätig
(
Urk.
9/
2/2
, 9/18
)
.
Nach einer am 1
7.
Januar 2003 bei einem Sturz erlittenen Kontusion der Lenden
wirbelsäule unterzog er sich am 2
8.
Januar 2004 einer Diskektomie L5/S1 (
Urk.
9/22/115). Die Suva als zuständiger Unfallversicherer sprach ihm mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
1.
März 2005 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 23
%
und eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 20
%
zu (
Urk.
9/34).
Mit Verfügung vom 2
7.
Juli 2005 lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ein erstes
Leistungsbegehren des Versicherten vom
2
7.
Juli
2004
(
Urk.
9/6)
ab (
Urk.
9/39). Am 3
0.
April 2007
(Eingang)
meldete er sich erneut unter Hinweis auf Rücken- und Beinschmerzen sowie psychische Probleme bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug an (
Urk.
9/43).
Mit Verfügung vom
2.
Dezember 2008
wurde ihm
nach Einholen eines psychiatrischen Gutachtens von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
6.
August 2008 (
Urk.
9/62) und Aufer
legung einer Schadenminderungspflicht in Form einer teil-/
vollstätionären
psy
chiatrischen Therapie (
Urk.
9/64)
rückwirkend
ab dem
1.
April 2006
eine ganze Rente der Invalidenversicherung
ausgehend von
einem Invaliditätsgrad
von 100
%
zugespro
chen (
Urk.
9/75
).
Zudem wurde ihm mit Ver
fügung vom
3.
Dezember
2009
ab dem
1.
März 2008
eine Hilflosenentschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zugesprochen (
Urk.
9/90
).
Der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (b
ei einem unverändertem Invalidi
tätsgrad von
100
%
) wurde mit Mitteilung vom
1
7.
Juni 2009
(
Urk.
9/84
)
und der Ans
pruch auf eine Hilflo
senentschä
digung (bei unveränderter leichter Hilflosigkeit) mit Mitteilung vom
3.
Januar 2012
(
Urk.
9/104
)
revisionsweise
bestätigt.
1.2
Im
Oktober
2014
leitete die
IV-Stelle
von Amtes wegen ein Revisionsverfa
hren ein (
Urk.
9/117
).
Im Rahmen dieses Revisionsverfahrens informierte der Sohn des Versicherten die IV-Stelle da
rüber
,
dass sein Vater
nicht in psychiatrischer Behandlung
stehe
(
Urk.
9/121), während
der
behandelnde Hausarzt die IV-Stelle darauf hinwies, weitergehende Anfragen
seien
der behandelnde
n Psychiaterin zu stellen
(
Urk.
9/122/5).
Die IV-Stelle führte daraufhin Spezialabklärungen durch (
9/14
7 f.
) und veranlasste am
4.
Juni 2015
(
Urk.
9/150
) die Durchführung einer Observation des Versicherten (vgl. die Berichte der
A._
AG vom
6.
November 2015
betreffend die Überwachung im Zeitraum
1
8.
Juni bis 2
2.
Oktober 2015
[
Urk.
9/151]).
Ausserdem stellte sie Akteneinsichtsgesuche bei der Kantonspolizei
Zürich (
Urk.
9/152/1, 9/154/1) und den Statthalterämtern Dietikon sowie des Bezirks Bülach (
Urk.
9/153/1, 9/155) und nahm einen von der AXA Versicherungen AG eingeholten Schadenermittlungsbericht der
B._
GmbH vom
1.
August 2016 zu den Akten (
Urk.
9/157).
Anlässlich einer Besprechung vom
1
0.
November 2016
wurde der Versicherte im Beisein seiner Ehefrau zunächst über seine gesundheitliche Situation befragt und hernach über die durchgeführte Observation aufgeklärt (
Urk.
9/159).
Nach d
urch
geführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheide vom
1
0.
November 2016
[
Urk.
9/16
1 f.
]; Einwand vom
2
3.
respektive
2
4.
November 2016
[
Urk.
9/165, 9/166
]
)
sistierte die IV-Stelle mit Verfügungen vom
1
7.
Februar 2017
sowohl die A
usrichtung
der Invalidenrente
(
Urk.
9/172) als auch der Hilflosenentschädigung (
Urk.
9/173)
per Ende
November
201
6.
Die
IV-Stelle
veranlasste
eine polydiszip
linäre Begutachtung des Versicherten; das Gut
achten de
s
Z
entr
ums
C._
wurde am
8.
September 2017
erstattet (
Urk.
9/187
). Mit Vorbescheid
en
vom
1
5.
und
1
6.
August
2018 kündigte die IV-Stelle an, die Invalidenrente sowie die Hilflosenentschädigung rückwirkend
ab dem Tag der Zusprechung aufzuheben
und die bezogenen Leistungen zurückzu
fordern
(
Urk.
9/189
, 9/191)
. Gegen d
en
Vorbescheid
vom 1
5.
August 2018 betref
fend Rentenaufhebung
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1
7.
September 2018
Einwand (
Urk.
9/200
)
und ergänzte seine Begründung am 2
9.
Oktober 2018 (
Urk.
9/212)
.
Am 1
1.
Januar 2019 erstattete die IV-Stelle Strafanzeige gegen den Versicherten wegen
Betrugs und versuchten Betrugs
(
Urk.
1
6
/13/237).
Die
Invaliden
rente
wurde mit Verfügung vom
2
3.
Mai 2019
rückwirkend per
Ren
tenzuspr
ache
unter wiedererwägungsweiser Aufhebung der Verfügung vom
2.
Dezember 2008
auf
gehoben
(
Urk.
2
)
.
Mit Verfügung vom 1
2.
September 2019 hob die IV-Stelle auch die Verfügung vom
3.
Dezember 2009 wiedererwägungs
weise auf und hob die Hilflosenentschädigung rückwirkend auf den Tag der Zusprache auf (
Urk.
16/2).
2.
2.
1
Gegen die
Verfügung vom 2
3.
Mai 2019
erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
2
1.
Juni
2019
Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte, die ang
efochtene Verfü
gung sei aufzuhe
ben und es sei ihm
auch nach dem
1.
November 2015 weiterhin mindestens eine halbe
Rente
der Invalidenversicherung auszu
richten.
Eventuali
ter sei mindestens ein
neutrales
psychiatrisches und orthopädisch-chirurgisches Gutachten einzuholen.
Subeventualiter
sei das Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils im Strafverfahren zu sistieren.
In pro
z
essualer Hinsicht beantragte er die unentgeltliche Prozessführung samt Rechts
verbeiständung durch Rechtsanwalt Simon Näscher (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwer
deantwort vom
1
9.
August 2019 schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
8).
Die Beschwerdeantwort
wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
2.
August 2019
zugestellt (
Urk.
11
).
Mit Eingabe vom 3
0.
April 2020 legte der Beschwerdeführer ein Schreiben der Suva samt Beilagen zu den Akten (
Urk.
12-13), was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom
7.
Mai 2020 ebenfa
lls
zur Kenntnis gebracht
wurde (
Urk.
14).
2.2
M
it Eingabe vom
1
4.
Oktober
2019
erhob der Beschwerdeführer Beschwerde
g
egen die
Verfügung vom 1
2.
September 2019 betreffend
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
16
/1)
beim hiesigen Gericht (Verfahren IV.2019.00
723
) und beantragte, die angefochtene Verf
ügung sei aufzuheben und das Beschwerdeverfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils im Strafverfahren wegen Betrugs res
pektive bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils im sozialversicherungs
rechtlichen Verfahren betreffend Invalidenrente zu sistieren. Eventualiter sei
ihm
auch nach dem
1.
Dezember 2015
weiterhin eine Hilflosenentschädigung
leichten Grades auszurich
ten.
Subeventualiter
sei ein neutrales psychiatrisches Gutachten einzuholen sowie eine Abklärung über die Hilflosigkeit des Beschwerdeführers an Ort und Stelle vorzunehmen.
In prozessualer Hinsicht beantragte er
auch in die
sem Verfahren
die unentgeltliche Prozessführung samt Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Simon Näscher
(
Urk.
1
6
/1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Februar 2020
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
1
6
/12
). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom
1
8.
Februar 2020
zugestellt (
Urk.
1
6
/14
).
Mit Eingabe vom 3
0.
April 2020 legte der Beschwerdeführer
auch in diesem Verfahren das
Schreiben der Suva samt Beilagen zu den Akten (
Urk.
16/15-16
), was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom
7.
Mai 2020 ebenfalls
mitgeteilt
wurde (
Urk.
16/17
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zur Vereinfachung des Prozesses kann das Gericht gestützt auf
§
28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) in Verbindung mit
Art.
125
lit
. c der Schweizerischen Zivilproze
ssordnung (ZPO) selbständig einge
reichte Klagen beziehungsweise Beschwerden vereinigen. Zwischen den beiden Beschwerdeverfahren besteht ein enger s
achlicher und rechtlicher Zusammen
hang, geht es doch darum, aufgrund eines sich überschneidenden Sachverhalts zu
beurteilen, ob die rückwirkende wiederer
wägungsweise Aufhebung der Inva
lidenrente und der Hilflosenentschädigung rechtens ist. Aus diesem Grund ist das Verfahren Nr. IV.2019.00
723
mit dem vorliegenden Verfahren Nr. IV.2019.00
466
zu vereinigen und das Verfahren Nr. IV.2019.00
723
als dadurch erledigt abzu
schreiben. Dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als
Urk.
1
6
/0-
1
8
geführt.
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38 IVV). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massge
bend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.4
Gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechts
kräftige Verfügungen zurückkommen, die nicht Gegenstand materieller richterli
cher Überprüfung gebildet haben, wenn diese nach damaliger Sach- und Rechts
lage zweifellos unrichtig sind, und – was auf periodische Dauerleistungen regel
mässig zutrifft (vgl. BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliess
lich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts, insbe
sondere bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Urteil des Bundesgerichts 8C_336/2017 vom 1
1.
Oktober 2017 E. 3.3).
Eine auf keiner nach
vollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beru
hende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Ver
fügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil
e des
Bundesgerichts 9C_466/2010 vom 2
3.
August 2010 E.3.2.2,
9C_290/2009 vom 2
5.
September 2009 E. 3.1.3).
Bei der Prüfung der Voraussetzungen einer Wiedererwägung ist von der bei Ver
fügungserlass bestandenen Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis, auszugehen (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 77 E. 3.1, 138 V 147 E. 2.1, je mit Hinweisen).
Ein wiedererwägungsweises Rückkommen auf eine zweifellos unrichtige Verfü
gung gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG ist auch mehr als zehn Jahre nach deren Erlass zulässig (BGE 140 V 514 Regeste a; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_680/2017 vom
7.
Mai 2018 E. 4.1 und 8C_394/2017 vom
8.
August 2017 E. 2.2).
1.5
1.5.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409
E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130
V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145
V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten
Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschränkun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggra
vatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzuführen wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kons
tellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durchfüh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141
V
281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
1.5.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin er
wog in der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Mai 2019 betreffend die rückwirkende Aufhebung der Invalidenrente (
Urk.
2), die Ver
fügung vom
2.
Dezember 2008 und damit die ursprüngliche
Rentenzusprache
habe sich als zweifellos unrichtig erwiesen, weshalb sie wiedererwägungsweise aufzuheben sei.
So seien im psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
6.
August 2008 die fachmedizinischen Widersprüche nicht diskutiert worden und insbesondere das im Gutachten vom
5.
Mai 2005 und im Bericht der Rehakli
nik
D._
vom 1
6.
Juni 2004 festgehaltene
aggravatorische
Verhalten nicht berücksichtigt worden.
Dr.
Z._
habe seine Einschätzungen alleine
basierend
auf den spärlichen Schilderungen des Beschwerdeführers und den Ausführungen seiner Ehefrau getroffen. Dieses Gutachten habe
damit
angesichts des über Jahre dokumentierten aggravierenden Verhaltens mit wiederholten objektivierbaren Inkonsistenzen eine
Rentenzusprache
nicht gerechtfertigt.
2.1.2
In der angefochtenen Verfügung betreffend die rückwirkende Aufhebung
der Hilflosenentschädigung (
Urk.
1
6
/2
S.
4
) erwog die Beschwerdegegnerin
ebenfalls, die ursprüngliche Zusprache
sei
zweifellos unrichtig gewesen, da
bereits
im Ver
fügungszeitpunkt
weder ein psychischer noch ein somatischer Gesundheitsscha
den
ausgewiesen gewesen sei
(
Urk.
1
6
/2 S. 3).
2.2
2.2.1
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde gegen die rückwirkende Auf
hebung der Invalidenrente demgegenüber im Wesentlichen vor (
Urk.
1),
die von der Beschwerdegegnerin behauptete Aggravation zum Zeitpunkt der Begutach
tung durch
Dr.
Z._
sei nicht
/nie
vorgelegen
und die fremdanamnestischen Angaben der Ehefrau des Beschwerdeführers seien nicht al
s
übertrieben zu taxie
ren (
Urk.
1 S.
7
ff.)
.
Die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Aufhe
bung der Invalidenrente seien damit nicht erfüllt.
Für die aktuelle
n
und zukünf
tige
n
Rentenleistungen könne zudem weder aus dem Observationsmaterial noch aus den Polizeirapporten auf Aggravation geschlossen werden
(
Urk.
1 S. 13 ff.)
. Da sich das psychiatrische
Gu
tachten vom
8.
September 2017
für die Beantwor
tung
,
ob zum
Zeitpunkt
dieser
Untersuchung
eine
Aggravation
vorgelegen habe,
mehrheitlich auf die genannte Observation
und
die Polizeirapporte
stütze und zudem die aktuelle psychiatrische Behandlung nicht berücksichtige,
sei dieses
nicht beweiskräftig (
Urk.
1 S. 15 f.).
Auf das orthopädische Gutachten könne zumindest nicht für die Beurteilung der zukünftigen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit abgestellt werden
, da neue Röntgenaufnahmen nun eine Verschlechte
rung der Wirbelsäulenpr
oblematik aufzeigen würden und seine
Kniebeschwerden zugenommen hätten (
Urk.
1 S. 16 ff.). Zudem seien nicht alle Beschwerden des Beschwerdeführers berücksichtigt worden, was auch auf
die
fehlende Übersetz
ung
zurückzuführen sei (
Urk.
1 S. 18 f.)
2.2.2
In seiner Beschwerde gegen die rückw
irkende Aufhebung der Hilflosen
entschä
digung
(
Urk.
1
6
/1)
brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor,
es liege
kein Wiedererwägungsgrund vor und zur Festlegung des aktuellen Anspruchs
müssten
zunächst ein weiteres psychiatrisches Gutachten sowie eine Abklärung vor Ort stattfinden. Er führte dafür im Wesentlichen dieselben Einwände
an
,
wie
bereits
in der Beschwerde gegen die wiedererwägungsweise Aufhebung der Inva
lidenrente (vgl. E. 2.2.1).
3.
3.1
In prozessualer Hinsicht stellte der Beschwerdeführer den Antrag, d
ie
Verfahren betreffend Wiedererwägung der Invalidenrente
und der Hilflosenentschädigung
sei
en
zu sistieren, bis ein rechtskräftiges Urteil im Strafverfahren wegen Betrugs ergangen
sei
(
Urk.
1 S. 2
,
1
6
/1 S. 2
.
)
.
3.2
Gemäss
Art.
126
Abs.
1
ZPO
, welcher gestützt auf
§
28
lit
. a
GSVGer
im sozial
versicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren sinngemäss Anwendung findet, kann das Verfahren sistiert werden, wenn die Zweckmässigkeit dies verlangt, namentlich wenn der Entscheid vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängt. Bei der Beurteilung der Frage, ob ein Verfahren sistiert werden soll, ist allerdings zu beachten, dass das Bundesrecht im Sozialversicherungsrecht ein einfaches und rasches Verfahren vorschreibt (
Art.
61
lit
. a
ATSG
). Entsprechend müssen die Gründe, welche eine einstweilige Einstellung des Verfahrens rechtfertigen, von beträchtlichem Gewicht sein.
3.3
Die Beurteilung, ob die Leistungen der Invalidenversicherung rechtmässig aufge
hoben wurden und ob dies rückwirkend per
Leistungszusprache
zulässig war, hängt nicht vom Ausgang eines gegen den Beschwerdeführer geführten Strafver
fahrens
ab. Insbesondere setzt eine Aufhebung der Rentenleistungen und der Hilf
losenentschädigung keine rechtskräftige Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Versicherungsbetrugs voraus; im Strafrecht gilt ein anderes Beweismass als im Sozialversicherungsrecht. Darüber hinaus erschöpft sich der für das vor
liegende Beschwerdeverfahren massgebliche Sachverhalt nicht bloss in den mög
licherweise strafrechtlich relevanten Verhaltensweisen des Beschwerdeführers. Vielmehr fällt ins Gewicht, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer qualitativ und quantitativ in medizinischer Hinsicht zumutbar sind. Um darüber Aufschluss zu erhalten, wurde von der Beschwerdegegnerin eine polydisziplinäre medizini
sche Untersuchung veranlasst. Zu prüfen wird daher insbesondere sein, ob die gutachterliche Expertise beweiskräftig und verwertbar ist. Dass auch Erkenntnisse aus dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren in das vorliegende Verfahren ein
fliessen könnten, stellt keinen Grund für dessen Sistierung bis zum Abschluss des s
trafrechtlichen Prozederes dar. Gemäss Auskunft der Staatsanwaltschaft
Zürich-Sihl
vom
1
9.
Oktober 2020
werde in diesem Verfahren demnächst Anklage beim Bezirksgericht erhoben (
Urk.
15), weshalb
auch
nicht mit einem baldigen Abschluss zu rechnen ist.
Entsprechend ist der prozessuale Antrag auf Sistierung des Verfahrens abzuweisen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_715/2019 vom 3
0.
Januar 2020 E. 3.2)
.
3.4
Der Antrag auf Sistierung des Verfahrens betreffend Wiedererwägung der Hilflo
senentschädigung bis zum Vorliegen eines Urteils im sozialversicherungsrechtli
chen Verfahren betreffend Invalidenrente (
Urk.
1
6
/1 S. 2) erweist sich aufgrund der Prozessvereinigung (E. 1.1)
als gegenstandslos.
4.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob für die Verfügungen vom
2.
Dezember 2008
(Zusprache Invalidenrente) und vom
3.
Dezember 2009
(Zusprache Hilflosenent
schädigung) ein Wiedererwägungsgrund vorliegt (E.
5
). In einem weiteren Schritt ist zu beurteilen, ob eine Aufhebung der Invalidenrente und der Hilflosenentschä
digung ex
nunc
et pro
futuro
gerechtfertigt ist (E.
6
und 7
). Schliesslich ist auch die Zulässigkeit der rückwirkenden Aufhebung der Invalidenrente und der Hilf
losenentschädigung zu prüfen (E.
8
).
5.
5.1
Zum Zeitpunkt der
rentenzusprechenden Verfügung vom
2.
Dezember 2008
(
Urk.
9/75)
lagen im Wesentlichen folgende
Arztberichte
vor
:
5.1.1
Im Austrittsbericht der Reh
a
klinik
D._
vom 1
6.
April 2004
(
Urk.
9/22/33 ff.)
wurde festgehalten, der Beschwerdeführer
sei
vom 1
9.
Mai bis 1
6.
Juni 2004
in stationärer Behandlung gewesen
.
Folgende Diagnosen wurden
gestellt
(
Urk.
9/22/33)
:
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit radikulären Restbeschwerden rechts
-
Anpassungsstörung mit gemischter Symptomatik, zusammengesetzt aus leicht depressiven Anteilen, Ängsten und auffälligem Krankheitsverhalten im Sinne vom Symptomausweitungszeichen und mangelhafter Compli
ance (ICD-10: F43.25)
Bei einem Leitersturz aus circa 1.5 Meter
n
Höhe am 1
7.
Januar 2003 sei es zu einer Lendenwirbelsäulenkontusion gekommen, in deren Folge der Beschwerde
führer eine S1-Lumboischialgie sowie ein sensomotorisches Ausfallsyndrom ent
wickelt habe.
Ein MRI vom
3.
Februar 2003 habe eine lumbale Diskushernie L5/S1 mit Affektion der S1-Nervenwurzel rechts und eine linksbetonte Diskushernie L3/4 ohne Nervenwurzelkompression gezeigt
(
Urk.
9/22/33)
.
Bei fortbestehenden Beschwerden habe der Beschwerdeführer zunächst eine Operation abgelehnt.
Am 2
8.
Januar 2004 sei
dann eine mikroinvasive Entfernung der Diskushernie
L5/S
1 rechts vorgenommen wor
den. Eine postoperative MRI-Untersuchung habe keine Diskushernie beziehungsweise Neurokompression mehr
gezeigt
. Eine Verbesse
rung des klinischen Befunds
, bestehend aus Hypästhesie des Beines sowie Fuss
heber- und
Fusssenkerschwäche
,
habe
sich
in der
ansonsten k
omplikationslos
en
postoperativen Phase jedoch nicht eingestellt. Auch weitere Massnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikation, Durchführung eines Sakralblocks und ein Single Shot mittels Katheter L5/S1
seien
erfolglos ge
blieben
(
Urk.
9/22/34).
Bei Eintritt
habe der Beschwerdeführer über Schmerzen in der unteren Lenden
wirbelsäule geklagt, die in das rechte Bein ausstrahlen würden Er spüre das Bein nicht richtig und oft habe er das Gefühl, die Muskulatur sei blockiert. Jegliche Belastung s
ei
schwierig und längeres Laufen oft schmerzhaft. Ein weiteres Prob
lem sei seine Depression. So sei seit längerem se
ine Stimmung sehr gedrückt, er g
rüble sehr viel und mache sich grosse Sorgen um seine finanzielle Zukunft
(
Urk.
9/22/38)
.
Während des Aufenthaltes habe der Beschwerdeführer auch Mik
tionsstörungen beklagt und obschon er ang
egeben habe
, seit dem Vortag kein Wasser gelöst zu haben,
habe
ein Blasenscan eine leere Harnblase
gezeigt
.
Der Beschwerdeführer klage
auch über Übelkeit und häufiges Erbrechen, Laborverän
derungen wie
Elektrolytenmangel
oder Gewichtsverlust h
ätten
während des Auf
enthaltes jedoch nicht beobachtet werden können. Es wurde vermutet, diese Beschwerden
könnten
eine Nebenwirkung der Medikation mit Tramal sein. Ein Medikationsabbau habe aber nicht vorgenommen werden können, da der Beschwerdeführer trotz Hinweis
auf die Nebenwirkungen die Medikamente in willkürlicher Dosierung eingenommen habe (
Urk.
9/
22
/35).
Im Rahmen des psychosomatischen Konsiliums wurde festgehalten, der Beschwerdeführer
sei
im Februar 1998 erstmals nach einer Quetsch-
/
Schnittver
letzung am rechten Mittelfinger mit Gefässnervenbündelverletzung in der Klinik
D._
stationär behandelt worden. Damals sei er mit Symptomausweitungszei
chen beziehungsweise Konversionsstörungen entlassen worden
(
Urk.
9/22/41)
.
Dr.
E._
, Oberarzt
und Facharzt für
Psychiatrie,
führte aus,
er habe
den Beschwerdeführer zunächst im Rah
men der Stationsvisite gesehen
, a
ls dieser nicht in das
Ärzte
zimmer
gekommen,
sondern unter Hinweis auf starke Schmer
zen im Bett liegen geblieben sei. Beim Besuch im Patientenzi
m
mer habe
Dr.
E._
den Beschwerdeführer
dann aber
relativ entspannt im
Bett liegend, fernsehschauend und unbeschwert wirkend
aufgefunden. Unter Hinweis auf Ganzkörperschmerzen und angebliche
n
Harnverhalt habe
der Beschwerdeführer
mitgeteilt, er könne nicht aufstehen.
Im später folgenden Einzelgespräch habe sich der Beschwerdeführer mit verkniffenen Gesichtszügen und unter Leidensbe
kundungen auf den Stuhl niedergelassen. Im Laufe des circa einstündigen Gesprächs seien Positionswechsel zu beobachten gewesen, wobei praktisch alle normalen Sitz
haltungen hätten eingenommen werden können.
Das Gespräch sei öfters durch Schmerzbekundungen mimischer und gestischer Art unterbrochen worden, wobei der Beschwerdeführer auf
Dr.
E._
nicht durchgängig massiv leidend gewirkt habe. Das Gespräch sei mühsam und zähflüssig verlaufen. Der Beschwerdeführer habe auf
Dr.
E._
allenfalls subdepressiv gewirkt und es habe keine eindeutige
n
Hinweise auf Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen im Rahmen des Gesprächs gegeben (
Urk.
9/22/41).
Dr.
E._
schloss darauf, dass der Beschwerdeführer nach einjähriger Leidensgeschichte und nach erfolg
losem operative
m
Eingriff im Januar 2004 eine Anpassungsstörung entwickelt habe. Rückblickend hätte
gemäss
Dr.
E._
aufgrund der psychosozialen Fak
toren, insbesondere der 1998 bereits diagnostizierten Konversionsstörung mit Symptomausweitungsverhalten
,
eine Operationsindikation für eine Di
s
kektomie nur mit Vorbehalt
gestellt werden sollen
. Nun «beweise» der Beschwerdeführer durch sein Schmerzverhalten, dass dieser Eingriff, zu dem er sich überredet gefühlt ha
be, nur weiteres Leid provoziert habe
(
Urk.
9/22/43).
In der zusammenfassenden Beurteilung wurde festgehalten, der Beschwerdefüh
rer habe während des stationären Aufenthalts in Gesprächssituationen häufig gedrückt, antriebsgemindert und sehr leidend gewirkt. Ausserhalb der Gesprächs
situationen habe dieser Eindruck jedoch nicht immer bestätigt werden können. So
sei
es ihm in
einer Situation nicht möglich
gewesen
aufzustehen, um das Essen einzunehmen,
sei
jedoch 15 Minuten später im Haus selbstständig unterwegs
gewesen
(
Urk.
9/22/34).
Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgestellt, die arbeitsrelevanten Problembereiche seien die Lendenwirbelsäule sowie insbesondere die Psyche. Die Belastbarkeit des Beschwerdeführers habe aufgrund der fehlenden Compliance und
seiner
ausgeprägten Schmerzpräsentation nicht getestet werden können. Medizinisch-theoretisch bestehe eine Limitation für
lendenwirbelsäulen
belas
tende Tätigkeiten wie das Heben und Trage
n von Gewichten (nicht über 7.5–
10 kg),
für
Arbeiten in längeren Zwan
gshaltungen (Vorbeugen, Kauern) wie
auch
für
längeres monotones Sitzen oder Stehen.
Rein aufgrund der organisch-strukturel
len Befunde sei dem Beschwerdeführer eine ganztägige
,
leichte, wechselbelas
tende, rückenschonende Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbar (
Urk.
9/22/35).
5.1.2
Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 2005 durch das
Institut F._
untersucht
. Im am
6.
Juli 2005 erstattete
n
Gutachten wurden fol
gende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(
Urk.
9/36/20)
:
-
Verdacht auf passive-aggressive Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8), Differentialdiagnose
:
psychotische Sy
m
ptomatik
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit psychischen und somati
schen Faktoren
-
Chronifiziertes Schmerzsyndrom tieflumbal und im Bereich
des rechten Beines (ICD-10: M54.4)
-
Differentialdiagnose: im Rahmen einer chronischen Schmerzverarbei
tungsstörung
-
Status nach LWS-Kontusion anlässlich Leitersturz im Januar 2003
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
zur Entfernung einer sub
ligamentären Diskushernie L5/S1 paramedian rechts im Januar 2004
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, aus Sicht des Bewe
gungsapparates
sei
eine körperlich belastende Tätigkeit, wie die zuletzt ausgeübte als Rohrleitun
gsmonteur, ab dem 1
7.
Januar 200
3 nicht mehr zumutbar
, eine leichte bis
intermitierend
mittelschwere Tätigkeit dagegen uneingeschränkt
(
Urk.
9/36/21
)
.
Da der Beschwerdeführer äusserst unwirsch und unkooperativ gewesen sei,
könn
ten
seine subjektiven Beschwerden nicht erörtert werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine schwierig einzuschätzende Situation, da der Beschwerdeführer jegliche Kooperation in allen Untersuchungen verweigert habe. Wie in sämtlichen Voruntersuchungen habe auch aktuell ein inkonsistentes Verhalten beobachtet werden können.
Dieses habe die Gutachter schwanken lassen zwischen der
Annahme einer schweren passiv-agg
ressiven Persönlichkeitsstörung
mit differen
tialdiagnostischer Überlegung
einer psychotischen Symptomatik
bei gleichzeitig vorhandener somatoformer Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren und andererseits massiv aggravierendem Verhalten mit verschiedenen objektivierbaren Inkonsistenzen in den Alltagssituationen.
Mittels
Serumspiegel
untersuchung
sei
festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer die
Medika
mente überhaupt nicht einn
ehme
oder
mit derart schlechter Compliance, d
ass sie fast nicht nachweisbar
seien. Aufgrund der klinischen Untersuchung, insbeson
dere jedoch auch aufgrund der Akten und der Angaben der Voruntersuchungen sei es zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich, abschliessend zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu beziehen (
Urk.
9/36/21). Es könne aus psychiatrischer Sicht keine sichere Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Rein bezogen auf die sicher feststell
baren
somatischen
Befunde seien dem Beschwerdeführer körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ganztags uneinge
schränkt zumutbar (
Urk.
9/36/22)
.
5.1.
3
Dr.
Z._
erstatte
te
am 2
6.
August 2008 ein psychiatrisches Gutachten
(
Urk.
9/62) und stellte darin
als
Diagnose
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit
diejenige
einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Sympto
men (ICD-10: F. 32.3)
(
Urk.
9/62/56
)
.
Anamnestisch hielt
Dr.
Z._
fest, d
er Beschwerdeführer habe anlässlich der Begutachtung angegeben, zeitweise Angst vor ihm unbekannten Menschen
zu
verspüre
n
. Er vergesse Vieles, seine Ehefrau könne daher besser Auskunft geben. Sein Gesundheitszustand sei seit 20 Jahren derart schlecht, wieso er sich so schlecht fühle und was genau geschehen sei, könne der Beschwerdeführer nicht sagen. Er bleibe die meiste Zeit zu Hause, ab und zu gehe er für einen Spaziergang in den Wald. Er gehe jedoch nie alleine nach draussen, nur in Begleitung seiner Ehefrau oder seiner Kinder. Weiter wurde im Gutachten festgehalten, der Beschwerdeführer
wünsche
sich, dass die Untersuchung beendet werde. Er werde jedoch beim weiteren Gespräch mit seiner Ehefrau anwesend bleiben (
Urk.
9/62/45 f.).
Die Ehefrau des Beschwerdeführers gab während der weiteren Begutachtung an, sie denke
,
die psychische Erkrankung stehe im Zusammenhang mit
dem
Arbeits
unfall im Jahr 200
3.
Nach
der
Rückenoperation im Jahr 2004 sei er in der Rehaklinik
D._
hospitalisiert worden. Der Beschwerdeführer sei danach in einem schlechten psychischen Zustand nach Hause gekommen und schnell auf
geregt gewesen oder zweitweise gar handgreiflich geworden (
Urk.
9/62/47).
Ihr Ehemann sei sehr krank, leide häufig an Muskelkrämpfen und verspüre Läh
mungserscheinungen in den Beinen, weshalb er Angst habe hinzufallen. Er benutze daher einen Gehstock für
weitere Strecken (
Urk.
9/62/48). Die Situation sei für die Ehefrau sehr schwierig, sie müsse neben ihren üblichen Aufgaben auch die Aufgaben ihres Ehemannes übernehmen.
Sie könne nirgends hingehen, ohne den Beschwerdeführer mitzunehmen. In der Nacht fürchte sie
sich vor ihrem Ehe
mann. Er werf
e Gegenstände nach ihr, spreche oft mit sich selb
st und sage
Dinge wie «willst du mich umbringen» oder «ich will ihn umbringen» (
Urk.
9/62/49).
Der
Ehefrau
sei es
vor zwei Jahren zum ersten Mal aufgefallen, dass der Beschwerde
führe von «Menschen» spreche, die ihn bedrohen
würden
. In diesen Situationen sei er sehr aufgeregt und schreie, er werde diese Menschen alle umbringen. Er zittere, zucke zusammen und spreche sehr undeutlich (
Urk.
9/62/50)
.
Der Beschwerdeführer habe zunächst abgelehnt
,
ohne seine Frau befragt zu wer
den. Ein Gespräch in Abwesenheit der Ehefrau sei schliesslich
jedoch
für 15 Mi
nuten möglich gewesen.
Der Beschwerdeführer habe sich in dieser Zeit wiederholt erkundigt, ob seine Ehefrau nun wieder am Gespräch teilnehmen könne. Während der Untersuchung sei der Beschwerdeführe
r
zudem zwei Mal ohne ersichtlichen Grund erschrocken. Auf die Frage, ob er Schmerzen habe, habe er geantwortet, er werde von einem «Mensch» geschlagen, der ein Messer bei sich habe. Beim Gespräch sei beim Beschwerdeführer auch plötzlich ein Muskelkrampf im rechten Bein aufgetreten und er sei deshalb vom Sofa auf den Boden
geglitten
(
Urk.
9/62/52).
Der Gutachter k
am
zum Ergebnis, beim Beschwerdeführer
lägen
zum Untersu
chungszeitpunkt depressive Beschwerden vor. Die Hauptsymptome seien ein ver
langsamtes Denken, ein deutlich reduzierter Antrieb, eine kaum noch zu ertra
gende Traurigkeit, eine Mutlosigkeit angesichts der Zukunft, Versagensgefühle, eine ausgeprägte Freud- und Interessenslosigkeit, eine andauernde Gereiztheit und Mühe Entscheidungen zu treffen. Zudem
bestehe beim
Beschwerdeführer ein Gefühl
,
hässlich zu sein, ein um mehrere Stunden früheres Erwachen als sonst und eine Unfähigkeit wieder einzuschlafen, eine ausgeprägte Müdigkeit, ein stark nachgelassener Appetit, ein ausgeprägter Gewichtsverlust und ein völliges Des
interesse an
sexuellen Aktivitäten
.
Beim Beschwerdeführer
lägen
weiter Wahn
ideen und Halluzinationen
vor
, jedoch andere als die für ICD-10 F20.0 – F20.3 typisch schizophrenen. Die Wahngedanken seien nicht bizarr oder kulturell unangemessen und bei den Halluzinationen handle es sich
nicht
um Rede in der dritten Person oder kommentierende Stimmen.
Es könne daher die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen gestellt werden. Die Testdiagnostik des Beck Depressionsinventars h
abe entsprechend das Vorliegen
einer schweren depressiven Episode aufgezeigt (
Urk.
9/62/57).
Dr.
Z._
empfahl eine erneute stationäre psychiatrische Therapie mit einer hochdosierten kombinierten Psychopharm
ako
therapie. Da die Blutspiegel der ver
ordneten Psychopharmaka unterhalb der Referenzbereiche gelegen
hätten
, emp
fahl der Gutachter insbesondere eine regelmässige Blutspiegelkontrolle. Zur Prog
nose könne lediglich im Verlaufe einer solchen Therapie Stellung genommen wer
den (
Urk.
9/62/57 f.).
Ob die Resultate der gemessenen Blutspiegel auf eine feh
lende Compliance oder auf eine zu niedrige Dosierung zurückzuführen sei
en, lasse sich nur beantworten, wenn
der Beschwerdeführer die Medikamente unter Kontrolle einnehme und danach der Blutspiegel erneut bestimmt werden könne (
Urk.
9/62/62).
Zur
Arbeitsfähigkeit wurde im Gutachten festgehalten, diese sei aufgrund der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen schwergradig beeinträchtigt. Die bisherige und auch jegliche andere Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar. Die volle Arbeitsunfähigkeit bestehe seit 2
0.
Juni 2004
fortdauernd
(
Urk.
9/62/59 f.).
5.1.
4
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Praktischer Arzt FMH, schloss in seiner Stel
lungnahme vom 2
9.
August 2008 darauf, das Gutachten von
Dr.
Z._
sei
schlüssig und in seiner Feststellung der Arbeitsunfähigkeit plausibel.
E
ntspre
chend
sei ab
dem 2
0.
Juni 2004
von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
auszu
gehen
. Eine stationäre psychiatrische Therapie mit einer kombinierten Psycho
pharmakotherapie
und Blutspiegelkontrollen sei
im Rahmen der Schadenminde
rungspflicht aufzuerlegen und in einem halben Jahr entsprechend zu überprüfen (
Urk.
9/63/3).
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin kam aufgrund des Gutachtens von
Dr.
Z._
und der Stellungnahme des RAD zum Schluss,
es liege
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor
. Wenn diese nun vorbringt, es
hätte
bei der
Rentenzusprache
nicht auf das Gutachten von
Dr.
Z._
abgestellt werden
dürfen
,
da sich
Dr.
Z._
mit dem wiederholt dokumentierten aggravierenden Verhalten des Beschwerdeführers nicht auseinandergesetzt und seine Beurteilung fast ausschliesslich auf die sub
jektiven Angaben des Beschwerdeführers und seine
r
Ehefrau gestützt habe
(
Urk.
2 S. 5
ff.
)
, vermag dies
wie im Folgenden dargelegt
,
zu überzeugen.
Das Gutachten er
weist sich
insbesondere
als mangelhaft, da eine kritische Wür
digung der vorhandenen Arztberichte und
der sich daraus ergebenden
Diskrepan
zen
, wie ausdrücklich im Fragenkatalog der Beschwerde
gegnerin
verlangt (
Urk.
9/56/2), nicht stattfand.
Dr.
Z._
fasste zwar
auf
37 Seiten die
Vorakten
zusammen (
Urk.
9/62/8-44), setzte sich jedoch im Anschluss nicht
ansatzweise mit diesen
auseinander.
Im Lichte
der
in den
Vorakten
mehrfach
erwähnten
Inkonsistenzen
wäre eine Auseinandersetzung mit diesen unerlässlich gewesen. So war im Gutachten des
F._
vom 1
2.
Mai 2005 noch festgehalten worden,
auf
grund der fehlenden Kooperation des Beschwerdeführers
sei
eine gesic
herte Diagnose nicht möglich
(
Urk.
9/36/19) und der Anteil einer willentlich herbeige
führten Symptomausweitung schwer abzuschätzen (
Urk.
9/36/20). Im Gutachten des
F._
wurde sodann auch richtig festgestellt und in die Beurteilung
mit
einbe
zogen, dass die gezeigte Kooperationsverweigerung durchgehend vorhanden und in allen Berichten immer wieder erwähnt
worden sei
(
Urk.
9/36/20).
Weiter wurde
im
Bericht des P
sychiatriez
entrum
s
H._
vom 1
8.
Juli 2007
,
wo
der Beschwer
deführer seit 2004 monatlich in Behandlung
stand
,
erklärt
, die Sinnestäuschun
gen der «Menschen» seien punktuell fraglich. Weiter neige der Beschwerdefü
hrer zu theatralischem Gebärden;
er sei stark hinkend mit einem Stock zu den Termi
nen erschienen, in unbeobachteten Momenten sei er jedoch ohne Stock gegangen und habe kaum gehinkt (
Urk.
9/54/3). Auch im Austrittsbericht der Rehaklinik
D._
finden sich
eine Vielzahl von Inkonsistenzen
. Während
der Beschwerde
führer
in Gesprächssituationen beispielsweise gedrückt, antriebsgemindert und sehr leidend
gewirkt habe
,
habe
dieser Eindruck ausserhalb der Gespräche nicht immer bestätigt werden
können
(
Urk.
9/22/34).
Schon
nach
einer früheren stati
onären Behandlung im Jahr 1998 habe der Beschwerdeführer aus der Rehaklinik
D._
mit Symptomausweitungszeichen entlassen werden müssen (
Urk.
9/22/41).
Die im Gutachten des
F._
festgestellte fehlende Objektivierbarkeit psychiatrischer Befunde infolge Kooperationsverweigerung und inkonsistentem Verhalten des Beschwerdeführers (E. 5.1.2) führte denn auch dazu, dass mit Ver
fügung vom 2
7.
Juli 2005 kein psychisches Leiden berücksichtigt und ein Ren
tenanspruch verneint wurde (
Urk.
9/39).
Dr.
Z._
widmete
diesen
in den
Vorakten
aufgeführte
n
In
konsistenzen
jedoch
keine Beachtung
;
zwar erkannte er
, dass die im Blutspiegel nachweisbaren Werte der verordneten
Pychopharmaka
unterhalb des therapeutischen Bereiches
lagen
und erwähnte
fehlende Compliance als eine mögliche Ursache
hierfür
, setzte
aber
auch dies nicht
in eine
n
Kontext
zur
restlichen Aktenlage (
Urk.
9/62/62).
Die vollständig fehlende Konsistenzprüfung
und unkritische Übernahme sämtlicher Angaben des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau
durch
Dr.
Z._
überzeugt angesichts der
Vorakten
in
keinster
Weise und
führt dazu, dass
das Gutachten von
Dr.
Z._
als
medizinische
Entscheidgrundlage
offensichtlich
nicht
genügt
e
.
Vielmehr hätte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ihr obliegenden Abklä
rungspflicht angesichts der
Vorakten
und ihrer Leistungsverweigerung mit Ver
fügung vom 2
7.
Juli 2005 (
Urk.
9/39) das Gutachten zumindest ergänzen lassen und klären müssen, ob sich die von
Dr.
Z._
gestellte Diagnose und die attes
tierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit auch nach einer Auseinandersetzung mit
den
aktenmässig
dokumentierten
Inkonsistenzen und unter Ausklammerung allfälli
ger
aggravatorischer
oder verdeutlichender Anteile rechtfertigt. Indem sie dies unterlassen hat, hat sie ihre Abklärungspflicht und damit den Untersuchungs
grundsatz verletzt. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
Z._
von einer seit 2
0.
Juni 2004 bestehenden Arbeitsunfähigkeit ausging (E. 5.1.3) und damit nicht von einem seit Erlass der Verfügung vom 2
7.
Juli 2005 verschlechterten Gesundheitszustand. Indem die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung von
Dr.
Z._
, mithin eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts abstellte, nahm sie de facto eine Wiedererwägung ihrer ursprüngli
chen Verfügung vom 2
7.
Juli 2005 vor (SVR 2004 IV Nr. 5), was aber eine zwei
fellose Unrichtigkeit derselben bedingt hätte; hiervon ging die Beschwerdegeg
nerin aber zumindest gemäss Aktenlage nicht aus (vgl. Feststellungsblatt vom 2
9.
August 2008,
Urk.
9/63).
5.2.2
Damit erweist sich die gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Z._
erfolgte
Renten
zusprache
als
in mehrfacher Hinsicht
zweifellos unrichtig und deren wiedererwä
gungsweise Aufhebung als rechtens.
Der Umstand, dass der Rentenanspruch im Rahmen
eines
periodisch durchgeführte
n
Revisionsverfahren
s
bestätigt wurde (
vgl.
Mitteilung
vom 1
7.
Juni 2009 [
Urk.
9/84
]
),
steht der wiedererwägungsweisen Aufhebung einer zweifellos unrichtigen Verfügung sodann nicht entgegen (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_680/2017 vom
7.
Mai 2018 E. 4.1.1
, 9C_466/2010 vom 2
3.
August 2010 E. 3.2.3
).
5.3
Der Verfügung betreffend Hilflosenentschädigung vom
3.
Dezember 2009
lagen in Wesentlichen folgende Akten zugrunde:
5.
3
.1
Im Fragebogen betreffend Revision der Invalidenrente/Hilflosen
en
tschädigung vom 2
4.
März 2009 gab der Beschwerdeführer an
,
Hilfe beim An- und Ausklei
de
n
, beim Au
f
stehen, Absitzen und Abliegen sowie bei der Körperpflege, der Ver
richtung der Notdurft und der Fortbewegung zu benötigen. Zudem sei er nachts auf andauernde Pflege angewiesen
(
Urk.
9/77/3)
.
5.
3
.2
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
A
llgemeine
Innere
Medizin,
hielt in seinem Bericht vom 1
0.
Juni 2009 fest, der Beschwerde
führer
sei
völlig verwirrt, wesensverändert, gehbehindert und auf eine Ge
h
hil
f
e angewiesen
(
Urk.
9/82/1)
.
Er brauche Hilfe beim An- und Auskleide
n
, beim Zer
kleinern der Nahrung, beim Kämmen der Haare sowie beim Rasieren und Duschen. Er benötige dauernde Pflege (
Urk.
9/82/8 f.).
5.
3
.
3
Im Abklärungsbericht vom
1.
Oktober 2009
(
Urk.
9/88)
wurde festgehalten, d
ie Situation sei mi
t der Ehefrau besprochen worden. D
er Beschwerdeführer selbst sei
nur circa fünf Minuten im Zimmer geblieben. Während dieser Zeit habe er sich seltsam verhalten und starke, plötzliche Zuckungen in den Armen und Beinen gehabt. Er habe stark geschwitzt und sich von der Abklärungsperson abgewandt.
M
ehrmals
habe er
gefragt, wann er sich zurückziehen dürfe, wobei dies von der Ehefrau übersetzt worden sei. Da er nicht habe mitmachen wollen und etwas aggressiv gewirkt habe, sei es besser gewesen, ihn das Zimmer verlassen zu lassen (
Urk.
9/88/1).
Die Ehefrau habe berichtet
, der Beschwerdeführer sei vollkommen in sich zurück
ge
kehrt
. Er verbringe fast den ganzen Tag im Bett und könne zu nichts animiert oder aufgefordert werden. Nach draussen gehe er nur nach langer Aufforderung und in Begleitung
seiner
Ehefrau. Sie arbeite nur noch in einem 50%
-
Pensum und zwar ausschliesslich wegen der Situation des Beschwerdeführers. Sie
wären
auf
ein höheres
Einkommen angewiesen
,
aber sie könne nicht den ganzen Tag ausser Haus sein. Sie habe wegen seiner Aggressivität
Angst um die Kinder
.
Bei de
n
Lebensverrichtungen sei der Beschwerdeführer körperlich selbstständig. Die Ehefrau habe alle Punkte im Anmeldeformular ausgefüllt, weil sie nicht mehr gewusst habe, was richtig sei (
Urk.
9/88/2).
Der Beschwerdeführer
könne sich in der Regel selbständig an- und auskleiden. Beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen bestünden sodann keine Einschränkun
gen. Der Beschwerdeführer könne alle Gerichte selbst zerschneiden und zu sich nehmen. Die Ehefrau müsse ihn zur Körperpflege auffordern, er lasse sich jedoch nicht viel helfen. Medikamente nehme er selbst ein und eine dauernde Überwa
chung sei nicht notwendig, der Beschwerdeführer könne auch alleine gelassen werden
(
Urk.
9/88/2 f.).
Bezüglich ausserhäusliche
r
Verrichtungen berichtete die Ehefrau, der Beschwer
deführer müsse überallhin begleitet werden. Er könne sich nicht mehr orientieren und kommuniziere nur noch mit ihr. Er sei aggressiv und unberechenbar gegen
über Fremden. Er könne keine Termine mehr abmachen oder diese ohne Unter
stützung wahrnehmen (
Urk.
9/88/3 f.).
5.
3.
4
Die Beschwerdegegnerin kam zum Schluss, der Beschwerdeführer
sei
auf lebens
praktische Begleitung angewiesen
, weshalb ihm ab
1.
März 2008 eine Hilflo
senentschädigung wegen leichter Hilflosigkeit
zugesprochen
wurde (
Urk.
9/90/2).
5.
3
.5
Zum Verfügungszeitpunkt
musste die Abklärung der Hilflosenentschädigung rechtsprechungsgemäss folgende Voraussetzungen erfüllen:
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Fachperson und Ver
waltung
erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
beziehungsweise
geistigen Funktionen durch das Leiden ein
geschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärun
gen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfra
gen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (AHI 2000 S. 319 f. E. 2b). Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext
schliesslich
muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den
tatbestandsmässigen
Erfordernissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege (
Art.
37
der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
) sein.
Schliesslich
hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen
5.
3
.6
Vorliegend schliesst bereits die
dargelegte
unzureichende Abklärung der medizi
nischen Diagnosen und der sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen
(vgl.
E.
5.2.1)
aus, dass die Abklärungsperson die notwendigen Kenntnisse
über den gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers erlangen konnte
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2020 vom 1
4.
Juli 2020
E. 3.2)
.
Zusätzlich weisen
die
Angaben des Beschwerdeführers
im Hinblick auf
seine
Hilflosigkeit
deutliche
Widersprüche auf.
So muss davon ausgegangen werden, dass
er
gegenüber seinem Hausarzt
eine Vielzahl von Einschränkungen in den alltäglichen Lebensverrichtungen
behauptete und demonstrierte
, die anlässlich der Haushaltsabklärung nicht mehr
erhoben werden konnten
. Während
Dr.
I._
nämlich
attestierte
, der Beschwerdeführer benötige Hilfe beim An- und Ausklei
den, beim Zerkleinern der Nahrung, beim Kämmen, Rasieren
und Duschen
(
Urk.
9/82/8 f.),
die Ehefrau pflege den Beschwerdeführer wie ein Kind und sein Verhalten entspreche dem eines 2.5 bis 3-jährigen Kindes (
Urk.
9/82/4 f.), wurde im Abklärungsbericht keine nennenswerte Einschränkung in der Bewältigung der alltäglichen Lebensverrichtungen mehr festgehalten. Vielmehr wurde nun die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung dargelegt. Auch die Ehefrau muss sich dieser Diskrepanzen bewusst gewesen sei
n
, so äusserte sie anlässlich der Haushaltsabklärung, sie habe alle Punkte im Anmeldeformular ausgefüllt
(vgl.
Urk.
9/77/3 f.)
, weil sie nicht mehr gewusst habe, was richtig sei (
Urk.
9/88/2).
Diese Erklärung ist im Hinblick auf ihre anlässlich der Haushaltsabklärung sehr ausführlichen Schilderungen der Einschränkungen und
dem offensichtlich vor
handenen Verständnis
über die Begrifflichkeiten, nicht glaubhaft.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Abklärung und insbesondere vor dem Hintergrund
der unzureichenden Abklärung der
medizinischen Diagnosen und der sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen,
den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung bejahte. Vielmehr hätten
auch in diesem Zusammenhang
weitere Abklärungen stattfinden müssen, um
eine Hilflo
sigkeit als erstellt zu betrachten.
Damit besteht
ebenfalls
kein Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung vom
3.
Dezember 2009 betreffend die Zusprechung der Hilflosenentschädigung.
6.
6.1
Der Neubeurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und
auf
die Hilflo
senentschädigung lag
in medizinischer Hinsicht das Gutachten der
C._
vom
8.
September 2017 zugrunde,
das unter anderem unter Einbezug der Ergebnisse der von der Bes
chwerdegegnerin angeordneten Observation
erging
(vgl.
Urk.
9/187/43), für welche es mit Blick auf die Rechtsprechung bis zum Erlass von
Art.
43a und 43b ATSG, welche am
1.
Oktober 2019 in Kraft getreten sind, an einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage fehlte (BGE 143 I 377 E. 4). Die im Jahr 2015 durchgeführte Observation führte folglich zu einer Verletzung von
Art.
8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte (EMRK) beziehungsweise
Art.
13 der Bundesverfassung (BV).
Was die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse anbelangt, stellte der Beschwerdeführer diese in rechtlicher Hinsicht richtigerweise nicht in Frage (
Urk.
1 S. 12 f.). So bestanden aufgrund der divergierenden Aussagen des Sohnes vom
2.
Dezember 2014 (
Urk.
9/121) und von
Dr.
I._
(
Urk.
9/122) zur Frage, ob aktuell eine psychiatrische Behandlung erfolgte, und dem Umstand, dass der Beschwerdeführer 2011 und 2014 Vater seines dritten und vierten Kindes gewor
den war (vgl.
Urk.
9/107, 9/123), obwohl
Dr.
Z._
im Jahr 2008 als Folge der depressiven Störung ein völliges Desinteresse an
sexuellen Aktivitäten
festgestellt hatte (
Urk.
9/62/57), denn auch erhebliche Zweifel an der vom Beschwerdeführer im Revisionsfragen vom
9.
Oktober 2014 als unverändert schlecht angegebenen Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/117/2). Damit und mit Blick auf die aufgezeichneten Handlungen, welche ausschliesslich im öffentlichen Raum an einem der insge
samt sechs Überwachungstage im Zeitraum 1
8.
Juni bis 2
2.
Oktober 2015 erfolg
ten (
Urk.
9/151), kann insgesamt und im Lichte der hierzu ergangenen Rechtspre
chung (BGE 143 I 377 E. 5.1.1 und 5.1.3; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 9C_248/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 4.3 mit Hinweisen) nicht von einer schwe
ren Verletzung der Persönlichkeit gesprochen werden.
Wird diesem relativ bescheidenen Eingriff in die grundrechtliche Position des Beschwerdeführers das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs entgegengestellt, ergibt sich, dass der Ermittlungsbericht vom
6.
November 2015 sowie sämtliche Akten, die darauf Bezug nehmen - so auch das Gutachten de
r
C._
- in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden können und müssen (BGE 143 I 377 E. 5.1.2).
6.2
6.
2
.1
Interdisziplinär wurden
im Gutachten de
r
C._
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt (
Urk.
9/187/23)
:
-
Diabetes mellitus Typ 2, insulinpflichtig, mit Verdacht auf diabetische Polyneuropathie
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom im Status nach
Nukleo
tomie
L5/S1 vom 2
8.
Januar 2004 ohne Funktionseinschränkung und ohne radikuläre Defizitsymptomatik
Keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
massen die Gutachter folgenden Diagno
sen bei:
-
Passiv-aggressive Persönlichkeitszüge (Z73)
-
Verdacht auf
Leberparenchymschaden
-
Übergewicht (BMI 29.7 km/m2)
-
Beginnende Grosszehengrundgelenksarthrose beidseitig
-
Retropatellares Schmerzsynd
rom beidseitig
6.
2
.2
Der psychiatrische Gutachter,
Dr.
med. J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, hielt anamnestisch fest, der Beschwerdeführer habe ausgeführt, er habe Sch
merzen am ganzen Körper, leide
an Depressionen und habe teilweise die Befürchtung,
es gebe Menschen
, die in umbringen woll
t
en (
Urk.
9/187/37). Zum Tagesablauf gab er an, zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr aufzustehen. Die Kör
perhygiene könne er nicht alleine verrichten, weshalb ihn seine Frau wasche. Auch das Anziehen sei
nur
zu 80
%
alleine möglich
. Tagsüber sei er meist Zuhause. Er habe drei bis vier Kollegen, diese treffe er selten. Ab und zu mac
he er alleine einen Spaziergang
von einer halben bis zu einer Stunde, aber nur, wenn er sich etwas besser fühle. Er fahre kein Auto und benütze auch keine öffentlichen Verkehrsmittel
(
Urk.
9/187/37)
.
Die
Ehefrau des Beschwerdeführers habe
im Rahmen der Fremdanamnese die Ein
schränkungen
viel stärker als
der Beschwerdeführer selbst
betont
(
Urk.
9/187/39)
.
Im psychiatrischen Befund hielt
Dr.
J._
fest, dass der Beschwerdeführer von seiner Ehefrau gestützt den Untersuchungsraum betreten habe. Der erste Teil der Untersuchung sei dann ohne die Ehefrau durchgeführt worden (
Urk.
9/187/39). Bezüglich die kognitiven Fähigkeiten hätten sich im Verlauf der Untersuchung sehr grosse Unterschiede gezeigt. In den ersten zehn bis 15 Minuten habe sich der Beschwerdeführer deutlich verlangsamt präsentiert und Fragen mit grosser Latenz
beantwortet. Nach etwa 15 Minuten habe sich das Bild völlig verändert und der Beschwerdeführer habe rasch reagiert und sich im Gespräch sehr aufmerksam und konzentriert gezeigt, insbesondere als im zweiten Teil des Untersuchungsgesprä
ches seine Ehefrau am Gespräch teilgenommen habe. Auch in intellektueller Hin
sicht habe sich der Versicherte zu Beginn massiv eingeschränkt
präsentiert. Im zweiten Teil habe er dann einen intellektuell differenzierten Eindruck gemacht. Bei den üblichen Fragen zur Orientierung habe sich der Beschwerdeführer sehr auffällig gezeigt
, t
eilweise so, wie es bei einer fortgeschrittenen Demenz oder einer schweren hirnorganischen Störung zu
erwarten wäre
. Jedoch hätten sich auch hier Inkonsistenzen gezeigt; auf entsprechende Fragen zur autopersonellen Orientierung habe der Beschwerdeführer angegeben, e
r könne weder sein Geburtsdatum
noch sein Lebensalter n
ennen, er habe beides vergessen. D
as Alter seiner Ehefrau und seiner
vier Kinder habe
er aber benennen
können
(
Urk.
9/187/40)
.
Dr.
J._
führte aus, die Beurteilung der psychischen Situation
sei
durch zahlrei
che und zum Teil massive Inkonsistenzen erschwert gewesen.
Inkonsistenzen würden zum einen zwischen den vom
Beschwerdeführer
geschilderten und prä
sentierten Symptomen und den Beobachtungen und Feststellungen in den aktu
ellen Untersuchungen (psychiatrisch, orthopädisch-traumatologisch und internis
tisch) bestehen.
Zum anderen ergäbe
n
sich aus den
Akten
zur
Observation
im Jahr
2015 deutliche Hinweise,
dass
die vom Beschwerdeführer zum Teil explizit-verbal geschilderten, zum Teil implizit-nonverbal präsentierten Beschwerden nicht oder weitgehend nicht dem tatsächlichen inneren Erleben und/oder den tat
sächlich vorhandenen Funktionsbeeinträchtigungen entspr
ä
chen.
Gemäss
Dr.
J._
sei
von einer sehr massiven Aggravation auszugehen
(
Urk.
9/187/43)
.
Weiter hielt
er dafür
,
dass
die fremdanamnes
tischen Angaben von Angehörigen
kritisch zu sehen
seien
, da der Ausgang des Versicherungsverfahrens die ganze Familie betreffe, weshalb es auch häufig zu
Aggravation
en
von Angehörigen
käme
. Im vorliegenden Fall ging der Gutachter davon aus, diese Problematik
bestehe
auch bei den anamnestischen Angaben der Ehefrau. In der psychiatri
schen Untersuchung sei sehr deutlich der Eindruck entstanden, die Ehefrau
über
treibe
die Einschränkungen des Beschwerdeführers sogar noch stärker und kon
sequenter als
dies
er selbst (
Urk.
9/187/43).
Aufgrund des
über weite Strecken unechten Verhaltens erklärte
Dr.
J._
die Gefühlslage des Beschwerdeführers als erschwert einschätzbar. Gegen Ende des Gesprächs habe
sich dieser
jedoch sehr lebhaft gezeigt, sei vehement für seine Sichtweise eingetreten und
habe
seiner Ehefrau widersprochen. Dies spreche deutlich gegen eine stärker ausgeprägte Depressivität
.
In affektiver Hinsicht plau
sibel sei letztlich nur eine vermehrte Gereiztheit, die am ehesten persönlichkeits
bedingt
sei
. Bereits im Gutachten des
F._
von 2007
(richtig: 2005) sei der Ver
dacht auf passiv
aggressive Persönlichkeitszüge geäussert worden, damals aller
dings im Ausmass einer Persönlichkeitsstörung. Eine Persönlichkeitsstörung
erkannte
Dr.
J._
nicht, dagegen spreche unter anderem, dass der Beschwerde
führer vor dem Unfall von 2003 ein gutes soziales Funktionsniveau gehabt habe. Passive Persönlichkeitszüge (Z73) lägen aber mit ganz überwiegender Wahr
scheinlichkeit vor
(
Urk.
9/187/44)
.
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung habe der
Beschwerdeführer
die Befürchtung geäussert,
es gebe
Menschen, die ihn umbringen wollten, Auffällig sei gewesen
,
mit
wie wenig begleitendem Affekt
er diese Gedanken vorgebracht habe
. E
ine an sich zu erwartende und bei psychotischer Problematik meist vor
liegende Angst angesichts der genannten Befürchtungen habe sich überhaupt nicht gezeigt.
Dr.
J._
erläuterte zwar
, es gäbe durchaus
Fälle mit
über viele Jahre paranoide
n
Ideen
, bei denen sich die ursprünglich vorhandene affektive Begleitsymptomatik (Angst, Wut etc.) weitgehend zurückbilde
. Vorliegend
liege
aber
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine solche Situation
vor
. Falls dies doch der Fall sein sollte - gewisse Unsicherheiten seien aufgrund des massiv unauthentischen Verhaltens des Besch
werdeführers nicht zu vermeiden
-
,
würde sich daraus keine quantitative Verminderung der Arbeitsfähigkeit ergeben.
Dr.
J._
wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich der Beschwerde
führer im Rahmen der Observation im Jahr 2015 völlig unauffällig im öffentli
chen Raum bewegt habe, was klar gegen eine arbeitsfähigkeitsrelevante parano
ide Symptomatik spreche. Es komme zudem weitaus häufiger vor, dass
Betroffene
von paranoiden Ideen sehr misstrauisch seien und versuchen würden
,
diese zu verbergen. Der Beschwerdeführer habe diese
aber
gleich zu Beginn der Untersu
chung auf eine offene Frage hinsichtlich Beschwerden präsentiert, was eher
dafür spreche, dass er sich als stark psychisch gestört zu zeigen versuche, obwohl dies nicht der Fall sei (
Urk.
9/187/44 f.).
Der Beschwerdeführer habe eine Einschränkung der Merkfähigkeit und des Lang
zeitgedächtnisses beklagt und die Fragen zur Orientierung in einer so massiven Weise fehlerhaft
beantwortet, wie dies in der Regel nur bei fortgeschrittener Demenz und schweren hirnorganischen Störungen zu sehen sei. Die
präsentierte
Art
von Desorientiertheit und geistigem Abbau
sei vollkommen unplausibel. Schon im Untersuchungsgespräch selbst habe er diese Symptompräsentation nicht durchgehalten
,
habe
vielmehr
gegen Ende des Gespräches rasch und zügig auf Fragen geantwortet, sei aufmerksam und konzentriert gewesen, habe auch die umfangreichen Äusserungen der Ehefrau genau
verfolgt und ihr widerspro
chen. Nach Einschätzung des Gutachter
s
lieg
t
keine wesentliche kognitive Stö
rung vor (
Urk.
9/187/45).
Im Hinblick auf das Be
lastungsprofil hielt
Dr.
J._
fest, aufgrund der passiv-
aggressiven Persönlichkeitszüge
mit vermehrter Gereiztheit seien Tätigkeiten
,
die eine gute Konfliktfähigkeit voraussetzen
würden
, nicht geeignet. Der Beschwer
deführer solle eher für sich allein arbeiten können, mit wenig Abstimmungsbedarf mit Kollegen und Vorgesetzten. Kundenkontakt
könne
allenfalls in geringem Umfang bestehen. Quantitativ liege keine Verminderung der Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
9/187/47).
Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit schätzte
Dr.
J._
,
dass
bereits zum Zeitpunkt des Gutachtens von 2008 Aggravation eine erhebliche Rolle gespielt
habe
. Selbst wenn damals, im August 2008, eine relevante depres
sive Symptomatik vorgelegen haben sollte, sei diese inzwischen offensichtlich längst zurückgebildet. Genauere zeitliche Angaben zu machen, sei aufgrund des Mangels an psychiatrischen Akten nach dem Gutachten von
Dr.
Z._
sowie des unauthentischen Verhaltens des Besch
werdeführers nicht möglich. Das
selbe gelte auch für den Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (
Urk.
9/187/48).
6.
2
.3
Im internistischen Teilgutachten
hielt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
, fest, der Beschwerdeführer habe über Schmerzen in der Lenden
wirbelsäule mit Ausstrahlung
en
in beide Beine, auch im Bereich der Halswirbel
säule geklagt, «eigentlich hätte er die Schmerzen im ganzen Körper». Weiter habe er angegeben, er habe eine sehr schwankende Stimmung,
sei
sehr reizbar, auch schnell aggressiv. Seit dem Herbst würden
linksseitige
,
abdominelle Schmerzen auftreten. Der Beschwerdeführer meine, Krebs zu haben, wobei eine entspre
chende Diagnostik bisher nicht erfolgt sei (
Urk.
9/187/51).
Dr.
K._
diagnostizierte einen insulinpflichtigen
Diabetes mellitus Typ 2
mit Verdacht auf diabetische Polyneuropathie (
Urk.
9/187/54). Auf internistischem Gebiet besteh
e
seit
circa
acht Jahren eine diabetisch
e Stoffwechsellage, die derzeit
mit
NovoRapi
d
- und Lantus-
lnsulin
eingestellt
sei
. Auf der Gru
ndlage des beste
henden Diabetes
mellitus
habe
sich in den letzten Jahren möglichweise eine dia
betische Polyneuropathie entwickelt
(
Urk.
9/187/55)
.
Weiter stellte
Dr.
K._
fest, i
nsgesamt best
ünden
erhebliche Diskrepanzen zwi
schen den ge
schilderten Beschwerden und den
objektiven Befunden. So
habe
der Beschwerdeführer
eingangs über nekrotische Stellen an den Füssen
berichtet
.
Auf
den Hinweis/die Frage
,
es müssten
dann schwarze Stellen an den F
ü
ssen sein
, habe er mit Ja
g
eantwortet.
Bei der körperlichen Untersuchung
seien
die Füsse jedoch warm
gewesen und hätten bei gut palpablen
Pulsen keinerlei Hinweise für eine Gangrän
gezeigt
. Nachdem der Versicherte darauf angesprochen
worden sei
,
habe er ausgeführt
, der Hausarzt
habe
ihm erklärt, es könne bei seiner diabeti
schen
Stoffwechsellage zu Durchblutun
gsstörungen mit Gangrän
en
kommen.
Die anamnestisch angegebenen
,
extre
m hohen täglichen Insulin-Dosen stünden zudem
in deutlichem
Widerspruch zu den erhobenen Laborwerten, die auf
eine dekompensierte diabetische
Stoffwechsellage hindeuten
würden
mit deutlich erhöhten Werten der postp
randialen Glucose und des HbA1c.
Dr.
K._
vermu
tete, der Beschwerdeführer
habe
zeitweise
erheblich
weniger oder auch gar kein Insulin gespritzt.
Weiter sei
unverständlich, inwieweit der Beschwerdeführer, wie durch ihn angegeben, selbständig Spaziergänge im Wald unternehmen könne,
da bei der gutachterlichen Untersuchung von E
hefrau und Tochter demonstriert
w
or
den sei
,
er
sei
beim Laufen
auf ihre Hilfe
angewiesen
.
Darauf angesprochen
habe die Ehefrau erwidert,
es gehe
dem
Beschwerdeführer zeitweise auch besser (
Urk.
9/187/55).
Im Hin
b
lick auf das Belastungsprofil hielt
Dr.
K._
fest, aus internistischer Sicht bestehe aufgrund des insulinpflichtigen Diabetes ein hohes
Hypoglykämierisiko
. Das Arbeiten auf Gerüsten, Leitern mit Absturzgefahr sowie an laufenden Maschinen oder auch in Wechselschicht sei daher nicht günstig, da eine erhöhte Verletzungsgefahr bestehe.
Das Vorliegen eines Diabetes mellitus per se rechtfer
tige jedoch keine Arbeitsunfähigkeit, auch wenn aufgrund der ermittelten Labor
werte von einer dekompensierten Stoffwechsellage ausgegangen werden müsse. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeiten sei nicht
eingeschränkt (
Urk.
9/187/55).
Retrospektiv
würden
sich sowohl durch die heutige Untersuchu
ng wie auch durch die Aktenlage
keinerlei Hinweise
ergeben
, dass die Arbeitsf
ä
higkeit auf internis
tischen Gebi
et in der früher ausgeübten und
einer leidensadaptierten Tätigkeit jemals eingeschränkt
gewesen sei
(
Urk.
9/187/55)
.
6.
2
.
4
Zu Beginn des orthopädischen Gutachtens von
Dr.
med. L._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, merkte dieser an, der Beschwerdeführer
sei
aufgefordert worden, alleine in den Untersuchungsraum zu
kommen
. Beim Verlassen des Wartebereichs und Ei
ntritt in den Untersuchungs
raum
habe die Ehefrau dem Beschwerdeführer auf Albanisch gesagt,
e
r
solle
nichts sagen. Eine albanisch sprechende Mitarbeiterin der
C._
habe dem Gut
achter den Inhalt dieser A
b
sprache mitgeteilt. Nachdem der Beschwerdeführer sich gesetzt und einige Male nach seiner Frau gerufen habe, habe die Exploration begonnen. Nach kurzer Zeit sei er jedoch vom Stuhl aufgestanden und habe seine Frau in den Untersuchungsraum gerufen.
Ingesamt
habe er
Aufforderungen und Anweisungen in einer
aus orthopädischer Sicht
nicht nachvollziehbaren Weise falsch durchgeführt. Das gesamte Verhalten
des Beschwerdeführers sei
sehr auf
fällig
gewesen
und
habe
aufgesetzt und
g
espielt
gewirkt (
Urk.
9/187/58)
.
Die Exploration der Beschwerden habe sich schwierig gestaltet. Der Beschwerde
führer habe in der Regel erst nach
z
weimalige
m
Nachfragen geantwortet. Er habe Kopfschmerzen, ein Rauschen in beiden Ohren, rezidivierend linksseitige Unter
brauchschmerzen
und
Schmerzen in beiden Knien angegeben. Zudem habe er über ständige Müdigkeit und Schwäche geklagt. Er könne aber auch zwei bis drei Stunden spazieren, was die Ehefrau bestätig
t habe
.
Der Beschwerdeführer
habe gute und schlechte Tage
(
Urk.
9/187/59)
.
Dr.
L._
hielt hinsichtlich der Wirbelsäule fest, dass sich insgesamt ein lot
rechter Aufbau mit regelrechter Schwingung der Wirbelsäule und regelrechter Lordose der Lendenwirbelsäule
gezeigt habe
. Der Beschwerdeführer
habe
im Bereich
der gesamten Wirbelsäule
ein
en
Klopf- und Druckschmerz an
gegeben
. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule habe sich im Sitzen nicht eingeschränkt
gezeigt und bei der
Prüfung der Inklination habe sich eine Inkonsistenz ergeben
, da die gleiche Funktionsprüfung aus unterschiedlichen Körperpositionen zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt habe (
Urk.
9/187/62). Daraus schloss
Dr.
L._
, dass keine Funktionseinschränkung der Wirbelsäule vorliege (
Urk.
9/187/64).
Hinsichtlich der Füsse stellte
Dr.
L._
fest, dass die Grosszehengrundgelenks
kontur diskret vergröbert sei, wobei dies links mehr als rechts der Fall sei. Es bestehe eine leichtgradige Bewegungseinschränkung im Grosszehengrundgelenk. Die differenzierten Stand- und Gangarten seien vom Beschwerdeführer sehr unsicher
demonstriert worden, wobei keine erkennbare Ursache für diese Unsi
cherheit bestehe und sie aus orthopädischer Sicht damit nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
9/187/62).
Der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätig
keiten
in Wechselbelastung (Stehen/Gehen/Sitzen)
durchzuführen. Tätigkeiten unter Einfluss von extremen Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe seien zu vermeiden. Weitergehende Einschränkungen würden sich nicht ergeben (
Urk.
9/187/64).
Damit sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter aufgehoben, die Arbeitsfähigkeit in einer leidens
adaptierten Tätigkeit
sei
jedoch nicht eingeschränkt (
Urk.
9/187/64). Retrospektiv sei die Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten aus orthopädischer Sicht auch in Vergangenheit nicht eingeschränkt gewesen (
Urk.
9/187/65).
6.
2
.5
In der Gesamtbeurteilung sprachen sich die Gutachter dahingehend aus,
es bestehe
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit aufgrund des Bandscheibenvorfalls und dem Status nach der Bandscheibenoperation sowie dem insulinpflichtigen Diabetes mellitus mit Verdacht auf Polyneuropathie als Bauhilfsarbei
ter keine Arbeitsfähigkeit mehr
.
In einer leidensadaptierten Tätigkeit mit dem in den Fach
gutachten festgehaltenen Belastungsprofil
sei der Beschwerdeführer
hingegen
voll arbeitsfähig
(
Urk.
9/187/25).
6.
3
Das polydisziplinäre Gutachten de
r
C._
erfüllt die an eine beweiskräftige ärzt
liche Experti
se gestellten Anforderungen. Es beruht auf
den notwendigen
fach
ärztlichen Untersuchungen
,
wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstattet und setzte sich mit diesen eingehend auseinander.
Zudem wurde
n
die Ergebnisse der Obser
vation in der Beurteilung einbezogen.
Die Gutachter berücksichtig
t
en die
g
eklag
ten Beschwerden und zogen die Ehefrau zur Fremdanamnese bei. Die medizini
schen Zusammenhänge wurden einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet
, wobei
im
psychiatrische
n
G
utachten die Standardin
dikatoren gemäss BGE 141 V 281
ebenfalls
geprüft wurden
(
Urk.
9/187/46 f.)
.
6.
3
.1
In psychiatrischer Hinsicht
begründete
Dr.
J._
nachvollziehbar das Vorliegen von passiven Persönlichkeitszügen. Der Ausschluss einer Persönlichkeitsstörung
, wie anlässlich des Gutachtens des
F._
noch als Ver
dachtsdiagnose
geäussert
(
Urk.
9/
36/20
)
,
erweist sich
im Lichte der
Aktenlage
ebenfalls
als begründet
.
So war der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen
bis
zum
Unfall
im Jahr 2003
in psychischer Hinsicht
immer gesund
(
Urk.
9/
187/38)
und
bis 2003 arbeitstätig (
Urk.
9/53)
. Da die diagnostischen Leitlinien
deutliche Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit
verlangen
und der Beginn der
Per
sönlichkeitsstörung immer in der Kindheit oder Jugend
liegen muss (
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen
,
ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
überarbeitete Auflage, Bern 2015, S. 276 f.),
drängen sich am Ausschluss einer
Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert
durch
Dr.
J._
keine Zweifel auf
.
Die
diagnostizierte
akzen
tuierte Persönlichkeit (ICD-10:
Z73
) vermag
sodann
keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 2
2.
Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1).
Ebenfalls überzeugen
d
legte
Dr.
J._
dar, dass eine stärker ausgeprägte Depres
sivität
,
welche einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, au
s
geschlossen wer
den kann
.
So ist augenfällig, dass der Beschwerdeführer sich zu Beginn der Begutachtung als antriebsgemindert, im Gedankengang verlangsamt und in der Merkfähigkeit eingeschränkt zu präsentieren versucht
e
, diesen Eindruck aber
nicht aufrechterhalten konnte
(
Urk.
9/187/40 f.). Wie bereits
in der Klinik
D._
(vgl. E.
5.1.1
) versucht
e
der Beschwerdeführer
offensichtlich
eine depressive Symptomati
k
wie auch kognitive Einschränkungen
zumindest zu aggravieren wenn nicht gar zu simulieren, was ihm aber nicht über die Dauer der Untersu
chung gelang.
Es ist wie von
Dr.
J._
vertreten
,
denn auch zumindest
von einer
massiven
Aggravation auszugehe
n.
So legte
Dr.
J._
begründet und gestützt auf die
Aktenlage
überzeugend dar
, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten und präsentierten Beschwerden nicht oder weitgehend nicht den tatsächlichen vorhandenen Funktionseinschränkun
gen entsprechen
(
Urk.
9/187/43)
.
U
ntermauert wird die Einschätzung
von
Dr.
J._
durch das Verhalten des Beschwerdeführer
s
an
lässlich der Konfrontation mit den Ob
servationsergebnisse
n
am 1
0.
November 201
6.
Dem Besprechungspro
tokoll sowie dem Wahrnehmungsbericht ist deutlich zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich in der ersten Hälfte des Gespräch
s äusserst leidend prä
sentierte, wobei e
r stöhnte, ächzte und sich krümmte.
Geradezu bizarr erschien
die Demo
nstration der Blutzuckermessung, habe
die Ehefrau
dabei
in alle fünf Finger des Beschwerdeführers
gestochen
und das Blutblättchen anschli
essend
,
ohne zu messen
,
ins Etui gelegt
.
Der Beschwerdeführer habe
sich schliesslich unter Schmerzbekundungen auf die Liege im Besprechungszimmer
gelegt und sich während
der gesamten ersten Hälfte des Gesprächs
kaum daran beteiligt
,
sondern das Sprechen seiner Ehefrau überlassen
(
Urk.
9/159/1 ff., 9/160/1)
.
Nach Konfrontation mit der erfolgten Observation
habe er sich
dann aber
aufgesetzt und rege am Gespräch teilgenommen
,
spezifische Daten und Uhrzeiten nachge
fragt, seine Ehefrau korrigiert und differenziert
argumentiert
(
Urk.
9/159/7 ff., 9/160/1 f.)
.
An dieser Besprechung
erklärte
die Ehefrau des Beschwerdeführers
weiter
,
und dies ohne Widerspruch des Beschwerdeführers
,
dass
dies
er nie mit dem Zug fahre und seit 2009 nicht mehr selbst Auto
fahre. Diese Aussagen stehen im
offensichtlichen
Widerspruch zu den Erkenntnissen aus der Observation,
wonach
er ohne ersichtliche Zeichen von Unsicherheit oder sonstiger Einschrän
kungen am 2
9.
Juni 2015 mit dem Zug nach Zürich fuhr (
Urk.
9/151/8 f.
,
Urk.
10 [CD]
).
Die
Erklärung des Beschwerdeführers,
wonach der Zugfahrt ein Streit mit seinem Bruder vorausgegangen sei und
er
am Bahnhof Zürich um
herge
irrt
sei
,
bis er von seiner Tochter abgeholt
worden sei
(
Urk.
1 S. 13),
ändern
nichts an der Tatsache, dass der Beschwerdeführer entgegen seiner Behauptung (
Urk.
9/159/5, 9/187/37) zumindest am 2
9.
Juni 2015 Zug gefahren ist und dies nicht nur ohne jegliche körperliche Auffälligkeiten, sondern auch ohne irgendwelche Hinweise auf psychische Einschränkungen. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdefüh
rers (
Urk.
1 S. 13 ff) weist sein dem Videomaterial zu entnehmendes Verhalten (vgl.
Urk.
10) keineswegs auf eine verstörte Person hin. Vielmehr erscheint das Verhalten des Beschwerdeführers, welcher auf dem Bahnsteig eine Gratiszeitung zur Hand nahm, zwischendurch darin blätterte, das Handy benutzte und ohne erkennbare Einschränkungen in den Zug nach Zürich einstieg, gänzlich unauf
fällig. Hierauf schlossen denn auch die zuständige Abklärungsperson der
A._
AG (
Urk.
9/151/6) und
Dr.
J._
(
Urk.
9/187/43). Auf weitere Beweisab
nahmen in diesem Zusammenhang, insbesondere die beantragten Zeugenbefra
gungen der Tochter und des Bruders des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 14 f.), ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (
BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d), wären doch dieselben für den Nachweis eines invalidisierenden Leidens in jedem Fall untauglich.
Weiter
erstellt ist, dass der Beschwerdeführer zumindest zwei Mal seit der
Ren
tenzusprache
ein Auto gelenkt hat. So wurde am 1
9.
März 201
4
gegen den Beschwerdeführer ein Strafbefehl wegen Verwenden eines Telefons ohne Frei
sprechanlage während der Fahrt erlassen (
Urk.
9/153) und er ist als Fahrer in einem polizeilichen Unfallbericht vom
8.
September 2013 aufgeführt (
Urk.
9/155/ 4 ff.).
D
ass der Beschwerdeführer einzig
anlässlich dieser polizeilich festgehalte
nen Vorfälle
ein Auto lenkte
, erscheint unwahrscheinlich
.
Es ist daher von einem deutlich höheren Aktivitätsniveau
und viel weniger Einschränkungen
auszuge
hen, als vom Beschwerdeführer behauptet
. Weiter fällt auf
, dass der Beschwerde
führer im Jahr 2011 und 2014 zum dritten und vierten Mal Vater wurde. Dies deutet auf ein intaktes familiäres Umfeld hin und
ist mit der
Darstellung des Familienlebens anlässlich der Abklärung vor Ort vom
3.
September 2009, wonach
der Beschwerdeführer völlig passiv sei und zu nicht
s
animiert werden könne
(
Urk.
9/88/2)
, nicht in Einklang zu bringen
. Auch die Einschätzung des Hausarz
tes
vom 1
0.
Juni 2009
,
wonach das Verhalten des Beschwerdeführers dem eines 3-jährigen Kindes
entspreche (
Urk.
9/82/5),
kann
ebensowenig
mit
der
wenig spä
ter folgenden Fami
lienergänzung vereinbart
werden, wie das von
Dr.
Z._
an
geführte, angebliche völlige Desinteresse an
sexuellen Aktivitäten
(
Urk.
9/62/57)
.
Damit rechtfertigt sich zusammenfassend kein Zweifel am Schluss von
Dr.
J._
auf das Vorliegen einer massiven Aggravation, wenn nicht gar einer Simulation.
Der Bericht von
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.
phil.
klin
. psych.
N._
, Klinischer Psychologe und Supervi
sor, vom 1
5.
April 2019 vermag
diese
Beurteilung
nicht
umzustossen. Die Behandler nennen keine neue Diagnose oder eine unbekannte Befundlage. Viel
mehr wird erneut aufgrund der subjektiven Schilderung des Beschwerdeführers eine rezidivierende depressive Episode gegenwärtig schwer agitierte Episode
nun
mehr
ohne psychotische Symptome diagnostiziert (
Urk.
3/13). In Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dass sich
Dr.
M._
und
Dr.
lic.
phil.
N._
mutmasslich in Unkenntnis der Aktenlage nicht mit der Frage nach Inkonsistenzen und einer Aggravation aus
einandersetzten, lässt den Beweiswert ihrer Beurteilung bei der gegebenen Aktenlage aber ohnehin entfallen. Anzufügen bleibt, dass ihrem Bericht, obwohl der Beschwerdeführer angeblich seit
3.
Oktober 2018 im Zentrum
O._
in Behandlung steht, weder Angaben zur Behandlungsfrequenz noch zum Therapieverlauf zu entnehmen sind, was an der behaupteten Behand
lung
oder zumindest einer gewissen Regelmässigkeit derselben
Zweifel aufkom
men lässt.
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kons
tellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durchfüh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141
V
281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
Doch auch ohne Anwendung der vorgenannten Rechtsprechung würde sich die Durchführung des Beweisverfahrens erübrigen,
verneinte
Dr.
J._
eine länger
dauernde Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sich
t doch
in nachvollziehbar begründeter Weise
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3) und
bezog
hierfür auch die Ind
ikatoren in die Beurteilung ein
(
Urk.
9/
187/46 f.).
6.
3
.2
In somatischer Hinsicht diagnostizierte
Dr.
L._
ein
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
ohne radikuläre Defizitsymptomatik
. Er hielt überzeugend und gestützt auf eine bildgebende Untersuchung der Wirbelsäule fest, dass die zuletzt
ausgeübte
schwere
Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter nicht mehr möglich ist
, ange
sichts der insgesamt unauffälligen klinischen Befunde mit
lotgerechte
m
Aufbau der Wirbelsäule, regelrechten Schwingungen und seitengleiche
n
Taillendreiecke
n sowie uneingeschränkter Inklinationsfähigkeit aber die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei (E. 6.2.4)
. Der
Beschwerdeführer
machte
geltend, aufgrund des MRI-Berichts vom
8.
Oktober 2018
(
Urk.
3/12)
sei erwiesen, dass die degenerativen Beschwerden seit der anlässlich der Begutach
tung gemachte
n
Röntgenaufnahme vom
7.
Juli 2017 zugenommen hätten
(
Urk.
1 S. 17)
.
Wie von
RAD-Ärztin
med.
pract
.
P._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie,
in ihrer Stellungnahme vom
2.
April 2019
(
Urk.
9/227/ 2 f.)
nachvoll
ziehbar festgehalten,
ist
der MRI-Bericht vom
8.
Oktober 2018 nicht geeignet, eine
relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdefüh
rers
seit der Begutachtung durch d
ie
C._
nachweisen
.
Die aufgezeigten Dege
nerationen des letzten Bewegungssegments der Lendenwirbelsäule L5/S1 und die Bandscheibenprotrusionen seien für das Alter des Beschwerdeführers und bei Übergewicht nicht ungewöhnlich und würden häufig a
ls Zufallsbefund gesehen. Da die Degeneration der Wirbelsäule mit
Chondrose
L5/S1
bereits
im Gutachten beschrieben wurde und eine radikuläre Symptomatik weder im Gutachten noch im
Befund des
MRI-Bericht
s
vom
8.
Oktober 2018 erwähnt
wurde
,
schloss die RAD-Ärztin nachvollziehbar das Vorliegen
unberücksichtigt
er Gesundheitsschä
den aus, sind doch rechtsprechungsgemäss
bei der Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit im Zusammenhang mit Rückenbeschwerden
in erster Linie die klinischen Befunde massgeblich (Urteile des Bundesgerichts 9C_126/2019 vom 1
9.
Juni 2019 E. 4.4.1, 9C_491/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.1). Damit ist
weiter auf die Beurteilung von
Dr.
L._
abzustellen
, wonach sich
die Wirbelsäule
für eine angepasste Tätigkeit
nicht funktionseingeschränkt
zeigte (
Urk.
9/187/64)
.
Auch
der
Verzicht des Beschwerdeführers auf einen Übersetzer bei den gutachter
lichen Untersuchungen
vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht zu s
chmä
lern
. Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, dass das Nichterwähnen seiner Rückenbeschwerden während der orthopädischen
Anamneseerhebung
auf den fehlenden Dolmetscher zurückzuführen
sei
(
Urk.
1 S. 18), kann dem nicht gefolgt werden.
So war es dem Beschwerdeführer anlässlich der orthopädischen Anam
neseerhebung
durchaus
möglich über Kopfschmerzen, Rauschen in
b
eiden Ohren, Unterbauchschmerzen und Schmerzen in beiden Knien zu klagen
(
Urk.
9/187/59)
. Dass er nicht über Rückenschmerzen klagte
,
ist wohl
weniger auf Sprachschwie
rigkeiten zurückzuführen, sondern
vermutlich
darauf, dass er
dies
als nicht nen
nenswert erachtete
,
schlicht vergass
oder der Aufforderung seiner Ehefrau, nichts zu sagen
(
Urk.
9/187/58)
, Folge leistete
. Über die sprachliche Gewandtheit
,
seine
Rückenbeschwerden detailliert aufzuzeigen
,
verfügte der Beschwerdeführer jedenfalls, so
zeigte er sich
noch
bei der internistischen Untersuchung ein
en
Monat zuvor
durchaus in der Lage
,
über Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und der Hal
s
wirbelsäule
zu klagen
(
Urk.
9/187/51).
Im Hinblick auf die Kniebeschwerden
hielt
Dr.
L._
fest, dass die
Zohlen
-
Bandi
-Zeichen beidseits positiv und Ausdruck einer retropatellaren Schmerzprob
lematik seien. Überzeugend ist das entsprechend eingeschränkte Belastungsprofil
,
wonach der Beschwerdeführer noch in der Lage ist
,
ganztags eine körperlich leichte bis mitt
elschwere
,
wechselbelastende
Tätigkeit
durchzuführen
(
Urk.
9/187/64)
. Inwiefern sich aus der durch den Beschwerdeführer eingereichten bildgebenden Untersuchung vom 3
1.
Januar 2019 (
Urk.
3/14) weitere Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit
in einer so angepassten Tätigkeit
ergeben
sollten
, ist nicht ersichtlich.
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Begutachtung jedenfalls noch in der Lage
,
lange Spaziergänge im
Wald zu unternehmen (
Urk.
9/187).
Der Beschwerdeführer leidet weiter an einem Diabetes mellitus. Es
ist davon aus
zugehen, dass mit einem adäquat behandelten, gut eingestellten Diabetes mellitus in der Regel keine A
rbeitsunfähigkeit verbunden ist. Eine Einschränkung
ergibt sich allenfalls aus dem Risiko einer plötzlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie), weshalb gewisse Berufe wegen Fremd- oder Eigengefährdung, wie der Arbeit an Maschinen, mit Fahrzeugen oder sonstigem hohem Gefahrenpotential nicht als geeignet erscheinen
(Urteil
des Bundesgerichts I 94/06 vom 2
3.
August 2006
E. 3.4 mit weiteren Hinweisen)
.
Die entsprechende Einschätzung der Arbeitsfähig
keit durch den internistischen Gutachter (
Urk.
9/187/55) erweist sich damit
eben
falls
als schlüssig.
6.3.3
H
insichtlich des Krankheitsverlaufs äusserten sich die Gutachter dahingehend, dass die festgestellte
Resta
rbeitsfähigkeit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Z._
im Jahr 2008 bestand
en habe
.
Der
Beschwerdeführer
sei
zwar
seit dem Bandscheibenvorfall und der fol
genden Operation in seiner letzten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter
nicht mehr
arbeitsfähig. Die leidensadaptierte Arbeitsfähigkeit
sei
jedoch
weder aus orthopä
discher noch aus internistischer Sicht
je
eingeschränkt
gewesen
(
Urk.
9/187/65, 9/187/55)
. Diese Einschätzung korrespondiert nicht nur mit der Einschätzung des
F._
und von
D._
(E. 5.1.1 und E. 5.1.2), sondern auch damit,
dass die
Ren
tenzusprache
aufgrund der psychischen Beschwerden
erfolgte
.
Doch auch
aus psychiatrischer Sicht kann auf
das Gutachten der
C._
und
die Einschätzung von
Dr.
J._
abgestellt werden, wonach bereits
bei der Begutachtung durch
Dr.
Z._
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Aggravation im Vorder
grund gestanden und kein relevanter
psychischer Gesundheitsschaden vorgelegen
habe
(
Urk.
9/187/26).
So legte
Dr.
J._
im Rahmen der
Indikatorenprüfung
nach
vollziehbar dar, dass sich der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage seit mindes
tens 2009 keiner psychiatrischen Behandlung mehr unterzogen habe, mithin auch der am 2
9.
August 2008 auferlegten Schadenminderungspflicht (
Urk.
9/64) nicht nachgekommen sei, was klar gegen einen durch eine psychische Beeinträchtigung verursachten Leidensdruck spreche (
Urk.
9/187/47). In Würdigung der Akten zeigte er ausserdem begründet auf, dass angesichts der erheblichen Schwierigkei
ten bei der Einordnung des Krankheitsbildes im Rahmen der Begutachtung im
F._
im Jahr 2005 sowie der nunmehrigen Erkenntnisse überwiegend wahrschein
lich bereits dannzumal eine Aggravation eine erhebliche Rolle gespielt habe. Auch im Gutachten von
Dr.
Z._
fänden sich eindeutige Hinweise auf Inkonsis
tenzen wie d
er
vom Beschwerdeführer geklagte Verlust des Zeitgefühls (
Urk.
9/62/46), welche
r
aber selbst bei akuten Psychosen und schwer ausgepräg
ten Depressionen nicht im präsentierten Ausmass zu erwarten gewesen wäre (
Urk.
9/187/48). Damit aber rechtfertig
en
sich auch an
der
Verlaufsbeurteilung im Gutachten der
C._
keine ernsthaften Zweifel.
6.
4
Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer mit seinen Argumenten nicht durchzudringen und seine Kritik am Gutachten erweist sich als unbegründet. Dem Gutachten ist voller Beweiswert zuzuerkennen.
Entsprechend
ist mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass dem Beschwerdeführer
seit der
Rentenzusprache
eine körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeit
über
wiegend im Stehen, Gehen und Sitzen, in Vermeidung von extremen Tempera
turschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe zumutbar ist. Aufgrund de
s
Hypoglykämierisikos
und des Verdachts auf Polyneuropathie ist
zudem
das Arbeiten auf Gerüsten und Leitern sowie an la
ufenden Maschinen zu vermeiden
(
Urk.
9/187/25).
Für weitere Beweisvorkehren, so auch das Einholen eines gerichtlichen Gutachtens, besteht kein Anlass.
6.
5
Im Lichte
des Gutachtens de
r
C._
ist
denn
auch ein erheblicher Hilfsbedarf des Beschwerdeführers
überwiegend wahrscheinlich auszuschliessen
. Da bereits zum Zeitpunkt der Zusprache aufgrund der massiven Widersprüche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keiner bestand (vgl. E. 5.3.6), ist davon auszugehen, dass ein Anspruch auf Hilflosenentschädigung nie gegeben war.
Weitere Beweisvorkehren erweisen sich
auch diesbezüglich
als erlässlich.
7.
7.1
Wenn im Wiedererwägungsverfahren gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG die Wiederer
wägungsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die entsprechende Entscheidung
zurückzukommen, und es ist unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände ein neuer Entscheid zu fällen.
7.2
Da
wie dargelegt
ein regelmässiger und erheblicher Hilfsbedarf des Beschwerde
führers nicht ausgewiesen ist, ist die Aufhebung der bisher ausgerichteten Hilflo
senentschädigung ex
nunc
et pro
futuro
nicht zu beanstanden.
7.3
7.3.1
Der Rentenanspruch ist mit Wirkung für die Zukunft ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen (BGE 140 V 514 E. 5.2). In der Regel – eine rückwirkende Rentenaufhebung vorbehalten (vgl. E. 8) – erfolgt die wiedererwägungsweise Rentenaufhebung oder –
herabsetzung
auf den ersten Tag des zweiten der
neuen Verfügung
folgenden Monats hin
(
Art.
85
Abs.
2 in Verbindung mit
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV).
7.3.2
Die Beschwerdegegnerin nahm aufgrund der damals angenommenen vollen Arbeitsunfähigkeit
im Hinblick auf die Verfügung vom
2.
Dezember 2008
keinen Einkommensvergleich vor.
Der ur
sprünglichen Verfügung vom 2
7.
Juli 2005 legte sie das von der Suva dem
Einspracheentscheid
vom 1
1.
März 2005 ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 52'591.-- im Jahr 2004 zugrunde (
Urk.
9/34/7, 9/39), welches gestützt auf die Angaben der
Y._
zum erzielba
ren Lohn 2004 im letzten Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Gesundheitsschadens (
Urk.
9/22/83) berechnet worden war.
Der Beschwerdeführer war seither nicht mehr arbeitstätig
,
weshalb vorliegend von dieser Berechnung ausgegangen wer
den kann. Angepasst an die Nominallohnentwicklung
im Baugewerbe
bei Män
nern bis ins
Jahr 20
10
ergäbe
sich
ein Jahreseinkommen von
Fr.
57'307.10
(
Fr.
52
’
5
91
.--
: 112,
7
x
122,8
;
vgl. die Tabelle T1.1.
93
[Nominallohnindex, Män
ner,
2002-2010
] F von
112,
7
[200
4
] auf
122,8
[20
10
] bei einem Index
1993=100)
und
bis ins Jahr 201
9
ein Jahreseinkommen von
Fr.
60'000.55
(
Fr.
57'307.10
: 100 x
104,8
; vgl. die Tabelle T1.1.10 [Nominallohnindex, Männer, 2011-201
9
]
F
von 100 [2010] auf
104,8
[201
9
] bei einem Index 2010=100)
.
7.3.3
Da dem Beschwerdeführer die bisherige Arbeitstätigkeit nicht mehr zumutbar ist, sind zur Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 201
6
heranzuziehen.
Da der Beschwerdefüh
rer über keine
Ausbildung verfügt, ist auf
das standardisierte monatliche Einkom
men
für männliche Arbeitskräfte (LSE 201
6
, TOTAL in der Tabelle TA1_tirage_skill_level) im Kompetenzniveau 1 von
Fr.
5'
340
.-- abzustellen.
N
ach Anpassung an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 201
9
(
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-201
9, Total)
sowie an die
durchschnittliche Nominallohnentwicklung aller Wirtschaftszweige bei (www.bfs.admin.ch;
T
1.
1.
15
, Nominallohnindex,
Männer,
201
6-2019
) resultiert ein trotz Gesundheitsschaden erzielbares Einkommen im Jahr 201
9
von
Fr.
67'998.70
(
Fr.
5’
340
.-- x 12 ./. 40 x 41,7
./.
100,6
[2016]
x
102,4
[2019]
).
7.3.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
60'000.55
dem Invalideneinkommen von
Fr.
67'998.70
gegenübergestellt, resultiert
keine Erwerbseinbusse.
S
elbst bei Gewährung des höchst möglichen Leidensabzugs von 25
%
(BGE 126 V 75 E. 5)
resultiert aus der Erwerbseinbusse
Fr.
9'001.50
(
Fr.
60'000.55
./. [
Fr.
67'998.70
x 0.75])
ein Invaliditätsgrad von
lediglich
15 %
(
Fr. 9'001.50
x 100 /
Fr. 60'000.55
)
, weshalb
auch diesfalls
kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteh
en würde
.
Damit erweist sich die Aufhebung der Invalidenrente ex
nunx
et pro
futuro
als gerechtfertigt.
7.3.5
Daran vermag auch nicht zu ändern, dass die Unfallversicherung die Rentenzah
lungen nach
deren
Einstellung
per Ende Januar 2019
wiederaufnahm (
Urk.
12, 13/1-2).
Abgesehen davon, dass die Rente der Suva aufgrund einer Erwerbsein
busse von 23
%
ausgerichtet wird, was im Bereich
der
Invalidenversicherung ohnehin keinen Rentenanspruch zu begründen vermöchte (E. 1.2.2), gilt Folgen
des:
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfall
versicherer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzunehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnü
gen (BGE 133 V 549 E. 6.1).
Auf
Weiterungen in diesem Zusammenhang und
den bea
n
tragten Beizug der Akten der Suva (
Urk.
1 S. 2) ist entsprechend zu verzich
ten.
8
.
8
.1
Die eine frühere Verfügung berichtigende Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG zieht grundsätzlich die Pflicht zur Rückerstattung der von der Inva
lidenversicherung zu Unrecht bezogenen Leistung nach sich (Art. 25 ATSG; BGE 130 V 318 E. 5.2, 130 V 380 E. 2.3.1, 110 V 298 Regeste). Wenn die Ver
waltung bei Erlass der ursprünglichen Verfügung einen spezifisch IV-rechtlichen Gesichtspunkt falsch beurteilt hat, kommt eine Rückforderung der unrechtmässig bezogenen Leistungen jedoch nur im Fall einer unrechtmässigen Leistungserwir
kung oder einer Verletzung der Meldepflicht (Art. 77 IVV) in Frage (vgl. Art. 85 Abs. 2 IVV und Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV).
Per 1. Januar 2015 wurde Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV dahingehend ergänzt, dass bei verletzter Meldepflicht eine rück
wirkende Herabsetzung unabhängig davon erfolgt, ob die Verletzung der Melde
pflicht ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war.
8.
2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Mai 2019 fest, ein Rentenanspruch habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nie bestan
den, da bereits zum Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung durch
Dr.
Z._
Aggravation eine erhebliche Rolle gespielt habe. Zum Zeitpunkt der
Rentenzu
sprache
habe daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weder ein psychischer noch ein somatischer Gesundheitsschaden vorgelegen, welcher ein
en
Leistungs
anspruch begründet hätte (
Urk.
2 S. 3 f.). Die Rente sei
damit
rückwirkend
auf den Tag der Zusprache aufzuheben.
Von einem klar unrechtmässigen Leistungs
bezug ging die Beschwerdegegnerin auch in der Verfügung vom 1
2.
September 2019 aus (
Urk.
1
6
/2).
8.
3
Die Zusprache der Leistung
en
erfolgte in erster Linie gestützt auf das psychiatri
sche Gutachten von
Dr.
Z._
. Wie
bereits dargelegt wurde (E.
5.2.1
), hat sich
Dr.
Z._
für seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
primär
auf
die Angaben des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau
gestützt, ohne diese kritisch anhand der restlichen Aktenlage auf Inkonsistenzen zu überprüfen. Der Beschwerdeführer präsentierte sich anlässlich der psychiatrischen Untersuchung vom 2
0.
Mai 2008 als zutiefst verwirrter und verstörter Mensch. So gab er
an,
nicht
ein
mal zu wis
sen, ob seine Eltern noch am Leben seien, wie lange er mit seiner Ehefrau verhei
ratet sei oder wie alt seine zwei Kinder seien (
Urk.
9/62/4).
Wie bereits ausgeführt wurde, kann
gestützt auf das Gutachten de
r
C._
und die restliche Aktenlage
als erstellt gelten, dass die geschilderten Beschwerden niemals in diesem Ausmass tatsächlich vorlagen und damit auch zu keinem Zeitpunkt eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bestand (vgl. E. 6.2.1).
Es ist
vielmehr
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer gemeinsam mit
seiner Ehefrau bereits bei der Abklärung des Sachverhalts für die erstmalige Zusprache der Rente und der Hilflosenentschädigung
über Jahre
unwahre und unvollständige Angaben
gegenüber Ärzten und der Beschwerdegegnerin
gemacht hatte
und dadurch zu Unrecht eine
Leistungszusprache
erwirkte.
Zwar finden sich in den medizinischen Unterlagen spätestens seit dem Gutachten des
F._
im Jahr 2005 Hinweise auf Inkonsistenzen und Verdeutlichungstendenzen, welche denn auch die Beschwerdegegnerin nach Eingang des Gutachtens von
Dr.
Z._
klar
erweise zu weiteren Abklärungen hätten veranlassen müssen und die wiederer
wägungsweise Aufhebung sowohl der Rentenverfügung als auch der Verfügung betreffend Hilflosenentschädigung rechtfertigen. Das Ausmass der Aggravation respektive des täuschenden Verhaltens wurde der Beschwerdegegnerin aber erst im Nachgang zu den im Jahr 2015 durchgeführten Spezialabklärungen, welche denn auch Anlass zur Sistierung der Leistungen gaben (
Urk.
9/172-173), und dem Eingang des Gutachtens der
C._
abschliessend bewusst, gelang es dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau doch offensichtlich, nicht nur
Dr.
Z._
, sondern auch die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin anlässlich der Erhebung vor Ort vom
3.
September 2009 insbesondere in Bezug auf seine angeblichen psychischen Einschränkungen zu täuschen.
Mit Blick auf diese Umstände kann vorliegend nicht von einem blossen Versuch, die Weiterausrichtung der Leistung unrechtmässig zu erwirken, und auch nicht von einer bloss unterschiedlichen Auffassung über die Arbeitsfähigkeit mit ent
sprechend, bereits bekanntem aggravierendem Verhalten gesprochen werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_508/2019 vom 2
2.
Januar 2020 E. 5.3).
Die rückwirkende Einstellung der Rente sowie der Hilflosenentschädigung per Zeit
punkt der
jeweiligen
Zusprache ist damit zu bestätigen.
8.
4
Was den Rückerstattungsanspruch anbelangt, hielt die
Beschwerdegegnerin in den angefochtenen Verfügungen vom 2
3.
Mai 2019 und vom 1
2.
September 2019 (
Urk.
2 S. 4, 15/2 S. 3) richtig fest, dass gemäss
Art.
25 ATSG unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten seien.
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend
(
Art.
2
5. Abs.
2 ATSG)
.
Die Beschwerdegegnerin hat jedoch noch nicht über den tatsächlich zurückzu
er
stattenden Betrag entschieden;
vielmehr legte sie in den angefochtenen Verfü
gungen lediglich den für eine Rückforderung in Frage kommenden Zeitrahmen
entsprechend dem Zeitpunkt der Aufhebung der Leistungen fest (vgl.
dazu
Urteil des Bundesgerichts 9C_877/2011 vom 2
2.
Mai 2011 E. 3.4.1), weshalb sich Wei
terungen hierzu erübrigen.
Die Beschwerden sind vollumfänglich abzuweisen.
9
.
9
.1
Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer bewusst unwahre Angaben machte und Krankheitssymptome vortäuschte, um
Leistungen
zu erhal
ten. Es ist damit von einem rechtsmissbräuchlichen Prozessieren auszugehen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_483/2018 vom 2
1.
November 2018 E. 7.2 mit Hin
weis)
. Die Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Rechtsverbeiständung
(
Urk.
1 S. 2, 15/1 S. 2)
sind deshalb abzuweisen
.
9
.2
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kostenpflich
tig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 1'000.--
anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen.