Decision ID: 4e8fdc30-c7b2-449e-a378-db393af95e3a
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
ist der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichs
kasse, als
Selbständigerwerbender
in der Reisebranche angeschlossen. Die Aus
gleichkasse richtete ihm vom 1
7.
September
2020
bis 3
1.
August
2021 eine
Er
werbsausfallentschädigung gestützt auf die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall)
basierend
auf eine
m
Tagesansatz von Fr. 56.80 aus (
Urk.
6/2,
Urk.
6/7,
Urk.
6/10,
Urk.
6/12,
Urk.
6/14,
Urk.
6/17,
Urk.
6/21). Am 1.
November 2021 beantragte
X._
eine Entschädigung für
die Monate
September (
Urk.
6/22) und Oktober 2021 (
Urk.
6/23). Mit Verfügung vom 2.
Dezember
2021 verneinte die Ausgleichskasse einen Anspruch von
X._
auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung
für die Monate September und Oktober 2021 (
Urk.
6/24). Dagegen erhob dieser Einsprache und beantragte, es sei ihm weiterhin eine Corona-Erwerbsausfalle
ntschädigung auszurichten (Urk.
6/25,
Urk.
6/26). Am 2
6.
Januar 2022 sprach die Ausgleichskasse
X._
für die Monate September und Oktober 2021 eine Corona-Erwerbsausfall
entschädigung
gestützt auf einen Tagesansatz von Fr. 56.80
zu (
Urk.
6/28).
Mit
Einspracheentscheid
vom gleichen Tag schrieb sie die Einsprache als gegen
standslos geworden ab (
Urk.
2).
2.
Mit Eingabe vom
3
1.
Januar 2022
(
Urk.
1)
erhob
X._
Beschwerde ge
gen den
Einspracheentscheid
vom
2
6.
Januar 2022 und beantragte, es sei ihm mindestens solange eine Corona-E
r
werbsausfallentschädigung auszurichten, bis die Massnahmen des Bundes und der Kantone wieder die Durchführung von Ferienmessen erlaubten. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdean
twort vom 2
2.
Februar 2022, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten (
Urk.
5). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
8.
Februar 2022 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 1 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) auf die Entschädigungen
gemäss
dieser Verordnung anwendbar, soweit die nach
stehenden Bestimmungen nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vor
sehen.
Gemäss
Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, For
derungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich eine Verfügung zu erlassen.
Gemäss
Art. 51 ATSG können Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht un
ter Art. 49 Abs.1 ATSG fallen, in einem formlosen Verfahren behandelt werden. Die betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen. Hiervon ab
weichend sieht die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vor, dass auch erhebli
che Entschädigungen im formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG festgesetzt wer
den können (Art. 8 Abs. 5 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall).
Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrens
leitende Verfügungen (Art. 52 Abs. 1 ATSG). Gegen
Einspracheentscheide
oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann beim kan
tonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 ATSG).
1.2
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung beziehungs
weise den
Einspracheentscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet (BGE 144 I 11 E. 4.3, 125 V 413 E. 1b). Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Verwaltungsverfügung beziehungsweise der
Ein
spracheentscheid
insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164 E. 2.1).
Richtet sich
eine Beschwerde gegen einen
formellen Entscheid
, hat das Gericht, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und dar
über zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht
einen formellen Entscheid ge
fällt
hat. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen
verfahrensmässigen
Situation
den formellen Gesichtspunkt des
for
mellen Entscheids
durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (
betreffend Nichtein
treten vgl.:
BGE 132 V 74 E. 1.1, 125 V 503 E. 1).
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom
2.
Dezember 2021
(
Urk.
6/24)
einen Anspruch des Beschwerdeführers
auf
eine Corona-Erwerbsausfallentschä
digung für die Monate September und Oktober 2021 verneint. Gegen diese Ver
fügung erhob der Beschwerdeführer E
insprache und beantragte, es sei ihm wei
terhin eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung auszurichten (
Urk.
6/25,
Urk.
6/26). Streitgegenstand des
Einspracheverfahrens
war daher der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung
für die
Monate September und Oktober 202
1.
Nicht Gegenstand des
Einsprache
verfah
rens
– und entsprechend auch nicht des vorliegenden Beschwerdeverfahrens - war dem
gegenüber der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsausfall
entschädigung ab November 202
1.
Betreffend
den Anspruch ab November 2021
lag im Zeitpunkt des
Erlasses des
Einspracheenetscheides
vom 2
6.
Januar 2022 noch gar kein Antrag des Beschwerdeführers (
Urk.
6/31-33) und entsprechend auch keine anfechtbare Verfügung der Beschwerdegegnerin vor.
Mit der
am 2
6.
Januar 2022 erfolgten
formlosen
Zusprache
einer Corona-Er
werbsausfallentschädigung für die Monate September und Oktober 2021
gestützt auf einen Tagesansatz von Fr. 56.80
(
Urk.
6/28)
kam die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des gesamten im
Einsprachverfahren
zu beurteilenden Streitgegen
standes
dem vom Beschwerdeführer gestellten Antrag nach, war doch die Höhe
der
Entschädigung nicht strittig
.
Es erweist sich daher als rechtens, dass
sie
das
Einspracheverfahren
als gegenstandslos geworden abgeschrieben hat
(
vgl. BGE 131 V 407 E. 2.2.1, 125 V 118;
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 52 N 72).
3.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist deshalb – soweit überhaupt auf sie einzutreten ist – abzuweisen
,
wobei a
nzufügen bleibt, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
am 1
5.
Februar 2022
auch für die Monate November 2021 bis Januar 2022 eine Corona-Erwerbsausfallent
schädigung
zugesprochen
hat (
Urk.
6/36)
.