Decision ID: 9c950f09-0543-5573-9af6-5f75ef0032b9
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) wurde am (...) 1962 gebo-
ren, ist deutsche Staatsangehörige und lebt in Deutschland
(IV-act. 3). Von Juni 1981 bis September 1990 sowie ab Februar 2015 ar-
beitete sie als Grenzgängerin in der Schweiz und entrichtete die entspre-
chenden Beiträge an die obligatorische Schweizerische Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IK-Auszug in IV-act. 11). Zu-
letzt war sie vom 1. August 2017 bis zum 28. Februar 2018 (Auflösung des
Arbeitsverhältnisses durch die Arbeitgeberin) als Sachbearbeiterin Ver-
triebsinnendienst bei der Firma B._ GmbH in (...) in einem 80 %-
Arbeitspensum tätig (siehe Fragebogen für Arbeitgebende in IV-act. 17).
Am 26. März 2018 (Eingang: 19. April 2018) meldete sich die Beschwerde-
führerin beim Sozialversicherungszentrum C._ (nachfolgend: kan-
tonale IV-Stelle) für Leistungen der Schweizerischen Invalidenversiche-
rung (berufliche Integration/Invalidenrente) an. Als Krankheitsgrund gab sie
an, sie leide aufgrund eines Burnouts seit dem 2. November 2017 an Ein-
schränkungen der psychischen Belastbarkeit, Schwindel sowie einer redu-
zierten Konzentrationsfähigkeit (IV-act. 3).
B.
In der Folge nahm die kantonale IV-Stelle die erwerblichen sowie medizi-
nischen Abklärungen an die Hand. Nach Eingang des von der Krankentag-
geldversicherung der Beschwerdeführerin eingeholten psychiatrischen
Gutachtens von Dr. med. D._ vom 20. August 2018 (IV-act. 27), ei-
nes Verlaufsberichts der Hausärztin Dr. med. E._ vom 11. Juni 2018
(IV-act. 19) sowie einer Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes
(nachfolgend: RAD) vom 26. September 2018 (IV-act. 36 S. 10) teilte die
kantonale IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 2. Okto-
ber 2018 mit, sie habe keinen Anspruch auf IV-Leistungen (IV-act. 29). Mit
hiergegen erhobenem Einwand vom 24. Oktober 2018 kritisierte die Be-
schwerdeführerin das Gutachten von Dr. med. D._ und teilte der
kantonalen IV-Stelle mit, sie befinde sich aktuell in einer stationären Be-
handlung in der Reha-Klinik F._ (Klinik F._). Ausserdem
reichte sie je einen Arztbericht ihrer behandelnden Psychiaterin Dr. med.
G._ vom 22. Mai 2018 sowie ihrer Hausärztin Dr. med. E._
vom 6. Juni 2018 ein (IV-act. 30).
Mit Stellungnahme vom 21. November 2018 ersuchte der RAD die kanto-
nale IV-Stelle, den Austrittsbericht der Reha-Klinik einzuholen und ihm zur
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weiteren Beurteilung vorzulegen (IV-act. 36 S. 12). Mit Schreiben vom
21. Dezember 2018 erneuerte die kantonale IV-Stelle ihre Anfrage an die
Klinik F._, (...), das Formular "Arztbericht berufliche Integra-
tion/Rente" auszufüllen und zurückzusenden (IV-act. 32; Anm.: Die in je-
nem Schreiben erwähnte erste Anfrage vom 21. November 2018 liegt nicht
in den vorinstanzlichen Akten). Nach Eingang sowohl des IV-Berichts vom
4. Januar 2018 (IV-act. 33 S. 2-5) als auch des Entlassungsberichts vom
19. November 2018 (IV-act. 33 S. 6-20) der Klinik F._, (...), hielt der
RAD am 23. Januar 2019 an seiner Stellungnahme vom 26. September
2018 fest (IV-act. 36 S. 13). Mit Verfügung vom 19. April 2018 wies die IV-
Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) das
Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin ab (IV-act. 35).
C.
Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch ihren Rentenbe-
rater O._, mit Eingabe vom 2. April 2019 Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht mit den sinngemässen Anträgen, der Vorbescheid
vom 2. Oktober 2018 sei aufzuheben und es seien ihr Leistungen der
Schweizerischen Invalidenversicherung zu gewähren. Sie machte geltend,
sowohl ihre Psychotherapeutin als auch ihre Hausärztin attestierten ihr
eine mittelgradige Depression, die ein multimodales Therapiekonzept er-
fordere. Ihre Psychotherapeutin bestätige insbesondere, dass sie deutliche
Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Wortfindungsstörungen aufweise und
ihre kognitive Ausdauer auf weniger als eine Stunde begrenzt sei. Als Be-
weis legte die Beschwerdeführerin ein Schreiben von H._, psycho-
logische Psychotherapeutin, vom 6. März 2019 ins Recht (BVGer-act. 1).
D.
Der mit Zwischenverfügung vom 11. April 2019 bei der Beschwerdeführerin
erhobene Kostenvorschuss von Fr. 800.– (BVGer-act. 2) ging am 13. Mai
2019 bei der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein (BVGer-
act. 5).
E.
Mit Schreiben vom 15. Mai 2019 reichte die Beschwerdeführerin beim Bun-
desverwaltungsgericht ein Schreiben von Dr. med. I._ der Klinik
F._, (...), vom 2. April 2019 sowie den (modifizierten) Entlassungs-
bericht derselben Klinik vom 19. November 2018 ein (BVGer-act. 6).
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2019 beantragte die Vorinstanz, die
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Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu be-
stätigen. Zur Begründung verwies sie auf die von ihr eingeholte Stellung-
nahme der kantonalen IV-Stelle vom 13. Juni 2019. In dieser hatte die kan-
tonale IV-Stelle festgehalten, die in der Beschwerde eingereichten Unter-
lagen vermöchten nichts an den Abklärungsergebnissen in Bezug auf den
Leistungsanspruch zu ändern. Entsprechend hatte die kantonale IV-Stelle
auf eine Stellungnahme verzichtet und vollumfänglich auf die Ausführun-
gen in der angefochtenen Verfügung verwiesen (BVGer-act. 8).
G.
Mit Schreiben vom 23. Juli 2019 reichte die Beschwerdeführerin einen Arzt-
bericht von Dr. med. J._ vom 5. Juli 2019 beim Bundesverwaltungs-
gericht ein (BVGer-act. 11).
H.
Am 1. Oktober 2019 verzichtete die Vorinstanz auf die Einreichung einer
Duplik. Sie verwies auf das Schreiben der kantonalen IV-Stelle vom
25. September 2019, in welchem jene ebenfalls auf die Einreichung einer
Stellungnahme verzichtet hatte (BVGer-act. 13).
I.
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2019 schloss das Bundesverwaltungsge-
richt den Schriftenwechsel ab (BVGer-act. 14).
J.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird – soweit erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
den Vorschriften des VGG, des VwVG [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des
ATSG (SR 830.1; vgl. auch Art. 3 Bst. dbis VwVG).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern – wie im vorlie-
genden Fall – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen
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gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört die
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69
Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit
zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; sie ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Abänderung, weshalb sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG).
1.4 Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 50
Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG).
2.
Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die
IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit
ausübt, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies
gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren
ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der
Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-
geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.
Die Beschwerdeführerin war zuletzt als Grenzgängerin in (...) (im Kanton
C._) erwerbstätig und lebte, namentlich auch im Zeitpunkt der An-
meldung, in (...) (Deutschland), wo sie heute noch lebt. Unter diesen Um-
ständen war die kantonale IV-Stelle für die Entgegennahme und Prüfung
der Anmeldung und die Vorinstanz für den Erlass der angefochtenen Ver-
fügung zuständig.
3.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 8. März 2019, mit welcher die Vorinstanz das erstmalige
Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin mangels anspruchsbegründen-
der Invalidität abgelehnt hat. Vorliegend streitig sowie vom Bundesverwal-
tungsgericht zu prüfen ist somit der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine schweizerische Invalidenrente im Rahmen einer Erstanmeldung.
4.
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4.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige und wohnt in
Deutschland, weshalb vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene
Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mit-
gliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681)
sowie die gemäss Anhang II des FZA anwendbaren Verordnungen (EG)
des Europäischen Parlaments und des Rates Nr. 883/2004 vom 29. April
2004 sowie Nr. 987/2009 vom 16. September 2009, welche am 1. April
2012 die Verordnungen (EWG) des Rates Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971
sowie Nr. 574/72 vom 21. März 1972 abgelöst haben, anwendbar sind. Ge-
mäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koor-
diniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Angehörigen der Ver-
tragsstaaten zu gewährleisten. Soweit – wie vorliegend – weder das FZA
und die gestützt darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechts-
akte abweichende Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechts-
grundsätze dagegen sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfah-
rens und die Prüfung eines IV-Leistungsanspruches alleine nach der
schweizerischen Rechtsordnung (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des
BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4 m.w.H.), was sich auch mit
dem Inkrafttreten der oben erwähnten Verordnungen am 1. April 2012 nicht
geändert hat (vgl. Urteil des BVGer C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E.
2.1).
4.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 8. März 2019 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-
schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
4.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 8. März 2019) eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-
fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit zu berück-
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang
stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der
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Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai
2008 E. 2.3.1).
5.
5.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt
der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben
(Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitrags-
dauer können Beitragszeiten, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt
worden sind, mitberücksichtigt werden (Art. 6 und Art. 45 VO [EG]
883/2004; vgl. auch BGE 131 V 390).
Die Beschwerdeführerin hat während deutlich mehr als drei Jahren Bei-
träge in diesem Sinne geleistet (vgl. Sachverhalt Bst. A), so dass die An-
spruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer zweifelsohne erfüllt ist.
5.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
5.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherte Anspruch auf eine
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a);
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG
sieht vor, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Mo-
naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1
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ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-
jahrs folgt, entsteht.
5.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-
rente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad
von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die
ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz
haben, soweit nicht staatsvertragliche Vereinbarungen eine abweichende
Regelung vorsehen. Das auf die Beschwerdeführerin anwendbare FZA
(vgl. E. 4.1) sieht diesbezüglich indessen eine Ausnahme vor. So können
gestützt auf das FZA und seine Verordnungen – abweichend von Art. 29
Abs. 4 IVG – auch Viertelsrenten ins Ausland ausbezahlt werden, wenn der
oder die Begünstigte nicht in der Schweiz, sondern in einem Mitgliedstaat
der Europäischen Union wohnt (vgl. 130 V 253 E. 2.3).
5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und
im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person
noch zugemutet werden können. Es sind somit nicht nur die Erwerbsmög-
lichkeiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Verwei-
sungstätigkeiten zu prüfen (leidensangepasste Verweisungstätigkeit; ZAK
1986 S. 204 f.). Bei der Bemessung der Invalidität ist auf die objektiven
wirtschaftlichen Folgen der funktionellen Behinderung abzustellen, welche
nicht zwingend mit dem vom Arzt festgelegten Grad der funktionellen Ein-
schränkung übereinstimmen müssen (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133
E. 2, BGE 110 V 275 E. 4a).
5.6 Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträ-
ger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von
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wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-
sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt
(BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
5.7 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung
in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf-
zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil
des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, wel-
che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Be-
funde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit wei-
teren Hinweisen). Ein Parteigutachten besitzt demgegenüber nicht den
gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom Versicherungsträger nach
dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten. Es verpflichtet
indessen das Gericht, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtli-
nien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in rechtserhebli-
chen Fragen die Auffassung und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder
vom Versicherungsträger förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüt-
tern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. BGE 125 V 351) oder zu-
mindest weitere Abklärungen angezeigt sind (vgl. Urteil des BGer
8C_412/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4.2). Berichte der behandelnden
Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Pa-
tienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für
den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden
Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hin-
weisen; vgl. aber das Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008
E. 2.3.2).
5.8 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
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lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-
ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
5.9 Nicht auf eigene Untersuchungen beruhende RAD-Berichte (Art. 49
Abs. 3 IVV) können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vor-
liegt und es im Wesentlichen um die Beurteilung eines an sich feststehen-
den medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas-
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Art. 59 Abs.
2bis IVG; Art. 49 Abs. 3 IVV; vgl. Urteil des BGer 9C_335/2015 vom 1. Sep-
tember 2015 E. 3.1). Ein förmlicher Anspruch auf eine versicherungsex-
terne Begutachtung besteht mithin nicht. Eine solche ist indes anzuordnen,
wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen. Ein exter-
nes, meist polydisziplinäres Gutachten ist namentlich einzuholen, wenn der
interdisziplinäre Charakter einer medizinischen Problemlage dies gebietet,
wenn der RAD nicht über die nötigen fachlichen Ressourcen verfügt, sowie
wenn zwischen RAD-Bericht und dem allgemeinen Tenor im medizinischen
Dossier eine relevante Differenz besteht (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1; 135
V 465 E. 4.6).
6.
In der angefochtenen Verfügung vom 8. März 2019 führte die Vorinstanz in
medizinischer Hinsicht aus, aufgrund der vom RAD geprüften medizini-
schen Unterlagen liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden im
Rahmen des IVG vor. Daran änderten die neu eingeholten Berichte der
Klinik F._, (...), nichts (IV-act. 35).
Nachfolgend sind die vorliegenden Medizinalakten zusammenfassend wie-
derzugeben.
6.1 Dr. med. E._, Fachärztin für Innere Medizin, stellte im Bericht
vom 23. Februar 2018 (zu Handen der Krankentaggeldversicherung der
Beschwerdeführerin) die Diagnosen einer mittelgradigen Depression (ICD-
10 F32.1) sowie eines Burn-out-Syndroms (ICD-10 Z73). Sie behandle die
Beschwerdeführerin seit dem 6. November 2017. Seit diesem Zeitpunkt sei
die Beschwerdeführerin für jede Art von Tätigkeit voll arbeitsunfähig. Diese
befinde sich derzeit bei Dr. med. G._ (in der Praxis K._, [...])
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Seite 11
in psychiatrischer Behandlung (IV-act. 13 S. 9). Im (handschriftlich ausge-
füllten) IV-Arztbericht vom 11. Juni 2018 erklärte Dr. med. E._ über-
dies, die Beschwerdeführerin sei fortlaufend vom 2. November 2017 bis
zum 3. Juli 2018 sowie bis auf Weiteres voll arbeitsunfähig. Sie befinde
sich zwei- bis dreimal monatlich in Behandlung. Als Diagnosen mit einer
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab sie lediglich die ICD-10-Codes
F48.0 (Neurasthenie inkl. Ermüdungssyndrom) und F33.1 (rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode) an. Keine Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit habe die Diagnose gemäss ICD-10 F45.0 (So-
matisierungsstörung).
6.1 Im (handschriftlich ausgefüllten) Formular "Arztbericht: Berufliche In-
tegration/Rente" vom 27. April 2018 stellte Dr. med. L._, Facharzt
für Neurologie und Psychiatrie (Anm: die Unterschrift auf dem Formular
stammt vermutlich von Dr. med. G._, behandelnde Psychiaterin der
Beschwerdeführerin), die Diagnose Angst und depressive Störung ge-
mischt (ICD-10 F41.2). Er enthielt sich einer Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit, da die Krankschreibung nicht durch seine Praxis erfolge (IV-act 12).
Im Bericht vom 22. Mai 2018 (zu Handen der Deutschen Rentenversiche-
rung Bund) erkannte Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie (unter Verwendung des Briefkopfes der Praxis von Dr.
med. L._, [...]), die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode. Mittlerweile sei die Symptomatik so ausgeprägt, dass die Erwerbsfä-
higkeit der Beschwerdeführerin gefährdet erscheine und lediglich die Be-
handlung im multimodalen Setting einer psychosomatischen Reha-Klinik
geeignet erscheine, um ein Fortschreiten der depressiven Symptomatik zu
verhindern (IV-act. 30 S. 17).
6.2 Im Gutachten vom 20. August 2018 (eingeholt von der Krankentaggeld-
versicherung der Beschwerdeführerin) bescheinigte Dr. med. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einen bei der Beschwerde-
führerin aktuell vorliegenden Normalbefund. Die geschilderten Symptome
seien rückblickend am ehesten mit einer Anpassungsstörung als Reaktion
auf eine berufliche Belastungsstörung vereinbar. Die von der Beschwerde-
führerin geschilderte Konzentrationsminderung habe sich im eineinhalb-
stündigen Gespräch nicht feststellen lassen. Dr. med. D._ stellte
aufgrund seiner Befunde die Diagnose einer Anpassungsstörung mit vor-
wiegender Symptomatik in der Form einer psychophysischen Erschöpfung
(ICD-10 F43.28), die mittlerweile abgeklungen sei. Es bestünden keine
Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit einem episodenartigen Verlauf
einer Depression beziehungsweise einer bipolaren Störung. Aufgrund der
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Seite 12
Vorgeschichte sei es offensichtlich, dass das Krankheitsbild deutliche re-
aktive Bezüge zu einer seit Längerem bestehenden hohen beruflichen Be-
lastungssituation aufweise. Die Differentialdiagnose einer leichten bis mit-
telgradigen depressiven Episode (F32.0/l) lasse sich angesichts des kom-
plett rückläufigen klinischen Verlaufs nicht mehr rekonstruieren. Die ledig-
lich noch monatlich bis fünfwöchentlich stattfindende ambulante hausärzt-
liche sowie psychotherapeutische Behandlung spiegle das weitgehende
Abklingen des Krankheitsbildes wider. Insgesamt sei die Beschwerdefüh-
rerin damit aus psychiatrischer Sicht per sofort voll arbeitsfähig, dies für
jede ihren beruflichen Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechende Tätig-
keit (IV-act. 27).
6.3 Mit Stellungnahme vom 26. September 2018 hielt RAD-Ärztin Dr. med.
M._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. Ärztever-
zeichnis unter https://www.medregom.admin.ch/; abgerufen am 28. Juli
2020), gestützt auf die vorangehend dargelegten Unterlagen fest, die Be-
schwerdeführerin habe im Rahmen einer beruflichen Belastungssituation
eine Erschöpfungssymptomatik entwickelt und eine ambulante psychiat-
risch-psychotherapeutische Behandlung aufgenommen. Fachärztlich sei
eine Angst und depressive Störung gemischt diagnostiziert worden, wobei
es sich um ein leichtergradiges psychisches Störungsbild handle, bei dem
weder die Kriterien für eine Depression noch für eine Angststörung erfüllt
seien. Entsprechend sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Im Gut-
achten vom 20. August 2018 sei ein Normalbefund erhoben worden. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei an Hand der vorliegenden Aktenlage
von keinem Gesundheitsschaden mit einer länger andauernden Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit im IV-relevanten Sinne auszugehen. Es lägen IV-
fremde psychosoziale Belastungsfaktoren im Rahmen einer beruflichen
Belastungssituation vor, auf welche die Beschwerdeführerin reaktiv eine
Erschöpfungssymptomatik entwickelt habe. Mittlerweile könne anhand des
psychopathologischen Befundes eine Remission der Symptomatik nach-
vollzogen werden. Ausserdem deute sowohl das im Gutachten beschrie-
bene Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin als auch die bisher durch-
geführte Behandlung ohne eine psychopharmakologische Medikation so-
wie die niederfrequente ambulante psychotherapeutische Behandlung auf
kein schwergradiges Krankheitsbild auf psychiatrischem Fachgebiet hin.
Nach Abklingen der Anpassungsstörung liege keine Diagnose mit einer
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vor. Daher lasse sich auch keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründen. Die von der Hausärz-
tin kodierten Diagnosen im IV-Arztbericht seien fachfremd gestellt und lies-
sen sich anhand der beschriebenen Befunde im psychiatrischen Gutachten
C-1669/2019
Seite 13
nicht nachvollziehen. Insgesamt liege daher kein Gesundheitsschaden mit
einem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 36 S. 10 f.).
6.4 Im Ärztlichen Entlassungsbericht der Klinik F._, (...), vom
19. November 2018 stellten Dres. med. I._ und N._ die Di-
agnosen
 Burnout, ohne langfristige Funktionseinschränkung (ICD-10 Z73);
 sonstige somatoforme Störung (ICD-10 F45);
 Zustand nach Epicondylitis radialis humeri rechts, Frühjahr 2018.
Im Hinblick auf das positive Leistungsvermögen seien der Beschwerdefüh-
rerin perspektivisch mittelschwere Tätigkeiten des allgemeinen Arbeits-
marktes mit ständiger Arbeitshaltung im Stehen, Gehen und Sitzen und
zeitlicher Arbeitsorganisation in Tages-, Früh- und Spät- sowie Nacht-
schicht zuzumuten. Es bestünden darüber hinaus keine entscheidenden
qualitativen Einschränkungen. Ausserdem seien während des Aufenthalts
keine langfristig quantitativen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit
deutlich geworden. Die Beschwerdeführerin habe ohne erkennbare
Schwierigkeiten des Durchhaltevermögens und der Ausdauer in vollem
Umfang am therapeutischen Programm teilnehmen können. Insbesondere
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sachbearbeiterin im Betriebsinnen-
dienst sei die Beschwerdeführerin daher perspektivisch vollschichtig ar-
beits- und leistungsfähig. Da indessen eine sofortige Rückkehr auf den all-
gemeinen Arbeitsmarkt im Anschluss an den Rehabilitationsaufenthalt eine
Überforderung der Beschwerdeführerin darstellen könnte mit dem Risiko
einer erneuten Dekompensation, werde die Beschwerdeführerin vorerst als
noch weiterhin arbeitsunfähig entlassen (IV-act. 33 S. 6-20).
6.5 Im IV-Bericht vom 4. Januar 2018 bestätigte Dr. med. I._ der
Klinik F._, (...), die Diagnosen somatoforme Störung (ICD-10 F45)
und Burnout (ICD-10 Z73) sowie die Arbeitsunfähigkeit am Ende der stati-
onären Behandlung. Er wies auf das Vorliegen einer günstigen Prognose
hin und empfahl die Durchführung einer ambulanten Psychotherapie (IV-
act. 33 S. 2-5)
6.6 Mit Stellungnahme vom 23. Januar 2019 erklärte RAD-Ärztin Dr. med.
M._ nach Prüfung der neu eingegangenen Unterlagen der Klinik
F._, der im Rahmen des stationären psychosomatischen Rehabili-
tationsaufenthaltes von Oktober/November 2018 behandelnde Psychiater
C-1669/2019
Seite 14
sei von einem Burnout sowie einer nicht näher bezeichneten somatofor-
men Störung ausgegangen. Die Beschwerdeführerin habe von der statio-
nären Behandlung profitieren können. Eine länger andauernde Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus Sicht der Behandler weder in quali-
tativer noch in quantitativer Hinsicht. Aus versicherungsmedizinischer Sicht
liege daher weiterhin kein Gesundheitsschaden mit einer länger andauern-
der beziehungsweise dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im
IV-relevanten Sinne vor. Bei einem Burnout handle es sich zudem um eine
sogenannte "Z-Diagnose", welche im versicherungsmedizinischen Sinne
nicht als eine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gelte.
Bei der angegebenen sonstigen somatoformen Störung handelt es sich
laut ICD-10 Kriterien um eine Empfindungsstörung, die in einem engen
zeitlichen Zusammenhang mit belastenden Ereignissen oder Problemen
stehe. Beide aufgeführten Störungsbilder stünden somit in einem engen
Zusammenhang mit IV-fremden Belastungsfaktoren (namentlich der ange-
gebenen beruflichen Belastungssituation). Ein schwerergradiges Stö-
rungsbild werde im vorliegenden Entlassungsbericht nicht geschildert, was
sich auch in der nahezu unauffälligen Psychopathologie, der Tatsache,
dass die Beschwerdeführerin an einem umfangreichen Therapieprogramm
habe teilnehmen können und dass keine psychopharmakologische Be-
handlung notwendig gewesen sei, widerspiegle. Insgesamt habe sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auf psychiatrischem Fachge-
biet seit der RAD-Stellungnahme vom 26. September 2018 nicht andau-
ernd oder längerfristig verschlechtert. Es liege nach wie vor kein Gesund-
heitsschaden mit einer länger andauernden Einschränkung der Arbeitsfä-
higkeit im IV-relevanten Sinne vor (IV-act. 33).
6.7 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat die Beschwerdeführerin
drei weitere Berichte betreffend ihren Gesundheitszustand eingereicht:
6.7.1 Gemäss Bericht vom 6. März 2019 erachtete H._, behan-
delnde Psychologin der Beschwerdeführerin, aufgrund des von ihr ange-
wandten "BOI"-Fragebogens (Becks Depressions-Inventar) die (ärztlich)
gestellte Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige
Episode, als zutreffend. Hingegen seien die teilweise ebenfalls gestellten
Diagnosen Burnout, somatoforme Störung oder Epicondylitis ihrer Ansicht
nach zweifelhaft (Beilage zu BVGer-act. 1).
6.7.2 Im Schreiben vom 2. April 2019 teilte Dr. med. I._ der Klinik
F._, (...), der Beschwerdeführerin mit, er habe ihrem Wunsch auf
Änderungen des Reha-Entlassungsberichts stattgegeben (Beilage 1 zu
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Seite 15
BVGer-act. 6). Ein Vergleich des entsprechend modifizierten Ärztlichen
Entlassungsberichts der Klinik F._ vom 19. November 2018 (Bei-
lage 2 zu BVGer-act. 6) mit jenem in den vorliegenden Akten liegenden
Bericht gleichen Datums (vgl. vorangehend E. 6.4) zeigt, dass Dr. med.
I._ hauptsächlich die im Bericht ursprünglich gestellte Diagnose
"Burnout, ohne langfristige Funktionseinschränkung (ICD-10 Z73)" geän-
dert hat in "rez. depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1)". Die übrigen medizinischen Feststellungen, insbesondere auch mit
Blick auf die Arbeitsfähigkeit blieben hingegen unverändert.
6.7.3 Im Arztbericht vom 5. Juli 2019 diagnostizierte Dr. med. J._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurolo-
gie, (...), eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1). Die Beschwerdeführerin sei eingeschränkt aufgrund einer
raschen Erschöpfung der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie einem rapi-
den Nachlassen von Konzentration und Aufmerksamkeit bereits nach einer
Stunde, verbunden mit Anspannung, Ablenkbarkeit und psychovegetativen
Überlastungssymptomen wie „Kopfdröhnen", Schwindelgefühlen und
Übelkeit. Sie sei daher weiterhin arbeitsunfähig, dies voraussichtlich für die
Dauer eines Jahres. Die Beschwerdeführerin weise indessen etliche posi-
tive prognostische Faktoren (innere Ausrichtung am Ziel der eigenen guten
Funktionsfähigkeit, intellektuelle Fähigkeiten, gute Reflexionsfähigkeit,
gute [therapeutische] Beziehungsfähigkeit, ein intaktes soziales Umfeld so-
wie das Fehlen weiterer schwerwiegender äusserer Belastungen) auf zur
Überwindung der Erkrankung, die einer Chronifizierung des Zustands ent-
gegenwirkten (Beilage zu BVGer-act. 11).
Der Bericht von Dr. med. J._ vom 5. Juli 2019 datiert erst nach Er-
lass der angefochtenen Verfügung vom 8. März 2019. Vorliegend zu beur-
teilen ist der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis und mit Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung. Nachdem im Bericht indessen ein-
deutig die bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung vorbestehenden
Gesundheitsprobleme der Beschwerdeführerin thematisiert werden, darf
dieser vorliegend ausnahmsweise dennoch berücksichtigt werden (vgl. vo-
rangehend E. 4.3).
C-1669/2019
Seite 16
7.
7.1 Für die Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ist auszugehen von dem in den
vorinstanzlichen Akten liegenden, in zeitlicher Hinsicht aktuellen Gutachten
vom 20. August 2018. Dieses erweist sich als für die vorliegend streitigen
Belange umfassend, basiert auf einer persönlichen Untersuchung der Be-
schwerdeführerin, berücksichtigt auch die von der Beschwerdeführerin be-
klagten Beschwerden und leuchtet in seiner Beurteilung des Gesundheits-
zustands sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein. Damit er-
füllt das Gutachten vom 20. August 2018 die versicherungsmedizinischen
Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (E. 5.7 f.). Soweit die
Beschwerdeführerin im Einwand vom 24. Oktober 2018 noch kritisierte,
das Gutachten sei "innerhalb nur einer Stunde Gespräch" zustande ge-
kommen, ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts nicht die Untersuchungsdauer massgebend ist, sondern aus-
schliesslich die Tatsache, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Er-
gebnis schlüssig ist (Urteil des BGer 9C_55/2009 vom 1. April 2009 E. 3.3
m.H.).
Ausserdem ist auf die von der kantonalen IV-Stelle eingeholten Stellung-
nahmen des RAD abzustellen. Da die beurteilende RAD-Ärztin Dr. med.
M._ über den Facharzttitel Psychiatrie und Psychotherapie verfügt
(vgl. E. 6.3), war sie fachlich in der Lage, die vorliegend in Frage stehenden
gesundheitlichen Probleme (vorwiegend psychischer Natur) der Beschwer-
deführerin zu würdigen. In ihren Stellungnahmen hat sich Dr. med.
M._ sodann einlässlich mit den vorliegenden Medizinalakten ausei-
nandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen in einer nachvollziehbaren
Weise begründet. Die RAD-Stellungnahmen erfüllen daher ebenfalls die
Voraussetzungen an beweiskräftige medizinische Berichte (vgl. E. 5.8 f.).
7.2 Die im Gutachten von Dr. med. D._ sowie den Stellungnahmen
von RAD-Ärztin Dr. med. M._ getroffenen medizinischen Feststel-
lungen, wonach es sich bei den Gesundheitsbeschwerden der Beschwer-
deführerin lediglich um eine vorübergehende Erschöpfungssymptomatik
infolge der vergangenen starken beruflichen Belastung gehandelt hat,
leuchtet ein. Dr. med. D._ hat ausserdem in einer nachvollziehba-
ren Weise dargelegt, weshalb die Differentialdiagnose einer leichten bis
mittelgradigen depressiven Episode vorliegend nicht zutrifft. Die Schluss-
folgerungen mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin res-
pektive das Fehlen einer aktuellen Arbeitsunfähigkeit haben sowohl Dr.
C-1669/2019
Seite 17
med. D._ als auch der RAD einlässlich sowie überzeugend begrün-
det. Insgesamt steht damit für das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund der (mittlerweile überwundenen) Erschöp-
fungssymptomatik keine länger andauernde Einschränkung ihrer Arbeits-
fähigkeit aufwies sowie im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. med.
D._ vom 20. August 2018 mit Blick auf die angestammte Tätigkeit
(wieder) voll arbeitsfähig war. Nachdem für die Prüfung der Voraussetzun-
gen für eine IV-Rente nicht die genaue Bezeichnung der Diagnose, son-
dern ausschliesslich das Vorliegen funktioneller Einschränkungen, welche
die versicherte Person an der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit hin-
dern, massgebend ist (vgl. vorangehend E. 5.2), spielt es sodann keine
Rolle, dass die erwähnte Erschöpfungssymptomatik in den vorliegenden
Medizinalakten unter unterschiedliche Diagnose-Codes klassifiziert wurde
(Anpassungsstörung mit vorwiegender Symptomatik in Form einer psycho-
physischen Erschöpfung [ICD-10 F43.28] gemäss Gutachter Dr. med.
D._; Burnout, ohne langfristige Funktionseinschränkung [ICD-10
Z73] gemäss der Klinik F._). Nachdem gemäss dem Entlassungs-
bericht vom 19. November 2018 (sowohl in der ursprünglichen als auch in
der nachträglich geänderten Form; vgl. E. 6.4 und 6.7.2) auch die Klinik
F._ eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin, insbesondere für ihre bisher ausgeübte berufliche Tätigkeit, ver-
neinte, ist vorliegend ebenso wenig entscheidend, dass diese die ur-
sprünglich gestellte Diagnose des Burnouts nachträglich auf Wunsch der
Beschwerdeführerin in jene einer mittelgradigen Depression geändert hat.
7.3 In Bezug auf die im Entlassungsbericht der Klinik F._ vom
19. November 2018 ursprünglich gestellte Diagnose des Burnouts ist fer-
ner zu verweisen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach ein
solches nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen Ge-
sundheitsbeeinträchtigung fällt. Aufgrund der Z-Kodierung (Diagnose-
Code ICD-10 Z73.0) handelt es sich beim Burnout vielmehr um einen Fak-
tor, welcher den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruch-
nahme des Gesundheitswesens führen kann, jedoch keine Erkrankung im
Sinne der anerkannten internationalen Klassifikationssysteme darstellt (Ur-
teil des BGer 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 m.w.H.).
7.4 Schliesslich ändern die von der Beschwerdeführerin im vorliegenden
Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte nichts an den im Gutachten
von Dr. med. D._ sowie in den RAD-Stellungnahmen getroffenen
medizinischen Feststellungen.
C-1669/2019
Seite 18
7.4.1 Die Beschwerdeführerin versucht mit den beim Bundesverwaltungs-
gericht eingereichten Unterlagen weiszumachen, dass sie nicht an einer
Erschöpfung oder einem Burnout gelitten habe, sondern dass bei eine (län-
ger andauernde) mittelgradige Depression vorliege. Hiergegen spricht zum
einen, dass sie in der IV-Anmeldung vom 26. März 2018 als Krankheits-
grund selbst Burnout angegeben hat (vgl. Sachverhalt Bst. A). Zum ande-
ren ist für die Begründung eines Rentenanspruchs nicht die Diagnosestel-
lung massgebend, sondern ausschliesslich deren Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit (vgl. ausführlicher in E. 7.2). In Bezug auf eine Depression
wären sodann nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts
(BGE 141 V 281 E. 4.1.3; vgl. BGE 143 V 418) für die Prüfung der Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit die sogenannten Standardindikatoren zu prü-
fen. Hiernach ist für die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit insbesondere
das Vorliegen einer psychiatrischen Komorbidität respektive einer körperli-
chen Begleiterkrankung erforderlich im Sinne einer Gesamtbetrachtung
der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der psychischen Erkrankung
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (BGE 141 V 281
E. 4.3.1.3). Von dieser Prüfung der Standardindikatoren kann indessen
vorliegend ausnahmsweise Umgang genommen werden, da gemäss den
vorangehend erwähnten schlüssigen medizinischen Unterlagen bereits
feststeht, dass das bei der Beschwerdeführerin vorliegende Leiden keine
längerfristige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeitigte (E. 7.2; vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_341/2018 vom 13. August 2018 E. 6.2).
7.4.2 Bezüglich des mit der Beschwerde eingereichten Berichts vom
6. März 2019 (Beilage zu BVGer-act. 1) ist sodann darauf hinzuweisen,
dass die behandelnde Psychologin der Beschwerdeführerin, welche den
Bericht verfasste, als Nichtmedizinerin fachlich nicht qualifiziert respektive
befugt ist, Diagnosen zu stellen. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hat sich
die Psychologin sodann zu Recht nicht geäussert. Der erwähnte Bericht
ändert daher vorliegend nichts an den in Erwägung 7.2 dargestellten
Schlussfolgerungen. Die mit Schreiben der Klinik F._ vom 2. April
2019 (von der Beschwerdeführerin am 15. Mai 2019 beim Bundesverwal-
tungsgericht eingereicht; vgl. BVGer-act. 6) vorgenommene Korrektur des
Entlassungsberichts vom 19. November 2018 wurde bereits vorangehend
in Erwägung 7.2, letzter Satz, gewürdigt. Bei der von der Beschwerdefüh-
rerin bei Dr. med. J._ eingeholten Zweitmeinung vom 5. Juli 2019
(Beilage zu BVGer-act. 11) handelt es sich schliesslich in Bezug auf die
Diagnosestellung um eine im Vergleich zum Gutachten von Dr. med.
D._ sowie den RAD-Stellungnahmen von Dr. med. M._ nicht
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Seite 19
massgebende abweichende Beurteilung. Ausserdem erscheint die der Be-
schwerdeführerin in dem Bericht attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht rechts-
genüglich begründet. So hat der deutsche Psychiater Dr. med. J._
insbesondere keine Prüfung der Standardindikatoren vorgenommen, wie
dies nach schweizerischem Versicherungsrecht für die rechtsgenügliche
Festlegung einer Arbeitsunfähigkeit erforderlich wäre (vgl. hierzu vorgen-
gehend E. 7.4.1). Indessen ging auch Dr. med. J._ nicht vom Vor-
liegen einer andauernden Arbeitsunfähigkeit aus, sondern wies vielmehr
auf die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden positiven Ressourcen hin.
Diese Ressourcen hätte Dr. med. J._ im Rahmen der Beurteilung
der aktuellen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach schweizeri-
schem Versicherungsrecht ebenfalls mitberücksichtigen müssen (vgl. BGE
141 V 281 E. 4.3.2). Der Bericht von Dr. med. J._ ist daher ebenfalls
nicht geeignet, die Schlussfolgerungen gemäss dem Gutachten von Dr.
med. D._ sowie den RAD-Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen.
7.5 Zusammenfassend steht aufgrund der Begutachtung von Dr. med.
D._ sowie der RAD-Stellungnahmen fest, dass die Beschwerdefüh-
rerin im Zeitpunkt der Begutachtung vom 20. August 2018 keine Arbeitsun-
fähigkeit (mehr) aufwies. Weder die RAD-Ärztin Dr. med. M._ noch
der Gutachter Dr. med. D._ äusserten sich hingegen zur retrospek-
tiven Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Gemäss der Hausärztin Dr.
med. E._ sei die Beschwerdeführerin seit dem 2. November 2017
durchgehend voll arbeitsunfähig gewesen. In diesem Zusammenhang ist
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärztinnen mitunter
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patientinnen aussagen (Urteil des BVGer C-
4005/2017 vom 25. September 2018 E. 4.6.3; vgl. vorangehend E. 5.7).
Nachdem in Bezug auf die Zeitspanne vom 2. November 2017 bis zum 19.
August 2018 indessen keine hiervon abweichende Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit der Beschwerdeführerin vorliegt, ist auf die von der Hausärztin
der Beschwerdeführerin für den erwähnten Zeitraum attestierte volle Ar-
beitsunfähigkeit abzustellen. Vorliegend erweist sich jedoch trotz der An-
nahme einer vollen Arbeitsunfähigkeit vom 2. November 2017 bis zum 19.
August 2018 das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG als nicht
erfüllt (vgl. vorangehend E. 5.3). Die Vorinstanz hat in der angefochtenen
Verfügung vom 19. April 2018 entsprechend zu Recht festgehalten, dass
bei der Beschwerdeführerin kein invalidisierender Gesundheitszustand
vorliegt. Die Beschwerde ist daher abzuweisen und die angefochtene Ver-
fügung zu bestätigen.
C-1669/2019
Seite 20
8.
8.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist
kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Aus-
gang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– fest-
zusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfah-
renskosten zu verwenden.
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz keinen Anspruch auf eine Parteient-
schädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE (SR 173.320.2]). Der unterliegenden, nicht
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ist entsprechend dem Verfah-
rensausgang ebenfalls keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64
Abs. 1 VwVG).
(Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.)
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