Decision ID: 60ef16aa-9c13-59e5-ba3d-e2bdbdcf968c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (geb. 1979; nachfolgend: Beschwerdeführer), libanesischer
Staatsangehöriger, heiratete am 20. April 2004 in seiner Heimat die
Schweizer Bürgerin B._ (geb. 1974). Am 15. September 2004 ge-
langte der Beschwerdeführer zu seiner Ehefrau in die Schweiz, wo er zu-
nächst im Kanton D._ Wohnsitz nahm, bevor er diesen am 4. De-
zember 2004 in den Kanton C._ verlegte. Am 19. Oktober 2009
wurde dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung erteilt (Akten
der Vorinstanz [SEM-act.] 1 S. 22-32).
B.
Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz hat der Beschwerdeführer be-
reits am 9. September 2009 ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung nach
Art. 27 des bis zum 31. Dezember 2017 in Kraft gestandenen Bürgerrechts-
gesetzes vom 29. September 1952 (altes Bürgerrechtsgesetz, aBüG, AS
1952 1087) gestellt. Aufgrund des Vorliegens einer Verurteilung zu einer
bedingten Geldstrafe bei einer Probezeit von zwei Jahren wurde das Ge-
such jedoch nicht mehr weiterverfolgt (vgl. Verfügung des SEM vom 19.
April 2018, Sachverhalt B [SEM-act. 18]).
C.
Am 25. Januar 2012 ersuchte der Beschwerdeführer erneut um erleichterte
Einbürgerung (SEM-act. 1 S. 22-32).
Die Ehegatten unterzeichneten am 25. Januar 2012 und am 24. August
2012 eine Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten,
stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse zusammenlebten
und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestünden. Gleichzeitig
nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürge-
rung nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfah-
rens einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder
keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht, und dass die Ver-
heimlichung solcher Umstände zur Nichtigerklärung der Einbürgerung füh-
ren kann (SEM-act. 1 S. 4, 25 und 26).
Mit Verfügung der Vorinstanz vom 5. September 2012 wurde der Be-
schwerdeführer erleichtert eingebürgert. Mit dem Schweizer Bürgerrecht
erwarb er die Bürgerrechte der Kantone C._, D._ und
E._ und der Gemeinden E._, F._, G._ und
H._ (SEM-act. 1 S. 2 und 3).
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Seite 3
D.
Am 4. Mai 2013 wurde der Sohn des Beschwerdeführers und der Schwei-
zer Bürgerin I._ (geb. 1993), J._ geboren (SEM-act. 13).
E.
Die Vorinstanz wurde am 19. März 2014 von der Wohngemeinde der Ehe-
gatten (Winterthur) über die Auflösung der Ehe am 13. Februar 2014 ori-
entiert (SEM-act. 2). Am 21. Oktober 2014 zeigte sie dem Beschwerdefüh-
rer die Eröffnung eines Verfahrens auf Nichtigerklärung der erleichterten
Einbürgerung an, unterbreitete ihm einen Fragenkatalog zur Beantwortung
und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme (SEM-act. 4).
Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsver-
treter am 13. November 2014 nach. Die Stellungnahme wurde von der ge-
schiedenen Ehefrau am 15. November 2014 mitunterzeichnet (SEM-act.
5).
Die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers wurde am 24. November 2014
(SEM-act. 6) zur Stellungnahme aufgefordert und am 20. April 2015 ge-
mahnt (SEM-act. 9).
Am 27. April 2015 (Eingangsstempel) reichte die Ex-Ehefrau die Eingabe
des Beschwerdeführers vom 13. November 2014 in Kopie ein und wies
darauf hin, dass dies ihre Stellungnahme sei (SEM-act. 10).
Schliesslich wurde der Beschwerdeführer am 28. April 2016 zur erneuten
Stellungnahme aufgefordert (SEM-act. 11). Dieser Aufforderung kam er mit
Eingabe vom 14. Juni 2016 nach (SEM-act. 12).
Im weiteren Verlauf des Verfahrens holte die Vorinstanz Auskünfte bei einer
weiteren Behörde ein (SEM-act. 13).
F.
Die Kantone C._ und Aarau erteilten am 28. März 2018 ihre Zustim-
mung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung des Beschwer-
deführers (SEM-act. 15 und 16). Der Kanton D._ stimmte der Nich-
tigerklärung am 17. April 2018 zu und informierte die Vorinstanz, dass der
Beschwerdeführer am 3. November 2017 die Mutter seines Sohnes,
I._, geheiratet habe (SEM-act. 17).
G.
Mit Verfügung vom 19. April 2018 erklärte die Vorinstanz die erleichterte
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Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig und stellte fest, dass sich
die Nichtigkeit auf alle Familienmitglieder erstrecke, deren Schweizer Bür-
gerrecht auf der nichtig erklärten Einbürgerung beruhe (SEM-act. 18).
H.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 22. Mai 2018 gelangte der Beschwerdeführer
über seinen Rechtsvertreter an das Bundesverwaltungsgericht und bean-
tragte die ersatzlose Aufhebung der vorgenannten Verfügung (Akten des
Rechtsmittelverfahrens [Rek-act.] 1).
I.
Mit Vernehmlassung vom 11. Juli 2018 schloss die Vorinstanz auf Abwei-
sung der Beschwerde (Rek-act. 9).
J.
Mit Replik vom 30. August 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem
Rechtsmittel fest (Rek-act. 13).
K.
Mit Duplik vom 21. September 2018 beantragte die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde (Rek-act. 15).
L.
Mit Stellungnahme vom 8. November 2018 schloss der Beschwerdeführer
auf Gutheissung seiner Beschwerde (Rek-act. 17).
M.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Bürgerrechtsgesetz vom
20. Juni 2014 (BüG, SR 141.0) wurde der gleichnamige Erlass vom
29. September 1952 aufgehoben (vgl. Art. 49 BüG i.V.m. Ziff. I seines An-
hangs). Gemäss der Übergangsbestimmung des Art. 50 Abs. 1 BüG richten
sich Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts nach dem Recht, das
bei Eintritt des massgebenden Tatbestandes in Kraft steht. Da das Verfah-
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Seite 5
ren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung vor der Rechtsän-
derung eingeleitet wurde, ist die vorliegende Streitsache nach dem alten
Bürgerrechtsgesetz zu beurteilen (vgl. Urteil des BVGer F-2870/2018 vom
15. April 2020 E. 3).
2.
2.1 Verfügungen des SEM über die Nichtigerklärung einer erleichterten
Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-
richt (Art. 51 Abs. 1 aBüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG, vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).
2.3 Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert.
Auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten
(Art. 48 ff. VwVG).
3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-
verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62
Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann
die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen
gutheissen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
4.
4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 aBüG kann eine ausländische Person nach der
Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte
Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-
wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Ge-
meinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. In allgemeiner, für alle For-
men der erleichterten Einbürgerung geltenden Weise setzt Art. 26 Abs. 1
aBüG voraus, dass die ausländische Person in der Schweiz integriert ist
(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die in-
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nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämtli-
che Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl bei Einreichung des
Gesuchs als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt
es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemein-
schaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden
(BGE 140 II 65 E. 2.1 m.H.).
4.2 Sobald an einen Begriff wie die Ehe rechtliche Folgen – wie der Erwerb
des Bürgerrechts – geknüpft sind, liegt die Definitionshoheit nicht mehr
beim Einzelnen, sondern beim Gesetzgeber bzw. bei der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des BVGer F-5601/2016 vom 22. März 2018 E. 12.3). Der Be-
griff der ehelichen Gemeinschaft bedeutet nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung mehr als das formelle Bestehen einer Ehe. Verlangt wird
vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, die vom beidseitigen Wil-
len der Ehepartner getragen wird, ihre Ehe auch künftig aufrecht zu erhal-
ten. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft aufrecht
zu erhalten, können sich dann ergeben, wenn kurze Zeit nach der erleich-
terten Einbürgerung die Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet
wird (BGE 135 II 161 E. 2 m.H.), ein Ehegatte während der Ehe ein aus-
sereheliches Kind zeugt (vgl. Urteil des BGer 1C_27/2011 vom 21. März
2011 E. 6.4.1) oder eine Zweitehe schliesst, der Prostitution nachgeht oder
sich in einer anderen Weise verhält, die in grobem Widerspruch steht zum
traditionellen Bild der Ehe als einer ungeteilten, von Treue und Beistand
getragenen Geschlechtergemeinschaft zwischen Mann und Frau (vgl. Ur-
teil des BVGer F-2182/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 3.2 m.H.)
5.
5.1 Nach Art. 41 Abs. 1 aBüG kann die Einbürgerung vom Bundesamt mit
Zustimmung der Behörde des Heimatkantons nichtig erklärt werden, wenn
sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen er-
schlichen worden ist. Das blosse Fehlen der Einbürgerungsvoraussetzun-
gen genügt nicht. Die Nichtigerklärung der Einbürgerung setzt voraus, dass
diese „erschlichen“, das heisst mit einem unlauteren und täuschenden Ver-
halten erwirkt worden ist. Andererseits ist keine Arglist im Sinne des Straf-
rechts erforderlich. Es genügt, dass die gesuchstellende Person bewusst
falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst in einem falschen Glau-
ben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, über
eine erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2 m.H.).
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Seite 7
5.2 Weiss die betroffene Person, dass die Voraussetzungen für die erleich-
terte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so
muss sie die Behörde unaufgefordert über eine nachträgliche Änderung
der Verhältnisse orientieren, von der sie weiss oder wissen muss, dass sie
einer Einbürgerung entgegensteht. Die Pflicht dazu ergibt sich aus dem
Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 5 Abs. 3 BV und aus der ver-
fahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht nach Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die
Behörde ihrerseits darf sich darauf verlassen, dass die vormals erteilten
Auskünfte bei passivem Verhalten der gesuchstellenden Person nach wie
vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2 m.H.).
5.3 Die Täuschungshandlung der gesuchstellenden Person muss sich auf
einen erheblichen Sachverhalt beziehen. Erheblich im Sinne von Art. 41
Abs. 1 aBüG ist ein Sachverhalt nicht nur, wenn seine pflichtgemässe Of-
fenlegung dazu geführt hätte, dass die mit der Einbürgerung befasste Be-
hörde das Vorliegen einer Einbürgerungsvoraussetzung verneint und die
Einbürgerung verweigert hätte. Es genügt, wenn der Sachverhalt, wäre er
der Behörde bekannt gewesen, begründete Zweifel am Vorliegen einer sol-
chen Voraussetzung geweckt und die Einbürgerung ernsthaft in Frage ge-
stellt hätte bzw. eine solche nicht ohne weitere Beweismassnahmen hätte
verfügt werden können (vgl. Urteil des BVGer F-2375/2016 vom 29. März
2018 E. 5.3 m.H.).
5.4 Die Möglichkeit der Nichtigerklärung geht durch Zeitablauf unter.
Art. 41 Abs. 1bis aBüG statuiert hierfür seit dem 1. März 2011 eine differen-
zierte Fristenregelung, die im Übrigen vom neuen Recht übernommen
wurde (vgl. Art. 36 Abs. 2 BüG). Demnach kann die Einbürgerung innert
zwei Jahren, nachdem das SEM vom rechtserheblichen Sachverhalt
Kenntnis erhalten hat, spätestens aber innert acht Jahren nach dem Er-
werb des Schweizer Bürgerrechts, nichtig erklärt werden. Nach jeder Un-
tersuchungshandlung, die der eingebürgerten Person mitgeteilt wird, be-
ginnt eine neue zweijährige Verjährungsfrist zu laufen. Während eines Be-
schwerdeverfahrens stehen die Fristen still (vgl. Urteil des BVGer
F-2182/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 5).
6.
6.1 Das Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung
richtet sich nach dem VwVG (vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 Bst. a VwVG). Es gilt
namentlich der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG). Die Behörde hat
daher von Amtes wegen zu untersuchen, ob der betroffenen Person die
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Seite 8
Täuschung über eine Einbürgerungsvoraussetzung vorgeworfen werden
kann, wozu insbesondere die Existenz eines beidseitig intakten und geleb-
ten Ehewillens gehört. Da die Nichtigerklärung in die Rechte der betroffe-
nen Person eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. Allerdings geht
es in der Regel um innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörige Sach-
verhalte, die der Behörde nicht bekannt und einem direkten Beweis natur-
gemäss kaum zugänglich sind. Sie können regelmässig nur indirekt durch
Indizien erschlossen werden. Die Behörde kann sich darüber hinaus auch
veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbe-
kannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche sogenannten natürlichen
bzw. tatsächlichen Vermutungen stellen eine besondere Form des Indizi-
enbeweises dar und können sich in allen Bereichen der Rechtsanwendung
ergeben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Dabei handelt es sich um
Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezo-
gen werden. Die betroffene Person ist bei der Sachverhaltsabklärung mit-
wirkungspflichtig (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2, BGE 135 II 161 E. 3 je m.H.).
In einer Konstellation wie der vorliegenden lautet der Erfahrungssatz, dass
Probleme, die Ehegatten zur Trennung veranlassen können, nicht innert
weniger Monate entstehen, sich vielmehr entwickeln, bis sie einen Grad
erreichen, der die Ehe zum Scheitern bringt. Vorbehältlich besonderer Er-
eignisse bildet das Scheitern einer mehrjährigen, intakten und stabilen
ehelichen Beziehung den Endpunkt eines längeren Prozesses, der durch
eine allmähliche, von Versöhnungsversuchen unterbrochene Verschlech-
terung des ehelichen Einvernehmens geprägt ist. Wenn nun die Zeit-
spanne zwischen Einbürgerungszeitpunkt und der Trennung der Ehegatten
signifikant kürzer ist als die Zeitspanne, die ein Entfremdungsprozess übli-
cherweise in Anspruch nimmt, kann vermutungsweise davon ausgegangen
werden, dass die Ehe zum Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung nicht
mehr in einem Zustand war, der es den Ehegatten nach Treu und Glauben
gestattet hätte, gegenüber den Behörden zu bestätigen, dass sie in einer
intakten, stabilen und auf Zukunft ausgerichteten ehelichen Beziehung leb-
ten (zum Ganzen siehe etwa Urteile des BVGer F-3141/2018 vom 23. April
2019 E. 11.1; F-5342/2015 vom 5. Dezember 2018 E. 11.1 m.H.).
6.2 Die natürliche Vermutung ist umso überzeugender, je kürzer die Zeit-
spanne zwischen dem Einbürgerungszeitpunkt und der Trennung der Ehe-
gatten ausfällt. Die aktuelle Rechtsprechung geht von einer hinreichend
raschen chronologischen Verkettung der Ereignisse aus, wenn zwischen
dem Einbürgerungszeitpunkt und der Trennung der Ehegatten bis zu 20
Monate vergehen. Als nicht mehr ausreichend werden von der Rechtspre-
chung 23 bzw. 24 Monate betrachtet (vgl. dazu Urteile des BVGer F-
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5342/2015 E. 11.2 und F-8122/2015 vom 1. Juni 2017 E. 5.2.1.2, welche
die Berechtigung einer natürlichen Vermutung bei dieser Zeitdauer in
Frage stellen; ferner Urteil des BGer 1C_377/2017 vom 12. Oktober 2017
E. 2.2, das diese Betrachtungsweise bestätigt).
6.3 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (Art. 19
VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Sie stellt eine Beweiserleichterung dar,
indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter Schlüssigkeit mögli-
che Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehr der Beweislast hat sie
nicht zur Folge. Wenn daher bestimmte Tatsachen – bspw. Chronologie der
Ereignisse – die natürliche Vermutung begründen, dass die erleichterte
Einbürgerung erschlichen wurde, muss die betroffene Person nicht den Be-
weis für das Gegenteil erbringen. Sie bringt die natürliche Vermutung be-
reits mit dem Gegenbeweis zu Fall (HANS PETER WALTER, Berner Kommen-
tar, 2012, N. 476 zu Art. 8 ZGB). Hierfür genügt es, dass die betroffene
Person einen Grund anführt, der es dem Gericht plausibel erscheinen lässt,
dass sie die Behörde nicht getäuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich
um ein ausserordentliches, nach der erleichterten Einbürgerung eingetre-
tenes Ereignis handeln, das zum raschen Scheitern einer vormals intakten
Ehe führte, oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, dass sie
die Ernsthaftigkeit der ehelichen Probleme nicht erkannte und den wirkli-
chen Willen hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer
stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 m.H.;
Urteile des BVGer F-2182/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 6.2 und C-
333/2012 vom 21. August 2014 E. 4.2).
7.
Vorliegend sind die Fristen von Art. 41 Abs. 1bis aBüG – sowohl die zwei-
jährige relative als auch die achtjährige absolute Verjährungsfrist – einge-
halten. Auch die von Art. 41 Abs. 1 aBüG verlangte Zustimmung der zu-
ständigen Heimatkantone liegt vor. Die formellen Voraussetzungen für die
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung sind somit erfüllt.
8.
8.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die aussereheliche Geburt des Sohnes –
sofern sie den Einbürgerungsbehörden bekannt gewesen wäre – der er-
leichterten Einbürgerung des Beschwerdeführers entgegengestanden
hätte.
http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-161
F-3013/2018
Seite 10
8.2 In der Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass allein das Ein-
gehen einer ausserehelichen sexuellen Beziehung schon als ein Indiz für
den fehlenden Willen zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft anzusehen
ist. Eine einmalige oder kurzfristige vorübergehende Untreue braucht indes
noch nicht zwingend das Scheitern einer bestehenden Ehe zu bedeuten.
Sexuell offen gestaltete Beziehungsmodelle und die aussereheliche Zeu-
gung von Kindern als Ergebnis von Seitensprüngen können in der heutigen
Zeit denn auch nicht mehr als gesellschaftsfremd betrachtet werden. Wie
eben angetönt, bildet die Tatsache, dass es überhaupt zu ausserehelichen
sexuellen Kontakten kam, jedoch ein starkes Indiz gegen das Bestehen
einer intakten Ehe. Denn die sexuelle Treue gilt trotz gewandelter Moral
nach wie vor als zentrales Element einer Ehe (siehe Urteile des BVGer C-
7291/2014 vom 22. April 2016 E. 9.4 und F-672/2017 vom 31. Juli 2018 E.
11.4, bestätigt durch Urteil des BGer 1C_466/2018 vom 15. Januar 2019),
weshalb im Widerspruch dazu stehende Verhaltensweisen typischer für
nicht intakte Ehen sind als für intakte (zur Beweiskraft von Indizien als Quo-
tient von Merkmalwahrscheinlichkeiten vgl. BENDER ET AL., Tatsachenfest-
stellungen vor Gericht, 3. Aufl., München 2007, Rz. 679 ff.). Aufgrund der
Aktenlage ist hier von einer ausserehelichen Beziehung auszugehen, die
sich während des Einbürgerungsverfahrens über mehrere Monate er-
streckt hat.
8.3 Die Zeugung bzw. die Geburt des ausserehelichen Sohnes hätte hier
tatsächlich einen Hinderungsgrund für die erleichterte Einbürgerung dar-
gestellt, handelt es sich doch bei einer ausserehelichen Schwangerschaft
um ein rechtlich relevantes Vorkommnis, welches die Einbürgerung verhin-
dert oder zumindest bis zur Klärung der ehelichen Verhältnisse hinausge-
zögert hätte (vgl. Urteil des BGer 1C_244/2016 E. 4.3.3). Da der Beschwer-
deführer – laut eigenen Angaben – jedoch erst nach der erleichterten Ein-
bürgerung von der Schwangerschaft erfahren haben will, kann vorliegend
nicht der Schluss gezogen werden, der Beschwerdeführer erfülle schon al-
lein deswegen den Nichtigkeitsgrund des Erschleichens im Sinne von
Art. 41 Abs. 1 aBüG.
9.
Allerdings lassen noch weitere Indizien darauf schliessen, dass die Zerrüt-
tung der Ehe bereits vor Abgabe der Erklärung zur ehelichen Gemeinschaft
und der bald darauf erfolgten erleichterten Einbürgerung eingesetzt haben
muss.
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Seite 11
9.1 Der Beschwerdeführer, der damals im Libanon lebte, heiratete am 20.
April 2004 eine Schweizer Bürgerin und zog am 3. September 2004 zu ihr
in die Schweiz. Am 9. September 2009, d.h. unmittelbar nach Erfüllung des
gesetzlichen Mindestaufenthaltes in der Schweiz von fünf Jahren stellte er
ein erstes Gesuch um erleichterte Einbürgerung, welches aufgrund eines
Strafregistereintrags nicht weiter behandelt wurde. In der Folge stellte der
Beschwerdeführer am 26. Januar 2012 erneut ein Gesuch um erleichterte
Einbürgerung. Die gemeinsame Erklärung zum Zustand der Ehe wurde am
25. Januar 2012 und am 24. August 2012 unterzeichnet. Im Zeitraum von
Mai bis ungefähr Anfang August 2012 unterhielt der Beschwerdeführer eine
aussereheliche Beziehung, aus welcher später ein Kind hervorging.
Schliesslich erfolgte die erleichterte Einbürgerung des Beschwerdeführers
am 7. Oktober 2012. Knapp fünf Monate später, im März 2013, zog die
Ehefrau aus der ehelichen Wohnung aus. Zehn Monate später, am 16. Ja-
nuar 2014, reichten die Ehegatten ein gemeinsames Scheidungsbegehren
ein, das am 13. Februar 2014 zur Scheidung führte. Die Ehe des Be-
schwerdeführers, die bis zur erleichterten Einbürgerung fast achteinhalb
Jahre gedauert hatte, wurde somit bereits 16 Monate nach der erleichter-
ten Einbürgerung aufgelöst.
Am 3. November 2017 ehelichte der Beschwerdeführer ferner die Mutter
seines Kindes, die Schweizer Bürgerin I._.
9.2 Die Chronologie der Ereignisse, namentlich die kurze Zeitspanne zwi-
schen der gemeinsamen Erklärung zum Zustand der ehelichen Gemein-
schaft und der erleichterten Einbürgerung einerseits und der Trennung
nach knapp fünf Monaten bzw. der Scheidung sechzehn Monate später
andererseits, begründet nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohne
weiteres die natürliche Vermutung, dass die Ehe zum Zeitpunkt der ge-
meinsamen Erklärung bzw. der erleichterten Einbürgerung in Wahrheit
nicht intakt war und die Einbürgerungsbehörde über diesen Umstand aktiv
oder passiv getäuscht wurde (vgl. dazu Urteil des BGer 1C_466/2018 vom
15. Januar 2019 E. 5.3 m.H.). Das Scheitern einer intakten und auf die
Zukunft ausgerichteten Ehe stellt nämlich einen Prozess dar, der – beson-
dere Umstände vorbehalten – regelmässig wesentlich längere Zeit in An-
spruch nimmt.
10.
Es ist nach dem Gesagten am Beschwerdeführer, die tatsächliche Vermu-
tung zu erschüttern, indem er ein ausserordentliches, nach der erleichter-
ten Einbürgerung eingetretenes Ereignis aufzeigt, das den nachfolgenden
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Seite 12
raschen Zerfall einer zuvor intakten ehelichen Beziehung plausibel erklärt
oder, falls die Ehe zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung nicht mehr
intakt war, glaubwürdig darlegt, dass er zum Zeitpunkt der erleichterten
Einbürgerung in guten Treuen von einer intakten Ehe ausging.
10.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Monate nach der erleich-
terten Einbürgerung seien von einer Beziehungskrise überschattet worden,
welche schlussendlich im März 2013 für das Scheitern der langjährigen
Ehe verantwortlich gewesen sei. Hauptursachen dafür seien die unter-
schiedlichen beruflichen Entwicklungen kombiniert mit einer kurzzeitigen
ausserehelichen Affäre des Beschwerdeführers. Die Nachricht, dass aus
einer kurzzeitigen und damals bedeutungslosen Affäre ein ungewolltes
Kind hervorgehe, stelle zweifelsohne ein ausserordentliches Ereignis dar,
welches bei der damaligen Ehefrau des Beschwerdeführers zum raschen
Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft im Anschluss an die er-
leichterte Einbürgerung geführt habe. Von der Schwangerschaft hätten der
Beschwerdeführer und seine Ehefrau erst Ende November Kenntnis er-
langt. Die Unkenntnis über die Schwangerschaft habe beim Beschwerde-
führer dazu geführt, dass er die Schwere der ehelichen Probleme nicht er-
kannt und im Zeitpunkt, als er die Erklärung unterzeichnet habe, den wirk-
lichen Willen gehabt habe, mit seiner Ehepartnerin auch weiterhin in einer
stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben.
10.2 Soweit der Beschwerdeführer die beruflichen Entwicklungen der Ehe-
gatten als Grund für das rasche Scheitern des Willens zur ehelichen Ge-
meinschaft erblickt, ist dem entgegenzuhalten, dass die Ehefrau des Be-
schwerdeführers – laut seinen eigenen Angaben in der Stellungnahme vom
14. Juni 2016 – bereits während des Verfahrens auf erleichterte Einbürge-
rung ihrer Ausbildung und ihren Karriereambitionen nachgegangen ist und
der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang erklärt hat, dass er sich
von seiner damaligen Ehefrau vernachlässigt gefühlt habe. Die berufliche
Entwicklung war folglich bereits vor der erleichterten Einbürgerung ein
Thema, welches bei den Ehegatten zu Zwiespalt geführt hatte. Dieser ging
bereits damals so weit, dass sich der Beschwerdeführer nutzlos und unbe-
achtet gefühlt habe und nicht zuletzt auch deshalb fremdgegangen sei. Vor
diesem Hintergrund kann in der unterschiedlichen beruflichen Entwicklung
der Ehegatten kein nach der erleichterten Einbürgerung eingetretenes aus-
serordentliches Ereignis gesehen werden. Vielmehr stellt dieses ein weite-
res Indiz dafür dar, dass die Ehe bereits zuvor mit erheblichen Schwierig-
keiten belastet war.
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Seite 13
10.3 In Bezug auf den Zeitrahmen der vom Beschwerdeführer als kurzzei-
tige aussereheliche Affäre bezeichneten Beziehung wurde in den Stellung-
nahmen vom 13. November 2014 und vom 14. Juni 2016 ab Mai/Juni 2012
angegeben. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens schliesslich wurde der
Zeitraum auf Juni bis Anfang August 2012 festgesetzt. In jedem Fall gilt,
dass aufgrund der Dauer der Affäre nicht mehr davon ausgegangen wer-
den kann, dass es sich dabei um einen (einmaligen) Ausrutscher handelte.
Vielmehr ist aufgrund dessen, dass sich die Beziehung über mehrere Mo-
nate hinweg zog von einer gewissen Regelmässigkeit bzw. Intensität aus-
zugehen, welche auf eine eigentliche Parallelbeziehung schliessen lässt.
Dass die sich über einen längeren Zeitraum hinaus andauernden wieder-
holten Treffen schliesslich auch aufgrund der bestehenden ehelichen
Schwierigkeiten entwickelt hatten, bestätigt auch der Beschwerdeführer,
wenn er angibt, er habe intuitiv versucht, die negativen Gefühle anderweitig
zu kompensieren. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe die Affäre
vor Unterzeichnung der Erklärung am 24. August 2012 beendet, weshalb
er die Ehe zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage gestellt habe. Da er jedoch
bereits am 26. Januar 2012 ein erstes Mal die Erklärung betreffend eheli-
che Gemeinschaft unterzeichnet hatte, hätte ihm sowohl aufgrund der Dis-
tanzierung von der Ehefrau als auch wegen der ausserehelichen Bezie-
hung bewusst sein müssen, dass diese Ereignisse wesentlich für die Be-
urteilung der Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung waren.
Entsprechend hätte er die Behörden darüber ins Bild setzen müssen.
10.4 Ferner stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass die
Kenntnis von der Schwangerschaft im November 2012 bei der Ehegattin
den Willen zur ehelichen Gemeinschaft habe erlöschen lassen. Grundsätz-
lich ist eine derartige Sachverhaltsdarstellung nicht ausgeschlossen. An-
gesichts der gesamten Vorgeschichte erscheint sie jedoch kaum plausibel.
Kommt hinzu, dass weder aus den Akten ersichtlich ist, noch vom Be-
schwerdeführer geltend gemacht wurde, es seien etwaige Versuche unter-
nommen worden, die Ehe zu retten. Nach einer Ehedauer von acht Jahren
wäre zumindest zu erwarten gewesen, dass sich die Ehegatten nachweis-
bar um den Erhalt derselben bemüht hätten, wäre diese nicht bereits zuvor
zerrüttet gewesen. Entsprechend kann die Kenntnis von der Schwanger-
schaft nicht als isoliertes Ereignis betrachtet werden, das völlig unerwartet
eine zuvor intakte Ehe rasch und endgültig zerstört hätte.
10.5 Angesichts des zuvor Ausgeführten kann sich der Beschwerdeführer
nicht in guten Treuen auf den Standpunkt stellen, er habe die Schwere der
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Probleme nicht bereits zuvor erkannt. Der Einwand erweist sich als unbe-
gründet.
10.6 Damit ist es dem Beschwerdeführer insgesamt nicht gelungen, die
bestehende Vermutung der erschlichenen erleichterten Einbürgerung zu
entkräften bzw. zu widerlegen. Er hat im Einbürgerungsverfahren für die
Beurteilung wesentliche Umstände verschwiegen bzw. eine Erklärung un-
terschrieben, deren Inhalt nicht der Wahrheit entsprochen haben kann.
Dadurch hat er die erleichterte Einbürgerung im Sinne von Art. 41 Abs. 1
aBüG erschlichen.
10.7 Die von der Vorinstanz verfügte Nichtigkeit erstreckt sich gemäss Art.
41 Abs. 3 aBüG auf alle Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht
auf der für nichtig erklärten Einbürgerung beruht, sofern nicht ausdrücklich
anders verfügt wird. Der Beschwerdeführer hat einen am 4. Mai 2013 ge-
borenen Sohn. Da die Kindsmutter das Schweizer Bürgerrecht besitzt, ver-
liert der Sohn sein Bürgerrecht nicht, sondern nur die Heimatorte des Va-
ters.
11.
Die angefochtene Verfügung ist als rechtmässig und verhältnismässig zu
bestätigen (Art. 49 VwVG) und die Beschwerde demzufolge abzuweisen.
12.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer
die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320]).
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