Decision ID: 3f1482a9-f045-5974-a8d0-c7b00e252c21
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. Februar 2014 wegen einer seit August 2013
bestehenden Depression bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, die Primaroberstufe in B._ besucht zu haben.
Einen Beruf habe er nicht erlernt.
A.b Dr. med. C._ vom Psychiatrie-Zentrum D._ berichtete der IV-Stelle am 28.
Februar 2014 (IV-act. 6), dass der Versicherte an einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2),
anamnestisch seit 2003, leide. Der Versicherte sei seit dem 1. Februar 2014 voll
arbeitsunfähig. Er leide an einer verminderten Konzentration und Aufmerksamkeit, an
einer erhöhten Ermüdbarkeit und Kraftlosigkeit, an einer Antriebslosigkeit und an einer
reduzierten Belastbarkeit. Hinzu kämen somatische Beschwerden (Rücken- und
Schulterschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen). Derzeit finde eine multimodale
Behandlung in der Tagesklinik E._ statt. Bei einem weiteren positiven Verlauf sollte
der Versicherte für eine leichte körperliche Arbeit bspw. im Rahmen eines
Arbeitsprogramms ca. anfangs Mai 2014 wieder eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
erreichen. Am 7. Mai 2014 berichtete dieselbe Ärztin der Krankentaggeldversicherung
(IV-act. 13-4), dass der Versicherte weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Sie gehe
davon aus, dass der Versicherte in ca. 2-3 Monaten für adaptierte Tätigkeiten ungefähr
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erlangen werde. In Frage kämen körperlich wenig
belastende Tätigkeiten an einem ruhigen Arbeitsplatz mit regelmässigen Pausen ohne
Schicht- oder Nachtarbeit.
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A.c Am 25. Juli 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines
Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
seien (IV-act. 18).
A.d Die F._ berichtete der IV-Stelle am 29. Juli 2014 (IV-act. 22), dass sie den
Versicherten vom 1. Januar 2012 bis 31. Januar 2014 zu 100 % als Betriebsmitarbeiter
in der Verpackerei beschäftigt habe. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 12. August
2013 gewesen. Die Kündigung sei erfolgt, weil eine Wiederintegration nicht absehbar
gewesen sei. Gemäss dem beigelegten Lohnjournal hatte der Monatslohn des
Versicherten ab dem Jahr 2012 Fr. 3'500.-- betragen (zzgl. 13. Monatslohn). Gemäss
dem IK-Auszug hatte der Versicherte im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 45'100.--
und im Jahr 2013 ein Einkommen von Fr. 31'007.-- erzielt (IV-act. 21). Von 1990 bis
2003 war der Versicherte für die G._ AG tätig gewesen. Im Jahr 2001 hatte sich der
Lohn auf Fr. 70'560.-- und im Jahr 2002 auf Fr. 69'590.-- belaufen.
A.e Dr. med. H._, Ärztin Klinik I._, berichtete der IV-Stelle am 3. September 2014
(IV-act. 31), dass der Versicherte an einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome leide. Vom 17. Juni bis 16. August 2014 habe eine stationäre
Behandlung in der Klinik I._ stattgefunden. Der Austritt sei in deutlich verbessertem
Gesundheitszustand erfolgt. Seit dem 1. September 2014 befinde sich der Versicherte
in tagesklinischer Behandlung. Beim Eintritt sei der Gesundheitszustand wieder etwas
verschlechtert gewesen. Mittel- und längerfristig sei von einer gewissen Stabilisierung
des psychischen Gesundheitszustandes auszugehen; eine vollumfängliche Remission
sei jedoch unwahrscheinlich. Als Schichtmitarbeiter in einer Lebensmittelfirma sei der
Versicherte bleibend zu 100 % arbeitsunfähig. Die geistigen Einschränkungen
äusserten sich hauptsächlich in einer verminderten Konzentrationsfähigkeit, die
psychischen Einschränkungen in einer Antriebsarmut, einer psychomotorischen
Verlangsamung, einer raschen Erschöpfung und einer verminderten
Anpassungsfähigkeit. Es bestünden quantitative Leistungseinbussen (mehr Pausen,
vermindertes Arbeitstempo, verminderte Konzentrationsfähigkeit) und qualitative
Leistungseinbussen im feinmotorischen Bereich, bezüglich der Umstellungs- und
Anpassungsfähigkeit und der Stresstoleranz (äussere Unruhe, Lärm, Zeitdruck,
Konflikte). Zudem sollte der Versicherte nicht mehr im Schichtbetrieb eingesetzt
werden. Aktuell sei er auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit noch nicht
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arbeitsfähig. Ab Januar 2015 sollte anfänglich ein ca. 50 %-Pensum bei zusätzlich
eingeschränkter Leistungsfähigkeit möglich sein. Das Krankheitsbild sei chronisch und
immer wieder auftretende Phasen mit einer ausgeprägteren depressiven Symptomatik
seien nicht ausgeschlossen. Dieselbe Ärztin berichtete der Taggeldversicherung am 24.
Oktober 2014 (IV-act. 36), dass der Versicherte an einer schweren depressiven Episode
und an chronischen Schmerzen leide. Die subjektiv beklagten Beschwerden im
Rahmen der Depression könnten objektiviert werden. Psychosoziale Faktoren spielten
eine Rolle, seien jedoch nicht als einziger Auslöser der depressiven Episode zu sehen.
Aktuell sei der Versicherte auf dem freien Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig.
A.f RAD-Arzt Dr. med. J._ notierte am 21. November 2014 (IV-act. 39-5 f.), dass der
beschriebene psychopathologische Status aus versicherungsmedizinischer Sicht am
ehesten einer mittelgradigen depressiven Störung entspreche. Aktuell sei gestützt auf
die Angaben der Behandler von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Am 8.
Dezember 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines
Gesundheitszustandes keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 43).
A.g Dr. H._ berichtete der IV-Stelle am 19. März 2015 über einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 45). Die depressive Symptomatik sei unterdessen
mittelgradig ausgeprägt (F33.1). Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen. In
somatischer Hinsicht leide der Versicherte an Kniebeschwerden.
A.h RAD-Arzt Dr. J._ empfahl am 7. April 2015 eine bidisziplinäre psychiatrisch-
orthopädische Begutachtung (IV-act. 46). Diese fand am 17. Juli 2015 durch Dr. med.
K._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. L._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, statt
(Gutachten vom 15. August 2015, IV-act. 59). Die Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0)
• beginnende rechtsbetonte Gonarthrose mit Meniscusläsion rechts medial
• lumbospondylogenes Syndrom.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
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• Chronische Nierenerkrankung Stadium 3 NFK/DOKI, am ehesten vaskulär bedingt
mit milder Proteinurie von ca. 0.3 g/Tag bei sonographisch unauffälligen Nieren
• Verdacht auf Spannungskopfschmerzen
• Adipositas
• essentielle arterielle Hypertonie
• Hyperlipidämie
• Hyperurikämie mit anamnestischer Podagra beidseits
• verkalkter Rundherd im rechten Lungenoberlappen
• linksseitiger Tinnitus.
Dr. L._ hielt fest, dass sich klinisch eine schmerzbedingte Einschränkung der
Beweglichkeit der Wirbelsäule und Hinweise auf eine Läsion des medialen Meniskus
am rechten Kniegelenk hätten finden lassen. Die neurologischen Verhältnisse seien
unauffällig gewesen. Radiologisch habe sich eine ausgedehnte Rissbildung am
medialen Meniskus, vom Corpus bis zum Hinterhorn reichend mit einem begleitenden
Knochenmarksödem im medialen Tibiaplateau, gezeigt. Der laterale Meniskus habe
Degenerationen im Corpusbereich aufgewiesen. Retropatellär sei der Knorpel
stellenweise vollständig aufgebraucht gewesen; auch hier habe ein deutliches
Knochenmarksödem im Sinne einer aktivierten Femoropatellar-Arthrose bestanden.
Femorotibial seien Veränderungen im Sinne einer leichten Gonarthrose zu verzeichnen
gewesen. Eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über
10 kg, ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule und der Kniegelenke, ohne längere
Gehstrecken und ohne Überwindung von Höhendifferenzen sei dem Versicherten aus
somatischer Sicht ganztägig zumutbar. Allerdings sollten dem Versicherten auch in
einer angepassten Tätigkeit vermehrte Pausen von insgesamt einer Stunde (pro Tag)
zum Abliegen und Entspannen zugestanden werden. Dies entspreche einer
Verminderung der Leistungsfähigkeit von gut 10 %. Dr. K._ führte aus, dass der
Versicherte seit 2003 an einer rezidivierenden depressiven Störung vor dem
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Hintergrund eines Paarkonfliktes leide. Bis August 2013 sei die Arbeitsfähigkeit
weitgehend vollumfänglich vorhanden gewesen. Nach dem Tod der Ex-Frau im
Frühling 20_ habe sich der Versicherte zunehmend belastet und depressiv gefühlt.
Klinisch habe er in der gutachterlichen Untersuchung leicht depressiv (depressive
Stimmung, Freud- und Interessenlosigkeit, Insuffizienzgefühle, Schlafstörungen,
Motivationslosigkeit) mit einer hohen subjektiven Krankheitsüberzeugung, welche sich
auch in der neuropsychologischen Untersuchung widerspiegelt habe, imponiert. Die
neuropsychologische Testung habe sich wegen der abwehrenden oder gar
verweigernden Haltung und der demonstrativen Gleichgültigkeit gegenüber der
Untersuchung sehr schwierig gestaltet. Die neuropsychologische Testbatterie sei daher
nicht durchführbar gewesen. Die Merkfähigkeit habe im weit unterdurchschnittlichen
Bereich gelegen, was für massive Beeinträchtigungen des Gedächtnisses sprechen
würde. Das Ausmass der gezeigten Einschränkungen lasse aber mit hoher
Wahrscheinlichkeit auf Simulations- respektive Aggravationsbemühungen schliessen.
Auch die Ergebnisse der Symptomvalidierung stützten die Hypothese, dass die
gezeigten Leistungsdefizite primär auf eine motivationale Grundlage zurückzuführen
seien. Die motivationalen Auffälligkeiten könnten einerseits ein Symptom der
depressiven Störung sein, andererseits hätten sich auch deutliche Anhaltspunkte für
Simulations- und Aggravationsbemühungen erkennen lassen. Die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Schichtarbeiter sei dem Versicherten wegen der Schlafstörungen seit
August 2013 nicht mehr zumutbar. In einer zeitlich flexiblen, einfachen Tätigkeit in einer
wohlwollenden Arbeitsatmosphäre und ohne Schichtdienst bestehe aus
psychiatrischer Sicht eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20 %. In interdisziplinärer
Hinsicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit im Sinne einer schnelleren Ermüdbarkeit, einer geringeren
Belastbarkeit und eines verlangsamten Arbeitstempos bestehe. Der Versicherte sei also
in beiden Fachgebieten auf vermehrte Pausen angewiesen, die sich jedoch nicht
additiv auswirkten. Seit August 2013 seien dem Versicherten von den involvierten
Fachärzten Arbeitsunfähigkeiten zwischen 100 und 50 % bescheinigt worden. Da der
Versicherte über die Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensangepassten Tätigkeit
bis anhin nicht informiert worden sei, erscheine es gerechtfertigt, frühestens ab dem
Datum der gutachterlichen Untersuchung von dieser Einschätzung auszugehen. RAD-
Arzt Dr. M._ notierte am 6. Januar 2016 (IV-act. 61), dass das bidisziplinäre
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Gutachten auch den versicherungsmedizinischen Kriterien nach der neuen
Rechtsprechung (BGE 141 V 281) genüge.
A.i Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2016 (IV-act. 65) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 6 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur
Begründung hielt sie fest, dass einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
leichte Episode, gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine
invalidisierende Wirkung zuzuerkennen sei. In der Zeit vor der Begutachtung sei die
depressive Störung noch nicht chronifiziert und die Behandlungsmöglichkeiten seien
nicht ausgeschöpft gewesen. Daher sei, selbst wenn die Symptome der depressiven
Störung früher schwerer gewogen hätten, auch für die Zeit vor der Begutachtung nicht
von einer rechtlich relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht sei somit nur die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit im somatischen Bereich relevant. Für die Bemessung des
Invaliditätsgrades sei folglich von einer 90 %igen Arbeitsfähigkeit in angepassten
Tätigkeiten auszugehen. Ohne Gesundheitsschaden könnte der Versicherte in der
angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter ein jährliches Einkommen von Fr.
45'500.-- erzielen. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei es ihm bei einer
Arbeitsfähigkeit von 90 % zumutbar, ein Jahreseinkommen von Fr. 42'998.-- zu
erwirtschaften (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, LSE). Dagegen
wendete der Versicherte am 31. März 2016 ein (IV-act. 66), dass der Bericht der Klinik
I._ vom 21. Mai 2015 nicht berücksichtigt worden sei. Ausserdem habe die IV-Stelle
seit März 2015 keinen psychiatrischen Verlaufsbericht mehr eingeholt.
A.j Mit Verfügung vom 27. Mai 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie
angekündigt bei einem IV-Grad von 6 % ab (IV-act. 67). Zum Einwand hielt sie fest,
dass die Gutachter sämtliche Berichte, auch denjenigen der Klinik I._ vom 21. Mai
2015 (S. 9 des Gutachtens), umfassend und ganzheitlich gewürdigt hätten.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 24. Juni 2016 Beschwerde (act. G 1). Er machte geltend, dass seine affektiven
Störungen in der Verfügung nicht gewürdigt worden seien. Im Gegensatz zur IV-Stelle
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(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe Dr. N._ die Depression "bis als schwer"
eingestuft. Dr. N._ hatte am 23. Juni 2016 zuhanden des Versicherungsgerichts
berichtet (act. G 1.2), dass die Symptome einer affektiven Störung chronisch geworden
seien. Ein vor ein paar Wochen durchgeführter, gescheiterter Arbeitsversuch weise
darauf hin, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt
sei. Die BDI-Testung habe das Vorliegen einer schwergradigen Depression gezeigt.
Auch wenn die im Gutachten erwähnte Aggravationstendenz berücksichtigt werde,
könne die Depression als mässig bis schwer eingestuft werden. Der Beschwerdeführer
sei aktuell zu ca. 80 % arbeitsunfähig.
B.b Am 12. Juli 2016 stellte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (act. G 4). Zudem ersuchte
er um eine Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerde.
B.c Am 14. September 2016 beantragte der Rechtsvertreter die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer angemessenen IV-Rente (act. G 7).
Er machte geltend, dass in der angefochtenen Verfügung wesentliche Aspekte der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht berücksichtigt worden seien. Zudem
könnten die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Behandler ab dem Anmeldezeitpunkt
nicht damit abgetan werden, dass die depressive Störung damals noch nicht
chronifiziert und die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft gewesen seien.
Des Weiteren habe sich die psychiatrische Gutachterin nicht mit den Berichten der
behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Die miserablen Ergebnisse der
neuropsychologischen Testung seien vorschnell mit Simulations- resp.
Aggravationsbemühungen begründet worden, obwohl selbst im Gutachten ausgeführt
worden sei, dass die motivationalen Auffälligkeiten durchaus ein Symptom der
depressiven Störung sein könnten. Die Diagnose einer gegenwärtig leichten
depressiven Episode widerspreche sämtlichen übrigen medizinischen Einschätzungen.
Bezüglich des Valideneinkommens hielt der Rechtsvertreter fest, dass der
Beschwerdeführer nicht freiwillig lediglich ein Erwerbseinkommen von monatlich Fr.
3'775.-- erzielt habe. Dass ihm mit Gesundheitsschaden die Erzielung eines höheren
Einkommens zumutbar sein sollte, sei weltfremd. Die Einkommen seien zu
parallelisieren und es sei ein Leidensabzug von 20 % vorzunehmen. Am 29. September
2016 beantragte der Rechtsvertreter eventualiter die Einholung eines aktuellen
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bidisziplinären Gutachtens (act. G 9). Zur Begründung machte er ergänzend geltend,
dass der Beschwerdeführer seit dem 13. August 2013 vollumfänglich arbeitsunfähig
sei. Aktuell habe Dr. N._ die Arbeitsunfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten auf 80 %
geschätzt. Der Beschwerdeführer habe somit Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
B.d Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. November 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 11). Zur Begründung hielt sie fest, es seien keine Anhaltspunkte
dafür ersichtlich, dass Dr. K._ bei der Begutachtung nicht nach den Regeln der Kunst
vorgegangen wäre. Die Ergebnisse der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten
Testverfahren seien wegen der deutlichen Simulations- und Aggravationsbemühungen
nicht aussagekräftig. Bezüglich des Berichts von Dr. N._ vom 23. Juni 2016 verwies
die Beschwerdegegnerin auf die RAD-Stellungnahme vom 20. Oktober 2016. RAD-Arzt
Dr. M._ hatte am 20. Oktober 2016 notiert (act. G 11.1), dem Bericht von Dr. N._
vom 23. Juni 2016 sei explizit, aber auch implizit zu entnehmen, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ("auf niedrigem Niveau") stabilisiert habe;
eine relevante Änderung im Verlauf nach der Begutachtung sei nicht abzuleiten. Bei der
abweichenden Einschätzung von Dr. N._ handle es sich demnach um eine andere
Beurteilung eines gegebenen medizinischen Sachverhalts. Dr. N._ habe sich in seiner
Begründung wesentlich auf die Angaben des Beschwerdeführers gestützt. Ein
psychopathologischer Befund und dessen Graduierung nach dem Schweregrad
fehlten. Auch das aufgeführte Ergebnis einer BDI-Testung ergebe keine neuen
Hinweise. In der BDI-Testung gehe es um eine subjektive Selbstbewertung des
Patienten. Diese sei auch in der Begutachtung als ein Baustein einbezogen und
entsprechend eingeordnet worden. Grundsätzlich sei der diagnostische Aussagewert
von Selbstbewertungsinstrumenten ohne Korrelation mit dem psychopathologischen
Befund jedoch von nachrangiger Bedeutung. Zum Untersuchungszeitpunkt hätten sich
sowohl im psychopathologischen Befund als auch in den konsistenten Teilen der
neuropsychologischen Ergebnisse nur Hinweise für eine leichtgradige depressive
Problematik ergeben. Die auffälligen neuropsychologischen Befunde seien daher
allenfalls teilweise durch störungsbedingte motivationale Aspekte erklärbar. Denn ein
Testergebnis, welches nur durch schwere Demenzerkrankungen oder ähnlich
schwerstgradige (neuro-)psychiatrisch fassbare Störungen verständlich wäre, sei bei
vorgeblicher Mitarbeit kaum hinreichend durch leichte, depressiv bedingte
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Veränderungen von Antrieb und Motivation erklärbar. Weitere Abklärungen seien nicht
angezeigt.
B.e Am 15. November 2016 bewilligte das Gericht das Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung, act. G 12).
B.f In seiner Replik vom 7. Februar 2017 machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ergänzend geltend (act. G 18), Berichte der behandelnden Ärzte
könnten nicht mit dem pauschalen Hinweis auf deren auftragsrechtliche Stellung in
Zweifel gezogen werden. Es müsse der Einschätzung von Dr. N._ gefolgt werden.
Dieser hatte dem Rechtsvertreter am 18. Oktober 2016 berichtet (act. G 18.1.2), dass
die bedeutende Intensität der depressiven Symptome und das Vorliegen von
Suizidgedanken gegen eine leichte Depression sprächen. Chronisch depressive
Patienten erlebten neuropsychologische Testungen subjektiv oft als eine psychische
Belastung, die Nervosität, Unruhe, Misstrauen oder eine abwehrende Haltung auslösen
könnten. Beim Beschwerdeführer habe mehrmals beobachtet werden können, dass er
die depressive Symptomatik intensiver spüre und wahrnehme, als diese "theoretisch"
sei. Dieses Phänomen könne auch im Rahmen einer affektiven Störung interpretiert
werden und müsse nicht unbedingt als Aggravation oder Simulationstendenz
betrachtet werden. Deswegen sei es schwer, die Testresultate der psychologischen
Untersuchung mit der vorliegenden depressiven Symptomatik zu vergleichen und diese
genau zu interpretieren.
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 20).

Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2016 hat die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Zu prüfen ist somit, ob der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
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1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, SR 831.20, IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, seit August 2013 voll
arbeitsunfähig zu sein.
2.2 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte des Psychiatrie-
Zentrums D._ vom 28. Februar 2014, vom 7. Mai 2014, vom 23. Juni 2016 und vom
18. Oktober 2016, die Berichte der Klinik I._ vom 3. September 2014, 24. Oktober
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2014 und 19. März 2015 sowie das orthopädisch-psychiatrische Gutachten vom 15.
August 2015 im Recht.
2.3 Somatischerseits ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unbestritten. Es
liegt nur eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, nämlich jene des orthopädischen Gutachters
Dr. L._, im Recht. Dieser hat dem Beschwerdeführer wegen einer beginnenden
rechtsbetonten Gonarthrose und einem lumbospondylogenen Syndrom in einer
adaptierten, wechselbelastenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90 % attestiert.
Der etwas erhöhte Pausenbedarf ist aufgrund der nachgewiesenen degenerativen
Veränderungen nachvollziehbar. Demnach ist der Beschwerdeführer aus somatischer
Sicht in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 90
% arbeitsfähig.
2.4 Überzeugend ist auch die unter den Fachärzten übereinstimmende Einschätzung,
dass der Beschwerdeführer wegen der rezidivierenden depressiven Störung und den
damit verbundenen Schlafstörungen keine Schichtarbeit mehr ausüben sollte. Da es
sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter in einer
Lebensmittelfirma um eine Schichtarbeit gehandelt hat, ist diese dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit besteht folglich
aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit.
2.5 Umstritten sind demgegenüber der Schweregrad der depressiven Störung sowie
deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Der
Beschwerdeführer ist vom 21. bis 30. August 2013 im Spital O._ hospitalisiert
gewesen (s. Bericht von Dr. med. P._ vom 24. September 2013, KV-act. 1-30 f.). Ab
dem 6. September 2013 hat er im Psychiatrie-Zentrum D._ in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung gestanden. Die behandelnden Ärzte haben ihm
wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, ab
diesem Zeitpunkt eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Vom 17. Juni bis 16. August
2014 ist eine Hospitalisation in der Klinik I._ erfolgt. Auch die Ärzte der Klinik I._
haben die depressive Episode als schwer eingestuft und dem Beschwerdeführer auch
für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Die anschliessende
tagesklinische Behandlung hat bis Ende März 2015 gedauert (IV-act. 59-26). Im März
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2015 hat die zuständige Ärztin Dr. H._ über eine Teilremission der depressiven
Symptomatik auf ein mittelgradiges Niveau berichtet, die Ausübung jeglicher
beruflicher Tätigkeit jedoch weiterhin als unzumutbar erachtet. Dr. N._ vom
Psychiatrie-Zentrum D._ hat die depressive Symptomatik in seinen Berichten vom
Juni und Oktober 2016 weiterhin als schwer beurteilt und die aktuelle
Arbeitsunfähigkeit auf 80 % geschätzt. Diametral zu den früheren Einschätzungen der
behandelnden Ärzte hat die psychiatrische Gutachterin Dr. K._ die depressive
Störung im Juli 2015 als gegenwärtig lediglich leichtgradig eingestuft und dem
Beschwerdeführer für adaptierte Tätigkeiten eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorgebracht hat, ist Dr. K._ im Besitz des
definitiven Austrittsberichts der Klinik I._ vom 21. Mai 2015 gewesen (siehe
Aktenauszug des Gutachtens, IV-act. 59-9). Daher ist davon auszugehen, dass sich Dr.
K._ auch mit diesem Bericht auseinandergesetzt hat. Entgegen der Behauptung des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers hat sich Dr. K._ ausreichend mit den
Einschätzungen der behandelnden Ärzte befasst. Retrospektiv, d.h. für die Zeit vor der
Begutachtung, hat sie weder die diagnostischen Beurteilungen noch die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte in Zweifel gezogen. Sie hat
jedoch auf die hohe subjektive Krankheitsüberzeugung und die Simulations- und
Aggravationsbemühungen hingewiesen. Diese vermögen die unterschiedlichen
medizinischen Beurteilungen im Begutachtungszeitpunkt (Juli 2015) zumindest
teilweise zu erklären. RAD-Arzt Dr. M._ hat in seiner Stellungnahme vom 20. Oktober
2016 in nachvollziehbarer Weise aufgezeigt, dass der diagnostische Aussagewert der
Ergebnisse der BDI-Testung ohne Korrelation mit dem psychopathologischen Befund
gering ist, da es sich hierbei um eine subjektive Selbstbewertung des Patienten
handelt. Er hat auch überzeugend dargelegt, weshalb Dr. K._ die
neuropsychologischen Testergebnisse als nicht verwertbar eingestuft hat bzw. weshalb
sie das abwehrende bis verweigernde Verhalten und die demonstrative Gleichgültigkeit
des Beschwerdeführers während der Testung höchstens teilweise als Symptom der
depressiven Störung interpretiert hat. Die gezeigten motivationalen Auffälligkeiten
wären nämlich nur dann verständlich gewesen, wenn auch klinisch eine schwerste
psychiatrische Störung hätte erhoben werden können. Dr. K._ hat klinisch jedoch nur
eine gegenwärtig leichte depressive Episode feststellen können. Der Grund für die vom
psychiatrischen Teilgutachten abweichende Beurteilung von Dr. N._ hinsichtlich der
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Schwere der Depression wie auch dem Arbeitsunfähigkeitsgrad für adaptierte
Tätigkeiten ist vor allem darin zu erblicken, dass Dr. N._ hauptsächlich auf die
Angaben des Beschwerdeführers abgestellt hat. Auf diese Problematik hat auch RAD-
Arzt Dr. M._ hingewiesen. Dass Dr. N._ hauptsächlich auf die subjektiven
Beschwerdeangaben abgestellt hat, zeigt sich beispielsweise darin, dass er in einem
gescheiterten Arbeitsversuch einen Hinweis für eine bedeutende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gesehen hat (Bericht vom 23. Juni 2016). Einerseits beruhen die
Angaben zum Arbeitsversuch offenbar einzig auf den Angaben des Beschwerdeführers.
Andererseits sagt die Performance einer versicherten Person anlässlich eines
Arbeitsversuchs in der Regel wenig über ihre medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit
aus. Dass Dr. N._ als behandelnder Arzt weitgehend auf die subjektiven Angaben
des Beschwerdeführers abgestellt hat, ist vor dem Hintergrund seines
Behandlungsauftrages zwar nachvollziehbar. Gerade in Fällen wie dem vorliegenden,
wo eine hohe subjektive Krankheitsüberzeugung sowie Simulations- und
Aggravationsbemühungen ausgemacht worden sind, ist der Beweiswert der
Beurteilungen der behandelnden Ärzte deswegen aber gering. Die Einschätzung von
Dr. N._ vermag daher keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken. Im
Untersuchungszeitpunkt hat demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich
eine leichte depressive Symptomatik vorgelegen. Hinweise dafür, dass sich der
Gesundheitszustand zwischen der Begutachtung (Juli 2015) und dem Verfügungserlass
(Mai 2016) wesentlich verändert hätte, bestehen nicht. Dr. K._ hat als die
Arbeitsfähigkeit einschränkende Symptome eine leichte Beeinträchtigung der Fähigkeit
zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, eine leicht eingeschränkte Flexibilität
und Umstellungsfähigkeit, eine leichte Beeinträchtigung der Entscheidungs- und
Urteilsfähigkeit, eine leichte Beeinträchtigung des Durchhaltevermögens und eine
Beeinträchtigung der Selbstbehauptungsfähigkeit erhoben (IV-act. 59-32). Wegen einer
schnelleren Ermüdbarkeit, einer geringeren Belastbarkeit und eines verlangsamten
Arbeitstempos hat sie dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine 20 %ige
Arbeitsunfähigkeit im Sinne eines vermehrten Pausenbedarfs attestiert (IV-act. 59-40).
Angesichts der erwähnten Symptomatik leuchtet es ein, dass der Beschwerdeführer
nicht in der Lage ist, die von Dr. K._ attestierte leichte Einschränkung der
Leistungsfähigkeit von 20 % Tag für Tag willentlich zu überwinden. Bezüglich der
Therapiefähigkeit ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer spätestens seit
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September 2013 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung steht. Nichts
deutet darauf hin, dass die Therapie nicht adäquat gewesen wäre oder dass der
Beschwerdeführer nicht in einem zumutbaren Ausmass mitgemacht hätte. Da nach
einer mehrjährigen Therapie eine stationäre Situation in der Form einer leichten
Depression zurückgeblieben ist und sich diese chronifiziert hat, ist zumindest kurzfristig
keine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes zu erwarten. Demnach steht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Beschwerdeführer spätestens ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung,
d.h. ab Juli 2015, aus psychiatrischer Sicht wieder zu 80 % arbeitsfähig gewesen ist.
2.6 Für die Zeit vor der Begutachtung hat Dr. K._ auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte verwiesen. Sie hat dies damit
begründet, dass der Beschwerdeführer bis anhin nicht über ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung informiert worden sei. Diese Argumentation überzeugt
nicht, da für den Zeitpunkt des Eintritts einer Veränderung der Arbeitsfähigkeit einzig
die tatsächlichen Verhältnisse relevant sind; der Zeitpunkt, in dem die versicherte
Person über die ärztliche Einschätzung in Kenntnis gesetzt wird, spielt für den
Arbeitsfähigkeitsgrad selbst keine Rolle. Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine
Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die versicherte Person einer zumutbaren
Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In Übereinstimmung damit sieht Art. 28
Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare − medizinische oder berufliche − Eingliederungsmassnahmen
wiederhergestellt, erhalten oder verbessert werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG).
Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange keine Invalidität zu begründen, als die
andauernde medizinische Behandlung noch eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach
Abschluss der therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu
erwarten ist (vgl. Entscheide des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 27.
November 2017, IV 2015/257 E. 4.7 und vom 12. Dezember 2017, IV 2015/349 E. 2.3).
Die gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist im August 2013 eingetreten. Der
Beschwerdeführer hat sich danach in ambulante, stationäre und tagesklinische
Behandlung begeben. Die anfänglich schwere depressive Episode mit voller
Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten hat sich im Verlauf der Behandlung
auf eine mittelschwere depressive Episode (Bericht von Dr. H._ vom 19. März 2015)
und später auf eine leichte depressive Episode mit noch 20 %iger Arbeitsunfähigkeit
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für adaptierte Tätigkeiten zurückgebildet (Gutachten vom 15. August 2015). Mit dem
Genesungsverlauf in Einklang steht die Aussage von Dr. H._ im Bericht vom 19. März
2015, dass die Behandlung noch nicht abgeschlossen sei. Von der medizinischen
Behandlung hat folglich erst im Begutachtungszeitpunkt im Juli 2015 keine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden können. Eine während der
Behandlungszeit von August 2013 bis höchstens Juni 2015 bestandene allfällige
höhergradige Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten (> 20 %) ist nach dem
Gesagten nicht geeignet, eine Invalidität und damit einen Rentenanspruch zu
begründen.
3.
3.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdegegnerin hat als
Valideneinkommen das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen als Betriebsmitarbeiter in
einer Lebensmittelfirma im Fürstentum Liechtenstein herangezogen. Dieses
Erwerbseinkommen ist mit einem Jahreslohn von Fr. 45'500.-- (13 x Fr. 3'500.--, ab
2012) sehr tief gewesen. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Erwerbseinkommen
eines Hilfsarbeiters in der Schweiz hat im Jahr 2012, aufgerechnet auf die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 65'177.-- betragen
(Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018). Hinzu
kommt, dass es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit um eine Schichtarbeit
gehandelt hat, die in der Regel besser entlöhnt werden als Tätigkeiten mit "normalen"
Arbeitszeiten. Beim Blick in den IK-Auszug fällt zudem auf, dass der Beschwerdeführer
in früheren Jahren, nämlich von 1990 bis 2003, als er für die G._ AG tätig gewesen
ist, ein überdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt hat. Im Jahr 2001 hat sich
der Lohn auf Fr. 70'560.-- und im Jahr 2002 auf Fr. 69'590.-- belaufen. Ein Hilfsarbeiter
hat in denselben Jahren, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden, durchschnittlich Fr. 56'883.-- (2001) respektive Fr. 57'008.-- (2002) verdient
(Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Gleichzeitig
hat der Beschwerdeführer berichtet, dass er bereits seit dem Jahr 2003, d.h. seit der
definitiven Trennung von seiner Ex-Frau mit Kontaktabbruch (vgl. IV-act. 6-1, IV-act.
59-30 f.), an einer rezidivierenden depressiven Störung leide und in der Folge etwa drei
Jahre lang bei Dr. med. Q._ in R._ behandelt worden sei (IV-act. 59-31). Daher
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stellt sich einerseits die Frage, ob das langjährige Arbeitsverhältnis mit der G._ AG im
Jahr 2003 aus gesundheitlichen Gründen beendet worden ist bzw. ob bereits damals
eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit eingetreten ist.
Andererseits sind die Gründe für das damalige überdurchschnittliche
Hilfsarbeitereinkommen unklar. So ist für die Bemessung des Valideneinkommens
beispielsweise relevant, ob der Beschwerdeführer ein überdurchschnittliches
Hilfsarbeitereinkommen erzielt hat, weil er viele Überstunden geleistet hat, oder ob der
damalige hohe Lohn darauf zurückzuführen ist, dass es sich um eine anspruchsvolle
Tätigkeit gehandelt oder dass der Beschwerdeführer eine überdurchschnittliche
Arbeitsleistung erbracht hat. Da diese Fragen ungeklärt sind, kann das
Valideneinkommen nicht festgelegt werden. Die Sache ist folglich zu weiteren
Abklärungen bezüglich der Höhe des Valideneinkommens an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 27. Mai 2016 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung weiterer
Abklärungen bezüglich des Valideneinkommens und zur anschliessenden
Neuverfügung im Sinne der vorstehenden Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
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4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.