Decision ID: 80674d66-ba90-49fa-acc5-fd9f7bf03233
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1965, zuletzt als
Autoreiniger und seit März 2006 als
Inhaber einer Wäscherei
tätig, meldete sich erstmals im November 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/9). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die erwerblichen und medizinischen Abklärungen und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/11), einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/13) sowie Berichte von behandelnden Ärzten
(
Urk.
7/18;
Urk.
7/19/6-11
;
Urk.
7/21/6-7;
Urk.
7/22-23)
bei
.
Sodann erfolgte
am
8.
Juli 2009 eine Abklärung für Selb
ständigerwerbend
e
(Bericht vom 2
8.
August 2009;
Urk.
7/24).
Nachdem die
IV-Stelle in der Folge noch weitere Arztberichte zu den Akten genommen hatte (
Urk.
7/25/1-5;
Urk.
7/25/
10-11;
Urk.
7/26/6;
Urk.
7/27;
Urk.
7/30/1-4;
Urk.
11/31)
,
gab
sie
beim
Y._
ein
orthopädisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am
7.
Juni 2010 erstattet wurde
(
Urk.
7/34).
Gestützt hierauf und nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
, während dessen unter anderem
ein aktuelle
r
Arztbericht der
Z._
vom 2
3.
November 2010 bei
gebracht wurde
(
Urk.
7/44)
, sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
2
6.
März
201
2
rück
wirkend
vom
1.
März bis 3
1.
August 2009 eine ganze Rente zu, wobei die Aus
zahlung mit Verweis auf die verspätete Anmeldung erst per
1.
Mai 2009 erfolgte
(
Urk.
7/
59-60;
Urk.
7/71-75)
.
2.
Im September 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/78). Mit Schreiben vom 2
1.
September 2012
forderte ihn die
IV-Stelle auf, glaubhaft zu machen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (
Urk.
7/79).
Daraufhin reichte der Versicherte die
ärztlichen Stellungnahmen
von
Dr.
med.
A._
,
Ortho
pädische Chirurgie FMH, vom 2
4.
u
nd 2
9.
August 2009 (
Urk.
7/80) ein. M
it Vorbescheid vom
7.
Dezember 2012
stellte ihm die IV-Stelle
Nichteintreten auf das Leistungsgesuch in Aussicht, mit der Begründung, dass
mit den betreffen
den Berichten eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung nicht glaubhaft dargetan sei (
Urk.
7/83). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
5.
Januar 2013 Einwand (
Urk.
7/86). Der Ein
gabe legte er zwei weitere Arztberichte bei (
Urk.
7/85/1
;
Urk.
7/87). Die
IV-Stelle verfügte schliesslich am
4.
Februar 2013 im Sinne des Vorbescheids und trat auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
2).
3.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
1.
Februar 2013 Beschwerde, mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten (
Urk.
1). In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
5.
April 2013 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1
6.
April 2013 angezeigt wurde (
Urk.
8). Dieser liess dem Gericht am 2
5.
April 2013 eine Stellungnahme zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin zukommen (
Urk.
9), welche der Beschwerdegegnerin am 3
0.
April 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
4.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise
geändert
hat
.
1.2
Mit
Art.
87
Abs.
3
i.V.m
.
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahinge
hend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaub
würdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue
Leis
tungsbegehren
einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
hat das Bundesge
richt in BGE 130 V 64 f. E. 5.2.5
festgehalt
en, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt.
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung de
s Beschwerdeführers
vom
September
2012 zu Recht nicht eingetreten ist.
Pro
zessthema
bildet somit die Frage, ob
der Beschwerdeführer
im Sinne von
Art.
87
Abs.
2 IVV glaubhaft gemacht hat, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit
dem Rentenentscheid vom 2
6.
März 2012
(
Urk.
7/71
) bis zum Erlass der Verfü
gung vom
4.
Februar 2013
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geän
dert haben (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68).
2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
der Beschwerdeführer
habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung vom
2
6.
März 2012
wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung dessel
ben Sachverhalts vor.
2.3
D
er
Beschwerdeführer
hält demgegenüber
gestützt auf die Einschätzungen sei
ner behandelnden Ärzte
eine
relevante
Verschlechterung des Gesundheitszu
stands seit Erlass der letzten Verfügung als ausgewiesen. Er beruft sich insbe
sondere darauf,
Dr
.
A._
habe
in seinem Bericht vom 1
8.
Dezember 2012 darauf hingewiesen, es sei
nur eine Arbeitsbelastung von
50
% zumutbar.
3.
Im Folgenden ist die medizinische Aktenlage darzustellen:
3.1
Im
Y._
-
Gutachten vom
7.
Juni 2010, welches die Beschwerdegegnerin ihrer Rentenverfügung
vom 2
6.
März 2012
zugrunde gelegt hatte, wurden als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Schmerzpersistenz bei Status nach chirurgischer Hüftluxation links und Pfannenrandtrimmung mit
Refixation
des Labrums sowie Verbesserung des
anterolateralen
Offsets 01/09; posttraumatische Belastungsstörung, bestehend seit Juni 2009, ICD-10: F43.
1.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine Allergie auf
Ponstan
(
Urk.
7/34/19).
Der orthopädische Gutachter
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt Orthopädie FMH, führte in seiner Beurteilung aus, das Ausmass der Schmerzen in der lin
ken
Hüfte sowie der abnormen Untersuchungsbefunde derselben kontrastiere mit dem unauffälligen radiologischen Befund, insbesondere auch im MRI. Allerdings persistierten nicht selten Hüftschmerzen nach chirurgischer Behand
lung eines
femoroacetabulären
Impingements
. Völlig unverständlich sei aber die Ausstrahlung der Schmerzen in sämtliche Zehen links sowie die
Hyposensibili
tät
des gesamten linken Beins bei unauffälligem MRI der LWS (
Urk.
7/34/6).
Der psychiatrische Gutachter
Dr
.
med.
C._
,
Eidg
. Facharzt
für Psychiat
rie und Psychotherapie, hielt in Bezug auf den Psychostatus fest, der Beschwer
deführer sei in geordnetem und gepflegtem Zustand zur psychiatrischen Begut
achtung erschienen. Er sei im Untersuchungszeitpunkt bewusstseinsklar
gewe
sen und er habe
örtlich und zeitlich sowie
zur Person und zur Situation ausrei
chend orientiert
gewirkt
.
In
der Stimmungslage
sei er
bedrückt, affektiv über
wiegend vermindert mitschwingend, dazwischen kurz mitschwingend, psycho
motorisch und im Antrieb unauffällig
erschienen
. Beim Gespräch seien Auffas
sung, Aufmerksamkeit
und
Konzentrationsfähigkeit intakt gewesen und es hät
ten keine Hinweise für Gedächtnisstörungen bestanden.
Der Gedankenduktus sei kohärent gewesen und es seien keine formalen oder inhaltlichen Denkstörungen im Sinne von Wahnideen oder Halluzinationen auszumachen gewesen. Im Den
ken habe der Beschwerdeführer
negativistisch
auf seine Beschwerden und auf Vorkommnisse eingeengt gewirkt. Daneben sei er freundlich erschienen, gut kontaktfähig, habe gebrochen deutsch gesprochen, ohne Verständigungs
schwierigkeiten (
Urk.
7/34/32-33).
In seiner Beurteilung hielt
Dr
.
C._
fest, aus
psychiatrischer Sicht liessen sich nach einem Trauma vom 1
6.
Mai 2009 (tätliche Auseinandersetzung) seit Juni 2009 Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung erheben, die gekennzeichnet seien durch depressive Stimmungsschwankungen mit Lustlosig
keit, Freudlosigkeit, Interesselosigkeit, wiederholte Unruhezustände mit Anspannung, Reizbarkeit, Aggressivität sowie das Gefühl des
Bedrohtseins
, Angstgefühlen bezüglich seiner Familie und wiederholten Erinnerungen an das Trauma, besonders nachts beim Erwachen, aber auch tags
über
, vor allem wenn er die Täter sehe. Auch meide er den Ort des Vorfalls, da damit sofort verstärkte Erinnerungen verbunden seien. Hinzu kämen Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen, wobei sich die Einschlafstörungen unter Medikation gebe
ssert hätten. Unter regelmässiger psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung mit antidepressiver Medikation habe sich das psychische
Zustands
bild
bis vor etwa zwei Monaten vorübergehend etwas gebessert und seither sei im Zusammenhang
mit
laufenden Gerichtsverfahren wieder eine Verschlechte
rung mit verstärkten Stimmungsschwankungen und vermehrten Erinnerungen an den Vorfall aufgetreten. Damit liessen sich derzeit depressive Verstimmun
gen entsprechend einer mittelgradigen depressiven Störung erheben mit Lustlo
sigkeit, Freudlosigkeit, Interesselosigkeit, mangelnde
r
Motivation,
Unruhezu
stände
n
, Reizbarkeit bis Aggressivität, vermehrte
r
Müdigkeit sowie Schlafstö
rungen. Aufgrund dieser posttraumatischen Belastungsstörung mit derzeit depressiven Verstimmungen entsprechend einer mittelgradigen depressiven Störung seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, Interessen, Motivation, Antrieb und Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Trotz der vorliegen
den posttraumatischen Belastungsstörung mit derzeit mittelgradiger depressiver Störung liessen sich aber durchaus Ressourcen und Aktivitäten erheben. Der Beschwerdeführer zeige einen relativ strukturierten Tagesablauf mit Versorgung der Tochter, Versorgung des Haushalts, Einkaufen, Kochen, Kontakte
n
zu Nach
barn und aben
ds mache er den Tagesabschluss des
Geschäft
s
. Damit bestünden Interessen und es liessen sich auch keine kognitiven Störungen bzw. wesentli
chen Kontaktstörungen erheben. Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der posttraumatischen Belastungsstörung mit derzeit mittelgradiger depressiver Störung eine Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und
Schmerzbewälti
gung
angenommen werden. Damit verfüge die versicherte Person nicht ausrei
chend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und es seien diese mit einer zumutbaren Willensanstrengung derzeit nur einge
schränkt überwindbar (
Urk.
7/34/34-35).
In der interdisziplinären Zusammenfassung und Beurteilung wird im Gutachten ausgeführt, seit 1998 bestünden Schmerzen in der linken Hüfte, die erfolglos konservativ behandelt worden seien. Am 1
4.
Januar 2009 sei bei
pincerbeton
tem
femoroacetabulärem
Impingement
links an
der
Z._
eine
chirurgische Hüftluxation mit Pfannenrandtrimmung und
Refixation
des Labrums sowie Verbesserung des
anterolateralen
Offsets vorgenommen worden. Bei weiter bestehenden Hüftbeschwerden sei am
6.
Mai 2009 das
Osteosynthe
sematerial
an derselben Klinik entfernt worden. Trotzdem hätten im Vergleich zum präoperativen Zustand verstärkte Hüftschmerzen links persistiert, die in sämtliche Zehen links ausstrahlten und Laufen auf 15 Minuten limitiert hätten. Das Ausmass der Hüftschmerzen und der abnormen Untersuchungsbefunde der linken Hüfte habe mit dem unauffälligen radiologischen Befund, insbesondere auch im MRI der linken Hüfte
,
kontrastiert. Nachdem das MRI der LWS unauf
fällig sei, könn
ten
die Ausstrahlung der Schmerzen in sämtliche Zehen links sowie die bei der Untersuchung angegebene Hyposensibilität des gesamten lin
ken Beins nicht plausibilisiert werden. Andererseits
persistierten nicht selten nach chirurgischer Behandlung des
femoroacetabulären
Impingements
Beschwerden, die nicht vollständig objektiviert werden könnten. In psychischer Hinsicht habe der Versicherte im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung
am 1
6.
Mai 2009 eine Commotio cerebri
,
eine Kontusion der HWS und LWS und
eine Hüftkontusion mit Abklingen der Schmerzen innerhalb von drei Wochen erlitten. Nach drei bis vier Wochen habe er nach einem typischen Intervall eine verzögerte Reaktion auf das belastende Ereignis gezeigt mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung, die sich besonders seit zwei Monaten im Zusammenhang mit laufendem Gerichtsverfahren verstärkt hätten. Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem
8.
Juni 2009 in psychiatri
scher und psychotherapeutischer Behandlung und erhalte eine antidepressive Medikation. Aufgrund der posttraumatischen Belastungsstörung mit derzeit depressiver Verstimmung entsprechend einer mittelgradigen depressiven Stö
rung seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, Interessen, Motivation, Antrieb und Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Es könne eine Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und Schmerzbewältigung ange
nommen werden. Damit verfüge die versicherte Person nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und es seien diese mit einer zumutbaren Willensanstrengung derzeit nur eingeschränkt überwindbar (
Urk.
7/34/19).
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ist dem Gutachten zu entnehmen, anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-psychiat
rischen Beurteilung am
1.
Juli 2010 sei die Arbeitsfähigkeit gesamthaft bei vol
ler Stundenpräsenz als Betreiber einer Wäscherei und
Handglätterei
sei
t
Juni 2009 auf 70
%
und als Hauswart auf 80
%
festgelegt worden, da bei posttrau
matischer Belastungsstörung mit derzeit depressiver Verstimmung entsprechend einer mittelgradigen depressiven Störung die emotionale Belastbarkeit, die geis
tige Flexibilität, Interessen, Motivation, Antrieb und Dauerbelastbarkeit beein
trächtigt seien. Was die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit betreffe, betrage diese gesamthaft seit Juni 2009 bei voller Stundenpräsenz 80
%
. Es müsse sich dabei um eine körperlich leichte Tätigkeit in einem temperierten Raum handeln, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könne, ohne dass dabei häufig Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten. Die Arbeit dürfe auch nicht mit häufigen hockenden Positionen verbunden sein.
Vorauszusetzen sei ebenfalls, dass bei der Arbeit keine erhöhte emotionale Belastung, keine Stressbelastung, und keine Dauerbelastung best
ünd
en. Sodann dürf
t
e
n
keine geistige Flexibilität und keine überdurchschnittliche Konzentrati
onsfähigkeit erforderlich sein (
Urk.
7/34/20).
3.2
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung vom September 2012 wurden vom Beschwerdeführer folgende Arztberichte eingereicht:
3.2.1
Dr.
A._
hielt in einer Stellungnahme vom 2
4.
August 2012 fest, die Sache sei alles andere als eindeutig. Es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom an der linken Hüfte bei St. n. offener Luxation de
s
Hüftgelenks links und Abtragen irgendwelcher
Osteophyten
und St. n. Metallentfernung links. Es handle sich um irgendwelche diffuse
periartikuläre
Weichteilbeschwerden
,
ganz speziell im Bereich
des Trochanter
major
. Dies seien natürlich Beschwerden, die operativ kaum zu behandeln seien. U
m überhaupt eine Diskussion über ein mögliches operatives Vorgehen zu eröffnen, habe er eine
Hüftarthrographie
konventionell veranlasst mit anschliessender Injektion von 10 ml
Naropin
. Wenn es sich wirklich um eine rein
artikuläre
Problematik handle
,
müsste der Beschwerde
führer für zwei bis vier Stunden eine absolute Beschwerdefreiheit erreichen. Sollte dies zutreffen, könne man eine Operation diskutieren. Werde der Patient nur mässig beschwerdefrei, könne ein künstliches Hüftgelenk keine Verbesse
rung bringen (
Urk.
7/80/1
-2
).
3.2.2
Am 2
9.
August 2012 erfolgte am
D._
eine
Naropin
-Injektion in das linke Hüftgelenk unter Durchleuchtung (
Urk.
7/80/4).
Der
A._
berichtete
anschliessend
, die intraartikuläre Injektion von 20 ml
Naropin
habe gerade einmal vier Minuten Beschwerdebesserung gebracht. Damit müsse leider festgestellt werden, dass die Problematik sicher nicht intraartikulär
sei, sondern es handle sich um eine
extraartikuläre
bzw.
eine
Weichteilproblematik. Die Implantation einer Hüft-T
otalprothese
werde heute sicher keine Verbesserung bringen. Dem Beschwerdeführer sei dies so mitgeteilt worden. Er werde sich bei einer allfälligen Zunahme einer
Bewe
gungseinschränkung
wieder melden (
Urk.
7/80/3).
3.2.3
In einem Bericht vom 1
8.
Dezember 2012 zuhanden der IV-Stelle hielt
Dr.
A._
fest, er ersuche darum, den Patienten zu einer
Revisionsuntersu
chung
aufzubieten. Aus orthopädischer Sicht sei zwar keine 100%ige Arbeits
unfähigkeit gegeben. Dem Patienten sollte indes nur eine 50%ige Arbeitsbelas
tung zugemutet werden (
Urk.
7/85/1).
3.2.4
Dr.
med
.
E._
,
Chiropraktor
SCG/ECU, hielt in einem Bericht vom 2
0.
Dezember 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, der Beschwerde
führer leide schon sei etwa zehn Jahren unter Schmerzen des linken Hüftge
lenks. Im Januar 2009 sei er in
der
Z._
ohne Erfolg am linken Hüftgelenk operiert worden. Physiotherapien und
cortisonhaltige
Infiltrationen hätten seither keine Linderung gebracht. Durch das starke und andauernde Hin
ken leide der Beschwerdeführer auch zunehmend an lumbalen Schmerzen. Es sei ihm zurzeit kaum mehr möglich, längere Strecken zu gehen oder die Hüfte länger zu belasten. Eine 100%ige Arbeitsbelastung sei dem Patienten nicht
zumutbar. Es sei im vorliegenden Fall eine Revisionsuntersuchung
angezeigt
(
Urk.
7/84).
4.
Gemäss obiger Fragestellung
(E. 2)
ist nachfolgend zu prüfen, ob mit den seit der Neuanmeldung im September 2012 neu
eingegangenen
Arztberichten eine
für den Anspruch relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustands glaub
haft dargetan ist.
4.1
Was zunächst die Einschätzungen von
Dr
.
A._
vom August 2012 (E. 3.2.1 – 3.2.2) betrifft, welche insbesondere im Zusammenhang mit der damaligen intra
artikulären Therapie standen, äussern sich die nämlichen Berichte nicht über den gesundheitlichen Verlauf bzw. auch nicht zur Frage der Arbeitsfähigkeit, weshalb sie von vorherein ungeeignet sind, eine Verschlechterung des Gesund
heitszustands darzutun. In Bezug auf den Bericht
von
Dr.
A._
vom 1
8.
Dezember 2012 (E. 3.2.3) ist sodann festzuhalten,
dass
darin
einzig eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
vorgenommen
wird. Aktuelle Befunde und Diagnosen werden demgegenüber nicht wiedergegeben. Insbesondere wird auch nicht auf die Frage Bezug genommen, inwieweit seit der
Y._
-Begutachtung eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten ist bzw. was die Gründe dafür sind, dass die Arb
eitsfähigkeit nunmehr nur noch
50
% betragen soll. Letztlich muss davon au
sgegangen werden, dass die von
Dr.
A._
abgege
bene Arbeitsfähigkeitsschätzung
im Verhältnis zur gutachterlichen Beurteilung eine abweichende Auffassung darstellt.
Gesamthaft
ist
damit
auch
durch den
Bericht von
Dr.
A._
vom 1
8.
Dezember 2012 eine Verschlechterung des Gesundheit
s
zustands
nicht
in glaubhafter Weise
dargetan.
Der Bericht
von
Dr.
E._
vom 2
0.
Dezember 2012 schliesslich
enthält
eine kurze Dars
tel
lung des Gesundheitszustands
, wonach der Beschwerdeführer infolge des durch die Hüftbeschwerden bedingten starken und andauernden Hinkens zunehmend auch an lumbalen Schmerzen leide und es ihm derzeit kaum mehr möglich sei, längere Strecken zu gehen oder die Hüfte länger zu belasten.
Eine
relevante
gesundheitliche Verschlechterung
erscheint
auch
damit nicht
konkret ausge
führt
.
So ist einerseits festzustellen, dass i
m
Rahmen der
Y._
-
Beurteilung
hinreichend
berücksichtigt
wurde
, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Hüftbeschwerden nur eine verminderte
Gehdauer
zugemutet werden
bzw. er die Hüfte nur reduziert belasten kann.
Andererseits
gilt es zu beachten
, dass
lum
bale
Rückenbeschwerden
im
Y._
-Gutachten selber
zwar
nicht
aufgeführt sind
, hingegen
solche
zuvor von Seiten der behandelnden Ärzte
dokumentiert
wurden
,
so
im Arztbericht
des Allgemeinmediziners
Dr.
F._
vom 1
4.
Oktober 2009
(
Urk.
7/25/6)
, wo von einem lumbalen
spondylogenen
Syn
drom die Rede
war
.
Zumal von
Dr.
E._
nicht ausgeführt wurde, inwie
weit sich die lumbalen Rückenbeschwerden nebst den Hüftbeschwerden zusätz
lich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, erscheint diesbezüglich eine
für den Anspruch relevante
gesundheitliche Verschlechterung deshalb nicht
dargetan
. Was im Übrigen die Angaben von
Dr.
E._
zur Arbeitsfä
higkeit
angeht
, liefert die
betreffende -
sehr vage
-
Beurteilung, gemäss welcher
dem Patienten keine 100%ige Arbeitsbelastung zugemutet werden kann, eben
falls keine Hinweise für eine Verschlechterung des Gesundheitszustands; es besteht insoweit
nicht einmal
ein
e
anderslautende Beurteilung, weil im
Y._
-Gutachten
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus interdiszipli
närer
Sicht auf 80
%
eingeschätzt wurde.
4.2
Zusammenfassend
wurde im Rahmen der Neuanmeldung eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
in einer für den Anspruch erheblichen Weise
nicht glaubhaft dargetan, weshalb die Verfügung der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.