Decision ID: 39c77b69-f713-42e5-a6c9-a11f7da713d4
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a P._, geb. 1956, arbeitete als Schweisser und Lackierer bei der A._ und war
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen
Unfälle versichert. Am 17. September 2005 überrollte ein Personenwagen seinen linken
Fuss und verursachte eine bimalleoläre Luxationsfraktur des oberen Sprunggelenks
(OSG) mit zweitgradig geschlossenem Weichteilschaden (UV-act. 1f.). Am Unfalltag
wurde ein Fixateur externe angebracht und die Frakturen am 22. September 2005
mittels Schrauben und Platten offen reponiert (UV-act. 19 und 20). Die Suva erbrachte
die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und Taggelder). Da sich die Heilung
verzögerte, stellte der Hausarzt, Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
den Versicherten Dr. med. C._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, vor (UV-act. 12). Dieser diagnostizierte eine
Sudeck'sche Dystrophie Stadium II mit erheblicher Schmerzsymptomatik und
Entmedialisierung des Knochens (UV-act. 13). Die Situation besserte sich weiterhin
kaum (anhaltende Schmerzen, höchstens kurzzeitige Vollbelastung, Gehen mit
Stockhilfe; UV-act. 14 und 24), weshalb der Versicherte vom 14. Juni bis 14. Juli 2006
stationär in der Rehaklinik Bellikon behandelt wurde (UV-act. 29 bis 32). Bei
andauernder voller Arbeitsunfähigkeit in der angestammten, mehrheitlich stehend
ausgeführten Tätigkeit als Schweisser und Lackierer im Stahlbau wurde ihm eine
leichte, wechselbelastende
Tätigkeit im Sitzen als ganztags zumutbar erklärt. Da von weiteren medizinischen
Massnahmen keine wesentliche Besserung der Situation zu erwarten sei, empfahlen
die Ärzte der Rehaklinik Bellikon ein Jahr nach dem Unfall den Fallabschluss.
A.b Von der Suva veranlasste Bemühungen um die Wiedereingliederung des
Versicherten wurden nach Analyse der Ausgangslage durch die beauftragte Firma J._
am 14./15. November 2006 abgebrochen (UV-act. 46). Die Arbeitsstelle bei der A._
wurde ihm am 12. Dezember 2006 per Ende Februar 2007 gekündigt (UV-act. 59).
Nach eingehender Analyse der medizinischen Situation durch Dr. C._ und Kreisarzt
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Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie, erneutem Computertomogramm des
Sprunggelenks am 15. Februar 2007 und nach Rücksprache mit dem Versicherten am
4. April 2007 wurde gegen die Materialentfernung und Korrektur-Osteotomie
entschieden (UV-act. 63, 66 bis 69 und 71). Die Suva teilte dem Versicherten am
5. April 2007 mit, dass ihm ab 23. April 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer
wechselbelastenden Tätigkeit zumutbar sei und forderte ihn auf, sich umgehend bei
der Arbeitslosenversicherung anzumelden (UV-act. 72). Mit Zeugnis vom 4. Mai 2007
attestierte Dr. B._ dem Versicherten 100% Arbeitsunfähigkeit wegen Unfallfolgen und
einer schweren Depression (UV-act. 78). Die Depression führte der Hausarzt am 6. Juni
2007 ebenfalls auf den Unfall zurück (UV-act. 81A). Bei der kreisärztlichen
Untersuchung vom 21. August 2007 erhob Dr. D._ eine nicht optimal gestellte
Situation nach Aussenknöchelrekonstruktion und eine deutlich eingeschränkte
Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk (UV-act. 86). Als leidensangepasst beurteilte er
eine ganztägige Arbeitstätigkeit in wechselnder Arbeitshaltung, überwiegend sitzend.
Arbeiten auf unebenem Grund, auf Leitern und Gerüsten, häufiges Treppensteigen
sowie häufiges Heben, Tragen und Fortbewegen von mittelschweren und schweren
Lasten unter Belastung der Beine bewertete er als ungeeignet. Die Integritätseinbusse
schätzte der Kreisarzt auf 15% (UV-act. 85). Ebenfalls am 21. August 2007 wurde der
Versicherte auch von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva St. Gallen, untersucht
(UV-act. 87). Er verneinte eine fixierte depressive Störung. Vielmehr liege eine
fluktuierende Stimmungsstörung vor, die während kurzer Phasen auch einem
ängstlich-depressiven Syndrom entspreche. Es handle sich um ein Geschehen, dass
mindestens teilweise auf die Unfallfolgen vom 17. September 2005 zurückgehe und
ohne diese Belastungen in Art und Ausmass wahrscheinlich nicht eingetreten wäre. Als
Diagnosen nannte er eine Anpassungsstörung mit kurzphasischer ängstlich-
depressiver Störung (ICD-10 F43.28) sowie einen unfallunabhängigen Belastungsfaktor
(ICD-10 Z63.0). Dr. E._ empfahl, den Versicherten wieder an eine Beschäftigung
heranzuführen.
A.c Ab dem 5. November 2007 wurde der Versicherte zu 50% in einem
Einsatzprogramm des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) beschäftigt, das
bis Ende Juni 2008 verlängert werden konnte (UV-act. 99, 103f., 116 und 122). Eine
Steigerung des Arbeitseinsatzes auf mehr als 50% gelang dabei nicht. Die
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medizinische Situation wurde von Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt FMH für Chirurgie,
in Rücksprache mit dem neuen Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G._, Facharzt
FMH für Allgemeine Medizin, nachevaluiert (UV-act. 119, 123 und 125f.). Am
5. September 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sich sein Zustand durch
die ärztliche Behandlung nicht mehr verbessere, weshalb die Heilungskosten- und
Taggeldleistungen per 30. September 2008 eingestellt würden (UV-act. 128). Nachdem
ihm die zu erwartenden Invaliditätsleistungen erklärt worden waren, beauftragte der
Versicherte Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener mit seiner Vertretung (UV-act. 130f.).
Mit Verfügung vom 26. September 2008 ermittelte die Suva für den Rentenanspruch ab
1. Oktober 2008 einen Invaliditätsgrad von 23%, hielt fest, die psychogenen Störungen
seien nicht adäquat kausal zum Unfall vom 17. September 2005 und daher nicht zu
berücksichtigen und sprach dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 15%
eine Integritätsentschädigung von Fr. 16'020.-- zu (UV-act. 134). Dagegen erhob die
Krankenversicherung des Versicherten, La Caisse Vaudoise, am 15. Oktober 2008
vorsorglich Einsprache und zog sie nach Einsicht in die Akten am 30. Oktober 2008
wieder zurück (UV-act. 138 und 144). Der Rechtsvertreter des Versicherten erhob am
28. Oktober 2008 Einsprache gegen die Verfügung vom 26. September 2008 und
begründete diese am 12. Januar 2008 (UV-act. 142 und 148). Mit Verfügungen vom
14. Januar 2009 verneinte die zwischenzeitlich eingeschaltete Invalidenversicherung
(IV; IV-Stelle des Kantons Thurgau) einen Anspruch des Versicherten auf eine
Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen (UV-act. 149f.). Die Suva wies die
Einsprache gegen die Verfügung vom 26. September 2008 mit Entscheid vom
10. Februar 2009 ab.
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 13. März 2009 mit dem Antrag auf
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 10. Februar 2009 und Ausrichtung höherer
Rentenleistungen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird ausgeführt, das Ausmass und die
Auswirkungen der Schmerzsituation, besonders des komplexen regionalen
Schmerzsyndroms (CRPS) bzw. einer somatoformen Schmerzstörung, seien
medizinisch nicht genügend abgeklärt worden, was durch ein interdisziplinäres
Gutachten nachzuholen sei. Weiter müsse die Auswirkung des CRPS bzw. Morbus
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Sudeck sowie der psychischen Beschwerden auf die Erwerbsfähigkeit eingehend
geprüft und eine höhere Erwerbsunfähigkeit ermittelt werden. Die
Integritätsentschädigung liess der Beschwerdeführer nicht mehr anfechten.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2009 beantragte die Suva die Abweisung der
Beschwerde. Sie führte aus, die Schmerzproblematik und die Sudeck'sche Erkrankung
seien in den Akten genügend berücksichtigt worden. Insbesondere sei die
Zumutbarkeitsbeurteilung in Kenntnis der gesamten Akten und nach ausgedehnter
klinischer Untersuchung erfolgt. Weitere medizinische Abklärungen seien obsolet. Mit
ihrem Aktendossier (UV-act. 1 bis 152) reichte die Suva auch eine CD mit den Akten
der IV ein.
B.c Der Beschwerdeführer liess die Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik
unbenutzt verstreichen, worauf der Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (act. G 6).
B.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere
Invalidenrente hat. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die gesundheitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers medizinisch genügend abgeklärt und ihre
Unfallkausalität bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads richtig beurteilt worden sind.
Nicht beanstandet wurde der Einkommensvergleich als solcher.
1.2 Die rechtlichen Grundlagen wurden im Einspracheentscheid vom 10. Februar
2009 zutreffend dargestellt. Das gilt sowohl für den erforderlichen natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen
Gesundheitsschaden, für den Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung
und die Invaliditätsbemessung als auch für die Ausführungen über die Beweiskraft von
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Beurteilungen durch Ärzte (der Suva; Erwägungen 2, 3 und 5). Darauf kann verwiesen
werden.
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob und in welcher Art der Beschwerdeführer durch die
physischen Unfallfolgen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. Dabei ist
unbestritten, dass ihm die angestammte Tätigkeit als Schweisser und Lackierer im
Stahlbau nicht mehr zumutbar ist.
2.1 Die Malleolarfrakturen, die der Beschwerdeführer beim Unfall vom 17. September
2005 erlitt, heilten nicht gleichmässig: Während die mediale Fraktur konsolidiert war,
erwies sich die laterale Fraktur im Computertomogramm vom 3. Mai 2006 mit nur
schmalen Knochenbrücken teilweise konsolidiert. Dr. med. H._, Facharzt FMH für
Radiologie, erhob neben anderen Befunden eine "fleckige Osteodystrophie bei
bekanntem Sudeck" (UV-act. 57). Die behandelnden Ärzte an der Rehaklinik Bellikon
stellten neun Monate nach der OSG-Luxationsfraktur ein Schmerzsyndrom fest, dass
sie anhand der Anamnese als Restbeschwerden bei Zustand nach CRPS deuteten.
Aufgrund des Magnetresonanztomogramms vom 22. Juni 2006 (UV-act. 49) verneinten
sie beweisende Hinweise auf einen Morbus Sudeck und erhoben klinisch lediglich eine
leichte Schwellung sowie die Schonung der Extremität. Sie erachteten eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit im Sitzen ganztags zumutbar und erwarteten von weiteren
medizinischen Massnahmen keine wesentliche Besserung der Situation
(Austrittsbericht vom 8. August 2006, UV-act. 32). Die Röntgenbilder vom 11. Januar
2007 zeigten Dr. C._ neben einer noch nicht vollständig sicheren Konsolidierung in
der distalen Fibulafraktur eine leichte Rotationsfehlstellung der distalen Fibula in der
Osteosynthese. Klinisch erhob er nach wie vor auch eine leichte Dystrophie sowie eine
Lividverfärbung bei hängendem linken Unterschenkel (UV-act. 63). Das
Computertomogramm vom 15. Februar 2007 zeigte vergleichend zu den früheren
Bildern, dass jetzt auch die laterale Malleolarfraktur weitgehend durchgebaut war (UV-
act. 66). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. August 2007 erhob
Dr. D._ eine normale Hautfarbe, keine Schweissabsonderung, keine vermehrte
Schwellung im Bereich des linken OSG (morgens neun Uhr) sowie keine trophischen
Störungen. Dem Kreisarzt zeigten sich demnach keine Zeichen einer Sudeck'schen
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Dystrophie mehr (vgl. detaillierte Erläuterungen im Entscheid des Bundesgerichts
8C_955/2008 vom 29. April 2009 E. 6). Die medizinischen Unterlagen, insbesondere die
jüngste radiologische und orthopädische Beurteilung (Berichte Dr. H._ vom
16. Februar 2007 [UV-act. 66] und Dr. C._ vom 6. März 2007 [UV-act. 69]), lagen
Dr. D._ bei seiner Untersuchung vor. Im Bericht vom 21. August 2007 nahm er
ausdrücklich darauf Bezug (UV-act. 86). Er erhob eine in der Rotation nicht optimal
gestellte Situation nach Aussenknöchelrekonstruktion und eine deutlich eingeschränkte
Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk. Ohne Stöcke könne der Beschwerdeführer
kaum ein paar Schritte gehen, wobei die Gehhilfe nach Einschätzung des Kreisarztes
zum Teil aus organischen, zum Teil aus psychischen Gründen noch notwendig sei. Mit
Stöcken zeige sich ein sicheres Gangbild. Der Beschwerdeführer berichtete über
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im linken oberen Sprunggelenk. Er
brauche fortgesetzt zur Stütze einen Gehstock und Schmerzmedikamente mit guter
schmerzstillender Wirkung. Der Künzle-Schuh sei zur Stabilisierung hilfreich. Nach
längerer Belastung habe er Schwellungen im OSG. Dr. D._ beurteilte die geklagten
Beschwerden aufgrund der Gesamtsituation als nachvollziehbar. Er empfahl, den
Versicherten ihm Rahmen einer halbtägigen Beschäftigung, unter angepassten
Arbeitsbedingungen (überwiegend sitzend, mit der Möglichkeit, Pausen einzulegen und
das Bein gegebenenfalls auch hochzulegen), wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.
Formal bestehe eine ganztägige Leistungsfähigkeit für leidensgerechte Tätigkeiten.
Eine wechselnde, überwiegend sitzende Arbeitshaltung beurteilte Dr. D._ als
zumutbar. Arbeiten auf unebenem Grund, auf Leitern und Gerüsten, häufiges
Treppensteigen, häufiges Heben, Tragen und Fortbewegen von mittelschweren und
schweren Lasten unter Belastung der Beine sei ungeeignet. Die ärztlichen
Behandlungsmöglichkeiten seien derzeit erschöpft, Physiotherapie nicht notwendig.
Schmerzmittel seien fortgesetzt notwendig.
2.2 Die Beurteilung von Kreisarzt Dr. D._ vom 21. August 2007 erfüllt die
Anforderungen, die nach der Rechtsprechung für den Beweiswert medizinischer
Berichte gelten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und BGE 125 V 351 E. 3a S. 352): Sie
stützt sich auf seine umfassende Untersuchung und Befragung des
Beschwerdeführers, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und vermag in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und Schlussfolgerungen zu überzeugen. Bezüglich
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zumutbarer Arbeit stimmt sie mit dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon (UV-act.
32) überein und präzisiert dessen Zumutbarkeitsprofil weiter. Auch die psychisch
bedingten Beeinträchtigungen werden von Dr. D._ angesprochen, wobei er
diesbezüglich auf den Bericht von Dr. E._ verweist. Auf die Beurteilung von Dr. D._
kann somit abgestellt werden.
2.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, das CRPS bzw. der
Morbus Sudeck sei letztmals im Bericht von Dr. H._ vom 16. Februar 2007 über das
Computertomogramm vom Vortag (UV-act. 66) thematisiert worden. Namentlich sei
nicht ausgeführt worden, das CRPS bzw. der Morbus Sudeck sei nicht mehr
vorhanden. Vielmehr sei das Augenmerk auf die psychische Situation seines
Mandanten gelegt worden. Daraus schliesst er, die Auswirkungen der CRPS-
Problematik bzw. des Morbus Sudeck im Bezug auf die Auswirkungen auf die Arbeits-
bzw. Erwerbsfähigkeit seien nicht gewürdigt worden. - Es trifft zu, dass Dr. D._ im
Untersuchungsbericht vom 21. August 2007 nicht deutlich erwähnte, ob der Morbus
Sudeck abgeheilt sei. Wie in Erwägung 2.1 ausgeführt, verneinte er alle Zeichen einer
Sudeck'schen Dystrophie und nahm eine umfassende Gesamtbeurteilung der
physischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers vor. Dieser kann daher nicht
entgegengehalten werden, sie berücksichtige die Auswirkungen des Morbus Sudeck
auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit nicht. Die beiden neu konsultierten Hausärzte,
Dr. I._ (Bericht vom 12. Dezember 2007 [UV-act. 100]) und Dr. G._ (Bericht vom
11. April 2008 [UV-act. 119]), berichteten über keinerlei Hinweise auf einen
(durchgemachten) Morbus Sudeck. Das bestätigt die Erhebungen von Dr. D._ vom
21. August 2007 und weist darauf hin, dass diese Gesundheitsbeeinträchtigung
spätestens seit dann nicht mehr vorhanden war. Zur Frage, ob noch ein CRPS vorliege,
erübrigt sich demnach ein ärztliches Gutachten (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.3 S. 234 und BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 je mit Hinweisen).
2.4 Zusammenfassend ist rein aufgrund der physischen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers eine vollzeitige leidensangepasste Arbeitstätigkeit, vorwiegend im
Sitzen, zumutbar und besteht demnach in diesem Rahmen eine volle Arbeitsfähigkeit.
3.
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3.1 Der Beschwerdeführer leidet auch unter psychischen Beeinträchtigungen. Die
Beschwerdegegnerin bekam erstmals mit dem Zeugnis vom 4. Mai 2007 ans RAV von
einer schweren Depression Kenntnis (UV-act. 78). Dazu präzisierte Dr. B._ am 6. Juni
2007, die schwere Depression sei als Folge des Unfalls zu betrachten und
verunmögliche eine Arbeitstätigkeit (UV-act. 81A). Dr. E._ diagnostizierte aufgrund
der psychiatrischen Untersuchung vom 21. August 2007 am 4. September 2007 eine
Anpassungsstörung mit kurzphasischer ängstlich-depressiver Störung (ICD-10 F43.28)
sowie einen unfallunabhängigen Belastungsfaktor (ICD-10 Z63.0). Zur Arbeitsfähigkeit
äusserte er sich aus psychiatrischer Sicht nicht ausdrücklich, unterstützte aber
Bemühungen der Administration, den Beschwerdeführer zusammen mit Arbeitslosen-
und Invalidenversicherung wieder an eine berufliche Tätigkeit heranzuführen (UV-act.
87). Dr. E._ sah die Vorakten auf psychiatrisch wesentliche Aspekte durch und fand
solche im Zusammenhang mit der andauernden Arbeitsunfähigkeit bereits im März
2006 (UV-act. 15 bis 17), in der gescheiterten Stellenvermittlung durch die J._ (UV-
act. 46) und im Anschluss an die Kündigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses (UV-
act. 71). Die Beschwerdegegnerin verneinte den adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen den psychogenen Störungen und dem Unfall vom 17. September 2005 und
lehnte diesbezüglich eine Leistungspflicht ab (UV-act. 134 und 152).
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Adäquanzprüfung richtigerweise nach BGE 115
V 133 vorgenommen. Das Unfallereignis hat sie als mittelschwer beurteilt und dabei
offen gelassen, ob es mittelschwer im eigentlichen Sinn oder an der Grenze zu den
leichten Unfällen einzustufen ist. Im Vergleich mit den Unfällen, die die
höchstrichterliche Rechtsprechung als mittelschwer im mittleren Bereich bewertet (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E. 4.6.2 mit Hinweisen), ist
das Überrolltrauma des Beschwerdeführers als mittelschwer an der Grenze zu den
leichten Unfällen einzuordnen. Die Beschwerdegegnerin verneinte alle sieben
Adäquanzkriterien für die hier einzig zu prüfenden somatischen Unfallfolgen. Entgegen
dieser Beurteilung liegt die Entwicklung einer Sudeck'schen Distrophie deutlich
ausserhalb des normalen Heilungsverlaufs einer bimalleolären Luxationsfraktur,
weshalb das Adäquanzkriterium des schwierigen Heilungsverlaufs in Form erheblicher
Komplikationen bejaht werden muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 304/05 vom
23. Juni 2006 E. 3.4). Es kann jedoch nicht von einer besonders ausgeprägten Erfüllung
dieses Adäquanzkriteriums gesprochen werden. Vorliegend lässt sich der Anteil der
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psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen an den gesamten Einschränkungen nicht
klar bestimmen. Deshalb ist der Entscheid nicht einfach zu fällen, ob die
Adäquanzkriterien körperliche Dauerbeschwerden sowie Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit erfüllt sind. Da für keines dieser beiden Kriterien
Anzeichen bestehen, dass es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, kann letztlich
offen bleiben, ob sie in einfacher Weise erfüllt sind. Denn selbst wenn alle drei
Adäquanzkriterien (schwieriger Heilungsverlauf, körperliche Dauerbeschwerden und
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) in einfacher Weise erfüllt
wären, genügt das nach der Rechtsprechung nicht, die Adäquanz eines mittelschweren
an der Grenze zu den leichten Unfällen liegenden Unfalls zu bejahen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5 und 8C_487/2009 vom
7. Dezember 2009 E. 5). Die Beschwerdegegnerin hat demnach den adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 17. September 2005 und den
psychischen Störungen des Beschwerdeführers zu Recht verneint.
3.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers schliesst aufgrund des CRPS und
des damit verbundenen mehrjährigen chronifizierten Verlaufs auf eine somatoforme
Schmerzstörung. Er beantragt gutachterliche Abklärungen bezüglich somatoformer
Schmerzstörung sowie die Prüfung, wie weit sich diese auf die Erwerbssituation des
Beschwerdeführers auswirke. Diesen Anträgen kann nicht stattgegeben werden. Bei
einer somatoformen Schmerzstörung handelt es sich um eine psychische Erkrankung
(vgl. Einordnung als F45.4 in der Internationalen Klassifikation von Krankheiten [ICD-10]
bei den psychischen Störungen sowie BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51 und BGE 130 V 352
E. 2.2.2 S. 353). Wie in der vorstehenden Erwägung 3.2 ausgeführt, sind die
psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht adäquat kausale
Unfallfolgen. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht erübrigen sich daher weitere
Abklärungen derselben.
4.
Bei fehlender Adäquanz der psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers
ist einzig die Auswirkung der physischen Einschränkungen auf seine Erwerbsfähigkeit
zu prüfen. Wie unter Erwägung 2 ausgeführt, ist er in einer leidensangepassten
Tätigkeit voll arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen 2008
http://de.wikipedia.org/wiki/ICD-10
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mit Fr. 70'070.-- ermittelt (UV-act. 121), diesem ein durchschnittliches
Invalideneinkommen von Fr. 53'646.-- gegenübergestellt und aufgrund der
Erwerbseinbusse von Fr. 16'424.-- einen Invaliditätsgrad von 23% errechnet (UV-act.
135). Dieser Einkommensvergleich blieb unbestritten. Das Invalideneinkommen wurde
aufgrund von fünf Arbeitsplatzdokumentationen (DAP) ermittelt (UV-act. 136f.). Bei
deren Auswahl hat sich die Beschwerdegegnerin an die Vorgaben der Rechtsprechung
gehalten (vgl. BGE 129 V 472). Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers wurde mit
23% korrekt ermittelt. Darauf ist abzustellen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Invalidität des Beschwerdeführers richtig
beurteilt worden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Gerichtskosten sind gemäss
Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG