Decision ID: f0ddac12-5802-4dd4-b717-977238f942e4
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 13. Juli 2014 für den vom 30. Juni 2014 bis 7. Juli 2014
geleisteten Militärdienst zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung an (act. G
3.1.3). Im Begleitschreiben führte er aus, dass er kurz vor dem Militärdienst sein
Bachelorstudium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität B._
beendet habe. Vom 30. Juni bis 21. November 2014 absolviere er die Rekrutenschule.
Hätte er nicht mit der Rekrutenschule begonnen, so hätte er sich eine Beschäftigung
gesucht, die länger als ein Jahr gedauert hätte. Viele Firmen würden Bachelor-
Absolventen mit seinem Profil suchen und diese für mehrere Jahre einstellen, um sie
nach erfolgter praktischer Tätigkeit retour an die Universität für eine Weiterausbildung
zum Master zu schicken. Er bitte um Mitteilung, ob er somit die Voraussetzungen
gemäss BGE 137 V 410 erfülle (act. G 3.1.4). In der Folge reichte der Versicherte noch
weitere EO-Anmeldungen für den geleisteten Militärdienst vom 8. Juli 2014 bis 30.
September 2014 ein (act. G 3.1.5, 8, 11 und 17).
A.b Mit E-Mail vom 2. August 2014 antwortete die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen (SVA) als Kantonale Ausgleichskasse dem Versicherten sie könne
nicht im Voraus eine verbindliche Auskunft erteilen. Während der Rekrutierung, der
Rekrutenschule und der Grundausbildung von Personen, die ihre Dienstpflicht ohne
Unterbruch erfüllen (Durchdiener), betrage die tägliche Grundentschädigung 25 Prozent
des Höchstbetrages der Gesamtentschädigung. Die vom Versicherten angeführte
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Randziffer 5041 der Wegleitung zur Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende und
Mutterschaft (WEO), werde bei der Absolvierung der Rekrutenschule nicht angewendet
(act. G 3.1.6).
A.c Im Schreiben vom 3. September 2014 bestätigte die Universität B._ dem
Versicherten, dass er alle benötigten Leistungen des Bachelor of Arts in
Rechtswissenschaft mit Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen habe. Im Rahmen
regelmässiger Absolventenbefragungen sei ein durchschnittliches jährliches
Einstiegsgehalt von Fr. 78‘300.-- für Absolventen der Bachelor-Stufe eruiert worden
(act. G 3.1.9). Im Formular vom 2./15. Oktober 2014 hielt die Universität B._ fest,
dass der Versicherte seine Seminararbeit am 30. Mai 2014 abgegeben und die letzte
Prüfung am 26. Juni 2014 absolviert habe. Eine Weiterführung des Studiums könne
nicht bestätigt werden (act. G 3.1.13).
A.d Mit Schreiben vom 16. Oktober 2014 teilte die SVA dem Versicherten mit, dass er
gemäss Immatrikulationsbestätigung für das Herbstsemester 2014 (01.08.2014 -
31.01.2015) immatrikuliert sei. In diesem Zusammenhang gelte auch der Bachelor-
Abschluss nicht als abgeschlossene Ausbildung, da der Bildungsweg fortgeführt werde
und der Bachelor-Abschluss nur dazu diene, eine höhere Ausbildung anzutreten.
Faktisch befinde er sich im Zeitpunkt des Dienstes immer noch in Ausbildung. Die
Voraussetzung, dass die Ausbildung unmittelbar vor dem Dienst beendet wurde, sei
somit nicht erfüllt (act. G 3.1.15).
A.e Im Schreiben vom 19. Oktober 2014 führte der Versicherte aus, er habe im
Frühjahr 2014 geplant, seinen Master (MLE & CEMS) im Herbstsemester 2015 zu
beginnen. In der Zwischenzeit hätte er, sofern er nicht ins Militär eingerückt wäre, eine
mindestens einjährige Erwerbstätigkeit aufgenommen. Um sich für den CEMS-Master
einschreiben zu können, sei es erforderlich gewesen, dass er im Herbstsemester 2014
in ein sogenanntes Urlaubssemester eingeschrieben geblieben sei. In der Zwischenzeit
habe er seine privaten Pläne geändert und werde auch im Herbst 2015 einer
Erwerbstätigkeit nachgehen. Der Beginn des Masterprogrammes sei deshalb
frühestens im Frühjahrssemester 2016 geplant. Weiter beantragte er die provisorische
Ausrichtung des Minimalsatzes für die bereits eingereichten EO-Anmeldungen (act. G
3.1.16).
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A.f Mit Schreiben vom 11. Februar 2016 verlangte der Beschwerdeführer für die
Periode vom 16. August 2014 bis 30. September 2014 eine anfechtbare Verfügung.
Weiter legte er ausführlich dar, dass er seine Bachelor-Ausbildung unmittelbar vor
Dienstbeginn abgeschlossen habe und zusätzlich eine mindestens einjährige
Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, somit seien gleich zwei Anspruchsgrundlagen
gegeben. Er beantragte eine Entschädigung von 80% des ortsüblichen Anfangslohns
von Fr. 78‘300.--, mithin Fr. 171.60 statt lediglich Fr. 111.-- pro Tag (act. G 3.1.21).
A.g Mit Verfügung vom 15. Februar 2016 wies die SVA den Antrag des Versicherten
auf Bemessung der Erwerbsersatzentschädigung auf der Grundlage des
branchenüblichen Lohns ab. Er sei im Herbstsemester 2014 immatrikuliert gewesen
und der Bachelor-Abschluss gelte nicht als abgeschlossene Ausbildung (act. G 3.1.22).
A.h Mit Einsprache vom 18. April 2016 beantragte der Versicherte die Aufhebung der
Verfügung vom 15. Februar 2016. Ihm sei für die eingereichten EO-Meldekarten für die
Militärdienstleistung vom 16. August bis 30. September 2014 eine
Erwerbsausfallentschädigung zu einem Satz von Fr. 171.60 pro Tag auszurichten. Die
Differenz zum bereits ausgerichteten Taggeld von Fr. 2‘787.60 sei nachzuzahlen. Ein
Bachelor-Abschluss qualifiziere zweifellos zum direkten Berufseinstieg. Die Tatsache,
dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Masterstudium aufgenommen werde, ändere
nichts an der Tatsache, dass auch der Bachelor-Abschluss bereits einen
berufsqualifizierenden Abschluss darstelle (act. G 3.1.23).
A.i Mit E-Mail vom 20. Mai 2016 forderte die SVA den Versicherten auf, eine
Bestätigung der Dienstzeit bis 2. April 2015 sowie sämtliche Kopien der
Lohnabrechnungen von September 2015 bis Dezember 2015 einzureichen (act. G
3.1.24).
A.j Mit Schreiben vom 20. Juni 2016 reichte der Versicherte eine Kopie des
Dienstbüchleins ein und teilte der SVA weiter mit, dass auf die Einreichung der
Lohnabrechnungen verzichtet werde, da explizit die Ausrichtung einer
Erwerbsausfallsentschädigung anhand des ortsüblichen Anfangslohnes beantragt
worden sei (act. G 3.1.25).
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A.k Mit Einspracheentscheid vom 11. Juli 2016 wies die SVA die Einsprache ab. Der
Versicherte habe seine Ausbildung mit dem Abschluss des Studiengangs
Rechtswissenschaft mit Wirtschaftswissenschaften als Bachelor nicht abgeschlossen.
Vielmehr habe er beabsichtigt, im Herbstsemester 2015 sein Masterstudium
aufzunehmen. Dies ergebe sich auch daraus, dass er nach der Beendigung seines
Militärdienstes von Mai bis Ende Dezember 2015 drei Praktika absolviert habe. Er habe
somit keine Arbeitsstelle mit dem geltend gemachten hohen Erwerbseinkommen
angenommen, weil er beabsichtigt habe, anschliessend ein Masterstudium
aufzunehmen. Die ab 16. August 2014 zugesprochene EO-Grundentschädigung von Fr.
111.-- entspreche einem monatlichen Einkommen von Fr. 4‘162.50. Es sei nicht
überwiegend wahrscheinlich, dass der Versicherte ohne die Absolvierung des
Militärdienstes im massgeblichen Zeitraum ein höheres monatliches Einkommen hätte
erzielen können (act. G 3.1.27).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
8. September 2016. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 11. Juli 2016 und
erneuert seine Einsprachebegehren. Eine Aufnahme des Masterstudiums habe im für
die Beurteilung des vorliegenden Anspruchs auf Erwerbsersatzentschädigung
massgebenden Zeitpunkt unbestrittenermassen nicht stattgefunden. Die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer nach Beendigung des Militärdienstes bloss Praktika
absolvierte und keine (Bachelor-)Absolventenstelle angenommen habe, reiche nicht
dazu aus, die Ausrichtung einer Erwerbsausfallentschädigung anhand des
branchenüblichen Anfangslohnes zu verneinen (act. G 1).
B.b Mit Schreiben vom 26. September 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf den Einspracheentscheid
(act. G 3).

Erwägungen
1.
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Zwischen den Parteien ist die Höhe des Entschädigungsanspruchs für den vom
Beschwerdeführer erlittenen Erwerbsausfall während des geleisteten Militärdienstes
vom 16. August 2014 bis 30. September 2014 umstritten.
2.
2.1 Personen, die in der schweizerischen Armee oder im Rotkreuzdienst Dienst leisten,
haben für jeden besoldeten Diensttag Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 1a Abs. 1
erster Satz des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei
Mutterschaft [EOG; SR 834.1]). Alle Dienstleistenden haben Anspruch auf die
Grundentschädigung (Art. 4 EOG). Während Diensten, die nicht unter Art. 9 EOG
(Rekrutenschule und gleichgestellte Dienstzeiten) fallen, beträgt die tägliche
Grundentschädigung 80% des durchschnittlichen vordienstlichen
Erwerbseinkommens. Vorbehalten bleiben Mindest- und Höchstbeträge nach Art. 16
Abs. 1 bis 3 EOG (Art. 10 Abs. 1 EOG). War die dienstleistende Person vor Beginn des
Dienstes nicht erwerbstätig, so entspricht die tägliche Grundentschädigung den
Mindestbeträgen gemäss Art. 16 Abs. 1 bis 3 EOG (Art. 10 Abs. 2 EOG).
2.2 Als Erwerbstätige gelten Personen, die in den letzten zwölf Monaten vor dem
Einrücken während mindestens vier Wochen erwerbstätig waren (Art. 1 der Verordnung
zum EOG [EOV]; SR 834.11). Den Erwerbstätigen gleichgestellt sind Arbeitslose (lit. a),
Personen, die glaubhaft machen, dass sie eine Erwerbstätigkeit von längerer Dauer
aufgenommen hätten, wenn sie nicht eingerückt wären (lit. b), und Personen, die
unmittelbar vor dem Einrücken ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder diese
während des Dienstes beendet hätten (lit. c; Art. 1 Abs. 2 EOV). Personen, die keine
der Voraussetzungen nach Art. 1 EOV erfüllen, gelten als Nichterwerbstätige (Art. 2
EOV).
2.3 Die Entschädigung für Arbeitnehmende wird auf Grund des letzten vor dem
Einrücken erzielten und auf den Tag umgerechneten massgebenden Lohns berechnet
(Art. 4 Abs. 1 erster Satz EOV). Für Personen, die glaubhaft machen, dass sie während
des Dienstes eine unselbstständige Erwerbstätigkeit von längerer Dauer aufgenommen
hätten oder einen wesentlich höheren Lohn als vor dem Einrücken erzielt hätten, wird
die Entschädigung auf Grund des Lohnes berechnet, der ihnen entgangen ist (Art. 4
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Abs. 2 erster Satz EOV). Haben sie unmittelbar vor dem Einrücken ihre Ausbildung
abgeschlossen oder hätten sie diese während des Dienstes beendet, so wird die
Entschädigung auf Grund des ortsüblichen Anfangslohns im betreffenden Beruf
berechnet (Art. 4 Abs. 2 zweiter Satz EOV).
3.
3.1 Aus dem Code der Dienstleistung vom 16. August 2014 bis 30. September 2014
(12) der EO-Anmeldungen des Beschwerdeführers (vgl. act. G 3.1.11 und 17) geht
hervor, dass es sich nicht um Diensttage handelte, die unter Art. 9 EOG
(Rekrutenschule und gleichgestellte Dienstzeiten) fallen, sondern um einen
Gradänderungsdienst (vgl. Weisung des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV an
die Rechnungsführer und Rechnungsführerinnen der Armee betreffend die
Bescheinigung der Diensttage gemäss Erwerbsersatzordnung, gültig ab 1. März 2011,
Ziff. 22). Somit ist Art. 9 Abs. 1 EOG für die Bemessung der Entschädigung vorliegend
nicht anwendbar. Unbestrittenermassen steht sodann fest, dass der Beschwerdeführer
nicht im Sinne von Art. 1 Abs. 1 EOV vor dem Militärdienst erwerbstätig gewesen ist,
da er an der Universität B._ ein Studium absolvierte. Streitig ist vorliegend, ob der
Beschwerdeführer die Ausbildung unmittelbar vor dem Einrücken im Sinne von Art. 1
Abs. 2 lit. c EOV abgeschlossen hat und er demnach den Erwerbstätigen
gleichzustellen ist.
3.2 Diesbezüglich bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass der Bachelor-Abschluss
nicht als abgeschlossene Ausbildung gelte, da der Bildungsweg fortgeführt werde und
der Bachelor-Studiengang nur dazu diene, eine höhere Ausbildung anzutreten (act. G
3.1.22). Auf der Internetseite der Universität B._ wird zum Bachelor-Abschluss
folgendes festgehalten: „Nach dem Bachelor-Abschluss können Sie entweder direkt
auf der Master-Stufe weiterstudieren oder erste Berufserfahrungen sammeln: Der
Bachelor-Abschluss ist als berufsqualifizierender Erstabschluss konzipiert und
ermöglicht den direkten Einstieg in die Praxis.“ (abgerufen am 2. März 2017 unter
http://www.b._.ch/de/studium/bachelor/ allgemeineinformationen).
3.3 Auch wenn der Bachelor-Studiengang oft dazu dient, im Anschluss einen Master-
Studiengang aufzunehmen, greift die Argumentation der Beschwerdegegnerin zu kurz.
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Wie die Angaben der Universität B._ und auch die vom Beschwerdeführer
eingereichten Stelleninserate (act. 3.1.4) zeigen, ist ein direkter Berufseinstieg mit
einem Bachelor-Abschluss möglich, weshalb diesem durchaus die Qualifikation eines
Aus-bildungsabschlusses zukommen kann.
3.4 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung profitieren Personen, die unter Art. 1
Abs. 2 lit. c EOV fallen, von einer Beweiserleichterung, indem – im Sinne einer
gesetzlichen Vermutung – die Beweislast zu Gunsten des Leistungsansprechers
umgekehrt und dessen Erwerbstätigkeit unterstellt wird. Diese Vermutung kann
indessen durch den Beweis des Gegenteils umgestossen werden, indem die
Verwaltung Umstände geltend macht, welche darauf schliessen lassen, dass der
Leistungsansprecher auch ohne Dienstabsolvierung keine Erwerbstätigkeit
aufgenommen hätte (BGE 137 V 410 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Kann zum Beispiel die
Verwaltung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass der
Leistungsansprecher unmittelbar nach dem Bachelor-Abschluss ohnehin ein Studium
auf Master-Stufe aufgenommen hätte, so wird die Vermutung von Art. 1 Abs. 2 lit. c
EOV umgestossen.
3.5 Der Beschwerdeführer hat sein letztes Bachelor-Semester im Juli 2014
abgeschlossen, wobei er seine letzte Prüfung am 26. Juni 2014 absolvierte (act. G
3.1.12 f.). Der Beschwerdeführer plante zunächst den Master im Herbstsemester 2015
zu beginnen. Für die Teilnahme am CEMS-Programm blieb er aus administrativen
Gründen im Herbstsemester 2014 im Rahmen eines Urlaubssemesters immatrikuliert.
Vom 30. Juni 2014 bis 15. August 2014 absolvierte er die Rekrutenschule (act. G 3.1.3,
5 und 8) und vom 16. August 2014 bis 2. April 2015 diverse Kaderdienste (act. G
3.1.21, S. 2). Im Anschluss arbeitete er im Rahmen eines Praktikums vom 1. Mai bis 31.
August 2015 bei der C._ AG, im Rahmen eines am 21. Juli 2014 verschobenen
Kurzpraktikums vom 14. September bis 23. Oktober 2015 bei der D._ AG und
schliesslich im Rahmen eines am 21. Mai 2014 vereinbarten, am 18. August 2014
verschobenen Arbeitsvertrags vom 1. November bis 31. Dezember 2015 bei der E._
AG (act. G 3.1.18). Der Beschwerdeführer hatte diese Praktika bereits vor dem Beginn
des Militärdienstes vereinbart und musste diese (jedenfalls teilweise) aufgrund des
verlängerten Militärdienstes verschieben (act. G 3.1.23, S. 3).
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3.6 Aus den Akten geht nicht hervor, dass der Beschwerdeführer je beabsichtigte, eine
längerfristige Bachelorabsolventenstelle anzutreten. Aus seiner Planung ergibt sich
vielmehr, dass von Anfang an geplant war, das Master-Studium zeitnah zum Bachelor-
Studium zu absolvieren. Dies geht einerseits daraus hervor, dass der
Beschwerdeführer für die Teilnahme am CEMS-Programm im Master-Studium an der
Universität im Rahmen eines Urlaubsemesters immatrikuliert blieb. Andererseits hatte
der Beschwerdeführer die Kurzpraktika – zumindest teilweise – bereits vor dem Beginn
des Militärdienstes vereinbart. Diesen Kurzpraktika kommt nicht die Funktion der
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu, da sie lediglich Einblicke in die entsprechenden
Berufe ermöglichen. Zudem sind diese Kurzpraktika im Gegensatz etwa zu
Anwaltspraktika explizit an Studenten gerichtet, welche ihr Studium noch nicht
abgeschlossen haben. Zusammenfassend kann im konkreten Fall des
Beschwerdeführers nicht von einer abgeschlossenen Ausbildung gesprochen werden,
da er diese erst mit dem Master-Studium abschliessen wird und die absolvierten
Kurzpraktika einen Teil dieser Ausbildung darstellen.
3.7 Dem Beschwerdeführer gelingt es auch nicht, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
von längerer Dauer glaubhaft zu machen, da er ohne die Leistung des Militärdienstes
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dieselben Kurzpraktika absolviert und
anschliessend das Master-Studium aufgenommen hätte. Somit kommt auch Art. 1 Abs.
2 lit. b EOV nicht zur Anwendung. Gemäss Art. 2 EOV ist der Beschwerdeführer somit
als Nichterwerbstätiger zu qualifizieren.
4.
4.1 Selbst wenn gestützt auf Art. 1 Abs. 2 lit. c EOV eine Gleichstellung mit den
Erwerbstätigen zu bejahen wäre, würde daraus keine höhere
Erwerbsausfallentschädigung resultieren.
4.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 zweiter Satz EOV ist für diesen Fall eine Entschädigung auf
Grund des ortsüblichen Anfangslohns im betreffenden Beruf vorgesehen. Der
Beschwerdeführer macht einen ortsüblichen Anfangslohn von Fr. 78‘300.-- geltend
(act. G 1, S. 11). Dabei stützt er sich auf die Angaben der Universität B._, welche
bestätigt, dass sie im Rahmen regelmässiger Absolventenbefragungen ein
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durchschnittliches Einstiegsgehalt von Fr. 78‘300.-- für Absolventen der Bachelor-Stufe
eruiert habe (act. G 3.1.9).
4.3 Nachfolgend ist zu prüfen, was unter dem ortsüblichen Anfangslohn im
betreffenden Beruf zu verstehen ist.
4.3.1 Der Beschwerdeführer hat vorliegend nach dem geleisteten Militärdienst
diverse Praktika absolviert. Wie er in der Beschwerdeschrift ausführt, hätte er dieselben
Praktika unmittelbar nach dem Bachelor-Abschluss absolviert, was durch den
Abschluss der Arbeitsverträge und die Verschiebung der Praktika untermauert werde
(act. G 1, S. 9). Weiter führt der Beschwerdeführer aus, dass er ohne die Leistung von
Militärdienst zwischen dem Bachelor-Abschluss und der Aufnahme des
Masterstudiums auch eine einzige Bachelorabsolventenstelle hätte aufnehmen können,
anstatt diverse Praktika zu absolvieren (act. G 1, S. 10).
4.3.2 Vorliegend erscheint es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer ohne die Leistung des Militärdienstes eine andere Stelle (z.B. eine
einzige Bachelorabsolventenstelle) anstatt verschiedener Praktika angenommen hätte.
Schliesslich wäre ihm dies auch nach dem geleisteten Militärdienst offen gestanden, da
er gemäss der Aktenlage bezüglich des Beginns des Masterstudiums zeitlich flexibel
war. Zudem macht er auch selber geltend, dass er dieselben Praktika absolviert hätte
(vgl. E. 4.3.1).
4.3.3 Unter diesen Umständen würde ein Abstellen auf die allgemeinen
Einstiegslöhne von Absolventen der Bachelor-Stufe der Universität B._ nicht
sachgemäss erscheinen. Diese Einstiegslöhne umfassen ein sehr breites Spektrum an
Berufen, welche der konkreten Situation des Beschwerdeführers nicht gerecht werden.
Er hatte verschiedene Praktika gesucht und gefunden. Mithin wäre – sofern der
Beschwerdeführer als Erwerbstätiger zu behandeln wäre – auf den ortsüblichen
Anfangslohn als Praktikant und nicht auf einen Anfangslohn sämtlicher möglicher
Berufe als Bachelorabsolvent abzustellen.
4.3.4 Der Beschwerdeführer verzichtete trotz Aufforderung auf die Einreichung der
Lohnabrechnungen der geleisteten Praktika (act. G 3.1.25). Aus der Ausschreibung für
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ein Kurzpraktikum bei der D._ AG geht hervor, dass dieses mit einem Salär von Fr.
5‘000.-- für die Dauer von sechs Wochen entschädigt wird (abgerufen am 3. März 2017
unter http://www.D._.ch/de/karriere/kurzpraktikum/). Dies ergibt ein Monatssalär von
rund Fr. 3‘400.--. Der Beschwerdeführer hat ein solches sechswöchiges Kurzpraktikum
bei D._ absolviert (act. G 3.1.18). Der St. Galler Anwaltsverband empfiehlt den Lohn
für Praktikanten gemäss den kantonalen Richtlinien über die Besoldung von
Auditorinnen und Auditoren festzusetzen. Dieser liegt für den ersten bis dritten Monat
bei Fr. 2‘900.--, für den vierten bis sechsten Monat bei Fr. 3‘500.-- und ab dem siebten
Monat bei Fr. 4‘100.-- bis Fr. 4‘600.-- (abgerufen am 3. März 2017 unter http://
www.anwaltsverbandsg.ch/
documents/files/flyer-weg-zum-anwaltspatent-inkl-beilage-vom-26-05-2014.pdf).
4.3.5 Dem Beschwerdeführer wurde eine EO-Entschädigung von Fr. 111.--
ausgerichtet. Selbst bei einem Einkommen von Fr. 4‘100.-- würde sich diese
Entschädigung nicht erhöhen.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 8. September 2016 abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).