Decision ID: 23742555-f00c-4add-bde4-a675affca2bc
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 25. September 2002 von ihrem Vater, B._, zum Bezug von IV-
Leistungen für Versicherte vor dem 20. Altersjahr bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen (nachfolgend IV-Stelle) angemeldet (IV-act. 1). Im Bericht vom 14. November
2002 äusserte sich Dr. med. C._, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, zu der bei
der Versicherten diagnostizierten Dysmelie: Während die unteren Extremitäten, der
linke Arm und die linke Hand sowie der Oberarmknochen, Elle und Speiche des
rechten Arms vollständig angelegt seien, weise das ganze Handskelett der rechten
Hand Missbildungen auf. Die Langfinger seien offenbar nur als kleine Weichteilwurzeln
angelegt, während der Daumen verklumpt und zweigliedrig sei. Eine Behandlung,
Therapie und/oder operative Korrektur verspreche eine wesentliche Verbesserung der
Möglichkeit einer späteren Eingliederung ins Erwerbsleben. Er ersuchte um eine
Kostengutsprache für spezielle Kontrollen im Spital D._ und im Kinderspital St.
Gallen sowie für die Beratung und Therapie in seiner Praxis (IV-act. 6). Am 12.
Dezember 2002 sprach die IV-Stelle der Versicherten die Kostenübernahme für
medizinische Massnahmen zur Behandlung ihres Geburtsgebrechens vom 17.
September 2002 bis 30. September 2012 zu (IV-act. 9).
A.b Am 27. Mai 2005 meldete sich die Versicherte für eine Hilflosenentschädigung der
IV an. Im entsprechenden Anmeldeformular liess sie angeben, dass sie beim An- und
Auskleiden, beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen, beim Essen normaler Mahlzeiten,
bei der Körperpflege, beim Verrichten der Notdurft, bei der Fortbewegung im Freien
sowie bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte auf Hilfe angewiesen sei. Sie müsse
zudem seit ihrer Geburt rund um die Uhr überwacht werden und ihre Eltern müssten
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täglich zwei Stunden aufwenden, um ihre rechte Hand zu massieren und Übungen
durchzuführen (IV-act. 14). Dr. C._ gab auf Anfrage der IV-Stelle hin am 30. Juni 2005
an, er habe die nun fast dreijährige Versicherte seit August 2004 nicht mehr gesehen.
Allerdings sei dem Bericht des Kinderspitals St. Gallen vom 17. November 2004 zu
entnehmen, dass die Versicherte laut ihrer Begleitperson keine Beschwerden habe. Ein
Kind im Alter der Versicherten esse normalerweise selber, benutze aber meist mit nur
einer Hand den Löffel oder die Gabel und die andere Hand als Hilfshand. Auch beim
Waschen, Kämmen, Baden, bei der Körperreinigung, bei der Fortbewegung und bei der
Pflege gesellschaftlicher Kontakte scheine ihm die Versicherte in ihrem Alter aufgrund
der Missbildung der rechten Hand nicht wesentlich eingeschränkt zu sein. Er könne
sich jedoch durchaus vorstellen, dass sie Schwierigkeiten habe, sich alleine anzuziehen
(IV-act. 18, vgl. auch IV-act. 20). Am 8. Dezember 2005 beurteilte Dr. med. E._,
Chefarzt der Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am
Kantonsspital St. Gallen, den Zustand der Versicherten. Er diagnostizierte eine
Symbrachydaktylie vom peromelen Typ (IV-act. 25). Die Fragen der IV-Stelle
beantwortete Dr. E._ am 10. Februar 2006 dahingehend, dass die Versicherte bei
allen Verrichtungen, die mit zwei Händen bzw. zehn Fingern durchzuführen seien, über
das bei einer Dreijährigen erforderliche Mass hinaus auf eine Hilfestellung durch Dritte
angewiesen sei, da sie die rechte Hand lediglich zur Abstützbewegung oder als
Hilfestellung gebrauchen könne. Durch die Anschaffung von Hilfsmitteln könne die
Hilflosigkeit nicht vermindert werden (IV-act. 28). Im Bericht zur Abklärung vor Ort am
15. März 2006 hielt eine Mitarbeiterin der IV-Stelle fest, dass die Versicherte beim An-
und Auskleiden die Hilfe ihrer Mutter benötige, sich jedoch in allen anderen
wesentlichen Lebensverrichtungen altersentsprechend entwickle (IV-act. 33). Mit einer
Verfügung vom 17. Mai 2005 verneinte die IV-Stelle daraufhin einen Anspruch auf
Hilflosenentschädigung. Sie stützte sich in ihrer Begründung auf den Abklärungsbericht
(IV-act. 35). Dagegen liess die Versicherte am 19. Mai 2006 Einsprache erheben und
erklären, dass der gesamte Betreuungsaufwand, anders als von der IV-Stelle
angenommen, rund eine Stunde pro Tag betrage. Da dieser im Laufe der Zeit noch
anwachsen werde und damit auch Kosten verbunden seien, rechtfertige es sich, eine
Hilflosigkeit im Bereich eines leichten Grades anzunehmen (IV-act. 36). Die IV-Stelle
wies diese Einsprache mit Entscheid vom 7. Juni 2006 mit der Begründung ab, dass
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die Versicherte zwar in den massgeblichen Lebensverrichtungen eingeschränkt sei,
dies jedoch auch bei gleichaltrigen Kindern ohne Behinderung der Fall sei (IV-act. 41).
A.c Am 20. Januar 2009 liess sich die Versicherte erneut für eine
Hilflosenentschädigung anmelden. Dem Anmeldeformular ist zu entnehmen, dass die
Versicherte beim An- und Auskleiden verschiedener Kleidungsstücke (Unterwäsche,
Pullover, Hose, Socken, Schuhe, Jacke), beim Zerkleinern der Nahrung, bei der
Körperpflege, insbesondere beim Waschen der Haare und des Körpers, beim Kämmen
und Frisieren der Haare und beim Verrichten der Notdurft auf eine Dritthilfe angewiesen
sei. Draussen spielen könne sie nur im Beisein zweier Personen (IV-act. 45). Dr. C._
beantwortete die Fragen der IV-Stelle am 17. Februar 2009 dahingehend, dass die
rechte Hand der Versicherten zwar zum Greifen oder Festhalten von Gegenständen
absolut ungeeignet sei, jedoch zum Einklemmen oder Gegenhalten von Gegenständen
benutzt werden könne. Da die geistige Entwicklung der Versicherten völlig normal sei,
gebe es somit keinen Grund, weshalb sie sich nicht mit der linken Hand die Zähne
putzen, sich kämmen oder einseifen könnte. Das eigenständige Anziehen sei jedoch
problematisch, da sie sich selbst eine grosszügig geschnittene Socke wahrscheinlich
kaum eigenständig über den Fuss streifen und eine Hose zwar mit der linken Hand
hochziehen könne, jedoch Hilfe beim Zuknöpfen brauche (IV-act. 51). Nach der
orthopädischen Konsultation vom 25. Februar 2009 beantragte Dr. med. F._,
Leitender Arzt Kinderorthopädie Ostschweizer Kinderspital, am 4. März 2009 eine
Kostenübernahme für eine funktionelle Handwurzel-Prothese, welche von der IV-Stelle
nach einer positiven Beurteilung durch das SAHB Hilfsmittelzentrum am 3. Juli 2009
verfügt wurde (IV-act. 52, 59, 63, 65). Betreffend die Hilflosenentschädigung wurde am
2. Dezember 2009 ein erneuter Hausbesuch vorgenommen, bei dem sich herausstellte,
dass die Prothese nur selten eingesetzt werde, da sie sich nicht als praktisch erwiesen
habe und eher störe. Weiter sei die Versicherte beim Binden der Schnürsenkel sowie
beim Schliessen von Knöpfen und Reissverschlüssen auf Hilfe angewiesen. Das Öffnen
von Knöpfen oder Reissverschlüssen klappe je nach Kleidungsstück auch ohne eine
Dritthilfe, obwohl die Versicherte die rechte Hand nicht wirklich unterstützend einsetzen
könne. Obwohl sie bequeme Sachen ohne Reissverschluss und Knöpfe, die sie
zuhause trage, in der Regel auch selbstständig an- und ausziehen könne, brauche sie
bei Kleidungsstücken, die sie für die Schule oder andere Anlässe anziehe, Hilfe. Beim
Essen könne sie das Besteck nicht im üblichen Sinn einsetzen, weswegen sie darauf
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angewiesen sei, dass man ihr die Speisen mundgerecht verkleinere, damit sie diese
dann, wie auch ein Glas zum Trinken, mit der linken Hand selbstständig zum Mund
führen könne. Bezüglich des Bestecks könne im Rahmen der
Schadensminderungspflicht eine grössere Selbstständigkeit erreicht werden; eine
Broschüre über entsprechende Hilfsmittel sei vor Ort mit den Eltern kurz überflogen
worden. Im Bereich der Körperpflege sei die Versicherte vor allem beim Duschen, beim
Öffnen einer Zahnpastatube oder eines Shampoos und beim Föhnen und Kämmen der
Haare auf eine Dritthilfe angewiesen. Beim Verrichten der Notdurft brauche sie zwar
grundsätzlich keine Hilfe, doch sei sie im Intimbereich sehr empfindlich und benötige
daher oft noch Dritthilfe bei der Reinigung. Hier könne sie mithilfe eines Dusch-WC’s
eine Selbstständigkeit erreichen (IV-act. 69). Mit dem Vorbescheid vom 27. Januar
2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr ab dem 1. September 2009 bis
31. August 2014 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zustehe, da sie in drei
relevanten alltäglichen Lebensverrichtungen (Essen, An- und Auskleiden, Körperpflege)
seit mindestens dem vollendeten sechsten Lebensjahr auf die erhebliche und
regelmässige Hilfe Dritter angewiesen sei (IV-act. 71). Die entsprechende Verfügung
erging am 8. Februar 2010 (IV-act. 74). Auf das Gesuch der behandelnden
Ergotherapeutin G._ hin verfügte die IV-Stelle zudem am 27. Oktober 2010 eine
Kostengutsprache für eine ambulante Ergotherapie vom 1. Oktober 2010 bis
30. September 2011 (IV-act. 78, 82).
A.d Am 19. September 2014 liess die Versicherte den Fragebogen zur Revision der
Hilflosenentschädigung ausfüllen und angeben, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht
verändert habe und sie nach wie vor in den Bereichen Körperpflege, An- und
Auskleiden und Essen sowie allgemein bei allen Tätigkeiten, für die man zwei Hände
benötige, auf Hilfe angewiesen sei (IV-act. 88). Am 21. Oktober 2014 bestätigte Dr.
med. H._, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, dass die Versicherte im Vergleich
zu einem gleichaltrigen Kind beim An- und Ausziehen, Kämmen, Waschen, Duschen
und Zerkleinern des Essens die Hilfe einer Drittperson benötige (IV-act. 90). Die IV-
Stellte nahm am 18. Februar 2015 eine Abklärung an Ort und Stelle vor. Dem
Abklärungsbericht ist zu entnehmen, dass die modebewusste Versicherte sich
selbstständig an- und auskleide, jedoch beim einhändigen Schliessen von Knöpfen und
Reisverschlüssen sowie beim Drehen von falschherum sitzenden Socken und sehr
engen Kleidungsstücken Mühe habe, sodass ihr hierbei ihre Mutter und in der Schule
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bei Bedarf ihre Lehrerin oder Freundin helfe. Hilfsmittel wie „Sockenanzieher“ oder
„Knöpfer“ seien den Eltern bekannt, würden jedoch abgelehnt, da man vermeiden
wolle, dass die Versicherte mit entsprechenden Behelfen auffalle und behindert
aussehe. Beim Essen sei es der Versicherten nicht möglich, Gabel und Messer
angemessen und gleichzeitig anzuwenden, weshalb sie auf Dritthilfe angewiesen sei,
sobald sie die Nahrung nicht selbstständig mit der Gabel zerkleinern könne. Spezielles
Besteck oder Teller mit einem erhöhten Rand würden die Eltern kennen, doch nicht
anschaffen wollen, da sie verhindern wollten, dass die Versicherte mit solchen Behelfen
auffalle, behindert aussehe und dadurch deprimiert werde. Der Versicherten sei es
möglich, sich die Hände, das Gesicht und die Zähne selbstständig zu reinigen, wobei
die Mutter die Zahnpasta auf die Zahnbürste gebe. Das Kämmen der langen Haare sei
einhändig mit der linken Hand möglich, das Frisieren hingegen nicht, weswegen die
Mutter dies ebenso übernehme wie das für die Versicherte zu schwierige Einseifen des
Körpers, das Shampoonieren der Haare und das anschliessende Abtrocknen. Die
Versicherte suche die Toilette selbstständig auf und könne sich nach dem Wasserlösen
selbstständig reinigen. Aus kulturellen Gründen sei es bei der Familie jedoch üblich,
nach jedem Stuhlgang eine Reinigung mit Wasser und Seife vorzunehmen, was
wiederum ebenso wenig ohne Hilfe möglich sei wie das anschliessende Ordnen der
Kleider. Die Ergotherapie werde nicht mehr besucht. Aus der Stellungnahme der
Abklärungsperson geht hervor, dass im Sinne der Schadenminderungspflicht
berücksichtigt werden müsse, dass die Versicherte mit entsprechenden Behelfen,
Utensilien und Kompensationsstrategien in den Bereichen An- und Auskleiden,
Verrichten der Notdurft und Körperpflege eine Selbstständigkeit erzielen könne. In den
Bereichen Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Fortbewegung und Überwachung sei sie
komplett selbstständig, weswegen einzig der Bereich Essen berücksichtigt werden
könne. Es scheine, als hätten die Eltern mit dem Fehlen der Hand ein grösseres
Problem als die Versicherte selber. Sie würden diese nie alleine lassen, der Vater wolle
jederzeit wissen, wo sie sei, und die Mutter habe ausgesagt, die Versicherte werde nie
alleine wohnen. Sie werde später direkt zum zukünftigen Ehemann ziehen, welcher sich
dann anstelle der Mutter um sie kümmern müsse. Dabei handle es sich klar um
invaliditätsfremde Einschränkungen, vielmehr um kulturelle Begebenheiten. Hilfsmittel
und entsprechende Behelfe würden kategorisch mit der Begründung abgelehnt, das
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Kind sähe dann behindert aus. Dem Aspekt der gewonnenen Selbstständigkeit werde
keine Beachtung geschenkt (IV-act. 95).
A.e Mit einem Vorbescheid teilte die IV-Stelle der Versicherten am 17. März 2015 mit,
dass die Hilflosenentschädigung sowie der Intensivpflegezuschlag per 30. Juni 2015
aufgehoben würden. Die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte in der
allgemeinen Entwicklung altersentsprechende Fortschritte habe erzielen können und
dass keine kognitiven Einschränkungen bestünden. Im Sinne der
Schadenminderungspflicht könne somit erwartet werden, dass die Versicherte mit
entsprechenden Behelfen, Utensilien und Kompensationsstrategien selbstständig sei.
Eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe liege lediglich im Bereich Essen vor (IV-act.
97).
A.f Dagegen liess die Versicherte am 31. März 2015 sinngemäss einwenden, sie sei
weiterhin auf eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen. Dem Vorbescheid
sei keine nachvollziehbare oder tiefergehende Begründung zu entnehmen und es sei ihr
bislang keine Möglichkeit eingeräumt worden, zu der von der IV-Stelle vorgesehenen
Erledigung Stellung zu beziehen (IV-act. 98). Nach einer Akteneinsicht liess die
Versicherte ihre Stellungnahme präzisieren, indem sie sinngemäss anbringen liess,
dass sich die Situation seit der letzten Revision nicht geändert habe. Es sei unstrittig,
dass sie im Bereich der Nahrungsaufnahme regelmässig auf Dritthilfe angewiesen sei,
wohingegen es absolut unverständlich und zugleich widerrechtlich und unzulässig sei,
dass die IV-Stelle im Rahmen der Schadensminderungspflicht von ihr verlange, nur
solche Kleidung zu tragen, welche sie sich mit der linken Hand alleine an- und
ausziehen könne. Damit könne sie keine moderne Kleidung mehr tragen, wie sie
Jugendliche in ihrem Alter trügen, was gerade für ein Kind in der Pubertät eine enorme
psychische Belastung bedeuten würde und allenfalls zu psychischen Spätfolgen führen
könnte. Ihr müsse vielmehr ermöglicht werden, sich wie gleichaltrige Mädchen zu
kleiden, weshalb beim An- und Auskleiden derzeit weiterhin ein Unterstützungsbedarf
bestehe. Zudem sei das widersprüchliche Verhalten der Beschwerdegegnerin
hervorzuheben, denn das Tragen der nun verlangten Kleidung sei auch schon vor
Jahren möglich gewesen. Damit die Versicherte wie jedes andere jugendliche Mädchen
in ihrem Alter aufwachsen könne, sei es auch unabdingbar nötig, ihr im Bereich
Körperpflege jene Standards zu gewähren, wie sie bei einem durchschnittlichen
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Mädchen ihres Alters der Regelfall seien. Dies bedinge eine ausreichende
Körperpflege, wobei hier neben dem Haare waschen, dem Einseifen sowie dem
Trocknen des Körpers und der Haare auch das Frisieren sowie das Schminken und das
Lackieren der Fingernägel zu berücksichtigen seien. Da sie all diese Tätigkeiten einzig
mit der linken Hand nicht selbstständig bewältigen könne, sei sie in diesen
wesentlichen Teilbereichen auf Dritthilfe angewiesen. Die bisherigen Ausführungen
würden auch für das Verrichten der Notdurft gelten, da das Reinigen mit Wasser und
Seife nach dem Stuhlgang berücksichtigt werden müsse und bei der Versicherten
zudem die Menstruation einsetze und sie nicht in der Lage sei, die notwendigen
hygienischen Massnahmen mit der linken Hand selbstständig vorzunehmen.
Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass sie im Bereich An- und Auskleiden,
Körperpflege, Verrichten der Notdurft sowie Essen weiterhin auf eine massgebliche
Dritthilfe angewiesen sei und daher weiterhin einen Anspruch auf eine
Hilfslosenentschädigung habe. Schliesslich sei zu kritisieren, dass in den
Abklärungsberichten stets von Hilfsmitteln oder Kompensationsstrategien gesprochen
werde, ohne näher aufzuzeigen, welche konkreten Strategien etc. im jeweiligen Bereich
zur Verfügung stünden (IV-act. 102).
A.g Dr. med. I._ vom RAD nahm am 11. Juni 2015 zum Sachverhalt Stellung. Sie hielt
fest, dass die Zusprachekriterien für eine Hilflosenentschädigung bei Minderjährigen
altersabhängig seien. Es sei zwar nachvollziehbar, dass bei wenigen beidhändig
auszuführenden Handlungen (z.B. dem Schliessen des Reissverschlusses einer Jacke)
eine Hilfestellung erforderlich sei, doch erscheine es aus versicherungsmedizinischer
Sicht zumutbar, dass dieser Beeinträchtigung durch angepasste Kleidung Rechnung
getragen werde (z.B. eine Jacke mit Knöpfen). Da das Schliessen und Öffnen eines
Reissverschlusses oder eines Knopfes (z.B. an Röcken, Blusen oder einer Jeans) von
einer normal intelligenten Person einhändig ausgeführt werden könne und da es für das
Binden von Schnürschuhen Einhändertechniken gebe, die in der Ergotherapie eingeübt
werden könnten, werde die 13-jährige Versicherte durch ein selbstständiges An- und
Ausziehen nicht in relevanter Weise bei der Kleiderauswahl beeinträchtigt. Auch im
Bereich der Körperpflege sowie für weitere alltägliche Tätigkeiten gebe es bewährte
und einfache Einhändertechniken, die mit einigen Ergotherapiestunden trainiert und
anschliessend angewandt werden könnten, da es gerade im Hinblick auf die
Entwicklung einer gesunden, selbstbewussten Persönlichkeit als sehr wichtig
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erscheine, dass die Versicherte in möglichst allen alltagspraktischen Situationen eine
Unabhängigkeit erlange. Der übrigbleibende Unterstützungsbedarf bei gelegentlichen
Verrichtungen, wie dem Schneiden und Lackieren der Fingernägel an der linken Hand,
könne aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht als regelmässig und erheblich
beurteilt werden (IV-act. 103).
A.h Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 15. Juni 2015 die Aufhebung der
Hilflosenentschädigung für Minderjährige, indem sie aufführte, dass im Rahmen der
üblichen Kindesentwicklung trotz des unveränderten Gesundheitszustandes eine
zunehmende Selbstständigkeit der Versicherten unter Anwendung geeigneter
Massnahmen und Kompensationsstrategien erwartet werden könne. Dabei sei eine
angepasste Kleiderwahl insbesondere im Hinblick auf die grosse Auswahl an Kleidern
und Schuhen durchaus möglich und zumutbar. Auch die Begründung, dass das Kind
zur Vermeidung einer psychischen Fehlentwicklung unbedingt modische Kleider müsse
tragen können, sei nicht überzeugend, da es nicht aussergewöhnlich sei, dass Eltern
ihren Kindern aus finanziellen, kulturellen oder anderen Überlegungen nicht jeden Trend
zugestehen könnten/wollten. Im Weiteren könne gelegentlich eine gewisse Mitwirkung
der Eltern erwartet werden. Bezüglich der Körperpflege sei es möglich, sich einhändig
einzuseifen, die Haare zu waschen und abzutrocknen, wobei im Bedarfsfall ein
Haartrockner an der Wand befestigt werden könne, sodass die linke Hand zum
Kämmen frei sei. Ebenso sei es möglich, die Verrichtung der Notdurft einhändig,
allenfalls mithilfe eines Closomats, auszuführen (IV-act. 104).
B.
B.a In ihrer Beschwerde liess die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin)
sinngemäss beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine
Hilflosenentschädigung auszurichten; eventualiter sei der Fall zur neuerlichen
Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, da sich die
Verhältnisse seit dem Zeitpunkt der Zusprache der Hilflosenentschädigung nicht
verändert hätten, sondern die Beschwerdegegnerin lediglich neuerdings die Vornahme
nicht näher definierter Massnahmen im Rahmen der Schadensminderungspflicht
erwarte und damit einen im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalt anders
würdige als zuvor. Indem diese nicht nachvollziehbar begründe, aufgrund welcher
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Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen eine Verbesserung in Bezug auf die
Hilflosigkeit anzunehmen sei, nehme sie der Beschwerdeführerin die Möglichkeit, sich
gegen die Gründe, die zu dieser Annahme geführt hätten, zur Wehr zu setzen. Daher
habe sie unter Einbindung des RAD nachvollziehbar zu begründen und aufzuzeigen,
weshalb im Gegensatz zu den Annahmen des behandelnden Arztes der
Beschwerdeführerin keine Hilfslosigkeit mehr vorliegen solle und welche konkreten
Möglichkeiten der Beschwerdeführerin hier offen stünden, um ihre Hilflosigkeit in den
Bereichen Aus- und Ankleiden, Körperpflege und Notdurft zu überwinden. Wie bereits
in der Stellungnahme zum Vorbescheid liess die Beschwerdeführerin erörtern, weshalb
sie nicht nur bei der Lebensverrichtung Essen, sondern auch beim An- und Auskleiden,
bei der Körperpflege sowie beim Verrichten der Notdurft auf Dritthilfe angewiesen sei.
Dabei liess sie neu hervorbringen, sie könne beispielsweise einen Slip, eine normale
Hose mit Gürtel, eng anliegende Kleidungsstücke, Schuhe mit Schnürsenkeln oder
einen künftig benötigten BH, wobei es sich um unentbehrliche Kleidungsstücke handle,
nicht selbstständig anziehen. Soweit die Beschwerdegegnerin von der
Beschwerdeführerin verlange, lediglich solche Kleidungsstücke zu tragen, die sie sich
selbst anziehen könne, verkenne sie, dass weder die gesetzlichen Regelungen noch
das entsprechende Kreisschreiben eine solche Vorgabe kennen würden. Im Bereich
Körperpflege sei bereits dadurch eine Hilflosigkeit anzunehmen, dass die
Beschwerdeführerin für das Kämmen und Frisieren ihres langen Haares auf die tägliche
Hilfe ihrer Mutter angewiesen sei. Ebenso könne ihr nicht zugemutet werden, das
altersentsprechende Schminken und Lackieren der Fingernägel, welches sie nicht
selbstständig ausführen könne, zu unterlassen, da für diesen Fall mit einer psychischen
Belastung zu rechnen sei. Im Bereich des Verrichtens der Notdurft habe die
Beschwerdegegnerin nicht darlegen können, inwieweit ein Closomat tatsächlich Abhilfe
schaffen könne; die Beschwerdegegnerin habe auch völlig unberücksichtigt gelassen,
dass die Menstruation einsetze und es der Beschwerdeführerin nicht möglich sei, die
diesbezüglich notwendigen Verrichtungen (Einsetzen eines Tampons) einzig mit ihrer
linken Hand vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin sei somit im Bereich des Essens,
des An- und Auskleidens, der Körperpflege und des Verrichtens der Notdurft auf die
Hilfe Dritter angewiesen (act. G1).
B.b Am 15. September 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung machte sie sinngemäss geltend, sie habe das rechtliche
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Gehör nicht verletzt, da die angefochtene Verfügung die Mindestbedingungen an die
Begründungspflicht erfülle. Falls doch eine Verletzung angenommen werden sollte, so
sei sie als leicht einzustufen, da es lediglich um die Würdigung bereits bekannter
Tatsachen gegangen sei und sie zudem mit der erneuten und ausführlichen
Stellungnahme in der Beschwerdeantwort als geheilt betrachtet werden könne. Im
Weiteren habe der RAD am 11. Juni 2015 eine ausführliche Stellungnahme verfasst und
sich somit zum Sachverhalt geäussert. Auch das Vorliegen eines Revisionsgrundes
könne bejaht werden, da die Beschwerdeführerin, obwohl sich ihr Gesundheitszustand
seit der Verfügung vom 8. Februar 2010 nicht wesentlich verändert habe, aufgrund
ihres seitherigen körperlichen und geistigen Reifungsprozesses nunmehr besser mit
ihrer Behinderung umgehen könne und daher eine geringere Hilfestellung durch
Drittpersonen benötige. Sowohl der Fachbereich der IV-Stelle als auch der RAD hätten
sich bezüglich der Lebensverrichtung An- und Auskleiden übereinstimmend und
schlüssig geäussert und seien zu dem Schluss gekommen, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund des Grundsatzes der Selbsteingliederungs- und
Schadenminderungspflicht gehalten sei, grundsätzlich Kleider auszuwählen, die ihrer
Behinderung angepasst seien. Zudem solle sie gemäss RAD die entsprechenden
Einhändertechniken erlernen, soweit sie diese noch nicht beherrsche. Im Weiteren
gebe es etliche Hilfsmittel, die einer einhändigen Person das Anziehen von Kleidern
erleichtern könnten und unter der aufgeführten Quellenangabe einsehbar seien.
Bezüglich der Körperpflege sei eine Hilflosigkeit zu Recht verneint worden, da es nicht
nachvollziehbar sei, weswegen die Beschwerdeführerin, die ihren rechten Arm ohne
Einschränkung bewegen könne, sich nicht selbst einseifen und abtrocknen könne.
Ausserdem könne zum Frisieren der Haare ein Haartrockner im Badezimmer installiert
werden, damit die Beschwerdeführerin die linke Hand zum Kämmen benutzen könne,
und für das Lackieren der Fingernägel benötige die Beschwerdeführerin keine
regelmässige Hilfe. Bezüglich des Verrichtens der Notdurft sei eine Hilflosigkeit bereits
im Jahr 2010 verneint worden. Es sei zudem nicht ersichtlich, weshalb die
Beschwerdeführerin die Reinigung ihres Gesässes nach dem Stuhlgang oder einen
Tamponwechsel nicht einhändig durchführen und ihre rechte Hand als Zudienhand
sollte benutzen können, weswegen auch im Bereich Verrichten der Notdurft eine
Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin zu verneinen sei (act. G4).
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B.c In ihrer Replik vom 10. Oktober 2015 liess die Beschwerdeführerin sinngemäss
einwenden, von der Stellungnahme des RAD, die ihr im vorinstanzlichen Verfahren
nicht offengelegt worden sei, habe sie erstmals mit Erhalt der Beschwerdeantwort
erfahren; sie kenne selbst zum jetzigen Zeitpunkt deren vollständigen Inhalt nicht. Das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin stelle eine massive und erhebliche Verletzung des
rechtlichen Gehörs dar, indem diese offensichtlich hinter ihrem Rücken Gespräche und
Abklärungen mit dem RAD vorgenommen habe. Bereits deswegen müsse der
Beschwerde Folge geleistet und der Beschwerdegegnerin aufgetragen werden, ein
mängelfreies Verfahren durchzuführen, in dem der Beschwerdeführerin die Möglichkeit
gegeben werde, sich zur Ansicht des RAD zu äussern und allenfalls ergänzende Fragen
an diesen zu stellen. Auch habe die Beschwerdegegnerin bislang nicht nachvollziehbar
darlegen können, dass und mithilfe welcher Kompensationsstrategien und sonstiger
Hilfsmittel die Beschwerdeführerin zum heutigen Zeitpunkt besser mit ihrer
Behinderung solle umgehen können als bisher. Weiter sei es nicht nachvollziehbar,
weshalb es der Beschwerdeführerin erst jetzt zumutbar sein solle, grundsätzlich Kleider
auszuwählen, die ihrer Behinderung angepasst seien. Das Nämliche gelte auch im
Bereich der Körperpflege, was aufzeige, dass die Beschwerdegegnerin einen völlig
gleichbleibenden Sachverhalt lediglich anders würdige, indem sie in Abkehr von ihrem
vormaligen Entscheidungsverhalten nunmehr in mehreren Bereichen annehme, der
Beschwerdeführerin sei durch verschiedene Umstände die Überwindung ihrer
Hilflosigkeit zumutbar (G6).

Erwägungen
1.
1.1 Zunächst lässt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend machen, indem die Beschwerdegegnerin ihr die Stellungnahme des RAD
vorenthalten und ihr somit die Möglichkeit genommen habe, sich dazu zu äussern und
dem RAD allenfalls Zusatzfragen zu stellen (act. G6). Gemäss Art. 42 des Allgemeinen
Teils des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) haben die Parteien im
Sozialversicherungsprozess einen Anspruch auf Rechtliches Gehör. Dieses beinhaltet
unter anderem den Anspruch auf vorgängige Orientierung, Äusserung und Anhörung
(vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Rz 19 f. zu Art. 42 ATSG mit
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Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hatte den RAD am 8. Juni 2015 um eine
Stellungnahme zum Sachverhalt gebeten, welche am 11. Juni 2015 durch Dr. I._
erfolgt ist. Der RAD hat im Sozialversicherungsrecht zwei Aufgaben: Gemäss Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) kann er zum einen bei
Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen, wobei er die
Untersuchungsergebnisse schriftlich festzuhalten hat. Zum anderen kann er die
medizinischen Voraussetzungen eines Leistungsanspruchs beurteilen und den IV-
Stellen der Region beratend zur Verfügung stehen. In seiner Stellungnahme vom 11.
Juni 2015 ist der RAD ausschliesslich beratend tätig geworden, indem er die
vorhandenen und der Beschwerdeführerin bereits bekannten Akten gewürdigt und der
Beschwerdegegnerin einen Lösungsvorschlag unterbreitet hat. Dabei hat es sich um
einen internen Vorgang gehandelt, bei dem die Mitwirkung der Beschwerdeführerin
nicht vorgesehen war, weswegen die Beschwerdegegnerin auch nicht dazu verpflichtet
war, der Beschwerdeführerin den genauen Inhalt dieser Stellungnahme offenzulegen
oder ihr die Gelegenheit zu geben, sich noch im Verwaltungsverfahren dazu zu
äussern. Demnach liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.
1.2 Weiter wirft die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin eine Verletzung der
Begründungspflicht vor, weil diese es unterlassen habe, nachvollziehbar zu begründen,
weshalb und inwiefern sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der ersten Verfügung im
Jahr 2009 verändert hätten und mit welchen konkreten Utensilien, Hilfsmitteln und
Kompensationsmassnahmen die Versicherte in den Bereichen An- und Auskleiden,
Körperpflege, Verrichten der Notdurft eine Selbstständigkeit erreichen könne. Sie habe
ihr demnach die Möglichkeit genommen, sich angemessen gegen die Vorbringen der
Beschwerdegegnerin zu Wehr zu setzen, weswegen der Fall zur neuerlichen
Verhandlung und Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Es
trifft zu, dass Verfügungen gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG begründet werden müssen und
dass eine Verletzung dieser Begründungspflicht als Gesetzwidrigkeit zu qualifizieren ist,
die i.d.R. dazu führt, dass die beschwerdeweise angefochtene Verfügung aufgehoben
und die verfügende Instanz angewiesen wird, die Verfügung erneut, nun jedoch
ausreichend begründet, zu eröffnen. Die Begründungspflicht dient einzig einem ganz
spezifischen Zweck: Die verfügende Instanz muss den Verfügungsadressaten in die
Lage versetzen, die grundlegenden Überlegungen, die zum Entscheid geführt haben,
nachvollziehen zu können, damit er daraufhin dazu imstande ist, zu beurteilen, ob er
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die Verfügung akzeptieren oder aber begründet anfechten will. Diesen Zweck kann
selbst eine knappe oder sogar rudimentäre Begründung erfüllen und dem
Verfügungsadressaten damit ermöglichen, sich allenfalls substantiiert gegen die
Verfügung zu wehren. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin dargelegt, weshalb sie
davon ausgeht, dass der Beschwerdeführerin keine Hilflosenentschädigung mehr
zustehe. Sie ist dabei zwar nicht ausführlich auf jeden einzelnen Einwand der
Beschwerdeführerin eingegangen und sie hat lediglich exemplarisch auf mögliche
Hilfsmittel, Utensilien und Kompensationsstrategien zur Verbesserung der
Selbstständigkeit verwiesen, doch geht aus der angefochtenen Verfügung klar hervor,
dass die Argumentation der Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin nicht davon
hat überzeugen können, dass eine Hilflosigkeit in den Bereichen An- und Auskleiden,
Körperpflege und Verrichten der Notdurft vorhanden sei. Ausserdem ist den Akten zu
entnehmen, dass bereits in der Vergangenheit, beispielsweise im Rahmen der erstellten
Abklärungsberichte, auf mögliche Hilfsmittel und Kompensationsstrategien
hingewiesen wurde (vgl. IV-act. 69, 95). Weiterführende Informationen dazu können
ausserdem bei der IV-Stelle oder im Internet beschafft werden. Die Begründung der
Verfügung hat der Beschwerdeführerin damit erkenntlich gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin ihrem entsprechenden Begehren nicht gefolgt ist und sie damit in
die Lage versetzt, zu entscheiden, ob sie sich gerichtlich gegen diese „Weigerung“
wehren wolle. Darüber hinaus belegt die Beschwerdeschrift, dass es der
Beschwerdeführerin anhand der Begründung der angefochtenen Verfügung möglich
gewesen ist, sich substantiiert und einlässlich gegen den Entscheid der
Beschwerdegegnerin zu wehren, weswegen die Begründung der angefochtenen
Verfügung folglich ihren Zweck erreicht hat und keine Verletzung von Art. 49 Abs. 3
ATSG vorliegt.
2.
Einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung haben Versicherte mit Wohnsitz und
gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind. Als hilflos gilt, wer wegen
seiner Invalidität für die alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd auf die Hilfe Dritter
oder auf eine persönliche Überwachung angewiesen ist (Art. 9 ATSG). Es ist zu
unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs.
1 und 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die
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Entschädigung für minderjährige Versicherte berechnet sich pro Tag (Art. 42 Abs. 1
Sätze 3 und 4 IVG). Eine schwere Hilflosigkeit liegt gemäss Art. 37 Abs. 1 IVV vor, wenn
die versicherte Person vollständig hilflos ist, d.h. wenn sie in sämtlichen alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist und
überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf. Von einer
mittelschweren Hilflosigkeit ist auszugehen, wenn die versicherte Person in den
meisten (also wenigstens in vier) alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV), wenn die
versicherte Person in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf Hilfe angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit. b IVV) oder wenn die versicherte Person in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig auf erhebliche Hilfe und
überdies auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV).
Als leicht gilt die Hilflosigkeit unter anderem dann, wenn die versicherte Person in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV), wenn sie einer dauernden
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder wenn sie eine ständige
und besonders aufwendige Pflege benötigt (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV). Die Praxis kennt
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen: An- und Auskleiden, Aufstehen/
Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Notdurftverrichtung, Fortbewegung
einschliesslich Pflege gesellschaftlicher Kontakte (vgl. Rz 8010 des vom Bundesamt für
Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der
IV [KSIH] in der Fassung gültig ab 1. Januar 2015). Bei Lebensverrichtungen, welche
mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die
versicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf;
vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in
erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (vgl.
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, bearbeitet von Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, 3.
Auflage 2014, Art. 42-42 Rz 26 mit Hinweisen). Eine Erhöhung, Herabsetzung oder
Aufhebung einer Hilflosenentschädigung gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG setzt einen
Revisionsgrund voraus. Darunter ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, u.a. die Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes
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oder die Verwendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der
Hilflosigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen (Hardy Landolt, IV-
Leistungen: Hilfsmittel, Hilflosenentschädigung und Assistenzbeitrag, in: Recht der
Sozialen Sicherheit, Steiger-Sackmann/Mosimann [Hrsg.], Rz 21.105 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall haben sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht aufgrund einer
Verbesserung des Gesundheitszustands, sondern einer altersbedingten Verbesserung
der Fähigkeit der Beschwerdeführerin, mit ihrer Behinderung umzugehen, verändert.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin bejahen zu Recht das
Vorliegen einer Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin beim Essen mit der Begründung,
dass diese nicht dazu imstande sei, ihr Essen ohne eine Dritthilfe mit Messer und Gabel
zu zerkleinern (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 42-42 Rz 32 mit Hinweisen). Strittig
ist hingegen, ob eine Hilflosigkeit im Lebensbereich An- und Auskleiden vorliegt. Die
Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei der Beschwerdeführerin,
die sich gemäss Abklärungsbericht selbstständig an- und auskleiden könne, jedoch
beim einhändigen Schliessen von Knöpfen und Reissverschlüssen, beim Drehen von
falsch herum sitzenden Socken und beim Anziehen sehr enger Kleidungsstücke Mühe
habe, im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar, durch das Tragen
behinderungsgerechter Kleidung selbstständig zu sein (IV-act. 95-2, 104). Die
Beschwerdeführerin lässt hingegen geltend machen, dass sie nicht dazu in der Lage
sei, jedes notwendige Kleidungsstück, wie beispielsweise einen Slip oder einen BH,
selbstständig anzuziehen, weshalb bereits deshalb eine Hilflosigkeit anzunehmen sei
(act. G1). Zwar handelt es sich sowohl beieinem Slip als auch bei einem BH, welcher
bereits für junge Frauen zur alltäglichen Garderobe gehört, um ein unentbehrliches
Kleidungsstück, doch ist es nach der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus möglich,
sich beides ohne die Hilfe einer Drittperson und ohne zusätzlichen Zeitaufwand mit der
linken Hand und dem rechten Unterarm als Fixierungshilfe an- und wieder auszuziehen.
Daher vermag diese Argumentation der Beschwerdeführerin keine Hilflosigkeit in der
Lebensverrichtung An- und Auskleiden zu begründen. Weiter lässt die
Beschwerdeführerin anbringen, dass sie sich in der Pubertät befinde und dass es für
sie eine grosse Belastung bedeuten würde, wenn es ihr nicht möglich wäre, sich wie
andere Mädchen in ihrem Alter zu kleiden und man ihre Behinderung auch anhand ihrer
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Kleidung erkennen könnte (IV-act. 102, act. G1). Das Bundesgericht hat in der
Vergangenheit entschieden, dass eine versicherte Person im Rahmen der
Schadenminderungspflicht gehalten ist, leidensangepasste Kleidung und Schuhe zu
tragen (vgl. ZAK 1986 S. 481, ZAK 1989 S. 213f.). In beiden Fällen handelte es sich
jedoch um erwachsene Männer, bei denen davon ausgegangen werden konnte, dass
sie bereits über eine gefestigte Persönlichkeit verfügten. Die Beschwerdeführerin
befindet sich jedoch mitten in der Pubertät und damit mitten in einer wichtigen
Entwicklungsphase ihres Lebens. In dieser steht sie nicht nur vor körperlichen, sondern
auch vor gesellschaftlichen Herausforderungen. Unter Heranwachsenden im Alter der
Beschwerdeführerin kommt es nicht selten zu einem gewissen Gruppendruck, der die
Beschwerdeführerin, die von vornherein aufgrund ihrer augenscheinlich missgebildeten
Hand „anders“ als die anderen Jugendlichen ist, wohl noch stärker betrifft. Es mag
sein, dass es heutzutage eine grosse Auswahl an Kleidern und Schuhen gibt und dass
andere Familien ihren Kindern nicht „jeden Trend zugestehen können/wollen“ (vgl. IV-
act. 104-2), doch ist es im Fall der Beschwerdeführerin wichtig, ihr die Möglichkeit zu
bieten, sich uneingeschränkt an ihr soziales Umfeld anzupassen, damit sie, bis auf die
fehlende rechte Hand, nicht auffällt. Dies sollte der Beschwerdeführerin grundsätzlich
ohne die Inanspruchnahme der Hilfe Dritter gelingen können, da die alltägliche und
modebewusste Garderobe eines Mädchens im Alter der Beschwerdeführerin mit etwas
Übung und Geschick sowie mithilfe von im Rahmen einer Ergotherapie erlernbaren
Kompensationsstrategien durchaus eigenständig mit der linken Hand und dem rechten
Arm als Zudienhand an- und wieder ausgezogen werden kann. Trotzdem kann es
vorkommen, dass die Beschwerdeführerin in gewissen Situationen, beispielsweise
wenn sie ein besonders enges Kleidungsstück anziehen möchte, in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist. Obwohl es unzumutbar ist, von ihr zu verlangen,
solche Situationen zu vermeiden und sich in ihrer Art, sich zu kleiden einzuschränken,
erreicht der dadurch anfallende Bedarf an Dritthilfe nicht die für die Annahme einer
Hilfslosigkeit notwendige Regelmässigkeit.
3.2 Im Bereich der Körperpflege ist es der Beschwerdeführerin laut eigenen Angaben
möglich, sich selbstständig das Gesicht sowie die Zähne zu reinigen und sich die
langen Haare zu kämmen (IV-act. 95-2). Abgesehen davon erscheint, in
Übereinstimmung mit dem RAD und der Beschwerdegegnerin, auch das Auftragen der
Zahnpasta als einhändig durchführbar, obwohl dabei bisher die Mutter geholfen hat
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(vgl. IV-act. 103, act. G4). Auch beim Duschen, das bislang komplett von der Mutter
übernommen worden sei, da das einhändige Einseifen des Körpers, das
Einshampoonieren der Haare und anschliessende Abtrocknen für die
Beschwerdeführerin zu schwierig ist, ist nach der Ansicht der Beschwerdegegnerin von
einer Selbstständigkeit auszugehen (IV-act. 95-2, act. G4). Dem ist zuzustimmen, da
die Beschwerdeführerin zusätzlich zu ihrer linken Hand ihren rechten, voll
ausgebildeten Arm unterstützend beim Duschen einsetzen kann und es denn auch in
Hinblick auf die Entwicklung einer eigenständigen und selbstbestimmten Persönlichkeit
als wichtig erscheint, dass die Beschwerdeführerin Verrichtungen, die sie selbstständig
bewältigen kann, unabhängig von Dritten durchführt. Weiter ist dem Abklärungsbericht
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin beim Frisieren ihres langen Haares auf
Dritthilfe angewiesen sei (IV-act. 95-2). Zunächst stellt sich die Frage, ob das Frisieren
aus versicherungsrechtlicher Sicht überhaupt als Teilbereich der Lebensverrichtung
Körperpflege angesehen werden kann. Gemäss KSIH Rz 8020 liegt eine Hilflosigkeit
vor, wenn die versicherte Person eine täglich notwendige Verrichtung im Rahmen der
Körperpflege (Waschen, Kämmen, Rasieren, Baden/Duschen) nicht selber ausführen
kann. Es ist vollkommen natürlich, dass ein 13-jähriges Mädchen, welches
experimentell sein Aussehen entdeckt und lernt, sich selbst zu akzeptieren, sich bei
Gelegenheit unterschiedlich frisieren möchte. Dass es sich dabei nicht damit zufrieden
gibt, sich die Haare lediglich zu kämmen, sondern diese auch flechten, hochstecken
oder zusammenbinden möchte, liegt auf der Hand. Es ist der Beschwerdeführerin
jedoch durchaus zumutbar, sich die Haare nicht jeden Tag zu frisieren, sondern diese
offen zu tragen, wie es viele Mädchen in ihrem Alter tun. Somit kann die für die
Annahme der Hilflosigkeit erforderliche Regelmässigkeit der Verrichtung bzw. der dabei
notwendigen Hilfe hier nicht erreicht werden. Weiter hat die Beschwerdeführerin
geltend machen lassen, dass sie begonnen habe, sich zu schminken und sich die
Fingernägel zu lackieren und ihr diese Verrichtungen einhändig nicht möglich seien (IV-
act. 102-3, act. G1). Auch hier ist zunächst zu prüfen, ob das Schminken und Lackieren
der Fingernägel zu den täglich notwendigen Verrichtungen eines 13-jährigen Mädchens
gehören, wobei sowohl die Häufigkeit als auch die Notwendigkeit des Tragens von
Make-Up und Nagellack je nach sozialem Umfeld stark variieren können. Insgesamt
kann jedoch in Hinblick auf die aktuelle Lebensphase der Beschwerdeführerin darauf
hingewiesen werden, dass es für sie zentral sein kann und offenbar auch ist, sich zu
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schminken und die Fingernägel zu lackieren, um sich damit ihren Altersgenossinnen
anzupassen und nicht als andersartig wahrgenommen zu werden. Geht man also von
einem Umfeld aus, in dem lackierte Fingernägel sowie das tägliche Schminken bei
Dreizehnjährigen üblich ist, so kann zumindest in Bezug auf das Schminken von einer
täglich notwendigen Verrichtung ausgegangen werden. Da dabei jedoch nach der
allgemeinen Lebenserfahrung mit etwas Übung auch einhändig durchaus
ansprechende Resultate erzielbar sind, ist die Beschwerdeführerin in diesem Bereich
nicht als hilflos zu betrachten. Auch beim Lackieren der Fingernägel ist eine
Hilflosigkeit zu verneinen, obwohl nachvollziehbar erscheint, dass die
Beschwerdeführerin ihre linke Hand ohne Vorhandensein der rechten nicht bearbeiten
kann. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine täglich notwendige Verrichtung, da
das Lackieren der Fingernägel je nach Nagellackqualität allenfalls zwei bis drei Mal pro
Woche oder gar seltener nötig ist. Zusammenfassend ist eine Hilflosigkeit bei der
Lebensverrichtung Körperpflege zu bejahen, da die Beschwerdeführerin im Teilbereich
Frisieren in einem erheblichen Umfang auf die Hilfe Dritter angewiesen ist.
3.3 Eine Hilflosigkeit im Bereich Verrichten der Notdurft wurde bereits im Jahr 2010 mit
der Begründung verneint, die Versicherte könne die erforderliche Reinigung nach
jedem Toilettengang auch mit der linken Hand vornehmen. Selbst eine Reinigung nach
dem Stuhlgang mit Wasser und Seife sei einhändig möglich und könnte auch bei
allfälligen Problemen mithilfe eines Closomats bewerkstelligt werden (IV-act. 69-5,
95-3). Diesen Ausführungen ist zuzustimmen, da die Beschwerdeführerin ja auch
einhändig duschen kann und nicht erkennbar ist, weswegen ihr die Reinigung ihres
Intimbereichs nicht ebenfalls einhändig möglich sein sollte. Zusätzlich macht der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, diese könne die im Zusammenhang
mit der bevorstehenden Menstruation vorzunehmenden hygienischen Vorgänge nicht
einhändig erledigen (vgl. IV-act. 102-4, act. G1). Sofern Tätigkeiten wie das Wechseln
eines Tampons oder einer Binde sowie die allfällige Reinigung des Intimbereichs
überhaupt in den Bereich „Verrichten der Notdurft“ fallen, was wohl eher zu verneinen
ist, ist festzuhalten, dass sie nach der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus
einhändig und mithilfe der rechten Hand als Zudienhand (oder des Mundes zum Öffnen
der Tamponverpackung) möglich sind und im Lichte der Persönlichkeitsentwicklung
der Beschwerdeführerin denn auch unbedingt eigenständig durchzuführen sind. Eine
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Hilflosigkeit im Bereich Verrichten der Notdurft ist demnach nach wie vor nicht
gegeben.
3.4 Auf dem Formular zur Revision der Hilflosenentschädigung liess die
Beschwerdeführerin angeben, sie sei wegen ihrer gesundheitlicher Beeinträchtigungen
dauernd und regelmässig auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen (IV-act.
88-5). Eine lebenspraktische Begleitung i.S.v. Art. 42 Abs. 3 IVG wird angenommen,
wenn die versicherte Person infolge einer Beeinträchtigung der Gesundheit ohne
Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig wohnen kann, für Verrichtungen und
Kontakte ausserhalb der Wohnung auf die Begleitung einer Drittperson angewiesen
oder ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren. Diese
Versicherungsleistung steht volljährigen versicherten Personen zu, die ausserhalb eines
Heimes leben und unter das IVG fallen. Da die Beschwerdeführerin minderjährig ist,
kann sie nicht in dieser Form hilflos sein.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerdeführerin somit nur noch
im Lebensbereich Essen auf eine Dritthilfe angewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat
also zu Recht einen weiteren Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein eine Leistung
bei einer leichten Hilflosigkeit verneint. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
4.2 Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr, die praxisgemäss auf Fr. 600.--
festgesetzt wird, zu bezahlen, wobei diese durch den bereits geleisteten
Kostenvorschuss in selber Höhe gedeckt ist.