Decision ID: 64792a2e-46fb-5aeb-8bdd-eb181075bb02
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde (EG) Konolfingen hatten am 25. November 2018 an einer Urnenabstimmung u.a. über die  zu beschliessen, wobei sie zwischen zwei Varianten wählen konnten. Variante 1, die eine Konzentration der Schulen im Ortsteil Stalden vorsieht, wurde knapp angenommen; Variante 2, die einen zusätzlichen Schulstandort im Ortsteil Dorf beinhaltet hätte, lehnten die  ab. Mit der Annahme der Vorlage «Schullandschaft Stalden» gemäss Variante 1 genehmigten die Stimmberechtigten insbesondere einen  von rund 31 Mio. Franken und stimmten einer Zonenplan- und  zu. Die Abstimmungsfrage zur Variante 1 lautete wie folgt:
«Wollen Sie die Vorlage ‹Schullandschaft Stalden›, umfassend
- Zonenplan- und Baureglementsänderung
- Genehmigung eines Kredits von Fr. 31'300'000 für die Erstellung einer neuen Schulanlage und für die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes in Stalden sowie für einen Studienauftrag zur  des Oberstufenzentrums Stockhorn mit Sportanlage
- Genehmigung des Baurechtsvertrags vom 11. Juli 2017 für das Grundstück Konolfingen Nr. 1600 mit einem jährlichen  von Fr. 160'408.--
annehmen?»
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.09.2019, Nr. 100.2019.103U, Seite 3
B.
Mit Beschwerde vom 27. November 2018 bzw. Beschwerden vom 19. Dezember 2018 gelangten u.a. A._, B._, C._, D._, E._, F._, G._, H._, I._, J._ und K._ (nachfolgend: ) an das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland (RSA) und beantragten die Aufhebung bzw. Wiederholung der Abstimmung betreffend die Schulraumplanung. Der Regierungsstatthalter wies mit Entscheid vom 11. Februar 2019 sinngemäss alle Beschwerden ab.
C.
Dagegen haben die Beschwerdeführenden am 13. März 2019 gemeinsam Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der Entscheid des Regierungsstatthalters vom 11. Februar 2019 sei aufzuheben und es sei eine unabhängige Nachzählung der Urnenabstimmung vom 25. November 2018 zur Schulraumplanung anzuordnen.
Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 beantragt die EG Konolfingen, die Beschwerde sei abzuweisen. Das RSA verzichtet mit Eingabe vom 22. März 2019 auf Antrag und Vernehmlassung.
Die Instruktionsrichterin hat den Verfahrensbeteiligten und dem Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) am 15. Mai 2019 Gelegenheit gegeben, sich zur Frage der Zuständigkeit des  zur Beurteilung der gegen die kommunale Abstimmung  Beschwerden zu äussern. Alle zur Stellungnahme Eingeladenen bejahen dessen Zuständigkeit im konkreten Fall. Die EG Konolfingen  das Verwaltungsgericht, aus prozessökonomischen Gründen selbst dann in der Sache zu entscheiden, wenn es der Meinung wäre, das AGR hätte anstelle des Regierungsstatthalters erstinstanzlich über die  befinden müssen.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.09.2019, Nr. 100.2019.103U, Seite 4

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 74 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) kantonal letztinstanzlich Beschwerden betreffend kommunale Wahl- und Abstimmungssachen. Die Beschwerdeführenden sind in der EG Konolfingen stimmberechtigt und haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Sie sind zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt (Art. 79b i.V.m. Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die  ist einzutreten.
1.2 Da sich eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt, urteilt das Gericht in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der  [GSOG; BSG 161.1]).
1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).
2.
2.1 Die Vorlage «Schullandschaft Stalden» (Variante 1) wurde von den Stimmberechtigten der Gemeinde mit 990 Ja- zu 987 Nein-Stimmen ; Variante 2 wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt, leer oder ungültig waren 95 Stimmzettel. Vor Verwaltungsgericht ist umstritten, ob es sich dabei um ein sehr knappes Ergebnis handelt, das hätte nachgezählt werden müssen. Der Regierungsstatthalter trat ohne weiteres auf die  ein und hat einen Anspruch auf Nachzählung verneint. Gemäss Art. 48 des kommunalen Reglements über Abstimmungen und Wahlen vom 25. September 2016 (nachfolgend: AWR) gelte ein Ergebnis als sehr knapp und erfordere eine Nachzählung, wenn die Stimmendifferenz entsprechend der Regelung in Art. 27 des Gesetzes vom 5. Juni 2012 über die politischen Rechte (PRG; BSG 141.1) kleiner oder gleich 0,1 % der gültigen Stimmen
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sei. Drei Stimmen Unterschied ergebe eine Differenz von 0,152 %, womit keine Nachzählung geboten sei (angefochtener Entscheid E. III/4.4). Die Beschwerdeführenden behaupten nicht, die einschlägigen Bestimmungen seien falsch angewendet worden. Sie machen aber insbesondere geltend, der Verweis im kommunalen Reglement auf die in Art. 27 PRG festgelegte Prozentzahl sei für die kleine Gemeinde «untauglich und rechtswidrig» (Beschwerde Ziff. 3 S. 7). Nicht mehr strittig ist, ob die  genügend klar formuliert bzw. die Einheit der Materie gewahrt war und ob über die Vorlage ausgewogen informiert worden war ( Entscheid E. II/4.3 ff.).
2.2 Das Verwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 20a Abs. 1 VRPG). Es ist insbesondere nicht an die rechtlichen  der Parteien gebunden und kann eine Beschwerde aus einem  als dem angerufenen Grund gutheissen bzw. eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (sog. Substitution der Motive; BVR 2018 S. 139 E. 5.2.2 mit ; ebenso BGE 133 II 249 E. 1.4.1 für das bundesgerichtliche ).
3.
3.1 Gegen kommunale Wahlen und Abstimmungen sowie Beschlüsse und Verfügungen in kommunalen Wahl- und Abstimmungssachen kann grundsätzlich bei der Regierungsstatthalterin oder beim  Beschwerde geführt werden, ausser das Gesetz sehe eine  an eine andere Instanz vor (Art. 60 Abs. 1 Bst. b Ziff. 2 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 Bst. b VRPG). Seit dem 1. April 2017 beurteilt das AGR im Verfahren der Genehmigung von kommunalen bau- und  Vorschriften und Plänen anstelle der Regierungsstatthalterin oder des Regierungsstatthalters auch Stimmrechtsbeschwerden (Art. 61 Abs. 1a des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0] i.V.m. Art. 109 Abs. 3 der Bauverordnung vom 6. März 1985 [BauV; BSG 721.1]; BauG-Fassung vom 9. Juni 2016, vgl. BAG 17-008). Diese spezialgesetzliche Zuständig-
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keitsordnung bildet eine Ausnahme im Sinn des zweiten Teilsatzes von Art. 63 Abs. 1 Bst. b VRPG.
3.2 Die hier interessierende Abstimmungsvorlage beinhaltet u.a. eine Änderung des Zonenplans und des Baureglements (vorne Bst. A). Es stellt sich damit die Frage, ob gestützt auf die neue Zuständigkeitsordnung in Art. 61 Abs. 1a BauG das AGR anstelle des Regierungsstatthalters die  die Abstimmung vom 25. November 2018 erhobenen Beschwerden hätte beurteilen müssen. Die Verfahrensbeteiligten sowie das AGR sind der Ansicht, der Regierungsstatthalter sei zur Beurteilung der  zuständig gewesen. Zusammengefasst machen sie geltend, die Stimmberechtigten seien aufgerufen gewesen, über die Schulraumplanung der Gemeinde und die damit verbundenen Kosten zu befinden. Bei den Zonenplan- und Baureglementsänderungen handle es sich dagegen um nachgelagerte Beschlüsse im Fall der Annahme einer der beiden Varianten (Stellungnahme RSA act. 8 S. 1; Stellungnahme Beschwerdeführende act. 9; Stellungnahme AGR act. 10; Stellungnahme Gemeinde act. 11 S. 2). Dagegen seien denn auch weder Einsprachen noch Rechtsverwahrungen eingegangen (Stellungnahme Gemeinde act. 11 S. 2). Nach Auffassung des AGR ist die Vorlage nicht als «reine oder überwiegende » zu qualifizieren. Wenn Abstimmungen nicht oder nur am Rand planungsrechtlichen Charakter aufwiesen, bleibe – trotz der neuen  – die Regierungsstatthalterin oder der Regierungsstatthalter  (Stellungnahme AGR act. 10). Für die Gemeinde ist bei der  entscheidend, welcher Teil einer Vorlage, die mehrere  beinhaltet, zum Gegenstand einer Stimmrechtsbeschwerde  wird (Stellungnahme Gemeinde act. 11 S. 2). Da die  im Wesentlichen die Durchführung der Abstimmung  würden, habe der Regierungsstatthalter zu Recht über die dagegen erhobenen Beschwerden entschieden. Für die Zuständigkeit des RSA spreche auch, dass dieses weiterhin zur Behandlung von Rügen gegen Vorbereitungshandlungen zuständig sei (Stellungnahme RSA act. 8 S. 1; ähnlich Stellungnahme Beschwerdeführende act. 9 S. 2).
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4.
4.1 Bau- und planungsrechtliche Vorschriften sowie Pläne der  müssen vom AGR genehmigt werden (Art. 61 Abs. 1 BauG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BauV). Nur genehmigte Nutzungspläne sind gültig und  anwendbar (konstitutive Bedeutung; Art. 26 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band II, 4. Aufl. 2017, Art. 61 N. 1 mit Hinweis auf BGE 135 II 22 E. 1.2.1). Selbst geringfügige Änderungen der baurechtlichen Grundordnung der Gemeinde sind genehmigungsbedürftig (BVR 2017 S. 326 E. 3.2; vgl. auch Art. 122 Abs. 3 BauV). Das AGR prüft, ob die (geänderten) Vorschriften und Pläne rechtmässig und mit den übergeordneten Planungen vereinbar sind. Es entscheidet über Einsprachen mit voller Überprüfungsbefugnis (Art. 61 Abs. 1 BauG). Die Einsprachen können neben materiellen Rügen auch Verfahrensfehler der Gemeindeorgane bei der Vorbereitung und  der Vorlagen zum Inhalt haben (BVR 2017 S. 326 E. 3.2, 2013 S. 343 E. 3.2). Dabei kann es sich insbesondere um Vorbringen , die das Stimmrecht betreffen (z.B. Mängel im Abstimmungsverfahren, irreführende Abstimmungsbotschaft, Verletzung der Ausstandsvorschriften, Wahl des geringfügigen anstelle des ordentlichen Verfahrens usw.). Wer nicht zur Einsprache berechtigt ist, kann diese Rügen mit einer  geltend machen (vgl. BVR 2013 S. 343 E. 3.3 f. und 7; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 60 N. 4). Bis Ende März 2017 hatte die  bzw. der Regierungsstatthalter solche  zu beurteilen (vorne E. 3.1). Es konnte deshalb vorkommen, dass diese und das AGR die gleiche Rüge betreffend Vorbereitung und Beschlussfassung zu beurteilen hatten, wenn sie einmal mit  (RSA) und einmal mit Einsprache (AGR) vorgebracht worden war (BVR 2017 S. 326 E. 3.2; Peter Ludwig, Bemerkungen zum  Urteil, in BVR 2017 S. 335 ff., 335). Die Möglichkeit, dass sich zwei verschiedene Behörden mit der gleichen Streitfrage befassen und damit die Gefahr sich widersprechender Entscheide bestand insbesondere in , wie sie BVR 2013 S. 343 zugrunde lag. Der Gemeinderat  dort eine Zonenplanänderung im sog. (gemischt) geringfügigen Verfahren (vgl. dazu Art. 122 BauV). Im Einspracheverfahren war geltend
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gemacht worden, die Änderung sei nicht geringfügig, weshalb sie den Stimmberechtigten hätte vorgelegt werden müssen. Das  erwog, einige der Beschwerdeführenden seien zur Einsprache gegen die Änderung der baurechtlichen Grundordnung gar nicht legitimiert , hätten jedoch mit derselben Rüge Stimmrechtsbeschwerde bei der Regierungsstatthalterin oder beim Regierungsstatthalter erheben können. Das AGR sei zur Beurteilung ihrer Beschwerden mangels gesetzlicher Grundlage nicht zuständig gewesen. Diese Kompetenzordnung sei zwar unbefriedigend, aber gesetzlich so vorgesehen, weshalb davon nicht abgewichen werden könne (BVR 2013 S. 343 E. 3.3 f. und 7; vgl. auch BVR 2017 S. 326 E. 3.2 und 4.2).
4.2 Die (mögliche) Gabelung des Rechtsmittelwegs war schon vor dem in BVR 2013 S. 343 publizierten Urteil kritisiert worden. Zaugg/Ludwig schlugen zur Vermeidung sich widersprechender Entscheide vor, Art. 56 Abs. 3 des Gemeindegesetzes vom 16. März 1998 (GG; BSG 170.11) analog anzuwenden. Nach dieser Bestimmung beurteilt die  anstelle der Regierungsstatthalterin oder des  Beschwerden gegen das Organisationsreglement. Zaugg/Ludwig befürworteten eine Kompetenzattraktion bei allen  Erlassen, so dass die Genehmigungsbehörde anstelle der Regierungsstatthalterin oder des Regierungsstatthalters über  entscheiden würde, wenn diese im Zusammenhang mit einem genehmigungsbedürftigen Erlass erhoben werden. Damit sei auch gewährleistet, dass in zweiter Instanz die Justiz-, Gemeinde- und  des Kantons Bern (JGK) sowohl über inhaltliche Rügen als auch über Abstimmungsrügen entscheiden kann (zum Ganzen Zaugg/Ludwig, a.a.O., Vorauflage von 2010, Art. 60 N. 4). Das  ist diesem Vorschlag wie dargelegt (E. 4.1 hiervor) gestützt auf die klare gesetzliche Kompetenzregelung nicht gefolgt (BVR 2013 S. 343 E. 3.3, 2012 S. 168 E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen).
4.3 Im Vortrag zur Änderung des BauG führte der Regierungsrat zu Art. 61 Abs. 1a BauG aus (Vortrag des Regierungsrats zur Änderung des BauG und des Dekrets vom 22. März 1994 über das , in Tagblatt des Grossen Rates 2016, Beilage 8, S. 20):
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«Im Hinblick auf eine Beseitigung der unbefriedigenden Gabelung des Rechtsmittelwegs bei Rügen gegen die Wahl des geringfügigen  wird im BauG – im Sinn einer Kompetenzattraktion – die  des AGR für die Behandlung der entsprechenden (-)Beschwerden verankert. Eine analoge Bestimmung kennt die Gemeindegesetzgebung für das Genehmigungsverfahren von  (Art. 56 GG). Mit der Anpassung von Art. 61 BauG wird eine umfassende Kompetenzattraktion für die Behandlung von Stimmrechtsbeschwerden im Plangenehmigungsverfahren zugunsten des AGR verankert. Für Stimmrechtsbeschwerden in Planungssachen ist demnach immer das AGR zuständig, unabhängig vom Rügegrund».
4.4 Nach dem klaren Wortlaut der Bestimmung und den Ausführungen im Vortrag des Regierungsrats wurde mit Art. 61 Abs. 1a BauG unabhängig vom Rügegrund eine umfassende Kompetenzattraktion zu Gunsten des AGR eingeführt (vgl. den erwähnten Vortrag, S. 40, sowie Barbara  Rohrbach, Baugesetzrevision 2016: Ein Gesetz – Zwei Revisionen, in KPG-Bulletin 2017 S. 54 ff., 71 f.). Einsprechende und Stimmberechtigte sollten künftig nicht mehr dieselben Verfahrensfehler auf unterschiedlichen Wegen rügen müssen bzw. können; Rügen, die das Stimmrecht betreffen, sollten in jedem Fall auch vom AGR beurteilt werden. Das entspricht der Praxis zu Art. 56 Abs. 3 GG, an dem sich gemäss Vortrag Art. 61 Abs. 1a BauG orientiert (BVR 2017 S. 459 E. 5.2; vgl. E. 4.3 hiervor, auch zum ). Zwar geht die neue Zuständigkeitsbestimmung im BauG auf das erwähnte, in BVR 2013 S. 343 publizierte Verwaltungsgerichtsurteil zurück. Aus dem Fehlen jeglicher Einschränkungen im Gesetzestext sowie aus den insoweit unmissverständlichen Ausführungen im Vortrag ergibt sich aber, dass das AGR künftig nicht nur Stimmrechtsbeschwerden gegen im  Verfahren beschlossene Änderungen von Nutzungsplänen  soll, sondern darüber hinaus jegliche Beschwerden, die sich gegen eine Abstimmung zur Änderung der baurechtlichen Grundordnung richten. Es kommt nach dem klaren Willen des Gesetzgebers nicht darauf an, ob es sich bei der Vorlage um eine reine oder überwiegende Planungssache handelt. Selbst wenn wie hier eine einzige Abstimmungsfrage nebst  Anpassungen der baurechtlichen Grundordnung auch andere Aspekte umfasst (vgl. vorne Bst. A), müssen die bau- und planungsrechtlichen  genehmigt werden. Käme es im Sinn der Verfahrensbeteiligten darauf an, wo das Schwergewicht liegt bzw. ob die Änderungen der  Grundordnung umstritten sind, ergäbe sich dennoch eine  Gabelung des Rechtmittelwegs (vorne E. 3.2). Die von den Verfah-
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rensbeteiligten befürwortete Differenzierung würde zudem zu schwierigen Abgrenzungsfragen und Unsicherheiten führen sowie regelmässig einen Meinungsaustausch (Art. 4 Abs. 2 VRPG) oder gar Streitigkeiten um die Zuständigkeit nach sich ziehen (Art. 5 VRPG). Der Zweck von Art. 61 Abs. 1a BauG würde damit offensichtlich vereitelt. Es ist deshalb auch nicht entscheidend, ob gegen die Änderung der baurechtlichen Grundordnung Einsprachen eingegangen sind oder nicht. Das gilt umso mehr, als das AGR die Planung von Amtes wegen auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen hat, was sich auch auf ihr Zustandekommen bezieht (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 61 N. 3 f. und 14). Ob die  oder der Regierungsstatthalter schliesslich in Konstellationen wie der vorliegenden weiterhin für Stimmrechtsbeschwerden gegen  zuständig ist – so jedenfalls im Vorfeld von Abstimmungen über das Organisationsreglement einer Gemeinde (vgl. BVR 2017 S. 459 E. 5.2) –, muss nicht beurteilt werden. Zwar haben die  vor der Vorinstanz noch teilweise Vorbereitungshandlungen kritisiert (vorne E. 2.1); ihre Beschwerden haben sie aber erst nach der Abstimmung erhoben. Hier hätte folglich ohnehin das AGR die Beschwerden beurteilen müssen (vgl. zur Pflicht des RSA, Beschwerden gegen  an das AGR weiterzuleiten, wenn es sie nicht vor der  beurteilen kann, BVR 2017 S. 459 E. 5.2).
4.5 Nach dem Gesagten war der Regierungsstatthalter nicht zuständig, die Stimmrechtsbeschwerden zu beurteilen und hätte diese dem AGR überweisen müssen (Art. 4 Abs. 1 VRPG; BVR 2017 S. 459 E. 5.3).
5.
5.1 Die Gemeinde ist der Meinung, das Verwaltungsgericht habe selbst dann ein Urteil zu fällen, wenn die Vorinstanz zu Unrecht auf die  eingetreten sein sollte. Zwar sei in diesem Fall das  funktional (noch) nicht zuständig, da der Instanzenzug nicht ausgeschöpft worden sei. Es würde aber eine dem Sprungrekurs ähnliche Konstellation vorliegen, die eine Beurteilung der Streitsache durch das kantonal letztinstanzlich ohnehin zuständige Verwaltungsgericht aus pro-
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zessökonomischen Gründen rechtfertigen würde (Stellungnahme  act. 11 S. 2 f.).
5.2 Verfügungen und Entscheide unzuständiger Behörden sind  (Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 51 N. 13). War die Behörde zu deren Erlass offensichtlich nicht zuständig, so sind sie nichtig. Die angerufene Rechtsmittelinstanz kassiert derart mangelhafte Verfügungen und Entscheide allenfalls von Amtes  oder stellt deren Nichtigkeit förmlich fest (vgl. Art. 40 Abs. 2 VRPG; BVR 2012 S. 168 E. 2.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 49 N. 57, Art. 40 N. 14; vgl. zum Ganzen auch Daum/Bieri, in Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 7 N. 18 ff. und 28). Mit Blick auf die vorangehenden Ausführungen ist von einer klaren  des Regierungsstatthalters zum Erlass des angefochtenen  auszugehen; sie ist aber nicht geradezu offensichtlich, weshalb eine Kassation von Amtes wegen hier unterbleiben kann (vgl. auch BVR 2017 S. 459 E. 5.3 zu Art. 56 Abs. 3 GG). Wird die Zuständigkeit der Vorinstanz verneint, ordnet die Rechtsmittelbehörde neben der Aufhebung die Überweisung der Angelegenheit an die zuständige Behörde an. Zwar hat das Verwaltungsgericht schon ausnahmsweise auf eine Überweisung verzichtet, wie die Gemeinde richtig ausführt (vgl. BVR 2017 S. 459 E. 5.4 mit Hinweisen). Die massgebenden Umstände sind indes nicht mit dem vorliegenden Fall vergleichbar: Gegen den Genehmigungsbeschluss und damit auch gegen den Entscheid über allfällige Stimmrechtsbeschwerden kann bei der JGK Beschwerde geführt werden (Art. 61a BauG). Erst deren Entscheid ist mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbar (Art. 74 Abs. 1 VRPG). Würde das Verwaltungsgericht hier in der Sache , entginge den Beschwerdeführenden folglich eine Beschwerdeinstanz. Diese beantragen bei Unzuständigkeit des RSA denn auch keine direkte Beurteilung durch das Verwaltungsgericht (Stellungnahme  act. 9). Beides war im erwähnten Entscheid anders. Der  des AGR über das Organisationsreglement der Gemeinde unterliegt direkt der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Art. 56 Abs. 3 GG) und der Beschwerdeführer hatte dort die Beurteilung durch das  anbegehrt (BVR 2017 S. 459 E. 5.2 und 5.4). Schliesslich überwiegt hier auch das vorgebrachte allgemeine Interesse an zügiger Er-
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ledigung von Abstimmungsbeschwerden nicht (vgl. Stellungnahme  act. 11 S. 2 unten und S. 3 oben). Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zuständigkeitshalber dem AGR zu . Dieses wird in der Beschwerdesache zu entscheiden haben.
6.
6.1 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten teilweise gutzuheissen und der angefochtene Entscheid – soweit die Beschwerdeführenden betreffend – aufzuheben. Die Sache wird zur Beurteilung dem AGR überwiesen.
6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringen die  mit ihrem Rechtsmittel nur teilweise durch, da der  Entscheid zwar aufgehoben, aber keine Nachzählung angeordnet wird. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist indes im Kostenpunkt von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, da die Neubeurteilung noch zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann (vgl. für Rückweisungen BVR 2016 S. 222 E. 4.1). Im Übrigen werden in  in kommunalen Wahl- und Abstimmungssachen,  mutwilliger oder leichtfertiger Prozessführung, ohnehin keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 108a Abs. 1 VRPG). Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sind folglich keine Kosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 und Art. 108a Abs. 1 VRPG). Grundsätzlich hat die  Gemeinde den Beschwerdeführenden die Parteikosten für das  vor dem Verwaltungsgericht zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Da der unzuständige Regierungsstatthalter die  aber von Amtes wegen dem AGR hätte überweisen müssen (Art. 4 Abs. 1 VRPG), liegen besondere Umstände vor, die es rechtfertigen, den Parteikostenersatz dem Kanton Bern, Regierungsstatthalteramt , aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters der Beschwerdeführenden gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Vor der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten angefallen und waren die Beschwerdeführenden nicht anwaltlich vertreten, weshalb dort keine ersatzfähigen Parteikosten entstanden sind.
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7.
Gegen selbständig eröffnete Zwischenentscheide über die Zuständigkeit ist gemäss Art. 92 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig. Diese Entscheide  später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). Da über die sachliche Zuständigkeit der ersten Instanz kantonal letztinstanzlich  wurde, dürfte es sich vorliegend um einen solchen selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid handeln (vgl. Felix Uhlmann, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 92 BGG N. 14 f. mit Hinweisen).