Decision ID: 085712d7-d6f2-55d7-8d4f-72c3be448e77
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 29. April 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Dr.
med. B._ berichtete der IV-Stelle am 6. Mai 2003, die Versicherte leide an einer
Gonarthrose rechts, an einer Fibromyalgie und an einer Adipositas. Am 21. Januar
2002 sei es zu einem Supinationstrauma im Bereich des rechten Fusses und zu einem
Hyperextensionstrauma gekommen. Seither klage die Versicherte anhaltend über
Schmerzen im Kniegelenksbereich sowie lateral mehr als medial. Im Verlauf der letzten
Monate seien multiple Schmerzen im ganzen Körper hinzugekommen. Die Versicherte
mache einen deutlich subdepressiven Eindruck. Es liege auch eine
Schmerzverarbeitungsstörung im Sinn eines Migrationssyndroms vor. Für eine leichtere
industrielle Tätigkeit in sitzender Stellung sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% zumutbar
(IV-act. 12-1/7). Die Rehaklinik Bellikon hatte im Austrittsbericht vom 15. Juli 2002 noch
eine schrittweise Wiederaufnahme der bisherigen Erwerbstätigkeit zu 100% erwartet
(IV-act. 12-3/7). Die C._ gab am 3. Juni 2003 einen Lohn für das Jahr 2003 von
Fr. 3020.- (x13) an (IV-act. 13). Dr. med. D._ vom RAD bestätigte am 24. November
2003 eine Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit von 50%. Er
gab an, es seien keine weiteren Abklärungen notwendig (IV-act. 15). Die IV-Stelle
verglich ein Valideneinkommen von Fr. 39'260.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 17'667.- (Arbeitsfähigkeit 50%, zusätzlicher Abzug wegen
Beschränkung auf leichte industrielle Tätigkeiten in sitzender Stellung 10%) und
ermittelte so einen Invaliditätsgrad der Versicherten von 55% (IV-act. 19-2/2). Mit einer
Verfügung vom 26. April 2004 und vom 25. Mai 2004 sprach sie der Versicherten auf
der Grundlage dieses Invaliditätsgrads eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 35/36).
B.
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Die Versicherte füllte am 4. Juni 2004 den Revisionsfragebogen aus (IV-act. 37). Dr.
B._ führte in einem Verlaufsbericht vom 19. Juni 2004 aus, der Gesundheitszustand
sei stationär. Die Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks sowie die
Beschwerden von Seiten der Fibromyalgie liessen nur eine sitzende Tätigkeit zu und
auch das nur für 4 Std. täglich (IV-act. 45). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 12.
August 2004 mit, dass weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe
(IV-act. 48).
C.
In einem an die Versicherte gerichteten, mit "Revisionsgesuch" überschriebenen Brief
vom 7. November 2006 führte die IV-Stelle aus, der behandelnde Arzt Dr. med. E._
habe am 31. Oktober 2006 mitgeteilt, dass sie, die Versicherte, sich zur Zeit in der
Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers aufhalte. Damit dieses Revisionsgesuch geprüft
werden könne, müssten Nachweise wie ausführliche Arztberichte, Lohnausweise etc.
eingereicht werden (IV-act. 59). Die Versicherte liess am 15. Dezember 2006 durch
ihren Rechtsvertreter um die Prüfung einer Rentenerhöhung ersuchen, weil sich der
Gesundheitszustand verschlechtert habe. Sie sei psychisch so schwer erkrankt, dass
ein Spitalaufenthalt nötig geworden sei (IV-act. 60). Dem Schreiben lag ein undatierter
Bericht des Medizinischen Zentrums an die Klinik St. Pirminsberg bei. Laut diesem
Bericht litt die Versicherte an einer schweren depressiven Episode, die es erforderlich
machte, eine stationäre Therapie durchzuführen, um anschliessend mit einer
ambulanten Behandlung weiterfahren zu können (IV-act. 61). Dr. B._ berichtete der
IV-Stelle am 18. November 2006, die frühere Verdachtsdiagnose der Fibromyalgie sei
durch die Rheumatologin Dr. med. F._ bestätigt worden. Die Versicherte sei vom 6.
bis 23. Juni 2006 in der Klinik St. Pirminsberg hospitalisiert gewesen. Die aktuellen
Diagnosen lauteten: mittelgradig depressive Episode, somatoforme Schmerzstörung,
Fibromyalgie, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom chronisch rezidivierend mit
schwerer lumbaler Hyperlordose, muskulärer Dysbalance, Adipositas und Gonarthrose
bds. (IV-act. 62). Die Klinik St. Pirminsberg hatte am 26. Juni 2006 in ihrem
Austrittsbericht festgehalten, die Versicherte sei intensiv medikamentös antidepressiv
behandelt worden. Die Schmerzmedikation sei vereinfacht und reduziert worden, ohne
dass es zu zusätzlichen Schmerzen gekommen wäre. Die Versicherte habe sehr unter
der sprachlichen Isolation gelitten. Sie habe vom Therapieangebot wenig profitieren
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können. Beim Austritt habe folgender psychopathologischer Status vorgelegen: leicht
bis mittelgradig depressive Grundstimmung, affektiv schwingungsfähig, in den
muttersprachlichen Äusserungen keine Einschränkungen des formalen Denkens, der
Aufmerksamkeit und der Konzentration. In den Arztgesprächen sei die Versicherte
eingeengt gewesen auf Klagen über somatische Beschwerden und finanzielle
Probleme (IV-act. 63). Am 12. Februar 2007 liess die Versicherte einen Bericht des
Medizinischen Zentrums einreichen. Laut diesem Bericht litt sie an einer schweren
depressiven Störung. In bezug auf die Arbeitsfähigkeit wird ausgeführt, die Versicherte
habe seit 2001 nicht mehr gearbeitet. Der Zustand sei deutlich chronifiziert. Es sei nicht
mehr mit einer Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit zu rechnen. Die Versicherte sei
deshalb bis auf weiteres auch für angepasste Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig (IV-
act. 66). Dr. med. G._ empfahl am 16. März 2007 eine MEDAS-Begutachtung (IV-act.
69).
D.
D.a Die Thurgauer Klinik St. Katharinental berichtete in ihrem Gutachten vom 19.
Februar 2008, die Versicherte habe über Schmerzen im Bereich des gesamten
Rückens, der Schulterregion bds., der Knie, der Nackenregion und der Füsse geklagt.
Die Schmerzen seien gemäss den Angaben der Versicherten dauernd vorhanden, das
Gehen sei noch maximal 10 Min. möglich, das Sitzen länger (bei der Untersuchung
sicher 45 Min.). Weiter habe die Versicherte ausgeführt, sie wache nachts gelegentlich
wegen der Schmerzen auf. Ohne Schmerzmittel seien die Schmerzen stärker
ausgeprägt. Einmal im Monat sei sie beim Hausarzt, in grossen Abständen auch bei
einem Psychologen (mit Dolmetscher). Sie gehe täglich in Begleitung spazieren,
manchmal auch zweimal am Tag. Sie telefoniere viel, sehe fern und sitze und liege
herum. Der Ehemann sei auch zuhause, aber er gehe häufiger nach draussen. Die
Gutachter hielten zu diesen Ausführungen der Versicherten fest, im Ort lebten offenbar
viele Albaner, zu denen die Versicherte regen Kontakt habe. Die Versicherte wurde
anlässlich der Begutachtung auch einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL) unterzogen. Im entsprechenden Bericht vom 23. November 2007 wurde
ausgeführt, die als subjektiv stark empfundenen Schmerzen lumbal, im Schulter-/
Nackenbereich, in den Knien (links stärker als rechts) und bei direkter Belastung auch
in den Händen und den Füssen seien für die Versicherte Anlass, sich zu schonen und
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sich im Alltag nur sehr wenig zu bewegen. Die daraus resultierende schwache
Grundkondition und die schwache Kraft in der rumpfstabilisierenden Muskulatur seien
arbeitsrelevant und verminderten die Leistungsfähigkeit. Die unergonomischen
Bewegungen und Haltungen seien vor diesem Hintergrund besonders belastend und
leisteten der Schmerzproblematik Vorschub. Die Leistungsbereitschaft der Versicherten
sei ungenügend gewesen. Die Beobachtungen hätten auf eine deutliche
Selbstlimitierung hingewiesen. Die Konsistenz der Tests sei schlecht gewesen. Infolge
der erheblichen Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die
Resultate der ergonomischen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastung nicht
verwertbar gewesen. Es könne lediglich eine Aussage über die mindestens zumutbare
Belastung gemacht werden. Es sei davon auszugehen, dass bei einem normalen
Leistungsverhalten eine bessere Leistung hätte erbracht werden können. Das Ausmass
der demonstrierten physischen Einschränkungen habe sich mit den klinischen
Befunden nicht erklären lassen. In einer sehr leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit, zu
Wechselbelastung ohne längere Gehstrecken und ohne anhaltend vorgeneigte Stellung
bestehe aufgrund des langsamen Arbeitstempos eine Leistungseinschränkung von
30% IV-act. 76).
D.b Die psychiatrische Abklärung bei den Psychiatrischen Diensten Thurgau hatte
gemäss dem Bericht der beiden Sachverständigen vom 15. Januar 2008 eine
chronifizierte depressive Episode, fluktuierend, mit insgesamt mittelgradiger
Ausprägung mit einem somatischen Syndrom sowie einer sonstigen somatoformen
Schmerzstörung ergeben. Zu letzterer hatten die Sachverständigen angegeben, es
bestehe eine enge Koppelung an das jeweils situativ vorhandene Stressniveau im
Rahmen einer psychovegetativen Übererregbarkeit. Dies führe zu einer fluktuierenden
Schmerzintensität, die gerade nicht das Kriterium des anhaltenden schweren
Schmerzes i.S. der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfülle. Zur Depression
hatten die psychiatrischen Sachverständigen angegeben, die früher beschriebene
schwergradige Ausprägung der depressiven Symptomatik sei rückläufig. Bei der
Anwendung der Foerster'schen Kriterien bzw. zu den qualifizierenden Kriterien für die
Bejahung der Überwindbarkeit habe sich keine auffällige prämorbide
Persönlichkeitsstruktur bzw. –entwicklung gezeigt. Ebenso fehle eine relevante
psychiatrische Komorbidität i.S. einer Persönlichkeitsstörung, einer Suchtproblematik
oder einer hirnorganischen Beeinträchtigung. Chronische körperliche
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Begleiterkrankungen bestünden, seien aber bezüglich der Schwere separat zu
beurteilen. Ein Verlust der sozialen Integration im Verlauf der psychiatrischen
Erkrankung lasse sich nicht aufzeigen. Im Gegenteil dürfte das soziale Gefüge
symptomunterhaltend wirken. Einschränkend im Hinblick auf die Überwindbarkeit seien
primär der chronifizierte Krankheitsverlauf ohne längerdauernde Remission, die
mehrjährige Krankheitsdauer mit leicht progredienter Symptomatik sowie die
unbefriedigenden Behandlungsergebnisse. In einer angepassten Erwerbstätigkeit wäre
eine Tagesarbeitszeit von 4 Std. zumutbar. Wenn es der Versicherten gelingen würde,
ihre Leistungshemmungen zu überwinden, wäre eine Steigerung bis zu 100% bei einer
optimal angepassten Tätigkeit vorstellbar. Dazu wäre aber eine sehr günstige Motiva
tionslage notwendig. Eine richtungweisende und nachhaltige Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit August 2004 lasse sich nicht aufzeigen (IV-act. 76).
D.c Im Hauptgutachten der Thurgauer Klinik St. Katharinental vom 19. Februar 2008
wurde zusammenfassend ausgeführt, aus somatischer Sicht bestünden
Einschränkungen vor allem beim Gehen, bei längerem Stehen und bei Tätigkeiten in
der Hocke oder auf den Knien. Aus psychiatrischer Sicht sei von
Konzentrationsschwierigkeiten, einer erhöhten psychovegetativen Erregbarkeit und
einer reduzierten Stresstoleranz auszugehen. Aus somatischer Sicht bestehe für eine
adaptierte Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit, aus psychiatrischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit um 50% reduziert (IV-act. 76).
D.d Die IV-Stelle richtete am 5. September 2008 verschiedene Zusatzfragen an die
Sachverständigen der Thurgauer Klinik St. Katharinental. Der psychiatrische
Sachverständige führte in seinem Zusatzgutachten vom 17. Oktober 2008 (IV-act. 85)
aus, die Anfrage der IV-Stelle sei Anlass für eine Reevaluation des Gutachtens
gewesen, nachdem er nun Gelegenheit gehabt habe, die letztendlich gültige
rheumatologische Beurteilung zur Kenntnis zu nehmen. Nachdem die beiden
psychiatrischen Experten das Gutachten nochmals im Licht der letzten Erkenntnisse
durchgedacht hätten, sei es zu einer Konsensbesprechung gekommen. Nach der
heutigen Betrachtung müsse das Element der somatoformen Störung eher schwerer
gewichtet werden, während der depressiven Komponente eher weniger Gewicht
zukomme. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit betrage 60%. Der Pausenbedarf belaufe sich
auf 5 Min., allenfalls 10 Min. pro geleistete Arbeitsstunde, wobei die effektive Länge
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von der Gesamtzahl der täglich geleisteten Stunden abhänge. Aus psychiatrischer
Sicht sei eine adaptierte Tätigkeit eine markante Erleichterung für die
Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess. Allerdings blieben auf der psychischen
Ebene limitierende Faktoren bestehen, die das Durchhaltevermögen über längere
Zeiträume negativ beeinflussten: rasche Erschöpfbarkeit und psychovegetative
Übererregbarkeit, die bei zu grosser Belastung entweder zu einer Verschärfung der
psychosomatischen Symptomatik oder zu akuten Belastungsreaktionen führe und
damit dem Leistungsoutput eine Grenze setzen könne. Die Arbeitsfähigkeit von 60%
könne sowohl in einer 60%igen Präsenz mit voller Leistung oder in einer vollschichtigen
Präsenz mit einer Leistung von 60% umgesetzt werden. Aufgrund des Alters, der
Dekonditionierung und der subjektiven Leistungsinsuffizienz könnte es sinnvoll sein,
dieses Leistungsniveau in zwei Schritten anzustreben und eine 70%ige Zwischenstufe
einzuschalten, damit die psychogene Leistungsblockade leichter überwindbar werde.
Ein Bruttooutput von 60% erscheine erreichbar. Angepasst sei ein Arbeitsplatz, wenn
er überschaubar und berechenbar sei, wenn die Vorgesetzten verständnisvoll und
geduldig seien und wenn kein grosser Gehalt an zwischenmenschlicher Interaktion
bestehe (IV-act. 85). Dr. med. H._ und Dr. med. G._ vom RAD hielten dazu am
3. Dezember 2008 fest, die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Zusatzgutachten sei eine
andere Bewertung des gleichen medizinischen Sachverhalts. Eine solche Beurteilung
habe keine IV-rechtlichen Auswirkungen, weshalb an der ursprünglichen Einschätzung
im Gutachten vom 19. Februar 2008 festzuhalten sei. Die Ausführungen im
Zusatzgutachten könnten nicht übernommen werden. Da somit von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen sei, habe sich der Gesundheitszustand nicht
arbeitsfähigkeitsrelevant verändert (IV-act. 87).
E.
Die IV-Stelle passte die Zahlen des ursprünglichen Einkommensvergleichs der
Nominallohnentwicklung an. Da sie weiterhin einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 50%
zugrunde legte, resultierte wiederum ein Invaliditätsgrad von 55% (IV-act. 89). Mit
einem Vorbescheid vom 23. Januar 2009 teilte sie dem Rechtsvertreter der
Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das "Erhöhungsgesuch" abzuweisen, weil der
Invaliditätsgrad nach wie vor 55% betrage (IV-act. 97). Der Rechtsvertreter der
Versicherten wandte am 25. Februar 2009 ein, die behandelnden Ärzte gingen von
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einer Arbeitsunfähigkeit von 100% aus. Ausserdem sei ein Leidensabzug von 15% statt
von 10% zu berücksichtigen, weil die Versicherte 52 Jahre alt sei, weil sie schnell
erschöpft sei und weil ihre Konzentration schnell nachlasse (IV-act. 98). Mit einer
Verfügung vom 26. März 2009 wies die IV-Stelle das "Erhöhungsgesuch" ab. Zur
Begründung führte sie u.a. aus, eine Reduktion des verrechenbaren
Invalideneinkommens sei vorzunehmen, wenn eine versicherte Person nur noch
körperlich leichte Hilfsarbeiten ausführen könne oder wenn sie IV-relevante Gründe
angebe. Die geltend gemachten Faktoren seien entweder in der Gesamtbeurteilung
bereits berücksichtigt oder gälten als IV-fremd (IV-act. 99).
F.
Die Versicherte erhob am 22. April (Postaufgabe 24. April 2009) Beschwerde gegen die
Verfügung vom 26. März 2009. Sie beantragte die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente sowie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur
Begründung machte sie u.a. geltend, ihr Hausarzt Dr. B._ habe festgestellt, dass sie
nicht mehr arbeiten könne. Auch die Ärzte des Medizinischen Zentrums Löwenstrasse
hätten festgestellt, dass sie wegen der depressiven Erkrankung nicht arbeitsfähig sei.
Dasselbe hätten die Ärzte der Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers im Bericht vom 26. Juni
2006 festgestellt. Aufgrund der Erkrankung, der "niedrigen" Ausbildung und der
geringen Deutschkenntnisse hätte ein Leidensabzug von mindestens 15%
berücksichtigt werden müssen.
G.
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2009 die Abweisung
der Beschwerde. Sie machte zur Begründung geltend, das Gutachten der Thurgauer
Klinik St. Katharinental erfülle alle Anforderungen an ein Gutachten. Die abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte vermöchten keine ernsthaften
Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens zu wecken, so dass auf die entsprechende
Arbeitsfähigkeitsschätzung abzustellen sei. Weder in medizinischer noch in
erwerblicher Hinsicht habe sich eine Veränderung ergeben. Deshalb könne keine
Veränderung des Einkommensvergleichs erfolgen. Auch eine Erhöhung des
Leidensabzugs von 10% auf 15% sei nicht möglich.
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H.
Die Gerichtsleitung bewilligte am 17. Dezember 2009 die unentgeltliche Rechtspflege.
Die Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Wird ein Gesuch um eine Revision nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozi8alversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) eingereicht, so ist
darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert habe (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Gelingt es nicht, eine erhebliche Veränderung
glaubhaft zu machen, tritt die IV-Stelle nicht auf das Revisionsgesuch ein (vgl. Miriam
Lendfers, Die IVV-Revisionsnormen [Art. 86 – 88 ] und die anderen
Sozialversicherungen, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2009, S. 51). Art. 87 Abs. 3 IVV ist nicht nach seinem
Wortlaut, sondern nach seinem Sinn und Zweck auszulegen. Das bedeutet, dass nicht
eine Veränderung des Invaliditätsgrads, sondern nur eine Veränderung des dem
Invaliditätsgrads zugrunde liegenden Sachverhalts glaubhaft gemacht werden muss.
Meist wird es sich um eine Erhöhung des Arbeitsunfähigkeitsgrades handeln. Die
Beschwerdegegnerin hat einen Brief von Dr. E._ vom 31. Oktober 2006 als
Revisionsgesuch interpretiert. Ob es sich dabei tatsächlich um ein Revisionsgesuch
gehandelt hat und ob damit bereits eine revisionsrechtlich erhebliche
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht worden ist, lässt sich nicht eruieren, da
sich dieser Brief aus unerfindlichen Gründen nicht in den Akten befindet. Dies beiden
Fragen können aber offen bleiben, denn der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
hat in seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 15. Dezember 2006 ein
ausdrückliches Revisionsgesuch gestellt und er hat mit dem gleichzeitig eingereichten
undatierten Bericht des Medizinischen Zentrums an die Klinik St. Pirminsberg eine
revisionsrechtlich erhebliche Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht. In diesem
Bericht war nämlich von einer schweren depressiven Episode die Rede. Der
medizinische Sachverhalt, auf den sich die erstmalige Rentenzusprache in der
ter bis
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Verfügung vom 26. April/25. Mai 2004 gestützt hatte, war noch ein rein somatischer
gewesen. Es war also eine nachträglich aufgetretene Beeinträchtigung des
psychischen Gesundheitszustands glaubhaft gemacht. Zudem hätte bei einer
schweren depressiven Episode wohl keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden. Die
Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht ein Rentenrevisionsverfahren eröffnet.
2.
2.1
Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG ist eine Invalidenrente für die Zukunft zu erhöhen,
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad erheblich ändert. Bei
der Interpretation dieser Norm ist dem Wort "ändert" besondere Aufmerksamkeit zu
schenken. Von einer Änderung des Invaliditätsgrades kann nämlich dann nicht
gesprochen werden, wenn sich der Sachverhalt seit der Rentenzusprache oder seit der
letzten materiellen Revision nicht verändert hat, die Invaliditätsbemessung aber
trotzdem einen anderen Invaliditätsgrad liefert, beispielsweise weil das Ermessen bei
der Bezifferung des missverständlich als "Leidensabzug" bezeichneten zusätzlichen
Abzugs vom statistisch erhobenen Durchschnittseinkommen heute anders als damals
ausgeübt wird. Darin kann keine qualifizierte Änderung des Invaliditätsgrads i.S. von
Art. 17 Abs. 1 ATSG erblickt werden, weil die Rentenrevision dazu bestimmt ist,
rechtskräftig zugesprochene laufende Renten einer nachträglichen Änderung des
anspruchsbegründenden Sachverhalts anzupassen. Würde man unter das Wort
"ändert" auch den oben als Beispiel genannten Fall der anderen Ermessensausübung
in bezug auf den Leidensabzug bei völlig unverändertem Sachverhalt subsumieren,
käme die Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auch in anderen, nicht mehr definierten
Zusammenhängen zur Anwendung, was sich mit dem Sinn und Zweck dieser Norm
nicht in Übereinstimmung bringen liesse.
2.2
Der erste Schritt des Revisionsverfahrens muss demnach darin bestehen, nach einer
Veränderung des relevanten Sachverhalts zu forschen. Zeigt sich dabei, dass keine
Sachverhaltsveränderung eingetreten ist, endet das Revisionsverfahren mit der
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Abweisung des Rentengesuchs oder mit der Bestätigung der laufenden Invalidenrente.
Der zweite Schritt, die Invaliditätsbemessung, muss dann unterbleiben, weil er
revisionsrechtlich betrachtet keinen Sinn macht und weil er die Gefahr schafft, dass ein
abweichender Invaliditätsgrad ermittelt und zum Anlass genommen wird, die laufende
Rente zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, obwohl die zwingend notwendige
Voraussetzung der Rentenrevision, der Eintritt einer Veränderung des relevanten
Sachverhalts, nicht erfüllt ist. Ist ein ursprünglich als Revisionsverfahren eröffnetes
Verwaltungsverfahren nämlich einmal so weit gediehen, dass sich ein abweichender
Invaliditätsgrad ergibt, so wird es der IV-Stelle schwer fallen, ein Revisionsgesuch
abzuweisen oder die laufende Rente zu bestätigen. Setzt sie die laufende Rente
entsprechend dem aktuell ermittelten Invaliditätsgrad neu fest, so revidiert sie die
Rente nicht, sondern sie korrigiert sie, ohne sich dabei aber auf Art. 17 Abs. 1 ATSG
abstützen zu können.
2.3
Im vorliegenden Fall ist somit in einem ersten Schritt zu klären, ob sich der
Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin bezogen auf eine
behinderungsadaptierte Erwerbstätigkeit nachträglich leistungserheblich verändert hat.
Dr. B._ hat am 6. Mai 2003 aufgrund rein somatischer Diagnosen eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% für eine leichte, sitzend auszuübende Erwerbstätigkeit
angegeben. Dr. D._ vom RAD hat diese Einschätzung am 24. November 2003
bestätigt, worauf die Beschwerdegegnerin gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 50%
einen Invaliditätsgrad von 55% ermittelt und der Beschwerdeführerin eine halbe
Invalidenrente zugesprochen hat. Am 18. November 2006 hat Dr. B._ eine erweitere
Diagnoseliste mitgeteilt, die neu auch psychische Beeinträchtigungen enthalten hat. Er
hat aber keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Die Klinik St. Pirminsberg hat
sich in ihrem Austrittsbericht vom 26. Juni 2006 ebenfalls nicht zur Arbeitsfähigkeit
geäussert. Dasselbe gilt für den Bericht der Rheumatologin Dr. F._ vom 25. Juni
2004. Von den behandelnden Ärzten hat nur das Medizinische Zentrum in einem
Bericht vom 12. Januar 2007 eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Die Ärzte
sind daher von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Die
Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen vermöge, weil sie sich zur Hauptsache
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auf die konkret umgesetzte Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin stütze.
Tatsächlich fehlt in diesem Bericht jeder Hinweis darauf, dass im Rahmen der
Arbeitsfähigkeitsschätzung geprüft worden wäre, in welchem Umfang die
Beschwerdeführerin ihre subjektiv empfundene vollständige Arbeitsunfähigkeit mit
einer zumutbaren Willensanstrengung überwinden könnte. Es liegt demnach keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung eines behandelnden Arztes vor, die geeignet wäre, die
Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter der Thurgauer Klinik
St. Katharinental zu erschüttern. Im Gutachten vom 19. Februar 2008 ist eine
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin für eine behinderungsangepasste Tätigkeit
von 50% angegeben worden. Mit dieser Einschätzung ist sowohl den somatischen als
auch den psychischen Beeinträchtigungen Rechnung getragen worden. Im
Zusatzgutachten vom 17. Oktober 2008 ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung korrigiert
worden. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist nun mit 60% statt wie im
Gutachten mit 50% beziffert worden. Diese höhere Arbeitsfähigkeit ist zwar aus rein
psychiatrischer Sicht angegeben worden. Aber trotzdem ist sie relevant, denn aus
somatischen Gründen allein besteht gemäss den Angaben im Gutachten keine
Arbeitsunfähigkeit. Die angegebene Arbeitsunfähigkeit von 50% ist also nur
psychiatrisch bedingt gewesen. Da keine somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit
besteht, ist es im Zusatzgutachten durchaus zulässig gewesen, den
Arbeitsunfähigkeitsgrad unter Berücksichtigung der psychischen und der somatischen
Beschwerden auf 40% festzusetzen. Die von Dr. G._ und Dr. H._ vom RAD
stammende juristische Begründung für ein Festhalten an der im Gutachten
angegebenen Arbeitsunfähigkeit von 50% ist dagegen unhaltbar. Eine andere
Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhalts hat nur dann keine IV-rechtlichen
Auswirkungen, wenn gestützt auf die erste medizinische Beurteilung formell
rechtskräftig verfügt worden ist und die zweite medizinische Beurteilung im Rahmen
eines Rentenrevisionsverfahrens abgegeben worden ist. In einem solchen Fall ist die
abweichende medizinische Beurteilung eines unveränderten medizinischen
Sachverhalts tatsächlich irrelevant, weil die für eine Revision zwingend notwendige
Veränderung des medizinischen Sachverhalts fehlt. Im vorliegenden Fall sind beide
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Thurgauer Klinik St. Katharinental im Rahmen des
Rentenrevisionsverfahrens abgegeben worden. Die zweite Arbeitsfähigkeitsschätzung
(60%) ist deshalb sehr wohl relevant. Sie weist sogar eine erheblich höhere
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Überzeugungskraft auf, da die erste Schätzung im Gutachten ohne die Kenntnis der
gültigen rheumatologischen Beurteilung abgegeben worden ist. Da das Gutachten vom
19. Februar 2008 und das Zusatzgutachten vom 17. Oktober 2008 die von der
höchstrichterlichen Rechtsprechung aufgestellten (und von der Beschwerdegegnerin in
der Ziffer III/4 der Beschwerdeantwort korrekt wiedergegebenen) Anforderungen an ein
Gutachten vollumfänglich erfüllen und da keine Arbeitsfähigkeitsschätzung eines
behandelnden Arztes vorliegt, die geeignet wäre, Zweifel an der Richtigkeit der
gutachterlichen Einschätzung zu wecken, steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest, dass die Beschwerdeführerin im Begutachtungszeitpunkt für eine adaptierte
Erwerbstätigkeit zu 60% arbeitsfähig gewesen ist. Da es keine Hinweise für eine nach
der Begutachtung eingetretene Verschlechterung gibt, steht auch für den
Verfügungszeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit von 60% fest.
2.4
Zu prüfen bleibt, ob diese "Erhöhung" des Arbeitsfähigkeitsgrades von 50% auf 60%
auf eine Veränderung des anspruchsbegründenden Sachverhalts, d.h. auf eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes, zurückzuführen ist. Die Liste der Diagnosen
ist nach der Zusprache der halben Invalidenrente länger geworden. Die ursprünglich
gestellten Diagnosen finden sich aber immer noch auf dieser Liste. Weder die nach
dem Erlass der Rentenverfügung erstellten Berichte, der behandelnden Ärzte noch das
Gutachten und das Zusatzgutachten lassen darauf schliessen, dass sich der
somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin tatsächlich verbessert hätte.
Der psychische Gesundheitszustand hat sich offenkundig verschlechtert. Es fehlt also
der medizinische Nachweis einer erheblichen, das Ansteigen des
Arbeitsfähigkeitsgrads von 50% auf 60% erklärenden Verbesserung des
Gesundheitszustands. Im Gegenteil ist zu vermuten, dass Dr. B._ im Jahr 2003, der
bereits damals äusserst pessimistischen Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin
teilweise Glauben schenkend, bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung selbst zu
pessimistisch gewesen ist. Wäre bereits damals eine unabhängige medizinische
Begutachtung erfolgt, hätte wohl ein höherer Arbeitsfähigkeitsgrad resultiert.
Ursächlich für die "Erhöhung" des Arbeitsfähigkeitsgrads von 50% auf 60% ist also
nicht eine Verbesserung des Gesundheitszustands, sondern eine abweichende
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Arbeitsfähigkeitsschätzung. Diese ist irrelevant, da das Revisionsverfahren dazu
bestimmt ist, eine laufende Rente einer nachträglichen Veränderung des
anspruchsbegründenden Sachverhalts anzupassen. Hier fehlt es an einer
nachträglichen Verbesserung des Gesundheitszustands, die eine Erhöhung des
Arbeitsfähigkeitsgrads und damit eine Herabsetzung der laufenden Rente rechtfertigen
würde. Dies schliesst es aus, die angefochtene Abweisung des Revisionsbegehrens
aufzuheben und durch eine revisionsweise Herabsetzung der laufenden halben auf eine
Viertelsrente zu ersetzen. Vielmehr ist die Abweisung des Revisionsgesuchs mit einer
anderen Begründung, nämlich mit dem Fehlen einer revisionsrechtlich relevanten
nachträglichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, zu bestätigen. Eine sogenannte
Wiedererwägung ex nunc (vgl. dazu etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli
2010, 9C_303/2010) kommt als Begründung für einen gerichtlichen
Herabsetzungsentscheid nicht in Frage, weil die angefochtene Verfügung keine
Veränderung der laufenden halben Invalidenrente angeordnet hatte, so dass die
wiedererwägungsweise gerichtliche Herabsetzung der laufenden halben auf eine
Viertelsrente nicht auf dem Weg der Begründungssubstitution bei unverändertem
Dispositiv erfolgen kann. Eine pendente lite vorzunehmende, auch das Dispositiv der
angefochtenen Verfügung ersetzende wiedererwägungsweise Rentenherabsetzung,
wie sie vorliegend notwendig wäre, ist vom Bundesgericht bisher noch nicht als
zulässig bezeichnet worden. Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass nicht
nachvollzogen werden kann, weshalb die Beschwerdegegnerin es bisher unterlassen
hat, die Beschwerdeführerin – nötigenfalls in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG –
dazu zu bewegen, sich einer medizinischen Eingliederung zu unterziehen. Die
Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ist nicht von einer Art, welche die
Rehabilitation zum vornherein ausschliessen würde.
3.
Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dem durchschnittlichen Verfahrensaufwand
entsprechend erweist sich praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als
angemessen. Diese Gerichtsgebühr wäre an sich von der vollumfänglich
unterliegenden Beschwerdeführerin zu entrichten. Zufolge der Gewährung der
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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unentgeltlichen Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin aber von der Bezahlung
dieser Gebühr zu befreien. Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse in der Zukunft
gestatten, wird die Beschwerdeführerin allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten
verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 Abs. 1 ZPO).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP