Decision ID: 4bbd748d-a998-4eff-bfff-d8206aa0a840
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
war seit dem
1.
Mai 2011 als Mit
arbeiter Wäscherei beim
Y._
Spital angestellt und über seinen Arbeitgeber
bei der
ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG
(ÖKK)
obligato
risch gegen die
Folgen von Unfällen versichert
, als er am
1
8.
Juli
2013
in sei
nem Hauswartstudio in der
Z._
Moschee mit einer Metallstange ins Gesicht geschlagen wurde,
woraufhin er rückwärts mit der Schulter auf eine Tischkante und anschliessend zu Boden fiel
(Unfallmeldung vom
22. Juli 2013
, Urk. 12/1;
Polizeirapport vom 2
1.
August 2013,
Urk. 12/8/3)
. Er
wurde nach der Einliefe
rung
durch die Sanität
gleichentags in
der
Notfallstation des Stadtspitals
A._
erstbehandelt
, wo
eine offene Nasenbeinfraktur sowie eine Kontusion der Brustwirbelsäule diagnostiziert wurden (Urk. 12/4/1)
.
In der Folge richtete die
ÖKK
Leistungen aus. Mit Verfügung vom
2
3.
Juli
2014 stellte
s
ie ihre
Unfall
versicherungsl
eistungen
(Taggeld und Heilkosten)
per 3
1.
Juli
2014
ein
(Urk. 12/39)
. Zur Begründung führte sie an,
die noch verbliebenen Beschwerden stünden nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis
(Urk. 12/39)
. Die hiergegen am
2
5.
August
2014
erhobene Einsprache (
Urk.
12/47/1-12
) wies die
ÖKK
mit
Einspracheentscheid
vom
23. Februar 2015
ab
(Urk. 12/58 = Urk. 2)
.
2.
Gegen
den
Einspracheentscheid
vom
2
3.
Februar 2015
erhob d
er
Versicherte am
26
.
März 2015
Beschwerde und beantragte, diese
r
sei aufzuheben und
es sei
en
ihm
weiterhin die gesetzlichen Leistungen nach dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
auszurichten. Zur Beurteilung der körperlichen und psychischen Unfallfolgen sei ein interdisziplinäres Gutachten zu erstellen.
Des
Weiteren beantragte er in pro
zessualer Hinsicht
die Bestellung einer unentgelt
li
chen Rechts
vertreterin in der Person von Rechtsanwältin
Britta Keller
(Urk. 1 S. 2).
In der
Beschwerdeantwort vom
28
.
April
2015 schloss die
ÖKK
auf Ab
weisung der Beschwerde
(Urk.
1
1
).
Mit Verfügung vom
30
.
April
2015 bewilligte
das hiesige Gericht
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsvertretung und stellte ihm die
Beschwerdeantwort
zu
(Urk.
13
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden
-
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
-
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die
Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vor
ge
nommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Un
fälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
I
m gesamten mittleren Bereich
kann ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen
Heilungs
verlaufes
. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise aus
schlag
gebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien heran
gezo
gen
werden. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwen
dig
keit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psy
chisch
be
dingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E.
6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.
2.1
Die ÖKK stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
der am
7.
August 2013 operativ versorgte Nasenbeinbruch sei geheilt
. Ebenso sei davon auszugehen, dass der physisch bedingte Lagerungsschwindel abge
heilt sei. Für den
Schwankschwindel
mit Gangunsicherheiten habe auf patholo
gisch-anatomischer und pathophysiologischer Grundlage keine Erklärung ge
funden werden können
(Urk. 2 S. 4
E. 2.4).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, habe bereits den
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1
8.
Juli 2013 und
den andauernden Beschwerden verneint (Urk. 2 S. 5 E. 2.5). Auf jeden Fall sei aber der adäquate Kausalzusammenhang in Anwendung der Psycho
-P
raxis zu verneinen, wobei das Unfallereignis als mittelschwer einzustufen sei
und keines der massgeblichen Kriterien zu bejahen sei
(Urk. 2 S. 5
f. E. 2.6 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte in seiner Beschwerde vor, seit der Nasenoperation im
C._
leide er an Schwindel. Nach der Straftat sei er zunächst zu 100
%
, ab September 2013 dann (bei einer Präsenzzeit von 80
%
) zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen. Nachdem er im März 2014 bei seiner Arbeit aufgrund einer Schwindelattacke gestürzt sei, sei er nun seit dem 2
4.
März 2014 wieder voll arbeitsunfähig geschrieben
. Nebst dem Schwindel leide er an tägli
chen starken Kopfschmerzen sowie an jeweils einige Minuten andauernden stechenden Rückenschmerzen. Bei der Arbeit am stärksten eingeschränkt sei er durch den Schwindel, welcher als
Schwankschwindel
beim Gehen sowie als Lagerungsschwindel in Form eines Drehschwindels auftrete
(Urk. 1 S. 4).
Dane
ben leide er an psychischen Beeinträchtigungen, insbesondere an einer post
trau
ma
tischen Belastungsstörung (Urk. 1 S. 5). Bis zur Straftat habe er nie an Schwin
del gelitten und die Ursache des Drehschwindels sei eine
C
ontusio
laby
rinthi
, eine
Innenohrschädigung infolge
eines stumpfen Schädeltraumas, also
unfall
bedingt
.
Die Ursachen des Schwindels
,
der Kopfschmerzen und des
Sub
stanzdefekts
im Gehirn seien weiter abzuklären (Urk. 1 S. 5 f
f
.).
Ferner brachte er Kritik am Gutachten von
Dr.
B._
an (Urk. 1 S. 7 f.). Bezüglich des adäquaten Kausalzusammenhangs führte er aus, es habe sich um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen gehandelt und das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände und der
besonderen Eindrücklich
keit sei ohne Weiteres zu bejahen. Zudem seien vier weitere Kriterien zu beja
hen: jenes der langandauernden ärztlichen Behandlung, jenes der körperlichen Dauerschmerzen, jenes des schwierigen Heilungsverlaufs sowie jenes der lang
andauernden und erheblichen Arbeitsunfähigkeit (Urk. 1 S. 8 ff.).
3.
3.1
Nachdem der Beschwerdeführer
am 1
8.
Juli 2013 in seinem Hauswartstudio in der
Z._
Moschee mit einer Metallstange ins Gesicht geschlagen w
o
rde
n war
, woraufhin er rückwärts mit der Schulter auf eine Tischkante und an
schliessend zu Boden fiel (Unfallmeldung vom 22. Juli 2013, Urk. 12/1;
Polizei
rapport
vom 2
1.
August
2013, Urk. 12/8/3), wurde er gleichentags in der
Notfall
s
tation
des Stadtspitals
A._
erstbehandelt. Die Ärzte diagnostizierten
eine offene Nasenbeinfraktur sowie eine Kontusion der Brustwirbelsäule
. In ihrem
Bericht hielten sie zudem fest, der Beschwerdeführer habe berichtet, gemäss
Fremda
namnese
kurz nicht ganz bei Bewusstsein gewesen zu sein.
Zwischen
zeit
lich sei er
aber wach, allseits orientiert und weise in der
Glasgow
Coma
Scale
(GCS)
einen Wert von 15 auf
(
Kurzbericht des Stadtspitals
A._
vom 18
.
Juli 2013;
Urk. 12/4/1).
Dem Arztzeugnis des Stadtspitals
A._
vom 2
8.
August
2013 ist zudem zu entnehmen, dass davon ausgegangen wurde, der Beschwerdeführer könne seine Arbeit voraussichtlich am 2
0.
Juli 2013 wieder aufnehmen (Urk. 12/5).
Des Weiteren wurde am 1
8.
Juli 2013 im Stadtspital
A._
, Institut für Radiologie, ein natives CT des
Neurocraniums
, der Nasennebenhöhlen sowie der Halswirbelsäule durchgeführt. Gestützt darauf wurde das Vorliegen einer intra
kraniellen Blutung oder einer Fraktur der Schädelbasis/Kalotte
sowie
der
Hals
wirbelsäule
verneint (
Bericht vom 19. Juli 2013
;
Urk. 12/6).
3.2
Nach
der
Reposition vom 2
9.
Juli 2013 betreffend die Nasenbeinfraktur klagte der Beschwerdeführer
anlässlich der Konsultation vom 18. November 2013
im
C._
, Klink für Ohren-, Nasen-, Hals- und
Gesichts
chirurgie
, über einen
Dreh
schwindel
nach links. Die Ärzte fan
den eine intakte Augenmotilität und keinen Nystagmus vor und erhoben einen nicht pathologischen KIT, einen unauffälli
gen Fingernaseversuch sowie
Arm
vorhalteversuch
. Weiter gaben sie an, der Rom
berg sei sicher gewesen und
d
er Unterberger Tretversuch unauffällig. Bei der Lagerung nach links habe sich ein
rotatorischer
Nystagmus nach links gezeigt, weshalb die Diagnose eines benig
nen paroxysmalen Lagerungsschwindels zu stellen sei (Urk. 12/12).
3.
3
Dr.
med.
D._
,
Facharzt
für Allgemeine
Innere Medizin, nannte in sein
em Zwischenbericht vom
2
2.
August 2013 zusätzlich die Diagnose einer
Schä
delkontusion
. Er gab an, die Nasenbeinfraktur sei geheilt, allerdings bestün
den ein ausgeprägter Drehschwindel und eine Gangunsicherheit. Der Beschwer
de
führer werde mit Analgetika sowie alle zwei Wochen mit Beratungen behan
delt und die voraussichtliche Dauer der Behandlung betrage ein bis zwei Monate
.
Seit dem 1
8.
Juli 2013 liege bis auf Weiteres eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
vor
(Urk. 12/
3).
3.
4
Am 2
9.
August 2013 wurde der Beschwerdeführer in der Abteilung für Neurolo
gie des Stadtspitals
A._
untersucht, nachdem er sich wegen eines persistie
renden Drehschwindels sowie einer Gangunsicherheit nach operativer Versor
gung
d
er offenen Nasenbeinfraktur vorgestellt hatte. Die Lagerungsprobe nach links fiel bei sonst intakten Hirnnerven positiv aus. Im Romberg und im Unter
berger wies der Beschwerdeführer bei Ablenkung keine Drehung oder
Fallnei
gung
auf, bei fehlender Ablenkung hingegen
ungerichtetes
Schwanken und
Fall
neigung
. Die Ärzte gelangten zum Schluss, es handle sich um eine multifa
k
torielle Schwindelsymptomatik. Einerseits bestehe ein ausgeprägter benigner paro
xysmaler Lagerungsschwindel am ehesten im Rahmen einer
Contusio
la
by
rynthi
, wobei die Beschwerden durch ein mehrfach durchgeführtes
Befrei
ungs
manöver
fast vollständig
abgeklungen seien
. Bei der Durchführung des
Befrei
ungsmanövers
dreimal täglich dreimal hintereinander während circa einer Wo
che sollten die Beschwerden vollständig
nachlassen
. Andererseits bestehe ein pho
bischer
Schwankschwindel
aufgrund einer Anpassungsstörung,
differential
diag
nostisch
aufgrund einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
.
Im Falle des
Anhalten
s
der Beschwerden trotz Physiotherapie mit Koordinations- und
Proprio
zeptions
training
sei dem Beschwerdeführer eine psychologische oder psycho
thera
peuti
sche Anbindung empfohlen worden
(
Bericht vom 30. August 2013,
Urk. 12/
9).
3.
5
Dr.
D._
berichtete am
7.
November 2013, trotz Physiotherapie bestünden weiter
hin deutliche Gang- und Gleichgewichtsstörungen bei Kopfbewegungen. Seit dem
3.
September 2013 sei
der Beschwerdeführer
noch zu 50
%
arbeitsun
f
ähig. Unfallfremde Faktoren lägen keine vor. Der Beschwerdeführer werde gegen
wärtig jede zweite Woche mit Physiotherapie behandelt. Es sei eine allmähliche Besserung und eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit eventuell ab An
fang Dezember 2013 zu erwarten.
Mit b
leibende
n
Nachteile
n sei
nicht zu
rechnen
(Urk. 12/10).
Dem Be
richt von
Dr.
D._
vom
6.
Dezember
2013 ist sodann
zu entnehmen, die
Gang
unsicherheit
infolge
des
Schwindel
s
sei langsam rückläufig. Die Behandlung werde voraussichtlich noch
drei Monate andauern. Bis am 1.
Dezember 2013
habe
die
Arbeitsunfähigkeit
bei 50
%
gelegen, seit
dem 2.
Dezember 2013 liege sie noch bei 20
%
(Urk. 12/
13).
Da diese Arbeits
fähigkeit nicht umsetzbar ge
wesen sei, habe er mit dem Arbeitgeber eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei 80%iger Anwesenheit vereinbart
(Urk. 12/
14).
3.6
Am 2
2.
Januar 2014 berichtete das USZ, bezüglich der Nasenbeinfraktur sei der Beschwerdeführer bei der letzten Verlaufskontrolle vom 1
0.
Januar 2014 bis auf einen leichten
D
ruckschmerz über dem Nasenrücken beschwerdefrei gewesen. Die Schwindelbeschwerden seien erneut mittels
Epley
-Manöver therapiert worden
(Urk. 12/
16).
3.
7
Am 2
4.
März 2014 gab
Dr.
D._
an, der Beschwerdeführer habe angegeben, das Befreiungsmanöver täglich zu machen. Unteressen sei
vor allem
die
Dreh
schwin
delkomponente
besser geworden, die Gangunsicherheit
werde
hingegen durch das Manöver nicht beeinflusst
(Urk. 12/
24).
3.8
Die psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
B._
erfolgte am 1
0.
April 2014
(Urk. 12/
25/1).
Dr.
B._
gab in seinem Gutachten vom
5.
Mai 2014 an, der Be
schwerdeführer habe
vor allem
über Schwindelsensationen geklagt. Zuerst sei es ein Drehschwindel gewesen, nun sei es eine Gangunsicherheit. Hin und wieder habe er starke Kopfschmerzen und er sei vergesslich geworden. Über psychische Probleme habe er nicht berichtet
(Urk. 12/
25/9). Anlässlich seiner Untersuchung fand
Dr.
B._
keine Hinweise für Störungen der Aufmerksamkeit oder des Ge
dächtnisses
(Urk. 12/
25/10). In seiner Beurteilung führte
Dr.
B._
aus, im Vorder
grund stehe zurzeit die Gangunsicherheit, die der Beschwerdeführer so be
schreibe, als ob er auf Watte gehen würde. Es fehle also mittlerweile der für eine
Contusio
la
byrinthi
typische benigne parox
ysmale Lagerungsschwindel, der in den Lehrbüchern als Drehschwindel beschrieben werde. Anscheinend führe der Beschwerdeführer auch keine Übungen gegen den benignen
Lagerungsschwin
del
durch. Dem Umstand, dass k
ein Drehschwindel mehr vorliege
, hätten die behandelnden Ärzte Rechnung getragen und den Schwindel mit dem Terminus „phobisch“ versehen und eine Anpassungsstörung respektive eine
posttrauma
tische Belastungsstörung
diskutiert
(Urk. 12/
25/11).
Die Kriterien für eine
post
traumatische Belastungsstörung
seien aber nicht erfüllt. Nun vorliegende be
einträchtigende psychische Symptome könnten nicht mehr kausal auf den Unfal
l zurückgeführt werden
(Urk. 12/
25/12
-13
).
Die Gangunsicherheit des Beschwer
de
führers müsse daher in Ermangelung einer hinreichenden neurologi
schen Erklärung als dissoziativ etikettiert werden. Dabei liege eine Mischform mit disso
ziativen
Bewegungsstörungen (ICD-10: F44.4) und dissoziativen
Emp
fin
dungsstörungen
(ICD-10: F44.6) vor. Bei dissoziativen Störungen, welche in unserem Kulturkreis nur noch selten vorkommen
würden
, jedoch in ander
e
n Kulturen noch gang und gäbe
seien
, lasse sich nur sehr
schwer feststellen, ob und in welchem Umfang die Funktionsverluste willkürlich kontrollierbar seien
. Grundsätzlich würden dissoziative Störungen dazu tendieren, innert Wochen bis Monaten abzuklingen
(Urk. 12/
25/14
-15
).
Dr.
B._
zog die Schlussfolgerung, dass keine unfallbedingte psychische Störung vorliege
. Die dissoziative Störung sei nur möglicherweise, nicht aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 1
8.
Juli 2013 zurückzuführen
(Urk. 12/
25/15
,
Urk.
12/25/18
).
Ferner wies
Dr.
B._
darauf hin, dass in einer rein sitzenden Tätigkeit schon länger wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe
(Urk. 12/
25/15,
Urk.
12/25/19).
3.
9
Dem Bericht des Stadtspitals
A._
vom 2
3.
April 2014 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe sich auf dem Notfall vorgestellt und über starke Kopf
schmerzen sowie Schwindel geklagt. Es sei ein CT des Schädels und der
Hals
wirbelsäule
durchgeführt worden, welches keine frische intrakranielle Blutung, keine frische Fraktur und keinen Hinweis auf ein chronische
s
Subduralhämatom
ergeben habe, jedoch den Verdacht auf eine Pansinusitis
(Urk. 12/
29).
Am 2
2.
Mai 2014 berichteten die Ärzte des Stadtspitals
A._
, Abt
eilung für Neurologie, klinisch-
neurologisch habe der Hirnnervenstatus als Normalbefund erhoben werden können, insbesondere seien keine positive Lagerungsprobe und kein Spontannystagmus zu finden gewesen. Die Koordinationsprüfung habe ein
ungerichtetes
Schwanken beim Gehen mit deutlich phobischer Komponente gezeigt. Romberg und Unterberger sowie freies Sitzen und Stehen seien ohne Einschränkung gewesen. Es sei die Diagnose eines phobischen
Schwank
schwin
dels
im Rahmen einer Anpassungsstörung,
differential
diagnos
tisch
einer
post
traumatische
n
Belastungsstörung
, zu stellen
(Urk. 12/
32.
1). Die
Unfall
kausalität
sei gegeben. Unter dem Titel „Diagnosen“ führten sie eine
posttraumatische
Be
lastungsstörung
mit phobischem
Schwankschwindel
(ICD-10: F43.1/R42) so
wie eine
n
Zustand nach einer
Contusio
labyrinthi
mit intermittierendem
Lage
rungs
schwindel
an
(Urk. 12/
32.2).
3.10
Dr.
med.
E._
,
F._
,
über
wies den Beschwerdeführer am 1
2.
August 2014 zwecks diagnostischer Einord
nung und Unterbreiten von Therapievorschlägen ans interdisziplinäre Zentrum für Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen des
C._
(Urk. 12/
49/3).
A
m 2
1.
August 2014
führte er
aus, seiner Ansicht nach
lägen in Bezug auf den
chronischen Schwindel unklare Befunde sowie eine unzureichende neurologi
sche
Beurteilung im Verlauf vor. Zwar würden gewisse Aspekte auf eine psy
chische Verarbeitung des Schwindels hinweisen, doch bestünden weiterhin Phänomene, die an einen organisch bedingten Schwindel erinnern würden. An
hand des
Schwin
deltagebuchs
habe sich gezeigt, dass keineswegs ein
ungerich
teter
Dauer
schwindel
vorliege, wie dies bei psychischen Beschwerden eher ty
pisch wäre
, sondern dass die Schwindelsymptomatik durch rasche
Körperbewe
gungen
ausgelöst werde
(Urk. 12/
47/17).
3.11
Die Ärzte des
C._
, Interdisziplinäres Zentrum für Schwindel und Gleichge
wichtsstörungen,
untersuchten den Beschwerdeführer am 26. Septem
ber sowie am
2.
Oktober 2014 und hielten zusammenfassend fest, klinisch und MR-radio
logisch zeigten sich keine eindeutigen Hinweise auf eine peripher-vestibuläre Ursache der Beschwerden. In der apparativen
Vestibularisdiagnostik
hätten sich diskrete Zeichen einer peripher-vestibulären Unterfunktion links gezeigt. Die Untersuchungsbedingungen seien allerdings bei teilweise psychischer Überla
gerung deutlich erschwert gewesen. Die Symptomatik sei einerseits im Rahmen einer möglichen peripher-vestibulären Unterfunktion links und andererseits im Rahmen einer vestibulären Migräne zu interpretieren, wobei sicherlich auch eine gewisse psychische Überlagerung eine Rolle spiele
(Urk. 12/
55).
3.12
Die Ärzte der
F._
hielten in ihrem Bericht vom 1
7.
November 2014 fest,
an
hand der Abwesenheit von Schwindel durch Lagerungsmanöver könnten per
sistierende intermittierende Schwindelattacken durch Lagerungsschwindel nicht ausgeschlossen werden
. Auch die Beurteilung im interdisziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen habe eine multifaktorielle Genese des
Schwankschwindels
ergeben
(Urk. 12/
56 S. 2).
Eine somatische, auf den Unfall zurückzuführende Ursache habe nicht ausgeschlossen werden könne
n
, vielmehr
sei eine peripher-vestibuläre Unterfunktion diskutiert worden, deren Zusam
men
hang mit einem Unfallereignis noch
neurologischerseits
zu beurteilen bleibe, neben allfälligen psychischen Ursachen
(Urk. 12/
46 S. 3).
Aufgrund des multi
fak
toriellen Schwindels sowie der psychischen Erkrankung mit depressiven Symptomen bestehe eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit
. Die
Schwindel
symptome
träten im Übrigen auch bei sitzenden Tätigkeiten auf
(Urk. 12/
56 S. 3).
Am 1
9.
Januar 2015 gaben die Ärzte der
F._
an,
bis zum gegenwärtigen Zeit
punkt bestehe im angestammten Bereich keine Arbeitsfähigkeit
(Urk.
3 S. 1 und
S. 8). In einer stark angepassten Tätigkeit sei im Rahmen einer beruflichen Mass
nahme eine Tätigkeit in einem Ausmass von drei Stunden pro Tag mit verringerter Leistungsfähigkeit möglich
(Urk.
3 S. 1 und S. 9).
Die Ursache der
Arbeitsunfähigkeit
liege in Krankheit sowie Unfall. Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die folgenden Diagnosen:
Schwindel und Taumel (ICD-10: R42) wahrscheinlich gemischter Genese:
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (ICD-10: H81.1),
differen
tialdiagnostisch
komorbid
multifaktorieller
Schwankschwindel
bei Zustand nach
Contusio
labyrinthi
mit möglicher peripher-vestibulärer Ursache bei Unterfunktion links, Differentialdiagnose vestibuläre Migräne
beziehungsweise zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auszuschliessen
den psychiatrischen Anteilen im Sinne von zum Beispiel ICD-10: F44.7
Verdacht auf
komorbiden
dissoziativen Schwindel (ICD-10: F44.7)
leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1)
Tinnitus
aurium
rechts mehr als links (ICD-10: H93.1).
Die psychiatrischen Diagnosen seien bestehend seit Juli 2013, ausser bei der leichten depressiven Episode sei der Beginn unklar
(Urk.
3 S. 2).
Des Weiteren führten sie in ihrer Beurteilung aus, die Schwindelsymptomatik sei unabhängig von ätiologischen Überlegungen erheblich ausgeprägt und führe zu einer Be
einträchtigung in praktisch allen Bereichen des Alltags. Einhergehend mit dem Schwindel bestünden häufige und nur schlecht auf übliche Analgetika anspre
chende Kopfschmerzen sowie ein Tinnitus, der den Beschwerdeführer im Alltag beeinträchtige, ablenke und affektive Reaktionen auslöse. Ausserdem bestünden einige Hinweise für das Vorliegen einer prolongierten
posttraumatische
n
Belastungsstörung
, die möglicherweise aufgrund der subjektiv im Vordergrund stehenden Schwindelsymptomatik schlecht greifbar sei
(Urk.
3 S. 6).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob
beim Beschwerdeführer organisch nachweisbare
Un
fallfolgeschäden
bestehen. Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwer
deführer beim
Ereignis vom 1
8.
Juli 2013
eine Nasenbeinfraktur sowie eine Kontusion der
Brustwirbelsäule
erlitten hat
. Der Wert auf der GCS betrug 15
(Urk. 12/4/1
).
Eine intrakranielle Blutung oder eine Fraktur der Schädelbasis oder
der Kalotte lagen nicht vor
(Urk. 12/
6).
Die Nasenbeinfraktur war
bereits am 2
2.
August
2013 und erst recht
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
- allenfalls
abgesehen von einem nicht
behandlungsbedürftigen
und nicht einschränkenden
leichten
Druckschmerz
über dem Nasenrücken -
beschwerdefrei und
vollständig verheilt
(Urk. 12/
3,
Urk.
12/16
).
Die
erlittene
Kontusion der
Brustwirbelsäule
wurde nie mit andauernden Beschwerden in Zusammenhang gebracht.
4.2
Der Beschwerde
führer klagt
e auch über den Fallabschluss hinaus
über
Schwin
del.
Als
wahrscheinlichste
Ursache für den
benignen paroxysmalen
Lagerungs
schwindel
(ICD-10: H81.1) wurde eine
Contusio
labyrinthi
nach traumatischer Nasenbeinfraktur
an
gesehen
(Urk. 12/
9)
.
Bereits am 3
0.
August 2013 waren die daraus resultierenden Beschwerden laut den Ärzten des Stadtspitals
A._
, Abteilung für Neurologie, dank eines mehrfach durchgeführten
Befreiungsma
nö
vers
fast vollständig sistiert
. Weiter gingen sie davon aus, dass die Beschwer
den komplett verschwinden würden, wenn der Beschwerdeführer das
Befrei
ungsmanöver
während circa einer Woche dreimal täglich dreimal hintereinan
der durchführen werde
(Urk. 12/
9/1).
Dr.
D._
bestätigte am 2
4.
März 2014, dass die Drehschwindelkomponente besser geworden sei
(Urk. 12/
24).
Auch bei
Dr.
B._
berichtete der Beschwerdeführer, dass zuerst ein Drehschwindel vorge
legen habe, nun hingegen eine Gangunsicherheit vorhanden sei
und im Vorder
grund stehe
(Urk. 12/
25/9,
Urk.
12/25/11).
Am 2
2.
Mai 2014 fiel denn auch die
in der neurologischen Abteilung des Stadtspitals
A._
durchgeführte
Lage
rungsprobe
- im Gegensatz zur Voruntersuchung vom
2
9.
August
2013
(Urk. 12/
9
/1
) - nicht mehr positiv aus
(Urk. 12/
32.1).
Bei der Frage nach den zu stellenden Diagnosen nannten die Ärzte dementsprechend einzig noch einen phobischen
Schwankschwindel
im Rahmen einer Anpassungsstörung oder differentialdiagnostisch im Rahmen einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
(Urk. 12/
32.1).
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die ÖKK
beim
Fallabschluss per Ende Juli 2014 davon ausging, dass der
Lagerungs
schwindel
sich nicht mehr beeinträchtigend aus
wirkte
und nicht mehr
behand
lungs
be
dürftig
sei
.
Ein Lagerungsschwindel w
urde
denn
auch
im Bericht
des inter
dis
ziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichts
störungen des
C._
vom
3.
November 2014
nicht mehr diagnostiziert
beziehungsweise wurde ledig
lich ein Status nach benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel links erwähnt
(Urk. 12/
55/1
).
4.3
Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Beschwerde weitere Abklärungen
bezüglich der Schwindelursachen, des Fortbestehens des physisch verursachten
Lagerungsschwindels, der Kopfschmerzen, des anlässlich der radiologischen Unter
suchung des Stadtspitals
A._
vom 2
3.
April 2014
(Urk. 12/
29/3) er
wähnten
Substanzdefekts im Gehirn
sowie bezüglich der psychischen Be
schwer
den
(Urk.
1 S.
2 und S. 5
ff.
).
Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall
folgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei ange
wendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E.
5.1 mit Hinweisen
). Beim Beschwer
deführer konnten jedoch mit appa
ra
tiven/bildgebenden Abklärungen keine
Unfallfolgen ausgemacht werden, obwohl
er ausführlich abgeklärt wurde:
U
nmittelbar nach dem Unfall
wurde
ein CT des
Neurocraniums
, der Nasennebenhöhlen und der
Halswirbelsäule
durch
geführt
(Urk. 12/
6)
und
am 23.
April 2014 eines des Schädels sowie der
Halswir
belsäule
(Urk. 12/
29)
.
D
er Beschwerdeführer wurde wiederholt neurologisch un
tersucht
(Urk. 12/
9 und
Urk.
12/32) und er wurde im interdisziplinären Zentrum für Schwinde
l- und Gleichgewichtsstörungen des
C._
abgeklärt
(Urk. 12/
55
). Die medizinischen Fachpersonen fanden dennoch
keine
unfallbedingten
soma
ti
schen Schädigungen
vor und es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass weitere
Abklärungen andere Erkenntnisse erbrächten
. Beim Substanzdefekt links
occipital
ist kein Zusammenhang mit den geklagten Beschwerden ersichtlich, zumal er in den Diagnosen - anders als beispielsweise die Nasenbeinfraktur - nicht erwähnt wurde
(Urk. 12/
29/1). Ohnehin
wurde er nur
differentialdiag
nos
tisch
als
pos
tischämisch
oder posttraumatisch beurteilt
(Urk. 12/
29/3). Dafür, dass seine Unfallkausalität
eruierbar
wäre, liegen keine Hinweise vor
.
Wegen einer psychischen Überlagerung vermochten die Ärzte
des interdisziplinären Zent
rums für Schwindel und Gleichgewichts
störungen
sodann
nicht klar auszu
machen, ob der Schwindel auch eine
somatische Komponente in Form von einer peripher-vestibulären Unterfunktion links hatte. Da aber weder klinisch noch MR-radio
logisch eindeutige Hinweise dafür vorhanden waren,
ist es nachvoll
ziehbar, dass die mögliche peripher-vestibuläre Unterfunktion links nicht als wahrschein
lichste Ursache angesehen wurde
(Urk. 12/
55/1-2)
. Dass aus einer weiteren Ab
klärung klarere Erkenntnisse gewonnen werden könnten, ist nicht ersichtlich. Nach dem Gesagten waren w
eitere Abklärungen nicht ang
e
zeigt.
4.4
Mangels
objektiv ausgewiesener organis
cher Unfallfolgen, bei klinisch-
neurolo
gisch normalem Hirnnervenstatus ohne positive Lagerungsprobe sowie bei feh
len
dem Spontannystagmus und fehlenden Beeinträchtigungen beim Romberg, dem Unterberger, beim freien Sitzen und Stehen sowie bei deutlich phobischer Komponente bei der Koordinationsprüfung
(Urk. 12/
32.1) ist es nachvollziehbar, dass der verbliebene
Schwankschwindel
als phobischer im Rahmen einer
An
passungsstörung
oder
einer
posttraumatische
n
Belastungs
störung
interpretiert wurde
(Urk. 12/
32
.1
).
Nach dem Gesagten steht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit fest, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen mehr vorlagen.
D
ie
Adäquanz
des
i
m Vor
dergrund
stehenden phobischen
Schwankschwindels
,
d
ie Adäquanz der
übrigen psychi
schen Beschwerden
und der kein klares organisches Korrelat aufweisenden Kopf
schmerzen
ist nach der Psycho-Praxis
(BGE 115 V 133)
,
folglich unter Aus
schluss psychischer Aspekte (BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hin
weis auf BGE 115 V 133),
zu prüfen
(vorst
ehend
E.
1.5)
.
5.
5.1
Die
ÖKK
stufte den Unfall als mittelschwer ein
(Urk.
2 S.
5
).
T
ätliche Ausei
nan
dersetzungen
werden
in der Regel
von der Rechtsprechung
dem eigentlich
en
mittleren Bereich
mittelschwere
r
Unfälle
zugeordnet
(Urteil des Bundesgerichts
8C_893/2012
vom 1
4.
März 2013, E. 4.1 und 4.2).
Als mittelschwer im engeren Sinn wurde beispielsweise der Unfall qualifiziert, bei welchem
ein
V
ersichert
er
von zwei anderen Männern mit Fäusten und einem
Base
ballschläger
bewaffnet tätlich angegriffen und verletzt wurde
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_681/2010 vom
3.
November 201
0, E. 6.2
).
Der Beschwerdeführer wandte ein, wie im Urteil des Bundesgerichts
U 382/06 vom
6.
Mai 2008
sei der Unfall als mittelschwer im Bereich zu den schweren Unfällen einzustufen
(Urk.
1 S.
8 f.
).
Im erwähnten Fall wurde die versicherte Person nachts in der eigenen Wohnung von zwei maskierten Männern über
fallen und mit einem harten Gegenstand niedergeschlagen. Das Bundesgericht stufte das Ereignis als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren ein und begründete dies mit dem augenfälligen Geschehensablauf (E. 4.3). Auf die Nennung konkreter Kriterien oder auf eine Abgrenzung zu anderen oder ähnlich gelagerten Vorfällen verzichtete das Gericht.
Vorliegend wurde der Beschwerdeführer in zu diesem Zeitpunkt öffentlich zu
gänglichen Räumen, in welchen auch andere Personen anwesend waren, von einer Person mit einem Stockschlag ins Gesicht tätlich angegriffen, nachdem er den Täter bereits früher am Tag in seiner Eigenschaft als Hauswart einer Moschee weggewiesen hatte (vgl. im Detail zum Ereignishergang nachfolgende E. 5.2.1). Die beiden Sachverhalte sind nicht miteinander vergleichbar.
Mit Blick auf die Kasuistik zu den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren - denen gravierendere Ereignishergänge als vorliegend zu Grunde
liegen (vgl. Alexandra
Rumo-Jungo
, André P. Holzer, Rechtsprechung des Bun
des
gerichts zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich 2012,
S.
67 f.) - erweist sich die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Eintei
lung nicht als unangemessen, weswegen diese nicht zu korrigieren ist.
Dies hat zur Folge, dass zur Bejahung der Adäquanz drei der massgeblichen Kriterien erfüllt sein müssen (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010, E. 4.5)
oder eines ausgeprägt erfüllt sein muss, wobei das aus
geprägte Erfüllen eines Kriteriums vom Bundesgericht nur mit grösster Zurück
haltung angenommen wird (
Rumo-Jungo
/Holzer,
a.a.O.
, S.
63).
5.2
5.2.1
Bei der Beurteilung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumstände respektive der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 20. November 2008, E. 5.2).
Den Vorfall vom 18. Juli 2013 schilderte der Beschwerdeführer im Detail in der Befragung durch die Stadtpolizei Zürich vom 22. Juli 2013. Er gab an, die Moschee, in der er Hauswart sei, verfüge über Gebetsräumlichkeiten für Frauen. Diese Räumlichkeiten dienten ihm gleichzeitig als Wohnung. Am Tag des Vorfalls hätten sich gegen 18.15 Uhr betende Frauen darin aufgehalten und er selber habe an seinem Computerarbeitsplatz gesessen und telefoniert. Im weiteren Verlauf habe ein Mann, der bereits am Vormittag dieses Tages in der Moschee unangenehm aufgefallen sei und den er weggewiesen habe, den Raum betreten. Er habe diesen erneut weggewiesen und sich von ihm abgewandt. Der Mann habe der Aufforderung keine Folge geleistet. Als er sich dem Mann wieder habe zuwenden wollen, habe ihm dieser unvermittelt mit einer metal
lenen Stange einen Schlag ins Gesicht versetzt, woraufhin er gestürzt sei (Urk. 12/8/6).
Das Vorliegen von besonders dramatischen Begleitumständen oder eine beson
dere Eindrücklichkeit des Unfalls sind aufgrund des geschilderten Unfallher
gang
s zu verneinen. Zwar wurde der Beschwerdeführer unvermittelt ange
griffen, je
doch nicht brutal überfallen. Der Vorfall ereignete sich zwar in Räum
lichkeiten,
die dem Beschwerdeführer zu Wohnzwecken dienten, jedoch betraten diese regel
mässig - so
auch im Tatzeitpunkt - betende
Gläubige, mithin han
delte es sich auch um öffentlich zugängliche Räume. Der Eindruck von
Lebens
bedrohlichkeit
wohnte dem Vorfall nicht inne. Auch der Beschwerdeführer erwähnte nichts Entsprechendes. Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist nicht erfüllt.
5.2.2
Der Beschwerdeführer erlitt zwar
eindeutige
Verletzungen, jedoch korrespon
dier
ten diese mit der Unfallschwere
und sie fielen nicht besonders schwer aus
(vgl. vorstehende E.
4). Zu prüfen ist deren Eignung
,
eine psychische Fehlent
wicklung auszulösen. Das gilt namentlich für die Schwindelproblematik. Die Nasenbeinfraktur und die Kontusion der Brustwirbelsäule heilten rasch ab. Auch die Schwindelproblematik, als Folge der
Contusio
labyrinthi
, besserte sich im weiteren Verlauf. Spätestens gegen Ende Mai 2014 liessen sich keine auf eine organische Ursache zurückzuführenden Befunde mehr erheben (vgl. vorstehende E. 4.1-2). Der auf die organischen Unfallfolgen entfallende Heilungsverlauf zog sich somit über weniger als ein Jahr hin. Die mit der
Contusio
labyrinthi
zu
sammenhängende Schwindelproblematik erwies sich zunächst zwar als hart
näckig,
jedoch liess sich mittels geeigneter ärztlicher Behandlung auch hier kontinuierlich eine Besserung erzielen. Die Eignung der erlittenen Verletzungen
,
eine psychische Fehlentwicklung auszulösen
,
ist damit zu verneinen
5.2.3
Die organisch ausgewiesenen Unfallfolgen verheilt
en postoperativ kompli
ka
tions
los und bedurften keiner ungewö
hnlich langen ärztlichen Behand
lung.
Die Nasenbeinfraktur war
im
August
2013 bereits
weitgehend
abgeheilt (
E. 3.3 vor
stehend)
und war in der Folge nicht mehr weiter zu behandeln (vgl. auch E. 3.6
vorstehend)
.
D
ie Kontusion der Brustwirbelsäule bedurfte
k
einer Be
handlung und
der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel konnte
bis Mai
2014 behoben werden. Die Problematik erforderte bereits davor keine andauernde ärztliche Behandlung mehr,
sondern lediglich die Durchführung von Lagerungsmanövern (vorst
ehende E. 4.2
). Nach dem Gesagten ist auch dieses Kriterium zu verneinen
.
5.2.4
Rechtsprechungsgemäss sind psychische Beschwerden bei der Beurteilung des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen auch dann nicht zu berücksichti
gen, wenn diese körperlich imponieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom
9.
April
2009, E.
4.6).
Da die noch geklagt
en Beschwerden durch ein psy
chi
sches Geschehen unterhalten werden, hat die Beschwerdegegnerin auch diese
s Kriterium zu Recht als nicht erfüllt erachtet.
5.2.5
Aus den Akten ergeben sich sodann keinerlei Hinweise auf eine ärztliche
Fehl
behandlung
.
5.2.6
Mangels des Auftretens von erheblichen Komplikationen und bei einem bezüg
lich der körperlichen Verletzungen
weitgehend
unauffälligen Heilungsverlauf ist das Krite
rium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplika
tionen ebenfalls zu verneinen.
5.2.7
Zu prüfen bleiben Grad und Dauer der
physisch bedingten
Arbeits
un
fähigkeit.
Bejaht wurde dieses Kriterium
in der Rechtsprechung
bei einer vollen Arbeits
un
fähigkeit sowohl in an
gestammter als auch in angepasster Tätigkeit während fast drei Jahren (Urteil des Bundesgerichts 8C_116/2009, E. 4.6).
Nachdem die physischen Unfallfolgen
im Mai 2014
bereits nahezu vollständig verheilt waren (vgl. insbesondere E
.
4.2
vorstehend)
,
ist die hernach noch attestierte Arbeitsun
fähigkeit nicht als physisch bedingte zu werten,
weshalb auch dieses Kriterium zu verneinen ist.
5.2.8
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben relevanten Kriterien
keines
erfüllt
ist
. Zur Bejahung der Adäquanz allfälliger noch vorhandener
un
fallbedingter
Beschwerden genügt dies bei einem mittelschwe
ren Unfall im
en
geren Sinn
nicht. Damit fehlt es an der Adäquanz eines Kausalzusammen
hangs zwischen dem Unfallereignis vom
18.
Juli 2013
und den über den
Fallabschluss
hinaus geklagten, organisch
nicht hinreichend nachweisbaren
Beschwerden.
Somit lagen im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine
adäquat kausalen Unfallfol
gen mehr vor, wes
halb der Fallabschluss
weder
verfrüht war
noch
über den
Fall
abschluss
hinaus
eine weitergehende Leistungs
pflicht der
Beschwerde
geg
nerin
besteht.
Die Beurteilung der natürlichen Kausalität der verbliebenen Be
schwerden erübrigt sich angesichts des Fehlens eines adäquaten Kausalzu
sammenhangs.
Der angefochtene
Einsprach
eent
scheid
erweist sich deshalb als zu
treffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Mit Kostennote vom
7
.
Mai
201
5
(Urk. 1
6
) machte die unentgeltliche
Rechtsver
treterin
des Beschwerdeführers einen Aufwand von
9
Stunden
und 25 Minuten
sowie
Fr.
22.10
Barauslagen geltend.
Insgesamt
ist d
er geltend gemachte Auf
wand der Bedeutung der Streitsache
sowie den
Schwierigkeiten des Prozesses angemessen
. Daraus resultiert bei
einem
gerichtsüblichen
Stunden
an
satz von
Fr.
2
2
0.--
eine Entschädigung von Fr.
2‘261.25
(
Fr.
2‘071.65
zuzüglich
Bar
auslagen
von
Fr.
22.10
und
Mehrwertsteuer von 8
%
)
.
Die unentgeltliche
Rechts
vertreterin
ist demgemäss für ihre Bemühungen und Barauslagen mit
Fr. 2‘261.25 (Mehrwertsteuer inbegrif
fen) aus der Ge
richtskasse zu entschädi
gen.
Der Beschwerdeführer
ist
auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hin
zuweis
en.