Decision ID: ad8abe68-cb09-4533-9922-8847ac556bd8
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Tätigkeit als Geschäftsführer
und Bodenleger der Firma B._ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit
Bagatellunfallmeldung UVG vom 11. Dezember 2013 meldete die Arbeitgeberin der
Suva einen Unfall. Der Versicherte sei am 6. Dezember 2013 beim Skifahren mit den
Skiern an einer unter dem Pulverschnee liegenden Eisscholle hängen geblieben und auf
den Bauch sowie das Gesicht gestürzt. Es habe eine Erstbehandlung im Spital C._
stattgefunden (Schaden-Nr. XXXXXX; Suva-act. II/1).
A.b Mit Schadenmeldung UVG vom 12. Dezember 2014 meldete die Arbeitgeberin ein
neues Unfallereignis. Der Versicherte habe an selbigem Tag bei der Arbeit beim
Hinuntersteigen einer Treppe einen Fehltritt gemacht und dabei einen Zwick im Rücken
verspürt. Die Schmerzen seien so stark gewesen, dass er kaum mehr habe gehen
können, worauf ihn sein Vater in die Klinik D._ gebracht habe (Schaden-Nr. XXXXXX;
Suva-act. I/1). Der diensthabende Arzt in der Notfallaufnahme diagnostizierte eine
akute Lumbalgie. Eine Fraktur wurde radiologisch ausgeschlossen. Eine intravenöse
Analgesie brachte eine deutliche Besserung der Schmerzen, so dass der Versicherte
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unter Abgabe von Medikamenten am Nachmittag nach Hause entlassen werden konnte
(Suva-act. I/30). Noch am gleichen Abend wurde er erneut wegen starker
Rückenschmerzen in der Notfallaufnahme der Klinik D._ vorstellig. Die Medikamente
hatte er wegen Magenkrämpfen und Erbrechen nicht mehr eingenommen. Nachdem
die Laboruntersuchungen bis auf eine Ketonurie bzw. einen erhöhten Kreatininwert
unauffällig gewesen waren, wurden die Beschwerden des Versicherten weiterhin als
Lumbago gewertet. Unter einer teilweise neuen analgetischen Therapie gingen die
Schmerzen deutlich zurück und der Versicherte konnte selbigen Abends wieder nach
Hause entlassen werden (Suva-act. I/9-4 f.). Stärkste Schmerzen im Bereich der
rechten Flanke und des Unterbauchs sowie Übelkeit machten am 13. Dezember 2014
erneut eine Konsultation in der Notfallaufnahme der Klinik D._ erforderlich. Weil diese
Schmerzen nicht mehr durch ein Wirbelsäulentrauma zu erklären waren und klinisch
der Verdacht auf eine akute Appendizitis mit ansteigenden Entzündungsparametern
bestand, wurde zur weiteren Diagnostik eine CT-Untersuchung des Abdomens in der
Radiologie der Klinik D._ durchgeführt. Dieses zeigte einen partiellen Niereninfarkt
rechts bei Nierenarteriendissektion bei einer doppelten Nierenarterie rechts, worauf der
Versicherte bei der Diagnose Niereninfarkt rechts (KM-CT 13. Dezember 2014 mit
Perfusionsausfall von etwa 1/3 des Nierenparenchyms) mit akuter Niereninsuffizienz
(aktuell Kreatinin 131) und anamnestisch sowie klinisch keiner Thrombose-/
Embolienprädisposition gleichentags in die Klinik für Nephrologie des Kantonsspitals
St. Gallen (nachfolgend: KSSG) verlegt wurde (Suva-act. I/9-1 ff., I/11).
A.c Mit Bericht vom 22. Dezember 2014 bestätigten die Ärztinnen der Klinik für
Nephrologie des KSSG nach Durchführung einer Arteriographie der Arteria renalis
rechts, einer Echokardiographie sowie einer angiologischen Untersuchung die
Diagnosen eines akuten Niereninfarkts rechts am 12. Dezember 2014 bei
Nierenarteriendissektion und einer Niereninsuffizienz, am ehesten nach
Dezelerationstrauma vor einem Jahr und Zusatztrauma vor 1 Woche. Der Versicherte
habe berichtet, bereits vor einem Jahr einen schweren Skiunfall erlitten zu haben.
Damals sei es zu einem stumpfen Bauch-/Flankentrauma gekommen. Vor einer Woche
habe er auf der Treppe einen Fehltritt gemacht, habe sich jedoch noch abfangen
können und sei dabei mit der Flanke an eine Wand geprallt. Im Rahmen der
Ursachenforschung hätten sich klinisch und anamnestisch keine Thrombose- oder
Embolieprädisposition und keine Herzrhythmusstörungen gezeigt. Nikotinkonsum als
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Risikofaktor habe ebenfalls ausgeschlossen werden können. Ebenso seien eine
Thrombophilie- und Vaskulitis-Abklärung unauffällig gewesen und echokardiographisch
sowie duplex-sonographisch hätten sich auch bei der linken Nierenarterie keine
Hinweise für das Vorliegen einer Arteriosklerose ergeben. Es werde daher am ehesten
von einer Nierenarteriendissektion im Rahmen des schweren Dezelerationstraumas vor
einem Jahr ausgegangen. Der Versicherte werde für eine Standortbestimmung der
extrakraniellen hirnversorgenden Arterien, insbesondere zum Ausschluss einer
fibromuskulären Dysplasie, nochmals für eine duplexsonographische Untersuchung
aufgeboten. Der Versicherte hatte sich bis am 19. Dezember 2014 in der Klinik für
Nephrologie des KSSG aufgehalten (Suva-act. I/13). Anlässlich der am 27. Januar 2015
in der Klinik für Angiologie des KSSG durchgeführten Duplexsonographie der
extrakraniellen hirnversorgenden Arterien beidseits zeigten sich keine
Gefässveränderungen, insbesondere keine Hinweise für eine fibromuskuläre Dysplasie
(Suva-act. I/18).
A.d Inzwischen hatte der Versicherte der Suva anlässlich eines Telefongesprächs vom
9. Januar 2015 geschildert, er sei am 12. Dezember 2014 während der Arbeit
ausgerutscht (ca. 3 Stufen hinunter). Er habe einen Sturz vermeiden können, weil er
vorwärts an der Wand aufgeprallt sei (Suva-act. I/10).
A.e Am 19. Januar 2015 fand in der Klinik für Nephrologie des KSSG eine
Verlaufskontrolle statt. Im Untersuchungsbericht vom 21. Januar 2015 hielten die
Ärztinnen bzw. Ärzte einen positiven Verlauf bei Status nach akutem Niereninfarkt
rechts bei wahrscheinlich posttraumatischer Nierenarteriendissektion rechts am 12.
Dezember 2014 fest (Suva-act. I/46).
A.f Mit ärztlicher Beurteilung vom 23. Januar 2015 verneinte die Kreisärztin der Suva,
med. pract. E._, Fachärztin für Chirurgie FMH, einen überwiegend wahrscheinlichen
Kausalzusammenhang zwischen der Nierenarteriendissektion und dem aktuellen
Bagatelltrauma vom 12. Dezember 2014. Hinsichtlich des Ereignisses vom 6.
Dezember 2013 seien zu wenig Angaben vorhanden (Suva-act. 14).
A.g Am 18. Februar 2015 wurde der Versicherte von der Suva zum Hergang der
Ereignisse vom 12. Dezember 2014 und 6. Dezember 2013 und zum Heilverlauf der
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Nierenproblematik befragt. Der Versicherte berichtete ausserdem, dass er während des
Spitalaufenthalts zunehmend belastungsabhängige Beschwerden im Bereich des
rechten Ellbogens verspürt habe. Diesbezüglich werde er nun durch Dr. med. F._,
Orthopädie G._, abgeklärt (Suva-act. I/19). Die Suva ersuchte hierauf das Spital
C._ sowie Dr. F._ um Zustellung von Berichten betreffend die Behandlung infolge
des Ereignisses vom 6. Dezember 2013 bzw. die Ellbogenproblematik rechts (Suva-act.
I/20 ff.). Am 26. Februar 2015 ging bei der Suva ein Bericht der Klinik Chirurgie-
Orthopädie des Spitals C._ vom 6. Dezember 2013 mit der Diagnose RQW
Unterlippe rechts ein. Laut Bericht war damals eine Wundversorgung durchgeführt und
eine Tetanusimpfung verabreicht worden. Anamnestisch war festgehalten, der
Versicherte sei auf der Piste beim Gehen gestürzt und mit dem Gesicht auf eine
Eisfläche gestürzt. Eine Bewusstlosigkeit oder Amnesie habe nicht festgestellt werden
können, hingegen habe der Versicherte über Schmerzen im Bereich der Lippe, Nase,
des rechten Jochbogens und im kranialen Anteil der linken Rippen geklagt. Als
Befunde waren zwei RQW der Unterlippe rechts (1.5cm und 0.5cm messend), ohne
erkennbare tieferliegende Strukturen, eine Schürfwunde auf dem Nasenrücken und
eine Kontusion des Jochbogens rechts mit Hämatom aufgeführt. Das Ergebnis einer
grobkursorischen neurologischen Untersuchung war laut Bericht unauffällig und der
Thorax war stabil, indolent und ohne Kontusionsmarken gewesen (Suva-act. I/23, II/4).
Am 4. März 2015 berichtete Dr. F._ hinsichtlich der Ellbogenproblematik rechts. Er
habe den Versicherten am 18. Februar 2015 in seiner Sprechstunde gesehen. Als
Diagnose hielt er eine posttraumatische Epikondylitis humeri radialis fest (Suva-act. I/
27).
A.h Am 17. März 2015 nahm med. pract. E._ in einer ärztlichen Beurteilung zur
Unfallkausalität der beklagten Beschwerden (Niere und Ellbogen) Stellung (Suva-act. I/
32). Gestützt auf die kreisärztlichen Ausführungen eröffnete die Suva dem Versicherten
mit Verfügung vom 18. März 2015, dass die Nierenbeschwerden nicht überwiegend
wahrscheinlich auf den Unfall vom 12. Dezember 2014 zurückzuführen seien. Ebenso
bestehe kein Zusammenhang mit dem geschilderten Ereignis vom 6. Dezember 2013.
Die Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig. Für die seit 12. Dezember 2014
andauernden Ellbogenbeschwerden könnten hingegen die vollumfänglichen
Versicherungsleistungen entrichtet werden (Suva-act. 33).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 18. März 2015 erhob der Versicherte am 23. März 2015
im Rahmen einer mündlichen Vorsprache bei der Suva Einsprache. Die
Nierenverletzung sei seines Erachtens sowohl auf den Unfall vom 6. Dezember 2013
als auch auf denjenigen vom 12. Dezember 2014 zurückzuführen (Suva-act. I/40). Der
Versicherte reichte einen Bericht der Klinik für Angiologie des KSSG vom 13. März
2015 betreffend das Ergebnis einer elektiven angiologischen bzw. sonographischen
Kontrolluntersuchung vom 12. März 2015 (Suva-act. I/41) sowie eine Bestätigung von
Dr. med. H._, Ärztlicher Leiter Notfallaufnahme, Klinik D._, vom 19. März 2015 ein,
dass retrospektiv die Ätiologie des Niereninfarkts rechts durch eine
Nierenarteriendissektion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit posttraumatisch
bedingt sei. Wie bereits von den Kollegen des KSSG vermutet, sei die Nierenverletzung
im Rahmen des Dezelerationstraumas vor einem Jahr und des zusätzlichen Traumas
vom 12. Dezember 2014 nach einem Fehltritt passiert (Suva-act. I/42).
B.b Am 23. März 2015 sprach der Versicherte erneut bei der Suva vor, schilderte den
Unfall vom 6. Dezember 2013 und erklärte sich mit der Verfügung vom 18. März 2015
nicht einverstanden (Suva-act. I/43).
B.c Mit E-Mail vom 7. April 2015 gelangte der vom Versicherten beauftragte
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. F. Dahinden, St. Gallen (Suva-act. I/50) mit dem
Hinweis an die Suva, dass die Berichterstattung des Spitals C._, wonach Schmerzen
im Bereich der linken Rippen bestanden hätten, auf einem Missverständnis beruhe. Der
Versicherte habe damals über Schmerzen im gesamten Brustbereich, vor allem rechts,
geklagt. Dies allerdings mit der Ergänzung, dass er bereits im Jahre 2010 einen Unfall
erlitten und sich dabei die Rippen, damals auf der linken Seite, gebrochen habe (Suva-
act. I/55).
B.d Mit Eingabe vom 30. April 2015 reichte Rechtsanwalt Dahinden zusammen mit
verschiedenen Unterlagen eine Einspracheergänzung ein (Suva-act. I/66 ff.).
B.e Mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2015 wies die Suva die vom Versicherten
erhobene Einsprache ab (Suva-act. 72).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. Juli 2015
Beschwerde erheben. Damit wird beantragt, es sei der Einspracheentscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 1. Juni 2015 aufzuheben; es sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für die Folgen der
rechtsseitigen Nierenbeschwerden die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu
erbringen; eventuell sei die Streitsache zur Vornahme von weiteren Abklärungen und/
oder zur Durchführung einer medizinischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen; subeventualiter seien diese Abklärungen durch das Gericht
vorzunehmen und/oder ein medizinisches Gutachten anzuordnen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zusammen mit der Beschwerde reichte Rechtsanwalt Dahinden
zwei an Dr. med. I._, Stellvertretender Ärztlicher Leiter Interdisziplinäre
Notfallaufnahme, Facharzt für Anästhesie FMH, Notarzt SGNOR, Klinik D._, und Dr.
med. J._, Oberärztin mbF, Klinik für Angiologie des KSSG, gerichtete Schreiben vom
4. und 5. Juni 2015 mit medizinischen Fragen sowie das Antwortschreiben von Dr. I._
vom 26. Juni 2015 ein (act. G 1.15 f., act. G 1.23). In der Beschwerde verwies
Rechtsanwalt Dahinden darauf, dass Dr. J._ aus zeitlichen Gründen keinen
schriftlichen Bericht habe verfassen können, ihn jedoch dazu ermächtigt habe, die am
11. Juni 2015 gewährten telefonischen Auskünfte zu verwenden (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 17. September 2015 bekräftigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Beschwerdeanträge (act. G 5) und reichte weitere Unterlagen
ein (act. G 5.1 f.).
C.d Mit Duplik vom 14. Oktober 2015 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag
auf Beschwerdeabweisung (act. G 7).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
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1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem Ereignisse aus den Jahren 2013 und 2014 zur Debatte stehen, die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt. Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der
Unfallversicherer sodann bei Vorliegen eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur
insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit
Hinweisen; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung
der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber
eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten
Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82,
174). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V
291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach
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dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den
Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss
gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b). Auch eine
ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von med. pract. E._
erstellt wurde (vgl. Suva-act. I/32), ist nicht an sich unzuverlässig. Für die
Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen
Untersuchungen vorliegen (PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Die
Kreisärzte und Kreisärztinnen der Beschwerdegegnerin sind nach ihrer Funktion und
beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich
Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten
diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie über besonders
ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen. Im Verhältnis zu den
Allgemeinpraktikern kommt ihnen eine spezialärztliche Stellung zu. Auch ihre
Beurteilungen sind jedoch nach den vorgenannten allgemeinen Grundsätzen der
Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit, Widerspruchsfreiheit sowie des Fehlens von
Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der spezialärztlichen Beurteilung sprechen,
zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4; RKUV 1991
Nr. U 133 S. 311 ff.; BGE 135 V 469 E. 4.4, 122 V 162 f. E. 1d). Die Erfahrungstatsache,
dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung im
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Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen, steht in
denjenigen Fällen nicht im Vordergrund, in denen ein Arzt oder eine Ärztin einen
Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt oder Hausärztin, sondern als Facharzt
bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind in jeder ärztlichen Konstellation
Anhaltspunkte zu beachten, die die Feststellungen der versicherungsinternen
Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen (vgl. BGE 135 V 470 E. 4.5 f.; vgl.
auch Urteile des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2013, 4A_172/2013, E. 3.3, mit
weiteren Hinweisen, vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1, und vom 27. Mai
2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in Bezug auf den am 13.
Dezember 2014 von den Ärztinnen der Klinik für Nephrologie des KSSG
diagnostizierten und anschliessend behandelten akuten Niereninfarkt rechts bei
Nierenarteriendissektion leistungspflichtig ist. Nicht Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens bildet der Gesundheitsschaden am rechten Ellbogen des
Beschwerdeführers, für welchen die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 18.
März 2015 ihre Leistungspflicht anerkannt hat (Suva-act. 33).
3.2 Der Beschwerdeführer hatte sich am Vortag der Nierendiagnose, d.h. am 12.
Dezember 2014, unter Angabe starker Rückenschmerzen in der Notfallaufnahme der
Klinik D._ eingefunden. Die diensthabenden Ärzte bzw. Ärztinnen diagnostizierten
damals eine akute Lumbalgie (Suva-act. I/9-4 f., I/30). Als der Beschwerdeführer am
13. Dezember 2014 mit stärksten Schmerzen im Bereich der rechten Flanke und des
Unterbauchs, die nicht mehr mit einer Wirbelsäulenproblematik zu erklären waren,
sowie Übelkeit die Notfallaufnahme der Klinik D._ aufsuchte, ergab eine CT-
Untersuchung von Abdomen und Becken den Niereninfarkt rechts bei
Nierenarteriendissektion. Die Untersuchungen in der Klinik für Nephrologie des KSSG
bestätigten die Diagnose (Suva-act. 13). Dr. I._ erklärt in seiner Stellungnahme
zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 26. Juni 2015 schlüssig,
dass der LWS-Bereich anatomisch keine eindeutig beschriebene Region sei und weist
darauf hin, dass bereits bei der zweiten Konsultation in der Notfallaufnahme der Klinik
D._ als Befunde eine Nierenklopfdolenz rechts sowie eine subtile Druckdolenz
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periumbilical erhoben worden seien (vgl. Suva-act. 9-4). Da bis zum 13. Dezember
2014 weder ein direktes noch ein indirektes Trauma stattgefunden habe, könne mithin
von der ersten bis zur dritten Vorstellung in der Notaufnahme von einem Ereignis (ohne
Wertung ob durch Trauma oder Erkrankung ausgelöst) mit nachfolgender
Schmerzsymptomatik ausgegangen werden (act. G 1.16). Angesichts des dargelegten
Sachverhalts sowie der Ausführungen von Dr. I._ ist mithin davon auszugehen, dass
es sich bei der zunächst diagnostizierten akuten Lumbalgie um eine Fehldiagnose
handelte, was auch von med. pract. E._ und der Beschwerdegegnerin nicht
angezweifelt wird, und der Beschwerdeführer am Tag des Treppenunfalls (12.
Dezember 2014) unter einer Nierenarteriendissektion litt.
3.3 Med. pract. E._ (vgl. Suva-act. I/32) sowie Dr. J._ (vgl. act. G 1 Ziff. 3.2) gehen
offenbar davon aus, dass eine Nierenarteriendissektion sowohl durch ein Trauma als
auch durch unfallfremde Faktoren verursacht werden kann. Eine gegenteilige Aussage
ist auch dem Bericht der Ärztinnen der Klinik für Nephrologie des KSSG vom 22.
Dezember 2014 nicht zu entnehmen (Suva-act. I/13). Während der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers im konkreten Fall von einer überwiegend wahrscheinlich
traumatisch bedingten Nierenarteriendissektion ausgeht, betrachtet die
Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer unfallbedingten Gesundheitsschädigung nur
als möglich und stützt sich dabei insbesondere auf die Beurteilung ihrer Kreisärztin
med. pract. E._ vom 17. März 2015 (Suva-act. I/32) ab.
4.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am 6. Dezember 2013 und 12. Dezember
2014 zwei Unfälle erlitten hat (vgl. Suva-act. I/1, II/1), hinsichtlich welcher nachfolgend
zu prüfen ist, ob sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zur
Nierenarteriendissektion geführt haben.
4.1
4.1.1 Der Bericht der Klinik für Nephrologie des KSSG vom 22. Dezember 2014
enthält verschiedene Aussagen, welche auf eine diesbezügliche Unfallkausalität
hindeuten. So wurde der Diagnose eines akuten Niereninfarkts rechts am 12.
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Dezember 2014 bei Nierenarteriendissektion die Angabe "am ehesten nach
Dezelerationstrauma vor 1 Jahr und Zusatztrauma vor 1 Woche" angefügt. Weiter
wurde im Bericht festgehalten, der Beschwerdeführer habe erzählt, bereits vor einem
Jahr einen schweren Skiunfall erlitten zu haben. Damals sei es zu einem stumpfen
Bauch-/Flankentrauma gekommen. Vor einer Woche habe der Beschwerdeführer auf
der Treppe einen Fehltritt gemacht, habe sich jedoch noch abfangen können und sei
dabei mit der Flanke an eine Wand geprallt. Fünf Minuten nach diesem Ereignis sei es
zu stärksten Flankenschmerzen rechtsseitig und Übelkeit mit Erbrechen gekommen.
Nachdem Risikofaktoren wie eine Thrombose- oder Embolieprädisposition,
Herzrhythmusstörungen, Nikotinkonsum und eine Arteriosklerose hätten
ausgeschlossen werden können und eine Thrombophilie- und Vaskulitis-Abklärung
unauffällig gewesen seien, werde am ehesten von einer Nierenarteriendissektion im
Rahmen des schweren Dezelerationstraumas vor einem Jahr ausgegangen (Suva-act.
I/13).
4.1.2 Mit Schreiben vom 19. März 2015 bestätigte Dr. H._ dem
Beschwerdeführer, dass retrospektiv die Ätiologie seines Niereninfarkts rechts durch
eine Nierenarteriendissektion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit posttraumatisch
bedingt sei, wie bereits von den Kolleginnen des KSSG vermutet im Rahmen des
Dezelerationstraumas vor einem Jahr und des zusätzlichen Traumas vom 12.
Dezember 2014 nach einem Fehltritt (Suva-act. I/42).
4.1.3 Med. pract. E._ hält in ihrer Beurteilung vom 17. März 2015 den
Ausführungen der Ärztinnen der Klinik für Nephrologie des KSSG entgegen, der
Beschwerdeführer habe anamnestisch einen schweren Skiunfall vor einem Jahr
erwähnt, weswegen die Klinikärztinnen die Nierenarteriendissektion dann auch auf das
"schwere Dezelerationstrauma vor einem Jahr" zurückgeführt hätten. Die echtzeitlichen
Akten würden indessen keine Hinweise auf ein schweres Trauma, geschweige denn auf
ein schweres Dezelerationstrauma enthalten. In Bezug auf den Unfall vom 6. Dezember
2013 sei dem gleichentags erstellten Bericht des Spitals C._ zu entnehmen, dass hier
lediglich ein Sturz mit dem Gesicht auf eine Eisfläche auf der Piste im Gehen
vorgelegen habe. Es werde dann auch lediglich eine RQW im Bereich der Unterlippe
festgehalten, welche versorgt worden sei. In der gesamten Körperuntersuchung
inklusive Thorax hätten sich keine Kontusionsmarken finden lassen. Der
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Beschwerdeführer habe lediglich Beschwerden im kranialen Anteil der linken Rippe
sowie im Bereich der Lippe und Nase sowie des rechten Jochbogens - hier nach
Kontusion mit Hämatom - gehabt. Es bestehe mithin zum später vom
Beschwerdeführer geäusserten schweren Skitrauma und der daraus gezogenen
Schlussfolgerung der Fachärztinnen, dass ein schweres Dezelerationstrauma
vorgelegen habe, eine erhebliche Diskrepanz. Von einem schweren Skitrauma sei
anscheinend nicht auszugehen. Auch Brückensymptome würden nicht angegeben.
Dass das eher bagatelläre Trauma vom 12. Dezember 2014 mit einer Kontusion der
rechten oberen Extremität und gegebenenfalls konsekutiv auch der Flanke eine
Nierenarteriendissektion hervorrufe, sei ebenfalls nicht als überwiegend wahrscheinlich
zu betrachten. Hierfür fehlten jegliche Hinweise. Die Niere und die Nierenarterie seien
ausserdem derart gut geschützt in der Tiefe liegend, dass durch den einfachen Anprall
via Arm an die Wand eine Dissektion kaum erwartet werden dürfe. Erfahrungsgemäss
komme es selbst bei einem schweren Trauma im Sinne eines Polytraumas sehr viel
häufiger zu Verletzungen des Nierengewebes als zu einer Gefässdissektion eines derart
kleinen Gefässes. Sehr viel häufiger gesehen sei bei schwerstverletzten Patienten die
Dissektion von grossen Gefässen, allen voran der Aorta. Kleine und kleinste Gefässe
seien nahezu nie betroffen. Ein Zusammenhang mit dem Bagatelltrauma werde im
Übrigen auch von den Fachärztinnen als nicht wahrscheinlich angesehen, sondern es
werde auf das "schwere Dezelerationstrauma" im Dezember 2013, also ein Jahr zuvor
verwiesen, welches erwiesenermassen nicht stattgefunden habe. Gesamthaft sei mithin
die Unfallkausalität der vorliegenden Nierenarteriendissektion nicht als überwiegend
wahrscheinlich, sondern nur als möglich zu betrachten. Dies vor allem aufgrund der
mangelnden Schwere der Traumata. Es sei vielmehr von einer spontanen Dissektion
auszugehen, obwohl der Beschwerdeführer in vielen Punkten keine erhöhte bekannte
Risikokonstellation aufweise, ausser seinem Alter und allenfalls als Auffälligkeit eine
doppelte Nierenarterie (Suva-act. I/32).
4.1.4 Mit Schreiben vom 4. Juni 2015 gelangte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit folgenden Fragen an die Angiologin Dr. J._: "Können ein
derartiger akuter Niereninfarkt und eine solche Nierenarteriendissektion rein spontan,
also im Rahmen eines krankhaften Geschehens, eintreten?"; "Sprechen im konkreten
Fall die Unmittelbarkeit zum Unfallereignis 2014 sowie die von der Klinik D._
festgestellten Ausschlusskriterien - keine Thrombose- oder Embolieprädisposition,
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keine Herzrhymthmusstörungen, kein Nikotinkonsum - gegen ein solches
Geschehen?"; Wären der vom Patienten geschilderte rechtsseitige Aufprall auf der
Skipiste und jener am Mauerknick grundsätzlich geeignet, Verletzungen von der Art der
eingetretenen zu bewirken?"; "Wie ist der von der Suva-Chirurgie erhobene Einwand,
dass bei einer traumatischen Einwirkung vor allem die Aorta gefährdet sei und kleine
Gefässe, wie vorliegend die Nierenarterie, nahezu nie betroffen würden, aus
angiologischer Sicht zu beurteilen?". Diese Fragen sind grundsätzlich für die
Beurteilung der Ursächlichkeit der Nierenarteriendissektion als wegweisend zu
bezeichnen. Laut Beschwerde vom 2. Juli 2015 erklärte Dr. J._ angeblich am 11. Juni
2015 telefonisch, dass ein Niereninfarkt und eine Nierenarteriendissektion
grundsätzlich auch rein spontan auftreten könnten. Im konkreten Fall sei dies jedoch
verneint worden, da trotz umfassender Abklärungen keinerlei Hinweise für ein
krankhaftes Geschehen hätten eruiert werden können. Die Unfälle vom Dezember 2013
und Dezember 2014 seien sodann - wenn so geschehen wie vom Patienten geschildert
- ohne weiteres geeignet gewesen, eine Nierenarteriendissektion und damit einen
Niereninfarkt zu bewirken. Von einem "Vorrang", dass bei einer traumatischen
Einwirkung vor allem die Aorta gefährdet sei, habe sie keine Kenntnis (act. G 1 Ziff. 3.2
f.).
4.2 Den Ausführungen von med. pract. E._, den Ärztinnen der Klinik für Nephrologie
des KSSG sowie von Dr. J._ lässt sich insgesamt übereinstimmend und
nachvollziehbar entnehmen, dass der Unfallmechanismus bzw. die Art und Weise der
Einwirkung auf den Bauch und/oder die Flanke und dabei auch die Schwere der
Krafteinwirkung, aber auch der zeitliche Ablauf massgebende Ausgangspunkte für die
Kausalitätsbeurteilung bilden. Dies zunächst in dem Sinne, als es offensichtlich
erscheint, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener Körperteil eine Verletzung
mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann, eine erlittene Verletzung im Regelfall zu
Schmerzen führt und unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest unfallnah
auch wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung beschrieben wird.
Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der
gesundheitlichen Beschwerden ist, desto strengere Anforderungen sind an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV
1997 NR. 275 S. 191 E. 1c). Mit dem alleinigen Vorliegen eines Gesundheitsschadens
zeitnah zu einem Unfall ist jedoch nicht in jedem Fall auch dessen Unfallkausalität mit
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dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. So führt nicht
jeder Unfall zu einer Verletzung oder zumindest nicht zu einer derart körperlich
gravierenden strukturellen Verletzung wie einer Nierenarteriendissektion (vgl. dazu
beispielsweise ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl. Bern 2005, S. 412; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 357 f.).
Die Schwere der Krafteinwirkung auf den Körper muss geeignet sein, eine konkrete
Verletzung herbeizuführen. Erfahrungsgemäss erhöht eine grössere Krafteinwirkung die
Verletzungsgefahr. In diesem Sinne lassen sowohl die Ausführungen von med. pract.
E._ als auch diejenigen der Ärztinnen der Klinik für Nephrologie des KSSG und von
Dr. J._ darauf schliessen, dass eine Nierenarteriendissektion durch ein schweres
Dezelerationsstrauma hervorgerufen werden kann.
5.
Angesichts der in Erwägung 4.2 dargelegten Kriterien kommt der Unfall vom 6.
Dezember 2013 als ursächliches Ereignis der Nierenarteriendissektion nicht
überwiegend wahrscheinlich in Frage.
5.1 Laut Bericht des Spitals C._ vom 6. Dezember 2013 war der Beschwerdeführer
gleichentags auf der Piste beim Gehen mit dem Gesicht auf eine Eisfläche gestürzt
(Suva-act. II/4). Laut Schilderung des Beschwerdeführers vom 18. Februar 2015
gegenüber der Beschwerdegegnerin hat sich der Unfall nicht beim Gehen, sondern
beim Skifahren ereignet. Er sei damals im Tiefschnee gefahren. Plötzlich hätten beide
Skier wegen der Schneebeschaffenheit gestoppt, worauf es ihn aus beiden Bindungen
katapultiert habe. Es habe ihn nach vorne geschleudert und er sei auf einer eisigen
Stelle aufgeprallt (Suva-act. I/19). Am 23. März 2015 erzählte der Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin, er sei am 6. Dezember 2013 beim Skifahren brutal nach vorne
gestürzt und auf Brust und Gesicht gefallen. Die RQW an der Oberlippe sei gravierend
gewesen und habe genäht werden müssen. Auch habe er unter massiven
Brustkorbschmerzen gelitten (Suva-act. I/67). Am 9. April 2015 schrieb er sodann
seinem Rechtsvertreter, er sei mit ca. 30 km/h gefahren. Dabei hätten sich beide
Skibindungen gleichzeitig geöffnet und er sei ca. 4-5 m durch die Luft geflogen und auf
einer vereisten Stelle mit Oberkörper und Gesicht hart aufgeschlagen. Sein Oberkörper
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habe von der Schulter bis zur Hüfte stark geschmerzt. Die Lippe habe genäht werden
müssen (Suva-act. I/68).
5.2 Dass der Sturz beim Skifahren passiert ist, ist nicht in Frage zu stellen (vgl. dazu
act. G 1.18, G 5.1). Dass tatsächlich ein - wie vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beschrieben - erheblicher Skiunfall stattgefunden hat (act. G 1),
wird jedoch bereits durch die zunehmende Dramatik in den obgenannten
Ereignisschilderungen relativiert. Während zunächst allgemein ein Sturz erwähnt
worden war, wurde der Sturz schliesslich als brutal bezeichnet und von gravierenden
und massiven Verletzungen gesprochen. Die nachträglich genannte Distanz von ca. 4-5
m zwischen der Stelle, an der sich die Bindungen öffneten, bis zur Aufschlagstelle
erscheint ebenfalls eher der Dramatisierung zu dienen als der Wirklichkeit zu
entsprechen. Anhand des Berichts des Spitals C._ lassen sich im Weiteren keine
Schmerz- und Verletzungsangaben des Beschwerdeführers verifizieren, welche im
Zusammenhang mit einer Nierenarteriendissektion gesehen werden könnten. Die
aktenkundigen Fotos belegen - wie im Bericht des Spitals C._ diagnostiziert - zwei
RQW an der Unterlippe rechts (vgl. act. G 1.20, Suva-act. I/68) und belegen damit
einen Sturz auf das Gesicht. Zwar weisen die Ausführungen im Bericht des Spitals
C._ unter der Rubrik "Procedere" (Fadenentfernung ca. 5 Tage postoperativ) darauf
hin, dass die RQW genäht werden mussten. Die Erkennbarkeit tieferliegender
Strukturen wurde jedoch verneint. Laut Spitalbericht klagte der Beschwerdeführer
ausserdem über Schmerzen im kranialen Anteil der linken Rippen. Selbst wenn dabei -
wie vom Beschwerdeführer mit Blick auf einen früheren Unfall vom 12. Dezember 2010
vermutet (vgl. dazu Suva-act. I/67 f., act. G 1.21), eine Seitenverwechslung (anstatt
linke Rippen rechte Rippen) stattgefunden haben sollte, lassen auch die vorgenannten
Schmerzangaben des Beschwerdeführers keine schwere Kontusion mit der
Wahrscheinlichkeit einer Nierenarteriendissektion erkennen. Zum einen zeigte sich bei
der Untersuchung der Thorax stabil und indolent und es waren keine
Kontusionsmarken erkennbar, zum andern klagte der Beschwerdeführer über
Schmerzen in einem Rippenbereich (kranial = zum Schädel hin), der nicht auf eine
Kontusion auf Höhe der Nierenarterie hindeutet. Die Beschwerdegegnerin erklärt in der
Beschwerdeantwort vom 14. August 2015 zutreffend, dass die Nierenarterie erst auf
der Höhe der 11. und 12. und damit der beiden untersten Rippen ansetzt (act. G 3).
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5.3 Zusammenfassend ist somit in Übereinstimmung mit med. pract. E._
festzuhalten, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem von der Schwere her
nachgewiesenen Skiunfall zum später vom Beschwerdeführer geäusserten schweren
Skitrauma besteht. Daher ist es nicht als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten,
dass der Skiunfall angesichts der dokumentierten Verletzungen und der ärztlich
erhobenen Befunde eine Nierenarteriendissektion hervorzurufen vermochte. Hierfür
fehlen jegliche Hinweise.
5.4 Gegen einen solchen Sachverhalt spricht auch der zeitliche Ablauf. Die Heilung
nach dem Unfall vom 6. Dezember 2013 dauerte offensichtlich wie bei einer
"gewöhnlichen" Kontusionsverletzung lediglich kurze Zeit (vgl. dazu DEBRUNNER,
a.a.O, S. 412; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 357 f.). Die für eine Nierenarteriendissektion
bzw. einen Niereninfarkt typischen Beschwerden wie starke Schmerzen im Bereich der
Flanke und des Unterbauchs sowie Übelkeit mit Erbrechen (vgl. Suva-act. I/9, I/13, I/
68) sind sodann unbestrittenermassen erst am 12. Dezember 2014 aufgetreten. Das
Schadendossier betreffend den Unfall vom 6. Dezember 2013 umfasst an
medizinischen Akten lediglich den Bericht des Spitals C._, und die Akten beider
Schadendossiers enthalten - wie von med. pract. E._ zutreffend festgehalten - keine
Hinweise auf Brückensymptome bzw. fortdauernde unfallkausale Beschwerden
(weitere längere Heilbehandlungen, Arbeitsunfähigkeitsatteste). Selbst der
Beschwerdeführer machte keine solchen geltend, indem er am 18. Februar 2015
gegenüber der Beschwerdegegnerin aussagte, die Beschwerden im Bereich der
Rippenbogen hätten nur kurzzeitig angehalten und aus seiner Sicht seien von diesem
Unfall keine Beschwerden verblieben. Die damalige Behandlung sei im Spital C._
erfolgt. Es habe damals keine Arbeitsunfähigkeit bestanden (Suva-act. I/19). Am 23.
März 2015 erklärte er ausserdem gegenüber der Beschwerdegegnerin, bis zum
erneuten Sturz vom 12. Dezember 2014 beschwerdefrei gewesen zu sein (Suva-act.
43). Insofern ist zwischen dem Skiunfall und der Nierenarteriendissektion kein zeitlicher
Zusammenhang erkennbar (vgl. dazu Erwägung 5.1). Angesichts des Gesagten gibt es
auch für die Darstellung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der
Beschwerde vom 2. Juli 2015 (act. G 1 Ziff. 3.5) - aufgrund der gegenwärtigen Akten
sei davon auszugehen, dass der Unfall vom 6. Dezember 2013 zu einem Anriss und
damit zu einer Schwächung der Nierenarterie rechts geführt habe; der Unfall vom 12.
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Dezember 2014 habe dann definitiv die Nierenarteriendissektion und den akuten
Niereninfarkt bewirkt - keine Anhaltspunkte.
6.
Zu prüfen bleibt, ob der Treppenunfall vom 12. Dezember 2014 mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang zur
Nierenarteriendissektion steht.
6.1 Anders als beim Unfall vom 6. Dezember 2013 sind die für eine
Nierenarteriendissektion mit Niereninfarkt typischen Symptome akut am Unfalltag
aufgetreten, womit ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang gegeben ist. Dieser
Umstand bildet jedoch für sich allein nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis
keinen Beweis für eine Unfallkausalität. Der zeitliche Aspekt besitzt keine
wissenschaftlich genügende Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem
blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und
davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon deshalb durch den
Unfall verursacht sei, weil sie nach diesem auftrat (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 4 N 69; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [Beweisführung nach der
Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E.
7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Der natürliche
Kausalzusammenhang setzt vielmehr auch einen sachlichen, d.h. medizinischen
Zusammenhang, voraus. Bei der Beantwortung der Frage nach dem natürlichen
Kausalzusammenhang hat das Gericht gestützt auf die medizinischen Beurteilungen
bzw. Ansätze der Mediziner (vgl. dazu Erwägung 4.2) zu entscheiden, ob das
Unfallereignis mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zur
festgestellten Gesundheitsschädigung geführt hat (vgl. Erwägung 2.1).
6.2 Laut Schadenmeldung UVG vom 12. Dezember 2014 hatte der Beschwerdeführer
gleichentags bei der Arbeit beim Hinuntersteigen einer Treppe einen Fehltritt gemacht
und dabei einen Zwick in den Rücken verspürt (Suva-act. I/1). Anlässlich eines
Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 9. Januar 2015 erklärte er,
während der Arbeit ausgerutscht zu sein (ca. 3 Stufen hinunter). Er habe einen Sturz
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vermeiden können, weil er an der Wand vorwärts aufgeprallt sei (Suva-act. I/10). Bei
einer Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 18. Februar 2015 schilderte der
Beschwerdeführer, während der Arbeit eine Treppe hinuntergegangen und dabei aus
unerklärlichen Gründen irgendwie ins Straucheln geraten zu sein, wodurch die Gefahr
entstanden sei, 2 bis 3 Treppenstufen hinunterzustürzen. Er habe einen Sturz gerade
noch verhindern können, indem er sich unterhalb der Treppe an einer Wand seitlich
abgefangen habe. Er sei dabei mit angelegtem rechten Arm seitlich gegen die Wand
geprallt (= Körper nach links abgedreht und mit rechtem Arm und rechter Flanke gegen
die Wand; Suva-act. 19). Laut Anamnese im Bericht der Orthopädie G._ vom 4. März
2015 war der Beschwerdeführer bei der Arbeit auf der Treppe gestürzt und mit der
rechten Schulter und vor allem dem rechten Ellbogen an eine Wand geprallt. Er habe
Schmerzen im Oberarm gespürt. Gleichzeitig habe er auch eine Kontusion der Flanke
erlitten (Suva-act. 27). In der Einspracheergänzung vom 30. April 2015 beschrieb der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Mauerknick unterhalb der Treppe, an
welchem der Beschwerdeführer aufgeprallt sei. Der Aufprall sei rechtsseitig erfolgt, was
sich von den rechtsseitigen Ellbogen- und Oberarmschmerzen sowie der rechtsseitigen
Nierenarteriendissektion ableiten lasse (Suva-act. 66). In der Beschwerde vom 2. Juli
2015 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor, es sei ausgewiesen, dass
der Beschwerdeführer mit voller Wucht rechtsseitig in einen Mauerknick geprallt sei
(act. G 1, Ziff. 2.1). In der Replik vom 17. September 2015 bezeichnet er den Anprall als
heftig und den Mauerknick zusätzlich als scharf (act. G 5).
6.3 Die vorgenannten Unfallschilderungen verändern sich von einem blossen Fehltritt
über einen Aufprall vorwärts in eine Wand zu einem rechtsseitigen, offenbar die rechte
Schulter, den rechten Ellbogen und die rechte Flanke tangierenden Anprall gegen einen
scharfen Mauerknick mit voller Wucht. Der Umstand der immer bedeutungsvoller
werdenden und auf eine rechtsseitige Nierenarteriendissektion stets besser
zugeschnittenen Sachverhaltsumstände lässt am schwerwiegendsten Sachverhalt in
der Beschwerde und Replik bereits Zweifel aufkommen. Zumindest bedarf er einer
genauen Betrachtung. Den Akten liegen Fotos des Unfallortes bei, worauf gegenüber
einer dreistufigen Treppe, auf der rechten Seite, nach einem offenen Durchgang, ein
Mauerknick folgt (act. G 1.7). Die Entwicklung einer schweren Krafteinwirkung bzw. ein
beschleunigter, wuchtiger Anprall der rechten Körperseite am Mauerknick ist dabei
zwar denkbar. Die Beschwerdegegnerin weist aber in der Beschwerdeantwort vom 14.
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August 2015 schlüssig darauf hin, dass bei einem rechtsseitigen Anprall mit an den
Körper angelegtem rechten Arm die rechte Körperflanke abgedeckt und damit
geschützt ist und der rechtsseitige Anprall durch den angelegten Arm absorbiert wird
(act. G 3).
6.4 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass auch in Bezug auf den Unfall vom
12. Dezember 2014 kein Sachverhalt mit einer schwerwiegenden Tangierung der
rechten Flanke des Beschwerdeführers ausgewiesen ist, der mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine traumatische Verursachung der
Nierenarteriendissektion nachweisen könnte.
7.
Die Aussagen der Ärztinnen der Klinik für Nephrologie des KSSG im Bericht vom 22.
Dezember 2014 (Suva-act. I/13) sowie die in der Beschwerde vom 2. Juli 2015
festgehaltenen telefonischen Auskünfte von Dr. J._ (act. G 1) vermögen den Beweis
einer überwiegend wahrscheinlichen Kausalität zwischen den Unfallereignissen vom 6.
Dezember 2013 und 12. Dezember 2014 und der Nierenarteriendissektion mit akutem
Niereninfarkt ebenfalls nicht zu erbringen.
7.1 Unabhängig davon, welches Unfallereignis die Ärztinnen der Klinik für Nephrologie
des KSSG hinsichtlich Verursachung vorziehen, basieren ihre Beurteilungen auf den
subjektiven Sachverhaltsdarstellungen des Beschwerdeführers über schwere Unfälle
mit bedeutsamer Einwirkung auf die rechte Körperseite, insbesondere im Bereich der
rechten Flanke. Wie in den Erwägungen 5 und 6 dargelegt, kann jedoch in Bezug auf
beide Unfälle nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von
schweren Dezelerationstraumen ausgegangen werden. Insbesondere die
Schlussfolgerung, man gehe am ehesten von einer Nierenarteriendissektion im Rahmen
des "schweren Dezelerationstraumas vor einem Jahr" aus, vermag nicht zu überzeugen
(vgl. Erwägung 5). Einschränkend kommt hinzu, dass die Ärztinnen mit ihrer
Formulierung "am ehesten" selbst zum Ausdruck bringen, dass sie eine traumatische
Verursachung nur vermuten. Eine Vermutung vermag jedoch nicht den im
Sozialversicherungsrecht geltenden Anforderungen an den Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS
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GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
Im gleichen Sinn vermag die Bestätigung von Dr. H._ vom 19. März 2013 keine
Unfallkausalität zu begründen (vgl. Suva-act. I/42). Auch das alleinige Fehlen von
Risikofaktoren beim Beschwerdeführer vermag den mangelnden Nachweis eines
schweren Unfallereignisses nicht zu ersetzen, zumal die Ärztinnen der Klinik für
Nephrologie des KSSG eine Unfallkausalität im Anschluss an den Hinweis auf fehlende
Risikofaktoren nur vermutet haben. Die Darstellung des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 2. Juli 2015 (act. G 1 Ziff. 3.4) - am 13.
Dezember 2014 sei ein Rekanalisationsversuch vorgenommen worden, bei dem der
Beschwerdeführer vom damals zuständigen Facharzt darauf hingewiesen worden sei,
dass er keine Verstopfung des Blutgefässes, sondern nur eine erhebliche Dissektion
habe feststellen können, was bezogen auf sein Fachgebiet für ein traumatisches
Geschehen spreche (vgl. auch act. G 5 Ziff. 3.3, Suva-act. I/21) - lässt sich dem Bericht
der Ärztinnen der Klinik für Nephrologie vom 22. Dezember 2014 (Suva-act. I/13) nicht
entnehmen. Unbestrittenermassen wurde beim Beschwerdeführer am 13. Dezember
2014 von den Fachärztinnen der Klinik für Nephrologie des KSSG ein Niereninfarkt bei
langstreckiger Nierenarteriendissektion diagnostiziert (Suva-act. 13). Eine ärztliche
Aussage, wonach eine Nierenarteriendissektion nur bei einem traumatischen Ereignis
entstehen könnte, findet sich jedoch nicht.
7.2 Dr. J._ erachtete die Eignung der geschilderten Unfälle vom 6. Dezember 2013
und 12. Dezember 2014 für eine Nierendissektion mit Niereninfarkt in Anlehnung an die
Unfallschilderungen des Beschwerdeführers im Sinne eines erheblichen Skiunfalls mit
Aufprall auf den Bauch und eines Treppenunfalls mit heftigem Aufprall rechtsseitig an
einem scharfen Mauerknick als gegeben. Dies jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass
die Unfälle - wie vom Beschwerdeführer geschildert - geschehen seien (act. G 1 Ziff.
3.3). Ihrer Beurteilung kann demnach ebenfalls kein Beweiswert zukommen. Der von
Dr. J._ und med. pract. E._ verschieden beantworteten Frage, ob der Aorta
gegenüber der Nierenarterie bei einer traumatischen Einwirkung ein "Vorrang"
zukomme, kommt damit keine weiterführende Bedeutung mehr zu. Unbestritten ist,
dass eine Nierenarteriendissektion ein entsprechendes Unfallereignis erfordert, welches
im konkreten Fall eben nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist.
8.
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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aus den aktenkundigen Angaben zu den
Unfällen vom 6. Dezember 2013 und 12. Dezember 2014 sowie dem zeitlichen Ablauf -
wie von med. pract. E._ angenommen und schlüssig begründet - keine
Anhaltspunkte für eine natürliche Unfallkausalität der am 13. Dezember 2014
diagnostizierten Nieren-arteriendissektion mit Niereninfarkt ergeben. Die
Beschwerdegegnerin hat damit ihre Leistungspflicht aus der obligatorischen
Unfallversicherung zu Recht verneint. Dem Antrag des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers auf Durchführung einer medizinischen Begutachtung ist nicht
stattzugeben. Bei der vorliegenden Ausgangslage sind von weiteren medizinischen
Abklärungen respektive einem medizinischen Gutachten keine entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3, 134 I 140 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E. 4b).1
9.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 1. Juni 2015 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.