Decision ID: abfea042-87de-4e9e-a56d-2149cde2aa96
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente / Integritätsentschädigung
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Mitarbeiterin bei der B._ tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als sie am 1. August 2002 einen Arbeitsunfall erlitt, bei welchem sie
über ein Metallteil (Deckel eines Bodenablaufs) stolperte und vornüber stürzte. Dabei
verdrehte sie sich das linke Knie. Den Sturz konnte sie mit den Händen auffangen (UV-
act. 1, 8). Dr. med. C._ diagnostizierte im Bericht vom 20. August 2002 einen
Verdacht auf mediale Meniskusläsion links (UV-act. 2). Die Suva anerkannte ihre
Leistungspflicht, indem sie Taggeldleistungen erbrachte und Heilungskosten
übernahm. Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen
gewährte sie der Versicherten mit Verfügung vom 11. Dezember 2007 ab Januar 2005
eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 17% (DAP-
Invalideneinkommen von Fr. 43'532.-- und Valideneinkommen von Fr. 52'659.--) sowie
eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 5% (UV-act.
83). Gegen diese Verfügung liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. R.
Pedergnana, St. Gallen, Einsprache erheben (UV-act. 87). Mit Entscheid vom 6. März
2008 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act. 92). Im anschliessenden
Beschwerdeverfahren gab die Suva am 23. April 2008 bekannt, dass der
Einspracheentscheid aufgehoben und die Sache zur medizinischen Abklärung und
Neuverfügung ins Verwaltungsverfahren zurückgenommen werde. Das
Beschwerdeverfahren wurde hierauf abgeschrieben (UV-act. 96).
A.b Nach Durchführung von medizinischen Abklärungen (UV-act. 124) eröffnete die
Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Verfügung vom 17. Juli 2009, aufgrund
der Unterlagen sei davon auszugehen, dass der Versicherten allein von Seiten der
Unfallfolgen am linken Knie ab dem 1. Januar 2005 mindestens eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zumutbar wäre. Somit könnten unter
Berücksichtigung von Art. 25 Abs. 3 UVV allein aufgrund der Unfallfolgen ab dem 1.
Januar 2005 keine Taggeldleistungen mehr erbracht werden (UV-act. 156). Gegen
diese Verfügung liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Pedergnana erneut
Einsprache erheben (UV-act. 163). Am 9. Dezember 2009 teilte die Suva dem
Rechtsvertreter mit, dass das Einspracheverfahren bis zum Abschluss weiterer
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medizinischer Abklärungen sistiert werde (UV-act. 174). Der Krankenversicherer hatte
die vorerst erhobene Einsprache wieder zurückgezogen (UV-act. 169, 171). Nach
Einholung von Gutachten bei Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, (UV-act. 186, 188) und bei PD
Dr. med. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, FMH Neurologie, (UV-act. 208)
verfügte die Suva am 17. November 2011 einen Invalidenrentenanspruch mit Wirkung
ab September 2009 auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 17%
(Invalideneinkommen Fr. 46'823.--; Valideneinkommen Fr. 56'471.--) und eine
Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 5%. Für die Zeit
vom 1. Dezember 2006 bis 30. November 2011 seien zu viel Rentenleistungen im
Betrag von insgesamt Fr. 17'646.30 ausbezahlt worden; dieser Betrag sei
zurückzuerstatten (UV-act. 218). Die gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter der
Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. 219) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 27. Februar 2012 ab (UV-act. 227). Eine gegen die Verfügung
vom 17. November 2011 vom Krankenversicherer erhobene vorsorgliche Einsprache
war zurückgezogen worden (UV-act. 221, 225).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 27. Februar 2012 erhob Rechtsanwalt
Pedergnana für die Versicherte am 30. März 2012 Beschwerde mit den Anträgen, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ein Taggeld bis zum
31. März 2011 und danach eine Rente nach Massgabe des Resultats einer
gerichtlichen Begutachtung zuzusprechen. Der Beschwerdeführerin sei eine
Integritätsentschädigung nach Massgabe des Resultats einer gerichtlichen
Begutachtung zuzusprechen. Der Rückforderungsanspruch wegen zu viel bezahlter
Renten sei abzuweisen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar,
die ständigen Schmerzen im Knie würden die Beschwerdeführerin in erster Linie an der
Ausübung einer beruflichen Tätigkeit hindern. Sie habe Arthrose. Richtig sei, dass es
ein leichtes Unfallereignis gewesen sei. Wenn demnach ohnehin kein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und Unfall habe
bestehen können, hätte es keiner psychiatrischen Exploration bedurft. Vergleichsweise
sei die Beschwerdeführerin mit einer unfallbedingten Teilberentung von 30%
einverstanden. Das Problem sei, dass die Einschätzung der Dres. D._ und E._ nicht
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umgesetzt werden könne, weil die Beschwerdeführerin eine Mehretagenproblematik
habe. Selbst wenn die Rückenproblematik nicht unfallbedingt sei, so sei doch
festzuhalten, dass die Erzielung eines Valideneinkommens (gemeint wohl:
Invalideneinkommens) illusorisch sei. Die Verfügung vom 7. November 2011 betreffend
Rückforderung von unrechtmässig bezogenen Leistungen sei mehr als ein Jahr nach
Kenntnis des massgebenden Sachverhalts (Gutachten Dr. D._ vom 3. Mai 2010)
ergangen. Der Rückerstattungsanspruch sei daher verwirkt. Sollte der
Rückerstattungsanspruch nicht als verwirkt betrachtet werden, sei die Rückerstattung
zu erlassen. Wenn der Gutachter Dr. F._ eine Angewöhnungszeit von 50% empfehle
mit therapeutischen Massnahmen, so habe er vielleicht recht; dann sei aber kein
Endzustand erreicht und die 50%, welche die Beschwerdeführerin nicht leisten könne,
seien als Taggeld zu zahlen. Der Invaliditätsgrad von 17% sei aufgrund der
medizinischen Akten nicht realistisch. Das Gutachten von Dr. D._ sei nicht
brauchbar, weil es sich nicht mit den Vorakten auseinandersetze und nicht erkläre,
warum die Beschwerdeführerin, die bei Dr. F._ noch hätte operiert werden sollen und
im Jahr 2004 noch arbeitsunfähig gewesen sei, plötzlich wieder voll arbeiten können
solle. Es berücksichtige nicht die Schmerzen. Wegen des Rückens könne die
Beschwerdeführerin nur etwa eine Stunde sitzen, wegen des Knies könne sie nicht
länger stehen. Wenn die Rückenbeschwerden Folge des Unfalls seien, seien sie in der
Rentenhöhe zu berücksichtigen. Es sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen, das zu
all den aufgeworfenen Problemen Stellung nehme. Ein Zusammenhang zwischen
Schonhinken und Rückenproblemen sei durchaus möglich und abklärungsbedürftig. Es
werde eine Rente von 58% beantragt. Der Fall werde nie befriedigend gelöst werden
können. Es biete sich immer noch die Möglichkeit eines Vergleichs an.
B.b Am 11. April 2012 bewilligte der zuständige Abteilungspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren.
B.c In der Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie
auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid und führte unter anderem
aus, die Beschwerde beinhalte zwar gegen die Beschwerdegegnerin gerichtete
Rechtsbegehren. Konkrete Anträge darüber, welcher Entscheid in welchen Punkten
aufzuheben oder abzuändern sei, würden gänzlich fehlen. Auf die Beschwerde könne
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somit nicht eingetreten werden. Für den Fall des Eintretens auf die Beschwerde sei
festzuhalten, dass für die Taggeldbemessung die zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf oder Aufgabenbereich zu berücksichtigen sei. Unter ausschliesslicher
Berücksichtigung des Knieschadens links als natürlich-kausale Folge des Unfalls vom
1. August 2002 sei die Beschwerdeführerin in leidensadaptierten Tätigkeiten bereits
seit Februar 2003 voll arbeitsfähig. Bis zur Einstellung der Taggeldleistungen per 31.
Dezember 2004 hätten ihr nahezu zwei Jahre für eine berufliche Neueingliederung zur
Verfügung gestanden. Die Einstellung der Taggeldleistungen auf den 1. Januar 2005 sei
korrekt gewesen. Der von der Beschwerdegegnerin auf den 1. September 2009
festgesetzte Rentenbeginn sei mit Blick auf die medizinischen Akten (UV-act. 186, 188)
nicht zu beanstanden. Weshalb die Beschwerdeführerin erst ab 1. April 2011 eine
Rente beanspruchen wolle, werde von ihr nicht begründet. Das Gutachten von Dr.
D._ geniesse volle Beweiskraft. Konkrete Indizien, welche gegen seine
Zuverlässigkeit sprechen würden, lägen nicht vor. Einwände gegen die ausgewählten
DAP-Blätter hätten im Einspracheverfahren erhoben werden müssen, was unterblieben
sei. Die Beschwerdeführerin habe diese gegen sich gelten zu lassen. Bezüglich
Integritätsschaden-Festlegung fehle es an konkreten Einwänden. In Bezug auf allfällige
psychische Probleme stehe die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ausser
Diskussion, dies schon allein deshalb, weil keine relevante psychische Störung
eruierbar sei. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin sei der
Rückerstattungsanspruch (Zeitraum ab 1. Dezember 2006) nicht verwirkt. Im Übrigen
hätte der Einwand der Verwirkung mit Einsprache gegen die Verfügung vom
17. November 2011 vorgebracht werden müssen, was die Beschwerdeführerin unter
lassen habe.
B.d Mit Replik vom 21. September 2012 liess die Beschwerdeführerin ihre
Rechtsbegehren wie folgt anpassen: Die Verfügung vom 17. November 2011 sei
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Erstellung eines
interdisziplinären Gutachtens zurückzuweisen. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin
eine Rente von 58% ab 1. Januar 2005 zuzusprechen. Subeventualiter sei ihr bis
11. August 2009 ein halbes Taggeld auszurichten und danach eine Rente von 58%. Die
Anträge hinsichtlich Integritätsentschädigung und Rückforderungsanspruch liess sie
bestätigen.
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B.e In der Duplik vom 8. Oktober 2010 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
und ihren Ausführungen fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin passte seine Rechtsbegehren auf die
formellen Einwendungen der Beschwerdegegnerin hin (act. G 6 II.1) an (act. G 14).
Nunmehr sind sowohl Anfechtungsobjekt als auch Anträge insofern ausreichend klar
definiert, als die vom Rechtsvertreter als angefochten bezeichnete Verfügung vom 17.
November 2011 durch den Einspracheentscheid vom 27. Februar 2012 ersetzt wurde
und letzterer somit als angefochten zu betrachten ist; der Einspracheentscheid war
denn auch bereits der Beschwerde beigelegt worden. Streitig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht mit Wirkung ab September 2009 eine Rente auf der
Basis eines Invaliditätsgrads von 17% sprach oder ob die Beschwerdeführerin ab
diesem Zeitpunkt weiterhin Anspruch auf ein Taggeld hat. Zu klären ist in diesem
Zusammenhang, inwiefern die bei der Beschwerdeführerin bestehenden
gesundheitlichen Beschwerden in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall
vom 1. August 2002 stehen. Zu prüfen ist sodann, ob die Integritätsentschädigung auf
der Basis einer Integritätseinbusse von 5% den konkreten gesundheitlichen
(unfallbedingten) Verhältnissen zureichend Rechnung trägt.
1.2 Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Voraussetzungen der natürlichen
und adäquaten Unfallkausalität im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 2) zutreffend
dar; darauf ist zu verweisen. Wird die versicherte Person infolge eines Unfalls invalid,
so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente. Als invalid gilt, wer voraussichtlich
bleibend oder für längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist. Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.
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2.1 Gestützt auf eine kreisärztliche Untersuchung hielt Dr. med. G._ am 22. Januar
2003 unter anderem fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe nach Kniedistorsion
links und Arthroskopie ein femoropatelläres Schmerzsyndrom mit starker Ängstlichkeit
und Schonung. Dies hänge zusammen mit einem unfallfremden psychosozialen
Problem einschliesslich Rückenbeschwerden (UV-act. 21). Die Klinik Valens bestätigte
nach einem stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin im Bericht vom 9. April
2003 als Diagnosen ein Panvertebralsyndrom, ein Fibromyalgiesyndrom, eine
Adipositas und als Nebendiagnose einen Status nach Kniearthroskopie links bei
Retropatellar-arthrose. Für leichte wechselbelastende Tätigkeit mit Heben bis maximal
10 kg sollte die Patientin noch arbeitsfähig sein. Das bisherige Arbeitsverhältnis sei auf
1. Juni 2003 gekündigt worden (UV-act. 26). Dr. med. H._, Orthopädie FMH, hielt im
Bericht vom 3. Juni 2003 unter anderem fest, dass aus ungeklärten Gründen eine
Schmerzausweitung stattgefunden habe. Die generalisierten Beschwerden und
diejenigen von Seiten des Rückens seien nicht im Zusammenhang mit der
Knieverletzung zu sehen (UV-act. 28). Am 22. September 2003 bestätigte Dr. H._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 11. Februar 2003 (UV-act. 31). Im Gutachten des
Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene GmbH (AEH) vom 22. Januar
2004 wurde unter anderem festgehalten, die Zumutbarkeit für die angestammte oder
für eine andere berufliche Tätigkeit könne aufgrund der Selbstlimitierung nicht
abschliessend beurteilt werden. Ein Einsatz an der Kasse sei halbtags möglich (UV-act.
65). Eine Begutachtung im Medizinischen Zentrum Römerhof (MZR) ergab gemäss
Bericht vom 26. Januar 2005 die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eines
chronifizierten retropatellären Schmerzsyndroms, eines chronifizierten lumbosakralen
Schmerzsyndroms, einer Überlastung der Tibialis posterior-Sehne links bei deutlichen
Senkfüssen und eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom. Zurzeit sei
die Beschwerdeführerin zu 50% arbeitsfähig in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit (UV-act. 43). Suva-Arzt Dr. med. I._ hielt am 25. Oktober 2006 und 29.
Januar 2007 fest, dass Unfallfolgen am linken Kniegelenk überwiegend wahrscheinlich
anzunehmen seien. Allein von Seiten der Unfallfolgen am Kniegelenk sei eine
wechselbelastende Arbeit, auch sitzend und manchmal bis selten gehend-stehend, aus
medizinischer Sicht ganztags zumutbar. Arbeiten in der Hocke sowie in kniender
Stellung sowie häufiges Treppensteigen seien nicht zumutbar. Leichte Gewichte seien
selten zumutbar. Tätigkeiten mit Kraftanforderung an das linke Bein seien ungeeignet.
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Arbeiten mit langdauernder Zwangshaltung im Bereich der Kniegelenke seien
ungeeignet (UV-act. 49, 58). Den Integritätsschaden schätzte der Arzt auf 5%. Nach
Tabelle 5.2 werde eine Femoropatellararthrose mässigen Grades mit 5-10%
eingeschätzt. Aufgrund der bisherigen röntgenologisch beginnenden Arthrosezeichen
ohne wesentliche Gelenkspaltverschmälerung und arthroskopisch nachgewiesener
Knorpelläsion und fehlender wesentlicher Einschränkung der Beweglichkeit seien 5%
angemessen (UV-act. 59).
2.2 Dr. med. F._, Orthopädische Chirurgie FMH, kam im Gutachten vom 10.
Dezember 2008 zum Schluss, dass aktuell eine Behandlung mit einem nochmaligen
arthroskopischen Shaving/Debridement vorzuschlagen sei. Anschliessend müsse das
linke Bein auftrainiert werden. Die von der Patientin zeitweise beklagten Rücken
beschwerden hätten mit dem damaligen Ereignis bzw. der unfallbedingten Schädigung
des linken Knies nichts zu tun. Unter der Behandlung sollte die Patientin relativ rasch
(innerhalb von 3-6 Monaten) für alle leichteren, vorzugsweise sitzenden Tätigkeiten
wieder voll arbeitsfähig werden. Er wolle sich an die Maxime halten, wonach
Behandlungsmassnahmen der Rente vorgehen würden (UV-act. 124). Der Orthopäde
Dr. med. J._ hielt im Bericht vom 30. März 2009 unter anderem fest, er sehe keine
Möglichkeit, operativ am Knie etwas zu verbessern. Er wolle vor einer Operation eher
warnen, da sich der Zustand hier nur verschlechtert werden könne. Es sollte versucht
werden, durch einen muskulären Aufbau und körperlich sportliche Aktivitätssteigerung
die Situation leicht zu verbessern, was rein theoretisch möglich sei. In der Praxis werde
die Beschwerdeführerin wohl kaum Sport betreiben und die muskuläre Situation
verbessern können (UV-act. 138). Im Gutachten vom 3. Mai 2010 stellte der
orthopädische Chirurg und Traumatologe Dr. D._ die Diagnosen eines chronifizierten
retropatellären Schmerzsyndroms links, von chronifizierten Lumboischialgien, einer
Adipositas und einer Varikosis beidseits. Die Diagnose des Knieleidens stehe mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum
Unfall vom 1. August 2002. Die übrigen Diagnosen seien überwiegend wahrscheinlich
nicht natürlich kausal zum Unfall. Angepasste Tätigkeiten in mehrheitlich sitzender
Position mit kurzen Wechseln zum Stehen und Gehen seien zu 100% möglich,
ganztags und ohne leistungsmässige Einschränkungen in sitzender Position. In
stehender Position sei eine Einschränkung beim Tragen von schweren Lasten oder
beim Knien bzw. bei gebeugten Knien gegeben. Eine weitere Einschränkung liege beim
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Treppensteigen vor. Die Arthrose ohne Erguss und Überwärmung mit sehr guter
Beweglichkeit und Stabilität könne nicht als schwer bezeichnet werden. Eine
Integritätsentschädigung von 5% sei gerechtfertigt. Durch weitere medizinische
Massnahmen sei keine namhafte Besserung der Unfallfolge zu erwarten. Die
konservativen Massnahmen hätten nach Angabe der Beschwerdeführerin zu keinerlei
Besserung geführt. Erfahrungsgemäss seien operative Therapien nicht
erfolgversprechend (UV-act. 186). Der Psychiater PD Dr. E._ gelangte im Gutachten
vom 23. Juni 2011 unter anderem zum Schluss, aus psychiatrischer Sicht bestünden
bei der Beschwerdeführerin aktuell keine Einschränkungen. Eine psychiatrische
Diagnose könne neben der (jetzt remittierten) depressiven Störung nicht gestellt
werden (UV-act. 208).
3.
3.1 Gestützt auf die vorstehend geschilderten ärztlichen Berichte und Gutachten ist
unbestrittenermassen von einer Unfallkausalität des Knieleidens links der
Beschwerdeführerin auszugehen. Hingegen ist eine Unfallkausalität der chronifizierten
Lumboischialgien in Anbetracht der Aktenlage, insbesondere der Darlegungen im
Bericht von Dr. H._ vom 3. Juni 2003 (UV-act. 28) sowie in den Gutachten von Dr.
F._ (UV-act. 124 S. 9) und Dr. D._ (UV-act. 186 S. 30f: kein belegter
Zusammenhang zwischen dem Knieleiden und vermehrten Rückenbeschwerden),
überwiegend wahrscheinlich zu verneinen. Bei Fehlen eines die Leistungsfähigkeit
einschränkenden psychiatrischen Befundes (UV-act. 208) und unbestrittenem Vorliegen
eines leichten Unfalls (vgl. act. G 1) braucht die adäquate Unfallkausalität von
psychischen Beschwerden nicht geprüft zu werden, da sie zum vornherein zu
verneinen wäre (vgl. BGE 115 V 133 E. 6a).
3.2 Bereits im April 2003 hatten die Ärzte der Klinik Valens die Arbeitsfähigkeit für
leichte wechselbelastende Tätigkeit mit Heben von maximal 10kg bejaht (UV-act. 26a;
vgl. UV-act. 30). Dr. H._ berücksichtigte in seiner Beurteilung vom 22. September
2003 (Arbeitsfähigkeit von 50%) sowohl die Kniebeschwerden als auch die
unfallfremden lumbalen Beschwerden, wobei er festhielt, dass die lumbalen
Beschwerden gegenüber den Kniebeschwerden "etwas in den Hintergrund getreten"
seien (UV-act. 31). Die danach in den Jahren 2004, 2005 erstellten ärztlichen Gutachten
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(MRZ, AEH) sprachen sich - bezogen auf die jeweiligen Berichtszeitpunkte - ebenfalls
für eine hälftige Arbeitsfähigkeit aus, wobei allerdings auch hier die unfallfremden
lumbalen Beschwerden und die damals bestehende reaktive depressive Entwicklung
als arbeitsfähigkeitseinschränkend einbezogen wurden bzw. die Arbeitsunfähigkeit als
krankheitsbedingt eingeschätzt wurde (UV-act. 43, 65 S. 4). Dr. D._ ortete bezogen
auf stehende Positionen Einschränkungen für das Tragen von schweren Lasten, Knien
und Treppensteigen und bejahte unter ausschliesslicher Berücksichtigung der
unfallbedingten Knieprobleme eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für sitzende
Tätigkeiten (UV-act. 186). Der Arzt begründete diese Einschätzung nachvollziehbar und
setzte sich dabei auch mit den Angaben der Beschwerdeführerin und den früheren
Akten auseinander (UV-act. 186 S. 2-24, 29f). Konkrete Anhaltspunkte, welche Zweifel
an der Beurteilung zu wecken vermöchten, werden weder geltend gemacht noch
ergeben sich solche aus den Akten. Ein Grund für eine erneute Begutachtung ist bei
diesem Sachverhalt nicht ersichtlich.
4.
4.1 Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Für die Annahme einer Weiterdauer der
Behandlungskostenübernahme genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A.,
Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes kann
auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären
Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern
vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen Endzustandes wird
sodann keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145).
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4.2 Der Orthopäde Dr. J._ riet im Bericht vom 30. März 2009 von einem weiteren
operativen Eingriff am linken Knie, wie er im Dezember 2008 von Dr. F._ empfohlen
worden war (UV-act. 124), ab und regte einen Versuch an, die muskuläre Situation
durch körperliche Aktivität zu verbessern, wobei er die praktische Umsetzbarkeit
allerdings als fraglich erachtete (UV-act. 138). Auftrainierungsmassnahmen, wie sie von
Dr. F._ vorgeschlagen worden waren, führten in der Folge denn auch zu keinem
Ergebnis. Die Physiotherapeutin K._ teilte am 11. August 2009 mit, das während drei
Monaten durchgeführte Training (MTT) werde abgeschlossen, weil das Ziel des
Muskelaufbaus und der Aktivitätssteigerung nicht erreicht worden sei (UV-act. 158). In
diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass muskuläre Defizite nach der
Rechtsprechung nicht als organisch hinreichend nachweisbare Symptome gelten
(Urteil des EVG vom 7. Januar 2003, U 326/01, E. 3). Dr. D._ vermerkte im Gutachten
vom 3. Mai 2010, dass durch weitere medizinische Massnahmen keine namhafte
Besserung der Unfallfolgen zu erwarten sei (UV-act. 186). Am 13. Juli 2010 hielt der
Gutachter ergänzend fest, seit dem Abschlussbericht der Physiotherapie am
Spisermarkt vom 11. August 2009 sei mit grosser Wahrscheinlichkeit keine namhafte
Besserung zu erreichen gewesen (UV-act. 188). Angesichts dieser Aktenlage erscheint
es ausgewiesen, dass vorerst ein Besserungspotential zwar noch vorhanden und damit
die Behandlung noch nicht abgeschlossen worden war, dass jedoch am 1. September
2009 mit weiterer Heilbehandlung eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes nicht zu erreichen war. Es lässt sich demgemäss nicht
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch mit Wirkung ab 1.
September 2009 prüfte und verfügte.
4.3
4.3.1 Zu klären sind die der Invaliditätsbemessung zugrunde liegenden Vergleichsein
kommen (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend,
was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit
ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224 E. 4.3.1 mit
Hinweisen). Die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin erklärte am 28. Juli
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2010, dass diese bei ihr als Gesunde im Jahr 2009 Fr. 4'011.-- pro Monat (x 13)
zuzüglich Nacht/Sonntags-Zulage von Fr. 344.-- monatlich und Mitarbeiter-
Partizipation von Fr. 200.-- jährlich verdienen würde (UV-act. 192). Das hieraus
resultierende Jahreseinkommen von Fr. 56'471.-- legte die Beschwerdegegnerin ihrer
Rentenberechnung zugrunde. Hiervon ist nachstehend auszugehen.
4.3.2 Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen
des Jahres 2009, d.h. auf den Durchschnitt aus den Arbeitsplätzen Nr. 346'215, 4767,
10'835, 5255 und 6139 (UV-act. 216) von Fr. 46'823.-- fest. Im Hinblick auf die
geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben
hat die Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von
mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund
der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über
den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28. August 2003, U 35/00, E.
4.2.2). Konkret liegen die von der Rechtsprechung geforderten Angaben vor, und die
von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den
behinderungsbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin angepasst.
4.3.3 Selbst wenn auf die vorerwähnten DAP-Löhne nicht abgestellt werden könnte,
würde dies am Ergebnis, wie sich nachstehend ergeben wird, nichts ändern. Die
Bemessung anhand statistischer Löhne würde zu einem vergleichbaren, tendenziell
eher höheren Invalideneinkommen führen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für
Frauen ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'116.-- ersichtlich. Das hieraus
errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h. auf 41.7 Stunden,
aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 51'491.-- ergibt. Im Jahr 2009 stiegen die
Nominallöhne um 2.1%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 52'572.-- resultiert.
Bei der Beschwerdeführerin wirkt sich unter Umständen die unfallbedingte
Einschränkung am linken Knie dahingehend aus, dass sie auf dem allgemeinen
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Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen Lohn rechnen kann. Die
Gewährung eines Leidensabzugs von 10% hätte ein Invalideneinkommen von
Fr. 47'315.-- zur Folge. Ein höherer Leidensabzug liesse sich sachlich kaum
begründen. Es erscheint dementsprechend gerechtfertigt, auf das DAP-Einkommen
von Fr. 46'823.-- abzustellen. Die Gegenüberstellung dieses Betrags mit dem
Valideneinkommen von Fr. 56'471.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von 17%
(gerundet; BGE 130 V 122 E. 3.2). Die Beschwerdeführerin hat dementsprechend auf
der Basis dieses Erwerbsunfähigkeitsgrads ab September 2009 Anspruch auf eine
Rente, wie ihn die Beschwerdegegnerin verfügte.
5.
5.1 In der Zeit von Januar 2005 bis und mit August 2009 erhielt die Beschwerdeführerin
Rentenleistungen (vgl. UV-act. 83, 92). Da der Rentenanspruch erst ab September
2009 besteht, wurden die früheren Rentenleistungen zu Unrecht ausgerichtet und
unterliegen grundsätzlich der Rückerstattungspflicht (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Mit Blick
auf die fünfjährige Verwirkungsfrist (Art. 25 Abs. 2 ATSG) könnten jedoch höchstens die
fünf der Verfügung vom 17. November 2011 vorangehenden Jahre, d.h. die Leistungen
für die Zeit ab 1. Dezember 2006 (vgl. UV-act. 218 S. 3 unten), zurückgefordert werden.
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Verwirkung der
Rückforderung (act. G 1 S. 6) ist festzuhalten, dass Rückerstattungsansprüche innert
eines Jahres nach Kenntnis des massgebenden Sachverhalts zu stellen sind (Art. 25
Abs. 2 ATSG). Mit der Rückforderungsverfügung vom 17. November 2011 (UV-act.
218) wurde die einjährige Verwirkungsfrist nicht gewahrt, denn die Abklärung des hier
massgebenden Sachverhalts (unfallbedingte Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht)
war nicht erst mit dem Vorliegen des psychiatrischen Gutachtens von Dr. E._ vom
23. Juni 2011 (UV-act. 208) beendet. Aus somatischer Sicht war der Sachverhalt
vielmehr bereits mit dem Gutachten von Dr. D._ vom 3. Mai 2010 (UV-act. 186)
geklärt. Eine psychiatrische Begutachtung war für die Beurteilung der adäquaten
Unfallkausalität der psychischen Beschwerden insofern unnötig, als bei Vorliegen eines
leichten Unfalls die Adäquanz zum vornherein ausser Betracht fiel (vorstehende E. 3.1
und BGE 115 V 133 E. 6a) und damit eine allfällige psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit bei der Rentenbemessung gar nicht hätte berücksichtigt werden
können. Zum Einwand der Beschwerdegegnerin (act. G 6 Ziff. 6.5 mit Hinweis auf Urteil
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des Bundesgerichts vom 17. August 2011, 8C_308/2011, E. 4), dass eine allfällige
Verwirkung keine Nichtigkeit der Rückforderungsverfügung bewirke und der Einwand
der Verwirkung mit der Einsprache gegen die Verfügung vom 17. November 2011 hätte
vorgebracht werden müssen, ist festzuhalten, dass die letztgenannte Verfügung als
Ganzes, also einschliesslich der Rückforderung, angefochten worden war (UV-act.
219). In dieser Situation wäre es zu formalistisch, von der Beschwerdeführerin auch
noch eine explizite Geltendmachung der Verwirkung der Rückforderung zu verlangen.
Die Rückforderung ist als verwirkt anzusehen, da sie erst am 17. November 2011 und
damit über ein Jahr nach Kenntnis des massgebenden Sachverhalts (Gutachten von
Dr. D._ vom 3. Mai 2010 (UV-act. 186) verfügt worden war.
5.2 Die Frage, ob die Beschwerdeführerin für die Zeit ab Januar 2005
Taggeldleistungen beanspruchen kann, stellt sich grundsätzlich auch bei Annahme
einer Verwirkung der Rückforderung der für den gleichen Zeitraum ausgerichteten
Rentenleistungen. Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 17. Juli 2009
einen solchen Taggeldanspruch (UV-act. 156) und sistierte das entsprechende
Einspracheverfahren bis zum Vorliegen weiterer medizinischer Abklärungen (UV-act.
174). In der Folge erstattete Dr. D._ sein Gutachten (UV-act. 186), und die
Beschwerdegegnerin bestätigte die Verneinung des Taggeldanspruchs ab Januar 2005
im hier angefochtenen Einspracheentscheid (vgl. dortige E. 9). Ist der Versicherte
infolge eines Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat er Anspruch auf ein
Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 Satz 1 ATSG in
Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 UVG ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen
oder geistigen Gesundheit bedingte Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Die Arbeitsfähigkeit einer versicherten
Person ist gegebenenfalls nach der Tätigkeit zu beurteilen, die sie - unter
Berücksichtigung des gesamten Arbeitsmarktes und gegebenenfalls einer
Anpassungszeit - bei gutem Willen ausüben könnte (BGE 115 V 133 E. 2 mit
Hinweisen; RKUV 1987, 393 E. 2b). Nach Art. 6 Satz 2 ATSG in Verbindung mit Art. 16
Abs. 1 UVG wird denn auch bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit die zumutbare
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich (als dem bisherigen)
berücksichtigt. Zur Bemessung der Arbeitsfähigkeit bei Zumutbarkeit einer anderen als
der bisherigen Tätigkeit hat bei Erwerbstätigen ein auf die bisherige Tätigkeit
bezogener Funktions- und Einkommensvergleich zu erfolgen. Zu prüfen ist, wie sich
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das zumutbarerweise erzielbare Einkommen verhält zu demjenigen in der bisherigen
Tätigkeit; ergibt sich ein - prozentual zu berechnender - Einkommensausfall, entspricht
dieser Prozentsatz dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2.
A., Rz 3 und 14 zu Art. 6 ATSG). Ist die versicherte Person, welche Taggeldleistungen
der Unfallversicherung bezieht, arbeitslos, so erbringt die Unfallversicherung gemäss
Art. 25 Abs. 3 UVV die ganze Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als 50
Prozent beträgt, und die halbe Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als 25, aber
höchstens 50 Prozent beträgt. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25 und weniger Prozent
besteht kein Taggeldanspruch.
5.3 Der Unfall lag im Zeitpunkt der streitigen Taggeldeinstellung (1. Januar 2005) zwei
Jahre und vier Monate zurück, weshalb in Anwendung von Art. 6 Abs. 2 ATSG die
Arbeitsfähigkeit in einer dem Knieleiden angepassten (zumutbaren) Verweistätigkeit zu
berücksichtigen ist. Die Beschwerdeführerin war seit Juni 2003 arbeitslos (UV-act. 26a,
54 S. 2). Rein in Bezug auf unfallbedingte Knieleiden bestehen keine medizinischen
Anhaltspunkte, dass in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nicht bereits ab Januar
2005 eine uneingeschränkte Erwerbstätigkeit möglich gewesen wäre. Es wäre denn
auch nicht einzusehen, aus welchem (unfallbedingten) Grund die Beschwerdeführerin
eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit ab jenem Zeitpunkt nicht hätte ausüben können,
zumal sich die medizinischen Verhältnisse am linken Knie in der Zeit von 2005 bis
September 2009 nach Lage der Akten nicht änderten bzw. nicht verbesserten. Es
rechtfertigt sich unter diesen Umständen, das Ergebnis des für die Rentenbemessung
vorgenommenen Einkommensvergleichs (vgl. dazu vorstehende E. 4.3. und 5.2) auch
für die Taggeldbemessung ab Januar 2005 zur Anwendung zu bringen. Mit Blick auf
den erwähnten Art. 25 Abs. 3 UVV und den Arbeitsunfähigkeitsgrad von 17% resultiert
ab Januar 2005 kein Taggeldanspruch. Eine Anpassungszeit hat faktisch insofern als
zureichend berücksichtigt zu gelten, als die Beschwerdeführerin ab Januar 2005 (nicht
mehr rückforderbare) Rentenleistungen auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 17%
(vgl. dazu UV-act. 218 S. 3 unten) erhalten hat.
6.
Zu prüfen bleibt die Höhe des unfallbedingten Integritätsschadens. Die
Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Voraussetzungen für die Zusprechung einer
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Integritätsentschädigung im angefochtenen Entscheid (E. 7a-d) zutreffend dar.
Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit der Einschätzung des Integritätsschadens
aufgrund der unfallbedingten Knieverletzung durch Dr. I._ (UV-act. 59) lassen sich
den Akten nicht entnehmen. Solche werden auch von der Beschwerdeführerin nicht
geltend gemacht. Vielmehr bestätigte der Gutachter Dr. D._ die von Dr. I._
festgestellte Integritätseinbusse von 5% als gerechtfertigt und passend (UV-act. 186 S.
31). Eine voraussehbare nachträgliche Verschlimmerung ergibt sich aus den
medizinischen Akten, insbesondere auch dem Gutachten von Dr. D._, nicht. Bei
arthrotischen Knieleiden sind prognostische Aussagen über die Wahrscheinlichkeit
einer Verschlimmerung denn auch schwierig möglich, da der Krankheitsverlauf
individuell ist; beispielsweise kann im Nachhinein auch eine degenerative Arthrose
dazukommen (vgl. SZS 1988, 274 E. 1d). Da es an der adäquaten Unfallkausalität der
lumbalen Beschwerden und allfälliger psychischer Probleme fehlt, lässt sich hieraus
zum vornherein kein zusätzlicher unfallbedingter Integritätsschaden ableiten. Im
Übrigen ist festzuhalten, dass die Integritätsentschädigung bei nicht voraussehbarer
nachträglicher Verschlimmerung einer Revision bzw. einer nachträglichen Erhöhung
zugänglich ist (SZS 1988, 274).
7.
Die Beschwerde ist in dem Sinn teilweise gutzuheissen, als die für den Zeitraum ab
1. Dezember 2006 zu viel ausgerichteten Rentenleistungen zufolge Verwirkung nicht
zurückgefordert werden können. Der Einspracheentscheid vom 27. Februar 2012 ist
insofern aufzuheben, als er die am 17. November 2011 verfügte Rückforderung
bestätigt. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Im Umfang dieses teilweisen Obsiegens (50%) hat die
Beschwerdeführerin Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber der
Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Ausgehend von der Pauschalentschädigung
bei vollem Obsiegen von praxisgemäss Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Fr. 2'000.--
zu entschädigen. Für die verbleibenden Fr. 2'000.-- hat der Staat aufgrund der am 11.
April 2012 bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Umfang von 80% (Art.
31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h. mit einem Betrag von Fr. 1'600.-- aufzukommen.
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39