Decision ID: e1fb71ef-f4b4-49b8-aa2a-6c020966d495
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war bei der B._ als Bürokauffrau angestellt und dadurch bei der SWICA
Versicherungen AG (SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
sie laut Unfallmeldung vom 15. April 2015 am 20. Dezember 2014 auf einem mit
Schneematsch bedeckten Trottoir ausrutschte und auf das linke Knie fiel (UV-act. 1).
A.b Im März 2015 begab sich die Versicherte zu Dr. med. C._, Fachärztin für
Allgemeine Medizin, in Behandlung (vgl. UV-act. 13). Das von der Ärztin zur weiteren
Abklärung veranlasste MRT des linken Kniegelenks vom 26. März 2015 ergab einen
Status nach Traumatisierung des Hoffa’schen Fettkörpers sowie eine Chondropathie
Grad I retropatellär. Es zeigten sich eine minime Signalveränderung des Hoffa’schen
Fettkörpers und geringe intrinsische Signalveränderungen des retropatellären Knorpels.
Die Kreuzbänder, die Kollateralbänder und die Menisci waren intakt (UV-act. 9-3). Dr.
C._ attestierte der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 24. April
2015 und überwies sie zur Weiterbehandlung an Dr. med. D._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (vgl. UV-act.
13). Dieser stellte gestützt auf den MRT-Befund vom 26. März 2015 die Diagnose
symptomatische, posttraumatische Plica mediopatellaris Knie links (UV-act. 9). Am 13.
Mai 2015 wurde eine Arthroskopie mit einer Resektion der Plica mediopatellaris sowie
einer Knorpelglättung an der medialen Patellafacette durchgeführt (UV-act. 11).
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A.c In der von der SWICA in der Folge eingeholten Aktenbeurteilung hielt Dr. med.
E._, Facharzt für Chirurgie, fest, dass es im Rahmen des Unfalls vom 20. Dezember
2014 lediglich zu einer vorübergehenden, nicht aber richtungsgebenden
Verschlimmerung eines Vorzustands gekommen sei. Der Status quo sine nach dieser
Kontusion des Kniegelenks sei spätestens nach vier Wochen erreicht gewesen (UV-act.
16).
A.d Am 5. August 2015 teilte die SWICA der Versicherten mit, dass sie ihre Leistungen
per Datum der MRT-Untersuchung am 26. März 2015 einstelle (UV-act. 23). Nachdem
sich die Versicherte damit nicht einverstanden erklärt hatte (vgl. UV-act. 25), verfügte
die SWICA am 3. September 2015 wie angekündigt die Einstellung der
Versicherungsleistungen (UV-act. 26).
A.e Dagegen erhob die Versicherte am 24. September 2015 Einsprache (UV-act. 27)
und reichte mit Einsprachebegründung vom 4. Januar 2016 eine Stellungnahme von
Dr. D._ vom 21. Dezember 2015 ein (UV-act. 40). Darin hielt dieser im Wesentlichen
fest, dass es eher unwahrscheinlich erscheine, dass eine solche Plica mediopatellaris-
Symptomatik bei der Versicherten ohne Unfallereignis aufgetreten wäre (UV-act. 37).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 26. Juli 2016 wies die SWICA die Einsprache der
Versicherten ab (UV-act. 43).
B.
B.a Dagegen liess die Versicherte am 6. September 2016 Beschwerde erheben und
beantragen, der Einspracheentscheid vom 26. Juli 2016 sei aufzuheben und die
Angelegenheit sei zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (act. G 1). Die Beschwerdeführerin reichte zudem eine
Informationsbroschüre zum Thema „Plica-Syndrom am Knie“ von Dr. med. F._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zu
den Akten (act. G 1.12).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. September 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
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B.c Mit Replik vom 20. Oktober 2016 und Duplik vom 3. November 2016 hielten die
Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest (act. G 6, G 8).
B.d Am 26. Januar 2018 reichte die Beschwerdeführerin auf Aufforderung des Gerichts
einen Operationsbericht vom 16. Dezember 2015 sowie weitere medizinische Berichte
ein (act. G 10, G 11).
B.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu
Recht per 26. März 2015 einstellte.
2.
2.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in
Kraft getreten. Die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015
sehen vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der
Änderung vom 25. September 2015, d.h. vor dem 1. Januar 2017, ereignet haben, nach
bisherigem Recht gewährt werden. Das vorliegend relevante Ereignis hat sich am 20.
Dezember 2014 ereignet, weshalb auf die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen abzustellen ist.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
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RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig
auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt
indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs muss mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein bzw.
verneint werden können. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd geklagten
Beschwerden darstellt, d.h., wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruhen. Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des
fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche
gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4;
LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser
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muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit
Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind.
2.4 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall
verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand
entfällt erst, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl.
zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 3.3).
2.5 Keine Leistungspflicht der Unfallversicherung besteht nach der Rechtsprechung,
wenn der Unfall blosse Gelegenheits- oder Zufallsursache des Gesundheitsschadens
ist. Gemeint sind dabei Fälle, in denen ein pathologischer, aber allenfalls klinisch
stummer Vorzustand besteht, welcher durch den Unfall aktiviert wird, zu dessen
Aktivierung aber nicht unbedingt ein Unfallereignis nötig gewesen wäre. Wenn mit
anderen Worten ein alltäglicher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit
dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als
kausal signifikantes Ereignis, sondern als austauschbarer Anlass und es entsteht daher
keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54;
Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2011, 8C_380/2011, E. 4.2 mit Hinweisen).
Gemäss einem Teil der Lehre handelt es sich dabei um einen Spezialfall, in welchem
zwar der Status quo ante nicht wieder erreicht wird, der Status quo sine aber innerhalb
sehr kurzer Zeit wieder eintritt (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O.).
2.6 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Danach haben die urteilenden
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Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon,
von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 E. 4 und BGE
125 V 351 E. 3b/ee, je mit Hinweisen).
3.
3.1 Nach Lage der Akten rutschte die Beschwerdeführerin im Dezember 2014 auf
einem schneematschbedeckten Trottoir aus und stürzte auf das linke Kniegelenk.
Dabei zog sie sich eine Kontusion des linken Knies zu. Die Schwellung und das
Hämatom gingen nach Angaben der Beschwerdeführerin nach einer Woche wieder
zurück (UV-act. 1, vgl. das Protokoll über die Besprechung vom 23. April 2015, UV-act.
5 S. 2). Anlässlich der am 26. März 2015 durchgeführten MRT-Untersuchung wurde im
Wesentlichen eine Plica mediopatellaris festgestellt, welche im Mai 2015
arthroskopisch entfernt wurde (vgl. UV-act. 9, 11). Die Beschwerdegegnerin anerkannte
ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 20. Dezember 2014 und stellte ihre
Leistungen gleichzeitig per Datum der MRT-Untersuchung vom 26. März 2015 wieder
ein (vgl. das Schreiben vom 5. August 2015, UV-act. 23). Zu prüfen ist demnach, ob die
Beschwerdeführerin auch über dieses Datum hinaus Anspruch auf Leistungen der
Beschwerdegegnerin hat, womit sie u.a. die Kosten der im Mai 2015 durchgeführten
Arthroskopie zu übernehmen hätte. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob die
geklagten Kniebeschwerden über den 26. März 2015 hinaus in einem kausalen
Zusammenhang zum Ereignis vom 20. Dezember 2014 stehen (vgl. E. 2.3, E. 2.4).
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3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung auf die
Aktenbeurteilung von Dr. E._ vom 30. Juli 2015 (UV-act. 16). Darin führte dieser aus,
dass es im Rahmen des Unfalls vom 20. Dezember 2014 lediglich zu einer Kontusion
des linken Kniegelenks mit einer Schwellung und einem Hämatom gekommen sei. Eine
unfallkausale intraartikuläre morphologische Läsion habe bei der MRI-Untersuchung
ausgeschlossen werden können. Die subjektiv beklagten Beschwerden der
Beschwerdeführerin seien auf die hypertrophe Plica mediopatellaris zurückzuführen.
Dabei handle es sich um eine Anlagevariante der Gelenksinnenhaut ohne direkten
Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Möglicherweise sei sie aber im Rahmen des
Unfalls symptomatisch geworden. Auffällig sei allerdings, dass die erste ärztliche
Behandlung erst Monate später stattgefunden habe. Dr. E._ hielt fest, dass es im
Rahmen des Unfalls vom 20. Dezember 2014 lediglich zu einer vorübergehenden, nicht
aber richtungsgebenden Verschlimmerung des Vorzustands gekommen sei. Der Status
quo sine sei nach der Kontusion des Kniegelenks spätestens nach vier Wochen
erreicht gewesen. Auch ohne den Unfall vom Dezember 2014 wären die Beschwerden
im Rahmen der Hypertrophie der Plica mediopatellaris überwiegend wahrscheinlich
früher oder später im heutigen Ausmass aufgetreten (UV-act. 16 S. 2 f.).
3.3 Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die
Aktenbeurteilung von Dr. E._ nicht überzeuge. Es leuchte insbesondere nicht ein,
weshalb der Status quo sine bereits spätestens vier Wochen nach dem Unfallereignis
erreicht worden sein sollte. Die Schmerzen der Beschwerdeführerin würden andauern,
weshalb am 16. Dezember 2015 eine weitere Operation am linken Knie durchgeführt
worden sei. Die Behandlung sei bis heute nicht abgeschlossen. Insgesamt habe die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Aktenbeurteilung nicht überwiegend
wahrscheinlich beweisen können, dass ausschliesslich unfallfremde Faktoren vorlägen
(act. G 1 S. 5 ff.).
3.4 Der Umstand, dass Dr. E._ seine Einschätzung ausschliesslich auf Grundlage
der Akten abgab und die Beschwerdeführerin nicht selbst untersuchte, steht deren
Beweiswert grundsätzlich nicht entgegen. Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit
der zu begutachtenden Person rückt dann in den Hintergrund, wenn es im
Wesentlichen nur um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts
geht und sich neue Untersuchungen erübrigen; in einem solchen Fall kann auch ein
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reines Aktengutachten voll beweiswertig sein. Für die Beweistauglichkeit entscheidend
ist aber, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011 E. 4.1 mit Hinweisen;
RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 E. 5b). Vorliegend gab Dr. E._ seine Beurteilung in
Kenntnis der Vorakten ab und legte die Anamnese lückenlos dar. Er setzte sich
insbesondere mit dem Behandlungsverlauf, den bildgebenden
Untersuchungsergebnissen und der Frage nach dem Vorliegen von relevanten
Vorzuständen sowie der Unfallkausalität der Befunde auseinander. Dr. E._ legte
überzeugend dar, dass die bildgebend festgestellte Plica mediopatellaris für die
geklagten Beschwerden ursächlich sei, diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
früher oder später auch ohne das Sturzereignis im aktuellen Ausmass symptomatisch
geworden wäre und der Status quo sine nach der Kniekontusion spätestens nach vier
Wochen erreicht gewesen sei.
3.5 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Stellungnahme ihres
behandelnden Arztes Dr. D._ vom 21. Dezember 2015 (UV-act. 37) nicht geeignet,
die überzeugende Beurteilung von Dr. E._ in Zweifel zu ziehen. Dr. D._ hielt in
Übereinstimmung mit den Ausführungen von Dr. E._ fest, dass die Plica
mediopatellaris eine Form-Variante der Gelenkinnenhaut des Knies darstelle, und dass
das Vorkommnis dieser anatomischen Struktur nichts mit dem Unfallereignis zu tun
habe. Beide Fachärzte gingen sodann übereinstimmend davon aus, dass dieser
anatomische Vorzustand im Sinne einer Möglichkeit auch durch einen Unfall, wie
insbesondere eine Kontusion oder Distorsion, symptomatisch werden könne (vgl. E.
3.2, UV-act. 37).
3.6 Festzuhalten ist, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal
taxierte Schmerzen nicht automatisch für das Vorliegen von anhaltenden
Unfallrestfolgen sprechen. Die Leistungseinstellung des Unfallversicherers bedingt
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. E. 3.3) keine Beschwerdefreiheit.
Entscheidend ist, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Plica mediopatellaris
ein anatomischer Vorzustand vorlag, welcher gemäss den übereinstimmenden
Aussagen der Ärzte auch, aber nicht ausschliesslich durch ein Unfallereignis
symptomatisch werden kann (vgl. E. 3.2, E. 3.5). Dass dies bei der Beschwerdeführerin
vorliegend der Fall gewesen ist, erscheint zwar möglich, ist jedoch aufgrund der Akten
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und insbesondere auch durch die Beurteilung von Dr. D._ nicht mit dem im
Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt. Aus der verallgemeinernden Aussage von Dr. D._, dass
ein spontanes Auftreten einer Plica-Symptomatik ohne Vorliegen eines
Unfallereignisses „eher“ zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr typisch und deshalb im
konkreten Fall „eher“ unwahrscheinlich sei, kann die – im Zeitpunkt des
Unfallereignisses 28-jährige – Beschwerdeführerin jedenfalls nichts zu ihren Gunsten
ableiten. Soweit Dr. D._ darüber hinaus argumentiert, dass „wohl von einem
Unfallereignis ausgegangen“ werden müsse, da bei der Beschwerdeführerin vorgängig
keine Kniebeschwerden bestanden hätten (UV-act. 37), ist mit der
Beschwerdegegnerin (act. G 3 S. 5) darauf hinzuweisen, dass eine gesundheitliche
Schädigung rechtsprechungsgemäss nicht schon deshalb als durch einen Unfall
verursacht gelten kann, weil sie nach diesem aufgetreten ist (post hoc ergo propter
hoc; BGE 119 V 335 E. 2b/bb mit Hinweis, Urteil des Bundesgerichts 8C_636/2016
vom 16. November 2016 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Nicht zuletzt wird die Plica im
MRT-Untersuchungsbericht vom 26. März 2015 überhaupt nicht und im
Arthroskopiebericht vom 13. Mai 2015 nur als anatomische Struktur erwähnt (vgl. UV-
act. 9-3, 11). Dass sich die Plica aufgrund einer Entzündung verdickt dargestellt hätte,
wie dies bei einer kontusionsbedingten bzw. traumatischen Gesundheitsschädigung zu
erwarten gewesen wäre, geht aus den Berichten nicht hervor.
3.7 Selbst wenn im Übrigen davon auszugehen wäre, dass die Plica mediopatellaris im
vorliegenden Fall überwiegend wahrscheinlich durch den Unfall vom Dezember 2014
aktiviert bzw. symptomatisch geworden wäre, wäre zu deren Aktivierung nicht
unbedingt ein Unfallereignis nötig gewesen, zumal eine Plica-Symptomatik ebenso
wahrscheinlich durch Überbeanspruchung im Alltag ausgelöst werden kann (vgl. E. 2.5,
vgl. auch act. G. 1.12 S. 1). Wie Dr. E._ überzeugend darlegte, wären die
Beschwerden der Beschwerdeführerin somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
früher oder später auch ohne das Sturzereignis im aktuellen Ausmass aufgetreten (E.
3.2).
3.8 Schliesslich lassen sich weder aus der von der Beschwerdeführerin eingereichten
Informationsbroschüre des im vorliegenden Verfahren nicht involvierten Mediziners Dr.
F._ relevante fallbezogene Schlüsse ziehen noch ergeben sich aus dem
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Operationsbericht vom 16. Dezember 2015 und den weiteren medizinischen Berichten
(act. G 11.1-11.4) wesentliche neue Gesichtspunkte für die vorliegend zu
beantwortende Frage nach dem Wegfall der Unfallkausalität.
4.
Zusammenfassend ist somit gestützt auf die vorliegende Aktenlage mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Kniebeschwerden
der Beschwerdeführerin – spätestens – im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 26.
März 2015 keine kausale Unfallfolgen mehr darstellten. Die Einstellung der Leistungen
erweist sich damit als gerechtfertigt. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb entgegen dem Antrag der
Beschwerdeführerin darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE
122 V 162 E. 1d).
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).