Decision ID: 3c838ea2-b855-4dd6-9e8e-43e5fda9050d
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch A._,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a B._, Jahrgang 1951, meldete sich im Januar 2005 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Umschulung auf eine neue Tätigkeit
sowie die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 1). Im Arztbericht vom 21. Februar 2005 (IV-
act. 16) diagnostizierte Dr. med. C._, Neurochirurgie FMH, Klinik Stephanshorn, St.
Gallen, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine zervikale Myelopathie bei zervikaler
Diskushernie C5/6 mit invalidisierender Ulnaris-Neuropathie rechts. Die Ärztliche
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, erstattete am 21. August 2006 ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 36). Nach einer internistischen, einer
neurologischen und einer psychiatrischen Untersuchung wurden mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit die Diagnosen einer leichten zervikalen Myelopathie HWK5/6 (ICD-10
M53.0) mit/bei Status nach Dekompressionsoperation am 2. April 2003 und
persistierendem neuropathischem Schmerzsyndrom an der rechten Hand sowie
chronischem Zervikalsyndrom, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4) sowie eine leichte chronifizierte,
depressive Episode (ICD-10 F32.0) im Sinn einer chronifizierten Anpassungsstörung
hauptsächlich vom depressiven Typ erhoben. Aus neurologischer Sicht sei der
Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Monteur von Deckenverkleidungen nicht
mehr arbeitsfähig. Aufgrund des chronischen HWS-Syndroms seien Tätigkeiten als
Bauarbeiter und angesichts der deutlich eingeschränkten Beweglichkeit im HWS-
Bereich Arbeiten über Kopfniveau nicht mehr zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe aufgrund der Schmerzproblematik und der damit verbundenen depressiven
Symptomatik eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus internistischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend bestehe für die angestammte,
körperlich schwere Tätigkeit des Versicherten im Baugewerbe seit dem 5. August 2002
eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte
aus neurologischer Sicht 100% arbeitsfähig. Auch im Bereich manueller Tätigkeiten mit
der rechten Hand bestehe keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eher
ungünstig seien Tätigkeiten, welche hohe Anforderungen an die Feinmotorik oder an
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die Sensibilität der Hand stellen würden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund
der festgehaltenen Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit von 30%. Aus internistischer
Sicht sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszumachen. Zusammenfassend
bestehe für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, auch mit manueller
Belastung der rechten Hand, jedoch ohne Arbeiten über Kopfniveau, eine ganztägig
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70%.
A.b Mit Schreiben vom 31. Oktober 2006 (IV-act. 42) teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass die Grundvoraussetzungen für berufliche Massnahmen nicht
erfüllt seien.
A.c Gestützt auf das ABI-Gutachten stellte die IV-Stelle im Vorbescheid vom 31.
Oktober 2006 (IV-act. 44) in Aussicht, den Anspruch auf eine Rente zu verneinen, da
der Invaliditätsgrad unter 40% liege. Am 4. Dezember 2006 (IV-act. 49) nahm die A._
in Vertretung des Versicherten dazu Stellung.
A.d Mit Verfügung vom 11. Januar 2007 verneinte die IV-Stelle wie angekündigt einen
Anspruch auf eine Invalidenrente. Für körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten,
auch mit manueller Belastung der rechten Hand, jedoch ohne Arbeiten über Kopfniveau
sei eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 30%
zumutbar. Entsprechend dem Einwand der A._ werde das durchschnittliche
Einkommen von Fr. 53'382.-- übernommen und mit der Gesamtteuerung aufgerechnet.
Die Voraussetzungen für einen Leidensabzug seien hingegen nur teilweise erfüllt. Da
der Invaliditätsgrad auch unter Berücksichtigung des angepassten
Einkommensvergleichs unter 40% liege, werde das Leistungsbegehren abgewiesen.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der A._ im Namen des Versicherten
erhobene Beschwerde vom 12. Februar 2007 mit den Anträgen, die Verfügung vom
11. Januar 2007 sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad sei neu zu berechnen. Die IV-
Stelle gehe von einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 36'401.-- aus. Dieses
wäre zumutbar und zu erreichen, wenn der Beschwerdeführer die Nebenwirkungen
seiner Schmerzmedikamente nicht zu verkraften hätte. Die Nebenwirkungen -
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Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel - seien im ABI-Gutachten vom 30.
August 2006 vernachlässigt und zu gering geschätzt worden. Sodann seien die
Schmerzen trotz der Medikamenteneinnahme vorhanden. Der Invaliditätsgrad von 35%
werde der komplexen und schwerwiegenden gesundheitlichen Situation des
Beschwerdeführers nicht gerecht. In der Begründungsergänzung vom 30. März 2007
führte die A._ im Namen des Versicherten im Wesentlichen aus, der
Beschwerdeführer schildere die Problematik der Nebenwirkungen eindrücklich und
glaubhaft. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die Medikamentenwirkung sei
im ABI-Gutachten nicht wirklich erfasst worden, sie sei durch längere Belastungstests
in geschütztem Rahmen herauszufinden. Somit werde zusätzlich zu den bereits
gestellten Anträgen die Rückweisung zur Neuabklärung im erwähnten Sinn beantragt.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Das ABI-Gutachten erfülle sämtliche Kriterien für eine
beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage. Es sei davon auszugehen, dass
die ABI-Gutachter in Kenntnis der Vorakten und der Medikation des
Beschwerdeführers sich der Problematik von Nebenwirkungen einer solchen
Medikation bewusst seien und sie bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung entsprechend
berücksichtigt hätten. Massgebend sei, dass dem Beschwerdeführer aufgrund des
ABI-Gutachtens die Willensanstrengung zumutbar sei, trotz subjektiv empfundener
Beschwerden (auch Nebenwirkungen der Medikamente) einer somatisch adaptierten
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dem Beschwerdeführer würden neben körperlich
leichten Hilfstätigkeiten auch mittelschwere Tätigkeiten offen stehen und er könne
seine Restarbeitsfähigkeit von 70% in zeitlicher Hinsicht in einem Vollzeitpensum mit
einer um 30% reduzierten Leistungsfähigkeit ausüben. Unter diesen Umständen falle
ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn nicht in Betracht.
B.c Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.
C.
In der Beschwerde vom 12. Februar 2007 stellte die A._ im Namen des Versicherten
ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Befreiung von der
Pflicht zur Leistung eines Kostenvorschusses. Am 15. Mai 2007 wurde dem Gesuch um
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Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für
das Verfahren vor dem Versicherungsgericht entsprochen (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 11. Januar 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist
(BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Verfahrendie bis zum 31. Dezember
2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers unter 40% liegt und dementsprechend die Beschwerdegegnerin zu
Recht den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat. Dabei sind sich die Parteien
auch uneinig darüber, ob bei der Festlegung des Invalideneinkommens ein Abzug
gerechtfertigt ist oder nicht.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
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versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid auf das ABI-Gutachten
vom 21. August 2006. Die Gutachter kamen zum Ergebnis, dass für eine körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeit, auch mit manueller Belastung der rechten Hand,
jedoch ohne Arbeiten über Kopfniveau, eine ganztägig zumutbare Arbeitsfähigkeit von
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70% bestehe. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bemängelt am ABI-
Gutachten, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die
Medikamentenwirkung nicht wirklich erfasst worden sei. Als Nebenwirkungen wurden
Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwindel erwähnt.
4.2 Der psychiatrischen Anamnese im ABI-Gutachten ist zu entnehmen, dass sich der
Beschwerdeführer aufgrund der Schmerzen und Medikamente "schlapp" fühle. Er lebe
unregelmässig, geplagt von seinen Schmerzen. Des Weiteren ist aufgrund der
Anamnesen im Gutachten die Medikation (Oxicontin, Surmontil, Methadon) des
Beschwerdeführers ersichtlich. Der Beschwerdeführer teilte in der E-Mail vom 17. März
2007 (act. G 4.1) mit, dass er die erwähnten Nebenwirkungen der
Medikamenteneinnahme u.a. auch den ABI-Gutachtern mitgeteilt habe. Gegenüber
dem Berufsberater erwähnte er am 10. Februar 2006 (IV-act. 29), dass er sich nach der
Einnahme der Medikamente jeweils "beduselt" fühle. Die ABI-Gutachter waren bei der
Erstellung des Gutachtens im Besitz des Schlussberichts des Berufsberaters. Aufgrund
dieser Aktenlage ist rechtsgenüglich erstellt, dass die Gutachter Kenntnis von der
Medikation des Beschwerdeführers und deren Nebenwirkungen hatten. In der
psychiatrischen Untersuchung wird festgehalten, dass Methadon, wenn auch in einer
niedrigen Dosierung, sicherlich zu Schlafstörungen führe (IV-act. 36/19). Es wird
empfohlen, das bisher eingenommene Surmontil höher zu dosieren oder mit einem
anderen Schlafmittel zu ergänzen, um die Schlafqualität des Beschwerdeführers zu
verbessern. Auch aufgrund der übrigen Ausführungen besteht kein Grund zur
Annahme, dass die Gutachter bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die
Nebenwirkungen (Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen) der
Medikamenteneinnahme nicht genügend mitberücksichtigt hätten. Das Gutachten lässt
sich diesbezüglich nicht beanstanden.
4.3 Das ABI-Gutachten erfüllt auch die weiteren Kriterien für ein beweiskräftiges
Gutachten. Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation kann
festgehalten werden, dass die polydisziplinäre Begutachtung auf eigenständigen
interdisziplinären Abklärungen, mithin auf allseitigen Untersuchungen beruht und damit
für die streitigen Belange umfassend ist. Den Gutachtern standen sämtliche Vorakten
zur Verfügung und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wurden
berücksichtigt. In der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
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medizinischen Situation ist das Gutachten einleuchtend und die Schlussfolgerungen -
insbesondere die Umschreibung der leidensadaptierten Tätigkeit und deren Umfang -
sind begründet und nachvollziehbar. Auf das beweiskräftige Gutachten kann vorliegend
abgestellt werden. Damit bleiben die erwerblichen Auswirkungen der im Gutachten
festgestellten Restarbeitsfähigkeit zu prüfen.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin ist in der angefochtenen Verfügung von einem Validen
einkommen für das Jahr 2006 von Fr. 56'100.-- ausgegangen. Ein Vergleich des
aufgrund früherer Einkommen berechneten Valideneinkommens (aufgerechnet auf das
Jahr 2006) mit den Löhnen der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 von Fr. 59'197.--
(Fr. 4'732.-- x 12; umgerechnet von 40 auf 41.7 Stunden betriebsübliche
durchschnittliche Wochenarbeitszeit) zeigt, dass der bisherige Verdienst unter den
statistischen Werten lag. Diesem Umstand ist beim Einkommensvergleich Rechnung zu
tragen. Das Valideneinkommen ist daher wie das Invalideneinkommen anhand der
statistischen Werte zu ermitteln. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend
vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (SVR 1/2008 IV Nr. 2 E.
5.4).
5.2 Zu beurteilen bleibt daher die Frage, ob ein Abzug auf dem Invalideneinkommen
vorzunehmen ist. Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu
25% gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte
Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das
durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U 242 S. 412 E. 4b/bb)
bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei
handelt es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E.
5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen - auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalls ab
(namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
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Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE
126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Für eine körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeit besteht eine
ganztägig zumutbare Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von 30%. Gemäss
Rechtsprechung besteht für einen Teilzeitabzug bei einer vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit
mit reduzierter Leistungsfähigkeit keine rechtsgenügliche Grundlage (vgl. Urteil vom 2.
November 2007, I 69/07, E. 5). Die gesundheitlichen Einschränkungen des
Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit sind nicht als besonders
schwerwiegend zu bezeichnen. Aus neurologischer Sicht besteht auch bei einer
manuellen Tätigkeit mit der rechten Hand keine wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, ein zusätzlicher Abzug ist diesbezüglich nicht angezeigt. Das Alter des
Beschwerdeführers (Jahrgang 1951) fällt vorliegend nicht stark ins Gewicht, da
Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter in diesen Tätigkeiten auch
nicht lohnsenkend auswirkt (AHI 1999 S. 242 E. 4c). Somit ist diesbezüglich kein Abzug
vom Invalideneinkommen angezeigt, ebenso wenig aufgrund der Anzahl Dienstjahre.
Seine letzte Tätigkeit bei einem Arbeitgeber hat der Beschwerdeführer im Jahr 2002
aufgenommen. Indessen weist der Beschwerdeführer allein als Folge der Tatsache,
dass sein auf 70% reduzierter Beschäftigungsgrad auf eine
Gesundheitsbeeinträchtigung zurückzuführen ist, einen Konkurrenznachteil auf. Ein
ökonomisch handelnder potentieller Arbeitgeber würde nämlich den gesunden
Bewerber um eine entsprechende Teilzeitstelle bevorzugen, weil er bei diesem
Arbeitnehmer nicht mit überdurchschnittlich vielen Krankheitsabsenzen rechnen
müsste, weil er und die anderen Mitarbeiter nicht (z.B. wegen schwankender
Leistungsfähigkeit) besondere Rücksicht auf den neuen Kollegen nehmen müssten und
weil bei Bedarf Überstunden geleistet werden könnten, wozu der Beschwerdeführer
behinderungsbedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage wäre. Diese
Nachteile gegenüber gesunden Konkurrenten kann der Beschwerdeführer nur
kompensieren, indem er seine Arbeitskraft zu einem "Preis" anbietet, der unter
demjenigen der gesunden Konkurrenten, d.h. unter dem Durchschnittseinkommen
liegt. Dies rechtfertigt es, von dem aufgrund der Tabellenlöhne gemäss LSE unter
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Berücksichtigung des reduzierten Beschäftigungsgrades errechneten
Invalideneinkommen einen zusätzlichen Abzug vorzunehmen. Mit Blick auf die
Einschränkungen des Beschwerdeführers erscheint ein Abzug von 10% als
angemessen.
5.3 Die obigen Erwägungen haben gezeigt, dass bei der Ermittlung des
Invaliditätsgrads sowohl beim Valideneinkommen als auch beim Invalideneinkommen
von den Tabellenlöhnen der LSE auszugehen ist. Unter Berücksichtigung eines Abzugs
von 10% auf dem Invalideneinkommen, das 70% der Vergleichsgrösse entspricht,
ergibt sich ein Invaliditätsgrad im rentenausschliessenden Bereich von 37%. Die
Verfügung vom 11. Januar 2007 ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden.
6.
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeergänzung vom 30. März 2007 eine
Rückweisung zur Neuabklärung beantragen. Insbesondere sei die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit durch die Medikamentenwirkung durch längere Belastungstests in
geschütztem Rahmen herauszufinden. Im ABI-Gutachten wurde festgehalten, dass
eine BEFAS-Abklärung zur Überprüfung der 70%igen Arbeitsfähigkeit sinnvoll wäre.
Bei der vorhandenen Selbstlimitierung sei jedoch eine verwertbare Umsetzung sehr
fragwürdig, weshalb eine derartige Massnahme nicht glaubhaft vorgeschlagen werden
könne. Da das ABI-Gutachten auch in diesem Punkt das Ergebnis einer sorgfältigen
Abklärung und Abwägung ist, besteht kein Grund, davon abzuweichen. Eine
verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre weder von weiteren medizinischen
Abklärungen noch von einer beruflichen Abklärung zu erwarten, weshalb darauf zu
verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, Erw. 1d).
7.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. Der unterliegende
Beschwerdeführer hat zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl.
Art. 69 Abs. 1 IVG, Art. 95 Abs. 1 VRP/SG, Art. 29 Abs. 3 Satz 1 BV, Art. 282 ZPG/
SG) Anspruch auf Befreiung von den Gerichtskosten.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG