Decision ID: ee6612f1-8125-4d75-a736-7af3ae4a7db3
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X wohnt in Grünwald (Deutschland) und ist Inhaberin eines deutschen
Führerausweises. Am 9. Juni 2019, 9.52 Uhr, fuhr sie mit ihrem Personenwagen auf der
Autobahn A13 in Mels Richtung Chur. Dabei überschritt sie die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 41 km/h (nach Sicherheitsabzug von 6 km/h).
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach, Zweigstelle Flums, vom
12. September 2019 wurde X nach dieser Geschwindigkeitsübertretung wegen grober
Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von
30 Tagessätzen zu je Fr. 100.– sowie einer Busse von Fr. 650.– verurteilt.
B.- Am 15. Oktober 2019 leitete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen (nachfolgend Strassenverkehrsamt) ein
Administrativmassnahmeverfahren ein. Es gewährte X das rechtliche Gehör. Mit
Eingabe vom 21. Oktober 2019 beantragte diese, ihr Führerausweis sei für einen Monat
abzuerkennen, da in diesem Fall nur eine mittelschwere Zuwiderhandlung
angenommen werden könne. Mit Verfügung vom 14. November 2019 aberkannte das
Strassenverkehrsamt X den Führerausweis wegen einer schweren Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei Monaten. Zudem
verfügte das Strassenverkehrsamt den Zeitraum des Fahrverbots in der Schweiz.
C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 14. November 2019 erhob X
am 22. November 2019 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St.
Gallen (VRK). Dabei führte sie aus, dass die Verfügung vom 14. November 2019
aufzuheben und der Führerausweis der Rekurrentin wegen einer mittelschweren
Zuwiderhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer eines Monats
abzuerkennen sei. Zusätzlich sei der Zeitraum des Fahrverbots mit der Rekurrentin
abzustimmen. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2019 verzichtete die Vorinstanz auf
eine Vernehmlassung. Auf die Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der
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Rekurs vom 22. November 2019 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1, abgekürzt:
VRP]). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt:
SVG) wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen
das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, abgekürzt: OBG)
ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG),
mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine
leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden
trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch
Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in
Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und
wird dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in
Kauf genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).
b) Strittig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht von einer schweren
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a
SVG ausging oder ob es sich um eine mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16b
Abs. 1 SVG handelt. Diesbezüglich sind das Verschulden der Rekurrentin sowie die
Gefährdung zu prüfen.
aa) Im Rekurs wird geltend gemacht, dass im vorliegenden Fall nur eine mittelschwere
Widerhandlung gemäss Art. 16b SVG angenommen werden könne, da lediglich eine
abstrakte Gefährdung für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer vorliege. Es sei
unerfindlich, wie das Strassenverkehrsamt seine Verfügung auf einen dreimonatigen
Entzug (korrekt: Aberkennung) mit dem Bundesgerichtsentscheid 123 II 106
rechtfertigen könne, wenn im zitierten Urteil entschieden worden sei, dass dem
Beschwerdegegner der Führerausweis nur für einen Monat entzogen werde, weil eine
mittelschwere Widerhandlung vorliege. Zudem sei die Anwendung von Art. 16c lit. a
SVG in diesem Fall unverhältnismässig; insbesondere könne der vorliegende
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Sachverhalt nicht mit den Fehlverhalten gemäss Art. 16c lit. b bis f SVG verglichen
werden. Indem die Verkehrsregelverletzung der Rekurrentin mit den Tatbeständen von
Art. 16c lit. b bis f SVG auf eine Stufe gestellt werde, sei ihre Menschenwürde verletzt.
Die Rekurrentin bringt Entscheide der VRK vor (VRKE IV-2018/177 vom 28. Februar
2019, IV-2018/59 vom 25. April 2019 und IV-2019/7 vom 23. Mai 2019, im Internet
abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung), bei denen
erkannt wurde, dass aufgrund einer leichten bzw. mittelschweren Widerhandlung der
Führerausweis für einen Monat entzogen beziehungsweise der Führerausweisentzug
aufgehoben werde. Die Rekurrentin argumentiert, dass die Konsequenzen der
Verkehrsregelverletzung in den zitierten Entscheiden schwerer wögen als eine
Gefährdung aufgrund ihrer Geschwindigkeitsübertretung.
bb) Die Staatsanwaltschaft sprach die Rekurrentin einer groben
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig. Art. 90 Abs. 2 SVG
entspricht administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG
(vgl. Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 90 SVG N 24,
55). Eine schwere Widerhandlung begeht, wer durch grobe Verletzung von
Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf
nimmt (Art. 16c Abs. 1 SVG). Bei Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG handelt es sich um eine
Generalklausel, die subsidiär zur Anwendung gelangt, wenn die besonderen
Tatbestände von Abs. 1 lit. b bis f nicht erfüllt worden sind, aber dennoch eine
entsprechende Gefährdung und ein entsprechendes Verschulden gegeben sind. Für
Geschwindigkeitsübertretungen hat das Bundesgericht im Interesse der
Rechtssicherheit präzise Regeln festgelegt, um leichte, mittelschwere und schwere
Widerhandlungen voneinander abzugrenzen. Demnach liegt ungeachtet der konkreten
Umstände objektiv eine schwere Widerhandlung vor, wenn die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit jeweils mindestens um 25 km/h innerorts, 30 km/h ausserorts
oder 35 km/h auf der Autobahn überschritten wird (vgl. zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_335/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.2 mit Hinweis auf
1C_83/2008 vom 16. Oktober 2008 E. 2). Bei den Vorschriften über die
Geschwindigkeit handelt es sich um grundlegende Verkehrsregeln, die wesentlich für
die Gewährleistung der Sicherheit im Strassenverkehr sind.
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Die Rekurrentin überschritt die signalisierte Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn
von 80 km/h am 9. Juni 2019 unbestrittenermassen um 41 km/h. Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt deshalb ungeachtet der konkreten
Verhältnisse objektiv eine schwere Widerhandlung vor, und zwar unabhängig davon, ob
die allgemein zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h oder
eine davon abweichende (tiefere) signalisierte Höchstgeschwindigkeit galt. Dies ergibt
sich auch aus dem Bundesgerichtsentscheid 123 II 106, welcher klar aufzeigt, dass
eine schwere Verkehrsgefährdung ungeachtet der konkreten Umstände gegeben ist,
wenn der Lenker die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 35 km/h
überschreitet. Das potenziell hohe Unfallrisiko ergibt sich nicht nur aus der absoluten
Höhe der von ihr gefahrenen Geschwindigkeit, sondern auch aus dem grossen
Geschwindigkeitsunterschied zu korrekt fahrenden Verkehrsteilnehmern, die nicht mit
so schnellen Fahrzeugen rechnen müssen (vgl. BGer 1C_397/2014 vom 20. November
2014 E. 2.4.1). Gerade die Reaktion, wenn jemand durch ein plötzlich
vorbeischiessendes Fahrzeug erschrickt, ist kaum einzuschätzen und birgt ein erhöhtes
Potenzial für Fehlreaktionen und Unfälle in sich. Mit den von der Rekurrentin zitierten
Entscheiden der VRK lässt sich keine mittelschwere Widerhandlung begründen, da sich
diese allesamt auf Fälle beziehen, in denen gar keine Geschwindigkeitsübertretung
festgestellt wurde. Auch die Behauptung der Rekurrentin, es werde gegen ihre
Menschenwürde verstossen, da ihre Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln mit dem
Töten von Menschen und mit Fahrerflucht auf eine Stufe gestellt werde, trifft aufgrund
der konstanten höchstrichterlichen Praxis ebenfalls nicht zu.
cc) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ein rücksichtsloses oder
sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei
fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Bei einer Überschreitung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit, die in objektiver Hinsicht den Tatbestand von
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erfüllt, geht das Bundesgericht regelmässig davon aus, dass
dem Lenker eine solche Überschreitung nicht verborgen bleiben kann und sie
zumindest auf grober Fahrlässigkeit beruht, es sei denn, es bestehe eine
Ausnahmesituation (vgl. BGer 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6 mit Hinweisen
auf BGE 123 II 37 E. 1f und 1C_222/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3). Wenn nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits eine Geschwindigkeitsübertretung von
40 Prozent nicht unbemerkt und mindestens grobfahrlässig begangen werden kann,
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hat dies für eine solche von 50 Prozent wie hier auch zu gelten (vgl. BGE 124 II 97 E. 2
b). Anhaltspunkte, welche die Geschwindigkeitsüberschreitung der Rekurrentin
subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen, sind nicht ersichtlich und werden
auch nicht geltend gemacht.
c) Dementsprechend hat die Vorinstanz die von der Rekurrentin am 9. Juni 2019
begangene Geschwindigkeitsüberschreitung um 41 km/h auf der Autobahn zu Recht
als schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG qualifiziert.
3.- a) Die Vorinstanz setzte die Aberkennungsdauer auf drei Monate fest und
begründete dies mit der hohen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit. Durch die
begangene Geschwindigkeitsüberschreitung habe die Rekurrentin grob schuldhaft die
Verkehrsregeln verletzt und dabei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorgerufen oder in Kauf genommen.
Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, können ausländische Führerausweise
nach den gleichen Bestimmungen aberkannt werden, die für den Entzug des
schweizerischen Führerausweises gelten (Art. 45 Abs. 1 der
Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Dadurch wird dem
Inhaber des ausländischen Führerausweises das Recht aberkannt, diesen auf dem
Hoheitsgebiet der Schweiz zu verwenden (siehe Art. 42 Abs. 1 Ingress des
Übereinkommens über den Strassenverkehr, SR 0.741.10).
b) Bei der Festsetzung der Aberkennungsdauer sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Nach einer schweren
Widerhandlung wird der ausländische Führerausweis für mindestens drei Monate
aberkannt (Art. 45 VZV in Verbindung mit Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG).
Gestützt auf Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG setzte die Vorinstanz die Dauer der Massnahme
auf drei Monate, und damit auf die Mindestaberkennungsdauer fest. Die starre
Mindestaberkennungsdauer von drei Monaten bei einer schweren Widerhandlung darf
nach der Rechtsprechung unter keinen Umständen unterschritten werden (vgl. BGE
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135 II 334, 132 II 234 E. 2.3; BGer 1C_585/2008 vom 14. Mai 2009 E. 2.1 mit
Hinweisen). Mit dem Verbot der Unterschreitung der gesetzlichen
Mindestaberkennungsdauern gemäss Art. 16 Abs. 3 letzter Satz SVG bezweckte der
Gesetzgeber "eine einheitlichere und strengere Ahndung von schweren und
wiederholten Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften" (Botschaft vom
31. März 1999 zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes, BBl 1999 4485). Somit
sollen die besonderen Umstände des Einzelfalls, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen, von den
Strassenverkehrsämtern und Gerichten nur bis zur gesetzlich vorgeschriebenen
Mindestaberkennungsdauer berücksichtigt werden (vgl. Weissenberger, a.a.O., Art. 16
SVG N 33).
c) Die angefochtene Verfügung ist dementsprechend auch hinsichtlich der
Aberkennungsdauer von drei Monaten nicht zu beanstanden. Der Rekurs ist folglich in
diesem Punkt abzuweisen.
4.- a) Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 1, Absatz 2 der angefochtenen Verfügung an,
dass der Rekurrentin der Führerausweis aller Kategorien und Unterkategorien sowie
der Spezialkategorie F mit Wirkung ab 14. Mai bis und mit 13. August 2020 aberkannt
werde.
b) Gemäss Art. 101 Abs. 1 VRP sind Verfügungen und Entscheide vollstreckbar, wenn
sie mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht oder nicht mehr angefochten werden können,
es sei denn, die erlassende Behörde habe die Vollstreckbarkeit auf einen späteren
Zeitpunkt festgesetzt. Die gesetzliche Ordnung in der Verwaltungsrechtspflege geht
davon aus, dass das Erkenntnis- und Vollstreckungsverfahren grundsätzlich
voneinander getrennt sind. Im ersten wird über Bestand und Umfang öffentlicher
Rechte und Pflichten entschieden, im zweiten über die Art der Durchsetzung und der
Überwälzung der Vollstreckungskosten. Die Sachverfügung geht somit der
Vollstreckungsverfügung zeitlich voran (PK VRP/SG-Looser, Vor Art. 101 bis 107, N 1).
Indem die Vorinstanz in der Verfügung vom 14. November 2019 nicht nur den
ausländischen Führerausweis wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung für die
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Dauer von drei Monaten aberkannte, sondern in derselben Verfügung auch den
Vollzugszeitpunkt (14. Mai bis 18. August 2020) festsetzte, vermischte sie
unzulässigerweise das Erkenntnis- und das Vollstreckungsverfahren. Dieses Vorgehen
erscheint auch deshalb problematisch, weil sich die beiden Verfahren in wesentlichen
Punkten unterscheiden: So beträgt die Rechtsmittelfrist bei Vollstreckungsverfügungen
fünf Tage (Art. 47 Abs. 2 VRP) und bei Sachverfügungen 14 Tage (Art. 47 Abs. 1 VRP).
Sodann ist für die Beurteilung eines Rekurses gegen Sachverfügungen der Präsident
zuständig (Art. 44 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 58 VRP), während das Gericht als
Kollegialbehörde über Rekurse gegen Sachverfügungen zu befinden hat. Zu
berücksichtigen ist auch, dass das VRP – dies im Unterschied zu Art. 337 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt: ZPO) – keine "direkte
Vollstreckung" vorsieht (vgl. BSK ZPO-Droese, Art. 337 N 1 ff.). Auch aus diesem
Grund ist es der Vorinstanz – ausgenommen von der Möglichkeit, einem allfälligen
Rekurs die aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 51 Abs. 1 VRP), worum es hier
aber nicht geht – verwehrt, in der Sachverfügung gleichzeitig
Vollstreckungsmassnahmen anzuordnen, worunter insbesondere die zeitliche
Festsetzung des Beginns und Endes einer administrativrechtlichen Massnahme fällt.
Dass es für die Vorinstanz angesichts der grossen Anzahl zu bearbeitender Fälle und
der im Vergleich zu den erledigten Verfahren geringen Anzahl an Weiterzügen ans
Gericht weniger aufwändig ist, in der Hauptverfügung auch den Vollzug der
Massnahme zeitlich festzulegen, ändert nichts daran, dass die Vorgehensweise nicht
gesetzmässig ist. Die VRK hebt deshalb vorinstanzlich angeordnete Vollzugsdauern in
Sachverfügungen (Warnungsentzüge oder Warnungsaberkennungen) unter
Kostenfolgen zulasten der Vorinstanz regelmässig auf, wenn diese aufgrund der Dauer
des Rekursverfahrens nicht bereits gegenstandslos geworden sind. Das
Strassenverkehrsamt hat dann nach Eintritt der Rechtskraft der Sachverfügung eine
Vollstreckungsverfügung zu erlassen.
c) Bei der Anordnung der Vorinstanz in Ziff. 1, Absatz 2 der Verfügung handelt es sich
um eine vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden muss,
weshalb Ziff. 1, Absatz 2 der angefochtenen Verfügung aufzuheben ist. Dies ist bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen. Zusammenfassend ist der Rekurs teilweise
gutzuheissen.
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5.- Die Kosten des Rekursverfahrens haben die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Sie sind der Rekurrentin zu
vier Fünfteln und dem Staat zu einem Fünftel aufzuerlegen. Denn einerseits unterliegt
die Rekurrentin in der Hauptsache und andererseits hat die Vorinstanz die materielle
Verfügung (Führerausweisaberkennung) in unzulässiger Weise mit einer
Vollzugsanordnung (Festlegung des Zeitraums des Fahrverbots) kombiniert. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12); davon entfallen Fr. 960.– auf die Rekurrentin
und Fr. 240.– auf den Staat. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem
Kostenanteil der Rekurrentin zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 240.–
zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang ist keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen
(Art. 98 VRP).