Decision ID: c1fdb529-2359-40c4-83e7-9749fef9784e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
88
,
war seit dem
1.
September
20
10
bei der
Y._
,
in der Produktion
angestellt, als die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der Kündigungsfrist am
8.
April 2013
auf den
3
1.
Juli
201
3
auflös
te (
Urk.
7
/
40
Ziff.
2-3,
Ziff.
10-11). In der Folge meldete sich d
er
Versicherte am
1
0.
Februar
201
4
beim Regionalen
Arbeitsver
mittlungszentrum
(RAV)
Uster
zum Leistungsbezug an und stellte sich der Arbeitsv
ermittlung zur Verfügung (
Urk.
7
/
36
).
Daraufhin stellte
das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
den
Versicherte
n
mit Verfügung vom
1
4.
Mai
201
4
(
Urk.
7
/
29
) wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen ab
1
0.
Februar
201
4
für die Dauer von
15
Tagen in der Anspruchsberechtigung ein.
Mit Verfügungen vom 2
0.
November
2014 (
Urk.
7/31-32) stellte das AWA den Versicherten
wegen ungenügender persön
licher Arbeitsbemühungen ab
1.
Oktober
201
4
für die Dauer von
13
Tagen
und
ab
1.
November 2014 für die Dauer von 25 Tagen in der
Anspruchsbe
rechtigung
ein
.
Mit Verfügungen vom
6.
Mai 2015 (
Urk.
7/16-17 =
Urk.
3/3-4) stellte das AWA den Versicherten erneut wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen ab
1.
Dezember 2014 für die Dauer von 37 Tagen
und
ab
1.
Januar 2015 für die Dauer von 46 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein.
Dagegen erhob der Versicherte am
8.
Juni 2015 Einsprache (
Urk.
7/18 =
Urk.
3/5),
welche das AWA mit Einspracheentscheid vom
3
0.
September
2015 abwies (
Urk.
7/20-21 =
Urk.
5
/
9
=
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
3
0.
Oktober
2015 gegen den Einspracheentscheid vom
3
0.
September
2015
(
Urk.
2) Beschwerde und beantragte
,
dieser
sei aufzuheben und
von
einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung
sei
abzusehen
, even
tuell sei die Dauer der Einstellung angemessen zu reduzieren
(S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
November
2015 (
Urk.
6
) beantrag
te das AWA die A
bweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
4.
Dezember
2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8
).
Mit Replik vom 2
2.
Januar 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisherigen Anträgen fest (
Urk.
10), worauf der Beschwer
degegner auf eine weitere
Stellungnahme verzichtete (
Urk.
12.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1 AVIG muss die versicherte Person, die Versicherungs
leistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeit
samtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu ver
kürzen. Insbe
sonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen
Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1 lit.
c AVIG ist die versicherte Person i
n der Anspruchsberechtigung ein
zustellen, wenn sie sich per
sönlich nicht genügend um zumut
bare Arbeit bemüht.
Gemäss
Art.
26
Abs.
2 Satz 1
der
Verordnung über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV)
muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätes
tens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (
Art.
27a AVIV). Die Arbeitsbemühungen werden nach
Art.
26
Abs.
2 Satz 2 AVIV nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstrei
chen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht.
Die Einstellung erfolgt, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste.
Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden, zum Beispiel in einem Einsprache
verfahren
(
vgl.
BGE 139 V 164 E.
3.2).
1.3
Bei der Beurteilung de
r Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zu
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sonder
n auch die Quali
tät ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE
139 V 524 E. 2.1.4, und
124 V 225 E. 4a
je
mit Hinweis
en
).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf
die Tatsache und Intensität der
selben (
BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 2
2.
Februar 2007 E. 3.1
). Die Ar
beitsbemühungen müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (
vgl.
Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzent
schädi
gung
,
4.
Auflage, Zürich 2013, S. 104).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wiesen werden (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom
4.
März 2014 E. 2.2
).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Bewerbung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzu
sprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom
6.
November 2006 E. 3.2). Qualitativ nicht genügend ist die blosse Anmeldung bei einem
Stellenvermitt
lungsbüro
(
vgl.
Barbara Kupfer Bucher
, a.a.O., S. 174 mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleuten dürfen zudem ihre Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeits
losigkeit auf den bisherigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3
AVIV
).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete seinen Einspracheentscheid (
Urk.
2) damit,
es sei unbestritten und durch die Akten erstellt, dass der Versicherte in der
Kon
trollperiode
November 2014 keine Arbeitsbemühungen nachgewiesen habe (S. 3 Mitte). Die fehlenden Arbeitsbemühungen würden sich nicht mit dem Hinweis auf das ärztliche Zeugnis vom 1
0.
Januar beziehungsweise den Bericht vom 1
9.
Juni 2015 von
Dr.
med. Z._
rechtfertigen lassen (S. 3 unten). Die Pflicht der Versicherungsleistungen beanspruchenden Person zur Arbeitssu
che - als Teil der Schadenminderungspflicht - ergebe sich direkt aus dem Gesetz (
Art.
17
Abs.
1 AVIG). Gemäss AVIG-Praxis ALE Oktober 2012
Rz
B 320 sei nur bei bestimmten Personenkategorien und Sachverhaltskonstellationen auf den Nachweis von Arbeitsbemühungen zu verzichten (S.
3 unten f.).
G
emäss Formu
lar „Angaben der versicherten Person für den Monat November 2014“
habe
im November 2014 keine Arbeitsunfähigkeit bestanden. So sei es dem Ver
sicherten im November 2014 auch möglich gewesen, einen Zwischenverdienst im Umfang von rund
Fr.
1‘121.-- zu erzielen. Nachdem
Dr.
Z._
dem Ver
sicher
ten im fraglichen Zeitraum keine Arbeitsunfä
higkeit bescheinigt habe, sei nicht nachvollziehbar, warum der Versicherte bei voller Arbeitsfähigkeit nicht auch in
der Lage gewesen sein soll, sich im No
vember 2014 im verlangten Umfang um Arbeitsstellen zu bewerben. Indem der Versicherte in der
Kontroll
periode
November 2014 keine Arbeitsbemühungen nachzuweisen vermag, sei er der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen (S.
4 Mitte). Nachdem der Versicherte bereits in der
2.
Rahmenfrist für den
Leistungs
bezug
befindet, hätte ihm das System der Ar
beitslosenversicherung somit ver
traut sein
müssen und ihm seine Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Stellensuche kennen müssen
. Erschwerend wirke der Um
stand, dass der Versicherte bereits wegen fehlender Arbeitsbemühungen in den Kontrollperioden Juli, August, September sowie Oktober 2014 vorübergehend in der Anspruchsberechtigung habe ein
ge
stellt werden müssten, letztmals mit 25 Einstelltagen. Die vorüber
gehende Ein
stellung in der Anspruchsberechtigung erfolge im unteren Bereich des schweren
Verschuldens und trage somit den konkreten Umständen ange
messen Rech
nung
(S. 5 oben).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) im Wesent
li
chen
geltend,
die Problematik des vorlie
genden Falls liege darin, dass
er in der Fähigkeit, Stellenbewerbungen zu tätigen und Arbeit zu suchen, aus gesund
heit
lichen Gründen eingeschränkt sei (S.
3 unten). Infolge Krankheit treffe ihn an der Nichteinhaltung der Vorgaben betreffend
Stellenbe
mühungen
kein Ver
schulden, weshalb sich die Einwände nicht gegen die auch ihm oblie
genden Kontrollvorschriften, sondern gegen die bei deren Verletzung verfügten Sank
tionen richte (S.
4 oben).
Wie mit Bericht vom 1
0.
Januar 2015 von
Dr.
med. Z._
belegt, bestehe aufgrund des psychischen Leidens ein Unver
mö
gen, sich um die geforderte Anzahl Bewerbungen zu kümmern. Wie dem AWA
bereits bekannt gemacht worden sei, leide er seit Kindheit an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Typ
Asperger
. Selbst wenn er grundsätzlich bei Aus
übung einer angepassten Arbeit als arbeitsfähig betrachtet werde und dement
sprechend nicht von der Invalidenversicherung zu berenten sei, seien seine Fä
higkeiten bezüglich der Stellensuche, des Sich-Bewerbens, des Sich-Vorstellens wie auch des diesbezüglich initiativen Verhaltens sowie des struk
turierten Vor
gehens gesundheitlich bedingt beeinträchtigt. Es sei nicht mang
eln
der Wille oder etwa Faulheit, welche ihm vorzuwerfen seien. Er sei sich durchaus bewusst, dass er die Kontrollvor
s
chriften mit entsprechend genügen
den
Arbeitsbe
müh
ungen
zu erfüllen hätte, auch sei er hierzu motiviert. Er sei aber dazu aus me
di
zinischen Gründen nicht imstande, wie
Dr.
med.
Z._
in ihrem Bericht vom 1
0.
Januar 2015 bestens dargelegt habe.
Sie beschreibe darin das Un
vermögen, sich um die geforderte Anzahl an Bewer
b
ungen zu kümmern, wobei es sich um einen Ausdruck der Auswirkungen eines sehr komplexen Störungsbildes handle (S. 5). Nach
Art.
43 ATSG sei das AWA als
Durch
füh
rungs
stelle
der
Arbeitslosenversicherung verpflichtet, den Sachver
halt rechtsge
nüg
lich und objektiv von Amtes wegen abzuklären. Sollte das AWA den Bericht von
Dr.
med.
Z._
für nicht genügend erachten, so wäre es ent
spre
chend gehalten, weitere medizinische Abklärungen einzu
holen, gegebenen
falls auch ein Gutachten (S.
6 oben). Es werde nochmals fest
gehalten, dass er nicht in der Lage sei, sich hinsichtlich der Arbeitsbemühungen zu organisieren (S.
6 unten). Nach dem Gesagten stehe fest, dass eine Beein
trächtigung bei der Erfüllung der Kontrollvorschriften bestehe. Er sei jedoch grundsätzlich arbeits- und vermittlungsfähig. Von der Erfüllung der
Kon
troll
vorschriften
sei er denn auch nicht zu entbinden, benötige aber intensive Unterstützung, die nicht per
manent von den Eltern gefordert werden könne. Die Nichterfüllung der
Kon
trollvorschriften
könne ihm daher nicht zum Vorwurf gemacht werden, es treffe ihn kein Verschulden, weshalb die verhängte Sank
tion der Einstellung unzuläs
sig sei (S. 8 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer
für die Kontrollperiode November 2014
zu Recht für die Dauer von
37
Tagen in der
Anspruchsberechti
gung
eingestellt wurde.
Soweit
der Beschwerdeführer vorbringt, dass er hinsichtlich der mit Einsprache vom
8.
Juni 2015 ebenfalls angefochtenen Verfügung
Nr. B._
über die Kontrollperiode Dezember 2014 (vgl.
Urk.
3/4 =
Urk.
7/17) keinen Einsprache
entscheid erhalten habe, ist
i
h
m nach Lage der Akten zu folgen. Der vorlie
gend angefochtene Einspracheentscheid vom 2
8.
September 2015 betrifft ledig
lich die
Verfügung
Nr. A._
über die Kontrollperiode November 2014 (vgl.
Urk.
2).
Der Beschwerdegegner bringt diesbezüglich vor, gemäss Geschäftskontrolle der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
7/34) seien dem Rechtsvertreter des Beschwer
deführers am 3
0.
September 2015 die Einspracheentscheide beider Verfügungen zugestellt worden (vgl.
Urk.
6). Der
blosse
Verweis auf eine interne
Geschäfts
kontrolle
vermag keinen Nachweis der erfolgten Zustellung zu begründen
und
ist dementsprechend
unbehelflich
. Der Beschwerdegegner wird dies folglich noch
nachzuholen ha
ben.
Soweit der Beschwerdeführer folglich die Aufhebung der Verfügung
Nr. B._
über die Kontrollperiode Dezember 2014
beantragt, ist darauf man
gels Anfechtungsgegenstandes nicht einzutreten.
3.
3.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die Vermittlungsfähigkeit
-
als eine der gesetzli
chen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (
Art.
8
Abs.
1 lit. f AVIG)
-
vorliegend unbestritten ist (vgl.
Urk.
1,
Urk.
2 S. 8
Ziff.
13)
und
deren Annahme
nach Lage der Akten zu keinen Beanstandungen Anlass gibt, womit sich weitere Ausführungen
hierzu
erübrigen.
3.2
Nach Lage der Akten steht fest und ist ebenfalls u
nbestritten,
dass der Be
schwerdeführer in der Kontrollperiode November 2014 überhaupt keine und damit in quantitativer Hinsicht ungenügende Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat.
Einen entschuldbaren Grund hie
r
für gibt es
,
entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers
,
nicht.
Grundsätzlich sanktioniert
Art.
30
Abs.
1 lit. c AVIG eine
Verletzung der in
Art.
17
Abs.
1 AVIG statuierten
Schadenminde
rungs
pflicht
, ins
besondere der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüp
fung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuch
liche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versi
cherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Ver
halten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b S. 227).
Der Beschwerdeführer befindet sich aktenkundig schon in der zweiten
Rahmen
frist
für den Leistungsbezug
(vgl.
Urk.
2 S.
5 oben
) und
hatte
somit Kenntnis von
seiner Pflicht zur Stellensuche. Nachdem der Be
schwerdeführer bereits in
früheren Kontrollperioden in der
Anspruchsberechti
gung
eingestellt wurde, musste ihm
ebenso
bewusst sein,
dass weiteres pflicht
widriges Verhalten mit einer
erneuten Einstellung einhergehen wird. Indem der Beschwerdeführer
den
noch (überhaupt) keine Stellenbemühungen unternahm
, nahm
er
das Risiko,
einer längerdauernden Arbeitslosigkeit
, in Kauf.
Aus dem Umstand, dass der Arztbericht von
Dr.
Z._
(vgl.
Urk.
7/8)
bestätigt, dass der Beschwerdeführer
an einer sogenannten Autismus-Spektrum-Störung leidet,
kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Zum einen lässt sich e
ine entsprechende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit, welche einen
Verzicht auf den Nachweis von Arbeitsbemühungen
nach sich ziehen würde, daraus nicht entnehmen.
Zum anderen ist zwar durchaus mög
lich, d
ass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen die
Stellensuche erschweren
.
Mit Bezug auf das ärztliche Zeugnis von
Dr.
Z._
ist hingegen nicht nachvollziehbar
, dass es dem Beschwerdeführer gänzlich unmöglich gewesen
sein soll, in der entsprechenden Kontrollperiode Stellenbemühungen zu unter
nehmen. Die von
Dr.
Z._
genannten Schwierigkeiten
vermögen den Beschwerdeführer nicht von Pflicht befreien, entsprechende Arbeitsbemühungen zu erbringen. Hinsichtlich der genannten Schwierigkeit einer Störung der
Kommunikationsfähigkeit (nonverbal/paraverbal) der Wahrnehmung sowie Wech
sel
/
Flexibilität ist zu bemerken, dass
Bewerbungen in aller Regel schrift
lich ein
gereicht werden
, ohne dass vorgängig zwingend ein persönlicher Kontakt nötig ist. Des Weiteren brauchen
sowohl Motivationsschreiben als auch Lebens
lauf in der Regel für unterschiedliche Bewerbungen lediglich angepasst und nicht jedes Mal neu aufgesetzt zu werden.
3.3
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass das RAV in der Pflicht stehe
,
ihn aktiv im Rahmen der Beratung zu unterstützen (vgl.
Urk.
1 S. 7 unten f.), verkennt er, dass es
vor dem Hintergrund der Schadenminderungspflicht
in erster Linie in der Pflicht der Versicherungsleistungen beanspruchenden Person liegt, alles Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu verkürzen (vor
stehend E. 1.2). Inwiefern das RAV den Beschwerdeführer konkret (mehr) hätte unterstützen sollen, wird nicht weiter dargelegt. Es ist davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer vor und nach der entsprechenden Kontrollperiode getätigten Stellenbemühungen in qualitativer Hinsicht in Ordnung gewesen waren
, womit eine diesbezügliche üblicherweise von
dem
RAV angebotene Unter
stützung im Sinne einer Beratung offenbar nicht notwendig war. Etwas Gegen
teiliges ergibt sich auch nicht aus dem prozessorientierten
Beratungs
protokoll
des Beschwerdegegners (vgl.
Urk.
7/26).
Es bleibt letztendlich in der Pflicht der versicherten Person, entsprechende Stellenbemühungen zu unternehmen, das RAV kann dies der versicherten Person nicht abnehmen. Aus dem zur Erfüllung ihrer
Schadenminderungs
pflich
ten
bestehenden Anspruch auf Unterstützung der zuständigen Amtsstellen kann indes kein Rechtsanspruch auf Arbeitsvermitt
lung abgeleitet werden (
Kreis
schrei
ben
des Staatssekretariats für Wirtschaft über die
Arbeitslosenent
schädi
gung
, AVIG-Praxis ALE, gültig ab
Oktober
2012
,
R
z
B314
).
Im Weiteren geht aus dem prozessorientierten Beratungsprotokoll hervor, dass sich der Beschwer
deführer beim Beratungsgespräch vom 1
7.
November
2014 dahingehend äusserte
, dass er einen „riesen Anschiss“
habe und total de
motiviert sei. Zudem brachte der Beschwerdeführer keine Unterlagen zum
Be
ratungsgespräch
mit
(
Urk.
7/26 S. 7)
. Eine entsprechende Unterstüt
zung/Beratung von Seiten des RAV gestaltet sich bei solchem eher unkooperati
ven Verhalten entsprechend schwierig. Angesichts dieses Verhaltens erweist sich die Rüge nach aktiver Beratung als unbegründet. Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, inwiefern das RAV weiterführende Unterstützung hätte leisten sollen und müssen, weshalb auf die
Vorbringen zur
diesbezüglichen Unterstüt
zung durch die Organe der Arbeits
losenversicherung
nicht weiter
ein
zugehen ist
.
Im Übrigen könnte sich der Be
schwerdeführer im Sinne einer weitergehen
den Unterstützung
auch von einer Beratungsstelle helfen lassen.
3.4
Ins Leere stösst schliesslich die Kritik
des Beschwerdeführers
,
wonach vorlie
gend keine einzelfallspezifische Beurteilung seiner Beeinträchtigungen stattge
funden habe oder eine solche dem Beschwerdegegner nicht bekannt zu sein scheine (vgl.
Urk.
1 S. 3
Ziff.
2). Wiederum lässt sich dem prozessorientierten Beratungsprotokoll entnehmen, dass die entsprechende Beratungsperson unter Berücksichtigung der beim Beschwerdeführer vorliegenden Umständen
-
an
stelle der von der Rechtsprechung üblicherweise geforderten zehn bis zwölf Be
werbungen je Kontrollperiode (BGE 139 V 524 E. 2.1.4) -
eine entsprechend tiefere
Anzahl im Umfang von sechs bis acht Stellenbemühungen definierte (
Urk.
7/26 S. 6 f.).
3.5
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
4.
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von
37
Tagen liegt im
unteren
Bereich des
schweren
Verschu
ldens (vgl. vorstehend E. 1.4)
.
Wird die versicherte Person wiederholt in der Anspruchsberechtigung einge
stellt, so wird die Einstellungsdauer gemäss
Art.
45
Abs.
5 AVIV
angemessen verlängert, wobei
die Einstellungen der letzten zwei Jahre berücksichtigt
werden
.
Der Beschwerdegegner stellte den Beschwerdeführer wegen fehlender
Ar
beitsbemühungen
in den Kontrollperioden Juli, August, September, sowie Okto
ber 2014 bereits vorübergehend in der Anspruchsberechtigung ein (7 Tage für die Kontrollperiode Juli und August 2014, 13 Tage für September 2014 und 25 Tage für Oktober 2014; vgl.
Urk.
7/29-32).
Wie die vorliegend angefochtene erfolgten auch die früheren Einstellungen immer mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer gar keine persönlichen Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat.
Nachdem der Beschwerdegegner die gesundheitlichen Umstände
des Beschwer
de
führers
bei der Definition der Anzahl Stellenbemühungen ab Januar 2015 schliesslich doch
berücksichtigte
und der Beschwerdeführer gemäss pro
zess
orientiertem Beratungsprotokoll seinen Pflichten ab diesem Zeitpunkt ta
dellos nachkam, erscheint eine erneuten Verlängerung der Einstellungsdauer als nicht
mehr angemessen
. Das einstellungsrelevante und auf derselben Pflicht
ver
letz
ung basierende Verschulden in Form von ungenügenden
Arbeitsbemü
hungen
kann ohne Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit nicht ohne weiteres erhöht werden.
Vor diesem Hintergrund ist eine Einstellung in der
Anspruchs
berech
ti
gung
im Umfang von
25
Tagen angemessen.
Der angefochtene
Einsprachee
ntscheid ist somit dahin abzuändern, dass in teil
weiser Gutheissung der Beschwerde die Zahl der Einstelltage auf
25
reduziert wird.
5
.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Die teilweise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine
Partei
entschädigung
, die beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
2
20
.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘
000
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.