Decision ID: a8c51388-abd9-4e42-8cf7-e5cdc74e95f2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im vereinfachten Verfahren
des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Dezember 2014; Proz. FV130054
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ursprüngliches Rechtsbegehren: (act. 2)
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem/der Klägerin zu bezahlen, unter Kostenfolge zu Lasten der/die beklagten Partei zudem sei der Rechtsvorschlag in der  Nr. ... zu beseitigen für Grundforderung CHF 11'990.60 + Identifikation/Bonitätsprüfung CHF 18.90 + Verzugsschaden CHF 935.00 + Betreibungskosten CHF 103.00 + Schlichtungskosten CHF 525.00
zuzüglich Zins auf Grundforderung von zu 6.00 % seit dem 24.11.2011"
Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht im vereinfachten Verfahren vom 18. Dezember 2014:
(act. 56 S. 14)
1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 11'990.60 netto nebst Zins zu 5 % seit 28. Februar 2013 zu bezahlen. Im Mehrumfang werden die Forderung und das Zinsbegehren abgewiesen.
2. Der in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Meilen-Herrliberg- Erlenbach, Zahlungsbefehl vom 21. Februar 2013, erhobene Rechtsvorschlag wird im Umfang von CHF 11'990.60 nebst Zins zu 5 % seit 28. Februar 2013 sowie für die Betreibungskosten aufgehoben.
3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'030.00.
4. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt.
5. Die Gerichtskosten werden mit dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss
von CHF 2'030.00 verrechnet, sind ihr jedoch von der Beklagten zu ersetzen. Die Beklagte wird überdies verpflichtet, der Klägerin die Kosten des  in der Höhe von CHF 525.00 zu ersetzen.
6. Der Klägerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
7./8. Mitteilung / Rechtsmittel.
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Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 53 S. 1):
"Es sei die Klage im Betrag von Fr. 2'069.90 gutzuheissen und im darüber  Umfang abzuweisen (Direktentscheid oder Rückweisung – z.B. zur Ergänzung des Beweisverfahrens – an die Vorinstanz) unter KEF zu Lasten Klägerin."

Erwägungen:
I. Gegenstand des Verfahrens und Verfahrensgang
1. Die Beklagte und Berufungsklägerin (nachfolgend Beklagte) betreibt in ...
eine Zahnarztpraxis. Die Klägerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend Klägerin)
ist eine ...firma, welche für die Beklagte ...arbeiten erledigt sowie ..., ..., ... und
... etc. hergestellt hat. Gegenstand des Verfahrens bilden von der Beklagte unbe-
zahlt gebliebene Rechnungen, welchen die Beklagte ihrerseits Verrechnungsfor-
derungen gegenüberstellt.
2. Mit Eingabe vom 14. August 2013 erhob die Klägerin bei der Vorinstanz
Klage mit eingangs erwähntem Rechtsbegehren (act. 1 und 2). Nach Leistung des
Prozesskostenvorschusses fand am 24. September 2013 die Hauptverhandlung
statt (act. 13A = Prot. VI S. 1 ff.); ein dort abgeschlossener Vergleich wurde von
der Beklagten fristgerecht widerrufen. Am 28. Dezember 2013 erliess die Vor-
instanz die Beweisverfügung, mit welcher die Parteien aufgefordert wurden, dem
Gericht Unterlagen einzureichen, worauf die Klägerin die Klage um CHF 935.00
reduzierte. Die Beklagte reichte ihre Beweismittel erst nach Ablauf der Frist ein.
Die Parteien verzichteten in der Folge auf einen mündlichen Schlussvortrag und
sie erstatteten ihre schriftlichen Schlussvorträge. Mit Urteil vom 18. Dezember
2014 hiess die Vorinstanz die Klage weitgehend gut (act. 56). Das Urteil wurde
der in der Schlussphase des erstinstanzlichen Verfahrens anwaltlich vertretenen
Beklagten am 6. Januar 2015 zugestellt (act. 51/1).
3. Am 2. Februar 2015 erhob die Beklagte Berufung. Sie beantragt die Klage
nur in einem reduzierten Umfang gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen
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(act. 53). Nach rechtzeitigem Eingang des Prozesskostenvorschusses (act. 57
und 59) erweist sich das Verfahren als spruchreif. Auf die Einholung einer Beru-
fungsantwort kann verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
II. Formelles
Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des
begründeten Entscheides schriftlich und begründet einzureichen. Sie hat einen
Antrag und eine Begründung zu enthalten. Ersteres geht zwar nicht explizit aus
dem Gesetzestext hervor, ergibt sich jedoch aufgrund der Pflicht zur Begründung
der Berufungsschrift gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO. Bei nicht rechtskundig vertre-
tenen Parteien sind die Anforderungen an die Antragspflicht gering anzusetzen.
Der Berufungskläger darf sich aber nicht darauf beschränken, lediglich die Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheides zu beantragen, sondern er muss einen An-
trag in der Sache stellen. Bei juristischen Laien genügt dabei eine Formulierung,
aus der sich mit gutem Willen herauslesen lässt, wie das Obergericht entscheiden
soll. In der Begründung ist darzulegen, aus welchen Gründen der angefochtene
Entscheid falsch ist und deshalb abgeändert werden muss (HUNGERBÜHLER,
DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 14 und N 27 ff.; OGerZH LB110051 vom 29. Sep-
tember 2011 E. 2; REETZ/THEILER, ZK-Komm-ZPO, Art. 311 N 34 und 36, letztere
setzen bei der Antragspflicht einen Antrag im Berufungsantrag und nicht nur in
der Begründung voraus).
Die Berufungsschrift ging mit Antrag und Begründung fristgerecht bei der
Rechtsmittelinstanz ein. Dem Eintreten steht nichts entgegen.
III. Materielles
1. Mit der Berufung kann unrichtige Rechtsanwendung sowie die unrichtige
Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Be-
rufungsbegründung hat sich sachbezogen mit der Begründung des angefochte-
nen Entscheides auseinanderzusetzen und darzutun, weshalb und in welchen Be-
langen der angefochtene Entscheid falsch sein soll. Bei Laien sind die Anforde-
rungen gering, es muss sich aus der Begründung aber ergeben, weshalb der an-
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gefochtene Entscheid unrichtig sein soll. Eine in der Substanz mangelhafte Be-
gründung kann sich in der materiellen Beurteilung zum Nachteil des Berufungs-
klägers auswirken (HUNGERBÜHLER, DIKE-Komm-ZPO, a.a.O.; REETZ/THEILER,
ZK-Komm-ZPO, Art. 311 N 36.). Sodann sind neue Tatsachen und Beweismittel
nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zu berücksichti-
gen, mithin wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten.
2. Die Beklagte rügt in der Berufung drei Punkte, auf die nachstehend im Ein-
zelnen einzugehen ist. Vorab ist folgendes festzuhalten: Die Beklagte verweist in
der Berufungsschrift wiederholt auf ihren vor Vorinstanz abgegebenen zweiten
Schlussvortrag (act. 47), aus welchem sie auch zitiert (act. 53 S. 2, 3 und 4). Die
Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, dass in den Schlussvorträgen
eingebrachte Tatsachen und Beweismittel für die Entscheidfindung nur noch im
Rahmen von Art. 229 i.V.m Art. 219 ZPO beachtlich sein können (act. 56 S. 4/5).
Die Beklagte hält dem in der Berufung zu Recht nichts entgegen. Die Einschrän-
kung hat auch im Berufungsverfahren Bestand.
3. In einem ersten Punkt rügt die Beklagte, die Klägerin sei vor Vorinstanz je-
denfalls im Umfang ihres Klageteilrückzugs im Betrag von CHF 935.-- sowie be-
züglich der abgewiesenen CHF 18.90 und der Teilabweisung der Verzugszinshö-
he unterlegen, was bei den Kostenfolgen zu Unrecht nicht berücksichtigt worden
und im Berufungsverfahren zu korrigieren sei (act. 53 S. 2). Was im vorinstanzli-
chen Urteilsdispositiv konkret geändert werden soll, sagt sie allerdings nicht.
Ebenso fehlt es an der Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Entscheid,
der mit Bezug auf die Kosten- und Entschädigungsfolgen festhielt, dass die Klä-
gerin fast vollumfänglich obsiege und deshalb der Beklagten sämtliche Kosten
aufzuerlegen seien (act. 56 S. 13). Damit stellt sie keinen genügenden Antrag und
genügt den Anforderungen an die Begründung nicht. Die Berufung ist insoweit
abzuweisen.
Anzumerken ist, dass die Prozesskosten grundsätzlich nach Obsiegen und Unter-
liegen auf die Parteien verteilt werden, wobei ein Klagerückzug als Unterliegen gilt
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Das Gericht kann von dieser Regel gemäss Art. 107 ZPO
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allerdings aus verschiedenen Gründen abweichen und es steht ihm dabei ein ge-
wisses Ermessen zu.
Vorliegend ging die Vorinstanz von einem Streitwert von CHF 11'990.60 aus und
sie berechnete die Kosten auf diesem Betrag. Im Umfang von CHF 11'990.60
wurde die Beklagte auch zur Zahlung verpflichtet. Insoweit entspricht die vor-
instanzliche Anordnung der Regel von Art. 106 ZPO. Richtigerweise hätte die
Vorinstanz allerdings vom Streitwert gemäss ursprünglichem Rechtsbegehren
(act. 2) ausgehen müssen (Art. 91 ZPO). Der für die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen massgebliche Wert wäre damit um den Betrag von CHF 935.--, in
welchem Umfang die Klägerin die Klage im Laufe des Verfahrens zurückzog und
um CHF 18.90, in welchem Betrag die Klage abgewiesen wurde, erhöht gewesen.
Die Zinsforderung war demgegenüber nicht zu berücksichtigen. Die Vorinstanz
hätte das Verfahren im Umfang des Klagerückzuges abschreiben und im Umfang
von CHF 18.90 abweisen müssen. Hinsichtlich dieser beiden Positionen unterlag
die Klägerin vor Vorinstanz. Da diese Beträge aber wie gesehen in die Streitwert-
berechnung gar nicht einbezogen worden sind, wurde die Beklagte durch die vor-
instanzliche Regelung jedenfalls nicht über Gebühr belastet, zumal die Gebühr
auf dem Betrag von CHF 11'990.60 verrechnet wurde. Die Berufung erweist sich
insoweit als unbegründet.
4.1 Die Klägerin verlangte von der Beklagten vor Vorinstanz die Bezahlung von
verschiedenen unbezahlt gebliebenen Rechnungen, welche die Beklagte vor Vor-
instanz hinsichtlich zahlreicher Positionen anerkannte (ihnen aber Verrechnungs-
forderungen entgegensetzte). Es kann hier auf die Zusammenstellung im ange-
fochtenen Entscheid verwiesen werden (act. 56 S. 5/6). Auch eine Teilforderung
über CHF 1'757.60 bestritt die Beklagte vor Vorinstanz in ihrem Bestand nicht, sie
machte vor Vorinstanz indes geltend, es sei ihr diese Rechnung zweimal gestellt
worden und sie habe die Rechnung bereits bezahlt. Dafür, dass ihr die Forderung
zweimal in Rechnung gestellt worden war, wie die Beklagte behauptete, wurde ihr
vor Vorinstanz der Hauptbeweis auferlegt. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass
die Beklagte den Beweis nicht habe erbringen können, weshalb sie sie zur Bezah-
lung verpflichtete (act. 56 S. 6).
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4.2 In der Berufung rügt die Beklagte diese Feststellung der Vorinstanz als ak-
tenwidrig und unzutreffend. Sie verweist darauf, dass die Klägerin selbst an der
Hauptverhandlung vom 24. September 2013 die doppelte Verrechnung des Be-
trages anerkannt habe, die Ausführungen des Herrn D._ (Prot. VI S. 14/15 =
act. 13A) seien jedenfalls widersprüchlich, was mit richterlichen Zusatzfragen hät-
te geklärt werden können (act. 53 S. 2).
4.3 Gemäss vorinstanzlichem Protokoll spricht Herr D._, Verwaltungsrat
der Klägerin, tatsächlich von einer doppelten Rechnungstellung. Weiter geht er al-
lerdings davon aus, dass dies mittels Gutschriften korrigiert und die zu Recht er-
folgte Rechnung nicht bezahlt worden sei (Prot. VI S. 14/15 = act. 13A). Damit
blieb die Forderungsposition vor Vorinstanz umstritten und jedenfalls unklar. Von
letzterem scheint auch die Beklagte auszugehen, wenn sie die Vorbringen von
Herrn D._ als widersprüchlich bezeichnet. Blieben die für die Entscheidfin-
dung wesentlichen Tatsachen der doppelten Rechnungstellung sowie der Bezah-
lung der Rechnung auch nach der Hauptverhandlung und Befragung durch die
Vorinstanz strittig, so war darüber Beweis zu führen (Art. 150 ZPO). Entsprechend
erliess die Vorinstanz die Beweisverfügung vom 28. Dezember 2013, wobei sie
der Beklagten den Hauptbeweis für den Nachweis der umstrittenen Tatsachen
auferlegte (act. 19 S. 3). Die Beklagte rügt im Berufungsverfahren die Beweisauf-
lage nicht. Ebensowenig hält sie der vorinstanzlichen Feststellung, sie, die Be-
klagte, habe den Nachweis der Bezahlung im Beweisverfahren nicht erbringen
können, etwas entgegen. Ihre Rügen beschränken sich vielmehr auf die erste
Phase des vor-instanzlichen Verfahrens. Diesem folgte wie gesehen zu Recht das
Beweisverfahren, aus welchem die Vorinstanz wiederum die korrekten Schluss-
folgerungen zog. Auch diese Rüge der Beklagten erweist sich damit als unbe-
gründet.
5.1 Die Beklagte stellte der klägerischen Forderung vor Vorinstanz folgende
Verrechnungsforderungen gegenüber: Abzug E._ CHF 5'195.45 (act. 12/4)
und Abzüge F._ CHF 1'083.90 und CHF 804.90 (act. 12/2 und 12/3).
5.2 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die Voraussetzungen, unter
welchen eine Verrechnung möglich ist, zutreffend dargelegt. Es kann darauf ver-
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wiesen werden (act. 56 S. 8 ff.). Die Vorinstanz legte dar, die Beklagte habe mit
Bezug auf Arbeiten, welche die Klägerin für die Patientinnen E._ und
F._ gemacht hatte, massive Fehler der Klägerin behauptet, so dass die Be-
klagte sich entschlossen habe, die Arbeit anderweitig in Auftrag zu geben. Die
Beklagte habe allerdings keine Ausführungen dazu gemacht, auf welche Rechts-
grundlage sie ihre Verrechnungsforderungen stütze. Bei den Arbeiten der Kläge-
rin handle es sich um Werkverträge und bei Mängeln stehe dem Besteller das
Wahlrecht zu, Wandelung, Minderung oder Nachbesserung zu beanspruchen und
bei Verschulden Schadenersatz zu verlangen. Unter gewissen Voraussetzungen
sei auch die Ersatzvornahme durch einen Dritten zulässig. Dies sei indes nicht
der Fall, wenn sich die Beklagte wie vorliegend darauf beschränkte, zu erklären,
dass sie die Patientinnen nicht habe verlieren wollen. Es erübrige sich daher die
Prüfung der weiteren Voraussetzungen für eine Geltendmachung von Schadener-
satz (Werkmangel, Mängelrüge, Verschulden) (act. 56 S. 10/11).
5.3 In der Berufung bezieht sich die Beklagte auf ihren 2. Schlussvortrag vor
Vorinstanz. Sie machte dort nicht nur erstmals einen höheren Abzug bezüglich
der Patientin E._ geltend, nämlich CHF 6'274.30 anstatt CHF 5'195.45, son-
dern – erstmals in dieser Deutlichkeit auch –, dass die Arbeiten für die Patientin-
nen E._ und F._ vollkommen unbrauchbar gewesen und von der Kläge-
rin zurückgenommen worden seien. Sie verweist im Weiteren auf die Vorbringen
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, was die Rechnungstellung be-
züglich der Patientin F._ betrifft (act. 12/2 und 12/3). Sie macht geltend, sie
habe mit Bezug auf die Fälle E._ und F._ in der richterlichen Befragung
konkret, detailliert und wahrheitsgemäss erklärt, was an der Arbeit der Klägerin
fehlerhaft und für die Patientinnen unbrauchbar gewesen sei; ebenso, dass eine
nochmalige Nach-Nachbesserungen unzumutbar gewesen wäre. Anstatt durch
Zeugenaussagen der Patientinnen E._ und F._ rasch und unkompliziert
bestätigen zu lassen, dass die teils monatelangen klägerischen Nachbesserungs-
versuche nichts halfen, sei sie, die Beklagte, dann als juristischer Laie mit juris-
tisch-theoretischen Argumenten buchstäblich "abgeschmettert" worden (act. 53
S. 2 - 4).
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5.4 Dass und inwieweit diese juristischen Argumente unzutreffend gewesen sein
sollen, tut die Beklagte nicht dar. Soweit sie bezugnehmend auf ihren zweiten
Schlussvortrag vor Vorinstanz einen höheren Verrechnungsbetrag im Zusam-
menhang mit der Patientin E._ geltend macht und neu behauptet, die Pro-
these E._ sei von der Klägerin zurückgenommen worden, weil sie vollkom-
men unbrauchbar gewesen sei, kann sie nicht gehört werden, da nicht ersichtlich
und auch nicht behauptet ist, dass die Voraussetzungen von Art. 317 ZPO erfüllt
sind.
Damit bleibt zu prüfen, ob auf der Grundlage der rechtzeitig in den Prozess ein-
gebrachten Vorbringen, die vorinstanzlichen Erwägungen und Schlussfolgerun-
gen einer Überprüfung stand halten. Dabei ist vorab festzuhalten, dass die Vor-
instanz die Voraussetzungen der Zulässigkeit einer Ersatzvornahme zutreffend
dargelegt hat. Diese werden von der Beklagten denn auch nicht in Frage gestellt.
Die Ersatzvornahme ist im Rahmen des werkvertraglichen Nachbesserungsrechts
möglich, wenn sich der Unternehmer als unfähig erweist, die Werkmängel zu be-
seitigen oder wenn er die Nachbesserung verweigert. Es müssen überdies die
Voraussetzungen des Schuldnerverzugs oder aber eine richterliche Ermächtigung
vorliegen (ZINDEL/PULVER, BSK OR I, 5. Aufl., Art. 368 N 58; HONSELL, Schweize-
risches Obligationenrecht, Besonderer Teil, 9. Aufl., § 22 Ziff. II.3 c)cc).
5.5 Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass sich die Beklagte in
den für den Entscheid relevanten Vorbringen darauf beschränkte, zu erklären,
dass sie die Patientinnen nicht habe verlieren wollen und darum die Arbeiten an-
derweitig in Auftrag gegeben habe. Aus dem Vorbringen der Beklagten vor Vor-
instanz geht nicht hervor, ob und allenfalls wann und in welcher Form sie die Klä-
gerin auf Mängel hingewiesen hat. Dass sie – wie die Vorinstanz annimmt – von
der Klägerin eine Nachbesserung verlangt und so von ihrem Wahlrecht Gebrauch
gemacht hat, ergibt sich sodann nicht aus den Vorbringen der Beklagten, sondern
aus jenen der Klägerin selbst, auf welche sich die Beklagte aber beruft (act. 53
S. 3). Dies betrifft indes nur die Patientin F._, für die Patientin E._ fehlt
es auch daran. Die tatsächlichen Grundlagen, die den Schluss zuliessen, die Be-
klagte habe einen Anspruch darauf, dass ihr die Kosten für die Ersatzvornahme
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von der Klägerin ersetzt werden könnten, sind damit zu einem wesentlichen Teil
nicht einmal behauptet. Die Berufung erweist sich auch in diesem Punkt als un-
begründet und ist damit insgesamt abzuweisen. Das Urteil des Bezirksgerichts
Meilen vom 18. Dezember 2014 ist demgemäss zu bestätigen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens bleibt es auch bei der vorinstanzlichen Kos-
ten- und Entschädigungsregelung und es wird die Beklagte auch für das Beru-
fungsverfahren kostenpflichtig. Eine Prozessentschädigung für die Klägerin ent-
fällt, weil ihr durch das Verfahren keine zu ersetzenden Aufwendungen entstan-
den sind.