Decision ID: f7547916-d154-4833-b150-a005b08b0755
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1989, war seit dem 2
0.
Februar 2013
als Bauar
beiter bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) für Berufs- und
Nicht
berufsunfälle
sowie Berufskrankheiten versichert, als er am 2
1.
Fe
bruar 2013
bei
m
Abladen eines Zugwag
ens
von einer Leiter
aus einer Höhe von 5 bis
6 Metern zu Boden stürzte
(
Urk.
8/1)
. Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags im
Spital
A._
, wobei eine
Akromioklavikulargelenkluxation
(
AC-Gelenksluxa
tion
)
Tossy
I links diagnostiziert wurde (vgl.
Urk.
8/15-16
). Nachdem die SUVA auf den Schaden eingetreten war und Versicherungsl
eistungen erbracht hatte (
Urk.
8/11-12
), stellte sie die bis anhin erbrachten Leistungen mit Verfügu
ng vom 2
6.
November 2014 (
Urk.
8/109
) per 3
0.
November 2014 ein, da keine Un
fallfolgen mehr
vorlägen
. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache
(
Urk.
8/115)
wies die SUVA mit
Einspracheentscheid
vom 1
0.
April
2015 (
Urk.
8/122
=
Urk.
2) ab.
Gleichzeitig wies die SUVA das mit Einsprache ge
stellte Gesuch um
unentgeltliche
Verbeiständung
(vgl. Urk. 8/115 S. 1) ab.
Die zuständige Krankenversicherung, SWICA
Kranken
kassenversicherung
AG, zog ihre vorsorglich erhobene Einsprache wieder zu
rück (
Urk.
8/112,
Urk.
8/118).
2.
Der Versicherte erhob am 1
1.
Mai 2015 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen weiterhin zu erbringen. Zudem seien ihm
die Kosten für den
Bericht von
Dr.
med.
B._
in der Höhe von
Fr.
800.--
zu ersetzen. Schliesslich sei ihm sowohl für das
Einspracheverfahren
als auch für das Beschwerdeverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (
Urk.
1 S. 2). Die SUVA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Am 1
2.
November 2015 nahm der Beschwerdeführer erneut Stellung (
Urk.
17), was der Beschwerdegegnerin am 1
6.
November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind
, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ur
sachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf
die kreisärztliche Beurteilung
davon aus, dass
acht Monate nach dem Unfallereignis
anhand der objektivierbaren Befunde
eine wesentliche Besserung zu konstatieren sei.
Der radiologische Be
fund weise kein Korrelat für die angegebenen Beschwerden nach.
Bei einer Distorsion
Tossy
I oder II ergebe sich eine maximale Behandlungsdauer von acht Wochen. Anhand der objektivierbaren Befunde müsse daher davon ausge
gangen werden, dass
die Unfallfolgen
im Zeitpunkt der am 1
6.
Oktober 2013
erfolgten Magnetresonanztomographie (MRI) im Wesentlichen abgeheilt gewe
s
en seien
.
Somit sei d
ie Arbeitsfähigkeit
spätestens ab November 2013
wieder vor
handen gewesen
. Für die durchgeführte Operation habe sich keine
unfallbe
ding
t
e
Indikation ergeben.
Der Beschwerdeführer sei unentschuldigt nicht zur aufge
botenen
kreisärztlichen
Untersuchung erschienen, weshalb
androhungs
gemäss
auf
grund der vorhandenen Unt
erlagen entschieden worden sei
. Der vom Be
schwer
deführer bei
Dr.
med.
B._
eingeholte Bericht habe keine Be
deu
tung für die vorliegende Beurteilung, weshalb sich die Frage des
Kostener
satzes
nicht stelle
(
Urk.
2 S. 3
f.
;
Urk.
7 S. 3
f.
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
der
kreis
ärztliche
Bericht bilde mangels eigener Untersuchungen keine genügende Grund
lage für den Fallabschluss. Er sei
infolge Ferienabwesenheit unverschuldet
nicht zu
r
geplanten Untersuchung erschienen.
Die Beschwerdegegnerin habe zudem einen
vor Verfügungserlass
angef
ordert
en Bericht von
Dr.
med.
B._
nicht abgewartet. Dies zeige, dass sie
ursprünglich davon ausgegangen sei, dass noch weitere medizinische Abklärungen notwendig seien. Er
habe diesen
Bericht daher zur Wahrung seiner Interessen selbst eingeholt.
Die Kosten dieses Berichtes seien ihm von der Beschwerdegegnerin zu ersetzen.
Obwohl sich
Dr.
med.
B._
nicht zur Arbeitsfähigkeit äussere, sei offensichtlich,
dass in der angestammten Tätigkeit
mit den beschriebenen Beschwerden
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
vorliege
(
Urk.
1 S. 4 ff.
;
Urk.
17 S. 1 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten
Leistungs
einstellung
per 3
0.
November 2014 hinausgehende Leistungspflicht
der
Be
schwe
r
degegnerin
besteht.
3.
3.1
Am 2
1.
Februar 2013
stürzte der Beschwerdeführer laut Unfallmeldung vom 2
5.
Februar
2013 beim Abladen eines Zugwage
ns von einer Leiter aus einer Höhe von 5 bis 6 Metern zu Boden
. Dabei verletzte er sich an der linken Schulter und dem linken Fussgelenk
(
Urk.
8/1).
Der Beschwerdeführer gab hier
zu an, dass er in ungefähr fünf Metern Höhe auf einer intakten Leiter gestanden sei. Er habe die Bauabfälle auf der Leiter stehend von Hand gelockert und dem Bag
gerführer Anweisungen gegeben, damit das Entladen reibungslos ablaufe. Der Baggerführer habe ohne Absicht die Schaufel etwas zu weit nach vorne manövriert und deshalb die über die Wand des Bahnwagens h
inausreichende Leiter touchiert. Dies habe zum Sturz geführt
. Er sei mit der ganzen linken Körper
hälfte auf den Betonboden geprallt. Er habe sich
auch
den Kopf ange
schlagen,
allerdings habe er
einen Helm getragen. Er sei weder bewusstlos ge
wesen noch leide er heute an Beschwerden im Bereich des Kopfes, des Nackens oder des Rü
ckens. Der Sturz habe Prellungen an der linken Schulter sowie am linken Knie und am linken Fuss zur Folge gehabt (
Urk.
8/20 S. 1 f.).
3.2
Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags im Spital
A._
, wobei eine
AC-G
e
lenksluxation
Tossy
I links diagnostiziert wurde.
Eine Fraktur
sei
radiologisch
nicht ersichtlich
gewesen
. Der Beschwerdeführer solle sich für eine Woche
schonen (vgl. Kurzbericht vom 2
1.
Februar 2013,
Urk.
8/16).
Mit Arztzeugnis vom
1
5.
März 2013 (
Urk.
8/15)
informierte das Spital
A._
, dass der
Behand
lungs
abschluss
am 2
1.
Februar 2013
er
folgt
sei
. Der Beschwerdeführer sei
vo
raus
sicht
lich bis am
3.
Mär
z 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.3
Am 2
8.
Mai 2013 wurde a
n der
Klinik C._
ein
Arthro
-MRI der linken Schulter durchgeführt. Dabei habe sich ein Knochenmarksödem in der lateralen Clavicu
la und im
Processus
coracoideus
gezeigt, was
einem abhei
len
den
bone
br
uise
entspreche
(vgl.
Urk.
8/28).
3.4
Mit Schreiben vom 3
1.
Mai 2013 (
Urk.
8/27) diagnostizierte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, einen ausgeprägten
bone
bruise
in der
lateralen Clavicula und im
Proc
essus
coracoideus
li
n
ks passend zu einem Status nach
Tossy
II. Die angegebenen Beschwerden seien
aufgrund des grossen Knochenmarksödem
s
glaubhaft. Eine Arbeitsfähigkeit auf dem Bau sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben (S. 1).
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Bericht vom 2
5.
September 2013 (
Urk.
8/44) an, dass es bei kleinster Anstren
gung zu einer deutlichen Verschlechterung der linken Schu
lter komme.
3.6
Am 1
6.
Oktober 2013 erfolgte
a
n der
Klinik C._
erneut ein
Arthro
-MRI der linken Schulter.
Dabei habe kein Korrelat für die angegebenen Beschwerden gefunden werden können. Es lägen
regrediente
Zeichen der Rei
zung des AC-Gelenks rechts vor. Die
coracoclaviculäre
n
und
acromioclavicu
läre
n
Bänder seien vernarbt. Ansonsten sei die Untersuchung normal gewesen (
Urk.
8/47 S. 2).
3.7
Mit Schreiben
vom 2
3.
Oktober 2013 (
Urk.
8/47 S.
1) informierte
Dr.
B._
, dass weiterhin eine AC-Läsion mit Erguss persistiere,
welche
konser
vativ keine Fortschritte
erziele
. Es sei deshalb eine
arthroskopische
AC-Resek
tion vorgesehen.
Der Beschwerdeführer sei bis zum
7.
November 2013 weiterhin arbeitsunfähig.
Die
Schulterarthroskopie mit AC-Resektion
nahm
Dr.
B._
am
7.
Novem
ber
2013
vor (vgl. Operationsbericht vom
7.
November
2013,
Urk.
8/52).
3.
8
Ein weiteres
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 2
8.
Januar 2014
a
n der
Klinik C._
zeigte einen Reizzustand im AC-Gelenk
mit Erguss und
Knochen
marksödem
der Gelenkspartner. Im Bereich des
posterioren
AC-Gelen
kes kämen sich die Gelenkspartner bis auf 3 mm sehr nahe, weshalb der Ver
dacht auf eine nicht vollständige AC-Gelenksresektion bestehe. Zudem liege eine leichte Weichteilreizung angrenzend an das AC-Gelenk sowie eine leichte
Bursitis
sub
acromialis
/
subdeltoideal
vor (
Urk.
8/69).
Am 1
3.
Februar
2014 erfolg
te
a
n der
Klinik C._
zudem
eine diagnostische Infiltration des linken AC-Gelenkes, wobei sich nach einer Viertelstunde keine
Schmerz
regredienz
gezeigt habe (
Urk.
8/68).
Unter Hinweis auf diese beiden Untersuchungen
erachtete
Dr.
B._
eine erneute Operation als nicht notwendig
(vgl. Schreiben vom 1
9.
März 2014,
Urk.
8/67)
.
3.9
Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, kam
anlässlich
der Aktenbeurteilung vom 2
1.
November 2014 (
Urk.
8/106) zum Schluss, dass
sich anlässlich der
Tossy
I-
Verletzung bild
gebend nur eine Distorsion der
th
oraco
laviculären
und
acromioclaviculären
Bänder sowie ein
bone
bruise
der korres
pondierenden Gelenkanteile mit Reizung des AC-Gelenks
gezeigt habe
. Eine wesentliche Bandruptur habe
nicht vorgelegen
.
Das am 1
6.
Oktober 2013 er
folgte MRI habe gezeigt, dass die Veränderungen
regredient
gewesen seien.
Die Bänder hätten sich nun vernarbt gezeigt und es habe sich kein Korrelat für die angegebenen Beschwerden finden lassen. Somit sei anhand der objektivierbaren Befunde acht Monate nach dem Unfallereignis eine wesentliche Besserung zu konstatieren. Gemäss dem Reintegrations
leit
faden „Unfall“ des Schweizerischen
Versicherungsverbands ergebe sich für eine Distorsion
Tossy
I oder II eine ma
xi
male Behandlungsdauer von acht Wochen. Anhand der objektivierbaren Be
funde
müsse davon ausgegangen werden, dass
im
Zeitpunkt des MRI vom
1
6.
Oktober 2013
die Unfallfolgen im Wesen
tlichen abgeheilt gewesen seien. S
omit
sei
spätes
tens ab November 2013 die Arbeitsfähig
keit wieder vorhanden gewesen
. Für die durchgeführte Operation habe
aufgrund des Befundes
des MRI keine unfallbeding
te Indikation vorgelegen (S. 5
).
3.10
Mit Bericht vom 2
8.
April 2015 (
Urk.
8/123
/2-5
=
Urk.
3/4
) führte
Dr.
B._
aus, dass
die Beurteilung
durch
Dr.
E._
weit an der Realität vorbei
gehe. Es habe
sich
am 1
6.
Oktober 2013
keineswegs ein normales
Arthro
-MRI der lin
ken Schulter
gezeigt. Die AC-Resektion
sei mangels Progression seit dem Unfall erfolgt.
Eine klinische
kreisärztliche
Untersuchung fehle, obwohl mehr
mals da
rum
gebeten worden sei
.
Der zitierte Leitfaden sei wenig brauchbar.
Es
lasse sich unverändert eine posttraumatische Situation feststellen, wobei ein
Reiz
zu
stand
im AC-Gelenk
sowie ein
Erguss und Knochenmarksödem d
er
Gelenks
partner
vorliege (S. 2
ff.).
4.
4.1
Nach
Art.
43
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
sicherungsrechts
(ATSG)
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt
die notwendigen Abklärungen von
Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beur
teilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person die
sen zu unterziehen (
Art.
43
Abs.
2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder
Mitwir
kungs
pflichten
in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versiche
rungs
träger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nicht
eintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzu
räumen (
Art.
43
Abs.
3 ATSG).
4.2
Nachdem
die angekündigte kreisärztliche
Untersu
chung
bereits zweimal
nicht durch
geführt werden konnte
(vgl.
Urk.
8/71;
Urk.
8/74-75;
Urk.
8/101), der Be
schwerdeführer
zu einer Untersuchung
a
n der
Klinik C._
unent
schuldigt nicht
erschienen ist (
Urk.
8/93
S. 1
) und sich
daraufhin
ferner
erst nach zwei
maliger
schriftliche
r
Aufforderung
hin
bei der Beschwerdegegnerin gemeldet hatte (vgl.
Urk.
8/94;
Urk.
8/96
-98
), wurde er mit eingeschriebenem Brief vom
4.
November 2014 (
Urk.
8/100)
unter Hinweis auf
Art.
43 ATSG
zu einer
kreis
ärztlichen
Untersuchung am 1
8.
November 2014 eingeladen und
aus
drücklich
darauf hingewiesen, dass bei
Fernbleiben vom Termin die weiteren
Versiche
rungsleistungen aufgrund der vorhandenen Unterlagen festgelegt wür
den
.
Das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
wurde
demnach
korrekt durchgeführt und die eingeräumte Bedenkzeit erweist sich angesichts der Gegebenheiten als ange
messen
(vgl.
in Bezug auf die Dauer der Bedenkzeit
etwa
auch
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 4.1
mit weiteren Hin
weisen
)
.
Unbestrittenermassen ist der Beschwerdeführer nicht zur
kreisärztlichen
Unter
suchung erschienen.
Hinweise, dass die Untersuchung nicht zumutbar gewesen wäre, liegen keine vor und wurden auch nicht geltend gemacht.
Der vom Be
schwerdeführer geltend gemachte Umstand, dass er infolge Ferienabwesenheit die Vorladung nicht zur Kenntnis habe nehmen können und daher ohne Ver
schulden nicht zur geplanten Untersuchung erschienen sei (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
9), vermag die Abwesenheit nicht zu entschuldigen. Eine eingeschriebene Sendung gilt spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsver
such als erfolgt, wenn der Adressat mit der fraglichen Zustellung hat
te
rechnen müssen (
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG; BGE 134 V 49 E.
4
).
Dies war vorliegend
in Anbetracht der bereits mehrmals angesetzten kreisärztlichen Untersuchung
der Fall,
wobei der Beschwerdeführer anlässlich einer am 2
4.
Oktober 2014 erfolg
ten
Vorsprache am Schalter der Beschwerdegegnerin
– und somit vor dem Ver
sand des eingeschriebenen Briefes am
4.
November 2014 –
ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Erreichbarkei
t hingewiesen
und gefragt wurde, weshalb er nicht zum Termin
a
n der
Klinik C._
erschienen sei
(vgl.
Urk.
8/98
).
Der Beschwerdeführer musste somit mit einer erneuten Ansetzung einer ärztlichen Untersuchung rechnen, weshalb er sich
dem Termin vom 1
8.
Novem
ber 2014
in unentschuldbarer Weise
entzogen
hat
.
4.3
Nach dem Gesagten war die Beschwerdegegnerin
somit
befugt, gemäss
Art.
43
Abs.
3 ATSG vorzugehen und androhungsgemäss aufgrund der Akt
en zu ent
scheiden.
Demzufolge war die Beschwerdegegnerin entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
vgl.
Urk.
1 S. 4) auch nicht verpflichtet, den zuvor
einverlangten
Bericht
des
behandelnden Arztes
Dr.
B._
abzuwarten
, zu
mal dieser selbst eine kreisärztliche Untersuchung beantragt hatte (vgl.
Urk.
8/90;
Urk.
8/95)
. Die Kosten d
es
Berichtes in der Höhe von
Fr.
8
00.-- (
vgl.
Urk.
1 S. 2;
Urk.
3/5
) sind
entsprechend auch
nicht von der Beschwerdegegnerin zu
tragen
.
4.4
Kreisarzt
Dr.
E._
legte in seiner Beurteilung vom 2
1.
November 2014 (vor
stehend E.
3.9) in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
nachvollziehbar dar,
dass anhand der objektivierbaren Befunde acht Monate nach dem
Unfaller
eignis
eine wesentliche Besserung zu konstatieren
und die Unfallfolgen im We
sent
lichen abgeheilt seien
.
Der Beschwerdeführer habe sich anlässlich des Un
falles eine AC-Gelenksluxation
Tossy
I mit Distorsion der
coracoclaviculären
und
acromioclaviculären
Bänder sowie ein
en
bone
bruise
der korrespondieren
den Gelenk
anteile mit Reizung des AC-Gelenks zugezogen. Das MRI vom 1
6.
Okto
ber 2013 habe eine
regrediente
Veränderung gezeigt. Die Bänder hätten sich nun vernarbt gezeigt und es habe sich kein Korrelat für die angegebenen Be
schwerden finden lassen. Deshalb sei spätestens ab November 2013 die Ar
beits
fähigkeit wieder vorhanden gewesen
. Für die durchgeführte Operation habe sich
anhand des MRI keine unfallbedingte Indikation ergeben
(
vgl.
Urk.
8/106
S.
4 f.
)
.
Es lagen zu diesem Zeitpunkt keine abweichenden medizinischen Ein
schätz
ungen vor, welche Zweifel an der kreisärztlichen Beurt
eilung hätten auf
kommen lassen.
Im Übrigen vermag auch der von
Dr.
B._
– und so
mit
vom
behandelnden Arzt - nachträglich
erstellte Bericht (vorstehend E
. 3.10) in Anbetracht des MRI-Befundes vom 1
6.
Oktober 2013 nichts an der nach
voll
ziehbaren kreisärztlichen Beurteilung zu ändern.
4.
5
Zusammenfassend ist gestützt auf die schlüssige
, nachvollziehbare
und in sich widerspruchsfreie Beurteilung des Kreisarztes
Dr.
E._
davon auszugehen, dass spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine Unfallfolgen mehr vorlagen
.
Die von der Beschwerdegegnerin per 3
0.
November 2014 verfügte
Leistungsein
stellung
erfolgte demnach zu Recht.
4.6
Der vom Beschwerdeführer
eingeholte Arztbericht ist nicht
entscheidrelevant
, weshalb ein Auferlegen der entsprechenden Kosten nicht in Frage kommt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt
das Gesuch
des Beschwerdeführers
um
Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters sowohl für das Einsprache- als a
uch für das
Be
schwerdeverfahren
(vgl.
Urk.
1 S. 2).
5.2
Der gesuchstellenden Person wird, wo es die Verhältnisse erfordern, sowohl im Verwaltungsverfahren (
Art.
37
Abs.
4 ATSG) als auch im Beschwerdeverfahren (
Art.
61
lit
. f ATSG), ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der un
entgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nich
t aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die
Rechtsvor
kehr
nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Be
gehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Mass
gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
5.3
Im vorliegenden Verfahren wurden weder
einsprache
- noch beschwerdeweise Argumente vorgebracht, welche den abschlägigen Entscheid der
Beschwerde
gegnerin
in Zweifel zu ziehen vermöchten. Diesbezüglich ist
auf die vorste
hende Erwägung 4
zu verweisen.
So vermochte der Beschwerdeführer insbeson
dere keinen entschuldbaren Grund für das Fernbleiben
von der kreisärztlichen Untersuchung darzutun. Angesichts der gestützt auf die nachvollziehbare Aktenbeurteilung des Kreisarztes
Dr.
E._
klare
n
Sach- und Rechtslage
konnte der Beschwerdeführer nicht ernsthaft damit rechnen, dass die
Beschwerdegeg
nerin
im
Einspracheverfahren
respektive das Gericht im Beschwerdeverfahren die Sach- und Rechtslage anders beurteilen würde.
Die Begehren des Beschwer
deführers sind demnach als aussichtslos zu beurteilen,
weshalb weder im Ein
sprache- noch im Beschwerdeverfahren ein Anspruch auf Bestellung eines un
entgeltl
ichen Rechtsvertreters besteht.
6.
Zusammenfas
send ist festzuhalten, dass die per 3
0.
November 2014 verfügte Leistungseinstellung zu Recht erfolgte, da zu diesem Zeitpunkt mit
dem im
So
zialversicherungsrecht
massgebenden Beweisgrad der
überwiegende
n
Wahr
scheinlichkeit keine Unfallfolgen mehr vorlagen. Der Beschwerdeführer hat
so
dann
infolge Aussichtslosigkeit weder im Einsprache- noch im
Beschwerdever
fahren
einen Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.