Decision ID: 37be9306-3670-5dea-8755-6910edde9f56
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
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A.a A._ meldete sich am 5. März 2009 für Leistungen der Invalidenversicherung
(berufliche Integration/Rente) an. Im Anmeldeformular gab der Versicherte an, er habe
eine Lehre als Verkäufer absolviert und zuletzt bis zum 30. November 2004 als Sales
Agent bei der B._ AG gearbeitet (IV-act. 7). RAD-Ärztin Dr. med. C._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, hielt am 18. Mai 2009 fest, der Versicherte leide unter
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit impulsiv aggressiven und schizoiden
Zügen (ICD 10: F61.0) und einem Zustand nach einer Anpassungsstörung mit Angst
und depressiver Reaktion (ICD 10: F43.22, IV-act. 25). Die IV-Stelle beendete die für
den Versicherten angedachten beruflichen Massnahmen am 20. Mai 2010, nachdem
der Versicherte am zweiten Tag der beruflichen Massnahme einen Zusammenbruch
erlitten hatte und seitdem zu 100% krankgeschrieben war (vgl. IV-act. 58, 70). Am 22.
September 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem 1. Januar 2010 unter
der Annahme einer verbliebenen Restarbeitsfähigkeit von 50% in einer
leidensangepassten Tätigkeit bei einem Invaliditätsgrad von 56% eine halbe Rente zu
(IV-act. 79).
A.b Am 21. Oktober 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zu seiner IV-Rente an (EL-act. 174). Die EL-Durchführungsstelle
sprach ihm am 3. Februar 2011 rückwirkend ab dem 1. Januar 2010 u.a. unter
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens von Fr. 18'720.--
Ergänzungsleistungen zu. Ab dem 1. Januar 2011 berücksichtigte sie ein
hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 19'050.-- sowie eine jährliche IV-Rente von
Fr. 10'224.-- (EL-act. 169 ff.). Am 10. August 2011 verzichtete die EL-
Durchführungsstelle rückwirkend ab dem 1. Mai 2011 auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens, weil der Versicherte für die Monate Januar bis
Juli 2011 genügende Arbeitsbemühungen hatte nachweisen können (EL-act. 159 f.,
166). Auch per 1. Januar 2012 rechnete die EL-Durchführungsstelle kein
hypothetisches Erwerbseinkommen an (EL-act. 156 f.).
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A.c Im Rahmen einer IV-Rentenrevision machte der Versicherte am 21. Dezember
2011 eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit Anfang 2011 geltend
(IV-act. 82). Der behandelnde Psychiater des Versicherten, Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, gab am 13. Februar 2012 an, der Versicherte leide an
einer sensitiv-paranoischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.0) sowie an einer
paranoiden Psychose (ICD-10: F22.0) und sei aufgrund seiner sehr niedrigen
Frustrationstoleranz und Impulskontrollstörung, seiner Störung des Sozialverhaltens,
seiner Schwierigkeiten im interpersonellen Bereich und seiner Neigung zu aggressivem
Verhalten keinem Arbeitsumfeld zumutbar. Somit sei er sowohl in seiner bisherigen
Tätigkeit als Verkäufer bei der Swisscom als auch in allen anderen Tätigkeiten seit
spätestens April 2011 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 87). Demgegenüber hielt Dr.
med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in einem von der IV-Stelle in
Auftrag gegebenen Gutachten am 7. Juni 2012 fest, der Versicherte leide an einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit sensitiv-paranoischen sowie impulsiv
aggressiven Zügen (ICD 10: F61.01). Zwar sei der Versicherte aufgrund seiner
Persönlichkeitsstörung in seiner bisherigen Tätigkeit tatsächlich nicht mehr
arbeitsfähig, doch könne in einer angepassten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine
40%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum angenommen werden. Gegenüber
den Vorbefunden zeige sich seit etwa Januar 2011 eine leichte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes (IV-act. 91).
A.d Weil der Versicherte am 8. Februar 2013 für die Monate August 2012 bis Januar
2013 Arbeitsbemühungen hatte einreichen lassen (EL-act. 139), verzichtete die EL-
Durchführungsstelle am 27. Dezember 2012 bei der Berechnung des EL-Anspruchs
des Versicherten ab dem 1. Januar 2013 weiterhin auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens. Sie passte lediglich die IPV-Pauschale sowie die
anrechenbaren jährlichen IV-Renteneinnahmen an die sich für das neue Jahr geltenden
Beträge an (EL-act. 132 f.).
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A.e Die IV-Stelle stellte dem Versicherten am 23. Mai 2013 (Vorbescheid am 16. Juli
2013) eine unveränderte Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 100, 106). Dagegen liess der
Versicherte am 28. Mai 2013 (bzw. 11. September 2013) einwenden, dass selbst Dr.
E._ eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bestätigt habe. Ausserdem
sei er aufgrund seiner Einschränkungen nicht vermittelbar bzw. keinem Arbeitsumfeld
zumutbar (IV-act. 101, 108). Nach Rücksprache mit dem RAD stellte die IV-Stelle dem
Versicherten am 15. Mai 2014 eine per 1. Dezember 2011 rückwirkende Erhöhung
seines IV-Grades auf 65% sowie die Zusprache einer Dreiviertelsrente in Aussicht (IV-
act. 109, 115). Dagegen liess der Versicherte am 20. Juni 2013 einwenden, er sei zu
100% arbeitsunfähig und habe einen Anspruch auf eine ganze Rente. Er beantragte
eine RAD-Untersuchung/die Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens (IV-
act. 116).
A.f Am 12. Juli 2013 erkundigte sich die EL-Durchführungsstelle beim Versicherten
nach dessen von Februar bis Juli 2013 getätigten Arbeitsbemühungen (EL-act. 130),
woraufhin dieser am 19. Juli 2013 mitteilte, dass er sich seit Januar 2013 aus
gesundheitlichen Gründen nicht mehr bewerben könne (EL-act. 129, vgl. auch das
beilegte Arztzeugnis von Dr. D._). Am 27. Dezember 2013 berechnete die EL-
Durchführungsstelle – weiterhin ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens – den EL-Anspruch des Versicherten ab dem 1. Januar 2013 (EL-
act. 119 f.). Nachdem die EL-Durchführungsstelle Ende 2013 eine periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistungen durchgeführt hatte, passte sie die
Berechnungspositionen am 13. Februar 2014 dementsprechend an und berücksichtigte
nach wie vor kein hypothetisches Erwerbseinkommen (EL-act. 116 f.). Am 21. Februar
2014 stellte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten jedoch die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens in Höhe von Fr. 19'210.-- ab Juni 2014 in
Aussicht, sofern er bis Anfang Mai 2014 keine genügenden Arbeitsbemühungen
vorweise (EL-act. 114). Daraufhin wandte der Versicherte am 27. Februar 2014
abermals ein, dass sein Gesundheitszustand ihm die Stellensuche verunmögliche (EL-
act. 113). Innert erstreckter Frist liess der Versicherte u.a. am 27. Mai 2014 einen
Bericht von Dr. D._ einreichen, in welchem dieser u.a. darauf hingewiesen hatte, dass
der Versicherte aufgrund seiner mangelnden Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz und
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Impulskontrolle nicht vermittlungsfähig sei (EL-act. 106). Am 20. Juni 2014 liess der
Versicherte zudem ausführen, es sei sinnlos, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen,
wenn er die Stelle anschliessend infolge fehlender Arbeitsfähigkeit nicht antreten
könne. Zudem dürfte ein allfälliges hypothetisches Erwerbseinkommen aufgrund des
neuen IV-Vorbescheids nur Fr. 12'806.65 betragen. Er sei jedoch – abgesehen von
seiner vollständig attestierten Arbeitsunfähigkeit – aufgrund seiner psychiatrischen
Diagnose sowie seiner langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht dazu in der
Lage, ein Einkommen in dieser Höhe zu erzielen. Von einem freiwilligen Verzicht auf
eine zumutbare Erwerbstätigkeit könne daher nicht die Rede sei (EL-act. 105).
A.g Am 11. November 2014 lag der Bericht über die auf den Einwand des Versicherten
gegen die angekündigte Rentenerhöhung hin von der IV-Stelle veranlassten
monodisziplinären Begutachtung vom 23. Juli 2014 durch den RAD-Arzt Dr. med.
F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vor. Dieser hatte beim Versicherten
(mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen, aggressiven-impulsiven und deutlich paranoischen und selbstunwerten
und sozial-phobischen sowie schizoiden Zügen (ICD-10: F61.0) sowie eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig allenfalls leichte Episode (ICD-10:
F33.0) diagnostiziert. Dr. F._ hatte weiter ausgeführt, der Versicherte verfüge über
utilisierbare Ressourcen dahingehend, dass er in einer verständnisvollen Atmosphäre,
die ihm Ernsthaftigkeit und Respekt entgegenbringe, steuerbar, also beeinflussbar sei.
Deshalb sei die Annahme, er sei anderen Menschen, insbesondere einem Arbeitgeber,
nicht zumutbar, nicht gerechtfertigt. In einer adaptierten Tätigkeit (möglichst keine
zugeordnete Teamarbeit, kein Zeit- und Leistungsdruck, wenig Lärmbelästigung,
ruhiges Arbeitsumfeld, klar strukturierte Aufgaben mit verständnisvoller und
wohlwollender Einarbeitungsmöglichkeit, kein Kundenverkehr, geregelte Arbeitszeiten)
bestehe deshalb eine Arbeitsfähigkeit von 4,2 Stunden täglich bei voller
Leistungsfähigkeit. Diese Arbeitsfähigkeit bestehe grundsätzlich ab sofort, jedoch nicht
gleich auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Eingliederung sollte im Rahmen eines sozialen
Arbeitstrainings nach langer Arbeitsentwöhnung gestuft sowie am besten in einem
geschützten Rahmen erfolgen. Medizinische Hinderungsgründe stünden dem nicht
entgegen. Auch Dr. D._ könne sich nach eigenen Angaben derartige
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Eingliederungsbemühungen vorstellen, sofern während des etwa drei Monate
dauernden Arbeitstrainings und auch während der anschliessenden Arbeitsvermittlung
und Arbeitsplatzfindung ein Coach beratend und begleitend zur Seite stehe (IV-act.
119). Dazu führte Dr. D._ am 4. Dezember 2014 aus, solche
Eingliederungsmassnahmen seien zwar theoretisch vorstellbar, jedoch aufgrund der
massiven Persönlichkeitsstörung des Versicherten zum Scheitern verurteilt. Ausserdem
sei eine adaptierte Tätigkeit in der von Dr. F._ beschriebenen Art auf dem ersten
Arbeitsmarkt höchstwahrscheinlich nicht zu finden (IV-act. 122).
A.h Am 22. Dezember 2014 erhöhte die EL-Durchführungsstelle bei ihrer
Leistungsberechnung die jährlichen IV-Renteneinnahmen des Versicherten auf Fr.
10'356.--, passte die IPV-Pauschale an und verzichtete nach wie vor auf die
Anrechnung eines hypothe¬tischen Erwerbseinkommens (EL-act. 103).
A.i Die IV-Stelle erklärte am 7. Januar 2015 in einem weiteren IV-Vorbescheid, dass
doch keine Erhöhung des IV-Grades erfolge, da in einer adaptierten Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe und sich der Gesundheitszustand des Versicherten
somit nicht rentenrelevant verschlechtert habe (IV-act. 126). Dagegen liess der
Versicherte am 11. Februar 2015 eine "Einsprache" erheben und u.a. die Zusprache
einer "vollen IV-Rente" beantragen (IV-act. 127). Am 6. Mai 2015 verfügte die IV-Stelle
gemäss ihrem Vorbescheid (IV-act. 129).
A.j Die EL-Durchführungsstelle teilte dem Versicherten am 13. Mai 2015 mit, dass sie
gestützt auf die Verfügung der IV-Stelle vom 6. Mai 2015 davon ausgehe, dass er seine
Restarbeitsfähigkeit nutzen könne. Er habe daher bis August 2015 Zeit, seine
Arbeitsbemühungen wieder aufzunehmen und entsprechende Nachweise einzureichen.
Ansonsten werde ihm ab dem 1. September 2015 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden (EL-act. 100).
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A.k Am 5. Juni 2015 liess der Versicherte gegen die IV-Verfügung vom 6. Mai 2015
betreffend seinen Rentenanspruch eine Beschwerde erheben (IV-act. 135).
A.l Ebenfalls am 5. Juni 2015 liess der Versicherte abermals anmerken, dass ihm kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe, weil er nach wie vor
vollständig arbeitsunfähig sei und daher (ärztlich verordnet, vgl. das Arztzeugnis von
Dr. D._ vom 29. Mai 2015, EL-act. 98) keine Arbeitsbemühungen vornehmen werde
(EL-act. 97). Daraufhin erklärte die EL-Durchführungsstelle, dass sie an der Anrechnung
des hypothetischen Erwerbseinkommens festhalten werde, weil sie an die durch die IV-
Stelle vorgenommene Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
gebunden sei (EL-act. 96). Am 22. Juni 2015 liess der Versicherte u.a. darauf
hinweisen, dass die Rentenverfügung der IV-Stelle noch nicht rechtskräftig sei (EL-act.
95). Am 13. Juli 2015 kündigte die EL-Durchführungsstelle an, sie werde auf jeden Fall
infolge ungenügender Arbeitsbemühungen ein hypothetisches Erwerbseinkommen
anrechnen. Sollte dem Versicherten nachträglich eine ganze IV-Rente zugesprochen
werden, werde sie die EL-Berechnungen rückwirkend korrigieren und auf die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens verzichten (EL-act. 93).
A.m Mit einer Verfügung vom 1. September 2015 rechnete die EL-Durchführungsstelle
dem Versicherten ab sofort gestützt auf den am 6. Mai 2015 von der IV-Stelle verfügten
IV-Grad von 56% ein hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.-- an
(EL-act. 88 f.). Dagegen liess der Versicherte am 10. September 2015 eine Einsprache
erheben und insbesondere den Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens beantragen. Zur Begründung liess er ergänzend zu seinen
bisherigen Schreiben erklären, die EL-Durchführungsstelle berücksichtige bei der
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens die vorliegenden besonderen
Umstände nicht. Er sei seit bald elf Jahren nicht mehr erwerbstätig. Ausserdem sei
selbst Dr. F._ vom RAD der Ansicht, dass die festgestellte adaptierte Arbeitsfähigkeit
von 50% zwar sofort, jedoch nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt umsetzbar sei, sondern
zunächst eine Eingliederung im geschützten Rahmen erfolgen müsse. Abgesehen
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davon habe die EL-Durchführungsstelle gegen Treu und Glauben verstossen, indem sie
nach dem Erlass der IV-Verfügung vom 6. Mai 2015 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet habe, obwohl sie mit der Verfügung vom 22.
Dezember 2014 eben gerade kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
und damit den Anschein erweckt habe, dass sie dies auch künftig so beibehalten
werde. Der Sachverhalt habe sich seitdem nicht verändert (EL-act. 87).
A.n Die EL-Durchführungsstelle sistierte das Einspracheverfahren am 23. November
2015 und erklärte, für die Prüfung der vorliegenden Einsprache sei das Ergebnis des
gegen die IV-Rentenverfügung vom 6. Mai 2015 eröffnete Beschwerdeverfahrens
relevant (EL-act. 83). Am 21. Dezember 2015 berechnete sie den EL-Anspruch des
Versicherten per 1. Januar 2016. Dabei berücksichtigte sie wieder ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'290.--, erhöhte die jährlichen IV-
Renteneinnahmen auf Fr. 10'356.-- und passte die Prämienpauschale an (EL-act. 73).
Auf Gesuch des Versicherten hin erliess die EL-Durchführungsstelle am 11. Januar
2016 eine verfahrensleitende Verfügung, mit welcher sie das Einspracheverfahren
betreffend die Verfügung vom 1. September 2015 bis zum rechtkräftigen Entscheid
betreffend die IV-Rente des Versicherten sistierte (EL-act. 76, 82). Gegen die Verfügung
vom 21. Dezember 2015 liess der Versicherte am 1. Februar 2016 eine Einsprache
erheben. Zur Begründung liess er ergänzend zu seinen bisherigen Schreiben
ausführen, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, weshalb bei Dr. D._
ein Verlaufsbericht einzuholen sei (EL-act. 74). Am 10. Februar 2016 vereinigte die EL-
Durchführungsstelle die Einspracheverfahren betreffend die Verfügungen vom 1.
September und vom 21. Dezember 2015 aufgrund des einheitlichen
Streitgegenstandes und sistierte das Einspracheverfahren (EL-act. 71).
A.o Am 11. und am 29. Februar 2016 liess der Versicherte gegen die
Sistierungsverfügungen vom 11. Januar und vom 10. Februar 2016 Beschwerde
erheben und deren Aufhebung beantragen (EL-act. 62 f., vgl. auch EL-act. 51 und 59).
Mit einem Entscheid vom 13. Dezember 2016 in Sachen EL 2016/12, EL 2016/16 wies
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das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde des Versicherten,
soweit es darauf eintrat, in Bezug auf die Sistierung des EL-Einspracheverfahrens ab
(EL-act. 35).
A.p Nachdem die EL-Durchführungsstelle die jährliche Anpassung der
Ergänzungsleistungen per 1. Januar am 19. Dezember 2016 vorgenommen hatte (EL-
act. 36 ff.), berücksichtigte sie am 17. Februar 2017 die Ergebnisse der im November
2016 durchgeführten periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen, indem sie
neu ab dem 1. Januar 2017 ein Vermögen in Höhe von Fr. 2'164.-- sowie einen
Vermögensertrag von Fr. 1.-- statt wie bisher Fr. 4.-- anrechnete. Sie berücksichtigte
weiterhin ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 19'290.-- (EL-act. 31, vgl. EL-
act. 41). Die dagegen erhobenen Einsprachen vom 27. Dezember 2016 (EL-act. 33)
bzw. vom 7. März 2017 (EL-act. 29) vereinigte die EL-Durchführungsstelle mit dem
sistierten Einspracheverfahren und erklärte, das Einspracheverfahren bleibe auch
weiterhin sistiert (EL-act. 28).
A.q Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob in seinem Entscheid vom 3.
August 2017 die IV-Verfügung vom 6. Mai 2015 auf. Es sprach dem Versicherten, den
es in einer Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeit- und
Termindruck, ohne erforderliche Teamfähigkeit, ohne Kundenkontakte und ohne
überdurchschnittliche Dauerbelastung als zu 40% arbeitsfähig betrachtete, unter der
Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von jährlich Fr. 22'288.-- mit Wirkung ab
dem 1. Dezember 2011 bei einem IV-Grad von 68,8% eine Dreiviertelsrente zu (IV-act.
199). Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 24. November 2017 rückwirkend ab dem 1.
Dezember 2011 bei einem IV-Grad von 69% eine monatliche IV-Rente von Fr. 1'278.--,
ab dem 1. Januar 2013 von Fr. 1'289.-- und ab dem 1. Januar 2015 von Fr. 1'294.--
(IV-act. 206, 212).
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A.r Am 27. November 2017 verfügte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten infolge der Rentenverfügung vom 24. November 2017 rückwirkend ab
dem 1. Dezember 2011 neu. Dabei passte sie die Rentenbeträge an und rechnete dem
Versicherten ab dem 1. September 2015 ein hypothetisches Erwerbseinkommen in
Höhe von Fr. 12'860.-- an. Insgesamt ergab sich damit eine Rückforderung in Höhe
von Fr. 21'304.-- (EL-act. 13 ff.). Am 18. Dezember 2017 verfügte die EL-
Durchführungsstelle den EL-Anspruch des Versicherten ab dem 1. Januar 2018. Sie
berücksichtigte dabei ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 12'860.-- und
jährliche Renteneinnahmen in Höhe von Fr. 15'528.-- (EL-act. 7 f.). Gegen die
Verfügungen vom 27. November und vom 18. Dezember 2017 liess der Versicherte am
8. Januar 2018 aufgrund des seines Erachtens nach wie vor zu Unrecht angerechneten
hypothetischen Erwerbseinkommens am 8. Januar 2018 Einsprache erheben (EL-act.
5).
A.s Die Einsprachen gegen die Verfügungen vom 1. September 2015, 21. Dezember
2015, 19. Dezember 2016, 27. November 2017 und 18. Dezember 2017 wies die EL-
Durchführungsstelle am 18. Januar 2018 ab. Zur Begründung führte sie aus, das IV-
Verfahren habe ergeben, dass der Versicherte in einer angepassten Tätigkeit auf dem
ersten Arbeitsmarkt zu 40% arbeitsfähig sei und Arbeitsbemühungen auf
entsprechende Stellen objektiv möglich seien. Im Rahmen der Prüfung der
invaliditätsfremden Faktoren führte die EL-Durchführungsstelle aus, dass
leidensangepasste Hilfsarbeiten, in welchen eine Ausbildung "on the job" erfolge,
erfahrungsgemäss vorhanden seien. Der Erfolg in einer Hilfstätigkeit hänge somit vor
allem vom guten Willen eines Arbeitnehmers ab. Ferner wachse die Bedeutung von
Tätigkeiten mit einer Überwachungsfunktion. Diese natürliche Vermutung könne die
Rechtsvertreterin nicht mittels Gutachten, Studien etc. widerlegen. Damit sei erstellt,
dass leidensangepasste Stellen auf dem Arbeitsmarkt vorhanden seien. Einen weiteren
invaliditätsfremden Faktor stelle die Erfolgslosigkeit der Stellensuche dar. Weil der
Versicherte jedoch davon ausgehe, aufgrund seiner langjährigen Absenz vom
Arbeitsmarkt keine Chancen zu haben, und weil er sich aufgrund der Einschätzung des
RAD-Arztes nur im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes als arbeitsfähig sehe,
müsse eine mangelnde Bereitschaft zur Stellensuche angenommen werden. Auch eine
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langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt verbaue den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt
nicht vollumfänglich, weshalb die Vermutung der Möglichkeit der Verwertung der
Resterwerbstätigkeit bestehen bleibe. Ein hypothetisches Erwerbseinkommen sei
deshalb zu Recht angerechnet worden (EL-act. 3).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 19. Februar 2018 eine Beschwerde erheben und die Aufhebung
des Einspracheentscheids sowie den Verzicht auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens ab dem 1. September 2015 beantragen. Zur
Begründung liess er ergänzend zu seinen bisherigen Schreiben ausführen, ihm sei mit
einem errechneten IV-Grad von 68,8% (gerundet also 69%) nur knapp keine ganze IV-
Rente zugesprochen worden. Diesen wichtigen Punkt habe die EL-Durchführungsstelle
nicht berücksichtigt. Stattdessen sei sie rechtswidrig davon ausgegangen, dass er zu
40% adaptiert arbeitsfähig sei. Ausserdem habe das Versicherungsgericht in seinem
Entscheid betreffend die Sistierung des EL-Einspracheverfahrens festgehalten, die von
Dr. F._ festgestellte Notwendigkeit einer Wiedereingliederung via eine Beschäftigung
im geschützten Rahmen könnte geeignet sein, die gesetzliche Vermutung
umzustossen, nach welcher er (der Beschwerdeführer) ein Erwerbseinkommen erzielen
könne, wenn er sich nur ernsthaft genug um eine Arbeitsstelle bemühte. Dr. D._
verneine zudem unverändert gänzlich die Möglichkeit und Zumutbarkeit der
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit und selbst Dr. E._ sei damals davon
ausgegangen, dass er (der Beschwerdeführer) einem Arbeitsumfeld "nur beschränkt"
zumutbar sei. Zusammenfassend müsse aufgrund seines Alters, der
Arbeitsentwöhnung seit über 14 Jahren, des kleinen möglichen Teilzeitpensums in
einer lediglich adaptierten Tätigkeit und der konkreten Arbeitsmarktsituation von der
gesetzlichen Vermutung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit abgewichen
werden (act. G 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. März 2018 die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf ihre Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Am 10. Dezember 2018 machte das Gericht den Beschwerdeführer auf die
Möglichkeit einer reformatio in peius aufmerksam, sofern es zu dem Schluss kommen
sollte, dass die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens durchgehend
ab 2011 grundsätzlich angezeigt wäre. Deshalb gewährte es dem Beschwerdeführer
die Möglichkeit zur Stellungnahme bzw. zum Beschwerderückzug (act. G 13).
B.d Der Beschwerdeführer liess am 15. Januar 2019 mitteilen, dass er die Beurteilung
seiner Beschwerde wünsche. Sein Arzt und er seien nach wie vor der Auffassung, dass
es ihm weder möglich noch zumutbar sei, ein Erwerbseinkommen zu erzielen (act. G
14).

Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat im Rahmen des vorangehenden Verwaltungsverfahrens
zunächst die Verfügung vom 1. September 2015 einspracheweise angefochten, mit
welcher die Beschwerdegegnerin ihm erstmals wieder ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet hatte. Anschliessend hat er jede darauffolgende
Verfügung ebenfalls einspracheweise angefochten. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb in ihrem Einspracheentscheid sowohl die Verfügung vom 1. September 2015
als auch die Verfügungen vom 21. Dezember 2015, vom 19. Dezember 2016 (recte:
vom 17. Februar 2017), vom 27. November 2017 und vom 18. Dezember 2017
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einbezogen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin
aufgrund einer (mit der Rechtskraft des Entscheids des Versicherungsgerichts vom 3.
August 2017 ausgelösten) rückwirkenden IV-Rentenerhöhung per 1. Dezember 2011
(vgl. IV-act. 212) eine rückwirkende Revision der Ergänzungsleistungen gemäss Art. 17
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(SR 830.1; ATSG) vorgenommen hat. Mit der entsprechenden Verfügung vom 27.
November 2017 hat sie notwendigerweise alle ab dem 1. Dezember 2011 erlassenen
Verfügungen aufgehoben und im Rahmen einer rückwirkenden, abgestuften
Leistungszusprache korrigiert und ersetzt, indem sie die Renteneinnahmen und auch
die vom IV-Grad des Beschwerdeführers abhängige Höhe des hypothetischen
Erwerbseinkommens angepasst hat. Gegenstand des Einspracheentscheides sind
somit nur noch die Verfügung vom 27. November 2017 und die darauffolgende und
ebenfalls einspracheweise angefochtene Verfügung vom 18. Dezember 2017, weshalb
in diesem Beschwerdeverfahren ausschliesslich die Frage zu beantworten ist, ob diese
rückwirkende Revision grundsätzlich zulässig gewesen ist und ob die
Beschwerdegegnerin dabei die Ergänzungsleistung ab dem 1. Dezember 2011 unter
der Berücksichtigung der richtigen Einnahmen- und Ausgabenpositionen berechnet
hat.
2.
Gemäss Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) entspricht die
Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren
Einnahmen übersteigen. Als anrechenbare Einnahmen gelten gemäss Art. 11 Abs. 1 lit.
g ELG u.a. Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist. Laut der EL-
spezifischen Schadenminderungspflicht muss ein EL-Ansprecher seinen
Existenzbedarf soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft finanzieren. Kommt eine
Person dieser Pflicht nicht oder nur unzureichend nach, indem sie beispielsweise
keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder ist
sie ohne zwingenden Grund zu einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich erwerbstätig,
sieht der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Anrechnung fingierter Erwerbseinkünfte – in der
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Praxis als hypothetisches Erwerbseinkommen bezeichnet – als Reaktion darauf vor
(vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 125 f.). Um zu
bestimmen, ob ein in Bezug auf allfällige Erwerbseinkünfte relevantes
Verzichtsverhalten gemäss Art. 11 lit. g ELG vorliegt, ist zu prüfen, ob die Arbeitskraft
eines EL-Ansprechers auf dem realen und aktuellen Arbeitsmarkt verwertbar ist bzw.
ob der EL-Ansprecher durch genügende Stellenbemühungen beweisen kann, dass er
unverschuldet arbeitslos gewesen ist (JÖHL, a.a.O., Rz 131, vgl. auch Rz 3482.03 der
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL). Die Anrechnung des
Erwerbseinkommens bei Teilinvaliden ist in Art. 14a der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.301; ELV) geregelt. Praxisgemäss begründet Art. 14a Abs. 2 ELV die Vermutung,
dass die teilinvalide Person in der Lage sei, ein Erwerbseinkommen in der
vorgesehenen Mindesthöhe zu erzielen. Diese Vermutung knüpft an einen bestimmten
Invaliditätsgrad an, der von einem anderen Sozialversicherungsträger ermittelt worden
ist. Dieser Invaliditätsgrad bildet Teil des für die EL-Durchführungsstelle massgebenden
Sachverhalts, auf den sich wiederum die Vermutung stützt, dass noch ein bestimmtes
Erwerbseinkommen erzielt werden könnte. Die gesetzliche Vermutung kann durch den
Beweis des Gegenteils umgestossen werden, indem der Versicherte Umstände geltend
machen kann, welche bei der Bemessung der Invalidität ohne Bedeutung waren, es
ihm jedoch verunmöglichen, seine theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu
nutzen (BGE 117 V 202, E. 2a, mit Hinweisen).
3.
3.1 Zunächst ist zu überprüfen, ob die Voraussetzungen für die am 27. November
2017 vorgenommene rückwirkende Revision überhaupt vorgelegen haben.
3.2 Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird jede formell rechtskräftig zugesprochene
Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
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erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. b ELV ist
die Ergänzungsleistung bei jeder Änderung der Rente der Alters-, Hinterlassenen- oder
Invalidenversicherung frühestens auf den Monat neu zu verfügen, an dem diese
Veränderung eingetreten ist. Am 27. November 2017 hat die IV-Stelle aufgrund des
Gerichtsentscheids vom 3. August 2017 die IV-Rente des Beschwerdeführers
rückwirkend neu festgesetzt: Weil der Beschwerdeführer neu ab dem 1. Dezember
2011 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe, ergebe sich ab dem 1. Dezember
2011 ein Anspruch auf monatlich Fr. 1'278.--, ab dem 1. Januar 2013 ein Anspruch auf
monatlich Fr. 1'289.-- und ab dem 1. Januar 2015 ein Anspruch auf monatlich Fr.
1'294.-- (IV-act. 212). Infolge dieser (zu einer Nachzahlung von IV-Rentenleistungen
führenden) IV-Verfügung hat sich der für die Zusprache der Ergänzungsleistungen
massgebliche Sachverhalt (fiktiv) rückwirkend nachträglich verändert, sodass eine
rückwirkende Anpassung der laufenden Ergänzungsleistungen per Dezember 2011
notwendig geworden ist. Die Beschwerdegegnerin hat also grundsätzlich zu Recht eine
rückwirkende Revision der Ergänzungsleistungen per 1. Dezember 2011
vorgenommen.
4.
4.1 Im Rahmen der angefochtenen Verfügung vom 27. November 2017 (bzw.
ursprünglich im Rahmen der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2015) hat
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer u.a. ab dem 1. September 2015 ein
hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe des in Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV für Invalide
mit einem Invaliditätsgrad zwischen 60 und 70% vorgesehenen Mindestbetrages
angerechnet, nachdem sie zuletzt mit einer (nicht angefochtenen) Verfügung vom 10.
August 2011 auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens verzichtet
hatte, weil der Beschwerdeführer durch die Einreichung genügender
Arbeitsbemühungen seine unverschuldete Arbeitslosigkeit bewiesen hatte (EL-act. 159
f.).
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4.2 Der Beschwerdeführer hat zunächst geltend machen lassen, die
Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz von Treu und Glauben verletzt, indem sie
mit der Verfügung vom 22. Dezember 2014, in deren Rahmen sie kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet habe, den Anschein erweckt habe, dass sie auch
nachfolgend auf eine Anrechnung verzichten werde. Die Beschwerdegegnerin hat in
ihren Schreiben vom 12. Juli 2013 (EL-act. 130), vom 21. Februar 2014 (EL-act. 114)
und vom 14. Mai 2014 (EL-act. 107) deutlich gemacht, dass sie beabsichtige, dem
Beschwerdeführer ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Tatsächlich
sind seit der ersten diesbezüglichen Ankündigung am 12. Juli 2013 einige EL-
Verfügungen ergangen, in denen sie (noch) kein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet hat. Grund dafür ist stets der aufgrund des hängigen IV-
Vorbescheidverfahrens noch nicht feststehende massgebliche Sachverhalt gewesen.
Nachdem jedoch die IV-Stelle den ihrer damaligen Ansicht nach korrekten IV-Grad des
Beschwerdeführers am 6. Mai 2015 verfügt hatte, hat die Beschwerdeführerin nach
einer erneuten Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (vgl. Schreiben
vom 13. Mai 2015, EL-act. 100) gestützt darauf die Verfügung vom 1. September 2015
erlassen und wie angekündigt ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet.
Eine Verletzung von Treu und Glauben liegt aufgrund dieses Vorgehens der
Beschwerdegegnerin nicht vor.
4.3 Weiter hat der Beschwerdeführer geltend machen lassen, er sei seit Januar 2013
zu 100% arbeitsunfähig, weshalb es sinnlos sei, sich um eine Stelle zu bemühen, die er
infolge fehlender Arbeitsfähigkeit gar nicht antreten könne (EL-act. 105, 129). Die
Beschwerdegegnerin hat festgehalten, das IV-Verfahren habe ergeben, dass der
Versicherte seit dem 1. Dezember 2011 noch zu 40% arbeitsfähig sei. Weil ihm
ausserdem angepasste Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung
stünden, bestehe gemäss Art. 14a Abs. 2 ELV die Vermutung der Verwertbarkeit seiner
Restarbeitsfähigkeit. Diese Vermutung habe der Beschwerdeführer nicht umstossen
können, da er keine Arbeitsbemühungen getätigt und auch keine entsprechende
Bereitschaft gezeigt habe. Ein hypothetisches Erwerbseinkommen sei deshalb zu
Recht angerechnet worden (EL-act. 3).
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4.3.1 Im Rahmen einer Rentenrevision im Dezember 2011 hat der Beschwerdeführer
angegeben, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 82). Sein
behandelnder Psychiater Dr. D._ hat am 13. Februar 2012 erstmals eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten seit spätestens Anfang April 2011 bestätigt und
erklärt, der Versicherte sei keinem Arbeitsumfeld zumutbar (IV-act. 87). Diese
Auffassung vertrat Dr. D._ weiterhin (vgl. EL-act. 98, 129, IV-act. 122), sodass der
Beschwerdeführer sich gestützt darauf bei der IV-Stelle und schliesslich vor dem
Versicherungsgericht um eine ganze Rente bemühte. Dass diese Bemühungen nicht
von Erfolg gekrönt sein sollten, erfuhr der Beschwerdeführer erst mit dem Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 3. August 2017, womit ihm eine Dreiviertelsrente
zugesprochen wurde. Vor diesem Entscheid des Versicherungsgerichts hat sich der
Beschwerdeführer jedoch auf die Aussagen des ihm vertrauten Psychiaters Dr. D._
verlassen und somit davon ausgehen dürfen, zu 100% arbeitsunfähig zu sein. Unter
diesen Umständen hat vom Beschwerdeführer während des strittigen IV-Verfahrens
nicht verlangt werden können, dass er im Umgang mit der EL-Durchführungsstelle
plötzlich den Standpunkt der IV-Stelle einnehme und sich um Arbeit bemühe, während
er eigentlich aufgrund der Zeugnisse seines Hausarztes der festen Überzeugung war,
gar nicht arbeiten zu können. Solche Stellenbemühungen wären ohnehin nicht
geeignet, die Vermutung umzustossen, dass der Beschwerdeführer eine Arbeit finden
könnte, wenn er sich genügend darum bemühen würde, weil sie aufgrund des
Widerspruchs zu der im laufenden IV-Verfahren geäusserten Überzeugung nicht als
ernsthaft betrachtet werden könnten (widersprüchliches Verhalten). Dementsprechend
hat der Beschwerdeführer richtig zu bedenken gegeben, eine allfällige Arbeitsstelle gar
nicht antreten zu können, da er zu 100% arbeitsunfähig geschrieben sei. Weil der
Beschwerdeführer also während der Dauer des IV-Verfahrens potenzielle Arbeitgeber
und auch die Beschwerdegegnerin hätte anlügen müssen, um seine (zu diesem
Zeitpunkt berechtigte) Überzeugung, zu 100% arbeitsunfähig zu sein, zu verstecken, ist
es ihm nicht zumutbar gewesen, Arbeitsbemühungen zu tätigen. Für diesen Zeitraum
darf ihm deshalb auch kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden.
4.3.2 Eine solche Handhabung des Zusammentreffens eines laufenden
Rentenrevisionsverfahrens mit der EL-spezifischen Schadenminderungspflicht in Bezug
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auf die Sicherstellung des eigenen Lebensunterhalts birgt offensichtlich ein gewisses
Missbrauchspotenzial. Es besteht nämlich durchaus die Gefahr, dass eine versicherte
Person missbräuchlich ein Rentenrevisionsgesuch stellt, um zwischenzeitlich vom
Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens und somit
höheren Ergänzungsleistungen zu profitieren, ohne entsprechende, ernsthafte
Arbeitsbemühungen zu tätigen. Deshalb ist es zwingend notwendig, jeden einzelnen
Fall unter der Berücksichtigung dieser Missbrauchsgefahr zu beurteilen. Im konkreten
Fall ist eine solche Missbrauchsgefahr insbesondere deshalb, weil tatsächlich eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (wenn auch nicht im geltend gemachten
Ausmass) vorgelegen hat und weil diese auch durch den behandelnden Arzt Dr. D._
bestätigt worden ist, nicht ersichtlich. Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab dem 1. September 2015 kein
hypothetisches Erwerbseinkommen hätte anrechnen dürfen.
4.4 Mit der Verfügung vom 18. Dezember 2017 hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer u.a. ab dem 1. Januar 2018 weiterhin ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in Höhe des Minimalbetrages gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. c ELV
angerechnet. Es stellt sich die Frage, ob dieses Vorgehen ab diesem Zeitpunkt
rechtmässig gewesen ist.
4.4.1 Während der Beschwerdeführer im Laufe des IV-Verfahrens auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ hat vertrauen dürfen (vgl. E 4.3.1 dieses
Entscheids), liegen nämlich seit dem 3. August 2017 ein Entscheid des
Versicherungsgerichts und seit dem 24. November 2017 eine darauf gestützt erlassene
Rentenverfügung der IV-Stelle vor. Beide Rechtsakte sind in formelle Rechtskraft
erwachsen, womit nun auch für den Beschwerdeführer feststehen muss, dass er über
eine Restarbeitsfähigkeit von 40% verfügt. Allerdings hat der RAD-Arzt Dr. F._ in
seinem Untersuchungsbericht festgehalten, dass der Beschwerdeführer nicht sofort auf
dem ersten Arbeitsmarkt eingliederungsfähig sei. Es müsse vielmehr zunächst ein etwa
dreimonatiges gestuftes soziales Arbeitstraining nach langer Arbeitsentwöhnung im
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geschützten Rahmen und in Begleitung eines Coaches erfolgen. Anschliessend sei eine
Arbeitsvermittlung und Arbeitsplatzfindung von mindestens drei weiteren Monaten
notwendig, wobei dem Beschwerdeführer auch dabei ein Coach beratend und
begleitend zur Seite stehen müsse (IV-act. 149-20). Nachdem Dr. D._ anschliessend
erklärt hatte, dass der Beschwerdeführer nach wie vor weder vermittelbar noch
arbeitsfähig sei und dass zudem die konkrete Durchführbarkeit solcher theoretisch
durchaus möglichen Eingliederungsmassnahmen aufgrund der massiven
Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers zweifelhaft bzw. zum Scheitern
verurteilt sei (IV-act. 123), wies Dr. G._ vom RAD darauf hin, dass die Fachärzte der
Psychiatrie ausschliesslich die Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu beurteilen hätten und nicht auch das Vorhandensein von konkreten
Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (IV-act. 123).
4.4.2 Bei der Berechnung des EL-Anspruchs hat sich die Beschwerdegegnerin
grundsätzlich auf die tatsächlichen Begebenheiten zu stützen. Von einem fiktiven
Sachverhalt darf nur dort ausgegangen werden, wo das Gesetz Raum dafür bietet. Art.
11 Abs. 1 lit. g ELG i.V.m. Art 14a Abs. 2 ELV ermöglicht eine solche Fiktion. So kann
einem invaliden Versicherten ein sogenanntes hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden, wenn er nicht durch genügende, aber erfolglose
Arbeitsbemühungen beweist, dass er seine verbliebene Restarbeitsfähigkeit nicht hat
verwerten können. Diese Fiktion kann jedoch nur dort zur Anwendung kommen, wo
eine versicherte Person tatsächlich noch zumindest teilweise arbeitsfähig ist. Im
vorliegenden Fall gilt die durch das Gericht festgestellte Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers jedoch lediglich auf einem allgemeinen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt, da von einer tatsächlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf
dem ersten (tatsächlichen) Arbeitsmarkt gemäss den nachvollziehbaren Ausführungen
von Dr. F._ und Dr. D._ nicht ausgegangen werden kann, solange der
Beschwerdeführer nicht erfolgreich eine berufliche Eingliederung absolviert hat.
Solange der Beschwerdeführer also nicht eine solche unter der Berücksichtigung der
Ausführung von Dr. F._ ausgestaltete berufliche Eingliederung durchlaufen hat, ist er
nach wie vor zwar theoretisch zu 40%, tatsächlich jedoch aktuell zu 0% arbeitsfähig.
Damit ist der Beweis des Gegenteils der in Art. 14a Abs. 2 ELV aufgestellten
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Vermutung, eine teilinvalide Person könne ihre Restarbeitsfähigkeit verwerten, (vorerst)
erbracht. Weil ein schadenminderndes Verhalten nur dort verlangt werden kann, wo es
einen Schaden auch tatsächlich zu vermindern vermag, hat die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2018 also kein hypothetisches
Erwerbseinkommen anrechnen und dies damit begründen dürfen, er habe sich nicht
ausreichend um Stellen bemüht. Stattdessen hat die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens mit Verweis auf
seine EL-spezifische Schadenminderungspflicht dazu aufzufordern, sich zur
Herstellung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der von Dr. F._ vorgegebenen
beruflichen Eingliederung zu unterziehen.
4.4.3 Im Sinne eines obiter dictum ist festzuhalten, dass, sofern eine berufliche
Eingliederung (gesundheitsbedingt) scheitern bzw. ergeben sollte, dass der
Beschwerdeführer tatsächlich nicht in der Lage ist, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem
ersten Arbeitsmarkt zu verwerten, auch künftig von einer Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens abzusehen wäre. In diesem Fall bliebe die vom
Gericht und von der IV-Stelle angenommene Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nämlich rein theoretischer Natur. Sofern jedoch nach einer
erfolgten beruflichen Eingliederung von einer tatsächlichen Restarbeitsfähigkeit von
40% auszugehen wäre, würde die Vermutung der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit gemäss Art. 14a Abs. 2 ELV "aufleben". Der Beschwerdeführer
hätte also im Rahmen seiner EL-spezifischen Schadenminderungspflicht genügende
Arbeitsbemühungen zu tätigen, um seine Restarbeitsfähigkeit vollständig zu verwerten.
Diesbezüglich wäre zu berücksichtigen, dass das Stellenangebot für den
Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen und invaliditätsfremden
Einschränkungen möglichweise stark begrenzt ist. Die Beschwerdegegnerin hätte
deshalb zu prüfen, ob auf dem ersten Arbeitsmarkt überhaupt Stellen für den
Beschwerdeführer existieren. Sollte sich herausstellen, dass die Adaptionskriterien des
Beschwerdeführers so eng sind, dass der erste Arbeitsmarkt keine passenden Stellen
für ihn bereithält, so wäre der Beweis des Gegenteils der in Art. 14a Abs. 2 ELV
aufgestellten Vermutung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gelungen und die
Beschwerdegegnerin dürfte weder Arbeitsbemühungen vom Beschwerdeführer
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verlangen noch ein hypothetisches Erwerbseinkommen anrechnen. Von einem EL-
Bezüger kann nämlich nicht verlangt werden, dass er sich um Stellen bemüht, die es
effektiv gar nicht gibt. Sollte die EL-Durchführungsstelle demgegenüber zu dem
Schluss gelangen, dass der erste Arbeitsmarkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zumindest ein paar wenige Arbeitsstellen bereithält, die den engen Adaptionskriterien
des Beschwerdeführers Rechnung tragen, bestünde die Vermutung der Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit nach Art. 14a Abs. 2 ELV weiterhin. Der Beschwerdeführer
müsste dann im Rahmen seiner EL-spezifischen Schadenminderungspflicht mittels
qualitativ und quantitativ genügender Arbeitsbemühungen versuchen, eine dieser
Stellen anzutreten. Sofern Arbeitsstellen existieren, die den Adaptionskriterien einer
versicherten Person entsprechen, hat die (vermutete) Zahl der verfügbaren Stellen –
und sei sie noch so gering – keinen Einfluss auf die Zumutbarkeit der Stellensuche. Sie
vermag höchstens die Zahl der erforderten Arbeitsbemühungen zu beeinflussen, da
von einer teilinvaliden Person mit sehr engen Adaptionskriterien, für die der
Arbeitsmarkt nur sehr wenige Stellen bereithält, nicht gleich viele Bewerbungen
verlangt werden können, wie von einer teilinvaliden Person, die relativ uneingeschränkt
erwerbtätig sein kann und der somit ein deutlich grösseres Stellenangebot zur
Verfügung steht. Sobald der Beschwerdeführer also auf entsprechende
Arbeitsbemühungen und somit auch auf die – noch so geringe – Chance, eine
passende Arbeitsstelle zu finden, verzichten würde, würde der Verzichtstatbestand des
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG greifen. Diesbezüglich ist – ebenfalls im Rahmen eines obiter
dictum – zu erwähnen, dass die Beschwerdegegnerin bei einer allfälligen Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG i.V.m. Art. 14a
Abs. 2 ELG zu berücksichtigen hätte, dass Art. 14a Abs. 2 ELV nicht die Vermeidung
eines grossen Abklärungsaufwandes und schwieriger Ermessensentscheide, sondern
die Verhinderung der Ausrichtung von im Verhältnis zu den Rentenleistungen
übersetzten Ergänzungsleistungen bezweckt (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 136 mit Hinweisen
zu der Schaffung des aArt. 3a Abs. 7 lit. c ELG [jetzt Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG] anlässlich
der 2. IV-Revision). Unter diesem Gesichtspunkt müssen die in Art. 14a Abs. 2 ELV
aufgezählten Beträge also - im Übrigen in Übereinstimmung mit der Wortwahl des
Bundesgerichts - als Mindestbeträge betrachtet werden. Ein hypothetisches
Erwerbseinkommen muss somit mindestens dem in lit. a, b oder c vorgeschriebenen
Betrag entsprechen. Sollte sich ergeben, dass das Erwerbspotenzial der invaliden
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Person im Falle einer Erwerbstätigkeit die Erzielung eines Erwerbseinkommens
ermöglicht, das über dem Mindestbetrag liegt, so ist eben dieses als hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen (vgl. die Bemessung des hypothetischen
Erwerbseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG, vgl. auch E 2.4). Die
Beschwerdegegnerin hätte deshalb zu prüfen, wie viel der Beschwerdeführer verdienen
könnte, wenn er seine verbliebene Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
voll ausschöpfen würde. Dabei hätte sie insbesondere die beruflichen Kenntnisse und
Erfahrungen und die intellektuelle Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen.
5.
5.1 Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen der angefochtenen
Verfügungen vom 27. November 2017 und vom 18. Dezember 2017 die
Prämienpauschalen, den Lebensbedarf, die Renteneinnahmen, das Sparguthaben und
den Vermögensertrag angepasst.
5.2 In Bezug auf die jährliche Erhöhung der Prämienpauschale ist festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer in St. Gallen lebt und somit gemäss Ziff. C des Anhangs der
Verordnung des EDI über die Prämienregionen der Prämienregion 1 angehört. Unter
der Berücksichtigung des jeweiligen Art. 2 lit. a der Verordnungen des EDI über die
Durchschnittsprämien 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 der
Krankenpflege¬versicherung für die Berechnung der Ergänzungsleistungen hat die
Beschwerdegegnerin die jährlichen Prämienpauschalen in korrekter Höhe (Fr. 4'428.--,
Fr. 4'524.--, Fr. 4'668.--, Fr. 4'884.--, Fr. 5'052.--, Fr. 5'244.-- bzw. Fr. 5'412.--)
angerechnet. Weiter hat sie ab dem 1. Januar 2013 und ab dem 1. Januar 2015 den
Lebensbedarf des Beschwerdeführers unter der Berücksichtigung des jeweils neuen
Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG (Stand: 1. Januar 2013 bzw. 1. Januar 2015) korrekt auf
Fr. 19'210.-- bzw. auf Fr. 19'290.-- erhöht. Auch die Anpassung der Renteneinnahmen
ab dem 1. Dezember 2011, dem 1. Januar 2013, dem 1. Januar 2015 und dem 1.
Januar 2018 erfolgte in Übereinstimmung mit den sich aus der IV-Rentenverfügung
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vom 24. November 2017 ergebenden Beträgen (vgl. IV-act. 212). Ebenso ist zu
bemerken, dass die Beschwerdegegnerin die im Rahmen der Revisionsverfügung vom
27. November 2017 aufgehobene Verfügung vom 12. Februar 2014, im Rahmen
welcher sie per 1. März 2014 ein Sparguthaben von Fr. 429.-- sowie einen
Vermögensertrag von Fr. 4.-- angerechnet hatte, nachdem sich im Rahmen der
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Oktober 2013 ergeben hatte,
dass der Beschwerdeführer per 31. Dezember 2012 ein Sparguthaben von Fr. 1'472.60
und einen Vermögensertrag von Fr. 4.50 sowie per September 2013 ein Sparguthaben
von Fr. 429.-- hatte (vgl. EL-act. 125), zu Recht bestätigt. Gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. d
ELV werden nämlich bei der periodischen Überprüfung Änderungen spätestens auf den
Beginn des Monats, der auf die neue Verfügung folgt, verfügt.
6.
6.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache ist zur
Neuverfügung im Sinne der Erwägungen, insbesondere ohne die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens bis Ende Dezember 2017 sowie zur Durchführung
eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens in Bezug auf die Stellung eines Gesuchs bei
der IV-Stelle um berufliche Eingliederung, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Für dieses Verfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei einen
Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'500.--
bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. Der Vertretungsaufwand ist aufgrund des einfachen Schriftenwechsels und
angesichts der Tatsache, dass die Rechtsvertreterin den Beschwerdeführer bereits im
IV-Beschwerdeverfahren und im Beschwerdeverfahren betreffend die Sistierung des
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nun vorliegend strittigen Verwaltungsverfahrens vertreten hat und die massgeblichen
Akten deshalb zum Grossteil bereits kannte, trotz des relativ hohen und komplexen
Aktenumfangs sowie der Stellungnahme zur r.i.p.-Androhung als durchschnittlich zu
qualifizieren. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerinnen praxisgemäss mit Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.