Decision ID: 1f7e9859-f8fa-50be-af9a-92e078edbda7
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 10. Mai 2006 wegen Gleichgewichts-
Koordinationsstörungen und Einschränkungen in der Konzentrationsfähigkeit, der
Merkfähigkeit sowie der Belastbarkeit zum Bezug von IV-Leistungen an (Umschulung
und Rente). Die Beeinträchtigungen seien seit einem Arbeitsunfall vom 13. April 2005
(ihm sei ein 5 kg schwerer Kanister auf den Kopf gefallen; siehe hierzu sowie zum
diesbezüglich erfolgten Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 27. Juli
bis 5. Oktober 2005 den Austrittsbericht vom 10. Oktober 2005, IV-act. 78-5 ff.)
vorhanden (IV-act. 62). Bereits früher hatte die IV-Stelle dem damals noch
minderjährigen Versicherten für die Folgen des Geburtsgebrechens Nr. 404 Leistungen
erbracht (siehe hierzu IV-act. 1 ff.).
A.b Nachdem die IV-Stelle verschiedene medizinische Berichte eingeholt hatte (vgl.
etwa die Stellungnahmen des RAD-Arztes med. prakt. B._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 29. Juni 2007, IV-act. 101, und vom 3. August 2007, IV-
act. 107), absolvierte der Versicherte in deren Auftrag vom 5. November 2007 bis 1.
Februar 2008 eine berufliche Abklärung in der Institution C._. Im Schlussbericht vom
18. Februar 2008 vertraten die Abklärungspersonen die Auffassung, der Versicherte
verfüge aktuell über eine maximale Leistungsfähigkeit von 25% bei einer 50%igen
Präsenz. Zum jetzigen Zeitpunkt könne keine Eingliederung in die freie Wirtschaft
stattfinden, da der Versicherte starke psychische Probleme aufweise. Das
Arbeitstempo, das auf dem Arbeitsmarkt gefordert sei, erfülle der Versicherte
momentan nicht (IV-act. 139). Dieser Einschätzung schloss sich der Berufsberater der
IV-Stelle an (Schlussbericht vom 7. März 2008, IV-act. 140). Der RAD-Arzt Dr. med.
D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, bescheinigte dem Versicherten für alle
Tätigkeiten in der freien Wirtschaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit April 2005 (IV-
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act. 146). Mit Verfügungen vom 5. November 2008 und vom 19. März 2009 sprach die
IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. April 2006 eine ganze Rente zu (IV-
act. 160 ff.).
A.c Nach der Durchführung einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision teilte die IV-
Stelle dem Versicherten am 28. Februar 2013 mit, dass keine rentenrelevante Änderung
festgestellt worden sei und der Versicherte deshalb weiterhin Anspruch auf die
bisherige ganze Rente habe. Sollte er zukünftig im Rahmen seiner selbstständigen
Tätigkeit als Portfolio-Betreuer oder einer anderen Tätigkeit höhere Einkommen
erzielen, sei er aufgrund der Meldepflicht gehalten, entsprechende Änderungen
mitzuteilen (IV-act. 208; zu den Angaben des Versicherten, insbesondere zu seiner
Tätigkeit als E._-Betreuer und seinen als Hobby gemeldeten Tätigkeiten am F._
siehe IV-act. 188 und IV-act. 204).
A.d Im August 2015 leitete die IV-Stelle erneut von Amtes wegen ein
Revisionsverfahren ein (IV-act. 209). Der Versicherte gab im Revisionsfragebogen am
4. September 2015 an, sein Gesundheitszustand sei gleichgeblieben. Je nach seinem
Wohlbefinden könne er seinen Haushalt führen, seinem Hobby G._ nachgehen und
seine Einkäufe erledigen (IV-act. 212). Anlässlich des Standortgesprächs vom
20. Oktober 2015 nahm der Versicherte gegenüber der IV-Stelle weitere Ausführungen
vor, namentlich bezüglich seines Gesundheitszustands und seiner Alltagsaktivitäten
(IV-act. 219).
A.e Am 14. Dezember 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie eine
bidisziplinäre (psychiatrisch-neurologische) Begutachtung für notwendig halte (IV-act.
235). Im Schreiben vom 11. Januar 2016 reichte der Versicherte eine "Transaction
History" der ersten 10 Monate des Jahres 2015 ein, woraus ein Gewinn von Fr. 600.--
ersichtlich sei. Sicherlich könne darin kein "Broterwerb" im klassischen Sinn erblickt
werden. Er ersuchte die IV-Stelle, auf ihre Gutachtensanordnung zurückzukommen
("nochmals zu überlegen", IV-act. 238). In der Mitteilung vom 14. Januar 2016 ordnete
die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung durch Dr. med. H._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, an (IV-
act. 237). Hieran rügte der Versicherte am 16. März 2016, dass kein
konsensorientiertes Vorgehen stattgefunden habe. Nach der gesetzten Frist sei
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bekannt geworden, dass Dr. H._ einen grossen Teil seines Einkommens im Jahr 2015
mit IV-Gutachten generiere. Diese seien seine hauptsächliche Einnahmequelle (40
Gutachten im Jahr 2015). Er gehe davon aus, dass Dr. H._ aufgrund seiner
finanziellen Abhängigkeit von der IV-Stelle befangen sei. Des Weiteren stellte er einen
Beweisantrag betreffend die Befangenheit von Dr. I._ und eine Ergänzungsfrage (IV-
act. 243; siehe auch das Schreiben des Versicherten vom 4. April 2016, IV-act. 244).
Die IV-Stelle erwiderte am 7. April 2016, dass sie an der bidisziplinären Begutachtung
durch die Dres. H._ und I._ festhalte. Die vom Versicherten gestellte
Ergänzungsfrage werde den Gutachtern weitergeleitet (IV-act. 245).
A.f Am 18. April und 31. Mai 2016 wurde der Versicherte psychiatrisch, am 17. Mai
2016 neurologisch sowie am 17. Juni 2016 neuropsychologisch begutachtet. Im
Gesamtgutachten vom 22. August 2016 berichteten die Gutachter, sowohl bei der
psychiatrischen als auch bei der neurologischen Begutachtung sei eine deutliche
Tendenz zur Aggravation aufgefallen. Bei der neuropsychologischen Abklärung hätten
sich viele Hinweise auf eine Antwortverzerrung ergeben. Die einzige Diagnose, die aus
interdisziplinärer Sicht gestellt werden könne, sei ein episodischer
Spannungskopfschmerz. Dieser sei aber ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Weder aus psychiatrischer noch neurologischer Sicht lasse sich eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit begründen. Auf die Frage nach einer wesentlichen Veränderung
des Gesundheitszustands antworteten die Gutachter, dass der Versicherte selbst eine
Verbesserung beschreibe. Ein direkter Vergleich auf Befundebene sei nicht möglich,
weil der Versicherte bei der aktuellen Abklärung nicht wirklich mitgewirkt habe, sodass
aktuell kein zuverlässiger Psychostatus habe erhoben und keine zuverlässige
neuropsychologische Abklärung habe durchgeführt werden können. Zuverlässige
Angaben über den Verlauf seien nicht möglich (IV-act. 254; zum neurologischen
Teilgutachten vom 28. August 2016 siehe IV-act. 253). Dr. med. J._, Fachärztin für
Neurologie, Mitarbeiterin der IV-Stelle, hielt die bidisziplinäre Begutachtung für
nachvollziehbar und empfahl für die Leistungsbeurteilung darauf abzustellen
(Stellungnahme vom 23. September 2016, IV-act. 258).
A.g Auf eine interne Anfrage hin (siehe die Aktennotiz vom 1. September 2017, IV-
act. 265) führte Dr. J._ aus, die Börsenaktivitäten des Versicherten würden
beträchtliche kognitive Fähigkeiten voraussetzen. Es sei anzunehmen, dass sich der
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Gesundheitszustand seit der ursprünglichen Rentenzusprechung kontinuierlich
verbessert habe. Ein genauer zeitlicher Verlauf lasse sich den Akten nicht entnehmen.
Als überwiegend wahrscheinlich könne eine Verbesserung "bis zu der Zeit der
nachgewiesenen Transaktionen 01/ bis 10/2015" angenommen werden. Wenn man
davon ausgehe, dass die Anpassungsstörung zu einer negativen Interferenz mit den
neuropsychologischen Fähigkeiten geführt habe, könne auch eine zwischenzeitliche
Verbesserung der depressiven Symptomatik postuliert werden. Medizinisch
ausgewiesen sei die Verbesserung/ Remission der Anpassungsstörung zum Zeitpunkt
des Gutachtens 2016 durch die dann erhobenen psychiatrischen Befunde
(Stellungnahme vom 1. September 2017, IV-act. 267).
A.h Mit Vorbescheid vom 7. September 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die Rente für die Zukunft einzustellen (IV-act. 268). Dagegen erhob der
Versicherte am 10. Oktober 2017 Einwand mit dem Antrag, es seien
Wiedereingliederungsmassnahmen, insbesondere eine Umschulung zum
Börsenhändler, zu prüfen. Eventualiter sei weiterhin eine ganze Rente auszurichten.
Subeventualiter sei ein bidisziplinäres Gutachten (Neurologie/Psychiatrie) in Auftrag zu
geben (IV-act. 270). Mit dem Einwand reichte er eine konsiliarische Beurteilung von
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie, vom 4. November 2016 ein. Dieser lagen
neuropsychologische Untersuchungen vom 22., 26. und 28. September 2016
zugrunde, die zur Diagnose einer mindestens mittelschweren kognitiven
Leistungsminderung führten (IV-act. 271). Dr. J._ empfahl eine Meldung an das
Strassenverkehrsamt zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit (Stellungnahme vom
23. November 2017, IV-act. 273; zur gleichentags erfolgten Meldung siehe IV-act. 275).
Am 23. November 2017 verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der Rente "nach
Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats". Einer allfälligen
Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdegegnerin machte
geltend, der Sachverhalt habe sich sowohl auf der gesundheitlichen als auch der
erwerblichen Ebene verbessert. Der Versicherte sei voll arbeitsfähig. Aus diesem Grund
seien auch keine Eingliederungsmassnahmen notwendig (IV-act. 274).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 23. November 2017 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 8. Januar 2018. Der Beschwerdeführer beantragt darin die
Ausrichtung einer ganzen Rente. Eventualiter sei ein bidisziplinäres (neurologisches
und psychiatrisches) Gerichtsgutachten einzuholen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Er rügt, dass Dr. H._ von der Beschwerdegegnerin
wirtschaftlich abhängig sei und deshalb der Anschein von Befangenheit bestehe. Seine
gutachterliche Beurteilung sei unverwertbar. Des Weiteren bemängelt er die
gutachterliche Beurteilung auch inhaltlich. Ausserdem verneint er eine wesentliche
Sachverhaltsänderung, die eine Rentenrevision zuliesse (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. Februar
2018 die Abweisung der Beschwerde. Sie bestreitet, dass Dr. H._ befangen sei und
hält an der Beweiskraft von dessen Beurteilung fest (act. G 7).
B.c Am 27. Februar 2018 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht
entsprochen (act. G 8).
B.d In der Replik vom 18. Juni 2018 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Zusätzlich ersucht er die Beschwerdegegnerin, im Rahmen der
Duplik eine Auswertung der Gutachten von Dr. H._ aus dem Jahr 2017 einzureichen,
bzw. das Gericht, eine solche Auswertung von der Beschwerdegegnerin einzufordern.
Die Rely-Studie habe bewiesen, dass psychiatrische Begutachtungen eher einem
Pferderennen als einer Wissenschaft gleichen würden. Wenn die Beschwerdegegnerin,
die ja die Gutachter auswählen dürfe, immer auf das gleiche Pferd (Dr. H._) setze, so
habe sie nachzuweisen, dass dieses nicht gedopt sei. Tue sie das nicht freiwillig, so sei
sie vom Gericht dazu anzuhalten (act. G 16).
B.e Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 17. August 2018 unverändert am
Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 18).

Erwägungen
1.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der verfügten Rentenaufhebung.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
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Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08,
E. 2.1).
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1.5 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und
der Assistenzbeiträge erfolgt frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]); oder rückwirkend ab Eintritt der für den
Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat
oder der ihm nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist
(Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV, sowohl in der bis Ende 2014 als auch gemäss erstem
Satzteil in der seither geltenden Fassung).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand bzw. dessen Beeinträchtigung
seit der ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügungen vom 5. November 2008 und
19. November 2009, IV-act. 161 und 166) in leistungsrechtlich wesentlicher Weise
verändert hat (zum massgeblichen zeitlichen Referenzpunkt siehe vorstehende E. 1.4).
2.1 In medizinischer Hinsicht waren folgende Umstände für den ursprünglichen
Rentenentscheid massgebend: Nach der im Rahmen eines Arbeitsunfalls (dem
Versicherten sei ein 5 kg schwerer Kanister auf den Kopf gefallen) erlittenen commotio
cerebri habe sich eine Chronifizierung mit Anpassungsstörung und Stressintoleranz
entwickelt. Verstärkend seien offensichtlich ein seit der Kindheit bekanntes POS mit
kognitiven Defiziten und eine ablaufende Scheidungsproblematik gewesen
(Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. D._ vom 25. März 2008, IV-act. 146).
2.2
2.2.1 Bezüglich der Trennungs- bzw. Scheidungsproblematik ergibt sich nicht bloss
aus der RAD-Stellungnahme vom 25. März 2008, sondern auch aus weiteren Akten,
dass die familiären Umstände wesentlichen Einfluss auf die damaligen bei der
Rentenzusprache berücksichtigten Befunde und Symptome hatten. So habe der
Beschwerdeführer anlässlich der beruflichen Abklärung "bei jeder Gelegenheit" von der
Belastung erzählt, die er aufgrund der Trennung habe (IV-act. 139-5). Die beruflichen
Abklärungspersonen berichteten, sie hätten den Beschwerdeführer als Menschen
kennengelernt, der sich in einer umfassenden Familienkrise befinde (IV-act. 139-9
bis
bis
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unten). Sie hielten die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe u.a. auch deshalb für
nötig, damit sich der Beschwerdeführer in seiner unmittelbaren privaten Umgebung
wieder festigen könne. Zum jetzigen Zeitpunkt könne keine Eingliederung in die freie
Wirtschaft stattfinden, da der Beschwerdeführer starke psychische Probleme aufweise
(IV-act. 139-7). Dr. L._ führte im Bericht vom 18. Juli 2006 aus, dass die körperliche
Symptomatik durch die Partnerkrise überlagert sei und die anlässlich des
Klinikaufenthalts in M._ erzielte Besserung weiterhin gefährde. Der Beschwerdeführer
leide u.a. an tiefen Verunsicherungen und verzweifelten Stimmungslagen (IV-act. 87-7).
Durch die Ehekrise sei er emotional sehr belastet und habe in seinen
Krisenbewältigungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt, hilflos und überfordert
gewirkt (IV-act. 87-5 unten). In damit zu vereinbarender Weise führte Dr. H._
schlüssig aus, die früher gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung sei vor allem
nach dem Unfall und im Zusammenhang mit der damaligen Trennung/Scheidung
gestellt worden (IV-act. 254-66 oben, vgl. auch die Stellungnahme von Dr. J._ vom
1. September 2017, IV-act. 267-2 am Schluss).
2.2.2 Demgegenüber ergibt sich weder aus den Angaben des Beschwerdeführers (IV-
act. 188 und IV-act. 212) noch aus den übrigen Akten, dass er weiterhin an
verzweifelten Stimmungslagen leidet oder durch familiäre Umstände emotional sehr
belastet wäre (IV-act. 254-66 oben; vgl. auch IV-act. 254-60 ff.). Auch aus dem Bericht
von Dr. K._ vom 4. November 2016 lässt sich nichts anderes ableiten (IV-act. 271).
Vielmehr pflegt der Beschwerdeführer gemäss eigener Aussage ein gutes Verhältnis zu
seiner früheren Ehefrau und den Kindern (IV-act. 219-13).
2.3 Im Übrigen hat der Beschwerdeführer im Revisionsfragebogen vom 3. Mai 2012
(Datum Posteingang IV-Stelle) selbst angegeben, dass sich sein Gesundheitszustand
verbessert habe (IV-act. 188; vgl. auch IV-act. 219-9 oben). Nach seinen Ausführungen
verhinderten ausserdem primär regulatorische Schranken bzw. die fehlende Ausbildung
eine erfolgreiche Erwerbsaufnahme im von ihm angestrebten Handelsbereich des
Finanzsektors (IV-act. 219-11, IV-act. 254-50 und IV-act. 254-52; vgl. auch act. G 1,
Rz 26).
2.4 Allein schon aufgrund des Gesagten ist mit der Beschwerdegegnerin davon
auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit
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überwiegender Wahrscheinlichkeit seit der ursprünglichen Rentenzusprache verbessert
hat. Es kann somit offenbleiben, ob die weiteren von der Beschwerdegegnerin
angeführten Umstände darüber hinaus einen veränderten Sachverhalt im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG belegen (IV-act. 274-4 Mitte).
3.
Zu prüfen bleibt, ob der veränderte Sachverhalt und dessen Folgen auf die
Arbeitsfähigkeit medizinisch spruchreif abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin
stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das bidisziplinäre (psychiatrisch-
neurologische) Gutachten der Dres. H._ und I._ vom 22. August 2016 (IV-act. 254).
Daran bringt der Beschwerdeführer verschiedene Mängel vor.
3.1 Zunächst hält der Beschwerdeführer Dr. H._ für befangen. Zur Begründung führt
er im Wesentlichen aus, aufgrund der hohen Anzahl Gutachtensaufträge sei Dr. H._
derart von der Beschwerdegegnerin abhängig, dass er als befangen zu betrachten sei.
Dies komme auch in seinen hohen Arbeitsfähigkeitsschätzungen zum Ausdruck (act.
G 1, Rz 19 ff., und act. G 16, Rz 4 ff.). In diesem Zusammenhang stellt der
Beschwerdeführer den Antrag, von der Beschwerdegegnerin eine Aufstellung über die
58 Gutachten von Dr. H._ im Jahr 2017 einzufordern und folgende Parameter zu
erfragen: 1. Diagnose der behandelnden medizinischen Fachperson;
2. Arbeitsunfähigkeitsschätzung der behandelnden medizinischen Fachperson;
3. Diagnose von Dr. H._; 4. Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. H._ und
5. Entscheid der Beschwerdegegnerin (act. G 16, Rz 12 und Rz 15).
3.1.1 Bereits im Forschungsbericht des Bundesamts für Sozialversicherung, Der
Einsatz von Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung, Nr. 4/08, vom
28. August 2008, findet sich der ernstzunehmende Hinweis, dass ein zunehmender
Druck besteht, durch den Abklärungsprozess der Invalidenversicherung die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten möglichst positiv zu beurteilen. Dadurch wird eine
verminderte Unabhängigkeit, Neutralität und Objektivität in der gutachterlichen Arbeit
befürchtet, was als Gefahr für die Qualität der Gutachten angemahnt wird (S. XII unten
und S. 65). Diesem Gesichtspunkt ist insbesondere auch bei der Auswahl der
Gutachtenspersonen Rechnung zu tragen. Gerade bei der Vergabe von mono- und
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bidisziplinären Begutachtungen, die von Art. 72 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) bzw. dem darin normierten "Zufallsprinzip"
nicht erfasst werden, hat sich die Verwaltung gewissenhaft Rechnung abzulegen, um
ein objektives und ergebnisoffenes Abklärungsverfahren zu gewährleisten.
3.1.2 Im Entscheid vom 9. Januar 2019, IV 2018/181, E. 2.3, hat das
Versicherungsgericht hervorgehoben, dass im Rahmen der Würdigung der Qualität
einer Expertise die Unvoreingenommenheit der Sachverständigen zentral ist. So wird
denn auch in den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP vom 16. Juni
2016 darauf hingewiesen, dass namentlich die Unabhängigkeit vom Auftraggeber
massgeblichen Einfluss auf die Qualität von psychiatrischen Gutachten hat (S. 4 unten).
Ferner hat auch das Bundesgericht wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass eine
stark überproportionale Berücksichtigung einzelner medizinischer Fachpersonen im
Rahmen von mono- und bidisziplinären Expertisen der Gutachtensakzeptanz abträglich
ist. Um die Akzeptanz der von einer IV-Stelle eingeholten Gutachten zu erhöhen, ist
eine ausgewogene Verteilung der Aufträge und die Transparenz über die
Auftragsvergabe erwünscht (siehe etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 30. August
2018, 9C_57/2018, E. 4.2 mit Hinweis).
3.2 Aus den Unterlagen ergibt sich, dass Dr. H._ - nebst dem er zumindest auch für
die IV-Stelle Zürich als Gutachter tätig war (siehe hierzu deren Liste über die externen
Gutachterinnen und Gutachter, Stand: 18. Dezember 2017) - allein von der
Beschwerdegegnerin im Jahr 2016 50 Gutachtenaufträge (act. G 1.6) und im Jahr 2017
58 Gutachtenaufträge (act. G 16.1) erhielt. Eine wirtschaftliche Abhängigkeit von der
Beschwerdegegnerin ist damit evident. Angesichts des erheblichen Ausmasses der
wirtschaftlichen Abhängigkeit kommt eine Beurteilung durch Dr. H._ derjenigen von
medizinischen Fachpersonen des RAD nahe, auch wenn er nicht unmittelbar in die
Arbeitsorganisation der Beschwerdegegnerin integriert ist. Faktisch ist die Intensität
der wirtschaftlichen Beziehung vergleichbar. Daran ändert nichts, dass Dr. H._ formal
in seiner medizinischen (Begutachtungs-)Tätigkeit unabhängig ist. Denn auch die
medizinischen Fachpersonen des RAD sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im
Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2 dritter Satz IVG). Einer Beurteilung von Dr. H._
kommt daher aufgrund seiner engen wirtschaftlichen Verflechtung mit der
bis
bis
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Beschwerdegegnerin bei der Beweiswürdigung ein Stellenwert vergleichbar mit
demjenigen von Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zu (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5.3; siehe zum
Beweiswert versicherungsinterner Expertisen etwa das Urteil des Bundesgerichts vom
18. April 2019, 9C_669/2018, E. 3.2 mit Hinweisen). Bei diesem Ergebnis besteht kein
Anlass mehr für weitere Abklärungen bezüglich der wirtschaftlichen Verflechtung, wie
sie vom Beschwerdeführer beantragt werden (act. G 16, Rz 12). Nach dem Gesagten
genügen bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Expertise, um deren
Beweiskraft zu erschüttern (BGE 142 V 64 f. E. 5.1).
3.3 Aus der Sicht des Beschwerdeführers wird ihm von Dr. H._ zu Unrecht eine
Aggravation und den früheren medizinischen Fachpersonen das Berücksichtigen
psychosozialer Faktoren unterstellt. Dabei sei die Erklärung die, dass psychosoziale
Faktoren seine Leistungseinschränkung, die von seinem Geburtsgebrechen (POS)
herrühren würden, verstärkten. Dr. H._ urteile damit nicht mehr neutral (act. G 1,
Rz 21).
3.3.1 Den Akten kann entnommen werden, dass die behandelnden medizinischen
Fachpersonen bereits vor der Rentenzusprache Aggravationstendenzen wahrnahmen.
So stellten die vom 8. März bis 30. Mai 2006 in der Klinik M._ behandelnden
medizinischen Fachpersonen die Differentialdiagnose "Aggravation bei
vorbestehendem POS" (IV-act. 69-5). Der Beschwerdeführer neige manchmal zu
Übertreibung der bestehenden Symptomatik (IV-act. 69-4 unten). Es wurden bereits
damals Inkonsistenzen bezüglich der Leidenspräsentation beschrieben (siehe zum
Schwanken in beobachteter Situation und dessen Fehlen, wenn sich der
Beschwerdeführer unbeobachtet fühlte, den psychologisch-neuropsychologischen
Untersuchungsbericht vom 24. März 2006, IV-act. 78-59 unten, sowie den
neurootologischen Untersuchungsbericht vom 20. September 2005, IV-act. 78-46
Mitte, worin zudem von einem deutlich demonstrativen Charakter der
Leidenspräsentation die Rede ist). Auch im psychosomatischen Konsilium vom
18. August 2005 berichteten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon, dass der
Beschwerdeführer in den Therapien zum Teil durch inkonsistente Befunde aufgefallen
sei (IV-act. 78-41 unten). Vor diesem Hintergrund kann in den Ausführungen von
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Dr. H._ zur Aggravation weder ein Mangel am Gutachten noch ein Hinweis für eine
konkret voreingenommene Haltung erblickt werden.
3.3.2 Wie sich aus den vorstehend in E. 2.2.1 dargestellten Verhältnissen ergibt, übten
die damaligen belastenden psychosozialen Umstände einen wesentlichen negativen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus, wie sie der
Rentenzusprechung zugrunde gelegt wurde. Auch der Beschwerdeführer räumt
zumindest ein, dass die psychosoziale Situation die Leistungseinschränkung verstärkt
habe (act. G 1, Rz 21). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass auch Dr. H._ dies
erkannte und in seine Beurteilung einfliessen liess. Ausserdem hat Dr. H._ eine
ausführliche und plausible diagnostische Diskussion in Auseinandersetzung mit den
Vorakten vorgenommen (IV-act. 254-65 f.).
3.4 Der Beschwerdeführer bringt ausserdem vor, die gutachterliche Beurteilung sei
nicht mit der Einschätzung von Dr. N._ vom 4. November 2016 vereinbar (richtig:
Dr. K._; siehe hierzu IV-act. 271).
3.4.1 Zunächst gilt es zu beachten, dass Dr. K._ aus rein neurologischer Sicht - wenn
auch gestützt auf eine neuropsychologische Untersuchung - Stellung zur Situation des
Beschwerdeführers genommen hat. Es ergeben sich daraus denn auch keine objektiv
wesentlichen Gesichtspunkte, welche in der psychiatrischen Beurteilung ausser Acht
gelassen worden wären. Von Bedeutung ist weiter, dass sich in den
Symptomvalidierungsverfahren Hinweise auf eine reduzierte Anstrengungsbereitschaft
zeigten, was vielmehr für die Beurteilung von Dr. H._ spricht. Daran ändert nichts,
dass Dr. K._ aus neurologischer Sicht darin keine Hinweise auf "bewusstseinsnahe"
Aggravierungstendenzen erblickte, beruht dies doch einzig auf einer abweichenden, im
Übrigen nicht näher begründeten Interpretation und erfolgte - soweit ersichtlich - auch
nicht in Diskussion der davon abweichenden medizinischen Vorakten (siehe hierzu
vorstehende E. 3.3.1). Die von Dr. K._ angesprochene Möglichkeit, dass der
Beschwerdeführer eventuell wegen einer psychischen Komorbidität schlechtere
Leistungen erbracht habe (IV-act. 271-1 unten), hat Dr. H._ im Rahmen seines
umfassenden Gutachtens verneint. Dieser hat in ausführlicher Diskussion nicht bloss
der Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung, sondern vor allem auch seiner
zahlreichen einschlägigen Wahrnehmungen während der psychiatrischen
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Untersuchung plausibel dargelegt, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine Aggravation
und ähnliche Erscheinungen bestünden.
3.4.2 Hinzu kommt, dass Dr. K._ die sich aus den neuropsychologischen
Untersuchungen ergebenden kognitiven Beeinträchtigungen nicht schlüssig auf einen
konkreten Gesundheitsschaden - und schon gar nicht auf ein psychiatrisches Leiden -
zurückzuführen vermochte. Diesbezüglich führte er aus, inwieweit die Einschränkungen
somatisch oder durch eine Anpassungsstörung bedingt seien, lasse sich aus den
neuropsychologischen Befunden nicht eindeutig ableiten.
3.5 Ausserdem kritisiert der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin habe die
fehlende Fahrtauglichkeit aufgrund der kognitiven Defizite anerkannt. Es erstaune
deshalb, dass sie an der angeblich bestehenden 100%igen Arbeitsfähigkeit für die
angestammte Tätigkeit als Lagerist festhalte. Denn für diese Tätigkeit bilde die
Fahrtauglichkeit eine Schlüsselqualifikation (insbesondere um einen Gabelstapler
fahren zu können, act. G 1, Rz 24).
3.5.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass das Versicherungsgericht die Beweise frei
würdigt und hierbei auch nicht durch ein allenfalls widersprüchliches Verhalten der
Beschwerdegegnerin beschränkt wird.
3.5.2 Zu beachten ist weiter, dass Dr. J._ in der Stellungnahme vom 23. November
2017 dem Beschwerdeführer nicht die Fahrtauglichkeit absprach bzw. eine
Fahruntauglichkeit anerkannte, sondern einzig deren Überprüfung empfahl
(Stellungnahme vom 23. November 2017, IV-act. 273), was die Beschwerdegegnerin zu
einer Verdachts-Meldung gemäss Art. 66c IVG veranlasste (IV-act. 275). Unter
Berücksichtigung ihrer gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten ergangenen
Stellungnahme vom 23. September 2016, worin sie das Bestehen von durch einen
Gesundheitsschaden hervorgerufenen Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit mit
ausführlicher Begründung verneinte (IV-act. 258), kann aus der von ihr empfohlenen
Fahrtauglichkeitsabklärung nicht abgeleitet werden, sie hätte einen
Gesundheitsschaden bzw. eine aus objektiver Sicht nicht überwindbare
gesundheitliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bejaht. Dies gilt insbesondere mit
Blick auf die für den Rentenanspruch massgebliche Arbeitsfähigkeit für
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leidensangepasste Tätigkeiten, die sich vorliegend selbst bei aufgrund eines
Gesundheitsschadens fehlender Fahrtauglichkeit lediglich in qualitativer, nicht jedoch
in rentenwirksamer quantitativer Hinsicht veränderte. Denn es ist davon auszugehen,
dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein genügend grosses Spektrum für
Hilfsarbeiten besteht, das keine Fahrtauglichkeit voraussetzt. Angesichts des noch
nicht fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers (Jahrgang 197_, IV-act. 46) und
der von den Gutachtern bescheinigten Arbeitsfähigkeit ist sodann davon auszugehen,
dass diese auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar ist.
3.6 Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten und die ausführlich begründeten
Stellungnahmen von Dr. J._ vom 23. September 2016 (IV-act. 258) und 1. September
2017 (IV-act. 267) ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zumindest für
leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt und es kann
offenbleiben, ob eine ebensolche auch für die angestammte Tätigkeit besteht, da in
beiden Fällen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr resultiert. Wird das bei
der Rentenzusprache berücksichtigte, auf das Jahr 2008 bezogene Valideneinkommen
von Fr. 61'184.-- (IV-act. 157-1) an die bis 2017 eingetretene Nominallohnentwicklung
angepasst, resultiert ein Einkommen von Fr. 65'776.-- (Index gemäss Bundesamt für
Statistik, Tabelle T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne: 2008: 2092; 2017: 2249). Dieses liegt unter dem LSE-Hilfsarbeiterlohn für
das Jahr 2017. Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers ein Prozentvergleich
und sogar der höchstzulässige Tabellenlohnabzug von 25% gewährt würde, resultierte
bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit höchstens noch ein Invaliditätsgrad von 25%. Vor
diesem Hintergrund kann die konkrete Ermittlung des Invalideneinkommens,
insbesondere die Höhe des Tabellenlohnabzugs, offenbleiben.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.-- erscheinen
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der vollständig
bis
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unterliegende Beschwerdeführer hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu
tragen. Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 8) ist er von der
Bezahlung zu befreien.
4.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung
die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird
vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
keine Kostennote eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 22. März 2019, IV 2018/205, E. 3.3) eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).