Decision ID: c403a905-e9a4-4981-83c2-643e776a9b95
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
, Mutter zweier Kinder (geboren 1986 und 1990)
,
arbeitete
zuletzt von Februar 2001 bis im
Oktober
2002
in einem 100%-Pensum
als Mitarbeiterin Produktion
bei der
Y._
AG
. Am 28.
März 2003
meldete sich die Versicherte
bei der Diagnose einer
Adipositas per magna
erstmals
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistu
ngsbezug an (Urk.
9/1).
M
it Verfügung vom 16. März 2004
verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch (Urk.
9/20).
Am 13.
August 2004
wurde der von
der Versicherten
gelenkte, im Hinblick auf ein beabsichtigtes Linksabbieg
emanöver auf der Fahrbahn still
stehende Personenwagen, von einem nachfolgenden Personenwagen gerammt
. Die Suva als zuständige Unfallversicherung erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (
Urk. 9/38
und Urk. 9/63
).
Am 18.
April 2005 erhielt die IV-Stelle erneut ein Leistungsbegehren de
r
Versicherten
mit Hinweis auf Kopfschmerzen nach Schleudertrauma,
eine
allgemeine Sehschwäche und psychische Probleme (Urk.
9/28).
Die IV-Stelle
veranlasste
am Ende ihrer
medizinische
n
und erwerb
liche
n
Abklärungen
ein
e
psychiatrische
Begutachtung an der
psychiatrischen Poliklinik des Universitätsspitals
Z._
(
Expertise vom 4.
April 2010,
Urk.
9/89
vgl. auch Urk.
9/103
)
.
Gestützt darauf sprach die
IV-Stelle
der Versicherten
wie vorbeschieden
mit Verfügung vom
19. Mai 2011
rückwirkend
ab dem
1.
August 2005
bei einem Invaliditätsgrad von 5
0
% eine
halbe Rente zu (Urk.
9/112 und
Urk.
9 /1
2
7
)
.
Anlässlich eines
im
August
2012 von Amtes wegen
eingeleiteten
Revisionsver
f
ahrens bestätigte die IV-Stelle mit Mitte
ilung vom 14.
Januar 2013
den bisherigen Anspruch der Versiche
rten auf eine halbe Rente (Urk.
9/148).
Im Rahmen
eines weiteren
,
im
März 2015
eingeleiteten
amtlichen Revision
sver
fahrens
(
Urk.
9/152
)
holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
9/153
und Urk. 9/155)
und zog einen Auszug aus dem
individuellen
Konto bei (
Urk.
9/154)
. Ferner
veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre (internisti
sche, rheumatologische, neurologisch
e, psychiatrische) Begutachtung. Diese wurde
durch das Zentrum
A._
durchgeführt
(Expertise vom
2
2.
Oktober
2015, Urk. 9/16
7
).
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mit
Vorbescheid vom
2
0.
November 2015
die
Einstellung
der Invalidenrente wegen ihres verbesserten Gesundheitszustands in Aussicht (
Urk.
9/172
).
Dagegen erhob die Versicherte am 1
6.
Dezember 2015 vorsorglich Einwand
(Urk. 9/175)
.
Danach versuchte die IV-Stelle die Versicherte einzuglie
dern. Mit Mitteilung vom 1
1.
Januar 2016 stellte sie
die Massnahmen
jedoch
ein, da sich die Versicherte nicht in der Lage gefühlt habe, an Eingliederungsmass
nahmen teilzunehmen
(
Urk.
7/184). Mit Schreiben vom 27.
Januar 2016
erstattete d
ie
Versicherte
unter
Beilage der Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 23. Januar 2016 zum psychiatri
schen Teilgutachten
die
Einwandbegründung
(Urk. 9/186
und Urk.
9/187).
Am 1
6.
März 2016 nahmen die
A._
-Gutac
hter ergänzend Stellung (Urk. 9
/190), woraufhin die Versicherte am 2
7.
April 2016 eine weitere Stellungnahme ihres behandelnden Psychiaters zu den Akten reichte (Urk.
9/193
und Urk. 9/
194
).
Mit Verfügung vom 8.
Juni
2016 hob
die IV-Stelle die
Rente
auf Ende des folgenden Monats
auf
(Urk. 9/196).
Die dagegen am 1
1.
Juli 2016
erhobene Beschwerde wurde mit Urteil IV.201
6
.00
805
vom 2
1
.
September 201
7
vom hiesigen Gericht abgewiesen
(
Urk.
9/211
).
Am 17. Mai 2018 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Beilage eines Arztberichts
von
Dr.
me
d
.
C._
,
Facharzt für Neurochirurgie,
vom
6.
Februar 2018,
abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 9/213-214).
Mit Vorbescheid vom 7. Juni
2018
stellte die IV-Stelle der Versicherten ein Nichteintreten auf ihr neues Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 9/217). Dagegen erhob die Versicherte am 23. Juli 2018 Einwand (Urk. 9/221). Dieser veranlasste die IV-Stelle einen Arztbericht
ihres
behandeln
den Psychiaters (Urk.
9/233)
einzuholen
sowie die V
ers
i
cherte
durch das
A._
polydisziplinär (internistisch,
rheumatologisch,
neurologisch, psychiatrisch
, neuropsychologisch
) begutachten zu
lassen (Expertise vom
22. August 2019, Urk. 9/250
).
Mit Verfügung vom
26. November 2019
wies die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom
16. September 2019, Urk. 9/253; Einwand vom 14. Oktober 2019, Urk. 9/260
) das Rentengesuch ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
23. Dezember 2019
Beschwerde und beantragte,
es sei ihr unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine IV-Rente zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
28. April 2020
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8
), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
13. Mai 2020
angezeigt wurde
.
Gleich
zeitig wurde das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung abgewiesen (
Urk.
10).
Nach gewährter Fristerstreckung hielt die Beschwerdeführerin mit
Replik vom
18. August
2020 an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest und reichte aktuelle Arztberichte ins Recht (
Urk.
13-14). M
it Eingabe vom 28.
September 2020 erstattete die
Beschwerdegegnerin
Duplik
(Urk.
1
6
), was
der Beschwerde
führerin
mit Verfügung vom
7.
Oktober
2020
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden
Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vorgaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a)
1.6
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.7
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin trat auf die Neuanmeldung ein und erwog im angefoch
tenen Entscheid
, bei der Begutachtung habe sich ergeben, dass bei der Beschwer
deführerin eine grosse Belastung im privaten Umfeld vorliege.
Sowohl
die Situation des Ehemannes als auch der
Tochter
würden die Beschwerdeführerin belasten. Ebenfalls lägen finanzielle Probleme vor und die Beschwerdeführerin fühle sich durch ihr Gewicht eingeschränkt. Dazu kämen
Schwierigkeiten
mit dem Sozialamt wegen der Wohnung im Heimatland.
Zusätzlich
habe sich ergeben, dass eine
erhebliche
Diskrepanz zwischen den Spontanbewegungen und den klinischen Untersuchungsbefunden vorlägen. Die vorhandenen Beschwerden seien in der manuellen Untersuchung sehr viel
schwerwiegender
dargestellt worden, als sie bei der
Beobachtung
während der
mündlichen
Besprechung
dargestellt
worden
seien. Es bestehe
somit
kein Anspruch auf IV-Leistungen
.
Im Rahmen der Duplik präzisierte sie, dem Gutachten sei weder aus neurolo
gischer noch aus rheumatologischer Sich eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zu entnehmen. Es bestehe wie bis anhin eine erheb
liche Diskrepanz
zwischen
den Spontanbewegungen und den klinischen Befunden
sowie den a
n
amn
estischen Beschwerden. Die Beschwerdeführerin sei sowohl aus neurologischer als auch aus
rheumatologischer
Sicht in der bisherigen als auch in einer angepassten
körperlichen
leichten, sitzenden Tätigkeit voll arbeitsfähig.
Dies
e
sei
en
ihr auch aus internistischer Sicht zumutbar, da
ihr
aufgrund der Adipositas
lediglich
mittelschwere bis schwere Tätigkeiten nicht möglich
seien
. Im Vordergrund stünden somit die psychischen Beschwerden, bei welchen jedoch die psychosozialen Belastungsfaktoren klar im Vordergrund stünden. Ein
verselbständigter
, invalidisierender Gesundheitsschaden sei damit auszuschliessen.
S
elbst wenn der Ansicht
betreffend
die vordergründigen psycho
sozialen Belastungsfaktoren
nicht gefolgt
würde, liesse
die Prüfung der Standar
tindi
k
a
toren gemäss
aktueller
Bundesgerichtspraxis nicht auf einen
invalidisierenden
Gesundheitsschaden schliessen. Aber auch wenn auf die
attes
tierte
Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht abgestellt würde,
läge
kein
invalidisierender
Gesundheitszustand vor. Denn nur aus rein psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in angestammter sowie angepasster
Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsunfähig
. Dabei spielten aber soziale Faktoren mit, die
anteilsmässig
ebenfalls mit 50
%
eingestuft würden. Da die
sozialen
Fakto
ren ausser Acht zu lassen seien, liege im Enddefekt somit nur eine
25
%-
ige
Arbeitsunfähigkeit vor
. Daher habe die
Beschwerdeführerin
keinen
Anspruch auf eine
Invalidenrente
ab dem
1.
November
2019.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, sie leide an diversen Beschwerden wie an Übergewicht, einem Bypass, an psychischen Problemen sowie an grosser Einschränkung in der Bewegung. Ihr Hausarzt könne die aktuelle Situation belegen. Die Gesundheit habe sich seit dem negativen Bescheid noch weiter verschlechtert (
Urk.
1).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bildet die
rentenaufhebende
V
erfügung vom
8. Juni 2016
(
Urk.
9/196
). Diese basierte im Wesentlichen auf dem
polydisziplinäre
n
Gutachte
n des
A._
vom 2
2.
Oktober 2015
(
Urk.
9
/167)
.
3.2
3.2.1
Die
A._
-Gutachter nannten als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittel
gradige Episode,
dysphorisch
-agitiert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit bestünden insbesondere eine muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits, ein chronisches
cervicocephales
,
cervicobrachiales
und lumbal-betontes panvertebrales Schmerzsyndrom, ohne objektiv fassbare Befunde im Sinne einer zerebralen, einer spinalen
oder
einer
radikulären
respektive peripher-neurogenen Läsion an oberen und unteren Extremitäten nach Heckauffahrkollision mit Distorsionstrauma der HWS am 1
3.
August 2004, bei mehrsegmentalen degene
rativen Veränderungen der HWS, degenerativen Veränderungen in den distalen und lumbalen Segmenten und praktisch freier Beweglichkeit der Halswirbelsäule unter Berücksichtigung der Spontanbewegungen
,
eine Adipositas per magna, gemäss Akten ohne Folgeschädigung
sowie gemäss Akten ein beginnendes
Carpaltunnelsyndrom (
CTS
)
rechts (
EnG
vom 02/2008), ohne aktuell klinisch-neurologische Befunde
(
Urk.
9
/167/52).
3.2.2
Der rheumatologische
Teilgutachter
hielt fest, bei der Beschwerdeführerin bestünden ubiquitäre Schmerzen am Bewegungsapparat. Die klinischen Unter
suchungs
befunde hätten mit den Spontanbewegungen kontrastiert. So habe die Beschwerdeführerin schon einleitend bei der Anamneseerhebung spontan über heftige Nackenschmerzen geklagt, wobei sie sich gleichzeitig zwischen dem Untersucher und der seitlich sitzenden Dolmetscherin hin und her bewegt und dabei Rotationsbewegungen mit dem Kopf ausgeführt habe. In der anschliessen
den klinischen Untersuchung sei eine Rotation nach rechts nur noch bis 10° und nach links gar nicht mehr möglich gewesen. Im Anschluss an die klinische Untersuchung seien die Spontanbewegungen wieder wie zuvor gewesen. Auch
die positiven
Waddell
-Zeichen, die Fibromyalgie-Druckpunkte und die Kontroll
punkte sowie die Therapieresistenz auf all die durchgeführten Massnahmen stützten die Beurteilung eines im Vordergrund stehenden, nicht somatisch begründbaren Schmerzsyndroms. Bezüglich der medikamentösen Therapie habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass sie etwa zweimal pro Woche
Dafalgan
einnehme, nämlich, wenn sie wirklich starke Schmerzen habe. Die klinische Untersuchung sei zudem geprägt gewesen durch
Gegeninnervationen
, sodass auch im Bereiche der peripheren Gelenke die Beweglichkeit zeitweise unter Untersuchungsbedingungen stark eingeschränkt gewesen sei. Beispielsweise habe die Beschwerdeführerin die Hüften nicht mehr auf 90° flektieren können, was beim Sitzen danach wieder problemlos möglich gewesen sei. Insgesamt könnten aus rein rheumatologischer Sicht keine relevanten qualitativen oder quantitativen Beeinträchtigungen begründet werden (
Urk.
9/167/32-33).
3.2.3
Der neurologische
Teilgutachter
führte aus, insgesamt sei die neurologische Untersuchung wenig ergiebig gewesen. Objektiv fassbare Befunde im Sinne einer zentralnervösen respektive einer peripher-neurogenen Läsion seien nicht nach
weisbar gewesen. In diesem Sinne ergebe sich zumindest aus neurologischer Sicht eine Diskrepanz zwischen den Klagen über ausgeprägte somatische Beschwerden, worauf das Denken der Beschwerdeführerin eingeengt scheine, und spärlichen objektivierbaren Untersuchungsbefunden. Bemerkenswert sei auch die Tatsache, dass die geklagten Schmerzen in der beschriebenen Ausprägung anlässlich der neurologischen Untersuchung im Verhalten der Beschwerdeführerin nicht erkennbar gewesen seien. Während die Beweglichkeit der Halswirbelsäule anläss
lich der klinischen Untersuchung schmerzhaft stark eingeschränkt beschrieben worden sei und passive Kopfbewegungen schmerzbedingt abgewehrt worden seien, seien während der längeren anamnestischen Befragung Bewegungen der Halswirbelsäule in normalem Umfang ohne erkennbare Schmerzäusserung erfolgt. Nicht zuletzt sei neben Vielfalt und Charakter der Beschwerden auch das Verteilungsmuster der geklagten Schmerzen auffällig, welches an oberen und unteren Extremitäten nur sehr unscharf präzisiert worden sei. Insbesondere seien die Beschwerden aufgrund ihrer Beschreibung weder segmental noch einem peripheren Innervationsgebiet zuzuordnen. Bei den durch das MRT der HWS vom
3.
März 2015 dokumentierten mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule seien klinisch
radikuläre
Reiz- und Ausfallssymptome an den oberen Extremitäten nicht nachweisbar gewesen. Aus neurologischer Sicht müsse heute ein chronisches multifokales Schmerzsyndrom ohne objektivierbare Befunde im Sinne einer zentralnervösen respektive einer peripher-neurogenen
Läsion diagnostiziert werden. Vielfalt und Charakter der Beschwerden seien suggestiv für eine wesentliche psychiatrische Komponente (
Urk.
9
/167/39-40).
3.2.4
Der psychiatrische
Teilgutachter
berichtete, es bestehe ein affektives Leiden mit vorherrschend depressiven aber auch ängstlichen Affekten. Auch aktuell habe sich die Beschwerdeführerin kognitiv im Wesentlichen unauffällig gezeigt. Sie habe einen eher beschleunigten Gedankengang gezeigt, über Gedankenver
drängen berichtet, habe inhaltlich in ihrem Leiden eingeschränkt gewirkt und gelegentliche
dysphorische
Phasen gezeigt. Vorherrschend habe aber eine ausge
sprochene Affektlabilität bestanden. Insgesamt bestehe nach ICD-10 eine höchstens mittelgradige Depressivität. Ein somatisches Syndrom bestehe nicht. Daneben sei die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht mehr zu stellen. Die Beschwerdeführerin habe zwar über schwere, seit Jahren vorhandene Schmerzen an multiplen Körperstellen ohne effektives, relevantes, somatisches Korrelat geklagt. Dabei sei das Diagnosekriterium des schweren quälenden Schmerzes aber nicht erfüllt, habe die Beschwerdeführerin über weite Strecken des Abklärungsgespräches doch in keiner Art und Weise von ihren Schmerzen geplagt gewirkt. Effektiv sei die Schmerzpräsentation wesentlich durch die Affektlabilität der Versicherten mitverursacht und in diesem Sinne Ausdruck des Depressiven. Die Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Sinne eines psychosomatischen Leidens sei deshalb heute nicht mehr zu bestätigen. Insgesamt habe das Ausmass des Schweregrades der Depressivität gegenüber 2010 eher abgenommen. Die damals vorhandene, doch als sehr belastend zu bezeichnende psychosoziale Situation habe sich seither auch deutlich verändert: Einerseits habe die Tochter der Versicherten, welche damals durch eine psychotische Erkrankung und
Drogenabusus
belastet gewesen sei, sich sehr gut entwickeln können. Daneben sei der Ehemann der Beschwerdeführerin heute alkoholabstinent. Diesbezüglich bestünden also deutlich weniger Belastungsfaktoren. Hinweise für das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund des Überfalles im Jahre 2011 lägen nicht vor. Vorhanden sei ein gewisses Vermeidungsverhalten in grösseren Menschen
mengen und in der Dunkelheit. Die Beschwerdeführerin werde dadurch aber nicht am Autofahren und an der sozialen Teilnahme im üblichen Rahmen
gehindert (
Urk.
10/157/46-47).
Der Gutachter hielt fest, es müsse auf gewisse Inkonsisten
zen hingewiesen werden. Dies etwa bei der Angabe der Kopfschmerzen, wo die Beschwerdeführerin zunächst berichtet habe, sie müsse täglich zweimal Schmerz
tabletten einnehmen, was dann bei genauerer Befragung deutlich relativiert worden sei. Es sei in letzter Zeit trotz Angabe einer deutlichen Verschlechterung
der Schmerzen und des psychischen Zustandsbildes auch nicht zu einer Intensi
vierung der psychotherapeutischen Bemühungen gekommen. Die Medikamenten-Compliance müsse ebenfalls hinterfragt werden, da sich nur sehr nied
rige
Serumkonzentrationen gezeigt hätten, obwohl die Beschwerdeführerin explizit angegeben habe, die Medikation regelmässig einzunehmen (
Urk.
10/167/48). Es müsse die Compliance der Beschwerdeführerin in Frage gestellt werden (
Urk.
10/167/50).
3.2.5
In der interdisziplinären Zusammenfassung legten die
Gutachter dar,
es hätten
keine somatischen Befunde erhoben werden können, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer entsprechend angepassten Tätigkeit beeinfluss
ten. Führend sei das psychische Leiden, welches sich im Sinne einer leichten bis mittelgradig
en
depressiven Störung und damit verbundenen multipelsten Schmerzklagen auszeichne. Die Klagen der Beschwerdeführerin stünden in einer Diskrepanz zum aktuellen Zustandsbild, welches sich eher agitiert-
dysphorisch
gezeigt habe. Die affektive Situation der Beschwerdeführerin sei allerdings auch in den Akten bereits beschrieben. Zusätzlich sei eine früher nicht bekannte, aktuell aber deutlich ausgeprägte Affektlabilität zu diagnostizieren, welche eben
falls Hinweis auf ein depressives Geschehen sein könne. Auch diesbezüglich hätten sich allerdings Inkonsistenzen gezeigt, da diese doch deutliche Affektla
bilität anlässlich der rheumatologischen Untersuchung gar nicht vorhanden gewesen sei und sich die Beschwerdeführerin dort durchwegs eher
dysphorisch
agitiert gezeigt habe. Insgesamt sei die Diagnose eines leichten bis mittelgradigen affektiven Leidens gerechtfertigt. Darüber hinaus bestünden multiple Schmerz
klagen, welche bisher in den Akten im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung diagnostiziert worden seien. Es hätten auch hier bezüglich des Symptomausdruckes gewisse Inkonsistenzen, wie etwa eine ausgeprägt unterschiedliche Beweglichkeit der HWS, bestanden (
Urk.
10/167/53). Die Diag
nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sei deshalb aktuell nicht mehr zu stellen. Ebenfalls nicht zu diagnostizieren sei eine posttraumatische Belastungsstörung. Insgesamt bestehe heute ein deutlich
chronifiziertes
affektives psychisches Leiden mit Krankheitswert, welches aber mit einer Symptomverdeut
lichung sowie auch mit teilweise bewusstseins
naher Ausgestaltung einhergehe.
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter abschliessend
fest, im somatischen Bereich hätten sich klinisch aktuell keine Hinweise dafür gefunden, dass sich die bildgebend gefundenen degenerativen Veränderungen im Sinne einer manifesten Symptomatik zeigten. Deswegen bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in entsprechend adaptierten Tätigkeiten (
Urk.
10/167/54). Das der Beschwer
deführerin heute zumutbare Arbeitsplatzprofil umfasse alle körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten ohne repetitive Überkopfarbeiten. Aufgrund des affektiven Leidens sollte die Beschwerdeführerin keine Tätigkeit mit der Notwen
digkeit andauernd hoher Leistungsdichte ausführen müssen. In Frage kämen alle den intellektuellen Ressourcen der Beschwerdeführerin entsprechende Tätig
keiten, wie sie sie auch früher als Produktionsmitarbeiterin ausgeübt habe. In einer solchen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aktuell zu 70
%
arbeitsfähig. Seit dem Jahr 2010 habe sich die psychosoziale Situation der Beschwerdeführerin offensichtlich deutlich verbessert. Andererseits müsse aufgrund des Todesfalles der Mutter im Dezember 2014 eine vorübergehende Verschlechterung der affektiven Situation konstatiert werden, sodass insgesamt davon auszugehen sei, dass die 70%
-
ige
Arbeitsfähigkeit spätestens seit Gutachtendatum zumutbar sei. Durch medizinische Massnahmen sei keine wesentliche Verbesserung der Arbeits
fähigkeit zu erwarten
(Urk. 9/167/54-55)
.
4.
4.1
In der renten
verneinenden
Verfügung vom
26. November 2019
(
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom 2
2.
August
201
9
(
Urk.
9/250
). Darin wurden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Be
richte zusammengefasst (Urk.
9/250/17-25
, Urk. 9/250/45-46, Urk. 9/
250/
57-58 und Urk. 9/
250/
70-71
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4.2
Die
A._
-Gutachter
hielten in ihrem Gutachten vom
22. August 2019
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
10/250/7
):
-
Adipositas per magna (BMI 46.75) bei
-
Status nach
laparoskopischer
Magen-Bypass-Operation und
anteko
lischem
Jejunum-
Hochzug
12/2003
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode mit
-
a
usgeprägter
Affekt
l
abilität bei
dysphorisch
agitierter Grundstimmung mit
-
l
eichter- bis mittelgradiger neuropsychologischer Störung
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
bei
-
Problemen mit dem Ehepartner
-
s
onstig
e
n
belastende
n
Lebensumstände
n
, die Familie und Haushalt negativ beeinflussen (Drogenkrankheit der Tochter) und
-
d
eutlich
histrionisch
akzentuierten
Persönlichkeitszügen
Als ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diagnosen:
-
Im Rahmen der somatoformen Schmerzstörung
multilokuläres
Sch
m
erz
syndrom, keinem rheumatologischen Krankheitsbild ent
sprechend
-
Muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits
-
Gemäss
Aktenlage degenerative HWS- und LWS-Veränderungen ohne entsprechendes Korrelat bei der klinischen Untersuchung unter Berück
sichtigung der Spontanbewegungen
-
Arterielle Hypertonie
-
Chronischer Nikotinabusus (33
py
)
-
Status nach Entfernung eines Lipoms am Nacken 2016
-
Status nach
Refluxoesophagitis
Grad
ll
bei axialer Gleithernie 2003
-
Status nach fünfmaliger Curettage in den 1990-iger Jahren
-
Beginnender
Hallux
valgus
beidseits
, Spreizfüsse
-
Episodisches Spannungstypkopfweh im Rahmen der psychosomatischen Erkrankung
-
Carpaltunnelsyndrom beidseits mittelschwer ohne weitere
pathoneuro
logische
Symptome
-
Status nach Heckauffahrkollision Au
g
u
s
t 2004 mit
anamnestisch
HWS-Distorsionstrauma
Interdisziplinär
hielten
die Gutachter fest, die Hauptproblematik liege eindeutig im psychiatrischen Fachbereich. Es bestehe, wie
bereits
im Vorgutachten festge
halten worden sei, eine chronische
rezidivierende
depressive Störung, die
aktuell
ein mittelschweres Ausmass
erreiche
, bei einer
ausgeprägten
Affekt
l
abilitä
t
und
Grundstimmung
im Sinne einer
dysphorisch
-agitierten Depressivität.
Darüber
hinaus finde sich auch eindeutig eine
psychosomatische
Krankheit
im Sinne einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung mit multiplen Beschwerden, betont im Bewegungsapparat, die von ihrer
Symptomatik
, Ausprägung,
Wechselhaf
tigkeit
und
Verteilung
her eindeutig für eine
psychosomatische
Krankheit im Sinne
einer
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung spräche. Dies auf dem Hintergrund von
multiplen
sozialen Problemen, die Beschwerdeführer
i
n
sei
mit einem
Mann
verheiratet
, der lange ein Alkoholproblem gehabt habe,
daraus
resultierend habe er gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin
, als
selbständig
erwerbender
Garagist
seine AHV- und Pensionskassenbeiträge nicht
bezahlt
, er habe einen Schuldenberg von über Fr.
100'000.
--
kumuliert und
neuerdings
sei er infolge
von
Rückenbeschwerden auch IV-berentet. Des Weiteren finde sich eine
drogenabhängige
Tochter mit ebenfalls multiplen
gesundheitlichen
und sozialen
Problemen. Vergleiche man die Befunde im psychiatrischen Fachbereich von 2015 mit heute, so
müsse
eine Verschlechterung sowohl der
depressiven
Symptomatik wie des gesamten
histr
i
onischen
Verhaltens
festgestellt
werden.
Aus neuropsychologischer Sicht sei ä
tiologisch die oben erwähnte leicht- bis
mittelgradige
neurokognitive Funktionsstörung aktuell am ehesten im Rahmen der
persistierenden
depressiven Episode zu
verstehen
. Allerdings sei angesichts der multiplen vaskulären
Risikofaktoren
sowie
d
e
r (laut MRT vom 01/2016) unspezifischen Läsion im
periventrikulären
Marklager auch die Entwicklung einer vaskulären
Demenz
nicht vollständig auszuschliessen, aus klinischer Sicht aller
dings unwahrscheinlich. Zur
Überprüfung
einer
Progredienz
der
objektivierten neurokognitiven Defizite sei
nach Verlauf aus
neuropsychologischer
Perspektive (bestenfalls bei
stabilisierter
psychiatrischer Sit
uation
) eine Ver
l
aufskontrolle zu empfehlen. Aufgrund
d
er mas
siven Beeinträchtigungen im Ber
e
i
ch
Aufmerksam
keit
sei eine Fahrberatung empfehlenswert (
Urk.
10/250
/
5-6)
.
Aus medizinischer Sicht sei selbstredend eine Gewichtsreduktion dringend indiziert, allerdings könne von einer weiteren bariatrischen Operation nur abgeraten werden. Die Beschwerdeführerin müsse über Diät und vermehrte
Bewegung
dazu gebracht werden, ihr hochpathol
o
gisches Übergewicht zu
reduzieren
.
Erwartungsgemäss
bestehe eine Hypertonie,
hier
sei der Blutdruck nachzukontrollieren und allenfalls
seien
entsprechende Massnahmen einzuleiten. Aus
neurologischer
Sicht werde das
nächtliche
Tragen
einer H
andgelenksschien
e
beidseits
zur
Verbesserung
der CTS-
Symptomatik
empfohlen. In
Zukunft
werde eine
entsprechende
CTS-O
p
era
t
i
o
n
wahrscheinlich
unumgänglich
. Aus psychiatrische
r
Sicht sei guter
Rat t
e
ue
r, die Beschwerdeführerin
stehe
seit Jahren in psychiatrischer Betreuung, ohne dass
dadurch
wesentliche
Erfolge
eingetreten
seien
, im
Gegenteil
zeige der Verlauf der
letzten
vier
Jahre
eine
Verschlechterung
. Von Psychopharmaka, die alle versuchsweise
eingesetzt
worden seien, könne bei Vorliegen
einer
dominant psychogenen und sozial-bedingten
Problematik
kein
wesentlicher
Erfolg erhofft werden. Der
psychotherapeutische Zugang zur Beschwerdeführerin
sei offensicht
lich schwierig, sodass lediglich eine entsprechend
Stützung
und Betreuung als Möglichkeit bestünde
n
, was
bereits
auch
durchgeführt
werde
(
Urk.
9/
250/11/12
).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, die massive Adipositas im internis
tis
chen Fachber
e
i
ch habe zur Konsequenz, dass der
Beschwerdeführerin
körperlich schwere und mittelschwere
Tätigkeiten
nicht mehr zumutbar seien. Die Beschwerdeführerin trage infolge ihres Übergeweichtes eine massive Last auch mit erheblicher
Belastung
ihres Herzkreislaufs
, die weitere
Belastung
en
nicht mehr
zulasse
.
Aus rheumatologischer Sicht bestünden keine über die bereits internistisch und psychosomatisch bedingten funktionellen Einschränkungen.
Auch aus neurologischer Sicht gelte das bereits im rheumatologischen Teil ausgesagte, auch hier bestünden keine zusätzlichen Einschränkungen auf funk
tioneller Ebene. Aus rein somatischen Gründen könne die Beschwerdeführerin alle körperlich leichten Tätigkeiten, die sitzend ausgeübt werden könnten, unein
geschränkt ausüben. Vorwiegend stehend oder gehende Tätigkeiten seien aber in Folge der massiven Adipositas nicht zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer deutlich verschlechterten depressive
r
Symptomatik und ihrer ausgeprägten
histrionischen
Psychopathologie
aus rein medizinischer Sicht zu 50
%
in ihrer
Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Es sei klar, dass sie nicht mehr
arbeiten
werde,
hier
spielten
aber auch deutliche
soziale Faktoren mit, die
anteilsmässig
ebenfalls
mit 50
%
einzustufen seien. Dies gelte auch für die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten.
Schwierig
gestalte sich die Datierung der genannten Einschränkungen, aber offensichtlich habe sich eine kontinuierliche Verschlechterung eingestellt, die ihren Endpunkt in der
g
egen
wärtigen
medizinischen
Situation
gefunden habe, sodass die obengenannten
Einschränkungen
als mit dem
Zeitpunkt
der Untersuchungen für gültig zu
beur
teilen
seien (
Urk.
9/250/8 und
Urk.
9/250/10-11).
Zur Veränderung des Gesundheitszustands seit 2015 führten die Gu
tachter aus, im somatischen Ber
e
i
ch habe sich der gesundheitliche Zustand im internistischen Fachbereich insofern verändert, als dass die Beschwerdeführerin 2015 123.5 kg schwer
gewesen sei
und bei der heutigen Kontrolle 135.1 kg. Damit habe die Adipositas per magna zugenommen, damit verbunden auch die allgemeinen internistischen Risiken. Neu dazugekomme
n sei im neurologischen Fachber
e
i
ch das Carpaltunnelsyndrom beidseits, allerdings könne
dies
mit guter Prognose operiert werden. Im rheumato
lo
g
ischen Fachber
e
i
ch bzw. im Ber
e
i
ch des Bewegungsapparates
präsentierten sich
die Befunde gegenüber 2015
unverändert
. Psychiatrisch müsse ebenfalls eine Verschlechterung des Befundes konstatiert werden. Diese betreffe die depressive Symptomatik mit einer noch
ausgeprägteren
Affektlabilität, sodass man von einer Affektinkontinenz reden müsse, als auch einer weiteren Verschlechterung der somatoformen Symptomatik, wo auch eine weitere
Chronifizierung
und Fixierung eingetreten sei
. In Bezug auf die von
Dr.
C._
gestellte Diagnose einer Demenz könne mit praktischer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass klinisch kein Verdacht auf eine beginnende Demenz vorliege. Die
Beschwerdeführerin
sei bei allen Fachspezialisten im Rahmen von deren Untersuchungen voll orientiert gewesen, sie habe alle erfrag
ten Daten ohne Probleme
wiedergeben
können, sie sei örtlich, zeitlich und autopsychisch immer voll orientiert gewesen und es habe sich im klinisch-psychiat
rischen Status nie ein Verdacht auf eine beginnende Demenz ergeben.
Diese Diagnose könne nicht gestellt werden. Allerdings habe die Beschwerdeführerin multiple vaskuläre Risikofaktoren und zeige im MRT von 08/2016 unspezifische Läsionen im
periventrikulären
Marklager, was eine weitere Beobachtung der kognitiven Leistungsfähigkeit rechtfertige (
Urk.
9/250/13)
.
Der rheumatologische
Teilgutachter
führ
t
e im Einze
lnen noch an, zusammen
gefasst hä
tten
er
he
bliche
Diskrepanzen zwischen den Spontanbewe
g
ungen und den klinischen
Untersuchungsbefunden
bestanden. Es zeigten s
ich typische Symptome einer Sch
m
e
rzau
s
weitung und Schmerzfehlverarbeitung, so dass die beschriebenen Beschwerden aus
rheumatologischer
Sicht nicht hätten
erklärt
werden kön
nen (
Urk.
9/250/42)
. Auch der neurologische Teilgutachter gab an, eine ausgeprägte
Klagsamkeit
mit demonstrativer Komponente sei offensichtlich und es bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den anamnestisch angegebe
nen Beschwerden und deren Auswirkungen im Alltag und bei der Arbeit zu den klinisch objektivierbaren Befunden. Es sei von einer Fehlverarbeitung auszu
gehen, wobei zur Bewussts
einsnähe oder
-
ferne nicht Stellung genommen werden könne (Urk. 9/250/54-55).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten
des
A._
vom
22. August 2019
beruht auf den umfassenden fachärztlichen allgemeininternistischen,
rheumatologischen
,
neuro
logischen
,
psychiatrischen
und
neuropsychologischen
Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst (
Urk.
9/250/16-25, Urk.
9/250/45-46,
Urk.
9/250/57-58 und
Urk.
9/250/70-71
). Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführerin
auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge schlüssig dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Mithin erfüllt das Gutachten die
rechtssprechungs
gemässen
Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.
5
), weshalb darauf abgestellt werden kann
.
Demnach ist vorab zu prüfen
,
ob eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes vorliegt
, wobei aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit der letztmaligen materiellen Prüfung, die geeig
net ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen
, relevant ist
(vgl. E.
1.6
).
5.
2
Vergleicht man
die Gutachten des
A._
vom 2
2.
Oktober 2015
und
vom 22.
August 2019
aus somatischer Sicht
miteinander
, fällt auf, dass
grundsätzlich
keine neuen Diagnosen hinzugekommen sind.
Die
von den
A._
-Gutachtern genannten Befunde im Bereich des Bewegungsapparates
präsentieren sich unver
ändert
.
Es besteht auch weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Spontanbewegungen und den klinischen Befunden sowie den anamnestischen Beschwerden (E. 4.2).
So wurde auch bereits 2015
von den
A._
-Gutachtern
eine Adipositas
per magna sowie ein beginnendes CTS
rechts
diagnostiziert
(E. 3.2)
.
Im
Jahr 2015
wog die Beschwerdeführerin 123.5 kg
und bei der Begutachtung 135.1 kg, wodurch die Adipositas per magna
allerdings
etwas zugenommen
hat. Dennoch
ist die Beschwerdeführerin
noch immer
in allen körperlich leichten Tätigkeiten, die sitzend ausgeübt werden, voll arbeitsfähig
, auch wenn ihr
alle, schweren und mittelschweren Tätigkeiten und
vorwiegend stehende oder gehende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sind
.
Sodann
kann das nun beidseits bestehende Carpaltunnelsyndrom mit guter Prognose operiert werden
. Damit
vermag
dieses
nicht überwiegend wahrscheinlich einen langanhaltenden invalidenversiche
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden zu begründen
.
Auch klagte die Beschwerdeführerin bereits 2015 üb
er Spannungskopfschmerzen (Urk.
9/167/34
und Urk. 9/167/48
), welche
aber im Gutachten vom 22. August 2019
ohnehin
als
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
angegeben
wurden
.
Die
A._
-Gutachter
sehen die Hauptproblematik weiterhin eindeutig im psychiatrischen Fachbereich
.
Nach dem Gesagten
ist a
ufgrund
der Gutachten
aus somatischer Sicht
von einem im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand auszugehen
(E. 4.2)
.
Daran
vermögen
auch
die
im Beschwerdeverfahren nachgereichte
n
Arztbericht
e
von
Dr.
C._
vom
16. Dezember 2019 und vom 1
8.
August 2020
(
Urk.
3/2 und
Urk.
14/2
)
und dem
I
nstitut
D._
vom 1
2.
August 2020 (
Urk.
14/3
)
nichts zu ändern, zumal darauf hinzuweisen ist, dass der Erlass der angefochtenen Verfügung (hier:
2
6.
November 2019
) die Grenze der richterlichen Überprüfungs
befugnis bildet (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1), und bloss diejenigen tatsächlichen Umstände zu berücksichtigen sind, die sich bis zu jenem Zeitpunkt ereignet haben
.
Zu klären bleibt, ob sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin wesentlich verändert hat.
5.
3
Aus psychiatrischer Sicht präsentierte sich die Beschwerdeführerin jeweils
allseits orientiert und bewusstseinsklar (
vgl. Urk. 9/167/45 und
Urk. 9/250/65
). Auch wurde
ihre
Stimmungslage sowohl im Gutachten vom
22. Oktober 2015
wie auch in dem vom
22. August 2019
im Wesentlichen gleich (
schneller Affektwechsel,
ausgeprägte Affektlabilit
ät,
dysphorisch
agitiert,
verknüpft mit Ängstlichkeit
) beschrieben und
die Beschwerdeführerin
zeigte
in den Begutachtungen jeweils
ein ausgeprägtes Redebedürfnis
, wobei der Redefluss teilweise kaum
zu bremsen
war
. Dabei erschien das formale Denken jedoch unauffällig
(
vgl.
Urk.
9/
167/45 und
Urk. 9/
250/63-64
)
. S
o wurde auch in beiden Gutachten eine rezidivierende depressive Störung bei
dysphorisch
-agitierter Grundstimmung diagnostiziert,
wobei im Gutachten vom 2
2.
August 2019
von einer
mittelschwer
en
und nicht mehr von einer leichten bis mittelschweren
Episode
ausgegangen wurde
(vgl.
E. 3.2 und E. 4.2)
.
Was sodann die im Gutachten vom
22. August 2019
genannte Diagnose einer
somatoforme
n
Schmerzstörung
anbelangt, ist anzumerken, dass diese bereits im Gutachten
vom 2
2.
Oktober 2015 diskutiert
,
jedoch a
ufgrund
des fehlenden Diagnosekriteriums des schweren quälenden Schmerze
s
schliesslich verneint
wurde
(
Urk.
9/167/
46-
47)
.
In der psychiatrischen Begutachtung im
Jahr
2019
präsentiert
e
sich die Situation unverändert, die Beschwerdeführerin
klagt
e
weiterhin über schwere
seit Jahren vorhandene Schmerzen an multiplen Körper
stellen,
ohne dass ein
effektives, relevantes, somatisches
Korrelat
vorlag.
Ohne einen schweren quälenden Schmerz zu diagnostizieren
, bejahte der psychiatrische Teilgutachter
schliesslich
die somatoforme Schmerzstörung
vor dem
Hintergrund
der multiplen sozialen Probleme
der Beschwerdeführerin
(Urk.
9/250/5-6
,
Urk.
9/250/60 und Urk.
9/250/67)
. Dabei
handelte es sich
im Wesentlichen
um
die selben
psychosozialen Belastungsfaktoren
(Alkoholproblem des Ehemannes, Schulden, psychische Probleme und Drogenabhängigkeit der Tochter, Tod der Mutter
im Jahr 2014
, Abhängigkeit vom Sozialamt
)
,
die bereits im
Jahr 2015
bestanden
(
vgl.
Urk. 9/
167/
42-43
)
. Hinzu kommt, dass
im
Gutachten vom 22.
August 2019 keine
Ausführungen
der
Beschwerdeführerin auf eine erneute Verschlimmerung der psychosozialen Situation
hindeuteten
.
Die Einschätzung der Gutachter, wonach bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe, stellt demnach eine im Kontext des Neuanmeldungsverfahrens unbeachtliche andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts da
r, zumal auch die von
Dr.
C._
neu
gestellte Diagnose der beginnenden Demenz von den Gutachtern nicht
bestätigt
werden
konnte
.
Aller
dings schlägt sich die
rezidivierende depressive Symptomatik
nach wie vor
auf die neuropsychologische Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nieder
und
führt zu einer
leichten bis mittelgradigen neuropsychologischen Störung (Urk. 9/250/79-80)
.
Da
die Beschwerdeführerin
alleine
mit dem Auto
zu den beiden neuropsychologischen Abklärungsterminen
fuhr
(Urk. 9/250/74)
,
sich bei allen Untersucher
örtlich, zeitlich und autopsychisch immer voll orientiert zeigte und alle erfragten Daten ohne Probleme wiedergeben konnte (E. 4.2), vermag die neuropsychologische Einschränkung
aber
nicht über
wiegend wahrscheinlich
einen
für sich
allein
genommenen
invaliden
versiche
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden zu begründen.
Ferner
sprechen
auch die
funktionellen Einschränkungen im Alltag g
egen eine Verschlechterung des Gesundheitszustands (
Urk.
9/250/31,
Urk.
9/250/
38-
39 und
Urk.
9/250/73-74). Diese blieben
im Vergleich zum Jahr 2015
grundsätzlich
unverändert
oder haben sich leicht verbessert, zumal
die Beschwerdeführerin
, wenn auch selten,
wieder Schwimmen
gehen kann und
sie
im Jahr 2018 wieder in
Bosnien in den Ferien war (Urk.
9/167
/4
3-44)
.
Wie das von de
n Gutachter
n erhobene Krankheitsbild diagnostisch einzuordnen wäre, spielt letztlich indes keine Rolle, ist doch wie aufgezeigt eine erhebliche Befundänderung nicht ausgewiesen. Vielmehr bestand im Zeitpunkt der Begut
achtung nach wie vor
ein deutlich
chronifizierte
s
affektive
s
psychische
s
Leiden mit Krankheitswert, welches durch psychotherapeutische
Massnahmen
im eigent
lichen Sinne schwer beeinflussbar ist
. Mangels relevanter Veränderung ist mithin aus versicherungsmedizinischer Sicht unverändert auf eine
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 30
%
zu
schliessen
(vgl. E. 3.2).
Dies umso mehr als
bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung
im Gutachten vom 22. August 2019
die psychosozialen Faktoren
auszuklammern
wären
, da sie zu direkt negativ funktionellen Folgen führen (
Urk.
9/250/5-6, Urk.
9/250/11,
Urk. 9/250/66 und Urk.
9/250/68
) und somit durchschnittlich
wieder
eine
Arbeitsunfähigkeit von
rund
30
%
resultieren würde
.
D
i
e im Beschwerdeverfahren eingereichte
n
Bericht
e
von
Dr.
B._
vom 26.
September
2019 (
Urk.
3/1) sowie
vom 1
8.
August 2020
(
Urk.
14/1)
, d
i
e sich teilweise auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vor Verfügungs
erlass bezieh
en
,
ändern nichts
daran
. Sie enthalten kein
e neuen Befunde oder Diagnosen.
Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass es einer Erfahrungstat
sache entspricht, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen).
5.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Veränderung des Gesundheits
zustandes
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht
seit der Verfügung vom
8. Juni 2016
ausgewiesen ist.
6.
Die angefochtene Verfügung vom
2
6.
November 2019
(
Urk.
2) erweist sich demzufolge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie d
er
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.