Decision ID: e2a1cbc7-33b4-5cf1-838a-cf42025b3448
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, ist seit dem 2
1.
November
2011 bei der
Y._
AG als Produktionsmitarbeiter
Vorschäumerei
tätig und in dieser Eigenschaft gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle bei der Suva versichert. Mit Unfall
meldung vom 3
1.
Juli 2020 wurde der Suva angezeigt, dass gleichentags eine Luftleitung von einem Kompressor in der Produktion geplatzt sei, worauf es einen lauten Knall gegeben habe. Bei diesem Knall seien ein paar Mitarbeitende erschrocken und hätten sich in Sicherheit bringen wollen. Dabei sei eine Dame mit dem Versicherten zusammengestossen und er sei mit der Schulter an die Wand geprallt (
Urk.
7/1). Die Erstbehandlung erfolgte im Kantonsspital
Z._
in der Notfallpraxis. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten eine Kontusion der linken Schulter (
Urk.
7/24). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Schreiben vom
9.
Oktober 2020 teilte die Suva mit, dass anlässlich der Operation vom 2
8.
August 2020, für welche sie die Kosten übernommen hätten, keine Unfallfolgen behandelt worden seien. Spätestens 2
Wochen nach dem Ereignis seien die Schulterbeschwerden links gestützt auf die medizinische Beurteilung nicht mehr unfallbedingt. Entsprechend schlössen sie den Fall ab per 1
8.
Oktober 2020 und lehnten weitere Versicherungsleistungen ab (
Urk.
7/32).
In der Folge tätigte die Suva weitere medizinische Abklärungen und hielt mit Verfügung vom 2
5.
März 2021 an der Leistungseinstellung per 1
8.
Oktober 2020 fest (
Urk.
7/63). Hiergegen erhob der Versicherte am
4.
Mai 2021 Einsprache (
Urk.
7/73), welche mit
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Mai 2021 abgewiesen wurde (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
4.
Juni 2021 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte sinngemäss die Weiterausrichtung von Leistungen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juli 2021 schloss die Beschwerde
gegner
in auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1
82), worüber der Beschwerdeführer am 1
2.
Juli 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür
(
Urk.
2 und
Urk.
6)
, dass der Beschwerde
führer nachträglich geltend mach
e, dass er seit einem Unfall am
2
6.
Juni 2015 Schulterbeschwerden habe
.
D
ies sei allerdings nicht vereinbar mit seinen ursprüng
lichen Angaben, so dass keine Veranlassung bestehe, Spätfolgen eines Unfalls von 2015 zu prüfen. Darüber hinaus scheine nicht bestritten zu sein, dass bezüglich des Unfalles vom 3
1.
Juli 2020 über den 1
8.
Oktober 2020 hinaus keine Unfallfolgen mehr bestünden. Der Vollständigkeit halber sei festzuhalten, dass ein Distorsionstrauma vorgelegen habe und aus medizinischer Hinsicht voll auf die Beurteilungen von
Dr.
med. univ.
A._
, Facharzt für
Allgemeinmedizin
, vom
5.
Oktober 2020 und 1
1.
März 2021 abgestellt werden könne, wonach ledig
lich degenerative Befunde vorlägen und ein Status quo sine innert weniger Tage bis 2 W
ochen erreicht gewesen sei (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, dass er am 2
6.
Mai 2015 am Mitarbeiteranlass mit dem
Trottinett
gestürzt sei, was auch von mehreren Perso
nen bezeugt werden könne. Entsprechend sei der Fall neu zu prüfen (Urk.
1).
2.
2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
2.2
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt.
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversi
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis
tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da
es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die ent
sprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG
Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
2.3.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Die erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspital
Z._
führten
im Bericht vom 3
1.
Juli 2020
aus, dass keine Prellmarken, keine Schwellungen und keine Fehl
stellungen vorhanden seien. Es bestehe ein Druckschmerz über dem lateralen proximalen
Humerusschaft
und dem
Sulcus
bicipitalis
. Die Bewegungsprüfung sei in allen Richtungen schmerzbedingt eingeschränkt. Die
Rotatorenmanschette
sei schmerzbedingt nicht prüfbar. Die periphere Durchblutung, Motorik und
Sensibi
lität (
pDMS
) seien intakt. Im Röntgen der linken Schulter sei
en
eine regelrechte Artikulation, keine
ossären
Läsionen und
randsklerosierte
a.e
. Kno
chen
zysten ersichtlich. Die Ärzte diagnostizierten eine Schulterkontusion und verord
neten Ibuprofen und eine Ruhigstellung in der Mitella-Schlinge sowie eine klini
sche Kontrolle beim Hausarzt in einer Woche (
Urk.
7/24).
3.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Radiologie,
führte am 1
4.
August 2020 ein
Arthro
-MRI der linken Schulter durch. Sie hielt in der Beurteilung fest, dass kein Nachweis einer Fraktur oder einer Labrumläsion vorliege. Es bestehe eine gelenk
seitige Partialruptur der
Subscapularissehne
, eine
transmurale
Ruptur der
Supra
spinatussehne
und eine
transmurale
Ruptur der
Infraspinatussehne
(
Urk.
7/6).
3.3
Am 1
9.
August 2020 überwies
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemein
medizin, den Beschwerdeführer ans Spital
D._
und führte aus, dass der Beschwerdeführer am 3
1.
Juli 2020 eine Kontusion und wahrscheinlich auch eine Distorsion der linken Schulter erlitten habe. Aufgrund der Befunde im MRI sei eine operative Therapie indiziert, so dass er ihn überweise (
Urk.
7/44).
3.4
Im Bericht vom 2
1.
August 2020 diagnostizierten die Ärzte
des Spitals
D._
eine
posterocraniale
Massenruptur der
Rotatorenmanschette
Schulter links (Supra-,
Infraspinatus
und Teres minor) bei Unfall vom 3
1.
Juli 202
0.
Bei der Diagnos
e bestehe nur die Indikation fü
r
eine
arthroskopische
Rekonstruktion der
Rotato
ren
manschette
Schulter links (
Urk.
7/13).
Am 2
8.
August 2020 erfolgte die
arthroskopische
transossäre
Rekonstruktion der
Rotatorenmanschet
te
und
subacromiale
Dekompression der linken Schulter (
Urk.
7/17; vgl. auch
Urk.
7/22).
3.5
Kreisärztin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Traumatologie, konstatierte am 2
8.
September 2020, dass der Unfall keine zusätzlichen strukturellen Läsionen nach sich gezogen habe. Eine Massenruptur entstehe nicht nach einer Kontusion
(
Urk.
7/26).
3.6
Kreisarzt
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom
5.
Oktober 2020 aus, dass im MRI lediglich degenerative Befunde vorlägen und der Unfall in keiner Weise geeignet sei, eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
zu verursachen. Eine Kontu
sion mit Fehlen
jeglicher unfallspezifischen Befunde spiele
nach einigen Tagen bis 2 Wochen keine Rolle mehr (
Urk.
7/30).
3.7
Am 2
1.
Oktober 2020 nahmen die behandelnden Ärzte des Spital
D._
Stellung. Sie führten aus, dass ein eindeutiges Distorsionstrauma der linken Schulter vom 3
1.
Juli 2020 vorliege. Vor dem Ereignis sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei
gewesen und habe seine schwere körperliche berufliche Tätigkeit ohne Einschrän
kung erledigen können. Nach dem
Traumaereignis
bestünden neu aufgetretene immobilisierende Schulterbeschwerden links, welche mit der sowohl klinisch als auch radiologisch festgestellten
posterocranialen
Massenruptur der
Rotatoren
manschette
der linken Schulter korrelierten. Zudem gebe es sowohl radiologisch als auch intraoperativ keine Hinweise auf eine muskuläre Degeneration bzw. Sehnendegeneration. Somit könnten sie nicht nachvollziehen, warum die Kosten
gutsprache von der Beschwerdegegner
i
n abgelehnt werde (
Urk.
7/43).
3.8
Kreisarzt
Dr.
A._
notierte am 2
9.
Oktober 2020, dass verschiedene Versionen zum Ereignis dokumentiert seien, so dass eine detaillierte Abklärung des Ereig
nisses/
Pathomechanismus
zu erfolgen habe. Insbesondere sei abzuklären, ob die Angaben in der Unfallmeldung stimmen würden bzw. inwieweit Abweichungen von diesen Angaben bestünden (
Urk.
7/45).
3.9
Dr.
A._
führte in seiner
Beurteilung
vom 1
6.
März 2021 (
Urk.
7/62) unter Berück
sichtigung der vorhandenen Arztberichte, der vollständigen Bildgebung sowie umfassender Literatur aus, dass es sich bei den vorliegenden Befunden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um ausschliesslich vorbestehende degenera
tive Befunde
handle,
bei welchen ein Unfallereignis
als Ursache auszuschliessen sei. Zudem sei eine leere Anamnese (wie vom
Beschwerdeführer
geltend gemacht
) kein Beweis dafür, dass kein Vorschaden be
stehe
, denn sowohl die
Rotatoren
tendinose
als auch texturstöru
ngsbedingte Defekte seien
zu einem hohen Pro
zentsatz (bis 50
%
) symptomlos.
Zusammenfassend lasse
sich festhalten, dass das geltend gemachte Ereignis nicht geeignet
gewesen sei
,
eine Verletzung der
Rotatorenmanschette
zu verursachen. Weder klinisch noch radiolo
gi
sch fä
nden sich Hinweise auf unfallbedingte struk
turelle Läsionen. Im Gegenteil - im Bereich der Ansätze der
Rotatorenmanschette
f
ä
nden sich ausgeprägte
sklerosierte
Zystenbildungen als Hinweis auf einen schon lange vorbestehenden chronisch-degenerativen Prozess, welcher unfall
unab
hängig zur Ruptur der
Rotatorenmanschette
geführt habe
.
Die Unfallkausalität von Befunden und/ode
r durchgeführten Operationen sei
nach überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, welche im vor
liegenden Fall nicht gegeben sei
.
4.
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Rotatorenmanschetten
-Massenruptur links, welche am
2
8.
August 2020
operativ saniert wurde, bzw. die weiterhin beste
henden Beschwerden in der linken Schulter unfallkausal sind.
4.1
4.1.1
Der Beschwerdeführer führte im Bericht vom 1
4.
September 2020 zum Unfall
hergang aus, dass eine Luftleitung von einem Kompressor in der Produktion geplatzt sei und es einen lauten Knall gegeben habe. Dabei seien ein paar Mitar
beitende erschrocken und hätten sich in Sicherheit bringen wollen. Eine Dame sei mit ihm zusammengestossen und er sei mit der linken Schulter an die Wand geprallt (
Urk.
7/21). Ergänzend führte er am
9.
Februar 2021 aus, dass er durch den Zusammenprall mit der Dame den Halt verloren habe und mit der linken Schulter gegen eine Betonwand geprallt und anschliessend zu Boden gestürzt sei. Ob er den Aufprall gegen die Betonwand sowie den Sturz zu Boden noch mit dem linken Arm verhindern und sich hätte auffangen wollen, könne er leider nicht sagen. Er könne auch nicht angeben, ob er beim Sturz zu Boden erneut auf die linke Schulter gefallen sei. Er sei zwar nicht bewusstlos gewesen, könne sich trotz allem erst wieder richtig an die Geschehnisse im Spital im Notfall erinnern. Er
habe
eine Art Blackout gehabt (
Urk.
7/55).
Dr.
A._
führte in seinen Stellungnahmen vom
5.
Oktober 2020 (E. 3.6) sowie vom 1
6.
März 2021 (E. 3.9) nachvollziehbar aus
,
dass das geltend gemachte Ereignis nicht geeignet gewesen sei, eine Verletzung der
Rotatorenmanschette
zu verur
sachen. Weder klinisch noch radiologisch fänden sich Hinweise auf unfall
bedingte strukturelle Läsionen. Im Bereich der Ansätze der
Rotatorenmanschette
fänden sich ausgeprägte
sklerosierte
Zystenbildungen als Hinweis auf einen schon lange vorbestehenden chronisch-degenerativen Prozess, welcher unfallun
abhängig zur Ruptur der
Rotatorenmanschette
geführt habe.
4.1.2
Die Vorbringen der Ärzte des Spital
D._
in ihrem Bericht vom 2
1.
Oktober 2020 vermögen diese Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen:
Sie argumentierten, dass
der Beschwerdeführer vor dem Ereignis beschwerdefrei gewesen sei und seine schwere körperlich berufliche Tätigkeit ohne Einsc
hränkung habe erledigen können. S
eit dem Ereignis bestünden neu im
m
obil
i
sierende Schulterbeschwerden links, welche mit der Massenruptur der
Rotatorenmanschette
korrelierten (
Urk.
7/43).
Allerdings
ist d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3)
, womit die entsprechende Argumentation
der Ärzte des Spitals
D._
keine Zweifel
an der Beurteilung von
Dr.
A._
zu wecken vermag.
Darüber hinaus führten die Ärzte des Spitals
D._
aus, dass sowohl radiologisch als auch intraoperativ keine Hinweise auf eine muskuläre Degenerati
on bzw. Sehnendegeneration vorlä
ge
n
(
Urk.
7/43).
Dr.
A._
hielt demgegenüber fest, dass weder klinisch noch radiologisch Hinweise auf unfallbedingte strukturelle Läsionen vorlägen, sondern gegenteilig ausgeprägte
sklerosierte
Zystenbildungen im Bereich der
Rotatorenmanschette
auf schon lange vorbestehende chronisch-degenerative Prozesse hinweisen würden (
Urk.
7/62/12)
, womit entgegen den behan
delnden Ärzten degenerative Befunde vorliegen.
4.1.
3
Zusammenfassend erfüllen
die Einschätzungen von
Dr.
A._
die rechtspre
chungs
gemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche Entscheidungs
grundlagen (vgl. E. 2.4). Indizien, welche gegen ihre Schlüssigkeit sprechen würden, bestehen keine.
4.2
In der Beschwerde machte der Beschwerdeführer geltend, dass er am 2
6.
Juni 2015 einen Unfall mit einem
Trottinett
gehabt habe, wobei
er
noch Wochen danach grosse Schmerzen in der Schulter gehabt habe (
Urk.
1;
Urk.
7/73).
Dem widerspricht allerdings die am
5.
Oktober 2020 telefonisch gemachte Angabe des Beschwerdeführers,
dass er
vor dem in Frage stehenden Ereignis
nie einen Unfall mit Schulterbeteiligung gehabt habe. Er führe auch Über-Kopf-Arbeiten aus, dabei habe er, seit er bei seinem jetzigen Arbeitgeber arbeite, nie Schmerzen gehabt (
Urk.
7/29).
Am 1
3.
Oktober 2020 erklärte er wiederum tele
fonisch, dass er keine Vorschäden oder vorbestehenden Beschwerden gehabt habe (
Urk.
7/37), was er am
9.
Februar 2021
erneut
bestätigte (
Urk.
7/56). Dies führte er auch gegenüber den behandelnden Ärzten aus (vgl. E. 3.7).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrecht
licher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Entsprechend ist aufgrund der
ursprünglich
gemachten Aussagen
des Beschwer
deführers
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die aktuell noch geltend gemachten Beschwerden bzw. die Massenruptur der
Rotatorenmanschette
auf
ein allfälliges
Ereignis aus dem Jahr 2015 zurückzuführen ist.
4.3
Damit ist
gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
A._
davon auszugehen, dass einige Tage bis zwei Wochen nach dem Unfall vom 3
1.
Juli 2020 der Status quo sine überwiegend wahrscheinlich erreicht wurde (vgl.
Urk.
7/30), womit die Leistungseinstellung per 1
8.
Oktober 2020, mithin 11 Wochen nach dem Unfall, nicht zu beanstanden ist.