Decision ID: 6a5547c1-3a3c-4c9b-832f-c0b90a5505ac
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit 16. Juni 2008 bei der B._ AG angestellt und dadurch bei der Suva
obligatorisch unfallversichert, als er am 18. Juni 2008 als Beifahrer eines Lieferwagens
in einen Unfall verwickelt wurde. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld). Mit Schreiben vom 6. Juni 2013 teilte die Suva dem
Versicherten mit, dass eine Behandlung der sie allein betreffenden Unfallfolgen nicht
mehr notwendig sei, weshalb die Heilkosten- und Taggeldleistungen unter
Berücksichtigung einer Übergangsfrist per 30. November 2013 eingestellt würden
(Suva-act. 290). Mit Verfügung vom 7. Juni 2013 wurde dem Versicherten bei einer
Integritätseinbusse von 5% eine Integritätsentschädigung von Fr. 6‘300.--
zugesprochen. Eine erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
wurde nicht anerkannt, weshalb keine Invalidenrente zugesprochen wurde (Suva-act.
291). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht mit Entscheid
vom 27. Januar 2015 (UV 2013/70) ab, soweit darauf eingetreten wurde. Ein
Schädelhirntrauma bzw. ein solches mindestens im Schweregrad einer Commotio
cerebri im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri sei nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bewiesen, weshalb die Adäquanz nach der Psycho-Praxis zu prüfen
und zu verneinen sei. Zum Sachverhalt ist im Übrigen auf diesen Entscheid zu
verweisen.
A.b Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil
8C_170/2015 vom 29. September 2015 teilweise gut und wies die Sache zur Einholung
eines polydisziplinären versicherungsexternen Gutachtens an das kantonale Gericht
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zurück. Die Möglichkeit einer namhaften Verbesserung eines unfallkausalen
behandlungsbedürftigen Leidens könne gestützt auf die vorhandenen medizinischen
Akten zumindest nicht ausgeschlossen werden. Da es sich um ein psychisches Leiden
handle, sei es aber nur zu berücksichtigen, falls ein Schleudertrauma oder eine
vergleichbare Verletzung gegeben seien. Fallabschluss und Adäquanz könnten somit
nur beurteilt werden, wenn die strittige Frage des Schädelhirntraumas beantwortet
werden könne. Angesichts der divergierenden medizinischen Meinungen und des
Unfallhergangs könne das Vorliegen eines Schädelhirntraumas oder einer
vergleichbaren Verletzung nicht ohne weiteres bejaht oder verneint werden. Für die
Beurteilung von Fallabschluss und Adäquanz liege zudem kein den Anforderungen der
Rechtsprechung genügendes externes polydisziplinäres Gutachten vor. Die Gutachter
hätten nicht nur die Frage, ob der Beschwerdeführer sich anlässlich des Unfalls vom
18. Juni 2008 ein Schädelhirntrauma oder eine vergleichbare Verletzung zugezogen
habe, sowie den aktuellen Gesundheitszustand und die noch zumutbare
Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, sondern hätten auch zu prüfen, ob der Fallabschluss per
30. November 2013 gestützt auf die damals vorhandenen medizinischen Akten korrekt
gewesen sei (8C_170/2015; act. G 1).
B.
B.a Das Gericht schlug den Parteien vor, zunächst mittels eines Aktengutachtens die
Frage zu klären, ob der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 18. Juni 2008
überwiegend wahrscheinlich ein Schädelhirntrauma oder eine vergleichbare Verletzung
erlitten habe. Je nach Ergebnis würde anschliessend eine umfassende polydisziplinäre
Begutachtung nötig (act. G 2). Mit Schreiben vom 12. November 2015 zeigte sich die
Beschwerdegegnerin mit dem Vorgehen grundsätzlich einverstanden, beantragte
jedoch eine andere Gutachterstelle und führte einige Ergänzungsfragen an (act. G 4).
Mit Schreiben vom 27. November 2015 erklärte sich der Beschwerdeführer mit dem
geplanten Vorgehen nicht einverstanden, da es nicht den Vorgaben des Urteils des
Bundesgerichts entspreche (act. G 7). Auch ein weiterer Vorschlag des Gerichts vom 2.
Dezember 2015, einstweilen nur eine neurologische Begutachtung vorzunehmen (act.
G 9), wurde vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. Januar 2016 mit Verweis
auf das Urteil des Bundesgerichts abgelehnt (act. G 13).
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B.b Mit Schreiben vom 3. Februar 2016 informierte das Gericht die Parteien über die
vorgesehene polydisziplinäre Begutachtung bei der asim (Academy of Swiss Insurance
Medicine) am Universitätsspital Basel (act. G 15). In der Stellungnahme vom 25.
Februar 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin, dass die Begutachtung einstweilen
auf die neurologische Fachdisziplin zu beschränken sei. Zudem ersuchte sie um
Anpassung des Fragenkatalogs und beantragte die Beauftragung einer anderen
Begutachtungsstelle (act. G 16). Am 4. März 2016 liess der Beschwerdeführer
telefonisch mitteilen, dass er mit dem vorgeschlagenen Vorgehen einverstanden sei,
die beiden von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Gutachterstellen jedoch
ablehne (act. G 18). Mit Schreiben vom 4. März 2016 teilte das Gericht den Parteien
mit, dass an der Begutachtung bei der asim festgehalten werde (act. G 19). Mit
Schreiben vom 22. März 2016 merkte die Beschwerdegegnerin an, dass die Kosten für
das „in Tat und Wahrheit völlig unnötige interdisziplinäre Gutachten“ keinesfalls ihr
überbunden werden könnten (act. G 20).
B.c Mit Schreiben vom 18. April 2016 beauftragte das Gericht das asim mit der
polydisziplinären (neurologischen, psychiatrischen und orthopädischen bei Fallführung
durch einen Internisten und allfälligen weiteren Disziplinen) Begutachtung des
Beschwerde¬führers (act. G 24).
B.d Im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2016 nannten die Gutachter als
unfallkausale Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Autounfall am 18. Juni 2008 mit Contusio capitis / RQW frontal, transientem
traumatischem benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel, stabiler ventraler
Kompressionsfraktur LWK1 (konservativ therapiert), Oberkantenabsprengung BWK3
sowie Deckplattenimpressionen BWK4 und 5, Thorax- und Schulterkontusion rechts
sowie posttraumatischer Belastungsstörung (remittiert). Als unfallfremde Diagnosen mit
Relevanz für die Arbeitsfähigkeit wurde eine gemischte dissoziative Störung mit auch
somatoformen Anteilen als Ausdruck einer primär neurotischen Störung, Angst und
Depression gemischt, akzentuierte Persönlichkeitszüge mit führend ängstlich
vermeidenden, narzisstischen und dependenten Zügen sowie leichte
neuropsychologische Funktionsstörungen mit negativer Antwortverzerrung das
Gedächtnis betreffend und übertriebener Beschwerdenschilderung somatischer,
kognitiver und psychischer Beschwerden bei zugleich positiver Antwortverzerrung im
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Sinne eines Impression Management mit einer Vielzahl möglicher Differentialdiagnosen
bezüglich Ursachen dieser Funktionsstörung angegeben (act. G 29).
B.e Mit Stellungnahme vom 30. Januar 2017 führt die Beschwerdegegnerin aus, dass
mit dem asim-Gutachten nun endgültig erstellt sei, dass sich der Beschwerdeführer
beim Unfall vom 18. Juni 2008 kein Schädelhirntrauma, sondern lediglich eine
Schädelprellung zugezogen habe. Dementsprechend habe die Adäquanzprüfung nicht
nach der Schleudertrauma-, sondern nach der Psycho-Praxis per 30. November 2013
zu erfolgen. Es sei kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den nach dem 30.
November 2013 geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 18. Juni 2008 gegeben
(act. G 33).
B.f Mit Stellungnahme vom 24. März 2017 führt der Beschwerdeführer aus, dass die
Gutachter immer wieder frühere Unfälle (Sturz vom Baum 1973 und Autounfall 1986)
erwähnen und behaupten würden, er habe bei diesen Unfällen (möglicherweise) ein
Schädelhirntrauma erlitten. Dabei seien diese beiden Ereignisse nicht aktenmässig
dokumentiert. Es sei verfehlt, von früheren Schädelhirntraumen zu sprechen, da sich
die Gutachter dabei auf einen nicht erwiesenen Sachverhalt abstützen würden. Weiter
hätten sich die Gutachter nicht mit dem extrem schweren gemischten obstruktiven
zentralen Schlafapnoesyndrom auseinandergesetzt. Deshalb könne das Gutachten
nicht als umfassend bezeichnet werden. Mittels des Gutachtens lasse sich
nachweisen, dass der Fall zu früh abgeschlossen worden sei. Er habe Anspruch auf
Taggelder bis zum Vorliegen des Gutachtens am 31. Dezember 2016 (act. G 38).

Erwägungen
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zurecht die
Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 16. Juni 2008 per 30. November 2013
eingestellt (vgl. dazu das Bundesgerichtsurteil 8C_170/2015 vom 29. September 2015
E. 4.2), den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint und eine
Integritätsentschädigung von 5% zugesprochen hat.
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1.2 Hinsichtlich der massgebenden rechtlichen Grundlagen für die Beurteilung der
Leistungspflicht kann auf die Ausführungen des Entscheides vom 27. Januar 2015 (UV
2013/70, E. 2.2 ff.) bzw. die Ausführungen im Urteil des Bundesgerichts vom 29.
September 2015 (8C_170/2015) verwiesen werden.
1.3 Zu ergänzen ist bezüglich der Beweiskraft von Gerichtsgutachten, dass das
Gericht „nicht ohne zwingende Gründe“ von den Einschätzungen des medizinischen
Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat
diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten
komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465
E. 4.4 mit Hinweisen).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer bringt gegen das asim-Gutachten vor, dass sämtliche
beteiligten Gutachter immer wieder frühere Unfälle (Sturz vom Baum 1973 und
Autounfall 1986) erwähnt und behauptet hätten, er hätte bei diesen Unfällen
(möglicherweise) ein Schädelhirntrauma erlitten. Dabei seien diese beiden Ereignisse
nicht aktenmässig dokumentiert. Wie die vorliegende Auseinandersetzung zeige,
würden an den Nachweis eines Schädelhirntraumas sehr hohe Anforderungen gestellt
und es genüge nicht, wenn ein Schädelhirntrauma in mehreren Arztberichten
dokumentiert werde. Es sei deshalb erstaunlich, dass die Gutachter in Unkenntnis der
früheren Unfallakten voreilig von (möglichen) früheren Schädelhirntraumen ausgingen.
Dabei habe der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung und bereits mehrfach
auch in der Vergangenheit ausgeführt, dass er sich beim Autounfall 1986 – im
Unterschied zum Autounfall 2008 – keine Kopfverletzung zugezogen habe und
dementsprechend kein Schädelhirntrauma diagnostiziert worden sei. Erst später habe
Prim. Dr. C._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, plötzlich von einem erlittenen
Schädelhirntrauma 1986 gesprochen. Das Gleiche gelte für den Sturz im Jahre 1973.
Damals, im Alter von zwölf Jahren, habe er nach einem Sturz vom Baum eine leichte
Gehirnerschütterung erlitten. In den weiteren Akten sei, gestützt auf die Ausführungen
von Dr. C._, immer wieder von Schädelhirntraumen in früheren Jahren die Rede.
Diese Unstimmigkeit sei fälschlicherweise von verschiedenen Ärzten übernommen
worden. Vor diesem Hintergrund sei es verfehlt, von früheren Schädelhirntraumen zu
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sprechen und die objektiv nachweislichen Signalanhebungen im MRI sukortikal frontal
als vorbestehend einzuschätzen. Ferner werde bemängelt, dass sich die asim-
Gutachter nicht mit dem extrem schweren gemischten obstruktiven zentralen
Schlafapnoesyndrom auseinandergesetzt hätten. Ausser einer Erwähnung der Aussage
des Suva-Arztes Dr. med. D._, Neurologie FMH, wonach das Schlafapnoesyndrom
nicht Folge des Kopfanpralls beim Unfall gewesen sein könne, fänden sich im
Gutachten keine weiteren Ausführungen zur Unfallkausalität. Dies, obwohl das schwere
Schlafapnoesyndrom aktenkundig sei. Die neuropsychologische Fachgutachterin gehe
fälschlicherweise von einem obstruktiven und nicht von einem gemischten, d.h. einem
obstruktiv zentralen Schlafapnoesyndrom aus. Bei der zentralen Schlafapnoe liege eine
Fehlsteuerung im Atemzentrum des Gehirns vor. Der Beschwerdeführer leide seit dem
Unfall unter Atemproblemen, welche in zahlreichen Arztberichten beschrieben würden.
Aus den Berichten von Dr. med. univ. E._, Facharzt für Innere Medizin, und vom
Schlaflabor gehe hervor, dass die Schlafapnoe mit dem erlittenen Schädelhirntrauma
zusammenhänge. Es wäre Aufgabe der Gutachter gewesen abzuklären, ob die
Schlafapnoe nicht Folge eines erlittenen Schädelhirntraumas sei. Somit könne das
Gutachten nicht als umfassend bezeichnet werden. Insgesamt beruhe es auf einem
nicht bewiesenen Sachverhalt und sei unvollständig (act. G 38).
2.2 Der neurologische Gutachter führt in seinem Teilgutachten aus, dass im
Austrittsbericht der Neurologie des F._ vom 18. Februar 2003 mehrfache
Schädeltraumen in Kindheit und Jugend sowie ein Hochtonabsenken links,
möglicherweise durch eine Contusio labyrinthi (Schädelhirntrauma 1986) verursacht,
aufgeführt seien. Im MRI vom 21. Januar 2003 (vgl. S. 2 und 11) hätten sich vereinzelt
unspezifische Demyelinisierungsherde vor allem im subkortikalen Marklager gefunden.
Weiter stellt er jedoch klar, dass der Unfall von 1986 nicht dokumentiert sei. Laut
Angaben des Beschwerdeführers habe sich dieser damals keine Kopfverletzung
zugezogen und es sei damals auch kein Schädelhirntrauma diagnostiziert worden,
diese Diagnose sei erst viel später von Dr. C._ gestellt worden. Eine stattgehabte
Commotio cerebri / milde traumatische Hirnschädigung sei aufgrund der Amnesie und
abgestützt auf die Plausibilität (das Fahrzeug habe sich mehrfach überschlagen und sei
laut Angabe 60 Meter einen Hang hinuntergestürzt) zumindest möglich.
Differentialdiagnostisch sei eine Amnesie im Rahmen eines Alkoholrausches zu
erwähnen, die klare retro- und anterograde
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Abgrenzung spreche aber eher dagegen. Das Gleiche gelte für den Sturz vom Baum
1973, wofür der Beschwerdeführer ebenfalls eine Amnesie angebe und wo vom damals
behandelnden Arzt offenbar von einer „leichten Gehirnerschütterung“ gesprochen
worden sei (act. G 29, neurologisches Fachgutachten, S. 12). Zudem bezieht sich der
Gutachter bei der weiteren Beurteilung des Unfalls vom 18. Juni 2008 und bei der
Feststellung, dass „nur“ ein Schädeltrauma im Sinne einer Contusio capitis und nicht
eine Hirnverletzung, auch nicht eine milde im Sinne einer Commotio cerebri,
stattgefunden habe, nicht weiter auf die Unfälle von 1973 und 1986 (vgl. act. G 29,
neurologisches Fachgutachten, S. 14 f.). Insgesamt ist diesbezüglich im Gutachten kein
Mangel zu erkennen, da der Gutachter die Akten korrekt wiedergegeben und die vom
Beschwerdeführer angegebenen Punkte bezüglich der Unfälle von 1973 und 1986
aufgenommen hat und diese überdies für die Beurteilung der Auswirkungen des Unfalls
vom 18. Juni 2008 nicht weiter herangezogen wurden. Seine Schlussfolgerungen sind
plausibel. Der Nachweis, dass der Unfall vom 16. Juni 2008 überwiegend
wahrscheinlich ein Schädelhirntrauma verursacht hat, misslingt dem Beschwerdeführer
somit.
2.3
2.3.1 Knapp viereinhalb Jahre nach dem Unfall wurde beim Beschwerdeführer
erstmals ein schweres gemischtes obstruktiv/zentrales Schlafapnoesyndrom nach
Schädelhirntrauma diagnostiziert (Bericht der Abteilung Pulmologie, Schlaflabor, des
Landeskrankenhauses G._ vom 25. November 2012, Suva-act. 286). Hinweise auf
mögliche Ursachen wurden seitens des Schlaflabors nicht abgegeben. Der Hausarzt
des Beschwerdeführers Dr. E._ führte im Bericht vom 3. Juli 2013 aus, dass der
Beschwerdeführer unter einem extrem schweren gemischten obstruktiven/zentralen
Schlafapnoesyndrom leide, welches sicherlich auch in erster Linie durch das
Schädelhirntrauma ausgelöst worden sei (UV 2013/70, act. G 3.18). Diese
Einschätzung begründete der Internist Dr. E._, der offenbar nicht über spezifische
pulmologische oder schlafmedizinische Kenntnisse verfügt, nicht. Er erwähnte
lediglich, dass eine vorbestehende COPD aus der Geschichte her nicht bekannt
gewesen sei. Dies reicht jedoch für den mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu erbringenden Nachweis der Unfallkausalität der Schlafapnoe
nicht aus.
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2.3.2 Der Beschwerdeführer betont, dass bei der Form der zentralen Schlafapnoe
eine Fehlsteuerung im Atemzentrum des Gehirns vorliege (act. G 38, S. 3 oben), und
wirft den asim-Gutachtern vor, sie hätten zu Unrecht nicht abgeklärt, ob die
Schlafapnoe nicht Folge eines erlittenen Schädelhirntraumas sei. Dr. D._ kam in der
neurologischen Beurteilung vom 20. Dezember 2012 zum Schluss, dass das im
Landeskrankenhaus G._ festgestellte „schwere, gemischt obstruktiv und zentrale
Schlafapnoesyndrom“ nicht die Folge des Kopfanpralles anlässlich des Unfalles vom
18. Juni 2008 gewesen sein könne. Es habe nie ein Schädelhirntrauma von relevantem
Ausmass mit in irgendeiner Weise nachweisbarem strukturellem Defizit oder auch
Funktionsbeeinträchtigung stattgefunden, insoweit sei bereits die Annahme eines
kausalen Konnexes verfehlt (Suva-act. 278, S. 11). Im asim-Gutachten wird das extrem
schwere gemischte obstruktiv/zentrale Schlafapnoesyndrom unter den unfallfremden
Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit erwähnt (act. G 29, S. 10 f.). Da die
Gutachter zum Schluss kamen, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom 18.
Juni 2008 ein Schädeltrauma im Sinne einer Schädelprellung mit einer RQW, jedoch
keine Hirnverletzung im Sinne einer MTBI zugezogen habe, und sie somit eine Contusio
capitis mit RQW frontal diagnostizierten (act. G 29, S. 10), kann das
Schlafapnoesyndrom jedenfalls nicht auf ein anlässlich des Unfalls vom 18. Juni 2008
erlittenes Schädelhirntrauma zurückgeführt werden.
2.3.3 Weitere Abklärungen zur Frage, ob die erlittene Schädelprellung die
Schlafapnoe verursacht haben könnte, drängen sich nicht auf. Es ist nämlich davon
auszugehen, dass ein dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
genügender Beweis einer solchen Verursachung unmöglich ist. Dr. D._ hatte bereits
festgehalten, es sei bekannt, dass regelhaft ein schweres Schlafapnoesyndrom,
welches durch Obstruktion im naso-pharygealen Bereich entstehe, auch Anteile eines
nachweisbaren zentralen Apnoegeschehens mit sich bringe (Suva-act. 278, S. 11; zu
Studien über die Koexistenz obstruktiver und zentraler Apnoen siehe SANDRA
LEISTNER, Prävalenz des Komplexen Schlafapnoesyndroms, Inaugural-Dissertation
Philipps-Universität Marburg, Marburg 2009, S. 20 f.). Die Ursachen sowohl der
obstruktiven als auch der zentralen Schlafapnoe können offenbar vielfältig sein, die
Zuordnung einzelner Ursachen ist kaum möglich. Naheliegenderweise sind denn auch
Ätiologie und Pathophysiologie der kombinierten Form unklar (vgl. LEISTNER, a.a.O.,
S. 10 ff., insbes. S. 20). In den Akten finden sich keine konkreten Hinweise darauf, dass
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aus medizinischer Sicht ein Zusammenhang zwischen einer Contusio capitis und der
gemischten Schlafapnoe auch nur möglich ist; die Nachweisbarkeit eines solchen
Zusammenhangs mit dem höheren Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ist im konkreten Fall in antizipierender Beweiswürdigung zu verneinen. Diesbezüglich
fällt nicht nur das zeitlich deutliche Auseinanderfallen von Unfall und Diagnosestellung
ins Gewicht. Zu berücksichtigen ist auch die Vielschichtigkeit der vom
Beschwerdeführer empfundenen Beeinträchtigungen und die hohe Komplexität der
Ursachenermittlung, die sich aus dem ausführlichen asim-Gutachten insgesamt sehr
anschaulich ergibt. Gemäss der neuropsychologischen Gutachterin des asim ist im
Übrigen keineswegs klar abgrenzbar nur die Schlafapnoe für die von ihr auf ca. 20%
geschätzte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verantwortlich. An erster Stelle erwähnte
die Neuropsychologin die eingenommenen Psychopharmaka als die geistige
Leistungsfähigkeit einschränkend (S. 20 und 26 des neuropsychologischen
Gutachtens). Sie hielt zudem fest, dass die derzeit vorhandene Literatur keinen
endgültigen Schluss darüber zulasse, ob und in welchem Ausmass kognitive
Leistungseinbussen auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom zurückzuführen seien.
Kontroverse Ergebnisse beträfen auch die Art der Leistungseinbussen (S. 20 f.). Weiter
betonte sie, dass die von ihr erhobenen kognitiven Defizite ihrer Natur nach auch durch
die vom neurologischen Teilgutachter diagnostizierte vaskuläre Encephalopathie
(mit)bedingt sein könnten (S. 21 des neuropsychologischen Teilgutachtens). Der
neurologische Gutachter hatte der vaskulären Encephalopathie (die bereits 2003 - also
vor dem Unfall - als Verdachtsdiagnose erhoben, dann aber wieder verworfen worden
war, vgl. S. 14 oben des neurologischen Gutachtens) keine Unfallkausalität
zugeschrieben und den Risikofaktor der beim Beschwerdeführer seit längerem
vorliegenden arteriellen Hypertonie erwähnt (S. 14 des neurologischen Teilgutachtens).
2.4 Zusammenfassend liegt die Unfallkausalität der Schlafapnoe höchstens im Bereich
des Möglichen, ist also nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt und auch nicht
erstellbar. Im Übrigen wäre auch der quantitative und qualitative Einfluss der
Schlafapnoe auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht ausgewiesen. Es
besteht Beweislosigkeit, deren Folgen nach der massgebenden Beweislastverteilung
der Beschwerdeführer zu tragen hat. Seine Vorbringen vermögen insgesamt keine
Zweifel an dem auf umfassenden Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der
vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des gesamten Leidensbildes
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ergangenen, nachvollziehbaren asim-Gutachten hervorzurufen, weshalb auf dieses
abgestellt werden kann.
3.
3.1 Gestützt auf das asim-Gutachten ist die Verursachung eines Schädelhirntraumas
durch den Unfall vom 18. Juni 2008 zu verneinen. Somit kommt vorliegend die
sogenannte Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zur Anwendung. Die Prüfung der
Adäquanz, d.h. der Fallabschluss, ist in diesem Fall in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in
dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet
werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2015, 8C_170/2015, E.
5.2 mit Verweis auf BGE 134 V 109 E. 6.1). Gemäss kreisärztlicher Untersuchung vom
6. Mai 2013 ergeben sich aus somatischer Sicht keine Anhaltspunkte für eine
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dem Beschwerdeführer seien leichte
bis mittelschwere vollschichtige Tätigkeiten in wechselnder Körperhaltung ohne
Einnehmen von Zwangshaltungen in Reklinations- und Inklinationspositionen der
Wirbelsäule zuzumuten. Er bedürfe keiner weiteren medizinischen
Behandlungsmassnahmen (UV-act. 287, S. 10 f.). Auch aus dem asim-Gutachten ergibt
sich keine davon abweichende Beurteilung. Aus somatischer Sicht ist der
gesundheitliche Endzustand eingetreten, womit der Fallabschluss und die Prüfung der
Adäquanz per 30. November 2013 nicht zu beanstanden ist. Ebenfalls ist somit die
Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 30. November 2013 nicht
zu beanstanden.
3.2 Bezüglich der Adäquanzprüfung gemäss der Psycho-Praxis kann auf die
Ausführungen im Entscheid vom 27. Januar 2015 verwiesen werden (UV 2013/70, E. 6).
Die Adäquanz ist zu verneinen, womit der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
3.3 Gemäss asim-Gutachten besteht weder ein physischer noch ein psychiatrischer
Integritätsschaden (act. G 29, S. 17). Der Suva-Arzt Prof. Dr. med. H._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie, hielt in der Beurteilung vom 13. Januar 2011 fest, aus
orthopädisch-traumatologischer Sicht bestehe ein Status nach stabiler ventraler
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Kompressionsfraktur des 1. LWK, der in einem Kyphosewinkel von 14 Grad in der
Sagittalebene konsolidiert sei. Auch in der Frontalebene habe sich ein allerdings
geringfügigerer seitlicher Keilwirbel durch das Trauma eingestellt. Es bestünden
belastungsabhängige Beschwerden, die in Ruhe meistens rasch wieder abklingen
würden. Entsprechend dem bekannten Tabellenwerk der Suva stehe für den Status
nach Frakturen im LWS-Bereich bei einem Kyphosewinkel von 10 bis 20 Grad bei
mässigen Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, mit guter, rascher
Erholung eine Integritätsentschädigung von 5 bis 10% zur Diskussion. Vorliegend sei
die Symptomatik eher als gering einzustufen, weshalb die Einschätzung bei 5%
anzusetzen sei. Diese Einschätzung ist plausibel. Somit ist die Integritätsentschädigung
von 5% nicht zu beanstanden (vgl. im Übrigen die Ausführungen in UV 2013/70, E. 7).
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 16. September 2013 abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.3 Die im Gerichtsverfahren angefallenen Kosten des asim-Gutachtens im Umfang
von Fr. 27‘288.50 (Rechnung des Universitätsspitals Basel vom 12. Januar 2017 für
das Gutachten der Kategorie E, act. G 31) zuzüglich der damit verbundenen und als
angemessen zu beurteilenden Auslagen des Beschwerdeführers von Fr. 185.20
(Schreiben des Beschwerdeführers vom 10. Oktober 2016 mit Zusammenstellung der
Kosten, act. G 28) sind durch die Beschwerdegegnerin zu tragen. Denn das
Gerichtsgutachten und die entsprechenden Kosten wurden durch die gemäss Urteil
des Bundesgerichts vom 29. September 2015 unvollständigen medizinischen Akten
verursacht. Mit Blick auf die Untersuchungspflicht der Verwaltung ist dieser Mangel
dem Risikobereich der Unfallversicherung zuzuschreiben. Daran ändert auch nichts,
dass das Gerichtsgutachten erst auf Anordnung des Bundesgerichts hin eingeholt
wurde, welches überdies auch den Umfang der zu begutachtenden Fragen festlegte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2013, 8C_71/2013, E. 2.2.3).
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4.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Es gilt (über den Wortlaut
von Art. 61 lit. g ATSG hinaus) aber nach der Rechtsprechung der allgemeine
Rechtsgrundsatz, dass jene Partei für die Kosten eines Verfahrens aufkommen muss,
welches dieses verursacht hat (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 11. November 2002, U 150/02 E. 1.2; BGE 125 V 373). Es
gilt also das Verursacherprinzip, das auch eine Parteientschädigung zu Lasten (selbst)
der obsiegenden Behörde begründen kann (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Januar
2010, 9C_1000/09, mit Hinweisen). Die vorliegende Beschwerde wird abgewiesen,
womit der Beschwerdeführer in diesem Verfahren unterliegt. Es ist jedoch zu
berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer im Abweisungsentscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Januar 2015 im Verfahren UV
2013/70 keine Parteientschädigung zugesprochen wurde. Dieser Entscheid wurde vom
Bundesgericht mit Urteil vom 29. September 2015 wieder aufgehoben und die Sache
wurde zur Einholung eines Gerichtsgutachtens an das Versicherungsgericht
zurückgewiesen. Der Beschwerdeführer hat im ersten Verfahren vor dem
Bundesgericht obsiegt, da die Sache zur Neubeurteilung zurückgewiesen wurde.
Gemäss dem rechtskräftigen Bundesgerichtsentscheid hat die Beschwerdegegnerin
den Untersuchungsgrundsatz verletzt, womit ihr das Verursachen des Verfahrens UV
2013/70 anzulasten ist. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer im Verfahren UV
2013/70 Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000 bis Fr. 12‘000.--. Bei
Rückweisung zur weiteren Abklärung, die praxisgemäss als volles Obsiegen gilt, wäre
in einem mit dem Verfahren UV 2013/70 vergleichbaren Fall eine Entschädigung von
pauschal Fr. 4‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Die
Zusprache einer Entschädigung in dieser Höhe rechtfertigt sich folglich auch für das
Verfahren IV 2013/70.