Decision ID: 0b7edfae-d48c-5ef4-93e3-7f774c14999e
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Marktstrasse 2, Postfach,
8853 Lachen SZ,
gegen
Pensionskasse B._,
Beklagte,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Matthias Frey, Advokaturbüro Marguth Motta
Pflug, Aarbergergasse 21, 3011 Bern,
betreffend
Invalidenrente; Kinderrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 12. November 1990, vorerst als
Stationspraktikant und danach als vollzeitlich Angestellter, bei den B._ tätig (act. G
1.2, 1.3) und dadurch ab 1. Dezember 1990 bei der Pensionskasse B._
vorsorgeversichert (act. G 8.1/1 Nr. 1). Ab 1. Februar 1998 arbeitete er als
Betriebsdisponent der B._ (act. G 1.4). Am 5. August 2000 stellte er das Gesuch um
Reduktion des Beschäftigungsgrades auf 75 % mit Wirkung ab 1. Januar 2001. Das
Gesuch wurde bewilligt und der versicherte Verdienst (PHK) bei 100% belassen (act. G
1.5-1.7; act. G 8.1/1 Nr. 2). Am 15. Oktober 2001 kündigte der Versicherte das
Arbeitsverhältnis als Betriebsdisponent ohne Grundangabe auf den 30. April 2002 (act.
G 1.8). Am 9. Januar 2002 teilte er der Arbeitgeberin mit, momentan sehe er für sich
keine Entwicklungsmöglichkeiten bei den B._, mit denen er sich identifizieren könne.
Das Berufsbild des Betriebsdisponenten habe ihn von Anfang an fasziniert. Letztes
Jahr habe er das Arbeitspensum auf 75% reduziert, um der Überlastung
entgegenzuwirken. Leider habe dies nicht geklappt, und er habe in den letzten
Monaten doch wieder 100% gearbeitet. Er bewerbe sich für eine vom 1. Mai 2002 bis
31. Dezember 2003 befristete Tätigkeit als Betriebsdisponent mit einem Arbeitspensum
von 70%; die Pensionskasse solle mit 100% weitergeführt werden (act. G 8.1/1 Nr. 3).
Der befristete Arbeitsvertrag kam in der Folge zustande (act. G 1.10, 1.11; G 8.1/1
Nr. 4). Am 22. Juli 2003 teilten die B._ dem Versicherten mit, dass sein befristeter
Anstellungsvertrag per 31. Dezember 2003 auslaufe und ihm aufgrund der
Arbeitsmarktsituation inskünftig keine Beschäftigung mehr angeboten werden könne
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(act. G 8.1/1 Nr. 5). Im Juli 2005 überwies die Pensionskasse B._ die Austrittsleistung
des Versicherten an eine Freizügigkeitsstiftung (act. G 8.1/1 Nr. 7 und Nr. 8).
A.b Von November 2004 bis Januar 2005 war der Versicherte bei der C._ GmbH,
tätig und dadurch bei der Allianz Suisse vorsorgeversichert (act. G 1.29). Im Dezember
2004 hatte sich der Versicherte zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (IV)
angemeldet. Im Antragsformular erklärte er unter anderem, dass er seit 1. Januar 2004
bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen gemeldet sei. Er stehe seit Juni 2000
bei Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin, und seit November 2002 bei PD
E._, Psychiatrische Universitätsklinik, in Behandlung (act. G 1.24). Mit Verfügungen
vom 26. Oktober sowie vom 2. und 12. November 2009 sprach die IV-Stelle St. Gallen
dem Versicherten mit Wirkung ab September 2008 eine ganze Rente auf der Basis
eines Invaliditätsgrads von 91% zu, wobei sich der Grad aus der Gegenüberstellung
eines Valideneinkommens von Fr. 88'700.-- und des Invalideneinkommens von Fr.
8'400.-- (70%-Tätigkeit in einer geschützten Institution) ergab. Eine erhebliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Beginn der einjährigen Wartezeit) erachtete die IV-
Stelle seit dem 4. September 2007 als gegeben (act. G 1.35-1.37). Die am 30. März
2010 verfügte Neuberechnung der IV-Rente bestätigte den Invaliditätsgrad von 91%
(act. G 8.1/1 Nr. 20 und 21).
A.c Ein durch Rechtsanwalt lic. iur. K. Noser, Lachen, für den Versicherten am
17. Dezember 2009 gestelltes Leistungsbegehren (act. G 1.38, G 8.1/1 Nr. 9) hatte die
B._ Pensionskasse am 14. Januar 2010 abschlägig beantwortet. Die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses bei den B._ auf Ende Dezember 2003 sei nicht aus gesundheit
lichen Gründen erfolgt. Gemäss IV-Verfügung sei der Versicherte seit September 2007
in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Zwischen der Auflösung des
Arbeitsverhältnisses und dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit lägen drei Jahre und neun
Monate. Sie sei nicht ins IV-Verfahren einbezogen worden; der Vorbescheid sei nicht
zugestellt worden. Durch die Überweisung der Freizügigkeitsleistung an eine
Freizügigkeitsstiftung seien die gesetzlichen Leistungen erbracht worden (act. G 1.39,
G 8.1/1 Nr. 11). In einem weiteren Briefwechsel (act. G 1.41, 1.42. 1.44, 1.45; G 8.1/1
Nr. 12-15) hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest.
B.
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B.a Mit Eingabe vom 16. Januar 2012 erhob Rechtsanwalt Noser für den Versicherten
Klage gegen die Pensionskasse B._ mit den Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu
verpflichten, dem Kläger eine ganze Rente und für dessen Sohn Julian, geb. 17. Mai
1995, eine ganze Kinderrente gemäss BVG und dem Vorsorgereglement der Beklagten
rückwirkend ab 1. September 2008 auszurichten. Dem Kläger sei die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung führte er unter anderem aus, der
Kläger habe seine Beschäftigung auf 75% bzw. 70% reduziert, weil er sich zunehmend
überfordert gefühlt habe, was er seinen Vorgesetzten auch wiederholt gesagt habe.
Abgesehen davon, dass schon die Vorgesetzten des Klägers anlässlich der
Herabsetzungen des Beschäftigungsgrads und der Kündigung vom Kläger erfahren
hätten, dass diese Dispositionen gesundheitsbedingt gewesen seien, hätten die B._
mit dem Schreiben von Dr. D._ vom 15. Dezember 2003 zuverlässig erfahren, dass
der Kläger noch während der Anstellungsdauer in seiner Arbeitsfähigkeit
gesundheitsbedingt erheblich eingeschränkt gewesen sei. Mit den IV-Verfügungen, die
für die Beklagte, welcher sie eröffnet worden seien, verbindlich seien, stehe fest, dass
der Kläger Anspruch auf eine volle Invalidenrente und eine Kinderrente gemäss BVG
und Vorsorgereglement der Beklagten habe. Ein sachlicher und zeitlicher
Zusammenhang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses
bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität sei zu bejahen. Für den
Anspruch auf eine Invalidenrente komme es nicht darauf an, wer von den
Arbeitsvertragsparteien den Vertrag auflöse, und auch der Auflösungsgrund sei
unerheblich.
B.b Am 28. Januar 2012 wurde das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren bewilligt.
B.c In der Klageantwort vom 10. April 2012 beantragte Fürsprecher M. Frey, Bern, für
die Beklagte Abweisung der Klage. Zur Begründung führte er unter anderem aus, der
Umstand, dass es nicht zu einer Verlängerung des Anstellungsverhältnisses mit dem
Kläger gekommen sei, sei offensichtlich allein auf wirtschaftliche Gründe
zurückzuführen. Gesundheitliche Gründe hätten keine Rolle gespielt. Er habe sich am
Arbeitsplatz überlastet gefühlt. Es sei ihm darum gegangen, mehr Freizeit und mehr
Erholungszeit zu haben. Wenn der Hausarzt Dr. D._ nachträglich eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit von Juli 2000 bis Dezember 2003 attestiere, so widerspreche dies
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der arbeitsrechtlichen Realität. Die Frage, ob das angebliche ADHD bzw. ADHS bis zu
Ende des Vorsorgeverhältnisses eine Störung mit Krankheitswert dargestellt habe,
könne offenbleiben, da die Akten den sicheren Beweis liefern würden, dass dieses
ADHD bis zum Ende des Vorsorgeverhältnisses nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt
habe. Wäre eine Stellenreduktion aus gesundheitlichen Gründen notwendig geworden,
hätte die Arbeitgeberin Reintegrationsmassnahmen geprüft. Die Äusserungen des
ärztlichen Dienstes der B._ seien wenig aussagekräftig. Dass gesundheitliche Gründe
zum Ende des Arbeitsverhältnisses mit der C._ GmbH geführt hätten, müsse
bestritten werden. Der Kläger habe sich erst am 22. Dezember 2004 zum
Leistungsbezug bei der IV angemeldet. Offenbar habe sich zu diesem Zeitpunkt das
Leiden in einer Form verschlimmert, wie es bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses mit
den B._ nicht vorhanden gewesen sei. Entgegen der Darstellung des Klägers seien
die beruflichen Massnahmen nicht zum Vornherein aussichtslos gewesen. Die bipolare
affektive Störung bestehe nach Lage der medizinischen Akten (act. G 1.32) seit ca.
2006. Erst gestützt auf diese neue Entwicklung sei der RAD am 18. März 2009 zur
Auffassung gelangt, dass die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente gegeben
seien (act. G 8.1/10). Daraus folge, dass der sachliche Zusammenhang nicht gegeben
sei. Erstens sei es während des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten gar nie zu
einer Arbeitsunfähigkeit gekommen. Zweitens hätte eine (bestrittene) Arbeitsunfähigkeit
nicht dieselbe Ursache wie die im Jahr 2007 bzw. 2008 eingetretene Invalidität. Auch
fehle es an einem zeitlichen Zusammenhang. Der Kläger sei in der Lage gewesen, bei
der Umschulung voll mitzuwirken (act. G 8.1/9). Das Ziel einer Wiedereingliederung
wäre erreicht worden, wenn nicht im Jahr 2007 neue psychische Probleme aufgetreten
wären. Die Umschulung unterbreche den zeitlichen Zusammenhang.
B.d Mit Replik vom 19. Juni 2012 und Duplik vom 15. August 2012 bestätigten die
Parteien ihre Anträge und Ausführungen (act. G 14 und 18).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Änderung der
Leistungsvoraussetzungen bei Invalidität (Art. 23 BVG) und der Leistungshöhe (Art. 24
BVG) mit sich brachte, in Kraft. Nach Art. 23 lit. a BVG (neue Fassung) haben (im
Obligatoriumsbereich) Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der IV
zu mindestens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Anspruch auf eine volle
Invalidenrente hat die versicherte Person, wenn sie im Sinn der IV zu mindestens 70
Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG). - In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen
führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V 467; vorliegend: Anspruch auf eine
ganze IV-Rente ab September 2008). Das Klageverfahren, welchem kein
vorinstanzlicher Entscheid zugrunde liegt, betrifft Leistungsansprüche ab 1. September
2008. Mit Blick auf diese Gegebenheiten ist konkret das ab 1. Januar 2005 gültige
Recht der obligatorischen beruflichen Vorsorge anzuwenden, soweit ihm neben den
reglementarischen Regelungen der Beklagten eine eigenständige Bedeutung zukommt.
2.
2.1 Streitig ist, ob die Beklagte dem Kläger für die Zeit ab 1. September 2008
Invalidenleistungen auszurichten hat. Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht
auf eine Rente der Invalidenversicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung
nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der
beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist.
Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeeinrichtungen frei, den Invaliditätsbegriff
bereits in der obligatorischen Versicherung zugunsten des Versicherten zu erweitern
oder Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 40%
auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des Invaliditätsbegriffs;
sie haben sich aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu halten. Gehen sie
ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbegriff aus
wie die Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des versicherten Ereignisses an die
Invaliditätsbemessung der IV-Stellen (der Kantone und des Bundes) gebunden, es sei
denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308; BGE
115 V 208 und 215; BGE 118 V 35 E. 2b/aa; BGE 120 V 106 E. 3c). Mit BGE 129 V 73
wurde eine Bindungswirkung der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für
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die Vorsorgeeinrichtung verneint, wenn diese nicht spätestens im
Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV) und, nach dessen Ersetzung durch das
Einspracheverfahren von 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006, bei der
Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen
wird. Hält sich die Vorsorgeeinrichtung demgegenüber im Rahmen des
invalidenversicherungsrechtlich Verfügten, ja stützt sie sich darauf, ist das Problem des
Nichteinbezugs des Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren gegenstandslos. In diesem
Fall kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber gewollte, in den Art. 23 ff BVG
zum Ausdruck gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter Vorbehalt offensichtlicher
Unrichtigkeit des IV-Entscheids zum Zug. Stellt somit die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
[bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 14. August
2000, B 50/99, E. 2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-
Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Februar 2004, B
39/03, E. 3.1).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal - aus während der Versicherungsdauer aufgetretener Arbeitsunfähigkeit -
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 118 V 35 E. 5; 123 V 262 E.
1a). Auf diese Weise kommt der Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das
Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach
einer langen Krankheit eintritt, während welcher die leistungsanbegehrende Person
unter Umständen dem Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 118 V 35 E. 2b/
aa; BGE 120 V 112 E. 2b). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig
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bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit
einsetzte, als die versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass
zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein direkter und enger
Zusammenhang besteht. Zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität muss
sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher Zusammenhang bestehen. Der sachliche
Zusammenhang ist gegeben, wenn der invalidisierende Gesundheitsschaden der
gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung
manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine
längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des
Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte
Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlassten (BGE 123 V 262, E. 1c; 120 V 112,
E. 2c/aa-bb, mit Hinweisen).
3.
3.1 Gemäss Art. 33 des Vorsorgereglements der Beklagten, gültig ab 1. Januar 2007
(act. G 1.1/46) gelten Versicherte als invalid, deren Arbeitsverhältnis wegen mangelnder
medizinischer Tauglichkeit angepasst oder aufgelöst wurde und die von der IV als
invalid anerkannt werden, sofern sie beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat, bei der Beklagten versichert waren (Abs. 1). Für die
Bestimmung des Pensionsanspruchs ist der Invaliditätsgrad der IV massgebend (Abs.
3). Bei einer Änderung des Invaliditätsgrads der IV wird der Pensionsanspruch
entsprechend angepasst (Abs. 4). Nach Art. 34 des Vorsorgereglements 2007 beginnt
der Anspruch auf eine Invalidenpension mit dem Anspruch auf eine Rente der IV
(Abs. 1). Die Invalidenpension wird solange nicht ausbezahlt, als der Versicherte seinen
Lohn oder an dessen Stelle Lohnersatzleistungen bezieht und diese
Lohnersatzleistungen mindestens 80 Prozent des Lohns entsprechen und zu
mindestens 50 Prozent durch den Arbeitgeber finanziert wurden (Abs. 2).
3.2 Zu prüfen ist konkret die Frage, ob beim Kläger während des vom 1. Dezember
1990 bis 31. Dezember 2003 (vgl. act. G 8.1/1 Nr. 1 und Nr. 5) dauernden
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche
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in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang zu der von der IV ab 1. September 2008
anerkannten Invalidität steht. Mit Blick auf die vorangehend dargelegten
Reglementsbestimmungen ist festzuhalten, dass die Beklagte denselben
Invaliditätsbegriff wie die IV verwendet. Wenn die Beklagte auch offenbar nicht in das
Vorbescheidsverfahren einbezogen worden war, wurden ihr die Verfügungen vom 2.
und 12. November 2009 unbestrittenermassen zugestellt (act. G 1.36, 1.37). Bei dieser
Sachlage ist die Verbindlichkeit der Festsetzung des Invaliditätsgrads durch die IV-
Stelle (masslich) für die Beklagte grundsätzlich zu bejahen, sofern der Kläger beim
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, bei der
Beklagten versichert war. Die Frage, ob auch hinsichtlich des Beginns der
rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit eine Bindung an den IV-Entscheid (Beginn des
IV-Wartejahrs) anzunehmen ist, wird nachfolgend (E. 3.4.2) zu klären sein. Unter
Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss
erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann
bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit
Hinweis auf die Rechtsprechung; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2012,
9C_876/2011, E. 2.1). Die Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen
Bewertungen aus. Wenngleich diese für das Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie
dennoch nicht ohne hinreichenden Grund umgestossen oder abgeändert werden. Der
Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu
respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die Festlegung des Beginns und des Grads der
Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich die nach ärztlicher Beurteilung medizinisch zumut
bare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der von einer versicherten Person effektiv
erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit Bedeutung zukommen, als durch sie
eine widersprechende ärztliche Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an
Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 25.
Februar 2003, BV 2002/2, E. 3b).
3.3
3.3.1 Im Schreiben vom 15. Dezember 2003 teilte Dr. D._ dem Ärztlichen
Dienst der Arbeitgeberin mit, im Oktober 2002 habe der Kläger seine Arbeitsstelle aus
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dem Erleben seiner psychischen Krankheit heraus gekündigt; dies gegen seinen Rat. Er
habe zu diesem Zeitpunkt den Entscheid nicht überlegt und falsch getroffen. Aufgrund
seiner Persönlichkeitsstörung sei er zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage gewesen,
die Tragweite des Entscheids abzusehen. Er empfehle, den Kläger im Rahmen des
bisherigen Arbeitspensums von 70% weiter zu beschäftigen, dies aus psychologischen
und sozialen Gründen (act. G 1.1/12). Auf ein Schreiben des Ärztlichen Dienstes der
B._ vom 12. Februar 2004 (act. G 1.15) führte der F._-Verband am 23. Februar
2004 unter anderem aus, der Kläger habe seinerzeit (offenbar: vor Beendigung des
Arbeitsverhältnisses im Jahr 2003) mehrmals suizidale Absichten und gegenüber seiner
Frau Trennungsabsichten geäussert. Dies infolge einer tiefen Depression bzw. seiner
Unzurechnungsfähigkeit (act. G 1.16). Auf ein Schreiben von Dr. med. G._, Ärztlicher
Dienst der B._, vom 29. Dezember 2003 (act. G 1.13) legte Dr. D._ am 8. März
2004 unter anderem dar, dass sich nicht alles im Leben auf der Basis handfester
medizinischer Diagnosen ableiten und lösen lasse. Somatisch sei der Kläger gesund.
Die ärztlichen Bemühungen seit August 2000 seien vor allem psychologischer Art
gewesen. Im Jahr 2000 habe der Kläger für ca. einen Monat vollständig arbeitsunfähig
geschrieben werden müssen und habe dann wieder eingegliedert werden können. Es
bestehe eine Abmachung betreffend Arbeitspensum, das sich zur Vermeidung von
Erschöpfungszuständen im Bereich von 70% bewegen sollte und sich nun schon
längere Zeit bewährt habe. Die exakten Daten seien nicht mehr rekonstruierbar und ihm
vor dem Juli 2000 nicht bekannt. Die Arbeitsfähigkeit als Stationsbeamter habe zum
Kündigungszeitpunkt und aktuell im Bereich von 70% gelegen. Zu vermeiden sei
kumulativer Stress (act. G 1.18). Am 14. April 2004 berichtete PD Dr. E._, der Kläger
sei einmalig am 11. Dezember 2002 bei ihr zur Abklärung gewesen und stehe seit dem
20. August 2003 bis heute in ihrer Behandlung. Zum Zeitpunkt der Kündigung vom 15.
Oktober 2001 auf den 30. April 2002 habe sie den Kläger nicht gekannt. Nach
intensiven Abklärungen (einschliesslich neuropsychologischer Testung) sei die
Diagnose einer hyperkinetischen Störung im Erwachsenenalter (ADHD: Attention Deficit
Hyperaktivity Disorder) gestellt und eine Behandlung eingeleitet worden (act. G 1.20).
Am 7. Mai 2004 teilte Dr. med. H._, Ärztlicher Dienst der B._, dem Hausarzt Dr.
D._ mit, nach Durchsicht der vorliegenden Akten sei davon auszugehen, dass beim
Kläger eine medizinische Störung vorliege, welche Reaktionen mit unabsehbarer
Tragweite zur Folge haben könne. Es sei medizinisch nachvollziehbar, dass die
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Kündigung vom 15. Oktober 2001 auf den 30. April 2002 in einem Zustand der
Unüberlegtheit erfolgt sei. Dr. H._ bat um Beantwortung weiterer Fragen (act. G
1.21). Ein Schreiben ähnlichen Inhalts ging gleichentags auch an die ehemalige
Arbeitgeberin mit dem zusätzlichen Hinweis, dass Probleme am Arbeitsplatz, die in
Belastungssituationen aufgetreten seien, Ausdruck einer Überforderung seien, die im
Zusammenhang mit der gesundheitlichen Störung zu sehen sei (act. G 1.22).
3.3.2 Dr. H._ gelangte am 28. Mai 2004 mit der Frage an den Kläger, welcher
Arzt bzw. Therapeut ihn im Oktober 2001 (Zeitpunkt der Kündigung) betreut habe (act.
G 1.23). Diese Anfrage blieb unbeantwortet. PD Dr. E._ diagnostizierte im Bericht
vom 7. März 2005 eine Dysthymia sowie als Differentialdiagnose eine rezidivierende
depressive Störung, und eine hyperkinetische Störung, bestehend seit der Kindheit.
Prognostisch scheine eine Verbesserung eher unwahrscheinlich. Aufgrund der
Aufmerksamkeitsstörung könne der Kläger keine seiner bisherigen Tätigkeiten
ausüben. Die Leistungsfähigkeit sei dabei um mindestens 70% vermindert (act. G
1.27). In den Jahren 2006 bis 2008 absolvierte der Kläger Eingliederungsmassnahmen
der IV (vgl. act. G 8.1/6 bis 9). Dr. D._ bescheinigte am 5. Dezember 2005 mit
Hinweis auf die von Dr. E._ angeführten Diagnosen eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
von Juli 2000 bis Ende Dezember 2003. Der Kläger stehe seit Juli 2000 in seiner
Behandlung. Die depressive Symptomatik sei z.B. im Jahr 2002 quantifiziert
mittelschwer gewesen (act. G 1.28). Ab dem 4. November 2008 hielt sich der Kläger
stationär in der Klinik I._ auf, wo eine bipolar affektive Störung, ein ADHS, bestehend
seit Jahrzehnten, sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit übersteigertem
Unrechtsbewusstsein ("Michael Kohlhaas-Syndrom") diagnostiziert wurden (act. G
1.32). Im Bericht vom 11. März 2009 bestätigte der Klinik-Arzt eine Arbeitsfähigkeit von
70% in geschütztem Rahmen (act. G 1.34). Der RAD erachtete gestützt darauf eine
Teilarbeitsfähigkeit in der Privatwirtschaft als aktuell nicht mehr gegeben und bejahte
die medizinischen Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente (act. G 1.34a, G 8.1/10).
3.4
3.4.1 Der Kläger erwarb nach Absolvierung einer Schreiner-Ausbildung (1982) in
Deutschland die gewerblich-technische Fachhochschulreife und war seit Mitte 1990 bei
den B._ tätig (act. G 1.24; vgl. auch G 1.32 Ziff. 1.4). Während des von 1990 bis Ende
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2003 dauernden Arbeitsverhältnisses war er nach Angaben der Arbeitgeberin im Jahr
1998 vom 9. bis 18. September zu 100%, im Jahr 2000 vom 7. August bis
31. Dezember zu 25% und im Jahr 2002 vom 16. bis 23. April zu 100% arbeitsunfähig
(act. G 1.25 Ziff. 21, G 8.1/2 Ziff. 21, G 1.48). Unmittelbar im Anschluss an die relativ
langdauernde Arbeitsunfähigkeit von 25% im Jahr 2000 reduzierte der Kläger den
Beschäftigungsgrad ab 1. Januar 2001 ebenfalls um 25%; hierfür hatte er bereits am 5.
August 2000, also vor bzw. mit dem Beginn der Teilarbeitsunfähigkeit, ein
entsprechendes Gesuch gestellt (act. G 1.5). Den Aufschrieben des
Sozialpsychiatrischen Dienstes Uznach über Konsultationen des Klägers ist unter dem
Datum des 12. März 2001 als dessen Angabe zu entnehmen, dass die
Pensumreduktion auf 75% erfolgt sei, weil er sich der Belastung nicht gewachsen
gefühlt habe. Der Kläger wies auf die Überforderung in komplexen Situationen mit der
Folge von Spannung, Versagensängsten und Suizidgedanken hin. Der Berichterstatter
(J._, Psychiatrie-Zentrum K._) vermerkte eine Anpassungsstörung mit punktuell
depressiver Symptomatik sowie den Verdacht auf eine frühkindliche psychoorganische
Störung (act. G 1.49). Auch gegenüber der Arbeitgeberin begründete der Kläger am 9.
Januar 2002 die Pensumreduktion ab 1. Januar 2001 dahingehend, dass er damit der
(betrieblich bedingten) Überlastung habe entgegenwirken wollen (act. G 8.1/1 Nr. 3;
vgl. auch act. G 1.32 Ziff. 1.4 Mitte). Desgleichen dürfte auch der Abschluss des
befristeten Vertrags mit einem Teilpensum von 70% (vgl. act. G 8.1./1 Nr. 3 und Nr. 4)
die Überlastung als Ursache gehabt haben. Der Umstand, dass die Überlastung beim
Kläger durch organisatorische/personelle Gegebenheiten am Arbeitsplatz zu Tage
getreten war (vgl. dazu act. G 1.42 Ziff. 1), ändert nichts daran, dass die von ihm
veranlasste Pensumreduktion auf den 1. Januar 2001 überwiegend wahrscheinlich
überlastungsbedingt bzw. aus gesundheitlichen (psychischen) Gründen erfolgt sein
dürfte. Der Kläger kündigte das Arbeitsverhältnis am 15. Oktober 2001 ohne
Grundangabe (act. G 8.1/2). Der ärztliche Dienst der B._ erachtete es als medizinisch
nachvollziehbar, dass die Kündigung in einem Zustand der Unüberlegtheit erfolgt sei.
Probleme am Arbeitsplatz seien Ausdruck einer Überforderung gewesen, welche im
Zusammenhang mit der gesundheitlichen Störung zu sehen sei (act. G 1.21, 1.22). In
diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass die direkten Vorgesetzten des
Klägers von dessen psychischen Problemen und der Überforderung bei der Arbeit
Kenntnis gehabt haben dürften, zumal ihnen Arbeitsunfähigkeitsatteste zugestellt
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wurden (act. G 1.47, 1.48). Die von Dr. D._ seit Sommer 2000 bescheinigte
Teilarbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (vgl. dazu act. G 1.18 und 1.28) erwies
sich im Rahmen der seit August 2003 - und damit noch während laufendem
Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten - erfolgten Behandlung bei PD Dr. E._ im
Nachhinein insofern als begründet, als die Psychiaterin sowohl das von Dr. D._
angeführte Krankheitsbild als auch eine entsprechende Leistungsminderung bestätigte
(act. G 1.20, 1.27). Im Überweisungsschreiben vom 18. September 2003 an PD Dr.
E._ hatte Dr. D._ unter anderem mitgeteilt, dass von körperlicher Seite keine
Kontraindikation für eine Ritalintherapie bestehe (act. G 8.1/3). In einem weiteren
Schreiben vom 15. Dezember 2003 - und damit immer noch bei bestehendem
Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten - wies Dr. D._ den Ärztlichen Dienst der B._
auf das Bestehen einer psychischen Krankheit (Persönlichkeitsstörung) beim Kläger hin
und empfahl die Weiterführung der Tätigkeit mit einem Teilpensum von 70% (act. G
1.12). Sodann wurde in einem Gutachten der Klinik I._ vom 4. Mai 2009, welches im
Rahmen eines Strafverfahrens gegen den Kläger wegen Gewalt und Drohung gegen
Behörden und Beamte vom zuständigen Untersuchungsamt eingeholt worden war,
unter anderem festgehalten, aus der Betrachtung der Lebensgeschichte des Klägers
gehe sehr deutlich hervor, dass es nach einem Ereignis im Jahr 2000 (Unfall im
Bahnhof Schmerikon) zu einer Destabilisierung seiner psychischen Befindlichkeit und
seiner Lebenssituation gekommen sei (act. G 1.50 S. 35). Es sei ausserordentlich
schwierig, retrospektiv zu analysieren, ob eine bipolar-affektive Erkrankung nach einem
ersten Krankheitsschub im jugendlichen Alter weiter über Jahre hinweg latent
persistiert und nach dem Ereignis im Jahr 2000 dekompensiert habe. Es sei auch
vorstellbar, dass neben der bipolar-affektiven Störung zusätzlich eine
Persönlichkeitsstörung (DD: Persönlichkeitsakzentuierung) vorliege (act. G 1.50 S. 39).
3.4.2 Angesichts dieser Umstände kann die von der Beklagten angeführte
Tatsache, dass die Arbeitgeberin keine Reintegrationsmassnahmen veranlasst habe
(was Bände spreche; act. G 8 S. 8), für die vorliegend streitige Frage nicht zulasten des
Klägers interpretiert werden, zumal hierfür verschiedene Ursachen denkbar sind,
welche sich im Nachhinein nicht mehr zuverlässig eruieren lassen. Bei der Feststellung
von Dr. D._ im Schreiben vom 8. März 2004, wonach sich nicht alles im Leben auf
der Basis handfester medizinischer Diagnosen ableiten und lösen lasse (act. G 1.18),
handelt es sich um eine Allgemeinweisheit, deren Wiedergabe allein nicht den Schluss
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auf einen fehlenden Krankheitswert der Störung erlaubt (vgl. act. G 8 S. 9); dies umso
weniger, als die vorangehend geschilderten "echtzeitlichen" (d.h. auf einen Zeitraum
während laufendem Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten sich beziehenden) Akten die
gegenteilige Schlussfolgerung nahelegen. Der RAD-Arzt vermerkte am 24. Januar
2006, die vom Hausarzt seit 2002 bestätigte Teilarbeitsunfähigkeit könne
nachvollzogen werden (act. G 1.30 S. 2). Dr. D._ legte sodann im Schreiben vom 18.
Januar 2010 dar, er habe den Kläger bis 2004 häufig gesehen, dies auch für die
psychologisch/psychiatrische Problematik. Er habe ihn dann an PD Dr. E._
überwiesen. Bereits seit Sommer 2000 sei der Kläger durch impulsives Verhalten,
eigentlich eine gestörte Impulskontrolle, aufgefallen. Es stehe ausser Frage, dass die
Störung, welche nun zur IV-Berentung geführt habe, mindestens ab 2000 bestanden
habe (act. G 1.40). Wenn in einem von Seiten der Klinik I._ inhaltlich bestätigten
Gesprächsprotokoll des RAD vom 6. März 2009 unter anderem festgehalten worden
war, der Kläger sei in IV-relevantem Ausmass (d.h. 40%) seit spätestens September
2007 in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt (act. G 1.33), so ändert dies nichts daran,
dass nach Lage der geschilderten Akten überwiegend wahrscheinlich vom Eintritt einer
psychisch bedingten Teilarbeitsunfähigkeit von mindestens 20% (vgl. dazu vorstehend
E. 3.2) während der Dauer des bis Ende 2003 laufenden Vorsorgeverhältnisses
(zuzüglich Nachdeckungsfrist bis Ende Januar 2004; Art. 10 Abs. 3 BVG) bei der
Beklagten auszugehen ist. Wenn der Kläger trotz reduziertem Arbeitspensum (aufgrund
der betrieblichen Gegebenheiten) zu 100% arbeitete, wie die Beklagte hervorheben
lässt (act. G 18 S. 8) und er auch selbst bestätigte, so geschah dies über das
gesundheitlich zumutbare Mass hinaus (vgl. act. G 8.1/1 Nr. 3; act. G 1.49). Eine
Bindung an den IV-Entscheid hinsichtlich des Beginns der rentenrelevanten
Arbeitsunfähigkeit kann insofern nicht bestehen, als die IV offensichtlich für die
Berechnung des Wartejahrs keine exakte Datierung des Arbeitsunfähigkeits-Beginns
vorgenommen, sondern auf einen spätestmöglichen Zeitpunkt (vgl. act. G 1.33)
abgestellt hatte. Dies wohl insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass der
Rentenprüfung mehrjährige berufliche Eingliederungsbemühungen der IV
vorausgegangen waren (vgl. act. G 8.1/6-8).
3.4.3 Ein sachlicher Zusammenhang zwischen der während laufendem
Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten eingetretenen Teilarbeitsunfähigkeit und der
späteren Invalidität ist insofern zu bejahen, als nach Lage der Akten (vgl. act. G 1.18,
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1.20, 1.21, 1.22, 1.27, 1.28, 1.32, 1.34, 1.50) sowohl die Teilarbeitsunfähigkeit als auch
die Invalidität eine psychische (Persönlichkeitsstörung) bzw. psychosomatische (ADHD)
Ursache hatten bzw. haben. Im Übrigen gab auch der Kläger die "Psyche" als Ursache
für die bei Dr. D._ seit Juni 2000 und bei PD Dr. E._ seit November 2002 erfolgte
Behandlung an (vgl. act. G 1.24 Ziff. 7.5). Der Umstand, dass von den Ärzten im Verlauf
der Zeit verschiedene psychiatrische Diagnosen (Dysthymie, Depression,
Persönlichkeitsstörung, bipolar affektive Störung) einzeln oder in einem Nebeneinander
angeführt worden waren, vermag den sachlichen Zusammenhang nicht in Frage zu
stellen. Insbesondere stellte auch die im Nachhinein diagnostizierte bipolar affektive
Störung - bei in qualitativer Hinsicht langjährig unverändertem medizinischem
Sachverhalt, welcher sich gemäss Dr. D._ beim Kläger äusserlich in Form eines
impulsiven Verhaltens und einer gestörten Impulskontrolle zeigte - entgegen der
Auffassung der Beklagten (act. G 8 S. 12) kein inhaltlich neues Element dar. Dies ergibt
sich auch aus dem Gutachten der Klinik I._ (vgl. dazu vorstehende E. 3.4.1 am
Schluss).
3.4.4 Auch wenn anzunehmen wäre, dass beim Kläger schon vor Eintritt bei der
Beklagten, d.h. vor 1990, eine relevante dauernde Teilarbeitsunfähigkeit aufgrund des
bei ihm später diagnostizierten psychischen Leidens bestanden hatte, müsste der
zeitliche Zusammenhang zwischen dieser früheren (allfälligen) Arbeitsunfähigkeit und
der per 1. September 2008 anerkannten Invalidität als unterbrochen betrachtet werden.
Denn der Kläger war - auch wenn die psychische Krankheit als solche schon seit
langer Zeit bestanden haben sollte - in der Lage, während vieler Jahre die Tätigkeit bei
den B._ ohne ersichtliche Einschränkung vollzeitlich auszuüben. Eine
Arbeitsfähigkeitseinschränkung ergab sich wie dargelegt erst im Verlauf des Jahres
2000.
3.5
3.5.1 Von November 2004 bis Februar 2005 arbeitete der Kläger bei der C._
GmbH im Rahmen eines 50%-Pensums und war dadurch bei der Allianz Suisse
vorsorgeversichert (act. G 1.29). Es fragt sich, ob diese Tätigkeit geeignet war, den
zeitlichen Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses bei der
Beklagten eingetretenen Teilarbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität zu
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unterbrechen. Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang die in der Arbeitswelt
nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse (SZS 2003 S. 509 [B 23/01]; Urteil
des EVG, B 73/00, vom 28. Mai 2002, E. 3a/bb). Einen Unterbruch des zeitlichen
Zusammenhangs hat die Rechtsprechung etwa bei einer über 17 Monate (SZS 2003 S.
510 [B 4/02]) oder mehr als zwei Jahre (Urteil des EVG, B 51/05, vom 7. September
2006, E. 4.1 und 5.3) hinweg bestehenden Erwerbstätigkeit ohne nennenswerte
Arbeitsunterbrüche und ohne reduzierte Arbeitsleistung angenommen; in einem Fall
erachtete das Eidgenössische Versicherungsgericht den zeitlichen Zusammenhang -
unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls - bereits durch eine
sechsmonatige Zeitspanne mit voller Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als unterbrochen
(SZS 2002 S. 153 [B 19/98]; ähnlich Urteil des EVG vom 8. Februar 2006, B 100/05, E.
3.2 [Unterbruch durch über viermonatige volle Erwerbstätigkeit]). Die vertraglich
festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in
der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen
besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinn, dass ein
Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und
auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber eben doch keine volle
Arbeitsleistung hat erbringen können - in Betracht gezogen werden, wobei
gegebenenfalls äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr,
in Spekulationen zu verfallen, mit der Folge, dass sich der Versicherungsschutz des
Arbeitnehmers verflüchtigen würde, indem dieser jeweils an die Vorsorgeeinrichtung
des früheren Arbeitgebers verwiesen werden könnte (Urteil des EVG vom 28. Mai 2002,
B 73/00, E. 3a bb). Findet beispielsweise jemand nach langer Arbeitslosigkeit eine neue
Stelle, bei welcher die Entlöhnung geringer als das hochgerechnete Einkommen bei
einem früheren Arbeitgeber ausfällt, lässt allein diese tiefere Besoldung noch nicht auf
eine gesundheitsbedingte Einschränkung des Leistungsvermögens schliessen (Urteil
des EVG vom 21. November 2002, B 23/01, E. 3.4; vgl. auch Entscheid des st.
gallischen Versicherungsgerichts vom 28. November 2005, BV 2004/26, bestätigt
durch Urteil des EVG, B 7/06, vom 9. März 2007; Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 14. März 2005, BV 2003/25, bestätigt durch Urteil des EVG
vom 7. September 2006, B 51/05).
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3.5.2 Das Arbeitsverhältnis bei der C._ GmbH wurde vom Kläger aus
gesundheitlichen Gründen aufgelöst. Die Arbeitgeberin vermerkte am 18. April 2005 in
einem IV-Fragebogen, dass es sich um einen Versuch des Klägers gehandelt habe,
wieder arbeiten zu können (act. G 1.29). Er übte diese Teilzeit-Tätigkeit bei weiterhin
bestehender teilweiser Arbeitsunfähigkeit aus. Eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
hatte sich nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei den B._ nicht mehr
ergeben. Von einer medizinischen Unzumutbarkeit muss dort ausgegangen werden, wo
eine Person während einiger Wochen oder auch Monate offensichtlich über ihre
gesundheitlichen Verhältnisse hinaus berufstätig ist und nachher dauernd
arbeitsunfähig wird. Solche Umstände lagen im Fall des Klägers vor, indem während
der viermonatigen Tätigkeit bei der erwähnten Arbeitgeberin seine gesundheitlichen
Probleme in einer für die Berufsausübung relevanten Form zu Tage traten. Der zeitliche
Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG und der
später eingetretenen Invalidität beurteilt sich nach der Arbeitsunfähigkeit resp.
Arbeitsfähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten
zumutbaren Tätigkeit. Darunter fallen auch leistungsmässig und vom
Anforderungsprofil her vergleichbare Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten müssen jedoch
bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden
Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3). Letzteres war mit Bezug auf den
viermonatigen Arbeitsversuch des Klägers nicht der Fall.
3.5.3 Im Anschluss an den vorerwähnten Arbeitsversuch wurden
Eingliederungsmassnahmen der IV durchgeführt. Die BEFAS Appisberg berichtete am
21. September 2006 unter anderem, invaliditätsbedingt habe der Kläger grosse Mühe,
sich Grenzen zu setzen und sich zu strukturieren; ebenso fehle die erforderliche
psychische Belastbarkeit. Er habe sich ausgesprochen einsatzwillig und interessiert
gezeigt. In geschütztem Rahmen könne ein Leistungsgrad von 80% erreicht werden
(act. G 8.1/6). Hierauf bewilligte die IV im September 2007 eine Umschulung
(Arbeitstraining) zum Metallarbeiter im WTL (act. G 8.1/7 und 8). Am 13. Oktober 2008
berichtete der IV-Berufsberater über ein manisches und aggressives Verhalten des
Klägers, welches er auf die Persönlichkeitsstörung zurückführte. In diesem Zustand sei
der Kläger unmöglich einer Arbeitsumgebung zuzumuten (act. G 8.1/9). - Hierzu ist
festzuhalten, dass die psychische Störung, welche bereits während des
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten zu einer Teilarbeitsunfähigkeit geführt hatte,
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während der Tätigkeit bei der Institution Z._ - wenn auch in verstärkter Form, aber
mit der Ersteren in sachlichem Zusammenhang stehend (vorstehende E. 3.4) - erneut
zum Ausdruck kam. Eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit hatte wie erwähnt nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei den B._ zu keinem Zeitpunkt mehr
vorgelegen, und der Kläger war überdies immer nur in "geschütztem" Rahmen
teilarbeitsfähig, was die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens (vgl.
BGE 134 V 20 E. 5.3) ausschloss. Die von der IV durchgeführten
Eingliederungsbemühungen waren bei diesem Sachverhalt nicht geeignet, den
zeitlichen Zusammenhang zwischen der Teilarbeitsunfähigkeit während laufendem
Vorsorgeverhältnis bei der Beklagten und der späteren Invalidität zu unterbrechen.
3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Teilarbeitsunfähigkeit, deren
Ursache ab 1. September 2008 zur Invalidität des Klägers führte, während des
Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten begonnen hatte. Der zeitliche Zusammenhang
dieser Arbeitsunfähigkeit zur früheren Invalidität wurde durch die Tätigkeit bei der C._
GmbH oder die Eingliederungsbemühungen der IV nicht unterbrochen. Ein Anspruch
auf reglementarische Leistungen (vgl. Art. 33 des Vorsorgereglements 2007, act. G
1.1/46; Art. 20 des Vorsorgereglemente 2001 und 2004, act. G 8.1/5 und 8.1/11) ist
daher grundsätzlich zu bejahen. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei den
B._ mit Auslaufen des befristeten Vertrages hatte insofern einen gesundheitlichen
(und keinen wirtschaftlichen) Hintergrund, als dem Abschluss des befristeten
Arbeitsvertrages mit Teilpensum (70%) bereits eine psychische Überlastung am
Arbeitsplatz mit Pensumreduktion (75%) vorausgegangen war (vorstehende E. 3.4.1).
Im BVG-Obligatoriumsbereich kommt dem Grund für die Beendigung des Arbeits- und
Vorsorgeverhältnisses keine Bedeutung zu. Was den vom Kläger beantragten Beizug
der vollständigen Aktendossiers der IV-Stelle und des Ärztlichen Dienstes der B._
sowie des Personaldossiers der B._ betrifft (act. G 1 S. 4), ist festzuhalten, dass die
Parteien das Personaldossier vollständig und die IV-Akten sowie diejenigen des
Ärztlichen Dienstes der B._, soweit für den Entscheid wesentlich, einreichten. Der
Beizug sämtlicher Akten dürfte somit überwiegend wahrscheinlich keine zusätzlichen
Erkenntnisse liefern, weshalb davon abzusehen ist.
4.
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4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beklagte in Gutheissung der Klage
zu verpflichten, dem Kläger ab 1. September 2008 eine Invalidenrente auf der Basis
eines IV-Grads von 91% auszurichten. Die Angelegenheit ist zur Berechnung der
Leistungen an die Beklagte zu überweisen (vgl. dazu BGE 129 V 450 E. 3.4).
4.2 Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die Rechtsprechung die Pflicht zur
Entrichtung von Verzugszinsen bei einer verspäteten Überweisung von
Freizügigkeitsleistungen sowie bei verspäteter Auszahlung eines Alterskapitals oder bei
Invalidenrenten (Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
beruflichen Vorsorge, 1996, S. 27). Enthalten die Statuten keine Bestimmung über die
Höhe des Verzugszinses, beträgt dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der
Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (BGE 119 V 133 E. 4 = Pra 83 (1994) Nr.
67), wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im Verzug ist, erst vom
Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an Verzugszinsen zu
bezahlen hat. Im vorliegenden Fall hat der Kläger am 16. Januar 2012 die Klage
eingeleitet; somit schuldet ihm die Beklagte ab diesem Zeitpunkt Verzugszins zu 5%
auf den ausstehenden Leistungen.
4.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Hingegen hat der
Kläger bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf den Ersatz der ausseramtlichen
Kosten durch die Beklagte. Die für das Verfahren gewährte unentgeltliche
Rechtsverbeiständung wird damit gegenstandslos. Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO, sGS 963.75) beträgt
das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--, wobei es innerhalb dieses Rahmens nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen wird (Art. 19 HonO). Das
Versicherungsgericht hat für die vor ihm geführten Verfahren aufgrund von
Erfahrungswerten Entschädigungspauschalen festgelegt, die in "Normalfällen"
zugesprochen werden und in denen 4 Prozent Barauslagen sowie die Mehrwertsteuer
von 8 Prozent enthalten sind. Für BVG-Prozesse mit üblicherweise doppeltem
Schriftenwechsel beträgt diese Entschädigung Fr. 2'500.-- bis Fr. 4'500.--, mit einer
mittleren Entschädigung von Fr. 3'500.--. Im vorliegenden Fall rechtfertigt ein deutlich
erhöhter Aufwand im Vergleich zum Durchschnitt die Ausschöpfung dieses
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Entschädigungsrahmens. Dem obsiegenden Kläger ist daher eine Parteientschädigung
von Fr. 4'500.-- zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP