Decision ID: fd479ad8-41f3-4d66-90a1-49554cb09a68
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1962, wurde – abgesehen von kurzen Unterbrüchen –
vom 1. November 2014 bis 30. Juni 2020 von der Gemeinde B._
öffentlich unterstützt.
2. Am 29. April 2020 verfügte die Gemeinde B._ was folgt:
1. Mit Wirkung ab dem 1. Mai 2020 kann A._ beim C._ einen Arbeitsvertrag eingehen und einen Lohn erzielen. Ab dem 1. Mai 2020 kann A._ einen monatlichen Lohn erzielen, mit welchem der Lebensunterhalt gedeckt werden kann. Die Auszahlung des Lohnes für die Arbeit im C._ ab dem 1. Mai 2020 erfolgt jeweils nachschüssig durch das C._, gestützt auf die Arbeitszeitbestätigung. Für unentschuldigte Abwesenheitstage wird kein Lohn ausgerichtet und es wird in jenem Umfang auch keine Sozialhilfe geleistet. Das mögliche erzielbare Einkommen wird als hypothetisches Einkommen angerechnet. Eine teilweise vorschussweise Unterstützung für den Mai 2020 erfolgt, wenn A._ den Arbeitswillen durch Arbeitsaufnahme im C._ zeigt.
2. A._ werden folgende Auflagen erteilt:
a) ab dem 1. Mai 2020 das entgeltliche Arbeitsprogramm beim C._ in E._, im Umfang von 100 % pünktlich und vollumfänglich nach den Vorgaben der Vorgesetzten wahrzunehmen sowie die ihm zugewiesenen Arbeiten ordnungsgemäss und pflichtbewusst auszuführen.
b) jede Absenz durch ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis dem Sozialamt B._ und dem C._ unaufgefordert zu belegen.
c) sich unabhängig davon intensiv um eine Arbeitsstelle zu bemühen und monatlich mindestens 12 konkrete (schriftliche) Stellenbewerbungen dem Sozialamt B._ jeweils zum Monatsende unaufgefordert nachzuweisen, inkl. Stelleninserate, Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Absageschreiben. Aus den Unterlagen muss hervorgehen, wann er sich bei welchem Arbeitgeber für welche Funktion resp. Tätigkeit beworben hat, wie der aktuelle Stand der Bewerbung ist und wen das Sozialamt zwecks allfälliger Rückfragen beim entsprechenden Arbeitgeber kontaktieren kann.
d) sich über die Gemeinde B._ bis am 15. Mai 2020 beim RAV zur Stellenvermittlung anzumelden und den dortigen Auflagen und Weisungen Folge zu leisten.
e) jede verfügbare oder zugewiesene dauernde oder temporäre Teilzeit- oder Ganztagsarbeit unverzüglich anzunehmen.
3. A._ wird für den Fall der Nichtbefolgung der Auflagen die Kürzung der wirtschaftlichen Sozialhilfe im Umfang von bis zu 30 % des Grundbedarfs für die Dauer bis zu 12 Monaten angedroht. Und für den Wiederholungsfall wird ihm die teilweise oder ganze Einstellung der Sozialhilfeleistungen angedroht.
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3. Am 4. Mai 2020 reichte A._ der Gemeinde B._ ein ärztliches
Attest seines Hausarztes Dr. med. D._ – ebenfalls datierend vom
4. Mai 2020 – ein. Darin wurde festgehalten, dass A._ zur
Risikogruppe für potentiell schwerere Verläufe bei einer allfälligen Sars-
CoV-2-Infektion mit konsekutiver Covid-19-Erkrankung gemäss aktueller
Definition des BAG gehöre.
4. Gestützt auf dieses Attest überwies die Gemeinde B._ am 6. Mai
2020 einen Betrag in der Höhe von CHF 1'351.10 auf das Konto von
A._.
5. Am 7. Mai 2020 verfügte die Gemeinde B._ was folgt:
1. A._ weist ab dem 1. Mai 2020 einen sozialhilferechtlichen Bedarf von gesamthaft Fr. 1'351.10 auf (Grundbedarf Fr. 897.30, Wohnkosten Fr. 500.00, abzüglich Prämie der Zusatzversicherung Fr. 46.20). Die Prämie der obligatorischen Grundversicherung wird direkt bezahlt.
2. Nur während der Dauer, während welcher die Arbeitsaufnahme und die Erzielung eines Erwerbseinkommens im C._ in E._, aufgrund ausgewiesener und nahtlos attestierter Arbeitsunfähigkeit oder Angehörigkeit zur Covid-19 Risikogruppe nicht möglich ist, wird A._ mit Sozialhilfe unterstützt.
3. A._ wird verpflichtet, auf schriftliche Aufforderung des Sozialamtes B._ hin, ein neuerliches ärztliches Attest über die weitere Angehörigkeit zur Risikogruppe und die Zumutbarkeit der Arbeitsaufnahme im C._ einzuholen.
4. A._ wird verpflichtet, dem Sozialamt B._ auf jeden 10. des Monates unaufgefordert die detaillierten Kontoauszüge aller seiner Konti beizubringen. Der Kontoauszug April 2020 ist bis am 10. Mai 2020 vorzulegen.
5. A._ wird für den Fall der Nichtbefolgung der Auflagen die Kürzung der wirtschaftlichen Sozialhilfe im Umfang von bis zu 30 % des Grundbedarfs für die Dauer bis zu 12 Monaten angedroht. Und für den Wiederholungsfall wird ihm die teilweise oder ganze Einstellung der Sozialhilfeleistungen angedroht.
6. Mit Schreiben vom 18. Mai 2020 teilte die Gemeinde B._ A._
unter anderem mit, dass auf dem eingeforderten Kontoauszug April 2020
ersichtlich sei, dass er am 1. April 2020 zweimal eine Zahlung über CHF
1'728.85 erhalten habe. Über diesen Zahlungseingang habe er die
Gemeinde nicht informiert. Der Betrag von CHF 1'728.85 hätte bereits für
den Monat Mai 2020 angerechnet werden müssen, zumal er im Umfang
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dieses Betrags im Mai 2020 nicht bedürftig gewesen sei. Somit werde der
Betrag von CHF 1'728.85 der Unterstützung des Monats Juni 2020
angerechnet. Dies führe dazu, dass im Juni 2020 voraussichtlich keine
Leistung ausgerichtet werde und ein daraus entstehender Überschuss auf
den Monat Juli 2020 übertragen werde.
7. Gegen die Verfügung der Gemeinde B._ vom 29. April 2020 erhob
A._ mit Eingabe vom 19. Mai 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren U 20 46).
8. Mit Schreiben vom 11. Juni 2020 informierte die Gemeinde B._
A._ insbesondere darüber, dass der Bundesrat am 27. Mai 2020 auf
den 6. Juni 2020 weitgehende Lockerungen der Massnahmen zum Schutz
der Bevölkerung vor Covid-19 beschlossen habe. Abgestimmt auf das
wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben verkehrten der öffentliche und
touristische Verkehr seit Anfang Juni wieder weitgehend normal. Auch
Risikopatienten könnten damit unter Einhaltung der geltenden
Schutzvorschriften wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. In
Anbetracht dieser neuen Entwicklungen sei auch A._ als
Risikopatient zwischenzeitlich die Anreise ins C._ von B._ nach
E._ mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch die Arbeit im
C._ zumutbar. Gleichzeitig wurde A._ aufgefordert, der
Gemeinde B._ bis am 16. Juni 2020 mitzuteilen, wann für ihn ein
Termin im C._ zur Unterzeichnung des Arbeitsvertrags vereinbart
werden könne.
9. Per 15. Juni 2020 meldete sich A._ einwohneramtlich nach
unbekannt ab.
10. Auf die von A._ gegen die Verfügung der Gemeinde B._ vom 7.
Mai 2020 erhobene Beschwerde trat die Einzelrichterin am
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil U 20 57 vom
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25. Juni 2020 nicht ein und schrieb das Verfahren infolge Wegfalls des
rechtserheblichen Interesses als erledigt ab.
11. Am 30. Juni 2020 ging bei der Einwohnerkontrolle der Gemeinde B._
die Zuzugsmeldung der Gemeinde F._ für A._ ein.
12. Am 1. Juli 2020 bezog A._ ein Langzeitzimmer im Hotel G._ in
F._.
13. Am 7. Juli 2020 verfügte die Gemeinde B._ was folgt:
1. Die Sozialhilfeleistungen und das Sozialhilfedossier für A._ werden per 30.06.2020 eingestellt.
2. Die erhaltenen Sozialhilfeleistungen sind gemäss Art. 11 Abs. 2 Kantonales Unterstützungsgesetz rückerstattungspflichtig.
3. Die Inkassostelle der Gemeinde B._ wird beauftragt, periodisch die Rückerstattung der noch offenen Sozialhilfeschuld zu prüfen und gegebenenfalls geltend zu machen.
4. Gebühren werden keine erhoben.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten, dass A._ seit
dem 1. Juli 2020 nicht mehr in der Gemeinde B._ wohnhaft sei und
er sich in F._ aufhalte bzw. dort wohnhaft sei. Mangels eines
Unterstützungswohnsitzes von A._ in B._ fehle es folglich an der
örtlichen Zuständigkeit der Gemeinde B._ zur Weiterführung des
Sozialhilfedossiers und zur Ausrichtung allfälliger wirtschaftlicher
Sozialhilfe.
14. Am 10. Juli 2020 unterzeichnete A._ einen neuen Mietvertrag für ein
Einzimmerstudio, in F._ (Gemeindegebiet H._) mit Mietbeginn
per 7. Juli 2020.
15. Mit Schreiben vom 14. Juli 2020 an die Gemeinde B._ bat L._,
Geschäftsführerin Avenir50plus Schweiz, um Überweisung der
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ausstehenden Leistungen für die Monate Juni und Juli 2020 innert
Wochenfrist an A._. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus,
dass gemäss Schreiben vom 26. Mai 2020 die Gemeinde I._ A._
um Rückzahlung des fälschlicherweise zu viel ausbezahlten Betrags von
CHF 1'728.25 bitte. Dieser Forderung könne er nur nachkommen, wenn
ihm die Gemeinde B._ die Leistungen für den Monat Juni 2020
auszahle. Ausserdem sehe das Merkblatt für Unterstützungspflicht des
Kantons Graubünden in Punkt 4.1 vor, dass bei Wohnsitzwechsel innerhalb
des Kantons die bisherige Sozialhilfebehörde für den Folgemonat für Miete
und weitere Unterstützungsleistungen zuständig sei.
16. Mit Schreiben vom 20. Juli 2020 informierte die Gemeinde B._
L._ darüber, dass einzig aufgrund des Schreibens der Gemeinde
I._ vom 26. Mai 2020 für A._ keine Rückzahlungspflicht bestehe.
Die Gemeinde I._ müsste die Rückzahlungsverpflichtung verfügen,
wobei fraglich sei, ob eine Rückforderung unter dem Titel des
unrechtmässigen Sozialhilfebezugs überhaupt möglich sei, zumal A._
die Doppelzahlung nicht verschuldet habe. Unter dem Titel der
Rückerstattung rechtmässig bezogener Sozialhilfe könne keine
Rückzahlung erfolgen, weil die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt seien.
Auch wenn eine entsprechende Verfügung ergehen würde, wäre die
Gemeinde B._ nicht zur Begleichung der Rückforderung bzw. zur
Auszahlung dieses Betrages an A._ verpflichtet, da er diesen Betrag
tatsächlich erhalten und für seinen Lebensunterhalt verbraucht habe. Es
werde somit an der Anrechnung von CHF 1'728.25 in Bezug auf den Monat
Juni 2020 festgehalten. Ferner sei richtig, dass bei ausgewiesener
Bedürftigkeit und einem Wohnsitzwechsel innerhalb des Kantons die bisher
zuständige Gemeinde grundsätzlich noch den Folgemonat der
Unterstützung in der neuen Wohnsitzgemeinde ausrichte. A._ habe
sich am 16. Juni 2020 auf dem Einwohneramt der Gemeinde B._
persönlich nach unbekannt abgemeldet. Am 30. Juni 2020 sei die
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Gemeinde B._ von der Gemeinde F._ informiert worden, dass
sich A._ auf der Einwohnerkontrolle F._ an die Adresse Hotel
G._, J._, F._, sowie auf dem Sozialamt F._ angemeldet
habe. Es sei der Gemeinde B._ nicht bekannt, ob, wie und wann es
zu einem weiteren Umzug von F._ nach H._ gekommen und ob
F._ nicht bereits mit einer Unterstützung eingestiegen sei und deshalb
eigentlich für den Übergangsmonat angegangen werden müsste.
Unabhängig davon sei A._ für den Monat Juli 2020 nicht bedürftig
gewesen, zumal er seinen Lebensunterhalt vollumfänglich durch die
Arbeitstätigkeit im C._ hätte verdienen können. Das C._ habe
den Schutz von Risikopatienten von Anfang an gewährleisten können.
Auch die Reise mit dem Zug ins C._ sei A._ ab Mitte Juni 2020
wieder zumutbar gewesen. Unter diesen Umständen habe eine
Bedürftigkeit für den Monat Juli 2020 nicht bestanden, weshalb keine
Verpflichtung zur Ausrichtung des Übergangsmonates an irgendeine
Gemeinde bestehe.
17. Mit Schreiben vom 28. Juli 2020 ersuchte L._ den Regionalen
Sozialdienst F._ (recte: K._) um Ausrichtung von Nothilfe für
A._.
18. Am 29. Juli 2020 teilte der Regionale Sozialdienst K._ L._ mit, für
die Ausrichtung der wirtschaftlichen Sozialhilfe wie auch von Nothilfe sei
die Sozialhilfebehörde der entsprechenden Unterstützungsgemeinde
zuständig. Ein Gesuch um Nothilfe könne A._ bei dieser Stelle
einreichen.
19. Mit Schreiben vom 30. Juli 2020 ersuchte A._ die Gemeinde B._
um Ausrichtung von Nothilfe für den Monat Juli 2020.
20. Am 3. August 2020 teilte die Gemeinde B._ A._ mit, dass L._
von Avenir50plus diese Forderung bereits mit Schreiben vom 14. Juli 2020
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gestellt habe, welches von der Gemeinde B._ ausführlich beantwortet
und abgelehnt worden sei.
21. Gegen die Verfügung der Gemeinde B._ vom 7. Juli 2020 erhob
L._, Geschäftsführerin Avenir50plus, im Namen von A._
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 31. August 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte eine
möglichst rasche Auszahlung des Sozialhilfegeldes für den
Übergangsmonat Juli 2020 durch die Gemeinde B._, die Zusprache
einer Umzugspauschale von CHF 500.-- und die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege. Begründend wurde im Wesentlichen
vorgebracht, das Merkblatt Unterstützungspflicht bei Wohnsitzwechsel des
kantonalen Sozialamts Graubünden besage in Punkt 4.1, dass die
bisherige Sozialhilfebehörde für die Miete sowie die weiteren
Unterstützungsleistungen für den Folgemonat zuständig sei, sofern ein
Wohnsitzwechsel innerhalb des Kantons erfolge. Die Gemeinde B._
habe mit der Verweigerung der Auszahlung der Sozialhilfegelder für den
Monat Juli 2020 das Leben des Beschwerdeführers massiv gefährdet.
Wäre Avenir50plus Schweiz nicht mit einem Darlehen in der Höhe von CHF
1'000.-- eingesprungen, hätte er verhungern müssen. Zudem seien die
Möbel im ehemals bewohnten Hotelzimmer in B._ Eigentum des
Beschwerdeführers. Gleiches gelte für die Kochnische und Instrumente im
sogenannten Musikzimmer. Gemäss beigefügter Rechnung würden sich
die Umzugskosten auf pauschal CHF 500.-- belaufen. Ferner hätte die
Gemeinde B._ die Doppelzahlung der Gemeinde I._ nicht als
Einnahme in Bezug auf den Monat Juni 2020 anrechnen dürfen. Der
Beschwerdeführer sehe sich erst dann zur Rückzahlung an die Gemeinde
I._ fähig, wenn ihm die Gemeinde B._ die Doppelzahlung
rückerstatte.
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22. Am 3. September 2020 reichte L._ beim streitberufenen Gericht die
Rechnung für den Umzug von B._ nach F._ bzw. H._ in der
Höhe von CHF 500.-- ein.
23. In ihrer Vernehmlassung vom 22. September 2020 beantragte die
Gemeinde B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und die Ablehnung des
Gesuchs von L._ um ausnahmsweise Vertretung des
Beschwerdeführers vor Verwaltungsgericht. Begründend wurde im
Wesentlichen festgehalten, aufgrund der fehlenden persönlichen
Beziehung zwischen L._ und dem Beschwerdeführer sowie der zu
vermutenden Berufsmässigkeit der Vertretung wegen der Tätigkeit von
L._ als Geschäftsführerin des Verbandes Avenir50plus seien die
Voraussetzungen zur Erteilung einer Einzelfallbewilligung nicht gegeben.
Ausserdem sei die Anrechnung des Betrags von CHF 1'728.85 nicht
Gegenstand der Verfügung vom 7. Juli 2020, weshalb das Gericht auch
nicht darüber zu befinden habe. Des Weiteren wäre es dem
Beschwerdeführer ab Mitte Juni 2020 zumutbar gewesen, mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln unter Einhaltung der Schutzvorschriften zur
Arbeit im C._ zu fahren. Er habe die Arbeit im C._ jedoch
verweigert. Eine Person, welche die Arbeit in einem zumutbaren
Arbeitsprogramm bewusst verweigere und damit auf Erwerbseinkommen
verzichte, habe auch keinen unbedingten Anspruch auf Auszahlung des
Übergangsmonats. Auch die Unterstützung des Wegzugsmonats stelle
Sozialhilfeleistung dar, welche nur geschuldet sei, wenn der Klient bedürftig
sei. Mit seinem Verhalten habe der Beschwerdeführer aber zu erkennen
gegeben, dass er auf das vorrangige Einkommen verzichte und nicht
bedürftig sei. Ab Mitte Juni 2020 habe es an den
Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug von Sozialhilfe gefehlt. Folglich
sei für den Übergangsmonat Juli 2020 auch keine Sozialhilfe geschuldet
gewesen. Darüber hinaus sei die Existenz des Beschwerdeführers offenbar
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nie gefährdet gewesen, zumal er für seinen Lebensunterhalt von
Avenir50plus ein Darlehen in der Höhe von CHF 1'000.-- erhalten habe.
Schliesslich sei auch der Antrag um Übernahme der Umzugskosten
abzuweisen, da diese nicht bewilligt, nicht notwendig und nicht
verhältnismässig seien und deren Anfall nicht genauer konkretisiert sei.
24. Am 5. Oktober 2020 replizierte L._ im Namen des Beschwerdeführers
und beantragte die Abweisung der Anträge der Beschwerdegegnerin.
Zudem wurde unter anderem ausgeführt, dass der Verband Avenir50plus
in Fällen, bei denen es um Eingaben an die Gerichte gehe, aufgrund des
Anwaltsmonopols mit dem Verein der unabhängigen Fachstelle für
Sozialhilferecht zusammenarbeite. Die Fallführung werde in der Folge
diesen Rechtsanwälten abgetreten. Vorliegend sei auf Anfrage hin eine
Absage wegen Überlastung erteilt worden. Auch zwei weitere
Rechtsanwälte hätten den Fall aufgrund Überlastung nicht übernehmen
können. Der Verband Avenir50plus Schweiz verlange für seinen Einsatz
kein Entgelt. Es werde daran festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin
die Leistungen für den Übergangsmonat Juli 2020 unverzüglich an den
Beschwerdeführer zu überweisen habe.
25. Am 9. Oktober 2020 gingen beim streitberufenen Gericht der provisorische
Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 20. August 2020
sowie sechs ärztliche Zeugnisse ein, welche die 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitraum vom 4. August
2020 bis 21. Oktober 2020 belegen.
26. Mit Duplik vom 26. Oktober 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren
Anträgen sowie an ihrem Standpunkt zur fehlenden Vertretungsbefugnis
von L._ fest. Zudem wurde zusammenfassend ausgeführt, dass die
Leistungen für den Beschwerdeführer per 30. Juni 2020 zu Recht
eingestellt worden seien und keine Finanzierung des Übergangsmonats
Juli 2020 geschuldet sei.
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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und in
der angefochtenen Verfügung sowie auf die eingereichten Beweismittel
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden in einzelrichterlicher
Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet und
keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Das vorliegende
Beschwerdeverfahren betrifft die Unterstützungsleistungen für den
Übergangsmonat Juli 2020 sowie die Umzugspauschale von CHF 500.--.
Da der Streitwert somit CHF 5'000.-- nicht überschreitet und die
vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist (vgl.
Art. 43 Abs. 2 VRG), ergeht das Urteil in einzelrichterlicher Kompetenz.
2.1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht müssen gewisse
Prozessvoraussetzungen erfüllt sein, damit das Gericht auf eine
Beschwerde eintritt, die Sache inhaltlich (materiell) prüft und einen
Sachentscheid fällt. Fehlt es an einer dieser Voraussetzungen, führt das
zu einem Nichteintretensentscheid (vgl. BERTSCHI, in: GRIFFEL [Hrsg.],
Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu
§§ 19-28a Rz. 50). Objektive Prozessvoraussetzungen einer Beschwerde
bilden neben der Zuständigkeit das Vorliegen eines Anfechtungsobjekts
und eines zulässigen Beschwerdegrundes, die Wahrung der
Rechtsmittelfrist sowie gewisse Formerfordernisse der
Rechtsmitteleingabe. Schliesslich darf über die Streitsache nicht bereits
rechtkräftig entschieden worden sein; es darf keine res iudicata vorliegen.
Subjektive Voraussetzungen an die Person, die ein Rechtmittel erhebt,
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sind die Partei- und Prozessfähigkeit sowie die Legitimation. Handelt
jemand anderes im Namen der beschwerdeführenden Person, ist zudem
deren Vollmacht erforderlich (vgl. BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu
§§ 19-28a Rz. 52).
2.2. Die Partei- und Prozessfähigkeit bestimmen sich grundsätzlich auch im
Verwaltungsverfahren nach dem Zivilrecht. Parteifähig ist, wer rechtsfähig
ist. Rechtsfähig sind die natürlichen und juristischen Personen des
Privatrechts und des öffentlichen Rechts. Mit Prozessfähigkeit ist die
Handlungsfähigkeit im Verfahren gemeint, d.h. die Fähigkeit, den
Rechtsstreit selber zu führen oder durch einen gewählten Vertreter führen
zu lassen (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtpflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz.
444). Die Postulationsfähigkeit ist Teil der Prozessfähigkeit. Als Teil der
Prozessfähigkeit setzt sie die Fähigkeit voraus, vor Gericht die im
Prozessrecht vorgezeichneten Rechte wahrzunehmen, prozessuale
Anträge zu stellen, schriftliche oder mündliche Parteivorträge zu halten,
etc. (vgl. BGE 132 I 1 E.3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_1033/2010 vom
10. Juni 2011 E.2; GÜNGERICH, in:
SEILER/VONWERDT/GÜNGERICH/OBERHOLZER, Bundesgerichtsgesetz
[BGG], 2. Aufl., Bern 2015, Art. 41 Rz. 2; BIGLER-
EGGENBERGER/FANKHAUSER, in: HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], Basler
Kommentar zum Zivilgesetzbuch, Bd. I, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 12 Rz.
26; BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 21-21a Rz. 10;
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 445).
2.3. Die angerufene Behörde prüft von Amtes wegen, ob die
Prozessvoraussetzungen gegeben sind. Es gilt demnach auch bezüglich
der Prozessvoraussetzungen der Grundsatz der Rechtsanwendung von
Amtes wegen (vgl. BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz.
53). Die Prozessvoraussetzungen müssen sowohl im Zeitpunkt der
Beschwerdeeinreichung als auch im Zeitpunkt der Entscheidfällung noch
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gegeben sein. Fällt eine Prozessvoraussetzung nach Einreichung des
Rechtsmittels dahin, so ist zu unterscheiden: Betrifft sie die – in der
Verwaltungsrechtspflege eher selten bedeutsame – örtliche Zuständigkeit,
bleibt die ursprüngliche Zuständigkeit bestehen. Fällt dagegen das
aktuelle Rechtsschutzinteresse oder das Streitobjekt nach Einreichen des
Rechtsmittels weg, ist das Verfahren grundsätzlich infolge
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben (vgl. BGE 137 I 23 E.1.3.1;
BERTSCHI, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz. 55;
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 692 ff.).
3.1. Die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zur Beurteilung der
vorliegenden Streitsache ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG, wonach
das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden
beurteilt, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden
können oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig
sind.
3.2. Zudem ist unbestritten, dass es sich bei der angefochtenen Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 7. Juli 2020 um ein zulässiges
Anfechtungsobjekt handelt und die Beschwerde fristgerecht eingereicht
wurde (vgl. Art. 39 Abs. 1 lit. b, Art. 49 Abs. 1 lit. a und Art. 52 Abs. 1 VRG).
3.3. Als formeller und materieller Adressat der angefochtenen Verfügung ist
der Beschwerdeführer davon überdies berührt und er weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung auf,
weshalb er zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde legitimiert ist (vgl.
Art. 50 VRG).
3.4. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist demgegenüber die Frage, ob
L._, Geschäftsführerin Avenir50plus Schweiz, im vorliegenden
Beschwerdeverfahren als Vertreterin des Beschwerdeführers zuzulassen
ist.
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4.1. Gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. a und b VRG ist die Vertretung durch eine
handlungsfähige Person in Verfahren vor Verwaltungsbehörden sowie in
Steuer- und Sozialversicherungsstreitsachen zulässig. In anderen
Verfahren vor richterlichen Behörden können sich die Beteiligten nur mit
Genehmigung der oder des Vorsitzenden auf begründetes Gesuch im
Einzelfall hin durch eine handlungsfähige Person vertreten lassen (Art. 15
Abs. 1 lit. c VRG). Die Rechtsvertretung durch eine Person, die im
kantonalen Anwaltsregister eingetragen ist oder Freizügigkeit nach dem
Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
(Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) geniesst, ist in allen Verfahren
möglich (Art. 15 Abs. 2 VRG).
4.2. Vorliegend ist unbestritten, dass L._ weder im kantonalen
Anwaltsregister eingetragen noch Freizügigkeit nach dem BGFA geniesst.
Somit war die Postulationsfähigkeit von L._ im Zeitpunkt der
Beschwerdeeinreichung offenkundig nicht gegeben; dies wird von ihr denn
auch nicht bestritten. In der Beschwerde vom 31. August 2020 ersuchte
sie daher implizit darum, dass es ihr gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG zu
gestatten sei, die Vertretung für den Beschwerdeführer zu übernehmen.
Gleichzeitig reichte sie eine Vollmacht und ein
Handlungsfähigkeitszeugnis ein (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-
act.] 8). Begründend brachte sie in der Replik vom 5. Oktober 2020 vor,
dass der Beschwerdeführer rechtsunkundig sei und zum damaligen
Zeitpunkt habe hospitalisiert werden müssen, weshalb es ihm nicht
möglich gewesen sei, seine Rechte persönlich und termingerecht
wahrzunehmen. Zudem arbeite der Verband Avenir50plus in Fällen, bei
denen es um Eingaben an die Gerichte gehe, aufgrund des
Anwaltsmonopols mit dem Verein der unabhängigen Fachstelle für
Sozialhilferecht zusammen. Die Fallführung werde in der Folge diesen
Rechtsanwälten abgetreten. Im vorliegenden Fall sei auf Anfrage hin eine
Absage wegen Überlastung erteilt worden. Auch zwei weitere
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Rechtsanwälte hätten den Fall aufgrund Überlastung nicht übernehmen
können. Wie die Beschwerdegegnerin richtig vermute, verlange der
Verband Avenir50plus Schweiz für seinen Einsatz kein Entgelt, und sie
selbst sowie alle Vereinsmitglieder würden unentgeltlich arbeiten.
4.3. In Bezug auf die Erteilung einer Ausnahmebewilligung im Sinne von Art.
15 Abs. 1 lit. c VRG hat das Verwaltungsgericht in seinem Urteil V 17 5
vom 16. Januar 2018 was folgt erwogen (vgl. Erwägung 3c/bb):
Der Gesetzgeber wollte die Ausnahmen im Monopolbereich gering halten und
insbesondere gewerbsmässige bzw. berufsmässige Vertreter davon ausnehmen, was
grundsätzlich auch einleuchtend ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann
es für die Auslegung des Begriffs der berufsmässigen Vertretung nicht entscheidend
darauf ankommen, ob der Vertreter seine Tätigkeit gegen Entgelt oder zu
Erwerbszwecken ausübt. Ein Schutzbereich des Publikums besteht bereits dann, wenn
der Vertreter bereit ist, in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen tätig zu werden. Darauf
kann − wie im vorliegenden Fall − dann geschlossen werden, wenn er bereit ist, die
Vertretung ohne besondere Beziehungsnähe zu den Vertretenen zu übernehmen. In
solchen Fällen gründet das Vertrauen in den Vertreter nicht auf seiner Person oder seiner
Nähe zum Vertretenen, sondern auf anderen Eigenschaften des Vertreters (z.B. seiner
Fachkompetenz) und damit auf ähnlichen Kriterien wie bei der Auswahl eines
Berufsmanns bzw. einer Berufsfrau. Da das Element des persönlichen
Näheverhältnisses nicht im Vordergrund steht, rechtfertigt es sich, solche Vertreter den
Restriktionen für berufsmässige Vertreter zu unterwerfen (vgl. BGE 140 III 555 E.2.3).
Zulässig sind solche Ausnahmebewilligungen folglich insbesondere dort, wo einerseits
ein spezielles Vertrauensverhältnis zwischen Vertretenem und Vertreter besteht und
anderseits solche Vertretungen auf Einzelfälle begrenzt bleiben. Beides ist vorliegend
offenkundig nicht der Fall. Dies entspricht auch der − wenn auch spärlichen − Praxis des
Verwaltungsgerichtes: In einem Fall wurde dem Sohn einer ca. 65-jährigen Frau aus dem
Kosovo, welcher die Sprache und die Kultur der Schweiz fremd war, in einem
ausländerrechtlichen Verfahren eine Einzelfallbewilligung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit.
c VRG erteilt (vgl. VGU U 13 99 vom 16. Dezember 2014). In einem zweiten Fall wurde
dem Schwager als Vertreter des Beschwerdeführers Frist angesetzt, die Beschwerde
betreffend Führerausweisentzug entweder durch den Beschwerdeführer selbst
unterzeichnen zu lassen oder ein begründetes Gesuch nach Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG zu
stellen; innert Frist zeigte der Schwager indes an, dass er weder die eine noch die andere
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Bedingung erfüllen könne, was zum Nichteintreten führte (vgl. VGU U 16 51 vom 27. Juni
2016).
4.4. Zudem wurde in einem weiteren Fall einem juristischen Mitarbeiter des
Vereins BUCOFRAS (Beratung für Ausländerinnen und Ausländer) im
Rahmen eines Beschwerdeverfahrens betreffend Sozialhilfe eine
Einzelfallbewilligung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG erteilt, weil die
damalige Beschwerdeführerin mit dem hiesigen Rechtssystem nicht
vertraut war, den angefochtenen Entscheid nicht verstand und sie sich mit
dem besagten Rechtsvertreter aufgrund seiner ebenfalls afrikanischen
Herkunft gut verständigen konnte (vgl. VGU U 19 54 vom 1. Oktober 2019).
4.5. Vorliegend ist davon auszugehen, dass L._, Geschäftsführerin
Avenir50plus Schweiz, die Vertretung des Beschwerdeführers ohne
besondere Beziehungsnähe zu diesem übernommen hat. Es ist nämlich
weder ersichtlich noch dargetan, dass zwischen ihr und dem
Beschwerdeführer ein spezielles Vertrauensverhältnis besteht. Vielmehr
bietet L._ im Rahmen ihrer Tätigkeit für den Verband Avenir50plus
Schweiz verschiedene Beratungsdienstleistungen für eine Vielzahl von
Betroffenen an (vgl. https://avenir50plus.ch/, zuletzt besucht am 30.
September 2021). Zudem ergibt sich implizit aus den Akten, dass sie in
Fällen, die von den Rechtsanwälten der unabhängigen Fachstelle für
Sozialhilferecht bzw. von sonstigen Rechtsanwälten wegen Überlastung
nicht übernommen werden können, bereit ist, die Vertretung selbst zu
übernehmen (vgl. Replik vom 5. Oktober 2020 S. 2 f.). Hinzu kommt, dass
sie auch in einem weiteren vor Verwaltungsgericht hängigen
Beschwerdeverfahren zu einem anderen Gegenstand (U 20 46) darum
ersucht hat, in Anwendung von Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG die Vertretung für
den Beschwerdeführer übernehmen zu dürfen. Das Vertrauen des
Beschwerdeführers in L._ gründet nicht auf ihrer Nähe zu ihm.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass er sie wegen ihrer Tätigkeit als
Geschäftsführerin von Avenir50plus Schweiz und damit aufgrund ihrer
https://avenir50plus.ch/
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Fachkompetenz mit seiner Interessenwahrung beauftragt hat. Ausserdem
verhindert die Tatsache, dass der Beschwerdeführer der juristischen
Sprache nicht mächtig ist, den Zugang zum Gericht nicht. Ebenfalls ins
Leere zielt der Einwand, dass der Beschwerdeführer rechtsunkundig sei.
So war er denn im Rahmen des Beschwerdeverfahrens U 20 46 ohne
Weiteres in der Lage, seine Beschwerde vom 19. Mai 2020 samt
(sinngemässen) Anträgen selbst zu verfassen und zu unterzeichnen. Auch
trat er in der Vergangenheit bereits mehrmals ohne (Rechts-)Vertretung vor
Verwaltungsgericht auf. Ferner wäre ihm zuzumuten gewesen, nach seiner
Hospitalisierung im Kantonsspital Graubünden vom 15. bis 20. August
2020 (vgl. Bf-act. 9) einen Rechtsanwalt mit seiner Interessenwahrung zu
beauftragen. Die zum damaligen Zeitpunkt ausgewiesene
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl. Bf-act. 9) wäre einer
Mandatierung eines Rechtsanwalts nicht im Weg gestanden. Ausserdem
hätte der Beschwerdeführer bereits nach Erhalt der angefochtenen
Verfügung am 29. Juli 2020 (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.]
14) und damit zu einem Zeitpunkt, als noch keine Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen war (vgl. Bf-act. 9), einen Rechtsanwalt mit der Fallführung
beauftragen können. Schliesslich ist bezüglich des Einwands, die vom
Verband Avenir50plus Schweiz angefragten Rechtsanwälte hätten das
Mandat wegen Überlastung nicht übernommen, festzuhalten, dass es
darüber hinaus weitere Rechtsanwälte gibt, welche der Beschwerdeführer
hätte bevollmächtigen können. Als Zwischenergebnis lässt sich nach dem
vorstehend Gesagten festhalten, dass die Voraussetzungen für die
Erteilung einer Einzelfallbewilligung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG
nicht erfüllt sind, weshalb das entsprechende Gesuch von L._
abzuweisen ist.
5.1. Bei diesem Zwischenergebnis stellt sich die Frage, ob L._ bzw. dem
Beschwerdeführer eine Frist anzusetzen gewesen wäre, um den Mangel
der Rechtsvertretung zu beheben.
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5.2. Gemäss Art. 38 VRG sind Rechtsschriften in einer Amtssprache
abzufassen und haben das Rechtsbegehren, den Sachverhalt und eine
Begründung zu enthalten (Abs. 1). Sie sind zu unterzeichnen und im
Doppel unter Beilage der verfügbaren Beweismittel und des angefochtenen
Entscheids einzureichen. Weitere Beweismittel sind genau zu bezeichnen
(Abs. 2). Genügt eine Eingabe den gesetzlichen Erfordernissen nicht oder
ist sie in unziemlicher Form abgefasst, unleserlich oder unnötig
umfangreich, wird eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels
angesetzt mit der Androhung, dass auf die Eingabe sonst nicht eingetreten
werde (Abs. 3). Art. 38 VRG entspricht in Bezug auf den hier
interessierenden Inhalt Art. 42 des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110), Art. 52 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren
(Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) sowie auch Art. 132
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Zivilprozessordnung, ZPO;
SR 272), weshalb die hierzu ergangene Rechtsprechung und die
entsprechenden Kommentierungen im vorliegenden Verfahren ohne
Weiteres beigezogen werden können. Dies zumal der Anspruch auf
Nachfristansetzung Ausdruck eines aus dem Verbot des überspitzten
Formalismus fliessenden allgemeinen prozessualen Rechtsgrundsatzes
ist, welcher in sämtlichen Rechtsbereichen gleichermassen Gültigkeit
beanspruchen kann und sich die Regelung in Art. 38 VRG überdies –
genauso wie jene in Art. 132 ZPO (vgl. GSCHWEND, in:
SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 132 Rz. 1)
– eng an Art. 42 BGG anlehnt.
5.3. Der Anspruch auf Nachfristansetzung ist Ausdruck eines aus dem Verbot
des überspitzten Formalismus fliessenden allgemeinen prozessualen
Rechtsgrundsatzes. Überspitzer Formalismus liegt vor, wenn für ein
Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die
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Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle
Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften
überspannte Anforderungen stellt und den Rechtssuchenden den
Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt. Wohl sind im Rechtsgang
prozessuale Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe und
rechtgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des
materiellen Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge
steht demnach mit Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101), wonach jede Person
in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf
gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert
angemessener Frist hat, im Widerspruch. Überspitzter Formalismus ist nur
gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch keine
schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck
wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise
erschwert oder verhindert (vgl. BGE 142 V 152 E.4.2; Urteil des
Bundesgerichts 8D_7/2020 vom 12. Oktober 2020 E.5.1;
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/
St. Gallen 2020, Rz. 1051). Die Ansetzung einer Nachfrist setzt voraus,
dass der zu behebende Mangel bzw. Fehler verbesserlich ist. Daraus
ergibt sich, dass eine Nachfristansetzung nur bei versehentlichen, nicht
absichtlichen Unterlassungen der Parteien oder ihrer Vertreter in Frage
kommt, da sonst eine ungerechtfertigte Fristverlängerung bewirkt werden
könnte. Mit anderen Worten kann das Gericht auf die Ansetzung einer
Nachfrist verzichten und sogleich die entsprechenden Konsequenzen
ziehen, wenn eine Partei absichtlich und zudem ohne berechtigte bzw.
nachvollziehbare Gründe eine unvollständige oder fehlerhafte
Rechtsschrift einreicht (vgl. GSCHWEND, a.a.O., Art. 132 Rz. 6;
SEETHALER/PORTMANN, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.],
Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 52 Rz. 109; DOLGE, in:
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SPÜHLER/AEMISEGGER/DOLGE/VOCK [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz,
Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 42 Rz. 48; MERZ,
in: NIGGLI/ÜBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler
Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 42
Rz. 111).
5.4. Nachdem L._ im Beschwerdeverfahren U 20 46 mit Eingabe vom 15.
Juli 2020 beim Verwaltungsgericht um Akteneinsicht ersucht und der
Beschwerdeführer gleichentags eine Vollmacht eingereicht hatte, wurde
L._ von der Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 16. Juli 2020
aufgefordert, bis 25. August 2020 ein begründetes Gesuch zur Vertretung
des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG
einzureichen. Spätestens nach Erhalt dieses Schreibens musste L._
den Prozessmangel erkennen bzw. musste sie um ihre fehlende
Postulationsfähigkeit wissen. Statt den Mangel im Rahmen des späteren,
vorliegenden Beschwerdeverfahrens U 20 92 zu vermeiden, hat sie als
eine nicht zur Parteivertretung befugte Person die Beschwerde vom 31.
August 2020 erhoben und darin bloss implizit ein Gesuch um Erteilung
einer Ausnahmebewilligung gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG gestellt.
Hätte L._ die Beschwerde vom 31. August 2020 entweder durch
einen Rechtsanwalt, der zur Parteivertretung befugt ist, oder durch den
Beschwerdeführer unterzeichnen lassen, wäre der Mangel behoben
gewesen. Dies hat sie allerdings unbestrittenermassen nicht getan,
obschon sie den Mangel – wie gesehen – erkennen musste. Auch mit den
weiteren Eingaben vom 3. September 2020 bzw. 5. Oktober 2020 erfolgte
keine Verbesserung des Mangels. Der Beschwerdeführer befand sich bis
am 20. August 2020 in Spitalpflege und wurde dannzumals in
gebessertem Allgemeinzustand nach Hause entlassen (vgl. Bf-act. 9). Die
Unterzeichnung der Beschwerde vom 31. August 2020 wäre ihm daher
ohne Weiteres möglich gewesen. Infolge Mangelhaftigkeit der
Beschwerde kann darauf somit nicht eingetreten werden. An diesem
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Ergebnis vermag die Tatsache, dass im Schreiben der Instruktionsrichterin
vom 16. Juli 2020 im Beschwerdeverfahren U 20 46, welches als
Briefkopie per Einschreiben auch dem Beschwerdeführer zugestellt
wurde, ein Nichteintreten bei unterlassener Verbesserung des Mangels
nicht explizit angedroht wurde, nichts zu ändern. Zwar ist gemäss Art. 38
Abs. 3 VRG grundsätzlich eine angemessene Frist zur Behebung des
Mangels anzusetzen mit der Androhung, dass auf die Eingabe nicht
eingetreten wird, wenn eine Eingabe den gesetzlichen Erfordernissen
nicht genügt oder sie in unziemlicher Form abgefasst, unleserlich oder
unnötig umfangreich ist. Ähnlich wie bei der fehlenden