Decision ID: e9d3d78f-f887-4d4c-82cb-7d87d5401744
Year: 2013
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

B. Mit Beschwerde vom 04.02.2013 beantragte der Kläger die Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichtspräsidenten Laufen vom 19.01.2013 und die Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. X._ des Betreibungsamtes Laufen für CHF 466'050.00 nebst Zins zu 5% seit 01.08.2012, eventualiter die Zurückweisung der Sache zur  an das Bezirksgericht Laufen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten bzw. Beschwerdegegners. Er begründete seine Anträge wie folgt: Der Beschwerdeführer habe ein vollkommen  zweites Rechtsöffnungsbegehren beim Bezirksgericht Arlesheim gegen den  eingereicht. Die Gegenpartei sei jeweils vom gleichen Rechtsbeistand vertreten , welcher gleichlautende Stellungnahmen zu den Rechtsöffnungsbegehren abgegeben habe. Trotz der gleichen Ausgangslage seien die beiden Rechtsöffnungsgesuche  beurteilt worden, habe doch der Bezirksgerichtspräsident Arlesheim die provisorische Rechtsöffnung in der Betreibung gegen den Solidarschuldner bewilligt. Dieses unterschiedliche Resultat sei stossend und nicht nachvollziehbar. Das angefochtene Urteil des  Laufen sei zu Unrecht erfolgt. Die Vorinstanz habe zwar den Kaufvertrag vom 01.02.2012 als provisorischen Rechtsöffnungstitel anerkannt. Die vorinstanzliche  des von der Gegenseite dargelegten Sachverhalts sowie ihres vorgelegten Beweismateri-
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als sei hingegen ebenso unzutreffend wie das den Behauptungen der Gegenseite  Beweismass. So halte die Vorinstanz lediglich fest, dass es sich bei den vom  verwendeten Verteidigungsmitteln nicht einfach um leere Ausflüchte und  Schutzbehauptungen, sondern um vorerst einmal ernsthaft vertretbare Einwände und  handle. Unbegründet bleibe jedoch, weshalb die Vorinstanz diese Einwände für  wahr und damit auch als glaubhaft i.S.v. Art. 82 Abs. 1 SchKG halte. Im provisorischen Rechtsöffnungsverfahren müsse der Schuldner die rechtserzeugenden Tatsachen glaubhaft widerlegen, und nicht der Gläubiger deren Vorhandensein beweisen. Die Vorinstanz habe  Behauptungen der Gegenseite zum Durchbruch verholfen, ohne dass objektive  vorlägen, welche diese auch rechtsgenüglich untermauern könnten. Die von der  festgestellte "gewisse" Verbindung zwischen dem Kaufvertrag und dem gleichentags  Agreement betr. "Special Fee" gehe fehl, weil an den jeweiligen  unterschiedliche Vertragsparteien beteiligt seien und ein Querverweis nicht statuiert worden sei. Dies schliesse ein wechselseitiges Austauschverhältnis zwischen den aus den einzelnen Vertragsverhältnissen resultierenden Leistungen und Gegenleistungen aus.
C. Mit Vernehmlassung vom 01.03.2013 beantragte der Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers, und zwar aus folgenden Gründen: Die Vorinstanz habe weder rechtlich unrichtig oder willkürlich geurteilt noch den Sachverhalt unrichtig festgestellt. Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer ein vollkommen identisches Rechtsöffnungsbegehren gegen den Solidarschuldner beim Bezirksgericht Arlesheim  habe. Hingegen sei davon auszugehen, dass das Bezirksgericht Arlesheim nicht  der identischen Beweismittel wie die Vorinstanz geurteilt habe, habe doch der  die einseitige Unverbindlichkeitserklärung der gesamten zwischen den Parteien  Verträge dem Bezirksgericht Arlesheim einen Tag zu spät eingereicht. Daher sei das unterschiedliche Resultat der beiden Parallelverfahren weder stossend noch nicht . Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim sei nicht Gegenstand dieses . Gegenstand der vorliegenden Beurteilung könne nur sein, ob die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer korrekt beschriebenen Beurteilungskriterien bezüglich der vom  erhobenen Einreden richtig zur Anwendung gebracht und die erhobenen Einreden  gewürdigt habe oder nicht. Die Vorinstanz habe richtig festgestellt, dass der direkte Zusammenhang zwischen dem Kaufvertrag und der Vereinbarung betr. "Special Fee" trotz der formal gesehen fehlenden Parteiidentität nicht nur behauptet, sondern durch die eingereichten Dokumente glaubhaft gemacht worden sei. Aufgrund der einseitigen  des gesamten Vertragswerks durch den Beschwerdegegner könnte der  hinfällig sein. Aufgrund dieser Einschätzung der Vorinstanz und der daraus entstandenen Zweifel an der Liquidität des Rechtsöffnungstitels sei der Vorinstanz nichts anderes übrig geblieben, als das Rechtsöffnungsbegehren abzuweisen.

Erwägungen
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1. Rechtsöffnungsentscheide sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 lit. a ZPO i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Gemäss Art. 321 ZPO i.V.m. Art. 251 lit. a ZPO ist die Beschwerde gegen Rechtsöffnungsentscheide innert 10 Tagen seit Zustellung schriftlich und begründet bei der zuständigen Rechtsmittelinstanz einzureichen. Die zehntägige Rechtsmittelfrist wurde . Der Beschwerdeführer beruft sich auf zulässige Beschwerdegründe (Art. 320 ZPO). Folglich ist auf die Beschwerde einzutreten. Die sachliche Zuständigkeit des  ergibt sich aus § 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO.
2. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, neue  und neue Beweismittel ausgeschlossen. Es geht nicht um eine Fortführung des erstinstanzlichen Prozesses, sondern im Wesentlichen um eine Rechtskontrolle des  Entscheids. Angesichts der auf Willkür beschränkten Überprüfung der  Sachverhaltsfeststellung besteht auch kein Raum für neue Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge (vgl. Zürcher Kommentar ZPO-Freiburghaus/Afheldt, Art. 326 N 3). Das  des Beschwerdeführers, der Bezirksgerichtspräsident Arlesheim habe ein identisches Rechtsöffnungsgesuch abweichend beurteilt, was stossend und nicht nachvollziehbar sei, ist eine im Vergleich zum Sachverhalt, der sich dem erstinstanzlichen Richter geboten hat, neue Tatsachenbehauptung, und kann deshalb nicht gehört werden. Die Beschwerdebeilagen 3, 4, 6 und 7 stellen daher neue Beweismittel dar, welche im Beschwerdeverfahren nicht berücksichtigt werden dürfen. Ebenfalls neu und somit unzulässig ist das Vorbringen des , der Solidarschuldner habe im Anschluss an die Gutheissung des  durch den Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim Aberkennungsklage erhoben. Die  2 stellt folglich ein unzulässiges neues Beweismittel dar. Da der im  gegen den Solidarschuldner vom Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim gefällte Entscheid für das vorliegende Beschwerdeverfahren keine Bedeutung hat, ist auch die Frage, ob der Bezirksgerichtspräsident Arlesheim seinem Entscheid die identischen Beweismittel zugrunde gelegt habe wie der Bezirksgerichtspräsident Laufen, ohne Relevanz.
3. Gemäss Art. 82 Abs. 1 SchKG kann der Gläubiger die provisorische Rechtsöffnung , wenn die Forderung auf einer durch öffentliche Urkunde festgestellten oder durch  bekräftigten Schuldanerkennung beruht. Eine solche Schuldanerkennung muss unter anderem den Willen des Schuldners beinhalten, dem Gläubiger ohne Vorbehalte und  einen bestimmten oder leicht bestimmbaren Betrag zu bezahlen (BGE 122 III 125 E. 2). Der Kaufvertrag vom 01.02.2012 über 9'000 Stammanteile der Gesellschaft C._GmbH zum Preis von USD 1'500'000.00 zwischen dem Kläger als Verkäufer auf der einen Seite sowie dem Beklagten und einem weiteren Geschäftspartner als Käufer auf der anderen Seite erfüllt sämtliche Voraussetzungen eines provisorischen Rechtsöffnungstitels. Zudem sind die  der Stammanteile der besagten Gesellschaft an den Beklagten und an dessen  und der Ablauf der vertraglichen Zahlungsfrist für die noch offene dritte Rate von USD 500'000.00 unbestritten.
4. Verfügt der Gläubiger über eine unterschriebene Schuldanerkennung, so muss der  gemäss Art. 82 Abs. 2 SchKG die provisorische Rechtsöffnung aussprechen, sofern der  nicht Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht. Es sind alle Einwendungen und Einreden zu hören, welche zivilrechtlich von Bedeutung
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sind (vgl. BSK SchKG I-Staehelin, Art. 82 N 84). Glaubhaft machen bedeutet weniger als , aber mehr als behaupten. Der Richter muss überwiegend geneigt sein, an die Wahrheit der vom Betriebenen geltend gemachten Umstände zu glauben. Der Betriebene braucht somit nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein der geltend gemachten  herbeizuführen, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnten (vgl. BGer 5A_845/2009 E. 6.1 und dort zit. Literatur). Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Vorderrichter unrichtig gehandelt hat, wenn er die Einwendungen des Beklagten für  hielt. Die aktenkundige Vereinbarung über eine "Special Fee" vom 01.02.2012 mit einer "Side letter" vom 01.02.2012 ist nicht zwischen denselben Parteien wie der provisorische  vom 01.02.2012 geschlossen worden. Eine sich daraus ergebende Verpflichtung des  wäre folglich im vorliegenden Rechtsöffnungsverfahren nur dann relevant, wenn eine  der beiden Vertragsverhältnisse in einer Weise glaubhaft gemacht wäre, wonach die Kaufpreiszahlung des Beklagten und seines Geschäftspartners nur geschuldet wäre, wenn der Kläger seine Verpflichtungen aus der Vereinbarung über eine "Special Fee" resp. aus dem " letter" im Sinne einer Vorleistung erfüllt hätte. Diese Frage ist zu verneinen, weil bereits die Fristen für die Bezahlung der Kaufpreisraten (3. Rate bis 31.07.2012) so angesetzt sind, dass der Kläger für eine dazu im Austauschverhältnis stehende Gegenleistung aus der Vereinbarung über eine "Special Fee" resp. aus dem "Side letter" rein zeitlich gesehen gar nicht  sein könnte. Ohnehin hat es der Beklagte vor erster Instanz unterlassen, eine  des Klägers zu behaupten (vgl. Eingabe des Beklagten vom 05.12.2012 an das Bezirksgericht Laufen). Indem der Bezirksgerichtspräsident Laufen diesen ersten Einwand des Beklagten als glaubhaft gemacht erachtete, obwohl er gleichzeitig feststellte, es fehle die  darüber, wonach die Leistungspflicht aus der Vereinbarung über eine "Special Fee" resp. aus dem "Side letter" als Teil des Kaufpreises im engeren Sinn aufzufassen wäre, hat er die aktenkundigen Beweise unrichtig gewürdigt und ein unzulässiges Beweismass angewendet. Die Behauptung des Beklagten, dass der Kaufvertrag vom 01.02.2012 zufolge Willensmangels unverbindlich sei, wird damit begründet, dass der Kläger gar nicht (mehr) Funktionen bei den betreffenden Lieferanten bekleide, um die Vereinbarung betreffend "Special Fee" einzuhalten, womit ein wesentliches Vertragselement weggefallen sei. Die Stichhaltigkeit dieses Einwandes würde voraussetzen, dass der Bestand der Vereinbarung über eine "Special Fee" eine  Voraussetzung für die Verbindlichkeit des Kaufvertrags wäre. Das kann zwar nicht von vorneherein ausgeschlossen werden. Hingegen fehlen hinreichende Indizien, gestützt auf  zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine entsprechende Verknüpfung sprechen würde. Dem Beklagten ist es mithin nicht gelungen, den Richter zur Überzeugung zu bringen, dass seine rechtsaufhebende Tatsachenbehauptung des Willensmangels wahrscheinlicher sei als die sich aus dem Rechtsöffnungstitel ergebende Forderung des Klägers. Die Vorinstanz hat hinsichtlich des Wahrscheinlichkeitsgrades der Parteibehauptungen zum angeblichen  eine Pattsituation festgestellt. Diese geht im Rechtsöffnungsverfahren zulasten des . Indem der Bezirksgerichtspräsident Laufen diesen zweiten Einwand des Beklagten als glaubhaft gemacht erachtete, obwohl er gleichzeitig feststellte, Umstände hinsichtlich  seien weder spruchreif noch bestünde diesbezüglich ein deutliches  zugunsten einer Parteiseite, hat er die aktenkundigen Beweise unrichtig
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gewürdigt und ein unzulässiges Beweismass angewendet. Die Begründung der Vorinstanz, dass es sich bei den vom Betriebenen verwendeten  nicht einfach um leere Ausflüchte und offensichtliche Schutzbehauptungen,  um ernsthaft vertretbare Einwände und Vorbringen handelt, überzeugt aus den  Gründen nicht. Damit ist nämlich noch nicht ausgesagt, inwiefern der Vorderrichter die  des Beklagten nicht nur für möglich, sondern auch für wahrscheinlich hält. Die Vorinstanz hat das Beweismass für die Einwendungen des Schuldners gemäss Art. 82 Abs. 2 SchKG unzulässigerweise unter die Schwelle des Glaubhaftmachens herabgesetzt und sich mit der blossen Möglichkeit, dass sich der Sachverhalt so zugetragen habe, begnügt. Dies ist bundesrechtswidrig.
5. Die Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich daher als begründet, was zur  der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt. Da  gemäss Art. 82 Abs. 2 SchKG nicht hinreichend glaubhaft gemacht worden sind und die Voraussetzungen gemäss Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO für einen reformatorischen Entscheid der Rechtsmittelinstanz vorliegen, ist die Rechtsöffnung im angesuchten Umfang zu erteilen. Gleichzeitig ist der erstinstanzliche Entscheid über die Tragung der Prozesskosten dem  Ausgang des Rechtsöffnungsverfahrens (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO) anzupassen. Zufolge Unterliegens hat der Beklagte die erstinstanzlichen Gerichtskosten von CHF 600.00 zu tragen und dem Kläger für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 2'300.00 inkl. Auslagen zu bezahlen. Die berufsmässige Vertretung einer im Ausland wohnhaften Partei ist in der Schweiz nicht mehrwertsteuerpflichtig.
6. Abschliessend ist noch über die Verteilung der Prozesskosten für das  zu befinden. Der Beschwerdegegner hat ausgangsgemäss die Gerichtskosten des  Verfahrens zu tragen. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren wird dabei in Anwendung von Art. 61 i.V.m. Art. 48 GebV SchKG auf pauschal CHF 1'500.00 . Schliesslich hat der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer eine angemessene  zu bezahlen. Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, hält einen Betrag von CHF 2'300.00 inkl. Auslagen für angemessen. Die berufsmässige Vertretung einer im Ausland wohnhaften Partei ist in der Schweiz nicht mehrwertsteuerpflichtig.