Decision ID: 14dd6c7e-70ed-556e-8a42-13265ef37b32
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Politische Gemeinde Buchs führte zwecks Einholung von Angeboten für eine
Sedimentsentfernung am Werdenbergersee ein Einladungsverfahren durch. Innert der
angesetzten Frist bis zum 28. Februar 2011 reichten sechs Anbieter eine Offerte ein.
Mit Verfügung vom 5. April 2011 erteilte die Politische Gemeinde Buchs den Zuschlag
an die Aquamarine Technologies AG, Rümlang, zum Preis von Fr. 918'681.60 (inkl.
MWST).
B./ Mit Eingabe vom 15. April 2011 erhob die Diethelm Umwelttechnik AG, Wollerau,
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, das Projekt sei neu
auszuschreiben mit einer klaren Definition, welche Möglichkeiten berücksichtigt werden
dürften oder könnten.
Mit Schreiben vom 19. Mai 2011 teilte die Politische Gemeinde Buchs mit, sie habe mit
der Aquamarine Technologies AG einen Werkvertrag abgeschlossen; es wurde eine
Vertragskopie ins Recht gelegt.
In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2011 schliesst die Politische Gemeinde Buchs
auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen.
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St.Galler Gerichte
Am 20. Juni 2011 wurden dem zwischenzeitlich beigezogenen Rechtsvertreter der
Beschwerde-führerin Kopien einzelner Akten zugestellt, welche von der Politischen
Gemeinde Buchs ins Recht gelegt wurden.
Mit Eingabe vom 29. Juli 2011 liess die Diethelm Umwelttechnik AG eine ergänzende
Stellung-nahme einreichen. Dabei stellte sie zum einen den Antrag, es sei festzustellen,
dass der angefochtene Vergabeentscheid rechtswidrig sei; zum anderen beantragte sie
für ihre Aufwendungen im Vergabe- und Rechtsmittelverfahren eine Entschädigung in
Höhe von Fr. 16'000.- (exkl. Anwaltskosten).
Am 18. August 2011 reichte die Politische Gemeinde Buchs eine Duplik sowie weitere
Akten ein.
Am 31. August 2011 erstattete die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe. Diese
wurde am 1. September 2011 zur Kenntnisnahme an die Politische Gemeinde Buchs
weitergeleitet.
Auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin sowie der Vorinstanz wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen,
sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als nicht berücksichtigte
Anbieterin zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung Art. 45 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechts-pflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht und erfüllt inhaltlich und formal die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 15 Abs. 3 der interkantonalen Vereinbarung über das
öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32, abgekürzt IVöB; Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten,
jedenfalls soweit die Beschwerdeführerin beantragt, es sei die Zuschlagsverfügung
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aufzuheben. Der Antrag auf Feststellung der Rechtswidrigkeit gilt dabei sinngemäss als
mitenthalten (BGE 132 I 86 ff. [88 ff.],
E. 3.2).
Auf das erst im Rahmen der Replik gestellte Schadenersatzbegehren kann hingegen
nicht eingetreten werden. Eine nachträgliche Erweiterung des Rechtsbegehrens ist
unzulässig (vgl. dazu GVP 2001, Nr. 18; VerwGE B 2008/161 vom 19. Februar 2009).
Das Schadenersatzbegehren hätte gemäss Art. 4 Abs. 2 EGöB bereits mit der
Beschwerde gestellt werden müssen.
2. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a), sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b)
gerügt werden. Aufgrund von Abs. 2 der gleichen Bestimmung kann hingegen
Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden. Diese Regelung entspricht der
Vorschrift von Art. 61 VRP.
Aus Art. 16 IVöB leitet das Verwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung ab, dass
die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine angefochtene Verfügung auf
allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten überprüfen muss, sondern die
Beschwerdeführerin im Einzelnen darzulegen hat, inwiefern die Verfügung mangelhaft
sein soll. Die Beschwerdeführerin muss also dartun, in welchen Punkten die
angefochtene Verfügung auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt beruht oder Rechtsnormen unrichtig oder in Überschreitung bzw.
Missbrauch des Ermessens angewendet wurden (vgl. dazu GVP 1999 Nr. 37 mit
Hinweisen).