Decision ID: ed6e57e2-26a6-41e1-a32d-ef3e21147d92
Year: 2022
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. A., geboren am XX.XX.1957, war ab dem 1. August 2005 als Berufsfachschullehrer beim B.
angestellt. Am 31. März 2020 wurde er vom Rektor schriftlich verwarnt, da er sich wiederholt
verletzend gegenüber der Fachschaftsleiterin Gesundheit, C., verhalten habe. Im Wieder-
holungsfall wurde ihm ein schriftlicher Verweis angedroht, der dann in den Personalakten
abgelegt werde (act. 6.2). Mit Verfügung vom 29. April 2020 (act. 6.3) kürzte das B. das
Arbeitsverhältnis von A. mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten auf den 31. Juli 2020
von 20 auf 17 Lektionen pro Woche. Gemäss verschiedenen Arztzeugnissen war A. in der
Folge krankheitsbedingt arbeitsunfähig (act. 6.7). Mit Eingabe vom 18. Mai 2020 (act. 8.1)
liess A. beim Regierungsrat Rekurs gegen die Änderungskündigung erheben. Das
Rekursverfahren wurde am 24. September 2020 sistiert (act. 8.11).
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B. Mit Schreiben vom 12. Juni 2020 (act. 3.5) teilte das B. A. mit, dass wegen dessen Verhaltens
gegenüber den Vorgesetzten, des Intrigenspiels gegen seine Stellvertretung sowie der
festgestellten mangelnden Qualität der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung das
Vertrauensverhältnis zwischen ihm und der Schulleitung des B. zerstört sei. Deshalb sei
beabsichtigt, das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2021 aufzuheben. Dazu wurde A. das
rechtliche Gehör gewährt. Mit Schreiben vom 19. Juni 2020 (act. 3.6) liess A. durch seinen
RA AA. zur beabsichtigten Kündigung Stellung nehmen.
C. Mit Verfügung vom 17. September 2020 (act. 7.1.3) kündigte das B. das Anstellungsver-
hältnis mit A. per 31. Januar 2021. Gleichzeitig stellte es A. mit sofortiger Wirkung von seinen
Aufgaben frei. Allfällige Ferien- und Gleitzeitguthaben würden - soweit diese die Dauer der
dreimonatigen Kündigungsfrist nicht übersteigen - mit der Freistellung abgegolten.
D. Dagegen liess A., vertreten durch RA AA., mit Eingabe vom 6. Oktober 2020 (act. 7.1.1)
Rekurs beim Regierungsrat erheben u.a. mit den Anträgen, die Verfügung aufzuheben und
ihm eine Entschädigung von sechs Monatslöhnen zuzusprechen, sofern keine Weiter- oder
Wiederbeschäftigung erfolge.
E. Mit Entscheid vom 15. Juni 2021 (act. 2) wies der Regierungsrat den Rekurs ab.
F. Gegen diesen Rekursentscheid liess A. (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch
RA AA., mit Eingabe vom 19. Juli 2021 Beschwerde beim Obergericht erheben, wobei er
eingangs erwähnte Rechtsbegehren stellte.
G. Mit Schreiben vom 9. September 2021 (act. 5) und 22. September 2021 (act. 10) liessen sich
der Regierungsrat (im Folgenden: Vorinstanz) sowie das B. (im Folgenden: Beschwerde-
gegner) mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren zur Beschwerde vernehmen.
H. Mit Schreiben vom 5. November 2021 (act. 13) liess der Beschwerdeführer unter Aufrecht-
erhaltung seiner Anträge eine Replik einreichen, wozu sich der Beschwerdegegner mit Duplik
vom 29. November 2021 (act. 16) ebenfalls unter Aufrechterhaltung des Antrags vernehmen
liess.
I. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen
näher eingegangen.
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Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1) und Art. 70 Abs. 2 lit. c des Personalgesetzes (PG, bGS 142.21) zur
Behandlung der Beschwerde gegen den Rekursentscheid der Vorinstanz zuständig ist und
die Voraussetzungen hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung sowie der Frist-, Form- und
Begründungserfordernisse erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur Rechts-
verletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -unter-
schreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt
werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle Überprüfungsbefugnis,
soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an eine Bundesinstanz mit
unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden kann. Ein Weiterzug an eine
Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, ist vorlie-
gend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch nicht anderweitig gesetzlich vorge-
sehen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts vorliegend auf die Rechts- und Sachverhalts-
kontrolle beschränkt. Rechtsfragen unterstehen dem Grundsatz der Rechtsanwendung von
Amtes wegen (iura novit curia), welcher bedeutet, dass das Gericht an die Rechtsauffassun-
gen der Verfahrensbeteiligten nicht gebunden ist; auch nicht an die von ihnen nach Mass-
gabe des kantonalen Verfahrensrechts form- und fristgerecht vorgetragenen Rechtsbehaup-
tungen (BGE 133 V 196 E. 1.4). Daher kann das Obergericht eine Beschwerde aus anderen
als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid mit einer
Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution; vgl.
dazu WIEDERKEHR/PLÜSS, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, 2020, Rz. 1305).
3. Gemäss Art. 69 Abs. 1 PG trifft die Anstellungsbehörde in Absprache mit dem Personalamt
die erforderlichen Massnahmen zur Sicherung eines geordneten Aufgabenvollzugs, wenn
die Leistung oder das Verhalten der oder des Angestellten den Anforderungen nicht genügen
oder wenn Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis verletzt werden. Ist dies der Fall, kann sie
insbesondere eine schriftliche Verwarnung erteilen (Art. 69 Abs. 2 lit. a PG); die Zuweisung
anderer Aufgaben oder die Versetzung der oder des Angestellten verfügen (lit. b); eine
Lohnkürzung verfügen (lit. c); die Kündigung androhen (lit. d); eine definitive oder
vorübergehende Freistellung anordnen (lit. e); eine ordentliche oder fristlose Kündigung nach
Art. 24 PG aussprechen.
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Gemäss Art. 24 Abs. 2 PG muss eine ordentliche Kündigung auf einem sachlichen Grund
beruhen und sie darf nicht missbräuchlich nach der Bestimmung von Art. 28 Abs. 1 PG sein.
Auch darf die Kündigung nicht zur Unzeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 PG erfolgen. Angesichts
der inhaltlichen Offenheit und Unbestimmtheit eines sachlichen Grunds steht den Ver-
waltungsbehörden beim Entscheid über die Kündigung somit ein gewisser Beurteilungs-
spielraum zu. Vorbehalten bleiben jedoch stets die allgemeinen verfassungsrechtlichen
Schranken wie das Willkürverbot, das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie der Grundsatz von
Treu und Glauben (Urteil des Bundesgerichts 1C_42/2007 vom 29. November 2007 E. 3.6.2;
Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2017.00587 vom 31. Januar 2017 E. 2.2).
3.1 Der Beschwerdegegner hat die Entlassung des Beschwerdeführers mit der mangelnden
Qualität der Unterrichtsvorbereitung- und -durchführung, seinem Verhalten gegenüber seiner
Vorgesetzten und der Einschüchterung seiner Stellvertretung begründet und sich dabei auf
Art. 69 Abs. 1 PG gestützt. Damit lägen sachliche Gründe für eine Kündigung vor. Aufgrund
der festgestellten gravierenden Verhaltens- und Fachmängel sowie der nach aussen wie
innen problematischen Auswirkungen müssten umgehend Massnahmen zur Sicherung
eines geordneten Aufgabenvollzugs und Schulalltags eingeleitet werden, weshalb der
Beschwerdeführer gleichzeitig freigestellt werde.
Konkret werden dem Beschwerdeführer in der Kündigungsverfügung vom 17. September
2020 diverse, wiederkehrende Leistungsmängel in der Unterrichtsvorbereitung, Unterrichts-
führung und Administration vorgeworfen, welche sich seit längerem über Rückmeldungen
von Lernenden und Vorgesetzten manifestiert hätten. Speziell habe bei Ausfällen des
Beschwerdeführers nicht auf eine strukturierte Unterrichtsvorbereitung oder zum Teil auf gar
keine Vorbereitungsunterlagen zurückgegriffen werden können. Es sei anhand der partiell
vorliegenden Notizen oder wegen der fehlenden Unterlagen im Klassen-OneNote bei den
E-Learningklassen nicht möglich, die Vorbereitungen für die Klassen zu übernehmen, und
die wenigen Stichworte in den Mails des Beschwerdeführers reichten für eine Erteilung der
Lektionen nicht aus. Die stellvertretenden Lehrerpersonen hätten teils gar Lernende aus den
Klassen kontaktieren müssen, um den Umsetzungsstand der Lernziele ermitteln zu können.
Dabei habe sich herausgestellt, dass der bisher vermittelte Lehrstoff nicht immer dem
Lehrplan entsprochen habe. Auch der digitale Unterricht während des COVID-19-Lockdowns
habe den Ansprüchen nicht genügt.
Der Beschwerdeführer habe eine designierte Stellvertretung eingeschüchtert, indem er
betont habe, dass diese Schwierigkeiten am D. und/oder bei der Organisation der Arbeitswelt
für Gesundheits- und Sozialberufe bekommen werde, sollte sie diese Stellvertretung
übernehmen. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit seiner
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inakzeptablen Intervention eine Verhinderung dieses Modullehrgangs habe herbeiführen
wollen; dabei habe er eine Schadenszufügung für das B. billigend in Kauf genommen.
Bei dieser Gelegenheit habe die Vorgesetzte des Beschwerdeführers dem Rektor erklärt,
dass sie aufgrund dessen Verhaltens Angstgefühle vor dem Beschwerdeführer gehabt habe.
Seine Reaktionen, wenn sie auf Unzulänglichkeiten hingewiesen habe, habe sie oft als
herabwürdigend und teilweise bedrohlich erlebt. Sie habe sich nicht mehr getraut, abends an
der Schule Vorbereitungen zu tätigen, solange der Beschwerdeführer im Besitze eines
Schlüssels gewesen sei. Deshalb sei der Schlüssel des Beschwerdeführers eingezogen und
anschliessend sein Account gesperrt worden.
3.2 Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid fest, dass auch die Vor- und Nachbereitung
des Unterrichts gemäss Art. 4a Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die
Berufsbildung (bGS 414.11) i.V.m. Art. 25 des Gesetzes über die Mittel- und Hochschulen
(bGS 413.1) zum Berufsauftrag bzw. zu den Hauptaufgaben der Lehrpersonen gehöre. Falls
eine Lehrperson diesen gesetzlichen Vorgaben nicht nachkomme und damit ihren Berufs-
auftrag nicht erfülle, liege ein sachlicher Grund für eine Kündigung vor. Dabei stützt sie sich
insbesondere auf eine Aktennotiz des Beschwerdegegners vom 4. Dezember 2020, worin
die Vorbringen in der Kündigungsverfügung vom 17. September 2020 bestätigt würden. So
gehe aus der Aktennotiz zum Beispiel hervor, dass E., der im Herbst 2019 und anfangs Mai
2020 zwei grosse Stellvertretungen übernommen habe, keine Vorbereitungsunterlagen
aufgefunden habe. Er habe alle aktuellen Lernstände bei den Lernenden erfragen müssen.
Die Unterrichtsunterlagen habe er komplett neu vorbereiten müssen. Auch die Stellvertretung
F. habe im September 2019 nicht klären können, welche Inhalte unterrichtet werden
müssten. Da eine negative Tatsache bewiesen werden müsse, hätte der Beschwerdeführer
verstärkt bei der Beweisführung mitwirken müssen. Die blosse Behauptung, eine Auskunft
sei unwahr, genüge nicht. Der Beschwerdeführer habe vorliegend weder substantiiert
dargelegt, wie er seinen Unterricht vorbereitet und den Lernenden dokumentiert habe, noch
wie er bei seinen krankheitsbedingten Ausfällen den stellvertretenden Lehrpersonen
behilflich gewesen sei. Beispielsweise lege er nicht dar, was für Unterlagen von ihm
angeblich erstellt worden seien und inwiefern diese für die Stellvertretungen behilflich
gewesen seien. Der Beschwerdeführer lege nicht dar, ob er die von E. erteilten Notenpunkte
bei den Noten einbezogen habe. Zum Zeitpunkt der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde-
führers Ende April 2020 seien keine Noten von bereits durchgeführten Lernkontrollen im
System abgelegt worden, obschon diese fortlaufend im Educase hätten eingetragen werden
müssen. Die Noten und die zum Teil nicht zurückgegebenen Prüfungen hätten durch den
Rektor aufwändig beim Beschwerdeführer beschafft oder an dessen Arbeitsplatz gesucht
werden müssen. Zwar habe der Beschwerdeführer hierzu ausgeführt, dass das Educase
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nicht reibungslos funktioniert habe und die Lehrpersonen deshalb aufgefordert worden seien,
alle Noten separat zu führen. Damit habe der Beschwerdeführer aber den Vorwurf nicht
entkräftet. Aus dem eingereichten Zwischenzeugnis der D. liessen sich keine Rückschlüsse
für sein Verhalten im Rahmen seiner Tätigkeit für die Vorinstanz ableiten. Die Vorinstanz
habe damit substantiiert dargelegt, dass die Vorbereitungshandlungen und die Dokumenta-
tion für die Stellvertretungen ungenügend gewesen seien.
Auch die Ausführungen in der Verwarnung vom 31. März 2020 seien als genügend sub-
stantiiert anzusehen. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Vorinstanz eine Verwarnung
gegenüber dem Beschwerdeführer hätte aussprechen sollen, wenn sie dazu keinen Anlass
gehabt hätte. Damit hätten genügend sachliche Gründe für eine Kündigung vorgelegen,
womit die Frage offen gelassen werden könne, ob auch der Vorwurf, dass der Beschwerde-
führer eine designierte Stellvertreterin eingeschüchtert habe, zutreffend sei.
3.3 Der Beschwerdeführer rügt u.a. eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts. Im
Personaldossier oder der Verwarnung vom 31. März 2020 finde sich nichts vermerkt, wonach
sich Stellvertreterinnen bzw. Stellvertreter darüber beschwert hätten, dass sie keine oder
ungenügende Unterlagen vorgefunden hätten. Der Inhalt der Aktennotiz vom 4. Dezember
2020 sei ohne Beweiswert, weil das Interview in Ermangelung anderweitiger Beweise ganz
offensichtlich einzig geführt worden sei, um die Positionen des Beschwerdegegners im
laufenden Verfahren zu verbessen. Die befragten Personen stünden zudem in einem Abhän-
gigkeitsverhältnis und seien deshalb befangen. Es wäre Aufgabe der Vorinstanz und nicht
des Rektors gewesen, den Sachverhalt festzustellen und mögliche Zeugen zu befragen. Der
Beschwerdeführer habe keine Möglichkeit gehabt, selbst Fragen an die befragten Personen
zu stellen. Mit Schreiben vom 22. Januar 2021 habe der Beschwerdeführer Stellung zur
Aktennotiz genommen und gleichzeitig Unterlagen ins Recht gelegt, die belegen würden,
dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen würden. Die Vorinstanz stelle völlig
einseitig auf die Behauptungen des Beschwerdegegners ab. Zur Klärung der erhobenen
Vorwürfe stellt er den Beweisantrag, verschiedene Personen zu befragen.
In der Verwarnung vom 31. März 2020 würden die Vorwürfe nicht konkretisiert. Diese ent-
halte nicht einmal eine Kündigungsandrohung. Es sei zurecht nicht geltend gemacht worden,
dass sich der Beschwerdeführer nach Erhalt der Verwarnung erneut wieder "unkorrekt"
verhalten habe. Schon alleine aus diesem Grund bleibe unerfindlich, wieso die sogenannte
Verwarnung vom 31. März 2020 einen sachlichen Grund für die Kündigung bilden solle. An
dem bereits im Rekurs gestellten Antrag, die designierte Stellvertreterin Susanne Straub als
Zeugin zu befragen, werde festgehalten.
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3.4 In Verwaltungsverfahren findet regelmässig der Untersuchungsgrundsatz Anwendung,
wonach es in erster Linie Sache der Behörde und nicht der Parteien ist, den Sachverhalt
festzustellen und dazu soweit nötig Beweis zu erheben (Urteil des Bundesgerichts
2C_58/2017 vom 23. Juni 2017 E. 2.2.1). Der Untersuchungsgrundsatz wird in Art. 10 Abs. 1
VRPG verdeutlicht, wonach die Behörde oder eine von ihr bezeichnete Person den
Sachverhalt, soweit er für die Beurteilung wesentlich ist, von Amtes wegen feststellt. Die
Ermittlung geschieht durch die Befragung der Beteiligten und von Auskunftspersonen, durch
Einvernahme von Zeuginnen und Zeugen, durch Beizug von Amtsberichten, Urkunden und
Sachverständigen, durch Augenschein oder auf andere Weise (Art. 10 Abs. 2 VRPG). Der
Regierungsrat ist zur Einvernahme von Zeugen berechtigt (Art. 10 Abs. 3 VRPG). Verweigert
eine Partei die Mitwirkung, so wird auf ihr Begehren nicht eingetreten oder aufgrund der Akten
entschieden (Art. 10 Abs. 4 VRPG). Eine Partei hat regelmässig bestimmte Mitwirkungs-
pflichten, welche unter anderem auch in Beweisleistungspflichten bestehen, wobei es der
Behörde im Rahmen ihrer Aufklärungspflicht obliegt, die Parteien darauf aufmerksam zu
machen, zu welcher Tatsache und in welchem Ausmass sie bei der Sachverhaltsaufklärung
mitwirken muss (WIEDERKEHR/PLÜSS, a.a.O., Rz. 1382). Als Korrelat zur Mitwirkungspflicht
der Parteien sind die Behörden gehalten, rechtzeitig und formrichtig angebotene
Beweismittel zu rechtserheblichen Tatsachen abzunehmen (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 139 II 7
E. 4.3). Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht ändern hingegen an der objektiven
Beweislast nichts, wonach grundsätzlich diejenige Partei die Folgen der Beweislosigkeit
eines Sachumstands zu tragen hat, die daraus Vorteile ableitet. Im Beschwerdeverfahren
betreffend Kündigung trägt die kündigende Behörde namentlich die (objektive) Beweislast für
das Vorliegen eines rechtsgenüglichen Kündigungsgrunds, die von der Kündigung betroffene
Person dagegen namentlich jene für die Missbräuchlichkeit der Kündigung (Urteile des
Bundesverwaltungsgerichts A-4312/2016 vom 23. Februar 2017 E. 4.1.3; A-7515/2014 vom
29. Juni 2016 E. 2.2).
3.5 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz gestützt auf die Untersuchungsmaxime dem
Beschwerdegegner im Rekursverfahren mit verfahrensleitender Verfügung vom
25. November 2020 (act. 7.7) eine Frist gesetzt, um allfällige ergänzende Dokumente
einzureichen, welche zur Unterrichtsführung und oder/zum Verhalten des Beschwerde-
führers Aufschluss geben könnten. Der Beschwerdegegner hat in der Folge eine Aktennotiz
datierend vom 4. Dezember 2020 eingereicht (act. 7.8.2). Aus dieser geht hervor, dass der
Rektor die beiden Lehrpersonen E. und C. nachträglich zu den Vorbereitungshandlungen
des Beschwerdeführers befragt hat. Der Beschwerdeführer hat dazu mit Schreiben vom
22. Januar 2021 (act. 7.12.1) ausführlich Stellung genommen.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-7%3Ade&number_of_ranks=0#page7
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Bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit der Kündigung hat die Vorinstanz im Wesentlichen
auf diese Aktennotiz abgestellt, mit welcher der Beschwerdegegner nachträglich die man-
gelnde Qualität der Unterrichtsvorbereitung- und -durchführung des Beschwerdeführers
verdeutlichen will. Wie der Beschwerdeführer dazu zutreffend ausführt, wäre es jedoch
Aufgabe der Vorinstanz und nicht diejenige des Beschwerdegegners gewesen, im Rahmen
der Sachverhaltsermittlung im Rekursverfahren allfällige Lehrpersonen zu befragen, soweit
sie eine Befragung für die Beurteilung des Rekurses als wesentlich erachtete. Im Sinne des
rechtlichen Gehörs hätte dem Beschwerdeführer zudem Gelegenheit erteilt werden müssen,
an der Befragung teilzunehmen, ergänzende Fragen zu stellen und allfällige andere
Auskunftspersonen bzw. Zeugen zu offerieren (Art. 12 Abs. 3 VRPG; Anzufügen ist, dass
das kantonale Recht in diesem Punkt mehr Rechte gewährt als Art. 29 Abs. 2 BV; diese
Bestimmung gibt keinen Anspruch, Ergänzungsfragen stellen zu können: WIEDERKEHR/
PLÜSS, a.a.O., Rz. 3013). Eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene
mündliche Auskunft kann zudem nur insoweit ein zulässiges Beweismittel darstellen, als es
um die Feststellung von blossen Nebenpunkten geht (WIEDERKEHR/PLÜSS, a.a.O., Rz. 3013).
Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt. Der Beweiswert der Aktennotiz vom
4. Dezember 2020 muss demzufolge in Frage gestellt werden.
Dazu kommt, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid einseitig auf die Aktennotiz
des Beschwerdegegners abgestellt hat, ohne die dagegen gerichteten Vorbringen des
Beschwerdeführers im Schreiben vom 22. Januar 2021 zu würdigen. Dies, obschon bei
Entscheiden, welche besonders stark in die Rechtstellung der Betroffenen eingreifen, der
Anspruch auf rechtliches Gehör grundsätzlich eine vertiefte Auseinandersetzung mit den
Parteivorbringen gebieten würde (RENÉ WIEDERKEHR, Öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl.
2022, Rz. 71; BGE 145 IV 99 E. 3.1). So hat der Beschwerdeführer beispielsweise auf S. 2
vorgebracht, sich mit anderen Beteiligten besprochen zu haben und ein E-Mail mit
Dateianhang zu diversen Dokumenten ins Recht gelegt, mit welchen er belegen will, dass
Unterrichtsvorbereitungen getroffen wurden. Soweit sich die Vorinstanz diesbezüglich auf
eine Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers beruft, wäre es an ihr gewesen, den
Beschwerdeführer auf die Mitwirkungspflicht hinzuweisen und von diesem insbesondere
konkrete Belege zu fordern. Auf S. 3 der Stellungnahme vom 22. Januar 2021 macht der
Beschwerdeführer geltend, dass sich seine Unterlagen auf "OneNote" befunden hätten,
worauf er keinen Zugriff mehr habe. Aus den Akten geht nicht hervor, ob die Vorinstanz diese
Aussage überprüft oder diesbezüglich Nachforschungen getätigt hat. Weiter bringt der
Beschwerdeführer auf S. 4 der Stellungnahme vor, dass mit der Stellvertretung F. - welche
vom Rektor (soweit ersichtlich) nicht persönlich befragt wurde - Absprachen bestanden
hätten und belegt dies durch verschiedene E-Mails mit Dateianhängen (act. 7.12.2/4). Auf
S. 6 der Stellungnahme macht er in Bezug auf die vorgeworfenen mangelnden Vorbe-
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reitungsunterlagen im Fach "Basale Stimulation" geltend, dass seine Stellvertreterin Susanne
Straub dieses Fach mangels Fachzusatzausbildung nicht unterrichten durfte. Aus den Akten
erschliesst sich nicht, ob die Vorinstanz diese Behauptung überprüft hat, welche im Übrigen
mit dem separaten Vorwurf der Einschüchterung einer Stellvertretung im unmittelbaren
Zusammenhang steht. Auf S. 6 wird im Weiteren ausgeführt, dass die Lehrerschaft über
einen Rundbrief aufgefordert worden sei, unbedingt alle Noten separat zu führen, weil das
"Educase" nicht reibungslos funktioniere und Daten verloren gingen. Aus den Akten geht
nicht hervor, dass die Vorinstanz dieses Rundschreiben ediert hat, obwohl diese Aussage
vom Beschwerdegegner in der Duplik vom 15. Februar 2021 (act. 7.14) gar nicht bestritten
wird. Stattdessen übernimmt sie im angefochtenen Entscheid den Vorwurf des
Beschwerdegegners, die Noten nicht im "Educase" abgelegt zu haben. Es trifft damit nicht
zu, dass der Beschwerdeführer bloss behauptet habe, die Angaben des Beschwerdegegners
seien unwahr, wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ausführt, zumal es - wie
bereits erwähnt - an der beweisführenden Vorinstanz gewesen wäre, den Beschwerdeführer
im Rahmen ihrer Aufklärungspflicht darauf hinzuweisen, zu welchen Tatsachen und in
welchem Ausmass er bei der Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken hatte.
Weder aus dem angefochtenen Entscheid, der Kündigung noch den Akten lässt sich zudem
entnehmen, was die Anforderungen des Beschwerdegegners bezüglich hinreichenden
Vorbereitungsunterlagen sind und welche Bedeutung bspw. das "OneNote" oder das
"Educase" für die Unterrichtsvorbereitung haben. Vom Beschwerdegegner, welcher die
objektive Beweislast für das Vorliegen eines rechtsgenüglichen Kündigungsgrunds trägt,
wären allfällige Vorgaben mittels Reglement, Weisungen, Vereinbarungen oder sonstigen
Dokumentationen zu belegen gewesen. Dies gilt insbesondere auch für das E-Learning-
Konzept während des Lockdowns, wo explizit beanstandet wird, dass der Beschwerdeführer
dieses nicht wie vereinbart umgesetzt habe (S. 2. der Aktennotiz vom 4. Dezember 2020).
Anhand der aktuellen Aktenlage kann daher nicht beurteilt werden, ob der Beschwerdeführer
der gesetzlichen Vorgabe der Vorbereitung des Unterrichts gemäss Art. 4a der Verordnung
zum Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über die Berufsbildung (kant. BBV, bGS
414.111) nicht nachgekommen ist und ob die beanstandeten mangelnden Vorbereitungs-
handlungen als Leistungsmängel oder Pflichtverletzungen im Sinne von Art. 69 PG
qualifiziert werden können. Im Übrigen fehlen jegliche Belege für Mängel in der Unterrichts-
führung und dokumentierte Rückmeldungen der Schüler, wie dies auf S. 2 der Kündigung
festgehalten wird.
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3.6 Was den zweiten Kündigungsgrund anbelangt (Verhalten gegenüber der Vorgesetzten des
Beschwerdeführers), so ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz diesen einzig
aufgrund der Verwarnung vom 31. März 2020 als gerechtfertigt erachtet. Zum einen wurde
in der betreffenden Verwarnung keine Kündigung im Wiederholungsfall angedroht, zum
anderen erfolgte diese Verwarnung vor der Änderungskündigung vom 29. April 2020, in
welcher seitens des Beschwerdegegners der Wille zur Weiterbeschäftigung des Beschwer-
deführers manifestiert wurde. Zudem wird in der Kündigung auf diese Verwarnung gar nicht
konkret Bezug genommen. Vielmehr wird in der Kündigung auf S. 2 pauschal vorgebracht,
dass die Vorgesetzte - bei welcher es sich gemäss Aktennotiz um die vom Rektor befragte
Lehrperson C. handelt -, aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers Angstgefühle
habe und sie seine Reaktionen, wenn sie auf Unzulänglichkeiten hingewiesen habe, als
herabwürdigend oder teilweise bedrohlich empfunden habe. Eine Gesprächs- oder
Aktennotiz zum Vorgefallenen ist den Akten nicht zu entnehmen. Es ist somit nicht möglich,
nachzuverfolgen, ob das Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber seiner Vorgesetzten
als unangemessen oder beleidigend einzustufen war. Es erschliesst sich aus den Akten
nicht, ob sich der Beschwerdeführer nach der Verwarnung vom 31. März 2020 ein Fehl-
verhalten gegenüber C. zu Schulden kommen liess. Auch diesbezüglich stützt sich die
Vorinstanz einseitig auf die unbelegten Ausführungen des Beschwerde-gegners ab.
3.7 In Anbetracht dieser Umstände ist die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsermittlung
durch die Vorinstanz gerechtfertigt, zumal diese den dritten Kündigungsgrund (Einschüch-
terung der Stellvertretung des Beschwerdeführers) überhaupt nicht geprüft hat. Dazu kommt,
dass aufgrund des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit einer Kündigung in der Regel eine
schriftliche Mahnung vorauszugehen hat (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz 2018). Da nicht alle Kündigungsgründe Gegenstand der
Verwarnung vom 31. März 2020 waren und darin im Wiederholungsfall keine Kündigung
angedroht wurde, lässt sich diese nicht als eine solche Mahnung qualifizieren. Nach der
Rechtsprechung darf auf eine Mahnung nur verzichtet werden, wenn diese von vornherein
aussichtslos erscheint oder das Vertrauensverhältnis bereits unwiederbringlich zerstört ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2020 vom 4. September 2020 E. 5.2; BGE 143 II 443 E.
7.5. = Pra 107 [2018] Nr. 114; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-169/2018 vom
23. Januar 2019 E. 4.3). Aufgrund der Aktenlage lassen sich keine Rückschlüsse ziehen, ob
diese Voraussetzungen für den Verzicht auf eine schriftliche Mahnung erfüllt sind.
4. Infolgedessen kommt das Obergericht zum Schluss, dass die Vorinstanz den Sachverhalt
ungenügend abgeklärt bzw. nicht alle entscheidwesentlichen Tatsachen berücksichtigt hat
und bei der Beweiserhebung im Rekursverfahren wesentliche Verfahrensgrundsätze miss-
achtet wurden. Es ist nicht Aufgabe des Obergerichts, die Sachverhaltsermittlung und
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/90cdd8fb-e35d-4bde-abaf-073d9d2ce60a/citeddoc/deb873da-b8b3-49c3-86a2-c27ff9abb64a/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/90cdd8fb-e35d-4bde-abaf-073d9d2ce60a/citeddoc/deb873da-b8b3-49c3-86a2-c27ff9abb64a/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/32379419-cdc8-4de9-84f0-576e767734cc/citeddoc/e594347e-f4cc-499c-8aca-a7b134ebe8f6/source/document-link
Seite 12
Beweiserhebung im Beschwerdeverfahren quasi erstinstanzlich nachzuholen, zumal die
Parteien damit einer Instanz verlustig gehen würden. Demzufolge ist der angefochtene Ent-
scheid aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 59 VRPG i.V.m. Art. 41 Abs. 2 VRPG).
5. Im Rechtsmittelverfahren ist grundsätzlich gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder
teilweise unterliegt oder auf dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m.
Art. 19 Abs. 3 VRPG). Bei Streitigkeiten aus dem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis
werden jedoch keine Kosten erhoben (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 2 lit. c VRPG; Art. 70
Abs. 5 PG).
6. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine Ent-
schädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Die Parteientschädigung geht
zulasten der unterliegenden Partei. Aus Billigkeitsgründen kann sie auch der Staats- oder
Gemeindekasse auferlegt werden (Art. 59 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 VRPG). Ausgangsgemäss ist
dem Entschädigungsbegehren des Beschwerdeführers zu entsprechen. Die Entschädigung
setzt sich zusammen aus einem Honorar und den Barauslagen; die Mehrwertsteuer wird als
Zuschlag in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den Anwaltstarif, AT, bGS
145.53). In Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen wird das Honorar pauschal
festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1
AT). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar nach den
besonderen Umständen des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang der
Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beteiligten (Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare unterteilt
werden in
a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von
Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;
b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfragen
betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein Honorar in
der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- angemessen erscheint; und
c) schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen
überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche
Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis Fr. 10‘000.--, bzw. in
aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt.
Der vorliegende Fall ist der untersten Kategorie zuzuordnen, beschränkte sich die Thematik
doch auf die Rüge der unvollständigen Feststellung des Sachverhalts. Es waren dabei keine
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schwierigen Rechtsfragen zu beantworten und keine umfangreichen Akten zu studieren. In
Anbetracht der Umstände erscheint ein Honorar von insgesamt Fr. 3‘000.-- für das
Beschwerdeverfahren als angemessen. Dazu kommen Barauslagen von pauschal 4 % sowie
7.7 % für die Mehrwertsteuer, was total zu einer Entschädigung von Fr. 3'360.25 führt. Diese
Entschädigung ist aufgrund der festgestellten Verfahrensmängel und der Rückweisung der
Vorinstanz aufzuerlegen (Art. 59 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 VRPG).
7. Das vorliegende Urteil schliesst das Verfahren nicht ab, sondern weist die Streitsache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück. Es ist daher den Vor- und Zwischenentscheiden
zuzuordnen, weshalb sich seine Anfechtung nach Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes
(BGG, SR 173.110) richtet (BGE 133 V 477 E. 4.2).
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