Decision ID: 76bc0a00-1d3b-4087-a70f-af8d377ba224
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, meldete sich am 1
2.
April 2000 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/13). Die
IV-Stelle des Kantons
Thurgau
sprach
ihr
nach getätigten Abklärungen
mit Verfügungen vom 31. Okto
ber
2002
bei einem Invaliditätsgrad von
50 %
eine halbe Rente
zu
(Urk.
9/
30
, Urk.
9/
31
).
Mit Schreiben vom
3.
Juni 2004 und
5.
Februar 2008
teilte die IV-Stelle
der Versicherten
mit, der Rentenanspruch sei unverändert
(
Urk.
9/
37,
Urk.
9/
57).
1.2
Mit Schreiben vom 1
3.
Juni 2014
machte
die Versicherte
geltend,
ihr Gesund
heitszustand
habe sich
massiv verschlechtert (Urk. 9/72)
.
In der Folge holte die IV-Stelle ein
bidisziplinäres
Gutachten ein; das
internistisch-
rheumatologische Gutachten wurde am 1
1.
Februar 2015 (Urk. 9/92) und das psychiatrische Gut
achten am 1
8.
Juli 2015 (Urk. 9/100) erstattet. Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
9/104, Urk. 9/106-111) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
November 2015 (Urk. 9/112
=
Urk.
2
) die bisherige halbe Rente auf Ende des folgenden Monats nach Zustellung der Verfügung auf.
2.
Die Versicherte erhob am
4.
November
2015 (Urk. 1/1) beziehungsweise 27.
Januar 2016 (Urk. 1/2)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
Novem
ber
2015 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es seien ihr die bisherigen Rentenleistungen weiterhin zu gewähren (Urk. 1/1 S. 3). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
April 2016 (Urk. 7) die Ab
weisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
7.
Juni 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähig
keit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemei
nen Methode des
Einkommen
s
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbin
dung mit Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen
Er
werbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässi
gen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
genügen. Das ohne eine Invalidität er
zielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Invalidenein
kom
men
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a)
.
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das
inter
nistisch-
rheumatologische Gutachten davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin verbessert habe. In der bisherigen Tätigkeit unter Berücksichtigung von körperlich leichten wechse
lbelastenden Tätigkeiten bis 10
kg sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 2 oben)
. Auch gemäss der psychiatrischen Untersuchung habe sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin verbessert. So sei seit dem 1
7.
Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsfähig
keit gegeben. Es seien keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestiert worden
(S. 2 oben).
Aufgrund der medizinischen Be
urteilung
ermittelte sie
einen Invaliditätsgrad von 0
% (S. 2 unten).
2.2
Demgegenüber
liess
die Beschwerdeführerin
durch ihre Therapeutin
den Stand
punkt
vertreten
(Urk. 1
/1
), dass sie Anspruch auf eine
ganze
Rente habe. Sie leide unter einer
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, einer rezidivie
renden
depressiven Störung und einer
Persönlichkeitsänderung infolge chroni
scher Schmerzen. Damit sei eine psychiatrische Komorbidität gegeben und es lasse sich da
raus
eine Zustandsverschlechterung ableiten. Deshalb seien alle medizinischen Voraussetzungen für eine
ganze
Rente gegeben und das Abspre
chen der bisherigen
halben
Rente nicht nachvollziehbar (S. 3).
2.3
Strittig ist die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten halben Rente, weshalb zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin wesentlich verbessert hat respektive sich die für die
Invaliditätsbemes
sung
massgebende Arbeitsfähigkeit verändert hat.
Zu vergleichen ist dabei
- da im Rahmen der Rentenrevisionen 2004 (Urk. 9/33, Urk. 9/35, Urk. 9/37) und 2007 (Urk. 9/50, Urk. 9/54, Urk. 9/57) nur eine rudi
men
täre Prüfung erfolgte -
der Sachverhalt im Zeitpunkt der erstmaligen
Rente
nzusprache
mittels Verfügung vom
31. Oktober
2002
mit demjenigen,
welcher der hier angefochtenen Verfügung vom 3. November 2015 zugrunde lag
.
3.
3.1
Dr.
med. Y._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, nannte in seinem Bericht vom 24. März 1999 (Urk. 9/1) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
Die Beschwerdeführerin sei der stark angespannten psychosozialen Situation nicht gewachsen
und mit der aktuellen Situation komplett überfordert. Sie zeige eine ausgesprochen schwere Fixierung auf die somatischen Beschwerden (S. 3)
.
3.
2
Der
Leistungszusprache
vom 31. Oktober 2002 (Urk. 9/30, Urk. 9/31) lag
im We
sentlichen
das Gutachten von
Dr.
med. Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 19. Dezember 2001
(Urk. 9/26) zugrunde (vgl. Urk. 9/30/1).
3.
3
Der Gutachter nannte folgende Diagnosen
(S. 6):
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
e
infache Persönlichkeit in sozial schwierigen, überfordernden Lebensum
ständen mit historischen Verhaltensweisen
Die psychische Störung der Beschwerdeführerin sei im Wesentlichen auf das schlechte Eheverhältnis zurückzuführen. In muslimischen Verhältnissen aufge
wachsen, habe sie sich fortwährend unterordnen lassen. Für eine Verselbständi
gung hätten ihr die Ressourcen gefehlt. Sie
sei
nie zur Schule gegangen, habe sich wenig zugetraut, habe ganz wenig Deutsch gelernt. Dies habe die Anpas
sung unmöglich gemacht. Sie verbringe viel Zeit im Haus, in einer Art Isolation
mit Problemen belastet. Den Konflikt mit dem Ehemann, die zweite Schwan
gerschaft und die Vaterschaftsfragen habe die Beschwerdeführerin mit einer Flucht in die Krankheit quittiert, wozu als guter Anlass eine schwierige Geburt mit angeblich körperlichen Komplikationen gedient habe
. Der Krankheitsanteil am gesamten Zustandsbild sei gross, die Beschwerdeführerin neige aber zu starken Übertreibungen
(S. 6).
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit wie auch in sämtlichen anderen angepassten Tätigkeiten
zu
50
%
arbeitsunfähig
.
Als Hausfrau sei die Beschwerdeführerin zu 40
%
eingeschränkt (S. 7).
3.
4
Die Beschwerdegegnerin stellte auf die vom Gutachter beurteilte Arbeitsfähig
keit ab. Den Invaliditätsgrad ermittelte sie anhand eines Einkommensvergleichs. Das
Valideneinkommen
wie auch das Invalideneinkommen berechnete sie ge
stützt auf einen Tabellenlohn des Bundesamtes für Statistik. Sie errechnete so einen eine halbe Rente begründenden Invaliditätsgrad von 50
%
mit Wirkung ab
1.
März 2000 (Urk. 30).
4.
4.1
Der
Mitteilung
vom
3.
Juni 2004 (Urk. 9/37) lag der Bericht von
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 20. Februar 2004
(Urk. 9/35)
zugrunde. Darin führte er aus, dass
sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin und die gestellten Diagnosen nicht verändert hätten
(S. 1)
.
4.2
Der
Mitteilung
vom 5. Februar
2008 (Urk. 9/57)
lag der Bericht von
Dr.
A._
vom
6.
September 2007 (Urk. 9/54) zugrunde. Darin nannte er folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
lit
. A):
Somatisierungsstörung
mittelgradige depressive Episode mit
Chronifizierung
s
ozialer Isolation
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem letzten Be
richt nicht verändert
. Sie sei zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 9/54/4).
Zudem stützte sich die Rentenbestätigung vom 5. Februar
2008 auf die Einschät
zung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
5.
Oktober
2007 (Urk. 9/58), wonach von einem unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen
wurde
.
5.
5.1
Am 1
1.
Februar
2015 e
rstattete Dr. med. und Dr. sc. n
at. ETH B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
internistisch-
rheumato
logi
sche Gutachten (Urk. 9/92).
Die Gutachterin nannte folgende rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 29 Ziff. 9
.1
):
v
erminderte Belast
barkeit und Beschwerden der Halswirbelsäule bei
degenerativen Veränderungen und engem
Neuroforamen
C6 rechts so
wie
Uncarthrose
C6/
7 mit möglicher Irritation der Nervenwurzel C7 rechts ohne Kompression neuraler Strukturen (MRI März 2014)
ohne
radikuläre
Zeichen
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei
leichter s-förmiger lumbal linkskonvexer Skoliose und degenerativen Veränderungen ohne Kompression neutraler Strukturen (MRI März 2014)
ohne
radikuläre
Zeichen
Die bildgebenden Befunde im Bereich der Halswirbelsäule und der
Lenden
wirbel
säule
seien nicht gravierend.
Um der Beschwerdeführerin nicht Unrecht zu tun, führe sie sie dennoch unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf, obwohl dies diskutiert werden könne (S. 30 Ziff. 10 Mitte).
A
ls Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte sie einen
Niko
tin-Abusus, ausgedehnte chronische Schmerzen,
und eine
beginnende me
diale Gonarthrose links (Röntgen März 2014) und Osteoporose (S. 29 Ziff. 9.2).
Berufsanamnestisch wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin in Bosnien sechs Jahre lang die Schule besucht und keinen Beruf erlernt habe. Nach ihrer
Einreise in die Schweiz im Alter von 28 Jahren habe sie als Küchenhilfe,
Rüste
ri
n
und als Zimmermädchen gearbeitet. Seit 2013 arbeite die Beschwerdeführe
rin zu 10 bis 20
%
als Reinigungsmitarbeiterin (S. 32 Ziff. 11.1)
.
Die Beschwerdeführerin könne Lasten bis zu 10 kg hantieren (leichtes
Belas
tungs
niveau
). Tätigkeiten, die diesem Profil entsprächen
, könne sie zu 100
% ausüben,
bezogen auf ein Pensum von 100
%.
Leichte
Rein
igungsarbei
ten
(wie Staub wischen, Papierkörbe leeren oder aufräumen)
könne sie zu 100
% aus
üben. Schwere Reinigungsarbeiten mit Hantieren von Lasten über 10
k
g könne sie dagegen nicht machen
(S. 32
f.
Ziff. 11.1)
. In
adaptierter
Tätigkeit
sei sie zu 100
% arbeitsfähig bezogen auf ein Pensum vo
n 100
%
(S. 3
3
Ziff. 11.3)
. Es habe in angepasster Tätigkeit nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 3
3
Ziff. 11.2)
.
Die Beschwerdeführerin
habe eine gute Prognose (S. 3
3
Ziff. 12.3).
5.2
Am 1
8.
Juni 2015 erstattete Prof.
Dr.
med. habil. C._
, Fach
arzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, das von der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten
(
Urk. 9/100).
Der Gutachter nannte keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 23
lit
. E 1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit nannte er
die folgenden:
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(
ICD-10 F45.4
)
rezidivierend depressive
Störung, gegenwärtig remittiert (
ICD-10 F33.4
)
Dysthymia
(
ICD-10 F34.1
)
soziokulturelle Probleme (Sprachschwierigkeiten
;
ICD-10 Z04
)
Schwierigkeiten in Zusammenhang mit
der Schul- und Berufsausbildung (
ICD-10 Z56
)
histrionisch
e
Persönlichkeitsakzentuierung (
ICD-10 Z73.1
)
Unter Abzug
entsprechender
psycho-sozialer und sozio-kultureller Anteile lägen keine
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen auf psychiatrischem Fachgebiet vor, die sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als auch in adaptierter Tätigkeit eine mittel- und langfristige Arbeitsunfähigkeit von 20
%
oder mehr be
gründen könnten
(S. 24
lit
.
F.)
.
Es handle sich um ein
chronifiziertes
, unver
än
dertes psychisches Krankheitsbild (S. 25
lit
. I).
5.3
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung und Beurteilung der beiden in Auftrag gegebenen rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten vom
7.
August 2015 (Urk. 9/101) nannten
Dr.
B._
und Prof.
C._
die gleichen Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wie in ihren jeweiligen Gutach
ten (vgl. vorstehend E. 5.1-5.2)
Aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Wirbel
säulen-schonenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig bezogen auf ein Pensum von 100
%
. Dabei könne sie Lasten bis zu 10 kg hantieren. Diese attes
tierte Arbeitsfähigkeit gelte ab dem Datum der psychiatrischen Untersuchung am 1
7.
Juli 201
5.
Im Verglei
ch zum Referenzzeitpunkt vom 5.
Februar 2008 sei keine objektive fassbare Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustan
des auszumachen.
5.4
Gemäss Feststellungsblatt vom 21. August 2015 (Urk. 9/103)
führte
Dr.
med. D._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, RAD, in seiner Stellungnahme vom 14. August 2015
aus
, dass auf das
bidisziplinäre
Gutachten abgestellt werden könne (S. 5 unten).
5.5
Mit Schreiben vom
4.
November 2015 (Urk. 9/113
=Urk. 1/1
) führte
Dr.
med. E._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
aus, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (
ICD-10
F33.2), bei einer bis anhin emotional vulnerablen Persönlichkeitsstruktur
seit 15.
Septem
ber 2015
bei ihr in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befinde. Darüber hinaus
bestehe
seit Jahren eine anhaltende
somatoforme
Schmerzver
arbeitungsstörung
(
ICD-10 F45.4;
S. 1 Mitte).
Seit 1999 habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin
chronifiziert
und ausgeweitet, sodass sie sich immer weiter von einem möglichen beruflichen Einstieg entfernt habe.
Es könne
von einer bereits seit längerem
b
estehenden vollständigen Arbeitsfähig
keit (
richtig
: Arbeitsunfähigkeit) ausgegangen werden (S. 3).
5.6
Med.
pract
. F._
, praktischer Arzt,
führte
im
Bericht
vom
5.
März 2016 (
Urk. 8/3) aus,
dass er die Beschwerdeführerin erst seit 1
0.
September 2015 kenne
. Er erachte sie aufgrund ihrer medizinischen Beschwerden (Depression und
muskuloskelettale
Beschwerden) als
zu
100
%
arbeitsunfähig.
6.
6.1
I
n den Jahren 1999 und
2002 wurde
n
eine anhalte
nde
somatoforme
Schmerz
störung
beziehungsweise
Somatisierungsstörung
und mittelgradige depres
sive Episode ohne somatisches Syndrom
,
sowie
eine einfache Persönlichkeit in sozial schwierigen, überfordernden Lebensumständen mi
t
hist
rion
ischen
Verhal
tens
weisen
diagnostiziert.
Gestützt auf diese Diagnose
n
wurde der Beschwerde
führerin
eine
halbe
Rente zugesprochen
(vorstehend E. 3.1 f.).
2004 wurde fest
gehalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht ver
ändert habe
(vorstehend E. 4.1)
. 2007 wurde wiederum keine Veränderung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin festgestellt. Diagnostiziert wur
de
n eine
Somatisierungsstörung
und eine mittelgradige depressive Episode mit
Chroni
fizierung
und sozialer Isolation
(vorstehend E. 4.2)
.
6.
2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung insbeson
dere a
uf das
bidisziplinäre
Gutachten.
Dr.
B._
erstellte ihr internistisch-rheumatologisches Gutachten gestützt auf die ihr überlassenen Akten, die Untersuchung vom
2.
Februar 2015 sowie auf die ausgedehnte Laboruntersuchung am Untersuchungstag (Urk. 9/92 S. 2 Ziff. 1). Das Gutachten ist ausführlich, erscheint nachvollziehbar und in sich schlüssig.
Dr.
C._
erstellte sein psychiatrisches Gutachten gestützt auf seine psychiatrische Untersuchung vom 2
4.
Februar 2015, die ihm zur Verfü
gung gestellten Akten sowie die von der Beschwerdeführerin mitgebrachten Akten
(Urk. 9/100 S.3
lit
. A)
.
Auch sein Gutachten ist ausführlich, nachvollzieh
bar und in sich schlüssig.
Es kann somit auf
das
bidisziplinäre
Gutachten
, das alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) erfüllt,
abge
stellt werden.
6.3
Die behandelnde Psychiaterin nannte
vergleichbare Diagnosen wie
die Gutach
ter und andere Ärzte
,
leitete daraus
aber
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einer
sei
ts und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper
ten ander
seits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichts
gut
achten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätz
ungen wich
tige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur
teil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinwei
sen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Hinzu kommt, dass vorliegend die psychosozialen Faktoren eine grosse Rolle spielen.
Bereits in den Jahren 1999 und 2001 hielten die Ärzte grosse per
sönliche, familiäre und finanzielle Sorgen der Beschwerde
führerin fest
(Urk. 9/1, Urk. 9/26
).
Auch
Prof
.
C._
stellte im Rahmen der
bi
disziplinären
Begut
achtung fest, dass die
Ich
-Funktionen der Beschwerdeführe
rin durch sozio
kul
turelle Faktoren geprägt seien, welche das psychische Krank
heitsbild aufrechter
halten würden. Weiter kam er zum Schluss, dass
die
Selbst
limitierungen
und der sekundäre Krankheitsgewinn zur Aufrechterhaltung des psychopathologischen Bildes in erheblichem Masse beitragen würden. Aus
psy
chiatrisch-versiche
rungs
medizinischer
Sicht machte er keine psychiatrischen Krankheitsbilder mit IV-wirksamen
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen aus.
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Die Psychiaterin führt im Rahmen ihrer Anamnese soziokulturelle Umstände auf (Urk. 1/1 S. 1),
ohne dass dabei erkennbar würde
,
inwiefern
ihre Be
funde davon psychiatrisch zu unterscheiden sind. Mit anderen Worten ist nicht nachvoll
zieh
bar, inwiefern sie derartige Faktoren
in ihre gestellten
Diagnosen einbezogen ha
t.
Es ist denkbar, dass die von der behandelnden Psychiaterin
diagnost
izierte
rezid
i
vierende depressive
Störung
,
gegenwärtig schwere Episode (E. 5.5)
,
die 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen würde. Es ist jedoch da
rauf hinzu
weisen, dass Depression
en
häufig einen schwankenden Verlauf ha
ben
und der
Schweregrad
deshalb
eine Momentaufnahme darstellt.
Eine schwere Episode läs
st
noch keine Verallgemeinerung zu. Von einer punktuell schweren Depression kann nicht auf eine psychische Störung von Krankheitswert ge
schlossen werden
.
Schliesslich ist zu bedenken, dass die
Psychaterin
die Besc
hwerdeführerin
im Berichtszeitpunkt erst weniger als zwei Monate behandelt hat. Aus allen diesen Gründen
vermögen die
Vorbringen der behandelnden Psychiaterin
das
bidiszi
pli
näre
Gutachten
n
icht umzustossen.
6.4
Med.
pract
.
F._
begründete seine Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin
zu 100
%
arbeitsunfähig sei, nicht
näher
(vgl. vors
t
ehend E. 5.6). Sie vermag des
halb die Ausführungen der Gutachter zur Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht umzu
stos
sen.
Ebenso
wenig
vermag das subjektive Empfinden der Beschwerdeführerin
die
Gut
achten umzustossen, besonders angesichts
des Um
standes, dass die Gutach
terin i
m Rahmen der klinischen Untersuchung der Beschwerdeführerin einige Diskre
panzen zwischen den Beschwerden und Befunden festgestellt hat
(vgl. Urk. 9/92 S. 30 f. Ziff. 10)
.
6.
5
Nach dem Gesagten ist auf das rheumatologische Gutachten von
Dr.
B._
und auf das psychiatrische Gutachten von Prof.
C._
abzustellen.
6.6
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeit
sfähigkeit mehr vorliegen
(vorstehend E. 5.2).
Als einzige Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Hals- und Lendenwirbelsäule, wobei
sie
d
e
ren
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
als
diskutabel
erachteten
(vgl. vorstehend E. 5.1).
Ein Vergleich der 2002 bis 2015 gestellten Diagnosen zeigt, dass sich der Ge
sund
heitszustand der Beschwerdeführerin offen
sichtlich
verbessert hat. So ist di
e depressive Störung remittiert. Des Weiteren besteht zwar nach wie vor eine
so
matoforme
Schmerzstörung, jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit. Somit kann - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 9/106) - von einem verbesserten Gesundheitszustand ausgegangen werden.
6.
7
Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ist
eben
falls auf
die
Gutachten abzustellen. Beide attestierten der Beschwerdeführerin
eine seit spätestens 17. Juli 2015 bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Pensum von 100
%
für Tätigkeiten, in denen sie Lasten bis zu maximal 10 kg
hantieren muss (vorstehend E. 5.3)
.
6.
8
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass sich die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erheblich verbessert hat und im Zeitpunkt der Rentenaufhebung von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf
ein Pensum von 100
%
für Tätigkeiten, in denen sie Lasten bis zu maximal 10 kg hantieren muss, ausgegangen werden kann.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt damit die Ermittlung des Invaliditätsgrad anhand eines
Ein
kom
mensvergleichs
.
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
er
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V
472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die stand
ar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.4
Die Beschwerdeführerin konnte nie ein regelmässiges Einkommen erwirtschaf
ten (
Urk. 30,
Urk. 9/75), weshalb
nicht zu beanstanden ist, dass die
Beschwerde
gegnerin
bei der Ermittlung des
Valideneinkommen
s
auf Tabellenlöhne
abge
stellt hat.
Da die Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung verfügt, ist
bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
auf den Durchschnittslohn (
Zentral
wert
) für Frauen für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (
Kom
petenzniveau
1 der LSE 2012, Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012) ab
zustellen.
Aufgrund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihres Belastungsprofils 100
%
arbeitsfähig ist, sind zur Ermittlung des
Invali
deneinkommens
ebenfalls Tabellenlöhne gemäss LSE heranzuziehen,
nämlich die gleichen Durchschnittslöhne für Frauen für einfache Tätigkeiten wie für die Ermittlung des
Valideneinkommens
.
Da für die Ermittlung des
Valideneinkommens
und des Invalideneinkommens der identische Tabellenlohn massgebend ist, resultiert bei einem
Prozentver
gleich
der beiden Einkommen ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 0
%
.
7.5
Die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten halben Rente ist somit nicht zu beanstanden.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
8
.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.