Decision ID: 5c669c8b-d1a1-4398-8117-33b2451c4824
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
mehrfache einfache Körperverletzung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht, vom
4. Februar 2015 (GG140036)
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Anklage: (Urk. 24)
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 10. September
2014 ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 59 S. 30 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
- der mehrfachen (einfachen) Körperverletzung im Sinne von Art. 123
Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB;
- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu
Fr. 80.–, wovon 2 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus
dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz- und
genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des
Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches wird die Privatklägerin auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'200.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 1'213.10 weitere Auslagen für das Vorverfahren
Fr. 4'136.70 amtliche Verteidigung
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6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, inklusive
derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 4)
a) Des Beschuldigten (Urk. 63):
1. Es soll Art. 132'2 angewendet werden, Raufhandel mit ausschliesslich
abwehrender Handlung.
2. Die Kosten sollen zu gleichen Teilen zwischen Privatklägerin und
Beschuldigtem geteilt werden.
3. Es soll beurteilt werden, ob die Privatklägerin dem Beschuldigten den
noch ausstehenden Mietzinsüberschuss von CHF 21'500 zu über-
weisen hat, den Geldbetrag, welcher zu diesem Vorfall führte.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 70, schriftlich):
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 4. Februar 2015 wurde der
Beschuldigte der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123
Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB sowie der Nöti-
gung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe
von 240 Tagessätzen zu Fr. 80.– bestraft, wovon 2 Tagessätze als durch Haft
erstanden gelten. Der Vollzug der Geldstrafe wurde bei einer Probezeit von
2 Jahren bedingt aufgeschoben. Weiter wurde festgestellt, dass der Beschuldigte
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gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach
schadenersatz- und genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des
Umfangs dieser Ansprüche wurde die Privatklägerin auf den Weg des Zivil-
prozesses verwiesen. Schliesslich wurden die Kosten der Untersuchung und des
gerichtlichen Verfahrens, inklusive derjenigen der (zeitweiligen) amtlichen Vertei-
digung, dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 59 S. 30/31).
1.2. Gegen dieses mündlich eröffnete Urteil meldete der Beschuldigte mit Ein-
gabe vom 12. Februar 2015 – zwar dem Obergericht eingereicht, aber von die-
sem zuständigkeitshalber der Vorinstanz weitergeleitet (Urk. 49 = Urk. 61) –
rechtzeitig Berufung an. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 57) reich-
te der Beschuldigte sodann am 24. Juni 2015 – ebenfalls fristgerecht – die Beru-
fungserklärung ein (Urk. 63). Mit Präsidialverfügung vom 8. Juli 2015 wurde die
Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsan-
waltschaft und der Privatklägerin übermittelt, um gegebenenfalls Anschlussberu-
fung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleich-
zeitig wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um zu seinen finanziellen Ver-
hältnissen verschiedene Auskünfte zu erteilen und zu belegen (Urk. 67). Am
14. Juli 2015 teilte die Staatsanwaltschaft mit, auf die Erhebung einer Anschluss-
berufung zu verzichten und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu bean-
tragen (Urk. 70). Die Privatklägerin liess sich nicht verlauten, und auch der
Beschuldigte reagierte nicht mehr; Auskünfte und/oder Unterlagen zu seinen
finanziellen Verhältnissen gingen keine ein.
1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien – wie bereits zur Hauptver-
handlung vor Vorinstanz (Prot. I S. 13) – einzig der Beschuldigte. Per 29. Januar
2014 war zwar seinerzeit für den Beschuldigten in der Person von Rechtsanwalt
Dr. X._ ein amtlicher Verteidiger bestellt worden (Urk. 16/15). Auf Ersuchen
des Beschuldigten wurde die amtliche Verteidigung jedoch per 20. Mai 2014 wi-
derrufen (Urk. 16/21) und verzichtete er in der Folge auf anwaltlichen Beistand
(Urk. 5/9 S. 1).
1.4. Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung keine zu entschei-
den, und – abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 76) – muss-
ten keine weiteren Beweise erhoben werden (Prot. II S. 6). Nach durchgeführter
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Parteiverhandlung verzichtete der Beschuldigte auf eine mündliche Urteilseröff-
nung bzw. -erläuterung, woraufhin die Verfahrensleitung die schriftliche Zustellung
des Dispositives in Aussicht stellte. Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an
die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 10 f.).
2. Umfang der Berufung/Prozessuales
2.1. Der Beschuldigte stellt die folgenden Berufungsanträge (Urk. 63 S. 1):
1. Es soll Art. 133'2 angewendet werden, Raufhandel mit ausschliesslich
abwehrender Handlung.
2. Die Kosten sollen zu gleichen Teilen zwischen Privatklägerin und Beschuldig-
tem geteilt werden.
3. Es soll beurteilt werden, ob die Privatklägerin dem Beschuldigten den noch
ausstehenden Mietzinsüberschuss von CHF 21'500 zu überweisen hat, den
Geldbetrag, welcher zu diesem Vorfall führte.
2.2. Sinngemäss ist damit das gesamte vorinstanzliche Urteil angefochten. Aus
dem Wortlaut von Art. 133 Abs. 2 StGB, auf welchen sich der Beschuldigte
bezieht ("Nicht strafbar ist, wer ausschliesslich abwehrt oder die Streitenden
scheidet"), ergibt sich jedenfalls, dass sich der Beschuldigte offensichtlich als
nicht strafbar ansieht.
2.3. Von Vornherein nicht eingetreten werden kann allerdings auf Antrag Ziff. 3:
Im vorliegenden Verfahren geht es ausschliesslich um die Frage, ob der Beschul-
digte im Sinne der Anklageschrift wegen Körperverletzung und Nötigung zu
bestrafen ist oder nicht. Ob ihm die Privatklägerin daneben allenfalls noch einen
"Mietzinsüberschuss" schuldet, hat damit überhaupt nichts zu tun. Der Beschul-
digte hätte dafür einen Zivilprozesses gegen die Privatklägerin zu führen, worauf
er anlässlich der Berufungsverhandlung hingewiesen wurde (Prot. II S. 5 f.).
3. Sachverhalt/rechtliche Würdigung
3.1. Der Beschuldigte anerkennt, dass es an den zwei in der Anklage genann-
ten Daten zwischen ihm und der Privatklägerin, seiner damaligen Lebenspartne-
rin, zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen ist. Das ergibt sich einerseits
aus seinen diesbezüglich konstanten Aussagen und andererseits daraus, dass er
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selbst den Tatbestand des Raufhandels als gegeben erachtet. Allerdings bestrei-
tet der Beschuldigte zum Teil die Art und Weise sowie insbesondere die ihm vor-
geworfene Intensität seines Vorgehens gegen die Privatklägerin, und er macht
geltend, auch seinerseits von dieser geschlagen und getreten worden zu sein
(vgl. auch Urk. 59 S. 3; Urk. 76 S. 5-8, 11-13). Die Anklageschrift basiert dagegen
auf den Aussagen der Privatklägerin.
3.2. Die Vorinstanz hat richtig umrissen, wie in solchen Fällen vorzugehen ist,
nach welchen Massgaben der relevante Sachverhalt zu erstellen ist und wie sich
widersprechende Aussagen zu würdigen sind (Urk. 59 S. 3-5, 17/18). Darauf kann
verwiesen werden.
3.3. Ebenfalls verwiesen werden kann auf die Zusammenfassungen der Aus-
sagen der Privatklägerin (Urk. 59 S. 5-9) und des Beschuldigten (Urk. 59 S. 9-14)
im angefochtenen Urteil. Weiter liegen ärztliche Zeugnisse und Befunde über die
von der Privatklägerin erlittenen Verletzungen vor (Urk. 11/2; Urk. 11/4; 11/6;
Urk. 11/8). Überdies liegt auch ein ärztlicher Bericht vor, wonach beim Beschul-
digten am 10. September 2013 auf der linken Seite ein geröteter Gehörgang,
leicht infiziert und leicht geschwollen, festgellt worden ist (Urk. 5/8).
3.4. Zutreffend hat sodann die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass der
vom Beschuldigten genannte Tatbestand des Raufhandels in der vorliegenden
Konstellation von Vornherein keine Anwendung finden kann (Urk. 59 S. 22). Ein
Streit zwischen zwei Personen wird erst zum Raufhandel, wenn ein Dritter tätlich
eingreift (BGE 137 IV 1). Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personen, wie
sie vorliegend zu beurteilen ist, kann darum kein Raufhandel sein. Entsprechend
fällt auch Art. 133 Abs. 2 StGB ausser Betracht, auf welche Bestimmung sich der
Beschuldigte berufen will.
3.5. Die Vorinstanz hat die Beweislage sowie insbesondere die Aussagen der
Parteien eingehend analysiert und ist zum Schluss gekommen, dass die Aussa-
gen der Privatklägerin in ihrer Gesamtheit stimmig und nachvollziehbar seien,
währenddem die Aussagen des Beschuldigten diverse Unstimmigkeiten enthielten
und deshalb anzuzweifeln seien. Entsprechend erachtete die Vorinstanz den
Sachverhalt als im Sinne der Schilderungen der Privatklägerin und der Anklage-
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schrift als erstellt (Urk. 59 S. 18-22). Diesen Schlüssen ist ganz weitgehend
beizupflichten:
3.5.1. Zunächst ist es effektiv so, dass die Aussagen der Privatklägerin sehr
authentisch und spontan wirken. Sie wurde bereits sehr kurz nach dem Vorfall
vom 4. September 2013 noch am selben Abend ein erstes Mal polizeilich befragt
(Urk. 6/1) und schilderte dort nachvollziehbar, wie sich die Ereignisse jenentags
und beim ersten Vorfall aus ihrer Sicht abgespielt hätten. Offensichtlich stand sie
noch unter dem Eindruck der Auseinandersetzung und war entsprechend auf-
gewühlt; einmal begann sie denn auch zu weinen (Urk. 6/1 S. 3). So erstaunt es
nicht, dass ihre Aussagen teilweise etwas gedrängt ausfielen, und ebenso erklär-
lich ist, dass sie in ihrer Erregung die Verletzungen, welche sie aus dem Vorfall
vom 9. November 2010 davon getragen habe, anfänglich übertrieben schilderte
(vgl. dazu auch Urk. 59 S. 20). Immerhin relativierte sie schon in jener Befragung
und innert weniger Antworten die Darstellung, dass damals beide Trommelfelle
geplatzt bzw. "zerfetzt" worden seien: Es sei "bei einem schlimmer als beim
andern" gewesen, und schliesslich war dann nur noch von dem (im Singular)
geplatzten Trommelfell die Rede (Urk. 6/1 S. 2). Das entspricht ziemlich genau
den Feststellungen, wie sie Dr. B._ in ihrem ärztlichen Bericht vom
27. November 2013 wiedergibt (Urk. 11/6), und erscheint nicht mehr als über-
zeichnet.
3.5.2. Der Vorinstanz ist sodann recht zu geben, dass es die Aussagen der
Privatklägerin nicht unglaubhaft macht, wenn sie in der ersten polizeilichen Ein-
vernahme davon gesprochen hat, es habe sie der Beschuldigte am 4. September
2013 "vielleicht 2-3 Minuten" gewürgt, währenddem sie diese Zeitspanne in der
staatsanwaltschaftlichen Befragung fünf Monate später mit "vielleicht 1, 2 Minu-
ten" umschrieb (Urk. 6/2 S. 8). Zuverlässig – und dann noch im Minutenbereich –
zu schätzen, wie lange man im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung am
Hals gepackt worden ist, ist kaum möglich und kommt einem subjektiv wohl
immer "sehr lange" vor (so schon die Vorinstanz in Urk. 59 S. 20). Vor diesem
Hintergrund hätte die Vorinstanz jedoch nicht den Anklagesachverhalt als erstellt
erachten dürfen, der Beschuldigte habe der Privatklägerin "während ca. zwei bis
drei Minuten den Hals zugedrückt" (Anklageziffer 1.2; Urk. 59 S. 22) und ist dem
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Beschuldigten zu folgen, der immer wieder kritisierte, dies könne nicht sein
(Urk. 63 S. 3/4 und insbesondere Urk. 44 S. 9, vgl. auch Prot. II S. 8). Im gesam-
ten Kontext und in Berücksichtigung der Verletzungen der Privatklägerin ist aus-
zuschliessen, dass der Beschuldigte der Privatklägerin den Hals tatsächlich wäh-
rend zwei bis drei Minuten zugedrückt haben könnte. So wäre viel eher der Tat-
bestand der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB zu prüfen
gewesen, was indes auch die Staatsanwaltschaft nicht tut. Vielmehr ist diesbe-
züglich davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin am Hals
gepackt und so durch die Wohnung gestossen und gezogen hat, wobei er dabei –
im ganzen dynamischen Geschehen – die Privatklägerin teilweise sicher auch so
berührte bzw. drückte, dass bei dieser subjektiv das Gefühl von "Hals zudrücken"
entstand. Das entspricht im Übrigen auch den Aussagen der Privatklägerin in der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Februar 2014, wonach der
Beschuldigte sie "am Hals durch die Wohnung gezogen" habe; es sei ein "seitli-
ches Stossen oder Ziehen" gewesen (Urk. 6/2 S. 7/8).
3.5.3. Weiter erscheinen die Aussagen der Privatklägerin auch darum als glaub-
haft, weil ihnen keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen sind, dass sie den Be-
schuldigten falsch belasten würde: Wie schon die Vorinstanz erkannte, erwähnte
die Privatklägerin durchaus auch für den Beschuldigten entlastende Elemente und
achtete mehrfach ausdrücklich darauf, diesen nicht übermässig zu beschuldigen.
Auch wenn es ein Leichtes und letztlich kaum überprüfbar gewesen wäre, das
Gegenteil zu behaupten, betonte die Privatklägerin etwa, es habe ihr der Be-
schuldigte die Luft "nicht ganz abgedrückt", sie habe noch atmen können und es
sei ihr nicht schwarz vor Augen geworden (Urk. 6/1 S. 3), und zwar sowohl in der
ersten Phase des Vorfalls vom 4. September 2013 als auch in jener, als sie am
Boden lag (Urk. 6/1 S. 4). In der staatsanwaltschaftlichen Befragung wiederholte
sie, "ich kann nicht sagen, dass er extrem fest zugedrückt hat" (Urk. 6/2 S. 7), und
sie unterstrich, dass es ihr nicht schwarz geworden sei vor den Augen (Urk. 6/2
S. 8). Auf die Frage, ob der Beschuldigte ihr am Boden die Hand über beide
Nasenöffnungen gelegt oder ihr die Nase aktiv zugedrückt habe, relativierte sie
ebenfalls: "Ich will ihm jetzt auch nicht unterstellen, dass er mir die Nase zu-
drücken wollte" (Urk. 6/2 S. 10). Auch betreffend den Vorwurf, wonach der
Beschuldigte sie am Verlassen der Wohnung gehindert haben soll, stellte die
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Privatklägerin bereits bei der polizeilichen Einvernahme klar, dass der Beschuldig-
te dabei keine Drohungen ausgesprochen habe (Urk. 6/1 S. 5). Während sie bei
der Polizei auf entsprechende Frage noch angegeben hatte, dass dieser Vorgang
– auch wenn sie es nicht genau wisse – wohl etwa eine halbe Stunde gedauert
habe bzw. es ihr jedenfalls lange vorgekommen sei (Urk. 6/1 S. 5), hielt sie bei
der Staatsanwaltschaft fest, kein Zeitgefühl mehr gehabt zu haben. Der Beschul-
digte habe auf sie eingeredet wie ein Besessener. Sie habe die Wohnung dann
aber nach zwei oder drei erfolglosen Versuchen dennoch verlassen können. Als
sie den Beschuldigten angeschrien habe, sei sie nicht mehr zurückgestossen
worden. Sie habe dann an ihm vorbeirennen und die Wohnung verlassen können
(Urk. 6/2 S. 11). Hinsichtlich des Vorfalls vom 9. November 2010 gestand die
Privatklägerin sodann – wenn auch erst in der staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme – ein, dem Beschuldigten zuerst eine Ohrfeige gegeben zu haben
(Urk. 6/2 S. 13). In Bezug auf diesen Vorfall ist auch zu beachten, dass die Privat-
klägerin bereits im November 2010 gegenüber den damaligen Ärzten geschildert
hatte, einen Schlag auf das linke Ohr und Tritte in die Steissbeingegend erhalten
zu haben (Urk. 11/6; Urk. 11/8); es kann – mit der Vorinstanz (Urk. 59 S. 21) –
ausgeschlossen werden, dass sie damals so ausgesagt haben könnte, um den
Beschuldigten hernach knapp drei Jahre später damit falsch zu belasten.
3.5.4. Demgegenüber fällt an den Aussagen des Beschuldigten zunächst einmal
auf, dass er zwar nicht in Abrede stellt, gegenüber der Privatklägerin tätlich
geworden zu sein. Hinsichtlich der Art und Weise sowie der Intensität seiner
Handlungen ist er jedoch offensichtlich bemüht, diese erstens als möglichst
geringfügig und zweitens als Reaktion auf Provokationen oder gar Tätlichkeiten
der Privatklägerin darzustellen. Hinsichtlich Letzterem ist der Beschuldigte indes-
sen darauf hinzuweisen, dass es – mit Ausnahme der Retorsion im Rahmen einer
Beschimpfung (Art. 177 Abs. 2 und 3 StGB) – im schweizerischen Strafrecht
keine Schuldkompensation gibt. Soweit also die Privatklägerin ihrerseits den
Beschuldigten geschlagen hat oder geschlagen haben sollte, führte dies nicht zur
Unschuld des Beschuldigten, sondern dazu, dass auch die Privatklägerin straf-
rechtliche Konsequenzen zu gewärtigen hätte. Wenn der Beschuldigte deshalb
etwa auf Vorhalt der ärztlichen Befunde über die Verletzungen der Privatklägerin
in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung lediglich antwortet, "zu keinem Zeit-
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punkt wurde untersucht, was mir passiert ist" (Prot. I S. 8), vermag ihn dies hin-
sichtlich der Strafbarkeit seiner eigenen Handlungen nicht zu entlasten. Im Übri-
gen hat der Beschuldigte einen Strafantrag gegen die Privatklägerin wegen Tät-
lichkeiten gestellt (Urk. 4) und führte dies denn auch zu einem Verfahren beim
Statthalteramt Hinwil (Urk. 25). Dieses wurde dann allerdings unter dem Hinweis,
dass nicht festgestellt werden könne, wer mit dem Handgemenge begonnen
habe, mit Verfügung vom 16. September 2014 eingestellt (Urk. 75).
3.5.5. Soweit die Sachdarstellungen des Beschuldigten von denjenigen der Pri-
vatklägerin abweichen, sind einige Ungereimtheiten festzustellen. Dafür ist vorab
auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 59 S. 18/19;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Darüber hinaus fällt etwa auf, dass der Beschuldigte in der
ersten, tatnächsten Einvernahme noch nichts davon sagte, dass ihn die Privatklä-
gerin (auch) am 4. September 2013 als erste geschlagen und so den eigentlichen
Auslöser für die folgenden Tätlichkeiten gesetzt habe (vgl. Urk. 5/1 S. 2 ff.). Das
betonte er dann aber ab der zweiten Einvernahme jeweils sehr ausgeprägt: "Auf
das hin hat sie mir dann mit der rechten Hand gegen das linke Ohr geschlagen.
Es war teils mit der flachen Hand, teils bereits zu einer Faust geballten Hand. Es
tut mir jetzt noch weh" (Urk. 5/2 S. 3); "Dem Vorfall vorausgegangen ist, dass
Frau C._ mir zuerst eine Ohrfeige gegeben hat. Das ist ganz klar" (Urk. 5/5
S. 2); "Sie hat mir dann eine massive Ohrfeige gegeben" (Urk. 44 S. 7); "Dann hat
sie mir heftig eins aufs Ohr gehauen" (Prot. I S. 16); "Da gab sie mir die Ohrfeige"
(Urk. 76 S. 11). Wenn es denn für den Beschuldigten effektiv derart zentral gewe-
sen wäre, dass die Privatklägerin am 4. September 2013 mit einer ersten massi-
ven Ohrfeige die ganzen Tätlichkeiten ausgelöst hätte (was von der Privatklägerin
bestritten wird), wäre doch zu erwarten gewesen, dass er dies schon in der ersten
Einvernahme vorbringen würde. Jedenfalls lässt sich das abweichende Aussage-
verhalten anlässlich der polizeilichen Einvernahme nicht dadurch erklären, dass
der Beschuldigte – wie er anlässlich der Berufungsverhandlung selbst vorbrachte
– einfach alles unterschrieben hätte, um dort rauszukommen (Urk. 76 S. 12). Dies
macht überhaupt keinen Sinn, liegt der Widerspruch doch gerade im Nichterwäh-
nen der behaupteten Ohrfeige. Doch selbst wenn es so gewesen wäre, wie vom
Beschuldigten ab der zweiten Einvernahme geschildert, geht schon aus den bei
den Akten liegenden Arztberichten hervor, dass sein als Reaktion bezeichnetes
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Handeln zum Nachteil der Privatklägerin von der Intensität her weit über dasjeni-
ge einer Tätlichkeit hinausgegangen war (vgl. Erw. 3.3 und Urk. 59 S. 15 f.). Für
die Annahme, dass der Beschuldigte tatsächlich einem gewissen Kontrollverlust
unterlegen ist, spricht auch das von ihm ausgedrückte äusserst grosse Bedauern
und der geltend gemachte Filmriss betreffend die Vorkommnisse am
4. September 2013. So führte er an der Berufungsverhandlung aus: "Ich weiss
auch nicht was passiert ist... Und was passiert ist, tut mir unendlich leid" (Prot. II
S. 8). Weiter hielt er fest, dass die Situation eskaliert sei und der eine oder andere
Fleck auf dem Körper der Privatklägerin schon von ihm stammen könnte und
sowohl sie auf ihn und er auf sie eingetreten habe. Auch die Vermutung des
Beschuldigten, wonach der von ihm erwähnte Leistenbruch möglicherweise durch
die Tritte der Privatklägerin verursacht worden sei, spricht für eine gewisse Inten-
sität der körperlichen Auseinandersetzung im Rahmen des dynamischen
Geschehens (vgl. Urk. 76 S. 12 f.).
3.5.6. Sehr widersprüchlich ist sodann, was der Beschuldigte zur Vorgeschichte
des Disputs am 4. September 2013 sagte: Währenddem er in den ersten beiden
Einvernahmen vom 5. und 6. September 2013 noch ausführlich beschrieb, wie
sich die Diskussion darum gedreht habe, ob die Privatklägerin nun einen neuen
Freund habe oder nicht (Urk. 5/1 S. 2/3; Urk. 5/2 S. 3), sollte dies gemäss seinen
späteren Aussagen dagegen ganz explizit kein Thema gewesen sein (Urk. 5/5
S. 3; Urk. 5/9 S. 2; Prot. I S. 9, Urk. 76 S. 10). Das ist – auch angesichts der Aus-
sagen der Privatklägerin, welche von Beginn weg die Diskussion über ihre neue
Beziehung als Ursache für den Streit angab (vgl. nur etwa Urk. 6/1 S. 3) – sehr
unglaubhaft und deutet auf ein absichtsgesteuertes Aussageverhalten hin: Offen-
bar begann der Beschuldigte seine anfänglichen Erklärungen insoweit als für ihn
ungünstig einzuschätzen, als er sich nicht als eifersüchtig darstellen wollte,
woraufhin er profanere Themen wie die Schule des Sohnes und Mietzinsschulden
der Privatklägerin an den Anfang der Diskussionen zu stellen versuchte (Urk. 5/5
S. 3; Prot. I S. 9, Urk. 67 S. 8/9). Dafür spricht auch das Aussageverhalten des
Beschuldigten an der Berufungsverhandlung, wonach Auslöser des Streites der
plötzliche Sinneswandel der Privatklägerin gewesen sei, wonach er nunmehr –
entgegen ihrer Abmachung – dennoch aus der Wohnung hätte ausziehen müssen
(Urk. 76 S. 8/9).
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3.6. Nicht erstellt ist demnach, dass der Beschuldigte der Privatklägerin am
4. September 2013 während zwei bis drei Minuten den Hals zugedrückt habe (vgl.
Erw. 3.5.2 vorstehend). Ebenso nicht erstellt ist, dass der Beschuldigte die Privat-
klägerin tatsächlich während ca. einer halben Stunde daran gehindert habe, die
Wohnung zu verlassen. Gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin ist davon
auszugehen, dass der Beschuldigte zwar pausenlos auf sie einredete, er sich
aber höchstens dreimal vor sie hingestellt und sie zurückgestossen hat (vgl.
Erw. 3.5.3).
Im Übrigen ist aber im Sinne der vorinstanzlichen Schlüsse vom Sachverhalt aus-
zugehen, wie ihn die Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht hat.
Dass der Beschuldigte der Privatklägerin "lebensbedrohliche Verletzungen" zuge-
fügt und diese "um ihr Leben gekämpft" haben soll, wie er dramatisierend in sei-
ner Berufungserklärung schreibt (Urk. 63 S. 6), wird dem Beschuldigten nicht vor-
geworfen und ist deshalb nicht weiter zu thematisieren. Im Übrigen hielt auch Dr.
D._ – aus dessen ärztlichem Befund der Beschuldigte offensichtlich zitiert –
ausdrücklich fest, dass die Privatklägerin "nicht real in Lebensgefahr geschwebt"
sei (Urk. 11/4 S. 2).
3.7. Die rechtliche Würdigung, wie sie die Staatsanwaltschaft und die Vor-
instanz übereinstimmend vorgenommen haben, ist in Bezug auf den Vorwurf der
mehrfachen einfachen Körperverletzung zutreffend und gibt diesbezüglich zu
keinen weiteren Bemerkungen Anlass (Urk. 59 S. 22). Vom Vorwurf der Nötigung
ist der Beschuldigte hingegen freizusprechen. Unstreitig ist, dass das dynamische
Geschehen am 4. September 2013 zweifelsohne eskalierte. Ferner erscheint es
nicht unplausibel, wenn die Privatklägerin immer wieder darauf hinweist, dass der
Beschuldigte pausenlos auf sie eingeredet habe und er sie nicht habe gehen l
assen wollen. Umgekehrt ist aber erstellt, dass die Privatklägerin – als sie genü-
gend dezidiert auftrat und den Beschuldigten anschrie – durchaus die Möglichkeit
hatte, die Wohnung zu verlassen, wenn auch begleitet von einem gewissen
Widerstand des Beschuldigten. Im Gesamtzusammenhang ist aber nicht davon
auszugehen, dass dieser Widerstand eine Intensität erreicht hätte, die über das
Mass dessen hinausginge, was bereits durch den Tatbestand der einfachen
Körperverletzung abgedeckt ist.
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3.8. Der Beschuldigte ist daher der mehrfachen einfachen Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6
StGB schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181
StGB ist der Beschuldigte freizusprechen.
4. Strafzumessung
4.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen
ist, richtig zusammengefasst (Urk. 59 S. 22/23). Zur Vermeidung von Wieder-
holungen kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Strafe für den
Beschuldigten ist innerhalb eines Strafrahmens von bis zu 3 Jahren Freiheits-
strafe oder Geldstrafe zu bemessen (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Ausser-
gewöhnliche Umstände, dass infolge der mehrfachen Erfüllung dieser ordentliche
Strafrahmen zu verlassen wäre, bestehen nicht.
4.2. Der Beschuldigte hat der Privatklägerin zwar eine lange Liste von Verlet-
zungen zugefügt (Anklageschrift S. 3/4). Die einzelnen Schwellungen, Quet-
schungen, Blutergüsse etc. sind jedoch noch als leicht zu bezeichnen. Im
Rahmen des Tatbestandes von Art. 123 StGB sind jedenfalls mannigfaltige, weit
gravierendere Verletzungen denkbar. Das konkrete Tatvorgehen zeugt aber
gleichwohl von einem durchaus erheblichen Aggressionspotential. Insbesondere
dass der Beschuldigte die Privatklägerin am Hals umhergezogen und -gestossen
sowie ihr kurzzeitig Mund/Nase zugehalten hat, zeugt von einiger Rücksichts-
losigkeit. Subjektiv ist mit der Vorinstanz – wohlwollend – von Eventualvorsatz
auszugehen und leicht verschuldensmindernd zu berücksichtigen, dass sich der
Beschuldigte damals in einer gewissen Belastungssituation befand (Urk. 59
S. 24/25). Ferner in Betracht zu ziehen ist, dass der Beschuldigte – zwar nicht bei
der ersten Einvernahme, aber nachher konstant – immer wieder betonte, dass die
Privatklägerin ihm (auch beim zweiten Vorfall) zuerst eine Ohrfeige ausgeteilt
habe. Auch wenn sich diesbezüglich im Rahmen der Sachverhaltserstellung
gewisse Zweifel aufdrängten (vgl. Erw. 3.5.5), gilt es diesen Umstand im Rahmen
der Strafzumessung zu Gunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen. Vor die-
sem Hintergrund erscheint die für die Körperverletzung vom 4. September 2013
von der Vorinstanz festgesetzte Einsatzstrafe in der Grössenordnung von rund
150 bis 180 Tagessätzen als zu hoch. Dem vergleichsweise leichten Tatverschul-
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den des Beschuldigten angemessen erscheint eine Einsatzstrafe von 100 Tages-
sätzen.
4.3. Wegen des weiteren vom Beschuldigten begangenen Körperverletzungs-
delikts ist diese Einsatzstrafe zu erhöhen. Am 9. November 2010 verursachte der
Beschuldigte mit seiner Ohrfeige bei der Privatklägerin einen Riss im Trommelfell
und fügte ihr nachfolgend Prellungen und Blutergüsse zu. Die Begleitumstände
waren damals vergleichbar mit jenen, die zur Körperverletzung am 4. September
2013 führten. Die objektive Tatschwere ist in beiden Fällen gesamthaft ungefähr
gleich einzuschätzen. Zum 9. November 2010 ist in subjektiver Hinsicht wiederum
zu berücksichtigen, dass auch damals die Privatklägerin als erste zugeschlagen
und so die tätliche Auseinandersetzung ausgelöst hatte. Es mindert die Vorwerf-
barkeit leicht, dass der Beschuldigte unter dem Eindruck der seinerseits erhalte-
nen Ohrfeige zurückgeschlagen hat. Gesamthaft wiegt das Tatverschulden vom
9. November 2010 damit etwa gleich als jenes vom 4. September 2013. Die Ein-
satzstrafe ist deshalb moderat zu erhöhen.
4.4. Aus der Biographie des Beschuldigten lassen sich keine massgeblichen
Strafzumessungsfaktoren ableiten. Insbesondere ist der Beschuldigte auch nicht
vorbestraft (vgl. Urk. 59 S. 26).
4.5. In Bezug auf das Nachtatverhalten hat die Vorinstanz dem Beschuldigten
zutreffenderweise eine sehr leichte Strafminderung zugebilligt, da er den Ankla-
gesachverhalt in einigen wenigen Teilen eingestanden hat. Im Übrigen ist aber mit
der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschuldigte verharmlost und ungeständig
ist. Trotz seiner Zugaben vertrat er sodann noch im Berufungsverfahren die Auf-
fassung, sich nicht strafbar gemacht zu haben.
Im Rahmen seiner Eingeständnisse zeigte sich der Beschuldigte von Beginn weg
reuig. Es tue ihm "mega leid" für die Privatklägerin (dass er ihr am 4. September
2013 einen Fusstritt versetzt und am 9. November 2010 einen Trommelfellriss
zugefügt habe; Urk. 5/1 S. 5 und 7, Urk. 5/2 S. 4, 5; Urk. 44 S. 10); es tue ihm
ausserordentlich leid (Urk. 5/9 S. 8). Auch heute hat der Beschuldigte wieder
betont, dass ihm unendlich leid tue, was passiert sei (vgl. auch Prot. II S. 8). Das
wirkt sich etwas zu seinen Gunsten aus.
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Insgesamt kann dem Beschuldigten aufgrund seines Nachtatverhaltens daher
eine leichte Strafminderung zugestanden werden.
4.6. Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, den Beschuldigten mit
einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu bestrafen.
4.7. Die Höhe des Tagessatzes hat die Vorinstanz auf Fr. 80.– festgelegt
(Urk. 59 S. 27). Gemäss den heutigen Auskünften des Beschuldigten haben sich
die für die Berechnung der Tagessatzhöhe massgeblichen finanziellen Verhältnis-
se seit dem erstinstanzlichen Urteil nicht wesentlich verändert. Einzig das Ein-
kommen sei aufgrund des Stellenwechsels um rund Fr. 200.– pro Monat gesun-
ken. Aktuell verdiene er rund Fr. 7'000.– pro Monat (vgl. Urk. 76 S. 1-4, vgl. auch
Urk. 64/1). Unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschuldig-
ten, der durchschnittlichen Lebenshaltungskosten, der Anzahl Tagessätze sowie
unter Berücksichtigung der prozessualen Ausgangslage erweist sich die von der
Vorinstanz festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 80.– als angemessen.
4.8. Der Beschuldigte ist deshalb mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen
zu Fr. 80.– zu bestrafen. Davon gelten 2 Tagessätze als durch Haft geleistet
(Art. 51 StGB).
5. Strafvollzug
Nur schon aus prozessualen Gründen (Art. 391 Abs. 2 StPO, Verschlechterungs-
verbot) kann nicht anders als im Sinne des vorinstanzlichen Urteils entschieden
werden, die Geldstrafe bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufzuschieben
(Urk. 59 S. 28). Es bestünde allerdings auch materiell keine Veranlassung, darauf
zurückzukommen. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft, und es ist anzunehmen,
dass er durch eine bedingte Strafe genügend beeindruckt sein wird, um künftig
nicht mehr straffällig zu werden.
6. Zivilansprüche
6.1. Die Privatklägerin machte in ihrer Erklärung vom 2. Oktober 2013 gegen-
über der Staatsanwaltschaft einen Schadenersatz in der Höhe von "ca.
Fr. 18'000.–" und eine Genugtuung geltend, welche noch nicht bezifferbar sei
(Urk. 19/4). Nähere Ausführungen machte sie nicht, und sie reichte auch keinerlei
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Belege dazu ein. Am gerichtlichen Verfahren beteiligte sich die Privatklägerin so-
dann ebenfalls nicht.
6.2. Der Beschuldigte beantragt sinngemäss, es seien diese Forderungen
abzuweisen (Urk. 44 S. 13).
6.3. Nachdem der Beschuldigte hinsichtlich der mehrfachen einfachen Körper-
verletzung auch berufungsweise schuldig gesprochen wird, ist unter Verweis auf
die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 59 S. 29) festzustellen, dass
er gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz
nach schadenersatz- und genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des
Umfangs dieser Verpflichtungen ist die Privatklägerin auf den Weg des Zivilpro-
zesses zu verweisen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Ausgangsgemäss – es bleibt beim Schuldspruch – ist die vorinstanzliche
Kostenregelung zu bestätigen (Dispositivziffern 5 und 6).
7.2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe
ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt
der Beschuldigte mit seiner Berufung betreffend den Schuldspruch der mehr-
fachen Körperverletzung. Hingegen wird er vom Vorwurf der Nötigung freigespro-
chen. Ausgangsgemäss und in Gewichtung der Berufungsthemen rechtfertigt es
sich, die Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln dem Beschuldigten
aufzuerlegen und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse zu nehmen.