Decision ID: 2a6d9a6f-7448-5297-a8da-28913b69aac3
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Hinterrietstrasse führt vom Gebiet Spitzenwies in Jona in nordöstlicher Richtung
in das Gebiet Hinterrüti im Bereich der Umfahrungsstrasse A 53. Sie ist als
Gemeindestrasse 3. Klasse im Strassenplan der Politischen Gemeinde Rapperswil-
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Jona aufgeführt. Es handelt sich um eine Verbindungsstrasse, die nur einspurig
befahrbar und zum Teil unbefestigt ist.
Im Jahr 1963 war die Hinterrietstrasse mit einem allgemeinen Fahrverbot und dem
Zusatz "Zubringerdienst gestattet" belegt worden. 1995 erliess der Gemeinderat Jona
ein beschränktes Fahrverbot für Motorfahrzeuge und Motorfahrräder mit dem Zusatz
"Zubringerdienst gestattet".
Mit Beschluss vom 16. Juli 2007 erliess die Bau- und Umweltkommission der
Politischen Gemeinde Rapperswil-Jona auf Ersuchen von X. und Y., den Eigentümern
des Grundstücks Nr. .. an der Spitzenwiesstrasse .., für die Hinterrietstrasse ein
Fahrverbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder (Nr. 2.14) mit den
Zusätzen "land- und forstwirtschaftlicher Verkehr gestattet" am östlichen Ende bzw.
"Zubringerdienst Spitzenwiesstrasse 80 sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr
gestattet" am westlichen Ende. Zur Begründung der Signalisation führte die Bau- und
Umweltkommission an, das frühere Verbot sei 1963 erlassen und 1995 angepasst
worden. In der Zwischenzeit seien am westlichen Ende der Verbindungsstrasse auf den
Grundstücken Nrn. 3690 und 4616 Bauvorhaben realisiert worden, welche innerhalb
des Zubringerdienstes lägen und somit grundsätzlich berechtigt seien, die gesamte
Verbindungsstrasse zu benützen. Die verkehrsmässige Erschliessung dieser
Grundstücke erfolge jedoch ausschliesslich über die Spitzenwiesstrasse, weshalb für
diese Grundstücke grundsätzlich keine Notwendigkeit bestehe, die gesamte
Verbindungsstrasse zu befahren. Dies widerspreche im Grundsatz auch der
Zweckbestimmung der Verbindungsstrasse, welche ausschliesslich der land- und
forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung der an dieser Strasse gelegenen Grundstücke
diene. Die Verkehrsanordnung wurde im amtlichen Publikationsorgan nicht publiziert.
Dennoch wurden die entsprechenden Signale aufgestellt. Nachdem E.B., der
Eigentümer des Grundstücks Nr. .., Spitzenwiesstrasse .., die Signalisation mehrfach
beim Stadtrat beanstandet hatte, wurde am 24. Oktober 2008 folgende
Verkehrsregelung publiziert:
"Verbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder (Signal Nr. 2.14) mit
folgenden Zusatztexten:
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- Am westlichen Ende der Verbindungsstrasse in der Nordostecke des Grundstückes
Nr. 3690:
"Zubringerdienst Spitzenwiesstrasse 80 sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr
gestattet"
- Am östlichen Ende der Verbindungsstrasse, im Bereich des Grundstücks Nr. 1005:
"land- und forstwirtschaftlicher Verkehr gestattet"
- Vorsignalisation:
"gilt ab 100 m" (Seite Spitzenwies)
"gilt ab 200 m (Seite Engelhölzli)"
B./ Gegen die Verkehrsanordnung erhoben E.B., D.B. sowie O. durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. November 2008 Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement. Sie beantragten, die Verkehrsbeschränkung sei aufzuheben und die
bereits gestellten Signale seien zu entfernen.
Am 24. März 2009 führte das Sicherheits- und Justizdepartement an Ort und Stelle
einen Augenschein durch.
Mit Entscheid vom 4. Mai 2009 wies das Sicherheits- und Justizdepartement die
Rekurse von E.B., D.B. sowie O. ab. Es erwog, die früheren Fahrverbote hätten
bezweckt, den Verkehr auf der Hinterrietstrasse auf ein Minimum zu beschränken.
Auch heute rechtfertige sich angesichts des schlechten Strassenzustands und mit Blick
auf die Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer wie Spaziergänger, Velofahrer und
Reiter eine Beschränkung des Verkehrs auf ein Minimum nach wie vor. Die
verkehrsmässige Erschliessung der besagten Grundstücke erfolge zudem wie diejenige
der übrigen Grundstücke im Spitzenwiesquartier problemlos über die befestigte, in
gutem Zustand befindliche Spitzenwiesstrasse. Es bestehe somit keine Notwendigkeit
zum Befahren der Hinterrietstrasse. Angesichts ihres schlechten Zustands östlich des
Grundstücks Spitzenwiesstrasse 80 bis zu ihrem östlichen Ende sei die
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Hinterrietstrasse denn auch nicht als eigentliche Erschliessungsstrasse geeignet. Dem
Rekurrenten E.B. sei zuzumuten, den relativ geringfügigen Umweg von zwei Kilometern
von seinem Wohnhaus zu seinem Betrieb an der Engelhölzlistrasse zurückzulegen. Eine
Notwendigkeit zum Befahren der Hinterrietstrasse bestehe nicht. E.B. anerkenne denn
auch selber, dass er die Hinterrietstrasse privat nur sporadisch benütze. Von der
Unterhaltspflicht könne nicht auf ein Recht auf unbeschränkte Benützung der Strasse
geschlossen werden. Der Unterhalt von Gemeindestrassen 3. Klasse erfolge damit
grundsätzlich unabhängig von der Benützung derselben durch die Anstösser. Dem
land- und forstwirtschaftlichen Verkehr stehe die Strasse zudem weiterhin offen. Die
Verkehrsanordnung sei daher verhältnismässig.
C./ Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 19. Mai und 29. Juni 2009 erhoben E.B.
und D.B. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid
des Sicherheits- und Justizdepartements vom 4. Mai 2009 sowie die von der Bau- und
Umweltkommission Rapperswil-Jona am 24. Oktober 2008 publizierte
Verkehrsbeschränkung an der Hinterrietstrasse seien aufzuheben und es seien die
bereits gestellten Signale zu entfernen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Stadt Rapperswil-Jona. Zur Begründung wird im wesentlichen
vorgebracht, Gemeindestrassen 3. Klasse bezweckten grundsätzlich die Erschliessung.
Es handle sich um beschränkt öffentliche Strassen, an denen der Gemeingebrauch auf
die ihrem Zweck und ihrer Beschaffenheit entsprechenden Benützungsarten
beschränkt sei. Die Hinterrietstrasse diene denn auch nicht zuletzt der Erschliessung
der Wohnhäuser auf dem Grundstück des Beschwerdeführers E.B., des Grundstücks
des Rekurrenten O. und des Grundstücks der Beschwerdegegner. Unrichtig sei die
Feststellung der Vorinstanz, beim Erlass des Fahrverbots im Jahr 1995 hätten auf den
Grundstücken Nrn. 3690 und 4616 noch keine Bauten bestanden. Die Bewilligung für
das Wohnhaus von E.B. sei 1993 erteilt worden. 1994 habe er seine
Doppeleinfamilienhaus-Hälfte gebaut. E.B. habe das Recht, die Hinterrietstrasse von
beiden Seiten als Zufahrt zu seinem Grundstück zu benützen. Dies entspreche der
Zweckbestimmung der Hinterrietstrasse als Gemeindestrasse 3. Klasse. Dass es sich
um eine Naturstrasse handle, stehe ihrer Zweckbestimmung nicht entgegen. Die
Hinterrietstrasse weise auf ihrer gesamten Länge eine genügende Breite für die
Erschliessung von nur drei Wohnhäusern auf. Durch die wenigen täglichen Fahrten von
E.B. zu seinem Betrieb an der Engelhölzlistrasse sei die Sicherheit der übrigen
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Verkehrsteilnehmer nicht im geringsten gefährdet. Auf die weiteren Vorbringen der
Beschwerdeführer wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. Juli 2009 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der Beschwerde.
Die Stadt Rapperswil-Jona beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juli 2009 die
Abweisung der Beschwerde. Sie hielt fest, der Beschluss der Bau- und
Umweltkommission sei in act. 26 der Akten abgelegt.
X. und Y. beantragten in ihrer Vernehmlassung vom 27. Juli 2009 die Abweisung der
Beschwerde.
Die Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen zu
äussern. Sie reichten keine Stellungnahme ein.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeerklärung vom 19. Mai 2009 und
deren Ergänzung vom 29. Juni 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer, dass der Beschluss der Bau- und
Umweltkommission von der unzuständigen Behörde gefällt worden sei. Es sei nicht
ersichtlich, dass die Kompetenz zum Erlass von Fahrverboten vom Stadtrat an die Bau-
und Umweltkommission delegiert worden sei. Weiter beantragen die
Beschwerdeführer, es sei das Sitzungsprotokoll desjenigen Beschlusses, welcher der
am 24. Oktober 2008 publizierten Verkehrsbeschränkung zugrunde liege, zu edieren.
Die publizierte Verkehrsbeschränkung weiche vom Wortlaut her vom Beschluss vom
16. Juli 2007 ab.
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Die Vorinstanz und die Bau- und Umweltkommission Rapperswil-Jona äusserten sich
dazu nicht. Diese hielt zur beantragten Edition ihres Beschlusses lediglich fest, in den
Akten sei der diesbezügliche verfahrensleitende Beschluss ins Recht gelegt worden.
2.1. Nach Art. 21 der Einführungsverordnung zum eidgenössischen
Strassenverkehrsgesetz (sGS 711.1, abgekürzt Einführungsverordnung) kann die
politische Gemeinde den Motorfahrzeug- und den Fahrradverkehr auf
Gemeindestrassen und Wegen, die nicht dem allgemeinen Durchgangsverkehr dienen,
vollständig untersagen oder zeitlich beschränken. Sie kann beschränkte Fahrverbote
verfügen für a) Gemeindestrassen 3. Klasse und b) Wege (Art. 21 Abs. 2 der
Einführungsverordnung). Sie teilt ihre Anordnungen vor Erlass dem Polizeikommando
mit und bringt nach dessen Weisungen das zutreffende Signal an (Art. 21 Abs. 3 der
Einführungsverordnung). Die Bau- und Umweltkommission hielt in ihrem Beschluss
vom 16. Juli 2007 fest, die Zuständigkeit für den Erlass des Fahrverbots bzw. dessen
Anpassung liege gemäss Art. 21 der Einführungsverordnung beim Stadtrat bzw. der
Bau- und Umweltkommission. Weder im Reglement betreffend die Übertragung von
Befugnissen des Stadtrats der Stadt Rapperswil-Jona vom 16. Oktober 2006 noch in
der Gemeindeordnung der Stadt Rapperswil-Jona vom 1. Dezember 2005 finden sich
Bestimmungen über die Übertragung der entsprechenden Befugnisse vom Stadtrat an
die Bau- und Umweltkommission. In den Akten der Bau- und Umweltkommission
finden sich eine Kopie von Art. 21 der Einführungsverordnung sowie eine
handschriftliche Notiz und daran angeheftet die Art. 1 bis 3 des Baureglements. Art. 2
Abs. 2 des Baureglements bestimmt, dass der Gemeinderat zur Vorbereitung der
Geschäfte eine Bau- und Umweltschutzkommission bestimmt und er ihr Befugnisse
übertragen kann. Die Signalisation von Strassen und Wegen ist indes keine Aufgabe,
welche dem Bau- und Umweltrecht im engeren Sinn zuzuordnen ist. Auch findet sich
im Baureglement keine Bestimmung, welche die Kompetenz der Bau- und
Umweltkommission für die Strassensignalisation begründet. Die Signalisation im Jahr
1995 war vom Gemeinderat Jona vorgenommen worden.
Daraus folgt, dass die Zuständigkeit der Bau- und Umweltkommission nach den Akten
und den vorliegenden Reglementen keine gesetzliche Grundlage hat.
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2.2. Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, die Beschlüsse vom 16. Juli 2007
und die am 24. Oktober 2008 publizierten Verkehrsbeschränkungen seien nicht
identisch. Dies trifft insoweit zu, als im Beschluss vom 16. Juli 2007 in Ziff. 1 lediglich
das Fahrverbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder mit den Zusätzen
"land- und forstwirtschaftlicher Verkehr gestattet" bzw. "Zubringerdienst
Spitzenwiesstrasse 80 sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr gestattet" vermerkt
ist, während lediglich in den Erwägungen ausgeführt wird, dass die Signalisation am
östlichen und am westlichen Ende der Strasse nicht identisch und der Vermerk
"Zubringerdienst Spitzenwiesstrasse 80" nur am westlichen Ende vorgesehen ist. Auch
die Vorsignalisation ist im Beschluss vom 16. Juli 2007 nicht vermerkt. Der Beschluss
vom 16. Juli 2007 wurde nie publiziert. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, ob die Bau-
und Umweltkommission nach der Feststellung der fehlenden Publikation einen neuen
Beschluss gefasst hat. In der Beschwerdevernehmlassung wird lediglich ausgeführt, es
genüge der Hinweis darauf, dass unter act. 26 der Akten der diesbezügliche
verfahrensleitende Beschluss ins Recht gelegt worden sei.
Act. 26 besteht aus einer Aktennotiz mit einem Hinweis auf eine Sitzung der Bau- und
Umweltkommission vom 6. Oktober 2008. Ein Protokoll ist nicht vorhanden. Die
Aktennotiz lautet dahingehend, dass sich aufgrund einer Rückfrage bei der
Kantonspolizei ergeben habe, dass für die Anpassung bzw. Abänderung der
Signalisation eine Publikation hätte erfolgen müssen. Rechtsanwalt Dr. H. (der
damalige Rechtsvertreter der Beschwerdeführer) sei dies in geeigneter Form brieflich
mitzuteilen, unter Hinweis darauf, dass im Rahmen dieses Publikationsverfahrens
Rechtsmittel ergriffen werden könnten. Auch aus dem Schreiben vom 15. Oktober
2008 an den damaligen Rechtsvertreter der Beschwerdeführer geht nicht hervor, ob die
Bau- und Umweltkommission einen neuen Beschluss fasste oder ob lediglich der
Beschluss vom 16. Juli 2007 zur Publikation vorgesehen wurde.
Daraus folgt, dass kein Beschluss über die publizierte Signalisation vorliegt.
Insbesondere fehlt die Vorsignalisation im Beschluss vom 16. Juli 2007.
2.3. In materieller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer, nach Art. 18 Abs. 1 der
Signalisationsverordnung des Bundes (SR 741.21, abgekürzt SSV) würden Fahrverbote
grundsätzlich in beiden Fahrtrichtungen gelten. Gemäss Art. 101 Abs. 3 SSV seien
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Signale auf demselben Strassenzug einheitlich anzubringen. Im vorliegenden Fall seien
die Signalisation und die entsprechenden Zusatztexte nun aber gerade nicht
einheitlich.
Art. 18 Abs. 1 SSV regelt das Allgemeine Fahrverbot in beiden Richtungen (Signal Nr.
2.01). Darin wird aber nur der Grundsatz bestätigt, dass das Fahrverbot in beide
Richtungen gilt. Aus Art. 18 Abs. 2 SSV ist ersichtlich, dass es in Ausnahmefällen
zulässig ist, die Einfahrt in eine Strasse zu verbieten, wobei aber die Ausfahrt zulässig
ist. Der Grundsatz des Fahrverbots für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder ist
vorliegend einheitlich. Nur die Ausnahmen sind unterschiedlich geregelt. Ob dies gegen
den Grundsatz der Einheitlichkeit der Signalisation verstösst, erscheint fraglich, kann
aber offen bleiben.
2.4. Zusätzlich zur Erlaubnis des Befahrens im land- und forstwirtschaftlichen Verkehr
soll am westlichen Ende der Zusatz "Zubringerdienst Spitzenwiesstrasse 80", also zur
Liegenschaft der Beschwerdegegner, angebracht werden.
Mit der Signalisation soll der nicht land- und forstwirtschaftliche Verkehr generell
untersagt und den Beschwerdegegnern die Möglichkeit gegeben werden, als einzige
von Westen her auf der Hinterrietstrasse auf ihre Liegenschaft zu fahren. Bei der
vorliegenden Signalisation sind aber die Beschwerdegegner auch berechtigt, die
Hinterrietstrasse nach Osten zu benutzen. Der Umstand, dass sie selber festhielten,
diese Berechtigung interessiere sie nicht, ist irrelevant.
2.4.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, Gemeindestrassen 3. Klasse dienten
nach Art. 8 Abs. 3 des Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) der übrigen
Erschliessung sowie der Land- und der Forstwirtschaft. Sie stünden dem allgemeinen
Motorfahrzeugverkehr nicht offen. Gemeindestrassen 3. Klasse seien
dementsprechend beschränkt öffentliche Strassen, an denen der Gemeingebrauch auf
die ihrem Zweck und ihrer Beschaffenheit entsprechenden Benutzungsarten
beschränkt sei. Das Verbot des allgemeinen Motorfahrzeugverkehrs bedeute nicht,
dass die Strasse nicht befahren werden dürfe. Der Zubringerdienst sei grundsätzlich
gestattet. Dem Zweck einer Gemeindestrasse 3. Klasse entsprechend sei die
Hinterrietstrasse schon immer einerseits als Erschliessungsstrasse und andererseits als
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land- und forstwirtschaftliche Strasse benutzt worden. Nicht umsonst werde sie denn
auch im Beschluss der Bau- und Umweltkommission vom 16. Juli 2007 als
Verbindungsstrasse bezeichnet.
2.4.2. Die Vorbringen der Beschwerdeführer sind grundsätzlich zutreffend. Das
Strassengesetz regelt den Bau und den Unterhalt sowie die Kosten des Strassenbaus.
Dass Gemeindestrassen 3. Klasse Erschliessungsfunktion haben, steht einer
Verkehrsbeschränkung aber grundsätzlich nicht entgegen. Die Funktion als
Erschliessungsstrasse verschafft einem Anstösser nicht ohne weiteres auch das Recht,
eine Erschliessungsstrasse auf der gesamten Länge zu befahren. Die vorliegend
streitigen Verkehrsbeschränkungen stützen sich nicht auf das Strassengesetz und die
dazu gehörende Verordnung, sondern auf die Einführungsverordnung zum SVG.
Die Einführungsverordnung enthält keine besonderen Gründe, welche eine
Beschränkung des Motorfahrzeugverkehrs rechtfertigen. Der Gemeinde steht
diesbezüglich ein Ermessensspielraum zu. Art. 20 Abs. 1 lit. a bis l StrG regelt die
Gründe für eine Einschränkung des Gemeingebrauchs. Im vorliegenden Fall erscheint
es aufgrund der Dimensionierung, des Ausbaustandards und der Beschaffenheit der
Strasse naheliegend, dass sie für den allgemeinen Durchgangsverkehr gesperrt wird.
Auch ist es nicht gerechtfertigt, das gesamte Quartier Spitzenwies über die
Hinterrütistrasse zu erschliessen, da es über eine anderweitige hinreichende
Erschliessung verfügt.
Wie erwähnt, ist der Beschwerdeführer E.B. Anstösser an der Hinterrietstrasse. Diese
führt zum Teil über seine Liegenschaft. Er ist auch berechtigt, die Hinterrietstrasse von
Westen bis zu seiner Liegenschaft uneingeschränkt zu befahren. Einen Anspruch auf
eine kurze Verbindung zu seinem Gewerbebetrieb im Gebiet Hinterrüti hat der
Beschwerdeführer E.B. aber nicht. Aufgrund der guten Verkehrsverbindungen ist der
Umweg aber nicht von wesentlicher Bedeutung. Der Umweg wird vom
Beschwerdeführer auf zwei Kilometer beziffert. Er fällt daher weder bezüglich der
Zeitersparnis noch bezüglich der Fahrstrecke und der damit verbundenen Emissionen
erheblich ins Gewicht. Insbesondere hat E.B. auch keine Einschränkung seines
Eigentums zu gewärtigen. Denjenigen Bereich der Hinterrietstrasse, der über seine
Liegenschaft führt, kann er unbeschränkt benützen. Einen Anspruch auf eine zweite
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Erschliessung direkt vom Gebiet Engelhölzli hat der Beschwerdeführer nicht. Die
geltend gemachten übermässigen Beanspruchungen der Strasse durch die
Beschwerdegegner sind für die Frage der Rechtmässigkeit der
Benutzungsbeschränkung irrelevant. Auch der Umstand, dass die Hinterrietstrasse von
Westen her nur drei Wohnhäuser erschliessen würde, steht einer Beschränkung nicht
entgegen. Soweit sich E.B. auf die Bewirtschaftung des Grundstücks Nr. xxxx beruft,
steht dieses nach dem Grundbuchauszug vom 20. April 2007 im Eigentum von D.B..
Schliesslich kann sich der Beschwerdeführer E.B. auch nicht auf einen irgendwie
gearteten Bestandesschutz berufen. Inwiefern ihm ein solcher einen Rechtsanspruch
auf Benützung der Hinterrietstrasse verschafft, ist nicht ersichtlich.
Die Zweckbestimmung der Hinterrietstrasse steht somit einer Beschränkung der
Benutzung auf die Zufahrt von Westen her nicht entgegen. Hingegen steht fest, dass
E.B. als Eigentümer für die Hinterrietstrasse unterhaltspflichtig ist. Dabei erstreckt sich
die Unterhaltspflicht auf die gesamten 1'100 m von der Spitzenwiesstrasse bis zur
Engelhölzlistrasse. Die Unterhaltspflicht betrifft auch die weiteren
Anstössergrundstücke. Ein Perimeter besteht aufgrund der Akten nicht. Bei dieser
Sachlage ist es nicht gerechtfertigt, E.B. als Anstösser und Unterhalts-pflichtiger die
Benützung der Strasse zu verbieten, den Beschwerdegegnern, die ebenfalls Anstösser
und Unterhaltspflichtige sind, hingegen zu gestatten.
2.4.3. Beim Beschwerdeführer D.B. sind die Eigentumsverhältnisse anders gelagert.
Dieser ist Miteigentümer des Grundstücks Nr. yyyy, eines landwirtschaftlichen
Grundstücks. Die Hinterrietstrasse verläuft zum Teil auf diesem landwirtschaftlichen
Grundstück, und zwar auf einer erheblichen Strecke, nämlich ungefähr von der Höhe
des Wohnhauses der Beschwerdegegner an in Richtung Osten bis rund 50 m vor dem
Grundstück Nr. 1004.
Die beiden Beschwerdeführer haben eine völlig unterschiedliche Interessenlage. Bei
D.B. verhält es sich so, dass ein erheblicher Teil der Hinterrietstrasse, auf dem ihm das
Fahren zu anderen als zu land- und forstwirtschaftlichen Zwecken verboten werden
soll, über sein Grundeigentum verläuft. Ihm die Benutzung der Strasse nur zu
bestimmten Zwecken zu gestatten, stellt eine Einschränkung seines Eigentumsrechts
dar, die im vorliegenden Fall unverhältnismässig ist. Dem Eigentümer soll durch eine
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über sein Grundstück führende öffentliche Strasse das Betretungs- und
Benützungsrecht nur soweit eingeschränkt werden, als es aufgrund der Umstände
notwendig, zweckmässig und verhältnismässig ist. Es besteht vorliegend kein
hinreichender Grund, D.B. das Befahren der Hinterrietstrasse und damit der über sein
Grundeigentum führenden Erschliessungsstrasse einzuschränken.
Die Beschwerdeführer berufen sich im übrigen auf die Unterhaltspflicht. Bei
Gemeindestrassen 3. Klasse sind die Anstösser grundsätzlich unterhaltspflichtig. Ein
Unterhaltsperimeter besteht aufgrund der vorliegenden Akten offenbar nicht; der
Beschwerdeführer E.B. beantragte beim Stadtrat selbst den Erlass eines
Unterhaltsperimeters. Beim Erlass eines Unterhaltsperimeters werden die Interessen
der anstossenden Grundstücke mitberücksichtigt. Im übrigen sind Unterhaltsarbeiten
der Beschwerdeführer nicht nachgewiesen, wenngleich glaubhaft erscheint, dass
insbesondere der Beschwerdeführer D.B. als Bewirtschafter der landwirtschaftlichen
Grundstücke gewisse Unterhaltsarbeiten selber durchführte.
2.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerden vom E.B. und von D.B. aus formellen und materiellen Gründen
gutzuheissen sind und der Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom
4. Mai 2009 sowie der Entscheid der Bau- und Umweltkommission Rapperswil-Jona
vom 16. Juli 2007/24. Oktober 2008 aufzuheben ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdegegner (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Den Beschwerdeführern ist der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 3'000.-- zurückzuerstatten.
Die amtlichen Kosten des Rekursentscheids von Fr. 1'500.-- bezahlen die
Beschwerdegegner.
Die Beschwerdegegner haben die Beschwerdeführer E.B. und D.B. für das Rekurs-
und das Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2,
Art. 98bis VRP). Eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- zuzügl. MWSt für das
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Beschwerdeverfahren und von Fr. 2'000.-- zuzügl. MWSt für das Rekursverfahren ist
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75).
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