Decision ID: b4f84ee9-7609-46eb-857b-d4d4b1a2331b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung auf Klage
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren
des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 30. Dezember 2015; Proz. FE140244
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Rechtsbegehren:
des Klägers (act. 1, 15 und 44; Prot. Vi S. 44; sinngemäss):
1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.
2. Der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, sei unter der  elterlichen Sorge der Parteien zu belassen.
3. Der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, sei unter die Obhut des Klägers zu stellen.
4. Die Beklagte sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, den Sohn C._ jeweils an jedem zweiten Wochenende sowie in geraden Jahren an Ostern, in ungeraden an Pfingsten und in jedem Jahr am zweiten Weihnachtstag auf  Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen und ihn ausserdem für fünf Wochen jährlich während der Schulferien auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Das Ferienbesuchsrecht sei  zwei Monate im Voraus anzukündigen.
5. Die Beklagte sei zu verpflichten, für den Sohn C._ angemessene  zuzüglich gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen zu .
6. Die Kinderunterhaltsbeiträge seien in gerichtsüblicher Weise zu indexieren.
7. Für den Fall, dass der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, nicht unter die Obhut des Klägers gestellt wird, sei der Kläger berechtigt und verpflichtet zu erklären, den Sohn C._ jedes Wochenende sowie in  Jahren an Ostern, in ungeraden an Pfingsten und in jedem Jahr am  Weihnachtstag auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen und ihn ausserdem für sechs Wochen jährlich während der  auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen.
8. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten aus Güterrecht Fr. 16'895.40 zu bezahlen.
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
der Beklagten (act. 13 und 20; Prot. Vi S. 4, 33 und 45; sinngemäss):
1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.
2. Der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, sei unter der  elterlichen Sorge zu belassen.
3. Der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, sei unter die Obhut der Beklagten zu stellen.
4. Es sei der Kläger zu verpflichten, Unterhaltsbeiträge in der Höhe von  Fr. 1'400.– zuzüglich gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen für den gemeinsamen Sohn C._ bis zum Abschluss einer angemessenen , auch über die Mündigkeit hinaus, zu bezahlen, zahlbar jeweils am 1. eines jeden Monats.
Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
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5. Es seien dem Kläger gerichtsübliche Besuchs- und Ferienrechte i.S.v. Art. 133 ZGB einzuräumen.
6. Für den Fall, dass der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, nicht unter die Obhut der Beklagten gestellt wird, sei mangels  der Beklagten von einer Unterhaltszahlung der Beklagten an den Sohn C._ abzusehen.
7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung nach Gesetz und im Sinne der nachfolgenden Ausführungen vorzunehmen.
8. Es seien die während der Ehe geäufneten Pensionskassengelder der  aufzuteilen.
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.
Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 30. Dezember 2015:
1. Die am tt. März 2006 in D._ [Ort] geschlossene Ehe der Parteien wird ge-
schieden.
2. Der Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, wird unter der gemeinsamen elterli-
chen Sorge der Parteien belassen.
3. Der Sohn C._ wird unter die alleinige Obhut der Beklagten gestellt. Der Wohn-
sitz des Sohnes C._ befindet sich am jeweiligen Wohnsitz der Beklagten.
4. Die Parteien regeln den persönlichen Verkehr von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall
gilt Folgendes:
Der Kläger ist berechtigt und wird verpflichtet, den Sohn C._ in geraden Ka-
lenderwochen von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, auf ei-
gene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Die Osterfeiertage verbringt C._ in geraden Jahren ab Gründonnerstag,
Schulschluss, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, beim Kläger.
Die Pfingstfeiertage verbringt C._ in ungeraden Jahren ab Freitagabend,
Schulschluss, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr, beim Kläger.
Die Weihnachtsfeiertage verbringt C._ wie folgt: In den ungeraden Jahren ent-
scheidet die Beklagte, an welchem Weihnachtsfeiertag (25. oder 26. Dezember)
C._ bei ihr ist; in den geraden Jahren entscheidet dies der Kläger. Wer
C._ am 25. Dezember betreut, betreut ihn auch am 31. Dezember und am
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1. Januar, der andere Elternteil ist berechtigt und wird verpflichtet, C._ jeweils
am 2. Januar zu betreuen.
Der Kläger ist ferner berechtigt und wird verpflichtet, C._ während den Schul-
ferien für die Dauer von sechs Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit
sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien sprechen sich jeweils im Januar eines
jeden Jahres über die Aufteilung der Ferien ab. Im Streitfall entscheidet in ungera-
den Jahren der Kläger über die Aufteilung, in geraden Jahren die Beklagte.
5. Der Kläger wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung des
Sohnes C._ monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats
zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher
Kinderzulagen) wie folgt zu bezahlen:
bis und mit Juli 2018: Fr. 1'060.–
ab August 2018: Fr. 1'260.–
zahlbar, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum ordentlichen Abschluss ei-
ner angemessenen Ausbildung des Sohnes, auch über die Volljährigkeit hinaus,
zahlbar an die Beklagte, solange der Sohn in deren Haushalt lebt oder keine eige-
nen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
6. Diesen Unterhaltsbeiträgen liegen folgende finanziellen monatlichen Verhältnisse
der Parteien zugrunde.
Einkommen (netto):
Kläger: Fr. 8'060.– (Nettoeinkommen; exkl. Kinderzulagen; inkl. 13. Monatslohn; exkl. Boni)
Beklagte: Fr. 3'535.– (Nettoeinkommen; 50%-Pensum; exkl. Kinderzulagen; inkl. 13. Monatslohn)
Bedarf:
Kläger: Fr. 6'436.–
Beklagte (ohne Sohn E._): Fr. 4'840.– bis Juli 2018
Fr. 5'040.– ab August 2018
7. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 basieren auf dem Landesindex der Kon-
sumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende September 2015 von
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97.7 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Ja-
nuar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2017, dem Stand des Indexes
per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach fol-
gender Formel:
alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
Neuer Unterhaltsbeitrag = ––––––––––––––––––––––––––––––
alter Index
8. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten werden
ausschliesslich der Beklagten angerechnet. Die Parteien werden die betroffenen
Ausgleichskassen über diese Regelung informieren.
9. Die Teilkonvention über die Scheidungsfolgen vom 23. April 2015 wird im Übrigen
genehmigt. Sie lautet wie folgt:
" 1. [...]
2. [...]
3. Die Parteien verzichten gegenseitig auf persönliche nacheheliche Unterhaltsbeiträge
im Sinne von Art. 125 ZGB.
4. Die Parteien sind sich einig darüber, dass die während der Ehe erworbenen Vorsor-
geguthaben je hälftig zu teilen sind.
5. Für die Vornahme der güterrechtlichen Auseinandersetzung einigen sich die Parteien
auf den 31. Dezember 2014 als Stichtag.
6. Der Kläger bezahlt der Beklagten akonto Güterrecht einen Prozesskostenvorschuss
von Fr. 5'000.–. Die Beklagte zieht ihren diesbezüglichen Antrag zurück. "
10. Die Teilkonvention über die Scheidungsfolgen vom 14. Oktober 2015 wird im Übri-
gen genehmigt. Sie lautet wie folgt:
" 1. In güterrechtlicher Hinsicht treffen die Parteien folgende Regelung:
Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen An-
sprüche eine Ausgleichszahlung in der Höhe von Fr. 16'895.40 zu bezahlen, zahlbar
innert 10 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils.
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Abgesehen davon behält jede Partei, was sie zurzeit besitzt respektive was auf ihren
Namen lautet.
2. Die Parteien einigen sich, für die Aufteilung der Vorsorgeguthaben der zweiten Säule
auf den 31. Dezember 2015 als Stichtag. "
11. Die Pensionskasse des Klägers wird angewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungs-
urteils vom Freizügigkeitskonto des Klägers (AHV-Nr. ...) Fr. 45'975.90 auf das Freizügigkeitskonto der Beklagten (Versicherten-Nr. ...; Police-Nr. ...) bei der
F._, ... [Adresse] zu überweisen.
12. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 8'000.– festgesetzt.
13. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
14. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
15. (Mitteilung)
16. (Rechtsmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
des Klägers und Berufungsklägers (act. 57 S. 2 f.):
1. Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 30. Dezember 2015 sei
wie folgt abzuändern:
Der Sohn C._ wird unter die alleinige Obhut des Klägers gestellt. Der Wohnsitz des Sohnes C._ befindet sich am jeweiligen Wohnsitz des .
2. Ziff. 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 30. Dezember 2015 sei wie folgt abzuändern:
Die Parteien regeln den persönlichen Verkehr von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt folgendes:
Die Beklagte ist berechtigt und wird verpflichtet, den Sohn C._ in  Kalenderwochen von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, sowie an einem freien Schulnachmittag jede Woche auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Die Osterfeiertage verbringt C._ in geraden Jahren ab Gründonnerstag, Schulschluss, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, bei der Beklagten.
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Die Pfingstfeiertage verbringt C._ in ungeraden Jahren ab Freitagabend, Schulschluss, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr, bei der Beklagten.
Die Weihnachtsfeiertage verbringt C._ wie folgt: in den ungeraden  entscheidet der Kläger, an welchem Weihnachtsfeiertag (25. oder 26. Dezember) C._ bei ihm ist; in den geraden Jahren entscheidet dies die Beklagte. Wer C._ am 25. Dezember betreut, betreut ihn auch am 31. Dezember und am 1. Januar, der andere Elternteil ist berechtigt und wird verpflichtet, C._ jeweils am 2. Januar zu betreuen.
Die Beklagte ist ferner berechtigt und verpflichtet, C._ während den Schulferien für die Dauer von sechs Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien sprechen sich jeweils im Januar eines jeden Jahres über die Aufteilung der Ferien ab. Im Streitfall entscheidet in ungeraden Jahren die Beklagte, in geraden Jahren der Kläger.
3. Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 30. Dezember 2015 sei wie folgt abzuändern:
Die Beklagte wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der  des Sohnes C._ monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger oder  Kinderzulagen) wie folgt zu bezahlen:
4. Ziff. 8 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 30. Dezember 2015 sei ersatzlos zu streichen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer)  der Berufungsbeklagten.

Erwägungen:
1.
1.1. Die Parteien heirateten am tt. März 2006 in D._ ZH. Am tt.mm.2008
wurde der gemeinsame Sohn C._ geboren. Im Dezember 2012 gelangten
die Parteien an das Bezirksgericht Zürich mit dem Antrag auf Bewilligung des Ge-
trenntlebens, unter gerichtlicher Regelung der Nebenfolgen (vgl. Geschäft
Nr. EE120428-L; act. 8). Nach durchgeführtem Verfahren nahm das zuständige
Gericht mit Urteil vom 24. März 2013 davon Vormerk, dass die Parteien seit dem
21. Dezember 2012 getrennt leben. C._ wurde für die Dauer des Getrenntle-
bens unter die Obhut der Beklagten gestellt, und die Parteien einigten sich auf ei-
ne gerichtsübliche Besuchsrechtsregelung. Zugleich verpflichtete sich der Kläger,
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der Beklagten bis Juli 2013 Kindesunterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 350.–
und ab August 2013 solche von Fr. 750.– zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen.
Auf persönliche Unterhaltsbeiträge während der Trennungszeit haben die Partei-
en verzichtet (act. 8/44).
Am tt.mm.2014 gebar die Beklagte ihren zweiten Sohn E._, der einen ande-
ren Vater hat und der ebenfalls mit ihr und C._ lebt. Die Beklagte ging wäh-
rend der Trennung einer Teilzeit-Erwerbstätigkeit nach. Von mm.2014 an, d.h. seit
der Geburt von E._, war sie arbeitslos. Seit August 2015 ist sie wieder er-
werbstätig, und zwar als ...lehrerin mit einem Beschäftigungsgrad von 50%.
Auch der Kläger hat zwei Kinder aus einer anderen Beziehung: G._, geboren
am tt.mm.2002, und H._, geboren am tt.mm.2003. Diese Kinder stammen
aus der ersten Ehe des Klägers, die am 22. Dezember 2005 geschieden wurde.
Sie leben bei ihrer Mutter und halten sich an den Besuchswochenenden beim
Kläger auf. Der Kläger ist bei der I._ GmbH als Fleet Operations Manager
angestellt und arbeitet zu 100%. Er wohnt mit einer Lebenspartnerin zusammen.
1.2. Mit Eingabe an das Bezirksgericht Dielsdorf vom 19. Dezember 2014 mach-
te der Kläger die Scheidungsklage anhängig. Im Laufe des Verfahrens konnten
sich die Parteien in einzelnen Punkten einigen (act. 13 und 46). Strittig blieben im
Wesentlichen Kinderbelange. Diesbezüglich tätigte die Vorinstanz verschiedene
Abklärungen. Mit Urteil vom 30. Dezember 2015 schied die Vorinstanz die Ehe
der Parteien, genehmigte die beiden Teilkonventionen und regelte die Nebenfol-
gen, soweit sich die Parteien nicht einigen konnten (act. 60 [= act. 53 = act. 58]).
Das Dispositiv des Urteils ist eingangs wiedergegeben. Für die Details zum Pro-
zessverlauf sei auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (act. 60 Erw. I.2).
1.3. Mit Schriftsatz vom 2. März 2016 erhob der Kläger innert Frist Berufung mit
den eingangs wiedergegebenen Anträgen (act. 57 i.V.m. act. 55/1). Die Akten der
Vorinstanz wurden beigezogen (act. 1 − 55). Auf das Einholen einer Berufungs-
antwort konnte verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren ist
spruchreif.
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2.
Angefochten sind Kinderbelange − nämlich die Zuteilung der Obhut über
C._, der persönliche Verkehr und der Unterhalt (Dispositiv-Ziff. 3 − 5) − so-
wie der Entscheid über die Behandlung der AHV-Erziehungsgutschriften (Disposi-
tiv-Ziff. 8). In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kinderunterhalt stehen Dis-
positiv-Ziff. 6, welche die finanziellen Verhältnisse der Parteien festhält, und Dis-
positiv-Ziff. 7, welche die Anpassung der Unterhaltsbeiträge an die Teuerung re-
gelt. Diese gelten daher ebenfalls als angefochten.
Im übrigen Umfang erwächst das Urteil der Vorinstanz mit dem heutigen Urteil in
Rechtskraft, was vorzumerken ist.
3.
Als Folge der beantragten Zuteilung der Obhut über C._ an ihn verlangt der
Kläger mit seiner Berufung die Verpflichtung der Beklagten zur Bezahlung von
Beiträgen an den Unterhalt von C._. Im explizit formulierten Antrag fehlt zwar
eine Angabe zur Höhe des geforderten Beitrags (vgl. Berufungsantrag Ziff. 3).
Aus seinen Ausführungen zum Kinderunterhalt geht allerdings hervor, dass er Un-
terhaltsbeiträge der Beklagten von (maximal) Fr. 600.− erwartet (act. 57 S. 13).
Damit liegt ein ausreichender Antrag zum Kinderunterhalt vor. Die übrigen Anträ-
ge sind ausreichend konkretisiert und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Ei-
ne schriftliche Begründung der Anträge liegt vor. Die Rechtsmittelvoraussetzun-
gen von Art. 311 Abs. 1 ZPO sind damit erfüllt (zur Frist vgl. obige Erw. 1.3).
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4.
4.1. Nicht angefochten, aufgrund des Zusammenhangs zum Thema der Beru-
fung dennoch zu erwähnen ist der Entscheid der Vorinstanz, C._ unter der
gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen (Dispositiv-Ziff. 2). Ab-
gesehen davon, dass die Eltern in diesem Punkt übereinstimmende Anträge stell-
ten, gab es für die Vorinstanz keine Anhaltspunkte, vom Grundsatz der gemein-
samen elterlichen Sorge abzuweichen. Im Gegenteil, sie erachtete beide Parteien
als fürsorgliche und erziehungsfähige Eltern, denen das Wohl von C._ sehr
am Herzen liegt (act. 60 Erw. III/B/3.2).
4.2. Im Zentrum der angefochtenen Kinderbelange steht der Entscheid über die
Zuteilung der Obhut über C._. Darauf ist näher einzugehen.
4.3. Die Vorinstanz zählte einleitend in allgemeiner Weise die Kriterien auf, wel-
che für den Zuteilungsentscheid massgebend sind. Um auf unnötige Wiederho-
lungen zu verzichten, kann auf diese zutreffenden, vom Kläger nicht beanstande-
ten Erwägungen verwiesen werden (act. 60 Erw. III/B/5.2).
4.4. In einem ersten Schritt ging die Vorinstanz auf das Kriterium Erziehungsfä-
higkeit / elterliche Verantwortung ein und betrachtete dieses unter den folgenden
Teilaspekten.
4.4.1. Ausgehend von der bisher gelebten Obhuts- und Besuchsrechtsregelung
attestierte die Vorinstanz beiden Eltern, gute Erziehungsarbeit zu leisten. C._
gehe es gut, und er habe sich gut entwickelt. Unterschiede bei Mutter und Vater
vermochte sie nicht festzustellen (act. 60 Erw. III/B/5.2.1.1). Der Kläger ist mit
dieser Einschätzung einverstanden (act. 57 S. 4). Dem ist nichts beizufügen.
4.4.2. Wer gute Erziehungsarbeit leistet, beweist damit auch seine Bereitschaft,
elterliche Verantwortung zu übernehmen. Weshalb die Vorinstanz diesen Aspekt
im hier zu beurteilenden Fall zu einem eigenständigen Kriterium erhob und in die-
sem Zusammenhang auf den Vorwurf des Klägers einging, die Beklagte lasse
C._ zu oft fremdbetreuen (act. 60 Erw. III/B/5.2.1.2), ist nicht recht einzuse-
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hen. Es genügt, dieses Thema einmal, und zwar unter dem Kriterium der unmit-
telbaren Betreuung und Pflege, zu behandeln (vgl. dazu nachfolgende Erw. 4.6).
Zu erwähnen ist immerhin die Feststellung der Vorinstanz, dass die Beklagte sich
bei Abwesenheiten immer um die nötige Betreuung von C._ durch Drittper-
sonen kümmert, was vom Kläger nicht beanstandet wird.
Auf das Verhalten des Klägers ging die Vorinstanz nicht ein. Daraus kann
geschlossen werden, dass die Beklagte dessen Bereitschaft, elterliche Verantwor-
tung zu übernehmen, nicht in Frage stellte und auch das Gericht keinen Anlass
hatte, an dieser Bereitschaft des Klägers zu zweifeln.
4.4.3. a) Die Bereitschaft der Beklagten, mit dem Kläger in Erziehungsfragen
zu kooperieren, bejahte die Vorinstanz ohne Einschränkung. Im umgekehrten Fall
brachte sie Vorbehalte an. Der Kläger verhindere nicht bzw. grenze sich nicht da-
von ab, dass sich seine Lebenspartnerin in destruktiver Weise einmische. Bei ei-
nem Wechsel bestehe daher ein Risiko, dass die Zusammenarbeit der Eltern in
Erziehungsfragen nicht mehr so gut funktioniere wie bisher und es vermehrt zu
Konflikten komme, unter denen auch C._ leiden würde (act. 60 Erw. III/B/
5.2.1.3).
b) Der Kläger beanstandet zunächst, dass die Vorinstanz die Kooperationsbe-
reitschaft der Beklagten vorbehaltlos bejahte. Diese enthalte ihm immer wieder
wichtige Informationen bezüglich C._ vor. Aktuelle Beispiele seien das Aus-
dehnen der Hortzeiten und der Einsatz einer ihm bislang unbekannten Frau na-
mens J._ für die Betreuung von C._. Auch in der Vergangenheit sei er
von der Beklagten über Kindergarten-, Hort- und Schulangelegenheiten nicht in-
formiert worden. Er habe sich die Informationen jeweils erkämpfen müssen. Was
seine Lebenspartnerin betrifft, bestätigte er, dass diese sich bei der Beklagten
über den Zustand der Kleider von C._ beschwert habe. Mit Erziehung habe
dies allerdings nichts zu tun. Weiter treffe nicht zu, dass er oder seine Partnerin
vor der Klägerin (recte wohl: über die Beklagte) schlecht sprechen würden. We-
gen der blossen Beanstandung der Kleider könne für den Fall der Obhutsumtei-
lung nicht davon ausgegangen werden, das Kindeswohl sei wegen mangelnder
Kooperationsbereitschaft beeinträchtigt (act. 57 S. 6 f.).
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c) Nach der Darstellung des Klägers dehnte die Beklagte im Dezember 2015,
nach ihrem Umzug von K._ nach L._, die Zeiten aus, in welchen
C._ im Hort betreut wird. Ebenso soll sich neuerdings eine Frau namens
J._ ‒ der Kläger mutmasst, dass es sich um eine Bekannte oder ein Au-Pair
handelt ‒ zeitweise um C._ kümmern. All dies sei geschehen, ohne ihn zu in-
formieren (act. 57 S. 6 i.V.m. S. 5). Seit dem Entscheid der Eheschutzrichterin
vom 24. April 2013 steht C._ unter der Obhut der Beklagten (act. 8/44). Da-
mit obliegt ihr die tägliche Pflege und Betreuung von C._ und dazu gehört,
bei Abwesenheiten für Fremdbetreuung zu sorgen. Die Beklagte nimmt dafür
schon seit langem die Dienste des Schul-Horts in Anspruch, wobei die Betreu-
ungszeiten in der Vergangenheit immer wieder mal gewechselt haben, was dem
Kläger alles bekannt ist. Indem die Beklagte, wie der Kläger behauptet, es unter-
liess, ihn aktiv über die Änderung zu informieren, kann ihr nicht unkooperatives
Verhalten vorgeworfen werden. Dasselbe gilt hinsichtlich J._, welche nach
den Angaben des Klägers an Stelle der Tante von C._ im Haushalt der Be-
klagten Betreuungsaufgaben übernimmt.
Aus den Unterlagen, welche er einreichte, ergibt sich, dass die Leitung der
Schule M._ dem Kläger Mitte Dezember 2015 auf seine Anfrage hin die ak-
tuellen Hortzeiten mitteilte, wobei dies "nach Absprache" bzw. mit Zustimmung
der Beklagten geschah (act. 59/1). Das spricht für und nicht gegen die Bereit-
schaft der Beklagten zur Kooperation.
Was die Terminabsprache zum Elterngespräch betrifft, das im Februar 2016
stattfand, spricht der Kläger selber von einem Missverständnis. Aus den einge-
reichten Unterlagen geht allerdings nicht hervor, ob die Beklagte oder die Lehrerin
das Missverständnis herbeiführte (act. 59/2 – 4). Selbst wenn der Fehler bei der
Beklagten gelegen haben sollte, liesse sich daraus nichts Nachteiliges hinsichtlich
ihrer Kooperationsbereitschaft ableiten. Über welche übrigen Begebenheiten "in
der Vergangenheit" er keine Informationen von der Beklagten erhalten haben will,
legte der Kläger nicht dar. Darauf ist nicht weiter einzugehen.
Hinsichtlich der Rolle seiner Partnerin beschönigt der Kläger. Diese hat
sich bei der Beklagten nicht nur einmal über die Kleidung von C._ beschwert,
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sondern wiederholt. Die Rede war von verschmutzter und ungebügelter Wäsche
(act. 22/7). Befremdlich erscheint nicht nur die Kritik an sich (gemäss der Hortlei-
terin kommt C._ immer sehr gepflegt in den Hort [act. 31 S. 6 f.]), die entge-
gen der Ansicht des Klägers sehr wohl als Einmischung in den Erziehungsstil der
Beklagten verstanden werden darf, sondern auch der abwertende Ton der Rück-
meldungen. Da der Kläger diesbezüglich keine Kritik vorbrachte bzw. Fehler ein-
gestand, durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, dass er mit dem Verhal-
ten seiner Partnerin einverstanden ist. Sein Hinweis in der Berufungsbegründung,
er habe seiner Partnerin gesagt, sie solle sich nicht mehr beschweren (act. 57
S. 7), lässt nicht auf echte Einsicht schliessen. In diesem Verhalten des Klägers
bzw. seiner Partnerin ein Konfliktpotential zu orten, ist nicht zu beanstanden.
Soweit der Kläger geltend machte, er würde nicht schlecht über die Be-
klagte reden, ist auf die gegenteiligen Aussagen der Kindergärtnerin zu verweisen
(act. 31 S. 4 f.). Gründe, weshalb diese die Unwahrheit sagen sollte, führte der
Kläger keine an, und es finden sich auch sonst keine Anhaltspunkte dafür. Der
Kläger beanstandete insbesondere nicht, dass die Kindergärtnerin formlos befragt
worden war, und er verlangte auch nicht deren formelle Befragung als Zeugin
(Prot. Vi S. 26 ff. i.V.m. act. 44, insbes. S. 2; act. 57 S. 7).
4.4.4. Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass beide Eltern gleichermassen be-
reit sind, elterliche Verantwortung zu übernehmen, und gute Erziehungsarbeit
leisten. Für den Fall einer Umteilung der Obhut über C._ von der Mutter zum
Vater bestehen einzig hinsichtlich der Kooperationsbereitschaft des Vaters in Er-
ziehungsfragen gewisse Bedenken.
4.5. In einem weiteren Schritt befasste sich die Vorinstanz mit dem Vermögen
der Parteien, die Kontakte zum anderen Elternteil zu fördern.
4.5.1. In dieser Hinsicht stellte sie ein ernsthaftes Bemühen der Beklagten fest,
indem diese dem Kläger Kontakte zu C._ ermögliche, die über die geltende
Besuchsrechtsregelung hinausgingen. Ob sich der Kläger im Falle einer Umtei-
lung der Obhut ebenso verhalten würde, vermochte die Vorinstanz nicht ab-
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schliessend zu beurteilen. Mit ihrem Hinweis auf die Gefahr, dass der Kläger über
die Beklagte schlecht rede, meldete sie aber Zweifel an (act. 60 Erw. III/B/5.2.2).
4.5.2. Der Kläger bestritt nicht, dass er C._ über die geltende Besuchs-
rechtsregelung hinaus sehen könne, und fügte an, darüber froh zu sein. Für ihn
stelle sich allerdings die Frage, wann die Beklagte mit C._ überhaupt Zeit
verbringe, da C._ unter der Woche in der Schule und im Hort sei oder durch
eine Drittperson betreut werde. Mit seinen Anträgen zu den Kinderbelangen habe
er zudem klargemacht, dass er ein ausgedehntes Besuchsrecht der Beklagten
befürworte (act. 57 S. 7 f.).
4.5.3. Es ist unbestritten, dass die Beklagte den Kontakt von C._ zum Klä-
ger nie behindert, sondern im Gegenteil gefördert hat. Dass sie dem Kläger mehr
Besuchszeit ermöglicht (namentlich am Wochenende), als gemäss Eheschutzent-
scheid festgesetzt, beruht auf seinem Wunsch (act. 15 S. 5: "Ab Mai 2015 darf
C._ (und der Kläger wollte) wieder jedes Wochenende zum Vater"). Ihr deswegen
mangelndes Interesse an C._ vorzuwerfen, wie dies der Kläger in Frageform
sinngemäss tut, ist unangebracht.
Wie den eingereichten Unterlagen entnommen werden kann, scheint die
Beklagte die Dauer der Skiferien, welche C._ mit dem Vater im Februar 2016
verbrachte, nicht richtig vermerkt und sich deswegen über den Zeitpunkt der
Rückkehr von C._ geirrt zu haben. Negative Auswirkungen hatte dieses Ver-
sehen allerdings nicht, weder für C._ noch für den Kläger. Wie ihren SMS
entnommen werden kann, konnte die Beklagte trotz ihres Irrtums die Betreuung
von C._ nicht nur problemlos übernehmen, sondern sie freute sich auch auf
dessen Rückkehr (act. 59/5 und 59/6). Auch diese Begebenheit lässt nicht auf
mangelndes Interesse der Beklagten schliessen.
Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die negativen Äusserun-
gen des Klägers über die Beklagte bzw. die Gefahr, dass solche auch in Zukunft
geschehen, die Beziehung von C._ zur Beklagten beeinträchtigen kann und
damit nicht der Kontaktförderung dient.
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4.6. Für die Obhutszuteilung von Bedeutung ist sodann die Möglichkeit der
unmittelbaren Betreuung und Pflege.
4.6.1 Die Vorinstanz (act. 60 Erw. III/B/5.2.1.2 und III/B/5.2.3) hielt dazu fest,
dass beide Parteien arbeitstätig seien, die Beklagte zu 50% und der Kläger zu
100%.
Zum Ausmass der Betreuung von C._ im Hort verglich die Vorinstanz
die Arbeitszeiten der Beklagten in den Jahren 2014 und 2015 mit den Zeiten, in
denen C._ im Hort angemeldet war. Dabei stellte sie fest, dass C._
zeitweise im Hort angemeldet gewesen sei, obschon die Beklagte zu den fragli-
chen Zeiten nicht gearbeitet habe, beispielsweise anfangs 2014 am Montag-,
Mittwoch- und Freitagabend. Ob C._ zu diesen Zeiten tatsächlich jeweils im
Hort gewesen sei, habe nicht eruiert werden können. Unabhängig davon könne
der Beklagten nicht vorgeworfen werden, C._ zu oft fremdbetreuen lassen zu
haben. Dies zeige sich darin, dass sie im mm.2014, als sie (aufgrund der Geburt
von E._) vorübergehend nicht mehr arbeitstätig gewesen sei, die Hortzeiten
reduziert habe. Die jüngsten Hortzeiten (August 2015 − November 2015) würden
mit den aktuellen Arbeitszeiten der Beklagten übereinstimmen. Am Donnerstag-
nachmittag werde C._ von einer guten Bekannten betreut. Die Beklagte hole
C._ regelmässig vom Hort ab. Weiter pflege die Beklagte regelmässigen
Kontakt zur Kindergärtnerin. Im Hort sei C._ gut integriert. Für ein zurückhal-
tendes Kind wie C._ könne der Hort positive Auswirkungen auf die persönli-
che Entwicklung haben.
Der Kläger habe die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten. Nur an ei-
nem Nachmittag pro Woche sei er auf eine Fremdbetreuung angewiesen.
Sowohl beim Kläger als auch bei der Beklagten, so die Vorinstanz, sei ei-
ne teilweise Fremdbetreuung wegen arbeitsbedingter Abwesenheiten notwendig.
Der Kläger könne zwar zuhause arbeiten, damit sei aber noch keine 100-Prozent-
Betreuung gewährleistet. Dasselbe gelte für die Beklagte, welche sich auch in ih-
rer freien Zeit auf den Unterricht vorbereiten müsse.
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4.6.2. Der Kläger hält an seinem Vorwurf fest, dass die Beklagte die Betreuung
von C._ kaum wahrgenommen habe. Dies ergebe sich namentlich aus der
Differenz zwischen den Arbeitszeiten und den Hortzeiten. Es müsse davon aus-
gegangen werden, dass C._ zu den angemeldeten Zeiten den Hort tatsäch-
lich besucht habe, sei es doch kaum sinnvoll, Kosten zu tragen, den Sohn aber
nicht hinzuschicken. Mit dem Umzug der Beklagten im Dezember 2015 hätten
sich die Betreuungszeiten wieder geändert. Sei er in der Schule K._ lediglich
am Dienstag für den Mittag-Abendhort angemeldet gewesen, gelte dies in der
Schule M._ nun auch für den Mittwoch und Donnerstag. Der Grund dafür sei
ihm nicht bekannt. Dies sei nicht die einzige Änderung. Anlässlich der Verhand-
lung vom 14. Oktober 2015 habe die Beklagte angegeben, dass sich auch die
Tante von C._ um ihn kümmere. Nun gebe es eine J._, die nach den
Angaben von C._ im Zimmer der Tante wohne und ihn und E._ auch
abends oft ins Bett bringe, weil die Mutter nicht zuhause sei. Sie koche auch oft
am Montag das Mittagessen, weil die Mutter nicht anwesend sei. Neben der aus-
gedehnten Betreuung im Hort stehe der Beklagten also eine weitere Person zur
Verfügung, die die Betreuung von C._ übernehme. Er habe zufällig, beim
Abholen von C._, diese Frau gesehen. C._ habe ihm gesagt, dass er
nichts von zuhause erzählen dürfe, ansonsten werde er geschlagen. Dies könne
er, der Kläger, sich nicht vorstellen. Auffallend sei aber, dass C._ kaum et-
was von seinem Alltag erzähle.
C._, so der Kläger weiter, sei kein Kleinkind mehr, das man ständig
im Auge behalten müsse. Diese Tatsache verkenne die Vorinstanz mit ihrer Fest-
stellung, er könne trotz Home-Office keine 100%-Betreuung gewährleisten. Allein
seine Anwesenheit genüge, um C._ zu betreuen. Seine Wohnlage sei ideal.
C._ könne direkt von der Wohnung nach draussen und dort seine Freunde
treffen. Dabei habe er ihn immer noch "im Auge". Im Gegensatz zur Beklagten,
welche C._ fast nur fremdbetreuen lasse, könne er dessen Betreuung selber
übernehmen. Dies habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt (act. 57 S. 4 ff. und
S. 8 f.).
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4.6.3. Was den Zeitraum bis Dezember 2015 betrifft, als die Beklagte mit
C._ (und E._) noch in K._ lebte, beschränkt der Kläger seine Kritik
am Betreuungsumfang der Beklagten auf eine Wiederholung seiner Ausführungen
im erstinstanzlichen Verfahren (vgl. act. 15 S. 3 f.; act. 44 S. 1 f.). Auf die konkrete
Würdigung seiner Argumente durch die Vorinstanz geht er nicht ein. Sein Hin-
weis, C._ sei zu den angemeldeten Zeiten tatsächlich jeweils im Hort anwe-
send gewesen, könnte als Kritik an der Sachverhaltsermittlung durch die Vorin-
stanz verstanden werden. Berechtigt wäre sie nicht. Die Vorinstanz wies den
Vorwurf, die Beklagte lasse C._ zu oft fremdbetreuen, auch für den Fall zu-
rück, dass C._ auch zu Zeiten im Hort war, als sie nicht gearbeitet hatte
(act. 60 S. 19: "Unabhängig davon...").
Wie der E-Mail N._s vom 18. Dezember 2015 entnommen werden
kann, besucht C._ aktuell am Dienstag und Mittwoch den Morgen-, Mittag-
und Nachmittag/Abend-Hort sowie am Donnerstag den Mittag-Nachmit-
tag/Abendhort (act. 59/1). Die Fremdbetreuung wurde damit nicht um zwei Halb-
tage erweitert, wie der Kläger geltend macht, sondern lediglich um einige Stun-
den, nämlich am Mittwoch vom frühen Nachmittag bis Abend. Schon vor dem
Umzug nach L._ besuchte C._ am Mittwoch und Donnerstag den Mit-
tagstisch (act. 39) und am Donnerstag-Nachmittag wurde er nach Schulschluss
von einer Drittperson, damals die Tante, abgeholt und bis zur Rückkehr der Mut-
ter von der Arbeit betreut (Prot. Vi S. 29 i.V.m. act. 34 S. 2 und act. 35/2). Die
Mutter arbeitet 50% und verrichtet ihr Pensum am Dienstag, Mittwoch und Don-
nerstag (act. 35/2). C._ besucht zur gleichen Zeit, am Dienstag, Mittwoch
und Donnerstagmittag/-nachmittag, den Hort, sofern er nicht in der Schule ist. Da-
ran gibt es nichts auszusetzen. Das Pensum der Beklagten besteht nicht nur im
Abhalten von 14 Lektionen, sondern umfasst auch deren Vor- und Nachbereitung,
Beurteilungen, Weiterbildung etc.
Ob und in welchem Umfang die Beklagte zusätzlich von zuhause abwe-
send ist und deswegen für die Betreuung von C._ die Hilfe Dritter benötigt,
ist aufgrund der vagen Angaben des Klägers, die insbesondere in zeitlicher Hin-
sicht unsubstantiiert sind (act. 57 S. 5: J._ bringe C._ oft ins Bett und koche
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oft am Montag das Mittagessen), unklar. Selbst wenn dies zuweilen der Fall sein
sollte, liesse sich dies nicht beanstanden. Zu erwähnen ist in diesem Zusammen-
hang namentlich die Weiterbildung in englischer Sprache, welche die Beklagte
betreibt (Prot. Vi S. 12, 27 und 41). Und selbst wenn sie zur Pflege sozialer Kon-
takte oder zum blossen Vergnügen hin und wieder für einige Stunden abwesend
sein sollte, wäre daran nichts auszusetzen. Von einer drastischen Änderung der
Betreuungssituation bei der Beklagten, wie der Kläger meint (act. 57 S. 9), kann
jedenfalls keine Rede sein.
Schläge als Erziehungsmethode waren im erstinstanzlichen Verfahren
kein Thema. Hinweise Dritter wie der Hortleiterin oder Kindergärtnerin, welche
nicht zur Familie gehören, aber C._s Befinden und Entwicklung unmittelbar
wahrnehmen, wonach Schläge (oder Drohen damit) zur Erziehungsmethode der
Beklagten gehören (könnten), liegen nicht vor. Wohl erwähnten sie, dass C._
nichts von zuhause erzähle (act. 31 S. 3 ff. und S. 6 f.). Anders als dies der Kläger
darstellt (act. 57 S. 5 f.), beziehen sich deren Aussagen nicht ausschliesslich auf
C._s Zuhause bei der Mutter, sondern auch auf jenes beim Vater. Da der
Kläger selber sich nicht vorstellen kann, dass die Beklagte C._ schlägt, ist
darauf nicht weiter einzugehen.
Wie den Akten zu entnehmen ist, kommt der Arbeitgeber des Klägers seinen
Arbeitnehmern, die Betreuungsarbeit leisten, entgegen, indem er ihnen nach Be-
darf und vorgängiger Absprache die Möglichkeit von Home-Office anbietet
(act. 24). Auf Fremdbetreuung, so der Kläger, sei er nur an einem Nachmittag an-
gewiesen (act. 15 S. 6). Diesbezüglich sind Zweifel angebracht. Von zuhause aus
seinen Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber nachzukommen und gleichzeitig ei-
nen siebenjährigen Jungen während der schulfreien Zeiten zu betreuen, ist kaum
in seriöser Weise zu bewerkstelligen. Auch wenn zutrifft, dass C._ kein
Kleinkind mehr ist, das man ständig im Auge haben muss, genügt die blosse An-
wesenheit des Klägers nicht, um ihn zu betreuen. Es ist daher zu erwarten, dass
der Kläger innert kurzer Zeit die Betreuung von C._ vermehrt durch Dritte
(Schwester, Partnerin) wird besorgen lassen müssen, so dass sich seine Situation
von derjenigen bei der Beklagten kaum wesentlich unterscheiden wird.
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4.6.4. Dem Zwischenfazit der Vorinstanz, dass die Möglichkeit der persönlichen
Betreuung von C._ bei beiden Eltern in einem ausreichenden Umfang vor-
handen ist, kann sich die Kammer nach dem Gesagten anschliessen.
4.7. Als Nächstes ging die Vorinstanz auf das Kriterium der Kontinuität und Sta-
bilität ein.
4.7.1. Gestützt auf die Angaben der Kindergärtnerin erachtete die Vorinstanz
diesen Aspekt für C._ als besonders wichtig. C._ habe im Kindergarten
Mühe gehabt, aus sich herauszukommen, sei scheu und zurückhaltend gewesen.
In den letzten Monaten habe er sich stabilisiert und geöffnet. Aufgrund dieser be-
achtlichen Entwicklung sei es wichtig, dass er Kontinuität erfahre. Was die Schule
betreffe, könne die Beklagte wegen des Umzugs keine Kontinuität gewährleisten.
Dasselbe treffe aber für den Fall zu, dass die Obhut auf den Kläger übertragen
werde. Die Beklagte habe für die Zeiten, in denen sie abwesend sei, eine kontinu-
ierliche Betreuungssituation für C._ geschaffen, die es ihm ermögliche, so-
ziale Kontakte aufzubauen. Auch der Kläger sei im Fall einer Obhutszuteilung an
ihn in der Lage, für stabile Verhältnisse zu sorgen. Ins Gewicht falle, dass
C._, der seit mehr als 2 1⁄2 Jahren bei der Beklagten wohne und die Wochen-
enden regelmässig beim Kläger verbringe, es gewohnt sei, den Schulalltag zu-
sammen mit der Mutter zu leben. Im Falle einer Umteilung der Obhut müsste
C._ sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden. Bei der Beklagten lebe
C._ zudem mit seinem Halbbruder zusammen, beim Kläger würde er prak-
tisch als Einzelkind aufwachsen, da er seine Halbgeschwister, die deutlich älter
seien, nur an Wochenenden und in den Ferien sehen könne. Alles in allem erfah-
re C._ eher Stabilität und Kontinuität, wenn er bei der Mutter bleibe, als bei
einer Umteilung der Obhut an den Kläger (act. 60 Erw. III/B/5.2.4).
4.7.2. Der Kläger wirft der Vorinstanz vor, die konkreten Lebensumstände von
C._ nicht ausreichend beachtet zu haben. Wegen der übermässigen Fremd-
betreuung verbringe er kaum Zeit zuhause, so dass es für ihn schwierig sei, in der
neuen Umgebung Freunde zu finden. Die Betreuung im Hort erschwere es ihm
auch, mit den Kindern der neuen Klasse Kontakt zu knüpfen und diesen zu vertie-
fen. Die Freunde im Fussball- und Schwimmclub seien auch kein Thema mehr.
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Entgegen den Angaben der Beklagten gehe C._ seit letztem Sommer nicht
mehr ins Fussballtraining. Im Schwimmclub sei er gar nie gewesen, C._ ha-
be lediglich einen Schwimmkurs besucht. Realität sei, dass C._ die Tage im
Hort verbringe oder von wechselnden Drittpersonen betreut werde, keine Freunde
und keine Möglichkeit habe, seinen Hobbys nachzugehen. Bei ihm wäre dies an-
ders, C._ wäre nicht ständig fremdbetreut und er könnte seine Freundschaf-
ten pflegen und seinen Hobbys nachgehen. Der Schulwechsel wäre ebenfalls
kein Problem, da er mit bereits bekannten Kindern in die Schule gehen könnte.
Auch könnte er C._ effektiver in schulischen Belangen unterstützen, wenn
C._ unter der Woche bei ihm leben würde. Im Gegensatz zur Beklagten wä-
ren bei ihm die Verhältnisse stabil (act. 57 S. 9 ff.).
4.7.3. Der Kläger spricht von "übermässiger Fremdbetreuung" und meint damit
wohl, dass die Beklagte C._ ohne berechtigten Anlass von Dritten betreuen
lässt. Wie den Ausführungen zum Aspekt der unmittelbaren Pflege und Betreuung
entnommen werden kann, lässt sich solches nicht feststellen (vgl. obige
Erw. 4.6.3).
Als lebensfremd (oder konstruiert) erweisen sich die Ausführungen des
Klägers, wonach es wegen der Betreuung im Hort für C._ schwierig sei,
Freunde in der neuen Klasse oder der Nachbarschaft zu gewinnen. Immerhin
räumt er ein, dass C._ im neuen Hort Kontakt mit den anderen Kindern hat.
Dass C._ zuhause "nie anwesend ist", ist offensichtlich falsch. Weshalb es
keinen Kontakt zu Nachbarskindern gibt, erläutert der Kläger nicht. Die Beklagte
lebt in einer Genossenschaftssiedlung mit 64 Wohnungen (act. 43 S. 2). Kontakt-
möglichkeiten sind damit bestimmt vorhanden.
Unergiebig ist der Hinweis des Klägers, dass C._ entgegen der Aussa-
ge der Beklagten nicht in einem Schwimmclub sei, sondern einen Schwimmkurs
besucht habe. Wie die Ausführungen der Beklagten bzw. ihrer Vertreterin in der
Klageantwort vom 22. Juni 2015 (act. 20 S. 7) und die Kursbestätigung vom 9.
März 2015 (act. 22/4) zeigen, dürfte sie anlässlich der Verhandlung vom 14. Ok-
tober 2015 versehentlich von Club statt Kurs gesprochen haben (Prot. Vi S. 29).
Nicht weiter abzuklären ist der Umstand, ob C._ in oder ohne Begleitung
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zum Schwimmunterricht ging. Traut der Kläger C._ zu, den Schulweg mit
dem Velo selbständig zurückzulegen (act. 42 S. 3), wäre auch daran nichts aus-
zusetzen, wenn er ohne Begleitung von Erwachsenen in den Schwimmunterricht
ginge. Wie der Mitteilung seines Trainers entnommen werden kann, besucht
C._ seit August 2015 das Fussballtraining nicht mehr (act. 59/7). Dies über-
rascht, brachte doch die Beklagte noch im Oktober 2015 zum Ausdruck, dass
C._ auch weiterhin im FC K._ Fussball spielen werde (act. 43 S. 3; Prot.
Vi S. 29). Dennoch sieht die Kammer keinen Anlass, den Hintergründen dieser
Änderung im Freizeitprogramm von C._ nachzugehen. Dass C._ diese
Änderung bedauert oder derentwegen leidet, machte der Kläger nicht geltend. So
verwundert denn auch nicht, dass der Kläger, der die Mitteilung des Trainers be-
reits am 26. Oktober 2015, keine zwei Wochen nach den anderslautenden Anga-
ben der Beklagten, erhalten hatte, sich nicht veranlasst sah, die Vorinstanz über
diesen Umstand zu informieren. Gelegenheit dazu hätte ohne Weiteres bestan-
den, lief den Parteien doch Frist bis Ende Oktober 2015, aktuelle Vorsorgeaus-
weise einzureichen (Prot. Vi S. 48).
Anhaltspunkte dafür, dass C._ in schulischen Belangen alltägliche Un-
terstützung braucht, die nur der Vater, nicht aber die Mutter geben kann, liegen
nicht vor und werden vom Kläger auch nicht aufgezeigt.
Was die Betreuungssituation von C._ betrifft, seine Möglichkeiten,
Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen sowie seine Freizeit zu gestalten, sind
keine wesentlichen Unterschiede zwischen der Situation bei der Mutter und beim
Vater auszumachen. Als entscheidende Faktoren bleiben, dass C._ inzwi-
schen seit drei Jahren unter der Obhut der Beklagten steht und sich ein Zusam-
menleben unter der Woche mit ihr gewohnt ist und dass seit knapp zwei Jahren
auch sein Halbbruder, E._, zu seinem Alltag gehört. Der Einschätzung der
Vor-instanz, dass ein Festhalten an der Obhut der Mutter mehr Stabilität und Kon-
tinuität gewährleistet als deren Umteilung zum Vater, schliesst sich die Kammer
an. Nicht massgeblich, aber dennoch zu erwähnen ist, dass bei Weiterführung der
bisherigen Obhutsregelung C._ ein weiterer Schulwechsel erspart bleibt.
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4.8. Was die Umgebung betrifft, erachtete die Vorinstanz die Situation der Par-
teien als vergleichbar (act. 60 Erw. III/B/5.2.5). Dem stimmt der Kläger zu Recht
zu (act. 57 S. 11).
4.9. Bezüglich der Geschwister hielt die Vorinstanz fest, dass C._ eine stär-
kere Beziehung zu E._, seinem Halbbruder mütterlicherseits, habe als zu
G._ und H._, seinen Halbgeschwistern väterlicherseits. C._ lebe
mit E._ seit dessen Geburt zusammen, G._ und H._ sehe er unre-
gelmässiger. Auch dieses Zuteilungskriterium spreche für die Beklagte (act. 60
Erw. III/B/5.2.6).
Der Kläger bestreitet einen engen Kontakt zwischen C._ und E._.
C._ sei fast nie zuhause. Wenn er heimkomme, schlafe E._ bereits.
Auch der grosse Altersunterschied spreche dagegen. Wenn C._ bei ihm le-
ben würde, wäre der Kontakt zu E._ ebenfalls gewährleistet und zudem en-
ger, weil die Zeit an Besuchen effektiv mit dem Bruder und der Mutter verlebt
würde. Die Trennung der Halbbrüder sei daher kein Hinderungsgrund für die Um-
teilung der Obhut (act. 57 S. 11 f.).
Die Begründung des Einwands des Klägers, dass zwischen C._ und
E._ keine enge Bindung bestehe, ist teilweise falsch (C._ sei fast nie zu-
hause) und ist im Übrigen nicht stimmig, sondern wirkt konstruiert. Die Kammer
schliesst sich auch in diesem Punkt der Auffassung der Vorinstanz an. Weitere
Ausführungen erübrigen sich.
4.10. Einen Kindeswillen, auf den das Gericht beim Entscheid über die Obhutszu-
teilung abstellen könnte, vermochte die Vorinstanz in den Aussagen von C._,
welche dieser anlässlich seiner Anhörung machte, nicht zu erkennen (act. 60
Erw. III/B/5.2.7).
Der Kläger erachtet diese Auffassung als zutreffend (act. 57 S. 12). Die
Kammer ebenfalls.
4.11. Der Kläger ist ein engagierter, fürsorglicher Vater. Und an seiner Bereit-
schaft, trotz gleichbleibendem Arbeitspensum die Betreuung von C._ zu ge-
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währleisten, besteht kein Zweifel. Bedenken betreffen die Realisierbarkeit seiner
Vorstellungen. Die Möglichkeit des Home-Office wird nicht ausreichen, um den
Ansprüchen seines Arbeitgebers und den Anforderungen, die eine persönliche
Betreuung von C._ mit sich bringt, über längere Zeit zu genügen, so dass er
mehr als nur einen halben Tag auf Fremdbetreuung angewiesen sein wird. Wenn
die Beklagte, welche zu 50% arbeitet, für 2 1⁄2 Tage die Dienste des Horts in An-
spruch nimmt und ihr für einzelne Stunden weitere Personen bei der Betreuung
von C._ helfen, lässt sich ihr nicht vorwerfen, C._ übermässig fremdbe-
treuen zu lassen. Auch die Angaben der Kindergärtnerin und der Hortleiterin
(act. 31), welche als aussenstehende Drittpersonen Einblick in das Familiensys-
tem erhalten haben, vermitteln nicht das Bild einer desinteressierten Mutter. Was
die Stabilität und Kontinuität betrifft, ist die Beklagte aufgrund der bisherigen Re-
gelung im Vorteil. Dieser vergrössert sich durch den Umstand, dass die Beklagte
im mm.2014 ein zweites Mal Mutter geworden ist und C._ seit der Geburt
von E._ mit ihm im gleichen Haushalt lebt. Ohne diese schwer zu gewichten,
bestehen im Falle einer Umteilung der Obhut schliesslich gewisse Bedenken hin-
sichtlich der Bereitschaft des Klägers zur Kooperation in Erziehungsfragen sowie
zur Förderung des Kontakts zwischen C._ und der Beklagten. Insgesamt be-
trachtet sieht die Kammer keinen Anlass, vom Entscheid der Vorinstanz abzuwei-
chen. Die Obhut über C._ ist demnach der Beklagten zuzuteilen.
4.12. Bleibt die Obhut bei der Beklagten, hat sie den Unterhalt weiterhin durch
Pflege und Erziehung von C._ zu leisten. Zu Geldzahlungen kann sie nicht
verpflichtet werden (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Ebenso wenig bedarf es der Re-
gelung eines Besuchsrechts zwischen ihr und C._ (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Für
den Fall, dass die Obhut bei der Beklagten bleibt, machte der Kläger keine Ände-
rung des ihm von der Vorinstanz zugestandenen Besuchsrechts und der ihm auf-
erlegten Unterhaltspflicht geltend. Auf die Berufungsanträge 2 und 3 ist daher
nicht weiter einzugehen. Schliesslich besteht auch kein Anlass, am Entscheid der
Vorinstanz über die Anrechnung der AHV-Erziehungsgutschriften (Berufungsan-
trag 4) etwas zu ändern. Die Berufung ist damit vollumfänglich abzuweisen.
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5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Kläger kostenpflichtig (Art. 106
Abs. 1 ZPO). Mangels Umtrieben ist der Beklagten keine Parteientschädigung zu-
zusprechen.