Decision ID: 60fbc181-303d-4db0-b45b-8a796b661f08
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Pflegefachfrau bei der B._ AG angestellt
und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie am 12. Juli 2016 durch die Arbeitgeberin melden liess, sie
sei am 8. Juli 2016 bei Turnübungen umgeknickt und habe das rechte Fussgelenk
verletzt (act. K1). Eine Erstbehandlung hatte am 8. Juli 2016 durch Dr. med. C._,
Allgemeine Medizin FMH, stattgefunden, der als Befund ein stark geschwollenes OSG
(oberes Sprunggelenk) rechts erhoben hatte (act. M3). In der Folge konsultierte die
Versicherte Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, Sportmedizin, der mit Bericht
vom 15. Juli 2016 gestützt auf das Ergebnis einer von ihm in der Klinik E._ in die
Wege geleiteten und am 14. Juli 2016 durchgeführten MRI-Untersuchung des rechten
OSG (vgl. act. M1) ein OSG-Supinationstrauma Fuss rechts Grad II-III bei Ruptur LFTA,
intakter Syndesmose und keiner ausgeprägten Bone bruise oder Fraktur diagnostizierte
und die Ruhigstellung in einer Schiene veranlasste (act. M2). Die Versicherte war vom
8. Juli bis 3. August 2016 100% und vom 4. bis 21. August 2016 50% arbeitsunfähig.
Ab 22. August 2016 konnte sie die Arbeit wieder zu 100% aufnehmen (act. K6, act.
M4). Die Helsana erbrachte zu Beginn Heilkosten- und Taggeldleistungen (vgl. act. K2,
act. K9).
A.b Nachdem die Versicherte am 31. August 2016 gegenüber der Helsana
verschiedene Fragen zum Unfallhergang beantwortet hatte (act. K6), verneinte deren
beratender Arzt, Prof. Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, angesichts des MRI-
Untersuchungsergebnisses vom 15. September 2016 das Vorliegen einer
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unfallähnlichen Körperschädigung (act. M4). Gestützt auf diese Beurteilung lehnte die
Helsana mit Verfügung vom 27. September 2016 einen Anspruch der Versicherten auf
Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der
Begründung ab, der gemeldeten Fussgelenksverletzung liege weder ein Unfall noch
eine unfallähnliche Körperschädigung zugrunde. Der Versicherten wurde ausserdem
mitgeteilt, dass die der Klinik Stephanshorn bereits vergütete Leistung von Fr. 468.90
direkt zurückgefordert werde (act. K7).
A.c Mit Schreiben vom 27. September 2016 teilte die Helsana der Arbeitgeberin der
Versicherten auch die Rückforderung der bereits vergüteten Taggeldleistungen vom 25.
Juli 2016 über Fr. 1'666.80 mit (act. K9).
B.
Die gegen die Verfügung vom 27. September 2016 von der Versicherten am 4. Oktober
2016 erhobene Einsprache (act. K13) wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom
17. November 2016 ab (act. K17).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 2. Januar 2017 Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die
Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die UVG-Leistungen
zu erbringen. Allenfalls sei die MRI-Aufnahme vom 14. Juli 2016 einem unabhängigen
Arzt zur Beurteilung zu unterbreiten (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte
die Beschwerdeführerin eine Beurteilung von Dr. D._ vom 23. Dezember 2016 ein, in
welcher dieser sowohl das Vorliegen eines Unfalls mit typischer Unfallverletzung als
auch eine typische unfallähnliche Körperschädigung mit eindeutiger Bandruptur
beschrieb (act. G 1.2).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
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C.c Mit Replik vom 12. März 2017 hielt die Beschwerdeführerin sinngemäss an ihren
Rechtsbegehren fest und reichte eine weitere Stellungnahme von Dr. D._ ein (act. G
5, act. G 5.1).
C.d Mit Duplik vom 27. März 2017 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 7).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom 8. Juli 2016
leistungspflichtig ist.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 strittig ist, die bis 31. Dezember 2016
gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor
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selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere
Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f.
E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebens¬bereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich
im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV
2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit
Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S.
199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden
Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994
Nr. U 180 S. 38 E. 2; SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 E. 3c/bb; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/
ANDRÉ PIERRE HOLZER, Recht¬sprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 41) bestehen.
3.2 Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls
ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 lit. a -
h UVV hat er von dieser Kompetenz in einer abschliessenden Aufzählung (vgl. dazu
BGE 114 V 302 E. 3d; RKUV 1990 Nr. U 112 S. 374 E. 2b) Gebrauch gemacht. Als so
genannte unfallähnliche Körperschädigungen gelten Knochenbrüche, Verrenkungen
von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen und
Trommelfellverletzungen.
3.3 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die Person, die
Leistungen verlangt, gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Kommt sie dieser
Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche
Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig
erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V
305 E. 5b). Wenn eine versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt,
kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grössere
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Bedeutung zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers
(MAURER, a.a.O., S. 263; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 5; BGE 115 V 143 E. 8c
mit Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt zur
Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher
Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 f. E. 5b).
4.
4.1 Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin am 8. Juli 2016
einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Dazu ist insbesondere zu
untersuchen, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf ihren Körper eingewirkt hat.
Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann - wie gesagt (vgl. Erwägung
3.1 hievor) - auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche
äussere Faktor liegt in solchen Fällen darin, dass der natürliche Ablauf einer
Körperbewegung durch etwas "Programmwidriges" gestört wird. Bei einer solchen
unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der
äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der
erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E.
2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 7. Oktober 2003, U
32/02, E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 s. 204 E. 4c und 19994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit
Hinweisen). Von einer programmwidrigen Störung der körperlichen Bewegung ist
beispielsweise dann auszugehen, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder
sich an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern,
eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Beschränkt
sich die Schädigung auf das Körperinnere und kann sie erfahrungsgemäss auch als
alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines
Körperteils innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs, auftreten, muss die
unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders
sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b). Bei
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einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfall zu verneinen (BGE 130 V 118 E.
2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinne
dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV
1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich aber nur das in einer sportlichen Übung inhärente
Risiko einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches
ist auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der
Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U
502 S. 185 E. 4.4). Eine relevante Programmwidrigkeit liegt jedoch unter anderem dann
vor, wenn die sich sportlich betätigende Person stürzt oder ausgleitet (Urteil des EVG
vom 7. Oktober 2003, U 322/02, E. 4 mit Hinweisen).
4.2 Unumstritten ist, dass die Beschwerdeführerin am 8. Juli 2016 Squat Jumps
ausgeführt hat, wobei es sich um eine sportliche Betätigung handelt. Ein Squat Jump
ist eine vertikale Sprungbewegung, welche aus einer tiefen Kniebeugeposition
ausgeführt wird. Der Springer beginnt aus der sogenannten Squat-Position. Dazu
begibt er sich in die Hocke. Aus dieser Ausgangsposition springt der Springer so hoch
wie möglich ohne zusätzliche Ausholbewegungen bzw. ohne Armeinsatz (vgl. https://
www.akademie-sport-gesundheit.de/lexikon/squat-jump.html, abgerufen am 29. Mai
2018).
4.3
4.3.1 Nachdem die Beschwerdeführerin durch ihre Arbeitgeberin am 12. Juli 2016
melden liess, sie sei am 8. Juli 2016 bei Turnübungen "umgeknickt" (act. K1), bekam
sie mit dem ihr am 11. August 2016 von der Beschwerdegegnerin zugestellten
Fragebogen eine erste Gelegenheit, das Ereignis vom 8. Juli 2016 persönlich zu
beschreiben (act. K6). Dieser Fragebogen dient der Unfallversicherung zur detaillierten
Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse bei der leistungsansprechenden Person. Im
Vordergrund stehen entsprechend Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des
Unfallversicherers massgebenden Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der
Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben
hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich nachgekommen
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(Untersuchungsgrundsatz; vgl. Erwägung 3.3) und es überzeugt
rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte Person einen bestimmten,
bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als Schadensursache erst nach der
abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung bzw. bis zum Einspracheentscheid
unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im
Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten
Geschehnisses aufzufordern (Urteil des EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E.
2.2.3, und vom 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b).
4.3.2 In dem am 31. August 2016 ausgefüllten Fragebogen benannte die
Beschwerdeführerin die von ihr am 8. Juli 2016 konkret ausgeübte Turnübung ("bei
einbeinigen jumping squats") und beschrieb gleichartig mit der Formulierung in der
Schadenmeldung UVG ("umgeknickt"), sie sei dabei mit dem rechten Fuss
"eingeknickt". Die Frage 3 des Fragebogens "Passierte etwas Besonderes,
Unvorhergesehenes (z.B. Ausrutschen, Sturz, Anstossen usw.)?" bejahte sie und
beschrieb auch das Besondere, Unvorhergesehene übereinstimmend als
"einknicksen". Die Bejahung der Frage 3 steht mit der Bejahung der Frage 2 "Passierte
der Unfall bei einer für Sie gewohnten Tätigkeit? Verlief diese unter normalen äusseren
Bedingungen?" in keinem ersichtlichen Widerspruch, sondern es liegen grundsätzlich
eigenständige Antworten vor. Es erscheint ohne Weiteres wahrscheinlich, dass sich die
Bejahung der Frage 2 nicht auf die Frage 3 bezog. Die Erklärung der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 2. Januar 2017 (act. G 1) - ihre Aussage,
der Unfall sei bei einer für sie gewohnten Tätigkeit passiert, habe sich nur auf
Sportübungen als solche bezogen, welche sie regelmässig mache - ist durchaus
nachzuvollziehen. Dem zudem geltend gemachten Umstand - sie habe die einbeinigen
Squat-Jumps an diesem Tag das erste Mal ausgeführt - und der Begründung - es
verstehe sich von selbst, dass sie nicht immer dieselben Übungen mache, sondern von
Zeit zu Zeit auch neue oder andere Übungen versuche - kommt hinsichtlich der Frage
des Vorliegens eines ungewöhnlichen äusseren Faktors keine massgebende rechtliche
Bedeutung zu. Entscheidend ist allein die Bejahung des Merkmals des ungewöhnlichen
äusseren Faktors als unkoordinierte Bewegung. Hat ein besonderes Vorkommnis
stattgefunden und zu der erlittenen Sportverletzung geführt, ist - anders als bei der
Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit einer Anstrengung, die jeweils im Hinblick auf die
Konstitution sowie die berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden
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Person erfolgt (vgl. Erwägung 3.1) - nicht danach zu fragen, ob die betroffene Person
die fragliche Tätigkeit gewohnt war oder nicht. Im Übrigen wäre trotz der Erklärungen in
der Beschwerde in Bezug auf einbeinige Squat Jumps von einer ihr gewohnten
Tätigkeit auszugehen. Selbst wenn die fragliche Sportübung von ihr das erste Mal
ausprobiert worden ist, ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin offensichtlich
Sportübungen gewohnt war.
4.3.3 Angesichts der vorangehenden Darlegungen ist im Folgenden mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin am 8. Juli 2016 bei einem einbeinig ausgeführten Squat Jump bei
der Landung mit dem rechten Fuss "umgeknickt" bzw. "eingeknickt" ist, d.h. sich eine
relevante Programmwidrigkeit ereignet hat. Darin liegt der entscheidende Unterschied
zu dem von der Beschwerdeführerin angeführten Bundesgerichtsurteil vom 8. Mai 2014
(8C_40/2014). In jenem Fall ist nicht von einem Einknicken die Rede gewesen.
4.3.4 In der Einsprache vom 4. Oktober 2016 (act. K13) sowie in der Beschwerde
vom 2. Januar 2017 (act. G 1) und damit im Wissen um die von der
Beschwerdegegnerin am 27. September 2016 verfügte Leistungsablehnung (vgl. act.
K7) erwähnte die Beschwerdeführerin erstmals zusätzlich zum Um- bzw. Einknicken
des rechten Fusses einen Sturz, zu welchem es letztendlich gekommen sein soll. Ein
Sturz würde unstreitig einen Unfalltatbestand im Sinn von Art. 4 ATSG darstellen. Eine
Beeinflussung der verwendeten Formulierung durch nachträgliche Überlegungen der
Beschwerdeführerin versicherungsrechtlicher oder anderer Art kann damit nicht
ausgeschlossen werden (vgl. dazu BGE 121 V 47 E. 2a; RUMO-JUNGO/ HOLZER,
a.a.O., S. 5). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, kommt jedoch der Frage, was
sich zusätzlich zum Fehltritt ereignet hat, für den Nachweis eines Unfalltatbestandes
keine Bedeutung zu.
4.4
4.4.1 Für die Bejahung eines Unfallereignisses ist nicht vorausgesetzt, dass es
tatsächlich zu einem Sturz kommt. Entsprechend ist die Aufzählung der
Bewegungsabläufe in der Frage 3 des Fragebogens, aber vor allem auch in der
Rechtsprechung (SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 E. 3c/aa; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E.
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2d, 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c) und Literatur (RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 40; MAURER, a.a.O., S. 176) nur beispielgebend ("z.B.";
"beispielsweise"; "wie"). Dennoch muss im Einzelfall ein programmwidriger
Bewegungsablauf vergleichbar einem Sturz passiert sein. Allgemein handelt es sich bei
einer Drehbewegung, Rotation bzw. bei einem Abdrehen des Fusses um eine normale
Körperbewegung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.1). Erfahrungsgemäss stellen im alltäglichen
Bewegungsablauf vorkommende Verdrehungen oder Krafteinwirkungen auf Sehnen,
Muskeln, Bändern und Gelenke nichts Aussergewöhnliches dar. Letztere gewährleisten
gerade ein normales und verletzungsfreies Funktionieren im täglichen Leben mit den
dafür erforderlichen Bewegungen und Drehungen und dergleichen mehr. Ein Um- bzw.
Einknicken des Fusses bei einem Squat Jump kann jedoch nicht mehr in diesem
normalen Rahmen gesehen und als gewöhnliche Einwirkung auf das Fussgelenk und
dessen Bänder aufgefasst werden. Demgemäss ist im konkreten Fall von einem
Überschreiten der physiologischen Belastungsgrenze auszugehen.
4.4.2 Die behandelnden Ärzte Dr. C._ (act. M3) und Dr. D._ (act. M2, act. G 1.2)
haben bei der Beschwerdeführerin die Diagnose eines OSG-Supinationstraumas Fuss
rechts gestellt, welche mit dem von der Beschwerdeführerin geschilderten
Bewegungsmechanismus ohne Weiteres übereinstimmt. Bei einem Supinationstrauma
handelt es sich im Regelfall um eine traumatisch bedingte Diagnose, die sich zwar
durch unterschiedliche Schweregrade auszeichnen kann (vgl. dazu PSCHYREMBEL,
Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 420, ALFRED M.
DEBRUNNER, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1097, 1117,
1120; vgl. auch Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/1999). Die Bejahung eines
Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG im Zusammenhang mit einer Sportübung darf jedoch
allgemein nicht von der Schwere der dabei erlittenen Sportverletzung abhängig
gemacht werden. Wird der natürliche Ablauf einer Sportübung wie im hier zu
beurteilenden Fall durch eine Programmwidrigkeit, gestört, ist für die Annahme eines
Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG lediglich gefordert, dass das Vorkommnis schädigend
auf den Körper der versicherten Person eingewirkt und dadurch eine kausale
Beeinträchtigung ihrer Gesundheit zur Folge gehabt hat. Differenzierter wäre die
Sachlage zu betrachten, wenn ein vorliegender Gesundheitsschaden gleichermassen
auf eine Krankheit oder Degeneration zurückgeführt werden könnte (vgl. dazu Urteil
des EVG vom 3. Januar 2006, U 233/05).
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4.4.3 Vorliegend hat Dr. D._ das OSG-Supinationstrauma Fuss rechts der
Beschwerdeführerin mit einem Schweregrad von II-III angegeben und hat die für diesen
Gesundheitsschaden symptomatischen und für die Diagnosestellung schlüssigen
Befunde eines massiv geschwollenen OSG und einer Druckdolenz, insbesondere über
dem lateralen Bandapparat, sowie eine Schmerzangabe über der Tibialis anterior
Sehne erhoben (act. M2, act. G 1.2). Radiologisch bestätigte sich eine mässiggradige
Schwellung des subkutanen Fettgewebes am Aussenknöchel und zeigte sich überdies
eine Tendinopathie mit Flüssigkeitskollektion um die Sehne des Musculus hallucis
longus am palmaren distalen Anteil (act. M1). Dr. D._ veranlasste sodann als
Therapie die in der medizinischen Literatur bei Supinationstrauma bzw. Distorsion
beschriebene Ruhigstellung in einer Schiene (vgl. dazu PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 420;
DEBRUNNER, a.a.O., S. 1097, 1120). Die Beschwerdeführerin hatte sich zudem noch
am Tag des Ereignisses bei ihrem Hausarzt Dr. C._ in Behandlung begeben, der ihr
eine Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. G 1.2, act. M2 f.). Vor diesem Hintergrund ist
mithin auch ein Gesundheitsschaden infolge des Vorkommnisses vom 8. Juli 2016
erstellt. Der Frage, inwieweit radiologisch zusätzlich eine Ruptur des LFTA
ausgewiesen ist, kommt keine Bedeutung zu. Der Vollständigkeit halber ist zu
ergänzen, dass sich die Ausrichtung der konkreten Versicherungsleistungen
(Heilkosten- und Taggeldleistungen) selbstverständlich nach der für die unfallkausale
Verletzung erforderliche Behandlung und nach der Arbeitsfähigkeit richtet (vgl. dazu
Art. 6 UVG; Art. 10 Abs. 1 UVG, Art. 16 Abs. 1 UVG, Art. 25 Abs. 3 UVV).
4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung der in den
Erwägungen 4.3 und 4.4 dargelegten Umstände mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein ungewöhnliches äusseres Ereignis mit
Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit der Beschwerdeführerin erstellt ist, d.h.
ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG, vorliegt. Entsprechend ist die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom 8. Juli 2016 gegeben. Eine
Prüfung der Frage, ob es sich bei der Verletzung der Beschwerdeführerin um eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV handelt, kann bei
diesem Ergebnis unterbleiben.
5.
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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 17. November 2016 gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für das Ereignis vom 8. Juli 2016 die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).