Decision ID: b40d6482-9e9b-5e05-ab6c-b203307dbab0
Year: 2013
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1949 geborene, selbstständigerwerbende A._ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich am 6. November 2010 unter Hinweis auf eine Psoriasis vulgaris mit Nagelbefall bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1, 12). Nach durchgeführten erwerblichen und medizinischen Erhebungen verneinte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 27. September 2011 (act. II 21) einen Rentenanspruch mangels Vorliegens einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres von 40%. Eine hiergegen erhobene Beschwerde (act. II 22 S. 3 ff.) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 9. Januar 2012, IV/2011/979 (act. II 29), gut, da das Vorliegen einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von (mindestens) 40% seit Februar 2010 erstellt sei. Weiter hob es die angefochtene Verfügung auf und wies die Akten an die IVB zurück, damit diese die weiteren Anspruchsvoraussetzungen prüfe und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfüge. Dieser Entscheid blieb unangefochten.
B.
Daraufhin führte die IVB weitere erwerbliche und medizinische Erhebungen durch. Dabei liess sie insbesondere einen Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende erstellen (act. II 37).
Gestützt auf die Erkenntnisse der getätigten Abklärungen wies die IVB das Rentenbegehren – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 38) – mit Verfügung vom 12. Februar 2013 (act. II 39) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 10% ab.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Dez. 2013, IV/2013/133, Seite 3
C.
Hiergegen erhob der Versicherte am 18. Februar 2013 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprechung einer halben IV-Rente.
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie im Abklärungsbericht vom 17. Dezember 2012 (act. II 37) auf Abweisung der Beschwerde.
Am 2. Juli 2013 wies der Instruktionsrichter darauf hin, dass der Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 17. Dezember 2012 möglicherweise nicht vollständig eingereicht worden sei. Er forderte die Beschwerdegegnerin auf, diese Unvollständigkeit zu prüfen und allenfalls eine vollständige Fassung des Abklärungsberichts einzureichen.
Am 10. Juli 2013 reichte die Beschwerdegegnerin erneut den Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 17. Dezember 2012 (Akten der IV [act. IIA] 1) sowie eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 5. Juli 2013 (act. IIA 2) beim Gericht ein.
Am 19. November 2013 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:
1.
1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Dez. 2013, IV/2013/133, Seite 4
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Februar 2013 (act. II 39). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente.
1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).
1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad
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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.
2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).
3.
3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:
3.1.1 Im Bericht des Spitals C._ vom 6. Dezember 2010 (act. II 12) wurde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine progrediente Psoriasis vulgaris mit Nagelbefall diagnostiziert. Ferner wurde ab 1. Februar 2010 bis auf weiteres eine 35%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, da der Beschwerdeführer bei den Feinarbeiten als B._ eingeschränkt sei (S. 2 f. Ziff. 1.1, 1.4, 1.6).
3.1.2 Im ärztlichen Zwischenbericht des Spitals C._ vom 5. August 2011 (act. II 15) wurde festgehalten, durch den aktuellen Zustand
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mit Daumennagelplattenzerstörung sei keine feinmechanische Arbeit möglich. Der Beschwerdeführer könne jedoch alle Tätigkeiten ausführen, die keine Feinmotorik/kein Fingerspitzengefühl der Daumen erforderten. Aus diesem Grund bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 35%.
3.1.3 Die behandelnden Ärzte des Spitals C._ berichteten im Schreiben vom 6. September 2011 (act. II 20), der Beschwerdeführer sei aufgrund des Nagelbefalls seit dem 1. Februar 2010 als B._ zu 100% arbeitsunfähig. Gleichzeitig sei er zu ca. 65% als D._ in seinem Geschäft tätig. Diese Tätigkeit sei nicht eingeschränkt. Deshalb sei eine 35%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
3.1.4 Im weiteren Verlauf wurde im Bericht vom 28. Februar 2012 (act. II 32) des Spitals C._ festgehalten, es habe sich ein relativ befriedigender Verlauf mit Verbesserung der Hautläsionen an den Nägeln beidseits entwickelt. Die aktuellen Längsrillen und Hyperpigmentationen am Daumen beidseits sowie die Nageldystrophie am zentralen Nagel des Daumens rechts seien jedoch noch nicht abgeheilt. Deshalb könne der Beschwerdeführer die Arbeit als B._ noch nicht fortsetzen (S. 3). Ferner wurde wiederum eine 35%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 4).
3.1.5 Im Bericht vom 18. Juli 2012 (act. II 34) des Spitals C._ wurde ausgeführt, beim Beschwerdeführer liege eine Psoriasis mit schwerem Nagelbefall vor, welche sich durch den Verlust der Stabilität und Sensibilitätsstörungen auf die Feinmotorik auswirke und eine Arbeit als B._ massiv erschwere resp. verunmögliche (S. 6). Aktuell zeige sich ein erfreulicher Verlauf mit deutlicher Verbesserung der Haut- resp. Nagelbefunde. Die Daumennägel seien praktisch vollständig abgeheilt. Wegen der persistierenden Gefühlsstörungen sei die Feinmotorik, die für die Arbeit als B._ unabdingbar sei, jedoch nach wie vor eingeschränkt. Bei deutlicher Verbesserung der Befunde bestehe als B._ neu eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4). Aufgrund des chronischen und rezidivierenden Charakters der Grunderkrankung sowie der persistierenden Sensibilitätsstörungen sei das Ziel das Erreichen einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit (S. 5). Die Tätigkeit als D._ sei dagegen uneingeschränkt möglich (S. 6).
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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).
Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).
3.3 Vorliegend erfüllt der Bericht des Spitals C._ vom 18. Juli 2012 (act. II 34) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Die behandelnden Ärzte legen gestützt auf ihre langjährige Behandlung in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass der Beschwerdeführer aufgrund der diagnostizierten Psoriasis vulgaris mit schwerem Nagelbefall und insbesondere aufgrund der deshalb bestehenden Einschränkungen der Feinmotorik der Hände in seinem Beruf als B._ zu 80% arbeitsunfähig ist. Ferner halten sie fest, dass dagegen die Tätigkeit als D._ zu 100% zumutbar ist. Diese Einschätzung ist überzeugend, steht im Einklang mit den vorliegenden medizinischen Akten und wird letztlich weder vom Beschwerdeführer noch von der Beschwerdegegnerin bestritten. Darauf ist abzustellen.
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3.4 Entsprechend ist vorliegend in der Tätigkeit als B._ von einer 20%-igen und in der Tätigkeit als D._ (sowie in jeder anderen angepassten Tätigkeit) von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermitteln.
4.
4.1
4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224).
4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).
4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 128 V 174). Unter Berücksichtigung der Anmeldung vom 6. November 2011 (act. II 1) und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. Februar 2010 als B._ zu 100% arbeitsunfähig ist (act. II 20), ist der
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frühestmögliche Rentenbeginn vorliegend in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 IVG auf den 1. Mai 2011 festzusetzen.
4.2.1 Die Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung des Valideneinkommens den Durchschnitt der Betriebsgewinne von 2005 bis 2008 herangezogen, welche sie gestützt auf die entsprechenden Buchhaltungsabschlüsse ermittelt hat (vgl. Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 17. Dezember 2012, act. II 37 S. 7 Ziff. 8 und S. 10 Ziff. 12). Dies ist nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer seit Juli 2009 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war und deshalb Leistungen aus der Kollektiv-Lohnausfallversicherung erhielt (act. II 36.3 und 36.4). Weiter ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von diesem Durchschnittseinkommen von Fr. 61'493.-- den Zins auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital von Fr. 3'620.-- (2% von Fr. 181'000.--) in Abzug gebracht und anschliessend die persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge von Fr. 5'614.-- (9.7% auf Fr. 57'873.--) hinzugerechnet hat (zur Bemessung des Valideneinkommens bei Selbstständigerwerbenden vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Rz. 3029 – 3032). Dies ergibt ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 63'487.--.
4.2.2 Bei der Bemessung des Invalideneinkommens besteht unter den Parteien Uneinigkeit hinsichtlich der Frage, ob dem Beschwerdeführer ein Wechsel von seiner bisherigen selbständigen in eine (dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil entsprechende) unselbständige D._tätigkeit zumutbar ist.
Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass sich das Verwaltungsgericht in seinem Urteil vom 9. Januar 2012, IV/2011/979, noch nicht über die Zumutbarkeit eines Berufswechsels und insbesondere über die Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit geäussert hat, wie dies die Auffassung des Beschwerdeführers zu sein scheint (Beschwerde S. 1). Zwar wurde die Beschwerdegegnerin im besagten Urteil beauftragt, bezüglich der selbständigen Erwerbstätigkeit weitere Sachverhaltsabklärungen zu treffen. So hatte die Beschwerdegegnerin zu prüfen, wie sich die Einstellung eines B._s oder eine Umstellung des Betriebs unter Aufgabe der
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handwerklichen Tätigkeit als B._ und Aufnahme einer alleinigen Tätigkeit als D._ – bei Ankauf der Waren – auswirken würde (act. II 29 S. 7 E. 3.3). Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass die Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit als nicht zumutbar erachtet wurde. Vielmehr wurde der erwerbliche (wie auch der medizinische) Sachverhalt als ungenügend abgeklärt befunden, weshalb das Gericht die Sache denn auch zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückwies. Aus dem in der Folge erstellten Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 17. Dezember 2012 (act. II 37) geht hervor, dass der Beschwerdeführer mit den vom Gericht vorgeschlagenen Umstrukturierungsmassnahmen nur noch ein geringes Einkommen erzielen könnte (S. 4 f. Ziff. 5.4). Dies führt zusammen mit der Tatsache, dass ihm die Aufgabe seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit – wie nachfolgend dargelegt wird – grundsätzlich zumutbar ist, dazu, dass das Invalideneinkommen nicht gestützt auf das Einkommen aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit – selbst nach erfolgter Umstrukturierung – zu ermitteln ist. Dementsprechend kann auch die Frage, ob die vom Gericht verlangten Sachverhaltsabklärungen bezüglich der Ermittlung des Invalideneinkommens von der Beschwerdegegnerin vollständig vorgenommen wurden, letzten Endes offen bleiben.
Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels, auch von der selbstständigen in eine unselbstständige Tätigkeit, ist die Gerichtspraxis streng. Auf Grund der den versicherten Personen obliegenden Schadenminderungspflicht ist die Aufnahme einer unselbstständigen (Haupt-) Erwerbstätigkeit zumutbar, wenn hiervon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 7. Juni 2006, I 38/06, E. 3.2, und vom 18. Mai 2006, I 640/05, E. 3.1). Entsprechend dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil ist der Beschwerdeführer in einer angepassten (D._ -)Tätigkeit vollständig arbeitsfähig (vgl. E. 3.3 f. hiervor) und folglich in der Lage, in einer solchen
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seine Restarbeitsfähigkeit besser zu verwerten als in seinem angestammten Beruf als B._. Zudem sprechen auch die gesamten weiteren Umstände nicht gegen die Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit. Insbesondere stehen weder eine Weiterführung des Betriebs bis zur Übergabe an ein Kind noch ein Wohnortswechsel zur Diskussion. Folglich ist dem Beschwerdeführer ein Berufswechsel resp. die Aufgabe seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit und die Aufnahme einer unselbstständigen D._tätigkeit grundsätzlich zumutbar.
Fraglich ist jedoch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Dabei wird das Alter, obgleich an sich invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich; Entscheid des Bundesgerichts vom 27. September 2010, 8C_482/2010, E. 4.2).
Bevor vorliegend geprüft werden kann, ob das Alter des Beschwerdeführers gegen die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit als D._ spricht, muss vorab der Zeitpunkt geklärt werden, auf welchen diesbezüglich abzustellen ist. Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass bereits zum Zeitpunkt des Berichts des Spitals C._ vom 5. August 2011 (act. II 15), spätestens jedoch beim Bericht vom 6. September 2011 (act. II 20) feststand, dass der Beschwerdeführer in einer
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angepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt ist. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass ihm die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit als D._ ab diesem Zeitpunkt zumutbar war und verlangt werden konnte. Denn das angerufene Gericht hat in seinem Urteil vom 9. Januar 2012, IV/2011/979, den medizinischen Sachverhalt insbesondere hinsichtlich der Einschränkungen in der Tätigkeit als B._ als ungenügend abgeklärt erachtet und die Sache zu weiteren medizinischen (und erwerblichen) Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (act. II 29 S. 7 E. 3.3). Während der Dauer dieser Abklärungen wusste der Beschwerdeführer nicht, ob von ihm die Aufgabe seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit überhaupt verlangt wurde oder ob er aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht seinen Betrieb allenfalls nach erfolgter Umstrukturierung weiterführen durfte. Nach den erfolgten weiteren Abklärungen stand frühestens mit dem Bericht des Spitals C._ vom 18. Juli 2012 (act. II 34) fest, dass in absehbarer Zeit wohl keine Wiedererlangung einer vollen Arbeitsfähigkeit als B._ möglich war. Erst ab diesem Zeitpunkt stellte sich die Frage eines Berufswechsels, weshalb dieser Zeitpunkt auch für die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit massgeblich ist. Damals war der Beschwerdeführer 62 Jahre und 10 Monate alt. Hinzu kommt, dass es dem Beschwerdeführer nach einer 20 jährigen selbstständigen Erwerbstätigkeit (vgl. act. II 1 S. 6 oben) wohl nur erschwert möglich wäre, sich in ein hierarchisches Gefüge in einem Betrieb einzuordnen. Deshalb ist es auch fraglich, ob ein potentieller Arbeitgeber ihn unter diesen Bedingungen anstellen würde. Zusätzlich fallen auch die ästhetischen Beeinträchtigungen im Bereich der Fingernägel vorliegend erschwerend in Gewicht (vgl. Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4 bis 6). Dies insbesondere deshalb, weil sich diese auf dem für den Beschwerdeführer einzig in Frage kommenden Arbeitsmarkt als angestellter D._ besonders einschränkend auswirken dürften. Und schliesslich stehen  Rentenleistungen nur für eine relativ kurze Zeit zur Diskussion, weshalb geringere Anforderungen an die Selbsteingliederung bestehen (vgl. BGE 113 V 22 E. 4d S. 32 f.).
In Gesamtwürdigung all dieser Umstände ergibt sich, dass die Verwertbarkeit der dem Beschwerdeführer verbliebenen
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Restarbeitsfähigkeit als angestellter D._ auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorliegend ausnahmsweise zu verneinen ist. Folglich liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat.
4.3 Die Beschwerde ist gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 12. Februar 2013 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist ab dem 1. Mai 2011 (vgl. E. 4.2 hiervor) eine ganze IV-Rente zuzusprechen.
5.
5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.
Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.
5.2 Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat nach konstanter Praxis trotz seines Obsiegens keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da der Aufwand zur Wahrung seiner Interessen den Rahmen dessen nicht überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).
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