Decision ID: 6e3162eb-98e3-5690-8ab2-694b83851fed
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 29. August 2011 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die Versicherte hatte am 27. September 2010 an
ihrem Arbeitsplatz als Produktionsmitarbeiterin ihre rechte Hand in eine
Laminiermaschine eingeklemmt und sich dabei Verbrennungen zweiten bis dritten
Grades an den Dig. III bis V zugezogen. Nach der Erstbehandlung im Spital B._ hatte
sie sich vom 28. September bis 9. Oktober 2010 stationär im Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) befunden (UV-act. 1-45 ff., 1-147 f., 1-156 f.). Am 4. Oktober 2010 war ein
lokales Débridement und eine Spalthauttransplantation Dig. III und IV rechts
durchgeführt worden (UV-act. 1-140). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
(Suva) war als Unfallversicherer für die Unfallfolgen aufgekommen (vgl. UV-act. 1-2 ff.).
Dr. med. C._, FMH Allgemeine Medizin, hatte am 15. Dezember 2010 befunden, die
Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig und von einer Reintegration in den
Arbeitsprozess weit entfernt (UV-act. 1-120). Gegenüber den behandelnden Ärzten des
KSSG hatte die Versicherte am 14. Januar 2011 massive hypersensibilisierende,
elektrisierende Schmerzen, vor allem am Ringfingerendglied, geltend gemacht (UV-act.
1-110 f.).
A.b Vom 8. Juni bis 27. Juli 2011 hatte die Versicherte sich stationär in der Rehaklinik
Bellikon befunden. Die dort behandelnden Ärzte hatten neben den Unfallfolgen über
eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas Grad II berichtet und die Versicherte als
voll arbeitsunfähig erachtet. Ein Arbeitsversuch zu therapeutischen Zwecken sei jedoch
zu begrüssen (vgl. UV-act. 1-45 ff.). Suva-Kreisarzt Dr. med. D._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie FMH, hielt die Versicherte nach einer Untersuchung vom 21.
September 2011 in einer adaptierten Tätigkeit für ganztags einsetzbar (UV-act. 5-29 ff.,
RAD-Arzt Dr. med. E._ schloss sich dieser Beurteilung an; vgl. IV-act. 22).
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A.c Die behandelnden Ärzte des KSSG berichteten am 17. Oktober 2011 über eine
Hypersensibilität Dig. III und IV (UV-act. 5-15 f.). Am 22. Dezember 2011 äusserten sie
einen Verdacht auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS; UV-act. 7-28 f.),
erachteten dieses in ihrem Bericht vom 23. Januar 2012 jedoch als vollständig
regredient (UV-act. 7-10 f.). In ihrem Bericht vom 5. März 2012 hielten die
behandelnden Ärzte des KSSG fest, die Versicherte sei immer noch zu 100%
arbeitsunfähig, die eingenommenen Schmerzmittel brächten keine Besserung und sie
könne ihren Alltagstätigkeiten nicht mehr nachgehen. Sie gingen nicht von einer lokalen
Schmerzursache aus und könnten der Patientin aus handchirurgischer Sicht keine
Therapie mehr bieten (UV-act. 8-13 f.).
A.d Die Suva stellte die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 1. Mai 2012 ein
(Schreiben vom 4. April 2012; UV-act. 8-1 f.). Suva-Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt
für Chirurgie FMH, hielt nach einer Abschlussuntersuchung vom 3. Mai 2012 als
Diagnosen unter anderem eine anhaltende Schmerzsymptomatik am dritten und vierten
Finger rechts mit Ausstrahlung in den rechten Arm unklarer Ätiologie, Verdacht auf
Aggravation und/oder somatoforme Schmerzstörung fest. Für eine adaptierte Tätigkeit
sei die Versicherte voll arbeits- und vermittlungsfähig (UV-act. 8-4 ff.). Mit Verfügung
vom 5. Juni 2012 verneinte die Suva einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von rund 6% (UV-act. 10).
A.e Mit Verfügung vom 14. Mai 2012 hatte die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
abgeschlossen und ihrerseits das Gesuch um Rentenleistungen abgewiesen (IV-act.
26).
A.f Am 10. Dezember 2012 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 27). Vom 14. Januar bis 9. Februar
2013 befand sie sich stationär in den Kliniken Valens. Die dort behandelnden Ärzte
hielten als Diagnosen eine anhaltende Funktionsstörung der rechten Hand nach
Arbeitsunfall vom 28. September 2010, ein chronisches zervikospondylogenes und
zervikozephales Syndrom rechts, eine arterielle Hypertonie und eine Gonarthrose
rechts betont fest. Die Versicherte sei für eine adaptierte Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig
(IV-act. 44, vgl. IV-act. 32). Dr. C._ hatte am 26. Januar 2013 befunden, die
Versicherte sei bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 38).
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A.g Mit Vorbescheid vom 22. Mai 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut die
Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
in Aussicht. Sie sei in einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig
(IV-act. 56). Dagegen erhob die Versicherte am 25. Juni 2013 Einwand (IV-act. 60). Am
13. August 2013 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 65). Die
dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde (vgl. IV-act. 69) hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 20. Oktober 2015
dahingehend gut, als es die Verfügung vom 13. August 2013 aufhob und die Sache zur
Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an
die IV-Stelle zurückwies (IV-act. 88).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 99) wurde die Versicherte im März 2016 durch
Ärzte des Zentrums für medizinische Begutachtung (ZMB) Basel polydisziplinär
(internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 25.
Mai 2016 listeten diese als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
multifaktorielles chronisches cervikothorakales und -brachiales Schmerzsyndrom mit
Beteiligung der Finger III und IV rechts und dort vorhandener Allodynie sowie
rechtsbetonte Varusgonarthrosen auf. Sie erachteten die Versicherte in einer
adaptierten Tätigkeit als zu 80% arbeitsfähig seit 20. September 2011 (IV-act. 102).
A.i Am 30. September 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen (IV-act. 118).
A.j Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 20% die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-
act. 121). Dagegen erhob die Versicherte am 24. November 2016 Einwand und reichte
einen Bericht von Dr. C._ vom 18. November 2016 ein, in dem dieser die Versicherte
weiterhin als zu 100% arbeitsunfähig erachtet hatte (IV-act. 124).
A.k Am 12. Januar 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
126).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 12. Januar 2017 erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 10. Februar 2017 die vorliegende Beschwerde. Darin
beantragte sie sinngemäss deren Aufhebung und die Zusprache einer Rente. Sie
machte geltend, ihr Gesundheitszustand sei schlechter geworden. Es sei eine
Herzkrankheit diagnostiziert worden und ihr Hausarzt habe sie zum Untersuch in den
Kliniken Valens angemeldet (act. G1). Sie reichte ein Aufgebot zur interdisziplinären
Schmerzsprechstunde der Kliniken Valens sowie einen Bericht von Dr. med. G._,
Innere Medizin FMH, speziell Kardiologie, vom 20. Dezember 2016 ein (act. G1.1 f.).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2017 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie brachte vor, es gebe keine
Hinweise dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Begutachtung verschlechtert habe. Die von Dr. G._ durchgeführte Untersuchung
habe keine invalidisierenden Befunde ergeben (act. G4).
B.c In ihrer Replik vom 5. April 2017 hielt die Beschwerdeführerin fest, ihre
Beschwerden seien schlimmer geworden. Ihr Hausarzt habe sie nicht ohne Grund zur
weiteren Beurteilung in Valens angemeldet (act. G6). Sie reichte ein Schreiben von Dr.
C._ vom 4. April 2017 sowie den Bericht der untersuchenden Ärzte der Kliniken
Valens vom 22. März 2017 über die interdisziplinäre (internistisch-rheumatologisch,
psychiatrisch, ergonomisch) arbeitsspezifische Abklärung vom 9. März 2017 ein.
Letztere hatten die Beschwerdeführerin als zu maximal halbtags arbeitsfähig erachtet
(act. G6.1 f.).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin. Gemäss Art. 29
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht
der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Nachdem sich die Beschwerdeführerin
letztmals am 10. Dezember 2012 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
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angemeldet hat (vgl. IV-act. 27), ist vorliegend ein Rentenanspruch frühestens ab Juni
2013 zu prüfen.
1.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
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Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene Verfügung
stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das ZMB-Gutachten vom 25.
Mai 2016 (IV-act. 102). Die Beschwerdeführerin spricht diesem sinngemäss die
Beweiskraft ab und hält ihm die Beurteilungen von Dr. C._, Dr. G._ und der
abklärenden Ärzte der Kliniken Valens entgegen (act. G1, G6).
2.1 Die ZMB-Gutachter listeten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein multifaktorielles chronisches cervikothorakales und -brachiales Schmerzsyndrom
mit Beteiligung der Finger III und IV rechts und dort vorhandener Allodynie sowie
rechtsbetonte Varusgonarthrosen auf (IV-act. 102-48 f.). Aus psychiatrischer und
internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. (IV-act. 102-21,
102-62). Rheumatologischerseits bestehe für adaptierte Tätigkeiten eine
Restarbeitsfähigkeit von 80%. Dies begründeten sie nachvollziehbar mit einem
vermehrten Pausenbedarf bedingt durch die chronische Schmerzproblematik (IV-act.
102-62). Ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stimmt im Wesentlichen mit den
Einschätzungen der Suva-Kreisärzte Dr. D._ und Dr. F._ sowie RAD-Arzt Dr. E._
überein. Im Gegensatz zu den Gutachtern hatten diese allerdings den erhöhten
Pausenbedarf nicht berücksichtigt und waren von einer Arbeitsfähigkeit von 100%
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ausgegangen (UV-act. 5-29 ff., 8-4 ff., IV-act. 22). RAD-Arzt Dr. med. H._ befand am
20. Juni 2016, es sei auf das ZMB-Gutachten abzustellen (IV-act. 105).
2.2 In den Akten finden sich wiederholt Hinweise auf eine Symptomausweitung,
Verdeutlichung und Inkonsistenzen. So hielten die ZMB-Gutachter fest, trotz der
angegebenen schnellen Ermüdbarkeit und des verminderten Einsatzes des rechten
Armes bei der Rechtshänderin sei die Trophik der Muskulatur an den Armen
symmetrisch und es bestehe keine relevante Umfangdifferenz. Eine ausgeprägte
Osteopenie an der rechten Hand, welche für einen deutlichen Mindergebrauch
sprechen würde, sei radiologisch nicht dokumentiert. Trotz vorhandener struktureller
Veränderungen vor allem an der Brustwirbelsäule (BWS) und weniger auch an der
Halswirbelsäule (HWS) seien die von der Beschwerdeführerin angegebenen
Behinderungen im Alltag aus rheumatologischer Sicht nur partiell nachvollziehbar. Zu
den Diskrepanzen passe auch die Angabe von regelmässiger Schmerzmitteleinnahme,
wobei der gemessene Spiegel von Paracetamol in einem tieferen Bereich gelegen habe
und der von Metamizol nicht nachweisbar gewesen sei. Die von der
Beschwerdeführerin beschriebene Müdigkeit sei auch aus interdisziplinärer Sicht im
angegebenen Ausmass nicht erklärbar (IV-act. 102-59 f.). Die Beschwerdeführerin
wurde im Dezember 2012 erstmals in den Kliniken Valens interdisziplinär abgeklärt.
Vom 14. Januar bis 9. Februar 2013 befand sie sich stationär dort und wurde am 9.
März 2017 erneut dort abgeklärt (IV-act. 32, 44, act. G6.2). Auch die zuständigen Ärzte
der Kliniken Valens stellten Diskrepanzen, eine erhebliche Symptomausweitung, eine
Selbstlimitierung und Inkonsistenzen fest (IV-act. 32-10, 32-13, G6.5). Im Gegensatz zu
den Gutachtern scheinen sie diese Umstände jedoch bei ihrer
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht oder mindestens nicht ausreichend berücksichtigt zu
haben. Die Beurteilung, wonach der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit nur noch
halbtags zumutbar sein soll, ist damit nicht nachvollziehbar. Zu diesem Schluss kamen
auch die ZMB-Gutachter (IV-act. 102-60). Entgegen der interdisziplinären Einschätzung
befand der Cheftherapeut Ergonomie der Kliniken Valens, I._, unter Berücksichtigung
der Symptomausweitung und der Diskrepanzen, eine Belastung sollte ganztags
möglich sein (act. G6.5). Zudem hatten die Ärzte der Kliniken Valens offenbar anlässlich
der Abklärung im März 2017 keine Kenntnis vom Gutachten und setzten sich
dementsprechend nicht mit diesem auseinander (vgl. act. G6.2). Weiter ist dem Bericht
von Dr. med. J._, Arzt Psychosomatik der Kliniken Valens, vom 16. März 2017 zu
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entnehmen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann aus eigener Initiative um
eine erneute Beurteilung ihrer Schmerzproblematik und um hausärztliche Aufgleisung
dazu gebeten hätten (vgl. act. G6.4). Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G4) ist die
medizinische Notwendigkeit der Abklärung damit in Frage zu stellen. Die erneute
Abklärung weist jedenfalls an sich entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin
(act. G1, G6) nicht auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes hin. Das neu
von den Kliniken Valens als Verdachtsdiagnose aufgelistete obstruktive
Schlafapnoesyndrom (vgl. act. G6.1) ist nicht nachgewiesen und die damit
zusammenhängende Müdigkeit wurde von den ZMB-Gutachtern bereits ausreichend
berücksichtigt. Eine allfällige nach der angefochtenen Verfügung eingetretene
Veränderung des Gesundheitszustandes wäre vorliegend zudem nicht zu
berücksichtigen, zumal das Datum der streitigen Verfügung rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. BGE 129 V 169
E. 1; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 99 zu Art.
61).
2.3 Am 26. Januar 2013 war Dr. C._ von einer Arbeitsunfähigkeit von 100%
ausgegangen. Er hatte festgehalten, es handle sich um einen sehr komplexen und
protrahierten Verlauf (IV-act. 38). Auch am 18. November 2016 erachtete er die
Beschwerdeführerin weiterhin als zu 100% arbeitsunfähig und erklärte sich nicht
einverstanden mit dem Resultat der ZMB-Begutachtung (IV-act. 124). Den Berichten ist
jedoch nicht zu entnehmen, ob sich diese Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die zuletzt
ausgeübte oder eine adaptierte Tätigkeit bezieht. Dementsprechend äusserte sich Dr.
C._ auch nicht zu allfälligen Adaptionskriterien und erläuterte nicht, weshalb unter
Berücksichtigung solcher eine Arbeitsaufnahme nicht möglich sein sollte. Ausserdem
zog er im Gegensatz zu den ZMB-Gutachtern die genannte Tendenz zur
Symptomausweitung nicht in seine Beurteilung mit ein. Mit dem Gutachten setzte sich
Dr. C._ nicht detailliert auseinander, sondern verwies lediglich auf fehlende
Abklärung der Unfallursache, mangelnde Unterstützung bei seinen Bemühungen und
die für ihn nicht nachvollziehbare Leistungseinstellung durch die Suva (IV-act. 124). In
seinem Schreiben vom 4. April 2017 führte Dr. C._ aus, die Ärzte der Kliniken Valens
seien qualifiziert zur Beurteilung der muskuloskelettalen Beschwerden der
Beschwerdeführerin und schätzten die Arbeitsfähigkeit auf 50%. Man solle ihm doch
erklären, wie die ZMB-Gutachter auf 80% gekommen seien. Eine eigene
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Arbeitsfähigkeitsschätzung oder eine Auseinandersetzung mit dem Gutachten nahm er
jedoch nicht vor (act. G6.1).
2.4 Die Beschwerdeführerin war am 15. Dezember 2016 durch Dr. G._ untersucht
worden. Dieser hatte am 20. Dezember 2016 unter anderem über eine hypertensive
Herzkrankheit berichtet (act. G1.1). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend
macht (vgl. act. G4), hatte Dr. G._ jedoch festgehalten, die Beschwerdeführerin sei
diesbezüglich beschwerdefrei, eine Herzinsuffizienz bestehe aktuell nicht (act. G1.1).
Dementsprechend hat die Herzkrankheit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen
relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Dr. G._ äusserte sich sodann auch nicht
zu einer allfälligen Einschränkung.
2.5 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
ZMB-Gutachten vom 25. Mai 2016 (IV-act. 102) auf umfassender Aktenkenntnis sowie
polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der
Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten
medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte,
welche im ZMB-Gutachten vom 25. Mai 2016 ausser Acht gelassen worden wären.
Schliesslich wurden auch zwischen dem ZMB-Gutachten und der umstrittenen
Verfügung vom 12. Januar 2017 (IV-act. 126) eingetretene massgebliche
Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht substantiiert geltend
gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten.
3.
Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf
erlernt, so dass sie als Hilfsarbeiterin einzustufen ist. Es ist ihr deshalb ohne weiteres
zumutbar, im Ausmass ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit einer Hilfsarbeit
nachzugehen. Es muss sich um eine der Behinderung optimal gerecht werdende
Hilfsarbeit handeln, damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit - der allgemeinen
Schadenminderungspflicht Rechnung tragend - bestmöglich verwertet werden kann.
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Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG von der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten
Einschränkung bei der Fähigkeit, im bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die
Rede ist, so kann damit im Zusammenhang mit der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin also nur die Arbeitsunfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit gemeint sein (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts
vom 17. August 2012, IV 2010/400 E. 1.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch,
Dienstleistungen, Rechtsprechung, Versicherungsgericht). Ausgehend von einer
100%igen Arbeitstätigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin
(Produktionsmitarbeiterin) im Validenfall und einer solchen von 80% im Invalidenfall
erübrigen sich die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere
die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs, da - vor dem Hintergrund dessen, dass die
Beschwerdeführerin stets unterdurchschnittlich verdient hat (vgl. IV-act. 48, UV-act.
9-3) - ohnehin kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.
4.
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 12. Januar 2017 nicht zu beanstanden und
die Beschwerde abzuweisen.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin anzurechnen.
4.2 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.