Decision ID: aa722cf9-655b-5445-b9cb-2dbb8f88b745
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ ersuchte am 18. Oktober 2021 in der Schweiz um Asyl (Akten
der Vorinstanz [SEM-act.] 1). Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der
«Eurodac»-Datenbank ergab, dass er am 30. August 2021 in Italien
aufgegriffen und dort vier Tage später daktyloskopisch erfasst worden war
(SEM-act. 7).
B.
Am 29. Oktober 2021 fand die mündliche Anhörung des Gesuchstellers zur
Personalaufnahme statt (SEM-act. 10).
C.
Am 4. November 2021 gewährte ihm die Vorinstanz rechtliches Gehör,
unter anderem zur Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretens-
entscheid sowie zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat
(SEM-act. 12).
D.
Gestützt auf den Eurodac-Abgleich ersuchte die Vorinstanz am
4. November 2021 die italienischen Behörden um Übernahme des
Gesuchstellers gemäss Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur
Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des
Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen
oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf
internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Die
italienischen Behörden nahmen innert Frist keine Stellung dazu
(SEM-act. 14, 23).
E.
Mit Eingabe vom 29. November 2021 reichte die damalige
Rechtsvertretung des Gesuchstellers zwei Konsultationsberichte der
X._ AG vom 25. bzw. 26. November 2021 zu den Akten
(SEM-act. 19).
F.
Mit Verfügung vom 5. Januar 2022 – eröffnet am 6. Januar 2022 – trat die
Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Wegweisung nach Italien an und
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forderte den Gesuchsteller auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der
Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die
einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende
Wirkung hin und beauftragte den Kanton Zürich mit dem Vollzug der
Wegweisung (SEM-act. 26).
G.
Am 6. Januar 2022 legte die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Mandat
nieder (SEM-act. 27).
H.
Mit Beschwerde vom 12. Januar 2022 gelangte der Beschwerdeführer an
das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihre Pflicht zum
Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylverfahren für
zuständig zu erklären. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sich
gestützt auf Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 für das vorliegende Asylverfahren
zuständig zu erklären. Subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung
des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner seien im
Sinne vorsorglicher Massnahmen die aufschiebende Wirkung zu erteilen
und die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer Überstellung nach Italien
abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende
Beschwerde entschieden habe. Es sei auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses zu verzichten, die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren und eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen
(Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1).
I.
Am 14. Januar 2022 ordnete die Instruktionsrichterin einen
superprovisorischen Vollzugsstopp an. Gleichentags lagen die
vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht in elektronischer
Form vor (BVGer-act. 2).
J.
Mit Verfügung vom 19. Januar 2022 (eröffnet am 25. Januar 2022) hielt das
Bundesverwaltungsgericht fest, die Beschwerdebegründung lasse im
Eventualstandpunkt im Sinne von Art. 52 Abs. 2 VwVG die nötige Klarheit
vermissen und forderte den Beschwerdeführer auf, innert drei Tagen ab
Erhalt der Verfügung eine Beschwerdeverbesserung einzureichen.
Gleichzeitig wurde einstweilen auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
verzichtet (BVGer-act. 3).
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K.
Mit Eingabe vom 27. Januar 2022 reichte der Beschwerdeführer
fristgerecht eine Beschwerdeverbesserung nach (BVGer-act. 5).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das
Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem
Gebiet des Asyls zuständig und entscheidet über diese in der Regel – wie
auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der
Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.
3.1. Der Beschwerdeführer stellt Antrag auf Rückweisung der
Angelegenheit an die Vorinstanz wegen Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör. Er macht diesbezüglich zum einen geltend, die
Vorinstanz habe anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 4. November 2021
den Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Aus dem Protokoll des Gesprächs
gingen seine Erlebnisse nur in ungenügender Weise hervor und er habe
anlässlich des Gesprächs das Gefühl gehabt, nicht ernst genommen zu
werden. Zum anderen rügt er, die Vorinstanz sei nicht auf seine Vorbringen
hinsichtlich der ihm widerfahrenen Behandlung durch die italienischen
Behörden eingegangen und habe sich mit den von ihm geschilderten
Mängel im italienischen Asylverfahren nur in ungenügender Weise
auseinandergesetzt.
3.2. Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
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wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der
Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in
ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung
muss so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung
ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne
Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
3.3. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Vorinstanz habe
anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 4. November 2021 den Sachverhalt
ungenügend abgeklärt beziehungsweise seine Schilderungen im
zugehörigen Protokoll unvollständig erfasst, ist ihm entgegenzuhalten,
dass er und seine Rechtsvertretung beide unterschriftlich bestätigten, dass
die gemachten Aussagen dem Beschwerdeführer Satz für Satz
rückübersetzt worden seien und das Festgehaltene seinen freien
Äusserungen entspreche. Überdies geht aus der handschriftlichen
Ergänzung des Protokolls hervor, dass der Beschwerdeführer im Rahmen
des Gesprächs die Möglichkeit hatte, weitere Vorbringen vermerken zu
lassen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der relevante Sachverhalt
durch die Vorinstanz hinreichend festgestellt worden ist. Die Vorinstanz hat
überdies in der angefochtenen Verfügung die vom Beschwerdeführer
anlässlich des Dublin-Gesprächs vorgebrachten Argumente, welche gegen
seine Überstellung nach Italien sprechen könnten, berücksichtigt und
hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich
bei der Beurteilung hat leiten lassen. Gestützt darauf konnte der
Beschwerdeführer denn auch die Verfügung anfechten.
Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die Beurteilung durch die
Vorinstanz nicht teilt, stellt weder eine Verletzung der Begründungspflicht,
des Anspruchs auf rechtliches Gehör noch der Pflicht zur vollständigen und
richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts dar. Ob die
materielle Beurteilung der Vorinstanz zutrifft, ist nachfolgend zu prüfen.
3.4. Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als
offensichtlich unbegründet, weshalb kein Anlass besteht, die Sache zur
vollständigen Sachverhaltsabklärung beziehungsweise Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Der entsprechende Antrag ist somit
abzuweisen.
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4.
4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn
Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die
Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich
zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM
in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an
(Art. 44 AsylG).
4.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des
zuständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall
eines sogenannten Aufnahmeverfahrens («take charge») sind die in
Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem die betreffende Person erstmals einen Antrag in einem
Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO).
4.3. Wenn eine antragstellende Person, aus einem Drittstaat kommend,
die Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten
hat, ist dieser Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die
Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz zuständig. Die
Zuständigkeit endet gemäss dieser Norm zwölf Monate nach dem Tag des
illegalen Grenzübertritts. Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden
kein Recht ein, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen
(vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3).
Gemäss der «Eurodac»-Datenbank reiste der Beschwerdeführer am
30. August 2021 illegal in Italien ein. Die italienischen Behörden liessen
das Aufnahmegesuch der Vorinstanz vom 4. November 2021 innert der
Frist von Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO unbeantwortet, womit sie ihre
Zuständigkeit implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO). Die
grundsätzliche Zuständigkeit Italiens ist somit gegeben und wird auf
Beschwerdeebene im Übrigen auch nicht bestritten.
5.
5.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, in Italien eine unmenschliche
Behandlung erlebt zu haben. So sei er sei gezwungen worden, gegen
seinen Willen seine Fingerabdrücke abzugeben; man habe ihn
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angeschrien und ihm Gewalt angetan sowie zwei Tage lang kein Essen
gegeben. Zudem sei ihm damit gedroht worden, ihn zurück in den Iran zu
schicken, sollte er seine Fingerabdrücke nicht abgeben.
5.2. Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung
davon aus, dass das italienische Asylsystem zwar gewisse Mängel
aufweist, nicht jedoch systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3
Abs. 2 Dublin-III-VO (vgl. Referenzurteile E-6339/2020 vom 18. Oktober
2021 E. 9 und E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.3). Italien hat
sowohl das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie das Zusatzprotokoll der FK vom
31. Januar 1967 (SR 0.142.301), die EMRK und das Übereinkommen vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ratifiziert.
Hinweise darauf, Italien würde den Grundsatz des Non-Refoulement
(Art. 33 FK) missachten, gibt es nicht. Ferner wird Italien durch die
Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und
Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie,
ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur
Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die
internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie, ABl. L 180/96
vom 29. Juni 2013) gebunden. Trotz gewisser Mängel der italienischen
Aufnahmestrukturen darf angenommen werden, dass Italien seinen völker-
und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen nachkommt und
insbesondere die Rechte respektiert und schützt, die sich für
schutzsuchende Personen aus der Verfahrens- und der Aufnahmerichtlinie
ergeben (vgl. Referenzurteil F 6330/2020 E. 9, 10.5 und 10.6 mit einer
ausführlichen Analyse der positiven Auswirkungen des auf den
20. Dezember 2020 in Kraft gesetzten italienischen Gesetzesdekrets
Nr. 130/2020).
5.3. Der Beschwerdeführer vermag auch unter Verweis auf die mit Eingabe
vom 27. Januar 2022 ins Recht gelegten Beweismittel in Bezug auf die
angeblich unmenschlichen Zustände in Italien nicht darzutun, dass die ihn
bei einer Rückführung zu erwartenden Bedingungen in Italien derart
schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-
Grundrechtecharta bzw. Art. 3 EMRK führen könnten. Es ist im Übrigen
darauf hinzuweisen, dass er bis anhin in Italien noch kein Asylgesuch
eingereicht hat und es an ihm liegt, diesbezüglich die nötigen Schritte
vorzunehmen, damit er unter anderem die in der Aufnahmerichtlinie
vorgesehenen Leistungen beanspruchen kann. Bei einer allfälligen
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vorübergehenden Einschränkung der ihm zustehenden
Aufnahmebedingungen könnte er sich im Übrigen nötigenfalls an die
italienischen Behörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg
einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Im Übrigen verfügt das Land
über eine Polizeibehörde, die sowohl als schutzwillig als auch als
schutzfähig gilt und deren Hilfe der Beschwerdeführer in Anspruch nehmen
könnte. Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO kommt daher nicht zur Anwendung.
6.
Bezüglich des weiteren Vorbringens des volljährigen Beschwerdeführers,
in der Schweiz würden Verwandte von ihm – zwei Brüder, zwei Onkel sowie
mehrere Cousins – leben, vermag er nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Weder Geschwister, noch Cousins oder Onkel gelten als
Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO, weshalb eine
Berufung auf die erwähnte Bestimmung entfällt. Sodann macht der
Beschwerdeführer kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen sich
und seinen Verwandten geltend (vgl. Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO) und es
lassen sich diesbezüglich auch keine konkreten Hinweise aus den Akten
entnehmen.
7.
7.1. Die Vorinstanz hat sodann die Anwendung des Selbsteintrittsrechts
nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311),
zu Recht verneint. Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und
ernsthaftes Risiko dargetan, dass die italienischen Behörden in seinem Fall
den erwähnten völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen
würden, sollte er dort um internationalen Schutz ersuchen. Er bringt auch
keine weiteren Gründe vor, die gegen eine Überstellung nach Italien
sprechen könnten, weshalb auf die zutreffenden Ausführungen in der
vorinstanzlichen Verfügung zu verweisen ist. Bezüglich seiner aus den
Akten hervorgehenden gesundheitlichen Probleme ist anzumerken, dass
sie nicht von einer derartigen Schwere sind, dass aus humanitären
Gründen von einer Überstellung nach Italien abgesehen werden müsste
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.; BVGE 2017 VI/7 E. 6.2).
Im Übrigen verfügt Italien über eine ausreichende medizinische
Infrastruktur, welche der Beschwerdeführer im Bedarfsfall in Anspruch
nehmen kann. Ein Selbsteintritt aus humanitären Gründen im Sinne von
Art. 3 EMRK ist bei dieser Sachlage nicht angezeigt.
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7.2. Bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1
verfügt die Vorinstanz über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9
E. 7 f.). Vorliegend bestehen keine Hinweise auf eine nicht
gesetzeskonforme Ausübung des Ermessens. Insbesondere kann dem
Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er ansatzweise vorbringt,
die Vorinstanz habe ihr Ermessen unterschritten und nicht hinreichend
geprüft, ob ein Selbsteintritt aus humanitären Gründen angezeigt sei. Die
Vorinstanz hat ausführlich und in nachvollziehbarer Weise dargelegt,
weshalb sie eine Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 im vorliegenden
Fall nicht als angezeigt erachtet (vgl. S. 4 ff. der angefochtenen Verfügung)
und damit ihren Ermessensspielraum genutzt. Das Gericht enthält sich
daher in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen.
8.
8.1. Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht nicht auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers eingetreten und hat seine
Überstellung nach Italien verfügt. Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.2. Da sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist, wird
sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines
zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines
Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung behandelt (Art. 111a
Abs. 1 und 2 AsylG).
8.3. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 14. Januar 2021 angeordnete
Vollzugsstopp dahin und der Antrag auf Gewährung aufschiebender
Wirkung erweist sich als gegenstandslos.
9.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist
abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die
Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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