Decision ID: 58fc4f50-c731-5e19-900b-ad18b1e87d71
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, war seit dem 10. März 1997 im Malergeschäft
Y._
in
Z._
als Maler tätig (vgl. Urk.
7
/1 Ziff. 6.3; Urk.
7
/7). Am 31. Dezember 2002 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf
Rücken
beschwerd
en
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte
ihm berufliche Massnahmen (vgl.
Urk.
7/30; Urk. 7/58) und sprach ihm m
it Verfü
gung vom 17. September 2004 bei e
inem Invaliditätsgrad von 55 %
ab 1. Juni 2003 eine halbe Invalidenrente, zuzüglich
Kin
derrenten
und Zusatzrente für die Ehefrau, zu (Urk.
7
/59 und Urk.
7
/45).
Dieser Leistungsanspruch wurde
anlässlich
einer Rentenrevision im August 2006 (vgl. Urk.
7
/67) bestätigt (Mitteilung vom 14. November 2006, Urk.
7
/75).
1.2
Im Rahmen
einer im
Januar 2010 eingeleiteten Rentenrevision (Urk.
7
/93) holte die IV-Stelle
unter anderem
ein
bidisziplinäres
Gutachten
ein
, welches am 5. November 2010 erstattet wurde (psychiatrisches Gutachten mit interdiszipli
närer Zusammenfassung, Urk.
7
/111; vgl. auch internistisch-rheumatologisches Gutachten vom 23. Oktober 2010, Urk.
7
/108).
Mit Verfügung vom 16. August 2011
hob die IV
-
Stelle die bisherige halbe Invalidenrente des Versicherten
wie
dererwägungsweise
auf (Urk.
7
/
123
).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht
mit Urteil vom 3
1.
Mai 2012
gut
(Urk. 7/128; Verfahren Nr. IV.2011.01020)
, mit der Feststellung, dass der Versicherte weiter
hin Anspruch auf eine halbe Rente hat
.
1.3
Im
Dezember 2012
leitete die IV-Stelle erneut
eine Rentenrevision ein
, dies
zur Überprüfung der Rente gestü
tzt auf die Schlussbestimmun
gen der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
vom 1
8.
März 2011 (6.
IV
Revision
; vgl. Urk. 7/144 S. 4
).
Sie
klärte die medizinische Situation ab
und hob – nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk. 7/145
;
Urk.
7/152
;
Urk.
7
/
155;
Urk.
7/175
) – mit Verfügung vom
2
8.
Oktober 2014
die bisherige
halbe Invalidenrente
des Versicherten
auf (Urk.
7/178
= Urk. 2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
2
8.
November 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
8.
Oktober 2014
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2 ob
en). Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Januar 2015
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
). Diese Eingabe wurde dem Versicherten am
24
.
April 2015
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die am
1.
Januar 2012 in Kraft getretene
Revision
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG)
hat zum Ziel, die Invali
den
versicherung (IV) zu sanieren. Dabei steht der Eingliederungsgedanke im Zen
trum. Insbesondere durch soge
nannte „eingliederungsorientierte
Rentenre
visionen
“ sollen laufende Renten erheblich reduziert oder gar aufgehoben wer
den können, indem systematisch überprüft wird, ob bei den
Rentenbezügerin
nen
und -bezügern Potential zur Wiedereingliederung vorhanden ist (Thomas
Gächter
/Eva
Siki
, Sparen um jeden Preis?, in:
Jusletter
2
9.
November 2010, S.
2).
1.3
Gemäss Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Be
schwer
debildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herab
gesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
Mithin finden auf diese IV-Rentnerinnen und -rentner nicht die geplanten Bestim
mungen über die eingliederungsorientierte Rentenrevision Anwendung, die mit flankierenden und begleitenden Massnahmen abgerundet werden. Viel
mehr sind die Rentenansprüche, die etwa gestützt auf die Diagnose eines orga
ni
sch nicht erklärbaren Schmerzzustandes gesprochen wurden, zu über
prüfen und unter dem Gesichtspunkt der seit BGE 130 V 352 verschärften Praxis neu zu beurteilen (
Gächter
/
Siki
, a.a.O., S. 2).
1.4
Ausgangspunkt für die Bemessung der Invalidität bildet die Frage, ob und in welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, trotz ihres
Ge
sund
heitsschadens
ein Erwerbseinkommen zu erzielen. In
Art.
7
Abs.
2 ATSG, der mit der
5.
IVG-Revision am
1.
Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird fest
gelegt, dass eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht nach dem subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilen ist.
Art.
7
Abs.
2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest, was nach der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 V 215 E. 7.3) seit jeher gilt (
Gäch
ter
/
Siki
, a.a.O., S. 3).
Das Bundesgericht erachtete es aus Gründen der Rechtsgleichheit als geboten, sämtliche
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den gleichen Anforderungen zu unterstellen, und hat in der Folge die im Bereich der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelte „Schmerz-Rechtsprechung“ bei verschiedenen verwandten Diagnosen, so bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von Fibromyalgie,
Chronic
Fatigue
Syndrome oder Neurasthenie, dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, der dissoziativen Bewegungsstörung sowie einer spezifischen HWS-Verletzung ohne organisch nachweisbare
Funkti
onsausfälle
(HWS- oder Schleudertrauma) zur Anwendung gebracht (
Gäch
ter
/
Siki
, a.a.O., S. 4, mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung des Bun
desgerichts).
Das gemeinsame Merkmal dieser Beschwerdebilder, welche die einheitliche Anwendung der „Schmerz-Rechtsprechung“ des Bundesgerichts rechtfertigt, be
steht darin, dass die Betroffenen unter körperlichen Symptomen - wie Rü
cken
schmerzen, Müdigkeit oder Magen-Darmproblemen - leiden, die sich nicht durch organische Befunde erklären lassen. Weder fallen unter die Anwendung der „Schmerz-Rechtsprechung“ somit sämtliche psychiatrischen Diagnosen noch ist ausschlaggebend, ob ein bestimmtes Leiden organischen oder psychischen Charakter hat. So hat die Rechtsprechung die zu vorwiegend psychisch begrün
deten Schmerzstörungen (ICD-10: F45.4) entwickelten Regeln unter anderem bereits auf die als organisches Leiden qualifizierte Fibromyalgie (ICD-10: M79.0) übertragen (
Gächter
/
Siki
, a.a.O., S. 4, mit zahlreichen Hinweisen auf die Recht
sprechung des Bundesgerichts).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wich
tige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
halb
e Invali
denrente de
s
Beschwerdeführer
s
zu Recht aufgehoben hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
davon aus
,
dass die Diagnosen
, welche zur
Rentenzusprache
geführt hätten,
zu den ätiolo
gisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweis
bare organische Grundlagen gehören
(S. 2 oben)
.
Im psychiatrischen Gutachten von 2010 sei festgestellt worden, dass eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchti
gende psychische
Erkrankung nicht vorliege (S.
2 Mitte). Es sei darauf zu schliessen, dass die zu prüfenden Faktoren, welche zu einer ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Beschwerdeüberwindung führen könnten, ganz klar nicht in gehäufter und erheblicher Form vorlägen.
Somit bestehe kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente
(S. 2 unten)
.
2.
3
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass
die
Rentenzusprache
aufgrund der psychischen Beschwerden sowie der
Diskuspro
trusion
C5 erfolgt sei. Da die ursprüngliche Berentung
nicht
–
oder nicht nur
–
aufgrund von
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bildern
erfolgt sei
, sei eine Revision gemäss den Schlussbestimmungen nicht zulässig (S. 4 f.)
.
Weder dem Gutachten
A._
noch dem Gutachten der
Medas
B._
komme voller Beweiswert zu, da beide nicht in Kenntnis der voll
ständigen Akten erstellt worden seien (S. 5 f.).
Aus den vorliegenden Berichten ergebe sich klar, dass er spätestens seit Januar 2013 (richtig wohl 2003) dauernd an einer depressiven Symptomatik leide. Eine reaktive Depression hätte mittler
weile längst abklingen müssen, die Schwere der Depression habe sich jedoch sogar noch verstärkt. Es liege offensichtlich eine rezidivierende depressive Stö
rung vor, welche ein eigenständiges Krankheitsbild darstelle (S. 7).
3.
3.1
Wie bereits im Entscheid des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2012 zitiert (vgl. Urk. 7/
128
S.
5 ff.
), lagen im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
die folgenden medizi
nischen Berichte vor:
3.2
Im Bericht der Ärzte des
C._
vom 6. Mai 2002 (Urk.
7
/6/5-6) wurden folgende Hauptdiagnosen genannt (S. 1 oben):
unklare Knieschmerzen beidseits
lumbospondylogenes
Syndrom
Die untersuchenden Ärzte gaben an, dass der Beschwerdeführer seit Juni 2001 an beidseitigen Knieschmerzen leide. Radiologisch fänden sich diskrete Hin
weise für beginnende
Gonarthrosen
beidseits und
skelettszintigraphisch
eben
falls Veränderungen im Bereich des
Tibiofibulargelenkes
sowie der Fibula, wel
che für degenerative Veränderungen sprechen würden. Am ehesten handle es sich um eine Überlastung
. Die Schmerzen träten nur noch selten auf
(S. 2).
3.3
Dr. med.
D._
,
Facharzt für
Allgemeine Inn
ere Medizin und für Rheu
matologie
, stellte im Bericht vom 16. August 2002 (Urk.
7
/6/7-8) folgende Diag
nose (S. 1 Mitte):
18 von 18 positive
Fibromyalgiepunkte
mit
wahrscheinlich
Cronic
-
Fatigue
-Syndrom und
Generalisierungstendenz der weichteilrheumatischen Schmerzen mit Ausbildung einer panvertebralen/paravertebralen
Schmerzsymptoma
tik
Dr.
D._
führte aus, dass beim Beschwerdeführer eine erhebliche
Schmerz
fixierung
auffalle. Die Prädiktoren für eine berufliche Reintegration seien un
günstig, weshalb eine intensivere Betreuung notwendig sei. Nach Rückspra
che mit dem Hausarzt Dr.
E._
sei zuerst eine antidepressive Therapie zu ver
su
chen
(ab dem 1
2.
August 20
02 Beginn mit
Deanxit
)
, die
dysphorische
Ver
stimmung scheine offensichtlich, auch die bei
nahe Verzweiflungsstimmung (S. 2 oben).
3.4
Dr. med.
E._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 18. Januar 2003 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk.
7
/6/1-4) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
Fibrositissyndrom
mit im Vordergrund stehendem
Panvertebralsyndrom
und chronischen Knieschmer
zen (
lit
. A).
Zum Befund gab er eine eher depressive Stimmungslage an. Beide Knie seien schmerzhaft auf Druck und bei maximaler Bewegung ohne Schwel
lung und Rötung.
Es bestehe eine diffuse
Druckdolenz
der Wirbelkörper und paravertebral.
Die Beweglichkeit sei schmerzbedingt eingeschränkt. D
er Beschwerdeführer
leide
an einer
typischen Fibro
myalgie. Er sei in seinem Beruf mit Tragen von schweren Lasten und Überkopfarbeit nicht mehr arbeitsfähig
. Die Umschulung in eine leichtere kör
perliche Tätigkeit sei unbedingt zu emp
fehlen, da der Beschwerdeführer immer wieder versucht habe zu arbeiten und sehr motiviert sei (
lit
. D.7). In einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit sei ihm eine Erwerbstätigkeit ganztags zumut
bar (S. 4 unten).
3.5
Vom 11. März bis zum 1. April 2003 erfolgte ein stationärer Aufenthalt des Beschwerdeführers in der
F._
. Im Austrittsbericht vom 11. April 2003 (Urk.
7
/11) wurden folgende Diagnosen ge
nannt (S. 1 Mitte):
Fibromyalgie-Syndrom
Haltungsinsuffizienz
mit Hyperlordose lumbal
Die behandelnden Ärzte gaben an, dass aktuell wechselnde Schmerzen vor allem im Nacken-/Schulterbereich, lumbal sowie im Bereich beider Knie bestün
den. Es handle sich um Dauerschmerzen mit Verschlimmerung bei Belastung (S. 4 Mitte).
D
ie Diagnose eines Fibromyalgie-Syndroms
könne
bestätigt werden (S. 1 unten).
Bei ausgeprägten Schlafstörungen sei die antidepressive Medika
tion gewechselt worden.
Insgesamt habe die Schmerzsituation bis zum Austritt nicht wesentlich beeinflusst werden können.
Die Rückkehr in den angestamm
ten Beruf als Maler scheine nicht mehr möglich, insbesondere da dieser Beruf prak
tisch täglich Überkopfarbeiten beinhalte
, was dem Beschwerdeführer mehr Schmerzen in Schultern und Rücken bereite
. Eine leichte bis maximal mittel
schwere körperliche Arbeit mit Wechselbelastung für die Wirbelsäule ohne Heben schwerer Gewichte und ohne Überkopfarbeiten sei aus rheumatologischer Sicht möglich (S. 2 Mitte).
3.6
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.3)
gab am 24. April 2003 zuhanden der
Beschwerde
gegnerin
(Urk.
7
/13/5
) an, der Beschwerdeführer sei gemäss seiner Beurteilung grund
sätzlich in einer – wie im Bericht der
F._
beschriebenen –
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (vgl. auch Formular zur medizinischen Beurteilung der Arbeitsbelastbarkeit vom 16. April 2003, Urk.
7
/13/3-4). In der angestammten Tätigkeit als Maler
sei eine Arbeitstätigkeit aufgrund des Schmerzsyndroms nicht mehr zumutbar
.
3.7
Vom 13. Oktober bis zum 6. November 2003
weilte der
Be
schwerdeführer
in der beruflichen Abklärungsstelle
G._
(BEFAS). Im Schlussbericht der BEFAS vom 18. November 2003 (Urk.
7
/24) wurde fest
gehalten, dass sich der Be
schwer
deführer arbeitswillig gezeigt habe. Bei
wech
selbelastend
behinde
rungs
angepassten
leichteren bis gelegentlich maximal mit
telschwer belastenden Tätig
keiten habe er ganztags eingesetzt werden können. Bei verlangsamtem Arbeitstempo und gelegentlich wegen Schmerzen zugespro
chenen kurzen
Ent
lastungspausen
habe er durchschnittlich etwa 60 % einer normalen Tagesleis
tung erzielt. Belastungsabhängig vorübergehend im Vorder
grund seien
intersca
puläre
Schmerzen angegeben worden. Eine zukünftige berufliche Tätigkeit sollte insbesondere bei manuellen Arbeitseinsätzen ohne Überkopfarbeiten und über
wiegend auf Tischhöhe ausgeübt werden können. Bei Beachtung der medizini
schen Situation und der Abklärungsresultate werde ein gestaffeltes Vorgehen mit dem Ziel einer späteren Verwertung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit unter behinderungsadaptierten Arbeitsbedingungen empfohlen. Um dieses Ziel zu erreichen, erscheine im Sinne einer Übergangslösung ein auf
bauendes
Arbeits
training
bei behinderungsangepasster Tätigkeit indiziert; dadurch könne die aktuell realisierbare 60%-Tagesleistung allmählich bis gegen 100 % gesteigert und gleichzeitig bei allmählicher Gewöhnung an
arbeitsspezi
fisch
günstige Belastungen das Selbstvertrauen gestärkt und die psychische Befindlichkeit ver
bessert werden (S. 6 Ziff. 2.3).
3.8
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4)
nannte im Bericht vom 15. Juni 2004 zuhan
den der
Beschwerde
gegnerin
(Urk.
7
/34) neu die
zusätzliche
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen, bestehend seit 2003 (
lit
. A). Er führte aus, dass sich die Schmerzsituation seit seinem letzten Bericht vom Januar 2003 nicht wesentlich verändert habe.
Der Beschwerdefüh
rer
habe weiterhi
n vor allem Schmerzen im Wirbel
säulenbereich mit oft voll
stän
diger Blockierung der Beweglichkeit. Zeitweise bestehe auch ein
Dauer
schmerz
, der vor allem bei anstrengender Arbeit auftrete und die Arbeits
leistung des Beschwerdeführers sehr beeinflusse. Auch die Knie
schmerzen seien meistens vorhanden und würden ihn an einer grösseren
Geh
leistung
hindern.
Anti
depressiva würden regelmässig eingenommen, hätten aber keinen wesentli
chen
Einfluss auf die Schmerzen und die psychischen Symptome.
Seit etwa Mitte 2003 hätten sich die depressiven Symptome zunehmend verschlechtert. Die Zei
chen der mittelgradigen Depression hätten während der Zeit der berufli
chen Abklärung in
G._
und des
Arbeitstrai
nings
im
H._
immer mehr zugenommen. Dabei sei immer klarer geworden, dass er auch diese leichte Arbeit sehr oft nicht habe bewältigen kön
nen. Insgesamt habe sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers deutlich verschlechtert.
Die Schmerzen von Seiten der Fibromyalgie hätten zu
genommen
(jetzt auch bei nur leichter körperlicher Belastung, früher vor allem bei starker Belastung). Dazu bestünden jetzt die Symptome einer mittelgradigen depressiven Episode, welche die Beschwerden von Seiten der Fibromyalgie ver
stärken und eine deutliche Reduktion der Konzentration und Aufmerksamkeit verursachen würden. Für eine leichte behinderungsangepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % (
lit
. D.7).
3.9
Vom 5. Januar bis zum 30. Juni 2004 absolvierte der Beschwerdeführer ein Arbeitstraining im
H._
in
I._
(vgl. Urk. 8/30; Urk. 8/37). Dem entsprechenden Bericht vom 28. Juni 2004 (Urk. 8/37) ist zu entnehmen, dass er am Vormittag jeweils eine quantitative Leistung von 60 % einer durchschnittlichen Leistung in der freien Wirtschaft erreicht hat. Diese Leistungsminderung entstehe vor allem durch seinen konstanten Schmerzpegel, welcher ihn in seiner Bewegungsfreiheit einschränke. Am Nachmittag lasse seine quantitative Leistung nach. Die Schmerzen spüre er dann zwar nicht stär
ker als am Morgen, aber diese würden zu lange dauern, um mit der gleichen Leistung weiter arbeiten zu können. Er brauche dann öfters kleine Pausen (S. 1 Mitte).
Die Schmerzen würden keine volle Belastung im physischen Bereich erlauben
. Dies wirke sich auf seine psychische Verfassung aus
(S. 2 oben).
Der Beschwerdeführer sei ein zuverlässiger und angenehmer Mitarbeiter. Im Laufe seines Arbeitstrainings habe er immer schwierigere Arbeiten selbstän
dig aus
üben können. Seine Auffassungsgabe sei gut, werde aber manchmal durch seine schwachen Deutschkenntnisse beeinträchtigt.
Eine grosse Ein
schränkung für ihn seien die Schmerzen
, die ihn immer begleiten würden. Sie würden seine Leis
tungsfähigkeit und damit seine Chancen auf dem Arbeits
markt sehr stark ein
schränken (S. 3 oben).
3.10
Dr. med.
J._
, Praktische Ärztin,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
der Beschwerdegegnerin, führte in ihrer Stellungnahme vom
13. Juli 2004 (Urk.
7
/42) aus, dass
aufgrund der Abklärung in
G._
die zervikale
Dis
kus
protrusion
C5 mit mässiger
Duralsackeindellung
doch eine grössere Aus
wirkung auch auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit habe (
Schmerzzu
nahme
und Leistungsabnahme am Nachmittag). Verwertet werden könne eine
50%ige Restarbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden leichten bis maximal mittel
schweren Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten. Gegebenenfalls sei eine Stei
ge
rung der Restarbeitsfähigkeit möglich. Der Beschwerdeführer sei gründlich abge
klärt worden, insbesondere bezüglich der Verwertbarkeit einer
Restarbeits
fähigkeit
. Weitere medizinische Begutachtungen würden ihres Er
achtens nur zu einer Verzögerung führen, auch in Bezug auf die praktische Verwertung der jetzt noch vo
rhandenen Restarbeitsfähigkeit.
3.11
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die vorliegenden Berichte davon aus, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Maler nicht mehr zumutbar sei. Zudem hielt sie fest, dass die Abklärung in
G._
sowie das nachfolgende Arbeitstraining im
H._
ergeben hätten, dass er eine leidensangepasste Erwerbstätigkeit bei einem Vollzeitpensum mit reduzier
ter Leistung respektive ein 50%-Pensum mit voller Leistungsfähigkeit ausüben könnte (
Verfügung vom 17. September 2004, Verfügungsteil 2, Urk.
7
/45 S. 1).
4.
4.1
Die seither ergangenen Berichte ergeben über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers folgendes Bild:
4.2
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4)
gab im Bericht vom 16. September 2006 (Urk.
7
/72) einen ver
schlechterten Gesundheitszustand an (Ziff. 1). Die Schmer
zen im Bereich der Wirbelsäule und der Knie, zeitweise auch im
Schultergürtel
bereich
, hätten eher zugenommen. Vor allem komme es häufig zu Episoden, in denen sich der Beschwerdeführer kaum bewegen könne und auch nachts starke Schmerzen auftreten würden. Aktuell sei er in psychiatrischer Behandlung. Bis jetzt habe sich aber an der Schmerzsituation und an der depressiven Verstim
mung nich
ts geändert (Ziff. 3).
4.3
Dr. med.
K._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, nannte im Bericht vom
8. November 2006 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk.
7
/73) als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine reaktive depressive Ent
wicklung (
lit
. A). Er führte aus, dass hinter den wesentlichen Aspekten der körperlichen und depressiven Einschränkung der Leistungs- und Wahrneh
mungsfähigkeit des Beschwerdeführers eine Entwicklungsstörung der Persön
lichkeit mit tiefsitzenden infantilen und abhängigen Reaktionstendenzen anzu
nehmen sei. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei die gleiche wie vor zwei Jahren. Er sei maximal 50 % arbeitsfähig in einer leichten,
behinderungsange
passten
Arbeit (
lit
. D.7).
4.4
Dr. med.
L._
,
Facharzt für
Rheumatologie, führte im Bericht vom 24. Juni 2008 (Urk.
7
/87/5) aus, er gehe grundsätzlich von einer
somatoformen
Schmerzstörung aus, wobei es vers
icherungsrechtlich zu klären gelt
e, ob die so genannten Förster-Kriterien zumindest teilweise erfüllt seien, was dann allen
falls eine differenziertere Beurteilung der effektiven Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ermöglichen würde. Diese Beurteilung könne er nicht vor
nehmen, sondern sollte durch einen erfahrenen Psychiater erfolgen. Der Beschwerdeführer wirke auf ihn chronisch depressiv. Er schlage eine psycho
thera
peutische Schmerztherapie vor.
4.5
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4)
nannte im Bericht vom 9. Februar 2010 zuhan
den der
Beschwer
degegnerin
(Urk.
7
/97/6-10) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
somatoforme
Schmerzstörung (Fibromyalgie)
depressive Störung
Dr.
E._
gab an, dass die Beschwerden im Bereich des Rückens und der grossen Gelenke eher zunehmen würden. Dazu kämen vor allem Schmerzen im Nacken und Schultergürtelbereich (Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei fünf Mal wöchentlich während dreieinhalb Stunden als Lieferwagenchauffeur für die Medikamentenauslieferung tätig. Dies bedeute die maximale Leistungsfähigkeit. Er habe nachher oft starke Schmerzen und müsse sich hinlegen. Auch nehme dann die Konzentration beim Lenken des Lieferwagens ab. Die
Arbeitsgeschwin
digkeit
sei reduziert und werde im Verlauf der Arbeit immer geringer. Im Ver
gleich zu den Arbeitskollegen könne der Beschwerdeführer nur leichte Touren mit leich
ten Kisten durchführen und sei auch sehr viel langsamer (Reduktion von 30-40 %; Ziff. 1.7).
4.6
Dem Bericht über das
Arbeitsassessment
am
C._
vom 17. Juli 2010 (Urk.
7
/10
5
) sind folgende Hauptdiagnosen zu entnehmen (Ziff. 1):
Panvertebralsyndrom
Verdacht auf leichte bis mittelschwere depressive Episode
Die untersuchenden Ärzte führten aus, dass der Beschwerdeführer bei den Tests eine schlechte Leistungsbereitschaft gezeigt habe. Unter zusätzlicher Berück
sichtigung der psychischen Problematik werde dieses Verhalten zumindest teil
weise erklärbar (Ziff. 3). In der aktuellen klinischen Untersuchung fänden sich
myofasziale
Befunde panvertebral ohne funktionelle Einschränkungen des
Ach
senskeletts
. Der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zu den
Vorbe
funden
(2001-2003) nicht verbessert. Das Ausmass der demonstrierten physi
schen Ein
schränkungen lasse sich mit den relativ geringfügigen objektivierba
ren patho
logischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären (Ziff. 4). Für die bisherige Arbeit als Medikamenten-Chauffeur bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (bezogen auf ein 50%-Pensum). Bei Tätigkeit in einem
höhergradi
gen
Pensum könne eine leichte Leistungsminderung (von maximal 25 %) durch sich im Tagesverlauf kumulierende Beschwerden nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich bestehe wahrscheinlich auch eine
leichtgra
dige
Leistungsminderung aufgrund eines psychischen Leidens von
Krankheits
wert
, dessen Ausmass von psychiatrischer Seite her qualifiziert werden müsste, jedoch kaum eine anhal
tende Arbeitsunfähigkeit von mehr als 30 % begründen dürfte (Ziff. 5
.1).
4.7
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Rheumatologie,
stellte im Gutachten vom 23. Oktober 2010 (Urk.
7
/108
/2-37
) keine Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
. Sie nannte die folgen
den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 30 Ziff. 7):
Nikotinabusus
ausgedehnte chronische Schmerzen bei
leichter LWS (Lendenwirbelsäule
n
)-Hyperlordose mit
unauffälliger Ganzkörper-Skelettszintigraphie (Oktober 2010)
normalen Röntgenbefunden beider Knie (Oktober 2010)
keinem wesentlichen Befund in der Computertomographie-LWS-Unter
suchung (Oktober 2010)
diskreten degenerativen Befunden der Halswirbelsäule (April 2010)
klinisch ohne
radikuläre
Zeichen
Dr.
M._
führte aus, dass der Beschwerdeführer ausgedehnte Schmerzen angebe. In der
Dolorimetrie
seien sämtliche (18 der 18) Tender Points patholo
gisch wie auch alle (8 von 8) Kontrollpunkte. Sehr sanfte Berührungen seien bereits als schmerzhaft angegeben worden. Eine Fibromyalgie bestehe
definiti
onsgemäss
nicht, wenn die Mehrheit der Kontrollpunkte pathologisch sei (S. 31 Ziff. 8). Der Beschwerdeführer könne die angestammte Tätigkeit als
Medika
mententransporteur
zu 100 % ausüben. Auch als Maler oder
Druckereian
ge
stellter
könne er zu 100 % arbeiten. Aus rheumatologischer Sicht sei er nie langfristig arbeitsunfähig gewesen (S. 32 Ziff. 9).
4.8
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und Dr.
M._
erstatteten am 5. November 2010 ein psychiatri
sches Gutachten mit interdisziplinärer Zusammenfassung (Urk.
7
/111
). Darin wurden weder aus psychiatrischer noch aus rheumatologischer Sicht Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 8 Ziff. 9.1.1)
. Aus psychiatri
scher Sicht wurde als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine intermittierende Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Ängsten und
Stimmungsein
brüchen
angegeben (S. 7 Ziff. 5.2). Der Beschwerdeführer
leide seit 2001 unter zunehmenden
muskuloskelettalen
Schmerzen, die zu vielen Veränderungen in seinem Leben geführt hätten, was im Rahmen der Anpassungsproblematik in
termittierend zu Stimmungseinbrüchen, Ängsten, Anspannungen und Sorgen geführt habe. Anlässlich der Untersuchung vom 1
8.
Oktober 2010 sei er in psy
chopathologischer Hinsicht ganz unauffällig gewesen.
E
ine ambulante psychi
atrische Behandlung
habe er
seit drei bis vier Jahren nicht mehr in Anspruch genommen und deshalb könne von einer Stabilisierung seines psychischen Zustandes unter niedrig dosierten Psychopharmaka ausgegangen wer
den (S. 7 Ziff. 6). Insgesamt wurde dem Beschwerdeführer sowohl in der bis
herigen als auch in anderen (adaptierten) Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit attes
tiert. Der Beschwerdeführer sei weder aus psychiatrischer noch aus rheumatolo
gischer Sicht langfristig arbeitsunfähig gewesen (S. 8 f. Ziff. 9.2).
4.
9
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4)
nannte mit
Bericht vom
7.
Januar 2013 (
Urk.
7/141/3-6)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
:
depressive Störung
paramediane linksseitige Diskushernie mit Kontakt zum
Myelon
paramediane
ossäre
Apposition von der Deckplatte LWK 4 ausgehend, Bandscheibenvorwölbung L5/S1
somatoforme
Schmerzstörung (Fibromyalgie)
Dr.
E._
berichtete über einen stationären Gesundheitszustand (
Ziff.
4.1).
Es
komme
immer wieder
zu
S
chmerzexazerbationen
, vor allem im Nacken und im Bereich der grossen Gelenke (
Ziff.
3.3 und 3.4).
4.
10
Mit
Bericht vom 2
0.
April 2013 (
Urk.
7/151/2-3
) führte
Dr.
E._
aus, es sei im Verlauf des letzten Jahres zu häufigen Schmerzschüben gekommen. Seit
de
m
Beschwerdeführer
die Stelle als Chauffeur gekündigt worden sei, hätten die Zei
chen der Depression noch deutlich zugenommen. Er könne keine Freude mehr empfinden, habe das Interesse am Leben verloren. Seine Stimmung sei sehr gedrückt, der Schlaf gestört; er fühle sich wertlos (S. 1). Sehr ausgeprägt sei der Verlust der Libido. Es sei eindeutig, dass die chronische Schmerzstörung einen massiven negativen Einfluss auf die Depression habe (S. 2).
4.
11
Dr.
med.
N._
,
Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
gab
im Bericht vom 2
8.
April 2013 (
Urk.
7/151/1) an, dass der Beschwerdeführer seit 1
0.
April 2013 bei ih
r
in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe
. Es handle sich um eine stützende Gesprächstherapie
einmal wöchentlich. Sie nannte
folgende Diagnosen:
mittelgradige bis schwere depressive Episode
Anpassungsstörung
somatoforme
Schmerzstörung (Fibromyalgie)
Der Beschwerdeführer habe per Ende Mai 2013 die Kündigung
bei seinem Arbeit
geber erhalten, wo er seit Januar 2005 als Chauffeur zu 50 % arbeite. Seit der Kündigung habe sich auch der psychische Zustand zunehmend verschlech
tert sowie die Beschwerden von Seiten der Fibromyalgie verstärkt. Eine 50%ige Rente sei sicher indiziert.
4.
12
Das Gutachten der Ärzte der
Medas
B._
vom 2
0.
Februar 2014 (Urk. 7/170) basiert
e
auf
einer
internistischen,
einer rheumatologischen und einer psychiatrischen Untersuchung des Beschwerdeführers (vgl. S. 1) sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 2 ff.). Darin werden keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt, hingegen folgende Diagnosen ohne wesentli
che Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 24 Ziff. 7.1):
generalisiertes weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom mit vielen vegeta
tiven Begleitbeschwerden
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
reaktive Depression auf eine Belastungs- und Anpassungsstörung
Zusammenfassend wurde
aus rheumatologischer Sicht
ausgeführt
, die beklagten ausgedehnten, praktisch generalisierten Schmerzen, einhergehend mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden seit über 10 Jahren, seien stets unspezifisch gewesen, zeitweise auch als Fibromyalgie bezeichnet worden, aktuell eher als generalisiertes weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom zu beschreiben. Die Schmerzen seien auch durch ein altersgemäss normales Röntgen von Hals- und
Lendenwirbelsäule sowie normale Laborwerte
nicht erklärbar. Subjektiv gehe es sei
t
über 10 Jahren gleichbleibend schlecht oder es verschlimmere sich mit den Beschwerden, objektiv liessen sich somatisch keine relevanten Befunde erheben (S. 25
Ziff.
7.2.3).
Aus psychiatrischer Sicht wurde festgehalten,
es liege eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung vor, also andauernde, schwere und quälende Schmerzen, welche durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden könnten.
Die Schmerzen träten in Verbindung mit emotionalen Konflikten und psychosozialen Problemen auf (Verlust der Arbeits
stelle beziehungsweise Kündigung, Existenzängste; S. 20 oben).
Die depressive Symptomatik des Beschwerdeführers sei reaktiver Natur auf die multiplen kör
perlichen Symptome (Schmerzen im Vordergrund) und auf psychoso
ziale Belastungsfaktoren, sei im Rahmen einer Reaktion auf eine Belastungs- und Anpassungsstörung zu sehen und stelle somit kein eigenständiges Krankheits
bild im Sinne einer Komorbidität dar beziehungsweise sei nicht invalidisierend (S. 20 Mitte).
Spätestens seit dem Gutachtenszeitpunkt bestehe aus somatischer und psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 26
Ziff.
8.1.2).
4.13
Dr.
N._
(vorstehend E. 4.11)
nannte
am
2.
Juli 2014
(
Urk.
7/174)
„
im
Rah
men eines Rekurses
“
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung gegenwä
rtig schwerer Episode. Sie gab
an, die depressive Symptomatik zeige sich in einer sehr labilen emotionalen Verfassung
, Traurigkeit, Interessenverlust, stark verminderter Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen trotz medikamentöser Behandlung, geringer Belastbarkeit, Gefühlen der Wertlosigkeit und Insuffizienz verbunden mit Schuldgefühlen der Familie gegenüber, Ängsten, sozialem
Rück
zug, verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit,
Libidostörung
, chroni
scher Müdigkeit, Gedankenkreisen, Suizidgedanken.
Die rezidivierende depressi
ve Störung sei ein selbständiges Krankheitsbild, unabhängig von der
somatoformen
Schmerzstörung. Nach Angaben des Beschwerdeführers habe sich die erste län
gere depressive Episode im
Jahr
2001 entwickelt (S. 1). Seit Anfang Februar 2014 arbeite er als Lieferwagenchauffeur für Eier- und Teigwarenauslieferung mit einem 50%-Pensum. Er sei aber in ständiger Angst, wegen seinem psychi
schen und somatischen Zustand seine Arbeit zu verlieren (S. 2).
4.
14
Mit
Bericht vom 1
7.
November 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
3)
nannte
Dr.
N._
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
Anpassungsstörung
Sie füh
rte
aus
, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich trotz psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung verschlechtert. Seine Arbeit als Chauffeur könne
er nur sehr knapp bewältigen; e
r stosse täglich an die Grenzen der Belastbarkeit
(S. 1)
.
Es bestünden zwei unabhängige Diagnosen: einerseits die schwere psychische Erkrankung, andererseits die somatischen Symptome. Die Existenzängste und Unsicherheiten nähmen zu, was die Depres
sion verstärke (S. 2).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Aufhebung der Invalidenrente auf
lit
. a
der
Schlussbestimmung
en der
Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011
.
5.2
D
ie Ausschlusskriterien gemäss
Abs.
4
(Erreichen des 5
5.
Altersjahres im Zeit
punkt des Inkrafttretens der Änderung oder Bezug einer Rente seit mehr als 15 Jahren im Zeitpunkt der Überprüfung)
sind vorliegend
nicht gegeben
. Da die
Überprüfung der Rente innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten d
er Ände
rung am 1. Januar 2012 erfolgte, ist
lit
. a
der
Schlussbestimmung
en der
Ände
rung des IVG vom 1
8.
März 2011
aus formeller Sicht anwendbar.
Zu prüfen bleibt, ob
die
ursprüngliche
Rentenzusprache
auf
einem
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare or
ganische Grundlage
basierte.
Soweit organische Beeinträchtigungen auch zu einer Leistungseinschränkung beitrugen, hindert dies die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nicht. Lau
fende Renten sind daher vom Anwendungsbereich der Schlussbestimmung
lit
. a IVG nur auszunehmen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden beru
hen. Lassen sich unklare Beschwerden von erklärbaren Beschwerden trennen, kann die Schlussbestimmung auf
erstere
Anwendung finden (
BGE 140 V 197
E.
6.2.3
).
5.3
Die
Rentenzusprache
per
1. Juni 2003
erfolgte im Wesentlichen
aufgrund
einer Fibromyalgie
.
Dr.
D._
,
Dr.
E._
und auch die Ärzte der
F._
diagnostizierten in ihren zwischen August 2002 und April 2003 ergan
ge
nen Berichten eine Fibromyalgie und hielten fest, dass
eine Arbeitstätigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Maler
nicht mehr zumutbar
sei. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit stützte sich die
Beschwerde
gegnerin
auf die Einschätzung des Hausarztes
Dr.
E._
sowie die Ergeb
nisse aus der beruflichen Abklärung und dem 6-monatigen Arbeitstraining.
Dr.
E._
gab im Juni 2004 an,
die Schmerzen von Seiten der Fibromyalgie hätten zu
genommen
und würden durch die Symptome einer mittelgradigen depressiven Episode verstärkt; er attestierte dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Den Berichten der
Abklärungs
stelle
G._
und dem
H._
ist zu entnehmen, dass die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit im Wes
entlichen schmerzbedingt seien. A
ngesichts der geringen somatischen Befunde war somit
im Wesentlichen
die Fibromyalgie ursächlich für die reduzierte Leistungsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit.
Die
psychische
n
Beschwerden wurden
im Zeitpunkt der
Ren
tenzusprache
nicht fachärztlich abgeklärt und sind
im Zusammenhang mit der Fibromyalgie zu sehen
.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, es sei we
der im Feststellungsblatt noch in der RAD-Stellungnahme
im Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit
auf die Fibromyalgie Bezug genommen worden (vgl.
Urk.
1 S. 4),
ist
festzuhalten, dass die Diagnose einer Fibromyalgie auf dem Feststellungsblatt
aufgeführt wurde
(
Urk.
7/43
S. 2
)
. Die 50%ige Arbeitsfähig
keit wurde
mit Verweis auf den Bericht
der
F._
vom 11. April 2003
vermerkt
(
Urk.
7/43
S.
3 oben
)
, in welchem – neben einer
Haltungsinsuffi
zienz
–
ebenfalls die Diagnose eines Fibromyalgie-Syndroms genannt wird
.
Weshalb die RAD-Ärztin die Schmerzen auf eine
Diskusprotrusion
C5
zurück
führte
, ist angesichts der Aktenlage
nicht
nachvollziehbar
.
5.4
Nach dem Gesagten stützte sich die Rente des Beschwerdeführers massgeblich auf ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage im Sinne von
lit
. a der
Schlussbestimmun
gen
der Änderung des IVG vom 1
8.
März 201
1.
Zu prüfen
bleibt
damit das Vor
liegen einer Erwerbsunfähigkeit im Sinne von
Art.
7 ATSG.
5.5
In Bezug auf den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers liegen
im Wesentlichen
folgende
Beurteilungen
vor.
Der Hausarzt
Dr.
E._
stellte im Februar 2010 die Diagnosen einer
somatoformen
Schmerzstörung und einer depressiven Störung und
hielt
fest, dass die aktuelle Arbeitstätigkeit von fünf Mal
wöchentlich
dreieinhalb Stunden die maximale Leistungsfähigkeit bedeute. In den späteren Berichten vom Januar und April 2013 ging er von einem stati
onären Gesundheitszustand aus.
Dr.
A._
und Dr.
M._
konnten im November 2010 - bei ausgedehnten chronischen Schmerzen und einer intermit
tierenden Anpassungsstörung - keine Arbeitsunfähigkeit feststellen.
Dr.
N._
diagnostizierte im April 2013 eine mittelgradige bis schwere depressive Episode, eine Anpassungsstörung sowie eine
somatoforme
Schmerzstörung; im Juli 2014 nannte sie eine rezidivierende depress
ive Störung gegenwärtig schwere
Episode und im November 2014 zusätzlich eine Anpassungsstörung.
Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich
Dr.
N._
nicht konkret, hielt aber fest, dass
d
er
Beschwerdeführer
die aktuelle Arbeit nur sehr knapp bewältigen könne und eine 50%ige IV-Rente sicher indiziert sei.
Die
Ärzte der
Medas
B._
bescheinig
ten dem Beschwerdeführer
im Februar 2014
bei den Diagnosen eines
generalisierten Schmerzsyndroms, einer
somatoformen
Schmerzstörung und einer reaktiven Depression eine volle Arbeitsfähigkeit.
Sowohl die Ärzte der
Medas
B._
als auch
Dr.
A._
und Dr.
M._
attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit. Hierzu kann festgehalten werden, dass die Gutachten basierend auf umfassenden Untersuchungen des Beschwerdeführers, unter Einbezug der Akten, Erhebung der vollständigen Anamnese und Befunde sowie unter Darlegung der Schlussfolgerungen erstattet wurden. Die beiden Gutachten vermögen den praxisgemässen Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.5) vollumfänglich zu genügen, weshalb auf sie abgestellt werden kann.
Soweit Dr.
E._
- bei welchem der Beschwerdeführer seit 1999 in Be
hand
lung steht (vgl. Urk. 7/141/3
Ziff.
3.1) - (weiterhin) von einer zumindest 50%igen Arbeits
unfähigkeit ausgeht, kann diese Einschätzung die eingehend
begründeten Untersuchungsergebnisse gemäss den beiden Gutachten nicht ent
kräften, zumal bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. E. 1.6).
Ähnliches
gilt auch
für die behandelnde Psychiaterin Dr.
N._
, welche
ihre Berichte
„im Rahmen eines Rekurses“ respektive „im Rahmen der Einsprache“
erstattete und sich
zur Angemessenheit einer Rente äusserte.
Der
Beschwerdeführer
kritisierte, dass die beiden Gutachten nicht in Kenntnis der vollständigen Akten erstellt worden seien (
Urk.
1 S. 5 f.).
Im Gutachten von
Dr.
A._
und Dr.
M._
seien die Berichte von
Dr.
E._
vom 1
2.
Juli 2004 und vom 3
1.
August 2006 sowie der Bericht des
C._
über das
Arbeitsas
sessment
vom 1
7.
Juli 2010 nicht berücksichtigt worden. Dazu ist zu bemerken, dass der Bericht von
Dr.
E._
vom 1
2.
Juli 2004 (
Urk.
7/38) nichts wesent
lich Neues gegenüber dem früheren, den Gutachtern vorliegenden Bericht vom 1
5.
Juni 2004 (
Urk.
7/34) beizutragen vermag. Ein vom 3
1.
August 2006 datie
render Bericht von
Dr.
E._
ist nicht aktenkundig. Der Bericht
der Ärzte
des
C._
(
Urk.
7/107) lag den Gutachtern vor (vgl. rheumatologisches Gutachten Dr.
M._
,
Urk.
7/108 S. 15 f., auf das sich
Dr.
A._
stützte
,
Urk.
7/1
11 S.
1
).
Weiter bemängelte der Beschwerdeführer, dass im Gutachten der
Medas
B._
der Bericht von
Dr.
E._
vom 1
8.
Januar 2003, derjenige von
Dr.
L._
vom 2
5.
Juni 2008 sowie der Bericht des
C._
nicht berücksichtigt worden seien (
Urk.
1 S. 6). Sämtliche genannten Berichte wurden im
rheuma
tologischen Gutachten von Dr.
M._
ausführlich
zitiert (vgl.
Urk.
7/108 S.
5, S. 13 sowie S. 15 f.
).
Dementsprechend konnten die Gutachter
der
Medas
B._
auf diese Weise
davon Kenntnis nehmen.
Soweit die genannten Akten
den Gutachtern
tatsächlich nicht vorlagen, vermag dies
die Expertisen
somit nicht in Zweifel zu ziehen. Vor diesem Hintergrund erweisen
sich
die beiden
Gutachten
entgegen der Auffassung de
s Beschwerdeführers
als beweiskräftig und es kann darauf abgestellt werden.
Die beiden Gutachten, welche im zeitlichen Abstand von mehr als drei Jahren erstattet wurden, stimmen bezüglich der genauen Diagnosen nicht überein. So
wurde im Gutachten von
Dr.
A._
und Dr.
M._
im Wesentlichen
eine intermittierende Anpassungsstörung
festgestellt. D
ie Ärzte
der
Medas
B._
diagnostizierten
schliesslich
eine
reaktive Depression
und gaben an, dass die depressive Symptomatik im Rahmen einer Reaktion auf eine
Belas
tungs
- und Anpassungsstörung zu sehen sei
.
Darin kann somit kein relevanter Widerspruch gesehen werden.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer an Schmerzen leidet, die aus somatischer Sicht nicht erklärbar sind.
I
m aktuelleren Gutachten
der
Medas
B._
wurde
schliesslich
eine
somatoforme
Schmerzstörung
diagnostiziert.
Diese Diagnose wurde zuvor auch von
Dr.
E._
gestel
lt und von der Psychiaterin Dr.
N._
– zumindest im ersten Bericht – übernommen.
5.
6
Eine fach
ärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität
und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder pro
gredienter
Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitati
onsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (koopera
tive Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - aus
nahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
Die
Ärzte der
Medas
B._
hielten in ihrem Gutachten fest, dass
die depres
sive Symptomatik im Rahmen einer Reaktion auf eine Belastungs- und Anpassungsstörung zu sehen sei und somit kein eigenständiges Krankheitsbild im Sinne einer Komorbidität darstelle (Urk. 7/170 S. 20 Mitte).
Dies erscheint i
n Würdigung der Aktenlage
nachvollziehbar
;
es
ist
davon auszugehen, dass es sich um Begleiterscheinungen der
somatoformen
Schmerzstörung handelt. So bestand die depressive
Symptomatik
auch nicht vor Entstehung der
Schmerz
problematik
, sondern hat sich vielmehr im Zusammenhang mit dieser herausge
bildet.
Soweit die behandelnde Psychiaterin
Dr.
N._
geltend machte, bei der
depressiven Störung handle es sich um ein selbständiges Krankheitsbild, unabhängig von der
somatoformen
Schmerzstörung, vermag dies angesichts der Aktenlage nicht zu überzeugen.
Die Gutachter
der
Medas
B.
_
kamen zum Schluss, dass
die
sogenannten
Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien
. Chronische körperliche Begleiterscheinun
gen, die zum psychopathologischen Zustandsbild in erheblicher Weise beitragen würden, lägen nicht vor. Ein
primärer Krankheitsgewinn
könne nicht eruiert werden. Der Beschwerdeführer pflege soziale Kontakte, treffe Freunde und Familienangehörige, interessiere sich für Fussball, sehe fern. Die
Behandlungs
ergebnisse
der psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuung seien zwar unbefriedigend, könnten aber nicht als Ziel haben, Belastungsfaktoren zu besei
tigen
(Urk. 7/170 S. 20 Mitte
; vgl. auch S. 23
).
Die Gesamtwürdigung der bei Fehlen einer psychischen Komorbidität zu beach
tenden massgebenden Kriterien ergibt, dass einzig von einem
chronifizierten
Krankheitsverlauf auszugehen ist. Angesichts dessen kann nicht gefolgert wer
den, eine Schmerzbewältigung sei ausnahmsweise unzumutbar. Somit ist der Regelfall der zumutbaren Überwindbarkeit gegeben, so dass die aufgrund der
somatoformen
Schmerzstörung
und der damit zusammenhängenden depressi
ven
Symptomatik
bestehende
Minderung der Arbeitsfähigkeit im
versiche
rungsrechtlichen
Rahmen ausser Betracht bleiben muss.
5.7
Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht festgestellt, dass die beim Beschwerdeführer vorhandenen Beschwerden mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
aus objektiver Sicht überwindbar sind und folglich nicht zu einer Erwerbsunfähigkeit führen. Damit ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
9
00
.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.