Decision ID: a2287c74-37f8-4221-b462-adcef7d473de
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 196
3
,
war
zuletzt vom
1.
Juni 2002 bis 3
0.
Septem
ber 2013
(
Urk.
3/2)
bei der
Y._, Informatikdienste
,
als Supportmitarbeiter
erwerbstätig und meldete
sich am 1
6.
Juli 2015
mit dem Hinweis auf
zer
vikale und lumbale Beschwerden
(Urk.
9/6
Ziff. 6.3
)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an.
Die Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, liess den Versicherte
n
ortho
pä
disch und psychiatrisch
begut
achten (
bidisziplinäres
Gutachten vom
5.
Dezember 2016
; Urk.
9/33
) und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/35, Urk. 9/36,
Urk.
9/49
Urk.
9/55
) mit Verfügung vom
6.
November
2017 (Urk. 9/
62
= Urk. 2) einen
Leistungsa
nspruch des Versi
cher
ten (S. 1).
2.
Gegen die Verfügung
vom
6.
November
2017 (Urk. 2) erhob
der
Versicherte am
6.
Dezember
2017
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss
, diese sei auf
zuheben
und
es sei ihm
eine Rente
zuzusprechen
(S. 1).
Mit
Beschwerdeantwort vom
2
5.
Januar 2018
(Urk. 8) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
. Mit Verfügung vom 1
9.
Juni 2018 (
Urk.
19) wurde dem Beschwerdeführer
antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozess
füh
rung
gewährt und es wurden bei den Verfassern des
bidisziplinären
Admini
stra
tiv
g
utachten
s
vom
5.
Dezember 2016
(
Urk. 9/33)
ergänzende Stellungnahme
n
(Stellungnahmen vom 2
4.
Juli 2018;
Urk.
22 und
Urk.
23)
eingeholt
.
Die
Be
schwerdegegnerin
verzichtete am
2
8.
August 2018
auf eine Stellungnahme dazu (
Urk.
27). Der Beschwerdeführer liess sich
dazu nicht
vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Fol
gen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
unab
-
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.4
Gemäss
BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechts
frage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen an
hand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
un
fähigkeit
schliessen
lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 21. März 2018 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbrin
gen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 21. März 2018 E. 4.3
).
1.
5
Aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer
bloss
leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifizert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.6
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die invalidisieren
den Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklärungen
vage und unbestimmt, ist der Beweis für die
An
spruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4
.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
6.
November 2017 (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer zwar unter gewissen gesund
heitlichen Einschränkungen
gelitten habe
, dass ihm die Ausübung seiner bishe
rigen Tätigkeit als Tourismusfachmann sowie
die Ausübung
anderer Tätigkeiten in der freien Marktwirtschaft weiterhin vollumfänglich zuzumuten
gewesen
sei, weshalb Ansprüche des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf beruf
liche Unterstützung
nicht ausgewiesen gewesen
seien (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen
vor, dass auf das von der Beschwerde
gegnerin eingeholte Administrativgutachten nicht abzustellen sei, und dass der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht ergänzend abzuklären sei (
Urk.
1).
3.
3
.1
Die Ärzte der Universitätsklinik
Z._
, Orthopädie,
führten
in ihrem
Bericht vom
3.
August 2015 (
Urk.
9/12/6-9)
aus
, dass der Beschwerdeführer
seit mehreren Jahren
unter Schmerzen im Bereich der Hals- (HWS)
und
der
Lendenwirbelsäule
(LWS) leide (S. 2)
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Zervikobrachialgie
rechts bei
mediolateraler
Diskushernie C5/6 rechts mit Kontakt zur Nervenwurzel C6 rechts
-
Lumbago bei Segmentdegeneration mit
Osteochondrose
L5/S1
In der bisherigen Tätigkeit als
IT-Systemtechniker
bestehe keine Arbeitsun
fähig
keit (S. 1).
Im Bereich der LWS
habe
sich konventionell-radiologisch eine Degene
ration mit
Osteochondrose
des Segmentes L5/S1
gezeigt. Eine durchgeführte Magnetresonanztomographie (
MRI
) habe
keine Spinalkanalstenose
und
keine
nennenswerte Wurzelkompression lumbal
ergeben.
Zervikal
lasse
sich eine Dis
kushernie C5/6 mit Wurzelk
o
ntakt zur C6-Wurzel nachweisen, welche die
Zervi
ko
brachialgien
erklären
könne.
Bezüglich der
LWS
liessen
sich die Beschwerden durch die degenerativen Veränderungen
im
Segment L5/S1 erklären
. Diesbe
züg
lich sei eine
Physiotherapie
angezeigt (S. 29
)
.
3
.
2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, stellte in seinem Bericht vom 2
5.
Oktober 2015 (
Urk.
9/20) die
folgenden
Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
-
r
ezidivierende depressive Störung mit wiederholtem Alkoholmissbrauch
-
z
ervikales und lumbales Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränd
e
rungen mit zervikaler Diskushern
ie C5/C6 rechts sowie
Osteochondrose
L5/S1
Er führte aus
, dass der Beschwerdeführer seit
vielen Jahren
unter
depressive
n
Episoden
gelitten habe, und dass ihm
vor 13 Jahren wegen Alkohol
k
onsums
der Führerschein entzogen worden sei
.
Die im Jahre
2013
erfolgte
Kündigung
eines
langjährigen Arbeitsverhältnisses sowie
die
eheliche Trennung
hätten
seine
psy
chische Verfassung
destabilisiert. In Bezug auf die
bisherige Tätigkeit
als
IT-Sup
porter
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von
50
%
. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer behinderungsangepasste
Tätigkeit
en in Zukunft ganztags werde ausüben können (S. 2).
3
.
3
Die Ärzte der psychiatrischen Klinik
B._
führten
in ihrem Bericht vom
1
3.
Juli 2016 (
Urk.
9/25)
aus
, dass der Beschwerdeführer die psycho
therapeutische Behandlung nach fünf Sitzungen abgebrochen habe (
Ziff.
1.5)
,
und stellten die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte Episode
-
multiple Bandscheibenvorfälle
-
zervikales und lumbales Schmerzsyndrom bei degenerativen Verände
rungen mit zervikalen Diskushernien
Es sei von einer Chronifizierung der Schmerzbeschwerden und der depressiven Störung
auszugehen. Auf Grund dysfunktionaler Denkmuster sei eine ungünstige Prognose zu stellen (
Ziff.
1.4).
Durch eine
schwierige soziale Situation
und
durch die depressive Symptomatik
werde der Beschwerdeführer in der Belastbarkeit und Konzentration und damit in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Die Ausübung einer nicht
körperbetonten Tätigkeit
sei ihm indes wahrscheinlich
im Umfang eines geringgradigen
Pensum
s
zuzumuten (
Ziff.
1.7).
3
.
4
Dr.
C._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
D._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
E._
,
erstatteten am
5.
Dezember 2016 ein
Gutachten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/33)
. Sie führten aus
, dass der Beschwerdeführer am 2
5.
November 2016 orthopädisch und psychiatrisch untersucht worden sei (S. 1)
,
und stellten die folgenden Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
mit:
-
Pseudoretrolisthesis
L4/L5
-
f
ortgeschrittene
r
Osteochondrose
L5/S1 mit
subtotal
aufgebrauchtem
Intervertebralraum
-
distal betonte polysegmentale
Faz
ettengelenksarthrosen
-
c
hronisches
zervikoze
phales
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
bei:
-
p
olysegmentalen
Osteochondrosen
betont in den Segmenten C5/C6 sowie geringer ausgeprägt auch C6/C7
-
distal betonte polysegmentale
Faz
ettengelenksarthrosen
C4 bis Th1
-
Varusgonarthrose
mit einer
Chondropathie
Grad l-II bei
erstgradiger
Insuf
fizienz
des vorderen Kreuzbandes (VKB)
im Bereich des rechten Knie
gelenkes mit begleitender
femoropatellar
er
Arthrose mit einer
Chondro
pathie
Grad II
-
Varusgonarthrose
mit einer
Chondropathie
Grad II bei
erstgradiger
VKB-Insuffizienz im Bereich des linken Kniegelenkes mit begleitender
femor
opatellar
er
Arthrose mit einer
Chondropathie
Grad II
Ferner
stellten sie die folgenden Diagnosen
oh
ne Auswirkungen auf die Arbeits
f
ähigkeit
(S.
3):
-
b
eidseitige, rechts betonte Offsetstörung mit Pistolengriff-Deformität des Schenkelhalses ohne wesentliche Bewegungseinschränkung
-
Status nach ehemaliger linksseitiger
Maisonneuvefraktur
,
gegenwärtig
ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung
-
Status nach ehemaliger linksseitiger distaler
fibularer
Bandruptur,
gegen
wärtig
ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionsein
schränkung
-
c
hronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (Standardindikatoren negativ)
-
r
ezidivierend
e
depressive Störung;
gegenwärtig
remittiert
-
m
ul
tiple psychosoziale Probleme mit/
bei:
-
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
-
Probleme in Verbindung mit Arbeitslosigkeit
-
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (Sozialhilfe
empfänger, Schulden)
Die psychiatrische Untersuchung habe ergeben, dass soziokulturelle Divergenzen
im Vordergrund stünden. Der in Peru aufgewachsene Beschwerdeführer habe Mühe
,
mit den schweizerischen Gepflogenheiten zurecht zu kommen. In psycho
sozialer Hinsicht leide er unter finanziellen Problemen und sei beruflich per
-
spektivenlos
(
Urk.
9/33/48). Es sei von einer Schmerzverarbeitungsstörung auf der Grundlage soziokultureller Probleme beziehungsweise von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren
auszugehen.
Depres
sive Symptome seien nicht mehr vorhanden, weshalb von einer remittierten de
pres
siven Störung auszugehen sei. Hinweise auf ein aktuelles Suchtgeschehen be
stünden nicht (
Urk.
9/33/49). Aus psychiatrischer Sicht könne eine psychia
trische Diagnose, welche geeignet wäre,
mittel-
bis langfristig
eine
Arbeitsun
fähigkeit von 20
%
und mehr
zu verursachen, nicht gestellt werden (S. 4).
Die orthopädische Untersuchung habe ergeben, dass der Beschwerdeführe
r
auf Grund von Funktionseinschränkungen seiner
Hals- und Lendenwirbelsäule sowie seiner Kniegelenke
in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde.
In qualitativer Hinsicht bestünden
Leistungseinschränkungen
insbesondere bei folgenden Ver
rich
tungen
: Schwerst- und Schwerarbeiten
, s
tändige mittelschwere Arbeiten
,
Heben
und Tragen von Lasten körperfern über 10
Kilogramm
ohne technische Hilfsmittel
,
Heben und Tragen von Lasten körpernah über 15
Kilogramm
ohne technische Hilfsmittel
, r
epetitive stereotype Bewegungsabläufe
,
Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken
, d
as mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangshaltungen
,
Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung
,
Tätigkeiten mit Pressen oder Stemmen, welche zu einer intraspinalen Druckerhöhung führen
, das
mehr als gelegentliche Heben
von Lasten über die Horizontale, m
ehr als gelegentliche Überkopftätigkeiten
, d
as Gehen auf unebenem Gelände
, d
as Be
steigen von Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen
, d
as mehr als gelegentliche Treppensteigen
, T
ätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken
, k
niende Tätigkeiten
,
Tätigkeiten mit länger
dauernder
Einnahme nur einer Körperposition
,
Tätigkeiten, welche üb
erwiegend kniend sowie im
Hocksitz
durchgeführt werden
,
Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe
,
Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund
und
Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkord
arbeit
(S. 4 f.).
Dem Beschwerdeführer sei die Ausübung einer leidensgerecht adaptierten, knie- und rückenschonender Tätigkeit, mit
intermittierend
stehender, gehender und sitzender Körperposition in vollzeitlichem Umfang, ohne Leistungseinbusse zuzu
muten. Um eine solche zumutbare, behinderungsangepasste Tätigkeit habe es sich
auch bei der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführe
r
s als IT-Mitarbeiter bei der
Y._
gehandelt (S. 5).
3
.
5
Dr.
F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates
,
R
egionaler ärztlicher Dienst der Beschwerde
gegnerin (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 2
3.
Dezember
2016 (
Urk.
9/34/6-7) aus, dass
auf
das Gutachten der Ärzte der
E._
vom
5.
Dezember 2016 abgestellt werden könne. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass in Bezug auf behinderungsangepasste, körperlich leichte, knie- und rückenadap
tierte Tätigkeiten
mit intermittierend
stehender, gehender und sitzender Körper
position,
keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Um eine solche behinde
rungs
angepasste Tätigkeit handle es sich bei der bisherigen
Tätigkeit
des Be
schwer
de
führers
als Tourismusfachmann
(S. 2).
3
.
6
In ihrem Bericht vom 2
7.
Juni 2017 (
Urk.
9/54)
führten
die Ärzte der Universi
tätsklinik
Z._
, Orthopädie,
aus,
dass der Beschwerdeführer unter einem chro
nischen
Schmerzempfinden
in Bereich nahezu aller
Gelenke am Körper
leide
,
und stellten die folgenden D
iagnosen
(S. 1):
-
b
eginnende
Coxarthrose
beidseits, rechts aktuell beschwerdeführend
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit pseudoradiku
lärer
Ausstrahlung L5
mit/bei
Pseudoretrolisthesis
L4/5
-
c
hronisches
ze
rvi
kothorakales
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
mit/b
ei Status nach
Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion
in den Jahren
2002 und 2004
-
Varusgonarthrose
linksseitig
-
Status nach VKB-Ersatzpl
astik sowie die Teilresektion rechts
im Jahre
1995
-
u
nklare Schulterschmerzen beidseits
-
Status nach
Osteosynthese einer linksseitigen
Maisonneuve
-Fraktur
im April
2014
-
Status nach di
staler
fibularer
Bandruptur links
Da der Beschwerdeführer
keine eindeutige
beschwerdeführende
Stelle am Körper angegeben
könne
, sowie
auf Grund der
Chronifizierung des Leidens
sei eine rheu
matologische
Abklärung
beziehungsweise eine
multidisziplinäre Schmerztherapie
angezeigt (S. 2).
3
.
7
Ein am
2
3.
August 2017
erstelltes MRI ergab
eine Protrusion der Bandscheibe L4/
5 mit
rezessaler
Stenose links und Kompression der absteigenden Nerven
wurzel L5 sowie eine leichtgradige, kaudal betonte degenerative Veränderung der LWS
(
Urk.
3/6).
3
.
8
In ihrem Bericht vom
7.
November 2017 (
Urk.
3/7) stellten
die Ärzte der Univer
sitätsklinik
Z._
,
Rheumatologie, die folgenden Diagnosen (S. 1 f.):
-
c
hro
nisches
lumbospondylogenes
Schme
rzsyndrom links mit intermit
tie
rend
lumboradikulärem
Reizsyndrom L5 links, Erstmanifestation 1985
, mit Fehlstatik des Achsenskelettes und mit muskul
äre Dysbalance
-
c
hronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits,
Erstmani
festation 2007
, mit
Fehlstatik des Achsenskelettes
und mit
muskuläre
r
Dysbalance
-
b
eginnende
Coxarthrose
-
Varu
s
gonarthrose
linksseitig
-
b
eginnende
retropatelläre
Arthrose
im rechten
Knie
bei Status nach
vorde
rer Kreuzbandplastik sowie Teilresektion
des rechten
Menis
k
us
im Jahre
1995
-
Schulterschmerzen
beidseits
-
a
rterielle Hype
rtoni
e
-
Vi
tamin D-Mangel
, unter
Substitution
Beim Beschwerdebild, unter welchem der Beschwerdeführer leide, handle es sich um ein mechanisch bedingtes
zervikospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
,
linksbetont
, sowie um
Cox- und Gonarthrose
n, beidseits. Es sei ein langfristiger Muskelaufbau mittels Physiotherapie sowie medizinischer Trai
ni
ngs
therapie angezeigt (S. 4).
3
.
9
Ein am
2
7.
November
2017
erstelltes MRI ergab
eine geringe, beginnende
Osteo
chondrose
im Segment HWK 5/6 mit minimaler Aktivierung sowie eine durch Bandscheibenmaterial bedingte foraminale Kompression der Nervenwurzel C6 rechts (
Urk.
3/8
S. 1).
3
.1
0
Mit Bericht vom
9.
November 2017 (
Urk.
6/1) diagnostizierten die Ärzte der
Klinik G._
, ein
lumbovertebrales
und
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom mit/bei
Osteochondrose
L5/S1 und Diskusextrusion L4/5 links (S. 1). Bei fehlen
den sensomotorischen Defiziten bestehe gegenwärtig keine notfallmässige Opera
tionsindikation.
Eine
periradikuläre
Infiltration
habe der Beschwerdeführer
abge
lehnt
, weil er die bisherige
analgetisch
e und antiphlogistische
Therapie
habe fort
führen wollen (S. 2).
3
.1
1
Die Ärzte der Klinik
H._
stellten in ihrem Bericht vom 1
2.
März 2018 (
Urk.
11/2) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
p
anvertebrales Schmerzsyndrom
seit dem
Jahre
1985
mit/bei:
-
zervik
ospondylogenes
, -
z
ephales
und aktenanamnestisch intermitt
ie
rendes radikuläres Reizsyndrom C 6 rechts bei muskulär insuffizienter Stabilisierungsfähigkeit, Hyperkyphose der BWS und HWS sowie
Humeruskopfp
rotraktion
mit/bei mehrsegmentalen
Dysfunktionen der oberen BWS vor allem bei Rotation nach links
-
i
ntermittierendes
thorakospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
costo
ver
te
bralen
Dysfunktionen in Kombination mit insuffizienter Stabili
sierungsfähigkeit
-
lumbospondylogenes
und
lumboradikuläres
Reizsyndrom
mit/bei
Seg
ment
de
generation L5/S1
und L
4/
L
5 mit
Osteochondrose
L5/S1,
Diskus
protrusion
und
rezessaler
Reizung der Wurzel L5,
ohne akut entzünd
liche oder postentzündliche
Veränderungen
-
f
unktionelles subacromiales
Impingement
bei muskulärer Dysbalance mit
Humeruskopfprotraktion
-
e
xternes
snapping
hip
syndrom
rechts
-
b
eginnende Gonarthrose und Retropatellararthrose
-
Vitamin-D-Mangel
-
a
rterielle Hypertonie
Sie führten aus
, dass der Beschwerdeführer unter
eine
r
rezidivierende
n
Dysfun
k
tion der oberen BWS m
it chronischer Ü
berlastung der HWS
,
wahrscheinlich auf dem Boden einer anlagebedingten
ligamentären
Hypermobilität,
sowie unter einer
degenerativ bedingten segmentalen Instabilität vor allem
im Bereich
L5/S1
leide
. Therapeutisch
sei
eine
Fazettengelenksinfiltration
L5/S1 links
,
ein Sakral
block oder eine
epidurale
Infiltration L5/S1
sinnvoll
. Parallel müsste regelmässig
und
langfristig
ein gezieltes Stabilisations
training erfolgen, um die rezidivierend auftretenden Dysfunktionen zu vermeiden
(S. 2)
.
3
.1
2
Dr.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephro
logie,
stellte in seinem Bericht vom 2
4.
April 2018 (Urk. 16/1) die folgen
den Diagnosen (S. 1 f.):
-
Hyperurikämie
mit/bei
chronische
n
Gelenksschmerzen
-
e
s
sentielle arterielle Hypertonie,
aktuell gut eingestellt
-
Dyslipidämie
mit/bei
Hypercholesterinämie und
Hypertriglyzeridämie
-
p
anvertebrales Schmerzsyndrom
mit/bei:
-
zervikospondylogenem
,
zervikozephale
m
und intermittierend radiku
lä
rem
Reizsyndrom C6 rechts bei muskulär insuffizienter Stabilisierungs
fähigkeit und
Humeruskopfprotraktion
-
mehrsegmentale
r
Dysfunktion der oberen BWS
-
intermittierendem
thorako-spondylogenem
Schmerzsyndrom
-
lumbospondylogenem
und
lumboradikulärem
Reizsyndrom mit Seg
ment
degeneration L4/5/S1,
Diskusprotrusion
und
rez
essaler
Reizung der Wurzel L5
-
deutlichem
Trainingsmangel
-
somatoforme Störung
(
wahrscheinlich
) mit/bei:
-
multiple
n und
wandernde
n
Beschwerden
-
chronische
r
Schlafstörung
-
belastende
r
psychosoziale
r
Situation
-
ADHS (
anamnestisch
)
-
Status nach
akuter Ur
eth
ritis
im
Feebruar
2018
,
aktuell kein Harnwegs
infekt
-
b
eginnende Gonarthrose/Retropatellararthrose (
anamnestisch
)
-
Kalzi
umoxalat-
Nephrolithiasis
(anamnestisch
)
-
Status nach
Maisonneuve
-Fraktur links
im Jahre
2013
-
Status nach
Kreuzbandoperation am rechten Knie
-
Status nach
Ruptur des Ligamentums
fibulotalare
anterius rech
ts
Beim Beschwerdeführer bestehe ein schwieriges Beschwerdebild mit wechselnden
Manifestationen an verschiedenen Körperstellen. Die Gelenkschmerzen
seien
wah
r
scheinlich
auf die
Hyperurikämie
zurückzuführen. Auf G
rund der wechseln
den, an verschiedenen Stellen des K
örpers auftretenden Beschwerden
sei
von eine
r
somatoformen Störung im Rahmen einer sehr schwierigen psychosozialen
Ge
samt
situation aus
zugehen
. Die schwer
e chronische Schlafstörung weise zudem
auf eine depressive Komponente hin, welche bisher nicht
behandelt
worden
sei (S. 2).
3
.1
3
Dr
.
C._
(vorstehend E. 3.4) führte
in seiner
ergänzenden
Stellungnahme vom
2
4.
Juli
2018
(
Urk.
22)
aus
, d
ass di
e
chronische Schmerzstörung mit psychi
schen und somatischen Faktoren gemäss Aktenlage von einer depressiven Symp
tomatik begleitet
gewesen sei
, die sich
anlässlich der Begutachtung als
remittiert erwies
en habe
. Bezüglich seiner Persönlichkeit
habe
der
Beschwerdeführer
keine
Pathologika
auf
gewiesen
.
Er sei
gemäss seinen Angaben ohne Traumatisierungen in der Zeit seiner Persönlichkeitsbildung aufgewachsen.
Er
sei weder
in der Eigen- noch in der Fremdwahrnehmung noch in der Realitätsprüfung gestört
gewesen.
Bei intakter
Impulskontrollsteuerung
und mässiger
Ressourcenlage
sei sein
An
trieb nicht reduziert
gewesen
.
Gemäss den Angaben des
in Peru aufgewachsene
n
Beschwerdeführer
s
sei dieser
mit den
schweizerischen
Gepflogenheiten nicht zu
rechtge
kommen
und
leide in psychosozialer Hinsicht
unter
finanziellen Prob
lemen
. In beruflicher Hinsicht
empfinde
er
sich als
perspektiv
en
los.
Hinsichtlich der
Konsistenz
gelte es festzustellen, dass weder
eine Verdeutlichungstendenz
,
noch
eine
Aggravation oder gar
eine
Simulation
vorgelegen
hätten
. Der Be
schwerdeführer habe vielmehr authentisch gewirkt.
Seine
soziale Teilhabe
sei nicht wesentlich eingeschränkt (S.
7). Das psychopathologische Bild
dominierten soziokulturelle
,
psychosoziale und emotionale Faktoren
(S. 8)
3
.1
4
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4) führte
in seiner
ergänzenden
Stellung
nahme vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
23
)
zu den Berichten der Ärzte der Universitätsklinik
Z._
vom Juni 2017 (vorstehend E.
3.
6
) und vom November 2017 (vorstehend E.
3.
8
), zu den
MRl
-Berichten vom
August 2017 (vorstehend E.
3.
7
) und vom November 2017 (vorstehend E.
3.
9
), zum Bericht der Ärzte der
Klinik
G._
vom Novem
ber 2017 (vorstehend E.
3.1
0
) und zum Bericht der Ärzte der Klinik
H._
vom März 2018 (vorstehend E.
3.1
1
)
aus,
dass diese Berichte
im Vergleich zur
Begutachtung
vom 2
5.
November
2016
keine neuen Befunde enthielten und
keinen zusätzlichen Informationsgewinn zu
den vorbekannten Diagnosen
er
bracht hätten
, weshalb
er
an der Beurteilung
der quantitativen
und qualitativen Leis
tungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
in
der
zuletzt
ausgeführten Tätigkeit als IT-Spezialist sowie in einer adaptierten Tätigkeit
gemäss dem
Gutachten vom
5.
Dezember 2016
festhalte
(S. 2 ff.).
4
.
4
.1
Den
erwähnten Akten
ist in somatischer Hinsicht
zu entnehmen, dass
der Be
schwerdeführer seit Jahren unter einem chronischen
lumbospondylogenen
und
zervikospondylogenen
Schmerzsyndrom beziehungsweise unter einem panverte
bra
len Schmerzsyndrom
sowie unter Cox- und Gonarthrosen
litt
. Während die Ärzte der
Universitätsklinik
Z._
, Rheumatologie,
in ihrem Bericht vom November 2017 (vorstehend E.
3.
8
) davon ausgingen, dass es sich dabei
um ein mechanisch bedingtes
zervikospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerz
syn
drom
handle, vertraten die
Ärzte der Klinik
H._
im
März 2018 (
vorstehend E.
3.1
1
) die
Ansicht, dass
der Beschwerdeführer unter einer rezidivierenden Dys
funktion der oberen BWS mit chronischer Überlastung der HWS, wahrscheinlich auf dem Boden einer anlagebedingten
ligamentären
Hypermobilität, sowie unter einer degenerativ bedingten segmentalen Instabilität vor allem im Bereich L5/S1 leide.
Die Ärzte der Universitätsklinik
Z._
, Orthopädie,
attestierten dem Beschwerdeführer in ihrem
Bericht vom
3.
August 2015 (
vorstehend E.
3.
1
)
in
der bisherigen Tätigkeit als IT-Systemtechniker
eine uneingeschränkte Arbeitsfähig
keit. Damit übereinstimmend gingen die
E._
-
Gutachte
r
davon aus, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in der Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit als IT-Mitarbeiter nicht
eingeschränkt sei, und dass ihm die
Ausübung
behinderungsangepasster, knie- und rückenschonender, wechselbelastender Tätigkeiten ohne Einschränkungen zuzumuten sei
(
vorstehend E. 3.4
)
. Demgegen
über vertrat
Dr.
A._
im
Oktober 2015 (vorstehend E.
3.
2
)
die Ansicht,
dass
bezüglich der bisherigen
Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als IT-
Supporter
gegen
wärtig eine
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe
,
und
dass
davon auszugehen
sei
, dass
de
r
Beschwerdeführer
in Zukunft
behinderungsangepasste Tätigkeiten
wieder
in
einem vollzeitlichen
Umfang
werde ausüben können
.
4
.2
In psychischer Hinsicht ist den erwähnten Akten zu entnehmen,
dass die Ärzte der Klinik
B._
im Juli 2016 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
,
feststellten und davon ausgingen, dass der Beschwerdeführer dadurch sowie infolge einer
schwierige
n
soziale
n
Situation
insoweit
in seiner Arbeitsfähigkeit
beeinträchtig
t
werde, dass ihm die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit lediglich noch in einem teilzeitlichen Umfang zuzumuten sei
(vorstehend E. 3.3)
. Demgegenüber gingen d
ie
E._
-
Gut
achte
r
davon aus
,
dass der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht unter einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
sowie unter einer
gegenwärtig remittierten
r
ezidivierend
e
n
depressive
n
Störung
leide,
dass
indes aus psychischen Gründen keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei
. Im Vordergrund stünden vielmehr soziokulturelle und psychoso
ziale Faktoren
, welche bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht zu berück
sich
tigen seien
(vorstehend E. 3.4)
.
4
.3
Das
E._
-
Gutachten
(vorstehend E.
3.
4
) und die dieses ergänzenden Stellungnah
men
der Gutachter
(vorstehend E.
3.1
3 f.
) erfüllen
die praxisgemässen Anfor
derungen für eine beweis
kräf
tige medizinische Ent
schei
dung
sgrundlage (vgl. vor
ste
hend E.
1.7
). Denn die Gutachter verfügten als Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
und
für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates
über die für die Beur
teilung des Gesundheitsschadens des Be
schwer
de
führers angezeigten fachärztlichen Aus- und Weiter
bildungen. Sie hatten
zudem Kennt
nis sämtlicher medi
zinischer Vorak
ten, setzten sich in ange
messe
ner Weise mit den geäusser
ten Beschwerden
aus
einan
der und begründeten
die gezo
genen Schlüsse in nachvoll
ziehbarer Weise
.
Insbesondere vermag zu über
zeugen, dass
sie in somatischer Hinsicht
davon ausgingen, dass dem
Beschwerdeführer die Ausübung
der bisherigen Tätigkeit als IT-Mitarbeiter sowie
behinderungs
an
gepasster, knie- und rückenschonender, wechselbelastender Tätigkeiten ohne Ein
schrän
kungen zuzumuten sei. Zu überzeugen vermag auch, dass die Gutachter
in psychischer Hinsicht
davon ausgingen, dass eine psychiatrische Diagnose, w
elche geeignet wäre, mittel- bis langfristig eine Arbeitsunfähigkeit von
min
des
tens
20
%
und mehr zu
verursachen, nicht gestellt werden
könne, und dass das
psychopathologische Bild
durch im Vordergrund stehende
soziokulturelle
und
psychosoziale
Faktoren dominiert werde.
Diesbezüglich gilt es zu
beachten
, dass nach der Rechtsprechung ein invalidi
sierender psychischer Gesundheitsschaden nicht vorliegt, wenn die erhobenen psychischen Befunde in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden und gleichsam in ihnen aufgehen (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2), und dass demzufolge auch bei einem depressiven Leiden soziale Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auszuklammern sind (BGE 143 V 409 E. 4.5.2).
Die
multiplen
psychosozialen und sozi
okulturellen Faktoren wurden von den
Gut
achter
n
in nachvollziehbarer Weise als Schwierigkeiten
des Beschwerde
füh
rers
b
ei der kulturellen Eingewöhnung,
Probleme in Verbindung mit Arbeits
losig
keit
und als
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (Sozial
hilfeempfänger, Schulden)
umschrieben
und
unter den Diagnose-Codes ICD-10 Z
56, ICD-10 Z 59 und ICD-10 Z 60.3 aufgeführt
(
Urk.
9/33 S. 3)
. Nach der
Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1
) handelt es sich bei den Z-Kodierungen
gemäss
der
ICD-10
indes um keine Erkran
kungen im Sinne der anerkannten internationalen Klassifikationssysteme, sondern
um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-Z999 sind für Fälle vorge
sehen, in denen Sachverhalte als Diagnosen oder
Probleme
angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien ICD10 A00-Y89 klassifizierbar sind (
Urteil des Bundesgerichts
I 514/06
=
SVR 2008 IV Nr. 15 E.
2.2.2.2). Insofern entspricht die Beurteilung durch
die
E._
-Gutachter
, wonach die soziokulturellen und psychosozialen Faktoren
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten beziehungsweise
bei der Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen seien
, der erwähnten Rechtsprechung
.
Auf die nachvollzieh
bare und überzeugende Beurteilung durch die Ärzte
der
E._
in ihrem Gut
ach
ten vom
5.
Dezember 2016 (vorstehend E.
3.
4
)
sowie auf
die dieses ergänzenden Stellungnahmen
der Gutachter
vom 2
4.
Juli 2018 (vorstehend E.
3.1
3 f.
)
kann vorliegend daher grundsätzlich abgestellt werden.
4.4
Nicht abgestellt werden kann
demgegenüber auf die Beurteilung durch
Dr.
J._
vom
2
5.
Oktober 2015 (vorstehend E.
3.
2
). Denn einerseits lässt sich dieser Beur
tei
lung keine nachvollziehbare Begründung der postulierten Arbeitsun
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers als IT-Mitarbeiter entnehmen. Andererseits ist daraus nicht ersichtlich, aus welchen Gründen es sich bei der bisherigen Tätigkeit als IT-Mitarbeiter nicht um eine behinderungs
angepasste Tätig
keit handeln sollte, und aus welchen Gründen dem Beschwerdeführer die Ausübung
einer solchen behinderungsangepassten Tätigkeit erst zu einem späte
ren Zeitpunkt zugemutet werden
könne
. Zudem
gilt
es zu berücksichtigen, dass
Dr.
J._
über eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin nicht jedoch eine solche zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ver
fügt. Insoweit
Dr.
J._
die Ansicht vertrat, dass der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen beziehungsweise auf Grund
einer
depressiven Störung
und einer Destabilisierung der psychischen Verfassung nach der Kündigung eines langjährigen
Arbeitsverhältnisses
nach der
eheliche
n
Trennung
in seiner Arbeits
fähigkeit als
IT-
Mitarbeiter im Umfang
von
50
%
beeinträchtigt werde, kann auf seine Beurteilung daher nicht abgestellt werden, weil es ihm bereits an einer dafür angezeigten fachärztlichen Weiterbildung im Fachgebiet der Psychiatrie fehlte.
4.5
Nicht zu überzeugen vermag sodann die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die Ärzte der
Klinik
B._
vom 1
3.
Juli 2016 (vorstehend E.
3.
3
)
, welche eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch
eine leichte
depressive
Episode
und durch eine
schwierige soziale Situation
feststellten, ohne
dass sie
ihre Beurteilung in nachvollziehbarer Weise
begründet hätten
. Zudem gilt es
diesbezüglich die erwähnte Rechtsprechung (vorstehend E.
4.3
) zu berück
sich
ti
gen, wonach
soziale Belastungen
und psychosoziale Umstände
, die direkt nega
tive funktionelle Folgen zeitigen, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus
zu
klammern sind. Demzufolge
kann auf
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die Ärzte der Klinik
B._
v
orliegend nicht abgestellt werden.
5
.
5
.1
Nach Gesagtem ist gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
die Ärzte der
E._
vom
5.
Dezember 2016 (vorstehend E.
3.
4
)
und
vom 2
4.
Juli 2018 (vor
stehend E.
3.1
3 f.
)
sowie auf die damit übereinstimmende Beurteilung durch
Dr.
F._
vom 2
3.
Dezember 2016 (vorstehend E. 3.
5
)
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
in somatischer Hinsicht
in der
Ausübung
seiner
bisherigen
Tätigkeit als IT-Mitarbeiter sowie
in der Ausübung
behinderungsangepasster, knie-
und rückenschonender, wechselbelastender Tätigkeiten
nicht in erheblichem Um
fang beeinträchtigt
war
, und dass er in psychischer Hinsicht
unter keinem die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Gesundheitsschaden
litt
. Dem Beschwerde
führer
war
in gesundheitlicher Hinsicht daher die Ausübung
seiner
bisherigen Tätigkeit als IT-Mitarbeiter sowie die Ausübung
einer seiner Ausbildung und seinen berufli
chen Erfahrungen entsprechenden, leidensangepassten, knie- und
rückenschonenden, wechselbelastenden E
rwerbs
tätigkeit uneingeschränkt und in vollzeitlichem Umfang zuzumuten.
5
.2
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergeb
nis nichts mehr ändern wür
den,
besteht für weitere Abklärungen
- entgegen den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1) -
keine Notwendigkeit und es ist von
einer Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durch
führung
solcher
abzu
sehen (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 124 V 90 E. 4b
, 1
22 V 157 E. 1d mit Hinweis
en
).
5
.3
Da in psychischer Hinsicht von einem lediglich geringfügig ausgeprägten, die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigenden, psychopathologischen Befund auszu
gehen ist, kann vorliegend gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
1.5
) aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
von einem strukturierten Be
weis
ver
fahren nach BGE 141 V 281
abgesehen werden.
6
.
6
.1
Nach Gesagtem gelingt es dem Beschwerdeführer trotz umfangreicher, von der Beschwerdegegnerin getätigter Abklärun
gen nicht, die
invalidisierenden Folgen
einer
gesundheitlichen Be
einträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen
. Die diesbezügliche Beweislosigkeit wirkt sich zu seinen Lasten aus (vgl. vorstehend E.
1.6
).
6
.2
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegne
rin bei Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) auf die Vor
nahme eines Ein
kommensvergleichs verzichtet
e
(vgl. BGE 115 V 133 E.
2 und
Urteil des Bun
desgerichts 9C_155/2007 vom 10. Juli 2007 E.
3.4).
D
er In
validi
täts
grad beträgt jedenfalls 0 %.
Mangels eines
für einen Rentenan
spruch vorausgesetzten Invalidität
sgrades
von mindestens 40 %
ist ein Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Invaliden
rente nicht ausgewiesen und die Be
schwer
de ist somit abzu
weisen.
7
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf
Fr. 7
00.-- fest
zusetzen und dem
unt
erlie
genden Beschwerde
führer
aufzuerlegen
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung jedoch
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.