Decision ID: a6bb9e84-5a4a-4621-a2f0-d324c515a375
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1962, war seit
1.
April 2007 bei der
Y._
als Chauffeur angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schwei
ze
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Un
fällen ver
sichert (
Urk.
1
3
/3).
A
m 2
6.
Mai 2008
rutschte er von der
Leiter seines
Beton
mischers
,
landete
mit beiden Beinen auf dem Boden
und verspürte in beiden Knie
n
sofort einen starken Schmerz
(
Urk.
1
3
/3
-
4
,
Urk.
13/16 S.
2
).
Im
Z._
, wo er
am selben Tag
untersucht wurde
,
wurde
n
Knie
distorsio
n
en
beidseits (
rechts
mehr als links
)
und ein Status nach dreimaliger
Kniespie
gelung
rechts
diagnostiziert
(
Urk.
13
/4
).
Die SUVA gewährte Heilbe
handlung und Tag
geld.
Es folgten
die
bildgebende
n
Unter
su
chungen des rechten Knies
im
Z._
vom 30.
Mai 2008 (
Urk.
13/1) sowie des Kniegelenks links i
m
A._
vom
2.
Juli 2008 (
Urk.
13/7). Der Versi
cher
te konsultierte am 3
0.
Juli 2008 die Ärzte der
B._
, wo er an
gab, dass er beim Unfall vom 2
6.
Mai 2008 versucht habe, sich an der Lei
ter festzuhalten, und seither in der rechten Schulter Schmerzen
verspüre
(Urk.
13/11
S.
1
).
A
m 11.
August 2008
wurde
im
A._
e
ine
MR
Ar
thro
grafie
der Schulter rechts
durchge
führt
(
Urk.
13
/10
).
Die
Schulterbe
schwer
den
des Versicherten wurden ab 27.
April 2009 in der
C._
abgeklärt
(
Urk.
13/24,
Urk.
13/30, Urk.
13/32
-33,
Urk.
13/37
).
Dr.
med.
D._
,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, be
richtete am 2
2.
September 2009
über seine drei am
bulanten
Behandlungen
des Versicherten (
Urk.
13/48).
Am
1
4.
Oktober 2009
e
rfolgte eine
Untersuchung
durch den SUVA-Kreisarzt
(
Urk.
13/45).
Mi
t Ver
fügung vom 28.
Oktober 2009
stellte die SUVA ihre
Ver
sicherungs
leistungen (Taggeld und Heilungskosten) per 31.
Oktober 2009 ein (
Urk.
13/46).
Diese Ver
fügung er
wuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 1
3.
Juli 2010 ging bei der SUVA der Bericht von PD
Dr.
med
.
E._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom
6.
Juli 2010
(
Urk.
13/62) ein, welchen sie ihrem Kreisarzt zu
r
Beurteilung vorlegte (Urk. 13/63).
Sie teilte
PD
Dr.
E._
m
it Schreiben vom 2
7.
Juli 2010
mit
, dass die
von ihm
vorgesehen
e
Schulterarthroskopie
nicht unfallbedingt
in
diziert
sei (Urk.
13/64).
Am 7.
Oktober 2010 wurde die
Schulteroperation
im
F._
durchgeführt
(
Urk.
13/82 S. 4
).
X._
liess der SUVA mit Eingabe vom 1
9.
Oktober 2010
unter Hinweis auf die Berichte von PD
Dr.
E._
zu den Schulterbeschwerden
(
Urk.
13/70 S. 3-4, S. 6-8)
einen
Rückfall melden
(Urk.
13/70 S.
1)
.
Mit Schreiben vom 1
7.
November 2010 lehnt
e die SUVA
unter Hinweis auf die fehlende Unfallkausalität der Beschwer
den
eine weitere Leistungspflicht ab (
Urk.
13/71).
Sie
erhielt den Bericht von PD Dr.
E._
vom 2
4
.
Januar 2011 (
Urk.
13/72).
Am
2
4
.
November 2011
kam es
im
F._
zu einer weiteren
Schulterarth
roskopie
und einer
Rotatoren
manschettenrekonstruktion
(Urk.
13/82 S.
4
, Urk. 16/1 S.
1
).
Der Ver
si
cherte wurde am 15. März 2012
erneut
an der Schulter ope
riert (
Urk.
16/1 S.
1).
Die SUVA
verneinte m
it
Verfügung vom
11.
Dezember 2012
ihre weitere
Leis
tungspflicht
(
Urk.
13/81), wogegen
X._
am 2
8.
Januar 2013 Ein
spra
che erhob (
Urk.
13/82
S. 1-3
).
Die SUVA holte die ärztliche Beur
teilung ihres Kreis
arztes vom 3
0.
Januar 2013 ein (
Urk.
13/85). Mit Ent
scheid vom 2
5.
April 2013 wies sie die Einsprache von
X._
vom
28. Januar
2
013 ab (
Urk.
2).
2.
Da
gegen
führte
X._
am 2
9.
Mai 2013 Beschwerde und beantragte, die
Be
schwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihm medizinische Leistungen und Thera
pie zu gewähren und
ihm weiter Taggelder bzw. Rentenleistungen zu er
bringen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen zu tätigen.
In pro
zessualer Hinsicht beantrage er
Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
er
suchte um
Be
stellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person von
Rechtsanwalt Guy Reich
(
Urk.
1 S.
2). Mit Eingabe vom 29. Mai 2013
(
Urk.
7)
liess
der Beschwerdeführer den Bericht von PD
Dr.
E._
vom
29. Janua
r 2013 (Urk. 8) einreichen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2013 Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese einzutreten sei (
Urk.
12 S. 2, unter Beilage ihrer Akten
Urk.
13/1-90), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom
5.
Juli 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Mit Eingabe
n
vom 1
2.
November 2013
(Urk.
15) und 11. März 2014 (Urk.
18)
reich
te
der Beschwerdeführer
jeweils weitere
medizinische
Un
terlagen (Urk. 16/1-2,
Urk.
19/1-5) ein. Der Beschwerdegegnerin wurde je eine Kopie von Urk. 15
,
Urk. 16/1-2
,
Urk.
18 und
Urk.
19/1-5
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 17
,
Urk.
21
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8
des
Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invali
den
rente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fort
set
z
ung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zu
standes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
In
va
lidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heil
be
handlung und die
Taggeld
leistungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem ein
getretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sam
menhang besteht. Ursachen im Sin
ne
des natürlichen Kausalzusam
menhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise be
ziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini
ge oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
per
liche oder geistige Inte
grität der ver
sicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E.
2b, 119 V 335 E.
1, 118 V 289 E.
1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit
Hinwei
sen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und
so
bald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie
er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
je
ni
ge Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haf
ten
Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo
sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
zier
tes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995).
1
.4
1.4
.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar
beitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heil
tes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
än
derungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen kön
nen (BGE 118 V 293 E.
2c mit Hinweisen).
1.4
.2
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfall
er
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
siche
rung
nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Be
schwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheits
schädigung
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
2.
2
.1
Strittig
und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin
für die
weiterhin geklag
ten
Schulterbeschwerden
leistungs
pflich
tig ist.
Ein Wiederaufflackern von
Be
schwerden
seit der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin per
3
1.
Oktober 2009 (
Urk.
13/46)
wird
an sich
nicht
behauptet (vgl.
Urk.
1 S.
2)
, wo
mit grundsätzlich nicht von einem Rückfall gesprochen werden kann
.
Für die Beurteilung der vor
liegenden Angelegenheit ist
aber
nicht ausschlaggebend,
ob die
se Be
schwerden als Rückfall oder als Teil des Grundfalls gesehen werden. Bei beiden Konstella
tionen müssen die Beschwerde
n
in
ein
em
natürliche
n
und adä
quaten
Kausal
zusammenhang
zu
m Unfall vom 26. Mai 2008
stehen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_282/2007 vom
8.
Februar 2008 E. 2).
2
.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
5.
April 2013 führte die
Be
schwer
degegnerin
im Wesentlichen
aus, ab Juni 2010 habe der Beschwerde
führer er
neut über Schulterbeschwerden rechts geklagt. Da nach der
Leistungs
einstellung
per 3
1.
Oktober 2009 nur noch krankheitsbedingte Beschwerden vorgelegen
hätten
, für welche sie nicht leistungspflichtig sei, bleibe für einen Rück
fall
kein
Raum. Daran ändere nichts, dass die degenerativen Verän
derun
gen
(in der Schul
ter)
fortgeschritten seien bzw. eine leichte
Grössen
pro
gredienz
der Ruptur
(des
Supraspinatus
)
eingetreten sei. Die Aussage im Be
richt
von PD
Dr.
E._
vom
6.
Juli 2010
,
wonach es sich bei der
Infraspinatussehnenatrophie
mit grösster Wahrschein
lichkeit um eine traumati
sch
bedingte Läsion handle, über
zeuge nicht, denn es werde nicht begründet, weshalb diese nun – über zwei Jahre
nach dem Unfall, nach dem keine frischen traumatischen
Läsionen festgestellt worden seien – da
mit zusammenhängen solle (
Urk.
2 S.
7).
Weiter macht die
Be
schwerde
geg
nerin
geltend, dass sich
PD
Dr.
E._
im Bericht vom 29. Januar 2013
(
Urk.
8)
überhaupt nicht zur Unfallkausalität äussere (
Urk.
12 S.
6).
2.3
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
dass
ge
stützt auf die Berichte von
PD
Dr.
E._
nicht
von einem degenera
tiven Befund, sondern von einem verschlechterten Zustand im Zusammenhang mit einem Unfallereignis auszugehen
sei
(
Urk.
1 S. 3,
Urk.
7 S.
2)
. Eventuali
t
er sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere medizi
nische Abklärungen vor
zu
nehmen. Was deren Kreisarzt unter Verweis auf seinen früheren Bericht aus
führe, reiche zur Beur
teilung der Kausalität nicht aus (
Urk.
1 S.
3).
3
.
3.1
Bei der
MR
Arthrografie
der Schulter rechts
im
A._
vom
1
1.
August 2008 zeigte
n
sich als prädisponierende Faktoren für ein
subacromiales
Impingement
leichtgradige
AC-Gelenksarthrosen und
eine
Acro
mion-Morphologie
angedeutet Typ III nach
Bigliani
mit Einengung des
Sub
a
cro
mial
raumes
auf knapp 5,5 mm, wenig Flüssigkeit in der Bursa
subdeltoidea
, eine
Tendinose
der
Supraspinatussehne
mit zudem kleiner
b
ur
saseitiger
Partial
rup
tur
in der Fussplatte sowie auch kleiner Sehnenverkalkung und eine auffall
ende Atrophie und fettige Deg
eneration des
Infraspinatusmuske
ls
bei aber un
auf
fälli
ger Sehnendarstellung
(
Urk.
11/10)
.
3.2
In
ihrer
Beurteilung des
Befundes
der
MR Schulter-
Arthrographie
vom 17. Juni 2009 wiesen
Prof.
Dr.
med.
G._
und
Dr.
med.
H._
von
der
C._
auf
eine subtotale Partialruptur
bursalseitig
der
Supra
spi
natussehne
sowie eine kleine Unterflächenläsion dorsalseitig an der
Supra
spi
natussehne
mit möglicher Beteiligung der
Infraspinatussehne
hin
.
Der Befund
sei progredient im Vergleich zu den Voraufnahmen vom 11.
August 200
8.
Ferner
bestehe
eine isolierte fettige Degeneration (Grad III) des
Mus
c
ulus
infraspinatus
,
aber kein Ganglion in der
Incisura
scapulae
(
Urk.
13/33).
I
n ihren
Bericht
en
vom
3
.
Juli und
21. August
2009
stellten die Ärzte
der
C._
die
Diagnose
n einer
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur (
Supraspinatus
,
bursal
seits
) und
eines
subacromialen
Impingement
s
Schultergelenk rechts bei
Schulter
dis
tor
sion
rechts im Rahmen eines Arbeitsunfalls 2008 (
Urk.
13/32 S.
1,
Urk.
13/37
S.
1).
Im Be
richt vom
3.
Juli 2009 führten sie in ihrer Beurteilung aus, eine leichte
Grössen
progredienz
der Ruptur
– des
Supraspinatus
–
sei nach
weis
bar, wobei die fettige Infiltration des
Infra
spinatus
weiterhin nicht
erklärt sei (
Urk.
13/32 S.
2).
Am 2
1.
August 2009 hielten sie fest, bei
fehlender
Be
schwerdebesserung
nach sequent
ieller Infil
tration mit lokalen
Betäubungs
mitte
l
n
würde eine opera
tive Sa
nierung keinen Erfolg erzielen
, daher könne dem Beschwerdeführer keine
solche angeboten werden. Dem Hausarzt des Beschwerdeführers werde emp
foh
len,
diesen der Schmerzsprechstunde im
I._
zuzuweisen
(
Urk.
13/37
S. 2).
3.3
Dr
.
D._
diagnostizierte
am 2
2.
September 2009 posttraumatische
Schulter
schmerzen
rechts unklarer
Ätiologie
. Der Beschwerdeführer habe vor über ei
nem
Jahr ein indirektes Schultertrauma rechts erlitten
. Eine relevante Läsion habe im MRI ausgeschlossen
werden können
(
Urk.
13/48 S. 1).
Weitere lokale Infiltratio
nen oder Behandlungen hätten aufgrund der erneuten negativen
Tes
tinfiltra
tio
nen
mit komplett fehlendem Ansprechen keine Aussicht auf Erfolg. Eine Ope
ra
tion scheine nicht gerechtfertigt.
Aufgrund des somatisch orga
nischen Befundes
könne aus orthopädisch
-
rheumatolo
gischer Sicht
keine
Arbeitsun
fähig
keit attes
tier
t werden
. Die Schmerzursache bleibe unklar
(
Urk.
13/48 S. 2).
3.
4
In seinem Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 1
5
.
Oktober 2009 führte
Dr.
med.
J._
, Facharzt
FMH für Chirurgie,
aus,
dass die
bild
gebenden
Abklärungen beider Kniegelenke und der rechten Schulter aus
schliesslich dege
ne
rative Veränderungen ergeben hätten (
Urk.
13/45 S.
5). Das beschriebene
Unfall
ereignis
könne eine gewisse Zeit Beschwerden an der rech
ten Schulter und an
beiden Kniegelenken verursacht haben. Die bildgebenden Abklärungen sowie die
aktiven und invasiven Untersuchungen hätten keine wesentlichen Schädigung
en
ergeben, welche invasiv – mit einigen Erfolgsaus
sichten auf eine Besserung – an
gegangen werden könnten, weder an der rech
ten Schulter noch an beiden Knie
gelenken. Insbesondere sei
e
n keine frischen traumatischen Läsionen nachgewie
sen, es seien ausschliesslich degenerative Veränderungen vorhanden, respektive am rechten Kniegelenk, nach Vorzustand SUVA-fremd eine vordere
Kreuzband
rup
tur
, welche aber klinisch nicht nach
weisbar sei,
bei stabilen Verhältnissen
und einer
Teilmeniskektomie
medial mit den entsprechenden degenerativen Ver
änderungen im medialen Kompar
timent.
An der rechten Schulter sei die dege
ne
rative Schädigung bei
bursaseiti
ger
Parti
alruptur
der
Supraspinatussehnen
mit degenerativen Verkalkungen und Verfet
tung der Muskulatur bewiesen. Es seien
alle möglichen Register zur Be
handlung gezogen worden und keine Verbesse
rung
der Situation erreicht wor
den. Der Beschwerdeführer gebe sich selbstlimitierend
und symptomausweitend, so dass kein Erfolg von weiteren Therapien zu erwar
te
n sei
. Mit den vor
liegenden Re
sultaten der Untersuchungen bestehe keine Arbeits
un
fähigkeit
un
fallbedingt
(
Urk.
13/45 S.
6).
3.5
PD
Dr.
E._
führte
am 4. November 2013
aus, er habe den Beschwerde
führer erstmals am 23.
Juni 2010 in seiner Sprech
stunde gesehen.
Er
habe be
richtet, dass er am 2
6.
Mai 2008 vom Lastwagen herunter gestürzt sei. Er habe sic
h mit dem rechten Arm fest
ge
halten und es habe ihm den Arm nach oben hin
ten gerissen. Er habe an
ge
geben, sofort starke Schmerzen verspürt zu ha
ben.
Vor dem Unfall sei er beschwerdefrei gewesen. Ein MRI vom 1
1.
August 2008 habe eine auf
fällige A
trophie des
Infrasp
inatus
gezeigt. Die isolierte A
trophie des
Infra
spinatus
sei
in der Fachliteratur
erstmals im Jahre 2006 beschrieben wor
den
(
Urk.
16/1 S.
1).
Darin
werde
die isolierte Atrophie bei
den akut trauma
ti
schen Fällen, wie sie beim Be
schwerdeführer vorliege, als Ruptur des
tendino
-
muskulären Übergangs des
Infraspinatus
beschrieben. Der Be
schwerdeführer habe
einen Un
fall mit einem Sturz, plötzlich und unerwartet, mit Einwirkung von aussen durch den axialen Zug nach
cranial
des rechten Armes und einer
Rota
torenmanschettenruptur
erlitten
. Diese Kriterien erfüllten vollum
fänglich die Unfallkausalität. Argu
mente für einen degenerativen Prozess würden nicht vor
liegen (
Urk.
16/1 S.
2).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass
d
er
Beschwer
de
führer
keine Kniebeschwe
rden mehr geltend
macht
. Weiterungen hierzu können
daher
unterbleiben.
4.2
Zu prüfen ist
, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund der vom Beschwer
deführer
an
ge
führten
Schulterbeschwerden leistungspflichtig ist.
Es ent
spricht einer me
di
zinischen Erfahrungstatsache, dass eine
Rotatorenman
schettenruptur
sowohl trau
matische wie auch degenerative Ursachen haben kann,
wobei eine trauma
tische Ruptur, die mit sofort auftretenden akuten Schmer
zen und
Funkti
onsbe
ein
trächtigungen
einhergeht, seltener ist; die
Rota
torenman
schetten
ruptur
entsteht
vielmehr mei
st durch degenerative Vorschädi
gungen (vgl.
Fritz U.
Niethard
/
Joachim Pfeil, Orthopädie,
2., überarbeitete und erweiterte Auf
lage
,
Stuttgart 1992,
S. 369).
Während in der Unfallmeldung vom 1
9.
Juni 2008 eine Beteiligung der rechte
n
Schulter beim Unfall vom 2
6.
Mai 200
8
noch nicht er
wähnt wurde (
Urk.
13/3), gab der Beschwerdeführer in der Folge mehr
fach an, er habe beim Sturz vom 2
6.
Mai 2008 versucht, sich mit dem rechten Arm an der Leiter fest
zuhalten, was Schmerzen in der Schulter verursacht habe (Urk.
13/11,
Urk.
13/16 S.
2,
Urk.
16 S.
1).
I
m Arztzeugnis
der
erstbe
handelnden
Ärzte des
Z._
vom
3. Juli 2008
werden
keine
Schul
terbeschwerden
, sondern
nur die
Knie
beschwerden
beschrieben
(
Urk.
13/4).
A
kute Schulterschmerzen oder
Funk
tionsein
schrän
kungen
des Schultergelenks, welche mit einer
durch einen Unfall verursachten
Rota
toren
manschettenruptur
einhergehen
,
werden
dagegen
nicht
be
schrieben
. Auch wenn der Beschwerdeführer vorbringt, er sei vor dem Unfall be
züglich der rechten Schulter
b
eschwerdefrei gewesen (
Urk.
13/16 S.
2,
Urk.
16/1
S. 1
)
,
lässt sich
daraus bezüglich der
Frage, ob die
Schulterbeschwer
den
auf diesen Unfall zurück
zu
führen seien, nichts ableiten, da
gemäss
der Recht
spre
chung die Maxime „
post
hoc ergo
propter
hoc“, bei der eine Schädigung be
reits deshalb als durch einen Un
fall
verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl.
Maurer, Schweizerisches
Unfallver
si
cherungsrecht
, 2.
Auflage
,
Bern 1989, S.
460, Anm.
1205), für die Annahme ei
nes Kausalzu
sammenhangs nicht genügt (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
).
Der Beurteilung zur MR
Arthrografie
der Schulter rechts vom 1
1.
August 2008 sind Hinweise auf
dege
nerative Veränderungen zu entnehmen, von
traumatische
n
Läsion
en
wird dort nicht gesprochen
(E.
3.1).
Dr
.
D._
ist der Meinung
, dass im MRI eine rele
van
te Läsion hab
e ausgeschlossen werden können (E.
3.3). Die Ärzte der
C._
erhoben ebenfalls degenerative Veränderungen in der rechten Schulter. Sie
sprachen sich nicht für eine Unfallkausalität der festgestellten
sub
totalen
Partialruptur
bursalseitig
der
Supraspinatussehne
aus
.
Dr.
J._
legte
im Bericht
vom
15. Oktober 2009
in schlüssiger und überzeugender Weise dar, dass die Schul
terbeschwerden des Beschwerdeführer
s
auf
die degenera
tiven Veränderung
en in der Schulter zurück
zuführen sind
(E.
3.4)
.
PD Dr.
E._
weist
le
diglich
darauf hin
, dass die isolierte
Atrophie
bei akut traumati
schen Fällen
in der Literatur
als Ruptur des
tendio
-muskulären Übergangs des
In
fraspinatus
be
schrieben
sei
.
Die
im angeführten
Fachartikel be
schrie
bene Läsion kann gemäss den Autoren
indes
sowohl Patienten mit chronischen Schulterbeschwerden als auch solche, welche ein Trauma erlitten haben, betreffen (Urk. 16/2 S.
1 und S.
7).
Zudem halten
die Autoren
fest, dass die Ursachen für diese Läsion noch nicht ganz ge
klärt
seien
(Urk. 16/2 S.
8).
Die Berichte
des den Beschwerdeführer behandelnden Spezialarztes
PD Dr
.
E._
sind zudem mit Vorbehalt zu würdigen
(Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_981/2012 vom 2
7.
März 2013
E.
5.2,
U
202/01 vom
7.
Dezember 2001 E.
2b/
bb
, je mit weiteren Hinweisen
). Sie ver
mögen
daher
keine Zweifel an der
Beurteilung von
Dr.
J._
vom 14. Oktober 2009 zu begründen.
Dass die Schulterbeschwerden des Beschwerdeführers
auf den Unfall vom
2
6.
Mai 2008
zurückzuführen sind oder durch diese
s
Er
eignis ver
schlimmert wurden, ist nach
dem Gesagten somit nur möglich, nicht jedoch mit dem
Be
weisgrad
der über
wiegend
en Wahrscheinlich
keit
erstellt
.
Weitere me
dizinische Abklärungen
hierzu
können
somit
unterbleiben.
4.3
Schliesslich legte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1
1.
März 2014 (Urk.
18)
ohne weiteren Kommentar
auch den Austrittsbericht der
K._
vom 2
4.
August 2012
zur
Hospitalisation
des Beschwer
de
führers vom 2
9.
Juni bis
3.
August 2012 auf (
Urk.
19/1).
Es wurde allerdings nicht vorgebracht, dass die
darin beschriebenen
psychischen Be
schwerden
des Be
schwerdeführers
(adäquat) kausal zum Unfall vom 2
6.
Mai 2008 seien. Nach Lage der Akten wurde dies zu Recht nicht behauptet
.
4.4
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt, weshalb in Bewilligung des Gesu
ches
vom
29. Mai 2013
(Urk. 1 S.
2) Rechtsanwalt
Guy Reich
, Zürich, zum un
ent
gelt
lichen Rechts
vertreter des Beschwerdeführers zu bestellen ist.
Da
Beschwerde
ver
fahren
im Bereich der obligatorischen Unfallversiche
rung kostenlos sind (Art. 61
lit
. a ATSG)
,
erweist
sich
sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zess
führung
(
Urk.
1.
S. 2) als gegenstands
los.
5.2
Mit Honorarnote vom 1
1.
März 201
4 machte Rechtsanwalt
Reich ein Honorar von
Fr.
1‘411.-- (Aufwand: 5 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 220.--
,
zuzüglich
MWSt
und
Fr.
214.--
Barauslagen,
Urk.
20
)
geltend
. Der
Stunden
an
satz
für
die unent
geltliche Rechtsvertretung vor dem
Sozialver
sicherungs
gericht
beträgt derzeit
Fr.
200.--
, zuzüglich Mehrwertsteuer
(
Randacher
, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 10 zu § 16
GSVGer
).
Es rechtfertigt sich da
mit die Entschädigung für den unentgeltlichen Rechts
beistand auf
Fr.
1‘
303
.
10
(
inklusive
MWSt
und
Baraus
lagen
) festzusetzen.
5.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.