Decision ID: 21f6fa41-e8f0-4d19-af79-6cf5066ed49c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Bolt, Auerstrasse 2, Postfach 91,
9435 Heerbrugg,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 19_ geborene A._ meldete sich am 13. März 2008 wegen seit April 2007
bestehender Rückenbeschwerden mit Status nach operativer Versteifung L4/5 am
30. Januar 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Die IV-Stelle ging nach Durchführung medizinischer und erwerblicher Abklärungen
davon aus, der Versicherte hätte ohne Gesundheitsbeeinträchtigung als faktisch
selbstständiger Auto- und Industrielackierer ein Einkommen von Fr. 70’200.-- erzielen
können und sei trotz seiner Rückenbeschwerden in der Lage, als unselbstständig
Erwerbender ein Einkommen von Fr. 52’248.-- zu erzielen (IV-act. 62). Entsprechend
wies sie das Rentengesuch des Versicherten mit Verfügung vom 25. Januar 2010 ab
(IV-act. 74).
A.c Die dagegen beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Be
schwerde wurde mit Entscheid IV 2010/79 vom 19. Juni 2012 teilweise gutgeheissen.
Das Gericht gelangte zum Schluss, dem Versicherten sei die Aufgabe seines Betriebes
nicht zumutbar, weshalb der Invaliditätsgrad mittels eines gewichteten
Betätigungsvergleichs zu bemessen sei. Da hierfür weitere Abklärungen als notwendig
erachtet wurden, wies das Gericht die Angelegenheit an die IV-Stelle zurück.
B.
Gegen diesen Entscheid erhob die IV-Stelle Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten beim Bundesgericht. Dieses gelangte zum Schluss, der Versicherte
habe zwischenzeitlich seine angestammte Tätigkeit in der Carrosseriewerkstätte
aufgegeben, und ein Berufswechsel bzw. die uneingeschränkte erwerbliche Verwertung
seiner trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen vollen Arbeitsfähigkeit in Bezug auf
eine leidensangepasste unselbstständige Tätigkeit sei ihm zumutbar. Das
Bundesgericht wies die Angelegenheit zur ergänzenden Feststellung der für den
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Rentenanspruch rechtserheblichen Tatsachen, namentlich zur Ermittlung des
Valideneinkommens und zur anschliessenden neuen Entscheidung unter
Berücksichtigung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels an das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen zurück (Urteil des Bundesgerichts 8C_654/2012 vom
21. Februar 2013).

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das eine versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sog. Valideneinkommen). Mit den beiden Vergleichseinkommen werden zwei
verschiedene Berufskarrieren ziffernmässig bewertet. Es ist mit anderen Worten zuerst
danach zu fragen, wie die Berufskarriere der betroffenen Person hypothetisch verlaufen
wäre, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Sodann ist danach zu fragen, welche
Berufskarriere die betroffene Person in Anbetracht ihrer Invalidität einschlagen könnte,
wobei der Schadenminderungspflicht wesentliche Bedeutung zukommt. Unter
Berücksichtigung der Zumutbarkeit ist hinsichtlich der Invalidenkarriere entscheidend,
auf welche Weise die versicherte Person ihre verbliebene Erwerbsfähigkeit bestmöglich
verwerten könnte. Für beide Karrieren sind schliesslich die entsprechenden Verdienste
zu bestimmen, anhand welcher der Invaliditätsgrad prozentgenau bestimmt werden
kann.
1.2 Was das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers anbelangt, so ist gemäss
Urteil des Bundesgerichts 8C_654/2012 vom 21. Februar 2013 eine Karriere als un
selbstständig Erwerbender in einer leidensangepassten Tätigkeit, in welcher der Be
schwerdeführer seine volle Arbeitsfähigkeit uneingeschränkt erwerblich verwerten
kann, zugrunde zu legen (E. 5.4). Bereits die Beschwerdegegnerin ist in ihrer
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angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2010 für den Einkommensvergleich von
einer Invalidenkarriere als unselbstständig Erwerbender ausgegangen und hat ein
Invalideneinkommen von Fr. 52’248.-- ermittelt. Aus den Akten ergibt sich, dass die
Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung dieses Einkommens auf die Zahlen der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) für das
Jahr 2008, Lohnniveau für Ungelernte, abgestellt und eine volle Arbeits- und
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit
vorausgesetzt hat. Gemäss LSE 2008, TA1, betrug der durchschnittliche monatliche
Bruttolohn für männliche Hilfsarbeiter über alle Wirtschaftszweige im privaten Sektor im
Jahr 2008 Fr. 4’806.--, was unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von
41,6 Stunden pro Woche einem Jahreslohn von Fr. 59’979.-- entspricht. Der von der
Beschwerdegegnerin ermittelte Wert beträgt rund 87 % dieses Werts. Da ein Abzug
vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75) angemessen erscheint und das Bundesgericht
den ermittelten Wert nicht beanstandet hat, besteht kein Grund, diesen zu korrigieren.
Es ist mithin von einem Invalideneinkommen von Fr. 52’248.-- auszugehen.
1.3 Bezüglich der Ermittlung des Valideneinkommens hat das Bundesgericht in
seinem Urteil 8C_654/2012 vom 21. Februar 2013 festgehalten, dass in der Regel auf
das zuletzt erzielte Einkommen gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK), bei
stärkeren Schwankungen auf einen Durchschnittsverdienst während einer längeren
Zeitspanne abzustellen sei (E. 6.2). Gemäss IK-Auszug entwickelte sich das AHV-
beitragspflichtige Einkommen des Beschwerdeführers wie folgt: Im Jahr 1999 betrug
es Fr. 86’900.--, im Jahr 2000 Fr. 61’200.--, im Jahr 2001 Fr. 128’400.--, im Jahr 2002
(nach Überführung des Betriebs in eine Aktiengesellschaft) Fr. 97’500.--, im Jahr 2003
Fr. 87’222.--, im Jahr 2004 Fr. 78’000.--, im Jahr 2005 Fr. 78’000.-- und im Jahr 2006
Fr. 48’000.-- (IV-act. 7), wobei das tiefere Einkommen im Jahr 2006 auf eine Lohn
reduktion zwecks Verbesserung der Liquidität des Betriebs zurückzuführen ist (IV-
act. 57–1). Der Durchschnitt der jährlichen Einkommen liegt bei Fr. 83’153.--. Die vom
Steueramt gemeldeten Zahlen zum Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers für die
Jahre 2004, 2005 und 2006 (IV-act. 21) liegen jeweils rund Fr. 10’000.-- tiefer. In seiner
Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen gab der Beschwerdeführer an, einen Lohn
von Fr. 78’000.-- zu erzielen (IV-act. 1). Die Krankentaggeldversicherung richtete ein
Taggeld ausgehend von einem massgeblichen Jahreseinkommen von Fr. 72’000.-- aus
(= Fr. 157.81 ÷ 80 % × 365; IV-act. 22–11 ff.). Im Arbeitgeberbericht wurde als AHV-
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beitragspflichtiger Jahreslohn ab 1. Januar 2008 ein solcher von Fr. 75’000.--
angegeben und ausgeführt, der Beschwerdeführer würde ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung einen Lohn von Fr. 78’000.-- erhalten (IV-act. 22–3). Der
Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle ging in seinem Abklärungsbericht von einem
Einkommen von Fr. 70’200.-- aus (IV-act. 58), was die Beschwerdegegnerin
schliesslich als Valideneinkommen ihrem Einkommensvergleich zugrunde gelegt hat.
1.4 Der Beschwerdeführer macht ein höheres Valideneinkommen geltend mit der Be
gründung, er hätte sich ohne Weiteres einen deutlich höheren Lohn auszahlen lassen
können. Ein solcher „Lohnbezug“ zu Lasten des Betriebsgewinns liesse indessen keine
Rückschlüsse auf die Einbusse der erwerblichen Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers in Folge des Gesundheitsschadens zu. Denn namentlich die
Gewinnsteigerung ab dem Jahr 2006 ist hauptsächlich auf den Ertrag der an zwei
Standorten betriebenen Waschanlagen zurückzuführen. Soweit daraus ein
Einkommenszuwachs für den Beschwerdeführer anzunehmen wäre, müsste dieser
nicht nur beim Valideneinkommen, sondern auch beim Invalideneinkommen
berücksichtigt werden, denn auf den Betrieb der Waschanlagen hat sich die
gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausgewirkt. Schliesslich kann auch nicht gesagt
werden, der Beschwerdeführer habe in der Vergangenheit einen deutlich
unterdurchschnittlichen Lohn abgerechnet, beträgt doch gemäss LSE der
durchschnittliche Bruttolohn für Männer im Bereich Dienstleistungen/ Handel/Reparatur
Automobile, Anforderungsprofil 1+2, für das Jahr 2008 Fr. 77’251.-- (bei 41,6
Wochenstunden).
1.5 Ausgehend von einem Valideneinkommen von höchstens Fr. 83’153.-- (ge
mäss dem langjährigen Durchschnitt IK-Auszug) und einem Invalideneinkommen von
Fr. 52’248.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von höchstens 37 %. Da gemäss Art. 28
Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) ein
Rentenanspruch einen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % voraussetzt, hat die Be
schwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 25. Januar 2010 das Rentengesuch des Be
schwerdeführers zu Recht abgewiesen.
2.
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Folglich ist die Beschwerde abzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu
erhebenden und angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.--
festzusetzenden Gerichtskosten hat ausgangsgemäss der Beschwerdeführer zu
bezahlen. Für das vorherige Verfahren IV 2010/79 hat der Beschwerdeführer keine
zusätzlichen Gerichtskosten zu bezahlen, denn jener Entscheid ist aufgehoben worden.
Das Bundesgericht hat nicht angeordnet, für jenes Verfahren (zusätzliche) Kosten zu
verlegen. Dies wäre auch nicht zu rechtfertigen, weil der Beschwerdeführer sonst
letztlich für ein Beschwerdeverfahren betreffend eine Verfügung zweimal
Gerichtskosten bezahlen müsste. Die Gerichtsgebühr ist durch den im alten Verfahren
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP