Decision ID: 281fab78-cda4-4d33-9159-13ec566f6194
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1972 geborene
X._
, gelernter Fotofachangestellter (
Urk.
7/3/1), arbeite
te
ab
1.
August 2011 als technischer Supporter für die
Y._
AG in
Z._
(
Urk.
7/9/3,
Urk.
7/12/4).
Ab dem 2
1.
Januar 2013 war er wegen Rücken- und Kopfschmerzen sowie psychischen Problemen zu 100
%
arbeitsun
fähig geschrieben (
Urk.
7/9/3,
Urk.
7/12/3).
Am 3
1.
Oktober 2013 meldete er sich
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente)
an (
Urk.
7/12
; vgl. auch
Urk.
7/4
).
M
it Verfügung
en
vom
2
2.
Januar 2016
sprach die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem Versicherten
mit Wirkung
ab
1.
Mai 2014
eine ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
zu (
Urk.
7/148-149; vgl. auch
Urk.
7/
135-
136
,
Urk.
7/151
).
1.2
Anfang November 2016 leitete die IV-Stelle eine Rentenrevision ein und liess den
Versicherten
zwei
F
ragebö
gen beantworten (
Urk.
7/1
53-154).
Anschliessend na
hm
s
ie
V
erlaufsberichte
der behandelnden Ärzte
zu den Akten
(
Urk.
7/158
-159,
Urk.
7/166,
Urk.
7/198)
und holte das polydisziplinäre (
allgemeinmedizinisch-inter
nistische, neurologische, orthopädische und psychiatrische) Gutachten der Gutachtenstelle
A._
vom
7.
August 2017 ein (
Urk.
7/209), worin dem Versi
cherten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert wurde (
Urk.
7/
209/20).
D
er nunmehr anwaltlich vertretene Versicherte
rügte
am
9.
Oktober und am
1
7.
November 2017
diverse Mängel des
A._
-Gut
achtens
(
Urk.
7/229,
Urk.
7/231)
und
reichte
weitere Arztberichte
ein
(
Urk.
7/
232)
, namentlich den Bericht über den am
5.
Dezember 2017
erfolgte
n
(
erneut
en)
o
perative
n
Eingriff (Dekom
pres
sion foraminal L5/S1 beidseits [
Urk.
7/244]).
In der Folge
holte
die IV-Stelle
ein
weiteres
polydisziplinäres Gutachten ein (
Urk.
7/249,
Urk.
7/252;
vgl.
Urk.
7/233-235
).
Gestützt auf das allgemeinmedi
zi
nisch-internistische, neurologische, orthopädische und psychiatrische Gutach
ten des
B._
vom 2
9.
Januar 2019 (
Urk.
7/282-
288,
Urk.
289)
hob
sie
die laufende Rente nach Durchführung des
Vorbescheid
ver
fahrens
(
Urk.
7/292
,
Urk.
7/296
,
Urk.
7/299-300
; vgl. auch
Urk.
7/233
) mit Verfü
gung vom
2.
Dezember 2019 auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats auf (
Urk.
7/301,
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
, mit Eingabe vom 1
6.
Januar 2020 Beschwerde und beantragte, es sei ihm weiterhin eine ganze Rente zu gewähren
; eventualiter sei ihm eine
Dreivier
tels
rente
zuzusprechen;
subeventualiter
sei die Sache an die IV-Stelle zurückzu
weisen, damit diese nach weiteren Abklärungen neu entscheide (
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwerdeantwort vom 2
1.
Februar 2020 beantragte die IV-Stelle die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6)
. Dies wurde
dem Beschwerdeführer
am 2
8.
Februar 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
I
nvalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
Be
i einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
% auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
% auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE
141
V
9 E.
2.3, 134
V
131
E.
3). Hinge
gen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich ge
bliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141
V
9 E.
2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Ein
schätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se,
um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen
; notwendig ist
in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27.
April 2021 E.
2.1 mit Hin
wei
sen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E.
2.3; Urteil des Bundes
gerichts 8C_144/2021 vom 27.
Mai 2021 E.
2.3, je mit Hinweisen).
1.4
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Über
prüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig
sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE
119
V
475 E.
1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (Art.
53 Abs.
2 und
3 ATSG; BGE
141
V
405 E.
5.2, 138
V
147 E.
2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13.
Februar 2017 E.
2.2). Die Wie
derer
wägung im Sinne von Art.
53 Abs.
2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5.
Juli 2018 E.
8.2).
Die Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünf
tiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser ein
zige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Ver
fü
gung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zuge
sprochen wurde (BGE
141
V
405 E.
5.2, 140
V
77 E.
3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erfor
derlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl.
Art.
43 ATSG; BGE
141
V
405 E.
5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hin
ter
grund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE
141
V
405 E.
5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3.
April 2017 E.
1.1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Aufhebung der laufenden ganzen Rente damit,
gestützt auf das
B._
-Gutachten stehe fest, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2015 aus orthopädischer Sicht verbessert habe. Im Gut
achten sei aus orthopädischer und neurologischer Perspektive eine Ein
schrän
kung
der Arbeitsfähigkeit festgestellt worden. Die im neurologischen Teilgut
ach
ten vorgenommene Addition einer 30%igen Einschränkung wegen der Migrän
e mit einer ebenfalls 30%igen Einschränkung aufgrund der Rückenbeschwerden über
zeuge nicht, da eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Beschwer
debilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade rechtsprechungsgemäss nicht zu
lässig sei. Der neurologische Gutachter habe keine nachvollziehbare Gesamt
be
urteilung vorgenommen. Zudem
beruhe
die attestierte 30%ige Ar
beitsunfähigkeit wegen der Migräne
auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und sei aus rechtlicher Sicht – nach einer
Indikatorenprüfung
- nicht plausibel. Der Be
schwerdeführer leide nämlich gemäss eigenen Angaben seit 1998 an Migräne, habe also offenbar trotz Migräne einer vollständigen Erwerbstätigkeit nachgehen können. Zudem seien die (medikamentösen) Therapiemöglichkeiten nicht ausge
schöpft. Ein erheblicher Leidensdruck sei deshalb nicht ausgewiesen. Folglich ver
bleibe
die
30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen der Rückenbe
schwerden. Da die bisherige Tätigkeit einer leidensangepassten Tätigkeit ent
spre
che, könne der Invaliditätsgrad mittels eines Prozentvergleichs auf 30
%
fest
ge
setzt werden.
Dies führe zur Aufhebung der Rente am ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats.
Im Übrigen sei nebst einem Revisionsgrund auch ein Wiedererwägungsgrund aus
gewiesen. Die anlässlich der Rentenzuspr
echung
in den Berichten der behandeln
den Ärzte aus somatischer und psychiatrischer Sicht bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten sei nicht plausibel gewesen. Damals hätten noch Therapieoptionen bestanden (zumutbare Rückenoperation), und der
behandelnde Psychiater habe erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren er
wähnt
, die hätten ausgeklammert werden müssen. Zudem habe die diagnostizierte mittelgradige depressive
Episode nach der damals geltenden Rechtsprechung als grundsätzlich therapeutisch
angehbar
gegolten. Folglich wäre damals eine objek
tive medizinische Beurteilung im Sinne einer Begutachtung angezeigt gewesen. Die damalige Verletzung der Untersuchungspflicht stelle einen Wiedererwä
gungsgrund dar (
Urk.
2,
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend,
entgegen der Ansicht der
IV-Stelle sei die ursprüngliche Rentenverfügung
nicht offensichtlich unrichtig (
Urk.
1 S. 10 f.).
Das Gutachten vermöge sodann keinen Revisionsgrund im Sinne einer Besserung
des Gesundheitszustandes aus somatischer Sicht
zu belegen
.
Auf MRI-Bildern vom 2
7.
August 2018 seien weiterhin hochgradige bilaterale Ein
engungen der
Neuroforamina
L5/S1 ersichtlich, welche gemäss dem
B._
-Neu
rologen keine relevante Verbesserung nach der zweiten Operation erkennen lies
sen
. Zudem habe
d
er
Neurologe
festgehalten, dass mit Blick auf die in den Vorberichten nur spärlich
beschriebenen klinisch-neurologischen Befunde keine massgebliche Veränd
e
rung festgestellt werden könne
(
Urk.
1 S. 12 f.).
D
er
B._
-Orthopäde
widerspreche sich
.
Einerseits habe er in seinem Teilgutachten festge
halten, dass sich lediglich die Sensibilität an der rechten unteren Extremität nach der zweiten Operation verbessert habe, nicht aber der Schmerzzustand. Ander
er
seits habe er - ohne nachvollziehbare Begründung – festgestellt, dass sich die Arbeitsfähigkeit seit 2015 dennoch verbessert habe (
Urk.
1 S. 13 f.).
Zudem ergebe sich aus
den
Berichten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom
7.
Februar
und 1
7.
Mai
2019
,
dass
die Knieschmerzen stark zuge
nommen hätten und deshalb bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit neu ebenfalls zu beachten seien (
Urk.
1 S. 14 f.).
Dem Bericht von
Dr.
med.
D._
, Oberarzt Orthopädie des Spitals
E._
, vom 1
2.
Juli 2019 könne weiter ent
nommen werden, dass den Knie
schmerzen eine beginnende Gonarthrose zu
grunde
liege und mittlerweile auch neuropathische und nozizeptive Schmerzen bei chro
nischer Schädigung der Wur
zel L5 rechts diagnostiziert worden seien. Dieser Befund werde auch durch den Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neu
ro
chirurgie, vom 2
9.
Mai 2019 belegt, der mittels einer Nervenleitgeschwindig
keitsmessung weitere patholo
gische Befunde erhoben habe. Insgesamt sei somit eher von einer Verschlechte
rung als von einer Verbesserung des somatischen Gesundheitszustandes auszu
gehen (
Urk.
1 S. 15).
Hinsichtlich der psychischen Beschwerden sei zu beachten, dass der psychia
tri
sche
B._
-Psychiater die depressive Störung zwar als remittiert, grund
sätz
lich jedoch als rezidivierend bezeichnet habe
.
E
ntgegen der Fragestellung
habe er
nichts zum Verlauf der psychischen Symptomatik verlauten lassen, habe aber offensichtlich den unveränderten Sachverhalt anders eingeschätzt. Zudem
habe der Gutachter den Bericht der Neurologin
Dr.
med.
G._
vom 2
8.
November 2018
, welcher der IV-Stelle vor der Begutachtung zugestellt worden sei, nicht berücksichtigt, obwohl die IV-Stelle
die Gutachter um das Einholen einer Fremd
anamnese bei dieser Ärztin ersucht habe.
Diesem offenkundigen Manko hätte die IV-St
elle nachgehen und das Gutachten
ergänzen lassen müssen, zumal die von
Dr.
G._
erwähnten Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung
(
PTBS
)
und einer somatoformen Schmerzstörung die nicht immer vollständig
nachvollziehbaren
Schmerzen erklären könnten. Insgesamt sei auch aus psychi
a
trischer Sicht nicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszu
ge
hen (
Urk.
1 S
. 16-18
).
Falls das Gericht eine Verbesserung des Gesundheitszustandes trotzdem als belegt erachte, sei auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des
B._
abzustellen, und es sei ihm gestützt darauf eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 18-21)
.
Unzutreffend sei die vom Rechtsdienst der IV-Stelle behauptete fehlende Plausi
bilität der migränebedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei nicht Sache
des Rechtsdienstes zu beurteilen, ob die Migränetherapie genügend sei. Ferner treffe zwar zu, dass er früher trotz Migräne einer Erwerbstätigkeit habe nachgehen
können
, hingegen seien damals die Rückenbeschwerden noch nicht
so gravierend gewesen
. Es sei
eine Gesamtbeurteilung
vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 22
)
.
Gelange das Gericht zum Schluss, dass die vorliegenden Akten keine abschlies
sende Beurteilung seines Gesundheitszustandes erlaubten, sei die IV-Stelle anzu
weisen, die fehlenden Abklärungen nachzuholen und gestützt darauf über seinen Leistungsanspruch zu entscheiden (
Urk.
1 S. 24).
2.3
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob ein Revisions- oder ein Wiederer
wä
gungs
grund vorlieg
t
.
3.
3.1
3.1.1
Den
rentenzusprechenden Verfügung
en
vom 2
2.
Januar
2016 (
Urk.
7/136,
Urk.
7/148-149
) lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte zugrunde
(vgl.
Urk.
7/123/5-12)
:
Die behandelnden Orthopäden der Universitätsklinik
H._
nannten
in ihrem Bericht vom
7.
Januar 2015
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine Restlumbalgie und
Pseudoradikulopathie
beidseits bei Status nach Spondylodese L5/S1
mit der Technik
PLIF am
7.
Juli 2014 (vgl.
Urk.
7/51)
bei
einer isthmischen
Spondylolisthese
L5/S1 mit Lumbalgie sowie bei Status nach Wundrevision bei
Wunddehiszenz
am 1
9.
Juli 201
4.
An Befunden erwähnten die Ärzte eine reizlose Operationsnarbe, eine intakte Sensibilität und ein Schon
hinken rechts. Fünf Monate postoperativ bestünden noch erhebliche Restbe
schwerden. Aufgrund von Schmerzen sei die aktuelle berufliche Leistungs
fähig
keit um 100
%
vermindert. Um den Durchbau der Spondylodese beurteilen zu können, werde eine CT-Untersuchung der Lendenwirbelsäule durchgeführt
(
Urk.
7/71/
7-9
)
.
Die CT-Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 1
3.
Januar 2015 zeigte einen beginnenden, verzögerten Durchbau der Spondylodese L5/S1 (
Urk.
7/76).
3.1.2
Med.
pract
.
I._
, Assistenzarzt des
J._
,
der den Beschwerdeführer alle 6-8 Wochen psychiatrisch und ein bis drei Mal pro Monat psychotherapeutisch behandelte,
diagnostizierte in seinem
Formularb
ericht vom 1
3.
Januar 2015
eine gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Der Beschwerde
führer sei rasch erschöpft, seine Konzen
trationsfähigkeit sei vermindert und er leide insbesondere bei vielen visuellen Reizen (rasche Bewegungen, schnelle Bild
wechsel)
an Migräne. In lauter Umge
bung und in Menschenmengen komme es rasch zu Übelkeit und Überforderung. In der bisherigen Tätigkeit könne er deshalb höchstens noch zwei Stunden pro Tag arbeiten. In einer angepassten Tätigkeit mit der Möglichkeit, die Arbeit selbst einzuteilen,
regelmässige
Pausen einzulegen und zwischen der Sitz- und Steh
position zu wechseln, könne er maximal zwei bis drei Stunden
täglich
arbeiten
. Am Folgetag bestehe eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit, ebenfalls bis zu zwei Tage nach Migräneanfällen. Die Leis
tungsfähigkeit sei um etwa 80
%
vermindert. Der Beschwerdeführer sei sehr motiviert, wieder zu arbeiten, die Krankheit werde aber durch die Rückenbe
schwerden und finanzielle Probleme aufrechterhalten (
Urk.
7/72).
3.1.3
Am
2
4.
Juli 2015 hielt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie des Neuro- und Wirbelsäulenzentrums der Klinik
L._
, fest, eine Wiederauf
nah
me der Arbeitstätigkeit sei erst nach
erfolgtem
knöchernem Durchbau der Spon
dylo
dese
möglich
(
Urk.
7/108
).
Im Verlaufsbericht
vom 3
1.
August 2015
sprach
Dr.
K._
von
eine
m
s
tabilen Ge
sundheitszustand, wobei es möglich
bleibe
, dass
die Beschwerden wieder zu
nähmen
. Der Beschwerdeführer sei seit zwei Jahren arbeitsunfähig und er denke, dass er mittelfristig ohne eine Operation oder eine interventionelle Schmerz
the
rapie zu 100
%
arbeitsunfähig bleibe
. Eine Revisions-Operation sei absolut zumutbar und indiziert; der Beschwerdeführer fürchte sich aber
da
vor und
stimme einer
Operation
deshalb nicht
zu
(
Urk.
7/119).
Auch
gemäss
Verlaufsbericht von med.
pract
.
I._
vom
J._
vom
3.
September 2015 lag
ein stabiler Gesundheitszustand vor. Wegen persistierenden Rücken
schmerzen, verschärft durch den nur ungenü
gend erfolgten postoperativen knöchernen Umbau, sowie den bei Belastung auftretenden Migräneanfällen sei gegen
w
ärtig eine Verbesserung der psychischen Situation kaum möglich. Die Ehefrau habe zwischenzeitlich die Scheidung eingereicht, was zu einer Zunahme der psychischen Belastung und vermehrten depressiven Symptomen geführt habe.
Weil die operative Wirbelsäulenver
stei
fung bisher nicht das gewünschte Resultat erbracht habe und eine erneute Opera
tion eine noch geringere Aussicht auf Besserung garantiere, stehe der Beschwer
deführer einer solchen verständlicher
weise zurückhaltend gegenüber.
Hinzu komme,
dass ein Orthopäde im Rahmen einer Second Opinion die gewählte Operationstechnik in Frage gestellt habe.
Unter zusätzlicher Berücksichtigung der übrigen Belastungsfaktoren erscheine aktuell eine weitere Belastung des Be
schwer
deführers durch eine Operation aus psychiatrischer Sicht als ungünstig (
Urk.
7/118).
3.1.
4
Gestützt auf diese Berichte gelangte
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie vom
regionalen ärztlichen Dienst
(
RAD
) der Beschwerde
geg
nerin
, in
seiner
Stellung
nahme
vom 1
4.
September 2015
(vgl. auch die frühere Stellung
nahme vom
7.
August 2015
[
Urk.
7/123/8-9]
)
zur Beurteilung,
eine
Revi
sions
-O
peration werde durch die psychi
sche Komorbidität offenbar verunmög
licht.
Seit dem 2
1.
Januar 2013 sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht auszuge
hen. Weitere Abklärungen seien aktuell nicht erforderlich. Nach einem Jahr fach
ärztlich-orthopädischer und –psychiatrischer Behandlung sei eine medi
zinische Neubeurteilung vorzunehmen. Eine sichere Prognose zur zukünftigen Entwick
lung der Arbeitsfähigkeit sei derzeit nicht möglich (
Urk.
7/123
/10)
.
3.1.5
Aufgrund der RAD-Stellungnahme vom 1
4.
September 2015 forderte die IV-Stelle
den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1
8.
September 2015 unter Hin
weis auf seine Mitwirkungspflicht auf
, die fachärztlich-orthopädische und –psy
chiatrische Behandlung zwecks Erhaltung beziehungsweise Verbesserung seines Gesund
heits
zustandes weiterzuführen
(
Urk.
7/124), und sprach ihm mit den
Ver
fügungen
vom 2
2.
Januar 2016 ab
1.
Mai 2014 eine ganze Rente zu (
Urk.
7/136,
Urk.
7
/148-149
)
.
3.2
3.2.1
Im Rahmen des Revisionsverfahren
s
2017 bescheinigte der behandelnde Psy
chia
t
er
med.
pract
.
I._
vom
J._
dem Be
schwe
r
deführer
a
m 2
1.
Februar
einen statio
nären Gesundheitszustand mit an
hal
tender 100%iger Arbeitsunfähigkeit. Er diagnostizierte eine rezidivierende
de
pres
sive
Störung, gegenwärtig leicht- bis mit
telgradig
(ICD-10 F33.0)
, und er
wähnte als
psychische Beeinträchtigungen rasche Ermüdbarkeit, eine deutlich be
einträch
tigte K
onzentration sowie
Schwierigkeiten in Situationen mit vielen Menschen (
Urk.
7/158).
3.2.2
Im allgemeinmedizinisch-internistischen, neurologischen, orthopädischen und psy
chiatrischen Gutachten der
A._
vom
7.
August 2017, welches auf gutach
ter
liche
n
Untersuchungen des Beschwerdeführers
vom
1
0.
und 2
4.
Mai 2017
be
ruht
(
Urk.
7/209/1)
, wurden kein
e Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit gestellt
.
Die Gutachter
diagnostizierten im Wesentlichen ein chronisches Lumbalsyndrom ohne radikuläre Reizung bei Status nach Spondylodese L5/S1 im Juli 2014, eine Adipositas, eine
retropatelläre
Chondropathie rechts bei älterer vorderer Kreuzbandruptur und einen chronischen Spannungskopfschmerz beid
seits (
Urk.
7/209/18).
Der orthopädische Gutachter konnte nicht beurteilen, ob
in
zwischen ein knöcherne
r
Durchbau der Spondylodese L5/S1 stattgefunden habe,
da der Beschwerdeführer einen für den 1
9.
Juni 2015 geplante CT-Untersu
chungs
termin nicht wahrnahm und weitere diesbezügliche Röntgenunter
suchun
gen ablehnte. Die
neurologische Sachverständige fand
trotz entsprechender An
gaben des Beschwerdeführers (
Urk.
7/209/47)
keine sicheren Hinweise für eine
Migräne (
Urk.
7/209/20
,
Urk.
7/209/51
).
Der psychiatrische
Experte
erhob in einem
spezifischen Beschwerdevalidierungsverfahren auffällige Werte
, die seiner Ein
schät
zung nach allein durch eine Aggravation nicht erklärt werden könnten,
und ging
aufgrund
weiterer
Beobachtungen –
Verhalten vor und nach seiner klini
schen Untersuchung,
vage Angaben zu den psychischen Symptomen, fehlende Nachweisbarkeit d
er
angegebene
n
Medikamenteneinnahme im Blut – davon aus, dass der Beschwerdeführer eine nicht vorhandene Symptomatik zielgerichtet vor
täusche (
Urk.
7/209/20
,
Urk.
7/209
/62,
Urk.
7/209/64; vgl. auch
Urk.
7/
229/3,
Urk.
7/229/5
).
Die
A._
-Experten
attestierten dem Beschwerdeführer eine unein
geschränkte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, welche zugleich leidensangepasst sei
, und zwar ab Erlass des Vorbescheids der IV-Stelle vom 1
8.
September 2015
(
Urk.
7/209/20
-21
).
3.2.3
Da sich die ausstrahlenden Schmerzen im rechten Bein trotz der Operation im Jahr 2014 nicht besserten, und bildgebend eine foraminale Restkompression L5/S1 rechts betont im lateralen
Foramen
intervertebrale nachgewiesen werden konnte,
so dass
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neurochirurgie, am 1
0.
November 2017 von einem radikulären sensiblen Reizsyndrom der Nervenwurzel L5 rechts
bei einer persistierenden
Foramenstenose
L5/S1 rechts betont ausging (
Urk.
7
/232),
entschied sich der Beschwerdeführer nach längerer Bedenkzeit für
eine operative
Re-Dekompression.
Diese wurde
am
5.
Dezember
2017 durchgeführt (
Urk.
7/244
/1).
3.3
Weil
der Beschwerdeführer das
A._
-Gutachten als mangelhaft
gerügt hatte
(
Urk.
7/229,
Urk.
7/231) und zwischenzeitlich erneut operiert worden war, ord
nete die IV-Stelle eine zusätzliche polydisziplinäre Begutachtung durch
das
B._
an
(
Urk.
7/249
; vgl. auch
Urk.
7/289/6
).
Im Bericht vom 2
8.
November 2018 empfahl
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, die bevorstehende Begutachtung um mindestens ein halbes Jahr zu verschieben. Sie habe zur Eruierung der Leidensgeschichte zwei intensive Ge
sprä
che mit dem Beschwerdeführer geführt, wobei sie versucht habe, bis in die Jugend vorzudringen. Dies sei nur ganz zäh gelungen. Er sei als Mädchen geboren wor
den, habe sich aber im Mädchenkörper nie wohl gefühlt. Im Alter von 17 Jahren sei er vergewaltigt worden. Es sei anzunehmen, dass er diese Erlebnisse vollstän
dig abspalte, das heisst
,
dass er dissoziiere.
Ihrer Meinung nach sei dies ein Grund für die verminderte Resilienz des Beschwerdeführers.
Sie vermute, dass er an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide und die Schmerzsymp
to
matik zu einem guten Teil auf eine somatoforme Schmerzstörung zurückzuführen sei. In dieser
Situation sei eine psychiatrische Behandlung indiziert, die bei
Dr.
med.
O._
bereits begonnen habe.
Sie empfehle, der Psychiat
erin gezielte Fragen im Hinblick auf die Erstellung des erneuten Gutachtens zu stellen, da hiervon neue Erkenntnisse zu erwarten seien. Um diesen neuen Aspekt gründlich zu bearbeiten, bedürfe es aber mit Sicherheit noch eines halben Jahres an in
ten
siver psychiatri
scher Befragung und Betreuung durch
Dr.
O._
(
Urk.
7/270).
3.4
Die am 2
9.
Januar 2019 fertiggestellte polydisziplinäre Expertise
des
B._
be
ruht
auf allgemeinmedizinisch-internistischen und orthopädisch-chirurgischen
Unter
suchungen vom 1
1.
Dezember 2018 sowie neurologischen und psychia
trisch
-psy
chotherapeutischen Abklärungen vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
7/282-289)
.
Der Beschwerdeführer gab den Gutachtern an,
er sei als Mädchen geboren wor
den. An die Kindheit könne er sich nicht erinnern, er habe diese herausge
schnit
ten aus seinem Leben, bis zur Geschlechtsumwandlung im Jahr 1999, die er nie bere
u
t habe. Er fühle sich wohl im heutigen Körper. Er habe immer wieder die Arbeitsstellen wechseln müssen, da er wegen Rückenbeschwerden arbeitsun
fähig geworden sei und ihm jeweils gekündigt worden sei (
Urk.
7/284/6-7).
Aktuell leide er
unter diversen Schmerzen
a
m Bewegungsapparat. Die zweite Operation vom
5.
Dezember 2017 auf Höhe
L5/S1 habe gemäss Verlaufs-MRI im Jahr 2018 das Ziel, eine foraminale Einengung zu öffnen, nicht erreicht. Die Schmerzen hätten sich negativ entwickelt
. Zus
ätzlich bestünden Sensibilität
s
stö
rungen am rechten Bein und F
uss und eine Migräne, die zwei bis vier Mal pro Woche auftrete.
Die Migräneattacken würden jeweils ein bis sechs Stunden dauern und meistens gleich ablaufen (
Urk.
7/285/13-14,
Urk.
7/289/7).
In psy
chi
scher Hinsicht bekomme er Panik in Menschenmengen. Allerdings sei er seit Jahren nicht mehr in einer solchen Situation gewesen. Er habe Konzentra
tions
probleme und Ermüdungserscheinungen, der Kopf stelle ihm ab. Er frage sich nach dem Sinn des Lebens und habe wegen seiner Erkrankung nichts zu lachen (
Urk.
7/284/3,
Urk.
7/289/7).
In der abschliessenden interdisziplinären Gesamtbeurteilung
nannten
die Gutach
ter als Diagnosen mit Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit eine
geringe
I
mpin
gement-Symptomatik
der Schulter mehr auf der rechten als der linken Seite bei einer Bizepssehnen-Luxation beidseits (Erstdiagnose im August 2017) und ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
bei
residuellen
postopera
ti
ven Veränderungen mit einer hochgradigen Einengung der
Neuroforamina
L5/S1 beidseits. Der anamnestisch bestehende Verdacht auf eine intermittierende radi
kuläre Irritation im Bereich L5 rechts beziehungsweise ein
lumboradikuläres
Reiz- und Ausfallssyndrom könne
aktuell nicht
bestätigt
werden. Klinisch zeige sich aktuell
ein
Lumbovertebralsyndrom
und eine muskuläre Dysbalance. Weiter
schränke
ein gemischter Kopfschmerz (chronische Migräne und Medikamen
ten
übergebrauchskopfschmerz)
die Arbeitsfähigkeit
ein
.
Nicht
auf die Arbeits
fähig
keit
wirkten sich
im Wesentlichen
eine Adipositas
, eine intermittierende
Gonalgie
rechts bei Status nach zweimaliger Operation
(zuletzt im August 2005)
mit fehlendem vorderem Kreuzband,
ein
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F33.4), der Ver
dacht auf eine akzentuierte Persönlichkeit
mit
narzisstische
n
Z
üge
n
und ein Trans
sexualismus bei Status nach abdominaler extrafaszialer Hysterektomie im Jahr 1999 aus (
Urk.
7/289/8-9).
Aufgrund
der
Befunde und Diagnosen seien körperliche Tätigkeiten mit dem Heben
von Lasten über 10 kg, Tätigkeiten, die häufiges Bücken erforderten, Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten sowie anhaltende Überkopf-Tätigkeiten nicht mehr mög
lich. Ebenso seien Körperzwangshaltungen zu vermeiden (
Urk.
7/289/10). Die bis
herige leichte bis mittelschwere Tätigkeit, welche vorwiegend sitzend und nur gelegentlich im Stehen verrichtet worden sei, sei dem Beschwerdeführer vollzeitig zumutbar. Schmerzbedingt und wegen der eingeschränkten lumbosakralen Dehn
barkeit
mit paralumbaler muskulärer Dysbalance resultiere in dieser Tätigkeit aus rein orthopädischer Sicht eine Leistungseinschränkung von 30
%
zwecks Pausen. Diese Einschätzung gelte sechs Monate nach der Operation vom
5.
Dezember 2017, also ab Juli 201
8.
In der angestammten Tätigkeit, welche im Wesentlichen als adaptiert gelten könne,
sei die Arbeitsfähigkeit infolge des Rückenleidens auch aus neurologischer Sicht zu 30
%
eingeschränkt. Diese Einschränkung gelte nach Lage der Akten retrospektiv seit Mai 201
2.
Die Migräne führe zu einer weiteren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit während den Migränetagen, welche ebenfalls
mit 30
%
zu beziffern sei. Die Einschränkungen wegen des Rückenleidens und der
Migräne würden sich additiv verhalten, so dass aus neurologischer Perspektive insgesamt von einer Einschränkung der Arbeits-/Leistungsfähigkeit im Umfang von 60
%
auszugehen sei.
Die orthopädisch wegen des Rückenleidens attestierte Einschränkung sei damit ebenfalls berücksichtigt, so dass dieser Einschrän
kungs
grad sämtliche Beschwerden berücksichtige. Die gesamthafte Arbeitsunfähigkeit von 60
%
in der angestammten
Tätigkeit
und in
adaptierten
Tätigkeiten gelte seit Mai 2012 (
Urk.
7/289/11-12).
Der Beschwerdeführer werde gemäss eigenen An
gaben seit einiger Zeit
neu durch die Neurologin
Dr.
G._
behandelt
(
Urk.
7/285/17,
Urk.
7/289/13)
. Dies sei im Hinblick auf die Einleitung einer adä
quaten M
igrän
ebehandlung zu begrüssen. Inwieweit eine solche zu einer Ver
rin
gerung
der migränebedingten Arbeitsunfähigkeit führen werde, bleibe vorerst offen (
Urk.
7/285/27,
Urk.
7/289/13
).
Die auf den Revisionsgrund zielenden Fragen der IV-Stelle nach einer Verän
de
rung des Gesundheitszustandes (Fallspezifische Frage Nr. 1) wurden im Ge
samt
gutachten unter Verweis auf die Teilgutachten nicht beantwortet (Urk.
7/289/13)
,
wobei
sich
auch die Teilgutachten
nicht alle dazu äussern (
Urk.
7/283/12,
Urk.
7/284/14)
.
Der Neurologe vermochte eine Veränderung nicht zuverlässig zu beurteilen, da die Akten im Referenzzeitpunkt keine verwertbare Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit enthielten
(
Urk.
7/285/28-29)
. Der begutach
tende Orthopäde erwähnte eine ge
genüber 2015 verbesserte Arbeitsfähigkeit. In der ersten Hälfte von 2015 sei eine beidseitige L5-Symptomatik diagnostiziert worden und somit bekannt gewesen, aber als möglich Schmerzursache noch nicht aufgetaucht (
Urk.
7/286/21)
.
3.5
Als Beschwerdebeilage reichte
der
Beschwerdeführer die
B
erichte des Allge
mein
mediziners
Dr.
C._
vom
7.
Februar und 1
7.
Mai 2019 (
Urk.
3/3-4), des Neuro
chiru
r
gen
Dr.
F._
vom 2
9.
Mai 2019 (
Urk.
3/6), des Oberarztes Orthopädie des Spitals
E._
Dr.
D._
vom 1
2.
Juli 2019 (
Urk.
3/5) und der stellvertretenden Oberärztin Psychosomatik des Spitals
E._
Dr.
R._
vom
6.
August 2019 (
Urk.
3/7) ein, in welchen über den Verlauf der Behandlung
der Knie- und Rückenbeschwerden sowie der psychischen Problematik berichtet wird.
Keiner der befassten Ärzte mach
te
Angaben zur Arbeitsfähigkeit oder zur Frage der gesundheitlichen Veränderung seit der Rentenzusprechung und sie setz
t
en sich auch nicht mit dem
B._
-Gutachten auseinander.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die ursprüngliche
n
Rentenverfügung
en vom 2
2.
Januar 2016 von der IV-Stelle in Wiedererwägung gezogen werden
durf
ten
(
Urk.
2 S. 2).
4.2
A
us so
matischer Sicht lagen bei Erlass der Rentenverfügungen
mit den Berichten
der Orthopäden der Universitätsklinik
H._
vom
7.
Januar 2015 (
Urk.
7/71/7-9)
sowie von
Dr.
K._
vom 2
4.
Juli und 3
1.
August
2015 (
Urk.
7/107-108,
Urk.
7/119)
mehrere
fachärztlich-orthopädische
Stellungnahmen vor, die dem Be
schwerdeführer übereinstimmend
wegen erheblicher Restbeschwerden
eine da
mals 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit
in allen Tätigkeiten
bescheinigten. Da sich der Beschwerdeführer damals noch in der Rehabilitationsphase nach
d
er
operativen
Wirbelsäulenversteifung
a
m
7.
Juli 2014
befand und sich der knöcherne Durch
bau
der S
p
ondylodese
verzögerte
(
Urk.
7/76,
Urk.
7/107-108)
, erscheinen diese Beurteilungen als plausibel. Auch
der RAD-Orthopäde
Dr.
M._
gelangte nach
versicherungsmedizinische
r
Prüfung dieser Bericht
e am 1
4.
September 2015
nicht zu einer anderen Einschätzung
(
Urk.
7/123/10). Da alle
Mediziner gestützt auf die
damalige objektive Befundlage im Rücken auf eine
100%ige Arbeits
unfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten
schlossen
, kann keine Rede davon sein,
die
IV-Stelle habe damals den Untersuchungsgrundsatz klar verletzt, beziehungs
weise
die attes
tierte
vollständige Arbeitsunfähigkeit
sei aus damaliger Sicht
zweifellos unrichtig
gewesen (vgl. vorstehend E. 1.4).
4.3
Da sich die Z
usprechung
der ganzen Rente
bereits allein aufgrund der soma
ti
schen Befundlage rechtfertigt
e
, vermögen die von der IV-Stelle angeführten
Mängel
bei der Beurteilung der psychischen Beeinträchtigungen
durch med.
pract
.
I._
(
Urk.
2 S. 2)
keine offensichtliche
Unrichtigkeit
der Rentenverfü
gun
gen
zu begründen.
Jedenfalls
erscheint
die
am
3.
September 2015
von
med.
pract
.
I._
geäusserte Einschätzung
,
angesichts der Erfolglosigkeit der ersten Opera
tion, den im Rahmen einer Second Opinion geäusserten Bedenken hin
sicht
lich der damals gewählten Operationstechnik
,
der bestehenden psychisch-psycho
so
zialen Belastungsfaktoren
und der Furcht des Beschwerdeführers vor einem weiteren operativen Eingriff (vgl. auch
Urk.
7/119)
sei
aktuell eine
zweite Opera
tion aus psychiatrischer Sicht nicht zu empfehlen
(
Urk.
7/118)
, nicht als offen
sichtlich unrichtig. Rechtsprechungsgemäss wird eine Operation auch bei psy
chisch unbeeinträchtigten Personen nur dann als zumutbar erachtet, wenn es sich erfahrungsgemäss um einen unbedenklichen Eingriff handelt
der mit mindestens überwiegender Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Besserung des Leidens mit
sich bringt (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich 2020,
Art.
21
Rz
1
29 mit Hinweis).
Dass
die Revisions-Operation in diese zumutbare Kategorie fiel,
kann nicht ohne weiteres gesagt werden
. Zudem wäre der Beschwerdeführer wohl selbst wenn er diese Operation vor Erlass der Rentenverfügungen vom 2
2.
Januar 2016 hätte
vornehmen
lassen, unter Berücksichtigung der erfahrungsgemäss nötigen Zeit zur Rekonvaleszenz
im Zeitpunkt des
Verfügungserlass
es
weiterhin vollständig a
rbeitsunfähig gewesen.
RAD-Arzt
Dr.
M._
ging aufgrund der Einschätzung von med.
pract
.
I._
eben
falls
davon aus, dass eine Revisions-Operation damals wegen der psychi
schen
Komorbidität nicht zumutbar war, empfahl der IV-Stelle aber in seiner Stellung
nahme vom 1
4.
September 2015 eine erneute Beurteilung nach einem
Jahr fach
ärztlich-orthopädischer und
-
psychiatrischer Behandlung (
Urk.
7/123
/10). Ein sol
ches Vorgehen erscheint angesichts der damaligen Aktenlage
zumindest
als ver
tretbar.
Entgegen der Ansicht der IV-Stelle sind die Voraussetzungen folglich nicht erfüllt, um auf die ursprüngliche R
entenverfügung vom 2
2.
Januar 2016 (
Urk.
7/148-149)
unter dem Titel einer Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2
ATSG zurückzukommen.
5.
Unbestrittenermassen kann auf das
A._
-Gutachten vom
7.
August 2017
(
Urk.
7/209)
nicht abgestellt werden
(
Urk.
2,
Urk.
7/295/14)
.
Die
Einschätzung
der
A._
-Gutachter, dass der Beschwerdeführer seit September 2015 uneinge
schränkt arbeitsfähig sei (
Urk.
7/209/20-21),
kam aus somatischer Sicht offenbar
auch deshalb
zustande, weil den Gutachtern
nur ungenügende bildgebende
Be
funde
der Wirbelsäule
für die Zeit ab Mitte 2015
vorlagen (Röntgenbilder der Lendenwirbelsäule vom November 2016; vgl.
Urk.
7/209/11-16,
Urk.
7/209/40
). Der orthopädische
B._
-Gutachter bezeichnete die
vom
A._
attestierte
unein
geschränkte
Arbeitsfähigkeit als nicht gan
z nachvollziehbar, insbesondere,
weil sich der Beschwerdeführer vier Monate nach Erstellung jenes Gutachtens wegen einer persistierenden L5-Schmerzsymptomatik beidseits einem weiteren operati
ven Eingriff der Wirbelsäule habe unterziehen müssen (
Urk.
7/286/19).
D
er begutachtende Neurologe des
B._
hielt fest, das neurologische Teilgutachten der
A._
werde den Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht gerecht.
Die am 2
7.
August 2018 durchgeführte MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule habe eine
weiterhin
hochgradige Einengung der
Neuroforamina
L5/S1 beidseits ergeben, welche eine intermittierende
lumboradikuläre
Irritation rechts plausibel und wahrscheinlich mache (
Urk.
7/285/22; vgl. auch
Urk.
7/286/
16).
Die deutlich optimistischere Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit durch die
A._
-Experten kann
überdies
durch die Beobachtung eines
stark
inkonsistenten Ver
haltens des Beschwerdeführers durch den
A._
-Psychiater beeinflusst worden sein (
Urk.
7/209/62,
Urk.
7/209/64; vgl.
auch
Urk.
7/229/3,
Urk.
7/229/5).
Dem
ge
genüber
verhielt
sich der Beschwerdeführer nach Einschätzung der
B._
-Experten während der dortigen Begutachtung weitgehend
authentisch
;
beispiels
weise
klagte er
nicht
mehr
über
wesentliche
Einschränkungen wegen seines psy
chischen Zustandes (
Urk.
7/284/12
; vgl. auch
Urk.
7/209/64-65
)
. Die orthopädi
schen und neurologischen Sachverständigen wies
en
darauf hin,
das Verhalten des Beschwerdeführers sei grundsätzlich kooperativ und adäquat gewesen, bloss
das geltend gemachte Ausmass der Funktionseinschränkungen habe nicht voll
stän
dig mit orthopädischen und neurologischen Faktoren begründet werden
können (
Urk.
7/285/24,
Urk.
7/286/14,
Urk.
7/286/19).
Dementsprechend konnten
die
B._
-Experten die zumutbare Arbeitsfähigkeit aus objektiver
Sicht
auf einer vergleichsweise
zuverlässigeren
Grundlage
bestimmen.
Es ist folglich im Grundsatz nicht zu beanstanden
, dass die IV-Stelle zur Beur
tei
lung der Entwicklung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit auf die Expertise des
B._
vom 2
9.
Januar 2019 abgestellt hat
, welche auch
die jüngste Rückenoperation berücksichtigte und
zeitnahe zur angefochtenen Verfü
gung erging
.
6.
6.1
Strittig und zu prüfen bleibt
anhand des
B._
-Gutachtens
, ob
seit der Renten
zu
sprechung mit den
Verfügung
en
vom
2
2.
Januar 2016
(
7/151)
eine erhebliche Än
derung des Gesundheitszustandes
bezie
hungsweise der Arbeitsfähigkeit
einge
treten i
st und damit ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG
vorliegt.
6.2
6.2.1
Laut dem
neurologische
n
B._
-Gutachter
ist eine wesentliche Verä
nderung des Gesundheitszustandes
gestützt auf die Entwicklung der neuroradiologischen und klinischen Befunde aus neurologischer Perspektive
mangels verwertbarer neuro
logische
r
Einschätzungen
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
(
Urk.
7/285/27-30).
6.2.2
D
er orthopädische Sachverständige
hielt
fest,
die aktuell von ihm erhobene Arbeitsunfähigkeit von 30
%
gelte sechs Monate nach der foraminalen Dekom
pression L5/S1 vom
5.
Dezember 2017, somit seit Mai 2018
(
Urk.
7/286/20)
.
Zum einen begründete er diese Beurteilung aber nicht weiter
mit einer konkreten Änderung der
gesundheitlichen
Situation, sondern hielt bloss fest, es bestehe gegenüber
2015 eine
verbesserte Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/286/21
). Z
um anderen hielt er im Widerspruch dazu an
einer anderen Stelle
seines Gutachtens fest, der
Schmerz
zustand
habe sich nach der zweiten Operation im Dezember 2017 be
dauerlicherweise nicht gebessert, lediglich die Sensibilität an der rechten unteren Extremität sei besser geworden
(
Urk.
7/286/17
)
.
Bei den Ausführungen zur Kon
si
stenzprüfung wies er zudem darauf hin, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wegen der Rückenbeschwerden müsse auf das neurologische Teilgutachten abge
stellt werden
(
Urk.
7/286/19)
, in welchem aber, wie dargelegt, keine relevante gesundheitliche Veränderung
postuliert
wurde (
Urk.
7/285/29-30
).
Deshalb sind
die
Aussagen
des begutachtenden Orthopäden
zur Entwicklung der Arbeits
fähig
keit im zeitlichen Verlauf widersprüchlich
.
M
angels
eingehender
Auseinander
set
zung mit den medizinischen Vorbefunden
bei der Beantwortung
der
im Revi
sions
verfahren entscheidenden
Frage
nach einer
tatsächlichen
Veränderung
ist
unklar, ob er lediglich den
im Vergleich zur Situation bei Erlass der Renten
ver
fügungen vom 2
2.
Januar 2016
unveränderten Gesundheitszustand hinsichtlich seiner Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anders eingeschätzt ha
t. Eine solche abweichende Einschätzung bliebe
aber
revisionsrechtlich unbeachtlich
(vgl
.
vor
stehend
E. 1.3).
6.2.3
Grundsätzlich
rechtfertigt
eine wesentliche Veränderung des
psychisch
en Ge
sundheitszustandes
, welcher bei der Rentenzusprechung beeinträchtigt war,
auch
in somatischer Hinsicht eine umfassende Neubeurteilung des
Gesundheits
zu
stan
des
(Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_395/2018
vom
3.
September 2018 E. 8.2 sowie 9C_194/2017 vom 2
9.
Januar 2018 E. 4.3 und 5).
Der psychiatrische Gut
achter
des
B._
liess die
Frage
n der IV-Stelle
unbeantwortet
, ob seit dem letzten Ent
scheid vom 2
2.
Oktober 2015 (richtig: 2
2.
Januar 2016 [
Urk.
7/151; vgl. auch
Urk.
7/135-136]) eine Veränderung des Gesundheitszustandes eingetre
ten sei
(
Urk.
7/289/6)
.
Zwar kann aus der gestellten Diagnose einer
rezidivie
ren
den depressiven Störung
,
aktuell
remittiert, und der Bemerkung des begutach
ten
den Psychiaters, in der Vergangenheit
scheine eine gewisse depressive Kom
po
nen
te eine Rolle gespielt zu haben (
Urk.
7/284/12)
, auf eine Besserung der psychischen Symptomatik im zeitlichen Verlauf geschlossen werden.
Diese An
gaben sind aber
insbesondere in zeitlicher Hinsicht ungenau, so dass nicht klar ist,
ob
sich der psychische Gesundheitszustand aus seiner Sicht
im hier massgeblichen Zeitraum ab Erlass der Rentenverfügung vom
2
2.
Januar 2016
verbessert hat oder ob die Besserung bereits früher erfolgte.
Auch hat sich der
B._
-Psychiater in diesem Zusammenhang nicht mit den Verlaufsberichten des behandelnden Psychiaters
med.
pract
.
I._
vom
J._
vom 1
3.
Janu
a
r 2015 (
Urk.
7/72),
3.
September 2015 (
Urk.
7/118)
u
nd vom 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
7/158) auseinandergesetzt.
Ebenso fehlt
es
im Teilgutachten
an der
Schilde
rung einer veränderten Befundlage.
6.2.4
Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wes
ent
lich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Ände
rung (en) des Sachverhalts - bezieht (Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2021 vom 2
7.
Mai 2021 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Im Rahmen der Konsensbeurteilung blieben die fallspezifischen Fragen zum Revisionsgrund offen (
Urk.
7/289/13).
Gestützt auf die
teils
ungenauen beziehungsweise widersprüchli
chen Angaben
in den Teil
gutachten
lässt sich eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszu
s
tandes in der
m
assgeblichen Zeit
seit
Erlass der Rentenverfügungen vom 2
2.
Januar 2016
ebenso wenig
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen.
Aufgrund ent
sprechender Hinweise insbesondere im psychiatrischen Teilgutachten erscheint eine solche Sachverhaltsänderung
– und damit ein Revisionsgrund -
bei der gegen
wärtigen Aktenlage aber auch nicht
als
ausgeschlossen.
Diesbezüglich
besteht weiterer Abklärungsbedarf.
7.
7.1
Die dem Beschwerdeführer
laut der Gesamtbeurteilung seitens der
B._
-Gut
ach
ter
bescheinigte
60%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit und in adaptierten Tätigkeiten
setzt sich
zusammen
aus
eine
r
30%ige
n
Arbeitsunfähigkeit infolge des Rückenleidens und eine
r
kumulativ zu berücksich
tigende
n
weitere
n
30%ige
n
E
inschränkung der Arbeitsfähigkeit
wegen der
Migräne (
Urk.
7/
289/12
).
7.2
Rechtsprechungsgemäss bedarf es bei der Migräne einer sorg
fältigen Plausibili
tätsprüfung der geltend gemachten Funktionseinschränkungen. Die subjektiven Angaben der versicherten Person vermögen eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit nicht ohne Weiteres rechtsgenüglich nachzuweisen
(BGE 140 V 290 E. 3.3.1).
Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten können die Berücksichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitver
halten oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschrän
kungen zu plausibilisieren (BGE 140 V 290 E. 3.3.2).
Bleiben die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit trotz sorgfältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt
und können die Einschränkungen nicht anders als mit den subjek
ti
ven Angaben der versicherten Person begründet werden
, ist der Beweis für die Anspruchsgrundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen
. Die entsprechende Beweislosigkeit wirkt sich zulasten der versicherten Person aus
(BGE 140 V 290 E. 4.1
-2
; Urteil des Bundesgerichts 9C_81/201
9 vom 1
1.
November 2019 E. 4.3
.1
).
7.
3
Der
B._
-Neurologe schätzte
die von der Migräne herrührende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
anhand der subjektiven Angaben
des
Beschwerdeführers zu Art und Häufigkeit der Kopfschmerzen
(
Urk.
7/285
/15-1
7
,
Urk.
7/285/22-23)
.
Bei der Prüfung der Plausibilität seiner Einschätzung
berücksichtigte
die
IV-Stelle zu Recht
(
Urk.
2 S. 2)
,
dass der Beschwerdeführer
laut eigenen Angaben
seit 1998 (richtig: seit 1996 [
Urk.
7/28
5/
13]) an Migräne leidet und trotzdem
noch jahre
lang
uneingeschränkt erwerbstätig
war
(vgl.
Urk.
7/3,
Urk.
7/16,
Urk.
7/83/7
,
Urk.
7/282/5,
Urk.
7/209/35
). Ferner sind auch nach Einschätzung des neurolo
gischen
B._
-Experten
die Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft
;
die im Jahr 2014 vom damals behandelnden Neurologen empfohlene Intervall-Behand
lung beziehungsweise eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe wurden nie durchgeführt (
Urk.
7/285/17,
Urk.
7/285/22-23,
Urk.
7/285/27)
, was eher gegen einen erheblichen Leidensdruck spricht.
Der Annahme
eine
r
ausgeprägte
n
Migrä
ne
symptomatik
steht auch entgegen
, dass sich der Beschwerdeführer nach einer offenbar mehrjährigen Behandlungspause (
Urk.
7/209/48) erst nach
Erstattung
des
A._
-Gutachtens am
7.
August 2017, wo ihm aus neurologischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (
Urk.
7/209/51), im Herbst 2018 zu
Dr.
G._
in neurologische Behandlung (
Urk.
7/270) begab
. Die Neurologin
Dr.
G._
vermutete
aber
in erster Linie eine psychosomatische Ursa
che der Beschwerden (
Urk.
7/270).
Die vom Besch
werdeführer behauptete Einnahme
von
1 g
Dafalgan bei Migräne
attacken
(
Urk.
7/282/3,
Urk.
7/285/17,
Urk.
7/285/23)
wurde von de
n
B._
-Experten
nicht überprüft
(
Urk.
7/289/4)
, während die Laborun
tersuchung der
A._
-Gutachter
keinen Nachweis für die Einnahme der angegebenen Medi
ka
mente
, unter anderem Dafalgan,
erbrachte
(
Urk.
7/209/34,
Urk.
7/209/64)
.
Zu beachten ist zudem, dass
der Beschwerdeführer
Dafalgan
nach eigenen Angaben
auch
zur
Linderung der Rückenbeschwerden
einsetzt
und
eine nachgewiesene
Dafalganeinna
h
me
für sich allein
deshalb
noch nicht für erhebliche Migräne
be
schwerden
spr
icht
(
Urk.
7/285/17,
Urk.
7/285/23)
.
Hinzu kommt, dass die ohnehin
kaum
überprüfbaren
aktuellen
Angaben des Be
schwerdeführers zu seinen migränebedingten Einschränkungen mit sein
en Aus
sagen gegenüber den
A._
-
G
utachtern nicht übereinstimmen.
D
er
A._
-Neu
rologin
berichtete
er
,
er habe zwei- bis fünfmal pro Woche Kopfschmerzen im Bereich der Stirn und Schläfen beidseits
(Stechen und Pochen)
, wenn er sehr angespannt sei
. Die Kopfschmerzen würden weggehen, wenn er sich hinlege, und manchmal in eine Migräne übergehen mit einem Flimmern vor den Augen und starken Schmerzen im ganzen Kopf (
Urk.
7/209/47).
Aufgrund dieser Angaben
und da der Beschwerdeführer auch auf mehrmaliges Nachfragen keine höhere Migränekadenz beschrieb,
schloss
die
A._
-Neurologin
das Bestehen einer
chro
nischen
Migräne aus
. Ebenfalls entscheidend war aus ihrer Sicht, dass
das be
rich
tete Flimmern vor den Augen und die Schmerzen im ganzen Kopf keine typischen Kriterien für eine Migräne
seien
(
Urk.
7/209/51). Dem
B._
-Neu
rologen
berich
tete
d
er
Beschwerdeführer
am 1
7.
Dezember 2018
dagegen
über mindestens zwei
mal pro Woche auftretende Migräneattacken. Diese würden mit einem Flimmern vor den Augen beginnen, manchmal begleitet von halbseitigen Gesichtsfeldde
fekten. Dann setzten stechende Schmerzen in beiden Schläfen ein und es komme zu Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Er müsse sich ins B
ett begeben und liegen bleiben;
die Kopfschmerzen dauerten dann eine bis sechs Stunden an. Zusätzlich komme es zu Übelkeit (
Urk.
7/285/13-14).
Diese
Angaben des Beschwerdeführers
bewogen
de
n
B._
-Neurologen
im Gegensatz zur neu
ro
logischen Vorgutachterin zur Diagnose einer chronischen Migräne
und nicht bloss von Spannungskopf
schmerzen
(
Urk.
7/285/21). Angesichts des veränderten A
ussage
verhaltens des Beschwerdeführers
zum Verlauf der Migränen und der
nicht gänzlich überein
stimmenden
Angaben zur Häufigkeit kann
-
nach der für ihn nachteiligen Beur
teilung der Arbeitsfähi
gkeit durch die
A._
-Neurologin
-
nicht ausgeschlossen werden, dass
seine
jüngere Darstellung
gegenüber dem
B._
-Neurologen
auch
von versicherungsrechtlichen Überlegungen geleitet wurde
(vgl. dazu auch
BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
.
Da der
B._
-Neurologe
überdies
feststellte
, dass das vom Beschwerdeführer
geltend gemachte Ausmass an Funktionseinschränkungen unter Berücksichti
gun
g
der ganzen Datenlage nicht neurologisch begründet werden könne
(
Urk.
7/285
/24)
, und die auf 30
%
veranschlag
t
e Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen der Migräne als «arbiträr» bezeichnete
(
Urk.
7/28
5
/26)
, erscheint die
migränebedingt
attestierte Arbeitsunfähigkeit n
icht als hinreichend plausibel.
Die Gutachter wer
den die postulierte Einschränkung
mittels sorgfältiger Plausibilitätsprüfung im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 141 V 281)
zu objekti
vieren haben (BGE 145 V 361 E. 4.4).
Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass der RAD-Arzt das
B._
-Gut
achten als schlüssig erachtete und empfahl, hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit von 60
%
darauf abzustellen (
Urk.
7/295/11-12). Davon wich die Beschwerde
gegnerin verfügungsweise ab und erachtete die aus neurologischer Sicht beschei
nigte Arbeitsunfähigkeit nicht für plausibel (
Urk.
2 S. 2). Da dieser Einschätzung keine medizinische Prüfung der Plausibilität zu Grunde liegt, kann ihr nicht ohne Weiteres gefolgt werden. Es rechtfertigt sich vielmehr, im Rahmen der weiteren Abklärung das Gutachten diesbezüglich zu ergänzen. Erst hernach wird zu prüfen sein, ob die IV-Stelle zu Recht von der ärztlichen Folgeabschätzung abgewichen ist (BGE 145 V 361 E. 4.3).
8.
8.1
Auf Empfehlung des RAD-Orthopäden
Dr.
M._
(
Urk.
7/295/10)
hatte
die IV-Stelle dem
B._
den Bericht von
Dr.
G._
vom 2
8.
November 2018
mit Sc
hreiben vom
6.
Dezember 2018 zugestellt
und das
B._
ersucht
, diesen bei der
Begutachtung zu berücksichtigen
und eine Fremdanamnese einzuholen (
Urk.
7/271; vgl. auch
Urk.
7/272). In der Aufstellung der berücksichtigten Akten im
B._
-Gutachten wird der Bericht von
Dr.
G._
indes nicht erwähnt
(
Urk.
7/287/7-8,
Urk.
7/288)
. D
er psychiatrische Gutachter des
B._
nahm
denn auch – entgegen der expliziten Anordnung der IV-Stelle -
weder zu diesem Bericht Stellung, noch holte er bei
Dr.
G._
beziehungsweise der von dieser und auch vom Beschwerdeführer erwähnten behandelnden Psychiaterin
Dr.
O._
(
Urk.
7/284/4)
eine Fremdanamnese
ein (
Urk.
7/284/2).
8.2
In ihrem Bericht
wies
Dr.
G._
dar
auf
hin, der Beschwerdeführer habe
in der Jugend
ein
trau
m
atisierendes Ereignis
erlitten und spalte
dies
es womöglich ab
.
A
uf
die von
Dr.
G._
vermutete
Dynamik
deutet
auch
die
Angabe
des Be
schwer
deführers
gegenüber dem psychiatrischen
B._
-Gutachter
hin
, er habe seine
Kindheit «abgeschnitten»
(
Urk.
7/284/9)
.
Dr.
G._
mutmasste
, dass die vermin
derte Resilienz des Beschwerdeführers auch darauf zurück
gehe
und die Schmerzsymptomatik ebenfalls auf eine somatoforme Schmerzstörung zurück
zu
führen sei (
Urk.
7/270).
Der
B._
-Psychiater führte demgegenüber aus, die behandelnden Ärzte
seien
trotz
der beobachteten
Diskrepanz zwischen den sub
jektiven Beschwerdeangaben und den objektivierbaren Befunden nicht davon ausgegangen, dass die körperlichen Beschwerden mit dem psychischen Zustand zusammenhingen. Deshalb sei nicht von einer wesentlichen psychischen Überla
gerung der körperlichen Symptomatik auszugehen (
Urk.
7/284/11).
Wegen der fehlenden Auseinandersetzung mit
den
Hinweisen
im Bericht von
Dr.
G._
und der unterlassenen Fremdanamnese bei der behandelnden Psychiaterin
beruht diese Einschätzung des
psy
chiatrischen Sachverständigen
auf einer unvoll
stän
di
gen Aktenlage.
Die IV-Stelle hätte
ihn
deshalb
sein Teilgutachten ergänzen
lassen
müssen,
umso mehr, als
der
B._
-Psychiater
den Bericht von
Dr.
G._
entgegen ihren Instruktionen nicht beachtet hatte; dies wird
sie nachzuholen haben.
9
.
9.1
Den
I
nvaliditätsgrad
von 30
%
setzte
die IV-Stelle
mit einem
Prozentvergleich
anhand der von ihr anerkannten
Restarbeitsfähigkeit von 7
0
%
fest. Sie be
grün
dete dies damit, die bisherige Tätigkeit entspreche auch einer angepassten
Arbeit
(
Urk.
2 S. 2).
9.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG
grundsätzlich Vorrang zu
(Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5.
Juli 2011
E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE
114 V 310 E.
3a)
.
Dazu wird das Erwerbs
ein
kom
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
füh
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
mass
nah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbs
einkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allge
meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E.
3.4.2, 128 V 29 E.
1).
9.3
Der Invaliditätsgrad ist nur dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit
unver
hältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen
(Urteil des Bundesge
richts
9C_492/2018 vom 24.
Januar 2019 E.
4.3.2).
Beide Ausnahmekon
stella
tionen liegen hier nicht vor.
Da der Beschwerdeführer seine letzte Stelle aus ge
sund
heit
lichen Gründen verloren hat,
und er zuletzt im Rahmen zweier länger
dauernder Anstellungen Tätigkeiten in der IT-Branche versehen hatte (
Urk.
7/9/3,
Urk.
7/20/1-2,
Urk.
7/209/35,
Urk.
7/283/7),
hätte
die IV-Stelle
das
Validenein
kommen
wie
bei
der Rentenzusprechung
anhand des
beim letzten Arbeitgeber
erzielten Erwerbseinkommens, angepasst an die seitherige Lohnentwicklung
(
Urk.
7/123/11)
, ermitteln
können. Das hypothetische Invalideneinkommen des nicht erwerbstätigen Versicherten hätte sie
durch Heranziehen
der Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik festsetzen können.
Deshalb liegt hier auch nicht der Spezialfall vor, dass Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom glei
chen Tabellenlohn zu berechnen sind, wodurch sich deren genaue Ermittlung
erübrigt (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19.
Juni 2017 E.
4).
Auch zur Invaliditätsbemessung bedarf es folglich weiterer Abklärungen
durch die IV-Stelle
.
10
.
Nach dem Gesagten besteht weiterer Abklärungsbedarf.
Da
das grundsätzlich beweiskräftige
B._
-Gutachten vom 2
9.
Januar 2019 (
Urk.
7/289/1) nur
, aber
immerhin
der Klarstellung, Präzisierung und Ergänzung von gutachterlichen Aus
führungen bedarf,
und die IV-Stelle es
entgegen ihrer sonst üblichen Praxis
ver
säumt hat, das
in verschiedener Hinsicht
unvollständige Gutachten ergänzen zu lassen,
rechtfertigt sich die Rückweisung der Sache an
sie
(Urteil des Bundes
ge
richts 8C_
580/2017 vom
9.
Februar 2018
E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Die IV-Stelle wird den Gutachtern nochmals den Bericht von
Dr.
G._
vom
2
8.
November 2018
zuzustellen haben und den psychiatrischen
B._
-Gutach
ter
sein Teilgutachten wie
unter E.
8
dargelegt zu ergänzen lassen haben – in
klu
sive das Einholen einer Fremdanamnese bei der damals behandelnden Psychia
terin
Dr.
O._
. Zumindest in Bezug auf die Kopfschmerz- und Migräne
problematik werden die Gutachte
r
die
Diskussion der rechtsprechungsgemäss beachtlichen Standardindikatoren bei der Beurteilung der Auswirkung der Symptomatik auf die Arbeitsfähigkeit
zu thematisieren haben
. Zu
sätzlich wird
die IV-Stelle
die Experten des
B._
insbesondere
die in E.
6.2.2-3
genannten offenen F
ragen betreffend das Vorliegen einer erheblichen Verände
rung des Gesundheits
zustan
des seit Erlass der Rentenverfügungen vom 2
2.
Janua
r 2016 zu
beantworten lassen haben
.
Vor
Zustellung der Ergänzungsfragen an die
B._
-Gutachter
wird
die IV-Stelle
noch
mals
aktuelle Verlaufsberichte der behandeln
d
en Ärzte beizuziehen haben und diese
, zusammen mit
den
vom Be
schwerdeführer in diesem Verfahren eingereichten Berichten (
Urk.
3/3-7
; vgl. vorstehend E. 3.
5
),
dem RAD und nöti
genfalls auch den
B._
-Gutachtern (inklusive
dem
B._
-Neurologen) zur Prü
fung einer seit der Begutachtung
im
B._
eingetretenen relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes vorzu
legen haben.
Nach erfolgter ergänzender medizi
nischer Abklärung in diesem Sinne wird die IV-Stelle den Invaliditätsgrad
wie in E. 9 aufgezeigt
mittels eines rechtskonformen Einko
mmensvergleichs zu bestim
men
und hernach erneut über das Ergebnis der Rentenrevision zu verfügen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
11.
11.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
1’000.-- zulasten der unter
liegenden IV-Stelle (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
11.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
.
Nach
§
34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser
Krit
erien ist die
dem Beschwerdeführer
zuzuspre
chende Parteientschädigung ermessensweise auf
Fr.
2’700
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen
.