Decision ID: 512f62a1-be3d-506f-a656-0174d324e889
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 30.11.2012 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG, Art. 45 Abs. 3 lit. c und Abs. 4 lit. a AVIV. Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen Selbstkündigung. Zugunsten einer mehrmonatigen Reise kündigte der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle. Da die Reise nicht angetreten wurde, nahm der Beschwerdeführer eine erstbeste, für ihn unpassende Stelle an, die bereits nach wenigen Tagen wieder aufgelöst wurde. Die Annahme dieser Stelle beseitigte die durch die vormalige Selbstkündigung entstandene erhöhte Gefahr von Arbeitslosigkeit nicht. Es bestand weiterhin ein rechtserheblicher Kausalzusammenhang zwischen der eingetretenen Arbeitslosigkeit und der vormaligen Selbstkündigung. Die zwischenzeitliche Arbeitsaufnahme und das damit verbundene Zuwarten mit der Inanspruchnahme von Arbeitslosenversicherungsleistungen sind bei der Bestimmung der Einstellhöhe zu berücksichtigen. Reduktion von 35 auf 30 Einstelltage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. November 2012, AVI 2012/19).Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp GeertsenEntscheid vom 30. November 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenKantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendEinstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)Sachverhalt:
A.
A.a Am 1. Juni 2010 begann A._ seine Tätigkeit bei der Verkaufsabteilung der B._
AG (act. G 3.94). Der Versicherte kündigte diese Anstellung am 20. Juni 2011 per Ende
August 2011, um während mindestens elf Monaten Südamerika und Kanada bereisen
zu können (act. G 3.115). Am 3. Oktober 2011 meldete sich der Versicherte beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) l zur Arbeitsvermittlung (act. G 3.108).
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Im Antragsformular vom "10. September 2011" ersuchte der Versicherte um
Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung mit Wirkung ab 1. Oktober 2011. Er gab
an, er habe vom 13. September bis 29. September 2011 bei der C._ GmbH
gearbeitet. Die Arbeitgeberin habe ihm gekündigt, da ihm die praktische Erfahrung
gefehlt und er nicht zum Team gepasst habe (act. G 3.109).
A.b Am 8. Dezember 2011 forderte die Kantonale Arbeitslosenkasse die C._ GmbH
auf, das Formular "Arbeitgeberbescheinigung" auszufüllen (act. G 3.119).
A.c Im Rahmen der von der Kantonalen Arbeitslosenkasse eingeleiteten
Verschuldensabklärung berichtete der Versicherte am 14. Dezember 2011, er habe
wegen finanzieller Probleme auf die geplante Reise verzichten müssen. Als ihm klar
geworden sei, dass das Reisevorhaben abgebrochen werden müsse (den Flug nach
Sao Paulo habe er am 6. September 2011 storniert), habe er sich sofort um eine Arbeit
bemüht. Am 13. September 2011 habe er die Stelle bei der C._ GmbH als
Eisenleger-Hilfsarbeiter antreten können. Die Arbeitgeberin habe ihm wegen
unzureichender praktischer Veranlagung und weil er den Sitten im Team nicht
gewachsen gewesen sei mündlich am 23. September 2011 auf den 29. September
2011 "(Probezeit)" gekündigt (act. G 3.121). Vielleicht habe ihm die C._ GmbH aber
deshalb gekündigt, da er für die in bar erfolgte Lohnzahlung eine Quittung und für die
Regelung des Anstellungsverhältnisses einen schriftlichen Vertrag verlangt habe (act.
G 3.122).
A.d Da die C._ GmbH bislang das Formular "Arbeitgeberbescheinigung" nicht
eingereicht hatte, wurde sie von der Kantonalen Arbeitslosenkasse am 19. Dezember
2011 erneut aufgefordert, das ausgefüllte Formular zu retournieren (act. G 3.123).
A.e In der Verfügung vom 23. Dezember 2011 stellte die Kantonale
Arbeitslossenkasse den Versicherten für 35 Tage ab 1. September 2011 in der
Anspruchsberechtigung ein. Sie warf ihm vor, durch eigenes Verschulden (Kündigung
bei der B._ AG) arbeitslos zu sein (act. G 3.124).
A.f Mit "letzter Mahnung" vom 9. Januar 2012 forderte die Kantonale
Arbeitslosenkasse die C._ GmbH auf, das vollständig ausgefüllte Formular
"Arbeitgeberbescheinigung" einzureichen (act. G 3.132).
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A.g Der Versicherte erhob am 16. Januar 2012 Einsprache gegen die Verfügung vom
23. Dezember 2011. Er beantragte darin eine Reduktion der Sanktion auf 15 Einstell
tage. Zur Begründung brachte er vor, nur weil die C._ GmbH keine Unterlagen
einsenden wolle, sei das dortige Arbeitsverhältnis nicht berücksichtigt worden, und
deshalb werde er wegen seines Verschuldens beim vorhergehenden Arbeitsverhältnis
mit 35 Einstelltagen bestraft. Er sehe ein, dass ihn bei seiner Selbstkündigung bei der
B._ AG ein Verschulden treffe. Aber es gehe vorliegend ja gar nicht um dieses
Arbeitsverhältnis, sondern um dasjenige bei der C._ GmbH. Er sei dort ein
unbefristetes Arbeitsverhältnis eingegangen und ihm sei während der Probezeit
gekündigt worden (act. G 3.134).
A.h Im Einspracheentscheid vom 25. Januar 2012 wies die Kantonale Arbeitslosen
kasse die Einsprache vom 16. Januar 2012 ab. Sie stellt sich auf den Standpunkt, der
Versicherte habe nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses (bei der B._ AG) und
vor der Anmeldung beim RAV offenbar nicht nur eine Stelle gesucht, sondern auch eine
solche (bei der C._ GmbH) ausgeübt. Er habe allerdings keine Dauerstelle
angetreten, sondern eine Hilfstätigkeit als Übergangslösung bis zum Antritt einer
Anschlussstelle. Diese Tätigkeit habe er lediglich kurzfristig vom 13. bis 29. September
2011 ausgeübt. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von
35 Tagen sei zu Recht erfolgt (act. G 3.140).
A.i Am 27. Januar 2012 erstattete die Kantonale Arbeitslosenkasse Strafanzeige
gegen den Inhaber der C._ GmbH wegen Verweigerung der Auskunft (act. G 3.141).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Januar 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 24. Februar 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin dessen
Aufhebung oder wenigstens die Reduktion der Sanktion auf 15 Einstelltage. Er wendet
sich im Wesentlichen gegen die Sichtweise der Beschwerdegegnerin, dass das
Arbeitsverhältnis bei der C._ GmbH keine Dauerstelle und nur eine Hilfstätigkeit
gewesen sei. Vielmehr habe ihm der Geschäftsführer der C._ GmbH versichert, er
hätte genügend Arbeit und er (der Beschwerdeführer) könne unbefristet bei ihm
vollzeitlich arbeiten (act. G 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 3. April 2012
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf den angefochtenen
Einspracheentscheid (act. G 3).

Erwägungen:
1.
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer
zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung
einstellte.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet demnach das
sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der
Zumutbarkeit. So kann es der versicherten Person nicht zugemutet werden, eine Stelle,
die im Sinn von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar und damit von der Annahmepflicht
ausgenommen ist, beizubehalten.
1.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend
Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober
1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen
der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden,
wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre
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Beschäftigung freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime")
aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist
sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den
Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit dürfen bei einer
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten
Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden;
insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der
versicherten Person zu berücksichtigen (Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine
versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da
die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
2.
Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer vor, die Stelle bei der B._ AG
aufgegeben zu haben, ohne dass ihm eine andere Stelle zugesichert gewesen sei (act.
G 3.140).
2.1 Diesen Vorwurf anerkennt der Beschwerdeführer, der die unbestrittenermassen
zumutbare Stelle bei der B._ AG einzig aufgrund einer zunächst beabsichtigten
mehrmonatigen Reise aufgegeben hat (act. G 3.134). Er wendet indessen gegen die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung ein, dass nicht die Kündigung bei der B._
AG, sondern die spätere Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der C._ GmbH zum
Bezug von Arbeitslosenentschädigung geführt habe (act. G 1).
2.2 Der Beschwerdeführer ist gelernter kaufmännischer Angestellter und übte in der
Vergangenheit entsprechende körperlich leichte Tätigkeiten aus (act. G 3.108). Er legt
nicht dar und es ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass er über berufliche oder
anderweitige Erfahrungen für Verrichtungen auf dem Bau, namentlich für
Armierungstätigkeiten, verfügt. Vielmehr gab er selbst an, nach dem Entschluss, die
geplante Reise nicht anzutreten, sofort irgendeine Arbeit gesucht zu haben. Die
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Aufnahme der durch einen Kollegen vermittelten Stelle bei der C._ GmbH sollte nur
"vorübergehend" ausgeübt werden, bis er "einen passenden Job gefunden hätte" (act.
G 3.121). Aus diesen Angaben ist zu schliessen, dass sich der Beschwerdeführer
bewusst war, die Stelle bei der C._ GmbH sei für ihn nicht geeignet, und dass er
auch nicht bestrebt war, die Armierungstätigkeit längerfristig auszuüben. Diese
Sichtweise wird dadurch bestätigt, als der Beschwerdeführer in der Einsprache vom
16. Januar 2012 ausführte, bei der fraglichen Tätigkeit habe es sich um die "erstbeste
verfügbare Arbeit" gehandelt (act. G 3.134).
2.3 Im Licht dieser Umstände muss davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer die durch die Selbstkündigung des Arbeitsverhältnisses mit der
B._ AG verursachte erhöhte Gefahr der Arbeitslosigkeit durch die "vorübergehend"
beabsichtigte Annahme der "erstbesten" und für den Beschwerdeführer nicht
geeigneten Stelle bei der C._ GmbH nicht beseitigt hat. Deshalb ist trotz kurzer
zwischenzeitlicher Arbeitsaufnahme ein rechtserheblicher Kausalzusammenhang
zwischen der Selbstkündigung und der nur wenige Wochen später erfolgten
Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung gegeben.
2.4 Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitslosigkeit durch die
Kündigung der Stelle bei der B._ AG selbst verschuldet hat (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG
i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Die Beschwerdegegnerin handelte korrekt, wenn sie
den Beschwerdeführer in der Anspruchsberechtigung einstellte. Dabei können die
Fragen offen gelassen werden, ob es sich bei der Stelle bei der C._ GmbH um eine
unbefristete Vollzeitstelle handelte, wer kündigte und aus welchen Gründen. Denn
selbst wenn auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Umstände abzustellen
wäre (unbefristete Vollzeitstelle), könnte er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten,
würde doch auch diesfalls der rechtserhebliche Kausalzusammenhang zwischen der
Selbstkündigung des Arbeitsverhältnisses mit der B._ AG und der später erfolgten
Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung durch die "erstbeste" Annahme einer
für den Beschwerdeführer nicht geeigneten Stelle nicht aufgehoben (vgl. vorstehende
E. 2.3). Auf weitere Abklärungen bei der C._ GmbH ist daher zu verzichten.
3.
Zu prüfen bleibt damit noch die Einstellhöhe.
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3.1 Nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn die ver
sicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne
Zusicherung einer neuen aufgegeben hat. Der Sanktionsrahmen beträgt diesfalls 31 bis
60 Tage (Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV). Der Umstand, dass eine versicherte Person nach
der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der Anmeldung zum Taggeldbezug
zuwartet und vor sowie während dieser Zeitspanne mit der erforderlichen Intensität
eine neue Beschäftigung sucht, ist als schadenminderndes Verhalten im Rahmen der
Verschuldensbeurteilung zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom
23. Dezember 2009, 8C_761/2009, E. 3.5 mit Hinweisen).
3.2 Die Beschwerdegegnerin verneinte im angefochtenen Einspracheentscheid das
Vorliegen eines entsprechenden schadenmindernden Verhaltens des
Beschwerdeführers, da er keine intensive Stellensuche habe vorweisen können (act.
G 3.140). Diese Feststellung ist mit Blick auf die im September 2011 vorgenommenen
drei Spontanbewerbungen bei zwei Arbeitsvermittlungsbüros und einer Arbeitgeberin,
die über keine offene Stelle verfügte (act. G 3.147), nicht zu beanstanden. Allerdings ist
zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer (erst) im
angefochtenen Einspracheentscheid zugutehielt, dass er vor der Anmeldung zum
Bezug von Arbeitslosenentschädigung nicht nur eine Stelle gesucht, sondern eine
solche auch ausgeübt habe (act. G 3.140). Dabei handelt es sich um ein bei der
Sanktionsbemessung zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigendes
Verhalten. Da bei der Sanktionsverfügung vom 23. Dezember 2011 die
zwischenzeitliche Erwerbstätigkeit und das damit verbundene Zuwarten mit der
Inanspruchnahme von Arbeitslosenversicherungsleistungen bei der Bemessung der
Einstelltage keinen Eingang fanden (act. G 3.124), stellt die Beibehaltung des verfügten
Sanktionsmasses von 35 Tagen trotz Zugeständnisses eines schuldmindernden
Verhaltens im angefochtenen Einspracheentscheid einen Ermessensfehler dar. In
Würdigung der gesamten Umstände erscheint es angemessen, die Einstellungsdauer
nicht am unteren Ende für schweres, sondern am oberen Ende des für mittelschweres
Verschulden geltenden Sanktionsrahmens zu bemessen. Der Beschwerdeführer ist
daher nicht für 35, sondern für 30 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen.
4.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und
die Einstelltage sind von 35 auf 30 Tage zu reduzieren. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP