Decision ID: fe75897d-49f4-5b23-9376-78893c9ab64b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a S._ (Jahrgang 1960) war als Bauarbeiter mit Fachkenntnissen bei der A._ AG
tätig. Am 5. Januar 2006 wurde er als Lenker eines Personenwagens in einen
Verkehrsunfall verwickelt. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin
FMH, diagnostizierte am 6. Januar 2006 ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma,
eine Kontusion des Musculus triceps brachii links und einen lumbosakralen Schmerz
rechts. Neurologische Ausfälle wurden keine festgestellt. Der Röntgenbefund der
Halswirbelsäule (HWS) ergab eine Streckhaltung und eine lang gezogene linkskonvexe
Skoliose, jedoch keine ossären Läsionen (Suva-act. 3). Die Arbeitsfähigkeit wurde ab
27. Februar 2006 auf 50% festgelegt (Suva-act. 13). Die Arbeitsfähigkeit von 50%
wurde nach dem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon bestätigt. Gemäss
Austrittsbericht vom 26. Mai 2006 war der Versicherte vom 3. April bis 10. Mai 2006
behandelt worden. Er leide unter anderem an einem zerviko-okzipitalen
Schmerzsyndrom, einer sensiblen Hemisymptomatik links unklarer Ätiologie,
neurologisch ohne verwertbare Hinweise auf eine zentrale oder radikuläre sensible
Störung, sowie an einer reaktiven Angstproblematik, wahrscheinlich im Rahmen einer
Anpassungsstörung bei anhaltend belastenden familiären und gesundheitlichen
Problemen seit 2003. Sodann bestehe eine dilatative Kardiomyopathie, eine
Coxarthrose, rechts ausgeprägter als links, sowie ein Verdacht auf Cluster-
Kopfschmerzen (Suva-act. 35). Dr. B._ stellte nach der Untersuchung vom 16. Mai
2006 ab 15. Mai 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines massiv
verschlechterten Zustands fest (Suva-act. 30).
A.b Mit Verfügung vom 9. Juni 2006 hielt die Suva fest, dass ab 12. Juni 2006 wieder
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde (Suva-act. 37). Die dagegen
erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 28. Dezember 2006 ab (Suva-act.
64). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob den Einspracheentscheid
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der Suva in Gutheissung der Beschwerde des Versicherten mit Entscheid vom
30. Oktober 2007 (UV 2007/47) auf.
A.c Mit Verfügung vom 21. Mai 2007 hatte die Suva die Versicherungsleistungen per
31. Mai 2007 eingestellt (G act. 4.2). Gegen diese Verfügung hat der Versicherte
Einsprache erheben lassen (Suva-act. 84, 89). Am 17. Januar 2008 teilte die Suva mit,
dass sie auf Grund des Urteils des Versicherungsgerichts vom 30. Oktober 2007 nicht
nur auf die aufgehobene Verfügung vom 9. Juni 2006, sondern auch auf die Verfügung
vom 21. Mai 2007 zurückkomme und weiterhin die gesetzlichen Leistungen erbringe
(Suva-act. 96). Mit einer weiteren Verfügung vom 10. Juni 2008 stellte die Suva ihre
Leistungen per 20. Juni 2008 ein. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Suva am
2. Februar 2009 ab. Auf Beschwerde hin bestätigte das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen den Einspracheentscheid mit Entscheid vom 14. April 2010 (UV
2009/27). Strittig war dort primär die Frage des anspruchserheblichen adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 5. Januar 2006 und den nach Juni
2008 fortbestehenden Beschwerden und damit eine weitere Deckungspflicht der Suva.
Dies wurde vom Versicherungsgericht verneint.
B.
B.a Am 13. November 2006 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Er gab an, er habe von 1983 bis 2006 bei der A._ AG
gearbeitet. Er habe Schmerzen im Hals-Nacken/Schultergürtel und Becken-
Beinbereich, vor allem bei Anstrengungen, auch nachts, verstärkt, respektive ausgelöst
nach einem Verkehrsunfall am 5. Januar 2006. Sodann habe er Herzbeschwerden bei
Anstrengung und zum Teil auch in Ruhe. Erste Beschwerden am Bewegungsapparat
bestünden bereits seit 1988 (IV-act. 1). Die A._ AG meldete der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen am 22. November 2006, der Versicherte habe 2005 Fr. 59'410.-- verdient. Im
Jahr 2006 hätte das Jahreseinkommen Fr. 60'840.-- betragen (IV-act. 8).
B.b Dr. B._ gab in seinem Arztbericht vom 31. Dezember 2006 unter Beilage weiterer
Berichte an, der Versicherte leide an einer komplexen Schmerzsymptomatik bei St. n.
kranio-zervikalem Dezelerationstrauma (Verkehrsunfall) am 5. Januar 2006 bei
vorbestehenden rezidivierenden Schmerzen am Bewegungsapparat (insbesondere
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zerviko-occipitales und zerviko-brachiales Schmerzsyndrom) bei vorbestehendem
rezidivierendem lumbovertebragenem Syndrom und Coxarthrose mehr rechts als links.
Die Arbeitsunfähigkeit habe vom 5. Januar bis 26. Februar 2006 100% betragen und
vom 27. Februar bis 2. April 2006 50%. Seither bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten wegen sofortiger
Schmerzzunahme nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit sei auf dem Bau
kaum realisierbar. Zudem sei mit dem panvertebragenen Syndrom auch eine relativ
unbelastende Arbeit kaum ausführbar (IV-act. 11). In seiner Stellungnahme vom
9. Februar 2007 empfahl der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz eine
polydisziplinäre Begutachtung (IV-act. 15).
B.c Am 9. Juli 2007 beauftragte die IV-Stelle das Aerztliche Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI), Basel, mit der Begutachtung des Versicherten (IV-act. 19). Das ABI
erstattete am 23. Januar 2008 das polydisziplinäre Gutachten. Der Versicherte war am
7. November 2007 internistisch, psychiatrisch, rheumatologisch und kardiologisch
untersucht worden. Die Ärzte gaben als Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit) an:
1. Dilatative Kardiomyopathie (ICD-10: I42.0)
- Koronarangiographie 03.05.2005, Kantonsspital St. Gallen: nicht stenosierende
Koronarsklerose
- LVEF biplan 40%
- aktuell: LVEF echokardiographisch mittelschwer eingeschränkt
- unter Therapie aktuell normales BNP (48.5 pg/ml)
- atypische Thoraxbeschwerden
- eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
2. Chronisches zerviko-zephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0)
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- anamnestisch radiomorphologisch keine posttraumatischen Läsionen bei St. n.
Autounfall am 05.01.2006 mit kraniozervikalem Dezelerationstrauma bei
vorbestehendem rezidivierendem zerviko-vertebralem Schmerzsyndrom
- keine Hinweise weder für sensible noch motorische zervikale radikuläre
Ausfallssymptomatik
3. Chronisches unspezifisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5)
- Wirbelsäulenfehlhaltung (deutliche Streckhaltung der BWS und LWS)
- radiomorphologisch beginnende Spondylarthrose L4/5 sowie L5/S1 (RX LWS
07.11.2007)
- muskuläre Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen und
rückenstabilisierenden Muskelgruppen
- Narbenhernie supraumbilikal.
Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden:
1. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
2. Beginnende Coxarthrose beidseits rechtsbetont (ICD-10: M16.0)
3. Hypercholesterinämie (ICD-10: E78.0)
4. St. n. Nikotinabusus (ca. 30 Packyears) (ICD-10: F17.1)
5. Kleine Narbenhernie bei St. n. medianer Laparotomie periumbilicual (ICD-10: K43.9).
Die Ärzte führten in ihrer Gesamtbeurteilung aus, der Versicherte, ursprünglich
gelernter Metallbauschlosser, habe seit 1983 als Baufacharbeiter meistens im Tiefbau
gearbeitet. Im Vordergrund stünde die kardiologische Diagnose einer dilatativen
Kardiomyopathie. Objektvierbar sei die Pumpfunktion linksventrikulär eingeschränkt.
Daher sei aus kardiologischer Sicht der bisherige Beruf als Baufachmann wie auch
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sämtliche mittelschweren und schwerbelastenden körperlichen Tätigkeiten nicht mehr
zumutbar. Für eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit sei der Versicherte weiter
einsetzbar. Aus Sicht des Bewegungsapparates könne ebenfalls eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit im bis anhin durchgeführten Beruf attestiert werden. Rein aus
rheumatologischer Sicht sei eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit
ohne längeres fixiertes Sitzen und Stehen zumutbar. Die psychiatrische Evaluation
ergab die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Hinweise auf
unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Die
leichten depressiven Verstimmungen seien nicht derart schwergradig ausgeprägt, als
dass sie die eigenständige Diagnose einer Depression rechtfertigten. Daher könne aus
psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Die
ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung und das passiv regressive Verhalten
des Versicherten hätten keinen Krankheitswert. Insgesamt gaben die Ärzte an, der
Versicherte sei aus interdisziplinärer Sicht in der bisherigen Tätigkeit 100%
arbeitsunfähig. Körperlich leichte, mehrheitlich sitzende, wechselbelastende Tätigkeiten
könnten dem Versicherten zu 100% zugemutet werden. Der ambulant behandelnde
Psychiater Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, habe in
seinem nachträglich eingegangenen Bericht vom 12. Juli 2007 ein Schmerzsyndrom
sowie eine mittelschwere Depression diagnostiziert, jedoch keine Arbeitsunfähigkeit
angegeben. Der Versicherte leide im Rahmen der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung unter leichten depressiven Verstimmungen. Diese würden keine
eigenständige Diagnose rechtfertigen (IV-act. 22). In seiner Stellungnahme vom
14. Februar 2008 hielt der RAD fest, in der angestammten Tätigkeit bestehe auf Grund
der im Kantonsspital St. Gallen festgestellten dilatativen Kardiomyopathie eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 10. Mai 2005 (vgl. IV-act.11-5/28). Der Versicherte
habe bis 22. November 2005 und damit über das Zumutbare hinaus gearbeitet -
ebenso, als er ab 27. Februar 2006 die Arbeit zu 50% wieder aufgenommen habe. Seit
der Entlassung aus der Rehaklinik Bellikon am 10. Mai 2006 sei in einer
leidensangepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act.
24).
B.d Mit Vorbescheid vom 7. März 2008 stellte die IV-Stelle in Aussicht, das
Rentengesuch abzuweisen. Sie gab an, nach den ihr zur Verfügung stehenden
Unterlagen bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter eine vollständige
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Arbeitsunfähigkeit. Für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit (vorwiegend sitzend
mit gelegentlichem Laufen und Tragen leichter Gegenstände, Möglichkeiten zum
Wechseln der Arbeitsposition) bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Das
zumutbare Erwerbseinkommen ohne Behinderung betrage Fr. 62'309.-- und mit
Behinderung Fr. 47'926.--. Daraus resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 14'383.--
beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 23%. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liege,
bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 28). Dagegen liess der Versicherte am 22. April
2008 einwenden, ihm sei eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
70% zuzusprechen. Gemäss aktuellem Bericht des Hausarztes vom 1. April 2008 leide
er neu auch an einer Kniesymptomatik links bei Chondromalazia patellae I/II sowie
osteochondraler Läsion. Auf Grund der permanenten Versteifungstendenz der
Wirbelsäule befinde er sich regelmässig in hausärztlicher Behandlung (IV-act. 33-3/4).
Festzuhalten sei weiter, dass der behandelnde Psychiater, Dr. C._, in seinem Bericht
vom 12. Juli 2007 ein Schmerzsyndrom sowie eine mittelschwere Depression
diagnostiziert habe (IV-act. 33-1/4). Die Suva bezahle weiterhin ein Taggeld. Das ABI-
Gutachten begründe nicht nachvollziehbar, weshalb es im Gegensatz zum Suva-
Kreisarzt und dem behandelnden Psychiater bei geringgradigen Unterschieden der
Diagnosen von einem wesentlich höheren Arbeitsfähigkeitsgrad ausgehe. Sodann sei
widersprüchlich, wenn kardiologisch längeres Sitzen sinnvoll und rheumatologisch
längeres Sitzen zu vermeiden sei. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sei daher nicht
nachvollziehbar (IV-act. 32).
B.e Am 28. Juli 2008 liess der Versicherte den aktuellen Arztbericht seines Psychiaters
zustellen (IV-act. 42). In diesem Bericht vom 22. Juli 2008 hat Dr. C._ ausgeführt, der
Versicherte leide an einer mittelschweren chronischen Depression sowie einer
somatoformen Schmerzstörung nach Unfall am 5. Januar 2006. Der Versicherte wirke
körperlich als auch psychisch deutlich leidend und wechsle selbst während eines
halbstündigen Gesprächs im Sitzen ständig seine Position. Eine depressive
Stimmungslage sei nicht auf Anhieb spürbar. Der Versicherte könne im Gespräch auch
trotz des Leidens und der hintergründig gesenkten Stimmung lächeln. Wiederholt habe
eine Suizidalität bestanden. Er habe sich von den Mitmenschen zurückgezogen und
leide an Ein- und Durchschlafstörungen. Auf Grund der Depression sei die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zu etwa 50%, wahrscheinlich
sogar zu 100% eingeschränkt (IV-act. 43).
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B.f Mit Verfügung vom 19. August 2008 wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine
Invalidenrente ab. Zu den Einwänden des Versicherten gab die IV-Stelle an, das
Dossier sei nochmals dem RAD zur Beurteilung vorgelegt worden. Das
Begleitschreiben von Dr. B._ weise neu eine Kniesymptomatik auf. Die übrigen
erwähnten gesundheitlichen Einschränkungen seien bereits bei der Erstellung des
Gutachtens bekannt gewesen und seien in die Beurteilung miteinbezogen worden. Eine
Verschlechterung seit der MEDAS-Begutachtung am 7. November 2007 sei durch die
neu vorgelegten Unterlagen nicht ausgewiesen (IV-act. 45).
C.
C.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 22. September 2008 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 19. August 2008 und die
Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens
60%. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere Abklärungen
hinsichtlich des Arbeitsfähigkeitsgrades des Beschwerdeführers in die Wege zu leiten.
Der Beschwerdeführer führt aus, das ABI-Gutachten überzeuge nicht. Gemäss dem
behandelnden Psychiater liege im Gegensatz zur ABI-Einschätzung eine Depression
mit Krankheitswert vor. Das ABI-Gutachten lege nicht überzeugend dar, weshalb der
Diagnose des behandelnden Arztes nicht gefolgt werden könne. Immerhin sei darauf
hinzuweisen, dass der behandelnde Psychiater den Beschwerdeführer seit längerem
kenne und begleite und seiner Einschätzung deshalb ein höherer Beweiswert
zukomme. Ebensowenig überzeuge die Stellungnahme des RAD vom 13. August 2008.
Der behandelnde Psychiater habe in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung die
Einschränkungen aus somatischer Sicht gerade nicht berücksichtigt. Auch aus
somatischer Sicht sei das ABI-Gutachten widersprüchlich, da aus rheumatologischer
Sicht längeres Sitzen zu vermeiden sei und aus kardiologischer Sicht eine sitzende
Tätigkeit vorzuziehen sei. Sodann seien neu Kniebeschwerden hinzugekommen, die
nicht berücksichtigt worden seien. Ausgehend von einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von
50% aus psychischer Sicht und unter Berücksichtigung eines Abzugs vom
Invalideneinkommen in der Höhe von 20% ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 60%,
womit der Beschwerdeführer mindestens Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe (G
act. 1).
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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 12. November
2008 die Abweisung der Beschwerde. Das ABI habe den Beschwerdeführer umfassend
untersucht und keine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert gefunden. Die vom
behandelnden Psychiater attestierte relativ hohe Arbeitsunfähigkeit sei dagegen wohl
eher unter dem Eindruck der "dramatisch" präsentierten Symptomatik des
Beschwerdeführers beeinflusst. Sodann sei zu vermuten, dass der Psychiater die
somatischen Beschwerden in seiner Beurteilung berücksichtigt habe. Aus der
Anamnese ergäben sich keine Hinweise auf suizidale Absichten, weshalb diese aktuell
geltend gemachten Ausführungen wenig glaubhaft seien. Schliesslich bringe der
behandelnde Psychiater keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vor, die zu einer
abweichenden Beurteilung führten. Die neu hinzugekommenen Kniebeschwerden
würden sich in einer mehrheitlich sitzenden Tätigkeit nicht auswirken. Eine
wechselbelastende Tätigkeit sei den Leiden des Beschwerdeführers angepasst. Somit
sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit nach wie
vor voll zumutbar sei. Das Valideneinkommen betrage im Jahr 2006 Fr. 60'480.--. Beim
Invalideneinkommen, das nach dem Tabellenlohn 2006 zu bestimmen sei, sei ein
Abzug von 10% vorzunehmen, weil der Beschwerdeführer nur noch leichte
Hilfstätigkeiten ausführen könne; dieses betrage somit Fr. 53'277.--. Aus der
Gegenüberstellung dieser Einkommen resultiere ein Invaliditätsgrad von 12%. Der
Beschwerdeführer habe somit keinen Anspruch auf eine Rente (G act. 4).
C.c In der Replik vom 15. Januar 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (G act. 8).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 23. Januar 2009 sinngemäss auf die
Einreichung einer Duplik (G act. 10).
C.e Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
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Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich
allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Einleitung des
Rentenprüfungsverfahrens unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Streitig ist ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Nach aArt. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss
aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und gerichtliche Beschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.
3.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin stellt auf die Einschätzungen des ABI-Gutachtens vom 23. Januar
2008 ab, wonach dem Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit eine
100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar sei. Der Beschwerdeführer ist damit nicht
einverstanden. Gemäss seinem Psychiater sei er auf Grund der mittelschweren
Depression mindestens zu 50% oder gar 100% eingeschränkt. Sodann sei
widersprüchlich, dass einerseits aus kardiologischer Sicht sitzende Tätigkeiten zu
empfehlen seien und aus rheumatologischer Sicht längeres fixiertes Sitzen gerade zu
vermeiden sei.
3.2 Wie aus dem ABI-Gutachten hervorgeht, hat der Beschwerdeführer seit dem Unfall
über Kopf-, Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen sowie Anstrengungsdyspnoe
geklagt und eine verminderte Sensibilität in der linken Körperhälfte beschrieben. Die
andauernden Schmerzen würden ihn belasten. Das Leben sei ihm manchmal verleidet.
Durch seine Beschwerden und die damit zusammenhängende Nervosität und
Ungeduld sei seine Familie belastet. Die Gutachter haben festgestellt, dass der
Beschwerdeführer hauptsächlich durch seine Herzkrankheit in der Leistungsfähigkeit
eingeschränkt sei, so dass eine körperlich mittelschwere bis schwere Arbeit nicht mehr
zumutbar sei. Für eine sitzende Tätigkeit mit gelegentlichem Laufen und Tragen leichter
Gegenstände sei der Beschwerdeführer weiter einsetzbar (IV-act. 22-18/22). Aus
rheumatologischer Sicht konnte das Ausmass der geklagten Beschwerden auf Grund
der aktuellen radiomorphologisch insgesamt nur diskret bis mässig ausgeprägten
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degenerativen Verändern somatisch nicht ausreichend erklärt werden. Es bestünden im
neurologischen Status weder Hinweise für ein sensibles noch motorisch zervikales
oder lumboradikuläres aktuelles oder residuelles Ausfallsyndrom. Der begutachtende
Rheumatologe gab als Diagnose ein chronisches zerviko-zephales Schmerzsyndrom
und ein chronisches unspezifisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom an. Aufgrund
der gesamten Schmerzsymptomatik, der eigenen Untersuchungen und der detailliert
vorliegenden Akten sei von einer wegweisenden psychosozialen Überlagerung der
Schmerzsymptomatik auszugehen. Wegen der objektiv am Bewegungsapparat
erhobenen Befunde sei keine körperlich schwere Arbeit mehr zumutbar. Rein aus
rheumatologischer Sicht sei eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit
zumutbar, wenn der Versicherte die jeweilige Arbeitsposition nach eigenem Gutdünken
wechseln könne, insbesondere das längere fixierte Sitzen und Stehen sei zu
vermeiden, ebenso die Durchführung von stereotypen Rotationsbewegungen der
Wirbelsäule oder Arbeiten in repetitiver Oberkörpervorneigehaltung (IV-act. 22-15/22).
Daraus folgt, dass dem Beschwerdeführer in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden, mehrheitlich sitzend ausgeübten Tätigkeit, eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit zumutbar ist. Der RAD hat in seiner Stellungnahme vom 13. August
2008 überzeugend dargelegt, dass eine solche Tätigkeit kein längeres fixiertes Sitzen
bedeute. Wechselbelastend heisse, dass der Versicherte die Körperhaltung
entsprechend seinen Bedürfnissen solle verändern können (IV-act. 44). Die
kardiologisch und rheumatologisch zu berücksichtigenden qualitativen
Arbeitsfähigkeiten widersprechen sich deshalb nicht. Sodann kann in einer mehrheitlich
sitzenden Tätigkeit auch den Kniebeschwerden Rechnung getragen werden. Der
Beschwerdeführer hat bereits vor dem Unfall an wiederkehrenden Lumbalgien gelitten.
Er hat die Arbeit jeweils wieder aufnehmen können. Das geklagte Ausmass der
Beschwerden, die sich seit dem Unfall verstärkt hätten, hat durch die Gutachter nicht
objektiviert werden können. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist daher aus
psychiatrischer Sicht zu begründen. Die durch den Hausarzt attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit stimmt betreffend die bisherige Tätigkeit als Baufacharbeiter mit der
gutachterlichen Beurteilung überein. Sie ist jedoch in Hinblick auf eine
leidensadaptierte Tätigkeit bei teilweise fehlender Objektivierbarkeit der Beschwerden
nicht nachvollziehbar.
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3.3 Der begutachtende Psychiater hat ausgeführt, der Beschwerdeführer habe immer
viel gearbeitet und sich in seiner Freizeit um seine Familie gekümmert. Innert kurzer
Zeit habe er seine Eltern (2002 und 2004) und seinen Bruder (2005) verloren. Der
Beschwerdeführer habe vermehrt unter Beschwerden gelitten, die dann nach dem
Autounfall im Januar 2006 exazerbiert seien. Seither gehe er keiner Erwerbstätigkeit
mehr nach. Er klage über Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Schmerzen in den
Gelenken und Anstrengungsdyspnoe. Er beschreibe auch eine verminderte Sensibilität
in der linken Körperhälfte. Das Ausmass der Beschwerden könne durch die
somatischen Befunde nicht vollständig objektiviert werden, so dass eine psychische
Überlagerung angenommen werden müsse. Es handle sich um eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung. Der Beschwerdeführer habe im Vorfeld der
psychischen Überlagerung der geklagten Beschwerden unter zahlreichen
psychosozialen Belastungsfaktoren gelitten. Er leide auch unter leichten depressiven
Verstimmungen. So sei er vermindert belastbar, leicht reizbar und die Libido sei
vermindert. Gelegentlich beklage er auch einen gewissen Lebensverleider, eine
eigentliche Suizidalität sei nicht vorhanden. Diese leichten depressiven Verstimmungen
seien im Rahmen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu sehen. Der
Beschwerdeführer verbringe seinen Alltag passiv, lege sich immer wieder hin, enthalte
sich praktisch jeder körperlichen Betätigung. Die Schlafstörungen seien hauptsächlich
auf diese passive Lebensführung zurückzuführen. Weil Hinweise auf unbewusste
Konflikte fehlten und ein primärer Krankheitsgewinn nicht vorhanden sei, könne dem
Beschwerdeführer daher zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die
nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer seinen körperlichen
Einschränkungen angepassten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 22-11/22).
3.4 Der behandelnde Psychiater hat dagegen eine mittelschwere Depression
diagnostiziert. Er hat seine Diagnose damit begründet, dass der Beschwerdeführer
sowohl körperlich als auch psychisch deutlich leidend scheine. Eine depressive
Stimmungslage sei nicht auf Anhieb spürbar. Hinter der höflichen Fassade sei die
Stimmungslage aber deutlich gesenkt. Wiederholt habe eine Suizidalität bestanden, da
er unter den bestehenden Beschwerden so nicht weiterleben möchte. Er könne das
Leben im Vergleich zu früher nicht mehr geniessen. Er habe sich von den Mitmenschen
stark zurückgezogen. Auch leide er an Ein- und Durchschlafstörungen (IV-act. 43). Der
behandelnde Psychiater beschreibt damit keine objektive Befunde, die bei der
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psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008
i/S. L. [8C_809/3007] E. 4.1 mit Hinweisen). Die depressive Verstimmung war auch bei
der Begutachtung festgestellt worden. Sie ist aber nicht als derart ausgeprägt erkannt
worden, dass sie eine eigenständige Diagnose rechtfertigen würde. Die
Schlafstörungen lassen sich plausibel auf den passiven Lebenswandel zurückführen.
Eine aktuelle Suizidalität konnte bei der Begutachtung nicht erhoben werden. Dass sich
der Beschwerdeführer von seinen Kollegen zurückgezogen hat, ist in der Anamnese
ebenfalls angegeben. Im Vordergrund steht der deutliche andauernde, schwere und
quälende Schmerz, welcher jedoch einer psychischen Überlagerung zugeordnet
werden muss.
3.5 Eine somatoforme Schmerzstörung erfüllt unter Umständen die Voraussetzungen
für eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit.
Rechtsprechungsgemäss ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer die
Willensanstrengung zugemutet werden kann, trotz der Schmerzen einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Neben einer psychischen Komorbidität können auch
chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger
dauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein
verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an
sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (Flucht in die
Krankheit) oder das Scheitern einer konsequent durchgeführten Behandlung trotz
kooperativer Haltung der versicherten Person die Überwindung der
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung verunmöglichen. Je mehr dieser Kriterien erfüllt sind
und je ausgeprägter die entsprechenden Befunde sind, desto eher ist davon
auszugehen, dass die krankheitsbedingte Überzeugung, nicht mehr arbeitsfähig zu
sein, trotz zumutbarer Aufbietung der verbliebenen Willenskraft nicht überwunden
werden kann (BGE 131 V 50 f.; Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der
Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom
5. Juli 2006 i/S N. [I 100/2006], E. 1.). Der Beschwerdeführer leidet an chronischen
körperlichen Erkrankungen. Diese sind so ausgeprägt, dass sie die Ausübung einer
körperlich schweren Arbeit ausschliessen. Sie sind aber nicht geeignet, die
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Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit einzuschränken. Das bedeutet
nicht, dass sie im Alltag keine Schmerzen und keine anderen Einschränkungen
bewirken würden. Nach Einschätzung des begutachtenden Psychiaters ist ihm die
Willensanstrengung zur Überwindung der Schmerzen vollumfänglich zumutbar, weil
Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlen würden und ein primärer Krankheitsgewinn
nicht vorhanden sei. Sodann hat der begutachtende Psychiater eine begleitende
psychische Erkrankung, also eine psychiatrische Komorbidität, verneint. Die leichten
depressiven Verstimmungen seien im Rahmen der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung zu sehen (IV-act. 22.11/22). Unter diesen Umständen kann auch bei
einem mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlauf mit unveränderter Symptomatik
ohne längerdauernde Rückbildung vom Beschwerdeführer die Willensanstrengung
erwartet werden, trotz der geklagten Beschwerden einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Daher ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Tätigkeit auszugehen.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer ist als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren. Zur Bemessung
des Invaliditätsgrades ist deshalb ein Einkommensvergleich durchzuführen. Der
Beschwerdeführer hat bei seiner letzten Arbeitsstelle gemäss Angaben der langjährigen
Arbeitgeberin im Jahr 2005 Fr. 59'410.-- verdient. Im Jahr 2006 hätte das Einkommen
Fr. 60'840.-- betragen (IV-act. 8). Angepasst an die Nominallohnentwicklung 2007 und
2008 von 1.6% und 2% ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 63'050.--.
4.2 Weil der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht mehr
arbeitete, ist das Invalideneinkommen auf Grund der Löhne im Anhang der LSE zu
bestimmen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2008 [8C_119/2007] E.
5.2). Gemäss ABI-Gutachten ist ihm eine körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit, vorwiegend im Sitzen, mit gelegentlichem Laufen und Tragen leichter
Gegenstände, ohne längeres fixiertes Sitzen und Stehen sowie ohne Durchführung von
stereotypen Rotationsbewegungen der Wirbelsäule oder Arbeiten in repetitiver
Oberkörpervorneigehaltung zu 100% zumutbar. Diese gesundheitlichen
Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers setzen ihm nicht so einschränkende
Bedingungen, dass ein ausgeglichener Arbeitsmarkt nicht ausreichend viele
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entsprechende Stellen beinhalten würde. Dieser als ausgeglichen unterstellte
Arbeitsmarkt (eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2) beinhaltet nämlich von seiner
Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer verschiedenartiger Stellen
(Urteil des Bundesgerichts i/S O. vom 22. November 2006 [U 303/06]). Er hat rein
hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität
voneinander abzugrenzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003
[I 758/02]; BGE 110 V 276 E. 4b).
4.3 Das Invalideneinkommen ist deshalb auf Grund von LSE-Tabellenwerten zu
bestimmen. Dabei ist von dem für den gesamten privaten Sektor eruierten Totalwert für
Männer bei Arbeiten im Anforderungsniveau 4 gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2006
auszugehen. Dieser liegt bei Fr. 56'784.-- und hochgerechnet auf das Jahr 2008
(Normalarbeitszeit von 41.6 Wochenstunden, Nominallohnentwicklung 2007 von 1.6%
und 2008 von 2%) bei 61'200.--. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom
19. August 2008 einen zusätzlichen Abzug vom Invalideneinkommen von 20% gewährt
(vgl. IV-act. 26). In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdeführerin,
angemessen sei lediglich ein Leidensabzug von 10%, weil der Beschwerdeführer nur
noch körperlich leichte Tätigkeiten ausüben könne (G act. 4).
4.4 Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu
tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte
Person bei der Anwendung statistischer Daten für das Invalideneinkommen erleidet.
Die Invalidität bewirkt - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf den realen Arbeitsmarkt
bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden
auf der Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht
der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung
des Invaliditätseinkommens beziehungsweise der Invalidenkarriere Nachteile
gewärtigen (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug). Der
Beschwerdeführer ist körperlich gegenüber einem gesunden Konkurrenten
benachteiligt, weil er mehr Krankheitsabwesenheiten haben sowie für
Überstundentätigkeit weniger verfügbar sein wird. Er wird deshalb eine Lohneinbusse
in Kauf nehmen müssen. Die körperlichen und psychischen Beschwerden an und für
sich sind indessen bereits in der ärztlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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abschliessend berücksichtigt worden, sodass sich diesbezüglich kein weiterer Abzug
rechtfertigt. Der Beschwerdeführer ist als 100% arbeitsfähig beurteilt worden, weshalb
sich auch kein Teilzeitabzug rechtfertigen würde. Die geringe Ausbildung ist hingegen
bereits mit der Einstufung auf das Niveau 4 gemäss den statistischen Löhnen im
Anhang der LSE Rechnung getragen worden. Sodann ist das Alter beim
Beschwerdeführer mit Jahrgang 1960 kein Grund für einen zusätzlichen Abzug, auch
wenn das Finden einer Stelle und die Verwertung der Resterwerbsfähigkeit mit
zunehmendem Alter erschwert werden. Unter diesen Umständen ist ein zusätzlicher
Abzug von 10% angemessen. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 55'080.-- (Fr.
61'200.-- x 0.9%).
4.5 Wird dieser Betrag dem Valideneinkommen von Fr. 63'050.-- gegenübergestellt,
resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 7'970.-- beziehungsweise ein
Invaliditätsgrad von 12.64%. Weil dieser Invaliditätsgrad unter 40% liegt, hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Selbst wenn - wie in der
angefochtenen Verfügung - ein Leidensabzug von 20% gewährt würde, resultierte noch
kein Rentenanspruch. Bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann der
Beschwerdeführer sich jederzeit neu zum Leistungsbezug anmelden.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten
zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG