Decision ID: 0deef8ff-35b6-4f43-b027-cac6d13fb966
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft mit Strafbefehl vom 22. November 2011 gegen die D. AG einen Strafbefehl erliess, worin A. namentlich als Empfänger von Bestechungszahlungen genannt wurde (act. 2, S. 2);
- A. mit Eingabe vom 6. März 2012 gegen B. und C., beides Staatsanwälte
des Bundes ein Ausstandsgesuch stellt (act.1);
- A. in dieser Eingabe zudem beantragt, es seien alle , an welchen B. und seine Kollegen beteiligt waren, insbesondere die Verfügung betreffend Verweigerung der Akteneinsicht vom 8. Februar 2012, aufzuheben, eventualiter in Wiedererwägung zu ziehen und es sei dem Gesuchsteller umgehend vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren (act. 1, S. 2);
- die Bundesanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 20. März 2012 auf
Abweisung des Gesuches schliesst, soweit darauf eingetreten werden  (act. 2);
- A. mit Eingabe vom 29. März 2012 an seinen gestellten Anträgen festhält
(act. 4), was der Bundesanwaltschaft am 30. März 2012 zur  mitgeteilt wurde (act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gemäss Art. 58 Abs. 1 StPO eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörden tätigen Person verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch zu stellen hat, sobald sie vom  Kenntnis hat;
- der Gesuchsteller die Befangenheit des Gesuchsgegners durch seine na-
mentliche Nennung im Strafbefehl vom 22. November 2011 begründet sieht (act. 1 und act. 4);
- er von dieser Nennung bereits seit längerer Zeit Kenntnis hat; er sich je-
doch erst aufgrund des Entscheides der Beschwerdekammer des , worin in der namentlichen Nennung von mutmasslichen  für ihre Verfahren eine Befangenheit der  Staatsanwälte des Bundes erblickt wurde (Entscheid des Bundes-
- 3 -
strafgerichts BB.2011.135 und BB.2011.136 vom 14. Februar 2012), zur Stellung des Ausstandsgesuches veranlasst sah;
- das Ausstandsgesuch so früh wie möglich, d.h. in den nächsten Tagen
nach Kenntnisnahme des Ausstandsgrundes, zu stellen ist (BOOG, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 58 N.5 mit weiteren Hinweisen);
- vorliegend das Ausstandsgesuch erst mehrere Wochen nach Kenntnis-
nahme der namentlichen Nennung des Gesuchstellers im Strafbefehl vom 22. November 2011 erfolgte und deswegen als verspätet zu qualifizieren ist;
- das Begehren um Akteneinsicht, bzw. deren Verweigerung bereits beim
Bundesverwaltungsgericht hängig ist und eine mögliche Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gemäss Art. 396 StPO ohnehin verspätet erfolgt wäre (act. 1.2);
- nach dem Gesagten auf das Gesuch nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Gesuchsteller
aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in , BStKR; SR 173.713.162).
- 4 -