Decision ID: 4b5f56b3-98b3-4be7-80e1-849e7fd1407f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
I.
Die Gemeinde Volketswil eröffnete mit Ausschreibung vom 28. November 2014 ein offenes Submissionsverfahren für den Baugrubenaushub (BKP 201) respektive den diesbezüglichen Pfählungsarbeiten für die Erweiterung des Schulhauses E in Volketswil. Innert Frist gingen insgesamt sechs gültige Angebote ein. Am 10. Februar 2015 vergab die Baukommission bzw. die Schulgemeinde Volketswil die Leistungen an die Firma D AG. Dieses Ergebnis teilte die Gemeindeschulpflege Volketswil der A AG mit Schreiben vom 17. März 2015 mit.
II.
Dagegen gelangte die A AG am 30. März 2015 an
das
Verwaltungsgericht und beantragte, die Zuschlagsverfügung aufzuheben und ihr den Zuschlag zu erteilen, die Akten des Vergabeverfahrens von der Schulgemeinde edieren zu lassen und der A AG zur Verfügung zu stellen sowie eine Parteientschädigung.
Am 17. April 2015 teilte die Gemeinde Volketswil dem Verwaltungsgericht mit, dass der Vertrag zwischen der D AG und der Gemeindeschulpflege Volketswil am 13. April 2015 unterzeichnet wurde.
Mit Beschwerdeantwort vom 23. April 2015 beantragte die
Gemeindeschulpflege
Volketswil, die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen sowie eine Parteientschädigung. Am 18. Mai 2015 reichte die A AG ihre Replik ein und ersetzte die Anträge der Beschwerde
insbesondere mit dem Antrag
, es sei festzustellen, dass der angefochtene Entscheid rechtswidrig ist
.
Die Kammer

erwägt:
1.
Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggebe
nde
r können unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) sowie die §§ 2 ff. des Gesetzes über den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. September 2003 (IVöB-BeitrittsG) zur Anwendung.
2.
2.1
Nicht berücksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen einen Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen bzw. eine Wiederholung des Submissionsverfahrens zu erreichen, in welchem sie ein neues Angebot vorlegen können; andernfalls fehlt ihnen das schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; VGr, 19. Februar 21015, VB.2014.00562, E. 2; BGr, 15. September 2014, 2C_380/2014, E. 4.5–4.8; § 21 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).
2.2
Die Beschwerdeführerin rügt die Bewertung ihres Angebots sowohl bezüglich des Preises als auch bezüglich des Zuschlagskriteriums "Lernende". Das Angebot der Beschwerdeführerin erreichte mit insgesamt 451 Punkten Rang 2 gegenüber dem Angebot der erstplatzierten Mitbeteiligten mit 454 Punkten. Falls sich die Rügen der Beschwerdeführerin als berechtigt erweisen, hätte sie eine realistische Chance, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen. Ihre Legitimation ist demnach zu bejahen.
Ein bereits erfolgter Vertragsabschluss ändert an der Legitimation nichts; die Submissionbeschwerde steht auch dafür zur Verfügung, nach
Vertragsabschluss die Rechtswidrigkeit einer Ausschlussverfügung feststellen zu lassen (vgl. Art. 18 Abs. 2 IVöB).
Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen sind ebenfalls gegeben.
3.
3.1
In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin zunächst, einen dritten Schriftenwechsel durchzuführen und der Beschwerdeführerin die für den vorliegenden Fall relevanten ergänzenden Akten des Vergabeverfahrens, insbesondere die ursprünglichen Angaben der Mitbeteiligten betreffend Lernende in ihrem Angebot, zur Verfügung zu stellen. Alternativ sei die Beschwerdeführerin auch damit einverstanden, wenn das Verwaltungsgericht die Stichhaltigkeit der Vermutungen der Beschwerdeführerin selber nachprüfe und seine Erkenntnisse im Urteil darlege.
3.2