Decision ID: 3e421619-aa03-55dd-a822-1040fda7b2f1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Der Verein A._ wurde mit Sitz in B._ ins Handelsregister des Kantons St. Gallen
eingetragen. In der Steuererklärung per 31. Dezember 2015 (Steuerperiode
1. September 2014 bis 31. Dezember 2015) deklarierte der Präsident des
Vereinsvorstands einen steuerbaren Reingewinn von CHF 36'539 sowie ein
Reinvermögen/Eigenkapital von CHF 36'539. Am 16. September 2016 versandte das
kantonale Steueramt die provisorische Veranlagung der direkten Bundessteuer sowie
der Gewinn- und Kapitalsteuer. Am 22. September 2016 teilte die Revisionsstelle des
Vereins dem Steueramt mit, dass sie mit der provisorischen Veranlagung nicht
einverstanden sei. Die Mitgliederbeiträge und Spenden würden sich gemäss
Revisionsbericht auf CHF 55'880.90 belaufen; der Spendenanteil betrage
CHF 2'397.39. Gemäss nachgereichtem Kontoblatt Mitgliederbeiträge beliefen sich die
Mitgliederbeiträge auf CHF 12'514.06 (2014) und CHF 31'751.17 (2015). Weitere
Unterlagen zu den Spenden und den Mitgliederbeiträgen verweigerte der Verein mit
Hinweis auf seine Geheimhaltungspflicht (vgl. act. G 7/6 II/6-11). Am 16. Dezember
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2016 veranlagte das Steueramt den Verein für die Kantonssteuern aufgrund des
Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2015 mit einem steuerbaren Reingewinn von
CHF 52'733 (satzbestimmender Reingewinn: CHF 39'550) und einem steuerbaren
Eigenkapital von CHF 26'239. Der Veranlagung für die direkte Bundessteuer legte sie
den Reingewinn von CHF 52'733 zugrunde.
b. Die vom Verein gegen diese Veranlagung erhobene Einsprache wies das Steueramt,
nachdem eine Einspracheverhandlung durchgeführt worden war, mit Entscheid vom
24. März 2017 ab (act. G 7/2/1). Die hiergegen von Rechtsanwalt Dr. Reto Sutter,
Zürich, erhobenen Rechtsmittel (Rekurs und Beschwerde) wies die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 29. Mai 2018
ab (act. G 2/1).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Sutter für A._ mit Eingabe vom
4. Juli 2018 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die
Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an das Steueramt zurückzuweisen (Ziff. 1).
Eventualiter sei der Entscheid aufzuheben und der als Mitgliederbeitrag und Spenden
deklarierte Betrag von CHF 55'880.90 sei als steuerfreier Mitgliederbeitrag von der
direkten Bundessteuer und der Kantonssteuer auszunehmen (Ziff. 2). Subeventualiter
sei der Entscheid aufzuheben und der Betrag von CHF 26'494 vollumfänglich zum
Abzug vom Gewinn zuzulassen (Ziff. 3). Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen
zulasten des Beschwerdegegners (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 30. Juli 2018 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf ihren Entscheid (act. G 6). Der
Beschwerdegegner beantragte in der Eingabe vom 16. August 2018 Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Die Beschwerdebeteiligte verzichtete stillschweigend auf eine
Stellungnahme (act. G 10).
c. Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid relevant, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur steuerlichen
Behandlung von Mitgliederbeiträgen/Spenden bei Vereinen vereinheitlicht sind,
erledigte die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantonssteuer einerseits und die
Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen
Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch
die Beschwerdeführerin die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben
(BGE 135 II 260, E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom
10. Oktober 2014, E. 1.2).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur
Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 4. Juli 2018 entspricht zeitlich, formal
und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG).
Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.
2.
2.1. Streitig ist - wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren - die Frage, ob die
Vereinnahmung der Mitgliederbeiträge und Spenden 2014/15 durch die
Beschwerdeführerin als ein aus steuerlicher Sicht erfolgsneutraler Vorgang zu
behandeln ist. Nach Art. 83 Abs. 1 lit. d StG entsteht kein steuerbarer Gewinn durch
Mitgliederbeiträge bei Vereinen. Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14)
sowie Art. 66 Abs. 1 DBG enthalten inhaltlich übereinstimmende Regelungen. Sinn
dieser Regelungen ist es, lediglich die vom Verein neu erwirtschafteten Gewinne als
steuerbaren Ertrag zu erfassen, nicht jedoch die von den Vereinsmitgliedern
zugeführten Mittel (G. Lutz, in: Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Band I/1,
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2. Aufl. 2002, Rz. 7 zu Art. 26 StHG). Soweit den Beiträgen und Zuwendungen der
Mitglieder der Charakter einer Gegenleistung für empfangene Leistungen oder für die
Förderung persönlicher Interessen zukommt, werden sie dem steuerbaren Ertrag
zugerechnet. Das setzt jedoch nach Lehre und Kommentierung voraus, dass eine
statutarische Verpflichtung zur Bezahlung solcher Beiträge fehlt (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Rz. 5 zu Art. 66 DBG;
Lutz, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 26 StHG). Statutarischer Natur sind alle Beiträge, zu deren
Bezahlung die Mitglieder aufgrund der Statuten oder darauf beruhender Reglemente
und Beschlüsse verpflichtet sind (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische
Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, III. Rz. 415). Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sind Mitgliederbeiträge geldwerte Leistungen seitens der
Vereinsmitglieder zur Verwirklichung des Gemeinschaftszwecks im Interesse aller
Mitglieder. Demgegenüber sind Mitgliederzahlungen, die auf einer Gegenleistung des
Vereins beruhen oder für die Förderung persönlicher Interessen (des Mitglieds) geleistet
werden, grundsätzlich nicht Mitgliederbeiträge. Nach der Rechtsprechung ist für die
steuerrechtliche Qualifikation als Mitgliederbeitrag somit ausschlaggebend, dass die in
den Statuten vorgesehenen Beiträge von allen Verpflichteten gleichmässig erhoben
werden und sie weder auf Gegenleistungen des Vereins beruhen noch für die
Förderung persönlicher Interessen des Mitglieds geleistet werden (BGer 2A.692/2005
vom 13. Juni 2007, E. 3.2; BGer 2C_571/2016 vom 24. Oktober 2017 E. 3.2). In BGer
2C_494/2011 vom 6. Juli 2012 verneinte das Bundesgericht die Steuerneutralität der
Mitgliederbeiträge. Dem Urteil lag als Sachverhalt zugrunde, dass ein Verein seinen
Mitgliedern versicherungsähnliche Leistungen, Beratungsleistungen sowie
Vermittlungsdienstleistungen anbot, wobei ein individuell wählbarer Leistungskatalog
bestand (BGer 2C_494/2011 E. 2.3.2). Dabei deckte sich die tatsächliche
Geschäftstätigkeit des Vereins nicht vollumfänglich mit deren Beschreibung in den
Statuten. Das Bundesgericht bestätigte die durch die Steuerverwaltung vorgenommene
Qualifikation der Mitgliederbeiträge als Quasiversicherungsprämien sowie den
Umstand, dass den Beiträgen der Mitglieder konkrete Gegenleistungen des Vereins im
Sinn eines individuell zurechenbaren Austauschverhältnisses gegenübergestanden
hätten (BGer 2C_494/2011 E. 2.4.1 und E. 3.1.2).
Gemäss Art. 84 Abs. 4 StG können Vereine die zur Erzielung ihrer steuerbaren Gewinne
erforderlichen Aufwendungen abziehen, andere Ausgaben nur insoweit, als sie die
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Mitgliederbeiträge übersteigen. Art. 66 Abs. 2 DBG entspricht dieser Regelung
inhaltlich.
2.2. Gemäss Handelsregistereintrag besteht der Vereinszweck der Beschwerdeführerin
in der Förderung des spirituellen Bewusstseins. Laut den Statuten der
Beschwerdeführerin sind die Mitglieder gemäss ihrem Mitgliedstatus berechtigt, die
Einrichtungen des Vereins zu nutzen sowie an den Veranstaltungen teilzunehmen und
weitere Leistungen (teilweise gegen Gebühr) entgegenzunehmen. "Alle Spenden, die
durch den Verein geleistet bzw. weitergegeben werden, erfolgen anonym und in
Verschwiegenheit" (act. G 2/4 Ziff. 5.1). Es wird unterschieden zwischen
stimmberechtigten und stimmlosen Mitgliedern. Stimmberechtigt ist nur, wer als
Mitglied eine vom Vorstand signierte Stimmberechtigung besitzt (act. G 2/4 Ziff. 5.2).
Der Vorstand ist berechtigt, innerhalb der Mitglieder unterschiedliche Grade von
Berechtigungsebenen und Beitragssätzen einzurichten. Ausser fördernden Mitgliedern
und (ordentlichen) Mitgliedern können sich dem Verein auch Paten als ideelle Förderer
anschliessen, die gleichfalls einen Mitgliedsbeitrag leisten, jedoch nicht Teil des Vereins
sind (act. G 2/4 Ziff. 5.3 und 5.5). Bei Aufnahme in den Verein ist eine Aufnahmegebühr
zu bezahlen. Ausserdem werden von den Mitgliedern Jahres-, Halbjahres- oder
Monatsbeiträge erhoben (act. G 2/4 Ziff. 6.1).
2.3. Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid gestützt auf die vorerwähnten
Grundlagen dar, konkretere Informationen über Mitgliedschaften und Leistungen habe
der Beschwerdegegner weder bei der Beschwerdeführerin noch über ihre Webpage
erhältlich machen können. Lediglich fünf Personen von rund 200 Vereinsmitgliedern
würden über ein Stimmrecht verfügen. Bei den Leistungen scheine es sich
hauptsächlich um digitale, vom Präsidenten des Vereinsvorstands produzierte Inhalte
zu handeln, welche mit einem Mitgliederpasswort von der Webpage abgerufen bzw.
heruntergeladen werden könnten. Ein persönliches Zusammentreffen der Mitglieder
finde offenbar nicht oder allenfalls in kostenpflichtigen Veranstaltungen statt. Ein
Gemeinschaftsgedanke sei nicht ersichtlich und die Identität der Mitglieder geheim.
Sodann bestehe offenbar kein Vereinslokal oder anderweitige Infrastruktur, sondern nur
die Webpage. Digitale Angebote mit unterschiedlichen Leistungspaketen und
unterschiedlichen Preisen fänden sich im Internet viele. Dabei werde i.d.R. nicht von
Mitgliedschaften, sondern von Abonnementen gesprochen. Die Beschwerdeführerin
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habe nicht nachvollziehbar begründet, inwiefern sich ihr Angebot von digital zur
Verfügung gestellten spirituellen Inhalten von kommerziellen Abonnementen
unterscheide. Auch vorliegend komme den Mitgliederbeiträgen der Charakter einer
Gegenleistung für empfangene Leistungen zu. Zu den "geleisteten Spenden" von
CHF 26'404.44 (Aufwandposition in der Erfolgsrechnung des Vereins; act. G 7/6/II/01)
verweigere die Beschwerdeführerin jegliche Auskunft. Gemäss Handelsregister bestehe
der Vereinszweck insgesamt in der Förderung des spirituellen Bewusstseins der
einzelnen Mitglieder. Die Leistung von Spenden sei darin nicht vorgesehen. Damit seien
die als Mitgliederbeiträge deklarierten Zahlungen in ihrem wesentlichen Teil nicht zur
Deckung der laufenden Aufwendungen des Vereins verwendet worden. Die Zahlungen
hätten daher auch aus dieser Perspektive keinen Mitgliederbeitrags-Charakter. Die
Beschwerdeführerin habe weitere Informationen zu den von ihr behaupteten Ausgaben
von CHF 26'494.44 (Spenden) nicht offengelegt (act. G 2/2).
Die Beschwerdeführerin begründet ihren gegenteiligen Standpunkt mit Hinweis darauf,
dass die Vorinstanz ihr die Vereinseigenschaft aufgrund von wenigen, nicht
angemessen erscheinenden Indizien abspreche. Ein Verein könne ohne Weiteres
verschiedene Mitgliederkategorien mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten haben.
Dies sei in der Praxis sehr häufig. Die verschiedenen Mitgliederkategorien ergäben sich
eindeutig aus den Statuten der Beschwerdeführerin. Grundsätzlich hätten sowohl die
Mitglieder ("stimmberechtigtes Vereinsmitglied") als auch die "fördernden Mitglieder"
die gleichen statutarischen Rechte und Pflichten. Aus den schriftlichen Rückmeldungen
der Mitglieder (act. G 2/6) werde ersichtlich, dass der Gemeinschaftsgedanke bei der
Beschwerdeführerin sehr im Vordergrund stehe. Im Weiteren könne aus dem Umstand,
dass ein Verein nicht über ein Vereinslokal oder anderweitige Infrastruktur, sondern
einzig über eine Webpage verfüge, nicht geschlossen werden, dass es sich nicht um
einen Verein handle. Den Mitgliedern der Beschwerdeführerin stehe eine online-
Infrastruktur zur Verfügung, wo sie sich im passwortgeschützten Teil jederzeit online
treffen und austauschen könnten. Es komme neben verschiedenen online-
Zusammenkünften auch zu realen Zusammenkünften, wobei hüben wie drüben der
Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund stehe. Die Beschwerdeführerin habe heute
mehr als fünf stimmberechtigte Mitglieder, wobei das Mitbestimmungsrecht gemäss
statutarischer Regelung nach wie vor nur einem Teil der Mitglieder zukommen.
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz stünden konkrete Informationen über die
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Mitgliedschaften zur Verfügung. Die Mitgliederbeiträge würden auf einem Beschluss
des Vorstands beruhen, der von der Generalversammlung damit beauftragt worden sei
(act. G 2/4). Eine (die Steuerneutralität der Mitgliederbeiträge ausschliessende)
Gegenleistung liege vor, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zahlung
des Mitglieds stehe (Sponsoring, Bezahlen von Versicherungsprämien). Vorausgesetzt
sei, dass zwischen Leistung und Entgelt eine innere wirtschaftliche Verknüpfung
gegeben sei. Vorliegend erfolge die Vereinstätigkeit und die Bezahlung der
Mitgliederbeiträge nicht im Rahmen eines steuerlichen Leistungsaustausches. Auch bei
den Spenden von Gönnern fehle es an einem solchen Leistungsaustausch. Angestrebt
sei eine spirituelle Weiterentwicklung zugunsten der Mitglieder und der Allgemeinheit.
Mit den Mitgliederbeiträgen werde in erster Linie die Verwirklichung des Vereinszwecks
finanziert. Entsprechend sei der Betrag von CHF 55'880.90 als Mitgliederbeiträge und
Spenden nicht zu besteuern. Mit der Umqualifizierung der Mitgliederbeiträge und dem
Absprechen der Vereinseigenschaft übergehe der Beschwerdegegner ohne Not die
Meinung der Vereinsmitglieder, sich in einem Verein zusammenschliessen zu wollen.
Den Spendenempfängern sei aus Überlegungen des Persönlichkeitsschutzes
Anonymität zugesichert und von der Beschwerdeführerin auch strikte umgesetzt
worden. Diese Personen seien in ihrer Privatsphäre zu schützen. Ihre Daten würden
auch den Behörden nicht bekannt gegeben, soweit es für deren Arbeit nicht tatsächlich
notwendig sei (act. G 1).
3.
3.1. Nach erfolgter Aufnahme unterliegen die Mitglieder der Beschwerdeführerin der
statutarischen Beitragspflicht nach Art. 6 der Statuten (act. G 2/4), wobei
Ehrenmitglieder und amtierende Vorstandsmitglieder von der Beitragspflicht befreit
sind. Die Beiträge der Mitglieder werden wie dargelegt (E. 2.1) dem steuerbaren Ertrag
des Vereins zugerechnet, soweit den Beiträgen der Charakter einer Gegenleistung für
empfangene Leistungen oder für die Förderung persönlicher Interessen des Mitglieds
zukommt. Dies nach der Lehre allerdings nur insofern, als die Beiträge nicht auf einer
statutarischen Bestimmung beruhen bzw. eine solche Bestimmung fehlt (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 66 DBG; Lutz, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 26 StHG).
Hiervon ausgehend wäre im Fall, wo - wie vorliegend - eine klare statutarische
Grundlage für die Mitgliederbeitragspflicht gegeben ist, die Frage, ob die Beiträge
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lediglich eine Gegenleistung für empfangene Leistungen darstellen oder der Förderung
persönlicher Interessen dienen, zum vornherein nicht zu prüfen. Vielmehr ginge
diesfalls die gesetzliche Befreiung gemäss Art. 26 Abs. 1 StHG bzw. Art. 66 DBG und
Art. 83 StG ohne Weiteres vor (Lutz, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 26 StHG).
In Abweichung zur erwähnten Lehre und Kommentierung stellt nach der
Rechtsprechung das Vorliegen einer zureichenden statutarischen Grundlage für die
Leistung von Mitgliederbeiträgen und die gleichmässige Erhebung derselben bei den
Mitgliedern lediglich eine von mehreren kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für
die Annahme der Steuerneutralität der Beitragsleistung dar und genügt damit für sich
allein nicht (vgl. BGer 2C_494/2011 a.a.O. E. 3.1.1. und 3.1.2, BGer 2A.692/2005 a.a.O.
E. 3.2; VerwGE B 2015/50 vom 27. September 2016 [=GVP 2016 Nr. 20] E. 3.2; BGer
2C_571/2016 vom 24. Oktober 2017 E. 3.2). Die Frage, ob die Beiträge lediglich eine
Gegenleistung für empfangene Leistungen darstellen oder der Förderung rein
persönlicher Interessen dienen, ist nach dieser Rechtsprechung somit auch für den Fall
des Vorliegens einer zureichenden statutarischen Grundlage für die Beitragserhebung
zu klären. Die Rechtsprechung interpretiert den Wortlaut von Art. 83 lit. b StG und Art.
66 Abs. 1 DBG bzw. die Steuerneutralität der Mitgliederbeiträge einschränkend in dem
Sinn, als letztere nicht auf einer Gegenleistung des Vereins beruhen und auch nicht der
Förderung persönlicher Interessen der Mitglieder dienen dürfen. Diese nicht durch den
Gesetzeswortlaut abgedeckte Interpretation ist darin begründet, dass ein Verein seiner
Natur nach der Verwirklichung eines Gemeinschaftszwecks im Interesse aller Mitglieder
(vgl. BGer 2C_571/2016 a.a.O. E. 3.2 mit Hinweisen; VerwGE B 2015/50 a.a.O. E. 3.3)
und nicht nur den individuellen Interessen seiner Mitglieder dient.
3.2. Zu klären ist vorab, ob bzw. inwiefern die Beschwerdeführerin einen von Art. 60
Abs. 1 ZGB gedeckten, nicht erwerblichen Zweck verfolgt. Vom Grundsatz her ist es
vereinsrechtlich zulässig und üblich, dass die Statuten - wie vorliegend (vgl. Art. 4 Abs.
4 und Art. 5 der Statuten der Beschwerdeführerin) - verschiedene Kategorien von
Mitgliedschaften vorsehen, welche jeweils unterschiedliche Möglichkeiten einräumen
(vgl. dazu Heini/Scherrer, in: Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar ZGB I, 5. Aufl.
2014, Rz. 13 zu Art. 70 ZGB). Zu Recht weist die Beschwerdeführerin sodann auf die
dispositive Natur von Art. 67 Abs. 1 ZGB ("Alle Mitglieder haben in der
Vereinsversammlung das gleiche Stimmrecht") hin. Aus sachlichen Gründen, die ihre
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Rechtfertigung im Vereinszweck finden müssen, kann von der gesetzlichen Regelung
abgewichen werden (Heini/Scherrer a.a.O., Rz. 4 zu Art. 67 ZGB). Die Unterscheidung
zwischen stimmlosen und stimmberechtigten Mitgliedern ist in Art. 5 Abs. 2 der
Statuten geregelt. Sie richtet sich nach dem Engagement, dem Verdienst und der
Stellung der Mitglieder innerhalb des Vereins. Informationen über die Mitgliedschaften
finden sich auf der Website der Beschwerdeführerin (https:// ...; act. G 2/5). Von daher
trifft die Feststellung im vorinstanzlichen Entscheid, wonach konkrete Informationen
über die Mitgliedschaften und Leistungen weder bei der Beschwerdeführerin noch über
die Website erhältlich seien (act. G 2/1 S. 6 unten), in dieser Form nicht zu.
Augenscheinlich unzutreffend ist zudem die Feststellung im angefochtenen Entscheid
(act. G 2/1 S. 7), dass die Identität der Mitglieder geheim sei (vgl. Mitgliederlisten in act.
G 7/6/III/06 am Schluss).
Von Bedeutung erscheint indessen, dass - nach der Feststellung im vorinstanzlichen
Entscheid (act. G 2/2 S. 6) - lediglich fünf Personen von rund 200 Vereinsmitgliedern
über ein Stimmrecht verfügen. Die Beschwerdeführerin bringt hierzu lediglich vor, dass
nunmehr mehr als fünf Personen stimmberechtigt seien, ohne jedoch eine konkrete
Anzahl zu nennen (act. G 1 Rz. 49). Die Schlussfolgerung eines sehr geringen Anteils
stimmberechtigter Mitglieder wird hierdurch nicht in Frage gestellt. Eine sachliche
Begründung für diesen im angefochtenen Entscheid zu Recht als aussergewöhnlich
bezeichneten Umstand ist nicht ersichtlich. Ein nachvollziehbarer Grund für die
Begrenzung des Stimmrechts auf einen engen Personenkreis ist umso weniger
dargetan, als die erwähnten Kriterien (Engagement, Verdienst und der Stellung der
Mitglieder innerhalb des Vereins; Art. 5 Abs. 2 der Statuten) sehr unbestimmt formuliert
bzw. nicht konkret fassbar sind und dementsprechend jede beliebige Interpretation
zulassen. Die Tatsache, dass der grösste Teil der Mitglieder über die Verwendung der
Mitgliederbeiträge nicht mitbestimmen kann, steht dem Kollektivgedanken des Vereins
entgegen bzw. spricht für eine wirtschaftliche Organisation und damit für den
Unternehmenscharakter des Vereins. Im Ergebnis verhält es sich so, dass dem
grössten Teil der Mitglieder als Gegenleistung für ihre Beiträge im Wesentlichen
kostenpflichtige Leistungen angeboten werden, ohne dass sie darüber hinaus über die
Verwendung ihrer Beiträge mitbestimmen könnten. Mit anderen Worten: Wenige nicht
von den übrigen Mitgliedern ausgewählte Personen legen allein die Art und Weise fest,
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wie der Vereinszweck umgesetzt und die Mittel verwendet werden sollen. Sie führen
den Verein von daher wie ein Unternehmen.
3.3. Nach den Darlegungen der Beschwerdeführerin treffen sich ihre Mitglieder
hauptsächlich online (act. G 1 S. 12 Rz. 45), wobei die Vermittlung des entsprechenden
Wissens bzw. Verständnisses zum grossen Teil im digitalen Rahmen erfolgt. Online-
Treffen (auf einer Chat-Plattform) mit entsprechendem Gedankenaustausch stellen eine
heute übliche Kommunikationsform dar, welcher ein gemeinschaftlicher Charakter nicht
abgesprochen werden kann. Soweit Veranstaltungen im kollektiven bzw.
gemeinschaftlichen Rahmen (mit physischer Anwesenheit der Personen) durchgeführt
werden, erfolgen sie gemäss Statuten "teilweise gegen Gebühr" (vgl. 5 Abs. 1 und Art.
3 Abs. 1 der Statuten). Die Beschwerdeführerin hält hierzu fest, dass die
Mitgliederversammlung, an welcher sämtliche Mitglieder teilnehmen könnten, einmal
jährlich stattfinde. Sie biete (neben der Möglichkeit, sich online auszutauschen) auch
teilweise mehrmals wöchentlich an, sich zur Meditation oder energetischen Begleitung
zusammenzufinden. Daneben fänden sechs (physische) Zusammentreffen im Yoga
Zentrum C._ und zwei Zusammenkünfte in D._ statt. Die Teilnahme an diesen
Zusammenkünften sei für die Mitglieder kostenlos (act. G 1 S. 12 f. mit Hinweis auf act.
G 2/7). Der Vereinspräsident E._ nimmt bei der Wissensvermittlung soweit ersichtlich
eine zentrale Stellung ein, wobei Teilnehmer sich zu seinem Vortrag jeweils schriftlich
äussern bzw. ihn bewerten (vgl. act. G 2/6). Es geht mithin in erster Linie um
Wissensvermittlung gegenüber den einzelnen Teilnehmern. Der "Erwerb von innerem
Wissen und das Verständnis über spirituelles/geistiges Leben sowie Selbstbestimmung
und Eigenverantwortung bzw. Unabhängigkeit gegenüber Institutionen und
Einzelpersonen" (vgl. Art. 2 der Statuten) ist insoweit dem individuellen Interesse des
einzelnen Mitglieds zuzuordnen, als die geistige Entwicklung sich vorab im
persönlichen Bereich oder Umfeld des einzelnen Mitglieds verwirklicht. Von daher dient
die Beitragsleistung des einzelnen Mitglieds vorab ihm selbst und nicht dem Kollektiv
aller Vereinsmitglieder. Als Folge davon erscheint fraglich, ob die Beschwerdeführerin
einen Gemeinschaftszweck im Interesse ihrer Mitglieder verfolgt.
Die Höhe der jährlichen Mitgliederbeiträge für die verschiedenen Mitgliedschaftsarten
ergibt sich aus dem Schreiben der Treuhänderin vom 16. November 2016 (act. G 7/6/II/
09). Hinsichtlich der Frage, ob die Mitgliederbeiträge auf einer konkreten (individuellen)
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Gegenleistung des Vereins an das einzelne Mitglied beruhen, ist festzuhalten, dass
zwischen der Beitragsleistung des Mitglieds und der Leistung der Beschwerdeführerin
(= Vermittlung von innerem Wissen und Verständnis über spirituelles Leben) ein
sachlicher Konnex besteht. Insofern ist die Vereinsleistung als eine auf das
Einzelinteresse ausgerichtete individuelle „Gegenleistung“ zu taxieren, welche die
Steuerneutralität der Mitgliederbeiträge aufhebt. Sie erfolgt in einem direkt
zurechenbaren (individualisierten) Austausch gegen ein Entgelt. Insgesamt kann vor
dem geschilderten Hintergrund der Vereinscharakter der Beschwerdeführerin in
steuerlicher Hinsicht nicht anerkannt werden.
3.4. Gemäss Schreiben der Treuhänderin vom 23. September 2016 (mit Beilagen)
erhielt die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 CHF 12'514.06 und im Jahr 2015
CHF 31'751.56 Mitgliederbeiträge. 2015 vereinnahmte sie überdies CHF 2'397.39 an
Spenden (act. G 7/6/II/05). Die im Weiteren vereinnahmten Einrichtungs- und
Aufnahmegebühren deklarierte sie als steuerbare Einkünfte (vgl. act. G 7/6/II/07). In der
Erfolgsrechnung (Zeitraum 15. Mai 2014 bis 31. Dezember 2015) finden sich auf der
Ertragsseite die Positionen "Mitgliederbeiträge und Spenden" von CHF 55'880.90
(wovon CHF 2'397.30 Spenden) und Finanzertrag (CHF 1'856.19). Die Aufwandseite
enthält den Verwaltungsaufwand (CHF 132.26), Finanzaufwand (CHF 2'57.06) und den
Informatikaufwand (CHF 7'586.25) sowie Ausgaben für "geleistete
Spenden" (CHF 26'494.44; act. G 7/6/II/01). Die Vorinstanz vermerkte im
angefochtenen Entscheid, dass die Leistung von "Spenden" als solche im
Vereinszweck nicht vorgesehen sei und damit eine Verwendung der als
Mitgliederbeiträge deklarierten Zahlungen zur Deckung der laufenden Aufwendungen
des Vereins zum wesentlichen Teil nicht belegt sei. Die Beschwerdeführerin habe
weitere Informationen zu den von ihr behaupteten Ausgaben von CHF 26'494.44
(Spenden) nicht offengelegt. Ein allfälliger Zusammenhang zwischen den angeblichen
Spenden und der Erzielung der steuerbaren Gewinne sei nicht erläutert worden; ein
solcher sei auch nicht nachvollziehbar (act. G 2/2 S. 7 f.).
Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Leistung von
"Spenden" (Mittelverwendung) statuarisch als Vereinszweck nicht explizit vorgesehen
ist. Die Verwirklichung des Vereinszwecks erfolgt gemäss Handelsregistereintrag (vgl.
E. 2.2) zwar auch durch "Organisation und Verästlung von entsprechenden Workshops,
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Seminaren, Vorträgen, Kongressen, Zusammenkünften, Ausstellungen sowie der
Unterschätzung von wissenschaftlichen und geistigen Ereignissen und Projekten", so
dass eine Mittelverwendung (Leistung von Spenden) zu solchen Zwecken grundsätzlich
in Betracht kommt. Für eine nachvollziehbare Darlegung der Mittelverwendung genügt
jedoch ein Hinweis auf die erwähnte, sehr allgemein bzw. abstrakt formulierte
Statutenregelung entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1 S. 26
Rz. 101 f.) für sich allein nicht. Die Beschwerdeführerin trägt die Beweislast für
Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (Zigerlig/Oertli/Hofmann,
a.a.O., VI. Rz. 15, VII. Rz. 23). Nachdem sie die Verwendung der Vereinsmittel
(Beiträge, Spenden) im Rahmen des Vereinszwecks geltend macht, ist sie hierfür
beweisbelastet, zumal niemand anders als sie selbst diesen Beweis führen kann.
Hinsichtlich der Empfänger der "Spenden" berief sich ihre Treuhänderin im Schreiben
vom 23. September 2016 auf die statutarische Schweigepflicht (vgl. act. G 7/6/II/05).
Gemäss Statuten erfolgen alle "Spenden, die durch den Verein geleistet bzw.
weitergegeben werden, anonym und in Verschwiegenheit" (act. G 2/4 Ziff. 5.1). Im
vorliegenden Verfahren bestätigt die Beschwerdeführerin, dass die Spendenempfänger
anonym bleiben sollen, zumal sie sich nicht auf das Steuergeheimnis verlassen könne,
nachdem der Beschwerdegegner der Vorinstanz Akten von Drittpersonen eingereicht
habe (act. G 1 S. 28 Rz. 114-118). Zum letztgenannten Punkt ist festzuhalten, dass die
Vorinstanz die - dem Steuergeheimnis nach Art. 110 DGB, Art. 39 StHG und Art. 162
StG unterliegenden - Drittakten dem Beschwerdegegner umgehend retournierte. Durch
diese Massnahme blieb das Steuergeheimnis im Resultat gewahrt (act. G 7/7 und
G 2/8).
Die Beschwerdeführerin legte lediglich Unterlagen zum Nachvollzug der Mittelherkunft
(Mitgliederbeiträge und Mitgliederlisten) offen (act. G 7/6/III/06). Wenn nach wie vor
nicht bekannt ist, in welcher Weise die Beiträge und Spenden im streitigen Zeitraum
konkret verwendet wurden bzw. welches der Verwendungszweck der
Spendenempfänger war, lässt sich auch nicht feststellen, ob die Mittelverwendung vom
Vereinszweck umfasst ist oder nicht (vgl. auch BGer 2C_494/2011, a.a.O., E. 2.3.2, wo
sich die tatsächliche Geschäftstätigkeit jenes Vereins nicht vollumfänglich mit der
Beschreibung in den Statuten deckte). Die Beschwerdeführerin hat - aufgrund ihres
legitimen Entscheids, die Unterlagen nicht offenlegen zu wollen - den ihr obliegenden
Nachweis, dass der Betrag von CHF 26'494.44 entsprechend dem Vereinszweck
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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verwendet wurde, nicht erbracht; die daraus resultierende Beweislosigkeit hat sie
selbst zu tragen. Dementsprechend unterliegen die Mitgliederbeiträge und Spenden
(Mittelherkunft) im Umfang des Betrags der "geleisteten Spenden" (CHF 26'494.44) der
Besteuerung. Diese Position ist m.a.W. nicht abzugsfähig.
4.
4.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden betreffend
Kantonssteuern und betreffend direkte Bundessteuer aufgrund des
Rechnungsabschlusses 2015 abzuweisen. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die
amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden
(Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Die amtlichen
Kosten sind demgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen. Eine Entscheidgebühr
von insgesamt CHF 3'000 – CHF 1'800 für die kantonssteuerrechtliche und CHF 1'200
für die bundessteuerrechtliche Angelegenheit - erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff.
222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss (CHF 3'000) wird verrechnet.
4.2. Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch der Verfahrensbeteiligten
auf die Entschädigung von ausseramtlichen Kosten. Der Beschwerdegegner stellte
auch keinen diesbezüglichen Antrag (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98 VRP;
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 829
ff.).