Decision ID: 7795eb2c-887f-4d3e-b603-d8c88270aadd
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Staatsanwaltschaft Frauenfeld mit Verfügung vom 13. Mai 2019 das bei
der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl eröffnete Verfahren gegen B. wegen
Diebstahls übernommen hat (act. 1.1);
- gegen die Übernahmeverfügung vom 13. Mai 2019 der mutmassliche Anzei-
geerstatter im Strafverfahren gegen B., A. mit (undatierter) Beschwerde an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und beantragte,
die Angelegenheit sei in Zürich zu beurteilen, weil B. in Frauenfeld sehr ein-
flussreich sei und befürchtet werden müsse, dass ein voreingenommenes
Urteil in dieser Sache gefällt werde (act. 1);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (Art 390
Abs. 2 StPO e contrario).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Partei, die die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten Be-
hörde anfechten will, dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an die
zuständige Strafbehörde zu beantragen hat (Art. 41 Abs. 1 StPO); die mit
dem Antrag befasste Behörde gegebenenfalls einen Meinungsaustausch im
Sinne von Art. 39 Abs. 2 StPO einzuleiten oder direkt eine ihre eigenen Zu-
ständigkeit bestätigende Verfügung zu erlassen hat; gegen eine von den am
allfälligen Meinungsaustausch beteiligten Staatsanwaltschaften getroffene
Entscheidung über den Gerichtsstand sich die Parteien innert zehn Tagen
beschweren können (Art. 41 Abs. 2 StPO);
- vorliegend die Frage, ob ein Überweisungsverfahren durchzuführen gewe-
sen wäre, offenbleiben kann, da sich die Beschwerde – wie sogleich zu zei-
gen sein wird – als unbegründet erweist;
- gestützt auf die vom Beschwerdeführer eingereichten Akten davon auszuge-
hen ist, dass der angezeigte Diebstahl im Kanton Thurgau verübt sein soll;
- somit davon auszugehen ist, dass sich die Strafverfolgungsbehörden zuläs-
sigerweise und wie von Art. 31 Abs. 1 StPO vorgesehen, auf den Ort einig-
ten, an dem die Tathandlung gemäss Anzeige vorgenommen worden ist und
dieser auch dem gesetzlichen Gerichtsstand entspricht;
- 3 -
- vom ordentlichen Gerichtsstand aus persönlichen Gründen oder wenn son-
stige triftige Gründe vorliegen, abgewichen werden kann (Art. 38
Abs. 1 StPO);
- es sich dabei um prozessökonomische Gründe oder um Zweckmässigkeits-
überlegungen handeln muss;
- die allfällige Befangenheit von Strafverfolgungsbehörden keinen Grund im
Sinne von Art. 38 Abs. 1 StPO darstellt, der ein Abweichen vom ordentlichen
Gerichtsstand rechtfertigt;
- allfällige Ausstandsgründe vielmehr in einem Ausstandsverfahren gemäss
den Bestimmungen der Art. 56 ff. StPO geltend zu machen sind;
- damit die vorliegende Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist;
- auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten ist.
- 4 -