Decision ID: 538199d4-8436-5d5a-9c31-b1644eb939b1
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106,
Postfach 101, 9445 Rebstein,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A._ war seit dem Jahr 1988 bei der B._ AG als Hilfsschlosser angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 25. Oktober 1993 bei einem
Sturz mehrfragmentäre Calcaneusfrakturen rechts und links sowie eine kleine
Abrissfraktur des Os naviculare links zuzog (Suva-act. 1 ff.). Am 27. Oktober 1993
wurde der Versicherte im Spital C._ operiert (Schraubenosteosynthese des rechten
und linken Calcaneus) und bis zum 6. November 1993 hospitalisiert (Suva-act. 5). Die
Suva erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Nachdem am 4. Mai 1994 im
Spital C._ das Osteosynthese-Material entfernt worden war (Suva-act. 16 f.), hielt
sich der Versicherte vom 11. Mai bis 12. August 1994 zur stationären
Rehabilitationsbehandlung in der Rehaklinik Bellikon auf. Bei Austritt wurde ihm eine
25%ige Arbeitsfähigkeit ab Oktober 1994 attestiert (Suva-act. 28). Nach Durchführung
der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung im Dezember 1994 (Suva-act. 33), sprach
die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 11. April 1995 basierend auf einem
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25% eine Invalidenrente in der Höhe von Fr. 874.-- und
eine Integritätsentschädigung von Fr. 34'020.-- entsprechend einer Integritätseinbusse
von 35% zu (Suva-act. 43).
B.
B.a Seit dem 1. November 2000 arbeitete der Versicherte bei der D._ AG (vgl. Suva-
act. 61 f., 71). In den Jahren 2007 und 2008 meldete die Arbeitgeberin der Suva zwei
Rückfälle zum Unfallereignis vom 25. Oktober 1993 (Rückfalldaten 13. August 2007
und 30. März 2008, Suva-act. 74, 78). Die Suva bejahte in beiden Fällen die
Rückfallkausalität (Suva-act. 77, 80) und erbrachte die gesetzlichen
Versicherungsleistungen.
B.b Am 17. Dezember 2008 liess der Versicherte erneut einen Rückfall melden
(Rückfalldatum 9. November 2008; Suva-act. 81). Dr. med. E._, Allgemeine Medizin
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FMH, nannte im Arztzeugnis die Diagnose lumbospondylogenes Syndrom (LSP) links
bei Schmerzen des oberen Sprunggelenks (OSG) und Bewegungseinschränkung nach
Calcaneusfraktur linksseitig (Suv-act. 82). Mit Schreiben vom 12. Januar 2009 teilte die
Suva dem Versicherten mit, es bestehe aufgrund der medizinischen Unterlagen kein
sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 25.
Oktober 1993 und den gemeldeten Beschwerden. Es handle sich beim diagnostizierten
lumbospondylogenen Syndrom um Krankheitsfolgen, weshalb die Suva nicht
leistungspflichtig sei (Suva-act. 84, vgl. auch die Stellungnahme des Suva-Kreisarztes
vom 11. März 2009, Suva-act. 92).
B.c Am 10. März 2010 meldete die Arbeitgeberin des Versicherten einen weiteren
Rückfall (Suva-act. 94). Dr. D._ führte im Arztzeugnis vom 13. April 2010 aus, beim
Versicherten bestehe eine Schmerzexazerbation bei Status nach Calcaneusfraktur links
mit Defektheilung. Als Befund nannte er u.a. eine Druckschmerzhaftigkeit vor allem
über der Innenfläche des Calcaneus sowie über dem Gelenkspalt des unteren
Sprunggelenks (USG) des linken Fusses, medial mehr als lateral, und attestierte dem
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. Februar bis 17. März 2010
(Suva-act. 95). In einer Stellungnahme vom 12. Juli 2010 führte der Suva-Kreisarzt aus,
aufgrund der ausschliesslich fussbedingten Beschwerden sei der
Kausalzusammenhang der Arbeitsunfähigkeit zum Unfallereignis vom Oktober 1993
wahrscheinlich (Suva-act. 101).
B.d Am 14. September 2010 gab Dr. D._ gegenüber der Suva an, der Versicherte
habe ihn am 21. August 2010 aufgesucht und über Schmerzen beider Füsse geklagt.
Bei der Untersuchung hätten sich Druckschmerzhaftigkeiten an den
Unterschenkelmuskulaturen, im Wadenbereich links mehr als rechts, dazu Zeichen
einer Fasciitis mit Verkürzung der Fussmuskulatur und Druckschmerzhaftigkeit über
den Insertionsstellen plantar gefunden (Suva-act. 103). Nachdem Dr. med. F._,
Allgemein- und Unfallchirurgie FMH, anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom
18. Oktober 2010 eine orthopädische Abklärung und Beurteilung als indiziert erachtet
hatte (Suva-act. 109), wurde der Versicherte im Dezember 2010 im Kantonsspital
Graubünden, Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
untersucht (Suva-act. 117, 119 f.) und bei der Diagnose einer posttraumatischen
Subtalararthrose beidseits, links ausgeprägter als rechts, sowie einer
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Calcaneocuboidalarthrose links am 7. Februar 2011 operiert (Subtalararthrodese links;
Suva-act. 129 f.).
B.e Im postoperativen Verlauf wurde der Versicherte zur Beurteilung des
Heilungsverlaufs mehrmals im Kantonsspital Graubünden sowie von Suva-Kreisarzt Dr.
F._ untersucht (Suva-act. 135, 138, 142 f., 146, 153, 156, 172) und vom 27. Oktober
bis 6. Dezember 2011 in der Rehaklinik Bellikon stationär behandelt (Suva-act. 168,
170). Am 1. März 2012 wurden im Kantonsspital Graubünden die Schrauben am
Calcaneus links operativ entfernt und im April und Mai 2012 Infiltrationen des oberen
Sprunggelenks links und des Calcaneocuboidalgelenks links durchgeführt (Suva-act.
178 f.; 186 f.). Am 8. Juni 2012 erfolgte zudem eine Dreiphasen-Skelettszintigraphie
inkl. SPECT/CT der Füsse beidseits (Suva-act. 197).
B.f Vom 22. August bis 10. September 2012 hielt sich der Versicherte im Auftrag des
Suva-Kreisarztes erneut in der Rehaklinik Bellikon auf (vgl. Suva-act. 200). Die
behandelnden Ärzte nannten im Austrittsbericht vom 11. September 2012 im
Wesentlichen folgende Diagnosen: Hochgradige Aortenstenose (angiologisches
Konsilium 06.09.2012), Unfall vom 25. Oktober 1993: Intraartikuläre
Calcaneusimpressionsfraktur beidseits und Abrissfraktur OS naviculare links,
Subtalararthrodese links (OP 07.02.2011) bei nahezu kompletter Durchbauung USG
links und USG-Arthrose (SPECT/CT 08.06.2012) rechts sowie koronare Herzkrankheit
(Myokardinfarkt 2006). Sie hielten fest, dem Versicherten sei aufgrund der Unfallfolgen
leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags mit speziellen Einschränkungen zumutbar.
Die angestammte Tätigkeit als Garagenaushilfe sei ihm nicht zumutbar (Suva-act. 213;).
B.g Nachdem Dr. F._ am 30. Oktober 2012 festgehalten hatte, es habe sich
gegenüber der Abschlussuntersuchung vom Dezember 1994 keine erhebliche
Zustandsverschlechterung ergeben und auch der Integritätsschaden sei gleich
geblieben (Suva-act. 216), teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 8.
November 2012 mit, die Taggeldleistungen würden per 30. November 2012 eingestellt
und ab dem 1. Dezember 2012 beschränkten sich die Geldleistungen auf die seinerzeit
zugesprochene Rente. Eine unfallbedingte Behandlung sei nicht mehr notwendig
(Suva-act. 217). Am 1. März 2013 verfügte sie entsprechend (Suva-act. 227).
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B.h Die dagegen vom Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Simon
Näscher, Rebstein, am 4. April 2013 erhobene Einsprache (Suva-act. 229, 237) wies die
Suva mit Einspracheentscheid vom 18. September 2013 ab. Das vom Rechtsvertreter
gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung hiess sie gut
(Suva-act. 242).
C.
C.a Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 21. Oktober 2013
Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid vom 18. September 2013 sei
aufzuheben und es seien dem Versicherten über den 1. Dezember 2012 hinaus die
gesetzlichen UVG-Versicherungsleistungen zu erbringen. Eventualiter sei mindestens
ein neurologisches und psychiatrisches Gutachten einzuholen, subeventualiter sei
festzustellen, dass mindestens 30% der Leistungsreduktion Unfallfolgen darstellten,
und es sei dem Versicherten ab dem 1. Dezember 2012 eine Unfallrente auf der Basis
einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 30% zuzusprechen, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Rechtsvertreter ersuchte zudem um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung führte er an, es habe bei Austritt aus der
Rehaklinik Bellikon noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesagt werden
können, welcher Teil des Umfangs der im Bericht vom 11. September 2012 erwähnten
Beschwerden unfallbedingt sei. Der Fall habe deshalb noch nicht abgeschlossen
werden dürfen. Weiter machte er geltend, die Einschränkungen bezüglich der
Ausübung einer Tätigkeit hätten heute im Vergleich zum Zeitpunkt des Erlasses der
Verfügung vom 11. April 1995 zugenommen
(act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 18. September 2013. Sie machte im Wesentlichen geltend,
der Abschluss des Rückfalls per 30. November 2012 sei zu Recht erfolgt, da die
operative Versorgung der Aortenstenose für den unfallversicherungsrechtlichen
Fallabschluss in jedem Fall irrelevant gewesen sei und somit nicht habe abgewartet
werden müssen. Schliesslich könne eine Reduktion des Invalidenlohns bzw. eine
Erhöhung des Invaliditätsgrads nicht zur Diskussion stehen, da die der
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Rentenverfügung vom 11. April 1995 für die Bestimmung des Invalidenlohns zugrunde
gelegten Tätigkeiten auch mit den von der Rehaklinik Bellikon zusätzlich formulierten
Einschränkungen vereinbar seien (act. G 5).
C.c Am 20. November 2013 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege für das Gerichtsverfahren (act. G 6).
C.d Der Rechtsvertreter verzichtete am 6. Januar 2014 auf die Einreichung einer Replik
(act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungs
leistungen, welche sie im Anschluss an die Anerkennung eines Rückfalls zum Unfall
ereignis vom 25. Oktober 1993 ausgerichtet hatte, zu Recht per 30. November 2012
einstellte oder ob der Fallabschluss zu früh erfolgte.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen gewährt. Der Unfallversicherer hat jedoch für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser nicht nur in
einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem
versicherten Ereignis steht (BGE 119 V 338 E. 1). Nach bundesgerichtlicher Praxis
(BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im Zeitpunkt des Fallabschlusses
vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht direkt entnehmen, zu welchem Zeitpunkt
der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die Heilbehandlungen und Taggelder
einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der
Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin. Nach konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, der
Versicherer hat die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von
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der Fortsetzung der Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V
109 E. 4.1). Wie die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 18. September
2013 zutreffend darlegte (Suva-act. 242, S. 3 f.), bestimmt sich eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten namentlich nach Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit
diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. "Namhaft" bedeutet, dass die Besserung ins
Gewicht fallen muss und unbedeutende Verbesserungen ebenso wenig genügen wie
die blosse Möglichkeit einer Besserung (BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/09, E. 4.1.1 mit Hinweisen).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 33 ff. zu Art. 43).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
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Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V
353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei
umfassend abgeklärt worden; die Ausschöpfung der medizinischen Möglichkeiten sei
erstellt (Suva-act. 242-4, act. G 5, S. 5 f.). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
macht hingegen geltend, der Fallabschluss sei insbesondere aufgrund der von der
Rehaklinik Bellikon während des Aufenthalts im August/September 2012
diagnostizierten Aortenstenose links zu früh erfolgt (act. G 1, S. 5 ff).
2.2 Gemäss der vorliegenden Aktenlage wurde der Beschwerdeführer im
Zusammenhang mit der vorliegend relevanten Rückfallmeldung vom 10. März 2010
umfassend behandelt und von mehreren Ärzten klinisch sowie bildgebend abgeklärt.
Nachdem bei Diagnose einer symptomatischen Subtalarathrose am 7. Februar 2011
eine Subtalararthrodese durchgeführt worden war (Suva-act. 129 f.), machte der
Beschwerdeführer trotz in den Kontroll- und Röntgenuntersuchungen erhobenem,
korrektem postoperativen Verlauf (Suva-act. 135, 138) weiterhin persistierende
Beschwerden geltend. Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals Graubünden hielten
im Bericht vom 4. Oktober 2011 diesbezüglich fest, der Beschwerdeführer klage acht
Monate nach der Operation immer noch über diffuse Fussbeschwerden, die kaum
nachvollziehbar seien. Der linke Fuss sollte an sich nun voll belastbar sein, es sei mit
einem weiterhin deutlich verzögerten Heilverlauf bei dem zu Aggravation neigenden
Beschwerdeführer zu rechnen (Suva-act. 156). Auch Dr. F._ führte in seinen
kreisärztlichen Untersuchungsberichten aus, die vom Beschwerdeführer geschilderte,
demonstrative Schmerzsymptomatik sei mit den objektiven Befunden nicht erklärbar
und decke sich auch nicht mit den Angaben, die er anlässlich der
Kontrolluntersuchungen im Kantonsspital gemacht habe. Es zeichne sich eine
Chronifizierung der Schmerzsymptomatik ab (Suva-act. 142-4). Nach einem
Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik Bellikon, bei welchem der Beschwerdeführer
u.a. auch orthopädisch und internistisch untersucht worden war, nach der operativen
Entfernung des Arthrodesematerials, mehreren Infiltrationen und einer Dreiphasen-
Skelettszintigraphie inkl. SPECT/CT (Suva-act. 170, 178, 186 f., 197), hielt Dr. F._ in
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seiner Beurteilung vom 20. Juli 2012 abschliessend fest, die massiven Beschwerden
und Schmerzen des Versicherten könnten durch den Lokalbefund nicht erklärt werden
und auch die vermutete, durch die Schrauben bedingte Schmerzsymptomatik habe
nicht bestätigt werden können, denn die Schmerzen seien nach der Metallentfernung
noch schlimmer geworden. Auch die lokalen Infiltrationen hätten keinerlei Erfolg
gezeigt. Wie bereits mehrfach in den Berichten festgehalten worden sei, sei eine
Aggravation oder somatoforme Schmerzstörung nicht auszuschliessen (Suva-act. 200).
Schliesslich ist dem Bericht der Rehaklinik Bellikon über das orthopädische Konsilium
vom 3. September 2012 zu entnehmen, dass beide Füsse keine Schwellneigung
zeigten, die Narben links indolent und nicht berührungsempfindlich seien und lediglich
die kleine Narbe an der Ferse nach Schraubenentfernung noch druckdolent sei. Die
Ärzte führten aus, es fänden sich eine seitengleiche Temperatur, keine vermehrte
Schweissneigung und keine veränderte Behaarung. Die vorgebrachten Schmerzen, das
teils sehr theatralisch vorgeführte Gangbild sowie die gleichzeitige Nichteinnahme von
Schmerzmitteln liessen sich medizinisch nicht erklären und es seien Hinweise für eine
Symtpomausweitung erkennbar (Suva-act. 212-1 f.).
2.3 Zusammenfassend ist aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer trotz
umfassenden medizinischen Abklärungen, klinischen und bildgebenden
Untersuchungen und Rehabilitationsmassnahmen weiterhin über Beschwerden ohne
Verbesserung der Schmerzproblematik klagt, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass von einer Fortsetzung der Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann. Dies umso
weniger, als die aktuell geltend gemachten Fussbeschwerden von den behandelnden
Ärzten sowie vom Kreisarzt übereinstimmend als nicht nachvollziehbar erachtet
werden. Vor diesem Hintergrund sind die medizinischen Massnahmen als
ausgeschöpft zu erachten. Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vorbringt, der Fallabschluss sei aufgrund der diagnostizierten Aortenstenose zu früh
erfolgt, ist darauf hinzuweisen, dass die behandelnden Ärzten der Rehaklinik Bellikon
diese im Bericht vom 11. September 2012 explizit als Krankheit bezeichneten und
ausführten, weiterführende medizinische Massnahmen erfolgten krankheitsbedingt.
Auch wurde bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zwischen den Einschränkungen
aufgrund des Stentings der Aorta und den aus rein unfallkausaler Sicht bestehenden
Einschränkungen differenziert (Suva-act. 213-2 ff.). Hinsichtlich der Argumentation des
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Rechtsvertreters, die Ärzte der Rehaklinik Bellikon hätten ausgeführt, dass die
Beschwerden mit der starken arteriellen Durchblutungsstörung zusammenhängen
könnten (Suva-act. 213-3), ist auf die plausiblen Ausführungen der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu verweisen (act. G 5, S. 6). Wie von
dieser geltend gemacht, stehen die diagnostizierte Aortenstenose bzw. diesbezügliche
medizinische Massnahmen mangels Unfallkausalität der Aortenstenose dem Abschluss
des Rückfalls per 30. November 2012 nicht entgegen.
3.
3.1 Zu prüfen ist im Weiteren, ob sich gegenüber der kreisärztlichen Abschlussunter
suchung vom Dezember 1994 eine Veränderung des unfallbedingten
Gesundheitszustands ergeben hat und entsprechend eine Erhöhung des
Invaliditätsgrads zur Diskussion steht. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer
Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes
wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der
Rechtsprechung jede erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die
Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 f.).
3.2 Der zuständige Kreisarzt hatte anlässlich der Abschlussuntersuchung im Jahr
1994 in Bezug auf die medizinische Zumutbarkeit im Wesentlichen ausgeführt, dem
Beschwerdeführer sei eine ganztägige, vorwiegend sitzende Beschäftigung in einem
Fabrikationsbetrieb bei leichten Stanz-, Kontroll- oder Prüfarbeiten bei normaler
Arbeitszeit zumutbar. Die Hebe- und Tragfähigkeit von schweren Lasten bleibe
eingeschränkt (keine Lasten über 10kg). Es solle auch darauf geachtet werden, dass
der Beschwerdeführer nicht mehr auf Leitern oder Gerüste steigen müsse. Ebenfalls
solle bei der Arbeit ein Begehen von Treppen vermieden werden. Als Restfolgen lägen
eine deutlich verminderte Belastbarkeit beider Füsse, besonders beim Gehen auf
unebenem Boden und beim Treppensteigen sowie eine eingeschränkte Gehfähigkeit
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vor (Suva-act. 33-4 f.). In der Rentenverfügung vom 11. April 1995 hatte die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die kreisärztlichen Ausführungen festgehalten, es
gebe in der Industrie und im Gewerbe eine Vielzahl von Tätigkeiten, welche der
Beschwerdeführer nach wie vor und ohne Leistungseinbusse ausüben könne. Zu
denken sei an eine Stanz-, Kontroll- oder Prüfarbeit, eine Tätigkeit als Schleifer,
Zuschneider oder Entdrahter oder der Einsatz in einem Archiv oder Kleinersatzteillager.
Bei der Festlegung des Invalideneinkommens berücksichtigte die Beschwerdegegnerin
in der entsprechenden Verfügung die damals aktuelle BIGA Lohn- und Gehaltsstatistik
und ging von einer tatsächlich vorhandenen, in sitzender Position ausgeübten
Beschäftigung aus (Suva-act. 43-2).
3.3 Die behandelnden Ärzte der Rehaklinik Bellikon hielten ihrerseits im
Austrittsbericht vom 11. September 2012 fest, die berufliche Tätigkeit als
Garagenaushilfe sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar (Arbeitsunfähigkeit 100%).
In Bezug auf andere berufliche Tätigkeiten führten sie aus, dem Beschwerdeführer sei
leichte bis mittelschwere Arbeit (10-15kg) ganztags mit folgenden Einschränkungen
zumutbar: Wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Arbeit in unebenem Gelände, ohne
Vibrationsbelastung und Schläge bezüglich beider Füsse, ohne häufige Zwangshaltung
für die Füsse (wie Knien, Arbeiten in Hockstellung, Pedalbedienung, Kriechen etc.),
ohne häufiges Treppen- oder Leitersteigen mit Gewichten, ohne Arbeit an
sturzexponierten Stellen wie auf hohen Leitern oder ungesichertem Baugerüst oder
einem Dach (Suva-act. 213-2).
3.4 Aufgrund des Vergleichs der Zumutbarkeitsbeurteilung aus dem Jahr 1994 mit
derjenigen vom 11. September 2012 ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass sich die dem Beschwerdeführer damals und aktuell zumutbaren
Arbeiten im Wesentlichen entsprechen. So wurde dem Beschwerdeführer bereits 1994
eine vorwiegend sitzende Tätigkeit als zumutbar erachtet und Einschränkungen in
Bezug auf Treppen- und Leitersteigen sowie Lastenheben berücksichtigt. Im Weiteren
umfasst die in der Beurteilung von 1994 als zumutbar erachtete, vorwiegend sitzende
Tätigkeit bei eingeschränkter Gehfähigkeit ohne Weiteres auch die von der Rehaklinik
Bellikon als unzumutbar bezeichnete Vibrationsbelastung und Zwangshaltung der
Füsse; diesbezüglich ist nicht von einer weiterführenden, neu zu berücksichtigenden
Einschränkung auszugehen. Zusammenfassend ist, wie von der Beschwerdegegnerin
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geltend gemacht und entgegen den Ausführungen des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass im
Vergleich zur Rentenverfügung vom 1. April 1995 keine weitergehenden
Einschränkungen bestehen. Damit ist dem Antrag auf Erhöhung der Invalidenrente
nicht zu entsprechen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Dem Beschwerdeführer wurde am 20. November 2013 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 6). Er kann indessen, wenn es seine
wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (vgl. Art. 117 ff. ZPO [SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2
VRP [sGS 951.1]). Zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung ist der Staat zu
verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aufzukommen, wobei dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20%
reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]). Das Versiche
rungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen Fr. 3'500.-- und Fr.
4'500.-- zu. Vorliegend gilt es jedoch den Ustand zu berücksichtigen, dass der
unentgeltliche Rechtsbeistand auf die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
verzichtet hat, weshalb die pauschale Entschädigung entsprechend herabzusetzen ist.
In Würdigung aller Umstände ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'400.-- (80% von Fr.
3'000.--, einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP