Decision ID: a9069b0c-5b7f-4038-9fee-dd4e17bcf07b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 13. Februar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an. Er
teilte mit, an Rückenschmerzen sowie psychischen Problemen zu leiden (act. G 4.1.1).
Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
diagnostizierte im Bericht vom 20. Februar 2007 eine seit Jahren bestehende
Lumboischialgie links bei Diskusprotrusion LWK 2/3 - LWK 4/5. Der Versicherte sei für
sämtliche Tätigkeiten 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1.11). Am 14. März und 2. Juni
2007 erlitt der Versicherte Auffahrkollisionen (vgl. hierzu den ambulanten
Assessmentbericht der Rehaklinik Bellikon vom 14. November 2007, act. G 4.2). Der
Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) gelangte in der Stellungnahme vom
30. Juli 2007 zur Auffassung, der Versicherte verfüge über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 4.1.21).
A.b In den Vorbescheiden vom 23. August 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
in Aussicht, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. G 4.1.28) und auf
Rentenleistungen (act. G 4.1.30) zu verneinen. Dagegen erhob der Versicherte am
3. September 2007 Einwand (act. G 4.1.31).
A.c Am 14. November 2007 fand in der Rehaklinik Bellikon ein ambulantes
Assessment statt. Die dortigen Experten diagnostizierten im Zusammenhang mit den
Auffahrkollisionen vom 14. März 2007 und 2. Juni 2007 eine HWS-Distorsion bzw. ein
zervikospondylogenes Syndrom und ein panvertebrales Syndrom linksbetont; ein
unklares neurologisches Befundbild; eine radiologisch bekannte Diskushernie C5/6
rechts mit möglicher Einengung der Wurzel C6 links (aktuell ohne klinische Anzeichen);
ein bekanntes chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie einen Verdacht
auf eine Ulnaris-Neuropathie links (act. G 4.2).
A.d Mit Verfügungen vom 2. Juli 2008 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen (act. G 4.1.48) und auf Rentenleistungen (act. G 4.1.49) ab. Diese
Verfügungen widerrief die IV-Stelle auf Beschwerde des Versicherten vom 27. August
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2008 (act. G 4.1.59) hin und stellte weitere Abklärungen in Aussicht
(Widerrufsverfügung vom 16. August 2010, act. G 4.1.87).
A.e Im von der IV-Stelle eingeholten Verlaufsbericht vom 2. September 2010 gab
Dr. B._ an, der Gesundheitszustand des Versicherten sei seit Februar 2007 stationär
geblieben (act. G 4.1.92).
A.f Vom 4. bis 6. April 2011 wurde der Versicherte in der MEDAS Ostschweiz
polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch-orthopädisch und psychiatrisch)
untersucht. Im Gutachten vom 15. Juli 2011 stellten die Experten folgende Diagnosen
mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: eine atypische depressive Störung,
chronifiziert in leichtgradiger depressiver Symptomatik (ICD-10: F32.8) sowie
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emotional instabilen und passiv-aggressiven
Anteilen (ICD-10: Z73.1). Sowohl für die angestammte Hilfsarbeitertätigkeit als auch für
andere leidensangepasste Tätigkeiten (keine besonderen Anforderungen an die Stress-
und Frustrationstoleranz, die emotionale Belastbarkeit sowie die
Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer) bescheinigten die Experten dem
Versicherten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.102).
A.g Gestützt auf das MEDAS-Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten am
14. September 2011 in Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (act. G 4.1.108).
Dagegen erhob der Versicherte am 18. Oktober 2011 Einwand und beantragte die
Ausrichtung mindestens einer halben Rente. Er brachte darin im Wesentlichen vor,
dass die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht beweiskräftig und bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens ein 25%iger Abzug vom Tabellenlohn
gerechtfertigt sei (act. G 4.1.109).
A.h Die IV-Stelle verfügte am 24. Oktober 2011 die Abweisung des Rentengesuchs
(act. G 4.1.112).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. Oktober 2011 richtet sich die Beschwerde vom
24. November 2011. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Zusprache einer Dreiviertelsrente. Die
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Begründung ist identisch mit derjenigen des Einwands vom 18. Oktober 2011.
Ergänzend rügt er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung nur äusserst rudimentär auf die einwandweise
vorgebrachten Argumente eingegangen sei. Der Beschwerdeführer ersucht indessen
aus verfahrensökonomischen Gründen trotz der geltend gemachten Gehörsverletzung
um eine materielle Beurteilung (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie hält daran fest, dass das
MEDAS-Gutachten beweiskräftig sei. Hingegen komme der darin bescheinigten
Arbeitsunfähigkeit keine invalidisierende Wirkung zu. Es bestünden ferner keine
Gründe, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigten (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtet am 22. Juni 2012 auf eine Replik (act. G 11).

Erwägungen:
1.
In formeller Hinsicht ist vorab die vom Beschwerdeführer gerügte Gehörsverletzung zu
beurteilen. Er stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe sich in der
angefochtenen Verfügung nicht rechtsgenüglich mit seinen Argumenten auseinander
gesetzt (act. G 1, S. 3).
1.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124
V 183 E. 2b).
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1.2 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober
2011 ausdrücklich zum Einwand des Beschwerdeführers vom 18. Oktober 2011
Stellung genommen. Sie legte dar, weshalb die gegen das MEDAS-Gutachten
vorgebrachten Rügen aus ihrer Sicht nicht stichhaltig seien und weshalb sie die
Vornahme eines Abzugs vom Tabellenlohn nicht für gerechtfertigt hält (act. G 4.1.112).
Eine Verletzung der Begründungspflicht ist daher zu verneinen, zumal der
Beschwerdeführer keine einwandweise erhobenen relevanten Rügen benennt, zu
denen sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht geäussert
hätte.
2.
Streitig und zu prüfen ist in materieller Hinsicht der Rentenanspruch des
Beschwerdeführers.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) bzw. aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der bis
31. Dezember 2007 gültigen Fassung) besteht ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachpersonen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung in medizinischer Hinsicht
auf das MEDAS-Gutachten vom 15. Juli 2011 (act. G 4.1.102). Der Beschwerdeführer
erachtet dieses aus verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig.
3.1 Zunächst vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass die MEDAS
Ostschweiz aufgrund ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit von der IV-Stelle befangen sei
(act. G 1, S. 7). Nach der Rechtsprechung führen auch der regelmässige Beizug einer
Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der bei der selben
medizinischen Fachperson in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das
daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand
bzw. zur Befangenheit (BGE 137 V 226 E. 1.3.3; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts
vom 29. September 2011, 8C_426/2011, E. 6.1). Da vorliegend keine Hinweise für ein
sachfremdes gutachterliches Vorgehen ersichtlich sind und vom Beschwerdeführer
auch nicht solche vorgebracht werden, besteht keine Veranlassung, an der Objektivität
der gutachterlichen Beurteilung zu zweifeln.
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3.2 Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer die Erwägungen der MEDAS, wonach
aus psychiatrischer Sicht retrospektiv nicht sicher von einer Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei, weil eine psychiatrische Behandlung nie in Anspruch genommen
worden sei. Dabei handelt es sich nach Auffassung des Beschwerdeführers um reine
Mutmassungen (act. G 1, S. 4). Dem psychiatrischen Gutachter lagen keine
fachpsychiatrischen Vorakten vor, noch bestehen Anhaltspunkte für eine länger
dauernde psychiatrische Behandlung. Vor diesem Hintergrund erscheint es geradezu
ein Gebot sorgfältiger gutachterlicher Tätigkeit, wenn der Experte die Unsicherheit
einer retrospektiven Beurteilung ausdrücklich benennt, anstatt eine Genauigkeit
vorzutäuschen, die sich auf keine verlässliche Grundlage zu stützen vermöchte. Mit
Blick auf den Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 2. September 2010, wonach der
Gesundheitszustand seit Februar 2007 stationär geblieben sei (act. G 4.1.92), sowie die
zurückhaltend formulierte Vermutung des psychiatrischen Gutachters, wonach vor der
Begutachtung nur eine sehr geringe Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (act.
G 4.1.102-28), ist im Übrigen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass im Zeitraum vor der Begutachtung zumindest keine dauerhaft
höhere als die gutachterlich bescheinigte 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat.
Von weiteren Abklärungen ist aufgrund fehlender echtzeitlicher fachpsychiatrischer
Einschätzungen keine bessere Erkenntnis zu erwarten, weshalb in antizipierter
Beweiswürdigung auf die vom Beschwerdeführer beantragte stationäre psychiatrische
Begutachtung (act. G 1, S. 9) zu verzichten ist.
3.3 Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, die psychische Einschränkung führe
kombiniert mit der körperlichen Schmerzsymptomatik zu einer wesentlich höheren
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (act. G 1, S. 5). Das MEDAS-Gutachten beruht
auf mehreren fachspezifischen Untersuchungen und Beurteilungen. Die
gesamtgutachterliche Einschätzung beruht auf einer interdisziplinären Besprechung.
Dabei berücksichtigten die Experten das gesamte vom Beschwerdeführer beklagte
Leidensbild. Es bestehen damit keine Zweifel daran, dass die Experten bei der
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Gesamtsituation hinreichend Rechnung
getragen haben.
3.4 Was die vom Beschwerdeführer beschriebene auffallende Biographie anbelangt,
so ist zu bemerken, dass diese im MEDAS-Gutachten ihren Niederschlag fand und in
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die medizinische Würdigung einbezogen wurde (act. G 4.1.102-4 ff. und act.
G 4.1.102-26). Es sind keine wesentlichen Gesichtspunkte der Biographie des
Beschwerdeführers ersichtlich, die im Gutachten ausser Acht gelassen worden wären.
Solche werden vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan.
3.5 Gegen die Beweiskraft des Gutachtens führt der Beschwerdeführer schliesslich
die Einschätzungen von Dr. B._ ins Feld, der ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
aufgrund des Rückenleidens bescheinigt habe (act. G 1, S. 5 und 6). Im Verlaufsbericht
vom 2. September 2010 äusserte sich Dr. B._ nicht zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers (act. G 4.1.92). Auch im Zwischenbericht zuhanden der Suva vom
2. April 2008 findet sich keine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (act. G 4.2). Im Bericht vom
20. Februar 2007 verneinte Dr. B._ jegliche Arbeitsfähigkeit für eine
leidensangepasste Tätigkeit. Eine schlüssige Begründung hierfür findet sich nicht (act.
G 4.1.11-4). Lediglich bei der Frage nach der Arbeitsfähigkeit bezogen auf die bisherige
Tätigkeit gab er an, dass deren Ausübung schmerzbedingt nicht mehr möglich sei (act.
G 4.1.11-3). Die nicht näher begründete Einschätzung von Dr. B._ beruht damit
einzig auf den Schmerzangaben des Beschwerdeführers, was aber für sich allein nicht
geeignet ist, die spätere gutachterliche Einschätzung, die in Kenntnis der
Einschätzungen von Dr. B._ erfolgte, in Frage zu stellen, zumal die Berichte von
Dr. B._ keine Gesichtspunkte enthalten, die von den Experten der MEDAS nicht zur
Kenntnis genommen worden wären (vgl. den Auszug der Vorakten, worunter sämtliche
relevanten Einschätzungen von Dr. B._ auszugsweise wiedergegeben werden, in act.
G 4.1.102-9 ff.).
3.6 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1, S. 6) sagt eine
diagnostizierte Erkrankung für sich allein noch nichts über deren Auswirkung auf die
Leistungsfähigkeit einer Person aus. Die Experten der MEDAS haben aufgrund
umfassender Untersuchungen, klinischer Befunde und einer schlüssigen Würdigung die
Restleistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bemessen. Der Beschwerdeführer
benennt denn auch keine objektiven Gesichtspunkte, die unberücksichtigt geblieben
sind. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Experten der MEDAS nicht
sämtlichen gestellten Diagnosen eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumassen.
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3.7 Der Beschwerdeführer bemängelt weiter, dass das MEDAS-Gutachten lediglich
auf einer kurzen Untersuchungsdauer beruhe und ansonsten ein reines Aktengutachten
darstelle (act. G 1. S. 7). Bei dieser Sichtweise verkennt der Beschwerdeführer, dass
die MEDAS-Experten die gesamte relevante Voraktenlage, die ausführlichen
Schilderungen des Beschwerdeführers und die umfassenden eigenen Untersuchungen
in ihre Beurteilung einbezogen. Dass sie dabei wesentliche Aspekte übersehen hätten,
ist weder dargetan noch ersichtlich.
3.8 Zuletzt kritisiert der Beschwerdeführer den von den Experten auf den Zeitpunkt
der Begutachtung festgesetzten Beginn der 30%igen Arbeitsunfähigkeit. Dieser sei
allein deshalb so formuliert worden, um zu verhindern, dass er (der Beschwerdeführer)
in jene Gruppe von Patienten eingeteilt werde, denen es nach einem Unfallereignis
aufgrund von längerdauernden erheblichen psychischen Beschwerden nicht möglich
sei, ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen. Es liege auf der Hand, dass die
psychischen Einschränkungen bereits seit Jahren bestünden (act. G 1, S. 8). Bei seiner
Argumentation übersieht der Beschwerdeführer, dass der Beginn der Arbeitsfähigkeit
deshalb auf den Zeitpunkt der Begutachtung festgesetzt wurde, weil es mangels
echtzeitlicher fachpsychiatrischer Vorakten für den psychiatrischen Gutachter
schwierig war, eine retrospektive Einschätzung zu treffen (vgl. vorstehende E. 3.2). Der
vom Beschwerdeführer genannte sachfremde Beweggrund findet im Gutachten keine
Stütze. Er ist damit weder dargetan noch scheint er naheliegend.
3.9 Nach dem Gesagten erfüllt das MEDAS-Gutachten sämtliche für beweiskräftige
Expertisen geltenden Kriterien. Der Sachverhalt erweist sich als umfassend abgeklärt,
weshalb für die vom Beschwerdeführer beantragten weiteren Abklärungen
(Stellungnahme von Dr. B._ sowie Einholung eines umfassenden stationären
psychiatrischen Gutachtens) keine Veranlassung besteht. Der Beschwerdeführer macht
in der Beschwerde geltend, seine Ehefrau habe ihn nach der MEDAS-Begutachtung
verlassen. Seither habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Er habe an nichts
mehr Freude, ziehe sich völlig aus dem sozialen Leben zurück, leide unter
Schlafstörungen, Untergewicht und tiefgreifenden Verstimmungen (act. G 4.1.109-7
sowie act. G 1). Bei allem Verständnis für die Situation des Beschwerdeführers fällt
aber ins Gewicht, dass er bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung über eine
schlechte Stimmung, ziemliche Einschlafstörungen ("könne nur sehr schwer
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einschlafen"; act. G 4.1.102-40) sowie Freudlosigkeit (er habe "an nichts Freude", act.
G 4.1.102-6) klagte und von einem sozialen Rückzug sprach (act. G 4.1.102-6). Das
Vorliegen einer relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustands nach der
MEDAS-Begutachtung ist daher zu verneinen.
4.
Die Frage, ob der medizinisch bescheinigten 30%igen Arbeitsunfähigkeit die
invalidisierende Wirkung abzusprechen ist (zum entsprechenden Vorbringen der
Beschwerdegegnerin vgl. act. G 4, S. 7), kann vorliegend offen gelassen werden. Denn
selbst wenn die invalidisierende Wirkung bejaht wird, resultiert kein Anspruch auf eine
Rente, wie sich aus nachfolgender Erwägung ergibt.
5.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrads hat die Beschwerdegegnerin mangels
aussagekräftiger Grundlagen für die Bestimmung der Vergleichseinkommen zu Recht
einen sogenannten Prozentvergleich (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 9. März
2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis) vorgenommen, was vom Beschwerdeführer auch
nicht in Frage gestellt wird. Zu prüfen bleibt deshalb lediglich noch die Bemessung
eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Dabei ist vorliegend entscheidend, dass der
Beschwerdeführer sowohl für die bisherige Hilfsarbeitertätigkeit wie auch für andere
handwerkliche und praktische Tätigkeiten über eine 70%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Es
bestehen daher für den Beschwerdeführer keine lohnwirksamen
Umstellungsschwierigkeiten und es steht ihm noch ein weites Spektrum an möglichen
Arbeitsplätzen offen, worin er seine langjährige Erfahrung als Hilfsarbeiter einbringen
kann. Auch wenn ein allfälliges erhöhtes Krankheitsrisiko bejaht und dem
Beschwerdeführer aufgrund seiner Teilleistungsfähigkeit ein Abzug gewährt würde,
käme selbst unter Berücksichtigung der beschränkten Stress- und Frustrationstoleranz
sowie der eingeschränkten emotionalen Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit und
Ausdauer (act. G 4.1.102-34) ein Abzug von höchstens 10% in Betracht. Gestützt
darauf resultiert bei einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 37% ([100% - [70% x 0.9]).
6.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP