Decision ID: 615c241c-67c3-45c2-979f-27c3911e1b07
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Revision gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 16. November 2012 (LQ100089)
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Beschluss des Obergerichtes vom 16. November 2012 (Urk. 2):
" 1. Der Rekurs des Gesuchstellers und der Anschlussrekurs der  werden abgewiesen.
Die Verfügung des Bezirksgerichts Uster, Einzelrichter im  Verfahren, vom 8. November 2010 wird bestätigt.
2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–.
3. Die Kosten des Rekursverfahrens werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
4. Es wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 5. (Schriftliche Mitteilung) 6. (Rechtsmittel: Beschwerde)"
Revisionsanträge:
des Gesuchstellers und Revisionsklägers (Urk. 1 S. 2 ff. und Urk. 15 S. 2 f.):
" 1. Dispositiv Ziffer 1 des Beschlusses des Obergerichts des Kantons
Zürich vom 16. November 2012 sei wie folgt abzuändern: " Dispositiv Ziff. 1 der Verfügung vom 8. November 2010 des Ein-
zelrichters im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster sowie Dispositiv Ziff. 1 der Verfügung vom 9. Juni 2008 des  Uster (Urk. 195) wird aufgehoben und die  Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin in der Höhe von CHF 2'380.00 werden ab November 2011 für die weitere Dauer des Scheidungsprozesses aufgehoben."
2. " Es sei superprovisorisch die Vollstreckung der monatlichen  für die Gesuchstellerin in der Höhe von CHF 2'380.00 (Dispositiv Ziff. 1 des Beschlusses des  des Kantons Zürich vom 16. November 2012) ab  2011 aufzuschieben."
3. " Es sei superprovisorisch die Vollstreckung der Betreibung vom 7. Dezember 2012 beim Betreibungsamt C._, .. [Adresse], Betreibungsnummer ..., betreffend eine Forderung für  Unterhaltsbeiträge des Gesuchstellers vom Juli bis und mit Dezember 2012 in der Höhe von CHF 14'280.00  (Urk. 449/1)."
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4. " Es seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen des  vom 16. November 2012 neu zu regeln (Dispositiv Ziff. 2 - 4):
a) Die Kosten des Rekursverfahrens (Dispositiv Ziff. 2) seien der Gesuchstellerin zu 5/6 und dem Gesuchsteller zu 1/6 ."
b) Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller  Prozessentschädigung in der Höhe von CHF 7'000.00  8% MWST zu bezahlen."
5. " Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller die seit November 2011 unrechtmässig bezogenen  zuzüglich der gesamten Betreibungs-, Rechtsöffnung- und Pfändungskosten sowie 5% Zins seit November 2011 in der  von:
a) - CHF 2'883.60 zuzüglich 5% Zins seit 25. Mai 2012 b) - CHF 18'369.70 zuzüglich 5% Zins seit 29. November 2012 b) - CHF 16'059.00 zuzüglich 5% Zins seit 30. April 2013 auf erstes Verlangen zurückzuerstatten." Die abweichenden Rechtsbegehren der Gesuchstellerin seien
abzuweisen. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MwSt.)
zu Lasten der Gesuchstellerin (Berufungsklägerin)."
Prozessuale Anträge (Urk. 8 S. 2 ):
" 1. Das Revisionsverfahren Geschäfts-Nr. LH130001 sei mit dem
vorliegenden (recte: parallelen) Berufungsverfahren . LC110038 zu vereinigen und unter der Nummer des  weiterzuführen.
2. Es seien die Akten des Verfahrens betr. vorsorgliche  (Geschäfts-Nr. LQ100089) und die Akten betr.  (Berufung) Geschäfts-Nr. LC110038 für das  beizuziehen."
der Gesuchstellerin und Revisionsbeklagten (Urk. 11 S. 3):
" 1. Das Revisionsgesuch des Gesuchstellers sei abzuweisen. 2. Das Gesuch um Verfahrensvereinigung sei abzuweisen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST)
zulasten des Gesuchstellers."
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Erwägungen:
I. Parteien, Verfahrensgegenstand und Prozessgeschichte
1. Die Parteien waren Eheleute. Sie standen seit dem Jahr 2005 zunächst
vor dem Bezirksgericht Uster in einem streitigen Scheidungsverfahren (Urk. 2 S. 2
E. 1), danach wurde das Verfahren an die Kammer weitergezogen. Das Beru-
fungsverfahren gegen das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 9. Mai 2011 ist
unter der Geschäfts-Nr. LC110038 bei der Kammer noch hängig. Das vorinstanz-
liche Urteil ist aber in Bezug auf den Scheidungspunkt am 4. Oktober 2011
rechtskräftig geworden (Urk. 2 S. 44 oben). Der angefochtene Beschluss (Urk. 2)
gibt über die Parteien persönlich detailliert Auskunft (Urk. 2 S. 2 E. 1).
2. Der Gesuchsteller und Revisionskläger (nachfolgend Gesuchsteller)
verlangt die Aufhebung der vom Bezirksgericht Uster als vorsorgliche Massnahme
festgelegten Unterhaltsverpflichtung, die mit dem angefochtenen Beschluss be-
stätigt worden war, ab November 2011. Zur Begründung führt er in der Hauptsa-
che an, diese beruhe auf falschen tatsächlichen Grundlagen: Der Vermögens-
stand der Revisionsbeklagten und Gesuchstellerin (nachfolgend Gesuchstellerin)
sei höher als von der Kammer im angefochtenen Entscheid angenommen. Es be-
stehe daher keine Unterhaltsverpflichtung mehr. Diese sei aufzuheben und die
Gesuchstellerin zur Rückerstattung der bis anhin erhaltenen Unterhaltszahlungen
zu verpflichten (Urk. 1 S. 2 ff.).
3.1. Zum Verfahrensgang, der konkret zum vorliegenden Revisionsverfah-
ren führte, ist zusammengefasst Folgendes festzuhalten: Der Gesuchsteller hatte
vor dem Bezirksgericht Meilen verlangt, seine als vorsorgliche Massnahme für die
Dauer des Scheidungsverfahrens festgelegte Unterhaltsverpflichtung von
Fr. 2'380.– sei ab 1. Juli 2010 aufzuheben. Das Bezirksgericht Meilen wies das
Begehren ab. In der Folge strengte der Gesuchsteller gegen diesen abweisenden
Entscheid einen Rekurs an die Kammer an. Die Gesuchstellerin erhob einen An-
schlussrekurs. Beide Rekurse wurden mit dem vorliegend angefochtenen Be-
schluss vom 16. November 2012 abgewiesen (Urk. 2 S. 2 ff. und S. 46). Der an-
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gefochtene Beschluss war mit seiner Fällung rechtskräftig geworden und blieb
zunächst unangefochten.
3.2.1. Mit Eingabe vom 4. März 2013 verlangte der Gesuchsteller form-
und fristgerecht die Revision des angefochtenen Entscheids und stellte die ein-
gangs aufgeführten Rechtsbegehren (Urk. 1), die er mit Eingabe vom 14. März
2013 (Urk. 8 S. 2) und vom 29. April 2013 (Urk. 15 S. 2) ergänzte. Im zum vorlie-
genden Verfahren parallelen Berufungsverfahren strengte der Gesuchsgegner
überdies zwei Abänderungsverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen an,
die mit Beschlüssen vom 3. Mai 2013 und vom 13. September 2013 abgeschlos-
sen wurden (Urk. 51 f.).
3.2.2. Mit Verfügung vom 7. März 2013 wurde auf den gesuchstelleri-
schen Antrag um Aufschub der Vollstreckung der gegen ihn laufenden Betreibung
mangels Zuständigkeit nicht eingetreten und sein Antrag um Aufschub der Voll-
streckung des angefochtenen Entscheids abgelehnt. Schliesslich wurde der Ge-
suchsteller verpflichtet, einen Vorschuss für die Gerichtskosten zu leisten (Urk. 6
S. 6). Der Vorschuss wurde in der Folge fristgerecht einbezahlt (Urk. 7).
3.2.3. Am 15. April 2013 nahm die Gesuchstellerin innert erstreckter
Frist formgerecht zur Revisionsschrift mit eingangs aufgeführten Anträgen Stel-
lung (Urk. 11). Die Stellungnahme nebst Beilagen wurden dem Gesuchsteller mit
Verfügung vom 17. April 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 14).
3.2.4. Im weiteren Verfahrensverlauf machte der Gesuchsteller am
29. April 2013 (Urk. 15 ff.), am 8. Mai 2013 (Urk. 19 ff.), am 12. Mai 2013 (Urk. 23
ff.), am 26. Mai 2013 (Urk. 30 ff.), am 9. Juni 2013 (Urk. 35) und am 21. Juni 2013
(Urk. 41 ff.) weitere Eingaben, reichte zusätzliche Unterlagen ein und nahm zu
Eingaben der Gesuchstellerin Stellung. Die Eingaben und Beilagen wurden der
Gesuchstellerin jeweils zur Kenntnis gebracht. Sie nahm mit Eingaben vom
17. Mai 2013 (Urk. 27), vom 24. Mai 2013 (Urk. 29), vom 10. Juni 2013 (Urk. 36),
vom 17. Juni 2013 (Urk. 39) und vom 5. Juli 2013 (Urk. 46) jeweils Stellung. Auch
diese Eingaben wurden der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht.
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3.3. Auf die Vorbringen der Parteien wird nachfolgend eingegangen, soweit
dies zur Entscheidung notwendig ist.
II. Prozessuales
1. Das dem angefochtenen Beschluss vorausgehende Rekursverfahren
war noch von der kantonalzürcherischen Zivilprozessordnung bestimmt, wurde
aber am 16. November 2012 unter der Geltung der eidgenössischen Zivilprozess-
ordnung eröffnet. Gemäss Art. 405 Abs. 1 ZPO kommt daher auf das vorliegende
Verfahren die eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung.
2.1. Der Gesuchsteller beantragt, das vorliegende Verfahren sei mit dem
Berufungsverfahren betreffend die Scheidung (Geschäfts-Nr. LC110038) zu ver-
einigen, um den Aktenumfang nicht unnötig zu vergrössern. Für den Fall, dass die
Verfahren nicht zu vereinigen seien, seien die Akten des Verfahrens, in dem der
angefochtene Beschluss ergangen war, und die Akten des Scheidungsverfahrens
bzw. des betreffenden Berufungsverfahrens beizuziehen (Urk. 8 S. 2).
2.2. Die Gesuchstellerin wendete sich gegen eine Vereinigung, da die Ver-
fahren nicht gleicher Verfahrensart seien und auch keine entsprechenden pro-
zessökonomischen Gründe ersichtlich seien (Urk. 11 S. 4 Ziff. 2.1.).
2.3.1. Gemäss Art. 125 Abs. 1 lit. c ZPO können Verfahren zur Verein-
fachung des Prozesses vereinigt werden. Dies ist aber nur möglich, wenn beide
Prozesse in der gleichen Verfahrensart durchgeführt werden (Nina J. Frei, in:
Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, Bern 2012, N. 18
zu Art. 125 ZPO). Das vorliegende Verfahren betrifft die Revision vorsorglicher
Massnahmen. Es ist daher gemäss Art. 271 lit. a ZPO in Verbindung mit Art. 276
Abs. 1 ZPO summarisch (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböh-
ler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. A., Zü-
rich/Basel/Genf 2013, Art. 333 N 4). Das Berufungsverfahren betreffend die
Scheidung und deren Nebenfolgen ist ein ordentliches Verfahren. Da die beiden
Prozesse unterschiedlicher Verfahrensart sind, können sie nicht vereinigt werden
(vgl. auch Urk. 52 S. 8 E. 5).
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2.3.2. Die Akten des Berufungsverfahrens, des dem angefochtenen Be-
schlusses vorangegangen Rekursverfahrens und des erstinstanzlichen Schei-
dungsverfahrens wurden von Amtes wegen beigezogen. Um das Berufungsver-
fahren nicht unnötig zu blockieren, wurden die benötigten Aktenstücke kopiert und
in vorliegendem Verfahren zu den Akten erhoben (Urk. 47 ff.). Dem Antrag, die
betreffenden Akten beizuziehen wurde damit entsprochen.
3.1. Die Gesuchstellerin beantragt, das Revisionsgesuch sei abzuweisen,
da kein revisionsfähiger Entscheid vorliege. Es könnten nur formell und materiell
rechtskräftige Entscheide revidiert werden; der angefochtene Entscheid könne
gemäss Art. 268 Abs. 1 ZPO nicht materiell rechtskräftig werden und eigne sich
daher nicht als Anfechtungsobjekt (Urk. 11 S. 4 f. Ziff. 2.2.). Diesem Standpunkt
widerspricht der Gesuchsteller (Urk. 15 S. 3 Ziff. 1. ff.).
3.2. Die Argumentation der Gesuchstellerin ist grundsätzlich zutreffend: Die
Revision gemäss Art. 328 ff. ZPO ist ein "Notrechtsmittel", mit dem materiell
rechtskräftige Entscheide, die nicht durch andere Rechtsbehelfe (wie Rechtsmit-
tel, Abänderung oder Ergänzung des Entscheids, weitere Klage) korrigiert werden
können, bei Vorliegen bestimmter Revisionsgründe einer erneuten Prüfung durch
das Gericht zugeführt werden können (BGE 138 III 382 E. 3.2). Die Revision ist
zu allen anderen Rechtsbehelfen subsidiär. Da vorsorgliche Massnahmen ge-
mäss Art. 268 ZPO nachträglich abgeändert werden können und mit der Rechts-
kraft des Entscheides in der Sache in der Regel wegfallen, erwachsen Massnah-
menentscheide regelmässig nicht in materielle Rechtskraft, dementsprechend
kann gegen sie grundsätzlich keine Revision angestrengt werden (BGE 138 III
382 E. 3.2.1).
Zu berücksichtigen ist aber, dass Leistungsmassnahmen (anders als Siche-
rungsmassnahmen) mit Fällung des Endentscheides in der Hauptsache nicht
rückwirkend sondern nur für die Zukunft dahinfallen; das bis zu diesem Zeitpunkt
Geleistete muss für gewöhnlich nicht zurückerstattet werden. Im Abänderungsver-
fahren wiederum werden Leistungsmassnahmen grundsätzlich erst ab dem Zeit-
punkt der Einreichung des entsprechenden Gesuches abgeändert. Eine weiterge-
hende Rückwirkung ist nur ausnahmsweise bei Vorliegen ganz besonderer Grün-
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de und aufgrund schwerwiegender Gerechtigkeitsüberlegungen zulässig; der vor-
liegend einschlägige Art. 179 Abs. 1 ZGB zielt schwergewichtig auf die Zukunft
(BK-Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 179 N 14; vgl. auch bezüglich der vergleich-
baren Problemstellung in Bezug auf Art. 276 ZGB: FamKomm Scheidung-
Leuenberger, Bd. II, 2. A., Bern 2011, Art. 276 N 7 ff.). Die Leistungsmassnahmen
während der Zeit zwischen deren erstmaligen Festlegung und der Stellung eines
Abänderungsgesuches werden also im Normalfall weder durch den Endentscheid
in der Hauptsache noch durch ein Abänderungsverfahren berührt. Sie erweisen
sich damit als ähnlich beständig, wie Leistungspflichten, die in einem ordentlichen
Verfahren festgelegt wurden und daher in materielle Rechtskraft erwachsen konn-
ten. Es rechtfertigt sich deswegen, die Revision gegen einen Entscheid, mit dem
Leistungsmassnahmen erlassen wurden, in Bezug auf das bereits Geleistete zu-
zulassen, soweit kein anderes Rechtsmittel und kein anderer Rechtsbehelf ergrif-
fen werden kann (Balz Rust, Die Revision im Zürcher Zivilprozess, Diss. Zürich
1981, S. 54 f.; Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf
2013, Art. 328 N 8).
3.3. Da der geltend gemachte Revisionsgrund (Nichtmitteilung einer Erb-
schaft im Rahmen eines Abänderungsverfahrens) keine über den Zeitpunkt der
Stellung des Abänderungsgesuches hinaus rückwirkende Abänderung rechtferti-
gen würde, ist der Beschluss vom 16. November 2012 (Urk. 2) bezüglich des Zeit-
raumes bis zum ersten möglichen Abänderungszeitpunkt grundsätzlich als zuläs-
siges Anfechtungsobjekt zu qualifizieren.
Vorliegend muss aber beachtet werden, dass der angefochtene Beschluss
bzw. die angefochtenen Dispositivziffern mit Beschluss der Kammer vom 3. Mai
2013 per 1. Januar 2013 abgeändert und damit aufgehoben wurden (Urk. 51
S. 15 f. Dispositivziffer 1). Da das vorliegende Revisionsverfahren sich gegen den
Beschluss vom 16. November 2012 richtet und der Beschluss der Kammer vom
3. Mai 2013 nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist (vgl. auch E. II.
4.1. hiernach), kann hier nur über den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2012 be-
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funden werden. In Bezug auf diesen Zeitraum ist aber auf die Revision einzutre-
ten.
4.1. Es scheint, dass der Gesuchsteller mit seiner Eingabe vom 12. Mai
2013 das vorliegende Revisionsverfahren auf den Beschluss der Kammer vom
3. Mai 2013 im Geschäft-Nr. LC110038 ausdehnen will (Urk. 23 S. 2 oben;
Urk. 51). Zwar hält er ausdrücklich an seinem ursprünglichen Rechtsbegehren,
das sich nur gegen den Beschluss vom 16. November 2012 richtet, fest, macht
aber dabei sinngemäss geltend, die Kammer sei im betreffenden Beschluss vom
3. Mai 2013 von einem zu tiefen Vermögen der Gesuchstellerin ausgegangen. Er
habe erst im Rahmen des vorliegenden Verfahrens, aufgrund der trölerischen Edi-
tion durch die Gesuchstellerin kurz vor Fällung des betreffenden Entscheides, Un-
terlagen – konkret die Steuererklärung 2012 der Gesuchstellerin und jene ihrer
Mutter für das Jahr 2010 und 2012 – erhalten, die dies belegten. Diese habe er
unverzüglich weitergeleitet. Der Beschluss vom 3. Mai 2013 sei aber ergangen,
bevor die Unterlagen die Kammer erreicht hätten. Dementsprechend seien die
Unterlagen nicht berücksichtigt worden und es sei von erwähntem, zu tiefen Ver-
mögensstand ausgegangen worden (Urk. 23 S. 2 ff.).
4.2. Der Gesuchsteller substantiiert die Behauptung der trölerischen Edition
nicht weiter. Die als trölerisch gerügte Edition erfolgte mit der Stellungnahme der
Gesuchstellerin zum Revisionsbegehren, mithin mit ihrem ersten Vortrag im Revi-
sionsverfahren (Urk. 11 S. 25, Urk. 12 und Urk. 13/1-5). Diese Stellungnahme
wurde innert wegen grosser Arbeitslast und der Osterfeiertage einmal erstreckter
Frist erstattet. Da die Gesuchstellerin vor der Stellungnahme keine Eingaben an
das Gericht gemacht hatte, solche auch nicht gefordert oder vorgesehen sind und
die Fristerstreckung offensichtlich gerechtfertigt war, ist nicht ersichtlich, worin ein
trölerisches Verhalten zu erblicken ist.
4.3. Die Steuererklärung ist grundsätzlich bis Ende März des betreffenden
Steuerjahres einzureichen. Sollte also in einem Verfahren im Jahr 2013 eine
Steuererklärung aus vorangegangenen Jahren von Bedeutung sein, kann ohne
weiteres deren Edition verlangt werden. Wird darauf verzichtet, die Edition zu ver-
langen, stellt dies – vorliegend nicht geltend gemachte Ausnahmefälle vorbehal-
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ten – keinen Revisionsgrund dar, sondern muss als prozessuale Unsorgfältigkeit
qualifiziert werden. Wird zwar die Edition verlangt, aber vom betreffenden Gericht
nicht angeordnet, ist dies im Rahmen eines ordentlichen Rechtsmittels gegen den
betreffenden Entscheid vorzubringen. War dies wiederum nicht möglich, muss
substantiiert dargelegt werden, warum. Da der Gesuchsteller zu all diesen Vo-
raussetzungen keine Ausführungen macht und keine geeigneten Belege nennt, ist
nicht ersichtlich, warum in der Edition der Steuererklärungen 2010 und 2011 der
Mutter der Gesuchstellerin im vorliegenden Verfahren ein Revisionsgrund für den
Beschluss vom 3. Mai 2013 im Verfahren LC110038 zu erblicken ist.
4.4. Der Gesuchsteller macht zumindest sinngemäss geltend, im Beschluss
vom 3. Mai 2013 sei die Kammer von einem zu tiefen Vermögensstand der Ge-
suchstellerin ausgegangen, nämlich von Fr. 252'000.– (Urk. 23 S. 3 ff. Ziff. 1.2.
ff.). Auch im vorliegenden Verfahren begründet der Gesuchsteller in seiner Einga-
be vom 4. März 2013 sein Revisionsbegehren gleich. Er führt dabei an, dass die
Gesuchstellerin aus einer teilweisen Erbteilung einen namhaften Betrag erhalten
habe (Urk. 1 S. 5 Ziff. 5 ff.). Er wusste mithin bereits in diesem Zeitpunkt vom hö-
heren Vermögen und konnte dieses – wie nachfolgend aufgezeigt wird – auch
gehörig belegen (vgl. E. III. 4.4.2. hiernach). Er hatte demnach noch rund zwei
Monate Zeit, diesen Umstand im Geschäft-Nr. LC110038 einzubringen, bis in je-
nem Verfahren am 3. Mai 2013 der Entscheid gefällt wurde. Dazu war aber die
erst im Verlauf des vorliegenden Verfahrens erhaltene Steuererklärung 2012 der
Gesuchstellerin nicht nötig.
4.5. Da gemäss Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO die Revision nur aufgrund von
neuen und erheblichen Tatsachen und Beweismitteln, die nicht in das zu revidie-
rende Verfahren eingebracht werden konnten, zulässig ist, sind die Vorausset-
zung einer Revision des Beschlusses vom 3. Mai 2013 im Geschäft-Nr.
LC110038 auch unter diesem Blickwinkel nicht gegeben. Insgesamt ist vor die-
sem Hintergrund auf Weiterungen in Bezug auf den Beschluss vom 3. Mai 2013
zu verzichten.
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III. Rechtsmittelgründe
1.1. Aus Art. 332 und 333 Abs. 1 ZPO ergibt sich, dass das Revisionsver-
fahren mehrstufig ist. Zunächst ist über die Zulässigkeit und die Begründetheit der
Revision zu befinden (vgl. E. III. 2.1. ff. hiernach). Gegebenenfalls ist danach die
Sache selber – unter Berücksichtigung der Revisionsgründe – erneut materiell zu
prüfen (Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Bd. II, Bern 2012, N 1 ff. zu Art. 332 und Art. 333 ZPO; vgl. E. III. 3.2. ff.
hiernach).
1.2. Mit der Revision kann eine rechtskräftig abgeurteilte Sache erneut ge-
prüft werden, um einen Entscheid, der mit der materiellen Wahrheit in Wider-
spruch steht, zu korrigieren. Dabei wird die Rechtskraft aufgehoben. Die Rechts-
kraft von Entscheiden ist ein basaler Stützpfeiler des Rechtssystems, in welchem
einmal gefällte rechtskräftige Urteile zur Wahrung des Rechtsfriedens grundsätz-
lich nicht erneut in Frage gestellt werden können und in dem das Vertrauen in die
Geltung von rechtskräftigen Entscheiden einen hohen Stellenwert hat. Dieser
Umstand erheischt ein zurückhaltendes Vorgehen. In den rechtskräftigen Ent-
scheid ist nur soweit einzugreifen, als es nötig ist, den tatsächlichen Umständen
gerecht zu werden. Insbesondere wenn es Ermessensentscheide zu revidieren
gilt, ist Zurückhaltung angebracht; das Ermessen ist nicht ohne Not anders aus-
zuüben bzw. es ist stets zunächst zu prüfen, ob das Ermessen auch unter Beach-
tung der neuen Beweismittel und Tatsachen nach wie vor pflichtgemäss und
sachgerecht ist. Weil das Revisionsverfahren nicht der Widererwägung eines Er-
messentscheides dient, kann rein appellatorische Kritik im Revisionsverfahren
nicht vorgetragen werden. Schliesslich ist zu betonen, dass die Revision nicht da-
zu dient, unsorgfältige Prozessführung zu korrigieren (Sterchi, a.a.O., N 14 zu
Art. 328 ZPO).
2.1. Gemäss Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO kann eine Revision verlangt werden,
wenn eine Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende
Beweismittel findet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Dieser
Revisionsgrund besteht nur bei Vorliegen unechter Noven, denen Erheblichkeit
zukommt. Erheblichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Noven ge-
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eignet sein müssen, einen für den Revisionskläger günstigeren Entscheid herbei-
zuführen.
2.2. Der Gesuchsteller verlangt die Revision, da er über neue Beweismittel
verfüge. Im Rahmen des Berufungsverfahrens betreffend die Nebenfolgen der
Scheidung habe der Gesuchsteller von diesen Kenntnis erhalten (Urk. 1 S. 5
Ziff. 5). Es handle sich um zwei Anmeldungen beim Grundbuchamt und eine teil-
weise Erbteilung (Urk. 48/449/13) sowie um die Steuererklärung 2011 der Ge-
suchstellerin (Urk. 48/449/15). Aus diesen Beweismitteln ergäbe sich, dass die
Gesuchstellerin vor der Fällung des angefochtenen Beschlusses einen Vermö-
genszufluss von Fr. 486'666.– gehabt habe (Urk. 1 S. 10 Ziff. 1.1.5.). Diese neuen
Beweismittel seien ihm erst am 28. Februar 2013 vom Obergericht zugestellt wor-
den. Mit der Revisionsschrift vom 4. März 2013 sei die Frist von 90 Tagen ge-
mäss Art. 329 Abs. 1 ZPO gewahrt (Urk. 1 S. 5 f.). Der Gesuchsteller macht ge-
stützt auf diesen Vermögenszuwachs sinngemäss geltend, der Vermögenszu-
wachs sei erheblich, da im angefochtenen Beschluss von einer Mangelsituation
der Gesuchstellerin ausgegangen worden sei und ihr dementsprechend Unter-
haltsbeiträge zugesprochen worden seien. In Wirklichkeit liege aber gar keine
Mangelsituation vor, weshalb die Grundlage für die Zusprechung von Unterhalts-
beiträgen fehle und entsprechend keine solchen zu gewähren seien (Urk. 1
S. 7 ff.).
2.3. Die Gesuchstellerin hält dem entgegen, dass sie Ende Dezember
2011 nur Fr. 243'333.– erhalten habe (Urk. 11 S. 6 Rz 19 lit. a). Im weiteren ar-
gumentiert die Gesuchstellerin, dass sie für ihren Unterhalt und die verschiedenen
Prozesse ihr Vermögen habe anzehren müssen, da sie das dem angefochtenen
Beschluss zu Grunde gelegte hypothetische Einkommen nicht habe erwirtschaf-
ten können (Urk. 11 S. 9 ff. Rz 26 ff.). Sie bestreitet damit die Erheblichkeit. Die
Rechtzeitigkeit der Revision und die Unechtheit der Noven bestreitet die Gesuch-
stellerin nicht.
2.4.1. Unbestritten ist und mit den Akten in Einklang steht, dass der Ge-
suchsteller erst im Zeitpunkt der Zustellung der Akten am 28. Februar 2013 von
der teilweisen Erbteilung und dem Vermögenszuwachs der Gesuchstellerin er-
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fuhr. Ebenso unstreitig ist, dass der Vermögenszuwachs vor der Fällung des an-
gefochtenen Beschlusses am 16. November 2012 erfolgt war.
2.4.2. In Bezug auf die Höhe des Vermögenszuwachses ergibt sich aus den
Akten, dass die betreffende Liegenschaft des verstorbenen Vaters der Gesuch-
stellerin an der D._-Strasse ... in E._ am 23. November 2011 ins Ge-
samteigentum einer Erbengemeinschaft, bestehend aus der Gesuchstellerin, ihrer
Mutter und ihren zwei Brüdern, übergegangen war (Urk. 48/449/13 S. 1). In der
Folge wurde im Rahmen einer teilweisen Erbteilung die Liegenschaft ins Alleinei-
gentum eines Bruders der Gesuchstellerin überführt. Dabei trat die Mutter der
Gesuchstellerin ihre Ansprüche an der Liegenschaft schenkungshalber ihren Kin-
dern zu gleichen Teilen ab. Für die Liegenschaft wurde ein Übernahmewert von
Fr. 800'000.– festgelegt. Von diesem wurde eine Kapitalschuld gemäss eines
Schuldbriefes in der Höhe von Fr. 70'000.– abgezogen; der übernehmende Bru-
der übernahm die Verpflichtung aus dem Schuldbrief. Ohne diese Kapitalschuld
hatte jedes der Geschwister einen Anteil von rund Fr. 243'334.– (= Fr. 730'000.– /
3) an der Liegenschaft zu gut. Dementsprechend leistete der übernehmende Bru-
der in der Folge an seine beiden Geschwister eine Zahlung von je Fr. 243'334.–
(Urk. 48/449/13 S. 3 f.; Urk. 48/449/15 4. Blatt; Urk. 13/1). Dass eine weitere
Schenkung der Mutter der Gesuchstellerin im Betrag von Fr. 243'332.–
(Fr. 486'666.– [vom Gesuchsteller behaupteter Betrag des Vermögenszuwach-
ses] ./. 243'334.– [Zahlung des Bruders der Gesuchstellerin]) im Zusammenhang
mit der Übertragung der Liegenschaft an der D._-Strasse erfolgt wäre, lässt
sich den Akten nicht entnehmen. Auch rein rechnerisch lässt sich die Behauptung
des Gesuchstellers nicht nachvollziehen: Nachdem beide Brüder je einen An-
spruch in der Höhe von Fr. 243'334.– hatten (Urk. 48/449/13 S. 3 f.), hätte bei ei-
nem Anspruch der Gesuchstellerin von Fr. 486'666.– der Übernahmewert der
Liegenschaft Fr. 1'043'334.– (2 x Fr. 243'334.– + Fr. 486'666.– + 70'000.–
[Kapitalschuld]) und nicht Fr. 800'000.– betragen müssen. Da der Gesuchsteller
im weiteren Verfahrensverlauf diesbezüglich keine weiteren substantiierten und
belegten Behauptungen mehr aufstellte, sondern den Standpunkt einnahm, dass der genaue Betrag des Vermögenszuwachses irrelevant sei (Urk. 15 S. 5 Ziff. 5),
erscheint es im Ergebnis glaubhaft, dass die Gesuchstellerin nur einmal
14
Fr. 243'333.– aus der teilweisen Erbteilung am 29. Dezember 2011 erhalten hatte
(Urk. 13/1).
2.4.3. Soweit die Gesuchstellerin die Erheblichkeit dieses Vermögenszu-
wachses bestreitet, weil sie gezwungen gewesen sei, ihr Vermögen in dem Zu-
wachs ähnlichem Umfang anzuzehren, gilt was folgt:
a) Im angefochtenen Beschluss vom 16. November 2012 wurde ausführ-
lich begründet, wieso der Gesuchstellerin trotz ihres Alters und der
bevorstehenden Pensionierung ein hypothetisches Einkommen ange-
rechnet wurde (Urk. 2 S. 28 ff. E. 7.3.1. f.). Dieser Argumentation
setzt die Gesuchstellerin nur die Behauptung entgegen, dass es ihr
faktisch nicht gelungen sei, das angerechnete Einkommen zu errei-
chen und es gerichtsnotorisch sei, dass eine Frau in ihrem Alter prak-
tisch keine Chance mehr habe, Arbeit zu finden und ein Einkommen
von Fr. 1'800.– p.M. zu erwirtschaften (Urk. 11 S. 42 Rz 42 und S. 18
Rz 59 ff.). Eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Argumenta-
tion der Kammer wurde nicht vorgenommen. Die Gesuchstellerin
vermag daher die Argumentation der Kammer in ihrem Beschluss
vom 16. November 2012 nicht zu erschüttern. Dementsprechend darf
die Vermögensabnahme aufgrund des nicht erzielten hypothetischen
Einkommens nicht berücksichtigt werden.
b) Soweit die Anwaltskosten des Scheidungsverfahrens als vermö-
gensmindernd genannt werden, ist darauf hinzuweisen, dass diese
Gegenstand des parallelen Berufungsverfahrens sind, wo sie im
Rahmen der Kosten und Entschädigungsfolgen zu regeln sein wer-
den. Dementsprechend sind sie im Massnahmeverfahren nicht vom
Vermögen der Parteien in Abzug zu bringen (vgl. Urk. 11 S. 8 f. Rz
21).
c) Im angefochtenen Beschluss wurden die Kosten für den Betrieb eines
Autos im Umfang von Fr. 200.– berücksichtigt. Dies wurde damit be-
gründet, dass ein Auto zum gelebten Standard während der Ehe ge-
15
hörte und dem Gesuchsteller die gleichen Kosten für die Mobilität zu-
gestanden wurden. Die relativ geringe Höhe des Betrages wurde un-
ter Berücksichtigung des Rückgangs des Einkommens der Parteien
festgelegt (Urk. 2 S. 26 E. 7.2.6.). Da die Gesuchstellerin keine kon-
kreten und substantiierten Behauptungen zur Notwendigkeit und zu
den Kosten für die Neuanschaffung eines Autos aufstellt, ist kein
Grund ersichtlich, andere – insbesondere höhere – Mobilitätskosten
als im angefochtenen Beschluss zu berücksichtigen (Urk. 11 S. 8
Rz 21). Weder die (Kapital-)Kosten für die Neuanschaffung eines Au-
tos noch die entsprechende Vermögensminderung können daher vor-
liegend berücksichtigt werden.
d) Im Ergebnis kann der behauptete Vermögensverzehr der Gesuchstel-
lerin nicht berücksichtigt werden. Es ist somit von einem ungeschmä-
lerten Vermögenszuwachs in der Höhe von Fr. 243'333.– per Ende
Dezember 2011 auszugehen (Urk. 11 S. 7 lit. e und Urk. 13/1).
Da bei der Bemessung der Unterhaltsbeiträge im angefochtenen Beschluss
das Vermögen der Parteien ein massgebliches Element war (Urk. 2 S. 42 ff.
E. 8.5.1. ff.) und nun davon ausgegangen werden muss, dass sich das Vermögen
der Gesuchstellerin per Ende Dezember 2011 nahezu verdoppelt hat, muss die-
ser Vermögenszuwachs im Ergebnis als erheblich im unter E. III. 2.1. hiervor dar-
gelegten Sinn qualifiziert werden.
2.5. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass die Revision zuläs-
sig und begründet ist. Es ist daher nachfolgend zu prüfen, ob der angefochtene
Entscheid vor diesem Hintergrund abzuändern ist.
16
3.1. Dem angefochtenen Beschluss vom 16. November 2012 lagen fol-
gende finanzielle Verhältnisse zugrunde (Urk. 2 S. 24 ff. E. 7.2.1. ff.).
Bedarf Gesuchstellerin
Grundbetrag 1'200.00 Miete (inkl. Nebenkosten) 1'810.00 Garage 150.00 Elektrisch 70.00 Krankenkasse 410.00 Hausratversicherung 46.00 Telefon (Festnetz und Handy) 200.00 Billag 38.00 Autobetriebskosten 200.00 Steuern 709.00
Total 4'833.00
Einkommen Gesuchstellerin
Einkommen (teilhypothetisch) 1'800.00 Vermögensertrag (gerundet) 200.00
Total 2'000.00
Vermögen
Gesuchsteller (geschätzt) 2'450'000.00 Gesuchstellerin 252'000.00
Unterhaltsbeitrag p.M.
2'380.00
Vermögensverzehr p.A.
Gesuchsteller ≈ 1.05 % ≈ 25'800.00 Gesuchstellerin ≈ 2.20 % ≈ 5'436.00
3.2. Es gilt nun zu prüfen, ob der Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'380.– pro
Monat auch unter Berücksichtigung des Vermögenszuwachses bei der Gesuch-
stellerin angemessen ist. Zwar ist im Rahmen eines Revisionsverfahrens zu beur-
teilen, ob der betreffende Entscheid auch unter Berücksichtigung der nachträglich
bekannt gewordenen Umstände im damaligen Zeitpunkt, unter den dazumal herr-
17
schenden Rahmenbedingungen gleich zu fällen gewesen wäre, es ist dabei aber
gemäss Art. 405 Abs. 2 ZPO das neue formelle Recht anzuwenden (Willisegger,
in: Spühler/Tenchio/Infanger (Hrsg.), Schweizerische Zivilprozessordnung, Basel
2013, Art. 405 N 26). Dennoch kann in Bezug auf die Rechtsgrundlagen und die
Vorgehensweise zunächst auf die Ausführungen im angefochtenen Beschluss
verwiesen werden, da diese für die vorliegend zu behandelnde Problematik auch
unter Geltung der eidgenössischen ZPO grundsätzlich zutreffend sind (Urk. 2 S. 5
ff.). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass unter Herrschaft der eidgenössischen
ZPO die soziale Untersuchungsmaxime im summarischen Massnahmeverfahren
umfassend gilt, also auch wenn – wie vorliegend – nur der Dispositionsmaxime
unterstehende Punkte umstritten sind. Dabei ist jedoch nur von einer einge-
schränkten Untersuchungsmaxime auszugehen, der Sachverhalt ist nicht im Sin-
ne von Art. 296 Abs. 1 ZPO zu "erforschen" (Sutter-Somm/Vontobel, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 272 N 12 ff.). Es ist daher auch unter
Geltung der eidgenössischen ZPO primär Aufgabe der Parteien, die tatsächlichen
Grundlagen substantiiert und belegt in den Prozess einzubringen.
3.3. Die Bedarfspositionen Grundbetrag, Elektrisch, Krankenkasse, Haus-
ratversicherung, Telefon, Billag und Autobetriebskosten wurden von keiner Partei
im vorliegenden Verfahren konkret thematisiert. Die Problematik der Kosten für
die Anschaffung eines neuen Autos, die im Zusammenhang mit den Autobe-
triebskosten stehen, wurde unter E. III. 2.4.3. lit. c hiervor bereits behandelt. Da
auch aus den Akten keine Gründe hervorgehen, aufgrund derer diese Positionen
erneut zu prüfen wären, können sie aus dem angefochtenen Beschluss unverän-
dert übernommen werden.
3.4.1. Der Gesuchsteller behauptet, der Gesuchstellerin würden zu hohe
Kosten für das Wohnen angerechnet. Aus der neu eingereichten Steuererklärung
der verstorbenen Mutter der Gesuchstellerin gehe hervor, dass diese keine Miet-
zinseinnahmen versteuert habe. Der bei den Akten liegende Mietvertrag müsse
daher als simuliert qualifiziert werden und es sei davon auszugehen, dass die
Gesuchstellerin ihre Wohnung im Rahmen einer unentgeltlichen Gebrauchsleihe
18
erhalten habe. Ihr seien daher nur die tatsächlichen Kosten in der Höhe von
Fr. 285.35 p.M. für das Wohnen anzurechnen (Urk. 1 S. 12 f. Ziff. 1.3.).
3.4.2. Die Gesuchstellerin verwies auf die Argumentation im angefochtenen
Entscheid, wo festgehalten worden sei, dass ihr aus Gründen der Gleichberechti-
gung der Ehegatten in Anbetracht der Wohnkosten des Gesuchstellers ein Miet-
zins von Fr. 1'810.– für die Wohnung anzurechnen sei, ausserdem präsentierte
sie ihre tatsächlichen Wohnkosten und belegte diese (Urk. 11 S. 15 f. Ziff. 47 ff.).
3.4.3. Im angefochtenen Beschluss stützte sich die Kammer nicht zur
Hauptsache auf das Argument der Gleichberechtigung der Ehegatten. Argumen-
tativer Ausgangspunkt war vielmehr, dass nicht davon auszugehen sei, die Mutter
der Gesuchstellerin werde ihre Tochter aus der Wohnung weisen, wenn diese den
Mietzins nicht bezahlen könne. Umstände, die eine Verwandtenunterstützungs-
pflicht im Umfang des Mietzinses der Mutter gegenüber ihrer Tochter, der Ge-
suchstellerin, zu begründen vermöchten, seien nicht ersichtlich. Da dem Gesuch-
steller Kosten für das Wohnen in ähnlicher Höhe wie von der Gesuchstellerin gel-
tend gemacht zugestanden würden, rechtfertige es sich auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Gleichberechtigung der Ehegatten, der Gesuchstellerin die gel-
tend gemachten Kosten von Fr. 1'960.– für das Wohnen (inkl. Garage) anzurech-
nen (Urk. 2 S. 24 f. E. 7.2.3.).
Ergänzend und verdeutlichend ist anzufügen, dass es nicht zulässig ist,
durch die Nichtberücksichtigung einer marktüblichen Miete die Unterstützungs-
pflicht des Gesuchstellers gleichsam auf die Mutter (oder andere nahe Verwand-
te) der Gesuchstellerin zu verlagern. Dabei muss insbesondere berücksichtigt
werden, dass vorliegend die Miete während langer Zeit und damit ein namhafter
Betrag im Streit steht; es geht nicht um die Gewährung von Logis für eine kurze
Überbrückungszeit in einer eskalierten Krisensituation. Schliesslich erschiene
eine solche Verlagerung auch im Hinblick auf die erbrechtliche Gleichbehandlung
der Geschwister nicht unproblematisch. Daran ändert nichts, dass der Gesuch-
steller nun vorbringt, die unentgeltliche Benützung der Wohnung sei auch von An-
fang an mit den Geschwistern abgesprochen gewesen, wird doch diese Behaup-
19
tung in einem sehr späten Verfahrensstadium zum ersten Mal aufgestellt, gering
substantiiert und nicht durch Belege untermauert (Urk. 23 S. 16 f. Ziff. 136).
3.4.4. Die betreffende Argumentation ist nach wie vor grundsätzlich zutref-
fend. Da aber die Gesuchstellerin zugestanden hat, dass ihre Mutter am
tt.mm.2012 verstorben ist (Urk. 49 S. 28 Rz 95), sie Miterbin bzw. Miteigentümerin
der von ihr bewohnten Wohnung geworden ist und sie für deren Benützung in Ab-
sprache mit den Miterben und im Hinblick auf die Übernahme der Wohnung in ihr
Alleineigentum offenbar bereits ab 1. Januar 2012 nur noch für die Hypothekar-
zinsen (Fr. 3'735.50 p.A.), Nebenkosten (Fr. 3'410.– p.A.) und den Erneuerungs-
fonds (Fr. 540.– p.A.) aufzukommen hat (Urk. 11 S. 15 Rz 49 ff. m.w.H.), er-
scheint die Sachlage in einem neuen Licht. An der bisherigen Argumentation kann
daher nicht mehr festgehalten werden. Die von der Gesuchstellerin geltend ge-
machten Kosten sind belegt und erscheinen überdies realistisch (Urk. 48/7-9).
Soweit der Gesuchsteller die Belege als "irgendwelche Zettel" bezeichnet (Urk. 30
S. 6 Ziff. 6), muss diese Kritik zunächst als nicht substantiiert qualifiziert und so-
dann entgegnet werden, dass sowohl Bankbelege als auch unterschriebene
Rechnungen und Briefe einer Immobilienverwaltung durchaus geeignete Belege
sind. Das Vorbringen, die Einzahlungen in den Erneuerungsfond seien vermö-
gensbildend (Urk. 30 S. 6 Ziff. 6), ist nicht zutreffend, da dieser der Erneuerung
und Instandhaltung der gemeinschaftlichen Teile der Stockwerkeigentümerge-
meinschaft dient, mithin der Vermögenserhaltung und nicht der Vermögensbil-
dung, was überdies auch durch die geringe Höhe des Betrages von Fr. 45.– p.M.
angezeigt wird. Für das Jahr 2012 sind der Gesuchstellerin somit fixe Kosten von
Fr. 7'685.50 bzw. gerundet Fr. 640.– pro Monat entstanden (vgl. dazu auch Urk.
49 S. 23 Rz 77 f.). Daran ändert auch eine eventuell abweichende steuerliche
Deklarierung der Wohnkosten durch die verstorbene Mutter der Gesuchstellerin
nichts (Urk. 30 S. 6 Ziff. 6), muss doch vorliegend nicht die finanzielle Situation
der Mutter der Gesuchstellerin untersucht werden. Wohneigentum verursacht
stets Kosten für Unterhalt sowie kleine Reparaturen und Erneuerungen. Bei einer
Mietwohnung müssen diese Kosten vom Vermieter übernommen werden. Da nun
aber die Gesuchstellerin Miteigentümerin der Wohnung ist, muss sie diese Kosten
selber tragen. Im angefochtenen Beschluss wurden in diesem Sinne bei der Be-
20
rechnung der Wohnnebenkosten des Gesuchstellers Reparaturkosten von
Fr. 210.85 p.M. und Fr. 55.– p.M. für die Mitgliedschaft im Hauseigentümerver-
band eingerechnet (Urk. 2 S. 16 lit. c). Gemäss dem Grundsatz der Gleichberech-
tigung der Ehegatten und unter Berücksichtigung, dass die betreffenden Kosten
für das Einfamilienhaus des Gesuchstellers höher sein dürften als für die Woh-
nung der Gesuchstellerin, rechtfertigt es sich, der Gesuchstellerin den Betrag von
Fr. 200.– pro Monat anzurechnen. Dieser Betrag deckt sich auch mit den Erfah-
rungen der Kammer aus vergleichbaren Prozessen. Im Ergebnis ist der Gesuch-
stellerin daher für das Wohnen und den Parkplatz ab 1. Januar 2012 insgesamt
der Betrag von Fr. 840.– anzurechnen.
3.4.5. Die durch den Tod der Mutter veränderten Eigentumsverhältnisse an
der durch die Gesuchstellerin bewohnten Wohnung zeitigen erst ab dem 1. Janu-
ar 2012 Auswirkungen (vgl. Urk. 11 S. 15 f. Rz. 49 ff. und Urk. 13/1). Soweit der
Gesuchsteller argumentiert, die Mietkosten seien der Gesuchstellerin auch vor
diesem Zeitpunkt zu Unrecht angerechnet worden, fehlt dieser Argumentation die
Basis. Die an verschiedenen Stellen angeführte Argumentationsweise, die Ge-
suchstellerin habe sich in Bezug auf die Zeit vor dem 1. Januar 2012 aufgrund der
ungerechtfertigten Berücksichtigung von zu hohen Mietkosten in ihrem Bedarf be-
reichern können (z. B. Urk. 23 S. 18 ff.), weshalb ihr nun kein Unterhaltsanspruch
mehr zustehe, verfängt damit nicht. Nur der Vollständigkeit halber ist an dieser
Stelle anzufügen, dass in vorliegendem Verfahren die Fragen nach Vermögen der
Gesuchstellerin, welches sie aufgrund eingesparter Kosten für Pferde und ehe-
mals geleaste Fahrzeuge habe bilden können, unter keinem Titel neu beurteilt
werden können.
3.5.1. Der Gesuchsteller macht geltend, es müssten der Gesuchstellerin
nicht Fr. 709.– p.M. für die Steuern angerechnet werden, sondern nur Fr. 150.–.
Zur Berechnung dieser Steuerlast, stützt er sich auf die Steuererklärung der Ge-
suchstellerin (Urk. 1 S. 11 f. Ziff. 1.2.1 ff.).
3.5.2. Dem hält die Gesuchstellerin entgegen, dass ihr ein hypothetisches
Einkommen angerechnet werde. Konsequenterweise müsse daher auch die
Steuerlast basierend auf dem hypothetischen Einkommen berechnet werden. Es
21
sei daher von der im angefochtenen Beschluss veranschlagten Steuerlast auszu-
gehen.
3.5.3. Im summarischen Verfahren kann die Steuerbelastung nur über-
schlagen werden, da diese von vielen sich laufend ändernden und sich zum Teil
gegenseitig beeinflussenden Umständen abhängig ist (Abzüge, Wohnort, Höhe
und Erhältlichkeit der Unterhaltsbeiträge, Höhe des Einkommens, Änderung des
Steuersatzes, Steuerprogression etc.). Fest steht vorliegend, dass aufgrund der
verfügbaren Mittel – insbesondere aufgrund des grossen Vermögens beider Par-
teien – nicht auf die Berücksichtigung der Steuern verzichtet werden kann, son-
dern die Steuerlast einen nicht zu vernachlässigenden Budgetposten ausmacht.
Bei der Berechnung der Steuerlast ist – wenn solche vorliegen – auf belegte
Zahlen abzustellen. Dabei muss aber die Unterhaltsberechnung als Ganzes im
Auge behalten werden. Es wäre stossend, ein hypothetisches Einkommen anzu-
rechnen aber nur die tatsächliche (und ausgewiesene) Steuerlast zu berücksichti-
gen. Im vorliegenden Fall kann daher nicht auf die tatsächlich geleisteten Steuer-
zahlungen abgestellt werden, sondern die Steuerlast ist unter Berücksichtigung
des hypothetischen Einkommens – und der im Revisionsverfahren neu zu be-
rücksichtigenden Umstände – zu schätzen.
Im Steuerrecht gelten grundsätzlich sämtliche in Geld bewertbaren Vorteile,
die einem Individuum während einer Steuerperiode zukommen, als Einkommen
(Reich M., Steuerrecht, 2. A. Zürich 2012, S. 208 f. m.w.H.). Vorliegend wurde der
gebührende Bedarf der Gesuchstellerin berechnet und es wird davon ausgegan-
gen, dass kein Überschuss besteht (vgl. E. III. 3.8.4. hiernach). Der Gesuchstelle-
rin müssen demnach so viele Mittel zufliessen, dass sie mit diesen ihren Bedarf
decken kann. Dementsprechend rechtfertigt es sich im Rahmen des summari-
schen Massnahmeverfahrens zur Schätzung der Steuerlast von einem dem Be-
darf entsprechenden Einkommen in der Grössenordnung von rund Fr. 3'400.–
p.M. auszugehen (vgl. E. III. 3.8.1. hiernach). Allfälligen Abzugsmöglichkeiten ist
vereinfachend durch einen pauschalen Abzug von 10 % zu begegnen. Sodann ist
zu berücksichtigen, dass der Gesuchstellerin grundsätzlich der Eigenmietwert an-
gerechnet wird. Dieser beträgt rund Fr. 15'000.– (Urk. 56). Unter Berücksichtigung
22
der verschiedenen Abzugsmöglichkeiten (Hypothekarzinsen, Unterhalt, Abgaben
etc.) ist dem steuerbaren Einkommen der Gesuchstellerin ermessensweise
Fr. 10'000.– hinzuzurechnen. Abzüglich der erwähnten pauschalen 10 %, resul-
tiert ein steuerbares Einkommen in der Grössenordnung von rund Fr. 45'000.–
( ≈ 0.9 x [12 x Fr. 3'400.– + Fr. 10'000.–]). Gemäss Steuerrechner des Kantons
Zürich (abzurufen unter: www.steueramt.zh.ch) resultiert daraus unter Berücksich-
tigung eines Vermögens von rund Fr. 500'000.– für das Jahr 2012 eine Steuerlast
von rund Fr. 380.– p.M. Es darf dabei in keinem Zeitpunkt vergessen werden, dass es sich nicht um eine mathematisch exakte Berechnung der Steuern han-
delt, sondern um eine relativ grobe Schätzung, die es den Betroffenen ermögli-
chen soll, genügend Geld auf die Seite zu legen, um ihren Steuerverpflichtungen
pünktlich nachkommen zu können.
3.6.1. Bezüglich des Einkommens und der Einnahmen der Gesuchstellerin
kann zunächst auf die E. III. 2.4.3. lit. a hiervor und die dortigen Hinweise verwie-
sen werden; der Gesuchstellerin ist ein teilhypothetisches Einkommen aus Er-
werbstätigkeit in der Höhe von Fr. 1'800.– anzurechnen.
3.6.2. Aufgrund der Verdoppelung des Vermögens (Vermögenszufluss von
Fr. 243'333.–; E. III. 2.4.2. hiervor) der Gesuchstellerin ist nicht mehr von einem
Vermögensertrag in der Höhe von Fr. 200.– (vgl. Urk. 2 S. 36 unten) auszugehen,
sondern in der Höhe von Fr. 400.–.
3.6.3. Die Mutter der Gesuchstellerin ist am tt.mm.2012 verstorben (Urk. 49
S. 28 Rz 95). Soweit ersichtlich geht ihr Nachlass an die Gesuchstellerin und de-
ren zwei Brüder. Die Erben erwerben die Erbschaft gemäss Art. 560 Abs. 1 ZGB
als Ganzes mit dem Tod der Erblasserin. Bei der Gesuchstellerin ist es daher am
tt.mm.2012 zu einem weiteren Vermögenszuwachs gekommen. Dabei ist aber
noch nicht klar, wie gross dieser Vermögenszuwachs ist und ab wann das Ver-
mögen verfügbar ist. Substantiierte und belegte Behauptungen werden vom Ge-
suchsteller diesbezüglich nicht aufgestellt, er argumentiert lediglich mit der allge-
meinen Wertsteigerung von Immobilien (Urk. 15 S. 5 oben und Urk. 23 S. 7 Ziff.
1.2.6.). Unwidersprochen blieb sodann, dass im vorliegend relevanten Zeitraum
keine Teilung der Erbschaft stattfand (Urk. 11 S. 15 Rz 48). Die Gesuchstellerin
23
kann somit noch nicht über ihren Anteil an der Erbschaft verfügen. Sie kann zwar
bereits Nutzen aus der Erbschaft ziehen, indem Sie ihre Wohnung zum Selbst-
kostenpreis bewohnen kann und an ihre Miterben keine Miete bezahlen muss,
darüber hinausgehender Nutzen bzw. Ertrag wurde weder behauptet, noch ist
solcher ersichtlich. Da der Nutzen aus der Wohnung bereits berücksichtigt wurde
(vgl. E. III 3.4.4. hiervor), hat diese Erbschaft im Rahmen des Massnahmeverfah-
rens keinen weiteren Einfluss auf die Unterhaltsberechnung der Gesuchstellerin.
3.7.1. Der Gesuchsteller bringt weiter vor, er habe für seinen Unterhalt und
die Unterhaltszahlungen an die Gesuchstellerin seit dem Jahr 2007 rund
Fr. 700'000.– aus seinem Vermögen entnehmen müssen, hauptsächlich, da ihm
für seine eigene Bedarfsdeckung ein Einkommen von Fr. 11'000.– p.M. berechnet
worden sei. Daher sei nun von einem tieferen Vermögensstand auszugehen (Urk.
23 S. 8 ff. Rz 1.2.7. ff.).
3.7.2. Im angefochtenen Entscheid wurde ausführlich dargelegt, welches
Einkommen der Unterhaltsberechnung des Gesuchstellers zugrunde gelegt wor-
den war: Ihm wurde aus seinem ausbezahlten Vorsorgekapital eine Rente von
6,8 % in der Höhe von Fr. 3'487.20 p.M. und die AHV von Fr. 2'280.– p.M., insge-
samt Fr. 5'767.– p.M. angerechnet (Urk. 2 S. 22 f. E. 4.3. ff.). Bezüglich des der
Unterhaltsberechnung im angefochtenen Entscheid zugrunde gelegten Einkom-
mens erweist sich das Vorbringen des Gesuchsteller somit als aktenwidrig und
geht daher ins Leere. Es kann damit offen gelassen werden, ob diese Kritik im
vorliegenden Verfahren überhaupt angebracht werden kann; hinzuweisen ist aber
darauf, dass der vom Gesuchsgegner zurecht angeführte Revisionsgrund des
Vermögenszuwachses bei der Gesuchstellerin keinerlei Auswirkungen auf die
Einkommensberechnung des Gesuchstellers hat und ein allfälliger Fehler bei die-
ser Berechnung wohl grundsätzlich mit einem ordentlichen Rechtsmittel gegen
den angefochtenen Entscheid zu rügen gewesen wäre.
24
3.8.1. Im Ergebnis präsentieren sich die vorliegend relevanten Bedarfs- und
Einkommenszahlen folgendermassen:
Bedarf Gesuchstellerin
Grundbetrag 1'200.00 Wohnkosten (inkl. Garage) 840.00 Elektrisch 70.00 Krankenkasse 410.00 Hausratversicherung 46.00 Telefon (Festnetz und Handy) 200.00 Billag 38.00 Autobetriebskosten 200.00 Steuern 380.00
Total 3'384.00
Einkommen Gesuchstellerin
Einkommen (teilhypothetisch) 1'800.00 Vermögensertrag (abgerundet) 400.00
Total 2'200.00
Vermögen
Gesuchsteller (geschätzt) 2'450'000.00 Gesuchstellerin (gerundet) 495'000.00
Unterhaltsbeitrag p.M.
≈ 1'000.00
Vermögensverzehr p.A.
Gesuchsteller kleiner als 0.5 % ≈ 9'180.00 Gesuchstellerin kleiner als 0.5 % ≈ 2'280.00
3.8.2. Der Gesuchstellerin sind bei einem Bedarf von Fr. 3'384.– Einnahmen
von Fr. 2'200.– anzurechnen. Ihr fehlen daher Fr. 1'184.–; dieser Betrag muss aus
Unterhaltszahlungen und Vermögensverzehr gedeckt werden. Da der Gesuchstel-
ler einen Überschuss von rund Fr. 230.– aufweist (Urk. 2 S. 14 E. 3.1.), der primär
zur Deckung des Bedarfs der Gesuchstellerin heranzuziehen ist, muss der Betrag
von Fr. 954.– dem Vermögen der Parteien entnommen werden.
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Im angefochtenen Entscheid gingen rund 4/5 des aus den Vermögen zu de-
ckenden Betrages zulasten des Vermögens des Gesuchstellers, der Gesuchstel-
lerin wurde zugemutet rund 1/5 des Betrages ihrem Vermögen zu entnehmen
(Urk. 2 S. 44 E. 8.5.2.). Dieses Verhältnis ist beizubehalten. Damit ist der nicht
durch Einkommen gedeckte Fehlbetrag der Gesuchstellerin wie bisher zu 4/5
bzw. im Umfang von gerundet Fr. 765.– aus dem Vermögen des Gesuchstellers
und zu 1/5 bzw. im Umfang von gerundet Fr. 190.– aus dem Vermögen der Ge-
suchstellerin zu entnehmen. Dies führt bei beiden Parteien zu einem Vermögens-
verbrauch von weniger als 0.5 % p.A. In diesem Umfang ist den Parteien eine An-
zehrung des Vermögens für die restliche Dauer des Verfahrens nach wie vor zu-
mutbar.
3.8.3. Die im angefochtenen Urteil festgelegte Unterhaltverpflichtung von
Fr. 2'380.– bewirkt nach dem Vermögenszuwachs und der Senkung der Kosten
für das Wohnen bei der Gesuchstellerin, dass sie bei einem Bedarf von
Fr. 3'384.– über Mittel in der Höhe von Fr. 4'580.– (Fr. 2'380.– [Unterhaltsbeiträ-
ge] + Fr. 2'200.– [Vermögensertrag + teilhyp. Erwerbseinkommen]) verfügt, mithin
ein Überschuss von Fr. 1'196.– zur Verfügung steht. Da der Gesuchsteller einen
Teil des Unterhaltsbeitrages aus seinem Vermögen entnehmen muss und bei ihm
kein Überschuss mehr besteht, ist diese Unterhaltsverpflichtung nicht angemes-
sen.
3.8.4. Wird der Gesuchsteller hingegen verpflichtet, der Gesuchstellerin ei-
nen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von gerundet Fr. 1'000.– p.M. zu bezahlen,
muss er sein Vermögen im Umfang von weniger als 0.5 % p.A. angreifen, wäh-
rend die Gesuchstellerin ihrem Vermögen Fr. 190.– p.M. entnehmen muss, was
ebenfalls zu einem jährlichen Vermögensverzehr von weniger als 0.5 % führt; ein
Überschuss besteht bei beiden Parteien nicht. Diese Lösung erscheint unter Be-
rücksichtigung aller Umstände als angemessen.
3.9 Im Ergebnis ist das Revisionsbegehren gutzuheissen, der Beschluss
der Kammer vom 16. November 2012 aufzuheben und die Unterhaltsverpflichtung
des Gesuchstellers in teilweiser Gutheissung des Rekurses und in Abänderung
von Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren
26
am Bezirksgericht Uster vom 9. Juni 2008 für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis
31. Dezember 2012 auf Fr. 1'000.– pro Monat zu senken. Im Übrigen sind Rekurs
und Anschlussrekurs abzuweisen.
4.1. Der Gesuchsteller verlangt mit Rechtsbegehren Ziffer 5 die zu viel be-
zahlten Unterhaltsbeiträge nebst Zins und verschiedener Kosten zurück (Urk. 1 S.
3 f.).
4.2. Der neue Entscheid der Revisionsinstanz beschränkt sich auf den ur-
sprünglichen Streitgegenstand. Ein (neues) Begehren auf Rückleistung kann im
Revisionsverfahren nicht erhoben werden. Der Gesuchsteller ist daher auf ein ge-
sondertes Verfahren zu verweisen, und auf das betreffende Begehren ist nicht
einzutreten (Sterchi, a.a.O., N 15 ff. zu Art. 332 und Art. 333 ZPO).
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
A.) Im angefochtenen Beschluss
1. Im dem angefochtenen Beschluss vorangehenden Verfahren hatte
der Gesuchsteller die Aufhebung seiner Unterhaltsverpflichtung von bis anhin
Fr. 2'380.– p.M. ab 1. Juli 2010 verlangt, während die Gesuchstellerin mit ihrem
Anschlussrekurs eine Erhöhung der Unterhaltsverpflichtung um Fr. 2'620.– auf
Fr. 5'000.– p.M. ab 1. Dezember 2010 verlangt hatte (Urk. 2 S. 4 und S. 45
Ziff. 3). Nachdem nun feststeht, dass die im angefochtenen Beschluss festzule-
genden Massnahmen bis zum 31. Dezember 2012 galten (vgl. E.II. 3.3. hiervor
und Urk. 51 S. 15 f. Dispositivziffer 1), ist bei der Bemessung des Obsiegens und
Unterliegens auf diesen Zeitraum abzustellen. Gemäss dem im angefochtenen
Beschluss zu beurteilenden Entscheid der Vorinstanz hätte der Gesuchsteller
vom 1. Juli 2010 bis zum 31. Dezember 2012 Unterhaltsbeiträge von insgesamt
Fr. 71'400.– (= 30 x 2'380.–) bezahlen müssen. Da der Gesuchsteller die Aufhe-
bung seiner Unterhaltsverpflichtung beantragte, verlangte er damit rekursweise
eine Senkung von Fr. 71'400.– (Urk. 2 S. 4 E. 5.1.). Die Gesuchstellerin verlangte
mit ihrem Anschlussrekurs für die Zeit vom 1. Juli 2010 bis zum 30. November
2010 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'380.–, also Fr. 11'900.– (= 5 x
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2'380.–). Danach vom 1. Dezember 2010 bis zum 31. Dezember 2012 verlangte
sie einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 5'000.– also Fr. 125'000.– (= 25 x
5'000.– [Urk. 2 S. 4 E. 5.2.]). Insgesamt forderte sie damit Fr. 136'900.–
(= 125'000.– + 11'900.–), mithin eine Erhöhung der Unterhaltsbeiträge um
Fr. 65'500.– (= 136'900.– ./. 71'400.–). Im Ergebnis wird der Gesuchsteller ver-
pflichtet vom 1. Juli 2010 bis zum 31. Dezember 2011 pro Monat Fr. 2'380.– zu
bezahlen, also Fr. 42'840.– (= 18 x 2'380.–). Danach beträgt der Unterhaltsbeitrag
vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 monatlich Fr. 1'000.–, also total
Fr. 12'000.– (= 12 x 1'000.–). Insgesamt wurde dem Gesuchsteller eine Unter-
haltsverpflichtung von Fr. 54'840.– (= Fr. 42'840.– + Fr. 12'000.–) auferlegt. Der
Gesuchsteller obsiegt mit seinem Rekurs somit zu rund 23.2 % bzw. gerundet zu
1/4. Die Gesuchstellerin unterliegt mit ihrem Anschlussrekurs vollumfänglich. Da
beide Parteien mit ihren Rechtsmittel eine Steigerung bzw. Senkung in ähnlicher
Grössenordnung verlangten, rechtfertigt es sich im Hinblick auf die Kostenvertei-
lung, beide Rechtsmittel gleich zu gewichten. Insgesamt sind daher dem Ausgang
des Verfahrens entsprechend die Kosten zu 3/8 dem Gesuchsteller und zu 5/8
der Gesuchstellerin aufzuerlegen.
2.1. Die Höhe der im angefochtenen Beschluss festgelegten Gerichtsge-
bühr blieb unbestritten. Gründe von dieser abzuweichen sind nicht ersichtlich. Die
Gerichtsgebühr ist daher bei Fr. 6'000.– zu belassen.
2.2. Die Gerichtsgebühr wurde von den Parteien bereits bezahlt. Dem an-
gefochtenen Beschluss entsprechend leisteten die Parteien je Fr. 3'000.– an die
Gerichtskasse (Urk. 55). Davon ist Vormerk zunehmen, und die Gesuchstellerin
ist zu verpflichten, dem Gesuchsteller die bereits bezahlte Gerichtsgebühr im Um-
fang von 1/8 entsprechend Fr. 750.– zu ersetzen.
3. Die Parteientschädigung ist in Anwendung von § 2 lit. c - d, § 5 Abs. 1
i.V.m. § 6 Abs. 1 und § 9 sowie § 11 Abs. 1 - 3 sowie § 13 Abs. 1 und 2 der Ver-
ordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV; LS
215.3) zu bemessen. Unter Berücksichtigung der umfangreichen Eingaben, der
Komplexität des Verfahrens, dem beachtlichen Aktenumfang und den damit ver-
bundenen zahlreichen Fragestellungen und Streitpunkten, scheint die beantragte
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volle Entschädigung von Fr. 7'000.– zuzüglich Mehrwertsteuer als angemessen
(Urk. 1 S. 3), zumal deren Höhe auch von der Gesuchstellerin nicht bestritten
wurde. Ausgangsgemäss ist daher die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Ge-
suchsteller eine auf 1/4 reduzierte Prozessentschädigung in der Höhe von
Fr. 1'750.– zuzüglich der Mehrwertsteuer zu bezahlen. Da die Rekursschrift, die
Rekursantwort und die Anschlussrekursschrift noch im Jahr 2010 erstattet wurden
als noch ein Mehrwertsteuersatz von 7,6 % galt, im Jahr 2011 bei einem Mehr-
wertsteuersatz von 8 % dann zur Rekursantwort Stellung genommen, der An-
schlussrekurs beantwortet und seitens der Gesuchstellerin eine weitere Recht-
schrift erstattet werden musste (Urk. 2 S. 3 f.), rechtfertigt es sich, auf der Hälfte
der Parteientschädigung 7.6 % MwSt. in der Höhe von Fr. 66.50 und auf der an-
deren Hälfte 8 % MwSt. in der Höhe von Fr. 70.– zu berechnen (vgl. die Ergän-
zung vom 17. September 2010 zum Kreisschreiben der Verwaltungskommission
des Obergerichts über die Mehrwertsteuer vom 17. Mai 2006). Insgesamt beträgt
die reduzierte Parteientschädigung damit Fr. 1'886.50.
B.) Im Revisionsverfahren
4. Für den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum (vom 1. November
2011 bis zum 31. Dezember 2012 [E. II. 3.3. hiervor und Urk. 1 S. 2 Ziff. 1]) ver-
langt der Gesuchsteller eine Aufhebung seiner Unterhaltspflicht, was einem Be-
trag von Fr. 33'320.– (= 14 x 2'380.–) entspricht, während die Gesuchstellerin die
Abweisung der Revision verlangt (Urk. 11 S. 3). Im Ergebnis wird die Unterhalts-
pflicht des Gesuchstellers nicht aufgehoben, aber auf den Gesamtbetrag von
Fr. 16'760.– (= 12 x 1'000.– [ganzes 2012] + 2 x 2'380.– [Nov./Dez. 2011]), mithin
um Fr. 16'560.– (= 33'320.– ./. 16'760.– ) gesenkt. Weiter verlangt der Gesuch-
steller die Rückerstattung von Unterhaltsbeiträgen im Umfang von Fr. 37'312.30
(S. 3 hiervor). Auf das entsprechende Begehren kann nicht eingetreten werden
(vgl. E. III. 4.2. hiervor). Insgesamt – zur Beurteilung der Kostenverlegung – kann
gesagt werden, dass der Gesuchsteller einen Betrag von Fr. 70'632.30 verlangt
und Fr. 16'560.– erhält. Er obsiegt somit zu rund 23.4 % bzw. gerundet zu 1/4.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten daher zu 3/4 dem
Gesuchsteller und zu 1/4 der Gesuchstellerin aufzuerlegen.
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5. Gemäss § 12 Abs. 3 der Gebührenverordnung des Obergerichts
(GebV OG) gelten für die Bemessung der Gerichtsgebühr des vorliegenden Ver-
fahrens die gleichen Ansätze wie im zu revidierenden Verfahren. Unter Berück-
sichtigung, dass nur noch einzelne Punkte umstritten waren, zu diesen aber aus-
serordentlich ausführlich Stellung bezogen und sehr zahl- und umfangreiche, un-
aufgeforderte Eingaben erfolgten (vgl. E. III. 3.2.4. hiervor), ist die Gerichtsgebühr
gleich wie im angefochtenen Entscheid auf Fr. 6'000.– festzulegen.
6. Gemäss § 14 Abs. 1 AnwGebV gelten im Revisionsverfahren für die
Parteientschädigung die gleichen Ansätze wie im ursprünglichen Verfahren. Es ist
damit gemäss § 5 Abs. 1 AnwGebV aufgrund der Verantwortung, der Schwierig-
keit des Falls und dem notwendigen Zeitaufwand über die Parteientschädigung zu
befinden. Die Verantwortung der Parteivertreter im vorliegenden Verfahren ist
nicht unbeachtlich, da doch namhafte Summen im Streit stehen. Andererseits
muss auch berücksichtigt werden, dass es aufgrund der grossen Vermögen der
Parteien nicht um existentielle Fragen geht und überdies im Rahmen von vorsorg-
lichen Massnahmen nicht endgültig entschieden wird. Unterhaltsrechtliche Fragen
weisen zwar durchaus eine gewisse Komplexität auf, müssen aber häufig beurteilt
werden. In rechtlicher Hinsicht liegt damit keine besondere Schwierigkeit vor. Das
Verfahren ist inzwischen sehr umfangreich geworden, ebenso der Aktenumfang,
was die Schwierigkeit in tatsächlicher Hinsicht und damit auch den Zeitaufwand
doch erhöht. Dabei ist aber darauf hinzuweisen, dass die Parteivertreter von Ver-
fahrensbeginn an mit dem Scheidungsverfahren zwischen den Parteien befasst
waren, mithin schon bereits vor Beginn des vorliegenden Verfahrens eine vertiefte
Aktenkenntnis hatten. Wie erwähnt wurden sehr viele Eingaben gemacht, was
sich stark erhöhend auf den Zeitaufwand auswirkt. Es darf aber nicht vergessen
werden, dass es nicht galt, einen gänzlich neuen Prozess zu führen, sondern nur
den einlässlich und sorgfältig begründeten Beschluss der Kammer vom 16. No-
vember 2012 im Hinblick auf den Vermögenszuwachs der Gesuchstellerin bzw.
im Hinblick auf ihre Erbschaften zu revidieren. Aufgrund dieser Umstände ist für
das vorliegende Verfahren im Vergleich zum dem angefochtenen Beschluss vo-
rangehenden Verfahren nur ein geringerer Zeitaufwand notwendig und angemes-
sen. Insgesamt ist die Parteientschädigung damit auf Fr. 4'000.– festzusetzen.
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Ausgangsgemäss ist daher der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchstellerin
eine auf 1/2 reduzierte Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 2'000.– zuzüg-
lich der Mehrwertsteuer von 8 % in der Höhe von Fr. 160.– also insgesamt
Fr. 2'160.– zu bezahlen.