Decision ID: e2c36dc8-d7f2-4128-a8f6-e52d0a830023
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Vor rund 20 Jahren erarbeitete die Stadt B._ den
Gesamtüberbauungsplan E._ (GÜP-E._), bestehend aus V1
Strukturplan und V2 Vorschriften. Mit der Totalrevision der Grundordnung
der Stadt B._ im Jahr [...] erhielt der GÜP-E._ den Stellenwert
eines Quartierplans und es wurden die darin festgelegten Abweichungen
von der Grundordnung in das revidierte Baugesetz der Stadt B._
übernommen. [...]
2. Mit dem vorliegend umstrittenen Quartierplan E._ soll der GÜP-
E._ (im Geltungsbereich des Quartierplans E._ [vgl. Art. 2 QPV])
bis auf Art. 6 des GÜP-E._ aufgehoben werden (vgl. Art. 47 QPV).
Das Quartierplangebiet E._ – welches dem im GÜP-E._
festgelegten Quartierplanperimeter QP4 entspricht – liegt in der
Wohnzone W5, Empfindlichkeitsstufe (ES) II/III, und ist mit einer
Quartierplanpflicht überlagert. In diesem Gebiet (samt F._-strasse
und G._-platz) wird auf Antrag der C._ das vorliegende amtliche
Quartierplanverfahren durchgeführt.
2.1. Am 17. Januar 2017 beschloss der Stadtrat die Einleitung des
Quartierplanverfahrens E._ mit dem Zweck der Erschliessung und
Gestaltung des Quartierplangebiets im Detail. Dieser Beschluss erwuchs
in Rechtskraft.
2.2. In der Folge wurde der Quartierplan erarbeitet. Dieser bezweckt die
Regelung der Landumlegung, Erschliessung und Gestaltung (Bebauung
und Umgebung) im Quartierplangebiet sowie das Erreichen einer hohen
städtebaulichen Qualität. Er legt Details zu Freiflächen, Gestaltung,
Erschliessung und die öffentliche Durchlässigkeit des Quartiers fest. Das
Quartierplangebiet gliedert sich in die drei Bereiche West, Hofstattrecht
und Ost. Innerhalb der Bereiche West und Ost sind Baubereiche
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festgelegt. In den Baubereichen ist die Erstellung von Neubauten zulässig.
Die Festlegung von Baubereichen im Bereich Hofstattrecht ist über eine
Quartierplananpassung zulässig. Die Baubereiche wiederum sind
unterteilt in Baufenster mit verschiedenen Abmessungen und Höhen. Mit
Schreiben vom 16. Januar 2019 teilte die Stadt B._ (u.a.) der A._
mit, dass in den nächsten Tagen die Publikation der öffentlichen Auflage
des Quartierplans E._ erfolge. Die öffentliche Auflage erfolgte sodann
am [...].
2.3. Daraufhin erhob u.a. die A._, Eigentümerin der Parzellen Z.1._
und Z.2._, welche im Osten an das Planungsgebiet des Quartierplans
E._ angrenzen, Einsprache mit dem Antrag, der Quartierplan
E._ sei zu verweigern, eventualiter sei dieser in mehreren Etappen
zu realisieren.
2.4. Am 24. September, mitgeteilt am 1. Oktober 2019, genehmigte der
Stadtrat den Quartierplan E._ und wies die dagegen erhobenen
Einsprachen ab. Die Genehmigung erfolgte unter dem Vorbehalt der
Änderungen der Baulinien E._ (Baulinienplan vom 12. Oktober 2018).
3. Hiergegen erhob die A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
31. Oktober 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie stellte folgende Anträge:
"1. Es sei der Entscheid des Stadtrates vom 24. September 2019 betreffend Quartierplan E._ aufzuheben und der Quartierplan nicht zu genehmigen.
2. Eventualiter sei die Sache zur Überarbeitung des Quartierplans E._ im Sinne der nachstehenden Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Stadt B._."
In formeller Hinsicht hielt sie fest, sie werde auch gegen den
Einspracheentscheid betreffend die Änderung der Baulinien im Gebiet
E._ Beschwerde erheben (Verfahren R 19 91); die Verfahren seien
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zu vereinigen. In materieller Hinsicht rügte sie im Wesentlichen die
fehlende Genehmigung der Baulinien durch die Regierung. Zudem wies
sie daraufhin, dass sich die Wohnzone W5 (Quartierplangebiet) und die
angrenzende Zentrumszone Altstadt ZA1 hinsichtlich Gestaltung und
Nutzung voneinander abhöben. Damit ein sanfter Übergang zwischen
Wohnnutzung und E._ entstehe, müsste der Quartierplan
entsprechende Nutzungsvorschriften vorsehen. Andernfalls dürfte es zu
einer Entleerung des E._ kommen. Ausserdem rügte sie eine
Missachtung der Grundordnung durch den Quartierplan, da das
Baufenster E1 die seitlichen oder vorderen Grenzabstände gemäss Art. 57
BauG von 7 oder 13 Metern gegenüber ihrer Parzelle Z.1._
unterschreite. Darüber hinaus machte sie geltend, die Gebäude E1 und
E2 im Bereich Ost (Richtprojekt auf der Parzelle Z.4._) seien sowohl
in Bezug auf den Umfang als auch auf die Gestaltung anzupassen. Durch
das Richtprojekt wirke der Quartierplan in sich widersprüchlich und er
könne insbesondere aufgrund des Gestaltungsplanes nicht genehmigt
werden. Schliesslich hielt die Beschwerdeführerin fest, dass die
Einschränkungen für sie um ein Vielfaches verringert werden könnten,
wenn der Wohnkomplex weiter westlich realisiert würde. Im Sinne der
Verhältnismässigkeit sei eine alternative Platzierung des Gebäudes E1 zu
prüfen.
4. Am 17., mitgeteilt am 19. Dezember 2019, beschloss die Regierung des
Kantons Graubünden was folgt:
"1. Die Änderung der Baulinien an der Kantonsstrasse ([...]) im Bereich des Quartierplangebiets E._ in B._ innerorts, dargestellt im Baulinienplan 1:500 vom 18. [recte: 12.] Oktober 2018, sowie das Verkehrskonzept E._, dargestellt im Übersichtsplan 1:1000 vom 22. Januar 2018, als strassenbaupolizeiliche Grundlage für die Baulinienfestlegung, werden genehmigt.
2. Die Gehweganlage längs der Kantonsstrasse im Bereich der Liegenschaften Z.3._ und Z.4._ ist durch die Stadt B._ spätestens im Zeitpunkt der Überbauung der Liegenschaft Z.4._ so zu verschieben, dass das Kreuzen auf der Kantonsstrasse vor dem Engpass E._ auch für den Schwerverkehr ohne Beanspruchung der
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Gehweganlage möglich ist. Das entsprechende Projekt ist der Strassenbaupolizei des Tiefbauamts zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen."
Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dass der Quartierplan E._
unter anderem die Bebauung der Parzelle Z.4._ vorsehe. Diese
befinde sich unmittelbar westlich des Engpasses der Kantonsstrasse im
Bereich E._. Gegenwärtig werde die Gehweganlage längs der
Kantonsstrasse insbesondere von Bussen im Linienverkehr und vom
Schwerverkehr für das Kreuzen vor dem Engpass genutzt. Die Nutzer der
Gehweganlage könnten bei diesen Kreuzungsmanövern derzeit auf den
Parkplatz auf der Parzelle Z.4._ ausweichen. Mit der Bebauung der
Parzelle Z.4._ sei dieses Ausweichen nicht mehr möglich. Die
geplanten Baulinien berücksichtigten daher eine Aufweitung der
Kantonsstrasse, um das Kreuzen vor dem Engpass zu ermöglichen. Die
Gehweganlage längs der Kantonsstrasse sei entsprechend durch die
Stadt B._, spätestens im Zeitpunkt der Überbauung der Parzelle
Z.4._, so (Anm.: gegen Norden) zu verschieben, dass das Kreuzen
auf der Kantonsstrasse vor dem Engpass auch für den Schwerverkehr
möglich sei. Weiter hielt die Regierung fest, dass die Anpassung der
Baulinien auch eine teilweise Aufhebung der Baulinien des E._-
Durchstichs enthalte. Diese Baulinien habe die Stadt B._ im Rahmen
der Quartierplanung gestützt auf Art. 14 des (Anm.: damaligen)
Baugesetzes festgelegt. Die Regierung sei mit der Aufhebung der
Baulinien des E._-Durchstiches einverstanden, weise allerdings
darauf hin, dass die Baulinien mit der teilweisen Aufhebung ihre Funktion
zur Freihaltung des Raumes für den Bau des E._-Durchstichs nicht
mehr erfüllen könnten und somit von Amtes wegen gänzlich aufzuheben
seien.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Dezember 2019 beantragten die Stadt
B._ und die Wohnbaugenossenschaft der Stadt B._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerinnen) die Abweisung der Beschwerde,
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sofern darauf eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und
Entschädigungsfolge.
In formeller Hinsicht hielten sie fest, dass die beiden Beschwerdeeingaben
(R 19 91 und R 19 92) nicht oder nur teilweise denselben Streitgegenstand
umfassten, weshalb die beiden Verfahren nicht zu vereinigen seien. In
materieller Hinsicht machten sie unter anderem geltend, es sei nichts
Aussergewöhnliches, dass Zonen mit verschiedenen Nutzungen
aneinandergrenzten. Solche in aller Regel unproblematischen Situationen
fänden sich auf dem gesamten Stadtgebiet. Vorliegend gälten von der
Grundordnung her, d.h. angesichts des Zonenplans und des Baugesetzes,
für die Zentrumszone ZA1 und die Wohnzone W5 vergleichbare
Voraussetzungen betreffend die Nutzung. Es seien keine
Nutzungskonflikte ersichtlich. Weiter machten sie geltend, dass die im
Plan vermassten Baufenster den seitlichen Grenzabstand von 7 Metern
gegenüber der Parzelle Z.1._ ohne Weiteres einhielten
(Regelbauweiseabstand). Darüber hinaus hielten sie fest, dass kein
Verstoss gegen die Ästhetikvorschriften ersichtlich sei; die gesetzliche
Vorgabe einer guten Gesamtwirkung werde vom Quartierplan
insbesondere im Bereich Ost übertroffen. Schliesslich machten sie
geltend, dass der Platzierung des Gebäudes E1 eine vertiefte
städtebauliche Auseinandersetzung vorausgegangen sei und der
gesetzliche Grenzabstand gegenüber den Grundstücken der
Beschwerdeführerin und die zulässige Gebäudehöhe einzuhalten seien.
Der Abstand des Baufensters E2 zur Grenze betrag 10 Meter und mehr.
Dazu komme, dass das Gebäude des Baufensters E2 gegenüber jenem
im Baufenster E1 um ein Geschoss tiefer ausgestaltet werde (vgl. V3
Gestaltungsplan und Art. 18 Abs. 2 QPV). Die danach noch verbleibenden
Einschränkungen seien hinzunehmen.
6. Die C._ (nachfolgend: Beigeladene) beantragte in ihrer
Vernehmlassung vom 23. Dezember 2019 die Abweisung der
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Beschwerde betreffend die Genehmigung des Quartierplans E._,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin.
Begründend hielt sie zunächst fest, dass die Regierung in der
Zwischenzeit die erforderliche Genehmigung für die Baulinien entlang der
Kantonsstrasse mit Regierungsbeschluss vom 17. Dezember 2019 erteilt
habe. Die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführerin sei damit
gegenstandslos geworden. Weiter wies sie darauf hin, dass mit der auf
Stufe Grundordnung erfolgten ES-Aufstufung dem bestehenden
Lärmkonflikt (Wohnzone W5 und Zentrumszone Altstadt ZA1)
zweckmässig Rechnung getragen werde, weshalb weitergehende
Regelungen auf Stufe Quartierplanung weder erforderlich noch
zweckmässig seien. Darüber hinaus machte sie im Wesentlichen geltend,
dass der Grenzabstand zwischen der Parzelle Z.1._ und der
nächstgelegenen Ecke des Baufeldes E1 den im Zonenschema (Art. 57
BauG) definierten seitlichen Grenzabstand von 7 Metern einhalte. Sodann
erachtete sie auch die Rüge betreffend die Gefährdung des Ortsbildes
bzw. den Verstoss gegen die Ästhetikbestimmungen als unbegründet. Das
Richtprojekt sei nicht verbindlich (Art. 3 Abs. 2 QPV), weshalb es nicht
zum Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gemacht
werden könne. Betrachte man die ortsbauliche Körnung im
massgebenden Bereich, könne nicht ansatzweise davon gesprochen
werden, dass die vorgesehenen Gebäudegrundflächen in den Baufeldern
E1 und E2 aus ästhetischen Gründen unzulässig wären. Schliesslich
werde weder dargetan noch sei ersichtlich, weshalb die verbindlichen
Vorgaben betreffend Dachgestaltung in Art. 18 QPV gegen die Regelung
von Art. 73 Abs. 1 KRG verstossen sollten. Zur angeblichen Verletzung
nachbarrechtlicher Interessen hielt sie zudem fest, dass sich die Planung
als zweckmässig erweise bzw. der Stadtrat das ihm zustehende
Planungsermessen nicht überschritten habe.
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7. Am 13. Dezember 2019 reichte D._ eine Stellungnahme ein mit dem
Antrag um den Schutz der Beschwerde der Beschwerdeführerin vom
31. Oktober 2019, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
8. Am 31. Januar 2020 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest, wobei sie die Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.7 %
MWST zulasten der Beschwerdegegnerinnen beantragte. Zudem
ergänzte und vertiefte sie ihre bisherige Argumentation.
9. Mit Schreiben vom 11. Februar 2020 verzichteten die
Beschwerdegegnerinnen auf die Einreichung einer Duplik.
10. Am 17. Februar 2020 hielt D._ duplicando an seinen Anträgen fest.
Auch die Beigeladene hielt am 3. März 2020 duplicando an ihren Anträgen
fest und ergänzte ihre bisherige Argumentation.
11. Am 21. September 2021 fand vor Ort ein Augenschein statt. Dabei nahm
die Beschwerdeführerin insbesondere Stellung zum Richtprojekt: Dieses
weise ein Mansarden-Flachdach auf, was für das E._ untypisch sei.
Zudem stehe der riesige Wohnblock im Widerspruch zur feinen
Bauordnung und Struktur im E._. Der Übergang vom E._ zum
Quartierplangebiet hätte sanfter gestaltet werden können. Dem hielten die
Beschwerdegegnerinnen entgegen, dass das Richtprojekt ein Schrägdach
aufweise, was im E._ ebenfalls anzutreffen sei. Zwar mache die
Gebäudehöhe des Richtprojektes gegenüber den Häusern im E._
einen Sprung, die Dachform sei aber an das Bestehende angelehnt.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen
Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
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1.1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Beschluss des
Stadtrates B._ vom 24. September 2019, mitgeteilt am 1. Oktober
2019, worin der Quartierplan E._ unter dem Vorbehalt der Änderung
der Baulinien E._ (Baulinienplan vom 12. Oktober 2018; Verfahren
R 19 91) genehmigt und die dagegen erhobenen Einsprachen
abgewiesen wurden. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des kantonalen
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt
das Verwaltungsgericht Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei
einer anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem
oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Beschluss
des Stadtrates B._ vom 24. September 2019 ist weder endgültig noch
kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Die Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde fällt demzufolge in die Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts. Als im vorinstanzlichen Verfahren unterliegende
Eigentümerin der an das Planungsgebiet angrenzenden
Parzellen Z.1._ und Z.2._ ist die Beschwerdeführerin durch den
angefochtenen Beschluss sowohl formell als auch materiell beschwert,
weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 50 VRG; Urteil des
Verwaltungsgerichts [VGU] U 15 97 vom 22. Januar 2019 E.2.2 m.w.H.).
Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
somit einzutreten (vgl. Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG).
1.1.2. D._, Adressat des angefochtenen Beschlusses und Beigeladener im
vorliegenden Verfahren, liess sich am 13. Dezember 2019 vernehmen und
beantragte den Schutz der Beschwerde der Beschwerdeführerin vom
31. Oktober 2019. Das Institut der Beiladung i.S.v. Art. 40 VRG dient
insbesondere der Wahrung der Interessen derjenigen, deren rechtliche
oder tatsächliche Interessen durch den Ausgang des Verfahrens berührt
sein könnten (vgl. VGU R 19 73 vom 28. September 2021 E.1.4 m.w.H.).
Sie dient allerdings nicht dazu, einem am vorinstanzlichen Verfahren
Beteiligten die Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheids nach Ablauf
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der Rechtsmittelfrist zu ermöglichen (vgl. VGU R 19 73 vom
28. September 2021 E.1.4; vgl. HÄNER, Die Beteiligten im
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 301).
Da die Eingabe von D._ vom 13. Dezember 2019 die gleiche
Stossrichtung wie die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom
31. Oktober 2019 hat, kommt sie einer verspäteten Beschwerde gleich;
darauf ist nicht einzutreten.
1.2. In formeller Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin die Vereinigung
der Verfahren R 19 91 und R 19 92, da die beiden Verfahren stark
miteinander verbunden seien und der Quartierplan nicht ohne Änderung
der Baulinien genehmigt werden könne. Gemäss Art. 6 lit. a VRG kann die
zuständige Behörde im Interesse einer zweckmässigen Erledigung die
Verfahren bei getrennt eingereichten Eingaben zum gleichen Gegenstand
vereinigen. Die im Verfahren R 19 91 angefochtene Änderung der
Baulinien gemäss Baulinienplan E._ vom 12. Oktober 2018 geht über
das Gebiet des im vorliegenden Verfahren angefochtenen Quartierplans
E._ hinaus. Die Streitgegenstände der Verfahren R 19 91 und R 19
92 sind somit nicht identisch, weshalb das Gesuch um
Verfahrensvereinigung abzuweisen ist. Die beiden Verfahren werden
jedoch zeitlich koordiniert und am gleichen Tag zusammen eröffnet (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 2C_1125/2013 vom 25. September 2014 E.1.3),
womit der beschwerdeführerische Antrag auf Sistierung des Verfahrens R
19 92 bis zum Entscheid im Verfahren R 19 91 obsolet geworden ist.
Zudem wurden die Akten aus dem Verfahren R 19 91 im vorliegenden
Verfahren beigezogen.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Quartierplan E._ zu
Recht genehmigt wurde.
2.1.1. Gemäss Art. 53 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) sowie Art. 16 ff. der
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Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden (KRVO; BR
801.110) ist für die Einleitung und Durchführung sowie für den Erlass und
Änderungen der Quartierplanung der Gemeindevorstand – d.h. in B._
der Stadtrat – zuständig (vgl. auch VGU R 15 26 vom 25. August 2015
E.4b). Der Quartierplan regelt im Rahmen der Grundordnung – bestehend
aus dem Baugesetz, dem Zonenplan, dem Generellen Gestaltungsplan
und dem Generellen Erschliessungsplan (vgl. Art. 22 Abs. 2 KRG) – die
Gestaltung und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder von
weiteren Teilgebieten der Bauzone im Detail (Art. 51 Abs. 1 KRG). Er
besteht aus den Quartierplanbestimmungen und je nach Zweck aus dem
Quartiergestaltungsplan und dem Quartiererschliessungsplan (Art. 51
Abs. 2 KRG).
2.1.2. Soweit den Behörden bei der Erfüllung und Abstimmung raumwirksamer
Aufgaben, worunter auch die Erarbeitung von Quartierplänen fällt (vgl.
Art. 1 der Raumplanungsverordnung [RPV; SR 700.1] i.V.m. Art. 51 KRG),
Handlungsspielräume zustehen (vgl. zur Autonomie der bündnerischen
Gemeinden im Planungs- und Baurecht: Urteile des Bundesgerichts
1C_289/2019 und 1C_293/2019 vom 16. Januar 2020 E.2.1,
1C_494/2018 vom 13. Juni 2019 E.2.4), wägen sie die Interessen
gegeneinander ab (Art. 3 Abs. 1 RPV; AEMISEGGER/KISSLING, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, Vorbemerkungen zur
Nutzungsplanung, Rz. 10). Die Planungsgrundsätze nach Art. 3 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) dienen dabei –
zusammen mit den Zielen nach Art. 1 RPG – als Anleitung und Massstab
(vgl. auch Art. 2 Abs. 1 lit. c RPV). Das Ergebnis der Abwägung ist
nachvollziehbar zu begründen (AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O.,
Vorbemerkung zur Nutzungsplanung, Rz. 12; vgl. Art. 3 Abs. 2 RPV).
Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass Nutzungspläne – worunter auch
Quartierpläne fallen – die zulässige Nutzung des Bodens in einer für die
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Grundeigentümer verbindlichen Weise ordnen (JEANNERAT/MOOR, a.a.O.,
Art. 14 Rz. 17; vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 RPG). Über die
Regelung der zulässigen Bodennutzung haben Nutzungspläne einen
unmittelbaren Einfluss auf die rechtliche Situation der Grundeigentümer.
Sie konkretisieren den Inhalt des Eigentumsrechts und beschränken die
damit verbundene zulässige Nutzung (Einschränkung der
Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Insoweit haben sie
sich auf eine gesetzliche Grundlage zu stützen, sie müssen durch ein
öffentliches Interesse oder den Schutz von Grundrechten Dritter
gerechtfertigt sein und sich als verhältnismässig erweisen
(JEANNERAT/MOOR, a.a.O., Art. 14 Rz. 41; Art. 36 BV).
2.2. Gemäss Art. 33 Abs. 2 und 3 lit. b RPG gewährleistet das kantonale Recht
die volle Überprüfung von Verfügungen und Nutzungsplänen, die sich auf
das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen
Ausführungsbestimmungen (mit raumplanerischen Zügen) stützen (vgl.
BGE 146 II 367 E.3.2.1, 109 Ib 121 E.5; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 1C_682/2017 vom 11. September 2018 E.6.1 f. m.H.a.
BGE 118 Ib 26 E.4b). Dennoch hat die Beschwerdeinstanz im Auge zu
behalten, dass sie Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz ist; sie darf
und muss sich daher – trotz voller Kognition nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG
– zurückhalten, wenn es um lokale Angelegenheiten geht (Urteil des
Bundesgerichts 1C_420/2015 vom 22. April 2016 E.3.4 m.H.a. BGE 127
II 238 E.3b/aa). Diese Zurückhaltung bei der Überprüfung von
Ermessensentscheiden zur Wahrung der Gemeindeautonomie darf
allerdings nicht so weit gehen, dass sich die Rechtsmittelbehörde auf eine
Willkürprüfung beschränkt (BGE 145 I 52 E.3.6). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung überschreitet die Gemeinde ihren
Handlungsspielraum namentlich auch dann, wenn sie sich von
unsachlichen, dem Zweck der Regelung fremden Erwägungen leiten lässt,
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die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt
oder das übergeordnete Gesetzesrecht missachtet (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_128/2019 vom 25. August 2020 E.5.3 m.H.a. BGE
145 I 52 E.3.6).
3. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst die fehlende Genehmigung der
Baulinien durch die Regierung. Nachdem die Regierung die Änderung der
Baulinien an der Kantonsstrasse ([...]) mit Beschluss vom 17., mitgeteilt
am 19. Dezember 2019, genehmigt hat, erweist sich diese Rüge als
gegenstandslos, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. Soweit die
Beschwerdeführerin im Übrigen geltend macht, es sei das Verfahren
betreffend Regelung des Verkehrsproblems im E._ abzuschliessen,
bevor überhaupt über die Genehmigung des Quartierplans und der
Baulinien entschieden werden könne, ist auf die Ausführungen im VGU R
19 91 vom 10. November 2021 E.4.1 f. zu verweisen.
4.1. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich das umstrittene
Gestaltungsprojekt (Richtprojekt) im Quartierplan im Bereich Ost auf den
Parzellen Z.4._ und Z.3._ befinde, welche der Wohnzone W5
zugeordnet würden und an die Zentrumszone Altstadt ZA1 grenzten. Die
beiden angrenzenden Zonen höben sich hinsichtlich Gestaltung und
Nutzung voneinander ab. Bei der Wohnzone W5 handle es sich
grundsätzlich um eine Wohnzone und es sei nur das sogenannte stille
Gewerbe (nicht störende Betriebe) gemäss Art. 44 des Baugesetzes der
Stadt B._ (BauG) zugelassen. Diese Wohnnutzung stehe in Konflikt
mit der heutigen Nutzung des E._, welches von grösseren
Wirtshäusern dominiert werde und (auch in der Nacht) zahlreiche Gäste
anziehe. Um Konflikte zu vermeiden, müsste der Quartierplan
entsprechende Nutzungsvorschriften vorsehen, damit ein sanfter
Übergang zwischen Wohnnutzung und E._ entstehe. Andernfalls
dürfte die Gefahr bestehen, dass das Gebiet nachhaltig verändert werde
und es zu einer Entleerung des E._ komme.
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4.2. Die Beschwerdegegnerinnen halten im Wesentlichen fest, es sei nichts
Aussergewöhnliches, dass Zonen mit verschiedenen Nutzungen
aneinandergrenzten. Solche in aller Regel unproblematischen Situationen
fänden sich auf dem gesamten Stadtgebiet. Vorliegend gälten von der
Grundordnung her, d.h. angesichts des Zonenplans und des Baugesetzes,
für die Zentrumszone ZA1 und die Wohnzone W5 vergleichbare
Voraussetzungen betreffend die Nutzung. Es seien keine
Nutzungskonflikte ersichtlich.
Auch die Beigeladene erachtet die Rüge der Beschwerdeführerin
hinsichtlich angeblicher Nutzungskonflikte als nicht nachvollziehbar. Der
Quartierplanperimeter liege vollumfänglich in der Wohnzone W5 mit
Empfindlichkeitsstufe (ES) II/III und überlagertem GÜP-E._. Die von
der Kantonsstrasse sowie der angrenzenden Ausgangsmeile in der östlich
angrenzenden Zentrumszone Altstadt ZA1 ausgehende Lärmproblematik
sei bereits mittels ES-Aufstufung im Zonenplan zweckmässig gelöst.
4.3. Zwar trifft es zu, dass die Zentrumszone Altstadt ZA1 für das Wohnen und
für nicht störende und mässig störende Betriebe vorgesehen ist (Art. 41
Abs. 1 BauG; ES III [Art. 57 BauG]), während die daran angrenzende
Wohnzone W5 im Quartierplangebiet hauptsächlich für Wohnbauten
bestimmt ist (Art. 44 Abs. 1 Satz 1 BauG; ES II [Art. 57 BauG]). Gemäss
Zonenplan gilt der Abschnitt entlang der H._-strasse
(Kantonsstrasse) allerdings als lärmvorbelastetes Gebiet mit Aufstufung in
die nächsthöhere Empfindlichkeitsstufe (ES III; vgl. Zonenplanausschnitt,
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 3). Für dieses Gebiet findet die
Vorschrift zur minimalen Wohnnutzung keine Anwendung (vgl. Art. 44
Abs. 1 Satz 2 BauG). Zusammen mit der ES-Aufstufung führt dies dazu,
dass hinsichtlich der Nutzung für die Zentrumszone Altstadt ZA1 und die
daran angrenzende Wohnzone W5 im Quartierplangebiet vergleichbare
Voraussetzungen gelten; dem bestehenden Lärmkonflikt wird damit
zweckmässig Rechnung getragen. Mit der Beigeladenen gilt es zudem
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festzuhalten, dass die Nutzer in dem auf ES III aufgestuften Bereich im
Quartierplangebiet wissen, welche Immissionen sie tolerieren müssen,
und sie können und müssen ihre konkreten Nutzungsabsichten darauf
ausrichten. Inwiefern es bei dieser Ausgangslage zu einer Entleerung bzw.
einer dauerhaften Veränderung des Charakters des E._ kommen
sollte, ist nach Auffassung des streitberufenen Gerichts nicht ersichtlich.
Die Stadt B._ hat ihr Planungsermessen nicht überschritten, indem
sie für das Quartierplangebiet entlang der H._-strasse nicht etwa die
gewerbliche Nutzung vorgeschrieben hat (vgl. Replik S. 3).
5.1. Weiter rügt die Beschwerdeführerin eine Missachtung der Grundordnung.
Den Quartierplanvorschriften lasse sich nicht entnehmen, wo die
Hauptfassade des Gebäudes E1 zu stehen habe. Damit kämen gegenüber
ihrer Parzelle Z.1._ die seitlichen oder vorderen Grenzabstände von
7 oder 13 Metern gemäss Art. 57 BauG zur Anwendung (je nach
Ausgestaltung der Baute). Das Baufenster E1 unterschreite die
Grenzabstände gegenüber der Parzelle Z.1._, welche gemäss
Art. 88 Abs. 5 BauG einzuhalten seien, bzw. die Einhaltung der
Grenzabstände sei mangels vermasster Baubereiche mit den Baufenstern
nicht überprüfbar; der Quartierplan sei anzupassen.
5.2. Demgegenüber sind die Beschwerdegegnerinnen der Auffassung, dass
die im Plan vermassten Baufenster den seitlichen Grenzabstand von
7 Metern gegenüber dem beschwerdeführerischen Grundstück ohne
Weiteres einhielten.
Auch die Beigeladene hält fest, dass der Grenzabstand zwischen der
Parzelle Z.1._ und der nächstgelegenen Ecke des Baufeldes E1 den
im Zonenschema (Art. 57 BauG) definierten seitlichen Grenzabstand von
7 Metern einhalte.
5.3. Wie die Beigeladene zu Recht festhält, können die konkreten Masse – in
casu der Grenzabstand des Baufensters E1 gegenüber der
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Parzelle Z.1._ – mit genügend hoher Genauigkeit aus den Plänen
herausgemessen werden. So ergibt sich aus dem Quartier-
Gestaltungsplan V3 1:500 vom 10. September 2018, dass der
Grenzabstand zwischen der Parzelle Z.1._ und der nächstgelegenen
Ecke des Baufensters E1 den seitlichen Grenzabstand von 7 Metern
einhält (vgl. Bg-act. 12.3 sowie Art. 88 Abs. 5 i.V.m. Art. 57 und Art. 64
Abs. 1 BauG). Dass der vordere Grenzabstand von 13 Metern zwischen
der Parzelle Z.1._ und der nächstgelegenen Ecke des Baufensters
E1 nicht eingehalten ist (vgl. Art. 88 Abs. 5 i.V.m. Art. 57 und Art. 64 Abs. 1
BauG), steht der Genehmigung des Quartierplans nicht entgegen, da die
östliche Seite des Baufensters E1 im Quartierplan nicht als Hauptfassade
festgelegt wurde (vgl. zur Ermittlung des vorderen Grenzabstandes:
Art. 64 Abs. 2 BauG sowie VGU R 18 25 vom 12. April 2019 E.4.3).
6.1. Weiter macht die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 73 Abs. 1 KRG
geltend, der auf der Parzelle Z.4._ (Baufenster E1 und E2) geplante
Wohnblock von einer Gesamtlänge von geschätzt rund 28 Metern und
einer Höhe von 16.57 Metern wirke zwischen den kleinen und alten
E._-Häusern wie ein massiver und übergrosser Fremdkörper,
welcher über die umliegenden Dächer hinausrage. Zudem sei nicht
ersichtlich, inwiefern die projektierte Dachkonstruktion des Gebäudes E1
als Mischform eines Flach- und Mansardendachs inmitten der
bestehenden Giebeldächer den Gestaltungsregeln des E._ folge.
Vielmehr wirke die Dachkonstruktion befremdlich und unpassend in der
Umgebungsstruktur. Ausserdem sei nicht nachvollziehbar, weshalb das
Gebäude im Baufenster E2 mit einem völlig quartierfremden Flachdach
ausgestaltet werden solle. Die beschriebenen Gebäude E1 und E2 im
Bereich Ost seien sowohl in Bezug auf den Umfang als auch auf die
Gestaltung anzupassen. Durch das Richtprojekt wirke der Quartierplan in
sich widersprüchlich und er könne insbesondere aufgrund des
Gestaltungsplanes nicht genehmigt werden.
- 18 -
6.2. Dem halten die Beschwerdegegnerinnen im Wesentlichen entgegen, dass
beim städtebaulichen Entwurf einem adäquaten Übergang vom E._
stadtauswärts zu den neueren Stadtteilen besondere Beachtung
eingeräumt worden sei, indem Gestaltungselemente des E._
übernommen würden, ohne dabei die Nutzungsmöglichkeit der
Grundordnung einzuschränken. Zu diesen Gestaltungselementen
gehörten die Körnung mit der Aufteilung in zwei Baukörper, die Staffelung
der Höhe (vgl. Gestaltungsplan V3 und Art. 18 Abs. 2 der
Quartierplanvorschriften [QPV]), die Gestaltung der Fassade als verputzte
Lochfassade in Massivbauweise und in muraler Erscheinung (Art. 18 Abs.
1 QPV) sowie die Dachform mit Dachschrägen und gegebenenfalls mit
Lukarnen (Art. 18 Abs. 3 und 4 QPV). Im Richtprojekt werde zudem
aufgezeigt, wie die städtebauliche Weiterentwicklung der
Strassenbebauung E._ umgesetzt werden solle. Besondere
Beachtung fänden dabei die gassenbildenden Fassaden, die Platzabfolge,
der räumliche Bezug zur I._ und zum G._-platz, die
Gebäudehöhe und die Dachgestaltung (sh. NV3 Planungsbericht, S. 6).
Aus all diesen Gründen werde die gesetzliche Vorgabe einer guten
Gesamtwirkung vom Quartierplan insbesondere im Bereich Ost
übertroffen. Ein Verstoss gegen die Ästhetikvorschriften sei nicht
ersichtlich.
Auch die Beigeladene erachtet die Rüge der angeblichen Gefährdung des
Ortsbildes als unbegründet. Das Richtprojekt sei nicht verbindlich (Art. 3
Abs. 2 QPV), weshalb dieses nicht zum Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens gemacht werden könne. Betrachte man die
ortsbauliche Körnung im vorliegend massgebenden Bereich, könne nicht
ansatzweise davon gesprochen werden, dass die vorgesehenen
Gebäudegrundflächen in den Baufeldern E1 und E2 aus ästhetischen
Gründen unzulässig wären. Schliesslich werde weder dargetan noch sei
ersichtlich, weshalb die verbindlichen Vorgaben betreffend
- 19 -
Dachgestaltung in Art. 18 QPV gegen die Regelung von Art. 73 Abs. 1
KRG verstossen sollten.
6.3.1.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach
den Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der
Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Mit
dem positiven Gestaltungsziel der "guten Gesamtwirkung" soll die Basis
für die Erhaltung und Förderung einer "guten Architektur" geschaffen
werden, welche u.a. auch neue Formen in alten Strukturen ermöglicht. Wie
sich schon aus dem Wort "Gesamtwirkung" ergibt, steht das positive
Gesamtergebnis im Vordergrund. Die geplante Baute soll in einem
gewissen Einklang mit der Umgebung stehen. Es geht um den
Gesamteindruck des Orts- und Quartierbildes, um Rücksichtnahme auf
prägende Elemente in der Umgebung, um die räumlichen Strukturen des
Ganzen, um die Qualität des Gesamtbildes. Mit dem Wort „gut“ wird zum
Ausdruck gebracht, dass die Anforderungen trotz der positiven
Ausgestaltung der Generalklausel nicht allzu hoch angesetzt werden
dürfen, wie dies etwa der Fall wäre, wenn eine "optimale" Gesamtwirkung
verlangt würde (zum Ganzen Botschaft zur KRG-Revision, Heft Nr.
3/2004-2005, S. 343; VGU R 12 22 vom 10. Juli 2012 E.4b m.w.H.).
6.3.1.2. Bei der Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe, so auch der
Anwendung von Art. 73 Abs. 1 KRG ("gute Gesamtwirkung"; vgl. VGU R
11 50 vom 16. August 2011 E.5a), steht den kommunalen Behörden
gemäss Rechtsprechung und Lehre namentlich dann ein Beurteilungs-
bzw. Ermessensspielraum zu, wenn Fragen zu beantworten sind, die
lokale Umstände betreffen, mit denen diese Behörden vertraut sind (vgl.
BGE 145 I 52 E.3.6 m.w.H.). Wie bereits erwähnt, darf die Zurückhaltung
bei der Überprüfung von Ermessensentscheiden zur Wahrung der
Gemeindeautonomie allerdings nicht so weit gehen, dass sich die
Rechtsmittelbehörde auf eine Willkürprüfung beschränkt (BGE 145 I 52
- 20 -
E.3.6). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung überschreitet die
Gemeinde ihren Handlungsspielraum namentlich auch dann, wenn sie
sich von unsachlichen, dem Zweck der Regelung fremden Erwägungen
leiten lässt, die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit
verletzt oder das übergeordnete Gesetzesrecht missachtet (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_128/2019 vom 25. August 2020 E.5.3 m.H.a. BGE
145 I 52 E.3.6; vgl. zum Ganzen vorstehende Erwägung 2.2).
6.3.2.1. Gestützt auf Art. 73 Abs. 1 KRG rügt die Beschwerdeführerin vorliegend
sowohl den Umfang (Gesamtlänge und Höhe) als auch die Gestaltung
(Dachform) der Gebäude E1 und E2 (Richtprojekt) im Bereich Ost
(Parzelle Z.4._). Mit Bezug auf den Baubereich E ist dem (nicht
verbindlichen [vgl. Art. 3 QPV]) Planungsbericht NV3 vom 18. Juni 2018
zu entnehmen, dass die gassenbildenden Fassaden, die Platzabfolge aus
dem E._ heraus, der räumliche Bezug zur I._ und zum G._-
platz, die Gebäudehöhe und die Dachgestaltung im Richtprojekt
besondere Beachtung gefunden hätten. So seien zwei voneinander
abgetrennte Kuben, die einen Platz zwischen I._ und Baufenster E1
sowie einen Abschluss des G._-platzes bildeten, entstanden (vgl. Bg-
act. 12.9 S. 6). Dem (nicht verbindlichen [vgl. Art. 3 QPV]) Richtprojekt
NV1 vom 28. Mai 2018 ist zu entnehmen, dass beim Grundstück des
Parkplatzes (Parzellen Z.4._ und Z.5._) eine eigentliche
Stadtreparatur vorgenommen werden solle. Diese schliesse, den –
zeitgemäss umgesetzt – Gestaltungsregeln des E._ folgend, die
Lücke zwischen E._ und alter I._ (vgl. Bg-act. 12.8 S. 4). Die
Planung sehe zwei dem Bestand im E._ ähnlich grosse Volumen vor,
die die Massstäblichkeit innerhalb des Quartiers weiterführten und auf die
Wohnüberbauungen K._ und L._ reagierten. Während der an
der M._-strasse liegende Baukörper sich in der Höhe unterordne und
den Platz und das anschliessende Wohnviertel räumlich abschliesse,
führe das Volumen am E._ die Enge und Dichte stadtauswärts weiter
- 21 -
[...]. Das Volumen sei in den Geschossen strukturiert: Das Erdgeschoss
sei überhöht, die beiden obersten Geschosse seien in der Formensprache
als Dach ausformuliert, die Traufkante werde von den bestehenden
Bauten her weitergeführt. Diese Teilung werde dazu genutzt, die maximale
Ausnutzung zu erreichen, ohne dass der Bau dadurch architektonisch und
volumetrisch die kleineren Altbauten dominiere (vgl. Bg-act. 12.8 S. 39).
Art. 18 QPV bestimmt schliesslich mit Bezug auf den Baubereich E
verbindlich was folgt (vgl. Bg-act. 12.1):
"Im Baubereich E erfolgt der städtebauliche Übergang von der Altstadt mit dem E._ zum Umstrukturierungsgebiet des Quartierplans. Die Gestaltung der Fassade ist als verputzte Lochfassade in Massivbauweise in muraler Erscheinung vorzunehmen.
Das Gebäude des Baufensters E1 muss das Gebäude des Baufensters E2 um ein Geschoss überragen.
Die Dachgestaltung im Baufenster E1 setzt sich von der Hauptfassade ab und erstreckt sich über zwei Geschosse. Die Dachform muss den Altstadtdachformen angepasst sein, d.h. mit Dachschrägen und gegebenenfalls mit Lukarnen (vgl. Richtprojekt). Eine Dachterrasse ist nicht zulässig.
Die Dachgestaltung im Baufenster E2 setzt sich von der Hauptfassade ab und erstreckt sich über ein Geschoss. Die Dachform muss den Altstadtdachformen angepasst sein, d.h. mit Dachschrägen und gegebenenfalls mit Lukarnen (vgl. Richtprojekt). Die Dachfläche des Baufensters E2 ist als Flachdach auszubilden und eine teilweise Nutzung als Terrasse ist erwünscht."
6.3.2.2. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin monierten Gesamtlänge des
auf der Parzelle Z.4._ geplanten Wohnblocks gilt es festzuhalten,
dass das Baufenster E2 gegenüber dem Baufenster E1 um rund 15 Meter
zurückspringt (Körnung); das an der H._-strasse platzierte
Baufenster E1 weist eine Länge von lediglich rund 15 Metern auf (vgl.
Länge des Baufensters E1 entlang der H._-strasse, Bg-act. 12.3).
Was die Höhe des auf der Parzelle Z.4._ geplanten Wohnblocks
anbelangt, trifft es zwar zu, dass dieser die angrenzende Liegenschaft der
Beschwerdeführerin überragen könnte, zumal in der Wohnzone W5 eine
Gebäudehöhe von bis zu 17 Metern zulässig ist (vgl. Art. 57 BauG),
während die Liegenschaft der Beschwerdeführerin eine Höhe von rund
12.5 Metern aufweist (vgl. Bg-act. 12.8 S. 48). Die Ausnutzung der
- 22 -
maximalen Baumasse entspricht allerdings grundsätzlich einem
öffentlichen Interesse, da die schweizerische Raumordnungspolitik das
wichtige Ziel verfolgt, die Siedlungsentwicklung zur haushälterischen
Nutzung des Bodens nach innen zu lenken und kompakte Siedlungen zu
schaffen. Wird aus ästhetischen Gründen eine Reduktion der
grundsätzlich zugelassenen Baumasse verlangt, muss diese Reduktion
deshalb durch überwiegende öffentliche Interessen gerechtfertigt werden
(BGE 145 I 52 E.4.4 m.w.H.). Letzteres ist vorliegend nicht der Fall. Zum
einen finden sich auch im E._ Häuser, welche eine Höhe von mehr
als 16 Metern aufweisen (vgl. etwa Bg-act. 12.8 S. 52 f.). So wird denn
auch im Richtprojekt NV1 vom 28. Mai 2018 festgehalten, dass die
Planung zwei dem Bestand im E._ ähnlich grosse Volumen vorsehe,
die die Massstäblichkeit innerhalb des Quartiers weiterführten und auf die
Wohnüberbauungen K._ und L._ reagierten (vgl. Bg-act. 12.8
S. 39 sowie vorstehende Erwägung 6.3.2.1). Darüber hinaus nimmt der
Quartierplan mit der Festlegung der Baubereiche (Körnung), den
Vorschriften hinsichtlich der Staffelung der Gebäudehöhe in den
Baubereichen E1 und E2, der Gestaltung der Fassade als verputzte
Lochfassade in Massivbauweise in muraler Erscheinung und der an die
Altstadtdachformen angepassten Dachgestaltung (vgl. dazu Art. 18 QPV)
hinreichend Rücksicht auf prägende Elemente in der Umgebung (vgl. dazu
auch vorstehende Erwägung 6.3.2.1 bzw. den Planungsbericht NV3 vom
18. Juni 2018 [Bg-act. 12.9 S. 6], das Richtprojekt NV1 vom 28. Mai 2018
[Bg-act. 12.8 S. 4 und 39] sowie die Ausführungen der
Beschwerdegegnerinnen auf S. 3 des Augenscheinprotokolls). Soweit die
Beschwerdeführerin geltend macht, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die
projektierte Dachkonstruktion des Gebäudes E1 als Mischform eines
Flach- und Mansardendachs inmitten der bestehenden Giebeldächer den
Gestaltungsregeln des E._ folge, gilt es darauf hinzuweisen, dass das
Richtprojekt NV1 vom 28. Mai 2018 nicht verbindlich ist (vgl. Art. 3 QPV);
die Quartierplanvorschriften verweisen lediglich hinsichtlich der
- 23 -
Dachschrägen und der Lukarnen vergleichsweise auf das Richtprojekt
(vgl. vorstehende Erwägung 6.3.2.1). Zudem ist die Vorschrift, wonach die
Dachfläche des Gebäudes E2 als Flachdach auszubilden ist, entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin nicht völlig quartierfremd: Abgesehen
davon, dass das Dach des Gebäudes E2 ebenfalls Dachschrägen und
gegebenenfalls Lukarnen aufweisen muss (vgl. Art. 18 QPV), wird mit dem
Baufenster E2, welches an der M._-strasse liegt und gegenüber dem
Baufenster E1 um rund 15 Meter zurückspringt, das anschliessende
Wohnviertel räumlich abgeschlossen bzw. auf die Wohnüberbauungen
K._ und L._, welche Flachdächer aufweisen, reagiert (vgl. Bg-
act. 12.8 S. 39). Insgesamt kann somit von einem adäquaten Übergang
vom E._ stadtauswärts zu den neueren Stadtteilen bzw. einer "guten
Gesamtwirkung" i.S.v. Art. 73 Abs. 1 KRG ausgegangen werden; die Stadt
B._ hat ihren Ermessensspielraum jedenfalls nicht überschritten,
weshalb der Quartierplan auch insofern nicht zu beanstanden ist.
7.1. Gestützt auf den Verhältnismässigkeitsgrundsatz macht die
Beschwerdeführerin zudem geltend, dass der Wohnblock E1 auch weiter
westlich realisiert werden könnte. Auf diese Weise könnten die
Einschränkungen für sie um ein Vielfaches verringert werden. Die
Einwirkung auf die unbewohnte I._ wäre von weit geringerem
Umfang. Im Sinne der Verhältnismässigkeit sei eine alternative
Platzierung des Gebäudes E1 zu prüfen.
7.2. Hierzu halten die Beschwerdegegnerinnen fest, dass der Platzierung des
Gebäudes E1 eine vertiefte städtebauliche Auseinandersetzung
vorausgegangen sei und der gesetzliche Grenzabstand gegenüber den
Grundstücken der Beschwerdeführerin und die zulässige Gebäudehöhe
einzuhalten seien. Zur H._-strasse hin stehe das Gebäude der
Beschwerdeführerin direkt auf der Grenze. Mit dem geplanten Neubau im
Baufenster E1 werde die Gebäudeflucht annähernd (mit einem kleinen
Rücksprung) übernommen. Ortsbauliche Interessen sowie das Interesse
- 24 -
der Realisierbarkeit der in der Grundordnung vorgesehenen baulichen
Dichte seien berücksichtigt. Der Abstand des Baufensters E2 zur Grenze
betrage 10 Meter und mehr. Dazu komme, dass das Gebäude des
Baufensters E2 gegenüber jenem im Baufenster E1 um ein Geschoss
tiefer ausgestaltet werde (vgl. V3 Gestaltungsplan und Art. 18 Abs. 2
QPV). Die danach noch verbleibenden Einschränkungen habe die
Nachbarin eines zonen- und baugesetzkonform überbauten Grundstückes
hinzunehmen.
Auch die Beigeladene ist der Ansicht, dass der Quartierplan eine
sorgfältige, optimal auf die Umgebung abgestimmte Setzung von
Bauvolumen definiere, bestimmt durch Baufenster und maximale Höhen.
Damit erweise sich die Planung als zweckmässig, jedenfalls aber habe der
Stadtrat damit das ihm zustehende Planungsermessen nicht
überschritten.
7.3. Hinsichtlich der Platzierung des Gebäudes E1 bzw. der Ausgestaltung des
Baubereichs E ist dem Planungsbericht NV3 vom 18. Juni 2018 zu
entnehmen, dass dabei insbesondere die gassenbildenden Fassaden, die
Platzabfolge aus dem E._ heraus sowie der räumliche Bezug zur
I._ und zum G._-platz besondere Beachtung gefunden hätten.
So seien zwei voneinander abgetrennte Kuben, die einen Platz zwischen
I._ und Baufenster E1 sowie einen Abschluss des G._-platzes
bildeten, entstanden (vgl. Bg-act. 12.9 S. 6). Diese städtebaulichen
Überlegungen stehen dem Antrag der Beschwerdeführerin, den
Wohnblock bzw. das Baufenster E1 weiter westlich zu realisieren, allesamt
entgegen. Wenngleich die Einwirkungen des Wohnblocks E1 auf die
I._ von weit geringerem Umfang wären als die Einwirkungen
desselben auf die Beschwerdeführerin, so vermag das Interesse der
Beschwerdeführerin an möglichst viel Freiraum um ihre Liegenschaft das
öffentliche Interesse an einer sorgfältigen, optimal auf die Umgebung
abgestimmte Setzung von Bauvolumen (vgl. dazu den Planungsbericht
- 25 -
NV3 vom 18. Juni 2018 [Bg-act. 12.9 S. 6] sowie das Richtprojekt NV1
vom 28. Mai 2018 [Bg-act. 12.8 S. 4], wonach beim Grundstück des
Parkplatzes [Parzellen Z.4._ und Z.5._] eine eigentliche
Stadtreparatur vorgenommen werden solle) nicht zu überwiegen. Auch mit
der Platzierung des Gebäudes E1 hat die Stadt B._ ihr
Planungsermessen somit nicht überschritten.
8. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde der Beschwerdeführerin somit
als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
9.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten des Verfahrens zu tragen. Vorliegend rechtfertigt es sich, die
Verfahrenskosten im Umfang von 90 % der unterliegenden
Beschwerdeführerin und im Umfang von 10 % D._, auf dessen
Eingabe nicht eingetreten werden konnte (vgl. vorstehende
Erwägung 1.1.2), aufzuerlegen. Die Staatsgebühr wird gestützt auf Art. 75
Abs. 2 VRG auf CHF 4'000.-- festgesetzt.
9.2. Nach Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel auch
verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Vorliegend reichte der
Rechtsvertreter der Beigeladenen trotz entsprechender Aufforderung
keine Kostennote ein, weshalb die aussergerichtliche Entschädigung
gestützt auf Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 der Verordnung über die Bemessung
des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) nach richterlichem Ermessen
pauschal auf CHF 3'000.-- festgelegt wird (exkl. MWST [UID-
Registernummer]; vgl. dazu PVG 2015 Nr. 19). Die Beschwerdeführerin
hat der Beigeladenen somit eine Parteientschädigung von CHF 3'000.--
auszurichten. D._ einen Kostenanteil aufzuerlegen rechtfertigt sich
dabei nicht, zumal der Beigeladenen durch dessen Eingaben kein
nennenswerter Aufwand entstanden sein dürfte. Den
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Beschwerdegegnerinnen sowie der Regierung des Kantons Graubünden
steht demgegenüber keine aussergerichtliche Entschädigung zu (vgl.
Art. 78 Abs. 2 VRG).
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