Decision ID: ee03503d-67f9-55c8-868a-3defab9db959
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. B._ (geb. 1962) ist Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina. Am 2. März
1992 reiste er in die Schweiz ein und ist seit dem 7. Mai 2002 im Besitz der
Niederlassungsbewilligung. Seine Ehefrau A._ (geb. 1963), ebenfalls Staatsangehörige
von Bosnien und Herzegowina, reiste am 22. Dezember 2002 in die Schweiz ein und
erhielt eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs, letztmals
verlängert bis 21. Dezember 2015. Aufgrund offener Schulden in Form von
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Verlustscheinen im Gesamtbetrag von CHF 56'500 (Beträge jeweils gerundet) wurde ihr
Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung mit Verfügung vom 23. Februar
2009 abgewiesen. Das Ehepaar hat zwei – mittlerweile erwachsene – Töchter, C._
(geb. 1987) und D._ (geb. 1999), welche beide in der Schweiz wohnen.
B. B._ gründete mehrere Firmen, welche entweder nach einem Konkursverfahren oder
infolge Geschäftsaufgabe erloschen sind. Im März 2015 gründete er sodann im Namen
seiner Tochter C._ die K. GmbH. Ausserdem verhielt sich B._ wiederholt
strafrechtlich relevant und wurde hierfür mehrfach verurteilt. In der Folge verwarnte ihn
das Migrationsamt des Kantons St. Gallen am 23. September 2014 ausländerrechtlich
unter Auflistung der diversen strafrechtlichen Verurteilungen – letztmals mit Strafbefehl
des Untersuchungsamts St. Gallen vom 13. Juni 2014 unter anderem wegen
mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung, mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, mehrfachen Vergehens
gegen das Bundesgesetz über die Unfallversicherung sowie Unterlassung der
Buchführung. Weiter führte das Migrationsamt an, er sei als Privatperson mit zehn
Verlustscheinen von total CHF 64'500, Lohnpfändungen von total CHF 45'900,
Rechtsvorschlägen von total CHF 20'000 und Zahlungsbefehlen von total CHF 6'000
verzeichnet. Zudem sei er als früherer Inhaber der Firma L. GmbH in Liquidation mit 19
Verlustscheinen in der Höhe von CHF 161'200 und Betreibungen in der Höhe von
CHF 127'400 sowie als Inhaber der Firma M. GmbH mit Pfändungen von über
CHF 25'400 und CHF 29'100 verzeichnet. B._ wurde deshalb aufgefordert, sich
künftig in jeder Beziehung klaglos zu verhalten, ansonsten er damit rechnen müsse,
dass gegen ihn fremdenpolizeiliche Massnahmen verfügt würden.
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts St. Gallen vom 24. April 2015 wurde B._
wegen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung im Zusatz zu einem Urteil der Staatsanwaltschaft
Winterthur vom 22. November 2013 und zum Urteil des Untersuchungsamts St. Gallen
vom 13. Juni 2014 zu einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 30
verurteilt. Am 12. April 2016 erging ein weiterer Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Appenzell Ausserrhoden wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln, wobei er zu
einer Busse von CHF 40 verurteilt wurde. Mit Strafbefehl vom 11. Januar 2017
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verurteilte das Untersuchungsamt St. Gallen B._ sodann wegen Verfügens über mit
Beschlag belegten Vermögenswerten, Unterlassung der Buchführung sowie des
mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu einer unbedingten
Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 70 und einer Busse von CHF 500.
In finanzieller Hinsicht war B._ beim Betreibungsamt per 13. Januar 2016 ausserdem
mit einer Gesamtschuld von CHF 339'600 und A._ mit zwei offenen Verlustscheinen
im Betrag von CHF 28'800, ungenügenden Pfändungen über CHF 6'200 sowie einem
Zahlungsbefehl über CHF 900 verzeichnet.
C. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt mit
Verfügungen vom 1. März 2016 sowohl die Niederlassungsbewilligungen von B._ und
der damals noch minderjährigen Tochter D._ als auch die Aufenthaltsbewilligung von
A._ und wies alle drei aus der Schweiz weg. Das Sicherheits- und Justizdepartement
des Kantons St. Gallen wies die von B._ und A._ dagegen erhobenen Rekurse mit
Entscheid vom 30. Juli 2018 ab. Der von D._ erhobene Rekurs wurde dagegen als
gegenstandslos geworden abgeschrieben, nachdem das Migrationsamt mit
Wiedererwägungsentscheid vom 31. Mai 2018 die sie betreffende Verfügung
aufgehoben hatte.
D. A._ und B._ (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 31. Juli 2018 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe
ihres Rechtsvertreters vom 29. August 2018 und Ergänzung vom 1. Oktober 2018
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien der angefochtene Entscheid aufzuheben und von
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin sowie vom
Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers abzusehen. Die
Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2018 auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Vorbringen der
Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird – soweit
wesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. (...).
2.
2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, AuG), auf den sich die Vorinstanz beruft, kann die
Niederlassungsbewilligung nach einem länger als 15 Jahre dauernden
ununterbrochenen und ordnungsgemässen Aufenthalt in der Schweiz nur aufgrund
eines schwerwiegenden Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
der Schweiz oder im Ausland oder einer schwerwiegenden Gefährdung der äusseren
oder inneren Sicherheit widerrufen werden. Als Verstoss gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung qualifiziert Art. 80 Abs. 1 lit. b der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) eine mutwillige Nichterfüllung von
öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen. Angesichts dessen, dass
der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG nicht nur einen einfachen Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung, sondern einen schwerwiegenden
voraussetzt, vermag eine Schuldenwirtschaft den Widerruf einer
Niederlassungsbewilligung nur zu rechtfertigen, wenn die Verschuldung
selbstverschuldet und qualifiziert vorwerfbar ist (BGer 2C_27/2018 vom 10. September
2018 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen).
2.2. Wurde bereits eine ausländerrechtliche Verwarnung ausgesprochen (Art. 96 Abs. 2
AuG), ist entscheidend, ob die ausländische Person weiterhin in vorwerfbarer Weise
mutwillig Schulden angehäuft hat. Von entscheidender Bedeutung ist, welche
Anstrengungen zur Sanierung unternommen worden sind. Positiv ist etwa zu würdigen,
wenn vorbestandene Schulden abgebaut worden sind. Ein Widerruf ist dagegen
zulässig, wenn in vorwerfbarer Weise weitere Schulden angehäuft worden sind (BGer
2C_658/2017 vom 25. Juni 2018 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
3. Die Beschwerdeführer bestreiten sowohl das Vorliegen eines Widerrufsgrundes als
auch die Verhältnismässigkeit der Massnahme. Der Beschwerdeführer habe die
Schulden nicht absichtlich oder mutwillig verursacht. Sein Verhalten habe sich ferner
bereits gebessert, indem in letzter Zeit fast keine neuen Betreibungen hinzugekommen
seien. Zudem würden ihm Schulden von juristischen Personen zugerechnet, was
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stossend sei. Bei den ihm vorgeworfenen Straftaten handle es sich überdies um
kleinere Sachverhalte. Schliesslich bemühe er sich um die Sanierung seiner Schulden.
Er arbeite bei der N. GmbH, wo er ein regelmässiges Einkommen erziele.
3.1. In sachverhaltlicher Hinsicht steht fest, dass im Zeitpunkt der ausländerrechtlichen
Verwarnung vom 23. September 2014 gegen den Beschwerdeführer
betreibungsrechtliche Vorgänge über CHF 72'000 und offene Verlustscheine in Höhe
von insgesamt CHF 64'500 vorlagen (vgl. Dossier Beschwerdeführer S. 142). Am
17. März 2015 waren gegen ihn persönlich offene Betreibungen im Betrag von
CHF 27'700 und Verlustscheine in der Höhe von insgesamt CHF 105'100 – davon
stammen CHF 39'400 aus der Umwandlung von Lohnpfändungen, die kein positives
Ergebnis brachten – verzeichnet. Gegenüber Juli 2014 kamen neu Schulden aus
ungenügender Pfändung von CHF 6'700 hinzu; erloschen sind Schulden in der Höhe
von CHF 4'800. Offensichtich kam es zu keinen Rückzahlungen seitens des
Beschwerdeführers (vgl. Dossier Beschwerdeführer S. 150 ff., S. 186). Berücksichtigt
man zusätzlich die Schulden aus den vom Beschwerdeführer beherrschten
Unternehmen, ergeben sich offene Betreibungen in Höhe von über CHF 107'400 (M.
GmbH; vgl. Dossier Beschwerdeführer S. 156 f., S. 186) bzw. von über CHF 36'400
und Verlustscheine im Betrag von mehr als CHF 161'200 (O. GmbH in Liq.; vgl. Dossier
Beschwerdeführer S. 160 ff., S. 186). Zu beachten ist sodann, dass der
Beschwerdeführer per 2. Mai 2018 mit 52 Verlustscheinen im Betrag von CHF 186'700
verzeichnet war (vgl. act. 2/1 S. 3; act. 9/15.1). Das Ausmass der aktuellen Schulden
wird von den Beschwerdeführern nicht substantiiert bestritten. Auch machen sie nicht
geltend, dass die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen hinsichtlich der
dargelegten Schuldenentwicklung offensichtlich unhaltbar wären.
Aus der strafrechtlichen Verurteilung des Beschwerdeführers vom 13. Juni 2014 ergibt
sich sodann unter anderem, dass der Beschwerdeführer bei der O. GmbH, deren
Gesellschafter und Geschäftsführer er war, angestellten Mitarbeitern Nettolöhne
ausbezahlte, jedoch die Sozialversicherungsbeiträge schuldig blieb, weil sich die
Auftragslage zusehends verschlechterte und er Zahlungseingänge für die Begleichung
von Löhnen und anderweitigen Rechnungen verwendete. Ausserdem rechnete er bei
den beiden Mitarbeitern die Quellensteuer teilweise nicht ab. Da er seinem Treuhänder
kein Honorar mehr bezahlte, war dieser nur noch sporadisch für die Gesellschaft tätig.
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In der Folge wurde daher die Buchhaltung nicht mehr ordentlich nachgeführt und für
die Jahre 2011 und 2012 wurden keine Jahresabschlüsse mehr erstellt. Daher wurde
am 13. September 2013 über die GmbH schliesslich der Konkurs verhängt, welcher am
7. Oktober 2013 mangels Aktiven eingestellt werden musste. Der Beschwerdeführer
wusste von der Buchführungspflicht der Gesellschaft; ebenso wusste er auch davon,
dass sein Buchhalter mangels Honorars nur noch sporadisch für die GmbH tätig war
und deshalb keine ordentliche Buchhaltung mehr führte. Er nahm damit in Kauf, dass
der Vermögensstand der GmbH verschleiert wurde (vgl. Dossier Beschwerdeführer
S. 118 ff.). Zudem entrichtete er auch die Arbeitnehmerbeiträge teilweise nicht an die
Ausgleichskasse, sondern verwendete diese zweckentfremdet zur Bezahlung von
anderweitigen Rechnungen (vgl. Dossier Beschwerdeführer S. 196). Schliesslich lieferte
der Beschwerdeführer die im Jahr 2013 gepfändete Quote seines Lohnes, welcher er
sich von der O. GmbH ausbezahlen liess, nicht dem Betreibungsamt ab, und verfügte
dadurch über mit Beschlag belegte Vermögenswerte (vgl. act. 9/9.1).
Bereits am 28. Januar 2013 gründete der Beschwerdeführer die M. GmbH (vgl. Dossier
Beschwerdeführer S. 254). Auch hier kam er seiner Buchführungspflicht nicht nach,
weshalb er mit Strafbefehl vom 11. Januar 2017 unter anderem deshalb zu einer
(unbedingten) Geldstrafe verurteilt wurde (vgl. act. 9/9.1). Die Stammanteile der GmbH
von insgesamt CHF 20'000 übertrug er am 31. Juli 2015 an eine Drittperson zu einem
Preis von CHF 500 (vgl. Dossier Beschwerdeführer S. 243). Die offenen Betreibungen
der Gesellschaft beliefen sich zu jenem Zeitpunkt auf rund CHF 95'000 (vgl. Dossier
Beschwerdeführer S. 156 f., S. 186). Am 9. März 2015 wurde sodann die K. GmbH
gegründet, wobei die ältere Tochter des Beschwerdeführers als Gesellschafterin und
Geschäftsführerin Einsitz in die Gesellschaft nahm. In einer Befragung durch die
Kantonspolizei St. Gallen gab Letztere jedoch an, was unbestritten blieb, dass die
Firma zwar auf ihren Namen laute, jedoch von ihrem Vater geführt werde (vgl. Dossier
Beschwerdeführer S. 211 ff.). Auch die K. GmbH hat gemäss
Betreibungsregisterauszug vom 13. Januar 2016 bereits offene Betreibungen (vgl.
Dossier Beschwerdeführer S. 276).
Unter den dargelegten Umständen ist die Schuldenanhäufung als mutwillig zu
qualifizieren und dem Beschwerdeführer damit im Sinne der eingangs dargelegten
Rechtsprechung qualifiziert vorwerfbar. Ihm war seine Schuldensituation seit Jahren
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bewusst, wurde er doch diesbezüglich bereits im Jahr 2014 ausländerrechtlich
verwarnt. Statt sich um die Sanierung seiner Schuldensituation zu kümmern, liess er
die von ihm beherrschten Unternehmen Konkurs gehen, übertrug sie auf Drittpersonen
oder gründete im Namen seiner Tochter neue Unternehmen. Dass er sich in irgendeiner
Weise um die Sanierung seiner Schuldensituation bemüht hätte, beispielsweise mit
Hilfe eines Schuldenberaters, legte er nicht substantiiert dar. Aus der im
Beschwerdeverfahren eingereichten Vollmacht zuhanden der P. AG (vgl. act. 6/5) kann
jedenfalls kein ernsthafter Wille einer Schuldensanierung erblickt werden. Es fällt
insbesondere auf, dass die P. AG gemäss Handelsregisterauszug die Vermittlung von
Krediten, Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Immobiliengeschäften auf
Maklerbasis bezweckt, nicht jedoch die Sanierung von Schulden (vgl. www.zefix.ch).
Die geschilderten Umstände lassen daher vielmehr auf eine bedenkliche
Gleichgültigkeit des Beschwerdeführers gegenüber dem massiven Ansteigen seiner
Schulden als auf deren Reduktion im Sinne eines nachhaltigen Schuldenabbaus
schliessen. Zwar birgt jedes wirtschaftliche Handeln Risiken und berufliche
Rückschläge können einem Selbständigerwerbenden nicht ohne Weiteres vorgeworfen
werden. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer jedoch wiederholt Firmen
gegründet und in den Konkurs geführt. Das hartnäckige Festhalten an seinem
Geschäftsgebaren trotz wiederholten Scheiterns verdeutlicht, dass er keine Einsicht in
sein Fehlverhalten zeigte. Spätestens nach der ausländerrechtlichen Verwarnung im
Jahr 2014 hätte vom Beschwerdeführer erwartet werden dürfen, dass er konkrete
Massnahmen ergreift, um die Anhäufung weiterer Schulden zu vermeiden. Insgesamt
muss er sich daher vorwerfen lassen, dass er trotz ausländerrechtlicher Verwarnung
und mehrerer strafrechtlicher Verurteilung nicht ernsthaft eine Stabilisierung bzw. den
Abbau seiner Schulden angestrebt hat. Zwar behauptet er, sich um eine Sanierung
bemüht zu haben, jedoch ergeben sich aus den Akten und seinen Vorbringen keine
Anhaltspunkte vor, aufgrund derer eine Verbesserung der unhaltbaren Situation
absehbar erscheinen würde. Vielmehr muss aufgrund seines langjährigen Gebarens der
gegenteilige Schluss als naheliegend gewertet werden.
Wenn die Vorinstanz mit Blick auf die sich über einen längeren Zeitraum erstreckende
Schuldenentwicklung und die offenkundig mangelnden Sanierungsbestrebungen von
einer mutwilligen Vernachlässigung der finanziellen Verpflichtungen ausgegangen ist
und in einer Gesamtbetrachtung den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG als
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erfüllt betrachtete, ist dies mit Blick auf die dargelegten Umstände nicht zu
beanstanden.
3.2. In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers verhältnismässig ist. Dabei sind
dem öffentlichen Interesse am Widerruf seine privaten Interessen am Verbleib in der
Schweiz gegenüberzustellen (e. 3.2.1.f). Bejahendenfalls bleibt danach zu prüfen, ob
die gegenüber der Beschwerdeführerin ausgesprochene Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung zu Recht erfolgte (E. 3.3).
3.2.1. Das öffentliche Interesse am Widerruf ist durch das Vorliegen eines gesetzlichen
Widerrufsgrundes ausgewiesen.
Dass gegen den Beschwerdeführer keine schwerwiegenden strafrechtlichen
Verurteilungen vorliegen, vermag das öffentliche Interesse an seiner Entfernung und
Fernhaltung nicht entscheidend zu relativieren. Vorliegend wird seitens der Vorinstanz
nicht in Abrede gestellt, dass die strafrechtlichen Verurteilungen des
Beschwerdeführers für sich allein betrachtet noch keinen Widerruf der
Niederlassungsbewilligung rechtfertigen würden. Die Vorinstanz hat jedoch nicht (nur)
auf die verschiedenen strafrechtlichen Verurteilungen abgestellt, sondern in erster Linie
auf die jahrelange Schuldenwirtschaft, deren Ausmass trotz ausländerrechtlicher
Verwarnung weiter zugenommen hat.
3.2.2. Der Beschwerdeführer lebt seit 26 Jahren in der Schweiz. Aufgrund dieser
langen Aufenthaltsdauer stellt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zweifellos
eine besondere Härte dar. Mit Blick auf die seit Jahren dauernde Missachtung seiner
finanziellen Pflichten drängt sich jedoch der Schluss auf, dass die Länge der
Aufenthaltsdauer in keiner Weise mit seiner wirtschaftlichen Integration korreliert.
Negativ fällt dabei ins Gewicht, dass eine entsprechende ausländerrechtliche
Verwarnung offenbar wirkungslos geblieben ist und den Beschwerdeführer nicht zu
einer Änderung seines Verhaltens bewegen konnte. Dass ihm eine Ausreise ins
Heimatland nicht zumutbar wäre, ist nicht ersichtlich: Er kam erst im Alter von 29
Jahren in die Schweiz und ist daher mit der heimatlichen Sprache und Kultur nach wie
vor vertraut. Er ist mit einer Landsfrau verheiratet, die bis zu ihrem 39. Lebensjahr in
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Bosnien und Herzegowina gelebt hat. Der Beschwerdeführer ist bei guter Gesundheit
und eine Ausreise würde ihn nicht aus einer beruflich stabilen Situation herausreissen.
Daran ändert auch die mittlerweile neue Arbeitsstelle, bei welcher er nicht einmal ein
50%-Pensum erfüllt und damit im Durschnitt lediglich monatlich etwa CHF 1'200 netto
verdient (vgl. act. 6/6), nichts. Auffällig ist ausserdem, dass die (angeblich) neue
Arbeitgeberin den Beschwerdeführer im Jahr 2013 im Umfang von CHF 19'000
betrieben hat, wobei die Betreibung mittlerweile erloschen ist (vgl. Dossier
Beschwerdeführer S. 163). Die hier im Baugewerbe erworbenen Kenntnisse können
ihm indes im Heimatland von Nutzen sein. Der Umstand, dass die wirtschaftlichen
Verhältnisse bzw. die Arbeitsmöglichkeiten in der Schweiz besser sind als in Bosnien
und Herzegowina, mag zutreffen, lässt aber eine Ausreise nicht als unzumutbar
erscheinen, betrifft dies doch die dortige Bevölkerung als Ganzes und nicht spezifisch
den Beschwerdeführer. Auch wenn eine Wiedereingliederung des Beschwerdeführers
im Heimatland anfänglich mit Schwierigkeiten verbunden sein kann, ist dennoch
insgesamt davon auszugehen, dass dieser keine unüberwindlichen Hindernisse
entgegenstehen.
In Anbetracht aller Umstände erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
des Beschwerdeführers als verhältnismässig. Eine erneute Verwarnung anstelle des
Widerrufs fällt ausser Betracht, da bereits eine erste ausländerrechtliche Verwarnung
keine Wirkung gezeigt hat (vgl. zum Ganzen auch BGer 2C_658/2017 vom 25. Juni
2018 E. 4.1-4.3).
3.3. Wie bereits erwähnt, stammt die Ehefrau des Beschwerdeführers ebenfalls aus
Bosnien und Herzegowina und ist Ende Dezember 2002 in die Schweiz eingereist. Sie
ist im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung, welche ihr im Rahmen des Familiennachzugs
erteilt worden ist.
3.3.1. Die Vorinstanz erachtete die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin für zulässig. Diese habe ihre Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib
im Rahmen des Familiennachzugs zu dem in der Schweiz niedergelassenen Ehemann
erhalten. Aufgrund des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers sei diese mit der mit der Aufenthaltsbewilligung verbundene
Bedingung nicht mehr erfüllt und somit der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. d
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AuG gegeben. Im Übrigen sei auch die Beschwerdeführerin per 13. Januar 2016 beim
Betreibungsamt mit zwei offenen Verlustscheinen im Gesamtbetrag von CHF 28'800
und per 2. Mai 2018 mit sechs Verlustscheinen im Gesamtbetrag von CHF 33'700
verzeichnet (vgl. act. 2/1 E. 6a und b).
3.3.2. Ob die Beschwerdeführerin aufgrund der gegen sie verzeichneten Verlustscheine
in Höhe von über CHF 30'000 auch noch den Widerrufsgrund des erheblichen bzw.
wiederholten Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von
Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt, erscheint zweifelhaft, zumal sie grundsätzlich nicht für
den geschäftlichen Misserfolg des Ehegatten in die Pflicht genommen werden kann.
Zwar teilt der nachgezogene Ehepartner nicht automatisch und immer das Schicksal
des Ehegatten (vgl. BGer 2C_105/2017 vom 8. Mai 2017 E. 4.3). In der vorliegenden
Konstellation verfügt die Beschwerdeführerin – anders als im zitierten
Bundesgerichtsentscheid – jedoch einerseits nicht über eine Aufenthaltsbewilligung
EU/EFTA. Andererseits ist der Hinweis der Beschwerdeführerin unzutreffend, sie habe
in der Schweiz nie Anlass zu Klagen gegeben. Immerhin wies das Migrationsamt
bereits im Jahr 2009 ein Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung mit der
Begründung ab, die Beschwerdeführerin sei gemäss Betreibungsregisterauszug vom
24. November 2008 mit Verlustscheinen in der Gesamthöhe von über CHF 56'500
verzeichnet (vgl. Dossier Beschwerdeführerin S. 42 ff.). Es ist ihr zwar zugute zu halten,
dass es ihr zunächst gelang, ihre Schulden abzubauen; indes sind diese nunmehr
zwischen 2016 und 2018 wieder angestiegen. Wie es sich letztlich damit genau verhält,
braucht indes nicht weiter erörtert zu werden. Dies daher, weil es der
Beschwerdeführerin, welche lediglich über eine abgeleitete Aufenthaltsbewilligung –
jedoch nicht eine solche für Angehörige der Mitgliederstaaten der EU/EFTA – verfügt, in
jedem Fall zuzumuten ist, mit ihrem Ehemann ins Heimatland zurückzukehren. Die
Beschwerdeführerin wurde in Bosnien und Herzegowina sozialisiert und ist erst im Alter
von 39 Jahren in die Schweiz eingereist. Zwar lebt sie nunmehr schon seit knapp
16 Jahren in der Schweiz, jedoch liegen keine Anhaltspunkte für eine sprachliche,
soziale oder berufliche Integration in der Schweiz vor. Die Beschwerdeschrift enthält
diesbezüglich jedenfalls keine Informationen, welche die die fehlende Integration
aufzeigenden Feststellungen der Vorinstanz in Frage stellen würden. Es ist daher nicht
ersichtlich, weshalb es für die Beschwerdeführerin unzumutbar sein sollte, zusammen
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mit ihrem Ehemann nach Bosnien und Herzegowina zurückzukehren, zumal sie dort die
längste Zeit ihres Lebens verbracht hat.
3.4. Schliesslich ist der Schutzbereich des Familienlebens nach Art. 8 EMRK vorliegend
nicht berührt, da der angefochtene Entscheid nicht zur Trennung der Ehegatten führt.
Daran vermag auch die Beziehung der Beschwerdeführer zu ihren in der Schweiz
lebenden Töchtern nichts zu ändern. Diese sind mittlerweile volljährig und ein
besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Töchtern und den Eltern im Sinne
von Art. 8 EMRK, aus welchem sich ein Aufenthaltsrecht ergeben könnte, wird weder
dargetan, noch ist es aufgrund der Akten ersichtlich. Auf jeden Fall ergibt es sich nicht
bereits alleine aus dem Umstand, dass sich die jüngere Tochter noch in Ausbildung
befindet. Die Beschwerdeführer anerkennen denn auch, dass beide Töchter finanziell
unabhängig überleben können (vgl. act. 1 Rz. 15). Es ist den Beteiligten daher ohne
Weiteres zuzumuten, ihre familiären Beziehungen über die Grenzen hinweg zu pflegen.
Auch aus dem ebenfalls in Art. 8 EMRK verankerten Schutz auf Achtung des
Privatlebens vermögen die Beschwerdeführer nichts zu ihren Gunsten abzuleiten:
Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass der Schutzbereich durch die
aufenthaltsbeendende Massnahme berührt würde, ist angesichts der genannten
Umstände (Schulden, geringe Integration der Beschwerdeführerin in der Schweiz,
Zumutbarkeit der Rückkehr in das gemeinsame Heimatland) eine Einschränkung im
Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gerechtfertigt (vgl. zum Ganzen BGer 2C_658/2017 vom
25. Juni 2018 E. 4.4.4 und E. 4.4.5).
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Sie ist mit dem von den Beschwerdeführern in der gleichen Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen
(Art. 98 Abs. 1 und 98 VRP).