Decision ID: 07f0d510-ff66-4756-bbac-d162054caa1b
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X._
ist gelernter Automechaniker
(Urk.
11/7/5
, Urk. 11/20
) und
arbeitete
seit
April 2001
als Automechaniker bei
der
Y._
AG
(
Urk. 11/1
und Urk. 11/9/1-2
)
, als er am
3.
Oktober 2019 einen Herzinfarkt erlitt
. Im Januar 2020 nahm er seine Arbeit dort wieder zu 70 % auf. Unter Hinweis auf den Herzinfarkt mit konsekutivem Schwindel und verminderter Leistungsfähigkeit sowie auf einen Diabetes meldete er sich am 17. Februar 2020 bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung
(Urk.
11/5) sowie am 6. März 2020 zum Leistungsbezug
an (Urk. 11/7)
.
Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte daraufhin erwerbliche sowie medizinische Abklärungen, zog die Akten des Krankentaggeld
versicherers bei und teilte dem Versicherten am 23. Juli 2020 mit, die Arbeitsplatzerhaltung werde abgeschlossen, da aktuell kein Bedarf für Unterstützung bestehe
, und sie leitete die Akten weiter zur Prüfung der Rentenfrage
(Urk. 11/16).
Nach weiteren Abklä
rungen legte sie das aktualisierte Dossier ihrem Regionale
n
Ärztliche
n
Dienst
(RAD) vor, für welchen Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Innere Medizin, am 1. Februar 2021 Stellung nahm
(Urk.
11/38/3-5). Nach Durchführung eines Einkommensvergleichs
(Urk.
11/37) stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. März 2021 die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk.
11/40).
Dagegen erhob der Versicherte am 24. März 2021 Einwand und wies darauf hin, dass er zumindest Anspruch auf berufliche Massnahmen habe
(Urk.
11/45).
Nach Rücksprache mit RAD-Ärztin
Z._
(Urk.
11/49/3) verneinte die IV-Stelle wie angekündigt mit Verfügung vom 3. Mai 2021 den Anspruch des
Versicherten
auf eine Invalidenrente
(Urk.
11/50 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 3. Mai 2021 erhob der Versicherte am 2. Juni 2021 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihm rückwirkend ab Oktober 2020 eine Inva
lidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % zuzuspre
chen (Urk. 1 S. 2)
,
und er liess verschiedene medizinische Berichte einreichen (Urk. 3/3-5)
.
Mit Eingabe vom 20. September 2021 (Urk. 8) reichte der Beschwer
deführer einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 9).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 23. September 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10)
und verzichtete am 11. Oktober 2021 auf eine zusätzliche Stellung
nahme zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. September 2021 (Urk. 14)
.
In seiner
Replik vom
27. Januar 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträ
gen fest (
Urk.
19). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Februar 2022 auf das Einreichen einer
Duplik
(
Urk.
21
)
, was dem Beschwerdeführer am
7. Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (U
rk.
22)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da die angefochtene Verfügung vor dem 1. Januar 2022 erging, sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden (vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_251/2022 vom 11. Juli 2022 E. 3.1 und 8C_804/2021 vom 1. Juni 2022 E. 2.2).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben der Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit
. c in Verbindung mit Art. 2 ATSG).
Es liegt grundsätzlich im Ermessen des Versicherungsträgers und im Beschwerdefall des Gerichts, darüber zu befin
den, mit welchen Mitteln dies zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung besteht ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs
grund
satz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie
d
en werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_721/2019 vom 27. Mai 2020 E. 3
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom
3. Mai 2021 auf den Standpunkt,
der Beschwerdeführer sei zwar in der ange
stammten Tätigkeit als Automechaniker seit dem 3. Oktober 2019 voll arbeits
unfähig, jedoch bestehe in einer optimal angepassten Tätigkeit seit dem
19. Oktober 2020 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Ein leidensbedingter Abzug
beim Invaliden
einkommen
sei nicht angezeigt, weshalb ein nicht renten
begründender Invalidi
tätsgrad von 15 % resultiere (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vom 2. Juni 2021 zusam
mengefasst vor,
es treffe nicht zu, dass er in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Der RAD stütze sich auf den Bericht des Universitätsspitals
A._
vom 7. Januar 2021
, in welchem jedoch die Frage nach seiner Arbeitsfä
higkeit in angepasster Tätigkeit nicht beantwortet werde. Die behandelnde Ärztin D
r
. med.
B._
, Fachärztin für Innere Medizin, gehe demgegenüber von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50 bis 70 % aus
(Urk. 1
S. 3-4
).
Er leide an invalidisierendem Lagerungsschwindel und sei viel langsamer als vor dem Herzinfarkt, weshalb er auch in einer angepassten Tätigkeit maximal 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 1 S. 4-5). Aufgrund seines Alters und seiner Krankheitsbio
graphie sei er
überdies
im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar
(Urk. 1 S. 5).
Am 20. September 2021 ergänzte er, die behandelnde Kardiologin sehe seine Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit bei vier Stunden pro Tag
, sie
schätze seine Leistungsfähigkeit auch bezüglich einer leichten Tätigkeit auf lediglich
50 % ein (Urk. 8 S. 2).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Vernehmlassung vom 23. September 2021 gestützt auf die RAD-Stellungnahme von Dr.
Z._
vom 25. März 2021 fest, für die subjektiven Beschwerden hätten keine objektiven Befunde mitgeliefert werden können, weshalb keine Begutachtung angezeigt sei (Urk. 10 S. 1). Zu den neu bei den Akten befindlichen medizinischen Berichten habe Dr.
Z._
am 21. September 2021 Stellung genommen und zum Sprechstundenbericht des
I
nterdisziplinären Zentrums für Schwindel und Sehstörungen vom 6. Mai 2012 habe sich RAD-Arzt Dipl. med.
C._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychothe
rapie, am 22. Sep
tember 2021 geäussert. Demnach sollten
schnelle Lagewechsel sowie Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten vermieden werden, doch sei aus neuro
logischer Sicht keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgewiesen (Urk. 10 S. 2).
Zusammenfassend sei der medi
zi
nische Sachverhalt auch ohne Begutachtung liquide
und es werde am nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 15 % festgehalten (Urk. 10 S. 3).
2.4
Der Beschwerdeführer führte in seiner Replik vom 27. Januar 2022 aus, der Arbeitgeber habe das Arbeitsverhältnis mit ihm
gekündigt. M
it seiner Erfahrung ausschliesslich als Automechaniker und während über 20 Jahren im gleichen Betrieb sowie aufgrund seines Alters von 57 Jahren sei er als Hilfsarbeiter nicht mehr vermittelbar. Angesichts des Verlusts seiner bisherigen Arbeitsstelle seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren, bestehend in der Anordnung eines Arbeitstrainings und anschliessenden Massnahmen
. Ein Arbeitstraining dränge sich vor allem auch auf, um
seine
praktische Arbeitsfähigkeit zu ermitteln
(Urk.
19 S. 2
-3
).
3.
3.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfech
tungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
3.2
Mit der angefochtenen Verfügung vom
3. Mai 2021
verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Beschwerdeführe
rs auf eine Rente der Invaliden
versicherung. Die leistungsabweisende Verfügung trägt den Titel «Kein Anspruch auf eine Invali
denrente» und die Beschwerdegegnerin hat in den Erwägungen zu einem allfäl
ligen Anspruch auf berufliche
Massnahmen
nicht
Stellung genommen
(Urk. 2)
. So
mit
bildet
der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
nicht Gegenstand der angefochtenen V
erfügung. Auf den
im gerichtlichen Verfahren
erstmals in der Begründung der Replik vom 27. Januar 2022 gestellten Antrag des Beschwerde
führers, es seien ihm berufliche
Massnahmen
zu gewähren (Urk. 19 S. 2 Ziff. 2),
ist nach dem Gesagten nicht einzutreten
.
4.
4.1
Die Ärzte
des Universitätsspitals A._
, Universitäres Herzzentrum,
nannten in ihrem Bericht vom 22. November 2019 namentlich die Diagnose einer koronaren 2-Gefässer
krankung mit einem Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (
NSTEMI
), welche
am
3. Oktober 2019 erstdiagnostiziert worden seien
(Urk.
11/14/3). Für die ange
stammte Tätigkeit als Automechaniker sei er aufgrund von Schwindel sowie eingeschränkter Leistungsfähigkeit nicht arbeitsfähig - voraussichtlich bis Ende Januar 2020. Bei einer körperlich weniger anstrengenden Tätigkeit (Büroarbeit) könnte eine Teilzeittätigkeit von 50 % hingegen ab sofort möglich sein
(Urk.
11/14/3).
Ende Januar 2020
berichteten sie
, der Beschwerdeführer habe
eine 12-wöchige ambulante kardiale Rehabilitation bei ihnen absolviert.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führten sie aus, der Beschwerdeführer habe Zweifel bezüglich einer 100%igen Wiederaufnahme seiner körperlich fordernden beruflichen Tätig
keit geäussert, weshalb sie die Situation von ihrem Sozialdienst
hätten
abklären lassen. Dieser habe ihm ein Dokument für den Antrag auf eine 30%ige Invaliden
rente ausgehändigt
(Urk.
11/10/2).
Dementsprechend attestierten die Ärzte
des Universitätsspitals A._
dem Beschwerdeführer eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit, welche bis mindes
tens Ende Januar 2020 gelte
(Urk.
11/14/2).
4.2
Die Internistin
Dr.
B._
gab am 20. März 2020 an, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 14. November 2019 bei ihr in Behandlung. Für die Tätigkeit als Automechaniker attestierte sie ihm bis auf Weiteres eine 30%ige Arbeitsun
fähigkeit
(Urk.
11/12/2).
Dazu merkte sie an, der Beschwerdeführer leide oft unter Schwindelgefühlen und zum Teil unter neuer Medikation auch unter relativ tiefen Blutdruckwerten von 92/84 sowie rascherer Ermüdbarkeit
(Urk.
11/12/2-4).
Sie
attestierte dem Beschwerdeführer
eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 4. April 2020 (Urk. 11/25/20-22),
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
vom
24. Juli 2020
bis zum 24. September 2020
(Urk.
11/19)
und anschliessend bis zum 26.
Oktober 2020 eine 50%ige Leistungsfähigkeit bei 70%iger Präsenz
(Urk.
11/25/18).
4.3
Dem Bericht
des Universitätsspitals A._
vom 26. Oktober 2020 ist zu entnehmen,
dass der Beschwer
deführer insbesondere an einer koronaren 3-Gefässerkrankung sowie an unklaren Drehschwindelbeschwerden seit dem Herzinfarkt vom 3. Oktober 2019 leide
(Urk.
11/25/5).
A
m 23. Oktober 2020
habe man eine Koronarangiographie durch
geführt, bei welcher sich als Hauptbefund eine
langstreckige
70-80%ige RCA Stenose gezeigt habe. Diese sei mittels
percutaneous
transluminal
coronary
angi
oplasty
(PTCA; Ballondilatation)
und Implantation von 3x DES behandelt worden.
Nebenbefundlich
habe sich eine 50%ige Stenose des RIVA im mittleren Drittel gezeigt. Zudem sei
periinterventionell
- bei der
Adenosingabe
- ein paroxysmales Vorhofflimmern aufgetreten, welches indes circa zweieinhalb Stunden nach Ende der Koronarangiographie spontan in den Sinusrhythmus konvertiert sei
.
Postinterventionell
habe sich ein gutes Ergebnis präsentiert, mit promptem Fluss bis in die Peripherie
(Urk.
11/25/5-6).
Der Beschwerdeführer habe ein gutes Allgemeinbefinden beschrieben, jedoch weiterhin über die seit dem NSTEMI bestehende Schwindelsymptomatik bei schnellen Kopfbewegungen beziehungsweise schnellem Aufstehen gekla
gt. Zudem würde er bei Belastung - so
bei
der Arbeit als Automechaniker
- schnell ermüden und er könne
nur noch circa drei Stunden durchschlafen
(Urk.
11/25/8). Vom 19. bis am
30. Oktober 2020 wurde ihm für seine körperlich anstrengende Arbeit als Auto
mechaniker eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Urk.
11/25/17). Dies mit der Begrün
dung, dass
er sich bei positiver Ergometrie mit Blutdruckabfall unter maximaler Last und im Alltag typischem
Angor
bis zur Durchführung einer Koronaran
gio
graphie körperlich schonen müsse
(Urk.
11/25/13).
4.4
In ihrem Bericht vom 4. Dezember 2020 beschrieb Dr.
B._
eine Verschlech
terung der koronaren Herzkrankheit und führte aus, sie ha
b
e den Beschwerde
führer für körperlich belast
ende Tätigkeiten zu 100 % krank
geschrieben, da der Schwindel unverändert vorhanden sei, eine Reststenose der RIVA von 50 % vorliege und das Ergebnis der
Rhythmologie
des Universitätsspitals A._
noch ausstehend sei
(Urk.
11/33/21
, vgl. auch Urk. 11/33/22-23
).
4.5
Am 8. Januar 2020 (richtig: 2021) gaben die Ärzte
des Universitätsspitals A._
in ihrem von der IV-Stelle angeforderten Verlaufsbericht (vgl. Urk. 11/28)
an, als Automechaniker sei ein Arbeitspensum von 50 bis 70 % denkbar
(Urk.
11/29/1). Die Leistungsfä
higkeit sei um 30 bis 50 % vermindert
(Urk.
11/29/2). Der Beschwerdeführer weise eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit
sowie
Müdigkeit auf
(Urk.
11/29/1).
Die schwere körperliche Arbeit wirke sich ungünstig aus
(Urk.
11/29/3).
4.6
RAD-Ärztin
Dr.
Z._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 1. Februar 2021 fest, die Herzfunktion des Beschwerdeführers sei zu jeder Zeit normal gewesen bei einer Ejektionsfunktion (EF) von 55 %
. Eine raschere körperliche Erschöpfung, auch im Rahmen der Nebenwirkungen der Medikamente,
sei
jedoch nachvollziehbar. Daher seien körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr möglich. Körperlich leichte
(bis maximal zehn Kilogramm)
bis selten mittelschwere
(bis maximal 15 Kilo
gramm)
Tätigkeiten seien jedoch bei guter Herzfunktion zumutbar
- seit dem
19. Oktober 2020 wieder zu 100 %
(Urk.
11/38/4).
4.7
Am 8. März 2021 führte die Hausärztin Dr.
B._
aus, im Oktober 2020 sei beim Beschwerdeführer eine erneute Koronarangiographie mit PTCA
(
Ballondila
tation) und
Stentimplantation
durchgeführt worden. Auch nach dieser sei indes eine Reststenose verblieben, bei welcher körperliche Schonung empfohlen sei. Nachdem zuerst eine weitere Koronarangiographie mit einem Abstand von drei Monaten empfohlen gewesen sei, ha
be man dann beschlossen, die 50
%
ige
Stenose im mittleren Drittel der RIVA zu belassen. Die Diagnose habe sich auf eine koronare 3-Gefässerkrankung erweitert. Der Beschwerdeführer sei überdies noch auf der Neurologie inklusive Physiotherapie
des Universitätsspitals A._
in Behandlung, wo der V
erdacht auf einen
benignen
paroxismalen
Lagerungsschwindel sowie auf eine aktuell unvollständige zentrale Kompensation geäussert worden sei. Aus neuro
logischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für ungesicherte Arbeiten in der Höhe, an ungesicherten schweren Maschinen, für Schichtbetriebsarbeit alleine mit Schut
z
befohlenen sowie für Arbe
i
ten, die mit dem Führen von Motorfahr
zeugen zum Per
s
o
nen
transport verbunden seien.
Seit Januar 2021 arbeite der Beschwerdeführer wieder zu 50 % und
berichte
über eine Einschränkung der Leistung bei regelmässig auftretendem Schwindel und
über
eine Langsamkeit. Sie denke, der Beschwerdeführer sei zu 50 bis 70 % arbeitsfähig, sie sei jedoch keine Arbeitsmedizinerin
(Urk.
11/41).
4.8
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Kardiologie und
Allgemeine Innere Me
dizin
,
führte am
19. März 2021
aus
,
als mögliche Ursache für die intermittie
renden Schwindelepisoden sowie die Müdigkeit bestünden intermittierend
hypotone
Blutdruckwerte. Aus diesem Grund habe sie das
Zestril
pausiert und werde dies im Rahmen der folgenden Kontrolle in zwei Wochen mittels 24h-Blutdruckmessung
reevaluieren
. Aus ihrer Sicht sei der Beschwerdeführer weiterhin nur zu 50 % arbeitsfähig. Es bestehe eine objektivierbare Leistungsmin
derung, die sicherlich auf die kardiale Erkrankung zurückzuführen sei. Bezüglich der körperlich schweren Arbeit könnten möglicherweise auch langfristig Einschränkungen bestehen bleiben
(Urk. 3/3
und 3/4
S. 2
)
.
4.9
RAD-Ärztin Dr.
Z._
äusserte sich am 12. April 2021 telefonisch
zuhanden der Beschwerdegegnerin
dahingehend, dass der Einwand des Beschwerdeführers lediglich auf dessen subjektiven Beschwerden beruhe und keine objektiven Befunde mitgeliefert worden seien. Im Übrigen habe sie den Arztbericht der Kardiologen
des Universitätsspitals A._
vom 7. Januar 2021 bereits in ihrer letzten Stellungnahme berücksichtigt, weshalb sie sinngemäss an dieser festhielt (Urk. 11/49/3).
4.10
In ihrer Beurteilung
, welche
gestützt auf ihre kardiologische Abklärung vom
16.
April 2021
erfolgte,
gelangte Dr.
D._
zum Ergebnis, aktuell bestehe kein Anhaltspunkt für eine Limitation der Koronarperfusion, insbesondere weise die verbliebene 50%ige RIVA-Stenose keine
hämodynamische
Relevanz auf
. Somit könne vorerst am medikamentös-konservativen Therapieregime festgehalten werden. In der aktuellen 24h-Blutdruckmessung habe sich ein normales Blut
druckprofil trotz Stopp von
Lisinopril
gezeigt, sodass dieses weiterhin gestoppt bleiben könne. In der Annahme eines kardial beschwerdefreien weiteren Verlau
fes s
ei die nächste
kardiologische Verlaufskontrolle in einem Jahr vorgesehen
(Urk. 12/1
S. 2
)
.
Die
Anfrage der Rechtsanwältin des Beschwerdeführers vom 23. Juni 2021 beantwortete Dr.
D._
am 16. September 2021
dahingehend, dass
aufgrund der geklagten Beschwerden (Belastungsdyspnoe, Schwindel, ausgeprägte Müdigkeit) bezüglich angepasster Tätigkeiten eine reduzierte Arbeitsfähigkeit vorliege
(Urk. 9 S. 1
)
. Eine leichte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer während vier Stunden pro Tag zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei um 50 % eingeschränkt (Urk.
9
S. 2).
4.
11
Die Ärzte des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und neurologische Seh
störungen
des Universitätsspitals A._
äusserten in ihrem Bericht vom
6. Mai 2021
ihr Fachgebiet betreffend den Verdacht auf stattgehabten benignen paroxysmalen Lagerungs
schwindel mit aktuell unvollständiger zentraler Kompensation (Urk.
3/5
S. 1
)
.
Sie führten aus, der Beschwerdeführer berichte, dass der Schwindel weiterhin komme und gehe. Zum Teil sei er mehrere Tage lang beschwerdefrei, dann gehe es
- besonders an stressigen Tagen - wieder schlechter. Er meide schnelle Kopfbewe
gungen, insbesondere Bücken. Der Schwindel sei eher eine Vibration, welche
10 Sekunden daure. Er habe aber zwei- bis dreimal pro Monat schwerere Episoden mit eindeutigem Drehen über einige Sekunden und Übelkeit. Dann erleide er einen Schweissausbruch und fühle sich hernach circa 30 Minuten schlapp. Sodann störten ihn visuelle Reize weiterhin (zum Beispiel Filme mit komplexen visuellen Effekten; Urk. 3/5 S. 2).
In ihrer Beurteilung hielten sie fest, Schwindel
beschwerden würden durch schnelle Kopfbewegungen ausgelöst, wohingegen langsame Bewegungen keine Beschwerden provozierten
. Das durchgeführte
Epley
-Manöver für die rechte Seite habe zu einer subjektiven Besserung des Allgemeinbefindens geführt. Das Bild sei am
e
hesten als eine zentral-vestibuläre Maladaption auf ein auslösendes Ereignis (im Rahmen des Herzinfarktes)
zu interpretieren. Da der Beschwerdeführer mehrmals pro Monat schwerere Episoden mit Drehschwindel und Übelkeit erleide, liege möglicherweise weiterhin ein rezidivierender benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel mit Typ 2
-
Sympto
matik vor.
Bei ebenfalls vorliegender Nackenspannung sei auch ein
zervikogener
Schwindel als Begleitfaktor oder Auslöser denkbar. Die Nackensymptomatik sei abzuklären und die vestibuläre Physiotherapie fortzuführen. Zudem werde regel
mässige körperliche Aktivität empfohlen. In sechs Monaten werde eine Kontrolle mit Drehstuhllagerung erfolgen (Urk. 3/5 S. 3).
4.1
2
Dr. med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie und
Allgemeine Innere Medizin
,
Klinik F._
, berichtete am 28. Juni 2021 über die gleichen
tags erfolgte Untersuchung des Beschwerdeführers. Er gelangte zur Beurteilung,
aufgrund der Anamnese, der vorgängigen Abklärungen sowie der klinischen Befunde seien die Schwindelbeschwerden des Beschwerdeführers auf ein
zerviko
zephales
Syndrom bei segmentalen Dysfunktionen intervertebral und
costover
tebral
zurückzuführen.
Neben den zervikalen Funktionsstörungen seien auch solche lumbal mit entsprechender Symptomatik zu finden gewesen. Prädispo
nierend für segmentale Funktionsstörungen bestehe eine Hypokyphose thorakal mit Haltungsinsuffizienz
. Nach manueller Mobilisation zervikal und lumbal sowie Infiltration von
Ansatztendinosen
rechts zervikal seien die Schwindelbe
schwerden weg gewesen, insbesondere auch bei Bewegungen der Halswirbelsäule oder beim Bücken. Dies beweise die zervikale Genese des Schwindels. Zur Prophylaxe seien Übungen zur Kräftigung der Nacken-Schultergürtelmuskulatur sowie der
Abdominalmuskulatur
instruiert worden. Falls der Schwindel im Aufbautraining nochmals auftrete, werde sich der Beschwerdeführer direkt bei ihnen zur Mobilisation melden (Urk. 12/4 S. 2).
Am 17. September 2021 hielt Dr.
E._
ergänzend fest, aus rheumato
logischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
. Insbesondere werde durch den Schwindel mit den entsprechenden Behandlungen keine dauernde Beeinträchtigung vorliegen (Urk. 12/5).
4.1
3
RAD-Ärztin Dr.
Z._
führte in ihrer Stellungnahme vom 21. September 2021 aus
,
anlässlich des medikamentösen Stressechokardiogramms vom 16. April 2021 habe sich unter der zunehmenden medikamentösen Bel
a
stung eine Zunahme der Herzfunktion ohne Nachweis von regionalen Wandbewegungsstörungen gezeigt. Subjektiv sei der Beschwerdeführer bis zur Ausbelastung beschwerdefrei gewesen. Somit habe sich auch bei dieser Untersuchung kein
Ischämienachweis
ergeben. In der Langzeit-Blutdruckmessung habe sich ein normales Blutdruckprofil unter der medikamentösen Therapie gezeigt. Insgesamt liege ein erfreulicher Verlauf des kardial beschwerdefreien Beschwerdeführers vor. Gesamthaft begründeten die
nun
umfangreichen Abklärungen aus internistisch-kardiologischer Sicht weiter
hin keine Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittel
schweren Tätigkeit
(Urk. 12/6
S. 2
)
.
RAD-Arzt Dipl. med.
C._
gab in seiner Stellungnahme vom
2
2
. September 2021 an, hinsichtlich des Schwindels hätten keine eindeutigen objektivierbaren Befunde erhoben werden können. Die Schwindelereignisse seien insgesamt selten mit zwei bis drei schweren Episoden (aus Sicht des Beschwerdeführers pro Monat). Grundsätzlich
seien bei
jeglicher körperlicher
Tätigkeit
schnelle Lagewechsel sowie Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten zu vermeiden. Für eine a
n
gepasste Tätigkeit sei aus neurologischer Sicht keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (Urk. 12/6 S. 3).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der lei
stungsabweisenden Verfügung vom
3. Mai
2021 auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin
Z._
vom
1. Februar 2021
(E. 4.6 vorstehend) und untermauerte diese hernach mit den Stellung
nahmen
ihrer RAD-Ärzte
Z._
und
C._
vom
21. und
2
2
. September
2021 (E.
4.1
3
hiervor).
5.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einho
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesge
richts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
5.3
RAD-Ärztin Dr.
Z._
nahm in ihrer Beurteilung vom 1. Februar 2021 Bezug auf die fachärztlich erhobenen kardiologischen Befunde und befand die daraus resul
tierende schneller
e
körperliche Erschöpfung für nachvollziehbar. Daraus schloss sie auf die Unzumutbarkeit körperlich schwerer Tätigkeiten. Zugleich hielt sie fest, leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit
en
seien bei der jederzeit guten Herzfunktion möglich (Urk. 11/38/4), was grundsätzlich einleuchtet.
Bereits rund
eineinhalb
Monate nach dem Myokardinfarkt vom 3. Oktober 2019 hatten die Kardiologen
des Universitätsspitals A._
eine körperlich weniger anstrengende Tätigkeit wie beispielsweise eine
Tätigkeit
im Büro zu 50 % für möglich gehalten (E. 4.1 vorstehend). Dass
die RAD-Ärztin anfangs von einer teilweisen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging (Urk. 11/38/4), überzeugt vor diesem Hinter
grund, wobei die exakte Höhe der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vor Ablauf des Wartejahrs
offen bleiben
kann.
Abgesehen von der erwähnten teil
weisen Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit bezogen sich die am
1. Februar 2021 vorhandenen Arbeitsunfähigkeitsatteste der behandelnden Ärzte (vorstehende E. 4.2-4.5) ausschliesslich auf die angestammte Tätigkeit als Auto
mechaniker, welche der Beschwerdeführer im Januar 2020 in einem Teilzeitpen
sum und u
nter Auslassung der körperlich
anstrengendsten Arbeiten wieder aufgenommen hatte
(vgl. den Arbeitgeberfragebogen vom 18. März 2020, insbe
sondere Urk. 11/9/2-5). Gründe für die Arbeitsunfähigkeitsatteste in der ange
stammten Tätigkeit waren, dass es sich dabei um eine körperlich fordernde
respektive belastende
Tätigkeit handelte (Urk. 11/10/2
lit
. c, Urk. 11/25/13
, U
rk.
11/33/21
-23
)
,
dass der Beschwerdeführer wegen des Schwindels nicht kopfüber arbeiten konnte (U
rk.
11/10/5, 18. November 2019)
und dass er eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Müdigkeit aufwies. Dabei betonten die Ärzte
des Universitätsspitals A._
, dass sich die schwere körperliche Tätigkeit ungünstig auswirke (E. 4.5 hiervor).
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von der Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit
als Automechaniker mit dem vollen Tätigkeitsprofil dieser Tätigkeit (vgl. Service-Arbeiten an Fahrzeugen, Reparaturen, Räderwechsel, Motorrevisionen, Getrieberevisionen: Urk. 11/9)
ausgeht. Hingegen fehlte es
i
m Zeitpunkt der RAD-Beurteilung vom 1. Februar 2021 an Anhaltspunkten dafür, dass der Beschwer
deführer auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit Einschränkungen
aufgewiesen hätte
. Dass Dr.
Z._
im Oktober 2020, bei Ablauf des Wartejahrs, von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, hingegen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging (Urk. 11/38/4
)
,
überzeugt folglich.
Das Datum vom 19. Oktober 2020 hat Dr.
Z._
vermutlich gewählt, weil ab dann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die körperlich anstrengende Arbeit als Automechaniker attestiert wurde (Urk. 11/25/17 in Verbindung mit Urk. 11/25/13). Eine Verbesserung ist indes zu jenem Zeitpunkt - vor der PTCA mit 3x
DES Implantation
vom 23. Oktober 2020 (vgl. Urk. 11/25/5) - nicht ersichtlich, weshalb -
beim
oben dargelegten
Fehlen von
Anhaltspunkte
n
für das Gegenteil - bereits vorher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit auszugehen ist. Nach dem Gesagten lag bei Ablauf des Warte
jahrs im Oktober 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vor.
5.4
Die sich aus dem Bericht der Hausärztin Dr.
B._
vom 8. März 2021 erge
benden Einschränkungen des Zumutbarkeitsprofils aufgrund des Schwindels (Urk. 11/41) bestätigte der RAD-Neurologe
Dipl. med.
C._
am 22. September 2021 teilweise (Urk. 12/6 S. 3). Auch im Übrigen sind sie indes einigermassen nachvollziehbar, da der Beschwerdeführer beispielsweise beim gewerbsmässigen motorisierten Personentransport andere Personen übermäss
ig gefährden könnte. Sie führen
indes lediglich zu
einer Einschränkung der dem Beschwerdeführer
offen stehenden
Tätigkeiten
, wobei sie nicht ins Gewicht fallen,
und nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
führen
.
Dass
schnelle Bewegungen Schwindelbeschwerden auslösen
oder auslösten
(Urk. 3/5 S. 3)
, berücksichtigte RAD-Arzt Dipl. med.
C._
dadurch, dass er Tätigkeiten mit dem Erfordernis schneller Lagewechsel vom Zumutbar
keitsprofil ausnahm (Urk. 12/6 S. 3).
Nebenbei sei angemerkt, dass der Schwindel
in der Zwischenzeit
erfolgreich therapeutisch angegangen werden konnte
(vgl. E. 4.12 hiervor).
5.5
Dr.
B._
wies
darauf hin
, dass aufgrund der Reststenose weiterhin eine körperliche Schonung empfohlen sei (Urk. 11/41)
. Dazu
ist festzuhalten, dass eine solche laut den behandelnden Kardiologen lediglich körperlich anstrengende Tätigkeiten ausschliesst (vgl. Urk. 11/25/13).
Eine gewisse körperliche Aktivität wurde dem Beschwerdeführer von den Ärzten
des Universitätsspitals A._
hingegen empfohlen (Urk. 3/5 S. 3).
Die von Dr.
B._
auf 50 bis 70 % geschätzte Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/41) bezog sich sodann soweit ersichtlich auf die damals noch ausgeübte angestammte Tätigkeit, weshalb daraus von vornherein keine Schlüsse bezüglich
der Zumutbarkeit
einer angepassten Tätigkeit gezogen werden können.
Auch die Angabe der 50%igen Arbeitsunfähigkeit durch die behandelnde Kardi
ologin Dr.
D._
vom 19. März 2021 (Urk. 3/3) bezieht sich auf die körperlich schwere Tätigkeit als Automechaniker. Mit ihrer Angabe, diesbezüglich könnten möglicherweise auch langfristig Einschränkungen bestehen bleiben (Urk. 3/3), ging sie implizit nicht von einer dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus.
5.
6
In ihrem Bericht über die kardiologische Abklärung vom 16. April 2021
führte
Dr.
D._
aus
, es bestehe aktuell kein Anhaltspunkt für eine Limitation der Koronarperfusion, insbesondere weise die verbl
ei
bende Stenose keine
hämody
namische
Relevanz auf. Überdies beschrieb sie ein normales Blutdruckprofil und sah die nächste kardiologische Kontrolle in der Annahme eines kardial beschwer
defreien weiteren Verlaufs ein Jahr später vor (Urk. 12/1 S. 2).
Dass sie am
16. September 2021 dennoch
- offenbar ohne weitere Untersuchung -
eine massive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit angab (Urk. 9 S. 2), ist vor dem Hintergrund der zuvor geschilderten kardialen Beschwerdefreiheit nicht schlüssig.
Vielmehr stützte sich Dr.
D._
offenkundig auf die anfangs des Berichts aufgeführten subjektiven Angaben des Beschwerdeführers (Urk. 9 S. 1). Eine objektive Begründung einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit selbst in einer körperlich leichten Tätigkeit (vgl. Urk. 9 S. 2) fehlt gänzlich.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dies scheint auch vorliegend der Fall gewesen zu sein.
Nach dem Gesagten vermag die nicht nachvollziehbar begründete, von Dr.
D._
angegebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit keine Zweifel an der RAD-Beurteilung zu erwecken. Zudem legte Dr.
Z._
unter Bezugnahme auf die erhobenen objektiven Befunde überzeugend dar, dass diese den Beschwerdeführer bei einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit aus inter
nistisch-kardiologischer Sicht nicht einschränken (Urk. 12/6 S. 2).
5.
7
Zusammenfassend setzten sich die RAD-Ärzte eingehend
mit den somatischen Beschwerden
und den
von den behandelnden Ärzten beschriebenen,
daraus resultierenden Einschränkungen
auseinander. Sodann
legten
sie
schlüssig dar, dass
gestützt darauf eine (vollumfängliche) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit, jedoch keine in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit besteht.
Bei dieser Aktenlage ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle sich au
f die Ein
schätzung
der RAD-Ärzte
stützte.
Nach dem Gesagten ist mit
dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahr
scheinlic
hkeit erstellt, dass der Beschwer
deführer in einer angepassten Tätigkeit
zumindest seit Oktober 2020
zu
10
0 % arbeitsfähig ist.
Auf die vom Beschwerde
führer beantragte kardiologische/neurologische Begutachtung (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 2.1) ist
dem
entsprechend in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu verzichten
.
6.
6.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit nur noch in angepass
ter Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Der Beschwerdeführer bestreitet diesbezüglich
aufgrund seines Alters, seiner Erwerbs- sowie Krankheitsbiographie
, dass er die
allfällige
Restarbeitsfähigkeit auf dem
ersten
Arbeitsmarkt verwerten könne
(Urk. 1 S. 5
, Urk. 19 S. 2-3
)
.
6.3
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor,
in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Ge
sund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird,
nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
kei
t (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
Vorliegend stand die medizinische Zumutbarkeit der erneuten teilweisen Erwerbs
tätigkeit
zwar bereits wenige Monate nach dem Herzinfarkt vom 3. Oktober 2019 fest, jedoch wurde erst
mit der Erstattung de
r
RAD-
Beurteilung vom
1. Februar 2021 oder gar erst mit der später im Jahr 2021 oder Anfang 2022 erfolgten Kün
digung des langjährigen Arbeitsverhältnisses (vgl. Urk. 19 S. 2) klar, dass der Beschwerdeführer für eine optimale Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit die Tätigkeit wechseln musste
. Zu diesem Zeitpunkt war der im
Januar 1965
geborene Beschwerdeführer
maximal 57
Jahre alt. Bis zum Erreichen des AHV-Alters verblieb ihm folglich eine Aktivitätsdauer von
mindestens
acht
Jahren.
6.4
6.4.1
Bejaht hat das Bundesgericht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei
spiels
weise bei einem 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war. Es erachtete ihn als zwar nicht leicht vermittelbar, sah aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeits
markt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten grund
sätzlich altersunabhängig nachgefragt würden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig war (Urteil I 376/05 vom 5. August 2005 insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Bundesgericht auch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines ebenfalls 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheu
matologische und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungs
fähig
keit bei Zumutbarkeit eines Vollpensums (Urteil I 304/06 vom 22. Januar 2007 E. 4.1 und 4.2). Bei einem 61-jährigen Versicherten, dem eine angepasste (körper
lich leichtere, wech
selbelastende) Verweistätigkeit zu 80 % (Vollpensum mit um 20 % reduzierter Leis
tung) zumutbar war und der über keine Berufsausbildung verfügte, schloss
das Bundesgericht ebenfalls auf Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit. Dabei wurde
berücksichtigt, dass der Versicherte in leichten wechsel
be
lastenden Verweistätig
keiten nicht zusätzlich eingeschränkt war und über eine gewisse Erfahrung mit beruflichen Umstellungen verfügte (Urteil 8C_910/2015 vom 19. Mai 2016 E. 4.3.2 und E. 4.3.4). Das Bundesgericht erachtete auch die 80%ige Restarbeitsfähigkeit bei einem 62 Jahre alten Barpianisten als verwertbar, der – unter Beachtung geregelter Arbeitszeiten und unter Ausschluss von Nacht
arbeit und längerer Engagements – weiterhin als Pianist arbeiten oder einer leich
ten bis mittelschweren Tätigkeit nachgehen konnte. Damit stehe ihm ein breites Spektrum an Verweistätigkeiten offen (Urteil 8C_892/2017 vom 23. August 2018 E. 5).
6.4.2
Verneint wurde dagegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Urteil des Bundesgerichts I 392/02 vom 23. Oktober 2003 bei einem über 61-jährigen Ver
sicherten, der über keine Berufserfahrung verfügte und bezüglich der aus medi
zi
nischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass. Die Teilarbeitsfähigkeit des Versicherten unterlag dabei weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen in Form von Atemnot und Hustenanfällen, derentwegen die von der Vorinstanz als zumutbar bezeichneten
Arbeiten (Portier- und Kurierdienste) wegen der damit verbundenen Anstren
gun
gen
praktisch ausser Betracht fielen. Das Bundesgericht bezweifelte anhand der
Akten, dass der Versicherte noch über die für einen entsprechenden Berufs
wech
sel erforderliche Anpassungsfähigkeit verfügte (E. 3.3). Ebenfalls verneint hat das Bundesgericht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem 60-jährigen Versicherten, der in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit medizi
nisch-theoretisch zu 100 % arbeitsfähig war, keine Berufsausbildung abge
schlossen
hatte und über 20 Jahre als Hotelportier gearbeitet hatte. Dabei berücksichtigte das Bundesge
richt insbesondere, dass der Versicherte selbst bei leichten Tätigkeiten noch ein
geschränkt war, da ihm schmerzbedingt nur eingeschränktes Ziehen oder Stossen und die Vornahme von Verrichtungen mit den Händen möglich war, er in seiner Tätigkeit als Hotelportier aber meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausge
führt und sich hierbei keine feinmotorischen Fähigkeiten hatte aneignen
können. Darüber hinaus wurde auf eine geringe Anpassungsfähigkeit und die Tat
sache, dass behindertengerechte Arbeitsplätze mit der Möglichkeit, teils ste
hend, teils sitzend zu arbeiten von Behinderten in jungem und mittlerem Alter
ebenfalls stark nachgefragt würden, hingewiesen (Urteil 9C_954/2012 vom 10. Mai
2013 E. 3.2.1 und E. 3.2.2). Ebenso entschied das Bundesgericht bei einem 61,5-jähri
gen Versicherten, dem es medizinisch-theoretisch zumutbar war, ganztags in eine
r adaptierten leichten, nicht schulterbelastenden Arbeit mit Wechselbelastung tätig zu sein. Das Bundesgericht begründete diesen Entscheid insbesondere damit, dass das fortgeschrittene Alter in Verbindung mit dem Herzleiden und der damit ver
knüpften Verzögerung einer allfälligen Schulteroperation eine Situation mit vielen
Unwägbarkeiten schaffe. Es müsse damit gerechnet werden, dass eine Anstellung durch krankheitsbedingte Unterbrüche geprägt und eine halbwegs ungestörte Tätigkeit gar nicht möglich sei. Dies halte potentielle Arbeitgeber davon ab, das Risiko einer mit solchen Komplikationen behafteten Anstellung einzugehen (Urteil 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 3.4).
6.4.3
Der im
relevanten Zeitpunkt maximal 57
-jährige Beschwerdeführer ist in leichten
bis gelegentlich mittelschweren Tätig
keiten
aus medizinischer Sicht lediglich insoweit eingeschränkt, als diese im Falle einer Schwindelattacke gefährlich sind oder - namentlich schnelle - Lagewechsel erfordern, welche Schwindel auslösen (Urk. 12/6 S. 2-3)
.
Folglich steht dem Beschwer
deführer noch ein recht weites Spektrum von zumutbaren Hilfsarbeiten offen; zu denken ist etwa an leichte Tätigkeiten in den Bereichen Überwachung, Prüfung und Kontrolle (Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2015 vom 22. Dezem
ber 2015 E. 5.1).
Sodann erfordern die zumutbaren einfachen und repetitiven Tätigkeiten weder gute Sprachkennt
nisse noch ein besonderes Bildungsniveau
(Urteil des Bundesgerichts
9C_535/2017 vom 14.
Dezember
2017 E. 4.5.2
).
Es kann daher nicht gesagt werden, die zumutbare Tätigkeit sei nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als aus
geschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 4.2.2, 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen). Denn recht
sprechungsgemäss umfasst
der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen
- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Ent
ge
genkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Hinzu kommt
, dass der Beschwerdeführer weiterhin vollschichtig einsetzbar ist.
Des Weiteren setzt die Ausübung einfacher und repetitiver Tätigkeiten keine Berufserfahrung in einer entsprechenden Tätigkeit voraus.
Es rechtfertigt sich vor diesem Hintergrund nicht, auf eine Unverwertbarkeit
d
er Restarbeitsfähigkeit zu schliessen.
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
7
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Folglich war das Vorgehen der Beschwerdegegnerin
bei der Durchführung des Einkommensvergleichs (vgl. Urk. 11/37/1)
korrekt, auf den zuletzt erzielten Lohn von Fr. 79'310.-- im Jahr 2018 abzustellen (
vgl. den
A
rbeitgeber
fragebogen
vom 18. März 2020
,
Urk. 11/9/6
).
Von diesem unbestritten
geblieben
en
Validenein
kommen
ist auszugehen.
Die Anpassung an die Nominallohn
entwicklung kann unterbleiben, da beim Invalideneinkommen auf die LSE 2018
und damit ebenfalls auf den Stand im Jahr 2018
abgestellt wird und sich daher dadurch nichts am Verhältnis der beiden Vergleichseinkommen zu einander ändern würde.
7
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
a.a.O.,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Dies ist vorliegend der Fall,
da
der Beschwerdeführer mit seinem ab Januar 2020 beim bisherigen Arbeitgeber erzielten Jahreseinkommen von Fr. 63'700.--
(Urk. 11/9/5) seine Resterwerbsfähigkeit nicht voll ausschöpfte.
Im Übrigen hat der Beschwerdeführer seine Stelle in der Zwischenzeit verloren, sodass ab dem Zeit
punkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohnehin nicht mehr auf das effektiv noch erzielte Invalideneinkommen abgestellt werden könnte.
Gemäss LSE-Tabelle TA1_tirage_skill_level, Zeile «Total Privater Sektor», Kom
petenzniveau 1, betrug das monatliche Einkommen für Männer im Jahr 2018 Fr. 5'417.--. Angepasst an die im Jahr
2018
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) ergibt sich ein Betrag von Fr. 67'766.67
(Fr. 5'417.-- x
12 :
40 x 41.7) im Jahr 2018
.
7
.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellen
lohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinde
rung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verblie
bene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicher
weise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Das Argument der Beschwerdegegnerin, ein leidensbedingter Abzug sei im Hilfs
arbeiterlohn bereits mitberücksichtigt (Urk. 11/37/1), überzeugt nicht, zumal der Lohn auf Kompetenzniveau 1 auch besser bezahlte körperlich schwere Hilfstätig
keiten mitumfasst.
Indes
ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind,
r
echtsprechungsgemäss auch bei einge
schränk
ter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Wenn von einer Tätigkeit
vom
Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird, rechtfer
tigen die fehlende berufliche Ausbildung und die gegebenen Sprachkenntnisse keinen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
Auch das Alter von 57 Jahren rechtfertigt
(
gar beim Vorhandensein weiterer limitierender Faktoren wie
beispielsweise d
er Zumutbarkeit von bloss leichten Tätigkeit
en
mit einem Arbeitspensum von 70 %, der Wünschbarkeit der Auftei
lung der Arbeitszeit auf zwei Mal drei Stunden täglich sowie psychischer
Angeschlagenheit
)
keinen leidensbedingten Abzug, solange der versicherten Person noch eine breite Palette von Hilfsarbeiten zumutbar ist (Urteil
e
des Bun
desgerichts 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E. 4.2
, 8C_799/2021
vom
3. März 2022
E. 4.3.3 mit Hinweisen
).
Mit Blick auf die
geschilderte
Rechtsprechung ist
nach dem Gesagten
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Vornahme eines leidensbe
dingten Abzugs verzichtet hat.
7
.5
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 79'310.--
und einem Invalideneinkommen von
gerundet Fr. 67'767.
-- ergibt sich eine Einkommenseinbusse von
Fr. 1
1
’
543
.-- und damit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet
15
% (Fr. 1
1
’
543
.-- : Fr.
79’310
.-- x 100).
Dies führt
zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.
8
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
7
00.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
dem
unterlie
genden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.