Decision ID: 64e9f894-729c-55ae-9fb7-f3216fe9a8a7
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wurde von der Revisi-
onsaufsichtsbehörde (nachfolgend: Vorinstanz) am (...) Oktober 2008 als
Revisionsexperte (RAB-Nr. ...) zugelassen. Er ist Mitglied des Verwal-
tungsrates, Geschäftsführer und Revisionsmitarbeiter der B._, die
seit 2010 als Revisionsexpertin zugelassen ist. An der ausserordentlichen
Generalversammlung vom (...) Mai 2017 wurde die B._ als Revisi-
onsstelle der C._ gewählt.
Im Juli 2017 übernahm die B._ sämtliche Gesellschaftsanteile der
D._ und der Beschwerdeführer wurde am (...) Juli 2017 als deren
kollektiv zeichnungsberechtigter Geschäftsführer ins Handelsregister ein-
getragen. D._ hatte unter anderem während des Rechnungsjahres
2016 verschiedene Dienstleistungen bezüglich Buchhaltung, Lohnzahlun-
gen und Finanzen für die C._ erbracht.
Der Beschwerdeführer war verantwortlicher Revisionsexperte bzw. leiten-
der Revisor für die Revision der C._ für das Geschäftsjahr 2016 und
unterzeichnete in dieser Eigenschaft den Revisionsbericht vom (...) August
2017. Dieser Bericht bescheinigte der C._ eine ordnungsgemässe
Kontoführung. Der Beschwerdeführer bestätigte darin, dass keine Um-
stände vorlägen, die mit seiner Unabhängigkeit nicht vereinbar seien.
A.b Am 17. November 2017 eröffnete die Vorinstanz ein verwaltungsrecht-
liches Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen des Verstosses ge-
gen die Unabhängigkeitsregeln im Rahmen der Revision der Kontoführung
der C._ für das Jahr 2016 und gab ihm Gelegenheit, zum Sachver-
halt und zur vorläufigen rechtlichen Würdigung Stellung zu nehmen.
A.c Mit Eingabe vom 12. Dezember 2017 machte der Beschwerdeführer
von diesem Recht Gebrauch.
B.
Mit Verfügung vom 21. März 2018 entzog die Vorinstanz dem Beschwer-
deführer die Zulassung als Revisionsexperte für die Dauer von zwei Jahren
unter Löschung des entsprechenden Eintrags im Revisorenregister, und
auferlegte ihm Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'500.–.
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Sie begründete ihren Entscheid damit, dass der Beschwerdeführer im Na-
men der B._ die Rechnung der C._ revidiert habe, obwohl
die D._, eine Tochter der B._, vorher an der Buchhaltung
der zu revidierenden Gesellschaft mitgewirkt habe. Damit habe er die Un-
abhängigkeitsvorschriften verletzt. Er biete daher keine Gewähr für eine
einwandfreie Prüftätigkeit mehr.
C.
Mit Beschwerde vom 20. April 2018 beantragt der Beschwerdeführer die
vollumfängliche Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz vom 21. März
2018. Eventuell sei ihm lediglich ein Verweis zu erteilen, subeventualiter
sei ihm die Zulassung als Revisionsexperte für maximal ein Jahr zu entzie-
hen. Zur Begründung macht er hauptsächlich einen Missbrauch des Er-
messens durch die Vorinstanz geltend. In prozessualer Hinsicht beantragte
er, das Beschwerdeverfahren sei in deutscher Sprache zu führen, da er
dieser Sprache mächtig sei, dies obwohl die bisherige Verfahrenssprache
französisch gewesen sei.
D.
Mit Eingabe vom 29. Mai 2018 beantragte die Vorinstanz, die französische
Verfahrenssprache sei beizubehalten.
E.
Mit Stellungnahme vom 12. Juni 2018 beantragte der Beschwerdeführer,
das Verfahren sei in deutscher Sprache zu führen, und ihm sei vollständige
Einsicht in die Vorakten zu gewähren.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Juni 2018 verfügte das Bundesverwal-
tungsgericht, das Beschwerdeverfahren werde in deutscher Sprache ge-
führt, und verweigerte dem Beschwerdeführer die Einsicht in die in den
Vorakten befindlichen unabgedeckten E-Mails eines Denunzianten.
G.
Mit Vernehmlassung vom 4. Juli 2018 beantragt die Vorinstanz die vollum-
fängliche Abweisung der Beschwerde vom 20. April 2018.
H.
Mit Replik vom 30. August 2018 hält der Beschwerdeführer an seinen An-
trägen fest.
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I.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten-
stücke wird – soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwä-
gungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 21. März 2018 stellt eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 VwVG dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit für die
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 31 sowie Art. 33
Bst. e VGG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Zulassung
und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren vom 16. Dezember
2005 [Revisionsaufsichtsgesetz, RAG, SR 221.302]).
Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer zur
Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Diese ist frist- und formge-
recht eingereicht worden. Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen
liegen vor (Art. 44 ff., Art. 50 Abs. 1, und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Vorinstanz spricht dem Beschwerdeführer die Gewähr für eine ein-
wandfreie Prüftätigkeit ab, weil er gegen die Unabhängigkeitsvorschriften
verstossen habe und ihm somit eine mittelschwere Pflichtverletzung im
Kernbereich der Tätigkeiten eines Revisionsexperten vorzuwerfen sei.
2.1 Das Revisionsaufsichtsgesetz sieht vor, dass natürliche Personen und
Unternehmen, die gesetzlich vorgeschriebenen Revisionsdienstleistungen
nach Art. 2 Bst. a RAG erbringen, einer Zulassung durch die Vorinstanz
bedürfen (Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 RAG und Art. 1 Abs. 1 der
Verordnung über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und
Revisoren vom 22. August 2007 [Revisionsaufsichtsverordnung, RAV,
SR 221.302.3]). Eine natürliche Person wird unbefristet als Revisionsex-
perte zugelassen, wenn sie die Anforderungen an Ausbildung und Fach-
praxis erfüllt und über einen unbescholtenen Leumund verfügt (Art. 4
RAG).
Ergänzend zu Art. 4 Abs. 1 RAG präzisiert Art. 4 RAV, dass ein Gesuch-
steller zur Erbringung von Revisionsdienstleistungen zugelassen wird,
wenn sich aus keinen anderen persönlichen Umständen ergibt, dass er
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nicht Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit bietet (Abs. 1). Diesbezüg-
lich ist namentlich die Einhaltung der Unabhängigkeitsvorschriften mass-
geblich. Es handelt sich somit nicht nur um den unbescholtenen Leumund
im engen Sinn, sondern um eine eigentliche charakterliche Integrität, die
auch das Fehlen von Interessenkonflikten mitumfasst (Urteil des BGer
2C_487/2016 vom 23. November 2016 E. 2.2; URS BERTSCHINGER, in: Bas-
ler Kommentar Revisionsrecht, 2011, Art. 4 RAG N 44 ff., 48 S. 110 ff.;
PETER BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, S. 2191 f.). Erfüllt eine
zugelassene natürliche Person die Zulassungsvoraussetzungen nicht
mehr, so kann die Vorinstanz die Zulassung befristet oder unbefristet ent-
ziehen (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 RAG). Sofern die Zulassungsvoraussetzun-
gen wiederhergestellt werden können, ist der Entzug vorher anzudrohen
(Art. 17 Abs. 1 Satz 2 RAG). Ist ein Zulassungsentzug unverhältnismässig,
kann die Vorinstanz einen schriftlichen Verweis erteilen (Art. 17 Abs. 1 Satz
3 und Art. 18 RAG). Die Zulassungsvoraussetzungen sind u.a. dann nicht
mehr erfüllt, wenn der Zulassungsinhaber keinen guten Leumund mehr hat
bzw. die gesetzlichen Unabhängigkeitsvorschriften gemäss Art. 728 und
729 OR nicht erfüllt (Urteil des BGer 2C_602/2018 vom 16. September
2019 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen; BERTSCHINGER, a.a.O., Art. 4 RAG N
48 S. 112).
Gemäss Art. 728 OR muss die Revisionsstelle unabhängig sein und sich
ihr Prüfungsurteil objektiv bilden. Die Unabhängigkeit darf weder tatsäch-
lich noch dem Anschein nach beeinträchtigt sein. Mit der Unabhängigkeit
nicht vereinbar ist unter anderem insbesondere das Mitwirken bei der
Buchführung sowie das Erbringen anderer Dienstleistungen, durch die das
Risiko entsteht, als Revisionsstelle eigene Arbeiten überprüfen zu müssen
(Art. 728 Abs. 2 Ziff. 4 OR). Die Bestimmungen über die Unabhängigkeit
erfassen auch Gesellschaften, die mit der zu prüfenden Gesellschaft oder
der Revisionsstelle unter einheitlicher Leitung stehen (Art. 728 Abs. 6 OR).
Die Frage, ob eine Unvereinbarkeit besteht, ist aufgrund der konkreten Um-
stände des Einzelfalls zu beantworten. Massgeblich sind dabei sowohl die
Tatsachen als auch der Anschein, den der Revisor gegen Aussen schafft.
Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, ob sich der Revisor als unab-
hängig erachtet (Urteil 2C_602/2018 E. 5.2).
2.2 Im vorliegenden Fall ist in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten, dass
der Beschwerdeführer im Namen der B._ im Juli und August 2017
als verantwortlicher Revisionsexperte für die ordentliche Revision der Jah-
resrechnung 2016 der C._ fungierte. Bereits vor der Übernahme
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des Mandats am (...) Mai 2017 war ihm als Geschäftsführer der B._
bekannt, dass die D._ während des Geschäftsjahres 2016 für die
C._ verschiedene Dienstleistungen bezüglich Buchhaltung, Lohn-
zahlungen, Finanzen, Mehrwertsteuerabrechnung, Erstellung des Jahres-
abschlusses und Steuererklärung erbracht hatte und dass die B._
kurz vor der Übernahme der D._ stand. In Übereinstimmung mit
den weiteren Verantwortlichen der B._ ging der Beschwerdeführer
indessen davon aus, dass angesichts der buchhalterischen Kompetenzen
des Geschäftsführers der C._ und von dessen für die Buchhaltung
zuständiger Ehefrau sowie des geringfügigen Beitrags der D._ kein
Risiko bestehe, dass er die Buchhaltungsarbeiten der eigenen Gruppe prü-
fen würde. Eine allfällige Inkongruenz sei aus wirtschaftlicher Sicht ver-
nachlässigbar gewesen. Er übernahm daher das Mandat und führte es aus.
Am (...) August 2017 unterzeichnete er als verantwortlicher Revisionsex-
perte den Revisionsbericht.
Angesichts dieses Sachverhalts ist erstellt, dass der Beschwerdeführer als
verantwortlicher Revisor die Jahresrechnung 2016 der C._ geprüft
hat, obwohl Mitarbeiter der D._, deren Geschäftsführer er ab dem
(...) Juli 2017 war, an der Buchhaltung des Geschäftsjahres 2016 mitge-
wirkt hatten, und ihm diese Umstände bereits vor der Übernahme des Man-
dats und der Übernahme der D._ durch die B._ bewusst ge-
wesen waren. Mit der Vorinstanz ist daher davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer die Unabhängigkeitsvorschriften von Art. 728 Abs. 2 Ziff.
4 OR i.V.m. Art. 728 Abs. 6 OR verletzt hat.
2.3 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass dieser von der Vorinstanz
untersuchte Sachverhalt "problematisch" sei, rügt aber, ein Entzug der Zu-
lassung als Revisionsexperte für die Dauer von zwei Jahren sei unverhält-
nismässig. Der in Frage stehende Sachverhalt sei als einmalige Verletzung
der Unabhängigkeitsvorschriften, in Bezug auf ein einziges Mandat, zu be-
trachten. Aus wirtschaftlicher Sicht sei sie vernachlässigbar gewesen. Dies
insbesondere auch, weil die Dienstleistungen der D._ vor deren
Übernahme durch die B._ erbracht worden seien, sehr beschränkt
gewesen seien und weder er noch die B._ daran beteiligt gewesen
seien. Er habe auch bereits vor der Intervention der Vorinstanz Massnah-
men ergriffen und dem Personal der D._, das die Dienstleistungen
für die C._ erbracht hatte, untersagt, künftig bei der Buchhaltung
von C._ mitzuwirken. Seine Beschwerde richte sich gegen die Qua-
lifikation seiner Verfehlung als mittelschwerer Verstoss gegen das Revisi-
onsaufsichtsrecht im Kernbereich seiner beruflichen Tätigkeit, ohne eine
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genügende Begründung dafür zu liefern. Bei der Festlegung von Massnah-
men unterscheide die Vorinstanz, ob ein Verstoss als leicht, mittelschwer,
schwer oder sehr schwer einzustufen sei, wobei diese Massstäbe nirgends
definiert seien und die Vorinstanz selbst nicht substantiiere, nach welchen
Kriterien sie einen Verstoss anhand dieser Massstäbe einstufe. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung stelle der Zulassungsentzug unter
den möglichen Massnamen, die ergriffen werden könnten, die ultima ratio
dar. Falls die Zulassungsvoraussetzungen wiederhergestellt werden könn-
ten, sei der Entzug lediglich anzudrohen. Im vorliegenden Fall habe die
Vorinstanz verschiedene Aspekte nicht berücksichtigt. Sofern ein allfälliger
Verstoss gegen die Unabhängigkeitsregeln festgestellt würde, sei dieser
nicht als mittelschwer zu qualifizieren, denn er habe bereits vor der Inter-
vention der Vorinstanz die notwendigen Massnahmen ergriffen, um den
gesetzmässigen Zustand wiederherzustellen. Es sei daher von einer güns-
tigen Prognose auszugehen. Der durch den Entzug der Zulassung verur-
sachte Schaden wäre unverhältnismässig, weil er ein Berufsverbot gleich-
kommen würde.
Die Vorinstanz anerkennt, dass es sich um einen einmaligen Verstoss des
Beschwerdeführers gegen die Unabhängigkeitsvorschriften gehandelt
habe. Zwar sei ihm zuzubilligen, dass die Übernahme der D._ durch
die B._ am (...) Juli 2017 erfolgt sei, während die B._ bereits
am (...) Juni 2017 mit der Rechnungsprüfung der C._ beauftragt
worden sei, und dass er selbst insofern nicht an der Buchführung und Er-
bringung der weiteren Dienstleistungen durch die D._ an die
C._ während des Rechnungsjahres 2016 beteiligt gewesen sei. So-
weit der Beschwerdeführer aber eine Verletzung der Unabhängigkeitsvor-
schriften mit dem Argument bestreite, dass die in Frage stehenden Dienst-
leistungen der D._ vor der Übernahme dieser Gesellschaft durch
die B._ erbracht worden seien, zeige dies, dass er das Problem
nicht erkannt habe. Dieses habe nicht in der Möglichkeit gelegen, die Buch-
führung der C._ zu beeinflussen, sondern darin, dass das Risiko
bestehe, dass er den bereits erbrachten Beitrag seiner Mitarbeiter an diese
Buchhaltung nicht genügend kritisch und unabhängig prüfe. Dieses Risiko
habe sich ergeben, weil der Beschwerdeführer die Revision nach der Über-
nahme der D._ durch die B._ durchgeführt habe. In ihrer
Verfügung bestreitet die Vorinstanz nicht, dass der Beschwerdeführer vor
ihrem Eingreifen die weitere Zusammenarbeit der D._ mit
C._ untersagt habe. In der Vernehmlassung präzisiert sie indessen,
dass der Beschwerdeführer dies lediglich behauptet, aber nicht belegt
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habe, und dass diese Massnahme die Unabhängigkeit für die Zukunft her-
gestellt habe. Die Vorinstanz wertet es als positiv, dass der Beschwerde-
führer zur Kenntnis genommen habe, dass sein Gedankengang falsch ge-
wesen sei. Sie begründet den Zulassungsentzug von zwei Jahren aber vor
allem damit, dass es sich um einen Tatbestand handle, der den Kern der
Revisionstätigkeit betreffe. Die Verfehlung sei als mittelschwer einzustufen.
Die Ausführungen des Beschwerdeführers zeigten, dass ihm die Verlet-
zung der Unabhängigkeitsvorschriften bewusst gewesen sei, er diese aber
als geringfügig eingestuft und in Kauf genommen habe. Aus seiner Argu-
mentation ergebe sich, dass er das Problem und die Tragweite der Unab-
hängigkeitsvorschriften nicht verstanden habe. Es könne daher keine
günstige Prognose erstellt werden.
2.3.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht ein grosses öf-
fentliches Interesse an der Sicherung der Qualität der Revisionsdienstleis-
tungen und insbesondere an der Unabhängigkeit der Revisionsstellen und
Revisionsexperten. Der Entzug der Zulassung bildet die ultima ratio für den
Fall, dass zum Schutz des öffentlichen Interesses und zur Abwendung wei-
terer Unregelmässigkeiten nur die Möglichkeit übrigbleibt, den Betroffenen
von der weiteren Berufsausübung auszuschliessen. Sofern die Zulas-
sungsvoraussetzungen wiederhergestellt werden können, ist der Zulas-
sungsentzug vorher lediglich anzudrohen (Urteile des BGer 2C_602/2018
E. 5.5.1; 2C_927/2011 vom 8. Mai 2012 E. 3; 2C_505/2010 vom 7. April
2011 E. 4.3).
Das Bundesgericht kam in mehreren jüngeren Urteilen zum Schluss, dass
trotz einer einmaligen oder mehrmaligen Verletzung der Unabhängigkeits-
vorschriften im Rahmen eines einzigen Mandats ein befristeter Entzug der
Zulassung unverhältnismässig sei, sofern der Betroffene bereits vor der
Sanktion durch die Vorinstanz die erforderlichen Massnahmen getroffen
hatte, um die in Frage stehende rechtswidrige Konstellation im Hinblick auf
künftige Fälle des gleichen Kunden auszuschliessen. In dieser Situation
verletze der Entzug der Zulassung des Beschwerdeführers ohne vorgän-
gige Androhung Bundesrecht (Urteile des BGer 2C_602/2018 E. 5.5;
2C_125/2015 E. 5).
2.3.2 Im vorliegenden Fall wird dem Beschwerdeführer nur ein einziger,
nicht besonders schwerwiegender Verstoss gegen die Unabhängigkeits-
vorschriften im Rahmen eines einzigen Revisionsmandats vorgeworfen.
Der Beschwerdeführer hat auch bereits vor dem Eingreifen durch die
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Vorinstanz die erforderlichen Massnahmen getroffen, um die in Frage ste-
hende rechtswidrige Konstellation im Hinblick auf künftige Fälle des glei-
chen Kunden auszuschliessen. Die Vorinstanz macht auch nicht geltend,
er habe sich noch andere Pflichtverletzungen zuschulden kommen lassen.
Mit der Vorinstanz ist zwar festzustellen, dass der Beschwerdeführer in sei-
ner Argumentation versucht, die festgestellte Verletzung der Unabhängig-
keitsvorschriften massiv herunterzuspielen, was die Frage nach seiner Ein-
sicht in die Problematik aufwirft. Indessen ist dem Recht jedes Beaufsich-
tigten, im Rahmen seines Anspruchs auf rechtliches Gehör seinen Stand-
punkt möglichst zu verteidigen, gebührend Rechnung zu tragen. Derartige
Argumente, sofern sie lediglich gegenüber der Aufsichtsbehörde oder der
Rechtsmittelinstanz vorgebracht werden, sind daher entsprechend zu wür-
digen und nur mit Zurückhaltung als Ausdruck mangelnder Einsicht zu wer-
ten.
2.3.3 Wird der dargelegten jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung
gefolgt, so muss der von der Vorinstanz verfügte Entzug der Zulassung für
eine Dauer von zwei Jahren daher als unverhältnismässig eingestuft wer-
den und die Sanktion ist insofern zu reduzieren, als dem Beschwerdeführer
lediglich ein schriftlicher Verweis zu erteilen ist.
3.
Der Beschwerdeführer hat die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung
integral verlangt, nicht nur in Bezug auf die Dispositivziffern 1 bis 3, welche
die verfügte Sanktion zum Gegenstand haben. Dispositivziffer 4 der ange-
fochtenen Verfügung, welche somit mitangefochten ist, hat die Auferlegung
der vorinstanzlichen Verfahrenskosten zum Gegenstand.
Die Auferlegung von erstinstanzlichen Verfahrenskosten folgt nicht dem
Unterliegens-, sondern dem Verursacherprinzip (Urteil des BVGer
B-6838/2018 vom 13. September 2019). Eine teilweise Gutheissung im
Sanktionspunkt durch die Rechtsmittelinstanz führt daher nicht zwingend
zu einer Änderung im Verfahrenskostenpunkt. Der Beschwerdeführer hat
nicht dargelegt, inwiefern die ihm auferlegten Verfahrenskosten zu bean-
standen wären, weder an sich noch im Falle einer allfälligen Gutheissung
seiner Beschwerdebegehren oder -eventualbegehren.
Ein Grund, die angefochtene Verfügung auch im Verfahrenskostenpunkt
aufzuheben oder abzuändern, ist daher nicht ersichtlich.
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4.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als teilweise begründet
und ist, soweit die Sanktion betreffend, im Sinne des Eventualbegehrens
teilweise gutzuheissen.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang gilt der Beschwerdeführer als teilweise ob-
siegend, weshalb ihm entsprechend reduzierte Verfahrenskosten aufzuer-
legen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorinstanzen werden keine Verfahrens-
kosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
6.
Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64
Abs. 1 VwVG; Art. 7 VGKE). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten
der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei
(Art. 8 VGKE). Sie wird der Körperschaft oder autonomen Anstalt auferlegt,
in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie nicht einer unterlie-
genden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64 Abs. 2 VwVG).
Der Beschwerdeführer liess sich vor dem Bundesverwaltungsgericht an-
waltlich vertreten, reichte aber keine Kostennote ein. Die Parteientschädi-
gung ist deshalb aufgrund der Akten und nach Ermessen festzulegen
(Art. 14 Abs. 2 VGKE). Dabei ist nicht nur der Ausgang des vorliegenden
Verfahrens zu berücksichtigen, sondern auch, dass der Aufwand bezie-
hungsweise ein allfälliger Mehraufwand des Rechtsvertreters im Zusam-
menhang mit dem vom Beschwerdeführer beantragten – und objektiv of-
fensichtlich unbegründeten – Wechsel der Verfahrenssprache und in Be-
zug auf das abgewiesene Gesuch um vollständige Akteneinsicht nicht als
erforderlicher Aufwand eingestuft werden kann.
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