Decision ID: 27830d9f-a548-5152-9011-91db3bba899a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer (geb. [...], philippinischer Staatsangehöriger) wurde
am 18. Februar 2021 anlässlich einer Verbundskontrolle der Fremdenpoli-
zei B._ sowie der C._ kontrolliert. Dabei wurde festgestellt,
dass er an der Rezeption eines Hotels tätig war, ohne über eine entspre-
chende Arbeitsbewilligung zu verfügen. Folglich wurde er wegen des Ver-
dachts auf Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung festgenom-
men. Gegenüber der Fremdenpolizei gab der Beschwerdeführer zu Proto-
koll, das Hotel gehöre seinem guten Freund D._, welchem er seit
letztem Jahr gelegentlich an der Hotelrezeption aushelfe.
B.
Am 23. Februar 2021 gewährte die Fremdenpolizei B._ dem Be-
schwerdeführer das rechtliche Gehör zu allfälligen Entfernungs- bzw. Fern-
haltemassnahmen. Gleichentags verfügte sie die Wegweisung des Be-
schwerdeführers aus der Schweiz.
C.
Ebenfalls am 23. Februar 2021 verfügte die Vorinstanz gegen den Be-
schwerdeführer ein einjähriges Einreiseverbot (vom 11. März 2021 bis zum
10. März 2022), welches für die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein
und aufgrund der Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS
II) für den ganzen Schengen-Raum gilt. Gleichzeitig entzog sie einer allfäl-
ligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
D.
Am 7. März 2021 verliess der Beschwerdeführer die Schweiz.
E.
Am 19. April 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung des Einreiseverbots.
Eventualiter sei das Einreiseverbot auf höchstens drei Monate zu reduzie-
ren.
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 1. Juli 2021 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde.
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G.
Am 28. Juli 2021 erstattete die Fremdenpolizei B._ bei der Staats-
anwaltschaft E._ Anzeige gegen den Beschwerdeführer wegen Wi-
derhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.
H.
Am 6. September 2021 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er auf das
Einreichen einer Replik verzichte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot nach Art. 67 AIG
(SR 142.20) zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das
Bundesverwaltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-
punkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2).
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3.
3.1 Nach Art. 67 Abs. 2 AIG kann das SEM ein Einreiseverbot gegenüber
Ausländerinnen und Ausländern verfügen, die gegen die öffentliche Sicher-
heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder
diese gefährden (Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b) oder
in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen
worden sind (Bst. c). Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung liegt insbesondere vor bei einer Missachtung von gesetzlichen Vor-
schriften oder behördlichen Verfügungen (Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Ver-
ordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung liegt vor, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
der Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahr-
scheinlichkeit zu einer Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ord-
nung führt (Art. 77a Abs. 2 VZAE). Das Einreiseverbot wird grundsätzlich
für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt (Art. 67 Abs. 3 erster Satz
AIG). Es kann für eine längere Dauer verfügt werden, wenn die betroffene
Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung darstellt (Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG). Aus humanitären oder an-
deren wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhän-
gung eines Einreiseverbots absehen oder ein solches vollständig oder vo-
rübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AIG).
3.2 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-
gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-
soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe
der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur
Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung
[EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Be-
trieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten
Generation [SIS-II], Abl. L 381/4 vom 28.12.2006 [nachfolgend: SIS-II-VO];
Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 [SR 362.0]).
4.
4.1 Die Vorinstanz begründet das gegenüber dem Beschwerdeführer ver-
hängte Einreiseverbot mit dessen Erwerbstätigkeit ohne entsprechende
ausländerrechtliche Bewilligung sowie seinem illegalen Aufenthalt in der
Schweiz. Damit habe er gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
verstossen. Die kurze Hilfeleistung, der Charakter der Freundschaftlichkeit
und die spontane Gelegenheit würden nichts an der Tatsache ändern, dass
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es sich bei der Gefälligkeitshandlung des Beschwerdeführers um eine Tä-
tigkeit handle, die üblicherweise von entsprechendem Personal gegen Ent-
gelt erbracht werde. Selbst wenn die verrichtete Arbeit ohne Gegenleistung
erfolgt sei, sei sie im Ausländerrecht als Erwerbstätigkeit zu qualifizieren.
Daran ändere auch die behauptete Fahrlässigkeit nichts, zumal von Einrei-
senden erwartet werden könne, dass sie sich vorab Kenntnis über die Ein-
reise- und Aufenthaltsvorschriften des Gastlandes verschaffen. Das Einrei-
severbot habe spezialpräventiven Charakter, um weiteren störenden
Handlungen des Beschwerdeführers entgegenzuwirken. Es bestehe ein
gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung. Zudem dürften
vorliegend auch generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden,
da sich der Beschwerdeführer nicht auf das Freizügigkeitsabkommen be-
rufen könne. Die Fernhaltemassnahme zur Verhinderung einer künftigen
Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie die Ausschreibung
im SIS II seien verhältnismässig und gerechtfertigt. Die Stellungnahme im
Rahmen des rechtlichen Gehörs enthalte keine Gründe, die es rechtferti-
gen würden, vom Einreiseverbot abzusehen.
4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, er arbeite als Flight Attendant beim
maltesischen Unternehmen F._. und sei oft mit dem Piloten
D._ unterwegs, den er bereits früher kennengelernt habe. Letzterer
sei alleiniger Verwaltungsrat der G._ in H._, welche seit
2017 Zimmer und Appartements in H._ vermiete. Aufgrund des
Ausbruchs der Corona-Pandemie sei der Flugbetrieb im Jahr 2020 stark
eingebrochen, weshalb ihn sein Freund und Arbeitskollege D._
nach H._ eingeladen und ihm dort eine vorübergehende Unterkunft
angeboten habe. Er – der Beschwerdeführer – sei damals davon ausge-
gangen, dass es sich um eine Ausnahmesituation handle, die bald wieder
vorbei sein werde. Es sei zu betonen, dass er anlässlich der Kontrolle vom
18. Februar 2021 nicht an einem Arbeitsplatz angetroffen worden sei. Viel-
mehr habe er für D._ eine reine Gefälligkeit geleistet, indem er den
Anruf der kontrollierenden Behörde entgegengenommen und sich für einen
Check-in zu den vermeintlichen Gästen begeben habe. Er habe sich kor-
rekt ausgewiesen und habe gegenüber den Behörden zu Protokoll gege-
ben, dass er seinem Freund D._ aushelfe. Dieser habe dies wiede-
rum bestätigt und angegeben, dass er – der Beschwerdeführer – lediglich
während der Abwesenheit des Geschäftsführers die Rezeption hüte. Diese
Gefälligkeiten seien sporadisch und vereinzelt erfolgt und als Freund-
schaftsakt geleistet worden. Die Handreichungen würden nicht den Cha-
rakter einer Arbeitstätigkeit aufweisen, da sie weder vorher noch nachher
je von einer angestellten Arbeitskraft erledigt worden seien. Zudem fehle
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es an der Entgeltlichkeit. Mit weniger als einem Dutzend Handreichungen
sei die Schwelle von der unentgeltlichen Gefälligkeit unter Freunden zu ei-
ner Tätigkeit mit Arbeitscharakter nie überschritten worden. D._ und
er hätten niemals in Kauf genommen, irgendwelche rechtlichen Bestim-
mungen zu verletzen und sie hätten auf jegliche Hilfeleistungen verzichtet,
wenn sie dies gewusst hätten. Selbst wenn von einer Erwerbstätigkeit aus-
gegangen werde, habe er sich diesbezüglich in einem direkten Verbotsirr-
tum befunden, welcher im Sinne von Art. 333 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 2
StGB strafmildernd zu berücksichtigen sei. Das Einreiseverbot treffe ihn
völlig unverhältnismässig, weil es für ihn als Flight Attendant einem fakti-
schen Berufsverbot gleichkomme. Mit dem Verbot der Einreise in die
Schengen-Staaten erwarte ihn die sichere Kündigung. Dies hätte zur
Folge, dass seine wirtschaftliche Existenz als dreifacher Familienvater zer-
stört würde. Eine andere Anstellung sei angesichts seines Alters und seiner
äusserst spezifischen Berufserfahrung und in der aktuellen COVID-19-Si-
tuation illusorisch. Er habe sich von Beginn an gänzlich kooperativ verhal-
ten und die Polizei über alle Umstände informiert. Er verfüge sowohl in sei-
nem Herkunftsland wie auch in der Schweiz über einen einwandfreien Leu-
mund. Angesichts der geringen Intensität und Dauer der freundschaftlichen
Hilfeleistungen und des guten Leumunds sei die Annahme einer (künftigen)
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geradezu absurd und
realitätsfremd. Vielmehr lasse sich die vorliegende Angelegenheit unter
Art. 67 Abs. 5 AIG subsumieren.
4.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, vor dem Hintergrund
der getätigten Aussagen und der anlässlich der arbeitsmarktlichen Kon-
trolle vor Ort angetroffenen Umstände sei der Schluss zu ziehen, dass der
Beschwerdeführer sehr wohl einer Erwerbstätigkeit im Sinne des Gesetzes
nachgegangen sei, ohne im Besitz der hierfür erforderlichen Bewilligung zu
sein. Das einjährige Einreiseverbot sei angezeigt und verhältnismässig.
Praxisgemäss würden in vergleichbaren Fällen regelmässig Einreisever-
bote von zwei bis drei Jahren verhängt. Vorliegend seien aber die beson-
deren beruflichen Interessen des Beschwerdeführers berücksichtigt wor-
den. Die Fernhaltemassnahme stelle kein absolutes Einreiseverbot dar.
Vielmehr würden künftige Einreisen einem besonderen Bewilligungsver-
fahren unterstellt. Der Beschwerdeführer könne nötigenfalls aus wichtigen
Gründen mittels Gesuch die zeitweilige Suspension der Fernhaltemass-
nahme beantragen. Im Weiteren stehe es sämtlichen Schengen-Staaten
offen, auf Gesuch hin ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit aus-
zustellen. Die mit dem Einreiseverbot verbundenen Einschränkungen
seien also in mehrfacher Hinsicht zu relativieren.
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5.
5.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 erster Satz AIG benötigen Ausländerinnen und
Ausländer, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben wollen, unab-
hängig von der Aufenthaltsdauer eine Bewilligung. Der ausländerrechtliche
Begriff der Erwerbstätigkeit ist weit gefasst. Dies unter anderem, um die
Möglichkeiten der Umgehung der Zulassungsvoraussetzungen gemäss
Art. 18-26 AIG zu verringern (vgl. MARC SPESCHA, in: Spescha et al. [Hrsg.],
Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 2 zu Art. 11 AIG). Als Er-
werbstätigkeit gilt somit jede üblicherweise gegen Entgelt ausgeübte un-
selbständige oder selbständige Tätigkeit (Art. 11 Abs. 2 AIG). Eine Tätigkeit
gilt dann als üblicherweise auf Entgelt gerichtet, wenn sie ihrer Art und ih-
rem Umfang nach auf dem schweizerischen Arbeits- und Dienstleistungs-
markt angeboten wird. Ohne Belang für die Qualifikation als (unselbstän-
dige) Erwerbstätigkeit ist, ob die Beschäftigung nur stunden- oder tage-
weise oder vorübergehend ausgeübt wird (Art. 1a Abs. 1 VZAE) (vgl. statt
vieler: Urteil des BVGer F-5382/2020 vom 2. Juli 2021 E. 6.1). Nach stän-
diger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist lediglich dort
keine Erwerbstätigkeit im rechtstechnischen Sinne anzunehmen, wo Ar-
beitsleistungen ausserhalb des geschäftlichen Bereichs eines Begünstig-
ten durch nahe Angehörige vorgenommen werden, wobei massgeblich ist,
dass dieser Tätigkeit gerade wegen der verwandtschaftlichen und emotio-
nalen Nähe des Leistungserbringers zum Begünstigten ein besonderer
Charakter zukommt, der nicht durch beliebige Dritte ersetzt werden kann
(sog. Sozialadäquanz; Urteile des BVGer F-6394/2020 vom 1. Juli 2021 E.
5.1; F-6220/2016 vom 17. Mai 2018 E. 4.2). Arbeitsleistungen im gewerb-
lichen Bereich dagegen sind grundsätzlich als Erwerbstätigkeit zu qualifi-
zieren, es sei denn, es komme ihnen eine völlig untergeordnete Bedeutung
zu.
5.2 Die kontrollierenden Behörden haben den Beschwerdeführer am
18. Februar 2021 an der Rezeption eines Hotels angetroffen. Es ist zwar
korrekt, dass beim Eintreffen der Behörden zunächst niemand am Hotel-
empfang zugegen war. Es war aber eine Mobiltelefonnummer angegeben,
unter welcher der Beschwerdeführer erreicht werden konnte. Dieser ist
denn auch wenige Minuten nach dem Anruf auf die besagte Nummer an
der Hotelrezeption erschienen und wollte sogleich das Check-in für die ver-
meintlichen Gäste durchführen. Zudem hat er in der anschliessenden Be-
fragung selbst angegeben, er helfe in unregelmässigen Abständen im Ho-
tel aus, je nachdem wann die Hotelgäste ein- und auschecken würden.
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5.3 Rezeptionsarbeiten in einem Hotel werden – wie sämtliche Dienstleis-
tungen im Tourismussektor – auf dem Arbeitsmarkt angeboten. Daran än-
dert auch der Umstand nichts, dass der Verwaltungsrat und Geschäftsleiter
des Hotelbetriebs, D._, diese Arbeiten normalerweise selbst erle-
digt. Dieser hätte nämlich einen Dritten damit beauftragen müssen, wenn
der Beschwerdeführer nicht für ihn eingesprungen wäre. Die fragliche Tä-
tigkeit fällt offensichtlich unter den in E. 5.1 beschriebenen Begriff der Er-
werbstätigkeit. Bei der vom Beschwerdeführer ausgeführten Tätigkeit han-
delt es sich auch nicht um eine Hilfeleistung, die wegen der besonderen
verwandtschaftlichen oder emotionalen Nähe nicht von Dritten ausgeführt
werden könnte. Folglich liegt auch keine Ausnahmesituation im oben er-
wähnten Sinne vor.
5.4 Der Beschwerdeführer war somit in der Schweiz erwerbstätig, ohne
über die erforderliche ausländerrechtliche Bewilligung zu verfügen (Art. 11
Abs. 1 AIG). Damit hat er gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG gegen die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung verstossen und folglich einen hinreichen-
den Grund für die Verhängung eines Einreiseverbots gesetzt. Die gesetzli-
chen Voraussetzungen für den Erlass eines Einreiseverbots sind erfüllt.
6.
6.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Verhängung des Einreiseverbots im Grund-
satz sowie hinsichtlich seiner Dauer verhältnismässig ist. Unter dem Ge-
sichtspunkt der Verhältnismässigkeit ist eine wertende Abwägung vorzu-
nehmen zwischen dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung und den
privaten Interessen, welche die betroffene Person an der zeitlichen Be-
schränkung der Massnahme hat (BVGE 2016/33 E. 9.2; 2014/20 E. 8.1).
Ausgangspunkt der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder
gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Ver-
haltens, die persönlichen Verhältnisse der betroffenen Person und das von
ihr ausgehende, zukünftige Gefährdungspotenzial (Art 5 Abs. 2 BV, Art. 96
Abs. 1 AIG; BGE 139 II 121 E. 6.5.1; BVGE 2017 VII/2 E. 4.5).
6.2 Der Beschwerdeführer bestreitet, dass von ihm eine Gefahr für künftige
Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgehe. Diesbezüg-
lich ist er darauf hinzuweisen, dass die Anordnung des Einreiseverbots be-
reits aus spezialpräventiven Gründen angezeigt ist, um ihn bei künftigen
Aufenthalten in der Schweiz von der erneuten Deliktsbegehung abzuhal-
ten. Darüber hinaus kommt bei Drittstaatsangehörigen der Rückfallgefahr
im Vergleich mit Staatsangehörigen einer Vertragspartei des Freizügig-
keitsabkommens (FZA, SR 0.142.112.681) eine geringere Tragweite zu
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(BGE 139 II 121 E. 6.1; 136 II 5 E. 4.2; BVGE 2017 VII/2 E. 4.4). Zu be-
rücksichtigen ist zudem das generalpräventiv motivierte Interesse, die öf-
fentliche Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis zu schüt-
zen (vgl. Urteil des BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E 2.5 m.H.). So
soll ein Einreiseverbot angesichts der negativen Folgen andere ausländi-
sche Personen dazu anhalten, sich an die ausländerrechtliche Ordnung
des Gastlandes zu halten.
Es besteht demnach ein general- und spezialpräventiv motiviertes Inte-
resse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers.
6.3 Den öffentlichen Fernhalteinteressen sind die privaten Interessen des
Beschwerdeführers entgegenzuhalten. Der Beschwerdeführer beruft sich
auf seine Arbeitsstelle als Flugbegleiter und führt aus, das Einreiseverbot
stelle ein faktisches Berufsverbot dar und führe wohl zu seiner Kündigung.
Diesbezüglich ist zunächst auszuführen, dass die einzelnen Schengen-
Staaten trotz SIS-Ausschreibung auf entsprechendes Gesuch hin die Ein-
reise in ihr Hoheitsgebiet gestatten können. Zudem kann der Beschwerde-
führer seinen Beruf in Bezug auf alle Staaten ausserhalb des Schengen-
Raums nach wie vor ausüben. Allein der Umstand der schwierigeren Be-
dingungen bei der Berufsausübung ist nicht gewichtig genug, um das er-
wähnte öffentliche Interesse aufzuwiegen, zumal die Vorinstanz die Mass-
nahme mit Blick auf diese Umstände auf ein Jahr begrenzt hat. Im Übrigen
ist die Annahme, dass das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers auf-
grund des einjährigen Einreiseverbots gekündigt werde, eine reine Mut-
massung.
6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das vorliegende Einreisever-
bot sowohl im Grundsatz als auch hinsichtlich seiner Dauer eine verhält-
nismässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung darstellt. Das verhängte Einreiseverbot entspricht
denn auch der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in vergleichbaren
Fällen (vgl. bspw. Urteil des BVGer F-3614/2019 vom 30. April 2020), wo-
bei darauf hinzuweisen ist, dass das Bundesverwaltungsgericht sogar drei-
jährige Einreiseverbote des SEM im Zusammenhang mit illegaler Erwerbs-
tätigkeit von geringfügiger Art bestätigt hat (vgl. Urteil F-5785/2019 vom
30. April 2020 E. 7.4 m.H.).
7.
In Anbetracht der vorangegangenen Ausführungen ist ein überwiegendes
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öffentliches Interesse nicht nur der Schweiz, sondern sämtlicher Schen-
gen-Staaten an der Fernhaltung des Beschwerdeführers gegeben. Die
Ausschreibung des Beschwerdeführers im Schengener Informationssys-
tem (SIS) ist gestützt auf Art. 21 und 24 SIS-II-VO und Art. 21 der N-SIS-
VO zu bestätigen.
8.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene
Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-
schwerde ist demzufolge abzuweisen.
9.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe
von Fr. 1’000.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG
i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss gedeckt.
(Dispositiv nachfolgende Seite)
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