Decision ID: 26f8529c-fa8d-52ee-94c8-e708505c18fa
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mauro Lardi, Reichsgasse 65, Postfach 474,
7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1978 geborene B._ meldete sich am 9. September 2004 erstmals zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Mit Arztbericht vom
6. Oktober 2004 attestierte ihr der behandelnde Arzt, Dr. med. A._, Allgemeine
Medizin FMH, rezidivierende depressive Episoden, Status nach akuter
schizophreniformer psychotischer Störung 1998 mit Hospitalisation unter
Alkoholeinfluss; Suizidalität und Verfolgungswahn. Im Hinblick auf die verminderte
Belastbarkeit der Versicherten im beruflichen und sozialen Bereich empfahl Dr. A._
eine Beschäftigung in einer teilgeschützten Arbeitsstelle (IV-act. 8), attestierte der
Versicherten aber in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 10).
A.b In der Folge liess die IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Versicherte am 28.
Januar 2005 durch Dr. med. C._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie vom
regionalen ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD), psychiatrisch
untersuchen. Dabei diagnostizierte Dr. C._ bei der Versicherten eine rezidivierende
depressive Störung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. In zeitlicher Hinsicht
attestierte er der Versicherten sowohl im angestammten Beruf als Betriebsangestellte
bei der Bahn als auch in einer adaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit, ging
aber aufgrund von störungsbedingten Beeinträchtigungen im interpersonellen Kontakt
und in Bezug auf Ausdauer, Zielgerichtetheit und Antrieb in Abhängigkeit von
spezifischen Belastungen und der Kapazität des sozialen Umfeldes von einer
durchschnittlichen Leistungsverminderung bis 30% aus (IV-act. 15).
A.c Im Arztbericht vom 13. November 2005 kam auch Dr. med. D._, FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, seit Oktober 2004 behandelnder Arzt der Versicherten,
zum Schluss, dass die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig leichte Episode, leide. Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin zufolge
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verminderter Konzentrationsfähigkeit die gelernte Tätigkeit als Rangierarbeiterin bei der
Bahn nicht mehr ausüben könne. In einer adaptierten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit
ganztags, jedoch mit einer reduzierten Leistung von 30% bis 50% realisierbar, wobei
es sich um eine einfachere, manuelle Tätigkeit handeln sollte, ein gewisser
Kundenkontakt möglich sei, hingegen grosse Menschenansammlungen vermieden
werden sollten (IV-act. 38).
A.d Unter Berücksichtigung der in der RAD-Untersuchung festgestellten 30%igen
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten stellte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 30%
in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit fest und verneinte in der
Folge einen Anspruch auf eine IV-Rente mit Verfügung vom 2. Dezember 2005 (IV-
act. 44). Ebenfalls mit Verfügung vom 2. Dezember 2005 wies sie das Begehren um
berufliche Massnahmen ab, da eine Umschulung nicht zu einer Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit führe (IV-act. 43). Beide Verfügungen erwuchsen unangefochten in
Rechtskraft.
A.e Am 10. November 2006 beantragte die Versicherte eine Rentenneubeurteilung (IV-
act. 48). Dem Begehren legte sie unter anderem eine Stellungnahme von Dr. D._ vom
8. November 2006 bei (IV-act. 50-52). Darin schildert Dr. D._, dass die Versicherte
zwischenzeitlich zwei Arbeitsversuche bei der E._ und der F._ unternommen habe,
in beiden Fällen aber in eine Überforderungssituation geraten sei. Die Versicherte habe
Mühe gehabt, sich an den Arbeitsplätzen zu integrieren und habe öfter auf ihren
Standpunkten beharrt. Er komme daher zum Schluss, dass die Versicherte neben der
rezidivierenden depressiven Störung auch an einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung mit unreifen, schizoiden und impulsiven Anteilen leide.
Insgesamt erachte er sie langfristig für 50% arbeitsunfähig (IV-act. 49).
A.f Mit Verfügung vom 21. Juni 2007 trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung nicht ein
(IV-act. 63, 66). Die von der Versicherten am 13. Juli 2007 dagegen erhobene
Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
13. Februar 2008 (IV 2007/287) gut, hob die Verfügung vom 21. Juni 2007 auf und wies
die Sache zur materiellen Behandlung der Neuanmeldung an die IV-Stelle zurück (IV-
act. 86).
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A.g Am 2. Mai 2008 diagnostizierte Dr. D._ bei der Versicherten eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine
ängstliche selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) und – gestützt auf
eine von Dr. phil. G._ am 8. April 2008 durchgeführte testpsychologische
Untersuchung (IV-act. 93/6-7) – eine leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70.0). Die
Versicherte sei deshalb bei einem Arbeitspensum über 50% immer wieder
zwischenmenschlich, aber auch intellektuell überfordert, woraus Probleme mit
Mitarbeitern oder Kunden und schliesslich depressive Episoden mit Freudlosigkeit,
Antriebsstörung und latenter Suizidalität resultierten. Im Zusammenwirken mit der
selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung sei es der Versicherten zudem nicht möglich,
Verhandlungen mit Vorgesetzten zu führen. Während der Versicherten aufgrund ihrer
verminderten Konzentrationsfähigkeit die bisherige Tätigkeit als Rangierarbeiterin nicht
mehr zumutbar sei, könne sie eine leidensadaptierte, einfachere manuelle Tätigkeit im
Umfang von maximal sechs Stunden täglich ausüben. Ein gewisser Kundenkontakt sei
möglich, jedoch sollte sich die Versicherte nicht in grossen Menschenansammlungen
aufhalten müssen. Eine zeitliche Einschränkung der Erwerbstätigkeit sei notwendig,
weil sie die übrige Zeit zur Erholung brauche, damit die längerfristige Arbeitsfähigkeit
erhalten bleibe. Zudem sei von einer verminderten Leistungsfähigkeit von 30%
auszugehen und daher insgesamt mit einer bleibenden Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit von 50% längerfristig zu rechnen, was auch die realen Arbeitsversuche
gezeigt hätten (IV-act. 93/1-5).
A.h Auf Anordnung der IV-Stelle wurde die Versicherte am 30. September 2008 erneut
von Dr. med. C._, inzwischen mit eigener Praxis in Friedrichshafen, neurologisch und
psychiatrisch begutachtet. Dabei diagnostizierte Dr. C._ eine gemischte
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), eine rezidivierende depressive Störung, derzeit
remittiert (ICD-10 F33.4), und eine leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70.1). Auf
Schädigungsebene resultiere in erster Linie eine ungenügende Flexibilität im sozialen
Umgang, die auf Fähigkeitsebene zu einer relevanten verminderten Fähigkeit zur
Konfliktlösung anders als mit regressiven Mitteln führe. Es sei aber mit knapp
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass durch eine wöchentliche
Verhaltenstherapie eine weitere Besserung des dysfunktionalen sozialen Umgangs mit
Auswirkungen auf die berufliche Leistungsfähigkeit erreicht werden könnte. Ein Teil der
persönlichkeitsimmanenten Störung erscheine zudem einer Überwindbarkeit durch
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zumutbare Willensanstrengung zugänglich. In der angestammten Tätigkeit als
Arbeiterin im Rangierbetrieb resp. in einfachen Anlerntätigkeiten sei die Versicherte im
Umfang von 65% arbeitsfähig, in einer leidensangepassten Tätigkeit (keine
Notwendigkeit zur Gruppeneinordnung oder Teameinbindung, kein vermehrter
Kundenkontakt, kein Zeitdruck, keine Mehrfachbelastung) im Umfang von 70%,
ausgehend von einem höheren Zeitpensum mit verminderter Leistungsfähigkeit. Es
habe sich eine geringgradige Verschlechterung ergeben, indem die dysfunktionalen
Selbstkonzepte sich weiter verfestigt hätten. Anderseits habe sich die affektive Störung
verbessert. Die gesamthaft resultierende Verschlechterung erreiche nicht das Ausmass
des "letzten hausärztlichen Arztzeugnisses" (Arbeitsfähigkeit von 50%), da ein Teil der
psychischen Störung gemäss gutachterlicher Einschätzung durch zumutbare
Willensanstrengung überwindbar sei (IV-act. 110).
A.i Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2008 und Verfügung vom 6. April 2009 erkannte
die IV-Stelle erneut auf einen Invaliditätsgrad von 30% und lehnte einen Anspruch der
Versicherten auf eine IV-Rente ab (IV-act. 114, 123).
B.
B.a Gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. April 2009 gelangt
Rechtsanwalt Mauro Lardi am 18. Mai 2009 für B._ mit Beschwerde ans
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und beantragt sinngemäss die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer halben Invalidenrente ab
1. November 2006 unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung bringt er
vor, dass die vom Gutachter am 30. September 2008 festgestellte Arbeitsfähigkeit von
70% in einer leidensadaptierten Tätigkeit lediglich durch eine intensive Therapie
erreicht werden könne. Auch habe sich der Gutachter nicht zur Frage geäussert,
inwiefern die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte leichte Intelligenzminderung
bei der attestierten Arbeitsfähigkeit von 70% berücksichtigt worden sei. Die geringe
Belastbarkeit der Beschwerdeführerin habe sich zudem in der Zwischenzeit erneut
beruflich manifestiert. So sei ihr eine im März 2008 angetretene Teilzeitstelle bei der
H._ bereits im Juni 2008 wegen Überforderung wieder fristlos gekündigt worden. Es
sei deshalb mit Dr. D._ von einer Leistungsfähigkeit von 70% bei einer Einsatzdauer
von 6 Stunden pro Tag und damit von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer
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angepassten Tätigkeit auszugehen. Beim angestammten Beruf handle es sich im
Hinblick auf die abgeschlossene Ausbildung der Beschwerdeführerin als
Betriebsangestellte um eine einfache und repetitive Tätigkeit im Landverkehr. Das
Valideneinkommen der Beschwerdeführerin im Jahr 2006 betrage daher richtigerweise
gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 bei einer
Beschäftigung von 41,7 Wochenarbeitsstunden Fr. 53'430.--. Für das
Invalideneinkommen in einer adaptierten Tätigkeit sei auf den Bruttolohn für Frauen in
einfacher Tätigkeit abzustellen. Dieser betrage gemäss LSE 2006 für eine
Vollbeschäftigung mit einer Beschäftigung von 41,7 Wochenarbeitsstunden
Fr. 50'640.--. Zudem sei bei der Beschwerdeführerin aufgrund der spezifischen
Einschränkungen ein Leidensabzug von mindestens 10% zuzulassen und der
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 57,34% eine halbe Invalidenrente seit 1.
November 2006 zuzusprechen. Wenn von einer Arbeitsunfähigkeit von 30%
ausgegangen werde, sei der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von
40,28% eine Viertelsrente ab demselben Zeitpunkt zuzusprechen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2009 hält die Beschwerdegegnerin an der
gutachterlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 30% fest. In
Bezug auf die Invaliditätsbemessung stellt sie sich auf den Standpunkt, dass beim
Valideneinkommen der Beschwerdeführerin auf das von Frauen in der
Qualifikationsstufe 4 im Jahr 2006 erzielte Durchschnittseinkommen von Fr. 50'278.--
abzustellen sei. Dies rechtfertige sich umso mehr, als die Beschwerdeführerin im Jahr
1998 im Rahmen einer Beschäftigung in ihrem angestammten Beruf als
Betriebsangestellte bei der Eisenbahn ein Erwerbseinkommen von lediglich
Fr. 38'203.-- erzielt habe, obwohl das damalige durchschnittliche Erwerbseinkommen
einer Hilfsarbeiterin Fr. 44'058.-- betragen habe. Weil davon auszugehen sei, dass sich
Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickeln, könne eine Aufwertung
unterbleiben (act. G 4).
B.c Am 27. August 2009 ergänzte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die
Beschwerde dahingehend, dass das Gutachten vom 30. September 2008, auf das sich
die Beschwerdegegnerin abstütze, unvollständig sei, würden doch zu Beginn
insgesamt drei Indikationen gestellt und schliesslich im Rahmen der
zusammenfassenden Beurteilung nur gerade auf die Diagnose einer
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Persönlichkeitsstörung abgestellt. Die Intelligenzminderung werde damit in
ungenügender Weise erfasst (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am
1. Januar 2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm wäre es
aufgrund allgemeiner temporalrechtlicher Grundsätze zutreffend, für die vor diesem
Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Rentenanspruch mit Anspruchsbeginn bei
Anmeldung unter altem Recht) die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen anzuwenden. Nachdem die für das vorliegende Verfahren
massgeblichen Bestimmungen jedoch materiell nicht geändert wurden, wird
nachfolgend auf die aktuell gültigen Gesetzesbestimmungen verwiesen.
2.
2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
höchstrichterliche Rechtsprechung hat es aber mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 351 E. 3b). Gemäss Bundesgericht besitzen daher im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Aus der vorliegenden medizinischen Aktenlage geht hervor, dass der behandelnde
Arzt, Dr. D._, und der Gutachter Dr. C._ im Wesentlichen dieselben Diagnosen
stellen und zudem auch darin übereinstimmen, dass die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit um 30% vermindert ist.
Abweichend beurteilen sie insbesondere das der Beschwerdeführerin zumutbare
Arbeitspensum.
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3.1 Der begutachtende Arzt, Dr. C._, legte die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit sowohl in der RAD-Untersuchung
vom 28. Januar 2005 als auch im Gutachten vom 30. September 2008 auf 70% bei
einem vollen Pensum mit reduzierter Leistungsfähigkeit fest. Die reduzierte
Leistungsfähigkeit führt er dabei insbesondere auf die aus der gemischten
Persönlichkeitsstörung resultierende, verminderte Konfliktfähigkeit der
Beschwerdeführerin zurück, wobei er einen Teil der persönlichkeitsimmanenten
Störung als durch eine zumutbare Willensanstrengung überwindbar erachtet (IV-act.
15/4; 110/12 f.). Mit Blick auf die allgemeine Sozialanamnese und den klinischen
Gesamteindruck kommt der Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
ungenutzte Ressourcen aufweise, wobei die leichte Intelligenzminderung, die
beschränkte Fähigkeit zur Selbstreflexion, der bereits mehrjährige Verlauf, die bislang
unbefriedigenden Behandlungsergebnisse und der zunehmende Verlust der sozialen
Integration limitierend wirkten. Diese nach persönlicher Begutachtung der
Beschwerdeführerin und unter Einbezug sämtlicher relevanten medizinischen Akten
erfolgte medizinische Beurteilung ist in sich kohärent und einleuchtend.
3.2 Dr. D._ hält demgegenüber nur noch eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 6
Stunden pro Tag als zumutbar. Die übrige Zeit brauche die Beschwerdeführerin, um
sich zu erholen, da sie "aufgrund der leichten Intelligenzminderung und der
selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung schnell an ihre Grenzen" stosse (IV-act. 93/5).
Diese nicht näher erläuterte Feststellung überzeugt nicht. Berücksichtigt man nämlich,
dass die Intelligenzminderung der Beschwerdeführerin von Dr. D._ als geringfügig
eingestuft wird (ICD-10 F70.0: "Keine oder geringfügige Verhaltensstörung"), die
Beschwerdeführerin im Stande war, die obligatorische Schulzeit zu bewältigen, eine
Lehre als Betriebsangestellte bei der Bahn mit einem guten Notendurchschnitt
abzuschliessen und zudem unbestrittenermassen in der Lage ist, auch körperlich
anstrengendere Tätigkeiten auszuüben, ist nicht nachvollziehbar, inwiefern die
Beschwerdeführerin eine einfache körperliche Tätigkeit ohne höhere intellektuelle
Anforderungen nicht vollzeitlich auszuüben imstande sein soll. Wenn Dr. D._ das
reduzierte Arbeitspensum zudem mit der verminderten Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung begründet, beruft er sich
damit auf eine bereits im Rahmen der Leistungsfähigkeitsschätzung berücksichtigte
gesundheitliche Einschränkung. Auch daraus kann demnach die Notwendigkeit eines
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zeitlich reduzierten Arbeitspensums nicht abgeleitet werden. Die Einschätzung von
Dr. D._ ist daher nicht geeignet, berechtigte Zweifel an der Zuverlässigkeit des
schlüssigen Gutachtens von Dr. C._ zu wecken, weshalb die Beschwerdegegnerin
darauf abstellen durfte.
4.
Zwischen den Parteien umstritten ist ferner die Invaliditätsbemessung.
4.1 Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1
IVG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend ist nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie
bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; Urteil 9C_488/2008 vom 5.
September 2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt
worden wäre. Fehlen aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte auf den letzten vor
Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielten Lohn, ist das Valideneinkommen gestützt
auf die in der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Schweizerischen
Bundesamtes für Statistik enthaltenen Durchschnittswerte festzulegen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 28. August 2008, 9C_266/2008, E. 3.2.2.; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. August 2006, E. 6.1).
4.2 Vorliegend arbeitete die Beschwerdeführerin nach Abschluss ihrer Lehre als
Betriebsangestellte bei der I._im Juli 1997 noch zwei Jahre in ihrem ehemaligen
Lehrbetrieb weiter (IV-act. 22/12). Diese Anstellung kündigte sie per Ende Juli 1999
wegen eines Rangierunfalls eines Lehrlings (IV-act. 15/2) und arbeitete in der Folge in
verschiedensten Hilfstätigkeiten, so unter anderem als Reinigungshilfe,
Serviceangestellte, industrielle Hilfskraft, Chauffeuse, Verkäuferin und Angestellte bei
einer Luftseilbahn (IV-act. 22/1). Da aufgrund dieser häufigen Stellenwechsel, den stetig
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kurzzeitigen Anstellungsverhältnissen und den zeitweisen Unterbrüchen in der
Erwerbstätigkeit eine konkrete repräsentative Einkommensbasis fehlt, hat die
Beschwerdegegnerin für die Festsetzung des Valideneinkommens zu Recht auf die
LSE-Tabellenlöhne abgestellt. Dies wird von der Beschwerdeführerin auch nicht
bestritten. Während die Beschwerdegegnerin aber das statistische
Bruttoerwerbseinkommen für massgeblich erachtete, das Frauen im
Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Jahr 2006
durchschnittlich erzielten (Fr. 50'278.-- bei einer durchschnittlichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41,7 Stunden), will die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer
abgeschlossenen Berufslehre auf das statistische Bruttoerwerbseinkommen von
Frauen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Landverkehr im Jahr 2006
(Fr. 53'430.-- bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden)
abstellen.
4.3 Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts ist beim
Valideneinkommen in Fällen, in denen aufgrund der Umstände des Einzelfalls –
insbesondere der Erfahrungswerte aus der Zeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens –
anzunehmen ist, dass sich eine versicherte Person als Gesunde voraussichtlich
dauernd und aus freien Stücken mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügt
hätte, darauf abzustellen, auch wenn die versicherte Person an sich besser entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten hätte (für viele: Urteil des Bundesgerichts vom 28. August 2008,
9C_266/2008, E. 3.2.1.). Wie bereits ausgeführt arbeitete die Beschwerdeführerin nach
Abschluss ihrer Lehre von August 1997 bis Ende Juli 1999 als Betriebsmitarbeiterin bei
der I._ (IV-act. 22/12). In der Folge übte sie lediglich noch Hilfstätigkeiten aus (IV-act.
22/1). Eine Wiederaufnahme ihrer gelernten Tätigkeit plante die Beschwerdeführerin
offenbar nicht, worauf auch die von ihr im August 2004 aufgenommene Ausbildung zur
Rotkreuzpflegerin hindeutet (IV-act. 5/1). Berücksichtigt man den vorliegenden
Krankheitsverlauf, insbesondere den Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Jahr
2008 offenbar aufgrund schizoider Anfälle für einige Wochen stationär in der
Psychiatrie behandelt wurde, wäre es denkbar, dass die Aufgabe der angestammten
Tätigkeit krankheitsbedingt erfolgte und demzufolge das statistische
Durchschnittseinkommen einer im Landverkehr tätigen Frau im Anforderungsniveau 3
für die Bestimmung des Valideneinkommens massgeblich wäre. Aus den Akten wird
aber deutlich, dass die Beschwerdeführerin ihre Anstellung bei der I._ aufgrund eines
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Rangierunfalls eines Lehrlings und damit wohl aus invaliditätsfremden Gründen aufgab
(IV-act. 15/2) und in der Folge nur noch Hilfstätigkeiten ausübte. Demzufolge handelte
die Beschwerdegegnerin korrekt, wenn sie den statistischen Durchschnittslohn einer
Frau im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Jahr 2006 als für
das Valideneinkommen massgeblich erachtete. Aufgerechnet auf eine 41,7
Stundenwoche beträgt dieses Fr. 50'278.-- (Fr. 4'019.-- * 12 / 40 * 41,7).
4.4 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft sowie das
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint,
gilt grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne oder die von der SUVA
erstellten DAP (Dokumentation von Arbeitsplätzen)-Lohnangaben beizuziehen. Basis
für die Berechnung des Invalideneinkommens bildet daher vorliegend ebenfalls der
statistische Durchschnittslohn einer Frau im Anforderungsniveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten) im Jahr 2006 von Fr. 50'278.--, aufgerechnet auf eine 41,7
Stundenwoche. Aufgrund der 70%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
beträgt das Invalideneinkommen demnach – ohne Berücksichtigung eines allfälligen
Leidensabzugs – Fr. 35'194.60 (Fr. 50'278.-- * 0,7).
4.5
4.5.1 Zu beurteilen bleibt daher noch die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem
Umfang ein sogenannter Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist.
Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U 242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf
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dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2). Dabei handelt
es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb).
Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt nach der
Rechtsprechung von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von
invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich
leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind. Eine schematische Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE
126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
4.5.2 Die Beschwerdegegnerin verweigert der Beschwerdeführerin einen Leidensabzug
mit der Begründung, dass die gesundheitlichen Einschränkungen der
Beschwerdeführerin bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden
seien. Tatsächlich dürfen bereits in die Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossene
Einschränkungen einer versicherten Person grundsätzlich nicht auch noch im Rahmen
eines allfälligen Leidensabzugs und damit doppelt berücksichtigt werden. Dabei gilt es
aber zu beachten, dass gewisse Leiden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nehmen,
gleichzeitig aber auch die erwerbliche Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
lohnmässig relevant zu erschweren vermögen. Dies gilt nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung unter anderem dann, wenn eine versicherte Person – wie vorliegend –
im Rahmen ganztägiger Einsätze lediglich eine reduzierte Leistung erbringen kann, da
dies für einen potentiellen Arbeitgeber unmittelbar mit betriebswirtschaftlichen
Nachteilen (ineffiziente Auslastung der betrieblichen Infrastruktur) verbunden ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 9C_603/07, E. 4.2.3). Des Weiteren zu
beachten ist, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer reduzierten Konfliktfähigkeit
grosse Schwierigkeiten im Umgang mit Vorgesetzten hat und deshalb auf einen
besonders verständnisvollen Arbeitgeber angewiesen ist, der sie trotz ihrer offenbar
teilweise inadäquaten Verhaltensweise längerfristig zu beschäftigen gewillt ist. Ferner
besteht selbst bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 bei
Berücksichtigung der vom Gutachter aufgeführten Einschränkungen (keine
Notwendigkeit zur Gruppeneinordnung oder Teameinbindung, kein vermehrter
Kundenkontakt, kein Zeitdruck, keine Mehrfachbelastung, vgl. IV-act. 110/12) nur noch
ein erheblich eingeschränkter Bereich möglicher Arbeitsplätze, was ebenfalls im
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Rahmen des Abzuges vom Tabellenlohn zu berücksichtigen ist. Insbesondere mit Blick
auf die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung ist bei der
Beschwerdeführerin schliesslich auch von einem erhöhten Krankheitsrisiko
auszugehen, was die Beschwerdeführerin im Vergleich zu einer gesunden Person für
einen ökonomisch denkenden Arbeitgeber weniger attraktiv macht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 25. November 2008, 9C_650/2008, E. 5.4 mit Hinweisen).
4.5.3 Insgesamt wirken sich mehrere persönliche und berufliche Faktoren zum Teil
einschneidend auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin und dadurch auf den
auf dem Arbeitsmarkt zu erwartenden Lohn aus. Unter Würdigung sämtlicher
Umstände erscheint deshalb ein Leidensabzug von 15% angemessen.
4.6 Unter Berücksichtigung eines 15%igen Leidensabzuges resultiert in Anwendung
eines Einkommensvergleichs gemäss E. 1.1 (sogenannter Prozentvergleich) ein
Invaliditätsgrad von 40,5% und somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.
Nach dem Wortlaut von Art. 8 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 ATSG und Art. 16
ATSG liegt eine rentenbegründende Invalidität nur dann vor, wenn die zumutbare
Behandlung und/oder Eingliederung abgeschlossen ist. Falls die von Dr. C._ im
Gutachten vom 30. September 2008 geäusserte Einschätzung, dass eine Besserung
des dysfunktionalen sozialen Umgangs mit Auswirkungen auf die berufliche
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch eine qualitativ und quantitativ
ausreichend intensive psychotherapeutische Führung erreicht werden kann, den
Tatsachen entsprechen sollte und falls darüberhinaus davon auszugehen wäre, dass
eine derartige Behandlungsmöglichkeit bereits seit Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
bestanden hat, läge lediglich eine langjährige Arbeitsunfähigkeit vor. Die
Arbeitsunfähigkeit allein kann aber - zumindest nach dem klaren Wortlaut der
genannten Gesetzesbestimmungen - keine Invalidität als Voraussetzung eines
Rentenanspruchs darstellen. Dennoch folgte das Bundesgericht im Urteil 9C_141/2009
vom 5. Oktober 2009 der Ansicht des beschwerdeführenden Bundesamtes für
Sozialversicherung nicht, dass zwischen dem Ende des Wartejahres und einem
verzögerten, späteren Beginn beruflicher Eingliederungsmassnahmen nie ein
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Rentenanspruch bestehen könne. Im Urteil vom 23. Oktober 2009 (8C_376/2009) hat
das Bundesgericht diese Auffassung bestätigt, indem es am kantonalen Entscheid
nicht bemängelte, dass er für die Zeit nach dem Ablauf des Wartejahres überhaupt von
einem Anspruch auf eine Rente ausgegangen sei, sondern nur, dass er bei der
Ermittlung der Invalidität auf die Arbeitsunfähigkeit und als Folge davon auf
ungenügende medizinische Abklärungen abgestellt habe. Auch eine langjährige
krankheitsbedingte Arbeitsabsenz, die schliesslich durch eine medizinische
Behandlung wieder beseitigt wird, kann also einen Rentenanspruch begründen (vgl.
Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Januar 2010, IV
2008/325, E. 1). Dies muss umso mehr gelten, wenn lediglich eine (der versicherten
Person unter Umständen nicht einmal bekannte) Möglichkeit besteht, eine langjährige
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit therapeutisch zu reduzieren. In diesem Fall ist
eine vorübergehende oder dauernde Rentenkürzung oder –verweigerung allenfalls
dann zulässig, wenn sich die versicherte Person nach einer schriftlichen Mahnung
unter Hinweis auf die Rechtsfolgen und unter Einräumung einer angemessenen
Bedenkzeit einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung widersetzt (Art. 21 Abs. 4
ATSG). Da die Beschwerdeführerin demnach selbst dann Anspruch auf eine
Viertelsrente für die Zeit nach Ablauf des Wartejahres hätte, wenn eine therapeutische
Steigerung ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit möglich gewesen wäre, kann vorliegend
offen bleiben, ob eine solche Behandlungsmöglichkeit tatsächlich gegeben war und
momentan auch noch ist.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 6. April 2009 aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente
auszurichten. Die Sache ist zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Des Weiteren wird die Beschwerdegegnerin
berufliche Massnahmen zu prüfen haben.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdeführerin ist zwar mit ihrem Rentenbegehren
bis
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durchgedrungen, dies aber nur in einem reduzierten Umfang. Insgesamt erscheint es
als angemessen, ihr einen Drittel der Gerichtskosten aufzuerlegen. Sie hat somit
Fr. 200.-- zu tragen, während der Beschwerdegegnerin Fr. 400.-- aufzuerlegen sind.
Unter Verrechnung ihres Kostenanteils sind der Beschwerdeführerin Fr. 400.-- des von
ihr geleisteten Kostenvorschusses zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
reduzierte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Ausmass des Obsiegens bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/
SG, sGS 951.1). Bei vollem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3'600.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Folglich ist der
Beschwerdeführerin zwei Drittel davon, also Fr. 2'400.--, zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht