Decision ID: 9ea72012-c36b-5a9e-8b9d-649ee7a9bfc8
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a H._ meldete sich am 20. Juli 2004 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an.
Wegen eines Verhebetraumas vom 12. Mai 2003 (act. G 8.14) könne er seine bisherige
Tätigkeit als angelernter Fenstermonteur nicht mehr ausüben (act. G 8.1). Zuvor war
der Versicherte vom 25. Juni bis 2. Juli 2003 im Departement Innere Medizin des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) und vom 25. November bis 12. Dezember 2003 in der
RehaClinik Zurzach hospitalisiert gewesen (act. G 8.16.-5 ff.). Der behandelnde
Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, stellte im Arztbericht vom
6. Dezember 2004 die Diagnose eines chronischen lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms mit Schmerzverarbeitungsstörung. Seit "22.5.03" bis auf weiteres
bescheinigte er dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 8.16-1).
A.b Vom 23. Oktober bis 30. November 2006 befand sich der Versicherte stationär in
der Psychiatrischen Klinik Wil. Die dort behandelnden Ärzte stellten die Diagnose einer
schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3). Bei
Austritt bescheinigten sie dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Austrittsbericht vom 1. Dezember 2006, act. G 8.75).
A.c Am 20. Juni 2007 wurde der Versicherte im Medizinischen Gutachtenzentrum
St. Gallen (MGSG) orthopädisch von Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und am 21. August 2007
psychiatrisch von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachtet. Die Experten diagnostizierten im interdisziplinären Gutachten vom
7. Januar 2008 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive
Störung (ICD-10: F32.1), eine sonstige akute vorwiegend wahnhafte psychotische
Störung (ICD-10: F23.3), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4) und eine mässige Degeneration der Bandscheibe L4/5 mit kleiner medianer
Protrusion sowie diskrete Spondylarthrose L4 bis S1 ohne Kompression neuraler
Strukturen. Für die angestammte sowie andere Tätigkeiten bescheinigten die Gutachter
dem Versicherten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 8.57).
A.d Mit Vorbescheid vom 7. Mai 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 55% mit Wirkung ab 1. Mai 2004 eine
halbe Rente auszurichten (act. G 8.68).
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A.e Dagegen erhob der Versicherte am 6. Juni 2008 Einwand mit dem Antrag auf
Zusprechung einer ganzen Rente (act. G 8.73). Dem Einwand legte er einen Bericht
vom behandelnden Dr. A._ vom 4. Juni 2008 bei, worin dieser eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (act. G 8.74).
A.f Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügungen vom 28. Januar (für die Zeit
ab 1. Dezember 2008) und 17. Februar 2009 (für die Dauer vom 1. Mai 2004 bis
30. November 2008) eine halbe Rente zu (act. G 8.81 und G 8.83).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen vom 28. Januar und 17. Februar 2009 richten sich die
vorliegenden Beschwerden vom 18. und 20. Februar 2009. Der Beschwerdeführer
beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die
Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Mai 2004. Eventualiter sei ihm ab
1. Mai 2004 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Subeventualiter sei die Sache an die
Beschwerdegegnerin zur neuen Prüfung zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er im
Wesentlichen vor, dass die gutachterliche Einschätzung nicht mit derjenigen der
behandelnden Ärzte zu vereinbaren und deshalb nicht beweistauglich sei. Zur
Beurteilung seines Rentenanspruchs müsse von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen werden (act. G 1 und G 2).
B.b Am 26. Februar 2009 teilt das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer mit,
dass die beiden Beschwerden antragsgemäss vereinigt worden sind (act. G 3).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. April 2009
die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der Bemessung
des Invaliditätsgrades die gutachterliche Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit
zugrunde zu legen sei und sie dem Beschwerdeführer zu Recht eine halbe Rente
zugesprochen habe (act. G 8).
B.d Der Beschwerdeführer verzichtet auf eine Replik (vgl. act. G 12).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 20. April 2009 wird dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung Kostenvorschuss/Gerichtskosten) bewilligt (act.
G 9).
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Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am
28. Januar und 17. Februar 2009 ergangen (act. G 8.81 und G 8.83), wobei ein
Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass
der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt
wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem
Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen
Bestimmungen verwiesen wird.
3.
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3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachpersonen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43
Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der Versicherungsträger bzw. im
Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein.
Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben zusätzliche Abklärungen
stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus
den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53
E. 4a am Schluss).
3.4 Rechtsprechungsgemäss kommt einem Gutachten oder anderen medizinischen
Beurteilungen schon dann kein voller Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht feststehen, dass die medizinischen
Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen entsprechen, was nicht mit medizinischen
Fachpersonen besetzte Behörden in der Regel nicht beurteilen können (Urteil des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 2002, I 779/01, E. 4.2).
4.
Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtenen Verfügungen in medizinischer
Hinsicht auf das interdisziplinäre (psychiatrisch-orthopädische) Gutachten vom
7. Januar 2008 (act. G 8.57). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, das Gutachten
berücksichtige nicht sämtliche wesentlichen medizinischen Vorakten (act. G 1 und G 2).
4.1 Nicht vollständig ist ein medizinisches Gutachten unter anderem dann, wenn die
begutachtende Person wesentliche Anknüpfungstatsachen, d.h. in den Vorakten
enthaltene tatsächliche Grundlagen nicht beachtet. Unter dem Aspekt der
Vollständigkeit einer Expertise fällt das Fehlen eines wesentlichen medizinischen
Berichts ins Gewicht. Angesichts des hohen Stellenwerts, der medizinischen Gutachten
im Sozialversicherungsprozess zukommt, sind an deren Qualität entsprechend hohe
Anforderungen zu stellen. Unter dem Aspekt der Vollständigkeit ist deshalb nicht nur zu
verlangen, dass der Gutachter die Anknüpfungstatsachen, d.h. die tatsächlichen
Grundlagen des Gutachtens, die er nicht selbst beschaffen hat, einzeln und mit ihrem
wesentlichen Inhalt rekapituliert. Gleichermassen erforderlich ist, dass das Gutachten
in Kenntnis der wesentlichen Vorakten erstellt wird. Eine Stellungnahme und
gegebenenfalls Auseinandersetzung mit ärztlichen (Vor)Berichten, die von Gutachten
abweichen, ist auch deshalb notwendig, weil das Gericht ansonsten bei divergierenden
Arztberichten häufig nicht in der Lage ist, das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere medizinische
Einschätzung abstellt, wie dies die Rechtsprechung verlangt (Urteil des Bundesgerichts
vom 11. November 2010, 9C_986/09, E. 4.4.1 und 4.5.1 f. mit Hinweisen auf
Rechtsprechung und Literatur).
4.2 Die Kritik des Beschwerdeführers, das MGSG-Gutachten sei in unvollständiger
Voraktenkenntnis ergangen, ist berechtigt. So lag den Gutachtern insbesondere der
ausführliche Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik Wil vom 1. Dezember 2006 nicht
vor, wo sich der Beschwerdeführer vom 23. Oktober bis 30. November 2006 in
stationärer Hospitalisation befunden hatte und worin diesem eine 100%ige
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Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden war (act. G 8.75). Der Austrittsbericht wird
weder im psychiatrischen noch im orthopädischen Teilgutachten erwähnt. Damit geht
einher, dass der psychiatrische Gutachter ausdrücklich festhielt, dass sich in den
vorliegenden Akten kein Bericht über eine stationäre Behandlung fände (act.
G 8.57-10). Ein Gutachten - wie das vorliegende -, das einen wesentlichen (Vor)Bericht
unzureichend berücksichtigt, ist unvollständig und vermag daher vor allem mit Blick auf
den zu beurteilenden gesundheitlichen Verlauf nicht zu Ergebnissen zu führen, die auf
gesamthafter Würdigung der medizinischen Lage beruhen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 15. Juli 2008, 9C_51/08, E. 2.2 mit Hinweisen sowie vom 9. April
2009, 8C_1049/08, E. 4.2). Gegen die Zuverlässigkeit der Begutachtung spricht weiter,
dass die Gutachter trotz des Hinweises auf die stationäre psychiatrische Behandlung
(act. G 8.57-5), das Fehlen entsprechender Unterlagen offenbar nicht bemerkt haben,
jedenfalls sich nicht veranlasst sahen, entsprechende Abklärungen selber
vorzunehmen, oder über die Beschwerdegegnerin die vollständigen Vorakten
einzufordern.
4.3 Der Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als noch nicht spruchreif. Von
einer Rückweisung der Sache zur neuen interdisziplinären Begutachtung kann trotz der
Wesentlichkeit der vollständigen Voraktenkenntnisse vorliegend indessen -
ausnahmsweise - abgesehen werden. Denn die interdisziplinäre Begutachtung des
MGSG vom 7. Januar 2008 vermag in den übrigen Teilen zu überzeugen. So beruht
das Gutachten auf eingehenden klinischen Befunden und die daraus gezogenen
Schlüsse sind nachvollziehbar. Damit geht einher, dass der Beschwerdeführer keine
Oberbegutachtung beantragt (act. G 1). Zur Behebung der durch mangelhafte
Voraktenkenntnisse verursachten Unvollständigkeit des psychiatrischen Teilgutachtens
rechtfertigt es sich daher ausnahmsweise, anstelle einer Oberbegutachtung eine
ergänzende Stellungnahme des psychiatrischen MGSG-Gutachters einzuholen. Dieser
wird nunmehr in Kenntnis der vollständigen Voraktenlage (vgl. vorstehende E. 4.2) und
nach einer Rücksprache mit dem behandelnden Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. act. G 8.57-5), die Fragen zu beantworten haben,
wie sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Mai 2003
(Bescheinigung 100%ige Arbeitsunfähigkeit durch Dr. A._, act. G 8.16-1) entwickelt
hat, ob angesichts der in den (bislang noch nicht berücksichtigten) Vorakten
gemachten Feststellungen und der (noch einzuholenden) Angaben von Dr. D._
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einerseits an den im Gutachten erhobenen Befunden sowie gestellten Diagnosen und
andererseits insbesondere an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit festgehalten wird.
Bejahendenfalls wären die Unterschiede hinsichtlich Befunde, Diagnosen und
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu erklären. Gestützt auf die Erkenntnisse dieser
neuen Abklärung wird die Beschwerdegegnerin über den vom Beschwerdeführer
geltend gemachten Rentenanspruch neu zu verfügen haben.
4.4 Da sich der medizinische Sachverhalt als noch nicht hinreichend abgeklärt erweist,
erübrigen sich vorerst Bemerkungen zur Bemessung des Validen- und
Invalideneinkommens.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerden sind die angefochtenen Verfügungen
vom 28. Januar und 17. Februar 2009 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden
Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen.