Decision ID: 1dc6395f-e5ff-55f5-bd3a-b07d95d456ad
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 13. September 2012 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin, berichtete
am 18./26. Februar 2013, der Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
an einer koronaren Herzerkrankung mit Bypass-Operation, einer
Herzschrittmacherimplantation, einer arteriellen Hypertonie und einem Diabetes
mellitus. Die Ausübung der angestammten Tätigkeit als selbstständiger C._ sei dem
Versicherten aufgrund der Herzerkrankung nicht mehr möglich. Eine körperlich leichte,
leidensangepasste Tätigkeit sei theoretisch möglich, aber fraglich realisierbar (IV-act.
30 und IV-act. 35). In der Mitteilung vom 23. Mai 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch
um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 44). Dr. med. D._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, bescheinigte dem Versicherten für leidensangepasste Tätigkeiten
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 19. Juni 2013, IV-act. 46). RAD-Ärztin Dr.
med. E._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, schloss sich dieser
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung an (Stellungnahme vom 3. Juli 2013, IV-act. 49). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 18. Juli 2013, IV-act. 55;
Einwand vom 16. September 2013, IV-act. 59) sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügung vom 11. November 2013 eine Viertelsrente ab Juli 2013 zu (IV-act. 66).
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads nahm sie wegen eines Minderverdiensts eine
Parallelisierung der Vergleichseinkommen vor, woraus ein 48%iger Invaliditätsgrad
resultierte (IV-act. 62). Nachdem der Versicherte am 11. Dezember 2013 dagegen
Beschwerde erhoben hatte (IV-act. 69), widerrief die IV-Stelle am 24. Januar 2014 die
angefochtene Verfügung (IV-act. 76; zum Abschreibungsbeschluss des
Versicherungsgerichts vom 13. Februar 2014, IV 2013/618, siehe IV-act. 84).
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A.b Mit Mitteilung vom 25. März 2014 gewährte die IV-Stelle Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 93). In der Mitteilung vom 18. August 2014
wies sie das Gesuch um berufliche Massnahmen erneut ab (IV-act. 104; zum Schreiben
des Versicherten vom 4. September 2014 siehe IV-act. 105).
A.c Dr. D._ führte im Verlaufsbericht vom 2. September 2014 aus, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei seit Juni 2013 stationär geblieben. Für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ("4
Stunden täglich"; IV-act. 106). RAD-Ärztin Dr. E._ gab in der Stellungnahme vom 10.
September 2014 ebenfalls an, es bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (IV-act. 107).
A.d Mit Vorbescheid vom 9. Oktober 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung führte sie aus, im
Unterschied zum bisherigen Entscheid werde der Minderverdienst nicht berücksichtigt.
Der Versicherte sei seit 1985 als selbstständig Erwerbender tätig und habe in diesen
Jahren meist einen unterdurchschnittlichen Lohn abgerechnet. Das Valideneinkommen
müsse nach den "realen Einkommensverhältnissen" bemessen werden (IV-act. 110).
Dagegen erhob der Versicherte am 6. November 2014 Einwand (IV-act. 111). Am 20.
November 2014 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 112).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 20. November 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 23. Dezember 2014. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihm eine Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Wesentlichen bringt er vor, dass er die
selbstständige Tätigkeit zugunsten einer besser bezahlten Tätigkeit aufgegeben hätte.
Entsprechende Gelegenheiten hätten sich allerdings trotz seinen Bemühungen nie
ergeben. Des Weiteren könne nicht davon ausgegangen werden, er hätte ohne
Gesundheitsschaden den Betrieb weiter geführt (act. G 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. Februar
2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, es sei mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als
Gesunder weiterhin den C._-betrieb geführt hätte. Das Valideneinkommen sei zu
Recht gestützt auf die vom Beschwerdeführer vor 2012 erzielten Einkommen berechnet
worden (act. G 4).
B.c In der Replik vom 14. April 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
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liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
In medizinischer Hinsicht ist zwischen den Parteien unumstritten, dass der
Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit zu 100% und für eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig ist (IV-act. 112-2, act. G 1, S. 3,
und act. G 4). Dies deckt sich mit der diesbezüglich einhelligen medizinischen
Aktenlage (RAD-Stellungnahme vom 10. September 2014, IV-act. 107-2;
Verlaufsbericht Dr. D._ vom 2. September 2014, IV-act. 106), und es besteht kein
Anlass, von dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen.
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3.
Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
verbleibt die Erwerbsunfähigkeit bzw. der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Zwischen den
Parteien ist dabei die Höhe des Valideneinkommens umstritten.
3.1 In der Invalidenversicherung versichertes Risiko bildet die Erwerbsunfähigkeit bzw.
der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG; siehe vorstehende E. 1.1; siehe zur Invalidität auch
die Definition von Art. 8 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist damit die Differenz zwischen
den Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als gesunde Person
und den Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
gesundheitlich beeinträchtigte Person (vgl. auch Art. 16 ATSG).
3.2 Das (mutmassliche) Valideneinkommen ist Ausdruck der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt und Ausgangspunkt für die Differenzrechnung zur
Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit bzw. der Invalidität auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt. Es ist aufgrund der ausgeglichenen Arbeitsmarktlage zu bestimmen, weil
die Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG sich nach demselben Arbeitsmarkt
auszurichten haben (siehe zum Grundsatz der Gleichartigkeit der
Einkommensermittlung Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Februar 2005,
I 559/04, E. 2.1, bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2014,
9C_192/2014, E. 3.4; zum grundsätzlichen Ausschluss von Konjunktureinflüssen bei
der Invaliditätsbemessung siehe BBl 1958 II 1197). Die Bestimmung des
Valideneinkommens kann sich damit nicht unbesehen auf eine Anpassung der als
gesunde Person erzielten Verdienste an die Nominallohnentwicklung beschränken,
zumal diese auf dem konkreten, von regionalen sowie konjunkturellen Einflüssen
geprägten Arbeitsmarkt erzielt wurden und gerade bei Selbstständigerwerbenden oft
von betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Motiven beeinflusst sind (vgl. hierzu
etwa Urteil des EVG vom 21. Dezember 2001, I 183/01, E. 2b mit Hinweis).
Insbesondere Konjunktureinflüsse sind als erwerbsfähigkeitsfremde Gründe bei der
Invaliditätsbemessung grundsätzlich auszuschalten (BBl 1958 II 1197). Der tatsächlich
erzielte bzw. im individuellen Konto eingetragene Lohn ist damit gerade bei
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selbstständig Erwerbenden grösstenteils von erwerbsfähigkeitsfremden Gründen und
Zufälligkeiten (vgl. hierzu BBl 1958 II 1196) bestimmt (Bericht der Eidgenössischen
Expertenkommission für die Invalidenversicherung vom 30. November 1956, S. 121).
Hinzu kommt, dass bei krankheitsbedingter Invalidität dem Eintritt des
Versicherungsfalls häufig eine Periode der allmählichen Abnahme der Erwerbsfähigkeit
und des Erwerbseinkommens vorausgehen (BBl 1958 II 1196). Diese mangelhafte
Aussagekraft des tatsächlichen Verdiensts als gesunde Person betonte der Bundesrat
bei Erlass des IVG. Er forderte ausdrücklich unter Hinweis auf die Meinung der
Expertenkommission (vgl. Expertenbericht, S. 121 f.), dass die Invalidenversicherung
nicht einfach vom tatsächlichen, vor Eintritt der Invalidität erzielten Erwerbseinkommen
ausgehen darf. Als eines der Bemessungselemente wird vielmehr das
Erwerbseinkommen eines nichtinvaliden Erwerbstätigen, auf den dieselben
persönlichen und beruflichen Voraussetzungen zutreffen wie auf die versicherte
Person, dienen müssen (BBl 1958 II 1196 unten). Daher und analog zur Bestimmung
des Invalideneinkommens als Ausdruck der Erwerbsunfähigkeit vermag das tatsächlich
als gesunde Person erzielte Einkommen ein Indiz oder Anhaltspunkt für die
Bestimmung des Valideneinkommens und damit des Invaliditätsgrads zu bilden. Art. 16
ATSG spricht hinsichtlich des Valideneinkommens denn auch vom Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person als Gesunde "erzielen könnte" und nicht "erzielt hätte". Zu
betonen ist schliesslich, dass jede versicherte Person als Gesunde zumindest über
dasjenige Erwerbspotential verfügt haben muss, welches ihr nach Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung verblieben ist. Denn die Erwerbsmöglichkeiten nach
Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen der versicherten Person
zwangsläufig auch als Gesunde auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen.
3.3 Massgebend für das (hypothetische) Valideneinkommen ist nach dem Gesagten,
was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen
Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im
massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns als Arbeitskraft auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte verdienen können. Es kann für die Bestimmung der
Erwerbsmöglichkeiten als gesunde Person bzw. des hypothetischen
Valideneinkommens nur relevant sein, was grundsätzlich zum massgeblichen Lohn
gemäss Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR
831.10) zu zählen wäre bzw. von dem Beiträge gemäss AHVG erhoben würde (Urteil
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des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2015, 8C_379/2015/8C_383/2015, E. 3
betreffend Irrelevanz eines Solds der Milizfeuerwehr; Art. 25 Abs. 1 der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
3.4 Aus dem IK-Auszug ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit 1985 als
selbstständiger C._ erwerbstätig gewesen ist. In der Zeit danach bis 1991 rechnete
er - im Vergleich zum Durchschnittslohn des Jahres 1997 von Fr. 54'184.-- (vgl.
Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2005) - selbst ohne Anpassung an die bis 1997 eingetretene
Nominallohnentwicklung höhere Einkommen ab. Später nahmen die im individuellen
Konto erfassten Einkommen - abgesehen von den Jahren 2001, 2006 und 2008 -
kontinuierlich gegenüber dem jeweiligen Vorjahresverdienst ab (IV-act. 22). Angesichts
dieser erheblich schwankenden Einkommenseinträge vermögen die tatsächlich
abgerechneten Verdienste keine taugliche Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens zu bilden. Vielmehr bestätigen sie die glaubhaften Ausführungen
des Beschwerdeführers, dass die Einkommen - vor allem in den Jahren vor der
gesundheitlichen Beeinträchtigung - massgebend von konjunkturellen und anderen
zufälligen Einflüssen geprägt waren (siehe hierzu IV-act. 40-2 und IV-act. 111). Allein
schon deshalb vermögen die im individuellen Konto eingetragenen Einkommen kein
Indiz für die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu bilden und es kann offen bleiben, ob und in welchem Umfang die
abgerechneten Löhne von betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Faktoren geprägt
waren. Aus dem Lohnregulativ für Produktionspersonal zum Gesamtarbeitsvertrag
(GAV) für das Schweizerische C._-gewerbe, gültig seit 1. Januar 2015, ergibt sich
eine Mindestlohnbandbreite für das Produktionspersonal mit Berufsprüfung (sofern in
Funktion als Produktionsleiter) von Fr. 5'036.-- bis Fr. 5'206.--. Angesichts der
langjährigen Erfahrung des Beschwerdeführers kann davon ausgegangen werden, dass
er auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als Gesunder nicht bloss diese
Mindestlohnbandbreite hätte realisieren können. Die betraglich genaue Bestimmung
des Valideneinkommens kann indessen offen bleiben, da sich weder aus den
Ausführungen des Beschwerdeführers noch den Akten Anhaltspunkte dafür ergeben,
dass ihm als Gesunder im Vergleich zum durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn erheblich
besser bezahlte Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zur
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Verfügung gestanden wären. Demnach ist zur Bestimmung des Invaliditätsgrads ein
Prozentvergleich vorzunehmen.
3.5 Zu bestimmen bleibt noch der Tabellenlohnabzug. Die Beschwerdegegnerin
anerkannte einen 10%igen Teilzeitabzug (IV-act. 112-2). Dabei liess sie indessen
unberücksichtigt, dass der dem Beschwerdeführer noch offenstehende Arbeitsmarkt
durch die krankheitsbedingten qualitativen Anforderungen erheblich eingeschränkt ist.
Zumutbar sind ihm lediglich noch körperlich leichte, vorwiegend sitzende, körperlich
und psychisch wenig belastende und einschichtige Tätigkeiten, die nicht mit grossen
Temperaturschwankungen verbunden sind (IV-act. 49-2). Des Weiteren war der
Beschwerdeführer während Jahrzehnten in einer körperlich anforderungsreichen
Tätigkeit als C._ tätig (vgl. IV-act. 22). Daher und angesichts des fortgeschrittenen
Alters des 1955 geborenen Beschwerdeführers sind auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zusätzliche lohnwirksame Nachteile zu erwarten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. September 2014, 9C_236/2014, E. 4). Im Licht dieser
Verhältnisse erscheint ein Tabellenlohnabzug von 15% gerechtfertigt. Damit resultiert
im Rahmen eines Prozentvergleichs und ausgehend von einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 58% (50% + [50% x 15%])
und ein Anspruch auf eine halbe Rente. Die IV-Anmeldung erfolgte am 13. September
2012 (IV-act. 1) und die Arbeitsunfähigkeit ist am 19. Juli 2012 eingetreten (IV-act.
49-2), womit der Rentenbeginn - wie in der ursprünglichen Rentenverfügung vom 11.
November 2013 zutreffend ermittelt wurde (IV-act. 66) - auf 1. Juli 2013 festzusetzen
ist.
4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 20.
November 2014 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2013
eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint mit Blick auf die eingeschränkte Streitfrage eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 2'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.