Decision ID: 37721b5e-bbe2-46a6-814b-85e474f53ce8
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der Firma B._ als Zimmermann tätig
und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Am 5. März 2018 liess er durch die Arbeitgeberin
melden, dass er sich am 11. März 2017 beim Skifahren das Knie überdreht und erst
vergangenen Monat seinen Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeine
Medizin, aufgesucht habe (Suva-act. 1 f.).
A.a.
Mit Schreiben vom 7. März 2018 erteilte die Suva Dr. C._ Kostengutsprache für
die ärztliche Behandlung und ersuchte um eine Mitteilung, sollte es in der Folge zu
Weiterungen, beispielsweise zu einer Operation, kommen, damit sie ihre
Leistungspflicht erneut prüfen könne (Suva-act. 3).
A.b.
Nachdem bei der Suva am 21. März 2018 ein Bericht von Dr. med. D._ und
Dr. med. E._, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), vom 15. März 2018 über
eine am Vortag durchgeführte Untersuchung des Beschwerdeführers mit der Diagnose
eines Hyperextensionstraumas Knie rechts vom März 2017 mit/bei MR-technisch -
teilweise nur als Verdacht - erhobenen strukturellen Gesundheitsschäden eingegangen
war (Suva-act. 4), führte die Suva verschiedene Abklärungen durch. Sie liess den
Versicherten einen Fragebogen zum Hergang des Vorfalls vom 11. März 2017 ausfüllen
(Suva-act. 10), ersuchte Dr. C._ um Einreichung des Arztzeugnisses UVG (Suva-act.
8, 14 f.) und verlangte die Untersuchungsberichte der beim Beschwerdeführer im
A.c.
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B.
C.
Röntgeninstitut I._ und in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG
durchgeführten radiologischen Untersuchungen seines rechten Kniegelenks bzw.
seiner unteren Extremitäten (Suva-act. 11 ff.) ein.
Am 26. April 2018 holte die Suva eine kreisärztliche Beurteilung hinsichtlich der
Frage des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung ein. Die Beurteilung
erging am 30. April 2018 durch Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt Chirurgie (Suva-act.
16).
A.d.
Mit Verfügung vom 2. Mai 2018 lehnte die Suva einen Anspruch des Versicherten
auf Versicherungsleistungen ab. Zur Begründung führte sie aus, dass seine
Kniebeschwerden rechts weder auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche
Körperschädigung zurückzuführen seien (Suva-act. 17).
A.e.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 13. Mai 2018 Einsprache (Suva-
act. 19).
B.a.
Am 29. Mai 2018 ersuchte die Suva ihre Abteilung Versicherungsmedizin um eine
ausführliche kreisärztliche Beurteilung (Suva-act. 21), welche am 13. Juni 2018 durch
Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, eingereicht wurde (Suva-act. 22).
B.b.
Gestützt auf diese Beurteilung wies die Suva die Einsprache vom 13. Mai 2018 mit
Einspracheentscheid vom 21. Juni 2018 mit der Begründung ab, dass zwischen den
rechtsseitigen Kniebeschwerden des Versicherten und dem Ereignis vom 11. März
2017 kein rechtserheblicher, jedenfalls kein überwiegend wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 24).
B.c.
Mit Schreiben vom 14. August 2018 liess die Suva dem Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen eine E-Mail und ein Schreiben von Dr. C._ vom 6. August 2018
sowie Kopien medizinischer Akten zukommen (Suva-act. G0, G1, G1.1 - G1.5). An die
Suva gerichtet bat Dr. C._, den Fall nochmals zu prüfen und insbesondere die
C.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der Verneinung eines Anspruchs des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen
aus der Unfallversicherung für die der Beschwerdegegnerin am 5. März 2018
gemeldeten Kniebeschwerden rechts im Zusammenhang mit einem Ereignis vom 11.
März 2017 (Suva-act. 1 f.). Der Beschwerdeführer beantragt offenkundig
Versicherungsleistungen für Heilbehandlungen. Ein Anspruch auf Ausrichtung von
Taggeldern fällt, nachdem in den Akten nirgends eine Arbeitsunfähigkeit dokumentiert
ist (vgl. insbesondere Suva-act. 10, 15) und auch beschwerdeweise keine solche
geltend gemacht wird, ausser Betracht.
Abklärungs- und Behandlungskosten des rechten Kniegelenks als unfallbedingt
anzuerkennen.
Nachdem das Versicherungsgericht den Versicherten mit Schreiben vom 16.
August 2018 aufgefordert hatte, - falls gewünscht - persönlich oder durch einen
beauftragten Vertreter unter Beachtung der formellen Anforderungen eine Beschwerde
zu erheben (act. G2), reichte der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20.
August 2018 eine entsprechende Eingabe mit dem sinngemässen Antrag ein, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung zu erbringen
(act. G3).
C.b.
In der Beschwerdeantwort vom 10. September 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids (act. G5).
C.c.
Mit Replik vom 10. Oktober 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem
sinngemäss gestellten Beschwerdeantrag fest (act. G7).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G9).C.e.
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2.
Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung von
Unfallfolgen (Art. 10 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR
832.20]).
2.1.
Demnach setzt ein Anspruch auf Heilbehandlungsleistungen zulasten der
Unfallversicherung zunächst einen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als
Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat. Die Frage, ob die einzelnen Unfallbegriffsmerkmale im Sinne von Art. 4 ATSG
erfüllt sind, ist eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Als weitere Voraussetzung für eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann die natürliche und adäquate
Kausalität zwischen dem Unfall und der festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt
(Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Für die Beantwortung der
Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber
eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten
Regeln zu beurteilen ist (André Nabold, in: Kommentar zum Schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018,
N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 66, 74 zu Art. 6; Alexandra
Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf, S. 55, 58). Im Bereich klar ausgewiesener somatischer Unfallfolgen spielt
jedoch die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen).
2.2.
2.3.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
2.3.1.
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Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen,
138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage,
ob sich ein Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat, und falls ja, die weitere Frage, ob
zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist (vgl. Erwägung 2.2), beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Unfallereignisses bzw. einer Unfallkausalität genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen;
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
Wird auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses
nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu
gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V
136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang
eines Gesundheitsschadens zu einem Unfallereignis überhaupt jemals gegeben ist, ist
ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall einer durch den Unfallversicherer anerkannten Unfallkausalität trägt hingegen
der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6.
August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 54 f.) Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert
worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April
2005, U 6/05, auszugsweise publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.).
2.3.2.
Mit ihrem Schreiben vom 7. März 2018 (Suva-act. 3) hat die
Beschwerdegegnerin offenkundig einzig basierend auf der Bagatellunfallmeldung UVG
vom 5. März 2018 (Suva-act. 2), in welcher eine Überdrehung des Beins sowie eine
Knieverletzung bzw. Zerrung rechts vermerkt sind, eine Kostengutsprache nur für eine
ärztliche Behandlung durch Dr. C._ erteilt. Die Beschwerdegegnerin verfügte zu
diesem Zeitpunkt weder über eine genaue Schilderung des Ereignisses vom 11. März
2017 noch über nähere Angaben medizinischer Fachpersonen, welche ihr Auskunft
2.3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/17
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über den konkreten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gegeben hätten. Erst
nachdem sie durch den Untersuchungsbericht von Dr. D._ vom 15. März 2018 (Suva-
act. 4) von kernspintomographisch erhobenen strukturellen Gesundheitsschädigungen
im rechten Knie des Beschwerdeführers erfahren hatte, führte sie entsprechende
umfassende Abklärungen zu ihrer (weiteren) Leistungspflicht durch (vgl. Suva-act. 5 ff.).
Die Beschwerdegegnerin hat demnach hinsichtlich der strukturellen Knieverletzung im
rechten Knie keine Leistungspflicht anerkannt.
Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des als Unfall
gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung müssen über
das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht
werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die
Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen
(vgl. BGE 114 V 305 E. 5b; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG]
vom 25. November 2004, U 209/04, E. 1.2, und 15. September 2004, U 234/04).
Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf
können die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im
Streitfall hat das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale
des Unfallbegriffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben
sind. Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt - wie bereits erwähnt - nicht wenigstens
mit Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale, ist ein Unfall
im Rechtssinne zu verneinen (vgl. Erwägung 2.2; Urteil des EVG vom 23. November
2006, U 258/04, E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen).
2.4.
Gemäss neuem Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die
Versicherung ihre Leistungen auch bei den folgenden Körperschädigungen, sofern sie
nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind:
a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse;
e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8).
2.5.
Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung
statuiert, dass der Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist.
Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis
erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und
Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das
2.5.1.
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3.
Kriterium des äusseren Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der
Gegenbeweis der vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung
beschlägt den natürlichen Kausalzusammenhang. Nur der Nachweis eines
rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend degenerativ oder krankhaft verursachten
Schadens, kann zu einer Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der
Leistungspflicht des Unfallversicherers führen (SZS 2018 S. 358).
Ob eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist,
muss ebenfalls mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit einer abnutzungsbedingten oder
krankhaften Verursachung der Schädigung genügt den Beweisanforderungen nicht.
Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der
Listendiagnose ist erbracht, wenn für die Richtigkeit einer degenerativ oder krankhaft
begründeten Listenverletzung mehr Indikatoren vorliegen als für die traumatische
Pathogenese (BGE 133 III 88 f. E. 4.2.2, 132 III 720 E. 3.1, 130 III 325 E. 3.2 f.; Urteil
des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 4A_48/2010, E. 7.1; SZS 2018 S. 355 f., SZS
2017 S. 34; vgl. Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.).
2.5.2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG
in Verbindung mit Art. 4 ATSG leistungspflichtig ist, also ob das Ereignis vom 11. März
2017 als Unfall im Rechtssinn zu qualifizieren ist.
3.1.
Der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG setzt voraus, dass der Gesundheitsschaden
durch einen ungewöhnlichen äusseren Faktor verursacht wird. Der äussere Faktor ist
ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen
dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Nach der
Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die
Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die
Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ein äusserer Faktor ist
ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder
Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich
nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (BGE 134 V 76 ff. E. 4.1 und 4.3.1, 122 V
233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit
Hinweisen).
3.2.
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung oder in einer ausserordentlichen
3.3.
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körperlichen Anstrengung bestehen (BGE 130 V 118 E. 2.1, 116 V 136 E. 3b mit
Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 13. Dezember
2002, U 65/02, E. 1.2; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2; Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Bei unkoordinierten
Bewegungen gilt der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung
lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" unterbricht
oder stört. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere
Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und
Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein
ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 118 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Von einer
programmwidrigen Störung der körperlichen Bewegung ist beispielsweise dann
auszugehen, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder sich an einem
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige
Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht (UVG-Kommentar-Nabold,
a.a.O., N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 37 zu Art. 6; Maurer, a.a.O., S. 176 f.;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40). Wo sich die Schädigung auf das Körperinnere
beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten,
namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb eines
durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann (z.B. Diskushernie,
Meniskusriss), muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der
Schädigung indessen unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein;
denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer von aussen
wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen die erhöhte Wahrscheinlichkeit
einer rein krankheitsbedingten Ursache besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit
Hinweisen; SVR 2011 UV Nr.11 S.39, Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011,
8C_693/2010, E. 5; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b).
Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118
E. 2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn
dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV
1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko
einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist
auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der
Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U
502 S. 185 E. 4.4).
3.4.
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Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt bezüglich des Ereignisses vom
11. März 2017 beim Beschwerdeführer mit dem Fragebogen vom 26. März 2018
erhoben (Suva-act. 5), welchen dieser am 5. April 2018 beantwortete (Suva-act. 10).
Dem Beschwerdeführer wurde damit die Gelegenheit eingeräumt, sich persönlich zum
Ereignis vom 11. März 2017 zu äussern. Der Fragebogen dient den Unfallversicherern
zur detaillierten Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse bei der
leistungsansprechenden Person. Im Vordergrund stehen Fragen zum Unfallgeschehen.
Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogen
detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich
nachgekommen (vgl. Untersuchungsgrundsatz Erwägung 2.3.1). Der Unfallversicherer
ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen
zur weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehnisses aufzufordern (Urteile des
EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2b).
3.5.
Laut Bagatellunfallmeldung UVG vom 5. März 2018 (Suva-act. 1 f.) hat sich der
Beschwerdeführer beim Ereignis vom 11. März 2017 das Bein überdehnt. Im
Fragebogen schilderte er sodann, er habe über eine Kuppe springen wollen und habe
bei der Landung einen starken Schmerz im rechten Knie verspürt (Suva-act. 10). Die im
Rahmen der Beurteilung des Unfallbegriffsmerkmals des ungewöhnlichen äusseren
Faktors wesentliche Frage 3 des Fragebogens, ob sich etwas Besonderes (Ausgleiten,
Sturz, Anschlagen, usw.) ereignet habe, verneinte der Beschwerdeführer. Eine
Überdehnung könnte zwar als Verdrehtrauma bzw. Distorsion verstanden werden und
impliziert damit ein traumatisches Ereignis. Insbesondere Distorsionen zeichnen sich
jedoch durch verschiedene Schweregrade aus und können auch nach einem
geringfügigen Trauma auftreten (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 1097; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 30. August
2001, U 277/99). Damit ist bereits allgemein gesagt, dass eine Distorsion nicht in jedem
Fall einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung eines
Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entspricht. Es ist eine
Erfahrungstatsache, dass bei alltäglichen Bewegungen und insbesondere bei
gewöhnlichen sportlichen Aktivitäten Verdrehungen von Körperteilen nichts
Aussergewöhnliches sind. Für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf
Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG kann nicht jedes Geschehen bzw.
jede Bewegung des Körpers genügen, sondern es muss eben ein Unfallereignis im
Rechtssinne vorliegen. Dass die Muskulatur, die Knochenstruktur des rechten Knies
oder das rechte Kniegelenk des Beschwerdeführers am 11. März 2017 bei einer unter
besonders sinnfälligen Umständen gesetzten unkoordinierten Bewegung bzw. bei
3.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/17
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4.
einem Unfallereignis übermässig beansprucht worden sein könnten, ist - gerade mit
Blick auf die Antwort des Beschwerdeführers auf die Frage 3 des Fragebogens - nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan. Auch Sprünge
bzw. Sprunglandungen stellen beim Skifahren kein ungewöhnliches Ereignis dar; sie
sind dem Skifahren inhärent und aus dem vom Beschwerdeführer im Fragebogen
geschilderten Sachverhalt ergibt sich nicht, dass die ausgeübte sportliche Betätigung
nicht planmässig mit normalen Bewegungen, wie beim Skifahren üblich, verlaufen
wäre. Selbst wenn der Vorgang vom 11. März 2017 - wie vom Beschwerdeführer
beschrieben - den Auslösefaktor für einen starken Schmerz im rechten Knie gebildet
haben sollte, hätte es sich bei diesem Schmerz eben um die Wirkung eines
programmkonformen Vorgangs gehandelt, der für sich allein nicht für eine
Aussergewöhnlichkeit des äusseren Faktors spricht (BGE 134 V 79 f. E. 4.3.1, 122 V
233 E. 1, 121 V 38 E. 1a; RKUV 2000 Nr. U368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Februar 2009, 8C_656/2008, E.3.2; BSK UVG-Hofer, a.a.O.,
Art. 6 N 33; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 31; vgl. Erwägung 3.2 und 3.3).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass anhand des am 5. April 2018 ausgefüllten
Fragebogens ein Unfallereignis gemäss Art. 4 ATSG bzw. das Unfallbegriffsmerkmal
des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, rechtlich also kein Unfall vorliegt. Damit entfällt
eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG in
Verbindung mit Art. 4 ATSG.
3.7.
Da der Unfallbegriff nicht erfüllt ist, bleibt nachfolgend zu prüfen, ob eine der in Art.
6 Abs. 2 lit. a bis h UVG abschliessend aufgeführten Listenverletzungen bzw.
unfallähnlichen Körperschädigungen gegeben ist (vgl. Erwägung 2.5; UVG Kommentar-
Nabold, a.a.O., N 41 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 61 zu Art. 6).
4.1.
Die im Röntgeninstitut I._ vom 2. März 2018 durchgeführte MRT-Untersuchung
brachte eine komplexe Rissbildung des Aussenmeniskusvorderhorns und der Pars
intermedia, eine Arthrose des lateralen Kompartiments mit fokalem Knorpeldefekt Grad
IV, eine Chondropathia Grad II medial und retropatellär sowie einen Status nach
partieller Ruptur des vorderen Kreuzbandes (nachfolgend: VKB) zur Darstellung (Suva-
act. 11). Von den in der Liste von Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG aufgeführten
unfallähnlichen Körperschädigungen steht mithin medizinisch ein Meniskusriss (Art. 6
Abs. 2 lit. c UVG) fest. Nicht als nachgewiesen zu betrachten ist hingegen eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne einer Bandläsion gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. g
4.2.
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UVG. So machte zwar Dr. D._ laut Untersuchungsbericht vom 15. März 2018 in den
MRT-Bildern vom 2. März 2018 ein volumenschwaches Kreuzband aus, betrachtete
dieses jedoch als in Kontinuität erhalten und diagnostizierte dementsprechend lediglich
einen MR-technischen Verdacht auf eine stattgehabte Partialruptur des VKB. Damit
übereinstimmend konnte Dr. D._ klinisch - wie bereits Dr. C._ anlässlich seiner
Untersuchung vom 9. Februar 2018 (Suva-act. 15) - keine VKB-Insuffizienz erheben
und diagnostizierte daher einen klinisch fehlenden Nachweis einer VKB-Insuffizienz
(Suva-act. 4). Dr. F._ thematisierte die VKB-Ruptur als unfallähnliche
Körperschädigung in seiner Stellungnahme vom 30. April 2018 gar nicht (Suva-act. 16).
In einer Verdachtsdiagnose ist nur eine mögliche organische Gesundheitsschädigung
zu sehen. Eine solche vermag nicht den im Sozialversicherungsrecht geltenden
Anforderungen an den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen
(vgl. Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.). Unbestritten ist schliesslich, dass es sich
bei der Arthrose und Chondropathie nicht um Listenverletzungen gemäss Art. 6 Abs. 2
UVG handelt.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Meniskusriss als Körperschädigung
gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG vorhanden ist. Dafür hat die Beschwerdegegnerin
Leistungen zu erbringen, ausser sie kann nachweisen, dass diese mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (vgl.
Erwägung 2.5). Es müssen die für die Beurteilung der versicherungsmedizinischen
Entstehung des Leidens bedeutsamen Umstände bzw. Indizien erhoben und im
Rahmen der Beweiswürdigung gegeneinander abgewogen werden (SZS 2018, S. 351
ff.). Zur Beurteilung der medizinischen Aspekte, konkret zur Beurteilung der
vorgenannten Tatfrage, ob eine Schädigung vorwiegend auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen ist, ist die rechtsanwendende Behörde auf eine sorgfältige
spezialärztliche Abklärung angewiesen, worin sich die Mediziner zu den Wirkanteilen
äussern müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2019,
8C_22/2019, E. 8.6; vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; BSK UVG-
Hofer, a.a.O., N 59 zu Art. 6; SZS 2018 S. 357 f.). Das Gericht hat die medizinischen
Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. dazu auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 52 ff. zu Art. 43, N 120 zu Art. 61; Locher/Gächter, §
76 N. 25 ff.) frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander
4.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/17
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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen
Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis 122 V 157).
Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Leistungsablehnung für die beim
Beschwerdeführer bestehende Kniegelenksproblematik rechts insbesondere auf die
ärztliche Beurteilung von Dr. G._ vom 13. Juni 2018 (Suva-act. 22). Allgemein ist
dazu festzuhalten, dass rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten,
welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen
bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden
kann. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann jedoch nicht
abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 16.
September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV, Nr. 4, S. 12, E. 3.2). Eine
ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. G._
vorgenommen wurde (Suva-act. 22), ist sodann nicht an sich unzuverlässig, wenn die
Akten ein vollständiges Bild über die Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser
Untersuchungsbefund, damit der Experte oder die Expertin imstande ist, sich aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (SVR 2010 UV Nr. 17
S. 68 E. 7.2 mit Hinweis).
4.4.
Ein Meniskusriss ist gemäss medizinischer Literatur häufig verschleissbedingter
Natur. Allerdings kann er - wenn auch vergleichsweise selten - als Folge eines
traumatischen Ereignisses auftreten (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1056 ff.;
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 1146; Roche Lexikon,
Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1204; Leitlinien der Orthopädie, Hrsg. von der
Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und dem
4.5.
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Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 141). Eine
Degeneration ist ein fortschreitender Prozess, der sich in Veränderungen in
verschiedenen Strukturen eines Gelenks zeigen kann (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S.
579 ff.; 1067 ff.). Insofern erscheint es naheliegend, bei der Beurteilung der
vorliegenden Frage den Gesundheitszustand des ganzen rechten Kniegelenks zu
betrachten. Wie bereits erwähnt, liess sich beim Beschwerdeführer gerade im Bereich
des Aussenmeniskus, wo auch die komplexe Rissbildung sichtbar war, eine Arthrose
mit einem höchstgradigen fokalen Knorpelschaden Grad IV erheben. Eine Arthrose
kann definitionsgemäss keine traumatische Läsion, sondern einzig eine degenerative
Erkrankung sein. Sie kann aber als unfallkausaler Gesundheitsschaden sekundär, d.h.
als Spätfolge einer primären Verletzung - hauptsächlich nach einer nicht in anatomisch
exakter Reposition verheilten intraartikulären Fraktur - auftreten (vgl. dazu Debrunner,
a.a.O., S. 579 ff., 700 f., 735, 1067; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl.
Berlin 2017, S. 152 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134 f.). Im konkreten Fall ist aufgrund
des MRT-Untersuchungsergebnisses sowie des zeitlichen Ablaufs (vgl. dazu
nachfolgende Erwägung 4.6) keine bedeutsame traumatische Verletzung in Erwägung
zu ziehen, welche innerhalb des Jahres bis zur radiologischen Erhebung die Arthrose
mit dem Knorpelschaden Grad IV erklären könnte bzw. hätte bewirken können.
Gegenüber einer degenerativ bedingten Arthrose erscheint damit eine traumatisch
bedingte Arthrose in keiner Weise überwiegend wahrscheinlich. Die Feststellung von
Dr. G._ in seiner Beurteilung vom 13. Juni 2018 (Suva-act. 22), die laterale
Gonarthrose sei durch die Achsenfehlstellung begünstigt worden, erscheint plausibel.
Beim Beschwerdeführer wurde in einer Orthoradiographie der unteren Extremitäten in
der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG vom 14. März 2018 ein Genu
valgum bzw. eine X-Bein-Fehlstellung im Kniegelenk festgestellt (Suva-act. 12 f.). Die
Begünstigung der Arthroseentstehung im Zusammenhang mit einer Achsenfehlstellung
ist laut medizinischer Literatur ein bekanntes Phänomen (Debrunner, a.a.O., S. 612 f.,
616, 618, 1068 ff.). Neben der Arthrose mit fokalem Knorpeldefekt Grad IV wurden
schliesslich in weiteren Bereichen des rechten Kniegelenks des Beschwerdeführers
Degenerationen - eine Chondropathia Grad II medial und retropatellär - erhoben (Suva-
act. 11; vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1049; Pschyrembel, a.a.O., S. 329; Roche
Lexikon, a.a.O., S. 326). Angesichts der dargelegten Gesamtsituation des rechten
Kniegelenks des Beschwerdeführers erscheint damit die Beurteilung von Dr. G._,
dass auch die sich darstellende Aussenmeniskusläsion überwiegend wahrscheinlich als
eine mit der Arthrose zusammenhängende Schädigung bei Überlastung in Folge einer
Kniefehlbelastung bei Genu valgus-Fehlstellung bzw. die komplexe
Aussenmeniskusschädigung des rechten Kniegelenks damit als Teilsymptom der
bereits vorliegenden lateralen Gonarthrose anzusehen sei, ohne Weiteres schlüssig und
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nachvollziehbar. Es besteht kein Anlass, die Aussenmeniskusläsion aus der weiteren
umfassenden degenerativen Problematik herauszulösen und als unabhängige
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG zu betrachten.
Sie fügt sich ohne Weiteres in diese ein. Im Übrigen hielt Dr. F._ in seiner
Stellungnahme vom 30. April 2018 übereinstimmend mit Dr. G._ fest, dass die
Ursache des Aussenmeniskusschadens der fortgeschrittene Knorpelschaden bzw. die
fortgeschrittene Arthrose sei (Suva-act. 16). Angesichts der Prädisposition des
Beschwerdeführers ist im Übrigen auch der Hinweis von Dr. C._ in seiner
"Einsprache" vom 6. August 2018 (act. G 1) auf das Alter des Beschwerdeführers,
welches auf eine "unfallbedingte" Ursächlichkeit der Rissbildung im
Aussenmeniskusvorderhorn und in der Pars intermedia hindeute und damit nach seiner
Betrachtung gegen eine degenerativ bedingte Ursächlichkeit spreche, irrelevant. Diese
Folgerung blendet die beim Beschwerdeführer bestehende X-Bein-Fehlstellung aus.
Ein weiteres Indiz im Zusammenhang mit der Frage, ob die komplexe Rissbildung
im Aussenmeniskusvorderhorn und der Pars intermedia rechts des Beschwerdeführers
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, bildet der zeitliche
Ablauf. Zwar kommt dem Kriterium des äusseren Faktors bei der Beurteilung der
Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG keine rechtliche
Bedeutung mehr zu. Dennoch weist das zeitliche Zusammentreffen einer
Körperschädigung mit einer geeigneten Überlastungssituation eher auf einen
traumatischen Ursprung hin (vgl. SZS 2018, S. 352). Insofern ist dem Grundsatz
Rechnung zu tragen, dass die Anforderungen an den Beweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit strenger sind,
je grösser der zeitliche Abstand zwischen einem berichteten Ereignis und der
Objektivierung einer Schädigung ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. September
2008, 8C_102/2008, E. 2.2; RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c). Dieser Grundsatz ist
insbesondere in denjenigen Fällen zu beachten, in welchen nach einer längeren
Latenzzeit radiologisch nur Befunde erhoben werden konnten, welche - wie im
vorliegenden Fall - verschiedene Ursachen (traumatische, degenerative oder
krankhafte) haben können. Laut Schilderung des Beschwerdeführers im Fragebogen
vom 5. April 2018 hat dieser am 11. März 2017 beim Skifahren - konkret bei der
Landung nach einem Sprung über eine Kuppe - einen starken Schmerz im rechten Knie
verspürt (Suva-act. 10). Aktenmässig findet sich erstmals eine Erwähnung der
Kniebeschwerden im Bericht von Dr. H._, Chiropraktor SCG/ECU, vom 13. April
2017. Weitere Abklärungen hätten durch Dr. C._ erfolgen sollen (act. G1.2). Eine
Erstbehandlung ist jedoch erst am 9. Februar 2018, also beinahe ein Jahr später bei Dr.
C._, und eine Arbeitsunfähigkeit nicht aktenkundig. Angesichts dieses zeitlichen
4.6.
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Ablaufs kann nicht von einer ereignisnah nachgewiesenen Körperschädigung im
Bereich des rechten Kniegelenks gesprochen werden. Die Einwendungen des
Beschwerdeführers in der Replik vom 10. Oktober 2018 (act. G7) - er habe damals drei
Tage lang das Knie nicht belasten können, habe jedoch, weil er Ferien gehabt habe,
keinen Arbeitsausfall gehabt; er sei der Überzeugung gewesen, dass die Situation
wieder von selber besser werde und sei deshalb nicht zum Arzt gegangen - könnten
allenfalls einen längeren Zeitraum bis zu einer Erstbehandlung begründen, keinesfalls
jedoch einen solchen von nahezu einem Jahr. Es ist nicht nachvollziehbar, wenn der
Beschwerdeführer trotz Kniebeschwerden beinahe ein Jahr lang keinen Arzt aufsuchte
und keine Arbeitsunfähigkeit aufwies. Laut den weiteren Schilderungen des
Beschwerdeführers in der Replik hatten nicht die Kniebeschwerden zur
Arztkonsultation geführt, sondern der Bruch des 6. Brustwirbels. Dr. C._ bezeichnet
die Ausführungen zum Auftreten der Kniebeschwerden des Beschwerdeführers als
glaubhaft. Dies jedoch ohne hinreichende medizinische Erklärungen in Bezug auf das
konkrete MRT-Untersuchungsergebnis oder Aussagen dazu, weshalb er bezüglich des
Ereignisses vom 11. März 2017 von einem Trauma bzw. einer traumatischen
Ursächlichkeit im medizinischen Sinne ausgeht. Seine Beurteilung basiert offensichtlich
nur auf den rein subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Im Übrigen ist darauf
hinzuweisen, dass Dr. C._ im Arztzeugnis UVG vom 21. April 2018 das
ausschliessliche Vorliegen von Unfallfolgen noch verneint hatte (Suva-act. 15). Die
"Einsprache" von Dr. C._ vom 6. August 2018 (act. G 1) liefert damit keinen
bedeutsamen Hinweis gegen einen abnützungs- oder krankhaft verursachten
Meniskusschaden. Degenerationen können, wie bereits erwähnt, innerhalb eines
Jahres entstehen bzw. fortschreiten. Einzelne Degenerationen sind ausserdem häufig
miteinander verbunden und stellen insofern gegenseitige Begleitpathologien dar (vgl.
dazu Debrunner, a.a.O., S. 579 ff, S. 1067 ff.). Zusammenfassend ist damit
festzuhalten, dass auch der zeitliche Ablauf ein Indiz für eine überwiegend
wahrscheinlich durch Abnützung oder Erkrankung verursachte Meniskusläsion ist.
Nach dem in den Erwägungen 4.5 und 4.6 Gesagten bestehen keine begründeten
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der von der Beschwerdegegnerin
eingeholten und als massgeblich erachteten ärztlichen Beurteilung von Dr. G._ vom
13. Juni 2018 (Suva-act. 22). Bei diesem Beweisergebnis kann auf die kreisärztliche
Beurteilung abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin vermochte darzutun, dass die
erstmals von Dr. C._ am 9. Februar 2018 behandelten Kniebeschwerden rechts
(Suva-act. 15) bzw. die mit MRT vom 2. März 2018 diagnostizierte komplexe
Rissbildung im Bereich des Aussenmeniskushinterhorns und der Pars intermedia
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind und somit keine
4.7.
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5.
Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 21. Juni 2018 nicht zu
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).