Decision ID: 5b25e8d5-ebed-566f-9bd4-49dd01ee710a
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Am 11. August 2014 ersuchte Dr. med. X._ (im Folgenden: Be-
schwerdeführer) das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fort-
bildung (SIWF) der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH
um die Erteilung des Weiterbildungstitels (Facharzttitels) «Pharmazeuti-
sche Medizin». Mit diesem Gesuch beantragte der Beschwerdeführer ins-
besondere die Anrechnung seiner medizinischen Tätigkeiten und Weiter-
bildungen als Weiterbildung für diesen Facharzttitel. Der Beschwerdefüh-
rer nannte dabei unter anderem eine 7-monatige Tätigkeit bei der
A._, Prag, vom 1. Oktober 1997 bis 30. April 1998 (100%-Pensum),
eine 47-monatige Tätigkeit bei der B._ B.V., Prag, vom 2. Juli 1998
bis 31. Mai 2002 (100%-Pensum), eine 25-monatige Tätigkeit bei der
C._ AG, D._, (im Folgenden: C._) vom 1. Juni 2002
bis 30. Juni 2004 (100%-Pensum), eine 8-monatige Tätigkeit bei der
E._ Ltd., Allschwil, (nachfolgend: E._) vom 1. Juli 2004 bis
28. Februar 2005 (100%-Pensum) und eine bestandene Facharztprüfung
des European Center of Pharmaceutical Medicine (ECPM) vom 11. Sep-
tember 2013.
A.b Am 21. August 2014 entschied die Titelkommission des SIWF (nach-
folgend: Titelkommission), dass der Beschwerdeführer fachspezifisch nur
dessen Tätigkeit bei C._ angerechnet werde und zwar lediglich in
einem Umfang von 6.5 Monaten. Nichtfachspezifisch könnten dem Be-
schwerdeführer 24 Monate angerechnet werden. Damit seien an den be-
antragten Facharzttitel total 30.5 Monate anrechenbar. Neben den anre-
chenbaren Weiterbildungsperioden seien ein tschechisches Arztdiplom mit
Anerkennung durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), Weiterbil-
dungsbelege und ein Beschrieb der Tätigkeit bei B._, Zeugnisse
von C._, eine Arbeitsbestätigung von E._ und ein Diploma
of Advanced Studies (DAS) in Pharmazeutischer Medizin ausgewiesen.
A.c Mit «Einsprache bzw. Gesuch um Wiedererwägung» vom 19. Septem-
ber 2014 ersuchte der Beschwerdeführer die Einsprachekommission Wei-
terbildungstitel (EK WBT) des SIWF (im Folgenden: Vorinstanz) unter Kos-
tenfolge um Aufhebung des Entscheids der Titelkommission. Gleichzeitig
beantragte er, das Einspracheverfahren bis auf Weiteres zu sistieren.
Am 15. Oktober 2014 sistierte die Vorinstanz das Verfahren antragsge-
mäss auf unbestimmte Zeit.
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A.d Am 14. Oktober 2018 (eingegangen am 17. Januar 2019) hielt der Be-
schwerdeführer mit einer ergänzenden «Einsprache» an seinem Hauptbe-
gehren um Entscheidaufhebung unter Kostenfolge fest.
Am 9. April 2019 hob die Vorinstanz die Sistierung des Verfahrens auf.
A.e Mit Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2019 teilte die Vorinstanz
dem Beschwerdeführer die teilweise Gutheissung seiner Einsprache mit.
Die angefochtene Verfügung der Titelkommission vom 21. August 2014
werde aufgehoben, sofern diese die Anrechnung der bei C._ absol-
vierten Weiterbildungsperiode davon abhängig mache, dass er eine zu-
sätzliche Bestätigung vorlege, aus der sich ergebe, dass er sich unter der
Verantwortung des Weiterbildungsstättenleiters tatsächlich in Weiterbil-
dung gemäss dem Weiterbildungsprogramm befunden habe. Der Nach-
weis einer bestandenen Facharztprüfung gelte als erbracht. Im Übrigen
werde die Einsprache abgewiesen. Die Vorinstanz auferlegte dem teil-
weise unterliegenden Beschwerdeführer Verfahrenskosten in Höhe von
Fr. 800.–. Parteikosten wurden keine zugesprochen.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid hat der Beschwerdeführer am 2. No-
vember 2019 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht erhoben. Er
beantragt dessen teilweise Aufhebung und dessen Rückweisung an die
Vorinstanz zur neuen Entscheidung. Seine Situation sei als persönlicher
Härtefall zu betrachten. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– und sämtliche
Gerichtskosten seien der Vorinstanz aufzuerlegen.
Er begründet dies im Wesentlichen sinngemäss damit, dass er den Nach-
weis der bestandenen Facharztprüfung bereits mit dem Gesuch vom
11. August 2014 eingereicht habe. Die Titelkommission und die Vorinstanz
hätten zudem sein rechtliches Gehör verletzt. Seine Tätigkeiten bei
B._ und A._ seien den von der FMH geforderten Tätigkeiten
gleichwertig. Die Tätigkeiten bei C._ – vor deren Anerkennung als
Weiterbildungsstätte – und E._ stimmten mit den Lernzielen des
Weiterbildungsprogramms überein. Bei diesen beiden Tätigkeiten handle
es sich um wissenschaftliche Forschung auf einem mit der pharmazeuti-
schen Medizin verwandten Gebiet. Trotz intensiven Bemühungen um eine
Weiterbildungsstelle in der Schweiz seien seine Bewerbungen erfolglos ge-
blieben. Da er sich seit fast 20 Jahren um den Erwerb eines Facharzttitels
bemühe, sei seine Situation insgesamt ein persönlicher Härtefall. Die Vor-
instanz habe die Verfahrenskosten nicht richtig aufgeteilt.
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Seite 4
C.
C.a In ihrer Vernehmlassung vom 13. Februar 2020 beantragt die Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der
Beschwerdeführer habe die Verfahrenskosten zu tragen. Die Vorinstanz
führt zur Begründung im Wesentlichen aus, dass weder sie noch die Titel-
kommission das rechtliche Gehör verletzt hätten. Der Beschwerdeführer
habe in Bezug auf die Tätigkeiten bei B._ und A._ weder
eine Bestätigung einer ausländischen Behörde im Sinn von Art. 33 Abs. 1
der am 21. Juni 2000 von der FMH erlassenen Weiterbildungsordnung
(nachfolgend: WBO) vorgelegt noch einen Gleichwertigkeitsnachweis er-
bracht. Da E._ zu keinem Zeitpunkt über eine Anerkennung als
Weiterbildungsstätte verfügt habe, sei die Anrechnung dieser Tätigkeit als
Weiterbildung für den Weiterbildungstitel «Pharmazeutische Medizin» aus-
geschlossen. Die Tätigkeit bei C._ könne erst ab dem Zeitpunkt de-
ren Antrags auf Anerkennung als Weiterbildungsstätte berücksichtigt wer-
den. Die beantragten Perioden bei E._ und C._ seien als
fachspezifische Weiterbildung und nicht als wissenschaftliche Forschung
zu verstehen. Es bestehe kein persönlicher Härtefall. Dass der Kostenent-
scheid der angefochtenen Verfügung einen Rechenfehler enthalte, sei
nicht nachvollziehbar. Dem Beschwerdeführer fehle hinsichtlich des Nach-
weises einer bestandenen Facharztprüfung ein schutzwürdiges Interesse
an der Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
C.b Mit Schreiben vom 13. Februar 2020 schliesst sich die Titelkommission
unter Verzicht auf eine eigene Stellungnahme den vorinstanzlichen Aus-
führungen an.
D.
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird
– soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Die für akkreditierte Weiterbildungsgänge verantwortlichen Organisati-
onen, wie vorliegend die FMH, erlassen Verfügungen nach dem Bundes-
gesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021) über (a.) die Anrechenbarkeit von Weiterbildungsperioden,
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Seite 5
(b.) die Zulassung zur Schlussprüfung, (c.) das Bestehen der Schlussprü-
fung, (d.) die Erteilung von Weiterbildungstiteln und (e.) die Anerkennung
von Weiterbildungsstätten (Art. 55 Abs. 1 des Medizinalberufegesetzes
vom 23. Juni 2006 [MedBG, SR 811.11]). Dadurch wird der Anwendungs-
bereich des VwVG auf diese Entscheide erweitert. Sinn und Zweck von
Art. 55 Abs. 1 MedBG ist es, eine Beschwerdemöglichkeit bei einer Bun-
desbehörde gegen gewisse Entscheide einzuräumen, welche die eingangs
erwähnten Organisationen auf der Basis der Bundesgesetzgebung oder
des Weiterbildungsganges treffen und die für den Einzelnen wichtig sind
(vgl. Botschaft des Bundesrats zum MedBG vom 3. Dezember 2004, BBl
2005, S. 173-250 [im Folgenden: Botschaft MedBG], S. 237 Ziff. 2.8.1; ARI-
ANE AYER, in: Ayer/Kieser/Poledna/Sprumont [Hrsg.], Kommentar zum Me-
dizinalberufegesetz, 2009 [nachfolgend: Kommentar MedBG], Art. 55 N 5
ff.). Dies trifft namentlich auf die Erteilung eidgenössischer Weiterbildungs-
titel zu, weil deren Besitz für die privatwirtschaftliche Berufsausübung in
eigener fachlicher Verantwortung erforderlich ist (Art. 36 Abs. 2 MedBG;
vgl. AYER, Kommentar MedBG, Art. 55 N 28; zum Ganzen: Urteil des BGer
2C_39/2018 vom 18. Juni 2019 E. 3.5).
Der vorliegende Entscheid der Vorinstanz vom 3. Oktober 2019 stellt somit
eine anfechtbare Verfügung im Sinn von Art. 5 VwVG dar.
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerdeinstanz
gegen Verfügungen gemäss Art. 5 VwVG, die von den als Vorinstanzen in
Art. 33 VGG genannten Behörden erlassen wurden. Dazu gehören unter
anderem auch die Instanzen oder Organisationen ausserhalb der Bundes-
verwaltung, die in Erfüllung der ihnen übertragenen öffentlich-rechtlichen
Aufgaben des Bundes verfügen (Art. 33 Bst. h VGG). Im Rahmen der ihr
gestützt auf Art. 55 MedBG verliehenen Verfügungskompetenz gilt die FMH
in Bezug auf die Erteilung eines Weiterbildungstitels als eine solche Instanz
oder Organisation (Urteil des BVGer B-3577/2016 vom 6. Oktober 2017
E. 2.2). Dies im Gegensatz zur Erteilung eines Schwerpunkttitels, in deren
Rahmen die FMH eine privatrechtliche Tätigkeit wahrnimmt und insofern
nicht als Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts im Sinn von Art. 33
Bst. h VGG handelt (vgl. zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_39/2018 vom
18. Juni 2019 E. 7).
Da in casu die Erteilung eines eidgenössischen Weiterbildungstitels um-
stritten ist, ist das Bundesverwaltungsgericht vorliegend uneingeschränkt
für die Beschwerdebeurteilung zuständig.
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Seite 6
1.3 Beim FMH-internen Rechtsmittelverfahren handelt es sich nach der
Rechtsprechung um ein besonderes Einspracheverfahren autonomen
Rechts, das von der verfügenden Behörde selbst geführt wird (vgl. Urteil
des BVGer B-2528/2015 vom 29. März 2017 E. 1.1.2 mit weiteren Hinwei-
sen). Eine Einsprache wird nach Erlass einer Verfügung bei derselben Ver-
waltungsbehörde eingeleitet, welche die Anordnung getroffen hat. Dabei
handelt es sich nicht um ein devolutives Rechtsmittel, das die Entscheid-
zuständigkeit an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt. Das Verwal-
tungsverfahren ist als Einheit zu begreifen, die das Verfügungs- und das
Einspracheverfahren umfasst (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1). Entgegen
der im Schriftenwechsel des vorliegenden Verfahrens verwendeten Be-
zeichnung ist die Titelkommission daher nicht als eigenständige "Erstin-
stanz" zu betrachten.
1.4 Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders
berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat (Bst. c).
1.4.1 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung durch diese beson-
ders berührt.
1.4.2 Die Vorinstanz stellt in Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Verfü-
gung ausdrücklich fest, dass der Nachweis einer bestandenen Facharzt-
prüfung in Pharmazeutischer Medizin als erbracht gelte. Der Beschwerde-
führer ersucht in seiner Beschwerde um eine Änderung dieser Dispositiv-
Ziffer 1. Ein schutzwürdiges Interesse des Beschwerdeführers an deren
Änderung ist jedoch nicht ersichtlich, zumal sich aus dieser Dispositiv-Zif-
fer 1 kein Nachteil für ihn ergibt. Insoweit fehlt letzterem damit die Be-
schwerdelegitimation und ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Im Übrigen hat der Beschwerdeführer als Adressat der angefochtenen Ver-
fügung ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung.
Insoweit ist er somit zur Beschwerdeführung legitimiert.
1.5 Er hat die Beschwerde innerhalb der gesetzlichen Frist eingereicht
(Art. 50 Abs. 1 VwVG). Die Anforderungen an Form und Inhalt der Rechts-
schrift sind erfüllt, und der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet
(Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG).
B-5778/2019
Seite 7
1.6 Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten, soweit der Beschwerde-
führer zu ihr legitimiert ist.
2.
2.1 Das am 1. September 2007 in Kraft getretene MedBG hat unter ande-
rem zum Ziel, die Qualität der universitären Ausbildung und der beruflichen
Weiterbildung zu fördern (Art. 1 MedBG).
2.2 Die Weiterbildung von akademischen Medizinalpersonen stellt eine ur-
sprünglich private Aufgabe dar, die traditionell von den Berufsverbänden
wahrgenommen wird (vgl. THOMAS SPOERRI, in: Poledna/Kieser [Hrsg.],
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. VIII, Gesundheitsrecht, Ba-
sel 2005, B. Medizinalpersonen Rz. 58). Diese Trägerorganisationen, zu
denen auch die FMH gehört, erlassen standesrechtliche Weiterbildungs-
normen (vgl. E. 1.1 und nachfolgend E. 2.6 f.), die vom Bund unter be-
stimmten Voraussetzungen akkreditiert werden (Art. 22 ff. MedBG). Die
Normen sind privatrechtlicher Natur und beruhen nicht auf einer formellen
gesetzlichen Delegation öffentlichrechtlicher Rechtsetzungskompetenzen.
Wenn eine Akkreditierung erfolgt ist, sind jedoch die relevanten Bestim-
mungen des Weiterbildungsgangs dem öffentlichen Recht des Bundes
gleichzustellen (Urteil des BGer 2C_39/2018 vom 18. Juni 2019 E. 3.5).
Insoweit werden die Vorschriften der Trägerorganisationen mit der Akkre-
ditierung sowohl für die Trägerschaft selbst als auch für Dritte, welche sich
im Rahmen der Programme weiterbilden, verbindlich. Sie sind daher im
Beschwerdeverfahren als öffentliches Recht des Bundes zu behandeln, so-
fern eine ordnungsgemässe Akkreditierung erfolgt ist und die betreffenden
Vorschriften in jeder Hinsicht bundesrechtskonform sind (vgl. Urteil des
BGer K 163/03 vom 27. März 2006 E. 5.1; Urteil des BVGer B-2848/2013
vom 27. August 2014 E. 1.3.1; SPOERRI, a.a.O., Rz. 64). Eine Akkreditie-
rungspflicht besteht für Weiterbildungsgänge, die zu einem eidgenössi-
schen Weiterbildungstitel führen (Art. 23 Abs. 2 MedBG; zum Ganzen: Ur-
teil des BGer 2C_39/2018 vom 18. Juni 2019 E. 3.3 und 3.5; Urteile des
BVGer B-512/2016 vom 18. Juni 2018 E. 2 und B-3577/2016 vom 6. Okto-
ber 2017 E. 2.1).
2.3 Die in Art. 55 Abs. 1 Bst. d MedBG (oben E. 1.1) genannten Weiterbil-
dungstitel sind im MedBG und in der dazugehörigen Verordnung näher um-
schrieben. Art. 5 Abs. 2 MedBG delegiert dem Bundesrat die Kompetenz,
die eidgenössischen Weiterbildungstitel für die universitären Medizinalbe-
rufe zu bestimmen, für deren selbständige Ausübung eine Weiterbildung
nach dem MedBG erforderlich ist (sog. obligatorische Weiterbildungstitel;
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Seite 8
vgl. Botschaft MedBG, S. 203; BORIS ETTER, Medizinalberufegesetz
MedBG, Handkommentar, Bern 2006, ad Art. 5 N 3 f.; zum Ganzen: Urteil
des BVGer B-3577/2016 vom 6. Oktober 2017 E. 2.3).
2.4 Unter anderem gestützt auf die ihm durch Art. 5 Abs. 2 MedBG verlie-
henen Kompetenzen hat der Bundesrat am 27. Juni 2007 die Medizinalbe-
rufeverordnung (MedBV, SR 811.112.0) erlassen. Art. 2 MedBV definiert
die eidgenössischen Weiterbildungstitel (das heisst Praktischer Arzt, Fach-
arzt, Fachzahnarzt, Fachchiropraktiker, Fachapotheker) und in Anhang 1
bis 3a sind die verschiedenen Bereiche der Weiterbildungstitel abschlies-
send aufgelistet. Aus Art. 2 Abs. 1 Bst. b in Verbindung mit Anhang 1 Ziff. 3
MedBV ergibt sich, dass der Facharzt im Bereich Pharmazeutische Medi-
zin als eidgenössischer Weiterbildungstitel erfasst ist (vgl. zum Ganzen:
Urteil des BVGer B-3577/2016 vom 6. Oktober 2017 E. 2.3).
2.5 Aus der WBO geht hervor, welche Grundsätze der ärztlichen Weiterbil-
dung und welche Voraussetzungen für den Erwerb von Weiterbildungstiteln
gelten und notwendig sind (Art. 1 WBO).
2.6 Die Weiterbildungsprogramme regeln den Inhalt der einzelnen Fach-
arzttitel (Art. 16 WBO). Vorliegend steht das von der SIWF erlassene Wei-
terbildungsprogramm Facharzt für Pharmazeutische Medizin vom 1. Ja-
nuar 1999 (nachfolgend: Weiterbildungsprogramm) im Zentrum. Dieses
Programm ist am 14. April 2016 letztmals revidiert und am 31. August 2018
durch das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) akkreditiert wor-
den (siehe Titelblatt des unter <https://www.siwf.ch/files/pdf20/pharmazeu-
tische_medizin_version_internet_d.pdf> veröffentlichten Weiterbildungs-
programms [abgerufen am 24. April 2020]).
2.7 Gemäss Ziff. 6.4 des Weiterbildungsprogramms vom 1. Januar 1999
für Facharzt für Pharmazeutische Medizin in der Fassung vom 26. Novem-
ber 2009 (im Folgenden: Weiterbildungsprogramm/2009) müssen Gesu-
che um Anerkennung von Weiterbildungs- und Tätigkeitsperioden, welche
vor Inkrafttreten dieses Weiterbildungsprogramms absolviert wurden, in-
nerhalb von 10 Jahren nach Inkraftsetzung eingereicht werden. Bei später
eintreffenden Gesuchen werden vor Inkrafttreten des Weiterbildungspro-
gramms – das heisst vor dem 1. Januar 1999 – absolvierte Weiterbildungs-
und Tätigkeitsperioden nicht mehr anerkannt (Ziff. 6.4 des Weiterbildungs-
programms/2009). Es handelt sich hierbei um eine Übergangsbestim-
mung. Diese ist seit dem 1. Januar 2009 nicht mehr in Kraft.
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Seite 9
3.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 11. August 2014 um die Erteilung des
Weiterbildungstitels (Facharzttitels) «Pharmazeutische Medizin» (Sachver-
halt Bst. A.a). Infolgedessen überprüfte die Titelkommission, welche der
Weiterbildungsperioden des Beschwerdeführers, die er in den Jahren 1998
bis 2013 in der Tschechischen Republik und der Schweiz absolvierte, an-
erkannt werden könnten. Gemäss dieser Anrechnungsüberprüfung sind
die vom Beschwerdeführer vorgelegten Weiterbildungsnachweise nach
dem Weiterbildungsprogramm jedoch für den Erhalt des Weiterbildungsti-
tels (Facharzttitels) «Pharmazeutische Medizin» nicht ausreichend, wes-
halb die Titelkommission das Gesuch im Ergebnis faktisch abgewiesen hat.
4.
4.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt der Beschwerdeführer in seiner
Beschwerde sinngemäss die Verletzung des rechtlichen Gehörs, indem er
geltend macht, dass die Titelkommission und die Vorinstanz die Gleichwer-
tigkeit der Weiterbildung in Bezug auf seine Tätigkeiten bei B._ und
A._ unzureichend geprüft hätten (S. 3). Der Beschwerdeführer be-
mängelt dabei insbesondere, dass die Titelkommission die Stellungnahme
der Weiterbildungsstättenkommission nicht eingeholt habe (S. 4). Weiter
wirft er der Titelkommission und der Vorinstanz vor, die Übereinstimmung
der Lernziele des Weiterbildungsprogramms mit der Tätigkeit bei
C._ (vor deren Anerkennung als Weiterbildungsstätte) und
E._ ungenügend überprüft zu haben (S. 5).
4.2 Die Vorinstanz wendet dagegen ein, dass sich die verfügende Instanz
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken kön-
ne und sich deshalb nicht mit jedem rechtlichen Einwand auseinanderset-
zen müsse. Somit stelle es auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs
dar, wenn sie – die Vorinstanz – und die Titelkommission die Gleichwertig-
keit dieser Weiterbildungsstätten nicht im Detail geprüft hätten. Einer Stel-
lungnahme der Weiterbildungsstättenkommission bezüglich der Frage der
Gleichwertigkeit bedürfe es ebenfalls nicht (Vernehmlassung, S. 4).
4.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet unter anderem, sich vor
Erlass eines Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizu-
bringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen
gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder
mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn
dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 132 V 368
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Seite 10
E. 3.1). Der Gehörsanspruch verpflichtet deshalb die Behörde, die Vorbrin-
gen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in
ihrer Entscheidfindung zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu
begründen hat (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Vorinstanz hat sich aber nicht
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ein-
lässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
zu widerlegen. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 138 I 232 E. 5.1 und 136 I
229 E. 5.2).
4.4 Damit ist vorliegend zunächst zu prüfen, ob eine Verletzung des recht-
lichen Gehörs aufgrund einer allfälligen fehlenden Begründung der Vorin-
stanz vorliegt, weshalb und inwiefern er ungenügende Weiterbildungsperi-
oden für das Weiterbildungsprogramm erzielt hat. Eine Verletzung läge vor,
wenn die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers ungenügend
beantwortet hätte.
4.5 Die Vorinstanz hat in ihrem Einspracheentscheid kurz dargelegt, wes-
halb und gestützt auf welche Überlegungen sie den Anrechnungsentscheid
der Titelkommission für nachvollziehbar erachtet. Dabei ist letzterer, an-
ders als in der Beschwerde gerügt, nicht unvollständig ausgefallen, wie
sich aus den nachfolgenden Erwägungen (E. 5 f.) zu den einzelnen Tätig-
keiten, für welche der Beschwerdeführer eine Anrechnung beantragt,
ergibt. Entgegen dessen Ansicht liegt auch keine unvollständige Ermittlung
des Sachverhalts vor. Dass sich die Vorinstanz in der Sachverhaltsermitt-
lung und der Begründung des Entscheids auf die entscheidwesentlichen
Punkte beschränkt hat, reicht aus. Insbesondere äussert sich die Vorin-
stanz hinreichend zu den Rügen, welche der Beschwerdeführer im vorin-
stanzlichen Verfahren vorbrachte. Von einer inhaltlich ungenügenden
Überprüfung dieser Vorbringen kann deshalb keine Rede sein. Zu einer
Einholung einer Stellungnahme der Weiterbildungsstättenkommission war
die Vorinstanz nicht verpflichtet (siehe E. 6 hiernach). Damit ist letztere ih-
rer Begründungspflicht im Sinn der oben in E. 4.3 zitierten Rechtsprechung
hinreichend nachgekommen. Das rechtliche Gehör ist aus diesen Gründen
vorliegend nicht verletzt worden.
5.
5.1 Als anrechenbare Weiterbildung gilt gemäss Art. 28 Abs. 1 WBO grund-
sätzlich die nach Erwerb eines anerkannten Arztdiploms ausgeübte Tätig-
keit im Rahmen einer Weiterbildungsstelle an anerkannten Weiterbildungs-
stätten. Insgesamt wird eine 24- bis 36-monatige fachspezifische Tätigkeit
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Seite 11
an einer anerkannten Weiterbildungsstätte für den Facharzttitel vorausge-
setzt (Art. 28 Abs. 1 WBO i.V.m. Ziff. 2.1.1 des Weiterbildungsprogramms).
Entsprechend müsste im vorliegenden Fall eine fachspezifische Weiterbil-
dung in den Kernpunktgebieten der Pharmazeutischen Medizin an aner-
kannten Weiterbildungsstätten für ebendiese Medizin absolviert worden
sein (vgl. Ziff. 2.1.1 des Weiterbildungsprogramms).
Die Vorinstanz anerkannte als fachspezifische Weiterbildung nur die
6.5-monatige Tätigkeit des Beschwerdeführers bei C._ (vgl. Sach-
verhalt Bst. A.b und A.e). Demgemäss fehlen ihm fachspezifische Weiter-
bildungsperioden im Umfang von mindestens 17.5 Monaten (vgl. hierzu
auch Art. 28 Abs. 1 WBO i.V.m. Ziff. 2.1.1 des Weiterbildungsprogramms).
Der Beschwerdeführer beantragt die Anrechnung von zusätzlichen 25.5
Monaten für seine Tätigkeit bei C._ und E._ sowie von zu-
sätzlichen 54 Monaten für seine Tätigkeit bei A._ und B._
und hat entsprechende Dokumente eingereicht.
5.2
5.2.1 Gemäss Art. 23 MedBG haben Weiterbildungsgänge, die zu einem
eidgenössischen Weiterbildungstitel führen, eine Akkreditierungspflicht,
welche sich nach dem MedBG richtet. Gemäss Art. 28 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 15 Bst. a und Art. 39 ff. WBO gilt als anrechenbare Weiterbildung
grundsätzlich die nach Erwerb eines anerkannten Arztdiploms ausgeübte
Tätigkeit im Rahmen einer Weiterbildungsstelle an anerkannten Weiterbil-
dungsstätten. Das SIWF führt eine nach Fachgebiet und Kategorien geord-
nete Liste der anerkannten Weiterbildungsstätten (Art. 40 Abs. 2 WBO;
<www.siwf-register.ch>; im Folgenden: SIWF-Register). Die in E. 5.1 er-
wähnten, vom Beschwerdeführer genannten vier Weiterbildungsstätten
waren in den ebendort erwähnten Zeiträumen nicht bzw. noch nicht
(C._) akkreditiert.
Als fachspezifische Weiterbildungsstätten für pharmazeutische Medizin
werden gemäss Ziff. 5.4 des Weiterbildungsprogramms anerkannt: Abtei-
lungen von pharmazeutischen Unternehmen, die im Bereich der pharma-
zeutischen Medizin in der Schweiz tätig sind, universitäre Klinische For-
schungsabteilungen (z.B. Clinical Trials Center, Clinical Trials Unit), klini-
sche Forschungsinstitute und pharmazeutische Dienstleistungsunterneh-
men, die im Bereich der pharmazeutischen Medizin in der Schweiz tätig
sind, Kliniken, die unter Aufsicht eines qualifizierten klinischen Sponsor-
Prüfarztes klinische Forschungsassistenzärzte beschäftigen, Abteilungen
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Seite 12
von Behörden und Institutionen des Gesundheitswesens, die im Bereich
der pharmazeutischen Medizin tätig sind, sowie Entwicklungsabteilungen
von Unternehmen, die im Bereich der pharmazeutischen Medizin tätig sind.
5.2.2 Sowohl C._ als auch E._ sind zwar Einrichtungen im
Sinn von Ziff. 5.4 des Weiterbildungsprogramms. Bei E._ hat es
sich jedoch unbestrittenermassen zu keinem Zeitpunkt um eine akkredi-
tierte Weiterbildungsstätte im Sinn von Art. 28 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 15 Bst. a und Art. 39 ff. WBO gehandelt. C._ war erst ab dem
Zeitpunkt ihres Antrags auf Anerkennung als eine solche Weiterbildungs-
stätte, das heisst ab dem 11. Dezember 2003 anerkannt. Vom 1. Januar
2005 bis am 31. Dezember 2008 war C._ als Weiterbildungsstätte
Kategorie A (3 Jahre) in Pharmazeutischer Medizin akkreditiert (Stellung-
nahme von Dr. med. F._, fachspezifischer Delegierter, und Dr. med.
G._, fachfremde Delegierte, vom 3. Mai 2019 zuhanden der Titel-
kommission, S. 2). Demnach kann nur die Tätigkeit, welche der Beschwer-
deführer vom 11. Dezember 2003 bis 30. Juni 2004 (vgl. Sachverhalt
Bst. A.a) bei C._ versah, als fachspezifische Weiterbildung aner-
kannt werden. Dies sind, wie die Vorinstanz zu Recht anerkannte, 6.5 Mo-
nate.
5.3 Gemäss Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungsprogramms kann als Option ma-
ximal 1 Jahr der Weiterbildung in Form der wissenschaftlichen Forschung
auf einem mit der pharmazeutischen Medizin verwandten Gebiet (vgl.
Ziff. 3.1 bis 3.12 des Weiterbildungsprogramms) anerkannt werden. Auch
eine Arbeit als klinischer Forschungsassistent unter Aufsicht eines klini-
schen Sponsor-Prüfarztes oder das Absolvieren eines MD-PhD-Pro-
gramms ist möglich (Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungsprogramms).
Die Einordnung von Tätigkeiten als wissenschaftliche Forschung im Sinn
von Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungsprogramms («Option») schliesst eine
gleichzeitige Qualifikation dieser Tätigkeiten als fachspezifische Weiterbil-
dung im Sinn von Ziff. 2.1.1 des Weiterbildungsprogramms und umgekehrt
aus, da sich die 5-jährige Weiterbildung in zwei bis drei Jahre pharmazeu-
tische Medizin (Ziff. 2.1.1 des Weiterbildungsprogramms), zwei Jahre pati-
entenbezogene klinische Weiterbildung (Ziff. 2.1.2 des Weiterbildungspro-
gramms) und maximal ein Jahr Optionen (Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungs-
programms) gliedert.
5.4 In seiner Beschwerde im vorliegenden Verfahren ersucht der Be-
schwerdeführer erstmals darum, seine Tätigkeit bei C._ vom 1. Juni
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2002 bis 10. Dezember 2003 und bei E._ vom 1. Juli 2004 bis
28. Februar 2005 als wissenschaftliche Forschung auf einem mit der phar-
mazeutischen Medizin verwandten Gebiet anzuerkennen (S. 5). Weder
geht aus den Angaben des Beschwerdeführers in seinem Gesuch vom
11. August 2014 noch sonst aus dem verwendeten Formular hervor, in wel-
chem Sinn diese Tätigkeit anzuerkennen wäre. Es wird nur zwischen Wei-
terbildungsperioden in der Schweiz und solchen im Ausland unterschieden.
Die Beurteilung, welche Tätigkeit als Weiterbildungsperioden anerkannt
werden kann, stellt eine Rechtsfrage dar, welche zwar von Amtes wegen,
aber wegen ihrer fachtechnischen Natur von der Rechtsmittelbehörde nur
mit der gebotenen Zurückhaltung zu prüfen ist. Der verfügenden Behörde,
welche allein über die entsprechende Fachkunde verfügt, soll ein gewisser
Ermessens- und Beurteilungsspielraum belassen werden, soweit sie die
für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderli-
chen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat. Die Rechts-
mittelinstanz weicht in derartigen Fällen nicht ohne Not von der Auffassung
der Vorinstanz ab und stellt im Zweifel nicht ihre eigene Einschätzung an
die Stelle der für die kohärente Konkretisierung und Anwendung des Ge-
setzes primär verantwortlichen Vorinstanz (vgl. statt vieler: BGE 139 II 185
E. 9.3, 136 I 184 E. 2.2.1, 135 II 384 E. 2.2.2, 135 II 296 E. 4.4.3, 133 II 35
E. 3, 132 II 144 E. 1.2, 131 II 680 E. 2.3.2; Urteil des BVGer B-1100/2018
vom 13. Juli 2018 E. 2.2).
5.4.1 Die Einordnung der Tätigkeiten des Beschwerdeführers bei
E._ und C._ als fachspezifische Weiterbildung im Sinn von
Ziff. 2.1.1 des Weiterbildungsprogramms schliesst eine gleichzeitige Qua-
lifikation dieser Tätigkeiten als wissenschaftliche Forschung im Sinn von
Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungsprogramms («Option») aus (siehe E. 5.3 hier-
vor).
Die Titelkommission verlangt für die Anerkennung einer Tätigkeit als wis-
senschaftliche Forschung im Sinn einer solchen "Option" praxisgemäss
den Nachweis einer wissenschaftlichen Forschungstätigkeit anhand von
Publikationen oder Forschungsberichten (siehe Vernehmlassung der Vor-
instanz, S. 5).
5.4.2 Der Beschwerdeführer war bei C._ zwar als «Senior Clinical
Resarch Scientist» angestellt, jedoch hauptsächlich als «Clinical Commu-
nication Manager» und bloss in einem nebensächlichen Umfang als «Cli-
nical Trial Leader» (Schreiben von C._ vom 30. Juni 2004). In sei-
ner Hauptfunktion war er für eine interne Datenbank verantwortlich, lieferte
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er Inputs zu internen Dokumenten und war er an der Organisation von kli-
nischen Studien beteiligt (vgl. Schreiben von C._ vom 30. Juni
2004). Daher ist die Ansicht der Vorinstanz nachvollziehbar, wonach die
Beschreibung dieser beiden Funktionen im Schreiben von C._ vom
30. Juni 2004 keine wissenschaftliche Forschungstätigkeit des Beschwer-
deführers aufzeigt (Vernehmlassung, S. 5). Eine solche Tätigkeit geht
auch, wie die Vorinstanz weiter schlüssig darlegt (Vernehmlassung, S. 5),
aus dem FMH-Zeugnis von C._ vom 19. Dezember 2013 und dem
zugehörigen «Evaluation Record» nicht hervor.
Bei E._ war der Beschwerdeführer zwar als «Senior Clinical Scien-
tist» angestellt (Schreiben von E._ vom 28. Februar 2005). Diese
Funktion beschreibt E._ in ihrem Schreiben vom 28. Februar 2005
aber als Tätigkeit in der Informations-, Budget- und Fristenverwaltung und
Netzwerkpflege. Die Darlegung der Vorinstanz, dass diese Beschreibung
keine wissenschaftliche Forschungsarbeit ausweise, weil die Aufgabe des
Beschwerdeführers bei E._ in erster Linie in der Recherche und
Zusammenstellung von medizinischer Literatur und der Anfertigung von in-
ternen Dokumenten bestanden habe (Vernehmlassung, S. 5), ist schlüssig.
Demnach ist die Einschätzung der Vorinstanz (Vernehmlassung, S. 5), wo-
nach der Beschwerdeführer bei C._ und E._ vornehmlich
bei der Erstellung von klinischen Studien zum Zweck der Entwicklung von
Medikamenten mitarbeitete, nachvollziehbar, zumal nichts anderes aus
dem Schreiben der C._ vom 30. Juni 2004, dem FMH-Zeugnis von
C._ vom 19. Dezember 2013 und dem zugehörigen «Evaluation
Record» sowie dem Schreiben von E._ vom 28. Februar 2005 her-
vorgeht. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass eine Tätigkeit in der
wissenschaftlichen Forschung sowohl bei C._ als auch bei
E._ nicht ersichtlich ist (Vernehmlassung, S. 5), ist folgerichtig.
Überdies ist auch die Ansicht der Vorinstanz (Vernehmlassung, S. 5)
schlüssig, dass der Beschwerdeführer keine Publikationen oder For-
schungsberichte, die eine wissenschaftliche Forschungstätigkeit während
seiner Zeit bei C._ oder E._ belegen, zu den Akten gereicht
hat, da sich in diesen überhaupt keine wissenschaftlichen Publikationen
des Beschwerdeführers finden. Der Beschwerdeführer kann damit keine
wissenschaftliche Forschungstätigkeit an einer wissenschaftlichen For-
schungseinrichtung nachweisen.
Da die Tätigkeiten bei C._ und E._ somit nicht als wissen-
schaftliche Forschung qualifiziert werden können, ist es auch nicht möglich,
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diese Tätigkeiten als «Option» gemäss Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungspro-
gramms anzurechnen. Beide Tätigkeiten können folglich nicht als Weiter-
bildung angerechnet werden.
5.5 Möglicherweise könnte dem Beschwerdeführer infolge von Ziff. 2.1.3
des Weiterbildungsprogramms (siehe oben E. 5.3) aber ein MD-PhD-Pro-
gramm als «Option» angerechnet werden.
Der Beschwerdeführer erlangte am 9. Juni 1997 das Doktordiplom in Me-
dizin (MUDr.) an der H._-Universität in Brünn (Tschechische Re-
publik). Mit Anerkennungsbestätigung vom 26. April 2006 anerkannte der
Leitende Ausschuss für die eidgenössischen Medizinalprüfungen dieses
Doktordiplom als Arztdiplom, dem in der Schweiz die gleiche Wirkung wie
ein eidgenössisches Diplom zukommt. Das Doktordiplom des Beschwer-
deführers entspricht damit in der Schweiz lediglich einem solchen Arztdip-
lom. Da die Weiterbildungsperioden nach erfolgreichem Abschluss des
Medizinstudiums absolviert werden müssen (vgl. Art. 2, Art. 28 Abs. 1 und
Art. 37 WBO), fällt dieses Doktordiplom somit als anrechenbares MD-PhD-
Programm ausser Betracht.
Ferner erlangte der Beschwerdeführer an der Universität Basel nach einem
Studium, das vom 7. September 2009 bis 27. Juni 2013 dauerte, das Dip-
loma of Advanced Studies (DAS) in Pharmaceutical Medicine. Bei diesem
Abschluss handelt es sich um einen Weiterbildungsstudiengang ohne Dok-
toratspromotion nach dessen Abschluss (siehe <https://advancedstu-
dies.unibas.ch> > Studienangebot > Diploma of Advanced Studies >
DAS European Course in Pharmaceutical Medicine, abgerufen am 24. Ap-
ril 2020). Dieses Diplom kann folglich ebenfalls nicht mit einem erfolgrei-
chen Abschluss eines MD-PhD-Programms gleichgesetzt werden.
Die Anrechnung eines MD-PhD-Programms wurde vom Beschwerdefüh-
rer, wenn auch von der Vorinstanz geprüft (Vernehmlassung, S. 5 f.), dem-
zufolge zurecht nicht ausdrücklich verlangt.
5.6 Weiter ist umstritten und zu prüfen, ob die Tätigkeiten des Beschwer-
deführers bei B._ (47 Monate) und A._ (7 Monate) ange-
rechnet werden können. Beide sind nicht im SIWF-Register aufgeführt.
5.7 Der Beschwerdeführer wandte sich am 1. April 2010 erstmals mit einer
Anfrage betreffend die Anrechenbarkeit seiner Tätigkeit bei B._ an
die Titelkommission (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers vom 1. April
2010 an den SIWF [Vernehmlassungsbeilagen 39-40] und E-Mail des
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SIWF vom 30. September 2010 an den Beschwerdeführer). Zu diesem
Zeitpunkt war die in Ziff. 6.4 des Weiterbildungsprogramms/2009 (E. 2.7
hiervor) eingeräumte 10-Jahres-Frist aber bereits abgelaufen. Damit kön-
nen die obgenannten 5 Monate, während welchen der Beschwerdeführer
bei B._ beschäftigt war, ihm nicht gestützt auf Ziff. 6.4 des Weiter-
bildungsprogramms/2009 angerechnet werden. Die Stellungnahme der
Dres. F._ und G._ vom 3. Mai 2019, wonach die Weiterbil-
dungsperiode des Beschwerdeführers bei B._ vom 2. Juli 1998 bis
31. Dezember 1998 (5 Monate), vom Zeitpunkt her gesehen, noch ange-
rechnet werden könne (S. 2), ist mit der eindeutigen Regelung der Ziff. 6.4
des Weiterbildungsprogramms/2009 nicht vereinbar.
Was die 7-monatige Tätigkeit des Beschwerdeführers bei A._ vom
1. Oktober 1997 bis 30. April 1998 anbelangt, ersuchte der Beschwerde-
führer erst mit seinem Gesuch vom 11. August 2014 (Sachverhalt Bst. A.a)
und damit ebenfalls erst nach Ablauf der obgenannten 10-Jahres-Frist um
Anrechnung dieser Tätigkeit. Folglich ist auch diese infolge von Ziff. 6.4
des Weiterbildungsprogramms/2009 nicht anrechenbar.
5.8 Selbst wenn die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Tätigkeiten bei
B._ und A._ noch als in der Übergangsfrist geltend gemacht
betrachtet würden (vgl. E. 2.7 hiervor), müsste dennoch beachtet werden,
dass unbestrittenermassen keine Bestätigung einer ausländischen Be-
hörde im Sinn von Art. 33 Abs. 1 WBO vorliegt.
Der Beschwerdeführer rügt zwar, dass er einen solchen Nachweis gar nicht
erbringen kann, weil es in der Tschechischen Republik einen Facharzttitel
in Pharmazeutischer Medizin nicht gebe (Beschwerde, S. 3). Die Frage, ob
der Beschwerdeführer aus diesem Umstand etwas zu seinen Gunsten ab-
zuleiten vermag, könnte im vorliegenden Fall jedoch offenbleiben, da es
sich bei den Tätigkeiten des Beschwerdeführers bei B._ und
A._ ohnehin nicht um eine gleichwertige Facharztausbildung im
Sinn von Art. 33 Abs. 1 WBO handelt. Die diesbezüglichen Äusserungen
der Titelkommission (vgl. deren Entscheid vom 21. August 2014, S. 3-4)
und der Vorinstanz (vgl. deren Vernehmlassung, S. 4) zur Tätigkeit des Be-
schwerdeführers bei B._ sind angesichts der Aussagen von
I._, HR Operations Partner bei B._ International, (siehe de-
ren E-Mail vom 18. Juli 2014), der Dres. F._ und G._ (siehe
deren Stellungnahme vom 3. Mai 2019, S. 2) und von B._ selbst
(siehe deren Schreiben vom 31. Mai 2002 und «Anstellungsbestätigung»
vom 17. Juli 2014) nachvollziehbar. Dies trifft gleicherweise auch auf die
Darlegungen der Vorinstanz zu A._ zu (vgl. deren Vernehmlassung,
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Seite 17
S. 4), wie die undatierte «Arbeitsbewertung» und auch die eigenen Aussa-
gen des Beschwerdeführers (siehe dessen «Einsprache bzw. Gesuch um
Wiedererwägung» vom 18. September 2019) zeigen. Sowohl bei
B._ als auch bei A._ gibt es in den Akten kein Dokument,
welches dem Beschwerdeführer bescheinigen würde, dort eine struktu-
rierte Weiterbildung absolviert zu haben. Demgemäss würde auch dieser
Nachweis dem Beschwerdeführer nicht gelingen.
Zu berücksichtigen wäre schliesslich, dass der Beschwerdeführer gegen
die Ansicht der Dres. F._ und G._, wonach die Regelung der
Ziff. 2.1.3 des Weiterbildungsprogramms bei einem kommerziellen Dienst-
leistungsbetrieb wie B._ nicht angewandt würden, da Auftragsfor-
schungsorganisationen per Definition nicht die Rolle als Sponsor und nur
selten als Prüfarzt (Investigator) innehätten (siehe deren Stellungnahme
vom 3. Mai 2019), keine Einwände vorbringt.
Folglich könnte der Beschwerdeführer auch nicht belegen, dass es sich bei
seinen Tätigkeiten bei B._ und A._ um eine anrechenbare
Weiterbildung im Sinn von Art. 33 Abs. 1 WBO handelte.
6.
Die Titelkommission hat mehrfach versucht, vom Beschwerdeführer De-
tails zu seinen Tätigkeiten bei B._ und A._ zu erlangen (vgl.
E-Mails der Titelkommission vom 30. September 2010, 28. November
2012, 3. Dezember 2012, 9. Oktober 2013, 18. März 2014, 7. April 2014
und 7. Juli 2014), ohne dass er den erforderlichen Nachweis im Sinn von
Art. 33 Abs. 1 WBO erbracht hätte. Da der Beschwerdeführer, welcher vor
rund 20 Jahren bei B._ und A._ in Prag (Tschechische Re-
publik) tätig war, diesbezüglich in erhöhtem Mass mitwirkungspflichtig ist
(vgl. Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG; AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2018 [im Folgenden: Kommentar
VwVG], Art. 13 N 3 ff.; Urteil des BVGer B-6452/2013 vom 4. Dezember
2014 E. 3.2), konnte die Vorinstanz von zusätzlichen Nachforschungen und
dem Beizug weiterer Dokumente absehen. Entgegen der Ansicht des Be-
schwerdeführers (Beschwerde, S. 4) gilt dies auch für die Einholung einer
Stellungnahme der Weiterbildungsstättenkommission. Die Titelkommission
kann zwar bei unklaren Fällen die Stellungnahme jener Kommission ein-
holen (Art. 33 Abs. 1 WBO). Wenn wie in casu eine Anrechnungsbestäti-
gung der zuständigen Behörde des betreffenden Landes nicht nur fehlt
bzw. gar nicht vorgelegt werden kann, sondern für die Titelkommission be-
reits eindeutig erkennbar ist, dass die fraglichen Tätigkeiten auch keine
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Seite 18
gleichwertige Weiterbildungstätigkeit für die fragliche Facharztausbildung
darstellen (E. 5.8), macht es keinen Sinn, von der Weiterbildungsstätten-
kommission im Rahmen des Einsprache- oder Beschwerdeverfahrens
noch eine Stellungnahme einzuverlangen. Daher ist der diesbezügliche
Antrag des Beschwerdeführers, es hätte eine Stellungnahme der Weiter-
bildungsstättenkommission eingeholt werden müssen, abzuweisen. Ent-
sprechend der Beweislastregel nach Art. 8 des Zivilgesetzbuchs vom
10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210; vgl. hierzu auch Urteil des BVGer
B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 6.2.2 mit weiteren Hinweisen), trägt
der Beschwerdeführer die Folgen des fehlenden Nachweises bezüglich
seiner Tätigkeiten bei B._ und A._.
7.
7.1 Die von der Vorinstanz an die Zulassung als Facharzt gestellten Anfor-
derungen dienen der Sicherstellung einer medizinischen Versorgung von
hoher Qualität (vgl. SPOERRI, a.a.O., Rz. 57) und somit dem Schutz ele-
mentarer Rechtsgüter. Es wäre mit erheblichen Gefahren für die Allgemein-
heit verbunden, wenn ein Kandidat als Facharzt zugelassen würde, der
nicht alle Weiterbildungsperioden absolviert hat (zum Ganzen: Urteil des
BVGer B-7895/2007 vom 23. Oktober 2009 E. 5).
Demzufolge ist die Verweigerung der Zulassung des Beschwerdeführers
als Facharzt in Pharmazeutischer Medizin aufgrund eines fehlenden Nach-
weises im Sinn von Art. 33 Abs. 1 WBO verhältnismässig.
7.2 Wenn der Beschwerdeführer weitere Dokumente oder Beweise im Sinn
von Art. 28 ff. WBO vorlegen kann, hat er aber die Möglichkeit, bei der
Titelkommission ein neues Gesuch auf Überprüfung seiner Weiterbildungs-
perioden gemäss dem Weiterbildungsprogramm einzureichen und ent-
sprechend beurteilen zu lassen. Von diesem Instanzenweg ist auch aus
prozessökonomischen Gründen nicht abzuweichen.
8.
Das Bundesverwaltungsgericht sieht schliesslich keine Härtefallsituation.
Für eine entsprechende Berücksichtigung als Härtefall fehlen ohnehin ent-
sprechende gesetzliche Grundlagen, welche Ausnahmen vom Grundsatz
des Art. 28 Abs. 1 WBO (oben E. 5.1) vorsehen würden (vgl. Urteil des
BVGer B-7895/2007 vom 23. Oktober 2009 E. 5 mit Hinweis). Auch mit
Blick auf die oben dargelegten Ausführungen sind die fehlenden Weiterbil-
dungsperioden nicht als Härtefall zu beurteilen. Der Beschwerdeführer hat
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Seite 19
gemäss dem Medizinalberuferegister (<https://www.medregom.ad-
min.ch>, abgerufen am 24. April 2020) bereits im Jahr 2012 den Facharzt-
titel als Praktischer Arzt und im Jahr 2018 den Facharzttitel für Psychiatrie
und Psychotherapie erworben. Diese eidgenössischen Weiterbildungstitel
berechtigen den Beschwerdeführer gemäss Art. 36 Abs. 2 MedBG zur pri-
vatwirtschaftlichen Ausübung des Arztberufs in eigener fachlicher Verant-
wortung.
9.
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung
entsprechend dem Ausmass seines Unterliegens reduzierte Verfahrens-
kosten in der Höhe von Fr. 800.– auferlegt (in Dispositiv-Ziff. 2 mit Begrün-
dung auf S. 6). Der Beschwerdeführer bemängelt in seiner Beschwerde,
die Vorinstanz habe die Verfahrenskosten nicht richtig aufgeteilt. Ihm soll-
ten Fr. 800.– zurückerstattet werden (S. 6 f.).
9.1 Wo, wie bei der Frage der Kostenauferlegung im Einspracheverfahren,
der WBO und den auf ihr beruhenden Bestimmungen keine Verfahrens-
norm entnommen werden kann, wird – soweit dies möglich ist – das VwVG
und das VGG analog angewandt (vgl. Art. 67 WBO). Nach Art. 63 Abs. 1
VwVG auferlegt die Beschwerdeinstanz die Verfahrenskosten in der Regel
der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur teilweise, werden die Ver-
fahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das für die Kostenvertei-
lung massgebende Ausmass des Unterliegens ist aufgrund der gestellten
Rechtsbegehren zu beurteilen (MICHAEL BEUSCH, Kommentar VwVG,
Art. 63 N 13).
9.2 Der Beschwerdeführer begehrte in seiner Einsprache vom 14. Oktober
2018 die vollständige Aufhebung des Entscheids der Titelkommission (zu
diesem siehe Sachverhalt Bst. A.b). Die Vorinstanz hob diesen Entscheid
in der angefochtenen Verfügung jedoch nur teilweise auf. Sie tat dies le-
diglich in Bezug auf den Vorbehalt, die Anrechnung der bei C._ ab-
solvierten Weiterbildungsperiode davon abhängig zu machen, dass der Be-
schwerdeführer eine zusätzliche Bestätigung vorlege, aus der sich ergebe,
dass er sich unter der Verantwortung des Weiterbildungsstättenleiters tat-
sächlich in Weiterbildung gemäss dem Weiterbildungsprogramm befunden
habe (Dispositiv-Ziff. 1). Zudem stellte die Vorinstanz fest, dass der Nach-
weis einer bestandenen Facharztprüfung als erbracht gelte (Dispositiv-
Ziff. 1). Im Übrigen wies die Vorinstanz die Einsprache ab (Dispositiv-
Ziff. 1). Die Vorinstanz bestätigte somit in der angefochtenen Verfügung im
Wesentlichen den Entscheid der Titelkommission. Nur zu einem geringen
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Seite 20
Teil obsiegte der Beschwerdeführer mit seiner Einsprache. Die Vorinstanz
reduzierte die Verfahrenskosten entsprechend dem Ausmass seines Un-
terliegens auf vier Fünftel (angefochtene Verfügung, S. 6). Sie bewertete
damit sein Obsiegen als zu einem Fünftel und sein Unterliegen als zu vier
Fünftel. Ein Berechnungsfehler seitens der Vorinstanz ist nicht ersichtlich.
Deren Kostenentscheid ist nachvollziehbar.
10.
Zusammenfassend ergibt sich deshalb, dass die Beschwerde vollumfäng-
lich abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist.
11.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Prü-
fungsreglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die
Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache,
Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis
VwVG und Art. 2 Abs. 1 VGKE). Die Verfahrenskosten werden auf
Fr. 1'500.– festgesetzt und sind dem vom Beschwerdeführer in gleicher
Höhe bezahlten Kostenvorschuss zu entnehmen.
Es ist keine Parteientschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7
Abs. 1 VGKE).