Decision ID: 88bb170f-0b0e-5f0d-8d05-81fb7b058900
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Margot Benz, M.A. HSG in Law, Jacober & Bialas,
Oberer Graben 44, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. August 2008 aufgrund eines Status nach
Schleudertrauma zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1 f.). Mit Verfügung vom 23. März 2010 wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Gemäss den Abklärungen sei die Versicherte
in der angestammten Tätigkeit 80% und in einer leidensadaptierten Tätigkeit 100%
arbeitsfähig (IV-act. 90).
A.b Am 29. Oktober 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle an (IV-act. 100 f.).
A.c Im Bericht vom 2. November 2010 an den Erwerbsausfallversicherer gab die
behandelnde Psychiaterin Dr. med. B._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, an, dass die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), einem Zustand nach Auffahrunfällen im
November 2007 und Februar 2008 und einer arteriellen Hypertonie leide. Zusätzlich
bestehe der Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4). Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ab 10. August 2010 in allen
Tätigkeiten (IV-act. 107).
A.d Im Bericht vom 19. November 2010 gab der Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeine und Innere Medizin FMH, an, dass aus somatischer Sicht keine die
Arbeitsfähigkeit von 50% eindeutig neu zusätzlich kompromittierende Befunde zu
erheben seien. Es bestehe ein ausgeprägtes depressives Zustandsbild, wahrscheinlich
mit Pseudodemenz, was durchaus zu einer zusätzlich verminderten Arbeitsfähigkeit
führen könne. Diesbezüglich sei Dr. B._ zur Stellungnahme jedoch besser geeignet.
Bei Persistenz oder weiterer Zunahme der Vergesslichkeit müsse allenfalls eine
neuropsychologische Abklärung durchgeführt werden (IV-act. 108).
A.e Im Verlaufsbericht vom 17. Januar 2011 gab Dr. B._ an, dass sich der ängstlich-
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depressive Zustand der Versicherten seit dem 15. November 2010 aufgrund einer
akuten Belastungssituation (ihre 17-jährige Tochter sei als Fussgängerin von einem
PKW angefahren worden) deutlich verschlechtert habe (IV-act. 117).
A.f Gemäss der Aktennotiz vom 31. März 2011 des RAD-Arztes Dr. med. D._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, müsse aufgrund der vorliegenden ärztlichen
Berichte von einer (psychiatrischen) Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit
März 2010 ausgegangen werden bzw. könne eine solche versicherungsmedizinisch
nicht sicher ausgeschlossen werden (IV-act. 122).
A.g Während eines 4-wöchigen Rehabilitationsaufenthalts war die Versicherte vom 23.
Juni bis 20. Juli 2011 in der Klinik Gais hospitalisiert. Im Bericht vom 6. September
2011 wurde eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
diagnostiziert. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis am 4. August 2011
attestiert. Für die Zeit danach werde eine Neueinschätzung gewünscht (IV-act. 128).
A.h Gemäss Verlaufsbericht vom 20. Oktober 2011 von Dr. B._ habe sich die
Stimmung im Rahmen der vierwöchigen psychosomatischen Rehabilitation etwas
stabilisiert. Die Versicherte könne eine Arbeitsstelle als Raumpflegerin (ca. 25%) in
Anspruch nehmen. Es sei mit einer 50% Arbeitsfähigkeit zu rechnen, eine Steigerung
der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erwarten. Die bisherige Tätigkeit sei noch zu 50% (vier
Stunden pro Tag) bei 30%iger verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar (IV-act. 131).
Der RAD-Arzt Dr. D._ beurteilte es in der Aktennotiz vom 2. November 2011 als nicht
nachvollziehbar, weshalb trotz Verbesserung des Gesundheitszustandes während des
Rehabilitationsaufenthalts in Gais unverändert von einer Arbeitsunfähigkeit von 35%
angestammt als Küchenmitarbeiterin und 50% adaptiert ausgegangen werde (IV-act.
132).
A.i Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten der Academy
of Swiss Insurance Medicine, Basel, vom 27. April 2012 (asim-Gutachten)
diagnostizierten die Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
Zervikalsyndrom mit Spannungskopfschmerzen (ICD-10: M54.2 und G44.2), ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom (ICD-10: M54.5), eine rezidivierende depressive
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Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10:
F33.00) sowie den Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F 45.4). Für die angestammte Tätigkeit als Küchenhilfe und als Raumpflegerin
wurde ihr eine Arbeitsfähigkeit von 70% attestiert, sofern die aus rheumatologischer
Sicht gegebenen Einschränkungen umgesetzt werden könnten. Für körperlich leichte
bis mittelschwere Verweistätigkeiten mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung
bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-act. 144).
A.j Am 15. November 2012 wurde eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten
durchgeführt. Die Abklärungsperson kam im Bericht vom 29. November 2012 zum
Schluss, dass die Versicherte als Vollerwerbstätige einzustufen sei (IV-act. 157).
A.k Im Verlaufsbericht vom 22. Dezember 2012 gab Dr. C._ an, dass sich für ihn seit
dem Gutachten keine Änderungen ergeben hätten. Es gebe wohl eine medizinisch
theoretische Arbeitsfähigkeit, welche der Gutachter definieren müsse. Andererseits
gebe es auch fixierte Schmerzbilder, die nach dieser langen Zeit wohl kaum mehr zu
durchbrechen seien. Wegen genauer Zahlen- und Prozentangaben fühle er sich
überfordert und verweise auf das Gutachten. Als Kompromiss schlug er eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 159).
A.l Im Verlaufsbericht vom 9. Februar 2013 machte Dr. B._ eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands geltend. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten zu 50%
(4 Stunden pro Tag) bei 30%iger verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar (IV-act.
162).
A.m Mit Vorbescheid vom 26. März 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die Abklärungen hätten eine
Arbeitsfähigkeit von 70% in der angestammten sowie in jeder anderen geeigneten
Erwerbstätigkeit ergeben. Es wurde eine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von
27% ermittelt (IV-act. 168). Mit Einwand vom 3. Mai und 28. Juni 2013 beantragte die
Versicherte, es sei ihr eine Dreiviertel-Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei ein
Obergutachten einzuholen (IV-act. 169 und 177). Mit Verfügung vom 8. August 2013
hielt die IV-Stelle am Vorbescheid fest und wies das Rentenbegehren der Versicherten
ab (IV-act. 182).
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B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 12. September 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, die Verfügung vom 8. August 2013 sei aufzuheben und ihr sei
eine Dreiviertel-Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen in die Wege zu leiten sowie ein
psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Sie begründet dies im Wesentlichen damit,
dass das asim-Gutachten nicht umfassend und die Schlussfolgerungen aus den
Befunden nicht in allen Teilen nachvollziehbar und schlüssig seien. Die davon
abgeleitete Arbeitsfähigkeit von 70% sei deshalb nicht korrekt. Weiter sei der
Rentenbeginn auf den April 2011 festzusetzen und bei der Berechnung des
Invaliditätsgrades ein Leidensabzug von 20% vorzunehmen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Dezember 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es könne ohne weiteres auf das
asim-Gutachten abgestellt werden und es sei zu Recht kein Leidensabzug
vorgenommen worden (act. G 6).
B.c In der Replik vom 20. Januar 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 9). Mit Schreiben vom 22. Januar 2014 (act. G 10) reichte
die Beschwerdeführerin einen Kurzaustrittsbericht des Spitals E._ vom 17. Januar
2014 betreffend eine hypertensive Entgleisung ein (act. G 10.1). Mit Schreiben vom 3.
Februar 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (act. G 13). Mit
Schreiben vom 27. Juni 2014 (act. G 15) und vom 4. August 2014 (act. G 17) reichte die
Beschwerdeführerin nochmals neue medizinische Unterlagen betreffend eine koronare
Herzerkrankung ein.

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein allfälliger
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
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3.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) i.V.m. Art. 87 Abs. 2 IVV
erfüllt sind. Demnach ist von der versicherten Person im Gesuch glaubhaft zu machen,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den
Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt sich durch den
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ersten Ablehnungsverfügung (bzw.
bei mehreren Ablehnungen seit der letzten materiellen Prüfung, die rechtskräftig
geworden ist) bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung
(BGE 130 V 73 E. 3.1). Tritt die Verwaltung (nach erfolgter Glaubhaftmachung) auf die
Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und zu prüfen, ob
nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen sei (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. April 2008, 9C_733/2007, E. 1).
3.2 Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 29. Oktober
2010 (IV-act. 100 f.) eingetreten und hat in der angefochtenen Verfügung vom 8.
August 2013 einen materiellen Entscheid (Abweisung des Leistungsbegehrens) gestützt
auf eigene Abklärungen gefällt. Zu prüfen ist demnach, ob die Ablehnung des Antrags
auf eine Invalidenrente zu Recht erfolgte.
4.
4.1 In medizinischer Sicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 8. August 2013 auf das asim-Gutachten vom 27. April 2012 (IV-act.
144). Die Beschwerdeführerin erachtet dieses Gutachten jedoch für nicht
beweistauglich.
4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die medizinische Aktenlage sei nicht
vollständig. Im rheumatologischen Bereich hätten sich die Gutachter auf die
Auswertung u.a. einer Kernspintomographie vom 22. Mai 2008 und eines MRI Schädel
vom 8. September 2008 gestützt. Diese radiologischen Untersuchungen seien nicht
aktuell. Zudem stütze sich der neurologische Gutachter auf ein MRI Schädel vom 16.
September 2009 (wohl 2008) und ein MRI HWS vom 5. Februar 2009. Es mute seltsam
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an, wenn den Gutachtern unterschiedliche bildgebende Untersuchungen vorgelegen
hätten. Weiter hätten zusätzliche diagnostische Untersuchungen zu den geltend
gemachten Schmerzen im Hals- Schulter- und Rückenbereich erstellt werden müssen
und Abklärungen im Bereich Konzentration und Gedächtnis wären aus neurologischer
Sicht angezeigt gewesen (act. G 1, Ziff. 10).
4.3 Im rheumatologischen Gutachten wird unter der bisherigen Diagnostik ein MRI
Schädel vom 8. September 2008 erwähnt (vgl. IV-act. 144-66). Im neurologischen
Gutachten ist bei der Diagnose ein MRI Schädel vom 16. September 2008 aufgeführt
(vgl. IV-act.144-74). Dabei handelt es sich um die gleiche Untersuchung, das
unterschiedliche Datum ist darauf zurückzuführen, dass die Untersuchung am 8.
September 2008 durchgeführt, der entsprechende Bericht jedoch am 16. September
2008 erstellt wurde (vgl. Bericht des Dept. Medizinische Radiologie, Institut für
Neuroradiologie vom 16. September 2008; Fremdakten). Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung obliegt es den Gutachtern zu entscheiden, ob noch zusätzliche
Röntgenaufnahmen oder MRI für eine Begutachtung erforderlich sind (Urteil des
Bundesgerichts vom 15. April 2011, 8C_882/2010, E. 5.2). Die Beschwerdeführerin
legte nicht substantiiert dar, welche von der medizinischen Beurteilung der Gutachter
abweichenden Erkenntnisse durch ein zusätzliches MRI zu erwarten gewesen wären.
Zudem ist auch aus den Berichten der behandelnden Ärzte nicht ersichtlich, dass eine
Veranlassung für ein erneutes MRI besteht. Der Verzicht auf die Erstellung eines
aktuellen MRI's vermag daher die Beweiskraft der gutachterlichen Einschätzungen
nicht zu erschüttern.
4.3.1 Die Gutachter haben sich mit den beschriebenen Beschwerden der
Beschwerdeführerin im Bereich von Kopf, Nacken, Schultern und unterem Rücken
auseinandergesetzt und festgehalten, dass sich diese nur teilweise durch degenerative
Veränderungen am Muskel-Skelett-Apparat erklären liessen. Insbesondere habe sich
das Bewegungsausmass der Halswirbelsäule im Vergleich zum Befund von 2009 leicht
verbessert. Damit könne von keinem degenerativen Prozess ausgegangen werden, der
fortschreite. Weiter legten sie dar, dass eine Diskrepanz zwischen dem Beschwerdebild
und den feststellbaren, weitgehend normalen Bewegungsgraden der einzelnen
peripheren und zentralen Gelenke sowie zu den normalen Muskelreliefs und Ober- und
Unterarmumfängen bestehe. Neben der psychosozialen Belastungssituation weise dies
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auf wesentliche nicht-organische Schmerzanteile hin (vgl. IV-act. 144-68 f.). Unter
diesen Umständen ist nicht anzunehmen, dass weitere Abklärungen die Beschwerden
in ihrem Ausmass erklären könnten. Der Verzicht der Gutachter auf weitere
Untersuchungen ist somit begründet.
4.3.2 Der psychiatrische Gutachter hat sich mit den Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen auseinandergesetzt und entsprechende Tests durchgeführt (vgl.
IV-act. 144-54). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurden zudem
Einschränkungen durch die vorhandenen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
berücksichtigt (vgl. IV-act. 144-62). Gleichzeitig hat jedoch der Gutachter darauf
hingewiesen, dass verschiedene Gedächtnislücken, etwa bei Jahreszahlen sowie die
Fehler in den kurzen Rechen- und Merkfähigkeitstests nicht zur detailliert auswendig
aufgesagten Medikationsliste passten und dass in der fast dreistündigen Exploration
kein Abfall der Aufmerksamkeit im zeitlichen Verlauf bestehe (vgl. IV-act. 144-61).
Weiter hat auch der RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt für Innere Medizin,
Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH dargelegt, dass eine
Indikation für eine neuropsychologische Untersuchung nicht gegeben sei (vgl. IV-act.
181-2). Dies ist nicht zu beanstanden, auch wenn gemäss neurologischem
Fachgutachten eine HWS-Distorsion Grad QTF II gegeben ist und nicht Grad QTF I,
wovon der RAD-Arzt ausging.
4.4 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass das psychiatrische Fachgutachten
nicht schlüssig und nachvollziehbar sei. Es werde erklärt, dass für ein somatisches
Syndrom mindestens vier von verschiedenen aufgeführten Symptomen vorhanden sein
sollten. In den Verlaufsberichten von Dr. B._ sei wiederholt von Interesselosigkeit und
Appetitverlust die Rede. Schlafstörungen und frühmorgendliches Erwachen
dokumentiere auch der Gutachter. Nach seinen eigenen Kriterien sei ein somatisches
Syndrom also gegeben, doch er ziehe aus unerfindlichen Gründen den gegenteiligen
Schluss. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich der Gutachter bei
seiner Einschätzung einer leichten Depression auf die Hamilton-Skala beziehe, wonach
die Beschwerdeführerin mit 16 Punkten am oberen Ende einer leichten Depression
anzusiedeln sei. Aus dem Gutachten sei jedoch nicht erkennbar, wie der Gutachter
zum Score von 16 Punkten gelangt sei. Angesichts der kurzen und einmaligen
Exploration durch den Gutachter sei dieses Resultat zufällig und stehe nicht im
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Einklang mit der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin. Weiter sei zu
berücksichtigen, dass der Befund aus der SCL-90R nach Derogatis auffallend stark bis
sehr stark erhöhte Werte aufzeige. Auf diese Befunde gehe der Gutachter überhaupt
nicht ein (act. G 1, Ziff. 10).
4.4.1 Der psychiatrische Gutachter führt aus, dass für das somatische Syndrom
mindestens vier der folgenden Symptome vorhanden sein sollten: Interessensverlust
oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten, Schlafstörungen,
frühmorgendliches Erwachen, morgendliches Stimmungstief, deutlicher Appetitverlust,
Gewichtsverlust, deutlicher Libidoverlust (IV-act. 144-59). Gemäss Gutachter liegen die
Kriterien für ein somatisches Syndrom nicht vor (IV-act. 144-61). Aus der Anamnese
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin zu nichts Lust habe und nicht gut ein- und
nicht gut durchschlafen könne (IV-act. 144-48). In der Untersuchung nach AMDP wird
festgehalten, dass sie nicht mit einem ausgesprochenen Morgentief aufwache. Die
Libido sei vermindert, sie habe aber noch gelegentlich Sex (IV-act. 144-55). Sie leide
jedoch oft unter Früherwachen (IV-act. 144-55 f.). Der Appetit sei subjektiv vermindert,
aber in den letzten 12 Monaten habe sich ihr Körpergewicht nicht verändert (IV-act.
144-56). Somit ist das Vorliegen von drei Symptomen (Interessensverlust oder Verlust
der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten, Schlafstörungen und
frühmorgendiches Erwachen) zu bejahen. Morgendliche Stimmungstiefs und
Gewichtsverlust wurden eindeutig verneint. Hinsichtlich des verminderten Appetits und
der verminderten Libido ging der Gutachter offensichtlich davon aus, dass die
Symptome des deutlichen Appetitverlusts und des deutlichen Libidoverlusts nicht
erfüllt sind. Die gutachterliche Beurteilung, dass kein somatisches Syndrom vorliege, ist
nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Es ist zudem auch nicht ersichtlich,
inwieweit die Diagnose "mit somatischem Syndrom" für die Arbeitsfähigkeitsschätzung
relevant sein soll.
4.4.2 Nach der Rechtsprechung ist dem testmässigen Erfassen der Psychopathologie
im Rahmen der psychiatrischen Exploration generell nur eine ergänzende Funktion
beizumessen. Ausschlaggebend bleibt die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des
Bundesgerichts vom 16. Oktober 2013, 9C_344/2013, E. 3.1.5 mit Hinweisen). Im
Rahmen des SCL-90-R-Tests gibt die untersuchte Person die innerhalb der letzten
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sieben Tage subjektiv empfundenen körperlichen und psychischen Beschwerden an.
Folglich spiegeln die Testresultate die Sicht der Explorandin wieder, und allein auf
dieser Grundlage lässt sich eine Diagnose nicht stellen (Urteil des Bundesgerichts vom
26. Juni 2009, 9C_305/2009, E. 4.2.1 mit Hinweisen). Das psychiatrische Gutachten
beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend.
Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Weiter bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass das Zustandekommen des
Scores von 16 Punkten nicht erklärt und somit nicht nachvollziehbar sei, vermag die
psychiatrische Einschätzung des Gutachters nicht in Frage zu stellen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Januar 2010, 8C_516/2009, E. 3.3).
4.5 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die Beurteilung durch Dr.
B._ mit einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 50% glaubwürdiger als die Beurteilung
durch den psychiatrischen Gutachter sei, gilt es zu bemerken, dass es
rechtsprechungsgemäss unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Behandlungs- und Abklärungsauftrag nicht angehen kann, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
hingegen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und
die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilung des Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen).
Weiter ist zu beachten, dass – behandelnde und begutachtende – Psychiater, mit der
gleichen Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und
Situationen konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen
Beeinträchtigungen und – invalidenversicherungsrechtlich entscheidend – deren
Schweregrades mitsamt den sich daraus ergebenden Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit gelangen können. Diese in der Natur der Sache begründete
weitgehend fehlende Validierbarkeit ("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen kann
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nicht automatisch zu Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen
Berichten und Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die
Anforderungen an beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29.
September 2009, 9C_661/09, E. 3.2).
4.6 Der psychiatrische Gutachter nimmt dazu Stellung, weshalb er zu einer anderen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als Dr. B._ kommt (IV-act. 144-62). Zudem bringt
die Beschwerdeführerin keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vor, die im
Gutachten unerkannt geblieben wären. Des Weiteren erfüllt das psychiatrische
Gutachten wie bereits vorgängig dargelegt (vgl. vorgängige E. 4.3.2) die Anforderungen
an ein beweiskräftiges Gutachten. Die Abweichung der Arbeitsfähigkeitseinschätzung
des psychiatrischen Gutachtens zur Einschätzung von Dr. B._ ist nicht zu
beanstanden.
4.7 Die Beschwerdeführerin bringt zudem vor, dass sich der psychiatrische Gutachter –
obwohl er bei der Beurteilung (und nicht unter der Diagnose) eine somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert habe – mit der Überwindbarkeit und insbesondere mit
den Förster-Kriterien nicht auseinandergesetzt habe. Dabei seien die Kriterien für die
Nichtüberwindbarkeit bei der Beschwerdeführerin erfüllt.
4.7.1 Sowohl im psychiatrischen Gutachten (vgl. IV-act. 144-59) als auch im
Gesamtgutachten (vgl. IV-act. 144-36) wurde ein Verdacht auf eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) bestehend seit ca. 2008 unter den
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Eine explizite
Auseinandersetzung mit der Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung wird
vom psychiatrischen Gutachter jedoch nicht vorgenommen.
4.7.2 Aus dem Gutachten geht jedoch nicht hervor, dass die Gutachter die
somatoforme Schmerzstörung als überwindbar eingeschätzt hätten. Entsprechend
wurde diese auch unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt. Es ist folglich davon auszugehen, dass die somatoforme Schmerzstörung
bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurde. Da aufgrund der
gutachterlich festgehaltenen Arbeitsfähigkeit von 70% kein Rentenanspruch besteht
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(vgl. nachfolgende E. 5.4), kann vorliegend auf die Prüfung der Überwindbarkeit der
somatoformen Schmerzstörung verzichtet werden.
4.8 Zusammenfassend bestehen keine Zweifel an dem auf umfassenden
Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in
Berücksichtigung des gesamten Leidensbilds ergangenen, nachvollziehbaren asim-
Gutachten vom 27. April 2012. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit
über eine Arbeitsfähigkeit von 70% verfügt (IV-act. 144-40).
4.9 Im Verlaufsbericht vom 9. Februar 2013 berichtet Dr. B._ von einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Sowohl die Diagnose als auch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung liess sie jedoch unverändert (vgl. IV-act. 162). RAD-Arzt Dr.
F._ führte diesbezüglich in der Stellungnahme vom 4. März 2013 aus, dass die
Depression sowohl im Bericht vom 20. Oktober 2011 (vgl. IV-act. 131-1) als auch im
aktuellen Verlaufsbericht vom 9. Februar 2013 als "mittelgradig" bezeichnet worden
und auch die übrigen Diagnosen unverändert seien, mit Ausnahme der "Störungen" im
Rahmen der Menopause. Auch die attestierte Arbeitsunfähigkeit im angestammten
Bereich sei in beiden Berichten mit einer Präsenzzeit von 50% und mit um 30%
reduzierter Leistung angegeben, wie zudem auch bereits im Arztbericht vom 17. Januar
2011 (vgl. IV-act. 117-3). Die angegebenen menopausalen Beschwerden seien in der
Regel mit einer Behandlung mit entsprechenden Pharmaka zugänglich. Es sei
festzustellen, dass sich bei der IV eine signifikante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes auch auf die Arbeitsfähigkeit niederschlagen müsse, um als
Verschlechterung anerkannt zu werden. Es müsse davon ausgegangen werden, dass
die Beschwerdeführerin jetzt wohl vermehrte Beschwerden verspüre, diese sich aber
nicht signifikant auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden (IV-act. 164-2). Dies geht
auch aus dem Arztbericht von Dr. C._ vom 22. Dezember 2012 hervor, der einen
stationären Gesundheitszustand bestätigt, wenn auch zwischenzeitlich verstärkt
Kniebeschwerden aufgetreten seien, welche zusätzlich zu den chronischen
cervicecephalen, cervicovertebralen und cervicobrachialen Beschwerden und zeitweise
auch thoracolumbalen Beschwerden die Arbeitsfähigkeit einschränken würden. Bei der
gesundheitlichen Störung, welche sich auf die bisherige Tätigkeit auswirke, gebe es
keine Veränderung gegenüber dem Zustand anlässlich des Gutachtens (IV-act. 159-1
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ff.). Von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der asim-Begutachtung
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung ist somit nicht auszugehen, weshalb sich
hier auch keine weiteren Abklärungen als notwendig erweisen.
4.10Was die nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. August 2013 von der
Beschwerdeführerin eingereichten medizinischen Unterlagen vom 17. Januar 2014 (act.
G 10.1), vom 19. Mai 2014 (act. G 15.1), vom 5. Juni 2014 (act. G 17.1), vom 6. Juni
2014 (act. G 15.2) und vom 14. Juli 2014 (act. G 17.2) anbelangt, so beziehen sich
diese alle auf einen Zeitraum nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die richterliche Überprüfung einer
Verwaltungsverfügung grundsätzlich auf den Zeitraum bis zum Erlass dieser Verfügung
beschränkt. Nachträgliche Sachverhalts- und Rechtsänderungen werden nicht
berücksichtigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_728/2009,
E. 1 mit Hinweisen).
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ein Tabellenlohnabzug von 20%
vorzunehmen sei. Dies begründet sie damit, dass sie nur noch teilerwerbsfähig und
bereits in einem fortgeschrittenen Alter sei. Weiter sei die zumutbare Arbeit mit
verschiedenen Einschränkungen verbunden. Sie dürfe nur noch leichtere bis
mittelschwere Arbeiten ausführen und habe einen erhöhten Bedarf an Pausen. Es
bestünden Einschränkungen der Belastungsfähigkeit, des Konzentrationsvermögens
und der Gedächtnisleistung. Repetitive Bewegungen der Hände, Überkopfarbeiten,
Heben und Bewegen von Lasten über 15 kg seien zu vermeiden.
5.2 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten
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Einzelfalls ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
(BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.3 Dass die Beschwerdeführerin nur noch zu 70% arbeitsfähig ist, rechtfertigt gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. September 2012, 9C_315/2012, E. 3.2.3).
5.4 Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 8. August
2013 56-jährig. Der Abzugsgrund des fortgeschrittenen Alters ist somit erfüllt. Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich
leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75
E. 5a/bb S. 78). Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein
deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt,
weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2009,
9C_72/2009, E. 3.4). Auch unter Berücksichtigung der weiteren geltend gemachten
Einschränkungen erscheint ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10% als
angemessen. Damit resultiert jedoch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
6.
6.1 Obwohl nicht beantragt, bleibt von Amtes wegen zu prüfen, ob die Beschwerde
führerin allenfalls Anspruch auf eine befristete Rente hat. Nachdem sich die
Beschwerdeführerin am 29. Oktober 2010 zum Leistungsbezug angemeldet hat,
besteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab 1. April 2011 ein Rentenanspruch.
Eine Arbeitsunfähigkeit von 50% wurde von Dr. B._ erst ab erst 10. August 2010
ausgestellt (vgl. IV-act. 107-2). Da vorliegend die psychiatrischen Diagnosen im
Zentrum stehen, ist für den Beginn der Wartezeit nicht auf die hausärztlichen Zeugnisse
abzustellen, wie die Beschwerdeführerin geltend macht (act. G 1, Rz 12). Unter
Berücksichtigung der rechtskräftigen Verfügung vom 23. März 2010, worin eine
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100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten festgestellt wurde, ist nicht
von einem früheren Beginn einer relevanten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Nach
Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG besteht ein Anspruch somit
frühestens ab 1. August 2011.
6.2 Die Experten halten im asim-Gutachten fest, dass sowohl für die angestammte
Tätigkeit als auch für leichte bis mittelschwere Verweistätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit
von 70% ab Gutachtenszeitpunkt (1. Februar 2012) bestehe. Die für das quantitative
Ausmass der Arbeitsunfähigkeit wesentliche psychiatrische Symptomatik müsse
retrospektiv anhand der Aktenlage zwischen der Beurteilung durch die behandelnde
Psychiaterin im September 2011 sowie der psychosomatischen Klinik Gais im
September 2011 und der aktuellen Begutachtung als teilremittiert angesehen werden,
so dass vor dem Zeitpunkt der Begutachtung eine möglicherweise höhergradige
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Deren Ausmass könne retrospektiv nicht
festgelegt werden, jedoch erscheine die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus aktueller Sicht nachvollziehbar (IV-act. 144-40 f.).
6.3 Der psychiatrische Gutachter hielt im Fachgutachten demgegenüber fest, dass die
eingeschätzte Arbeitsunfähigkeit von 30% ab August 2011 gelte (vgl. IV-act. 144-62).
Die Arbeitsunfähigkeit ab dem Unfall habe sich im Laufe der Jahre zwischen 100%
(verschiedene Berichte und Zeit während und unmittelbar nach der Hospitalisation in
der Klinik Gais) und 0% (SUVA, März 2009) geändert. Die zuletzt von Dr. B._
dokumentierte Arbeitsunfähigkeit von 50% mit zusätzlich um 30% verminderter
Leistungsfähigkeit könne aufgrund der dokumentierten Befunde nicht nachvollzogen
werden, es fehle dabei die Graduierung der einzelnen Symptome und eine nähere
Beschreibung des Charakters und der Auswirkungen der Einschränkungen (vgl. IV-act.
144-62).
6.4 Im Verlaufsbericht vom 20. Oktober 2011 gab Dr. B._ an, dass die Stimmung seit
der vierwöchigen psychosomatischen Rehabilitation in Gais etwas stabilisiert sei. Die
Beschwerdeführerin sei inzwischen bereit, ihr Leben aktiver zu gestalten (vgl. IV-act.
131-1). Dr. B._ ging jedoch auch weiterhin unverändert von einer Arbeitsunfähigkeit
von 50% bei 30%iger verminderter Leistungsfähigkeit aus (IV-act. 131-3), wobei sie
diese Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auch im letzten Verlaufsbericht vom
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17. Januar 2011 trotz deutlicher Verschlechterung des ängstlich-depressiven Zustands
aufgrund einer akuten Belastungssituation (ihre 17-jährige Tochter sei als Fussgängerin
von einem PKW angefahren worden) bestätigt hatte (vgl. IV-act. 117-2).
6.5 Dass die Arbeitsunfähigkeitseinschätzung von Dr. B._ über die ganze Zeit, trotz
geltend gemachten Verbesserungen und Verschlechterungen des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin in den verschiedenen Verlaufsberichten
unverändert blieb, ist nicht nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass seit dem
Klinikaufenthalt in Gais (23. Juni bis 20. Juli 2011), welcher sich positiv auf den
Gesundheitszustand der Versicherten ausgewirkt hatte (vgl. IV-act. 128-3, 131-1,
144-24), bis zur Begutachtung im Februar 2012 keine Veränderung der
gesundheitlichen Situation ersichtlich ist. Diesbezüglich ist die ursprüngliche
Einschätzung des psychiatrischen Gutachters, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung von
70% gemäss beweiskräftigem asim-Gutachten bereits ab August 2011 (nach der
Krankschreibung von 100% für die Zeit des Klinikaufenthalts und für zwei weitere
Wochen zur Stabilisierung des verbesserten psychischen und physischen
Gesundheitszustandes durch die Ärzte der Klinik Gais; vgl. IV-act. 128-3) bestanden
habe, überzeugender als die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. B._. Eine höhere
als 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab August 2011 ist somit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit gegeben.
6.6 Im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres am 10. August 2011 (vgl. E. 6.1) bestand
somit eine nicht rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit von maximal 37%, weshalb
auch keine befristete Invalidenrente zuzusprechen ist.
7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 12. September 2013 abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen.
bis
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Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP