Decision ID: a822e49e-8e3d-47d6-8612-0eacf37a7a53
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 18. August 2014 liess sich A._ durch seinen damaligen Rechtsvertreter,
Rechtsanwalt Daniel Beeler, bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
(Kantonale Ausgleichskasse) als selbstständig Erwerbender (Einzelfirma) anmelden. Die
Firma sei in der Branche EDV-Unternehmensberatung tätig (act. G 3.1/4b). Er legte
zwei Projektverträge mit der B._ AG vom 15. Mai 2013 und vom 23. September 2013
bei, gemäss welchen die Betriebssoftware und die Kundenunterstützung erweitert bzw.
verbessert werden sollten (act. G 3.1/4c und d). Nach einigen internen Abklärungen
teilte die Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter mit, A._ sei
für seine Tätigkeit bei der B._ AG als unselbstständig erwerbend anzusehen. Die
B._ AG sei sodann verpflichtet, die Sozialversicherungsbeiträge mit der zuständigen
Ausgleichskasse abzurechnen. Zur Begründung führte sie aus, der Versicherte trete
gegenüber den Kunden im Namen des Auftraggebers auf, der Auftraggeber stelle den
Kunden Rechnung, die Verluste bei Zahlungsunfähigkeit der Kunden trage der
Auftraggeber, der Versicherte arbeite in den Betriebsräumlichkeiten des Auftraggebers
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und sei an dessen Weisungen gebunden, der Versicherte müsse keine Investitionen
tätigen. Es könne eine einsprachefähige Verfügung verlangt werden (act. G 3.1/11).
Nachdem dies offenbar verlangt worden war, erliess sie am 29. September 2014 eine
Verfügung des gleichlautenden Inhalts, die allerdings nur noch Andreas Erhard, nicht
jedoch der B._ AG eröffnet wurde (act. G 3.1/12).
A.b Die Einsprache vom 30. Oktober 2014 samt Ergänzung vom 5. Dezember 2014 –
der Versicherte trete in eigenem Namen auf, sei nicht weisungsgebunden und trage ein
Unternehmerrisiko - wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 13. März 2015 ab.
Nachdem der Versicherte keine bedeutenden Investitionen tätigen müsse, sondern
lediglich die Unkosten (z.B. Fahr- und Übernachtungskosten) übernehme, sei nicht von
einem spezifischen Unternehmerrisiko auszugehen. Er lege auch keinen Mietvertrag für
das geltend gemachte Büro in D._ vor. Es sei deshalb möglich, dass es sich dabei
lediglich um eine Briefkastenadresse handle, zumal dem Versicherten vorgeschrieben
werde, dass er seine Tätigkeit bei der Zweigniederlassung der B._ AG in E._
erbringen müsse. Im Anschlussvertrag vom 23. September 2013 habe sich der
Versicherte dazu verpflichtet, zwei bis drei Tage bei der B._ AG in F._ und ein bis
zwei Tage in der Woche bei deren Zweigniederlassung zu arbeiten. Direkt beim Kunden
solle er einen halben bis einen ganzen Tag pro Woche sein. Es sei ihm deshalb gar
nicht möglich, sich für längere Zeit im geltend gemachten Büro in D._ aufzuhalten. Es
sei auch nicht ersichtlich, wie er unter diesen Umständen weitere Aufträge annehmen
solle. Er sei ausschliesslich für die B._ AG tätig und damit von dieser abhängig (act.
G 3.1/18).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 27. April
2015 mit dem Antrag auf Aufhebung der Verfügung vom 29. September 2014 (bzw.
sinngemäss des angefochtenen Einspracheentscheids vom 15. März 2015). Der
Beschwerdeführer – nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Anja Müller-
Gerteis - sei als selbstständig Erwerbender anzuerkennen, eventualiter sei die Sache
zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der
Beschwerdeführer trage ein spezifisches Unternehmerrisiko, indem er für die Kosten
der Akquisitionen aufkommen müsse. Er müsse sich einen Überblick über das
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Unternehmen des potentiellen Auftraggebers verschaffen und im Anschluss daran
Lösungsansätze entwickeln. Dieses Risiko habe sich insofern realisiert, dass er ausser
den beiden Projektverträgen mit der B._ AG keine weiteren Aufträge in der Schweiz
mehr habe erhalten können. Falsch sei auch die Darstellung, der Beschwerdeführer
trete gegenüber seinen Kunden nicht im eigenen Namen auf. Unberücksichtigt
gelassen habe die Beschwerdegegnerin, dass die vom Beschwerdeführer angebotene
Dienstleistung als Berater und Systemanalytiker naturgemäss eine
betriebswirtschaftliche und arbeitsorganisatorische Unabhängigkeit erfordere und
diese zwingend sei. Eine Umstrukturierung hätte in einem Abhängigkeitsverhältnis gar
nicht geleistet werden können (act. G 1).
B.b Mit Schreiben vom 1. Mai 2015 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde und verweist zur Begründung auf den angefochtenen
Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Mit Schreiben der Verfahrensleitung vom 8. Juli 2015 wurde die B._ AG zum
Verfahren beigeladen, die sich dazu nicht äusserte (act. G 8 und 9).
B.d Am 16. November 2015 reicht der Beschwerdeführer auf entsprechende gericht
liche Aufforderung weitere Unterlagen ein (act. G 10 und 11).

Erwägungen
1.
Nachdem vorliegend ein Einspracheentscheid der Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen angefochten ist, ist das hiesige Versicherungsgericht ungeachtet des Wegzugs
des Beschwerdeführers nach G._ für die Behandlung der Beschwerde zuständig (Art.
84 AHVG).
2.
2.1 Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich
unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte
Erwerbseinkommen als solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger
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Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9 des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] sowie Art. 6 ff. der Verordnung
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Nach Art. 5
Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbstständiger
Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das
nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
2.2 Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall
selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht auf Grund der
Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind
vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse
vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die ahv-rechtliche Qualifikation zu
bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbstständig erwerbstätig ist im
Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw.
arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko
trägt. Dabei zwingt die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden
Sachverhalte dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils
unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil vielfach
Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach
richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 123 V 162 E. 1;
AHI 2003 S. 361, E. 3.1).
2.3 Charakteristische Merkmale einer selbstständigen Erwerbstätigkeit sind die
Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten, die
Beschäftigung von eigenem Personal sowie Handeln in eigenem Namen und auf eigene
Rechnung. Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig
vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat. Für die
Annahme selbstständiger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für
mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu
sein. Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren
Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage. Von
unselbstständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeitsvertrag
typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn der Versicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat,
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wirtschaftlich vom "Arbeitgeber" abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in
dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben
kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die
Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Angewiesensein auf die Infrastruktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko des
Versicherten erschöpft sich diesfalls in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen
Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei
Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim
Stellenverlust eines Arbeitnehmers der Fall ist (vgl. BGE 122 V 172, E. 3c mit
Hinweisen; vgl. auch H. Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen
AHV, 2. Aufl., S. 115f.).
3.
3.1 Mit der Beschwerdegegnerin ist zunächst festzustellen, dass der
Beschwerdeführer nur ein geringes spezifisches Unternehmerrisiko trägt. So musste er
für seine Tätigkeit kaum Investitionen tätigen. Nach eigenen Angaben schaffte er sich
einen Computer im Wert von 975 Euro an (act. G 3.1/13, Beilage 13). Die vom
Beschwerdeführer weiter geltend gemachten Anschaffungen eines Fahrzeugs im Wert
von gut 64‘000 Euro (inkl. Mehrwertsteuer [act. G 3.1/13, Beilage 15]) sowie eines
Mobiltelefons für rund 500 Euro (act. G 3.1/13, Beilage16) können sodann nicht als
geschäftlich notwendige Investitionen anerkannt werden. Die Rechtsprechung geht in
der Regel davon aus, dass ein Fahrzeug ohnehin zu privaten Zwecken angeschafft
würde (Hanspeter Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV,
Rz 4.16). Dasselbe trifft erst recht auf das Mobiltelefon zu. Auch vorliegend braucht der
Beschwerdeführer das Fahrzeug offensichtlich und unbestrittenermassen nicht für die
Geschäftstätigkeit im engeren Sinn, sondern „nur“, um zu den Kunden zu gelangen,
wozu er im Prinzip auch den öffentlichen Verkehr benützen könnte. Anders würde es
sich verhalten, wenn er mit dem Fahrzeug etwa ein Taxiunternehmen oder einen
Kurierdienst betreiben würde. Im Weiteren hat der Beschwerdeführer auch keine
grösseren laufenden (unterjährigen) Ausgaben zu bewältigen. Vielmehr bestehen diese
nach eigenen Angaben im Wesentlichen aus Fahr-, Übernachtungs-, Telefonie- und
Internetspesen (act. G 3.1/13, S. 6 f.). Das Verlustrisiko hält sich damit in Grenzen.
Immerhin ist aber von einem bestehenden Inkasso- und Delkredererisiko auszugehen.
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Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist anzunehmen, dass der
Beschwerdeführer seine Leistung nicht den Kunden der B._ AG, sondern dieser
selbst erbringt, demzufolge auch im eigenen Namen handelt. So fallen gemäss
Projektvertrag vom 15. Mai 2013 der unbestrittenermassen in der Marketing- und
Werbebranche tätigen B._ AG umfassende architektonische und funktionale
Änderungen an den Applikationsmodulen an; der Beschwerdeführer hat die Aufgabe,
die B._ AG bei dieser Erweiterung der bestehenden Applikationsmodule zu
unterstützen und definierte Aufgaben zu übernehmen (act. G 3.1/4c, Ziff. 2 und 3).
Gemäss Folgevertrag vom 23. September 2013 (Projekt- und Kundenbetreuung B._
AG) waren weitere Arbeiten vorzunehmen, wobei unbestrittenermassen nur ein geringer
Teil der Arbeiten bei den Kunden der B._ AG (Supportunterstützung), ein wesentlich
grösserer Teil jedoch direkt bei dieser anfielen (act. G 3.1/4d, Ziff. 2 und 3). Folgerichtig
stellte der Beschwerdeführer der B._ AG direkt Rechnung und hatte die Folgen
ausbleibender Zahlungen zu tragen (vgl. act. G 3.1/4d). Es verhält sich damit anders als
im Fall, bei dem die Leistung gegenüber den Kunden des Auftraggebers erbracht wird,
jedoch vom Auftraggeber - unabhängig davon, ob dessen Kunden zahlen oder nicht -
entschädigt wird. In diesem Fall liegt eine Situation vergleichbar einem Arbeitnehmer
vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts H 30/99 vom 14. August 2000 E. 5a e contrario).
Insgesamt ist somit festzustellen, dass der Beschwerdeführer kein ausgeprägtes
Unternehmerrisiko trägt. Nachdem dies bei IT-Spezialisten jedoch regelmässig nicht
der Fall ist, kommt diesem Kriterium - entgegen der beschwerdegegnerischen Ansicht -
kein entscheidendes Gewicht zu, ansonsten IT-Spezialisten nie als selbstständig
erwerbend angesehen werden könnten, was offensichtlich nicht angehen kann (vgl.
Urteil H 30/99 E. 6e).
3.2 Demgegenüber kommt unter diesen Umständen dem Kriterium der
wirtschaftlichen und arbeitsorganisatorischen Unabhängigkeit erhöhtes Gewicht zu. Die
Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, ein Unterordnungsverhältnis des
Beschwerdeführers ergebe sich aus der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer im
Vertrag vom 15. Mai 2013 mit der B._ AG vorgeschrieben werde, dass er seine
Tätigkeit in den Räumen der Zweigniederlassung E._ erbringen müsse. Im
Anschlussvertrag vom 23. September 2013 werde der Beschwerdeführer sodann
verpflichtet, dass er zwei bis drei Tage in der Woche bei der B._ AG in F._ und ein
bis zwei Tage bei deren Zweigniederlassung arbeite. Direkt bei den Kunden soll er
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einen halben bis ganzen Tag pro Woche sein. Dem Beschwerdeführer sei es somit
schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich, sich für längere Zeit im geltend
gemachten Büro in D._ aufzuhalten. Es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern der
Beschwerdeführer bei diesen ihm vorgeschriebenen und durch Arbeitsrapporte
nachzuweisenden Präsenzzeiten imstande sein soll, noch für andere Firmen tätig zu
sein. Zwar finden sich in den Projektverträgen vom 15. Mai 2013 und vom 23.
September 2013 die genannten Bestimmungen betreffend den Einsatzort und
betreffend die Pflicht zur Führung eines Zeitjournals. Diese sprechen aber nicht
zwingend für das Vorliegen einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit. Ist eine
Entschädigung - wie vorliegend - auf Stunden- oder Tagesbasis abgemacht, versteht
sich von selbst, dass der Beauftragte eine geeignete Zeitkontrolle führen muss, um
seine Entschädigungsforderung zu plausibilisieren. Dem Zweck der Kostenkontrolle
dient auch der Aufwandrahmen von 120 Beratertagen à 9 Stunden (45
Wochenstunden) bzw. von 220 Beratertagen (Kostendach; Verträge vom 15. Mai 2013,
Ziff. 6 und vom 23. September 2013, Ziff. 6 [act. G 3.1/4c und d]). Auch die
Arbeitserbringung in den Räumen und an den Rechnern der B._ AG ist kein
eindeutiges Indiz für das Vorliegen einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit. Es
erscheint plausibel, dass der Beschwerdeführer die architektonischen und funktionalen
Änderungen an den Applikationsmodulen sowie die weiteren Arbeiten gemäss Vertrag
vom 23. September 2013 (act. G 3.1/4d, Ziff. 3) nicht in seinen Arbeitsräumen und nicht
an seinem Computer, sondern bei der B._ AG vornehmen muss, analog etwa einem
Sanitärinstallateur, der seine Arbeit ebenfalls in den Räumen und an den Installationen
des Auftraggebers ausführt, ohne deshalb zu dessen Angestelltem zu werden. Dies ist
weniger im Sinn der Benützung einer fremden Infrastruktur zu verstehen als mehr im
Sinn der Bearbeitung einer dem Kunden gehörenden IT-Einrichtung mit eigenem
Knowhow, für dessen Erwerb der Beschwerdeführer im Übrigen selber verantwortlich
ist (vgl. act. G 3.1/4c Ziff. 3). Ausser der Definition des Zeitraums der
Leistungserbringung – welche Bestimmungen in den Projektverträgen ebenfalls nicht
gegen ein „echtes“ Auftragsverhältnis sprechen (vgl. Urteil H 30/99 E. 5c) – finden sich
keine weiteren Vorschiften zur Art und Weise, wie der Beschwerdeführer seine Arbeit
auszuführen hat. So ist er insbesondere weder einer vorgesetzten Person/Projektleiter
unterstellt noch werden ihm Vorschriften betreffend Arbeitszeit, dem Verhalten am
Arbeitsplatz oder der konkreten Ausführung der Arbeit gemacht. Auch aus dem
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Rahmenvertrag mit der B._ AG vom 17. Mai 2013 ergeben sich mit Ausnahme der
persönlichen Erfüllungspflicht (Punkt 2.2) keine Anhaltspunkte für ein
Unterordnungsverhältnis bzw. für die Eingliederung in die Arbeitsorganisation der
Auftraggeberin. Es werden im Wesentlichen die Mitwirkungspflichten der Parteien
(Punkte 2.3 und 2.4), das Abnahmeverfahren inkl. Mängelbehebung (Punkt 3), die
Vergütung (Punkt 4), die Rechte am Arbeitsresultat (Punkt 5) sowie die Gewährleistung/
Haftung (Punkt 6) geregelt. Insgesamt enthält das gesamte Vertragswerk nur
Bestimmungen über das Arbeitsresultat und dessen Verwendung, jedoch keine
solchen, wie der Beschwerdeführer dieses Resultat erreichen soll. Dies ist typisch für
ein Auftragsverhältnis und spricht in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht für
selbstständige Erwerbstätigkeit. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass gemäss
Vertrag vom 23. September 2013 offenbar die bei den Kunden direkt erbrachten
Leistungen (Supportunterstützung [vgl. Ziff. 3]) an diese weiterverrechnet werden,
betrifft dies doch nur einen vergleichsweise kleinen Anteil an den Gesamtarbeiten. Für
eine fehlende arbeitsorganisatorische Unterordnung spricht schliesslich, dass der
Beschwerdeführer nach Lage der Akten nicht im Geschäftsbereich der B._ AG tätig
ist. Wie die Beschwerdegegnerin schon in ihren ELAR-Notizen vom 25. August 2014
und vom 22. September 2014 erwogen hat, ist die B._ AG nicht im Bereich der
Softwareentwicklung, sondern in der Marketing- und Werbebranche tätig (act. G 3.1/5
und 9).
3.3 In Bezug auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit ist sodann nicht ohne Belang,
dass der Beschwerdeführer in Deutschland schon seit längerer Zeit als IT-Spezialist
gearbeitet hatte bzw. wieder arbeitet. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit kann nicht nur
dadurch sichergestellt werden, dass jemand gleichzeitig mehrere Auftraggeber hat. Bei
branchentypisch grösseren Projekten, welche die selbstständig erwerbende Person
jeweils für einige Zeit voll auslasten, muss es genügen, wenn mittel- bis längerfristig
genügend andere Auftraggeber vorhanden sind, so dass insgesamt von einer
wirtschaftlichen Unabhängigkeit ausgegangen werden kann. Dies ist beim
Beschwerdeführer (wohl) der Fall. Er reichte im Einspracheverfahren diverse Verträge
als Beispiele ein (H._ GmbH vom 22. Juni 1999, I._ vom 9. August 1999, J._ vom
17. November 1999 und vom 22. Dezember 2000, K._ Consulting vom 25. Juli 2002
und vom 20. Juli 2009 [act. G 3.1/14]), wobei der Beschwerdeführer hier seine Leistung
allerdings gegenüber den Kunden der meist ebenfalls in der IT-Branche tätigen
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Auftraggeber zu erbringen hatte, was grundsätzlich eher für eine unselbstständige
Tätigkeit spricht. Nach eigenen Angaben ist er für diese Tätigkeiten in Deutschland
aber offenbar als selbstständig erwerbend anerkannt (vgl. Einsprache Ziff. 10 und 11
[act. G 3.1/13]). Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Für den vorliegend zu
beurteilenden Zusammenhang genügt es, dass auf Grund dieser anderen Tätigkeiten
nicht von einer alleinigen wirtschaftlichen Abhängigkeit von der B._ AG auszugehen
ist. Aus demselben Grund erscheint auch das Konkurrenzverbot (Ziff. 8.6 des
Rahmenvertrags vom 17. Mai 2013 (act. G 3.1/11.1) im vorliegenden Zusammenhang
als unproblematisch, ist doch der Beschwerdeführer bei der Verwertung seiner IT-
Kenntnisse nicht auf Kunden beschränkt, die in direkter Konkurrenz zur B._ AG
stehen. Im Übrigen kennen auch andere selbstständige Berufe ähnliche
Konkurrenzverbote. So ist es etwa auch einem Anwalt nicht erlaubt, Mandate
anzunehmen, welche die Interessen seiner Klienten verletzen könnten (vgl. Art. 12 lit. c
des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte [SR 935.61]).
Die Vermeidung von Interessenskollisionen im Sinn dieser Bestimmung schränkt in
ähnlicher Weise die Wirtschaftsfreiheit von Anwälten ein, wie das genannte
Konkurrenzverbot.
3.4 Schliesslich sprechen auch die vom Beschwerdeführer der B._ AG in
Rechnung gestellten Beträge für eine selbstständige Erwerbstätigkeit, wie auch die
Beschwerdegegnerin erwogen hat (vgl. ELAR-Notiz vom 25. August 2014 [act.
G 3.1/5]). Bei der Vergütung wurden Pauschalpreise von Fr. 130.-- pro Stunde bzw. Fr.
1‘200.-- pro Tag vereinbart, die sämtliche Aufwendungen des Beschwerdeführers
abdeckten (act. G 3.1/4c und d, jeweils Ziff. 6.1). Der Beschwerdeführer stellte damit
vergleichsweise hohe Rechnungen von rund Fr. 15‘000.-- bis Fr. 25‘000.-- pro Monat
(15. Juli bis 30. September 2013) bzw. von rund Fr. 20‘000.-- bis Fr. 28‘000.-- pro
Monat (1. Oktober 2013 bis 30. Juni 2014 [act. G 3.1/4d]). Damit kann der
Beschwerdeführer seine Gewinnungskosten ohne weiteres decken.
3.5 Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass der Beschwerdeführer zwar kein
ausgeprägtes Unternehmerrisiko trägt, indessen auch keine untergeordnete Stellung
oder eine wirtschaftliche Abhängigkeit von der B._ AG, sondern im Gegenteil einen
hohen Grad arbeitsorganisatorischer Unabhängigkeit aufweist. In solchen Fällen kann
es sich gemäss dem mehrfach zitierten Urteil H 30/99 rechtfertigen, einer derart
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qualifizierten arbeitsorganisatorischen Unabhängigkeit den Vorrang vor dem
Unternehmerrisiko einzuräumen (E. 6e). Dies hat zur Folge, dass die zu beurteilende
Tätigkeit des Beschwerdeführers für die B._ AG als selbstständige Erwerbstätigkeit
zu qualifizieren ist. Selbst die Beschwerdegegnerin ging intern davon aus, dass von
selbstständiger Erwerbstätigkeit auszugehen wäre, wenn der Beschwerdeführer nur für
die B._ AG neue Software entwickeln würde (ELAR-Notiz vom 22. September 2014
[act. G 3.1/10]). Davon ist nach dem Gesagten (mit wenigen Ausnahmen) jedoch
auszugehen (vgl. E. 2.1).
4.
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene
Einspracheentscheid ist aufzuheben. Die Sache ist sodann zur Erfassung des
Beschwerdeführers als selbstständig Erwerbender an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Beschwerdegegnerin unterliegt
vollumfänglich. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Die Vertreterin des
Beschwerdeführers verzichtet auf das Einreichen einer Kostennote. Vorab mit
Rücksicht auf den Verfahrensaufwand erscheint im vorliegend zu beurteilenden Fall
eine Parteientschädigung von Fr. 3‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.