Decision ID: 89e6b757-831c-5eff-ac9d-63eed27900b3
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer verliess Afghanistan eigenen Angaben zufolge am 23. Juni 2004 und gelangte mit Hilfe eines Schleppers über C._, D._ und ihm unbekannte Länder am 9. August 2004 unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz, wo er am gleichen Tag ein Asylgesuch stellte. Am 11. August 2004 wurde er in der E._ summarisch befragt und am 30. August 2004 von den kantonalen Behörden zu seinen Asylgründen angehört.
Der Beschwerdeführer gab an, er sei afghanischer Staatsangehöriger sunnitischer Glaubensrichtung, gehöre dem Volk der F._ an und stamme aus G._ in der Provinz H._. Er sei  mit seinen drei Geschwistern dort aufgewachsen. Seine  lebe nach wie vor dort. Er habe bis zur fünften Klasse die Schule besucht, in der Landwirtschaft gearbeitet und dann eine Lehre als Schneider absolviert. Anschliessend sei er als sogenannter Y._ eines einflussreichen W._, welcher für die Sicherheit der Stadt X._ zuständig gewesen sei, tätig gewesen.
Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer vor, bei seiner Tätigkeit als Y._ des W._ bemerkt zu haben, dass dieser sich im Drogenhandel betätigt. Da es seinen  widersprochen habe, für jemanden zu arbeiten, der von solchem Geld lebe und auch seinen Lohn davon bezahle, habe er diese Tätigkeit aufgegeben. Anschliessend habe er einem Bekannten davon erzählt und auch beim Amt für Drogenbekämpfung . Alle Leute, denen er erzählt habe, was er gewusst habe, hätten seltsam reagiert und ihm geraten, mit niemandem darüber zu . In der Folge hätten bewaffnete Personen eines Nachts sein Haus überfallen. Sie hätten ihn in ein Auto gezerrt und ihn in eine Burg gebracht, wo er festgehalten und geschlagen worden sei. Nach fünf oder sechs Tagen habe ihn sein Bekannter befreit und ihn zu seinem Vater gebracht. Sein Vater habe ihn nach C._ begleitet.
Der Beschwerdeführer reichte eine Identitätskarte ohne Foto zu den Akten. Er gab an, keinen Reisepass zu besitzen. Für die Flugreise von I._ nach J._ und von dort nach K._ habe er einen gefälschten (...) Pass verwendet, den ihm der Schlapper  habe. Nachträglich reichte er ein als Personenregister-Auszug
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bezeichnetes Dokument, welches mit einer Foto des  versehen ist, zu den Akten.
B. Mit – am 20. Juli 2005 eröffneter – Verfügung vom 19. Juli 2005 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.
Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, die Vorbringen des  seien unglaubhaft. Seine Ausführungen seien nicht hinreichend begründet, zu wenig detailliert und unplausibel, da sie in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung widersprechen .
Der Vollzug der Wegweisung sei zudem zulässig, zumutbar und . Selbst unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Lage in  sei eine Rückführung des Beschwerdeführers in den  grundsätzlich zumutbar. Gegen die Zumutbarkeit einer  würden auch keine anderen Gründe sprechen, zumal in  keine Situation allgemeiner Gewalt herrsche. Demnach könne nicht von einer konkreten Gefährdung der dortigen Bevölkerung  werden. Am 9. Oktober 2004 sei Hamid Karzai in den ersten  Wahlen des Landes als Präsident bestätigt worden. Die Regierung habe die Situation in Afghanistan insgesamt stabilisieren können. Durch die Einbindung eines Grossteils der lokalen  habe sie ihren Einflussbereich wesentlich über Kabul hinaus  vermocht. Weiter würden zur Stabilisierung der Situation  das Voranschreiten des Aufbaus eines Sicherheitsapparates sowie andererseits das erfolgreiche Entwaffnungsprogramm der  beitragen. Weiterhin werde die Regierung zur Gewährung der  für die Bevölkerung von der internationalen Schutztruppe ISAF unterstützt und auch die Wiederaufbauteams (Provincial  Team PRTs) seien nach wie vor in Afghanistan tätig.
Sodann seien auch keine individuellen Gründe erkennbar, die gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs sprechen würden. Es handle sich beim Beschwerdeführer um einen jungen und gesunden Mann, welcher über eine Ausbildung und eine gewisse  verfüge, habe er doch vor seiner Ausreise eine Schneiderlehre absolviert und als Y._ gearbeitet. Seine Eltern und einige  würden nach wie vor an seinem Herkunftsort leben. Diese
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Voraussetzungen dürften es ihm ermöglichen, sich bei einer Rückkehr wieder in die afghanische Gesellschaft integrieren zu können und nicht in eine existenzielle Notlage zu geraten.
C. Mit Eingabe vom 12. August 2005 erhob der Beschwerdeführer bei der damals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde und beantragte, die Verfügung sei betreffend den  sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig und unzumutbar sei, und das BFM sei , ihn in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, auch nach der Wahl von Karzai sei der Zentralstaat Afghanistan immer noch sehr schwach. Die afghanische Regierung sei weiterhin unfähig, die staatliche Autorität flächendeckend selbst auszuüben. Ausserhalb Kabuls hätten die „Warlords“ weiterhin das Sagen. Die allgemeine  sei nach wie vor angespannt. Die Flüchtlinge, die nach Afghanistan zurückkehren würden, seien eine besonders gefährdete Bevölkerungsschicht. Insgesamt sei die humanitäre Situation in  prekär. Bei einer Rückkehr wäre seine Unterkunft und  nicht gesichert. Er habe in Afghanistan kein Grundeigentum und keine Verdienstmöglichkeiten. Auf die Unterstützung der im  verbliebenen Verwandten könne er nicht zurückgreifen, da er für sie angesichts ihrer prekären Lebensbedingungen nur eine  Belastung bedeuten würde. Aus diesen Gründen sei seine  nach Afghanistan nicht zumutbar.
D. Mit Zwischenverfügung vom 25. August 2005 stellte der zuständige  der ARK u.a. fest, die Beschwerde richte sich  gegen den Vollzug der von der Vorinstanz verfügten  und die Verfügung des BFM vom 19. Juli 2005 sei, soweit sie die Frage der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls betreffe, in  erwachsen, weshalb die Wegweisung als solche (Ziffer 3 des ) grundsätzlich nicht mehr zu überprüfen sei. Damit bilde  des Beschwerdeverfahrens lediglich die Frage, ob die  zu vollziehen sei oder ob an Stelle des Vollzugs eine  Aufnahme anzuordnen sei. Auf die Erhebung eines Kostenvor-
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schusses wurde verzichtet und es wurde festgehalten, dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) im Endentscheid  werde.
E. In seiner Vernehmlassung vom 7. September 2005 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es an, es habe die Situation in Afghanistan nach den Präsidentschaftswahlen und der Kabinettsbildung vom Dezember 2004 analysiert und seine Praxis überprüft. Gemäss seinen Erkenntnissen habe sich die  in ganz Afghanistan seit der Publikation des Urteils in  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 30 grundsätzlich verändert. Die vom BFM  Experten seien sich einig, dass in Afghanistan gegenwärtig nicht von einer landesweiten Situation allgemeiner Gewalt gesprochen werden könne. Es gebe auch keine Provinzen mehr mit besonders  Sicherheitslage. Ferner sei die landesweite Akzeptanz der  Regierung durch die demokratischen Wahlen im Oktober 2004 bestätigt worden. Die Wahl von Karzai sei allgemein akzeptiert worden und die Zentralregierung habe ihren Einflussbereich merklich ausdehnen können. Die Absetzung bedeutender Kriegsherren, die Durchführung des Programms „Entwaffnung, Demobilisierung und “ (Disarmament, Demobilization and Rehabilitation, DDR) sowie das Voranschreiten des Aufbaus des Sicherheitsapparates  zudem die wachsende Durchsetzungsfähigkeit der  demonstrieren.
Aus diesen Gründen sei es dem Beschwerdeführer, wie bereits in der Verfügung des BFM vom 19. Juli 2005 festgehalten, zuzumuten, in die Provinz H._ zurückzukehren. Der Beschwerdeführer verfüge in seiner Heimatprovinz über ein familiäres Netz. Dieser Umstand und die beruflichen Erfahrungen sollten ihm eine Reintegration bei einer  erleichtern.
Da die Beschwerde – wie im Folgenden zu zeigen ist – gutzuheissen ist, wurde aus verfahrensökonomischen Gründen auf eine Zustellung der Vernehmlassung an den Beschwerdeführer verzichtet. Diese wird dem Beschwerdeführer zusammen mit vorliegendem Urteil zugestellt.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden  und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
1.4 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Das BFM verneinte die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Der  beantragte in seiner Beschwerde lediglich die  der Verfügung betreffend den Wegweisungsvollzug. Die  der Flüchtlingseigenschaft, die Ablehnung des Asylgesuchs  die Wegweisung blieben vorliegend unangefochten und sind mit Ablauf der Beschwerdefrist in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet damit einzig die Frage, ob die Wegweisung zu vollziehen ist oder ob anstelle des Vollzugs eine
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vorläufige Aufnahme anzuordnen ist (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
3.
3.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).
3.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den  der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und ) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6).
Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung – aus den  aufgezeigten Gründen – als unzumutbar erweist, ist auf eine  der beiden andern Voraussetzungen eines rechtmässigen Wegweisungsvollzugs zu verzichten.
3.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl.  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
3.3.1 In ihrer vorliegend zu berücksichtigenden Rechtsprechung hatte sich die ARK in EMARK 2003 Nr. 10 eingehend zur Lage in  geäussert und die Unterschiede zwischen der Stadt Kabul und  Regionen Afghanistans dargestellt. Infolge der vergleichsweise günstigeren Situation hatte sie den Wegweisungsvollzug nach Kabul unter bestimmten strengen Voraussetzungen, insbesondere einem tragfähigen Beziehungsnetz, der Möglichkeit der Sicherung des  und einer gesicherten Wohnsituation, als zumutbar . In EMARK 2006 Nr. 9 bestätigte und ergänzte die ARK ihre Rechtsprechung aus dem Jahr 2003. Zusätzlich zu Kabul erachtete sie
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den Wegweisungsvollzug in jene Regionen Afghanistans als  zumutbar, in welchen seit 2004 keine signifikanten  Aktionen stattgefunden haben oder die keiner dauernden  ausgesetzt sind. Der Wegweisungsvollzug ist demgemäss  zu Kabul in weitere, abschliessend aufgezählte Provinzen (Parwan, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul,  und die Gegend von Samangan, die nicht zum Hazarajat zu zählen ist) unter den in EMARK 2003 Nr. 10 aufgeführten strengen  zumutbar. In den übrigen östlichen, südlichen und südöstlichen Provinzen besteht hingegen weiterhin eine allgemeine Gewaltsituation, weshalb der Wegweisungsvollzug dorthin nach wie vor als unzumutbar zu betrachten sei (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 E. 7.5.3 und 7.8).
3.3.2 Von der Vorinstanz wurde nicht in Zweifel gezogen, dass der Herkunftsort des Beschwerdeführers in der Provinz H._ liegt. Im Weiteren kann die Lageanalyse und Praxis der ARK in EMARK 2003 Nr. 10 und 2006 Nr. 9 heute nach wie vor als gültig angesehen werden (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5798/2006 vom 2. September 2008). Der Herkunftsort des  befindet sich nach dem Gesagten nicht in einer der in EMARK 2006 Nr. 9 abschliessend aufgeführten Provinzen, in welche – neben Kabul – der Wegweisungsvollzug unter strengen Bedingungen als zumutbar erachtet wird. Der Wegweisungsvollzug des  in sein Herkunftsgebiet muss demnach als unzumutbar  werden. An dieser Einschätzung vermag auch der Einwand der Vorinstanz nichts zu ändern, gemäss übereinstimmender aktueller  aus Expertenkreisen könne in Afghanistan nicht von einer landesweiten Situation allgemeiner Gewalt gesprochen werden und es gebe auch keine Provinzen mehr mit besonders instabiler . Hierzu ist festzuhalten, dass das BFM weder in der  Verfügung noch in der Vernehmlassung offen legt, gestützt auf welche Quellen oder Experten es zu seiner Schlussfolgerung , der Wegweisungsvollzug sei vorliegend zumutbar. Demgegenüber stützte sich die ARK bei ihrer Beurteilung der Lage in Afghanistan auf zahlreiche, öffentlich zugängliche Quellen (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 E. 7.3 S. 98).
3.3.3 Es stellt sich die Frage, ob dem Beschwerdeführer allenfalls eine Aufenthaltsalternative in einem anderen Landesteil Afghanistans zur Verfügung steht. Die Bejahung einer zumutbaren innerstaatlichen  eines aus der Provinz H._ stammenden
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Asylsuchenden in Kabul, wo die allgemeine Situation als relativ stabil zu bezeichnen ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 10 S. 67), oder in einer  Provinz, in der die allgemeine Situation eine Rückkehr unter  Umständen als zumutbar erscheinen liesse (vgl. EMARK 2006 Nr. 9), setzt insbesondere die dortige Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes sowie eine gesicherte Wohnsituation in dieser  voraus. Bei der Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien ist eine differenzierte Beurteilung angezeigt (Vgl. EMARK 2003 Nr. 30 E. 7.b S. 193 f.).
Der Beschwerdeführer ist jung und – soweit aktenkundig – bei guter Gesundheit. Er verfügt über eine gewisse Schulbildung, eine  zum Schneider und über einige Berufserfahrung. Aufgrund der Aktenlage ist jedoch nicht davon auszugehen, dass der  in Kabul oder in einer der in EMARK 2006 Nr. 9  aufgelisteten Provinzen über eine gesicherte Wohnsituation und ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt. Es sind keinerlei  des Beschwerdeführers zum Grossraum Kabul oder zu einer der  Provinzen ersichtlich. Aufgrund der Aktenlage kann nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, dass mutmasslich irgendwo im Land lebende weitere Verwandte dem Beschwerdeführer eine  Existenzgrundlage bieten könnten. Mithin fehlen die  Zumutbarkeitsfaktoren für die Annahme, der  könne sich im Grossraum Kabul oder einer der anderen genannten Provinzen eine Existenzgrundlage aufbauen.
3.4 Angesichts der gesamten Umstände ist der Vollzug der  – der bisherigen Praxis entsprechend – als unzumutbar zu .
Die Voraussetzungen für die Gewährung der vorläufigen Aufnahme sind demnach erfüllt. Einer vorläufigen Aufnahme stehen im Übrigen auch keine einschränkenden gesetzlichen Tatbestände (Art. 83 Abs. 7 AuG) entgegen.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das in der Beschwerdeeingabe gestellte  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  um Verzicht auf die Auferlegung allfälliger Verfahrenskosten ist daher gegenstandslos.
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5. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten  (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der Aktenlage ist nicht davon auszugehen, dass dem nicht vertretenen Beschwerdeführer durch das Abfassen seiner Beschwerde notwendige und verhältnismässig hohe Kosten erwachsen sind, weshalb keine Parteientschädigung zu  ist.
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