Decision ID: 66d2a011-d6f7-454c-8fc1-1f14dfe1b2ea
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
arbeitete seit 1. März 2010 beim
Personalver
mittlungsunternehmen
Z._
und wurde bei der
Firma
A._
auf Baustelle
n
als
Flach
dachiso
l
eur
eingesetzt; in dieser Eigenschaft war er bei der Schwei
zerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk.
5
/
I/
1
,
Urk.
5/I/11
).
Am 2
0.
August 2010 erlitt er bei der Arbeit ein
Kniedistorsions
trauma
(
Urk.
5/I/1,
Urk.
5/I/6).
Nach der
Erstbehand
lung
im Spital
B._
wurde der
Versicherte
durch Dr. med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsap
parates, behandelt (Urk. 5/I/5, Urk. 5/I/10
S. 2
,
Urk.
5/I/14-15,
Urk.
5/I/23)
.
Die SUVA erbrachte Heilbehandlung und Taggeld (Urk. 5/I/12).
Am 2
9.
Oktober 2010 wurde im Spital
B._
eine Kniearth
r
oskopie durchgeführt (
Urk.
5/I/38
,
Urk.
5/I/42
).
Es folgten Physio
therapie und regelmässige
Verlaufs
kontrollen
bei
Dr.
C._
(Urk.
5/I/54,
Urk. 5/I/59
,
Urk.
5/I/67
,
Urk.
5/I/76,
Urk.
5/I/80
)
.
1.2
Am 2
6.
Juli 2011 rutschte
X._
beim Verlassen
seines
Hauses auf der Treppe aus und verdrehte sich das linke Knie (
Urk.
5/I
I
/
4
). Der SUVA-Kreisarzt untersuchte
X._
am 1. September 2011
(
Urk.
5/I/91).
Bei der Opera
tion vom 31.
Oktober 2011 führte
Dr.
C._
eine diagnostische
Knie
arthroskopie
und einen Knorpel-Knochen-Zylinder-Transfer
am rechten Knie
durch (Urk.
5/I/119
-120
).
Der
Versicherte
begab sich weiterhin in
Physiothera
piebe
handlung
und für Untersuchungen zu
Dr.
C._
(Urk.
5/I/126, Urk. 5/I/134,
Urk.
5/I/139,
Urk.
5/I/148,
Urk.
5/I/151,
Urk.
5/I/167,
Urk.
5/I/175).
Am 2
6.
November 2012 fand eine weitere kreisärztliche Untersuchung statt (
Urk.
5/I/184).
Mit Schreiben vom 2
9.
November 2012 teilte
die SUVA
dem Versicherten mit, dass sie die Taggeldleistungen aufgrund des Unfalles vom 2
0.
August 2010 per 2
8.
Februar 2013 einstellen werde, jedoch noch
zwei bis drei
Physiotherapieserien beziehungsweise Medizinische Trainingstherapie
(MTT)
über
nehme und auch weiterhin für Schmerzmittel und Anal
getikum auf
kommen werde (
Urk.
5/I/191).
Sie sprach
X._
mit Verfügung vom 28. Januar 2013
für die Folgen der Unfälle vom 20. August 2010 und 2
6.
Juli 2011 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 17
%
zu,
verneinte indes
einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
5/I/209).
Der Ver
sicherte
konsultierte am
5
.
Februar 2013
Dr.
C._
(
Urk.
5/I/216).
Gegen die Ver
fügung vom 2
8.
Januar 2013 erhob
X._
am
1
3.
Februar 2013
Einsprache
(
Urk.
5/I/214)
, welche die
SUVA mit Entscheid vom 3. Mai 2013 ab
wies
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
Mai 2013 Beschwerde (Überweisung durch die SUVA unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
5/I/1-227,
Urk.
5/II/1-27
;
dort eingegangen am 2
2.
Mai 2013 [
Urk.
4]).
Nachdem ihm m
it Verfügung vom 1
0.
Juni 2013 eine Nachfrist zur Verbesserung seiner Eingabe angesetzt
w
o
rde
n war
(Urk. 7), reichte der Beschwerdeführer die Eingabe vom 20. Juni 2013 mit Rechtsbegehren und Begründung ein (Urk. 9).
Er beantragte, in Aufhebung des
Einspracheentscheides
vom
3.
Mai 2013 sei die
Beschwerde
gegnerin
zu ver
pflichten,
ihm
eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 31
%
und
eine Integrit
ätsentschädigung bei einer Inte
gritätseinbusse von 10
%
aus
zurichten
(
Urk.
9 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
August 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin Ab
weisung der Be
schwerde (
Urk.
13), was dem Beschwer
deführer mit Mitteilung vom 1
9.
August 2013 zur Kenntnis ge
bracht wurde
(
Urk.
14)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Un
fallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid
(Art. 8 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG])
, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Renten
beginn
fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1
.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusam
menhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der
gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der ver
sicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des
In
va
liditätsgrades
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1
.
4
N
ach der Rechtsprechung
ist f
ür die Festsetzung des Invalideneinkommens pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen
aus
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA
herangezogen werden
(BGE 129 V 472 E. 4.2.1
, 139 V 593 E. 2.3 je
mit weiteren Hinweisen).
Das Abstellen auf DAP-Löhne setzt voraus, dass, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben gemacht werden über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumen
tier
ten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den
Durch
schnittslohn
der entsprechenden Gruppe. Allfällige Einwendungen der versi
cherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erhe
ben. Ist die SUVA nicht in der Lage, den erwähnten
verfahrensmässigen
Anfor
derungen zu genügen, kann nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.2
, 139 V 592 E. 6.3
, E. 7.8
mit weiteren Hin
weisen
, Urteil des Bundesgerichts 8C_133/2014 vom
4.
Juni 2014 E. 2 mit Hinweis
).
1
.
5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die
Inte
gritätsent
schädigung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens a
bge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integri
tätsentschädigung
die Richtlinien des An
hanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1
.
6
1
.
6
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
1
.
6
.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Ver
sicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad und der Anspruch auf
eine
Inte
gri
tätsentschädigung
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, aus dem Bericht von Dr.
C._
vom 14. Mai 2013 (
5/I/227
) ergebe sich, dass das Knie nur eine
n
kleine
n
Teil seiner gesundheitlichen Probleme ausmache und er in einem körper
lich schweren Beruf zu 100 % arbeitsunfähig bleibe (Urk. 9 S. 4).
Hin
sichtlich
des Invalideneinkommens macht er geltend, dass er bei einer ent
spre
chenden ge
eigneten Beschäftigung nur ein Einkommen von Fr. 54‘000.-- im Jahr erzielen könne. Gestützt auf die SUVA-Tabelle betreffend
Integritäts
scha
den
bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten sei im vorliegen
den Fall eine Integritätsentschädigung von 10 % angemessen
(
Urk.
9 S. 7).
2.3
Die Beschwerdegegnerin bringt demgegenüber vor, dass sich Dr.
C._
im Bericht vom 14. Mai 2013 (
5/I/227
)
nicht zur rein unfallbedingten
noch zumutbaren Arbeitsleistung äussere. Wenn Dr.
C._
unter Berücksich
tigung des „Gesamt
bildes“ nur eine teilweise oder vorwiegend sitzende Tätigkeit für zu
mutbar halte, stehe dies nicht im Widerspruch zur kreisärztlichen Beur
teilung, welche zu Recht ausschliesslich die unfallkausalen Befunde berücksich
tige (Urk. 13 S. 3). Die blossen Be
hauptungen des Beschwerdeführers betreffend d
a
s
Invalideneinkom
men
wür
den keine Zweifel an ihrer Berechnung des
Invali
denlohnes
be
gründen (Urk. 13 S. 4). Beim Vergleich der entschä
digungspflichti
gen Schädigungen gemäss SUVA-Tabelle 2 mit den anlässlich der
kreisärztli
chen
Untersuchung vom 26. November 2012 tatsächlich erhobenen Befunde
n
ergebe sich klar, dass keine Funktionsstörung des Knies vorliege, welche ei
nen Anspruch auf Integritätsent
schädigung (namentlich wa
s
die Beweglichkeit und Steifheit betreffe) begründen würde (Urk. 13 S. 4).
3.
3.1
3.1.1
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH,
hielt im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2
6.
November 2012 fest, am linken Kniegelenk stelle sich eine Veränderung am medialen
Meniskushinterhorn
dar, wobei hier möglicherweise ein Riss vor
han
den sei. Es sei
indes
nicht vorstellbar, dass diese Veränderungen die ausge
präg
ten Reaktionen bei der kl
inischen Untersuchung verursach
en
würden
. Es sei bisher keine Operationsindikation gesehen worden und es sei zu absoluter Zurück
haltung zu raten, da das Beschwerdebild nicht mit den Veränderungen im MRI korreliere und wahrscheinlich mit einer Verschlechterung der
Gesamt
situation
durch einen operativen Eingriff auch am linken Kniegelenk ge
rech
n
et werden müsse
(Urk.
5/I/184 S.
7 f.
)
.
Am rechten Kniegelenk zeige sich
vom MRI her ein sehr schöner Befund nach OATS-Plastik, das Knie sei sowohl bei der MRI-Untersuchung als auch bei der klinischen Untersuchung ohne relevanten Erguss. Es dürfte eine leichte vordere
Instabilität vorliegen.
O
b zusätzlich eine laterale Instabilität vorliege, könne bei der Untersuchung nicht geprüft werden,
weil
sich der Beschwerdeführer hier nicht ausreichend untersuchen lasse und eine aussagekräftige Untersuchung nicht zulasse.
Da
initial
nur eine mediale Bandläsion vorgelegen habe, müsse davon ausgegangen werden, dass diese, wie im Regelfall üblich, ausreichend ve
rnarbt und
stabilisiert
sei. Das aktuelle MRI des rechten Kniegelenks zeige im Bereich der Seitenbänder keine relevanten Pathologien. Auffällig sei, dass noch eine gewisse muskuläre Schwäche vorliegen könne (anhand der
Umfangmes
sungen
). Die demonstrierten Krafteinbussen mit fast völligem Fehlen jeder Kraft bei Extension und Flexion im rechten Kniegelenk sei von den übrigen klini
schen Befunden her
nicht nachvollziehbar und als Inkonsistenz zu bewer
ten. Zudem sei eine deutliche Symptomausweitung vorhanden
(Urk. 5/I/184 S. 8)
.
Der
unfallbe
ding
te
Befund am rechten Kniegelenk
sei nicht
so weit
fortge
schritten, dass schon eine Integritätsentschädigung geleistet werden müsste
(Urk. 5/I/184 S. 8)
.
Die angestammte Tätigkeit als
Flachdachisoleur
könne dem Beschwerdeführer auf Dauer unfallbedingt nicht
mehr zu 100
%
zugemutet werden (
Urk.
5/I/184 S
.
8).
Ihm seien indes u
nfallbedingt mittelschwere wechsel
belastende Tätigkei
t
en
, ohne Tragen von Lasten über 15 kg über Treppen, ohne regelmässiges oder länger dauerndes Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne repetitives oder länger andauerndes Einnehmen einer knien
den oder hockenden Position
ganz
tags
zumutbar (
Urk.
5/I/184 S. 9).
3
.
1.
2
Im Bericht vom
7.
Februar
2013 diagnostizierte
Dr.
C._
einen Status nach
Ar
throtomie
und OATS 10mm Knie re
chts am 3
1.
Oktober 2011 bei um
schriebener medialer
Chondropathie
IV°, einen Status nach
Knie
distorsions
trauma
mit partieller vorderer Kreuzband-Ruptur, Meniskusläsion, Status nach
arthroskopischem
Débridement
partiell des Kreuzbandstumpfes,
Teilmenis
kek
tomie
Hinterhorn
medial, eine degenerative
Meniskopathie
Hinterhorn
medial links (aktuell nicht symptomatisch, MRI 9/2011) sowie ein chronisches re
zi
di
vierendes
Lumbovertebralsyndrom
(
Urk.
5
/
I/2
16
S. 1
)
.
Gemäss den MRI
Bildern des linken Kniegelenks bestehe dort eine
Meniskopathie
im
Hinter
horn
bereich
. Die aktuellen Beschwerden des Beschwerdeführers seien aber kaum auf diese Verletzung zurückzuführen. Operativ könne keine Verbesserung hin
sicht
lich der Arbeitsbelastung herbeigeführt werden (
Urk.
5/I/216 S. 2).
Dr.
C._
führte im Bericht vom 1
4.
Mai 2013 aus, e
s gebe ver
schie
dene Probleme
,
die das Gesamtbild des Beschwerdeführers ausmachen würden. Das Knieproblem sei nur ein kleiner Teil davon. In einer teilweisen oder vor
wiegend sitzenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer wahrscheinlich rein theo
retisch für mindestens einige Stunden am Tag arbeitsfähig (
Urk.
5/I/227 S.
1). Es seien im Moment keine weiteren Kontrollen vorgesehen, da es operativ keine Verbesserungsmöglichkeiten gebe (
Urk.
5/I/227 S. 1-2). Der Beschwerde
führer bleibe in einem körperlich
schweren
Beruf wie Bodenleger respektive
Flach
dachmonteur
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
5/I/227 S. 2).
3
.
2
3.2
.1
Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdegegnerin mit der
Einstellung der
Tag
geldleistungen
per
2
8.
Februar 2013 (
Urk.
5/I/191)
den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat.
3.
2
.2
Dr.
D._
hielt
im Bericht zur kreisärztlichen
Untersuchung vom 26. November 2012
dafür, dass
bei der noch vorhandenen Verminderung der
Quadrizepsmuskulatur
und Unterschenkelmuskulatur
rechts
im Seitenvergleich zu links,
die MTT
noch fortgesetzt werden könne. H
ierbei sei jedoch keine Besserung zu erwarten,
die
das Zumutbarkeitsprofil für die Tätigkeit am allge
meinen Arbeitsmarkt beeinfluss
en
würde
, weswegen der medizinische Endzu
stand festgestellt werden könne.
Nach zwei bis drei Serien Physiotherapie soll
ten die Beinumfangsmasse nochmals kontrolliert werden. Wenn sich dann keine weitere Besserung zeige, könne auch eine MTT eingestellt werden (Urk.
5/I/184 S. 9).
Die
Berichte des behandelnden Arztes
Dr.
C._
widersprechen
dieser
Einschätzung von
Dr.
D._
nicht
.
Dr.
C._
führte
a
m
2
0.
Februar
2012 aus, dass das linke Knie im Moment wieder ziemlich asymp
tomatisch sei. Die Behandlung drehe sich nur um das rechte Knie (
Urk.
5/II/11).
Er schrieb am 1
7.
August 2012
,
insgesamt bestehe bezüglich des
Knochenknor
peltransfers
rechts ein recht schöner Verlauf
(
Urk.
5/I/167 S.
1)
. Das Kniegelenk zeige praktisch kein
en
Erguss. Die Rehabili
tation bezüglich des Kniegelenks werde wahrscheinlich noch zwei bis drei Monate dauern, dann werde eine ver
mehrte Belastbarkeit vorhanden sein (Urk.
5/I/167
S. 2). Am 2
5.
Oktober 2012 berichtete er, dass bezüglich des rechten Kniegelenks, obwohl nur sehr langsam, Fortschritte sichtbar seien (Urk. 5/I/175).
I
n den
Bericht
en vom
7.
Februar und
1
4.
Mai 201
3
hält
er
fest, dass
operativ keine Verbesserungen mehr möglich
seien
(
Urk.
5/I/216 S. 2,
Urk.
5/I/227
S.
1
2
).
Da auch keine
Ein
gliederungs
massnahmen der Eidge
nössischen Invalidenversicherung pendent
waren
(vgl.
den
Vorbe
scheid der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
vom
2
6.
Februar 2013,
Urk.
5/I/219 S. 5)
ist der Fallabschluss per 2
8.
Februar 2013 durch die
Be
schwerdegegnerin
nicht zu beanstanden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_527/2008 vom 2
7.
November 2008 E. 4.1)
.
Weitere Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen waren somit nicht geschuldet.
Die diesbezügli
chen Vorbringen des
Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 7)
erweisen sich als unbe
gründet.
3
.
3
3
.
3
.
1
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung.
Dr.
C._
weist in seinen
Berichten
darauf hin
, dass beim Beschwerde
führer neben den Kniebeschwerden noch weitere Beschwerden, wie etwa ein
Lumbovertebralsyndrom
oder
Depressionen
, bestünden (insbes.
Urk.
5/I/175, Urk.
5/I/216,
Urk.
5/I
/227). Im Bericht vom 2
6.
November 2012 befasst sich Dr.
D._
einlässlich mit vom Beschwerdeführer zusätzlich zu den
Kniebe
schwerden
geklagten Beschwerden,
beurteilt diese mit überzeugender Begrün
dung aber allesamt
als unfallfremd (
Urk.
5/I/184 S. 4, S. 7). Dass neben den Kniebeschwerden noch weitere unfallkausale Beschwerden bestünden
,
wird auch von
Dr.
C._
nicht dargetan.
Dr.
D._
hat zu Recht nur die unfallbedingten Kniebeschwerden berücksichtigt.
Er
stütz
t
e sich bei
seiner Beurteilung und Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers
auf die
Vorakten
, insbesondere die Berichte zu den bildgebenden Unter
suchungen und diejenigen des behandelnden Arztes
Dr.
C._
(Urk.
5/
I/184 S.
1
3)
,
und seine Untersuchung des Beschwerdeführers vom 26. November 2012, bei welcher er diesen auch zu den Beschwerden befragte (
Urk.
5/I/184 S.
4
).
Der Bericht von
Dr.
D._
vom 2
6.
November 2012 (Urk. 5/I/184) ist schlüssig und überzeugend begründet.
Darauf
ist abzustellen
und es ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine ange
passte Tätigkeit
–
ent
spre
chend dem von
Dr.
D._
formulierten Zumutbarkeitsprofil
–
zu 100
%
zumutbar ist
.
Dr.
C._
berücksichtigt bei seiner Einschätzung
zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit
vom 14. Mai 2013 (Urk. 5/I/227)
dagegen
das „Gesamtbild“ der Beschwerden, mithin auch nicht unfallkausale Beschwerden, weshalb
ihm nicht gefolgt werden kann.
3.3.2
Beim Einkommensvergleich stützte sich die Beschwerdegegnerin
hinsichtlich des
Valideneinkommens
auf
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
. Diese meldete
ihr für das Jahr 2013 einen Stundenlohn von Fr.
32.50 und eine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (100%-Pensum) von 42.5 Stunden beziehungsweise maximal 48 Stunden (
Urk.
5/I/192)
.
Ferner teilte sie der Beschwerdegegnerin mit, dass
sie
keine Aufzeichnungen über den Bezug der Ferien ihrer Arbeitnehmer führe, sondern prozentual pro Monat eine
Ferien
entschädigung
ausbezahle (Urk. 5/I/195). Nicht zu beanstanden ist daher, wenn die Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Angaben von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
77‘808.--
(
Fr.
32.50 Stunden
lohn
x 42.5 Stunden x 52 Wochen + 8,33
%
Anteil 1
3.
Monatslohn; jedoch ohne 10,64
% Ferienentschädigung und 3,6
% Feiertagsentschädigung,
vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 305/00 vom
8.
April 2002 E. 2b/cc
) ausging
(
Urk.
5/I/209).
Das
Valideneinkommen
wird vom Be
schwerdeführer nicht bestritten.
3.3.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Invalideneinkommen aufgrund der DAP
Methode. Sie konnte sich bei Erlass der Verfügung vom 2
8.
Januar 2013 (Urk. 5/I/209)
auf fünf DAP-Blätter stützen, welche dem Beschwerdeführer trotz seiner Behinderung zumutbare Einsatzmöglichkeiten aufzeigen. Das
an diesen
fünf Arbeitsplätzen
durch
schnittlich
erzielbare
Jahrese
rwerbseinkommen
2012
beträgt
Fr. 64‘
021
.--
. Es handelt sich dabei um Einsätze als Montagearbeiter, Produktionsmitarbeiter, Mechaniker sowie – zwei Mal – als Prüfer. Auf der zu
sammen
fassenden Darstellung der Arbeitsmöglichkeiten gemäss diesen fünf DAP-Blätter
n
ist
die Gesamtzahl der in der Dokumentation gefundenen
Stellen
beschriebe
, die für eine Anstellung in Betracht fallen,
mit 167
und der Durch
schnitt der Durch
schnittslöhne mit
Fr.
64‘040.--
aufgeführt (
Urk.
5/I/208 S. 1).
Das gesamte Suchresultat wurde dokumentiert, versehen mit dem Minimal- und Maximallohn dieser Stellen (
Urk.
5/I/208 S. 2-7). Mit diesen Angaben wurde
den
vom Bundesgericht in BGE 129 V 472 aufgestellten formellen
Anforderun
gen
an auf die DAP
-Methode
gestützte
Einkommensver
gleiche
hinreichend Rechnung getragen. Der Beschwerdegegnerin kann mithin gefolgt werden, wenn sie das hypothetische Invalideneinkommen gestützt auf die DAP ermittelt hat. Eine Abweichung ergibt sich nur bezüglich der An
passung des gestützt
auf die
Angaben aus dem Jahr 2012 ermittelten
Einkom
mens
an die
Nominal
lohn
entwicklung
. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wicklung
für
Män
nerlöhne
(2012: 2188
Punkte
, 2013: 2204
Punkte
, Die Volkswirtschaft 7/8-2014, S. 93, B10.3) resultiert ein
hypothetisches
Invalidenkommen
2013
von
Fr.
64‘490.--.
Das Vorbringen
des Beschwerdeführers, er könne in einer leidensangepassten Tätigkeit höchstens ein Einkommen von
Fr.
54‘000.-- erzielen (
Urk.
9
S. 7
),
erweist sich daher als unbegründet.
3.3.4
Beim Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
:
Fr. 77‘808.--
,
Invalidenkom
men
:
Fr.
64‘490.--
) resultiert ein Invaliditätsgrad von
gerundet
17
%
(17,12
%
)
.
3.4
3.4.1
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer,
es sei ihm
bei einer
Integritätsein
busse
von 10
%
eine Integritätsentschädigung auszurichten (
Urk.
9 S. 7).
3.4.2
Die Beurteilung de
s Integritätsschadens
ist in erster Linie Aufgabe des Medizi
ners. Er hat insbesondere den Befund zu erheben sowie dessen Dauer
haftig
keit und Schwere zu beurteilen. Dabei hat er auch den Quervergleich mit an
de
ren in UVV Anhang 3 oder den SUVA-Tabellen aufgeführten
Integritäts
schä
den
vor
zunehmen. Daneben obliegt es ebenfalls dem Mediziner, vorbestehende oder andere, nicht unfallbedingte Schäden, beziehungsweise Anteile am
Gesamt
scha
den
festzusetzen und zu bewerten (Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6 mit weiteren Hinweisen).
3.4.3
In seinem Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2
6.
November 2012 verneinte
Dr.
D._
mit überzeugender Begründung einen Integritätsschaden (E.
3.1.1). Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf diese Einschätzung eine Integritätsentschädigung zu Recht verneint.
Die Vorbringen des Beschwerde
führers, welcher mit keinem Wort auf den medizinischen Befund eingeht, son
dern den Integritätsschaden gestützt auf den Integritätsschaden bei völliger Gebrauchsunfähigkeit eines Beines gemäss SUVA-Tabelle 2 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten) herleitet (
Urk.
9 S. 7), vermögen keinen Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
D._
zu begründen.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.