Decision ID: fc6fd5db-f5ca-46fa-bfc3-ac48753b220f
Year: 2015
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 29. Oktober 2013 wurde über die im Vertrag in Sachen
Mutation Nr. 1169 GB B._ bzw. den Kauf- und Tauschvertrag bzw. die Begründung von
Dienstbarkeiten betreffend die Parzellen Nr. 790, 1669 und 1670 GB B._ sowie Nr. 2602
und 2988 GB C._ vom 15. April 2013 vorgenommene Transaktion, mit welcher die im Ge-
samteigentum der Gebrüder A._ und D._ stehenden Parzellen Nr. 790 und 1669 GB
B._ sowie Nr. 2602 GB C._, mit einem internen Quotenanteil von je 50%, so getauscht
wurden, dass A._ Alleineigentümer der Parzelle Nr. 790 GB B._ und D._ Alleineigen-
tümer der Parzellen Nr. 1669 GB B._ sowie Nr. 2602 GB C._ wurde, eine Handände-
rungssteuer in Höhe von Fr. 36‘400.-- (= Fr. 2‘912‘000.-- x 1.25%) erhoben.
2. Mit Eingabe vom 5. März 2014 erhob der Pflichtige mit dem sinngemässen Begehren, es
sei keine Handänderungssteuer geschuldet, Einsprache. Zur Begründung machte er geltend, er
habe erst am 16. Februar 2014 von der Steuerforderung Kenntnis erhalten, so dass die Ein-
sprachefrist eingehalten sei. Die Steuerbefreiungstatbestände der Baulandumlegung und der
Umstrukturierung seien erfüllt.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 15. April 2015 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
ab. Zur Begründung führte sie aus, da die angefochtene Veranlagungsverfügung mit B-Post
versandt worden sei, sei die Einsprache rechtzeitig erfolgt. Bei Tauschgeschäften seien von
jedem Beteiligten 1.25% des Verkehrswertes seines Tauschobjektes mit Einschluss eines allfäl-
ligen Aufpreises als Handänderungssteuer zu entrichten. Steuerbefreiungstatbestände lägen
keine vor, da eine Baulandumlegung gemäss Raumplanungs- und Baugesetz bzw. eine Um-
strukturierung gemäss Fusionsgesetz hätte erfolgen müssen.
4. Mit Eingaben vom 14. Mai bzw. 12. Juni 2015 erhob die Vertreterin mit dem Begehren,
es sei keine Handänderungssteuer geschuldet, Rekurs. Zur Begründung machte sie geltend,
mit dem Ziel, die beiden Familienstämme der Brüder zu entflechten, sei der Steuerverwaltung
im Jahr 2011 ein Ruling unterbreitet worden. Der Umstrukturierungsprozess habe grösstenteils,
jedoch nicht vollständig, per Ende 2011 abgeschlossen werden können. Die hier strittigen Par-
zellen seien damals im Sinne einer Zwischenlösung in eine einfache Gesellschaft mit einem
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internen Quotenanteil von je 50% eingebracht worden. Die Teilung habe alsdann im Jahr 2013
im Sinne der Bedingungen des Rulings realisiert werden können. Entsprechend könne sich der
Rekurrent nach Treu und Glauben auf das Ruling berufen und es würden keine Handände-
rungssteuern anfallen, zumal auch eine seinerzeitige direkte Überführung der Parzellen ins Al-
leineigentum der beiden Brüder keine Handänderungssteuern ausgelöst hätte.
5. Mit Vernehmlassung vom 7. August 2015 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, gemäss Ruling sollten die hier strittigen
Parzellen ins Privatvermögen der Brüder überführt werden, wobei letztere weiterhin Gesamtei-
gentümer, mit einem internen Quotenanteil von je 50%, bleiben sollten. Mit dem hier strittigen
Tausch aus dem Jahr 2013 liege eine eigenständige Transaktion vor, welche nicht „gerult“ wor-
den sei und demgemäss Handänderungssteuern auslöse. Dass dem so sei, zeige auch die
Entstehungsgeschichte des Rulings. Wie der Aktennotiz vom 7. Juni 2011 einer Besprechung
der damaligen Vertreterin und der Steuerverwaltung zeige, sei offenbar geplant gewesen, ge-
wisse Liegenschaften im Rahmen der Überführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen nicht im
Gesamteigentum der Brüder zu belassen, sondern ins Alleineigentum jedes einzelnen zu über-
führen. Diese Variante sei in der Folge jedoch verworfen worden und demgemäss auch nicht
mehr Gegenstand des Rulings gewesen. Dass aber eine Überführung der Liegenschaften ins
Alleineigentum gerade nicht von der Handänderungssteuer befreit gewesen wäre, sei der da-
maligen Vertreterin der Brüder bewusst gewesen, indem sie in der Aktennotiz nämlich festge-
halten habe, dass eine solche Transaktion Handänderungssteuern auslösen würde.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest. Die
Frage des Präsidenten, ob es richtig sei, dass die mit Veranlagungsverfügung vom 29. Oktober
2013 vorgenommene Berechnung der Handänderungssteuer in Höhe von Fr. 36‘400.-- dem
Grundsatz nach nicht bestritten werde, wurde von der Vertreterin des Rekurrenten bejaht.
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Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen
und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel-
lenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob die Steuerverwaltung auf der Transaktion vom
15. April 2013, wonach die im Gesamteigentum der Brüder stehenden Parzellen Nr. 790 und
1669 GB B._ sowie Nr. 2602 GB C._, mit einem internen Quotenanteil von je 50%, so
getauscht wurden, dass A._ Alleineigentümer der Parzelle Nr. 790 GB B._ und D._
Alleineigentümer der Parzellen Nr. 1669 GB B._ sowie Nr. 2602 GB C._ wurde, zu
Recht Handänderungssteuern erhoben hat.
a) Gemäss § 81 StG wird die Handänderungssteuer auf Handänderungen von
Grundstücken oder Anteilen von solchen erhoben. Handänderungen von Grundstücken sind
Rechtsgeschäfte, die hinsichtlich der Verfügungsgewalt wirtschaftlich wie eine Veräusserung
wirken sowie Belastungen von Grundstücken mit privatrechtlichen Dienstbarkeiten oder öffent-
lichrechtlichen Eigentumsbeschränkungen, wenn diese die unbeschränkte Bewirtschaftung oder
den Veräusserungswert der Grundstücke dauernd und wesentlich beeinträchtigen und die Be-
lastung gegen Entgelt erfolgt, gleichgestellt.
b) Eine zivilrechtliche Veräusserung liegt beim Übergang von sachenrechtlichem
Eigentum an einem Grundstück oder einem Grundstücksanteil vom bisherigen auf einen an-
deren Rechtsträger vor. Die zivilrechtliche Veräusserung setzt neben einem gültigen Rechts-
grund grundsätzlich die Grundbucheintragung voraus. Die steuerpflichtige Veräusserung tritt im
Zeitpunkt des Grundbucheintrages ein (vgl. Wenk in: Nefzger/Simonek/Wenk, Kommentar zum
Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, § 81 N 9 i.V.m. 72 N 6 ff.; Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zürich 2013, § 216 N
12 ff.).
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c) Gemäss § 84 Abs. 1 StG beträgt die Handänderungssteuer für Veräusserer und
Erwerber je 1.25% des Kaufpreises. Gemäss § 84 Abs. 2 StG sind bei Tauschgeschäften von
jedem Beteiligten 1.25% des Verkehrswertes seines Tauschobjektes mit Einschluss eines allfäl-
ligen Aufpreises als Handänderungssteuer zu entrichten.
d) Aus steuerrechtlicher Sicht liegen bei einem Grundstücktausch immer (mindes-
tens) zwei voneinander abhängige Veräusserungen an den beteiligten Grundstücken vor, die
jede für sich die entsprechenden Steuerfolgen nach sich zieht (vgl. Wenk in: Nefz-
ger/Simonek/Wenk, a.a.O., § 72 N 14; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 216 N 33). Ein
reines Tauschgeschäft liegt vor, wenn die wechselseitig übertragenen Grundstücke gleichwertig
sind. Da diese Gleichwertigkeit häufig nicht vorhanden ist, wird die Wertdifferenz durch Leistung
einer zusätzlichen Geldsumme ausgeglichen (Aufgeld oder Aufzahlung) (vgl. Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 216 N 31).
e) Gestützt auf Ziff. 11 des Tauschvertrages vom 15. April 2013 hat die Steuerver-
waltung den Verkehrswert des Tauschobjektes des Rekurrenten und seines Bruders mit Ein-
schluss des Aufpreises richtigerweise mit einem steuerbaren Betrag von Fr. 2‘912‘000.-- be-
stimmt und entsprechend Handänderungssteuern in Höhe von Fr. 36‘400.-- (= Fr. 2‘912‘000.-- x
1.25%) erhoben. Zu Recht wird diese Berechnung seitens des Rekurrenten dem Grundsatz
nach denn auch nicht infrage gestellt.
3. Nachfolgend ist zu prüfen, ob ein Steuerbefreiungstatbestand gegeben ist. Im Ein-
spracheverfahren wurde seitens des Rekurrenten nämlich geltend gemacht, der Steuerbefrei-
ungstatbestand der Baulandumlegung sei erfüllt. Die Steuerverwaltung hielt im angefochtenen
Einsprache-Entscheid dafür, dieser Steuerbefreiungstatbestand könne nur dann angerufen
werden, wenn eine Baulandumlegung im Sinne der §§ 55 ff. des Raumplanungs- und Bauge-
setzes (RBG) vom 8. Januar 1998 vorliege, was hier nicht gegeben sei.
a) Die Handänderungssteuer wird gemäss § 82 Abs. 1 lit f StG bei Baulandumle-
gungen und landwirtschaftlichen Arrondierungen, soweit im Kanton Basel-Landschaft gelegene
Grundstücke gegeneinander abgetauscht werden, nicht erhoben.
b) Durch eine Felderregulierung bedingt und damit von der Handänderungssteuer
befreit gelten lediglich solche Eigentumsübertragungen, die von der zuständigen Behörde an-
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geordnet werden und Zwangscharakter haben, nicht jedoch private Tauschgeschäfte zwecks
Verbesserung der Ausgangslage bei der Felderregulierung (vgl. Entscheid der Steuerrekurs-
kommission [heute Steuergericht] des Kantons Basel-Landschaft Nr. 113/1986 vom 27. Juni
1986, publ. in: Basellandschaftliche Steuerpraxis [BlStPr], Bd. IX, S. 282). Zwar ging es beim
zitierten Entscheid um die Frage, ob der Steuerbefreiungstatbestand von § 82 Abs. 1 lit e StG,
wonach bei Enteignungen sowie bei allen Handänderungen, die ausschliesslich durch eine Fel-
derregulierung bedingt sind, die Handänderungssteuer nicht erhoben wird, erfüllt ist. Bei der
hier vom Pflichtigen angerufenen Steuerbefreiung infolge Baulandumlegungen, welche auf-
grund eines klar strukturierten Verfahrens gemäss §§ 55 ff. RBG durch den Gemeinderat einge-
leitet werden (§ 58 RBG) und den Zweck verfolgen, Parzellen in der Weise neu zu bilden, dass
sie sich in Lage, Form und Grösse für eine rechts- und zweckmässige bauliche Nutzung eignen
(§ 55 Abs. 2 RBG), gilt indes dasselbe, da eine Baulandumlegung, genauso wie eine Felderre-
gulierung von der Behörde erzwungen werden kann. Ein solches behördliches Baulandumle-
gungsverfahren hat vorliegend aber gerade nicht stattgefunden. Vielmehr haben die Gebrüder
A._ und D._ freiwillig ein privates Tauschgeschäft abgeschlossen. Damit ist der Steuer-
befreiungstatbestand gemäss § 82 Abs. 1 lit. f StG nicht erfüllt.
4. Im Einspracheverfahren wurde seitens des Rekurrenten weiter geltend gemacht, der
Steuerbefreiungstatbestand der Umstrukturierung sei erfüllt. Die Steuerverwaltung hielt im an-
gefochtenen Einsprache-Entscheid dafür, dieser Steuerbefreiungstatbestand könne nur dann
angerufen werden, wenn eine Umstrukturierung im Sinne des Bundesgesetzes über Fusion,
Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung (Fusionsgesetz, FusG) vom 3. Oktober
2003 vorliege, was hier nicht gegeben sei.
a) Die Handänderungssteuer wird gemäss § 82 Abs. 1 lit. h StG bei Handänderun-
gen infolge Umstrukturierungen gemäss § 26 StG und § 56 StG sowie bei Ersatzbeschaffungen
gemäss § 55 Abs. 2 StG nicht erhoben.
b) Nach Art. 103 FusG ist die Erhebung von kantonalen und kommunalen Handän-
derungsabgaben bei Umstrukturierungen im Sinne von Artikel 8 Absatz 3 und Artikel 24 Absät-
ze 3 und 3quater des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden ausgeschlossen. Kostendeckende Gebühren
bleiben vorbehalten. Mit Ergänzung vom 8. Dezember 2004 (in Kraft seit 1. Januar 2005) wurde
der ehemalige § 84 Abs. 3 StG (praktisch wörtlich) unter die Steuerbefreiungstatbestände des §
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82 unter lit. h StG eingefügt. § 82 Abs. 1 lit. h wurde in einer weiteren Gesetzesänderung präzi-
siert und per 1. Januar 2006 in Kraft gesetzt, wobei nunmehr klar von Umstrukturierungen die
Rede ist und im Gesetz selbst auf die betreffenden Normen verwiesen wird. In § 26 StG geht es
um Umstrukturierungen von Personenunternehmen (Einzelfirma, Personengesellschaft) und in
§ 56 StG um solche von juristischen Personen. Das hier strittige Tauschgeschäft aus dem Jahr
2013 betraf Grundstücke, welche im Jahr 2011 vom Geschäfts- ins Privatvermögen überführt
worden waren (vgl. dazu die Ausführungen in Erw. 5d hiernach) und damit Grundstücke des
Privatvermögens. Entsprechend ist keine Umstrukturierung im Sinne des Fusionsgesetzes ge-
geben. Damit ist auch der Steuerbefreiungstatbestand gemäss § 82 Abs. 1 lit h StG nicht erfüllt.
5. Im Rekursverfahren beruft sich die Vertreterin auf ein mit der Steuerverwaltung abge-
schlossenes Ruling. Der strittige Tausch sei von diesem gedeckt. Entsprechend würden keine
Handänderungssteuern anfallen.
a) Unter einer in der Praxis oft als Ruling bezeichneten Verständigung versteht man
gemeinhin eine zwischen Steuerpflichtigen und Steuerbehörden erfolgte Einigung über be-
stimmte Elemente des steuerrechtlich relevanten Sachverhalts. Solche Verständigungen ent-
behren zwar einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage, gelten indessen nach herrschender
Lehre und Rechtsprechung als zulässig und binden die Steuer- (Justiz-)behörden wie auch die
Steuerpflichtigen gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben, sofern und soweit sie auf
eine gesetzmässige Einschätzung abzielen. Der Abschluss solcher Vereinbarungen, deren
Rechtsnatur umstritten ist, kann aus Gründen der Verhältnismässigkeit und der Verfahrenswirt-
schaftlichkeit geradezu geboten sein in Fällen, da die Sachverhaltsabklärung auf unüberwindli-
che Schwierigkeiten stossen müsste. Solche Vereinbarungen können sich auch auf künftige,
zum Zeitpunkt der Verständigung noch nicht verwirklichte Sachverhalte beziehen. Im Rechts-
mittelverfahren sind solche Verständigungen aber auf ihre Gesetzmässigkeit hin überprüfbar.
Gegenstand von Verständigungen sind vorab bestimmte Elemente des steuerrechtlich relevan-
ten Sachverhalts, insbesondere wenn dieser (bei den direkten Steuern) durch eine amtliche
Untersuchung nicht oder nur unter unverhältnismässig grossen Schwierigkeiten geklärt werden
kann. Verständigungen können sodann auch Bewertungsfragen betreffen. Sie können sich al-
lerdings nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht auf eigentliche Rechtsfragen beziehen,
da Bestand und Umfang der Steuerschuld ausschliesslich durch das Gesetz festgelegt werden.
Zu den Rechtsfragen, über welche nach Bundesgericht eine Verständigung nicht möglich ist,
zählen auch Auslegungsfragen. Diese sind indessen nicht immer bereits von vorneherein rest-
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los klar. Der Beschränkung auf den Sachverhalt allein wird denn auch in der Praxis nicht (um-
fassend) nachgekommen. Üblich ist zwar, dass die Steuerpflichtigen einen genau be-
schriebenen Sachverhalt der Steuerverwaltung vorlegen und diese alsdann ihre rechtliche Wür-
digung kund tut. Über diese und die damit zusammenhängenden rechtlichen (Auslegungs-)
Fragen wird darauf aber im Rahmen des gesetzlichen Spielraums durchaus noch diskutiert und
gegebenenfalls eine Einigung erzielt und erfolgt nicht bloss eine Antwort der Steuerverwaltung
(vgl. Michael Beusch, Zulässigkeit und Wirkung von Verständigungen [Rulings], publ. in: Zeit-
schrift für Schweizerisches und Internationales Steuerrecht, zsis) 2009, monatsflash Nr. 1;
Schreiber/Jaun/Kobierski, Steuerruling - Eine systematische Auslegeordnung unter Berücksich-
tigung der Praxis, publ in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA], Bd. 80, S. 293 ff.).
b) Vorliegend fand am 9. Mai 2011 zwischen der damaligen Vertreterin der Gebrü-
der A._ und D._ Kollektivgesellschaft bzw. der E._ bzw. dem Rekurrenten und sei-
nem Bruder mit der Steuerverwaltung eine Besprechung hinsichtlich der Nachfolgeregelung der
Familie A._ und D._ statt, über welche die damalige Vertreterin eine Aktennotiz erstellte.
Danach war das Ziel der Besprechung ein Ruling, mit welchem die familieninterne Reorganisa-
tion bzw. Umstrukturierung geregelt werden sollte. In diesem Zusammenhang sollten die hier
strittigen Parzellen Nr. 790 und 1669 GB B._ sowie Nr. 2602 GB C._, welche sich im
Gesamteigentum mit einem internen Quotenanteil von je 50% des Rekurrenten bzw. seines
Bruders befanden, erstens von der Kollektivgesellschaft und damit vom Geschäftsvermögen ins
Privatvermögen überführt und zweitens im Sinne eines Tausches gleichzeitig das Ge-
samteigentum aufgelöst und jeder der Brüder nunmehr Alleineigentümer werden. In der vorge-
nannten Aktennotiz wurde dazu ausdrücklich ausgeführt, dass ein solcher Tausch Handände-
rungssteuern gemäss § 84 Abs. 2 StG auslöse (vgl. Ziff. 2.2.1 der Aktennotiz).
c) Mit Datum vom 15./22. Dezember 2011 wurde alsdann das Ruling unterzeichnet.
Danach sollten die hier strittigen Parzellen Nr. 790 und 1669 GB B._ sowie Nr. 2602 GB
C._, welche sich im Gesamteigentum mit einem internen Quotenanteil von je 50% des Re-
kurrenten bzw. seines Bruders befanden, von der Kollektivgesellschaft und damit vom Ge-
schäfts- ins Privatvermögen überführt werden. Am Gesamteigentum sowie dem internen Quo-
tenanteil sollte sich indes nichts ändern. Mangels Handänderungen sollten entsprechend auch
keine Handänderungssteuern anfallen (vgl. Ziff. 3.2 des Rulings). Gleich wie in der hiervor er-
wähnten Aktennotiz sollten also die strittigen Parzellen vom Geschäfts- ins Privatvermögen
überführt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen der Aktennotiz und dem Ruling be-
stand allerdings darin, dass im Ruling, da Ziff. 2.2.1 der Aktennotiz im Ruling fehlt, auf den
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zweiten Schritt, nämlich den Tausch der Liegenschaften vom Gesamt- ins Alleineigentum, ver-
zichtet wurde.
d) Das Ruling wurde im Anschluss von den daran Beteiligten umgesetzt. So wurden
unter anderem die hier strittigen Parzellen rückwirkend per 31. Oktober 2011 vom Geschäfts-
ins Privatvermögen überführt. Seitens der Steuerverwaltung wurde auf dieser Überführung ge-
stützt auf das Ruling sowie die Tatsache, dass keine Handänderungen erfolgten, da sich die
strittigen Parzellen weiterhin im Gesamteigentum, mit einem internen Quotenanteil von je 50%
der Brüder befanden, keine Handänderungssteuern erhoben.
e) Später, d.h. mit Datum vom 15. April 2013, wurde der Tausch der hier strittigen
Parzellen Nr. 790 und 1669 GB B._ sowie Nr. 2602 GB C._, die sich wie hiervor gese-
hen seit dem 31. Oktober 2011 im Privatvermögen der beiden Brüder befanden, vorgenommen.
Ziel dieses Tausches war die vollständige Entflechtung der Liegenschaften der Brüder vom Ge-
samt- ins Alleineigentum jedes einzelnen.
f) Die Vertreterin des Pflichtigen stellt sich auf den Standpunkt, der Tausch sei vom
Ruling gedeckt und entsprechend würden keine Handänderungssteuern anfallen. Die Überfüh-
rung ins Privatvermögen im Jahr 2011 sei lediglich ein Zwischenschritt gewesen. Erst mit dem
Tausch der Parzellen im Jahr 2013 sei das Ruling vollständig umgesetzt und die Aufteilung des
Familienunternehmens vollendet worden. Die Steuerverwaltung hält dafür, die vorgenommene
weitergehende Entflechtung auf Ebene der beiden Privatpersonen A._ und D._ sei eben
gerade nicht „gerult“ worden, zumal eine solche Transaktion bzw. ein solcher Eigentümerwech-
sel ohnehin, d.h. auch im Rahmen der Umstrukturierung, Handänderungssteuern ausgelöst
hätte.
g) Der Tausch ist vom Ruling nicht erfasst, regelt doch Ziff. 3.2. des Rulings explizit
lediglich die Überführung ins Privatvermögen und gerade nicht die weitergehende Entflechtung
von Gesamt- zu Alleineigentum. Von Umsetzung der Bedingungen gemäss Ziff. 3.2 des Rulings
kann also keine Rede sein. Das Gegenteil ist der Fall, wurde doch der Tausch, wie hiervor auf-
grund der Entstehungsgeschichte dargelegt wurde, im Ruling gerade nicht (mehr) geregelt. Weil
der Tausch vom im Ruling dargelegten Sachverhalt nicht erfasst wird, kann daraus keine Ver-
trauensgrundlage abgeleitet werden, zumal der Rekurrent aufgrund der von seiner damaligen
Vertreterin erstellten Aktennotiz hätte wissen müssen, dass der strittige Tausch eben gerade
Handänderungssteuern auslösen würde. Selbst wenn der Tausch also „gerult“ worden wäre,
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wäre dies nur im Sinne der Aktennotiz überhaupt möglich gewesen, d.h. dass festgestellt wor-
den wäre, dass die Transaktion Handänderungssteuern auslösen würde. Einer Steuerbefreiung
des Tausches hätte die Steuerverwaltung also auch in einem Ruling nicht zustimmen können,
da, wie bereits unter Erw. 4b hiervor festgestellt wurde, keine Umstrukturierung im Sinne des
Steuerbefreiungstatbestandes gemäss § 82 Abs. 1 lit h StG stattgefunden hat, sondern ein
Tausch von Parzellen im Privatvermögen. Aus alledem folgt, dass sich der Rekurrent im vorlie-
genden Verfahren nicht auf das Ruling berufen kann.
Zusammenfassend ist damit weder ein Steuerbefreiungstatbestand gegeben noch kann sich
der Rekurrent auf das Ruling berufen. Die von der Steuerverwaltung verfügte Handänderungs-
steuer ist entsprechend zu bestätigen. Damit erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist
abzuweisen.
6. Ausgangsgemäss sind dem Rekurrenten Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 1'000.-- auf-
zuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]).
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