Decision ID: 66e7bc80-be56-4a53-a661-d23b8fb9b7f8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977
, war
nach ihrer Einreise in die Schweiz am 1
0.
August 2006 (Urk.
7
/2 Ziff. 1.6) vom
1.
April 2008 bis 3
1.
März 2010 im Um
fang eines Arbeitspensums von 50 % als Geschäftsführerin bei der
Y._
,
Z._
(Urk.
7
/2 Ziff. 5.4),
beziehungsweise
beim
A._
,
Z._
(Urk.
7
/10/2),
tätig
. Am 2
6.
März 2010 meldete sich die Versicherte
bei der Inva
liden
versi
che
rung zum
Leistungsb
ezug
an
(Urk.
7
/2
).
Nachdem die Versicherte gegen
den
Vorbescheid vom 2
3.
Juni 2011 (Urk.
7
/29-30)
, worin ihr
eine Vernei
nung ihres Anspruchs auf Versicherungsleistungen in Aussicht
gestellt wurde, Einwendungen
(Urk.
7
/31
,
Urk.
7
/34) erhoben hatte,
liess die IV-Stelle die Ver
sicherte
nach dem Zufallsprinzip
polydisziplinär
(internistisch, psychiatrisch,
gastroenterologisch
und
endokrinologisch
) begutachten (Gutachten
vom
7.
Juli 2013
;
Urk.
7
/76)
und
ver
neinte mit Verfüg
ung vom 1
3.
November 2013 (Urk.
7
/78) e
inen Leistungsanspruch der Versicherten.
In
Gutheissung der von der Versicherten
am
2.
Dezember 2013 dagegen erhobenen
Beschwerde
(
Urk.
7/81/3-10)
hob das hiesige Gericht die angefochtene Verfügung mit Entscheid vom 1
4.
Mai 2014 (Prozess Nr. IV.2013.01103; Urk. 7/91) auf und wies die Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zu erneuter Verfügung an die IV-Stelle zurück. Dieser Entscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.2
In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte erneut nach dem Zufallsprinzip über die
webbasierte Vergabeplattform
SuisseMED@P
des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV;
Urk.
7/152-154) polydisziplinär (internistisch, psychiatrisch, orthopädisch, onkologisch,
endokrinologisch
und
gastro
enterolo
gisch
) begutachten (Gutachten vom 2
0.
März 2017; Urk. 7/170/1
38; Urk.
7/188
) und veranlasste
eine Abklärung im Haushalt an Ort und Stelle
(Abklärungsbericht vom
7.
September 2018;
Urk.
7/217)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfah
ren
(Urk. 7/
198,
Urk.
7/201,
Urk.
7/204
, Urk. 7/221
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
1.
Februar 2019 (Urk. 7/225 =
Urk.
2) erneut einen Rentenan
spruch der Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
6.
Februar 2019 Beschwerde (
Urk.
1) und beant
ragte, diese sei aufzuheben, es seien gründliche medizinische Abklärungen durchzuführen und es sei ihr spätes
tens für die
Zeit ab Oktober 2010 mindestens eine halbe Rente der Invalidenver
sicherung zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
April 2019 (
Urk.
6) beatragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2019 (
Urk.
8) wurde dies der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht und es wurde ihr antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung gewährt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.4
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV
,
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufga
benbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V
146 E. 2b und 5c).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
Februar 2019 (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden
im Umfang von 50
%
eine Erwerbstätigkeit ausüben und
im restlichen Umfang von 50
%
im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts
tätig sein würde. Da ihr gemäss der medizinischen Aktenlage nach Eintritt des Gesundheitsschadens
die Ausübung einer behinderungs
angepassten Erwerbstätigkeit im Umfang von 70
%
bis 80
%
eines vollzeitlichen Arbeitspensums
zuzumuten sei (S. 3)
,
und da
im Aufgabenbereich des Haushalts eine Einschränkung im Umfang von 31
%
bestehe,
resultiere
nach
der
Invaliditätsbemessung gemäss der gemischten Methode
für die Zeit
bis 3
1.
Dezember 2017 ein Invaliditätsgrad von 23
%
und für die Zeit ab
1.
Januar 2018
ein solcher von 28
%
, weshalb
ein
Rentenanspruch zu verneinen sei (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
die wiederholte Auftrags
vergabe an das
B._
zur polydisziplinären Begutachtung der Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin die Regeln über die Vergabe von Gutachtensaufträge nach dem Zufallsprinzip verletzt habe (
Urk.
1 S. 3).
Zudem sei
die Auftragsvergabe an das
B._
nicht einvernehmlich erfolgt und es sei
das
Prinzip der
Waffengleichheit
beziehungsweise
der
Anspruch auf ein faires Verfahren im Sinne von
Art.
6
der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(
EMRK
) verletzt worden (S. 4)
, weshalb der
Sachverhalt ergänzend
neu
abzuklären
sei
(S.
10).
Des Weiteren könne aus näher dargelegten Gründen auch inhaltlich nicht auf die Beurteilung durch die
B._
-Gutachter abgestellt werden. Sie sei zudem auch im Haushalt viel stärker einge
schränkt als im Abklärungsbericht wiedergegeben (S. 5 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Vorerst zu prüfen ist die Statusfrage beziehungsweise die Frage, ob die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall ganz, teilzeitlich oder überhaupt nicht erwerbstätig wäre.
3.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
und
Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2018 vom 2
6.
September 2018 E. 4.1.1).
3.3
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin
in der angefochte
nen Verfügung vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
2
S. 3
)
als Erwerbstätige im Umfang von 50
%
und als im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts Tätige im
rest
lichen
Umfang
von
50
%
. Von der Beschwerdeführerin wird die Qualifikation in diesem Umfang
nicht bestritten und
die Statusfrage nicht
gerügt
(vgl.
Urk.
1 S. 9).
3.4
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war die Beschwerdeführerin zuletzt
vom
1.
April 2008 bis 3
1.
März 2010 im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
als Geschäftsführerin
und alleinige Gesellschafterin
der
Y._
,
Z._
,
beziehungsweise des
A._,
Z._
tätig
gewesen
(
Urk.
7/2
Ziff.
5.4
,
Urk.
7/10/2
,
Urk.
7/217 S. 2
-3
).
3.5
In der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 2
6.
März 2010 (
Urk.
7/2
Ziff.
5.4
) und in ihrem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom
1.
Juli 2010 (
Urk.
7/14) führte die Beschwerdeführerin
aus, dass sie im Umfang eines Arbeitspensums als Geschäftsführerin bei der
Y._
tätig gewesen sei.
Gegen
über der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin gab die Beschwerdeführerin anlässlich einer Abklärung vor Ort vom
4.
September 2018
an, dass sie
im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
bei der
Y._
beziehungsweise beim
A._,
Z._
erwerbstätig gewesen sei,
und dass
sie dort
hauptsächlich
mit
Reinigungs- und Küchenarbeiten
beschäftigt gewesen sei
(
Urk.
7/217 S. 5).
3.6
In Würdigung der gesamten Umstände ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
Februar 2019 (Urk.
2 S. 3
) davon ausging, dass die Beschwerdeführerin ohne den für den Rentenanspruch massgeblichen Gesundheitsschaden
im Umfang
eines Arbeits
pensums
von 50
%
eine Erwerbstätigkeit ausüben
und
sich im restlichen Umfang von 50
%
im
anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts
betätigen würde.
4.
4.1
Im Folgenden gilt es
die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebende medizinische Aktenlage zu prüfen.
4.2
Die Ärzte des
B._
erwähnten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom
7.
Juli 2013 (
Urk.
7/76/1-19),
dass die Beschwerdeführerin am
6.
und am 2
2.
Mai
2013
internistisch, psychiatrisch,
gastroenterologisch
und
endokrinologisch
untersucht worden sei (S. 1)
,
und stell
ten die folgenden Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 15):
-
Störung im Kalzium-Haushalt mit/bei:
-
primärem
Hyperparathyreoidismus
(Differentialdiagnose: familiäre
hypokalziurische
Hyperkalzämie
)
-
Nephrolithiasis
beidseits
-
Vitamin-D-
lnsuffizienz
-
anamnestisch
essentielle
Thrombo
z
ythämie
mit/bei:
-
Status nach
Oesophagusvarizenblutungen
bei
Pfortaderthrombose
-
chronischer Nausea (ICD-10 R 11)
-
Thrombozyten im Normbereich, aktuell
Daneben stellten sie die
folgenden Nebendiagnosen ohne Ei
nfluss auf die Arbeits
fähigkeit:
-
Adipositas (BMI 38,5 kg/m2)
-
leichte
L
eberenzymerhöhung (Differentialdiagnose:
Steatohepatitis
)
-
mikrozytäre
, grenzwertige Anämie mit/bei:
-
Eisenmangel (Differentialdiagnose:
Thalassaemia
minor)
-
rezidivierende
gastritische
Beschwerden (Differentialdiagnose: bei
Splenomegalie
)
Sie führten aus, dass die
gastroenterologische
Untersuchung ergeben habe, dass die
anamnestisch vorhandene
Thrombozythämie
gegenwärtig
nicht mehr
nach
zuweisen sei, und dass davon auszugehen sei, dass auch
die
Splenomegalie
regredient
sei
.
Aus
gastroenterologischer
Sicht
sollte keine Druckerhöhungen im Abdomen erfolgen,
weshalb der Beschwerdeführerin das Tragen und Heben schwerer
Lasten
nicht mehr zuzumuten sei
.
Der Beschwerdeführerin sei
aus
gastroenterologischer
Sicht
indes
die Ausübung k
örperlich überwiegend leichte
r
bis
(
gelegentlich
)
mittelschwere
r
Tätigkeiten
ohne Einschränkungen zuzumuten
.
Die
endokrinologische
Untersuchung habe eine Kalziumsto
ffwechselstörung
mit
primärem
Hyperparathyreoidismus
, konsekutiver
Nephrolithiasis
beidseits und
einer
Vitamin D-Insuffizienz
ergeben. Der
primäre
Hyperparathyreoidismus
sei grundsätzlich
be
handelbar
(S. 16)
. Bis
zum Zeitpunkt einer erfolgreichen Behand
lung des
Hyperparathyreoidismus
sei von
einer
Einschränkung der Leistungs
fähigkeit aus
endokrinologischer
Sicht
im Umfang von 20
%
auszugehen. Die internistische Untersuchung habe
keine zusätzlichen Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
t
en,
ergeben.
Anlässlich der psychiatrischer
Untersuchung habe
kein relevanter Befund erho
ben werden
können
,
weshalb eine
psychiatrische Diagnose
nicht
gestellt werden
könne. Aus psychiatrischer Sicht sei daher von einer uneingeschränkten
Arbeits
fähigkeit
auszugehen (S. 17)
.
Insgesamt bestehe eine
Arbeits- und Leistungsfähigkeit für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten
im Umfang von 80
%
, wobei das
Pen
sum
vollschic
htig
bei einem etwas erhöhten Pausenbedarf
realisiert werden
könne
. Im Haushalt bestehe
keine wes
entliche Einschränkung der Leistungsf
ähig
keit
(S. 18)
.
Auf Grund der anamnestischen Angaben, der Akten und der Unter
suchungsbefunde sei davon auszugehen, dass die leichte Leistungseinbusse (im Umfang von 20
%
) aus
endokrinologischer
Sicht sicher ab Mai 2013, allenfalls bereits ab dem Jahre 2012
bestanden habe (S. 17).
4.3
Mit Bericht vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
7/133/9-10) stellten die Ärzte der Klinik für Hämatologie des
C._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Quick-Verminderung bei reduzierter Synthese der Gerinnungsfaktoren mit/bei:
-
komplexem Mangel der Faktoren V, II, VII und X sowie
Plasminogen
Verminderung
-
Status nach Leberbiopsie im September 2006 und im Januar 2015 mit strukturell unauffälligem Lebergewebe, ohne Hinweise auf eine Leber
zirrhose
-
myeloproliferative
Neoplasie
(Differentialdiagnose:
Policythaemia
vera
, essentielle
Thrombozytämie
), Erstdiagnose im September 2006, mit/bei:
-
JAK2
(-Mutation)
positiv
-
Splenomegalie
-
Erstmanifestation mit
Pfortaderthrombose
und
Ösophagusvarizen
blutung
-
Status nach Varizenligatur bei Varizenblutung im Jahre 2006, seither regelmässige
gastroskopische
Kontrollen mit Ligaturen und
Verödun
gen
-
aktuell atypischer
venovenöser
Kommunikation der Leber bei fraglich signifikanter Leberwert
-
Struktur
-
rezidivierende
Nephrolithiasis
mit/bei:
-
Status nach mehrmaliger ESWL (
extrakorporale
r Stoss
wellen
lithotripsie
)
der
linke
n
Niere seit Februar 2007
-
Status nach mini
-
PNL
(Perkutane
Nephrolitholapaxie
) der linken
Niere
im Februar
2012
-
Status nach
Spontanabgang
des
rechtsseitigen
Ureterkonkrement
s
-
a
ktuell u
nter Kelchen
Nephrolithias
i
s
bei
dseits
,
asymptomatisch
Die Ärzte erwähnten, dass im Rahmen
einer
kürzlich durchgeführten
Leberbiopsie keine Leberzirrhose
habe
nachgewiesen werden
können (S. 1), dass indes von einer
Lebersynthesestörung
auszugehen sei
.
Bezüglich
der
myeloproliferativen
Neoplasie
stünden
heute neue Behandlungsmöglichkeiten
zur Verfügung.
Dies
bezüglich sei eine
Reevaluation
mittels
Knochenmarkpunktion
vorgesehen (S. 2).
4.4
Med.
pract
.
D._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
, erwähnte in seinem Bericht vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
7/145/9-12), dass er die Beschwer
deführerin seit dem Jahre 2015 hausärztlich behandle. Die Beschwerdeführe
rin leide seit Jahren
unter
einer
m
yeloproliferat
iven
Erkrankung im Sinne einer e
ssentiellen
Thrombozytämie
. Da deswegen eine herabgesetzte Lebensdauer wahrscheinlich sei,
erachte er eine reproduktionsmedizinische Behandlung der Beschwerdeführerin, welche einen Kinderwunsch geäussert habe,
als nicht sinn
voll.
Der Beschwerdeführerin sei die Ausübung körperlich leichter Tätigkeiten mit Wechselbelastung im Umfang eines Pensums von 50
%
zuzumuten (S. 3).
4.5
Die Ärzte des E._
,
Rheumatologie und
muskuloskel
ettale
Rehabilitation, stellten in ihrem Bericht vom 1
8.
März 2016 unter anderem die Diagnose eines aktuellen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms (S. 1) und erwähnten, dass die Beschwerdeführerin vom 2
5.
bis 2
6.
November 2015 hospi
talisiert gewesen sei (S. 2). Sie stellten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
2.
November bis Anfang Dezember 2015 fest und gingen davon aus, dass ab Ende des Jahres 2015 erneut eine vollständigen Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestanden habe (S. 3).
4.6
In ihrem erneuten polydisziplinären Gutachten vom 2
0.
März 2017 (Urk. 7/170/2
38) erwähnten die Ärzte des
B._
, dass die Beschwerdeführerin am 2
4.
und am 2
5.
Januar 2017 sowie am
3.
und am 1
5.
Februar 2017 internistisch, psychiatrisch, orthopädisch, onkologisch,
endokrinologisch
und
gastroenterolo
gisch
untersucht worden sei (S. 1)
,
und stell
t
en die folgenden Diagnosen
mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 33):
-
myeloproliferative
Neoplasie
mit/bei:
-
essentieller
Thrombozythämie
(JAK-2 positiv), Erstdiagnose 2006
-
Ösophagusvarizenblutung
im Jahre 2006 bei Status nach Varizenliga
turen, letztmals
i
m
September 2016
-
Splenomegalie
-
Thrombozyten aktuell im Normbereich
-
primärer
Hyperparathyreoidismus
mit/bei:
-
Nephrolithiasis
beidseits mit mehrfachem Steinabgang, Status nach mehrmaligen
ESWL
-Behandlungen bei Rezidiv-
Nephrolithiasis
beid
seits
-
Knochenschmerzen
-
depressive Verstimmung, Müdigkeit
-
Adipositas (Teilaspekt)
Daneben stellten sie die
folgenden Nebendiagnosen ohne Ei
nfluss auf die Arbeits
fähigkeit
(S. 33 f.)
:
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, ohne fassbare
radikuläre
Symptomatik, mit/bei:
-
radiologisch
Spondylarthrose
der unteren LWS (Lendenwirbelsäule)
-
freier Beweglichkeit der lumbalen Wirbelsäule
-
chronische Kniebeschwerden rechts mit/bei:
-
radiologisch Zeichen einer früheren
Patellaluxation
ohne Nachweis eines
chondralen
Defektes
-
chronischer Fersenschmerz beidseits mit/bei:
-
ohne
klinisch
klar fassbarem
Korrelat bei Senk-Spreizfüssen und
Hallux
valgus
rechts
-
Verdacht auf
eine
Schmerzausweitung und Verdacht auf
eine
spezifische Phobie
-
Adipositas (BMI 43,6 kg/m2)
-
Systolikum
(Herzgeräusch)
über
Pulmonalklappe
unklarer Signifikanz
-
Vitamin D3-Insuffizienz
Die internistische Untersuchung habe eine Adipositas und ein
Systolikum
über der
Pulmonalklappe
unklarer Signifikanz ergeben. Aus diesen Gründen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und dauerhaft mittelschwere Tätigkeiten. Dagegen sei in Bezug auf körperlich leichte und intermittierend mittelschwere Tätigkeiten
eine dauerhafte
Arbeits
un
fähigkeit
nicht
ausgewiesen
(S. 18)
.
Die psychiatrische Untersuchung habe einen Verdacht auf
eine
Somatisierungs
störung und einen Verdacht auf
eine
spezifische Phobie im Sinne einer leichten Klaustrophobie ergeben. Die Somatisierungsstörung verursache eine erhöhte Ängstlichkeit vor dem Alleinsein. Infolge der Klaustrophobie vermeide die Beschwerdeführer
in
das alleinige Be
tret
en eines Liftes.
Eine psychische
Störung, welche die Arbeitsfähigkeit in erhe
blichem Masse einschränken könn
e
, bestehe indes nicht
. Insbesondere werde die Arbeitsfähigkeit nicht durch die leichte Klaustrophobie beeinträchtigt. In Bezug auf ei
ne angepasste Tätigkeit bestehe
aus psychiatrischer Sicht daher keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 21). Obwohl im Vergleich zur Voruntersuchung neu der Verdacht auf eine Somatisie
rungsstörung und eine Klaustrophobie hinzugekommen sei, führe dies hinsicht
lich der Arbeitsfähigkeit zu keiner Änderung der Beurteilung (S. 22).
Die orthopädische Untersuchung habe ergeben, dass
die an
der tieflumbalen
Wirbelsäule sowie
am
rechtem Knie beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde
im Prinzip zu begründen seien. Zudem sei auch
der Leidensdruck an den Fersen im Sinne einer möglichen
Fasziitis
plantaris
nach
vollziehbar Die gesamte auffallende anamnestische und klinische Präsentation
lasse jedoch auf eine erhebliche nicht
organische Beschwerdekomponente
schlies
sen. Aus
orthopädischer Sicht
seien der Beschwerdeführerin die Ausübung körperlich schwerer Tätigkeiten auf G
rund
der
allgemeinen körperlichen Konsti
tution sowie der Veränderungen an
der tieflumbalen
Wirbelsäule und
am
rechtem Knie
nicht mehr zuzumuten. Die Ausübung angepasster, wechselbelastender, körperlich leichter bis intermittierend mittelschwerer Tätigkeiten, worunter ins
besondere auch die bisher ausgeübte Tätigkeit in einem Kebab
-R
estaurant sowie die Verrichtungen im Aufgabenbereich des Haushalts zu subsumieren seien, seien der Beschwerdeführerin
sowohl in
zeitlich
er
als auch in
leistungsmässig
er
Hin
sicht
ohne Einschränkungen zuzumuten (S. 28).
Aus onkologischer Sicht
seien die Folgen einer
Pfortaderthrombose
und insbe
sondere die darauf basierenden
Ösophagusvarizen
und die
Splenomegalie
geeig
net, die Arbeitsfähigkeit erheblich zu beeinträchtigen. Bei Fehlen der übrigen medizinischen Probleme, insbesondere der Adipositas
permagna
, sei der Beschwerdeführer aus onkologischer Sicht grundsätzlich die Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit leichter Leistungseinbusse zuzumuten (S. 30).
Die
endokrinologische
Untersuchung habe einen unbehandelten
, pro
gredienten, primären
Hyperparathyreoidismus
mit Folgekomplikationen ergeben.
Ein Zusam
menhang mit der
Nephrolithiasis
mit rezidivierendem Steinabgang
sei zwar nicht zu beweisen, müsse
aber dennoch stark vermutet werden. Zudem
seien
musku
loskelettale
und
gastrointestinale Beschwerden
sowie
neuropsychologische Symptome
bei
Patienten mit primärem
Hyperparathyreoidismus
oft zu beobach
ten.
Auch das progrediente Gewicht könnte
dadurch
begünstigt
worden
sein.
Die Arbeitsfähigkeit
aus
endokrinolo
g
ischer
Sicht
könne
abschl
iessend erst nach Behandlung des
primären
Hyperparathyreoidismus
beurteilt werden
(S. 31)
.
Nach einer
Behandlung
des primären
Hyperparathyreoidismus
und
einer Normalisie
rung des
Calciumspiegel
s könnten aus
endokrinologischer
Sicht möglicherweise keine Einschränkungen der Arbeitsf
ä
higkeit mehr vorliegen (S. 32).
Anlässlich der
gastroenterologischen
Untersuchung sei festgestellt worden, dass die
Ö
sophagusvarizen
-Blutung
, welche
als sekundäre Folge einer
Pfortader
thrombose
bei essentieller
Thrombozytämie
aufgetreten
sei,
endoskopi
sch erfolg
reich therapiert und seither mehrfach durch Varizenligaturen behandelt
worden sei, wobei weitere
Blutungen nicht mehr aufgetreten
seien. Aus
gastroenterolo
gischer
Sicht sei der Beschwerdeführerin die Ausübung von Tätigkeiten, welche ein Heben schwerer Lastern erforderten, nicht mehr zuzumuten. In Bezug auf körperlich nur
leicht belastende Arbeiten
bestehe eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit
(S. 33)
.
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe
eine Arbeitsunf
ä
higkeit für körperlich
s
chwere und
(dauernd)
mittelschw
ere Tätigkeiten. Dagegen bestehe
in Be
zug auf eine körperlich leichte
, adaptierte, wechselbelastende
Tätigkeit eine verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Das Ausmass
der zumutbaren Restarbeitsfähig
keit könne indes gegenwärtig, vor einer allfälligen
adäquate
n
endokrinologischen
Behandlung
, nicht sicher beurteilt werden
(S. 35)
. Es sei indes davon auszugehen, dass nach
Durchführung einer
adäquaten
endokrinologischen
Behandlung
ent
weder
keine wesentliche Einschränkung in der Ausübung angepasster Tätigkeiten mehr bestehen werde
, oder dass
es sich, wenn die Beschwerden persistierten, um
medizinisch nicht mehr zu erklären
de Beschwerden handelte, welchen
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zuzumessen wäre (S. 36).
Insgesamt
se
i
es
seit der
letzten Begutachtung
im Jahre
2013
daher
zu
keine
r
wesentliche
n
Verä
nde
rung
der Arbeitsfähigkeit gekommen (S. 35)
.
4.7
Dr.
med. F._
, Facharzt für Endokrinologie-Diabetologie, erwähnte in seinem Bericht vom 1
9.
September 2017 (
Urk.
7/181), dass
eine am
1
5.
Juni
2017
durchgeführte
Szintigraphie
der
Nebenschilddrüsen keine Hinweise für eine Über
funktion
gezeigt
und die Diagnose eines primären
Hyperparathyreoidismus
nicht bestätigt habe
. Die Laborverlaufs
kontrollen von Juli und August 2017
hätten indes
einen Anstieg des Calciums in den erhöhten Bereich
ergeben, weshalb trotz
dem
ein primärer
Hyperparath
yreoidismus
vorzuliegen scheine
. Dieser
sei
aber sicher
sehr milde ausgeprägt und stelle
keine Operationsindikation dar.
Es sei
eine konservative Therapie mit ausreichender Trinkmenge und Verzicht auf grössere Calciumsupplementmengen
angezeigt
.
Ein
Zusammenhang
zwischen dem
milden
Hyperparathyreoidismus
und
den diversen Symptomen der
Beschwerdeführer
in
beziehungsweise der eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin bestehe nicht
.
4.8
Mit
Stellungnahme
vom 2
6.
Oktober 2017 (
Urk.
7/
188
)
befassten sich
die Ärzte des
B._
ergänzend
mit dem
Bericht von
Dr.
F._
vom
1
9.
September 2017
und erwähnten, dass die
ergänzend durchgeführten Abklärungen
einen
primären
Hyperpara
thyreoidismus
ergeben hätten. Auf Grund der bestehenden
Urolithiasis
sei
e
ine operative
Therapie
indiziert.
Ob
nach der
Operation die
geklagten
Beschwerden
regredient
sein wü
rden
,
sei indes
fraglich
.
Da jedoch
in psychiat
rischer Hinsicht
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsf
ä
higkeit
gestellt werden könne
, und
da
die intermittierende
Urolithiasis
wohl eher nicht zu einer Einschrä
nkung der Arbeitsfähigkeit führe
,
sei gegenwärtig höchstens
von einer gewissen Leistungsminderung (kognitiv und körperlich) im Umfang von 20-30
%
auszugehen bei einer in zeitlicher Hinsicht
uneingeschränkten
Arbeitsfähigke
it.
4.9
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für
Gastroenterologie
,
E._
,
stellte in ihrem Bericht vom 2
7.
Oktober 2017 (
Urk.
7/186) die folgenden Diagnosen (S. 6
Ziff.
1.1):
-
essentielle
Thrombozytämie
mit/bei:
-
Erstmanifestation mit
Pfortaderthrombose
und
Ösophagus
varizen
blu
tung
-
Status nach Varizenligatur in den Jahren 2006, 2008 und 2011 als Sekundärprophylaxe
-
letzter Gastroskopie am 1
0.
Juni 2011 mit erneuter Applikation von 2 Gummibandligaturen
-
ausgeprägter
Splenomegalie
-
hochgradiger Verdacht auf primären
Hyperparathyreoidismus
mit/bei:
-
rezidivierender
Nephrolithiasis
beidseits
-
Status nach mehrfachen
Extrakorporalen Stoss
wellenlithotripsie
n
(ESWL)
in den Jahren
2006, 2007 und 2009
-
spontane INR-Erhöhung unklarer Ä
tiol
o
gie
mit/bei:
-
histologisch Ausschluss einer Hepatopathie
-
Status nach
primärer
Sectio
Caesarea
am 3
0.
Mai 2010
Die Ärztin
erwähnte, dass sich die Beschwerdeführerin
hinsichtlich ihrer
portalen
Hypertension in einer stabilen Situation
befinde. Im Vordergrund stünden
eine chronische Nausea und
epigastrische
Beschwerden, welche noch nicht abschlies
send
hätten geklärt werden können
. Als Zufallsbefund
sei
eine leichtgradige
Hyperkalzämie
mit einem erhöhten
Parathormon
erhoben worden. Diese Konstel
lation entspreche
am ehesten einem primären
Hyperparathyreoidismus
, wozu auch die
N
ephrolithiasis
gut passen würde (S. 7
Ziff.
1.4). Sie erwähnte, dass der Beschwerdeführerin für die Zeit vom
2
4.
Mai bis 2
0.
Juni
2011
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei (S. 7 Ziff. 1.6).
5.
5.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist z
u entnehmen, dass die Ärzte des
B._
in ihrem Gutachten vom
7.
Juli 2013 (
vorstehend E.
4.2
) davon ausgingen,
dass d
er
Beschwerdeführerin das Tragen und Heben schwerer Lasten
auf Grund des
gastroentero
lo
gischen
Leidens
nicht mehr zuzumuten sei
, dass ihr indes aus
gastro
enterologischer
Sicht die Ausübung
körperlich überwiegend leichter bis gelegent
lich mittelschwerer Tätigkeiten
ohne Einschränkungen zuzumuten sei, dass aus
endokrinologischer
Sicht bis
zum Zeitpunkt einer erfolgreichen Behandlung des
Hyperparathyreoidismus
von
einer
Einschränkung der Leistungs
fähigkeit im Umfang von 20
%
auszugehen
sei, und dass aus internistischen und psychiat
rischen Gründen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. In ihrem
Gutachten vom 2
0.
März 2017 (
vorstehend E.
4.6
)
stellen die Ärzte des
B._
neu
eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch die internistischen Leiden einer
Adipositas und
eines
Systolikum
s
über der
Pulmo
nalklappe
unklarer Signifikanz
fest.
Der Beschwerdeführerin sei deswegen die Ausübung
körperlich schwere
r
und dauerhaft mittelschwere
r
Tätigkeiten
nicht mehr zuzumuten. Die Ärzte des
B._
stellten sodann neu eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus onkologischen Gründen fest, wobei sie davon ausgingen, dass der Beschwerdeführerin
aus onkologischer
Sicht
die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit mit leichter Leistungseinbusse zuzumuten
sei. Daneben stellten die Ärzte des
B._
in
ihrem Gutachten vom 2
0.
März 2017 (vorstehend E.
4.6
)
in psychiatrischer Hinsicht neu
einen Verdacht auf eine Somatisierungsstörung und einen
solchen auf eine leichte
Klaustrophobie
fest, verneinte
n aber unverändert eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen.
Obwohl die Gutachter des
B._
f
eststell
ten, dass die
Arbeitsfähigkeit aus
endokrinolo
g
ischer
Sicht erst nach Behandlung des primären
Hyperparathyreoidismus
abschliessend zu beurteilen sei, gingen sie davon aus, dass
nach Durchführung einer adäquaten
endokrino
logischen
Behandlung
eine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht zu erwarten sei
. In ihrer Stellungnahme vom
2
6.
Oktober 2017 (
vorstehend E.
4.8
)
gingen die Ärzte des
B._
davon aus, dass
bei einem Verzicht auf eine
operative
Behandlung des primären
Hyperparathyreoidismus
aus
endokrinolo
gischer
Sicht
von einer Leistungsminderung im Umfang von 20-30
%
bei einer in zeitlicher Hinsicht uneingeschränkten Arbeitsfähigke
it auszugehen sei. Demzufolge steht fest, dass die Ärzte des
B._
in ihrem
Gutachten vom 2
0.
März 2017 (vorstehend E.
4.6
)
sowie in der dieses ergänzenden
Stellungnahme vom 2
6.
Oktober 2017 (vorstehend E.
4.8
)
davon ausgingen, dass der Beschwerdefüh
rerin die Ausübung einer angepassten, wechselbelastenden,
körperlich leichte
n
Tätigkeiten
im vollzeitlichen Umfang bei einer Leistungseinbusse von 20
%
bis 30
%
zuzumuten sei.
5.2
Demgegenüber attestierte med.
pract
.
D._
der Beschwerdeführerin
seinem Bericht vom 1
1.
August 2015 (
vorstehend E.
4.4
)
eine Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten im Umfang von 50
%
.
Dies vermag jedoch nicht zu überzeugen, denn med.
pract
.
D._
legte für diese Ein
schätzung keine na
chvollziehbare Begründung dar.
Sodann gilt es in Bezug auf die Beurteilung durch med.
pract
.
D._
zu beachten, dass dieser über einen Weiterbildungstitel als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, jedoch nicht jedoch über einen solchen als Facharzt für Medizinische Onkologie beziehungs
wiese für
Hämatologie
verfügt. Insoweit med.
pract
.
D._
die Ansicht vertrat, dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer
myeloproliferativen
Erkrankung
beziehungsweise einer
essentiellen
Thrombozytämie
massgeblich in ihre Arbe
its
fähigkeit beeinträchtigt werde, kann auf dessen Beurteilung
nicht abgestellt werden, da es ihm an einer dafür angezeigten fachärztlichen Weiterbildung im Fachgebiet Onkologie beziehungsweise Hämatologie fehlte.
Ergänzend gilt es in Bezug auf die Beurteilung durch med.
pract
.
D._
zu berücksichtigen, dass es nach der Rechtsprechung wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen Fachärzte und Fachärz
tinnen und des Begutachtungsauftrags der amtlich bestellten medizinischen Experten (BGE 124 I 170 E. 4) nicht geboten ist, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei
ben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizi
nischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (Urteile des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.4
und 8C_784/2011 vom 15. Dezember 2011 E. 3.2). Solche Aspekte sind vorlie
gend
nicht gegeben.
5.3
Die Gutachten der Ärzte des
B._
vom
7.
Juli 2013 (vorstehend E. 4.2) und vom 2
0.
März 2017 (vorstehend E. 4.6) erfüllen die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E. 1.7). Denn die Gutachter verfügten als Fachärzte für Allgemeine Innere Medizin, für Psychiatrie und Psychotherapie, für Gastroenterologie und für Endokri
nologie (vgl.
Urk.
7/76/1-19
S. 18) beziehungsweise als Fachärzte für Allge
meine Innere Medizin, für Psychiatrie und Psychotherapie, für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, für Gastroenterologie, für Onkolo
gie und für Endokrinologie (vgl.
Urk. 7/170/2
38
S. 37) über die für die Beurtei
lung des Gesundheitsschadens der Beschwerde
führerin angezeigten fachärzt
lichen Aus- und Weiterbildungen. Sie hatten zudem Kenntnis sämtlicher medizi
nischer
Vorakten
, setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten ihre Schluss
folgerungen in nachvoll
ziehbarer Weise. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass sie in ihrem
Gutach
ten vom 2
0.
März 2017 (
vorstehend E. 4.6
)
davon ausgingen, dass
es seit der letzten Begutachtung im Jahre 2013 zu keiner wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise der Leistungs
fähigkeit im Haushalt
gekommen
sei, und dass selbst
bei einem Verzicht auf eine operative Behandlung des primären
Hyperparathyreoidismus
lediglich von einer
Leistungsminderung im Umfang von 20-30
%
bei einer in zeitlicher Hinsicht uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit
in der Ausübung einer angepassten Tätigkeit beziehungsweise einem erhöhten Pausenbedarf
in diesem Umfang auszugehen sei. Sodann vermag zu überzeugen, dass die Gutachter des
B._
in ihrem Gutachten
vom 2
0.
März 2017 (vorstehend E.
4.6
)
in psychischer Hinsicht insofern von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgingen, als dass sie neu
einen Verdacht auf eine Somatisierungsstörung und einen Verdacht auf
eine
leichten Klaustrophobie
fest
stellen, dass sie indes davon ausgingen dass dieser neue psychiatrische Befund im Vergleich zur Voruntersuchung aus psychiatrischer Sicht zur keiner Änderung der Arbeitsfähigkeit führe, und dass weiterhin von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
aus psychischen Gründen auszugehen sei.
Unter diesen Umstän
den kann von einem strukturierten
Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abge
sehen werden
(vorstehend E. 1.4).
Auf die nachvollziehbare
n
und überzeugende
n
Beurteilung
en
durch die Ärzte des
B._
kann vorliegend daher abgestellt werden.
Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit im vollzeitlichen Umfang, bei einer durch
schnittlichen
Leistungsminderung
auf Grund eines erhöhten Pausenbedarfs
von
rund 25
%
, zuzumuten war, was im Ergebnis einem zumutbaren Arbeitspensum von 75 % entspricht.
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht - entgegen den diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2) - für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
5.4
Soweit die Beschwerdeführerin bereits einen Anspruch ab Oktober 2010 geltend macht, ist festzuhalten, dass die
B._
-Gutachter bereits in ihrem Gutachten vom
7.
Juli 2013 dazu Stellung nahmen
. Insbesondere waren ihnen die Berichte des
H._
bekannt (vgl.
Urk.
7/76 S. 3-4).
Die Gut
achter
hielten fest,
es seien seit sicher 2006 vor allem qualitative Einschränkun
gen aus
gastroenterologischer
Sicht anzunehmen Die leichte Leistungseinbusse aus
endokrinologischer
Sicht sei sicher ab Mai 2013, sonst pauschal ab 2012 anzunehmen. Aus psychiatrischer Sicht könne die durch die behandelnden Psychiater attestierte hochgradige Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigt werden
(vgl.
Urk.
7/76 S. 17
Ziff.
6.3).
Die Beschwerdeführerin
selbst
hielt
fest, dass ihr die psychiatrische Behandlung von ihrem Hausarzt empfohlen worden, von ihr jedoch nicht als hilfreich empfunden worden sei
, weshalb sie sie beendet habe (vgl.
Urk.
7/76 S. 7 unten f.). Der psychiatrische Gutachter wies darauf hin, es sei nicht nachvollziehbar, dass seitens des
H._
eine volle Arbeitsunfähigkeit in der freien
Wirtschaft bei voller Arbeitsfähigkeit im Haushalt attestiert werde, da sich die angestammte Arbeit als Küchenhilfe nicht wesentlich von derjenigen einer Hausfrau unterscheide (S. 11).
Lediglich a
b Oktober 2009
bis Mai 2010 bestand ausweislich der Akten eine volle Arbeitsun
fähigkeit aufgrund
von
Schwangerschaftskomplikationen (vgl.
Urk.
7/12/2), was, da vorübergehend, nicht als invalidisierendes Leiden betrachtet werden kann. Den vorhandenen Arbeitsunfähigkeitsattesten (
Urk.
7/208/83-114) kommt aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht kein genügender Beweiswert zu, da darin weder Diagnosen noch Befunde genannt
wurden. Aus hämato
logischer Sicht wurde ihr ab Ende 2010 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit attestiert (vgl.
Urk.
7727/3
Ziff.
1.9).
Insgesamt ist ein Anspruch bereits ab Oktober 2010 nicht ausgewiesen.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin rügt die wiederholte Auftragsvergabe an das
B._
zur polydisziplinären Begutachtung durch die Beschwerdegegnerin
. Damit seien
die Regeln über die Vergabe von Gutachtensaufträge
n
nach dem Zufallsprinzip verletzt
worden. Die
Auftragsvergabe
sei zudem zu Unrecht
nicht einvernehmlich erfolgt und es sei das Prinzip der Waffengleichheit beziehungsweise der Anspruch auf ein faires Verfahren
verletzt worden (
Urk.
1).
6
.2
Gemäss
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV erfolgt die Vergabe der Aufträge für polydisziplinäre medizinische Gutachten (an denen drei und mehr Fachdisziplinen beteiligt sind) nach dem Zufallsprinzip.
Ein
Einigungsverfahren
findet diesbezüglich nicht
statt (BGE 139 V 349 E. 5.2.1; BGE 140 V 507 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_771/2013 vom 1
0.
Dezember 2013 E. 2.2).
Das
Verfahren der Auftragsvergabe für polydisziplinäre Gutachten via
SuisseMED@P
richtet sich nach dem Hand
buch in Anhang V des
Kreisschreiben
s
über das Verfahren in der Invalidenver
sicherung (KSVI)
. Verlaufsgutachten können derselben Gutachterstelle in Auftrag gegeben werden, die bereits das erste polydisziplinäre Gutachten erstellt hat, vorausgesetzt dieses ist über die Plattform
SuisseMED@P
vergeben worden (
KSVI
Rz
207
7.5
in der ab
1.
Januar
2018
geltenden Fassung
; vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_791/2012 vom
6.
März 2013).
6
.3
Den Akten ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdegeg
nerin den Auftrag zur Begutachtung der Beschwerdeführerin am 2
6.
Februar 2013
in Übereinstimmung mit
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV
über die webbasierte Vergabeplattform
SuisseMED@P
des
BSV
nach dem Zufallsprinzip dem
B._
vergab (
Urk.
7/69).
In der Folge
beab
sichtigte die Beschwerdegegnerin zwar vorerst beim
B._
ein Verlaufsgutachten einzuholen (vgl.
Urk.
7/127). Nachdem
sich
die
Beschwerde
führerin
am
1
9.
November 2015 (Urk. 7/129)
gegen eine Verlaufsbegutachtung ausge
sprochen
hatte,
kam die die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin diesbe
züglich entgegen und
vergab den
A
uftrag zur erneuten polydisziplinären Begut
achtung der Beschwerdeführerin am 1
4.
November 2016 erneut
nach dem Zufallsprinzip
über die
Vergabeplattform
SuisseMED@P
dem
B._
(
Urk.
7/152-153).
Des Weiteren wurde
der Beschwerdeführerin vor der
Begut
achtung die Namen der Gutachter bekannt gegeben und die Möglichkeit eingeräumt, Ergän
zungsfragen zu stellen. Die Partizipations- und Mitwirkungs
rechte der Beschwer
deführerin wurden somit bei der Anordnung der Begutachtung gewahrt.
Es ist zudem nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin kein Einigungsver
fahren durchführte, da ein solches, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
5.2.2
), bei der Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip nicht vorgesehen ist.
Inwiefern der Anspruch auf Waffengleichheit und ein faires Verfahren (
Art.
6
Abs.
1 EMRK)
bei den Auftragsvergaben an das
B._
verletzt sein soll
,
ist
zudem nicht
ersichtlich.
Die Kritik der Beschwerdeführerin an den Auftragsvergaben zur Begutachtung an das
B._
erweist sich somit als unbegründet.
7.
7.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
7.2
Nach der Rechtsprechung
kommt
bis zum Inkrafttreten des
neue
n
Berechnungs
modell
s
bei der gemischten Methode
auf den
1.
Januar 2018
(
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestim
mung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017),
mithin bis
zum 3
1.
Dezem
ber 2017
das bisherige Recht und das bisherige Berechnungsmodell der gemisch
ten Methode (vgl.
vorstehen E.
1.5
) weiterhin zur Anwendung
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_553/2017 E. 5.2;
vgl.
IV-Rundschreiben Nr. 372
des Bundes
amtes für Sozialversicherungen, BSV, vom
9.
Januar 2018
betreffend
Übergangsregelung infolge Änderung der IVV per
1.
Januar 2018 betreffend Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte
).
7.3
Vorerst gilt es
daher
für die Zeit bis 3
1.
Dezember 2017 die Invalidität gemäss der gemischten Methode nach der bis 3
1.
Dezember 2017 geltenden Rechtslage zu prüfen,
wobei in einem ersten Schritt die anteilige Invalidität im Erwerbs
bereich zu ermitteln ist.
7.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.
5
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
hypotheti
schen
Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden
(BGE
129 V
222 E.
4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E.
4.3).
7
.
6
7.
6
.1
Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Be
einträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (Tabellenlöhne) abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 E. 3b), wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevan
ten persönlichen und beruflichen Faktoren mit zu berücksichtigen sind (AHI 1999 S. 237, E. 3; Urteile des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 3.2.1, 9C_868/2013 vom 24. März 2014 E. 4.2.2, 9C_210/2011 vom 21. April 2011 E.
3.2.1.2). Nach der Rechtsprechung können
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
strukturerhebun
gen (LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird pra
xisgemäss auf die stan
dardisier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis),
wobei jeweils vom so genannten Zentral
wert (Median) aus
zuge
hen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu be
rück
sichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochen
stunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende be
triebs
üb
li
che Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
;
AHI
2000 S. 81 E. 2a).
7.
6
.2
In der LSE 2012 erfolgten vielfältige Anpassungen der erhobenen Daten an die entsprechenden Reglemente der Europäischen Union (EU). Neu wird darunter nun nach Berufen (
Skill
Levels) differenziert statt nach den bisherigen Anforderungs
niveaus 1 bis 4 der Stelle. Das Bundesgericht hat in BGE 142 V 178 E. 2.5.3 festgestellt, dass das statistische Einkommen nach TA1 Kompetenzniveau 1 der LSE 2012 bei den Männern gegenüber dem Tabellenlohn nach TA1 Anforde
rungsniveau 4 der LSE 2010 ein Plus von 6,3 Prozent, bei den Frauen ein Minus von 2,7 Prozent und beim Total ein Plus von 5,4 Prozent zeige, was nicht mit der Lohnentwicklung von 2010 bis 2012 übereinstimmt (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6). Es hat erkannt, dass die LSE 2012 im Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung (Art. 28 ff. IVG) und im Neuanmeldungsverfahren nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie grundsätzlich auch im Revisions
verfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruchs im Jahr 2012 oder später) zur Festlegung der Vergleichseinkom
men nach Art. 16 ATSG dennoch grundsätzlich als Beweis geeignet ist (
BGE 142 V 178
E. 2.5.7 und E. 2.5.8.1;
vgl. BGE
143 V 295 E. 4.2.2). Laufende, gestützt auf die LSE 2010 rechtskräftig zugesprochene Invalidenrenten dürfen aber nicht allein aufgrund der Tabellenlohnwerte gemäss LSE 2012 in Revision gezogen werden (BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1
)
.
Gemäss Bundesgericht dürfen für die Invaliditätsbemessung – zumindest bis auf Weiteres – nur die (unter anderem)
nach
dem Kompetenzniveau differenzierten TA1-Tabellen der LSE 2012 verwendet werden, hingegen nicht die TA1 b-Tabellen (BGE
143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.7).
7
.
6
.3
Da vorliegend
gestützt auf die Beurteilung durch die Ärzte des
B._
davon auszu
gehe
n
ist, dass
die leichte Leistungseinbusse aus
endokrinologischer
Sicht
frühes
tens seit
dem Jahre 2012 bestanden habe
(vgl. vorstehend E. 5.4)
, konnte ein
Rentenanspruch
daher
frühestens
im Jahre 2012
entstehen (Art. 29 Abs. 1 IVG)
,
weshalb
beim Einkommens
vergleich die Verhältnisse dieses Jahres mass
ge
bend
sind
.
Da
die
Beschwerdeführer
in
bei Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr
2012
nicht me
hr erwerbstätig war, und da die Arbeitsstelle, welche die Beschwer
deführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens vom
1.
April 2008 bis 3
1.
März 2010 bei der
Y._
,
Z._
(
Urk.
7/2
Ziff.
5.4) ausgeübt hatte, infolge Betriebsaufgabe im Frühjahr 2010 (vgl.
Urk.
7/217 S. 3) im Jahre 2012 nicht mehr bestand,
ist
bei der Bemessung des
Validenein
kommens
auf
Erfah
rungs
- und Durch
schnittswerte (Tabellenlöhne)
abzu
stellen.
Massgebend
ist die
Tabelle TA1, Total Privater Sektor, Frauen, Kompetenzniveau 1,
der LSE 201
2.
7
.
6
.4
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der LSE 2012 für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Frauen (Tabelle TA1, privater
Sektor Schweiz 2012) von Fr. 4'112.--, bei einer betriebs
übliche Wochenarbeitszeit im Jahre 2012
von ins
gesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch; Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen)
und
bei einem
im Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübte
n
Teilpensum von
50
% resultiert im Jahre
2012 ein
V
aliden
einkommen
von (gerundet)
Fr.
25
'721.--
(Fr. 4’
112
.-- x 12 Mo
nate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden
x 0.5
).
7.
7
7.
7
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V
297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7.
7
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene
gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
beding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V
75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
7.
7
.3
Ein Leidensabzug ist nach der Rechtsprechung auch dann nicht gerechtfertigt,
w
enn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und
3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeits
fähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leis
tungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_827/2009 vom 26. April 2010 E. 4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März
2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom
11. Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom 2. November 2007 E.
5.1).
7.
7
.4
Vorliegend
ist
der Beschwerdeführerin gemäss der
Beurteilung
durch die Gutachter des
B._
die Ausübung einer angepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
in einem
vollzeitlichen Umfang, bei einer Leistungsminderung
bezie
hungsweise bei einem verminderten Rendement auf Grund eines
erhöhten Pausenbedarfs
im durchschnittlichen Umfang von rund 25
%
, zuzumuten.
Die leidensbedingten Einschränkungen
beziehungsweise die eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit
wurden von den Gutachtern des
B._
in ihrer Arbeitsfähigkeits
beurteilung bereits
mit
berücksichtigt
, weshalb sie
, wie gesehen,
im Rahmen eines allfälligen Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden
dürfen
.
Sodann führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeiten zu verrich
ten, nicht auto
ma
tisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invaliden
lohns.
Denn das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätig
keiten aufweist (Urteil
des Bundesgerichts
9C_353/2019 vom 1
1.
Juli 2019 E. 3.3
;
BGE 138 V 457 E. 3.1). Der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
(gemäss der LSE 2012 und der nachfolgenden LSE)
umfasst eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, die
dem Zumutbarkeitsprofil gemäss den Gutachtern des
B._
entsprechen
.
Es ist daher
von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, auch wenn die Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung verfügt. Zu denken ist beispielsweise an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten. Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt
als ausserordentlich zu bezeich
nen sind (Urteil
e des Bundesgerichts
8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019
E. 6.3.2 und
8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich.
Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn erscheint vorlie
gend daher nicht als gerechtfertigt.
Schliesslich ergibt sich aus der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen bei einem Beschäftigungsgrad zwischen 75 und 89
%
bei
Frauen
auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kad
erfunktion) keine Lohnminderung
(IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 2
2.
Okto
ber
2014, Anhang; vgl. dazu BGE 142 V 178 E. 2.5.1 S. 184 mit Hinweis).
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist daher auch auf Grund der
Teilzeitarbeit
nicht gerechtfertigt
.
7.
7
.5
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der LSE 2012
für
einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Frauen
(Total; Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012)
von Fr.
4’112.--
,
bei einer betriebs
üblichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2012
von ins
gesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch;
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen
), bei einem zumutbaren Beschäftigungsgrad von
75
%
resultiert im Jahre
2012
ein
hypothetisches
Inv
aliden
einkommen von
(
gerundet)
Fr
.
38’581
.
-- (Fr. 4’
112
.-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x
0.
75
)
.
7.
8
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
25
'721
.--
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
38’581
.
-- ergibt
k
eine Erwerbseinbusse
und
ein
en
Teili
nvalidi
tätsgrad
im erwerblichen Bereich
von
0
%
.
7.9
7.9.1
Bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist praxisgemäss vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungs
an
sprecher im Rahmen der Schaden
minderungspflicht Massnahmen zuzumuten
sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn
er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi
gung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö
rigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt
tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche
nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewie
sener
massen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_91/2016 vom 13. Juni 2016 E. 5.2.3.1).
7.9.
2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
sicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des
psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
rich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
7.9.
3
Der sich
bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
7.
September 2018
(Urk.
7/217
) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. Ge
stützt darauf wurde ein Betätigungsvergleich vorgenommen. In Überein
stimm
ung mit der im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche
rung (KSIH RZ
3087, in der ab
1.
Januar 2018 geltenden Fassung
) statuierten Verwaltungspraxis wur
den darin die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten in
fünf
Aufgaben aufge
teilt (Ernährung, Wohnungs
- und Haus
pflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege,
Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen
) und nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkei
ten bewertet.
Anschliessend
wurde für jede der Tätigkeitsbereiche die konkrete Be
hin
derung ermittelt. Dabei resultierte
für die Zeit ab
1.
Januar 2018
eine Einschränkung im Aufgabenbereich des Haus
halts von gesamthaft
30.5
%
.
7.9.
4
Für die Zeit bis 3
1.
Dezember 2017 wurde eine zusätzliche Einschränkung im Haushaltsbereich auf Grund von Wechselwirkungen mit den Betreuungspflichten von 15
%
berücksichtigt, woraus für die Zeit bis 3
1.
Dezember 2017 eine
Einschränkung im Aufgabenbereich des Haus
halts von
45.5
%
resultierte (
Ziff.
8; vgl.
KSIH RZ 3087 ff., in der bis 3
1.
Dezember 2017 geltenden Fassung).
7.9
.
5
Insgesamt genügt der Haushaltabklärungsbericht vom
7.
September 2018
(Urk.
7/217
)
den rechtlichen Anforderungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 246/05 vom 30. Oktober 2007 E. 5.2.1, nicht
publ
. in: BGE 134 V 9).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung vom
1.
Februar 2019 (
Urk.
2)
gestützt darauf für die Zeit ab
1.
Januar 2018 von
einer Einschränkung
im Haushaltsbereich von
30.5
%
und für
die Zeit bis 3
1.
Dezember 2017
v
on einer
solchen
von
45.5
%
ausging.
7.10
Bei
einem hypothetischen Umfang der
Ausübung einer Erwerbstätigkeit und der
Betätigung im Haushalt im Gesundheitsfall von
je
50
%
resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von
0
%
und ein gewichteter Teilin
validitätsgrad im Haushaltsbereich von (gerundet)
22.75
%
(
45.5
%
x 0.5) sowie
ein
Gesamtinvalidität
sgrad
von
(gerundet)
23
%
.
Damit wird ein für den An
spruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von min
des
tens 40 % nicht erreicht.
8.
8.1
Bei der
Invalidität
sbemessung
für die Zeit ab
1.
Januar 2018
gemäss der gemisch
ten Methode
nach der ab diesem Zeitpunkt
geltenden Rechtslage
ist
das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit
hochzurechnen (vorstehend E.
1.6
).
8.2
Massgebend
für die Bemessung der Invalidität gemäss der gemischten Methode nach der für die Zeit ab
1.
Januar 2018 geltenden Rechtslage ist
grundsätzlich
die
Tabelle TA1
der LSE 201
6.
Auf Grund des Umstandes, dass
vorliegend
sowohl bei der Bemessung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf Tabellen
löhne abzustellen ist, dass kein Abzug vom Tabellenlohn (bei der Bemessung des Invalideneinkommens) vorzunehmen ist, und
dass der
Beschwerdeführer
in
die Ausübung behinderungsangepasster Tätigkeiten bei einem verminderten Rende
ment im Umfang von
durchschnittlich 25
%
zuzumuten war
,
was einem zumut
baren
Arbeitspensums von
75
%
entspricht
, genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades
vorliegend
die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen
(sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Dabei resultiert
für die Zeit ab
1.
Januar 2018
ein
Teili
nvaliditätsgrad
im erwerblichen Bereich
von
25
%
.
Im Aufgabenbereich des Haushalts
ist
für die Zeit ab
1.
Januar 2018
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
7.9.4
), von einer Einschränkung im
Umfang
von 30.5
%
auszugehen.
8.3
Bei einer Gewichtung der Invalidität im erwerblichen Bereich und der Tätigkeit im Aufgabenbereich des Haushalts mit je 50
%
resultiert ein gewichteter Teilin
validitätsgrad im erwerblichen Bereich von
12.5
%
(25
%
x 0.5)
und ein gewich
teter Teilinvaliditätsgrad
im Haushaltsbereich von
15.25
%
(
30.5
%
x 0.5).
Der Gesamtinvaliditätsgrad beträgt demzufolge
(gerundet; vgl.
BGE
130 V 121)
28
%
.
Damit wird ein für den An
spruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von min
des
tens 40 %
au
ch
für die Zeit ab
1.
Januar 2018
nicht erreicht.
9.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der ange
fochtenen Verfügung vom 1
1.
Februar 2019
(
Urk.
2)
einen Anspruch der Beschwerde
f
ührerin auf eine Invalidenrente
verneinte, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
1
0
.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Bes
chwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
9
00.-- fest
zusetzen und
der
unterlie
genden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.
11.
Ausgangsgemäss ist der un
entgeltliche Rechtsvertreter der
Beschwerdeführe
rin
, Rechtsanwalt
Thomas Laube
, Zürich, nach Einsicht in die Kostennote vom
2
1.
Mai 2019 (
Urk.
10
), in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
,
bei einem zeitlichen Aufwand
von
10.75 Stunden
sowie einem gerichtsüblichen
Stun
denansatz
von
Fr.
220.
--
,
mit
Fr.
2'700.--
(inklusive
Barauslagen und
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädi
gen.