Decision ID: ab18d5fb-be4f-466d-ad95-7776685f044b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1978 geborene
X._
war seit dem
1.
Februar 2006
bei der
Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit
Bagatellunfall-Meldung
UVG vom
1
5.
August 2018
liess
er der Suva
mitteilen, dass
er
am
2
3.
Juni 2018
beim
Start an einer Wasserskianlag
e
nach vorne gefallen sei, dabei einen starken Zug in den Schultergelenken verspürt habe und seither andauernde Schmerzen und Bewe
gungseinschränkungen bestünden (
Urk.
6/
1
)
. Der am 1
2.
Juli 2018 konsultierte
erstbehandelnde
Arzt
Dr.
m
ed.
Z._
, FMH Allgemeine I
nnere Medizin, stellte
als Diagnose
persistierende Schulterbeschwerden links nach Sturz am 2
3.
Juni 2018 (
Urk.
6/7).
Am 1
0.
Oktober 2018
kündigte
die Suva
an
, dass sie
Leistungen ablehne (
Urk.
6/19 und
Urk.
6/20). Mit Verfügung vom 2
5.
Oktober
2018 verneinte die
Suva
ihre Leistungspflicht im Zusa
mmenhang mit dem Ereignis vom 2
3.
Juni 2018, da die Beschwerden
weder
auf
einen Unfall noch
auf
eine unfallähnliche Körperschädigung
zurückzuführen seien (
Urk.
6/23). Die vom
Versicherten
da
ge
gen
am
5.
November vorsorglich erhobene und am 2
8.
Dezember 2018 begrün
dete
Einsprache
(
Urk.
6/25 und
Urk.
6/35
) wies die
Suva mit
Einspracheentscheid
vom
1.
Februar 2019
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
der Versicherte am
5.
März 2019
(
Urk.
1)
Beschwerde und bean
tragte, der
Einspracheentscheid
vom
1.
Februar 2019
sei aufzuheben und die ge
setzlichen Versicherungsleistungen
insbesondere die Heilbehandlungen sowie allenfalls weitere Leistungen
seien
zu erbringen.
Die Suva beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom
9.
April 2019 die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
1.
April
2019
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
Septe
mber 2015 beziehungsweise am 9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Das hier zu beurteilende Ereignis hat sich am
2
3.
Juni 2018
zugetragen
, weshalb die ab dem
1.
Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung
erbringt ihre Leistungen auch
bei bestimmten unfallähnlichen
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2)
.
Ausserdem er
bringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
1.3.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.3.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ab
lauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aus
senwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhn
licher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen). Ohne besonderes Vorkomm
nis ist bei einer Sportverletzung das
Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Ge
lenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.5
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig
nisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
D
as Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mögli
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinli
chste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheen
tscheid
(
Urk.
2
S. 5
) da
mit, dass der
Beschwerdeführer
laut Schadenmeldung vom 1
5.
August 2018
am
Tag des Schadensfalls eine Wasserskiliftanlage benutzt und beim Start einen star
ken Zug im Schultergelenk verspürt habe. Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor
liege dabei nicht vor,
da das Seil festgehalten
worden sei
, welches zur Fortbewe
gung bei der selbigen Sportart
gedient habe. Ob der Beschwerdeführer das Seil
n
och loslassen konnte oder
nicht
,
spiele keine Rolle, da er aufgrund der Dyna
mik beim Start den Zug verspürt habe
. Diese Kraft, welche durch das Anspannen des Seils durch
den Zug eines
Motorboot
es oder eines
Wasserskilift
s
entstehe, sei
so
mit
für das Ereignis verantwortlich gewesen. Dabei
handle es sich nicht
um einen ungewöhnlichen Geschehensablauf
, da dieser
Prozess
als dem Wasserskifah
ren inhärent zu bezeichnen sei
. Ein nicht ideales Verlaufen einer Übung vermöge auch nicht ohne Weiteres ein Unfallereignis zu begründen
, sondern es müsse im Verlauf bezüglich der Gesamtheit der Personen, die die Sportart ausführ
t
en, der Ablauf als ungewöhnlich erscheinen. Vorliegend
werde
aber die Fortbewegung erst durch das Herbeiführen der Spannu
ng auf dem Seil ermöglicht. D
er Vorgang könne
damit
nicht nur als
üblich bezeichnet werden
, sondern
sei
für diese Sport
art
geradezu notwendig
, wobei der Beschwerdeführer
auch
mit diesem Zug habe rechnen müssen.
Daran vermöge auch der vorgebrachte Entscheid des Kantons
gerichts Basel-Landschaft vom 24. November 2011 nichts zu ändern, basiere doch dieser auf einem anders gelagerten Sachverhalt.
Im Weiteren
stellten
auch
die in
den
Berichten vom 2
0.
Aug
u
st 2018 diagnosti
zierten persistierende
n
Schulterschmerzen links
sowie
das
im Bericht vom 1
9.
September 2018
festgehaltene beidseitige Überlastungssyndrom der Schultern
und
ebenfalls
das
beidseitig
e
Schulter-Arm-Syndrom
wie auch
die in der Sono
graphie
an beiden Schultergelenken
erkannte
Flüssigkeitsansammlung
um die lange
Bizepssehne
herum
keine Listenver
letzung gemäss
Art.
6
Abs.
2 lit.
a bis h UVG dar. Das gleiche gelte für
die
im Bericht vom
1
2.
Dezember
2018
festgehal
tene
Diagnose ein
es
Status nach Extensionstrauma beider Schultern Ende Juni
2018 mit posttraumatischem
subacromialen
Impingement
sowie
der
zusätzlich
e Verdacht auf
symptoma
ti
sche lange
Bicepssehnen
/
SLAP
-Läsionen
(S.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
er habe am
2
3.
Juni 2018 versucht an einer L
iftanlage Wassers
ki zu fahren. Dabei sei der Start ruckartig verlaufen und er
sei
w
enige Meter nach dem Start vorn
über
gestürzt
und
auf dem
Wasser auf
geschlagen, während die Liftanlage ihn
etwas
weitergezogen
habe
, bis
er
den Bügel losgelassen habe. In
der
Folge
habe er
ein Ziehen und Schmerzen in den Schultern
verspürt und vor
diesem Ereignis
habe er
keinerlei Schulterbeschwerden
gehabt
.
Der
Wasserskistart
sei keinesfalls planmässig erfolgt und durch den
ruckartigen Start
sei
es
ihm
schlichtweg nicht mehr möglich
gewesen
, den Bü
gel rechtzeitig loszulassen, um den
unkontrollierten Sturz zu vermei
den. Weshalb dieser Wasserskiunfall nicht mit demjenigen in
der Einsprache vom 2
8.
Dezember 2018 erwähnten Entscheid
des
Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vergleichbar sein soll, er
schliesse
sich
ihm
nicht, sei doch der
einzige
andere
«
Umstand
»
, dass
er
nicht aus dem Wasser,
sondern an der Wasserskianlage gestartet sei.
3.
3.1
Dr.
Z._
hielt anlässlich seiner
Erst
behandlung vom 1
2.
Juli 2018
im Bericht vom 2
0.
August 2018 (
Urk.
6/7) fest, d
en Angaben des Beschwerdeführers zufolge habe er seit einem Sturz beim Wasserskifahren am 2
3.
Juni 2018 Schul
terbeschwerden links mehr als rechts. Es bestehe eine
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk links. Der Schulter
-
und Nackengriff sei intakt und es bestünden keine Krepitation und Schwellung und gemäss Röntgenbefund
keine Fraktur. Als Diagnose nannte
der Arzt
persistierende Schulterbeschwerden li
nks nach Sturz vom 2
3.
Juni 201
8.
Es wurde
eine konservative Therapie und Analgesie in Re
serve vor
geschlagen. Der Arzt verneinte
eine
Arb
eitsunfähigkeit und
hielt
den Behandlungsabschluss
vom
2
0.
Juli 2018
fest
.
3.2
Gemäss Bag
a
tellunfall
-Meldung
UVG vom 1
5.
August 2018 (
Urk.
6/1
Beiblatt Sachverhalt
)
sei der Beschwerdeführer beim Start an einer Wasserskiliftanlage unglücklich gestartet und nach vorne gefallen, dabei habe er einen starken Zug in den Schultergelenken gespürt und die Schmerzen und die Bewegungsein
schränkungen
hätten weiterhin angedauert
.
Es wurde als von Verletzungen be
troffener Körperteil eine noch nicht (näher) bekannte Schädigung an der Schulter lin
ks und rechts angegeben (
Ziff.
9
).
3.3
Am 3
0.
August 2018 (
Urk.
6/8) führte der Beschwerdeführer im Fragebogen zu Händen der Beschwerdegegnerin aus, beim Versuch Wasserski zu fahren, sei er beim Anfahren unachtsam und abgelenkt gewesen. Da habe es ihn vorneüber gezogen und die Schultern hätten geschmerzt (
Ziff.
1). Die Schmerzen hätten sich sofort bemerkbar gemacht, er
habe
aber
erst an Muskelkater gedacht (
Ziff.
4). Der erste Arztbesuch sei am 1
2.
Juli 2018 erfolgt und vom Arzt sei ihm
Analgesie (
Ecofenac
50 mg) verschrieben worden (
Ziff.
5 und
Ziff.
6).
3.4
Dr.
med.
A._
,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates
,
nannte im Bericht vom 1
9.
September 2018 (
Urk.
6/14)
ein
Überlastungs
s
yndrom
der
Schulter beidseits und
ein
Schulter-Arm-Syndrom beidseits
. Die Sonographie beider Schultergelenke habe eine Flüssigkeitsansammlung um die lange
Bizepssehne
herum gezeigt
. Der Schürzen-Nacken-Griff sei möglich, jedoch bei der seitlichen Anhebung des Oberarms um 90° gebe der Beschwerdeführer Schmerzen an. Ansonsten bestehe
ein unauffälliger Befund. Es sei Physiotherapie und Medikation zur Schmerztherapie verordnet worden.
3.5
Zur Frage nach dem Vorliegen einer Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG führte der Vertrauensarzt
Dr.
med.
B._
,
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
am 2
8.
September 2018 (
Urk.
6/17) aus, die Frage sei mit nein zu beantworten. Nach dem
Sonographiebefund
handle es sich um eine bilaterale Tendinitis der
LBS
(
lange
Bizepssehne
) ohne
Rupturzeichen
.
3.6
Dr.
med.
C._
, Oberarzt Orthopädie an der
D._
, wies auf die Kon
sultation des Beschwerdeführers nach Selbstzuweisung vom 1
2.
Dezember 2018 (
Urk.
6/33) hin. Unter Diagnosen
nannte
der Arzt einen Status nach Extensions
trauma
der
Schultern beidseits Ende Juni 2018 mit posttraumatischem
subacro
mialen
Impingement
sowie zusätzlich ein
en
Verdacht auf symptomatische lange
Bicepssehne
/
SLAP
-Läsion beidseits bei Status nach Steroidinfiltration Schulter rechts (unklare Lokalisation) ext
ern Mitte/Ende November 201
8.
Der Beschwerdeführer sei Ende
Juni 2018 Wasserski an einer Liftanlage
gefahren
, wobei es bei einem
missglückten Start zu einem starken Zug beider Schultern nach ventral und
cranial
gekommen sei
. Vor diesem
Ereignis
hätten
keinerlei Schulterbeschwerden
bestanden
. In der Folgezeit
seien
vor allem
Überkopfbewe
gungen sowie das Liegen auf der jeweiligen Schulter
schmerzhaft gewesen
. Klimmzüge und
Liegestützen
seien
seither nicht mehr möglich.
I
m Verlauf
seien Abklärun
gen in der Hausarztpraxis inklusive
ein
Arthro
-MRI der rechten Schulter
getätigt worden
. Insgesamt
seien
die Beschwerden
regredient
und
hätten
noch ca.
70
%
betragen.
Mitte/Ende November 2018
sei
eine Steroidinfiltration in den Bereich der rechten Schulter
erfolgt
,
wobei
die
exakte Lokalisation nicht bekannt
sei
. Durch diese Massnahme
habe
eine weitere leichte
Beschwerdereduktion erreicht werden
können
. Vor der Infiltration
sei
auch Physiotherapie
von
vier
Sitzungen pro Schulter durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer sei
Rechts
händer,
in einer
Bürotä
tigkeit mit vielen Autofahrten erwerbstätig und es bestehe
keine Arbeitsunfähigkeit.
Bildgebend (Röntgen
Schulter beidseits
ap
AR/
IR
, axial vom 1
2.
Dezember 2018) zeige sich eine erhaltene
glenohumerale
Gelenkspalte und jeweils ein zentriertes Gelenk.
O
ssäre
degenerative
Veränderungen seien keine nachweisbar. In der dynamischen Ultraschalluntersuchung der Schultern beidseits vom 12.
Dezember 2018 zeige
sich an der rechten Schulter eine intakte
Rotatorenmanschet
te
. D
ie
Bicepssehne
sei im
Sulcus
und
wie auch das
AC-Gelenk unauffällig und es bestehe
kein
gleno-humeraler
Erguss. Ebenso zeige die linke Schulter eine intakte
Rotatorenmanschette
,
eine unauffällige
Bicepssehne
im
Sulcus
und ein unauffäl
liges AC-Gelenk
. Es bestünden auch k
eine Bursitis
und
k
ein
gleno-humeraler
Erguss.
Das
Arthro
-MRI der Schulter rechts vom
9.
November 2018 zeige ein
en
Acromion
Typ II nach
Bigliani
mit
subacromialem
Impingement
und leichter Bur
sitis
subacromialis
. Es gelange eine
bursaseitige
Tendinopathie
der
Supra
spinatussehne
zur Darstellung. Eine
transmurale
Ruptur der
Rotatorenmanschette
sei nicht nachweisbar. Fraglich sei jedoch eine SLAP-Läsion, während sich die übrige lange
Bicepssehne
als unauffällig darstel
le und die
Rotatorenmanschet
ten
muskulatur
erhalten sei.
In der klinischen Untersuchung
ergäben
sich leicht positive Zeichen für ein
sub
acromiales
Impingement
beidseits sowie für eine mögliche SLAP-Läsion beidseits. Aufgrund der bisher durchgeführten bildgebende
n
Diagnostik
hätten
erfreuli
cherweise keine
höhergradigen
Pathologien im Bereich beider Schultern fest
ge
stellt werden können und d
a die Beschwerden durch die bisherigen Therapiemass
nahmen bereits
regredient
seien
,
sei
vereinbart
worden die
konservative
Therapie
fortzuführen
. Dazu
sei
eine Serie Physiotherapie zur Analgesie,
Zentrierung u
nd Kräftigung beider Schultern verordnet worden.
4.
4.1
Zur Beurteilung der umstrittenen Frage, ob sich am 2
3.
Juni
2018
ein Unfall im Rechtssinne ereignet hat, ergibt sich aus
der
Unfallmeldung und der
He
rgangs
schilderung
im Fragebogen, dass
dem
Beschwerdeführer
beim
Benutzen
einer Wasserskiliftanlage
am
E._
in
F._
Deutschland
der Start respektive
das Anfahren
missglückt
war
. Dabei
machte er geltend, dass
er
unachtsam und abge
lenkt gewesen
sei, es
ihn
nach
vorne ge
zogen
habe
und
ihn
seither die Schulter
gelenke
schmerzten
(vgl. E. 3.2 und E. 3.3 hiervor)
.
In seiner Beschwerdeschrift gab er an
,
der Start
sei
ruckartig verlaufen und er sei wenige Meter nach dem Start vornüber gestürzt und auf dem Wasser aufgeschlagen, während die Liftan
lage ihn etwas weitergezogen
habe
, bis er den Bügel losgelassen habe
. I
n
der
Folge habe er ein Ziehen und Schmerzen in den Schultern verspür
t
(
Urk.
1)
.
4.2
Beim Wasserskilift
E._
handelt es sich um eine im Jahr 2009 erbaute Anlage mit einem
670 Meter lang
en
Liftseil
, an dem man sich bei 30 Stundenkilometern im großen Kreis übers Wasser ziehen lassen und über Rampen springen kann
. Gemäss Angaben des Betreibers sei dabei d
as Schwierige am Anfang die Kurven
zu fahren
,
die
aber
auch den besonderen Reiz aus
machten. Weil die Runde vorbei sei, wenn man ins Wasser
«
plumpst
»
.
Das Mate
rial inklusive Schwimmweste werde ge
stellt, und Anfänger erhie
lten
eine Einführung. Gestartet werde
von einer Rampe aus
.
4.3
Ausgehend vom Beschrieb des
Beschwerdeführer
s zum Unfallhergang
am Lift d
er Wasserskianlage
ist davon auszugehen, dass ihm der Start missglückt
e
nachdem sich das Zugseil
gespannt hatte
und er ruckartig nach vorne gezogen
worden war
,
so
dass er folglich auf dem Wasser stürzte und das Seil losliess. Ein solcher Vorfall ka
nn aber entgegen der Ansicht des
Bes
chwerdeführers
nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden. Vielmehr ist mit Blick auf den Beschrieb der Wasserskianlage (vgl. E. 4.2 hiervor) festzustellen, dass die
Bewegung
sabläufe
,
Stehen
auf der Rampe, Halten des Zugseils, W
arten bis sich dieses spannt und
auch
die mehr oder weniger
ruckartige Anfahrt
ab der Rampe
mit den Skiern
zur
Fortbewegung
bei
der entsprechenden Sportart
notwendig ist
. Etwas
P
rogammwidriges
ergibt sich
auch
aufgrund des Sturzes auf dem Wasser nach
einem
missglückten Start
mit
Loslassen des Zugseils nicht, ist doch das Stürzen auf Wasserskiern
bei An
fängern und
insbesondere beim Start und in den Kurven
regelmässig der Fall und
gerade
zu
dieser
Sport
art
immanent. Ein solcher Verlauf kann nicht als ungewollt bezeichnet werden und gehört zum üblichen Geschehen. Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise auf einen ungewöhnlichen Verlauf oder ein Zusatzge
schehen im Sinne einer den normalen Bewegungsablauf störenden Programm
widrigkeit. Weder ein mehr oder weniger heftiger Ruck beim Anfahren, noch ein nicht sofortiges Loslassen des unve
rmeidbar
und notwendigerw
eise
fe
stzuhalten
den Griffs am Zugseil
des Lifts
überschreitet den Rahmen des Gewollten oder Üblichen dieser
Sportart. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass die vom behandelnden Arzt
Dr.
Z._
anlässlich seiner Erstbehandlung vom 1
2.
Juli 2018
und damit
mehr als sieben Wochen nach dem Ereignis
(
Urk.
6/7)
festgestellten
persistierende
n
Schulterbeschwerden
im
Rahmen des üblichen Ver
laufs
an der Wasserskiliftanlage entstanden sind. Allein der Umstand, dass
sich die durchaus gewollte Belastung auf den Körper ungewöhnlich ausgewirkt und
sich
zu
behandlungsbedürftigen
Schmerzen entwickelt hat, genügt nicht, um von einem Unfall im Rechtssinne auszugehen. Entscheidend ist die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors selbst und nicht die Wirkung auf den menschlichen Körper (vgl. E. 1.3.2 hie
r
vor). Insgesamt handelte es sich im vorliegenden Fall um einen üblichen Verlauf einer
einem breiten Publikum zugänglichen
sportlichen
Aktivi
tät
an einem Badesee
mit
Wasserskilift
, ohne dass ein schadenspezifisches Zu
satzgeschehen hinzugetreten wäre.
Sodann
liegt auch keine identische Fallkon
stellation
,
wie im
Urteil des Kantonsgericht
s
Basel-Landschaft vom 2
4.
November 2011 (Nr. 725 11 211 /314) vor. D
enn d
abei ging es um einen geübten Wasser
skifahrer, welcher nach dem Start mit einem
Monoski
hinter einem Motorboot
in die Gleitphase gelangte und
aus der Gleitphase, vergleichbar mit dem Verlust der Skiführung auf vereister Unterlage, die Kontrolle über die eigene Fahrt verloren hatte, wobei es zum unkontrollierten Sturz gekommen ist (vgl. E. 5.5 des Urteils a.a.O.).
4.4
Nachdem bei
m
vorliegenden
Geschehensablauf
nicht auf einen ungewöhnlichen Verlauf zu schliessen ist, bleibt zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körp
erschädi
gung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG
zu bejahen ist.
Diesbezüglich ist festzu
stellen, dass der erst
behandelnde
Arzt
Dr.
Z._
keine Krepitation und Schwellung und
im Röntgenbefund
auch
keine Fraktur im
Zusammenhang mit den geltend gemachten Beschwerden im
Schulte
rbereich feststellen konnte (E.
3.1).
Auch
Dr.
A._
konnte
im September 2018 an den Schultern lediglich ein
Überlastung
s
syndrom
sowie
ein Schulter-Arm-Syndrom b
efunden
(E. 3.4
).
Vor diesem Hintergrund wies der
Vertrauens
arzt der Beschwerdegegnerin Dr.
B._
nachvollziehbar dar
auf
hin, dass lediglich
eine bilaterale Tendinitis der
lange
n
Bizepssehne
ohne
Rupturzeichen
und ke
ine
Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG
vorliegt
(E. 3.5
hiervor).
Nichts wesentlich
Neues ergaben in diesem Zusammenhang auch die
Untersuchung
en
durch
Dr.
C._
im Dezember 2018
(E. 3.6)
.
Das vom nämlichen Arzt diagnostizierte
posttraumatische
subacromiale
Impingement
entspricht einer
Funktionsbeeinträchtigung des Schultergel
e
nks durch
Irritation der
Rotatorenmanschetten
un
d
der Bursa
subacromialis
unter dem
Akromion
;
wobei diese aufgrund von
Über
belastung, degenerative
n
Veränderungen oder auch posttraumatisch
z.B. nach
einer
Fraktur des
Tu
berculum
majus
auftreten k
ann
;
vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 26
6.
Auflage, Berlin/B
oston 2014, S. 1005
)
.
E
ine Listendiagnose
gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG stellt dies nicht
dar
zumal
auch
keine Frakturen festgestellt werden konnten.
Die
nicht gesicherte und lediglich als Verdachtsdiagnose aufgeführte
symptomatische lange
Bicepssehne
/
SLAP
-Läsion
ist
einerseits
rund sieben Monate nach dem Ereignis
grundsätzlich
nicht geeignet einen
re
chtsgenüglich
en
Kausalzusammenhang
zu diesem
Ereignis herzustellen und
eine «Läsion»
lässt sich
anderseits auch
nicht
unter ein
e unfallähnliche
Körperschädigung subsumie
ren.
Festzuhalten bleibt, dass selbst ein partieller Sehnenriss nur dann für eine Leistungsübernahme ausreicht, wenn er zweifelsfrei nachgewiesen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_245/215 vom 1
9.
August 2015 E.2).
5.
Zusammenfassend ergib
t sich, dass das Ereignis vom 2
3.
Mai 2018
weder als Un
fall im Sinne von
Art.
4 ATSG zu qualifizieren ist
noch
dass die Voraussetzungen für die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Anspruch auf Leis
tungen der Unfallversicherung zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzu
weisen ist.