Decision ID: 7f3ba6dc-d392-4474-b603-f4ef0cd03a97
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hagmann, Obere Bahnhofstrasse 11,
Postfach, 9501 Wil SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1949 geborene M._ meldete sich am 7. Februar 2005 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Sie gab an, in Belgien
die erste bis neunte Klasse besucht, aber keine Lehre gemacht zu haben. Bis 1971
habe sie in Belgien gelebt, wo sie von 1967 bis 1971 auch gearbeitet habe. Von 1971
bis 1974 habe sie in Italien gelebt, im April 1974 sei sie in die Schweiz gekommen. Seit
Oktober 1979 arbeite sie als Löterin bei A._ bis Februar 2002 in einem 100%-
Pensum, seit März 2002 in einem 80%-Pensum. Seit 1995 leide sie an Arthrose in der
Hüfte und in der Hand, weshalb sie bei Dr. med. B._ und Dr. med. C._ in
Behandlung sei. Seit dem 27. Februar 2004 sei sie zu 50% arbeitsunfähig (act. G 3.1/1
und 8).
A.b Dr. med. D._ teilte mit Arztbericht vom 24. März 2005 (act. G 3.1/9) mit, die
Versicherte leide an einer Coxarthrose links bei abgelaufener Femurkopfnekrose, die
erstmals am 18. Oktober 2004 am Kantonsspital St. Gallen klinisch und radiologisch
beurteilt worden sei. Auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten wirke sich diese
Diagnose insofern aus, dass langes Stehen und Gehen (hüftgelenksbelastende
Tätigkeiten) der Versicherten Schmerzen verursachen könnten. Die bisherige Tätigkeit
sei ihr noch zumutbar, es bestehe aber eine verminderte Leistungsfähigkeit. Für wenig
gelenksbelastende Tätigkeiten sei die Versicherte voll einsatzfähig. Es sei gut möglich,
dass sich die Beschwerden im Hüftgelenk wiederum aktivierten und zu einem späteren
Zeitpunkt die Implantation einer Hüft-Totalprothese nötig werde.
Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, führte in den Arztberichten vom 11. April und
10. Juni 2005 (act. G 3.1/11 und 20) aus, die Versicherte leide seit 1998 an Coxarthrose
links schwerer Art bei abgelaufener Fermurkopfnekrose, seit Herbst 2003 an
zunehmend aktivierter Rizarthrose rechts, seit 2003 an chronischen Schulterschmerzen
bei subakromialem Impingement rechts und an einem chronisch rezidivierenden
lumbovertebralen Syndrom bei Dysbalance der Muskulatur bei degenerativen
Veränderungen, speziell Osteochondrose L3/L4. Diese Diagnosen hätten Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die seit 2000
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bestehende Struma multinodosa mit passagerer Hyperthyreose sowie die seit 2001
bestehende leichte Hypertonie. Vom 27. Februar bis 28. März 2004 sei die Versicherte
zu 100%, seit dem 29. März 2004 und bis auf Weiteres sei sie zu 50% arbeitsunfähig.
Der Gesundheitszustand sei stationär bis besserungsfähig, durch medizinische
Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit teilweise verbessert werden. Die bisherige
Tätigkeit sei der Versicherten weiterhin zumutbar, jedoch maximal drei bis vier Stunden
pro Tag bei voller Leistungsfähigkeit. Die Tätigkeit erfolge zum grossen Teil sitzend, die
Versicherte leide dabei an zunehmenden Schmerzen, vor allem in der rechten Hand bei
Spitzgriff. Bei einer Tätigkeit, die den ganzen Tag die Fixation von Gegenständen
notwendig mache, bestünden deutliche Schmerzen, die auch mit einer eventuellen
operativen Sanierung nicht mit Sicherheit besser würden. Eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit habe auch mit dem Tragen einer Schiene, Analgetika etc. nicht erreicht
werden können. Andere Tätigkeiten, die den Einsatz der rechten Hand/Arm/Schulter
erforderten, würden zu denselben Problemen führen und die Beschwerden seien mit
und ohne operativen Eingriff (Hand und Schulter) mit grösster Wahrscheinlichkeit
persistierend.
Dr. med. C._, Orthopädische Chirurgie FMH, teilte mit Arztbericht vom 10. Mai 2005
(act. G 3.1/13) mit, die Versicherte leide seit 1995 an Coxarthrose links bei bekannter
Pfannendysplasie, Knieschmerzen links, einem dorsalen Handgelenksganglion rechts
sowie an rezidivierenden Lumbalgien. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei der Zustand nach
Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk. Seit März 2004 sei die
Versicherte als Löterin zu 55% arbeitsunfähig. Ihr Gesundheitszustand sei stationär.
Eingeschränkt seien die eigentlichen Tätigkeiten mit der rechten Hand an der Lötstation
usw., sowie die Arbeit mit längerem Sitzen oder halbstehend wegen der Hüfte und des
Rückens. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten noch vier Stunden am Tag
zumutbar, bei 90%-iger Leistungsfähigkeit. Zumutbar wären der Versicherten
vorwiegend sitzende Arbeiten, in relativ günstiger Sitzposition. Die Tätigkeit könnte eine
ähnliche sein wie bisher, es dürften keine für die Hände schweren Arbeiten sein. Der
zeitliche Rahmen werde wahrscheinlich nicht nennenswert erweitert werden können, im
günstigsten Fall fünf bis höchstens sechs Stunden am Tag, wobei eventuell eine
normale Leistungsfähigkeit bestünde. Zumutbar sei eher eine Teilzeittätigkeit mit voller
Leistung als eine ganztägige Tätigkeit mit reduzierter Leistung.
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A.c Die A._ hielt im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 15. April 2005
(act. G 3.1/12) fest, die Versicherte sei seit dem 1. Oktober 1979 als Mitarbeiterin in der
Elektronikabteilung bei ihr beschäftigt. Sie übe dieselbe Tätigkeit wie vor Eintritt des
Gesundheitsschadens aus, arbeite zurzeit jedoch nur die Hälfte ihres 80%-Pensums.
Per 1. März 2003 habe die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen ihr 100%-
Pensum auf 80% reduziert. Bei einem 80%-Pensum betrage die Arbeitszeit 32.8
Stunden pro Woche, der Lohn seit dem 1. Januar 2004 Fr. 2'750.-- pro Monat. Gemäss
telefonischer, unterschriftlich bestätigter Auskunft von Herrn E._, A._ vom 6. Juli
2005 (act. G 3.1/26), besteht die Tätigkeit der Versicherten darin, Leiterplatten nach
Plan zu bestücken, zu löten, Teile aufzustecken, zu kontrollieren sowie gefüllte Boxen
mit einem Gewicht unter 5 kg zu tragen. Es sei eine filigrane Arbeit, körperlich nicht
anstrengend. Gemäss telefonischer Auskunft vom 31. August 2005 (act. G 3.1/29)
verfügt die Versicherte zur Ausführung ihrer Arbeiten über einen elektronisch gestützten
Stuhl. Die Arbeiten verrichte sie sitzend. Manchmal übe sie die gleiche Tätigkeit einen
Tag lang aus, manchmal nur zwei bis drei Stunden, je nachdem welche Arbeiten
anfielen. Die Versicherte hätte bei der Arbeit keine Belastung auf Schulter, Hand oder
Hüfte, da die Teile, welche sie bestücken müsse, lediglich ein Gewicht von 0.01 Gramm
hätten.
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz hielt am 23. August 2005
(act. G 3.1/27) fest, die Angaben der Arbeitsunfähigkeit seien unterschiedlich, zum Teil
auch weil die Auswirkung nur von einzelnen, nicht von allen Problemkreisen beurteilt
würden. Es seien daher ein Arbeitsplatz- und Tätigkeitsbeschrieb sowie ein
orthopädisches Gutachten bei Dr. med. F._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie
FMH, einzuholen.
A.e Diese Exploration fand am 15. November 2005 statt. Gemäss Gutachten vom
27. Dezember 2005 (act. G 3.1/33) leidet die Versicherte an Coxarthrose links bei
Femurkopfnekrose und Beinverkürzung, Rhizarthrose und Verdacht auf ein dorsales
Handgelenksganglion rechts, Verdacht auf Epicondylitis medialis humeri rechts,
Spondylolisthesis Grad I nach Meyerding L3/4 und Osteochondrose L4/5, Verdacht auf
Chondropathie des rechten Kniegelenks bei leicht varischem Alignement,
fortgeschrittener Osteochondrose und Spondylarthrose C5/6 und C6/7 mit leichter
Spinalkanalstenose sowie mässiger linksseitiger Foraminalstenose C7/Th1 bei
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Unkovertebralarthrose, Verdacht auf Impingement der rechten Schulter sowie
Präadipositas. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Senk-/Spreizfüsse, die arterielle
Hypertonie, die Hyperthyreose bei Struma multinodosa sowie der Nikotinabusus. Die
linksseitigen Hüftgelenksbeschwerden seien durch die pathologischen
Untersuchungsbefunde der linken Hüfte und insbesondere den radiologischen Befund
erklärt. Die Prognose sei ungünstig, mittelfristig müsse wohl eine Hüfttotalprothese
implantiert werden, wobei mit dem Eingriff möglichst lange zugewartet werden sollte.
Die Schmerzen im Daumensattelgelenk rechts könnten auf eine Rhizarthrose
zurückgeführt werden. Zudem liege wahrscheinlich ein dorsales Handgelenksganglion
vor. Auch hier bleibe bei entsprechendem Leidensdruck nur die operative Revision,
wobei damit ebenfalls möglichst zugewartet werden sollte. Die Schmerzen im rechten
Schultergürtel und im rechten Ellbogen könnten durch die radiologisch sichtbaren
degenerativen HWS-Veränderungen verursacht sein, es bestünden allerdings auch
Zeichen eines Impingements der rechten Schulter sowie einer Epicondylitis medialis
humeri rechts. Um festzustellen, ob die Beschwerden durch die Schulter resp. den
Ellbogen oder doch durch die HWS bedingt sind, seien weitere diagnostische
Massnahmen nötig. Die lumbalen Schmerzen und abnormen objektiven Befunde der
LWS könnten grösstenteils mit den radiologisch sichtbaren degenerativen
Veränderungen der LWS erklärt werden. Die Schmerzen im rechten Kniegelenk seien
auf Grund des objektiven Befundes am ehesten auf eine Chondropathie
zurückzuführen. Die lumbalen Schmerzen sowie die Kniegelenksbeschwerden sollten
insbesondere durch eine deutliche Gewichtsreduktion behandelt werden. Aufgrund all
dieser Beschwerden sei die Versicherte in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit
zweifellos eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit als Produktionsmitarbeiterin in einer
Elektroabteilung betrage bei voller Stundenpräsenz ca. 35%. Körperlich leichte
Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend in temperierten Räumen
durchgeführte werden könnten, ohne dass dabei regelmässig unphysiologische,
speziell gebeugte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg
gehoben oder getragen werden müssten und die nicht mit Kraftanstrengungen der
oberen Extremitäten verbunden seien, seien der Versicherten bei voller
Stundenpräsenz zu ca. 60% zumutbar.
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A.f In seiner Stellungnahme vom 13. Januar 2006 (act. G 3.1/34) führte der RAD aus,
der Gutachter habe wohl die Telefonnotiz über die Nachfrage bezüglich des
Arbeitsplatzes übersehen und sie bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht
berücksichtigt. Dem Gutachter sei eine Kopie dieser Telefonnotiz zuzustellen. Unter
Einbezug dieses konkreten Arbeitsplatzbeschriebs solle er sodann die Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit nochmals vornehmen.
Mit Schreiben vom 2. Februar 2006 (act. G 3.1/37) teilte Dr. F._ mit, die Telefonnotiz
sei bei der Schlussbeurteilung tatsächlich übersehen worden. Basierend auf der darin
festgehaltenen Arbeitsplatzbeschreibung betrage die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
als Produktionsmitarbeiterin in einer Elektroabteilung bei voller Stundenpräsenz ca.
50% und nicht 35%. In einer körperlich adaptierten Tätigkeit betrage die zumutbare
Arbeitsfähigkeit 80% bei voller Stundenpräsenz und nicht 60%.
Mit Stellungnahme vom 17. Februar 2006 (act. G 3.1/38) hielt der RAD fest, mit dieser
Korrektur könne vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden, die
Arbeitsfähigkeit betrage 50% in der angestammten und 80% in einer angepassten
Tätigkeit.
A.g Am 24. März 2006 (act. G 3.1/43) verfügte die IV-Stelle St. Gallen ausgehend von
einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit, dass der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 20% keine IV-Rente zustehe.
A.h Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 28. April 2006 Einsprache
(act. G 3.1/51) mit dem Antrag, ihre angestammte und adaptierte Arbeitsfähigkeit sei,
allenfalls durch genauere Abklärungen des jetzigen Arbeitsplatzes und zusätzlicher
medizinischer Abklärungen, nochmals zu prüfen. Das von Dr. F._ erstellte Gutachten
halte eine Arbeitsfähigkeit von 35% in angestammter und von 60% in adaptierter
Tätigkeit fest. Diese Arbeitsfähigkeit sei nachträglich auf 50% bzw. 80% erhöht
worden, nachdem der Gutachter von der IV-Stelle auf eine in den Akten vorhandene
Notiz zum jetzigen Arbeitsplatz hingewiesen worden sei. Diese nachträgliche
Anpassung der Arbeitsfähigkeit sei nicht belegt und somit auch nicht nachvollziehbar.
Die Berücksichtigung der Telefonnotiz müsste eher dazu führen, dass die Differenz
zwischen der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und derjenigen in adaptierter
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Tätigkeit verschwinde bzw. massiv reduziert werde, da der jetzige Arbeitsplatz bereits
leidensangepasst sei. Da sie seit geraumer Zeit genau diese leidensangepasste
Tätigkeit wegen der gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr ausüben könne,
betrage ihre Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit somit höchstens noch 50%.
A.i Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2006 (act. G 3.1/56) fest, in der
Einsprache werde nicht das Arbeitsplatz-Belastungsprofil kritisiert, sondern die
beurteilte Grösse der Arbeitsfähigkeit. Neue medizinische Fakten würden nicht
vorgelegt, weshalb an der gutachterlich beurteilten Arbeitsfähigkeit festgehalten
werden könne.
A.j Gestützt auf diese Stellungnahme wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt (SVA) St. Gallen mit Einspracheentscheid vom 3. Januar
2007 (act. G 1.2) die Einsprache ab. Er führte aus, Dr. F._ habe im Gutachten vom
27. Dezember 2005 die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf 35%
geschätzt. Diese Schätzung sei offensichtlich aufgrund eines falschen Bildes, das sich
der Gutachter von der bisherigen Tätigkeit der Versicherten gemacht habe, erfolgt. In
seiner Stellungnahme vom 2. Februar 2006 habe der Gutachter bestätigt, dass er die
Aktennotiz betreffend die Arbeitsplatzbeschreibung übersehen habe und habe die
Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl in der angestammten wie auch in der adaptierten
Tätigkeit korrigiert. Diese Schätzung überzeuge, die ursprüngliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 35% sei kaum nachvollziehbar
gewesen, die Korrektur auf 50% erscheine stimmig. Auch die Berichtigung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit erscheine plausibel. Ein Gutachter müsse
sich teils auf die objektiven Befunde, teils auf die subjektiv gehaltenen Schilderungen
der Beschwerden stützen. Wenn sich aufgrund der für den Gutachter neuen
Umschreibung des Arbeitsplatzes eine Diskrepanz zwischen den objektiv erhobenen
Befunden und der subjektiv geschilderten Einschränkungen zeige, verlören die
subjektiv geprägten Darstellungen an Überzeugungs- und Aussagekraft. Es habe sich
gezeigt, dass die subjektiv wahrgenommenen Möglichkeiten und die objektive
Leistungsfähigkeit erheblich divergierten, weshalb auch eine Neueinschätzung der
Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit angezeigt gewesen sei. Es sei davon
auszugehen, dass die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig sei,
weitere Abklärungen seien nicht angezeigt.
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B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Andreas
Hagmann für die Betroffene am 2. Februar 2007 erhobene Beschwerde (act. G 1) mit
den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 3. Januar 2007 sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab dem 1. Februar 2005 und bis auf Weiteres zumindest eine
halbe Rente der IV auszurichten. Zur Begründung führt er aus, die vom Gutachter im
Schreiben vom 2. Februar 2006 vorgenommenen Neueinschätzungen der
Arbeitsfähigkeit seien nicht nachvollziehbar und unglaubwürdig. Der
Gesundheitszustand und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit seien durch einen
unabhängigen Arzt neu zu beurteilen. Aufgrund der Umstände sei davon auszugehen,
dass der Gutachter bei der Abfassung des Gutachtens die von der Beschwerdeführerin
zu verrichtende Tätigkeit gekannt habe. In Kenntnis der Tatsache, dass es sich dabei
um eine körperlich leichte Tätigkeit handelte, habe er die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit auf 35% geschätzt, was stimmig sei und den effektiven
Gegebenheiten entspreche. Dies hätte zur Folge haben müssen, dass auch die
Arbeitsfähigkeit in der adaptierten Tätigkeit nur leicht über 35% hätte liegen dürfen.
Eine um maximal 10% höhere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wäre nachvollziehbar
gewesen. Nicht ersichtlich sei jedoch, aus welchen Gründen der Gutachter die
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit um 25% höher eingeschätzt habe. Im Fall, dass
der Gutachter die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin nicht gekannt und
erst später erfahren habe, dass die ausgeübte Tätigkeit der adaptierten sehr nahe
komme, wäre die logische Konsequenz gewesen, dass er die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit den neuen Kenntnissen angepasst hätte. Es wäre somit
einigermassen verständlich gewesen, wenn er den Grad der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit dem Grad der Arbeitsfähigkeit in der adaptierten Tätigkeit
angenähert hätte. Nicht nachvollziehbar sei hingegen, weshalb der Gutachter aufgrund
der neuen Kenntnisse die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der adaptierten Tätigkeit
erhöht habe. Vor diesem Hintergrund erscheine das Gutachten insgesamt
unglaubwürdig. Bei der Beschwerdeführerin sei von einer krankheitsbedingten
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 55% auszugehen. Zudem sei zu berücksichtigen,
dass die vorhandene Restarbeitsfähigkeit nicht ohne Weiteres verwertet werden könne.
Die Beschwerdeführerin werde aufgrund ihres Alters sehr grosse Schwierigkeiten
haben, noch einmal eine Arbeitsstelle zu finden und falls sie eine finden sollte, werde
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sie mit Sicherheit nur unterdurchschnittlich verdienen. Auch dass sie nur schlecht
Deutsch könne, werde sich negativ auswirken. Überdies sei sie seit ihrer Ankunft in der
Schweiz immer in der gleichen Branche in einem eng umschriebenen Tätigkeitsbereich
tätig gewesen, was sich bei der Suche nach einer anderen Arbeit sehr negativ
auswirken werde. Diese Gründe müssten zu einer weiteren Erhöhung des
Invaliditätsgrades führen.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2007 (act. G 3) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Die abschliessende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit durch Dr. F._ sei im Gegensatz zur ursprünglichen Schätzung im
Gutachten überzeugend. Der Gutachter habe sich bei der ersten Beurteilung
offensichtlich eine falsche Vorstellung von der bisherigen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin gemacht und sei von einer relativ schweren Arbeit ausgegangen.
Entsprechend seien die geschilderten Einschränkungen plausibel erschienen, was zu
einer pessimistischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit geführt habe. Nach dem
Hinweis auf den Arbeitsplatzbeschrieb, der eine wenig belastende Tätigkeit
dokumentiere, hätten die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin an
Glaubwürdigkeit verloren, weshalb es konsequent sei, wenn sich der Experte verstärkt
an die eher milden Befunde und die resultierenden geringeren objektivierbaren
Einschränkungen angelehnt habe. Ursprünglich habe der Gutachter angenommen,
durch einen Wechsel in eine adaptierte Tätigkeit lasse sich die Leistungsfähigkeit von
35% auf 60% steigern, was eine Verbesserung von über zwei Dritteln bedeute. In der
Neubeurteilung habe er eine mögliche Verbesserung von nur noch einem Drittel
angenommen. Auch unter diesem Gesichtspunkt erweise sich die Korrektur als
überzeugend. Die Beurteilung durch Dr. F._ sei insgesamt schlüssig und
nachvollziehbar, weshalb ohne Weiteres darauf abgestellt werden könne. Neue
Abklärungen seien nicht angezeigt.
D.
Die Beschwerdeführerin lässt mit Replik vom 21. März 2007 (act. G 5) an den Anträgen
in der Beschwerdeschrift festhalten. Das Vorgehen des Gutachters sei nicht
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nachvollziehbar und mache seine Angaben zur Arbeitsfähigkeit insgesamt
unglaubwürdig, weshalb beantragt werde, dass der Gesundheitszustand und die
daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit durch einen unabhängigen Arzt neu zu
beurteilen sei. Der Gutachter habe nicht einen Mangel korrigiert, sondern eine nach
seriösen Abklärungen gemachte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund eines
Hinweises der Sozialversicherungsanstalt grundlegend neu vorgenommen. Diese
Vorgehensweise mache das Gutachten insgesamt und insbesondere die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit unglaubwürdig, die Beurteilung durch Dr. F._ sei weder schlüssig
noch nachvollziehbar.
E.
Am 27. März 2007 (act. G 7) hat die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die
Beschwerdeantwort an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festgehalten, im
Übrigen aber auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.
F.
Mit Schreiben vom 21. Mai und 20. August 2008 (act. G 9 und 10) ersuchte das Gericht
Dr. F._ um eine Begründung für die im Schreiben vom 2. Februar 2006
vorgenommene Korrektur der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 60% auf
80%. Dr. F._ reagierte nicht auf die Schreiben des Gerichts.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da der streitige Einspracheentscheid am 3. Januar 2007, mithin
vor dem 1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007
geltenden materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE
121 V 366 E. 1b).
2.
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2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
3.
3.1 Strittig ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Die
Beschwerdegegnerin geht im Einspracheentscheid vom 3. Januar 2007 (act. G 1.2)
gestützt auf das Gutachten von Dr. med. F._ vom 27. Dezember 2005 (act. G 3.1/33)
und sein Schreiben vom 2. Februar 2006 (act. G 3.1/37) sowie auf die Stellungnahmen
des RAD vom 17. Februar und 30. Mai 2006 (act. G 3.1/38 und 56) von einer
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Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 80% aus. Die Beschwerdeführerin lässt
demgegenüber geltend machen, ihre Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit betrage
höchstens 45%.
3.2 In seinem Gutachten vom 27. Dezember 2005 attestiert Dr. F._ der
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin in
einer Elektroabteilung eine Arbeitsfähigkeit von 35% bei voller Stundenpräsenz. Er hält
fest, stehende und sitzende Tätigkeiten, bei denen häufig Gegenstände über 5 kg
gehoben oder getragen und unphysiologische, insbesondere gebeugte
Körperhaltungen eingenommen werden müssten und die mit Kraftanstrengungen der
Arme verbunden seien, könnten der Beschwerdeführerin nicht mehr vollumfänglich
zugemutet werden. Körperlich leichte Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und
stehend in temperierten Räumen durchgeführt werden könnten, ohne dass dabei
regelmässig unphysiologische, speziell gebeugte Körperhaltungen eingenommen und
Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten und die nicht mit
Kraftanstrengungen der oberen Extremitäten verbunden seien, seien der
Beschwerdeführerin bei voller Stundenpräsenz zu ca. 60% zumutbar. Von der
Beschwerdegegnerin auf die Arbeitsplatzbeschreibung aufmerksam gemacht, korrigiert
Dr. F._ mit Schreiben vom 2. Februar 2006 seine Arbeitsfähigkeitsschätzung in der
angestammten Tätigkeit auf 50% und in einer adaptierten Tätigkeit auf 80%, jeweils bei
voller Stundenpräsenz.
3.3 Gemäss den Arbeitsplatzbeschreibungen vom 6. Juli und 31. August 2005
(act. G 3.1/26 und 29) besteht die Arbeit der Beschwerdeführerin darin, Leiterplatten
nach Plan zu bestücken, zu löten, Teile aufzustecken und zu kontrollieren. Es handle
sich um filigrane, körperlich nicht anstrengende Arbeiten. Die Beschwerdeführerin
müsse keine Gegenstände über 5 kg tragen. Die Arbeit werde sitzend verrichtet. Es
gebe keine Belastungen auf Schulter, Hand oder Hüfte, die zu bestückenden Teile
hätten ein Gewicht von 0.01 Gramm. Diese Arbeitsplatzbeschreibung entspricht
weitgehend der Umschreibung einer adaptierten Tätigkeit im Gutachten. Angesichts
der im Gutachten festgehaltenen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 60%
erscheint daher die von Dr. F._ im Schreiben vom 2. Februar 2006 vorgenommene
Korrektur der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 35% auf 50%
nachvollziehbar. Sie deckt sich im Übrigen auch mit der Einschätzung der die
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Beschwerdeführerin in den vergangenen Jahren behandelnden Ärzte. Nicht
nachvollziehbar ist für das Gericht hingegen die Korrektur der
Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierter Tätigkeit, bei gleichbleibender, nicht
erläuternd differenzierter Umschreibung, von 60% auf 80%. Da Dr. F._ trotz
zweimaligem Ersuchen keine Erklärung für diese Korrektur abgegeben hat, kann auf
diese Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht abgestellt werden. Unter diesen Umständen
wird die Beschwerdegegnerin ein neues Gutachten zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin einzuholen haben.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. Januar
2007 aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne
der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Für im
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 16. Dezember 2005 bei der IV-Stelle
hängigen Einsprachen gilt jedoch noch bisheriges Recht (lit. b ÜbBest. zu Art. 69 IVG).
Die Beschwerdeführerin hat am 28. April 2006 Einsprache erhoben. Diese war zum
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 16. Dezember 2005, d.h. am 1. Juli
2006, bei der IV-Stelle hängig. Vorliegend ist somit das bis zum 1. Juli 2006 geltende
Recht anwendbar. Gerichtskosten sind demnach keine zu erheben.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG erscheint eine
Entschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG