Decision ID: d06f98ad-4332-4fc9-890c-c127671935c1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
meldete sich
am 8. Februar 2016 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf
ein
Rückenleiden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/13).
Diese führte ein Standortgespräch durch (
Urk.
9/23)
und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
9
/49
).
Des Weiteren wurden
durch die IV-Stelle
ärztliche Verlaufsb
erichte
(
Urk.
9/56; Urk. 9/62;
Urk.
9/74;
Urk.
9/77;
Urk.
9/87
)
sowie ein Bericht des Arbeitgebers (Urk. 9/26)
eingeholt
.
N
ach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
9/94) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 18.
Mai 2018 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invaliden
rente
(Urk.
2
[=9/98]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 18. Juni 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der Sachverhalt ergänzend abzuklären. Nach weiteren Abklärungen sei über den Rentenanspruch neu zu entscheiden.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtsanwalt Markus
Loher
(Urk. 1 S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwerdeführer mit Verfügu
ng vom
18. Sept
ember 2018 angezeigt wurde (
Urk.
11).
Mit Verfügung vom
27. September 2018 wurde das prozessuale Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
bewilligt und dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Markus
Loher
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeine
n
Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen,
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
-
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf
die ärztlichen Berichte sowie die
Akten des Krankentaggeldversicherers davon aus, dass der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maurer nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer wechselbelastenden, teils sitzenden, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit sei eine 100%
-
ige
Arbeits
tätig
keit zumutbar. Lediglich nach den beiden Operationen im Juli 2016 und April 2017 habe während rund drei Monaten keine Arbeitsfähigkeit bestanden. Der
Invaliditätsgrad liege
daher
bei 10
%, weshalb kein Anspruch
auf
eine Invalidenrente bestehe.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk.
1
S.
2-6
), dass
sich die Beschwerdegegnerin vorwiegend auf die Berichte der
Y._
und die Aktenbeurteilung des
regionalen ärztlichen
Dienstes (
RAD
)
gestützt habe
.
Die Beschwerdegegnerin habe daher die Polyneu
ro
pathie, den Diabetes mellitus und
die
Angststörung nicht in die Beurteilung
mit
einbezogen
.
Die Hausärztin des Beschwerdeführers,
Dr.
Z._
, habe jedoch gegenüber der Beschwerdegegnerin letztmals im Bericht vom 16. Juli 2017 Stellung zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers genommen und dabei auf
eine
Angststörung hingewiesen. Der Beschwerdeführer könne ohne medikamentöse Behandlung
in seinem
Alltag nicht
bestehen
.
Dr.
Z._
habe eine
50%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festgehalten
(Urk. 1 S.
4)
.
Seit Juli 2017 habe sich die Situation insbesondere betreffend die Polyneuro
-
pathie
erheblich verschlechtert. Der Beschwerdeführer werde weiterhin medikamentös behandelt. In der Aktenbeurteilung des RAD sei diese Entwicklung
sowie die Auswirkungen der Angststörung
nicht berücksichtigt
worden beziehungsweise ungeklärt geblieben
(
Urk.
1
S.
4)
.
Der Beschwerdeführer macht
e
des Weiteren geltend, dass die Beurteilung des RAD lediglich als Aktenbeurteilung zu qualifizieren
sei
und daher bereits geringe Zweifel genügen würden, um seinen Ausführungen jeglichen Beweiswert abzusprechen.
Dr.
Z._
habe in ihrem Bericht vom Juli 2017 eine Diagnose festgehalten, auf welche der RAD nicht eingegangen sei. Zudem sei nicht erklärt worden, weshalb der RAD zu einer anderen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelangt sei. Der Bericht sei lückenhaft, weshalb der RAD nicht mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dar
zu
legen verm
öge
, dass
die Polyneuropathie
oder die Angststörung keine Auswirkung
auf
die
Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers habe (
Urk.
1 S.
5
).
Damit habe
die Be
schwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht gemäss Art.
?
3
Abs.
1 ATSG verletzt
. Dies
verletze den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör, indem nicht begründet
worden sei
, weshalb die Polyneuropathie oder die Angststörung keine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit
habe
.
3.
3.1
PD
Dr.
med.
A._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie,
Y._
,
führte
am
8. April 2016 (
Urk.
9/32/6-8
; Urk. 9/33
) folgende Diagnosen auf:
-
Schmerzhafte L5/S1
Radikulopathie
rechts
bei Diskushernie paramedian rechts und
rezessal
recht
s
L5/S
1 mit
foraminaler
Enge L5 rechts bei
Spondylarthrose
L5/S
1
-
Metatarsalgien
beidseits
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Klinischer V
erdacht auf Polyneuropathie
Seit Herbst 2015 habe eine persistierende
Radikulopathie
bestanden.
Dazu führ
t
e
Dr.
A._
aus, dass nach der letzten Infiltration am 28. Dezember 2015 ein deutlicher Rückgang der Schmerzen im Bereich de
s rechten Beines
zu verzeichnen sei
. Es seien weiterhin Ischialgien im S1-Dermatom vorhanden, jedoch seien keine lokalen Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen
,
Blasen-
oder
Mastdarmstörungen aufgetreten
(
Urk.
9/32/7
)
.
Bis April
2016
habe
eine
Arbeitsun
-
fähigkeit
in der angestammten Tätigkeit von 100
%
bestanden (Urk. 9/33/2)
.
Weitere arbeitsmedizinische Abklärungen seien ni
cht durchgeführt worden (
Urk.
9/33/3
).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin (Hausärztin), führte im Bericht vom 17. Oktober 2016
(
Urk.
9/56
/1-6
)
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
aus,
dass der Beschwerdeführer aufgrund der aufgeführten Diagnose
n
als Maurer vom 25. August
2015 bis 30. September 2016 100
% a
rbeitsunfähig sei
. Mittelschwere und schwere Arbeiten seien nicht mehr möglich, weshalb die angestammte Tät
igkeit nicht mehr zumutbar sei (
Urk.
9/56/2)
. Dr.
Z._
hielt zudem
fest, dass einzig eine leichte Tätigkeit
möglich wäre, allenfalls
eine Überwachungsarbeit
. E
ine Umschulung ko
mme hingegen nicht in Frage (
Urk. 9/56/
3
).
3.3
Gemäss Bericht
der
Y._
vom 20. Dezember 2016 (Urk. 9/62/6-13)
habe man sich nach
zweimaliger Infiltration der S1 Wurzel rechts
,
mit sehr gutem kurzfristigem Behandlungserfolg
,
zu
einer operat
iven
Dekompression entschieden
. Dies
e sei in einem unkomplizierten E
ingriff am 6. Juli 2016 durchgeführt worden mit komplikationslosem
peri
- und postoperativem Verlauf.
Nachträglich
sei
die Arbeitsunfähigkeit vom 1. Oktober bis
zum
18. Dezember 2016
verlängert
worden
. E
ine Arbeit mit schwerer, körperlicher
Belastung
sei
voraussichtlich nicht mehr möglich
(
Urk.
9/6
2
/7
).
Der
Beschwerdeführer sei vermindert belastbar,
insbesondere bei längeren Gehstrecken
, weshalb er lediglich
für wechselbelastende Tätigkeiten arbeitsfähig sei
. D
ie bisherige
Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nach entsprechender konservativer oder operati
ver Behandlung zumutbar
(
Urk.
9/62/8
).
3.4
Im
Bericht
der
Y._
vom 16. Juni 2017
(Urk. 9/74
/4-6
)
wurde festgehalten
, dass
am 6. April 2017 eine zweite operative Dekompression vorgenommen worden sei (
Urk.
9/74/4). Es sei
für den Beschwerdeführer vier Wochen postoperativ sicherlich zu früh, um die angestammte Tätigkeit als Maurer wieder aufnehmen zu können. Auf das Heben von schweren Lasten
sei
ausserdem bis Oktober 201
7
zu verzichten
, ab diesem Zeitraum sei die Wiederaufnahme der
Tätigkeit als Maurer jedoch voraussichtlich wieder möglich.
Im Bericht wurde des Weiteren festgehalten
, der Beschwerdeführer
sei
in einer angepassten Tätigkeit ohne Heben von schweren Lasten, mit mehrheitlich administrativen Aufgaben,
sicherlich frühzeitig wieder einsatzfähig
(
Urk.
9/74/5
).
3.5
Dr.
Z._
berichtete
im Verlaufsbericht
vom 1
6.
Juli 2017
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/77), dass
der Beschwerdeführer
neben den bereits
gestellten Diagnosen an einer Angststörung leide
. D
ie Arbeit auf einer Baustelle sei nicht mehr möglich und in einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer höchstens 50
%
arbeitsfähig
(
Urk.
9/77/1)
.
Schliesslich erklärte
Dr.
Z._
,
ab August respektive September 2017
sei die
Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag
gegeben
(
Urk.
9/77/3
).
3.6
Dr.
med. B._
, Oberarzt Orthopädie,
Y._
,
diagnostizierte gemäss Sprechstundenbericht vom 28. November 2017 (Urk. 9/86)
neu
nächtlich
betonte Schmerzen an der Grosszehe rechts mit Differentialdiagnose
neuropathische Genese sowie eine distal-sym
metrische Polyneuropathie
(Urk. 9
/86/1). Die vom Beschwerdeführer beklagten nächtlich betonten Beschwerden liessen sich jedoch nicht einer Entität aus der F
usschirurgie klar zuordnen. Dr.
B._
hielt fest, dass am ehesten eine neuropathische Ursache bei voroperiertem Rücken und Hinweisen auf eine distale Polyneuropathie vorliege. Eine Behandlung mit
Lyrica
könne probatorisch diskutiert werden (
Urk.
9/86/2).
3.
7
Dr.
med. C._
, Assistenzarzt Orthopädie,
Y._
, hielt im Verlaufsbericht vom 14. Dezember 2017
(Urk.
9/87
/4-7
)
die bereits aufgeführten Diagnosen fest (vgl.
vorstehend
E.
3.1)
und nannte darüber hinaus die
Diagnose einer koronaren Herzerkrankung
. Dr.
C._
wies darauf hin,
dass die
Y._
für den
Beschwerdeführer seit dem 18. Juni 2017 keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgestellt habe.
Angesichts der problemlosen Verlaufskontrolle von Ende Oktober sei eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Maurer möglich
.
Es sei jedoch das Tragen von Lasten über 20 kg z
u vermeiden
. In der Anamnese vom 27. Oktober 2017 habe der Beschwerdeführer berichtet, dass es ihm soweit gut gehe und Rückenschmerzen kaum vorhanden seien. Es bestehe jedoch eine rasche Ermüdbarkeit lumbal. Beinschmerzen seien keine mehr vorhanden, lediglich Schmerzen in allen Zehen rechtsbetont
stör
t
en ihn
,
insbesondere
solche
im Grosszehen
grund
gelenk. Diesbezüglich
werde noch ein Termin bei der Fusschirurgie wahrgenommen
. Eine präzise Beurteilung des Ressourcenprofils für die angestammte Tätigkeit könne anhand der Konsultation nicht abgegeben werden, jedoch sei
mit
hohe
r
Wahrscheinlichkeit
eine
100%
-
ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit vor allem wechselbelastender Tätigkeit u
nd vorwiegendem Sitzen gegeben
. Eine Verminderung der Leistungsfähigkeit sei für belastende Tätigkeiten mit schwerem Heben und häufigem Tre
ppensteigen zu 100
% gegeben
(
Urk.
9/87/5
).
Die
Belastbarkeit
des Beschwerdeführers
für Massnahmen der Wiedereingliederung sei in vollem Umfang möglich (
Urk. 9/87/7
).
3.8
Dr.
med.
D_
, Or
t
hopädische Chirurgie, RAD, führte in seiner Stell
ungnahme vom 9. März 2018 (Urk.
9/92/9-10) aus,
i
n Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Maurer bestehe eine Funktions- und Belastungsminderung der Lendenwirbelsäule. Eine rein handwerkliche
,
körperlich schwere Tätigkeit als Maurer erscheine nicht mehr realistisch ausführbar, weshalb
diesbezüglich
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 25. August 2015 bis auf weiteres bestehe. In einer
ange
-
passten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer 100
% arbeitsfähig, ausgenommen jeweils drei Monate nach den Operationen am 6. J
uli 2016 sowie am
6.
April 2017, in denen der Beschwerdeführer jeweils 100 % arbeitsunfähig gewesen sei
(Urk. 9/92/
10).
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist,
dass der Be
schwerdeführer in körperlich schweren
Tätigkeit
en
zu 100
% arbeitsunfähig ist (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4,
Ziff.
7;
Urk.
2 S. 1).
Uneinigkeit besteht hingegen bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass
der Beschwerdeführer in einer
wechselbelastende
n
, teils sitzende
n
, körperlich leicht
en
bis gelegentlich mittelschwe
re
n
Tätigkeit
nach ärztlicher Beurteilung 100
% arbeitsfähig
sei
(Urk. 2 S. 1). Der Beschwerdeführer stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass die
Auswirkung der Polyneuropathie
nicht zutreffend
erfasst und auch
seine
Angststörung nicht berücksichtigt worden sei
en
. Diesbezüglich seien weitere Abklärungen zu tätigen (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
13).
4.
2
Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
nach Beurteilung der behandelnden Ärzte
aus wirbel
säulen
chirurgischer Sicht
spätestens
seit Oktober 2017 100 % arbeitsfähig ist und
ab Juni 2017
keine Arbeitsunfähigk
eit mehr attestiert wurde (
E. 3.7).
Wenngleich sich nach dem ersten komplikationslosen Eingriff vom 6. Juli 2016 eine zweite operative Dekompression für nötig erwiesen hatte (E. 3.3), vermag die Einschätzung des RAD, wonach nach den Operationen vom Juli 2016 und April 2017 auch in angepassten Tätigkeiten jeweils bloss während dreier Monate eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
, im Übrigen aber von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen sei
(E. 3.8), mit Blick auf die Aktenlage zu überzeugen. So hatte der Beschwerdeführer gegenüber der Taggeldversicherung am 2
2.
August 2016 ausgeführt, Sitzen sei problemlos möglich und er sei in der Lage, mit dem Auto täglich Strecken von insgesamt etwa 100 km zurückzulegen (
Urk.
9/84/19, 9/84/22).
Mit Bericht vom 17. Oktober 2016 hatte denn die Hau
s
ärztin das Ausüben einer
leichten
Tätigkeit für möglich erachtet
(E.3.2)
.
Sodann war gemäss spezialärztlicher Einschätzung vom Juni 2017 die Tätigkeit als Maurer voraussichtlich erst wieder ab Oktober 2017 zu erwarten, währenddessen der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit sicherlich schon früher einsatzfähig sei (
Urk.
9/74/5). Dass sich diese Beurteilung bestätigte, erhellt aus dem Bericht der
Y._
vom 1
4.
Dezember 2017, wonach der Beschwerdeführer gegenüber den Ärzten im Oktober 2017 berichtet habe, es gehe ihm gut und die Rückenschmerzen seien kaum mehr vorhanden (E. 3.7). Soweit demgegenüber
Dr.
Z._
mit Verlaufsbericht vom 1
6.
Juli 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestierte (
Urk.
9/77
Ziff.
2.1), vermag dies an der Feststellung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht keine Zweifel zu erwecken. Zum einen fehlt es dem äusserst kurzen Verlaufsbericht der Hausärztin an einer klaren medizinisch objektivierbaren Begründung für die genannte Leistungseinschränkung. Zum anderen ist davon auszugehen, dass
Dr.
Z._
in ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit weitere Diagnosen einfliessen liess und diese sich nicht einzig auf die Rückenbeschwerden bezieht. Schliesslich ist anzunehmen,
dass sich
Dr.
Z._
bei ihrer Einschätzung auch von ihrer (haus)ärztlichen Verantwortung als behandelnde Ärztin leiten liess, wobei der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen ist, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht – mit Ausnahme der den Operationen folgenden drei Monate – eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar war und ist.
4.3
In Bezug auf die Einwendung des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe die diagnostizierte Angststörung nicht berücksichtigt (
Urk.
1
Ziff.
13), ist ihm entgegenzuhalten, dass
Dr.
Z._
erstmals
im Verlaufsbericht vom
16. Juli 2017
eine Angststörung
als Diagnose auf
führt
e
. In der Beschreibung des Befundes sind jedoch keine
rlei
Hinweise auf psychopathologische Erkrankungen ersichtlich, die auf eine Arbeitsunfähigkeit hindeuten würden.
Sodann befindet sich der Beschwerdeführer nicht in spezialärztlicher
psychiatrischer Behandlung.
Einzig aufgrund des Hinweises im Verlaufsbericht von Dr.
Z._
kann
daher
nicht auf eine verminderte Arbeitsfähigkeit
aus psychischen Gründen
geschlossen werden
, zumal
Dr.
Z._
als Fachärztin der Allgemeinen Inneren Medizin nicht über die Fachkompetenzen verfügt, eine psychiatrische Diagnose
zu
stellen. In den Akten sind keine weiteren Hinweise auf psychiatrische Erkrankungen
oder Behandlungen
ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet gewesen ist, weitere Abklärungen diesbezüglich zu
tätig
en.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die
Diagnose der
Polyneuropathie sei zu Unrecht nicht in die Beurteilung eingeflossen
, ist ihm beizupflichten, dass
in Bezug auf diese Diagnose
Unklarheit
besteht.
Während die behandelnden Ärzte der
Y._
, Wirbelsäulenchirurgie, noch im Dezember 2017 von einer Verdachtsdiagnose ausgingen (
Urk.
9/87/4), diagnostizierte der zuständige Oberarzt, Fuss-, Sprunggelenk,
Y._
,
Dr.
B._
,
–
im November 2017
–
eine distal-symmetrische Polyneuropathie (
Urk.
9/86/1). Ob und gegebenenfalls wie sich diese Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt, ist der Stellungnahme des RAD demgegenüber nicht zu entnehmen (
Urk.
9/92/9-10).
Da der medizinische Sachverhalt bezüglich der Polyneuropathie und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers noch nicht feststand und die
Beschwerdegegnerin
weitere
Abklärungen
unterliess, verletzte sie ihre Untersuchungspflicht
.
Der Beschwerdeführer hat damit rechtens eingewendet, dass weitere Abklärungen vorzunehmen seien.
4.5
Absch
liessend ist
bezü
glich der
koronaren Herzerkrankung festzuhalten, dass
der Blutdruck des Beschwerdeführers gemäss Bericht von Dr.
Z._
vom 16. Juli 2017
regelmässig und
der Beschwerdeführer
kardiopulmonal stabil
war
(Urk. 9/77/1)
. Dies lässt darauf schliessen, dass
–
zumindest zu diesem Zeitpunkt
–
keine Hinweise auf eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
in
angepasste
r
Tätigkeit aufgrund der Herzerkrankung best
anden
.
4.
6
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 18. Mai 2018 aufzuhe
ben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit
diese neurologische Untersuchungen
betreffend die Polyneuropathie veranlasse
und neu über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers entscheide
.
Ergänzend ist die Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass sich gegebenenfalls auch
zur
Frage des Wohn
sitzes des Beschwerdeführers weitere Abklärungen aufdrängen
(vgl. Urk. 9/90)
.
Die Beschwerde ist
in diesem Sinne
gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Die Kosten des
Verfahrens sind auf Fr.
6
00
.
-
-
festzusetz
en
und
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgeric
ht (
GSVGer
) hat die obsiegende
beschwerde
führende
Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesse
s
und dem Mass des Obsiegens bemessen
.
Ausgangsgemäss hat der vertretene Beschwerdeführer demnach Anspruch auf eine Prozessentschädigung
(
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
.
Mit Verfügung vom 27. September 2018 (Urk. 15) wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Markus
Loher
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt.
Mit
Honorarnote vom 9. Juli 2019 (Urk. 1
7;
Urk. 18) machte Rechtsanwalt Markus
Loher
einen Aufwand von
Total Fr. 2'030.04 (
6.10 Stunden
à
Fr. 300.--
,
Barauslagen à
Fr. 54.90
zzgl. MwSt
.
)
geltend.
Der Aufwand erscheint – unter Berücksichtigung des Aktenstudiums und
d
es Verfassens der Beschwerdeschrift sow
ie d
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r
Einholung der erforderlichen Unterlagen der Rechtsschutzversicherung – als angemessen.
Der Zeitaufwand von 6.10 Stunden ist beim gerichtsüblichen
Stundenansatz von Fr. 220.
--
mit Fr. 1'342.
--
zu vergüten, was zuzüglich Barauslagen von Fr. 54.90 sowie der Mehrwertsteuer von Fr. 107.55 (7.7 % von
[
Fr. 1'342.-- + Fr. 54.90]) eine Prozessentschädigung von
gerundet
Fr.
1’50
0.-- ergibt. Rechtsanwalt Markus
Loher
wird daher zu Lasten der unterliegenden
Beschwerdegegnerin eine Entschädigung von Fr. 1'5
0
0.-- zugesprochen.