Decision ID: 0966765a-5759-4109-813e-d6b7788f28ae
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1974,
Mutter eines 1997 geborenen Sohnes,
m
eldete sich am 2
7.
Februar 2008
unter Hinweis auf Beschwerden am linken Knie,
am
linken Fuss
sowie am
Rücken
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
8/4).
Am 1
9.
Februar 2009 (
Urk.
8/40) teilte die Sozialversicherungsanstalt des Kan
ton
s Zürich, IV-Stelle, der Versicherten mit, es seien aufgrund ihres Gesund
heits
zustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich. Sodann wurde
ihr mit Schreiben vom 2
5.
März 2009 (
Urk.
8/42) eine
Schadenminde
rungs
pflicht
auferlegt.
Mit Verfügung vom 2
7.
Mai 2009 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab dem
1.
September 2008 eine ganze Rente bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von
80
%
zu (
Urk.
8/49-50).
Das Gesuch
um
Hilflosenentschädigung
vom 2
1.
Septem
ber 2009 (
Urk.
8/56) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
Februar 2010 (
Urk.
8/63) ab.
1.
2.
Nach Eingang
des
Revisionsfragebogens
vom 2
4.
Mai 2011
(
Urk.
8/67) klärte di
e
IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation der Versicherten
(
Urk.
8/71,
Urk.
8/77
,
Urk.
8/105,
Urk.
8/107
) ab
, veranlasste ein psychiatrisches Gutachten, welches am 1
5.
Oktober 2011 erstattet wurde (
Urk.
8/76
,
Urk.
8/104
)
und veran
lasste weiter
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und
Haushalt, über welche am 1
8.
Januar 2012 berichtet wurde (
Urk.
8/79)
.
Mit Schrei
ben vom 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
8/82) wurde der Versi
cherten erneut eine
Schadenminderungspflicht auferlegt.
Die IV-Stelle
ordnete
schliesslich eine ortho
pädische
und arbeitsmedizinische
Untersuchung durch den Regionalen Ärzt
li
chen
Dienst (RAD)
an
, über welche am 1
0.
Mai 2013 be
richtet wurde (
Urk.
8/108-109).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/83-85,
Urk.
8/89,
Urk.
8/98
,
Urk.
8/114
)
setzte die IV-Stelle die bisherige
ganze Rente mit Verfügung vom 2
9.
November 2013
auf eine halbe Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
herab (
Urk.
8/
116,
Urk.
8/
118
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Januar 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
November 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S.
1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Februar 2014 (
Urk.
7) die Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am
7.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht
wurde (
Urk.
11).
D
as Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
1 S.
1)
zog die
Beschwerdeführerin
zurück
(
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in sei
nen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desge
richts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 200
3 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf
die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer mate
riellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsab
klä
rung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl.
auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März
2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die
an
spruchs
be
einflussende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von
dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück
sich
tigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat
und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose
unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) festgelegt. In diesem Fall
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Be
trieb
des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufga
ben
be
reich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in
beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der
Inva
liditätsbemessung
).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und er
werb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die In
va
lidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
ben
be
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
in
va
l
idität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teil
invaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Die Regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie
setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG
massgebende
funkti
o
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art.
59 Abs.
2
bis
IVG).
Nach Art.
49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizini
schen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärzt
lich
untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs.
2;
Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hin
weis
auf BGE 135 V 254 E. 3.5)
.
Der Beweisw
ert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs.
2 IVV ist mit jenem ex
ter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den
praxisgemässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E.
5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E.
1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die RAD-Berichte gehören - nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit bestehen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E.
5.2;
135 V 465
E.
4.4
und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe. Aus somatischer Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit mit Reduktion der Leistungsfähigkeit um 10
%
aufgrund des ver
mehrten
Erholungsbedarf
s
. Aus psychischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
in der angestammten und jeglicher angepassten Tätigkeit
(S. 5
)
.
In An
wendung der gemischten Methode ergebe sich daraus ein Invaliditätsgrad von gerundet 50 % (S. 4).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
es sei trotz umfassender Behandlung keine wesentliche Besserung aus psychi
scher
Sicht feststellbar (S.
2). Aus orthopädischer Sicht fühle sie sich entgegen der Be
urteilung des RAD auch in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig (S. 3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin, wie von der Beschwerdegegnerin angenommen, seit der letztmaligen Beur
te
i
lung der Verhältnisse
(vorstehend E.
1.2)
erheblich verbessert hat, und wie es sich
bejahendenfalls mit dem Invaliditätsgrad verhält.
3.
3.1
Der Verfügung vom 2
7.
Mai 2009 (
Urk.
8/49-50
) lagen im Wesentlichen die nach
folgenden Arztberichte zugrunde.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tolo
gie des Bewegungsapparates,
Spital
A._
, nannte in seinem Schreiben vom
4.
August 2008 (
Urk.
8/30/7-8)
hauptsächlich ein
Complex
Regional
Pain
Syn
drome (CRPS) Typ I als Diagnose (S. 1). Eine Arbeitsaufnahme in der Kü
che werde nicht möglich sein.
Die Beschwerdeführerin sei vor allem bezüglich ihre
r
Geh
fähigkeit
, langem
Stehen und Laufen
eingeschränkt
.
Eine
wechselbelastende
Arbeit sei sicherlich von Vorteil (S.
2). Mit ergänzendem Schreiben vom 2
6.
Novem
ber 2008 (
Urk.
8/36) gab
Dr.
Z._
an, die Ursache der Be
schwerden lasse sich nicht klinisch objektivieren.
Schmerzen seien eine sehr sub
jektive und schwer zu fassende Empfindung.
3.3
Die Ärzte der
B._
,
C._
, führten mit Bericht vom 1
6.
Janu
ar 2009 (
Urk.
8/39) folgende Diagnosen mit Auswirk
ung auf die Arbeits
fähigkeit auf
(
Ziff.
1.1)
:
r
ezidiv
i
erende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epi
sode ohne psy
chotische Symptome
(ICD-10 F33.2)
k
omplexe posttraumatische B
elastungsstörung (ICD-10 F43.1)
mit minipsychotischen
Episoden, dissoziativen Zuständen und massi
ven
Ge
fühlsüberflutungen
nicht näher be
zeichnete dissoziative Störung
(ICD-10 F44.9)
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
schwere emotionale Deprivation in der Kindheit und nachfolgenden Be
zie
hungen
S
eit
Anfang
2008
bestehe
bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
2).
Der Gesundheitszustand sei stationär (
Ziff.
4.1).
Eine Erwerbstätigkeit sei nicht mehr zumutbar (
Ziff.
5.2
).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie,
RAD
, führte mit Stellung
nahme vom 1
0.
Februar 2009 aus, man könne aus somatischer und psychischer Sicht
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit ausgehen (
Urk.
8/41
S. 4 f.).
3.5
Gestützt darauf
nahm
die Beschwerdegegnerin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen und jeglicher angepassten Tätigkeit an. Bei einer Quali
fizie
rung
der Beschwerdeführerin als
zu
80
%
Erwerbstätige und
zu
20
%
im Aufgaben
bereich Tätige ermittelte sie einen Gesamtinvaliditätsgrad von 80
%
.
Die
Be
schwer
degegnerin
ver
zichtete a
uf eine Abklärung der Einschränkung
en
im
Haus
haltsbereich
, da auch ohne Einschränkung
in diesem Bereich
ein
Anspruch auf eine ganze Rente
resultierte
(vgl.
Urk.
8/49).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen
Verfügung stützte sich die
Be
schwer
degegnerin
auf die nachfolgenden Berichte.
4.2
Die Ärzte der
B._
bestätigten mit Bericht vom 1
2.
August 2011 (
Urk.
8/71) die bereits
im Jahr
2009 gestellten Diagnosen (vorstehend E. 3.3)
, wobei die rezidi
vie
rende depressive Störung gegenwärtig eine mittelgradige Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F33.11) sei (
Ziff.
1.1)
. Es bestehe immer
noch
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei
der Beschwerdeführerin
nicht zumutbar und es sei auch keine leidensangepasste Tätigkeit angezeigt
(
Ziff.
1.6 f.). Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungs
weis
e
einer
Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.3
Am
5.
Oktober 2011 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
bene
psychiatrische
Begutachtung der Beschwerdeführerin durch
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Dr.
E._
erstattete sein Gutachten am 1
5.
Oktober 2011 (
Urk.
8/76)
und
nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8):
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und ängst
lich vermeidenden Zügen (ICD-10 F61)
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), Differentialdiagnose (DD): andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), bei mul
ti
plen psychosozialen Belastungsfaktoren (S. 8).
Die Beschwerdeführerin sei allei
ne,
auf Nachfrage mit öffentlichen Verkehrsmitteln, pünktlich zur Untersuchung erschienen. Sie sei im Kontaktverhalten freundlich, kooperativ und
auskunfts
bereit
gewesen. Das Gangbild zum Sprechzimmer sei ohne sichtbare
Schon
be
wegungen
, unauffällig und sicher gewesen. Das äussere Erscheinungsbild sei gepflegt. Fragen zu Alltagsaktivitäten und sozialen Kontakten würden eher vage
beantwortet. Die Grundstimmung sei ängstlich-gedrückt, resignativ und
klag
sam
,
die affektive Schwingungsfähigkeit sei
leichtgradig
eingeschränkt. Die
Beschwer
de
schilderungen
seien insgesamt glaubhaft, hätten aber auch einen gewissen
appellativen
Charakter und es sei eine Tendenz zur Verdeutlichung der Be
schwer
den erkennbar. Es fielen keine schmerzbedingten Positionswechsel oder sonstige nonverbale Schmerzäusserungen auf. Die Gedächtnisfunktionen sowie die Aufmerksamkeit und die Konzentration seien klinisch intakt. Das
Antriebs
verhalten
sei leicht reduziert, psychomotorisch wirke die Versicherte
mittelleb
haft
(S.
7). Im Rahmen der Exploration imponiere vor allem eine ängstlich-gedrückte, resignative und
klagsame
Grundstimmung (S.
9). Eine mittel- bis
schwergradige
depressive Störung oder Hinweise auf eine dissoziative Störung liessen sich anhand der aktuellen Untersuchung nicht mehr erkennen (S. 10).
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe infolge der in Remission befindlichen depressiven Störung, aber bei noch labiler psychischer Konstitution im Zusam
menhang mit der
Persönlich
keitsstörung
und posttraumatischen
Belastungs
stö
rung
, ab Datum der Begut
achtung eine noch 50%ige Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit.
Es bestünden noch leichte Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt und Störungen der Emotionsregulation, mit Mangel
an Anpassungs- und Teamfähigkeit, niedriger Frustrationstoleranz sowie leich
ten
Antriebsproblemen. Tätigkeiten mit permanentem Zeit- und Termindruck sowie
Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Anpassungs- und
Umstellungs
fähig
keit
sollten vorerst vermieden werden.
Die bestehende psychiatrische Er
kran
kung wirke sich auf jegliche Tä
tigkeit gleichermassen aus. Bei weiterhin
positivem Krankheitsverlauf und zu
nehmender Adaptierung am Arbeitsplatz wäre
medizinisch-theoretisch in sechs bis spätestens
zwölf
Mona
ten ein Pensum
von 80 %
erreichbar
.
Der Versicherten sei es in der Vergangenheit über acht Jahre lang gelungen, mit diesem Pensum als Hilfsköchin zu arbeiten.
D
ie in den
Arzt
be
richten
der
B._
attestierte mittelgradige depressive Störung beziehungsweise
Arbeitsunfähigkeit
könne
anhand der eigenen Untersuchungsergebnisse nicht mehr u
neingeschränkt bestätigt werden. Es sei
somit von einer Verbesserung de
s Gesundheitszustandes auszugehen (S. 10 ff.).
4.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in sei
nem Bericht vom 2
3.
Oktober 2011 (
Urk.
8/77) aus, dass er die Beschwerdefüh
rerin seit dem 1
5.
Juni 2005 behandle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Status nach Sudeck-artigem Verlauf nach Fuss- und Knieeingriffen Sep
tember/2007 mit chronischen Schmerzen
Status nach
arthroskopischer
Plicaresektion
Kniegelenk links 1
0.
Septem
ber 2007
Status nach Chevron-Osteotomie und Akin-Osteotomie Grundphalanx links
am 1
0.
September 2007
p
ermanente psychosoziale Überlastungssituation, bei alleinerziehender Mutter in psychiatrischer Behandlung
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chroni
sche Obstipation bei
Opiatabusus
wegen chronischen Schmerzen (
Ziff.
1.1). Die Schmerzsituation habe sich seit 2008 nicht verändert. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin auf die regelmässige Einnahme von Opiaten angewiesen (
Ziff.
1.4). Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.6 f.). Es könne nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
beziehungsweise
einer
Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Ar
beitsmedizin, RAD, empfahl mit Stellungnahme vom 2
9.
Oktober 2011
(
Urk.
8/81
S. 4)
,
für die Beurteilung auf das Gutachten vom 1
5.
Oktober 2011 (vorstehend E. 4.3) abzustellen
. Bis zum 1
8.
Oktober 2011 liege eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit vor. Ab dem 1
9.
Oktober 2011 liege in der bisherigen und jeglicher an
gepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
vor. Es handle sich nicht um einen weitgehend stabilisierten Gesundheitszustand, weshalb eine
Neubeur
teilung
durch den RAD nach Ablauf von zwölf Monaten empfohlen werd
e.
4.6
Am 1
2.
Januar 2012 fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (Bericht vom 1
8.
Januar 2012,
Urk.
8/79). Die Be
schwerdeführerin habe dabei erklärt, sie habe im Jahr 2008 ihre Stelle aus ge
sundheitlichen Gründen gekündigt. Sie habe den Druck nicht mehr ausgehalten, auch nicht, wenn sie gesund gewesen wäre. Sie sei krank und könne nicht ar
beiten. Sie habe einfach keine Lust mehr (S. 2). Die Abklärungsperson gab an, sie gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit weiterhin zu 80
%
erwerbstätig wäre (S. 3).
4.7
Die Ärzte der
B._
(vorstehend E.
4.2) erklärten mit Schreiben vom 2
9.
März 201
2 (
Urk.
8/97/1-2), dass ihre Beurteilung
nicht mit dem Gutachten von
Dr.
E._
überein
stimme. Die diagnostizierte „rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F.33.11)“ habe durchaus einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Die Diagnose „nicht näher bezeichnete dissoziative Störung (ICD-10 F44.9)
“ könne erneut bestätigt werden.
Dr.
E._
habe diese allerdings
nicht aufgenom
men.
Die Ärzte
der
B._
erklärten weiter, dass d
ie von
Dr.
E._
erhobene Diagnose „kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und ängstlich ver
meidenden Zügen“ nicht umfassend bestätigt werden
könne
. Es gebe keine Hin
weise auf emotional instabile, jedoch durchaus auf ängstlich vermeidende Züge (S. 1). Die Beschwerdeführerin sei aus ihrer Sicht 100
%
ar
beitsunfähig (S. 2).
4.8
Dr.
F._
(vorstehend E.
4.4)
erklärte
mit ärztlichem Zeugnis vom 3
0.
März 2012 (
Urk.
8/97/3), dass die Beschwerdeführerin auf Grund eines chronischen
Fuss
- und Knieleidens
regelmässig
starke Schmerzm
ittel der Opiat
klasse ein
nehme
.
Die Beschwerdeführerin sei
regelmässig
in physiotherapeutischer Be
handlung, was bis anhin zu keiner Verbesserung geführt habe.
A
ufgrund der
psychiatrischen Erkrankung in Kombination mit dem chronischen
Schmerzlei
den
sei sie
momentan
zu
100
%
arbeitsunfähig.
4.9
Dr.
E._
(vorstehend E.
4.3) nahm mit Schreiben vom 3
0.
Januar 2013 (
Urk.
8/104) Stellung zu den Berichten von
Dr.
F._
und den Ärzten der
B._
.
Dr.
E._
führte aus, die von den Ärzten der
B._
(vorstehend E. 4.7)
an
geführten Diagnosen würden ungenügend (mittelgradige Depression) bezie
hungs
weise überhaupt nicht (
dissoziative Störung) begründet.
Bei den eigenen Unter
suchungen
habe er
keine psychopathologische
n
Befunde beziehungsweise Hin
weise für eine dissoziative Störung
gefunden
(S. 3). Zum Bericht von
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.8)
führte er aus, das sich der Organismus einige Wochen oder
Monate nach Therapiebeginn an
die genannten Substanzen ge
wöhne
, Neben
wir
kungen weitestgehend abgeklungen seien und der Nutzen überwiege. Zusam
men
fassend führte
Dr.
E._
aus,
es
ergäben sich durch die nachträglich ein
gereichten Unterlagen keine neuen Aspekte, die eine Abände
rung der eigenen Untersuchungsergebnisse begründen würden (S. 4).
4.10
Am 1
0.
April 2013 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
bene orthopädische sowie arbeitsmedizinische Untersuchung der Beschwerde
führerin durch den RAD.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, RAD,
erstattete seinen
orthopädischen
Be
richt am 1
0.
Mai 2013 (
Urk.
8/108).
Dr.
H._
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6):
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des linken Knie
gelenkes
beginnende mediale Arthrose bei
valgischer
Beinachse
Status nach
arthroskopischer
Plicaresektion
am 1
0.
September 2007
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des linken Fus
ses
Hallux
valgus
-Rezidiv
Status nach Chevron-Osteotomie und Akin-Osteotomie Grundphalanx am 1
0.
September 2007
schmerzhafte Belastungseinschränkung der Lendenwirbelsäule mit frag
lichem sensiblem Reizsyndrom links
Dr.
H._
gab weiter
an, falls ein CRPS Typ I vorgelegen haben sollte, so sei
dies
es ausgeheilt. In
der
bisherigen Tätigkeit als Hilfsköchin bestehe seit dem 1
0.
September 2007 keine Arbeitsfähigkeit. In angepasster Tätigkeit (mit kör
per
lich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und
Tra
ge
belastungen
über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufi
ges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende, das linke Knie belas
tende und den linken Fuss belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten) sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben
, dies
mit einer Reduktion der Leistungsfähig
keit um 10
%
wegen
des
vermehrten Erholungsbedarfs. Die bei der heutigen Unter
suchung vorgetragenen Beschwerden
deckten
sich vom Ausmass her nicht mit den Untersuchungsbefunden (S. 6).
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.5) erstattete seinen
arbeitsmedizinischen
Bericht am 1
0.
Mai 2013 (
Urk.
8/109).
Die Beschwerdeführerin habe dabei erklärt, dass sie nach der Operation
im Jahr
2008 zwei Monate
lang
100
%
arbeitsunfähig ge
wesen
sei
und anschliessend das Pensum langsam gesteigert habe.
Nach dem Zusammenbruch sei sie 100
%
krankgeschrieben worden und habe
die Stelle
ge
kündigt. Sie möchte nicht mehr auf dem bisherigen Beruf arbeiten. Zurzeit wiss
e sie nicht, wie es beruflich weitergehen könne (S. 5).
4.11
Die Ärzte der
B._
(vorstehend E.
4.2, E.
4.7)
nannten mit Schreiben vom 1
7.
Dezember 2013 (
Urk.
3) erneut eine ängstlich vermeidende
Persönlichkeits
störung
(ICD-10 F60.6), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) DD andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0),
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.2) sowie eine dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F44.9)
,
als Diagnosen (S.
1). Aufgrund der psychischen Symptomatik ergäben sich aus
geprägte Einschränkungen in der Belastbarkeit im Alltag, in der
Stress
resistenz
und dem Ausführen täglicher Routinearbeiten (S. 2). Die Beschwerde
führerin sei
100
%
arbeitsunfähig. Es sei trotz umfassender und multimodaler therapeu
tischer
Interventionen zu keiner wesentlichen Besserung gekommen (S. 3).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Annahme einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes auf die Beurteilungen durch
Dr.
E._
sowie
Dr.
H._
, wonach die Beschwerdeführerin
aus psychischer Sicht 50% arbeitsfähig und
aus
somatisc
her Sicht 100
%
arbeitsfähig bei
einer reduzierten Leistungsfähigkeit von
10
%
aufgrund des vermehrten Erholungsbedarf
s
sei
(vorstehend E. 4.3, E.
4.9-10)
.
Demgegenüber erachteten die Ärzte der
B._
sowie der Hausarzt
Dr.
F._
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als gegeben, so dass von keiner Ver
besserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei (vor
stehend E. 4.
2, E. 4.4., E.
4.7-8
, E. 4.11
).
5.2
In somatischer Hinsicht kann auf den
beweiskräftigen
RAD-
Untersuchungsb
e
richt von
Dr.
H._
(vorstehend E. 4.10) abgestellt werden
, wonach eine 100%ig
e Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bei einer reduzierten
Leistungsfähigkeit von 10
%
wegen
des vermehrten
Erholungsbedarf
s
gegeben ist
.
Der Bericht wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, leuch
tet in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und
die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet
. Er erfüllt somit die
pra
xis
gemässen
Kriterien
(vorstehend E.
1.5-6
)
vollumfänglich.
Selbst
Dr.
Z._
, welcher im Jahr 2008 noch somatische
Einschränkungen
mit Auswir
kung
en
auf die Arbeitsfähigkeit attestierte (vorstehend E. 3.2), g
ing
davon aus, dass
aus rein orthopädischer Sicht keine medizinisch begründbare Arbeitsunfä
higkeit vorhanden
sei
(
Urk.
12).
Das subjektive Gefühl der Beschwerdeführerin
,
aus orthopädischer Sicht nicht arbeitsfähig zu sein
(vorstehend E. 2.2)
,
ist
für
die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht massgebend
.
5.3
Für die Beurteilung in psychischer Hinsicht ist auf das Gutachten von
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.3) abzustellen.
Das
Gutachten berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden in angemessener Weise, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt d
er konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die Beurteilung leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schluss
folgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führ
lich begründet. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Krit
erien (vor
stehend E. 1.5
) vollumfänglich
.
So legte Dr.
E._
gestützt auf die von ihm erhobenen Befunde in nachvollziehbarer Weise dar, dass lediglich noch
leichte Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt und Störungen der
Emotionsregu
lation
, mit Mangel an Anpassungs- und Teamfähigkeit, niedriger
Frustrations
toleranz
sowie leichten Antriebsproblemen bestünden
. Ebenfalls wies er darauf hin, dass
sich anhand der aktuellen Untersuchung
eine
mittel- bis
schwer
gra
dige
depressive Störung oder Hinweise auf eine dissoziative Störung nicht mehr erkennen liessen
. Den verbleibenden Einschränkungen trug Dr.
E._
in ge
nügender Weise Rechnung, indem er festhielt, dass die Beschwerdeführerin
Tätigkeiten mit permanentem Zeit- und Termindruck sowie Tätigkeiten mit hohen
Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit vorerst vermei
den
solle (vorstehend E. 4.3). Im Übrigen stellte Dr.
E._
weder ein auffälliges
Gangbild noch schmerzbedingte Positionswechsel oder sonstige nonverbale
Schmerz
äusserungen
fest, was für die Richtigkeit der Beurteilung durch Dr.
H._
(vorstehend E. 5.2) spricht.
5.
4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Einschätzung von
Dr.
E._
widerspreche den Erfahrungen der behandelnden Therapeuten der
B._
(
Urk.
1 S. 2
),
vermag dies die schlüssige Beurteilung durch
Dr.
E._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Dr.
E._
setzte
sich mit den Berichten der
B._
aus
einander und erklärt
e
, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann (
Urk.
8/76 S.
2 f., S.
9 ff.,
Urk.
8/104 S.
3). Wenn auch teilweise eine unterschiedliche Be
urteilung des gleichen Sachverhalts vorliegen dürfte, so bejaht
e
Dr.
E._
– in Auseinandersetzung und in Kenntnis der Berichte der
B._
– jedoch ausdrücklich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes (
Urk.
8/76
Ziff.
6.4,
Ziff.
6.8).
Auch die abweichende Beurteilung durch den Hausarzt
Dr.
F._
(vorstehend E.
4.4
) lässt keine Zweifel am Gut
achten aufkommen.
Mit der Bewer
tung psychiatrischer Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit verlässt
Dr.
F._
sein Fachgebiet der Allgemeinen
Inneren
Medizin
. Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesund
heitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E.
4.4.2 mit Hinweisen),
weshalb
der
Be
richt
von
Dr.
F._
den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztli
chen Bericht nicht genügt.
Zu berücksichtigen gilt
ausserdem
,
dass das Gericht nach der Rechtsprechung Gut
achten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den einschlägigen Anforderungen entsprechen, vollen Beweiswert zuerkennt, solange keine konkreten Indizien ge
gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Demgegenüber stehen die be
handelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den ab
schliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objekti
ven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – bezie
hungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesge
richts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Pati
en
ten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die
Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut
achtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, inner
halb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist.
Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administra
tiv- oder
Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass wei
terer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu un
terschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusser
ten abweichenden Auffassungen festhalten (Urteil 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E. 5.1).
5.
5
Aus den genannten Gründen
vermögen die besagten
B
erichte
der
behandelnden Ärzte der
B._
sowie von
Dr.
F._
ein Abweichen vom umfassenden psychia
tri
schen Gut
achten
von
Dr.
E._
nicht zu rechtfertigen.
5.
6
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Ren
tenzusprache
entscheidende Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver
bessert hat. Damit besteht Anlass für eine Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG.
Aus psychischer Sicht ist der Beschwerdeführerin späte
s
tens seit Oktober 2011
ein Pensum
von
50
%
zumutbar.
Aus somatischer Sicht be
steht aufgrund der
zutreffenden Einschätzung des RAD
eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit in einer adap
tierten Tätigkeit, wobei
wegen des
vermehrten
Erholungs
bedarf
s
eine reduzierte Leistungsfähigkeit von 10
%
besteht
.
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der Auswirkungen dieser Einschränkungen vorzu
nehmen.
Vorliegend gelangt unbestrittenermassen die gemischte Methode zur Anwendung
, wobei die Beschwerdeführerin als
zu
80
%
Erwerbstätige und
zu
20
%
im Aufgabenbereich Tätige zu qualifizieren ist
(
Urk.
2 S.
4
)
, was ange
sichts
der Erwerbsbiographie
und familiären Situation
der Beschwerdeführerin als plau
sibel erscheint.
6.2
Beim Einkommensvergleich
(vgl.
Urk.
2 S.
4
)
ging die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 80
%
nach
gehen und dabei – unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung - ein Invalideneinkommen im Jahr 2011 von rund
Fr.
52‘396.-- erzielen würde. Dabei stützte sie sich auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers (
Urk.
8/
24
).
Das
In
valideneinkommen
ermittelte sie gestützt
auf die LSE-Tabellenlöhne und
er
rechnete – unter Gewährung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
vom sta
tistischen Tabellenlohn aufgrund des vermehrten Erholungsbedarfs - ein
hy
po
thetisches Invalideneinkommen
von
Fr.
23‘989.--
bei einem
Pensum
von 50 %
.
Die daraus resultierende
Erwerbseinbusse von
Fr.
28‘407
.--
kommt
ei
ner Ein
schränkung von
rund
54
%
gleich
.
Die
Berechnungen
der Beschwerdegegnerin
sind
aufgrund der Aktenlage
(vgl. Urk. 8/80)
nicht zu beanstanden und wurden
von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten, so dass darauf abgestellt werden kann. Bei der vorliegend massgebenden Gewichtung des
Erwerbsbe
reichs
mit 80
%
ergibt dies somit einen Teilinvaliditätsgrad von 43.20
%
(54
%
x 0.80)
.
6.3
Im Weiteren ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im
Haushaltsbe
reich
zu ermitteln. Zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich wurde die Beschwerdeführerin am
1
2.
Januar 2012
zu Hause besucht. Der
Haus
haltsabklärungsbericht
vom
1
8.
Januar 2012 (vorstehend E. 4.6
) enthält eine ein
gehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwer
de
führerin anfallenden Tätigkeiten. In Übereinstimmung mit der Ver
waltungs
praxis (
Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung,
KSIH,
Rz
3084 ff.) wurden darin die Haushaltstätigkeiten in sieben Aufgaben eingeteilt und
anschliessend
nach deren prozentualen Ge
wichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. Die
Ab
klärungsperson
klärte für jeden der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Be
hin
derung ab. Die Berichtstexte sind nachvollziehbar begründet sowie ange
messe
n detailliert und die Aussagen der Beschwerdeführerin wurden dabei er
wähnt und berücksichtigt. Der Abklärungsbericht erfüllt demnach die
Beweis
würdigungskriterien
(
BGE
128 V 93 E. 4
)
vollumfänglich, so dass darauf abge
stellt werden kann und demzufolge
von einer Einschränkung von 32.5
%
aus
gegangen werden kann.
Dies blieb von der Beschwerdeführerin im Übrigen un
bestritten.
Bei einer Ge
wichtung von 20
%
ergibt dies einen Teilinvaliditätsgrad von 6.50
%
(32.5
%
x 0.20)
.
7.
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und im Haushaltsbereich resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von
gerundet 50
%
(43.20
%
+ 6.50
%
= 49.70 %
). Bei diesem Ergebnis steh
t der Beschwerdeführerin somit eine halbe
Rente der Inva
lidenversicherung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang
des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.