Decision ID: bbf535a9-0778-59f9-a6b9-7e107312ef0a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 2013 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, in B._ die Primarschule und die
Oberstufe besucht zu haben. Einen Beruf habe sie nicht erlernt. Aktuell sei sie nicht
erwerbstätig; sie sei Hausfrau. Als gesundheitliche Beeinträchtigungen nannte sie eine
Knieverletzung, Rheuma und einen Ischias. Gemäss dem IK-Auszug war die
Versicherte in den Jahren 1997 bis 2001 und 2004 bis 2008 unregelmässig und in
Teilzeitpensen erwerbstätig gewesen (IV-act. 3).
A.b Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C._, berichtete der IV-Stelle am 15.
März 2013, dass die Versicherte seit 2004 an einer Gonarthrose rechts und an einem
wechselnd lokalisierten Schmerzsyndrom leide (IV-act. 13). Sie beklage eine Druck-
und Bewegungsdolenz im Knie rechts, in den Schultern beidseits, im LWS-Bereich und
in der Hüfte rechts. Im Juni 2010 sei ihr eine Knieprothese eingesetzt worden (vgl. IV-
act. 13-7: unikondyläre mediale Knieprothese rechts). Die Arbeitsfähigkeit müsste in
einer Berufserprobung getestet werden. Im Fragebogen zur Rentenabklärung
betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 17. März 2013 gab die Versicherte an, dass
sie heute ohne Behinderung in Teilzeit erwerbstätig wäre (IV-act. 14). Bei der
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Erledigung des Haushalts werde sie teilweise durch die Schwiegertochter, den Sohn
und den Ehemann unterstützt. Am 29. April 2013 reichte Dr. C._ weitere medizinische
Berichte ein und merkte unter anderem an, dass die Versicherte an Rheuma leide (IV-
act. 18). RAD-Arzt Dr. med. D._ notierte am 7. Mai 2013, dass der Informationsgehalt
des Berichts von Dr. C._ vom 29. April 2013 gegen Null tendiere (IV-act. 19). Nach
heutiger Aktenlage sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden von Dauer und
Relevanz mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen.
A.c Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2013 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 22). Obwohl die Versicherte gegen diesen
Vorbescheid Einwände erheben liess (IV-act. 27), verfügte die IV-Stelle am 31. Juli 2013
die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 30). Die dagegen erhobene Beschwerde
hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 6. März 2014 teilweise gut
(IV-act. 43; IV 2013/449); es hob die Verfügung auf und wies die Sache zu ergänzenden
medizinischen Abklärungen an die IV-Stelle zurück.
B.
B.a Dr. C._ informierte die IV-Stelle am 11. April 2014 darüber, dass ihn die
Versicherte letztmals am 27. September 2013 konsultiert habe (IV-act. 45). Die
Knieschmerzen verunmöglichten es der Versicherten, gehende und stehende Arbeiten
auszuüben. Dr. C._ erklärte wiederum, dass zur Ermittlung der Arbeitsfähigkeit eine
Berufserprobung nötig sei. Die E._ AG (Personalvermittlung) berichtete der IV-Stelle
am 11. April 2014, dass sie die Versicherte vom 8. Februar 2006 bis 9. Mai 2008 als
Produktionsmitarbeiterin in einem Vollpensum beschäftigt habe (IV-act. 46). Als
Kündigungsgrund gab sie "Auftragsende" an. Ohne Gesundheitsschaden würde die
Versicherte heute Fr. 22.50 pro Stunde verdienen. Ein IV-Sachbearbeiter notierte am
17. Mai 2014, dass die Argumentation des Rechtsvertreters im Einwandschreiben vom
1. Juli 2013 (IV-act. 31-6) und in der Beschwerdeschrift vom 18. September 2013 (IV-
act. 33-6), wonach die Versicherte im Gesundheitsfall zu mindestens 80 %
erwerbstätig wäre, nachvollziehbar sei (IV-act. 51).
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B.b Im August und September 2014 wurde die Versicherte durch die SMAB AG
polydisziplinär (internistisch, orthopädisch/traumatologisch, rheumatologisch,
neurologisch und psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 29. September 2014, IV-
act. 63). Die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom (DD myofasziales Schmerzsyndrom
infolge einer muskulären Dysbalance des Schulter- und Beckengürtels)
• spondylogene Schmerzsyndrome an der Hals- und an der Lendenwirbelsäule mit
pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung in den linken Schultergürtel bzw. in die rechte
untere Extremität bei Retroglissment von C3 gegenüber C4, im Sinne einer vermuteten
segmentalen Instabilität, Osteochondrose C3/4; generalisierte Spondylarthrosen der
HWS und Osteochondrose L4/5, Spondylarthrosen L3 bis S1 bilateral.
• panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
- rumpfmuskulärem Globaldefizit und Langzeitdekonditionierung
- röntgenologisch generalisierten Spondylarthrosen der HWS, lumbale
Spondylarthrosen L3-S1 und Osteochondrose L4/5.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
• Arthralgie der linken Schulter ohne korrelierendes pathomorphologisches Substrat
• mit Hemischlitten versorgte mediale Gonarthrose rechtes Knie (OP 2010),
komplikationsloser postoperativer Verlauf und freie Kniegelenkfunktion
• Adipositas, BMI 35 kg/m2
• beginnende Insulinresistenz
• anamnestisch, retrospektiv nicht mehr sicher klassifizierbare Kopfschmerzen, am
ehesten primär vom Spannungstyp
• Drehschwindelattacken seit vielen Jahren, peripher vestibuläre Ursache möglich
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• chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41)
• Dysthymia (F34.1).
Die Gutachter erklärten, dass die Versicherte vielfältige Beschwerden im Bereich des
Bewegungsapparates, insbesondere Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung in das
rechte Bein, rechtsseitige Kniebeschwerden, proximalwärts über die Hüfte bis in den
Rücken ausstrahlend, sowie Beschwerden in der linken Schulter beklagt habe. Die
Versicherte selber sehe sich als absolut nicht mehr arbeitsfähig. Im Rahmen der
orthopädisch-funktionellen Abklärung seien − weitestgehend gleichlautend mit der
rheumatologischen Abklärung − Weichteilschmerzsyndrome/myofasziale
Schmerzsyndrome festgestellt worden. Im Rahmen der rheumatologischen Abklärung
habe die Versicherte − abweichend vom Untersuchungsgang im Fachgebiet
Orthopädie − teils ausgedehnte und bereits durch Berührung auslösbare
Weichteildruckschmerzen mit polytoper Lokalisation im Bereich der HWS, des
Nackens, lumbal, über der rechten Schulter, in beiden Ellenbogen und über den beiden
Beckenkämmen geltend gemacht. Für diese palpatorisch ausgelösten
Schmerzbekundungen hätten keine korrelierenden somatischen Befunde ausfindig
gemacht werden können. Die röntgenologisch beschriebenen Aufbrauchbefunde der
HWS und der LWS befänden sich weitestgehend im Rahmen einer altersüblichen Norm
resp. überschritten diese, wenn überhaupt, nur minim. Die linke Schulter sei weder
klinisch-funktionell noch röntgenologisch auffällig gewesen. Der postoperative Befund
des rechten Kniegelenks sei einwandfrei gewesen. Weder die internistischen noch die
neurologischen Befunde und Diagnosen beeinträchtigten die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine leichte Einschränkung der
zumutbaren Belastbarkeit des Achsenskeletts und des rechten Kniegelenks.
Wahrscheinlich bestehe auch eine schmerzverursachte Reduktion der körperlichen
Aktivität und damit verbunden eine leichte allgemeine Dekonditionierung. In einer
rückenschonenden, wechselbelastenden Tätigkeit ohne wiederholte Treppengänge,
ohne Arbeiten auf Leitern und unter Vermeidung kniender und kauernder Positionen sei
die Versicherte 8.5 Stunden pro Tag arbeitsfähig; wegen der Dekonditionierung
bestehe jedoch eine Leistungseinbusse von 20 %. Diese sei medizinisch-theoretisch
innert sechs bis neun Monaten durch ein entsprechendes Training korrigierbar. Ob die
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Versicherte über genügend Ressourcen verfüge, um dieses Training zu absolvieren,
müsse psychiatrischerseits bestimmt werden. Der psychiatrische Gutachter wies
darauf hin, dass die Versicherte hauptsächlich über Schmerzen, Insuffizienzgefühle,
depressive Symptome und über eine Antriebslosigkeit geklagt habe; sie leide seit zehn
Jahren an einer zunehmenden psychophysischen Erschöpfung, Heimweh und
Traurigkeit. Die psychiatrische Exploration habe das Bild einer lang hingezogenen, aber
insgesamt leicht ausgeprägten depressiven Herabgestimmtheit, die vor dem
Hintergrund der Biographie als dysthyme Störung zu klassifizieren sei, gezeigt. Im Zuge
von psychosozialen Belastungsfaktoren habe die Versicherte offenbar bereits vor etwa
zehn Jahren zunehmend ein chronisches Schmerzsyndrom entwickelt, wobei neben
somatischen Faktoren vor allem auch psychische Faktoren an der Aufrechterhaltung
der chronischen Schmerzstörung beteiligt seien. Einerseits reagiere die Versicherte auf
die Wahrnehmung von Schmerzen mit der Entwicklung einer dysthymen Symptomatik;
andererseits führe die dysthym-depressive Stimmungslage zu einer vermehrt nach
innen gerichteten Selbstwahrnehmung, einer verstärkten Empfindung körperlicher
Beschwerden und Schmerzen sowie zu einer dysfunktionalen Schmerzverarbeitung mit
Selbstlimitierung bei einer sekundären Symptomausweitung und einem subjektiven
Gefühl der Invalidisierung. Allerdings beeinträchtige weder die Dysthymia noch die
chronische Schmerzstörung die Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Die sog. Foerster-
Kriterien seien nicht hinlänglich erfüllt. Es mangle an einer gravierenden Komorbidität.
Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Lebensbereichen liege nicht vor. Durch die
Entpflichtung und die Entlastung erlebe die Versicherte einen sekundären
Krankheitsgewinn. Eine Therapieresistenz oder suffiziente psychiatrische
Behandlungsansätze lägen nicht vor. Bislang sei keine psychiatrisch-
psychotherapeutische Fachbehandlung erfolgt. In polydisziplinärer Hinsicht schätzten
die Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
sowie in anderen körperlich angepassten Tätigkeiten auf 80 %. Zu vermeiden seien
Arbeiten in längerfristigen Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt stehend, kniend,
hockend und kauernd, repetitive Bewegungsanforderungen an den Rumpf und das
Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 15 kg. Als Hausfrau sei die Versicherte
uneingeschränkt arbeitsfähig. Dr. D._ vom RAD bezeichnete das Gutachten am 2.
Oktober 2014 als umfassend, in sich schlüssig und widerspruchsfrei; auf das
Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden (IV-act. 64).
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B.c Mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 67). Zur
Begründung führte sie an, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden weiterhin
ihrer Tätigkeit als Raumpflegerin in einem Pensum von 80 % nachgehen würde. Die
restlichen 20 % entfielen in den Aufgabenbereich Haushalt. Da der Versicherten die
Ausübung der angestammten wie auch einer adaptierten Tätigkeit weiterhin zu 80 %
zumutbar sei, betrage der IV-Grad im Erwerbsbereich 0 %. Im Haushalt sei die
Versicherte nicht IV-relevant eingeschränkt, weshalb für den Aufgabenbereich ebenfalls
ein IV-Grad von 0 % resultiere. Dagegen liess die Versicherte am 11. November 2014
einwenden (IV-act. 71), die Gutachter hätten übersehen, dass gerade die von ihnen
vorgeschlagenen Tätigkeiten (Pack-, Sortier-, Montier- und Ettiketierarbeiten) einen
repetitiven Bewegungsablauf des Rumpfes erforderten und der Versicherten deshalb
nicht zumutbar seien. Das Gutachten sei diesbezüglich innerlich widersprüchlich.
Obwohl die Versicherte bereits seit dem Jahr 2008 mit gesundheitlichen Problemen
gekämpft habe, habe sie sich erst anfangs Februar 2013 bei der IV angemeldet; der
Versicherten sei es also nicht um jeden Preis um eine Rente gegangen. Aufgrund der
mannigfaltigen Einschränkungen könne aus objektiver Sicht höchstens von einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Da die Versicherte seit vielen Jahren
nicht mehr erwerbstätig sei, bestehe keine Grundlage dafür, wie sich die körperlichen
Probleme auf ihre Erwerbsfähigkeit auswirkten. Deshalb seien zunächst berufliche
Abklärungen inkl. eines Arbeitsversuchs durchzuführen. Bezüglich des Status machte
der Rechtsvertreter geltend, dass von einer Vollerwerbstätigkeit auszugehen sei, da die
Versicherte in den Jahren 2006 bis 2008 zu 100 % erwerbstätig gewesen sei. Sollte
trotzdem eine 80 %igen Erwerbstätigkeit unterstellt werden, müsste aber jedenfalls
auch eine 20 %ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden.
B.d Mit Verfügung vom 13. November 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei
einem IV-Grad von 0 % wie angekündigt ab (IV-act. 72). Zum Einwand erwiderte sie,
dass am Ergebnis der umfassenden Begutachtung wie auch an der Einstufung (80 %
Erwerb und 20 % Haushalt) festgehalten werde. Das Gesuch um berufliche
Massnahmen sei bereits am 25. Februar 2013 rechtskräftig abgewiesen worden. Sollte
sich die Versicherte zu 80 % arbeitsfähig fühlen, könne sie nach Eintritt der Rechtskraft
der Rentenverfügung ein separates Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen
stellen.
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C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
12. Dezember 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens einer Viertelsrente ab August
2013; eventualiter sei eine weitere polydisziplinäre Begutachtung vorzunehmen. Der
Rechtsvertreter stellte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Ausserdem beantragte er die Sistierung der Beschwerde, bis
über die Durchführung beruflicher Massnahmen entschieden sei respektive bis diese
durchgeführt worden seien. Zur materiellen Begründung der Beschwerde machte der
Rechtsvertreter ergänzend zu den Einwänden im Vorbescheidverfahren geltend, dass
der konkrete Einfluss des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit zu wenig
abgeklärt worden sei. Obwohl es angebracht gewesen wäre, hätten die Gutachter
keine MRI-Untersuchungen des rechten Knies und der LWS durchgeführt.
C.b Gleichentags stellte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bei der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ein Gesuch um Durchführung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 75). Das Gericht kam dem Sistierungsgesuch der
Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2014 nach und sistierte das
Beschwerdeverfahren (act. G 2). Die IV-Stelle erteilte am 19. Februar 2015
Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung im Zeitraum 9. Februar 2015 bis 1. Mai
2015 im F._ (IV-act. 84). Nachdem die Beschwerdeführerin etliche unentschuldigte
Absenzen aufgewiesen und eine Entzündung des (nicht operierten) linken Knies geltend
gemacht hatte, brach die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle den
Arbeitsversuch am 24. März 2015 ab (IV-act. 95, 97). Das Gericht hob die Sistierung
des Beschwerdeverfahrens am 8. April 2015 auf (act. G 5). Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Beschwerdeergänzung (act. G 7).
C.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 8. Juni 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 12). Zur Begründung führte sie aus, dass die Abklärungen der
SMAB AG als umfassend bezeichnet werden könnten. Es seien
Röntgenuntersuchungen durchgeführt worden. Die verlangten MRI-Untersuchungen
würden mit hoher Wahrscheinlichkeit keine neuen Erkenntnisse bringen. Für die
Beurteilung der funktionellen Einschränkungen und deren Auswirkungen auf die
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Arbeitsfähigkeit sei der klinische Befund wesentlich und massgebend. Die
Beschwerdegegnerin wies ausserdem darauf hin, dass es das Ziel der beruflichen
Eingliederungsmassnahmen gewesen wäre, abzuklären, in welchen Bereichen der
Produktion die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit verwerten könne. Mit dem
Scheitern des Arbeitstrainings habe sich der Hinweis der Gutachter, dass die
Beschwerdeführerin innerlich mit dem Arbeitsleben abgeschlossen habe und keine
Möglichkeit für eine Rückkehr in eine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt sehe, bestätigt. Es
könne weiterhin auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit, welche durch die
SMAB-Gutachter festgelegt worden sei, abgestellt werden.
C.d Am 1. Juli 2015 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das
Beschwerdeverfahren bewilligt (act. G 16).
C.e Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seiner Replik vom 21.
September 2015 ergänzend geltend, dass sich die Beschwerdeführerin ohne
gesundheitliche Probleme um eine Vollzeitstelle gekümmert hätte, als die Kinder
volljährig und selbständig geworden seien, zumal der Ehemann auch den ganzen Tag
erwerbstätig und ausser Haus sei (act. G 20). Die Beschwerdeführerin sei daher als voll
erwerbstätig zu qualifizieren. Das Arbeitstraining habe abgebrochen werden müssen,
da sich die Beschwerdeführerin ausserstande gesehen habe, täglich mit den Krücken
und den öffentlichen Verkehrsmitteln an den Arbeitsort zu reisen. Ausserdem hätten die
wenigen Tage, an denen sie im Arbeitstraining anwesend gewesen sei, gezeigt, dass
die versuchsweise angeordnete hälftige Präsenz die nur schon theoretisch denkbare
oberste Grenze bilde. Gemäss dem RAD stimme die aktuelle klinische Untersuchung
der LWS mit dem über zehn Jahre alten MRI-Befund nicht überein. Gerade wenn die
geschilderten Schmerzen und die funktionellen Einschränkungen nicht mit dem
angeblich vorhandenen somatischen Befund übereinstimmten, wäre es umso
notwendiger, eine aktuelle MRI-Untersuchung durchzuführen. Wegen der
Kniebeschwerden könne die Beschwerdeführerin keine stehenden und gehenden
Tätigkeiten mehr ausüben. Das Sitzvermögen sei wegen der LWS-Probleme
eingeschränkt. Daher sei es offensichtlich, dass es für die Beschwerdeführerin keinerlei
Verweistätigkeiten mehr gebe. Die Beschwerdeführerin sei im Erwerb und im Haushalt
also weitestgehend arbeitsunfähig. Im Zusammenhang mit der neuen
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen stelle sich die Frage, wie weit bei der Beschwerdeführerin
überhaupt noch Ressourcen vorhanden seien, um das chronische Schmerzsyndrom zu
überwinden.
C.f Die Beschwerdegegnerin erklärte in ihrer Duplik vom 25. September 2015, dass
selbst bei der Annahme einer 100 %igen Erwerbstätigkeit kein Anspruch auf eine IV-
Rente bestünde (act. G 22). Auch unter der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zu den syndromalen Leiden vermöchten die diagnostizierten
Beeinträchtigungen lediglich eine minime Minderung der Arbeitsfähigkeit zu begründen.
Die Beschwerdegegnerin wies abschliessend darauf hin, dass die Gutachter bereits
diverse bildgebende Untersuchungen durchgeführt hätten.

Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 13. November
2014 einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0 %
verneint. Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1
IVG – namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird für die Bemessung der
Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (spezifische Methode des
Betätigungsvergleichs; Art. 28a Abs. 2 IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt
tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt
sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV, SR 831.201). Bei versicherten Personen, die teilweise erwerbstätig sind, erfolgt die
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. Dabei werden die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im Aufgabenbereich festgestellt und der
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen bemessen (Art. 28a
Abs. 3 IVG).
1.4 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin als zu 80 % erwerbstätig und
als zu 20 % im Haushalt tätig eingestuft. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
hat hingegen geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin ohne Behinderung voll
erwerbstätig wäre. Ob die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige oder als
Teilerwerbstätige zu qualifizieren ist, hat, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird,
keinen Einfluss auf den Rentenentscheid. Die Statusfrage kann daher offen gelassen
werden. Nachfolgend ist − zugunsten der Beschwerdeführerin − davon auszugehen,
dass sie im Gesundheitsfall voll erwerbstätig wäre.
2.
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2.1 Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
2.2 In somatischer Hinsicht hat die Beschwerdeführerin insbesondere über
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein, über Knieschmerzen rechts und
über Schulterbeschwerden links geklagt. Im Rahmen der im Februar/März 2015
durchgeführten beruflichen Eingliederungsmassnahmen hat sie zudem
Kniebeschwerden links angegeben. Die somatischen Gutachter haben weder klinisch-
funktionelle noch röntgenologische Befunde erheben können, die das Ausmass der
geltend gemachten Beschwerden erklären könnten. Sie haben die Beschwerden
überzeugend als Weichteilschmerzsyndrome/ myofasziale Schmerzsyndrome
qualifiziert. Angesichts der − allerdings weitestgehend altersüblichen −
Aufbrauchbefunde der HWS und der LWS und der Teilprothese im rechten Knie
leuchtet die Schlussfolgerung des rheumatologischen Gutachters, dass die
Belastbarkeit des Achsenskeletts und des rechten Kniegelenks leicht eingeschränkt ist,
ein. Demzufolge ist es gut nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin gewisse
Arbeiten (z.B. Arbeiten in kniender Position) vermeiden sollte und somit in qualitativer
Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Neben den qualitativen
Einschränkungen hat der rheumatologische Gutachter die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin auch in quantitativer Hinsicht als leicht eingeschränkt betrachtet;
er hat ihr eine 20 %ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Begründet hat er die
Einschränkung in zeitlicher Hinsicht mit einer Dekonditionierung resp. einem daraus
resultierenden verminderten Arbeitstempo (vgl. IV-act. 63-31). Der rheumatologische
Gutachter ist davon ausgegangen, dass die Dekonditionierung innert sechs bis neun
Monaten durch ein entsprechendes Training korrigierbar wäre. Er hat selber allerdings
nicht festlegen wollen, ob der Beschwerdeführerin ein solches Training zumutbar ist;
diesbezüglich hat er auf das psychiatrische Teilgutachten verwiesen. Der
psychiatrische Gutachter hat diese Frage nicht explizit beantwortet. Allerdings muss
daraus, dass er der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine volle
Arbeitsfähigkeit bescheinigt hat, geschlossen werden, dass ihr ein Training zur
Behebung der Dekonditionierung zumutbar ist. Da die Dekonditionierung mittels
adäquater medizinischer Massnahmen innert absehbarer Zeit behoben werden kann,
ist fraglich, ob es sich bei ihr überhaupt um einen invalidisierenden
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Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG handelt. Diese Frage kann
jedoch offen gelassen werden, da es keinen Einfluss auf den Rentenentscheid hat, ob
die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80 oder zu 100 %
arbeitsfähig ist.
2.2.1 Die somatischen Gutachter haben die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin in einer G._ weiterhin als zumutbar erachtet. Die Akten
enthalten keinen Tätigkeitsbeschrieb. Ohne Kenntnis der einzelnen Arbeitsschritte ist
nicht beurteilbar, ob es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit um eine
leidensadaptierte Tätigkeit gehandelt hat. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, ist
allerdings auch diese Frage für den Verfahrensausgang nicht relevant, weshalb sie
nicht beantwortet werden muss.
2.2.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass das
Gutachten der SMAB AG widersprüchlich sei: Die Gutachter hätten als adaptierte
Tätigkeiten Pack-, Sortier-, Montier- und Etikettierarbeiten empfohlen. Diese Arbeiten
erforderten einen repetitiven Bewegungsablauf des Rumpfes, was der
Beschwerdeführerin nicht zumutbar sei. Inwieweit die von den Gutachtern aufgezählten
Tätigkeiten einen repetitiven Bewegungsablauf des Rumpfes erfordern, hat der
Rechtsvertreter nicht dargelegt. Das genaue Anforderungsprofil der von den
Gutachtern aufgezählten Tätigkeiten ist dem Gericht nicht bekannt. Allerdings ist
aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen, dass diese Arbeiten
insbesondere repetitive Bewegungen der Hände und der Arme und nicht zwingend des
Rumpfes erfordern. Hinzu kommt, dass an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen
Anforderungen gestellt werden (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Da die
Belastbarkeit des Achsenskeletts und des rechten Kniegelenks lediglich leicht
eingeschränkt ist, ist davon auszugehen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
Hilfsarbeiten existieren, die die von den Gutachtern der SMAB AG aufgezählten
Adaptionskriterien erfüllen.
2.2.3 Der Rechtsvertreter hat weiter argumentiert, dass der somatische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht genügend abgeklärt worden sei.
Insbesondere hat er kritisiert, dass die Gutachter keine MRI-Untersuchungen der LWS,
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der HWS und des rechten Knies veranlasst haben. Die Wahl der geeigneten
Untersuchungsmethode ist grundsätzlich Sache des mit der Begutachtung
beauftragten medizinischen Sachverständigen, da dieser über das erforderliche
medizinische Fachwissen verfügt. Die Gutachter der SMAB AG haben aktuelle
Röntgenbilder der HWS, der LWS, der linken Schulter und des rechten Kniegelenks
anfertigen lassen (IV-act. 63-16 f.). Auf MRI-Untersuchungen haben sie indessen
verzichtet. Es ist davon auszugehen, dass die Gutachter zusätzliche MRI-
Untersuchungen hätten durchführen lassen, wenn sie aufgrund der Röntgenbefunde
und der klinischen Untersuchungen eine Notwendigkeit dafür gesehen hätten. RAD-
Arzt Dr. D._, der die Qualität des Gutachtens der SMAB AG aus medizinischer Sicht
beurteilt hat, hat das Gutachten als umfassend bezeichnet und somit zusätzliche MRI-
Untersuchungen ebenfalls nicht als erforderlich erachtet. Mit der Beschwerdegegnerin
ist daher davon auszugehen, dass aktuelle MRI-Untersuchungen keine neuen
Erkenntnisse hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit bringen würden. Demzufolge
sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die gutachterliche Untersuchung
unvollständig wäre und nicht den aktuellen Qualitätsleitlinien entsprechen würde.
2.2.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat ausserdem geltend gemacht,
dass die wenigen Tage, an denen die Beschwerdeführerin im Arbeitstraining anwesend
gewesen sei, gezeigt hätten, dass höchstens eine Präsenz von 50 % möglich sei. Bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung geht es darum, festzustellen, welche Arbeitsleistung
einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist. Welche Leistung eine
versicherte Person anlässlich eines Arbeitsversuchs erbringt, wird wesentlich durch
subjektive Faktoren wie die von der versicherten Person empfundenen Schmerzen, ihre
Motivation und ihre Willenskraft mitbestimmt. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass
der psychiatrische Gutachter bei der Beschwerdeführerin eine dysfunktionale
Schmerzverarbeitung mit Selbstlimitierung bei einer sekundären Symptomausweitung
und einem subjektiven Gefühl der Invalidisierung festgestellt hat. Die
Beschwerdeführerin habe innerlich mit dem Arbeitsleben abgeschlossen und sehe
keine Möglichkeit für eine Rückkehr in eine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Eine
Veränderungsmotivation liege nicht ausreichend vor (IV-act. 63-22). Die Angaben des
psychiatrischen Gutachters bringen deutlich zum Ausdruck, weshalb die von der
Beschwerdeführerin im Arbeitstraining gezeigte Leistung nichts darüber auszusagen
vermag, welche Arbeitsleistung ihr aus objektiver Sicht noch zumutbar ist.
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2.2.5 Die Beschwerdeführerin hat erstmals im Februar/März 2015 über Schmerzen
im linken Knie geklagt. Die gutachterliche Untersuchung des linken Kniegelenks ist aus
orthopädischer wie auch aus rheumatologischer Sicht unauffällig ausgefallen (IV-act.
63-29/37). Die rheumatologische und die orthopädische Untersuchung sind am 21.
resp. 28. August 2014 erfolgt (IV-act. 63-1). Die angefochtene Verfügung ist der
Beschwerdeführerin am 13. November 2014, also weniger als drei Monate später,
eröffnet worden. Für das vorliegende Verfahren ist lediglich der Gesundheitszustand
resp. die Arbeitsfähigkeit bis und mit Verfügungserlass relevant. Da sich das linke Knie
bei der Begutachtung im August 2014 unauffällig präsentiert hat und da die
Beschwerdeführerin erstmals mehrere Wochen nach Verfügungserlass über Schmerzen
im linken Knie geklagt hat, muss mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Kniebeschwerden links im
November 2014 noch nicht bestanden haben und für das vorliegende Verfahren daher
irrelevant sind. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin aus
somatischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit im Verfügungszeitpunkt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu mindestens 80 % arbeitsfähig gewesen ist.
2.3 Der psychiatrische Gutachter hat der Beschwerdeführerin eine Dysthymia und eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert.
Er hat jedoch beiden Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen.
2.3.1 Bei einer Dysthymia handelt es sich um eine leichte depressive Symptomatik.
Deshalb überzeugt es, dass der psychiatrische Gutachter diese für sich allein
betrachtet nicht als arbeitsfähigkeitsrelevant beurteilt hat. Bei der chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren handelt es sich um ein
sog. syndromales Leiden. Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht
seine Praxis zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen
somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden
geändert (vgl. z.B. IV-Rundschreiben Nr. 334). Nach dem alten Verfahrensstandard
eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht per se ihren Beweiswert
verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen
spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht
standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen
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und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit
weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat mit Blick auf die
Rechtsprechungsänderung darauf hingewiesen, dass sich die Frage stelle, inwieweit
bei der Beschwerdeführerin überhaupt noch Ressourcen vorhanden seien, um das
chronische Schmerzsyndrom zu überwinden. Die Beschwerdegegnerin ist
demgegenüber der Ansicht gewesen, dass auch unter der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung die diagnostizierten Beeinträchtigungen lediglich eine minime
Minderung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöchten. Nachfolgend ist somit zu
prüfen, ob das Gutachten der SMAB AG mit Bezug auf die Diagnose einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eine schlüssige
Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen Rechtsprechung
erlaubt.
2.3.2 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende
psychische Funktionen);
- sozialer Kontext.
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2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Begutachtung über vielfältige Beschwerden
im Bereich des Bewegungsapparates geklagt (Rücken, Hände, Knie, Hüftgelenke,
Nacken). Die Schmerzintensität sei wechselnd ausgeprägt, aktuell erlebe sie sie
mittelstark (VAS 6/10). Am Morgen seien die Schmerzen so stark, dass Bewegungen
kaum möglich seien. Im Tagesverlauf nähmen sie eher ab. Die Geh- und Stehfähigkeit
sei auf zehn Minuten beschränkt. Das rechte Knie fühle sich instabil an. Allgemein fühle
sie sich kraftlos (IV-act. 63-43). Sie fühle sich absolut nicht mehr arbeitsfähig. Die
Erledigung des Haushalts obliege überwiegend der in der gleichen Wohnung lebenden
Schwiegertochter. Sie selber könne nur leichte Haushaltsarbeiten verrichten (IV-act.
63-26). Bezüglich dieser Selbsteinschätzung fällt insoweit eine Diskrepanz auf, als sich
die Beschwerdeführerin in der Lage fühlt, leichte Haushaltsarbeiten zu erledigen, sich
aber für körperlich (sehr) leichte Erwerbstätigkeiten als vollständig arbeitsunfähig
betrachtet. Der Tagesablauf der Beschwerdeführerin ist strukturiert: Sie steht
zusammen mit ihrem Ehemann auf, macht kleine Spaziergänge, erledigt leichte
Hausarbeiten, bereitet mit der Hilfe der Schwiegertochter das Mittagessen zu, erledigt
kleine Einkäufe und Besorgungen und verbringt den Abend im Familienkreis (IV-act.
63-43/58 f.). Die Beschwerdeführerin pflegt zudem einen guten Kontakt zu den beiden
Söhnen und deren Familien, die nicht im selben Haushalt leben. Wie die
Beschwerdegegnerin dargelegt hat, ist demnach ein Aktivitätsniveau im privaten
Bereich auszumachen. Eine psychotherapeutisch-psychiatrische Fachbehandlung ist
bisher nicht erfolgt, was gegen einen erheblichen Leidensdruck spricht. Eine
gravierende Komorbidität liegt nicht vor (IV-act. 63-64). Die Beschwerdeführerin verfügt
durchaus über Interaktionskompetenzen und Ressourcen in den komplexen Ich-
Funktionen (IV-act. 63-63). Ein sekundärer Krankheitsgewinn besteht insofern, als die
Beschwerdeführerin durch ihre Erkrankung entpflichtet und entlastet wird. Eine
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Therapieresistenz oder suffiziente psychiatrische Behandlungsansätze sind nicht
vorhanden. Bei der Begutachtung sind gewisse Inkonsistenzen aufgefallen: Im
Gegensatz zur orthopädischen Untersuchung hat die Beschwerdeführerin in der
rheumatologischen Abklärung teils ausgedehnte und bereits durch Berührung
auslösbare Weichteildruckschmerzen in verschiedenen Körperregionen angegeben.
Unter Berücksichtigung aller Umstände ist mit dem psychiatrischen Gutachter der
SMAB AG davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über ausreichende
Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen verfügt und in der Lage ist, diese
willentlich zu überwinden und aus psychiatrischer Sicht einer vollen Erwerbstätigkeit
nachzugehen.
2.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt in einer körperlich angepassten Hilfsarbeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit höchstens zu 20 % arbeitsunfähig gewesen ist.
3.
3.1 Somit bleibt noch die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Invaliditätsbemessung zu überprüfen. Wie in Erwägung 1.4 dargelegt, wird die
Statusfrage offen gelassen und der Invaliditätsgrad zugunsten der Beschwerdeführerin
anhand eines reinen Einkommensvergleichs berechnet. Aus dem IK-Auszug ist
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz lediglich in kleinen
Teilzeitpensen gearbeitet hat. Hinzu kommt, dass sie zuletzt im Jahr 2008 erwerbstätig
gewesen ist. Das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen als Produktionsmitarbeiterin sagt
somit nichts darüber aus, welchen Lohn die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des
allfälligen Rentenbeginns (2013) ohne Gesundheitsschaden in einem vollen
Arbeitspensum (oder auch in einem 80 %-Pensum) hätte verdienen können. Da das
Valideneinkommen nicht anhand des zuletzt erzielten Erwerbseinkommens ermittelt
werden kann, ist auf Tabellenlöhne, namentlich auf das durchschnittliche Einkommen
einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE), abzustellen. Da auch die Invalidenkarriere einer Hilfsarbeit entspricht, kann ein
sog. Prozentvergleich vorgenommen werden (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
Angesichts der hohen Restarbeitsfähigkeit von mindestens 80 % wäre aufgrund der
indirekt durch die Gesundheitsbeeinträchtigung bedingten ökonomisch-
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betriebswirtschaftlichen Nachteile nur ein geringer Tabellenlohnabzug von maximal 5
% gerechtfertigt. Würde die Beschwerdeführerin als zu 100 % erwerbstätig eingestuft
und von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen, würde unter Berücksichtigung
eines Tabellenlohnabzugs von 5 % ein IV-Grad von lediglich 24 % resultieren (20 % +
[80 % x 0.05]). Unabhängig vom Status und unabhängig davon, ob die
Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 80 % oder zu 100 %
arbeitsfähig ist, hat sie somit keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
3.2 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr
in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der
Gerichtsgebühr zu befreien.
4.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote
eingereicht. Da es sich vorliegend um einen durchschnittlich aufwändigen Rentenfall
gehandelt hat, erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit
entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
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4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).