Decision ID: 9c569251-0458-5d86-ae9d-7ba04d3cc3a8
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 2. Juli 2020 schrieb das Bundesamt für Umwelt BAFU, Abteilung Luft-
reinhaltung und Chemikalien (im Folgenden: Vergabestelle), auf der Inter-
netplattform SIMAP (Informationssystem über das öffentliche Beschaf-
fungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel "Betrieb der Meldestelle
für Anlagen mit Kältemitteln" einen Dienstleistungsauftrag im offenen Ver-
fahren aus (Meldungsnummer: 1141883; Projekt-ID 206200).
Gegenstand dieser Ausschreibung bildete der routinemässige Betrieb der
Meldestelle für Anlagen mit Kältemitteln. Seit dem 1. Juli 2003 besteht für
die Betreiber von Anlagen mit mehr als 3 kg ozonschichtabbauenden oder
in der Luft stabilen Kältemitteln eine Meldepflicht für solche Anlagen (An-
hang 2.10 Ziffer 5.1 Absatz 1 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verord-
nung; ChemRRV). Die Aufgabe der Entgegennahme und Verwaltung der
Meldungen (d.h. Festlegung einer Nummer für jede gemeldete Anlage ge-
mäss Anhang 2.10 Ziffer 5.1 Absatz 5 ChemRRV, Führen einer Datenbank
über die gemeldeten Anlagen, Information des BAFU und der Berechtigten)
wurde ab 2005 der A._ GmbH übertragen, welche vormals die Mel-
destelle für Anlagen mit Kältemitteln betrieb. Die Meldestelle nahm etwa
15'000 bis 18’000 Meldungen jährlich entgegen und die Datenbank der ge-
meldeten Anlagen umfasste über 146’000 Einträge (Ziff. 2.6 der Ausschrei-
bung).
Die Vergabestelle legte den Termin für schriftliche Fragen auf den 11. Au-
gust 2020 und die Frist für die Einreichung der Angebote auf den 26. Au-
gust 2020 fest (vgl. Ziff. 1.3 und 1.4 der Ausschreibung).
B.
In der Folge gingen fristgerecht fünf Angebote ein, darunter dasjenige der
A._ GmbH, [...], sowie dasjenige der B._ SA, [...].
C.
Die Vergabestelle erteilte den Zuschlag am 28. Oktober 2020 der
B._ SA (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin) und publizierte die-
sen am 30. Oktober 2020 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnum-
mer: 1158263; Projekt-ID 206200). Auf Wunsch der A._ GmbH er-
läuterte ihr die Vergabestelle die Gründe für die Nichtberücksichtigung ih-
res Angebots anlässlich des Debriefings vom 5. November 2020.
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Seite 3
D.
Gegen die am 28. Oktober 2020 publizierte Zuschlagsverfügung erhob die
A._ GmbH (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom
19. November 2020 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:
1. "Der Zuschlag für die Projekt-ID 206200 (Meldungsnummer 1158263) zu-
gunsten der B._ sei aufzuheben.
Eventualiter sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags festzustellen.
2. Der Zuschlag für die Projekt-ID 206200 (Meldungsnummer 1158263) sei
der Beschwerdeführerin zu erteilen.
3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen und das Vergabeverfahren für das Projekt-ID 206200 (Mel-
dungsnummer 1158263) sei durch die Vorinstanz dahingehend zu ergän-
zen, dass die Voraussetzungen in der Ausschreibung realitätsnäher defi-
niert werden und insbesondere:
- mit einer effektiven und realistischen Anzahl jährlicher An- und Abmel-
dungen zu rechnen ist;
- Aufwendungen im Hinblick auf qualitativ schlechte Meldungen, Zusatz-
aufwendungen wie z.B. bei Eigentümerwechsel oder Standortwechsel zu
berücksichtigen sind;
- das Wartungsheft in die Ausschreibung miteinzubeziehen ist; und
- die Digitalisierungsaspekte realitätsnah zu beurteilen sind.
und folgenden prozessualen Massnahmen:
1. Der verwaltungsrechtliche Vertrag zwischen der Beschwerdeführerin und
der Beschwerdegegnerin vom 17. Dezember 2004 sei als vorsorgliche
Massnahme mindestens für die Dauer des Beschwerdeverfahrens zu ver-
längern.
2. Die Beschwerdegegnerin sei als vorsorgliche Massnahme zu verpflichten,
während der Dauer des Beschwerdeverfahrens gegenüber Dritten Still-
schweigen über den vorgesehenen Systemwechsel zu bewahren.
3. Der vorliegenden Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen.
4. Die Beschwerdeinstanz hat die Akten aus dem Verfahren vor der Vor-
instanz beizuziehen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST)."
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Seite 4
Zur Begründung ihrer Hauptbegehren in der Beschwerde führte die Be-
schwerdeführerin im Wesentlichen aus, der Zuschlag sei aufgrund unrich-
tiger und unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal-
tes aufzuheben. Insbesondere sei in der Ausschreibung von einer unrea-
listischen Anzahl Meldungen ausgegangen worden. Weiter seien in der
Ausschreibung die sich im Umlauf befindlichen Meldekarten und ausgege-
benen Abmeldekarten, die qualitativ schlechten Meldungen, das Wartungs-
heft sowie die Zusatzaufgaben nicht berücksichtigt worden. Schliesslich sei
der Sachverhalt auch im Hinblick auf die Möglichkeiten der Digitalisierung
unrichtig erfasst worden.
E.
Mit superprovisorischer Anordnung vom 20. November 2020 untersagte
der Instruktionsrichter bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die
Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, nament-
lich den Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin. Zudem verpflich-
tete er die Vergabestelle einstweilen superprovisorisch, während der Dauer
des Beschwerdeverfahrens gegenüber Dritten Stillschweigen über den
vorgesehenen Systemwechsel zu bewahren.
Mit Verfügung vom 23. November 2020 setzte der Instruktionsrichter der
Vergabestelle sodann bis zum 7. Dezember 2020 Frist an, um zu den
prozessualen Anträgen der Beschwerdeführerin Stellung zu nehmen und
die vollständigen Akten einzureichen bzw. die von der Akteneinsicht aus-
zunehmenden Aktenstücke zu bezeichnen. Der Zuschlagsempfängerin
wurde es freigestellt, bis zum 7. Dezember 2020 allfällige Parteirechte gel-
tend zu machen. Schliesslich forderte der Instruktionsrichter die Beschwer-
deführerin auf, innert derselben Frist einen Kostenvorschuss von
Fr. 5'000.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten.
F.
F.a Die Zuschlagsempfängerin machte innert Frist keine Parteirechte gel-
tend.
F.b Am 11. Dezember 2020 reichte die Vergabestelle ihre Vernehmlassung
zu den prozessualen Anträgen und die Vorakten ein. Sie beantragt die Ab-
weisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung.
F.c Mit Schreiben vom 16. Dezember 2020 ersuchte die Beschwerdefüh-
rerin um vollständige Akteneinsicht.
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Seite 5
F.d Im Schreiben vom 23. Dezember 2020 äusserte die Beschwerdeführe-
rin ihre Bereitschaft, den Betrieb der Meldestelle für die Dauer des Be-
schwerdeverfahrens zu den bisherigen Bedingungen weiterzuführen.
F.e In ihrer Eingabe vom 23. Dezember 2020 führte die Vergabestelle aus,
dass der bestehende Vertrag über den Betrieb der Meldestelle für Anlagen
mit Kältemitteln mit der Beschwerdeführerin noch nicht gekündigt worden
sei. Gleichzeitig reichte sie auf instruktionsrichterliche Aufforderung hin
nicht vertrauliche Versionen der Vorakten 04a, 10, 11a und 11b ein, welche
der Beschwerdeführerin unter Ansetzung einer Frist zur Replik zugestellt
wurden.
G.
Innert verlängerter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 26. Januar
2021 ihre Replik zur aufschiebenden Wirkung ein. Sie beantragte zusätz-
lich zu den Begehren in der Beschwerde, es sei ihr bei den Zuschlagskri-
terien 5 und 6 jeweils die Note 5 statt der Note 4 bzw. 3 zu erteilen. In
prozessualer Hinsicht stellte sie zudem das Begehren, die Stellungnahme
der Beschwerdeführerin (recte: Vergabestelle) vom 11. Dezember 2020 sei
aus dem Recht zu weisen, da diese den Voraussetzungen nach Art. 52 ff.
VwVG nicht entspräche.
H.
Die Vergabestelle hielt ihrerseits im Schreiben vom 5. Februar 2021 am
Antrag auf Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung fest, da
auch die Gutheissung der Anträge um Neubewertung zu keinem anderen
Gesamtergebnis betreffend den Zuschlag führen würde.
Am 18. Februar 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine unaufgeforderte
Stellungnahme mit unveränderten Rechtsbegehren ein, welche der Verga-
bestelle zur Kenntnis gebracht wurde.
I.
Mit Zwischenentscheid vom 3. März 2021 wies das Bundesverwaltungsge-
richt den Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden
Wirkung ab. Weiter stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die in
der Instruktionsverfügung vom 20. November 2020 superprovisorisch an-
geordneten Massnahmen dahinfallen.
J.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 6. April
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Seite 6
2021 focht die Beschwerdeführerin den Zwischenentscheid über die auf-
schiebende Wirkung beim Bundesgericht an.
Das Bundesgericht trat mit Urteil 2C_291/2021 vom 5. Mai 2021 auf diese
Beschwerde nicht ein. Es führte aus, die Beschwerdeführerin lege nicht
dar, inwieweit sich im vorliegenden Zusammenhang Rechtsfragen von
grundsätzlicher Bedeutung stellen würden.
K.
Auf entsprechende Aufforderung des Instruktionsrichters hin, reichte die
Vergabestelle am 12. August 2021 eine Vernehmlassung zur Hauptsache
ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich Begrün-
dung verwies sie auf die Ausführungen in ihrer Stellungnahme zu den pro-
zessualen Anträgen der Beschwerdeführerin. Zudem informierte sie, dass
ein Vertragsentwurf mit der Zuschlagsempfängerin vorliege, der per 1. Ok-
tober 2021 in Kraft treten werde.
L.
Mit Verfügung vom 16. August 2021 gab der Instruktionsrichter der Be-
schwerdeführerin die Gelegenheit, bis zum 6. September 2021 allfällige
Schlussbemerkungen einzureichen oder gegebenenfalls die Beschwerde
zurückzuziehen.
In der Replik vom 27. September 2021 hielt die Beschwerdeführerin unver-
ändert an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und Ausfüh-
rungen fest.
M.
Mit Schreiben vom 29. September 2021 teilte die Vergabestelle mit, dass
sie den Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin abgeschlossen habe und
dass dieser am 1. Oktober 2021 in Kraft trete.
Mit Verfügung vom 11. Oktober 2021 übermittelte der Instruktionsrichter
diese Mitteilung der Beschwerdeführerin und teilte ihr gleichzeitig mit, dass
das Bundesverwaltungsgericht, wenn der Vertrag mit der Anbieterin bereits
abgeschlossen worden sei, nur noch einen Feststellungsentscheid treffen
könne, sofern sich die Beschwerde als begründet erweisen sollte.
Mit Eingabe vom 22. November 2021 hielt die Beschwerdeführerin an der
Beschwerde fest und stellte den Antrag, es sei festzustellen, dass der Zu-
schlag für die Projekt-ID 206200 (Meldungsnummer 1158263) zugunsten
der B._ SA rechtswidrig erfolgt sei. Für die Begründung verwies die
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Seite 7
Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf die Beschwerde vom 19. Novem-
ber 2020 sowie auf die Stellungnahmen vom 26. Januar 2021, 18. Februar
2021 und 27. September 2021.
Die Vergabestelle verzichtete am 7. Dezember 2021 und die Beschwerde-
führerin am 15. Dezember 2021 auf eine weitere Stellungnahme.
N.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und entsprechend auf eine Be-
schwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes
wegen und mit freier Kognition (BVGE 2007/6 E. 1).
1.1 Am 1. Januar 2021 traten das totalrevidierte Bundesgesetz vom
21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR
172.056.1) und die dazugehörende Verordnung vom 12. Februar 2020
über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) sowie das
revidierte WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen
vom 15. April 1994 (Government Procurement Agreement [GPA 2012, SR
0.632.231.422], Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 2012,
BBl 2017 2175 ff.) in Kraft. Gemäss der in Art. 62 BöB enthaltenen Über-
gangsbestimmung werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten dieses
Gesetzes eingeleitet wurden, nach bisherigem Recht zu Ende geführt. Die
im vorliegenden Verfahren massgebliche Ausschreibung datiert vom
2. Juli 2020. Damit sind grundsätzlich die in jenem Zeitraum geltenden
Rechtssätze anwendbar, nämlich insbesondere das Bundesgesetz vom
16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (im Folgen-
den: aBöB [AS 1996 508 ff.]) und die Verordnung vom 11. Dezember 1995
über das öffentliche Beschaffungswesen (im Folgenden: aVöB [AS 1996
518 ff.]).
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach
dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021), soweit das aBöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom
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Seite 8
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1
aBöB und Art. 37 VGG).
1.3 Als durch Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht selbständig
anfechtbare Verfügungen gelten unter anderem der Zuschlag oder Ab-
bruch des Vergabeverfahrens und die Ausschreibung des Auftrags (Art. 29
Bst. a und b i.V.m. Art. 27 Abs. 1 aBöB).
1.4 Das aBöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Über-
einkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen
(Government Procurement Agreement [GPA 1994, SR 0.632.231.422]) un-
terstellt sind. Alle übrigen Beschaffungen sind in der aVöB geregelt. Die
Art. 32 ff. aVöB (im 3. Kapitel: "Übrige Beschaffungen") regeln Aufträge des
Bundes, die entweder die Schwellenwerte des GPA nicht erreichen oder
aus anderen Gründen nicht dem aBöB unterstehen (BVGE 2008/48 E. 2.1
mit Hinweisen "Areal- und Gebäudeüberwachung PSI"; Urteile des BVGer
B-5941/2019 E. 2.1, B-8141/2015 vom 30. August 2016 E. 3 "Übersetzun-
gen ZAS"). Das aBöB ist demnach anwendbar, wenn die Auftraggeberin
dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 aBöB), wenn der Beschaffungsge-
genstand sachlich erfasst wird (Art. 5 aBöB), der geschätzte Wert des zu
vergebenden öffentlichen Auftrages den entsprechenden Schwellenwert
von Art. 6 Abs. 1 aBöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbestände von
Art. 3 aBöB gegeben ist.
1.4.1 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesver-
waltung und untersteht damit dem aBöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a aBöB; vgl.
Anhang I Annex 1 GPA 1994).
1.4.2 Die Vergabestelle hat die vorliegende Beschaffung als Dienstleis-
tungsauftrag ausgeschrieben (vgl. Ziffer 1.8 der Ausschreibung). Nach
Art. 5 Abs. 1 Bst. b aBöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" ei-
nen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter oder einer
Anbieterin über die Erbringung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex
4 GPA 1994. In diesem Anhang werden die unterstellten Dienstleistungen
im Sinne einer Positivliste abschliessend aufgeführt (vgl. Botschaft vom
19. September 1994 zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO-Überein-
kommen [Uruguay-Runde] notwendigen Rechtsanpassungen − Öffentli-
ches Beschaffungswesen [GATT-Botschaft 2], in: BBl 1994 IV 1181). Ge-
mäss Art. 3 Abs. 2 aVöB gelten als Dienstleistungen die in Anhang 1a zur
aVöB aufgeführten Leistungen. Die darin enthaltene Liste mit der Über-
schrift "Dienstleistungen im Anwendungsbereich des Gesetzes und des
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Seite 9
2. Kapitels dieser Verordnung" entspricht derjenigen des Anhangs 1 Annex
4 GPA 1994, indem sämtliche dort aufgeführten Dienstleistungen durch die
aVöB unverändert übernommen werden. Nur für solche dem Gesetz un-
terstehenden Dienstleistungen steht der Rechtsmittelweg offen (BVGE
2008/48 E. 2.1 und BVGE 2011/17 E. 5.2.1, je m. H.; GALLI/MO-
SER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl.
2013, Rz. 1228 m. H.). Nach Anhang 1 Annex 4 GPA 1994 ist die Zentrale
Produkteklassifikation der Vereinten Nationen massgeblich (CPCprov; Ur-
teil des BVGer B-1773/2006 vom 25. September 2008, auszugsweise pu-
bliziert in BVGE 2008/48, E. 3; Urteil des BVGer B-8141/2015 vom 30. Au-
gust 2016 E. 3.3.4 f.). Die Vergabestelle hat das streitgegenständliche Pro-
jekt unter der Common Procurement Vocabulary-Referenznummer (CPV-
Nummer) "90720000: Umweltschutz" aufgeführt (vgl. Ziffer 2.5 der Aus-
schreibung). Diese entspricht einer der Abteilung 94 (Sewage and refuse
disposal, sanitation and other environmental protection services) der
CPCprov zuzuordnenden Dienstleistung, welche vom Anhang I Annex 4
zum GPA 1994 bzw. vom Anhang 1a zur aVöB erfasst wird. Demnach fällt
die Dienstleistung in den sachlichen Anwendungsbereich des aBöB (vgl.
Urteil des BVGer B-3797/2015 vom 13. April 2016, auszugsweise publiziert
als BVGE 2017 IV/4, E. 1.6; vgl. zum Ganzen MARTIN BEYELER, Der Gel-
tungsanspruch des Vergaberechts, 2012, Rz. 1050, 1059 und 1131 ff.).
1.4.3 Das geschätzte Auftragsvolumen liegt deutlich über dem für Dienst-
leistungen geltenden Schwellenwert von Fr. 230'000.– gemäss Art. 6
Abs. 1 Bst. b aBöB beziehungsweise Art. 6 Abs. 2 aBöB in Verbindung mit
Art. 1 Bst. b der Verordnung des WBF vom 19. November 2019 über die
Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die
Jahre 2020 und 2021 (AS 2019 4101 [aufgehoben per 1. Januar 2021: AS
2020 4165]).
1.4.4 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 aBöB vorliegt,
fällt die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich
des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen.
1.4.5 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vor-
liegenden Streitsache zuständig.
1.5 Nachdem das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenentscheid vom
3. März 2021 den Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung abgewiesen hatte und das Bundesgericht auf eine
dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 2C_291/2021 vom 5. Mai 2021
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nicht eintrat, schloss die Vergabestelle den Beschaffungsvertrag mit der
Zuschlagsempfängerin ab. Dieser trat am 1. Oktober 2021 in Kraft (vgl.
Eingabe der Vergabestelle vom 29. September 2021).
Mit diesem Vertragsschluss zwischen der Vergabestelle und der Zu-
schlagsempfängerin werden die Hauptanträge der Beschwerdeführerin auf
Aufhebung der angefochtenen Zuschlagsverfügung vom 30. Oktober 2020
und Erteilung des Zuschlags an die Beschwerdeführerin respektive auf
Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vergabestelle, gegen-
standslos und sind daher materiell nicht mehr zu behandeln (BVGE
2010/58, nicht publizierte E. 1.4.1 "Privatisierung Alcosuisse I"; Urteile des
BVGer B-2560/2021 vom 11. Januar 2022 E. 1.4 und B-3803/2010 vom 2.
Februar 2011 E. 1.5.2 "Privatisierung Alcosuisse II").
Hingegen besteht stattdessen – in maiore minus – ein Feststellungsinte-
resse der Beschwerdeführerin daran, dass das Bundesverwaltungsgericht
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 aBöB in seinem Urteil feststelle, inwiefern die
angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, damit sie gestützt darauf
Schadenersatzansprüche geltend machen könnte. Die Beschwerdeführe-
rin beantragt, die Verfügung vom 30. Oktober 2020 sei aufzuheben und es
sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags festzustellen. Einen konkreten
Schadenersatzbetrag nennt die Beschwerdeführerin hingegen nicht.
Das Interesse an der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen
stellt im Vergaberecht ein hinreichendes Feststellungsinteresse dar, wes-
halb die Eintretensvoraussetzungen in Bezug auf ein derartiges Feststel-
lungsbegehren nicht restriktiver sind als bei einem Beschwerdebegehren,
das noch auf Aufhebung des Zuschlags und Rückweisung der Sache zur
Neubeurteilung gerichtet ist (BVGE 2010/58, nicht publizierte E. 1.4.2 "Pri-
vatisierung Alcosuisse I"; Urteile des BVGer B-2560/2021 vom 11. Januar
2022 E. 1.4 sowie B-7062/2017 vom 22. August 2019 E. 1.3 "IT-Dienste
ASALfutur").
1.5.1 Vorliegend rügt die Beschwerdeführerin als vormalige Betreiberin der
Meldestelle für Anlagen mit Kältemitteln in materieller Hinsicht insbeson-
dere, die Vergabestelle habe bei der Ausschreibung wesentliche und ent-
scheidende Sachverhaltselemente ausser Acht gelassen, weshalb die
Rechtswidrigkeit des Zuschlags offenkundig sei.
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Seite 11
Würde das Gericht der Argumentation der Beschwerdeführerin vollumfäng-
lich Folge leisten, so hätte sie als an dritter Stelle rangierte Anbieterin al-
lenfalls eine Chance gehabt, den Zuschlag zu erhalten.
1.5.2 Auch wenn vorliegend der Vertrag zulässigerweise bereits abge-
schlossen ist und nur noch eine allfällige Feststellung einer Rechtswidrig-
keit Streitgegenstand ist, ist bei dieser Konstellation die Legitimation der
Beschwerdeführerin in Bezug auf ihr Feststellungsbegehren zu bejahen
(Urteil B-2560/2021 E. 1.4.2).
1.6 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 30 aBöB
und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht be-
zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG).
1.7 Auf die Beschwerde ist daher insofern einzutreten, als das Gericht ent-
sprechend dem Eventualbegehren der Beschwerdeführerin die Rechtmäs-
sigkeit der angefochtenen Verfügung prüft (vgl. aber E. 2.3 hiernach). So-
weit weitergehend, ist die Beschwerde zufolge Vertragsabschlusses ge-
genstandslos geworden.
2.
Die Beschwerdeführerin als bisherige Betreiberin der Meldestelle für Anla-
gen mit Kältemitteln rügt in materieller Hinsicht als erstes, die Vergabestelle
habe bei der Ausschreibung wesentliche und entscheidende Sachverhalts-
elemente ausser Acht gelassen. Zu nennen seien die falsche und unrealis-
tische Anzahl angenommener Meldungen pro Jahr, die Nichtberücksichti-
gung von qualitativ schlechten Meldungen, von Zusatzaufgaben und des
Wartungshefts. Auch im Hinblick auf die Möglichkeiten der Digitalisierung
sei der Sachverhalt unrichtig erfasst worden.
Die Vergabestelle macht in diesem Zusammenhang geltend, dass diese
Rügen bereits gegen die Ausschreibung hätten geltend gemacht werden
müssen, weshalb sie verspätet seien. Die Beschwerdeführerin mache nicht
geltend, die Bedeutung und Tragweite der in der Ausschreibung getroffe-
nen Anordnungen seien für sie nicht erkennbar gewesen. Als Begründung
führe sie lediglich ihre Erfahrungen als bisherige Betreiberin der Melde-
stelle für Anlagen mit Kältemitteln an.
2.1 Einwände, welche die Ausschreibung selbst betreffen, können – ge-
mäss der vor der BöB-Revision geltenden Praxis – im Rahmen eines Be-
schwerdeverfahrens gegen einen späteren Verfügungsgegenstand grund-
sätzlich nicht mehr vorgebracht werden, soweit Bedeutung und Tragweite
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Seite 12
der getroffenen Anordnungen ohne Weiteres erkennbar waren (Zwischen-
entscheid des BVGer B-738/2012 vom 14. Juni 2012 E. 3.1 m. H. "Ab-
fallentsorgung"). Dagegen sind behauptete Mängel in den Ausschrei-
bungsunterlagen nach geltender Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
grundsätzlich nicht selbständig, sondern mit dem nächstfolgenden Verfah-
rensschritt, in der Regel dem Zuschlag, anzufechten (BVGE 2014/14
E. 4.4 m. H. "Suchsystem Bund"). Die Verfahrensökonomie gebietet es
aber, im Rahmen der Beschwerde gegen die Ausschreibung auch gerügte
Mängel gegen die gleichzeitig zur Verfügung stehenden Ausschreibungs-
unterlagen zu hören, welche zwar aus der Ausschreibung selbst nicht er-
sichtlich sind, aber zentrale Punkte des nachfolgenden Vergabeverfahrens
betreffen (BVGE 2018 IV/2 E. 1.1 m. H. "Produkte zur Innenreinigung I",
Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 3.3).
2.2 Vorliegend macht die Beschwerdeführerin erstmals in der Beschwerde
vom 19. November 2020 gegen die Zuschlagsverfügung geltend, die im
Pflichtenheft angenommene Anzahl Meldungen pro Jahr (20'000), welche
in der Offerte als Bemessungsgrundlage für den Pauschalpreis pro Mel-
dung gelten solle, sei völlig unrealistisch, da sich bei ihr als bisherige Be-
treiberin der Meldestelle für Anlagen mit Kältemitteln für die letzten drei
Jahre ein Durchschnitt von 12'141 Meldungen ergeben habe.
2.3 Es ist zwar richtig, dass sich die Annahme der Vergabestelle von
20'000 Meldungen pro Jahr im Pflichtenheft (vgl. Ziff. 3.2.1) und somit in
den Ausschreibungsunterlagen findet. Hingegen ist dem detaillierten Auf-
gabenbeschrieb in der Ausschreibung vom 2. Juli 2020 (Ziff. 2.6) schon zu
entnehmen, dass die Vergabestelle bei der Beschreibung des Ist-Zustan-
des von 15'000 bis 18'000 Meldungen pro Jahr ausgeht. Da schon diese
Zahlen beträchtlich von den geltend gemachten Erfahrungswerten der Be-
schwerdeführerin abweichen, hätte sie die ihrer Meinung nach falsche
Grundlage bereits mit Beschwerde gegen die Ausschreibung geltend ma-
chen müssen. Zumindest hätte es die Sorgfalt geboten, diesbezüglich das
Pflichtenheft genauer zu prüfen. Da die Beschwerdeführerin ihre diesbe-
züglichen Rügen nicht innert der 20tägigen Beschwerdefrist seit der
SIMAP-Publikation der Ausschreibung am 2. Juli 2020 vorgebracht hat, ist
auf diese im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gegen den Zuschlag
nicht mehr einzugehen, denn sie sind verspätet.
2.4 Die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin bezüglich Nichtberück-
sichtigung von qualitativ schlechten Meldungen, von Zusatzaufgaben, des
B-5792/2020
Seite 13
Wartungshefts und zu den Möglichkeiten der Digitalisierung stehen gröss-
tenteils im Zusammenhang mit dem Pflichtenheft und betreffen somit die
Ausgestaltung der Ausschreibungsunterlagen.
Nach der vor der BöB-Revision geltenden bundesverwaltungsgerichtlichen
Praxis ändert der Umstand, dass die Ausschreibungsunterlagen gleichzei-
tig mit der Ausschreibung zur Verfügung gestanden haben, nichts daran,
dass die Ausschreibungsunterlagen im Rahmen der Anfechtung des Zu-
schlags beanstandet werden können (BVGE 2014/14 E. 4 "Suchsystem
Bund"; vgl. E. 2.1 hiervor). Zwar ist es aus prozessökonomischen Gründen
zulässig, gleichzeitig mit der Ausschreibung publizierte Ausschreibungsun-
terlagen mit dieser zu beanstanden, aber es gereicht der Beschwerdefüh-
rerin – allenfalls unter Vorbehalt hier nicht vorgebrachter Argumente betref-
fend den Grundsatz von Treu und Glauben – nicht zum Nachteil, wenn sie
die Ausschreibungsunterlagen erst mit dem Zuschlag rügt. Damit sind die
gegen die Ausschreibungsunterlagen gerichteten Rügen der Beschwerde-
führerin nicht offensichtlich verspätet, weshalb auf diese nachfolgend ein-
zugehen ist. Indessen sind die Rechtssuchenden darauf hinzuweisen,
dass der Gesetzgeber neu in Art. 53 Abs. 2 BöB regelt, dass Anordnungen
in den Ausschreibungsunterlagen, deren Bedeutung erkennbar ist, zusam-
men mit der Ausschreibung angefochten werden müssen (vgl. Urteil
B-1185/2020 E. 3.3).
3.
Gemäss Art. 12 Abs. 1 aBöB bezeichnet die Auftraggeberin die erforderli-
chen technischen Spezifikationen in den Ausschreibungs-, Vergabe- und
Vertragsunterlagen. Dabei verfügt sie über einen breiten Ermessensspiel-
raum, in welchen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten
Voraussetzungen eingreift (vgl. E. 3.5.2 hiernach).
3.1 Die Auftraggeberin hat die Anforderungen an die geforderte Leistung
(insbesondere deren technische Spezifikationen) in hinreichender Klarheit
und Ausführlichkeit zu beschreiben (Art. 16a Abs. 1 aVöB) und teilt in je-
dem Fall mit, welche Anforderungen zwingend zu erfüllen sind (Art. 16a
Abs. 3 aVöB).
3.2 Im Rahmen der Ausschreibung formulierte Beurteilungskriterien sind
so auszulegen, wie sie von den Anbietern in guten Treuen verstanden wer-
den konnten und mussten; auf den subjektiven Willen der Vergabestelle
beziehungsweise der dort tätigen Personen kommt es nicht an (BGE 141
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II 14 E. 7.1 mit Hinweisen "Monte Ceneri"). Die Anbietenden dürfen grund-
sätzlich darauf vertrauen, dass die Vergabestelle die ausgewählten Beur-
teilungskriterien im herkömmlichen Sinn versteht. Tut sie dies nicht, muss
das betreffende Kriterium entsprechend (möglichst detailliert) umschrieben
werden, damit die Anbieter erkennen können, welchen Anforderungen sie
bzw. ihre Offerten genügen müssen (Urteil des BVGer B-4958/2013 vom
30. April 2014 E. 2.6.1 m. H. "Projektcontrollingsystem AlpTransit").
3.3 Die Beschwerdeführerin rügt, in der Ausschreibung werde nicht genü-
gend berücksichtigt, dass – aus ihrer Erfahrung – bis zu 35 Prozent der
Meldungen unvollständig oder unleserlich einträfen. Die Verarbeitung der
unvollständigen/unleserlichen Meldungen habe einen Mehraufwand zur
Folge, der in den Preis eingerechnet werden müsse.
3.3.1 In Ziff. 3.2.2 des Pflichtenhefts wird die Grundleistung, die durch den
Auftragnehmer zu erbringen ist, umschrieben. So hat der Auftragnehmer
auf einer von ihm betriebenen Internetseite über das Meldeverfahren zu
informieren und Meldeformulare online zur Verfügung zu stellen. Er kann
verschiedene Arten der Informationsübermittlung durch die Meldepflichti-
gen anbieten, jedoch muss jede Informationsübermittlung unveränderbar,
nachverfolgbar und davon mindestens eine Variante nicht-elektronisch
sein (i). Der Auftragnehmer nimmt Meldungen entgegen, prüft sie auf Voll-
ständigkeit und trifft bei Bedarf mit den Meldepflichtigen die notwendigen
Abklärungen (ii).
3.3.2 Aus dieser Beschreibung der Grundleistung geht genügend klar her-
vor, dass die Anbietenden vor allem beim nicht-elektronischen Meldepro-
zess mit unrichtigen, unvollständigen und allenfalls unleserlichen Melde-
karten rechnen und ihre Offerte entsprechend berechnen mussten. Zurecht
weist die Vergabestelle auf die Möglichkeit hin, den Bedarf für nachträgli-
che Abklärungen mit den Meldepflichtigen durch das Vorsehen entspre-
chender Informationen, Anweisungen und Abläufen, z.B. durch die Bereit-
stellung und Förderung eines digitalen Verfahrens mit automatisierter Voll-
ständigkeits- und Konsistenzprüfung, zu minimieren.
Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vergabestelle davon ausgeht, dass
allfällige Aufwände für nachträgliche Abklärungen von der offerierten Pau-
schale pro Meldung abgedeckt sind.
http://links.weblaw.ch/BVGer-B-4958/2013
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3.4 Die Beschwerdeführerin bemängelt weiter, dass in der Ausschreibung
Zusatzaufgaben, welche sie als bisherige Betreiberin der Meldestelle bis-
lang als Dienstleistung und zur Qualitätsoptimierung durchgeführt habe,
nicht berücksichtigt worden seien. Es handle sich hier insbesondere um
Rückfragen, Auswertungen und Mutationen. Auch diesbezüglich sei der
Sachverhalt von der Vergabestelle nur unvollständig erfasst worden. Ent-
sprechend müsse die Ausschreibung dahingehend angepasst werden,
dass auch potentielle Zusatzaufgaben einzupreisen seien.
3.4.1 Im Pflichtenheft wird bezüglich der Beantwortung von Rückfragen der
Meldepflichtigen vor allem in Ziff. 3.2.2 (i) Bezug genommen. Danach gilt:
"Auskünfte zum Meldeverfahren gibt der Auftragnehmer auf Anfrage auch
via E-mail oder Telefon". Ebenfalls thematisiert wird dies unter Ziff. 3.2.2
(ii), wonach der Auftragnehmer Meldungen entgegen zu nehmen und bei
Bedarf mit den Meldepflichtigen die notwendigen Abklärungen zu treffen
hat. Schliesslich hat der Auftragnehmer Auskünfte zur Meldung von Anla-
gen auf Anfrage der Meldepflichtigen zu erteilen und ihnen die Einsicht-
nahme via Auszug und/oder individualisierten online-Zugang zur Daten-
bank unter Einhaltung der Bestimmungen des Datenschutzgesetzes zu er-
möglichen (Ziff. 3.2.2 (iv) Pflichtenheft). Entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin wurde die Bearbeitung von Rückfragen als Grundleis-
tung verlangt und war entsprechend als Bestandteil des Pauschalpreises
pro Meldung (vgl. Ziff. 3.2.1 Pflichtenheft) zu offerieren.
3.4.2 Im geforderten Leistungsumfang müssen gemäss Pflichtenheft eben-
falls Auswertungen erbracht werden. So hat der Auftragnehmer das BAFU
einmal jährlich sowie auf Anfrage über den aktuellen Stand der Meldungen
zu informieren. Ebenfalls einmal jährlich sowie auf Anfrage hat er dem
BAFU eine aktuelle Kopie der Datenbank zu übergeben (Ziff. 3.2.2 (v)
Pflichtenheft). Die Vergabestelle macht geltend, dass weitere Auswertun-
gen bewusst nicht in die Ausschreibung aufgenommen worden seien.
Allfällige Mutationen werden im Pflichtenheft ebenfalls erwähnt. Demnach
hat der Auftragnehmer Wartungsarbeiten am Datensatz nach Bedarf
durchzuführen, wie zum Beispiel allfällige Mutationen der Betreiberdaten
bei Inhaberwechsel (Ziff. 3.2.2 (vi) Pflichtenheft).
Im Unterschied zu den Auskünften an Meldepflichtige war der Aufwand für
Auswertungen und Mutationen nicht in den Pauschalpreis pro Meldung ein-
zukalkulieren, sondern es war in der Honorartabelle ein geschätzter Stun-
denaufwand anzugeben (vgl. Ziff. 3.2.1 Pflichtenheft).
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3.4.3 Die Vergabestelle hat damit die Anforderungen an die geforderte
Leistung in der Ausschreibung hinreichend klar und ausführlich beschrie-
ben. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin wurden sowohl die
qualitativ schlechten Meldungen als auch allfällige Zusatzaufgaben, wie
Rückfragen, Auswertungen und Mutationen, berücksichtigt. Entsprechend
stossen die Rügen der Beschwerdeführerin, die Vergabestelle habe den
diesbezüglichen Sachverhalt unrichtig erfasst, ins Leere.
3.5 Die Beschwerdeführerin bezweifelt im Weiteren, dass mit einer Digita-
lisierung des Meldeprozesses Kosten eingespart werden können. Einer-
seits könne die ausgegebene physische Vignette zur Identifizierung der
Anlage nicht durch eine digitale Lösung ersetzt werden, da die Abläufe mit
der herkömmlichen Vignette für die Firmen einfacher seien. Auch würden
die bisher gemachten Erfahrungen aufzeigen, dass nur wenige Anmeldun-
gen online eingegangen seien, seit die Beschwerdeführerin als seinerzei-
tige Betreiberin der Meldestelle diese Möglichkeit angeboten habe.
3.5.1 Im Zusammenhang mit der Frage zur Digitalisierung des Meldepro-
zesses wird im Pflichtenheft bei der Beschreibung der Grundleistung (Ziff.
3.2.2 (i)) Folgendes festgehalten:
"Der Auftragnehmer informiert auf einer von ihm betriebenen Internetseite
über das Meldeverfahren und stellt die Meldeformulare online zur Verfügung.
Er kann auch verschiedene Arten der Informationsübermittlung durch die Mel-
depflichtigen anbieten, jedoch muss jede Informationsübermittlung unverän-
derbar, nachverfolgbar und davon mindestens eine Variante nicht-elektronisch
sein. Für die nicht-elektronische Meldung stellt der Auftragnehmer auf Anfrage
gedruckte Formulare auf dem Postweg zur Verfügung.
Der Auftragnehmer stellt selbstklebende Etiketten mit einer Identifikations-
nummer zur Verfügung, welche den Meldepflichtigen als optionale Hilfestel-
lung zur Kennzeichnung der Anlagen gemäss Anhang 2.10 Ziff. 5 Absatz 1
ChemRRV dienen. [...]"
Gemäss Anhang 2.10 Ziff. 5.1 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verord-
nung vom 18. Mai 2005 (ChemRRV, SR 814.81) legt das BAFU für jede
Anlage eine Nummer fest und teilt diese der meldepflichtigen Person mit,
die eine stationäre Anlage mit mehr als 3 kg Kältemitteln in Betrieb genom-
men hat oder in Betrieb nimmt (Abs. 4). Sodann hat die meldepflichtige
Person die vom BAFU mitgeteilte Nummer umgehend sichtbar, leicht les-
bar und dauerhaft auf der Anlage anzubringen (Abs. 5).
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3.5.2 Die Vergabestelle weist somit zurecht darauf hin, dass in der Aus-
schreibung keine vollständige Ablösung des nicht-elektronischen Melde-
verfahrens verlangt worden ist und es den Anbietern freistand, zusätzlich
zur nicht-elektronischen Meldung andere Varianten zu entwickeln und ge-
gebenenfalls zu offerieren. Dass eine weitergehende Digitalisierung des
Meldeprozesses zu einer Effizienzsteigerung und zu einer Kostenreduktion
führen kann, ist jedenfalls nicht auszuschliessen, auch wenn nicht-elektro-
nische Meldungen weiterhin möglich sein sollen.
Da es der öffentlichen Vergabebehörde zusteht, frei darüber zu bestimmen,
was sie benötigt (BGE 137 II 313 E. 3.3.1; Urteil des BVGer B-4387/2017
vom 8. Februar 2018 E.3.2 "Reinigungsprodukte für Schienenfahrzeuge";
Zwischenentscheid des BVGer B-822/2010 vom 10. März 2010 E. 4.2 f.
"Rohre für Kühlwasser"), verfügt sie bei der Auswahl und Gewichtung der
einzelnen Vergabekriterien über einen breiten Ermessensspielraum, in
welchen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Vorausset-
zungen eingreift. Dies gilt namentlich für die Festlegung der technischen
Spezifikationen und entspricht dem spezialgesetzlichen Ausschluss der Er-
messenskontrolle gemäss Art. 31 aBöB (vgl. dazu GALLI/MO-
SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1286 i.V.m. Rz. 1388). Die Lehre spricht in-
soweit von trotz Vergaberecht "gesicherten Handlungsspielräumen"
(BVGE 2017 IV/3 E. 4.3.3; HUBERT STÖCKLI, Urteilsanmerkung S9 zum Ur-
teil des Bundesgerichts 2P.282/1999 vom 2. März 2000, in: Baurecht 2001,
S. 65).
3.5.3 Die Vergabestelle hat damit ihr Ermessen nicht überschritten, wenn
sie zusätzlich zum nichtelektronischen Meldeprozess die Möglichkeit eines
elektronischen Meldeprozesses vorsah.
3.6 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, in der Ausschreibung
seien das Führen des Wartungshefts sowie die sich im Umlauf befindlichen
Meldekarten und die bereits ausgegebenen Meldekarten nicht berücksich-
tigt worden.
3.6.1 Die Vergabestelle wendet dagegen ein, dass dies bewusst von der
Ausschreibung ausgenommen worden sei, da die Pflicht zur Führung des
Wartungshefts nicht Teil der Meldepflicht sei. Die Anlageninhaber sollten
zukünftig für den Druck und die Nachführung des Wartungshefts selber
verantwortlich sein und keine materielle oder inhaltliche Unterstützung
durch die Meldestelle mehr erhalten.
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Gemäss Anhang 2.10 Ziff. 3.5 Abs. 1 ChemRRV müssen Inhaberinnen von
Geräten und Anlagen, welche mehr als 3 kg Kältemittel enthalten, dafür
sorgen, dass ein Wartungsheft geführt wird. Da die Führung des Wartungs-
hefts nicht Bestandteil der Meldepflicht ist (vgl. Anhang 2.10 Ziff. 5.1
ChemRRV), ist der Entscheid der Vergabestelle, wonach die Meldestelle
inskünftig für den Druck und die Führung des Wartungshefts keine Unter-
stützung mehr anbieten wird, grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die
Vergabestelle hat ihr Ermessen somit nicht überschritten, wenn sie das
Wartungsheft in der Ausschreibung nicht berücksichtigt hat.
3.6.2 Gleiches gilt für die Nichtberücksichtigung der sich im Umlauf befind-
lichen Meldekarten und der bereits ausgegebenen Abmeldekarten. Die
Verarbeitung der Karten wurde von den Meldepflichtigen mit der für die
Meldung erhobenen Gebühr bereits bezahlt und dürfte durch die Be-
schwerdeführerin als damalige Betreiberin der Meldestelle erbracht bzw.
mit dieser im Rahmen der Vertragsauflösung geregelt worden sein. Es ist
somit nicht zu beanstanden, wenn die sich im Umlauf befindlichen Melde-
karten und die bereits abgegebenen Abmeldekarten bei der Umschreibung
des Auftrags nicht erwähnt wurden.
3.6.3 Schliesslich gibt auch die Zielsetzung der wirtschaftlichen Verwen-
dung der öffentlichen Mittel (Art. 1 Abs. 1 Bst. c aBöB) dem einzelnen An-
bieter keinen Rechtsanspruch darauf, die Beschaffung des – aus seiner
Sicht – "richtigen" Produkts zu erstreiten (Urteil B-4387/2017 E.3.2).
3.7 Die Beschwerdeführerin rügt als weiteren Punkt, dass die Vergabe-
stelle angesichts der günstigeren Angebote der Mitbewerberinnen ver-
pflichtet gewesen wäre, diesbezügliche Rückfragen zu stellen. Denn es
könne kaum angehen, dass die Beschwerdeführerin als langjährige Betrei-
berin der Meldestelle eine signifikant teurere Offerte eingereicht habe als
die Mitbewerberinnen.
Demgegenüber macht die Vergabestelle geltend, sie habe aufgrund der
klaren und vollständigen Ausweisungen der erwarteten Leistungen in den
Ausschreibungsunterlagen und der eingegangenen Offerten keinen Anlass
gesehen, die offerierten Preise als unüblich zu qualifizieren oder von einer
mangelnden Vergleichbarkeit der Offerten auszugehen. Sie habe vielmehr
mit einer Reduktion der Kosten im Vergleich zu den Betriebsaufwänden der
bisherigen Meldestelle gerechnet.
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3.7.1 Gemäss Ziff. 4.3 der Ausschreibung hat die Vergabestelle Preisver-
handlungen vorbehalten, wenn besondere Umstände wie die Klärung oder
Konkretisierung der Anforderungen dies erfordern oder sie den Preis als
unüblich erachtet.
Vorliegend ist mit der Vergabestelle davon auszugehen, dass die erwarte-
ten Leistungen in der Ausschreibung klar umschrieben und die offerierten
Preise nachvollziehbar waren. Mit dem Verzicht auf die Bereitstellung des
Wartungshefts und auf weitergehende Auswertungen durfte die Vergabe-
stelle mit einer Reduktion der Kosten rechnen, zumal auch davon auszu-
gehen ist, dass mit einer weitergehenden Digitalisierung der Meldepro-
zesse eine Effizienzsteigerung erreicht werden kann. Entsprechend be-
stand kein Grund für die Vergabestelle, Preisverhandlungen zu führen.
Selbst wenn sich die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte geirrt hätte, gäbe
es grundsätzlich keine vergaberechtliche Rechtfertigung, sie nach Ablauf
der Eingabefrist eine neue Offerte abgeben oder die abgegebene Offerte
ändern zu lassen. Einen Ausnahmefall würden höchstens Verhandlungen
zwecks Offertbereinigung bilden. Die Vergabestelle war jedoch nicht ver-
pflichtet, im Interesse der Beschwerdeführerin nach Fehlern und Irrtümern
zu suchen (MARTIN BEYELER, a.a.O., Rz. 2187 ff., GALLI/MOSER/LANG/STEI-
NER, a.a.O., Rz. 684 ff.).
3.7.2 Somit erweist sich auch die Rüge der Beschwerdeführerin, die Verga-
bestelle habe es unterlassen, wegen unüblicher Preise Rückfragen zu stel-
len, als offensichtlich unbegründet.
3.8 Zusammenfassend ergibt sich, dass sich sämtliche in der Beschwerde
und in den weiteren Eingaben vorgebrachten Rügen insgesamt als offen-
sichtlich unbegründet erweisen, soweit diese nicht verspätet vorgebracht
worden sind (vgl. E. 2.3 hiervor).
Auf die Abnahme der von der Beschwerdeführerin angebotenen Beweis-
mittel, insbesondere auch auf Parteibefragungen zu diesen Fragen, ist da-
her in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten.
3.9 Schliesslich zielen die in der Replik vom 26. Januar 2021 vorgebrach-
ten zwei neuen Rechtsbegehren, es sei für die Zuschlagskriterien 5 und 6
jeweils die Note 5 anstelle der gegebenen Noten 4 bzw. 3 zu geben, unab-
hängig der Frage, ob sie überhaupt rechtzeitig gestellt wurden, an der Sa-
che vorbei und sind abzuweisen. Die Beschwerdeführerin weist nach der
Evaluation bezüglich der Zuschlagskriterien eine Durchschnittsnote von
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4.21 auf. Damit liegt sie gemessen an den Durchschnittsnoten (4.75 und
4.58) der Mitbewerberinnen gemäss Evaluationsbericht an dritter Stelle.
Bei Gutheissung der beiden neuen Rechtsbegehren bekäme die Be-
schwerdeführerin beim Zuschlagskriterium 5 (Erfahrung der Schlüsselper-
sonen im Umgang mit dem schweizerischen Umweltrecht) eine gewichtete
Note (5%) von 0.25 (statt bisher 0.2) und beim Zuschlagskriterium 6 (Fun-
dierte mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse der Schlüsselperso-
nen) eine gewichtete Note (10%) von 0.5 (statt bisher 0.3). Somit würde
die neue Gesamtdurchschnittsnote 4.46 (statt bisher 4.21) betragen. Aber
auch mit diesem Wert verbliebe die Beschwerdeführerin auf dem dritten
Rang und wäre somit für einen Zuschlag nicht in Frage gekommen.
4.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vergabestelle die Anforde-
rungen an die geforderte Leistung in hinreichender Klarheit und Ausführ-
lichkeit beschrieben hat. Entsprechend erweist sich auch der Zuschlag
nicht als rechtswidrig. Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als
unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten und
die Beschwerde nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Gerichtsgebühr be-
stimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Pro-
zessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG;
Art. 2 Abs. 1 VGKE). Für Streitigkeiten mit Vermögensinteresse legt Art. 4
VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streitwertes fest. Die Verfah-
renskosten werden daher auf Fr. 5'000.– festgesetzt.
6.
Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin keine Partei-
entschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE).
Die Vergabestelle als Bundesamt hat keinen Anspruch auf eine Parteient-
schädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
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Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten und sie nicht
als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.
2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-
erlegt. Dieser Betrag wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden
Urteils dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.
3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
4.