Decision ID: 88f75b28-b36a-48a7-b422-4efe7fdf0cd3
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A._ (Jg. 1970) meldete sich am 18. Januar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an.
Dabei gab sie u.a. an, sie sei seit dem 16. August 2006 arbeitsunfähig. Dr. med. B._
berichtete der IV-Stelle am 22. Februar 2007, er habe folgende Diagnosen erhoben:
rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie, Depression sowie – ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit – Adipositas und Hirsutismus. In der bisherigen Erwerbstätigkeit sei die
Versicherte seit dem 16. August 2006 zu 100% arbeitsunfähig. Unter Therapie seien die
Schmerzen nicht vollständig verschwunden. Zudem habe sich eine Depression
eingestellt. Die Versicherte habe praktisch keine Gelenkschmerzen mehr. Die
Muskelkraft sei aber reduziert und die Versicherte leide unter diffusen
Muskelschmerzen, Müdigkeit und Depression. Es handle sich um eine chronische
Krankheit, die lebenslanger Therapie bedürfe. Die allgemeine Muskelschwäche und die
Gelenkschmerzen hätten zu einer ungenügenden Leistung am Arbeitsplatz geführt. Dr.
med. B._ empfahl eine MEDAS-Abklärung. Die C._ teilte der IV-Stelle am 23. März
2007 mit, sie habe die Versicherte von November 1987 bis Mai 2007 als Mitarbeiterin
Spedition/Vertriebslogistik beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis sei wegen der
gesundheitlichen Probleme aufgelöst worden. Der aktuelle Lohn würde Fr. 3478.- (x13)
betragen. Hinzu käme ein Qualitätsbonus von maximal Fr. 100.- monatlich. Die
Versicherte habe 2004 Fr. 45'922.-, 2005 Fr. 45'872.- und 2006 Fr. 45'114.- verdient.
Gemäss der von der C._ geführten Absenzenliste hatte die Versicherte bis Mitte
August 2006 praktisch ohne krankheitsbedingte Ausfälle gearbeitet. Dr. med. D._
vom Kantonsspital St. Gallen berichtete der IV-Stelle am 22. März 2007, folgende
Diagnosen seien erhoben worden: Rheumafaktor und CCP-Antikörper negative
rheumatoide Arthritis, sekundäres Fibromyalgiesyndrom, depressive Entwicklung und
M. Scheuermann. Durch eine immunsuppressive Behandlung mit MTX und
anschliessend Kortison habe eine deutliche Besserung des Allgemeinzustandes erzielt
werden können. Bei der letzten Verlaufskontrolle im Oktober 2006 hätten die
Symptome eines sekundären Fibromyalgiesyndroms im Vordergrund gestanden. Zur
Arbeitsfähigkeit könne keine Aussage gemacht werden. In einer Telephonnotiz vom 24.
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April 2007 hielt die zuständige Sachbearbeiterin der IV-Stelle fest, gemäss den
Angaben von Frau A. vom Personalbüro der C._ habe es sich bei der von der
Versicherten ausgeübten Tätigkeit in der Spedition um die körperlich leichteste Arbeit
im Betrieb gehandelt. Deshalb bestehe keine Umplatzierungsmöglichkeit. Dr. med.
E._ vom RAD empfahl am 29. Mai 2007 eine polydisziplinäre Abklärung.
B.
B.a Das Ärztliche Begutachtungsinstitut ABI berichtete in seinem Gutachten vom
30. April 2008, die Versicherte sei gemäss ihren eigenen Angaben 1981 in die Schweiz
eingereist. Bis 1987 habe sie hier die Schule besucht. Ab November 1987 sei sie bei
der c._ tätig gewesen. Sie habe Strümpfe zusammenstellen und verpacken müssen.
Dabei sei sie mehrheitlich umhergegangen, weniger gestanden und selten gesessen.
Der rheumatologische Sachverständige führte aus, 2005 seien progrediente Schmerzen
im Bereich der MCP, PIP, MTP und Kniegelenke bds. mit symmetrischem Befall
aufgetreten. Im Dezember 2005 habe eine Behandlung mit oralen Kortikosteroiden
begonnen. Die Versicherte sei rasch beschwerdefrei gewesen. Nach einem primär
guten Verlauf sei es ab Juli 2006 zu einer deutlichen Verschlechterung des Befindens
mit zunehmenden Schmerzen bzw. Paraesthesien in beiden Füssen, Rückenschmerzen
und einem allgemeinen Erschöpfungszustand gekommen. Daraufhin sei basierend auf
einer allgemeinen Schmerzhaftigkeit mit positiven Tenderpoints ein sekundäres
Fibromyalgiesyndrom diagnostiziert worden. Labormässig hätten keinerlei
pathologische Befunde vorgelegen. Die Basistherapie mit Methotrexat sei
anamnestisch bis ca. Oktober 2007 weitergeführt worden. Die vorbestehenden
polyartikulären Gelenkschwellungen seien anamnestisch völlig regredient gewesen.
Aber die seit Sommer 2006 bestehende allgemeine deutliche Müdigkeit und die
Leistungsintoleranz hätten persistiert. Trotz des Absetzens von Methotrexat und der
Sistierung der antidepressiven Behandlung mit Remeron ca. im Dezember 2007 habe
sich daran nichts geändert. Im Vordergrund der aktuellen Symptomatik stünden eine
allgemeine Kraftlosigkeit, eine rasche Ermüdbarkeit und eine Leistungsintoleranz am
ganzen Körper. Die Versicherte klage über eine mässig ausgeprägte Morgensteifigkeit
für ein bis zwei Stunden an beiden Händen ohne fassbare Schwellungen und über eine
leichte Einschränkung der Fein- und Grobmotorik. Ebenfalls beklagt würden diffuse
Weichteilbeschwerden im Bereich des gesamten Nacken-Schultergürtels, im Bereich
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des Stammes dorsal bis in den Beckengürtel sowie am proximalen lateralen
Oberschenkel. Diese Beschwerden würden durch Haushaltarbeiten verstärkt. In diesen
Bereichen könnten ohne anamnestisch fassbaren Grund akute Schmerzexazerbationen
auftreten. Die gesamte Anamnese sowie der rheumatologische Status hätten bei
hervorragender Patientencompliance durchgeführt werden können. Der klinische
Status habe weder an den oberen noch an den unteren Extremitäten objektivierbare
Synovitiden oder Tenosynovitiden gezeigt. Sämtliche peripheren Gelenke an den
oberen und an den unteren Extremitäten seien klinisch völlig unauffällig frei beweglich
gewesen, so dass klinisch objektiv keinerlei Aktivität von Seiten der früheren
rheumatoiden Arthritis mehr habe festgestellt werden können. Die gesamte
Wirbelsäulenüberprüfung sei altersentsprechend gewesen. Imponiert habe eine
allgemeine muskuläre Dekonditionierung mit Abschwächung der abdominellen und
rückenstabilisierenden Muskelgruppen. Ebenfalls imponiert hätten multiple
Weichteildruckdolenzen. Einerseits seien die definierten Tenderpoints schmerzhaft und
damit positiv gewesen. Andererseits hätten aber auch Druckdolenzen in
Weichteilarealen (Kontrollpunkten) bestanden, die üblicherweise bei einer Fibromyalgie
nicht schmerzhaft seien. Deshalb könne die früher postulierte Diagnose eines
sekundären Fibromyalgiesyndroms momentan nicht aufrecht erhalten werden. Das
Weichteilbeschwerdebild könne als chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom
interpretiert werden. Die rheumatologischen Diagnosen lauteten: anamnestisch St. n.
Rheumafaktor und CCP-Antikörper negative rheumatoide Arthritis (Basistherapie mit
Arava Januar/Februar 2006 und mit Methotrexat Februar 2006 bis Oktober 2007,
aktuell keine Synovitiden/Tenosynovitiden an den oberen und unteren Extremitäten)
sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – sekundäres multilokuläres
Schmerzsyndrom und tendenziell allgemeine muskuläre Dekonditionierung mit
Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierende Muskelgruppen. Der
rheumatologische Sachverständige des ABI ging aus der Sicht seines Fachgebietes für
die angestammte und für jede andere körperlich leichte bis intermittierend
mittelschwere, wechselbelastende Erwerbstätigkeit von einer uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus. Er gab an, die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
Hausarztes sei nicht nachvollziehbar. Es liege auch keine chronische Krankheit vor, die
einer lebenslangen Therapie bedürfe. Der Dekonditionierung sollte dringend entgegen
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gewirkt werden. Sollte sich eine objektive Veränderung der Entzündungssymptomatik
ergeben, müsste die Arbeitsfähigkeit erneut geprüft werden.
B.b Der psychiatrische Sachverständige führte aus, die Versicherte habe angegeben,
sie fühle sich psychisch krank. Seit sie an Arthritis erkrankt sei, fühle sie sich zudem
schwach. Sie habe Schmerzen fast am ganzen Körper, sei ungeduldig, reizbar und
schnell überfordert. Sie habe Schmerzen im Nacken, im Rücken, in den Beinen und in
den Füssen. Sie sei mehr schwach, als dass sie Schmerzen habe. Sie meide die
Menschen, da sie wenig Verständnis für ihre Schmerzen erhalte; niemand glaube ihr.
Sie denke ständig über ihre Situation nach, bewege sich dabei aber im Kreis. Sie habe
noch nie in psychiatrischer Behandlung gestanden. Die verordneten Antidepressiva
habe sie wegen Nebenwirkungen abgesetzt. Sie habe einigen Kontakt zu Freundinnen.
Allerdings habe sie sich in letzter Zeit sehr zurückgezogen. Zur Familie ihres Bruders
bestehe ein enger Kontakt. Sie lese gern Bücher und regelmässig die Tageszeitung. Sie
schaue auch TV. Der Schlaf sei recht unterschiedlich. In seiner Beurteilung führte der
psychiatrische Sachverständige aus, die Versicherte habe grosse Mühe, sich auf die
Schmerzen und auf die körperliche Schwäche einzustellen. Sie zeige im psychischen
Bereich eine Ungeduld, und sie fühle sich schnell überfordert. Sie grüble über ihre
Situation nach und meide die Mitmenschen. Deshalb könne von einer leichten
Anpassungsstörung an eine körperliche Erkrankung ausgegangen werden. Die
Symptome seien allerdings relativ diskret. Eine eigentliche depressive Störung könne
nicht diagnostiziert werden. Aufgrund der eher geringen Symptomatik könne keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Die multidisziplinäre
Besprechung ergab eine volle Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der angestammten
und anderen körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten.
Diese Einschätzung bezog sich auf die Zeit ab November 2007. Für die Zeit von Januar
2006 bis Oktober 2007 gaben die Sachverständigen des ABI an, es sei kaum möglich,
die Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt retrospektiv gesehen mit Sicherheit zu
beurteilen. Trotzdem gaben die Sachverständigen an, es habe eine Arbeitsunfähigkeit
"in der Zeit gemittelt" von 50% bestanden, weil die Versicherte in diesem Zeitraum eine
intensive rheumatologische Behandlung benötigt habe. Als Ursache für die Diskrepanz
zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung und der Selbsteinschätzung der Versicherten
gaben die Sachverständigen des ABI die geringe schulische und berufliche Ausbildung,
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den schwierigen Arbeitsmarkt und einen wahrscheinlich zunehmenden sekundären
Krankheitsgewinn an.
C.
Dr. med. F._ vom RAD nahm am 17. Juni 2008 für Januar 2006 bis 15. August 2006
(gemäss dem Bericht von Dr. med. B._) eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und für 16.
August 2006 bis Oktober 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% an. Die IV-Stelle
betrachtete die Validen- und die Invalidenkarriere als identisch, da die Versicherte auch
in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Mit einem Vorbescheid vom
29. Juli 2008 orientierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass sie beabsichtigte,
das Rentenbegehren abzuweisen. Die Versicherte reichte mit ihrer Stellungnahme vom
9. Oktober 2008 einen Bericht des Rheumatologen Dr. med. G._ vom 18. August
2008 an Dr. med. B._ ein. Darin hatte Dr. med. G._ ausgeführt, er habe klinisch
keine klaren Gelenks- oder Sehnenentzündungen festgestellt. Es hätten aber multiple
Druckdolenzen grosser, mittelgrosser und kleiner Gelenke bestanden, wobei praktisch
alle Fingergelenke, weniger auch die Zehengelenke betroffen gewesen seien. Daneben
habe sich ein Panvertebralsyndrom bei recht ausgeprägten muskulären
Verspannungen, segmentalen Dysfunktionen, einer leichten Hyperlordose der HWS und
einer Haltungsschwäche gezeigt. Die fibromyalgietypischen Druckpunkte seien alle
positiv gewesen. Zum chronischen Schmerzsyndrom hätten auch die Schlafstörungen
und die Kopfschmerzen gepasst, wobei letztere allerdings auch von den
Muskelanspannungen des Nackens beeinflusst gewesen sein dürften. Abschliessend
hatte Dr. med. G._ angegeben, es wäre sinnvoll, wenn die Versicherte nur noch zu
50% arbeiten würde, um die Gelenke nicht zu überlasten, und weil als Folge des
chronischen Schmerzsyndroms eine erhebliche Belastungsintoleranz bestehe. Der
Psychologe H._ und Dr. med. I._ hatten Dr. med. B._ am 5. September 2008
berichtet, viele Indikatoren liessen befürchten, dass die Versicherte aufgrund der länger
anhaltenden Belastungssituation und der körperlichen Erkrankung in eine schwere
depressive Episode (ohne psychotischen Symptome) geraten könnte. Es sei sehr
unwahrscheinlich, ja unzumutbar, dass die Versicherte die sozialen, häuslichen und
beruflichen Aktivitäten fortführe. Andererseits sei bei einer vollständigen Arbeitsabsenz
zu befürchten, dass die Versicherte in eine rezidivierende depressive Störung geraten
könnte. Im Moment sei höchstens eine 50%ige Arbeit möglich und zumutbar. Die
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Versicherte stellte den Antrag, es sei ihr eine halbe, eventualiter eine Viertelsrente
zuzusprechen, es seien weitere medizinische und berufliche Abklärungen vorzunehmen
und es seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen. Zur Begründung machte sie
geltend, durch die nun eingereichten Arztberichte sei das Gutachten des ABI widerlegt.
Dr. med. F._ vom RAD gab am 18. November 2008 an, diese Arztberichte enthielten
keine neuen objektivierbaren Befunde, die Anlass zu einer anderen medizinischen
Beurteilung gäben. Vielmehr handle es sich um eine andere Einschätzung derselben
medizinischen Sachlage. Auf das Gutachten könne abgestellt werden. Mit einer
Verfügung vom 25. November 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der
Versicherten ab.
D.
Die Versicherte liess am 24. Dezember 2008 Beschwerde erheben und die Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Zusprache einer Invalidenrente nach
Massgabe neuer Abklärungen beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, es sei
eine BEFAS-Begutachtung notwendig, die sich intensiv mit der tatsächlichen
Erwerbsfähigkeit und mit deren Verwertbarkeit auseinandersetze. Dem Gutachten des
ABI sei entgegen zu halten, dass die Sachverständigen befangen gewesen seien. Das
ABI müsse nämlich IV-freundliche Gutachten erstellten, damit die Aufträge der IV-Stelle
nicht ausblieben. Zudem seien die Gutachten des ABI untauglich, und gegen den
ärztlichen Leiter sei ein Strafverfahren hängig. In den Akten fänden sich zahlreiche
Hinweise, welche der Beurteilung durch die Sachverständigen des ABI diametral
widersprächen: Auflösung des Arbeitsverhältnisses nach 20 Jahren, obwohl es sich um
die leichteste Arbeit im Betrieb gehandelt habe, Widerspruch zur Diagnose und zur
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes, zur Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
med. G._ und zur Arbeitsfähigkeitsschätzung von H._. Die Fibromyalgie sei durch
eine zumutbare Willensanstrengung nicht zu überwinden, da eine Reihe zusätzlicher
Faktoren (chronische körperliche Begleiterkrankungen, mehrjähriger Krankheitsverlauf
bei unveränderter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ausgewiesener sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens, verfestigter, therapeutisch nicht mehr
angehbarer innerseelischer Verlauf, missglückte, seelisch aber entlastende
Konfliktbewältigung, unbefriedigendes Behandlungsergebnis trotz
Behandlungsbemühungen) gegeben seien. Im übrigen hätte die Fibromyalgie weiter
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abgeklärt werden müssen (physikalische Methoden, Laboruntersuchungen,
bildgebende Verfahren). Ausserdem wäre aufgrund der starken inneren Blockade, der
Nationalität, der Sprache usw. ein zusätzlicher Abzug ("Leidensabzug") von 25%
vorzunehmen.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 26. Februar 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie
wandte ein, es dürfte wohl kaum möglich sein, einen Gutachter zu finden, der nicht
gewinnorientiert arbeite, seine Gutachten also unentgeltlich erstelle. Das Strafverfahren
gegen den ärztlichen Leiter des ABI sei schon längst eingestellt worden. Die
Rechtsprechung betrachte die Gutachten des ABI als grundsätzlich beweistauglich.
Wollte man nur ein Begutachtungsergebnis akzeptieren, das den Einschätzungen der
behandelnden Ärzte entspräche, wären Begutachtungen überflüssig. Bei der
Würdigung des Beweisergebnisses sei eher dem Gutachten zu folgen, da die
behandelnden Ärzte der Versicherten näher stünden und zudem aufgrund ihres
Behandlungsauftrages die Beschwerdeschilderungen weniger kritisch prüften als
unabhängige Gutachter. Die Diagnose einer Fibromyalgie sei nicht bestätigt worden,
weshalb nicht über die Kriterien der Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung diskutiert
werden müsse. Die im Gutachten angegebene Arbeitsunfähigkeit von 50% für die
Periode Januar 2006 bis Oktober 2007 sei allenfalls möglich, aber nicht überwiegend
wahrscheinlich.
F.
Die Versicherte liess am 25. März 2009 einwenden, die IV-Stelle beauftrage
hauptsächlich das ABI mit Begutachtungen. Daraus entstehe eine gewisse
Abhängigkeit. Die Fibromyalgie sei nicht ausreichend abgeklärt worden. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verwies abschliessend nochmals auf den
Bericht von H._, laut dem eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50% bestand.
G.
Die IV-Stelle machte am 16. April 2009 geltend, die Zahl der Aufträge an das ABI sei
eher rückläufig. Der Rechtsvertreter der Versicherten streue Gerüchte, die er nicht
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belegen könne. H._ sei kein Arzt, weshalb seine Stellungnahme nicht beachtet
werden dürfe.
H.
Der Rechtsvertreter der Versicherten wies am 8. Mai 2009 darauf hin, dass der Bericht
nicht nur von H._, sondern auch von Dr. med. I._ unterzeichnet worden sei. Am 26.
Juni 2009 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten Unterlagen über ein vom RAV
organisiertes Einsatzprogramm ein. Die IV-Stelle übermittelte dem Gericht am 18.
August 2009 u.a. den Abschlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 20. Mai
2009. Laut diesem Bericht hatte die Versicherte an einem Einsatzprogramm
teilgenommen und dabei deutlich gemacht, dass sie nicht arbeiten könne. Sie hatte nur
eine Präsenzzeit von 25% erreicht. Bei einem Gespräch vom 19. Mai 2009 hatte die
Versicherte klargestellt, dass sie nur an einer Invalidenrente interessiert sei und keine
Arbeitsvermittlung wolle, weil sie ja arbeitsunfähig sei. Die
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hatte während dieses Gesprächs mehrmals
versucht, der Versicherten die Ressourcen aufzuzeigen. Jedesmal hatte die Versicherte
mit negativen Äusserungen betreffend ihre Schmerzen geantwortet. Die
Eingliederungsverantwortliche hatte angesichts dieser Haltung jeden
Arbeitsvermittlungsversuch als sinnlos qualifiziert. Im Begleitschreiben an das Gericht
wies die IV-Stelle darauf hin, dass die Versicherte einzig an einer Rente interessiert sei.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Anmeldung vom 18. Januar 2007 als beanspruchte
Versicherungsleistung nur die Invalidenrente angekreuzt. Mit der rechtsgenüglichen
Anmeldung wahrt eine versicherte Person zwar praxisgemäss alle zu diesem Zeitpunkt
gegenüber der Invalidenversicherung bestehenden Ansprüche (was sich entgegen der
Meinung von U. Meyer, in: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Invalidenversicherung, 2.A., S. 449, nicht aus der
Untersuchungsmaxime und aus der Rechtsanwendung von Amtes wegen, sondern aus
einer korrekten Interpretation des konkreten Anmeldeformulars als Willenserklärung
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ergibt). Das bedeutet aber nicht, dass das anschliessende Verwaltungsverfahren – und
damit die verfahrensabschliessende Verfügung - zwingend alle in Frage kommenden
Leistungsansprüche beschlagen müsste. Deshalb kann nicht einfach unterstellt
werden, im vorliegenden Fall seien mit der angefochtenen Verfügung alle in Frage
kommenden Leistungsansprüche verneint worden. Die angefochtene Verfügung ist
vielmehr selbständig zu interpretieren. Das gesamte Verwaltungsverfahren bis zum
Vorbescheid hat ausschliesslich der Abklärung eines allfälligen Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin gedient. Berufliche Eingliederungsmassnahmen sind nicht geprüft
worden. Dementsprechend ist im Vorbescheid auch nur vom Fehlen einer
Rentenberechtigung der Beschwerdeführerin die Rede. Auf die in der Stellungnahme
zum Vorbescheid erstmals ausdrücklich beantragten beruflichen
Eingliederungsmassnahmen ist die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen
Verfügung nicht eingegangen. Ebenso wie der vorausgegangene Vorbescheid äussert
sich die angefochtene Verfügung ausschliesslich zum Fehlen einer
Rentenberechtigung. Die Verwendung des Wortes 'Leistungsanspruch' spricht nicht für
eine Ausdehnung des Verfügungsgegenstandes auf andere Leistungen als die Rente,
denn auch ein Rentenbegehren kann als Leistungsbegehren bezeichnet werden.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung - und damit auch des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens - ist demnach ausschliesslich ein allfälliger Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin (es sei denn, der Grundsatz der Eingliederung vor Rente gelangte
zur Anwendung, weil ohne eine berufliche Eingliederung eine behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse von mindestens 40% entstünde).
2.
Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen).
2.1 Die Ermittlung des Validen- und des zumutbaren Invalideneinkommens setzt die
vorgängige Definition der Validen- und der Invalidenkarriere voraus. Im vorliegenden
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Fall lässt sich die Validenkarriere leicht bestimmen: Ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung hätte die Beschwerdeführerin die Arbeitsstelle bei der
C._ behalten. Es gibt keine Indizien dafür, dass die Beschwerdeführerin bei der C._
eine Aussicht auf eine qualifiziertere Stelle oder eine Beförderung gehabt hätte.
Dasselbe gilt für einen allfälligen Wechsel in eine qualifiziertere Tätigkeit bei einem
anderen Arbeitgeber. Das Valideneinkommen bemisst sich also anhand des Lohnes,
den die – hypothetisch gesunde – Beschwerdeführerin in dem für den
Einkommensvergleich massgebenden Zeitpunkt an ihrem bisherigen Arbeitsplatz bei
der C._ erzielt hätte. Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidenkarriere
ausnahmsweise nicht abstrakt (irgendeine adaptierte Hilfsarbeit), sondern konkret
definiert. Sie hat das zumutbare Invalideneinkommen nämlich anhand des an der
früheren Arbeitsstelle bei der C._ erzielbaren Lohnes bemessen. Damit hat sie sich
zur Invaliditätsbemessung auf einen Prozentvergleich beschränken können. Die
adaptierte Erwerbstätigkeit ist vom rheumatologischen Sachverständigen des ABI als
körperlich leicht bis mittelschwer und als wechselbelastend beschrieben worden. Er ist
davon ausgegangen, dass die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin mehrheitlich
stehend oder gehend ausgeführt worden sei, dass sich die Beschwerdeführerin aber
auch habe hinsetzen können, dass Gewichte bis maximal 5 kg hätten gehoben und
getragen werden müssen, dass keine Präzisionsarbeiten hätten ausgeführt werden
müssen und dass es keine Belastungen durch Schicht- oder Akkordarbeit u.ä. gegeben
habe, weshalb es sich bei dieser Arbeit um eine behinderungsadaptierte Tätigkeit
gehandelt habe. Die Beschwerdeführerin hat diese Schlussfolgerung nicht in Frage
gestellt. Im Gegenteil hat sie selbst ihre frühere Arbeit bei der C._ als sehr leicht
bezeichnet (vgl. Beschwerde S. 7 oben). Tatsächlich hat der rheumatologische
Sachverständige des ABI überzeugend (und ohne Widerspruch seitens der
behandelnden Ärzte) die medizinischen Voraussetzungen der Invalidenkarriere definiert.
Es ist also davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre allfällige
Restarbeitsfähigkeit idealerweise an ihrem früheren Arbeitsplatz bei der C._
verwerten würde.
2.2 Steht die Invalidenkarriere fest, ist die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person in
der entsprechenden Erwerbstätigkeit zu ermitteln. Dr. med. B._ hat zwar eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin angegeben, aber er hat
gleichzeitig eine Begutachtung durch eine MEDAS empfohlen. Er hat also mit der
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Möglichkeit gerechnet, dass unabhängige Sachverständige in bezug auf die
Arbeitsfähigkeit zu einem anderen Ergebnis kommen könnten als er selbst. Damit ist
seine Einschätzung zum vornherein ungeeignet, die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu
belegen. Dr. med. D._ vom Kantonsspital St. Gallen hat angegeben, dass es ihm
nicht möglich sei, eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Im Gutachten des ABI
ist eine Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten, die sich auf unabhängige und
umfassende Abklärungen stützt. Die von der Beschwerdeführerin gegen die
Unabhängigkeit der Sachverständigen des ABI vorgebrachten Einwände sind von der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort überzeugend widerlegt worden.
Darauf kann verwiesen werden. Die gegen die Qualität der Begutachtung
vorgebrachten Einwände vermögen die Überzeugungskraft der entsprechenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung für den Begutachtungszeitpunkt nicht zu erschüttern. Dass
kein Bedarf nach zusätzlichen bildgebenden, labormässigen und anderen Abklärungen
insbesondere der behaupteten Fibromyalgie bestanden hat, lässt sich nicht nur mit den
medizinischen Kenntnissen und Erfahrungen der Sachverständigen des ABI, sondern
auch damit belegen, dass Dr. med. G._ ebenfalls keinen Bedarf nach
weitergehenden Abklärungen gesehen hat. Damit erweist sich das Gutachten des ABI
auch in qualitativer Hinsicht als geeignet, die Arbeitsfähigkeitsschätzung für den
Begutachtungszeitpunkt zu belegen. Es erfüllt zudem alle an ein Gutachten zu
stellenden Anforderungen. Dr. med. G._ hat entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, die von derjenigen
im Gutachten des ABI abweichen würde. Er hat seinen Vorschlag eines
Beschäftigungsgrades von 50% nämlich damit begründet, dass die
Beschwerdeführerin sich dadurch schonen könnte, um die Gelenke nicht zu überlasten
und der Belastungsintoleranz als Folge des chronischen Schmerzsyndroms Rechnung
zu tragen. Bei einer Tätigkeit mit einem Beschäftigungsgrad von 50% würde es sich
also um eine für die Beschwerdeführerin ideale Situation handeln, bei der das Risiko
einer erneuten Verschlechterung (bzw. eines erneuten Arthritisschubes) so klein wie nur
möglich gehalten wäre. Es handelt sich um eine rein therapeutische Einschätzung, weil
ein zur Verbesserung oder zumindest zur Erhaltung des aktuellen
Gesundheitszustandes geeigneter Beschäftigungsgrad angegeben worden ist. Die
Arbeitsfähigkeit als Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens
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richtet sich aber nicht nach den Kriterien einer therapeutisch idealen
Beschäftigungssituation, sondern nach dem im Hinblick auf die zumutbare IV-
spezifische Schadenminderungspflicht zu verlangenden Arbeitseinsatz. Dieser darf
nicht so hoch sein, dass er die reale und akute Gefahr einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes entstehen liesse. Er muss aber auch nicht so niedrig sein, dass
er eine ideale therapeutische Situation schafft und damit auch das kleinste Risiko einer
Verschlimmerung ausschaltet. Massgebend ist jenes Ausmass an Arbeitseinsatz, das
möglich ist, ohne die gesundheitliche Situation der versicherten Person ernsthaft zu
gefährden. Zu einer so verstandenen Arbeitsfähigkeit hat sich Dr. med. G._ nicht
geäussert. Auch Dr. med. I._ und H._ haben ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung aus
rein therapeutischer Sicht abgegeben. Sie haben nämlich das schlechtestmögliche
Zukunftsszenario zugrunde gelegt und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin so
eingeschätzt, dass die Verwirklichung dieses Szenarios unbedingt vermieden werden
kann. Dieses Zukunftsszenario ist aber nur eines von mehreren möglichen Szenarien.
Es steht also nicht fest, dass die Beschwerdeführerin in eine schwere depressive
Episode geraten würde, wenn sie wieder zu 100% der früheren Erwerbstätigkeit
nachginge. Auch die Angaben von Dr. med. I._ und H._ zu dem für die
Beschwerdeführerin idealen Beschäftigungsgrad sind also nicht als
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu qualifizieren. Die Angaben von Dr. med. B._, von Dr.
med. G._ und von Dr. med. I._ zusammen mit H._ zu dem, was diese Ärzte als
Arbeitsfähigkeit betrachtet haben, sind also nicht geeignet, Zweifel an der Richtigkeit
der auf den aktuellen Zustand bezogenen Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Sachverständigen des ABI zu wecken. Das Gutachten des ABI belegt deshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit einen aktuellen Arbeitsfähigkeitsgrad der
Beschwerdeführerin am früheren Arbeitsplatz von 100%. Bei der Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens für die Zeit ab der Begutachtung ist somit von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Bei einem Prozentvergleich als Folge
der Identität von Validen- und Invalidenkarriere ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 0%.
Die Beschwerdegegnerin hat somit – zumindest für die Zeit ab der Begutachtung durch
das ABI – zu Recht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint.
2.3 Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist
und ausserdem nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid ist (Art. 28 Abs.
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1 lit. b und c IVG). Gemäss den Angaben von Dr. med. B._ hatte die
Beschwerdeführerin ab Mitte 2005 die Symptome und Befunde einer rheumatoiden
Arthritis gezeigt. Die Behandlung war aber rasch erfolgreich gewesen, wie der
Anamnese des rheumatologischen Sachverständigen des ABI zu entnehmen ist. Ab Juli
2006 trat dann aber nach Ansicht von Dr. med. B._ eine deutliche Verschlechterung
des Befindens ein. Er attestierte der Beschwerdeführerin ab 16. August 2006 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Allerdings begründete er diese Arbeitsunfähigkeit nicht
wie der rheumatologische Sachverständige des ABI mit den Folgen der Arthritis,
sondern mit einer Depression. Die Beschwerdeführerin hat bis Mitte August 2006
durchgehend zu 100% gearbeitet. Entgegen der Auffassung der Sachverständigen des
ABI hat die Arthritis also keine Arbeitsunfähigkeit bewirkt. Unter diesen Umständen ist
nicht nachzuvollziehen, weshalb die Sachverständigen des ABI für die Zeit ab Januar
2006 eine durch die intensiven rheumatologischen Behandlungen der Arthritis bewirkte,
"über die Zeit gemittelte" Arbeitsunfähigkeit von 50% haben annehmen können.
Gestützt auf den psychiatrischen Teil des Gutachtens ist davon auszugehen, dass die
ab Sommer 2006 bestehenden psychischen Probleme der Beschwerdeführerin nie zu
einer objektiven Arbeitsunfähigkeit geführt haben. Hat weder aufgrund der schnell auf
die Behandlung ansprechenden Arthritis noch aufgrund der immer Sommer 2006
aufgetretenen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit je eine längerdauernde
objektive Arbeitsunfähigkeit bestanden, kann die Beschwerdeführerin das sogenannte
Wartejahr nie erfüllt haben. Das bedeutet, dass entgegen den von den
Sachverständigen des ABI erweckten Erwartungen (50%ige Arbeitsunfähigkeit für 22
Monate, nämlich Januar 2006 bis Oktober 2007) kein "vorläufiger", d.h. zeitlich
beschränkter Rentenanspruch bestanden hat. Die Abweisung des Rentengesuchs
erweist sich somit auch für die Zeit vor der Begutachtung durch das ABI als korrekt.
3.
Da die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
verneint hat, ist die Beschwerde abzuweisen. Damit ist auch das Begehren um die
Zusprache einer Parteientschädigung abzuweisen. Grundsätzlich trägt die
unterliegende Beschwerdeführerin die Gerichtskosten. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der Verfahrensaufwand ist als
unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Deshalb erweist sich praxisgemäss eine
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen. Der Beschwerdeführerin ist am 26.
Februar 2009 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Das bedeutet, dass
die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu
befreien ist. Ausserdem übernimmt der Staat die Vertretungskosten, wobei gemäss Art.
31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes nur 80% des Honorars vergütet werden.
Die Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses. Das vorliegende Beschwerdeverfahren erweist sich
auch diesbezüglich als durchschnittlich, so dass praxisgemäss eine auf 80% reduzierte
Entschädigung des Rechtsbeistandes von Fr. 2800.- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es später einmal gestatten sollten, wird der Staat den
Beschwerdeführer jedoch zur Nachzahlung des vom ihm entschädigten Teils der
Gerichts- und Parteikosten verpflichten müssen (Art. 99 Abs. 2 VRP/SG i.V.m. Art. 288
Abs. 1 ZPO/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht