Decision ID: 0af68fdb-9b3b-5b34-8677-a70121638483
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 7. Februar 2020 zum Bezug einer Ergänzungsleistung zu
einer Altersrente der AHV an (EL-act. 30). Sie gab an, sie lebe alleine in einer
Mietwohnung, für die sie monatlich 1’384 Franken bezahle (vgl. EL-act. 34). Ihr
Vermögen belaufe sich – einschliesslich der Mietzinskaution – auf 25’416 Franken (vgl.
EL-act. 31–6 und 32). Sie besitze eine Lebensversicherung mit einem „Steuerwert“ von
78’149 Franken (vgl. EL-act. 31–3) und ein Motorfahrzeug mit einem Wert von 3’600
Franken. Als Einnahmen stünden ihr lediglich die AHV-Rente von 22’752 Franken pro
Jahr (vgl. EL-act. 31–2) und Zinsen aus einem Sparguthaben von 4’671 Franken zur
Verfügung (vgl. EL-act. 31–6 und 32). Die EL-Durchführungsstelle forderte die
Steuerveranlagungsverfügungen für die Jahre 2016–2018 an. Diesen liess sich
entnehmen, dass sich das Sparvermögen der EL-Ansprecherin im Jahr 2016 noch auf
270’733 Franken (EL-act. 28), im Jahr 2017 auf 152’300 Franken (EL-act. 27) und im
Jahr 2018 auf 71’759 Franken belaufen hatte (EL-act. 29). Ein Grundbuchverwalter liess
der EL-Durchführungsstelle im März 2020 zwei Kaufverträge zugehen (EL-act. 24),
gemäss denen die EL-Ansprecherin im Jahr 2013 zwei Grundstücke für 300’000
Franken (EL-act. 25) und im Jahr 2016 zwei weitere Grundstücke für 400’000 Franken
verkauft hatte (EL-act. 26). Die EL-Durchführungsstelle forderte in der Folge die
Steuerveranlagungsverfügungen für die Jahre 2010–2015 an. Diesen liess sich
entnehmen (EL-act. 19), dass die EL-Ansprecherin im Jahr 2010 über ein
Sparvermögen von 7’508 Franken, im Jahr 2011 über ein solches von 28’348 Franken
und im Jahr 2012 wieder nur über ein solches von 7’954 Franken verfügt hatte. Am
A.a.
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Ende des Jahres 2013 hatte sich das Sparvermögen (nach dem Verkauf der ersten
zwei Grundstücke) auf 181’202 Franken belaufen; am Ende des Jahres 2014 waren
davon lediglich noch 47’559 Franken plus 80’000 Franken, die die EL-Ansprecherin in
eine Lebensversicherung investiert hatte, vorhanden. Das Steueramt hatte in der
Steuerveranlagungsverfügung 2014 einen Anteil der EL-Ansprecherin von 155’000
Franken an einer unverteilten Erbschaft als Vermögenswert berücksichtigt. Im Jahr
2015 war das Sparvermögen auf 83’251 Franken angestiegen.
Am 16. März 2020 forderte die EL-Durchführungsstelle die EL-Ansprecherin auf
(EL-act. 18), sich zum Vermögensrückgang in den vergangenen Jahren zu äussern, das
Beiblatt Nr. 4 betreffend BVG-Leistungen auszufüllen und Belege betreffend die
erhaltene Erbschaft einzureichen. Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle
notierte nach einem Telefonat mit der EL-Ansprecherin (EL-act. 17), der Verkauf der
Grundstücke im Jahr 2013 sei zu einem deutlich unter dem Verkehrswert liegenden
Preis erfolgt, weshalb darin ein Vermögensverzicht zu erblicken sei. Die EL-
Ansprecherin habe am Telefon angegeben, dass die Auszahlung der in den
Steuerveranlagungsverfügungen 2014 und 2015 erwähnten Erbschaft schon im Jahr
2014 erfolgt sei. Die EL-Ansprecherin sei im Jahr 2013 arbeitslos geworden und habe
bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters im Jahr 201_ von ihrem Ersparten
gelebt. Der Sachbearbeiter notierte dazu, die EL-Ansprecherin habe ab Mai 2014 eine
Witwenrente von 1’602 Franken pro Monat erhalten. Sie habe also nicht allein vom
Ersparten leben müssen. Die Steuerveranlagungsverfügung 2014 zeige zudem, dass
die EL-Ansprecherin auch noch Leistungen nach EOG erhalten habe. Die EL-
Ansprecherin habe Belege für diverse Ausgaben eingereicht und damit
ausserordentliche Ausgaben von 57’378.70 Franken im Jahr 2013, von 36’152.10
Franken im Jahr 2014, von 1’043.45 Franken im Jahr 2015, von 31’411.60 Franken im
Jahr 2016, von 15’963.05 Franken im Jahr 2017, von 2’499.60 Franken im Jahr 2018
und von 647.60 Franken im Jahr 2019 belegt. Wenn man vom Vermögensstand zu
Beginn des Jahres jeweils diese belegten Ausgaben, eine Pauschale von 10’000
Franken sowie eine „theoretische BVG-Rente“, die 6,8 Prozent der Summe des
Vermögens am Ende des Jahres 2013 und der im Jahr 2014 erhaltenen Erbschaft
entspreche, abziehe, dann entspreche die Differenz zwischen dem Ergebnis dieser
Rechnung und dem am Ende des Jahres noch vorhandenen Vermögen dem während
A.b.
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des Jahres erfolgten Vermögensverzicht. So berechnet ergebe sich ein
Vermögensverzicht von 233’225 Franken im Jahr 2014, von 47’226 Franken im Jahr
2016, von 68’590 Franken im Jahr 2017, von 44’161 Franken im Jahr 2018 und von
14’812 Franken im Jahr 2019. Die EL-Ansprecherin habe bei der beruflichen
Vorsorgeeinrichtung die Auszahlung einer mit ihrem Freizügigkeitsguthaben
finanzierten Altersrente beantragt, aber diese habe eine solche Rentenzahlung
verweigert und der EL-Ansprecherin das Freizügigkeitsguthaben von 55’984 Franken
im November 2015 ausbezahlt. Mit einer Verfügung vom 24. April 2020 wies die EL-
Durchführungsstelle das Leistungsbegehren mit der Begründung ab (EL-act. 15), unter
Berücksichtigung eines Vermögensverzichtes von insgesamt 494’014 Franken (vgl. EL-
act. 16) habe sich bei der Anspruchsberechnung ein Einnahmenüberschuss von 40’838
Franken ergeben, weshalb die EL-Ansprecherin keinen Anspruch auf eine
Ergänzungsleistung habe.
Am 18. Mai 2020 machte ein Vertreter der EL-Ansprecherin telefonisch geltend
(EL-act. 12), diese habe ursprünglich zwei Wohnungen als Stockwerkeigentum
besessen und diese dann zu einer gemeinsamen, grossen Wohnung umbauen lassen.
Als die Wohnung zu teuer geworden sei, sei ein Rückbau erfolgt. Die
Sanierungsarbeiten hätten hohe Kosten verursacht. Bezüglich der im Jahr 2013
verkauften Wohnung habe die EL-Durchführungsstelle auf eine falsche Schätzung
abgestellt. Zudem habe die EL-Durchführungsstelle den Sachverhalt „unsachlich“
abgeklärt. Zum Beispiel habe sie ignoriert, dass im Jahr 2014 ein Einkauf in eine
Lebensversicherung erfolgt sei. Der Vertreter der EL-Ansprecherin habe die Praxis über
die Anrechnung des Verzichts angezweifelt. Der Sachbearbeiter der EL-
Durchführungsstelle teilte dem Vertreter der EL-Ansprecherin noch am selben Tag mit
(EL-act. 11), dass eine „überschlagsmässige“ Berechnung der Ergänzungsleistung
unter Berücksichtigung der beiden gerügten Punkte zu keinem anderen Ergebnis
geführt habe; wiederum habe ein Einnahmenüberschuss resultiert. Für eine „genaue
Neuberechnung“ müssten weitere Abklärungen getätigt werden, was aber nur im
Rahmen eines Einspracheverfahrens möglich sei. Die EL-Ansprecherin müsse deshalb
eine Einsprache erheben, wenn sie mit der Verfügung vom 24. April 2020 nicht
einverstanden sei. Am 19. Mai 2020 liess die EL-Ansprecherin eine Einsprache gegen
die Verfügung vom 24. April 2020 erheben (EL-act. 7). Ihr Vertreter machte geltend, der
A.c.
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Marktwert der „vereinigten“ Wohnung sei auf knapp 600’000 Franken geschätzt
worden; der Steuerwert habe 426’000 Franken betragen. Die EL-Ansprecherin habe die
beiden Wohnungen nach dem Rückbau für insgesamt 700’000 Franken an eine
Pensionskasse verkaufen können, die selbstverständlich den Marktwert bezahlt habe.
Es sei offensichtlich, dass im Zusammenhang mit dem Wohnungsverkauf nicht auf
Vermögen verzichtet worden sei. Für die Sanierungsarbeiten habe die EL-Ansprecherin
im Jahr 2013 etwa 65’000 Franken und im Jahr 2014 etwa 34’000 Franken aufwenden
müssen. Einen Teil der im Jahr 2014 erhaltenen Erbschaft habe sie in eine
Lebensversicherung investiert. Wenn man den „Zinspenalty“ von 18’000 Franken für
die vorzeitige Hypothekarkreditauflösung, die Rückzahlung der Hypothekarschuld von
100’000 Franken gemäss dem Kaufvertrag aus dem Jahr 2016 sowie die
Anschaffungskosten für ein neues Motorfahrzeug im Jahr 2017 von 9’000 Franken und
für eine komplette neue Garderobe nach einem massiven Gewichtsverlust
berücksichtige, verbleibe für die Jahre 2014–2019 noch eine Vermögensabnahme von
371’634 Franken, was einem Vermögensrückgang von 61’939 Franken pro Jahr oder
von 5’161 Franken (recte: 5’162 Franken) pro Monat entspreche. Unter
Berücksichtigung der Altersrente von 1’880 Franken pro Monat, dem
Wohnungsmietzins von 1’384 Franken pro Monat und der Krankenkassenprämie von
534 Franken pro Monat hätten der EL-Ansprecherin also 5’127 Franken pro Monat für
die übrigen Lebenshaltungskosten inklusive Steuern zur Verfügung gestanden. Das
Bundesgericht habe in einem Urteil aus dem Jahr 2018 festgehalten, dass keine
Lebensführungskontrolle erfolgen dürfe, sofern keine aufwendige Lebenshaltung
vorgelegen habe, was erst bei einem Verbrauch von über 82’500 Franken pro Jahr der
Fall sei. Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte im September 2020
(EL-act. 5), bei der Anspruchsberechnung habe man versehentlich den Verkehrswert
der grossen, „vereinigten“ Wohnung berücksichtigt. Im Zusammenhang mit dem
Verkauf der Wohnungen habe die EL-Ansprecherin nicht auf Vermögen verzichtet,
weshalb der für das Jahr 2013 angerechnete Vermögensverzicht um 146’000 Franken
reduziert werden müsse. Der für das Jahr 2014 angerechnete Vermögensverzicht
müsse reduziert werden, weil die EL-Ansprecherin diesen Betrag in eine
Lebensversicherung investiert habe. Allerdings habe sie in jenem Jahr
Rentenleistungen von 25’083 Franken, eine Erwerbsausfallentschädigung von 23’899
Franken und Unterhaltsbeiträge von 4’264 Franken erhalten, weshalb ihr für jenes Jahr
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B.
nicht noch zusätzlich eine „theoretische BVG-Rente“ und eine Pauschale hätten
angerechnet werden dürfen. Deshalb sei der für das Jahr 2014 angerechnete
Vermögensverzicht nicht um 100’000 Franken (Investition in eine Lebensversicherung),
sondern um 100’000 – 23’880 – 10’000 = 76’120 Franken zu reduzieren. Für das Jahr
2019 müsse ein um 20’000 Franken höherer Vermögensverzicht angerechnet werden,
weil die EL-Ansprecherin sich im Jahr 2019 einen Teil des Lebensversicherungswertes
habe auszahlen lassen, den sie verbraucht habe. Insgesamt falle der
Vermögensverzicht um 202’120 Franken tiefer aus, aber die Anspruchsberechnung
führe unter Berücksichtigung dieses Betrages immer noch zu einem
Einnahmenüberschuss. Die Einsprache müsse deshalb abgewiesen werden. Mit einem
Entscheid vom 5. November 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
gegen die Verfügung vom 24. April 2020 ab (EL-act. 4).
Am 4. Dezember 2020 liess die EL-Ansprecherin (nachfolgend: die Beschwerde
führerin) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. November 2020
erheben (act. G 1). Ihr neuer Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheides und die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen ohne die Anrechnung eines Vermögensverzichtes sowie
eventualiter die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung an die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte er
aus (act. G 2), die Bankkontoauszüge für die Jahre 2013–2019 (vgl. act. G 2.1) belegten
eindeutig, dass die Beschwerdeführerin nicht auf Vermögen verzichtet habe.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. Januar 2021 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, die Bankauszüge seien nicht voll
ständig. Teilweise habe die Beschwerdeführerin sehr hohe Bargeldbezüge getätigt. Die
Verwendung des Bargeldes bleibe ungewiss. Die Bankauszüge zeigten nur, an wen
Geld überwiesen worden sei, aber nicht, wofür. Auffällig sei, dass die
Beschwerdeführerin teilweise innerhalb von wenigen Minuten mehrere Maestro-Bezüge
getätigt habe. Damit bleibe weiterhin fraglich, ob sie für jede Vermögenshingabe auch
wirklich eine adäquate Gegenleistung erhalten habe. Bei den Bewegungen auf dem
Postkonto könne teilweise nicht einmal nachvollzogen werden, an wen die einzelnen
B.b.
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Erwägungen
1.
Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung des angefochtenen Einsprache
entscheides auf dessen Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des
mit dem Einspracheentscheid vom 5. November 2020 abgeschlossenen
Einspracheverfahrens entsprechen. Auch beim Einspracheverfahren hat es sich um ein
(„echtes“) Rechtsmittelverfahren gehandelt, was bedeutet, dass sich sein Zweck in der
Überprüfung der Verfügung vom 24. April 2020 auf deren Rechtmässigkeit erschöpft
hat. Der Gegenstand des Einspracheverfahrens ist also zwingend mit jenem des
vorangegangenen Verwaltungsverfahrens identisch gewesen, das die Prüfung einer
erstmaligen Anmeldung zum Bezug einer Ergänzungsleistung zum Inhalt gehabt hatte.
Zusammenfassend ist also in diesem Beschwerdeverfahren – umfassend – zu prüfen,
ob die Beschwerdeführerin in der Zeit ab Februar 2020 (Anmeldung zum
Ergänzungsleistungsbezug) einen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung zu ihrer
Altersrente der AHV gehabt hat.
Zahlungen gegangen seien. Nicht unberücksichtigt bleiben dürfe, dass eine nicht
unbedeutende Summe in diversen Juwelier- und Schmuckfachgeschäften ausgegeben
worden sei. Allfällige Schmuckstücke zählten selbstverständlich zum vorhandenen
Vermögen.
Am 12. April 2021 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhalten (act.
G 10). Sie vervollständigte die Bankauszüge, indem sie die Auszüge für die noch
fehlenden Monate einreichte. Bezüglich der Bargeldbezüge hielt sie fest, abgesehen
von einem einzigen Bezug über 10’000 Franken habe sie nur kleinere, unbedeutende
Bargeldbezüge getätigt. Aus dem Umstand, dass sie ihre Maestro-Karte an einzelnen
Tagen mehrfach zu Zahlungszwecken verwendet habe, lasse sich für dieses Verfahren
nichts ableiten. Die in den vier der Replik beigelegten Ordnern gesammelten Belege
(act. G 10.1.6 bis 10.1.9) zeigten restlos auf, an wen und wofür die am Postschalter
erfolgten Zahlungen getätigt worden seien. Der Wert des gekauften Schmucks müsste
mittels einer Expertise ermittelt werden. Er liege in der Regel tiefer als der ursprüngliche
Kaufpreis.
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).B.d.
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2.
Die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 4 ELG sind erfüllt gewesen.
Weil die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug im
Februar 2020 bereits längst eine Altersrente der AHV bezogen hat und weil sie (nach
wie vor) zuhause respektive nicht in einem Heim gelebt hat, hat kein „Ausnahmefall“
von der Regel des Art. 12 Abs. 1 ELG vorgelegen, weshalb die Beschwerdeführerin
grundsätzlich ab Februar 2020 einen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung haben
kann. Da das Einspracheverfahren noch im Jahr 2020 abgeschlossen worden ist, sind
die bis zum 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Bestimmungen des ELG
massgebend.
3.
Als Ausgaben im Sinne des Art. 10 ELG sind die kantonale Durchschnittsprämie für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung von 5’580 Franken pro Jahr, der
Wohnungsmietzins bis zum gesetzlichen Maximalbetrag und die allgemeine
Lebensbedarfspauschale von 19’450 Franken pro Jahr zu berücksichtigen. Der
Wohnungsmietzins ist deutlich höher als der gesetzliche Maximalbetrag von 13’200
Franken gewesen, weshalb nur der erwähnte Maximalbetrag anzurechnen ist. Das
Ausgabentotal hat sich folglich auf 5’580 + 13’200 + 19’450 = 38’230 Franken
belaufen.
4.
Die Beschwerdeführerin hat eine Altersrente der AHV von 22’752 Franken bezogen
und einen Sparzins von 51 Franken erhalten. Effektiv hat sie über ein Sparguthaben
von 22’419 Franken (die Mietzinskaution ist nicht zu berücksichtigen), über den
Rückkaufswert der frei verwendbaren Lebensversicherung von 78’149 Franken und
über ein Motorfahrzeug im Wert von 3’600 Franken verfügt. Nach Abzug des
Freibetrages von 37’500 Franken ergibt sich ein anrechenbares effektives Vermögen
von 66’668 Franken. Davon ist ein Zehntel als (hypothetischer) Vermögensverzehr zu
berücksichtigen. Damit ergibt sich ein effektives Einnahmentotal von 22’752 + 51 +
6’667 = 29’470 Franken.
4.1.
Gemäss dem Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG ist nebst dem real vorhandenen Vermögen
auch jenes Vermögen zu berücksichtigen, auf das verzichtet worden ist. Diese
Regelung ist ein Ausfluss des Versicherungsprinzips, wonach eine
Versicherungsleistung nur für einen „zufällig“ eingetretenen, aber nicht für einen selbst
4.2.
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herbeigeführten Schaden am versicherten Gut erbracht wird. Die Ergänzungsleistungen
sollen also nur jenen Ausgabenüberschuss „auffangen“, den der EL-Bezüger weder mit
den ihm effektiv zur Verfügung stehenden Mitteln noch mit jenen Mitteln decken kann,
die ihm – fiktiv – zur Verfügung stünden, wenn er seine Schadenverhinderungs- und
Schadenminderungspflicht vollumfänglich erfüllt, das heisst alles in seiner Macht
Stehende unternommen hätte, um den Eintritt oder die Verschlimmerung des
massgebenden ergänzungsleistungsrechtlichen „Schadens“ – einer finanziellen
Notlage – zu verhindern. Eine Verletzung dieser Schadenverhinderungs- respektive
Schadenminderungspflicht liegt nach der bundesgerichtlichen Auffassung vor, wenn
ein EL-Bezüger oder ein EL-Ansprecher einen Vermögenswert ohne eine rechtliche
Verpflichtung oder ohne eine adäquate Gegenleistung hingegeben hat. Nach der
Ansicht des Bundesgerichtes ist die Frage nach der adäquaten Gegenleistung rein
ökonomisch zu beantworten, weil eine „Lebensführungskontrolle“ um jeden Preis
verhindert werden müsse. Hat ein EL-Ansprecher also beispielsweise sein Vermögen
für Ferienreisen, Luxuskonsumgüter oder Bordellbesuche verschwendet, liegt nach der
bundesgerichtlichen Auffassung kein Vermögensverzicht im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit.
g ELG vor, sofern die Ferienreisen, die Luxuskonsumgüter oder die im Bordell
erbrachten Dienstleistungen rein ökonomisch betrachtet das Geld wert gewesen sind,
die der EL-Ansprecher dafür ausgegeben hat. So hat das Bundesgericht jüngst in
seinem amtlichen publizierten Entscheid BGE 146 V 306 festgehalten, eine EL-
Ansprecherin, die in den drei Jahren vor der Anmeldung zum Bezug einer
Ergänzungsleistung knapp 400’000 Franken für eine teure Wohnung, Blumen, Parfüms,
Champagner etc. verschwendet habe, habe nicht im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
auf Vermögen verzichtet. Allerdings hat das Bundesgericht nicht berücksichtigt, dass
der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG von seinem Sinn und Zweck her einen
Ergänzungsleistungsanspruch verhindern will, der einen selbst herbeigeführten
„Schaden“ (eine finanzielle Notlage, EL-rechtlich also einen Ausgabenüberschuss)
abdeckt. Diesem Zweck kann nur Rechnung getragen werden, wenn jede
Vermögenshingabe als ein Verzicht im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG qualifiziert
wird, die nicht der Deckung des ergänzungsleistungsrechtlich anerkannten
Lebensbedarfs oder der notwendigen Anschaffungen gedient und damit das
„Vorsorgekapital“ unnötig vermindert hat (vgl. dazu auch den Entscheid EL 2018/2 des
St. Galler Versicherungsgerichtes vom 21. August 2019, E. 2.2 f.). Mit der per 1. Januar
2021 in Kraft getretenen Gesetzesänderung (Art. 11a Abs. 3 ELG) hat der Gesetzgeber
– entgegen der Auffassung des Bundesgerichtes – keine neue Regelung eingeführt. Der
Art. 11a Abs. 3 ELG enthält nur eine Präzisierung der Definition des Verzichts, wie sie
bereits vor der Gesetzesänderung bestanden hat. Die vermeintlich „neue“ Regelung,
laut der ein Verbrauch von mehr als zehn Prozent des Vermögens pro Jahr ohne einen
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wichtigen Grund einen Vermögensverzicht darstellt, hat also für die Interpretation des
Begriffs „Verzicht“ grundsätzlich nichts Neues gebracht; sie hat nur eine
deklaratorische Funktion, das heisst sie dient nur der Klarstellung dessen, was (schon
immer) unter diesem Begriff zu verstehen gewesen ist. Diese Klarstellung ist nötig
gewesen, weil das Bundesgericht den Begriff „Verzicht“ vor der Gesetzesänderung
gesetzwidrig interpretiert und sich trotz Kritik aus der kantonalen Rechtsprechung (vgl.
etwa den Entscheid EL 2018/2 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 21. August
2019) und dem Schrifttum (Ralph Jöhl/Patricia Usinger, Ergänzungsleistungen zur AHV/
IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl.
2016, Rz. 176 ff., mit Hinweisen) immer wieder auf den Standpunkt gestellt hatte, eine
Verschwendung von Vermögen stelle keinen Vermögensverzicht dar. Nur die vom
Gesetzgeber im Art. 11a Abs. 3 ELG vorgesehene Regel zur Bemessung des Betrages
des Vermögensverzichtes durch eine Vermögensverschwendung ist eine neue
Regelung (und nicht bloss eine Klarstellung). Hinter der im Art. 11a Abs. 3 ELG
enthaltenen Klarstellung kann nur der Gedanke stehen, dass die systematische und die
teleologische Auslegung des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zwingend eine Korrektur der
bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG erfordert
haben, damit auch die Vermögensverschwendung als ein Vermögensverzicht
qualifiziert wird.
Der Beschwerdeführerin hat in den Jahren vor der Anmeldung zum Bezug einer
Ergänzungsleistung respektive ab Dezember 2015 lediglich eine Altersrente der AHV
von zunächst 1’880 Franken pro Monat und dann – ab Januar 2019 – von 1’896
Franken pro Monat zur Deckung ihres Existenzbedarfs zur Verfügung gestanden. Bis
und mit Oktober 2015 hatte sie eine Arbeitslosenentschädigung und eine Witwenrente
der AHV erhalten, was einem durchschnittlichen Einnahmentotal von 4’186 Franken
entsprochen hatte (vgl. die Bankauszüge für das Jahr 2015; act. G 2.1.2). Im November
2015 hatte sie eine Arbeitslosenentschädigung von 2’619.65 Franken und die
Altersrente von 1’880 Franken, total also 4’499.65 Franken erhalten. Ab Dezember
2015 stand ihr dann lediglich noch die Altersrente von 1’880 Franken zur Verfügung. Ihr
musste also bewusst sein, dass sie mit dem vorhandenen Vermögen haushälterisch
umzugehen hatte, um ihren Existenzbedarf möglichst lange aus eigener Kraft, also mit
der Rente und dem Vermögen, decken zu können. Die entscheidende Frage lautet, wie
hoch der (fiktive) angemessene Vermögensverzehr für die Deckung der alltäglichen
Bedürfnisse hätte sein müssen. Die Beschwerdegegnerin hat sinngemäss
angenommen, die Beschwerdeführerin hätte ihr Vermögen im Umfang der Summe
einer „theoretischen BVG-Rente“ und einer Pauschale von 10’000 Franken pro Jahr
verzehren dürfen. Den Betrag dieser „theoretischen BVG-Rente“ hat sie ermittelt,
4.3.
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indem sie den Vermögensstand mit einem „theoretischen Umwandlungssatz“ von 6,8
Prozent multipliziert hat. Dieses Vorgehen hat sich aber weder auf eine gesetzliche
Grundlage noch auf eine Verordnungsbestimmung gestützt, weshalb es ohne weiteres
als rechtswidrig zu qualifizieren ist. Zwar enthalten die hier noch massgebenden
„altrechtlichen“, das heisst bis zum 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Gesetzes-
und Verordnungsbestimmungen keine Vorgaben für die Bemessung des als
angemessen zu qualifizierenden (fiktiven) Vermögensverzehrs, aber das bedeutet nicht,
dass die Vermögensverzehrsgrenze mit einer beliebigen Methode bestimmt werden
könnte. Vielmehr muss die entsprechende Gesetzeslücke modo legislatoris gefüllt
werden, wobei sich die Lückenfüllung am Sinn und Zweck sowie an der Systematik der
massgebenden Gesetzesbestimmungen zu orientieren hat. Der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
bezweckt eine Abgrenzung zwischen dem versicherungsrechtlich relevanten „zufällig“
eingetretenen Leistungsbedarf und dem versicherungsrechtlich irrelevanten
selbstverschuldet herbeigeführten finanziellen Bedarf. Der massgebende finanzielle
Bedarf wird dabei vom Art. 10 ELG definiert, denn diese Bestimmung enthält –
abschliessend – all jene Ausgabenpositionen, die ergänzungsleistungsrechtlich
„anerkannt“ sind, was bedeutet, dass die Summe dieser „anerkannten“ Ausgaben dem
ergänzungsleistungsrechtlich relevanten Existenzbedarf entspricht. Der „versicherte
Schaden“ entspricht der Differenz zwischen dem ergänzungsleistungsrechtlich
relevanten Existenzbedarf und den anrechenbaren Einnahmen nach Art. 11 ELG.
Während eines laufenden EL-Bezuges stehen einem EL-Bezüger also insgesamt
gerade ausreichend finanzielle Mittel zur Deckung des ergänzungsleistungsrechtlichen
Existenzbedarfs zur Verfügung. Ist für eine versicherte Person erkennbar, dass sie über
kurz oder lang nicht mehr in der Lage sein wird, ihren Existenzbedarf aus eigenen
Mitteln zu bestreiten, muss ein Vermögensabbau, der – zusammen mit den übrigen
Einnahmen – über das ergänzungsleistungsrechtliche Existenzminimum hinausgeht,
zwingend als ein übermässiger Verzehr des ergänzungsleistungsrechtlichen
„Vorsorgekapitals“ qualifiziert werden, wenn die Verletzung der EL-spezifischen
Schadenverhinderungs- und Schadenminderungspflicht nicht belohnt werden soll.
Verbraucht diese versicherte Person nämlich regelmässig mehr Vermögen, als sie für
die Deckung des ergänzungsleistungsrechtlichen Existenzbedarfs benötigen würde,
finanziert sie ihren aktuell höheren Lebensstandard mittels jener Ergänzungsleistungen
vor, die später ausbezahlt werden müssen, weil sie ihr Vermögen innert kurzer Zeit
verschwendet hat. Die Ergänzungsleistungen werden in einem solchen Fall also
teilweise einen selbst herbeigeführten „Schaden“ abdecken, was dem
Versicherungsgedanken diametral zuwiderläuft. Damit steht fest, dass die
Beschwerdeführerin sich ab dem Jahr 2016 für die Deckung des alltäglichen
Lebensbedarfs auf das ergänzungsleistungsrechtlich massgebende Existenzminimum
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hätte beschränken müssen, da absehbar gewesen ist, dass das Vermögen innert
kürzester Zeit verbraucht sein würde. Sie hätte ihren effektiven Vermögensverbrauch
entsprechend beschränken müssen, sodass er zusammen mit der Rente gerade die
notwendigen Ausgaben gedeckt hätte. Als notwendige Ausgaben sind im Bereich des
Ergänzungsleistungsrechtes die Prämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, der gesetzliche Maximalbetrag für die Wohnkosten und die
ergänzungsleistungsrechtliche Lebensbedarfspauschale beschränken müssen. Die
Prämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung hat annähernd der kantonalen
Durchschnittsprämie entsprochen (vgl. EL-act. 35–2: [422.40 + 31.70 – 6.45] × 12 =
5’371.80 Franken vs. 5’580 Franken), weshalb vereinfachend auf die jeweilige
kantonale Durchschnittsprämie für die Jahre 2016–2019 abgestellt werden kann. Damit
ergibt sich ein ergänzungsleistungsrechtlich relevantes Existenzminimum von 5’052 +
13’200 + 19’290 = 37’542 Franken für das Jahr 2016, von 5’244 + 13’200 + 19’290 =
37’734 Franken für das Jahr 2017, von 5’412 + 13’200 + 19’290 = 37’902 Franken für
das Jahr 2018 und von 5’520 + 13’200 + 19’450 = 38’170 Franken für das Jahr 2019.
Die Summe der notwendigen Ausgaben zur Deckung des Existenzbedarfs in den
Jahren 2016–2019 hat sich also auf 151’348 Franken belaufen. Einen Teil dieser
Ausgaben hat die Beschwerdeführerin mit ihrer Altersrente decken können. Der
Rentenbetrag hat sich gemäss den Bankauszügen (act. G 2.1.2) in den Jahren 2016–
2018 auf 1’880 Franken pro Monat (vgl. act. G 2.1.2 und G 2.1.4) und im Jahr 2019 auf
1’896 Franken pro Monat belaufen (vgl. act. G 2.1.4), womit sich ein Einnahmentotal
von 90’432 Franken für die Jahre 2016–2019 ergibt. Wenn die Beschwerdeführerin sich
in dieser Zeit auf das ergänzungsleistungsrechtliche Existenzminimum beschränkt
hätte, hätte sie folglich lediglich 151’348 – 90’432 = 60’916 Franken ihres Vermögens
verbrauchen müssen.
Die Beschwerdeführerin hatte am 31. Dezember 2015 noch über ein
Sparvermögen von 83’251 Franken, über eine Lebensversicherung mit einem
Rückkaufswert von 95’119 Franken und über zwei Grundstücke mit einem amtlichen
Schätzwert von 334’000 Franken verfügt (vgl. EL-act. 19–16). Das Kapital der
Lebensversicherung hätte sie jederzeit frei beziehen können. Die beiden Grundstücke
hat sie im Jahr 2016 zu einem Marktpreis von 400’000 Franken verkauft. Der damalige
Vertreter der Beschwerdeführerin hat im Einspracheverfahren geltend gemacht, dass
die Beschwerdeführerin eine Hypothekarschuld von 100’000 Franken habe tilgen und
eine „Zinspenalty“ von 18’000 Franken habe bezahlen müssen (vgl. EL-act. 7–3).
Tatsächlich belegen die Bankauszüge (act. G 2.1.2), dass die Beschwerdeführerin am
4. August 2016 eine Zahlung von 118’850 Franken mit dem Vermerk „Darlehen
Schliessen: Festhypothek“ geleistet hat. Der Nettoerlös aus dem Verkauf der
4.4.
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Grundstücke hat sich folglich auf 281’150 Franken belaufen. Damit ergibt sich ein
Vermögenstotal von 83’251 + 95’119 + 281’150 = 459’520 Franken. Der
Vermögensstand am 31. Dezember 2019 hat sich auf 25’416 + 78’149 = 103’565
Franken belaufen, was bedeutet, dass sich das Vermögen der Beschwerdeführerin in
den Jahren 2016–2019 um 355’955 Franken verringert hat. Bei einer im Sinne der E.
4.3 angepassten Lebenshaltung hätte die Beschwerdeführerin lediglich 60’916 Franken
für die Bestreitung des alltäglichen Lebensbedarfs benötigt. Als nennenswerte
ausserordentliche Ausgaben in den Jahren 2016–2019 sind in den Bank- und
Postkontoauszügen lediglich eine Überweisung von 3’635 Franken an ein
Umzugsunternehmen im September 2016, der Kauf eines Sofas im Oktober 2016 für
4’500 Franken und die Anschaffung von Schmuckgegenständen im Wert von 33’830
Franken (nur vierstellige Beträge berücksichtigt) zu ersehen, wobei bezüglich der
Schmuckgegenstände davon auszugehen ist, dass diese einen Teil ihres Wertes
behalten haben und somit teilweise als nach wie vor vorhandenes Vermögen zu
qualifizieren sind. Damit ergibt sich ein Total von ausserordentlichen Ausgaben von
maximal 41’945 Franken. Die exorbitanten Ausgaben für Kleidung und
Kosmetikprodukte sind nicht als ausserordentliche Anschaffungskosten zu
qualifizieren, da die allgemeine Lebensbedarfspauschale auch Kosten für Kleidung und
notwendige Kosmetikprodukte beinhaltet. Dasselbe gilt auch für Blumen, Ferien etc.
Selbst wenn man der Beschwerdeführerin in analoger Anwendung des Art. 17a ELV
eine „Extrapauschale“ von 10’000 Franken pro Jahr für einen nicht auf das
ergänzungsleistungsrechtliche Existenzminimum beschränkte Lebensführung
zugesteht, verbleibt noch ein Differenzbetrag von mindestens 355’955 – 60’916 –
41’945 – 40’000 = 213’074 Franken, der als Vermögensverzicht und/oder als effektiv
noch vorhandenes Vermögen zu qualifizieren wäre. Bei richtiger Betrachtung müsste
nämlich der Restwert des Schmucks als noch vorhandenes Vermögen berücksichtigt
werden. Auch das gesamte Bargeld müsste als noch vorhandenes Vermögen
angerechnet werden, sofern nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen wäre, dass die Beschwerdeführerin
es ausgegeben hat, denn sie könnte das Bargeld bei sich zuhause aufbewahrt oder auf
ein unbekanntes Konto einbezahlt haben und effektiv noch darüber verfügen. Selbst
wenn aber der gesamte Differenzbetrag von 213’074 Franken als Vermögensverzicht
qualifiziert würde, was die für die Beschwerdeführerin günstigste
Sachverhaltswürdigung wäre, weil sich ein Verzichtsvermögen gemäss dem Art. 17a
ELV jährlich (fiktiv) um 10’000 Franken verringert, und selbst wenn also für die Jahre
2016 bis und mit 2019 nochmals 40’000 Franken abgezogen würden, weil die
Beschwerdeführerin bereits vor dem Jahr 2016 auf Vermögen verzichtet hat, was hier
vorerst nicht berücksichtigt wird, verbliebe allein für die Jahre 2016–2019 ein fiktiv an
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5.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. f
ATSG). Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Partei
entschädigung.