Decision ID: f7224925-88c0-5f18-812d-625a43205452
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, Teufener Strasse 8, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1948 in Italien geborene S._ arbeitete seit dem 5. August 2002 für die A._
AG als Schaler, eine spezielle Tätigkeit für Maurer, die darin besteht, bei Gebäuden
Verschalungen anzubringen (IV-act. 8, 19 und 21). Er meldete sich am 27. März 2006
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an und beantragte berufliche
Massnahmen und die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 1). Bei der Tätigkeit als Schaler
ist die Gewichtsbelastung relativ gross und die Arbeit wird stehend verrichtet (IV-act.
19).
A.b Am 19. August 2005 hatte der Versicherte sich an der linken Schulter nach
Stolpern vom Gerüst und Sturz gegen eine Eisenmulde verletzt. Daraus hatte sich eine
anfängliche Arbeitsunfähigkeit bis zum 4. September 2005 ergeben (IV-act. 16- 4 und
5). Dr. med. B._, Orthopädie, und Dr. med. C._, beide vom Kantonalen Spital
Rorschach, hatten dem behandelnden Arzt Dr. med. D._ am 16. September 2005
berichtet, dass der Versicherte vom 5. September 2005 bis zum 16. September 2005
auf der Klinik für Orthopädie stationär hospitalisiert war und dass an seinem linken Knie
am 6. September 2005 eine Totalprothese implantiert worden sei (IV-act. 12-10).
A.c Im Arztbericht zuhanden der IV-Stelle vom 20. Mai 2006 attestierte der Hausarzt Dr.
med. D._, Arzt für Allgemeinmedizin FMH, eine auf die Maurertätigkeit bezogene
vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 19. August 2005 bis auf weiteres (IV-act. 12-1). Der
IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz schloss sich in seiner
Stellungnahme vom 19. Oktober 2006 dieser Feststellung einer vollen,
berufsbezogenen Arbeitsunfähigkeit an. Dem Arztbericht von Dr. med. D._ sei zu
entnehmen, dass er den Versicherten in adaptierter Tätigkeit für einsatzfähig halte, sich
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allerdings keine adaptierte Tätigkeit vorstellen könne. Medizinisch theoretisch liege
aber für eine sitzende Tätigkeit keine Einschränkung vor (IV-act. 19-2).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2006 teilte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
dem Versicherten die vorgesehene Abweisung des Anspruches auf Arbeitsvermittlung
mit, weil der Versicherte nicht an gesundheitlichen Einschränkungen bei der
Stellensuche leide (IV-act. 26). Gleichentags kündigte sie die Abweisung des
Anspruches auf Invalidenrente an. Auch wenn der Versicherte in seiner bisherigen
Tätigkeit als Schaler gesundheitsbedingt nicht mehr arbeitsfähig sei, bestehe in einer
adaptierten, sitzenden Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Da der ermittelte
Invaliditätsgrad von 9% unter 40% liege, habe er keinen Anspruch auf eine Rente (IV-
act. 27). Gegen die beiden Vorbescheide liess der Versicherte Einwand erheben. Er
ersuchte um eine umfangreiche Abklärung der möglichen, adaptierten Tätigkeit. Die
summarische Stellungnahme des RAD vom 19. Oktober 2006, wonach eine adaptierte
Tätigkeit zumutbar sei, genüge für eine Rentenabweisung nicht. Erforderlich seien
genaue Angaben über die zumutbare Tätigkeit, die entsprechenden Arbeitsplätze und
die möglichen Arbeitgeber. Zudem sei ein höherer Behindertenabzug als die
vorgesehenen 10% angebracht, weil der Versicherte, der kaum Deutsch spreche, als
sog. Schwerarbeiter tätig gewesen sei (IV-act. 36).
B.b Die IV-Stelle holte am 29. März 2007 ein Gutachten ein, das Dr. med. E._,
Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, am 29. Juni 2006 zuhanden der F._
Versicherung erstattet hatte. Dieses stellte eine vollständige, berufsbezogene
Arbeitsunfähigkeit fest und verneinte auch für jede angepasste Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit, sofern keine Situationsverbesserung mehr eintreten werde (IV-act. 3f.).
Nach der orthopädischen RAD-Untersuchung vom 22. August 2007 bescheinigte Dr.
med. G._, Facharzt für Orthopädie, im Gutachten vom 5. Dezember 2007, dass aus
medizinischer Sicht eine vollständige, dauerhafte Arbeitsunfähigkeit für die körperlich
schwere Arbeit des Versicherten als Schaler und Maurer bestehe. Der Versicherte sei
hingegen in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig (IV-act. 61).
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B.c Der Versicherte nahm im Frühjahr 2008 am Verzahnungsprogramm Sohomet in
H._ teil. Dort probierte er unterschiedliche leichte Arbeiten wie Schleifen von Holz
oder leichte Arbeiten in der Konfektion aus. Gemäss dem protokollierten
Beratungsgespräch vom 4. April 2008 fühlte er sich nicht fähig, mehr als die 50% zu
leisten, die er im Programm erbracht hatte. Er könne sein schon operiertes Knie nicht
belasten. Wenn er keine IV-Rente bekomme, gehe er sofort weg und warte in Italien,
bis die AHV ausbezahlt werde (IV-act. 72). Der Schlussbericht der
Eingliederungsberatung vom 2. Mai 2008 nannte in Frage kommende Arbeitgeber und
leidensadaptierte Tätigkeiten. Unter Hinweis auf die Mitteilung des Versicherten nach
seinem Einsatz im Verzahnungsprogramm, wonach er keine Arbeit mehr suche und von
der IV die Prüfung der Rente verlange, wurde darin der Fallabschluss beantragt (IV-act.
73).
C.
C.a Mit Vorbescheid vom 12. Juni 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten den
Abschluss der Arbeitsvermittlung in Aussicht (IV-act. 77). Mit einem zweiten
Vorbescheid vom 12. Juni 2008 kündigte sie zudem die Abweisung des
Rentengesuchs an, da der Invaliditätsgrad 35% betrage (IV-act. 79). Dagegen liess der
Versicherte im Einwand vom 10. Juli 2008 einen Invaliditätsgrad von 51% und
infolgedessen einen Anspruch auf eine halbe Rente beantragen (IV-act. 82).
C.b Unter der Annahme, dass der Versicherte sich subjektiv nicht mehr arbeitsfähig
fühle, verfügte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 18. Juli 2008 den Abschluss der
Arbeitsvermittlung (IV-act. 83). Gestützt auf die Abklärungen in erwerblicher und
medizinischer Hinsicht verneinte die IV-Stelle mit separater Verfügung vom 18. Juli
2008 - ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 80% (ganztägig mit vermehrten
Pausen) in einer leichten, adaptierten Tätigkeit - einen Rentenanspruch des
Versicherten, weil der Invaliditätsgrad von 35% unter den erforderlichen 40% liege. Als
Invalideneinkommen sei der durchschnittliche Lohn für ungelernte Tätigkeiten
eingesetzt worden. Die hypothetischen Löhne im privaten Sektor für ungelernte
Tätigkeiten würden für das Jahr 2007 bei Männern bei Fr. 59'908.-- liegen. Ein
"Leidensabzug" von 10% sei gerechtfertigt, da der Versicherte nur noch leichte
Tätigkeiten ausführen könne. Konkret könne er etwa leichte Montagearbeiten,
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Reinigung und Montieren von Glaskomponenten und Glasreinigung mit
Ultraschallgeräten ausführen. Ein Teilzeitabzug falle weg, da die Tätigkeit ganztags
ausgeführt werden könne. Das Erwerbseinkommen ohne Behinderung betrage
Fr. 66'785.--, dasjenige mit Behinderung Fr. 43'134.--. Daraus ergebe sich eine
Erwerbseinbusse von Fr. 23'651.-- (IV-act. 84).
D.
D.a Gegen die rentenverweigernde Verfügung richtet sich die Beschwerde vom
15. September 2008. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Arthur
Andermatt, beantragt darin – unter Kosten und Entschädigungsfolgen -, die Verfügung
vom 18. Juli 2008 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei nach Ablauf der
Wartefrist eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung führt er aus, die
Beschwerdegegnerin habe zwar bei der Berechnung des Invaliditätsgrades auf LSE,
Sektor 3, abgestellt, aber den Totalwert der LSE im privaten Sektor für Männer, Niveau
4, eingesetzt, welcher u.a. auch den Gartenbau und den Produktionssektor umfasse.
Der Sektor 3, Dienstleistungen, habe allerdings einen deutlich tieferen Zentralwert
(Niveau 4, total). Angesichts der leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers würden Gartenbau und Produktion als mögliche Betätigungsfelder
praktisch ausscheiden. Eine möglichst den konkreten Gegebenheiten angemessene IV-
Bemessung i. S. v. Art. 16 ATSG verlange deshalb, dass allein auf den allenfalls
zumutbaren Dienstleistungssektor für die Invaliditätsbemessung abgestellt werde. Bei
einer 80%igen Leistungsfähigkeit seien Fr. 40'926.-- als Erwerbseinkommen erzielbar.
Zudem sei von einem Behinderungsabzug von 20% auszugehen, nämlich Fr. 8'185.--.
Dies ergebe ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 32'741.--. Ausgehend vom
Valideneinkommen gemäss angefochtener Verfügung (Fr. 66'785.--) betrage die
Erwerbseinbusse Fr. 34'044.--, was einen Invaliditätsgrad von 51% ergebe bzw.
Anspruch auf eine halbe IV-Rente auslöse (act. G 1).
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober
2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass
Hilfsarbeitern nach Eintritt der Invalidität eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und
Dienstleistungssektor offen stünden. In Industrie und Gewerbe würden körperlich
anstrengende Arbeiten zunehmend durch Maschinen verrichtet, während den
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Überwachungsfunktionen grosse und wachsende Bedeutung zukomme. Zu Recht
habe man auf den Durchschnittswert der Tabellenlöhne im gesamten privaten Sektor
abgestellt. Die Ausführung von nur noch leichten Hilfstätigkeiten sei die einzige
gesundheitlich bedingte Einschränkung des Leistungsvermögens. Beim
fortgeschrittenen Alter, der tiefen Qualifikation und den mangelnden
Sprachkenntnissen handle es sich um invaliditätsfremde Faktoren. Man habe diese
berücksichtigt, indem das Invalideneinkommen gemäss der niedrigsten
Qualifikationsstufe 4 anhand der Tabellenlöhne berechnet worden sei (act. G. 4).
D.c In der Replik vom 8. Dezember 2008 macht der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers geltend, dass es der Beschwerdegegnerin nicht gelinge,
zumutbare Tätigkeiten im Sektor Produktion zu nennen, so dass als Verweistätigkeiten
alleine solche im Dienstleistungssektor in Frage kämen. Das sei umso angezeigter, als
der Beschwerdeführer auf dem Bau, verglichen mit dem Tabellenlohn 2006,
unterdurchschnittlich verdient habe. Allein durch den Einbezug des 13. Monatslohnes
habe der Beschwerdeführer ein geringfügig höheres Valideneinkommen als der zu
100% eingesetzte Tabellenlohn im gesamten privaten Sektor erzielt (act. G 8).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 12. Dezember 2008 auf eine Duplik (act.
G. 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Das vorliegende Beschwerdeverfahren befasst sich mit dem Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Umstritten ist dabei die
Invaliditätsbemessung. Nicht beanstandet wird dabei das Valideneinkommen, von dem
die Beschwerdegegnerin ausgeht. Die Auffassungen der Parteien gehen zwar allein in
Bezug auf den gewählten Durchschnittswert in den Tabellenlöhnen für die Erhebung
des Invalideneinkommens und auf die invaliditätsrechtlich relevanten Faktoren für den
sogenannten "Leidensabzug" bzw. dessen Höhe auseinander. Das
Versicherungsgericht beurteilt allerdings alle Tatsachen und Rechtsfragen, die für die
Klärung der Rechtslage notwendig sind, und beschränkt sich dabei nicht auf die von
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den Parteien debattierten Punkte. Zum Streitgegenstand gehören deshalb
notwendigerweise auch die Fragen nach der Festsetzung des Valideneinkommens und
der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers um eine Rente abgelehnt. Die
Arbeitsvermittlung hat sie abgeschlossen; allfällige geeignete und zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wurden – jedenfalls explizit – nicht geprüft. Der
Beschwerdeführer beantragt in diesem Verfahren zwar einzig Rentenleistungen. Streitig
ist daher ein Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 lückenfüllend vorgesehen, grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Eintritts des
Versicherungsfalls abzustellen, aber auch auf Sachverhalte mit Eintritt des
Rentenanspruchs im Jahr 2008 sei altes Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung
ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das Bundesgericht hat bis jetzt die Anwendung
von altem Recht jedenfalls bejaht, sofern der Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2008
entstanden ist (vgl. etwa die Urteile des Bundesgerichts 8C_373/2008 vom 28. August
2008 und 8C_491/08 vom 9 März 2009).
2.2 Die massgebende Invalidität änderte sich mit der 5. IV-Revision nicht.
Diesbezüglich erübrigt sich die Frage nach dem anwendbaren Recht. Der Beginn des
Rentenanspruches hingegen wurde anders geregelt. Ein Antragsteller richtet
vertrauensgemäss sein Verhalten bzw. nimmt eine Rechtshandlung vor nach dem zu
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jener Zeit geltenden Recht. Vorliegend trat die Arbeitsunfähigkeit am 19. August 2005
ein und erfolgte die IV-Anmeldung am 27. März 2006. Deshalb ist - im Sinne des
Gleichbehandlungsgebots und des Handelns nach Treu und Glauben - in Bezug auf
den allfälligen Rentenbeginn die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesene
Bestimmung hier anzuwenden. Gemäss dem früheren Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entstand
der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40 Prozent arbeitsunfähig gewesen war. Die Rente konnte zudem für die zwölf der
Anmeldung vorangehenden Monate nachbezahlt werden (Art. 48 Abs. 2 aIVG). Im zu
beurteilenden Fall wurde der Beschwerdeführer seit dem 19. August 2005
arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 8 und 16-5). Zur Diskussion steht somit ein
Anspruch auf Invalidenrente ab August 2006.
3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor,
so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente. Eine Invalidität von weniger als 40% wird von der
Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt. Unter Invalidität wird bei
Personen, welche ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung voll erwerbstätig wären, die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
3.2 Die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2008 geht von einem rentenmässig nicht
entschädigbaren Invaliditätsgrad von 35% aus. Demgegenüber berechnet der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Invaliditätsgrad von 51%, was einen
Anspruch auf eine halbe Rente entstehen liesse. - Gemäss Art. 28a IVG in Verbindung
mit Art. 16 ATSG erhebt die Verwaltung das Ausmass der Invalidität bei Erwerbstätigen
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mit einem Einkommensvergleich. Sie berechnet dabei zuerst das sogenannte
Valideneinkommen. Erfasst wird damit das Erwerbseinkommen, das ohne den
Gesundheitsschaden erzielt werden könnte. Davon zieht sie das Invalideneinkommen
ab. Darunter ist das Erwerbseinkommen zu verstehen, das nach dem
Gesundheitsschaden und nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf
zumutbare Weise erreicht werden könnte. Aus der Differenz zwischen dem
Valideneinkommen und dem Invalideneinkommen resultiert eine Einkommenseinbusse.
Dieser Fehlbetrag wird in Prozenten ausgedrückt, welche dem Invaliditätsgrad
entsprechen.
3.3 Die Bemessung des Invaliditätsgrads stützt sich auf Unterlagen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
4.
Vorab sind daher die medizinischen Feststellungen und die daraus resultierenden
ärztlichen Stellungnahmen zur Arbeitsunfähigkeit zu würdigen.
4.1 Nachdem der Beschwerdeführer am 19. August 2005 verunfallte (IV-act. 16- 4 und
5), veranlasste der Hausarzt Dr. med. D._ am 24. August 2005 bei der
Orthopädieabteilung des Kantonalen Spitals Rorschach eine Vorbesprechung einer
Knieoperation links (IV-act. 12-15). Dr. med. B._, Orthopädie, hielt am 31. August
2005 fest, dass der Beschwerdeführer seit einem Jahr unter progredienten
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Kniegelenksbeschwerden leide, die nun so stark zugenommen hätten, dass er als
Bauarbeiter nahezu nicht mehr arbeiten könne. Beim Unfall sei er so auf das Knie
gestürzt, dass es zu einer aktivierten Arthrose gekommen sei. Das weitere Vorgehen
bestehe in der Implantation einer Knietotalprothese (IV- 12-14). Diese Operation wurde
am 6. September 2005 durchgeführt (IV-act. 12-10).
4.2 Am 20. Mai 2006 hielt Dr. med. D._ fest, der Beschwerdeführer habe bereits vor
dem Unfall vom 19. August 2005 seit Jahren unter zunehmenden Knieschmerzen seine
Maurertätigkeit ausgeführt. Seit dem Unfall habe er praktisch nicht mehr laufen können.
Beide Knie seien beeinträchtigt, besonders das linke. Dieser Gesundheitsschaden
wirke sich bei der bisherigen Tätigkeit mit Schmerzen und einer Einschränkung der
Beweglichkeit beider Knie aus. Der Hausarzt stellte die Diagnose einer medialen
Gonarthrose beidseits, massiv links, mit Status nach Totalprothese. Seiner
Einschätzung nach bestehe eine auf die Maurertätigkeit bezogene volle
Arbeitsunfähigkeit seit dem 19. August 2005 bis auf weiteres. Voraussichtlich werde im
bisherigen Beruf keine Arbeitsfähigkeit mehr erreicht. Offen bleibe, ob in einigen Jahren
auch für das rechte Knie eine Totalprothese benötigt werde. Der Beschwerdeführer
würde gerne arbeiten, zurzeit seien aber auch angepasste Arbeiten nicht voll
auszuüben. Auch im Sitzen sollte der Beschwerdeführer Lagewechsel vornehmen
können. In einigen Monaten könne mehr ausgesagt und probeweise eine Arbeit
versucht werden (IV-act. 12-1).
4.3 Anlässlich einer stationären Hospitalisation im Spital Rorschach stellten Dr. med.
B._ und cand. med. I._ am 16. Juni 2006 fest, dass der Beschwerdeführer seit der
Knietotalendoprothese an Schmerzen bei Belastung leide, die im Charakter
verschieden zu den präoperativen Beschwerden seien. Er verspüre beim Auftreten
starke Schmerzen im linken Kniegelenk und er hinke beim Gehen. Am 13. Juni 2006 sei
er einer Operation mit Arthroskopie, Adhäsiolyse und Mobilisation des linken
Kniegelenkes in Narkose unterzogen worden (IV-act. 18-4). Im Verlaufsbericht vom 14.
August 2006 erklärte Dr. med. D._, dass die erneute Arthroskopie zwar eine
Verbesserung der Beweglichkeit gebracht und auch das Spannungsgefühl im Knie
vermindert habe. Nach wie vor bestehe aber ein ausgeprägtes Knarren im linken Knie
und die Beweglichkeit beschränke sich auf 80%. Weiterhin sei intensive Physiotherapie
erforderlich. Davon sei allerdings nur noch eine kleine Verbesserung zu erhoffen. Es
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könne nun definitiv gesagt werden, dass die Arbeitsfähigkeit nicht mehr erlangt werden
könne. Abzuklären sei, ob der Beschwerdeführer andere Tätigkeiten ausüben könne. Er
(Hausarzt) könne sich keine Tätigkeit vorstellen, die bei den festgestellten
Beschwerden noch möglich wäre (IV-act. 18-1).
4.4 Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, kommt in seinem am
29. Juni 2006 erstatteten UV-Gutachten auch zum Schluss, dass eine definitiv
vollständige, berufsbezogene Arbeitsunfähigkeit vorliege. Im Interesse der Haltbarkeit
des Kniegelenksimplantates solle auf eine Schwerarbeitertätigkeit verzichtet werden.
Sofern keine Situationsverbesserung mehr eintrete, gebe es wohl keine andere
angepasste Tätigkeit. Eine stehend-gehende Tätigkeit sei nicht mehr realisierbar, weil
bei jedem Schritt Schmerzen bestünden. Gegen eine sitzende Tätigkeit spreche laut
Angaben des Versicherten der Auftritt von Schmerzen an der Knieaussenseite schon
nach kurzer Zeit aufgrund der dabei erforderlichen gebeugten Kniegelenksposition.
Auch eine Tätigkeit, die eine abwechslungsweise stehend-sitzende Position verlange,
könne zurzeit wegen der Beschwerdezunahme beim Aufstehen aus sitzender Stellung
und wegen der Anlaufschmerzen danach nicht ausgeübt werden. Die aktuelle
vollständige Arbeitsunfähigkeit werde für unbestimmte Zeitdauer, wenn nicht für immer
anhalten. Die Angaben des Beschwerdeführers seien glaubhaft. Die Prognose sei noch
höchst ungewiss (IV-act. 3f.).
4.5 Gemäss Gutachten von Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädie, vom 5.
Dezember 2007 hat die aktuelle klinische und radiologische Untersuchung des linken
Kniegelenkes (monodisziplinäre orthopädische RAD-Untersuchung vom 22. August
2007) einen weitgehend reizfreien regelrechten Befund ausgewiesen. Insbesondere
hätten sich keine Hinweise für eine Implantatlockerung oder Gelenkinstabilität ergeben.
Bei der Maurertätigkeit handle es sich um eine körperlich schwere Arbeit mit Heben
und Tragen von schweren Lasten sowie Arbeiten unter Witterungseinflüssen und auf
unebenem Gelände mit Treppen-, Leiter- und Gerüststeigen. Aus medizinischer Sicht
bestehe für diese Arbeit eine vollständige, dauerhafte Arbeitsunfähigkeit. Der
Beschwerdeführer sei hingegen zu 80% arbeitsfähig in einer leidensadaptierten
Tätigkeit. Diese bestehe in einer körperlich leichten Arbeit mit Gewichtslimite bis 10 kg
ohne häufiges Treppen-/
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Leitersteigen sowie Arbeiten auf unebenen Unterböden in temperierten Räumen
ganztags (100 % Anwesenheit) mit vermehrten Pausen (IV-act. 61).
4.6 Die Krankengeschichte des Beschwerdeführers, die klinischen Untersuchungen
vor und nach durchgeführter Implantation einer Totalprothese bzw. einem weiteren
operativen Eingriff mit Arthroskopie, Adhäsiolyse und Mobilisation in Narkose erfüllen
die beweisrechtlichen Anforderungen an die Befunderhebung und die gestützt darauf
gestellte Diagnose. Die ärztlichen Stellungnahmen zu einer vollständigen, dauernden
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Schaler bzw. Mauer stimmen überein
und sind hinreichend begründet. Die Ausführung von körperlich schweren Tätigkeiten
erscheint überzeugend als definitiv unzumutbar.
4.7 Bezogen auf eine optimal dem Leiden des Beschwerdeführers angepasste
Tätigkeit hat der Hausarzt am 14. August 2006 für die Zukunft nicht ausgeschlossen,
dass eine Arbeitsfähigkeit bestehen könnte, allerdings hat er keine genaue
Einschätzung abgeben können (IV-act. 18- 1). Die am 19. Oktober 2006 erfolgte RAD-
Stellungnahme, welche die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit bejaht hat,
vermag als unsubstantiierte und nicht auf erhobene Befunde gestützte Einschätzung
nicht zu überzeugen (IV-act. 19-2). Der UV-Gutachter seinerseits hatte am 29. Juni
2006 die Möglichkeit der Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit ausführlicher
Begründung verneint. Er gab damals an, welche operativen Eingriffe (Wechsel der
Tibiakomponente und Wechsel und Reimplantation der Femurkomponente) frühestens
in sechs Monaten zur Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. zur Erlangung
einer Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit beitragen könnten und er hielt fest,
dass eine abschliessende Beurteilung frühestens in einem Jahr erwartet werden könne
(IV-act. 3f.). Da gemäss einer telefonischen Auskunft des Hausarztes vom 20. Juni 2007
keine weiteren Befundberichte vorlagen, entschied sich der RAD für die Vornahme
einer orthopädischen Untersuchung mit aktueller Röntgendiagnostik beider
Kniegelenke (IV-act. 39). Der RAD-Bericht vom 5. Dezember 2007 stützt sich bei der
Wertung der Diagnose auf diese klinische und radiologische Untersuchung, die auf eine
positive Entwicklung des festgestellten Gesundheitsschadens hinweist (IV-act. 61).
Dass eine sofortige "Eingliederungsfähigkeit" (gemeint: Arbeitsfähigkeit) in einer
angepassten 80%igen Tätigkeit zumutbar ist, erscheint nachvollziehbar begründet und
plausibel. Die gesundheitlichen Beschwerden beschränken sich weitgehend auf das
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linke Knie. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit erscheint jedoch bei vermehrten Pausen
als möglich und zumutbar, wobei der Beschwerdeführer die längere Beugung des
Knies durch Hochlagern des Beins vermeiden könnte.
4.8 Es ist also davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine verwertbare
Restarbeitsfähigkeit von 80% spätestens ab 5. Dezember 2007 aufweist. Der
massgebliche Zeitraum für die allfällige Rente beginnt allerdings bereits ab August
2006 (siehe oben Erwägung 2). Der RAD-Bericht vom 5. Dezember 2007 bezieht sich
nicht auf die Zeitspanne vor der orthopädischen RAD-Untersuchung vom 22. August
2007. Angesichts der Tatsache, dass im UV-Gutachten erneute operativen Eingriffe im
Hinblick auf die Ausübung einer angepassten Tätigkeit als wahrscheinlich erforderlich
in Betracht gezogen wurden, die sich schliesslich als nicht nötig erwiesen haben, stellt
sich die Frage nach dem Zeitpunkt des Eintritts der Verbesserung der
Gesundheitsbeeinträchtigung. Dabei ist ab August 2006 bis zum 22. August 2007
festzustellen, seit wann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die 80%ige
Restarbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit besteht, und ob im
massgeblichen Zeitraum teilweise auf eine 100%ige oder geringere Arbeitsunfähigkeit
abzustellen ist. Die Sache ist deshalb zur Abklärung und Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Für die Zeit ab 22. August 2007 ist im Folgenden auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten von 80% der Invaliditätsgrad zu bemessen.
5.1 Ausgangspunkt für die Festsetzung des Einkommens, das bei voller Gesundheit
erzielt werden könnte (Valideneinkommen), bildet in der Regel der letzte vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung erzielte Lohn, weil die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall
erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 59 E. 3.1; BGE 134 V 325
E. 4.1). Gemäss den Angaben des Arbeitgebers verdiente der Beschwerdeführer im
Jahr 2005 vor Eintritt des Gesundheitsschadens Fr. 4'795.-- pro Monat (IV-act. 8).
5.1.1 Vorliegend beginnt eine allfällige Rente ab August 2006 zu laufen. Hätte der
Beschwerdeführer im Jahr 2006 ohne den Gesundheitsschaden weiter als Schaler
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gearbeitet, hätte er nach dem "Fragenbogen für den Arbeitgeber" Fr. 4'915.-- pro
Monat erzielt (IV-act. 8). Das Valideneinkommen würde dementsprechend für das Jahr
2006 Fr. 63'895.-- (13. Monatslohn eingeschlossen) betragen, wie die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort berechnet hat.
5.1.2 Erweist sich der tatsächlich erzielte Lohn als branchenunterdurchschnittlich, kann
eine sogenannte Parallelisierung durch eine entsprechende Heraufsetzung des
Betrages oder durch Abstellen auf die statistischen Werte gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
vorgenommen werden, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen
Einkommensniveau begnügen wollte. Bei der LSE wird ein sogenannter Zentralwert
(Median) mit standardisierten Bruttolöhnen (Tabellengruppe A) angegeben. Der
Tabellengruppe A liegt allerdings eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde,
welche tiefer ist als die im Jahr 2006 betriebsübliche durchschnittliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41,7 Stunden. Der mittlere Lohn für Männer, die 2006 im Baugewerbe
vollzeitlich tätig waren, belief sich gestützt auf eine 40-stündige Wochenarbeitszeit auf
monatlich Fr. 5'007.--, 13. Monatslohn eingeschlossen (LSE 2006, Tabelle A1,
Kategorie 45, Anforderungsniveau 4). Aufgerechnet auf eine 41,7-stündige
Wochenarbeitszeit ergibt sich ein statistisches Jahreseinkommen von Fr. 62'638.-- (Fr.
5'007.--: 40 x 41.7 x 12). Der statistische Betrag liegt unter dem nach dem
"Fragenbogen für den Arbeitgeber" angegebenen, tatsächlich erzielbaren Lohn,
weshalb auf Letzteren abzustellen ist.
5.2 Das Einkommen, das nach dem Gesundheitsschaden zumutbarerweise erzielt
werden könnte (Invalideneinkommen), bemisst sich primär nach der beruflich-
erwerblichen Situation, in welcher die versicherte Person konkret steht. Hat diese nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, greift die Rechtsprechung auf die Tabellenlöhne
gemäss LSE zurück (BGE 129 V 475 E. 4.2.1; BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und bb).
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin auf den Durchschnittswert der Tabellenlöhne
im gesamten privaten Sektor abgestellt und dabei den Beschwerdeführer in das tiefste
Anforderungsniveau 4 eingestuft. Entgegen der Auffassung seines Rechtsvertreters
(act. G 1 und G 8) beschränken sich die Einsatzmöglichkeiten eines Hilfsarbeiters, der
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nur noch leichte Arbeit ausführen kann, nicht auf den Sektor der Dienstleistungen. Wie
die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ausgeführt hat, gestattet die
technologische Entwicklung im Produktionssektor die Ausübung von dem Leiden des
Beschwerdeführers angepassten, nicht qualifizierten Tätigkeiten (act. G 4). Der mittlere
Lohn für Männer, die 2006 einfache und repetitive Tätigkeiten ausführten, belief sich
gestützt auf eine 40-stündige Wochenarbeitszeit auf monatlich Fr. 4'732.--, 13.
Monatslohn eingeschlossen (LSE 2006, Tabelle A1, Total, Anforderungsniveau 4). Der
Jahreslohn betrug somit bei 41,7-stündiger Wochenarbeitszeit Fr. 59'197.-- (Fr.
4'732.--: 40 x 41,7 x 12). Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 80% ergibt sich ein
Einkommen von Fr. 47'358.-- (Fr. 59'197.-- x 0.8).
5.3 Der Rechtvertreter des Beschwerdeführers verlangt einen zusätzlichen Abzug in
der Höhe von 20% der Tabellenlöhne unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass der
Beschwerdeführer seit vierzig Jahren Schwerarbeit leiste, sechzig Jahre alt sei, kaum
Deutsch spreche und – trotz 100% Anwesenheit - nur zu 80% arbeiten könne (act.
G. 1). Die Beschwerdegegnerin hat bei der Invaliditätsbemessung einen sogenannten
Leidensabzug von 10% berücksichtigt, weil der Beschwerdeführer nur noch leichte
Hilfstätigkeiten ausführen könne (IV-act. 84).
5.3.1 Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu
tun. Damit wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, die in ihrer
letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichtet haben und nach dem Eintritt des
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch beschränkt einsatzfähig
sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder
Hilfsarbeiter nicht erreichen. Es geht also darum, jene Nachteile auszugleichen, die der
invaliden Person durch die Verwendung von statistischen Daten für das
Invalideneinkommen erwachsen sind, denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf
der Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. Der ursprünglich nur bei
Schwerarbeitern zugelassene Abzug hat sich in der Folge zu einem allgemeinen,
zusätzlichen Abzug entwickelt, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung
getragen hat, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten
Person wie Alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können (BGE 134
V 328 E. 5.2).
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Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer
dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der
Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal der
entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge
zusammenzuzählen sind. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen.
Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen
lassen (BGE126 V 79 E. 5 neues Fenster b + E. 6).
5.3.2 Von der Tatsache ausgehend, dass der Beschwerdeführer gegenüber einem
gesunden Konkurrenten ein höheres Krankheitsrisiko hat und für Überstundentätigkeit
wohl nur erschwert verfügbar wäre, wird er in der Arbeitswelt benachteiligt. Dazu
kommt, dass er seine 80%ige Leistung in einer ganztägigen Anstellung erbringen
würde, womit sein Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet wäre (vgl. Bundesgerichtsurteil T.
vom 8. Januar 2008, 9C_603/07). Da ein Arbeitgeber die potenzielle Erhöhung der
Gesamtlohnkosten des Betriebs im Auge behält, senken diese Umstände den "Wert"
des Beschwerdeführers als Arbeitnehmer. Um dies zu kompensieren und
konkurrenzfähig zu bleiben, müsste dieser mit einem entsprechend tieferen Lohn
rechnen. Insgesamt ist er auf erhöhte Flexibilität des Arbeitgebers angewiesen (vgl. den
Entscheid IV 2008/158 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
18. November 2009, Erw. 5.2). Was den Beschäftigungsgrad von 80% angeht, kann
der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden, soweit sie dies als Abzugsgrund nicht
anerkennt, weil die angepasste Tätigkeit ganztags erfolgen solle. Dass allerdings ein
nennenswerter Lohnnachteil aufgrund der Teilzeitarbeit besteht, lässt sich bei Männern
statistisch belegen. Hochgerechnet auf ein Vollpensum ist bei ihnen im tiefsten
Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit schlechter entlöhnt als Vollzeitarbeit. Männer im
tiefsten Anforderungsniveau erzielten im Jahr 2006 mit einem zwischen 75% und 89%
liegenden Arbeitspensum aufgerechnet auf ein Vollpensum ein etwa 6.1% tieferes
Einkommen (vgl. Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 2006).
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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5.3.3 Andererseits rechtfertigt das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers
(Jahrgang 1948) keinen zusätzlichen Abzug. Da mit zunehmendem Alter die
Lohnzuwachskurve zwar flacher verläuft, der Faktor Alter sich aber statistisch nicht
lohnsenkend auswirkt, berücksichtigt das Bundesgericht in diesem Zusammenhang
keinen zusätzlichen Abzug, ausser wenn dies aufgrund besonderer Verhältnisse
geboten ist (verneint: Urteile 9C_610/2007 vom 23. Oktober 2007, E. 4.3; I 39/04 vom
20. Juli 2004, E. 2.4; I 304/06 vom 22. Januar 2007, E. 4.2; I 376/05 vom 5. August
2005, E. 4.2; bejaht: I 100/01 vom 11. April 2002 und I 813/02 vom 7. Mai 2003).
Vorliegend sprechen keine besonderen Verhältnisse für eine Ausnahme, denn die
Neuanstellung als Hilfsarbeiter ist wegen des Alters nicht notwendigerweise mit einem
unterdurchschnittlichen Lohnniveau verbunden. Der Einfluss des Dienstalters auf das
Einkommen nimmt zudem im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist
(vgl. AHI 1999 S. 181; BGE 126 V 79 E. 5a/cc; die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2003/76 vom 3. Mai 2004, E. 4f, und
IV 2007/242 vom 29. September 2008, E. 4.3.5). Das Alter spielt zwar eine Rolle in
Bezug auf die Einschätzung der zumutbaren Arbeitsleistung. Es stellt aber keinen
Umstand dar, der den Ausgangswert beim Invalideneinkommen beeinflusst. Die
Tatsache, dass es das Finden einer Stelle und die Verwertung der verbliebenen
Restarbeitsfähigkeit erschwert, ist ein Problem der Arbeitslosigkeit und nicht der
Invalidität.
5.3.4 Auch nicht angemessen erscheint es, die mangelnden Deutschkenntnisse des
Beschwerdeführers als zusätzlichen Abzugsgrund einzubeziehen. Zunächst einmal ist
diese Gegebenheit sowie die geringe Ausbildung mit der Einstufung auf das
Anforderungsniveau 4 im Rahmen der LSE bereits berücksichtigt worden. In dieser
Kategorie werden viele Fremdsprachige erfasst. Zudem stellen leichte Hilfsarbeiten
keine grossen Anforderungen an die sprachliche Kommunikation. Es ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner bisherigen beruflichen
Erfahrung in der Schweiz für solche Tätigkeiten über ausreichende Deutschkenntnisse
verfügt.
5.3.5 Mithin führen nur die indirekt krankheitsbedingten Konkurrenznachteile und die
unter 100% liegende Leistungsfähigkeit dazu, vom statistischen Einkommen
abzuweichen. Unter diesen Umständen erscheint ein Abzug von max. 15%
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angemessen. Das zumutbare Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf Fr.
40'254.-- (47'358 x 0.85).
5.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. Fr. 63'895.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 40'254.-- ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 23'641.--. Dieser
entspricht einem rentenmässig nicht entschädigbaren Invaliditätsgrad von 37%.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom
18. Juli 2008 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur
Abklärung der medizinischen Feststellungen und der daraus resultierenden
Arbeitsfähigkeit zwischen dem Monat August 2006 und dem 22. August 2007 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ob es für jenen Zeitraum teilweise auf eine
100%ige oder jedenfalls auf eine andere, rentenanspruchsbegründende
Arbeitsunfähigkeit abzustellen ist, hat die Beschwerdegegnerin von Amtes wegen zu
prüfen. Die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit trägt allerdings der
Beschwerdeführer. Da der Beginn der 80%igen Restarbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit anhand der vorliegenden medizinischen Akten nicht
definitiv bestimmt werden kann, ist es dem Versicherungsgericht zum jetzigen
Zeitpunkt nicht möglich über einen allfälligen Rentenanspruch für eine beschränkte Zeit
nach dem Ablauf der sogenannten Wartezeit zu entscheiden. Sobald die medizinische
Aktenlage ergänzt worden ist, hat die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der
gerichtlichen Invaliditätsbemessung nach Erwägung 5 neu über das Rentengesuch zu
verfügen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG) und den Parteien je nach Obsiegen und
Verlieren auferlegt. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Die
Rückweisung zur Neubeurteilung gilt zwar praxisgemäss als volles Obsiegen des
Beschwerdeführers (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Indessen erfolgt hier die Rückweisung
nur in einem Nebenpunkt (zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit in einem begrenzten
Zeitraum). In der Hauptsache unterliegt der Beschwerdeführer mit seinem
bis
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Leistungsbegehren. Es rechtfertigt sich daher, die Gerichtsgebühr je zur Hälfte der
Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach Fr. 300.-- zu bezahlen, während dem
Beschwerdeführer vom geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- der Betrag von Fr.
300.-- zurück zu erstatten ist.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer auch einen reduzierten
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise
festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozessen Rechnung zu tragen ist (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Bei
vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
angemessen. Entsprechend dem Ausmass des Obsiegens von Fr.1'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers somit mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG