Decision ID: 12da22a0-cd90-4b29-b238-5fb144de1691
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
Visana Services AG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Begutachtung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Sekundarlehrer bei der Gemeinde B._ angestellt und dadurch bei
der Visana Services AG (nachfolgend: Visana) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als er am 14. August 2010 als Velofahrer mit einem Auto kollidierte
(vgl. UV-act. 001, 007, vgl. auch den Polizeirapport vom 22. August 2010, UV-act. 023).
Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), in das der Versicherte
am Unfalltag eingeliefert wurde, diagnostizierten eine offene Olekranonfraktur links,
welche operativ versorgt wurde (Zuggurtung Olekranon links), sowie eine leichte
traumatische Hirnverletzung (UV-act. 035; vgl. auch das ärztliche Zeugnis vom 24.
Januar 2011, UV-act. 040). Am 8. Februar 2011 wurden das eingesetzte
Osteosynthesematerial operativ entfernt (UV-act. 043 f.). Im ärztlichen Zeugnis vom 20.
Juli 2011 stellte Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie FMH, Orthopädie am Park, die Diagnosen verbliebenes
Extensionsdefizit und Tendinitis der Tricepssehne bei Status nach
Osteosynthesematerialentfernung linker Ellenbogen bei osteosynthetisch versorgter
Olekranonfraktur 14. August 2010, Contusio cerebri mit nachgewiesener
Konzentrationsstörung und neurokognitiven Defiziten sowie Contusio labyrinthi mit
Lagerungsschwindel (UV-act. 066).
A.b Mit Schreiben vom 8. August 2011 beauftragte die Visana das Kantonsspital St.
Gallen, den Versicherten für eine neuropsychologische Untersuchung aufzubieten und
ein MRI des Kopfes zu veranlassen (UV-act. 68). Mit Schreiben vom 19. August 2011
machte der Vertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St.
Gallen, geltend, dass eine neuropsychologische Untersuchung am Kantonsspital St.
Gallen wenig aussagekräftig sei. Ausserdem habe nicht der Unfallversicherer, sondern
der behandelnde Arzt eine solche Untersuchung in Auftrag zu geben (UV-act. 070).
A.c Nachdem die Visana ihr Vorgehen unter Hinweis auf Art. 43 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) im
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Schreiben vom 30. August 2011 als korrekt bezeichnet hatte (UV-act. 072), erfolgte am
26. September 2011 ein MRI des Schädels sowie eine Diffusion Tensor Traktographie
(UV-act. 84) und am 27. September 2011 eine neuropsychologische
Verlaufsuntersuchung durch Dr. phil. D._, Psychologin FSP/Fachpsychologin für
Neuropsychologie FSP, Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen (UV-act. 076).
A.d Im Auftrag des Rechtsvertreters des Versicherten erstattete Dr. med. E._,
Facharzt für Neurologie FMH, am 1. Februar 2012 einen gutachterlichen Bericht. Er
stellte die Diagnose Status nach mässig bis mittelschwerem links-betontem
Hirntrauma, bereits in Remission begriffen, und führte im Wesentlichen aus, die
vermehrten und zweitweise dauernden Kopfschmerzen sowie die
neuropsychologischen Ausfälle liessen sich mit den medizinischen Befunden erklären
(UV-act. 93).
A.e In einer Telefonnotiz vom 3. April 2012 hielt eine Mitarbeiterin der Visana fest, dass
sie dem Rechtsvertreter mitgeteilt habe, die Visana sei zum Schluss gekommen, es
lägen keine kognitiven Defizite vor. Entweder müsse ein medizinisches Gutachten
veranlasst werden oder aber man einige sich auf einen Vergleich. Der Rechtsvertreter
habe daraufhin eine Vergleichsmöglichkeit ausgeschlossen und als Gutachterin Dipl.
psych. F._, Praxis für Neuropsychologie und Psychotherapie, vorgeschlagen, welche
auch Gutachten für das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) Basel verfasse. Der
Rechtsvertreter habe ausserdem verlangt, dass die Visana nicht die
Begutachtungsstelle P._ vorschlagen solle; er würde nur Gutachten akzeptieren,
welche die kognitiven Defizite des Versicherten nachweisen könnten. Die Telefonnotiz
schliesst mit der Feststellung, der Rechtsvertreter wolle die Gutachterstelle selber
vorschlagen (UV-act. 101).
A.f Im Telefongespräch vom 25. April 2012 schlug der Rechtsvertreter des
Versicherten als Begutachtungsstelle das Schweizerische Epilepsie-Zentrum (EPI)
Zürich vor (UV-act. 103). Im Schreiben vom gleichen Datum führte er aus, ein weiteres
Gutachten sei nicht nötig; hinsichtlich einer Zweitmeinung zur bildgebenden
Darstellung sei Prof. Dr. med. G._, Inselspital Bern, zu empfehlen, da dieser als
Professor für Neuroradiologie die Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. E._
beurteilen könne (UV-act. 104).
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A.g Mit Schreiben vom 1. Mai 2012 teilte die Visana dem Rechtsvertreter mit, das
Gutachten
werde beim ABI Basel in Auftrag gegeben (UV-act. 109). Mit Stellungnahme vom 6. Mai
2012 bezeichnete der Rechtsvertreter des Versicherten das ABI als nicht geeignet für
die Begutachtung. Die Ausbildung der Neurologen am ABI sei für die zugrundeliegende
Fragestellung zum Teil nicht genügend. Wichtig seien im konkreten Fall vertiefte
neuroradiologische Kenntnisse (UV-act. 110). Daraufhin führte die Visana im Schreiben
vom 11. Mai 2012 aus, sie habe das ABI auf Wunsch des Rechtsvertreters ausgewählt.
Er habe Dr. F._, Neuropsychologin, die für das ABI Gutachten erstelle,
vorgeschlagen, weshalb es erstaune, dass er mit dieser Gutachterstelle nicht
einverstanden sei. Am ABI werde grundsätzlich festgehalten; eine andere Möglichkeit
sei die P._ (UV-act. 111).
A.h Mit Schreiben vom 25. Juni 2012 bot das ABI den Versicherten zur Begutachtung
am 10. und 11. Juli 2012 auf, wobei als neuropsychologischer Gutachter lic. phil. H._
aufgeführt wurde (UV-act. 120). Mit Schreiben an die Visana vom 27. Juni 2012 teilte
der Rechtsvertreter mit, der Versicherte werde der Untersuchung durch lic. phil. H._
fernbleiben. Er forderte die Versicherung auf, eine neuropsychologische Begutachtung
bei Dr. F._ zu veranlassen, wie dies vereinbart gewesen sei (UV-act. 124).
A.i Am 28. Juni 2012 teilte der Rechtsvertreter dem ABI Basel mit, der Versicherte
werde den Begutachtungstermin bei lic. phil. H._ nicht wahrnehmen und bei Dr.
F._ einen Termin für eine neuropsychologische Untersuchung vereinbaren (UV-act.
125). Im Telefongespräch vom 5. Juli 2012 teilte das ABI der Visana mit, Dr. F._ sei
bereit, die Begutachtung vorzunehmen, allerdings erst im September. Das ABI wäre mit
der Begutachtung durch Dr. F._ einverstanden. Die Visana-Mitarbeiterin hielt fest,
dass "wir das nicht wünschen". Der Auftrag sei dem ABI erteilt worden und der
Rechtsanwalt könne die Gutachterin nicht selber aussuchen (UV-act. 119).
A.j Mit Schreiben vom 10. Juli 2012 hielt die Visana an der Begutachtung durch das
ABI im Allgemeinen und durch Dr. H._ im Besonderen fest (UV-act. 128).
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A.k Am 10. und 11. Juli 2012 wurde der Versicherte durch das ABI interdisziplinär
begutachtet (vgl. das Gutachten vom 18. September 2012, UV-act. 250). In diesem
Rahmen fand insbesondere eine neurologische und neuropsychologische
Untersuchung bei Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie FMH, statt. Dieser hielt im
besagten Gutachten fest, aus somatisch-neurologischer Sicht sei der Versicherte in der
angestammten Tätigkeit als Sekundarlehrer voll arbeits- und leistungsfähig (vgl. UV-
act. 238 ff.).
A.l Nachdem die Visana dem Rechtsvertreter mitgeteilt hatte, man käme für die
Kosten einer Begutachtung bei Dr. F._ nicht auf (vgl. das Schreiben vom 9. August
2012, UV-act. 132), erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 16. August 2012
beim Bundesamt für Gesundheit Aufsichtsbeschwerde gegen die Visana (UV-act. 142).
Mit Schreiben vom 26. Oktober 2012 teilte das Bundesamt für Gesundheit dem
Rechtsvertreter mit, auf die Aufsichtsbeschwerde werde nicht eingetreten, da kein
aufsichtsrechtlicher Interventionsbedarf bestehe und im Übrigen der ordentliche
Rechtsweg offen stehe (UV-act. 164).
A.m Mit Verfügung vom 28. März 2013 stellte die Visana die UVG-Taggelder per 11.
April 2011 und die Heilungskosten per 10. Juli 2012 ein. Gleichzeitig verzichtete sie auf
die Rückforderung der bis zum 30. Juni 2011 erbrachten Taggelder (UV-act. 257).
Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 24. April 2013
Einsprache und machte geltend, es handle sich bei Dr. I._ um einen Neurologen. Es
könne keine neurologische-neuropsychologische Untersuchung stattgefunden haben,
da die Arbeitsfähigkeit neurologisch-somatisch beurteilt worden sei (UV-act. 259; vgl.
auch die Einspracheergänzungen vom 3. und 28. Mai 2013, UV-act. 263, 277).
A.n Mit Schreiben vom 10. Juni 2013 teilte die Visana dem Rechtsvertreter des Ver
sicherten mit, dass sie infolge des Einspracheverfahrens vorsehe, den Versicherten
durch Dr. phil. J._, Neuropsychologie FSP, P._, begutachten zu lassen (UV-act.
283).
A.o In der Stellungnahme vom 12. Juni 2013 äusserte sich der Rechtsvertreter
dahingehend, er fechte aktuell einen anderen Fall mit Dr. J._ und der P._ vor Gericht
aus. Dr. J._ sei nicht in der Lage, eine korrekte und neutrale Beurteilung bei einem
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Schädelhirntrauma vorzunehmen. Entweder werde die Begutachtung von Dr. F._
oder Dr. phil. K._ (vom Neuropsychologischen Ambulatorium L._) durchgeführt
oder man versuche, die Sache einvernehmlich zu erledigen (UV-act. 287).
B.
B.a Am 21. Juni 2013 verfügte die Visana die neuropsychologische Begutachtung des
Versicherten durch Dr. J._ (UV-act. 291). Der Rechtsvertreter des Versicherten lehnte
mit Schreiben vom 11. Juli 2013 die Begutachtung durch diesen Arzt wiederum ab und
machte geltend, er stelle zurzeit Material für eine Strafanzeige gegen Dr. J._ wegen
Falschbegutachtung zusammen. Falls die Visana eine Begutachtung weiterhin für
notwendig erachte, schlage er die Unabhängige Medizinische Gutachtenstelle (UMEG)
oder das Begutachtungszentrum Basel (BEGAZ) vor (UV-act. 294).
B.b Am 26. August 2013 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten Beschwerde
gegen die Zwischenverfügung vom 21. Juni 2013 und beantragte deren Aufhebung, die
Ablehnung der Begutachtung durch Dr. J._ und die Anordnung einer Begutachtung
durch Dr. F._. Eventualiter sei festzustellen, dass eine Begutachtung aufgrund der
Aktenlage nicht mehr nötig sei; sodann sei eine 20%ige UVG-Rente zuzusprechen,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act.
G 1).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf einzutreten sei,
und die Bestätigung der Zwischenverfügung vom 21. Juni 2013 (act. G 5).
B.d Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt (vgl. act. G 6).

Erwägungen:
1.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet einzig die Wahl der medizinischen
Gutachterstelle und entsprechend die seitens der Beschwerdegegnerin
verfügungsweise angeordnete neuropsychologische Begutachtung des
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Beschwerdeführers durch Dr. J._. Nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist hingegen
ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 20%ige UVG-Rente, weshalb
auf den Eventualantrag nicht einzutreten ist.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin legte die Rechtsprechung zur Anordnung einer
Begutachtung mittels anfechtbarer Zwischenverfügung bei Uneinigkeit der Parteien
(vgl. insb. BGE 138 V 318, BGE 137 V 210) zutreffend dar (UV-act. 291, act. G 5).
Darauf ist zu verweisen. Wie die Beschwerdegegnerin darüber hinaus ausführt, ist das
Bestreben um eine einvernehmliche Gutachtenseinholung gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung mehr denn je in den Vordergrund zu stellen; dies insbesondere, weil
eine auf beiderseitigem Einverständnis beruhende Begutachtung zu tragfähigeren
Beweisergebnissen führt, die beim betroffenen Versicherungsnehmer zudem auf
bessere Akzeptanz stossen (UV-act. 291 S. 2; vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6).
2.2 Vorliegend war zwischen den Parteien seit dem ursprünglich am 8. August 2011
an das Kantonsspital St. Gallen (Klinik für Neurologie) vergebenen Auftrag umstritten,
welche Gutachterstelle bzw. welcher Gutachter oder welche Gutachterin die
neuropsychologische Beurteilung des Beschwerdeführers vorzunehmen habe. Vor dem
Hintergrund der Bedeutung einer einvernehmlichen Gutachterwahl stellt sich
insbesondere die Frage, ob die Parteien im vorgängigen Verwaltungsverfahren
überhaupt eine einvernehmliche Einigung angestrebt haben oder ob keine ernsthaften
dahingehenden Bemühungen erfolgt sind.
2.2.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers habe zur Entstehung der aktuellen Situation wesentlich beigetragen
und angesichts des vorgängigen Geschehens habe keine Einigung erzielt werden
können (act. G 5, S. 5).
2.2.2 Aus der im Zusammenhang mit der Wahl der Gutachterstelle geführten
umfangreichen Korrespondenz sowie aus in diesem Rahmen getätigten
Gesprächsnotizen geht hervor, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nach
den für ihn ungenügenden initialen Abklärungen am Kantonsspital, in welcher
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Einschätzung er sich durch den Gutachterlichen Bericht von Dr. E._ bestätigt sah,
eine neuropsychologische Begutachtung des Beschwerdeführers durch Dipl. psych.
F._ angestrebt hatte. Darüber hinaus zweifelte er die Fähigkeit der
Beschwerdegegnerin, eine geeignete Gutachterstelle zu beauftragen, an - und machte
während des gesamten mündlichen und schriftlichen Austauschs immer wieder
deutlich, dass er selbst einen Gutachter oder eine Gutachterin vorschlagen bzw. eine
Begutachtung bei einer von ihm als geeignet erachteten Stelle in die Wege leiten
möchte. Der Beschwerdegegnerin kann beigepflichtet werden, dass der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit seinem Verhalten und dabei der
Bevorzugung einer Begutachtung durch Dipl. psych. F._ oder durch eine andere
selber vorgeschlagene Gutachterstelle, des eigenmächtig veranlassten Gutachterlichen
Berichts über den Beschwerdeführer durch Dr. E._ (vgl. UV-act. 93), dem
kategorischen Ablehnen von lic. phil. H._ als ABI-Gutachter (vgl. UV-act. 124, 125)
sowie mit seinen provokant verfassten Stellungnahmen und teils deplatziert
anmutenden Ausführungen mit dazu beigetragen hat, dass im vorliegenden Fall keine
Einigung über die zu beauftragende Gutachterstelle erzielt werden konnte.
2.2.3 Umgekehrt liegen aber auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass das
Verhalten der Beschwerdegegnerin in dieser Angelegenheit eine Einigung begünstigt
hätte. Nach Lage der Akten hat sie sich nie näher mit den vom Rechtsvertreter
unterbreiteten Alternativvorschlägen (insbesondere EPI-Zentrum Zürich, UMEG oder
BEGAZ; vgl. UV-act. 103 f., 294) auseinandergesetzt. Vielmehr hielt sie ihrerseits an
einer Begutachtung durch das ABI fest mit der offenkundig unzutreffenden
Begründung, die Wahl dieser Gutachterstelle sei auf Wunsch des Rechtsvertreters
erfolgt. Dieser hatte lediglich die Eignung der von ihm vorgeschlagenen Dipl. psych.
F._ mit dem Hinweis untermauert, dass diese Neuropsychologin auch Gutachten für
das ABI Basel verfasse und signalisiert, dass er mit einer ABI-Begutachtung unter
Beizug von Dipl. psych. F._ als neuropsychologischer Konsiliarexpertin
einverstanden wäre (vgl. UV-act. 101). Aus den Akten ergeben sich keine sachlichen
Gründe, die gegen eine solche Begutachtung durch Dipl. psych. F._ gesprochen
hätten. So vermag die Argumentation der Beschwerdegegnerin, eine Begutachtung
durch die besagte Neuropsychologin hätte erst im September 2012 stattfinden können,
das Festhalten an lic. phil. H._ als Gutachter nicht überzeugend zu begründen; dies
insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Begutachtung - nachdem sie Ende Juni
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2012 angeordnet worden war (vgl. UV-act. 120) - im September 2012 immer noch als
zeitnah zu erachten gewesen wäre. Entsprechend rechtfertigt die Argumentation der
zeitlichen Distanz die Ablehnung von Dipl. psych. F._ nicht. Die Telefonnotiz, welche
die Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin über das mit ABI-Chefarzt Dr. M._ im
Zusammenhang mit der Organisation der Begutachtung am 5. Juli 2012 geführte
Gespräch angefertigt hat (UV-act. 119), legt denn auch vielmehr nahe, dass der
Ablehungsgrund ein anderer, wenig sachlicher war, nämlich dass man dem
Rechtsanwalt des Beschwerdeführers bei der Wahl der begutachtenden Person
einfach nicht entgegenkommen wollte. Insgesamt ist festzuhalten, dass sich auch die
Beschwerdegegnerin nicht um eine einvernehmliche Lösung bei der Erteilung des
Gutachtensauftrags bemüht hat.
2.3 Zusammenfassend ist das Scheitern einer einvernehmlichen Begutachtung beiden
Seiten anzulasten.
3.
3.1 Damit ist die Frage zu prüfen, wie mit der von der Beschwerdegegnerin am 21.
Juni 2013 verfügten neuropsychologischen Begutachtung durch Dr. J._, P._, zu
verfahren ist. Die Beschwerdegegnerin stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt,
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers habe keine rechtlich relevanten und
begründeten Ausstandsgründe gegen den Gutachter geltend gemacht (act. G 5, S. 3 f.;
UV-act. 291 S. 3).
3.2 Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen
Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für das Gericht vorgesehen sind (vgl. SVR
2009 UV Nr. 32 S. 111). Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände
vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 V
93 E. 7.1). Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand,
der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht
nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist.
Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und
die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des
Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht
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auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss
vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 110 E.
7.1; BGE 120 V 367 E. 3b in fine mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
vom 6. Juni 2012, 8C_905/2011, E 4.1, sowie Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.
2009, Art. 36 N 10 ff., Art. 44 N 17 f.).
3.3 Aufgrund des Umstandes, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nach
eigenen Angaben (vgl. UV-act. 287, 294) aktuell Parteivertreter in einem weiteren
hängigen Gerichtsverfahren ist, in welches auch Dr. J._ und die P._ involviert sind,
und er darüber hinaus Material für eine Strafanzeige gegen den besagten Experten
wegen Falschbegutachtung sammelt, ist die Gefahr, dass Dr. J._ gegenüber einem
Mandanten des Rechtsvertreters den Eindruck der Voreingenommenheit erweckt, nicht
von der Hand zu weisen. In diesem Zusammenhang kann nicht unberücksichtigt
bleiben, dass sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bereits im ersten mit der
Beschwerdegegnerin geführten Telefongespräch vom 3. April 2012 gegen eine allfällige
Begutachtung durch die P._ gewehrt hatte (UV-act. 101). Dies allerdings erfolglos,
hatte die Beschwerdegegnerin doch - bereits vor der nunmehr angefochtenen
verfügungsweise dort angeordneten Begutachtung - ohne auf die Vorbehalte
einzugehen für eine Begutachtung die P._ ins Spiel gebracht (vgl. UV-act. 111). Ein
solches Vorgehen erscheint mit Blick auf eine anzustrebende einvernehmliche Lösung
jedenfalls als wenig zielführend.
3.4 Nach dem Gesagten lässt sich nicht bestreiten, dass bei den dargelegten
Umständen der Eindruck der Voreingenommenheit bei dem für die
neuropsychologische Beurteilung vorgesehenen Gutachter Dr. J._ entstehen kann.
Von einer Begutachtung des Beschwerdeführers durch Dr. J._ bzw. durch die von
ihm geleitete Gutachterstelle P._ ist deshalb abzusehen.
4.
4.1 Zusammenfassend ist der gesamten Korrespondenz über die zu beauftragende
Gutachterstelle kein ernsthaftes Bestreben der Parteien nach einer einvernehmlichen
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Lösung zu entnehmen. Im Gegenteil, der langwierige Schriftenwechsel ist geprägt von
Versuchen, der jeweilig anderen Partei die eigene Lösung aufzudrängen und
Misstrauen kundzutun. Unter diesen Umständen erscheint wenig aussichtsreich, dass
es den Parteien gelingen könnte, die erforderliche Einigung bezüglich der zu
beauftragenden Gutachterstelle im weiteren Verfahrensverlauf herbeizuführen.
4.2 Nach dem Gesagten ist vor dem Hintergrund, dass weitere Verhandlungen
zwischen den Parteien zu keiner Einigung führen werden, von einer Rückweisung der
Sache zur Durchführung eines Einigungsversuchs abzusehen. Stattdessen rechtfertigt
sich im vorliegenden Fall die Bestimmung der Gutachterstelle durch das Gericht.
4.3 Diesem erscheint als Begutachtungsstelle geeignet die Reha Rheinfelden
(Salinenstrasse 98, 4310 Rheinfelden). Dabei handelt es sich um eine von der
Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen
anerkannte Institution Typ A. Diese (höchste) Einstufung gewährleistet, dass die
Institution die stationäre und ambulante Versorgung anbietet, dass sie Patientinnen und
Patienten mit verschiedenartigen zerebralen Erscheinungsbildern aufnimmt, bei denen
nicht nur ein (einzelner) Bereich der Pathologie im Vordergrund steht, dass sie über ein
interdisziplinäres medizinisches und therapeutisches Team verfügt, dass die
neuropsychologische Abteilung mit mindestens einer 100% Stelle ausgestattet ist und
dieses Pensum höchstens auf zwei Psychologen oder Psychologinnen verteilt werden
kann, wobei eine Person dieser Abteilung den Fachtitel erworben haben und
mindestens zu 80% arbeiten muss oder zwei Personen mit dem Fachtitel
zusammengerechnet 100% arbeiten müssen. Mit Dr. med. N._ und Dr. med. O._
arbeiten, nebst weiteren Experten der Neurologie (und anderer medizinischer
Disziplinen), zwei anerkannte Neuropsychologen an der Reha Rheinfelden. Diese bietet
als Dienstleistung schliesslich die Begutachtung von Patienten an (sh. zum Ganzen
unter: http://www.neuropsy.ch/w/pages/
de/startseite.php und http://www.reha-rheinfelden.ch/; Abfragen je vom 5. Februar
2014) und war - soweit ersichtlich - mit dem vorliegenden Fall bisher nicht befasst. Bei
diesen Gegebenheiten muss die Reha Rheinfelden in der Lage sein, nötigenfalls unter
Beizug eines externen Neuroradiologen, die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers relevanten Abklärungen vorzunehmen und Fragestellungen zu
beantworten.
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5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Zwischenverfügung vom 21. Juni 2013 dahingehend gutzuheissen,
dass die Beschwerdegegnerin angewiesen wird, die neuropsychologische
Begutachtung des Beschwerdeführers an der Reha Rheinfelden zu veranlassen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote
verzichtet. Im vorliegend zu beurteilenden Zwischenverfahren erscheint mit Blick auf
die eingeschränkte Streitfrage eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP