Decision ID: 7dde776e-d36e-5d0f-9903-abec8f218d85
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 2. Juli 2007 beantragte die 1983 geborene thailändische  N._ (nachfolgend Gesuchstellerin) bei der schweizerischen Botschaft in Bangkok ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt beim Beschwerdeführer. Die Auslandvertretung überwies das Gesuch der Vorinstanz zum Entscheid.
B. Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Zug sich dahingehend geäussert hatte, dass sie sich der ablehnenden Haltung der Botschaft in Bangkok anschliesse, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 10. August 2007 ab. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen an, dass die Wiederausreise der Gesuchstellerin  der wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse in  nicht als gesichert angesehen werden könne.
C. Mit Beschwerde vom 21. August 2007 beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 10. August 2007 sowie die Erteilung einer Einreisebewilligung an die Gesuchstellerin. Als Begründung bringt er im Wesentlichen vor, dass er es nicht  könne, dass die Vorinstanz aufgrund der Erfahrungen mit  eingereisten thailändischen Staatsangehörigen und wegen der Herkunftsregion auf das Verhalten der Gesuchstellerin schliesse. Diese habe eine gute Ausbildung und einen einwandfreien Leumund; sie werde wieder ausreisen. Im Weiteren beanstandet der , dass die von ihm eingereichten Unterlagen nicht genügend berücksichtigt worden seien.
D. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 1. Oktober 2007 die Abweisung der Beschwerde.
E. Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 4. Oktober 2007 Gelegenheit gegeben, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz zu äussern. Diese Frist liess er ungenutzt verstreichen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des  vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als  gelten die in Art. 33 und Art. 34 VGG aufgeführten . Darunter fallen die Verfügungen des Bundesamtes für Migration betreffend Bewilligung der Einreise. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss Art. 37 VGG nach dem VwVG, sofern das Gesetz nichts  bestimmt.
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Garant und Gastgeber aufgrund von Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. Mit Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) aufgehoben (Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer l Anhang AuG). Da das dem vorliegenden Verfahren zugrunde liegende Gesuch vor Inkrafttreten des AuG  wurde, ist gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG das bisherige Recht, d.h. das aANAG und die darauf abgestützten, per 1. Januar 2008 ebenfalls aufgehobenen Verordnungen (Art. 91 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]), anwendbar.
3. 3.1 Ausländer und Ausländerinnen sind zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder  haben oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a aANAG).
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Gewisse Gruppen von Ausländerinnen und Ausländern benötigen für die Einreise in die Schweiz ein Visum (vgl. Art. 3 ff. der Verordnung über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern vom 14. Januar 1998 [aVEA, AS 1998 194]).
3.2 Das Bundesamt für Migration entscheidet im Rahmen der  Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem  über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 aVEA). Dies bedeutet, dass die schweizerische Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf  kennt noch einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums gewährt (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher für die Anwaltspraxis Bd. VIII, Basel 2002, Rz. 5.28).
3.3 Im Falle einer Einreisebewilligung ist daher der Spielraum für das behördliche Ermessen umfangreicher als beispielsweise bei der  einer Anwesenheitserlaubnis. Während es im  Fall zu bedenken gilt, dass ein bereits anwesender Ausländer auf sein Bleiberecht vertraut und insoweit einen gewissen Schutz geniesst, kann im Falle einer Einreisebewilligung jedes gegen den  sprechende öffentliche Interesse entscheiderheblich sein. Dabei sind vor allem die geistigen und wirtschaftlichen Interessen sowie das Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 1 ANAG).  gebieten Ordnungs- und Steuerungsfunktionen der , über jeden Einzelfall unter Einhaltung einer möglichst  Interessenabwägung zu entscheiden.
3.4 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 aVEA  Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 aVEA). Insbesondere müssen Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller, die in die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht  ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).
4. Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise in die Schweiz neben dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die  Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
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4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten beziehungsweise Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen von vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.2 Die Wirtschaft Thailands hat sich nach der Asienkrise von 1997 überraschend schnell erholt und verzeichnet seit 2002 wieder gute Wachstumswerte. Auch 2006 lag das Wirtschaftswachstum bei  5,1%, obwohl sich die Rahmenbedingungen durch die  Krise verschlechtert hatten und die Binnennachfrage zurückging. Für 2007 wurde ein gegenüber dem Vorjahr geringeres Wachstum erwartet (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand November 2007, besucht am 11. April 2008). Die ermutigende Entwicklung der letzten Jahre kann jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Dies betrifft vor allem den Nordosten des Landes, aus dem auch die Gesuchstellerin stammt. Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, in die Städte, aber auch ausser Landes nach Europa oder an andere Orte zu gelangen. Besonders stark zeigt sich dieser Trend erfahrungsgemäss dort, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im  besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der  fremdenpolizeilichen Zulassungsregelung nicht selten zur  ausländerrechtlicher Bestimmungen. Solche Umstände und  sind beim Visumsentscheid zu berücksichtigen. Dies umso mehr, als es um die Beurteilung eines künftigen Verhaltens geht,  dessen in der Regel keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen.
4.3 Angesichts der schwierigen Lage in der Herkunftsregion der Gesuchstellerin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte. Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch  Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche  des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt dem
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Gesuchsteller oder der Gesuchstellerin beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, so kann  Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose  begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und , die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht gemäss den fremdenpolizeilichen Regeln verhalten, als hoch  werden.
4.4 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 25jährige, ledige Frau. Sie hat im April 2007 eine universitäre Ausbildung . Über ihre Familie ist nichts bekannt, ausser dass eine Cousine in der Schweiz verheiratet ist. Aus diesen spärlichen Informationen sind keine familiären oder gesellschaftlichen Verpflichtungen erkennbar, die zugunsten einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise sprechen würden. Über die berufliche Situation der Gesuchstellerin nach Abschluss ihres Studiums ist lediglich bekannt, dass sie im Juli 2007 arbeitslos gewesen ist. Auch dieser Aspekt ist daher nicht , die aufgrund der allgemeinen Situation in der Herkunftsregion negative Prognose zugunsten der Gesuchstellerin zu beeinflussen.
4.5 An dieser Beurteilung vermögen auch die Versicherungen des Gastgebers nichts zu ändern, dass die Gesuchstellerin wieder  werde, da sie keinerlei Interesse habe, Probleme mit den  zu bekommen. In Bezug auf den Gastgeber ist festzuhalten, dass es keinen Grund gibt an seiner Integrität zu zweifeln (vgl. auch die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 1. Oktober 2007). Naturgemäss kann jedoch ein Gastgeber das Verhalten seines Gastes nicht oder nur beschränkt beeinflussen (vgl. das Urteil des  C-787/2006 vom 6. Juli 2007 mit Hinweis). Deshalb muss die Beurteilung, ob die Wiederausreise gesichert erscheint, aufgrund der allgemeinen Lage im betreffenden Herkunftsland und der persönlichen Situation der Gesuchstellerin erfolgen.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die fristgerechte und  Wiederausreise der Gesuchstellerin als nicht gesichert erscheint. Dabei handelt es sich nicht um eine sichere Erkenntnis, sondern um eine Prognose betreffend das zukünftige Verhalten der Gesuchstellerin im Falle ihrer Einreise in die Schweiz; doch reicht praxisgemäss eine negative Prognose aus, um den Antrag auf Erteilung einer Einreise-
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bewilligung, worauf wie erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, abzulehnen. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene  im Ergebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem  vom 11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]).