Decision ID: 0560513e-3747-4579-89f3-846e4a32ab80
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Unterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 30. Dezember 2016 (FK150002-H)
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Rechtsbegehren:
(vgl. Wiedergabe in Urk. 66 S. 2)
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Pfäffikon vom 30. Dezember 2016:
(Urk. 66 S. 26 ff.)
1. Die Dispositivziffer 1.a des Urteils vom 17. März 2005 des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Hinwil (Geschäfts-Nr. FP040021) wird aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 1 monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 968.– (zuzüglich Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats an die gesetzliche Vertretung des Kindes bzw. nach Erreichen der Volljährigkeit an das Kind, rückwirkend ab 1. Oktober 2014 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus.
Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Oktober 2016 von 100.3 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2018, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
Weist der Beklagte nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfange der  erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst.
Fällt der Index unter den Stand von Ende Oktober 2016, berechtigt dies nicht zu  Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
2. Die Dispositivziffer 1.b des Urteils vom 17. März 2005 des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Hinwil (Geschäfts-Nr. FP040021) wird aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 968.– (zuzüglich Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats an die gesetzliche Vertretung des Kindes bzw. nach Erreichen der Volljährigkeit an das Kind, rückwirkend ab 1. Oktober 2014 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus.
Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Oktober 2016 von 100.3 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2018, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
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Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
Weist der Beklagte nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfange der  erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst.
Fällt der Index unter den Stand von Ende Oktober 2016, berechtigt dies nicht zu  Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
3. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–.
5. Die Kosten werden den Klägern – je zur Hälfte und unter solidarischer  – zu neun Zehnteln auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der  Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die  werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
Die restlichen Kosten (ein Zehntel) werden dem Beklagten auferlegt.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, den Klägern insgesamt eine um 90%  Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 802.- (inkl. 8%  und Kosten der Klagebewilligung) zu bezahlen.
7. (Schriftliche Mitteilung)
8. (Berufung)
Berufungsanträge Erstberufung (LZ170003-O):
A. Des Beklagten, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 65
S. 1):
" Es seien die Dispositiv Ziffern 1 Abs. 2 und 2 Abs. 2 sowie Dispositiv Ziffern 5 und 6 des angefochtenen Urteils wie folgt neu zu fassen:
1. Herr A._ wird verpflichtet für das Kind C._ [recte: B._] monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 850.00 zu bezahlen (Rest )
2. Herr A._ wird verpflichtet für das Kind C._ monatliche  von CHF 850.00 zu bezahlen (Rest unverändert)
5. Die Kosten sind zu 100% den Klägern bzw. ihrer gesetzlichen  aufzuerlegen respektive einstweilen von der Gerichtskasse zu übernehmen
6. Den Klägern wird keine Parteienentschädigung zugesprochen
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Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der /Appellanten"
B. Der Kläger, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungskläger (Urk. 77
S. 2):
" Die Berufung des Erstberufungsklägers vom 20. Februar 2017 sei , unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% Mehrwertsteuer) zulasten des Erstberufungsklägers."
Berufungsanträge Zweitberufung (LZ170004-O):
Der Kläger, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungskläger (Urk. 71/65 S. 2 f.
und Urk. 77 S. 2 f.):
" Die Dispositiv Ziffern 1 und 2 des Urteils des Bezirksgerichts Pfäffikon,  im vereinfachten Verfahren, vom 30. Dezember 2016 (-Nr. FK150002) sei[en] aufzuheben und der Zweitberufungsbeklagte sei zu verpflichten:
1. Hauptantrag:
a) Für den Berufungskläger 1 (B._)
− rückwirkend vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2016 (somit über die Volljährigkeit hinaus) monatlich Fr. 1'590.00;
− vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 monatlich Fr. 1'485.00 ();
− vom 1. August 2017 bis zum Abschluss einer angemessenen  monatlich Fr. 1'470.00 (Barunterhalt) zu zahlen; jeweils zuzüglich allfälliger Familienzulagen.
b) Für die Berufungsklägerin 2 (C._)
− rückwirkend vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2016 monatlich Fr. 1'345.00
− vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 monatlich Fr. 1'250.00 ()
− vom 1. August 2017 bis zum Abschluss einer angemessenen  über die Volljährigkeit hinaus monatlich Fr. 1'230.00 (Barunterhalt) zu zahlen;
jeweils zuzüglich allfälliger Familienzulagen[.]
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Die Unterhaltsbeiträge a) und b) seien jeweils an die Mutter zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten jeden Monats.
c) Zusätzlich sei der Berufungsbeklagte/Beklagte zu verpflichten, für das Kind C._ einen monatlichen Betreuungsunterhalt von Fr. 315.00 zu zahlen, zahlbar vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 jeweils an die Mutter und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
d) Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
2. Eventualantrag:
a) Für den Berufungskläger 1 (B._) − rückwirkend vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2016 monatlich
Fr. 1'330.00
− vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 monatlich Fr. 1'485.00 ();
− vom 1. August 2017 bis zum Abschluss einer angemessenen  monatlich Fr. 1'470.00 (Barunterhalt) zu zahlen; jeweils zuzüglich allfälliger Familienzulagen[.]
b) Für die Berufungsklägerin 2 (C._) − rückwirkend vom 1. Oktober 2014 bis 31. Juli 2016 monatlich
Fr. 1'175.00 − vom 1. August 2016 bis 31. Dezember 2016 monatlich Fr. 1'055.00 − vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 monatlich Fr. 1'250.00 (Barunter-
halt) − vom 1. August 2017 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbil-
dung über die Volljährigkeit hinaus monatlich Fr. 1'230.00 (Barunterhalt) zu zahlen; jeweils zuzüglich allfälliger Familienzulagen[.]
Die Unterhaltsbeiträge a) und b) seien jeweils an die Mutter zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten jeden Monats.
c) Zusätzlich sei der Berufungsbeklagte/Beklagte zu verpflichten, für das Kind C._ (Berufungsklägerin 1 [recte: Zweitberufungsklägerin 2]) einen monatlichen Betreuungsunterhalt von Fr. 315.00 zu zahlen, zahlbar vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 jeweils an die Mutter und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
d) Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
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3. Subeventualantrag:
a) Für den Zweitberufungskläger 1 (B._) − rückwirkend vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2016 (somit über
die Volljährigkeit hinaus) monatlich Fr. 1'330.00 − vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 monatlich Fr. 1'485.00 (Barunter-
halt);
− vom 1. August 2017 bis zum Abschluss einer angemessenen  monatlich Fr. 1'470.00 (Barunterhalt) zu zahlen;
jeweils zuzüglich allfälliger Familienzulagen[.]
b) Für die Zweitberufungsklägerin 2 (C._) − rückwirkend vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2015 monatlich
Fr. 1'175.00 − vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 monatlich Fr. 1'055.00
− vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 monatlich Fr. 1'250.00 ()
− vom 1. August 2017 bis zum Abschluss einer angemessenen  über die Volljährigkeit hinaus monatlich Fr. 1'230.00 (Barunterhalt) zu zahlen;
jeweils zuzüglich allfälliger Familienzulagen[.]
Die Unterhaltsbeiträge a) und b) seien jeweils an die Mutter zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten jeden Monats.
c) Zusätzlich sei der Erstberufungskläger zu verpflichten, für das Kind C._ (Zweitberufungsklägerin 2) einen monatlichen  von Fr. 315.00 zu zahlen, zahlbar vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 jeweils an die Mutter und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden .
d) Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MwSt zu Lasten des Erstberufungsklägers."
Prozessualer Antrag:
" Es sei den Berufungsklägern 1 und 2 die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und die Unterzeichnende als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."
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Erwägungen:
I.
1. Der Beklagte, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagte (fortan Be-
klagter) ist der Vater der beiden Kläger, Erstberufungsbeklagten und Zweitberu-
fungskläger (fortan Kläger). Am 30. Juli 1998 und am 21. September 2001 hatten
die Mutter der Kläger und der Beklagte Unterhaltsverträge abgeschlossen, welche
am 17. September 1998 bzw. am 18. Oktober 2001 von der Vormundschaftsbe-
hörde E._ genehmigt wurden (Urk. 19/1-2). Gemäss diesen Unterhaltsver-
trägen verpflichtete sich der Beklagte zur Bezahlung indexierter monatlicher Un-
terhaltsbeiträge von Fr. 500.– an den Kläger 1 und Fr. 516.– an die Klägerin 2 bis
zur Volljährigkeit und weiterhin während der Ausbildung, bis diese ordentlicher-
weise abgeschlossen werden kann.
2. Mit Urteil vom 17. März 2005 des Einzelrichters am Bezirksgericht Hinwil
wurde der Beklagte in Abänderung der oberwähnten Unterhaltsverträge verpflich-
tet, für die Kläger ab 1. Juni 2003 monatliche Unterhaltsbeiträge von je Fr. 870.–
zu bezahlen (Urk. 5/2). Die vom Beklagten dagegen erhobene Berufung wurde
von der II. Zivilkammer des Obergerichts mit Beschluss vom 11. August 2005 ab-
gewiesen (Urk. 7/34).
3. Am 9. September 2015 reichten die Kläger unter Beilage der Klagebewilli-
gung des Friedensrichteramtes F._ vom 15. Mai 2015 (Urk. 4) bei der Vorin-
stanz die vorliegende Klage ein (Urk. 1). Betreffend den Verlauf des erstinstanzli-
chen Verfahrens ist auf die Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 66
S. 2 f.). Am 30. Dezember 2016 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergege-
benen Entscheid (Urk. 66).
4. Hiergegen erhoben beide Parteien fristgerecht Berufung, der Beklagte am
20. Februar 2017 (Urk. 65), die Kläger am 26. Februar 2017 (Urk. 71/65). Der
vom Beklagten einverlangte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (Urk. 68
und 69). Mit Beschluss vom 10. März 2017 wurde das betreffend die Zweitberu-
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fung eröffnete Verfahren LZ170004-O mit dem vorliegenden Berufungsverfahren
vereinigt und den Parteien je Frist für die Berufungsantwort angesetzt (Urk. 70).
Die Kläger reichten mit Eingabe vom 17. März 2017 Unterlagen nach (Urk. 73, 74
und 75/1-7) und erstatteten die Berufungsantwort am 28. April 2017 (Urk. 77).
Diese Eingaben wurden dem Beklagten zur Kenntnis gebracht (Urk. 76 und 78).
Der Beklagte erstattete innert angesetzter Frist keine Berufungsantwort. Weitere
Eingaben erfolgten nicht.
II.
1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Umfang der Anträ-
ge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Im Streit liegen vorliegend die Unterhaltsbeiträge sowie
die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. Nicht angefochten wur-
den die Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils. In diesem Umfang
ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist.
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer
5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetz-
lichen Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht
die Rechtsmittelinstanz nicht zu überprüfen. Das gilt zumindest solange, als ein
Mangel nicht geradezu ins Auge springt (BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober
2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 5).
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III.
1. Die Vorinstanz erwog, das monatliche Nettoeinkommen des Beklagten be-
laufe sich aktuell auf Fr. 7'546.–. Die vom Beklagten behauptete Rückforderung
von Provisionsvorschüssen sei unbewiesen geblieben, da er nicht die eingefor-
derten Provisionsabrechnungen für die Jahre 2014 und 2015 bzw. Aufstellungen
betreffend Nettojahresumsatz eingereicht habe (vgl. Urk. 26), sondern bloss von
seiner Arbeitgeberin im Hinblick auf das vorliegende Verfahren erstellte Bestäti-
gungen (Urk. 28 und 38), welche allein die Saldi auswiesen und daher weder für
das Gericht noch für die Kläger überprüfbar seien. Der dem Beklagten anrechen-
bare Bedarf sei mit Fr. 4'319.45 zu beziffern, womit er im Umfang von Fr. 3'226.55
leistungsfähig sei. Damit hätten sich seit dem Abänderungsentscheid im Jahr
2005 (Urk. 5/2 S. 7 ff.) sowohl das Einkommen des Beklagten als auch dessen
Leistungsfähigkeit um je 16% erhöht, womit von erheblich veränderten Verhältnis-
sen auszugehen sei. Gemäss der Methode des Einzelrichters am Bezirksgericht
Hinwil seien von den verfügbaren Mitteln 60% für den Kinderunterhalt zu verwen-
den, womit die Unterhaltsbeiträge für die Kläger auf je Fr. 968.– festzusetzen sei-
en. Die von den Klägern behauptete darüber hinausgehende Erhöhung ihrer Kos-
ten sei nicht zu berücksichtigen, denn das Gericht sei an die im Rahmen der letz-
ten Abänderung angewandte Bemessungsmethode, bei welcher nicht auf die
konkret anfallenden Kinderkosten abgestellt werde, gebunden (Urk. 66 S. 5 ff.).
2. Zunächst ist Folgendes festzuhalten: Nach dem Entscheid der Vorinstanz
trat am 1. Januar 2017 das revidierte Kinderunterhaltsrecht in Kraft. Dessen
Bestimmungen kommen ab diesem Zeitpunkt (Grundsatz der Nichtrückwirkung)
auch bei Verfahren zur Anwendung, welche wie das vorliegende bereits rechts-
hängig waren (Art. 13cbis Abs. 1 SchlT ZGB). In Bezug auf den von der Vorinstanz
beurteilten Barunterhalt brachte die Revision indes keine wesentlichen inhaltli-
chen Änderungen (vgl. FamKomm Scheidung/Schweighauser, Art. 285 ZGB N 1).
Insbesondere schreibt auch das revidierte Kindesunterhaltsrecht keine spezifi-
sche Berechnungsmethode für die Bemessung des Kinderunterhaltsbeitrags vor
(Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2013, 529 ff., 539 und 575). Der Unterhaltsbeitrag
soll weiterhin den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leis-
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tungsfähigkeit der Eltern entsprechen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Neu sollen aber alle
von einem Elternteil erbrachten Unterhaltsleistungen berücksichtigt werden, un-
abhängig davon, ob er die Obhut inne hat oder nicht (Botschaft Kindesunterhalt,
BBl 2013, 529 ff., 575). Die Bestimmung betreffend die Abänderung von Unter-
haltsbeiträgen bei erheblich veränderten Umständen (Art. 286 Abs. 2 ZGB) wurde
sodann unverändert beibehalten und um eine (vorliegend nicht einschlägige) Be-
stimmung für Mankofälle (Art. 286a ZGB) ergänzt.
3.1. Die Kläger rügen, entgegen der Auffassung der Vorinstanz müssten die bei-
den Unterhaltsverträge von 1998 bzw. 2001 als Grundlage für die Beurteilung des
aktuellen Abänderungsbegehrens herangezogen werden. Indem die Vorinstanz
zu Unrecht auf die im Abänderungsurteil des Bezirksgerichts Hinwil (Urk. 5/2) an-
gewandte Bemessungsmethode als Grundlage abgestellt habe, habe sie den
Sachverhalt bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit des Beklagten und bei der
Nichtberücksichtigung der erhöhten Kinderkosten falsch gewürdigt (Urk. 71/65
S. 4 f.).
3.2. Bei der Beurteilung der Frage, ob sich die massgeblichen Verhältnisse im
Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB erheblich verändert haben, sind die Verhältnisse,
wie sie der gegenwärtig gültigen Festlegung der Unterhaltsbeiträge zugrunde ge-
legt worden sind, und die aktuellen Verhältnisse zu vergleichen (FamKomm
Scheidung/Aeschlimann, Art. 286 ZGB N 6). Die bis anhin zu leistenden Unter-
haltsbeiträge wurden im Abänderungsurteil des Einzelrichters am Bezirksgericht
Hinwil vom 17. März 2005 letztmals festgelegt (Urk. 5/2). Die Vorinstanz zog da-
her zu Recht die in diesem Urteil ausgewiesenen Verhältnisse als Ausgangspunkt
für die Beurteilung der Frage, ob erheblich veränderte Verhältnisse vorliegen,
heran (vgl. Urk. 66 S. 4).
3.3. Die Vorinstanz erwog sodann zutreffend, der Abänderungsprozess erlaube
einzig die Anpassung des Kinderunterhalts an veränderte Verhältnisse, nicht aber
seine vollständige Neufestsetzung. Es sei daher nicht zu prüfen, welcher Unter-
haltsbeitrag aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse angemessen er-
schiene. Vielmehr sei die damals getroffene Regelung an die aktuellen Verhält-
nisse anzupassen (vgl. BGE 137 III 604 E. 4.1.1 = Pra 2012 Nr. 62). Daraus
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schloss die Vorinstanz zu Recht, dass das mit einer Abänderungsklage befasste
Gericht an die ursprüngliche Bemessungsmethode gebunden ist, weil ein Metho-
denwechsel im Ergebnis einer verpönten Revision des ursprünglichen Entscheids
gleichkäme (Urk. 66 S. 5 E. 1.2 mit Verweis auf Summermatter, Zur Abänderung
von Kinderalimenten, in: Fampra 2012, 38 ff., 44). Das hat auch zu gelten, wenn
im letzten Abänderungsentscheid nicht die gleiche Bemessungsmethode wie bei
der erstmaligen Festsetzung der Unterhaltsbeiträge zur Anwendung gelangte,
denn dies wäre mit einem Rechtsmittel gegen jenen Abänderungsentscheid zu
rügen gewesen. Nach dem Gesagten erweist sich die Rüge, die Vorinstanz sei zu
Unrecht nicht von der den Unterhaltsverträgen 1998 bzw. 2001 zugrundeliegen-
den Bemessungsmethode ausgegangen, als unbegründet.
4.1. Weiter rügen die Kläger, die Vorinstanz sei bei der Beurteilung der von ihnen
geltend gemachten höheren Kinderkosten zu Unrecht vom Abänderungsurteil
2005 ausgegangen und habe mit der Begründung, in diesem Urteil seien die Kin-
derkosten kein Thema gewesen (vgl. dazu Urk. 66 S. 21 E. III/5.2), in rechtswidri-
ger Weise die Erhebung der von ihnen geltend gemachten höheren Kinderkosten
unterlassen (Urk. 71/65 S. 6).
4.2. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Hinwil hatte in seinem Entscheid vom
17. März 2005 festgehalten, ausgehend von einem monatlichen Nettoeinkommen
des Beklagten in der Höhe von Fr. 6'479.– und einem um die Steuern erweiterten
Bedarf von Fr. 3'710.– resultiere ein Freibetrag von Fr. 2'769.–. Allerdings sei dem
Beklagten nicht zuzumuten, seinen ganzen Freibetrag für den Kinderunterhalt
herzugeben, denn es gehe nicht um ein eherechtliches Verfahren, wo mitunter
auch für den Unterhalt des (Ex-) Ehepartners gesorgt werden müsse. Diesem
Umstand werde angemessen Rechnung getragen, wenn rund 60% der verfügba-
ren Mittel, entsprechend Fr. 1'740.–, für den Kinderunterhalt verwendet würden.
Dieses Ergebnis entspreche der Praxis, wonach bei mittleren Einkommen mit
zwei Kindern die Unterhaltsbeiträge in Höhe von insgesamt 25% des Elternein-
kommens festzusetzen seien. Der Betrag von Fr. 1'740.– liege zwar über diesem
Prozentsatz, was aber gerechtfertigt sei, da das Einkommen des Beklagten höher
als dasjenige Einkommen sei, das noch als mittleres Einkommen im Sinne dieser
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Praxis angesehen werden könne (Urk. 5/2 S. 8 ff.). Aufgrund dieser Erwägungen
muss davon ausgegangen werden, dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Hin-
wil bei der Abänderung der Unterhaltsbeiträge den konkreten Bedarf der Kläger
nicht berücksichtigte, sondern nur auf die Höhe des vom Beklagten erzielten Ein-
kommens abstellte (sog. abstrakte Unterhaltsbemessung). Die Auffassung der
Vorinstanz, die Kinderkosten seien im Abänderungsurteil 2005 kein Thema gewe-
sen bzw. bei der Abänderung der Unterhaltsbeiträge nicht berücksichtigt worden,
ist folglich nicht zu beanstanden.
4.3. Liegt eine dauerhafte und erhebliche Veränderung der Verhältnisse vor und
führt dies zu einem Ungleichgewicht der von den Eltern zu tragenden Lasten, so
ist der Unterhaltsbeitrag neu festzulegen, unter Aktualisierung aller Elemente, die
im vorangegangenen Urteil bei der Berechnung berücksichtigt worden sind (BGE
138 III 289 E. 11.1.1 = Pra 2012 Nr. 119; BGE 137 III 604 E. 4.1 = Pra 2012
Nr. 62; BGE 134 III 337 E. 2.2.2 = Pra 2009 Nr. 5; BGer 5A_634/2013 vom
12. März 2014, E. 3.1.1; vgl. auch Summermatter, a.a.O., S. 59). Da vorliegend
der Bedarf der Kläger bei der Bemessung der aktuell geltenden Kinderunterhalts-
beiträge nicht mit einbezogen wurde und daher auch bei einer Abänderung der-
selben nicht zu berücksichtigen war, erweist sich die Rüge der Kläger, die Vorin-
stanz habe zu Unrecht die Erhebung der von ihnen geltend gemachten höheren
Kinderkosten unterlassen, als unbegründet.
5.1. Der Beklagte rügt, ihm seien nur die effektiven Wohnkosten in Höhe von
Fr. 922.95 (exkl. unbestrittener Energiekosten) angerechnet worden, obwohl er
bei einem Verkauf der Liegenschaft keine neue Wohnung zu diesem Preis finden
könne. Zudem dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen, dass er bei der Erbteilung
das Haus und nicht die liquiden Mittel gewählt habe und nur aus diesem Grund
tiefere Wohnkosten habe. Ihm seien daher Wohnkosten von monatlich Fr. 1'600.–
anzurechnen, was sowohl dem ihm angerechneten Eigenmietwert entspreche als
auch im unteren Bereich der ortsüblichen Mietpreise liege (Urk. 65 S. 2 f.).
5.2. Wie die Vorinstanz unter Verweis auf Ziff. III/1.3 des Kreisschreibens der
Verwaltungskommission des Obergerichts betreffend Richtlinien für die Berech-
nung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009 zu-
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treffend festhielt, setzen sich die anrechenbaren Wohnkosten bei selbstbewohn-
tem Wohneigentum aus den Hypothekarzinsen (ohne Amortisation, die der
Schuldenreduktion und somit der Vermögensbildung dient) und den Unterhalts-
kosten zusammen. Die von der Vorinstanz in diesem Zusammenhang berücksich-
tigten Einzelpositionen (vgl. Urk. 66 S. 17) werden vom Beklagten nicht in Frage
gestellt (vgl. Urk. 65 S. 2). Die Rüge des Beklagten, die Vorinstanz habe seine
Wohnkosten unrichtig festgestellt, erweist sich daher als unbegründet.
6.1. Weiter rügt der Beklagte, die Vorinstanz sei bei ihm von einem monatlichen
Nettoeinkommen von Fr. 7'546.– ausgegangen. In diesem Betrag sei allerdings
ein Vorschuss für Provisionszahlungen in der Höhe von Fr. 2'000.– enthalten. Wie
aus seinen Vorbringen vor Vorinstanz (Prot. I S. 4 und S. 16) und den von ihm
eingereichten Unterlagen (Anstellungsvertrag [Urk. 20 S. 2], Bestätigungen der
Arbeitgeberin [Urk. 28 und 38], Lohnabrechnungen November und Dezember
2016 [Urk. 53 und 56]) hervorgehe, seien die tatsächlich erzielten Provisionen tie-
fer als jene Akontozahlungen ausgefallen, weshalb er die Differenz zurückerstat-
ten müsse. In der Folge habe er im Jahr 2015 ein monatliches Nettoeinkommen
von Fr. 7'000.– und 2016 ein solches in der Höhe von Fr. 6'807.– erzielt. Sämtli-
che ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen habe er vor Vorinstanz fristgerecht
eingereicht. Da diese mit seiner Arbeitgeberin direkt in Kontakt gestanden sei,
habe es sich seinen Kenntnissen entzogen, dass Unterlagen nicht fristgerecht
oder in ungeeigneter Form eingereicht worden seien, weshalb er sich nicht ent-
sprechend darum habe bemühen können (Urk. 65 S. 2).
6.2. Die Vorinstanz erwog, die Kläger hätten die Edition von Urkunden durch den
Beklagten beantragt, welche den Netto-Jahresumsatz belegen bzw. zu Durch-
schnittswerten bezüglich des Netto-Jahresumsatz Auskunft geben, um ihre Be-
hauptung zu belegen, der Beklagte erhalte mindestens Provisionen im Umfang
der Vorschüsse. Entsprechend seien vom Beklagten die "Provisionsabrechnun-
gen 2014 und 2015" bzw. "Aufstellungen betreffend Netto-Jahresumsatz" des Be-
klagten in den Jahren 2014 und 2015 einverlangt worden (vgl. Urk. 26). Einge-
reicht worden seien aber nur von der Arbeitgeberin des Beklagten im Hinblick auf
bzw. für das Abänderungsverfahren ausgestellte Bestätigungen, die allein die
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Saldi auswiesen. Gestützt darauf könne jedoch weder das Gericht die Provisions-
zahlen detailliert nachvollziehen noch die Gegenseite substantiiert dazu Stellung
nehmen. Unergründlich sei schliesslich, weshalb die Arbeitgeberin des Beklagten
die behaupteten Saldi zu ihren Gunsten während über zweier Jahre nicht ausge-
glichen, sondern erstmals im November 2016 die Vorschusszahlungen eingestellt
habe. Es sei nichts vorgebracht worden, was dieses unerwartete und vertragswid-
rige Verhalten erkläre. Im Ergebnis könne die Behauptung des Beklagten, die ef-
fektiv erzielten Provisionen seien geringer als die ausgerichteten Vorschüsse,
nicht mit hinreichender Sicherheit als gegeben erachtet werden. Immerhin sei
aber davon auszugehen, dass die Provisionen auch nicht höher als bevorschusst
ausgefallen seien (Urk. 66 S. 12).
6.3. Die Vorinstanz begründete im angefochtenen Entscheid nicht, weshalb sie
den Beklagten zur Vorlage von Urkunden verpflichtet hatte, über welche dieser –
wie sich spätestens mit der Eingabe von dessen Arbeitgeberin vom 3. März 2016
(Urk. 28) herausstellte (vgl. Urk. 33 S. 2) – offensichtlich nicht verfügte. Die Erwä-
gung der Vorinstanz, die Beweislage sei angesichts der vom Beklagten einge-
reichten Urkunden "problematisch", da der Arbeitgeber des Beklagten nach
Art. 322c OR zur Erstellung einer schriftlichen und rechnerisch nachvollziehbaren
Provisionsabrechnung verpflichtet sei (Urk. 66 S. 11 f. E. 3.5), beinhaltet implizit
den Vorwurf, der Beklagte habe seine Mitwirkungspflicht bei der Beweiserhebung
im Sinne von Art. 164 ZPO verletzt. Aber nur weil allenfalls eine Verpflichtung der
Arbeitgeberin zur Erstellung von detaillierten Provisionsabrechnungen bestand,
durfte die Vorinstanz nicht ohne Weiteres darauf schliessen, dass dieser Pflicht
auch tatsächlich nachgelebt wurde und der Beklagte daher über entsprechende
Abrechnungen verfügte, zumal sie aufgrund des Schreibens vom 3. März 2016
zunächst selbst davon ausging, dass der Beklagte unter Umständen (noch) gar
nicht über die eingeforderten Abrechnungen verfügte (vgl. Urk. 33 S. 2). Eine
Verweigerung der Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 164 ZPO hätte jedoch nur
dann angenommen werden dürfen, wenn der Beklagte sich geweigert hätte, eine
in seinem Besitz befindliche Urkunde zu edieren (Higi, Dike-Komm-ZPO, Art. 164
N 5).
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6.4. Zudem hatte der Beklagte vor Vorinstanz mehrfach ausgeführt, seine Ar-
beitgeberin könne nötigenfalls seine Rückerstattungspflicht betreffend zu viel be-
zogener Provisionen bestätigen (Prot. I S. 4 und S. 16). Dies ist ohne Weiteres als
genügende Beweisofferte zu verstehen. Dort, wo das Gericht prozessrechtskon-
form gestellte Beweisanträge übergeht, hat es die Begründung für sein Vorgehen
mit dem Endentscheid zu liefern (ZR 2016 Nr. 45, E. 3.5). Der angefochtene Ent-
scheid lässt jedoch eine Begründung vermissen, weshalb die Vorinstanz keine
Bestätigung bei der Arbeitgeberin des Beklagten (etwa in Form einer schriftlichen
Auskunft oder einer Zeugenbefragung von deren Organen) einholte. Indem die
Vorinstanz ohne Begründung auf die Abnahme der vom Beklagten angebotenen
Beweise verzichtete, verletzte sie dessen Anspruch auf rechtliches Gehör sowie
dessen Recht auf Beweis. Damit erweist sich die Rüge des Beklagten, die Vorin-
stanz habe den Sachverhalt bezüglich seines Einkommens unrichtig festgestellt,
als begründet und der vorinstanzliche Entscheid ist aufzuheben.
7. Das Verfahren ist nicht spruchreif, da der Sachverhalt betreffend das Ein-
kommen des Beklagten in wesentlichen Teilen zu ergänzen ist. Das ist jedoch
nicht Aufgabe der Berufungsinstanz (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 318 N 35). Das
Verfahren ist daher zwecks Vervollständigung des Sachverhalts und neuer Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 ZPO).
Diese wird infolgedessen auch über die im Berufungsverfahren neu gestellten An-
träge der Klägerin 2 betreffend Betreuungsunterhalt ab Januar 2017 (Urk. 71/65
S. 2 f. und S. 11 f. sowie Urk. 77 S. 3) zu befinden haben. Schliesslich wird sie die
Kosten- und Entschädigungsfolgen abhängig vom Verfahrensausgang neu fest-
zusetzen haben, weshalb an dieser Stelle auf die diesbezüglichen Berufungsan-
träge des Beklagten nicht näher einzugehen ist.
IV.
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, lediglich eine Ent-
scheidgebühr für das Berufungsverfahren festzusetzen und die Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen der Vorinstanz zu überlassen, d.h. vom defini-
tiven Ausgang des Verfahrens abhängig zu machen (Art. 104 Abs. 4 ZPO). Vor-
- 16 -
zumerken ist, dass der Beklagte zur Deckung der Kosten des Rechtsmittelverfah-
rens einen Vorschuss von Fr. 3'000.– leistete (Urk. 69).
2. Mit der Erstberufung beantragte der Beklagte eine Senkung der von der Vor-
instanz festgesetzten Unterhaltsbeiträge im Umfang von insgesamt Fr. 19'824.–
(= 66 Monate [Februar 2017 bis Juli 2022] x Fr. 118.–/Monat + 102 Monate [Feb-
ruar 2017 bis Juli 2025] x Fr. 118.–/Monat; vgl. Urk. 65 S. 1 und S. 3 und Urk. 66
S. 26 f.). Die Kläger beantragten in der Zweitberufung eine Erhöhung dieser Un-
terhaltsbeiträge um insgesamt Fr. 90'043.– (= 27 Monate x Fr. 622.–/Monat [Ok-
tober 2014 bis Dezember 2016] + 7 Monate x Fr. 517.–/Monat [Januar 2017 bis
Juli 2017] + 60 Monate x Fr. 502.–/Monat [August 2017 bis Juli 2022] + 27 Mona-
te x Fr. 377.–/Monat [Oktober 2014 bis Dezember 2016] + 7 Monate x Fr. 282.–
/Monat [Januar 2017 bis Juli 2017] + 96 Monate x Fr. 262.–/Monat [August 2017
bis Juli 2025] + 7 Monate x Fr. 315.–/Monat [Betreuungsunterhalt Januar bis Juli
2017]; vgl. Urk. 71/65 S. 2 und Urk. 66 S. 26 f.). Im Berufungsverfahren liegen
somit gesamthaft Fr. 109'867.– im Streit. Gestützt auf §§ 4 Abs. 1 bis 3 sowie 12
Abs. 1 und 2 GebV OG erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 4'000.– ange-
messen.
3.1. Die Kläger ersuchen darum, es sei ihnen für das Berufungsverfahren wiede-
rum die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Person von Rechts-
anwältin lic. iur. X._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen
(Urk. 71/65 S. 3).
3.2. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspfle-
ge, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbe-
gehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte
notwendig ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist, be-
steht darüber hinaus ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung (Art. 118
Abs. 1 lit. c ZPO).
3.3. Bei der Beurteilung der Frage, ob die Kläger mittellos sind, ist zu berücksich-
tigen, dass die elterliche Unterhaltspflicht grundsätzlich auch die Übernahme von
Prozesskosten sowohl des minderjährigen als auch des noch in Erstausbildung
- 17 -
befindlichen volljährigen Kindes umfasst und die Kläger daher nur mittellos sind,
wenn es auch beide Eltern sind (BGE 127 I 202 E. 3f; BGer 5A_617/2011 vom
18. Oktober 2011, E. 5.3; OGer ZH RZ110004 vom 17. September 2012, E. III/2b;
Maier, Die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung in familienrechtlichen
Prozessen im Spannungsfeld mit der Vorschusspflicht von Ehegatten und Eltern,
dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der eidge-
nössischen ZPO, in: Fampra 2014, 635 ff., 639; BSK ZPO-Rüegg, Art. 117
N 13a).
3.4. Der Beklagte verfügte gemäss der Schlussrechnung des Steueramtes der
Stadt E._ vom 11. Juli 2016 per Ende 2014 über ein steuerbares Vermögen
von Fr. 343'000.– (Urk. 41). Zudem ist die Unterhaltspflicht des Beklagten sowohl
für die Klägerin 2 als auch für den volljährigen, jedoch noch in der Erstausbildung
befindlichen Kläger 1 nur in der Höhe, nicht aber im Grundsatz strittig (vgl. Urk. 65
S. 1 und Prot. I S. 9). Angesichts dessen hätten die anwaltlich vertretenen Kläger
entweder einen Antrag auf Ausrichtung eines Prozesskostenvorschusses zu stel-
len oder aber im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ausdrücklich darzulegen
gehabt, weshalb ihrer Ansicht nach dennoch auf einen entsprechenden Antrag
verzichtet werden konnte (OGer ZH PC150067 vom 6. April 2016, E. 2.3.1, mit
Verweis auf BGer 5D_83/2015 vom 6. Januar 2016, E. 2.1, und BGer
5A_556/2014 vom 4. März 2015, E. 3.2). Es handelt sich dabei um eine Oblie-
genheit, deren Unterlassung dazu führt, dass die Gesuche der Kläger um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen sind (OGer ZH PC160010 vom
30. Juni 2016, E. III/1.3).