Decision ID: ccc1346a-9423-5ae2-8a5d-a02835f5d654
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

2012 kann auf den Sachverhalt desselben verwiesen werden. Im diesem
Zusammenhang machte die Beschwerdeführerin unter anderem geltend,
die Vergabestelle habe ausschliesslich der Zuschlagsempfängerin zwei
zusätzliche Merkblätter zugestellt, womit die Zuschlagsempfängerin an
die Lösung der Beschwerdeführerin "herangeführt" worden sei. Da sich
der Zuschlagsentscheid auf ein Abgebot stütze, das nicht vergaberechts-
konform zustande gekommen sei, verletze dieser auch das Transparenz-
und Gleichbehandlungsprinzip.
I.
Am 23. Juli 2012 wies das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch der
Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab mit
der Begründung, aufgrund der Akten erweise sich die Beschwerde als of-
fensichtlich unbegründet. Die angebotenen Zeugenbeweise wurden
einstweilen nicht abgenommen. Des Weiteren wurden die Akteneinsichts-
anträge einstweilen abgewiesen, soweit diesen nicht bereits im Rahmen
der Instruktion entsprochen worden waren. Weitere Anordnungen betref-
fend die Akteneinsicht im Hauptverfahren blieben vorbehalten.
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Seite 6
J.
Mit Verfügung vom 27. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführerin Frist ge-
setzt bis zum 28. August 2012, um ihre Beschwerde vom 14. Mai 2012 zu
ergänzen und für das Hauptverfahren Akteneinsichtsbegehren zu stellen
bzw. die gestellten Akteneinsichtsbegehren zu substantiieren.
K.
Mit Eingabe vom 15. August 2012 teilte die Vergabestelle mit, dass sie
den Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin mit Datum vom 15. August
2012 abgeschlossen habe. Mit Verfügung vom 16. August 2012 hielt das
Bundesverwaltungsgericht fest, dass die Vergabestelle damit ihrer Pflicht
zur Mitteilung gemäss Art. 22 Abs. 2 BöB nachgekommen ist.
L.
Die Beschwerdeführerin reichte mit Datum vom 28. August 2012 eine Be-
schwerdeergänzung ein, welche namentlich über die erfolgte Aktenein-
sicht hinausgehende Akteneinsichtsbegehren für das Hauptverfahren
enthält. Das Bundesverwaltungsgericht verfügte am 29. August 2012 die
Zustellung der Beschwerdeergänzung an die Vergabestelle und setzte
dieser Frist bis zum 14. September 2012, um sich zu den Akteneinsichts-
begehren der Beschwerdeführerin zu äussern.
M.
Mit Eingabe vom 6. September 2012 ersuchte die Vergabestelle das
Bundesverwaltungsgericht um Zustellung der von der Beschwerdeführe-
rin bezeichneten Akten, welche am 7. September 2012 erfolgte.
N.
Am 14. September 2012 reichte die Vergabestelle ihre Stellungnahme zu
den Akteneinsichtsbegehren ein; sie beantragt die Abweisung der Akten-
einsichtsbegehren der Beschwerdeführerin. Diese Stellungnahme wurde
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. September 2012 einst-
weilen zur Kenntnis zugestellt.
O.
Mit Verfügung vom 19. September 2012 stellte das Bundesverwaltungs-
gericht die Beschwerdeergänzung vom 28. August 2012 der Zuschlag-
sempfängerin auszugsweise zu (Ausführungen betreffend die Aktenein-
sicht; Seiten 3 f.; RZ 6-9). Mit ebendieser Verfügung wurden der
Zuschlagsempfängerin zudem die Stellungnahme der Vergabestelle vom
14. September 2012, die streitgegenständlichen Aktenstücke in nicht ab-
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gedeckter Form (mit Ausnahme des Dokuments 04.02.03) und die Beila-
gen 15 und 19 zur Stellungnahme der Vergabestelle vom 5. Juni 2012 in
teilweise geschwärzter Form zugestellt. Die Zuschlagsempfängerin wurde
mit Frist bis am 1. Oktober 2012 um Stellungnahme namentlich zur Frage
ersucht, inwieweit die streitgegenständlichen Aktenstücke Geschäftsge-
heimnisse enthalten, und entsprechende Abdeckungsvorschläge einzu-
reichen. Des Weiteren wurden der Zuschlagsempfängerin die Evaluati-
onstabellen (Dokument 04.02.03) in teilweise abgedeckter Form mit dem
Ersuchen um Stellungnahme bis zu 1. Oktober 2012 zur Frage zugestellt,
ob diese Noten der Beschwerdeführerin offen gelegt werden können, so-
weit diese in Bezug auf die eigenen Noten gegenüber der Zuschlag-
sempfängerin Gegenrecht hält.
P.
Mit Eingabe vom 26. Oktober 2012 nahm die Zuschlagsempfängerin in-
nert zweimal erstreckter Frist zur Frage Stellung, inwieweit die streitge-
genständlichen Aktenstücke Geschäftsgeheimnisse enthalten und reichte
entsprechende Abdeckungsvorschläge ein. Sie führte ergänzend aus,
dass ihre diesbezüglichen Anträge als Ergänzung zu jenen der Vergabe-
stelle vom 14. September 2012 zu betrachten seien.
Q.
Mit Verfügung vom 2. November 2012 wurden der Zuschlagsempfängerin
und der Vergabestelle gerichtliche Abdeckungsvorschläge zur freigestell-
ten Stellungnahme bis zum 19. November 2012 zugestellt. Der Zuschlag-
sempfängerin stand es frei, sich ebenfalls bis zum 19. November 2012
dazu zu äussern, ob sie durch das Festhalten an bisher gestellten Anträ-
gen oder neuen Anträge in Bezug auf die Akteneinsicht auf dieses Thema
beschränkte Parteistellung erlangt und damit ein entsprechendes Kosten-
risiko trägt.
R.
Mit Eingabe vom 15. November 2012 (Posteingang: 21. November 2012)
äusserte sich die Zuschlagsempfängerin innert der gesetzten Frist, wo-
gegen die Vergabestelle auf eine Stellungnahme verzichtete. Demgegen-
über verzichtete die Zuschlagsempfängerin auf eine Äusserung zur Frage
der beschränkten Parteistellung.
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Seite 8

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gegen die Erteilung des Zuschlages durch die Vergabestelle ist im An-
wendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaf-
fungswesen vom 16. Dezember 1994 (BöB, SR 172.056.1) die Be-
schwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig (Art. 29 Bst. a i.V.m.
Art. 27 Abs. 1 BöB). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet während
hängigem Verfahren auch über Anträge um Gewährung der Akteneinsicht
(Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts B-1172/2011 vom
6. Mai 2011 E. 1).
1.1. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich
nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwal-
tungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes
vorsehen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG).
1.2. Der Entscheid über die Akteneinsicht während hängigem Verfahren
liegt in der Zuständigkeit des Instruktionsrichters (Art. 39 Abs. 1 VGG;
Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts B-3604/2007 vom
16. November 2007 E. 1.4).
2.
2.1. Gegenstand der vorliegenden Zwischenverfügung bildet das Begeh-
ren der Beschwerdeführerin um Akteneinsicht für das Hauptverfahren.
Die Rügen betreffend die Verletzung des Akteneinsichtsrechts durch die
Vergabestelle sind demgegenüber bereits mit dem Zwischenentscheid
vom 23. Juli 2012 (E. 3) abgehandelt worden. Die Beschwerdeführerin
beantragt mit Beschwerdeergänzung vom 28. August 2012, der Be-
schwerdeführerin seien die mit folgenden Referenznummern bezeichne-
ten Dokumente gerichtlich zuzustellen:
- 03.15.02 (Abgebot 3 Anbieter 6);
- 03.15.02.01 (Begleitbrief);
- 03.15.02.02 (Dokumentenset Abgebot [SBB]);
- 03.15.02.03 (Präzisierung nach 2. Verhandlungsrunde);
- 03.15.02.04 (Preisblätter Grundangebot und LCC Kosten);
- 03.15.02.05 (Beilagenverzeichnis Abgebot);
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- 03.19.01.01 (Einladung Verhandlung 3);
- 03.19.01.02 (Korrespondenz mit Anbieter 6 nach Zuschlag);
- 03.19.02 (Verhandlungstag [23.4.2012]);
- 03.19.02.01 (Einladung 18.4.2012);
- 03.19.02.02 (Präsentation);
- 03.19.02.03 (Protokoll);
- 03.19.02.04 (Mail Anbieter 6 Abgebot Protokoll und Absichtserklärung
[24.4.2012]);
- 04.01 (Management Summary);
- 04.02 (Dokumente);
- 04.02.01 (Beurteilung Erfüllung Eignungskriterien);
- 04.02.02 (Entscheid nach Verhandlungsrunde 1);
- 04.02.03 (Übersicht Resultate Evaluationen); und
- 04.03 (Automatenpreis [Preisblätter Anbieter 6 vom 30. März 2012]).
2.2. Die Vergabestelle beantragt mit Stellungnahme vom 14. September
2012, die Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin seien abzu-
weisen und die im Aktenverzeichnis speziell gekennzeichneten Aktenstü-
cke seien von der Akteneinsicht auszunehmen. Die Zuschlagsempfänge-
rin hat zuerst mit Eingabe vom 26. Oktober 2012 weitgehende Ausnah-
men vom Einsichtsrecht beantragt, diese aber dann aufgrund der gericht-
lichen Abdeckungsvorschläge vom 2. November 2012 reduziert und die
verbleibenden Begehren um Abdeckung gewisser Passagen mit Eingabe
vom 15. November 2012 begründet. Im Folgenden werden im Wesentli-
chen nur die strittig gebliebenen Punkte erörtert.
3.
Zunächst sind die allgemein geltenden Grundsätze für die Gewährung
von Akteneinsicht in submissionsrechtlichen Justizverfahren darzulegen.
3.1. Die in den Art. 26 ff. VwVG getroffene Regelung zur Akteneinsicht
erweist sich als Konkretisierung der allgemeinen, aus Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
1999 (BV, SR 101) abgeleiteten Grundsätze zum Akteneinsichtsrecht
(BGE 115 V 297 E. 2d S. 301 f., 120 IV 242 E. 2c/aa S. 244; vgl. BERN-
HARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe
Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 26
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N. 10). Die Gewährung der Akteneinsicht ist der Grundsatz, deren Ver-
weigerung die Ausnahme. Diese Prinzipien gelten auch im Verfahren vor
dem Bundesverwaltungsgericht (Art. 37 VGG). Gemäss Art. 26 Abs. 1
Bst. b VwVG hat die Beschwerdeführerin Anspruch darauf, alle als Be-
weismittel dienenden Aktenstücke einzusehen. Vom allgemeinen Ein-
sichtsrecht ausgenommen bleiben freilich jene Akten, bezüglich derer ein
überwiegendes Geheimhaltungsinteresse vorliegt (Art. 27 Abs. 1 Bst. b
VwVG; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des Bundesverwal-
tungsgerichts B-3803/2010 vom 23. Juni 2010 E. 7.2 mit Hinweisen, so-
wie den Zwischenentscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für
das öffentliche Beschaffungswesen [BRK] vom 17. Februar 1997, veröf-
fentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 61.24 E. 3a).
3.2. Soweit hinsichtlich bestimmter Aktenstücke ein überwiegendes Ge-
heimhaltungsinteresse zu bejahen ist, ergibt sich aus dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit, dass – wenn möglich – eine teilweise Einsichtsge-
währung (insbesondere durch Abdeckung gewisser Namen oder Stellen
bzw. Entfernen einzelner Seiten) zu erfolgen hat. Grundsätzlich ist die
Form zu wählen, welche die Einsicht am wenigsten einschränkt, sofern
sie mit vertretbarem Aufwand umgesetzt werden kann (Zwischenent-
scheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3803/2010 E. 7.3; siehe auch
PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/EVELYNE CLERC, Praxis des
öffentlichen Beschaffungsrechts, 1. Band, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2007, Rz. 901, sowie MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige An-
spruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen
Staates, Bern 2000, S. 245 f. mit Hinweisen). Selbst am Verfahren nicht
beteiligten Anbietern ist in Bezug auf ihre Geheimhaltungsinteressen das
rechtliche Gehör zu gewähren (vgl. dazu die Zwischenverfügung des
Bundesverwaltungsgerichts B-3604/2007 vom 16. November 2007 E. 2.4
in fine mit Hinweisen).
3.3. Gemäss ständiger Rechtsprechung besteht im Rechtsmittelverfahren
in Vergabesachen ohne Zustimmung der Betroffenen insbesondere kein
allgemeiner Anspruch auf Einsichtnahme in Konkurrenzofferten, da das in
anderen Bereichen übliche allgemeine Akteneinsichtsrecht gegenüber
dem Interesse der Anbieter an der vertraulichen Behandlung ihrer Ge-
schäftsgeheimnisse sowie des in den Offertunterlagen zum Ausdruck
kommenden unternehmerischen Know-hows zurückzutreten hat (Urteile
des Bundesgerichts 2P.193/2006 vom 29. November 2006 E. 3.1 sowie
2P.274/1999 vom 2. März 2000 E. 2c; Zwischenentscheid des Bundes-
verwaltungsgerichts B-3604/2007 vom 16. November 2007 E. 2.1; Ent-
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scheid der BRK vom 15. Juni 2004, veröffentlicht in VPB 68.120, E. 1 f.;
siehe dazu auch MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.98, und
GALLI/MOSER/LANG/CLERC, a.a.O., Rz. 899 und zur Kritik an dieser Recht-
sprechung Rz. 907). Liegt demgegenüber die Einwilligung der betroffenen
Anbieter vor, steht der Akteneinsicht auch in Offertunterlagen nichts ent-
gegen (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3803/2010
vom 23. Juni 2010 E. 7.2).
3.4. Verweigert werden darf die Einsicht in verwaltungsinterne Akten. Als
verwaltungsintern gelten Akten, denen für die Behandlung eines Falles
kein Beweischarakter zukommt, weil sie ausschliesslich der verwaltungs-
internen Meinungsbildung dienen und insofern lediglich für den behörden-
internen Gebrauch bestimmt sind (z.B. Entwürfe, Anträge, Notizen, Mitbe-
richte, Hilfsbelege etc.; vgl. etwa die Zwischenverfügung im Verfahren
C-4398/2008 vom 18. November 2008 mit Hinweisen; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 147). Dies entspricht bundesge-
richtlicher Rechtsprechung. Die Meinungsbildung innerhalb der Behörde
soll nicht vor der Öffentlichkeit ausgebreitet werden (GEROLD STEINMANN,
in: Ehrenzeller et alii [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung,
Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2008, Rz. 28 zu Art. 20 BV mit Hinweisen
auf die Judikatur). In der Literatur ist die Unterscheidung zwischen inter-
nen und anderen Akten allerdings umstritten (vgl. BVGE 2007/14, E. 6.2
mit Hinweisen; zum Stand der Diskussion im Vergaberecht vgl. etwa GAL-
LI/MOSER/LANG/CLERC, a.a.O. Rz. 903). Problematisch erscheint die
Rechtsfigur der internen Akten namentlich dort, wo den entsprechenden
Dokumenten Beweiswert zukommt (STEPHAN C. BRUNNER, in: Christoph
Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG,
Bern 2008, Rz. 39 zu Art. 26 VwVG). Entsprechend gelten Berichte und
Gutachten zu streitigen Sachverhaltsfragen nicht als interne Akten (MI-
CHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Ge-
hör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 230).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Bezug auf den Bereich der Evaluati-
on von Teilnahmeanträgen und Offerten wohl die Sphäre der Konkurren-
ten der Beschwerdeführerin, nicht aber diejenige der Vergabestelle
schützenswert ist, deren Vorgehen ja gerade richterlicher Prüfung zu-
gänglich gemacht werden soll (vgl. zum Ganzen die Zwischenverfügung
B-6177/2008 vom 4. Dezember 2008 E. 5.1).
3.5. Schliesslich bleibt in genereller Weise festzuhalten, dass das Bun-
desverwaltungsgericht gestützt auf Art. 28 VwVG zum Nachteil einer Par-
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tei nur dann auf Aktenstücke abstellen darf, wenn die betroffene Partei
von deren wesentlichem Inhalt mündlich oder schriftlich in Kenntnis ge-
setzt wurde und ihr ausserdem die Möglichkeit eingeräumt wurde, sich
dazu zu äussern und Gegenbeweismittel zu nennen (Zwischenverfügung
B-1772/2011 vom 6. Mai 2011 E. 3.4; Zwischenentscheid der BRK 2005-
001, auszugsweise veröffentlicht in VPB 69.80, nicht publizierte E. 4c in
fine; GALLI/MOSER/LANG/CLERC, a.a.O., Rz. 903).
4.
Im vorliegenden Fall zielen die Akteneinsichtsanträge der Beschwerde-
führerin insbesondere darauf hin, den Verlauf der gestützt auf Art. 20 BöB
geführten Verhandlungen (Abgebotsrunden) nachvollziehbar zu machen.
Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass die für den Zuschlagsent-
scheid wesentlichen Informationen insbesondere in den Aktenstücken
zum dritten Abgebot der Zuschlagsempfängerin, zum Austausch von In-
formationen mit der Zuschlagsempfängerin, zur dritten Verhandlungsrun-
de sowie in den Aktenstücken zur Angebotsevaluation enthalten sind (Be-
schwerdeergänzung vom 28. August 2012, S. 3). Im Folgenden werden
zunächst diejenigen Akteneinsichtsanträge abgehandelt, welche sich auf
Unterlagen aus der Sphäre der Zuschlagsempfängerin beziehen (E. 5).
Anschliessend werden diejenigen Dokumente erörtert, welche seitens der
Vergabestelle im Rahmen der Verhandlungen bzw. der Evaluation erstellt
worden sind (E. 6).
5.
5.1. Das Register 03.15.02 enthält die Dokumente zum dritten Abgebot,
die Einladung zur dritten Verhandlungsrunde bildet den Inhalt des Doku-
ments 03.19.01.01, im Register 03.19.02 befinden sich die Akten zur drit-
ten Verhandlungsrunde vom 23. April 2012 und das Dokument 04.03 um-
fasst die von der Zuschlagsempfängerin am 30. März 2012 ausgefüllten
Preisblätter zu den einzelnen Angebotsbestandteilen (Hauptangebot, Ne-
benangebot und Angebot Lifecyclekosten (LCC)). Bei den Aktenstücken,
welche – unabhängig davon, ob sie aus der Sphäre der Zuschlag-
sempfängerin oder derjenigen der Vergabestelle stammen – im Rahmen
der Verhandlungen erstellt worden sind, handelt es sich nicht um Offert-
dokumente, womit jedenfalls kein absoluter Ausschluss der Akteneinsicht
gilt (vgl. dazu die Zwischenverfügung B-3604/2007 vom 16. November
2007 E. 2.4). Vielmehr ist es Sache des Gerichts, im Einzelfall unter Be-
rücksichtigung des Verhältnismässigkeitsgebots festzustellen, ob dem
Recht auf Akteneinsicht wesentliche Interessen entgegenstehen. Dies gilt
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Seite 13
insbesondere für Geschäftsgeheimnisse der Zuschlagsempfängerin (vgl.
E. 3.1 f. hiervor). Dazu gehören - jedenfalls ohne spezifische Hinweise
auf rechtswidrige Interaktion, welche das Interesse an der Ermittlung des
Sachverhalts als überwiegend erscheinen lassen könnten - auch die pro-
jektbeteiligten Schlüsselpersonen der Zuschlagsempfängerin soweit
diesbezügliche Abdeckungsbegehren gestellt wurden; dies gilt demge-
genüber – jedenfalls, soweit die Vergabestelle diesbezüglich nicht beson-
dere Gründe nennt, welche dem entgegenstehen – nicht für die seitens
der Vergabestelle beteiligten Personen (vgl. dazu den Zwischenentscheid
B-1172/2011 vom 6. Mai 2011 E. 4.5 und E. 6.5 hiernach).
5.2. Besondere Vorsicht ist in Bezug auf die detaillierte Darstellung tech-
nischer Lösungsansätze am Platze; in diesem Sinne spricht denn auch
das Bundesgericht in Anlehnung an Art. 162 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) von "secrets
d'affaires et de fabrication" (Urteil 2D_15/2011 vom 31. Oktober 2011
E. 4.2.1; vgl. zum Ganzen auch die Zwischenverfügung B-3604/2007 vom
16. November 2007 E. 2.4). Die anwaltlich vertretene Vergabestelle hat
indessen mit ihrer Stellungnahme vom 5. Juni 2012 die durch die
Zuschlagsempfängerin gewählten technischen Lösungen in ihren Grund-
zügen beschrieben und gestützt darauf geltend gemacht, die Zuschlag-
sempfängerin erfülle die einschlägigen Anforderungen, wonach insb. die
Bedienelemente in einer Höhe zwischen 70 und 120 cm ab Boden ange-
ordnet sein müssen (Stellungnahme vom 5. Juni 2012, S. 16 ff.). Zum
Beweis, dass die geforderten Bedienhöhen für alle drei angegebenen
Banknotenrecycler eingehalten werden, offerierte die Vergabestelle in
diesem Zusammenhang als Beilage 19 einen Auszug aus "Präzisierun-
gen/Ergänzungen der Zuschlagsempfängerin nach 2. Verhandlungsrun-
de" (in für die Beschwerdeführerseite geschwärzter Fassung). Die Verga-
bestelle macht weiter geltend, die Zuschlagsempfängerin habe auch im
Rahmen der Schlussbereinigung die geforderten Präzisierungen vollum-
fänglich nachweisen und bestätigen können (Stellungnahme vom 5. Juni
2012, S. 23). Dies gelte insbesondere für die Platzierung des RFID-
Lesers und die Höhen des höchsten sowie des niedrigsten Bedienele-
ments. Zum Beweis dafür offeriert sie als Beilage 24 einen Auszug aus
"Präzisierungen und Bestätigung (der Zuschlagsempfängerin) basierend
auf übermittelten Merkblättern 3. Verhandlungsrunde" (in für die Be-
schwerdeführerseite geschwärzter Fassung), welcher nebst den Bedien-
höhen auch den Sichtschutz für die PIN-Eingabe am Zahlenterminal be-
schreibt. Soweit die Zuschlagsempfängerin nun Abdeckungsbegehren
stellt, welche im Ergebnis auf die Abdeckung der Beschwerdeführerin be-
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reits bekannter Dokumente bzw. Passagen hinauslaufen, ist festzuhalten,
dass diese Begehren durch die bereits erfolgte Offenlegung ins Leere zie-
len, was die Zuschlagsempfängerin aus den ihr zugestellten Beilagen 19
und 24 zur Stellungnahme vom 5. Juni 2012 unschwer erkennen kann.
Dies betrifft in erster Linie die Grafiken in den Dokumenten 03.15.02.03
und 03.19.02.02, aber auch Angaben in den Preisblättern der Zuschlag-
sempfängerin (Dokumente 03.15.02.04, Preisblatt, S. 5, und 04.03,
Preisblatt, S. 5), die entsprechenden Bemerkungen in den Evaluationen
durch die Vergabestelle (Dokumente 03.19.01.02, Evaluationstabelle,
Punkt H1007, und 04.01, Evaluationstabelle, Punkt H1007) sowie Inhalte
der Protokolle zur zweiten und dritten Verhandlungsrunde (Dokumente
03.15.02.02, insb. S. 2 oben, und 03.19.02.03, S. 2 oben). Das bedingt
aus Gründen der Kohärenz insoweit eine Abweichung vom gerichtlichen
Abdeckungsvorschlag im Dokument 03.15.02.02 (S. 2 oben, Schwer-
punkte aus der Präsentation).
5.3. Während aufgrund des soeben Gesagten die technischen Angaben
zur Sockelhöhe in einem gewissen Umfang offen zu legen sind, gilt dies
nicht für die Details der gewählten technischen Lösung (Dokument
03.15.02.02, insb. S. 2 oben; Dokument 03.15.02.03, S. 10; vgl. auch Do-
kument 04.01, Evaluationstabelle, Punkt H1007, und Dokument
03.19.01.02, Evaluationstabelle, Punkt H1007). Mit der gleichen Begrün-
dung sind technische Lösungen zu anderen Themen zu schützen wie et-
wa die Beschreibung der Leistung des Automatendruckers (Dokument
03.15.02.02, S. 2 Mitte), der Perfomance des PC (Dokument 03.15.02.02,
S. 3 unten; Dokument 03.15.02.03, S. 15) oder etwa das Vorgehen im
Rahmen der Bulkbefüllung (Dokument 03.15.02.03, S. 8); dasselbe gilt
für die technischen Prämissen bezüglich der Berechnung der Lebenszyk-
luskosten (Dokument 03.15.02.04, Lifecycleplanung 2017-2024; Doku-
ment 03.19.01.02, LCC 2013-2024). Aus demselben Gedanken resultie-
ren umfangreiche Abdeckungen für das Dokument 04.01, namentlich die
Evaluationstabelle. Hingegen müssen diejenigen Passagen offen gelegt
werden, aus welchen sich ergibt, welchen bzw. welche Banknotenrecycler
die Zuschlagsempfängerin anbietet bzw. bevorzugt (vgl. etwa das Schrei-
ben der Zuschlagsempfängerin vom 30. März 2012 betreffend das dritte
Abgebot der Zuschlagsempfängerin, basierend auf der zweiten Verhand-
lungsrunde [Dokument 03.15.02.01, S. 2] oder das Protokoll der zweiten
Verhandlungsrunde [Dokument 03.15.02.02, Präzisierungsfragen zum Teil
"Hardware", S. 2 f.]), da die Beschwerdeführerin der Vergabestelle vor-
wirft, sich entgegen der angekündigten Vorgehensweise im Laufe des
Verfahrens auf ein bestimmtes Modell festgelegt zu haben. Diese Offen-
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Seite 15
legungen können auch ohne Weiteres erfolgen, da die Zuschlagsempfän-
gerin diesbezüglich keine Geschäftsgeheimnisse behauptet.
5.4. Die Zuschlagsempfängerin macht indessen nicht nur in Bezug auf
technische Lösungsansätze, sondern namentlich auch betreffend Preis-
bildung und das kommerzielle Vorgehen teilweise Geschäftsgeheimnis-
qualität der in Frage stehenden Unterlagen geltend. Dem ist jedenfalls
beizupflichten, soweit Detailkalkulationen in Frage stehen (Zwischenver-
fügung B-3604/2007 vom 16. November 2007, E. 2.4; siehe auch die Ver-
fügung des Sekretariats der WEKO vom 29. September 2010, publiziert
in: RPW 2012, S. 700 ff., insb. S. 703 Rz. 21; vgl. zum Begriff des Ge-
schäftsgeheimnisses etwa auch SIMON BANGERTER, in: Amstutz/Reinert
[Hrsg.], Kartellgesetz, Basel 2010, Rz. 51 ff. und insbesondere Rz. 56 zu
Art. 25 KG). Indessen sind Gesamtsummen tendenziell nicht geschäfts-
geheim. In diesem Sinne wird in der seit dem 1. Januar 2010 geltenden
Fassung von Art. 28 der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das
öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) neu festgehalten,
dass grundsätzlich der Preis des berücksichtigten Angebots bekannt zu
geben ist; eine Ausnahme kann etwa gelten, wenn der Preis bei standar-
disierten Produkten das einzige Kriterium ist (Erläuternder Bericht zur
Änderung der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB]
vom 18. November 2009, S. 22, bzw. vom 1. Januar 2010, S. 20, abrufbar
unter <http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/
17793.pdf>, zuletzt besucht am 4. Dezember 2012). Im Sinne der nun
geltenden Regelung ist die vorherige Fassung der VöB denn auch kriti-
siert worden (MARC STEINER, in: Michael Leupold et alii [Hrsg.], Der Weg
zum Recht, Festschrift für Alfred Bühler, Zürich 2008, S. 405 ff., insb. S.
414 f.). Wie den Gesamtsummen kommt auch der Frage, ob Rabatt oder
Bonus gewährt wird bzw. ob Vorschläge zur Ausgestaltung der Zahlungs-
modalitäten gemacht werden, soweit etwa präzise Detailangaben wie die
Höhe des Rabatts oder die genaue Beschreibung des Zahlungsplans ge-
schwärzt werden, weniger Bedeutung zu als der Detailkalkulation. Viel-
mehr besteht diesbezüglich gerade im Verhandlungsverfahren nach Art.
20 BöB die Gefahr, dass eine Anbieterin Vorbehalte anbringt oder eine
Preisbildung vorschlägt, welche Fragen aufwirft in Bezug auf die Ver-
gleichbarkeit der Offerten bzw. die Gleichbehandlung der Anbieter (Zwi-
schenverfügung B-3604/2007 vom 16. November 2007 E. 2.5). In diesem
Sinne ist entgegen den Anträgen der Zuschlagsempfängerin etwa offen
zu legen, dass die Zuschlagsempfängerin einen besonderen Bonus an-
bietet, oder sich bereit erklärt, eine Komponente der zu ersetzenden Au-
tomaten zu kaufen, was sich auf den Preis vorteilhaft auswirkt, und
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schliesslich der Vergabestelle anbietet, dieser quasi als Subunternehme-
rin gewisse Arbeiten zu überlassen, was ebenfalls als Vorteil für die Ver-
gabestelle beschrieben wird. Dies bedeutet einerseits, dass den Abde-
ckungsvorschlägen der Zuschlagsempfängerin etwa in Bezug auf ihr An-
gebot, für die Rücknahme einer Komponente des alten Gerätes eine Ver-
gütung vorzusehen, nicht gefolgt werden kann (Dokument 03.15.02.01,
S. 2). Dasselbe gilt für das Angebot, bestimmte Reparaturarbeiten an die
SBB auszulagern und diese zu vergüten (Dokument 03.15.02.03, S. 21)
wie auch den angebotenen Bonus (vgl. dazu etwa Dokument
03.15.02.04, Preisblatt, S. 2). Mit der gleichen Begründung werden zu-
dem auch die Angaben der Zuschlagsempfängerin zur Verfügbarkeit offen
gelegt (Dokument 03.15.02.02, S. 4). Andererseits sind die Details des
Zahlungsplans und die Prozentangaben zur Höhe der Rabatte bzw. der
Boni abzudecken (vgl. etwa das Schreiben der Zuschlagsempfängerin
vom 30. März 2012 betreffend das dritte Abgebot [Dokument 03.15.02.01,
S. 3] und etwa das Dokument 03.15.02.04, Preisblatt, S. 2).
5.5. Nicht geheimhaltungsbedürftig sind entgegen den Anträgen der
Zuschlagsempfängerin Beschreibungen des eigenen Vorgehens ohne
technischen, kalkulatorischen oder in anderer Weise sensitiven Gehalt,
welche zugleich den Verhandlungsverlauf beschreiben. So lautet etwa die
Position V1011 (Dokument 04.01) zum Thema Vertrag/Angebots-
präsentation vergabestellenseitig wie folgt: "Die Anbieterin hält sich an die
Vorgaben bezüglich Einladung und Präsentationsagenda (gemäss SBB)."
Die Tatsache, dass die Zuschlagsempfängerin dazu erklärt, die Vorgaben
der Vergabestelle zur Gestaltung und Durchführung der Präsentation
werden nach ihrer Selbstbeurteilung eingehalten, ist nicht geschäftsge-
heim (Dokument 04.01, Evaluationstabelle, Punkte V1000-1012; Gegen-
ausnahme Punkte V1001 und V1003 betreffend Schlüsselpersonal der
Zuschlagsempfängerin).
6.
6.1. In Bezug auf die von der Vergabestelle erstellten strittigen Dokumen-
te rügt die Beschwerdeführerin ausdrücklich, es sei der Zuschlags-
empfängerin eine spezielle Version von einschlägigen Merkblättern zuge-
stellt worden. Damit ist im Hauptverfahren zu prüfen, inwieweit dieser
Vorwurf berechtigt ist. Während die Zuschlagsempfängerin die Einsicht in
die Merkblätter der Vergabestelle anfänglich noch beschränkt wissen
wollte, erhebt sie mit Stellungnahme vom 15. November 2012 zum ge-
richtlichen Abdeckungsvorschlag keine entsprechenden Einwände mehr.
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Demnach können sämtliche in den strittigen Akten enthaltenen Merkblät-
ter ohne Abdeckungen zugestellt werden. Dies betrifft Auszüge aus den
Dokumenten 03.15.02.02, 03.15.02.03, 03.19.01.01, 03.19.02.01 und
03.19.02.03.
6.2. Ebenfalls offen zu legen ist das Schreiben der Vergabestelle an die
Zuschlagsempfängerin vom 23. April 2012 betreffend den Umgang mit ei-
ner allfälligen Beschwerde, welche ein Begehren um Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung enthält (Dokumente 03.19.01.02 und 03.19.02.04).
Auch hierin ist entgegen den ursprünglichen Anträgen der Zuschlag-
sempfängerin kein Geschäftsgeheimnis zu sehen. Indessen sind – wie
die Zuschlagsempfängerin mit Eingabe vom 15. November 2012 zu
Recht vorbringt – in Bezug auf die Höhe der angebotenen bzw. vereinbar-
ten Entschädigung für geleistete Arbeiten Geschäftsgeheimnisse betrof-
fen.
6.3. Die Dokumente des Registers 04.02 haben die Beurteilung der Quali-
tät und des Preises der zu den Verhandlungen eingeladenen Anbieter
durch die Vergabestelle zum Inhalt. Die Dokumente 03.19.01.02 und
04.01 beinhalten die detaillierten Evaluationen der Vergabestelle zum An-
gebot der Zuschlagsempfängerin. Bezüglich der Ergebnisse der Evalua-
tion konnten sich die Beschwerdeführerin und die Zuschlagsempfängerin
zur Frage äussern, ob sie sich zur gegenseitigen Offenlegung ihrer Be-
wertungsergebnisse bereit erklären würden. Wie aus ihren Abdeckungs-
vorschlägen vom 26. Oktober 2012 hervorgeht, lehnt die Zuschlag-
sempfängerin die Einsicht in die Benotung durch die Vergabestelle im
Rahmen der Evaluationstabellen unter Wahrung des Gegenrechts ab
(Dokument 04.02.03; vgl. Ziffer 2.2 der Verfügung vom 19. September
2012). Die Beschwerdeführerin stimmt der Gewährung der Akteneinsicht
unter Wahrung des Gegenrechts hingegen zu (vgl. Aktennotiz vom
28. November 2012).
Aufgrund der nicht übereinstimmenden Anträge der Parteien ist es Sache
des Gerichts festzulegen, welche Angaben der Beschwerdeführerin offen
gelegt werden. Wie in Erwägung 3.3 festgehalten, besteht generell kein
Akteneinsichtsrecht bezüglich Angaben von Konkurrenzofferten. Dieses
soll auch nicht indirekt durch Einsicht in die Evaluationstabelle erreicht
werden; es soll verhindert werden, dass das "blosse Einlegen eines
Rechtsmittels" zu diesem Ergebnis führt (GALLI/MOSER/LANG/CLERC,
a.a.O., Rz. 899). Angaben betreffend weitere Anbieter sind ebenfalls
grundsätzlich abzudecken; ebenso ist deren Anonymität zu wahren, so-
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weit die Namen nicht bereits bekannt sind (GALLI/MOSER/LANG/CLERC,
a.a.O., Rz. 900; vgl. dazu im vorliegenden Fall namentlich den Antrag auf
Zuschlag [Dokument 04.01, Antrag auf Zuschlag, S. 1]). Zwei Ausnahmen
werden diesbezüglich gemacht für die Eignungsprüfung unter Anonymi-
sierung der Namen der Anbieter (Dokument 04.01, Erfüllung formale
Richtigkeit und Eignungskriterien [grobe Übersicht]; vgl. auch Dokument
04.02.01, S. 5 f.), die anonymisierte Angabe, dass der Anbieter 2 zur
zweiten Verhandlungsrunde eingeladen worden ist (Beurteilung Preis und
Qualität nach Bewertungslogik [Dokument 04.02.02], S. 5) und den Ge-
samterfüllungsgrad des Anbieters 2 (Antrag auf Zuschlag [Dokument
04.01, Antrag auf Zuschlag, S. 3]). Demgegenüber sind die groben Be-
wertungsergebnisse und die Gesamtpreise der Beschwerdeführerin und
der Zuschlagsempfängerin, namentlich soweit sie die Phase zwischen
drittem Abgebot und Debriefing und damit den Verlauf der Verhandlungen
beschreiben, offen zu legen (Beurteilung Preis und Qualität nach Bewer-
tungslogik [Dokument 04.02.02], S. 5). Dasselbe gilt für die Preissummen
Hauptangebot, Nebenangebot und Angebot LCC, soweit aus den Doku-
menten 04.02.03 "Ergebnisse der Evaluation 3 "Abgebot 3 Zuschlag"",
"Ergebnisse der Evaluation 4 "Abgebot 3 final"" sowie "Zusammenfas-
sung Evaluation ePOS" ersichtlich wird, wie sich die Preise "Verhand-
lung 3", mit dem Vermerk "Basis für die Zuschlagsvergabe", und die
"Preise Debriefing" unterscheiden. Hier gilt es, den Verhandlungsverlauf
nachvollziehbar zu machen, ohne Detailkalkulationen zu offenbaren. Die
offen gelegten Preissummen sind das Ergebnis derart komplexer Berech-
nungen, dass die Gesamtsummen offen gelegt werden können (vgl. zur
Frage, inwieweit den Gesamtsummen im vorliegenden Zusammenhang
Geschäftsgeheimnisqualität zukommt, insb. E. 5.3 hiervor). Demnach ist
den Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin insoweit unter Wah-
rung des Gegenrechts zu entsprechen. Soweit der Instruktionsrichter mit
Verfügung vom 2. November 2012 die teilweise Offenlegung weiterer An-
gaben in den Dokumenten 03.19.01.02 und 04.01 unter Wahrung des
Gegenrechts in Erwägung gezogen hat, wird aufgrund des Detaillie-
rungsgrades und der damit einhergehenden Sensitivität der Detailevalua-
tion an der Offenlegung der in Frage stehenden Angaben nicht festgehal-
ten. Die Akteneinsichtsanträge der Beschwerdeführerin sind demnach in-
soweit abzuweisen.
6.4. Aufgrund der seitens der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage,
wann welche Offertanpassungen erfolgt sind und ob allenfalls die Gleich-
behandlung der Anbieter nicht gewährleistet worden ist, erscheint es of-
fensichtlich, dass entgegen den ursprünglichen Anträgen der Zuschlags-
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empfängerin Zeit und Ort der Verhandlungen bekannt zu geben sind (Do-
kumente 03.15.02.02; 03.19.01.01; 03.19.02.01; 03.19.02.03). Dement-
sprechend erhebt diese insoweit mit Stellungnahme vom 15. November
2012 gegenüber dem gerichtlichen Abdeckungsvorschlag keine Einwän-
de mehr. Auch die diesbezügliche Korrespondenz zwischen Vergabestelle
und Zuschlagsempfängerin kann vollständig offen gelegt werden. Hinge-
gen ist der Zuschlagsempfängerin zuzugestehen, dass sie nicht die Na-
men aller Schlüsselpersonen offen legen will, welche jeweils seitens der
Zuschlagsempfängerin an den Sitzungen teilgenommen haben (vgl. dazu
E. 5.1 hiervor). Deren Abdeckungsvorschläge sind demnach insoweit zu
schützen und das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin in
diesem Umfang abzuweisen.
6.5. Wie in Erwägung 5.1 hiervor ausgeführt sind die Namen der beteilig-
ten Personen seitens der Vergabestelle – jedenfalls soweit die Vergabe-
stelle nicht besondere Gründe nennt, welche dem entgegenstehen – nicht
schützenswert (vgl. dazu den Zwischenentscheid B-1172/2011 vom
6. Mai 2011 E. 4.5). Im vorliegenden Fall machen die Rechtsvertreter der
Auftraggeberin geltend, die Teilnehmer der 3. Verhandlungsrunde seien
auch vergabestellenseitig "aus Persönlichkeitsgründen" abzudecken (Do-
kument 03.19.01.01, vgl. Stellungnahme der Vergabestelle vom 14. Sep-
tember 2012, S. 5 Rz. 12). Diese Begründung für das Begehren der Ver-
gabestelle genügt indessen namentlich im vorliegenden Fall nicht, um die
Akteneinsicht zu beschränken. Denn erstens besteht – wie bereits mehr-
fach festgehalten (vgl. dazu insb. E. 5.3 hiervor) – bei Verhandlungen
gemäss Art. 20 BöB ein besonderes Bedürfnis betreffend die Transparenz
der Abläufe. Zweitens hat die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall
bereits projektbeteiligte Personen der Vergabestelle als Zeugen aufgeru-
fen, um die Rechtswidrigkeit des Verhaltens der Vergabestelle zu bewei-
sen (Beschwerdeergänzung vom 28. August 2012, insb. S. 8). Nur wenn
sie weiss, wer vergabestellenseitig an den Verhandlungen mit der
Zuschlagsempfängerin teilgenommen hat, ist sie in der Lage, ihre Be-
weisanträge aufgrund der Akteneinsicht zu ergänzen, soweit sie das
wünscht. Diesbezüglich ist daher dem Akteneinsichtsbegehren der Be-
schwerdeführerin zu entsprechen.
6.6. In Bezug auf das Dokument 04.01 ("Projekt «Lifecycle BATS», Ent-
scheid für den neuen ePOS, GL-VS Meeting vom Dienstag, 17. April
2012") macht die Vergabestelle geltend, es handle sich hierbei um ver-
waltungsinterne Akten, welche nicht unter das Einsichtsrecht fallen (Stel-
lungnahme vom 14. September 2012, S. 7 Rz. 19). Wie in E. 3.4 ausge-
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führt anerkennt das Bundesverwaltungsgericht den Schutz der Willensbil-
dung innerhalb der Behörde als mögliches Argument, um die Einsicht in
ein Aktenstück ganz oder teilweise zu verweigern. Andererseits hat das
Bundesverwaltungsgericht auch klar gemacht, dass der Evaluationsbe-
richt grundsätzlich nicht mit dieser Begründung von der Akteneinsicht
ausgenommen werden darf (vgl. dazu zuletzt die Zwischenverfügung B-
6762/2011 vom 12. Januar 2012, S. 3 f.). Nachdem im vorliegenden Fall
ausdrücklich gerügt worden ist, dass die Gleichbehandlung der Anbieter
nicht gewährleistet worden ist, und angesichts des Umstands, dass die
auf Bundesebene erlaubten Verhandlungen im Sinne von Art. 20 BöB
ganz generell Risiken bergen, was die Transparenz und die Gleichbe-
handlung der Anbieter betrifft (vgl. dazu insb. E. 5.3 hiervor), muss der
Begriff der internen Akten, welchen kein Beweiswert zukommt, besonders
eng ausgelegt werden. Das Ziel des Rechtsmittelverfahrens in Beschaf-
fungsverfahren ist, das Vorgehen der Vergabestelle nachvollziehbar zu
machen, unter anderem mit Hilfe der Akteneinsicht (vgl. E. 3.4 hiervor
sowie MARC STEINER, Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht in
Vergabesachen, in: Michael Leupold et alii [Hrsg.], Der Weg zum Recht,
Festschrift für Alfred Bühler, Zürich 2008, S. 405 ff., insb. S. 417). Dies
führt dazu, dass die Präsentation des Projekts vor der Geschäftsleitung
offen zu legen ist. Das gilt auch für die durch die Zuschlagsempfängerin
insgesamt erreichte Punktzahl, zumal diese auch in Beilage 3 zur Stel-
lungnahme der Vergabestelle vom 5. Juni 2012 bereits offen gelegt ist
(vgl. dazu E. 5.2.1 hiervor in Bezug auf technische Lösungsansätze).
Dasselbe gilt für den Erfüllungsgrad der Zuschlagsempfängerin und die
Feststellung, um wie viel Prozent "besser" insgesamt der Preis der
Zuschlagsempfängerin war. In dieser groben Beschreibung der Vorteile
der schliesslich berücksichtigten Offerte kann auch kein Geschäftsge-
heimnis erblickt werden. Damit ist den Akteneinsichtsbegehren der Be-
schwerdeführerin auch insoweit zu entsprechen.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass den Akteneinsichtsbegehren der Be-
schwerdeführerin unter der Wahrung der Verhältnismässigkeit durch ge-
eignete Abdeckungen sowohl in Bezug auf die Unterlagen der Zuschlag-
sempfängerin (insbesondere betreffend die dritte Verhandlungsrunde; vgl.
E. 5 hiervor), als auch betreffend die entsprechenden Unterlagen der
Vergabestelle (insbesondere Dokumente zur Evaluation der Angebote;
vgl. E.6 hiervor) teilweise zu entsprechen ist. Praxisgemäss werden Ak-
teneinsichtsentscheide in Bezug auf strittig gebliebene Dokumente bzw.
Passagen nicht unmittelbar vollstreckt. Vielmehr wird deshalb in Aussicht
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Seite 21
gestellt, dass die Zustellung der Akten an die Beschwerdeführerin nach
Ablauf von sieben Kalendertagen nach der postalischen Zustellung der
vorliegenden Zwischenverfügung erfolgt (vgl. dazu die Zwischenverfü-
gungen B-1172/2011 vom 6. Mai 2011 E. 9 und MARC STEINER, Manage-
ment komplexer Fälle aus dem Bereich des Wirtschaftsverwaltungs-
rechts, Richterzeitung 4/2011), sofern dem Bundesverwaltungsgericht
nicht seitens der Vergabestelle oder der Zuschlagsempfängerin angezeigt
wird, dass eine Anfechtung des vorliegenden Zwischenentscheids erwo-
gen wird. Diesfalls würde mit der Zustellung der Akten bis zu allfälligen
Anordnungen des Bundesgerichts zugewartet.
8.
Über die Kosten des vorliegenden Zwischenentscheides ist mit dem Ent-
scheid in der Hauptsache zu befinden. Da die Zuschlagsempfängerin kei-
ne Anträge zur Frage gestellt hat, ob sie in Bezug auf die Akteneinsicht
als Partei zu behandeln ist (vgl. dazu Ziffer 3 der Instruktionsverfügung
vom 2. November 2012), kann die Klärung dieser Frage, die sich nur auf
den Kostenpunkt auswirkt, ebenfalls aufgeschoben werden.
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
1.1. Dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Akteneinsicht im Hauptver-
fahren wird sowohl mit Blick auf die in Frage stehenden Unterlagen der
Zuschlagsempfängerin als auch in Bezug auf diejenigen der Vergabestel-
le im Sinne der Erwägungen teilweise entsprochen.
1.2. Die Dokumente 04.02.02 und 04.02.03 werden unter Wahrung des
Gegenrechts bezüglich der entsprechenden Angaben der Beschwerde-
führerin teilweise offen gelegt.
1.3. Soweit weitergehend werden die Akteneinsichtsanträge der Be-
schwerdeführerin abgewiesen. Art. 28 VwVG bleibt vorbehalten.
2.
Die Akten gemäss Ziffer 1 hiervor werden den Beschwerdeführerinnen
sieben Kalendertage nach der postalischen Zustellung der vorliegenden
Zwischenverfügung zugestellt, soweit dem Gericht innert dieser Frist nicht
seitens der Vergabestelle oder der Zuschlagsempfängerin angezeigt wird,
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Seite 22
dass hiergegen eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten erwogen wird.
3.
Über die Kosten der vorliegenden Zwischenverfügung wird mit der
Hauptsache befunden.
4.
Diese Verfügung geht an:
– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, Verfügung
vorab per Fax)
– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP 733509; Rechtsvertreter; Gerichts-
urkunde, Verfügung vorab per Fax; Beilagen gemäss der Ziffer 1 hier-
vor [Akten in teilweise abgedeckter Form, wie sie der Beschwerdefüh-
rerin zugehen sollen])
– die Zuschlagsempfängerin (Gerichtsurkunde an Zustelldomizil, Verfü-
gung vorab per Fax nach Deutschland; Beilagen gemäss der Ziffer 1
hiervor [Akten in teilweise abgedeckter Form, wie sie der Beschwer-
deführerin zugehen sollen, einstweilen ausgenommen die von der
Wahrung des Gegenrechts betroffenen Dokumente gemäss E. 6.3])
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der Instruktionsrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Marc Steiner Barbara Deli
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