Decision ID: 4b4ad604-16ad-4fcc-a4aa-a9c2062193cd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1955 geborene
X._
zog am 2
8.
September 1983 in die Schweiz.
Am 1
6.
August 1983 heiratete sie den Schweizer Bürger
Y._
und
lebte
mit
diesem
ab dem
1
4.
Oktober 1983 in
den
USA.
Ab dem
1
5.
September 1986
hatte
das Ehepaar
wiederum Wohnsitz in der Schweiz
. Die Ehe wurde mit Urteil
des Bezirksgerichts Uster
vo
m
3.
Mai 1994 geschieden (
Urk.
7/80,
Urk.
7
/85/2 und 7).
1.2
Mit Verfügung vom
6.
Juni 2017
sprach die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, Ausgleichskasse,
der Versicherten
per
1.
Juli 2017 eine ordent
liche Altersrente von monatlich
Fr.
1'255.-- basierend auf einem massgebenden
durch
schnittlichen
Jahreseinkommen
von
Fr.
53’580
.--, einer Beitragsdauer von
30 Jah
ren 10 Monaten und d
er Rentenskala
33
zu (Urk. 7/
88
).
Die gegen diesen En
t
scheid erhobene Einsprache vom
2
7.
Juni 2017
(
Urk.
7/103
)
hiess
die Aus
gleichskasse am
4.
August 2017 in dem Sinne teilweise gut, dass sie der Ver
si
cherten eine
ordentliche Altersrente basierend auf einer Beitragsdauer von 3
1
Jahren und der Rentenskala 3
4
zu
sprach
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
am
1.
September 2017
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss
, der Einspracheentscheid vom
4.
August 2017
sei aufzu
heben und es sei
en bei der Beitragsdauer zwei zusätzliche Jahre anzurechnen.
Am
5.
Oktober 2017
beantragte die
Ausgleichskasse
, die
Beschwerde sei abzuweisen (Urk.
6
)
. Innert der ihr angesetzten Frist reichte die Beschwerdeführerin keine Replik ein
,
was der
Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom
1
1.
Dezember 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 29 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG)
haben Anspruch auf eine ordentliche Alters- und
Hinter
lassenenrente
die rentenberechtigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr
Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können, oder ihre Hinterlassenen.
1.2
Die ordentlichen Renten der AHV und IV gelangen als Vollrenten oder Teilrenten zur Ausrichtung, wobei Anspruch auf die volle Rente besteht, wenn die Bei
trags
dauer vollständig ist (Art. 29 Abs. 2 AHVG). Die Beitragsdauer ist vollstän
dig, wenn eine Person gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29
ter
Abs. 1 AHVG), wobei gemäss Art. 29
ter
Abs. 2 AHVG als Beitragsjahre Zeiten gelten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (lit. a), in welchen der Ehegatte gemäss
Artikel 3 Absatz 3 AHVG mindestens den doppelten Mindest
beitrag entrichtet hat (lit. b) oder für die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (lit. c).
Ebenso werden
die Jahre, während welcher eine verheiratete Frau aufgrund von
Art.
3
Abs.
2 lit. b AHVG (in der bis Ende 1996 gültig gewesenen Fassung) keine Beiträge entrichtet hat, als Beitragsjahre gezählt
(
a
Art
.
29
bis
Abs.
2 AHVG in Verbindung mit lit. g
Abs.
2 der Über
gangs
bestimmungen zur 1
0.
AHV-Revision). Denn
aArt
.
3
Abs.
2 lit. b AHVG bestimmt, dass die nichterwerbstätigen Ehefrauen von Versicherten von der Beitragspflicht befreit sind. Die beitragsfreien Jahre
gemäss
a
Art
.
29
bis
Abs.
2 AHVG können indes nur dann angerechnet werden, wenn die Ehefrau während dieser Zeit selber versichert war (BGE 107 V 2 E. 1 mit Hinweis).
Bei unvollständiger Beitragsdauer besteht Anspruch auf eine Teilrente, entsprechend dem gerundeten Verhältnis zwischen den vollen Beitragsjahren der versicherten Person
und denjenigen ihres Jahrganges (Art. 38 Abs. 2 AHVG).
1.3
Nach Art. 29
bis
Abs. 1 AHVG werden für die Berechnung der ordentlichen Renten Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgut
schrif
ten der rentenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) berücksichtigt. Die Rente wird nach Massgabe des durch
schnittlichen Jahreseinkommens berechnet, welches sich aus den Erwerbsein
kommen, den Erziehungsgutschriften und den Betreuungsgutschriften zusammen
setzt (Art. 29
quater
AHVG). Was begrifflich unter Erwerbseinkommen im Sinne dieser Vorschrift zu verstehen ist, wird in Art. 29
quinquies
Abs. 1 und 2 AHVG näher umschrieben. Daneben enthält diese Bestimmung unter anderem für verheiratete Personen eine besondere Bemessungsregel. Nach Art. 29
quinquies
Abs. 3 lit. a AHVG
werden Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalenderjahre der gem
ein
samen Ehe erzielt haben, geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegatten an
gerechnet («Splitting»). Die Einkommensteilung wird vorgenommen, wenn beide Ehegatten
rentenberechtigt sind. Der Teilung und der gegenseitigen Anrechnung unterliegen laut Art. 29
quinquies
Abs. 4 lit. a und b AHVG jedoch nur Einkommen aus der Zeit zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles beim Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird, und aus Zeiten, in denen beide Ehegatten in der schweizerischen Alters- und
Hinterlassenenversicherung
versichert gewesen sind, wobei Art. 29
bis
Abs. 2 AHVG vorbehalten bleibt.
1.
4
Für jede beitragspflichtige versicherte Person werden individuelle Konten geführt, in welche die für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben eingetragen werden (Art. 30
ter
AHVG und Art. 135 ff.
der
Verordnung über die Alters-
und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVV)
.
1.
5
Laut Art. 141 AHVV hat die versicherte Person das Recht, bei jeder Aus
gleichs
kasse, die für sie ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Abs. 1). Sie kann überdies bei der für den Beitragsbezug zuständigen oder einer andern Ausgleichskasse Auszüge aus sämtlichen bei den einzelnen Ausgleichs
kassen für sie geführten individuellen Konten verlangen (Abs. 1
bis
). Versicherte Personen, welche die Richtigkeit einer Eintragung nicht anerkennen, können innert 30 Tagen seit Zustellung des Kontenauszuges bei der Ausgleichskasse eine Berichtigung verlangen, worüber die Ausgleichskasse mit Verfügung entscheidet (Abs. 2). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt, oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Abs. 3). Das gilt nicht nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige Eintragungen im individuellen Konto, wie beispielsweise die Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter Zahlungen. Diese Kontenbereinigung erstreckt sich alsdann auf die gesamte Beitragsdauer der versicherten Person, betrifft also auch jene Beitragsjahre, für welche gemäss Art. 16 Abs. 1 AHVG jede Nachzahlung von Beiträgen ausgeschlossen ist. Die Kasse darf aber im Rahmen von Art. 141 Abs. 3 AHVV nicht über Rechtsfragen entscheiden, welche die versicherte Person schon früher durch Beschwerde zur richterlichen Beurteilung hätte bringen können, sondern nur allfällig vorhandene Buchungsfehler korrigieren (BGE 117 V 261 E.
3a mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (
Urk.
2) damit, dass die Beschwerdeführerin geltend mache, ihr geschiedener Ehemann habe für die Jahre 1984 und 1985 freiwillige Beiträge gezahlt. Ein entsprechender Eintrag sei in seinem individuellen Konto jedoch nicht vorhanden. Um eine Prüfung einzu
leiten, sei bei der Schweizerischen Ausgleichskasse ein schriftlicher Antrag einzureichen (S. 2).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
6
) hielt sie ergänzend fest,
ihre Abklärungen bei der Schweizerischen Ausgleichskasse hätten ergeben, dass sich der ehemalige Ehemann der Beschwerdeführerin nie bei der freiwilligen AHV angemeldet habe. Die von ihr durchgeführte Berechnung der Altersrente der Beschwerdeführerin erweise sich
somit
als korrekt (S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sie sei 1983 in die Schweiz eingereist. Die Jahre 1984 und 1985 habe sie mit ihrem damaligen Ehemann in den USA verbracht. In dieser Zeit habe er freiwillige AHV-Beiträge geleistet, für welche das Splitting zur Geltung komme (S. 1). Die Schweizerische Ausgleichskasse habe ihr mitgeteilt, dass für die Abklärung, ob freiwillige Beiträge bezahlt worden seien, die Beschwerdegegnerin zuständig sei (S. 2).
3.
3.1
Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 1984 und 1985 weder obligatorisch bei der AHV versichert war, noch
dieser selbständig frei
willig beigetreten ist.
Sie
machte
jedoch
geltend, ihr ehemaliger Ehemann habe sich während ihres gemeinsamen Auslandaufenthalts in den Jahren 1984 und 1985 freiwillig
bei der AHV versichern lassen.
Wäre
dies
nachgewiesen
,
würde
sich seine Versicherteneigenschaft automatisch auch auf
die Beschwerdeführerin
erstreck
en
(vgl. BGE
117 V 97
sowie Urteil des hiesigen Gerichts
vom 2
0.
November 2009 Prozess Nr.
AB.2008
.00056)
und die Jahre 1984 und 1985 würden auch bei
ihr
als Beitragsjahre gezählt
.
3.2
Im individuellen Konto des
damaligen
Ehemannes der Beschwerdeführerin sind für die Jahre 1983 bis 1985 keine Beiträge
ausgewiesen (
Urk.
7
/117/3).
Mit Schreiben vom 2
8.
September 2017 teilte die Schweizerische Ausgleichskasse SAK der Beschwerdeführerin mit, dass ihr ehemaliger Ehemann nie bei ihrer Kasse
angeschlossen
gewesen
sei
.
Der Beitritt zu ihrer Kasse für Auslandschweizer sei freiwillig. Sie habe von ihm nie ein Beitrittsgesuch erhalten (
Urk.
10/2
).
3.3
Die Beschwerdeführerin machte zwar geltend, dass ihr ehemaliger Ehemann
sich in den Jahren 1984 und 1985 freiwillig bei der AHV versichert habe
, doch ver
mochte sie dazu keinen Nachweis zu erbringen.
Nachdem eine entsprechende Ver
sicherung ihres
damaligen
Ehemannes während dieses Zeitraums nicht über
wiegend wahrscheinlich
geschweige denn bewiesen
ist, ist auch die Versicher
ten
eigenschaft der Beschwerdeführerin in diesen zwei Jahren nicht erstellt.
Somit
können die beiden Jahre nicht als Beitragsjahre berücksichtigt werden. Ent
spre
chend ist auch kein Splitting möglich.
3.4
Der Entscheid der Beschwerdegegnerin
wurde von der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige (
Urk.
2 S. 2) nicht ange
fochten, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.