Decision ID: 25f788f8-2609-4325-9eaf-487a01bd9bb1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, arbeitete seit dem
1.
September 2016 als
Fugenabdichter
bei der
Y._
und war dadurch bei der Suva obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
am
2
9.
März 2017 auf der Baustelle des
Z._
in einer Türe
den
rechten
Daumen ein
klemmte (Schadenmeldung UVG vom 2
6.
August 2017,
Urk.
13/
1-
2).
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin
,
zu dem sich der Versicherte am
6.
April 2017
in Behandlung
begab
,
stellte
daraufhin
eine mögliche
Tendovaginitis
ste
nosans
fest. Die am
6.
April 2017 durchgeführte
Röntgenuntersuchung
des Dau
mens rechts
habe intakte
ossäre
Verhältnisse, keine Frakturen und eine erkenn
bare Weichteilschwellung im PIP gezeigt
(
Urk.
13/13
und
Urk.
13/26
)
.
Die Suva erbrachte Heilbehandlungsleistungen.
Vom
4.
bis zum
9.
Mai
2017 war der Ver
sicherte
arbeitsunfähig
(
Urk.
13/3)
.
Im Bericht zur am 2
2.
August 2017 durchge
führten MR-Untersuchung der Finger rechts gab
Dr.
med.
B._
vom
C._
an, dass eine deutliche
Tendinopathie
der
Flexorensehne
D1 über knapp 2,5 cm Ausdehnung ersichtlich sei. Bildmorpholo
gisch sei keine komplette Sehnenruptur nachweisbar. Primär dürfte das Streck
defizit auf eine narbige Adh
äsion zurückzuführen sein (Urk.
13/46).
In der Folge diagnostizierten die Ärzte der
Abteilun
g für
Handchirurgie der
D._
eine posttraumatische Tendovaginitis
stenosans
Digitus
I Hand rechts und führten a
m
2
6.
September 2017
einen operativen Eingriff durch
(
A1-Ring
bandspaltung
;
Urk.
13/21
).
Vom 2
6.
September bis zum 1
2.
November 2017 war der Versicherte arbeitsunfähig (
Urk.
13/18-19).
Am
1
7.
Oktober und
8.
November 2017 gab Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, FMH Orthopädie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Stellungnahme
n
ab
(
Urk.
13/22-23 und
Urk.
13/31).
Mit Verfügung vom 20.
November 2017 stellte die Suva die Versi
cherungsleistungen (Heil
kosten) per 2
9.
April 2017 ein
(
Urk.
13/34).
Dagegen erhob
der Versicherte
am 2
7.
November 2017 Einsprache (
Urk.
13/37)
. Am
4.
Januar 2018 gab
Kreisarzt
Dr.
E._
eine weitere
Beurteilung
ab
(
Urk.
13/49). Mit Entscheid vom 1
0.
August 20
18 wies die Suva die Einsprache
des
Versicherten ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
0.
September 2018 Beschwerde und bean
tragte,
es sei
en
der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihm über den 2
9.
April 2017 hinaus die gesetz
lichen Leistungen zu erbringen;
namentlich
seien
Taggelder auszurichten sowie die
Heilbehandlungskosten
zu übernehmen
(
Urk.
1 S. 2)
. Zudem
erklärte der Beschwerdeführer
, dass er einen Bericht der
D._
nachreichen werde. Sollte der Bericht nicht bis zum Abschluss des Schriftenwechsels eingetroffen sei
n
, stelle er den prozessualen Antrag, dass das Sozialversicherungsgeric
ht zwecks Vervollständigung des
Sachverhalts eine entsprechende Aufforderung an die
D._
richte
(
Urk.
1
S.
7
). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Dezember 2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12
S. 2
), was dem Beschwerdeführer am 1
1.
Dezember 2018 angezeigt wurde (
Urk.
14). Mit Eingabe vom
9.
Januar 2019 (
Urk.
15) reichte der Beschwerdeführer den Bericht der
D._
vom
1
1.
Dezember 2018 (
Urk.
16) ein
. Dies wurde der Beschwerdegeg
nerin am 1
1.
Januar 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
wer
den – sowe
it das Gesetz nichts
anderes
be
stimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit,
dass die geklagten Daumenbeschwerden rechts
gem
äss der überzeugenden Beurtei
lung
von Kreisarzt
Dr.
E._
nicht mehr auf das Ereignis vom 2
9.
März 2017 zurückzuführen seien.
Es sei davon auszugehen, dass die
festgestellte Tendova
ginitis
stenosans
krankheitsbedingt
und die Kontusionsfolgen
des Ereignisses vom 2
9.
März 2017
nach vier Wochen folgenlos abgeheilt
gewesen
seien
.
Der Umstand, dass anlässlich der Erstbehandlung vom
6.
April 2017 keinerlei Kon
tusionszeichen beschrieben worden seien, spreche zweifelsohne für die kreisärzt
liche Einschätzung.
Soweit die Ärzte der
D._
mit
der Bezeichnung
posttraumatisch einen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 2
9.
März 2017
herstellen wollten
, würden sie eine rein zeit
liche
Kausalattribution
machen, welche
nicht
beweisbildend
sei
.
Weitere Beweismassnahmen könnten am feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, weshalb darauf zu verzichten sei
(
Urk.
2 S. 5
f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
eine Tendovaginitis sowohl krankheitsbedingt als au
ch unfallbedingt auftrete
.
Vorliegend sei im
unmittelbaren Anschluss an ein versichertes Unfallereignis
eine
solche
Tendova
ginitis
aufgetreten, und zwar in einer
Schwere
, welche
eine Operation indiziert habe. Unter diesen Umständen stelle es keine genügende Begründung dar, zu erklären, es handle sich
um eine Krankheit.
Die Aussage des Kreisarztes
, wonach
hier
eine Traumatisierung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht möglich
gewesen
sei, be
achte
weder die Lage des Ringbandes A1 in
ausreichendem
Masse noch trage sie der Möglichkeit einer Entzündungsreaktion Rechnung.
Im Weite
ren stelle der Kreisarzt
damit
auch
die zunächst anerkannte Unfallkausalität in Frage,
erläutere aber nicht, warum
die Unfallkausalität
weggefallen sei. Schliess
lich habe
die Beschwerdegegnerin
darauf verzichtet, bei der
D._
nachzufragen, aus welchen Überlegungen dort von einer posttraumati
schen Tendovaginitis ausgegangen werde. Eine solche Abkläru
ng wäre aber
not
wendig gewesen (
Urk.
1 S. 3 ff.
).
3.
3.1
Kreisarzt
Dr.
E._
gab in der Stellungnahme vom 1
7.
Oktober 2017 an, dass der Status quo sine vier Wochen nach dem Ereignis vom 2
9.
März 2017 (Quet
schung) erreicht gewesen sei (
Urk.
13/23).
3.2
In der
Beurteilung vom
4.
Januar 2018
führte Kreisarzt
Dr.
E._
aus
, dass der Beschwerdeführer am
6.
April
2017 an
gegeben habe, sich am 2
9.
März
2017
bei der Arbeit den Daumen eingeklemmt zu haben. E
ine Woche später
sei er von Dr.
A._
untersucht
worden
,
der
die
Verdachtsdiagnose einer Tendovaginitis
stenosans
gestellt
habe.
Die Ursache einer
s
tenosierenden
Tendovaginitis sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit e
ine Überlas
tung
der Beugesehnen
der Hand, mit daraus folgenden Entzündungsreaktionen u
nd
Auftreibungen
der Beuge
sehne
.
D
iese Veränderungen seien
in
der MRI-Untersuchung vom 22.
August 2017 bestätigt worden.
Anatomisch
zähle
die
Region der Beugesehne des Dau
mens zu den am besten geschützten Strukturen der Hand
. A
ufgrund
der
geschützten Lage
unterhalb des Daumenballens sei eine mechanische
Verletzung dieser Strukturen durch das Einklemmen in einer Tür
e
nicht mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit möglich.
Das alleinige Postulieren einer posttraumatischen Tendovaginitis durch die orthopädische
D._
berücksichtige
die versicherungsmedizinische Beweislast der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für den Kausalzusammenhang
nicht. Der
geschilderte Unfallhergang
sei
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
die kausale
Ursache für die geklagte und spä
ter operierte Körp
erschädigung
des Daumens rechts (
Urk.
13/49
).
3.3
Die Ärzte der Abteilung für Handchirurgie der
D._
erklär
ten
im an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gerichteten
Bericht vom
6.
September 2018
, dass sie aus der geschilderten Anamnese und aus der Schil
derung des Unfallereignisses verdachtsweise eine posttraumatische Tendovagini
tis diagnostiziert hätten. Eine mechanische Verletzung der Beugesehne habe weder im MRI noch in der Sonographie bestanden. Die präoperative Flexions
kontraktur sei am ehesten durch die Ringbandverdickung und die
Tenosynovitis
der Beugesehne zu erklären (
Urk.
7).
3.4
Im Bericht zuhanden des Rechtsvertreter
s des Beschwerdeführers vom 11.
Dezember 2018 legten d
ie Ärzte der Abteilung für Handchirurgie der
D._
dar
, dass
sie die Einschätzung des Kreisarztes nicht teilen würden. Der
Beschwerdeführer
habe
vor dem Unfallereign
is keine Beschwerden gehabt
. Eine Tendovaginitis
stenosans
könne durch ein adäquates Kompressions
trauma, wie
es der Beschwerdeführer erlitten habe
, ausgelöst werden.
Dadurch
komme es anschliessend zu einer T
en
dinitis, welche Ursache für die
Tendovagi
niti
s
stenosans
sein könne
. Sie würden den Fall daher als unfallbedingt betrach
ten
(
Urk.
16
).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der sogenannte Status quo sine
bezüglich des
rech
ten Daumens des Beschwerdeführers
vier Wochen
nach dem Unfallereignis vom 2
9.
März 2017
erreicht war oder
ob
danach noch unfallbedingte
Beschwerden vorlagen
.
Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer. Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbeding
ten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkei
t nachgewiesen sein (vgl. E. 1.3
).
4.2
K
reisarzt
Dr.
E._
legte
in der Beurteilung vom
4.
Januar 2018
unter Hinweis auf die geschützte Lage
unterhalb des Daumenballens, aufgrund derer
eine mechanische Verletzung der fraglichen Strukturen
d
urch ein Einklemmen in einer
Türe
gar
nicht mögl
ich sei, und
auf die Resultate
der MRI-Untersuchung vom 2
2.
August 2017
begründet dar, weshalb die
operierte
Tendovaginitis
ste
nosans
überwiegend wahrscheinlich auf eine Überlastung
der Beugesehnen
der Hand
zurückzuführen sei
(
Urk.
13/49)
. Dieser Einschätzung widersprachen
die Ärzte der
D._
im Bericht vom 1
1.
Dezember 2018 mit der Begründung
,
dass
das vom Be
schwerdeführer am 2
9.
März 2017
erlittene Kom
pressionstrauma
eine Tendinitis bewirkt haben dürfte
, welche
dann die Ursache
für ei
ne Tendovaginitis
stenosans
b
ilden könne.
Dies unter Hinweis darauf, dass
er
vor dem Unfallereignis vom 2
9.
März 2017
über
keine Beschwerden am rech
te
n Daumen
geklagt habe
(
Urk.
16).
4.3
Angesichts
dieser
substantiierten
Vorbringen
der Ärzte der
D._
bestehen vorliegend
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen Feststellungen von
Kreisarzt
Dr.
E._
, denen
praxis
gemäss
nicht dieselbe Beweiskraft wie einem unter Wahrung der Verfahrens
rechte nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (
ATSG
)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unab
hängiger Sach
verständiger zukommt (vgl. E. 1.5
).
Umgekehrt gilt dies jedoch auch für Beurteilung der Ärzte
der
D._
, die
im Bericht vom 1
1.
Dezember 2018
insbesondere nicht dazu Stellung genommen haben, wie die Ergebnisse der MRI-Untersuchung vom 2
2.
August 2017 zu bewerten sind
.
Unklar ist
sodann
, ob der Beschwerdeführer
vor dem Unfallereignis vom 2
9.
März 2017 bereits
unter
Beschwerden am rechten Daumen litt. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin
von
der Hausärztin
/vom Hausarzt
des Beschwerdeführers
keine Auskunft eingeholt
und den
rechtserhebliche
n
Sachverhalt
somit
unvoll
ständig abgeklärt.
4.4
Aufgrund der gegebenen medizinischen Aktenlage lässt sich damit nicht prüfend nachvollziehen, ob die
kausale Bedeutu
ng des Unfallereignisses vom 2
9.
März 2017
für die Daumenbeschwerden rechts überwiegend wahrscheinlich Ende April 2017 weggefallen ist oder nicht.
Es sind demzufolge ergänzende medizi
nische Abklärungen erforderlich.
5.
In Aufhebung des angefochtenen Entscheids ist die Sache deshalb
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
von der Hausärztin/vom
Haus
arzt
des Beschwerdeführers
einen Bericht betr
effend allfällige vorbestehende
Daumenbeschwerden rechts einholt und den
medizinischen Sachverhalt in der Folge extern gutachterlich abklären lässt. Danach hat sie über den Leistungsan
spruch
des Beschwerdeführers
neu zu verfügen.
In diesem Sinne
ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
6.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigke
it des Prozesses auf Fr. 1‘5
00.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen.