Decision ID: 8590d52c-2c13-526d-9a17-36461a58d72f
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-
folge zuletzt am 7. Februar 2020 zusammen mit seiner Ehefrau und seiner
Tochter. Mit einem Taxi fuhren sie unter Verwendung ihres Reisepasses
über verschiedene Staaten in die Schweiz. Während die Ehefrau und die
Tochter weitergereist seien – mutmasslich in die Niederlande, wo sich sein
Sohn B._ aufhalte – stellte er am 11. Februar 2020 in der Schweiz
ein Asylgesuch. Nach der Personalienaufnahme am 17. Februar 2020 im
Bundes-asylzentrum (...) wurde mit dem Beschwerdeführer am 10. März
2020 eine Erstbefragung durchgeführt. In der Folge hörte ihn das SEM am
29. Mai 2020 einlässlich zu seinen Asylgründen an. Mit Verfügung vom 9.
Juli 2020 wurde er dem erweiterten Verfahren zugewiesen.
B.
B.a Der Beschwerdeführer machte geltend, er stamme aus C._, sei
verheiratet und habe drei erwachsene Kinder. Er habe bis 1990 als (...)
gearbeitet und sei danach in verschiedenen handwerklichen Berufen tätig
gewesen. Im Jahr (...) habe er ein Erbschaftsverfahren eingeleitet. Weil die
staatlichen Stellen korrupt seien und die Gegenseite die Richter bezahlt
habe, sei zu seinen Ungunsten entschieden worden und er habe einen
grossen Vermögensschaden erlitten. In den folgenden Jahren habe er sich
bei verschiedenen Behörden und Institutionen beschwert. Unter anderem
habe er im Jahr 2008 ein Schreiben an den Justizminister gerichtet und ihn
über die Machenschaften der involvierten Richter, Staatsanwälte und
Rechtsanwälte informiert, insbesondere auch darüber, dass ein Staatsan-
walt namens D._ korrupt sei. Um ihn mundtot zu machen, habe die-
ser gestützt auf gefälschte Beweise und mit Hilfe von manipulierten Zeugen
ein Strafverfahren gegen seinen Sohn B._ eingeleitet. Wegen an-
geblichen Raubüberfallen sei sein Sohn daraufhin zu zehn Jahren Haft ver-
urteilt worden. Auch darüber habe er den Justizminister und verschiedene
höhere Amtsstellen in Kenntnis gesetzt. Weil diese aber gut miteinander
vernetzt seien, sei er nicht durchgekommen mit seinen Anliegen und sämt-
liche Berufungsverfahren seien fehlgeschlagen. Auf seine Beschwerden
hin habe er oft gar keine Antwort erhalten. Nach achteinhalb Jahren in Haft
sei B._ Ende 2015 wegen guter Führung vorzeitig entlassen wor-
den. Als er selbst wenige Tage später auf der Strasse unterwegs gewesen
sei, habe eine unbekannte Person auf ihn geschossen, wobei sie ihn aber
nicht getroffen habe. Anzeige habe er nicht erstattet, da er keine Hoffnung
auf eine Untersuchung der Sache gehabt habe. Da er weiterhin um seine
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Rechte gekämpft habe, sei er zudem mündlich bedroht und mehrmals zu
Unrecht verhaftet sowie in Strafverfahren verwickelt worden. Als er die Si-
tuation nicht mehr ausgehalten habe, sei er mit seiner Ehefrau sowie den
beiden älteren Kindern im Februar 2017 in die Niederlande gegangen. Dort
habe er ein Asylgesuch gestellt, welches zweimal abgewiesen worden sei;
ein drittes Verfahren sei noch hängig. In den Niederlanden sei er erneut
bedroht worden durch eine unbekannte Person. Diese gehöre zu einer kri-
minellen Gruppierung und habe seinen Sohn B._ per SMS kontak-
tiert. Dabei sei es auch um die Tonbandaufnahme eines Gesprächs zwi-
schen ihm und D._ gegangen, in welchem letzterer seine Machen-
schaften zugegeben habe. Schliesslich sei er selbst, seine Frau und die
Tochter von der niederländischen Polizei abgeholt und am (...) Februar
2020 nach Albanien ausgeschafft worden. Sein Sohn B._ sei von
der Polizei nicht angetroffen worden und in den Niederlanden verblieben.
Nach fünf Tagen hätten sie ihren Heimatstaat erneut verlassen.
B.b Der Beschwerdeführer reichte seinen albanischen Pass, seine Identi-
tätskarte und seinen Führerschein im Original sowie Kopien der Pässe sei-
ner Ehefrau und seiner Tochter ein. Weiter legte er den Ausdruck eines
Chatverlaufs zwischen seinem Sohn B._ und einer unbekannten
Person vor. Zudem reichte er dem SEM eine selbst erstellte, in albanischer
Sprache verfasste 16-seitige Zusammenfassung der Ereignisse in Alba-
nien ein und nahm dabei auf 55 Dokumente in albanischer Sprache – ins-
besondere Gerichtsurteile, Beschwerdeschreiben an die Behörden sowie
deren Antworten – Bezug, welche er ebenfalls zu den Akten gab.
C.
Mit am Folgetag eröffneter Verfügung vom 29. Juli 2020 stellte das SEM
fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte
sein Asylgesuch gestützt auf Art. 40 i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG
(SR 142.31) ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Weiter hielt
es fest, der Beschwerdeführer sei verpflichtet, die Schweiz sowie den
Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen, an-
dernfalls könne die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden. Sodann
wurde der zuständige Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt
und die editionspflichten Akten dem Beschwerdeführer ausgehändigt.
D.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 6. August 2020 beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid und bean-
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tragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigen-
schaft sei festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Weiter sei fest-
zustellen, der Vollzug der Wegweisung sei unzulässig, unzumutbar und un-
möglich und eine vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Einsetzung
eines amtlichen Rechtsbeistands. Zudem sei eventuell die aufschiebende
Wirkung wiederherzustellen.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 7. August 2020 den Eingang
der Beschwerde. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Gericht gleichen-
tags in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
– unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung – einzutreten.
1.4 Soweit in der Rechtsmitteleingabe eventualiter die Wiederherstellung
der aufschiebenden Wirkung beantragt wird, ist festzuhalten, dass der Be-
schwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl.
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Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz diese vorlie-
gend nicht entzogen hat. In Ermangelung eines Rechtsschutzinteresses ist
auf diesen Antrag daher nicht einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das
Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.3 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt
auf Art. 40 AsylG i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG ab. Gemäss Art. 40
AsylG wird ein Asylgesuch ohne weitere Abklärungen abgelehnt, wenn auf-
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grund der Anhörung offenkundig wird, dass Asylsuchende ihre Flüchtlings-
eigenschaft weder beweisen noch glaubhaft machen können und ihrer
Wegweisung keine Gründe entgegenstehen. Gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a
AsylG bezeichnet der Bundesrat Staaten als sichere Drittstaaten, in denen
nach seinen Feststellungen Sicherheit vor Verfolgung herrscht. Bei Alba-
nien handelt es sich gemäss Anhang 2 der Asylverordnung 1 (SR 142.311)
um einen verfolgungssicheren Staat.
5.
5.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen
aus, dass sämtliche der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Prob-
leme mit den albanischen Gerichten auf gängigen behördlichen Prozessen
beruhten. Diese seien zwar nicht zu seinen Gunsten verlaufen, es gelinge
ihm aber nicht, schlüssig darzulegen, dass dahinter Machenschaften ge-
gen seine Person stünden. Es sei weder ein flüchtlingsrechtlich relevantes
Verfolgungsmotiv noch ein Verfolgungsinteresse der albanischen Behör-
den an ihm persönlich ersichtlich, da er nicht über ein politisches Profil ver-
füge. Die geltend gemachten Anzeigen und Verfahren gegen ihn – wegen
Drohungen gegen einen Rechtsanwalt und Missachtung der Sicherheits-
vorschriften in einem Gefängnis – seien als legitime staatliche Massnah-
men zur Ahndung von Straftaten zu taxieren. Daraus lasse sich keine
flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung ableiten, zumal er in allen Belan-
gen freigesprochen worden sei und ihm der Rechtsweg jederzeit offen ge-
standen habe. Sein Sohn B._ sei gemäss den eingereichten Doku-
menten von fünf verschiedenen geschädigten Personen des Raubes sowie
der Körperverletzung bezichtigt worden. Ein politisches Motiv für dessen
Verurteilung sei nicht ersichtlich, weshalb das SEM von einer legitimen
staatlichen Verfolgung ausgehe. Dem Vorbringen, dass der Sohn eigentlich
wegen den Problemen des Beschwerdeführers verurteilt worden sei, fehle
es an jeglicher Grundlage. Vielmehr würden die eingereichten Chatnach-
richten belegen, dass der Sohn sehr wahrscheinlich aufgrund von illegalen
Geschäften mit Kokain Probleme mit kriminellen Banden habe. Die Ein-
schätzung des Beschwerdeführers, dass im Chat auf seinen eigenen Kon-
flikt mit dem Staatsanwalt D._ eingegangen werde, könne nicht ge-
teilt werden, da sich dem Chatprotokoll keine Anzeichen für eine Verbin-
dung zu seiner Person entnehmen liessen. Die Ausführungen des Be-
schwerdeführers, dass sowohl die albanische Polizei, die Staatsanwalt-
schaft sowie die Richterschaft bis hin zum höchsten Gericht korrupt seien
und mit kriminellen Banden zusammenarbeiten würden, seien unbegrün-
det und haltlos. Aus den vorgelegten Unterlagen gehe hervor, dass sich die
albanischen Behörden jahrelang sowohl mit seinen Korruptionsvorwürfen
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als auch mit dem Fall seines Sohnes auseinandergesetzt hätten. In einem
Schreiben werde dem Beschwerdeführer von Seiten der Behörden zum
wiederholten Mal mitgeteilt, dass der Staatsanwalt D._ – welchen
er für die Verurteilung seines Sohnes verantwortlich mache – weder in sei-
nen Gerichtsprozess noch in Ermittlungen gegen seine Familienmitglieder
involviert gewesen sei. Zudem habe ihn das Justizministerium in einem an-
deren Schreiben darüber informiert, dass im Rahmen der Untersuchungen
zu seinen Korruptionsvorwürfen keine Anzeichen von Korruption hätten ge-
funden werden können. Es sei auch zu erwähnen, dass das Gerichtsurteil
betreffend seinen Sohn bis zur höchsten Instanz der albanischen Recht-
sprechung angefochten und der entsprechende Rekurs im Jahr 2014 ab-
gelehnt worden sei. Insgesamt lasse sich aus den zu seinen Ungunsten
ausgefallenen Prozessen sowie den eingereichten Unterlagen keine flücht-
lingsrechtlich relevante Verfolgung ableiten. Sein Sohn sei nach Verbüssen
seiner Strafe vorzeitig entlassen worden und befinde sich seit einigen Jah-
ren auf freiem Fuss. Er selbst sei von der albanischen Justiz nie ungerecht-
fertigt belangt worden.
Weiter mache der Beschwerdeführer geltend, dass er in Albanien Opfer
eines Mordanschlags geworden sei. Es sei jedoch eine blosse Vermutung
seinerseits, dass D._ einer kriminellen Bande den Auftrag dazu ge-
geben habe. Weiter habe er es unterlassen, diesbezüglich bei der Polizei
Anzeige zu erstatten. Dies hätte in seinen Augen keinen Sinn ergeben, weil
Polizei, Staatsanwaltschaft und Richterschaft in Albanien generell korrupt
seien. Das SEM gehe jedoch davon aus, dass solche Übergriffe vom alba-
nischen Staat weder geschützt noch gebilligt würden, wobei die pauscha-
len Ausführungen des Beschwerdeführers zur Korruption in seiner Heimat
an dieser Einschätzung nichts ändern würden. Es befremde auch, dass der
Beschwerdeführer einen Mordversuch nicht zur Anzeige bringe, obwohl er
sich seit Jahren aufgrund diverser Rechtsstreitigkeiten an die albanischen
Behörden gewandt habe. Zusammenfassend hielten seine Vorbringen den
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG
nicht stand.
5.2 Der Beschwerdeführer brachte in seiner Rechtsmitteleingabe vor, das
SEM gehe zu Unrecht davon aus, dass er in Albanien nicht verfolgt werde,
weshalb er allen im Entscheid genannten Punkten widerspreche. Die 55
von ihm eingereichten Dokumente seien nicht ausreichend untersucht und
gewürdigt worden; das SEM habe diese auch nicht übersetzt. Diese Unter-
lagen sowie das ebenfalls eingereichte Audiodokument würden seine Ver-
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folgung durch den albanischen Staat beziehungsweise D._ – wel-
cher vom Staat aktiv geschützt werde – belegen. Aufgrund der mangelhaf-
ten Prüfung der Dokumente sei die Vorinstanz zu einem falschen Schluss
gekommen. Die albanische Regierung sei ebenso wie das Justizministe-
rium notorisch korrupt. Zudem habe das SEM die von ihm vorgelegten
Chatnachrichten falsch interpretiert. Darin heisse es, dass B._ ein
Audiodokument besitze, das der Chef haben wolle. Weiter habe er seine
Verfolgung auf 16 Seiten zusammengefasst und das Wichtigste hervorge-
hoben, wobei das SEM diese Eingabe ebenfalls nicht übersetzt habe. Sein
Sohn werde aus Rache seinetwegen verfolgt und es handle sich dabei
nicht um legitime staatliche Handlungen. Zum Mordversuch an seiner Per-
son sei festzuhalten, dass er sicher sei, dass D._ diesen initiiert
habe. Dies sei nicht bloss eine Vermutung. Die Audioaufnahme sei der Be-
weis dafür, da auf dieser deutlich zu hören sei, wie D._ ihm erkläre,
dass er Racheakte gegen ihn plane, dies noch nicht alles gewesen sei und
es weitergehen werde. Zudem habe D._ gesagt, dass er gegen ihn
nichts machen könne, weil er mächtig sei.
6.
Der Beschwerdeführer rügt, dass das SEM diverse der von ihm eingereich-
ten Unterlagen nicht übersetzt habe. Es ist jedoch festzuhalten, dass sich
bei den Akten neben einer zusammenfassenden Übersetzung seiner 16-
seitigen Eingabe auch eine ebenfalls zusammenfassende Übersetzung der
wichtigsten Beweismittel befindet (vgl. SEM-Akte 1061939/7 [nachfolgend
Akte 7] Beweismittel 8 und 9). Zudem wurde der Chatverlauf zwischen
Sohn B._ und der unbekannten Person auszugsweise übersetzt,
wobei namentlich Übersetzungen der vom Beschwerdeführer als wesent-
lich bezeichneten Seiten fünf und sechs vorliegen (vgl. Akte 7, Beweismittel
7 und SEM-Akte 1061939-32/13 [nachfolgend Akte 32], F35 und F40). Ent-
gegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung ist nicht er-
sichtlich, dass eine weitergehende Übersetzung der umfangreichen vorge-
legten Beweismittel erforderlich gewesen wäre. Zusätzlich zu den erwähn-
ten Übersetzungen gab der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung
auch Erläuterungen zu einzelnen Unterlagen ab und führte aus, warum
diese aus seiner Sicht relevant seien (vgl. Akte 32, F41 ff.). Auf dieser
Grundlage war es der Vorinstanz ohne weiteres möglich, die Vorbringen
des Beschwerdeführers sachgerecht zu beurteilen. Zudem ist festzuhalten,
dass die von ihm erstellte Zusammenfassung lediglich seine Version der
Ereignisse in Albanien wiedergibt – unter Verweis auf die von ihm einge-
reichten Beweismittel – und damit im Wesentlichen seine Asylvorbringen,
wie er sie bei den Befragungen durch das SEM dargelegt hat, beinhaltet.
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Auf Beschwerdeebene wird nicht ausgeführt, welche seiner Vorbringen
vom SEM nicht angemessen berücksichtigt respektive gänzlich ausser
Acht gelassen worden seien. Vielmehr wird pauschal behauptet, das SEM
habe die eingereichten Dokumente nicht ausreichend untersucht, gewür-
digt und übersetzt, was dazu geführt habe, dass es das Vorliegen einer
Verfolgung verneint habe. Es fehlt jedoch an einer Auseinandersetzung mit
der vorinstanzlichen Argumentation sowie an weiteren Angaben dazu, wel-
che Dokumente zusätzlich respektive einlässlich hätten übersetzt werden
müssen. Allein aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer aus den
Beweismitteln andere Schlüsse zieht als die Vorinstanz, lässt sich nicht ab-
leiten, dass der Sachverhalt – wegen der fehlenden Übersetzung von Do-
kumenten – unrichtig oder unvollständig festgestellt worden wäre.
7.
7.1 Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er im Jahr (...) in ein Erb-
schaftsverfahren verwickelt gewesen sei. Er habe den Prozess aufgrund
von korrupten Behördenmitgliedern verloren und sich in den folgenden
Jahren bei verschiedenen Stellen erfolglos beschwert (vgl. Akten SEM
1061939-24/16 [nachfolgend Akte 24], F43). Aus seiner Sicht handelt es
sich beim Strafverfahren gegen seinen Sohn B._ um einen Rache-
akt gegen seine Person respektive um den Versuch, ihn zum Schweigen
zu bringen. Es gelingt dem Beschwerdeführer jedoch nicht, den Zusam-
menhang zwischen dem Erbschaftsprozess und dem Strafverfahren
schlüssig darzulegen. Angeblich soll der Staatsanwalt D._ – wel-
cher für die Verurteilung des Sohnes verantwortlich sein soll – im Rahmen
des Erbschaftsverfahrens Geld von der Gegenpartei erhalten haben. Dies
scheint der Beschwerdeführer aber lediglich zu vermuten. Zwar gab er an,
die Beweise führten dazu, dass es "tatsächlich zu 100 Prozent geschehen
ist" (vgl. Akte 24, F70 ff.). Er präzisiert jedoch nicht, welche Beweise er da-
mit meint. Vielmehr sind seine Aussagen dazu, inwiefern D._ so-
wohl in die Erbschaftsangelegenheit als auch ins Strafverfahren von
B._ involviert gewesen sei, als äusserst vage einzustufen. Dabei
bleibt insbesondere unklar, ob D._ im Fall des Sohnes tatsächlich
als Staatsanwalt Ermittlungen geführt und Anklage erhoben hat oder ob
der Beschwerdeführer lediglich davon ausgeht, dass dieser aufgrund sei-
ner Position Einfluss auf den Strafprozess genommen hat (vgl. Akte 24,
F110 ff.). Die Angaben des Beschwerdeführers lassen zwar darauf schlies-
sen, dass er selbst davon überzeugt ist, dass D._ für die Verurtei-
lung des Sohnes verantwortlich ist. Er führt jedoch nicht aus, auf welche
konkreten Beweise er diese Annahme stützt. Im Schreiben des Justizmi-
nisteriums vom (...) 2015 wird dagegen ausgeführt, D._ habe nie
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ein Strafverfahren gegen Familienangehörige des Beschwerdeführers ge-
führt und sei auch nicht an einem solchen beteiligt gewesen (vgl. Akte 7,
Beweismittel 8, Schriftstück 55). Es ist darauf hinzuweisen, dass die straf-
rechtliche Verurteilung des Sohnes durch das Bezirksgericht C._
wegen des Vorwurfs, mehrere Raubüberfälle begangen zu haben, vom Be-
rufungsgericht bestätigt wurde. Aus welchen Gründen D._ einen
derart grossen Einfluss auf das Justizsystem haben sollte, dass er auf Ent-
scheide von mehreren Gerichtsinstanzen sowie auf Antwortschreiben aus
dem Justizministerium einwirken könnte, lässt sich weder aus den Aussa-
gen des Beschwerdeführers noch aus den Akten erkennen. Namentlich ist
nicht ersichtlich, anhand von welchen der vom Beschwerdeführer vorge-
legten Beweismittel sich herleiten lassen könnte, dass D._ derart
einflussreich ist und diesen Einfluss tatsächlich dazu genutzt hat, die Ver-
urteilung von B._ zu erwirken.
7.2 Bei den eingereichten Beweismitteln (vgl. Akte 7, Beweismittel 9) han-
delt es sich um zahlreiche Eingaben des Beschwerdeführers respektive
seines Sohnes an unterschiedliche Behörden, um Gerichtsurteile sowie um
Prozessakten. Daneben liegen diverse Antwortschreiben von Institutionen
vor, welche der Beschwerdeführer über die von ihm erhobenen Korrupti-
onsvorwürfe in Kenntnis gesetzt hat. In seinen selbst verfassten Eingaben
legt er aber lediglich seine eigene Sichtweise dar, weshalb diese für sich
genommen nicht als Beweise dafür zu werten sind, dass die Vorwürfe tat-
sächlich zutreffen und die von ihm hergestellten Zusammenhänge wirklich
bestehen. Das SEM wies in dieser Hinsicht zu Recht darauf hin, dass sich
die albanischen Behörden über Jahre hinweg sowohl mit den Korruptions-
vorwürfen als auch mit dem Fall des Sohnes befasst haben. In seiner
16-seitigen Zusammenfassung legt der Beschwerdeführer unter anderem
dar, aus welchen Gründen er davon ausgeht, dass es im Strafverfahren
gegen seinen Sohn zu Ungereimtheiten gekommen ist. Namentlich macht
er geltend, dass die Zeugen manipuliert gewesen seien und deren Aussa-
gen nicht der Wahrheit entsprochen hätten. Es ist jedoch festzuhalten,
dass diese Einwände im entsprechenden Strafverfahren einzubringen ge-
wesen wären – und dort wohl auch eingebracht worden sind – und es Sa-
che der albanischen Gerichte ist, die Rechtmässigkeit des Strafverfahrens
zu beurteilen und die Beweise zu würdigen. Der Umstand, dass der Be-
schwerdeführer die Einschätzung der heimatlichen Gerichte nicht teilt, weil
er die Beweise anders würdigt und somit zu einer anderen Auffassung ge-
langt als diese, bedeutet noch nicht, dass das Verfahren mangelhaft ist und
die Behörden durchwegs korrupt sind. Es ist darauf hinzuweisen, dass
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B._ nicht nur aufgrund der Aussage eines einzigen Zeugen, son-
dern wegen rund fünf Raubüberfällen auf verschiedene Personen verurteilt
wurde. Sowohl das Bezirksgericht in C._, das Berufungsgericht und
der Oberste Gerichtshof haben sich mit dem Fall befasst (vgl. Akte 7, Be-
weismittel 8 Schriftstücke 20 und 37; Beweismittel 9, Schriftstücke 29, 34
und 35). Der Beschwerdeführer erachtet die Beweiswürdigung durch die
Gerichte als fehlerhaft und schliesst daraus, dass das Verfahren gegen sei-
nen Sohn aus Rache eingeleitet wurde respektive um ihn zum Schweigen
zu bringen. Objektive Anhaltspunkte für den geltend gemachten Zusam-
menhang zwischen dem Erbschaftsverfahren und dem Strafverfahren las-
sen sich daraus jedoch nicht ableiten und aus den vorgelegten Beweismit-
teln sind auch keine solchen ersichtlich.
7.3 Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, dass seine Gegner versucht
hätten, ihn ebenfalls strafrechtlich zu belangen. Auf die Frage nach konkre-
ten Anklagen erklärte er bei der Erstbefragung, dass ihm angebliche Be-
drohungen vorgeworfen worden seien. Zudem erwähnte er einen Vorfall,
bei dem ihm jemand eine Patrone in die Tasche geschmuggelt habe, als er
seinen Sohn im Gefängnis habe besuchen wollen. Verurteilt worden sei er
jedoch nie, da es eine allgemeine Amnestie gegeben und er Glück gehabt
habe (vgl. Akte 24, F66 f. und F74 f.). Anlässlich der Anhörung bestätigte
er, dass er wegen illegalen Waffenbesitzes sowie wegen des Vorwurfs, sei-
nen Anwalt bedroht zu haben, angezeigt worden sei (vgl. Akte 32, F55 ff).
Es ist jedoch festzuhalten, dass diese beiden Verfahren nicht grundsätzlich
illegitim erscheinen, zumal der Beschwerdeführer offenbar mit einer Pat-
rone – unabhängig davon, wie diese in seine Tasche gelangt ist – im Ge-
fängnis erschienen ist und seinen Anwalt eigenen Angaben zufolge "zur
Rede gestellt" hat, weil dieser ihn nicht ordentlich verteidigt habe. In beiden
Verfahren ist es nicht zu einer Verurteilung gekommen, weshalb sich aus
diesen nicht schliessen lässt, dass das Justizsystem in Albanien nicht funk-
tioniert. Zudem erstaunt, dass es einem Staatsanwalt wie D._, der
gemäss Angaben des Beschwerdeführers im Strafverfahren gegen
B._ wegen mehrfachen Raubes sowohl die Entscheide des Be-
zirksgerichts, des Berufungsgerichts als auch des höchsten Gerichts be-
einflusst habe, nicht möglich gewesen sein soll, eine erstinstanzliche Ver-
urteilung des Beschwerdeführers aufgrund von weit geringfügigeren Delik-
ten zu erwirken. Der Beschwerdeführer führte hierzu lediglich aus, die Be-
hörden hätten versucht, ihn zu belangen; es sei ihnen jedoch nicht gelun-
gen (vgl. Akte 32, F66). Dies vermag jedoch nicht zu erklären, weshalb
D._ in der Lage sein sollte, eine unrechtmässige Verurteilung von
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Seite 12
B._ zu zehn Jahren Haft zu erwirken, während er beim Beschwer-
deführer lediglich eine Anklage aufgrund von deutlich weniger schwerwie-
genden Delikten hätte veranlassen können, welche überdies nicht zu einer
Verurteilung führte. Die angeblich unberechtigten Anklagen gegen den Be-
schwerdeführer – mit welchem ihm aus seiner Sicht hätten Straftaten un-
tergeschoben werden sollen – können daher nicht als Indiz für Korruption
im albanischen Justizsystem angesehen werden.
7.4 Sodann machte der Beschwerdeführer geltend, er sei nach der Entlas-
sung seines Sohnes aus der Haft per Ende 2015 Opfer eines Mordan-
schlags geworden. Er sei auf der Strasse unterwegs gewesen, als eine
unbekannte Person von der gegenüberliegen Strassenseite aus auf ihn ge-
schossen habe. Glücklicherweise sei er nicht getroffen worden und habe
sich vom Tatort entfernen können. Nach diesem Vorfall sei er immer wieder
bedroht worden (vgl. Akte 24, F51 und F55; Akte 32, F67). Weder aufgrund
des Anschlags noch wegen den Drohungen habe er bei der Polizei Anzeige
erstattet, da er gewusst habe, wer hinter dem Anschlag stehe. Dieser sei
von seinem Gegner D._ veranlasst worden, welcher als Staatsan-
walt über sehr gute Verbindungen zu den Gerichten sowie zum Justizsys-
tem verfügt habe (vgl. Akte 24, F52 f.). Ausserdem hätte die Polizei seinen
Angaben keinen Glauben geschenkt und ihn der Falschaussage verdäch-
tigt (vgl. Akten 32, F69).
Die Vorinstanz merkte in dieser Hinsicht zutreffend an, es befremde, dass
sich der Beschwerdeführer seit Jahren wegen diverser Rechtsstreitigkeiten
an die albanischen Behörden gewandt habe, jedoch darauf verzichtet
habe, einen Mordversuch an seiner Person anzuzeigen. Dies ist nicht
nachvollziehbar, nachdem er zu jenem Zeitpunkt bereits zahlreiche Einga-
ben aus unterschiedlichen Gründen an verschiedene Amtsstellen und In-
stitutionen getätigt hatte. Dabei hielt ihn der Umstand, dass er mit seinen
Anliegen nicht durchgedrungen ist, nicht davon ab, über Jahre hinweg wei-
tere Schreiben einzureichen. Von einer Anzeige wegen eines vermuteten
Mordanschlags sowie Drohungen will er dagegen abgesehen haben, weil
er dies von vornherein als aussichtslos erachtet habe. Dieses Vorgehen
erscheint wenig einleuchtend. Zudem ist auch in diesem Zusammenhang
festzuhalten, dass weder eine objektiv erkennbare Verbindung von
D._ zur Schussabgabe einer unbekannten Person auf den Be-
schwerdeführer noch eine solche zu den geltend gemachten Drohungen
ersichtlich ist.
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7.5 Des Weiteren lässt sich dem vom Beschwerdeführer eingereichten
Chatverlauf zwischen seinem Sohn B._ und der unbekannten Per-
son – angeblich Mitglied einer kriminellen Organisation – entnehmen, dass
unter anderem von einem Gespräch die Rede ist respektive davon, dass
B._ dem Chef des Gesprächspartners etwas mitzuteilen habe.
Nach Auffassung des Beschwerdeführers geht es dabei um die Aufnahme
eines Gesprächs zwischen ihm und D._, in welchem Letzterer seine
Machenschaften zugebe (vgl. Akte 24, F79 ff.). Im Chat wird jedoch weder
auf den Beschwerdeführer noch auf D._ Bezug genommen. Um
was es sich beim erwähnten Gespräch beziehungsweise der Mitteilung, die
B._ für den Chef haben soll, handelt, wird nicht weiter ausgeführt.
Vielmehr schreibt der Sohn mehrmals, dass er wohl mit jemandem ver-
wechselt werde und nicht wisse, wovon der andere spreche. Im späteren
Verlauf des Chats ist von Drogenhandel und Kokain die Rede (vgl. Akte 7,
Beweismittel 5 und 7). Der vom Beschwerdeführer hergestellte Zusam-
menhang zwischen seinen Problemen mit den albanischen Behörden und
diesem Chatverlauf, welchen er als erneute Bedrohung seiner eigenen
Person auffasst, ist für das Gericht nicht ersichtlich. Es ist auch darauf hin-
zuweisen, dass die Gesprächsaufnahme zwischen dem Beschwerdeführer
und D._ offenbar nach der erstinstanzlichen Verurteilung von
B._ entstand, welche im Jahr 2009 erfolgte (vgl. Akte 24, F109; Akte
7, Beweismittel 8 Schriftstück 20). Der Chat soll dagegen während des Auf-
enthalts der Familie in den Niederlanden stattgefunden haben, mithin frü-
hestens im Jahr 2017 (vgl. Akte 24, F14 und F79) und damit rund acht
Jahre nach der Entstehung der Tonbandaufnahme. Vor diesem Hinter-
grund ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer annimmt,
in diesem Chat zwischen seinem Sohn und einer unbekannten Person – in
dem lediglich ohne weitere Präzisierungen von einem Gespräch respektive
einer Mitteilung die Rede ist – werde auf die Aufnahme eines Gesprächs
zwischen ihm und D._ Bezug genommen. Er legt denn auch nicht
dar, aus welchen Gründen er zu diesem Schluss kommt. Konkrete Hin-
weise darauf, dass der Chatverlauf irgendeinen Zusammenhang zum Be-
schwerdeführer, zu D._ oder den früheren Gerichtsverfahren in Al-
banien haben könnte, sind nicht erkennbar.
Nach Auffassung des Beschwerdeführers ist die erwähnte Audioaufnahme
des Gesprächs zwischen ihm und D._ äusserst wichtig, da diese
viel aussage und D._ darin seine Machenschaften zugebe (vgl.
Akte 24, F81 f. und Akte 32, F82 ff.) In der Beschwerdeschrift führte er zum
Inhalt der Aufnahme ergänzend aus, dass D._ erkläre, er plane Ra-
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cheakte gegen ihn. Insbesondere sage er, das sei noch nicht alles gewe-
sen und es werde noch weitergehen. Diesbezüglich ist jedoch zu beachten,
dass das Gespräch gemäss dem Beschwerdeführer nach der erstinstanz-
lichen Verurteilung von B._ stattgefunden habe. Sollte D._
darin tatsächlich erwähnen, dies sei noch nicht alles gewesen, könnte sich
dies ebenso gut auf das Strafverfahren des Sohnes – das in der Folge noch
über mehrere Jahre hinzog – beziehen. Welche allfälligen Racheakte
D._ im Anschluss vorgenommen haben könnte, sind nicht ersicht-
lich. Namentlich hat sich der geltend gemachte Mordversuch Ende 2015
und damit mehrere Jahre nach dem Entstehen der Audioaufnahme abge-
spielt, was einen Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen als äus-
serst unwahrscheinlich erscheinen lässt. Insgesamt entsteht der Eindruck,
dass der Beschwerdeführer in die Aussagen von D._, welche dieser
im Jahr 2009 getätigt haben soll, eine objektiv nicht nachvollziehbarere Be-
drohung seiner Person hineininterpretiert.
7.6 Schliesslich hielt die Vorinstanz zu Recht fest, dass der Beschwerde-
führer nicht über ein politisches Profil verfügt. Seinen Vorbringen lassen
sich keine Hinweise auf eine Verfolgung aus einem der in Art. 3 AsylG ge-
nannten Motive – Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer be-
stimmten sozialen Gruppe sowie politische Anschauungen – entnehmen.
7.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelingt, glaubhaft zu machen, dass er in seinem Heimatstaat eine
flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung zu befürchten hätte. Vielmehr las-
sen seine Vorbringen und die eingereichten Beweismittel darauf schlies-
sen, dass er sich jederzeit an die albanischen Behörden und Gerichte wen-
den konnte. Aus dem Umstand, dass die von ihm geführten Verfahren nicht
zu seinen Gunsten ausgegangen sind, lässt sich nicht ableiten, dass sämt-
liche Institutionen, die sich mit seinen Anliegen befasst haben, korrupt sind.
Insbesondere lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass es sich beim
Strafverfahren gegen B._ um einen Racheakt gegen seine Person
gehandelt habe. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Flüchtlingseigen-
schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.
8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie. Der
Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die
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Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Die Voraussetzungen für die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme sind
vorliegend offensichtlich nicht erfüllt. Die Vorinstanz hat in der angefochte-
nen Verfügung zutreffend erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte
Grundsatz der Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingsei-
genschaft keine Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtli-
chen Vollzugshindernisse erkennbar sind, die gegen die Zulässigkeit des
Wegweisungsvollzugs sprechen. Der Bundesrat hat Albanien als Staat er-
klärt, in den die Rückkehr in der Regel zumutbar ist. Vorliegend sprechen
weder die aktuelle politische Lage in Albanien noch andere, individuelle
Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. Das SEM
führte diesbezüglich aus, dass der Beschwerdeführer mit seinem erwach-
senen Sohn und seinem Bruder im Heimatstaat Familienangehörige habe,
welche ihn bei der Reintegration unterstützen könnten. Bei seiner letzten
Rückkehr im Februar 2020 sei es ihm problemlos gelungen, mithilfe von
Freunden und Bekannten eine Mietwohnung zu organisieren. Zwar leide er
seit seiner Kindheit an (...) und habe (...). Es sei jedoch davon auszuge-
hen, dass er diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch im Heimat-
staat behandeln lassen könne. Konkrete Hinweise darauf, dass er bei einer
Rückkehr in eine medizinische Notlage oder eine existenzbedrohende Si-
tuation geraten könnte, liessen sich weder seinen Aussagen noch den Ak-
ten entnehmen. Diesen zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz werden
auf Beschwerdeebene keine Einwände entgegengehalten. Sodann ist der
Beschwerdeführer im Februar dieses Jahres legal und unter Verwendung
eines bis 2026 gültigen Reisepasses ausgereist, weshalb der Vollzug der
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 82 Abs. 2 AIG).
9.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
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Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Covid-19-Pande-
mie nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts um ein bloss tempo-
räres Vollzugshindernis handelt, welchem im Rahmen der Vollzugsmodali-
täten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist (vgl. statt vie-
ler Urteil des BVGer E-1725/2020 vom 28. April 2020 S. 12 m.H.).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten ist.
11.
11.1 Mit dem vorliegenden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. In der Beschwerde-
schrift wurde zudem die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
die Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistandes beantragt. Aus den vor-
stehenden Erwägungen ergibt sich, dass die gestellten Begehren als zum
vornherein aussichtslos zu erachten sind. Damit ist eine der kumulativ zu
erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht gegeben, weshalb
das entsprechende Gesuch – und folglich auch das Gesuch um Beiord-
nung eines amtlichen Rechtsbeistands – abzulehnen ist.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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