Decision ID: 5ab1ab73-738b-527e-b69d-3122b066efac
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorien A1, B, D1 und D1E seit dem 26. März
1991. Im Administrativmassnahmen-Register (ADMAS-Register) ist er nicht
verzeichnet. Am 4. Oktober 2015, 17 Uhr, war X auf der Autobahn A1 in Richtung Bern
unterwegs. Auf der Höhe von Lindau/ZH lenkte er seinen Personenwagen auf der
Normalspur rechts an einem auf dem ersten Überholstreifen fahrenden zivilen
Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei Zürich und einem weiteren Fahrzeug vorbei,
schwenkte anschliessend auf den ersten Überholstreifen, fuhr links an einem Fahrzeug
vorbei und wechselte danach auf die Normalspur zurück. Dies führte zu einer Anzeige
bei der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen Unterlassens der Anzeige einer
Richtungsänderung und wegen verbotenen Rechtsüberholens auf der Autobahn. Die
Einzelrichterin des Bezirksgerichts Pfäffikon/ZH verurteilte X am 3. Oktober 2016
wegen mehrfacher einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Nichtanzeigen der
Richtungswechsel und Rechtsüberholen) zu einer Busse von Fr. 600.–.
B.- Nach Abschluss des Strafverfahrens forderte das Strassenverkehrsamt X im
Hinblick auf einen allfälligen Führerausweisentzug mit Schreiben vom 7. November
2016 zur schriftlichen Stellungnahme auf. Sein Rechtsvertreter liess sich dazu am
8. Dezember 2016 vernehmen und beantragte, sein Mandant sei zu verwarnen. Mit
Verfügung vom 16. Dezember 2016 entzog das Strassenverkehrsamt den
Führerausweis für die Dauer von einem Monat. Es forderte X auf, den Führerausweis
und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis spätestens 16. März 2017 abzugeben.
C.- Mit Eingabe vom 30. Dezember 2016 (Datum der Postaufgabe: 31. Dezember 2016)
erhob X Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, es sei eine
Verwarnung im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG zu verfügen. Am 13. Januar 2017
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
stellte er zudem ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, welches
mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2017 abgewiesen wurde (ZV-2017/9). Die
Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 4. April 2017 auf eine Vernehmlassung. Der
Rekurrent reichte am 24. April 2017 nochmals eine schriftliche Eingabe ein und
beantragte den Beizug des Nachfahrvideos, seines anlässlich der Hauptverhandlung
vor dem Bezirksgericht Pfäffikon/ZH gehaltenen Plädoyers und einer Aktennotiz über
die Urteilsbegründung. Auf die weiteren Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 31. Dezember 2016 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 11 Abs. 3, 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Strafverfahren wurde der Rekurrent wegen Nichtanzeige der Richtungswechsel
(Art. 39 Abs. 1 lit. a des Strassenverkehrsgesetzes [SR 741.01, abgekürzt: SVG], Art. 28
Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung [SR 741.11, abgekürzt: VRV]) und
Rechtsüberholens (Art. 35 Abs. 1 SVG, Art. 36 Abs. 5 VRV) der einfachen
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen.
a) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermag ein Strafurteil die
Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht zu binden. Allerdings gebietet der Grundsatz
der Einheit der Rechtsordnung, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des
Möglichen zu vermeiden. Die Verwaltungsbehörde darf deshalb beim Entscheid über
die Massnahme von den tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen,
wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter
unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei
der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt,
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
namentlich die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat. In der rechtlichen
Würdigung des Sachverhalts – insbesondere auch des Verschuldens – ist die
Verwaltungsbehörde demgegenüber frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark
von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, etwa weil er
den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_169/2014 vom 18. Februar 2015 E. 2.2).
b) Die Strafrichterin ging in tatsächlicher Hinsicht von verbotenem Rechtsüberholen
und Nichtanzeigen mehrerer Richtungswechsel aus; das Strafurteil ist unangefochten in
Rechtskraft erwachsen. Anhaltspunkte, die für eine davon abweichende Beurteilung
sprechen würden, sind nicht ersichtlich. Insbesondere bestritt der Rekurrent den
Sachverhalt im Rekursverfahren nicht. Er machte lediglich geltend, durch sein
Verhalten sei es zu keiner erhöhten abstrakten Gefährdung gekommen. Zudem gab er
gegenüber der Kantonspolizei Zürich zu, rechts an zwei Personenwagen
vorbeigefahren zu sein, bevor er sein Fahrzeug vom Normalstreifen nach links auf den
zweiten Fahrstreifen gelenkt habe (act. 6/6). Dabei handelte es sich gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht um ein erlaubtes Rechtsvorfahren, sondern
um ein Überholmanöver. Ein solches liegt vor, wenn ein schnelleres Fahrzeug ein in
gleicher Richtung langsamer vorausfahrendes einholt, an ihm vorbeifährt und vor ihm
die Fahrt fortsetzt, wobei weder das Ausschwenken noch das Wiedereinbiegen eine
notwendige Voraussetzung des Überholens bildet (BGE 142 IV 93 E. 3.2). Den
Einwand, auf dem Nachfahrvideo sei die Situation vor dem Fahrmanöver nicht
eindeutig zu erkennen gewesen, hätte der Rekurrent im Strafverfahren vorbringen
müssen; im Rekursverfahren kann darauf nicht mehr zurückgekommen werden. Es
geht nicht an, dass der Sachverhalt nach rechtskräftigem Abschluss des
Strafverfahrens im Rahmen des Admini-strativmassnahmeverfahrens nochmals
überprüft wird; darauf besteht kein Anspruch. Deshalb ist der Beweisantrag auf Beizug
des Nachfahrvideos abzuweisen. Gleich verhält es sich mit den Anträgen auf Beizug
des vom Rekurrenten anlässlich der Strafverhandlung vom 3. Oktober 2016 gehaltenen
Plädoyers und einer allfällig bestehenden Aktennotiz über die mündliche
Urteilsbegründung. Im Übrigen gibt es keine Notizen zur mündlichen Eröffnung eines
Urteils, die herausverlangt werden könnten. Massgebend ist allein, was im schriftlich
begründeten Urteil steht. Ein solches liegt hier aber nicht vor, weil der Rekurrent darauf
verzichtet hat. Im Strafurteil (Dispositiv-Ziffer 9) wurde er ausdrücklich darauf
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
hingewiesen, dass ein vollständig begründetes Urteil innert 10 Tagen verlangt werden
könne.
3.- Zu prüfen ist, ob es sich beim Vorfall vom 4. Oktober 2015 um eine mittelschwere
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften handelte.
a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lehrfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
b) Die Strafrichterin verurteilte den Rekurrenten gestützt auf Art. 90 Abs. 1 SVG. Sie
ging demnach von einfachen Verkehrsregelverletzungen aus und sprach den
Rekurrenten hinsichtlich des angeklagten Rechtsüberholens vom Vorwurf der groben
Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG sogar ausdrücklich frei. Daraus
lässt sich jedoch nicht ableiten, es habe sich nur um eine leichte Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften nach Art. 16a SVG gehandelt, wie der Rekurrent
geltend machte. Vielmehr werden von Art. 90 Abs. 1 SVG sowohl leichte als auch
mittelschwere Widerhandlungen erfasst. Demgegenüber kommt die schwere
Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne
von Art. 90 Abs. 2 SVG oder einer qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung gemäss
Art. 90 Abs. 3 SVG gleich (vgl. Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl.,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zürich/St. Gallen 2015, Art. 90 SVG N 55). Gestützt auf die strafrechtliche Beurteilung
qualifizierte die Vorinstanz den Vorfall als mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b
Abs. 1 lit. a SVG. Sie erwog, durch sein Fehlverhalten habe der Rekurrent schuldhaft
Verkehrsregeln verletzt und dabei die übrigen Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt
gefährdet. Davon ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dann auszugehen,
wenn der Lenker durch seine regelwidrige Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer einer
konkreten Gefahr aussetzt. Es genügt, dass sein Verhalten nach den Umständen
geeignet ist, den Verkehr zu gefährden. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer
erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung (BGE 131 IV 133 E. 3.2,
142 IV 93 E. 3.1).
c) Der umstrittene Vorfall ereignete sich auf einer Autobahn. Den Akten ist über die
Verkehrsdichte und die gefahrene Geschwindigkeit nichts zu entnehmen. Gemäss dem
Polizeirapport betrug die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dem fraglichen
Streckenabschnitt 120 km/h. Entsprechend ist davon auszugehen, dass die Fahrzeuge
mit hohem Tempo unterwegs waren. In solchen Verkehrssituationen stellt das
Rechtsüberholen nach der Rechtsprechung eine erhöhte abstrakte Gefährdung dar.
Gemäss Bundesgericht ist das Verbot des Rechtsüberholens, das sich aus Art. 35
Abs. 1 SVG ableitet, eine für die Verkehrssicherheit objektiv wichtige Vorschrift, deren
Missachtung eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit mit beträchtlicher
Unfallgefahr nach sich zieht und daher objektiv schwer wiegt. Wer auf der Autobahn
fährt, muss sich darauf verlassen können, dass er nicht plötzlich rechts überholt wird
(BGE 142 IV 93 E. 3.2, 128 II 285 E. 1.3). Vor diesem Hintergrund ging die Vorinstanz zu
Recht von einer mindestens mittelschweren Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften aus (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Anfangs zog sie noch
eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG in Betracht (act. 6/8), folgte dann aber zur Vermeidung
widersprüchlicher Urteile dem Strafrichter, der den Rekurrenten von der groben
Verletzung der Verkehrsregeln freisprach (act. 6/19). Das Strafurteil muss sich im
Administrativverfahren nicht nur der Fahrzeugführer entgegenhalten lassen; es ist auch
vom Strassenverkehrsamt zu beachten. Die Verwaltungsbehörde ist gehalten, sich
einer vertretbaren Ermessensausübung des Strafrichters anzuschliessen, auch wenn
sie das Verschulden selber anders beurteilen würde (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B 2015/108 vom 17. Dezember 2015 E. 3.3.2, im Internet abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
d) Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Vorfall vom
4. Oktober 2015 als mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG qualifizierte.
Namentlich verursachte das Verhalten des Rekurrenten keine geringe Gefährdung. Da
das Verschulden auch nicht mehr leicht war, kommt die Verhängung einer Verwarnung
wegen leichter Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften gemäss
Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG nicht in Frage. Dieser Tatbestand würde kumulativ eine
geringe Gefährdung und ein leichtes Verschulden voraussetzen (BGE 135 II 138
E. 2.2.3).
4.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Die
Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung einen Monat.
Die Vorinstanz hat den Führerausweis für die Mindestdauer eines Monats entzogen.
Die vom Rekurrenten geltend gemachte Notwendigkeit, aus beruflichen Gründen ein
Motorfahrzeug führen zu dürfen, berücksichtigte sie zu Recht nicht. Denn eine
Unterschreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdauer ist nach dem Willen des
Gesetzgebers und der Rechtsprechung auch bei erhöhter Massnahmeempfindlichkeit
infolge beruflicher Angewiesenheit ausgeschlossen (BGE 141 II 220 E. 3.3.3, 135 II 334
E. 2.2; Weissenberger, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 16a bis c SVG N 10). Die
angefochtene Verfügung ist demnach auch hinsichtlich der Massnahmedauer nicht zu
beanstanden.
5.- Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung an, dass der
Rekurrent den Führerausweis und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis spätestens
am 16. März 2017 abzugeben habe. Hierbei handelt es sich um eine
vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden muss. Darauf ist
http://www.gerichte.sg.ch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
indessen nicht weiter einzugehen, denn der Abgabetermin (16. März 2017) ist bereits
vorüber, weshalb besagte Anordnung zufolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben ist. Die
Vorinstanz wird einen neuen Abgabetermin festlegen müssen. Allerdings hätte Ziffer 2
der angefochtenen Verfügung aufgehoben werden müssen, wenn die Abgabefrist nicht
bereits abgelaufen wäre. Dies ist bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
6.- Zusammenfassend ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu vier Fünfteln und dem
Staat zu einem Fünftel aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des
Rekurrenten von Fr. 960.– zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 240.–
zurückzuerstatten.