Decision ID: 577cbba1-feb0-425a-9a31-6218647bd773
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X._
, Mutter dreier Kinder (geboren 1988, 1991, 1994), ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
war zuletzt
von April 1996 bis Ende Juni 2001 als Betriebsmitarbeiterin für die
Y._
tätig
(
Urk.
8/3). Am 14. November 2001 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine rheumatische Beeinträchtigung erstmals bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/
1
).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und sprach der Versicherten mit Verfügung vom
4.
April 2002 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab
1.
November 2001
eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
8/5). Mit Mitteilung
en
vom 1
2.
März 2004
und 2
6.
Juni 2009
bestätigte die IV-Stelle den Anspruch der Ve
rsicherten auf eine ganze Rente (
Urk.
8/10
,
Urk.
8/19
).
1.2
Im September
2014 leitete die IV-Stelle durch Zustellung des
Fragebogen
s
„
Revi
s
i
on der Invalidenrente
“
(
Urk.
8/24)
erneut ein Revisionsverfahren ein
und zog z
ur
neuerlichen
Abklärung der medizinischen
und erwerblichen Verhält
nisse
einen Auszug aus dem individuell
en
Konto bei (IK-Auszug vom 16.
Oktober 2014;
Urk.
8/26)
und holte Bericht
e
de
r
behandelnden
Ärzte
ein (
Urk.
8/28
,
Urk.
8/45
).
Fe
rne
r
führte
sie
im Hinblick auf allfällige
Eingliede
rungsmassnahmen
ein Standortgespräch mit der Versicherten durch
(
Urk.
8/30).
Am 2
3.
Juni 2015 fand eine orthopädische Untersuchung beim
Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD
)
statt (RAD-Untersuchungsbericht vom 1
0.
Juli 2015;
Urk.
8/36).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 24. August 2015 [
Urk.
8/39], Einwand
der Versicherten
vom 1
4.
September 2015 [
Urk.
8/41
] unter Beilage einer Stellungnahme des Hausarztes vom 4. Sep
tember 2015 [Urk. 8/40]
) hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom
2.
November 2015
die Rente auf Ende des der Zustellung der angefochtenen Verfügung fol
genden Monats auf (
Urk.
8/46 [=
Urk.
2]).
2.
Gegen diese Verfügung legte die Versicherte mit Eingabe vom
2.
Dezember 2015 Beschwerde ein und
stellte folgende Anträge:
„
1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
2.
November
2015 aufzuheben und der Beschwerdefü
hrerin weiterhin eine volle
IV-Rente zuzusprechen.
2.
Eventualiter zu Ziffer 1 sei die Invalidenrente nach Vorn
a
hme wei
terer Abklärungen, insbesondere nach Einholung eines
poly
dis
ziplinären
Gutachtens, eventualiter einer erneuten unab
hängi
gen medizinischen, rheumatologischen Begutachtung durch einen
unabhängigen Rheumatologen, sowie medizinische
n
Begutach
tung der Herzbeschwerden der Beschwerdeführerin durch einen unabhängigen Kardiologen sowie einer psychiatrischen-psycholo
gischen Begutachtung, erneut und korrekt festzustellen. Es sei der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, sich zu den
Gutachter
vorschlägen
zu äussern bzw. eigene Vorschläge unterbreiten zu können. Es se
i
der Beschwerdeführerin weiter Gelegenheit zu geben, sich zu dem Fragekatalog an den/die Gutachter sowie all
fällige Ergänzungsfragen äussern zu können
.
3.
Eventualiter zu Ziffer 1 und 2 sei das Gutachten vom 1
0.
Juli 2015 im Sinne einer ergänzenden rheumatologischen und psychi
atrischen-psychologischen Begutachtung zu vervollständigen und die Invalidenrente nach Vorn
a
hme der weiteren Abklärungen erneut und korrekt festzustellen. Es sei der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, sich zu den Gutachtervorschlägen zu äus
sern bzw. eigene Vorschl
ä
ge unterbreiten zu können. Es sei der Beschwerdeführerin weiter Gelegenheit zu geben, sich zu dem Fragekatalog an den/die Gutachter sowie allfällige
n
Ergänzungs
fragen äussern zu können
.
4.
Es sei bei der Beschwerdeführeri
n ein Leidensabzug von 20 bis
25
% zu berücksich
tigen
.
5.
Eventualiter zu Ziffer 1, 2, 3 und 4 sei die Verfügung der
Beschwer
degegnerin
vom
2.
November 2015 aufzuheben und im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin sei anzuwei
sen, ein unabhängiges polydisziplinäres Gutachten, jedenfalls eine unabhängige medizinisch, rheumatologische Begutachtung durch einen unabhängigen Rheumatologen, sowie medizinische Begut
achtung der Herzbeschwerden der Beschwerdeführern durch einen unabhängigen Kardiologen sowie eine psychiatrisch
-
psychologi
sche Begutachtung einzuholen
und
der Beschwerdegegnerin vorab Gelegenheit zu geben, sich zu den Gutachtervorschlägen zu äussern bzw. eigene Vorschl
ä
ge unterbreiten zu können. Es sei der Beschwerdeführe
rin
weiter Gelegenheit zu geben, sich zu dem Fragekatalog an den/die Gutachter sowie allfällige
n
Er
gänzungs
fragen äussern zu können
6.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt
.
) gemäss dem Ausgang des Verfahrens.
7.
Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen
.
8.
Eventualiter zu Ziffer 7 sei im Falle der Rückweisung der Angele
genheit an die Beschwerde
gegnerin
die volle IV-Rente während des Abklärungsverfahrens an die Beschwerdeführerin zu
entrich
ten
.
9.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt
.
) gemäss dem Ausgang des Verfahrens.
1
0.
Es seien die vollständigen Akten der Beschwerdegegnerin beizu
ziehen
.
11.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen
.
1
2.
Es sei der Beschwerdeführerin die unen
tgeltliche Rechtspflege zu
gewähren und e
i
ne unentgeltliche
Rechtsbeiständin
in der Per
son der Unterzeichneten beizuge
ben
“
(Urk. 1
S. 2-3
).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Januar
2016 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
).
Mit Schreiben vom 8.
März 2016 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege zurück (
Urk.
11).
Mit Verfügung vom 1
7.
März 2016 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen. Mit derselben Verfügung wurde der Beschwerdeführe
rin mitgeteilt, dass das Gericht
die
Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich ansieht. Zudem wurde ihr die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom 1
4.
April 2016 legte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort auf (
Urk.
16).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom
28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigne
ten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid,
gemäss ihren Abklä
rungen habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hin
sichtlich der Aktivität der Polyarthritis verbessert
. Während die angestammte Tätigkeit als Wäschereimitarbeiterin
weiterhin
nicht mehr zumutbar
sei
, sei die Beschwerdeführerin in
einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig.
Die Vornahme eines
Leidensabzug
s
rechtfertige sich nicht. Es resultiere
beim Vergleich des Validen- mit dem Invalideneinkommen
ein Invaliditätsgrad von 20
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber wurde in der Beschwerde im Wesentlichen geltend gemacht,
indem die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit
Schreiben
4.
Mai 2015 direkt zum
Untersuch beim
RAD
aufgeboten
und
keine
Zustellung des Gutachtens
an sie
vor dem Erl
ass der angefochtenen Verfügung
vorgenommen habe
,
seien im
vorliegende
n
Verwaltungsverfahren
ihre
Verfahrensrechte
ver
letzt worden.
Ausserdem
verletze
der Entscheid der Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz
und damit das Willkürverbot
, da z
um einen die
untersuchende
RAD-Ärztin
nicht über die notwendigen Fachkenntnisse
verfüge
und zum anderen die Beschwerdegegnerin
auf einen unvollständig ermittelten Sachverhalt
ab
stelle. N
icht
abgeklärt resp.
berücksichtigt worden seien die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden psychischen Beschwerden
sowie
die
Herzbeschwerden (vgl.
auch
Eingabe vom 1
4.
April 2016 [
Urk.
16 S. 2
])
. Aus den
aufliegenden
Berichten ergebe sich, dass bei der Beschwerdeführerin
von einem stationären Zustand auszugehen sei und dass die Beschwerden eher zu
genommen hätten
. E
s sei nicht nachvollziehbar, weshalb
die
Beschwerdegeg
nerin
ausgehend
von einer 100%igen auf eine
nun lediglich
20
% betragende Arbeitsunfähigkeit
schliesse.
Beim Einkommensvergleich müsse jedenfalls ein Leidensabzug im Umfang von 20-25
%
gemacht werden
.
Zudem sei
eine Berufsabklärung bei der zuständigen BEFAS-Stelle vor
zunehmen
(
Urk.
1)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort brachte die Beschwerdegegnerin vor, bei der Durch
führung einer versicherungsinternen Untersuchung kämen nicht dieselben
Ver
fahrensabläufe
zur Anwendung wie bei einer externen Begutachtung.
Zudem würden sich s
owohl die Rheumatologie als auch die Orthopädie mit
den
funkti
onellen Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates befassen. Zur Festlegung der Diagnostik und zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seien die Ärzte beider
Fachrichtungen kompetent, so auch med.
pract
.
Z._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(
Urk.
7)
.
3.
3.1
Es ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist. Die Frage, ob im Spektrum der anspruchserheblichen Tatsachen eine zur Anpassung des Rentenanspruchs führende Veränderung eingetreten sei, ist im Ver
gleich mit den Verhältnissen zur Zeit der letzten rechtskräftigen Verfügung zu
beurteilen, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (E. 1.1). Referenzzeitpunkt ist demnach hier die
Verfügung vom
4.
April 2002
, mit welcher de
r
Beschwerdeführer
in
mit Wir
kung ab
1.
November 2001 eine ganze Invali
denrente zugesprochen worden war (Urk. 8/5).
3.2
3.2.1
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom 2
7.
November 2001
zu Händen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
8/2)
eine
rheumatoide Arthritis (neu
sero
-positiv, vor allem Befall der Füsse und Hände, sensible Polyneuropathie an den Füssen)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und einen
Status nach Hepatitis A als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest
.
Zur Arbeitsfähigk
eit führte er aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
3.
November 2000 und bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 8/2/1). Seit langer Zeit sei es unvor
stellbar, dass die Beschwerdeführerin in der Färberei mit Kälte und
Wärmeein
flüssen
sowie mit intensiver Fuss- und Handtätigkeit arbeiten könnte. Auch eine Teilzeitarbeit käme überhaupt nicht in
Frage. Eine andere Tätigkeit sei allein aus körperlichen Gründen im Moment auch nicht vorstellbar, dazu kämen noch sprachliche Probleme (
Urk.
8/2/2).
3.2.2
Gestützt auf diese medizinische Aktenlage (
Urk.
3.2.1) sprach die
Beschwer
degeg
nerin
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
4.
April 2002 ab dem
1.
November 2001 eine ganze Rente der Inval
idenversicherung zu (
Urk.
8/5).
3.3
3.3.1
Dem – im Rahmen des Revisionsverfahrens ein
geholten – Bericht von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Al
lgemeine Innere Medizin, vom 8.
Dezember 2014
zu Händen der Beschwerdegegnerin
können folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf
ähigkeit entnommen werden (Urk.
8/28/2):
(
1) rheumatoide Arthritis
,
vor allem Befall der Füsse und Hände,
(
2) sensibl
e Polyneuropathie an den Füssen sowie
(
3) depressive Verstimmung
. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde
n
eine arteri
elle Hypertonie,
ein
Status nach
Hepatits
A sowie
ein
Status nach dreimaligen Episoden mit Druckanstieg der Tachykardie festgehalten.
Die
Prognose
bezeich
nete
Dr.
B._
als stationär
bis verschlechtert
(Urk.
8/28/2
-3
).
3.3.2
Dem
RAD-
Untersuchungsbericht von med.
pract
.
Z._
vom 1
0.
Juli 2015
(Urk. 8/36) kann
im Wesentlichen
F
olgendes
entnommen werden
:
Das Ausklei
den
sei
flüssig im Stehen
erfolgt
, teilweise mit Festhalten am Mobiliar ohne Trickbewegungen, das Ankleiden
sei
flüssig zum Teil im Sitzen
erfolgt
. Beim Aus- und Ankleiden
seien
keine Störungen der Feinmotorik auf
gefallen. Das Ö
ffnen und Schliessen der Kleidung
(Knöpfe und Reissverschluss)
sei
mühelos
gelungen
(
Urk.
8/36/4).
Bei der klinischen Untersuchung habe sich ein weitgehend
blander
Befund gezeigt. Es hätten sich keine klinischen Hinweise auf Entzündungen und Schwellungen der grossen oder kleinen Gelenke gefunden. Die durchgeführte Laboruntersuchung habe die Diagnose einer
seropositiven
rheumatoiden Arthri
tis mit stark erhöhtem Anti-CCP Wert gezeigt. Die Entzündungswerte seien unauffällig, was den klinischen Eindruck bestätige. Das klinisch unauffällige Erscheinungsbild der Gelenke
lasse
auf eine sehr gute Compliance für die Rheuma-Therapie schliessen. Dem aktuellen Arz
tbericht von Dr.
B._
seien
keine klinischen Befunde zu entnehmen, er
habe
lediglich
berichtet
, dass
die Beschwerdeführerin
über anhaltende Schmerzen klag
e
. Funktionsstörungen der Gelenke
habe
er nicht mit
geteilt
. 2004
habe
Dr.
A._
(Allgemeinmedizin)
berichtet
, es bestünden Beschwerden des rechten Handgelenks, des MCP V und des PIP II rechts sowie Probleme des rechten Kniegelenks.
Er
habe
berichtet,
als Medikation
nehme die Beschwerdeführerin
zusätzlich zur jetzt immer noch fort
geführten Therapie mit
Arava
und Kortison täglich
Vioxx
ein
.
Dr.
A._
habe
im November 2001 über
Schwellungen der Gelenke
berichtet
. D
amals
hätten
dem Bericht zufolge auch deutliche Entzündungszeichen im Labor
bestanden.
Aus medizinischer Sicht
sei
unklar, seit wann der Therapieerfolg, wie er sich jetzt zeig
e
,
eingetreten
sei. Dr.
B._
behand
le
die Beschwerdeführerin
seit 200
8.
Auch 2009
habe
er mit
g
eteilt
, der Gesundheitszustand sei unverändert,
als Medikation
habe
er die auch heute noch gültige Medikation an
gegeben (
Urk.
8/36/8)
.
Aus medizinischer Sicht sei es wahrscheinlich, dass mindestens seit 2009 ein unveränderter Gesundheitszustand bestehe. Die von Beginn an berichtete sensible Polyneuropathie der Beine habe bei der aktuellen Untersu
chung nicht nachvollzogen werden können. Es hätten sich keine Symptome für diese Diagnose gefunden. Mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, insbesondere solche mit überwiegender Belastung der Handgelenke und über
wiegender Geh- und Stehbelastung sowie Kälte-/Nässe-Exposition sollten ver
mieden werden (
Urk.
8/36/9).
Bei der 47-jährigen Wäschereimitarbeiterin
sei
anhand der vorliegenden medizi
nischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 23.
Juni
2015 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtig
e
. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Wäschereimitarbeiterin besteh
e
0
%
Arbeitsfähigkeit seit
November 200
0.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht
seien
körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände
,
daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten
über 5 kg und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspru
chung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände weiterhin zu 80
%
zumutbar. Die Einschränkung der A
rbeitsfähigkeit
erg
ebe
sich aus einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf. Der Gesundheitszustand ha
be
sich hinsichtlich der Aktivität der Polyarthritis
gebessert
, dies
seit 2009 im Vergleich zu 2004
gemäss dem
Bericht
von
Dr
.
A._
(
Urk.
8/36/9
)
.
3.3
.3
Dr.
B._
hielt in seinem
(Einwand-)
Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 4. September 2015 (
Urk.
8/40) fest,
die Einschätzung von med.
pract
.
Z._
, wonach die Beschwerdeführerin wieder zu 80
%
arbeitsfähig sein soll und aktu
ell kaum körperliche Einsc
hränkungen nachweisbar seien, sei ohne jegliche diagnostische Abklärung und ohne rheumatologisches Gutachten erfolgt. Bei der Beschwerdeführerin sei bereits im Jahr 2005
durch Dr. med. C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und
Allgemeine Innere
Medizin,
eine
erosive
Veränderung an den Füssen festgestellt worden.
Sie
klage
trotz Schmerzmitteleinnahmen
(
inklusive
Arava
20 mg
)
über Schmerzen.
Am 2
1.
September 2015 habe sie eine Verlaufskontrolle bei
Dr.
C._
. Er
Dr.
B._
empfehle eine Stellungnahme einer Fachärztin resp. eines Fach
arztes für Rheumatologie für diesen komplexen Fall.
D
as g
anze Gutachten
von med.
pract
.
Z._
basier
e
n
ur auf ihre
m
klin
i
schen Untersuchungsbe
fund
. Es sei
seines Erachtens nicht aussagekräftig genug
(
Urk.
8/40/1)
.
3.3.4
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom
2
3.
September 2015
zu Händen des Hausarztes der Beschwerdeführerin
folgende Diagnosen fest (
Urk.
8/45/1):
wenig
erosive
,
seropositive
rheumatoide Arthritis, Erstdiagnose ca. 1999 (M05)
Schilddrüsenunterfunktion im Rahmen der Autoimmunerkrankung, seit ca. drei Monaten substituiert
CSS bei Steifstellung der HWS und muskulärer
Dysbalance
Er
sei von der Beschwerdeführerin und ihrem Anwalt als Hausarzt um eine rheu
matologische Standortbestimmung gebeten worden. Die Beschwerde
führe
rin sei mehrheitlich durch
Dr.
B._
betreut worden. Er selber habe sie vor ca.
fünf Jahren das letzte Mal gesehen und erstmals zystische Veränderungen im Fussskelett beschrieben.
Er habe angeraten, sie engmaschig zu kontrollieren unter dem DMARD (
disease-modifying
anti-
rheumatic
drugs
)
Arava
.
Zur Untersuchung vom 2
1.
September 2015 führte
Dr.
C._
aus, die 48
jährige Beschwerdeführerin sei in gutem Allgemein- und Ernährungszu
stand. Der
Gänslen
-Test sei nur grenzwertig positiv für Hände, negativ für die Füsse. Sämtliche Gelenke
würden
keine Schwellung, keine Rötung, keine
Ü
ber
wärmung
und
keine Deformation
zeigen. Es sei auch
k
eine
Tenosynovitis
oder Bursitis diagnostizierbar.
Zudem bestünden l
eichte Schmerzen in
den
Schu
l
ter
gelenken bei
ant
. und seitlicher Elevation.
Diese seien
unspezifisch ohne typ
i
sche
Impingement
-Zeichen.
Die
H
üfte
n
würden beidseits eine
normale Beweg
lichkeit mit leichten Schmerzen lumbal
zeigen
.
Die
HWS
-
Beweglichkeit
sei mässig reduziert
in Bezug auf
die
Rek
l
ination
mit KSA 15,2cm.
Die
Rotation
sei
bland
.
Die
Kopfprotrakt
i
on
erfolge
mit m
ä
ssiger BWS
-
Kyphose.
Dr.
C._
notierte zur
LWS
sodann
:
„
Lumb. Schober 10,14
cm
,
FBA 5
cm, seitlich Bewe
gung
bds
.
ca
12 cm mit Schmerzangabe lumbal.
“
Die
Muskeleigenreflexe (
MER
)
der
oberen Extremitäten sei
en
normal, im Bereich der
unteren Extremitäten sei
en
sie beidseitig nicht auslösbar, die
Kraft
der unteren Extremitäten sei
aber normal
(
Urk.
8/45/2)
.
Zu den bildgebenden Befunden
(konventionelles Röntgen im ZRK am 23. Sep
tember 2015)
notierte
Dr.
C._
folgendes
:
LWS
ap
/se
itli
ch: Gen
.
Osteo
penie
der gesamten LWS
,
mä
ssig ausgeprägte deg
enerative
Veränderungen der
Inte
rvertebral
gelenke
L4/5 und L5/S1
,
Bandscheibenfächer
altersentspre
chende
Oste
o
chondrose
;
Becken
pa
stehend
:
Gen
.
Osteopenie
des
Beckenske
lettes
, ins
beso
n
dere
prox
.
H
ü
ft
be
reich
,
Hüftgelenk alter
s
entsprechend normal
, ISG vor allem
apika
l
unregelmässig und unscharf begrenzt, v
or allem
rechts,
caudal
weniger auff
ä
llig
, insgesamt kein sicherer entzündlicher
Befall des IS
G
;
Hände und Füsse
beidseitig
dv/schräg
:
Keine
erosiven
Veränderungen im Bereich der
Hände
, 2
grosse Knochenzysten im distalen
Metatarsa
l
e
2 und 4 links und 2 und 3 rechts ohne Durchbruch ins Gelenk
, a
lle MTP Gelen
ke intakt, GSP Weite regelrecht;
HWS
ap
/sei
tli
ch
:
Ste
i
fstellung.
“
Schaltknochen" im
inter
vertebralen
anterioren
ligamentären
Bereich HWK 5/6 und 6/7, D
ifferentialdi
agnose
Parasyndesmophyten
,
Bandscheibenfächer und
I
nterverte
b
ralgelenke
alter
s
ent
sprechen
d
ohne
Befund
(
Urk.
8/45/2)
.
Sodann hielt
Dr.
C._
zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin f
est
: „S
eit ca
.
15 Jahren diagnostizierte, wenig
erosiv
ver
l
aufende, RF posit
ive
RA unter DMARD
Arava
20
mg und
NSAR seit Jahren, stabiler Verlauf.“
Die
Beschwerdeführerin gebe
Schmerzen i
m Nacken
,
in den Schul
tergelenke
n
un
d lumbal an, die nicht direkt mit der rheumatoide
n
Arthritis
im Zusammenhang st
ünden. Das Labor zeige
keine systemische, humora
l
e
E
n
t
zündungsak
tivität
unter der Basisbehand
l
ung mit
Arava
. Diese w
e
rd
e
von der
Beschwerdeführerin
gut ertragen. Das konventionelle
Rx
von Händen, Füssen, HWS, LWS und Beckenske
l
ett zeig
e
ausser entz
ün
d
lichen
Zysten in
vier distalen
Metatarsalia
m
it Randsklerose ohne Durchbruch und ohne Zerstörung der zuge
hörigen MTP Gelenke mit vollständig normalem Handskelett, dass die DMARD
-
Therapie mit 20
mg
Arava
eine sehr gute Wirkung entfa
l
te
t habe
. Die
Beschwerdeführerin
ha
be
seit ca. 10 Jahren nicht mehr extern gearbeitet und eine
ganze
I
V-
Rente zugesprochen erhalten. Im Haush
a
lt ha
be
sie Arbeiten ver
richtet,
sei
aber gut von ihren Angehörigen unterstützt
worden.
Eine
ganze
I
V
Rente
sei
bei diesem sehr guten Ver
l
auf schwierig aufrechtzu
erh
alten bzw. ver
tretbar. Klinisch und anamnesti
s
ch schein
e
die
Beschwerdeführerin
durch die
rheumatoide Arthritis
in ihrer Ak
tivität
leicht eingeschränkt zu sein. Daneben scheinen muskuläre Probleme im HWS
-
und LWS
-
Bereich zu bestehen bei aller
dings nur
l
eichten deg
enerativen
Veränderungen. Sie
k
ö
nn
e
sicher keiner nor
malen Arbeit meh
r nachgehen
. In
eine
r
angepasste
n
, sitzende
n
Tätigkeit sei sie aber sicher
zu
50
%
arbeitsfähig (Urk.
8/45/2-3).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist
vorliegend
, ob im anspruchserheblichen tatsächlichen Sachverhalt eine Veränderung eingetreten ist.
Die
mit der Beschwerdeführerin befassten
Ärzte
sind sich einig, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung der angestammten Tätigkeit als
Betriebsmit
arbeiterin
in einer Wäscherei seit November 2000 aufgrund ihrer rheumatischen Leiden (
seropositive
rheumatoide Arthritis) nicht mehr zugemu
tet werden kann (vgl. E. 3.2-3
.3
).
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach sich der Gesund
heitszu
stand der Beschwerdeführerin im Jahr 2009 verbessert habe und ihr nun
mehr eine angepasste Tätigkeit wieder zu 80 % zumutbar sei, auf den RAD
Be
richt von med.
pract
.
Z._
vom 10. Juli 2015
(Urk. 8/36)
sowie den Bericht
von
Dr.
C._
vom 2
3.
September 2015 (
Urk.
8/45)
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin rügte zunächst, die Beschwerdegegnerin habe im
Ver
wal
tungsverfahren
ihre Verfahrensrechte
(Mitwirkungsrechte,
Verfügungs
pflicht
, Gehörsrechte, Anspruch auf ein faires Verfahren, Recht auf neutralen Gutachter)
verletzt, indem sie direkt zum RAD-Untersuch eingeladen worden
und
ihr
keine
Gelegenheit zur Stellungnahme
zur Gutachterin
oder zu Ergän
zungsfragen
gegeben worden sei. Zudem fehle eine
Verfügung mit
Rechtsmit
telbelehrung und
das
Gutachten
sei ihr auch nicht
vor Erlass der angefochtenen Verfügung
zur Stellungnahme zugestellt worden
. Darauf ist
vorab
einzugehen
(vgl.
Urk.
1
S. 6-9
)
.
4.2
.2
Es
ist festzu
halten
, dass es sich bei einem RAD-Untersuchungsbericht nicht um ein Gutachten im Sinne von
Art.
44
ATSG handelt. Das Bundesgericht stellte auch in seiner jüngsten Rechtsprechung klar, dass RAD-Berichte
versiche
rungs
interne
Dokumente sind, die von Art. 44 ATSG nicht erfasst werden, wes
wegen die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln bei der Einholung von RAD
Be
richten keine Wirkung entf
alten (
Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4
; vgl. Ueli
Kieser
, ATSG Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 43 N 20
). Dieser Grundsatz hat auch vorliegend Gültigkeit mit der Folge, dass die B
eschwerdegegnerin nicht verpflichtet war, bei der Einladung
der Beschwerdeführerin
zur RAD-Untersuchung die für die Anordnung einer Begut
achtung durch versicherungsexterne Experten massgebenden Grundsätze gemäss
Art.
44 ATSG
(vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4)
zu beachten. Ausgegli
chen wird die Formlosigkeit der Anordnung einer Untersuchung durch
versi
cherungsinterne
Ärzte dadurch, dass deren Berichten nur schon bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beweiswert abzusprechen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.2).
Sodann
wurde der
Beschwerdeführerin im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
Akteneinsicht gewährt und es
stand
ihr offen, eine Stellungnahme abzugeben.
Aus dem Einwand vom 14.
September 2015 (
Urk.
8/41)
wird
zudem
klar
ersichtlich
, dass die Beschwerdeführerin bereits vor
dessen
Eingabe Kenntnis des RAD-Untersuchungsberichts hatte.
Die Besc
hwerdegegnerin stellte ihr
sodann
am
23.
September 2015
d
ie
gesamten
IV-Akten
(
Urk.
8/1-41
)
zur Kenntnis
nahme
zu (
Urk.
8/42).
4.3
4.
3
.1
D
ie Beschwerdeführerin
brachte
vor, d
ie
für den RAD tätige med.
pract
.
Z._
verfüge nicht über die notwendigen Fachkenntnisse
, wes
halb nicht auf den RAD-Untersuchungsbericht abgestellt werden dürfe
.
4.3.2
Hierzu
ist festzuhalten
,
dass m
ed.
pract
.
Z._
über einen
Facharzt
titel in Orthopädischer Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
verfügt
(vgl. www.doctorfmh.ch)
.
Wie die Beschwerdegegnerin
dies
bezüglich
richtig ausführt
e
, ist nicht ersichtlich, weshalb med.
pract
.
Z._
nicht in der Lage gewesen sein soll, die Beschwerden der Beschwerdeführerin kompetent zu beurteilen, denn i
hre Fachkompetenz erstreckt sich auch auf rheumatologische Leiden wie
die vorliegende
seropositive
rheumatoide Arthritis, zumal Gegen
stand der Rheumatologie - als Teildisziplin der Inneren Medizin - (chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates sind, was u.a. auch auf die Orthopädie zutrifft
(Urteile des Bundesgerichts 9C_203/2010 vom 2
1.
September 2010 E. 4.1
und
9C_547/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E. 4.1)
.
4.4
4.4.1
Der
RAD-Bericht
von med.
pract
.
Z._
beruht
auf einer persönlichen fach
ärztlichen
Untersuchung
(inklusive Laboruntersuchung,
Urk.
8/33-34)
und berück
sichtigt die vo
n der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden (Ziff. 1 S. 1). Sodann wurde er in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vor
akten
(Ziff. 9 S. 8) erstattet. Weiter leuchtet er in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge ein, und die vorgenommenen Schlussfolgerungen sind ausführlich und nachvollziehbar begründet.
Der Untersuchungsbericht von RAD-Ärztin
Z._
vom 1
0.
Juli 2015
erfüllt insofern die
rechtsprechungs
gemässen
Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
–
durchaus (vgl. E. 1.5).
4.4.2
Die von
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 2
3.
September 2015 – unter anderem in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der glei
chentags durchgeführten Röntgenaufnahmen der HWS, der LWS, des Beckens sowie der Hände und Füsse – gemachten Feststellungen stimmen im Wesentli
chen mit denjenigen von RAD-Ärztin
Z._
überein und bekräftigen
auf
grund der nachfolgenden Erwägungen
deren Schlussfolgerungen
(vgl. E. 4.5)
.
4.4.3
Die Berichte von
Dr.
B._
vom
8.
Dezember 2014 und
4.
September 20
15 (Urk.
8/28 und
Urk.
8/40) vermögen diese
Schlussfolgerungen
nicht in Frage zu stellen, da er nicht über einen Facharzttitel in Rheumatologie oder Orthopädie
verfügt,
s
eine Einschätzung
en
nicht
eingehend
begründet
,
diese nicht nachvoll
ziehbar
sind
, er keine
objektiv-eigenen
Befunde nennt
und sich lediglich auf die subjektiven Aussagen der Beschwerdeführerin
zu
stütz
en scheint
. Im Zu
sammenhang mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
B._
ist im Übrigen daran zu erinnern, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.5
4.5.1
Mit Blick auf die zu prüfende Verbesserung des Gesundheitszustands ist festzu
halten, dass
gemäss
Bericht von
Dr.
A._
vom 2
7.
November 2001
im Juni 1998
noch
Synovitiden
am MCP II rechts und P
I
P 1, 3 und 4 links sowie am Handgelenk und rechten Ellbogen vor
lagen
und die Grundgelenke der Zehen 2
4 rechts
schmerzhaft
waren
.
In der Folge
standen
laut
Dr.
A._
bezüglich der Schmerzen
–
bei
einer Verschlechterung der Gesamtsituation
seit 2000
– wech
selnd die Hände und Füsse im Vordergrund (
im November 2001:
Schmerzen im
Vorfuss
links und rechts, mit Schwellung,
Schmerzen vor allem im dritten Fin
ger rechts und im rechten Ellenbogen
). Die BSR
habe
36, die CRP
28
b
etragen, und auch der Rheumafaktor sei mit 82 Einheiten klar positiv gewesen (
Urk.
8/2/2).
Im Unterschied zu
Dr.
A._
im Jahr 2001 stellte der Rheumatologe Dr.
C._
im September 2015
–
wie bereits
RAD-Ärztin
Z._
im Juni 2015
(
Urk.
8/36/5-8) –
fest,
dass das Labor keine systemische, humorale
Entzün
dungs
aktivität
unter der Basisbehandlung mit
Arava
zeige und in sämtli
chen Gelenken keine Schwellungen, keine Rötung, Überwärmung und/oder Defor
mation sowie keine
Tenosynovitis
und/oder Bursitis vorhanden seien. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der b
ildgebenden Abklärungen äusserte der Rheumatologe
sodann, dass – wie off
enbar bereits fünf Jahre zuvor -
zysti
sche Veränderungen im Fussskelett bestünden, jedoch ohne Durchbruch ins Gelenk. Im Bereich der Hände bestünden keine
erosive
n
Veränderungen.
Dr.
C._
kam zum - nachvollziehbaren - Schluss, dass die DMARD-Therapie mit
Arava
eine sehr gute Wirkung entfaltet habe. Sodann wies
Dr.
C._
darauf hin, dass im Bereich der Wirbelsäule muskuläre Prob
leme bei
alters
ent
sprechenden
leichten degenerativ
en Veränderungen vorlägen (Urk. 8/45/2-3). Demgemäss
gab die Beschwerdeführerin
–
im Unterschied zum
Vergleichs
zeit
punkt
2001
– nunmehr das Vorliegen von Schmerzen im Bereich des Nackens sowie der Schultergelenke und lumbal an.
4.5.2
Es ist somit, trotz zwar
im Wesentlichen
gleic
h
gebliebener
Diagnosen
, jedoch
aufgrund von
veränderten
und vor allem weniger ausgeprägten
Befunden, ins
besondere auch der nunmehr fehlenden Entzündungsaktivität, eine
anspruchs
relevante
Veränderung des medizinischen Sachverhaltes im Sinne einer Eig
nung, zu einer abweichenden Beurteilung des Rentenanspruches zu führen, als ausgewiesen zu erachten. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist daher das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen
. Unter diesen Umstän
den darf und soll
der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und voll
ständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere
Invalidi
tätsschätzungen
ermittelt werden
(BGE 141 V 9 E.
5.
3 und E. 6.1)
.
4.6
Laut der Beurteilung von RAD-Ärztin
Z._
vom 1
0.
Juli 2015 sind der Beschwerdeführerin aus versicherungsmedizinischer Sicht
heute
körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforde
rungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heb
en und Tragen von Lasten über 5
kg und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (
Stielwerk
zeuge
, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände zu 80 % zumutbar, wobei sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf ergebe (
Urk.
8/36/9). Diese Beurteilung von RAD-Ärztin
Z._
vom 1
0.
Juli 2015 (vgl. E. 3.3.2) ers
cheint angesichts der weitestgehend übereinstimmenden Befunderhebung durch med.
pract
.
Z._
sowie
Dr.
C._
plausibel und
nachvollzieh
bar.
Dr.
C._
nahm zur Arbeitsfähigkeit
nicht abschliessend Stellung
. Seine Einschätzung einer sicherlich vorliegenden 50%igen Arbeitsfähigkeit steht derjenigen der RAD-Ärztin
allerdings nicht entgegen
, weshalb auf die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit durch die RAD-Ärztin und das betreffende Belastungsprofil abgestellt werden kann
.
4.7
4.7
.1
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, es liege ein unvollständig abge
klärter Sachverhalt vor, kann ihr nicht gefolgt werden.
4.7
.2
Gemäss Aktenlage hat
-
einzig
-
der Hausarzt
der Beschwerdeführerin
in seinem Ber
icht vom 8. Dezember 2014 (Urk.
8/28) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine depressive Verstimmung und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach dreimaligen Episo
den mit Druckanstieg und Tachykardie genannt (
Urk.
8/28/2). Mit Blick auf die
von
Dr.
B._
postulierte
Einschränkung de
r
Arbeitsfähigkeit aus
psychischen
Gründen
ist festzuhalten
, dass nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichtes
leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidi
vierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht
fallen
, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeu
tisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indi
zierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Abgesehen davon, dass es sich bei einer „depressiven Verstimmung“ nicht um eine nach ICD-10 eingestufte psychische Störung
und
bei psychiatri
schen Beschwerdebildern um für
Dr.
B._
fachfremde Diagnosen handelt,
würde vorliegend
mangels fachpsychiatrischer
Behandlung resp.
Therapierung der depressiven Symptomatik selbst eine fachärztlich festgestellte depressive Störung
(noch)
nicht als invalidenversicherungsrechtlich massgebend erachtet
, weshalb sich we
itere psychiatrische Abklärungen erübrigen. Bezüglich der
genannten
kard
iologischen Beschwerden kam Dr.
B._
selbst
zum Schluss, diese hätte keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb sich weitere Abklärungen
auch insoweit
erübrigen.
4.8
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass
die
Beschwerde
führerin
in der angestammten Tätigkeit zwar
weiterhin
nicht arbeitsfähig ist,
zufolge eines wesentlich verbesserten Gesundheitszustands jedoch
in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
–
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
(E.
4.6)
–
zu
mindest
seit
Ju
n
i 2015
(RAD-Untersuchung)
wieder
eine
80%ige Arbeitsfähig
keit
besteht
.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Leistungs
fähigkeit
.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothe
tischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
-
ander
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
gegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.2.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.2.5
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienst
aussichten
sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die
Invaliditätsbe
messung
ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den kon
kreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I
273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsange
bote
, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hin
weisen).
5.3
Da die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten nach Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a
IVV
grundsätzlich frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolgt und die rentenaufhebende Verfügung vom
2.
November 2015
datiert, ist die Bemessung des Invaliditätsgrades für das Jahr 201
5
vorzuneh
men.
5.4
Vorliegend ist für die Bemessung des
Valideneinkommens
– mangels genügen
der Substantiierung des Einkommens als Wäschereimitarbeiterin
(vgl.
IK-Aus
z
ü
g
e:
Urk.
8/13,
Urk.
8/16,
Urk.
8/21, Urk. 8/26
sowie Arbeitgeberfragebogen:
Urk.
8/3
) –
zugunsten der Beschwerdeführerin
auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen.
Somit ist
aufgrund der Ausbildung
der
Beschwerdeführerin
vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten im Umfang von Fr.
4
‘
112
.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige Total, Anforderungsniveau 1) auszugehen.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Ar
beitszeit im Jahr 201
5
von 41.7 Stun
den pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statis
tik BFS,
betriebs
übliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche,
TOTAL)
sowie der Nominallohnentwicklung für Frauen bis ins mass
gebliche Jahr 201
5
(Indexstand 2
630
[201
2
] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumen
tenpreise
und der Reallöhne von
1939 bis 2015) ergibt sich ein
Validenein
kommen
von Fr. 52‘536.45 (Fr. 4‘112.--
: 40 x 41.7 x 12 : 2
630 x 2686
).
5.5
Z
ur Bestimmung des Invalideneinkommens
ist mit der Beschwerdegegnerin eben
falls
ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Aus medizinischer Sicht ist
die Beschwerdeführerin im allgemeinen
Arbeits
markt zu 80
% arbeitsfähig
, weshalb ihr
ein breites Tätigkeitsspektrum offen
steht
(vgl. E.
4.5
). Mangels
abge
schlossener Berufsausbildung
ist für die Bemessung des
Invalideneinkom
men
s
ebenfalls
vom Tabellenlohn für
einfache und repetitive Hilfsarbeiten im Umfang von Fr. 4‘112.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige Total, Anforderungsniveau 1) auszugehen.
Unter Berücksichtigung der
betriebs
üblichen
Ar
beitszeit im Jahr 201
5
von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundes
amt für Statis
tik BFS,
betriebs
übliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche,
TOTAL)
sowie der
Nominallohnentwick
lung
für Frauen bis ins mass
gebliche Jahr 201
5
(Indexstand 2
630
[201
2
] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumen
tenpreise
und der Reallöhne von 1939 bis
201
5
)
ergibt sich bei einem zumut
baren
Arbeits
pensum
von 8
0 % ein Jahreseinkommen von Fr.
42‘029.15
(Fr. 4‘
112
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
630 x 2686 x 0.8
).
5.6
Mit Blick auf einen Leidensabzug ist zu beachten
, dass d
er Umstand, dass die grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige Versicherte krankheitsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist (grösseres Pausenbedürfnis), keinen weitergehenden Abzug
rechtfertigt
, der über die Berücksichtigung der eingeschränkten Leis
tungsfähigkeit und damit des Rendements hinausgeht (Urteil des Bundesgerichts 8C_710/2014 vom 1
2.
Mai 2015 E. 4.2)
.
Jedoch wird das noch mögliche
Tätig
keitsspektrum
an zumutbaren Verweisungstätigkeiten insbesondere aufgrund der laut RAD-Ärztin bestehenden Beeinträchtigungen im Bereich der Hände eingeschränkt
. Von daher liesse sich die Vornahme eines leidensbedingten Abzuges rechtfertigen
. Weitere Abzugsgründe sind nicht gegeben. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verfügung erst 48 Jahre alt war,
werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
Hilfsarbei
ten
grundsätzlich altersunabhängig
nachgefragt (Urteil des Bundes
gerichts I
376/05 vom
5.
August 2005 E. 4.2).
Auch nimmt die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (AHI
1999 177 E. 3b S. 181), weshalb mit Blick auf das Kompetenzniveau 1
auch eine lange Betriebs
zugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen verm
öchte
(Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hin
weisen).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als
invaliditätsfremder Faktor eben
falls unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Insgesamt erscheint daher
ein Le
idensabzug von
maximal
10
%
angemessen
.
5.7
Folglich ergibt sich ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 28
%
([
Fr.
52‘536.45
– (
Fr.
42‘029.15 x 0.9)
] :
Fr.
52‘536.45
).
6.
A
nzumerken
bleibt
, dass ein allfälliger Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht Gegenstand des Verfahrens ist,
da
darüber in der angefochtenen Verfü
gung nicht entschieden wurde. Es steht der Beschwerdeführerin
jederzeit
offen, bei der Be
schwerdegegnerin ein Gesuch um Gewährung
berufliche
r
Mass
nahme
n
zu stellen. Soweit die Beschwerdeführerin mit dem Antrag auf Durch
führung einer Berufsabklärung bei der BEFAS eine (allfällige) mangelnde Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit rügt, ist ihr nicht zu folgen, da auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
durchaus
Stellen vorhanden sind, welche ihrem Zumutbarkeitsprofil entsprechen
(vgl. E. 5.2.
5
)
.
Zudem ist vorliegend grund
sätzlich von
einer
zumutbaren Selbsteingliederung der Beschwerdeführerin aus
zugehen, da sie weder
bereits
das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt noch seit 15
Jahren eine Rente bezogen hat (vgl. Urteil des Bundesgericht
9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3).
7.
Die
mit der
angefochtene
n
Verfügung
vorgenommene Rentenaufhebung
ist dem
nach nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
8
00.-- als angemes
s
en. Ausgangsgemäss ist diese der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.