Decision ID: c5df3329-0aaa-49b8-927d-4a2a637db304
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1983 geborene
X._
war
als Praktikant
in einem 100
%
Pensum
bei der
Y_
AG als Coiffeur
angestellt und dadurch bei der
Allianz Suisse
Versi
cherungs
-Gesellschaf
t
(Allianz)
obligato
risch unfallversichert. A
m
22.
August 2008
stürzte
er
auf einer Treppe
,
worauf er Schmerzen
a
n
Becken und Bein
verspürte
(Unfallmel
dung vom
8.
Oktober
2008
,
Urk.
7
/1
S.
2
). D
ie
Allianz
er
brachte
in der Folge ihre
Leistungen
(Taggeld und Heilbehandlung)
. Mi
t Schrei
ben vom 1
2.
Februar 2010
teilte die Allianz mit, dass die weiterhin geklagten Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Unfall
ereignis
vom 2
2.
August 2008 zurückgeführt werden könn
t
e
n
, weshalb si
e keine weiteren Leistungen
erbringe
(
Urk.
7/37).
Am 1
0.
Juni 2011 wurde beim Ver
sicher
ten eine Hüftarthroskopie links durchgeführt (
Urk.
7/78 S.
4 f.).
Mit Verfügung vom 1
4.
März 2013 lehnte die Allianz
die Übernahme von
Versi
cherungsleis
tungen betreffend die
nach der Hüftarthroskopie
aufgetre
tenen psy
chi
schen
Beschwerden
mit der Begründung
ab,
es feh
le an einem
Kausalzu
sammen
hang
(
Urk.
7/108).
Auf Einsprache des Versicherten hin (Urk. 7/115)
erliess die Allianz
am 17. April 2014
eine neue
V
erfü
gung und
stellte
die
Ver
sicherungsleistungen mit Wirkun
g ab 1
5.
August 2011 ein
(
Urk.
7/143).
Zur
Begründung
verwies
sie
auf eine Expertise der MEDAS
Z_
vom
2.
April 2014 (
Urk.
7/141) und hielt
am Wegfall der natürlichen Kausalität zufolge
Erreichen
s
des Status quo sine
per 15.
August 2011 fest.
Die
hiegegen
am
21.
Mai 2014
erhobene Einsprache (
Urk.
7
) wies die
Allianz
mit
Einspracheent
scheid
vom
5
.
August 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte am
1
5.
September
2014 Beschwerde und bean
tragte, der
Einspracheentscheid
vom 5. August 2014
sei aufzuheben und es sei
en
die
ihm zustehenden
Versicherungsleistungen (Unfalltaggelder und Heil
be
handlungen) zuzusprechen.
Des
Weiteren beantragte er,
es
sei
ihm
mit Wirkung ab
1.
Juli 2011 eine Rente zuzusprechen
bzw.
er sei auch aus soma
tischen Gründen zu berenten. Eventualiter sei ein medizinisches
Gerichtsgut
achten
in die Wege zu leiten
,
subeventualiter
sei
die Sache zwecks Einholens eines medizinischen Gutachtens
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S.
2
). In der Beschwerdeantwort vom
2
0.
Oktober 2014
schloss die
Allianz
auf Abweisung der Beschwerde
soweit auf sie einzutreten sei
(
Urk.
6
).
Am
3.
November 2014 zog der Beschwerdeführer s
einen Antrag auf die Durch
führung einer öffentlichen Verhandlung zurück (
Urk.
8).
Mit Replik vom 4.
Dezem
ber 2015 (Urk. 11) und Duplik vom 8. Januar 2015 (Urk. 15) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
ll
versicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
2.1
Die
Beschwerde
gegn
erin
stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt, gestützt auf d
ie
Expertise
der MEDAS
Z_
vom
2.
April 2014
habe
der Unfall vom 2
2.
August 2008
lediglich vorübergehend zu einer Beein
trächtigung geführt und Mitte August 2011 sei der Status quo sine wieder er
reicht worden.
Aus
psychiatrischer Sicht würden
keine Anhaltspunkte für ein
en
Zusammenhang zwischen dem Arbeitsunfall vom 2
2.
August
2008 und dem Auftreten einer psychischen Erkrankung
bestehen
(
Urk.
2 S. 9 f.).
Die psy
chische Erkrankung könne auch nicht durch die unfallbedingt
e
Behandlung –
in
casu
den
hüftarthroskopischen
Eingriff in
Narkose
- verursacht worden sein
. D
ie Gutach
ter der MEDAS
Z_
hätten folgerichtig
die paranoide Schizo
phre
nie als unfallfremde, interkurrente Erkrankung anerkannt. Selbst wenn von einem na
türlichen Kausalzusammenhang zwischen
dem Eingriff und
der psy
chischen Erkrankung auszugehen
w
äre,
müsste
die Adäquanz
verneint werden
, da nach dem
gewöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung eine dauerhafte psychische Erkrankung durch eine Narkose nicht als allgemein begünstigt erscheine
(
Urk.
6 S. 6
f.
; Urk. 15 S. 4 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer
macht
e
demgegenüb
er
geltend,
auf
grund des
orthopädi
schen Teilgutachten
s
der MEDAS
sei
zwar
von einem Status quo sine per Mitte August 2011 auszugehen. Indes sei
aufgrund der orthopädi
schen Diagnosen
die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in seiner
ange
stamm
ten Tätigkeit
als Coiffeur nicht schlüssig nachvollziehbar
.
Durch die
Be
schwerdeg
egnerin
wäre abzuklären gewesen, ob bei weiterhin be
stehender ein
ge
schränkter Restarbeitsfähigkeit als Coiffeur der Beschwerdefüh
rer eine
Er
werbseinbusse
erlitten hätte, welche zu einem Rentenanspruch führen würde.
D
ie Gutachter
hätten auch
schlüssig und nachvollziehbar begründet, dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierte kontinuierliche paranoide Schi
zophrenie nicht in einem unmittelbaren Kausalzusammenhang
zu
m Unfallereignis v
om 2
2.
August 2008 steh
e
. A
us dem Gutachten
gehe aber
hervor, dass der Be
schwerdeführer unmittelbar nach dem operativen Eingriff vom 2
0.
Juni 2011
bzw.
der erfolgten Anästhesie im Rahmen des operativen Eingriffes an ei
ner
aku
ten polymorphen psychotischen Störung mit Angstsymptomen gelitten habe
. Die
sich
daraus entw
ickelte paranoide Schizophrenie, die nun derart invalidi
sierend sei, dass der Beschwer
deführer sowohl in angestammter
wie
auch
in
ange
passte
r
Täti
gkeit
nicht mehr arbeitsfähig
sei, habe zur „vollen“
Berentung
durch die
Invalidenversicherung geführt.
D
ie Operation vom 20.
Juni 2011
sei
eine notwe
ndige Heilbehandlung gewesen
und die psychische Erkrankung
sei
durch diesen Eingriff ausgelöst
worden, weshalb
diese als mittelbare Unfallfolge im Sinne von
Art.
6
Abs.
3 UVG zu qualif
izieren
sei
(
Urk.
1 S. 8 ff.). Letztlich gehe
es
auch
um die Frage, ob die beim Beschwerdeführer durchgeführte Voll
narkose angesichts des psychischen Vorzustandes lege
artis
durchgeführt worden sei
, wozu ein fachspezifisches medizinisches Gutachten einzuholen sei (
Urk.
11 S. 10 oben).
3.
3.1
Dr.
med.
A_
, Facharzt für Allgemeine Medizin
FMH
,
berichtete
im Aus
zug aus der Krankengeschichte
vom 1
5.
September 2008
über
die
Erstbehand
lung
des Beschwerdeführers
am selben Tag
. Er
wies
auf
einen Sturz vor
3 Wo
chen
hin
,
bei dem
der Beschwerdeführer
ausgerutscht und auf die linke Seite gestürzt
sei. S
either
verzeichne
er
Schmerzen über dem T
ro
chanter
major
, so dass er seine Arbeit nach einigen Stunden abbrechen müsse. Objektiv
vermerkte der Arzt
Druckdolenzen
über dem
T
rochant
er
major
links. D
ie
Hüftbeweg
lichkeit
beschrieb er
als bestens
. I
m Röntgenbefund wies er auf
fehlende
ossäre
Läsionen hin und vermerkte,
es sei
wohl nur eine heftige Kontusion gewesen.
Er attestierte dem Beschwerdeführer a
b 1
5.
September
2008 eine Arbeitsunfähig
keit
von 50
%
und verordnete Analgesie NSAR
(
Urk.
7/9 S. 4).
3.2
Im Bericht des
B._
vom 2
6.
September 2008 wurde
n
aufgrund des am gleichen Tag angefertigten MRI der
linken
Hüft
e
eine re
gelrechte Artikulation im Hüftgelenk beidseits,
ohne
K
n
o
chenmark
soedem
, s
ymmetrische Weichteile, kein
p
o
s
t
kontusionelles
Weichteiloedem
, eine regel
rechte Rundung des
Femurkopfes
und
eine
unauffällige Darstellung des Lab
rums sowie eine
vermehrte Flüssigkeit in der B
u
r
sa
ilio-pectinea
rechts fest
gehalten. In der Beurteilung wurde auf eine unauffällige Darstellung der linken Hüfte ohne Korrelat für
die
Beschwerden und auf eine leichte Bursitis
ilio-pecti
nea
recht
s
hingewiesen (
Urk.
7/11 S. 2).
3.3
Dr.
med.
C._
, FMH orthopädische Chi
rurgie, wies im Bericht vom 14.
Novem
ber 2008
auf einen Status nach Hüftkontusion links mit Trochanter-Irritation und
Musculus
piriformis
-Syndrom links nach
Sturz
am 2
2.
August 2008 hin. Er hielt fest, der als Coiffeur im elterlichen Geschäft arbeitende Be
schwerdeführer
sei vor dem Geschäft ausgerutscht und direkt auf die Hüfte ge
stürzt. Aufgrund von starken Schmerzen, vermehrt am Nachmittag und bei län
gerem Stehen, habe er zwischenzeitlich nicht mehr arbeiten können. In seiner Beurteilung vermerkte der Arzt, seiner Meinung nach handle
es sich um eine traumatische B
u
r
sa über dem Trocha
n
ter mit zusätzlicher
Myogelose
und Ver
härtung des
Musculus
piriformis
. Er
verordnete Physiotherapie und Elektrothe
rapie und
das Auflegen von Olfen-Pat
ches und wies darauf hin, aus seiner Sicht bestehe kein
e
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/7 S. 2
f.).
3.4
Dr.
med.
D._
,
Rheumatologie und Innere Medizin FMH
, wies im Bericht vom 1
1.
März
2009 aufgrund eine
r
Beckenübersichtsaufnahme und
eine
r
Sono
grafie der Hüfte
auf fehlend
e
Hinweise für eine traumatische
ossäre
Läsion hin.
Er vermerkte
ein
e
normale statische und dynamische
Hüftgelenkskonfigu
ration
, ohne
intr
aarticulären
Erguss
und ohne
Kapselaufreibung
beidseits
und eine
unauf
fäl
lige
p
articuläre
Muskulatur.
Im Bereich der Bursa
trochanterica
bestehe keine Flüssigkeitsansammlung mehr
,
wie dies
noch
im
MRI-Befund vom Septem
ber 2008 angegeben w
o
rde
n sei
. In seiner Beurteilung
wies
der Arzt
auf
eine grosse Diskrepanz zwischen dem ausgeprägten subjektiven Leidensdruck
und den vollständig fehlenden B
efunden hin und
dass er sich das aktuelle Beschwerdebild
nicht mehr
mit dem durchgemachten Sturz im August 2008 erklären könne.
Eine Arbeitsunfähigkeit als Coiffeur bestehe nicht
,
und er habe dem Beschwer
deführer ab 1
1.
März
2009 eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt (
Urk.
7/27 S. 2 f.).
3.5
Dr.
med.
E._
von
der Insurance Medical Consulting
hielt
als beraten
de
r
Arzt der Beschwerdegegnerin im
Bericht vom 1
0.
Februar 2010
fest, es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. B
eim Unfall sei es zu keinen
ossären
Verletz
ung
en ge
kommen.
Weder im Röntgenbild noch im MRI hätten sich abnorme Befunde er
heben lassen, die die Beschwerden erklären könnten.
Die K
ontusion der B
u
r
sa
trochanteric
a
könne lange Beschwerde machen
, aber auch bei gross
zügigster Inte
rpretation sei der Unfall nach einem
Jahr
dafür
nicht mehr mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit verantwortlich zu machen (
Urk.
7/36 S. 2)
.
3.
6
Im
Z
eugnis vom 2
3.
März 2011 hielt
der Allgemeinmediziner
Dr.
A_
fest, der Beschwerdefüh
rer sei seit dem Unfall im August 2008 als Coiffeur nur
zu
50
%
ar
beitsfähig. Für eine körperlich leichte Tätigkeit mit möglichst viel sitz
ender Po
sition bestehe hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Da das
Leiden keine Besserungstendenz zeige, befürwo
rte er eine Umschulung (
Urk.
7/3
8 S. 3).
3.7
Dr.
med.
F._
, leitende
r
Arzt a
m
G._
,
wies im
Bericht vom
3.
Mai
2011
auf ein
Arthro
-MRI der Hüfte links vom 2
8.
April 2011
hin
. Er hielt fest, wie vermutet zeig
t
e
n
sich ein ausgedehnter Labrumabriss mit
Irregularitäten im randständigen Knorpel
anter
o
-s
uperior, eine korrespon
die
rende
Off-set Störung
und zusätzlich eine Rissb
ildung
antero
-superior an der Basis des Labrums. Er empfehle eine Hüftgelenksarthroskopie (
Urk.
7/43 S. 3).
3.8
Im Protokoll
des
G._
über den Spitaleintritt am
9.
Juni 2011 wurde festgehal
ten, der Beschwerd
eführer sei
nun
viel ruhiger
;
er sei
sehr nervös
gewesen
,
und das
so sehr, dass er zu seinem Haus
arzt
gegangen sei
und
Lexotanil
ver
schr
i
e
ben bekommen habe
. Der Beschwerdeführer könne nicht sagen
,
wovor er Angst habe.
Er b
efürchte
,
das
s
etwas schie
f gehen könnte (
Urk.
7/126 S. 12).
3.9
I
m Operationsbericht
des
G._
vom 1
5
.
Juni
2011
wurde
auf die am
10.
Juni
2011
durchgeführt
e
Hüftarthroskopie links mit
Labrum
d
ébridement
und
Pfannen
randtrimming
sowie
Kopf-Schenkelhals
Retaillierung
anterolateral
durch
den
Operateur
Dr.
F._
hin
gewiesen
(
Urk.
7/78 S. 4 f.).
3.10
Im Austrittsbericht des
G._
vom 1
2.
Juni 2011 beschrieben die Ärzte einen komplikationslosen
peri
- und postoperativen Verlauf mit einer raschen Verbes
se
rung der Beschwerdesymptomatik unter begleitender analgetischer Therapie (
Urk.
7/78 S. 2 f.).
3.11
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt FMH für Allgemein- und Unfallchirurgie
,
nannte
in seinem Aktengutachten vom 1
6.
Juni 2011 zu Hä
nden der Beschwerdegegnerin die Diagnosen eines
post
traumatischen
Labrumriss
es
im Hüftgelenk links
, eine
Femoro-acetabuläre
Impingement
-Konstellation
am Hüftgelenk links,
eine
Reiz
darm-Symptomatik
mit vegetativer Dystonie
sowie
eine Tendenz zur
Hy
per
la
xi
tät
und
Dekonditionierung
.
Er wies darauf hin, d
ie geltend gemachte
Gesund
heitsschädigung
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise
Folge des Unfalls vom 2
2.
August
200
8.
Aufgrund der Akten bestehe kein symp
tomatischer Vorzustand. Unklar bleibe
,
weshalb das wenige Tage nach dem
Un
fallereignis
angefertigte MRI die Labrumläsion nicht gezeigt habe
. Diese Frage
könne allenfalls geklärt werden
,
indem die Bilder
einverlangt
wü
rden
(
Urk.
7/48)
.
3.12
Die Ärzte der
I._
vermerkten im
Kur
z
aus
trittsbericht
vom
1.
Juli 2011
über die
Hospitalisation
vom 27. Juni bis 1. Juli
2011
die Di
agnosen einer
akute
n
polymorphe
n
psycho
tische
n
Störung mit
Angst
symptomen
(ICD-10 F 23.1) mit akutem Beginn nach einer
Hüftgelenks
arthros
kopie
am 2
0.
Juli 20
11
(richtig
1
0.
Juni
2011)
bei
vor
bestehenden
ängstlich-
vermeidenden Persönlichkeitszügen und Status nach traumatischem Erlebnis mit
ca. 18 Jahren (Opfer von Gewalt). In ihrer Beurtei
lung wiesen sie darauf hin,
dass
nach einem ersten ambulanten Gespräch am 2
5.
Juni 2011 der Eintritt des Beschwerdeführers in Begleitung der Eltern
erfolgt
sei
. S
eit einer Operation vor ein
er Woche bestehe ein ängstlich-wahnhaftes
Zustandsbild.
Sie hielten fest, eine leichte Wahnstimmung sei beschrieben wor
den und unter anxiolytischer Therapie hätten sich die Schlafstörungen gebessert und die Ängste abge
nom
men (
Urk.
7/52).
3.13
Dr.
F._
wies im Bericht vom 1
2.
Juli 2011 auf die sechs Wochen zuvor am 1
0.
Juni
2011 durchgeführte Hüftarthroskopie l
inks mit
Labrumdébridement
,
Pfannenrandtrimming
und Kopf-Schenkelhals
Retaillierung
antero
lateral
hin. Von Seiten der linken Hüfte hielt er einen sehr guten Verlauf fest und ver
merkte
,
der Patient sei praktisch beschwerdefrei. Im Röntgenbefund des Beckens
ap
sowie der Hüfte axial links vom 1
1.
Juli 2011 beschrieb er eine sehr schöne
Korrektur und keine Offsetstörungen mehr. In seiner Beurteilung vermerkte er, der Beschwerdeführer werde bereits vom
I._
zu
100
%
arbeitsunfähig geschrie
ben. Aus rein hüftorthopädischer Sicht wäre eine nichtbelastende Büroarbeit wieder zu 100
%
durchführbar
, jedoch
könne der Beschwerdeführer
eine be
las
tende Tätigkeit, wie
eines
Coiffeur
s
nicht ausüben (
Urk.
7/56).
3.14
Der Unfallchirurg
Dr.
H._
äusserte sich in seinem Bericht vom 1
1.
August 2011
zum vorgenommenen
direkten Vergleich der beiden MRI vom 2
6.
Septem
ber 2008 und vom 2
8.
April 201
1.
Er wies darauf hin, dass die Labrumläsion bereits im MRI vom 2
6.
September 2008 zur Darstellung gekommen sei
und der natürliche
Kausal
zusammenhang mit de
m
Unfallereignis mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bejaht werden müsse (
Urk.
7/62).
3.15
I
n
der Krankengeschichte
des
I._
vom 1
6.
August 2011
wurde die Beur
teilung von
Dr.
med.
J._
aufgrund eines Ho
lt
er
-
EKG
vom 1
1.
August 2011
fest
gehalten
.
Er wies
auf fehlende
Hinweise für ei
ne kardiale
Emboliequelle
oder eine
strukturelle Herzerk
rankung
,
eine Trichterbrust
und
echokardiograp
hisch unauffällige Befunde hin (
Urk.
7/71 S. 4 unten).
3.1
6
Die leitende Psychologin
lic
. phil.
K._
und der mitunterzeichnende Chef
arzt
Dr.
med.
L._
vo
m
I._
wiesen im neuropsychologischen Untersu
chungsbericht vom 24
.
Oktober 2011 auf eine deutliche Beeinträchtigung der mnestischen Funktionen hin. Es liege eine Lern- und Merkfähigkeitsschwäche, eine schwere Abruf- und Wiedererkennungsstörung und eine
Altgedächtnis
schwäche
vor. Die kognitive Flexibilität sei einge
schränkt und es zeige sich eine ausgeprägte Konzentrationseinbusse un
d eine allgemeine Verlangsamung
. Die Befunde seien vereinbar mit einem
posthypo
xischen
Syndrom (Hypoxie des Hippo
campus). Die vorbestehende
Hirnrei
fungsschwäche
(POS) könne den Be
schwer
defüh
rer vulnerabel gemacht haben.
Lediglich
d
ifferentialdiagnostisch
zogen sie in Betracht
,
dass
die Narkose wegen einer
vorbe
stehenden
Vulner
abilität eine psychotische Störung ausgelöst
habe
(
Urk.
7/69 S. 4 ff.).
3.17
Oberarzt
Dr.
m
ed.
M._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
N._
vom
I._
v
ermerkten im Bericht vom 1
3.
Dezember 2011, der Beschwerdeführer erscheine bislang regelmässig und zuverlässig
in Begleitung seines Vaters
zu den ver
ein
barten ein- bis zweiwöchent
lichen Terminen. In der Anamnese
wiesen
die Ärzte
auf
ein
hyperaktives/aggressives Verhalten
und
auf
Konzentrationss
törungen
(schnell abgelenkt) hin; deshalb
erfolgten
”
Termine im
O._
.
Diagnose POS
”
.
Ungefähr als Achtzehnjähriger
sei er Opfer eines plötzlichen gewalttätigen An
griffs abends im Ausgang geworden, mit den Folgen einer aufgeplatzte
n
Lippe und Zahnverlust, sodass eine Kieferoperation nötig
wurde,
wobei eine
Zahnim
plantation
erst drei Jahre später möglich
gewesen sei
.
Die Ärzte wiesen auf
Hüft
schmerzen links und Behinderungen beim Gehen seit dem Jahr
2008
hin
,
hielten eine Hüftoperation mit Vollnarkose
im
Juni
2011 fest und vermerk
ten, vorher hätten Befürchtungen/Ängste bestanden.
Z
ur Mutter
habe er gesagt
: „Hoffent
lich sehen wir uns noch einmal“ (
Urk.
7/72).
3.18
Der Operateur
Dr.
F._
wies ein Jahr postoperativ im Beri
cht vom 2
0.
Juni 2012 auf einen flüssigen
hinkfreien
Barfussgang, ein negatives Trendelenburg-Zeichen und eine Flexion
/Extension von 90-0-0° und eine Aussen-/
Innen
ro
tation
von 50-0-30° hin. Im Röntgenbefund hielt er eine sehr schöne Korrektur am Kopf/Schenkelhalsübergang
,
ohne
heterotope
Ossifikationen
fest und ver
merkte
,
der Beschwerdeführer sei absolut beschwerdefrei und habe keine Schmer
zen (
Urk.
7/97 S. 3).
3.19
Dr.
med.
P._
, FMH Psychiatrie
und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 3
0.
November 2012 eine or
ganische wahnhafte/
s
chizophreni
forme
Störung
nach Operation und
stellte
die Verdachtsdiagnose
ein
es
p
osthypoxische
n
Syn
drom
s
. Er vermerkte neben einer ausgeprägten Angstsymptomatik auch
eine
stark
agora
phobische
Vermeidung und ein
en
pa
ranoide
n
Wahn mit Befürch
tungen
verfolgt und umgebracht
zu werden. Aktuell sei
keine Arbeitsfähigkeit
,
auch
nicht in
ange
passte
r
Funktion
,
denkbar
. Die Prognose beurteilte der Arzt als ungünstig (
Urk.
7/101).
3.20
Die Ärzte der MEDAS
Z_
diagnostizierten
im Gutachten vom
2.
April 2014 (
Urk.
7/141 S.
3 ff.)
als H
auptdiagnosen mit Einschränkung
der
zu
mut
bare
n
Arbeitsfähigkeit
eine
kontinuierliche
paranoide
Schizophrenie (ICD-10
F20.0
0), einen
débridierten
Labrumriss
an
der
linken Hüfte
(ICD-10
S73.1)
und
ein
f
emoroazetabuläres
Impingement
mit
Retaillierung
(ICD-10
M24.3 und Q
65.8
;
S.
62 des Gutachten)
.
A
us neurologischer Sicht
hielten sie
unter
dem Hinweis auf fehlende Funktionsstörungen
mit Auswirkung auf das berufliche Leistungs
vermögen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit und ebenso eine
100%ige Arbeits
fähig
keit
aus internistischer Sicht fest
.
Aus ortho
pädischer Sicht
wiesen die Ärzte darauf hin,
dass
der Beschwerdeführer heute mit ziemlicher Sicherheit die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Coiffeur wieder ausüben
könne
.
Vollschichti
g
aus
führbare Tätigkeiten dürften kein häufiges Knien
und kein wiederholtes Treppensteigen erfordern, da dabei die
Knorpelbelbelas
tung
der Kniescheibe zu Beschwerden führe. Übrige Tätigkeiten seien aus Sicht des Bewegungsappar
a
tes
vollumfänglich durchführbar.
Es bestehe e
ine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in angest
ammter wie auch in allfälliger
körperadaptierte
r
Tätigkeit
aufgrund der psychotischen Störung aus dem schizo
phrenen
For
menkreis
(S. 65 f.).
Zur Frage der Kausali
tät antworteten die Gutachter, i
nsge
samt sei
es
eher unwahr
schein
lich, dass die paranoide Schizophrenie eine Folge des Unfalls vom 2
2.
August 2008 sei (S. 68).
4.
4.1
Aus den vorliegenden
medizinischen
Akten
erhellt, dass
eine
psycho
tische
Stö
rung aus dem schizophrenen Formenkreis
den Beschwerdeführer
daran
hindert
,
einer Erwerbstä
tigkeit nachzugehen.
D
urch die medizinischen Berichte
ist im Weiteren
belegt
, dass die
psychische Störung nicht
in direktem Zusammenhang mit dem
Sturz
er
eignis
vom 2
2.
August 2008 steh
en kann
. Dies wird
denn
auch
vom
Beschwer
deführer anerkannt
(
Urk.
1
Ziff.
2.6
Abs.
2)
und
erscheint auf
grund des
zeitlichen Ablauf
s
nachvollziehbar
;
d
ie Diagnose
einer
akut gewor
denen
polymorphe
n
psychotische
n
Störung mit Angstsymptomen
wurde
rund drei Jahre später,
erstmals im Bericht der
I._
vom
1.
Juli 2011
,
festgehalten
(E
.
3.12
hievor
).
In der
I._
hatte sich der Beschwerdeführer vom 2
7.
Juni bis
1.
Juli 2011 aufge
halten (
Urk.
7/52).
S
oweit der Beschwerdeführer auf
einen Kausalzusammen
hang
zwischen der in Vollnarkose durchgeführten Hüftarthroskopie
(
vom 1
0.
Juni 2011
)
und der
danach
aufgetretenen psychischen Störung
hinweist, ist akten
kun
dig, dass
er
bereits
kurz
vor der Hüftarthroskopie
erhebliche
Angs
tsympto
me
zeigte (E.
3.8 und
E.
3.17
hievor
)
. Aktenkundig ist auch, dass
er
bereits früher unter Ängsten gelitten hat
te
,
was
zum Beispiel
nach anfänglicher
Mili
tärdienst
tauglichkeit
die spätere Einteilung in
den Zivildienst
erforderlich machte
(MEDAS-Gutachten S.
36
Ziff.
5.2.3,
Urk.
7/141).
Aktenkundig ist
im Weiteren
ein
frühkindliche
s
hirnorganische
s
Psychosyndrom, welches
die MEDAS-Gut
ach
ter als
Vulnerabilität für die
spätere psychotische Störung
ansahen
.
Anhalts
punkte für
e
in
posthypoxisches
Syndrom
konnten
in Würdigung der
medizini
schen Unterlagen
(Operationsprotokolle)
nicht gefunden
werden. Die
MEDAS-
Gutachter beurteilten einen solchen Zusammenhang
nachvollziehbar
als
”
vage Hy
pothese
”
, die durch keinen organischen
Befund objektiviert wer
den könne
(Gutachten S.
39 oben).
Hinweise auf einen Narkosezwischenfall oder andere plausible medizinische Anhaltspunkte, die dafür sprechen könnten, dass die
Hüftarthroskopie
in Vollnarkose nicht lege
artis
durchgeführt
worden wäre und
zur psychischen Störung
ge
führt
hätte
,
wie dies
(
erstmals in der Replik
)
geltend gemacht
wurde (
Urk.
11 S. 10 oben)
,
ergeben sich nicht.
4.2
Aus dem Gesagten folgt, dass die psychotische Störung weder
in Bezug auf das
Sturzereignis vom 2
2.
August
2008 noch
in Bezug auf die in
Vollnarkose durch
geführte
Hüftarthroskopie vom 1
0.
Juni 2011
in einen natürlichen Kausal
zusammenhang gebracht werden kann.
Hieran ändern
die
Kausalitätsüberle
gungen
in
der Beschwerdeschrift (
Urk. 1.
S.
10
) nichts,
die
sich im Wesentlichen auf die
Formel
„
post
hoc ergo
propter
hoc“ redu
zieren,
nach deren Bedeutung
eine
gesundheitliche Störung
bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht
gilt
, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ge
nügt indes
rechtsprech
ungs
gemäss
nicht für die Annahme eines
rechtserheblichen
Kausalzusam
menhangs (BGE 119 V
335
E. 2b/
bb
). D
ie Angaben, wonach der Beschwerdeführer
erst seit dem
operativen Eingriff vom 2
0.
Juni 2011 (richtig 1
0.
Juni
2011) an invali
disierenden Beschwerden leide
,
sind
für sich
allein
nicht von Relevanz
und gemäss vorstehenden Ausführungen
(E.
4.1
)
im Übrigen
auch nicht
richtig, be
stand doch die Angstsymptomatik bereits vor der Operation.
Damit aber ent
fällt die Massgeblichkeit des Unfalls
bzw. der Heilbehandlung
für
das Vorhan
densein der
besagten
gesundheitlichen Beeinträchtigung.
4.3
In der obligato
rischen Unfallversicherung setzt
die Zusprechung einer Inva
liden
rente zunächst eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit voraus (
Urk.
2 mit Hi
nweis auf BGE 115 V 133 E.
2). I
m Falle einer vollumfänglich
krank
heits
be
dingten
Erwerbsunfähigkeit
kann somit
kein natürlicher Kausalzusam
men
hang zwischen dem Unfall und der dadurch bedingten Arbeits- oder
Er
werbs
un
fähigkeit mehr bestehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_630/2007 vom 1
0.
März 2008
E. 5.2 mit Hinweisen und E. 5.3). Anders gesagt gilt vorliegend spätestens ab
Eintritt in die
I._
a
m
2
7.
Juni 2011
Folgendes: Denkt man das
Unfall
er
eignis
vom
2
2.
August 2008
bzw.
die Hüftarthroskopie vom 1
0.
Juni 2011
weg, so entfiele die Arbeitsunfähigkeit nicht, da der Beschwerdeführer
an einer psy
chischen Störung
leidet und ber
eits aufgrund dieser Krankheit
keine
Arbeits- bzw.
Erwerbsfähigkeit mehr gegeben ist. Die Frage, ob der Beschwerdeführer ohne diese Erkrankungen unfallbedingt arbeits- und erwerbsunfähig wäre, kann offen bleiben, da dieser Kausalitätsverlauf nicht eingetreten ist. Der Unfall wurde als mögliches auslösendes Ereignis der Arbeitsunfähigkeit durch die Erkrankungen gleichsam überholt (
vgl. vorerwähntes
Urteil des Bundesgerichts 8C_630/2007 vom 1
0.
März
2008 E.
5.2 mit Hinweisen). Demzufolge ist der
Fall
abschluss
ohne
Rentenzuspre
chung
mit Wirkung ab 1
5.
August 2011
infolge Wegfalls der natürlichen K
ausalität nicht zu beanstanden.
4.4
Die MEDAS-Gutachter
hielten
aus
orthopädische
r Sicht
die
Tätigkeit
als Coif
feur
selbst
unter Berücksichtigung
,
dass diese Tätigkeit
fast ausschliesslich
s
te
hen
d
auszuüben
ist
, für vollschichtig
zumutbar
(Gutachten S. 48
).
In der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S.
7 f
.)
wurde
moniert
, zwar sei von einem Status quo sine per Mitte August 2011 aus
zugehen;
i
ndes sei die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit im Rahmen der an
gestammten Tätigkeit vom
Teilgut
achter
nicht schlüssig und nachvollziehbar beantwortet worden.
Dies insbeson
dere deshalb nicht, weil der orthopädische Teilgutachter sich nicht im Einzelnen mit dem Belastungsprofil des Berufes eines Coiffeurs auseinandergesetzt habe. Es müsse darauf hingewiesen werden, dass man im Beruf als Coiffeur den gan
zen Tag, also
während
8 bis 9 Stunden
,
stehend arbeiten müsse. Es frage sich mithin, ob der Beschwerde
führer in einer solchen Tätigkeit in der Tat den gan
zen Tag soll
e
arbeiten können.
Aufgrund der medizinischen
Akten
(vgl. insbesondere E.
3.18
hievor
)
ergeben sich keine
Anhaltspunkte
dafür
, dass der Beschwerdeführer dem
Belastungs
profil
einer Tätigkeit
als Coiffeur nach
(
komplikationsloser
)
Arthroskopie
am linken Hüftgelenk
nicht oder nur reduziert genügen könnte
.
Wie es sich
damit
letztlich
genau verhält
,
kann
aber
offen bleiben
,
da
die
Arbeitsfähigkeit in
einer anderen angepassten
Tätigkeit nichts
ändert
e (vgl. E. 4.3
hievor
)
.
4.5
Angesichts der klaren Aktenlage sind von weiteren Beweismassnahmen (etwa der Einholung eines Gutachtens) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung
;
BGE
136 I 229 E.
5.3,
124 V 90 E. 4b).
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat, weil zwischen der fraglichen psychischen Störung und dem
Ereignis vom 2
2.
August 2008
bzw. der
Hüftarthroskopie vom 1
0.
Juni
2011
k
ei
n natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Demzufolge ist die Beschwerde abzu
weisen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos (
§
33
des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
GSVGer
in Verbindung mit
Art.
1 UVG und
Art.
61
lit
. a ATSG). Den Versicherungsträgern und Gemeinwesen steht der Anspruch auf Ersatz der Parteikosten in der Regel nicht zu (
§
34
Abs.
2
GSVGer
; vgl. auch BGE 112 V 356 E. 6). Vorliegend besteht kein Grund, von diesen Grundsätzen abzuweichen, weshalb der Beschwerdegegnerin keine Prozessentschädigung zuzusprechen ist.