Decision ID: 8a522922-d314-4283-976f-d8d94b6b994f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971
in Portugal
,
absolvierte keine Berufsausbildung
(
Urk.
8/1/5).
Von 1989
bis 2010
war er in der Schweiz
im Hotelgewerbe
tätig
(
Urk.
8/1/1
,
Urk.
8/5,
Urk.
8/28/10
).
Im Jahr 2017 reiste er erneut in die Schweiz ein (
Urk.
8/28/10). Er arbeitete a
b dem
1.
Mai
2018
als Reiniger für die
Y._
AG (
Urk.
8/1/6).
Laut Unfallmeldung
trug er
am
25. Mai 2018
zusammen mit einem Arbeitskollegen ein Möbelstück eine Treppe hinauf. Dabei stolperte er, machte eine falsche Bewegung und wurde an die Wand ge
drückt (
Urk. 8/3/4, Urk. 8/3/15
).
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
AG wurde
in der Folge
per
2
8.
Juni 2018
aufgelöst (
Urk.
8/1/6).
Am 24. Oktober
201
8
meldete sich
X._
bei der Sozial
versiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf ein seit dem Treppensturz vom 2
5.
Mai 2018 bestehendes subakutes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 links (
Urk.
8/1/6)
zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/
1
, Urk. 8/4
).
Die IV-Stelle zog zu
nächst die Akten der Unfallversicherung bei (Urk.
8/3). Daraufhin
liess
sie am
5.
November 2018
einen Auszug aus dem indi
viduellen Konto erstellen (Urk.
8
/
5
)
. Die IV-Stelle holte sodann die Berichte des Stadtspitals
Z._
vom 1.
Oktober und 22.
November 2018 (Urk.
8/6/7-
12) und
den Bericht von Dr. med.
A._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH,
vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
8/7)
ein. Alsdann erhielt die IV-Stelle zusammen mit dem Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH für Rheumaerkrankungen
, vom 1
5.
Januar 2019
(Urk.
8/8/2-6
)
unter anderem
den Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 2
1.
Oktober 2018 (Urk.
8/8/8-
12)
.
Der
Versicherte
befand sich vom 2
6.
bis 2
9.
August 2019 für ein stationäres Schmerz-
Assessement
im
Zentrum D._
(
Urk.
8/41/5-11).
Der behandelnde Psychiater des Ver
sicherten, Dr. med.
E._
, FMH Psychiatrie & Psychotherapie, erstat
te
te
der IV-Stelle a
m 24. November 2019 einen Verlaufsbericht (
Urk.
8/37)
. Am
27./28. No
vem
ber 2019
nahm
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, zertifizierter medizinischer Gutach
ter SIM, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
gestützt auf die
Akten eine ver
sicherungs
medizinische Beur
teilung vor (
Urk.
8/39/7-9). Gestützt auf diese RAD-Stellung
nahme und ihren Einkommensvergleich vom
6.
Dezember 2019
(
Urk.
8/38) kündigte
die IV-Stelle dem Versicherten m
it Vorbescheid vom
selben Tag
an
,
dass sie
einen Rentenanspruch verneinen
werde (Urk. 8
/
40
).
Dagegen erhob
der Versicherte
am
2
4.
Januar 2020
Einwand (
Urk.
8/45). Nach der Prüfung des Einwandes wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
mit Verfügung vom 13. Februar 2020 wie vorbeschieden ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 1
6.
März 2020 Beschwerde und beantragte
, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Februar 2020 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Versicherungs
leistungen auszurichten
(
Urk.
1
S. 2).
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent
gelt
lichen Prozessführung sowie Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsver
treters in der Person von Rechtsanwalt Dominique
Chopard
(Urk. 1 S. 3).
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2020 Gutheissung der Beschwerde (Urk. 7 S. 1, unter Beilage der IV-Akten, Urk. 8/1-55). Sie beantragte, dass ihr Einkommensvergleich (vgl. Urk. 8/38) zu überprüfen und dem Beschwerdeführer gegebenenfalls eine Teilrente zuzusprechen sei (Urk. 7 S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 18. Mai 2020 Unterlagen zur Sub
stantiierung seines Gesuchs um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 10, Urk. 11/2-3) sowie zwei Berichte der
Klinik G._
vom 26. Februar und
23
. März 2020 (Urk. 11/4-5) ein.
2.4
Mit Verfügung vom 2
5.
Mai 2020 wurde dem Beschwerdeführer die unent
geltli
che Prozessführung gewährt und es wurde ihm Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk.
12 S.
3). Mit derselben Verfügung wurde ein zweiter Schriftenwech
sel angeordnet und der Beschwerdegegnerin je eine Kopie von Urk. 11/4-5 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk.
12 S. 3-4).
2.5
Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 3
1.
August 202
0 an seinem Antrag fest (
Urk.
15). Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom
6.
Oktober 2020 Verzicht auf Duplik (
Urk.
18).
Dem Beschwerdeführer wurde eine Kopie dieser Eingabe zugestellt (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeit
sleistung zu erbringen (BGE 145
V
215 E. 5.3.2, 143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2,
E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
1.4.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständi
gengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen
-
zu denen die RAD-Berichte gehören
-
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Ein medizinischer Aktenbericht ist beweistauglich, wenn die Akten ein voll
stän
diges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vor
liegen, damit die berichterstattende Person imstande ist, sich auf Grund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen
(Urteil
des Bundes
gerichts
9C_415/2019 vom 1
4.
Oktober 2019 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung
-
da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert
-
abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
2.2
In der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Februar 2020 führte die Beschwerde
gegnerin aus, die Prüfung durch den RAD habe ergeben, dass dem Beschwerde
führer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reiniger nicht mehr möglich sei
. Eine
angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer unter Beachtung des Belastungs
profils (stressarme, gut strukturierte, leichte Tätigkeit, Tätigkeit in Wechsel
belas
tung, Tätigkeit mit nur geringen interaktionellen Anforderungen) zu 45
%
mög
lich (
Urk.
2 S. 1). Beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditäts
grad von 39
%
. Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liege, bestehe kein Renten
anspruch (
Urk.
2 S. 2).
Mit ihrer Beschwerdeantwort vom 1
2.
Mai 2020 brachte die Beschwerde
gegnerin vor, dass der
Lohn des Beschwerdeführers als Reiniger bei seiner letzten Arbeitsstelle
im Vergleich zum Lohn eines Reinigungs
mitarbeiters gemäss dem Tabellen
lohn nach der Schweizerischen Lohnstruktur
erhebung (LSE) des Bundes
amtes für Statistik
eher
tief gewesen sei. Es müsse deshalb geprüft werden, ob
(beim Einkommensvergleich)
eine Parallelisierung (der
E
inkommen,
vgl.
BGE 134 V 322
E. 4.1, 135 V 58 E. 3.1, BGE 141 V 1 E. 5.4)
vorzun
ehmen sei. Ausserdem könne der
Beschwerdeführer nur noch in einem 45%-Pensum arbei
ten. Deshalb sei zu prüfen, ob dieser Umstand einen Abzug vom Invaliden
einkommen rechtfertigte. Das Gericht werde folglich gebeten, den Einkommens
vergleich zu überprüfen und dem Beschwerdeführer allenfalls eine Teilrente zuzu
sprechen (
Urk.
7 S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass er so
wohl somatisch als auch psychisch erheblich beeinträchtigt sei. Bei ihm würden Ressourcen fehlen. Seine kognitiven Fähigkeiten seien unterdurchschnittlich, an der Grenze zur Minderbegabung. Angesichts dieser Befunde sei eine verwertbare Arbeitsfähigkeit zweifelhaft
(
Urk.
1 S. 5)
.
Es bedürfe keiner weiteren Aus
führun
gen, dass die aktenkundige kognitive Einschränkung im Fall einer erforder
lichen beruflichen Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt stark lohn
min
dernd ins Gewicht falle (
Urk.
15 S. 3).
Die Zumutbarkeitsbeurteilung des RAD ergebe auch in angepassten Tätigkeiten nebst der quantitativen eine qualitative Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Damit sei beim Lohnvergleich zwingend ein Lei
densabzug vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 5)
.
Unter weiterer Berücksichtigung eines «Teilzeitabzugs» sei ein Leidensabzug von mindestens 25
%
ausgewiesen (
Urk.
15 S. 3).
Die resultierende Erwerbseinbusse se
i rentenrelevant (
Urk.
1 S. 5).
3.
3.1
Dr.
A._
stellte bei der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 30. Mai 2018 eine stark verspannte
Lendenwirbelsäulen(
LWS
)
-Muskulatur und eine deut
liche Einschränkung der
LWS-Beweglichkeit fest (Urk. 8
/
3/22
). Er attestierte dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem 25. Mai 2018 eine 100%ige Arbeits
un
fä
higkeit (
Urk. 8/3/5-7
,
Urk. 8/3/22
).
3.2
Nach der MRI-Untersuchung der LWS nativ vom 5. Juni 2018 im Institut
H._
hielt PD Dr. med.
I._
in sei
ner Beurteilung fest, dass keine Hinweise auf Frakturen, traumatisch bedingte Fehlstellungen oder posttraumatische
ligamentäre
Verletzungen vorliegen wür
den. Hingegen bestünden leicht aktivierte
Osteochondrosen
L3/4, L4/5 und L5/S1 sowie mehrsegmentale tieflumbale leicht
gra
dige Spondylarthrosen, eine
diskoli
gamentäre
Tangierung/mögliche Reizung der L4-Nervenwurzel links
rezessal
sowie eine
diskogene
,
extraforaminale
Tangie
rung/mögliche Reizung der austre
tenden L3-Nervenwurzel links, eine linksseitige
diskogene
Tangierung/mögliche Reizung der L5-Nervenwurzel links
rezessal
so
wie eine
mediolaterale
linksseitige Diskushernie L5/S1 mit
diskogener
Bedrän
gung der S1-Nervenwurzel links
rezes
sal
(Urk.
8/3/
2
3
).
3.3
Im Austrittsbericht vom 1. Oktober 2018 zur stationären Behandlung des Be
schwerdeführers vom 18. September bis 1. Oktober 2018 stellten die Ärztinnen und Ärzte des Stadtspitals
Z._
die Diagnosen
lumboradikuläres
Schmerzsyn
d
rom S 1 links sowie Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (
Urk. 8/
6
/
7
). Dazu hielten sie in ihrer Beurteilung unter anderem fest, dass eine vor
gän
gige epidurale Infiltration sowie Physiotherapie
bisher
keine suffiziente Besserung der Beschwerden gebracht hätten. Bei Divergenz der somatisch
-
klinischen Befunde und den durch den Beschwerdeführer beklagten Beschwerden sei eine psy
choso
matische Überlagerung im Vordergrund gestanden (
Urk. 8/6/7-8
).
In ihrem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
November 2018
führten
die Ärztinnen und Ärzte des
Stadtspitals
Z._
sodann aus
,
dass der Beschwerdeführer vom 18.
September bis 1.
Oktober 2018 im Stadtspital sta
tio
när behandelt worden sei. Während de
s
Spitalaufenthalt
s
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk.
8/6/10).
Der Beschwerdeführer leide an aus
geprägten Schmerzen im Dermatom S1 links, teilweise einschiessend, womit die bisherige körperlich strenge Tätigkeit aufgrund der Schmerzen nur noch einge
schränkt durchführbar sei. Zusätzlich bestehe eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, was das Konzentrationsvermögen
sowie die psychische Belastbarkeit des Beschwerdeführers einschränke (
Urk.
8/6/11). Die Arbeit in der bisherigen Tätigkeit (Mitarbeiter in einer Reinigungsfirma) sei nicht empfehlens
wert (
Urk.
8/6/10,
Urk.
8/6/12). Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerde
führer aktuell für maximal 5 Stunden pro Tag mit regelmässigen Pausen möglich (
Urk.
8/6/12).
3.4
Dem
Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 2
1.
Oktober 2018
, betref
fend stationäre Rehabilitation vom 1. bis 21. Oktober 2018,
sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen
(Urk.
8/8/8
)
:
-
Anhaltende erhebliche Einschränkung der Rumpfbeweglichkeit bei
lum
bo
spondylogenem
und mögliche
m
subakutem
lumboradikuläre
m
Schmerz
syndrom S1 links, Erstmanifestation
(EM)
Mai/2018, Erstdiagnose
(ED)
August 2018
-
Belastbarkeitsminderung bei leichter depressiver Episode bei Anpassungs
störung
-
Episkleritis links
ED 1
7.
Oktober 2018
Im Bericht wurde ausserdem festgehalten, zum Ende
der stationären Rehabilita
tion
habe der Beschwerde
führer einen
(nur)
leicht verbesserten Allgemeinzustand gezeigt. Die objektivierbaren Befunde des Bewegungsapparates seien unverändert geblieben.
Bei Austritt sei der Beschwerdeführer ohne Hilfsmittel in und ausser Haus mobil gewesen und habe die Treppen frei überwinden können (
Urk.
8/8/9).
Der Beschwerdeführer bleibe vorerst
zu 100
%
arbeitsunfähig, davon wenigstens 50
%
aus psychiatri
scher Sicht (
Urk.
8/8/10). Es werde eine
Reeval
uation
nach fortgesetzter Therapie in ca. drei Monaten empfohlen (
Urk.
8/8/12).
3.5
In seinem Bericht vom
2
0.
Dezember 2018
hielt
Dr.
A._
zur aktuellen medizinischen Symptomatik und Situation
(letzte Kontrolle am 17.
Dezember 2018) fest, dass der Beschwerdeführer vorwiegend an lumbalen Schmerzen mit
lumboradikulärer
Ausstrahlung S1 links sowie erheblicher Einschränkung der Rumpfbeweglichkeit leide. Zudem bestehe eine depressive Entwicklung bei Anpassungsstörung. Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit als Gar
tenarbeiter seit dem 25.
Mai 2018 und bis auf Weiteres zu 100
%
arbeits
unfähig
(Urk.
8/
7/2
)
. Die Frage, wie viele Stunden pro Tag dem Beschwerde
führer eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei, könne er (Dr.
A._
)
nicht beantworten. Abschliessend hielt er fest, dass die Prognose eher ungünstig sei, sofern es nicht gelinge, den Beschwerdeführer durch
eine
geeignete
psycho
thera
peutische Behandlung aus seiner depressiven Entwicklung mit Chronifi
zierung der Schmerzen zu heben
(
Urk.
8/7
/5)
.
3.6
Der Rheumatologe
Dr.
B._
,
welcher den Beschwerdeführer vom 2
7.
Juli bis 1
4.
November 2018 behandelte,
führte in seinem Bericht vom
1
5.
Januar 2019
aus, dass die Klinik
C._
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
aus
gegangen sei. Zumindest im November 2018 sei eine reale Beurteilung nicht mehr möglich gewesen, da das Verhalten des Beschwerdeführers als nicht mehr adä
quat und funktionell erheblich überlagert zu beurteilen gewesen sei. Aufgrund der damaligen Befunde sei
ihm
eine Stellungnahme
zur Arbeitsfähigkeit
nicht mehr möglich. Dies
beziehe sich auch auf die Prognose. Ob tatsächlich eine depressive Verstimmung vorliege, könne von ihm nicht beurteilt werden (Urk. 8/8/3).
3.7
Dr. med.
J._
, Chefarzt Zentrum für Schmerzmedizin
am
Zentrum
D._
, und
K._
, Physiotherapeutin ZSM, hielten i
n ihrem Schreiben vom 1
5.
Juli 2019
fest
, dass der vom Beschwerdeführer geklagte Hauptschmerz deutliche Merkmale eines zentralisierten und in hohem Masse chronifizierten Schmerzes trage, bei dem die ursprüngliche Ursache deutlich an Wertigkeit verloren habe. Aufrechterhaltend für das aktuelle Schmerzgeschehen
wirkten
konkrete und unspezifische Ängste im Hinblick auf die körperlichen Fähigkeiten, das Erwerbsleben, ausserdem soziale Isolation, fehlende Sprach
kennt
nisse und mangelhafte Integration. Daneben bestehe eine Unsicher
heit bezüglich einer radikulären Nerven
schä
di
gung und
einer damit bedingten mus
kulären Schwäche, welche noch nicht abschliessend abgeklärt sei. In der physio
therapeutischen Untersuchung hätten keine klaren strukturellen Befunde für die Problematik des Beschwerdeführers gefunden werden können
. Eine neurodyna
mische Komponente lasse sich in der heutigen Untersuchung weder ein- noch ausschliessen, da die klinischen Tests nicht immer eindeutig gewesen seien und die Untersuchung sich aufgrund der starken Abwehrspannung des Beschwerde
führers als schwierig erwiesen habe
. Grundsätzlich zeige sich das klinische Bild einer chronischen Schmerz
problema
tik mit einer Schmerz
aus
weitung und einer Sensibilisierung im Bereich der gesamten linken unteren Extremität
(
Urk.
8/28/8).
Im Bericht
vom 1
8.
September
2019 zum Schmerz-
Assessement
im
Zentrum
D._
wurden die folgenden Diagnosen angeführt (
Urk.
8/41/5):
-
Chronische Rückenschmerzen lumbal (ICD-10: M54.4), nicht radikulär, am ehesten nozizeptiv, differentialdiagnostisch myofaszial. EMG: Chronisch neurogene Schädigung der L5- und S1-v
e
rsorgten Muskulatur links.
-
Chronischer Kopfschmerz
bifrontal
(ICD-10: R51), am ehesten unspezi
fisch. Aktuell keine sicheren Hinweise für primären Kopfschmerz
-
Hypästhesie der linken unteren Extremität (ICD-10: R20.1), am ehesten unspezifisch im Rahmen der chronischen Schmerzen
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiven Reaktion (ICD-10: F43.2)
-
Chronische Schmerzstörungen mit somatische
n
und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; Differentialdiagnose: Anhaltende somatoforme Schmerz
störung,
ICD-10: F45.40)
-
Schmerzbedingte Insomnie (ICD-10: F51.0)
-
Verdacht auf schädlicher Analgetika-Gebrauch (ICD-10: F55.2)
-
Sensomotorische Polyneuropathie mit elektroneurographisch rechtsseiti
ger Betonung, unklarer Genese (ICD-10: G62.9)
-
Arbeitsunfähigkeit (ICD-10: Z56)
-
Migrant mit schlechter sprachlicher Integration (ICD-10: Z64.8)
Dazu wurde unter anderem festgehalten, dass bei der neurologischen Unter
su
chung eine ergänzende elektromyographische Untersuchung (
Kennmuskel L5 und S1 links)
erfolgt sei
. Hier zeige sich ein Befund, vereinbar mit einer chronisch-neuro
genen Schädigung L5 und S1 links. Zudem sei zur
differentialdiagnotischen
Ab
klärung der Hypästhesie im Bereich des linken Beines ein
«
Tib
.-SEP
»
zum Aus
schluss einer zentralen Genese durchgeführt worden.
Dies habe beidseits einen auffälligen Befund gezeigt, welcher in Zusammenschau der übrigen elektrophy
siolo
gischen Befunde im Rahmen der Polyneuropathie zu werten sei.
Die rechts
seitige Betonung des
pathologischen Elektroneurographie-Befundes zeige
sich klinisch nicht. Die von interventioneller Seite durchgeführten diagnostischen Wirbelblockaden seien als negativ zu bewerten. Aufgrund der neurologischen Beurteilung sei zunächst eine Blockade der Nervenwurzel S1 links durchgeführt worden. Diese habe initial eine Verschlimmerung der Schmerzen
ergeben
, erst nach etwa zwei Stunden seien sie um knapp 50
%
zurück
gegangen
. Es sei danach eine erneute Blockade der Wurzeln L5 und S1 links vorgenommen worden, wel
che eine leichte Parese des linken Beines zur Folge gehabt habe. Trotzdem sei seitens des Beschwerdeführers eine Schmerzexazerbation beschrieben worden. Aus diesen Erkenntnissen sei von weiteren interventionellen Massnahmen Abstand genommen worden (Urk. 8/41/5).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers finden sich in diesem Bericht keine
konkreten
An
gaben. Es wurde jedoch festgehalten, dass der Beschwerdeführer durch konse
quentes
Training im Rahmen einer graduierten Belastungssteigerung seine Leistungs
fähigkeit bis hin zur Rückkehr in das Berufsleben steigern könne, wenn auch mit tolerablen Restschmerzen (
Urk.
8/41/7).
3.8
Dr.
E._
nannte in seinem Verlaufsbericht vom 2
4.
November 2019 die Diagnose
n (1) depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades (ICD-10: F32.1, F32.2)
,
(2) einfach strukturierte Persönlichkeit (Differentialdiagnose: Min
derbegabung)
sowie
(3)
chronische Schmerzstörung (ICD-10: F45.41). Dazu führte er aus, dass die Diagnosen 1 und 3 einen direkten, die Diagnose 2 einen indirekten Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers hätten. Ihr komorbides Auftreten akzentuiere die Auswirkungen auf das Leiden und er
schwere die Behandlung. Aus rein psychiatrischer Sicht dürfte die Arbeitsun
fähigkeit auf 50 bis 60
%
geschätzt werden. Dazu kämen die rheumatologisch
begründeten Behinderungen. Alle Störungen zusammen betrachtet dürfte ein invalidisierender V
erlauf vorliegen (
Urk.
8/37/1).
3.9
3.9.1
RAD-Arzt Dr.
F._
führte in seiner Stellungnahme vom
27./2
8.
November 2019
als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumbo
sy
pondy
logenes
, teilweise
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 links bei
Diskus
protrusion
L5/S1 mit Kontakt zur S1-Wurzel links, eine depressive Episode, mitt
leren bis schweren Grades (ICD-10: F32.1, F32.2), eine chronische Schmerz
stö
rung (ICD-10: F45.41), sowie einen Verdacht auf unte
rdur
ch
schnittliche Intelli
genz an
(
Urk.
8/39/8).
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung führte
Dr.
F._
aus, dass beim Beschwerdeführer ein längerdauernder Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angenommen werden könne
(
Urk.
8/39/8)
. Die behaupteten subjektiven Beschwerden seien durch radiologische und klinische Befunde nicht umfassend erklärbar
(
Urk.
8/39/8-9)
. Aus rheumatologischer Sicht sei eine leichte körperliche Tätigkeit seit dem Bericht (des Stadtspitals
Z._
) vom 2
2.
Novem
ber 2018 (~
60
%
) täglich zumutbar. Das psychische Zustandsbild sei von depres
siver und Schmerzstörung geprägt
. Eine wesentliche Verbesserung werde durch fehlen
de kognitive und affektive Ressourcen behindert. Diese stünden auch Ein
gliede
rungs
massnahmen im Wege. Aus psychiatrischer Sicht bestünde im Durch
schnitt
eine Arbeitsunfähigkeit von
55
%
(50 - 60
%
). Da in der psychiatrischen Beurteilung mit der chronischen Schmerzstörung die wesent
lichen somatischen Beschwerden berück
sichtigt würden, könne aus versiche
rungs
medizinischer Sicht darauf ab
ge
stellt werden (
Urk.
8/39/9).
Als funktionelle Einschränkung in Bezug auf die bisherige Tätigkeit nannte er eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts. Er formulierte folgendes Be
las
tungs
profil: Tätigkeit mit Heben oder Tragen von Lasten bis zu 10 kg
;
Heben aus der Hocke, Verharren in Zwangshaltungen, repetitive Rumpfdrehung
en und -beu
gungen, kniende, gebückte, vornüber geneigte oder rein stehende Tätigkeiten seien nicht geeignet. Tätigkeiten mit permanentem Zeit- und Termindruck, hohem Publikumsverkehr, Verantwortungsübernahme für Personen sowie Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an Konzentration, Anpassungs- und Umstellungs
fä
higkeit sollten vermieden werde
n. Stressarme, gut strukturierte, leichte Tätig
kei
ten in Wechselbelastung mit nur geringen interaktionellen Anforderungen seien zumutbar (
Urk.
8/39/8).
Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätig
keit als Reinigungsangestellter (Hilfsarbeiter) seit dem 2
5.
Mai 2018 zu 100
%
arbeitsun
fähig. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil habe vom 2
5.
Mai bis 2
1.
November 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 2
2.
November 2018 sei der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 55
%
a
rbeitsunfähig
(
Urk.
8/39/8).
3.9.2
Am 1
0.
Februar 2020 hielt RAD-Arzt
Dr.
F._
sodann fest, dass im Bericht des
Zentrum
D._
vom
1
8.
September
2019 (
Urk.
8/41
/5-11
)
keine wesentlich neuen Diagnosen oder Befunde vorgetragen würden. Es werde auf die überwiegend psychischen Faktoren der Beschwerden hingewiesen und eine Rein
te
gration ins Berufsleben mit leichten Arbeiten im Teilzeitpensum empfoh
len. Dies wide
rspreche seiner Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer zu
45
% arbeits
fähig
sei,
nicht, wes
halb insgesamt an seiner Stellungnahme festge
halten werden könne (Urk. 8/48/2).
3.10
Der Beurteilung im Sprechstundenbericht der
Klinik
G._
,
Wirbelsäulen
chi
rurgie, Orthopädie und Neurochirurgie,
vom 2
6.
Februar 2020 ist zu ent
nehmen, der Beschwerdeführer
leide
seit einem Sturz im Mai 2018 an chronifizierten Schmerzen lumbal mit Ausstrahlung entlang des linken Beins, am ehesten dem Dermatom S1 links entsprechend. Zudem bestehe eine nicht eindeutig
derma
tom
bezogene
Hyposensibilität im linken Bein. In der klinischen Unter
suchung zeige sich neben der erwähnten Hyposensibilität ein positiver Lasègue links ab 40 Grad. Radiologisch zeige sich unter anderem auf Höhe L4/S1 eine
breitbasige
Dis
kusprotrusion
mit leichter
rezessaler
Einengung der L5 Wur
zeln beidseits. Zudem bestehe auf Höhe L5/S1 eine
breitbasige
Diskus
pro
tru
sion
mit
rezessaler
Einen
gung und möglicher Kompression der S1-Wurzel links. Dies könne die ausstrah
lenden Schmerzen sowie die Hyposensibilität im linken Bein durch
aus erklären. Die medikamentöse Analgesie sowie die regelmässige
Physiotherapie
würden
dem Beschwerdeführer aktuell jeweils nur für kurze Zeit helfen. Ebenfalls hätten diverse Infiltrationen keine anhaltende Beschwerdever
besserung gebracht. Den
noch sei als nächster diagnostischer Schritt eine periradikuläre Infiltration der S1 Wurzel links durchzuführen (
Urk.
11/4 S. 2).
Am 2
3.
März 2020 wurde in der
Klinik
G._
, Neurologie, eine kombinierte Infiltration epidural via Hiatus
sakralis
mit Einbezug des
Foramens
S1 nach links unter BV durchgeführt (
Urk.
11/5 S. 1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in medizinischer Hinsicht auf die Stellungnahme von RAD-Arz
t
Dr.
F._
vom 27./2
8.
November 2019
ab
(Urk.
2,
Urk.
8/39/7-9).
Dr.
F._
hielt fest, dass dem Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht seit dem Bericht des Stadtspitals
Z._
, Klinik für Rheumatologie
,
vom 22.
Novem
ber 2018 eine
leichte
körperliche Tätigkeit zu 60
% zumutbar sei (
Urk.
8/39/9). Es muss aber berücksichtigt werden, dass seit dem
1.
Oktober 2018 keine ambulan
ten Kontrollen in der Klinik für Rheumatologie des Stadtspitals
Z._
mehr
erfolgt sind
(
Urk.
8/6/10). Zum weiteren Verlauf ist
den
Akten zu entnehmen, dass
die
Klinik
C._
nach dem stationären Aufenthalt
vom 1. bis 21. Oktober 2018 medizinisch-theoretisch vorerst
von
einer
100%
igen
Arbeits
un
fähigkeit
des Beschwerde
führers ausging
, wovon aber höchstens 50 % auf die
somatischen Ein
schrän
kungen
zurückzuführen seien
(Urk. 8/8/10).
Alsdann hielt der Rheuma
tologe Dr.
B._
in seinem Bericht vom
1
5.
Januar 2019
fest, dass z
umindest im November 2018 eine reale Beurteilung nicht mehr möglich gewesen
sei
, da das Verhalten des Beschwerde
führers als nicht mehr adäquat und funk
tionell erheblich überlagert zu beurteilen gewesen sei
(Urk. 8/8/3).
Diesen Bericht hat Dr.
F._
- soweit ersichtlich (vgl. Urk.
8/39/7-9) - gar nicht gewürdigt. Jeden
falls
ergaben die
Akten,
welche
Dr.
F._
zur Verfügung standen,
aus rheu
matologischer Sicht
bezüglich
Verlauf und gegenwärtigen Status
der allenfalls noch bestehen
den somatischen Ein
schränkung des Beschwerde
führers kein voll
ständiges Bild. Die Voraus
setzun
gen für eine Aktenbeurteilung (E. 1.4.2) waren somit nicht erfüllt.
4.2
Aus den Akten ergibt sich sodann, dass beim Beschwerdeführer auch psychische Einschränkungen bestehen (s. insbesondere den Verlaufsbericht des behandeln
den Psychiaters
Dr.
E._
vo
m 24. November 2019
,
Urk.
8/37
).
Die Stellungnahme
des RAD-Arztes
Dr.
F._
vom
27./2
8.
November 2019
ist
für die
Beurteilung des psychischen Gesundheits
zustande
s des
Beschwerdeführers
ebenfalls
nicht beweis
tauglich
. Als Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
verfügt
er
nicht über die not
wendige
fachliche Qualifikation zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit aus
psychischer
Sicht
.
Dr.
F._
verfasste
in seiner Stellung
nahme
aber
selber
ein
Belastungsprofil betreffend die psychischen Einschränkun
gen des Beschwerde
führers, für welches sich in den vorliegenden Akten
- insbe
sondere im Bericht des
Psychiaters
Dr.
E._
vo
m 24. November 2019
(
Urk.
8/37) -
keine Belege finden lassen
.
Hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit
übernahm der RAD-Arzt
sodann
die Einschätzung des behandelnden Psychiaters (
Urk.
8/37, Urk.
8/39/9),
obwohl dessen Bericht den
allgemeinen und den spezifischen
Anforderungen an eine
psychiatrische
Expertise
(vgl. E. 1.2 und E. 1.4.2)
zweifel
los nicht entspricht und auch
der
Unterscheidung zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag nicht Rechnung getragen wird
(vgl.
BGE 135 V 465
E. 4.5
; Urteile des Bundesgerichts
8C_137/2019
vom 27. Mai 2019 E. 6.1 und
9C_276/2016 vom 19.
August 2016 E.
3.1.1
, je mit Hinweisen
)
.
Eine rechtskon
forme
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich.
4.3
Zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts sowie der Arbeits
fä
higkeit des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin daher ein
polydisziplinäres
Gut
achten
(als
umfassende administrative Erstbegutachtung
, vgl. BGE 139 V 349 E. 3.2)
einzuholen, bei welchem zumindest Ärztinnen und/oder Ärzte der Fach
rich
tun
gen
Rheumato
logie und Psychiatrie beteiligt sind.
Das Gutachten muss
eine Beurteilung nach Massgabe
der Standar
d
indikatoren gemäss der mit
BGE 141 V 281
begründeten Rechtsprechung
ermöglichen
.
5.
Die angefochtene Verfügung vom 13. Februar 2020 (Urk. 2) ist aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie hat die Abklärungen im Sinne der Erwägungen durchzuführen und hernach bezüglich des Renten
an
spruchs des Beschwerdeführers eine neue Verfügung zu erlassen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig
(Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG).
Nach stän
diger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur wei
teren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwer
deführenden
Partei (vgl. BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
Gerichts
kosten
in der Höhe von Fr. 700.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, Zürich, machte von der Möglichkeit zur Einreichung
einer
H
onorarnote (vgl.
Ziff.
1
der Gerichtsverfügung
vom 25. Mai 2020
,
Urk.
12
)
keinen Gebrauch. Seine Entschädigung ist daher nach pflichtgemässen Ermessen
festzusetzen.
Es rechtfertigt sich eine Entschädigung in der Höhe von
Fr.
1'600.--
(inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Prozessentschädigung dem unent
geltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auszurichten.