Decision ID: be10618e-892f-468d-9325-500997dac6e8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, g
eboren 1955,
war
zuletzt
ab
2
6.
April
2011
über die
Y._
AG
temporär
als Kranführer
tätig
(
Urk.
6/10
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7)
.
Unter Hinweis auf
eine Konzentrationsschwäche und schnelle Ermüdbarkeit meldete
er sich
am 2
7.
Juni 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und verneinte n
ach durchge
führ
tem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/33,
Urk.
6/36,
Urk.
6/40
)
mit Verfügung vom
9. Dezember 2013
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/42
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
6.
Januar 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
9.
Dezember 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei ihm
mindestens eine halbe Invalidenrente
zu
gewähren
. E
ventuell sei
eine
polydis
ziplinäre
Abklärung in Auftrag zu geben
.
Weiter
seien ihm geeignete berufliche
Massnahmen, insbesondere Wiedereingliederung, zu gewähren, soweit eine
Rest
arbeitsfähigkeit
auf dem freien Arbeitsmarkt und nach Massgabe der medi
zini
schen Gesamtbeurteilung noch zumutbar sei (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Februar 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 2
4.
Februar 2014
(
Urk.
8) wurde ein aktueller Bericht
der den Beschwerdeführer behandelnden Ärzte
eingeholt und
dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zur Kenntnis
gebracht
.
Am
9.
Mai 2014 nahm der Beschwerdeführer (
Urk.
15) und am 1
0.
Jun
i 2014 die Beschwerdegegnerin (
Urk.
17) Stellung zum eingeholten Be
richt vom 1
3.
März 2014 (
Urk.
10), was der jeweiligen Gegenpartei am 1
3.
Juni 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
beim Beschwerdeführer
in der angestammten Tätigkeit
auf dem Bau
keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe
,
ihm
aber
behinderungsangepasste
Tätig
kei
ten zu 100
%
zumutbar seien
. Bei
der Invaliditätsbemessung
resultiere damit
ein rentenausschliess
ender Invaliditätsgrad von 18
%
(S.
2 oben).
In den
im Rah
men des
Vorbescheidverfahrens
eingereichten m
edizinischen Berichten wür
den
sodann
keine Diagnosen genannt, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit be
gründeten. Es würden Störungen
vorübergehender Natur bei
ungünstigen psychosozialen Verhältnissen besc
hrie
ben
.
Diese
stünden einer vollzeitlichen
Ausübung einer angepassten, leichten
Tätigkeit
nicht entgegen
(S. 2 unten
)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber gel
tend,
sein psychischer und somatischer
Gesundheitszustand
sei ungenügend ab
geklärt
worden
.
Insbesondere lägen keine Berichte der ihn aktuell
wegen psy
chischen Beeinträchtigungen
behandelnden Institutionen
vor
(
S.
2
unten
, S.
3 unten). Bevor über
seinen
Anspruch auf
berufl
iche
Massnahmen
oder
eine
Rente
e
ntschieden werden könne, müsse e
r umfassend abgeklärt werden (
S. 4
Ziff.
2)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Rentenanspruch des Beschwerdeführer
s
und in diesem Zusammenhang die Frage, ob
sich der medizinische Sachverhalt als hin
reichend
abgeklärt erweist und somit eine taugliche
Entscheidgrundlage
bil
det.
In
der angefochtenen Verfügung
wurde
nur über den
Rentenanspruch des Be
schwerdeführers entschieden. B
etreffend die
beschwerdeweise beantragten be
ruf
lichen Massnahmen für den Fall, dass die eventualiter beantragte
polydiszip
linäre
Abklärung eine massgebl
iche Restar
beitsfähigkeit auf dem freien Ar
beits
markt
ergeben sollte, liegt
daher
von vornherein
kein Anfechtungsobjekt vor, weshalb insofern auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für
Kardiologie
, berichtete am
2
3.
Januar
2009
(
Urk.
6/12/2-3)
und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
koronare und
hypertensive
Herzerkrankung
Status nach vierfacher koronarer
Revaskularisation
am
1.
Oktober 2007
aktuell klinisch und elektrokardiographisch negative
Fahrradergomet
rie
diastolische linksventrikuläre Dysfunktion bei normaler systolischer Funktion (Echo vom
7.
Januar 2008)
minime
valvuläre
Pulmonalstenose
arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ II
Dyslipidämie
St
atus nach
Nikotinabusus
Adi
positas
Er führte aus, der Belastungstest sei klinisch und elektrokardiographisch unauf
fällig gewesen. Mit 74
%
des Sollwerts sei die Leistungsfähigkeit auf dem Fahr
radergometer deutlich unterdurchschnittlich gewesen, wobei der Beschwerde
führer
durch eine Beinermüdung limitiert und kardial wahrscheinlich nicht ganz ausbelastet gewesen sei.
Dr.
Z._
riet zu einem konsequenten
Ausdauer
training und
bezeichnete eine
Gewichtsreduktion
als wünschenswert (S. 2).
3.2
Dr.
med.
A._
, Praktische Ärztin, nannte in ihrem Bericht vom
9.
August 2011
(
Urk.
6/11
)
folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Ar
beits
fähigkeit
(
Ziff.
1.1):
koro
nare Herzerkrankung
hypertensive
Herzerkrankung
chronische
E
picondylitis
radialis
beidseits
Fersensporn beidseits
Adipositas
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Dia
betes mellitus Typ 2b (
Ziff.
1.1).
Sie führte aus, es bestünden eine ein
gesc
hränkte kardiale Belastbarkeit und
Ein
schränkungen von Seiten der Gelenke (Ellbogen, Füsse).
Die bisherige Tätigkeit
als Bauarbeiter sei dem Beschwerdeführer noch zumutbar, die Leistungsfähig
keit
betrage etwa 80
%
(
Ziff.
1.7).
Auf Nachfrage der B
eschwerdegegnerin
hin be
jahte sie das
Bestehen einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
für eine körperlich leichte
, angepasste Tätigkeit
(
Urk.
6/12/1).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom
2
3.
November
2011
(
Urk.
6/26/5-6) als Diagnosen ein leichtes bis mittelschwe
res
Carpaltunnelsyndrom
(CTS)
beidseits, l
inksbetont
(S.
1 Mitte)
.
Bei aktuell nur
leichtgradiger
Medianusschädigung
empfahl er primär ein konservatives und bei
Beschwerdenpersistenz
ein operatives Vorgehen
(S. 2)
.
3.4
Am 2
4.
April 2012
(
Urk.
6/26/7-8
)
berichtete
Dr.
Z._
(vgl. E. 3.1)
, beim Beschwerde
führer fänden sich k
eine Hinweise für eine
Rezidiv-Myokardischä
mie
. Bei
der
Belastung bis zur allg
emeinen
Erschöpfung seien weder
Thoraxbe
schwerden
noch
ischämieverdächt
ige
Veränderungen
im Elektrokardiogramm (EKG)
aufgetreten.
Die Leistungsfähigkeit
auf
dem
Fahrradergometer
sei mit
62
%
des Sol
l
wertes
deutlich unterdurchschnittlich.
Der Beschwerdeführer
scheine wenig
trainiert zu sein, dazu fehle anscheinend
die
Motivation
(S. 2).
3.5
In
ihrem
Bericht vom
2
8.
Mai 2013
(
Urk.
6/26/1-4
)
nannte
Dr.
A._
die bereits in ihrem Vorbericht (vorstehend E. 3.2) genannten Diagnosen sowie ein
seit 2010 bestehendes
degeneratives
Lendenwirbelsäulen
(LWS)-S
yndrom
,
eine
seit 2011 bestehende
Ar
throse
des oberen Sprunggelenks
(OSG)
beidseits und ein
seit 2009 bestehendes
CTS-Syndrom
beidseits (
Ziff.
1.1). In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Bauarbeiter attestierte sie dem Beschwerdeführer eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
0.
Oktober 2011
und bis auf weiteres (
Ziff.
1.6) bei einer eingeschränkten kardialen Belastbarkeit sowie einer einge
schränkten Belastbarkeit der LWS, der OSG, der Handgelenke und der Ellbogen beidseits (
Ziff.
1.7).
3.
6
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeinmedizin,
R
egionaler
Ä
rztlicher Dienst
(RAD) der Beschwerdegegnerin,
führte in seiner Stellungnahme vom
2
0.
Septem
ber
2013
(
Urk.
6/31/4
Mitte
)
aus, der Beschwerdeführer leide an mehr
fachen Einschränkungen am Bewegungsapparat und am Herzen. Für die ange
stammte Tätigkeit auf dem Bau werde nachvollziehbar eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
seit Oktober 2011 bescheinigt. In einer optimal
leidensange
passte
n
Tätigkeit - verstanden als körpe
r
lich
leichte und wechselbelastende Tä
tigkeit ohne
Notwendigkeit, Gewichte über 5 kg zu heben - sei eine
Restar
beitsfähigkeit
von 100
%
ausgewiesen.
3.
7
Vom 2
4.
Oktober bis 1
9.
November 2013
weilte
der Beschwerdeführer
in der
geron
topsychiatrischen Tagesklinik
der
D._
,
wo gemäss Austrittsbericht vom 2
2.
November 2013 (
Urk.
6/39/
1-2
)
fol
gende Diag
nosen gestellt wurden (S. 1 Mitte):
Anp
assungsstörungen (ICD-10 F43.2)
nach überraschendem Tod der Ehefrau vor
sechs Monaten
bei zwei
jähriger Arbeitslosigkeit und erfolgter IV-Anmeldung
wegen
multiplen somatischen Beschwerden
Die Ärzte berichteten, bei ausgeprägter deprimierter Stimmungslage sei im Ver
lauf eine medikamentöse Therapie mit
Trittico
begonnen worden. Insgesamt habe
sich beim Beschwerdeführer ein undulierender Verlauf bezüglich seinen Symp
to
men (affektarm, antriebsarm, grüblerisch und eher zurückgezogen) mit etwas Besserungstendenz gezeigt. Aufgrund einer elektiven Prostataoperation habe der Beschwerdeführer vorübergehend aus der Tages
klinik entlassen werden müssen
(S. 2 unten).
3.8
In ihrem Bericht zu
Handen
der Rechtsschutzversicherung des Beschwerdefüh
rers
vom
3.
Dezember 2013
(
Urk.
6/39/
3
)
nannte
Dr.
A._
die in ihren Vorbe
richten (vorstehend E.
3.2 und E.
3.5) genannten Diagnosen sowie zusätz
lich ein
e depressive Anpassungsstörung (
Ziff.
1). Sie bestätigte eine volle Ar
beitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter und führte aus, auf
grund der psychi
schen
Beschwerden
sei der Beschwerdeführer auch für leichte körperliche
Arbei
ten zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Ziff.
11-12)
.
3.9
In seiner Stellungnahme vom
9.
Dezember
2013
(
Urk.
6/41/2)
führte RAD-Arzt
Dr.
C._
aus, im Bericht
der Ärzte der
D._
würden
Anpassungsstör
ungen bei
un
günstigen psychosozialen
Verhältnissen
beschreiben, vor dem Hintergrund der
bekannten körperlichen Einschränkungen. Anpassungsstö
ru
ngen seien aber an
sich
von
vorübergehender Natur und vermöchten in Art, Schwere und Dau
er keine Verminderung der Restarbeitsfähigkeit in
optimal leidensange
passter Tä
tig
keit zu begründen.
3.10
In ihrem zu
Handen
des Gerichts erstatteten Bericht vom
1
3.
März 2014 (
Urk.
10)
nannten die
Ärzte der
D._
folgende (psychiatrische) Diagnosen (S. 1):
Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2)
längere depressive Reaktion nach überraschendem Tod der Ehefrau im Frühjahr 2013
bei zweijähriger Arbeitslosigkeit und erfolgter IV-Anmeldung nach multiplen somatischen Beschwerden (Herz, Schulter, Schmerzen etc.)
wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0)
Sie
berichteten, der Beschwerdeführer habe in der Zeit vom 2
4.
Oktober bis 1
9.
November 2013 und vom 2
6.
November 2013 bis
6.
Januar 2014 an drei Tagen in der Woche ihre gerontopsychiatrische Tagesklinik besucht
(vgl. dazu
auch die Austrittsberichte vom 2
2.
November 2013, vorstehend E. 3.7, sowie den
Austrittsbericht vom 1
0.
Januar 2014,
Urk.
11/2)
. Seit dem
6.
Januar 2014 werde
er zur Anpassung der Medikation sowie durch stützende und
psychoedu
kative
Gespräche ambulant weiterbetreut. Im Vordergrund der Behandlung stehe die wahnhafte Störung, die sich im Verlauf des vorgängig erfolgten
Ta
gesklinik
auf
enthaltes
zunehmend gezeigt habe und sich vor allem durch starkes Misstrauen Mitpatienten
sowie den Behandlern gegenüber
geäussert habe. Nach Ausbau der medikamentösen Therapie mit
Seroquel
und erfolgtem
Beziehungs
aufbau
habe sich der Zustand des Beschwerdeführers zusehends verbessert. Die Wahnideen
und -gedanken seien deutlich in den Hintergrund getreten und die Nervosität und
Gereiztheit hätten abgenommen. Bezüglich der
Anpassungsstö
rung
habe sich in
den letzten zwei Monaten ebenfalls eine positive Entwicklung gezeigt, sehr wah
r
scheinlich auch in engem Zusammenhang mit einem Urlaub in seiner Heimat bei seinen Angehörigen. Der Antrieb sei wieder gesteigert, der Beschwerdeführer zeige Initiative
, schlafe besser, suche die Gesellschaft anderer und wolle mit seinen Enkelkindern spielen, was ihm anfangs Jahres noch nicht gelungen sei (S. 2 unten). Da nun das Misstrauen nicht mehr vordergründig sei, werde als nächstes wie geplant versucht, eine ambulante psychiatrisch-psycho
therapeu
ti
sche Weiterbetreuung in der Muttersprache zu etablieren, unter an
derem auch zur Trauerarbeit (S. 2 unten, S. 3 oben).
4.
4.1
In somatischer Hinsicht
werden in
den medizinischen Akten
als Leiden mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Herzerkrankung
sowie
diverse
am
Be
we
gungsapparat zu erhebende Befunde beschrieben
.
Gestützt auf den Bericht der
Hausärztin
Dr.
A._
vom Mai 2013 (vorstehend E. 3.5)
u
nd die Stel
lung
nahme von RAD-Arzt
Dr.
C._
vom September 2013 (vorstehend E. 3.6)
ist
mit
der Beschwerdegegnerin
davon
auszugehen
, dass
der somatische Gesund
heits
zu
stand des
Beschwerdeführer
s eine Tätigkeit im angestammten Beruf auf dem Bau
nicht mehr zulässt.
Zur Beurteilung der Rentenfrage ist demnach ent
schei
dend, wie es sich mit seiner Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ver
hält.
4.2
Im September 2013
attestierte RAD-Arzt
Dr.
C._
dem Beschwerdeführer
für eine
den somatischen Leiden
optimal
angepasste Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit
von 100
%
(vgl. vorstehend E.
3.6)
. Die
se
Einschätzung
s
teht
im Einklang mit der
medizinischen Aktenlage
zum somatischen Gesundheitszustand
des Be
schwer
de
führers
, namentlich
der
Beurteilung
der Hausärztin
Dr.
A._
, wel
che
dem Be
schwerdeführer
im August 2011
für eine
leichte,
angepasste
Tätig
keit
eben
falls
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert hat
te
(vgl.
vorstehend E.
3.2)
. Soweit sie
dem Beschwerdeführer in ihrem Bericht vom
Dezember 2013
alsdann eine 100%ig
e Arbeitsunfähigkeit auch
für leichte körperliche Arbeiten
attes
tierte, be
gründete sie dies allein
mit psychischen Beschwerden
(vgl.
vorstehend E. 3.8). In somatischer Hinsicht
bezeichnete
Dr.
A._
die
kardiale Belast
barkeit sowie
die
Belastbarkeit der
Ellbogen
(bei diagnostizierter chronischer
Epicondylitis
radia
lis
beidseits)
, der Fuss- und Handgelenke
(bei d
iagnostizier
tem
Fersen
sporn
,
diagnostizierter Arthrose der OSG beidseits
und diagnostizier
tem CTS-Syndrom beidseits
)
sowie der LWS
(bei diagnostiziertem degenerati
vem LWS-Syndrom)
als eingeschränkt
(vgl. vorstehend E.
3.2 und E.
3.5). Die
sen
Belastungs
einschrän
kungen
trug RAD-Arzt
Dr.
C._
in nachvollziehbarer Weise Rechnung, indem er
nur noch körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten, bei welchen
keine Gewichte über 5 kg zu heben sind, als zumutbar bezeichnete
(vgl. vor
steh
end E. 3.6)
.
4.3
Es liegen keine Berichte v
or, welche die Einschätzung der Hausärztin und des
RAD-Arztes in Frage stellen würden. In Bezug auf den somatischen Gesund
heits
zus
tand besteht
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
auch
kein wei
te
rer Abklärungsbedarf. Die kardiologischen Untersuchungen vom Januar 2009
und vom April 2012 ergaben
- abgesehen von einer
auf den schlechten
Trai
nings
zustand
des Beschwerdeführers zurückzuführende
n
unterdurchschnitt
liche
n
Leistungsfähigkeit - keine auffälligen Befunde (vgl. vorstehend E.
3.1 und E. 3.5)
und die Akten
enthalten keine Hinweise darauf, dass der kardiale Gesund
heits
zustand im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses der Ausübung einer
körperlich leichten
Tätigkeit entgegen gestanden hätte
.
De
n
Leiden am
Beweg
ungsappara
t
wurde
bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Formulierung
eines Belastungsprofils angemessen Rechnung getragen. Angesichts der Tat
sache,
dass selbst die Hausärztin davon ausging, dass der Beschwerdeführer trotz de
r
im Bereich
der Ellboge
n-,
Fuss- und Handgelenke sowie der LWS
erh
o
benen Be
funde
in der Lage ist, eine leichte, angepasste
Tätigkeit
auszuüben und sie sich - mit Ausnahme einer neurologischen Abklä
rung der Handgelenke - nicht veran
lasst sah, weitere
spezialärztliche Abklärun
gen oder Therapien
in die Wege zu leiten
,
sind von weitergehenden Abklärun
gen
zum somatischen Gesundheits
zu
stand
keine massgeblichen neuen Erkennt
nisse für den Zeitpunkt des
Verfüg
ung
s
erlasses
zu erwarten
(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157)
.
Mit Blick auf die von den
Ärzten
diagnostizierte
Adipositas
(vgl. vorstehend E.
3.1-2)
bleibt zu bemerken,
dass eine solche grundsätzlich keine
leistungsbe
gründende
Invalidität
bewirkt
(
vgl.
ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundes
gerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E.
4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007
E. 3)
und
vom Beschwerdeführer im Rahmen der ihm
obliegenden
Scha
den
min
derungspflicht
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts I 70/01 vom 1
9.
Juli 2001 E. 3c sowie I 362/06 vom 1
0.
April 2007) erwartet werden darf,
dass
er die vom Kardiologen
Dr.
Z._
als wünschenswert bezeichnete
Gewichtsre
duktion
in Angriff nimmt, zumal d
ie Übergewichtigkeit
nicht zuletzt auch die Beschwer
den im Bereich
der
Fussgelenke
und des Rückens ungünstig beeinfluss
en dürfte.
4.4
Vor
dem
Hintergrund
dieser Aktenlage ist mit der Beschwerdegegnerin
da
von auszugehen, dass der Beschwerdeführer
in somatischer Hinsicht in
einer ange
passten
Tätigkeit
- unter Berücksichtigung des von
Dr.
C._
formulierten
Be
lastungsprofil
s
-
zu 100
%
arbeitsfähig ist.
4.
5
Zum psychischen Gesundheitszustand ist den Akten zu entnehmen, dass
es beim
Beschwerde
führer
nach dem überraschenden Tod seiner Ehefrau im Früh
jahr 2013
sowie
bei längerer Arbeitslosi
gkeit und
erfolgter IV-Anmeldung we
gen so
matischer Beschwerden zu einer Anpassungsstörung kam, weswegen er
ab
Ende Oktober 2013
an drei Tagen in der Woche die
gerontopsychiatrische
Tagesklini
k der
D._
besuchte
(vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.10)
.
4.6
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist eine
Anpassungsstörung nicht
per se als invalidisierendes Leiden zu qualifizieren (vgl. Urteile des Bundesge
richts
8C_259/2014 vom 3
1.
Juli
2014 E.
3.2,
9C_4/2013 vom 1
9.
Dezember 2013 E.
2.2, 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar
2011 E.
4.3, 9C_408/2010 vom 2
2.
Nove
mber 2010 E.
4.3
).
E
s handelt sich
vielmehr
um ein vorübergehendes und damit
grundsätzlich
nicht invalidisierendes psychisches Leiden
(Urteil des Bundesgerichts
8C_322/2010 vom
9.
August 2010 E. 5.2
).
4.7
Dem Bericht der Ärzte der
D._
vom März 2014 (vorstehend E. 3.10) ist zu ent
nehmen, dass sich bezüglich der beim Beschwerdeführer diagnostizierten
An
passungsstörung
ab dem Jahr 2014
eine positive Entwicklung zeigt
e
.
Die Ärzte berichteten
von einem gesteigerten Antrieb,
mehr
Initiative
,
besser
em Schlaf
und davon, dass der Beschwerdeführer wieder
die Gesellschaft anderer suche und
mit sei
n
en Enkelkindern spielen wolle
.
Weiter geht aus dem genannten Be
richt hervor, dass die Behandlung p
er
6.
Januar 2014
auf ein
ambulante
s
Set
ting mit
stützenden und
psychoedukativen
Gesprächen
reduziert wer
den
konnte
. Ange
sichts dieser dokumentierten Zustandsverbesserung, welche die vorübergehende Natur des diagnostizierten Leidens untermauert, ist
zum Zeit
punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
9.
Dezember 2013
nicht vom Vorliegen einer
invalidisierenden Anpass
ungsstörung
auszugehen.
4.8
Bezüglich der von den Ärzten des
D._
im Bericht vom
1
3.
März 2014
diagnost
i
zi
erten wahnhaften Störung ist festzuhalten, dass
diese erst im Verlauf de
s
(
zweiten
) tagesklinischen Aufenthalts
des Beschwerdeführers
vom 2
6.
November 2013 bis
6.
Januar 2014 auftrat (vgl.
vorstehend E.
3.10 sowie Austrittsbericht vom 1
0.
Januar 2014,
Urk.
11/2
)
. Im Austrittsbericht vom 1
0.
Januar 2014 wird von einem (ersten)
in diesem Zusammenhang bedeutsamen
Vorfall
kurz vor Weihnachten berichtet
(
Urk.
11/2 S.
3)
.
Damit ist aber davon auszugehen, dass die wahnhafte Störung im
massgeblichen
Zeitpunkt des Erlasses der angefoch
tenen Verfügung
vom
9.
Dezember 2013
(
noch
)
nicht aktuell war, weshalb sie im vorliegenden Verfahren unbeachtlich ist.
Abgesehen davon
scheint
– soweit ersichtlich -
auch
be
züglich
dieser
Störung
bereits wieder eine Besserung ein
getreten
zu sein,
be
schr
ie
ben die Ärzte der
D._
in ihrem Bericht vom
März 2014 doch,
dass die Wahnideen und
-
gedan
ken nach Ausbau der medikamentösen T
h
er
apie und erfol
gtem Beziehungsaufbau d
eutli
c
h
in d
en Hin
tergrund getreten seien und
auch
d
ie im Vordergrund gestandene
Misstrauen
ssymptomatik
abge
nommen
habe (vgl. vorstehend E. 3.10).
Allfällige diesbezügliche Verschlech
te
rungen seit dem 9. Dezember 2013 sind nicht in diesem Verfahren zu berück
sichtigen.
4.9
Vor dem Hintergrund dieser Aktenlage ist mit der Beschwerdegegnerin davon aus
zugehen, dass
im Zeitpunkt
des Erlasses
der angefochtenen Verfügung kein
invalidenversicherungsrechtlich
relevanter psychischer Gesundheitsschaden vor
lag
.
Wei
tere
Abklärungen
sind
nicht angezeigt
(antizipierte
Beweiswürdi
gung
, BGE
122 V 157)
.
5.
5.1
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich
(vgl.
Urk.
6/30)
gibt zu keinen Beanstandungen Anlass:
Ausgehend vom
in den Lohn
abrechnungen der
Y._
AG
zuletzt
für das Jahr 2011
ausge
wiesenen
Stundenlohn
(inklusive 1
3.
Monatslohn, vgl.
Urk.
6/10/9 ff.)
errech
nete die
Be
schwer
degegnerin
ein nicht zu beanstandendes,
nominallohnberei
nigtes
Validen
e
inkommen
von
Fr.
76‘126.95 (Wert 2012).
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin
sodann
zutreffend die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran, nachdem der Be
schwer
de
führer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbstätigkeit mehr auf
genommen hat (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
sowie auch BGE 129 V 472
E.
4.2.1). Ausgehend vom
im Rahmen der Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 ermittelten Durchschnittslohn der Männer, die einfache und repetitive Tätig
keiten ausübten (Tabelle TA1, Niveau 4, TOTAL Männer), ermit
telte die
Be
schwerdegegnerin
für das Jahr 2012 ein nicht zu beanstandendes,
nominal
lohn
bereinigtes
und an die durchschnittliche wöchentliche Arbeits
zeit im Jahr 2012
angepasstes Invalideneinkommen von
Fr.
62‘270.3
5.
Offen bleiben kann, ob
ein
behinderungsbedingter Abzug v
om Invalideneinkommen v
orzu
nehmen ist, da selbst
beim maximal möglichen Abzug
von
25
%
(vgl. BGE 126 V 75) kein
ren
ten
begründender
Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
resultiert
e
.
5.2
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenansp
ru
ch des Be
schwerdeführers zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung erweist sich so
mit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen is
t, so
weit darauf einzutreten ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
800.-- festzule
gen
und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.