Decision ID: ca5afe7a-fd25-4d93-80d9-4a6a40ea19bb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
ist seit 1980
als
S
elbständigerwerbender
tätig und betreibt ein Maler-/
Gipsergeschäft
als Einzelfirma
(
vgl.
Urk.
6/11 S. 1 f.;
Urk.
9 S. 2
)
.
Unter Hinweis auf
Genick- und Arm
beschwerden
meldete sich
der Versi
cherte
am
2.
April 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die
medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
liess am
8.
August 2013
die
Ein
schränkungen des Versicherten bei der Ausführung der selbständigen Er
werbs
tätigkeit abklären (Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1
6.
August
2013,
Urk.
6/25).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/29
;
Urk.
6/39
) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
5.
März 2014
ab dem
1.
November 2012
befristet bis zum
3
1.
März 2013
eine
Dreivier
tels
r
ente
zu (
Urk.
6/
49 und
Urk.
6/43
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
4.
März 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
5.
März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei
insoweit
aufzuheben
, als sie ihm eine Rente entziehe; ihm sei auch nach dem 3
1.
März 2013 weiterhin eine
Drei
viertelsrente
auszurichten
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 und 2
). Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort vom
7.
Mai 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung der Be
schwerde. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom
2
7.
Mai 2014
an seinen Anträgen
fest (
Urk.
9
).
Mit Eingabe vom 2
3.
Juni 2014
verzichtete
die
Beschwerde
geg
n
erin
auf das Einreichen einer
Duplik (Urk. 1
2
).
Mit Gerichtsverfügung vom 1
6.
Juli 2014 wurde die
Swiss Life AG
zum Prozess bei
geladen (
Urk.
13). Die Beige
ladene teilte am 2
3.
Juli 2014 mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte (
Urk.
15).
Dies wurde
den anderen Verfahrensbeteilig
ten
am
4.
August 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
D
ie massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invali
di
tätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zial
versicherungsrechts
, ATSG) und den Rentenanspruch (
Art.
28 des Bundes
ge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im Verfügungsteil 2 des an
ge
fochtenen Entscheides zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche
oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ord
nung
über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Be
fristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des
Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen
(Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinwei
sen).
1.
4
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der
Schadenmin
derungspflicht
(vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E.
2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Be
rücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E.
4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen
Scha
denminderungspflicht
geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur
Selbstein
gliederung
zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzli
chen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom
14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. Novem
ber
2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Nach der Rechtsprechung kann einem Versicherten aufgrund der ihm obliegen
den Schadenminderungspflicht die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit zugemutet werden, wenn
hievon
eine bessere erwerbliche Verwertung de
r
Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berück
sichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen beruflichen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zu
mutbar er
scheint (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
I 116/2003
vom 1
0.
Novemb
er 2003 in Sachen S., E. 3.1 mit Hinweisen
).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2 Verfü
gungsteil 2) davon aus, dass de
r
Beschwerdeführer
seit November 2011 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei (S. 1 unten). Sie stellte einem
Valideneinkommen
von Fr. 84‘032.-- (gestützt auf
die durchschnittlichen Gewinne aus der selbständigen Erwerbstätigkeit der Jahre
2007 bis 2010) ein Invalideneinkommen von Fr. 31‘135.-- (ausgehend vom Tabellenlohn gemäss LSE 2010 bei einem Pensum von 50 %
)
gegenüber
und
berechnete einen Invaliditätsgrad von 63
% (S. 1 f.)
.
Dementsprechend sprach sie
dem Beschwerdeführer eine
Dreiviertelsrente
ab November 2012 zu (S. 2 unten).
Die Beschwerdegegnerin
hielt weiter fest,
dass dem Beschwerdeführer a
b Januar 2013
eine
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit
zu
100
%
zumutbar sei
(S. 2
Mitte
).
Sie stellte einem
Valideneinkommen
von Fr. 84‘704.-- (vgl. oben, angepasst an
die Nominallohnentwicklung
)
ein Invalideneinkommen von Fr. 62‘770.-- (aus
geh
end vom Tabellenlohn gemäss LSE 2010 bei einem Pensum von 100 %
) ge
gen
über
und berechnete einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 26
%
(S. 2 Mitte)
. Dementsprechend ergab sich ab dem
1.
April 2013 (drei Mo
nate nach
Verbesserung) kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (vgl. S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer
mach
te in seiner Beschwerde (Urk. 1)
geltend, dass sich sein Gesundheitszustand nicht verbessert habe. Er sei zudem optimal eingeglie
dert. Als
Selbständigerwerbender
habe er die Möglichkeit, weiterhin ein
Invali
deneinkommen
zu generieren, bei weitem jedoch nicht
Fr.
62‘770.-- (S. 2 un
ten).
In der Replik (
Urk.
9)
führte er aus
, dass
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiter unrealistisch sei (S. 7
Ziff.
13). Zum
Valideneinkommen
sei festzu
halten, dass es in den letzten Jahren stark schwankend gewesen sei. Früher habe er bedeutend höhere Einkommen erzielt (S. 7
Ziff.
14 f.).
D
ie beiden hypotheti
schen Vergleichseinkommen
könnten
nicht zuverlässig ermittelt werden. Des
halb
sei ein Betätigungsvergleich durchzuführen und der Invaliditätsgrad
sei
nach Massgabe der erwerblichen
Auswirkungen der verminderten Leistungsfä
higkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (S. 6
Ziff.
11). Die Auf
gabe seines Geschäftes sei ihm nicht zumutbar (S. 7
Ziff.
12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob es ab Januar 2013 zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen und ob damit die
Renten
befristung
bis März 2013 korrekt ist.
Des Weiteren
ist die Invaliditätsbemessung
strittig
.
3.
3.1
PD
Dr.
med.
Y._
,
Chef
arzt für Neurochirurgie
/
Wirbelsäulenchi
rurgie
an der
Z._
Klinik
, nannte im Bericht
vom 2
9.
Oktober
2012 (
Urk.
6/18
/8-9
)
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte)
:
Status nach ventraler Mikrodiskektomie mit Implantation einer
Band
scheibenprothese
C4/5 sowie Mikrodiskektomie C5/6 mit Cage
Spo
nd
y
lo
dese
vom 1
2.
September 2012
defizitäre C5 und C6
Radikulopathie
rechts
PD
Dr.
Y._
führte aus, d
er
Beschwerdeführer
zeige einen ansprechenden post
operativen Verlauf. Die
radikulären
Defizite
C5 und C6
persistierten, seien aber leicht rückläufig. Er bleibe bis zu
r nächsten Nachkontrolle zu 100
%
arbeits
un
fähig (S. 1 unten).
3.2
Mit
Bericht der
Ärzte der
Z._
Klinik vom 2
2.
November
2012
zuh
anden
der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/18/5) wurde dem Beschwerdeführer
vom 3
0.
Okto
ber
2012 bis
3.
Dezember
2012
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attes
tiert.
3.3
Die Ärzte der
Z._
Klinik
berichteten am
2
0.
Dezember
2012 zuh
anden des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
10/2) über eine
Rückenoperation mit
Hos
pitalisation
vom 1
1.
bis 1
7.
September
201
2.
Ein Zeugnis mit einer 100%
igen Arbeitsunfähigkeit vom 1
1.
September
2012 bis 2
0.
Januar
2013 sei ausgestellt worden. Aufgrund der noch bestehenden rechtsseitigen
Bizepsparese
sei der
Be
schwerdeführer
derzeit noch in weiterer neurologischer Abklärung. Daher sei er auch in seiner Arbeitsfähigkeit weiterhin eingeschränkt. Eine Prognose über den
Verlauf könne erst nach Durchführung der weiteren Untersuchungen
erfol
gen.
3.4
Dr.
med.
A._
, Leitender Oberarzt Neurologie an der
Z._
Klinik,
nannte im Bericht
vom 1
6.
Jan
uar
2013 (
Urk.
6/21
/
4-5
)
folgende
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
:
schweres,
residuelles
, sensomotorisches Ausfallsyndrom C5 und C6 rechts
Status nach ventraler Mikrodiskektomie
C4/5 mit
Bandscheibenpro
thesen
implantation
sowie Dekompression C5/6 mit
Cage-Spondylo
dese
am 1
4.
September
201
2
Dr.
A._
führte aus
,
postoperativ sei eine leichte Besserung der Armparese links
(richtig wohl: rechts)
, insbesondere der Ellbogenbeugung, erfolgt. Dem Be
schwer
de
führer sei es nun wieder möglich, mit der rechten Hand die linke Schulter zu
erreichen. Im Alltag sei er noch schwer eingeschränkt
; seiner Tätig
keit als Maurer
und Gipser könne er nicht nachgehen. Es bestehe noch ein leichtes Kribbeln der
Daumenspitze rechts, ansonsten keine Sensibilitätsstörung
. Nackenschmerzen seien
nur selten und nicht beeinträchtigend vorhanden (S. 1
Mitte).
Im Rahmen der Beurteilung gab
Dr.
A._
an, seit
Mitte September 2012
sei
eine ansatzweise Besserung der motorischen Defizite erfolgt, insbesondere für die Armbeugung rechts. Es bestünden noch erhebliche
myatrophe
Paresen.
Er attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bis
zum
1
7.
Februar 2013 (S. 2 Mitte).
3.5
Mit
Bericht vom 1
9.
Februar 2013
zuh
anden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/21/1-3)
nannte
Dr.
A._
,
Z._
Klinik,
die bekannte
Diagnose
und gab an,
die letzte Kontrolle sei am 1
6.
Januar 2013 erfolgt (S. 1
Ziff.
1.2). Die Prognose könne noch nicht endgültig eingeschätzt werden. Unter Berücksichti
gung der Anamnese und des neurologischen Befundes vom 1
6.
Januar 2013 sei mit bleibenden Paresen zu rechnen. Eine teilweise Rückbildung der Defizite sei durchaus noch möglich, diese könne bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen
(S.
1 f.
Ziff.
1.4).
Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit
seit
dem
7.
Juni 2012 anhaltend
100 % arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6).
Es bestünden kör
perliche Einschränkungen a
ufgrund der Paresen des dominanten rechten Armes, insbesondere d
er
schweren Paresen für die Bewegungen im Schultergelenk und die Armbeugung. Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm seien nicht möglich. Auch das Heben von Gegenständen leichten Gewichtes mit dem rechten Arm sei deutlich eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Theo
retisch seien Arbeiten zumutbar, bei denen das Heben mit dem rechten Arm (auch leichte Gewichte) nicht erforderlich sei.
A
rbeiten über Kopf
seien nicht zumutbar
. Lasse sich eine solche Tätigkeit finden, sei die Arbei
tsfähigkeit nicht eingeschränkt
(
S. 2
Ziff.
1.7
).
3.
6
Dr.
A._
,
Z._
Klinik
,
nannte im Bericht
vom 2
0.
März 2013 zuh
anden des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
10/3) die bekannte Diagnose
und gab an,
die
Prognose sei offen. D
ie Arbeitsunfähigkeit
betrage 100
% seit
Beginn
der Be
handlung am
7.
Juni
2012
(S.
1
Mitte)
.
Durch die schwere
n
sensomotorische
n
radikulären
Defizite
C6 und C5 rechts
sei der
Beschwerdeführer
in seiner Tätig
keit als Maler erheblich beeinträchtigt. Dies lasse sich verstehen, da das Anhe
ben
des Armes im Schultergelenk sowie das Beugen im Ellbogen massiv beein
träch
tigt seien
(S. 2 oben)
. Eine Besserung der Paresen sei noch möglich, wobei sehr wahrscheinlich mit deutlichen
residuellen
Defiziten zu rechnen sei. Die Rückbil
dung der motorischen Defizite sei meistens nach
einem,
maximal
zwei
Jahren nach der Dekompression abgeschlossen
(S. 2 Mitte)
. Wann die Arbeits
aufnahme erfolge, sei offen; ebenso die Frage, ob die Arbeitsunfähigkeit im an
gestammten Beruf als Maler bestehen bleibe. Es bestünden keine Zweifel an der Arbeitsun
fähigkeit beziehungsweise an den angegebenen Beschwerden
(S. 1 unten).
3.7
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, regionaler ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), hielt mit Stellungnahme vom
4.
April 2013
(
Urk.
6/27 S. 3 f.) fest, es liege ein stabiler Zustand mit vorerst bleibenden Einschränkungen für Sensibilität und Kraft der rechten Hand vor.
Die Tätigkeit ein
es handwerklich tätigen Malers und
Gipsers sei vom Gesundheitsschaden wesentlich und erheblich betroffen, so dass per
7.
November 2011 von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei.
Die körperlichen Einschränkun
gen
beträfen rechts jegliche Lastenhandhabung und feinmotorische Arbeit, Ar
beiten über Kopfhöhe, Arbeiten auf Leitern/Gerüsten. In einer so angepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit
50 %, ab 1
0.
Mai 2012 (
Indikationsstel
lung
Opera
tion) 0 % und
ab 1
7.
Januar 2013 (letzte Verlaufsuntersuchung)
100 %
.
3.
8
Dr.
A._
,
Z._
Klinik
,
nannte im Bericht
vom
3.
September
2013 zuh
an
den
des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
6/37) als aktuelle funktionelle Beein
träch
tigungen Einschränkungen beim Anheben des Armes aus dem Schulterge
lenk und beim Beugen im Ellbogengelenk (S.
1 unten).
Eine leichte berufliche Tätig
keit sei
dem Beschwerdeführer
zumutbar.
Es bestünden folgende Ein
schrän
kung
en
: der rechte Arm werde als
Hilfsarm
eingesetzt und Arbeiten mit dem rechten Arm über Schulterhöhe würden nicht durchgeführt. Die Angaben würden ab sofort gelten (S. 2
Ziff.
9).
3.
9
Dem
Bericht von
Dr.
A._
,
Z._
Klinik
,
vom 2
1.
Oktober
2013 zuh
anden der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/35) ist die bekannte
Diagnose
zu entnehmen
.
Zum
Verlauf seit 1
6.
Mai
2013 gab
Dr.
A._
eine
leichte Rückbildung der mo
to
rischen Defizite im rechten Arm
an
, vor allem für die Flexion im
Ellenbogen
gelenk
.
Die
Hypästhesie in der Daumen- und Zeigefingerspitze rechts
sei
unver
ändert. In letzter Zeit
seien
vermehrt Schlafstörung
en
wegen intermittierend ein
geschlafenem Arm rechts und unwillkürlichen Zuckungen des
Musculus
bi
zeps
brachii
rechts
aufgetreten.
Schmerzen w
ü
rden verneint.
In der
ange
stammt
en Tätigkeit bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1 unten)
.
In den letzten
sechs
Monaten sei es anamnestisch und auch objektiv zu einer sehr leichten Besserung der motorischen Defizite
des bekannten
radikulä
ren
Ausfall
syndroms C5 und C6 rechts
gekommen. Weiterhin bestehe jedoch ein erheb
li
ches,
residuelles
, sensomotorisches Ausfallsyndrom. Eine weitere Rück
bildung de
r
motorischen Defizite sei unwahrscheinlich. Für die Zukunft werde emp
foh
len, de
n rechten Arm für maximal leichte körp
erliche Tätigkeiten ein
zusetzen,
Überbe
lastung soll
t
e vermieden werden. Mit dieser Konsultation werde die Behand
lung abgeschlossen
(S. 2 oben).
3.
10
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, RAD der
Beschwerdegeg
nerin
, präzisierte in der
Stellungnahme vom 2
1.
November
2013 (
Urk.
6/42 S. 2
unten) das Belastungsprofil
einer optimal leidensangepassten Tätigkeit
wie folgt
:
körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben von Ge
wichten über 5 kg, ohne Armvorhalten und Überkopfarbeiten, ohne grosse An
sprüche an Kraft und Geschicklichkeit des rechten Armes. Damit wären aus me
dizinischer Sicht b
erufliche Massnahmen angezeigt.
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass n
icht nur die revisionsweise Aufhebung der Invali
denrente per Ende März 2013, sondern auch die unbestritten gebliebenen
Be
zugszeiten
der gerichtlichen Überprüfung
unterliegen
(vgl. E. 1.3)
.
4.2
Die Ärzte der
Z._
Klinik attestierten dem Beschwerdeführer seit
dem
1
1.
September 2012 (
Hospitalisation
Rückenoperation) eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit.
Es ist davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeits-Beurtei
lungen der
Z._
Klinik auf die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers als Maler beziehen, soweit
nicht
s anderes
erwähnt
wird
.
Die Ärzte der
Z._
Klinik kamen
– auch im aktuellsten Bericht vom Oktober 2013 –
zum Schluss
, dass
der
Beschwerdeführer
in der
angestammte
n
Tätigkeit
weiter
hin zu 100 % arbeitsunfähig ist
.
Im Bericht
der
Z._
Klinik
vom 1
9.
Februar 2013
wurde erstmals die
A
r
beitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
eingeschätzt.
Der Leitende Oberarzt
Dr.
A._
ging
gestützt auf die letzte Kontrolle vom 1
6.
Januar 2013 davon aus,
dass
dem Beschwerdeführer
Arbeiten, bei denen das Heben mit dem rechten Arm
nicht erforderlich sei,
ohne Einschränkungen zumutbar seien
(
vgl.
E. 3.5)
.
Im Wesentlichen gestützt auf die Berichte der Ärzte der
Z._
Klinik attes
tierte RAD-Arzt
Dr.
B._
dem Beschwerdeführer ab dem 1
0.
Mai 2012 (
Indi
kationsstellung
Operation) eine
100%ige
Arbeits
un
fähigkeit auch in einer ange
passten Tätigkeit. Ab dem 1
7.
Januar
2013
ging er von einer vollen Arbeits
fähig
keit in einer angepassten Tätigkeit aus.
4.3
Die Beschwerdegegnerin ging von
November 2011 bis Dezember 2012
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
aus und sprach ihm dement
sprechend eine
Dreiviertelsrente
ab dem
1.
November 2012 bis zum 3
1.
März 2013
zu (vgl. Urk. 2).
Dass sie für die vorliegend massgebenden Monate November und Dezember 2012 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer an
ge
passten Tätigkeit ausging,
findet in den Akten keine Stütze.
So attestierte
RAD-Arzt
Dr.
B._
dem Beschwerdeführer
zwar
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bis
zum
9.
Mai 2012, anschliessend ging er
indessen bis zum 1
6.
Januar 2013
von einer vollen Arbeits
un
fähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit aus (Arbeitsfä
higkeit von 0 % ab 1
0.
Mai 2012
).
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
im November 2012
auch in leidensangepassten Tätigkeiten
zu 100 % arbeitsunfähig war und er somit
ab dem
1.
November 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
Zu prüfen bleibt der weitere Verlauf der Ar
beitsfähigkeit.
4.
4
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass aufgrund der medi
zinischen Akten keine Verbesserung
des Gesundheitszustandes
per Januar 2013
ausgewiesen sei
(
Urk.
9 S. 5
Ziff.
7.4).
Dr.
A._
,
Z._
Klinik,
berichtete am
1
6.
Januar 2013 über eine leichte Besserung der Armparese links sowie eine ansatzweise Bes
serung der motori
schen Defizite und attestierte dem Beschwerdeführer
mit Bericht vom 19. Febru
ar
2013
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Mit Bericht vom
3.
September 2013 bestätigte er, dass dem Beschwerdeführer eine leichte beruf
liche Tätigkeit – mit Einschrän
kungen betreffend den rechten Arm – zumutbar sei. Im Oktober 2013 berichtete
Dr.
A._
erneut und hielt fest, dass der rechte Arm für maximal leichte körperli
che Tätigkeiten eingesetzt werden sollte
. Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nannte er
wie
de
rum
keine.
Angesichts
der
angeführten
geringfügigen Verbesserung
en
und
insbesondere
dem
erstmaligen Erwähnen einer Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätig
keit im Februar 2013
gestützt auf die Untersuchung vom 16. Januar 2013
kann von
einer
wesentliche
n
Verbesserung
des Gesund
heitszustandes
beziehungsweise
eine
r
Veränderung in den
erwerblichen
Auswir
kungen
(vgl. E. 1.2)
im
Vergleich
zum
Gesundheitszustand unmittelbar nach der Operation
ausgegangen werden
.
A
b
dem
1
6.
Januar 2013 (Datum der
letzten
K
onsultation
vor der
Arbeitsfähig
keits
einschätzung
durch
Dr.
A._
vom Februar 2013
)
kann
von einer Verbesserung im Sinne einer nunmehr
zumutbaren
lei
densangepassten
Arbeitsfähigkeit
aus
ge
gangen werden, zumal diese später
–
bei im Wesentlichen unveränderten Be
funden
–
zumindest zweifach bestätigt wurde.
Zu bemerken ist, dass die
letzte entsprechende Einschätzung in Kenntnis der
vom Beschwerdeführer
geltend gemachten
(vgl. Urk. 9 S.
6 Ziff. 8 und S.
7
Ziff.
13)
Schlafstörungen und Muskelzuckungen
erfolgte
.
Aufgrund der nun neu attestierten Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit
erweist sich die Re
vision der bisherigen Rente als zu
lässig.
4.
5
Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Leistungen der
Krankentaggeldversi
cherung
und die entsprechend zugrunde liegenden Arbeitsunfähigkeiten beruft
(
Urk.
9 S. 3
Ziff.
6), lässt sich daraus nichts für das vorliegende Verfahren ab
leiten. Es ist irrelevant, ob und wie lange die Krankentaggeldversicherung Tag
gelder bezahlte, da diese Versicherung ihre Leistungen gestützt auf die jeweils anwendbare Police und Allgemeinen Vertragsbedingungen ausrichtet und dabei allenfalls eine Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit nicht berücksich
tigen kann, was jedoch im Bereich der Invalidenversicherung unerlässlich ist.
4.
6
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als M
aler und
Gipser zu 100 % arbeitsunfähig ist. In einer körperlich
leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben von Gewichten über 5 kg,
ohne Armvorhalten und Überkopfarbeiten, ohne grosse Ansprüche an Kraft und Geschicklichkeit des rechten Armes, besteht hingegen
seit dem
1
6
. Januar 201
3
eine volle Arbeitsfähigkeit.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
Die seit Mitte
Januar 201
3
bestehende
volle Arbeits
fähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit
ist
ab 1.
Mai
201
3
zu berücksichtigen
(Art. 88a Abs. 1 IVV).
Folg
lich hat der Beschwerdeführer vom
1.
November 2012 bis 3
0.
April 2013 An
spruch auf eine ganze Rente.
Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch des Be
schwerdeführers ab
Mai
2013
und damit
die erwerblichen Auswirkungen der 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
5.
5.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Indi
vi
duellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurz
fristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
D
ie Beschwerdegegnerin
berechnete das durchschnittliche
Einkommen
aus der selbständigen Erwerbstätigkeit
der Jahre 2007 bis 2010
, wobei sie gestützt auf die Geschäftsabschlüsse
jeweils
den Gewinn und die persönlichen AHV-Beiträge
zusammenzählte und die entsprechenden Einkommen an die
Nominallohnent
wicklung
anpasste (vgl.
Urk.
6/25 S. 6)
.
Der Beschwerdeführer machte geltend,
dass die Einnahmen in den letzten Jahren stark schwankend gewesen seien und er früher bedeutend höhere Einkommen erzielt habe (
Urk.
9 S. 7
Ziff.
14 f.).
Auffallend ist
, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des
Validenein
kommens
weder
den hohen Gewinn des Jahres 2011
(
Fr.
120‘674
.--
zuzüglich
AHV-Beiträge von
Fr.
17‘224.--, mithin
Fr.
137‘898.--;
Urk.
6/22 S. 1 und 3)
noch
die ebenfalls
Fr.
100‘000.-- übersteigenden Einkommen der Jahre 2005 und 2006 (vgl. IK-Auszug,
Urk.
6/13 S. 2)
berücksichtigt hat.
Vorliegend recht
fertigt es sich, das
Valideneinkommen
aufgrund der letzten fünf Jahre, mithin von 2007 bis 2011, zu berechnen.
Aufgrund der Geschäftsabschlüsse (
Urk.
6/22)
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (NLE
;
2008: 2.2 %, 2009:
2.1 %, 2010: 0.7 %, 2011: 1.0 %, 2012: 0.8 %
) ergeben sich folgende Zahlen:
Jahr
Gewinn
Persönliche
AHV-Beiträge
Total Einkommen
Einkommen
, an
gepasst an NLE
2007
Fr.
80‘014.85
Fr.
7‘851.60
Fr.
87‘866.45
Fr.
93
‘
996
.
37
2008
Fr.
64‘755.05
Fr.
6‘277.60
Fr.
71‘032.65
Fr.
7
4
‘
352
.
42
2009
Fr.
86‘625.45
Fr.
9‘301.60
Fr.
95‘927.05
Fr.
9
8
‘
345
.0
4
2010
Fr.
59‘029.40
Fr.
7‘864.20
Fr.
66‘893.60
Fr.
6
8
‘
103.03
2011
Fr.
120‘673.79
Fr.
17‘224.20
Fr.
137‘897.99
Fr.
1
39
‘
001.17
Total
Fr.
473‘798.03
Damit resultiert, angepasst an die Nominallohnentwicklung, für das Jahr 2012 ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
94‘759.
60
(
Fr.
473‘798 : 5
)
.
Auch bei
Bezugnahme
auf einen längeren Zeitraum
ergibt sich ein vergleichbares Resul
tat. Die Einkommen der Jahre 2000 bis 2009 gestützt auf den IK-Auszug (
Urk.
6/13) zuzüglich der
jenigen
der Jahre 2
010 und 2011 (
Fr.
928‘000
.--
+ Fr.
68‘103 +
Fr.
139‘001 =
Fr.
1‘135‘104) ergeben ein durchschnittliches Ein
kommen von
Fr.
94‘592.-- (
Fr.
1‘135‘104 : 12).
Insgesamt erscheint das gestützt auf die letzten fünf Jahre errechnete
Valideneinkommen
von Fr. 94‘759.60 als angemessen.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.8 %
(Bundesamt für Statis
tik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne 1976-2014, Nominallöhne Männer 2013)
resultiert
für das Jahr 2013 ein Ein
kommen von rund
Fr.
95
'
518
.-- (
Fr.
94
'
759
.
6
0 x 1.0
08
), w
elches als
Vali
den
einkommen
ein
zusetzen ist.
5.2
In Bezug auf das Invalideneinkommen ist vorab zu prüfen, ob dem Beschwerde
führer die Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit zumutbar ist.
Wie unter Erwägung 1.4 ausgeführt, ist es einer bisher selbständig erwerbstätig
ge
wesenen versicherten Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht grund
sätzlich zumutbar, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sofern da
mit - wie im vorliegenden Fall - eine wesentlich bessere Verwertung der
Rest
arbeitsfähigkeit
erreicht werden kann.
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im Rahmen der Beschwerdeantwort
fest, dass dem Beschwerdeführer trotz der langjährigen Tätigkeit im eigenen Malergeschäft ein
Wechsel in ein Anstellungsverhältnis zuzumuten sei. Insbesondere führe er ei
nen
Betrieb ohne Angestellte und verfüge noch über zehn aktive Berufsjahre (
Urk.
5 S.
2). Dies ist
vor dem Hintergrund der
strengen
bundesgerichtlichen Recht
sprechung zur Zumutbarkeit eines Berufswechsels (vgl. beispielsweise Ur
teil des Bundesgerichts 9C_818/2011 vom
7.
September 2012 betreffend Auf
gabe eines 30 Jahre lang betriebenen Dorfrestaurants) nicht zu beanstanden.
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass die Aufgabe seines Geschäftes nicht zumutbar sei. Die Umschulung in einen anderen handwerkli
chen Beruf wäre wegen seiner körperlichen Einschränkung unnütz (
Urk.
9 S. 7
Ziff.
12).
Bei
der Bestimmung der Zumutbarkeit eines Berufswechsels
ist
das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen be
zogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Ein solcher Arbeits
markt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Ein
sat
zes (
Urteil des Bundesgerichts 9C_818/2011 vom
7.
September 2012 E.
3.2 mit
Verweis auf
BGE 110 V 273 E. 4b
). Zu berücksichtigen ist, dass der ausgegli
che
ne
Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem Entgegenkommen von Seiten
des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_922/2013 vom
1
9.
Mai
2014 E. 3.5.2 mit Hinweisen). Insofern
stehen die körperlichen Einschrän
kungen des Beschwerdeführers einer Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit nicht entgegen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herange
zo
gen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der An
wendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenar
beits
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Angesichts des medizinischen Zumutbarkeitsprofils rechtfertigt es sich vorlie
gend, das Invalideneinkommen gestützt auf die Lohnstatistik gemäss
LSE
zu ermitteln, und zwar anhand des über den Durchschnitt aller Wirtschaftszweige von Männern mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielten Lohnes, der sich im Jahr 2012 auf
Fr.
5’210.-- pro Monat belief (LSE 2012, Tab. TA 1, Total,
Niveau 1), was bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stun
den
(
Die Volkswirt
schaft
3
/
4
-201
5
, S.
88
Tab. B9.2, Total
) rund
Fr.
65
’
177
.-- im Jahr ergibt (
Fr.
5’210.-- : 40 x
41.
7
x 12). Unter Berücksichtigung der
Nomi
nal
lohnentwicklung
von 0.
8
% ergibt sich für das Jahr 2013 ein Einkommen von rund
Fr.
65
'
698
.-- (
Fr.
65’177
.-- x 1.0
0
8
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem
Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Be
stimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merk
male auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall
gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Angesichts
der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer nur noch
körperlich leichte
und wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben von Gewich
ten über 5 kg, ohne Armvorhalten und Überkopfarbeiten und ohne grosse An
sprüche an Kraft und Geschicklichkeit des rechten Armes
zumutbar sind, er
scheint ein Abzug vom Tabellenlohn von 15 % als gerechtfertigt.
Damit ergibt sich ein
Invaliden
ein
kommen
von
rund Fr.
55‘
843
.-- (
Fr.
65'698
.--
x 0.85).
5
.
4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
9
5
'
518
.-- und ei
nem
Invalideneinkom
men
von Fr.
55'
843
.-- beträgt die Einkommen
seinbusse Fr. 3
9
‘
675
.--, was ei
nem
Invaliditätsgrad von
4
1.
5
4
%
entspricht. Damit ist ein Anspruch des Be
schwer
de
führers
auf eine
Viertels
rente
ausgewiesen.
5.5
Zusammenfassend
hat der Beschwerdeführer vom
1.
November 2012 bis 3
0.
Apri
l 2013
Anspruch auf eine ganze Rente
(vgl. E. 4.3 und E. 4.
6
)
und
ab dem
1.
Mai 2013
Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
Dementsprechend ist die Be
schwerde teil
weise gutzuheissen.
6
.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
9
00
.-- fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
für Aufwendungen bis 31. Dezember 2014
auf
Fr.
2‘000
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.