Decision ID: c5cfda68-d05b-42dd-99c6-e38b61de03a7
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 19
57
geborene
X._
,
Mutter einer Tochter (geboren 1990),
erwar
b nach ihrem Lehrabschluss als k
aufmännische Angestellte das
Weiterbildungsd
iplom als
Personalleiterin
und
arbeitete
zuletzt
vom
1
5.
August 2016
bis am
1.
Oktober 2019
als
Leiterin Human Resources
in einem
100
%-Pensum
für die
Y._
AG
(Urk.
6
/
4
und
Urk.
6/16
).
Am
2
5.
Februar 2020
(Eingangsdatum) meldete sich die
Versicherte mit Hinweis auf
eine stressbedingte Erkrankung
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
(Urk.
6/4
).
In der Folge erhielt die IV-Stelle
die Akten
des Krankentaggeld
versicherers in Kopie
(
Urk.
6/5-12
)
.
Zur Abklärung der medizinischen und erwerb
lichen Verhältnisse holte die IV-Stelle
zunächst einen
Arbeitgeberbericht
ein (
Urk.
6/16), zog einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
6/17)
und
verlangte die neuen Akten
des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
6/30)
inklu
sive d
es
darin enthaltenen
Gutachten
s
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 2
4.
August 202
0
(Urk.
6/30/9-12)
ein.
Mit Vorbescheid vom
9.
Februar 2021
verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
6/34
). Dagegen erhob die Versicherte
am 1
1.
März 2021
Einwand (
Urk.
6/42
). Mit Verfügung vom
3
1.
Mai 2021
wies die IV-Stelle das Renten
begehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
3
0.
Juni 202
1
Beschwerde und beantragte,
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr ab
1.
Oktober 2020 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
September 2021
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
), was der Beschwerdeführerin am
1
3.
September 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
7
)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Ent
scheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festge
stellt wurde (§ 26
Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Gemäss
ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechts
mittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen
,
gemäss
der medizinischen
Beurtei
lung
sei bei der Beschwerdeführerin eine
vorübergehende
Arbeitsunfähigkeit
nachvollziehbar, es liege allerdings keine
gesundheitliche
Beeinträchtigung vor, die sich langfristig auf die
Arbeitsfähigkeit
auswirke
. Eine
stufenweise
Wieder
aufnahme
einer
Tätigkeit
w
erde für
zumutbar erachtet. Eine
Invalidität
im Sinne des Gesetzes liege nicht
vor. Es seien keine Arztberichte oder Arztzeugnisse eingereicht worden, welche die Arbeitsunfähigkeit bestätigen würden. Sodann sei
eine Episode
definitionsgemäss
vorübergehend und nicht langandauernd. Aus
dem Gutachten gingen zudem soziale Belastungsfaktoren (Kündigung des Arbeits
verhältnisses, zunehmender Arbeitsaufwand oder die Erkrankung eines Familienmitglieds) hervor, welche zur gesundheitlichen Einschränkung beige
tragen hätten. Dies
e
könnten von der Invalidenversicherung nicht berücksichtigt werden (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, im Gut
achten von
Dr.
Z._
sei die
Arbeitsunfähigkeit
klar bestätigt worden, wie auch im letzten
Arbeitsunfähigkeitszeugnis
der
behandelnden
Fachärztin. Somit
sei die Arbeitsunfähigkeit
bis
mindestens
2
7.
September
2020
belegt. Hinsichtlich des
weiteren
Ve
r
lauf
s
habe die Nachfrage
bei
der
Beschwerdeführerin
ergeben,
dass
weiterhin
eine
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
besteh
e
.
Dafür hätte die
Beschwer
degegnerin eine ärztliche
Bestätigung
einverlangen
können
,
jedoch
habe sie sich
offensichtlich mit der Aussage der Beschwerdeführerin
zufriedengegeben
. Im
Nachhinein das Fehlen zu
monieren
, wiederspreche
klar
dem
Grundsatz
von
Treu
und Glauben. Ferner spiele der Faktor, wie lange die
Arbeitsunfähigkeit
nach
Ablauf des Wartejahres fortbestehe, keine Rolle. Der
Argumentation
der
Beschwerdegegnerin,
das
s
die
Arbeitsunfähigkeit
dauerhaft sein müsse, fehle jede gesetzliche Grundlage. Sollte
sich
zu einem späteren
Zeitpunkt
herausstellen, das
s keine
Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege
, sei jederzeit eine Revision möglich.
Darüber hinaus könne
allein der Umstand, dass
soziale Belastungsfaktoren vor
lägen, das Vorli
e
gen einer invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit nicht von vorne
herein ausschliessen. Entscheidend sei lediglich, ob die attestierte Arbeitsun
fähigkeit auf eine Gesundheitsstörung mit Krankheitswert zurückzuführen sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Bericht vom 2
0.
Januar 2020 des Instituts für Arbeitsmedizin wurde als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2)
,
differenzialdiagnostisch chronische
Fatigue
nach Tumorerkrankung
,
festgehalten. Die Beschwerdeführerin
habe angegeben
, dass ihr Energielevel bei
5-6% von vorher
läge
. A
lltägliche Tätigkeiten wie Duschen, Kochen
erschöpften sie sehr schnell und
für den Hausha
lt habe sie eine Haushaltshilfe
.
Die Beschwer
de
führerin sei seit dem
1.
November 2019 voll arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
6/5).
3.2
Im Bericht vom Sanatorium
A._
vom 1
0.
Juni 2020
nannten die Ärzte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) als Hauptdiagnose und als Neben
diagnose
n
Probleme in Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewäl
tigung (Burnout) sowie ein
en
Vitamin D-Mangel bei St. n. Mama-Karzinom
bds
. sowie
Polypenentfernung
im Dickdarm
im Jahr 2019
(
Urk.
6/30/13). Die Beschwerdeführerin sei aktuell voll
arbeitsunfähig. Prinzipiell sei von einer stufenweisen Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Bezüglich die
Frage, wann eine vollständige Wiederaufnahme der Arbeit möglich sei, sei mit
der behandelnden Psychotherapeutin Kontakt aufzunehmen. Die bisherige Arbeits
stelle sei gekündigt worden
(
Urk.
6/30/15
-16
).
3.3
Dr.
Z._
erhob in seinem Gutachten
vom 2
4.
August 20
20
zuhanden des Krankentaggeldversicherers eine
mittelgradige
depressive
Episode
(ICD-10: F32.1), die
gegenwärtig
floride
verlaufe
und nach den Schilderungen der Beschwerdeführerin durch ausgeprägte psychophysische E
rschöpfung gekenn
zeichnet sei (
Urk.
6/30/11)
.
Am 2
2.
Juli 2019 habe die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin ohne
vorherige
Mitteilung
die
Kündigung
des Beschäfti
gungsverhältnisses per 3
1.
Oktober 2019
ausgesprochen
, was sie sehr getroffen und verletzt habe. Als Grund seien
Umstrukturierungen
genannt
worden. Im Oktober 2019 sei sie zunächst wegen zwei Brusttumoren und
anschliessend
wegen
eines
Darmpolypen
s
operiert
worden, was sie
körperlich
und
psychisch
weiter geschwächt habe
. Vom
3.
Februar 2020 bis zum 2
2.
April 2020 sei die Beschwerdeführerin schliesslich in stationärer Behandlung im Sanatorium
A._
gewesen. Zusätzlich belaste sie eine schwere Erk
ran
kung ihres
hochbe
tagten
Vaters
.
Eine fachärztliche sowie psychotherapeutische
Behandlung
sei weiterhin indiziert
. Andere Therapiemassnahmen, zum
Beispiel
eine wesentliche Umstellung bzw. Erweiterung der P
sychop
h
a
rm
a
kotherapie oder eine
nochmalige
stationäre psychiatrische
Behandlung
, komme aktuell nicht in Betracht.
Der Beschwerdeführerin werde seit anfangs Oktober 2019 eine volle Arbeitsunfähig
keit attestiert. Hintergrund sei zu Anfang ein Tumorleiden
gewesen und
aktuell eine
floride
Depression. Die
Arbeitsunfähigkeit
sei vorläufig weiterhin
ausge
wiesen
. Im November dieses
Jahres
empfehle er einen
Verlaufsbericht
einzuholen
.
Günstig
st
enfalls
könne ab etwa Dezember 2020
bzw.
Januar 2021
zumindest
eine
Teilarbeitsfähi
g
keit
umsetzbar
sein (
Urk.
6/30/9-1
2
)
.
4.
In dem vom Krankentaggeldversicherer eingeholten
psychiatrischen
Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
4.
August 2020
(E. 3.3)
wird die Diagnose der mittelgradigen depressiven Episode und die seit dem
2.
Oktober 2019 bestehende
volle
Arbeits
unfähigkeit
bestätigt
. Prognostisch erwähnte
Dr.
Z._
jedoch
eine mögliche Teilarbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
ab Dezember
2020 und empfahl
dies
bezüglich
im November 2020 einen Verlaufsbericht einzuholen
, weshalb
jeden
falls
eine Beurteilung der Leistungsunfähigkeit über den November 2020 hinaus gestützt auf das Gutachten nicht
möglich
ist
.
Hinzu kommt,
dass sich aus dem Gutachten nicht ergibt
,
dass ausschliesslich
psychosoziale Belastun
gsfaktoren, namentlich
der
gestiegene Druck an der letzten Arbeitsstelle, die
Kündigung
durch die Arbeitgeberin
sowie die schwere Erkrankung des Vaters der Beschwer
deführerin
,
eine Rolle
für die weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit
spielen
.
Somit stellt
das Gutachten
keine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
dar
(E. 1.6)
. Darüber hinaus
unterliess es die Beschwerdegegnerin
gänzlich, Berichte der behandelnden Ärzte,
insbesondere
Verlaufsberichte
ab
November 2020
,
einzuholen
, oder
die
Akten
zur versicherungsmedizinischen Beurteilung
de
m
Regionalen
Ärztlichen Dienst
(RAD) vorzulegen.
Demnach lässt sich die Leistungsfähigkeit der Beschwer
deführerin auch nicht
gestützt auf die übrigen Akten
rechtsgenügend beurteilen, weshalb sich
der rechtserhebliche Sachverhalt als ungenügend abge
klärt
erweist
.
Im Übrigen
ist d
ieses
Vorgehen der Beschwerdegegnerin mit Blick auf den im Verwaltungsverfahren der Invalidenversicherung geltenden Untersuchungs
grund
satz, wonach die Behörde gehalten ist, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären (
Art.
43 ATSG, BGE 130 I 180 E. 3.2), nicht statthaft.
5
.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sach
verhalt
rechtsgenüglich
abkläre und
danach
neu über den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
verfüge.
6.
6.
1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (
§
34
Abs.
1
GSVGer
in Verbindung mit
Art.
61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Somit erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr.
1’
0
00.-- (inkl. Barauslage und Mehrwertsteuer) als angemessen.