Decision ID: 016a6f69-5cc8-41ce-a2f8-156da6b70bd6
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ wurde im März 1980 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet (IV-act. 5). Der Neuropädiater Dr. med. B._ berichtete im März 1983 (IV-
act. 16 f.), der Versicherte leide an einem schwersten frühinfantilen organischen
Psychosyndrom, an einer schwersten Lese- und Schreibschwäche, an einer
schwersten grapho-motorischen Behinderung sowie an einem Bewegungsbild einer
spastischen Tetraparese mit einer statischen und kinetischen Ataxie. Zudem bestehe
ein hochgradiger Verdacht auf eine Epilepsie. Der Versicherte wurde verspätet
eingeschult und er wechselte von der gewöhnlichen in eine Sprachheilschule und von
dieser später in eine Sonderschule, wo er eine positive Entwicklung durchlief. Er konnte
zuletzt in eine öffentliche Werkklasse wechseln. Im April 1992 empfahl ein
Berufsberater der Regionalstelle für die Eingliederung von Behinderten die Vergütung
der behinderungsbedingten Mehrkosten für eine erstmalige berufliche Ausbildung des
Versicherten zum Bäcker-Konditor (IV-act. 78). Diese Ausbildung konnte der
Versicherte im August 1995 erfolgreich abschliessen (IV-act. 81). Aufgrund einer
Empfindlichkeit bezüglich Weizen- und Roggenmehl beantragte der Versicherte im Jahr
1999 eine Umschulung zum Programmierer. Der zuständige Berufsberater empfahl die
Vergütung der Kosten für einen Kurs zum „Web-Publisher“ und für einen Handelskurs
(IV-act. 112). Im Februar 2000 erging eine entsprechende Verfügung (IV-act. 115). Im
April 2002 schloss der Versicherte seine schulische Ausbildung zum kaufmännischen
Sachbearbeiter ab (IV-act. 145 f.).
A.a.
Im Mai 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act.
151). Laut einem Diplom, das er der Anmeldung beigelegt hatte, hatte er im Mai 2006
eine Ausbildung zum Informatiker mit einem eidgenössischen Fachausweis
A.b.
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abgeschlossen (IV-act. 163–2). Gemäss dem der Anmeldung beigelegten Lebenslauf
hatte er in den Jahren 2008–2010 an einem Lehrgang zum diplomierten
Projektmanager teilgenommen (IV-act. 153 und IV-act. 163–1). In den Jahren 2003–
2011 hatte er diverse Tätigkeiten für verschiedene Arbeitgeber ausgeübt. Die
Arbeitsverhältnisse hatten jeweils nur wenige Monate gedauert. Im Oktober 2011
berichtete das Psychiatrie-Zentrum C._ (IV-act. 167), der Versicherte leide
anamnestisch an einem ADHS im Erwachsenenalter und an einer Anpassungsstörung
mit einer längeren depressiven Reaktion. Zudem bestehe der Verdacht auf eine
bipolare Störung mit einer gemischten Episode und auf eine Störung durch Alkohol und
Cannabis bei einem schädlichen Gebrauch. Der Versicherte sei von April bis
September 2011 tagesklinisch behandelt worden. Angesichts der Schwere der
Beeinträchtigung, der langjährigen Krankheitsentwicklung und der erschwerten
Compliance sei die Prognose schlecht. Im Juni 2011 sei ein Antrag auf eine freiwillige
Beistandschaft gestellt worden. Der Versicherte könne keiner geregelten Arbeit auf
dem freien Arbeitsmarkt nachgehen, denn schon bei kleinen Stress- und
Konfliktsituationen verstärke sich die Symptomatik. Im November 2011 teilte der
Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit (IV-act. 173), dass sich sein
Gesundheitszustand gebessert habe. Er habe einen Studiengang in Betriebswirtschaft
an der D._ begonnen. Im Frühjahr 2012 werde er ein Praktikum antreten. Im
Dezember 2011 gab der Versicherte an (IV-act. 178), die Krankentaggeldversicherung
habe ihre Taggeldleistungen eingestellt, weil er wieder arbeitsfähig sei. Das Psychiatrie-
Zentrum C._ teilte der IV-Stelle im Januar 2012 mit (IV-act. 179), der Zustand sei
unverändert. Der Versicherte zeige unter anderem nach wie vor eine Unfähigkeit zur
Selbstreflexion. Aktuell werde eine stationäre psychiatrische Behandlung erwogen. Im
März 2012 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er in zwei Studienmodulen sehr
schlecht abgeschnitten habe und dass er deshalb ein Semester wiederholen müsse
(IV-act. 184). Im August 2012 gab er an (IV-act. 197), dass er Ende September 2012 in
eine tagesklinische Behandlung eintreten werde. Da er seinen Studiengang nicht ohne
eine Repetition des ersten Semesters fortsetzen könne, überlege er sich, den im Jahr
2008 begonnenen Nachdiplomstudiengang zum diplomierten Projektmanager
fortzusetzen. Im Dezember 2012 teilte er mit, dass er die tagesklinische Behandlung
abbrechen und sich – entgegen den Empfehlungen der behandelnden Ärzte – als voll
vermittlungsfähig beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum melden werde (IV-act.
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210). Das Psychiatrie-Zentrum C._ berichtete im Januar 2013 über eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (hypomanisches Zustandsbild und starke
Angetriebenheit); es empfahl eine volle Berentung (IV-act. 212). Im Januar 2013 notierte
Dr. med. E._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), retrospektiv müsse
seit Januar 2011 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Versicherten
ausgegangen werden (IV-act. 213). Am 27. Januar 2013 forderte der Versicherte die IV-
Stelle auf, bis spätestens am 1. Februar 2013 einen Entscheid betreffend ein Gesuch
um eine Kapitalhilfe in der Höhe von 50’000–100’000 Franken zu fällen (IV-act. 215).
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 31. Januar 2013 mit, dass die
Voraussetzungen für eine Kapitalhilfe nicht erfüllt seien und dass derzeit ohnehin
geprüft werde, ob ein Anspruch auf Rentenleistungen bestehe, weshalb berufliche
Massnahmen nicht angezeigt seien (IV-act. 217). Nachdem der neu behandelnde
Psychiater Dr. med. F._ eine unabhängige psychiatrische Begutachtung empfohlen
hatte (IV-act. 243–8 f.), beauftragte die IV-Stelle die Kliniken Valens mit einer
psychiatrischen Exploration des Versicherten einschliesslich einer
neuropsychologischen Testung (IV-act. 249). Das Gutachten wurde am 22. Januar
2014 erstellt (IV-act. 259). Der Sachverständige Dr. med. G._ hielt fest, der
Versicherte leide an einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sowie an
einer bipolaren affektiven Störung mit einer gegenwärtig manischen Phase. Obwohl der
Versicherte eine gute und in manchen Teilbereichen sogar eine überdurchschnittlich
gute Intelligenz besitze und obwohl er über eine grosse Bereitschaft verfüge, berufliche
und private Ziele mit einer maximalen Willensanspannung zu verfolgen, bedingten die
ständigen Wechsel zwischen manischen und depressiven Phasen sowie das mehr oder
weniger unbehandelte adulte ADHS letztlich eine weitestgehende Einschränkung der
privaten und beruflichen Alltagstauglichkeit. Solange der Versicherte nicht angemessen
behandelt werde, könne keine berufliche Integration durchgeführt werden. Aus
fachärztlicher Sicht sei es sehr unwahrscheinlich, dass der Versicherte eine
ausreichende Behandlungscompliance entwickeln werde. Maniker liessen sich
erfahrungsgemäss zu gar nichts zwingen. Mit einer Verfügung vom 18. Juli 2014 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Januar 2012 eine ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 94 Prozent zu (IV-act. 271).
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In der Zeit zwischen August 2014 und Mai 2015 ersuchte der Versicherte mehrfach
um berufliche Massnahmen, insbesondere um eine Kapitalhilfe (IV-act. 272 ff.). Die IV-
Stelle hatte den Versicherten bereits am 9. Dezember 2014 darauf hingewiesen (IV-act.
299), dass sie auf ein neues Leistungsbegehren nur eintreten werde, wenn eine
relevante Veränderung der wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Situation glaubhaft
gemacht worden sei. Für eine entsprechende Neuanmeldung sei das standardisierte
Anmeldeformular zu verwenden. Im Mai 2015 reichte der Versicherte schliesslich ein
ausgefülltes Anmeldeformular ein (IV-act. 318). Mit einem Vorbescheid vom 11. Juni
2015 teilte ihm die IV-Stelle mit (IV-act. 326), dass sie nicht auf sein Gesuch eintreten
werde, weil er keine relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht habe.
Dagegen wandte der (als Geschäftsführer seiner Unternehmung H._ auftretende)
Versicherte am 21. Juni 2015 ein (IV-act. 328), der ihm von der IV-Stelle unterstellte
Gesundheitsschaden sei gar nicht vorhanden. Er habe die Rente nur akzeptiert, weil er
finanziell darauf angewiesen gewesen sei. Aktuell arbeite er an sieben Tagen pro
Woche, um zehn Projekte an verschiedenen Standorten in der Schweiz zu realisieren.
Er verlange eine Kapitalhilfe. Der Kapitalbedarf betrage etwa zwei Millionen Franken.
Der Schadenfall könne mit einer Kapitalerhöhung von 1’980’000 Franken und einer
Genugtuung von 20’000 Franken erledigt werden. Er erwarte einen Anruf der IV-Stelle
innert der nächsten fünf Tage. Mit einer Verfügung vom 25. Juni 2015 trat die IV-Stelle
nicht auf das Leistungsbegehren ein (IV-act. 329). Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen wies eine dagegen erhobene Beschwerde (vgl. IV-act. 330) mit
einem Entscheid vom 7. Juli 2016 (IV 2015/229) ab, soweit es überhaupt darauf
eingetreten war (vgl. IV-act. 361). Zur Begründung führte es an, gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung werde eine Neuanmeldung betreffend berufliche
Massnahmen in analoger Anwendung des Art. 87 Abs. 3 IVV nur geprüft, wenn eine
relevante Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des letzten Leistungsbegehrens
glaubhaft gemacht worden sei (Urteil des Bundesgerichtes 8C_624/2011 vom 2.
November 2011, E. 4.2). Der Versicherte habe keine solche Sachverhaltsveränderung
glaubhaft gemacht, weshalb die IV-Stelle zu Recht nicht auf sein neues
Leistungsbegehren eingetreten sei. Auf eine gegen diesen Entscheid erhobene
Beschwerde (vgl. IV-act. 365) trat das Bundesgericht mangels einer ausreichenden
Begründung nicht ein (Urteil des Bundesgerichtes 8C_569/2016 vom 4. Oktober 2016).
Bereits am 18. August 2016 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, dass sie auf
A.c.
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sein Wiedererwägungsgesuch betreffend die Vergütung von Ausbildungskosten nicht
eintrete (IV-act. 363).
Ab Ende Oktober 2016 wandte sich der Versicherte erneut mehrfach mit dem
sinngemässen Begehren um die Vergütung von beruflichen Massnahmen an die IV-
Stelle (IV-act. 369 ff.). Am 30. Mai 2017 teilte der behandelnde Psychiater Dr. F._ der
IV-Stelle mit (IV-act. 388), dass er zwar einer selbständigen Tätigkeit des Versicherten
skeptisch gegenüberstehe, aber trotzdem eine nochmalige vertiefte Abklärung von
möglichen beruflichen Massnahmen empfehle. Von den intellektuellen
Grundvoraussetzungen und auch von seiner Aufmerksamkeits- und
Konzentrationsfähigkeit her sei der Versicherte grundsätzlich durchaus in der Lage,
eine höhere schulische Ausbildung erfolgreich abzuschliessen. Am 14. Juli 2017
notierte die RAD-Ärztin Dr. med. I._ (IV-act. 400), eine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustandes des Versicherten seit der Begutachtung durch die Kliniken
Valens sei nicht auszumachen. Mit einer Mitteilung vom 17. Juli 2017 informierte die IV-
Stelle den Versicherten darüber, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf
die laufende ganze Rente habe (IV-act. 402).
A.d.
Im Januar 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der
IV-Stelle an (IV-act. 403). Die IV-Stelle interpretierte diese Anmeldung als ein Gesuch
um die Gewährung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen. Mit einer Verfügung
vom 19. Januar 2018 trat sie mangels Glaubhaftmachung einer relevanten
Sachverhaltsveränderung nicht auf diese Neuanmeldung ein (IV-act. 406). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess eine gegen diese Verfügung
erhobene Beschwerde mit einem Entscheid vom 18. Dezember 2018 (IV 2018/77) gut;
es verpflichtete die IV-Stelle, auf die Neuanmeldung einzutreten (vgl. IV-act. 429). Zur
Begründung führte es aus, der Art. 87 Abs. 3 IVV könne weder von seinem klaren
Wortlaut her noch aus teleologischen oder systematischen Überlegungen analog auf
Neuanmeldungen betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen angewendet
werden. Die IV-Stelle müsse folglich auf die Neuanmeldung eintreten und diese
materiell beurteilen. Das Bundesgericht trat auf eine von der IV-Stelle gegen diesen
Entscheid erhobene Beschwerde nicht ein (Urteil des Bundesgerichtes 8C_91/2019
vom 16. April 2019; vgl. IV-act. 442). Zur Begründung führte es an, der von der IV-Stelle
geltend gemachte nicht wieder gutzumachende Nachteil sei verfahrensrechtlicher
A.e.
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Natur; das Eintreten auf eine Beschwerde an das Bundesgericht sei aber nur zulässig,
wenn ein materieller nicht wieder gutzumachender Nachteil vorliege.
Die IV-Stelle forderte die behandelnden Ärzte im Juli 2019 auf, über den aktuellen
Gesundheitszustand des Versicherten zu berichten. Die Allgemeinmedizinerin Dr. med.
J._ teilte am 11. Juli 2019 mit (IV-act. 453), sie habe bislang keine
Arbeitsunfähigkeiten attestiert. Der Versicherte konsultiere sie nur selten wegen
Rückenschmerzen. Die psychische Erkrankung sei ihr nicht hinreichend bekannt. Der
Versicherte erscheine motiviert und sprachgewandt, neige aber zur
Selbstüberschätzung und sei desorganisiert sowie „utopisch“. Sie hege Zweifel an der
Fahreignung, weil der Versicherte fahrig sei und zur Selbstüberschätzung neige. Der
Psychiater Dr. F._ berichtete am 6. August 2019 (IV-act. 455), die im Gutachten der
Kliniken Valens vom 22. Januar 2014 gestellte Diagnose einer manisch-depressiven
Erkrankung greife zu kurz. Der Versicherte zeige zwar Stimmungsschwankungen und
die von ihm präsentierten Ideen hätten teilweise einen manischen Charakter, aber im
Verlauf der Therapie sei nie eine wirkliche Manie festzustellen gewesen. Auch habe es
keine eigentlichen depressiven Episoden gegeben. Die Grössenphantasien und die
unrealistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Grenzen seien wohl eher
Symptome einer Persönlichkeitsstörung, die aber diagnostisch schwer zu fassen sei. In
der Vergangenheit sei der Versicherte mit seinen Projekten und mit seinen
Ausbildungsversuchen immer wieder gescheitert, aber er könne das offenbar nicht
akzeptieren. Die Chancen einer erfolgreichen beruflichen Eingliederung stünden
schlecht. Zudem werde der Versicherte wohl kaum in ein Team eingebunden werden
können. Grundsätzlich sei eine erneute umfassende Begutachtung zu empfehlen, die
sich mit der Frage nach einer allfälligen Ausbildungsfähigkeit zu befassen hätte. Ein
RAD-Arzt empfahl am 20. August 2019 eine Meldung an das Strassenverkehrsamt
betreffend die Zweifel an der Fahreignung des Versicherten (IV-act. 457). Am 27.
August 2019 meldete die IV-Stelle dem Strassenverkehrsamt, dass sie aus
medizinischen Gründen an der Fahreignung des Versicherten zweifle (IV-act. 459).
Bereits im Februar 2019 hatte die höhere Fachschule, bei der der Versicherte eine
Ausbildung zum diplomierten Techniker begonnen hatte, in einer Stellungnahme zu
einem Rekurs des Versicherten gegen einen Nichtpromotionsentscheid geltend
gemacht (IV-act. 485–10 ff.), sie habe dem Versicherten aufgrund seines ADHS 50
A.f.
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B.
Prozent mehr Zeit für die Prüfungen eingeräumt und sie habe nur für den Versicherten
allein eine eigene Algebraprüfung mit einem späteren Prüfungstermin erstellt, um
diesem mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben. Weil sich kein Klassenkamerad bereit
erklärt habe, mit dem Versicherten zusammen eine Fallstudie zu erstellen, sei diesem
erlaubt worden, die Fallstudie als Einzelarbeit zu erstellen. Der Versicherte sei
unentschuldigt nicht zur Präsentation der Fallstudie erschienen. Er habe auch die
Semestergebühren nicht bezahlt. Weil damit zwei Promotionsbedingungen nicht erfüllt
gewesen seien, sei der Versicherte gemäss den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu
Recht per sofort vom Studiengang ausgeschlossen worden.
Mit einem Vorbescheid vom 4. Dezember 2019 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Begehrens um eine Umschulung
vorsehe, weil eine solche nicht geeignet sei, die Erwerbsfähigkeit des Versicherten zu
erhalten oder wesentlich zu verbessern (IV-act. 475). Mit einer Verfügung vom 23.
Dezember 2019 versah das Strassenverkehrsamt den Führerausweis des Versicherten
mit folgenden Auflagen: Regelmässige Medikamenteneinnahme, Befolgen der
ärztlichen Anordnungen, Verzicht auf das Führen eines Fahrzeuges bei
gesundheitlichen Störungen, Tragen einer Sehhilfe und jährliches Einreichen eines
Arztzeugnisses betreffend die Fahreignung (IV-act. 485–18 ff.). Diese Verfügung
beruhte auf einem verkehrsmedizinischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin
des Kantonsspitals St. Gallen vom 11. Dezember 2019 (IV-act. 486–16 ff.). Die
psychiatrische Sachverständige hatte ausgeführt, nebst einer Fehlsichtigkeit liege eine
verkehrsmedizinisch relevante psychische Problematik vor, die weiterhin einer
regelmässigen psychiatrischen Kontrolle und Behandlung bedürfe. Angesichts der
derzeit adäquaten fachärztlichen Behandlung, des ausreichend psychisch und
körperlich stabilen Zustandes des Versicherten und des Fehlens von Hinweisen auf
kognitive Defizite könne die Fahreignung mit Auflagen befürwortet werden. Mit einer
Verfügung vom 3. Februar 2020 wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten um
eine Umschulung ab (IV-act. 480).
A.g.
Am 17. Februar 2020 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. Februar 2020 (act. G 1). Er beantragte
B.a.
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die Ausrichtung von Taggeldern anstelle einer Rente, die Vergütung der „Umschulungs-
und Ausbildungskosten“, die Vergütung der „Mehrkosten (Anwaltskosten, Zinsen,
Betreibungskosten usw.)“ sowie eventualiter eine Kapitalhilfe für die Anstellung von
Fachpersonal. Zur Begründung führte er aus, seine Unternehmung müsse zwingend
Fachpersonal anstellen. Weil die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) ihm
aber konsequent eine Umschulung verweigere, verfüge er noch nicht über eine
entsprechende Ausbildung. Die Unternehmung könne ihn deshalb nicht als
Fachmitarbeiter anstellen. Sie sehe sich folglich gezwungen, andere Mitarbeiter zu
suchen und anzustellen, was zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden führe. Am
23. Februar 2020 machte der Beschwerdeführer geltend (act. G 3), die Kliniken Valens
hätten ihm telefonisch bestätigt, dass sie im Jahr 2014 lediglich ein Auftragsgutachten
für die Beschwerdegegnerin erstellt hätten und dass deshalb die übrigen Angebote der
Kliniken Valens (insb. EVAL) nicht genutzt worden seien. In einer Eingabe vom 8. März
2020 hielt der Beschwerdeführer fest (act. G 5), weil in den Jahren 2013 und 2014 noch
keine Tonbandaufnahmen der Begutachtungen erstellt worden seien, könne er nun die
Mangelhaftigkeit des Gutachtens der Kliniken Valens aus dem Jahr 2014 nicht belegen.
Er beantrage eine neue Begutachtung mit Tonbandaufnahmen. Wegen der
verweigernden Haltung der Beschwerdegegnerin sei seine Anstellung bei seiner
Unternehmung auf Januar 2021 verschoben worden, weshalb er sich mit einem
entsprechenden Lohnverlust konfrontiert sehe. Er beantrage deshalb ergänzend ein
Taggeld bis zum 31. Dezember 2020 sowie eine Genugtuung und eine
Lohnausfallersatzleistung von 100’000 Franken. Diese Regelung sei aber noch nicht
ganz definitiv. Am 10. März 2020 beantragte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung
von beruflichen Massnahmen (act. G 6). Zur Begründung führte er an, der
Beschwerdeführer sei überzeugt, dass er mit einer geeigneten Ausbildung ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielen könnte. Weil das Gutachten der Kliniken
Valens vom 22. Januar 2014 nicht schlüssig und nicht mehr aktuell sei, hätte die
Beschwerdegegnerin ein neues Gutachten in Auftrag geben müssen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 29. April 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie aus, weder aus den Berichten der
Dres. J._ und F._ noch aus dem verkehrsmedizinischen Gutachten lasse sich ein
B.b.
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Hinweis auf eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers ableiten. Der RAD habe festgehalten, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Januar 2014 nicht wesentlich
verändert habe. Die von Dr. F._ aufgeworfenen Fragen bezüglich der genauen
Diagnose seien von wissenschaftlichem Interesse, aber sie seien für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht relevant. Ein Eingliederungspotential lasse sich nicht
erkennen. Das Versicherungsgericht habe seine Rechtsprechungsänderung, wonach
auf Neuanmeldungen betreffend berufliche Massnahmen ohne Rücksicht darauf
einzutreten sei, ob die Eintretenshürde des Art. 87 Abs. 3 IVV gemeistert sei, unter
anderem mit dem geringen Abklärungsaufwand in Verfahren betreffend berufliche
Eingliederungsmassnahmen begründet. Würden die IV-Stellen nun im Ergebnis dazu
gezwungen, praktisch in jedem Fall betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen
ein Gutachten in Auftrag zu geben, liesse sich das mit der neuen Rechtsprechung des
Versicherungsgerichtes nicht vereinbaren.
Am 12. Mai 2020 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 9).
B.c.
Der Beschwerdeführer liess am 13. Mai 2020 an seinen am 10. März 2020
gestellten Anträgen festhalten (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Duplik (act. G 14).
B.d.
Am 14. Juni 2020 machte der als „CEO und Gründer“ seiner Unternehmung
auftretende Beschwerdeführer geltend (act. G 13), er leiste einen Arbeitseinsatz von
100–150 Prozent. Aus rechtlichen Gründen werde aber kein Lohn ausgerichtet. Der
nicht bezahlte Lohn sei in der Bilanz als stille Reserve ausgewiesen. Nach der
Umwandlung der GmbH in eine AG werde der Beschwerdeführer pro Monat 20
Namensaktien als Lohnersatz erhalten. In einem Schreiben an die Beschwerdegegnerin
vom 10. Juni 2020 hatte der Beschwerdeführer geltend gemacht, die stillen Reserven
würden sich mittlerweile auf 850’000 Franken belaufen (act. G 14.1). Am 18. Juni 2020
teilte der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht mit (act. G 15), Dr. F._ habe
ihm vorgeschlagen, eine „richtige Ausbildung“ zu absolvieren. Die „einzig sinnvolle
Massnahme“ sei die Ausbildung zum „Bachelor of Science FHO in Energie und
Umwelttechnik“. Diese könnte nach dem Erhalt des Diploms der höheren Fachschule
B.e.
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Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
eine Umschulung im Sinne des Art. 17 IVG verweigert. Weil dieses
Beschwerdeverfahren die Prüfung der angefochtenen Verfügung auf deren
Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen
Verwaltungsverfahrens entsprechen, weshalb in diesem Beschwerdeverfahren nur zu
prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Umschulung gehabt hat.
Auf die vom Beschwerdeführer selbst gestellten Anträge betreffend ein Taggeld, eine
Kapitalhilfe, eine Schadenersatzleistung und eine Genugtuung kann folglich nicht
eingetreten werden. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gestellten
Anträge haben dem hier massgebenden Verfahrensgegenstand entsprochen, aber die
Eingaben des Rechtsvertreters haben keinen expliziten Hinweis darauf enthalten, dass
die über den Verfahrensgegenstand hinausgehenden Anträge des Beschwerdeführers
selbst zurückgezogen worden wären. Das Dispositiv dieses Beschwerdeentscheides
muss folglich – betreffend die erwähnten Anträge des Beschwerdeführers selbst –
einen (teilweisen) Nichteintretensentscheid enthalten.
2.
im Herbst 2021 angetreten werden. Das hätte allerdings zur Folge, dass die Anstellung
bei der eigenen Unternehmung auf einen späteren Termin verschoben werden müsste.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zu diesen Eingaben.
Ein Anspruch auf die Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit besteht, wenn
diese Umschulung invaliditätsbedingt notwendig ist und wenn dadurch die
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1
IVG). Eine umschulungsspezifische (Art. 4 Abs. 2 IVG) Invalidität liegt demnach vor,
wenn die Erwerbsfähigkeit als Folge einer Beeinträchtigung der Gesundheit einer
versicherten Person dauernd erheblich beeinträchtigt ist. In der Praxis wird die
umschulungsspezifische Invalidität umschrieben als Arbeitsunfähigkeit im erlernten
Beruf, die mindestens 20 Prozent betragen muss, um anspruchsrelevant zu sein (vgl.
Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3.
Aufl. 2014, Art. 17 N 4, mit Hinweisen). Das Vorliegen einer umschulungsspezifischen
Invalidität allein vermag aber noch keinen Umschulungsanspruch zu begründen. Ein
solcher Anspruch besteht nur, wenn von einer Umschulung erwartet werden kann,
2.1.
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dass sie die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person erhalten oder zumindest
verbessern wird. Das setzt insbesondere voraus, dass die versicherte Person in jenen
Berufen, die als Umschulungsziel in Frage kommen, weil sie sowohl in Bezug auf die
beruflichen Anforderungen als auch in Bezug auf das Einkommenspotential dem
erlernten Beruf gleichwertig sind, in einem höheren Mass arbeitsfähig ist als im
erlernten Beruf. Hat die Gesundheitsbeeinträchtigung zur Folge, dass die versicherte
Person in allen gleichwertigen Berufen im selben Mass arbeitsunfähig ist wie im
erlernten Beruf, kann die Umschulung ihren Zweck, der versicherten Person die
Überwindung der umschulungsspezifischen Invalidität zu ermöglichen, das heisst die
Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen oder zumindest zu verbessern, nicht erfüllen. In
einem solchen Fall liegt zwar eine umschulungsspezifische Invalidität vor, aber die
kumulativ zu erfüllende Anspruchsvoraussetzung der Aussicht auf eine
Wiederherstellung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist nicht gegeben. Deshalb
kann in einem solchen Fall kein Anspruch auf eine Umschulung entstehen.
Der Beschwerdeführer hat im Rahmen einer Umschulung gemäss Art. 17 Abs. 1
IVG den Beruf des kaufmännischen Sachbearbeiters erlernt. Laut einem
entsprechenden Diplom hat er später eine Ausbildung zum Informatiker EFZ
abgeschlossen. In seinem Lebenslauf hat er angegeben, er habe an einem Lehrgang
zum diplomierten Projektmanager teilgenommen. Ein Studium der Betriebswirtschaft
an der D._ habe er abbrechen müssen. Anhand der dem Gericht vorliegenden Akten
lässt sich nicht beurteilen, über welche beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und
Erfahrungen der Beschwerdeführer als kaufmännischer Sachbearbeiter, als
Informatiker oder als Projektmanager verfügt. Damit steht nicht fest, welches der
erlernte Beruf gemäss dem Art. 17 Abs. 1 IVG ist. Das schadet aber nicht, da mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer
in allen drei Berufen in einem erheblichen, das heisst die Grenze von 20 Prozent
übersteigenden Ausmass arbeitsunfähig ist. Laut dem der Rentenzusprache
zugrundeliegenden Gutachten der Kliniken Valens vom 22. Januar 2014 ist er nämlich
generell nicht in der Lage gewesen, auf dem freien Arbeitsmarkt einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen; die medizinischen Sachverständigen sind davon ausgegangen, dass er
nur in einem geschützten Rahmen erwerbstätig sein könne. Damit sind die
medizinischen Sachverständigen im Ergebnis davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer im Januar 2014 zu 100 Prozent arbeitsunfähig gewesen sei. Die
behandelnde Allgemeinmedizinerin Dr. J._ hat sich im Juli 2019 nicht äussern
können, weil sie über keine hinreichenden Informationen und Facharztkenntnisse
bezüglich der rentenrelevanten psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers
verfügt hat. Das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen hat sich im
2.2.
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Dezember 2019 nicht zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
geäussert, weil sein Auftrag nur darin bestanden hat, sich zur Fahrtauglichkeit des
Beschwerdeführers im Strassenverkehr zu äussern. Der behandelnde Psychiater Dr.
F._ hat in seinem Bericht vom 6. August 2019 angegeben, er könne keine Prognose
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers stellen. Die im Gutachten der Kliniken
Valens aus dem Jahr 2014 gestellten Diagnosen eines ADHS und einer manisch-
depressiven Krankheit mit vorwiegender Manie griffen eher zu kurz und erklärten das
Zustandsbild des Beschwerdeführers nicht. Dieser zeige zwar
Stimmungsschwankungen und die präsentierten Ideen hätten teilweise manischen
Charakter; sie seien aber gleichzeitig eher Grössenphantasien und eine unrealistische
Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Grenzen. Neben dem ADHS stelle sich aber
die Frage nach dem Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung, eventuell einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vor allem narzisstischen, aber auch
histrionischen Persönlichkeitsanteilen. Dr. F._ empfahl eine umfassende
psychiatrische Begutachtung, die aber mit der nötigen Akribie, Differenziertheit und
Weitsicht erfolgen müsste. Wenn sich der psychiatrische Gutachter nicht die nötige
Zeit nehmen würde, stünde zu befürchten, dass dem Beschwerdeführer eine
Arbeitsfähigkeit von 100 Prozent attestiert würde. Daran gebe es aber schwerwiegende
Zweifel. Diese schwerwiegenden Zweifel an einer Arbeitsfähigkeit von 100 Prozent
können nur so interpretiert werden, dass Dr. F._ von einer erheblichen
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgegangen
ist. Die intensiven Bemühungen des Beschwerdeführers, im eigenen Unternehmen
erwerbstätig zu sein, sind bereits im Anfangsstadium gescheitert, was die Auffassung
von Dr. F._, der Beschwerdeführer sei in einem erheblichen Ausmass arbeitsunfähig,
indirekt bestätigt. Auch wenn in Bezug auf die Berichte von behandelnden Ärzten nach
der bundesgerichtlichen Auffassung wegen des Behandlungsauftrages generell nur von
einem eher geringen Beweiswert ausgegangen werden kann, rechtfertigt es sich
vorliegend, auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden
Psychiater Dr. F._ abzustellen. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer in jedem
der drei möglichen erlernten Berufe in einem erheblichen Umfang, das heisst jedenfalls
zu mehr als 20 Prozent arbeitsunfähig und damit umschulungsspezifisch invalid ist.
Das bedeutet aber nicht, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf die von
ihm anbegehrte Umschulung hätte. Ein solcher Anspruch setzt nämlich voraus, dass
der Beschwerdeführer nach der Umschulung voraussichtlich fähig wäre, im neuen
Beruf auf dem ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig zu sein und so seine Erwerbsfähigkeit
erheblich zu verbessern. Eine solche Prognose lässt sich aber nicht stellen, denn die
Symptome, die im bisherigen Beruf eine Arbeitsunfähigkeit bewirken, hätten im neuen
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken wären an sich
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung ist er von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten
befreit. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat
der Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des
erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche
Vertretungsaufwand ist als unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil der
Beschwerdeführer seine Beschwerdeschrift selbst verfasst hat und weil für das
vorliegende Verfahren nur ein kleiner Teil der Akten massgebend gewesen ist
respektive hat studiert werden müssen. Die Entschädigung ist deshalb auf 80 Prozent
von 2’000 Franken, also auf 1’600 Franken, festzusetzen. Sollten es seine
wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 ZPO).