Decision ID: 22194306-91b4-4f0c-91b4-fd2985475f72
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete s
ich am 7. August 2007 unter Hin
weis auf einen am 17. Mai 2006 erlittenen Herzinfarkt sowie eine Diskushernie bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbe
zug an (Urk. 9/1). Nach Einholen der Akten des Krankenversicherers
(Urk. 9/9-10) sowie von Berichten der behandelnden Ärzte (
Y._
, Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie FMH, vom 7. September 2007, Urk. 9/11, sowie vom 23. Dezember 2008, Urk. 9/24;
Z._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 13. Dezember 2007, Urk. 9/16, vom 6. März 2008, Urk. 9/18, sowie vom 1. Februar 2009, Urk. 9/26) und Auskünften des Arbeitgebers (Urk. 9/14 und Urk. 9/25) stellte der
A._
(
B._, Fachärztin für Allge
meine Innere Medizin) am 9. Februar 2009 fest, dass die Versic
herte in ihrer bisherigen Tätig
keit als Blumenfachangestellte bei einem Grossverteiler, welche als angepasst angesehen werden könne, durch das chronische Rücke
nleiden und die koronare Herzer
krankung seit dem Infarkt bis Mai 2008 vollständig arbeitsunfähig gewesen und seither zu 20 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (Urk. 9/27/5). Gestützt darauf ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 100 % ab Ende der Wartezeit bis Mai 2008 und einen solchen von 26 % (da der Lohn in der ab Mai 2008 effektiv ausgeübten 80 % Tätigkeit als
Invalidenein
kommen
berücksichtigt wurde, vgl. Urk. 9/27/6) ab Ma
i 2008 und sprach der Versicher
ten gestützt darauf mit Verfügung vom 11. Juni 2009 eine befristete ganze Rente für die Zeit zwischen Mai 2007 und Mai
2008 zu (Urk. 9/38). Diese Ver
fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 10. Februar 2010 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 9/47). Dazu reichte sie das ärztliche Zeugnis von
C._
, Neurologie FMH, vom
1. März 2010 nach, aus dem her
vorging, dass die Versicherte seit 3. Dezember 2009 bei
C._
in Behandlung stand und seit dem 14. Dezember 2009 bis voraussichtlich Ende April 2010 wegen Krankheit ganz arbeitsunfähig war (Urk. 9/50).
Daraufhin holte die IV-Stelle die Berichte
Y._
s vom 12. März 2010 (Urk. 9/54),
C._
s (bzw. der von ihr delegierten nichtmedizinischen Psy
chotherapeutin
D._
) vom 30. April 2010 (Urk. 9/59),
Z._
s (undatiert, Urk. 9/62), der
E._
vom 14. April 2010 (Urk. 9/65) ein und liess die Versicherte durch das
F._
polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 2. Februar 2011, Urk. 9/76; Gutachter:
G._
, Allgemeine Innere Medizin und
Nephrologie FMH;
H._
, Allgemein
e Innere Medizin und Rheumatolo
gie FMH;
I._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH).
Am 15. Februar 2011 würdigte der
A._
(
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats) den medizinischen Sachverhalt dahingehend, dass dem
F._
-Gutachten folgend mit den Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, einer chronischen belastungsabh
ängigen
lumbospondylogenen
,
thora
kospondylogenen
und
zervikospondylogenen
Schmerzerkrankung sowie einer koronaren
Eingefässerkrankung
ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei (Urk. 9/82/7). In der bisherigen Tätigkeit als Blumenfachverkäuferin bestehe seit dem 14. Dezember 2009 eine Arbeitsfä
higkeit von 70 %, die wegen des vermehrten Pausenbedarfs im 100 %
Zeitpen
sum
zu leisten sei. Dieselbe Einschränkung bestehe für andere
wechselbelas
tende
, rückenadaptierte, leichte Tätigkeiten ohne repetitives Bücken, Hocken, Knien und ohne Überkopftätigkeiten (Urk. 9/82/8).
Gestützt darauf ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 30 % ab 14. Dezember 2009 und teilte der Versicherten mit Vorbescheid vom 23. Februar 2011 mit, dass das Rentenbegehren wegen des dafür zu geringen
Invaliditäts
grads
abgewiesen werde und (am 6. Mai 2010 gesundheitsbedingt nicht möglich gewesene, vgl. Urk. 9/61) berufliche Massnahmen nach Verfügungserlass erneut geprüft würden (Urk. 9/84).
Zur Begründung ihres am 8. März 2011 gegen den Vorbescheid erhobenen Ein
wands (Urk. 9/85) reichte die Versicherte die Stellungnahme
C._
s vom 28. April 2011 zum
F._
-Gutachten (Urk. 9/90) zu den Akten. Dazu liess die IV-Stelle die
F._
-Gutachter am 20. Juni 2011 Stellung nehmen (Urk. 9/93) und legte die medizinischen Akten noch einmal dem
A._
vor. Dieser (
J._
) hielt unter Berücksichtigung dieser Stellungnahmen an seiner Beurteilung vom 15. Februar 2011 fest (Urk. 9/96/3), worauf die dem Vorbescheid entsprechende Verfügung vom 4. August 2011 erging (Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 4. August 2011 erhob
X._
am 13. September 2011 Beschwerde mit dem Rech
tsbegehren, es sei die angefoch
tene Verfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben und der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine
Viertelsrente
zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). In
ver
fahrensmässiger
Hinsicht verlangte die Beschwerdeführerin, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen und eventualiter ein gerichtliches Gutachten
anzuordnen. Ferner ersuchte sie darum, ihr die unentgeltliche Prozessführung und
Verbeiständung
zu gewähren.
Am 19. Oktober 2011 reichte die Beschwerdegegnerin unter Verzicht auf Ver
nehmlassung ihre Akten ein (Urk. 8). Darüber wurde die Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2011 informiert (Urk. 11).
Am 15. September 2011 (vgl. Urk. 6) und 17. Oktober 2012 (vgl. Urk. 13) reichte die Beschwerdeführerin die Unterstützungsbestätigung der Wohngemeinde vom 11. September 2011 (Urk. 7 und Urk. 14/2) zu den Akten. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2011 erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie nicht über eine Rechtsschutzversicherung verfüge (Urk. 10), und am 10. Oktober 2012 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote zu den Akten (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträ
chtigung der körperlichen, geis
tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behand
lung und Eingliederung verbleibende ganze ode
r teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fassung).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehen
d objektiv bestimmt. Festzustel
len ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psych
i
schen Beeinträchtigung verein
bar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ang
enommen werden kann, die Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der v
ersi
cherten Person sozial-prak
tisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.2
1.2.1
Um den Invaliditätsgrad bem
essen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un
terlagen angewiesen, die ärztli
che und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für
die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen de
r versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.2.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverh
alt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden
, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten
. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial
zu würdigen und die Gründe anzu
geben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlic
h des Beweiswertes eines ärztli
chen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend
ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vo
r allem bei psychischen Fehlentwicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls
in Auseinander
setzung
mit den
Vorakten
abgegeben wor
den ist, ob es in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und Zusammen
hänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschwer
en oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; U. Meyer
Blase
r, Die Rechtspflege in der Sozi
alversi
cherung, BJM 198
9, S. 30 f.; derselbe in H.
Fre
denhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.2.3
Die Verwaltung als verfügende Instanz sowie
im Beschwerdefall
das Gericht können bzw. dürfen die medizinisc
hen Aspekte des anspruchsbegrün
denden Tatbestands nicht aufgrund eigener Sachkunde feststellen, sondern sind auf externes medizinisches Fachwissen angewiesen (vgl. E. 1.2.1). Bei Vorliegen mehrerer medizinischer Beurteilungen sind diese gegeneinander ab
zuwägen und ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit jener
Sachver
haltsdarstellung
zu folgen, die von
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr
scheinlichste zu würdigen ist (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; vgl. auch vorstehende E. 1.2.2).
Bei der Würdigung ärztlicher Beweisaussagen zum anspruchsbegründenden Tat
bestand ist zwischen ärztlich dokumentierten medizinischen Fakten (klinische Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnestische Daten) und deren Bewertung (von den Experten abgeschätzte Auswirkungen der festgestellten Fakten auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit) zu unterscheiden (vgl. dazu: Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2 und E. 4.3 sowie Andreas Traub, Zum Beweiswert medi
zinischer Gutachten im
Zusammenhang mit der Rentenrevi
sion, SZS 2/2012, S.
183-186
). Die ärztliche Dokumentation der Faktenlage im Zeitpunkt e
ines leistungszusprechenden Ent
sche
ids ist nicht nur - wie die vor
stehend zitierte Rechtsprechung und Literatur zeigen - Voraussetzung dafür, dass dieser Ent
scheid später revidierbar ist. Bei unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen der
Anspruchsvoraussetzungen ist sie auch im Rahmen der erstmaligen
Anspruchs
prüfung
entscheidend dafür, welcher Sachverhalts
darstellung als der wahr
schein
lichsten zu folgen ist.
Auch im Rahmen der erstmaligen Anspruchsprüfung kann daher eine lege
artis
erfolgte fachärztliche Beurteilung von einem anderen medizinischen Experten nicht durch die bloss abweichende Bewertung bereits aktenkundiger Fakten in Frage gestellt werden, sondern nur durch die Dokumentation neuer
entscheid
relevanter
Fakten. Solange lediglich - im Rahmen des medizinisch-wissen
schaftlich Vertretbaren - unterschiedlic
hen Wertungen der gleichen medi
zini
schen Fakten vorliegen, lassen sich nur gleichermassen mögliche, abe
r kein überwiegend wahrscheinli
cher medizinischer Sachverhalt beweismässig erstel
len. In solchen Fällen kann ein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt auch nicht durch den
Beizug
eines weiteren Experten (Obergutachten) ermi
ttelt wer
den. Denn ein Obergut
achten darf (und muss) nur dann angeordnet werden,
wenn Widersprüche zwi
schen reproduzierbaren Fakten zeigen, dass diese noch ungenügend abgeklärt sind und weitere medizinische Untersuchungen zusätzli
che
entscheidrelevante
Fakten liefern können. Ein Obergutachten darf aber nicht dazu dienen, die Grenzen der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verdecken (vgl. E. 1.2.2 am Ende) und den - den rechtsanwenden Behörden im Rahmen der Beweiswürdigung obliegenden - Entscheid darüber, welcher von mehreren durch die medizinischen Experten lege
artis
ermi
ttelten möglichen Sachverhaltsvarian
ten als der wahrscheinlichsten zu fol
gen ist, an die Medizin zu dele
gieren.
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin macht vor allem geltend,
dass auf das der Invaliditätsbe
messung der Beschwerdegegnerin zugrundeliegende
F._
-G
utach
ten nicht abgestellt werden könne, weil insbesondere dessen psychiatrischer Teil mangelhaft sei (Urk. 1 S. 3). Dabei rügt sie, da
ss die psychiatrischen Abklärun
gen unvollständig erfolgt seien, weil der psychiatrische Gutachter sich nur ungenügend mit den
Vorakten
auseinandergesetzt und sich zu wenig Zeit für die Exploration der Beschwerdeführerin genommen habe (Urk. 1 S. 5). Es sei auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte ab
zustellen, welche auf einer län
geren Beobachtung beruht (Urk. 1 S. 6).
2.2
Dem ist entgegenzuhalten, dass der psychiatrische
F._
-Gutachter die seiner Exploration vorausgegangene Beurteilung
C._
s vom 30. April 2010 (Urk. 9/59) bzw. die darin dokumentierten medizinischen Fakten umfassend berücksichtigt und in seine Dokumentation der anamnestischen Angaben („Aktuelle Beschwerden“, „Persönliche Anamnese“, Urk. 9/76/12-14) hat ein
fliessen lassen. Auch sein psychopathologischer Befund (Urk. 9/76/14) korreliert mit den Befundangaben, welche der Beurteilung
C._
s zu entnehmen sind. In der nach Einsicht in das
F._
-Gutachten erfolgten Stellungnahme
C._
s vom 28. April 2011 (Urk. 9/90) werden denn auch keine Befunde oder anamnestischen Daten genannt, welche in der
F._
-Begutachtung unbe
rücksichtigt geblieben wären. Stark unterschiedlich sind lediglich die Bewertun
gen der medizinischen Fakten durch den psychiatrischen
F._
-Gutachter und
C._
(bzw. die von ihr delegierte nichtärztliche Psychotherapeutin).
Bei dieser Sachlage sticht das Argument der unterschiedlic
h langen Beobachtungs
zeiten der beiden Experten nicht. Denn für die Beurteilung der Frage, ob die Dauer einer gutachterlichen Exploration der im konkreten Fall vorgelegenen Problemstellung angemessen war, ist nicht in erster Linie die dafür aufgewendete Zeit massgeblich, sondern die Vollständigkeit der
Faktener
hebung
. Ungenügende Faktenabklärung kann einem fachärztlichen Gutachter aber nur vorgeworfen werden, indem wegen der zu knapp bemessenen
Explora
tionsdauer
unberücksichtigt gebliebene Fakten genannt werden. Dementspre
chend besteht im Hinblick auf das Ziel einer umfassenden Abklärung des medi
zinischen Sachverhalts die Aufgabe der behandelnden Ärzte (und
paramedizi
nischen
Experten) vor allem darin, ihre beurteilungsrelevanten Fakten einzu
bringen, nicht darin, die fachärztlichen Gutachter bei der Faktenbeurteilung zu unterstützen.
Die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch die
F._
-Gutachter einerseits und durch
C._
sowie die von ihr delegierte Psychotherapeutin andererseits ist kein Grund, an der Zuverlässigkeit der im interdisziplinären fachärztlichen Diskurs erarbeiteten Beurteilung zu zweifeln. Ihr gemäss ist die Beschwerdeführerin in der
Gesamtbeurteilung ihrer somati
schen und psychischen Einschränkungen seit dem 14. Dezember 2009 in körperlich leichter adaptierter Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig (Urk. 9/76/25).
2.3
Unbehelflich
ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass der
Invaliditäts
grad
aufgrund anderer erwerblicher Faktoren zu ermitteln sei, da sie die Stelle, an der sie die angestammte Tätigkeit ausgeübt habe, verloren habe (Urk. 1
S. 5 f.). Denn dabei lässt die Beschwerdeführerin ausser Acht, dass ihre ange
stammte Tätigkeit gemäss der Beurteilung des
A._
vom 15. Februar 2011 (Urk. 9/82/7, unter Hinweis auf den Arbeitgeberbericht vom
15. März 2010, Urk. 9/56/6) be
hinderungsangepasst ist. Was
C._
(fachfremd) aus rheu
matologischer und kardiologischer Sicht dagegen vorbringt
(Erfordernis des Hebens mittel
schwerer Gewichte, wie Topfpflanzen, Gebi
nde mit Blumenerde und Giesskan
nen, Urk. 9/90/3), vermag nicht zu überzeugen, da die in der
Blu
menabteilung
eines Grossverteilers umgesetzten Verkaufseinheiten - gerichts
notorisch - kaum je die
Limite
für leichte Gewichte (10 kg, vgl. Urk. 9/56/6) übersteigen und zum Giessen auch nicht die grössten Giesskannen verwendet werden müssen.
2.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass dem der Inv
aliditätsbemessung der Beschwer
degegnerin zugrunde liegenden
F._
-Gutachten volle Beweiskraft zukommt, sich deshalb weitere Beweisanordnungen erübrigen und aufgrund des aktenkundigen medizinischen Sachverhalts eine mehr als 30%ige Arbeitsunfä
higkeit in der angestammten (angepassten) Tätigkeit nicht ausgewiesen ist, wes
halb der Invaliditätsgrad aufgrund eines Prozentvergleichs mit dem
Validenein
kommen
(100 %) ermittelt werden kann.
Demzufolge liegt kein den Anspruch auf eine Inv
alidenrente begründender Invali
ditätsgrad vor und ist die Beschwerde abzuweisen.
3.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem Verfahrensauf
wand zu bemessenden und hier auf Fr. 600
.-- festzusetzen
den Verfahrens
kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Sie sind jedoch einstweilen auf die Gerichtskas
se zu nehmen, da die Beschwerde
führerin vom Gemeindesozialdienst unterstützt wird (vgl. Urk. 7), ihr daher offenkundig die nötigen Mittel zur Prozessführung fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslos ist (vgl. § 16 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Ebenso ist der Beschwerdeführerin unter diesen Umständen die unentgeltliche
Verbeiständung
zu gewähren (§ 16 Abs. 2
GSVGer
), weshalb der vom Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin geltend gemachte Aufwand von 9,45
Hono
rarstunden
zum für freiberufliche Anwälte üblichen Stundenansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich
MWSt
und Barauslagen) mit insgesamt Fr. 2‘100.-- aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.