Decision ID: 73940917-b7d4-5980-af53-09203b8c8229
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur AHV
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Sachverhalt:
A.
A.a S._ (Jahrgang 1937) meldete sich am 30. Oktober 2008 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner AHV-Rente an. Die Anmeldung wurde von der
AHV-Zweigstelle an die EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen weitergeleitet,
wo sie am 17. November 2008 einging (EL-act. 11). Am 10. November 2008 reichte die
Ehefrau des Versicherten der AHV-Zweigstelle weitere Belege ein. Sie gab dazu an,
dass einzig ihr Ehemann den Antrag auf EL stelle. Sie lebten in Gütertrennung (EL-act.
12.4). Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Ehegatten im Jahr 2007 monatlich
Fr. 1'658.-- an AHV-Renten, also je Fr. 19'896.-- im Jahr erhalten haben. Die Miete
betrug ohne Garage Fr. 20'280.-- im Jahr. In der Steuererklärung 2007 ist ein
Vermögen an Sparguthaben und Wertschriften per 31. Dezember 2007 von Fr.
137'453.-- ausgewiesen. Sodann ist in den Beilagen der Stammkapital-Kaufvertrag
vom 30. Januar 2008 enthalten. Daraus ist ersichtlich, dass der Versicherte die A._
GmbH für insgesamt Fr. 100'000.-- verkauft hat. Dieser Verkauf ist noch nicht
abgeschlossen. Nach Zahlung von Fr. 10'000.-- bei Übertragung der Stammeinlagen
der A._ GmbH ist der Restbetrag von Fr. 90'000.-- ab Februar 2008 durch
monatliche Ratenzahlungen in der Höhe von Fr. 2'000.-- an den Verkäufer (S._) sowie
durch Tilgung der ausstehenden und in Betreibung gesetzten Forderungen in Raten
von Fr. 8'000.-- pro Monat zu erbringen. Weiter lag auch ein Zusammenarbeitsvertrag
zwischen dem Versicherten und der A._ GmbH vom 30. Januar 2008 vor.
Demgemäss ist der Versicherte für das Rechnen von Offerten mit einer
Monatspauschale von Fr. 500.-- sowie für Akquisitionsleistungen mit einer Provision
von 2.5% vom Gesamtumsatz des Werkvertrags zu entschädigen. Übersteigt der
monatliche Bedarf der A._ GmbH für das Rechnen von Offerten eine Arbeitsleistung
des Versicherten von 40 Stunden, so ist dieser mit einem Stundensatz von Fr. 50.-- rein
netto abzugelten. Ebenso sind Beratungsleistungen mit Fr. 50.-- pro Stunde zu
entschädigen (EL-act. 12).
A.b Auf Nachfrage der EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen reichte die
Ehefrau des Versicherten weitere Unterlagen am 20. Januar 2009 ein (EL-act. 8-37).
Gleichentags reichte der Versicherte die Betreibungsbegehren vom 7. Januar 2009
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gegen den Käufer der A._ GmbH in der Höhe von Fr. 18'000.-- wegen versäumter
Ratenzahlungen sowie gegen die A._ GmbH in der Höhe von 15'112.10 für getätigte
Dienstleistungen ein (EL-act. 8-1, 8-15 und 8-16).
A.c Mit Verfügung vom 12. Februar 2009 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch
des Versicherten ab. Das Total der Einnahmen von Fr. 51'864.-- übersteige das Total
der Ausgaben von Fr. 49'728.-- um Fr. 2'136.--, weshalb für November und Dezember
2008 kein EL-Anspruch bestehe. Die Berechnung vom 19. Februar 2009
berücksichtigte dabei die finanziellen Verhältnisse beider Ehegatten: Ein Vermögen von
Sparguthaben und Wertschriften von Fr. 91'720.--, das Fahrzeug der Ehegattin von Fr.
10'000.--, die ausstehenden Forderungen gegenüber dem Käufer der A._ GmbH
sowie der A._ GmbH selbst von zusammen Fr. 33'112.--, insgesamt Fr. 134'832.--.
Abzüglich des Freibetrages von Fr. 40'000.-- verbleibe ein Betrag von Fr. 94'832.--. Der
zumutbare Vermögensverzehr von einem Zehntel von Fr. 9'483.-- sei als Einnahme
hinzuzurechnen. Zu den Renteneinnahmen käme noch der Zinsertrag von Fr. 1'341.--
hinzu. Zusammenfassend betrage das Einkommen somit Fr. 51'864.--. Bei den
Ausgaben seien die Prämienverbilligung der Krankenkasse für beide Ehegatten von
zusammen Fr. 6'648.--, der Maximalbetrag für Mietzinsen von Fr. 15'000.-- sowie der
Lebensbedarf für Nichtheimbewohner von Fr 28'080.-- zu berücksichtigen. Insgesamt
betrügen die Ausgaben Fr. 49'728.-- (EL-act. 4). Gegen diese Verfügung erhob der
Versicherte am 19. Februar 2009 Einsprache (EL-act. 2).
A.d Die EL-Durchführungsstelle wies mit Entscheid vom 19. Mai 2009 die Einsprache
des Versicherten ab. Sie führte aus, sie hätten die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen des Ehepaares zusammengerechnet. Für November bis
Dezember 2008 sei ein Überschuss von Fr. 6'751.-- und ab Januar ein solcher von
Fr. 2'136.-- berechnet worden. Die im Rahmen der EL-Berechnung anerkannten
Ausgaben würden im Gesetz abschliessend aufgezählt, weshalb die vom Versicherten
geltend gemachten Ausgaben mit dem allgemeinen Betrag für den Lebensbedarf
gedeckt werden müssten. Sodann könnten nicht die effektiven Krankenkassenprämien
berücksichtigt werden sondern lediglich ein jährlicher Pauschalbetrag für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung, welcher der kantonalen beziehungsweise
der regionalen Durchschnittsprämie entspreche. Für die jährlichen Mietkosten würde
bei Ehepaaren maximal ein Betrag von Fr. 15'000.-- berücksichtigt. Auf Grund der
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Unterlagen betreffend Bankkonten und Wertschriftenguthaben der Ehegatten sei von
einem Sparguthaben von Fr. 99'650.-- (per Anfang Oktober 2008) beziehungsweise von
Fr. 91'699.-- (per 1. Januar 2009) auszugehen. Zum Vermögen sei der in der EL-
Anmeldung deklarierte Wert des Fahrzeugs der Ehegattin von Fr. 10'000.--
hinzuzuzählen. Dazu kämen die noch offenen Forderungen aus dem Verkauf der A._
GmbH in der Höhe von Fr. 94'000.--. Der Betrag von Fr. 33'112.-- habe bisher auf dem
Betreibungsweg eingefordert werden müssen. Solange eine Bezahlung der noch
offenen Forderung nicht unmöglich sei, müsse dieser Betrag dem Vermögen
hinzugerechnet werden. Diesbezüglich sei die Verfügung vom 12. Februar 2009 zu
korrigieren. Deshalb würden sowohl für November und Dezember 2008 sowie ab
Januar 2009 beträchtliche Einkommensüberschüsse resultieren (G act. 1.1.1)
B.
B.a Gegen diesen Entscheid führt der Versicherte am 10. Juni 2009 Beschwerde. Er
beantragt sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 19. Mai 2009 und
die Zusprache einer EL. Gleichzeitig ersucht er um Sistierung wegen laufender
Betreibungsverfahren. Zu den Einnahmen führt der Beschwerdeführer aus, ohne
Stammeinlagen besitze er ein Vermögen von Fr. 107'165.--. Abzüglich des Freibetrags
von 40'000.-- verbleibe ein anrechenbares Einkommen von Fr. 67'165.--. Die Renten
aus AHV betrügen Fr. 39'792.--. Zuzüglich der Zinsen aus Sparguthaben, Wertschriften
und Darlehen von Fr. 1'786.-- betrage das Total der Einnahmen Fr. 41'578.--. Bei den
Ausgaben seien weitere Kosten zu berücksichtigen wie Telefonkosten pro Jahr von Fr.
1'200.--, Elektrizität Fr. 880.--, Billag Fr. 480.--, Haushaltsversicherung Fr. 728.80, 10%
der Krankenkassenrechnungen Fr. 1'762.--, Heil- und Pflegemittel von Fr. 3'000.--
sowie Kleider und Ersatzwäsche von Fr. 1'500.-- im Jahr. Aus der Gegenüberstellung
der Einnahmen und Ausnahmen würde ein Fehlbetrag von Fr. 9'550.80 resultieren. Es
sei nicht zumutbar, dass sie als Schweizerbürger keine EL beanspruchen dürften und
dass man ihnen einen Vermögensverzehr von Fr. 15'000.-- vorschreibe (G act. 1).
B.b Am 10. Juni 2009 sistiert das Versicherungsgericht St. Gallen das
Beschwerdeverfahren (G act. 2).
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B.c Der Beschwerdeführer reicht am 27. November 2009 unter anderem die Entscheide
des Kantonsgerichts B._ vom 20. November 2009 (G act. 5.2) sowie des
Kreisgerichts C._ vom 12. Oktober 2009 (G act. 5.8) ein, in denen das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung im Klageverfahren gegen den Käufer der A._ GmbH
sowie gegen die A._ GmbH wegen zu hohen Vermögens und unzulässiger
Klagevermengung abgelehnt worden war. Der Beschwerdeführer ergänzt, dass die
Bedarfsermittlung ein monatliches Manko von Fr 1'100.-- ausweise und er diesen
Verlust nicht mehr länger tragen könne, weshalb er um EL ersuche (G act. 5).
B.d Am 8. Dezember 2009 hebt das Versicherungsgericht die Sistierung auf (G act. 6).
B.e Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, solange eine
Bezahlung der noch offenen Forderung gegenüber dem Käufer der A._ GmbH nicht
unmöglich geworden sei, müsse dieser Betrag dem Vermögen hinzugerechnet werden.
Sodann gehe aus dem Entscheid des Kreisgerichts C._ hervor, dass der
Beschwerdeführer keine zulässigen Rechtsbegehren gestellt habe. Unter diesen
Umständen habe es sich Beschwerdeführer selbst zuzuschreiben, wenn seine
Betreibung gegen den Käufer nicht durchdringe. Jedenfalls sei die Eintreibung der
Forderung auf dem Betreibungsweg bei dieser Sachverhaltslage objektiv nicht
unmöglich geworden. Der angefochtene Einspracheentscheid sei daher nicht zu
beanstanden (G act. 7).
B.f Der Beschwerdeführer gibt in seiner Replik vom 11. Januar 2010 an, die
ausstehenden Zahlungen aus dem Kaufvertrag und dem Zusammenarbeitsvertrag
könnten vollumfänglich abgeschrieben werden, da die Nachfolgefirma gemäss
Betreibungsamt sehr hohe Schulden habe. Sodann sei es ihm nicht zumutbar, selbst
Schulden zu machen (G act. 9).
B.g Am 15. Januar 2010 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (G act. 11).
B.h Das Gericht verlangt am 5. Februar 2010 vom Beschwerdeführer den Nachweis der
geltend gemachten Verschuldung des Käufers der A._ GmbH sowie der A._ GmbH
und den Nachweis über die in den Jahren 2008 und 2009 ausbezahlten AHV-Renten
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(G act. 13). Am 15. Februar 2010 stellt der Beschwerdeführer dem Gericht die
gewünschten Unterlagen zu. Aus dem Betreibungsregisterauszug des Käufers der
A._ GmbH vom 11. Februar 2010 geht hervor, dass gegen diesen offene
Verlustscheine im Betrag von Fr. 105'523.95 bestehen. Im Jahr 2008 sind 33
Betreibungen im Totalbetrag von Fr. 129'760.85 eingeleitet worden. Davon hat der
Käufer Fr. 10'151.-- bezahlt. Im Jahr 2009 sind weitere Forderungen im Wert von Fr.
97'986.25 in Betreibung gesetzt worden. Bezahlt hat der Käufer Fr. 12'723.35.
Insgesamt sind für das Jahr 2008 und 2009 Betreibungsverfahren gegen den Käufer
hängig in der Höhe von Fr. 188'733.55 (offene Konkursandrohungen 2008 und 2009
von Fr. 7'251.-- + Fr. 10'179.40 sowie offene Pfändungsvollzüge 2008 und 2009 von
Fr. 87'442.55 + Fr. 83'860.60) (G act. 14.1). Gegen die A._ GmbH bestehen offene
Verlustscheine im Wert von Fr. 47'838.60. Die A._ GmbH wurde im Verlauf des Jahrs
2008 mit Betreibungen in der Höhe von Fr. 143'513.75 belangt. Bezahlt wurden Fr.
112'834.--. Im Jahr 2009 sind ausstehende Forderungen im Wert von Fr. 66'535.85 in
Betreibung gesetzt worden, wovon Fr. 30'610.-- beglichen wurden. Insgesamt sind
somit noch Betreibungsverfahren in der Höhe von Fr. 193'617.80 offen (offene
Konkursandrohungen 2008 und 2009 von Fr. 115'478.05 + Fr. 17'121.65 sowie offene
Pfändungsvollzüge 2008 und 2009 von Fr. 14'683.15 + Fr. 46'334.95) (G act. 14.2). Die
AHV-Renten der Ehegatten betrugen im Jahr 2008 Fr. 1'658.-- pro Monat und im Jahr
2009 Fr 1'710.-- pro Monat (G act. 14.3 und 14.4). Diese Unterlagen wurden der
Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht (G act. 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Auf 1. Januar 2008 ist das neue Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft getreten.
Das neue ELG ersetzt dasjenige Gesetz vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember
2007 gültig gewesenen Fassung. Weil die Anmeldung des Beschwerdeführers im
November 2008 eingegangen ist, ist das neue Gesetz anwendbar.
1.2 Strittig ist vorliegend der EL-Anspruch des Versicherten ab November 2008
(Eingang der Anmeldung; Art. 12 Abs. 1 ELG). Dabei sind vorerst die anerkannten
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Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen für das Jahr 2008 zu berechnen und
anschliessend für das Jahr 2009. Nach Art. 4 Abs. 1 ELG ist Personen mit Wohnsitz
und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die eine Altersrente der AHV beziehen,
ein Anspruch auf EL einzuräumen, wenn die von diesem Gesetz anerkannten Ausgaben
die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (ELV; SR 831.301)
festgelegten Bestimmungen ermittelt. Als Einkommen anzurechnen sind nach Art. 11
Abs. 1 ELG unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g). Eine
Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung
auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte
und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte
nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der
Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. Juli 2002 [P 18/02]; BGE 121 V 205 E. 4a; AHI 2001 S. 133
E. 1b).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer lebt mit seiner Ehegattin zusammen im Güterstand der
Gütertrennung. Weil der Beschwerdeführer seinen Anteil an die ehelichen
Lebenshaltungskosten nicht mehr leisten kann, verlangt er die Ausrichtung von EL. Im
EL-Recht ist der Güterstand kein Kriterium zur Differenzierung. Leben die Ehegatten
zusammen, wird der Lebensbedarf für sie gemeinsam berechnet und ihre Einnahmen
werden zusammengerechnet. Nur bei Getrenntleben von Ehegatten erfolgt eine
getrennte Berechnung (vgl. Art. 1 ELV). Weil die Ehegatten vorliegend jedoch
zusammenleben und auch nicht in einem Heim oder Spital untergebracht sind, sind die
anrechenbaren Einnahmen und anerkannten Ausgaben beider Ehegatten
zusammenzurechnen und damit auch das Vermögen beider Ehegatten
miteinzubeziehen (Art. 9 Abs. 2 ELG).
2.2 Im EL-Recht wird der Existenzbedarf durch die Summe der anerkannten Ausgaben
definiert. Der Gesetzgeber hat dabei eine Pauschale festgelegt, die garantieren soll,
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dass alle versicherten Personen gleich behandelt werden (Art. 10 ELG). Die Höhe
dieser Pauschale hat sich dabei am allgemeinen Fürsorgebedarf in der Schweiz sowie
dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum orientiert (Ralph Jöhl,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, Rz 86, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 1997). Der
Beschwerdeführer weist darauf hin, dass die Berechnung des zivilprozessualen
Grundbedarfs ein Manko von
Fr. 1'100.-- ergeben habe. Diese Berechnungsweise kann man jedoch auf das EL-
Recht nicht übertragen. Die Ausgaben für Haushaltversicherung, Strom sowie Radio
und Fernsehen sind in der Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf enthalten. Bei
Ehegatten beträgt der allgemeine Lebensbedarf Fr. 27'120.-- (Art. 10 Abs. 1 lit. a. Ziff. 2
ELG). Dieser Betrag wird jährlich an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten
angepasst. Für das Jahr 2009 beträgt er für Ehepaare Fr. 28'080.--. Darin enthalten
sind die durchschnittlichen Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Körperpflege, Elektrizität,
Wasser, Steuern und kulturelle Bedürfnisse (Ralph Jöhl, a.a.O., Rz 86). Die einzelnen
vom Beschwerdeführer angegeben Lebenshaltungskosten können daher nicht
gesondert berücksichtigt werden.
2.3 Als nächste Ausgabe ist nach dem Gesetz der Mietzins zu berücksichtigen. Der
Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten werden
effektiv angerechnet, jedoch nur bis zu einem definierten Maximalbetrag. Dieser beträgt
für Ehegatten Fr. 15'000.-- (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 ELG). Ob der Beschwerdeführer
und seine Ehegattin in einer Wohnung leben, die teurer ist, kann deshalb nicht
berücksichtigt werden. Die EL bezwecken keine einzelfallgerechte Deckung des
konkreten Existenzbedarfs, sondern sollen lediglich einen durchschnittlichen
Existenzbedarf sicherstellen (vgl. Ralph Jöhl, a.a.O., Rz 87).
2.4 Ebenso sind auch nicht die effektiven Krankenkassenprämien massgebend,
sondern ein jährlicher Pauschalbetrag (Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG). Dieser beträgt
vorliegend pro Person Fr. 3'156.-- für das Jahr 2008 beziehungsweise Fr. 3'324.-- für
das Jahr 2009. Diese Zahlen entsprechen dem an die Region angepassten Beitrag, der
einer bedürftigen Person an individueller Prämienverbilligung zugesprochen würde
(Ralph Jöhl, a.a.O., Rz 152).
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2.5 Wie die Beschwerdegegnerin deshalb korrekt ermittelt hat, betragen die
anerkannten Ausgaben insgesamt Fr. 48'522.-- (Fr 6'312.-- + Fr. 15'000.-- + Fr.
27'210.--) für das Jahr 2008 beziehungsweise Fr. 49'728.-- (Fr. 6'648.-- + Fr. 15'000.--
+ Fr. 28'080.--) für das Jahr 2009.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer verlangt bei den anrechenbaren Einnahmen den Verzicht
auf die Anrechnung eines hypothetischen Vermögensverzehrs. Nach Art. 11 Abs. 1 lit. c
ELG ist bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern ein Zehntel des Reinvermögens,
soweit es bei Ehepaaren Fr. 40'000.-- übersteigt, als Einkommen anzurechnen. Beim
Vermögensverzehr handelt es sich um einen rein fiktiven Vermögensverbrauch, denn
der EL-Ansprecher oder EL-Bezüger kann selbstverständlich nicht dazu gezwungen
werden, sein Vermögen effektiv im gesetzlich vorgesehenen Ausmass zur Bestreitung
seines Lebensunterhalts zu verzehren (Ralph Jöhl, a.a.O., Rz 213). Solange der
Freibetrag von Fr. 40'000.-- bei Ehegatten nicht erreicht wird, rechnet man den
Ehegatten somit ein Zehntel des diesen Betrag übersteigenden Vermögens als
Vermögensverzehr an.
3.2 Zu prüfen ist somit, über welches Vermögen die Ehegatten zusammen verfügen.
Dabei ist nach Art. 17 ELV die Bewertung des Vermögens entsprechend der kantonalen
Steuergesetzgebung vorzunehmen. Zeitlich massgebend ist für die Berechnung der
jährlichen EL das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen (Art. 23 Abs. 1
ELV), beziehungsweise bei einer erheblichen Veränderung während des Bezugsjahres
das Vermögen im Zeitpunkt des Anspruchsbeginns (Art. 23 Abs. 4 ELV). Im
vorliegenden Fall ist der Anspruchsbeginn der 1. November 2008, weshalb der
Vermögensstand per 31. Oktober 2008 massgeblich ist. Nach den Akten betrug der
Wert des Privatkontos der Ehegattin per 31. Oktober 2008 Fr. 3'378.25 (EL-act.
12-5/51), des Sparkontos Fr. 18'652.45 (EL-act. 12-6/51) und des Wertschriftendepots
Fr. 48'680.-- (EL-act. 8-39/62). Das Darlehen an den Sohn betrug noch Fr. 25'000.--
(EL-act. 8-38/62). Das Privatkonto des Beschwerdeführers wies vor dem Zinsabschluss
einen Wert von Fr. 30.90 auf (EL-act. 8-34/62) und das Depositenkonto Fr. 3.60 (EL-
act. 8-13/62). Insgesamt betrug das Spar- und Wertschriftenvermögen per 31. Oktober
2008 somit Fr. 95'745.20. Per Dezember 2008 betrug das Darlehen noch Fr. 24'000.--
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und das Privatkonto der Ehegattin erhöhte sich auf Fr. 3'949.50 und das Sparkonto
reduzierte sich auf Fr. 14'864.30 (EL-act. 8-39/62 bis 8-41/62). Das Privatkonto des
Beschwerdeführers wies per Ende 2008 einen Wert von Fr. 27.15 auf (EL-act. 8-34/62)
und das Depositenkonto Fr. - 21.20 (EL-act. 8-12/62). Insgesamt betrug das Spar- und
Wertschriftenvermögen per 31. Dezember 2008 somit Fr. 91'526.90.
3.3 Diesen Beträgen ist der Wert des Fahrzeugs der Ehegattin in der Höhe von
Fr. 10'000.-- gemäss Angaben in der EL-Anmeldung hinzuzurechnen (EL-act. 8-50/62).
3.4 Weiter hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer den Restbetrag des
Kaufpreises für die A._ GmbH in der Höhe von Fr. 94'000.-- zum Vermögen
hinzugerechnet, weil eine Bezahlung der offenen Forderung noch nicht unmöglich
geworden sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Käufer sei hoch verschuldet,
weshalb die ausstehenden Zahlungen aus Kaufvertrag und Zusammenarbeitsvertrag
abzuschreiben seien. Wie aus dem Stammkapital-Kaufvertrag vom 30. Januar 2008
hervorgeht, sollen Fr. 10'000.-- durch Barzahlung Zug um Zug gegen Übertragung der
Stammeinlagen der A._ GmbH erfolgt sein. Die restlichen Fr. 90'000.-- wären in
monatlichen Raten à Fr. 2'000.-- ab 29. Februar 2008 an den Beschwerdeführer zu
bezahlen. Parallel dazu hätte der Käufer die beim zuständigen Betreibungsamt bis zum
31. Dezember 2007 offenen Forderungen in Raten à Fr. 8'000.-- zu bezahlen.
Zusätzlich hätte der Käufer alle eingehenden Debitoren der A._ GmbH per 31.
Dezember 2007 ausschliesslich und in voller Höhe zur Tilgung der per 31. Dezember
2007 offenen Forderungen beim Betreibungsamt zu verwenden. Ab dem letzten
Werktag des Folgemonats, in welchem der Käufer die per 31. Dezember offenen
Forderungen beim Betreibungsamt vollständig getilgt hätte, hätte der Käufer die
monatlichen Raten zur Bezahlung des Kaufpreises der A._ GmbH an den Verkäufer
(Beschwerdeführer) auf Fr. 10'000.-- erhöhen müssen (EL-act. 8-4/62). Die Höhe des
effektiven Kaufpreises zu Gunsten des Beschwerdeführers geht aus diesem
Vertragstext nicht klar hervor. So ist nicht auszuschliessen, dass es sich bei den beim
Betreibungsamt abzuzahlenden Forderungen nicht um Schulden des
Beschwerdeführers, sondern um Schulden der A._ GmbH handelt. Damit könnte
allenfalls ein Vermögensverzicht vorliegen, indem ein Teil des Kaufpreises nicht zu
Gunsten des Verkäufers bestimmt war. Dieser wäre dem Beschwerdeführer
anzurechnen. Jedoch kann diese Frage vorliegend offenbleiben. Wie nachfolgend
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gezeigt wird, resultiert auch ohne Berücksichtigung des noch geschuldeten
Kaufpreises, dessen Höhe vorliegend nicht feststeht, ein Einnahmeüberschuss. Sollte
sich der Beschwerdeführer jedoch erneut zum Bezug von EL oder
Krankheitskostenvergütung anmelden, hätte die Beschwerdegegnerin mit Hilfe eines
betriebswirtschaftlichen Gutachtens den tatsächlichen Wert der A._ GmbH per 31.
Dezember 2007 sowie die Abwicklung des Verkaufs bzw. den tätsächlichen Kaufpreis
abzuklären.
3.5 Will der Beschwerdeführer die Unmöglichkeit der Eintreibung der ausstehenden
Forderungen für Dienstleistungen an die A._ GmbH in der Höhe von Fr. 15'112.10 im
Verfahren der EL geltend machen, so ist er diesbezüglich beweispflichtig. Ein solcher
Beweis liegt rechtsprechungsgemäss mit Vorlage eines Verlustscheines vor. Der
Beschwerdeführer hat dagegen auf die Überschuldungssituation der A._ GmbH
hingewiesen, die ein Fortsetzen des Betreibungsverfahrens als unverhältnismässig
erscheinen lasse. Auf Aufforderung hin hat er den entsprechenden
Betreibungsregisterauszug eingereicht. Wie aus diesem hervorgeht, liegen gegen die
Firma offene Verlustscheine in der Höhe von Fr. 47'838.60 vor. Hingegen hat die Firma
zahlreiche Schulden beglichen. Im Jahr 2008 in der Höhe von Fr. 112'834.-- und im
Jahr 2009 in der Höhe Fr. 30'610.-- (G act. 14.2). Eine Fortsetzung der Betreibung
gegen die Firma ist daher zumutbar und der Betrag von Fr. 15'112.10 dem Vermögen
hinzuzurechnen.
3.6 Insgesamt beträgt das anrechenbare Vermögen per 31. Oktober 2008 somit
Fr. 120'857.30 (Fr. 95'745.20 + Fr. 10'000.-- + Fr. 15'112.10) und per 31. Dezember
2008 Fr. 116'738.-- (Fr. 91'526.90 + Fr. 10'000.-- + Fr. 15'112.10). Abzüglich des
Freibetrags von Fr. 40'000.-- verbleibt vor Überprüfung der Anrechenbarkeit des
Stammeinlagen-Verkaufs ein Vermögen Fr. 80'857.30 beziehungsweise von
Fr. 76'738.--. Nach Gesetz ist davon ein Zehntel als fiktiver Vermögensverzehr zu den
Einnahmen hinzuzurechnen, also Fr. 8'085.70 beziehungsweise ab 1. Januar 2009 Fr.
7'673.80. Das Renteneinkommen der Ehegatten betrug im 2008 Fr. 39'792.-- (2x Fr.
19'896.--) und im 2009 Fr. 40'040.-- ([Fr. 1'710 x 12] x 2). Die Zinsen aus
Sparguthaben, Wertschriften und Darlehen betragen Fr. 1'335.05 (EL-act. 8-12/62 und
8-34/62 bis 8-41/62).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/12
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3.7 Die anrechenbaren Einnahmen betragen somit insgesamt für das Jahr 2008
Fr. 49'212.75 und für das Jahr 2009 Fr. 50'048.85. Werden diese den anerkannten
Ausgaben von Fr. 48'522.-- für das Jahr 2008 beziehungsweise Fr. 49'728.-- für das
Jahr 2009 gegenübergestellt folgt daraus, dass ein Einkommensüberschuss von Fr.
691.-- (2008) und von Fr. 321.-- (2009) resultiert. Demgemäss hat der
Beschwerdeführer ab November 2008 keinen Anspruch auf EL.
3.8 Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob dem Beschwerdeführer die
Durchsetzung seiner Forderung von Fr. 18'000.-- gegen den Käufer der A._ GmbH
zumutbar wäre.
3.9 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde deshalb abzuweisen.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2010 Art. 11 Abs. 1 ELG. Güterstand hat keinen Einfluss auf Anspruchsberechnung EL. Anrechnung des Vermögens der Ehegattin bei Güterstand der Gütertrennung. Zumutbarkeit, Forderungen bei mehrfach betriebenem Schuldner durchzusetzen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 2010, EL 2009/18).
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