Decision ID: 908263ba-2be9-405b-a707-3f6f820c2635
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1973,
war
seit April 1995 bei der
Y._
als
Teamleiterin Client Accounting
tätig
(
Urk.
6/22).
Unter Hinweis auf
eine Erschöpfungsdepression
meldete sich
die Versicherte
am
4.
August 2011
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/12
). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
li
c
he Situation ab und
holte bei
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein p
sychiatrisches
Gutachten ein, das am
1
0.
Februar 2016
erstattet wurde (
Urk.
6/163
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/174-
186
)
verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom
2
4.
Mai 2017 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
6/187 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
6.
Juni 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom
2
4.
Mai 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ih
r eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen, mindestens aber eine befristete Rente
,
zu leisten (S. 2
Ziff.
1). Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen und im Anschluss daran erneut über den Rentenan
spruch zu entscheiden (S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
1.
August 2017
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
2
5.
Sep
tember 2017
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein ren
tenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG, BGE 139 V 547 E. 5, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatri
sche Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich fest
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beein
trächtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätz
lich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Mass
stab zu beurtei
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
1.3
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tio
nellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätz
lich sämt
liche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE
141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 2
4.
Mai 2017 (Urk.
2) damit, anhand
des Gutachtens von
Dr.
med.
Z._
und den
Arztberichte
n sei ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin i
m März 2011 in eine psych
ische
Depression gefallen sei au
fgrund einer Konfronta
tion mit zwei
Mitarbeiterinnen am
da
maligen Arbeitsplatz.
Die
depressive
n
Pha
sen
hätten
jeweils nur
für
einige Tage
bestanden. Es sei der Beschwerdeführerin sogar noch möglich gewesen,
Fernreisen
anzutreten, was gegen eine schwere psychische
Erkrankung spreche.
Es werde
nicht bestritten, dass die Beschwerde
führerin
zeitweise in ihrer A
rbeitsfähigkeit
eingeschränkt gewesen sei, doch bestehe keine länger andauernde A
rbeitsunfähigkeit
aus
invalidenversicherungs
rechtlicher Sicht.
Es gebe keinen Grund, der für die Erfor
derlichkeit einer neuropsycholo
g
ischen
Abklärung spreche. Es liege kein Gesundheitsschaden vor, der eine
Rentenzuspra
che
rechtfertigen würde
(S. 2)
.
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (Urk. 1), sie
könne die bisherige, intellektuell anspruchsvolle Tätigkeit nicht mehr ausüben und sei auf eine Verweistätigkeit angewiesen, die sie aber auch nicht vollumfänglich aus
üben könne.
Sie sei
unbestritten über längere
Zeit arbeitsunfähig gewesen und habe
rechtzeitig eine IV-Anmeldung vorgenommen
, weshalb
ihr zumindest eine befristete Rente zuzusprechen
sei
(S. 6 oben)
. Die umfangreichen berufl
ichen
Massnahmen hätten gezeigt, dass
ihr
auch in anspruchslosen Tätigkeiten höchstens ein 50%
iges
Arbeitspensum zumutbar sei. Neben den psych
ischen
Beschwerden bestünden auch somat
ische
Leiden, die bis anhin nicht abgeklärt worden seien.
Die Beschwerdegegnerin
habe
ihre
Abklärungspflicht verletzt
(S. 6 f.)
.
Das Gutachten von
Dr.
med.
Z._
erwecke
- aus näher dargelegten Grün
den –
erhebliche Zweifel (S. 7 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Die Ärzte des
A._
berichteten am 1
1.
November 2011 (
Urk.
6/25) über den s
tationäre
n
Aufenthalt
der Beschwerdeführerin seit dem
5.
September 201
1. Sie
nannte
n
folgende
Diagnose
n
mit Auswirkung auf
die Ar
beitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1)
-
mittelgradige depressive Episode mit somat
ischem
Syndrom (
ICD-10
F32.11)
-
Nebendiagnose
:
Erschöpfungssyndrom (Burn-out-Syndrom
; ICD-10 Z73.0)
Sie führten aus, dass leichtgradige Konzentrationsstörungen bestünden und die Beschwerdeführerin formalgedanklich mittelgradig eingeengt sei. Im Affekt sei sie leicht ausgeprägt ratlos, mittelgradig ausgeprägt deprimiert, hoffnungslos und innerlich unruhig.
Es sei mit einer Besserung des Zustandes zu rechnen.
Die Angaben der Beschwerdeführerin würden nahelegen, dass sie seit März 2011 arbeitsunfähig sei. Spätestens seit Eintritt in die Klinik am
5.
September 2011
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Die b
isherige Tätigkeit
sei der Beschwerdeführerin
noch zum
utbar (S. 2).
Es sei
mit
einer
vollständige
n
Wieder
herstellung der A
rbeitsfähigkeit
innerhalb von
drei
bis
sechs
Monaten
zu rechnen (S. 3)
.
Dem Austrittsbericht vom 2
3.
Dezember 2011 (
Urk.
6/135/6-7
) ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin dank der Arbeit am subjektiven Störungsmodell und der Vermittlung von
Copingstrategien
ihre depressiven Beschwerden besser annehmen und bewältigen könne.
Die Beschwerdeführerin werde zur Fortsetzung der Behandlung ihrer teilremittierten depressiven Episode Anfang Januar 2012 in die Tagesklinik eintreten (S. 2).
3.2
Die Ärzte des
A._
berichteten am
2.
April 2012 (
Urk.
6/33) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
m
ittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom
(
ICD-10
F32.11)
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Bo
r
derline
-
Typ (
ICD-10
F60.31)
Sie führten aus, dass
die Arbeitsfähigkeit i
n der angestammten Tät
igkeit
auf ein Anfangspensum von 40-50
%
ab
Mai
20
12
steigerbar
sei
(S. 3
f.
)
.
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
berich
tete am 2
5.
März 2015 (
Urk.
6/135/2-5
)
und nannte folgende Diagnose
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1).
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (
ICD-10 F33.1)
Er führte aus, dass
die Beschwerdeführerin bei ihm seit August 2014 i
n Behand
lung
sei
und
zwei bis vier Sitzungen im Monat statt
fänden
.
Es habe eine
Teil
remission erreicht
werden können
.
Für die zuletzt ausgeübte Bürotätigkeit bestehe seit Januar 2015 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
sei perspektivisch noch nicht absehbar.
Es bestünden keine
geistigen oder körperlichen Einschränkungen.
Psych
isch sei sie
aufgrund der Depression reduziert belastbar
(S.
1 f.
)
.
Aufgrund der reduzierten Leistungsfähig
keit könne die Beschwerdeführerin am Tag nicht mehr als vier Stunden am Stück arbeiten
(S. 3)
.
Am 1
2.
Februar 2016 führte
Dr.
B._
aus, dass die Beschwerdeführerin seit August 2015 nicht mehr in seiner Behandlung sei (
Urk.
6/162).
3.4
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete ihr psychiatrisches Gutachten am 1
0.
Februar 2016 (
Urk.
6/163
) gestützt auf die
Akten sowie die
Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
8.
Februar 201
6 (S. 2).
Sie nannte folgende Diagnosen (S. 28
f.
):
-
anamnestisch Status nach lang
anhaltender, bis zu mittelgradiger depressi
ver Episode, gegenwärtig bis auf
dysthym
-ängstliche Restsympto
matik mit
Psychosomatisierung
(niederfrequente Hyperventilations
phäno
mene, Muskel
schmerzen) weitgehend remittiert (ICD-10
: F32.4; F34.1; F45.33, F45.4)
-
ausgelöst durch und unterhalten von:
-
Problemen
mit Bezug auf Berufstätigkeit/
beruflicher Unzufriedenheit und Orientierungslosigkeit, gegenwärtig Arbeitslosigkeit (IC
D-10
Z
56
) und Status nach Burnout (ICD-10 Z73.0)
-
Prob
lemen mit Bezug au
f Arbeitsrechtsumstände (ICD-10
Z65.3)
-
Problemen mit Bezug auf den engeren Familienkreis, einschliesslich familiärer Umstände (ICD-10 Z63), u
nter anderem
-
Tod der Mutter in belastenden Umständen 2015 (ICD-10
Z.63.4)
-
Problemen in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z59)
-
Alleinleben (ICD-10 Z60.2)
Zu den objektiven Befunden
führte sie aus,
es falle auf, dass die Beschwerde
führerin -
die eine Konzentrationsstörung geltend mach
e -
während der zwei
stündigen
Untersuchung das
G
espräch sehr aufmerksam verfolge.
Sie interagier
e
auf durchaus korrekte Weise
,
werde
nicht ausfällig oder entwertend. Sie wirk
e
aber doch recht demonstrativ, indem sie immer wieder und wortreich - und schliesslich nicht nachvollziehbar - i
hre psychische Behinderung im Alltag sowie ihre Arbeitsunfähigkeit betone
, wie sehr ihr alles Mühe mache und extrem viel Kraft koste und Angst
mache. Es sei e
ine dramatische (Selbst)-Darstellung und Akzentuierung von Beschwerden beobachtbar.
Die Beschwerdeführerin sei
bewusstsei
nsklar und allseits orientiert. Das
Gedächtnis,
die
Aufmerksamkeit und
die
Merkfähigkeit s
eien
ungestört. Während der zweistündigen Exploration
zeige sich eine
ungestörte
Konzentrationsspanne
. Das formale Denken
sei
geordnet, beweglich, gut (selbst)strukturiert, aber auf die Befindlichkeit mittelgradig einge
engt
. Es seien keine krankheitswertigen depressionstypischen inhaltlichen
Denk
störun
g
en
feststellbar
(S. 22)
.
Inhaltlich
würden
wiederholt Widersprüche auf
fal
len. So beschreibe die Beschwerdeführerin
spontan recht normale oder mit einem
erhebli
chen Aktivitätsniveau zu vereinbarende Tatsachen (
1-2 mal
pro Jahr Reisen nach Serbien, auch 2015, durchaus auch alleine, mehrmals pro Woche Treffen mit Freundin, vor drei Tagen Essen gehen mit Cousine, letzte Partner
schaft 2015), die auf eine doch nur unerheblich eingeschränkte Partizipation an soziale
n
Aktivitäten
sowie Freude an Lebensqualität
schliessen lassen
würden. A
uf konkrete Frage nach Beschwerden und Einschränkungen
beschreibe sie
die gleichen Tatsachen (soziales Aktivitätsniveau, I
nteraktionen, Funktionsfä
higkeit,
Appetit) diametral anders
mit Betonung der „Schwere" ihres Alltags, wobei „alles Überwindung" und „extrem
viel Kraft" brauche
(S. 23)
.
Es lägen
keine Hinweise auf
eine
etwaige frühe Individuationsstörung und
damit
strukturelle Persönlichkeitsstörung
vor
.
Überhaupt lägen für die Kindheit, Jugend und Erwachsenendekaden bis 2011 keine
Hinweise auf etwaige klinisch relevante Affekt-, Verhaltens-,
Somatisierungs
- oder Substanzabhängigkeitsstörungen
vor.
Insbesondere lä
gen keine Anhaltspunkte für frühere (vor
März
2011) zu Arbeits
unfähigkeit führende depressive Phasen, Angst- oder Panikzustände, Zwänge oder Phobien vor, auch
seien
keine sozialen
I
nteraktionsprobleme wie
etwa wiederkehrendes M
obbing, unerklär
li
che Kündigungen oder hierarchische Proble
matik in früheren Angestelltenverhältnissen zu eruieren
(S. 25)
.
Die Beschwerdeführerin sei am 1
1.
März 2011 akut psychisch
dekompensiert
, wobei sie als direkter Auslöser zwei frustrierende und empörende Konfronta
tionen mit Mitarbeiterinnen nenne. So sei ab diesem Zeitpunkt die Krankschrei
bung durch die Hausärztin erfolgt. Im Zeitraum von September bis November 2011 sei die Beschwerdeführerin in stationärer Behandlung und von Januar bis April 2012 in teilstationärer Behandlung gewesen, davor und danach bis heute (mit dreimaligem Wechsel des Psychiaters) in ambulanter psychiatrischer Behandlung. B
is März
20
15 sei eine mehrheitlich mittelgradige depressive Episode dokumentiert,
wobei die
Stimmung gelegentlich nur für einige Tage zusammengebrochen
sei
und auch Fernreisen möglich gewesen
seien
.
Nach ihrer Anmeldung bei der
I
V
sei
im Zeitraum
von März 2013 bis März 2015 bei der
ESPAS Zürich ein Belastbarkeits-, Aufbau- und Arbeitstraining durchgeführt
worden
. Dabei und anschlie
ssend habe
auch ein einjähriges externes Praktikum in der freien Wirtschaft in einem Kl
einunternehmen im Eventbereich
statt
gefun
den
. Die Reintegrationsbemühungen
seien
am 3
0.
September
2015 abgeschlossen
worden. Z
u diesem
Zeitpunkt sei
eine Steigerung des Arbeitspensum
s
über 60
%
(an 5 Tagen pro Woche) nicht möglich
erschienen
.
Die Beschwerdeführerin sei
während eines Grossteils der Reintegratio
nsbemühungen
schweren psychoso
zialen Belastungsfaktoren ausgesetzt
gewesen (S. 26)
.
Anlässlich der heutigen Begutachtung stelle sich
eine korrekt interagierende, leicht sorgenvoll verstimmte, in ihrer Selbstdarstellung leicht akzentuiert wir
kende
Beschwerdeführerin vor, bei der etwaige kli
nisch relevante depressive oder
ängstliche Symptome,
abgesehen von Existenzän
g
ste
n
, Befürchtungen und
Psychosomatisierungstendenzen
, nicht
eruierbar
seien. Auch psychometrisch lägen keine Indizien für eine noch relevante Depression oder Angststörung vor.
Es sei heute in keinerlei Weise eine etwaige
krankheitswertige Persönlichkeitsstö
rung zu diagnostizieren, auch nicht vom
Borderline
-Typ.
Es sei vielmehr von
einer melancholisch-
dysthymen
und schliesslich depressiven Entwicklung unter Eindruck der frustrierten Lebensentwürfe, der Enttäuschungen im Beziehungsle
ben, der beruflichen Unzufriedenheit und
schliesslich 2005
des Erschütterns des Vaterbildes auszugehen. Ab März
20
11 sei eine klinisch relevante depressive Epi
sode abzugrenzen,
wofür zu keinem Zeitpunkt ein etwa schwerer
Krankheitsgrad
aufgezeichnet worden sei (S. 27)
.
Der ungenügende Erfolg der Integrationsbemühungen lasse sich
ohne Zweifel
durch die sehr erhebliche psychosoziale Belastungskomponente erklären.
Es scheine sich aber auch eine
dysphorisch
-angespannte Verstimmung
zementiert zu haben, die zudem mit der i
nnere
n
Überzeugung einer erheblichen gesundheit
lichen Behinderung
anher gehe
.
Die Beschwerdeführerin
schrecke von einer Rückkehr ins
Berufsleben zurück,
was
aber nicht mit einem relevanten psych
i
schen
Leiden verbunden werden
könne
.
Insbesondere lägen genügend gesunde Ressourcen vor, die es zumutbar erscheinen
liessen
, dass die Beschwerdeführerin zur angestammten Tätigkeit zurückkehren könnte. Konkret liege aus psychiatri
scher Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vor (S. 28).
Zur Konsistenz führte die Gutachterin aus, dass
erhebliche Widersprüche zwi
schen der Selbstschilderung der
Beschwerdeführerin
und dem tatsächlich fest
stellbaren psychopathologischen Befund vor
lägen. So sei die Beschwerdeführerin
während der zweistündigen gutachterlichen Untersuchung sehr aufmerksam und wach
gewesen
und
habe das
Gespräch kritisch
verfolgt
,
habe
die diversen Aspekte ihrer Biographie, aktuelle gedankliche Themen und ängstliche Zukunftsperspek
tiven
gut selbststrukturiert beleuchtet
, dabei aber doch recht demonstrativ
gewirkt
, indem sie immer wieder - und schliesslich nicht nachvollziehbar - ihre hochgradige psychische Behinderung bet
ont habe
(S. 29)
.
Aktuell
sei im Alltag, nach wohl in
der A
k
utphase tatsächlich stattgefundenem sozialem Rückzug, kein genuine
r sozialer Rückzug mehr feststell
bar
. Vor allem decke
si
ch die subjektive Beschwerdeschil
derung zusammenfass
end nicht mit dem heutigen
objektiven aktuellen psychopathologischen Querschnittsbefund
(S. 30).
Aktuell liege keine eigenständige psych
iatrische
Erkrankung mit Einfluss auf die A
rbeitsfähigkeit
vor. Dies gelte für
die
angestammte wie auch
für eine
angepasste
Tätigkeit
mindestens ab
dem
Datum der Untersuchung
vom
9.
Februar 20
16
(S.
31)
.
Im Zeitraum vom
1
1.
März 20
11 bis
zum
3
1.
Dezember 20
14
sei die Beschwer
deführerin
aufgrund von mittelgradiger Depressivität in Zusammenhang mit einer vielschichtigen psychosozialen Belastungssituation vermutlich überwie
gend zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. A
b
dem
1.
Januar 20
15
sei
eine
50%
ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen
,
auch aus Sicht des damaligen
Psychiater
s.
Mit
Abschluss der berufl
ichen
Massnahmen per 3
0.
September 20
15 sei
eine
kon
stante 60%ige Präsenz erreicht
worden
,
wobei von
einer
langsame
n
Verbesserung des Zustandsbildes
ausgegangen werden könne (S. 31).
Diese A
rbeitsunfähigkeit
zwischen März
20
11 und Januar
20
16 sei auf
ein
reaktives depressives Leiden in einem vielschichtig belasteten psychosozialen Kontext mit beruflicher Unzu
friedenheit, Orientierungslosigkeit, Einsamkeitsgefühlen, Tod der Mutter,
vertiefte Trauer und Einsamkeit und
finanziellen Befürchtungen
zurückzuführen (S. 33).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
sowie – gemäss Briefkopf – für
Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthop
ädische
T
raumatologie, berichtete am 1
9.
Februar 2016 (
Urk.
6/165
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
chron
ische
Z
ervi
k
algie
mit Ausdehnung in den Gesichts- und Halsbereich beidseitig, aufgetreten im Rahmen einer Erschöpfungsdepression
-
z
ervi
k
al und lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
-
Status nach Meniskusläsion rechts
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin s
eit Jan
uar 20
16
bei ihm in Behand
lung sei
(S. 1
Ziff.
1.2)
.
Unter konservativer Behandlung hätten sich die Kniebe
schwerden und die Be
schwerden des
lumbovertebralen
Sy
ndroms weitgehend gebessert
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführe
rin aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden sowie den psychischen Beschwerden zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 4
Ziff.
1.7).
In einer ange
passten Tätigkeit (keine rein sitzenden oder stehenden Tätigkeiten, kein Heben schwerer Lasten) sei
die Beschwerdeführerin
zu 50
%
arbeitsfähig.
Durch die beschriebenen Therapien liessen sich die Beschwerden vermindern und die Arbeitsfähigkeit entsprechend verbessern (S. 4 f.
Ziff.
1.7 und 1.8).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
4.
März 2016 Stellung (
Urk.
6/173/3-4
) und
bestätigte die im Gutachten von
Dr.
Z._
festgestellten Arbeitsunfähigkeiten
.
3.7
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 2
2.
April 2016 (
Urk.
6/168
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1).
-
r
ezidivierende depressive Störung, schwere bis mittelgradige
depressive
Episode (
ICD-10
F33.11),
mit somatischem Syndrom
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
Typus
(ICD-10 F60.31), Diagnose
F._
von
Mai
20
12 bis Aug
ust 20
14.
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin
seit Oktober 2015 zu 50
%
arbeitsun
fähig sei, sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit.
Auf längere Zeitspanne sei keine Änderung zu erwarten (S.
3 f.
Ziff.
1.4 und 1.6-1.7).
3.8
Dr.
D._
, RAD, nahm am 3
1.
Oktober 2016 erneut Stellung (
Urk.
6/173/5
) und führte aus, dem Bericht von
Dr.
E._
sei kein obj
ektiver
Befund zu ent
nehmen, der auf eine
zwischenzeitliche
Verschlechterung
ab der Begutachtung durch
Dr.
Z._
hinweisen würde. Die Diagnose könne anhand des
psychi
schen Befundes nicht begründet werden und es finde sich auch kein genauer Zeitpunkt, ab wann eine
Verschlechterung
allenfalls eingetreten wäre
.
Das
Vor
liegen einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung sei gutachterlich ausgeschlossen worden.
3.9
Dr.
C._
berichtete am 1
4.
Februar 2017 (
Urk.
6/184/1-3
), nannte die beka
nnten Diagnosen und führte aus, die
schmerzhafte
n
Verspannungen im Nacken- und Hinterhauptbereich mit Ausdehnung in den Hals- und Gesichtsbe
reich seien ausschliesslich muskulär bedingt, wahrscheinlich als Folge der Erschöpfungsdepression mit muskulärer
Dysbalance
(S. 2). In einer
angepasst
en
Tätigkeit bestehe
aus somatischer Sicht
eine
50%
ige Arbeitsfähigkeit
. Da
die Beschwerdeführerin
intellektuell tätig sei, seien neuropsycholog
ische Defizite zentral. Es
müsste eine entsprechende Abklärung durchgeführt werden
(S. 3).
3.10
Dr.
E._
berichtete am 1
1.
Februar 2017 (
Urk.
6/184/4-5
) und führte aus,
für
eine anspruchsvolle Tätigkeit wie die angestammte bestehe eine
100%
ige
A
rbeits
unfähigkeit (S. 1 f.)
. Die Arbeitsstelle, die sie
nun
innehabe, sei viel anspruchsloser
und der Beschwerdeführerin zu
50
%
zumutbar (S. 2)
.
3.11
Dr.
D._
, RAD, nahm am 1
7.
Mai 2017 Stellung (
Urk.
6/186/3
) und führte aus, die r
adiologische
n
Befunde seien altersentsprechend.
Es sei in keinem der bishe
rigen medizinischen Berichte auf massgebliche körperliche
Beschwerden
hinge
wiesen worden
.
Dass somatische Beschwerden, in Verbindung mit bereits älteren radiologischen Befunden aus
dem Jahr
2014 beziehungsweise
dem Jahr
2010 nun als massgeblich gelten sollten, sei nicht plausibel.
Zudem sei eine
objektiv
e
orga
nische Schädigung des Gehirns
an keiner Stelle des Dossiers
ersichtlich.
S
o
mit s
ei auch überhaupt kein Grund für eine
neuropsycholog
ische Testung gegeben.
Wes
halb die von
Dr.
C._
beschriebenen somatischen Beschwerden und Befunde zu einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit führen sollten, könne objektiv nicht nach
vollzogen werden.
4.
4.1
Dr.
Z._
diagnostizierte eine bis auf eine
dysthym
-ängstliche Restsympto
matik mit
Psychosomatisierung
remittierte mittelgradige depressive Episode (ICD
10 F32.4; F34.1; F45.33, F45.4) und ging
ab Begutachtungszeitpunkt
von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
sowohl
in der angestammten
als auch
e
iner angepassten Tätigkeit aus.
Bis März 2015 sei eine mehrheitlich mittelgradige depressive Episode dokumentiert, wobei die Stimmung gelegentlich nur für einige Tage zusammengebrochen sei (vgl. vorstehend E. 3.4).
4.2
Die Beurteilung
durch
Dr.
Z._
erweist sich als nachvollziehbar begründet. Sie ist überdies eingebettet in differenzierte Angaben zu den einzelnen Standard
indikatoren
. Die Gutachterin ist somit bei der Beantwortung der Frage, wie sie das
Leistungs
vermögen einschätz
t
, den einschlägigen Indikatoren
gefolgt, hat
aus
schliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung sind
, und ihre
versicherungsmedizinische Zumutbar
keitsbeurteilung
ist
auf objektivierter Grundlage erfolgt
(vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2).
Das Gutachten erfüllt überdies auch alle übrigen praxisgemässen Kriterien (vor
stehend E. 1.5) vollumfänglich. Es ist somit auf das Gutachten abzustellen.
4.3
Die f
unktionellen Auswirkungen der genannten
Einschränkung
(vorstehend E.
4.1)
sind anhand der Stan
dardindikatoren zu prüfen. Wie das Bundesgericht in seinem zur Publikation vorgesehenen
Urteil 8C_409/2017 vom 2
1.
März
2018
in E. 4.3 festhielt,
kann diese Frage im Rahmen des Sozialversicherungsrechts
abschliessend
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden. Nach
BGE 141 V 281
kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbe
dingte Arbeits
unfä
higkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung
der
mass
ge
blichen
Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stim
mi
ges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbe
reichen (Konsis
tenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (ma
te
rielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person
auswirkt (
BGE 143 V 418
E. 6
).
4.4
Hinsichtlich des funktionellen Schweregrades ist zur Gesundheitsschädigung fest
zuhalten, dass Dr.
Z._
von
März 2011 bis März 2015 v
on einer
klinisch relevanten depressiven Episode
vorwiegend
mittelgradiger
Symptoma
tik ausging und aktuell
kli
nisch relevante depressive oder
ängstliche Symptome,
abgesehen von Existenzän
g
ste
n
, Befürchtungen und
Psychosomatisierungstendenzen
,
als
nicht
eruierbar
betrachtete. Auch p
sychometrisch
sah die Gutachterin
keine Indi
zien für eine noch relevante Depression oder Angststörung
und es
sei heute in keinerlei Weise eine etwaige krankheitswertige Persönlich
keitsstörung zu
diagnostizieren
(
Urk.
6/163 S. 27)
. D
ie diagnoserelevanten Befunde sind nicht ausgeprägt
(S. 22 f.)
.
Damit fällt eine schwere Ausprägung des psychischen Leidens ausser Betracht.
Die das Beschwerdebild mitprägenden psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflus
sen, sind als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände aus
zuschei
den (Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015
vom 29. Januar 2016
E. 4.3 mit Ver
weis auf BGE
141 V 281 E. 4.3.1.1
).
Gestützt auf die medizinische Aktenlage lagen ab März 2011 wesentliche
psychosoziale Belastungsfaktoren vor. So
ist doku
mentiert, dass die Beschwerdeführerin im März 2011 nach einer belastenden Kon
frontation mit zwei Mitarbeiterinnen einen akuten Zusammenbruch erlitten hatte (S. 11
, S. 16
). Im gleichen Zeitraum sei ihre Mutter
an Krebs er
krank
t
und sie habe sie bis zum letzten Tag täglich im Spital besucht (S. 12
, S. 17
).
Nach
einein
halbjährigem
Spitalaufenthalt sei die Mutter schliesslich im Januar 2015 verstor
ben. Im September 2015 sei sie dann durch den Tod ihres «zweiten Mamis» erneut zurückgeworfen worden (S. 18). Zusätzlich berichtet die Beschwerdeführerin von einem langen, zehrenden arbeitsrechtlichen Kampf mit ihrem langjährigen Arbeitgeber betreffend Lohnfortzahlungen (S. 18).
Ihre Gesamtsituation habe sie belastet und
auch
dass sie keine grossen persönlichen Verbesserungen habe fest
stellen können (S. 13).
Durch die Arbeitsunfähigkeit habe sie Schulden gemacht, da sie ihren Lebensstil als Bankerin weitergelebt habe (S. 19).
Schliesslich gab die Beschwerdeführerin an, nach der Auflösung ihrer letzten Partnerschaft 2015 sehr darunter
zu leiden,
alleine zu sein. Sie fühle sich oft sehr einsam und traurig (S.
20
, S. 25
).
Die Gutachterin kam zum Schluss,
die bis März 2015 dokumentierte mehrheitlich mittelgradige depressive Episode
habe
ihren Ursprung in unter
schiedlichen psychosozialen Belastungs
faktoren
(S. 26 unten).
Insgesamt können die funktio
nellen Einschränkungen damit
im Wesentlichen
auf aus
geprägte
und zweifels
ohne belastende
psychosoziale
und damit nicht ver
sicherte
Faktoren wie schwieriges berufliches Umfeld,
fragliche neue (berufliche) Perspektive, finan
zielle Ängste
zurückgeführt werden.
Weitere wichtige Indikatoren für die Ermittlung der Schwere eines Gesundheits
schadens sind Behand
lungs- und Eingliederungserfolg, also
Verlauf und Aus
gang von durchgeführten Therapien. Scheitern lege
artis
und mit optimaler Koopera
tion durchgeführte Therapien, deutet dies auf eine negative Prognose hin.
Dr.
Z._
hielt
zwar
fest,
dass
die Therapie
lege
artis
erfolgt
sei
und
weiter
erfolge
. Sie
bemerkte
jedoch
, dass die Beschwerdeführerin im Augenblick
,
in dem
der behandelnde Psychiater
Dr.
B._
positiv von Fortschritten in der Behand
lung mit Teilremission und Teilarbeitsfähigkeit
berichtet habe
,
den Therapeuten
mit der Begründung
gewechselt habe, dass sie das Gefühl habe, mit
Dr.
B._
keine
Fortschritte in der Therapie zu machen
(S. 29).
Von einer thera
peutisch nicht mehr angehbaren Störung kann daher nicht ausgegangen wer
den
.
4.5
Im Komplex Persönlichkeit sind keine einschrän
kenden Faktoren ersichtlich; die
Beschwerdeführer
in
leidet nicht an einer Persönlichkeitsstörung oder -akzen
tu
ierung.
Sie verfügt über eine geregelte Tagesstruktur sowie ein soziales Netzwerk und
hat jahrelang den vielfältigen sozialen und beruflichen An
forde
rungen genügen können. Als Ressourcen sind die konstante Arbeitstätig
keit in einem hohen Pensum
bis 2011
und die damit einhergehende soziale und berufli
che Integration
(S. 25)
,
das Reisen sowie
der Freundeskreis
(mehrmals pro Woche Treffen mit Freundin
nen
, ausgehen zum Essen)
zu nennen, ebenso die berufliche Aus
- und Weiter
bildung
sowie die
Erfah
rung
(S. 23, S. 29)
.
Nachdem die Erkrankung
und
der Tod ihrer Mutter und einer weiteren wichtigen Bezugsperson
sowie ein langer arbeitsrechtlicher Kampf
bereits mehrere Ja
hre zurücklieg
en
(S.
25 f.)
,
fä
ll
t
diese früher verstärkt gegebene Belastungssituation - soweit sie nicht ohnehin als psychosoziale und damit auszuklammernde (BGE 141 V 281 E.
4.3.3 mit Hinweis) Belastung zu betrachten ist - nicht mehr entscheidend ins Gewicht
(vgl. hierzu auch vorstehend E. 4.4)
.
Diese Angaben sprechen für sub
stantielle Ressourcen und eine grundsätzlich doch belastbare Persönlichkeit.
4.6
Hinsichtlich der Konsi
stenz ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführer
in
ein hohes und konstantes Aktivitätsniveau zu halten vermag, welches nicht wesent
lich durch die psychiatrische Diagnose eingeschränkt ist. Dies wird insbesondere bestätigt durch den Umstand, dass
die Beschwerdeführerin
spontan normale und mit einem erheblichen Aktivitätsniveau zu vereinbarende Tatsachen beschrieb, die auf eine nur unerheblich eingeschränkte Partizipation an sozialen Aktivitäten sowie Freude an Lebensqualität schliessen lassen
.
Diese Aktivitäten stehen
im Widerspruch zur geltend gemachten Erwerbsunfähigkeit
.
Auf die Frage nach Beschwerden und Einschränkungen beschrieb sie indes die gleichen Tatsachen diametral anders und betonte die Schwere ihres Alltags, wobei alles Überwindung und extrem viel Kraft brauche.
Ein eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck ist nicht ersicht
lich
; so hat die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung explizit formuliert, die negativen Ergebnisse der Integrationsbe
mühungen seitens der IV seien zum Teil mit ihrer fehlenden Motivation zu begründen, unter anderem durch das niederschwellige Programm des Belastbar
keitstrainings, wo sie sich unterfordert gefühlt habe und nicht motiviert gewesen sei (S. 29 f.).
Bezüglich
eines behandlungsanamnestischen
Leidensdruck
es
ist festzustellen, dass
die Beschwerdeführerin bisher eine regelmässige
psy
chiatrisch-psychothera
peutische Behandlung wahrgenommen hat, sich auch in stationäre und teilstati
onäre Behandlung begeben hat und Medikamente ein
nimmt, womit ein Leidens
druck zu bejahen ist.
4.
7
Zusammenfassend
ergibt sich, dass
etwaige
diagnoserelevante Befunde nicht be
sonders ausgeprägt sind
und die
psychische Störung behandelbar
ist.
Der funk
tionelle Schweregrad des Gesundheits
schadens spricht gegen eine invalidi
sierende Einschränkung.
Die
Beschwerdeführer
in
ver
fügt über eine Tagesstruk
tur sowie ein soziales Netzwerk. Ein Leidensdruck ist zwar vorhanden, aber
es liegt keine gleichmässige und erhebliche Einschränkung des
Aktivitätsniveau
s
in allen
vergleichbaren
Lebensberei
chen
vor.
Damit ist unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass die psychischen Störungen keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit zeitigen und
– auch die von 2011 bis 2015 -
geltend gemachten Einschränkungen
anders begrün
det sind als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung.
Die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
de
r Gutachterin
(vgl. vor
stehend E. 4.1)
ab Begutachtungszeitpunkt
ist
somit aufgrund der Prüfung der Standardindikatoren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schlüssig und widerspruchsfrei nachge
wiesen.
4.8
Nach dem Gesagten bleibt somit kein Raum für die Annahme eines invalidisie
renden Gesundheitsschadens. Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen vorzunehmen, kann darauf in antizipierter Beweis
würdi
gung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheits
zustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind hinrei
chend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Die
einen Rentenanspruch verneinende
Verfü
gung vom
2
4.
Mai 2017
(Urk. 2) erweist sich als rechtens,
was zur Abwei
sung der
dagegen erhobenen
Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- a
nzusetzen. Entsprechend dem Aus
gan
g des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.