Decision ID: 8d767209-c8ca-409f-b1c4-36b6706f55da
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 19. September 2013 erstmals zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die behandelnden Ärzte der Klinik B._, wo
sich die Versicherte vom 22. Mai bis 18. Juni 2013 stationär befunden hatte, hatten in
ihrem Bericht vom 18. Juni 2013 als Diagnosen ein allergisches Asthma bronchiale,
eine Hausstaubmilbenallergie, eine Rhinoconjunctivitis allergica mit pollenassoziierter
Nahrungsmittelallergie, Multinahrungsmittelallergien, eine Analgetikaintoleranz, eine
Zöliakie und eine Laktoseintoleranz aufgelistet. Die Tätigkeit als Pflegefachkraft auf
einer Psychiatriestation könne unverändert in Vollzeit ausgeübt werden (IV-act. 3-3 ff.,
vgl. auch Bericht über den stationären Aufenthalt vom 29. August bis 22. September
2012; IV-act. 3-17 ff.). Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und
Hausarzt der Versicherten, hatte am 12. August 2013 festgehalten, diese sei vom 3.
April bis 1. Juli 2013 zu 100% arbeitsunfähig gewesen, ab 17. Juli 2013 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 3-1 f.).
A.a.
Vom 29. September bis 4. Oktober 2013 wurde die Versicherte stationär im
Kantonsspital Frauenfeld behandelt. Die zuständigen Ärzte berichteten am 1. Oktober
2013 über eine vesicovaginale, postoperative Fistel mit totaler Urininkontinenz bei
Status nach laparoskopischer Salpingohysterektomie und Umbilikalhernienversorgung
sowie Adhäsiolyse am 15. August 2013 sowie Status nach fraktionierter Curettage und
bipolarer Endometriumkoagulation im April 2013 und einen Harnwegsinfekt. Daneben
lägen eine Urticaria und ein Asthma bei multiplen Allergien und
Lebensmittelunverträglichkeiten vor. Am 30. September 2013 sei ein laparoskopischer
Fistelverschluss mit Peritoneal-Interponat durchgeführt worden (IV-act. 14). Dr. C._
hielt am 22. Oktober 2013 fest, seit der Operation vom 15. August 2013 bestehe eine
A.b.
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Arbeitsunfähigkeit von 100%. Der weitere Verlauf bleibe abzuwarten, er hoffe auf eine
Arbeitsfähigkeit von sicher 50% (IV-act. 16-3 f.).
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 33) wurde die Versicherte im Zeitraum vom 9.
Juli bis 22. Dezember 2014 (fünf ambulante Untersuchungen) durch Dr. med. D._,
Dermatologische Klinik des Universitätsspitals Zürich, abgeklärt. In seinem Gutachten
vom 9. März 2015 listete dieser als Diagnosen im Fachgebiet der Allergologie/
Dermatologie eine Rhinoconjunctivitis allergica saisonalis, eine Rhinitis allergica
perennialis, ein Asthma bronchiale, chronische Abdominalbeschwerden, eine Zöliakie
(anamnestisch), eine atopische Dermatitis seit Kleinkindalter und
Medikamentenunverträglichkeiten auf. Keine dieser Diagnosen habe eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 41). RAD-Arzt Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, befand am 2. April 2015 gestützt auf die Akten, auch aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 42).
A.c.
Mit Vorbescheid vom 2. Juni 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in
Aussicht (IV-act. 46).
A.d.
Dagegen erhob die Versicherte am 29. Juli 2015 Einwand (IV-act. 55). Sie reichte
einen Bericht von Dr. C._ vom 1. Juli 2015 ein. Dieser hatte gestützt auf die ihm
vorliegenden Einträge in die Krankengeschichte durch Dr. med. F._, Ärztin für
Psychiatrie (die in derselben Praxisgemeinschaft tätig war und die Versicherte seit Juli
2014 behandelte) festgehalten, es liege ein schwerer Erschöpfungszustand bei
vielfachen Allergien und ein Verdacht auf eine Anpassungsstörung vor. Seit Dezember
2014 bestehe ein Verdacht auf eine somatoforme Überlagerung der Symptomatik.
Seine Befundaufnahme habe eine schwere Depression ergeben. Er erachte die
Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau in der Psychiatrie als zu
100% arbeitsunfähig (IV-act. 56). Am 5. August 2015 reichte die Versicherte zudem
eine persönliche Stellungnahme zum Gutachten ein (IV-act. 57 und 58). RAD-Arzt Dr.
E._ befand darauf, am Entscheid der IV-Stelle könne nicht festgehalten werden (IV-
act. 61).
A.e.
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Die damalige Arbeitgeberin der Versicherte, die G._, kündigte das
Arbeitsverhältnis nach Einstellung der Krankentaggeldleistungen per 31. Oktober 2015
(IV-act. 66). Ab 5. November 2015 war die Versicherte in einem Pensum von rund 20%
als Betreuerin eines beeinträchtigten Kindes tätig (IV-act. 76, 79-5, 130-8 f.).
A.f.
Dr. F._ berichtete am 25. Januar 2016 über eine sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkende somatische Belastungsstörung, bestehend seit mindestens Sommer
2013. Die ausgeübte Tätigkeit als private Betreuerin eines schwerbehinderten Kindes
sei adaptiert. Mittelfristig rechne sie mit einer Steigerung der Belastbarkeit auf ca. 30
bis 40% (IV-act. 80).
A.g.
Ab 1. August 2016 war die Versicherte zusätzlich in einem Pensum von 30% als
Nachtwache im Wohnheim H._ tätig (IV-act. 130-3 f.).
A.h.
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 92) wurde die Versicherte im Januar und
Februar 2017 durch Ärzte der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH
(nachfolgend: ABI) polydisziplinär (internistisch, dermatologisch/venerologisch,
urologisch, psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom 21. März
2017 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0) und eine Histaminintoleranz (ICD-10: T78.1) auf. In der angestammten
Tätigkeit auf der Psychotherapiestation bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. In
einer adaptierten Tätigkeit liege eine Arbeitsfähigkeit von 90% vor (IV-act. 98).
A.i.
Dr. C._ hatte der Versicherten vom 1. Januar bis 28. Februar 2017 eine
Arbeitsunfähigkeit von 60% attestiert (IV-act. 98-27). Nachdem die Anstellung zur
Betreuung des beeinträchtigten Kindes im Sommer 2017 geendet hatte (vgl. IV-act.
126-1), arbeitete die Versicherte vom 1. Juni bis 31. Dezember 2017 rund zehn
Stunden pro Woche als Kinderbetreuerin bei einer anderen Familie (IV-act. 130-5 ff.).
Ab 1. Juni 2017 war die Versicherte zudem in einem Pensum von 30% als Leiterin
Nachtdienst im Wohnheim H._ tätig (IV-act. 130-1 f.). Ab 1. Januar 2018 erhöhte sie
dieses Pensum auf 55% (IV-act. 136-11 f.).
A.j.
Am 7. September 2017 hatte die IV-Stelle der Versicherten mitgeteilt, das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen (IV-act. 118, vgl.
A.k.
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B.
auch IV-act. 88). Mit Vorbescheid vom 12. Januar 2018 stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 134).
Gegen den Vorbescheid vom 12. Januar 2018 erhob die Versicherte am 13.
Februar 2018 Einwand (IV-act. 136). Sie reichte unter anderem einen Bericht von Dr.
F._ vom 6. Februar 2018 ein (IV-act. 136-6 ff.).
A.l.
Am 23. März 2018 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
141).
A.m.
Gegen die Verfügung vom 23. März 2018 erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) die vorliegende Beschwerde vom 4. Mai 2018. Sie beantragte
darin, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr ab Februar 2014 mindestens eine
halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter seien weitere medizinische
Abklärungen, insbesondere ein neues medizinisches Gutachten, anzuordnen; alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, das ABI-Gutachten sei
nicht beweistauglich. Zudem sei der Invaliditätsgrad nicht korrekt ermittelt worden (act.
G1). Sie reichte unter anderem einen Bericht von Dr. F._ vom 23. April 2018 ein (act.
G1.9)
B.a.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), beantragte am 27. Juni 2018 die Abweisung der Beschwerde.
Sie brachte vor, es sei auf das ABI-Gutachten abzustellen. Der durchgeführte
Einkommensvergleich sei nicht zu beanstanden (act. G4).
B.b.
Mit Replik vom 23. August 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest und reichte einen Bericht der Klinik B._ vom 21. Mai 2014 ein (act. G7, G7.1).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin hielt am 25. September 2018 an ihrem Antrag fest (act.
G9).
B.d.
Am 11. Oktober 2018 liess die Beschwerdeführerin die Honorarnote einreichen
(act. G11, betreffend Wechsel der Rechtsvertretung vgl. act. G15). Die
Beschwerdegegnerin nahm am 29. Oktober 2018 dazu Stellung (act. G13).
B.e.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin. Gemäss Art. 29 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Nachdem sich die Beschwerdeführerin am
19. September 2013 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet
hat (vgl. IV-act. 1), fällt ein Rentenanspruch vorliegend frühestens ab 1. März 2014 in
Betracht.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.1.
Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
1.2.
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2.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene Verfügung
stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das ABI-Gutachten vom 21.
März 2017 (IV-act. 98). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft ab und
hält ihm Einschätzungen von behandelnden Ärzten entgegen (act. G1, G7).
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.3.
Die ABI-Gutachter hielten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) und eine Histaminintoleranz (ICD-10: T78.1)
fest. Sie beurteilten, von April bis Oktober 2013 habe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätigkeiten bestanden. Seit November 2013 liege eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau auf einer
Psychiatriestation vor. Für eine angepasste Tätigkeit habe von November 2013 bis zur
Begutachtung im Januar 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 80% und seit der
Begutachtung eine solche von 90% bestanden (IV-act. 98-21 ff.). RAD-Arzt Dr. E._
schloss sich der Beurteilung an (IV-act. 99, 139).
2.1.
Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, den Gutachtern hätten nicht
alle relevanten medizinischen Vorakten zur Verfügung gestanden (act. G1). Wie die
2.2.
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Beschwerdegegnerin vorbringt, habe sie den ABI-Gutachtern wie üblich sämtliche bei
ihr vorhandenen Akten zur Verfügung gestellt. Sie habe entgegen der Kritik der
Beschwerdeführerin keine Selektion vorgenommen (vgl. act. G4, IV-act. 147). Es ist
also davon auszugehen, dass den ABI-Gutachtern sämtliche der Beschwerdegegnerin
bekannten Akten, neben den medizinischen Berichten unter anderem entgegen der
Kritik der Beschwerdeführerin (vgl. act. G1, S. 14, act. G7) auch ihre Stellungnahme
zum Gutachten von Dr. D._ (vgl. IV-act. 58), zur Verfügung standen. Weiter führte die
Beschwerdegegnerin aus, der Umstand, dass Dr. D._ im Vergleich zu den ABI-
Gutachtern zusätzliche medizinische Berichte vorgelegen hätten (vgl. IV-act. 41-2 f.),
sei damit zu erklären, dass dieser die entsprechenden Akten entweder selbst
beigezogen oder direkt von der Beschwerdeführerin erhalten habe (act. G4). Die ABI-
Gutachter listeten die ihnen vorliegenden medizinischen Akten in chronologischer
Reihenfolge auf und gaben die ihrer Ansicht nach wichtigsten Vordokumente
auszugsweise wieder (vgl. IV-act. 98-4 ff.). Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden,
zumal die Beurteilung der Relevanz der vorliegenden Vorakten im Ermessen der
Gutachter liegt. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, waren die von der
Beschwerdeführerin erwähnten weiteren medizinischen Berichte (vgl. act. G1), welche
die Beschwerdegegnerin nicht beigezogen und damit auch den ABI-Gutachtern nicht
zur Verfügung gestellt hatte, nicht von entscheidender Bedeutung. Es ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Kenntnis derselben zu
keiner anderen Einschätzung der ABI-Gutachter geführt hätte. Die ABI-Gutachter
waren damit nicht gehalten, die fehlenden Akten beizuziehen. Die Beschwerdegegnerin
ist der ihr gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG obliegenden Untersuchungspflicht
nachgekommen. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G1, S. 14) hat
die Beschwerdegegnerin ihr rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG, Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung [BV; SR 101]) nicht verletzt, indem sie ihr keine Einsicht in die - gar
nicht beigezogenen - Akten gewährt hatte.
Aus somatischer Sicht hielten die ABI-Gutachter bezüglich der Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit einzig die Histaminintoleranz und die damit verbundene
Medikamenteneinnahme für relevant (vgl. IV-act. 98-21). Dies stimmt insofern mit den
Vorakten überein, als auch Dr. D._ in seinem allergologischen/dermatologischen
Gutachten zum Schluss gekommen war, es liege in seinem Fachgebiet keine Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 41). Im Gegensatz zu den ABI-
Gutachtern hatte dieser jedoch die Histaminintoleranz - welche offenbar erst nach der
Begutachtung durch Dr. D._ festgestellt wurde (vgl. IV-act. 98-21) - nicht
thematisiert. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, war den ABI-
Gutachtern der Bericht der Klinik B._ vom 21. Mai 2014 über den stationären
2.3.
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Aufenthalt vom 16. April bis 13. Mai 2014 nicht bekannt (act. G1, vgl. IV-act. 98-4 ff.).
Aus dem genannten Bericht ergeben sich jedoch keine neuen Erkenntnisse. Die darin
erwähnte Diagnose einer Mastozytose (ICD-10: Q82.2) findet in den weiteren Akten
keine Bestätigung bzw. wurde von Dr. D._ mit grosser Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen (vgl. act. G7.1, IV-act. 24-3, 41-2, 41-23). Die im Bericht weiter
erwähnte Neurodermitis wurde bereits am 18. Februar 2014 von Dr. C._ aufgeführt
(vgl. IV-act. 24-1). Zudem äusserten sich die behandelnden Ärzte der Klinik B._ wie
bereits in ihren früheren Berichten nicht zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit (act. G7.1,
vgl. IV-act. 3-3 ff., 3-17 ff.). Die Behandlung in der Klinik B._ im Jahr 2014 war dem
psychiatrischen ABI-Teilgutachter Dr. med. I._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
insofern bekannt, als er einen dreimaligen stationären Aufenthalt aufgrund der Allergien
erwähnte (IV-act. 98-15).
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, den Gutachtern habe der Bericht von Dr.
C._ vom 29. Oktober 2013 nicht vorgelegen (act. G1, S. 13). Bei diesem Bericht
dürfte es sich jedoch um denjenigen vom 22. Oktober 2013 handeln, welcher erst am
29. Oktober 2013 bei der Beschwerdegegnerin eintraf (vgl. IV-act. 16-3 f.) und den ABI-
Gutachtern bekannt war (vgl. IV-act. 98-5). Soweit die Beschwerdeführerin ausführt,
der von ihr im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Dr. C._ vom 2. Juli
2014 (act. G1.3) und der gastroenterologische Bericht vom 12. Dezember 2013 sei den
Gutachtern nicht bekannt gewesen (act. G1, S. 13), ist deren Relevanz für das
vorliegende Verfahren nicht ersichtlich. Dr. D._, welcher Kenntnis vom
gastroenteorologischen Bericht hatte (vgl. IV-act. 41-2), hielt als Diagnose zwar
chronische Abdominalbeschwerden fest, die Koloskopie vom Dezember 2013 sei
jedoch unauffällig gewesen und die Beschwerden wirkten sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 41-25 f.). Weiter macht die Beschwerdeführerin zu Recht
geltend, die Operationsberichte des Kantonsspitals Frauenfeld befänden sich nicht in
den Akten der Beschwerdegegnerin (act. G1, S. 13). Die im April, August und
September 2013 im Kantonsspital Frauenfeld durchgeführten Eingriffe (fraktionierte
Curettage, Endometriumkoagulation, Salpingohysterektomie,
Umbilikalhernienversorgung, Fistelverschluss) sowie die damit verbundenen
stationären Aufenthalte und die Komplikationen ergeben sich jedoch aus den
aktenkundigen Austrittsberichten des Kantonsspitals Frauenfeld (vgl. IV-act. 14, 98-30
f.). Mit der Beschwerdegegnerin (act. G4) ist damit davon auszugehen, dass den ABI-
Gutachtern die wesentlichen Akten bezüglich der operativen Eingriffe vorlagen.
2.4.
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In psychiatrischer Hinsicht sind die Diagnose und die Arbeitsfähigkeit umstritten.2.5.
Der psychiatrische ABI-Teilgutachter Dr. I._ diagnostizierte eine
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0). Er beurteilte, in der angestammten Tätigkeit
liege seit April 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% vor. In einer adaptierten Tätigkeit
habe von Juni 2013 bis zur Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 80%, seither eine
solche von 100% bestanden. Er begründete, er habe bei seiner Untersuchung keine
psychopathologischen Symptome feststellen können. Die Beschwerdeführerin habe
keinerlei depressive Symptomatik gezeigt. Die geklagten multiplen somatischen
Beschwerden könnten durch eine somatische Störung nicht erklärt werden, weshalb es
sich um eine Somatisierungsstörung handle (IV-act. 98-16 f.). Die erstbehandelnde
Psychiaterin hatte eine Erschöpfungsdepression diagnostiziert (vgl. IV-act. 98-17).
Auch die von Dr. C._ gemäss Bericht vom 1. Juli 2015 durchgeführte
Befundaufnahme hatte eine schwere Depression ergeben (IV-act. 56). Es ist jedoch
darauf hinzuweisen, dass Dr. C._ als Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
nicht kompetent ist zur Beurteilung von psychiatrischen Beschwerdebildern. Weder Dr.
F._ noch Dr. I._ bestätigten in der Folge eine depressive Symptomatik (IV-act. 80,
98-17, 136-6). Dem - den Gutachtern nicht vorliegenden - Bericht der Klinik B._ vom
21. Mai 2014 lässt sich zwar entnehmen, dass die Beschwerdeführerin während des
Klinikaufenthaltes vier psychologische Einzelgespräche in Anspruch genommen hat
(act. G7.1). Dies lässt jedoch keine Rückschlüsse auf eine anhaltende depressive
Symptomatik oder andere psychische Probleme zu, sondern dürfte als Teil des
interdisziplinären Behandlungskonzepte der Klinik zu werten sein.
2.5.1.
Mit ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin unter anderem einen zuvor
nicht aktenkundigen Bericht von Dr. F._ vom 7. Juli 2014 ein. Daraus ergibt sich die
Diagnose eines schweren Erschöpfungszustandes bei vielfachen Allergien und ein
Verdacht auf eine Anpassungsstörung (act. G1.4). Dies ist jedoch insofern nicht
relevant, als Dr. F._ später selbst von dieser Diagnose abwich und sie sich bei ihrer
ursprünglichen Diagnose stark auf die - von ihr nicht kompetent beurteilbaren -
somatischen Beschwerden stützte. Dr. F._ berichtete am 25. Januar 2016 sodann
über eine seit mindestens Sommer 2013 bestehende somatische Belastungsstörung.
Sie führte aus, die Beschwerdeführerin sei einer teilweisen psychosomatischen Genese
ihrer Beschwerden gegenüber durchaus aufgeschlossen, weswegen die
Diagnosegruppe der somatoformen Störungen aus dem ICD nicht passen würden. Dr.
F._ hielt fest, die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin habe sich im Sinne von einer
etwa 20%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit stabilisiert. Mittelfristig
rechne sie allenfalls mit einer Steigerung der Belastbarkeit auf vielleicht 30-40%. Sie
2.5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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begründete jedoch nicht, weshalb die Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang eingeschränkt
sein sollte und äusserte sich nicht zu allfälligen Adaptionskriterien, abgesehen von
einer nicht zu starken psychischen Belastung bzw. Druck. Dem Bericht ist nur zu
entnehmen, dass sowohl psychisch als auch physisch (Erschöpfung) eine beschränkte
Belastbarkeit bestehe (IV-act. 80).
Am 6. Februar 2018 führte Dr. F._ in Kenntnis des ABI-Gutachtens aus, die
Beschwerdeführerin berichte weiterhin über eine abnorme Ermüdbarkeit und eine
Belastbarkeitsminderung. Im Gegensatz zum Beginn der Behandlung bei ihr seien
somatische Beschwerden nur noch selten ein Thema. Dr. F._ befand, diagnostisch
handle es sich am ehesten um eine somatische Belastungsstörung, bei welcher
ausgehend vom klinischen Bild belastende körperliche Symptome und psychische
Folgen berücksichtigt würden. Im Falle der Beschwerdeführerin müsse auch die
extreme Ermüdbarkeit und Erschöpfung als somatisches Symptom gesehen werden
(IV-act. 136-6 ff.). Wie sie zu Recht ausführte, liegt bei der Beschwerdeführerin eine
somatische Störung in Form der Allergien bzw. der Histaminunverträglichkeit vor.
Inwiefern diese an sich zu einer somatischen Belastungsstörung führen sollten, erklärte
Dr. F._ jedoch nicht und das ist auch nicht ohne Weiteres einsichtig. Im Gegensatz
zu Dr. F._ befanden die ABI-Gutachter, es bestehe keine ausreichende somatische
Erklärung für die geklagten somatischen Beschwerden. Vor diesem Hintergrund ist
nachvollziehbar, dass Dr. I._ entgegen Dr. F._ zum Schluss kam, es liege keine
somatische Belastungsstörung, sondern eine Somatisierungsstörung vor (vgl. IV-act.
98-16 f.). Entgegen der von Dr. F._ auch in ihrer undatierten Stellungnahme zum ABI-
Gutachten geäusserten Kritik (vgl. act. G1.8) hielten die ABI-Gutachter die von der
Beschwerdeführerin geklagte Müdigkeit in ihrem Gutachten mehrfach fest (vgl. IV-act.
98-9, 98-12, 98-14 f.) und berücksichtigten diese bei ihrer Beurteilung. Sie gestanden
der Beschwerdeführerin aufgrund der hohen Dosen der eingenommenen Medikamente
und der damit verbundenen Müdigkeit (vgl. IV-act. 139) auch eine Leistungsminderung
von 20% bzw. ab dem Begutachtungszeitpunkt 10% zu (IV-act. 98-24). Selbst wenn
entgegen der Beurteilung von Dr. I._ keine Somatisierungsstörung, sondern eine
somatische Belastungsstörung vorliegen sollte, ist aber jedenfalls nicht
nachvollziehbar, inwiefern die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in einem
grösseren Umfang als von Dr. I._ geschätzt eingeschränkt sein sollte. Dr. F._
befand am 6. Februar 2018, die Tätigkeit als Gruppenleiterin im Nachtwacheteam sei
ideal angepasst, die Beschwerdeführerin sei mit dem ausgeübten Pensum von 55%
jedoch bereits leicht überfordert (IV-act. 136-7 f.). Sie begründete dies vorwiegend mit
der - von den ABI-Gutachtern wie erwähnt ebenfalls berücksichtigten - Ermüdbarkeit.
2.5.3.
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Weshalb sie von der Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter abwich und auch
eine ideal adaptierte Tätigkeit nicht in einem höheren Pensum als zumutbar erachtete,
ist nicht nachvollziehbar. Ferner ist nicht erklärt und ebenfalls nicht ohne Weiteres
nachvollziehbar, weshalb die primär aus Nachtarbeit bestehende Tätigkeit der
Beschwerdeführerin vor dem Hintergrund ihrer Müdigkeits- und
Erschöpfungsproblematik ideal adaptiert sein soll. Die Berichte von Dr. F._ sind
insgesamt nicht geeignet, die Schlussfolgerungen von Dr. I._ in Zweifel zu ziehen.
Soweit Dr. F._ bemängelte, die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter sei rein
theoretisch, ist darauf hinzuweisen, dass zur Festlegung des Invalideneinkommens
nicht die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit, sondern die Arbeitsfähigkeit auf dem
hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt entscheidend ist (vgl. act. G1.8).
Am 23. April 2018, mithin nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom
23. März 2018, berichtete Dr. F._ über eine deutlich verschlechterte Verfassung (act.
G1.9). Dies ist insofern unbeachtlich, als rechtsprechungsgemäss das Datum der
streitigen Verfügung die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet
(vgl. BGE 129 V 169 E. 1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf
2015, N 99 zu Art. 61).
2.5.4.
Zusammengefasst sind das ABI-Gutachten und insbesondere die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Verlauf nachvollziehbar. Soweit Dr. C._ die
Arbeitsfähigkeit davon abweichend beurteilte, ist darauf hinzuweisen, dass er sich
dabei primär auf die jeweils konkret ausgeführte Tätigkeit bezog (vgl. act. G1.3, IV-act.
3-1 f., 3-15 f., 16-3 f., 24-1, 56) und sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer optimal
adaptierten Tätigkeit äusserte. Am 6. Oktober 2015 befand er, nach einer Umschulung
sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% mittelfristig realistisch, nahm jedoch keine Stellung
zu den Adaptionskriterien (IV-act. 65-2 f.). Aus den von Dr. C._ erstellten
Arbeitsunfähigkeitsattesten ist zudem nicht ersichtlich, auf welche Tätigkeit sich diese
beziehen (IV-act. 2-3, 71, 98-27).
2.6.
Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
ABI-Gutachten vom 21. März 2017 (IV-act. 98) auf umfassender Aktenkenntnis sowie
polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der
Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten
medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte,
welche im genannten Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich
wurden auch zwischen dem Gutachten vom 21. März 2017 und der umstrittenen
Verfügung vom 23. März 2018 (IV-act. 141) eingetretene massgebliche Veränderungen
2.7.
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3.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 80% vom 1. März
2014 (frühestmöglicher Rentenbeginn) bis 31. Dezember 2016 und von 90% ab 1.
Januar 2017 (der erste Begutachtungstermin war am 9. Januar 2017; IV-act. 98) ist
nachfolgend der Invaliditätsgrad zu bestimmen. Zwischen den Parteien nicht mehr
umstritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin als
Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist (vgl. IV-act. 141).
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht geltend gemacht und solche ergeben
sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische Abklärungen, wie auch die von
der Beschwerdeführerin beantragten Zeugen- bzw. Parteibefragungen (vgl. act. G7, S.
4), erübrigen sich damit.
Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird
grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Die
Beschwerdeführerin war bis Ende Oktober 2015 als Pflegefachfrau bei der G._ AG
mit einem Pensum von 80% angestellt, aber seit mindestens 2013 aufgrund ihrer
gesundheitlichen Beschwerden nur eingeschränkt arbeitstätig (IV-act. 12, 66). Während
die Beschwerdegegnerin ihre Berechnungen auf den IK-Auszug bzw. die Angaben der
Arbeitgeberin zum Einkommen im Jahr 2013 stützt (vgl. IV-act. 9, 12, 134, 141), hält die
Beschwerdeführerin den Lohnausweis des Jahres 2012 für massgebend (act. G1, IV-
act. 128-41 f.). Grundsätzlich kann auf den IK-Auszug abgestellt werden. Wie die
Beschwerdeführerin jedoch zu Recht geltend macht, enthalten die Jahre 2010 und
2011 im Gegensatz zum Jahr 2012 jeweils zwei Einträge der G._ AG (vgl. IV-act. 9).
Sie erklärt dies damit, dass die zusätzlich zum Fixlohn erhaltenen Schicht- und
Inkonvenienzzulagen jeweils erst später im IK-Auszug nachgetragen worden seien (act.
G1, S. 18). Der Lohnausweis des Jahres 2012 weist ein Bruttoeinkommen von Fr.
88'438.-- auf, mithin rund Fr. 10'000.-- mehr als noch im Jahr 2011 (vgl. IV-act. 128-41
ff.). Diese Lohnsteigerung wird von der Beschwerdeführerin nicht erklärt und es lässt
sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sagen, ob diese Lohnentwicklung sich
3.1.
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so fortgesetzt hätte oder ob es sich beim Jahr 2012 um eine Ausnahme mit einem
besonders hohen Einkommen handelte. Dies, zumal der von der Arbeitgeberin
angegebene mutmassliche Lohn für das Jahr 2013 lediglich Fr. 76'960.-- betrug (vgl.
IV-act. 12). Selbst wenn entsprechend den Ausführungen der Beschwerdeführerin die
Angaben auf dem Lohnausweis des Jahres 2012 als ausschlaggebend erachtet
werden, ergibt sich jedoch, wie nachfolgend auszuführen ist, kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad. Wird - gemäss der für die Beschwerdeführerin günstigsten
Berechnungsvariante - das Bruttoeinkommen von Fr. 88'438.-- (IV-act. 128-41) auf ein
Pensum von 100% aufgerechnet und an die Lohnentwicklung bis zum
frühestmöglichen Rentenbeginn im Jahr 2014 (Index 2012: 2'630, 2014: 2'673)
angepasst, resultiert ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 112'355.--.
Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen.
Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von
Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Nur unter besonderen
Voraussetzungen lässt es die Rechtsprechung zu, dass das Invalideneinkommen dem
nach Eintritt der gesundheitlichen Einbussen noch erzielten Einkommen gleichgesetzt
wird. Dabei wird - kumulativ - vorausgesetzt, dass ein besonders stabiles
Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erübrigt, dass die
verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll ausgeschöpft wird und dass nicht ein
Soziallohn ausgerichtet wird (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 16 N 46 ff., mit Hinweisen).
Vorliegend ist entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (vgl. act. G1) nicht
auf ihr tatsächlich erzieltes Einkommen abzustellen, da sie mit diesem die ihr
zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft. Sie steigerte ihr Pensum im Verlauf
zwar von im November 2015 anfänglich rund 20% auf im Januar 2018 55% (vgl. IV-act.
76, 79-5, 130-1 ff., 136-11 f.), erreichte aber nicht das ihr in einer adaptierten Tätigkeit
zumutbare Pensum von 80% bzw. ab Januar 2017 90% (vgl. IV-act. 98). Da der
gelernten Pflegefachfrau (vgl. IV-act. 11-7) weiterhin geeignete Tätigkeiten im
Gesundheitswesen zumutbar sind (vgl. IV-act. 98-24, 99 f.), rechtfertigt es sich, das
Einkommen gestützt auf die LSE 2014, Tabelle TA1, Gesundheits- und Sozialwesen,
Anforderungsniveau 4, Frauen, festzulegen. Der entsprechende Lohn belief sich auf
monatlich Fr. 7'137.--, bzw. jährlich Fr. 85'644.-- (12 x Fr. 7'137.--). Angepasst an die
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein massgeblicher Jahreslohn
von Fr. 89'284.--. Bei einem Pensum von 80% ist das Invalideneinkommen auf Fr.
71'427.--, bei einem solchen von 90% auf Fr. 80'356.-- festzulegen. Vorliegend
rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug nicht. Ein solcher wird von den Parteien auch
nicht geltend gemacht.
3.2.
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4.
5.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).