Decision ID: e46310f3-82ee-41ef-bd3d-94d43e38dc67
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1967,
seit mehreren Jahren als
Versiche
rungs
berater
tätig (
Urk.
13/9 und
Urk.
13/16), meldete sich am 3
0.
Mai 2014 unter Hinweis auf eine seit dem Jahr 2009 bestehende Diskushernie bei der Eid
genössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/10). Am 1
7.
Juni 2014 fand bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ein Standortgespräch statt
, anlässlich dessen der Versicherte die
Renten
prüfung
wünschte
(
Urk.
13/16
S. 4
). Die IV-Stelle nahm Unterlagen betreffend die selbständige Erwerbstätigkeit zu den Akten (Urk.
13/17) und holte beim Hausarzt,
Dr.
med.
Y._
, einen Bericht ein (
Urk.
13/19). Mit Vorbescheid vom 2
9.
Juli 2014 stellte
sie
dem Versicherten die Abweisung des
Leistungsbegeh
rens
in Aussicht (
Urk.
13/21). Am 3
1.
August 2014
erging
eine
ergänzende
Stellungnahme des Hausarztes
Dr.
Y._
unter Beilage von
radiologischen Berichten
(
Urk.
13/24). Der Versicherte erhob am 4.
September 2014 Einwand gegen den Vorbescheid (
Urk.
13/25).
Nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD,
Urk.
13/26 S. 3) hielt d
ie IV-Stelle
mit Verfügung vom 1. Oktober 2014
am Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
1.
Oktober 2014 erhob der Versicherte am 31.
Oktober 2014 unter Beilage ergänzender
medizinischer Unterlagen (
Urk.
3/1 und
Urk.
3/3)
Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuhe
ben und
es sei
die Angelegenheit für weitere medizinische Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem beantrag
t
e er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S.
2).
Während lau
fender
Vernehm
las
sungs
frist
liess der Beschwerdeführer dem Gericht weitere Arztberichte zukom
men (
Urk.
7 und
Urk.
9). Die Beschwerdegegnerin beantragte
in
ihrer
Beschwer
deantwort
vom
2.
Dezember 2014, die Beschwerde sei abzu
weisen (
Urk.
12)
, wovon der Beschwerdeführer am
8.
Dezember
2014
in Kennt
nis gesetzt wurde (
Urk.
14)
. Zu den
vom Beschwerdeführer neu eingereichten und
mit Verfügung vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
10) zugestellten
Arztberich
ten
ging innert Frist keine Stellungnahme
der Beschwerdegegnerin
ein
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetz über die Invalidenversicherung, IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale
Sozialversicherungs
prozess
sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
43
Abs.
1 und
Art.
61
lit
. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des strei
tigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum – auf Verwaltungs- und
Ge
richtsstufe
geltenden – Grundsatz der freien Beweiswürdigung auf. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorg
fältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierende
Beweis
würdigung
; BGE 136 I 229 E. 5.3 und 134 I 140 E. 5.3). Bleiben jedoch erhebli
che Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Ta
t
sachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_578/2014 vom 1
4.
Oktober 2014 E.
3.2.4 mit zahlreichen Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig ist, ob
der
Beschwerdeführer
wegen seines Wirbelsäulenleidens in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist
.
2.
2
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass aktuell kein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der in Art und Schwere die Voraussetzungen nach
Art.
8 ATSG erfülle. Die Problematik im Bereich der Wirbelsäule sei seit längerem bekannt. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde von Seiten des behandelnden Arztes nicht ausgewiesen (
Urk.
2). An die
ser Einschätzung hielt
die Verwaltung
in ihrer Beschwerdeantwort
fest, dies
mit dem Hinweis, der vom Beschwerdeführer genannte behandelnde Arzt Dr.
Y._
habe im angeforderten Bericht eine volle Arbeitsf
ähigkeit
bescheinigt
(
Urk.
12).
2.
3
Diesen Ausführungen hielt der Beschwerdeführer entgegen
(
Urk.
1)
, er sei
wegen der Rückenproblematik
tatsächlich bereits im 2007 für ein Jahr arbeits
unfähig gewesen. Die Situation habe
sich nun leider verschlechtert, was der beigelegte Bericht vom medizinisch radiologischen Institut vom 2
4.
Oktober 2014 zeige.
Dr.
Y._
habe
ab
dem 2
6.
Juni 2014 eine Arbeitsunfähigkeit
attes
tiert und ihn an den Spezialisten
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Rheumatolo
gie FMH
,
über
wiesen.
Es sei die Angelegenheit für weitere medizinische Abklä
run
gen, insbesondere bei
Dr.
Z._
,
an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen.
Im Nachgang zu seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer am 2
4.
u
nd 2
6.
November 2014 weitere medizinischen Unterlagen ein (
Urk.
6-8).
3.
3.1
Am 2
2.
Juli 2014 diagnostizierte der Hausarzt
Dr.
Y._
, bei welchem der Beschwerdeführer seit Juni 2005 in Behandlung stand,
eine koronare Herz
krankheit bei Status nach Myokardinfarkt
anterior
am 2
9.
April 2006 mit einem Status nach PCI /Stent mittlere RIVA
ebenfalls
am 2
9.
April 2006 (
Urk.
13/19).
Er berichtete von einem zwischenzeitlich erfreulichen Verlauf. Der Beschwer
deführer sei im Alltag aktuell beschwerde
frei und normal leistungsfähig.
Dr.
Y._
wies auf eine
in der Vergangenheit, vom
1.
Juli 2006 bis 3
0.
April 2007
attestierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt a
usgeübten Tätigkeit hin und bescheinigte d
em Beschwerdeführer aktuell eine 100%ige Arbeitsfähig
keit. Der Beschwerdeführer sei in der beruflichen Tätigkeit nicht eingeschränkt.
Er ersuchte darum, den Beschwerdeführer einem IV-Arzt vorzustellen und ein Gutachten zu erstellen.
3.2
In seiner
ergänzenden
Stellungnahme vom 3
1.
August 2014 gab
Dr.
Y._
an (
Urk.
13/24/1), es wäre noch ein Zusatz zu schreiben. Es bestünden schon lange Probleme mit der Lenden- und der Brustwirbelsäule. Regelmässig komme es zu
Exacerbationen
, vor allem bei der Arbeit. NSAR und Physiotherapien würden ein wenig helfen. Der Beschwerdeführer sei in seiner Beweglichkeit sicher schlechter geworden. Es sollte eine Begutachtung durchgeführt werden. Er wies zudem auf
beigelegte Bericht
e
zu
radiologischen und rheumatologischen Abklärungen des Wirbelsäulenleidens hin
(vgl.
Urk.
13/24/
2-4), wovon der letzte vom März 2011
datiert
(
Urk.
13/24/3).
3.3
Der RAD-Arzt
pract
.
med.
A._
, F
acharzt
für Arbeitsmedizin, stellte am 29. September 2014 fest (
Urk.
13/26 S. 3), im Bericht vom 3
1.
August 2014 würden k
eine neuen medizinischen Fakten und
Tatsachen vorgebracht. Die Problematik im Bereich der Wirbelsäule sei seit längerem bekannt. Eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit werde von Seiten des behandelnden Arztes aktuell nicht ausgewiesen. Laut dem Bericht vom 2
2.
Juli 2014 sei der Be
schwer
deführer in der beruflichen Tätigkeit nicht eingeschränkt.
3.4
Zusammen mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer von
Dr.
Y._
ausgestellte Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ein, die
ab 26.
Juni 2014 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit und
ein
e
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
6.
August
bis 2
6.
Oktober 2014 bescheinig
en (Urk.
3/1). Ebenfalls mit der
Beschwerde legte er
einen Bericht des Medizinisch Radiologischen Instituts über die Ergebnisse eines nativen MRI der Lendenwirbelsäule und des
thorakolumbalen
Übergangs vom 2
4.
Oktober 2014 ins Recht (
Urk.
3/3). Darin gab PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH Radiologie, in seiner Beurteilung an, verglichen mit der Voruntersuchung vom 2
7.
August 2007 zeige sich eine
leichtgradige
Progredienz der
vorbeste
henden
breitbasigen
und etwas nach
caudal
geschlagenen Dis
kushernie L4-L5 sowie der
breit
basigen
,
diskrete
n
linksbetonten Hernie L5-S1 mit vermuteter Reizung der Nervenwurzel L4
foraminal
links, L5
recessal
und
foraminal
beid
seits, linksbetont, sowie von S1
recessal
beidseits, linksbetont. Er verwies sodann auf die stationäre Darste
llung der parazentral bis
foraminal
rechts reichen
den
Protrusion
/Hernie L3-L4 mit vermuteter Reizung von L3
foraminal
rechts.
3.5
Während laufender Vernehmlassung reichte der Beschwerdeführer zudem ein Zeugnis
des Rheumatologen
Dr.
Z._
ein, das
ab dem
1
1.
November 2014 für voraussichtlich acht Wochen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (
Urk.
7).
Im ebenfalls nachgereichten Bericht vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
9) zuhanden des Hausarzt
es
Dr.
Y._
stellte Dr.
Z._
die folgenden Diag
nosen:
1.
rezidivierende
Lumboischialgie
links, klinisch wahrscheinlich die Wurzel L5 und/oder S1
tangierend
, sensomotorisch nicht defizitär mit/bei
–
MRI LWS 24.10.2014: Verglichen mit August 2007 leicht progrediente,
breit
basige
Diskushernie L4/5 und L5/S1 mit möglicher linksbetonter Tangierung der Wurzel L4 links
foraminal
(wohl asymptomatisch) und L5
rezessal
und
forami
nal
, links wohl symptomatisch sowie S1
rezessal
beidseits, links wohl ebenfalls symptomatisch
–
begünstigende Fehlbelastung bei insuffizienter Haltemuskulatur
2.
chronisches thorakales Schmerzsyndrom mit/bei
-
m
yofasz
i
aler
Hartspannstränge
Errector
spinae
und im Schultergürtelbereich auf beiden Seiten
–
MRI der Brustwirbelsäule vom 2
5.
August 2014 ohne segmentale Pathologie
3.
Status nach Myokardinfarkt
Dr.
Z._
gab an, nachdem sich die Situation der thorakalen Beschwerden stetig in eine günstige Richtung entwickelt habe, leide der Beschwerdeführer nun wieder vermehrt und zuletzt akut unter den seit Jahren rezidivierend auf
tretenden
Lumboischialgiebeschwerden
auf der linken Seite, weshalb er eine Verlaufsbildung mittels MRI veranlasst habe. Entgegen dem üblichen Verlauf bei
Diskopathien
finde sich eine sogar noch leicht progrediente Situation im Vergleich zur Voruntersuchung aus dem Jahr 2007 mit zwei
-
etagig
er
Diskopa
thie
L4/5 und L5/S1, wodurch intermittierend
radikuläre
Reizsymptome, vor allem auf der linken Seite L5 und/oder S1
,
gut erklärt wären. Das Ganze sei sensomotorisch nicht defizitär in der klinischen Untersuchung mit jedoch zu
letzt deutlich positiven
neuromeningealen
Reizzeichen.
Zum weiteren Proz
e
dere führte
Dr.
Z._
aus, es
werde niedrig dosiert
Napro
xen
und
Prednisolon
eingesetzt, dies unter
Ga
s
troprotektion
und einge
hender Aufklärung darüber, dass der Beschwerdeführer die Medikation bei auf
tretenden kardialen Beschwerden umgehend absetzen und mit ihm Kontakt auf
nehmen solle. Er sehe den Beschwerdeführer erneut in zwei bis drei Wochen. Aufgrund der neuen Ausgangslage mit symptomatischer
Diskopathie
sei eine Krankschreibung mit 100
%
für weitere acht Wochen seitens des Bewegungsap
parates nun sicherlich gerechtfertigt, zudem laufe ja bereits eine IV-Anmeldung.
Dr.
Z._
führte weiter aus, im Verlauf könnte allenfall
s
epidural
infiltriert werden, wofür das Aspirin
Cardio
vorgängig abgesetzt werden sollte, falls dies kardial vertretbar sei. Eventuell könnte auch nochmals ein physiotherapeuti
s
cher Anlauf genommen werden. I
n jedem Fall letzte Option
sei
die
dekompres
sive
Chirurgie.
4.
4.1
Aufgrund der Akten lässt sich das Wirbelsäulenleiden des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend beurtei
len.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer anspruchsverneinenden Verfü
gung auf den
Bericht vom 2
2.
Juli 2014
, worin der Hausarzt
Dr.
Y._
dem Beschwerdeführer eine normale Leistungsfähigkeit ohne besondere Einschrän
kungen in der
zuletzt ausgeübten
beruflichen Tätigkeit attestierte
. Nun blieb es allerdings nicht bei diesem Bescheid, der zweifellos einen
aktuell
unproblema
tischen medizinischen Gesundheitszustand mit einem guten Verlauf einer koro
naren Herzkrankheit bei Status nach Myokardinfarkt im April 2006
bescheinigte
und
keine Angaben zum Wirbelsäulenleiden enthält
.
Erst i
n seiner ergänzenden,
am 31.
August 2014 ergangenen
Stellungnahme
wies Dr.
Y._
auf seit länge
rem bestehende Probleme im Bereich Lenden- und Brustwirbelsäule hin
und empfahl diesbezüglich eine Begutachtung
, welche er schon am 2
2.
Juli 2014 nahe gelegt hatte
. Diese zweite Stellungnahme sowie die weiteren
aktenkundi
gen
,
das Wirbelsäulenleiden betreffenden
Berichte und
Arbeitsunfähigkeitsat
teste
liess die Beschwerdegegnerin mit dem Hinweis ausser Acht
, Dr.
Y._
habe eine
volle Arbeitsfähigkeit in der ausgeübten Tätigkeit
attestie
rt, wobei d
er zusammen mit der Beschwerde eingereichte Bericht zum aktuellen MRI
vom 2
8.
Oktober 2014,
die
Arbeitsunfähigkeitszeugnis
se
sowie der Bericht
des Rheumatologen
Dr.
Z._
vom 1
8.
November 2014 dem RAD gar nicht mehr vorgelegt
wurden
. Dieses Vorgehen überzeugt mit Blick auf die der Beschwerdegegnerin obliegen
de
Untersuchungsmaxime nicht, zu
mal
der Stand
punkt
,
Dr.
Y._
habe eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert
,
nicht mehr haltbar ist, nachdem
die behandelnden Ärzte dem
Beschwerdeführer ab dem 26.
Juni
2014 für mehrere Monate eine
60-
100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
hab
en
(E. 3.4 und E.
3.5)
.
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E.
5.1).
Es obliegt der Beschwerdegegnerin
,
wesentlichen Hinweisen zu
Gesundheitsschä
den
nachzugehen
und deren
Begründetheit
und Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit abzuklären, bevor ein Lei
stungsbegehren abgewiesen wird.
Mit den
aktenkundige
n
unvollständigen medizinischen Unterlagen
kann das Vorliegen eines
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsschaden
s
nicht
bereits
im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung
ausgeschlossen
werden
, zumal MRI-Befunde ausgewiesen sind
und die behandelnden Ärzte von einem
in
validenversicherungsrechtlich
abklärungsbedürftigen
Gesundheitsschaden
aus
gehen.
Die
Beschwerdegegnerin
wäre
dementsprechend
gehalten gewesen, ergän
zende medizinische Abklärungen vorzunehmen.
4.2
Mit Blick auf die Abweisung des Leistungsbegehrens bleibt indes festzuhalten, dass das Gericht n
ach ständiger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt
beurteilt, der zur Zeit des Verf
ügungserlasses gegeben war
(BGE
130 V 138
E. 2.1
mit Hinweis).
Gemäss den eigenen Angaben in der Anmeldung zum Leistungsbezug leidet der Beschwerdeführer zwar seit 2009 an einer Diskushernie (
Urk.
13/10/6 Ziff. 6.2
3). Allerdings ist der medizinischen Aktenlage nicht zu entnehmen, dass vor Juni 2014 eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hätte. Zur Begründung
eines Rentenanspruches ist jedoch erforderlich, dass der Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu 40
%
arbeits
un
fähig war (E. 1.2 hievor). Zudem entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Moanten nach Geltendmachung des Leistungs
an
spru
ches (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Der Beschwerdeführer erfüllte bei Erlass der angefochtenen Verfügung am 1. Oktober 2014 weder das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1 IVG, noch konnte in Anbetracht der Anmeldung am 3
0.
Mai 2014 (
Urk.
13/10) im massgeblichen Zeitpunkt der Rentenanspruch schon entstanden sein.
Im Ergebnis hat demnach die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Da hingegen der spätere Leistungsanspruch weiter abzuklären ist, rechtfertigt sich, die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung des Wirbel
säulen
leidens sowie dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an die Beschwerde
geg
nerin zu überweisen, damit diese über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente neu entscheide.
5.
Da die Voraussetzungen erfüllt sind (
Urk.
3/2), ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG in der Höhe von
Fr.
600.-- sind bei diesem Ausgang des Prozesses dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
er
legen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hinzuweisen.