Decision ID: 06803707-38c9-4fee-9c12-449b8a4d5fda
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (3. Abteilung) des  Zürich vom 25. März 2021; Proz. FE171019
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Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (act. 2 S. 2 ff.):
"1. Es sei Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung  und durch folgende Fassung zu ersetzen: «Die von der Gesuchstellerin für die Zeit seit 22. Dezember 2017 bis und mit April 2019 und ab Mai 2019 für die weitere Dauer des Verfahrens geltend gemachten Unterhaltsansprüche werden  abgewiesen, und es wird festgestellt, dass der  seit 22. Dezember 2017 bis heute und für die  Dauer des Scheidungsverfahrens keine Unterhaltszahlungen des Gesuchsgegners zustehen.»
2. Es sei Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: «Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner der  Akontozahlungen Unterhalt für die Zeit rückwirkend ab 22.  2017 von CHF 79'848.00 total bezahlt hat, welche im ganzen Umfang von CHF 79'848.00 von der Gesuchstellerin  zu bezahlen sind.»
2.1 Eventualiter, falls Antrag Ziffer 1 abgewiesen wird, sei  2 des angefochtenen Urteils zu bestätigen.
3. Es sei Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen. Der Entscheid über die Unterhaltsregelung gemäss  1 vorstehend basiert auf folgenden Grundlagen:
Erwerbseinkommen der Gesuchstellerin (netto pro Monat):
ab 22. Dezember 2017 CHF 13'820.00 ab 1. Januar 2019 CHF 9'970.00 ab 1. Januar 2020 CHF 10'414.00 ab 1. Juli 2021 CHF 21'151.00
Erwerbseinkommen des Gesuchsgegners (netto pro Monat):
ab 22. Dezember 2017 CHF 19'893.00 ab 1. Januar 2019 CHF 15'982.00 ab 1. Januar 2020 CHF 19'296.50 ab 1. Januar 2021 CHF 18'390.00
Vermögen Gesuchstellerin: ca. CHF 2 Mio. (gemäss StE 2018)
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Vermögen Gesuchsgegner: ca. CHF 1.5 Mio. (gemäss StE 2018)
Bedarf Gesuchstellerin: ab 22. Dezember 2017 CHF 8'318.00 ab 1. Januar 2019 CHF 8'843.00 ab 1. Januar 2020 CHF 8'013.00 ab 1. Juli 2021 CHF 16'528.00
Bedarf Gesuchsgegner: ab 22. Dezember 2017 CHF 11'793.00 ab 1. Januar 2019 CHF 11'308.00 ab 1 . Januar 2020 CHF 12'123.00 ab 1. Juli 2021 CHF 12'123.00
4. Dispositiv-Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben, und der Gesuchsgegner für berechtig zu erklären, allfällige vom Gericht festgelegte Unterhaltsleistungen an die Gesuchstellerin in der Zeit rückwirkend ab 22. Dezember 2017 und die weitere  des Scheidungsverfahrens zulasten der Errungenschaft zu .
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der  aufzuerlegen und diese sei zu verpflichten, dem  eine angemessene Prozessentschädigung für das  zzgl. MwSt. zu bezahlen."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (act. 12 S. 2 f.):
" 1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten
des Berufungsklägers."

Erwägungen:
1. Die Parteien heirateten am tt. Mai 1991 in Zürich (act. 5/11). Aus der Ehe
sind zwei inzwischen volljährige Kinder hervorgegangen, nämlich C._, gebo-
ren am tt. Februar 1997, und D._, geboren am tt. Juli 1999. Seit Mai 2015
(vgl. act. 5/31 S. 2, Rz. 3; act. 5/57 S. 4, Rz. 7) leben die Parteien getrennt und
seit dem 22. Dezember 2017 stehen sie sich vor dem Einzelgericht des Bezirks-
gerichts Zürich in einem Scheidungsverfahren nach Art. 112 ZGB gegenüber
(act. 5/1). Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann bezüglich des bisheri-
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gen Ablaufs dieses Verfahrens auf den detaillierten vorinstanzlichen Entscheid
verwiesen werden (act. 4 S. 5 ff., E. I.2.1-4). Hervorzuheben ist, dass von der Be-
klagten, Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (nachfolgend Berufungsbeklag-
te) erstmals am 18. März 2018 als vorsorgliche Massnahme für die Dauer des
Scheidungsverfahrens Unterhaltsbeiträge vom Kläger, Gesuchsgegner und Beru-
fungskläger (nachfolgend Berufungskläger) verlangt worden waren (act. 5/24 und
5/28); dieses Begehren konnte in einer ersten Phase einvernehmlich erledigt wer-
den, indem der Berufungskläger unpräjudiziell zusagte, der Berufungsbeklagten
ab Juli 2018 monatliche Zahlungen von Fr. 10'000.– akonto Unterhalt zu leisten
(act. 5/37-40 und Prot. VI S. 7). Nachdem aussergerichtliche Vergleichsgespräche
der Parteien zu keiner Einigung geführt hatten, stellte die Berufungsbeklagte mit
Eingabe vom 21. Juni 2019 erneut ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen und verlangte, der Berufungskläger sei zu verpflichten, ihr ab
22. Dezember 2017 bis und mit April 2019 monatliche Unterhaltsbeiträge von
mindestens Fr. 16'615.– und ab Mai 2019 und für die weitere Dauer des Verfah-
rens monatliche Unterhaltsbeiträge von mindestens Fr. 15'115.– zu bezahlen
(act. 5/51).
Am 25. März 2021 entschied die Vorinstanz schliesslich über das Mass-
nahmebegehren der Berufungsbeklagten und verpflichtete den Berufungskläger,
der Berufungsbeklagten ab dem 22. Dezember 2017 bis Ende Dezember 2018
monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 5'443.–, für das Jahr 2019 solche von
Fr. 8'610.– und ab dem 1. Januar 2020 für die weitere Dauer des Scheidungsver-
fahrens solche von Fr. 8'123.– zu bezahlen (act. 4 [= act. 3/1 = act. 5/109]).
2. Dagegen erhob der Berufungskläger mit Eingabe vom 12. April 2021 fristge-
recht (vgl. act. 5/110/2) Berufung und stellte die vorgenannten Anträge (act. 2
S. 2 ff.). Nachdem ein vom Berufungskläger in der Folge mit Verfügung vom
5. Mai 2021 (act. 6) verlangter Kostenvorschuss fristgerecht (vgl. act. 7) geleistet
worden war (act. 8), wurde der Berufungsbeklagten mit Verfügung vom 29. Juni
2021 Frist zur Berufungsantwort angesetzt (act. 9). Diese wurde fristgerecht (vgl.
act. 10) erstattet, wobei die Berufungsbeklagte darin die vorgenannten Anträge
stellte (act. 12 S. 2). Anlässlich einer auf den 14. September 2021 angesetzten
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Verhandlung, zu welcher die Parteien persönlich in Begleitung ihrer Rechtsvertre-
terinnen erschienen (vgl. Prot. S. 6), wurde den Parteien abschliessend Gelegen-
heit gegeben, um sich zu Noven im jeweils letzten Parteivortrag der Gegenpartei
zu äussern (Prot. S. 6 ff.). Anschliessend wurden unter richterlicher Mitwirkung
Vergleichsgespräche geführt (Prot. S. 31), in deren Verlauf die Parteien sich auf
die nachfolgend im Dispositiv wiedergegebene Vereinbarung (act. 24) einigten.
Entsprechend sind die Dispositiv-Ziffern 1 bis 5 der vorinstanzlichen Verfügung
vom 25. März 2021 aufzuheben und durch die von den Parteien getroffene Ver-
einbarung zu ersetzen. Das vorliegende Berufungsverfahren ist unter vereinba-
rungsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen infolge Ver-
gleich abzuschreiben (Art. 241 Abs. 1 und 3 ZPO).
Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2, § 4
Abs. 1 bis 3, § 8 Abs. 1 und § 10 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom
8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 2'000.– festzusetzen. Die Kosten sind aus
dem vom Berufungskläger geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen, sind diesem
jedoch zur Hälfte von der Berufungsbeklagten zu ersetzen.