Decision ID: 31bec0d8-43b8-4d28-9e2a-d53ac6eea4e0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1969
geborene
X._
,
Vater von fünf Kindern (geboren 1994, 1996, 1999, 2001 und 2003)
und
ohne abgeschlossene Berufsausb
ildung
(
Urk.
8/6/
3, Urk. 8/7
)
,
war im Zeitraum zwischen
1991
und September 2013
als
angelernter
Bodenleger bei der
Z._
AG
tätig (
ehemals
A._
AG;
Urk.
8
/
13
, Urk.
8
/1
7
,
Urk.
3 S. 2)
.
A
m
8.
April 2013
(Eingangsdatum)
meldete sich d
e
r
Versicherte
unter anderem unter Hinweis auf Nacken- und Kreuzschmerzen infolge
eines Sturzereignisses sowie eines
Verkehrsunf
a
lle
s
in den Jahren 2010 und 2011
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(Urk.
8/6)
.
Am 1
7.
Juni 2013 erlitt der Versicherte erneut einen Verkehrsunfall
(
Urk.
8/18/7).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV
Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
8
/
1
3
) bei und holte
einen Bericht der Arbeitgeberin (Urk.
8
/1
7
)
,
der behandelnden Ärzte (Urk.
8
/1
4
16
,
Urk.
8/30
)
und
die Unterlagen der
Kran
ken
taggeldversicherung
(
Urk.
8
/
23-24
)
sowie der Unfallversicherung (
Urk.
8/18-19,
Urk.
8/29)
ein
.
Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medizinischen Verhältnisse liess die IV
Stelle de
n
Versicherte
n
bei der
B._
AG,
C._
(nachfolgend
B._
), polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 11. Februar 2015, Urk. 8/50).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 27. März 2015, Urk. 8/52) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
Mai 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 2 [=
Urk.
8/55]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
5.
Juni 2015 Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; eventuell sei ein unabhän
giges medizinisches Gutachten einzuholen
und hernach neu zu verfügen
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
.
September
2015 beantragte die IV-Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
7
), was de
m
Beschwerdeführer mit Verfügung vom
3.
September 2015 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender me
dizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
d
igen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforde
rlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vo
r allem bei psychischen Fehlentwicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der un
d gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer fünf Monate nach seinem Autounfall im August 2011 wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei
. Spätestens seit Februar 2012 sei ihm wieder eine angepasste, leichte Tätigkeit zu 100
%
zumut
bar (
Urk.
2).
2.2
D
er
Beschwerdeführer
brachte in seiner
Beschwerde dagegen
sinngemäss und
im Wesentlichen
vor,
auf das
polydiziplinäre
Gutachten sei nicht abzustellen, da sich
aus de
m Bericht von
Dr.
D._
vom 1
4.
April 2014
ergebe
, dass
er nicht mehr arbeitsfähig sei
(
Urk.
1).
3.
Im
polydiziplinären
Gutachten der
B._
vom 1
1.
Februar 2015 (
Urk.
8/50) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/50/16):
ICD-10 M54.12: chronisches
cerviko-spondylogenes
und Verdacht auf intermittierendes
cerviko-radikuläres
Reiz- und Schmerzsyndrom
rechts
betont
bestehend seit Auffahrunfall, August 2011
klinisch keine sensomotorischen Ausfälle
MRI Halswirbelsäule 2
7.
September 2013: Degenerative
Zervikopathie
HWK 3 bis HWK 5 sowie hochgradige
Foraminalstenosen
HWK 3 bis 6 links sowie HWK 4 bis 5 rechts
Röntgen Halswirbelsäule in zwei Ebenen vom 2
8.
Oktober 2014:
e
rhal
tenes Alignement der Wirbelkörper, Teilverschmelzung HWK2/3, ausgeprägte
Spondylosis
deformans
,
Unkovertebralarthrose
C5/6 beid
seits
ICD
-
10 M54.17: Verdacht auf intermittierendes
lumbo-radikuläres
Reiz-Schmerzsyndrom L5 respektive S1 rechts
bestehend in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität seit
Sturz
ereignis
im
Februar 2010
deutliche
Regredienz
der Beschwerden seit September 2014
aktuell keine
radikuläre
Reizsymptomatik und keine sensomotori
schen Ausfälle
eingeengte
Neuroforamina
auf Höhe LWK 5, SWK 1 (LWS-Röntgen vom 2
0.
August 2012)
Sodann wurden folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/50/16):
ICD-10 G44.2: chronisch intermittierende
Cephalea
, am ehesten im Sinne eines Spannungskopfschmerzes bei degenerativen HWS-Verän
derungen
ICD-1
0 F54: psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andern
orts klassifizierten Erkrankungen (Schleudertrauma nach Auto
unfall und
Lymphadenopathie
unklarer Ursache)
ICD-10 R59.0:
Lymphadenopathie
mediastinal/
bihilär
beidseits mit/bei
ICD-10 J20.8: Status nach akuter Bronchitis mit
Hämoptoe
(November 2012) und
mikronodulären
Veränderungen in beiden Lungen mit/bei Status nach Exposition gegenüber Epoxidharzen und Quarzstaub und Status nach
Nikotinabusus
(ca. 20 pack
years
)
ICD-10 R06.4: Hyperventilationssyndrom
ICD-10 Z87.4: Verdacht auf Nierenstein, anamnestisch (August 2014)
ICD-10 G09: Status nach Meningitis ca. 1983/84
ICD-10 D16.3: Status nach
Exostosenresektion
Metatarsale-1-Köpfchen bei
Hallux
rigidus
links (2
7.
Januar 2012)
Die Gutachter hielten in der
medizinischen Konsensbeurteilung
dafür
,
a
us somatischer Sicht stünden zervikale Schmerzen mit rechtsbetonter Ausstrahlung in beide Arme und Schmerzen im Bereich des
thorako
-lumbalen Überganges mit Ausstrahlung in die rechte untere Extremität im Vordergrund. Die lumbalen Schmerzen seien erstmals im Februar 2010 anlässlich eines Sturzes auf die rechte Hüfte aufgetreten. In konventionellen Röntgenbildern hätten im Bereich der Lendenwirbelsäule degenerative Veränderungen und im MRI der LWS Ein
engungen der Nervenausgänge auf Höhe LWK 5/SKW 1 nachgewiesen werden können. Die vom
Beschwerdeführer
angegebenen Schmerzen im rechten Bein
seien
im Bereich des
Dermatoms
L5/S1 lokalisiert und
würden
somit zu den radiologischen Befunden
passen
. Bei der aktuellen Begutachtung f
änden sich
jedoch keine Hinweise
auf
ein
radikuläres
Reizsyndrom
mehr
. Anamnestisch h
ätten
die Beschwerden seit September 2014 gebessert und klinisch könn
t
en bei den aktuellen Untersuchungen durch Provokationstests keine
radikulären
Schmerzen mehr ausgelöst werden
. Die vom Beschwerdeführer
verspürten Schmerzen s
eien
somit am ehesten
spondylogener
Natur und somit die Folge von degenerativen Veränderungen.
Die Schmerzen im Bereich der oberen Extre
mitäten, die nach einer Auffahrkollision im August 2011 aufgetreten seien und derzeit immer noch zwei bis drei Mal wöchentlich nach körperlicher Arbeit in Form von
Kribbelparästhesien
während eine
s
Zeitraum
s
von 15 bis 20 Minuten auftreten
würden
, l
iesse
n sich klinisch nicht eindeutig einem
Dermatom
zuordnen. Als somatisches Korrelat
fänden
sich radiologisch zwischen dem
vierten
und
sechsten
Halswirbel beidseits ausgeprägte degenerative Verände
rungen und im MRI eine hochgradige Einengung der Nervenausgänge zwis
c
hen dem dritten und sechsten Halswirbel links und dem vierten und fünften rechts. Ein
radikuläres
Schmerz- oder Ausfallsyndrom l
asse
sich aber auch hier weder bei der neurologischen noch bei der rheumatologischen Untersuchung nach
weisen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule
sei
schmerzbedingt sowohl im oberen als auch im unteren Bereich beidseits um ein Drittel eingeschränkt, so dass man davon ausgehen k
ö
nn
e, dass die vom Beschwerdeführer
beschriebenen belastungsabhängigen
Zervikalgien
einem
cerviko-spondylogenen
Schmerzsyn
drom
zugeordnet werden könn
t
en. Da klinisch keine Hinweise für sensomo
torische Ausfälle gefunden w
o
rden
seien
, sollte zur Objektivierung einer
radikulären
Schädigung eine elektromyografische Untersuchung durchgeführt werden. Diese
sei
jedoch
vom
Beschwerdeführer
aus Angst vor Nade
l
n abge
lehnt
worden
. Somit fehl
e
bei
der Begutachtung ein wichtiger objektiver gerätegestützter Befund zur Beurteilung der
radikulären
Schmerz- und
Reiz
symptomatik
. Die nachgewiesenen bildmorphologischen Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule und der Lendenwirbe
lsäule seien
überwiegend
degenerativer Natur. Es
sei
jedoch denkbar, dass durch die Unfallereignisse bei bereits vorhandenen degenerativen
foraminalen
Einengungen eine
vorbeste
hende
subklinische Nervenschädigung akzentuiert w
o
rde
n sei
. Letzteres
sei
jedoch nur eine Vermutung und l
a
ss
e
sich ohne elektromyograf
i
sche Untersu
chungen nicht beweisen. Im Oktober 2012
sei
im Rahmen eines akuten Lungeninfektes eine
bihiläre
mediastina
l
e Lymphdrüsenschwellung mit
mikro
nodulären
und
pleuranahen
Veränderungen in den Lungen beidseits nachge
wiesen
worden
, welche aufgrund der damals durchgeführten
pneumo
l
ogischen
, histologischen und mikrobiologischen Untersuchungen auf eine
quarzstaubbe
dingte
Anthrakose
zurückgeführt w
o
rden
sei
en
. Aus
pneumologischer
Sicht könn
t
en auch bei der jetzigen Untersuchung keine die Arbeitsfähigkeit beein
flussenden
pneumologischen
Befunde erhoben werden. Die damals vorhandene leichte CO
Diffusionsstörung ha
be
nach Sistierung des Nikotinkonsums gebes
sert und ein Asthma bronchiale
habe
mittels eines
Metacholintestes
aus
ge
schlossen werden
können
. Die vom
Beschwerdeführer
angegeben thorakalen Schmerzen, die mit Schwindel und
Kribbelmissempfindungen
in den Extremi
täten und einem trockenen Mund verbunden s
eien, würd
en auf ein
Hyperventi
lationssyndrom
zurückgeführt. Aus
internmedizinischer
Sicht besteh
e
aufgrund der anamnestischen Angaben des
Beschwerdeführers
der Verdacht, dass es im August 2014 zu einem Nierensteinabgang gekommen
sei
. Da es sich dabei um ein erstmaliges Ereignis hand
le
, ha
be
es keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht werde die Diagnose psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen gestellt. Solche psychologische Faktoren würden bei Menschen mit chronischen Erkrankungen häufig diagnostiziert, weil diese sich Sorgen machen würden und ängstliche Erwartungen vor Zustandsverschlechterungen hätten, was zu körperlicher Schonung und
Dekonditionierung
führe. Die veränderten Lebensumstände führten häufig zu Anpassungsproblemen, was sich auch beim
Beschwerdeführer
in einer
dysphorischen
Grundstimmung äussere. Diese erreiche jedoch nicht ein Ausmass, dass sie einer spezifischen Störung, einer Persönlichkeitsveränderung, zugeordnet werden könne. Eine posttraumatische Belastungsstörung, die durch die Autounfälle ausgelöst worden sei, könne ebenso nicht nachgewiesen wer
den. Aus gesamtmedizinischer Sicht stünden die rheumatologischen und neu
rologischen Befunde im Vordergrund. Inkonsistenzen respektive Diskrepanzen bestünden keine (Urk. 8/50/17-19)
.
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Experte
n folgendes fest:
Aus
neurologische
r
Sicht
beginn
e
die erste Arbeitsunfähigke
i
t
speriode
im Februar 2010
nach einem Sturzereignis
mit Beckenkontusion. Diese
sei
jedoch nur von kurzer Dauer
gewesen
.
Nach der Auffahrkollision am
6.
August 2011 sei
der
Beschwerdef
ührer
während
drei Monate
n zu
100
%
arbeitsunfähig
gewesen
, ab Dezember 2011
habe
er
zu
50
%
gearbeitet
und ab Februar 2012 betr
a
g
e
die Arbeitsunfä
higkeit 0
%
. Ab
dem
4.
Dezember
(richtig: Oktober; vgl. Urk. 8/17/55 und
Urk.
8/23/126)
2012
besteh
e
wegen einer Lun
generkrankung wiederum
eine
100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit. Am 1
1.
Juni
2013
sei er
vom Kreisarzt der Unfall
versicherung zu
100
% arbeitsfähig geschrieben
worden
. Wegen eines erneuten zervikalen Beschleunigungstraumas nach Heckkollision vom 17.
Juni
2013
sei
der
Beschwerdeführer
jedoch wiederum
zu
100
%
arbeitsunfähig
gewesen
(
Urk.
8/50/19)
.
Da der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit häufig in ungünstiger körperlicher Position (kniend, mit stark gebeugtem Rücken) eine schwere körperliche Arbeit in staubiger Umgebu
ng ausführen müsse, sei er sowohl aus rheumatologischer als auch aus
pneumologischer
Sicht in dieser Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig
(Urk. 8/50/20)
.
Für leichte körperliche Arbeiten mit maximal 30
%
mittelschweren Arbeitsbedingungen sei der Beschwerde
führer aus rheumatologischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig. Dabei solle berück
sichtigt werden, dass er nicht dauerhaft
mehr als
15
kg
schwere
Lasten tragen, keine Überkopfarbeiten durchführen und keine Zwangshaltung einnehmen müsse und
dass er
in der Halswirbelsäule
nicht
übermässig belastet werde. Aus psychiatrischer, neurologischer und
pneumologischer
Sicht sei der Beschwerde
führer in einer
Ver
weistätigk
eit zu 100
%
arbeitsfähig (Urk.
8/50/21).
4.
4.1
Das polydisziplinäre
(Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Pn
eumologie, Neurologie, Psychiat
rie)
Guta
chten vom 1
1.
Februar 2015
(Urk. 8/
50)
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.
4
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
deten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar.
Dem polydisziplinären Gut
achten der
B._
, an welche der Begutachtungsauftrag gestützt auf die anwendbaren Verordnungsbestimmungen
nach dem Zufalls
prinzip vergeben worden war (Urk. 8/33-36),
kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Der Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und All
gemeine Innere Medizin, vom 14.
April 2014
(
Urk.
3)
vermag daran nichts zu ändern.
D
ies
em
Bericht
ist zur Arbeitsfähigkeit einzig die Angabe zu entnehmen, es sei – n
ach einem Arbeitstraining
–
im günstigsten Fall von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Wechseltätigkeit auszugehen
(Urk. 3
S. 2). Diese Einschätzung ist aber schon deshalb nicht geeignet, die Beweiskraft des polydisziplinären
B._
-Gutachtens in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ernsthaft in Frage zu stellen, weil der Bericht von Dr.
D._
rund zehn Monate
vor dem Gutachten erlassen wurde und somit keine Rückschlüsse auf das
polydisziplinäre Gutachten respektive das
rheuma
tologische Fachgutachten zulässt.
D
ie Befunde, welche Dr.
D._
erhoben hat,
stehen
denjenigen des
rheumato
logischen Fachg
utachtens
allerdings
nicht entgegen.
So hielten d
ie
Experten der
B._
nachvollziehbar und schlüssig
fest, es seien insgesamt keine relevanten
skoliotischen
Veränderungen feststellbar. Zudem bestehe im Bereich der BWS und HWS, LWS nur eine leicht
Klopfdolenz
(
Urk.
8/50/41).
Ebenso berücksichtigten die Gutachter die eingeschränkte Beweglichkeit der HWS (Urk. 8/50/18, Urk. 8/50/41 f.). Auch in der Nackenregion wurden muskuläre
Triggerpunkte
bei
Myogelosen
im Bereich der Trapez-Muskulatur beidseit
ig
festgestellt (Urk. 8/50/42). B
ei der Begutachtung
fehlt
e
gemäss den Experten
ein wichtiger objektiver
,
gerätegestützter Befund zur Beurteilung der
radikulären
Schmerz- und Reizsymptomatik
(
Urk.
8/50/18). Somit
ist festzuhalte
n
, dass
d
ie Experten de
r
B._
die somatischen Beschwerden
– sowohl im Bereich der HWS als auch im lumbalen Bereich –
in dem Sinne
berücksichtigten
, als sie das Belastungsprofil
entsprechend
einschränkten und von einer
100
%igen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
nur noch
in
einer
angepassten Tätig
keit ausgingen
, während sie die angestammte
, körperlich schwere
Tätigkeit als Bodenleger für nicht mehr zumutbar hielten (vgl.
Urk. 8/50/20 f.)
.
Wenn Dr.
D._
– ohne dies zu begründen –
von einer
Einschränkung auch in einer den Leiden angepassten Tätigkeit ausgeht, so ist dies nicht nachvollziehbar.
Nicht auszuschliessen ist
zudem
, dass
dessen
erhobene Befunde
und Beobachtungen im Wesentlichen auf subjektiven Angaben des Beschwerde
führers beruhen
.
I
m Zusammenhang mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
D._
ist im Übrigen daran zu erinnern, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte
–
wozu
Dr.
D._
zählt –
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rech
nung tragen soll und darf (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, es liege eine nicht berücksichtigte depressive
Symptomatik vor, so
über
sieht er, dass
Dr.
D._
allfällige Aus
wirkung
en
einer depressiven Symptomatik
oder
auch der
pneumologischen
Beschwerden
auf die Arbeitsfähigkeit fachfremd begründet hat. D
ie Gutachter
stellten
in psychiatrischer Hinsicht
eine
dysphorische
Grundstimmung
fest
und
hielten
entsprechend die Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
„psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10 F54)“
fest, welcher sie
aus fachärztlicher Sicht
nicht das Ausmass einer spezifischen Störung beimassen
und sie vielmehr darauf zurück
führten, dass solche psychologischen Faktoren oftmals bei Menschen diagnosti
ziert würden, welche sich Sorgen machen würden und ängstliche Erwartungen vor Zustandsverschlechterungen hätten (
Urk.
8/50/19, vgl. E. 3)
.
Auch i
n
pneumologischer
Hinsicht gingen die Gutachter nicht von einer
Einschränkung der
zumutbaren
Arbeitsfähigkeit aus. Es wurde jedoch – im Sinne eines ange
passten Belastungsprofils –
berücksichtigt
, dass der Beschwerdeführer wegen seines Lungenleidens nur in staubfreier Umgebung arbeiten sollte (Urk. 8/50/20).
Auch in psychiatrischer und
pneumologischer
Hinsicht erwe
ist
sich die Einschätzung der Gutachter somit als nachvollziehbar und schlüssig.
4.3
De
r
vorliegende Bericht de
s
behandelnden
Rheumatologen
respektive
Allge
meinmediziners
enth
ält
demnach keine Angaben, welche darauf schliessen lassen würden, dass
rheumatologische, psychiatrische oder
pneumologische
Leiden
, welche über diejenigen gemäss den gutachterlichen Feststellungen hin
ausgehen,
besteh
en
.
4.4
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwer
deführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Bodenleger
zu 100 % arbeitsun
fähig ist. In einer angepassten, körperlich leichte
n
Tätigkeit
mit maximal 30
%
mittelschweren Arbeitsbedingungen, ohne Tragen von Lasten über 15
kg,
ohn
e
Überkopfarbeiten,
ohne
Einnehmen von Zwangshaltungen
,
ohne
übermässige Belastung der Halswirbelsäule
und in staub- und rauchfreier Arbeitsumgebung
besteht
hingegen
eine
100
%ige Arbeitsfähigkeit.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der auf angepasste Tätigkei
ten eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann
aus
nahms
weise
der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienstleistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen
Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
5.2
Laut Angaben der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers war der letzte Arbeitstag der
8.
Oktober 201
2.
Seither ist er aus medizinischer (
pneumologi
scher
) Sicht nicht mehr im (angelernten) Beruf als Bodenleger einsetzbar. Als solcher erzielte er
Fr.
38.-- in der Stunde, zuzüglich eines 13. Monatslohnes von
Fr.
6‘764.-- bei 100%-Leistung. Die monatlichen Lohnabrechnungen belegen, dass der Arbeitseinsatz teilweise stark schwankte (
Urk.
8/17). Auch aus dem IK
Auszug (
Urk.
8/13) sind erhebliche Jahresschwankungen ersichtlich. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, seit 1991 als angelernter Boden
leger tätig, ohne
pneumologische
Einschränkungen weiterhin diese Tätigkeit ausüben würde, weshalb von diesen Einkommensverhältnissen auszugehen ist. Jedoch ist aufgrund der nicht unbedeutenden Einkommensschwankungen auf einen Durchschnitt abzustellen (vgl. ZAK 1985 464), wobei der
Durchschnitts
verdienst
der letzten fünf Jahre vor Eintritt der ersten längerdauernden
Arbeits
unfähigkeitsperiode
heranzuziehen ist.
D
as
Sturzereignis
im Februar 2010 mit Beckenkontusion
führte
gemäss den gutachterlichen Feststellungen nur
für
kurze
Zeit zu einer Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
8/50/21).
Somit sind die Jahre 2006 bis 2010 massgebend.
Es resultiert ein durchschnittliches
Jahresein
kommen von
Fr.
117‘876.60
(2010: Fr.
125‘994.--, 2009: Fr. 127‘975.--
, 2008:
Fr.
130‘329.--, 2007:
Fr.
111‘568.--, 2006: 93‘517.--)
.
Die Be
messung des Invaliditätsgrads ist für den Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginn
s, hier das Jahr 2013 (Anmeldung im April 2013 [Art. 29 Abs. 4 IVG] und Ablauf des Wartejahres im Oktober 2013 [Art. 28 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 29
ter
IVV])
vorzunehmen
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
3
(Indexstand 2092 [2008 als Mittelwert zwischen 2006 und 2010] auf 2‘204 [2013], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976
2015) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von 100 % ein Jahresein
kommen (
Valideneinkommen
) von Fr.
124‘187.40
(Fr.
117‘876.60
:
2092
x 2‘2
04
).
5.3
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist
vorliegend aufgrund der fehlenden Berufsausbildung des Beschwerdeführers
ein statisti
scher
Tabellenlohn heranzu
ziehen. Auf dem hypothetischen, als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt lassen sich genügend adaptierte Tätigkeiten finden, welche dem Beschwerde
führer unter Berücksichtigung des von den Gutachtern formulierten
Zumutbar
keitsprofils
und seiner Begabungen offenstehen. Angesichts des medizinischen Belastungsprofils ist vorliegend gestützt auf die LSE 2012 vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten im Umfang von Fr. 5‘210.-- (LSE 2012,
S.
35, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige Total, Anforderungsniveau 1) auszu
gehen.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41.7 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft 1/2-2015 S. 88 Tabelle B9.2, A-S) sowie der Nominallohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr 2013 (Indexstand 2188 [2012] auf 2204 [201
3
], Bundesamt für Statistik, T39 Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015) ergibt sich für ein
100%iges
Arbeitspensum somit ein
Invalidenein
kommen
von rund Fr. 65‘65
3
.
70
(Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2188 x 2204).
5.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
124‘187.40
mit dem
Invaliden
einkommen
von Fr. 65‘65
3
.
70
ergibt eine Einkommenseinbusse von
Fr.
58
‘
533
.
70
, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
47
% ent
spricht (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2).
5.
5
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung
aufzuheben und
die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, als festgestellt wird, dass der Beschwer
deführer ab 1. Oktober 201
3
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversi
cherung hat.
6.
6.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und de
r
unterliegenden
Beschwerde
geg
nerin
aufzuerlegen.
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht de
m
Beschwerdeführer eine
Prozess
entschädigung
für das Beschwerdeverfahren zu. Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und auf insgesamt Fr. 500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.