Decision ID: f598cf60-73d6-4e1b-abfe-4af800efdb27
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1962,
Vater von drei Kindern (Jahrgänge 2002, 1986, 1983; vgl. Urk. 7/8
Ziff.
3)
,
war zuletzt von
Juli
2014
bis
Juli
2016
als
Instru
k
tor
bei
Y._
tätig
(Urk.
7
/14
;
Urk.
7/21
)
. Am
2
6.
November 2015
mel
dete er sich unter Hinweis auf einen Hörschaden
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk.
7/1
).
Am 1
8.
Januar 2016 erteilte ihm d
ie Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Kostengutsprache für eine Hörgerä
tepauschale (Urk. 7/
7
). Am
1.
Februar 2016 meldete er sich
unter Hinweis auf Depressionen und
einen
Diabetes
erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/8).
Die IV-Stelle
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und
zog
insbeson
dere
Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 7/13, 7/23-24,
Urk.
7/31,
Urk. 7/
37
,
Urk. 7/
60)
, darunter auch den Bericht über eine vom
8.
Oktober bis 1
6.
Dezember 2016 erfolgte Observation (
Urk.
7/60/24-45), bei.
Nach durchge
führtem Vorbesche
idverfahren (Urk. 7/64-65, Urk. 7/68
) wies sie das Leistungs
begehren mit Verfügung vom
27. Juni 2018 (Urk. 7/71 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am
2
9.
August 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
7.
Juni 2018
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Am
3.
Oktober 2018 (Urk. 6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
4.
Oktober 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
3.
Mit Schreiben vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
7/60/3-5) teilte der
Taggeldversicherer
dem Versicherten mit, sie lehne einen Leistungsa
nspruch ab
Erhalt der Observations
ergebnisse am 2
2.
Dezember 2016 ab (S. 2 unten).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach ei
nem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versi
cherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018
E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.6
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Er
krankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und so
ziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, be
stehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfas
sen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Be
lastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psy
chische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Ge
sundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad sei
ner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Ur
teil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die ang
efochtene leistungsabweisende
Ver
fügung vom
2
7.
Juni 2018
(
Urk.
2) damit, dass
sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers und seine Arbeitsfähigkeit verbessert
hätten
. Es liege keine Einschränkung vor, welche sich langfristig auf
seine
Arbeitsfähigkeit auswirke
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (S. 2 oben)
. Es habe kein stimmiges Ge
samtbild für eine Bejahung
einer Arbeitsunfähigkeit
aufgezeigt werden können. Es sei dem Beschwerdeführer daher zumutbar, einer Erwerbstätigkeit nachzuge
hen. Es stünden psychosoziale Belastungsfaktoren (Kündigung durch den Arbeit
geber, alleinerziehender Vater etc.) im Vordergrund
und
die Verwertbarkeit der Observationsakten
sei
aus näher genannten Gründen gegeben (S. 2
Mitte
).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sein Gesundheitszustand habe sich noch vor Ablauf der Wartefrist nicht verbes
sert. Ihm werde eine schwere psychische Störung attestiert, welche zu einer er
heblichen Arbeitsunfähigkeit führe (
S. 3
Rz 2).
Die B
e
schwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Sie stelle auf unzulässiges Observationsmate
rial ab, welches sie weder vollständig in den Akten führe
(Videomaterial fehle)
noch einem Arzt (zum Beispiel dem Regionalen Ärztlichen Dienst, RAD) unter
breitet habe. Eine Prüfung der Standardindikatoren habe nicht stattgefunden
(
S. 5 Mitte
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers
.
3.
3.
1
Mit Arbeitsunfähigkeitsmeldung vom 2
4.
August 2015 (
Urk.
7/13/14) teilte die Arbeitgeberin der Taggeldversicherung mit, der Beschwerdeführer sei ab 1
6.
Au
gust 2015 für mehr als 30 Tage arbeitsunfähig (
Ziff.
5).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte mit am 2
3.
November 2015 zuhanden der Taggeldversicherung erstattetem Kurz
bericht (
Urk.
7/13/6-7) einen Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe (OSAS), einen Diabetes mellitus, eine Adipositas, unklare Myalgien seit Jahren (Fibromyalgie gemäss Akten)
sowie ein
Enchondrom
Humerus rechts (
Ziff.
1).
Der Beschwerde
führer sei vom
1.
September bis 1
3.
Oktober 2015 zu 25
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
8).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, attestierte dem Beschwerdeführer mit am 2
6.
Januar 2016 zuhanden der Taggeldversiche
rung
erstattetem
Kurzbericht (
Urk.
7/13/2-3) eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
im Zeitraum vom 1
4.
Oktober
2015
bis 3
0.
November 2015 (S. 2
Ziff.
8). Als Dia
gnose nannte er eine Fibromyalgie und einen Diabetes mellitus und hielt fest, der Beschwerdeführer wolle zu einem Psychologen (
Ziff.
1 und 5).
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, und Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Neurologie
,
D._
, erstatteten
am 7. März 2016 (Urk. 7/23/1-10) ein
psychi
atrisches Gutachten
zuhanden der Krankentaggeldversicherung des Beschwerde
führers. Sie nannten als
Diagnose eine teilremittierte, initial wahrscheinlich mit
telgradig ausgeprägte depressive Episode (ICD-10 F32.1). Der Beschwerdeführer berichte über affektive Irritierbarkeit, Stimmungsschwankungen, nächtliches Ge
dankenkreisen, Grübelneigung, Ängste sowie konzentrative und vegetative Be
einträchtigungen. Es handle sich um das erstmalige Auftreten der
Symptomatik
, die im Verlauf des Jahres 2015 mit Höhepunkt Ende des Jahres aufgetreten sei und sich inzwischen deutlich zurückgebildet h
abe
. Im hiesigen AMDP-konform erhobenen psychiatrischen Befund seien leichtgradige Beeinträchtigungen zu ob
jektivieren. In der Zusammenschau mit der Anamnese sei ein aktuell leichtgradi
ges depressives Syndrom bei erstmaligem Auftreten einer depressiven Episode schlüssig zu attestieren. Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität be
stünden nicht. Die Prognose depressiver Syndrome sei grundsätzlich günstig, was sich auch
in d
er bisher
erreichten
Teilremission bereits deutlich abbilde. Zum Un
tersuchungszeitpunkt sei eine namhafte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Leichtgradigkeit
der zu objektivierenden Symptomatik nicht (zu
mindest nicht mehr) zu objektivieren. Es bestehe also eine vollschichtige Arbeits
fähigkeit in der angestammten /letzten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts (Pensum und Rendement 100 %
), dies per sofort geltend (
S.
7).
3.
5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Psychi
atrie und Psychotherapie
, führte mit Bericht vom
4.
Mai 2016 (Urk. 7/27) aus, er behandle den Beschwer
deführer seit November 2015, und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
ADHS
Vom 2
2.
November 2015 bis 2
9.
Februar 2016 habe eine 100%ige, vom 29. Feb
ruar bis 1
3.
April 2016 eine 50%ige und vom 1
4.
April
2016
bis aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ebenfalls nicht mög
lich. Es bestünde eine kognitive Einschränkung und ein Antriebsproblem (
Ziff.
1.7).
Mit Bericht vom 1
3.
Juni 2016 (Urk. 7/33) führte
Dr.
E._
aus,
aktuell sei nicht mehr von einer Anpassungsstörung auszugehen
. Es lägen verschiedene psy
chosoziale Belastungsfaktoren vor. Als Differenzialdiagnose sei im November (2015) eine schwere depressive Erkrankung anzusehen. Es finde sich eher ein de
pressiver Zustand, der insgesamt eher auf psychosoziale Belastungsfaktoren ba
sier
e
(S. 3). Es fänden sich alle Symptome einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Es sei davon auszugehen, dass sich innerhalb der letzten Wochen eine Besserung eingestellt habe. Zwischen Au
gust
(2015)
und etwa Januar
(2016)
sei von einer schweren depressiven Episode auszugehen. Zusätzlich zu diagnostizieren sei ein Hyperaktivitätssyndrom im Er
wachsenenalter (ICD-10 F90). Des Weiteren bestehe eine vordiagnostizierte Fib
romyalgie (ICD-10 F79.7; S. 5). Vom 2
2.
November 2015 bis 2
8.
Februar 2016 habe in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Ab dem 2
8.
Februar 2016 sei es i
m Krankheitsverlauf zur Besserung gekommen. Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit könne wiederhergestellt werden. Leider sei es erneut zu psychosozialen Konflikten am Arbeitsplatz mit erheblicher Entwertung des Beschwerdeführers gekommen. Es sei daher von einer Zunahme der Symptomatik ab 1
3.
April 2016 auszugehen
(S. 6)
.
Des Weiteren nahm
Dr.
E._
zum
D._
Gutachten Stellung (vgl. S. 7
ff.).
3.
6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie
, führte mit Bericht vom 16. August 2016 (Urk. 7/36) aus, er betreue den Beschwerdeführer erst seit Mai 201
6.
Die Hauptdiagnose sei bisher eine Fib
romyalgie mit einem Ganzkörperschmerzsyndrom und eine Psoriasis gewesen. Aufgrund der Untersuchungsbefunde
sei
eine Fibromyalgie nicht gesichert. Dif
ferentialdiagnostisch müsse eine
Polimyalgie
erwogen werden, weshalb noch keine abschliessende Beurteilung
möglich sei
.
3.
7
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, erstattete am 9.
September 2016 ein versicherungsmedizinisches psychiatrisches Gutachten
zuhanden der Krankentaggeldversicherung
(Urk. 7/40/1-34)
und
nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27):
-
gegenwärtig schwere ängstlich-agitierte depressive Episode ohne psychoti
sche Symptome (ICD-10 F33.2) mit
Chronifizierungstendenz
, im Verlauf seit
November 2015 fluktuierend mit mittelschweren bis schweren Phasen ohne zwischenzeitliche Remission mit/bei
-
somatischen Angstäquivalenten, vor allem Hyperventilation (ICD-10 F45.33)
-
psychosozialer Belastungssituation (Probleme in Verbindung mit Be
rufstätigkeit und Arbeitslosigkeit; Wohn/Aufenthaltsbedingungen und ökonomischen Verhältnissen; in der Beziehung zur Partnerin mit un
erwünschter Schwangerschaftsabtreibung; ICD-10 Z56, Z59, Z60, Z63.0)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie anamnetisch einen Verdacht auf Aufmerksamkeitsdefizitstörung im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.8; S. 27). Aus medizin-theoretisch-medizinischer Sicht könne sehr wohl mit einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes gerechnet werden. Die Prognose sei ausdrücklich als positiv zu bezeichnen. Es handle sich beim Leiden um eine erste, bis anhin einmalige und überwiegend psychoreaktiv, durch äussere psychosoziale Belastungsfaktoren, beziehungsweise nicht sogenannt «endogen» bedingte depressive Episode.
Der Versicherte
leide auch an keinerlei relevanten psychischen Komorbiditäten, insbesondere verfüge er über ein absolut intaktes und gut ausgestattetes Persönlichkeitsinventar, das ihm auch ermögliche, sich bis anhin auf viele neue Lebenssituationen umzustellen (Länderwechsel, Wechsel der Berufssparten, zwei Ehen)
,
ohne dass dies mit psychischen Anpassungsstörungen
ei
nhergegangen sei (S. 27 f.).
Die aktuelle
schwere
Episode dauere seit 1
2.
November 2015 (Aufnahme der psy
chiatrischen Behandlung) an, mit 100%
iger Arbeitsunfähigkeit vom 12.
Novem
ber 2015 bis 2
9.
Februar 2016 (schwere depressive Symptomatik),
einer Arbeits
unfähigkeit von
50
%
vom
1.
März bis 3
1.
Mai 2016 (mittelschwere bis schwere depressive Symptomatik) und nunmehr seit
1.
Juni 2016
bei erneut schwerem depressivem Zustandsbild einer erneut und anhaltend 100%igen Arbeitsunfähig
keit
,
dies
unter Einfluss des doch unerwarteten Arbeitsplatzverlustes mit demüti
g
ender sofortiger Räumung am 11.
April 2016 und darauf aufgepfropft der dem
Versicherten
erst im Nachhinein mitgeteilten und von ihm bedauerten Abtreibung der Zwillingsschwangerschaft seiner Freundin Ende Mai 201
6.
Unterhaltend wirkten nun auch die existentielle Bedrohung, fehlende finanzielle Ressourcen und drohende Ausweisung bei abgelaufener Aufenthaltsbewilligung, wodurch auch die Aufgaben als alleinerziehender Vater für den in der Schweiz eingeschul
ten Sohn bedroht seien
(S. 28 f.).
Es handle sich um ein komplexes, durch eine Vielzahl von psychosozialen Belas
tungsfaktoren weiterhin unterhaltendes psychisches Leiden. Der Grundmorbus der depressiven Episode sei zwar medizintheoretisch wirksam behandelbar, hin
gegen könnten gegenwärtig aufgrund der nicht voraussehbaren Entwicklung der
psychosozialen, symptomunterhaltenden Belastungskonstellation keinerlei ver
lässliche Angaben zum exakten Zeitpunkt der Wiederherstellung der vollen Ar
beitsfähigkeit gemacht werden. Aufgrund der Schwere der psychiatrischen Stö
rung sei gegenwärtig auch keine angepasste Tätigkeit, in der noch eine Arbeits
fähigkeit gegeben sein würde, abgrenzbar (S. 29
f.).
Gegenwärtig sei auf eine Intensivierung der psychiatrischen Behandlung zu fo
kussieren (S. 30
Ziff.
7).
Das Gutachte
n
B._
/
C._
(vgl. vorstehend E. 3.1)
entspreche nicht im Ansatz den geltenden Qualitätsrichtlinien für psychiatrische Gutachten. Hingegen er
schienen die Arbeitsunfähigkeitsatteste und Angaben des delegier
ende
n Psychi
aters
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.2)
nachvollziehbar und gut fundiert, und zeigten auch ein eingehendes Wissen über die Vorgeschichte und Komorbiditäten des
Versicherten
(S. 31 Ziff. 8).
3.
8
Dr.
med.
H._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte mit Bericht vom 29.
November 2016 (Urk. 7/41) aus, er behandle den Beschwer
deführer seit
dem 1
7.
Oktober 2016 (Ziff. 1.2)
,
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige d
epressi
ve Episode mit somatischem Syndrom (
ICD-10 F3
2
.11)
-
rheumat
o
i
de Arthritis
-
h
yperkinetische Störung
(
ICD-10 F90.9)
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die zuletzt ausgeübte Tätig
keit v
om
1.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2016 (
Ziff.
1.6).
3.
9
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit
Stellungnahme vom 6.
Februar 2017 (Urk. 7/63 S.
3
ff.
)
aus, es liege ein schwerer Gesundheitsschaden vor, der seit November 2015 überwiegend wahrscheinlich eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bedingte. Der Beschwerdeführer sollte zunächst wieder eine regel
mässige fachpsychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen, idealerweise im ta
gesklinischen Rahmen. Danach sollte sein Gesundheitszustand in sechs Monaten neu beurteilt werden. Aktuell handle es sich um einen nicht stabilisierten Zustand (S.
5 unten
).
3.
10
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.
8
) nannte in seinem Bericht
vom 3
0.
März 2017 (Urk. 7/60/46
-
47)
als weitere Diagnosen einen Diabetes Typ II und ein Erleben von Entwurzelung und Isolierung (S. 1
Ziff.
4).
Er attestierte eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
(
Ziff.
6).
3.
11
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Rehabi
litationsklinik
K._
, führte mit Bericht vom 28. September 2017 (Urk. 7/54/7-8) aus, der
Beschwerdeführer habe sich vom
5.
bis 2
5.
September 2017 in stationärer Behandlung befunden, und nannte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
hyperkinetische Störung (ICD-10 F90)
Ferner nannte er als Komorbiditäten einen Diabetes Typ II und eine Polyarthritis.
Aus psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit aktuell und auf Dauer 50 % (S. 2 unten).
Im Formularbericht vom 5. Oktober 2017 (Urk. 7/54/1-4) machte
Dr.
J._
damit übereinstimmende Angaben.
3.
12
Dr.
H._
bezeichnete in seinem
am 1
7.
November 2017 eingegangenen
Bericht
(Urk. 7/61)
den Gesundheitszustand als verbessert (Ziff. 1.1) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
hyperkinetische Störung (ICD-10 F90)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Diabetes Typ II
-
Polyarthritis
Die Prognose sei günstig (
Ziff.
3.3) und die Arbeitsfähigkeit betrage 100
%
seit
dem
1.
November 2017 (
Ziff.
4.1).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer unter anderem psychiatrische Diagnosen gestellt wurden. So gingen
Dr.
B._
und Prof.
C._
von einer teilremittierten, wahrscheinlich initial mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode aus (vgl. vorstehend E. 3.4).
Dr.
E._
diagnostizierte zu
nächst eine Anpassungsstörung und im weiteren Verlauf eine schwere depressive Erkrankung
(vgl. vorstehend E. 3.5
).
Dr.
G._
ging von einer schweren ängst
lich-agitierten depressiven Episode ohne psychotische Symp
tome aus (vgl. vor
stehend E. 3.7
),
Dr.
H._
von einer mittelgradigen depressiven Episode mit so
mati
schem Syndrom (
vgl.
vorstehend E. 3.8
) und im weiteren Verlauf von einer re
zidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, sowie von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung aus (
vgl.
vorstehend E.
3.), ebenso w
ie
Dr.
J._
(
vgl.
vorstehend E. 3.11
). RAD-Psychiaterin
Dr.
I._
stellte einen schweren Gesundheitsschaden seit November 2015 und einen nicht stabi
lisierten Gesundheitszustand fest
(
vgl.
vorstehend E. 3.9
). Die Ausprägung der Ar
beitsunfähigkeit wurde unterschiedlich beurteilt. In keinem der genannten Be
richte finden sich jedoch
Angaben zu den
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren
(vgl. vorstehend E. 1.5).
Es ist in allen Fällen durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten
ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren hinreichend und nachvollziehbar begründet haben (BGE 145 V 361 E. 4.3). Dies kann vorliegend nicht geprüft werden, und d
ie Beurteilung durch eine «Fachexpertin» (vgl.
Urk.
7/63/7 f.) vermag
dies nicht zu korrigieren.
D
as tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen
des Beschwerdeführers kann somit aufgrund der vorhandenen Akten nicht eingeschätzt werden.
4.2
Im Zusammenhang mit dem
b
eweisrechtlich entscheidend
en
verhaltensbezoge
ne
n
Aspekt der Konsistenz
(vgl. vorstehend E. 1.5) wird es zusätzlich nötig sein, das durch die Krankentaggeldversicherung im Zeitraum vom
8.
Oktober bis 1
6.
Dezember 2016 erhobene Observationsmaterial (
Urk.
7/60/24-45
und zuge
höriges Videomaterial
) in die ärztliche Beurteilung miteinzubeziehen, insbeson
dere da die Observation zeitnah zur Begutachtung durch
Dr.
G._
Anfang September 2016 (vgl. vorstehend E.
3.7
), die eine schwere depressiv
e
Episode fest
stellte,
erfolgte.
Die Voraussetzungen für eine Verwertbarkeit des Observations
materials (vgl. dazu BGE 143 I 377 und den Entscheid 8C_837/2018 vom 1
5.
Mai 2019) sind vorliegend erfüllt: Die Aufnahmen der unbeeinflussten Handlungen des Beschwerdeführers wurden durchwegs
im öffentlichen Raum aufgenommen
und beschränkten sich auf 11 Tage im genannten Zeitraum
, wobei die einzelnen Überwachungsphasen zwischen rund
2
und 1
2
Stunden dauerten
.
Der Beschwer
deführer
war somit weder einer systematischen noch ständigen Überwachung ausgesetzt und erlitt in dieser Hinsicht einen relativ bescheidenen Eingriff in
seine
grundrechtliche Position. Stellt man diesen Aspekten das erhebliche und gewich
tige öffentliche Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs (vgl. dazu Urteil 8C_239/2008 vom 1
7.
Dezember 2009 E. 6.4.1
Abs.
2 und dortige Hinweise) gegenüber, ergibt sich, dass die Observation - entgegen den Ausfüh
rungen de
s Beschwerdeführ
er
s
- in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden kann.
4.3
Einer genaueren Prüfung bedarf auch der Einfluss von psychosozialen Faktoren auf die Erkrankung des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 1.6). Solche werden vo
n
Dr.
E._
(
vgl.
vorstehend E. 3.5
) und
Dr.
G._
(
vgl.
vorstehend E. 3.7
) ge
nannt, eine genaue Abgrenzung allfälliger von der
soziokulturellen Belastungs
situation zu unterscheidende
n
und in diesem Sinne verselbständigte
n
psychi
sche
n
Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
er
folgte jedoch nicht. Unklar ist
schliesslich
auch das Ausmass der somatischen Beschwerden.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorhandene Aktenlage eine verläss
liche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestamm
ten und in behinderungsangepassten Tätigkeiten nicht zulässt. Auch der Beginn des Wartejahres wurde von der Beschwerdegegnerin nicht abgeklärt (vgl.
Urk.
7/63/8). Die Angaben der Arbeitgeberin sind diesbezüglich unvollständig (vgl.
Urk.
7/14
Ziff.
2.14). Aufgrund der vorhandenen Unterlagen (vgl. vorste
hend E. 3.1-3.3) ist ein Beginn des Wartejahrs ab August 2015 nicht ausgeschlos
sen, dies bedarf jedoch der näheren Abklärung.
Damit fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.2
Vorliegend wurde der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt (vgl. vorstehend E. 4). Es rechtfertigt sich deshalb, die Sache an die Beschwerdegegne
rin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt
und den Beginn des Wartejahrs
rechtsgenüglich abkläre und
hernach
erneut über den Anspruch des Beschwerdeführers entscheide.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6
.
6
.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr.
700
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin
aufzuerle
gen.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.
(zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessenweise auf
Fr.
2’200
.--
(inkl. Bar
auslagen und MWSt)
festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.