Decision ID: c83a5919-7c15-4ef0-b1db-a689ba740cd0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
war
seit
September 2011
als Reinigungskraft bei
der
Y._
GmbH mit einem Pensum von 70 bis 80 % tätig (Urk. 5/22/166, Urk. 5/15 S. 4 Ziff. 5.4). Am 3. Mai 2012 stürzte sie in einem Bus anlässlich einer Notbremsung und verletzte sich dabei am Kopf, am rechten Ellbogen sowie am rechten Knie (Urk. 5/18/1). Am 1
4.
April 2015 wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das
von der Versicherten am 3. September 2013 gestellte
Rentenbegehren
(Urk. 5/15-16)
ab (Urk. 5/40). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 5/42
/3-7
) hiess das hiesige Gericht mit Urt
eil vom 27. Juni 2016 (Urk. 5/49
,
Verfahren
IV.2015.00550)
in dem Sinne
gut
,
dass es
die Sache an die IV-Stelle zurück
wies
, damit diese nach erfolgter Abklärung über den Rentenanspru
ch der Versicherten neu verfüge.
Die IV-Stelle holte alsdann bei der
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten (Allgemeine Innere Me
di
zin, Neurologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates sowie Psychiatrie und Psychotherapie; Expertise
vom 12. April 2017 [
Urk. 5/63/1-60
]
) ein. Am 24. Mai 2017 wies die IV-Stelle die Versicherte auf ihre Mitwirkungspflicht
betreffend eine fachärztliche
Behandlung (Innere Medi
zin) und eine Gewichtsreduktion von zirka 5-10 kg pro Jahr je nach Ermessen
des behandelnden Arztes während
mindestens ein bis zwei Jahren
hin
(Urk. 5/65
)
.
Nach
Erlass des
Vorbescheid
es
(Urk. 5/66)
, zu welchem die Beschwerdeführerin
sich
nicht vernehmen liess,
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
mit Verfü
gung vom 13. September 2017 (Urk. 2)
ab.
2.
Dagegen erhob
die Versicherte am 16. Oktober 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 13. September 2017 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit
diese
ein Obergut
ach
ten inklusive Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) veran
lasse und hernach erneut über den Leistungsanspruch entscheide. Eventuell sei ein gerichtliches Obergutachten inklusive EFL zu veranlassen und danach über den Leistungsanspruch zu entscheiden (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2017 (Urk. 4) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 28. November 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Grün
de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi
ni
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Bes
chwerdegegnerin begründete die
leistungsabweisende Verfügung vom 13. September 2017 (Urk. 2) damit, dass in der Invalidenversicherung nur Kran
k
heiten versichert
seien, welche eine gewisse Schwere aufwiesen und die Arbeits
fähigkeit langandauernd einschränkten. Gemäss den aktuellen medizinischen Ab
klärungen leide die Beschwerdeführerin nicht an einer solchen Krankheit
und
sei in ihrer bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, weshalb kein Leistungsanspruch bestehe (S. 1).
2.2
Die Beschwerde
führerin
vertrat
demgegenüber den Standpunkt
(Urk. 1)
,
das
Z._
-Gutachten
stell
e
keine genügende Grundlage für den Entscheid ü
ber den Rentenanspruch dar
. Insbesondere sei es hinsichtlich der Schlussfolgerungen be
tref
fend die festgestellten Gesundheitseinschränkungen und
der
daraus fliessen
den Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig und nachvollziehbar begründet (S. 4 Ziff. 1
5
und S. 7 Ziff. 2
7
)
.
3.
3.1
In ihrem Gutachten vom 12. April 2017 (Urk. 5/63/1-60) stellten
die
Z._
-Gut
achter
Dr. med.
A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
B._
, Neurologie FMH,
Dr.
med.
C._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Prof.
Dr.
med.
E._
, Medizinische Leitung, folgende Diagnosen (S. 55
f.
):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
leichtgradiges
Carpaltunnelsyndrom (
CTS
)
rechts
-
Läsion der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter
-
morbide Adipositas
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
arterielle Hypertonie
-
beginnender Diabetes mellitus (HbA1c 6,4 %)
-
Vitamin-D-Mangel
3.2
Dr.
A._
hielt fest, dass aus internistischer Sicht angesichts des Übergewichts, des Diabetes und der Hypertonie eine erhebliche Gesundheitsgefährdung vor
liege. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe aufgrund der ausgepräg
ten Adipositas aktuell nur für k
örperliche Tätigkeiten mit hohem
Belastungs
profil. Für mittelschwere und leichte körperliche Verrichtungen
s
e
i
indessen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
gegeben
(S. 30).
3.3
Unter neurologischen Gesichtspunkten
führte
Dr.
B._
aus
, dass sich gestützt auf die Elektroneurographie
ein leichtgradiges CTS rechts zeige. Für ein
Sulcus
ulnaris
-Syndrom, eine
Armplexusschädigung
oder eine anderweitige postgang
lio
näre Nervenschädigung ergebe sich kein Anhalt. Im neurologischen Befund falle eine wechselnde
Willkürtonisierung
mit abruptem Nachlassen bei Prüfung der Kraft des rechten Arms auf, wobei nicht reproduzierbare und biologisch nicht plausible (neurologisch-
topisch
weder einem noch mehreren peripheren Nerven, einem Dermatom oder zentral zuzuordnende) Sensibilitätsstörungen am rechten Arm,
am
rechten oberen Thorax und rechts
cervical
angegeben w
ürden
. Auffällig seien Hinweise für eine Aggravation respektive demonstrative Darbietun
g von Beschwerden und Symptomen.
W
ährend der formalen Untersuchung
seien bei
spielsweise
Schmerzen im rechten Schultergelenk, teilweise inkonstant auch im rechten Ellbogengelenk
,
mit vermeintlicher Bewegungseinschränkung in diesen Gelenke
n
angegeben worden
, spontan werde der rechte Arm
jedoch beim An- und Auskleiden uneingeschränkt eingesetzt, wobei die Beschwerdeführerin nicht schmerzgequält wirke. In der formalen Prüfung der Fingerfeinmotorik und
Diadochokinese
sowie
den Zeigeversuchen der rechten Hand seien deutliche Einschränkungen dargeboten worden, während die spontane Beweglichkeit vom rechten Arm und von der rechten Hand ungestört wirke. Auch das Ausmass der anamnestisch geschilderten Schmerzen korreliere nicht mit dem klinischen Ein
druck einer nicht namhaft schmerzgeplag
t wirkenden Beschwerdeführerin
.
Be
züglich des von
ihr
geklagten
ungerichteten Schwindelgefühls
hielt der neuro
logische Gutachter fest, dass die Anamnese und der klinische Befund gegen einen zentralen oder (persistierenden) peripher-
vestibulären Schwindel sprächen.
V
iel
mehr falle während der Lagerungsprobe ein ängstlich-agiertes Verhalten der Beschwerdeführerin auf, sodass allenfalls ein psychogener respektive phobischer Schwindel denkbar sei. Ein erneutes MRI der
Halswirbelsäule
(HWS)
habe keine
n
namhaften, über das normale Altersmass hinausgehenden pathol
og
ischen Befund gezeigt und es hätt
e
n
sich insbesondere keine
a
tlantodentale
Arthrose, keine
cervicale
Spinalkanalstenose und kein
cervicaler
Bandscheibenprolaps
bestätigt
.
Die Anamnese sei vereinbar mit einem Reizsyndrom des rechten
Nervus
media
nus,
allerdings seien die anamnestischen Angaben nicht in allen Belangen hierfür typisch und es fänden sich keine weiteren klinischen Hinweise für eine namhafte
Medianusläsion
(
S. 36 f.)
.
Weiter hielt der
Experte
fest, dass das leichtgradige CTS rechts mitte
ls nächtlicher Ruhigstellung des Handgelenks m
it
volarer Hand
ge
lenksschiene während zehn bis zwölf Wochen respektive operativer Therapie gut behandelbar sei. Das CTS begründe keine Minderung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, allerdings hätten Reinigungskräfte (bei berufsbedingt ver
stärkter Belastung der Handgelenke) ein erhöhtes Risiko für ein CTS. Da die wei
teren neurologischen Befunde ohne Hinweis
e
auf eine Störun
g des zentralen Nervensystems, eine
Radikulopathie oder eine anderweitige Störung des periphe
ren Nervensystems seien, sei auf neurologischem Fachgebiet keine invalidi
sie
rende Gesundheitsstörung mit Minderung der Arbeitsfähigkeit
attestierbar
(S. 38).
3.4
Der orthopädisc
he Gutachter Dr.
C._
hielt fest, dass der klinische Befund durch eine massive Adipositas und eine Protraktionsfehlhaltung mit Tonuser
höhung im Bereich der Nackenmuskulatur beidseits gekennzeichnet sei. Es liege ferner eine Einschränkung der aktiven Beweglichkeit im Bereich der rechten Schulter in allen Ebenen vor. Für die geklagte generalisierte Hypäst
h
esie im Bereich des rechten Armes gebe es
aus
orthopädischer
Hinsicht
keine Erklärung. Auffallend sei die Demonstration einer Kraftminderung aller Muskelgruppen der oberen Extremität rechts, welche aus orthopädischer Sicht die Vermutung auf eine bewusstseinsnahe
Beschwerdedemonstration zulasse
, da Hinweise für eine Inaktivitätshypotrophie fehlten und sich bei den klinischen Untersuchungstests der Schulter kein eindeutiger posit
iver Test finde (
S. 42).
Dr.
C._
wies
ferner
darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der Ver
än
derungen im Bereich der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter dauerhaft eingeschränkt sei und nur noch leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten unter Ausschluss häufiger Überkopftätigkeiten zumutbar seien. Hierfür bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (Pensum und Rendement 100 %), was mit der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft vereinbar sei (S. 43).
3.5
In psychiatrischer Sicht
führte
der Gutachter Dr.
D._
aus
,
dass weder ein de
pressives Syndrom, eine Angst- oder Zwangserkrankung, eine Persönlichkeits
störung, eine Suchterkrankung, eine Traum
a
folgestörung als Folge des Unfaller
eig
nisses noch eine somatoforme Schmer
zstörung best
ünd
e
n
.
Ein den Schmerzen zugrundeliegender erheblicher unbewältigter seelischer oder psychosozialer Kon
flikt sei anamnestisch nicht herauszuarbeiten, weshalb eine ICD-10-konforme Diagnosestellung nicht möglich sei.
Entsprechend
liege
eine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht mit der gebotenen
Wahrscheinlichkeit vor, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine vollschichtige A
r
beitsfähigkeit
gegeben sei
. Im Übrigen sei auch aktenkundig über keine psy
chiatrische Erkrankung mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
berichtet worden
(
S. 47 f.).
3.6
Im Rahmen der Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten sowie jeg
li
cher vergleichbaren Tätigkeit oder in einer anderen, körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts mit 100 % (Pensum und Rendement 100 %) ein
zuschätzen sei. Aufgrund der morbiden
Adipositas, der Hypertonie, des
l
eicht
gradigen CTS rechts und des
Rotatorenmanschettensyndrom
s
der rechten Schul
ter bestehe keine Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten. Im Weiteren hielten die Experten fest, dass aktenkundig seit 2010 mehrfach Hinweise auf eine biologisch nicht plausible Präsentation von Beschwerden dokumentiert worden seien und sich auch bei der aktuellen Begutachtung entsprechende Diskrepanzen zwischen der reklamierten Schmerzintensität und dem objektiven klinischen Eindruck sowie zwischen der dargebotenen Bewegungseinschrän
kung/Kraft
min
derung des rechten Arms und dem objektiven Befund einer fehlenden Inaktivi
tätshypotrophie zeigten
(
S. 48 f.).
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten vom 12. April
2017 (Urk. 5/63/1-60) entspricht den praxis
gemässen An
forderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Be
l
ange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
und der verbleibenden Arbeitsfähig
keit. Es beruht sodann auf den notwendigen Untersuchungen in
internistischer,
neurologischer, orthopädisch-traumatologischer und psychiatrischer Fachrich
tu
ng. Die Gutachter berücksichtigten detailliert die geklagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander (
S. 25 f.
, S. 30 f., S. 36 ff.
, S. 42f., S. 47 f.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung äusserten und Bezug auf die medizinischen
Vorakten
nahmen (
S. 2-25
,
S. 37,
S. 49 ff.
). Schliess
lich leuchtet das Gutachten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerun
gen in der Expertise sind begründet.
In diesem Sinne stellte der internistische Gutachter nachvollziehbar fest, dass die
Beschwerdeführerin an Übergewicht, Diabetes und einer Hypertonie leidet, welc
he körperliche Tätigkeiten mit hohem Belastungsprofil ausschliessen, für mittel
schwere und leichte körperliche Verrichtungen hingegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht (Urk. 5/63/1-60 S. 30).
Der neurologische Experte beschrieb einleuchtend, dass ein leichtgradiges
und gut therapierbares
CTS rechts vorliegt,
welches
keine Minderung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit begründet (S. 38).
Dr.
C._
ging in orthopädischer
Hins
icht schlüssig von einer Läsion der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter aus, wobei die Be
schwerdeführerin in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten respektive der ange
stammten Tätigkeit als Reinigungs
fachfrau
zu 100 % arbeitsfähig ist (S. 43).
Unter psychiatrischen Gesichtspunkten legte Dr.
D._
in nachvollziehbarer Weise
dar, dass keine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkungen au
f die Arbeits
fähigkeit vorliegt
(S. 48).
Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Krite
rien an den Beweiswert eines ärztlichen Gut
achtens (BGE 125 V 351 E. 3a,
BGE 122 V 157 E. 1c), weshalb für die Entscheidfindung darauf abzustellen ist.
4.2
Betreffend den
Hinweis
der Beschwerdeführerin, wonach die von ihr geklagten Schwindelattacken seitens des neurologischen Gutachters ohne vertiefte Prüfung mit dem Hinweis auf die Anamnese und ein agitiert-ängstliches Verhalten abge
tan worden sei
en
(Urk. 1 S. 4 Ziff. 16),
ist
Folgendes
zu bemerken
:
I
m Rahmen der Begutachtung
hat
eine einlässliche neurologische
Exploration stattgefunden
, wobei insbesondere der Kopf, die HWS, die Hirnnerven, die Motorik und Koor
di
nation, die Sensibilität, die Muskeldehnungsreflexe, die Pyramidenbahnzeichen, das Vegetativum und die neuropsychologischen Funktionen untersucht worden sind
, und zudem
eine Elektroneurographie
vorgenommen
worden ist.
Bei
der Prü
fung
der Hirnnerven
wurde
n
im Zusammenhang mit dem geklagten Schwindel
ins
besondere
Lagerungsprobe
n
nach
Sémont
durchgeführt (
Ur
k
. 5/63/1-60
S. 33-36, S. 37). Inwiefern diese neurologische
Exploration – wie
in
der Be
schw
er
de
schrift
geltend gemacht – unvollständig
gewesen sein soll
respektive welche
zusätzlichen
neurologischen
U
ntersuchungen
hätten durchgeführt werden sollen, legte d
ie Beschwerdeführe
rin nicht dar. Im Übrigen liegt der Entscheid über die
vorzunehmenden
Untersuchungen
im Ermessen des
Gutachter
s
, was insbesondere auch
für die Durchführung einer
EFL gilt.
Ins Leere geht sodann der Einwand,
die Schlussfolgerungen des neurologischen Gutachters
seien unhaltbar
,
wonach
die Beschwerdeführerin trotz des CTS im rechten Arm in keiner Weise in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
sei
(Urk. 1
S. 4
f.
Ziff.
18
). Das diagnostizierte CTS ist leichtgradig und
zudem
mittels einer
Handgelenksschiene respektive
operativ
gut therapierbar (Urk. 5/63/1-6
0 S. 38)
. Im Weiteren beschränkt sich die Tätigkeit als Reinigungs
fachfrau
entgegen den Darstellungen in der Beschwerdeschrift nicht auf das Putzen von Oberflächen in Küche/Bad und Fenstern respektive die Beseitigung hartnäckiger Flecken, son
dern umfasst auch weitere Verrichtungen wie
beispielsweise das
Abstauben
oder Staubsaugen,
bei welchen
der Kraftaufwand des rechten Handgelenks gering aus
fällt
.
Was
das Vorbringen
im Zusammenhang mit den vom orthopädischen Gutachter
festgestellten Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter
betrifft
(Urk. 1 S. 5
Ziff. 19-20),
ist
Folgendes
festzuhalten
: Die Werte der passiven Ante-/Retro
flexion
(120-0-45°)
sowie Ab-/Adduktion
(120-0-45°)
lagen deutlich über jenen der aktiven Ante-
/
Retroflexion
(90-0-30°)
und Ab-/Adduktion
(80-0-30°)
, wobei Dr.
C._
auf eine Demonstration einer Kraftminderung aller Muskelgruppen der oberen Extremität rechts
beziehungsweise eine bewusstseinsnahe Beschwer
de
demonstration
hinwies
. Im Weiteren ergaben
de
r
an der rechten Schulter
durchgeführten
Supraspinatus-Test nach
J
obe
, der
Impingement
-Test nach Hawkens
, der Hyperadduktionstest und der Subscapularis-Te
st nach Gerber keine eindeutig
positiven Ergebnisse
(Urk. 5/63/1-60 S. 40
f., S. 42)
.
Vor diesem Hintergrund erweist sich das von Dr.
C._
festgestellte Belastungsprofil von leichten bis mittelschweren Arbeiten unter Ausschluss häufiger Überkopfarbeiten
in der angestammten Tätigkeit
(S. 43) als nachvollziehbar.
Bezüglich de
s
Einwand
s
betreffend die im März 2015 diagnostizierte
a
tlanto
dental
e
A
rthrose sowie die degenerativen Veränderungen
im Bereich der Nacken
muskulatur
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 21), ist auf den radiologischen Bericht vom 26. Janu
ar
2017 (Urk. 5/63/69) hinzuweisen.
E
ine
Atlantodentalarthrose
wurde in diesem Bericht
verneint und
es wurde
lediglich auf sehr diskrete Degenerationszeichen an der HWS hingewiesen, welche
im Vergleich zum damaligen Alter der Be
schwer
deführerin
geringer ausfielen als durchschnittlich.
Im Übrigen ist
zu be
rück
sichtigen
, dass der in der Beschwerdeschrift erwähnte MRI-Befund vom 26. März 2015 nicht aktenkundig ist, sondern einzig im Sprechstundenbericht
der Universitätsklinik
F._
vom 29. Mai 2015 (Urk. 5/45
/6-7
S. 1) auf den ent
sprechenden Befund verwiesen
wurde.
Nicht überzeugend ist sodann das Vorbringen der Beschwerdeführerin, bei der Reinigungstätigkeit handle es sich um eine schwere Arbeit
mit viel Überkopf
arbeit
, weil teilweise an unzugänglichen Stellen geschrubbt, Wassereimer Treppen hinauf- und hinuntergetragen und hohe Tablare und Fenster geputzt werden müssten (Urk. 1 S. 6 Ziff. 22). Die Beschwerdeführerin war mehrheitlich in Privat
haushalten
tätig (vgl. Urk. 5/8/15-16, 19-20, 22-25, 27-38), wo die Notwendig
keit des Hinauf- und Hinuntertragens von Wassereimern fraglich ist und bei der Reinigung von hohen Tablaren und Fenstern eine Klapptrittleiter oder ein ähn
liches Hilfsmittel benutzt werden kann. Im Übrigen kann von der vom neurolo
gischen Gutachter erwähnten berufsbedingt verstärkten Belastung der Handge
lenke bei Reinigungs
fachkräften
(Urk. 5/62/1-60 S. 38) nicht automatisch auf eine schwere körperliche Arbeit geschlossen werden.
Was schliesslich
den
Einwand
betrifft, die Beschwerdeführerin könne
entgegen der gutachterlichen Behauptung
im Haushalt nur sehr reduziert tätig sein (Urk. 1 S. 6 Ziff. 26), ist davon auszugehen, dass die auszuführenden Haushaltsarbeiten mit den Verrichtungen eine
r
Reinigungs
fachfrau
mehrheitlich
korrelieren und im Übrigen keine Einschränkungen psychischer Art bestehen (vgl. E. 3.5 hievor), welche die Beschwerdeführerin
bei der Planung, Organisation und Einteilung
der
Haus
h
altsv
errichtungen
beeinträchtigen
, und Betreuungspflichten obliegen der Beschwerdeführerin nicht mehr (vgl. Urk. 5/1 Ziff. 3.1). Eine Einschränkung im Haushalt ist damit nicht auszumachen
.
4.3
Zusammenfassend steht fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit
als Reinigungsfachfrau
zu 100 % arbeitsfähig ist.
In Anbetracht der beweiskräftigen medizinischen Grundlage
sind
von weiteren Untersuchungen, ins
besondere einer EFL, keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse z
u erwar
ten, weshalb davon abzus
ehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E
.
4b, BGE 122 V 157 E. 1
d, BGE 136 I 229 E
.
5.3).
Damit hat di
e
Be
schwerdegegnerin
einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der
Inva
lidenversicherung zu Recht
verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
%1.
Da
es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistun
gen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die
Gerichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
8
00.
-- festzulegen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuer
legen
.