Decision ID: e7dedba0-98ab-4aa5-ba87-8546228ce3fd
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953,
erl
ernte
den Beruf des
Sanitär-Installateur
s und
führte
ab 1981
den
von seinem Vater
gegründeten
San
itär- und
Heizungs
betrieb
, welchen er im Januar 2012 an seine Söhne übergab. Seither ist er im Familienb
e
trieb angestellt
(
Urk.
6/10/8 unten,
Urk.
6/
18
S. 2
Mitte, S. 3
Ziff.
3.2,
S. 4 unten
).
Unter Hinweis auf
ein Burnout
meldete sich der Versicherte am 2
2.
Juni 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbl
iche Situation ab und zog Akten des
Krankentaggeldversi
cherers
(
Urk.
6/9,
Urk.
6/17
)
bei.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/21-22
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
7.
Mai 2014 einen Anspruch
des Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
6/27 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
3.
Juni
2014
(Datum des Poststempels)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
7.
Mai 2014 (
Urk.
2) und beantragte, die Sache sei zur Vornahme einer ganzheitlichen Beurteilung an die IV-Stelle zurü
ckzuwei
sen und ihm
sei
eine halbe Rente zu
zusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
4.
August 2014 zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den
belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren
, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_73
0/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.
3
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichts
be
schwerde
verfahren
ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, indem Ver
waltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und voll
ständige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben.
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärun
gen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer
Beweis
würdigung
zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte
Beweiswürdi
gung
). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör ge
mäss
Art.
29
Abs.
2 BV (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung mit der Begründung,
dass keine gesund
heitlichen Beeinträchtigungen bestünden, welche
die
Arbeitsfähigkeit länger
fristig einschränkten
oder eingeschränkt hätten (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, nach
seinem
Klinik
auf
ent
halt
im September 2
012
d
en Einsti
eg
in den Arbeitsalltag immer wieder
versucht zu haben; das Arbeitspensum habe jedoch immer wieder nach unten korrigiert werden müssen.
Die Beschw
erdegegnerin habe die Abklärung
nicht auf den Arbeitsplatz ausgeweitet, sondern vom Bürot
isch aus entschieden. Auch seien die Personen, die ihn täglich erlebten, nie befragt worden. Sein Beruf lasse es nicht zu, dass er mit seinen
bleibenden
Einschränkungen voll arbeitsfähig sei. Sein Beruf fordere einiges mehr ab als ein Bürojob. Die Beschwerdegegnerin habe ihren Entscheid auf ungenügenden Grundlagen gefällt und die von ihm verlangten zusätzlichen Abklärungen
nicht vorgenom
men
. Zurzeit ver
schlech
tere sich seine Lage, weshalb die behandelnden Ärzte weitere Abklärungen in die Wege geleitet hätten
(
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich eine Rente, und in diesem Zusammen
hang insbesondere die Frage, ob die vorliegenden medizinischen Akten zur Beurteilung
des
Gesundheitszustands und
der
Arbeitsfähigkeit eine hinreichende
Entscheidgrundlage
bilden.
3.
3.1
Am
6.
Dezember 2011 berichteten d
ie Ärzte der
Klinik Y._
, Privatklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie,
Psychiatriezentrum
Z._
,
wo der Beschwerdeführer ab
8.
November 2011 ambulant behandelt wurde
(Urk.
6/10/6-7).
Die
Ärzte
des
Zentrums Z._
diagnostizierten
eine mittelgradige depres
sive Episode mit somatischem Syndrom im Sinne eines Burnouts (ICD-10 F32.11). Sie führten aus,
der Beschwerdeführer habe eine depressive Entwick
lung seit etwas sechs Monaten beschrieben, welche schleichend begonnen und mit der Zeit dazu geführt habe, dass er seinen Alltag kaum noch habe bewälti
gen können, weshalb er bei sei
nem Hausarzt Hilfe gesucht habe.
Er habe ange
geben, dass es ihm inzwischen wesentlich besser gehe, er jedoch eine Opti
mierung seiner T
herapie wünsche (S. 1 unten). Beim Beschwerdebild
ha
ndle sich am ehesten um eine reaktive Depression mit somatischem Syndrom bei Verlust der Rolle des Familienernährers und Abgabe
der Verantwortung an die eigenen Söhne. Der Beschwerdeführer scheine sich stark mit der Rolle des Familienober
haupts z
u identifizieren und sehe zurze
it langsam wieder eine Perspektive, das Leben mit anderen Schwerpunkten zu gestalten
(S. 2 unten).
3.2
Am 2
3.
Mai 2012 besuchte der Beschwerdeführer die
Burnout-Beratungssprech
stunde
der Privatklinik
A._
, Burnout-Beratungsstelle, wo gemäss Bericht vom gleichen Tag (
Urk.
6/10/8-11) eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) bei Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73.0) und belasten
der Arbeitssituation (Geschäftsübergabe an die Söhne im Januar 2012; ICD-10 Z56) diagnostiziert (S. 3 oben)
und
die
Therapieoptionen besprochen wurden (S.
3 unten).
3.3
Am 1
2.
Juli 2012 erlitt der Beschwerdeführer eine Schwindelattacke und stürzte. Dabei zog er sich gemäss Bericht der Chirurgen des Spitals
Z._
vom 21.
Juli 2012 (
Urk.
6/25/16-17) ein leichtes Schädelhirntrauma, Glasgow
Coma
Scale
(GCS) 15, sowie eine Schulterkontusion links zu.
3.4
Der Hausarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
I
nnere Medizin,
berichtete am 2
0.
und am
2
2.
August 2012 (
Urk.
6/10/1-5
)
und nannte
folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
mit
telschwere Depression (
ICD-10 F32.1)
Erschöpfungssyndrom (
ICD-10 Z73.0)
Arbeitsplatzsituation
(ICD-10 Z56)
Als Diagnose
n
ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
nannte er eine
Synkope unklarer Ursache mi
t Schädelhirntrauma am 1
2.
Juli
2012
sowie eine chronische rezidivierende Lumbago bei degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule (LWS
).
Er
attestierte dem
Beschwerdeführer eine volle Arbeits
unfähigkeit vom
6.
September bis
3.
Dezember 2011 und
ab
4.
Dezember 2011
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Ziff.
1.6)
.
3.
5
Vom 2
3.
Juli bis
8.
September 2012 weilte der Beschwerdeführer stationär in der
Klinik C._
wo gemäss
Entlassungsb
ericht vom
7.
März 2013
(
Urk.
6/15/11-14
)
folgen
de Diagnosen gestellt wurden (S. 1
Ziff.
1
)
:
mittelgradige depressive Episode (
I
CD-10
F32.1
)
bei multifaktorieller psy
chosoz
ialer
Belastung
durch berufliche Überbelastung
mit Entwick
lung eines Erschöpfungssyndroms (
ICD-
Z73.0)
sekundär: schädlicher Gebrauch von Alkohol (
ICD-10
F10.1)
Schwierigkeiten bei Übergangsphasen im Lebenszyklus im Rahmen der Übertragung des Familienunternehmens an die Söhne (ICD-10 Z60.0)
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z63.0)
Die Ärzte berichteten, der Beschwerdeführer habe sehr von dem stationären Auf
enthalt profitieren können. D
ie depressive
Symptomatik habe sich fast voll
stän
dig zurückgebildet
und der Schlaf sowie der körperliche Allgemeinzustand hätten sich deutlich gebessert
(S. 4 unten)
. Am
9.
September 2012 sei er in remittiertem Zustand nach Hause ausgetreten. Bis zu diesem Tag
hätten sie ihm eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert (S. 1
Ziff.
2)
.
3.6
Eine
am
2
4.
September 2012
durchgeführte
Schwindelabklärung
ergab gemäss Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Ohren- Nasen- und Hals
krankheiten
(ORL)
,
vom
2
5.
September
2012 (
Urk.
6/14/17
)
einen unklaren
lage
abhängig
en
, zum Teil
diffusen Schwindel und f
olgende Differentialdiagnosen:
posttraumatisch
er Schwindel
,
Erschö
p
fungsdepression,
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (
BPLS
).
3.
7
Am 1
7.
Oktober 2012 (
Urk.
6/25/7-8
) berichtete
Dr.
med.
E._
, Spezial
arzt für Kardiologie und Innere Medizin, über die Ergebnisse des am 2.
und
3.
Oktober 2012 durchgeführten
24
-Stunden
-
E
lektrokar
diogramm
s (EKG)
.
Er führte aus,
im 24-Stunden-EKG sei k
eine
bradykarde
Rhythmus
störung
zur Darstellung gekommen. Im EKG seien flache T-Wellen und ein q in III aufge
fallen, ansonsten sei das Ruhe-EKG unauffällig gewesen (S. 2 Mitte).
3.
8
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bei welcher der Beschwerdeführer ab
7.
Juni 2012 in Behandlung stand (
vgl.
Urk.
6/15/1
Ziff.
1.2)
,
berichtete
im Februar 201
3 (
Urk.
6/15/8-10)
und nannte als Diagnose
(
Ziff.
1)
eine depressive Restsymptomatik bei Status nach mittel
gradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.1). Sie
führte aus
, nach dem Austritt aus der
Klinik C._
habe der Beschwerdeführer wieder stundenweise im Betrieb seiner Söhne zu arbeiten begonnen, sei dabei jedoch noch sehr schnell erschöpft gewesen und die Konzentrationsfähigkeit habe nach zwei Stunden deutlich nachgelassen (
Ziff.
3).
Geplant sei ein
weiterer Aufbau der Arbeitsfä
higkeit, und zwar stufenweise, um den Beschwerdeführer nicht zu überfordern und
keinen Rückfall zu provozieren (
Ziff.
9).
3.9
In einem weiteren, nicht datierten Bericht (
Urk.
6/15/1-6) nannte
Dr.
F._
als
Diagnos
e
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
leichte depressive
Epi
sode seit
etwa
März 2013 (
ICD-10
F32.00) bei zuvor bestehender mittelgradiger Episode seit mind
estens
Mai 2012
mit schleichend depressiver
E
ntwicklung anamnestisch seit etwa
2007
(
Ziff.
1.1).
Sie gab an, den Beschwerdeführer zuletzt am 2
9.
Oktober 2013 gesehen zu haben (
Ziff.
1.2). Nach
einer Änderung in der Medikation sei eine sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80
%
bis im Sommer 2013 geplant gewesen. Diese sei aufgrund des Zustandsbilds jedoch nicht möglich gewesen. Der Beschwerdeführer habe vermehrt Pausen
gebraucht, sei wenig belastbar gewesen und habe gemäss Angaben seiner Ehe
frau
seine 50%ige Arbeitsfähigkeit
durch Einteilung
der Arbeit über den ganzen Tag
knapp erreichen k
önnen (
Ziff.
1.4 am Ende).
Für die
Tätigkeit als Sanitärinstallateur
attestierte
Dr.
F._
dem Beschwerde
führer
eine volle Arbeitsunfähigkeit ab Behandlungsbeginn bis im
Frühling 2013
, eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit von Frühling 2013 bis
Ende Mai 2013
und ab Juni 2013 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von
50
%
(Ziff.
1.6)
.
Aufgrund verminderter Konzentrationsfähigkeit, schneller Ermüd
barkeit, ver
minderter Belastbarkeit und fehlenden Antriebs müsse der Beschwerde
führer vermehrt Pausen einlegen und brauche er für eine bestimmte Arbeit länger. Er werde schnell ungeduldig, wenn etwas nicht gleich klappe, was d
ie Arbeit blo
ckiere (
Ziff.
1.7).
3.10
In seinem Bericht
vom
1
9.
beziehungsweise
2
0.
September 2013
(
Urk.
6/14/1-6) nannte
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.4
) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die von den Ärzten der
Klinik C._
genannten Diagnosen
(vgl. vorstehend E. 3.5)
sowie ein mild
cognitive
impairment
. Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine Synkope unklarer Genese mit Schädelhir
ntrauma und Schulterkontusi
on links mit
Acromiclavi
kulargelenk
luxation
Tossy
Grad III l
inks sowie ein subakute
s s
ubdurales Hämatom links und ein
sub
d
urales Hämatom rechts (
Ziff.
1.1
).
Dr.
B._
führte aus, ab September 2011 sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfä
hig gewesen. Im Verlauf habe die Arbeitsfähigkeit langsam gesteigert werden können. Seit dem 2
2.
Juli 2013 sei
er
zu 50
%
arbeitsfähig
(
Ziff.
1.7). Eine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit scheine ihm (
Dr.
B._
) und
Dr.
F._
nicht möglich
(
Urk.
6/14/6).
3.1
1
Med. prakt.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regiona
ler Ärztlicher Dienst
(RAD) der Beschwerdegegnerin, führte
in seiner Stellung
nahme vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
6/19/4-5
) aus,
ei
ne nur 50%ige Arbeitsfä
higkeit
sei weder mit Blick auf die von
Dr.
F._
genannte Diagnose
(vgl.
vorstehend E. 3.9
)
noch
mit Blick
auf
den
Bericht
der Ärzte
der
Klinik C._
(vorstehend E. 3.5)
nachvollziehbar.
Ab dem Zeitpunkt des Austritts aus der
Klinik C._
sei
aus versicherungspsychiatrischer Sicht
von einer Arbeits
fähig
keit von
100
%
auszugehen
(S. 5
unten)
.
Es lägen keine Diagnosen mit dauer
hafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Die von
Dr.
F._
diagnostizie
rte leichte depressive Episode
und der von den Ärzten der
Klinik C._
diagnostizierte schädliche Gebrauch von Alkohol sowie die
AC
Gelenk
luxation
hätten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 oben).
3.1
2
Am 1
3.
Februar 2014
berichtete
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Neuro
lo
gie sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
6/24/1-2
),
bei welcher der
Beschwerdeführer vom 1
9.
Juli 2012 bis 1
4.
Mai 2013 in Behand
lung gestanden hatte
(
Ziff.
1.2
; vgl. auch
Urk.
6/14/19-20, Urk.
6/14/25
26,
Urk.
6/24/3-4
)
. Sie nannte folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
depressive Symptomatik mit Erschöpfungssyndrom, Erstdiagnose im November 2011
Synkope unklarer Genese mit Commotio cerebri und Schulterkontusion links am 1
2.
Juli 2012
Magnetresonanztomographie (MRI) des Schädels vom 1
9.
Juli 2012
(vgl.
Urk.
6/25/15)
mit stationärer subduraler Kollektion links,
diffe
rentialdiagnostisch
altes subdurales Hämatom unklarer Läsion im
Gyrus
präzentralis
rechts im mittleren
occipitalen
Gyrus
und
Gyrus
angularis
rechts, differentialdiagnostisch posttraumatisch,
postent
zündlich
bedingte Läsion
MRI
Neurocranium
nativ und nach
Kontrastmittel (
KM
)
vo
m 5.
November 2012
(vgl.
Urk.
6/14/18)
neu aufgetretenes subakutes subdurales Hämatom rechts ohne Mittellinienverlagerung
Dr.
H._
führte
aus,
die von ihr veranlassten MRI-Untersuchungen hätten Auf
fälligkeiten mit subduralen Hämatomen und unklaren älteren Läsionen ergeben, die ätiologisch nicht sicher hätten zugeordnet werden können. Es hätten leichte kognitive Störungen im Rahmen der depressiven Symptomatik, differentialdi
agnostisch auch darüber hinaus bestehend, bestanden. Die klinisch-neurologi
sche Untersuchung habe bis auf die erwähnten kognitiven Einschränkungen einen unauffälligen Befund ergeben. Nachdem sich die subduralen Hämatome zurückgebildet und mittels Lumbalpunktion eine entzündliche Genese habe aus
geschlossen werden können, sei die Behandlung im Mai 2013 abgeschlossen worden. In der zuletzt durchgeführten
Demenz-Detektion
(
DemTect
)
habe der Beschwerdeführer 17 von 18 Punkten erreicht und es habe sich auch eine deut
liche Besserung der zuvor bestehenden kognitiven Störungen gezeigt, sodass diese mutmasslich einzig auf
die depressive Symptomatik zurückzuführen gewesen
seien
(
Ziff.
1.4)
.
Von neurologischer Seite habe keine Arbeitsunfähig
keit bestanden
(
Ziff.
1.6).
3.1
3
Am 2
5.
März 2014
(
Urk.
6/25/6)
berichtete
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.7
),
den Beschwerdeführer seit dem Jahr
2012
n
icht mehr gesehen
zu haben
. Damals
habe er
keine wirklich abnormen kardiovaskulären Befunde gefunden.
Aus kar
diologischer Sicht
habe k
eine Einschränkung
in der Arbeitsfähigkeit bestanden.
3.1
4
Nach Einsicht in die Berichte von
Dr.
H._
und
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.7 und E. 3.11-12) hielt RAD-Arzt med. prakt.
G._
in seiner Stellungnahme vom
6.
Mai 2013 (
Urk.
6/26/3 oben)
an seiner Stellungnahme vom
2.
Dezember 2013
(vorstehend E. 3.1
1
)
fest
.
4.
4.1
D
en medizinischen Akten
ist zu entnehmen
,
dass
sich beim
Beschwerdeführer
im Verlauf des Jahres 2011
im Zusammenhang mit Belastungen am
Arbeits
platz, insbesondere der
Übergabe des von ihm geführten
Familienb
etriebs an seine Söhne, eine
depressive Symptomatik
und ein
Burn-out-Syndrom
entwi
ckelten,
was
dazu führte, dass ihn der Hausarzt
Dr.
B._
ab
6.
September 2011 arbeitsunfähig schrieb
(vgl. vorstehend E. 3.1-2, E. 3.4-5).
Bezüglich der Depressivität gingen sowohl die Ärzte der Privatklinik
I._
(vorstehend E.
3.1)
als
auch die Ärzte
der Burnout-Beratungsstelle der Privatklinik
A._
(vorstehend E. 3.2)
und der
Klinik C._
(vorstehend E. 3.5)
von einer mit
telgradigen depressiven Episode
(ICD-10 F32.1)
aus
.
4.2
Vor
ab
ist darauf hinzuweisen, dass e
in Burnout
als solches nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblic
hen Gesundheitsbeeinträchtigung fällt
; es stellt grundsätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen).
Sodann gelten leichte
bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesgerichts
8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E.
3.6.1 mit Hinweisen). Bei mittelschweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht regelmässig deren invalidisierende Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014
E.
4.2 mit Hinweisen).
4.3
Dem Bericht der Ärzte der
Klinik C._
vom März 2013 (vorstehend E. 3.5) ist zu entnehmen, dass die depressive Symptomatik des Beschwerdeführers im Rahmen eines stationären Aufenthalts vom 2
3.
Juli bis
8.
September 2012 the
rapeutisch erfolgreich angegangen werden konnte. Die Ärzte berichteten, dass der Beschwerdeführer am
9.
September 2012 in remittiertem Zustand nach Hause entlassen werden konnte. Im Februar 2013 berichtete auch die behan
delnde Psychiaterin
Dr.
F._
nurmehr
von einer depressiven
Restsymptoma
tik
bei Status nach mittelgradiger depressiver Episode (vorstehend E.
3.8
)
und diagnostizierte in
der Folge eine nur noch leichte depressive Ep
isode
(vorste
hend E. 3.9)
.
4.4
E
ine leichte depressive Episode
ist
rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E.
4.2).
Insofern erweist sich die
von
RAD-Arzt med. prakt.
G._
angeführte Kritik
,
wonach
d
ie von Dr.
F._
und
Dr.
B._
att
estierte
50%ige
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
mit Blick auf
die diagnostizierte
leichte depressive
Episode
aus
versicherungspsy
chiatrischer
Sicht
nicht
nachvollziehbar sei (vorstehend E.
3.11)
, als berechtigt.
Abgesehen davon ist i
n diesem Zusammenhang auch
d
i
e
Erfahrungstatsache
zu berücksichtigen
, dass Hausärztinnen und Hausärzte
sowie überhaupt behan
delnde
Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten a
ussagen
(BGE 135 V 465 E.
4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
4.5
Für die
in den medizinischen Berichten
wiederholt beschriebene Müdigkeit, die verminderte Konzentrationsfähigkeit
und die
vom Beschwerdeführer
geklagten Schwindelbeschwerden
fehlen einschlägige Diagnosen mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit. Weder die kardiologische Abklärung durch
Dr.
E._
noch die neurologische Abklärung durch
Dr.
H._
und die Schwindelabklärung durch
Dr.
D._
ergaben relevante Befunde (vgl. vorstehend E. 3.6-7, E. 3.12-13). Von zentraler Bedeutung ist sodann, dass das Beschwerdebild des Beschwerde
führers durch
invaliditätsfremde
psychosoziale Faktoren
(vgl. vorstehend E. 1.2)
mitbestimmt wird, indem
es ihm
offensichtlich
Mühe bereitet,
seinen (neuen) Platz im Familienbetrieb zu finden, nachdem er diesen
nach j
ahrzehnte
langer
selbständiger Geschäftsführertätigkeit
an seine Söhne
übergeben hat
te
(vgl.
Urk.
6/10/7
Mitte,
Urk.
6/14/28
Ziff.
4.1).
Die Aufarbeitung der schwierigen Situation bei Geschäfts
über
gabe und die damit
zusammenh
ängend
e neue Rollendefinition
sind denn auch
zentraler Bestandteil der
Ther
a
pie bei
Dr.
F._
(vgl.
Urk.
6/15/9
Ziff.
8).
Die belastende Arbeitssituation im Sinne von Schwierigkeiten bei Übergangs
pha
sen im Lebenszyklus im Rahmen der Übertragung des
Familien
unter
nehmens
an die Söhne wurde in den ärztlichen Berichten zwar jeweils als Diagnose angeführt und
mit dem Diagnose-Code ICD-10 Z56 ver
schlüsselt (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.4-5, E. 3.10)
. Diesbezüglich gilt es jedoch zu bemerken, dass es sich
bei den Z-Kodierungen
gemäss
ICD10 um Faktoren handelt, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheits
wesens führen. Die Kategorien Z00-Z99 sind deshalb für Fälle vorgese
hen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „
Probleme" angegeben werden, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00
Y89 klass
ifizierbar sind.
D
aher
ist eine invalidisierende Wirkung der
von den
Ärzten der
Klinik C._
, der Burnout-Beratungsstelle der Privatklinik
A._
und vom Hausarzt
angeführte
n
Z
Diagnose
n
zu verneinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28.
Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.6
Es ist nachvollziehbar, dass
die
Übergabe des Betriebs an die Söhne
für den Beschwerdeführer
mit Unsicherheiten und Ängsten verbunden war und dass sich
bei
m im Zeitpunkt des Verfügungserlasses 61-jährigen Beschwerdeführer
nach jahrzehntelang ausgeübter selbständiger Geschäftsführertätigkeit eine gewisse Erschöpfung einstellte.
Auch wird nicht in Abrede gestellt
, dass die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit anspruchsvoll
er Natur
war und
ist,
wobei davon auszugehen ist, dass
ihm
gewisse Arbeiten auch rein aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr gleich leicht fallen
dürften
wie früher.
Das Vorliegen eines
invali
disierenden
psychischen
Gesundheitsschaden
s ist nach dem Gesagten
durch die medizinischen Akten jedoch nicht
ausgewiesen
. Nach
dem die Akten
ebenfalls
keine Hinweise auf ein die Ar
beitsfähigkeit
massge
bli
c
h
einschränkendes somatisches Leiden enthalten
-
Dr.
B._
führte
ins
besondere
auch
die AC-Gelenkluxation als Diagnose ohne Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit
an
(vorstehend E. 3.10)
-
hat
die Beschwerdegegnerin einen An
s
pruch
des Beschwerdeführers
auf Lei
stungen der Invalidenversicherung zu Recht
verneint
.
4.7
Die vorhandenen ärztlichen Berichte stellen eine taugliche und ausreichende Grundlage für die Beurteilung de
r
Frage
eines invaliditätsrelevanten
Gesund
heitsschadens
dar.
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit keine neuen
, grundlegende
n
Erkenntnisse betreffend den Gesundheitszustand des Beschwerdeführer
s
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses, welcher zeitliche Grenze der richterlichen
Überprüfungsbe
fugnis
bildet
(vgl. BGE 131 V 9 E. 1
)
,
zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung
,
vgl. vorst
e
hend E.
1.3
). Sollte
der Beschwerde
führer
aufgrund neuer
me
d
i
zinischer Berichte
eine Verschlechterung
seines
Gesundheitszustandes geltend machen wollen, h
at
dies im Rahmen einer Neu
anmeldung bei der Beschwerdegegnerin zu erfolgen.
Die angefochtene Verfügung erwe
ist sich daher als rechtens, weshalb die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da
es um die Bewilligung
oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das
Verfahren kostenpflichtig.
Die
Gerichtskosten sin
d
nach dem
Verfahrens
aufwan
d
un
d
unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- f
es
tzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
, vor
liegen
d
auf
Fr. 6
00
.--
anzu
setzen
un
d
ausgangsgemäss
dem B
es
chwerdeführer aufzuerlegen.