Decision ID: c206fbd0-1639-4ab8-bdf2-01347940807e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970
und
Mutter eines erwachsenen Kindes
, meldete sich am 24. August 2011 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an unter Hinweis auf eine Schizophrenie
bestehend
seit dem Jahr 1989
. Im Zeitpunkt der Anmeldung war die Versicherte als kaufmännische
Angestellte
im Unternehmen ihrer Mutter
tätig
(
Urk.
9/6
,
Urk.
9/23 S. 3
und
Urk.
9/15
).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
der Versicherten mit Verfügung vom 21. März 2012 eine halbe Rente der Invalidenversicherung
rückwirkend
ab 1. Februar 2012 zu (
Urk.
9/41 und Urk.
9/36)
, ausgehend vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 1999 und
einem
Invaliditätsgrad von 50
%
seit dem
1. Januar 2000
(
Urk.
9/2
4
,
Urk.
9/25 S. 3
und
Urk.
9/37
).
Im
Februar
2014
leitete
die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren
ein
.
Sie
holte Auskünfte bei
X._
(
Urk.
9/68)
sowie
Arztberichte (
Urk.
9/70 und
Urk.
9/72)
ein und s
tellte fest, dass keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliege, die Versicherte aber ihre Arbeitsstelle verloren habe und nun kein anrechenbares Einkommen mehr erziele (
Urk.
9/76 S. 3). Mit
Vorbescheid vom 29. September 2014
stellte die IV-Stelle der Versicherten
mit Wirkung ab 1. Februar 2014
eine
ganze
Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 81
%
in Aussicht (
Urk.
9/77).
Am 29. Oktober 2014 liess die Versicherte ihre Rechtsschutzversicherung Einwand
gegen die Rentenberechnung
erheben
(
Urk.
9/84). Am 16. Januar 2015
erhob der
jetzige Rechtsvertreter
namens der Versicherten Einwand
(
Urk.
9/92)
und rügte
wiederum
einzig
die
Rentenberech
nung
, namentlich den bereits bei der
Rentenzusprache
angenommenen Beginn des
Wartejahres
per 1.
Januar 1999
(
Urk.
9/92).
Mit Verfügung vom 10. März 2015 wurde
X._
wie angekündigt mit Wirkung ab 1. Februar 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen und an der Rentenberechnung festgehalten (
Urk.
9/
99 und
Urk.
9/100
).
Diese Verfügung ersetzte die IV-Stelle durch die
Verfügungen
vom
24.
März und 9. April 2015
(
Urk.
2/1 und
Urk.
2/1)
und
erkannte
wieder
um
auf
den An
spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 81
%
, wobei
neu
Verrechnungsforderungen der Arbeitslo
senkasse berücksichtigt wurden
(
Urk.
2). Bei der Rentenberechnung ging
die IV-Stelle
weiterhin davon aus, dass die Versicherte seit dem 1. Januar 1999 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei
(Beginn der Wartezeit)
.
2.
Gegen die Verfügungen vom
24. März
und
9. April 2015 (
Urk.
2/1 und
Urk.
2/2) liess die Beschwerdeführerin am 6. Mai 2015 Beschwerde erheben und beantra
gen, diese seien aufzuheben und
es seien ihr
die gesetzlichen Leistungen auszu
richten (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort,
Urk.
7). Mit Einga
be vom 23. September 2015 (
Urk.
13) hielt die Beschwerdeführerin an ihren bisherigen Anträgen fest.
Sie machte zudem geltend, dass
bei der
Renten
berechnung
die Erziehungsgutschriften für die Jahre 1994 bis 199
6 anzurech
nen
seien
, da
sie ihren zivilrechtlichen Wohnsitz ab Dezember 1993 wieder in der Schweiz gehabt habe
(S. 3)
.
Mit
Vernehmlassung
vom 13. November 2015 hielt die Beschwerdegegnerin unter Beilage einer
gleichentags ergangenen
Stellungnahme der
für die
Berechnung der Invalidenrente zuständigen
Aus
gleichskasse
(
Urk.
19) an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (Urk.
18).
Die Beschwerdeführerin verzichtete in der Folge auf weitere Ausführungen (
Urk.
23), wovon die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 10. Dezember 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
1.1.1
Nach Art. 4
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Dieser Zeitpunkt ist objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes festzustellen; zufäl
lige externe Faktoren sind unerheblich (AHI 2003 S. 209 E. 2a). Er beurteilt sich auch nicht nach dem Zeitpunkt, in dem eine Anmeldung eingereicht oder von dem an eine Leistung gefordert wird und stimmt nicht notwendigerweise mit dem Zeitpunkt überein, in welchem die versicherte Person erstmals Kenntnis davon bekommt, dass der Gesundheitsschaden Anspruch auf Versicherungs
leistungen geben kann (BGE 126 V 5 E. 2b mit Hinweisen; AHI 2002 S. 147
E. 3a). Aus Art. 4
Abs.
2 IVG ergibt sich, dass der Eintritt der Invalidität für die einzelnen Leistungen der Invalidenversicherung autonom zu bestimmen ist (sog. leistungsspezifische Invalidität). Dabei sind die rechtlichen Vorgaben zu be
rücksichtigen, die sich aus Art. 4
Abs.
1 IVG (in Verbindung mit Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) ergeben. Folglich begründet der Gesundheitsschaden für jede Leistungsart in
nerhalb der Eingliederungsmassnahmen je einen eigenen Versicherungsfall
(BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 126 V 241 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge
richts I 159/05 vom 16. März 2006 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.1.2
Im Falle einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 28
Abs.
1 IVG entsteht, das heisst frühestens wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen war und weiterhin zu mindestens 40
%
invalid ist (
lit
. b und c; BGE 127 V 294 E. 4b/
bb
, 119 V 98
E. 4a;
Rz
. 1030 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invali
denversicherung
, gültig ab 1. Januar 2015
, KSIH).
Die IV-Stelle legt den Zeitpunkt des Versicherungsfalls besonders
sorgfältig fest. Sie
misst dieser Abklärung grosses
Gewicht zu, da der Eintritt de
s Versicherungsfalls massgebend
ist für die Erfüllung der versich
erungsmässigen Voraussetzungen,
den Leis
tungsbeginn im Allgemeinen, die
Bestimmung der Rentenberechtigung und die Rentenberechnung (KSIH 1037
; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3
.
Aufl. 2014, Art. 4 N 139, wonach der Eintritt der Invali
dität für die [
rechnerische
]
Höhe der Invalidenrente von Belang sein kann)
.
1.
1.3
Eine relevante Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG meint eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermah
nung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_204/2012
vom 19. Juli 2012 E.
3.2 mit Hinweisen)
. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähig
keit genügt nicht (
Urteil des Bundesgerichts B 153/06 vom 9. August 2007
E. 4.2)
. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer ge
sunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gese
hen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsun
fähigkeit im Sinne des Gesetzes.
Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Einschätzung, die
ordentlicher
weise
echt
zeitlicher
Natur ist.
Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische
Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (
vgl. das bereits ge
nannte
Urteil
8C_204/2012
E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Als Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 16 ATSG gelten mutmassliche jährli
che Erwerbseinkommen, von denen Beiträge gemäss
Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
erhoben würden. Nicht dazu gehören indessen Lohnbestandteile, für die der Arbeitnehmer nach
gewiesenermassen wegen beschränkter Arbeitsfähigkeit keine Gegenleistung er
bringen kann (Soziallohn, Art. 25
Abs.
1
lit
. b
der Verordnung über die Invali
denversicherung, IVV)
.
Ebenfalls nicht zu berücksichtigen sind
Arbeitslo
senentschädigungen
(Art. 25
Abs.
1
lit
. c IVV).
1.
3
1.3.1
Nach Art. 36 Abs. 2 IVG sind für die Berechnung der ordentlichen Invalidenren
ten die Bestimmungen des
AHVG
sinngemäss anwendbar (vgl. dazu BGE 124 V 159). Der Bundesrat kann ergänzende Vorschriften erlassen. Damit ist insbesondere die sinngemässe Anwendung von Art. 29 ff. und Art. 34 ff. AHVG sowie – was in Art. 32 Abs. 1
IVV
ausdrücklich festgehalten wird – von Art. 50 bis 53
bis
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) vorgesehen.
Für die Rentenberechnung werden Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwi
schen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) be
rücksichtigt (Art. 29
bis
Abs. 1 AHVG). Der Bundesrat regelt die Anrechnung der Beitragsmonate im Jahr der Entstehung des Rentenanspruches, der
Beitragszei
ten
vor dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres sowie der
Zusatz
jahre
(Art. 29
bis
Abs. 2 AHVG).
1.3.2
Für eine neue Rente bleiben bei einer Änderung des Invaliditätsgrades die glei
chen Berechnungsgrundlagen (Rentenskala
und durchschnittliches Jahresein
kommen) massgebend wie für die bisherige Rente (vgl.
Rz
. 5627 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherung
en
über die Renten in der
Eidgenössi
schen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [RWL] in der ab
1.
Januar 2003 gültigen Fassung [Stand 1. Januar 2015], die laut Rechtsprechung des Bundesgerichts gesetzeskonform ist, so der Grundsatz
-
entscheid BGE 126 V 157 Regeste und E. 6 sowie
das
Urteil des Bundesgericht
s 8C_775/2015 vom 21. März 2016
E. 2.1.1
mit weiteren Hinweisen)
.
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin
rügte in ihrer Beschwerde vom 6. Mai 2015 (
Urk.
1)
– wie bereits in
ihrem Einwand vom 16. Januar 2015 (
Urk.
9/92)
– lediglich die
(rechnerische)
Rentenhöhe. Sie beanstandete, dass der Beginn des Wartejahres auf den 1.
Januar 1999 festgesetzt worden sei
,
und machte geltend, dass aus dieser Zeit keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
vorhanden seien
.
Es treffe zu, dass aufgrund der erwähnten Klinikaufen
t
halte kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten bestanden hätten. Sie habe jedoch stets gearbeitet und ab dem 1. Januar 1999 ein namhaftes Einkommen
erzielt
, das nun bei der Berechnung der Rentenhöhe nicht mehr berücksichtigt werde
(
Urk.
1
Ziff.
3 f.
S.
3 f.
). Die erstmalige
Klinik
einweisung
habe zudem nicht am
1. Januar 1999
,
sondern später
stattgefunden
und
sei
auch nicht geeignet, um den Beginn der massgebenden Arbeitsunfähig
keit festzulegen
(
Ziff.
6 S. 5).
Trotz rechtskräftiger Verfügung vom 21. März 2012 könnten und müssten im Revisionsverfahren sämtliche
anspruchsrelevan
ten
Voraussetzungen geprüft werden (
Ziff.
7 S. 6).
Mit Replik vom 23. September 2015 (
Urk.
13) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und Ausführungen fest und ergänzte diese mit dem Hinweis, dass sie bereits
im
Dezember 1993
definitiv von
Y._
weggezogen und
ihr zi
vilrechtlicher
Wohnsitz
wieder
in der Schweiz
gewesen sei
.
Als Beleg legte sie schriftliche Bestätigungen von Privatpersonen
auf
, die sie auch als Zeugen nannte (
Urk.
14/15-20).
Zudem habe sie sich schliesslich auch per 26. Juni 1995 wieder in
Z._
angemeldet
(vgl.
Urk.
14/21).
Entsprechend stellte sie den Antrag, es seien ihr für die Jahre 1994 bis 1996 Erziehungsgutschriften anzu
rechnen.
2.2
Die IV-Stelle führte
demgegenüber
in den Verfügungen vom 24. März und 9.
April 2015
aus (
Urk.
2/1-2 S. 4), formell rechtskräftige Verfügungen könnten in Wiedererwägung gezogen werden, wenn diese zweifellos unrichtig seien und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei. Dies sei hier nicht der Fall. Die Verwaltung habe den Beginn der Wartezeit bei der
Rentenzusprache
rückwir
kend auf den 1. Januar 1999 festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt habe die erste
Hospitalisation
stattgefunden.
Auch in den Jahren danach seien mehrere statio
näre Aufenthalte erfolgt, unter anderem in den Jahren 2000, 2001 und 2002 in der
A._
. Auch wenn die Versicherte noch ein regelmässiges Einkommen habe erzielen können, sei das
effektiv
geleistete Pensum nicht ersicht
lich. Zudem habe der damalige Arbeitgeber auf dem Arbeitgeberfragebogen angegeben, dass das Arbeitspensum variabel sei.
Die IV-Stelle gehe deshalb weiterhin davon aus, dass die Versicherte seit dem 1.
Januar 1999 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei
,
und halte an ihrem damaligen Entscheid fest. Diesen Ausführungen fügte sie in i
hrer auf Abweisung schliessenden
Beschwerde
antwort
nichts mehr hinzu (
Urk.
7).
Zu den Ausführungen in der Replik
betreffend den Zeitpunkt der Rückkehr
in die Schweiz
liess die Beschwerde
gegne
rin die
zuständige
Ausgleichskasse mit Eingabe vom 13. November 2015 Stellung nehmen (
Urk.
18 und
Urk.
19).
Diese
prüfte
in ihrer Stellungnahme
(
Urk.
19) die Voraussetzungen der
Wiedererwä
gung
, der prozessualen Revision sowie der rechnerischen Berichtigung und führte aus, es liege kein Rechtsgrund vor, der es erlauben würde, auf die
Ren
tenberechnung
und die Verfügung vom 21. März 2012 zurückzukommen.
2.
3
Streitig ist zwischen den Parteien einzig die
(rechnerische)
Rentenhöhe (
Urk.
1
Ziff.
4), wobei
seitens der Verwaltung
dieselben Berechnungsgrundlagen zum Zuge kamen wie bereits bei der erstmaligen
Zusprache
einer halben Rente mit
rechtskräftiger
Verfügung vom
2
1.
März 2012 (
Urk.
9/41 und
Urk.
9/36
). Unbe
stritten und ausgewiesen
(vgl. auch
Urk.
9/72
und
Urk.
9/75 f.
)
ist demgegen
über, dass der Beschwerdeführerin
nach Verlust der Arbeitsstelle
(Art. 17 ATSG)
mit Wirkung ab 1. Februar 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versicherung
ausgehend von
einem Invaliditätsgrad von 81
% zusteht
.
3.
3
.
1
Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts prüft
zwar
die Verwaltung – wenn ein Revisionsgrund gegeben ist
(Art. 17 ATSG)
– den Rentenanspruch in tat
sächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei keine Bindung a
n frühere Beurteilungen besteht
(BGE 117 V 198
E. 4b und
BGE
141 V 9 E. 2.3
sowie
Urteil des Bundesgerichts
9C_378/2014 vom 21. Okto
ber 2014 E. 4.2, je
weils
mit weiteren Hinweisen).
Der Invaliditätsgrad muss auf Basis einer aktu
ellen, korrekten und kompletten Sachverhaltsermittlung neu
bemessen werden
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2014 vom 29. September 2015 E. 3).
Betref
fend die
(rechnerische)
Rentenhöhe bleiben indes
die gleichen
Berechnungs
grundlagen
(Rentenskala
und durchschnittliches Jahreseinkommen) massgebend wie für die bisherige Rente
(
vgl.
hievor
E. 1.
3
.2
).
Die Rentenrevision
bietet
dem
nach
keinen
Anlass
,
die ursprünglichen Rentenberechnungsgrundlagen zu hin
terfragen.
Hiezu
müssten
entweder die Voraussetzungen für eine
Wiedererwä
gung
(Art. 53
Abs.
2 ATSG)
oder
für
eine prozessuale Revision
(Art. 53
Abs.
1
ATSG)
erfüllt s
ein
.
3.2
3.2.1
Nach Art. 53
Abs.
2 ATSG kann ein Versicherungsträger auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre
Be
richtigung
von erheblicher
Be
deutung
ist. Die Wiedererwägung wird
be
im Fehlen von Revisionsgründen (vgl. Art. 53
Abs.
1 ATSG) in das Ermessen des Versicherungsträgers gelegt; es
be
steht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch darauf (BGE 133 V 50 E. 4.1 mit Hinwei
sen).
3.2.2
Eine Ausnahme
besteht
bei
rechnerischen Berichtigungen von rechtskräftigen Verfügungen gemäss
Art. 77 AHVV
, worauf praxisgemäss ein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch besteht (vgl. etwa SVR
1996
IV Nr. 69 sowie BGE 124 V 324).
Wer eine ihm zustehende
AHV-Rente
nicht bezogen oder eine niedri
gere Rente erhalten hat, als er zu beziehen berechtigt war, kann den ihm zu
stehenden Betrag
– unter Vorbehalt der Verjährung gemäss Art. 46 AHVG –
von der Ausgleichskasse nachfordern
(zur Frage, ob diese Bestimmung im Be
reich der Invalidenversicherung nach Streichung eines
entsprechenden
Verwei
ses in Art. 85
aIVV
immer noch Anwendung findet
vgl. Meyer
/
Reichmuth
,
a.a.O.
N 97 zu Art. 30-31
; Urteil des Bundesgerichts
9C_409/2011
vom 21. No
vember 2011
E. 4.1.2 sowie
Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 2015, N
6
5 zu Art. 53
)
.
3.3
Wenn die Verwaltung auf ein Wiedererwägungsgesuch eintritt
(
vgl. hierzu etwa
Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3
. Aufl. 2015, N 75 zu Art. 53)
, die
Wiedererwä
gungsvoraussetzungen
prüft und
anschliessend
einen Sachentscheid trifft, mit welchem die materiellen
Be
gehren
der Gesuchstellerin
ab
gelehnt werden, weil die Wiedererwägungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind, ist dieser
Sachent
scheid
be
schwerdeweise
anfechtbar. Die Überprüfung muss sich in einem sol
chen Fall indessen auf die Frage
be
schränken, ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der
be
stätigten
Verfügung gegeben sind. Thema des
Be
schwerdeverfahrens
bi
ldet
also einzig, ob der Versicherungsträger zu Recht die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung nicht als zweifellos unrichtig und/oder deren Korrektur als von unerheblicher
Be
deutung
qualifizierte (BGE 119 V 475 E. 1b/cc, 117 V 8 E. 2a, 116 V 62).
Der Streitgegenstand beschränkt sich
zudem
auf diejenigen Punkte des Rechtsverhältnisses,
die beim Zurück
kommen entweder effektiv neu geregelt wurden oder
hinsichtlich welcher die Wiedererwägungsvoraussetzungen verneint wurden (Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2012 vom 2
2.
August 2013
E. 2.2
).
4.
4.1
Zu prüfen ist in einem ersten Schritt die Rüge, die IV-Stelle
habe
den Beginn
der relevanten Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise
des War
tejahres bei der
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 21. März 2012
zu Unrecht auf
den 1. Ja
nuar 1999 festgesetzt
, was zu korrigieren sei
.
Vorwegzuschicken ist
dabei
, dass keine Gründe für eine
prozessuale
Revision
(
Art. 53
Abs.
1 ATSG
)
geltend gemacht werden oder ersichtlich sind.
Bei de
r
von der Beschwerdeführerin geforderten Berichtigung handelt es sich auch nicht um eine rein rechnerische Korrektur im Sinne von Art. 77 AHVV (vgl.
hievor
E. 3.
2.2
).
In
Frag
e
steht
, ob d
ie
Wiedererwägung
zum Tragen kommt
.
4
.
2
Auf Einwand der Beschwerdeführerin vom 16. Januar 2015 (
Urk.
9/92) prüfte die Beschwerdegegnerin, ob der damalige Entscheid, wonach
die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bereits seit dem Jahr 1999 bestehe
, zweifellos unrichtig
gewesen
war
. Sie v
erneinte dies mit der Feststellung,
dass
das
Wiedererwä
gungsgesuch
abzuweisen
sei
(
Urk.
9/97 S. 2).
In
den
angefochtenen Verfügun
g
en
vom 24. März
und 9. April
201
5
(
Urk.
2/1 und 2/2)
begründete die IV-Stelle diesen Entscheid
(vgl.
hievor
E. 2.2).
Die Beschwerdegegnerin
nahm
mithin
mit Bezug auf die Frage,
seit wann die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
,
ein
Wiederwä
gungsverfahren
auf
. Im Ergebnis befand sie, dass die
der Verfügung vom
21
. März 2012 (
Urk.
9/36 und
Urk.
9/42) zugrunde liegende Annahme, wonach die Beschwerdeführerin seit dem 1. Januar 1999 in ihrer Arbei
tsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei, nicht z
weifellos unrichtig
im wiedererwägungs
-
rechtlichen Sinn
war
. Die Frage, ob die Verwaltung
dies
zu Recht verneinte, ist deshalb
Thema des
Beschwerdeverfahren
s (vgl.
hievor
E. 3.3)
.
4
.
3
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit
liegt vor
, wenn kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügung be
steht, also einzig dieser Schluss denkbar ist. Dies ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (vgl. BGE 138 V 324 E. 3.3).
Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2015 vom 3. November 2015 E. 2.1), wovon die Praxis etwa bei einer Invaliditätsbemessung, die auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschät
zung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhte und in diesem Sinne nicht rechtskonform zustande kam, ausgeht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_317/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 3).
Zudem muss
erstellt sein, dass die korrekte
Vorgehensweise
zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. Meyer
/
Reichmuth
,
a.a.O.,
N 86 zu Art. 30-31 mit Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
5
.
5
.1
Bei der erstmaligen
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 21. März 2012 stellte die Beschwerdegegnerin auf den Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. September 2011 ab (
Urk.
9/14).
Diese
nannte die Diagnose
einer
chronisch paranoide
n
Schizophrenie mit
Exacerbationen
(ICD-10 F20.X1) und gab an, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2002 in
unregelmässigen
Abständen bei ihr in Behandlung sei. Im Jahr 1999 habe eine erste
Hospitalisation
in der
C._
stattgefunden. Seither sei es zu über zehn
Hospitalisationen
in verschiedenen psychiatrischen Kliniken gekommen, meist durc
h Einweisung per
f
ürsorgerische
m
Freiheitsentzug (FFE). Aufgrund der mangelnden
Krank
heitseinsicht
und der daraus resultierenden unzureichenden Compliance habe die Beschwerdeführerin weder
regelmässig
neuroleptische
Medikamente einge
nommen, noch habe ein konstantes Therapiekonzept eingeleitet werden können. Die Beschwerdeführerin habe immer wiede
r versucht, eine Arbeit als Sek
retärin zu finden. Alle Arbeitsversuche seien
aber
in kürzester Zeit gescheitert.
Sie sei unterstützt worden und werde unterstützt von ihrer weit über 70jährigen Mut
ter, die Inhaberin einer Beleuchtungsfirma sei. Die Beschwerdeführerin leide unter einer
chronifizierten
psychotischen Erkrankung, die aktuell unter
neuro
leptischer
Therapie relativ stabil sei. Aufgrund des langjährigen Verlaufs mit re
aktivierenden
Exacerbationen
sei die Prognose ungünstig. Die Konsultationen
fänden
aufgrund mangelnder Krankheitseinsicht nur
unregelmässig
statt
. In
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Sekretärin sei die Beschwerdeführerin seit sicher
“
acht Jahren
“
zu
mindestens 50
% arbeitsunfähig. Die Beschwerdeführerin leide unter wahnhafter Realitätsverk
ennung bei intensiverem sozialem
Kontakt (ent
sprechend einer Arbeitsalltagssituation). Sie könne zurzeit in einem 20%-Pen
sum bei ihrer Mutter im Geschäft mitarbeiten und habe sich noch beim RAV zur Arbeitsvermittlung in einem Umfang von 30
% angemeldet. Die Leistungsfähig
keit sei inkonstant. Aus medizinischer Sicht sei
eine Tätigkeit von 30 % mög
lich;
dies
in einem behüteten Rahmen,
in welchem
die krankheitsbedi
ngten Ausfälle verkrafte
t
werden könnten
. Die Beschwerdeführerin möchte aber in ei
nem
50%-
Pensum arbeiten.
5
.2
Die erwerblichen Sachverhaltsabklärungen ergaben damals folgendes Bild:
5
.2.1
Laut dem
Arbeitgeberfragebogen der
D._
AG
vom 26. Oktober 2011 (
Urk.
9/15)
beschäftigte diese
die Beschwerdeführerin seit dem 6. Juni 201
1 als kaufmännische Angestellte
.
Die Arbeitgeberin gab an, dass die Arbeitszeit
8.5 Stunden pro Tag
betrage
und variabel
sei
. Der Monatslohn
belaufe sich auf
Fr.
1‘300.--
und werde
13
mal
ausgerichtet
. Ohne Gesundheitsschaden würde
das Einkommen der
Beschwerdeführerin F
r. 84‘500.-- im Jahr betragen
.
5
.2.2
Im Gespräch vom 1
9
. Dezember 2011 mit der Eingliederungsberatung der IV-Stelle (
Urk.
9/23) berichtete die Beschwerdeführerin, dass
ihr
ihre Ärztin zwar eine maximal 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Sie wolle aber unbedingt mehr arbeiten und könne dies auch, wenn sie ihre Arbeitseinsätze selber planen könne. Sie sei se
it dem 1. Juni 2011 in einem 20
%-Pensum und ab 1.
November 2011 in einem 50
%-Pensum bei ihrer Mutter in deren Unternehmung, der
D._
AG, als kaufmännische Angestellte beschäftigt. Es sei ihr nicht möglich, immer pünktlich zu erscheinen und sie müsse ihre Einsatzzeiten von Tag zu Tag definieren. Die Arbeit im Unternehmen ihrer Mutter erlaube ihr eine flexible Einteilung.
5
.2.3
Laut
dem Auszug
aus dem individuellen Konto
(IK)
der Beschwerdeführerin vom 2. September 2011 (
Urk.
9/10) arbeitete
die Versicherte während ihres gesamten Erwerbslebens im Wesentlichen für die
D._
AG
oder direkt für
ihre Mutter
.
Mitunter
war sie während
jeweils weniger Monate für andere Unternehmen tätig oder
bezog Arbeitslosenentschädigung.
Sie erzielte dabei
Löhne in unter
schiedlicher Höhe.
5
.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt Allgemeinmedizin,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
würdigte die Aktenlage in seiner Stellungnahme vom 5.
Januar 2012 wie folgt (
Urk.
9/25 S. 3): Die 42-jährig
e
,
in
Teilzeit tätige
kaufmännische Angestellte leide
gemäss
dem Bericht der langjährigen Psychia
terin
Dr.
B._
nachvollziehbar an einer chr
onisch paranoiden Schizophrenie
mit schwankendem Verlauf und
regelmässigen
Klinikaufen
t
halten seit dem Jahr 1999. Die Prognose bleibe schlecht. Damit sei in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit ausgewiesen; r
ückblickend wohl schon seit der ersten Hospitalisierung im Jahr 1999. In der gegenwärtig realisierten optimal angepassten Tätigkeit, ruhig, geordnet und in wohlwollender Atmosphäre und ohne viel Kundenkontakt, sei lediglich eine 30%ige (bis maxi
mal 50%ige) Re
starbeit
sfähigkeit ausgewiesen.
6
.
6
.
1
Nach Lage der
(
medizinischen und erwerblichen
)
Akten
war
die der Rentenberechnung in der Verfügung vom 21. März 2012 zugrundeliegende An
nahme, wonach
die Arbeitsunfähigkeit
bereits
seit Januar 1999 bestehe und
der Versicherungsfall
Anfang 2000 eingetreten sei,
zweifellos
unrichtig
im
wieder
erwägungsrechtlichen
Sinn (vgl.
hievor
E. 4.4)
.
Die
Psychiaterin, welche die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2002 behandelt,
attestierte in ihrem Bericht vom 8. September 2011 seit
(
mindestens
)
acht Jah
ren ein
e
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
.
Es bestand kein
rechtsgenüg
licher
Anlass
,
von dieser Angabe abzuweichen und den Beginn der
relevanten
Arbeitsunfähigkeit bereits auf den Zeitpunkt des ersten Klinikeintritts
im Jahr 1999
zurück zu
datieren.
Denn der
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (vgl.
hievor
E.
1.
1.3
i.f
.
).
Weitere Arztberichte la
gen im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
nicht vor.
Auch aus der An
gabe der Beschwerdeführerin in der IV-Anmeldung, wonach sie bereits seit dem
Jahr 1989 an Schizophrenie
leide, kann nichts zugunsten
eines
Eintritts der
re
levanten
Arbeits
un
fähigkeit im Jahr 1999 abgeleitet werden
.
6.2
In die gleiche Richtung deutet die erwerbliche Entwicklung.
Es
gelang
d
er Be
schwerdeführerin
noch
b
is
zum
Jahr 2005
, in der bisherigen Tätigkeit
ein
Ein
kommen zu erzielen,
das
einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad
von 40
%
ausschloss
(
dies selbst verglichen mit dem laut Arbeitgeberfragebogen erst im Jahr 2011 im Gesundheitsfall hypothetisch erzielten Einkommen von
Fr.
84‘500.--;
vgl. die im IK-Auszug vom
2.
September 2011
dokumentierten
Erwerbseinkommen
von Fr.
59‘646.-- beziehungsweise
Fr.
59‘
476.-- in den Jahren 2003
bis 2005
, Urk. 9/10
)
.
War d
ie Beschwerdeführerin
entsprechend den im IK-Auszug ausgewiesenen Löhne
n
in den Jahren 2003 bis 2005
trotz
gesundheitlichen
Einschränkungen
in der Lage,
im Unternehmen ihrer Mutter
ein
rentenauschliessendes
Erwerbsein
kommen
zu erzielen
,
konnte der
Versicherungsfall noch nicht eintreten
, es sei denn
,
der im IK-Auszug ausgewiesene Lohn enthielte eine massgebliche
Sozial
lohnkompo
nente
(vgl.
hievor
E. 1.
2
)
.
Dabei
gilt der Grundsatz, dass an den
Nachweis von
Soziallohn praxisgemäs
s hohe Anforderungen zu stellen
sind
(BGE 141 V 351 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 117 V 8 E. 2c)
.
Gegen das Vorlie
gen von Soziallohn spricht
namentlich
die Angabe der Arbeitgeberin, wonach
zumindest
die Arbeitsleistung im Jahr
2011
dem
Lohn
entsprochen habe
(Urk.
9/15
Ziff.
2.10)
.
Die Verwaltung traf
hierauf
keine
weiteren
Abklärungen zur Frage n
ach einer
allfälligen
Soziallohnkomponente
und zog das Vorliegen von Soziallohn auch nie aktenkundig in Betracht
.
Nach
den
vorhandene
n
Unterlagen
kann der im Unternehmen der Mutter er
zielte Lohn
trotz
der
engen
verwandtschaftliche
n Beziehung
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_622/2012 vom 1
8.
März 2013 E. 2.4 mit Hinweisen)
und trotz erstellte
r,
seit Jahren bestehende
r
gesundheitliche
r
Probleme
nicht ohne Mutmassung
en
als Soziallohn qualifiziert werden
. Es kann nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
die Beschwerde
führerin nicht in der Lage war
,
im Unternehmen der Mutter (vgl. auch E. 5.2.2)
ein Äquivalent für ihren Lohn zu erbringen
(
was dem Regelfall entspricht
,
vgl.
BGE 141 V 351 E. 4.2)
.
Eine andere Würdigung
würde sich auf blosse Vermu
tungen stützen.
Es
rechtfertigt sich nicht
,
einzig aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen
und der v
erwandtschaftlichen Beziehungen
den
einen renten
auschliessenden Umfang
übersteigenden
Anteil am
in den Jahren 2003 bis 2005 effektiv erzielten
E
inkommen
als Soziallohnkomponente zu behandeln
.
6.
3
Bei dieser Sachlage
wäre
bezüglich des Eintritts des Versicherungsfalls
die
zwei
fellos
e Unrichtigkeit
zu
bejahen
gewesen
.
Der Versicherungsfall trat erst
nach
erheblichen Veränderungen
(im funktionellen Leistungsvermögen mit Einfluss auf die erwerbliche Situation), die sich zu
Beginn des Jahres
2006
einstellten,
ein
.
Die Beschwerdeführerin
übte
damals ihre
Tätigkeit im Unternehmen der Mutter offenbar nicht mehr aus und war
dementsprechend
nicht mehr in der Lag
e
, ein rentenausschliessendes Einkomme
n zu erzielen (vgl.
Urk.
9/10).
Ebenfalls erfüllt ist d
ie zweite Voraussetzung für d
ie Wiedererwägung einer for
mell rechtskräftigen Verfügung
,
also jene
, wonach die
Berichtigung von erheb
licher Bedeutung
sein muss
,
was
b
ei periodischen Leistungen regelmässig
der Fall ist
(BGE 140 V 85 E. 4.4; 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen)
.
Die Rentenberechnung ist entsprechend
- unter Berücksichtigung des neuen Zeitpunkts des Eintritts des Versicherungsfalls (2007) -
zu korrigieren
(vgl.
hie
vor
E. 1.
3.1
)
.
Anzumerken bleibt, dass der
Eintritt des Versicherungsfalls einen IV-spezifi
schen Aspekt
betrifft
, weshalb sich die Wirkung einer Wiedererwägung in zeitli
cher Hinsicht nach Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. c IVV richtet und die fehlerhafte
Ren
tenberechnung
ex
nunc
beziehungsweise
für die
Rentenzusprache
ab 1.
Februar 2014 zu berichtigen
und berücksichtigen
ist
(zur Wirkung ex
tunc
bei AHV-spe
zifischen Gesichtspunkten vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_778/2015 vom 29. Februar 2016 E. 4.2 mit Hinweisen).
In diesem
Sinne
ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache an
die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie eine neue
berichtigte
Rentenberechnung vornehme.
7
.
7
.1
In der Replik stellte sich die Beschwerdeführerin zudem auf den Standpunkt, bei der Berechnung der Invalidenrente sei zu Unrecht darauf abgestellt worden, dass sie vo
n
Juni 1993 bis Dezember 1996 im Ausland gelebt habe; tatsächlich sei sie bereits
im Dezember 1993 wieder
in die Schweiz zurückgekehrt
(
Urk.
13)
.
Als Beleg legte sie schriftliche Bestätigungen von Privatpersonen, die sie auch als Zeugen
nannte
, auf (
Urk.
14/15-20).
Die Beschwerdeführer
in
gab
ferner an, sie habe sich
schliesslich
(verspätet)
per 2
6.
Juni 1995 wieder in
Z._
an
gemeldet, was die Wohnsitzbestätigung d
er
Gemeinde
ausweise
(vgl.
Urk.
14/21).
7
.2
Für die Korrektur der bereits mit Verfügung vom 2
1.
März 2012 festgelegten Rentenberechnung gilt
auch in Bezug auf die Frage, ob
infolge einer früheren erneuten Wohnsitzbegründung in der Schweiz
weitere Erziehungsgutschriften anzurechnen sind,
das bereits Gesagte (
vgl.
hievor
E.
1.
5
und E. 3.1-3.3
). Nach Art.
53
Abs.
2 ATSG kann ein Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung wird beim Fehlen von Revisionsgründen (vgl. Art. 53
Abs.
1 ATSG) in das Ermessen des Versicherungsträgers gelegt; es besteht kein gericht
lich durchsetzbarer Anspruch darauf (BGE 133 V 50 E. 4.1 mit Hinweisen).
Da
die
Frage, ob die
der Verfügung vom 2
1.
März 2012 zugrundeliegende
Renten
berechnung
mit Bezug auf
die erneute
Wohnsitznah
me
in der Schweiz und die Anrechnung der Erziehungsgutschriften
zweifellos
unrichtig war
,
in den ange
fochtenen Verfügungen
vom
9.
März und 2
4.
April 2015 (
Urk.
2/1 und
Urk.
2/2)
gar
nicht geprüft wurde, fällt
eine
Wiedererwägung
von vornherein
ausser Be
tracht
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2012 vom 22
.
August 2013
E. 2.2).
7
.3
Die Frage nach der (erneuten) Wohnsitzbegründung in der Schweiz beschlägt
auch nicht
eine
rechnerische Berichtigung
im Sinne von
Art.
77 AHVV (vgl. etwa SVR
1996
IV Nr. 69 sowie BGE 124 V 324)
, sondern die materiellen Grundlagen für
die
Anrechnung von Erziehungsgutschriften
. Ein Anspruch auf Berichtigung
gemäss
Art.
77 AHVV
besteht somit nicht
.
7
.4
Ein
prozessualer
Revisionsgrund ist
ebenfalls
nicht ersichtlich
und wird auch nicht geltend gemacht
; es liegen keine neuen Beweismittel vor, die nicht bereits im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
hätten beigebracht werde
n
können (
Art.
53
Abs.
1 ATSG).
Daraus folgt, dass
dem
replicando
gestellte
n
Begehren um Anrechnung
von
Erziehungsgutschriften in den Jahren 1994 bis 1996
von vornherein nicht
ent
sprochen
werden kann
, weshalb sich auch die Abnahme der am 2
3.
September 2015 angebotenen Beweismittel erübrigt.
8
.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der
in der Hauptsache unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Zudem hat die Beschwerdeführerin gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine
Prozess
entschädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
und dem
bloss teilweisen
Obsiegen
auf Fr. 1'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.