Decision ID: 2e7b8285-08e0-41f8-b68f-7bb209f144d9
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend „BA“) führt ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen B._ (nachfolgend „B._“) und  wegen Verdachts der Geldwäscherei. Näheres zum Gegenstand des Ermittlungsverfahrens ist durch die BA nicht bekannt gegeben worden.
B. Am 23. April 2004 erliess die BA an die Bank A._, (nachfolgend
„A._“) eine Editionsaufforderung. Es wurde Auskunft verlangt , ob B._ sowie mehrere Gesellschaften (einzeln aufgeführt) in den letzten fünf Jahren Geschäftsbeziehungen zur A._ unterhalten hatten. Auf eine Sperre von Vermögenswerten wurde vorläufig verzichtet. Mit der gleichen Verfügung wurde ein Mitteilungsverbot an die A._ erlassen, womit dieser bzw. deren zuständigen Organen und  unter Hinweis auf Art. 292 StGB untersagt wurde, der beschuldigten Person und/oder von ihnen bevollmächtigten Personen sowie den  genannten Gesellschaften (inkl. Organe, Vertreter und Mitarbeitende) von diesem Rundschreiben und der Editionsaufforderung Mitteilung zu . Im Widerhandlungsfall werde von Amtes wegen auch zu prüfen sein, ob zugleich der Tatbestand der Begünstigung gemäss Art. 305 StGB erfüllt sei (BK act. 1.3).
Die A._ lieferte am 30. April 2004 die verlangten Auskünfte und Un-
terlagen. Gleichzeitig ersuchte sie um zusätzliche Auskunft zu den , derentwegen gegen B._ ermittelt werde, und wies auf ihre eigenen Interessen hin (BK act. 1.4). Weitere Auskünfte wurden von der A._ am 10. Mai 2004 nachgeliefert (BK act. 1.5).
C. Mit Eingabe vom 23. August 2004 wandte sich die A._ durch ihre
Rechtsvertreter an die BA und ersuchte um Aufhebung des , wies auf die ihres Erachtens fragwürdige gesetzliche Grundlage hin und bestritt die Verhältnismässigkeit (BK act. 1.6). Die BA wies das Gesuch am 30. August 2004 ab und verfügte in Ziff. 2 der Verfügung was folgt:
„Der A._, deren zuständigen Organen und Mitarbeitenden wird unter Hinweis auf Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung) untersagt, der beschuldigten Person und/oder von ihnen bevollmächtigten Personen sowie denen in der Verfügung vom 23. April 2004 namentlich genannten Gesellschaften (inkl. Organe, Vertreter und Mitarbeitende) von dem Rundschreiben und der Editionsaufforderung vom 23. April 2004 Mit-
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teilung zu machen. Im Widerhandlungsfall wird von Amtes wegen zu prüfen sein, ob zugleich der Tatbestand der Begünstigung gemäss Art. 305 StGB erfüllt ist. Art. 292 StGB lautet: Wer der von einer zuständigen Behörde  einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafandrohung  Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Haft oder Busse bestraft“ (BK act. 1.3).
D. Gegen die oben wiedergegebene Ziff. 2 der Verfügung vom 30. August
2004 liess die A._ am 6. September 2004 Beschwerde an die  des Bundesstrafgerichts einreichen mit dem Antrag auf Aufhebung bzw. Nichtigerklärung des angefochtenen Entscheids,  der amtlichen Kosten an den Bund und angemessener Beteiligung an den Vertretungskosten der Bank (BK act. 1).
Die BA trug mit Eingabe vom 24. September 2004 auf kostenfällige Abwei-
sung der Beschwerde an, und beantragte, der A._ sei nur im von der BA definierten Umfange (eingereichte Beilagen) Akteneinsicht zu gewähren (BK act. 5). In der Folge liessen sich beide Seiten mit begründeten  vom 5. Oktober 2004 (BK act. 7) bzw. 15. Oktober 2004 (BK act. 9) nochmals vernehmen, die Duplik samt Beilage wurde der A._ am 28. Oktober 2004 zur Kenntnis gebracht (BK act. 11).
Auf die Ausführungen in den Eingaben wird nachfolgend im Rahmen der
rechtlichen Erwägungen näher eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Wie zuvor die Anklagekammer des Bundesgerichts prüft die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts die Zulässigkeit der bei ihr eingereichten Rechtsmittel von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 122 IV 188, 190 E. 1; 121 II 72, 74 E. 1a).
1.2 Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum
Entscheid über die vorliegende Beschwerde ergibt sich aus Art. 28 Abs. 1 lit. a Strafgerichtsgesetz (SGG, SR 173.71). Die Beschwerdeführerin ist zwar im Strafverfahren selbst nicht Partei, indessen ist sie i. S. von Art. 214 Abs. 2 BStP (anwendbar durch Verweis gemäss Art. 105bis Abs. 2 BStP)
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insofern beschwerdelegitimiert, als sie geltend macht, durch eine  der Beschwerdegegnerin einen ungerechtfertigen Nachteil zu . Sie ist durch die erneute Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 30. August 2004, mit welcher im Übrigen die Strafandrohung des Art. 292 StGB überhaupt erst rechtswirksam angeordnet wurde (formgültige  der Strafe, vgl. BSK StGB II - RIEDO, Art. 292 N. 59 – 61) insofern konkret direkt beschwert, als ihr ein bestimmtes Verhalten unter  verboten wird. Die Beschwerde ist innert Frist erfolgt. Es ist auf sie einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beantragt in der Replik (Ziff. II / 8) die Verwendung
der französischen Sprache im Beschwerdeverfahren mit der Begründung, die Zwangsmassnahme entfalte Wirkung in Genf, wo sich auch ihre Filiale befinde, wobei auch die von der Massnahme persönlich betroffenen  Personen seien der französischen Sprache kundig. Die  des Bundesstrafgerichts hat sich in jüngster Zeit in mehreren Entscheiden mit der Frage der im Bundesstrafverfahren und im  zu wählenden Sprache auseinandersetzen müssen (z.B. BK_B 028/04 vom 6. Juli 2004; BK_B 153/04 vom 16. November 2004; BK_B 017/04 vom 27. Mai 2004, Letzterer bestätigt durch das  in 1S.2/2004 vom 6. August 2004).
Es gilt zu unterscheiden zwischen der Frage, welche Sprache Bundesan-
waltschaft bzw. Eidgenössischer Untersuchungsrichter für das  und die Untersuchung zu wählen haben, was die  als nicht am Verfahren Beteiligte ohnehin nicht betrifft, und in  Sprache das Beschwerdeverfahren bzw. der Beschwerdeentscheid erfolgt. Ob die Beschwerdegegnerin die deutsche Sprache zu Recht  hat, braucht deshalb nicht entschieden zu werden.
Zu entscheiden ist hier nur, in welcher Sprache das Beschwerdeverfahren
zu führen ist. Nach Art. 37 Abs. 3 des Organisationsgesetzes (OG, SR 173.110), den die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mangels expliziter Bestimmungen in der BStP als sachgerechte Regelung analog anwendet, wird das Urteil in der Regel in der Amtssprache des  Entscheids verfasst. Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass, von dieser Regel abzuweichen. Der angefochtene Entscheid wurde in der  Sprache verfasst, weshalb auch der Beschwerdeentscheid in Deutsch ergeht. Von einem Rechtsanwalt, der in der Schweiz tätig ist, wird im Übrigen erwartet, dass er über ausreichende, mindestens passive Kenntnisse aller Amtssprachen verfügt (Entscheid Bundesgericht 1A
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235/2003 E. 1 vom 8. Januar 2004). Ein in der Schweiz tätiger  muss deshalb auch in der Lage sein, seinen Mandanten über den  der wesentlichen Schriftstücke zu informieren (BK_B 153/04 vom 16. November 2004 E. 2.4). Die Fähigkeit, in einer Amtssprache  amtliche Dokumente zu verstehen, kann auch von einer international tätigen Bank, die in der Schweiz ihre Geschäftstätigkeit ausübt, erwartet werden.
3. 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt primär das Fehlen einer gesetzlichen Grund-
lage für die ihr gegenüber ausgesprochene Massnahme.
Die Beschwerdegegnerin will diese in den Bestimmungen der BStP zur
Geheimhaltung des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens sehen (Art. 102bis ff. BStP). Entgegen der Beschwerdegegnerin bietet die Bestimmung von Art. 102 quater BStP über den grundsätzlich geheimen Charakter der  Ermittlungen (und der eidgenössischen ; siehe Entscheid der Anklagekammer 8G.36+39/2000 vom 29.  2000, E. 4b) keine gesetzliche Grundlage für die Auferlegung eines Schweigegebots unter Strafandrohung. Die fragliche Bestimmung richtet sich an die Strafverfolgungsbehörden selbst und bindet diese im Sinne des Amtsgeheimnisses. Eine Drittwirkung im Sinne einer Ausdehnung des  der Datenpreisgabe auf Dritte ist zu verneinen. Die Bank nimmt am Untersuchungsgeheimnis nicht teil (a. M., allerdings ohne nähere : MARAZZI, Sull’ ordine di perquisizione e sequestro bancario – La  attiva della banca a interporre reclamo contro un ordine di perquisizione e sequestro, in: Collana Studi e monografie, Lugano 1997, 523). Dritte unterliegen nicht dem Amtsgeheimnis (es sei denn sie seien Hilfspersonen der Behörde), weshalb Art. 292 StGB – ganz unabhängig von der Frage der Subsidiarität dieser Bestimmung gegenüber anderen Strafnormen (Art. 320 StGB) – nicht zur Sicherung des Amtsgeheimnisses herangezogen werden kann.
3.2 Unbestritten findet sich in der BStP keine ausdrückliche Bestimmung, wel-
che ein solches Mitteilungsverbot mit oder ohne Strafandrohung vorsieht (gleich in verschiedenen kantonalen Strafprozessordnungen wie ZH, SG, ZG; ausdrückliche gesetzliche Grundlage vorhanden in Art. 161 StPO TI [bei Beschlagnahme]; auch im Vorentwurf zur schweizerischen StPO Art. 319 [im Zusammenhang mit der Kontenüberwachung und mit Befristung]).
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3.3 Entgegen der Beschwerdeführerin wird ein Mitteilungsverbot durch die Strafandrohung nach Art. 292 StGB nicht zur strafprozessualen  (so auch indirekt aus BGE 120 IV 260, 264). Nach der  Rechtsprechung sind Zwangsmassnahmen üblicherweise Massnahmen unter Androhung oder Anwendung von Zwang gegenüber dem Beschuldigten oder Dritten (BGE 126 II 462, 464 zu Art. 65 Abs. 1 lit. c IRSG [SR 351.1]). Durch die Verbindung eines Mitteilungsverbots mit einer Strafandrohung für den Widerhandlungsfall wird durch den Staat Zwang weder direkt ausgeübt noch angedroht, sondern für den Fall schuldhafter Widerhandlung Bestrafung in Aussicht gestellt.
Die angefochtene Massnahme schränkt die Kommunikationsfreiheit, allen-
falls die Wirtschaftsfreiheit der Beschwerdeführerin ein, worauf sie sich auch als juristische Person berufen kann (MÜLLER, Grundrechte in der Schweiz, 3. Auflage, 1999, 185, 645, 648). Solche Eingriffe in Grundrechte bedürfen gemäss Art. 36 BV einer gesetzlichen Grundlage, müssen im  Interesse und verhältnismässig sein. Für Einschränkungen der Grundrechte, welche keine die Freiheit einschränkenden Massnahmen , ist eine klare gesetzliche Grundlage nur bei einer schweren  des Grundrechts erforderlich (PIQUEREZ, Procédure pénale , Zürich 2000, 530 N. 2476). So hat das Bundesgericht beispielsweise in der gesetzlich geregelten Gegenüberstellung von Angeschuldigtem und Zeugen eine ausreichende Grundlage für eine zwangsweise Bartrasur (zur Widerherstellung des physischen status quo ante) gesehen (BGE 112 Ia 161, 164 E. 4a; AUER/MALINVERNI/HOTTELIER, Droit constitutionnel suisse, Bd. II, Bern 2000, 187, mit weiteren Beispielen der bundesgerichtlichen Praxis). Das Mitteilungsverbot beeinträchtigt die Bank in ihren  klar nicht in schwerwiegender Weise (vgl. für die Schwere des Eingriffs beispielsweise BGE 101 Ia 336, 345 f. E. 7a, b). Auch ist die angedrohte Strafe des Art. 292 StGB „nur“ Haft oder Busse. Die gesetzliche Grundlage für das Mitteilungsverbot müsste deshalb nicht zwingend auf  geregelt sein, sondern könnte wie im Falle von BGE 112 Ia 161 aus anderen Bestimmungen des Gesetzes abgeleitet werden.
3.4 Mit Bezug auf das Mitteilungsverbot steht für eine derartige Ableitung das
einem Zeugen unter Strafandrohung auferlegten Schweigegebot im , denn die Auskunftserteilung der Bank ersetzt faktisch das  ihrer Angestellten. Ein Schweigegebot eines Zeugen für das bei der Einvernahme Erfahrene (z.B. in Art. 48 StPO FR; § 100 Abs. 4 StPO LU) ist eine eigenständige Nebenpflicht zu den gesetzlich geregelten . Im Lichte der nachstehend noch näher ausgeführten  Rechtsprechung (BGE 112 Ia 16) kann man sich fragen, ob eine
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solche Nebenpflicht, soweit sie einen geringfügigen Eingriff in die  darstellen, auch ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage aus der Zeugenpflicht abgeleitet werden kann (unklar PIQUEREZ, a.a.O., N. 2876; ablehnend LENTJES MEILI, Zur Stellung der Banken in der Zürcher , insbesondere bei Bankabfragen und Beschlagnahmen, in: Schweizerische Schriften zum Bankrecht, Bd. 41, Zürich 1996, 220). In  Fall könnte durch analoge Anwendung auf die auskunftspflichtige Bank von einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage ausgegangen .
Auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage könnte auch über den Grundsatz „a maiore minus“ geschlossen werden, wenn das  unter Strafandrohung gegenüber einem strafprozessualen  eine geringere Eingriffsintensität aufweist, vergleichbar der  zur Untersuchungshaft, deren Zulässigkeit nach der Lehre auch unbestritten ist, wenn das Gesetz diese Ersatzmittel selbst nicht nennt (HAUSER/SCHWERI, Schweizerisches Strafprozessrecht, 5. Auflage, 312, N. 45; SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., 260, N. 717). Grundsätzlich geht es der Behörde im vorliegenden Fall um eine Verhinderung einer . Der Beschuldigte soll nicht vorgewarnt werden, um nicht durch  Dispositionen die Ermittlungen zu beeinträchtigen. Der  der Kollusion dient typischerweise die Untersuchungshaft, welche sich allerdings ausschliesslich gegen den Beschuldigten selbst richtet, und insofern keine Handhabe für auch minder schwere Eingriffe gegen Dritte bietet. Prüfen kann man sodann, ob sich ein Mitteilungsverbot als „minus“ aus der Kontensperre ableiten lässt. Auch diese richtet sich zwar nicht  gegen die Bank, sondern gegen den am Konto berechtigten Kunden (so explizit in BK_B 023/04 vom 27. Mai 2004 E. 3 mit Verweis auf die  Rechtsprechung). Immerhin greift die Kontensperre aber in die Rechtsstellung der Bank ein. Letztere kann ihren vertraglichen  auf Leistung gemäss den Weisungen des am Konto  nicht nachkommen. Damit ist sie von einer Kontensperre indirekt . Kontensperre und Mitteilungsverbot sind indessen grundsätzlich  Natur. Insofern bietet sich Art. 65 BStP wohl eher nicht als  Grundlage an.
Eine ausreichende gesetzliche Grundlage könnte grundsätzlich auch Ge-
wohnheitsrecht bilden (MOOR, Principes de l’activité étatique et  de l’État, in: THÜRER/AUBERT/MÜLLER, Verfassungsrecht der Schweiz, Zürich 2001, § 16 N. 2). Gewohnheitsrecht wird jedoch äusserst selten  und setzt lange Übung und Rechtsüberzeugung aller  voraus. Es kann sich grundsätzlich nur in Lücken des gesetzten Rechts
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bilden (HANGARTNER, St. Galler Kommentar zu Art. 5, N. 17). In diesem  ist auf die Empfehlung der kantonalen Justiz- und  betreffend Kontosperren und Schweigepflicht der Bank vom 25. März 1997 hinzuweisen, welche auf einem Konsens zwischen der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Kommission  der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren ( „KKJPD“) gründet. Sie wurde von dieser Konferenz den kantonalen Strafverfolgungsbehörden ausdrücklich zur Einhaltung empfohlen. Unter Ziff. 2 hält die Empfehlung folgendes fest: „ Wenn durch Orientierung des Kunden die hängige Strafuntersuchung beeinträchtigt werden könnte, hat der Richter das Recht, der Bank zu verbieten, den Kunden über die Sperre und alle damit zusammenhängenden Umstände zu informieren. Der Richter unterstellt das Mitteilungsverbot den Straffolgen von Art. 292 StGB, soweit nicht andere Strafbestimmungen zur Anwendung kommen. Das  ist in der Verfügung ausdrücklich zu erwähnen.“ (BK act. 5.11).
Der Umstand der Vereinbarung der KKJPD als diesbezüglicher Vertreterin aller Kantone mit der schweizerischen Bankiervereinigung belegt zwar eine allgemeine Rechtsüberzeugung. Sie wird von den  der Kantone und nach Inkrafttreten der Effizienzvorlage im Jahre 2002 von den Behörden des Bundes in der Zusammenarbeit mit den Banken auch angewendet (in einzelnen Kantonen schon früher, LENTJES MEILI, a.a.O., 218). Die Übung dieser Praxis (mehr als sieben Jahre) ist indessen nicht als lange zu bezeichnen. Das Mitteilungsverbot unter Strafandrohung lässt sich deshalb nicht auf Gewohnheitsrecht abstützen.
3.5 Ob ein Mitteilungsverbot an eine Bank unter Androhung einer  überhaupt einer gesetzlichen Grundlage bedarf, ist in der Lehre umstritten (bejahend LENTJES MEILI, a.a.O., 226 ff., 250; offen gelassen DE CAPITANI, N. 103 zu Art. 10 GWG, in: SCHMID, Kommentar Einziehung,  Verbrechen, Geldwäscherei, Bd. II Zürich 2002; verneint BUTTLIGER, Schweigepflicht der Bank im Strafverfahren, in: SJZ 90 [1994], 377 f.). Ein reines Mitteilungsverbot an einen Dritten im Strafverfahren soll nach LENTJES MEILI (a.a.O., 221 f.) gestützt auf den Untersuchungsauftrag der Strafverfolgungsbehörde ohne besondere Erwähnung im Gesetz  sein; freilich ohne Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB. Die Freiheit der Bank, Mitteilung über die bei ihr getätigten  der Behörden an ihren Kunden zu machen, erfahre erst mit der mit dem Mitteilungsverbot verbundenen Strafandrohung eine Einschränkung und bedürfe damit einer expliziten gesetzlichen Grundlage (LENTJES MEILI, a.a.O., 222, 226 ff., insbesondere 229 mit Verweisen, und 250). Die Zuger Justizkommission hat die Zulässigkeit einer solchen Massnahme 1987 we-
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gen der Strafandrohung nach Art. 292 StGB mit dem Argument der  gesetzlichen Grundlage verneint (zitiert und in der Begründung  bei LENTJES MEILI, a.a.O., 227 f.).
Der Bundesgesetzgeber hat in jüngerer Zeit zweimal ein Schweigegebot gesetzlich geregelt. In der auf den 1. Februar 1997 in Kraft gesetzten  des IRSG hat er in Art. 80n der Behörde explizit die Befugnis , dem Inhaber von Schriftstücken unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB zu untersagen, seinen Mandanten über das Vorliegen eines  und über alle in diesem Zusammenhang stehenden Tatsachen zu . Sodann hat er in Art. 10 Abs. 3 Geldwäschereigesetz (GWG, SR 955.0, in Kraft seit 1. April 1998) eine Mitteilungssperre für eine Frist von fünf Tagen nach MROS-Meldung vorgesehen, verbunden mit der Pflicht der vorsorglichen gleich langen Vermögenssperre durch die Bank. In die BStP hat er trotz Teilrevision eine vergleichbare Bestimmung nicht . Auch das Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) enthält keine entsprechende Bestimmung. Auch wenn ein  Schweigen des Gesetzgebers aus diesem Umstand nicht  werden kann, machen die Regelungen im IRSG und GWG doch deutlich, dass der Bundesgesetzgeber eine gesetzliche Grundlage für wünschbar, wenn nicht erforderlich hält. Andererseits hat das  der raschen Entwicklung im Bereich der Instrumente der  beispielsweise Rechnung getragen, indem es für den  Einsatz eines V-Mannes das Erfordernis einer expliziten  Grundlage verworfen hat (BGE 112 Ia 16, 22 f.), allerdings mit der , die verdeckte Fahndung greife in die Grundrechte nicht ein (kritisiert bei LENTJES MEILI, a.a.O., 234). Das Bundesgericht argumentiert dabei, auch andere Ermittlungshandlungen (z.B. ständige Überwachung einer verdächtigen Person) könnten die Persönlichkeitssphäre erheblich tangieren, ohne dass dafür eine explizite gesetzliche Grundlage erforderlich sei.
Ob damit ein Mitteilungsverbot unter Strafandrohung für den  letztlich ähnlich der verdeckten Ermittlung (BGE 112 Ia 18) auch ohne gesetzliche Grundlage zulässig ist, kann jedoch letztlich offen bleiben, da die vorliegende Beschwerde aus anderen Gründen gutzuheissen ist.
Das öffentliche Interesse an der Möglichkeit, einer Bank ein  aufzuerlegen und diesem mit Art. 292 StGB das erforderliche Gewicht zu geben, ist im Übrigen offensichtlich und im Lichte neuerer  auch gross: Es erschiene bedenklich, wenn etwa im Bereich der  erste Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden, welche
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Bankerhebungen erforderlich machen, den Betroffenen durch die Bank  werden könnten und so Terrorverdächtige vorzeitig gewarnt .
4. 4.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich im Beschwerdeverfahren zur Begrün-
dung ihres Standpunktes auf Ausführungen allgemeiner Natur beschränkt und aus dem Strafverfahren praktisch keine Akten eingereicht. Die wenigen Unterlagen umfassen die Korrespondenz mit der Beschwerdeführerin  eine Aktennotiz über die Einsicht in die Gerichtsakten in einem  Prozess vom 16. Juni 2004. Die Beschwerdegegnerin  für den Tatverdacht und die Begründung des Mitteilungsverbots auf öffentlich zugängliche Quellen im Internet. Insbesondere reichte sie eine umfangreiche, über das Internet erhältliche Klageschrift aus dem obigen Prozess, in welchem die C._ Ltd. massive Vorwürfe strafrechtlicher Natur gegen zahlreiche Gesellschaften und Einzelpersonen erhebt,  auch diejenigen, über deren Konten bei der Beschwerdeführerin  erfolgten.
Die Beschwerdeführerin erhebt in diesem Zusammenhang Vorwürfe gegen die Beschwerdegegnerin des Inhalts, bei an sich möglichen, jedoch nicht getätigten Abklärungen zu B._ und Konsorten (über das Internet) stelle sich die Frage der Verletzung der bankenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Darauf ist mangels Relevanz für das Beschwerdeverfahren nicht .
4.2 Die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nicht Partei im Strafverfahren sei und ihr deshalb nur ein sehr  Zugang zu Akten des Strafverfahrens zustehe. Dem ist ohne weiteres beizupflichten. In Anbetracht der eingeschränkten Stellung der Bank hat diese keine Einsicht in die Strafakten und eine solche kann auch nicht auf dem Umweg des Beschwerdeverfahrens erwirkt werden. Die  übersieht mit dieser Argumentation freilich, dass  und Verfügungsbegründung nicht das Gleiche sind. Auch wenn der Beschwerdeführerin kein Einsichtsrecht in Strafakten zusteht, muss ihr als vom Mitteilungsverbot unmittelbar Betroffener dessen Plausibilität bzw. Notwendigkeit konkret vermittelt werden. MARAZZI spricht in diesem  gar von erhöhten Anforderungen an die Begründung (a.a.O., 530 [„accresciuta esigenza di motivazione, che dovrà estendersi anche alle ragioni del divieto di informare il cliente“]; LENTJES MEILI, a.a.O., 227, spricht von sorgfältig begründeter Aufforderung des Untersuchungsrich-
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ters). Wieweit die Behörde im Zusammenhang mit einem Mitteilungsverbot an eine Bank unter Androhung der Ungehorsamsstrafe gehen muss, kann dabei nicht mit einer allgemein gültigen Formel umschrieben werden,  ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Situation und der Untersuchungsinteressen zu entscheiden.
4.3 Die eingereichten Unterlagen und die Erläuterungen der  in der angefochtenen Verfügung und im Beschwerdeverfahren  selbst in groben Zügen nicht zu erklären, ob und warum das  im heutigen Zeitpunkt erforderlich sein soll. Die von der  sehr allgemein gehaltenen Ausführungen erlauben  für die Beschwerdeführerin noch für die Beschwerdeinstanz , weshalb die Massnahme in diesem Fall und heute noch  sein soll bzw. inwiefern eine Mitteilung die Untersuchung  könnte.
Entsprechend ist die Beschwerde zu schützen, und das Mitteilungsverbot aufzuheben. Dies entbindet freilich die Beschwerdeführerin bzw. ihre  und Angestellten nicht von der Pflicht sicherzustellen, dass und wie sie bei Orientierung ihres Kunden ihren Sorgfaltspflichten nachkommt. Der  ist es unbenommen, die Beschwerdeführerin detailliert darüber zu belehren, welche Konsequenzen für sie und ihre Angestellten ( Strafverfahren wegen Art. 305, 305bis oder 305ter StGB) eine  an den Kunden haben könnte (LENTJES MEILI, a.a.O., 239 ff.).
Ob die Massnahme, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, nach mehr als sechs Monaten überhaupt noch verhältnismässig ist, kann offen gelassen werden. Ohnehin lässt sich diese Frage mangels  konkreter Begründung nicht beurteilen.
5. Gemäss Art. 245 BStP gelten für Kosten und Entschädigung vor Bundes-
strafgericht die ordentlichen Kostenbestimmungen gemäss Art. 146 bis 161 OG. Nach Art. 156 Abs. 1 OG hat grundsätzlich die Kosten zu tragen, wer vor Gericht unterliegt, wobei dem Bund in der Regel keine Gerichtskosten auferlegt werden (Art. 156 Abs. 2 OG). Von der Erhebung einer Gebühr ist somit abzusehen.
Gemäss Art. 159 OG ist im Entscheid über die Streitsache selbst zu bestimmen, ob und in welchem Masse Kosten der obsiegenden Partei von der Unterliegenden zu ersetzen sind. Gemäss Art. 159 Abs. 2 OG hat in der Regel die unterliegende Partei der Obsiegenden die durch den Rechts-
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streit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Dies gilt auch für den Fall, dass die Eidgenossenschaft unterliegende Partei ist. Das Gesetz sieht nämlich anders als in Art. 156 Abs. 2 OG für die Entschädigungspflicht  Ausnahme zu Gunsten des Bundes vor. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die Beschwerdeführerin für die Anwaltskosten zu entschädigen. Die Entschädigung wird nach Ermessen festgesetzt (Art. 3 Abs. 2 des  über die Entschädigungen in Verfahren vor dem , SR 173.711.31). Vorliegend erscheint eine pauschale Entschädigung (inkl. MwSt.) von Fr. 2'000.-- angemessen.
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