Decision ID: 9139f62d-e093-4530-ab0d-e710725dbca9
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, erlitt anlässlich der Geburt ihres ersten Kindes am 1
2.
September 2010 eine Funktionsstörung an der rechten Sch
ulter (
Scapula
alata
;
Urk.
8/17/6-7 S. 1
). Zu diesem Zeitpunkt arbeitete
sie
mit einem
Pensum
von 80 %
als se
l
bständige Masseurin (
Urk.
8/12/
8
-11 S.
1
). Am
2.
November 2012
meldete sie sich mit Hinweis auf
ihre
Scapula
alata
bei der Invalidenversi
cherung z
um Leistungsbezug an (
Urk.
8/5).
Nach Abklärung
der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse
und nach
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/29)
wies die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 1
0.
Oktober 2013 (
Urk.
2) das Leistungsbegehren ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
0.
Oktober 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 1
3.
November 2013 Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache zur Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen. Des Weiteren stellte sie den Antrag auf Gewährung de
r unent
geltlichen Prozessführung
und Rechtsvertretung (S.
2
).
Mit Vernehmlassung vom
3
0.
Dezember 2013 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung der Beschwerd
e
(S. 1). Am 3
1.
Januar 2014 wurde
der
Beschwerdefüh
rerin
die
unentgeltliche Prozessführung
gewährt und ihr ein unentgeltlicher Rechtsver
treter bestellt
(
Urk.
13)
. Die Beschwerdeführerin reichte
a
m
7.
März 2014 die Replik
(
Urk.
15) ein, worauf die Beschwerdegegnerin am 1
8.
März 2014 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete
(
Urk.
18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente
(
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Ver
wa
l
tung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt
liche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be
ur
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel
cher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu
gemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
l
ichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
1.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt fü
r
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezo
gen
werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wo
bei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der An
wendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeit
s
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit,
dass keine wesentliche Funktionsverminderung der Schulter ausgewiesen sei und
ein dauerhafter Gesundheitsschaden medizinisch nicht nachgewiesen wer
den
könne, weshalb keine IV-relevante Gesundheitsschädigung vorliege (S. 1). Selbst
wenn ein Gesundheitsschaden
gegeben wäre
, so wäre die Beschwerde
führerin in
einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, wobei bei einem entspre
chen
den Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 3
%
r
esultieren und somit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehen würde
(
Urk.
7
Ziff.
2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschw
erde (
Urk.
1) auf
den Standpunkt, sie
sei
in ihrem angestam
mten Beruf lediglich noch zu 50
% a
rbeitsfähig
(S. 3
Ziff.
II.5). Eine genaue Abklärung der Funktionsfähigkeit der Schulter habe
seitens der Beschwerdegegnerin
nicht stattgefunden und aus den entsprechenden ärztlichen Berichte könne nicht auf eine
volle
Arbeitsfähig
keit gesc
hlossen werden (S. 3
Ziff.
III.2
).
Entsprechend sei
der Umfang der
Ar
beitsfähigkeit
nicht in genügender Weise
abgeklärt worden, weshalb die Sache an die Beschwerdegegneri
n zwecks weiterer Abklärung der Sachlage
zurückzu
weisen sei (S. 4
Ziff.
2.4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspru
ch auf eine Invali
denrente hat. Während
die Beschwerdeführerin
von einer 50%igen Arbeitsfä
hig
keit in ihrem angestammten Beruf aus
geht (vgl. E. 2.2), vertritt die
Be
schwer
de
gegnerin
den Standpunkt,
erstere
sei sowohl in ihrer angestammten wie auch
in einer
angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (vgl. E. 2.1).
3.
3.1
Am 2
6.
März 2012
hielt
der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
Y._
, FMH Innere Medizin, spez. Rheumatologie,
fest,
die Beschwerdeführerin könne aufgrund ihrer
Scapula
alata
ihre Tätigkeit als medizinische Masseurin seit dem 1
2.
September 2010 nicht mehr ausüben (
Urk.
8/12/15).
3.2
In seinem Bericht vom
4.
Juni 2012 (
Urk.
8/
17/6-7
) stellte
Dr.
med.
Z._
, Ober
arzt an der Universitätsklinik
A._
, folgende Diagnose:
Scapula
alata
rechts
Der Arzt
führte aus, die Schulterbeschwerden
seien trotz intensiver
o
steopati
scher
und anderweitiger Therapien seit
mindestens
17 Monaten persistent und
bei der Arbeit der Beschwerdeführerin als Masseurin funktionell störend. Zeit
gleic
h mit der Sistierung der Therapieformen und der Selbstübungen sei die Fun
ktion der Schulter etwas besser geworden, wobei
auch d
ie
Scapula
alata
weniger abstehe
(S.
1)
.
Dr.
Z._
beschrieb ein symmetrisches und kräftiges Schulterrelief, eine intakte Sensibilität im
Axillarisgebiet
und der ganzen oberen Extremität, eine aktive Schulter-Beweglichkeit
sowie eine kräftige und intakte
Rotatorenmanschette
.
Inspektorisch
sei
posterior
die
Scapula
alata
in Ruhestel
lung bereits erkennbar gewesen und habe sich bei aktiver Flexion vergrössert (S. 1).
Dr.
Z._
ordnete eine neurologische Untersuchung sowie spezifische Schulter-Physiotherapie an (S.
2). Bezüglich
a
l
lfälliger
Auswirkungen der
Schulterbe
schwer
den
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machte
er hingegen
keine Angaben.
3.
3
Am
9.
Juli 2012
berichteten
Dr.
Z._
und
Dr.
med.
B._
, Assistenzarzt an der Universitätsklinik
A._
, der Befund
h
ab
e
sich
seit der letzten Untersu
chung
vor einem Monat
(vgl.
E.
3.
2
) nicht verändert.
Die neurologische Unter
suchung habe ergeben, dass in der Tat der M.
Serratus
anterior
-Teil
denerviert
sei.
Die Ärzte empfahlen weiterhin ein abwartendes Verhalten,
zumal
eine spontane Teilerholung respektive Kompensation durch die umgebende Muskulatur statt
gefunden habe. Der Bericht enthielt keine Angaben betreffend die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin
(
Urk.
8/
17/8
).
3.4
Am
6.
September 2012 attestierte
der Hausarzt
Dr.
Y._
eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit als Masseurin. Leichte wechselseitige Tätigkeiten erachtete er demgegenüber unter Berücksichtigung der persistierenden
Sc
a
pula
alata
rechts als möglich (
Urk.
8/4/6).
3.5
Am 1
5.
Oktober
2012
berichtete
Dr.
Y._
erneut
(
Urk.
8/12/4)
und
wies darauf hin,
dass
die Beschwerdeführerin ihre Schulter aufgrund der persistierenden
Scap
ula
alata
rechts bei leichter Belastung nicht stabilisieren könne und dies zu rascher Überbelastung und Funktionseinschränkung führe. Da die Beschwerde
führerin keinerlei Druck respektive
keine
vermehrte Belastung ihrer Schulter er
tragen könne, sei
sie
in ihrem Beruf als medizinische Masseurin nicht mehr ein
satzfähig. Für leichte wechselseitige Tätigkeiten
bestehe
indessen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
3.
6
Im Bericht vom 1
2.
Dezember 2012 (
Urk.
8/17/2-5) stellte
Dr.
Y._
folgende Diagnose
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1
Ziff.
1.1):
Scapula
alata
rechts
Betreffend die aktuellen Symptome r
espektive den aktuellen Zustand
wie
der
holte der Hausarzt die entsprechenden Ausführungen von
Dr.
Z._
im Bericht vom
4.
Juni 2012 (S.
2
Ziff.
1.4; vgl. E.
3.2). Die Prognose bezeichnete er als stationär und
berichtete
, die Beschwerdeführerin befinde sich aktuell in aktiver Physiotherapie, wobei bereits früher entsprechende Physiotherapiezyklen sowie
osteopathische
Therapien stattgefunden hätten
(S. 2
Ziff.
1.4
f.).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
Y._
fest, die Beschwerdeführerin könne die Tätigkeit als Masseurin mangels
Belastbarkeit der rechten Schulter nicht mehr ausüben, in einer behinderu
ngsangepassten Tätigkeit sei sie aber
zu 100
% arbeitsfähig (S.
2
Ziff.
1.6
f. und
S. 3
Ziff.
1.9
).
3.
7
In ihrer Stellungnahme vom
8.
April 2013
(
Urk.
8/27 S.
2)
führte
med.
pract
.
C._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumato
logie
,
vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
,
unter
Hinweis auf die
Arzt
be
richte
vom
4.
Juni
und
9.
Juli 2012 (vgl. E.
3.2-3
)
aus, die Schulterfunktion und die Muskulatur der Schulter seien intakt
und
es habe
eine spontane Kompen
sation des geschädigten M.
serratus
anterior
durch die übrige Muskulatur statt
gefunden.
E
ine wesentliche
Funkti
onsminderung
der Schulter sei
deshalb
nicht ausgewiesen.
Zudem sei d
ie vom Hausarzt attestierte 100%ige Arbeits
un
fähig
keit
in der angestammten Tätigkeit
als Masseurin
aus medizinischer Sicht
n
icht
plausibel
nachvollziehbar
.
3.
8
Am 1
3.
August 2013 hielt
Dr.
Y._
im Zusammenhang mit einer Kostengut
sprache
fest, die Beschwerdeführe
rin leide
unter
einer
Scapula
a
lata
rechts, we
lche sie massiv beeinträchtige. Aufgrund verschiedener Studien
habe sich ge
zeigt
, dass beim Tragen einer entsprechenden Orthese eine Rückbildung möglich sei, weshalb er um eine
entsprechende Kostengutsprache
ersuche
(
Urk.
3/3).
3.
9
Mit Schreiben vom
2
0.
August 2013 berichtete Frau
D._
, Physiotherapeu
tin an der
E._
,
der
Beschwerdeführerin sei eine Orthese angepasst worden, welche dazu diene, die
Scapula
und entspre
che
nde Muskulatur zu stabilisieren. Zudem
mache
die Beschwerdeführerin Übungen für den
Serratus
-Muskel.
Die Behandlung mit der Orthese daure in der Regel elf Monate, wobei sich der Zustand der meisten Patienten nach dieser Per
iode, teilweise
allerdings
mit
weiterbestehenden
leichten Einschränkungen, normalisiere (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Während sich der
Hausarzt
Dr.
Y._
,
die übrigen behandelnden Ärzte
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
sowie die RAD-Ärztin
med.
pract
.
C._
be
treffend die gestellte Diagnose (
Scapula
alata
rechts) einig sind, bestehen
un
terschiedliche
Auffassungen
bezüglich der
Auswirkungen der
Schulterbe
schwer
den
auf die Arbeitsfähigkeit der Bes
chwerdeführerin.
Dr.
Y._
ging in
seinen
Berichten
unter
Hinweis auf die verminderte
Belast
bar
keit
der rechten Schulter von einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit der Be
schwerdeführerin in
ihrer angestammten Tätigkeit aus. Mit Bezug auf eine an
gepasste
(leicht
e
wechselseitige) Tätigkeit
attestierte er eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
(vgl. E. 3.1 und E. 3.4-6
)
.
Im Berich
t vom 13.
August 2013 hielt er über
dies fest, die Beschwerdeführerin
sei
durch
die Schulterbeschwerden massiv be
einträchtigt (
vgl.
E.
3.8).
In den Berichten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
fin
den
sich
demgegenüber
keine Angaben betreffend die Arbeitsfähigkeit
.
Dr.
Z._
beschrieb am
4.
Juni 2012
eine intakte Sensibilität im
Axillarisgebiet
und der ganzen oberen Extremität, eine aktive Schulter-Beweglichkeit sowie eine kräf
tige
und intakte
Rotatorenmanschette
(vgl. E. 3.2)
. Am
9.
Juli 201
2
wiesen
die
Dres
.
Z._
und
B._
darauf hin
,
dass bei
der Besch
werdefüh
rerin
eine spon
tane Teilerholung respektive Kompensation durch die umgebende Musku
la
tur stattgefunden
habe
(vgl. E.
3.3).
Unter
Hinweis
auf die zwei letztge
nannten Berichte
gelangte die RAD-Ärztin
med.
pract
.
C._
zum Schluss, eine wes
entliche Funktionsminderung der Schulter sei nicht ausgewiesen und die Be
schwer
deführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfä
hig (vgl. E. 3.
7).
4.
2
Die Frage nach dem konkreten Umfang der Arbeitsunfähig
keit der Beschwerde
führerin ist
vorliegend
von untergeordneter Relevanz
wie die nachfolgenden Aus
führungen aufzeigen. Denn selbst
wenn
-
zugunsten der Be
schwerdeführerin
-
gestützt auf die Berichte des Hausarztes
und in
Aus
blendung
der Erfah
rungs
tatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
a
ussagen (BGE 125 V 351 E. 3b)cc) mit weiteren Hinweisen)
,
von einer 100%igen
Arbeitsfähig
keit
lediglich
in einer
behinderungs
angepassten Tätigkeit ausge
gangen würde, so würde bei einem entsprechenden Einkommensvergleich
(vgl. E.
1.4
ff.
)
kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von
mindestens
40 % (vgl. E.
1.2)
vorlie
gen.
Denn wie der seitens der Beschwerdegegnerin vorgenomme
n
e
Einkommensver
gleich
(Urk. 7 Ziff. 2) mit dem von der Beschwerdeführerin zwischen 2006 und 2009 erzielten Durchschnittseinkommen und dem
Tabellen
lohn
der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE), TA1, Total,
Anforde
rungs
niveau
4, Frauen, zeigt, ergibt sich bei einem 100%igen Arbeitspensum ein
In
va
liditätsgrad
von lediglich rund 3 %.
An diesem Resultat
vermöchte auch
der Hinweis der Beschwerdeführerin,
der von
ihr 2008 erzielte Verdienst von Fr. 86‘600.-- wäre bei voller Auslastung ab 2010 realistisch gewesen, auch wenn der Aufbau eines Geschäfts einige Zeit
benötige
(
Urk.
15 S. 2
Ziff.
2), nichts
zu
ändern. Die Beschwerdeführerin
machte
sich im Jahr 2005 selbständig, wobei
die entsprechenden Jahreseinkommen
bis 2010 (Jahr, in welchem die Schulterbeschwerden aufgetreten sind) mit Ausnahme der Jahre 2005
und 2008 praktisch gleich hoch
ausgefallen sind (
Fr.
41‘000.-- bis Fr. 44‘300.--;
Urk.
8/14 S.
2 f.). Vor diesem Hintergrund kann
bei der Ermitt
lung des
Valideneinkommens
nicht einzig auf das in 2008 erzielte Einkommen von Fr. 86‘600
.
--
ab
ge
stell
t werden
.
Schliesslich ist
nicht
nachvollziehbar, wes
halb die Beschwer
deführerin ab 2010 einen Verdienst von Fr. 86‘600
.--
hätte er
zielen können, nachdem sie
in
2009 - mithin dem Jahr
noch
vor
Auftreten der
durch die Geburt des ersten Kindes am 12. September 2010
aufg
e
tretenen
Schul
terbeschwerden - lediglich ein Einkommen von Fr. 43‘100
.-- gene
rierte.
Und selbst
wenn man mit der Beschwerdeführerin davon ausginge, wofür nach dem Gesagten kein Anlass besteht, „ab 2010 wäre aber der Verdienst von CHF 86‘600 realistisch gewesen“ (Urk. 15 Ziff. 2), ergäbe der Einkommensvergleich
auf dieser Basis ebenfalls keinen rentenrelevanten Invaliditätsgrad ([Fr. 86‘600.--
- Fr. 52‘728.--] / Fr. 86‘600.-- x 100 = 39.1). Bei dieser Sach- und Rechtslage
musste auch „der Status der Beschwerdeführerin als ganz oder teilzeitlich er
werbs
tätig“ (Urk. 1 Ziff. 3) durch die IV-Stelle nicht weiter abgeklärt bzw. konnt
e offen gelassen werden.
Denn u
nter Berücksichtigung einer
100%ige
n
Arbeits
fähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit
wäre
die Beschwerdeführerin
in der
Füh
rung
des Haushalts
aufgrund ihrer Symptomatik
und
Schadensminde
rungs
pflicht
sowie der
Mitwir
kungspflicht
der Familienangehörigen im Haushalt
, wenn überhaupt
, nur mar
ginal eingeschränkt.
4.
3
Vor diesem Hintergrund sind von weiteren Sachve
rhaltsabklärungen, insbeson
dere
solchen
betreffend die Funktionsfähigkeit der Schulter sowie den Umfang der Arbeitsun
fähigkeit und deren erwerbliche
Auswirkungen (
vgl.
Urk.
1 S.
3
Ziff.
2
und S.
4
Ziff.
2.4 und
Ziff.
3),
keine neuen
invalidenversicherungs
recht
lich
relevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb sich solche erübrigen (anti
zi
pierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 162 E. 1d).
Bei dieser Sach
- und Rechts
lage hat d
ie
Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Be
schwerdeführerin auf eine
Rente
der Invalidenversicherung zu Recht verneint
, was
z
ur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Rechtsanwalt Markus Bischoff macht mit Honorarnote vom 17. Juni 2015 einen - der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ange
messe
nen - Aufwand von 9 Stunden geltend, weshalb ihm dieser sowie die verlang
ten Fr. 175.60 Barauslagen, somit Fr. 2‘137.75 (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu ersetzen sind.