Decision ID: 0f50e9a3-bb60-49f5-ac04-387cdaa67331
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a J._ meldete sich am 12. Januar 2006 unter Angabe eines Rückenleidens sowie
Kopfschmerzen zum Bezug einer IV-Rente an (act. G 4.1/1). Mit Bericht vom 20. Januar
2006 gab Dr. med. A._, Allgemeine Medizin, an, der Versicherte leide seit 1997 an
einer cervicalen Discushernie mit Foraminaeinengung C5/6, C6/7 rechts sowie an einer
Spinalkanalstenose L3/4 beidseits, an einem Impingementsyndrom an der rechten
Schulter sowie einer depressiven Symptomatik. Im Weiteren diagnostizierte Dr. A._
eine arterielle Hypertonie, eine Ureterolithiasis links, ein Hämorrhoidal- sowie ein
Prostataleiden. Dem Versicherten sei weder die angestammte Tätigkeit (als Giesser bei
der B._) noch irgend eine andere Tätigkeit mehr zumutbar (act. G 4.1/6). Aus
weiteren von Dr. A._ eingereichten Unterlagen ergab sich, dass die
Krankenversicherung Visana bei Sanacons, Ärztliche Beratung und Abklärung, Second
Opinion, Dr. med. C._, einen Bericht eingeholt hatte, aus dem ebenfalls eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten für sämtliche Tätigkeiten hervorging
(act. G 4.1/14.1 - 14.5).
A.b Mit Bericht vom 27. Februar 2006 stellte der RAD Ostschweiz fest, dass der Bericht
C._ ohne nachvollziehbare Begründung auf Grund weniger eigens erhobener
Befunde eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer adaptierten
Tätigkeit annehme. Er regte deshalb ein bidisziplinäres rheumatologisches/
psychiatrisches Gutachten an (act. G 4.1/16). Am 15. Juli 2006 erstattete das
beauftragte Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG AEH) sein
rheumatologisches Gutachten. Es diagnostizierte ein generalisiertes Schmerzsyndrom
mit panvertebraler Betonung, cervicospondylogenem Schmerzsyndrom beidseits mit
mehrsegmentären Diskusprotrusionen und degenerativen Veränderungen. Im weiteren
diagnostizierte das AEH ein lumbospondylogenes Syndrom beidseits bei muskulärer
Dysbalance der Gesässmuskulatur und einer lumbosakralen Übergangsanomalie,
Osteochondrose und Spondylarthrose, sowie rechtsbetonte Schulterschmerzen im
Sinn einer Periarthropathia humeroscapularis. Gestützt darauf gelangte das AEH zum
Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Giesser - auf
Grund der unzuverlässigen Leistungsbereitschaft und der starken Selbstlimitierung des
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Versicherten in der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL) - nicht definitiv beurteilt werden könne. Es seien jedoch aus rheumatologischer
Sicht keine Gründe ersichtlich, weshalb der Versicherte nicht mindestens eine leichte
körperliche Tätigkeit mit Wechselbelastung ganztags ausüben könne (act. G 4.1/24.8).
Am 17. Januar 2007 erstattete sodann die Klinik Gais ihr psychiatrisches Gutachten.
Sie diagnostizierte (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine mittelgradige
depressive Störung (ICD-10: F32.1) auf dem Boden einer anankastischen
Persönlichkeit (F60.5), eine generalisierte Angststörung (F41.1) sowie eine
somatoforme Schmerzstörung auf dem Boden bestehender
Wirbelsäulenveränderungen (F45.4). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit gelangte das
Gutachten zum Schluss, dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr möglich sei.
Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die
allgemeine psychische Belastbarkeit, ohne Zeitdruck, ohne besondere Anforderungen
an Flexibilität und Konzentration sowie ohne hohe Verantwortlichkeiten seien zu etwa
50 %, d.h. für etwa 4 Stunden am Tag, aus psychiatrischer Sicht zumutbar (act. G
4.1/26). Diese Umschreibung wurde auch im gemeinsamen Konsensschreiben der
beiden Institute vom 26. Januar 2007 bestätigt (act. G 4.1/27).
A.c Gestützt auf diese Gutachten sowie eine weitere Stellungnahme des RAD vom
1. Februar 2007 eröffnete die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten mit Vorbescheid
vom 1. März 2007, er habe voraussichtlich ab 1. Februar 2006 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente (act. G 4.1/35).
Mit Einwand vom 25. April 2007 monierte der Rechtsvertreter des Versicherten im
Wesentlichen, das Valideneinkommen sei zu tief, der Leidensabzug zu klein und die
Gutachten nicht nachvollziehbar. So sei beim Valideneinkommen vom zuletzt erzielten
Einkommen von Fr. 70'985.-- auszugehen, das allein schon höher sei als das von der
Verwaltung als "aufgewertet" bezeichnete Einkommen von Fr. 70'029.--. Beim
Invalideneinkommen sei sodann ein Leidensabzug von 25 % zu berücksichtigen, da
der Versicherte auch innerhalb eines Teilzeitpensums auf Grund verschiedener
Auflagen nur beschränkt einsatz- und leistungsfähig sei. Im Übrigen widersprächen die
Gutachten sowohl den Angaben des Hausarztes als auch des Vertrauensarztes der
Visana, die beide von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten
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ausgingen. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb das AEH trotz diverser
diagnostizierter Leiden aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit (in
angepasster Tätigkeit) annehme. Zudem gehöre das Argument der Selbstlimitierung zur
Standardbegründung des AEH, während die Berichte A._ und C._ ausser Acht
gelassen worden seien. Unter Berücksichtigung aller Faktoren erreiche der Versicherte
einen Invaliditätsgrad von über 70 % und habe damit Anspruch auf eine ganze Rente
(act. G 4.1/39.1 39.9).
Am 10. Juli 2007 verfügte die IV-Stelle St. Gallen im angekündigten Sinn und sprach
dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar 2006 eine Dreiviertelsrente zu (act. G
4.1/46.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 7. September
2007 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Dem
Beschwerdeführer sei sodann mit Wirkung ab 1. Februar 2006 eine ganze Rente
zuzusprechen. Eventuell sei die Verfügung vom 10. Juli 2007 aufzuheben und die
Sache zur Einholung eines interdisziplinären Gutachtens an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zudem beantragt der Rechtsvertreter die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung wird im Wesentlichen die
Argumentation im Einwand vom 25. April 2007 wiederholt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2007 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Zum Valideneinkommen führt die Beschwerdegegnerin
aus, dass in dem von der ehemaligen Arbeitgeberin angegebenen Betrag von Fr.
70'985.-- fälschlicherweise auch eine Kinderzulage von Fr. 2'280.-- enthalten sei. Der
Bruttolohn 2004 entspreche richtigerweise den im IK verbuchten Fr. 68'705.--. Zum
Invalideneinkommen führt die Beschwerdegegnerin aus, dass ein Hilfsarbeiter gemäss
LSE 2004, aufgerechnet auf ein Wochenpensum von 41,6 Stunden, Fr. 57'258.--
verdient habe. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50 % und einem Teilzeitabzug von
10 % ergebe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 25'766.--- und damit ein
Invaliditätsgrad von 62,5 %. Selbst die Gewährung eines 25 %igen Leidensabzugs
würde "nur" zu einem Invaliditätsgrad von 68,7 %, mithin zum selben Rentenanspruch
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führen. Im Weiteren sei das IV-Gutachten nicht zu beanstanden. So habe Dr. C._ im
Rahmen einer second opinion auch psychiatrische Diagnosen abgegeben, obwohl aus
den Akten nicht ersichtlich sei, dass dieser Arzt über eine psychiatrische
Fachausbildung verfüge. Das Gleiche gelte auch für den Hausarzt. Schliesslich könne
entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters nicht anhand der Diagnosen auf einen
Arbeitsunfähigkeitsgrad geschlossen werden. Es sei plausibel, wenn die Gutachter eine
Tätigkeit hätten umschreiben können, die aus rheumatologischer Sicht eine volle
Leistung zulasse (act. G 4).
B.c Trotz der Ankündigung weiterer medizinischer Unterlagen verzichtete der
Rechtsvertreter am 25. Februar 2008 auf eine Replik (act. G 10).
B.d Mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2007 wies das Versicherungsgericht das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab (act. G 2).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 10. Juli 2007, mithin vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE 121 V 366 E. 1b).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Der beschwerdeführerische Rechtsvertreter beanstandet zunächst das durch die
Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten des AEH. Zum einen gehöre das Argument
der Selbstlimitierung zur Standardbegründung des AEH. Dieses sei bis heute die
Antwort schuldig geblieben, wie die behauptete Selbstlimitierung festgestellt worden
sei. Im Weiteren sei nicht nachvollziehbar, weshalb das AEH trotz der diversen
diagnostizierten (insbesondere somatischen) Leiden eine volle Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit annehme. Die in Ziff. 5 aufgelisteten Diagnosen stimmten mit den
"Vorgutachten" weitgehend überein und würden bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit offensichtlich zu wenig berücksichtigt. Die Berichte von Dr. A._ und
Dr. C._ seien bei der Bemessung der Restarbeitsfähigkeit völlig ausser Acht gelassen
worden. Der Einschätzung des Hausarztes sei überdies der Vorzug zu geben, da sie im
Gegensatz zum bestrittenen Gutachten des AEH auf langjähriger Betreuung und
genauer Kenntnis sämtlicher Umstände beruhe. Es gehe nicht an, den Angaben des
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Hausarztes ohne nähere Begründung die Glaubwürdigkeit von vornherein
abzusprechen.
2.2 Das AEH-Gutachten stützt sich nebst der Untersuchung vom 19. Juni 2006 auf die
von Februar bis Mai 2005 gemachten MRI sowie auf die Angaben des
Beschwerdeführers. Die Gutachter diagnostizierten ein generalisiertes
Schmerzsyndrom mit panvertebraler Betonung, cervicospondylogenem
Schmerzsyndrom beidseits mit mehrsegmentären Diskusprotrusionen und
degenerativen Veränderungen, lumbospondylogenem Syndrom beidseits mit
muskulärer Dysbalance der Gesässmuskulatur, lumbosakraler Übergangsanomalie,
Osteochondrose und Spondylarthrose L3/4 und L4/5, kleinvolumiger Diskushernie
L3/4, medianer Diskusprotrusion L2/3 und L4/5 sowie rechtsbetonten
Schulterschmerzen im Sinn einer Periarthropathia humeroscapularis. Diese Diagnosen
sind im vorliegenden Verfahren unbestritten und entsprechen weitgehend jenen der
vorbefassten Ärzte. Umstritten ist einzig die Schlussfolgerung in Bezug auf eine
angepasste Tätigkeit.
Diesbezüglich gehen die Gutachter von einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine körperlich
leichte Arbeit aus. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, auf Grund der
gestellten Diagnosen sei eine solche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nachvollziehbar.
Mit der Beschwerdegegnerin ist jedoch festzustellen, dass nicht die Anzahl der
Diagnosen für den Arbeitsfähigkeitsgrad ausschlaggebend ist. So erscheint durchaus
nachvollziehbar, dass - unter dem rheumatologischen Blickwinkel - bei den durch die
bildgebenden Verfahren objektivierten degenerativen Veränderungen nurmehr aber
immerhin eine leichte Tätigkeit möglich ist. Diesbezüglich erscheinen im Gegenteil die
haus- und vertrauensärztlichen Angaben einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit nicht
plausibel. Im Weiteren deuten die fünf positiven Waddel-Zeichen sowie zwei von zwei
Zusatzzeichen nach Kummel auf eine gewisse Symptomausweitung hin.
Nach den Richtlinien für die Begutachtung rheumatologischer Krankheiten und
Unfallfolgen der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie (in: Schweizerische
Ärztezeitung, 2007; 17, S. 738) sollten die zur Verfügung stehenden
Röntgenaufnahmen in der Regel nicht älter als sechs Monate sein. Bei stabilem
Beschwerdebild und (gemäss Akten) unverändertem klinischem Befund würden jedoch
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auch ältere Aufnahmen ausreichen. Vorliegend waren die vom AEH verwendeten
Aufnahmen zum Zeitpunkt der Begutachtung rund eineinviertel Jahre alt. Nachdem der
Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung vom 19. Juni 2006 angegeben hatte,
der Zustand sei "in der letzten Zeit" etwa gleich geblieben, und von einem seit 2005 im
Wesentlichen unveränderten Befund auszugehen ist (act G 4.1/24.4), kann indessen auf
die Einholung neuerer Aufnahmen verzichtet werden. Somit ist mit dem Gutachten
davon auszugehen, dass der durch die MRI-Aufnahmen vom März 2005 objektivierte
degenerative Zustand der Wirbelsäule die Schmerzen nur zum Teil zu erklären vermag
und - in Verbindung mit den positiven Waddel- und Kummel-Zeichen - eine
Symptomausweitung stattgefunden hat. Mithin erscheint die gutachterliche
Schlussfolgerung einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit
plausibel. Da zudem aus psychiatrischer Sicht ohnehin eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% als limitierender Faktor besteht (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 17. Januar
2007; act. G 4.1/26.6), würde auch die Annahme einer (bis 50 %) reduzierten
Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischen Gründen an der Gesamt-arbeits(un)fähigkeit
kaum etwas ändern.
2.3 Im Weiteren vermögen die Berichte des Hausarztes und des Vertrauensarztes der
Visana das Gutachten nicht anzugreifen. Vorliegend bestätigte Dr. A._ in seinem
Bericht vom 20. Januar 2006 sowohl für die angestammte als auch für jede andere
Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Zur Begründung brachte er lediglich vor, der
Beschwerdeführer habe seine angestammte Arbeit wegen zunehmender Schmerzen
und körperlicher Bewegungseinschränkung aufgeben müssen. Der Beschwerdeführer
habe diverse Arbeitsversuche durchgeführt, die jedoch auf Grund des
Beschwerdebildes gescheitert seien. Zudem habe sich eine dazugekommene
depressive Symptomatik in den Vordergrund gedrängt und sich als wesentlicher
Störfaktor erwiesen (act. G 4.1/6.3). Damit stellte Dr. A._ im Wesentlichen auf die
Angaben des Beschwerdeführers ab und konstatierte lediglich den Umgang des
Beschwerdeführers mit seinen Beschwerden. Zudem bezogen sich die erwähnten
Arbeitsversuche auf die angestammte Tätigkeit, welche Arbeit unbestrittenermassen
nicht mehr zumutbar ist (vgl. act. G 4.1/6.3). Soweit sich die Angabe einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit auf die depressive Symptomatik bezogen haben sollte, vermag die
Ansicht des Hausarztes jene des psychiatrischen Gutachtens ohnehin nicht
umzustossen, so dass darauf nicht abgestellt werden kann. Im Übrigen hat Dr. A._
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den Beschwerdeführer am 14. März 2005 gerade zur Abklärung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit an die Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
überwiesen (act. G 4.1/14.35). In der entsprechenden Antwort vom 23. März 2005
führte die Neurochirurgie zum Befund lediglich aus, es bestehe tief lumbal eine
mässige Druckdolenz, ausserdem sei der Druckschmerz an der BWS und an der HWS
provozierbar. Zudem zeige die lumbale vertebro-spinale Kernspintomographie vom 11.
März 2005 eine Diskusprotrusion medio-rechts-lateral C5 und C6 mit konsekutiv distal
spondylogen deutlicher Foraminaleinengung C5/6 und C6/7, weshalb eine
Nervenwurzelirritation möglich sei. Zudem bestehe eine leichte zentrale
Spinalkanaleinengung sowie eine vorwiegend spondylogene leicht bilaterale
Foraminaleinengung L3/4 (act. G 4.1/14.28f.). Zwar äusserte sich die Neurochirurgie
nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit, indessen lassen sich ihre Befunde und ihre
Beurteilung kaum mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in leichten Tätigkeiten
vereinbaren. Schliesslich vermochten die Abklärungen in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen die Schulterschmerzen nicht auf eine
eigenständige Schulterpathologie zurückzuführen. So führte sie in ihrem Bericht vom 4.
Juli 2005 aus, dass die Beschwerden nicht durch eine Schulterpathologie
hervorgerufen würden und diese am ehesten zervikal ausgehend seien, weshalb die
begonnene neurochirurgische Abklärung weiter vorangetrieben werden solle (act. G
4.1/14.23f.). Gestützt auf diese Vorberichte erscheint die Angabe des Hausarztes vom
Januar 2006 einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten als nicht
überzeugend.
2.4 Die in Bezug auf den Bericht Dr. A._s gemachten Ausführungen gelten im
Wesentlichen auch für den Bericht der Beratungsstelle Sanacons vom 31. Januar 2006.
Darin diagnostizierte Dr. C._ rezidivierende Rückenschmerzen HWS und LWS mit/bei
cervikaler Diskushernie mit Foraminaleinengung C5/6 und C6/7 rechts, relativer
Spinalkanalstenose L3/4 beidseits, Impingement-Symptomatik rechte Schulter sowie
eine Depression. Gestützt darauf ging Dr. C._ ebenfalls von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten aus und begründete dies mit der massiven
Schmerzsymptomatik und der schweren depressiven Verstimmung (act. G 4.1/14.4). In
Bezug auf die somatische Seite bleibt aber auch bei den Ausführungen Dr. C._
unklar, weshalb die Rückenschmerzen auch eine rückenschonende Tätigkeit
vollständig verunmöglichen sollen. Insbesondere scheint dies nicht mit dem von Dr.
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C._ erhobenen objektiven Befund (massiver paravertebraler Hartspann entlang der
ganzen Wirbelsäule, eingeschränkte HWS-Beweglichkeit, deutliche depressive
Grundstimmung; act. G 4.1/14.3), sondern wiederum mit der vom Beschwerdeführer
selbst geschilderten Situation erklärbar zu sein. Mithin erscheint auch der Bericht Dr.
C._ nicht geeignet, am AEH-Gutachten ernsthafte Zweifel zu wecken. Im Übrigen
gab der Bericht C._ - wie die Beschwerdegegnerin zu Recht feststellte - gerade
Anlass für eine vertiefte Abklärung (vgl. act. G 4.1/16), so dass nicht damit das
Gutachten umgestossen werden kann.
2.5 Die psychiatrischen Gutachter diagnostizierten sodann eine mittelgradige
depressive Störung (F32.1) auf dem Boden einer anankastischen Persönlichkeit
(F60.5), eine generalisierte Angststörung (F 41.1) sowie eine somatoforme
Schmerzstörung auf dem Boden bestehender Wirbelsäulenveränderungen (F45.4).
Gestützt darauf postulieren sie eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer aus
rheumatologischer Sicht als möglich beschriebenen leichten wechselbelastenden
Tätigkeit. Darüber hinaus sei aus psychiatrischer Sicht beachtlich, dass die Tätigkeit
keine besonderen Anforderungen an die allgemeine psychische Belastbarkeit,
Flexibilität und Konzentration stelle und keine Tätigkeiten unter Zeitdruck (Akkordarbeit)
oder mit hohen Verantwortlichkeiten umfasse (act. G 4.1/26.6). Den Unterschied zur
Einschätzung des behandelnden Psychiaters, Dr. D._, der in seinem Bericht vom 14.
Juni 2006 (nicht bei den Akten) von einer 75 %igen Arbeitsunfähigkeit ausging,
begründeten die Gutachter damit, dass ihrer Ansicht nach eine depressive Störung
vorliege, die jedoch auf Grund insbesondere der erhaltenen Modulationsfähigkeit in der
depressiven Affektlage nur als mittelschwer - und nicht als schwer, wie bei Dr. D._ -
eingestuft werde (act. G 4.1/26.5). In Bezug auf das psychiatrische Gutachten bringt
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers lediglich vor, dass dieses von einer
schlechten Prognose und einer Abnahme der aktuell noch vorliegenden
Restarbeitsfähigkeit ausgehe. Mit der Beschwerdegegnerin ist jedoch festzustellen,
dass allfällige zukünftige Veränderungen der Arbeitsfähigkeit mittels Revision
anzupassen und nicht bereits jetzt zu antizipieren sind. Zudem erscheint die
Abweichung zur Einschätzung Dr. D._s begründet und im Ermessen des Gutachters
zu liegen.
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2.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die im rheumatologischen und
psychiatrischen Gutachten bzw. in der Konsensschätzung gemäss Schreiben des AEH
und der Klinik Gais vom 26. Januar 2007 angegebene Arbeitsfähigkeit von 50 % (bzw.
vier Stunden pro Tag) für eine wechselbelastende Tätigkeit - mit den im
psychiatrischen Gutachten erwähnten Einschränkungen - als plausibel erscheint (vgl.
act. G 4.1/27). Es wurden zudem die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers
berücksichtigt und das Gutachten erging in Kenntnis der wesentlichen Vorakten. Das
Gutachten steht nicht im Widerspruch zu diesen medizinischen Vorakten (Berichte des
Kantonsspitals St. Gallen) bzw. Abweichungen wurden begründet (Bericht Dr. D._).
Soweit die Berichte des Hausarztes und des Vertrauensarztes eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten postulieren, erscheinen diese als nicht
überzeugend. Mithin ist in Bezug auf die Arbeitsunfähigkeitsschätzung auf das (bzw.
die) Gutachten abzustellen. Der Beschwerdeführer ist somit in einer leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit mit den im psychiatrischen Gutachten genannten
Einschränkungen als zu 50 % arbeitsfähig zu betrachten.
2.7 Im Weiteren beanstandet der Rechtsvertreter die Berechnung des
Invaliditätsgrades. In Bezug auf das Valideneinkommen macht er geltend, der
Beschwerdeführer habe im Jahr 2004 ein Einkommen von Fr. 70'985.-- erzielt, das
bereits ohne Aufrechnung der Lohnentwicklung höher sei als das von der
Beschwerdegegnerin angenommene Einkommen von Fr. 70'029.--. Für die Ermittlung
des Einkommens, welches der Versicherte ohne Invalidität erzielen könnte
(Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunder tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.2 und 4.3.1, mit Hinweis auf
RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 Erw. 3b). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung (bis zum
Verfügungserlass) angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung
entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV
1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b).
In ihrem Berechnungsblatt ging die Beschwerdegegnerin zunächst von einem auf das
Jahr 2006 aufgerechneten Valideneinkommen als Giesser (38 Stunden/Woche bzw.
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89,4 %) von Fr. 70'029.-- aus. Als Invalideneinkommen legte sie der Berechnung die
LSE 2006, Ostschweiz, privater Sektor, Niveau 4, zu Grunde. Zusätzlich
berücksichtigte sie einen Teilzeitabzug von 10 %, und gelangte damit zu einem
Invalideneinkommen von Fr. 26'244.-- sowie einem Invaliditätsgrad von 62,52 % (act.
G 4.1/30). In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. November 2007 ging die
Beschwerdegegnerin von einem Valideneinkommen im Jahr 2004 von Fr. 68'705.--
aus, und stellte dem ein Invalideneinkommen gemäss LSE 2004, aufgerechnet auf die
arbeitsüblichen 41,6 Wochenstunden von Fr. 25'766.-- gegenüber, was wiederum
einen Invaliditätsgrad von 62,5 % ergab (act. G 4).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist zunächst festzustellen, dass die
Kinderzulagen nicht zum massgebenden Lohn gehören (vgl. Art. 7 und 8 AHVV),
sondern gemäss kantonalem Kinderzulagengesetz ausgerichtet werden. Somit ging die
Beschwerdegegnerin zu Recht vom im IK vermerkten Betrag für das Jahr 2004 von
Fr. 68'705.-- aus, der auch dem gemäss Lohnzusammenstellung der Arbeitgeberin
ausgewiesenen Lohn von Fr. 70'985.-- (abzüglich Kinderzulagen von Fr. 2'280.--)
entspricht (act. G 4.1/11.9). Im Weiteren beträgt das Invalideneinkommen im Jahr 2004
gemäss LSE (in: IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2), aufgerechnet
auf 41,6 Wochenstunden Fr. 57'258.--. Unter Berücksichtigung des
Arbeitsfähigkeitsgrades von 50 % und eines 10 %igen Leidensabzugs ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 25'766.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 62,5 %.
Selbst wenn man mit dem Beschwerdeführer berücksichtigen würde, dass er nicht
mehr nur Teilzeit arbeiten kann, sondern darüber hinaus weiteren
gesundheitsbedingten (rheumatologischen und psychiatrischen) Einschränkungen
unterworfen ist (leichte, wechselbelastende Arbeit ohne hohe Anforderungen an
Konzentration, Flexibilität, allgemeine psychische Belastbarkeit, Zeitdruck sowie ohne
hohe Verantwortlichkeit), weshalb ein höherer Leidensabzug als 10 % zuzubilligen
wäre, kann offen bleiben, ob dieser tatsächlich auf insgesamt 25 % festzulegen wäre.
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführt, ergäbe
sich auch mit einem Leidensabzug von 25 % ein Invaliditätsgrad von weniger als 70 %.
3.
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3.1 Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom 10. Juli 2007 als korrekt,
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
3.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG