Decision ID: c308024d-9c8b-52b6-9bea-a2d98cf80689
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die gelernte Detailhandelsangestellte A._ meldete sich am 31. März 2005
erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Sie war
seit 1. September 2001 bei der B._ als Sekretärin tätig (IV-act. 9).
A.a.
Der behandelnde Arzt der Klinik C._ berichtete am 26. April 2005 über einen
Status nach Korrektur einer Skoliose von dorsal Th5-Th12 am 8. Januar 2004 bei
idiopathischer Skoliose thorakal rechtskonvex (vgl. IV-act. 16-23) sowie unspezifische
Schmerzen lumbal und zervikal. Die Versicherte sei von Januar bis 21. Mai 2004 zu
100%, seither zu 50% arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 14-5, vgl. abweichende
Angaben zur Arbeitsunfähigkeit in IV-act. 16-3, 16-34). Dr. med. D._, Allgemeine
Medizin FMH, befand am 8. September 2005, die Versicherte sei weiterhin zu 50%
arbeitsunfähig (IV-act. 25-1 f.).
A.b.
Mit Verfügung vom 8. Dezember 2005 sprach die IV-Stelle des Kantons
Graubünden der Versicherten mit Wirkung ab 1. Januar 2005 eine halbe Invalidenrente
zu (IV-act. 28, 39).
A.c.
Die Versicherte kündigte ihr Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2006 (IV-act. 52) und
gebar im September 20_ einen Sohn (IV-act. 47). Die IV-Stelle des Kantons
Graubünden leitete daher ein Revisionsverfahren ein (vgl. IV-act. 53). Dr. D._ befand
am 8. Januar 2008, die Versicherte sei seit 18. Oktober 2004 in der angestammten
sowie einer adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 55-1 ff.).
A.d.
Mit Verfügung vom 5. November 2008 stellte die IV-Stelle des Kantons
Graubünden die Rente auf Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats bei
einem Invaliditätsgrad von 27% ein. Sie begründete, die Versicherte sei neu zu 100%
A.e.
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als Hausfrau einzustufen und die dortigen Einschränkungen betrügen 27%. Selbst bei
Anwendung der gemischten Methode ergäbe sich ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 14% (IV-act. 67, vgl. Vorbescheidverfahren IV-act. 60, 65). Die von
der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (IV-act. 69) wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil vom 21. April 2009 ab (IV-act.
75).
Am 24. Februar 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 77 f.). Ärzte der Kliniken Valens hielten
am 30. März 2015 eine Brachialgie links sowie eine Skoliose Operation Th5-Th12 im
Januar 2004 mit chronischem Schmerzsyndrom und Lumboischialgien links fest (IV-
act. 93-3 ff.). Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
berichtete am 21. April 2015 über eine Verschlechterung des gesundheitlichen
Zustands der Versicherten. Sie habe selbst eine Ausbildung begonnen, dabei aber
bemerkt, dass sie in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit massivst eingeschränkt sei
(IV-act. 92). Dr. D._ schätzte die Beeinträchtigung in beruflicher und
haushaltführender Tätigkeit am 24. April 2015 auf über 60% (IV-act. 93-1 f.). Dr. med.
F._, Leitender Arzt in den Kliniken Valens, listete am 19. Juni 2015 als Diagnosen
eine generalisierte Insuffizienz der propriozeptiven und posturalen Muskulatur sowie ein
chronisches spondylogenes und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom auf. Infolge
der ausgeprägten Dekonditionierung und der psychosozialen Belastungssituation sei
die zusätzliche Aufnahme einer Arbeitstätigkeit in den folgenden zwei Jahren nicht zu
empfehlen (IV-act. 99).
A.f.
Vom 29. Juni bis 24. Juli 2015 befand sich die Versicherte stationär in den Kliniken
Valens. Die zuständigen Ärzte befanden am 24. Juli bzw. 4. August 2015, der
Versicherten sei eine adaptierte Tätigkeit zumutbar. Vorerst solle sie diese
"Arbeitstätigkeit" im Haushalt umsetzen. In der Folge wäre eine
Wiedereingliederungsmassnahme im geschützten Rahmen sinnvoll (IV-act. 104, 134-51
f., vgl. IV-act. 111). Am 7. August 2015 teilte die zuständige IV-Stelle des Kantons St.
Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) der Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien nicht
angezeigt, da sie sich nicht in der Lage fühle, an solchen teilzunehmen (IV-act. 106).
A.g.
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B.
Die am 20. Mai 2016 durchgeführte Haushaltsabklärung ergab keine konkret
bezifferbare Einschränkung (IV-act. 120). Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 128)
wurde die Versicherte im September und Oktober 2016 durch Ärzte der SMAB AG, St.
Gallen, bidisziplinär (rheumatologisch, psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem
Gutachten vom 25. November 2016 als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Spondylodese Th5 bis Th12 am 8. Januar 2004 wegen Skoliose,
ein lumbales spondylogenes Schmerzsyndrom bei leichten degenerativen
Veränderungen der LWS (Lendenwirbelsäule)-Intervertebralgelenke sowie eine
prolongierte Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) auf. Aus rheumatologischer Sicht
betrage die Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie einer adaptierten Tätigkeit seit
2005 100%, aufgrund der psychischen Probleme bestehe jedoch seit April 2015 eine
Einschränkung von 20% (IV-act. 134).
A.h.
Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 20% (Einkommensvergleich) die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 139). Dagegen erhob die Versicherte am 16.
Februar 2017 Einwand (IV-act. 140). Am 13. März 2017 reichte sie eine gleichentags
erstellte "gutachterliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit" von Dr. F._ ein. Dieser
erachtete die Versicherte seit 1. April 2016 als zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 142,
Fremdakten 2).
A.i.
Am 2. Juni 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
144).
A.j.
Gegen die Verfügung vom 2. Juni 2017 erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) die vorliegende Beschwerde vom 10. Juli 2017. Sie beantragte
darin deren Aufhebung und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei
die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
die Kosten für die fachmedizinische Stellungnahme zu übernehmen. Es sei ihr die
unentgeltliche Prozessführung und -verbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Sie führte aus, es sei weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit
von 50% auszugehen, und beanstandete den von der Beschwerdegegnerin
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der von der
Beschwerdeführerin am 24. Februar 2015 (wieder) angemeldete Rentenanspruch (IV-
act. 77 f.). Gemäss Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Vorliegend ist daher ein
Rentenanspruch ab August 2015 zu prüfen.
vorgenommenen Einkommensvergleich (act. G1). Mit Schreiben vom 3. Juli 2017 zog
die Beschwerdeführerin ihren Antrag auf unentgeltliche Prozessführung vorbehaltlos
zurück (act. G2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. September 2017 die Abweisung der
Beschwerde. Sie brachte vor, bei einer Neuanmeldung seien die Revisionsregeln
unbeachtlich. Selbst wenn diese zu beachten wären, läge ein Revisionsgrund vor, da
es zu einem Methodenwechsel gekommen sei. Es sei auf das SMAB-Gutachten
abzustellen (act. G5).
B.b.
In ihrer Replik vom 30. November 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest. Sie machte geltend, es liege kein Revisionsgrund vor. Das SMAB-
Gutachten stelle lediglich eine andere Einschätzung eines unveränderten Sachverhalts
dar (act. G9).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G10 f.).B.d.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es sei seit der ursprünglichen Verfügung
keine Veränderung ihres Gesundheitszustandes eingetreten (act. G1, G9), ist dies für
das vorliegende Verfahren nicht von Belang. Da eine Wiederanmeldung und nicht ein
Rentenrevisionsgesuch zu beurteilen ist, sind die Bestimmungen zur Revision (Art. 17
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) nicht massgebend. Es ist also nicht zu prüfen, ob seit der
Einstellungsverfügung vom 5. November 2008 (vgl. IV-act. 67) eine wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. Entscheid des
1.1.
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Versicherungsgerichts St. Gallen vom 12. September 2017, IV 2015/105, E. 2.1). Die
Regelung, dass bei rechtskräftigem Rentenbezug nur bei einer
Sachverhaltsveränderung eine Revision erfolgen kann, ist vertrauensschutzrechtlich
begründet. Dieser Aspekt kann auf den vorliegenden Fall, in dem seit Ende 2008 keine
Rente mehr ausgerichtet wird, nicht übertragen werden. Die Beschwerdeführerin
verweist in der Replik auf das Urteil di Trizio und hält fest, dass die Geburt eines Kindes
keinen Revisionsgrund darstelle und die Pensenänderung im vorliegenden Fall einzig
auf die Geburt des Kindes bzw. das Älterwerden zurückzuführen sei, weshalb das
Vorliegen eines Revisionsgrunds zu verneinen sei (act. G 9). Diese Argumentation
überzeugt nicht. Im vorliegenden Verfahren ist nicht zu beurteilen, ob die mit Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 21. April 2009 bestätigte
Rentenrevision rechtmässig war. Es ist auch nicht angebracht, die damalige Revision
quasi wegzudenken, den der früheren Rente zugrunde gelegten Sachverhalt (samt der
damaligen Arbeitsfähigkeitsschätzung) deswegen als weiterhin verbindlich zu
betrachten und den Nachweis einer Sachverhaltsveränderung zu verlangen, obwohl bei
Erlass der angefochtenen Verfügung bereits seit achteinhalb Jahren keine Rente mehr
ausgerichtet wurde.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird unter Invalidität die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
1.3.
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2.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene Verfügung
stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten der SMAB AG
vom 25. November 2016 (IV-act. 134). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die
Beweiskraft ab (act. G1, G9).
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
Die SMAB-Gutachter listeten als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Spondylodese Th5 bis Th12 am 8. Januar 2004 wegen Skoliose,
ein lumbales spondylogenes Schmerzsyndrom bei leichten degenerativen
Veränderungen der LWS-Intervertebralgelenke sowie eine prolongierte
Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) auf (IV-act. 134-16). Diese Diagnosen sind nicht
umstritten und decken sich in somatischer Hinsicht im Wesentlichen mit den übrigen
medizinischen Akten (vgl. IV-act. 14-5, 93-3 ff., 99). Ebenfalls überzeugend und von
den Parteien nicht beanstandet ist die vom psychiatrischen SMAB-Teilgutachter Dr.
med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, geschätzte
Arbeitsunfähigkeit von 20%. Dies ab April 2015, da damals die Symptomatik erstmals
dokumentiert worden sei (IV-act. 134-17 f., 134-46, vgl. IV-act. 92, 134-57 ff.). Die
Beschwerdeführerin bemängelt jedoch die von der SMAB-Teilgutachterin Dr. med.
H._, Fachärztin für Rheumatologie, attestierte Arbeitsfähigkeit von 100% aus
somatischer Sicht seit 2005 (IV-act. 134-35).
2.1.
Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die Einschätzung der
SMAB-Gutachter sei lediglich eine andere Beurteilung eines seit der ursprünglichen
Rentenzusprache unveränderten Sachverhalts (act. G9). Dr. D._ und der damals
2.2.
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behandelnde Arzt der Klinik C._ hatten die Beschwerdeführerin im Jahr 2005 als zu
50% arbeitsunfähig erachtet (IV-act. 14-5, 25-1 f.), was zur Zusprache einer halben
Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 2005 geführt hatte (IV-act. 28, 39). Dr. D._
attestierte der Beschwerdeführerin auch am 8. Januar 2008 noch eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% (vgl. IV-act. 55-1 ff.), die Rente wurde jedoch neu wegen
des geänderten Status mit Verfügung vom 5. November 2008 eingestellt (IV-act. 67).
Am 24. April 2015 schätzte Dr. D._ die Beeinträchtigung in einer beruflichen oder
haushaltsführenden Tätigkeit auf über 60% ein, ohne dies konkret zu begründen (IV-
act. 93-1 f.). Dr. F._ befand am 19. Juni 2015, infolge der ausgeprägten
Dekonditionierung und der psychosozialen Belastungssituation sei die zusätzliche
Aufnahme einer Arbeitstätigkeit in den folgenden zwei Jahren nicht zu empfehlen (IV-
act. 99). Wie Gutachterin Dr. H._ jedoch plausibel ausführte, erklärt sich die damalige
Beurteilung von Dr. F._ möglicherweise durch die Berücksichtigung psychosozialer
Faktoren wie der Doppelbelastung als alleinerziehende Mutter und Hausfrau, was eine
zusätzliche teilweise Arbeitstätigkeit erschweren würde (IV-act. 134-34). Zudem
handelte es sich lediglich um eine Empfehlung von Dr. F._, eine eigentliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung nahm er nicht vor. Am 24. Juli bzw. 4. August 2015
revidierten die ebenfalls für die Kliniken Valens tätigen Dr. med. I._, Abteilungsärztin,
und PD Dr. med. J._, Chefarzt Rheumatologie, die Beurteilung von Dr. F._ vom 19.
Juni 2015 basierend auf einer ergonomischen Abklärung. Sie hielten fest, der
Beschwerdeführerin sei eine adaptierte Tätigkeit zumutbar. Diese "Arbeitstätigkeit"
solle die Beschwerdeführerin vorerst im Haushalt umsetzen. In der Folge wäre eine
Wiedereingliederungsmassnahme im geschützten Rahmen sinnvoll und eine gestaffelte
Steigerung der Belastungen sei zu empfehlen (IV-act. 104, 134-51 f., vgl. IV-act. 111).
Die Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit entspricht somit der
Beurteilung von Gutachterin Dr. H._. Diese führte aus, es hätten sich in ihrer
Untersuchung eine muskulär nur sehr diskret eingeschränkte Beweglichkeit der HWS,
eine naturgemäss eingeschränkte Beweglichkeit der BWS nach Spondylodese und
auch eine eingeschränkte Flexion der LWS gezeigt. Es bestehe eine muskuläre
Dysbalance mit Hypotonien im BWS-Bereich und muskulärer Verspannung zervikal und
lumbal. Es seien nur sehr diskrete Veränderungen an der HWS und der LWS zu finden.
Die Spondylodese sei stabil. Aus objektiv medizinischer Sicht seien die geltend
gemachten dauernden Schmerzen schwer erklärbar, es sei ein stabiler Endzustand
erreicht. Sie schloss überzeugend, eine adaptierte Tätigkeit sei medizinisch-theoretisch
zu 100% zumutbar (IV-act. 134-33). Dr. H._ erwähnte zwar, die Beschwerdeführerin
fühle sich aufgrund der Belastung durch den Haushalt als alleinerziehende Mutter
überfordert und getraue sich nicht, zusätzlich noch einer Arbeit nachzugehen (IV-act.
134-33). Dies ändert jedoch nichts an der theoretischen Arbeitsfähigkeit. Auch RAD-
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Arzt Dr. med. K._ schloss sich der Beurteilung der SMAB-Gutachter an (vgl. IV-act.
136, 143).
Dr. F._ erachtete die Beschwerdeführerin in seiner Stellungnahme vom 13. März
2017 dagegen als zu 50% arbeitsunfähig seit 1. April 2016. Für die Zeit davor verwies
er auf den Austrittsbericht der Kliniken Valens vom 4. August 2015 (Fremdakten 2). Die
dort zuständigen Ärzte Dr. I._ und PD Dr. J._ hatten wie erwähnt (E. 2.2) eine
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit
angenommen (IV-act. 134-51 f., vgl. IV-act. 104). Inwiefern zwischen August 2015 und
April 2016 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sein sollte,
welche zu einer Verringerung der Arbeitsfähigkeit von 100% auf 50% geführt hätte,
begründete Dr. F._ nicht. Bezüglich des SMAB-Gutachtens führte er aus, der
funktionelle Bezug zur bzw. innerhalb der ICD-10-Diagnose fehle, weshalb sich eine
deutlich abweichende Beurteilung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit ergebe. Die SMAB-
Gutachter hätten die Diagnosen solitär nach der ICD-10 Klassifikation betrachtet, die
Funktionalität lediglich im Rahmen der Beschreibung der Bewegungsausmasse nach
Neutral-Null-Methode beurteilt, den Krankheitswert bzw. die Beeinträchtigungen nach
dem Mass der in Anspruch genommenen therapeutischen Leistungen abgeschätzt und
ohne funktionelle Beurteilung die stattfindenden beruflichen und/oder freizeitlichen
Aktivitäten aufgezählt. Dies sei zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ausreichend
(vgl. Fremdakten 2). Entgegen dieser Kritik erhob Dr. H._ die Anamnese sowie den
rheumatologischen Befund ausführlich. Sie prüfte auch die Funktionalität aller
relevanten Körperregionen bzw. Gelenke und erstellte gestützt darauf ein
Belastungsprofil sowie die Arbeitsfähigkeitsschätzung (vgl. IV-act. 134-28 ff.). Die von
Dr. F._ geäusserte Kritik ist damit unbegründet. RAD-Arzt Dr. K._ hielt
diesbezüglich fest, es handle sich bei der Stellungnahme von Dr. F._ um eine andere
Einschätzung desselben medizinischen Sachverhalts, wie ihn die SMAB-Gutachter
beurteilt hätten. Es sei auf das SMAB-Gutachten abzustellen (IV-act. 143).
2.3.
Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
SMAB-Gutachten vom 25. November 2016 (IV-act. 134) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie bidisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte
Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin
vorgebrachten medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven
Gesichtspunkte, welche im Gutachten vom 25. November 2016 ausser Acht gelassen
worden wären (vgl. insb. Fremdakten 2). Sie sind nicht geeignet, das Gutachten in
Zweifel zu ziehen. Schliesslich wurden zwischen dem SMAB-Gutachten und der
2.4.
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3.
Basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 20% ab April
2015 bzw. dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. August 2015 ist nachfolgend der
Invaliditätsgrad zu bestimmen. Dabei hat unstrittig ein Einkommensvergleich zu
erfolgen (zum Vollpensum aus finanziellen Gründen im hypothetischen Gesundheitsfall
vgl. IV-act. 120, 137-2).
3.1 Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird
grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Die
Beschwerdeführerin ist gelernte Detailhandelsangestellte, war aber nach Ende der
Ausbildung nicht mehr in diesem Beruf tätig (IV-act. 2, 101-2 f.). Stattdessen war sie als
Sekretärin bzw. zuletzt bis 31. Mai 2006 als Büroangestellte bei der B._ beschäftigt
(IV-act. 101-2 f., 52). Sie wies jedoch seit der Operation vom 8. Januar 2004 zahlreiche
krankheitsbedingte Absenzen auf und war nur noch in einem Teilzeitpensum tätig (vgl.
IV-act. 17, 52). Ihr seither erzielter Lohn kann damit nicht als massgeblich erachtet
werden. Gemäss IK-Auszug generierte sie in den Jahren 2001 bis 2003 ein
Jahreseinkommen zwischen Fr. 53'533.-- und Fr. 58'488.-- (IV-act. 15). Eine konkrete
Festsetzung des Valideneinkommens kann jedoch insofern unterbleiben, als es sich bei
ihrer letzten Anstellung um eine adaptierte Tätigkeit handelte (vgl. IV-act. 134-33,
134-46) und daher das Validen- sowie das Invalideneinkommen auf der gleichen
Grundlage festzulegen sind. Es rechtfertigt sich daher ein Prozentvergleich.
umstrittenen Verfügung vom 2. Juni 2017 (IV-act. 144) eingetretene massgebliche
Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht substantiiert geltend
gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische
Abklärungen erübrigen sich.
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3.2 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Tätigkeiten behindert sind, im
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie die Gutachter festhielten, hat die
Beschwerdeführerin qualitative Einschränkungen (Wechselbelastung, kein Tragen von
Lasten über 10kg, kein repetitives Bücken, keine Rotationsbewegungen; vgl. IV-act.
134-33) und es ist von der Notwendigkeit einer gewissen erhöhten Rücksichtnahme
seitens des Arbeitgebers auszugehen. Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen
Arbeitnehmern damit lohnmässig benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in
Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S.
139 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E 3.1.2). Es
rechtfertigt sich damit, den Tabellenlohnabzug auf 5% festzusetzen. Für einen
weitergehenden Abzug, wie von der Beschwerdeführerin ohne weitere Begründung
geltend gemacht (act. G1), besteht kein Raum.
3.3 Ausgehend von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten und unter Berücksichtigung eines 5%igen Tabellenlohnabzugs ergibt sich
im Rahmen eines Prozentvergleichs ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
24% (20% + [80% x 5%]). Selbst bei Gewährung des von der Beschwerdeführerin
beantragten Tabellenlohnabzugs von 15% resultierte kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad.
4.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
die Kosten für die fachmedizinische Stellungnahme zu übernehmen (act. G1). Dies
bezieht sich auf die "gutachterliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung"
von Dr. F._ vom 13. März 2017 (Fremdakten 2). Da die Kostentragung nicht
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Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, ist auf den Antrag nicht einzutreten.
Im Sinne eines obiter dictum ist jedoch festzuhalten, dass kein entsprechender
Anspruch bestünde. Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger
die Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine
Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die
Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie sich aus den vorhergehenden
Erwägungen ergibt, war die Stellungnahme von Dr. F._ jedoch zur Beurteilung des
Rentenanspruchs nicht notwendig und änderte nichts an den überzeugenden
Einschätzungen der SMAB-Gutachter.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 2. Juni 2017 nicht zu beanstanden und
die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin anzurechnen.
5.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.