Decision ID: 36780291-9788-415d-8b4d-b6000a1829ca
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
arbeitete bis Ende Juli 2009 teilzeitlich als Küchenhilfe im
Y._
. In der Folge war sie ar
beits
los. Am 2
5.
Januar
2011
meldete sie sich unter Hinweis auf eine psychische Krank
heit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 12/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führt
e
am 1
0.
Februar 2011
ein Ressourcengespräch mit der Versicherten durch (Urk. 12/6
) und teilte ihr am 1
5.
Februar 2011 mit, zurzeit seien keine berufli
chen Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 12/7).
In der Folge holte die IV-Stelle beim letzten Arbeitgeber Informationen ein (Urk. 12/9), liess Ausz
üge
aus dem individuellen Konto der Versicherten erstellen (IK-Ausz
üge
, Urk. 12/10
-11
, Urk. 12/29-30
)
und nahm Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten
(Urk. 12/13, Urk. 12/18-19
). Des Weiteren holte sie das
internistisch-
rheumato
lo
gisch-psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
Dr.
sc. nat. ETH
Z._
,
Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, und
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2
1.
und 2
9.
Deze
mber 2011
samt Beilagen
ein (
Urk.
12/23-24
,
Urk.
12/27
)
.
Gestützt da
rauf sowie auf An
raten des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
hin (vgl. Stellungnahme vom 1
2.
Janu
ar 2012, Urk. 12/34/3) a
uferlegte
die IV-Stelle der Versicherten
unter dem Titel der Schadenminderungspflicht, sich einer
nachhal
tigen
fachärztlich
-
psychiatrischen
sowie einer rheumatologischen
und einer kontrollierten Pharma
ko
therapie zu unterziehen (Urk. 12/28).
Ferner nahm die IV-Stelle am
1.
Oktober
2012 eine Haushal
tabklärung vor (Bericht vom 17.
Oktober 2012, Urk.
12/32) und
stellte der Versicherten mit Vorbescheid
vom 1
7.
Oktober 2012
die
Verneinung
des Anspruchs auf eine Rente in Aussicht (Urk. 12/36).
Hiergeben erhob die Ver
sicherte unter Beilage eines weiteren
Arzt
berichtes
(Urk. 12/41) am 3
0.
Novem
ber
2012 Einwand (Urk. 12/42). Anschlies
send
nahm die IV-Stelle
ein
en
medizini
schen
Verlaufsbericht
zu den Akten (Urk. 12/43), holte
eine RAD-Stellung
nahme ein
(Urk. 12/45/2-3) und wies das Rentenbegehren mit Verfügung vom
7.
Mai 2013 ab (Urk. 12/46 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom
7.
Mai 2013
erhob
die Versicherte
mit Eingabe vom
4.
Juni 2013 Beschwerde und beantragte, es
ihr in Aufhebung der angefochte
nen
Verfügung eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Z
u
dem sei
ih
r
in der Person von
Rechtsanwalt Daniel
Buff
, Winterthur, ein
unent
geltliche
r
R
echtsvertreter
zu bestellen (
Urk.
1 S.
1
).
Der Beschwerde legte sie ei
nen weite
ren Arztbericht bei (Urk. 3/5). Am 1
8.
Juni 2013 beantragte sie zudem die Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 8).
Mit
Beschwerde
antwort
vom
8.
August 2013
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
11
). Mit Verfügung vom
1
4.
August 2013
gewährte das
Sozial
versiche
rungsgericht
de
r
Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ih
r
Rechtsanwalt Daniel
Buff
als unentgeltliche
n
Rechtsvertreter
.
Gleichzeitig stellte es der Versicherten die Beschwerdeantwort zu
(
Urk.
1
3
)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der
Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lich
keit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs
.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsun
fähig
k
eit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Er
werbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be
messen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichter
werbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode
der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
vergleich
, gemi
schte
Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen un
veränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung be
stünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in
wel
chem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei
sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die
Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine
möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504
E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozialversi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen
und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom
1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Das
Valideneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausge
übten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Per
son als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie
bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll er
werbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbe
son
dere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganzta
gestätigkeit
aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invaliden
versicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S.
92
E.
4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetz
lichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Um
ständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen ange
wiesen, die ärztliche und gege
benen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men
,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren
Unter
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
statten
. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
rich
ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
di
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folge
rung
en begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin in der angefochte
nen Verfügung als im Gesundheitsfall zu 45
%
als Küchenhilfe erwerbs- und zu 55
%
im Aufgabenbereich tätig. Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
ging sie von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit aus und ermittelte im Erwerbsbereich unter Berücksichtigung eines
Leidensabzugs von 10
%
einen
ungewichteten
Invaliditätsgrad von 28 % res
pek
tive einen gewichteten von 13
%
. Bezüglich des Aufgabenbereichs nahm sie ba
sierend auf dem Haushaltabklärungsbericht eine Einschränkung von 18
%
ge
wichtet 10
%
an
. Bei einem daraus resultierenden Gesamtinvaliditätsgrad von 23
%
wies sie das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin ab
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie würde im Gesundheitsfall zu 50
%
einer auswärtigen Arbeit nachgehen und zu 50
%
den Haushalt führen
(Urk. 1 S. 1).
Des Weiteren beanstandet sie das Resultat der Begutachtung. Insbesondere sei s
ie wegen ihrer psychischen Krankheit auch im Haushalt zu 50
%
einge
schränkt
. Hinzu komme, dass sich ihre gesundheitliche Situation nach der Be
gutachtung weiter verschlechtert habe (Urk. 1).
3.
3.1
Die vom
8.
Dezember 2010 bis am 2
9.
April 2011 behandelnden Ärztinnen des
B._
nannten in ihrem Bericht vom 1
8.
Mai 2011 die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), bestehend seit circa Mitte 201
0.
Daneben lägen folgende
Be
lastungsfaktoren
vor: Tod eines Familienangehörigen (ICD-10: Z63.4), Probleme mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit nach Arbeitsplatzverlust vor einem Jahr (ICD-10: Z56) und in der Folge zunehmende soziale Isolierung und sozialer Rückzug (Urk. 12/13/1). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Köchin bestehe seit Behandlungsbeginn eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 12/13/2). Dies wegen anhaltender Schmerzzustände, depressiver Stimmungslage mit Antriebs- und Interessenverlust, Energielosigkeit, verminderter Belastbarkeit, Erschöpfung, schneller Ermüdbarkeit und Konzentrationsstörungen. Im Verlauf sei eventuell eine wechselbelastende Tätigkeit in
einem geschützten
Rahmen möglich (Urk. 12/13/3).
3.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte in seinem Bericht vom 2
5.
August 2011 folgende Diag
nosen:
eine depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades (ICD-10: F32.1, F32.2)
eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und Anpassungsstörung (ICD-10: F43.23/24/25)
eine chronische Schmerzstörung (ICD-10: F45.41)
diverse internistische/rheumatologische Störungen.
Allein aus psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit seit Herbst 2010 mindestens 60-70
%
(Urk. 12/18/1-2).
3.3
Der Hausarzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Innere Medizin, gab in sei
nem
Bericht vom
7.
September 2011 an,
das Ausüben
eine
r
Erwerbst
ätigkeit halte er noch in einem Umfang von zwei bis drei Stunden täglich für zumutbar. Dabei
müsse es sich um eine sitzende, stehende oder wechselbelastende Tätig
keit han
deln.
Heben und Tragen könne die Beschwerdeführerin höchstens leichte Ge
wich
te. Nebst den psychiatrischen Diagnosen seien ein panvertebrales
Schmerz
syndrom
, eine klinische Haltungsinsuffizienz sowie muskuläre
Dysba
lance
bei
Dekonditionierung
, eine Adipositas per magna,
Gonarthrosen
beidseits sowie eine
vertebragene
Cephalea
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/19).
3.4
Das Gutachten von
Dr.
Z._
vom
2
1.
Dez
ember 2011 gliedert sich in eine ausführliche Darstellung der Anamnese, der Aktenlage, in Abschnitte über die sub
jektiven Angaben
der Beschwerdeführerin
zum aktuellen Leiden, die aktuelle
Medikation, den internistisch-rheumatologischen Status und die Laborbefunde, so
wie in eine Auflistung der rheumatologischen Diagnosen und die abschlies
sende Beurteilung der zu klärenden Fragen (vgl.
Urk.
12/24/1
).
Die
Untersu
chun
g
erfolgte
am
2
1.
November
2011 (
Urk.
12/24/
2).
Wie der Expertise zu entnehmen ist, klagte
die Beschwerdeführerin
in erster Linie
über
S
chmerzen
am ganzen Körper, insbesondere im Kreuz, an beiden Knien, indes rechts mehr als links, sowie an beiden Schultern und Armen bis zu den Hände
n und am Nacken (Urk. 12/24/20).
Dr.
Z._
führte in ihrer Beurteilung aus, in
der klinischen Untersuchung
sei
die Adipositas dritten Grades der wesentlichste Befund gewesen. Alle
Wirbel
säu
lenabschnitte
und alle Gelenke seien normal beweglich, insbesondere auch beide
Knie.
Radikuläre
Zeichen seien keine vorhanden.
Die bildgebenden CT-Befunde der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule seien gering und be
einträch
tigten die Arbeitsfähigkeit nicht. Die Röntgenuntersuchung beider Knie zeige leich
te bis mässige linksbetonte vor allem mediale
Gonarthrosen
sowie leichte linksbetonte
Femoropatellararthrosen
. Dadurch bestehe eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
in
der angestammten
Tätigkeit
.
Die Ergebnisse der Blutunter
such
ung liessen auf einen deutlichen Vitamin D-
sowie einen Eisen
m
angel
schliessen
. Von den vier untersuchten Medikamenten sei einzig das An
tide
pressi
vum
Trittico
und auch dies nur im untersten therapeutischen Bereich im Blut nachweisbar. Des Weiteren finde sich erneut ein akuter Harnwegsinfekt. Insge
samt erklärten die vorhandenen Befunde weder Dauer noch Ausmass der ge
klagten Beschwerden
. Bei den Muskelschmerzen könne es sich um ein Symptom
des Vitamin-D-Mangels handeln
(Urk. 12/24/29).
Der Handeinsatz der Beschwer
de
führerin sei bei der Untersuchung normal gewesen. Die
Gebrauchs
spuren
an
den Fingerkuppen des Daumens und des Zeigefingers beidseits stammten gemäss
den Angaben der Beschwerdeführerin von der Holzfeuerung und vom
Stockein
satz
. Dies seien plausible Erklärungen. Diskrepant dazu sei die gezeigte maxi
male Handkraft
von 35.5
%
der Norm rechts und 40
%
links, wel
che wohl auf
eine Selbstlimitierung zurückzuführen sei
. Denn aus rheumatolo
gischer Sicht gebe
es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits
. Ange
sichts dessen, dass im Blut beziehungsweise im Urin entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin keine Spuren des Schmerzmittels
Mepha
dolor
, des Antide
pressivums
Cipralex
sowie des Beruhigungsmittels
Temesta
zu finden gewesen seien, könne postuliert werden, dass sich die Beschwerdeführe
rin selbst als nicht derart krank einschätze, dass sie medizinische Massnahmen korrekt durchführen würde
(Urk. 12/24/30).
Die Beschwerdeführerin sei durch die eingeschränkte Funktion ihrer Knie limi
tiert. Zudem könne sie
nur noch Lasten bis 15 Kilogramm heben oder tragen, was
einem leichten bis mittelschweren Belastungsniveau entspreche (Urk. 12/24/31).
Als Küchenhilfe sei sie
wahrscheinlich seit dem 1
8.
Juli 2011
nicht mehr arbeitsfähig, da diese Tätigkeit hauptsächlich stehend ausgeübt werde. Für die zuvor ausgeübte Montagearbeit sei sie indes ohne Einschränkung zu 100
%
arbeitsfähig, denn diese sei wechselbelastend
ausübbar
. In adaptierten Tätig
kei
ten sei sie
von den somatischen Beschwerden her
a
llgemein zu 100
%
arbeits
fähig (Urk. 12/24/32).
3.5
Am
5.
Dezember
2011 wurde
die Beschwerdeführerin
von
Dr.
A._
psychiat
risch begutachtet. Grundlage seiner Beurteilung bildeten seine Untersuchungs
befunde inklusive die Ergebnisse
zweier
psychologischer Te
sts (Beck
Depressi
ons
-
Inventar
sowie Panik- und Agoraphobie-Skala), das internistisch-rheuma
tolo
gische Gutachten von
Dr.
Z._
sowie die übrigen ihm zur Verfügung ge
stell
ten Akten (
Urk.
12/27/1, Urk. 12/27/5-6
). Dem Gutachten ist zu entneh
men,
dass
die Beschwerdeführerin
pünktlich und ordentlich gepflegt zur Begut
ach
tung
erschien
en sei
und die ih
r
gestellten Fragen
mit leichter Verzögerung
klar und
präzis beantwortet habe, was
auf
leichte Konzentrationsstörungen
hin
deute.
Weiter
führte
Dr.
A._
aus, die übrigen
mnestische
n
Funktionen seien intakt.
Im formalen Denken sei sie leicht verlangsamt, inhaltlich hätten sich in
des keine
Hin
weise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen erge
ben. Im Affekt
sei sie deprimiert, intermittierend innerlich unruhig, und die af
fektive
Schwing
ungsfähigkeit
sei reduziert (Urk. 12/27/5).
Die psychologischen Tests wiesen auf
eine
sehr schwere
depressive Symptomatik sowie einen
mittle
ren
Grad der Beein
trächtigung durch eine Angststörung hin
. Belastend seien insbesondere die
anti
zipatorische
Angst und die agoraphobische Vermeidung (Urk. 12/27/6)
.
Nach dem tragischen Verlust des ältesten Sohnes habe die Be
schwerdeführerin trotz der protrahierten Trauerreaktion und der Entwicklung einer Anpassungsstörung
dank offenbar vielen Persönlichkeitsressourcen für ihre verbleibende Familie ge
sorgt und sogar über sechs Jahre teilzeitlich als Kö
chin gearbeitet. Die nach dem Tod ihres Sohnes aufgetretenen Leiden seien ab
solut glaubhaft. Deswegen sei aber keine posttraumatische Belastungsstörung zu diagnostizieren, da sie weder Zeugin des gewaltsamen Todes ihres Sohnes noch selbst Opfer von Gewalt ge
worden sei. Zudem habe sie noch jahrelang eine konstante Arbeitsleistung er
bracht. Die aufgetretenen Symptome könnten höchstens einer sonstigen Reak
tion
auf eine schwere Belastung (ICD-10: F43.8) zugeordnet werden, welche aber die Arbeitsfähigkeit nicht nachhaltig einge
schränkt habe.
Durch das mehrfache Er
leiden von Schicksalsschlägen sei die Anpassungsfähigkeit weitgehend ausge
schöpft. Bei seit dem Tod ihres Sohnes bestehender intermittierender
Anpass
ungs
störung
mit depressiven Verstimmun
gen, Ängsten, Sorgen, Anspannungen, Wut und Zurückgezogenheit habe die Re-Traumatisierung durch den Tod ihres Bruders im Sommer 2010 die psychi
sche Belastbarkeit zusätzlich reduziert.
I
m
Oktober 2010
sei es dann
zum Aus
bruch der depressiven Störung gekommen. Die
jahrelangen emotionalen Kon
flikte hätten zudem zu einer anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung
ge
führt
. Zusammenfassend leide die Beschwerdefüh
rerin
sowohl objektiv als auch testpsychologisch unter mittelschweren
Konzentra
tions
störungen
, verlangsam
tem Gedankengang, reduzierter psychischer Belastbarkeit, reduzierter geistiger Flexibilität, Antriebsstörungen und reduzierter
Durchhalte
fähigkeit
, die ihre Ar
beitsfähigkeit im angestammten Beruf als Köchin um min
destens 50
%
ein
schrän
kten
(Urk. 12/27/6-7)
.
Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit
Oktober 2010 gelte für alle Tätigkeiten auf dem freien Wirtschaftsmarkt
. Wäh
rend der
tages
klinischen
Behandlung vom
8.
Dezember 2010 bis zum 2
9.
April 2011 sei ihr gar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren
(Urk. 12/27/8).
Die Haus
haltstätigkeit
hingegen
sei angesichts der Freiheit bezüglich der
Arbeits
eintei
lung
ideal adaptiert. Auch aufgrund der anamnestischen Angaben be
zieh
ungs
weise aufgrund der Schilderung der Tagesstruktur von Seiten der Beschwer
d
e
führerin könne ihr
aus psychiatrischer Sicht
keine Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit im Haushalt attestiert werden (Urk. 12/27/7
, Urk. 12/27/9
).
3.6
Aus interdisziplinärer Sicht hielten
Dr
.
Z._
und
Dr.
A._
fest, die bishe
rige Tätigkeit als Küchenhilfe sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar.
Eine die Funktionseinschränkungen der Knie berücksichtigende leichte bis mit
tel
schwere Tätigkeit könne noch zu 50
%
ausgeübt werden (Urk. 12/27/10). Für die Tätigkeit im Haushalt könne der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähig
keit attestiert werden (Urk. 12/27/11).
3.7
Am
1.
Oktober 2012 erfolgte eine Haushaltabklärung, über welche am 17. Okto
ber
2012 berichtet wurde (
Urk.
12/32). Unter Berücksichtigung der verschiede
nen Tätigkeitsbereiche ermittelte die Abklärungsperson eine Ein
schränkung von
17,75
%
(
Urk.
12/32/9
). Dabei berücksichtigte sie die zumut
bare
Mitwirkungs
pflicht
des
IV-berenteten Ehegatten sowie der im selben Haus lebenden Kinder
(
Urk.
12/32/6-9
).
Zur Qualifikation führte die Beschwerdeführerin anlässlich der
Haushaltabklä
rung
an, ihre letzte Festanstellung
im Umfang von rund 40
%
habe sie
wegen
ihrer trauerbedingt reduzierten Arbeitsleistung sowie aus betrieblichen und wirt
schaftlichen Gründen verloren (Urk. 12/32/3).
Sie habe mehr arbeiten wol
len un
d ihren damaligen Chef auf eine Erhöhung des Arbeitspensums angespro
chen. Weitere Stellenbemühungen habe sie indes vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
nicht
unternommen. Im Gesundheitsfall würde sie gemäss ihren eige
nen Anga
ben
zu 60 bis 70
%
einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachge
hen, am liebsten in einer Küche (Urk. 12/32/4
).
Die Abklärungsperson
berück
sichtigte, dass die Beschwerdeführerin sich
während ihrer Arbeitslosigkeit
für Erwerbstätigkeiten im Rahmen von 30 bis 50
%
bewarb, dass sie zuletzt rund 40 % gearbeitet hatte, indes bei der Arbeitslosenversicherung eine
Vermitt
lungsfäh
igkeit
von 50
%
angegeben hatte sowie
dass sie sich trotz der bereits seit Jahren besteh
en
den Notwendigkeit aus finanzieller Sicht nicht um eine an
dere oder zusätzliche Stelle bemüht hatte. In Würdigung dieser Umstände ge
langte sie zum Schluss, die Beschwerdeführerin würde im Gesundheitsfall zu 40 bis 50
%
einer Erwerbs
tätigkeit nachgehen, weshalb von einem Durchschnitt von 45
%
auszugehen sei (Urk. 12/32/4).
3.8
Am
2.
November 2012 berichtete
Dr.
D._
,
der Gesundheitszustand
der Be
schwerdeführerin habe sich verschlechtert. Die Kniebeschwerden hätten zuge
nommen. So zeige das MRI des linken Kniegelenks einen fortgeschrittenen Knor
pelabbau
femorotibial
medial sowie eine Läsion des medialen Meniskus. Ebenso
habe sich die Depressivität verschlimmert. Die Schmerzen am gesamten Be
weg
ungs
apparat, insbesondere an der Wirbelsäule, hätten ebenfalls zuge
nommen. Da
neben sei eine generelle
Ödemneigung
mit
Fussrückenschwellun
gen
und Wurst
fingern
aufgetreten
, welche die Beschwerdeführerin zusätzlich behinder
ten.
Bei einer Gewichtszunahme auf 127,8 Kilogramm sei sie auch in der Beweg
lich
keit zunehmend
eingeschränkt
. Auf dem konkreten Arbeitsmarkt sei sie chan
cen
los. Theoretisch sei eine wechselbelastende, sitzende Tätigkeit ohne Heben von Lasten in einem geringen zeitlichen Umfang zumutbar (Urk. 12/41).
3.9
Der behandelnde Psychiater
Dr.
C._
nannte in seinem Verlaufsbericht vom
22. Februar 2013 eine Verschlechterung seit seinem Bericht vom 2
5.
August 201
1
infolge einer weiteren Gewichtszunahme. Es liege mit grosser Wahr
schein
lich
keit
eine deutliche Reduktion der Erwerbsfähigkeit vor, deren Grad er vom Sprech
zimmer aus nicht zu bestimmen vermöge (Urk. 12/43).
3.10
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt am 1
2.
Dezember 2012 sowie am
1.
Mär
z 2013 fest, man könne auf das
Gut
ach
ten
von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
sowie auf den
Haushaltabklä
rungs
bericht
abstellen. Denn bezüglich der somatischen Beschwerden sei der
Haushalt
ab
klärungsbericht
ausreichend aktuell und im psychischen Bereich sei keine Ver
schlechterung dargetan (Urk. 12/45/2
-3
).
3.11
Am 2
9.
Mai 2013 führte
Dr.
D._
aus, ab dem
1.
Mai 2013 könne er eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für das Erwerbsleben und die Haushaltsarbeit vor allem wegen des massiven Übergewichts bestätigen (Urk. 3/5).
4.
4.1
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind
analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis)
verschiedene Faktoren zu be
rücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Per
son
verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen so
wi
e den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächti
gung
en
und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu be
rücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht auf
zuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und ange
messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu,
ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S.
218 E.
2.3.2 [in
BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03
vom
6.
April 2004 E.
5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f.
E.
4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilf
losig
keit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im
Abklärung
s
bericht
enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im
Haushalt
massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes
Abklärungs
berichts
, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von
teiler
werbs
tätigen
Ver
sicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006, E. 3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung
des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren
kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätz
lich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es
um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Be
ur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E.
5.3).
Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die
fach
me
di
zinischen
Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre ge
wohn
ten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stel
lung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushaltsab
klärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist,
das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschrän
kung
en zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts 9C_631//2009 vom 2. Dezember 2009,
E. 5.1.2 mit Hinweisen).
4.2
Der von der Beschwerdegegnerin veranlasste Haushaltabklärungsbericht erfüllt
all
diese
von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen vollumfänglich. Gegen
teiliges ist weder aus den Akten ersicht
lich noch geltend gemacht worden.
So wurde der Bericht von einer qualifizier
ten Person verfasst, die bei der Be
schwer
deführerin zuhause war und somit Kenntnis von den örtlichen und räum
lichen Verhältnissen hatte. Ihre Beurtei
lung erfolgte gestützt auf ihre umfassen
den Abklärungen der häuslichen Ver
hältnisse sowie unter Berücksich
tigung der Angaben der Beschwerdeführerin. Des Weiteren wurde der Bericht hinreichend sorgfältig und detailliert abgefasst, indem zu jeder anfallenden Aufgabe ausge
führt wurde, was diese beinhaltet, was der Beschwer
deführerin noch zuzumuten ist und wie es um die
Schaden
minderungspflicht
steht.
4.3
Die Beschwerdeführerin führte an, sie sei
auch
wegen ihrer psychischen Krank
heit bei der Haushaltsführung eingeschränkt (Urk. 1 S. 2). Dem Gutachten von
Dr.
A._
ist hingegen zu entnehmen,
die Beschwerdeführerin
sei
aus psychi
atrischer Sicht nicht eingeschränkt
bei der Haushaltsführung
. Zur Begründung führte er an,
d
ie Haushaltstätigkeit sei angesichts der Freiheit bezüglich der
Ar
beitseinteilung
ideal adaptiert. Auch aufgrund der anamnestischen Angaben be
ziehungsweise aufgrund der Schilderung der Tagesstruktur von Seiten der Be
sc
hwerdeführerin könne ihr keine Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit im Haus
halt attestiert werden (
Urk.
12/27/7,
Urk.
12/27/9).
Die psychischen Einschrän
kung
en in der freien Wirtschaft sind durch mittelschwere Konzentrationsstö
rungen, verlangsamten Gedankengang, reduzierte psychische Belastbarkeit, re
du
zierte geistige Flexibilität, Antriebsstörungen und reduzierte
Durchhaltefä
higkeit
bedingt (Urk. 12/27/7). Es ist plausibel, dass sich diese Einschränkungen nicht auswirken im Haushalt der Beschwerdeführerin, in welchem
keine
betreu
ungs
be
dürftigen
Personen leben (vgl. Urk. 12/32/5)
, wo eine flexible Zeiteintei
lung möglich ist und bei Bedarf Pausen eingelegt werden können.
Die Abweichung zur Einschätzung von
Dr.
D._
,
wonach die Beschwerde
füh
rerin im Haushalt zu 50
%
eingeschränkt sei (Urk. 3/5 S. 1), lässt sich dadurch
erklären,
dass die
Abklärungsperson zusätzlich die juristischen Ge
sichtspunkte de
r Schadenminderungs- inklusive Mitwirkungspflicht
berücksich
tigte
. So hielt sie
beispielsweise fest, dem im gemeinsam
en Haushalt
lebenden Sohn sei es im
Rah
men der Mitwirkungspflicht zumutbar, die Beschwerdeführe
rin beim Abwasch
zu entlasten (Urk. 12/32/7), und der Beschwerdeführerin sei es im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar, die Wäsche in kleinen Portionen in die Wasch
küche hinunter zu tragen (Urk. 12/32/8)
.
4.4
Bezüglich des Berichts über die Haushaltabklärung vom
1.
Oktober 2012 ist der Einwand der Beschwerdeführerin nicht relevant, wonach sich ihr Gesundheits
zustand insbesondere durch die
Gewichtszunahme laufend ver
schlechtere (vgl.
Urk. 1 S. 3).
Denn der Grossteil der angeführten Gewichtszu
nahme auf 130,1 Kilo
gramm erfolgte bereits vor der Haushaltabklärung. Am
2.
November 2012, einen Monat nach der Abklärung, wog die Beschwerdefüh
rerin bereits 127,8 Kilo
gramm (Urk. 12/41/1).
Das starke Übergewicht fiel der Abklärungsperson denn auch sofort auf
(Urk. 12/
32/2).
Bei der Abklärung wurde dieses somit berück
sichtigt.
Demnach war die im Haushaltabklärungsbericht vom 17. Oktober 2012 festge
haltene Einschränkung im Haushalt von 17,75
%
(Urk. 12/32/9) im Zeitpunkt des
Erlasses der ange
fochtenen Verfügung aktuell und es kann darauf abgestellt werden.
4.5
Bezüglich der Einschränkung im Erwerbsbereich stellte die IV-Stelle auf das Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
ab.
Hiergegen wehrte sich die Be
schwerdeführerin, weil sie
seither rund 14 Kilogramm zugenommen habe und zu
sätzlich eine latente Schilddrüsenunterfunktion, ein Prädiabetes, eine inter
kur
rente Bronchitis
purulenta
mit persistierendem Husten, ein Harnwegsinfekt, eine
persistierende Urinbelastungsinkontinenz,
hypertensive
Blutdruckwerte so
wie
Kribbel
parästhesien
im linken Fuss aufgetreten seien (Urk. 1 S.
3
in Verbin
dung mit Urk. 3/5).
Dem mit der Beschwerde eingereichten Bericht von
Dr.
D._
vom
2
9.
Mai 2013 ist zu entnehmen, eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit bestehe vor allem wegen des massiven Übergewichts (Urk. 3/5).
Fettleibigkeit begründet
jedoch
grundsätzlich keine leistungsbegründende Inva
lidität, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidi
sie
rend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durc
h zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Er
werbsfähig
keit
beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (ZAK 1984 S.
345 f. E.
3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007
,
E.
4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007
,
E.
3).
Ein
e solche Konstellation ist bei der Beschwerdeführerin aber nicht ausgewiesen. Auf die Beurteilung von
Dr.
D._
kann
nach dem Gesagten
nicht abgestellt werden.
Im Übrigen wurden die durch das Übergewicht verursachten objektivierbaren Beschwerden,
insbesondere die Kniebeschwerden, bereits insofern
berücksich
tigt, als
kniebe
las
tende
oder
eine gute Kniefunktion
voraussetzende Tätigkeiten für nicht zumut
bar erachtet wurden
sowie
das mögliche
Beschäftigungsfeld auf
leichte bis mitte
l
schwere Tätigkeiten
begrenzt wurde.
Bezüglich der übrigen genannten Beschwer
den (Schilddrüsenunterfunktion,
Prä
dia
betes
, Hustenproblematik etc.) ergibt sich
weder aus dem Gutachten noch aus anderen ärztlichen Berichten, dass diese einen ungünstigen Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben
.
Aus psychiatrischer Sicht ist ebenfalls nicht von
einer Verschlechterung zwi
schen der Begutachtung durch
Dr
.
A._
und dem Verfügungserlass auszuge
hen. Denn der behandelnde Psychiater
Dr.
C._
sah die
angeführte
Verschlech
te
rung ebenfalls in der Gewichtszunahme samt deren Komplikationen
begrün
det
.
Eine Verschlechterung der psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin ist dem
Bericht indes nicht zu entnehmen (Urk. 12/43/1).
Dazu, dass
Dr.
C._
bereits in seinem Bericht vom 2
5.
August 2011 eine höhere
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 60-70
%
nannte (Urk. 12/18/2), ist anzu
mer
ken,
dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht
er
messensfrei
erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene me
di
zinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zul
ässig und zu respektieren
sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2013 vom 2
2.
Mai 2013, E.
5.1 mit Hin
weis).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass auf die von
Dr
.
Z._
und
Dr.
A._
angegebene 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit abzu
stellen ist.
5.
5.1
Ferner
ist
strittig, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 45 oder zu 50
%
erwerbstätig wäre (vgl. Urk. 2 S. 2 und Urk. 1 S. 1). Wie aus den nachfol
genden Erwägungen hervorgeht, besteht auch im Falle der Qualifikation als zu 50
%
Erwerbstätige kein Rentenanspruch, weshalb
die Statusfrage in diesem
Rahmen (45- oder 50%ige Erwerbstätigkeit) offen bleiben kann.
Eine Erwerbs
tätig
keit von über 50
%
ist nicht überwiegend wahrscheinlich
, nachdem die Be
schwerdeführerin
sich während Jahren
vom 2
0.
Januar 2004 bis am 31. Juli 2009
mit Arbeitseinsätzen von acht bis zehn Tagen pro Monat begnügt (
Urk. 12/9/1, Urk. 12/9/4) und sich während ihrer Arbeitslosigkeit für Stellen mit
Pensen
von 30 bis 50
%
bew
o
rb
en hatte
(Urk. 12/32/
3-
4).
5.2
Ihre letzte Arbeitsstelle verlor die Beschwerdeführerin
, weil diese durch einen
langjährigen Koch besetzt wurde
(Urk. 12/
9/8
)
respektive aus betrieblichen Grün
den (Urk. 12/9/10)
, mithin nicht aus gesundheitlichen Gründen.
Demnach wäre
die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall nicht mehr in der
Y._
tätig. Obwohl sie am liebsten wieder in einer Küche gearbeitet hätte (Urk. 12/32/4),
kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausge
gangen werden, dass sie
wieder eine Anstellung in einer Küche gefunden hätte. So bewarb sie sich beispielsweise auch im Reinigungsbereich
(Urk. 12/32/3).
Vor ihrer Anstellung als Küchenhilfe hatte sie einfache Montagearbeiten ausgeführt (Urk. 12/24/2). Über eine Berufsausbildung verfügt sie nicht (Urk. 12/2/5).
Daher ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
eine Hilfstätigkeit, die keine Berufs- und Fachkenntnisse erfordert, ausüben würde.
5.3
Ebenso sind ihr
weiterhin
Hilfstätigkeiten zumutbar, wobei nur leichte bis
mittelschwere
und vor allem
k
nieschonende
Arbeiten in Frage kommen
.
Somit ist
sowohl beim Vali
den
-
als auch beim Invalideneinkommen das Einkommen für einfache und re
petitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4)
beziehungsweise in beiden Fällen
die selbe
Zahl
heranzuziehen
.
Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und einer 50%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ergibt sich ein
Inva
lidi
tätsgrad
von 0
%
.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen
Prozent
vergleich
, bei welchem kein Leidensabzug vorgenommen werden dürfte (Urteil
9C_109/2013 vom
9.
April 2013, E.
4.2), sondern lediglich um eine Verein
fach
ung
der Be
rechnung. Denn
der Beschwerdeführerin ist ihre zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Küchenhilfe unbestrittenermassen nicht mehr zumutbar.
5.4
Die für den Haushaltbereich ermittelte Einschränkung von 17,75 % (vgl. vor
steh
ende E
.
4.4) beträgt gewichtet 8,9 % (Aufgabenbereich 50 %; 17,75 % x 0,5).
Da der Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich gesundheitsbedingt keine
Erwerbs
einbuss
e
entsteht (vgl. vorstehende E
. 5.3), liegt der Invaliditätsgrad unter den für
eine Rente relevanten 40 %. Daran würde auch ein leidensbedingter Abzug, wie ihn die Beschwerdeführerin fordert (vgl. Urk.
1 S. 3), nichts ändern. Selbst unter Berücksichtigung des höchstmöglichen Abzugs von 25 % (vgl. BGE 126 V 75), der gewichtet 12,5 % betrüge, ergäbe sich zusammen mit der auf den Auf
ga
ben
bereich entfallende
n Einschränkung von 8,9 % kein
Invaliditätsgrad von mindestens 40 %.
Da ein Rentenanspruch nach dem Gesagten nicht ausgewiesen ist, ist die Be
schwer
de abzuweisen.
6.
6
.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge der ih
r
gewährten un
entgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men
;
dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
).
6.2
Mit
Kostennote vom
1
7.
November
2014 machte der unentgeltliche Rechtsver
treter des Beschwerdeführers einen Aufwand von
22
,95 Stunden und
Fr.
78.50 Barauslagen geltend (
Urk.
15). Der geltend gemachte Aufwand erstreckt sich auf
den Zeitraum vom 3
0.
Oktober 2012 bis zum 2
8.
August 201
4.
Rechtsanwalt Danie
l
Buff
wurde indes
vom hiesigen Gericht
nur für das vorliegende Verfah
ren, nicht hingegen für das Verwaltungsverfahren, als unentgeltlicher Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin bestellt (vgl. Urk. 13). Daher sind nur seine
Aufwände ab dem 2
4.
Mai 2013
im Umfang von
11,2 Stunden
zu entschädigen.
Welcher Anteil der geltend gemachten Barauslagen auf die Zeit des
Beschwer
deverfahrens
entfällt, ist nicht ersichtlich. Da der Zeitaufwand ungefähr je zur Hälfte auf das Verwaltungsverfahren und auf das Beschwerdeverfahren entfiel, ist bei den Barauslagen vom selben Verhältnis auszugehen. Somit sind sie um die Hälfte auf
Fr.
39.25 zu kürzen. Es resultiert
eine Entschädigung von
Fr.
2‘461.60
(
11,2
Stunden x
Fr.
200.--
[
Fr.
2‘240.--]
zuzüglich Barauslagen von
Fr.
39.25
zuzüglich Mehrwertsteuer von 8
%
).
In diesem Umfang ist
d
er unent
geltliche Rechtsvertreter für seine Bemühungen und Barauslagen aus der Ge
richtskasse zu entschädigen.