Decision ID: 24399871-0e62-4508-9524-9e077750bc20
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, arbeitete zuletzt seit 1991 als
Hilfsmagaziner
und Hilfsmonteur Kältetechnik bei der
Y._
AG
(beziehungsweise deren
Vor
gängerfirmen
,
Urk.
8/12 und
Urk.
8/18)
.
Wegen einer medial betonten
Gon
arthrose
rechts bei Status nach
Teilmeniskektomie
rechts im Februar 2006 wurde er ab 24. September 2007 vollumfänglich arbeitsunfähig geschrieben
. Am 15. April 2008 (
Urk.
8/3)
meldete
er
sich unter Hinweis auf Schmerzen und Arthrose im rechten Knie und der linken Hüfte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog verschiedentlich Akten des Krankentaggeldversicherers
, der Helsana Versicherungen AG,
bei und tätigte medizinische sowie berufliche Abklärungen.
Die Anstellung bei der
Y._
AG wurde ihm
- nach weiterhin anhaltender Ar
beitsunfähigkeit -
am 2
2.
September 2008 (
Urk.
8/23) per 31. Dezember 2008 gekündigt.
Nachdem ein geplantes Arbeitstraining wegen verschlechterter gesundheitlicher Situation nicht hatte durchgeführt werden können (Verlaufsprotokoll vom
6. Juli 2012,
Urk.
8/34), holte die IV-Stelle einen aktuellen Arztbericht ein (
Urk.
8/39), nahm Einsicht in ergänzende Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
8/40) und stellte mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2012 (
Urk.
8/44) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
Im Rahmen des
Einwandver
fahrens
(
Urk.
8/45-49 und
Urk.
8/54) legte der Versicherte verschiedene
Arztbe
richte
auf (
Urk.
8/53,
Urk.
8/56; vgl. auch
Urk.
8/67-69), worauf die IV-Stelle eine psychiatrische und orthopädische Untersuchung durch Mediziner ihres Re
gionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) veranlasste (Berichte vom 8. Mai 2013,
Urk.
8/70-71).
Nach Eingang weiterer ärztlicher Berichte (
Urk.
8/72,
Urk.
8/76 und
Urk.
8/82) verfügte die IV-Stelle am 10. September 2013 (
Urk.
2) im ange
kündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 11. Oktober 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, eine psychiatrische und orthopädische Begutachtung in die Wege zu leiten; gestützt auf das Gutachten sei über den Anspruch auf eine Invalidenrente neu zu verfügen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte am 11. November 2013 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Am 1
2.
November 2013 (
Urk.
9) legte der Versicherte weitere medizinische Unterlagen auf (
Urk.
10/1-2). Am 11. Dezember 2013 (
Urk.
11) zog das Gericht die Akten des Kranktaggeldversicherers
bei (
Urk.
14/1-106 und
Urk.
16). Im Rahmen des
zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest (
Urk.
21 und
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Der seit 1995 behandelnde
Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Medizin FMH, diag
nostizierte mit Bericht vom 17. Juni 2008 (
Urk.
8/15/2-6) eine schwere
Gon
arthrose
rechts seit 2005, eine
Coxarthrose
beidseits (linksbetont) seit 2007, ein
Lumbovertebralsyndrom
links sowie einen Status nach
Menisk
ek
tomie
rechts/Gelenkstoilette im Juni 2006
(
Ziff.
1.1)
.
Im angestammten Beruf attes
tierte er eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit 24. September 2007 (
Ziff.
2), eine angepasste Tätigkeit erachtete er als vollzeitlich zumutbar (
Ziff.
5.2).
Am 11. September 2012 (
Urk.
8/39/1-4) ergänzte er die Diagnos
e
liste um eine
Epicondylopa
t
hia
beidseits seit 2011 (
Ziff.
1.1)
und
erachtete eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit (vorwiegend sitzend) als zu 50 bis 100
%
zumutbar (
Ziff.
1.7).
2.2
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin, spez. Rheumatologie, schilderte in sei
nem
Konsiliarbericht
zu
Handen
des Krankentaggeldversicherers vom 18. Juni 2008 (
Urk.
16) die vorhandenen bildgebenden Untersuchungsresultate: Im Knie
gelenk (Aufnahme vom
2.
Oktober 2007) zeige sich eine
fortgeschrittene
medi
ale
Gonarthrose
mit
Osteophytenbildungen
am
Tibiaplateau
und
Femurkondylus
sowie eine Retropatellararthrose mit deutlicher Ausziehung am
Oberpol
. Die
Be
ckenaufnahme
(vom 4. Februar 2008) zeige
dysplastische
Hüftgelenke mit be
ginnender
Coxarthrose
linksbetont (rechtsseitig diskrete degenerative Verände
rungen, deutliche Ausziehungen linksseitig
, S. 2)
.
Er diagnostizierte eine fortgeschrittene mediale und
retropatelläre
Gonarthrose
rechts mit diskreter Ergussbildung und beginnender Oberschenkelatrophie, eine beginnende
Coxarthrose
links sowie eine diskrete Sklerose rechts (aktuell
asymptomatisch) und ein chronisches Facettengelenks-fortgeleitetes
lumbover
tebrales
Schmerzsyndrom links bei degenerativen Veränderungen (
Diskopathie
mehrsegmental L3 bis S1 mit beginnender
Spondylarthrose
beidseits, deutlich
fortgeschritten
L5/S1, S. 3).
Dr.
A._
befand den Beschwerdeführer bei bestehender Dreietagenproblematik als nicht mehr arbeitsfähig in der angestammten Tätigkeit als Hilfsmonteur (Überlastung des Knie-
und
Hüftgelenks
sowie
der lumbalen Wirbelsäule). Er erwartete keine Besserung der Arbeitsfähigkeit, auch nicht durch einen operati
ven Eingriff am Kniegelenk rechts mit Teilprothese, wegen der Pathologie in Hüfte und Rücken. Ohne operative Intervention befand er eine
behinderungsan
gepasste
Tätigkeit als zu 80
%
zumutbar (mit entsprechendem Profil, S. 4).
2.
3
Die psychiatrischen Spezialisten des
B._
,
med.
pract
.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
und
Dr.
phil.
D._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, bei welchen sich der Beschwerdeführer nach Erhalt des Vorbescheides in Behandlung begeben hatte, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 11. Januar 2013 (
Urk.
8/53) aus ihrem Fachbereich eine mittelgradige depressive Episode sowie eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (S. 1). Sie verwiesen auf seit Beginn der Knie
schmerzen im Jahr 2003 sowie der Schmerzen in Hüfte, Fuss, Ellbogen und Lendenwirbelsäule (LWS) geklagte Schlafstörungen, Lust- und Interesselosigkeit, Gedankenkreisen, Rückzug, Antriebslosigkeit, Sinnlosigkeitsgedanken, Verlust von Selbstvertrauen, Müdigkeit. Sie schilderten weiter deutliche Depressionen seit dem Tod des Bruders im Jahr 2001 (S. 2).
2.4
2.
4
.1
Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung durch med.
pract
.
E._
,
Fach
ärztin
Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie FMH, RAD, vom
15. April 2013 (Bericht vom 8. Mai 2013,
Urk.
8/71) klagte der Beschwerdeführer über anhaltende Schmerzen im rechten Knie, im rechten Fuss, in beide
n
Ellen
bogen, in der Hüfte, der LWS und der Schulter-/Nackenregion. Die Beschwerden würden durch körperliche Belastung verstärkt. Beim Gehen habe er starke Schmerzen. Im Liegen seien die
Schmerzen
etwas geringer ausgeprägt. Insge
samt könne er maximal 20 bis 30 Meter zu Fuss gehen, danach leide er unter starken Rückenschmerzen. Auch im Sitzen leide er unter starken Rücken
schmerzen. Diese bestünden Tag und Nacht, daher könne er nicht mehr tief schlafen. Auch Alltagsbelastungen wie zum Beispiel spazieren gehen seien ihm nicht mehr möglich (
Ziff.
1).
Nach Einsichtnahme in die medizinischen
Vorakten
(
Ziff.
7 S. 7) und
Durchfüh
rung
verschiedener
Untersuchungen (
Ziff.
7)
diagnostizierte med.
pract
.
E._
eine fortgeschrittene mediale
Gonarthrose
rechts, eine beginnende
Cox
arthrose
links, eine generalisierte
Dorsolumbalgie
sowie eine Arthralgie beider Ellenbogen (
Ziff.
8). Sie führte aus, die in den Vorberichten dokumentierte
Po
lyar
t
hrose
mit Betonung des rechten Kniegelenkes habe im Rahmen der Unter
suchung nachvollzogen werden können. Der klinische Untersuchungsbefund entspreche im Wesentlichen demjenigen, welcher von den Ärzten des
Spitals F._
bereits
am 16. Dezember 2005 dokumentiert wo
r
den sei (vgl.
Urk.
8/69). Der k
linische Befund und das vom Beschwerdeführer vorgelegte Knochenszintigramm (vom 19. März 2005,
Urk.
8/68) korrespon
dierten ebenfalls gut. Klinisch bestünden keine schwerwiegenden Funktions
minderungen der Wirbelsäule, was gut mit dem vom Beschwerdeführer vorge
legten Röntgenbefund der Halswirbelsäule (HWS) und LWS vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
8/67) korrespondiere, der einen altersgemässen Befund dokumentiere
(
Ziff.
9)
.
In ihrer versicherungsmedizinischen Beurteilung
attestierte med.
pract
.
E._
in der bisherigen Tätigkeit als
Kommissionierer
eine vollumfängliche Ar
beitsunfähigkeit seit September 2007. Eine angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und hüft- sowie kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten [Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Ar
beiten in Armvorhalte], ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne an
dauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexpositionen) erachtete sie seit jeher als vollumfänglich zumutbar unter dem Hinweis, dass sich der Ge
sundheitszustand hinsichtlich der funktionellen Befunde seit 2005 kaum verän
dert habe (
Ziff.
10).
2.
4
.2
Med.
pract
.
G._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
, RAD, stellte in seinem Bericht vom 8. Mai 2013 (
Urk.
8/70) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit blieben die
psy
chosoziale
n
Probleme bezüglich des Verlusts seines Bruders im Jahr 2001 sowie
seines Sohnes
(
Ziff.
9).
Der Arzt führte aus, eine mittelgradige Depression habe nicht ausgewiesen wer
den können. Widersprüchlich sei auch die Aktenlage: In einem Bericht aus dem Jahr 2012 dementiere der Beschwerdeführer, im August überhaupt an Depressi
onen zu leiden und wolle deswegen auch nicht weit
e
r
Trimipramin
einnehmen, im November werde angegeben, er leide schon seit 2001 an
Depressionen we
gen des Todes des Bruders. Hierbei falle auf, dass er sich an den Tod seines Sohnes, welcher 23-jährig verstorben sei, und die Umstände überhaupt nicht erinnere und dies für ihn keine Rolle zu spielen scheine. Als funktionelle Ein
schränkungen bestehe eine Müdigkeit aufgrund von
Schlafstörungen
, die
e
inen leichten Effekt auf die Konzentration und Aufmerksamkeit haben könnten (
Ziff.
10).
Med.
pract
.
G._
empfahl in therapeutischer Hinsicht eine
Schmerzbehand
lung
und eine präventive psychotherapeutische Behandlung so
wie - bei Persistieren der Müdigkeit trotz Behandlung - eine neuropsychologi
sche Testung (
Ziff.
11).
2.5
2.5
.1
Die Fachleute des
B._
(
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Anästhesiologie FMH, med.
pract
.
C._
,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH,
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Physikalische Therapie/Rheumatologie FMH,
Dr.
phil.
D._
) berichteten am 15. Mai 2013 (
Urk.
8/76) über ihre Einschätzungen unter Berücksichtigung der Akten der Invalidenversicherung sowie der „Unfall-Haft
pflichtakten“
(richtig wohl: Akten des Krankentaggeldversicherers)
. Sie stellen folgende Diagnose (S. 1):
1.
Polyarthralgie re
chts mit/bei
-
b
ekannter
G
onarthrose
re
chts
-
Riss des
Hint
e
rho
rn
s
und der Pars
intermedia
des medialen Meniskus
-
Horizontale Ruptur des Vorderho
rn
s und der Pars
intermedia
des
lateralen Meniskus
-
a
usgeprägte aktivierte
Varusgonarthrose
(
F._
6.
Januar 20
06)
-
St
atus nach
Kniearthroskop
i
e re
chts
9.
Februar 2006
mit
Tei
l
meniskekto
mi
e
mediales
Meniskushinterhorn
und -
vorderhorn
,
Teilmeniskektomie
lateraler
Meniskus-Korpus (
F._
10
. Februar 20
06)
2.
Coxa
rt
hrose
b
ei
ds
eits
m
it/bei
-
b
ekannte
r
Gonarthrose
re
chts
(
F._
19.
März 20
08)
3.
Fussgelenkschmerzen b
ei
ds
eits
mit/bei
-
St
atus nach
Motorradunfall 1981 in
L._
-
Fraktur re
chter
Unterschenkel, heute fortgeschrittene posttrauma
ti
sche
Arthrose
Chopartgelenk
rechts und
oberes Sprunggelenk (
OSG
)
rechts
-
St
atus nach
Op
eration
re
chter Fuss
1981 (
F._
19.
März 20
08)
-
St
atus nach
Op
eration linker Fuss
1995
-
St
atus nach
Achilless
e
hnenruptur li
nks
ca. 2005 mit op
erativer
Sanierung ca. 2005
(
Dr.
med.
M._
9
. März 20
11)
4.
L
e
ichtgradiges
z
ervikozephales
Syndrom (
Dr.
M._
9.
März 20
11)
mit/bei
-
Höhenminderung C5-6 mit auch ventralen und dorsalen
spondylophytä
ren
Appositionen (monos
e
gmentale
Osteochondrose
)
,
l
eichtgradige
,
k
audal betonte
Unkove
rt
ebral
- sowie auch
Spondyla
rt
hrosen
(1
2.
März 20
13
MR
I
HWS)
5
.
Lumboradikuläres
Syndrom li
nks
(
F._
20.
November 20
07)
-
v
entrale und weniger ausgeprägt laterale
spondylophyt
ä
re
Appositionen
L2-
5 i
m Sinne
von Spondylosen
,
l
eichtgradige
Spondylarthrosen
mit kau
daler
Betonung (
1
2.
März 20
13 MRI
LWS)
6.
Leichtgradige
Epikondylopthie
b
eidseits
(
F._
20.
November 20
07) b
ei
St
atus nach
Kompressorarbeit
7.
Mittelgradig
e
depressive Episode (ICD-10
F32.1
)
8.
Anhaltende
somatofo
rm
e
Schmerzstörung (
ICD-10
F45.4)
Die Ärzte
verwiesen auf die Angabe des Beschwerdeführers, wonach die Be
schwerden aus seiner Sicht mit dem Tod des Bruders im Jahr 2001 zusammen
hingen, damals habe er während einem Monat kaum gesprochen (S. 3).
Unter Hinweis auf Schmerzangaben in sämtlichen fachspezifischen Untersuchun
gen und subjektiv empfundener
100%
iger
A
rbeitsunfähig
keit
auch für angepasste Tä
ti
gkeiten
(bei subjektiv positivem
Leistungsbild: Spazieren ca.
1
km, ku
r
ze Strecken Autofahren für kleinen
Einkauf, leichtes Kochen; bei n
e
gative
m
Leis
tungsbild
:
k
aum
i
nte
r
disziplinäre Schm
e
rzb
e
handlung
,
Treppen
steigen mit kleinem Einkauf, keine Haushalttätigkeit
e
n
, k
ein Str
e
ss
,
kein Publi
kumsverkehr, keine
längeren, einsei
ti
gen Tätigkeiten, kein langes Stehen oder Gehen
) gingen die Ärzte aus anästhesiologischer (schmerztherapeutischer) Sicht für die bisherige Tätigkeit (Bauwerker im Tiefbau, richtig:
Hilfsmagaziner
und Hilfsmonteur Kältetechnik
, vgl. dazu auch Stellenbeschreibung der ehemaligen Arbeitgeberin,
Urk.
8/12
Ziff.
5)
von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus. Angepasste Tätigkeiten (vorwiegend im Sitzen unter Vermeidung von mo
notonen Belastungsmustern und ohne schweres Heben) erachteten sie als zu 20
%
zumutbar.
Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht verwiesen die Ärzte auf eine
verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans
:
Für alle Tä
t
igk
eit
en mit schwerem
Heben oder Tragen von Lasten sowie in
wirbelsäulen
belastenden Tätigkeiten und in Zwangshal
t
ung, für langandau
ern
des
reines Stehen, insbesondere in
vor
n
ü
ber
geneigter
Körp
erh
altung, für alle Tätigkeiten mit
rep
etitiven
Rumpf- oder
HWS-
roti
erenden
Stereo
t
ypien sowie Arbeiten über
w
iegend im
Ü
berkopfbereich
be
fanden sie den Beschwerdeführer
auf Grund der
medizinischen Diagnose
für
nicht geeignet
. Als im Umfang von 50
%
zu
mutbar
erachteten sie
körperlich leichte Tätigkeiten in
wirbelsäulen
adaptierten
Wechselposi
ti
onen mit der Mög
lichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen
,
Stehen und Gehen
ohne
Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 5
kg kurzfristig und 2
kg läng
e
rfristig.
Auch aus rein orthopädischer Sicht befanden sie eine nur sitzende Tätigkeit während eines halben Tages
für
zumutbar.
In rheumatologischer Hinsicht schlossen sie auf eine vollumfängliche Arbeitsfä
higkeit, befanden diese aber unter Berücksichtigung „aller Facetten der Persön
lichkeit“ als vollständig aufgehoben.
Zusammenfassend schlossen die Ärzte aus somatischer Sicht auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit,
unter Berücksichtigung der aus
psychiatrischer
Sicht vollstän
dig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit auf eine entsprechende vollständige Arbeits
unfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten (S. 5 f.).
2.5
.2
In ihrer Stellungnahme vom 11. Juli 2013 (
Urk.
8/82) kritisierten med.
pract
.
C._
und
Dr.
phil.
D._
vom
B._
die von den RAD-Ärzten erstellten Gutachten (E. 2.3) in mehrfacher Hinsicht. So monierten sie beim psychiatri
schen Gutachten eine despekti
er
l
iche und zudem falsche Bemerkung betr
effend
Tod des 23-jährigen Sohnes
(„er weiss nicht einmal woran"
[
Urk.
8/70
S. 4
]
, spiele für ihn überhaupt keine Rolle
[
Urk.
8/70
S. 5
]
)
, welche
bereits die
Ri
c
h
tungsvorg
a
be
des Gutachtens
zeichne mit f
alsche
n
Informationen bei sogenannt guter
Verständigung mit dem
Beschwerdeführer
(
Urk.
8/70
S.
1
)
samt
daraus
gezogenen
genehme
n
Sch
l
ussfolgerungen in
Richtung
einer
Arbe
i
tsunfähigkeit
von 0
%
. Erstens handelt es sich bei
m 23-jährigen „Sohn" um e
i
ne
23-jährige
anor
e
ktische
Tochter aus erster Ehe, welche an dieser Krankheit verstorben
sei
.
Zweitens wiss
e
der
Beschwerdeführer
sehr wohl, woran sie verstorben
sei
, wenn auch nur etwas Zeit zur
Verfügung steh
e
, diese mit Schuldgef
ü
hlen besetzte Traumatisie
ru
ng zu explorieren. Das
„eigene Haus mit verschiedenen Wohnun
gen" (
Urk.
8/70
S.
1
)
sei
in Wirklichkeit ein Haus mit
fünf
Zimmern, es exis
tier
ten keine Wohnungen in dem Haus (S. 1).
Die Beschwerden
seien
wohl auch wegen der mangelnden Verständigung auf
fünf
Symptome
beschränkt (
Urk.
8/70 S. 2):
Vergesslichkeit, Ko
n
zentrations
störungen, Gedankenkreisen um Schmerzen,
Schlafstörungen, Müdigkeit.
Das angegebene Ge
w
icht von
108
kg bei 186
cm
Körpergrösse
(
Urk.
8/70
S. 4)
sei
falsch
,
der
Beschwerdeführer sei
bei
einem
Höchstgewicht
von
104
kg u
nd nicht
mehr.
Sodann sei ein
psychiatrisc
h
er Befund
geschildert worden
, welcher
wegen dem Lächeln des
Beschwerdeführers
alle Symptome negier
e
.
Die
Beschwerden
seien durch das
B._
ausführlicher
erhoben worden: Seit Be
ginn der
K
n
ieschmerzen re
chts
2003 (heute Ge
h
hilfe) und der Schmerzen
in
Hüfte, F
uss
, Ellbogen und LWS
bestünden
Schlafstörungen, Lust- und Interes
selosigk
e
it,
G
e
dank
e
nkreisen (um die Sc
hmerzen
)
,
Rückzug (kaum Kollegen), Antriebslosigkeit (ausser
etwas Ergometer und ca
.
10
m
in. spazieren kaum
Be
wegu
n
gsgewohnheiten
),
Sinnlosigke
i
tsgedanken, Verlust von Selbstvertrauen, Müdigkeit, k
e
ine
Appe
t
i
tve
rmin
d
e
rung
.
Damit s
e
i
e
n die ICD-10 Kriterien f
ü
r eine mittelgradige
depressive Episode vollständig erfü
llt. Es bestünden
d
eutliche Depressionen seit dem Tod des Bruders
2001 (Magenkar
z
inom) und dem
Tod des Sohnes des Bruders 2007 (Unfall).
Die
B._
-Fachleute monierten sodann das Fehlen einer Fremdanamnese:
Die Ehefrau berichte, dass der
Beschwerdeführer
vor allem draussen sitze,
immer alleine sei,
nur
noch einen kleinen Einkauf machen
könne
, zu
Hause
oft TV
schaue,
nur
wenig
spaziere
, nur teilweise
kochen könne
und
häufig Fehler
ma
che.
Er werde auch rasch aggressiv, ertrage das Singen der Tochter oder das La
chen
nicht
, n
achts
sei er
sehr unruhig, schlafe,
schaue
dann TV u
n
d stehe
auf
. Er fahre
nur
noch kur
z
e Strecken
Auto
.
In
L._
sei die Situation etwas bes
ser, die Reise nach
L._
werde
i
m Bus
zurückgelegt, in der Folge
habe er
dann über Tage viel mehr Schmerzen
(S. 2)
.
Die Spezialisten schlossen aufgrund des HAMD-Wertes von 26 auf eine schwere Depression, unter Einbezug einer gewissen Grundaktivität auf eine mittelgra
dige, und attestierten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit auch für ange
passte Tätigkeiten (S. 2 f.).
2.6
Am 28. November 2013 (
Urk.
22) berichteten
Dr.
med.
N._
, Oberarzt, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt FMH Neurologie, sowie med.
pract
.
O._
, Assistenzärztin,
P._
, über den
stationä
ren Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 16. Oktober bis 2
2.
November 2013. Aus ihrem Fachbereich diagnostizierten sie eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (S. 1).
Sie verwiesen auf die Therapie auf ihrer Spezialstation Depression 50plus mit zunächst antidepressiver Medikation mit guter Verträglichkeit und rascher Bes
serung der Schmerzsymptomatik sowie gebessertem Nachtschlaf. Ebenso schil
derten sie eine Aufhellung der Stimmung. Die Schmerzmedikation habe schritt
weise reduziert und schliesslich ganz abgesetzt werden können. Daneben habe der Beschwerdeführer regelmässig und motiviert am mul
t
imodalen
Therapiepro
gramm
teilgenommen, bestehend aus psychotherapeutischen Einzel- und
Grup
pengesprächen
, Aktivierungs- und Physiotherapie, Ohrakupunktur sowie Schmerzgruppe. Dabei habe er neue
Verhaltensweisen
im Umgang mit den Schmerzen im Alltag erlernt. Am Wochenende habe er Bel
a
stungserprobungen im häuslichen Umfeld durchgeführt, welche durchweg gut verlaufen seien. Er habe sich vorgenommen, wieder Kontakte zu
seinen
Kollegen aufzubauen und mit diesen in Zukunft weniger problematische Themen zu diskutieren.
Für die weitergehende Therapie habe sich der Beschwerdeführer zur Teilnahme in einer Tagesklinik entschieden, das
Q._
habe er abgelehnt. Der Austritt habe in stabilisiertem Zustand ohne Hinweis auf Eigen- oder Fremdgefährdung in die vorbestehenden Verhältnisse s
t
attgefunden (S. 3).
3.
3.1
Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in organischer Hin
sicht an diversen Beschwerden leidet, namentlich an einer
Gonarthrose
rechts, einer
Coxarthrose
beidseits sowie einem
Lumbovertebralsyndrom
bei degenera
tiven Veränderungen. Vorbestehende Fussbeschwerden (nach einem
Motorrad
unfall
vor Jahren) hatten indes keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die erwähnten Leiden führten denn auch zur Attestierung einer vollumfängli
chen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit durch sämtliche beteiligten Ärzte sowie zur Auflösung des langjährigen Arbeitsverhältnisses durch die Ar
beitgeberin.
3.2
Ausser den nach Erlass des Vorbescheids aufgesuchten Spezialisten des
B._
befanden sämtliche beteiligten Ärzte eine Tätigkeit, welche auf die geschilderten Problemkreise Rücksicht nimmt, als hochprozentig zumutbar.
Dr.
Z._
ging 2008 von einer bis zu 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (E. 2.1),
Dr.
A._
attestierte in selben Jahr eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (E. 2.2) und die RAD-Or
thopädin med.
pract
.
E._
schloss im Jahr 2013 auf eine vollumfängliche Arbeitsfäh
igkeit in angepasster Tätigkeit unter Hinweis auf seit 2005 kaum ver
änderte funktionelle Befunde (E. 2.4.1).
Diese Einschätzungen überzeugen: So ist ausgewiesen, dass der Beschwerdefüh
rer Knie, Hüfte und Rücken aufgrund der ausgewiesenen Pathologie nicht mehr belasten kann. Die formulierten Stellenprofile decken diese Problemkreise denn auch konsequent ab. Sodann schilderten die Ärzte keine Problematik in dem Sinne, dass der Beschwerdeführer - bei idealen Verhältnissen -
übermässiger
Pausen bedürfte oder
sonst wie
nicht praktisch vollzeitlich einer Erwerbstätig
keit nachgehen können sollte.
Anderer Meinung waren einzig die
B._
-Ärzte, welche aus organischer Hinsicht bloss auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit schlossen und aus anästhesiologischer Sicht auf eine lediglich 20%ige (E. 2.5.1). Diese von sämtlichen Vorberichten erheblich abweichende Folgerung wurde seitens der
B._
-Ärzte nicht begründet, obwohl ihnen die
Vorakten
zur
Verfügung
standen und eine Auseinanderset
zung
damit
möglich gewesen wäre. Dies erscheint als unüberwindbarer Mangel der Einschätzung (vgl. hierzu E. 1.
4
).
So findet sich für die anästhesiologische
Beurteilung
- ausser
dem
Verweis auf verschiedene Schmerzen - keine Begrün
dung für die fast vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit
auch
in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit.
Ebenso wurde
die aus wirbelsäulenchirurgischer und orthopädischer Sicht attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
nicht weiter begründet. Die Ärzte legten nicht dar, aus welchem Grund eine hö
here Arbeitsleistung, welche ja gerade Rücksicht auf die körperlichen Beschwer
den nimmt,
nicht
möglich sein sollte. So verwiesen sie namentlich nicht auf Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen körperlichen Einschränkungen und unterliessen es auch darzulegen, weshalb der Beschwerdeführer beispiels
weise auch mit vermehrten Pausen nicht mehr höherprozentig arbeitsfähig sein sollte.
Auch liessen sie unkommentiert, weshalb der Beschwerdeführer im
Bus
nach
L._
reisen (
Urk.
8/76 S. 3), nicht aber - während wesentlich weniger langer Dauer am Stück - eine auf die Gesundheitsschäden Rücksicht nehmende Tätigkeit ausüben können sollte.
3.3
3.3.1
Die Sc
hlussfolgerung einer jedenfalls 80%igen Restarbeitsfähigkeit (entspre
chend der Einschätz
u
ng von
Dr.
A._
) erscheint auch unter Berücksichtigung des zeitlichen Ablaufs als zutreffend: Nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im September 2007 war die
Beurteilung
von
Dr.
A._
vom Juni 2008 im massge
blichen Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns nach Ablauf des Wartejahres (1. September 2008) aktuell,
weshalb
ohne Weiteres darauf abgestellt werden kann, was denn auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Er monierte demgegenüber, dass diese Einschätzung angesichts der neu hinzugetretenen Beschwerden (
Zervikalsyndrom
,
Coxarthrose
links und rechts sowie rezidivie
rende depressive Episode) überholt sei (
Urk.
21 S. 4).
3.3.2
Zur Relevanz der (neuerdings beidseitig diagnostizierten)
Coxarthrose
ist festzu
halten, dass
Dr.
A._
bereits im Jahr 2008 eine beidseitige
Coxarthrose
schil
derte. So diagnostizierte er wohl eine linksbetonte
Coxarthrose
, verwies aber gleichzeitig auf
degenerative
Veränderungen auf der rechten Seite (E. 2.2). Med.
pract
.
E._
war die beidseitige Beschwerdeproble
matik ebenfalls bekannt (E. 2.4.1). Die formulierten Stellenprofile zielten denn auch
seit jeher
auf eine
gänzlich und nicht bloss halbseitig hüftschonende Tätigkeit ab, weshalb nicht zu ersehen ist, weshalb eine gewisse Akzentuierung zu einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit führen sollte.
Das neu hinzugetretene
Zervikalsyndrom
wurde von med.
pract
.
E._
eben
falls berücksichtig
t
,
sie
interpretierte
indes
die aufliegenden
Röntgenbilder
als altersgemäss (E. 2.4.1). Dem Bericht vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
8/67)
über die Röntgenuntersuchung vom gleichen Tag ist eine regelrechte Haltung der HWS mit allseits erhaltenem dorsalem Alignement ohne signifikante dege
ne
rative
Veränderungen
des regelrecht zentrierten
Dens
zu entnehmen. Der untersu
chende Arzt schilderte eine Höhenminderung der Bandscheibe C5/6 mit auch ventralen und dorsalen
spondylophytären
Appositionen im Sinne einer
mono
segmentalen
Osteochondrose
. Weiter erwähnte er
leichtgradige
, kaudal b
etonte
Unkovertebral
- sowie
Spondylarthrosen
bei regelrechter Weite des
ossären
Spi
nalkanals
. Aufgrund dieser diskreten Befunde ist nicht ersichtlich, inwieweit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers weitergehend eingeschränkt sein sollte, zumal das formulierte Stellenprofil aufgrund des
lumbospondylogenen
Syn
droms ohnehin keine
wirbelsäulen
belastende
Tätigkeit
umfasst.
3.3.3
Nachdem auch die zwischenzeitlich aufgetretene Ellenbogenproblematik abge
klungen ist (deutliche Besserung im Verlauf unter kombinierten physiothera
peutischen/physikalischen Massnahmen sowie Anwendung einer
Epicondylus
bandage
mit Behandlungsabschluss am 28. August 2012,
Urk.
8/56) besteht kein Anhalt für eine im Vergleich zum Zeitpunkt der Einschätzung von
Dr.
A._
(2008) sowie med.
pract
.
E._
(2013) verschlechterte organische Patholo
gie.
3.4
Zusammenfassend
ist
bezüglich des organischen Gesundheitszustandes und der
diesbezüglich
en Arbeitsfähigkeit
auf die
genannten
überzeugenden Einschät
zungen abzustellen, wobei
offen bleiben kann, ob mit med.
pract
.
E._
eine vollzeitliche oder mit
Dr.
A._
eine 80%ige Restarbeitsfähigkeit gegeben ist. Diese arbiträre Differenz ist nicht von
entscheidwesentlicher
Bedeutung.
V
on weiteren Abklärungen
sind
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten,
stehen doch die organischen Gesundheitsschädigungen fest. Damit ist
darauf zu ver
zichten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
4.
4.1
In psychiatrischer Hinsicht erkannte RAD-Arzt med.
pract
.
G._
keine Pa
thologie mit Krankheitswert (E. 2.4.2),
währenddem
die Spezialisten des
B._
wie auch die Ärzte der
P._
eine
somatoforme
Schmerzstörung
sowie eine mittelgradige depressive Episode diagnostizierten (E. 2.3, E. 2.5 und E. 2.6). Zu letzterem Bericht
ist
anzumerken, dass er nach Erlass der angefoch
tenen Verfügung am
10. September 2013
erging und Rückschlüsse auf die Ver
hältnisse im relevanten Zeitpunkt des Verfügungserlasses
- bei Klinikeintritt am 16. Oktober 2013 - nur bedingt möglich sind.
4.2
Was die
mannigfaltige
Kritik der
B._
-Spezialisten am psychiatrischen RAD-Gutachten betrifft (E. 2.5.2), bleibt festzuhalten, dass der Grund für die Ver
wechslung des Kindes des Beschwerdeführers, welches verstorben ist (Tochter statt Sohn), nicht eruiert werden kann.
Allenfalls war der verstorbene Sohn des Bruders gemeint (E. 2
.5.2).
Dass der RAD-Arzt unsorgfältig vorging, ist jeden
falls nicht erstellt, ebenso gut ist auch ein Verständigungsproblem mit dem - aktenkundig der deutschen Sprache mächtigen (
Urk.
8/
70 S. 1) Beschwerdefüh
rer - denkbar. Auch wenn der Beschwerdeführer im Jahr 2008 offenbar nur ge
brochen Deutsch
gesprochen
haben mag (
Urk.
16 S. 2), fanden doch sämtliche weiteren Abklärung
en, auch jene im
B._
,
ohne
Beizug
eines Dolmetschers statt und konnte er jüngst auch problemlos an einer Gruppenther
apie teilnehmen (
Urk.
22 S. 3). Ebenfalls möglich sind unpräzise Angaben des Beschwerdefüh
rers. Auch die falsche Schilderung der Wohnsituation (eigenes Haus mit ver
schiedenen Wohnungen statt Reiheneinfamilienhaus) sowie eine abweichende Gewichtsangabe (108 statt 104 kg)
sind
nicht geeignet, die Angaben des Psy
chiaters in Frage zu stellen.
Dass einzig aufgrund eines gezeigten Lächelns eine Psychopathologie verneint worden ist, ergibt sich nicht aus dem fraglichen Gutachten; dieses ist wesentlich differenzierter.
Dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden gegenüber den
B._
-Ärzten ausführlicher beschrieben hat, tut dem Beweiswert des früher er
stellten RAD-
Gutachtens
ebenfalls keinen Abbruch.
Z
um Fehlen fremdanam
n
e
stischer Auskünfte ist festzuhalten, dass sich der Be
schwerdeführer erst nach Erhalt des Vorbescheids um Unterstützung durch
das
B._
bemühte
und im Zeitpunkt der RAD-Untersuchung keine psychiatrische Behandlung erfolgte. Damit konnten gar keine - fachärztlichen -
fremdanam
nestischen
Angaben
eingeholt
werden, was praxisgemäss ohnehin nicht zwin
gend nötig ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2012 vom 24. Januar 2013
E. 3
). Bei im Vordergrund
stehender
Schmerzproblematik hatte der Gutachter auch keine Veranlassung, die Ehefrau des Beschwerdeführers um weitere Angaben zu ersuchen.
4.3
4.3.1
Wie es sich mit der genauen Diagnose im
Detail
verhält, kann indes offen gelas
sen werden. Relevant sind die pathologischen Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit und nicht die entsprechende
n
Kodifizierungen. Diesbezüglich steht fest, dass der Beschwerdeführer an einer Schmerzproblematik leidet
. Will man diese als
somatoforme
Schmerzstörung sowie depressive Episode fassen, ergibt sich Folgendes.
4.3.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139
V 547 E. 3).
4.3.3
Ein
Komorbidität
ist vorliegend - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
21 S. 2 f.) - nicht gegeben:
Vorwegzuschicken ist, dass
leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis
praxisgemäss
als
therapierbar
gelten
(
statt vieler:
Urteil
des Bundesgerichts
9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2).
Die inva
lidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist
indes
nicht schlechthin
auszuschliessen
,
deren Annahme bedingt jedoch, dass es sich nicht
bloss
um die Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selb
ständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile
des Bundesgerichts
9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2
und
9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen. Falls die mittelgradige depressive Störung
vorliegend
als psychische
Komorbidität
zur
depressiven
Episode
betrachtet werden müsste, fehlt
e
es an der
rechtspre
chungsgemäss
erforderlichen Schwere, Ausprägung und Dauer dieses psychi
schen Leidens, was schon daraus hervorgeht, dass
- bis zum Erhalt des Vorbe
scheides - gar
keine Psychotherapie durchgeführt w
u
rd
e (vgl. zum Ganzen: Ur
teil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1)
.
Weiter erschöpft sich die Ursache der
(allenfalls als eigenständig anzusehenden Aspekte der)
depressiven Episode hauptsächlich
in belastenden
Lebensereignis
sen
(Tod der Tochter, des Bruder sowie des Neffen), weshalb nicht ersichtlich ist, weshalb therapeutische Erfolge
nicht
erzielt werden können sollten, zumal sol
che erst nachträglich eingeleitet wurden.
Es fehlt
damit
an einer konsequenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde
(BGE 140 V 193 E. 3.3)
.
Damit verbleibt kein Raum für die Annahme einer
Komorbidität
der (mittelgradigen) depressiven Episode. Die Richtigkeit dieser Feststellung
ergibt sich
denn auch de
m
Umstand, dass die nach Erlass der an
gefochtenen Verfügung eingeleiteten Bemühungen einen gewissen Erfolg zei
tigten, erschien doch der Beschwerdeführer offenbar nach der Therapie in der
P._
als aufgehellt,
stabilisiert
und schmerzmedikamentenfrei
(E. 2.6).
4.3.4
Die ergänzenden praxisgemässen Kriterien zur ausnahmsweisen Annahme einer Nichtüberwindbarkeit sind sodann nicht gegeben: Wohl liegen unbestrittener
massen
chronische
körperliche Begleiterkrankungen vor, diese sind aber nicht
von solchem
Ausmass, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit (in entsprechend angepasster Tätigkeit) wesentlich eingeschränkt wäre.
E
in mehr
jähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung
liegt sodann nicht vor. Die Schmerzen treten im Wesentlichen belastungsabhängig auf und lassen sich durchaus kontrollieren. E
in ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen
des Lebens
ist sodann nicht ersichtlich, geht doch der Beschwerdeführer selber einkaufen und spazieren (
Urk.
8/70 S. 2), fährt Auto und geht auch in die Ferien (
Urk.
8/76 S. 3). Bei bislang fehlenden (beziehungsweise erst kurz vor Erlass der angefochtenen Verfügung eingeleiteten) therapeutischen Bemühungen kann von vornherein nicht von einem
verfestigte
n
, therapeutisch nicht mehr beein
flussbare
n
innerseelische
n
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung
ausgegangen werden, ebenso wenig von ei
nem
unbefriedigende
n
Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem the
rapeutischem Ansatz) und gescheiterte
n
Rehabilitationsmassnahmen bei vor
handener Motivation und Eigenanstrengung
.
4.4
Bei fehlender
Komorbidität
der
mittelgradigen depressiven Episode und der An
nahme der Überwindbarkeit der aus der
somatoformen
Schmerzstörung folgen
den Problematik besteht für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psy
chischen Gründen auch bei Abstellen auf die Angaben der den Beschwerdefüh
rer behandelnden Ärzte kein Raum.
Auch in psychiatrischer Hinsicht sind
von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist
.
5.
Die Beschwerdegegnerin legte ihrem Einkommensvergleich ein
Valideneinkom
men
von Fr. 64‘610.-- (gestützt auf die Angabe
n
der ehemaligen Arbeitgeberin,
Urk.
8/12
Ziff.
2.11) zugrunde und ging von einem
Inv
alideneinkommen basie
rend auf den vom Bundesamt für Statistik publizierten Tabellenlöhnen für ein
fache und repetitive Tätigkeiten aus
(Fr. 59‘978.90
);
hiervon gewährte sie einen Abzug (Alter und Dienstjahre) von 10
%
(zum A
bzug vom Tabellenlohn
:
BGE 126 V 75
)
und errechnete einen Wert von Fr. 53‘981.--. Dieses Vorgehen wurde beschwerdeweise nicht beanstandet, gibt indes zu folgenden Bemerkungen An
lass:
Geht man von der arbiträren Einschätzung des
Dr.
A._
und damit von einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
aus
, so resultiert im massgebenden Jahr 2008
ein
vermindertes Einkommen von
Fr.
47‘983.
10 (
Fr.
59‘978.90 x 0.8)
. Aufgrund der statis
tis
ch verminderten Einkommen teilzeit
er
werbstätiger Männer
(Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen)
rechtfertigt sich bei dieser Ausgangslage ein Abzug vom Tabellenlohn von höchstens 15
%
(statt 10
%
)
. Dies unter dem Hinweis, dass dem Beschwerde
führer immer noch eine breite Palette möglicher Tätigkeiten offensteht und die von der Beschwerdegegnerin angeführten Gründe Alter und Dienstjahre
(
Urk.
2
S. 2)
im Segment einfacher und repetitiver Tätigkeiten gerade nicht ausschlag
gebend
sind
(
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_939/2011 vom 1
3.
Februar 2012
E. 5.2.3
und
9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.1
,
je
mit Hinweisen
), wohl aber die verminderte Einsatzfähigkeit
. Allerdings ist
d
er Umstand, dass die ver
sicherte Person
gemäss
den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit ange
wiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gele
gentlichen Positionswechseln bietet, ihre Einsatzmöglichkeiten daher begrenzt sind, im Hinblick auf den allein
massgeblichen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht abzugsrelevant
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8)
.
Damit resultiert ein Invalideneinkommen von jedenfalls
Fr.
40
‘
785.65
(
Fr.
47‘983.10 x 0.85), was verglichen mit dem
ausgewiesenen
Valideneinkom
men
von
Fr.
64‘610.-- zu einer Lohneinbusse von
Fr.
23
‘
824.35
und einem
In
validitätsgrad
von 36,9
%
führt. Damit hat die Beschwerdegegnerin einen An
spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind
mit
Fr.
9
00.--
zu bemessen
und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.