Decision ID: 75ea617f-6ecb-42e5-b781-af9c612cee9a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 24. April 2013 wegen Depressionen, Konzentrationsmangel
und Angststörung zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Die im Psychiatrischen
Zentrum B._ behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine
mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Die
Arbeitsunfähigkeit habe vom 8. Dezember 2011 bis 29. Februar 2011 100%, vom 1. bis
31. März 2012 70% und ab 1. April 2012 bis 31. Mai 2013 60% betragen. Strukturierte
Tätigkeiten in einem ruhigen Arbeitsumfeld wären mit einem Einstiegspensum von 50%
vorstellbar (Bericht vom 10. Mai 2013, IV-act. 10; vgl. auch den Verlaufsbericht vom
6. November 2013, IV-act. 29). Anlässlich des Gesprächs mit der
Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle vom 11. Juli 2013 gab die Versicherte an,
die Frage, wieviel Prozent sie arbeiten würde, wenn sie gesund wäre, könne sie nicht
beantworten. Sie könne sich dies gar nicht vorstellen (IV-act. 20-4). Die IV-Stelle teilte
der Versicherten am 25. September 2013 mit, dass aufgrund ihres
Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien (IV-
act. 23). Am 30. September 2013 berichtete der behandelnde Dr. med. C._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, die Versicherte leide an einer generalisierten
Angststörung (ICD-10: F41.1; IV-act. 24).
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A.b Die Versicherte machte am 27. November 2013 Angaben zu ihrem
Gesundheitszustand und ihren Alltagsaktivitäten. Ohne Behinderung würde sie eine
80%ige Erwerbstätigkeit ausüben (IV-act. 30). Der zuständige Sachbearbeiter der IV-
Stelle hielt am 14. November 2013 fest, die genaue Qualifikation und die
Einschränkungen im Haushalt seien anlässlich einer Abklärung an Ort und Stelle zu
beurteilen (IV-act. 31). Diese Abklärung fand am 25. Februar 2014 statt. Die
Abklärungsperson gelangte zur Auffassung, die Versicherte sei allein durch ihren
beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Status in grossem Ausmass, d.h. zwischen
80 bis 100%, als Erwerbstätige zu qualifizieren (Bericht vom 24. März 2014, IV-act. 36).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 8. Oktober 2014 von Dr. med.
D._, Facharzt FMH u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Dr. D._
diagnostizierte a) eine gemischt selbstunsicher vermeidende und depressive
Persönlichkeitsstörung sowie schizoid-paranoide Züge bei unterdurchschnittlicher
kognitiver Leistungsfähigkeit; b) eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10:
F41.2). Als Differentialdiagnose nannte er eine rezidivierend depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0, soziale Phobie ICD-10: F40.1). Die
Arbeitsfähigkeit bezogen auf die von der Versicherten ausgeübten Tätigkeiten im
Verkauf, als Kosmetikerin oder Reinigungskraft schätzte er auf insgesamt 25% ein.
Bezogen auf dem Funktionsdefizit angepassten Tätigkeiten bescheinigte er eine
50%ige Arbeitsfähigkeit (Gutachten vom 25. November 2014, IV-act. 56, insbesondere
S. 14 und S. 19 f.).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte im Zeitraum vom 23. Februar bis
24. März 2015 von einem Privatdetektivbüro observiert (Observationsbericht vom
15. April 2015, IV-act. 68; zu den Bewegtbildaufnahmen siehe separate DVD). Dr. med.
E._, Mitarbeiterin der IV-Stelle, würdigte das Observationsmaterial und gelangte in
der Stellungnahme vom 21. April 2015 zum Schluss, die dort festgehaltenen
Erkenntnisse würden mit der gutachterlichen klinischen Einschätzung übereinstimmen
und im Einklang mit den erhobenen Diagnosen stehen (IV-act. 69). Dr. D._ gelangte
ebenfalls zur Auffassung, dass die von ihm gestellten Diagnosen und die von ihm
abgeleitete Arbeitsfähigkeit durch die Observation nicht infrage gestellt würden
(Stellungnahme vom 3. November 2015, IV-act. 74).
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A.e Ausgehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit bezogen auf
leidensangepasste Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle gestützt auf die "gemischte
Methode" der Invaliditätsbemessung (Qualifikation der Versicherten als zu 90%
Erwerbstätige und zu 10% im Haushalt tätige) einen Invaliditätsgrad von 44%. Sie
stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 16. März 2016 die Zusprache einer
Viertelsrente mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 in Aussicht (IV-act. 76). Dagegen erhob
diese am 27. April 2016 Einwand und beantragte die Ausrichtung einer halben Rente.
Es sei zur Bestimmung des Invaliditätsgrads ein Einkommensvergleich vorzunehmen
und von der Mischmethode abzusehen (IV-act. 80). Mit Verfügung vom 10. Juni 2016
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 eine Viertelsrente
zu (IV-act. 87; zur Begründung siehe IV-act. 83).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Juni 2016 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 16. August 2016. Die Beschwerdeführerin beantragte darin deren Aufhebung und
die Zusprechung einer mindestens halben Rente mit Wirkung ab 1. Oktober 2013.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen die
von der Beschwerdegegnerin angewandte Invaliditätsbemessungsmethode und die
Bestimmung des Valideneinkommens (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 3. Oktober
2016 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen
vor, es sei unerheblich, ob die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige qualifiziert
würde, weil aufgrund der Parallelisierung auch diesfalls ein Invaliditätsgrad unter 50%
resultieren würde. Vorliegend sei von einem Anwendungsfall einer teilerwerbstätigen
Versicherten ohne Aufgabenbereich auszugehen. Der Verweis der Beschwerdeführerin
auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
gehe folglich an der Sache vorbei (act. G 7).
B.c Mit Entscheid vom 14. Oktober 2016 wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 8).
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B.d Die Beschwerdeführerin hielt in der Replik vom 9. November 2016 unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 10).
B.e Am 30. November 2016 teilte die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf eine
Duplik mit (act. G 12). In der Eingabe vom 14. Dezember 2016 machte sie
Ausführungen zur Rechtmässigkeit der Observation und zur Verwertbarkeit des
Observationsmaterials (act. G 14).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
1.1 Die Beschwerdeführerin rügte die Verwertung des Observationsmaterials durch die
Beschwerdegegnerin nicht. Sie stellte auch keinen Antrag auf dessen Entfernung. Vor
diesem Hintergrund erübrigen sich Ausführungen zur von der Beschwerdegegnerin am
14. Dezember 2016 aufgeworfenen Thematik der Rechtmässigkeit und Verwertbarkeit
des Observationsmaterials.
1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a);
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG verweist bezüglich des Begriffs der Invalidität
auf Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Dessen erster Absatz definiert die
Invalidität. Diese ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
1.3 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
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Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.4
1.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Die Invalidenversicherung ist
für die gesamte schweizerische Wohnbevölkerung obligatorisch. Das Volksobligatorium
ist Voraussetzung für die grundsätzliche Gleichbehandlung von AHV- und IV-
Versicherten (siehe zum Ganzen BBl 1958 II 1154; vgl. auch BBl 1958 II 1252; zur
Bedeutung dieser Materialien vgl. BGE 142 V 297 E. 7.1). Auch bei den
Nichterwerbstätigen ist deshalb zur Bestimmung des für die Rente massgebenden
Schadens grundsätzlich auf die Erwerbsunfähigkeit abzustellen. "Es wäre in der Tat
nicht einzusehen, wieso für Pensionierte, Rentner usw. ein anderes Kriterium
angewendet werden sollte" (BBl 1958 II 1162; eingehend hierzu SVR 11/2016 IV Nr. 50
= Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. Mai 2016, IV 2014/125, insbesondere
E. 2.2 ff.; siehe auch Gabriele Vetsch, Die Bemessung der Invalidität nach dem IVG,
Diss. Zürich 1968, S. 210 f.).
1.4.2 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität
nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig (und
ist ihnen die Aufnahme einer Vollerwerbstätigkeit nicht zumutbar; Art. 8 Abs. 3 ATSG),
so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem
Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb
des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
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festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3
IVG).
2.
Aus dem Charakter der obligatorischen Volksversicherung folgt zwangsläufig, dass der
Gesetzgeber ein Gut zu versichern hat, über das jede versicherte Person unabhängig
ihrer tatsächlichen Lebensgestaltung verfügt. Dementsprechend definierte der
Gesetzgeber nicht den Erwerb als versichertes Gut bzw. den Erwerbsausfall als
versicherten Schaden, sondern das hypothetische Potenzial, die Leistungsfähigkeit
erwerblich zu verwerten ("Erwerbsmöglichkeiten" gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG), als
versichertes Gut bzw. den Verlust an Erwerbsmöglichkeiten als versicherten Schaden.
Für den Gesetzgeber war deshalb zwangsläufig der Schaden in Form der
"Beschränkung der Erwerbsfähigkeit" von "zentraler Bedeutung" (BBl 1958 II 1161
unten und 1253 zu Art. 5 IVG) und nicht etwa die Beschränkung des bisherigen,
tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens (zur massgebenden Gesetzeslage siehe
vorstehende E. 1.2 ff.).
2.1 Die Invalidenversicherung darf daher zur Bestimmung der Erwerbsfähigkeit nicht
unbesehen vom tatsächlichen, vor Eintritt der Invalidität erzielten Erwerbseinkommen
ausgehen. Massgebend für die Bestimmung der versicherten Erwerbsmöglichkeiten
(Art. 7 Abs. 1 ATSG) ist vielmehr das Erwerbseinkommen einer nicht invaliden
erwerbstätigen Person, auf die dieselben persönlichen und beruflichen
Voraussetzungen zutreffen wie auf die konkret zu beurteilende versicherte Person (BBl
1958 II 1196 unten). Das tatsächliche Erwerbseinkommen der versicherten Person vor
der Gesundheitsschädigung kann allerdings ein gewichtiges Indiz für die
Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt bilden (vgl. BBl 1958 II
1196 f.). Beim vom Gesetz vorgesehenen Einkommensvergleich geht es damit "nicht
um den Vergleich von tatsächlichen, sondern von möglichen Erwerbseinkommen" (so
ausdrücklich BBl 1958 II 1263 zu Art. 28 Abs. 2 IVG). Dass das Erwerbspotenzial bzw.
die Erwerbsfähigkeit je bezogen auf den (hypothetischen) ausgeglichenen Arbeitsmarkt
oder das Potenzial bzw. die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, für das
rentenversicherte Gut massgebend sind, ergibt sich nicht nur aus den Materialien,
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sondern auch aus dem Sinn und ausdrücklichen Wortlaut der gesetzlichen
Bestimmungen (siehe vorstehende E. 1.2 ff.).
2.2 Dass das Erwerbspotential und nicht der durch einen Gesundheitsschaden
verursachte Erwerbsausfall für die Invalidität massgebend ist, hat nun auch der
Verordnungsgeber in Art. 27 Abs. 3 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) nochmals klargestellt, indem das
Valideneinkommen von Teilerwerbstätigen beim Einkommensvergleich auf ein
100%iges Pensum hochgerechnet werden muss. Diese Bestimmung wiederholt
lediglich die Berechnungsart, wie sie sich bereits aus der gesetzlichen Konzeption
ergibt (siehe vorstehende E. 1.2 ff. und E. 2.1) und im Rahmen einer verfassungs- und
konventionskonformen Auslegung aufdrängt (Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101] und Art. 8 Abs. 1 i.V.m. Art. 14 der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]).
Mit dem Erlass dieser IVV-Bestimmung ist denn auch kein neues Recht geschaffen
worden. Vielmehr ist Art. 27 Abs. 3 lit. a IVV direkte Folge der vom EGMR gerügten
diskriminierenden Praxis des Bundesgerichts zur gemischten Methode (eingehend
hierzu SVR 11/2016 IV Nr. 50 = Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. Mai
2016, IV 2014/125; vgl. auch Kurt Pärli, Gemischte Methode der Invaliditätsbemessung
verstösst gegen die EMRK - Besprechung des EGMR-Urteils vom 2. Februar 2016,
"Affaire di Trizio c. Suisse, Requête n°7186/09", SZS 60/2016, S. 390 ff.).
3.
Das Bundesgericht hat jüngst die von der Beschwerdegegnerin ins Feld geführte, in
BGE 142 V 290 erfolgte Präzisierung der Rechtsprechung im Urteil vom 3. Dezember
2018, 9C_583/2018, bestätigt, wonach bei Teilerwerbstätigen ohne Aufgabenbereich,
als welche die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin behandelt haben will (vgl.
Sachverhalt lit. B.b), die Einschränkung im erwerblichen Bereich "proportional im
Umfang des hypothetisch-erwerblichen Teilzeitpensums" zu berücksichtigen sei.
3.1 Die Ausnahmen von der Versicherungspflicht sind im IVG gleich geregelt wie im
AHVG (Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [SR 831.10]; BBl
1958 II 1154 unten). Weder aus dem IVG (Art. 1b IVG) noch dem AHVG (Art. 1a und 2
bis
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AHVG) ergibt sich, dass Personen, die nicht erwerbstätig und auch nicht im
Aufgabenbereich tätig sind, von der ersten Säule und der darin enthaltenen
Rentenversicherung ausgeschlossen sind. Die versicherten Personen unterliegen denn
auch unabhängig ihrer Lebensgestaltung bzw. der von ihnen gewählten Verwertung
ihrer Leistungsfähigkeit der Beitragspflicht (siehe hierzu Art. 2 IVG und Art. 3 AHVG).
Wegen des umfassenden Versicherungsobligatoriums kann die erste Säule
zwangsläufig keine nicht versicherte "Versichertenkategorie" und auch keine dritte
"Versichertenkategorie" von Teilerwerbstätigen "ohne Aufgabenbereich" (worauf E. 4.1
des Urteils des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2018, 9C_583/2018, hinauslaufen
würde) kennen. Vielmehr fallen Personen, die nicht im Aufgabenbereich tätig waren,
nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht unter die
Sonderbestimmung von Art. 8 Abs. 3 ATSG und sind damit bei der
Invaliditätsbemessung ausschliesslich und vollumfänglich als Erwerbstätige zu
qualifizieren (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. November
2003, I 246/02, womit der Entscheid vom 17. September 1975, I 59/75, E. 1, bestätigt
wurde, welches Präjudiz gestützt auf die Materialien zum IVG davon ausging, dass
auch einem nicht aus invaliditätsbedingten Gründen vorzeitig pensionierten
Versicherten wegen einer nach der Pensionierung eingetretenen Arbeitsunfähigkeit eine
Invalidenrente zustehen kann, sofern er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt
[Entscheid vom 17. September 1975, I 59/75 E. 1 am Schluss mit Hinweis auf den
Bericht der Expertenkommission, die Botschaft des Bundesrates und Vetsch, a.a.O.,
S. 211 f.; siehe zum Ganzen den Entscheid des Bundesgerichts vom 27. März 2013,
9C_9/2013, und nachstehende E. 3.2 am Schluss]).
3.2 Zur Rechtsprechungspräzisierung in BGE 142 V 290 hat das Versicherungsgericht
im Entscheid vom 24. Mai 2016, IV 2014/125, E. 2.2.6, ausgeführt, dass die darin
gezogene Schlussfolgerung bzw. das damit entworfene Schadenskonzept der
gesetzlichen Konzeption und dem eindeutigen gesetzgeberischen Willen diametral
entgegenlaufe und die Grundkonzeption der Volksversicherung - unbekümmert um die
die Justiz bindenden Schranken - untergrabe. Aus den Materialien gehe sodann hervor,
dass die Lebensführung von nicht erwerbstätigen Personen ohne Aufgabenbereich -
wie etwa „Privatiers, Rentner oder Pensionierte“ - für die Schadens- bzw.
Invaliditätsbemessung nicht ausschlaggebend sei. Es bestehe (auch für diese
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Personengruppe) kein Anlass, nicht von einer Erwerbsunfähigkeit auszugehen (Bericht
der Eidgenössischen Expertenkommission für die Einführung der Invalidenversicherung
vom 30. November 1956, S. 26 f. und 118; der Bundesrat habe diese
Betrachtungsweise übernommen und ausdrücklich auf S. 26 f. des Expertenberichts
hingewiesen und angefügt, „es wäre in der Tat nicht einzusehen, wieso für
Pensionierte, Rentner usw. ein anderes Kriterium angewendet werden sollte“, BBl 1958
II 1162). Ferner gehe aus den Materialien hervor, dass den Einkommens- und
Vermögensverhältnissen der Versicherten grundsätzlich nicht Rechnung zu tragen sei
(BBl 1958 II 1164). Ausgangspunkt der Ausführungen von BGE 142 V 290, E. 7.1, habe
ein Hinweis auf die Botschaft vom 24. Oktober 1958, insbesondere S. 1161 f., gebildet.
Nach dem Gesagten lasse sich jedoch der Inhalt der Botschaft sowie des
Expertenberichts mit den Überlegungen des Bundesgerichts nicht vereinbaren. Würde
der Betrachtungsweise gemäss BGE 142 V 290 im Übrigen gefolgt, bliebe bloss noch
eine mit dem Gesetz nicht in Einklang zu bringende Erwerbstätigen- und
Hausfrauenversicherung übrig (allerdings auch finanziert aus Prämien von
nichterwerbstätigen Personen ohne Aufgabenbereich, die gar nicht mehr versichert
sein sollten). Ein solcher Umbau könne nur auf Stufe der Gesetzgebung
vonstattengehen und würde eine fundamentale Veränderung an der bisherigen
Konzeption der ersten Säule bedeuten. Soweit die zweite sozialrechtliche Abteilung
des Bundesgerichts im Entscheid BGE 142 V 290 im Übrigen explizit festhalte, dass
das versicherte Risiko in der Invalidenversicherung die Erwerbsinvalidität sei, die von
der effektiven gesundheitlich bedingten Erwerbseinbusse abhänge, entbehre dies einer
überzeugenden Grundlage. Damit setze sie sich zudem - ohne Bezugnahme darauf - in
Widerspruch zu ihrer eigenen Rechtsprechung gemäss dem Urteil 9C_9/2013 vom
27. Februar 2013 (bestätigt in 9C_36/2013 vom 21. Juni 2013 E. 4.2 und 9C_457/2013
vom 26. Dezember 2013 E. 7.3; siehe auch vorstehende E. 3.1). Danach sei namentlich
beim Privatier und beim vorzeitig Pensionierten die Invalidität mittels der ordentlichen
Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs zu bemessen. Dies deswegen, weil
diesen "vor Eintritt der Invalidität theoretisch eine Erwerbstätigkeit zumutbar gewesen
wäre" (E. 2.2; Überprüfung und Bestätigung der Rechtsprechung gemäss Entscheid
I 59/75 vom 17. September 1975; vgl. auch Ulrich Meyer/Marco Reichmuth,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, S. 311 Rz. 3).
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3.3 Soweit das Bundesgericht seine präzisierte Rechtsprechung mit
Gleichbehandlungsgedanken begründet (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember
2018, 9C_583/2018, E. 4.2), trägt es dem Umstand keine Rechnung, dass sich die von
ihm angesprochene Schlechterbehandlung der Teilerwerbstätigen mit Aufgabenbereich
nicht aus dem vom Gesetz vorgesehenen Invaliditätsbegriff ergibt, sondern einzig von
der gemischten Methode herrührt, wie sie in der Praxis (BGE 130 V 393) überwiegend
Anwendung fand und toleriert wurde (eingehend hierzu SVR 11/2016 IV Nr. 50 =
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. Mai 2016, IV 2014/125, insbesondere
E. 2.2.5). Sie ist damit nicht Folge einer Privilegierung von Teil- oder
Nichterwerbstätigen ohne Aufgabenbereich (vgl. auch den Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 23. Mai 2018, IV.2017.00243,
E. 7). Die Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 dient damit nicht der
Gleichbehandlung, sondern führt vielmehr zu einer Ausdehnung der diskriminierenden
Wirkung der gemischten Methode (BGE 130 V 393) auf weitere Versicherte.
Schliesslich ergeben sich weder aus BGE 142 V 290 noch aus dem Entscheid vom
3. Dezember 2018, 9C_583/2018, Gründe, die eine Änderung der bis dahin konstanten
bundesgerichtlichen Praxis zu Pensionierten und Privatiers bzw. Nichterwerbstätigen
ohne Aufgabenbereich nahelegen würden.
4.
Im vorliegenden Fall kann letztlich offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin mit Blick
auf die Invaliditätsermittlung als Vollerwerbstätige oder Teilerwerbstätige mit oder ohne
Aufgabenbereich zu qualifizieren ist, nachdem das Valideneinkommen unabhängig von
dieser Qualifikation für die Invaliditätsgradermittlung im Erwerbsbereich auf ein
100%iges Pensum hochzurechnen ist (siehe vorstehende E. 1.4.1 und E. 2.1 f.).
Dadurch resultiert unter allen Varianten ein Invaliditätsgrad, der einen Anspruch auf
eine halbe Rente begründet (siehe nachstehende E. 4.3).
4.1 Bezüglich der Bestimmung des Valideneinkommens bzw. der
Erwerbsmöglichkeiten als Gesunde auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7
Abs. 1 ATSG) fällt vorliegend ins Gewicht, dass die Erwerbsbiografie der
Beschwerdeführerin keine repräsentative Grundlage für ein branchenspezifisches
Einkommenspotenzial enthält. Wie sich aus den Akten ergibt, hat die
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Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der längerdauernden Arbeitsunfähigkeit nicht
dauerhaft in einem bestimmten Berufsfeld Wurzeln schlagen können. Nach dem
10. Schuljahr konnte sie (offenkundig bereits beeinträchtigt durch die psychische
Problematik) keinen Lehrberuf finden und auch keine weitere schulische Ausbildung
machen (IV-act. 56-15 oben). Insbesondere war sie seit dem Jahr 1999 wiederholt
während mehrerer Monate arbeitslos. Im Jahr 1998 arbeitete sie 3 Monate in einem
Labor. Danach arbeitete sie 6 Monate lang im Bereich Kosmetik (Ausbildung und
Praktika) und war danach wieder arbeitslos. Darauf folgte eine nicht näher
umschriebene Tätigkeit über eine private Arbeitsvermittlung gefolgt von mehreren
Monaten Arbeitslosigkeit. Im Jahr 2000 und 2001 arbeitete sie in einer
Kindertagesstätte. Nach einem einmonatigen nicht näher umrissenen Arbeitseinsatz
über eine private Arbeitsvermittlung folgte eine zehnmonatige Tätigkeit im Bereich
Kosmetik, gefolgt von 10 Monaten Arbeitslosigkeit, der eine siebenmonatige
Kosmetiktätigkeit folgte. Im Jahr 2004 war die Beschwerdeführerin erneut während
6 Monaten arbeitslos. Von August 2005 bis Dezember 2008 war die
Beschwerdeführerin für einen Kioskbetrieb (Bahnhofskiosk, IV-act. 36-2) tätig. Ab dem
1. September 2007 nahm sie zudem mit einem 10%igen Beschäftigungsgrad eine
Reinigungstätigkeit auf. Im Juli 2008 führte sie während rund 4 Wochen eine Tätigkeit
als Verkäuferin aus, die sie wegen hektischer Verhältnisse wieder aufgab. Darauf folgte
eine längere Phase der Arbeitslosigkeit (Mai bis Dezember 2008 und 11 Monate im
Jahr 2009). Danach nahm sie eine weitere Tätigkeit im Reinigungsgewerbe auf. Im Jahr
2011 war die Beschwerdeführerin wiederum arbeitslos (6 Monate) und danach für
2 Monate im "Detailhandel Motorenöl - Tankstelle" tätig (siehe zum Ganzen die
Darstellung im FI-Assessmentprotokoll, IV-act. 20-4, und den geschilderten beruflichen
Werdegang in V-act. 56-9 f.; vgl. auch IV-act. 5). Bezüglich der Tätigkeit als
Kosmetikerin gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin lediglich einen
sechsmonatigen Kosmetikkurs absolvierte, den sie mit einem Diplom abschloss. Nebst
zwei Praktika konnte sie nur kurzzeitig, letztmals 2003, in dieser Branche arbeiten
(Abklärungsbericht vom 24. März 2014, IV-act. 36-2; vgl. auch IV-act. 56-9). In damit zu
vereinbarender Weise hielt Dr. D._ bezüglich der beruflichen Situation fest, die
"Kosmetikerin-Kurz-Ausbildung" habe die Beschwerdeführerin beruflich nicht
umsetzen können (IV-act. 56-15 oben). Es sind ausserdem keine Gründe ersichtlich,
weshalb die Beschwerdeführerin aufgrund des Eintritts der gesundheitlichen
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Beeinträchtigung über bessere Erwerbsmöglichkeiten verfügen würde, stand ihr doch
bereits als Gesunde ausschliesslich der Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiterinnen offen.
Mangels einer repräsentativen tatsächlichen Grundlage ist für die Bestimmung des
Valideneinkommens bzw. der Erwerbsmöglichkeiten im Gesundheitsfall (zumindest) der
Hilfsarbeiterinnenlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik
heranzuziehen (siehe etwa Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juni 2012, 8C_183/2012,
E. 8.1 ff., und vom 9. Juli 2012, 9C_406/2011, E. 6.4). Für das Jahr 2013 betrug dieses
Fr. 51'793.-- (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018). Dieses Vorgehen wurde denn auch von der
Abklärungsperson im Abklärungsbericht vom 24. März 2014 (IV-act. 36-4) als
zutreffend erachtet (IV-act. 83-3).
4.2 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens bzw. der verbliebenen
Erwerbsmöglichkeiten (vgl. Art. 7 Abs. 1 ATSG) ist mit der Beschwerdegegnerin
ebenfalls auf den statistischen Hilfsarbeiterinnenlohn von Fr. 51'793.-- abzustellen.
Dieser ist von der Beschwerdeführerin zu Recht unbestritten geblieben. Gestützt auf
die beweiskräftige Beurteilung von Dr. D._ ist mit den Parteien von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 56-20 und IV-
act. 74). Im Rahmen des Tabellenlohnabzugs (siehe hierzu BGE 126 V 75) ist zusätzlich
den erheblichen qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen,
die nicht in der quantitativen Bemessung der Arbeitsfähigkeit enthalten sind.
Leidensadaptiert sind lediglich noch "Einzelarbeitsplätze" mit "freier Zeiteinteilung,
ohne Zeitdruck" (IV-act. 56-20). Die "Gruppenfähigkeit" ist im beruflichen Kontext
deutlich eingeschränkt (IV-act. 56-17 unten). Vorliegend ist zu beachten, dass unter
Berücksichtigung der beträchtlichen psychischen Einschränkungen, die insbesondere
eine stressfreie Tätigkeit an einem Einzelarbeitsplatz ohne Druck erfordern, die
Beschwerdeführerin verglichen mit gesunden Personen nur bei Inkaufnahme einer
Lohneinbusse reale Chancen auf eine Anstellung hat (Urteil des Bundesgerichts vom
6. Juli 2018, 8C_297/2018, E. 4.3). Wem heutzutage zeitlicher und leistungsmässiger
Druck nicht zugemutet werden kann, muss auch bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
verglichen mit einer gesunden Person tieferen Entlöhnung rechnen (Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E. 3.4). Vorliegend erscheint ein
Abzug von 10% angemessen. Damit beträgt das Invalideneinkommen Fr. 23'307.--
(Fr. 51'793.-- x 0.5 x 0.9).
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4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 51'793.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr. 23'307.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 55% ([Fr. 51'793.-- - Fr. 23'307.--] /
Fr. 51'793.--). Selbst wenn das Valideneinkommen entsprechend einem allfälligen
Teilerwerbspensum von 90% gewichtet würde, resultierte noch ein Invaliditätsgrad von
aufgerundet 50% (55% x 0.9) und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente ab dem zu
Recht unbestritten gebliebenen 1. Oktober 2013 (act. G 1 und IV-act. 87). Dabei kann
offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige mit oder ohne
Aufgabenbereich zu qualifizieren ist, wie hoch die Einschränkung im Haushaltsbereich
ist bzw. ob noch ein zusätzlicher Teilinvaliditätsgrad für die Bestimmung des
Gesamtinvaliditätsgrads hinzuzurechnen wäre. Angesichts dessen, dass Dr. D._ mit
Blick auf die Tätigkeit als Reinigungskraft lediglich noch eine 25%ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigte (IV-act. 56-19 f.), erscheint die von der Abklärungsperson vollumfänglich
verneinte Einschränkung im Haushaltsbereich (siehe hierzu den Abklärungsbericht vom
24. März 2014, IV-act. 36) jedenfalls ohne weitere Abklärungen nicht schlüssig. Der
Abklärungsbericht erfolgte denn auch vor dem Gutachten und damit ohne die
entsprechenden Erkenntnisse. Mangels Entscheidrelevanz kann von diesen
Abklärungen indessen abgesehen werden. Vor diesem Hintergrund erübrigen sich auch
Ausführungen zu einem allfälligen Wechselwirkungsabzug (BGE 134 V 9).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 10. Juni 2016
aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 eine halbe
Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung und dem
Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die Festsetzung
einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act.
G 8) erübrigt sich.