Decision ID: 25fc2b4d-51d4-42f3-be26-0bb3663bdbf1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, war
letztmals vom
1.
Juni 2005 bis 3
0.
April 2007 bei der
Y._
GmbH,
in Z._
, als
Akkordmauerer
tätig gewesen (Urk.
8/12/3-10
Ziff.
2.1
), als er sich am
3.
Dezember 2007
mit dem Hinweis auf
eine
Coxarthrose
mit
Femurkopfnekrose
bei Kopfeinbruch links (
Urk.
8/1 Ziff. 7.2)
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an
meldete
.
Nach Er
lass des Vorbescheids (
Urk.
8/42) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 2
3.
Dezember 2009 (
Urk.
8/45) einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen. Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
8/49) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Juni 2010 (
Urk.
8/50) einen Rentenanspruch des Versicherten.
1.2
Am
9.
September 2014
meldete sich der Versicherte unter Hinweisen auf
Beschwerden im Bereich der linken Hüfte, der linken Schulter und des rechten Knies
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/52
Ziff.
6.
2
),
worauf die IV-Stelle
von ihm im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht die Durchführung einer Behandlung zur Verbesserung des Gesundheitszustands ver
langte (
Urk.
8/74).
Mit
Mitteilung vom 1
7.
September 2015 (
Urk.
8/82)
schloss die IV-Stelle die Eingliederungsberatung ab.
Nach
Erlass des Vorbescheids (
Urk.
8/85
)
verneinte sie
mit Verfügung vom
2
7.
Oktober 2015
(
Urk.
8/86
)
einen Anspruch des Versicherten auf Versicherungsleistungen.
1.3
Am
1
4.
August 2018
meldete sich der Versicherte
unter Hinweisen auf Beschwerden
im Bereich seines
rechten Knie
s
sowie auf eine Leberzirrhose
erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/91
Ziff.
6.1
)
, wo
rauf die IV-Stelle m
it Mitteilung vom
2
8.
Juni 2019
(
Urk.
8/117
) einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Eingliederungs
massnahmen
verneinte. In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten polydisziplinär begutachten (Gutachten vom
9.
März 2020;
Urk.
8/136/2-49)
und verneinte - n
ach durchgeführtem
Vor
bescheid
verfahren
(
Urk.
8/143,
Urk.
8/150)
- mit Verfügung vom
7.
Oktober 2020 (Urk. 8/154 =
Urk.
2) erneut
einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
7.
Oktober
2020 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte
am 1
1.
Juni 2020 Be
schwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Dezember
2020 (Urk.
7
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am
1
2.
Januar 2021
Kenntnis gegeben wurde
. Gleichzeitig wurde dem Versicherten antrags
gemäss die unentgeltliche Prozessführung gewährt
(Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Method
e des Einkommensvergleichs; BGE 130 V
343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.7
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.8
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.9
Mit BGE 145 V 215
liess das Bundesgericht die bisherige Rechtsprechung fallen, wonach primäre Abhängigkeitssyndrome beziehungsweise Substanzkonsum
störungen zum vornherein keine invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschäden darstellen können, und ihre funktionellen Auswirkungen deshalb keiner näheren Abklärung bedürfen. Fortan ist - gleich wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen - nach dem strukturierten Beweisverfahren zu ermitteln, ob und gegebenenfalls inwieweit sich ein fachärztlich diagnostiziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirkt. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann immerhin dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeignet ist. Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn f
ür eine - länger dauernde (Art. 28 Abs. 1
lit
.
b IVG) - Arbeitsunfähigkeit nach bestehender Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise ver
neint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (E.
7).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
7.
Oktober
2020 (Urk. 2) davon aus, dass dem Beschwerdeführer
die Ausübung einer an
gepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden und überwiegend sitzenden
Tätigkeit
im
Umfang
eines Arbeitspensums von 70
%
zuzumuten sei
, und dass die Invaliditätsbemessung einen
Invaliditätsgrad von
33
%
ergeben habe, wes
halb
ein Rentenanspruch nicht ausgewiesen
sei
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte
hiegegen
vor, dass
er
auf Grund seiner gesund
heitlichen Beschwerden weder in der angestammten Tätigkeit noch in
einer angepassten
Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne,
und dass
ein Rentenanspruch ausgewiesen sei (
Urk.
1 S. 2).
3.
Da die Beschwerdegegnerin letztmals
mit
Erlass der
Verfügung
vom
1.
Juni 2010
(
Urk.
8/
50
)
den Rentenanspruch
des Beschwerdeführers
materiell prüfte und
bei einem Invaliditätsgrad von 8
%
verneinte, gilt es im Folgenden zu prüfen, ob
sich der anspruchsrelevante Sachverhalt
seither beziehungsweise
im Vergleichs
zeitraum
seit
Erlass der
Verfügung vom
1.
Juni 2010
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom
7.
Oktober
2020
in einer für
den Renten
anspruch
erheblichen
Weise
verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der
Verfügung
vom
1.
Juni 2010 (
Urk.
8/50)
stellte
sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgender
massen dar:
4.2
Die Ärzte des Spitals
A._
, Medizinische Klinik, erwähnten im Austrittsbericht vom 2
5.
Oktober 2008 (
Urk.
8/34/6-8), dass der Beschwerdeführer im Rahmen eines stationären Alkoholentzugs vom 2
0.
bis 2
5.
Oktober 2008 hospitalisiert gewesen sei und stellen die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronischer Alkoholabusus mit/bei:
-
Lebersteatose
-
makrozytärem
Blutbild
-
Status nach
Kokainabusus
(letzter Konsum im Dezember 2007)
-
aktuell: stationärer Alkoholentzug
-
Hepatitis C
Infektion (Erstdiagnose im Oktober 2004)
-
Femurkopfnekrose
links (Erstdiagnose im Jahre 2005)
mit/bei:
-
geplante
r
operative
r
Sanierung am 1
0.
November 2008
-
Verdacht auf chronisch obstruktive
Pneumopathie
mit/bei:
-
persistierendem Nikotinabusus
-
Condylomata
acuminata
(Penisbasis)
Der Beschwerdeführer leide seit ungefähr zehn Jahren unter einer Alkohol
abhängigkeit.
Der stationär
e
Alkoholentzug
sei
we
gen eines Alkoholkonsums
des
Beschwerdeführers beendet worden (S. 2) und es sei gegenwärtig
eine ambulante Suchtberatung
angezeigt
(S. 3).
4.3
Die Ärzte der Universitätsklinik
B._
stellten in ihrem Bericht 2
7.
Januar 2009 (
Urk.
8/32/6-7) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Diagnose mit Auswirkung auf Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach Implantation einer Hüft-Totalprothese links am 1
1.
November 2008 bei
Femurkopfnekrose
links
Diagnose ohne Auswirkung auf Arbeitsfähigkeit:
-
Hepatitis C (Erstdiagnose im Sommer 2005)
Die Ärzte erwähnten, dass der Beschwerdeführer seit ungefähr drei Jahren unter belastungsabhängigen Hüftschmerzen links
sowie
Ruheschmerzen
gelitten habe
.
Es habe ein ausgeprägter Leidensdruck bestanden, weshalb sich der Beschwerde
führer für die Implantation einer
Hüft-T
otalprothese entschieden habe (S. 1).
Am
1
1.
November
2008
sei
eine minimalinvasive
Implantation einer
Hüft
t
otal
prothese
links
durchgeführt
worden
.
Es
sei mit einer
normale
n
Funktion
der
Hüfte mit der
imp
lantierten
Prothese zu
rechnen
, wobei l
ängerdauernde starke Belastungen
sowie
hüftbelastende Tätigkeit
en
nicht mehr sinnvoll
seien. Ansonsten könne es
zu einer vorzei
tigen Prothesenlockerung kommen
.
In Bezug auf die bisherige
Tätigkeit als Maurer
habe vom 1
0.
November 2008 bis
9.
Februar 2009 eine
Arbeitsunfähigkeit 100
%
bestanden. Die
bisherige
Tätigkeit
könne der
Beschwerdeführer
nach der Implantation der
Hüfttotalprothese links
nicht mehr
ausüben
. Demgegenüber sei
ihm
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit ab dem 1
0.
Februar
2009
im Umfang eines Pensums von
100
%
zuzu
muten (S. 2).
4.4
Mit Bericht vom 2
6.
Februar 2009 (
Urk.
8/35) stellten d
ie Ärzte der U
niversitäts
klinik
B._
die folgenden Diagnosen:
-
Implantation einer Hüft-Totalprothese links am 1
1.
November 2008 bei
Femurkopfnekrose
links
-
Nebendiagnosen:
-
Hepatitis C
-
Status nach Drogen- und Alkoholabusus
Die Ärzte erwähnten, dass der Beschwerdeführer drei Monate nach der Hüft
operation links beschwerdefrei und
mit dem Operationsresultat
zufrieden sei. Bis zum Untersuchungszeitpunkt vom
9.
Februar 2009 habe in der bisherigen Tätig
keit als Maurer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 1). Ab
1.
März 2009 sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit als Maurer auszugehen, wobei dem Beschwerdeführer ein repetitives Heben von Lasten über einem Gewicht von 25 Kilogramm nicht
mehr
zuzumuten sei (S. 2).
4.5
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
D._
, Praktischer Arzt,
beide beim Regionalen Ärztlichen
Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führten in ihrer Stellungnahme vom 1
3.
März 2009 (
Urk.
8/47/3) aus, dass
sie
die Beurteilung durch die Ärzte
der Klinik
B._
vom 2
6.
Februar 20
09
, wonach (ab
1.
März 2009) von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit a
ls Maurer
auszugehen sei,
nicht
nachvollziehen könnten
. Viel
mehr sei gestützt auf die Beurteilung der Ärzte der Klinik
B._
vom 2
7.
Januar
2009
davon auszugehen, dass ab 1
0.
Februar 2009
eine andauernde Arbeits
unfähigkeit von 100
%
in der bisherigen Tätigkeit als Akkordmaurer bestanden habe, und dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer hüftangepassten, körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über einem Gewicht von 15 Kilo
gramm, ohne Gehen auf unebenem Gel
ände, ohne Verrichtungen in kni
ender oder kniebeugender Stellung und ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten,
ab 1
0.
Februar 2009
im Umfang eines Arbeitspensums von 100 % zuzumuten sei.
5.
Den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der ursprünglichen
Verfügung
vom
1.
Juni
2010
(
Urk.
8/
50
)
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
zu diesem Zeitpunkt ausschliesslich aus somatischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, und dass ihm nach der Implantation einer Totalprothese in seiner linken Hüfte ab dem 1
0.
Februar 2009 die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einem vollzeitlichen Umfang zuzumuten war.
6.
6.1
Im Rahmen des am 1
4.
August 2018 angehobenen Neuanmeldeverfahren sind insbesondere folgende Berichte aktenkundig:
6.2
Die Ärzte des Spitals
A._
stellten in ihrem Bericht vom 1
5.
August 2018 (Urk. 8/112/13-14) die folgenden D
iagnosen
:
Diagnosen
(S. 1)
:
-
persistierende Knieschmerzen bei Status nach Implantation einer zementierten Knie-Totalprothese rechts vom 1
4.
März 2017 mit/bei:
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie Knie rechts vom 2
0.
Oktober 2017
-
Status nach diagnostischer Kniepunktion rechts am 1
3.
Oktober 2017 mit Nachweis von grampositiven Kokken
-
Status nach Sepsis bei Gonarthritis rechts, Erstdiagnose 1
3.
Mai 2016 mit Nachweis von
Staphylococcus
aureus
in allen Proben
-
Staus nach diagnostische
r
Arthroskopie Knie rechts, im April 2016
-
Status nach Kniegelenksarthroskopie rechts mit
Teilsynovektomie
,
Plicaresektion
und Teilentfernung des Osteosynthese-Materials im Juli 2015
-
Status nach symptomatischer posttraumatischer Gonarthrose rechts, Erstdiagnose 2014
-
Status nach offener Reposition und Schrauben- beziehungsweise Plattenosteosynthese einer
Tibiaplateaufraktur
im Juni 2014
-
Status nach
Abszessexzision
infrascapulär
rechts am 1
6.
Juni 2017
Nebendiagnosen
(S. 2)
:
-
fortgeschrittene Hepatopathie, Erstdiagnose im Mai 2016
, mit/bei:
-
Differentialdiagnose: äthyltoxisch, Hepatitis C
-
Sonographie im Januar 2017 ohne Hinweise für Zirrhose
-
Hepatitis C, Genotyp 1A
, Erstdiagnose
im Oktober 2004
mit/bei:
-
a
ktuell keine Therapie
-
Polytoxikomanie
mit/bei:
-
chronischem
Alkoholabusus
-
Status nach
Kokainabusus
(letzter Konsum
im Dezember 20
07)
-
persistierendem
Nikotinabusus
-
h
yperregenerative
makrozytäre
normochrome
Anämie, Erstdiagnose
am 1
3.
Mai
2016
, mit/bei:
-
a
m
ehesten
im Rahmen Epistaxis
-
Differentialdiagnose
: Substratmangel, äthyltoxisch
-
Verdacht auf chronisch obstruktive
Pneumopathie
mit/bei:
-
persistierendem
Nikotinabusus
-
h
ypertensive
Gastropathie
, Erstdiagnose
im Mai
2016
mit/bei:
-
Leberzirrhose
Die Ärzte erwähnten, dass der Beschwerdeführer
im Bereich seines rechten Knies
nach einem
Jahr
nach Implantation einer Knie-Totalprothese
rechts
weiterhin
unter
persistierende
n
Restbeschwerden
leide.
G
egenwärtig
liege jedoch
ein tolerables
Schmerzausmass
vor
,
weshalb
auf einen Revisionseingriff
am rechten Knie
verzichtet werden
könne
(S. 2).
6.3
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, Psychiatrie
zentrum
F._
, erwähnte in ihrem Bericht vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
8/110/1-5), dass sich der Beschwerdeführer seit
Juli 2011 in
einer s
ubstitutionsgestützten Behandlung
befinde, und dass bisher neben
der Substitution
auch einige Alkoholentzüge
(ambulant und stationär)
durchgeführt worden seien.
Die
dabei
aufgetretenen depressiven Symptome
seien
zusätzlich medikamentös behandelt
worden
. Diesbezüglich sei es indes
seit einiger Zeit
zu einer Stabilisierung gekommen
(
Ziff.
2.1). Die Ärztin führt
e
aus, dass
bei einem sporadischen Alkoholk
onsum ein erneuter ambulanter Alkoholentzug geplant sei (
Ziff.
2.2)
. Sie
stellte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
2.5 f.):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach Knieverletzung
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
p
sychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol
-
p
sychische und Ve
rhaltensstörungen durch Opioide, Abhängigkeits
syndrom, gegenwärtig
substituiert
-
r
ezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig
leichte Episode
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte die
Ärztin
aus,
dass der Beschwerdeführer ausschliesslich aus somatischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde (
Ziff.
3.4).
6.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Spital
A._
, erwähnte i
n seinem Bericht vom
8.
Mai 2019
(
Urk.
8/
112/1-6), dass der Beschwerdeführer gegenwärtig unter Rest
beschwerden im
antero
-lateralen Kniegelenksbereich rechts leide (
Ziff.
2.2), und dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen, körperlich schweren Tätigkeit als Maurer, welche eine Arbeit auf Baustellen sowie auf Gerüsten beinhaltet habe (
Ziff.
3.3), nicht mehr zuzumuten sei (
Ziff.
2.7 und Ziff. 4.1). Die Ausübung einer angepassten, sitzenden oder wechselbelastenden Tätigkeit, ohne körperliche Belastungen, sei dem Beschwerdeführer
jedoch in einem
Umfang
von
vier Stunden im Tag zuzumuten (
Ziff.
4.2).
In seiner Stellungnahme vom
3.
Juni 2019 (
Urk.
8/116) führte
Dr.
G._
in Ergänzung zu seinem Bericht
vom
8.
Mai 2019
aus
, dass der Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht durch eine vermehrte laterale Aufklappbarkeit des rechten Kniegelenks im Sinne einer Seitenbandinstabilität mit einer
femoropatellären
Symptomatik
(unter Belastung sowie in Flexion) beeinträchtigt werde. Aus diesem Grunde könne er längerdauernde sitzende (in Kniebeugung), stehende und
knieende
Tätigkeiten nicht mehr beziehungsweise nur noch erschwert ausüben (S. 1).
6.
5
Dr.
E._
führte in ihrem Bericht vom 2
2.
August 2019 (
Urk.
8/126) aus, dass
im Verlauf
bei einem
weiterhin
bestehenden Alkoholkonsum keine wesentliche
n
Veränderung
en festzustellen seien
.
In
Bezug auf die Opiatabhängigkeit
bestehe
durch die Substitution mit
Ketalgin
eine stabile Situation (
Ziff.
3.1)
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe
(aus psychischen Gründen)
keine Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
3.3).
6.
6
Die Ärzte der Gutachtenstelle
H._
erwähnten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom
9.
März 2020 (
Urk.
8/136/2-47), dass der Beschwerdeführer am 2
0.
November 2019 internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden sei (
Urk.
8/136/6)
und stellten die folgenden Diagnosen (
Urk.
8/136/9
10):
Diagnosen mit Einfluss auf Arbeitsfähigkeit:
-
Funktions- und Belastungsdefizit rechtes Kniegelenk bei Status nach Implantation einer Knie
-Total
endprothese (Knie-TEP) am 1
4.
März 2017 mit/bei:
-
Status nach
Tibiaplateaufraktur
mit knöchernem Ausri
s
s der
Eminentia
intercondylaris
am 2
0.
Juni 2014
-
Status nach
arthroskopischer
Refixation
der
Eminentia
intercondylaris
mittels
transossärer
fibre
-tape-
Zuggurtung
, Osteosynthese des medialen
Tibiaplateaus
mittels einer Zugschraube sowie Platten
osteosynthese des lateralen
Tibiaplateaus
am 2
4.
Juni 2014
-
Status nach
arthroskopischer
partieller
Arthrolyse
und lateraler
Teil
meniskektomie
am 1
6.
Dezember 2014
-
Status nach
arthroskopischer
Teilsynovektomie
und
Plicaresektion
im Bereich des
Recessus
suprapatellaris
sowie
Teilosteosynthesematerial
entfernung
der rechtsseitigen proximalen Tibia am 2
7.
Juli
2015
-
arthroskopische
r
Osteosynthesematerialentfernung
(OSME
) im Bereich des
Tibiakopfes
und
Biopsieentnahme
am 2
6.
April
2016
-
Status nach
Sepsis bei Gonarthritis rechts mit
Staphylococcus
aureus
im Mai
2016
-
Status nach
diagnostischer Kniepunktion rechts am 1
3.
Oktober
2017 mit Nachweis von
grampositiven Kokken
-
Status nach
diagnostischer Arthroskopie am 2
0.
Oktober
2017
-
klinisch regelrechtem postoperativem
Befund nach
Knie-
TEP ohne Hin
weise für Infekt
-
radiologisch regelrechtem postoperativen
Befund
-
Belastungsdefizit linke Hüfte bei
Status nach
Hüft-TEP am 1
1.
November
2008
mit/bei:
-
klinisch regelrechtem postoperativen
Befund
-
Belastungsdefizit linke Schulter
mit/bei:
-
Status nach
offener Schulter
stabilisation nach
Latarjet
am
7.
Dezember
2012 bei
anteriorer
Schulterinstabilität
-
klinisch regelrechtem postoperativen
Befund ohne Hinweise
auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
oder Instabilität
-
Impingement
-Test negativ
-
Leberzirrhose,
Erstdiagnose
im Juli
2017
mit/bei:
-
Status nach
chronischer Hepatitis C
mit/bei
Behandlung mit
Harvoni
im Jahre
2017,
im November
2019 nicht mehr nachweisbar
-
Alkoholabusus
Diagnosen ohne Einfluss auf Arbeitsfähigkeit
:
-
Störung durch multiplen Substanzkonsum, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich verordneten Ersatzdrogenprogramm mit
Ketalgin
-
f
ortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch
Die Gutachter führten aus, dass beim Beschwerdeführer
eine eingeschränkte Belastbarkeit
des Bewegungsapparates im Vordergrund
stehe
. In seiner Arbeits
fähigkeit werde der Beschwerdeführer insbesondere durch
ein Funktions- und Belastungsdefizit des rechten Kniegelenks bei
einem Status nach Knie-TEP
im Jahre
2017,
durch
ein Belastungsdefizit der linken Hüfte bei
einem Status nach Hüft-
TEP
im Jahre 2008 und
durch
Belastungsdefizite der linken Schulter bei
einem
Status nach
rezidivierenden Luxationen und Stabilisation
im Jahre
2012
beeinträchtigt. Daneben werde der Beschwerdeführer durch die
Leberzirrhose
in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Er sei deshalb auf die Anwesenheit einer Toilette am Arbeitsplatz angewiesen. Aus somatischen Gründen sei dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Maurer sowie die Ausübung anderer körperlich schwerer Tätigkeiten nicht mehr zuzumuten (Urk.
8/136/10).
Dem Beschwerdeführer sei aus somatischen Gründen
indes
ab Ende Oktober 2017 die Ausübung angepasster, körperlich leichter, überwiegend sitzender
, wechselbelastender
Tätigkeiten
mit der Möglichkeit,
bei Bedarf
eine Toilette
aufzusuchen
,
ohne Tätigkeiten mit ausschliesslicher Geh- und Steh
belastung,
ohne Tätigkeiten
in knie
nde
r
und hockende
r Haltung,
ohne regel
mässiges
Treppensteigen und ohne Kälte-, Nässe und Zuglufteinfluss
,
im
Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
, ohne zusätzliche Leistungseinschränkung, zuzumuten gewesen (
Urk.
8/136/11
und Urk. 8/136/46
).
Aus psychiatrischer Sicht
leide der Beschwerdeführer unter einer
Störung durch multiplen Substanzkonsu
m ohne Sekundärschäden im Sinne eines hirn
organischen Abbaus und entsprechender Konzentrations- und Gedächtnis
störungen (
Urk.
8/136/34-35). Im Rahmen der Teilnahme an einem Substitutions
programm mit
Ketalgin
(Methadon) sei es zu einer Stabilisierung der Substanz
abhängigkeitsstörung gekommen (
Urk.
8/136/36).
Aus psychischen Gründen bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/136/37 und
Urk.
8/136/10).
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen habe auch in der Vergangenheit nie bestanden (
Urk.
8/136/37).
6.
7
RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie
und für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
, führte in seiner Stellung
nahme vom
8.
Mai
2020
(
Urk.
8/142/11-13) aus, dass es seit der letzten medizinischen RAD-Stellungnahme vom 1
3.
März 2009
mit der Knieverletzung vom 2
1.
Juni 2014 und der nachfolgenden
Implantation einer Knie-TEP
am 1
4.
März 2017 zu einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes
gekommen sei
, und dass diesbe
züg
l
ich spätestens im
N
ovember 2017
der
End
zustand mit Restbeschwerden erreicht
worden sei (S. 2)
.
Aus versicherungs
medizinischer Sicht könne auf das Gutachten der
Ärzte der Gutachtenstelle
H._
vom
9.
März 2020
abgestellt werden. Gestützt darauf sei von einer Leistungsminderung in Bezug auf angepasste Tätigkeiten
im Umfang
von ins
gesamt 30
%
auszugehen (S. 3).
7.
7.1
Den medizinischen Akten zum Gesundheitszustand im Vergleichszeitraum vom
1.
Juni
2010
(
Urk.
8/50)
bis
7.
Oktober 2020
(Urk. 2) ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer neu neben
der gesundheitlichen Beeinträchtigung im
Bereich seiner linken Hüfte
bei einem Status nach Hüft-TEP
unter Beeinträchtigungen im Bereich seines
rechten Kniegelenks bei einem Status nach Knie-TEP im Jahre 2017,
unter solchen im Bereich
der linken Schulter bei
einem
Status nach rezidivierenden Luxationen und Stabilisation im Jahre 2012
sowie unter einer
Leberzirrhose
litt
, und dass er
dadurch
im Vergleich zum Zustand bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom
1.
Juni
2010 zusätzlich
in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wurde
(vorstehend E.
6.
6
).
Die beteiligten Ärzte, welche in somatischer Hinsicht übereinstimmend davon ausgingen, dass dem Beschwerde
führer die bisherige, körperlich anspruchsvolle Tätigkeit als Maurer nicht mehr zuzumuten sei, kamen in ihren Beurteilungen der verbleibenden Restarbeits
fähigkeit in behinderungs
angepassten Tätigkeiten teilweise zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Während
Dr.
G._
in seinen Beurteilungen vom
8.
Mai und vom
3.
Juni 2019 (vorstehend E.
6.4
)
die Ansicht vertrat, dass dem
Beschwerdeführer
die
Ausübung einer angepassten, sitzenden oder wechselbelastenden Tätigkeit, ohne körperliche Belastungen,
lediglich in ein
e
m
Umfang
von
vier Stunden im Tag zuzumuten
sei,
gingen die
Ärzte der Gutachtenstelle
H._
in ihrem
Gut
achten vom
9.
März 2020 (
vorstehend E.
6.
6
) davon aus,
dass
dem Beschwerde
führer
seit Ende Oktober 2017
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
im Um
fang eines Arbeitspensums von 70
%
, ohne zusätzliche Leistungsei
nschränkung, zuzumuten gewesen sei.
7.2
Aus psychiatrischer Sicht gingen
Dr.
E._
in ihren Berichten vom 2
5.
Februar 2019 (vorstehend E.
6.3
) und vom 2
2.
August 2019 (vorstehend E.
6.
5
) sowie die Ärzte der Gutachtenstelle
H._
in ihrem Gutachten vom
9.
März 2020 (vor
stehend E.
6.
6
) übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt
sei
.
7.3
7.3.1
Das Gutachten der Ärzte der Gutachtenstelle
H._
vom
9.
März 2020 (vor
stehend E.
6.
6
) erfüllt die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.10
). Denn die Gut
achter, welche als Fachärzte für Allgemeine Innere Medizin, für Rheumatologie und für Psychiatrie und Psychotherapie über die für die Beurteilung der somatischen und der psychischen Komponente des Beschwerdebildes, unter wel
chem der Beschwerdeführer leidet, angezeigten fachärztlichen Aus- und Weiter
bildungen verfügten, hatten Kenntnis sämtlicher massgeblicher medizinischer
Vorakten
, setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinan
der und begründeten ihre Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise.
7.3.2
In somatischer Hinsicht vermag zu überzeugen, dass die Gutachter davon aus
gingen, dass der Beschwerdeführer zur Hauptsache durch
eine eingeschränkte Belastbarkeit des Bewegungsapparates
im Sinne eines
Funktions- und Belastungsdefizit
s
des rechten Kniegelenks bei einem Status nach Knie-TEP im Jahre 2017,
eines
Belastungsdefizit der linken Hüfte bei einem Status nach Hüft-TEP im Jahre 2008 und
eines solchen im Bereich seiner
linken Schulter bei
einem
Status nach rezidivierenden Luxationen und Stabilisation im Jahre 2012
in seiner Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt
werde,
weshalb ihm
die Ausübung körperlich schwerer Tätigkeiten nicht mehr zuzumuten
sei.
Zudem
erscheint als nachvoll
ziehbar, dass
die Gutachter bei der Erstellung des Z
umutba
rkeitsprofils berück
sichtigten, dass der Beschwerdeführer
unter Nebenwirkungen
der zur Behandlung der Leberzirrhose erforderlichen Medikation
im Sinne einer
Diarrhöe beziehungs
weise einem chronischen Durchfall
leide
,
und dass er aus diesem Grunde an einem Arbeitsplatz auf die Möglichkeit, bei Bedarf eine Toilette aufzusuchen, angewiesen sei.
Sodann vermag zu überzeugen, dass die Gutachter insgesamt da
von ausgingen, dass de
m Beschwerdeführer ab Ende Oktober 2017 die Ausübung angepasster, körperlich leichter, überwiegend sitzender, wechselbelastender Tätigkeiten mit der Möglichkeit,
bei Bedarf
eine Toilette aufzusuchen, ohne
kniende und hockende Tätigkeiten, ohne ausschliesslich gehende und stehende Tätigkeiten, ohne Tätigkeiten, welche ein regelmässiges Treppensteigen erfordern, und ohne Tätigkeiten bei Nässe, Kälte und Zugluft,
im Umfang eines Arbeits
pensums von 70
%
, ohne zusätzliche Leistungse
inschränkung, zuzumuten gewesen sei.
7.3.3
Aus psychiatrischer Sicht
vermag zu überzeugen, dass die Gutachter
der Gut
achtenstelle
H._
in ihrem Gutachten
vom
9.
März 2020 (vorstehend E.
6.
6
)
davon ausgingen, dass
der Beschwerdeführer
infolge eines
Gebrauch
s
von ver
schiedenen
psychotrope
n
Substanzen
, insbesondere von Alkohol und Opiaten,
unter
einer Störung
durch multiplen Substanzkonsum
leide,
ohne
dass
es dadurch
bisher zu
Sekundärschäden im Sinne eines hirnorganischen Abbaus und ent
sprechender Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
gekommen
wäre
. Viel
mehr sei es
durch eine Teilnahme an einem Substitutionsprogramm mit
Ketalgin
zu einer
Stabilisieirung
der
Substanzabhängigkeitsstörun
g
gekommen
.
Schliesslich legten die Gutachter schlüssig dar,
dass der Beschwerdeführer a
us psychischen Gründen
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt werde, und dass davon auszugehen sei, dass
er
aus
psychischen Gründen
bis anhin
nie
in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt worden sei
.
7.3.4
Insgesamt erscheint die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte
der Gut
achtenstelle
H._
, wonach dem Beschwerdeführer
in somatischer
und psychische
r Hinsicht seit
Ende Oktober 2017 die Ausübung
einer angepassten
, körperlich leichte
n
, überwiegend sitzende
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit mit der Möglichkeit, bei Bedarf eine Toilette aufzusuchen, ohne kniende und hockende
sowie
ohne ausschliesslich gehende und stehende
Arbeiten
, ohne
Arbeiten
, wel
che ein regelmässiges Treppensteigen erfordern, und ohne
Arbeiten
bei Nässe, Kälte und Zugluft, im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
, ohne zusätzliche Leistungseinsc
hränkung, zuzumuten gewesen sei, als nachvollziehbar.
Davon ist
vorliegend
auszugehen.
7.4
Nicht zu überzeugen vermögen
indes die Beurteilung
en
durch
Dr.
G._
vom
8.
Mai
und vom
3.
Juni
2019 (
vorstehend E.
6.4
). Denn diesen lassen sich keine nachvollziehbaren Begründungen für die darin dem
Beschwerdeführer
attestierte Arbeitsunfähigkeit in behinderungsangepassten, wechselbelastenden, körperlich leichten Tätigkeiten in einem Umfang von 50
%
entnehmen.
Insbesondere geht daraus nicht hervor, inwiefern und auf welche Art und Weise
der Beschwerde
führer in seinem
funktionellen Leistungsvermögen
bei
der Ausübung angepasster Tätigkeiten
in einem
derart
einschneidenden Umfang
eingeschränkt sein sollte. Mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann auf die Arbeitsfähig
keits
beurteilung
en
durch Dr.
G._
vorliegend daher nicht abgestellt werden.
7.
5
In psychischer Hinsicht
erscheinen die Beurteilungen durch
Dr.
E._
vom 2
5.
Februar (vorstehend E.
6.3
) und
vom 2
2.
August 2019 (
vorstehend E.
6.
5
) in
s
oweit als schlüssig, als dass die Fachärztin
darin in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch die Gutachter der Gutachtenstelle
H._
davon ausging, dass in
Bezug auf die Opiatabhängigkeit
des Beschwerdeführers
im Rahmen einer
Substitution mit
Ketalgin
eine stabile Situation
erreicht worden sei
, und dass aus
psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit
aus psychischen Gründen
nicht
aus
gewiesen sei. Insoweit
findet hier die gutachterliche Einschätzung ihre Bestätigung
.
8.
8.1
Nach Gesagtem ist g
estützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch
die Gutachter der Gutachtenstelle
H._
vom
9.
März 2020 (vorstehend E.
6.
6
)
, und durch
Dr.
E._
vom 2
5.
Februar (vorstehend E.
6.3
) und
vom 2
2.
August 2019 (
vorstehend E.
6.
5
)
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
davon auszugehen, dass
dem Beschwerdeführer aus somatischen Gründen
seit Ende Oktober 2017 die Ausübung einer angepassten, körperlich leichten, überwiegend sitzenden, wechselbelastenden Tätigkeiten mit der Möglichkeit, bei Bedarf eine Toilette aufzusuchen, ohne kniende und hockende sowie ohne ausschliesslich gehende und stehende Arbeiten, ohne Arbeiten, welche ein regelmässiges Treppensteigen erfordern, und ohne Arbeiten bei Nässe, Kälte und Zugluft, im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
, ohne zusätzliche Leistungseinschränkung, zuzumuten
war, und dass aus psychischen Gründen eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen
war
.
8.2
In somatischer Hinsicht ist es daher im Vergleichszeitraum
vom
1.
Juni
2010 bis
7.
Oktober 2020
insoweit zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
gekommen, als dass
diesem
die Ausübung einer optimal angepassten Tätigkeit ab Ende Oktober 2017 nicht mehr in einem vollzeitlichen Umfang
,
sondern lediglich noch im Umfang eines Pensums von 70
%
zuzumuten war. Im Folgenden
ist daher
anhand der erwerblichen Verhältnisse zu prüfen, ob es sich
dabei um eine
anspruchserhebliche
gesundheitliche
Veränderung
handelt
.
Angesichts der umfang
reichen und im Ergebnis klaren medizinischen Aktenlage, drängen sich keine weiteren Abklärungen auf (antizipierte Beweiswürdigung, BGE
127 V 491 E. 1b
).
8.3
Da in psychischer Hinsicht lediglich von einem geringfügigen, die Arbeitsfähig
keit
nicht dauerhaft erheblich
beeinträchtigenden, psychopathologischen Befund
im Sinne
einer Störung durch multiplen Substanzkonsum
beziehungsweise
einer
Substanzabhängigkeitsstörung
, welche im Rahmen einer
Substitu
tion mit
Ketalgin
stabilisiert wurde,
auszu
gehen ist, kann gemäss der erwähnten Recht
sprechung (vorstehend E.
1.9
) aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden.
9.
9.1
Im Folgenden sind d
ie erwerblichen Verhältnisse zu
prüfen.
9.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeit
punkt des hypotheti
schen Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invaliden
einkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige renten
wirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen sind bis zum Verfügungs
zeitpunkt zu berücksichtigen
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
9.3
Da vorliegend ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der
Neu
a
n
meldung zum Leistungsbezug vom
1
4.
August 2018 (
Urk.
8/91)
und mithin frühestens
im
Februar 2019
entstehen konnte (
Art.
29
Abs.
1 IVG), sind beim Einkommensvergleich die Verhältnisse dieses Jahres massgebend.
9.
4
9.4
.1
Um
bei einer
Neuanmeldung beziehungsweise einer
Rentenrevision
das von der versicherten Person ohne Gesundheits
schaden hypothetisch er
zielbare
Validen
einkommen
zu bestimmen, ist entschei
dend, was diese im Zeit
punkt
bei Eintritt der Anlass zu einer
Renten
revision
gebenden Veränd
erung
der gesundheitlichen oder erwerblichen Verhält
nisse
überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tat
sächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei
stellt in der Regel
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominallohnentwicklung ange
passte Verdienst Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2)
,
da erfahrungs
gemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erst
ellt sein (BGE 135 V 297 E. 5.1,
134 V 322 E. 4.1
und
129 V 222 E. 4.3.1
; Urteil des Bundesgerichts 8C_678/2015 vom 9. Juni 2016 E. 4.2).
9.4
.2
Da der Beschwerdeführer
letztmals
vom
1.
Juni 2005 bis 3
0.
April 2007
erwerbs
tätig
gewesen
war
(
Urk.
8/12/3-10
Ziff.
2.1),
und
da er
während des
gesamten
Vergleichszeitraum
es
vom
1.
Juni
2010 bis
7.
Oktober 2020
nicht erwerbstätig war, ist bei
der Bemessung des
Valideneinkommens
auf Erfahrungs- und Durch
schnittswerte (Tabellenlöhne) abzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_276/2017 vom 2
3.
April 2018 E. 6.2
,
8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E.
5.3
und
Urteil 9C_210/2011 vom 21.04.2011 E. 3.2.1.2
).
Da auf Grund der gesamten Umstände davon auszugehen ist, dass der Beschwer
deführer
, welcher nach Ab
schluss der Berufsausbildung als Maurer fast ausschliesslich im erlernten Beruf tätig war (
Urk.
8/69,
Urk.
8/64),
zum Zeitpunkt der Invaliditätsbemessung
ohne Gesundheitsschaden
weiterhin
in seinem erlernten Beruf als Maurer
tätig
gewesen
wäre, und da dem Beschwerdeführer dabei sowohl der private als auch der öffentliche Sektor offen stünde, ist bei der Bemessung des
Valideneinkommens
gemäss der Rechtsprechung
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_314/2019 vom 10.
September 2019 E. 6.1)
auf die Durchschnittswerte der Tabelle T17 der LSE abzu
stellen.
9.
4
.3
Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der Tabelle T17 der LSE 2018 für die Berufsgruppe «
Bau- u. Ausbaufachkräfte sowie verwandte Berufe, ausgen. Elektriker/innen
» (
Ziff.
71)
für Männer im Alter
von 30 bis 49
Jahren von Fr
.
5
’
912
.
, einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im
Bereich
«
Hoch- und Tiefbau
» (
Ziff.
41-42)
, wozu die
Tätigkeit als Maurer
gehört (vgl. NOGA 2008;
www.bfs.admin.ch
)
, im Jahre 2019 von insgesamt 41.6
Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen; www.bfs.admin.ch) und einer durch
schnittlichen Nominallohnentwicklung im Baugewerbe im Jahre 2019 von 1 % (Nominallohnindex, 2016-2020; www.bfs.admin.ch) sowie eines hypothetischen Arbeitspensums im Gesundheits
fall
von
100
%
resultiert im Jahre 2019
ein
Valideneinkommen
von rund Fr.
74’520
.
-- (Fr.
5’912
.-- x 1.01
x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.6
Stunden
).
9.5
9.5
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
ge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen werden (BGE 139 V
592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einze
lfalles nicht möglich ist (vgl.
BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
9.5
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die L
ohnhöhe haben können (BGE 124 V
321
E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
9.
5
.3
Ein Leidensabzug ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht gerechtfertigt, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die einge
schränkte Leistungsfähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit be
reits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2 und 3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabel
lenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C_827/2009 vom 2
6.
April 2010 E. 4.2.1, 9C_980/2008 vom
4.
März 2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 1
1.
Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom
5.
Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom
2.
November 2007 E. 5.1).
9.5
.4
Vorliegend ist dem Beschwerdeführer gemäss der Beurteilung durch
die Gutachter der Gutachtenstelle
H._
vom
9.
März 2020 (vorstehend E.
6.
6
) die Aus
übung
angepasster, körperlich leichter, überwiegend sitzender und wechsel
belastender
Tätigkeiten
mit der Möglichkeit, bei Bedarf eine Toilette aufzusu
chen, ohne kniende und hockende,
ausschliesslich gehende und stehende Arbeiten, ohne regelmässiges Treppensteigen und ohne Arbeiten bei Nässe, Kälte und Zug
luft,
im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
ohne Leistungseinschränkung
zuzumuten.
Der
Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind
,
führt indes nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invaliden
lohns
. Denn gemäss der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2019 vom 1
1.
Juli 2019 E. 3.3; BGE 138 V 457 E. 3.1) können unter dem Titel leidens
bedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2 und 8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Sodann
stellt
der Umstand, dass
dem Beschwerde
führer
nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind,
auch deshalb
kein
en
Grund für einen leidensbedingten Abzug
dar
,
weil
der Tabellenlohn im Kompetenz
niveau 1 (gemäss der LSE 2012 und der nachfol
genden LSE) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom
8.
Oktober 2019 E. 4.3.2),
welche
dem Zumutbarkeitsprofil
der Ärzte der
Gutachtenstelle
H._
entsprechen. Es ist daher
davon auszugehen, dass
auf
einem
hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ein genügend breites
Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten
bes
tünde
, und dass der Beschwerdeführer dabei
mit einem durchschnittlichen
Einkommen rechnen könnte
.
Zu denken ist beispielsweise an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten. Zudem führt der Umstand, dass versicherte Personen allen
falls auf Grund ihres medizi
nischen Zumutbarkeitsprofils nicht mehr alle Tätig
keiten innerhalb eines Kompetenzniveaus ausüben können
,
und
dass
die Möglichkeit besteht, dass sie den Zentralwert der LSE nicht erreichen könnten, gemäss der Rechtsprechung nicht zu einem grundsätzlich vorzunehmenden leidensbedingten Tabellenlohnabzug. Denn jeder Anwendung statistischer Werte ist die Abstrahierung, das heisst die Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles, immanent (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.3 und 9C_200/2017 vom 1
4.
November 2017 E. 4.3.2).
Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn erscheint vor
liegend daher nicht als gerechtfertigt.
Da Anhaltspunkte für weitere abzugs
relevante Merkmale nicht ersicht
lich sind, ist
vorliegend
bei der Bemessung des Invali
deneinkommens
von einem Abzug vom Tabellenlohn abzusehen.
9.
6
Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der LSE 2018 für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Männer (Total; Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, privater Sektor Schweiz 2018) von
Fr.
5’417.--, resultiert unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2019
von insgesamt 41.7 Stunden (
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
; www.bfs.admin.ch)
und
einer durch
schnittlichen Nominallohnentwicklung im Jahre 2019 von
0.9
%
(Nominallohn
index, 2016-2020; www.bfs.admin.ch)
sowie eines zumutbaren Beschäftigungs
grades von
7
0
%
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
rund
Fr.
47
'
864
.
-
-
(
Fr. 5’417.-- x 1.009 x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden
x 0.7
).
10.
10.1
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
74’520
.-- mit dem Invaliden
einkommen von
Fr.
47'868.
-- ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
26
’
656
.--
und einen Invaliditätsgrad von (gerundet)
36
%
.
Damit wird ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von
mindestens 40
%
nicht erreicht
.
10.2
Ein
Rentenanspruch
des Beschwerdeführers ist demnach
trotz einer Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse
während des
Vergleichszeitraum
es
vom
1.
Juni
2010 bis
7.
Oktober 2020
weiterhin
nicht ausgewiesen
. Mangels einer
im revisionsrechtlichen Sinne
anspruchserhebliche
n
gesundheitliche
n
Veränderung
ist
die Beschwerde
daher
abzuweisen.
11
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten
über
IV-Leistungen kostenpflichtig.
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind
die Kosten
je
doch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.