Decision ID: 4f6d96e2-049f-59a5-8acd-ee886bc5029e
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- XY (Jahrgang 1945) wuchs als älteres von zwei Geschwistern bei seinen Eltern im
Kanton Zürich auf. Im Alter von 16 Jahren wurde er wegen Erziehungsschwierigkeiten
in ein Erziehungsheim eingewiesen. Nach der Sekundarschule schloss er eine Lehre als
Gärtner und danach noch eine zweite Lehre als Radioelektriker erfolgreich ab. In der
Folge arbeitete er bei verschiedenen Arbeitgebern, bis er ab 1975 von der Sozialhilfe
lebte. Im Zeitraum von 1978 bis 1983 war er in psychiatrischer Behandlung in der
Poliklinik Zürich. Im Rahmen eines stationären Aufenthalts in der psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich wurde im Jahr 1980 eine schizoide Persönlichkeit mit
zwanghaften und hypochondrischen Zügen diagnostiziert, weshalb er seitdem eine
ganze IV-Rente erhält. Im Jahr 1986 zog er von Zürich nach W in das Chalet seines
Vaters um. Auf sein eigenes Begehren errichtete die Vormundschaftsbehörde Z am 30.
April 1987 eine Beiratschaft, die bereits am 23. Februar 1988 wieder aufgehoben
wurde. Stattdessen wurde gestützt auf das Gutachten vom 5. November 1987 der
Kantonalen Psychiatrischen Klinik (nachfolgend: KPK) St. Pirminsberg, in dem eine
Persönlichkeitsstörung mit schizoiden, zwanghaften und eventuell paranoiden
Komponenten diagnostiziert wurde, am 23. Februar 1988 eine Vormundschaft
gegenüber XY wegen Geistesschwäche errichtet. In den Jahren 1987 bis 1990 war er
viermal in der KPK St. Pirminsberg hospitalisiert.
Mit Eingabe vom 20. Dezember 2001 beantragte XY durch seinen damaligen
Rechtsvertreter die ersatzlose Aufhebung der Vormundschaft. Daraufhin beauftragte
die Vormundschaftsbehörde Z am 22. Februar 2002 Dr.med. S M und den Amtsarzt mit
der Erstellung eines Gutachtens. Beiden Ärzten gelang es jeweils erst nach
wiederholten Aufforderungen, die Begutachtung durchzuführen. Im Gutachten vom 30.
August 2002 kam der Amtsarzt zum Schluss, dass die im Jahr 1987 diagnostizierte
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Persönlichkeitsstörung anlagebedingt und nicht heilbar sei. Im jetzigen Zeitpunkt
würden sich jedoch keine eigentlichen schizoiden, zwanghaften oder paranoiden
Symptome feststellen lassen. Er empfahl die Aufhebung der Vormundschaft und
stattdessen die Errichtung einer Beiratschaft. Auch Dr.med. S M befürwortete in
seinem Gutachten vom 21. November 2002 die Aufhebung der Vormundschaft, da er
im Moment keine geistige Störung oder eine Geisteskrankheit feststellen könne. Der
Amtsvormund unterstützte die von den Ärzten empfohlene Umwandlung der
Vormundschaft in eine Beiratschaft. Daraufhin lud die Vormundschaftsbehörde Z XY
vergeblich zur persönlichen Anhörung ein, weshalb in der Folge kein Entscheid gefällt
wurde.
B.- Am 6. September 2004 berichtete der Vormund über unhaltbare Zustände im Haus
von XY in W. Das Haus sei mit Unrat voll gestopft, so dass fast kein Durchkommen
möglich sei. Es bestehe lediglich noch eine kleine Schlaffläche. Zudem sei die
Hausinstallation mangelhaft. XY habe sich jedoch bisher trotz verschiedener
Aufforderungen geweigert, diese Mängel zu beheben. Aufgrund der Lagerung von
leicht brennbarem Material im Bereich der Heizung bestehe ein grosses Brandpotential.
XY habe es bisher unterlassen, aufzuräumen. Er als Vormund könne die Verantwortung
nicht mehr übernehmen. Er gehe nicht davon aus, dass XY sein Haus freiwillig räume,
weshalb er nur noch die Möglichkeit einer Zwangsräumung sehe. Am 25. August 2005
wurde gegen den Willen von XY eine Hausräumung durchgeführt, bei der mehrere
Mulden Abfall (38 Tonnen) entsorgt wurden. Da XY mit der Räumung nicht
einverstanden war und die Anwesenden verbal bedrohte, wurde er von der Polizei
verhaftet und dem Amtsarzt zugeführt. Dieser verfügte gleichentags die zwangsweise
Einweisung von XY in die KPK St. Pirminsberg.
Am 1. September 2005 wurde die KPK St. Pirminsberg von der
Vormundschaftsbehörde Z beauftragt, zur Abklärung der Notwendigkeit der
bestehenden, im Jahre 1988 angeordneten Vormundschaft, ein Doppelgutachten über
den körperlichen und geistigen Zustand von XY zu erstellen. Daraufhin wurde er am 15.
und 16. November 2005 von Klinikärzten begutachtet. Im Gutachten vom 20.
Dezember 2005 bejahten der Assistenzarzt, der Oberarzt und der leitende Arzt das
Vorliegen einer Geistesschwäche im Sinn von Art. 369 ZGB.
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Am 16. Mai 2006 wurde XY persönlich vom Präsidenten der Vormundschaftsbehörde
sowie dem Vormundschaftssekretär in der KPK St. Pirminsberg das rechtliche Gehör
gewährt. Dabei gab XY an, dass er das Gutachten nicht akzeptiere und er mit der
Weiterführung der Vormundschaft nicht einverstanden sei.
Nach dem Austritt aus der KPK St. Pirminsberg am 5. September 2006 bezog XY eine
eigene Wohnung in P. Heute wohnt er in A.
C.- Mit Beschluss vom 17. August 2006 (Versand am 6. September 2006) ordnete die
Vormundschaftsbehörde Z gestützt auf das Doppelgutachten vom 20. Dezember 2005
an, die bereits bestehende Vormundschaft gemäss Art. 369 ZGB über XY sei
weiterzuführen. Es wurde ein neuer Vormund ernannt.
Gegen diesen Beschluss erhob XY mit Eingabe vom 18. September 2006 öffentlich-
rechtliche Klage bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen Antrag,
die Vormundschaft sei aufzuheben.
Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 17. Oktober 2006 auf eine
Vernehmlassung und beantragte die Abweisung der Klage. Am 14. November 2006
reichte die Vormundschaftsbehörde weitere Akten ein.
Am 17. November 2006 teilte Rechtsanwalt B mit, dass er den Kläger in diesem
Verfahren vertrete. Daraufhin wurden ihm die Akten zur Einsichtnahme zugestellt. Er
teilte am 5. Dezember 2006 mit, dass er vom 22. Dezember 2006 bis am 2. Februar
2007 landesabwesend sei.
Der Vormund reichte am 5. Februar 2007 eine Vermögensaufstellung sowie das
Berechnungsblatt für die Ergänzungsleistung zur AHV-/IV-Rente des Klägers ein.
D.- Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 16. Februar 2007 im Gemeindehaus P
waren der Kläger, sein Rechtsvertreter und der Präsident der Vormundschaftsbehörde
als Vertreter der Vorinstanz anwesend. Die zusätzlichen Akten wurden mündlich
eröffnet.
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a) Auf entsprechende Befragung durch das Gericht führte der Kläger aus, sein
Tagesablauf sehe so aus, dass er den Haushalt besorge, Radio höre und seine Akten
sortiere. Ausserdem sei er wegen des Umzugs noch mit dem Einräumen seiner
Wohnung beschäftigt. Er wolle keinen Vormund, da er gut alleine zurechtkomme. Auch
einen Beistand oder Beirat brauche er nicht. Wenn er Hilfe benötige, könne er
jemanden fragen. So gehe er bei Fragen bezüglich Steuererklärung auf die Gemeinde.
Er habe die Zustände in seinem Haus in W nicht als problematisch empfunden. Er habe
alles unter Kontrolle gehabt. Die Fotos seien ziemlich subjektiv aufgenommen worden.
Mäuse würden halt ein bisschen riechen. Er habe die Mäuse ja nicht bestellt, die seien
von alleine gekommen. Er habe sie gefüttert, hätte sie aber unter Kontrolle gehabt.
Dass eine Unordnung geherrscht habe, wisse er selber. Er habe aber Lösungsansätze
gesucht. Billiger als in diesem Haus könne er nicht leben. Mit den Fr. 1'000.-- im Monat
sei er problemlos durchgekommen. Jetzt lebe er teuerer. Er trinke nur wenig bis mässig
Alkohol, ein Alkoholproblem habe er nicht. Seine Zukunftspläne seien von der
Vormundschaftsbehörde und der Amtsvormundschaft zerstört worden. Er habe
verreisen wollen, vielleicht nach Portugal oder auch nach Z. Er habe sich alle Optionen
offen gehalten. Auch die Autoprüfung sei ein Ziel gewesen. Jetzt habe er keine Pläne
mehr. Man habe ihn aus seinem Leben heraus gerissen. Er habe es in seinem Haus gut
gehabt. Die Probleme, die es gegeben habe, habe er fortlaufend gelöst. Er glaube
nicht, dass es in der jetzigen Wohnung wieder zu Zuständen wie im Haus in W komme,
da er aus der Vergangenheit gelernt habe. Er sammle aber noch gewisse Sachen. Ein
leeres Gurkenglas könne man beispielsweise wieder verwenden oder eine Fliege damit
fangen. Er wisse nicht genau, wie viel Geld er habe. Er habe geerbt, wisse aber nicht,
wo dieses Geld geblieben sei. Er wolle wieder nach W zurück. Der Verkauf seines
Hauses sei momentan kein Thema. Er sei daran, das Problem zu lösen, wisse aber
noch nicht wie die Lösung aussehen werde. Er sei nie länger medikamentös behandelt
worden.
b) Der Fachrichter Dr.med. Stefan Lendi führte aus, dass er dem Gutachten der KPK
St. Pirminsberg folgen könne und die Diagnose der kombinierten
Persönlichkeitsstörung nachvollziehbar sei. Der lange Krankheitsverlauf und die
Situation im Haus in W würden die Diagnose stützen. Eine Persönlichkeitsstörung sei
medikamentös nicht behandelbar.
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c) Der Rechtsvertreter des Klägers beantragte, die Vormundschaft sei unter Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung ersatzlos aufzuheben. Zur Begründung machte er
geltend, es sei schon immer kontrovers gewesen, ob im vorliegenden Fall eine
Vormundschaft nötig sei. So habe der Amtsarzt die Ansicht vertreten, dass es keine
Vormundschaft brauche. Der Kläger habe es sich in seinem Haus zwar schon
gemütlich eingerichtet, ein Vormund könne aber auch nicht aufräumen. Im Übrigen
seien die Gefahren im Haus durch den Umzug in eine Wohnung gebannt. Seine
Finanzen habe der Kläger im Griff, was ebenfalls gegen die Aufrechterhaltung der
Vormundschaft spreche.
d) Der Präsident der Vorinstanz führte aus, im Jahr 2003 sei die Aufhebung der
Vormundschaft diskutiert worden, was jedoch im Sand verlaufen sei. Der damalige
Rechtsvertreter habe die Sache auch nicht weiterverfolgt. Als der Kläger im Jahr 2005
in die KPK St. Pirminsberg eingewiesen worden sei, habe man die Gelegenheit genutzt,
um ein Gutachten zu erstellen. Da der Kläger mit seinem Vormund immer wieder
Konflikte gehabt habe, werde der Vormund jetzt ausgewechselt. Das Haus des Klägers
in W stehe leer. Die sanitären Anlagen seien kaputt und die Küche sei nicht mehr
gebrauchsfähig. Auch die Bausubstanz sei schlecht. Am besten würde man das Haus
abbrechen. Die Liegenschaft habe sicher nicht mehr den Wert von Fr. 100'000.--. Der
Boden dürfte noch einen Wert von Fr. 40'000.-- haben, was genau der
hypothekarischen Belastung entspreche. Die elektrischen Installationen hätten bereits
seit 1997/1998 in Ordnung gebracht werden müssen. Der Kläger habe jedoch
niemanden in sein Haus gelassen. Es habe eine Brandgefahr bestanden, weshalb die
Räumung nötig gewesen sei. Es sei eine riesige Aktion gewesen, die rund Fr. 27'000.--
bis Fr. 28'000.-- gekostet habe. Momentan stehe die Alkoholproblematik beim Kläger
nicht im Vordergrund. Der Alkohol sei aber in den Jahren 1987 bis 1990 jeweils der
Grund für die Klinikeinweisungen gewesen. Die Vormundschaftsbehörde sei damit
einverstanden, dass der Kläger in A lebe.
E.- Auf die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge vorgebrachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.
Verfügungen der Vormundschaftsbehörde betreffend Bevormundung, Verbeiratung und
Verbeiständung von Erwachsenen können innert zehn Tagen mit öffentlich-rechtlicher
Klage bei der Verwaltungsrekurskommission angefochten werden (Art. 373 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, abgekürzt: ZGB; Art. 64 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, sGS 911.1, abgekürzt: EG
zum ZGB; Art. 71a lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP).
Anfechtungsobjekt ist der Beschluss der Vormundschaftsbehörde Z vom 17. August /
6. September 2006 betreffend Weiterführung der Vormundschaft. Eine solche
Verfügung sieht das Gesetz nicht vor. Der Kläger wurde bereits mit Beschluss vom 23.
Februar 1988 bevormundet. Diese Massnahme wurde nie aufgehoben. Zumal der
Kläger am 20. Dezember 2001 ein Aufhebungsgesuch stellen liess, über das vor Erlass
des angefochtenen Beschlusses noch nicht formell entschieden wurde, ist davon
auszugehen, dass es sich beim Beschluss vom 17. August 2006 um die Ablehnung des
Aufhebungsgesuchs handelt. Hinsichtlich der Aufhebung einer Vormundschaft
bestimmt sich das Verfahren grundsätzlich nach kantonalem Recht (Art. 434 Abs. 1
ZGB). Die Kantone bestimmen, welche Behörde oder welches Gericht zuständig ist.
Mit Blick auf Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101) muss der Kanton im Verfahren zur Aufhebung einer
Entmündigung wenigstens in einer Rechtsmittelinstanz eine gerichtliche Überprüfung
mit voller Kognition bezüglich Sachverhalt und Rechtsanwendung vorsehen (BGE 118 I
473 E. 6; Th. Geiser, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum
Schweizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 3. Aufl. 2006, N 7 zu
Art. 434 ZGB). Die sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission ist auch
für das Verfahren der Aufhebung der Vormundschaft gegeben (vgl. VRKE V vom 21.
November 2005 in Sachen R. S., E. 1a).
Das Rechtsmittel ist rechtzeitig eingereicht worden. Die Eingabe vom 18. September
2006 (Postaufgabe an einem Montag) erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 71d in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Klage ist daher einzutreten.
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2.- Die angefochtene Verfügung und das vorinstanzliche Verfahren sind von Amtes
wegen auf ihre formelle Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.
a) Die örtliche Zuständigkeit für das Aufhebungsverfahren bestimmt sich nach
Bundesrecht. Für das Verfahren betreffend Aufhebung einer vormundschaftlichen
Massnahme ist von Bundesrechts wegen diejenige Behörde zuständig, welche die
Vormundschaft effektiv führt (H.M. Riemer, Grundriss des Vormundschaftsrechts, 2.
Aufl. 1997, § 4 Rz 197). Diese Behörde bleibt solange zuständig, als eine rechtsgültige
Übertragung der Vormundschaft nicht stattgefunden hat (vgl. dazu BGE 68 I 90). Die
Vormundschaftsbehörde Z ist daher örtlich zuständig.
b) Die sachliche Zuständigkeit bestimmt sich nach kantonalem Recht. Da die
Ablehnung eines Aufhebungsgesuchs sachlich einer Entmündigung sehr nahe kommt
(Riemer, a.a.O., § 4 Rz 198 mit Hinweis auf BGE 117 II 381), liegt diese im Kanton St.
Gallen bei der Vormundschaftsbehörde (vgl. dazu Art. 4 und 64 Abs. 1 EG zum ZGB). In
der Regel verfügt die Gesamtbehörde, was vorliegend der Fall ist. Auch die sachliche
Zuständigkeit der Vorinstanz ist somit gegeben.
c) Für das Aufhebungsverfahren gelten im Wesentlichen die gleichen
Verfahrensgrundsätze wie für das Entmündigungsverfahren; insbesondere steht dem
Betroffenen das rechtliche Gehör gleichermassen zu (Geiser, a.a.O., N 10 f. zu Art. 434
ZGB). Im Verfahren der Aufhebung der Vormundschaft ist der Entmündigte von
Bundesrechts wegen in analoger Anwendung von Art. 374 ZGB anzuhören (BGE 117 II
379 E. 2). Die Anforderungen von Art. 374 Abs. 1 ZGB an die mündliche Anhörung
gehen dabei über Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101) hinaus (Schnyder/
Murer, Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band II/3/1, 3. Aufl. 1984,
N 26 ff. zu Art. 374 ZGB). Die Anhörung dient nicht nur der Wahrung der
Verteidigungsrechte der betroffenen Person, sondern sie bildet auch ein Mittel der von
Amtes wegen erfolgenden Erhebung des Tatbestandes, das der urteilenden Behörde
ein Urteil über die körperliche und geistige Verfassung dieser Person und über die
Notwendigkeit der Anordnung einer vormundschaftlichen Massnahme ermöglichen
soll. Nach der geltenden bundesgerichtlichen Praxis erfordert die in Art. 374 ZGB
vorgeschriebene Anhörung bei Entmündigung nicht die Einvernahme durch die
gesamte entscheidende Behörde. Mit Blick auf die grosse Bedeutung, welche der
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Beurteilung der Persönlichkeit und der unmittelbaren Wahrnehmung des Betroffenen
von Bundesrechts wegen zukommt, ist eine persönliche Anhörung des Betroffenen
durch einen einzelnen Beamten aber in der Regel nur dann mit Art. 374 ZGB vereinbar,
wenn dieser auch in der Sache selbst entscheidungsbefugt ist (BGE 117 II 132 ff.).
Die persönliche Anhörung erfolgte am 16. Mai 2006 in der KPK St. Pirminsberg durch
den Präsidenten der entscheidenden Behörde, Balz Manhart, im Beisein des
Vormundschaftssekretärs, Patrik Schlegel (act. 7/3). Damit ist den bundesrechtlichen
Anforderungen an die Durchführung der Anhörung Genüge getan.
d) Art. 433 Abs. 2 ZGB sieht vor, dass die Behörde zur Aufhebung der Vormundschaft
verpflichtet ist, sobald der Grund zur Bevormundung nicht mehr besteht (vgl. auch
Geiser, a.a.O., N 6 zu Art. 433 ZGB). Ferner kann der Bevormundete sowie jedermann,
der ein Interesse hat, die Aufhebung der Vormundschaft jederzeit beantragen (Art. 433
Abs. 2 und 3 ZGB). Von diesem Grundsatz ausgenommen sind jene Fälle, wo eine
Vormundschaft nach Art. 370 ZGB angeordnet wurde und deshalb die einjährige
Wartefrist gemäss Art. 437 ZGB zu beachten ist. Ausserhalb der in Art. 370 ZGB
aufgeführten Schwächezustände kann ein neues Aufhebungsbegehren indes nicht vom
Ablauf einer bestimmten Frist abhängig gemacht werden (Geiser, a.a.O., N 20 zu
Art. 433 ZGB). Da vorliegend keine Entmündigung nach Art. 370 ZGB zur Diskussion
steht, ist der Kläger ohne weiteres berechtigt, die Aufhebung der Vormundschaft zu
beantragen.
e) Vor Entscheiden über ein Gesuch auf Aufhebung einer wegen Geisteskrankheit oder
Geistesschwäche angeordneten Vormundschaft ist zwingend ein Gutachten einzuholen
(Art. 436 ZGB). Entsprechend hat das Mündel einen Anspruch auf Begutachtung, wenn
es die Aufhebung der Massnahme beantragt und sich die Vormundschaftsbehörde
diesem Begehren widersetzt (Geiser, a.a.O., N 3 zu Art. 436 ZGB). Gemäss Art. 67 Abs.
2 Satz 1 EG zum ZGB (in der bis zum 28. Februar 2007 gültigen Fassung, nGS 35-28,
ABl 2005 S. 2660 und 2007 S. 587) hat die Begutachtung durch zwei Sachverständige,
unter denen sich der Amtsarzt oder der Arzt einer staatlichen Heilanstalt befinden
muss, zu erfolgen. Nach der Praxis der Verwaltungsrekurskommission müssen die
beiden Experten, d.h. Ärzte mit genügenden psychiatrischen Kenntnissen, aufgrund
eigener Untersuchung und unabhängig voneinander, sowie ohne an die Weisungen des
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anderen Experten gebunden zu sein, sich eine eigene Meinung bilden und sich
anschliessend mit dem anderen Experten beraten, so dass sie, selbst wenn sie sich
nicht bis ins letzte Detail einig sind, zumindest am Schluss zu einem
übereinstimmenden Ergebnis über die zu beantwortende Frage gelangen, ob der
Betroffene an einer psychischen Erkrankung leidet und daher des vormundschaftlichen
Schutzes bedarf. Es kann sich beim Doppelgutachten auch um zwei Dokumente mit je
einer Unterschrift der zwei Experten handeln, sofern sie das Ergebnis
vorangegangenen Austausches sind und in den Resultaten übereinstimmen (vgl. zum
Ganzen GVP 2004 Nr. 41 mit Hinweisen).
Nach der Praxis genügt es, wenn ein Oberarzt das Gutachten erstellt und dieses vom
Chefarzt visiert oder bestätigt wird, vorausgesetzt, letzterer kennt die
Krankengeschichte und den Betroffenen aus eigener Wahrnehmung. Hingegen genügt
ein Gutachten den Anforderungen von Art. 67 Abs. 2 Satz 1 EG zum ZGB nicht, das
von einem Assistenzarzt unter Leitung und Supervision des ihn ausbildenden
Oberarztes oder leitenden Arztes erstellt und letzterer dieses anschliessend in Kenntnis
der Krankengeschichte - sei es mit oder ohne eigene Untersuchung des Betroffenen -
bestätigt oder visiert (GVP 2004 Nr. 41).
Die Vorinstanz hat die KPK St. Pirminsberg mit der Erstellung eines Doppelgutachtens
über das Vorliegen einer Geisteskrankheit oder Geistesschwäche beim Kläger und die
Notwendigkeit einer vormundschaftlichen Massnahme beauftragt. Die Begutachtung
des Klägers erfolgte während seines Aufenthaltes in der KPK St. Pirminsberg durch
den Assistenzarzt, den Oberarzt und den leitenden Arzt. Das Gutachten vom 20.
Dezember 2005 wurde von diesen drei Ärzten unterzeichnet. Es ist davon auszugehen,
dass jeder der drei begutachtenden Ärzte die Krankengeschichte und den Kläger aus
eigener Wahrnehmung kennt und sich eine eigene unabhängige Meinung über den
Kläger bilden konnte. Mit dem Oberarzt und dem leitenden Arzt haben zwei
ausgewiesene Fachleute mit Berufserfahrung das Gutachten erstellt. Zwar besteht
auch zwischen dem leitenden Arzt und dem Oberarzt ein Über- und
Unterordnungsverhältnis. Die Weisungsbefugnis des leitenden Arztes bezieht sich
jedoch nicht auf die fachliche Beurteilung im Rahmen einer Expertise. Als ausgebildeter
Facharzt kann der Oberarzt selbständig und abschliessend eine Meinung über den
Geisteszustand des Betroffenen abgeben sowie ein Gutachten erstellen und bedarf in
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fachlicher Hinsicht - im Gegensatz zum Assistenzarzt - weder der Leitung noch
Kontrolle durch den leitenden Arzt. Das Gutachten gibt daher die Meinung von zwei
unabhängigen Experten wieder. Der Assistenzarzt kann im Sinn der Praxis nicht als
unabhängiger Experte betrachtet werden, was vorliegend jedoch nicht entscheidend
ist.
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gutachten vom 20. Dezember 2005 den
Anforderungen an ein Doppelgutachten im Sinn von Art. 67 Abs. 2 Satz 1 EG zum ZGB
genügt.
3.- Nach Art. 369 ZGB gehört jede mündige Person, die infolge von Geisteskrankheit
oder Geistesschwäche ihre Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag, zu ihrem
Schutze dauernd des Beistandes und der Fürsorge bedarf oder die Sicherheit anderer
gefährdet, unter Vormundschaft. Sobald ein Grund zur Bevormundung nicht mehr
besteht, ist die Behörde nach Art. 433 Abs. 2 ZGB zur Aufhebung verpflichtet. Die
Aufhebung einer wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche angeordneten
Vormundschaft darf nur erfolgen, nachdem das Gutachten von Sachverständigen
eingeholt und festgestellt ist, dass der Bevormundungsgrund nicht mehr besteht (Art.
436 ZGB). Voraussetzung für die Aufhebung der Entmündigung ist, dass sich die
tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse seit deren Anordnung nachträglich
verändert haben, es sei denn, es würde sich erweisen, dass die Vormundschaft gar nie
notwendig war (Geiser, a.a.O., N 6 zu Art. 433 ZGB). Eine massgebliche Veränderung
der tatsächlichen Verhältnisse liegt insbesondere vor, wenn der Entmündigungsgrund
und/oder die Schutzbedürftigkeit weggefallen sind. Ferner ist bei einem Begehren um
Aufhebung der Vormundschaft der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ebenfalls zu
beachten. Nur solange die Entmündigung notwendig ist, ist sie zulässig.
a) Angefochten ist der Beschluss der Vorinstanz, der im Ergebnis einer Ablehnung des
Gesuchs um Aufhebung der Entmündigung nach Art. 369 ZGB entspricht. Die
Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass die Entmündigung im heutigen
Zeitpunkt immer noch notwendig sei, da der Kläger gemäss ärztlichem
Doppelgutachten an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leide. Die Vorinstanz
geht davon aus, dass eine Geistesschwäche im Sinn von Art. 369 ZGB vorliegt. Das bei
der Errichtung der Vormundschaft eingeholte Gutachten der KPK St. Pirminsberg vom
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5. November 1987 kam zum Schluss, dass der Kläger an einer Persönlichkeitsstörung
mit schizoiden, zwanghaften und eventuell paranoiden Komponenten leidet. Diese
Störung entspreche einer Geistesschwäche im Sinn von Art. 369 ZGB. Es ist im
Folgenden zu prüfen, ob der Entmündigungsgrund der Geisteskrankheit oder
Geistesschwäche im Sinn des Gesetzes weiterhin gegeben ist. Dabei folgt die
Verwaltungsrekurskommission ihrer bereits gefestigten Praxis bei der fürsorgerischen
Freiheitsentziehung (E. Spirig, Zürcher Kommentar, Band II/3a, Zürich 1995, N 21 zu
Art. 397a ZGB).
Der Begriff der Geisteskrankheit ist als Rechtsbegriff zu verstehen und nicht in streng
medizinischem Sinn auszulegen. In Lehre und Rechtsprechung sind mit dem
juristischen Begriff der Geisteskrankheit Fälle gemeint, bei denen psychische
Symptome oder Verlaufsweisen hervortreten, die einen stark auffallenden Charakter
haben und die bei einem besonnenen Laien nach hinreichender Bekanntschaft den
Eindruck völlig uneinfühlbarer, qualitativ tiefgehend abwegiger, grob befremdender
Störungszeichen erwecken. Als Geisteskrankheit im juristischen Sinn gelten demnach
alle psychischen Störungsformen (im medizinischen Sinn), sofern sie den "juristischen
Schwellenwert" der Uneinfühlbarkeit durch den besonnenen Laien erreichen. Wird
dieser juristische Schwellenwert nicht erreicht, so liegt keine Geisteskrankheit,
möglicherweise jedoch eine Geistesschwäche im Sinn des Gesetzes vor. Eine solche
wird angenommen, wenn auf die Dauer psychische Störungen auftreten, die ein
besonnener Laie nicht mehr als Krankheit erachtet, weil sie bei ihm nicht den Eindruck
uneinfühlbarer, qualitativ tiefgehend abwegiger Störungen erwecken, die ihm aber
doch als Störungen (unter Umständen sehr stark) auffallen. Die Störungen erscheinen
dabei irgendwie noch einfühlbar, weil sie nach aussen nur quantitativ vom "Normalen"
abweichen. Dieser Begriffsbestimmung entsprechend sind demnach – über den
allgemeinen Sprachgebrauch hinaus – unter dem juristischen Begriff der
Geistesschwäche nicht bloss intellektuelle Schwächen, sondern auch psychische
Störungen ohne intellektuelle Komponente zu verstehen, wenn diese Störungen
hinreichend ausgeprägt sind (vgl. auch Spirig, a.a.O., NN 26 ff. und 42 f. zu Art. 397a
ZGB; Schnyder/Murer, a.a.O., NN 26 und 32 f. zu Art. 369 ZGB; GVP 1988 Nr. 35 mit
Hinweisen).
b) Die Vorinstanz stützt sich auf das Gutachten der KPK St. Pirminsberg vom
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Aus diesem Doppelgutachten ergibt sich im Wesentlichen, dass der Kläger an einer
kombinierten (paranoiden, zwanghaften sowie narzisstischen) Persönlichkeitsstörung
leidet. Die im Gutachten gemachten Ausführungen betreffend die Diagnose
überzeugen. Auch der an der heutigen Verhandlung anwesende Dr.med. Stefan Lendi
schliesst sich dieser Beurteilung aus medizinischer Sicht ohne Vorbehalte an. Die Ärzte
stimmen demnach darin überein, dass es sich bei der diagnostizierten
Persönlichkeitsstörung um eine Geistesschwäche im medizinischen Sinn handelt. Auf
diese überzeugende Einschätzung ist abzustellen.
Entsprechend den eingangs dargelegten Grundsätzen liegt eine nach Art. 397a Abs. 1
ZGB massgebliche Geisteskrankheit oder Geistesschwäche im juristischen Sinn dann
vor, wenn die psychische Störung im medizinischen Sinn den erwähnten
Schwellenwert der Uneinfühlbarkeit bzw. die hinreichende Ausgeprägtheit erreicht.
Im Gutachten vom 20. Dezember 2005 werden Symptome der genannten
Geistesschwäche (im medizinischen Sinn) festgestellt, welche einem besonnenen Laien
als Störungszeichen auffallen. So wird ausgeführt, dass beim Kläger eine seit der
Kindheit bestehende Impulskontrollstörung einhergehend mit verminderter
Frustrationstoleranz auffalle. Deshalb sei er kaum in der Lage, Enttäuschungen und
Kränkungen, welche er immer wieder erlebe, adäquat zu verarbeiten und mit den
daraus resultierenden Affekten adäquat umzugehen. Er wolle am liebsten mit anderen
nichts zu tun haben. Gleichzeitig suche er jedoch immer wieder Kontakt zu anderen
und gerate deshalb immer wieder in Konflikte. Er zeige eine deutliche
Unausgeglichenheit in den Einstellungen und im Verhalten in mehreren
Funktionsbereichen (Affektivität, Impulskontrolle) sowie in den Beziehungen zu
anderen. Das auffällige Verhaltensmuster bestehe durchgehend und gleichförmig.
Dadurch komme es zu deutlichen Einschränkungen im Bereich seiner sozialen und
beruflichen Leistungsfähigkeit. Dies entspreche den Kriterien einer
Persönlichkeitsstörung. In verschiedenen Situationen zeige er ein misstrauisches
Verhalten mit Verschwörungstheorien. Er sei dabei streitsüchtig und deutlich
situationsunangemessen. Er beschäftige sich zudem mit dem Sammeln von Dingen
nach bestimmten Regeln und Organisationsstrukturen. Dabei sei er übermässig
gewissenhaft und vernachlässige sich selbst und andere. Vor allem früher sei es
teilweise unter massiven Alkoholeinfluss zu aggressiven Impulsdurchbrüchen
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gekommen. Diese seien fortbestehend, der Alkoholkonsum habe sich aber deutlich
reduziert. Es bestehe weiterhin eine Affektlabilität einhergehend mit erhöhtem
Misstrauen und erhöhter Reizbarkeit sowie wiederholten verbalen Drohungen
gegenüber anderen. Insgesamt sei die Persönlichkeitsstörung eine psychische Störung
der Wahrnehmung von sich selbst und anderen, die bereits sehr früh begonnen habe.
Sie sei sehr tief im Charakter verwurzelt. Daher seien auch durch langfristige Therapien
nur bedingte Änderungen möglich. Er besitze keinerlei Einsichtsfähigkeit bezüglich
seines Verhaltens und seiner Erkrankung.
Diese Einschätzung wird auch durch die Vorakten der Vorinstanz belegt. Der Kläger
sammelte und hortete seit Jahren alte Zeitungen und unnütze Dinge in seinem Haus in
W, so dass es schliesslich kaum noch möglich war, normal in dem Gebäude zu leben.
Dieses zwanghafte Sammeln ist sehr auffällig. Durch die Stapelung von Zeitungen und
anderen brennbaren Materialen in der Nähe der Heizung und die unterlassene
Sanierung defekter elektrischer Leitungen hat er sich selbst in Gefahr gebracht. Die
Zustände in seinem Haus sind photographisch dokumentiert. Der Kläger hatte sich
beharrlich geweigert, sein Haus selbst aufzuräumen, so dass sich sein Vormund
veranlasst sah, eine Zwangsräumung durchzuführen. Dabei wurden 38 Tonnen Material
entsorgt, was laut Angaben des Vertreters der Vorinstanz Kosten von rund Fr. 27'000.--
bis Fr. 28'000.-- verursachte. Zudem mussten die Küche, die sanitären Installationen
sowie die Heizung entfernt werden, da sie wie die elektrischen Leitungen in einem
desolaten Zustand waren. Das Haus ist nach den Angaben der Vorinstanz im heutigen
Zeitpunkt nicht mehr bewohnbar. Auch die hygienischen Zustände im Haus waren
bedenklich. Es wurde beispielsweise berichtet, dass alles mit Mäusekot übersät
gewesen sei. Insgesamt sind eindeutige Verwahrlosungstendenzen erkennbar. Dass
jemand in solchen Zuständen leben kann, ist auch für einen medizinischen Laien nicht
nachvollziehbar. Anlässlich der Zwangsräumung zeigte der Kläger ausserdem ein
aggressives und völlig situationsunangemessenes Verhalten, so dass er zwangsweise
in die KPK St. Pirminsberg eingewiesen werden musste. Der Kläger, dem überdies
wegen seines psychischen Leidens und der daraus resultierenden Unfähigkeit, einem
Erwerb nachzugehen, eine Invalidenrente zugesprochen werden musste, ist seit vielen
Jahren nicht in der Lage, ein angepasstes mit seinem Umfeld nicht in Konflikt
geratendes Leben zu führen. Auch diese anhaltend fehlende soziale Integration ist sehr
auffällig.
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An der mündlichen Verhandlung hat sich das Krankheitsbild des Klägers bestätigt. Er
ist nicht in der Lage, auf ein Gespräch einzugehen und konkrete Aussagen zu machen.
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass er fähig ist, konkrete Schritte zur Lösung seiner
Probleme zu unternehmen. Seine Schilderung der Umstände in seinem Haus ist
angesichts der Photodokumentation und der Tatsache, dass anlässlich der
Zwangsräumung 38 Tonnen Material entsorgt werden mussten, völlig realitätsfremd. Er
sieht absolut keine Probleme und meint, alles im Griff gehabt zu haben. Er verkennt die
Realität und blendet sie völlig aus. Er gab an, sich im Haus wohl gefühlt zu haben und
würde am liebsten heute noch darin wohnen, was angesichts der unhaltbaren
Zustände nicht nachvollziehbar ist. Hätte der Vormund nicht eingegriffen und die
Zwangsräumung veranlasst, würde der Kläger noch heute in diesen unhaltbaren und
höchst selbstgefährdenden Zuständen leben. Für ihn ist es völlig unverständlich, dass
andere in diesen Zuständen ein Problem sehen, was darauf hindeutet, dass er seine
Situation nicht richtig wahrnehmen und beeinflussen kann. Als gelernter Radioelektriker
sollte er überdies in der Lage sein, die Gefahren im Zusammenhang mit den
elektrischen Installationen im Haus, zu erkennen.
Insgesamt erscheinen die beim Kläger feststellbaren Störungszeichen aus dem
Blickwinkel des besonnenen Laien als hinreichend ausgeprägt und erreichen damit klar
die notwendige Auffälligkeit, um von einer Geistesschwäche im juristischen Sinn
auszugehen.
c) Die Anordnung der Vormundschaft nach Art. 369 ZGB setzt sodann voraus, dass
zusätzlich eine der drei besonderen Schutzbedürftigkeiten vorliegt. Als
Schutzbedürftigkeiten kommen dabei die Unfähigkeit der Besorgung der eigenen
Angelegenheiten, das dauernde Bedürfnis nach Beistand und Fürsorge oder die
Gefährdung der Sicherheit anderer in Betracht, wobei das alternative Vorliegen einer
der drei genannten Voraussetzungen genügt (Schnyder/Murer, a.a.O., N 94 f. zu Art.
369 ZGB). Die Aufhebung der Vormundschaft kommt auch dann in Betracht, wenn
zwar die Geistesschwäche fortbesteht, jedoch die Schutzbedürftigkeit entfallen ist
(BGE 5C.172/2003 vom 18. September 2003 E. 2.2).
aa) Unter "eigenen Angelegenheiten" - zu deren Besorgung der zu Entmündigende
unfähig sein muss - sind vor allem solche wirtschaftlicher Natur zu verstehen, deren
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Nichtbesorgung im Ergebnis existenziell ist, wie das Halten des Arbeitsplatzes, die
Leitung des eigenen Betriebes, die Verwaltung des Vermögens, der Umgang mit Geld,
das Führen des Haushaltes in wirtschaftlich-finanzieller Beziehung, das tatsächliche
und/ oder rechtliche Sich-Wehren-Können gegenüber Ausnützungsversuchen Dritter
usw. (Schnyder/Murer, a.a.O., N 104 ff. zu Art. 369 ZGB). Nebst den wirtschaftlichen
Belangen sind unter "eigenen Angelegenheiten" aber auch die persönlichen Interessen
zu verstehen. Es sind somit darunter all jene privaten Angelegenheiten gemeint, die der
Einzelne um seiner persönlichen oder wirtschaftlichen Existenz willen lösen können
muss (Schnyder/Murer, a.a.O., N 77 ff. zu Art. 372 ZGB; E. Langenegger, in: Honsell/
Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht,
Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 3. Auf. 2006, N 8 zu Art. 372 ZGB).
Unter Bedürfnis nach Beistand und Fürsorge versteht man insbesondere die
Unterstützung der zu entmündigenden bzw. unter Vormundschaft stehenden Person in
deren persönlichen Angelegenheiten. Dazu gehören etwa Ernährung, Wohnung,
Kleidung, Gesundheitspflege, Wahrung der Ehre und Schutz des eigenen Lebens
(Schnyder/Murer, a.a.O., N 131 zu Art. 369 ZGB).
bb) Im Beschluss vom 23. Februar 1988 der Vormundschaftsbehörde Z betreffend
Errichtung der Vormundschaft wurde festgehalten, dass der Kläger dauernd des
Beistands und der Fürsorge bedürfe. Die vorliegende Geistesschwäche wirke sich
durch eine allgemeine Beziehungslosigkeit aus. Es könne auch nicht ausgeschlossen
werden, dass er, besonders unter Alkoholeinfluss, sowohl seine eigene Sicherheit als
auch die anderer gefährde. Aus dem damals eingeholten Gutachten der KPK St.
Pirminsberg vom 5. November 1987 wird deutlich, dass beim Kläger einerseits eine
massive Tendenz zur Verwahrlosung bestand und es andererseits zu massiven, unter
Umständen unkontrollierbaren, Auseinandersetzungen mit Mitbürgern kommen könne.
In den Jahren 1987 bis 1990 war der Kläger wegen Trunksucht viermal in der KPK St.
Pirminsberg hospitalisiert. Aktuell geht die Vorinstanz davon aus, dass der Kläger
aufgrund seiner psychischen Störungen nicht in der Lage sei, seine eigenen
Angelegenheiten selber zu besorgen, und zu seinem Schutze der dauernden Fürsorge
und des Beistandes bedürfe. Auch eine Eigen- und Fremdgefährdung könne nicht
ausgeschlossen werden. Damit geht die Vorinstanz primär vom Vorliegen der zwei
genannten Schutzbedürftigkeiten aus.
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Im Gutachten vom 20. Dezember 2005 der KPK St. Pirminsberg wird im Wesentlichen
ausgeführt, dass der Kläger aufgrund seiner Störung seit langer Zeit nicht mehr in der
Lage sei, in adäquater Art und Weise für sich und seinen Lebensunterhalt zu sorgen.
Lebe er mit anderen zusammen, komme es bei ungenügender Struktur sehr bald zu
raschen massiven Auseinandersetzungen, lebe er allein, so drohe er zu verwahrlosen.
Insgesamt sei er in seiner Lebensführung stark beeinträchtigt. Die Begutachter kamen
zum Schluss, dass der Kläger weiterhin des dauernden Beistands und der Fürsorge
bedürfe.
Die Lebensumstände des Klägers sind seit Jahren äusserst auffällig und problematisch.
Er neigt zu starker Verwahrlosung und scheint nicht in der Lage zu sein, alltägliche
Verrichtungen vorzunehmen. Aus der eingereichten Photodokumentation sowie aus
den Aktennotizen der Amtsvormundschaft wird diese Verwahrlosung deutlich. In der
Einweisungsverfügung des Amtarztes vom 25. August 2005 wird ausgeführt, das
Äussere des Klägers (Kleidung, Kopfpflege, Geruch) weise auf eine deutliche
Verwahrlosung hin. Aus dem Schreiben des Vormunds vom 6. September 2004 ergibt
sich, das Haus des Klägers sei praktisch unbewohnbar und es herrsche eine latente
Brand- und Vergiftungsgefahr. Da der Kläger nicht bereit war, diese Missstände selbst
zu beseitigen und Mahnungen, die Mängel an den elektrischen Installationen zu
beheben, ignorierte, musste eine Zwangsräumung durchgeführt werden. Zwar ist diese
Gefahr zurzeit gebannt, da der Kläger nicht in sein Haus in W zurückkehren kann und
er in einer Wohnung in A wohnt. Es ist jedoch zu befürchten, dass es auch in seiner
neu bezogenen Wohnung zu ähnlichen Zuständen kommt. Er scheint nicht fähig zu
sein, seine Sammelleidenschaft in den Griff zu kriegen, weshalb zu erwarten ist, dass
sich der Kläger auch in Zukunft ohne geeignete Gegenmassnahmen selbst gefährdet.
Wie die Vergangenheit eindrücklich gezeigt hat, ist er nicht in der Lage, eine Wohnung
in einem bewohnbaren Zustand zu halten. Die Veränderung der Wohnsituation konnte
nur unter Zwang herbeigeführt werden. Hätte die Behörde nicht eingegriffen, würde der
Kläger noch heute in seinem Haus in W wohnen. Selbst ist der Kläger nicht in der Lage,
konkrete Schritte zu unternehmen, um solche unhaltbaren Zustände zu verändern oder
zu verhindern. Er scheint sich vielmehr gar nicht ernsthaft um diese Angelegenheiten
kümmern zu wollen und negiert die ganze Problematik. An der Verhandlung hat sich
auch gezeigt, dass er über seine finanzielle Situation überhaupt nicht im Bild ist. Er
sieht auch nicht ein, dass es aus finanzieller Sicht wohl das Beste wäre, sein Haus zu
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verkaufen, zumal dieses nicht mehr bewohnbar ist und abgebrochen werden müsste.
Zudem hat er auf behördliche Vorladungen in der Vergangenheit wiederholt nicht
reagiert, obschon dies in seinem Sinn gewesen wäre.
In persönlicher Hinsicht ist zu beachten, dass der Kläger über kein intaktes soziales
Beziehungsnetz verfügt. Er hat weder Bekannte noch Freunde, zu denen er
regelmässige Kontakte pflegt oder die ihm in irgendeiner Weise bei Problemen zur
Seite stehen. Eine soziale Integration und auch eine sinnvolle Beschäftigung fehlen
damit vollständig.
Zusammenfassend ergibt sich, dass beim Kläger sowohl die Unfähigkeit zur gehörigen
Besorgung der eigenen Angelegenheiten wie auch das Bedürfnis nach Beistand und
Fürsorge im Sinn von Art. 369 ZGB genügend ausgewiesen erscheinen.
cc) Die Schutzbedürftigkeit für die Besorgung der eigenen Angelegenheiten muss wie
die Bedürftigkeit nach Beistand und Fürsorge – für welche das Gesetz dieses
Erfordernis ausdrücklich erwähnt – von gewisser Dauer sein, damit sie als
Entmündigungsvoraussetzung genügt (Langenegger, a.a.O., N 27 zu Art. 369 ZGB).
Der Kläger leidet seit Jahren an einer Persönlichkeitsstörung. Er wurde bereits als
Jugendlicher auffällig und die erste psychiatrische Behandlung erfolgte 1980. Im Jahr
1988 wurde er entmündigt. Sein Verhalten ist somit seit Jahren auffällig. Medikamentös
kann er nicht behandelt werden. Insofern ist keine Verbesserung seines Zustands zu
erwarten. Auch die Begutachter kommen zum Schluss, dass die festgestellte
Persönlichkeitsstörung von Dauer ist. Eine nur vorübergehende Schutzbedürftigkeit
liegt deshalb nicht vor.
d) Die in Art. 369 ZGB genannten Voraussetzungen für eine Entmündigung liegen damit
grundsätzlich vor. Aber auch wenn die Gründe für eine Vormundschaft weiterhin
gegeben sind, kann sich die Massnahme als unverhältnismässig erweisen. Es bleibt
daher noch zu prüfen, ob die von der Vorinstanz angeordnete Massnahme vor dem
Grundsatz der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität standhält (Deschenaux/
Steinauer, Personnes physiques et tutelle, 3. Aufl. 1995, S. 335). Danach darf eine
Person nur dann entmündigt werden, wenn der damit verfolgte Zweck nicht mit einer
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die persönliche Freiheit weniger einschränkenden Massnahme erreicht werden kann
(zur Stufenfolge der vormundschaftlichen Massnahmen vgl. Riemer, a.a.O., S. 149 ff.;
Schnyder/Murer, a.a.O., N 162 zu Art. 369 ZGB). Wie bereits erwähnt, ist der Kläger
wegen seiner Persönlichkeitsstörung nicht mehr in der Lage, seine wirtschaftlichen und
persönlichen Angelegenheiten zu besorgen. Er ist dauernd auf Beistand und Fürsorge
von Drittpersonen angewiesen. Der Kläger und sein Rechtsvertreter verlangen
hingegen die ersatzlose Aufhebung der Massnahme. Zu prüfen ist trotzdem, ob
vorliegend nicht auch die Errichtung einer Beistandschaft oder einer Beiratschaft
genügen würde.
aa) Die umfassende Hilfsbedürftigkeit des Klägers, der mit seinem Verhalten die eigene
Existenz gefährdet und über keine Bezugspersonen verfügt, verlangt eine enge
persönliche Betreuung und Fürsorge. Eine Beistandschaft, die die Handlungsfähigkeit
nicht einschränkt, ist angesichts der Lebensumstände sowie des Zustands des Klägers
nicht ausreichend. Eine Vertretungsbeistandschaft ist dann zu errichten, wenn eine
Person in einer einzelnen, bestimmten Angelegenheit nicht selbst handeln kann (vgl.
Art. 367 Abs. 2 ZGB). Die Verwaltungsbeistandschaft umfasst diejenigen Fälle, in
welchen Vermögenswerte vorhanden sind, die von niemandem verwaltet werden
(Art. 393 ZGB). Da der Kläger abgesehen von einer unbewohnbaren Liegenschaft über
kein Vermögen verfügt (vgl. Erw. 4), ist eine Verwaltungsbeistandschaft
ausgeschlossen (GVP 2004 Nr. 42). Er bedarf in erster Linie Unterstützung um einer
Verwahrlosung entgegenzuwirken, wobei beide Arten der Beistandschaft diesem
Anliegen nicht genügend Rechnung tragen. Einem Beistand ist es nicht möglich, sich
gegen den Willen des Klägers Zugang in die Wohnung zu verschaffen und dort wenn
nötig für Ordnung zu sorgen, was jedoch unumgänglich ist. Der Kläger ist auch bei der
Verwaltung seiner Rente auf Hilfe angewiesen. Die Beistandschaft setzt sodann ein
Mindestmass an Kooperationsbereitschaft der zu verbeiständenden Person voraus, da
diese ihre volle Handlungsfähigkeit beibehält (vgl. Schnyder/Murer, a.a.O., N 7 und 19
zu Art. 392 und N 26 zu Art. 393 ZGB). Wie die Vergangenheit und die Verhandlung
gezeigt haben, ist diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit beim Kläger offensichtlich
nicht vorhanden.
bb) Was die Beiratschaft angeht, so ist weder die Mitwirkungs- noch die
Verwaltungsbeiratschaft auf die Problematik des Klägers zugeschnitten. Es geht nicht
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um die Verhinderung von mitwirkungsbedürftigen Rechtsgeschäften. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass auch im Rahmen der Beiratschaft ein beschränkter Einbezug der
persönlichen Fürsorge möglich ist. Das Recht und die Pflicht des Beirates zur
persönlichen Fürsorge ist jedoch nur Neben- und nicht Hauptwirkung der Massnahme.
Infolgedessen darf nur verbeiratet werden, wenn bei der betroffenen Person im
konkreten Fall das persönliche Fürsorgebedürfnis als sekundäres und nicht - wie bei
der Entmündigung - als primäres, insbesondere nicht als ein nach einer dauernden
Überwachung und Fürsorge rufendes Bedürfnis in Erscheinung tritt (Schnyder/Murer,
a.a.O., N 24 ff. zu Art. 395 ZGB). Zudem genügt eine Beiratschaft dann nicht, wenn ein
Bedarf nach dauernder persönlicher Fürsorge und Überwachung besteht oder die
Betreuungsperson Zwangsmassnahmen gegen den Willen der betreuten Person
durchsetzen muss (K. Affolter, in: Basler Kommentar, a.a.O., N 19 zu Art. 406 ZGB;
BGE 97 II 302, 99 II 20).
cc) Deshalb erweisen sich mildere Massnahmen in der vorliegenden Streitsache als
offensichtlich ungenügend. Das umfassende Bedürfnis nach Beistand und Fürsorge ist
nur im Rahmen einer Vormundschaft sichergestellt. Nur eine Vormundschaft kann der
Verwahrlosung des Klägers entgegenwirken, was die immer noch fehlende Einsicht in
die im Jahre 2005 notwendige Zwangsräumung der Liegenschaft in W beweist.
Aufgrund der fehlenden Bereitschaft des Klägers Hilfe von aussen anzunehmen, bedarf
es der nur mit der Vormundschaft möglichen Zwangsmittel. Eine Aufhebung der
Vormundschaft würde unweigerlich zu einer Verschlimmerung der Situation des
Klägers führen.
dd) Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die 1988 angeordnete Entmündigung
nach Art. 369 ZGB zur Regelung der persönlichen und wirtschaftlichen
Angelegenheiten des Klägers nach wie vor als notwendige und geeignete Massnahme
erweist, solange seine Schutzbedürftigkeit infolge seiner Geistesschwäche fortbesteht.
Andere, weniger weitgehende Massnahmen würden nicht genügen. Die Vorinstanz hat
deshalb zu Recht die Abweisung des Gesuchs um Aufhebung der Vormundschaft nach
Art. 369 ZGB beschlossen. Dem Antrag, die Vormundschaft sei ersatzlos aufzuheben,
kann demnach nicht gefolgt werden. Folglich ist der Beschluss der
Vormundschaftsbehörde Z vom 17. August / 6. September 2006 zu bestätigen und die
Klage abzuweisen.
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4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Kläger
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist
angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12).
a) Der Kläger liess von seinem Vertreter an der Verhandlung die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung beantragen. In Klagefällen vor der
Verwaltungsrekurskommission werden die unentgeltliche Rechtspflege und die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt, wobei die Vorschriften des
Zivilprozessgesetzes (sGS 961.2, abgekürzt: ZPG) sachgemässe Anwendung finden
(Art. 99 Abs. 1 und 2 VRP). Gemäss Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 284 ZPG
bewilligt der Gerichtspräsident die unentgeltliche Prozessführung. Da das Gesuch erst
an der Verhandlung gestellt wurde, ist die Bewilligung durch das Gericht zu erteilen.
Eine Partei hat Anspruch auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung, wenn ihr
die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und die Familie die
Prozesskosten aufzubringen und das Verfahren nicht aussichtslos erscheint (Art. 99
Abs. 1 und 2 VRP in Verbindung mit Art. 281 Abs. 1 und 2 lit. a, Art. 282 und 283 ZPG).
Die unentgeltliche Prozessführung umfasst sowohl die unentgeltliche Rechtspflege wie
auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Der Rechtsvertreter des Klägers hat
den Antrag an der Verhandlung weder begründet noch belegt. Die prozessuale
Bedürftigkeit des Klägers ist jedoch aufgrund der Akten ausgewiesen, zumal aus der
Aufstellung des Vormunds hervorgeht, dass der Kläger über kein verwertbares
Vermögen verfügt und Ergänzungsleistungen bezieht. Nach den Ausführungen des
Präsidenten der Vorinstanz an der Verhandlung dürfte die unbewohnbare Liegenschaft
in W im heutigen Zeitpunkt dem Schätzwert von Fr. 100'000.-- nicht erreichen, da der
Bodenwert etwa der hypothekarischen Belastung von Fr. 40'000.-- entspreche. Ein
Klageverfahren betreffend Entmündigung kann in der Regel nicht als aussichtslos
bezeichnet werden. Dies gilt unabhängig vom bekannten Prozessausgang auch für das
vorliegende Verfahren, zumal keine besonderen Umstände ersichtlich sind. Die
unentgeltliche Prozessführung (Rechtspflege und Rechtsverbeiständung) ist daher zu
bewilligen.
b) Auf die Erhebung der amtlichen Kosten ist zufolge der gewährten unentgeltlichen
Rechtspflege zu verzichten.
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c) Dem Kläger ist als unentgeltlicher Vertreter Rechtsanwalt B zu bestellen. Somit hat
der Staat den Rechtsvertreter des Klägers mit einem um einen Fünftel herabgesetzten
Honorar (vgl. Art. 31 Abs. 3 Anwaltsgesetz, sGS 963.70) zu entschädigen. Der
Rechtsvertreter hat keine Honorarnote eingereicht. Im Klageverfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission kommt ausschliesslich eine Honorarpauschale zur
Anwendung, welche die Besonderheit des konkreten Falles zu berücksichtigen hat.
Vorliegend erscheint eine Honorarpauschale von Fr. 1'300.-- als angemessen (Art. 22
Abs. 1 lit. b und Art. 19 Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS
963.75, abgekürzt: HonO). Der Vertreter des Klägers ist demnach mit Fr. 1'040.-- (80%
von Fr. 1'300.--) zuzüglich Barauslagen von Fr. 52.-- (4% von Fr. 1'300.--) und
Mehrwertsteuer von Fr. 83.-- (7,6% von Fr. 1'092.--), insgesamt somit mit Fr. 1'175.--
zu entschädigen (Art. 28 und 29 HonO).
Beschluss:
Dem Kläger wird für das Klageverfahren gegen die angefochtene Verfügung der
Vorinstanz vom 17. August / 6. September 2006 die unentgeltliche Prozessführung
(Rechtspflege und Rechtsverbeiständung) bewilligt und Rechtsanwalt B zum
unentgeltlichen Vertreter bestellt.