Decision ID: e11d775f-1af9-44a3-b747-f159095e1d3c
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist seit dem 8. Juli 1997 im Besitz des Führerausweises der Kategorie B. Am
Samstag, 14. Juni 2014, um 23.00 Uhr, fuhr er mit einem Personenwagen auf der
Zürcherstrasse in Wil in Fahrtrichtung Sirnach, als er von der Polizei kontrolliert wurde.
Ein Drogenschnelltest verlief positiv auf Kokain. Deshalb wurde die Entnahme einer
Urin- und Blutprobe angeordnet, welche um 23.16 Uhr bzw. 23.42 Uhr im
Kantonsspital St. Gallen durchgeführt wurde. Den Führerausweis musste X auf der
Stelle abgeben.
Das Institut für Rechtsmedizin (IRM) am Kantonsspital St. Gallen ermittelte im Urin
einen Benzoylecgonin-Gehalt (inaktives Abbauprodukt von Kokain) von 67 μg/l. Im Blut
konnte kein Kokain nachgewiesen werden.
B.- Das Strassenverkehrsamt St. Gallen eröffnete aufgrund dieses Vorfalls am 15. Juli
2014 ein Administrativmassnahmeverfahren und verbot X vorsorglich das Führen von
Motorfahrzeugen ab sofort. Mit Zwischenverfügung vom 5. September 2014 ordnete es
eine verkehrsmedizinische Untersuchung an.
C.- Dagegen erhob X mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 16. September 2014
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Zwischenverfügung
der Vorinstanz vom 5. September 2014 sei aufzuheben, auf eine verkehrsmedizinische
Untersuchung sei zu verzichten und dem Rekurrenten sei umgehend die Fahrerlaubnis
wiederzuerteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Vorinstanz verzichtete
am 10. Oktober 2014 auf eine Vernehmlassung.
D.- Mit Verfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 29. Oktober 2014 wurde das
Strafverfahren gegen X wegen Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand eingestellt, da im
Blut kein Kokain nachgewiesen und somit für den Zeitpunkt der Blutentnahme keine
Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit durch Kokain abgeleitet werden konnte. Die Kosten
des Strafverfahrens wurden ihm auferlegt, weil er das Verfahren mit einem strafbaren
Kokainkonsum eingeleitet habe.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 16. September 2014 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des
Rekurrenten zweifelte und mit der angefochtenen Zwischenverfügung eine
verkehrsmedizinische Untersuchung anordnete.
a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Art. 16d SVG regelt
den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Danach werden der Lernfahr-
oder Führerausweis einer Person unter anderem dann auf unbestimmte Zeit entzogen,
wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Abs. 1 lit. b), wie
beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl. Botschaft zur
Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4462 ff.,
S. 4491). Weil der Sicherungsentzug tief in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen
eingreift, sind in jedem Fall und von Amtes wegen die persönlichen Verhältnisse des
Betroffenen genau abzuklären. Das Ausmass der notwendigen behördlichen
Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten eingeholt
werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im
pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (Philippe Weissenberger, Kommentar
SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/ St. Gallen 2015, Art. 16d N 3).
b) Gemäss Art. 15d Abs. 1 SVG wird eine Person einer Fahreignungsuntersuchung
unterzogen, wenn Zweifel an ihrer Fahreignung bestehen. In einer nicht
abschliessenden Aufzählung nennt Art. 15d Abs. 1 SVG Beispiele von Fällen, in denen
Zweifel an der Fahreignung vorliegen. Dies ist unter anderem der Fall bei Fahren unter
dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder bei Mitführen von Betäubungsmitteln, die die
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Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein hohes Abhängigkeitspotenzial aufweisen
(lit. b). Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung bei zweifelhafter
Fahreignung ist sodann in Art. 11b Abs. 1 lit. a der Verkehrszulassungsverordnung (SR
741.51, abgekürzt: VZV) ausdrücklich geregelt. Sie dient der Abklärung, ob die
medizinischen Mindestanforderungen gemäss Art. 7 Abs. 1 VZV erfüllt sind. Die blosse
Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung der Fahreignung (im Hinblick
auf die Prüfung eines allfälligen Sicherungsentzuges) setzt konkrete Anhaltspunkte
dafür voraus, dass der fragliche Inhaber des Führerausweises mehr als jede andere
Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeuges
zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet (vgl. BGE 127 II 122 E. 3c;
124 II 559 E. 3d, je mit Hinweisen). Ein verkehrsmedizinisches Gutachten drängt sich
immer dann auf, wenn die konkreten Umstände hinreichend verdichtete Hinweise
darauf liefern, dass die betroffene Person von einer die Fahrfähigkeit
beeinträchtigenden Substanz abhängig sein könnte (BGer 1C_282/2007 vom
13. Februar 2008 E. 2.3).
c) Drogensucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn die Abhängigkeit von der
Droge derart ist, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr
ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem – dauernden oder zeitweiligen
– Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Im Interesse der
Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den regelmässigen Konsum von Drogen
der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser seiner Häufigkeit und Menge nach
geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen (vgl. BGE 127 II 122 E. 3a und c mit
Hinweisen). Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Person
nicht mehr in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu
trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten
Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (vgl. BGE 129 II 82 E. 4.1).
Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem medizinischen
Begriff der Drogenabhängigkeit. Auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber
jedenfalls ein Drogenmissbrauch vorliegt, können demnach vom Führen eines
Motorfahrzeuges ferngehalten werden (vgl. BGer 1C_140/2007 vom 7. Januar 2008
E. 2.1; 6A.31/2003 vom 4. August 2003 E. 5.1; BGE 129 II 82 E. 4.1; Weissenberger,
a.a.O., Art. 16d N 28).
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3.- a) Anlass für die Anordnung der verkehrsmedizinischen Untersuchung war der
Vorfall vom 14. Juni 2014. Gemäss dem Bericht des IRM vom 8. Juli 2014 fiel der
Vortest der Urinprobe positiv auf Kokain aus. Die Bestätigungsanalyse ergab sodann
die Anwesenheit von Benzoylecgonin, einem inaktiven Abbauprodukt von Kokain.
Damit ist gemäss IRM ein mindestens einmaliger Kokainkonsum im Zeitraum von drei
Tagen vor der Urinentnahme bewiesen. Im Blut wurde Kokain nicht nachgewiesen.
Somit konnte für den Zeitpunkt der Blutentnahme keine Kokainwirkung und damit auch
keine dadurch hervorgerufene Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit des Rekurrenten
abgeleitet werden (act. 8 S. 21 ff.).
b) Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, dass für den Zeitpunkt der
Blutentnahme zwar keine Kokainwirkung bestanden habe, durch den Nachweis von
Benzoylecgonin sei jedoch von einem vorgängigen Kokainkonsum auszugehen. Da der
Konsum von Kokain rasch zu einer ausgeprägten psychischen Abhängigkeit führen
könne, dränge sich die Abklärung der Fahreignung zwingend auf.
c) Der Rekurrent macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, noch nie Kokain
konsumiert zu haben. Wieso in seinem Urin Spuren von Benzoylecgonin gefunden
worden seien, könne er sich nicht erklären. Er verfüge über keinerlei strafrechtliche
Verurteilungen im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln. Er habe zwar wiederholt
kleinere Verkehrsdelikte begangen, weshalb ihm der Führerausweis bereits mehrmals
entzogen worden sei. Diese seien aber nie im Zusammenhang mit Alkohol- oder
Drogenkonsum gestanden. Das Bundesgericht habe wiederholt festgestellt, dass es
den Strassenverkehrsämtern nicht zustehe, ohne stichhaltige Gründe für die Annahme
eines verkehrsrelevanten Suchtverhaltens Gutachterstellen mit Aufträgen zu versorgen.
Im Gegensatz zum Leitfaden der Expertengruppe Verkehrssicherheit vom 26. April
2000 verneine das Bundesgericht einen Abklärungsbedarf bereits bei erstmaliger
Mitteilung der Polizei oder des Arztes über einen Drogenkonsum, ohne dass dabei ein
Bezug zum Strassenverkehr bestehe. Soweit überhaupt ein Drogenkonsum
stattgefunden habe, was indessen bestritten werde, liege dieser Tage zurück und eine
Einschränkung der Verkehrstauglichkeit habe nicht festgestellt werden können. Eine
Drogenabhängigkeit oder zumindest eine entsprechende Gefährdung sei klar zu
verneinen, da neben dem Ereignis vom 14. Juni 2014 keinerlei Hinweise auf einen
übermässigen Alkohol- oder Drogenkonsum bestehe. Es gebe somit keinerlei konkrete
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oder rechtsgenügliche Anhaltspunkte, welche auf eine fortwährende Fahruntauglichkeit
hindeuten würden. Eine verkehrsmedizinische Abklärung sei deshalb unzulässig. Das
Interesse an einer sofortigen Rückgabe des Führerausweises wiege stärker als der
Schutz der Allgemeinheit. Im Übrigen sei auch nicht ersichtlich, was im Rahmen einer
Begutachtung überhaupt abgeklärt werden soll.
4.- a) Die verkehrsmedizinisch relevante Wirkung des Kokains liegt in erster Linie in der
Enthemmung und der subjektiv empfundenen Leistungssteigerung bei herabgesetzter
Selbstkritik. Dies kann zu erhöhter Risikobereitschaft und einer erhöhten
Aggressionsneigung führen. Ferner wirkt sich ebenso die erhöhte Blendempfindlichkeit
aufgrund der Erweiterung der Pupillen negativ auf die Fahrfähigkeit aus. Aber auch
nach Abklingen des Kokainrauschs fallen Erschöpfung und nicht selten auch
Angstzustände ins Gewicht. Ein erhöhtes Müdigkeitsgefühl mehrere Stunden nach
einem Kokainkonsum wurde ebenso beschrieben (Thiele, Neue Aspekte in der
Fahreignungsbegutachtung beim Drogenkonsum, in: Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch
zum Strassenverkehrsrecht 2005, Band 34, St. Gallen 2005, S. 112 f.).
b) Gemäss Art. 15d Abs. 1 lit. b SVG ist der Grund zur Fahreignungsabklärung
einerseits das Fahren unter dem Einfluss eins Betäubungsmittels, andererseits das
Mitführen von Betäubungsmitteln, die die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein
hohes Abhängigkeitspotenzial aufweisen. Demgemäss ist das Mitführen "harter
Drogen" wie Kokain oder Heroin Grund zur Abklärung der Fahreignung, auch wenn die
Person im Zeitpunkt der Kontrolle nicht unter dem Einfluss der Substanzen stand. Das
grosse Abhängigkeitspotenzial "harter Drogen" rechtfertigt die Abklärung auch bei
Personen, die bei der Kontrolle nicht unter Drogeneinfluss standen (vgl. Botschaft zu
Via Sicura vom 20. Oktober 2010, BBl 2010 8500 Ziff. 2.1). Nicht von Bedeutung ist der
Zweck des Drogenbesitzes. Auch wenn die Person die Drogen nicht im Hinblick auf
deren Konsum, sondern zu anderen Zwecken mitführt, ist der Tatbestand von Art. 15d
Abs. 1 lit. b SVG erfüllt. Damit ist der Geltungsbereich der Bestimmung sehr weit
gefasst, zumal typischerweise keine konkreten Zweifel an der Fahreignung bestehen,
wenn die Drogen nicht zum Eigenkonsum bestimmt sind (BSK SVG-Bickel, Art. 15d N
22).
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Aufgrund des beim Rekurrenten im Urin festgestellten Abbauprodukts von Kokain
konnte ihm ein mindestens einmaliger Konsum von Kokain nachgewiesen werden.
Wenn nach dem Gesagten für den Gesetzgeber bereits das Mitführen von harten
Drogen, auch wenn diese gar nicht zum Eigenkonsum bestimmt sind, Grund genug ist,
die Fahreignung abzuklären, so muss ein nachgewiesener Kokainkonsum erst recht
Grund zur Abklärung der Fahreignung sein, auch wenn dieser im Kontrollzeitpunkt die
Fahrfähigkeit nicht mehr beeinträchtigte.
c) Nach dem von der Expertengruppe Verkehrssicherheit herausgegebenen Leitfaden
"Verdachtsgründe fehlender Fahreignung" für die Administrativ-, Justiz- und
Polizeibehörden vom 26. April 2000 (nachfolgend: Leitfaden) besteht denn auch
Abklärungsbedarf bereits bei der erstmaligen Mitteilung der Polizei oder eines Arztes,
dass ein Konsum von Kokain oder Heroin ("harte Drogen") festgestellt wurde. Dabei
müsse kein Bezug zum Strassenverkehr bestehen. Bisherige Erfahrungen hätten
gezeigt, dass höchstens zehn Prozent der beurteilten Fahrzeuglenker trotz Heroin- oder
Kokainkonsums fahrgeeignet seien (Ziff. II/4.1 des Leitfadens). Die Richtlinien des
Leitfadens sind für die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht verbindlich. Sie geben
aber Hinweise auf auffällige Verhaltensweisen im Verkehr, die im Hinblick auf die
Fahreignungsprüfung dienlich sein können (BGer 6A.57/2001 vom 16. August 2001 E.
4a). Ausreichende Zweifel für die weitere Abklärung der Fahreignung können auch
dann vorliegen, wenn die Richtlinien eine solche nicht vorsehen.
Entgegen der Meinung des Rekurrenten wendet sich das Bundesgericht nicht gegen
diese Richtlinien. Im Urteil 1C_282/2007 vom 13. Februar 2008 hielt es lediglich fest,
dass, ohne soweit wie die Vorschläge der Expertengruppe zu gehen, auf jeden Fall
immer dann eine verkehrsmedizinische Abklärung anzuordnen ist, wenn die konkreten
Umstände hinreichende Zweifel an der Fahreignung infolge einer möglichen
Kokainabhängigkeit hervorrufen (E. 2.3). In einem neueren Entscheid konkretisierte das
Bundesgericht, dass die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung nicht
zwingend voraussetze, dass die betroffene Person unter dem Einfluss von
Betäubungsmitteln gefahren ist oder Betäubungsmittel im Fahrzeug mitgeführt hat
(BGer 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2). Im Urteil 6A.72/2006 vom 7. Februar
2007 führte es zwar aus, dass der lediglich einmalige nachgewiesene und nicht im
Zusammenhang mit dem Führen eines Motorfahrzeugs stehende Kokainkonsum bei
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Aufweisen eines ungetrübten automobilistischen und bürgerlichen Leumunds keine
Bedenken an der Fahreignung erwecke (E. 3.2). Bei diesen Ausführungen ging es aber
um einen vorsorglichen Führerausweisentzug während eines
Sicherungsentzugsverfahrens; demgegenüber geht es vorliegend um die Anordnung
einer verkehrsmedizinischen Untersuchung. Die Vorinstanz entzog dem Rekurrenten
den Führerausweis bereits mit Verfügung vom 15. Juli 2014 vorsorglich. Diese
Verfügung liess der Rekurrent unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Überdies
verfügt der Rekurrent unbestrittenermassen über keinen ungetrübten
automobilistischen Leumund. Ihm musste der Führerausweis bereits etliche Male
entzogen werden (aufgrund von Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rechtsüberholen
auf der Autobahn, Selbstunfall, Unfall mit Totalschaden, vgl. act. 9). Mit Verfügung vom
5. November 2002 entzog das Strassenverkehrsamt dem Rekurrenten den
Führerausweis gar auf unbestimmte Zeit, nachdem ihm die Fahreignung gestützt auf
ein verkehrspsychologisches Gutachten aus charakterlichen Gründen abgesprochen
worden war (act. 9 S. 37 ff.). Auch wenn diese Verstösse gegen die
Strassenverkehrsregeln nie im Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen standen,
und teilweise schon längere Zeit zurückliegen, lässt ein derart getrübter
automobilistischer Leumund bei einem erneuten Vorkommnis viel eher Zweifel an der
Fahreignung aufkommen als dies bei einem ungetrübten automobilistischen Leumund
der Fall wäre. Namentlich lässt ein einmaliger Kokainkonsum bei einem solch getrübten
automobilistischen Leumund im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGer
6A.72/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.2) die Annahme zu, dass der Rekurrent ein
besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer darstellt.
d) Auch in der Fachliteratur bildet der Nachweis des Konsums harter Drogen wie
Kokain oder Heroin auch ausserhalb des Strassenverkehrs Anlass genug, die
Fahreignung abzuklären, selbst wenn der Betreffende insoweit nie strafrechtlich
verurteilt und gegen ihn aus diesem Grunde keine Administrativmassnahme
ausgesprochen wurde (Weissenberger, a.a.O., Art. 15d N 46). Für die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung ist zudem der Nachweis, dass der Betreffende
tatsächlich nicht in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend
auseinanderzuhalten, nicht erforderlich, zumal die Anordnung unter anderem genau der
Klärung dieser Frage dient (Weissenberger, a.a.O., Art. 15d N 41, Bickel, a.a.O., Art.
15d N 23).
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e) Damit ist festzuhalten, dass der Nachweis des Kokainkonsums durch den
Rekurrenten Anlass genug ist, seine Fahreignung abzuklären, auch wenn der Konsum
nicht im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr stattfand und der Rekurrent angibt,
kein Kokain zu konsumieren. Mit der verkehrsmedizinischen Untersuchung soll gerade
die Unsicherheit, ob der Rekurrent regelmässig Kokain konsumiert oder ob es sich um
eine einmalige Angelegenheit handelte, geklärt werden. Ein vereinzelter Kokainkonsum
lässt sich im Rahmen einer Haaranalytik üblicherweise nicht feststellen. Ein positiver
Befund spricht somit für ein eher regelmässiges Konsumverhalten. Sollte der Rekurrent
tatsächlich nur einmal Kokain konsumiert haben, so wird ihm in der
verkehrsmedizinischen Untersuchung nichts Anderes nachgewiesen werden können.
Der mit der medizinischen Abklärung verbundene Eingriff gegenüber dem Rekurrenten
ist damit verhältnismässig. Der Rekurs ist dementsprechend abzuweisen und die
Anordnung der verkehrsmedizinischen Untersuchung zu bestätigen.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.