Decision ID: 7d99e908-d8c7-49d4-bfd1-224f4934e3f5
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Haupt-
strasse 11a, 8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Dezember 2008 zum Bezug von Invalidenleistungen
(Massnahmen für die berufliche Eingliederung, Rente) an, nachdem ihm am 5. Juni
2008 eine Hüft-Totalprothese rechts bei Dysplasie-Coxarthrose implantiert worden war
(IV-act. 1 f.). Mit Schreiben vom 21. Oktober 2008 hatte ihm die Arbeitgeberin das
Arbeitsverhältnis als Gipser per 30. November 2008 gekündigt (IV-act. 12-12).
A.b Am 22. Juni 2009 wurde der Versicherte nach einem Suizidversuch mit dem
Medikament Dormicum und Schnittwunden an den volaren Handgelenken beidseits
notfallmässig in der Ambulanz des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) in B._ behandelt
(IV-act. 38-7). Gemäss dem Bericht des Psychiatrischen Zentrums C._ vom 23. Juni
2009 wurden beim Versicherten in psychiatrischer Hinsicht folgende Diagnosen
festgestellt: Störungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer
psychotroper Substanzen (aktuell vorwiegend Heroin, Benzodiazepine; ICD-10 F19.25),
eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen
(ICD-10 F43.23) bei psychosozialer Belastungssituation (ICD-10 Z73.4) und vermuteter
Beziehungsproblematik (ICD-10 Z63.0), ein Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung
durch Überdosis Heroin, Benzodiazepine (ICD-10 X61) und nach vorsätzlicher
Selbstbeschädigung durch scharfen Gegenstand (22.06.2009; Z63.0) am 22.06.2009.
In somatischer Hinsicht enthielt der Bericht die Diagnosen eines anamnestischen
Status nach Hüftoperation (2008), einen Status nach infizierter tiefer
Beinvenenthrombose (04/09), einen Status nach Pneumonie links (04/09), eine
Hepatitis C (ED 04/09) sowie erweiterte extrahepatische Gallenwege unklarer Ätiologie
(ED 04/09). Eine Entzugsbehandlung in der Psychiatrischen Klinik D._ lehnte der
Versicherte ab (IV-act. 38-9 ff.).
A.c Mit Stellungnahme vom 7. September 2009 hielt RAD-Arzt Dr. med. E._ fest,
dass mehr oder weniger ein stabiler Gesundheitszustand bzw. noch ein gewisses
Besserungspotential bestehe. Spätestens ab Oktober sollte ein stabiler
Gesundheitszustand erreicht sein. Nach vollständiger Stabilisierung des
Gesundheitszustands könne eine praktisch vollständige Arbeitsfähigkeit erzielt werden.
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Auf Grund der unklaren Situation bezüglich der Suchtproblematik sei durch den
Hausarzt ein Drogenscreening (Urinprobe) durchzuführen (IV-act. 39).
A.d Laut dem Bericht des Hausarztes Dr. med. F._, Allgemeinmedizin FMH, vom 29.
November 2009 war der Versicherte opiatabhängig. Er mache eine kantonsärztlich
bewilligte Ersatztherapie mit Methadon (60mg/d). Von Alkohol sei er nicht abhängig,
habe aber in Krisenzeiten zum psychischen Ausgleich regelmässig welchen
konsumiert. Gemäss dem durchgeführten Drogenscreening habe er sich vorbildlich an
eine völlige Abstinenz von THC, Kokain, Opiaten und Alkohol halten können. Im
Weiteren hielt der Hausarzt fest, dass für den Versicherten eine regelmässige Arbeit
wichtig wäre (IV-act. 49). In der Stellungnahme vom 6. März 2010 befand der Hausarzt
den Versicherten als in einer adaptierten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Dies werde
zurzeit durch das RAV getestet (IV-act. 53).
A.e Bis Ende Oktober 2010 absolvierte der Versicherte während sechs Monaten via
RAV ein Einsatzprogramm im Sohomet, wobei er sich sehr fleissig und motiviert
gezeigt habe. Ab 29. Oktober 2010 arbeitete er im Rahmen eines 50%-Pensums im
Stundenlohn als Spezialreiniger und Bauarbeiter ohne Fachwissen. Am 28. Februar
2011 schloss die Eingliederungsverantwortliche nach Rücksprache mit der IV-Sach
bearbeiterin und dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) den Fall ab. Leider sei es
zurzeit trotz intensiver Unterstützung nicht möglich, für den Versicherten eine
Arbeitsstelle auf dem 1. Arbeitsmarkt zu generieren (IV-act. 63, 67, 68). Mit Schreiben
vom 1. April 2011 wurde dem Versicherten der Abschluss der Arbeitsvermittlung
mitgeteilt (IV-act. 74).
A.f Mit Vorbescheid vom 1. April 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht,
das Rentenbegehren gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0% abzuweisen (IV-
act. 77).
A.g Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur.
D. Studer Einwand erheben. Der Rechtsvertreter stützte sich dabei auf einen Bericht
von Dr. med. G._ vom 14. April 2011, welcher den Versicherten am 13. April 2011 zu
einer ausführlichen Exploration gesehen hatte. Seit Oktober 2009 sei der Versicherte
bei H._, einem Mitarbeiter von Dr. G._, in psychotherapeutischer Behandlung.
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Diagnostisch sei von einer massiv gestörten Wahrnehmung auszugehen, die sich vor
allem im Denken, Fühlen und Handeln ausdrücke, mit Schwerpunkt von abhängigen
und unreifen Mustern. Dr. G._ schätzte den Versicherten zu mindestens 70%
arbeitsunfähig; höchstens in einem geschützten Rahmen sei er zu 50% einsetzbar (IV-
act. 80).
A.h Gestützt auf diese neuen Diagnosen empfahl RAD-Arzt Dr. med. I._, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie u. -
psychotherapie, in der Stellungnahme vom 19. Mai 2011 die Durchführung einer
polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 81).
A.i Vom 19. bis 25. Oktober 2011 war der Versicherte wegen einer zentralen bilateralen
Lungenembolie (CT vom 19.10.11) im Spital J._ hospitalisiert (IV-act. 89-2 f.)
A.j Nachdem das ABI (Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH), Basel, den
Versicherten im Auftrag der IV-Stelle direkt mit Schreiben vom 9. November 2011 zur
Begutachtung eingeladen und ihn über die Namen der Gutachter informiert hatte (IV-
act. 85), verlangte der Rechtsvertreter des Versicherten mit Schreiben vom 8.
Dezember 2011 die Gewährung der Mitsprache und die Einräumung einer
angemessenen Äusserungsfrist (IV-act. 88). Mit Zwischenverfügung vom 7. März 2012
hielt die IV-Stelle demgegenüber an der gewählten Abklärungsstelle fest (IV-act. 92).
Die dagegen vom Rechtsvertreter für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 5.
April 2012 hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil vom 5. Juni
2012 in dem Sinne gut, als es die Sache zur Durchführung eines korrekten
Einigungsverfahrens hinsichtlich der Gutachtensanordnung an die IV-Stelle zurückwies
(IV-act. 98). In der Folge ermittelte die IV-Stelle die Gutachterstelle ohne Mitwirkung
des Versicherten aufgrund des Zufallsprinzips (IV-act. 104).
A.k Am 26. Februar, 4., 7. und 11. März 2013 wurde der Versicherte durch das BEGAZ
Begutachtungszentrum BL in allgemeinmedizinischer, rheumatologischer,
orthopädischer und psychiatrischer Hinsicht begutachtet. Als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit hielten die BEGAZ-Gutachter im Gutachten vom 28. März 2013
Restbeschwerden in der rechten Hüfte bei einem Status nach Hüft-TP rechts bei
Dysplasie-Coxarthrose am 5.06.2008 fest. Insgesamt seien dem Versicherten
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medizinisch-theoretisch seit Dezember 2008 leichte bis intermittierend mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar. Ungünstig seien Arbeiten in
Zwangshaltung und Tätigkeiten in absturzgefährdeter Position, wo gelegentliche
Sprünge aus grösserer Höhe unumgänglich seien auf Grund der Hüftprothese jedoch
vermieden werden sollten (IV-act. 113-34 ff.)
A.l Gestützt auf das Gutachten kam RAD-Arzt Dr. I._ mit Stellungnahme vom 23. Mai
2013 zum Schluss, dass keine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten
sei. Die vorbestehende Arbeitsfähigkeit von 100% adaptiert gelte ab Dezember 2008
(IV-act. 115).
A.mIn der Stellungnahme vom 4. Juli 2013 machte der Rechtsvertreter des
Versicherten gestützt auf die Berichte des Psychiaters Dr. G._ vom 5. Juni 2013 (IV-
act. 120-5 ff.) und des Hausarztes Dr. F._ vom 9. Juni 2013 (IV-act. 120-9 f.) geltend,
es könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden. Vielmehr sei eine ausführliche
Exploration unter stationären Bedingungen durchzuführen, ansonsten eine ganze Rente
mangels Verwertbarkeit einer allfälligen Resterwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt zuzusprechen sei (IV-act. 120-1 ff.).
A.n Mit Bezug auf diese Berichte der behandelnden Ärzte hielt RAD-Arzt Dr. I._ am
8. Juli 2013 fest, dass die Ausführungen von Dr. G._ nicht geeignet seien, die
Validität des psychiatrischen BEGAZ-Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Jedoch sei die
somatische Situation nach der stationären Behandlung vom 27. bis 31. Mai 2013
wegen massiver Beinschmerzen rechts und allgemeiner Schwäche bei teils noch
ausstehenden medizinischen Resultaten abklärungsbedürftig (IV-act. 121).
A.o Gemäss dem Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 25. Juli 2013 war
anlässlich der Untersuchung vom 24. Juli 2013 keine eindeutige Einordnung der
Schmerzen möglich (IV-act. 123-8 f.). Dr. F._ befand im Arztbericht vom 30. August
2013, aktuell sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Wenn, dann (lediglich) Teilzeit (3
- 4 Std) und mit reduzierter Leistung (IV-act. 123-3). Dr. I._ kam nach Einsicht in die
neuen Befundberichte zum Schluss, dass sich keine neuen medizinischen Tatsachen
ergäben. Es könne an der Arbeitsfähigkeit von 100% adaptiert festgehalten werden,
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denn Dr. F._ begründe seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit
nicht (IV-act. 124).
A.p Mit Verfügung vom 13. September 2012 (korrekt: 2013) wies die IV-Stelle den
Anspruch auf eine Invalidenrente im Sinne des Vorbescheids ab. Gestützt auf die
Stellungnahme des RAD sei der Versicherte weiterhin in einer adaptierten Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig (IV-act. 125).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. Oktober
2013. Der Rechtsvertreter des Versicherten beantragt darin die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Juni 2009.
Eventualiter seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zuzusprechen.
Subeventualiter sei die Sache zur Vornahme ergänzender beruflicher und medizinischer
Abklärungen und anschliessender neuer Verfügung an die Verwaltung zurückzuweisen.
Subsubeventualiter sei durch das Gericht ein Obergutachten einzuholen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung
machte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, der
psychiatrische Gutachter sei zu sehr an der Oberfläche geblieben und die
psychiatrische Begutachtung sei in zeitlicher Hinsicht zu kurz gewesen. Der Gutachter
habe sich nicht hinreichend mit den Tatsachenelementen auseinandergesetzt, welche
zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung von Dr. G._ und zur
Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 70% geführt habe. Auf Grund der nachvollziehbaren
Angaben von Dr. G._ bestehe vor dem Hintergrund der Anamnese und des
Krankheits- und Behandlungsverlaufs sowie der Fremdangaben keine verwertbare
Resterwerbsfähigkeit von über 30% des Valideneinkommens, weshalb ein Anspruch
auf eine ganze Rente gegeben sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt fest, der
Beschwerdeführer sei in der Lage gewesen, die Schule und ab 1982 bis 1987 in Italien
eine Ausbildung in Innenarchitektur zu absolvieren. Demnach hätte eine
Persönlichkeitsstörung, selbst wenn eine solche vorläge, auf jeden Fall keinen
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massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, wie auch der
RAD überzeugend dargelegt habe. Schliesslich bestehe kein Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, weil der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten bis
intermittierend mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (act.
G 5).
B.c In der Replik vom 6. Januar 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Im Weiteren machte er geltend, aus den Akten und den Zusatzfragen an den
psychiatrischen Gutachter Dr. med. K._ gehe klar eine Vorverurteilung von Dr. G._
und ein Erwartungsdruck an den Gutachter, diesen zu widerlegen, hervor. Damit liege
eine unzulässige Suggestivfrage an den psychiatrischen Gutachter vor, weshalb
insbesondere auf das psychiatrische Teilgutachten nicht abgestellt werden könne (act.
G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act.
G 10).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Frage, ob ein Anspruch des
Beschwerdeführers auf Invalidenrente besteht.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.
2.
2.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Der
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Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bemängelt vorab am psychiatrischen
Teilgutachten, dass ihm nach Abzug der Übersetzungen durch eine Dolmetscherin
bzw. der jeweiligen Wiederholungen der Fragen des Gutachters und der Antworten des
Beschwerdeführers durch die Dolmetscherin lediglich ein halb- bis dreiviertelstündiges
Explorationsgespräch zu Grunde liege (act. G 1 S. 5 f.). Wie das Bundesgericht
mehrmals festhielt, kann es für den Aussagegehalt eines Arztberichts im Allgemeinen
nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommen. Massgeblich sei vielmehr, ob der
Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 17. November 2006, I 719/05, E. 3, vgl. auch Urteile vom 14.
November 2007, I 1094/06, E. 3.1.1, vom 19. September 2006, I 192/06, E. 3 und vom
9. August 2006, I 391/06, E. 3.2.2). Wohl trifft es zu, dass für eine psychiatrische
Untersuchung je nach Fragestellung und Psychopathologie ein hoher Zeitaufwand
erforderlich sein kann. Dass im vorliegenden Fall der psychiatrische Gutachter zu wenig
Zeit für die Untersuchung aufgewendet hätte, erscheint nicht begründet. Wie im
Teilgutachten von Dr. K._ vom 13. März 2013 angegeben, fand die psychiatrische
Untersuchung am 11. März 2013 zwischen 13.00 und 14.30 Uhr im Beisein einer
Dolmetscherin der HEKS statt, welche von der italienischen Sprache in die deutsche
übersetzt habe. Der Beschwerdeführer habe die Dolmetscherin zwar wiederholt in
Anspruch genommen, jedoch habe er sich auch in der deutschen Sprache zu
verständigen versucht (vgl. IV-act. 113-37 und 113-42). Dass sich die reine
Untersuchungszeit somit lediglich auf eine halbe bis eine Dreiviertelstunde beschränkt
hätte, erscheint nicht plausibel. Wie aus dem Gutachten hervorgeht, informierte sich
Dr. K._ im Weiteren durchaus über die Kindheit des Beschwerdeführers. Zudem
stützte er sich nicht nur auf seine eigenen Untersuchungen, sondern auch auf die
vorhandenen übrigen Akten. Daraus hat er auf Grund seiner Ausführungen genügend
Erkenntnisse für eine schlüssige und nachvollziehbare Beurteilung gewonnen. Die
Argumentation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers bezüglich einer zu kurzen
und zu oberflächlichen Untersuchung vermag damit den Beweiswert des Gutachtens
nicht zu schmälern.
2.2 Das BEGAZ-Gutachten stellt als zentrale Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit einzig die Restbeschwerden der rechten Hüfte bei einem Status nach
Hüft-Totalprothese rechts bei Dysplasie-Coxarthrose am 5. Juni 2008 dar. Ohne
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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führt es eine leichtgradige Genua vara bei
chondropathischen Kniegelenksveränderungen beidseits, einen Status nach Kontusion
der linken Hand bei einem Velosturz mit aktueller Schwellung im Bereich MCP III (Unfall
vor einigen Tagen), eine Opiatabhängigkeit, zurzeit substituiert mit Methadon (ICD-10
F 11.22), eine Sedativa-Abhängigkeit (ICD-10 F 13.24) sowie einen Status nach Störung
durch multiplen Substanzgebrauch (ICD-10 F19.20) auf (IV-act. 113-34).
Demgegenüber diagnostizierte Dr. G._ im Bericht vom 14. April 2011 eine schwere
kombinierte Persönlichkeitsstörung vom abhängigen und schizoiden Typus mit unreifen
Anteilen (ICD-10 F61.0), eine rezidivierende depressive Episode gemischt mit Angst
(ICD-10 F33.1), einen Status nach langjähriger Substanzabhängigkeit, aktuell im
Methadonprogramm (ICD-10 F19.22) sowie eine Hepatitis C. Infolge dieser Diagnosen
sei der Beschwerdeführer zu mindestens 70% arbeitsunfähig; höchstens im
geschützten Rahmen sei er zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 80-5).
2.3 Dr. K._ hielt in seinem Teilgutachten vom 13. März 2013 fest, dass der Grund für
die seit der Pubertät vorhandene Suchtstörung des Beschwerdeführers nicht klar sei.
Vom Beschwerdeführer könne zumindest nicht in Erfahrung gebracht werden, dass er
aus irgendwelchen psychischen Auffälligkeiten heraus einen Drogenkonsum
aufgenommen habe. Sicher habe er in der Folge wiederholt unter
Verstimmungszuständen gelitten, die aber im Rahmen der Abhängigkeitserkrankung
interpretiert werden müssten und meistens bei derartigen Störungen zu sehen seien.
Es handle sich demnach um eine sekundäre Folge. Hinweise darauf, dass eine primäre
psychische Störung vorliege, womit der Drogenkonsum begründet werden könne,
liessen sich weder von ihm noch fremdanamnestisch in Erfahrung bringen. Aus diesem
Grund könne die Beurteilung von Dr. G._ nicht geteilt werden, dass es sich beim
langjährigen Drogenkonsum um einen Behandlungsversuch von schweren depressiven
Episoden handle. Hinsichtlich der Diagnose einer schweren kombinierten
Persönlichkeitsstörung vom abhängigen und schizoiden Typus mit unreifen Anteilen
konnte Dr. K._ im Psychostatus keine dafür notwendigen Auffälligkeiten sehen. Auch
fänden sich anamnestisch keine Hinweise zur Begründung dieser Diagnose. Bei
Persönlichkeitsstörungen sei es zudem wichtig, möglichst fremdanamnestische
Hinweise für auffällige Persönlichkeitsanteile zu finden. Die auffällige Persönlichkeit
dürfte auch nicht im Zusammenhang mit einem allfälligen Drogenkonsum interpretiert
werden, was aber beim Beschwerdeführer durchaus der Fall sein könnte. Immerhin
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habe er nach seinen Angaben jahrelang bis zum exzessiven Ausmass Kokain
eingenommen, was massive Persönlichkeitsveränderungen zur Folge habe, solange
der Konsum andauere. Daher sei die Diagnose einer schweren Persönlichkeitsstörung
aus gutachterlicher Sicht nicht nachzuvollziehen. Werde die Anamnese betrachtet, sei
der Beschwerdeführer bis zur Hüftoperation im Jahre 2008 meistens beruflich tätig
gewesen. Es sei teilweise zu Unterbrüchen wegen des Drogenkonsums gekommen,
jedoch nicht in längerem Ausmass. Dies zeige auf, dass der Explorand, auch wenn die
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung angenommen würde, trotzdem in der Lage
gewesen sei, einer Tätigkeit nachzugehen. Es lasse sich heute nicht begründen,
weswegen er dann infolge der Persönlichkeitsstörung plötzlich nicht mehr in der Lage
sein sollte, einer Arbeit nachzugehen; zumal er nun auch den Drogenkonsum
weitgehend habe vermindern können. Den Suizidversuch im Juni 2009 beurteilte Dr.
K._ im Rahmen der belastenden psychosozialen Situation mit Drogenkonsum und
unklarer Zukunftsperspektiven. Er selber sehe seinen damaligen Fehler ein. Als Folge
habe er danach den Drogenkonsum weitgehend stoppen und auch eine
psychologische Behandlung aufnehmen können. Insgesamt kommt der psychiatrische
Gutachter zum Schluss, dass keine primäre und sekundäre psychische Störung
festgestellt werden könne, womit eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründet werden könnte (IV-act. 113-44 ff.).
2.4 Entgegen dieser gutachterlichen Beurteilung machte Dr. G._ geltend, der
Beschwerdeführer sei psychopathologisch hoch auffällig. Eine Persönlichkeitsstörung
werde definiert durch eine Störung in der Wahrnehmung, im Denken, Fühlen und in der
Beziehung zu anderen, die häufig mit einem persönlichen Leiden einhergehe oder dazu
führe. Eine an einer gestörten Wahrnehmung leidende Person könne durch den
psychopathologischen Befund, Fremdanamnesen oder den Lebenslauf erkannt
werden. Dabei sei der psychopathologische Befund mit grosser Vorsicht zu geniessen,
weil die Wahrnehmungsstörung bei einer einzigen Exploration oft nicht genau
erkennbar sei. Dies treffe auf den Beschwerdeführer zu. Ohne Kenntnis seiner
Geschichte und seiner Erkrankung würde beim ersten Treffen der Anschein erweckt,
dass nach seinen Angaben sein wirkliches Problem "nur" seine Hüftschmerzen seien.
Er habe früher viel gearbeitet und sei gut durchs Leben gekommen. Werde aber seine
gestörte Wahrnehmung mit einbezogen, würden diese Angaben in keiner Weise mit
seinem realen Leben übereinstimmen. Auch habe Dr. G._ grosse Zweifel an der
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früheren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Er gehe vielmehr davon aus, dass
der Beschwerdeführer schon immer nur zu einem geringen Prozentsatz arbeitsfähig
gewesen und an den Arbeitsstellen eher geduldet worden sei. Die vielen
Arbeitsunterbrüche würden eher in diese Richtung weisen. Auf Grund der
offensichtlichen Störungen in verschiedenen Bereichen sei von einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung auszugehen. Auffallend seien seine Vorstellungen vom Leben,
die nicht einer reifen verantwortungsvollen erwachsenen Person entsprächen, sondern
eher dem Entwicklungsstand eines zwölfjährigen Jungen. Auch die Anamnese bzw. der
Lebenslauf weisen gemäss Dr. G._ als weiteres Indiz auf die Persönlichkeitsstörung
hin. Schon im Alter von zehn Monaten hätten sich die Eltern getrennt und sei der
Verlust der Mutterbindung eingetreten. Er sei dann bei der Grossmutter aufgewachsen,
welche ihn als Wiedergeburt eines verstorbenen Sohnes betrachtet habe. Diese Fakten
würden aus analytischer Sicht zur Verhinderung der Entwicklung des Urvertrauens
führen mit dem folgenden gestörten Bindungsverhalten zu Menschen und zu sich
selber. Schliesslich sei, um den Grund für den Drogeneinstieg im Alter von 15 Jahren
erfahren zu können, auf die Angaben des Beschwerdeführers abzustellen. Diese seien
eindeutig, gebe er doch an, an innerer Leere, ständigem Gedankenkreisen und
Langeweile gelitten zu haben. Das deute ganz klar auf ein depressives Geschehen hin.
Genauere Angaben könnten von einer Person mit schizoider Wahrnehmung, die
Schwierigkeiten im Erkennen von Gefühlen habe, nicht erwartet werden. Denn, wenn
nicht die Depression die Ursache des Einstiegs in den Drogenkonsum gewesen sei, wie
der Gutachter behaupte, dann stelle sich gleich die Frage, was es denn sei (IV-
act. 120-5 ff.).
2.5 Persönlichkeitsstörungen nach ICD-10 F60 erfassen verschiedene
Persönlichkeitsbereiche und gehen beinahe immer mit ausgeprägten persönlichen
Leiden und sozialen Beeinträchtigungen einher. Sie treten meist in der Kindheit oder in
der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter.
Gemäss den Diagnostischen Kriterien G1 weichen die charakteristischen und
dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster der Betroffenen insgesamt
deutlich von kulturell erwarteten und akzeptierten Vorgaben ("Normen") ab. Diese
Abweichung äussert sich in mehr als einem der folgenden Bereiche: 1. Kognition (d.h.
Wahrnehmung und Interpretation von Dingen, Menschen und Ereignissen;
entscheidende Einstellungen und Vorstellungen von sich und anderen); 2. Affektivität
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(Variationsbreite, Intensität und Angemessenheit der emotionalen Ansprechbarkeit und
Reaktion); 3. Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung; 4. Die Art des Umganges mit
anderen Menschen und die Handhabung zwischenmenschlicher Beziehungen
(Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 5. Aufl. Bern 2010,
S. 234 f.). RAD-Arzt Dr. I._ hielt in der Stellungnahme vom 8. Juli 2013 bezüglich der
Ausführungen von Dr. G._ vom 5. Juni 2013 fest, dass dieser sich förmlich auf eine
"gestörte Wahrnehmung" des Beschwerdeführers und damit auf die in Punkt 1
definierte "Kognition" versteife. Jedoch habe Dr. G._ eine Störung der Kognition
durch keine überzeugenden Beispiele dargestellt. So könne die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer oft nicht zur Therapie erscheine, genauso gut darin begründet sein,
dass es ihm an Therapiemotivation bzw. -einsicht mangle. Zudem habe der
Beschwerdeführer selbst gegenüber den Gutachtern geäussert, er habe es bei seinen
Grosseltern sehr gut gehabt und die Kindheit insgesamt in guter Erinnerung. Wenn nun
Dr. G._ zur Auffassung gelange, dass es aus analytischer Sicht wegen der
Unterbringung des Beschwerdeführers im Baby-Alter (hier würden die Angaben
gegenüber den Gutachtern über den 7. und 10. Monat schwanken) bei den Grosseltern
in Italien zur Verhinderung der Entwicklung eines Urvertrauens gekommen sei, stehe
dies in scharfem Kontrast dazu. Für Dr. I._ war nicht der Wechsel von den Eltern zu
den Grosseltern entscheidend, sondern die Konstanz der Bezugspersonen besonders
in den ersten drei Lebensjahren. Diese sei offenbar nicht zu bestreiten, nachdem der
Beschwerdeführer sich bis zur Erkrankung der Grossmutter in Italien aufgehalten habe
und erst als 20-jähriger dem Vater in die Schweiz gefolgt sei. So führe die Hypothese
von einer in die Kindheit zurückreichenden Persönlichkeitsstörung mittels der
Argumentation von Dr. G._ sowie auch der Biographie des Beschwerdeführers ins
Leere. Schon gar nicht könne auf ein gestörtes Bindungsverhalten abgestellt werden.
Immerhin lebe der Beschwerdeführer seit zwei Jahren in einer Beziehung und habe
mehrere unterhalten, was jedoch nicht in Zusammenhang mit einer
Persönlichkeitsstörung zu bringen sei (IV-act. 121).
2.6 Weiter befand Dr. I._, dass die von Dr. G._ aufgeführten Zweifel an einer früher
bestehenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers alleine keine Beweise darstellten.
Der Beschwerdeführer habe seine schulische Weiterbildung (nach fünf Jahren
Kunstschule/Innenarchitektur) in Italien abgebrochen und sei wegen der Erkrankung
seiner Grossmutter und zur Umgehung des Militärdienstes 19_ in die Schweiz
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gekommen. Er habe neun Jahre in einem Metall verarbeitenden Betrieb gearbeitet, sei
19_ wegen seiner Drogenproblematik nach Italien zurückgekehrt, um dort einen
Entzug zu machen, und habe sechs Jahre als Plattenleger in Italien gearbeitet. Danach
sei er nach einem kurzen Aufenthalt in Österreich ab 2004 bis zur Hüftoperation im Jahr
2008 wieder in der Schweiz tätig gewesen. Es entspreche somit wiederum nicht den
Tatsachen, wenn hieraus häufige persönlichkeitsbedingte Beschäftigungsabbrüche
konstruiert würden. Schliesslich bestritt Dr. I._ auch die Begründung, welche der
behandelnde Psychiater für die Existenz einer Depression vor dem Suchtmittelkonsum
vorbringe. Würde die Angabe des Beschwerdeführers, er habe als 15-Jähriger unter
innerer Leere, ständigem Gedankenkreisen und Langeweile gelitten, als ein
depressives Geschehen gedeutet, müsse wohl die gesamte Pubertät und Adoleszenz
als ein depressives Geschehen apostrophiert werden (IV-act. 121).
2.7 Auch wenn die Ausführungen von Dr. I._ teils auf eine gewisse
Voreingenommenheit gegenüber Dr. G._ schliessen lassen, erscheinen sie insgesamt
und namentlich die Beurteilung im BEGAZ-Gutachten als schlüssig und
nachvollziehbar. Da eine Fremdanamnese auf Grund der Umstände vorliegend nicht
möglich ist, muss hinsichtlich des Lebenslaufs auf die in sich schlüssigen Angaben des
Beschwerdeführers abgestellt werden. Bei der Würdigung der medizinischen Situation
fällt ins Gewicht, dass das BEGAZ-Gutachten auf umfassender Aktenkenntnis sowie
interdisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild des
Beschwerdeführers berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind. Gestützt darauf besteht daher kein Anlass für weitere
medizinische Abklärungen, wie sie vom Beschwerdeführer subsubeventualiter
beantragt wurden (vgl. act. G 1).
2.8 Schliesslich ergaben auch die Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 27. bis
31. Mai 2013 im Departement Innere Medizin / Allgemeine Innere Medizin /
Hausarztmedizin des KSSG und seine Untersuchung vom 24. Juli 2013 in der
Neurologie des KSSG keine neuen medizinischen Tatsachen, die an der Beurteilung
des BEGAZ-Gutachtens etwas ändern würden (vgl. IV-act. 123 und Stellungnahme von
Dr. I._ vom 12. September 2013, IV-act. 124). Damit ist beim Beschwerdeführer von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen (vgl. IV-act.
113-36, 115-2). Davon geht wohl auch der Hausarzt aus; nach ihm hat sich die
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Suchtproblematik in den vergangenen vier Jahren verschlechtert (vgl. IV-acht 130-19).
Diese ist indessen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus medizinisch-
theoretischer Sicht nicht einzubeziehen, nachdem die Sucht keine Folge einer
psychischen Erkrankung ist und (bislang) zu keinen Folgekrankheiten mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit geführt hat.
3.
Bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit resultiert
keine rentenbegründende Erwerbseinbusse, wäre doch beim zumutbaren
Invalideneinkommen ein Leidensabzug auf Grund der nur noch leichten bis
intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten (vgl. IV-act. 113-36)
von nicht mehr als 10% begründet. Damit kann offen bleiben, von welchem konkreten
Validen- und Invalideneinkommen auszugehen wäre. Der Beschwerdeführer hat somit
keinen Anspruch auf eine Rente.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer beantragt als Eventualbegehren die Gewährung beruflicher
Massnahmen (act. G 1).
4.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich lediglich
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).
4.3 Was die Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere
Eingliederungsmassnahmen anbelangt, so sind diese nicht Gegenstand der Verfügung
vom 13. September 2013 (IV-act. 125). Im Hinblick darauf, dass die angefochtene
Verfügung von einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad ausgeht, ist die Frage
betreffend berufliche Massnahmen auch nicht notwendigerweise deren Gegenstand.
Unter diesen Umständen ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen sowie andere
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Eingliederungsmassnahmen nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden
Verfahrens, weshalb auf den entsprechenden Beschwerdeantrag nicht einzutreten ist.
Hinzuweisen ist lediglich darauf, dass der Beschwerdeführer bei der
Beschwerdegegnerin erneut einen Antrag auf berufliche Massnahmen stellen kann,
sofern sich an der Situation, wie sie sich im Zeitpunkt des Abschlusses der
Arbeitsvermittlung vom 1. April 2011 präsentierte (vgl. IV-act. 72 und 74), etwas
geändert haben sollte.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 15. Oktober 2013 abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung am 20. Dezember
2013 bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten,
der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten
verpflichtet werden (Art. (Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO/CH; SR 272]).
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis
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bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V
201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP