Decision ID: 1c13273c-6d4a-5c8c-90af-153ba463d938
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
X._ (Beschwerdeführerin), schweizerische Staatsangehörige mit
Wohnsitz in der Schweiz, absolvierte während drei Jahren die Physiothe-
rapieschule Bad Säckingen im deutschen Bundesland
Baden-Württemberg. Mit Urkunde vom 14. Juli 1997 erteilte ihr das Regie-
rungspräsidium in Freiburg im Breisgau "auf Grund des Masseur- und Phy-
siotherapeutengesetzes" die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeich-
nung "Physiotherapeutin".
B.
Am 26. Juli 1999 stellte das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) der Be-
schwerdeführerin einen Anerkennungsausweis aus. Darin wird festgehal-
ten, das SRK habe die Ausbildung und die Berufskenntnisse der Ausweis-
inhaberin geprüft und diese als "diplomierte Physiotherapeutin" registriert.
C.
Die Beschwerdeführerin arbeitete vom 1. September 2000 bis zum 31. Au-
gust 2001 sowie vom 12. November 2001 bis zum 30. April 2003 mit einem
Beschäftigungsgrad von 80 % und vom 1. Januar 2004 bis zum 31. März
2008 mit einem solchen von 50 % in Physiotherapiepraxen in der Schweiz.
Am 1. Oktober 2008 trat sie eine Stelle in einem schweizerischen Spital an,
zunächst mit einem Pensum von 80 %.
D.
Im Jahr 2011 absolvierte die Beschwerdeführerin an der Berner Fachhoch-
schule Gesundheit den Nachdiplomkurs "wissenschaftliche Vertiefung in
Physiotherapie" mit einem Umfang von 10 ECTS-Credits bzw. einer Stu-
dienleistung von 300 Stunden (vgl. Kursbestätigung vom 9. August 2011).
E.
Mit Gesuch vom 14. September 2011 (auf amtlichem Formular) beantragte
die Beschwerdeführerin beim damaligen Bundesamt für Berufsbildung und
Technologie (BBT), seit 1. Januar 2013 Staatssekretariat für Bildung, For-
schung und Innovation (SBFI, Vorinstanz), den nachträglichen Erwerb des
Fachhochschultitels. Das BBT beschied ihr in einem Schreiben vom 27.
September 2011, ein nachträglicher Erwerb des Fachhochschultitels sei
aufgrund ihres ausländischen Diploms nicht möglich. Daraufhin stellte die
Beschwerdeführerin einen schriftlichen, vom 10. Oktober 2011 datierten
"Rückkommensantrag". Unter Bezugnahme auf diese Korrespondenz er-
liess das BBT am 14. Oktober 2011 eine Verfügung, in welcher es festhielt,
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es könne auf das Gesuch der Beschwerdeführerin nicht eintreten, weil
diese "kein entsprechendes Diplom einer vom SRK anerkannten (schwei-
zerischen) Schule" nachweise.
F.
Die Beschwerdeführerin focht die Verfügung des BBT vom 14. Oktober
2011 mit Eingabe vom 16. November 2011 beim Bundesverwaltungsge-
richt an. Sie stellte folgendes Rechtsbegehren:
"Die Verfügung des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie BBT,
Fachhochschulen, vom 14. Oktober 2011 sei aufzuheben, und es sei der Be-
schwerdeführerin in Gutheissung ihres Gesuchs vom 15. September 2011
nachträglich der Fachhochschultitel "dipl. Physiotherapeutin FH" zu erteilen. –
unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Neben der Verletzung von Bundesrecht, insbesondere des Rechtsgleich-
heitsgebots, rügte die Beschwerdeführerin eine unrichtige und unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Zur Begründung
hielt sie unter anderem fest, die Physiotherapieschule Bad Säckingen sei
seit 1980 in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau betrieben wor-
den. Sie habe sich nur aufgrund der ausdrücklichen Empfehlung der kan-
tonalen Behörden für die Ausbildung an dieser Physiotherapieschule ent-
schieden. Im Vertrauen darauf, ein Diplom einer deutsch-schweizerischen
Schule zu besitzen, habe sie an der Berner Fachhochschule Gesundheit
einen Nachdiplomkurs besucht, um den entsprechenden Hochschultitel zu
erwerben.
G.
Das BBT äusserte sich mit Vernehmlassung vom 13. Januar 2012 zur Be-
schwerde. Es beantragte, diese sei unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zu Lasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. Als Begründung
brachte das BBT namentlich vor, die Beschwerdeführerin verfüge lediglich
über einen deutschen Ausbildungsabschluss in Physiotherapie. Die Billi-
gung des Programms der Physiotherapieschule Bad Säckingen für das 4.
Ausbildungsjahr durch das SRK vom 20. April 1998 habe nur für Schüle-
rinnen gegolten, die ihre Ausbildung im Jahr 1999 verlängert und ord-
nungsgemäss abgeschlossen hätten. Demnach spiele es eine wesentliche
Rolle, dass die Beschwerdeführerin ihr Diplom bereits 1997 erworben
habe. Das Ausbildungsprogramm, welches sie absolviert habe, sei vom
SRK nicht geprüft worden. Daher sei das Rechtsgleichheitsgebot der Bun-
desverfassung nicht verletzt.
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Seite 4
H.
Mit Urteil vom 22. Oktober 2012 hiess das Bundesverwaltungsgericht die
Beschwerde gut, hob die angefochtene Verfügung auf und wies den Streit-
fall zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurück. Es hielt dabei fest, die Vorinstanz habe den Sachverhalt
hinsichtlich verschiedener für die Beurteilung einer etwaigen Gleichbe-
handlung relevanter Aspekte zu wenig abgeklärt (E. 6.6). Eine allfällige
Gleichbehandlung müsse mit Blick auf das Verhältnis zwischen der Be-
schwerdeführerin und Diplomierten der Physiotherapieschule Bad Säckin-
gen, welche dort das zusätzliche vierte Ausbildungsjahr absolviert hätten,
geprüft werden (E. 6.5).
Überdies erwog das Bundesverwaltungsgericht, die Beschwerdeführerin
könne sowohl die nötige Berufspraxis als auch den verlangten Nachdip-
lomkurs vorweisen, besitze aber kein Diplom als "dipl. Physiotherapeutin"
einer vom SRK anerkannten Schule (E. 4). Die Voraussetzungen für eine
vom materiellen Recht abweichende Behandlung der Beschwerdeführerin
gestützt auf den verfassungsmässigen Vertrauensschutz seien nicht erfüllt
(E. 5.5).
I.
Gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Oktober 2012
erhob das seinerzeitige Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement
(EVD; heute Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und
Forschung, WBF) Beschwerde an das Bundesgericht. Dieses fällte am 25.
April 2013 einen Nichteintretensentscheid, wobei es erwog, der angefoch-
tene Rückweisungsentscheid sei ein Zwischenentscheid und damit nur un-
ter bestimmten Voraussetzungen beim Bundesgericht anfechtbar. Es
könne nicht gesagt werden, dass er materiellrechtliche Vorgaben enthalte,
welche die untere Instanz bei ihrem neuen Entscheid befolgen müsse.
J.
Durch Verfügung vom 11. September 2013 wies das SBFI das Gesuch der
Beschwerdeführerin um nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels in
Physiotherapie erneut ab und auferlegte ihr die Verfahrenskosten in der
Höhe von Fr. 100.–.
K.
Hiergegen gelangte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. Oktober
2013 an das Bundesverwaltungsgericht. Sie stellt folgendes Rechtsbegeh-
ren:
B-5833/2013
Seite 5
"Die Verfügung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation
(SBFI) vom 11. September 2013 sei aufzuheben, und es sei der Beschwerde-
führerin in Gutheissung ihres Gesuchs vom 15. September 2011 nachträglich
der Fachhochschultitel "dipl. Physiotherapeutin FH" zu erteilen."
Zur Begründung ihrer Beschwerde bringt sie insbesondere vor, das SBFI
habe sich bei den Sachverhaltsabklärungen darauf beschränkt, eine Aus-
kunft beim SRK einzuholen. Dessen Vergleich der Ausbildungen der Be-
schwerdeführerin und der nachfolgenden Jahrgänge sei einseitig und un-
vollständig. Bei verfassungskonformer Auslegung der einschlägigen Ver-
ordnungsbestimmung sei der Abschluss der Beschwerdeführerin ein
"Diplom einer vom SRK anerkannten Schule".
L.
In ihrer Vernehmlassung vom 26. November 2013 beantragte die Vo-
rinstanz, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge ab-
zuweisen. An der angefochtenen Verfügung hält sie vollumfänglich fest.
Mit Eingabe vom 14. Januar 2014 äusserte sich die Beschwerdeführerin
zur Vernehmlassung der Vorinstanz vom 26. November 2013. Diese
machte von der Möglichkeit, eine Duplik einzureichen, keinen Gebrauch.
M.
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit sie für den Entscheid wesent-
lich sind, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 11. September 2013 ist die Be-
schwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig (Art. 31, 32 und 33
Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, VGG,
SR 173.32; Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember
1968, VwVG, SR 172.021). Als Adressatin der angefochtenen Verfügung
ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde berechtigt (Art. 48
Abs. 1 VwVG). Frist sowie Form und Inhalt der Beschwerde sind gewahrt
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde frist-
gerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übrigen Sachurteilsvoraus-
setzungen (Art. 44 ff. VwVG) sind ebenfalls erfüllt. Auf die
Beschwerde ist daher einzutreten.
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Seite 6
2.
Nach Art. 49 VwVG kann mit der Beschwerde die Verletzung von Bundes-
recht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens
(Bst. a), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Bst. b) sowie Unangemessenheit (Bst. c) gerügt wer-
den. Die Beschwerdeführerin rügt neben der Verletzung von Bundesrecht
eine unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts durch die Vorinstanz. Sie macht damit nach Art. 49 VwVG zu-
lässige Beschwerdegründe geltend.
3.
Mit dem vom SRK am 26. Juli 1999 ausgestellten Anerkennungsausweis
und der erfolgten Registrierung als "diplomierte Physiotherapeutin" ist die
Beschwerdeführerin zur Berufsausübung in der Schweiz berechtigt. Ge-
genstand dieses Beschwerdeverfahrens ist die Frage, ob sie die Voraus-
setzungen für den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels erfüllt.
3.1 Gemäss Art. 1 Abs. 3 der am 1. Oktober 2000 in Kraft getretenen Ver-
ordnung des EVD / WBF über den nachträglichen Erwerb des Fachhoch-
schultitels vom 4. Juli 2000 (SR 414.711.5; nachfolgend "Vo NTE") vorlie-
gend massgebende Voraussetzungen für den Erwerb des Fachhochschul-
titels im Fachbereich Gesundheit sind:
 ein Diplom "dipl. Physiotherapeutin" einer vom SRK anerkannten
Schule (Bst. a Ziff. 1),
 eine anerkannte Berufspraxis von mindestens zwei Jahren (Bst. b)
und
 ein Nachdiplomkurs auf Hochschulstufe im Fachbereich Gesund-
heit oder eine andere gleichwertige Weiterbildung (Bst. c).
Als anerkannte Berufspraxis gilt für Gesuchstellerinnen aus dem Gesund-
heitsbereich eine nach dem 1. Juni 2001 ausgeübte berufliche Tätigkeit im
einschlägigen Berufsfeld (Art. 2 Abs. 2 Vo NTE). Der Nachdiplomkurs muss
mindestens 200 Lektionen oder 10 ECTS-Kreditpunkte umfassen (Art. 3
Abs. 2 Vo NTE).
Die Vo NTE stützt sich auf die Übergangsbestimmung B ("Anerkennung
von Diplomen und Titelführung") zur Änderung vom 17. Dezember 2004
des Bundesgesetzes über die Fachhochschulen vom 6. Oktober 1995
(Fachhochschulgesetz, FHSG, SR 414.71). Abs. 1 Bst. c dieser Vorschrift
hält fest: "Der Bund sorgt nach Inkrafttreten der Änderung dieses Gesetzes
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Seite 7
für die notwendigen Umwandlungen von nach bisherigem Recht verliehe-
nen Titeln. Das Departement regelt die Einzelheiten."
3.2 Unbestrittenermassen kann die Beschwerdeführerin sowohl die erfor-
derliche Berufspraxis (Art. 1 Abs. 3 Bst. b Vo NTE) als auch den verlangten
Nachdiplomkurs (Art. 1 Abs. 3 Bst. c Vo NTE) vorweisen. Wie das Bundes-
verwaltungsgericht in E. 4.9 seines Urteils B-6279/2011 vom 22. Oktober
2012 gestützt auf eine Prüfung der ins Recht gelegten Dokumente schloss,
besitzt sie jedoch kein Diplom als "dipl. Physiotherapeutin" einer vom SRK
anerkannten Schule im Sinne von Art. 1 Abs. 3 Bst. a Ziff. 1 Vo NTE. Ihre
Diplomurkunde wurde am 14. Juli 1997 nach Abschluss ihrer dreijährigen
Ausbildung durch das Regierungspräsidium im deutschen Freiburg ausge-
stellt. Einem Schreiben der seinerzeitigen Vorsteherin des Gesundheitsde-
partements des Kantons Aargau an das SRK vom 1. Dezember 1997 lässt
sich entnehmen, dass die Absolventen der Physiotherapieschule Bad
Säckingen damals keine "schweizerischen" Diplome erhielten. Am 20. April
1998 teilte das SRK dieser Schule mit, es habe ihr Programm für das vierte
Ausbildungsjahr mit Blick auf den Diplomabschluss 1999 gebilligt. Erst am
21. Juni 2002 informierte das SRK die Physiotherapieschule Bad Säckin-
gen, deren viertes Ausbildungsjahr mit Diplomabschluss gemäss SRK-
Richtlinien durch Entscheid vom 19. Juni 2002 definitiv anerkannt zu haben
(vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-6279/2011
vom 22. Oktober 2012 E. 4.3 ff.).
3.3 Nach E. 6.5 des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts B-6279/2011
vom 22. Oktober 2012 muss eine allfällige Gleichbehandlung mit Blick auf
das Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und Diplomierten der
Physiotherapieschule Bad Säckingen, welche dort das zusätzliche vierte
Ausbildungsjahr absolviert haben, geprüft werden. Diesbezüglich stellt sich
vorab die Frage, ob und gegebenenfalls inwiefern sich das von ihnen ab-
geschlossene vierte Ausbildungsjahr inhaltlich und qualitativ mit dem zu-
sätzlichen Praxisjahr vergleichen lässt, welches die Beschwerdeführerin
nach eigener Aussage im Hinblick auf die Anerkennung ihres Abschlusses
durch das SRK vorweisen musste (E. 6.5.1).
4.
Seine Verfügung vom 11. September 2013 begründete das SBFI folgen-
dermassen:
4.1 Die Diplome der Physiotherapieschule Bad Säckingen gälten nach der
Verlängerung der Ausbildung ab dem Jahr 1999 als vom SRK anerkannt.
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Seite 8
Die nachträgliche Erteilung des Fachhochschultitels an die Beschwerde-
führerin setze unter anderem voraus, dass die im Qualifikationsbogen be-
scheinigte berufliche Praxis als mit dem vierten Ausbildungsjahr dieser
Schule gleichwertig beurteilt werden könne. Tatsächlich sei der Beschwer-
deführerin bei entsprechender Gleichwertigkeit der beantragte Fachhoch-
schultitel zu erteilen, weil die weiteren Voraussetzungen nach Art. 1 Abs. 3
Vo NTE erfüllt seien.
4.2 Massgebend für die Beurteilung der Gleichwertigkeit sei die Gegen-
überstellung der im Felix Platter-Spital Basel erworbenen und bescheinig-
ten beruflichen Praxis mit dem vierten Ausbildungsjahr an der Physiothe-
rapieschule Bad Säckingen, das zur "SRK-Anerkennung der Ausbildung
Physiotherapie" in Bad Säckingen geführt habe. Grundlage für diese Ge-
genüberstellung bildeten der Qualifikationsbogen vom 21. Juni 1999 und
der Bericht des SRK vom 26. November 2012. Die bescheinigte berufliche
Tätigkeit und das vierte Ausbildungsjahr seien beide praxisnah ausgestal-
tet. Sie wiesen indessen von Form, Inhalt, Zielsetzung und Abschluss her
wesentliche Unterschiede auf. Bescheinige das Eine erworbene Berufspra-
xis, handle es sich beim Anderen um eine praxisnahe Ausbildung mit prak-
tischen und theoretischen Ausbildungsteilen und einem Abschlussexamen
gemäss SRK-Richtlinien. Als wesentliche Unterschiede führt das SBFI an:
"Unterschiedliche Dauer und Inhalte: Nachweis einer mindestens 6monati-
gen beruflichen Tätigkeit, welche mittels Qualifikationsbogen die fachliche, so-
ziale und persönliche Kompetenz von Frau [...] bescheinigt versus ein viertes
Ausbildungsjahr mit vorgeschriebenen theoretischen und praktischen Ausbil-
dungsinhalten.
Unterschiedlicher Abschluss (Qualifikationsbogen / Diplomprüfung): Be-
scheinigung einer (befriedigenden) Qualifikation über die berufliche Tätigkeit
mittels Qualifikationsbogen durch den Arbeitgeber versus ein Abschluss im
Rahmen eines Qualifikationsverfahrens mittels Diplomprüfung in allen Berei-
chen konform gemäss SRK Richtlinien am Ende einer einjährigen Ausbildung
durch entsprechend qualifizierte Dozierende und Expertinnen und
Experten."
Bei dieser Sach- und Rechtslage lasse sich die im Qualifikationsbogen be-
scheinigte Zielerreichung beruflicher, sozialer und persönlicher Kompeten-
zen der Beschwerdeführerin nicht mit den im vierten Ausbildungsjahr ab-
solvierten Praktika mit Befund- und Behandlungsbesprechungen sowie
vermittelten Bildungsinhalten (Koordinierter Sanitätsdienst KSD, Rechts-
fragen, Berufsfragen sowie Informationen das SRK betreffend) und dem
"Repetitorium" über die wichtigsten Behandlungstechniken, wie manuelle
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Seite 9
Therapie, Cyriax, Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF), Mas-
sage und physikalische Behandlungsmethoden, sowie einer umfassenden
Diplomprüfung, gleichstellen. In diesem Zusammenhang verweist die Vo-
rinstanz auf einen Bericht des SRK vom 26. November 2012, S. 2.
4.3 Die Beschwerdeführerin weise im Qualifikationsbogen eine eineinhalb-
jährige berufliche Tätigkeit im Felix Platter-Spital Basel nach. Massgebend
für die Beurteilung der Gleichwertigkeit sei die im Reglement SRK ver-
langte Qualifikation über eine berufliche Tätigkeit im betreffenden Berufs-
feld in der Schweiz von mindestens sechs Monaten. Allein aus der im Qua-
lifikationsbogen für eine längere Zeitdauer als diese Mindestdauer beschei-
nigten beruflichen Tätigkeit lasse sich für die Beschwerdeführerin mit Blick
auf die Gleichwertigkeit der Berufspraxis mit dem vierten Ausbildungsjahr
in Bad Säckingen nichts ableiten.
Der Qualifikationsbogen bescheinige der Beschwerdeführerin zudem die
Zielerreichung bei den beruflichen Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen.
Er bescheinige keine besuchten und geprüften Ausbildungsteile. Die Be-
schwerdeführerin habe im Felix Platter-Spital Basel keine Ausbildung ge-
nossen und abgeschlossen, sondern berufliche Praxis erworben, welche
mittels Qualifikationsbogen beurteilt und letztlich als Anpassungslehrgang
für die Anerkennung ihres ausländischen Abschlusses anerkannt worden
sei. Die Beschwerdeführerin erfülle damit fachlich die Voraussetzungen für
eine selbständige Ausübung der reglementierten beruflichen Tätigkeit als
Physiotherapeutin. Tatsache bleibe, dass sich der Qualifikationsbogen von
Form und Inhalt her eher mit einem Arbeitszeugnis vergleichen lasse als
mit einem Ausbildungsabschluss.
Die Beschwerdeführerin habe die berufliche Tätigkeit im Felix Platter-Spital
Basel zudem nicht im Anschluss an den Zwischenentscheid des SRK vom
24. Februar 1999 (welcher für die Anerkennung des Ausbildungsabschlus-
ses sechs Monate Berufspraxis verlange) aufgenommen, sondern mehr
als ein Jahr früher. Die entsprechende Bescheinigung der Berufspraxis im
Qualifikationsbogen sei tatsächlich möglich gewesen, weil nicht eine struk-
turierte Ausbildung, sondern letztlich berufliche Tätigkeit Gegenstand der
Beurteilung gebildet habe.
4.4 Bei dieser Sachlage könne die im Qualifikationsbogen bescheinigte be-
rufliche Praxis nicht als gleichwertig mit der im vierten Ausbildungsjahr er-
worbenen Ausbildung gewertet werden.
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Seite 10
5.
5.1 Der erwähnte Bericht des SRK an das BBT vom 26. November 2012,
welcher der angefochtenen Verfügung beigelegt wurde und eine ihrer
Grundlagen bildet, hält zur Anerkennung des Diploms der Beschwerdefüh-
rerin durch das SRK Folgendes fest (Hervorhebungen wie im Original):
"Zwischenentscheid vom 24.02.1999
Das SRK hat im Rahmen der Anerkennung ausländischer Diplome und Aus-
weise die Beurteilung des ausländischen Abschlusses von Frau [Beschwerde-
führerin] nach SRK-Bestimmung vorgenommen und als Ausgleichsmass-
nahme einen Anpassungslehrgang / Qualifikationslehrgang im Umfang von
sechs Monaten oder das Ablegen einer Anerkennungsprüfung verlangt.
Absolvierung des Qualifikationslehrganges (6 Mte.)
Frau [Beschwerdeführerin] hat sich für den Anpassungslehrgang entschieden
und diesen erfolgreich absolviert (Qualifikationsbogen vom 01.07.1999 [recte:
21. Juni 1999], Felix Platter Spital, Basel).
Anerkennungsentscheid vom 26.7.1999
Das SRK hat die 3-jährige Ausbildung mit deutschem Abschluss als Physio-
therapeutin in Zusammenhang mit dem bestandenen Qualifikationslehrgang
nach den SRK-Bestimmungen anerkannt und Frau [Beschwerdeführerin] re-
gistriert als "Diplomierte Physiotherapeutin"."
5.2 Eigener Darstellung zufolge erhielt die Beschwerdeführerin nie einen
Entscheid des SRK, wonach sie die Wahl zwischen einem Anpassungs-
lehrgang und einer Anerkennungsprüfung gehabt hätte. Ihr Qualifikations-
bogen erstreckt sich auf den Zeitraum von September 1997 bis April 1999,
und ihre Registrierung als diplomierte Physiotherapeutin durch das SRK
datiert vom 26. Juli 1999. Sie kann sich daher nicht aufgrund eines Zwi-
schenentscheides des SRK vom 24. Februar 1999 für einen sechsmonati-
gen Anpassungs- oder Qualifikationslehrgang entschieden haben. So hielt
die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (S. 4) denn auch fest, die
Beschwerdeführerin habe die berufliche Tätigkeit im Felix Platter-Spital Ba-
sel nicht im Anschluss an den Zwischenentscheid des SRK vom 24. Feb-
ruar 1999 aufgenommen.
5.3 Wie die Beschwerdeführerin erklärt, verlangte das SRK von den Absol-
venten der Physiotherapieschule Bad Säckingen bis Ende der 1990er-
Jahre noch den Nachweis eines zusätzlichen Praxisjahres, anerkannte die
Abschlüsse ansonsten aber vorbehaltlos. Ihr Qualifikationsbogen vom 21.
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Seite 11
Juni 1999 bescheinigt eine praktische Tätigkeit von etwas mehr als einein-
halb Jahren (1. September 1997 bis April 1999) im Felix Platter-Spital in
Basel. Einen (bloss) sechsmonatigen Anpassungslehrgang absolvierte sie
demzufolge nicht.
6.
6.1 Gestützt auf die Verordnung der schweizerischen Sanitätsdirektoren-
konferenz (SDK) über die Anerkennung von ausländischen Ausbildungs-
abschlüssen vom 20. November 1997 stellte das SRK der Beschwerdefüh-
rerin am 26. Juli 1999 ihren Anerkennungsausweis aus. Laut diesem Do-
kument hatte das SRK die Ausbildung und die Berufskenntnisse der Aus-
weisinhaberin geprüft und sie als diplomierte Physiotherapeutin registriert.
6.2 Art. 3bis dieser am 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Verordnung regelt
den "Ausgleich wesentlicher Ausbildungsunterschiede". Abs. 1 bestimmt
Folgendes:
"Unterscheidet sich eine ausländische Ausbildung von der schweizerischen in
Sachgebieten, deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung für die Aus-
übung des Berufes in der Schweiz ist, kann nach Wahl des Antragstellers/der
Antragstellerin eine Eignungsprüfung oder ein Anpassungslehrgang absolviert
werden."
Art. 4bis regelt den Anpassungslehrgang wie folgt:
"Gegenstand des Anpassungslehrgangs ist eine Berufsausübung in der
Schweiz unter der Verantwortung qualifizierter Berufsangehöriger. Er kann mit
einer Zusatzausbildung kombiniert werden. In jedem Fall findet eine Bewer-
tung statt."
6.3 Technische Fragen und Einzelheiten zum Vollzug der Verordnung der
SDK enthält das Reglement des SRK über die Anerkennung von ausländi-
schen Ausbildungsabschlüssen vom 12. November 1997, welches am 1.
Januar 1998 in Kraft trat. Nach Art. 1 Abs. 2 dieses Reglements bezweckt
das Anerkennungsverfahren die Überprüfung der Kenntnisse und Fähig-
keiten der Antragstellerinnen im Vergleich zu der in der Schweiz vermittel-
ten Ausbildung. Unter Hinweis darauf wird im Qualifikationsbogen für dip-
lomierte Physiotherapeutinnen einleitend festgestellt, durch die Anerken-
nung bescheinige das SRK den Inhaberinnen eines ausländischen Ausbil-
dungsabschlusses, dass ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, verglichen mit
der in der Schweiz vermittelten Ausbildung, minimalen Anforderungen ge-
nügten. Bewertet wurden mit Hilfe des Qualifikationsbogens einerseits die
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Seite 12
fachliche, andererseits die soziale und persönliche Kompetenz, beide je-
weils nach den Kriterien "Ziel erreicht" oder "Ziel nicht erreicht".
7.
Im erwähnten Schreiben des SRK an das BBT vom 26. November 2012
wird unter anderem dargelegt, die erste Physiotherapieausbildung mit zu-
sätzlichem viertem Ausbildungsjahr nach SRK-Bestimmungen sei in den
Jahren 1995 bis 1999 angeboten worden. 1999 hätten erstmals Personen
mit dem entsprechenden Abschluss eine von der Physiotherapieschule
Bad Säckingen verliehene Urkunde erhalten, die vom Gesundheitsdepar-
tement des Kantons Aargau sowie vom SRK gegengezeichnet und mit der
Registriernummer versehen worden sei. Damit habe der Abschluss als
schweizerisch gegolten, wodurch sich eine Anerkennung erübrigt habe.
Das SRK habe nie rückwirkende Anerkennungen ausgesprochen.
Das zusätzliche vierte Ausbildungsjahr habe eine Vertiefung der Fähigkei-
ten im praktischen Bereich vermittelt. Während der Praktika hätten zusätz-
lich Befund- und Behandlungsbesprechungen stattgefunden. Die vorge-
schriebenen theoretischen Inhalte seien durch Dozenten vermittelt worden:
 Der Unterricht in koordiniertem Sanitätsdienst KSD und Rechtsfra-
gen sei von Beamten des Gesundheitsdepartementes des Kantons
Aargau, die für diesen Zweck freigestellt worden seien, übernom-
men worden.
 Berufsfragen seien von einem Vertreter des schweizerischen Phy-
siotherapeutenverbandes unterrichtet worden.
 Informationen betreffend das SRK seien von einem seiner Experten
vermittelt worden.
Zum Ende der Ausbildung im vierten Jahr hätten die Schüler nochmals ein
Repetitorium über die wichtigsten Behandlungstechniken, wie manuelle
Therapie, Cyriax, Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF), Mas-
sage und physikalische Behandlungsmethoden absolviert. Das begleitete
Praktikumsjahr habe in der Schweiz stattgefunden. Um die Kommunikation
zwischen Schule und Praktikumsort zu gewährleisten, seien die Prakti-
kumsleiter zweimal jährlich in die Schule eingeladen worden. Die Schule
habe ihrerseits zweimal jährlich die Schüler im Praktikum besucht.
Das Abschlussexamen im vierten Ausbildungsjahr habe gemäss
SRK-Richtlinien "mit allen Bereichen wie vorgegeben, gleich wie die Dip-
lomprüfungen aller anderen schweizerischen Physiotherapieschulen, mit
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dem Ziel, eine analoge, gleichwertige Behandlungskompetenz auszuwei-
sen, wie die anderen Schulabsolventen in der Schweiz", stattgefunden. Die
Diplomexamina hätten in der Schweiz unter Aufsicht eines SRK-Examens-
experten stattgefunden. Die Diplomprüfung (Abschlussexamen) habe Fol-
gendes umfasst.
 je eine Befundaufnahme und vollständige Behandlung an zwei Pa-
tienten aus den nachfolgenden Gebieten:
- Chirurgie, Rheumatologie oder Orthopädie
- innere Medizin oder Neurologie
 eine vollständig durchgeführte Anwendung aus dem Bereich der
physikalischen Behandlung an Patienten und im Anschluss daran
eine mündliche Prüfung.
8.
Ihr Rechtsbegehren, die Verfügung des SBFI vom 11. September 2013 sei
aufzuheben und es sei ihr der Fachhochschultitel "dipl. Physiotherapeutin
FH" zu erteilen, untermauert die Beschwerdeführerin mit folgender Argu-
mentation:
8.1 Die angefochtene Verfügung beruhe auf den Erwägungen im Schrei-
ben des SRK vom 26. November 2012, welches das SBFI im Hinblick auf
die vom Departement WBF gegen das Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts erhobene Beschwerde vom 30. November 2012 eingeholt habe. Der
vom SRK im fraglichen Schreiben – nach Eröffnung des Rückweisungsent-
scheids des Bundesverwaltungsgerichts – angestellte Vergleich der Aus-
bildungen der Beschwerdeführerin und der nachfolgenden Jahrgänge sei
einseitig und unvollständig. Die Ausbildungszeit der Beschwerdeführerin
bis zur Anerkennung durch das SRK habe gesamthaft sogar länger gedau-
ert als der ab 1995 angebotene Ausbildungsgang; dies entgegen dem vom
SRK im Schreiben vom 26. November 2012 wiederholten Vergleich, wo-
nach die Ausbildung der Beschwerdeführerin drei Jahre gedauert habe,
während dem ab 1995 angebotenen Kurs ein zusätzliches viertes Ausbil-
dungsjahr angeschlossen worden sei.
8.2 Obwohl das SRK bereits anlässlich der Anerkennung des Diploms der
Beschwerdeführerin im Jahr 1999 die Gleichwertigkeit der Ausbildungen
habe prüfen müssen, beschränke es sich im Schreiben vom 26. November
2012 darauf, nur die Prüfungsfächer bei der Ausbildung ab 1995 anzufüh-
ren, nicht jedoch die von der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Ab-
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schlussprüfung abgelegten Fächer. Durch die einseitige Darstellung ent-
stehe der falsche Eindruck, die Absolventinnen des 4. Ausbildungsjahres
hätten im Gegensatz zur Beschwerdeführerin in sämtlichen angeführten
Fächern eine Abschlussprüfung abgelegt, während sich bei korrekter und
vollständiger Erfassung beider Ausbildungsinhalte klar zeigen würde, dass
der Unterschied nur Kurse zu koordiniertem Sanitätsdienst, Fragen des
Berufsverbandes sowie Informationen des SRK betroffen habe. Dieser the-
oretische Zusatzstoff im Umfang von nur wenigen Stunden sei inhaltlich
marginal und vermöge keine Ungleichbehandlung der beiden Abschlüsse
zu rechtfertigen. Das gleiche gelte für das vom SRK erwähnte Repetitorium
vor der Diplomprüfung des 4. Ausbildungsjahres. Selbst wenn ein Repeti-
torium nach einem einjährigen Praktikum durchaus sinnvoll sein möge,
stelle es keinen, geschweige denn einen relevanten, Unterschied dar, der
bei der Prüfung der Gleichwertigkeit der Abschlüsse zu berücksichtigen
wäre, werde in einem Repetitorium doch kein Zusatzstoff vermittelt.
8.3 Auffallend sei ferner, wie das SRK im betreffenden Schreiben einerseits
explizit hervorhebe, dass die Beschwerdeführerin nach erfolgtem Ab-
schluss des Qualifikationslehrgangs keine Prüfung habe ablegen müssen,
andererseits mit keinem Wort erwähne, dass am Schluss des Qualifikati-
onslehrgangs eine detaillierte Beurteilung durch den Abteilungsleiter erfolgt
sei. Da die Qualifikation durch den Abteilungsleiter am Schluss des Prakti-
kums eine Wertung der tatsächlich erbrachten fachlichen Leistungen der
Beschwerdeführerin während mehrerer Monate beinhaltet habe, während
die Prüfungen am Schluss des Ausbildungslehrgangs ab 1995 eine Mo-
mentaufnahme darstellten, sei die Qualifikation entgegen der Auffassung
der Vorinstanz als mindestens gleichwertig anzusehen.
8.4 Ausserdem lasse das SRK im fraglichen Schreiben auch unerwähnt,
dass die schweizerischen Schüler der Physiotherapieschule Bad Säckin-
gen ihr Praktikumsjahr während des 3. Ausbildungsjahres obligatorisch in
der Schweiz hätten absolvieren müssen, was auffällig mit der wiederholten
Bemerkung kontrastiere, der Abschluss der Beschwerdeführerin sei – im
Gegensatz zu den Abschlüssen des Lehrganges 1995 bis 1999 – "auslän-
disch". Diese wertende Aussage in einem Bericht, den die Vorinstanz beim
SRK im Rahmen des vorliegenden Verfahrens eingeholt habe, stehe
schliesslich auch in krassem Widerspruch zu den Ausführungen in einem
Memo vom 7. Juli 1997, in welchem das SRK die von der Physiotherapie-
schule Bad Säckingen verliehenen Abschlüsse selber als "Schweizer Dip-
lome" bezeichnet habe.
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9.
9.1 Gemäss E. 4.9 des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts
B-6279/2011 vom 22. Oktober 2012 besitzt die Beschwerdeführerin kein
Diplom als "dipl. Physiotherapeutin" einer vom SRK anerkannten Schule.
9.2 Aus dem von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren vor
Bundesverwaltungsgericht eingereichten Memorandum des SRK vom
7. Juli 1997 mit dem Betreff "Kriterien für die Anerkennung im Ausland be-
nachbarter Schulprogramme" lässt sich bezüglich des hier zu beurteilen-
den Falles juristisch nichts Eindeutiges folgern. Unter der Überschrift "Mit-
teilung" wird in diesem Memorandum einleitend festgehalten, am prakti-
schen Beispiel der Physiotherapieschule Bad Säckingen könnten be-
stimmte Kriterien für die Anerkennung und Registrierung im Ausland erwor-
bener "Schweizer-Diplome" in Betracht gezogen werden. Zunächst einmal
steht der Ausdruck "Schweizer-Diplome" in Anführungs- und Schlusszei-
chen, was dagegen spricht, dass "schweizerische", d.h. vom SRK als sol-
che anerkannte Diplome gemeint waren. Wegen des Bindestrichs drängt
sich sogar eher der Eindruck auf, es sei von (ausländischen) Diplomen
schweizerischer Staatsangehöriger die Rede. Abgesehen davon scheint
es sich um ein internes Papier des SRK zu handeln. Nirgends wird ersicht-
lich, ob es überhaupt auf rechtlichen Überlegungen fusst. Erwähnt werden
weder die Funktion des Verfassers, noch der zugrundeliegende Auftrag o-
der der Kontext, in welchem das Memorandum erstellt wurde. Ausserdem
ergäbe es keinen Sinn, Kriterien für eine Anerkennung vorzuschlagen,
wenn die betreffenden ausländischen Schulen bzw. deren Ausbildungspro-
gramme hier von vornherein als anerkannt gälten.
9.3 Was die Darlegungen der Beschwerdeführerin zu den Umständen ihres
Besuchs des Nachdiplomkurses an der Berner Fachhochschule anbelangt,
ist auf E. 5 des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts B-6279/2011 vom
22. Oktober 2012 zu verweisen. In dessen E. 5.5 wird zusammenfassend
festgehalten, dass die Voraussetzungen für eine vom materiellen Recht
abweichende Behandlung der Beschwerdeführerin gestützt auf den verfas-
sungsmässigen Vertrauensschutz nicht erfüllt sind. Anlässlich des vorlie-
genden Beschwerdeverfahrens B-5833/2013 wurde nichts vorgebracht,
was diese Beurteilung umstossen könnte.
9.4 Durch den Qualifikationsbogen werden der Beschwerdeführerin mit
Blick auf die Anerkennung ihres Diploms hinreichende berufspraktische
Kenntnisse und Fähigkeiten attestiert, sowohl bezüglich ihrer fachlichen als
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auch ihrer sozialen und persönlichen Kompetenz. Unter dem Titel "fachli-
che Kompetenz" wird ihr im Sinne der Zielerreichung namentlich beschei-
nigt, dass sie in den Bereichen Chirurgie / Orthopädie, Neurochirurgie /
Neurologie und Geriatrie Bewegungstherapien sowie physikalische Be-
handlungen ausführte. Nicht angekreuzt wurden dort die Bereiche innere
Medizin und Rheumatologie.
Festgestellt wird dabei grundsätzlich nur, aber immerhin, dass die Be-
schwerdeführerin die Mindestanforderungen erfüllt. Eine skalenmässig ab-
gestufte Benotung ihres beruflichen Könnens aufgrund einer Prüfung bein-
haltet der Qualifikationsbogen hingegen nicht. Wie die Vorinstanz zutref-
fend bemerkt, lässt sich dieser eher mit einem Arbeitszeugnis als mit einem
Ausbildungsabschluss vergleichen. Einen eigentlichen (wenn auch praxis-
orientierten) Lehrgang mit theoretischen, durch Fachdozenten vermittelten
Modulen und einer Abschlussprüfung absolvierte die Beschwerdeführerin
im Kontext ihrer Tätigkeit am Felix Platter-Spital nicht. Ihr dortiges Prakti-
kum unterscheidet sich aber nicht nur strukturell, sondern auch inhaltlich
vom vierten Ausbildungsjahr an der Physiotherapieschule Bad Säckingen,
was das SRK in seinem Bericht vom 26. November 2012 und die Vo-
rinstanz in der angefochtenen Verfügung näher erläutert haben (siehe dazu
oben E. 6 und 8). Nach Meinung der Beschwerdeführerin handelt es sich
hierbei um marginalen theoretischen Zusatzstoff betreffend den koordinier-
ten Sanitätsdienst, Fragen des Berufsverbandes und Informationen über
das SRK. Ebenso hält sie das Repetitorium vor der Diplomprüfung des
vierten Ausbildungsjahres der Physiotherapieschule Bad Säckingen nicht
für einen relevanten Unterschied. Gegenteilig lautet die Einschätzung der
Vorinstanz, welche Rechtsfragen als weiteren im vierten Ausbildungsjahr
der Physiotherapieschule vermittelten Bildungsinhalt erwähnt und auf die
während dieser Zeit durchgeführten Befund- und Behandlungsbespre-
chungen, das Repetitorium über die wichtigsten Behandlungstechniken so-
wie die von ihr als umfassend bezeichnete Diplomprüfung verweist.
9.5 Das Bundesverwaltungsgericht sieht besonders in dem durch Dozen-
ten vermittelten theoretischen Zusatzstoff, im Repetitorium sowie in der un-
ter Aufsicht eines SRK-Examensexperten in der Schweiz abgehaltenen
Diplomprüfung des vierten Ausbildungsjahres der Physiotherapieschule
Bad Säckingen nennenswerte sachliche Unterschiede zum Praktikum der
Beschwerdeführerin am Felix Platter-Spital. Ob der Zusatzstoff und das
Repetitorium, wie die Beschwerdeführerin meint, inhaltlich effektiv als mar-
ginal taxiert werden müssen, vermag letztlich nur ein Fachgremium, na-
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mentlich das SRK, abzuschätzen. Ihm kommt ein gewisser Beurteilungs-
spielraum zu, den es zu respektieren gilt (vgl. Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts B-3170/2011 vom 22. Oktober 2012 E. 2.4 und B-6954/2011
vom 12. Juli 2012 E. 4.1), soweit keine Anhaltspunkte für eine fehlerhafte
Ermessensausübung bestehen. Solche sind hier jedoch nicht ersichtlich.
Insofern erscheint das Schreiben des SRK an das BBT vom 26. November
2012 nicht als mangelhaft.
9.6 Aufgrund ihres zwecks Diplomanerkennung in der Schweiz absolvier-
ten Praktikumsjahres hat die Beschwerdeführerin sodann keinen ergän-
zenden, (auch) schweizerischerseits hoheitlich verliehenen Ausbildungs-
ausweis erhalten, der mit dem nach vierjähriger Ausbildung an der Physio-
therapieschule Bad Säckingen ausgestellten, in der Schweiz gegenge-
zeichneten Diplom vergleichbar wäre. Ihr hiesiges Praktikum nach der Dip-
lomierung in Bad Säckingen wies keinen Konnex zur Schule, an welcher
sie ihr Diplom erworben hatte und deren Ausbildungsprogramm später
durch das SRK anerkannt wurde, auf.
9.7 Als einen von zwei wesentlichen Unterschieden nennt die angefoch-
tene Verfügung denjenigen zwischen dem Qualifikationsbogen der Be-
schwerdeführerin und der Diplomprüfung der Absolventen des vierten Aus-
bildungsjahres an der Physiotherapieschule Bad Säckingen. Die Be-
schwerdeführerin wirft die Frage auf, wie das SRK und mit ihm das BBT /
SBFI die Gleichwertigkeit der beiden Abschlüsse beurteilt hätte, wenn sie
eine Anerkennungsprüfung abgelegt hätte, anstatt das Praktikum im Fe-
lix Platter-Spital zu absolvieren. Erscheint diese Frage auch hypothetisch,
so ist doch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einem sol-
chen Fall keine mit derjenigen der Absolventen des vierten Ausbildungs-
jahres an der Physiotherapieschule Bad Säckingen vergleichbare Zusatz-
ausbildung, bestehend aus praktischen und theoretischen Modulen, ge-
nossen hätte.
10.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass keine ausreichende Grund-
lage besteht, um die Beschwerdeführerin im Hinblick auf den nachträgli-
chen Erwerb des Fachhochschultitels gleich wie die Absolventen des vier-
ten Ausbildungsjahres der Physiotherapieschule Bad Säckingen zu behan-
deln. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
11.
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11.1 Die Verfahrenskosten sind den Parteien nach Massgabe ihres Unter-
liegens aufzuerlegen (Art. 63 VwVG; Art. 1 ff. des Reglementes über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21.
Februar 2008, VGKE, SR 173.320.2). Keine Verfahrenskosten werden Vo-
rinstanzen auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Da die Beschwerdeführerin
vollumfänglich unterliegt, sind ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr.
500.– aufzuerlegen.
11.2 Eine Parteientschädigung ist der unterliegenden Beschwerdeführerin
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Ebensowenig hat die Vo-
rinstanz Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).