Decision ID: 91e5a969-0520-4fe0-83ec-79a06d54cab5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, arbeitete ab
1.
April 1987 als Hausange
stellte im
Y._
und war im Rahmen dieses
Anstellungs
verhältnisses
bei der Unfallversicherung Stadt Zürich (UVZ; vormals
V
ersiche
rungskasse
der Stadt Zürich
, Unfallversicherung
)
für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
Am 2
1.
August 1988
war
X._
in
Z._
zusammen mit ihren Eltern als Mitfahrerin von einem Verkehrsunfall betroffen, bei dem ein entge
genkommende
r Personenwagen frontal in
den vom Vater gelenkten
Wagen prallte und weitere Fahrzeuge
in die Unfallwagen f
uhren. D
ie
Lenkerin des
kol
lisionsverursachende
n
Fahrzeugs verstarb
noch auf der Unfallstelle
,
deren mit
fahrender Ehemann
wurde schwer verletzt und verstarb kurz darauf ebenfalls (vgl. die Unfallprotokolle in
Urk.
10/G1a+b).
Die Versicherte
und ihr Vater
wur
de
n
in das nächste
Spital
gebracht (vgl.
Urk.
10
/
G1a S. 5)
;
der Vater starb dort Anfang S
eptember 1988
an einer Lungenembolie
(
Schreiben von Rechtsanwalt
Dr.
Robert
Geisseler
vom
5.
Dezember 1988, 10/G4
; Brief von Dr.
med. A._
vom 2
4.
Mai 1989,
Urk.
10/M8
).
Die Versicherte erlitt eine Kontusion
d
es linken Unterschenkels mit Distorsion des
oberen Sprunggelenks (Arztzeugnisse UVG von
Dr.
A._
vom 1
0.
und vom 1
5.
Oktober 1988,
Urk.
10/M1 und
Urk.
10/M2). Sie nahm nach der Rück
kehr in die Schweiz ihre Arbeit im
Y._
zunächst nach Massgabe der attestierten Arbeitsunfähigkeit
(Bescheinigungen
der
B._
in
Urk.
10/M4
-7 sowie in
Urk.
10/G3 und Urk.
10/G10)
teil
zeitlich
wieder auf
, die Beschwerden hielten jedoch an
(Bericht
e
der Klinik
B._
vom 2
0.
Januar
und vom 1
2.
Juli
1989
,
Urk.
10
/M3
und
Urk.
10/M10
)
.
Im Mai 1990 wurde die Versicherte
Mutter einer Tochter (vgl. Urk.
17/4/2).
Nach einer Begutachtung durch
Dr. med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen
,
im Auftrag der UVZ
(Gutachten vom 22.
August 1989,
Urk.
10
/M19
sowie
Urk.
10/M18) wurde die Versicherte per Mitte September 1990 im Umfang von 25
%
tei
lpensioniert (Beschluss vom 29.
August 1990,
Urk.
10/G20)
.
Sodann erfolgte gestützt auf das Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, vom 1
0.
Juli 1991 zuhanden der UVZ (
Urk.
10/M28
sowie
Urk.
10/M29
; vgl. auch den Bericht der Klinik
B._
vom
2.
November 1990,
Urk.
10/M23)
per Mitte September 19
91 die Zusprechung einer
Invalidenpension
aufgrund einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf
. Da die UVZ gleichzeitig Taggelder zu einem höheren Betrag ausrichtete, resultierten daraus einstweilen keine Leistungen (
Beschluss vom 23.
Januar 1992,
Urk.
10/G31).
1.2
Im Februar 1991 hatte
sich
die Versicherte auch bei der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
17/4).
Das IV-Sekretariat und ab 1995 die
Sozialver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, liessen die Gutachten von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, vom 1
0.
Januar 1994
(
Urk.
10
/M37)
,
von
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitatio
n, speziell Rheumaerkrankungen,
v
om 1
5.
November 1994
(
Urk.
10/M39) und von
Dr.
med.
G._
, Psychiatrie u
nd Psychotherapie,
vom 1
1.
Januar 1995
(
Urk.
9/M40) erstellen. Mit den Verfügungen
vom 31.
Juli
/
7.
August
1995
ge
währte die IV-Stelle
der Versicherten mit Wirkung
ab
dem
1.
Februar 1990 eine Rente
aufgrund eines
Invaliditätsgrad
es
von 70
%
(
Urk.
17/
11-14
).
1.3
Die UVZ
korrespondierte nach Kenntnisnahme dieser Verfügungen mit dem Rechtsvertreter der Versicherten über die Festlegung einer Komplementärrente und traf hierzu weitere Abklärungen (vgl.
Urk.
10/G50-G82). Im Zuge dieser Abklärungen zog sie auch die medizinisc
hen Gutachten der IV-Stelle bei.
Schliesslich liess
die UVZ,
nachdem sie Ende 1991/Anfang 1992 durch
Dr.
med. H._
, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie, die Frage einer Operation des linken oberen Sprunggelenks hatte beur
teilen lassen (vgl. Urk. 10/M31
M34),
das orthopädische
Gutachten
der Klinik B
._
vom 23.
Juni 1998
(
Urk.
10
/M41
; Auftrag vom 1
7.
November 1997,
Urk.
10/G102
) und
das Gutachten der
I._
vom 1
4.
Juli 1998 erstellen
(
Urk.
10
/M42
; Auftrag vom 1
7.
November 1997,
Urk.
10/G103
).
Die Versicherte war im Januar 1997 erneut Mutter geworden (vgl.
Urk.
17/17).
Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs (S
chreiben vom 2
1.
September 1998
,
Urk.
10/G124; Stellungnahme der Versicherten vom 2
0.
November 1998,
Urk.
10
/
G
125)
stellte die UVZ mit Verfügung vom 1
7.
Dezember 1998 die
Tag
geldleistungen
per Ende Jahr ein und verneinte den Anspruch auf
eine Invali
denrente und
eine
Integ
ritätsentschädigung. Zur Begründung führte sie an, die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule und die psychischen Störungen seien nicht unfallkausal und die unfallkausale Symptomatik am linken oberen Sprunggelenk schränke die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich ein und beeinträchtige die Integrität nicht
(
Urk.
10
/
G
126).
Mit
Einspracheent
scheid
vom 1
2.
Januar 2000
bestätigte die UVZ die
Verfügung (
Urk.
10
/
G
131).
Nachdem das Sozia
lversicherungsgericht des Kantons Zürich
im
Beschwerde
verfahren
diesen
Einspracheentscheid
mit Urteil vom 3
0.
Mai 2000
aufgehoben und die Sache
an die UVZ
zur
Eröffnung der Verfügung
vom 17.
Dezember 1998
an die mitbetroffene Krankenkasse
zurückgewiesen hatte (
Urk.
9 des Pro
zesses Nr.
UV.2000.00070)
, bestätigte die UVZ die
Verfügung mit dem neuen
Einspracheentscheid
vom
2
3.
Oktober 2000
abermals
(
Urk.
10
/
G
137).
Auf die
erneute Beschwerde der Versicherten hin gelangte das
Sozialversicherungsge
richt
mit Urteil vom 2
8.
September 2001 zum Schluss, der natürliche und adä
quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem psychischen Beschwerdebild sei gegeben und von einer psychotherapeutischen Behandlung sei eine namhafte Besserung zu erwarten. Dementsprechend hob das Gericht den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Oktober 2000 auf und wies die Sache
zur Erbringung weiterer Taggelder und zur Übernahme der Heilbehandlung sowie zum anschliessenden neuen Entscheid über den Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung an die UVZ zurück (
Urk.
25 des Prozesses Nr. UV.2000.00220). Die UVZ zog diesen Entscheid an das Bundesgericht weiter; dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom
9.
April 2002 ab (
Urk.
10/G155).
1.4
Die UVZ führte daraufhin im August 2002 mit dem Rechtsvertreter der Ver
sicherten eine Besprechung im Hinblick auf einen einvernehmlichen
Fallab
schluss
(
Urk.
10/G151)
und
holte mit
den
Schreiben vom 2
4.
Februar 2003 (
Urk.
10/G157)
und vom 2
4.
Juni 2003 (
Urk.
10/M44) die Angaben von
Dr.
A._
vom 2
5.
März 2003
und vom
8.
Juli 2003 ein (
Urk.
10/M43 und
Urk.
10/M45). Anschliessend
unterbreitete
sie
dem Rechtsvertreter
der Versi
cherten
am
1.
Oktober 2003 einen Vergleichsvorschlag (
Urk.
10/G160). Auf
grund der Stellungnahme vom 2
5.
November 2003 (
Urk.
10/G164; vgl. auch die Notiz der UVZ über die Besprech
ung vom 2
1.
November 2003, Urk.
10/G162) machte die UVZ am
8.
April 2004 einen weiteren Lösungsvorschlag (
Urk.
10/G168).
Mit Verfügung vom 2
1.
Juni 2004 bezog sich die UZV auf ein Schreiben
vom 1
1.
Juni 2004, womit sich der
Rechtsvertreter
der Versicherten nach Rückspra
che mit seiner Mandantin als einverstanden mit dem Vorschlag
vom 8. April 2004
erklärt habe, und sprach der Ve
rsicherte
n
mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2004 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 100
%
in Form einer Komplementärrente zur Rente der Invalidenv
ersicherung in der Höhe von Fr.
117.-- pro Monat sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 30
%
zu. Ausserdem legte sie für die Zeit von August 1995 bis Ende 2003 den Taggeldanspruch fest (
Urk.
10/G169). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.5
Die
IV-Stelle hatte im Jahr 2002
verloren gegangene Akten teilweise wiederher
gestellt und namentlich Kopien der G
utachten von
Dr.
F._
und Dr.
G._
der Jahre 1994 und 1995 sowie der
medizinischen Unterlagen der UVZ aus den Jahren 1990 und 1991
beschafft (vgl.
Urk.
17/15 und
Urk. 17/23
25). Sodann hatte sie im Revisionsv
erfahren mit Mitteilung vom 29.
April 2002 den Anspruch auf die bisherige ganze Rente
bestätigt (Urk.
17/28; Verlaufsbericht
von
Dr.
A._
vom 1
1.
April 2002,
Urk.
17/27). Weitere Bestätigungen
des unveränderten Rentena
nspruchs folgten mit Mitteilung vom 2
9.
Juni 2005 (
Urk.
17/40; Verlaufsbericht von
Dr.
A._
vom
4.
Juni 2005,
Urk.
17/38
/1-4
) und mit Mitte
ilung vom 2
5.
August 2008 (Urk.
17
/49; Verlaufs
bericht von
Dr.
A._
vom 1
5.
August 2008,
Urk.
17/47).
Im September 2012 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren in die We
ge (
Angaben im Fragebogen vom 2
4.
September 2012,
Urk.
17/60). Sie liess hierzu den Verlaufsbericht von
Dr.
A._
vom
8.
Dezember 2012 erstellen (
Urk.
17/64) und liess die Versicherte
anschliessend durch
Dr.
med. J._
, Spezialarzt für Rheumatologie, und
Dr.
med. K._
, Spezialarzt für Psychia
trie und Psychotherapie,
bidisziplinär
begutachten (rheumatologisches und psychiatrisches Teilgutachten
sowie Gesamtbeurteilung je vom 2
8.
Mai 2013,
Urk.
10/M46/4/20-40,
Urk.
10/M46/4/1-17 und
Urk.
10/M46/4/41-42).
An
schlies
send führte sie mit der Versicherten am 2
1.
August 2013 ein Gespräch zur beruflichen Standortbestimmung und bot ihr weite
rführende Abklärungen des
Eingliederungsp
otential
s und berufliche Massnahmen an (
Urk.
17/74
).
Mit Vorbescheid vom
2.
September 2013
eröffnete
die IV-Stelle der Versicher
ten, dass ihr Invalidi
tätsgrad nur noch 20
%
betrage und sie deshalb die Rente aufzuheben gedenke. Gleichzeitig hielt die IV-Stelle fest, die Versicherte könne
wegen des langjährigen Rentenbezugs nicht ohne Weiteres auf den Weg der Selbstein
gliederung verwiesen werden. Auch wenn sie sich anlässlich des Gesprächs vom August 2013
zu
berufliche
n
Massnahmen nicht in der Lage gesehen habe, s
ei die Durchführung einer
Potential
abklärung dennoch vorgese
hen und die Versicherte habe bis zum Erlass der beschwerdefähigen Verfügung Zeit, sich dafür zu melden
. Schlie
s
slich wies die IV-Stelle die Versicherte darauf hin, dass sie sich aufgrund ihrer Schadenminderungspflicht einer psychiatrisch-psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung zu unterziehen habe
(
Urk.
10/G196 =
Urk.
17/79). Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, liess am
3.
Oktober 2013 Einwendungen zum Vorbescheid vorbringen und namentlich die Tauglichkeit des Gutachtens von
Dr.
J._
und
Dr.
K._
bezweifeln und die Errechnung eines Invaliditätsgrades von 20
%
beanstanden (
Urk.
17/87). Ausserdem liess sie einen Kommentar von
Dr.
med.
L._
, Spezial
arzt für Psychotherapie, vom 4.
Oktober 2013 zum Gutach
t
en von
Dr.
J._
und
Dr.
K._
nachreichen (
Urk.
17/91).
1.6
Die UVZ hatte seit dem Erlass der Verfügung vom 2
1.
Juni 2004 keine
Renten
revisionen
mit Abklärung des medizinischen Sachverhalts vorgenommen, son
dern hatte sich darauf beschränkt, die Komplementärrente den geänderten
Berechnungen der Rente der Invalidenversicherung (Kinderrente, Plafonierung) anzupassen (
Urk.
10/G
180-G194).
Im Jahr 2013 zog die UVZ das
Gutachten von
Dr.
J._
und
Dr.
K._
vom 2
8.
Mai 2013 bei und erhielt Kenntnis des Vorbescheids vom
2.
September 201
3.
Mit Verfügung vom 3
1.
Oktober 2013 setzte sie daraufhin die bisherige, aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
ausgerichtete Rente
per
1.
Juni 2013
auf eine Rente aufgrund
eines Invaliditätsgrades von 26
%
herab (Urk.
10/G198).
Die Versicherte, auch hier vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, liess mit E
i
ngabe vom 2
9.
November 2013
Einsprache erheben und den Antrag auf Aufhebung der Verfügung stellen sowie um Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Entscheid der IV-Stelle ersuchen
(Urk.
10/G199).
Mit Entscheid vom
8.
Januar 2014 wies die UVZ die Einsprache
und den Sistierungsantrag
ab (
Urk.
2 =
Urk.
10/G201).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2014 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Markus Bischoff mit Eingabe vom
6.
Februar 2014 Beschwerde erheben und d
ie A
ufhebung
des Entscheids
beantragen (
Urk.
1). Als neues Beweismittel liess sie einen Bericht der Klinik
B._
vom 1
3.
Januar 2014
zuhanden von
Dr.
A._
einreichen (
Urk.
3).
Die UVZ schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
2.
März 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7) und vervollständigte auf die gerichtliche Auff
orderung hin mit Eingabe vom 5.
Mai 2014 (
Urk.
14) die Akten (
Urk.
10/G0-G205 und
Urk.
10/M1-M46). Mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2014 (
Urk.
15) zog das Gericht die Akten der Invali
denversicherung bei (
Urk.
17/1-97). In der Replik vom 1
1.
Jun
i 2014 (Urk.
20) und in der Duplik vom 2
3.
Juni 2014 (
Urk.
22) hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest.
Mit Verfügung vom
2.
September 2015 (
Urk.
25) zog das Gericht die neu hinzu
gekommenen Akten der Invalidenversicherung bei (
Urk.
27/1-26).
Die IV-Stelle hatte unterdessen
bei der
M._
die vorgesehene
Potential
abklärung
in Form einer einmonatigen Erprobung der Leistungsfähigkeit
durchführen lassen (
Zielvereinbarung vom Oktober 2014,
Urk.
27/13;
Bericht vom 1.
Dezember 2014
über die Abklärung vom
3.
bis zum 2
8.
November 2014
, Urk.
27/16) und hatte anschliessend mit Verfügung vom
8.
Dezember 2014 den Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen verneint, da solche aufgrund des Gesundheitszustands nicht möglich seien (
Urk.
27/18). Des Weiteren hatte die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
L._
vom 2
1.
Januar
2015
(
irrtümlich 1995
) eingeholt (
Urk.
27/22)
. Über die angekündigte Rentenaufhebung hatte sie
bis Anfang September 2015
noch nicht entschieden (vgl. die Telefonnotiz des
Gerichts vom
2.
September 2015,
Urk.
24). M
it den Eingaben vom 21.
September 2015 (UVZ;
Urk.
30) und vom
1.
Oktober 2015 (Versicherte; Urk.
31) nahmen die Parteien die ihnen eingeräumte Gelegenheit zur Stellung
nahme zu den neuen Akten der Invalidenversicherung wahr.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat eine versicherte Person, die infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % in
valid ist, Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
che
rungsrechts
[ATSG]). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidit
ät und nach Durchführung der me
dizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
ge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Er
werbs
einkommen
,
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Die Invalidenrente beträgt
nach
Art.
20
Abs.
1 UVG bei Vollinvalidität 80
%
des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt
. Hat die v
ersicherte
Person
Anspruch auf eine Rente der IV oder
der AHV, so wird ihr nach
Art.
20
Abs.
2 Satz 1 UVG eine Komplementärrente gewährt, die der Differenz zwischen 90
%
des versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder der AHV
entspricht,
höchstens aber dem für Voll- oder Teilinvalidität vorgese
henen Betrag.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben.
Wird eine Rente der Invalidenversicherung als Folge der Revision geändert, so erfolgt nach
Art.
34
Abs.
1 der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) auch eine Revision der Rente oder Komplementärrente der Unfallversicherung.
1.3
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verhältnisse). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG, dass der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
Dort, wo das Gericht bei der Überprüfung einer Revisionsverfügung feststellt, dass zwar die Voraussetzungen für eine Revision zu verneinen sind, dass hinge
gen die Wiedererwägungsvoraussetzungen gegeben sind, kann es die
rentenher
absetzende
oder -aufhebende Verfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 100%ige Invaliden
rente, die sie der Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom 2
1.
Juni 2004 für die Zeit ab dem 1. Januar 2004 zugesprochen hatte (
Urk.
10/G169), per
1.
Juni 2013
zu Recht auf
eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 2
6
% her
abgesetzt hat.
Die Rechtmässigkeit der Rentenherabsetzung hängt nach den vorstehenden recht
lichen Erwägungen davon ab, dass entweder eine Änderung im Sachver
halt nachgewiesen ist oder dass die zweifellose Unrichtigkeit
der
Verfügung
vom 2
1.
Juni 2004
ein Zurückkommen auf die ursprüngliche
Zusprechung einer 100%igen Rente
rechtfertigen
.
Massgebende Vergleichsbasis für die Frage nach einer
wesentlichen
Sachver
halts
ä
nderung
ist die ursprüngliche Verfügung vom 2
1.
Juni 2004, denn die Beschwerdegegnerin
hatte vor
dem Erlass
der Revisionsverfügung vom 31.
Oktober 2013 (
Urk.
10/G198)
noch keine Revision mit materieller Prüfung des Rentenanspruchs durchgeführt (Sachverhalt Ziffer 1.6; vgl.
BGE 133 V 108
).
2.2
2.2.1
Die Beschwerdegegnerin
nahm im Revisionsverfahren des Jahres 2013 keine eigenen Abklärungen vor, sondern
leitete die massgebliche, eine
Rentenherab
setzung
rechtfertigende Veränd
erung aus dem Gutachten von Dr.
J._
und
Dr.
K._
vom 2
8.
Mai 20
13 zuhanden der IV-Stelle (Urk.
10/M46
/4
) und aus dem Vorbescheid der IV-Stelle vom
2.
Se
ptember 2013 (
Urk.
10/G196) ab.
Der Unfallversicherer ist rechtsprechungsgemäss nicht gebunden an
die
Invali
di
tätsschätzung
der Invalidenversiche
rung (BGE 133 V 549 E. 6.2,
131 V 362
E.
2.2.1). Vielmehr haben die
IV-Stellen und die Unfallversicherer die
Invalidi
tätsbemessung
selbständig vorzunehmen
und dürfen sich nicht ohne
eigene Prüfung mit der Übernahme des Invaliditätsgrades
des jeweils anderen Versi
cherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1 mit Hinweis)
. Dementsprechend
ist
auch
aus dem G
ebot in
Art.
34 UVV, bei einer Änderung der Rente der Invali
denversicherung
ebenfalls
eine Revision der Rente der Unfallversicherung vor
zunehmen, keine Berechtigung oder gar Verpflichtung des Unfallversicherers
abzuleiten
, den Invaliditätsgrad der
IV-Stelle
unbesehen zu übernehmen. Ins
besondere kann eine solche Übernahme dort nicht statthaft sein, wo der
Invali
di
tätsbemessung
der Invalidenversicherung nicht nur Unfallfolgen, sondern auch unfallfremde Faktoren zugrunde liegen (
vgl.
BGE 133 V 549 E.
6.2).
Ein Koordinationserfordernis besteht aber immerhin insofern, als die IV-Stelle und der Unfallversicherer im Bestreben, bei gleichem Gesundheitsschaden
zu einer übereinstimmenden Invaliditätsbemessung zu gelangen
und
Doppelspu
rig
keiten
in der medizinischen Abklärung zu vermeiden,
in geeigneter Form zusam
menzuwirken haben. Deshalb ist grundsätzlich nicht zu beanstanden,
son
dern vielmehr gerechtfertigt,
dass die Beschwerdegegnerin das Gutachten, das die IV-Stelle
in ihrem Revisionsverfahren
bei
Dr.
J._
und Dr.
K._
in Auftrag gegebenen hatte,
zur Verwendung im eigenen Revisionsverfahren bei
zog
.
2.2.2
Bei der
ursprünglichen Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin standen neben den Unfallfolgen auch Lumbalgien zur Diskussion, die das
Sozi
alversicherungsgericht
im Urteil vom 2
8.
September 2001 und das Bundesge
richt im Urteil vom
9.
April 2002 unter Bezugnahme auf das orthopädische Gutachten der Klinik
B._
vo
m 2
3.
Juni 1998 (
Urk.
10/M41 S.
9 ff.) als unfallfremd beurteilten (
Urk.
2
5 S. 10 E. 4b des Prozesses Nr.
UV.2000.00220,
Urk.
10/G155
S. 7 f. E. 2d).
Die Schmerzen, über welche die Beschwerdegegnerin zur Zeit der Begutachtung in der Klinik
B._
im Jahr 1998 klagte, waren jedoch schon damals nicht nur
von den unfallbedingten Fussbeschwerden (vgl.
Urk.
10/M41 S. 9 und S. 11) und vom
unfallfremden
organischen
Befund einer
Spondylolisthese
auf der
Höhe L5/S1 (vgl.
Urk.
10/M41 S.
8 und S. 9) bestimmt. Vielmehr
nannten
die Gutachter der
I._
im
Gut
achten vom 1
4.
Juli 1998 anhaltende Schmerzen, die sich über die gesamte Wirbelsäule und den Kopf ausgebreitet hätten und durch körperliche Befunde nicht ausreichend hätten erklärt werden können, und stellten deshalb die psy
chiatrische Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (Code F45.4 der
Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltge
sundheitsorganisation, ICD-10
;
Urk.
10/M42 S.
8 f.
).
Diese psychisch bedingte Schmerzstörung wurde vom Sozialversicherungsgericht im Urteil vom 2
8.
September 2001 und vom Bundesgericht im Urteil vom
9.
April
als adäquat unfallkausal beurteilt
(
Urk.
25 S. 10 ff. E
. 4c und E. 5 des Prozesses Nr.
UV.2000.00220,
Urk.
10/G155 S. 8 ff. E. 3-5)
, zusammen mit der weiteren psy
chiatrischen Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 Code F43.1), die in eine dauernde
Persönlichkeitsveränderung (ICD-10 Code F62
.0
) im Sinne einer depressiven Entwicklung übergegangen sei (
Urk.
10/M42 S. 8
f.
)
.
Der bisherigen
Rente der Invalidenversicherung
lagen damit in einem wesentli
chen Mass als unfallkausal beurteilte Beeinträchtigungen zugrunde, und die medizinischen Beurteilungen im Revisionsverfahren der
IV-Stelle
sind daher grundsätzlich
auch für das Revisionsverfahren der Beschwerdegegnerin
von Bedeutung.
2.
3
2.3.1
Aus den nachfolgenden Gründen reicht das
Gutachten von
Dr.
J._
und Dr.
K._
vom 2
8.
Mai 2013
indessen nicht aus, um eine gesundheitliche Veränderung
seit dem Erlass der Rentenverfügung vom 2
1.
Juni 2004
rechts
genüglich
nachzuweisen.
2.3.2
Vorab fällt auf
, dass
Dr.
J._
und
Dr.
K._
nicht vollständig dokumentiert waren.
So ha
tte die IV-Stelle im Jahr 2002 festgestellt, dass ihre Akten zu einem grossen Teil verloren gegangen waren. Sie hatte sich zwar um deren Wieder
herstellung bemüht und
auf diese Weise insbesondere das Gutachten von
Dr.
F._
vom 1
5.
November 1994 (
Urk.
10/M39 =
Urk.
17/23/2-7) und das Gutachten von
Dr.
G._
vom 1
1.
Januar 1995 (
Urk.
10/M40 =
Urk.
17/15) wieder erhalten.
An
Unfallakten hatte sie jedoch lediglich
medizinische Unterla
gen der Jahre 1990 und 1991 beschafft,
hauptsächlich
bestehend aus dem Gut
a
chten von
Dr.
C._
vom 2
2.
Aug
ust 1989, dem Gutachten von Dr.
D._
vom 1
0.
Juli 1991 und
zwei Berichten der Klinik
B._
sowie einem Bericht
von
Dr.
A._
(
Urk.
17/24). Auch später, im
Vorfeld der Erteilung des
Gut
achtensauftrags
an
Dr.
J._
und
Dr.
K._
im Jahr 2013, unterliess es die IV-
Stelle,
die
medizinischen und administrativen
Akten der Beschwerdegegnerin be
izuziehen.
Dr.
J._
und
Dr.
K._
hatten deshalb keine
vollständige
und unmittelbare
Kenntnis
des
Verlaufs seit dem Unfall vom 2
1.
August 1988
, sondern mussten
sich teilweise darauf beschränk
en, diesen
Verlauf
mittelbar aufgrund von Zusammenfassungen in den ihnen vorgelegten Unterlagen zu rekonstruieren.
Insbesondere aber verfügten
Dr.
J._
und
Dr.
K._
, wie die Beschwerde
führerin zutreffend bemerken liess (vgl.
Urk.
20 S. 2 f.), nicht über
die
Gutach
ten der Klinik
B._
vom 2
3.
Juni 1998
und der
I._
vom 1
4.
Juli 1998 (
Urk.
10/M41
und
Urk.
10/M42)
, auf die das Sozialversicherungsgericht und das Bundesgericht in den Jahren 2001 und 2002
massgeblich abgestellt hatte
n
.
2.3.3
D
er rheumatologische Gutachter
Dr.
J._
enthielt sich denn auch
einer Aussage
zu
r Frage der
Veränderung des körperlichen
Zustandsbilds seit dem mass
gebenden Vergleichsjahr 200
4.
Vielmehr hielt er - in Unkenntnis des Gutach
tens der Klinik
B._
vom Juni 1998 - fest,
der Verlauf könne nicht beschr
ieben werden, da der letzte verwertbare Bericht, nämlich das Gutachten von
Dr.
F._
von 1994
, fast zwanzig Jahre zurückliege (
Urk.
10/M46/4/36).
Genauso wenig kannte
Dr.
K._
die für die psychiatrische Beurteilung rele
vanten
Erhebungen und
Überlegungen
,
welche die psychiatrischen Gutachter
des
I._
im Juli 1998
zu den Diagnosen einer anhalten
den
somatoformen
Schmerzstörung und
einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Übergang in eine dauernde Persönlichkeitsveränderung im Sinne einer depressiven Entwicklung geführt hatten (
Urk.
10/M42 S. 8 f.). Dementsprechend erwähnte er die damals diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung mit nachfolgender Persönlichkeits
veränderung gar nicht
und stellte selbst nur die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 Code F45.4) und einer rezidivierenden depressiven Störung, seit dem Jahr 201
0
leichtgradig
ausgeprägt (
ICD-10 Code F33.0;
Urk.
10/46/4/8). Wenn
Dr.
K._
dabei
eine gesundheitliche Verbesserung
vor allem
aus der Aus
sage
der Beschwerdeführerin
über den Rückgang der
Depressionen
und der Ängste
seit etwa
dem Jahr 2010
ableitete
(vgl. Urk. 10/M46/4/5-6
und
Urk.
10/M46/4/9), so ist eine solche Folgerung
entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 4)
zu wenig zuverlässig. Denn es gilt zu beach
ten, dass eine Depression als eigenständige Störung schon bei der Begutachtung in der
I._
im Jahr 1998 im Hintergrund gestanden hatte und die Gutachter die depressive Entwicklung
vielmehr
im Rahmen der Persönlichkeitsveränderung gesehen hatten
(
Urk.
10/M42
S.
8 f.).
Hinzu kommt, dass
Dr.
K._
aus dem nur leichten
Schweregrad der Depres
sion auf
ebenfalls nur leicht einschränkende Auswirkungen der
somatoformen
Schmerzstörung
schloss (
Urk.
10/M46/4/10-11). Diese Schlussfolgerung basiert indessen
, wie die Beschwerdeführerin zutreffend bemerken liess (
Urk.
31),
noch auf der früheren
Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Auswirkungen von Schmerzbildern ohne organisches Substrat und auf den damals verwendeten, eine Arbeitsunfähigkeit begründende
n
Kriterien, unter denen dem Vorliegen einer psychiatrischen Komorbidität eine herausragende Bedeutung zugemessen wurde (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Das Bundesgericht hat jene Rechtspre
chung jedoch mit Urteil vom
3.
Juni 2015 aufgegeben und hat unter Aufstel
lung von
Standardindika
toren
ein neues Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen
neu
die Auswirkungen von
somatoformen
Schmerzstörungen und ver
gleichbaren Beschwerdebildern zu
ermitteln sind (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
Dabei hat es
insbesondere am früheren Leitkriterium der psychiatrischen Komorbidität nicht länger festgehalten und erwogen, eine Vorrangigkeit dieses Kriteriums sei empirisch nicht belegt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).
Aus einem allfälligen Rückgang der depressiven Symptomatik
für die Zeit
seit 2010 kann daher unter der Herrschaft der neuen Rechtsprechung nicht ohne Weiteres auf eine Verbesserung der beeinträchtigenden Auswirkungen des
somatoformen
Schmerzbildes geschlossen werden.
2.3.4
Stellt d
as Gutachten von
Dr.
J._
und
Dr.
K._
vom Mai 2013
damit keine z
ureichende G
rundlage zur Beantwortung der Frage nach einer gesund
heitlichen Veränderung
dar
,
so k
ann aus diesem Gutachten
nicht mit Zuverläs
sigkeit
ein Revisionsgrund abgeleitet werden
.
Da
das Gutachten schon wegen der vorstehend dargelegten Gründe der mangelnden Kenntnis des gesamten Verlaufs nicht ausreicht, braucht auf
die
allfällige
n
weitere
n
Mängel,
welche
die Beschwerdeführerin
rügen
liess (
Urk.
1 S. 3 ff.,
Urk.
20)
,
nicht mehr näher ein
gegangen zu werden.
Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass im Rentenrevisionsverfahren der IV-Stelle die
Regelung in
Abs.
1 der
Schlussbestimmung a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
, wonach Renten aufgrund von
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage innerhalb von drei Jahren (nach dem Inkrafttreten der Gesetzesänderung am
1.
Januar 2012) zu überprüfen und bei entsprechendem Ergebnis auch ohne Vorliegen eines Revisionsgrundes herabzusetzen oder auf
zuheben sind, nicht
anwendbar ist
. Denn die Beschwerdeführerin
bezog im Jahr 2012 - aufgrund der Rentenzusprechung per
1.
Februar 1990 (vgl.
Urk.
17/11-14) - schon seit über zwanzig Jahren eine Rente der Invalidenversicherung und gehört daher zu denjenigen Personen, die nach
Abs.
4 der Schlussbestimmung a
IVG von der voraussetzungslosen Rentenüberprüfung nach
Abs.
1 ausgenom
men sind.
Daher braucht nicht beantwortet zu werden, ob
eine
Rentenherabset
zung
oder -aufhebung durch die IV-Stelle nach
Abs.
1 der Schlussbestimmung a IVG
zu einer Berechtigung oder Verpflichtung der
Beschwerdegegnerin
führen würde, die Unfallrente
in sinngemässer Anwendbarkeit von
Art.
34 UVV eben
falls herabzusetzen oder aufzuheben.
2.4.
2.4.1
Des Weiteren
lässt
der
gegenwärtige Akten
stand
die ursprüngliche Verfügung
vom Juni 2004
, mit welcher die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
zugesprochen hatte,
auch nicht
als zweifellos unrichtig im Sinne der Voraussetzung für eine
W
ieder
erwägung
erscheinen
.
2.4.2
Es fällt zwar auf, dass die Beschwerdegegnerin im Anschluss an die Veranlas
sung der Gutachten der Klinik
B._
und der
I._
im Jahr
1998 (
Urk.
10/M41 und Urk.
10/M42) wäh
rend fünf Jahren keine medizinischen Abklärungen mehr
traf
und vor dem Erlass der Rentenverfügung vom 2
1.
Juni 2004 nur noch
die
zwei kurze
n
Berichte von
Dr.
A._
vom 2
5.
März und vom
8.
Juli 2003 ein
holte
(
Urk.
10/M43 und
Urk.
10/M45). Wenn
aber
Dr.
A._
den Zustand der Beschwerdeführerin als jeglicher Besserung unzu
gänglich bezeichnete
(Urk.
10/M43), so steht dies im Gegensatz zur Prognose der
I._
im Gutachten vom Juli 1998, worin
noch
mit einer Besserung, wenn auch nicht m
it einer Heilung gerechnet worden war
(vgl.
Urk.
10/M42 S. 10). Unter diesen Umständen wäre eine nähere Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes sicher angezeigt gewesen, bevor die
Beschwerdgegnerin
über den Rentenanspruch verfügt hätte.
2.4.3
Es
gilt
jedoch
zu beachten, dass der Rentenverfügung vom 2
1.
Juni 2004 ein Vergleich zwischen den Parteien im Sinne
von
Art.
50 ATSG zugrunde lag
.
Denn die Beschwerdeg
egnerin nahm darin Bezug auf ihren
Erledigungsvor
schlag
vom
8.
April 2004, mit dem sich der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh
rerin als einverstanden erklärt habe (
Urk.
10/G169 mit Hinweis auf
Urk.
10/G168), und der Inhalt der Verfügung
deckt sich
mit dem Inhalt jenes Vorschlags,
dessen Gültigkeit auf den
Vergleichsfall
beschränkt war
(
vgl.
Urk.
10/G168 S. 4).
Zwar kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch eine Verfügung, die einen
vergleich
s
weise festgesetzte
n
Anspruch
festlegt,
in Wiederer
wägung gezogen werden. Das Bundesgericht weist jedoch darauf hin, dass den Parteien mit der Möglichkeit des Vergleichsabschlusses die Befug
nis verliehen werde, eine Regelung zu treffen, die von der Regelung des Rechts
verhältnisses abweiche, zu der es bei umfassender Klärung des Sachverhalts und
der Rechtslage gekommen wäre (BGE 140 V 77 E. 3.2.1), und dass deshalb höhere Anforderungen für eine Wiedererwägung gälten (BGE 140 V 77 E. 3.2.1 und E. 3.2.2).
Wenn also die Beschwerdegegnerin von an sich nötigen weiteren medizinischen Abklärungen absah und sich mit der Beschwerdeführer
in
vergleichsweise einigte, so kann die Unterlassung von Abklärungen später nicht als
Wiederer
wägungsgrund
herangezogen werden.
Des Weiteren lassen auch keine späteren medizinischen Erkenntnisse die ursprüngliche Rentenhöhe als zweifellos unrichtig erscheinen. Denn das
Gutachten von
Dr.
J._
und Dr.
K._
vom Mai 2013 ist nicht nur für Beantwortung der Frage nach einer gesundheitlichen Veränderung unzureichend, sondern
genügt darüber hinaus
aus denselben, oben dargelegten Gründen a
uch nicht für die Beantwortung der weiteren Frage nach den verbleibenden gesundheitlichen Einschränkungen
.
2.5
2.5.1
Da
es
die medizinischen Grundlagen nach dem Gesagten nicht
erlauben
,
d
ie Frage nach dem Vorliegen eines Revisionsgrundes und die weitere Frage nach den verbleibenden gesundheitlichen Einschränkungen zu beantworten, sind weitere medizinische Abklärungen in Form einer umfassenden Begutachtung mit Einbezug sämtlicher
Vorakten
erforderlich. Die Vornahme einer
Rückwei
sung
an die Beschwerdegegnerin mit der Folge, dass
nach erfolgter Abklärung
eine allfällige Rentenherabsetzung auf den ursprünglich verfügten Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2013
hin
(beziehungsweise auf den
ersten Tag des Monats, welcher der
Zustellung dieser Verfügung an die Beschwerdeführerin folgt; vgl. BGE 140 V 70 E. 4.2)
erfolgen könnte
(vgl. BGE 106 V 18, bestätigt in BGE 129 V 370), verbietet sich jedoch aus den nachfol
genden Gründen.
2.5.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es einer rentenbeziehenden Person, deren Arbeitsfähigkeit sich medizinisch
attestiert
verbessert hat, grundsätzlich zu
zu
muten, die verbesserte
Arbeitsfähigkeit
mit Massnahmen der
Selbsteingliederung
zu verwerten
.
Dies gilt jedoch im Sinne einer Ausnahme dann nicht, wenn eine Person sehr lange eine Rente bezogen hat und deshalb anzunehmen ist, dass die
Erfordernisse des Arbeitsmarktes
ihr nicht erlauben, ihr (wiedergewonnenes) Leistungspotential
ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein durch Eigenanstrengung
fruchtbar zu machen
. Rechtsprechungsgemäss kommt diese Ausnahme dort zum Tragen,
wo eine Person die Rente
im Zeitpunkt der Rentenaufhebung oder -herabsetzung
seit mehr als 15 Jahren bezieht oder das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt hat
. Sie gilt nicht nur für die revi
sionsweise, sondern auch für die
wiedererwägungsweise
Rentenherabsetzung oder -aufhebung
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011, E. 3.1 und E. 3.3 mit Hinweisen
; siehe auch BGE 141 V 5 mit Hinweisen).
2.5.3
Mit dem
Bezug
einer
Rente der Invalidenversicherung seit
1990 fällt die Beschwer
deführerin zweifellos in die Kategorie der Personen, die invalidenver
sicherungsrechtlich nicht ohne Weiteres auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden können. Nichts anderes kann für die Eingliederung im vorlie
genden, unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gelten. Die Beschwerdeführe
rin bezog die Rente der Unfallversicherung zwar erst seit dem Jahr 2004, hatte aber in der Zeit davor Anspruch auf Taggelder aufgrund einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
(vgl.
Urk.
10/G169 S. 3). Sie war demnach bei der strittigen Rentenherabsetzung seit mehr als 23 Jahren vom Arbeitsmarkt abwesend. Zudem erstreckte sich diese Abwesenheit
fast
auf die gesamte Dauer des ihr möglichen beruflich aktiven Lebens; sie war im Zeitpunkt des Unfalles vom August 1988 erst 18 Jahre alt gewesen
und
bezog
die ganze Invalidenrente
seit dem 2
0.
Altersjahr
.
Dementsprechend hatte die IV-Stelle im Vorbescheid vom
2.
September 2013 ausdrücklich Abklärungen zum beruflichen Potential der Beschwerdeführerin vorgesehen, bevor sie die bisherige Rente aufheben würde (
Urk.
10/G196
). Diese Abklärungen
fanden in der Folge im November 2014 auch tatsächlich statt, wie der Bericht der
M._
vom
1.
Dezember 2014 zeigt
(
Urk.
27/16
), und bis
zum Zeitpunkt des gerichtlichen
Aktenbeizugs
vom
2.
September 2015 (
Urk.
25) hatte die IV-Stelle noch keine Rentenaufhebung verfügt
. Da die Rente der Unfallversicherung nach dem vorstehend Ausgeführten in wesentlichem Mass auf denselben gesundheitlichen Beeinträchtigungen basiert wie die Rente der Invalidenversicherung, wäre es selbst bei Vorliegen eines Revisions- oder
Wie
dererwägungsgrundes
geboten gewesen, dass die Beschwerdegegnerin vor einer allfälligen Rentenherabsetzung die Ergebnisse der beruflichen Abk
lärungen der IV-Stelle abgewartet hätte
.
Und da die Abklärungen der IV
Stelle zeitlich nach dem Erlass
der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2013 und
des angefochtenen
Ein
spracheentscheids
vom
8.
Januar 2014 erfolgten, bleibt es im gerichtlich zu beurteilenden Zeitraum bis zum Erlass des
Einspracheentscheids
bei der bisheri
gen, auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
basierenden Rente.
2.6
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2014 ist damit in Gutheis
sung der Beschwerde aufzuheben.
3.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungskrite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kri
terien rechtfertigt es sich, der
Beschwerde-führerin eine Prozessentschädigung von Fr. 3‘300.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.