Decision ID: 89bd2469-c2f1-4c9c-aa7a-0900ee145323
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1997 geborene X._ meldete sich am 30. Dezember 2015 (Ein
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 10/7). Die IV-Stelle klärte in der Folge die medizi
nischen Verhältnisse ab und verneinte mit Verfügung vom 11. Januar 2017 einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= 10/44]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 10. Februar 2017 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte sinngemäss, die an
gefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm Kostengutsprache für eine Berufsberatung zu leisten (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 7. April 2017 angezeigt wurde (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
).
1.2
Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 15. Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Be
tätigungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invali
denversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, aufgrund der in den Akten liegen
den Berichten sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einer Erkrankung leide, die einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründen würde (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt vor, er befinde sich bei einer Psychologin in The
rapie und nehme seine wöchentlichen Termine zuverlässig wahr. Er würde gerne eine Ausbildung absolvieren und sei mittelfristig auf die Unterstützung ver
schiedener Fachpersonen angewiesen. Deshalb benötige er eine Kostengutspra
che für eine Berufsberatung (Urk. 1).
3.
3.1
Am 29. und 30. Oktober 2014 wurde der Beschwerdeführer von Dr. phil. Z._, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, neuropsy
chologisch untersucht. Im Bericht vom 18. November 2014 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 10/13 S. 1):
-
leichte neurokognitive Defizite (Gedächtnis, komplexe Aufmerksamkeits
funktionen)
-
normaler Gesamt-IQ und verbaler-IQ, überdurchschnittlicher Hand
lungs-IQ
-
Depression (mindestens mittelschwere Symptomatik)
-
Cannabiskonsum seit ca. 4-5 Jahren
-
starke Sehbeeinträchtigung, korrigiert mit Brille
-
unklare halluzinatorische Phänomene
Dr. Z._ führte aus, in der Untersuchung seien leichte verbal-episodische Gedächtnisstörungen sowie leichte bis
mittelgradige Aufmerksamkeitsstörungen festgestellt worden. Alle anderen geprüften Funktionen seien normal. Die neu
rokognitiven Störungen seien als leicht zu beurteilen. Diese dürften mit dem Drogenkonsum und der Depression in Zusammenhang stehen (Urk. 10/13 S. 5).
3.2
Aus den Akten geht hervor, dass die IV-Stelle mehrmals um Bekanntgabe der behandelnden Ärzte sowie um Zustellung medizinischer Berichte ersuchte (Urk. 10/17, 10/20, 10/25, 10/28, 10/31-32, 10/36). Weitere medizinische Be
richte wurden vom Beschwerdeführer jedoch nicht aufgelegt und konnten von der IV-Stelle auch nicht erhältlich gemacht werden, da sich der Beschwerde
führer weder in ärztliche noch in psychotherapeutische Behandlung begab (Urk. 10/32, 10/37).
4.
4.1
Aus dem Bericht von Dr. Z._ geht hervor, dass der Beschwerdeführer über einen normalen Gesamt-IQ und einen überdurchschnittlichen Handlungs-IQ verfügt. Ein diesbezüglicher Gesundheitsschaden ist demnach zu verneinen. Weiter führte Dr. Z._ aus, es würden leichte neurokognitive Störungen im Sinne von leichten Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen vorliegen. Inwiefern diese den Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit einschränken sollten, wurde indes nicht dargelegt. Hinzu kommt, dass diese Störungen nach der Beurteilung von Dr. Z._ auch in Zusammenhang mit dem Drogen
konsum des Beschwerdeführers stehen (Urk. 10/13 S 5). Befunde, die in einer Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, mithin gleichsam in ihnen aufgehen, stellen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung jedoch keinen in
validisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1). Hinsichtlich der von Dr. Z._ genannten mittelschweren Depression ist darauf hinzuweisen, dass diese Diagnose nicht von einem Facharzt gestellt wurde. Dr. Z._ ist Neuropsychologin und verfügt über keine fachärztlich anerkannte Ausbildung auf dem Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie. Mit ihrer Einschätzung kann daher kein invali
disierendes psychisches Leiden nachgewiesen werden.
Der Beschwerdeführer suchte lediglich einmal eine Psychologin auf und erschien zum Folgetermin nicht mehr (Urk. 10/37). Eine Behandlung fand demnach nicht statt, weshalb nicht erstellt werden kann, dass ein Gesundheitsschaden vorliegt.
4.2
Weitere Berichte, die Hinweise auf einen invalidenversicherungsrelevanten Ge
sundheitsschaden enthalten würden, lassen sich in den Akten nicht finden. Zwischenzeitlich konnte der Beschwerdeführer ausserdem ein Praktikum antre
ten (vgl. Urk. 1 S. 2), was ebenfalls gegen das Vorliegen eines anspruchsbe
gründenden Gesundheitsschadens spricht. Da die leistungsspezifischen Voraus
setzungen demnach nicht gegeben sind, besteht kein Anspruch auf Berufsbera
tung durch die Invalidenversicherung. Die angefochtene Verfügung ist daher nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 400.--
festzusetzen und ausgangsgemäss de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).