Decision ID: 2acf2abf-8013-4e6b-a5ca-0bcb6c5c78c8
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Dezember 2011 (IV-act. 2, Posteingang, fehlende
Unterschrift) bzw. 4. Januar 2012 (IV-act. 11) bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 11). Ihre bisherige Arbeitsstelle als Konfektionsmitarbeiterin
bei der B._ AG war ihr aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 2011
gekündigt worden (vgl. IV-act. 21-8; Angaben Arbeitgeberin vom 30. Januar 2012, IV-
act. 21-1 ff.).
A.b Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erfolgte eine interdisziplinäre
arbeitsspezifische Abklärung in der Klinik Valens. Im Bericht vom 2. Februar 2012
wurden als Diagnosen ein lumbospondylogenes Syndrom mit/bei Status nach
Sequesterektomie und Nukleotomie LWK 4/5 links und LWK5/SWK1 links am 6. Mai
2011, Status nach Refenestration LWK4/5, Adhäsiologie, Sequesterektomie und
Nukleotomie am 14. Juli 2011 bei Rezidivdiskushernie, anhaltender lumboradikulärer
Reizsymptomatik L5/S1 links, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Dysbalance
insbesondere gluteal links, Tractus iliotibialis links und Peronealmuskulatur, fraglicher
Instabilität in den operierten Segmenten und bei Risikofaktor Body-Mass-Index 18 kg/
m2 im Sinne einer allgemeinen und muskulären Dekonditionierung sowie ein
interoperativer Verdacht auf Osteoporose/Osteopenie aufgeführt. Die Versicherte sei
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auf ihre Schmerzen fixiert und zeige ein demonstratives Schmerzverhalten. Sie
präsentiere zur Zeit keine auf dem Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsleistung. Bezüglich
Beurteilung der Zumutbarkeit sei allerdings zu berücksichtigen, dass die Konsistenz
auffallend schlecht sei und man somit davon ausgehen müsse, dass die präsentierte
mangelnde Leistungsfähigkeit nicht nur medizinisch plausiblen Einschränkungen
entspreche (Fremdakten, act. G 2-5 f.). In der rheumatologischen Untersuchung hätten
im Unterschied zur ergonomischen Testung keine Inkonsistenzen oder
Selbstlimitierung festgestellt werden können. Es bestehe aktuell eine allgemeine und
muskuläre Dekonditionierung mit Haltungsinsuffizienz und ausgeprägten muskulären
Dysbalancen. Zudem seien Hinweise auf eine fragliche Instabilität im unteren LWS-
Bereich sowie eine anamnestisch beschriebene Reizsymptomatik L5/S1, welche bei
postoperativem Zustand sicherlich einer Narbenbildung um die S1-Wurzel entsprechen
könnte, vorhanden (Fremdakten, act. 2-6). Da die Versicherte in der durchgeführten
Basistestung eine deutliche Tendenz zur Selbstlimitierung und Inkonsistenz gezeigt
habe, könnten keine objektiven Einschränkungen beschrieben werden. Die letzte
berufliche Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin Endkontrolle oder eine andere sehr
leichte wechselbelastende Tätigkeit sei mindestens während zwei bis drei Stunden pro
Tag möglich (Fremdakten, act. G 2-5 ff.).
A.c Dr.med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie
Ostschweiz, führte im Arztbericht vom 7. Juni 2012 aus, es sei erneut eine
invalidisierende linksseitige Lumboischialgie bei zweiter Rezidiv-Hernie und
progredienter Osteochondrose aufgetreten. Aufgrund dessen sei am 9. Mai 2012 eine
Spondylodese und Re-Dekompression (Re-Mikrodiskektomie und Spondylodese L4/5
mit Vertebroplastie LWK 4 und LWK 5) durchgeführt worden. Weiter erwähnte er die
Diagnose einer Depression. Die Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit bis
mindestens Ende September 2012 zu 100% arbeitsunfähig. Frühestens ab 1.
September (richtig wohl: Oktober) 2012 sei die Wiederaufnahme zu höchstens 50%
möglich (IV-act. 32-2 f.). RAD-Ärztin Dr.med. D._, Fachärztin für Physikalische
Medizin und Rehabilitation, schlug vor, auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 50% in
adaptierten Tätigkeiten berufliche Massnahmen zu prüfen (Stellungnahme vom 9.
Oktober 2012, IV-act. 38). Daraufhin sprach die IV-Stelle der Versicherten
Arbeitsvermittlung zu (Mitteilung vom 12. März 2013, IV-act. 49). Im Verlaufsbericht
vom 4. April 2013 attestierte Dr. C._ der Versicherten seit 1. Januar 2013 eine
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Arbeitsfähigkeit von 50% für eine körperlich leichte, rückengerechte Arbeit (IV-act.
54-4).
A.d Die Regionale Arbeitsvermittlungsstelle (RAV) wies die Versicherte für den
Zeitraum vom 20. August bis 23. Dezember 2013 in ein Einsatzprogramm bei der E._
an, mit einer Pensumssteigerung von 50% auf maximal 100% (IV-act. 63). Mit
Schreiben vom 17. September 2013 (Posteingang) informierte die Versicherte die IV-
Stelle, sie habe bereits nach zwei Tagen festgestellt, dass sie aufgrund ihrer Krankheit
nicht mehr arbeitsfähig sei. Es sei ihr mitgeteilt worden, dass sie somit ein Gesuch um
IV-Rente stellen müsse (IV-act. 62). Mit Mitteilung vom 26. September 2013 wies die
IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen ab, da sich die Versicherte nicht in
der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 67).
A.e In der Folge beauftragte die IV-Stelle die Medizinisches Gutachtenzentrum Region
St. Gallen GmbH (MGSG) mit einer bidisziplinären Begutachtung der Versicherten
(Gutachten vom 14. Februar 2014; Orthopädie Dr.med. F._, Psychiatrie Dr.med.
G._; Untersuchungen 10. Januar 2014; IV-act. 79). Der orthopädische Gutachter
diagnostizierte eine inkomplette ossäre Konsolidation bei Status nach Spondylodese
L4/5 mit Vertebroplastie L4 und L5 im Mai 2012. Die lumbalen Schmerzen und die
abnormen Untersuchungsbefunde der LWS könnten im Wesentlichen darauf
zurückgeführt werden. Die bei der Untersuchung angegebene Hypersensibilität des
linken Unterschenkels und Fussrückens entspreche dem Dermatom L5 und S1 und
könne im Rahmen einer Restsymptomatik bei früher bestehender Discushernie L4/5
und L5/S1 links interpretiert werden. Das Ausmass der Beschwerden und der
demonstrierten pathologischen objektiven Befunde könne mit dem MRI-Befund
allerdings nicht vollumfänglich erklärt werden (IV-act. 79-8, 30 f.). Die Arbeitsfähigkeit
als Kontrolleurin in einer Strumpffabrik betrage seit Februar 2013 bei voller
Stundenpräsenz 35% (IV-act. 79-9). Körperlich leichte Tätigkeiten, die
abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei
häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen werden
müssen, könnten seit Februar 2013 bei voller Stundenpräsenz zu 80% zugemutet
werden. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation habe ab Mai 2011 eine
Arbeitsfähigkeit von 0% bestanden (IV-act. 79-10). Der psychiatrische Gutachter führte
aus, es fänden sich Hinweise auf eine psychogene Überlagerung der Beschwerden mit
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vermehrter Fixierung auf die Beschwerden mit anzunehmender Selbstlimitierung und es
lasse sich auch zum Untersuchungszeitpunkt ein demonstratives Hinweisen auf die
LWS-Schmerzsymptomatik erheben (IV-act. 79-25, 31 f., 51). Aus psychiatrischer Sicht
liessen sich bei der Versicherten im Zusammenhang mit der Kündigung im Dezember
2011 vorübergehende Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion
erheben. Nach der dritten operativen Behandlung im LWS-Bereich am 9. Mai 2012
lasse sich mit leichter Besserung der Schmerzsymptomatik seit etwa Juni 2012 auch
eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit Abklingen der reaktiven
depressiven Verstimmung erheben und es bestünden seither keine psychischen
Störungen mit Krankheitswert (IV-act. 79-25). Aus rein psychiatrischer Sicht könne in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Konfektionsmitarbeiterin seit etwa Juni 2012 eine
100%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Für den Zeitraum Dezember 2011 bis
Mai 2012 könne aufgrund der Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion
eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum angenommen werden (IV-
act. 79-27, 52 f.). In einer leidensangepassten Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht
seit jeher eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden (IV-act. 79-28, 54).
A.f Vom 18. August bis 12. September 2014 unterzog sich die Versicherte einer
integrativen tagesklinischen Behandlung in der Klinik H._. Dabei wurde eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F33.2), diagnostiziert (Bericht vom 18. November 2014, IV-act.
104-5 ff.). Dr.med. I._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Verlaufsbericht
vom 24. November 2014 fest, aus rein psychiatrischer Sicht habe seit Ende 2011/
Anfang 2012 eine mindestens 50%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit Juni 2014
könne eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Seit Oktober 2014 sei die
Versicherte für Tätigkeiten ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentrationsdauer
zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 94). Am 30. April 2015 berichtete Dr. I._ von einer
erneuten schweren psychischen Dekompensation anfangs 2015 (IV-act. 97-2 ff.). Im
Verlaufsbericht vom 3. August 2015 hielt er fest, die bisherige Tätigkeit und andere
Tätigkeiten ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentration, Schnelligkeit und
sozialen Kompetenzen seien theoretisch zu 50% zumutbar. Unter regelmässigen
therapeutischen Massnahmen sei mit der Erhaltung der 50%-igen Arbeitsfähigkeit zu
rechnen; eine weitere Verbesserung sei mittelfristig nicht zu erwarten (IV-act. 101). Dr.
C._ diagnostizierte gemäss Verlaufsbericht vom 27. August 2015 neu ein chronisch
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neuropathisches Schmerzsyndrom L5 links und ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom. Der Gesundheitszustand sei seit 17. Juli 2013 stationär. Der Verlauf
sei unverändert; in den letzten Monaten bestünden eher wieder verstärkte
Beschwerden (IV-act. 105-2 f.).
A.g Die IV-Stelle liess durch die MGSG ein Verlaufsgutachten anfertigen (Gutachten
vom 22. Dezember 2015; Orthopädie Dr.med. F._, Psychiatrie Dr.med. G._;
Untersuchungen 27. November 2015; IV-act. 111). Der orthopädische Gutachter
diagnostizierte eine Pseudolumboischialgie bei Pseudoarthrose und Status nach
Spondylodese L4/5 mit Vertebroplastie L4 und L5 (Mai 2012), Zustand nach
Fenestration und Nukleotomie L4/5 links sowie L5/S1 links (Mai 2011) und nach
Refenestration mit Adhäsiolyse, Sequesterektomie und Nukleotomie (Juli 2011). Er
führte aus, die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektivierten Befunde der
LWS seien im Wesentlichen durch die im MRI dokumentierte Pseudoarthrose nach
Spondylodese L4/5 bedingt. Bei radiologisch fehlender neuraler Kompression könne
allerdings die Ausstrahlung der Schmerzen in den linken Fuss mit
Sensibilitätsstörungen in diesem Bereich nicht objektiviert werden. Inkonsistent sei die
Angabe der Versicherten gegenüber dem psychiatrischen Gutachter, dass sie im
August 2015 mit dem Ehemann im Auto nach J._ gefahren sei, während sie
anlässlich der orthopädischen Anamnese angegeben habe, sie könne nur 45 Minuten
lang sitzen (IV-act. 111-8, 36 f.). Die Arbeitsfähigkeit als Kontrolleurin in einer
Strumpffabrik, einer stehenden und gehenden Tätigkeit mit nicht seltenem Heben und
Tragen von Lasten bis 15 kg und inklinierter Körperhaltung, betrage seit Februar 2013
bei voller Stundenpräsenz 35%. (IV-act. 111-9). Körperlich leichte Tätigkeiten,
abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und
rotierte Körperhaltungen, könnten seit Februar 2013 bei voller Stundenpräsenz zu 80%
zugemutet werden (IV-act. 111-9 f.). Der psychiatrische Gutachter stellte die Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode mit Zustand nach schweren Episoden, ohne psychotischen Symptome,
bestehend seit etwa Juni 2014 (ICD-10: F33.1, F33.2), sowie eines Zustands nach
Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, bestehend von etwa
Dezember 2011 bis Mai 2012 (ICD-10: F43.21). Aus rein psychiatrischer Sicht könne
ohne Berücksichtigung der körperlich begründbaren Beschwerden in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Konfektionsmitarbeiterin für den Zeitraum von Juni 2014 bis
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März 2015 eine 40%-ige und seit etwa April 2015 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bei
vollem Stundenpensum angenommen werden (IV-act. 111-32, 67). In Tätigkeiten ohne
erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne
erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrten Kundenkontakte und ohne
überdurchschnittliche Dauerbelastung könne für den Zeitraum Juni 2014 bis März 2015
eine 50%-ige und seit April 2015 eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden
(IV-act. 111-33, 68). Unter Fortsetzung der aktuellen Therapie mit Intensivierung der
Abendmedikation könne innerhalb eines Jahres eine Leistungssteigerung mit etwa
70%-iger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erwartet werden (IV-act. 111-34 f.,
41, 69 f.).
A.h RAD-Ärztin Dr. D._ nahm am 18. Februar 2016 Stellung, auf das orthopädisch/
psychiatrische Gutachten vom 22. Dezember 2015 könne abgestellt werden. Bis Mai
2014 gelte die Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten vom Februar 2014. Die
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten betrage von Juni 2014 bis März 2015 50%
und ab April 2015 60% (IV-act. 112).
A.i Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Rentenbegehrens (Invaliditätsgrad
37%; IV-act. 118). Hiergegen erhob die Versicherte am 4. Juli 2016 Einwand, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit Juni 2014 verschlechtert. Zudem sei für das
Valideneinkommen das Jahr 2014 massgebend (IV-act. 126-8 ff.).
A.j Mit Verfügung vom 11. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
betreffend Rente ab. Die mit Einwand vorgebrachte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes sei nicht hinreichend plausibel gemacht. Zur Berechnung des
Valideneinkommens sei der auf das Jahr 2012 hochgerechnete Jahreslohn 2010
herangezogen worden. Dies sei das höchste je erzielte Einkommen. Bei einem
Invaliditätsgrad von 37% bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 127).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. Juli 2016 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
lic.iur. D. Bachmann, am 12. September 2016 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die
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angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Das
Invalideneinkommen sei neu festzulegen. Für den Zeitraum von Januar 2012 bis
Februar 2013 sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Es sei ihr rückwirkend per Juni
2014 mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subeventualiter sei die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Weiter seien ihr die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Im Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 27. August
2015 sei im Vergleich zur ursprünglichen Diagnose festzustellen, dass sich der
Gesundheitszustand verschlechtert habe. Weiter werde festgehalten, dass keine
Besserung zu erwarten sei. Von Mai 2011 bis Februar 2013 habe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Aus diesem Grunde sei ihr für den Zeitraum
von Januar 2012 bis Februar 2013 rückwirkend eine ganze Rente zuzusprechen. Seit
Februar 2013 könne ihr (gemäss Gutachten vom 22. Dezember 2015) aus
orthopädischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
60% zugemutet werden. Die Beschwerdegegnerin lasse jedoch die Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustandes sowie den Umstand, dass die
Eingliederungsmassnahmen aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes
fruchtlos geblieben seien, unberücksichtigt. Nicht berücksichtigt worden sei auch, dass
mit kurzfristigen und nicht voraussehbaren Arbeitsausfällen zu rechnen sei. Der
psychische Gesundheitszustand habe sich insbesondere seit dem Jahr 2014 markant
verschlechtert, wobei anfangs 2015 erneut eine schwere psychische Dekompensation
mit Zunahme der depressiven Symptome zu verzeichnen gewesen sei. Sie leide seit
Juni 2014 unter einer rezidivierenden depressiven Störung. Gemäss Gutachten könne
eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit
der depressiven Störung angenommen werden. Dies habe zur Folge, dass sämtliche
ärztlichen Berichte in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand, welche
eingereicht worden seien bzw. würden, zu berücksichtigen seien. Bei der Festlegung
des Invalideneinkommens seien die Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes und damit einhergehend eine höhere Arbeitsunfähigkeit sowie
die fehlende Unterstützung bei der Arbeitssuche bzw. Suche eines adaptierten
Arbeitsplatzes unberücksichtigt geblieben. Infolge der verminderten Arbeitsfähigkeit sei
ein Leidensabzug zu gewähren. Es ergäben sich insgesamt objektive Hinweise auf eine
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Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes seit der letzten
Untersuchung durch den RAD. Der Sachverhalt sei somit nicht hinreichend abgeklärt
worden. Gestützt auf die Feststellungen von Dr. I._ sei von einer 50%-igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen. Der
Einkommensvergleich sei neu vorzunehmen, wobei ein Anspruch auf eine Viertelsrente
resultiere (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführerin sei ab Juni 2012 bis Ende April 2013
eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen.
Leicht- bis mittelgradige depressive Episoden oder Störungen gälten einzig dann als
invalidisierende Erkrankung, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Die
Therapie müsse konsequent sein. Dies sei bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall.
Die drei verordneten Antidepressiva hätten gemäss Laboruntersuchung beim MGSG
nicht im therapeutischen Bereich gelegen. Unter diesen Umständen liege keine
Therapieresistenz vor, weshalb die im zweiten MGSG-Gutachten diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode nicht invalidisierend sei. Demnach sei bei der
Beschwerdeführerin ab ihrer IV-Anmeldung von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit ab Februar 2013 betrage aus
körperlicher Sicht 80%. Die Beschwerdeführerin hätte als Gesunde im Jahr 2011 ein
Erwerbseinkommen von Fr. 48'100.-- erzielt. Dies entspreche dem Valideneinkommen.
Das Invalideneinkommen könne anhand von Tabellenlöhnen berechnet werden. Für die
Beschwerdeführerin geeignet seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-,
Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbeschaffung, eine Beschäftigung an einem Empfang oder als Telefonistin und
Kurier- und leichtere Lieferdienste. Berufliche Abklärungen seien nicht notwendig, weil
die Ausführungen im zweiten MGSG-Gutachten zu einer adaptierten Tätigkeit
aussagekräftig genug seien. Das auf dem gebesserten Gesundheitszustand beruhende
Invalideneinkommen sei unmittelbar anrechenbar, wenn keine oder lediglich eine
Hilfestellung in Form einer Arbeitsvermittlung nötig erscheine. Der Tabellenlohn von Fr.
53'367.-- sei bis zu einer positiven Differenz von 5% zum Valideneinkommen von Fr.
48'100.-- zu kürzen. Sämtliche invaliditätsfremden Faktoren seien mit der
Parallelisierung berücksichtigt worden, so dass sich von vornherein kein weiterer
Abzug rechtfertige. Weil die gesundheitlichen Einschränkungen mit der attestierten
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Arbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten Tätigkeit bereits berücksichtigt worden
seien, sei ein Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen ab Februar
2013 betrage somit Fr. 40'404.--, woraus ein Invaliditätsgrad von 16% resultiere. Die
Beschwerdeführerin habe somit ab Mai 2013 keinen Anspruch mehr auf eine IV-Rente
(act. G 6).
B.c Am 21. Oktober 2016 gewährt die Abteilungspräsidentin das rechtliche Gehör zur
formlosen Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 7).
B.d Mit Replik vom 5. Dezember 2016 macht die Beschwerdeführerin geltend, die
psychische Störung bestehe insbesondere infolge der chirurgischen Eingriffe. Dass ihr
später das Arbeitsverhältnis gekündigt worden sei, habe sich ebenfalls negativ auf den
psychischen Gesundheitszustand ausgewirkt. Aus den Akten gehe hervor, dass die
depressiven Episoden therapieresistent seien. Ihr Gesundheitszustand habe sich nicht
verbessert, sondern infolge des Arbeitsplatzverlustes des Ehemannes vor zwei Jahren
verschlimmert. Damit einhergehend seien auch die finanziellen Möglichkeiten für
ärztliche Behandlungen knapper geworden. Es liege insgesamt eine tiefere
Arbeitsfähigkeit vor (als von der Beschwerdegegnerin angenommen) und das
Invalideneinkommen sei falsch berechnet worden. Es bestehe mindestens Anspruch
auf eine Viertelsrente (act. G 11).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).
B.f Mit Eingabe vom 6. Juni 2017 reicht die Beschwerdeführerin aktuelle medizinische
Unterlagen ein (Bericht Radiologie K._ vom 11. November 2016, act. G 14.1; Bericht
von Dr.med. L._, Neurologie FMH, vom 6. Dezember 2016, act. G 14.2; Bericht Klinik
M._, Notfallaufnahme, vom 1. Januar 2017, act. G 14.3; Austrittsbericht
Wirbelsäulenchirurgie, Dr. C._, vom 20. Februar 2017, act. G 14.4; Bericht Klinik für
Neurologie, Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 25. März 2017, act. G 14.5; Bericht
Pneumologie KSSG vom 28. März 2017, act. G 14.6; vorläufiger Austrittsbericht
Rehaklinik N._ vom 13. April 2017, act. G 14.7; Austritts¬bericht Psychosomatik
Klinik Valens vom 2. Mai 2017, act. G 14.8). Daraus gehe hervor, dass sich ihr
Gesundheitszustand weiterhin verschlechtere und sich die körperliche Belastbarkeit
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deutlich reduziert habe (act. G 14). Am 14. Juni 2017 wurde der Beschwerdegegnerin
bis zum 14. Juli 2017 Frist zur allfälligen Stellungnahme angesetzt (act. G 15).
B.g Am 9. August 2017 lässt die Beschwerdeführerin den Bericht zu psychologisch-
neuropsychologischen Testuntersuchungen vom 31. Mai 2017 einreichen (act. G 16;
act. G 16.1). Hierzu wird der Beschwerdegegnerin bis zum 4. September 2017 das
rechtliche Gehör gewährt (act. G 17).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
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1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.5 Massgebend ist der Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung. Spätere Arztberichte (und andere einschlägige Dokumente) sind allerdings
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in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des
Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (vgl. BGE 121 V
366 E. 1 b; BGE 131 V 243 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2009,
8C_447/2009, E. 3.5). Der Einbezug der Verhältnisse nach Erlass der Verfügung ist
ausnahmsweise zulässig, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene
Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist und die Verfahrensrechte der Parteien,
insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Gehör, respektiert worden sind (BGE 130
V 140 f., E. 2.1; BGE 131 V 243 E. 2.1).
2.
Bei der Beschwerdegegnerin ging am 27. Dezember 2011 ein erstes Anmeldeformular
ein, welchem allerdings die Unterschrift der Beschwerdeführerin fehlte (IV-act. 2). Die
Beschwerdegegnerin setzte der Beschwerdeführerin gleichen Tags bis zum 10. Januar
2012 Frist an, die IV-Anmeldung unterzeichnet einzureichen (IV-act. 9). Dem kam die
Beschwerdeführerin am 4. Januar 2012 nach (IV-act. 11). Dieses Vorgehen der
Beschwerdegegnerin entspricht Rz 1004 des Kreisschreibens über das Verfahren in der
Invalidenversicherung (KSVI), wonach eine angemessene Frist zur nachträglichen
Einreichung anzusetzen ist, falls eine Anmeldung nicht mit dem dafür vorgesehenen
Formular erfolgte (vgl. Art. 65 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV; SR 831.201]). Es handelt sich um eine Nachfrist zur Korrektur des Mangels,
welche der ursprünglich formungültigen Anmeldung rückwirkend Rechtswirksamkeit
verleiht (BGE 103 V 70 E. a; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. Mai 2005, I 793/04 , E.
5.1; Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. August 2012, IV 2010/302).
Massgebendes Anmeldedatum ist daher der 27. Dezember 2011.
3.
3.1 Der orthopädische Gutachter attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund der drei
stattgehabten Rückenoperationen ab Mai 2011 bis Ende Januar 2013 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Gutachten vom 22. Dezember 2015, IV-act. 109-11; Gutachten vom
14. Februar 2014, IV-act. 79-9 f.). Dies erscheint nachvollziehbar, und auch der RAD
schloss sich dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung vorbehaltlos an (IV-act. 112-1 und
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80-2). Die lumbalen Beschwerden führte er im Wesentlichen auf die inkomplette ossäre
Konsolidation bei Status nach Spondylodese L4/5 (Gutachten vom 14. Februar 2014,
IV-act. 79-8, 30 f.) bzw. auf die im MRI dokumentierte Pseudoarthrose (ausbleibende
knöcherne Überbrückung, vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin
2017, S. 1476) nach Spondylodese L4/5 zurück (IV-act. 111-8). Im Gutachten vom 14.
Februar 2014 führte er zusätzlich aus, die bei der Untersuchung angegebene
Hypersensibilität des linken Unterschenkels und Fussrückens entspreche dem
Dermatom L5 und S1 und könne im Rahmen einer Restsymptomatik bei früher
bestandener Discushernie L4/5 und L5/S1 links interpretiert werden. Das Ausmass der
Beschwerden und der demonstrierten pathologischen objektiven Befunde könne mit
dem MRI-Befund allerdings nicht vollumfänglich erklärt werden (IV-act. 79-8, 30 f.). In
körperlich leichten, abwechselnd sitzend und stehend auszuführenden Tätigkeiten
ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen bestehe seit Februar
2013 eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Nach abgeschlossener ossärer Konsolidierung sei
diese höher (IV-act. 79-10). Dieselbe Beurteilung traf er auch im Verlaufsgutachten vom
22. Dezember 2015 (IV-act. 111-9 f.).
3.2
3.2.1 Gemäss den von der Beschwerdeführerin ergänzend eingereichten
medizinischen Unterlagen fanden im November 2016 weitere - neurologische -
Abklärungen statt. Ein MR LWS vom 11. November 2016 ergab einen im Wesentlichen
seit 2014 morphologisch konstanten Befund mit unveränderter geringfügiger
Narbenbildung um die Nervenwurzel S1 im linksrecessalen Verlauf ohne
Nervenwurzelkompression (act. G 14.1). Dr.med. L._, dem die Beschwerdeführerin
zugewiesen worden war, hielt fest, sie beklagte sich vordergründig über Schmerzen in
beiden Füssen, links betont, vom Rücken ausgehend und bis zu den Grosszehen
ausstrahlend, sowie über eine "in der letzten Zeit" aufgetretene erhebliche
Gangstörung. Er erhob im Verlaufsgutachten von Dr. F._ nicht aufgeführte Befunde
(leichte Schwankung im Romberg-Versuch bei der Durchführung der erschwerten
Gangproben, eine Fuss- und eine Zehenheberparese, einen beidseits abgeschwächten
ASR, eine Hypästhesie im L5-Dermatom beidseits linksbetont, einen links bei 70°
positiven Lasègue, welchen der Gutachter als unauffällig vermerkt hatte, sowie
auffällige elektroneurographische und elektromyographische Untersuchungsresultate;
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vgl. act. G 14.2 und IV-act. 111-6). Dr. L._ diagnostizierte eine vertebrogene
Lumboischialgie sowie eine sensomotorische L5 Radikulopathie beidseits linksbetont
und schätzte die Arbeitsunfähigkeit auf 60%. Diese begründete er mit einer deutlich
reduzierten körperlichen Belastbarkeit bei abgeschlossener Re-Innervation der L5-
Kernmuskeln (Bericht vom 6. Dezember 2016, act. G 14.2). Nach Angaben der
Beschwerdeführerin bzw. den weiteren am 6. Juni 2017 eingereichten medizinischen
Unterlagen (act. G 14.2 bis 14.6) verschlechterte sich der Zustand während des
Urlaubs der Beschwerdeführerin in ihrer Heimat Ende Dezember 2016 akut (Bericht
Klinik für Neurologie KSSG vom 25. März 2017, S. 3; Austrittsbericht Psychosomatik
Klinik Valens vom 2. Mai 2017, act. G 14.8, S. 1).
3.2.2 Dr. L._ diagnostizierte zwar zusätzlich zur auch vom orthopädischen Gutachter
diagnostizierten Lumboischialgie eine sensomotorische L5 Radikulopathie (Bericht vom
6. Dezember 2016, act. G 14.2). Es wird jedoch nicht dargelegt, dass die
zweitgenannte Diagnose bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung bestanden habe und die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen
und Gangstörung objektiviere. Zudem hatte Dr. C._ bereits im Verlaufsbericht vom
27. August 2015 - bei seit Juli 2013 stationärem Gesundheitszustand nebst einem
chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom - ein chronisch neuropathisches
Schmerzsyndrom L5 links bzw. einen chronischen neuropathischen Schmerz erwähnt
(IV-act. 105), was dem orthopädischen Gutachter bekannt war. Die weitere
Verschlechterung trat erst im Dezember 2016 und somit klarerweise erst nach Erlass
der angefochtenen Verfügung ein. Sie kann im vorliegenden Verfahren nicht beachtet
werden. Überdies waren die Gangbeschwerden nach Abschluss der Rehabilitation in
der Klinik N._ offenbar weitgehend remittiert (vorläufiger Austrittsbericht vom 13.
April 2017, act. G 14.7, wonach die Beschwerdeführerin als "sichere" Fussgängerin
ohne Hilfsmittel entlassen wurde). Objektivierte medizinische Tatsachen, welche das
orthopädische Teilgutachten in Frage zu stellen vermöchten, sind somit den am 6. Juni
2017 eingereichten medizinischen Akten nicht zu entnehmen. Eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands seit dem Erlass der angefochtenen Verfügung kann die
Beschwerdeführerin jederzeit im Rahmen eines Revisionsgesuchs geltend machen.
4.
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4.1 Der psychiatrische Gutachter ging nach durchgemachten Anpassungsstörungen
mit längerer depressiver Reaktion seit Juni 2012 auch für psychisch nicht adaptierte
Tätigkeiten von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus (IV-act.
79-24, 27, 52 f.). Ab dem 6. Juni 2014 wurde die Beschwerdeführerin psychiatrisch-
psychotherapeutisch durch Dr. I._ behandelt (Arztbericht Dr. I._ vom 24. November
2014, IV-act. 94). Vom 18. August bis 12. September 2014 erfolgte eine integrative
tagesklinische Behandlung in der Klinik H._, anlässlich derer eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10: F33.2), festgehalten wurde (Bericht vom 18. November 2014, IV-act. 104-5 ff.).
Während Dr. I._ ab Juni 2014 eine 100%-ige und ab Oktober 2014 eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (Arztbericht vom 24. November 2014, IV-act. 94;
Verlaufsbericht vom 3. August 2015, IV-act. 101), schätzte der psychiatrische
Gutachter diese für Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten
Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte
Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung ebenfalls von Juni
2014 bis März 2015 auf 50% und ab April 2015 auf 60% (IV-act. 111-33, 38).
4.2
4.2.1 Die Beschwerdegegnerin hält die depressive Erkrankung mangels ausgewiesener
Therapieresistenz für invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant
(Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2016, act. G 6). Das Bundesgericht hat diese
Rechtsprechung mit BGE 143 V 409 aufgegeben und mit BGE 143 V 418 entschieden,
dass sämtliche psychischen Erkrankungen nach dem für syndromale Beschwerden
massgeblichen strukturierten Beweisverfahren zu prüfen seien. Gemäss altem
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Im
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen
Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ist entscheidend, ob das abschliessende
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137
V 266 E. 6). In sinngemässer Anwendung auf die materiellbeweisrechtlich geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die administrativen und/oder
gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
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Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom
13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
4.2.2 Hinsichtlich der massgeblichen Indikatoren legte der psychiatrische Gutachter
dar, trotz der anhaltenden Schmerzsymptomatik könne aus psychiatrischer Sicht keine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung angenommen werden. Jedoch könne eine
psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der
depressiven Störung angenommen werden, indem die Schmerzen intensiver
wahrgenommen würden (IV-act. 111-27, 29, 62). Aufgrund der rezidivierenden
depressiven Störung seien emotionale Belastbarkeit, geistige Flexibilität, Antrieb,
Interessen, Motivation, Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit erheblich
beeinträchtigt (IV-act. 111-31, 39, 66, 67). Es handle sich um eine sich
verselbständigende depressive Erkrankung, die im Zusammenhang mit der
chronischen Schmerzsymptomatik, aber auch mit psychosozialen Faktoren stehe, die
einen negativen Einfluss auf die depressive Störung hätten. Bei der Beurteilung des
sozialen Kontexts liessen sich soziale Belastungen erheben, die sich negativ auf die
vorliegende depressive Störung auswirkten, jedoch nicht als alleinige Ursache der
depressiven Störung in Betracht kämen. Trotz dieser depressiven Störung liessen sich
Ressourcen erheben (IV-act. 111-29, 64). Die Versicherte erhalte seit Juni 2014 eine
psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung bei Dr. I._ alle zwei bis drei
Wochen (IV-act. 111-27, 38). Sie zeige zumindest wenige Aktivitäten im Tagesablauf,
laufe, kaufe ein, besorge leichte Arbeiten im Haushalt, koche das Abendessen, pflege
Kontakt mit der Familie, sehe fern, wirke relativ gut kommunikationsfähig und es
liessen sich zumindest wenige Interessen erkennen (IV-act. 111-31, 66). Zur Konsistenz
merkt er an, die berichteten und beklagten Beschwerden seien aus psychiatrischer
Sicht über¬wiegend konsistent und nachvollziehbar, jedoch würden wiederholt
ungenaue zeitliche Angaben und wiederholt unpräzise Schilderungen der Symptome
gemacht, mit teils widersprüchlichen Angaben, die dann wieder korrigiert würden (IV-
act. 111-31, 39, 66). Auch lasse sich keine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen erheben, indem einerseits
von der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht werde, anderseits liessen
sich im Tagesablauf verschiedene leichte Aktivitäten erheben mit Einkaufen, leichten
Tätigkeiten im Haushalt, Kochen und es würden gute familiäre Kontakte angegeben.
Auch zeige sie sich zum Untersuchungszeitpunkt gut kommunikationsfähig. Auffallend
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sei, dass die Versicherte im Januar 2014 ähnliche Einschränkungen der
Freizeitgestaltung angegeben habe, obwohl damals keine depressive Störung mit
Krankheitswert zu erheben gewesen sei (IV-act. 111-30, 38 f., 65). Daneben fänden
sich aus psychiatrischer Sicht keine Hinweise für Aggravation oder ähnliche
Erscheinungen (IV-act. 111-29, 64). Der orthopädische Sachverständige hob zudem
hervor, inkonsistent sei die Angabe der Beschwerdeführerin gegenüber dem
psychiatrischen Gutachter, dass sie im August 2015 mit dem Ehemann im Auto nach
J._ gefahren sei, anlässlich der orthopädischen Anamnese aber angegeben habe, sie
könne nur 45 Minuten sitzen (IV-act. 111-8, 36 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei trotz
der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode, eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen
Tätigkeit mit Verwertung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Allerdings sei sie einem
Arbeitsumfeld nur beschränkt zumutbar und bedürfe vermehrter Rücksicht und
Verständnisses (IV-act. 111-30, 38 f., 65).
4.2.3 Zusammenfassend berücksichtigt das Gutachten die nach neuer
Rechtsprechung auch für psychiatrische Diagnosen erforderlichen Indikatoren des
strukturierten Beweisverfahrens. Dass invaliditätsfremde oder nicht objektivierte
Faktoren in die Arbeitsfähigkeitsschätzungen eingeflossen wären, ist nicht ersichtlich
und von einer MEDAS auch nicht zu erwarten. Für eine abweichende rechtliche
Beurteilung hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz der
psychiatrischen Diagnosen bleibt somit kein Raum. Das Gutachten berücksichtigt die
geklagten Beschwerden und die vorhandenen medizinischen Akten. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung erweist sich - unter Berücksichtigung der nur teilweise
konsistenten Objektivierbarkeit der Beschwerden - als schlüssig und nachvollziehbar.
Insbesondere erscheint die abweichende Beurteilung des psychiatrischen Gutachters
gegenüber der von Dr. I._ für die Zeit von Juni bis Oktober 2014 attestierten 100%-
igen Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die von Dr. I._ erhobenen Befunde, Diagnosen
und Belastungsfaktoren, aber auch mit Blick auf die Tatsache, dass sich die Schätzung
auf eine adaptierte Tätigkeit bezieht, als nachvollziehbar. Auf das Gutachten ist daher
abzustellen. Somit bestand gesamthaft betrachtet von Mai 2011 bis 31. Januar 2013
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischer Sicht aufgrund der Operationen
und deren Rehabilitationsphasen. Vom 1. Februar 2013 an bestand aus orthopädischer
Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80% für angepasste Tätigkeiten. Vom 1. Juni 2014 bis
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31. März 2015 war die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in adaptierten
Tätigkeiten auf 50% beschränkt und betrug ab 1. April 2015 60%. Eine weitere
Steigerung auf 70% erachtete der psychiatrische Gutachter innerhalb eines Jahres für
möglich (IV-act. 111-70). Im Februar 2017 wurde durch die Klinik Valens ein
unauffälliger Psychostatus beschrieben (act. G 14.8), während eine psychologisch-
neuropsychologische Testung am 31. Mai 2017 insgesamt mittelschwere bis schwere
kognitive Funktionsstörungen und eine reduzierte allgemeine psychophysische
Belastbarkeit aufzeigte (act. G 16.1). Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen
gelassen werden, denn die vom psychiatrischen Gutachter prognostizierte 70%-ige
Arbeitsfähigkeit war im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung noch nicht erreicht und
ist daher in diesem Verfahren nicht zu berücksichtigen (vgl. auch E. 3.2 a.E.), sondern
im Rahmen einer Rentenrevision zu prüfen.
5.
5.1 Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war bei 100%-iger
Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2011 im Mai 2012 erfüllt. Bei Anmeldung am 27. Dezember
2011 kann ein Rentenanspruch frühestens ab 1. Juni 2012 bestehen (Art. 29 Abs. 1 und
2 IVG). Das Jahr 2012 ist daher massgebend für den Einkommensvergleich (BGE 129 V
222).
5.2 Die Beschwerdeführerin erzielte als Mitarbeiterin einer Strumpffabrik zuletzt ab 1.
Januar 2011 ein Jahreseinkommen von 13 x Fr. 3'700.-- = Fr. 48'100.-- (Angabe
Arbeitgeberin vom 30. Januar 2012, IV-act. 21-2 f.). Zusätzlich wurden der
Beschwerdeführerin Zulagen von insgesamt 12 x Fr. 275.-- = Fr. 3'300.-- ausbezahlt
(Leistungsprämie Fr. 175.--; Qualitätszulage Fr. 50.--; Gesundheitsprämie Fr. 50.--; vgl.
Lohnabrechnungen, IV-act. 21-9 ff.; Krankmeldung, Fremdakten act. 1-3). Unter
Berücksichtigung dieser Zulagen beträgt das hypothetische Einkommen im Jahr 2011
Fr. 51'400.--. Entsprechend der Nominallohnentwicklung beläuft es sich für das Jahr
2012 auf Fr. 51'913.-- (Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T39,
Indices Frauen: 2011: 2604; 2012: 2630). Das durchschnittliche Einkommen gemäss
Lohnstrukturerhebung 2012, Kompetenzniveau 1, Frauen beträgt Fr. 51'441.--
(Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, Bern 2018, Anhang 2) bei einem Pensum von 41,7
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Wochenarbeitsstunden. Das Einkommen der Beschwerdeführerin ist somit lediglich
durchschnittlich. Damit ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 51'913.--.
5.3 Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen
Kompetenzniveau 1 Frauen von Fr. 51'441.-- auszugehen. Aus orthopädischer Sicht
sind körperlich leichte Tätigkeiten, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne
häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen adaptiert (Verlaufsgutachten,
IV-act. 111-9). Aus psychiatrischer Sicht sind Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale
Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige
Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche
Dauerbelastung adaptiert (IV-act. 111-68), dies jedoch erst ab 1. Juni 2014. Ab diesem
Zeitpunkt rechtfertigt sich durch das kumulative Vorhandensein von orthopädischen
und psychischen Zumutbarkeitskriterien ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10%
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit
Verweis auf BGE 126 V 78 E. 5a/bb, wonach ein Tabellenlohnabzug namentlich zu
gewähren ist, wenn selbst in leichten körperlichen Tätigkeiten eine Einschränkung
besteht), der sich vorliegend jedoch nicht auf den Rentenanspruch auswirkt (s.u., E.
5.4.3, 5.4.4).
5.4 Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m.
Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V
125 E. 4a), wenn - wie vorliegend - noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine
anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5.
Mai 2011, 9C_996/2010, E. 8 mit weiteren Hinweisen). Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV setzt
indes voraus, dass vor Eintritt einer Verschlechterung eine rentenbegründende
Invalidität vorgelegen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2015,
8C_777/2014, E. 4.2, und vom 19. Februar 2018, 9C_878/2017, E. 5.3). Da die
Beschwerdeführerin in der Zeit vom 1. Februar 2013 bis 30. Mai 2014 aus
orthopädischer Sicht in adaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig war und die
nachfolgende Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juni 2014 aufgrund einer psychischen
Erkrankung eintrat, beruht die erneute Erwerbsunfähigkeit ab 1. Juni 2014 nicht auf
demselben Leiden wie jene ab Mai 2011. Folglich besteht gemäss Art. 29bis IVV ein auf
der psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit beruhender Rentenanspruch erst nach
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(erneutem) Ablauf des Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG. Demnach ergibt sich
folgende Rentenabstufung:
5.4.1 Ab 1. Juni 2012 besteht bei 100%-iger Arbeitsunfähigkeit ein Anspruch auf eine
ganze Rente. Da die 100%-ige Arbeitsfähigkeit bis zum 31. Januar 2013 ausgewiesen
ist, besteht der Anspruch auf eine ganze Rente in Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1
IVV wie im Übrigen von der Beschwerdegegnerin anerkannt vom 1. Juni 2012 bis zum
30. April 2013.
5.4.2 Ab 1. Mai 2013 betrug das Invalideneinkommen bei 80%-iger Arbeitsfähigkeit Fr.
41'153.-- (0,8 x Fr. 51'441.--). Bei einem Invaliditätsgrad von 20% ([Fr. 51'495.-- - Fr.
41'153.--]: Fr. 51'495.--) ergibt sich ab 1. Februar 2013 kein Rentenanspruch mehr.
5.4.3 Ab 1. Juni 2014 war die Beschwerdeführerin zu 50% arbeitsunfähig. Da
vorgängig seit 1. Mai 2013 kein Rentenanspruch mehr bestand, ist Art. 88a Abs. 1 IVV
nicht anwendbar. Hingegen ist das Wartejahr wie vorstehend in E. 5.4 ausgeführt
erneut zu beachten (Art. 29bis IVV e contrario). Dieses war am 1. Februar 2015 erfüllt,
da zu diesem Zeitpunkt das Erfordernis der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von
40% gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gegeben war (50% Arbeitsunfähigkeit Juni 2014
bis Januar 2015 = 8 Monate; 20% Arbeitsunfähigkeit Februar bis Mai 2014 = 4 Monate;
[8 x 50% + 4 x 20%] : 12 = 40%). Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 25'721.-- (0,5
x Fr. 51'441.--) und einem Valideneinkommen von Fr. 51'913.-- resultiert ein
Invaliditätsgrad von 50,5% ([Fr. 51'913.- - Fr. 25'721.--]: Fr. 51'913.--). Somit besteht
ab 1. Februar 2015 ein Anspruch auf eine halbe Rente, der sich auch bei Gewährung
eines Tabellenlohnabzuges von 10% nicht verändern würde.
5.4.4 Ab 1. April 2015 ist von einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit und somit von einem
Invalideneinkommen von Fr. 30'865.-- (0,6 x Fr. 51'441.--) auszugehen. Dies führt zu
einem Invaliditätsgrad von 40,5% ([Fr. 51'913.-- - Fr. 30'865.--]: Fr. 51'913.--). Unter
Berücksichtigung von Art. 88a IVV hat die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2015
Anspruch auf eine Viertelsrente, auf den ein 10%-iger Tabellenlohnabzug ebenfalls
keine Auswirkung hätte.
6.
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6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 11. Juli 2016
aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung vom 1. Juni 2012 bis 30. April
2013 eine ganze Rente, mit Wirkung ab 1. Februar 2015 eine halbe Rente und mit
Wirkung ab 1. Juli 2015 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und
Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.