Decision ID: 9f19876e-eb0d-4a25-8716-39cd972cdba8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
,
ohne abgeschlossene Berufsaus
bil
dung
, Mutter von
je zwei erwachsenen Söhnen und Töchtern
,
war z
uletzt
im Zeitraum zwischen Mai 2009 und Ende Dezember 2014
zunächst
beim
Einzel
unternehmen
Y._
und anschliessend ab Januar 2013 bis August 2013
im 65%-Pensum und
ab September 2013
im 50%-Pensum
als
Betriebsmit
arbeiterin
bei der
Z._
,
welche die vorherige Arbeitgeberin
der Versi
cherten
per anfangs Jahr 2013
über
nommen hatte –
angestellt
(Urk. 8/1/1-4
,
Urk. 8/11, Urk. 8/12/3
,
Urk. 8/14/1
, Urk.
8/2
7
/
3-4
)
. Am 7.
November
2014 (Eingangsdatum) meldete sich
die Versi
cherte
unter Hinweis auf eine symptomatische Epilepsie und eine Pneumokok
ken-Meningitis
, bestehend seit 2003/2014,
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des
Kantons Zü
rich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
si
cherung an (Urk.
8
/
2
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse
zog die IV-Stelle zunächst einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
8
/
11
) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
8/8
) bei und
holte einen Arbeitgeberbericht (Urk.
8/14
) sowie Berichte der behandelnden Ärz
te (
Urk.
8/
17,
Urk.
8/25
)
ein
. Die IV-Stelle prüfte in der Folge Eingliede
rungs
mass
nahmen
(Urk. 8/13)
und klärte die Verhältnisse vor Ort ab (Abklärungsbericht
be
treffend d
ie
beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom
1
5.
Mai
2015
;
Urk.
8
/
27
).
In der Folge
verneinte
die IV-Stelle – nach durch
ge
führtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom
1
5.
Mai
2015 [Urk.
8
/
31
], Ein
wand vom
5.
Juni
2015 [Urk.
8
/
35
]
, begründeter Einwand vom
3.
Juli
2015 [Urk. 8/41]
) – m
it
Verfügung vom
13
.
August
2015
einen Rentenanspruch der Versicherten
(
Urk.
2 [=
Urk.
8
/
44
]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 12. September
2015 Be
schwer
de und beantragte,
es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
der Beschwerdeführerin mindestens eine
Viertelsrente
zuzusprechen
.
In pro
zessualer Hin
sicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit
Beschwerde
antwort
vom 16. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwer
deführerin am 20. Janu
ar 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2015
wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozessfüh
rung
gewährt und Rechtsanwalt M.
Glavas
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt
; gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
(
Urk.
9)
.
Mit Replik vom 2
3.
November 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Rechtsbegehren vollumfänglich fest (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom
1.
Dezember 2015, dass sie auf eine Duplik verzichte
(
Urk.
14), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Metho
de der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, ge
misch
te Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übri
gen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheits
scha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung [IVV]
). Die gemischte Methode bezweck
t damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der all
gemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialver
si
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
mes
sungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensent
scheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer
Gescheh
ens
ab
läufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wen
n darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mit
be
rücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die aus
schliess
lich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenser
fah
rung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bu
ndes
gerichts 9C_287/2013 vom 8.
November
2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.5
Die von einer qualifi
zierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über In
validität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für ge
wöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heit
lichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011
vom 5. September 2011 E.
2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 28.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
träch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Per
son zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E.
2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundes
gerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinde
rung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes
Ab
klä
rungsberichts
, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von
teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im
Gesund
heits
fall
betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiter
hin ihrer bisherigen Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin in einem 65%-Pensum nachgehen und 35
%
in den Au
f
gabenbereich entf
allen würden
.
Aufgrund ihrer gesundheitlic
hen Einschränkungen ergebe sich, ausgehend von einer Arbeits
fähig
keit von 35 % in der bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe sowie in (ande
ren
) angepassten Tätigkeiten,
eine Einschränkung von 45,15
%
im Erwerbsbereich und 12,7
%
im Aufgaben
bereich, was in Anwendung der gemischten Methode zu einem Invaliditä
t
sgrad von 34,45
%
führe
. Ein Leidensabzug rechtfertige sich vorliegend nicht
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen
ein, sie sei als Vollerwerbstätig
e
zu qualifizieren, da sie bereits früher ein
Vollpensum
ausgeübt hätte, wäre sie nicht
durchschnittlich
zu 60
%
arbeitsunfähig gewesen; so habe sie mehrfach ein
Vo
ll
pensum
angenommen, dieses im Verlauf aber wieder reduzieren müssen
. Auch die finanzielle Notlage spreche dafür, dass sie im Gesundheitsfall eine An
stel
lung
im 100%-Pensum anstreben würde.
Ihre Restarbeitsfähigkeit sei nicht ver
wertbar, da es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt für eine
Hilfsar
beiterin
im
30%-Pensum mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit (psychomoto
rische Verlang
sa
mung und neurokognitive Defizite) keine verfügbaren Stellen gebe, weshalb von einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei. Falls dennoch von einer Verwertbarkeit ausgegangen würde, so wäre i
n medizini
scher Hinsicht von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
aus
zugehen
.
Ihre z
usätzlich vorliegende ver
min
derte Leistungsfähigkeit
, ihr Alter
sowie
Migrationshinter
grund
und ihre mangelnden Berufs- und Deutschkenntnisse
müssten
mittels Gewähren eines
mindestens 15%igen
Leidensabzugs
berücksichtig
t werden
.
Falls kein
Leidens
ab
zug
zu gewähren sei,
müsse aufgrund ihres unterdurch
schnittlichen
Validen
einkommens
eine Parallelisierung der
Vergleichseinkom
men
vorgenommen werden.
Daraus ergebe sich mindestens eine
Viertelsrente
(Urk. 1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt
in der Beschwerdeantwort
fest, aus der finanziel
len Situation könne nicht darauf geschlossen werden, dass die Beschwerdefüh
rerin im Gesundheitsfall ein Vollzeitpens
um ausgeübt hätte, vielmehr sprä
che
n ihre Angaben und diejenigen ihrer Tochter sowie die
Erwerbsbiografie
und
die Höhe der erzielten Einkünfte gegen eine überwiegend
e Wahrscheinlichkeit der
Ausübung eines Vollpensums im Gesundheitsfall.
Die angefochtene Verfügung
sei
gest
ützt auf den Bericht der neurologischen Klinik des
A._
be
züglich der Arbeitsfähigkeit insoweit
zu korrigieren, als
von einer Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit von 35
% und in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 50
%
ausgegangen w
erden müsse
. Aus dem neuen
Einkom
mensvergleich
ergebe sich – für das
Valideneinkommen
gestützt auf den Lohn als Küchenhilfe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und für das
Invalidenein
kommen
gestützt auf den Tabellenlohn für Hilfsarbeiten – im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 13,03
%
und im Aufgabenbereich eine Einschränkung von 12,7
%
.
Die gesundheitlichen Leiden seien bereits bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden, weshalb kein Grund für einen zusätzli
chen Leidensabzug bestehe.
Somit
lasse sich ein rentenausschliessender
G
esamt
i
n
validitätsgrad
von 13
% berechnen. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin sei verwertbar, entspreche ihr Belastungsprofil doch demjenigen für
Kon
troll
- und Überwachungsarbeiten, mit der Einschränkung, dass
Arbeiten am Com
puter wegf
ielen
(
Urk.
7).
2.4
Replicando
brachte die Beschwerdeführerin vor, der Vergleich
ihrer
Krankenge
schichte mit
ihrer
Erwerbsbiografie ergebe, dass sie aufgrund ihres Gesundheits
zustands keine
Vollzeitpensen
auf Dauer
habe ausüben können. Da ihr Ehe
mann aufgrund seiner gesundheitlichen Situation nicht mehr arbeitstätig sein
könne und sich die finanzielle Situation seither massgeblich verschlechtert habe
, sei es je
den
falls nachvollziehbar, dass s
ie deswegen heute einem 100%-Pensum nachgehen würde.
Dem Bericht der neurologischen Klinik des
A._
könne keineswegs entnommen werden, dass von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in ei
ner Verweistätigkeit auszugehen sei, die behandelnden Klinikärzte hätten die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit bewusst offengelassen
(
Urk.
11)
.
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass bei der Beschwerdeführerin nach einer
endovaskulären
Embolisation
am 26. Juni 2003 ein
meningothelio
matöses
Konvexitätsmeningeom
(WHO Grad I) rechts frontal festgestellt worden
war, weswegen sie am 30.
Juni
2003, 11.
Juli
2003 und 25.
Januar
2004 operiert
wurde (Urk. 8/9/1). Die vor diesen Operationen durchgeführte neuropsycholo
gi
sche Untersuchung vom 27. Juni 2003 hatte aufgrund eingeschränkter
Beurteil
barkeit
infolge von
Fremdsprachigkeit
lediglich Auffälligkeiten in den exeku
tiven Funktionen (figurale Ideenproduktion mit Perseverationstendenz und
Regel
brüchen
) gezeigt (Urk. 8/25/15). Im April 2004 kam es – nach Unterbruch der antiepileptischen Therapie – zu zwei generalisierten epileptischen Anfällen und am 8. November 2006 – unter rasch abgesetzter antiepileptischer Therapie - zu seriell generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (Urk. 8/9). Ab Mitte 2008 war sie anfallsfrei (Urk. 8/8/12).
Im Weiteren ist den medizinischen Akten zu entnehmen, dass sich bei der Beschwerdeführerin am 21. April 2014 anlässlich eines Ferienaufenthaltes in
Paris eine Pneumokokken-Meningitis manifestiert hatte (Urk. 8/25/2). Nach ihrer
Rückkehr in die Schweiz wurden in der Klinik für Neurologie des
A._
monatliche Kontrollen durchgeführt (Urk. 8/9/3). Diese fanden anfänglich bei Dr.
B._
, Assistenzärztin der Klinik für Neu
ro
logie des
A._
, statt, wobei sie der Beschwerdeführerin mit ärztlichen Zeug
nissen vom 8. Mai, 4. Juni und 3. Juli 2014 (Urk. 8/8/6-8) jeweils eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl. Urk. 8/8/11 und Urk. 8/8/5).
Dem Bericht der Klinik für Neurochirurgie des
A._
vom 18.
Juli
2014 ist so
dann zu entnehmen, dass sie dort ab dem 3. Juli 2014 hospitalisiert war, da sie seit dem Vortag unter Kopf und Ohrenschmerzen, Fieber und Schüttelfrost litt
und
Rhinoliquorrhoe
aus dem rechten Nasenloch lief. Am 7. Juli 2014
wurden
in der genannten Klinik eine
Frontobasisrevision
mit
Fettblombe
aus dem rech
ten Oberschenkel und am 15. Juli 2014 eine Bohrlochtrepanation subakutes
Subduralhämatom
links vorgenommen. Am 21.
Juli
2014 wurde die Beschwer
de
führerin offenbar in gutem Allgemeinzustand entlassen (Urk. 8/9). Dr.
B._
von der Klinik für Neurologie des
A._
bescheinigte der Beschwer
de
füh
rerin in der Folge mit ärztlichen Zeugnissen vom 6. August, 27. August, 11. Septem
ber und 1. Oktober 2014 weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/8/1-4 und Urk. 8/8/6). Ab dem 27.
Oktober
2014 war offenbar Dr.
med.
C._
, Assistenzarzt der Klinik für Neurologie des
A._
, für die Be
schwer
de
führerin zuständig (Urk. 8/25/2).
3.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH
für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
4.
Dezember 2014 (
Urk.
8/17), die
Beschwerdeführerin leide an (1) Epilepsie nach
Meningeom
-
Entfernung frontal rechts
,
2003, (2) Pneumokokken Meningitis, April 2014 sowie
einer
(3) Fronto
basis Revision mit Fettplastik aus dem Oberschenkel, Juli 2014
(Urk. 8/17/1)
. Zur Arbeitsfähigkeit notierte er, die Beschwerdeführerin sei in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit seit 2003
dauerhaft zu
60
%
arbeitsunfähig.
Er führte
zudem
aus, die Beschwerdeführerin sei in der
Leistungsfähigkeit körper
lich u
nd auch psychisch durch die Epil
epsie und die Medikamente deutlich ein
geschränkt. Eine Computertätigkeit k
ö
nn
e
wegen der epilepsieauslösenden Faktoren der
Bild
schirm
tätigkeit
nicht ausgeübt werden
. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 30 bis 40
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/17/2).
3.3
Dem – nicht datierten, im ELAR am 9. März 2015 erfassten – Bericht von Dr.
C._
von der Klinik für Neurologie des
A._
an die Beschwerdegegnerin
(Urk. 8/25/1-11 [nachfolgend Bericht vom 9.
März
2015])
können folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden
(
Urk.
8/25/1)
:
-
s
ymptomatische Epilepsie bei Status nach Exstirpation eines
Konvexität
menin
geoms
frontal rechts im Juni 2003, WHO Grad I
-
zwei generalisierte Anfälle im April 2004 nach
Phenytoin
-Unterbruch
-
serielle generalisierte tonisch-klonische Anfälle am
8.
November 2006 unter rasch abgesetzter antiepileptischer Therapie (
Phenytoin
); zu
sätzlicher Provokationsfaktor: febriler, wahrscheinlich viraler Infekt am
5.
November 2006
-
aktenanamnestisch (NCH) bis September 2008 weiterhin Anfälle
-
entzündliche Zahnfleischveränderungen unter
Phenytoin
, Umstellung auf
Carbamazepin
seit April 2009
-
EEG vom 1
1.
September 2014:
n
ormale Grundaktivität, Zeichen von Schläfrigkeit, Betavermehrung, intermittierender m
ä
ssiger Herdbefund über der erweiterten linken Temporalregion mit Schwerpunkt antero
temporal sowie intermittierender leichter Herdbefund rechts temporal, keine epilepsietypischen Potentiale, im Vergleich zum Vorbefund vom Mai 2014, Befundverbesserung mit
Regredienz
der Herdbefunde und nun links- dominante
m
Herdbefund.
-
Pneumokokken-Meningitis
, April
2014
-
Manifestation mit Kopfschmerzen,
Vomitus
, Fieber, Husten und seriel
len epileptischen Anfällen am 2
1.
April 2014
-
Frontobasisrevision
mit Fettplombe aus dem rechten Oberschenkel, neue
Pala
coplastik
und Einlage einer Lumbaldrainage (
fecunt
Dr.
med.
E._
/
Dr.
med. F._
) bei
Rhinoliquorrhoe
am
7.
Juli 2014
-
Diagnosen im Verlauf: subakutes subdural Hämatom
fronto
-
parieto
-temporal links sowie frontal rechts
-
klinisch: therapieresistente Kopfschmerzen und mehrmaliges Erbre
chen
-
cCT
vom 1
5.
Juli 2014: massives subdural Hämatom
fronto
-
parieto
-temporal links sowie frontal rechts
-
Status nach notfallmässiger Bohrlochtrepanation und
Hämatome
va
kua
tion
links am 1
5.
Juli 2014
Unter Punkt 1.6 notierte
Dr.
C._
, die Beschwerdeführerin sei seit April 2014 bis auf weiteres als Küchenhilfe zu 30 bis 40
%
arbeitsunfähig
(
Urk. 8/25/6;
wohl gemeint: arbeitsfähig
, vgl.
hierzu
Ziff.
1.7 von
Urk.
8/25
).
Eine vermin
derte Leistungsfähigkeit bestehe wegen der psychomotorischen Verlangsamung und den neurokognitiven Defiziten (Urk. 8/25/7).
Zur Frage
(
Ziff.
1.7)
, welche
körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen in der bisherigen Tätig
keit bestünden,
wurde festgehalten
: „psychomotorisch ver
langsamt, mittel
gradige Beeinträchtigungen in
attentionalen
(selektive, fokus
sierte Aufmerk
sam
keit und Konzentration, leichte Verlangsamung) und exekuti
ven
Teilfunk
tionen
(Interferenzkontrolle, kognitive Umstellfähigkeit und Flexi
bilität, seman
tische Wortflüssigkeit), erhöhte Müdigkeit, Erschöpfung und
Schmerzsympto
matik
(Kopf-, Rücken- und Knieschmerzen)“
(
Urk.
8/25/6)
.
3.4
Am 2
8.
April 2015 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt. Im Abklärungsbericht vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
8/2
7
) hielt die Abklärungsperson
G._
, in Anwesenheit
der jüngsten
Tochter der Beschwerdeführerin, welche als Übersetzerin waltete, fest, die Beschwerde
führerin habe angegeben,
dass es ihr besser gehe. Im März 2015 sei noch eine Kontrolle durchgeführt worden, welche gute Werte ergeben habe. Sie ermüde immer noch schnell, sei aber langsam wieder daran, sich im Alltag zu inte
grieren und ihre Aufgaben wahrzunehmen. Natürlich sei sie immer noch schwach und benötige Pausen, aber im Gegensatz zum Vorjahr sei eine gut erkennbare Besserung eingetreten. Seit dem grossen Anfall während der Hirn
hautentzündung (April 2014) habe sie keinen wirklichen Epilepsieanfall mehr
gehabt. Die Dosis der Epilepsiemedikamente habe man von 1000mg auf 750mg gesenkt, damit die Müdigkeit besser werde. Falls möglich, werde man die Dosis noch weiter reduzieren. Teilweise leide sie
unter Rückenschmerzen im
Lenden
bereich
, weshalb sie nicht lange stehen könne. Der rechte Oberschenkel, wo man die Fettplombe entnommen habe, sei am Anfang sehr schmerzhaft gewe
sen, nun sei es nur noch schlimm, wenn sie lange auf dem Bein stehe. Bücken könne
sie sich
nicht, weil sonst die Stirn anschwelle und es ihr schwindelig werde
(
Urk.
8/2
7
/2). Sie habe seit April 2014 nicht mehr gearbeitet. Ihre letzte Anstellung sei ihr gekündigt worden.
Ihr Ehemann habe seit 2010 nicht mehr gearbeitet. Er sei damals an der linken Schulter
operiert worden und habe zu
nächst Krankentaggelder bezogen und sei später arbeitslos gewesen. Nach eini
ger Zeit habe er sich auch die rechte Schulter operieren lassen müssen. Seit die Arbeitslosenka
sse nicht mehr zahle, seien die Beschwerdeführerin und ihr Ehe
gatte
teilweise vom Sozialamt abhängig. Das Einkommen der Beschwerdeführe
rin
werde jeweils von den Leistungen abgezogen
. Man erhalte
nur ca.
Fr.
200.-- bis
Fr.
300.-- vom Sozialamt. Das Sozialamt bezahle aber auch einen Teil an die Miete und die Krankenkasse für die
Beschwerdeführerin und ihren Ehegat
ten
.
Die jüngste Tochter sei Pharmaassistentin im 100%-Pensum und
trage
mo
nat
lich
Fr.
950.--
bei
. Die älteren drei Kinder lebten nicht mehr zuhause (
Urk.
8/2
7
/3).
Die
jüngste
Tochter berichte, dass die
Firma
Y._
Ende des Jahres 2012 von der
Z._
übernommen worden sei
. Damals habe die Be
schwer
deführerin noch 65
%
gearbeitet. Weil aber die Firma Um
strukturierungen vor
genommen habe und die Beschwerdeführerin
teilweise we
gen ihrer Erkran
kung
gefehlt habe
, habe man ihr einfach gesagt, dass sie nur noch 50
%
arbei
ten könne. Sie habe einen neuen Arbeitsvertrag erhalten, ohne dies selber zu wollen. Wenn sie gesund wäre, würde sie gerne wieder 65
%
ar
beiten. Früher habe sie auch 100
% gearbeitet, dies beispielsweise als Zimmer
mädchen bei
H._
von Mai 2007
bis
Dezember 2008
, wobei sie
nur ca.
Fr.
3'OOO.
--
verdient
habe
. Auch dort
sei
das Personal reduziert
worden
und sie habe den Job verloren
. Es sei ihr
auch zu streng
gewesen
. Da
ihr
Sohn bei der
Y._
gearbeitet ha
be
,
habe sie
die Arbeitsstelle mit
einem
65
%-Pensum erhalten
.
Die Abklärungsperson hielt sodann fest, die Angaben der Be
schwerdeführerin seien nachvollziehbar und könnten übernommen werden. Dass sie bei guter Gesund
heit ein noch höheres Pensum erfüllen würde, sei nicht nachvollziehbar, da die
Beschwerdeführerin
weder
Bemühungen unter
nommen habe, als sie im Jahr 2008
die Anstellung
im 100%-Pensum
verloren habe,
noch
als der Ehemann 2010 nicht
mehr gearbeitet habe. Die Reduktion auf 50
%
sei teilweise
gesundheits
bedingt
, teilweise aber auch aus wirtschaftli
chen Gründen erfolgt. Dennoch müsse berücksichtigt werden, dass die Be
schwerdeführerin aufgrund der gesund
heitlichen Einschränkung zurückgestuft worden sei, was bei guter Gesundheit allenfalls nicht geschehen wäre. Die 65%ige Erwerbstätigkeit bei guter Gesund
heit sei realistisch (
Urk.
8/2
7
/4).
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwer
de
führerin in der Folge als zu 65
%
im Erwerbsbereich und zu 35 % im Aufga
ben
bereich tätig (
Urk.
8/27/9).
Die Abklärungsperson notierte die konkreten Aufgabenbereiche, deren
prozen
tuale
Gewichtung und die jeweiligen Einschränkungen und kam zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei im Haushalt
total zu 12,7
%
eingeschränkt
(Urk.
8
/
27
/
9
).
4.
4.1
In medizinischer Hinsicht ist insbesondere die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
führerin in einer angepassten Tätigkeit umstritten.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin verwies in der Beschwerdeantwort (Urk. 7) zur Begrün
dung ihrer Auffassung, wonach die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätig
keit als Küchenhilfe zu 35 % und in einer angepassten Tätigkeit – entgegen ihren Angaben in der angefochtenen Verfügung – zu 50 % (statt zu 35 %) arbeits
fähig sei, auf den von ihr eingeholten Bericht von Dr.
C._
von der Klinik für Neurologie des
A._
vom 9. März 2015 (Urk. 8/25/1-10; vgl. E. 3.3) sowie auf die - diesem Bericht beigelegten - Berichte der Klinik für Neurologie des
A._
vom 1. Oktober 2014 betreffend die neuropsychologische
Verlaufs
kontrolle
mit Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowie vom 27.
Oktober
2014 betreffend die Kontrolle in der Sprechstunde der Abteilung für
Epileptologie
und EEG (Urk. 8/25/11-17).
4.2.2
Es trifft zu, dass Dr.
C._
im Bericht vom 9. März 2015 zur ihm von der Beschwerdegegnerin unter Ziffer.
1.7 unterbreiteten Frage nach der Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit keine Angaben gemacht hat. Ausserdem hat er sich auch zum zeitlichen Rahmen, in welchem Arbeiten, die ihr unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkung
en in behinderungsangepasster Tätigkeit noch zumutbar sind, nicht geäussert. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass im – dem Bericht vom 9. März 2015 bei
ge
legten und darin unter den Titeln „Anamnese“ und „Ärztlicher Befund“ (Urk. 8/25/4-6) wiedergegebenen - Bericht der Neurologischen Klinik des
A._
vom 1. Oktober 2014 betreffend die gleichentags durchgeführte neuropsycholo
gische Untersuchung festgehalten worden war, dass aus neuropsychologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Küchenhilfe aktuell auf
grund der
attentionalen
und exekutiven Beeinträchtigungen in der Bewältigung von anfordernden Aufgaben und der erhöhten Müdigkeit, Erschöpfung, und Schmerzsymptomatik zu weniger als 50 % gegeben sei. Da eine Anstellung zu weniger als 50 % als Küchenhilfe am gegenwärtigen Arbeitsplatz aber nicht möglich sei, seien wohl andere berufliche Alternativen auszudenken. Vorstellbar wäre eine Routinetätigkeit mit geringer körperlicher Belastung und ohne Einsatz von Computern, die dann zu höchstens 50 % ausgeübt werden könnte (Urk.
8/25/17). Im - von Dr.
C._
mitunterzeichneten, seinem Bericht vom 9.
März
2015 ebenfalls beigelegten und darin unter den genannten Titeln aus
zugs
weise wiedergegebenen - Bericht vom 27. Oktober 2014 war sodann unter dem Titel „Beurteilung“ unter anderem bemerkt worden, dass angesichts des
aktuell im Normbereich liegenden Medikamentenspiegels vorerst die Fortfüh
run
g der Therapie mit
Tegretol
und
Keppra
in unveränderter Dosierung vereinbart worden sei. Allenfalls sei im weiteren Verlauf eine weitere Reduktion der
Keppra
-Dosis um 250mg zu diskutieren. Es seien die in der neuropsycholo
gi
schen Untersuchung nachgewiesenen mittelgradigen
attentionalen
und exeku
tiven Beeinträchtigungen mit der Beschwerdeführerin diskutiert worden. Die Arbeit als Küchenhilfe könne aus neuropsychologischer Sicht am ehesten nicht weitergeführt werden. Der Sozialdienst des
A._
werde daher beauftragt, der Beschwerdeführerin bei der Suche nach einer alternativen Arbeit mit 30 bis 40 %, bis maximal 50 % Beschäftigung (ohne körperliche Belastung und ohne Einsatz von Computern) zu helfen. Eine Verlaufskontrolle mit EEG in der Sprech
stunde der Abteilung für
Epileptologie
und EEG sei in fünf Monaten vorgesehen (Urk. 8/25/13-14).
4.2.3
Aus den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung vom 28.
April
2015 ist zu schliessen, dass die angekündigte Verlaufskontrolle im März
2015 stattfand (Urk. 8/27/2). Ärztliche Angaben betreffend diese Kon
trolle liegen zwar nicht vor. Die Beschwerdeführerin selbst gab jedoch an, dass diese gute Werte ergeben habe. Ausserdem äusserte sie, dass im Gegensatz zum Vorjahr eine gut erkennbare Besserung eingetreten sei (Urk. 8/27/2; vgl. E. 3.4).
4.2.4
Aufgrund der besagten übereinstimmenden ärztlichen Angaben in den Berich
ten der Neurologischen Klinik des
A._
vom 1.
und 27. Oktober
2014 kann zu
min
dest mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit als erstellt gelten, dass in einer angepassten Tätigkeit seit dem 27. Oktober 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestand. Ob die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung vom 28. April 2015 beschriebene Besserung ihres Gesundheitszustandes auch zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führte, kann vorliegend offen bleiben. Denn wie die nach
fol
genden Ausführungen zeigen, resultiert auch dann kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad, wenn von einer seit Oktober
2014 andauernden 50%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen wird.
4.2.5
Soweit Dr.
C._
der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit seit April 2014 eine 30 bis 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte, ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin erst seit dem 27. Oktober 2014 bei ihm in Behandlung steht (Urk. 8/25/2). Die vorbehandelnde Ärztin Dr.
B._
hatte ihr nach der Manifestation der Meningitis am 21. April
2014 echtzeitlich jeweils eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Da Dr.
C._
seine davon abweichende retrospektive Einschätzung nicht begründet hat, ist dieser kein höherer
Beweis
wert
zuzuerkennen als der zwar ebenfalls nicht begründeten, aber echtzeitlichen Einschätzung von Dr.
B._
in den genannten ärztlichen Zeugnissen (vgl. E. 3.1).
Für die bisherige Tätigkeit ist daher vom 21. April bis 26. Oktober 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und – erst – ab dem 27. Oktober 2014 eine 30 % bis 40%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen.
4.3
Der Bericht von Hausarzt Dr.
D._
an die Beschwerdegegnerin vom 14. Dezem
ber
2014 (vgl. E.
3.2) steht den vorstehenden Schlussfolgerungen schon
deshalb nicht entgegen, weil er darin angab, er habe die Beschwerdeführerin zuletzt am 16. Dezember 2013 untersucht; sie stehe momentan in
Dauer
be
hand
lung
im
A._
(Urk. 8/17/1-2). Nicht nachvollziehbar erscheint auch seine Ein
schätzung, wonach die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit seit 2003 durchgehend zu 60 % arbeitsunfähig (gewesen) sei. Wie dargelegt, hatte die im
Juni
2003 durchgeführte neuropsychologische Untersuchung lediglich Auffällig
keiten in den exekutiven Funktionen (figurale Ideenproduktion mit
Persevera
tions
tendenz
und Regelbrüchen) ergeben und war die Beschwerdeführerin seit Mitte 2008 anfallsfrei (vgl. E. 3.1). Gemäss Aktenlage war sie sodann von Mai 2007 bis Dezember 2008 vollzeitlich als Zimmermädchen (Urk. 8/11 und Urk.
8/27/4) und ab Mai 2009 zu 65 % als Küchenhilfe tätig, wobei sie laut den Angaben der
Z._
vom 5. Dezember 2014 im Fragebogen für
Arbeitgebende
im
Jahr 2013 lediglich vom 26. bis 27. Juni sowie vom 10. bis 19. Juli
krankheits
bedingt
ausgefallen war (Urk. 8/14/3-4]).
5.
5
.1
Strittig und zu prüfen ist sodann die für die Wahl der Methode der
Invali
di
tätsbe
messung
ausschlaggebende Statusfrage (E. 1.
4
)
.
5.2
5.2.1
Der Abklärungsbericht
vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
8/27)
wurde durch eine speziali
sierte Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin verfasst. Er gibt einleitend die anlässlich des Abklärungsgespräches vom
2
8.
April 2015
seitens der Beschwer
deführerin geklagten Beschwerden wieder. Es folgen Angaben zur beruflichen Situation der Beschwerdeführerin, zum Zeitpunkt und den Gründen für die Reduktion der Erwerbstätigkeit, zur Frage, ob und in welchem Umfang ohne
Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt würde (Statusfrage), zur finanziellen
Situation sowie zu den Wohnverhältnissen und den von ihr im Haushalt zu verrichtenden Aufgaben. Anschliessend wurden die Auskünfte der Beschwer
de
führerin zur Frage nach allfälligen Einschränkungen im Haushalt protokol
liert. Die Schlussfolgerungen der Abklärungsperson erscheinen plausibel und stehen in Übereinstimmung mit den an Or
t und Stelle erhobenen Angaben.
Der
Abklä
rungsbericht
vom
1
5.
Mai 2015
erfüllt somit die Anforderungen an
be
weistaug
liche
Abklärungsberichte (vgl. E.
1.5
).
5.2.2
Gemäss Abklärungsbericht
hat
die Beschwerdeführerin respektive deren Tochter im Rahmen der Abklärung angegeben, dass sie, w
enn sie gesund wäre, gerne wieder
zu
65
% arbeiten
würde.
Ende 2012
hat sie denn auch gemäss ihren Aus
sagen
in einem
65%
-Pensum und nach der
Firme
nübernahme
und erfolgter Änderungskündigung
noch
zu
50
%
gearbeitet
.
Die Beschwerdeführerin gab in diesem Zusammenhang an, f
rüher auch
zu
100
% gearbeitet
zu haben
, dies beispielsweise als
Zimmermädchen von Mai
2007 bis D
ezember 2008, wobei sie auch diesen Job aufgrund einer Reduktion des
Perso
nals verloren
habe; das 100%-Pensum sei ihr
jedoch
auch zu streng gewesen
(
Urk.
8/27/4)
.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist den von der versicherten Person im Rahmen einer Haushaltabklärung gemachten „Aussagen der ersten Stunde“, da noch nicht von versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt, erhöhtes Gewicht beizumessen (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hin
weis). Es liegen keine Hinweise dafür vor und wurde von der Beschwerdeführe
rin auch nicht geltend gemacht, dass sie nicht in der Lage war, die ihr anlässlich der Haushaltabklärung vom
28. April 2015
gestellte Statusfrage einwandfrei zu
erfassen. Die laut Abklärungsbericht von der Beschwerdeführerin dazu ge
mach
ten Angaben wurden ausführlich protokolliert. Anhaltspunkte dafür, dass die
Abklärungsperson ihre
Angabe, wonach sie, wenn sie gesund wäre, gerne wieder
zu 65 % arbeiten würde,
falsch pro
tokolliert haben könnte, bestehen nicht. Auch ist nicht ersichtlich, dass die
Ab
klärungsperson
die
se
Äusserung
der Be
schwerdeführerin willkürlich interpre
tiert haben könnte.
Zudem ist – wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt –, für die Wahl der anwendbaren Bemessungsmethode nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der bestehenden fi
nan
ziellen Verhältnisse als notwendig erscheint, sondern
ob
sie unter den gege
be
nen Umständen als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts I 160/02 vom 19. August
2002, E. 2.2). Lediglich der Hinweis auf die wirtschaftliche Situation genügt somit
nicht, um die Vermu
tung einer vollen Erwerbstätigkeit zu begründen.
Gemäss Abklärungsbericht arbeitet der Ehemann der Beschwerdeführerin seit 2010 nicht mehr. Er sei damals an der linken Schulter operiert worden, habe zuerst Taggeld bezogen und sei seither arbeitslos gewesen. Vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 habe er eine befristete IV-Rente bezogen, das weitere Leistungsbegehren sei im September
2014 abgewiesen worden. Seit die Arbeits
losenkasse nicht mehr bezahle, würden die Beschwerdeführerin und ihr Ehe
mann vom Sozialamt unterstützt (Urk. 8/27/3-4; vgl. Urk. 3 [Unterstützung durch
das Sozialamt seit Dezember
2014]). Trotz der bereits damals unsicheren
Einkom
menslage
hat die Beschwerdeführerin, nachdem ihr von der
Z._
per 1. Septem
ber 2013 eine Reduktion des (seit Mai 2009 versehenen [Urk. 8/12/3]) Pensums von 65 % auf 50 % aufgezwungen worden war (vgl. Änderungs
kün
di
gung vom 29. Juli 2013, Urk. 8/1/3), keine Anstalten unternommen, ihr Pen
sum wieder aufzustocken.
Im Weiteren war die Beschwerdeführerin zwar offenbar von Mai
2007 bis Dezem
ber 2008 in einem Vollzeitpensum als Zimmermädchen tätig. Diesen Job hat sie laut ihren Angaben aber verloren, weil das Personal reduziert wurde. Wohl äusserte sie, dass es ihr auch zu streng gewesen sei. Aus dieser Angabe allein kann aber nicht geschlossen werden, dass ihr ab 2009 ein 100%iges Pensum objektiv nicht mehr zumutbar war (vgl. auch E. 3.1 und E. 4.3).
Mangels konkreter Hinweise ist daher nicht anzunehmen, dass die Beschwer
de
führerin im Gesundheitsfall ein höheres als ein 65%iges Pensum versehen hätte.
5.3
Nach dem Gesagten ist
mit dem im Sozial
versicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, dass die Beschwer
de
führerin ohne Gesundheitsschaden auch heute noch einem 65%-Pensum nach
gehen würde. Aufgrund der Qualifikation der Beschwerdeführerin als
Teilzeiter
werbs
tätige
mit Betätigung im Aufgaben
bereich (
Anteil
35
%
) kommt vorlie
gend die gemischte Methode zur Anwendung.
6.
6.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwer
b
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die
Inva
lidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
ben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
invalidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichte
ten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
6.2
Vorweg zu nehmen ist, dass der B
eginn des Wartejahres (vgl. E. 1.2.2
) aufgrund der vorliegenden Akten auf den 21. April 2014 festzulegen ist
(vgl. E. 3.1 und E. 4.3; zum Rentenbeginn bei Teilerwerbstätigen vgl. BGE 130 V 97)
. Bei Ablauf des Wartejahres (20.
April
2015) bestand zwar nach dem Gesagten in d
er bis
herigen Tätigkeit
während 6,2 Monaten (21. April bis 26. Oktober 2014) eine 100%ige und während 5,8 Monaten (27. Oktober 2014 bis 20. April 2015) eine 35%ige Arbeitsunfähigkeit, was einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit wäh
rend des Wartejahres von 68.58 % (= [6,2 x 100 % + 5,8 x 35 %] : 12) resp. einem gewichteten Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätig
keit von 44.57 % (68,58 % x 0,65) entspricht. Zudem ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin während des Wartejahres im Haushalt durchschnittlich zu
mindestens 12,7 % eingeschränkt war.
Ein Rentenanspruch würde jedoch vor
aus
setzen, dass d
ie Beschwerdeführerin ab dem 21. April 2015 weiterhin
wenigs
tens zu 40 % invalid im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG war
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 mit Hinweisen)
. Dies ist aufgrund der nachfolgenden Erwägungen nicht der Fall.
6.3
6.3.1
Hinsichtlich der Auswirkungen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich machte die Beschwerdeführerin in erster Linie geltend, ange
sichts der
psychomotorische
n
Verlangsamung und neurokognitive
n Defizite
sei die
Rest
a
r
beitsfähigkeit
gar nicht verwertbar
,
da es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt für eine Hilfsarbeiterin im 30%-Pensum mit diesen Einschränkun
gen keine verfügbaren Stellen
gebe, zumal auch das fortgeschrittene Alter und die fehlenden Deutschkenntnisse berücksichtigt werden müssten (Urk. 1 S. 4-5).
6.3.2
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstra
kter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struk
tur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre rest
liche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S.
321 E.
3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E.
3.2). An die Kon
kretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind
praxis
ge
mäss
nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des
Invaliditäts
grades
gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzu
stellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeits
kraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S.
290 f. E.
3b;
Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004
, I 285/99 vom 13.
März
2000 und U 176/98 vom 17.
April
2000). Der aus
geglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent
gegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundes
gerichts 9C_95/2007 vom 29.
August
2007 E.
4.3 und 9C_98/2014 vom 22.
April
2014 E. 3.1, je mit Hinweisen
).
6
.3
.3
Das
seitens der Klinik für Neurologie
(
Urk.
8/25) formulierte Anforderungsprofil für eine
– der Beschwerdeführerin nach dem Gesagten (vgl. E. 4) seit dem 27.
Oktober 2014 zu 50 % zumutbare –
ange
passte Tätigkeit lautet folgender
massen:
Routinetätigkeit mit geringer kör
perlicher Belastung und ohne Einsatz von Computern.
Entgegen der Ansicht de
r
Be
schwer
deführer
in
darf vorliegend angenommen wer
den, dass auf dem hypothe
ti
schen Arbeits
markt genügend Tätigkeiten exis
tie
ren, welche d
ies
em
Anforde
rungsprofil
ent
sprechen.
Es gibt in Industrie und Gewerbe
einfache Hilfsarbeiten, die
den obigen Anforderungen zu genügen ver
mögen, zu denken ist dabei an Kontroll- und Überwachungsarbeiten
ohne Ein
satz an Computern
. Inwie
fern
solche
Überwachungs- und
Kontrollarbeiten nicht zumut
bar sind, ist nicht ersichtlich und wird vo
n der
Beschwerdeführer
in
nicht begründet. Es ist diesbezüglich
nicht
von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzu
mut
baren Einsatzmöglichkeiten auszuge
hen.
Es
kann
keineswegs
gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli
chene Ar
beitsmarkt praktisch
nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entge
genkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen er
scheint (
statt vieler:
Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom 9. Oktobe
r 2009 E. 5.5 mit Hinweisen;
ZAK 1989 S.
322 E. 4a).
Das Alter der (1965 geborenen) Beschwerdeführerin sowie die fehlenden Deutschkenntnisse stehen der Verwertbarkeit der
Restarbeits
fähig
keit
in einer einfachen Hilfsarbeit ebenfalls nicht entgegen.
6.4
6.
4
.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
6.
4.2
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B.
geringe Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse,
beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditäts
bemessung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kommensniveau
begnügen
wollte
. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum
mass
gebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne
von BGE 134 V 322 E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er min
des
tens 5
%
vom branchenüblichen Tabellenlohn
der Lohnstrukturerhebung (LSE)
abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
6.
4.3
Beim Einkommensvergleich stützte sich die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des
Valideneinkommens
auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Be
schwerdeführerin, de
r
Z._
, wo die Beschwerdeführerin
nach der
Firmen
übernahme
Ende
2012
zunächst
weiterhin
in einem 65%-Pensum
und
ab 1.
September
2013
in einem 50%-Pensum
als Betriebsmitarbeiterin in einem
Personalrestaurant gearbeitet hatte
.
Die ehemalige Arbeitgeberin
meldete
der Beschwerdegegnerin
für das Jahr 20
14
einen
Monatslohn
von Fr.
1‘797.60
, ent
sprechend einem 50%-Pen
sum
(
Urk.
8/14/2). Dem Arbeitsvertrag vom 1
4.
Dezem
ber 2012 ist zu entneh
men, dass die Beschwerdeführerin
bis
1. September 2013
monatlich
Fr.
2‘336.90 erzielt hatte, dies bei einem 65%-Pensum (
Urk.
8/1).
Gestützt auf diese Angaben
bemass die Beschwerdegegnerin das
Validenein
kommen
mit
Fr.
30‘379.70
(
Fr.
2‘336.90 x 13
).
Dazu ist zu bemerken, dass gemäss Aktenlage die
Z._
das Arbeitsverhältnis wegen „Betriebsübergabe per 31. Dezember 2014“ gekündigt hat (Urk. 8/14/1; vgl. Urk. 8/1/4 und Urk. 8/27/3). Da die Beschwerdeführerin demnach die Stelle bei der
Z._
aus invaliditätsfremden Gründen verloren hat, ist das
Validenein
kommen
nicht auf der Grundlage des dort erzielten Einkommens zu berechnen. Vielmehr sind die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen, wobei mit Blick auf die bisher von der Beschwerdeführerin versehenen Tätigkeiten der standardisierte Monatslohn für in der Branche „Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie“ im Kompetenzniveau 1 tätige Frauen gemäss LSE 2012 TA1 Ziffer 55-56 von
Fr. 3‘665.-- heranzuziehen ist. Unter Berücksichtigung der im Jahr 2012
betriebs
üblichen
Wochenarbeitszeit in dieser Branche von 42,4 Stunden (
vgl. Bundes
amt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
) resul
tiert ein Jahreseinkommen 2012 von Fr. 46‘618.80 für ein Pensum von 100 %
und ein solches von Fr. 30‘302.20 (0,65 x Fr. 46‘618.80) für ein Pensum von 65
%
. Bei Aufrechnung der seitherigen Nominallohnerhöhung
(Indexstand 2630 [2012] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnin
dex
, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Rea
l
löhne, 1976-2015, Frauen) ergibt sich für das Jahr 2015 (Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns [Art.
29 Abs.
1 IVG]) ein hypothetisches
Validenein
kommen
von Fr. 30‘974.40.
6.4.4
Das von der Beschwerdeführerin im Jahr 2012 mit einem Pensum von 65 % bei der
Z._
tatsächlich erzielte Einkommen belief sich nach dem Gesagten auf Fr. 30‘379.90 und lag somit leicht über dem ermittelten branchenüblichen
Tabel
lenlohn
2012 für ein Pensum von 65 % von Fr. 30‘302.20. Zwar wird bei Frauen Teilzeitarbeit vergleichsweise eher besser
entlöhnt
als eine
Vollzeitbe
schäftigung
. Davon, dass das von der Beschwerdeführerin erzielte Einkommen deutlich unter dem branchenüblichen Lohn lag, kann aber jedenfalls nicht die Rede sein. Eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist daher – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht angezeigt.
6.5
6.5.1
Dass
die Beschwerdegegnerin zur Bemessung des Invalideneinkommens das standardisierte monatliche Einkommen von Fr. 4‘112.-- für weibliche Hilfskräfte gemäss LSE 2012, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, heranzog, ist
nicht
zu beanstanden.
U
nter Berücksichtigung der durchschnittlichen Ar
beitszeit im Jahr 2015 von 41,7
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statis
tik,
Betriebs
übliche
Arbeitszeit n
ach Wirtschaftsabteilungen
) sowie der
Nominallohnent
wicklung
bis ins Jahr 2015 (Indexstand 2630 [2012] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015, Frauen)
resultiert
für
eine 50%ige Tätigkeit
ein Jahreseinkommen von Fr. 26‘268.20 (Fr. 4‘112.-- x 12 : 40 x 41,7: 2630 x 2686 x 50 %).
6.5.2
Ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu Recht keinen Abzug
vom Tabellenlohn
(vgl. BGE 126 V 75)
gewährt hat, kann offenbleiben. Es würde
nämlich auch dann kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, wenn der
maximal zulässige Abzug von 25 %
vorgenommen würde.
Diesfalls
ergäbe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 19‘701.15 (= 0,75 x 26‘268.20). Bei eine
r
Erwerbseinbusse
von Fr. 11‘246.25 (= Fr. 30‘9
4
7
.40 – Fr. 19‘701.15)
würde im Erwerbsbereich (Anteil 65 %) eine Einschränkung von 36,3 % resp. ein
Teilin
validitätgrad
vom
24
% (= 0,65 x 36,4 %) resultieren.
6.6
Im Haushaltbereich (Anteil 35 %) wurde
im – den
rechtsprechungsgemässen
An
forderungen genügenden - Abklärungsbericht vom 15. Mai 2015 (Urk. 8/27)
eine Einschränkung von 12,7 % resp. ein
Teilin
validitatsgrad
von 4,45 % (12,7
% x 0,35) ermittelt, was von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt wurde und zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass gibt.
6.7
B
ei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von maximal 24 % und einem solchen im Haushaltbereich von 4,45 % resultiert ein
rentenausschliessender
Gesa
mtinvaliditätsgrad von maximal 28
%.
7.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung
im Ergebnis
als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
8.1
Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2015 wurde der Beschwerdeführerin Rechtsan
walt M.
Glavas
für das vorliegende Verfahren als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
9).
8.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind
sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unent
geltli
che
n Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
8.3
Mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2015 wurde dem unentgeltliche
n
Rechtsver
tre
ter in Aussicht gestellt, dass – sofern er keine Honorarnote einreiche – das
Ge
richt die Entschädigung nach Ermessen festlege (
Urk.
15).
Rechtsanwalt
Glavas
hat keine Honorarnote eingereicht.
Unter Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsac
he, der S
chwierigkeit des Prozesses und
des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- ist
Rechtsanwalt M.
Glavas
mit Fr.
2‘300.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
8
.4
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsver
treter ver
pflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.