Decision ID: 895c959a-490d-41bb-8d47-08dadb598ac7
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 14. Dezember 2021 in der Schweiz um
Asyl nach. Zum Beweis seiner Identität reichte er unter anderem seinen
Reisepass, die Identitätskarte, einen Führerschein und einen Berufsaus-
weis zu den Akten.
B.
Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-
Datenbank (Eurodac) ergab, dass die französischen Behörden (Ambas-
sade Français Brazzaville) ihm am 11. Oktober 2021 ein Schengen-Visum
mit einer Gültigkeit bis zum 8. April 2022 ausgestellt hatten und er am
18. November 2021 in Frankreich eingereist war.
C.
Ein am 28. Dezember 2021 an die französischen Behörden gerichtetes
Gesuch des SEM um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von
Art. 12 Abs. 2 und 3 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO) liessen die französischen Behörden unbeant-
wortet.
D.
Am 29. Dezember 2021 wurde dem Beschwerdeführer eine Rechtsvertre-
tung gemäss Art. 102f ff. AsyIG (SR 142.31) beigeordnet.
E.
Am 31. Januar 2022 wurde mit dem Beschwerdeführer das sogenannte
Dublin-Gespräch geführt und ihm das rechtliche Gehör zu einer allfälligen
Zuständigkeit Frankreichs für die Prüfung seines Asylgesuchs gewährt.
Im Rahmen dieses Gesprächs gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er
sei in Frankreich in Gefahr. Mit Hilfe eines Dritten sei er in die Schweiz
gelangt. Die Gefahr resultiere aus seiner schriftstellerischen Tätigkeit, na-
mentlich einem von ihm verfassten Buch, in welchem er kritisch über die
Regierung seines Heimatstaates berichte. Sein Anwalt habe ihn gewarnt
und ihm geraten, Frankreich zu verlassen, da die Verbindungen der Macht-
haber aus Brazzaville bis nach Frankreich reichen würden. In Frankreich
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drohe ihm Folter und Vergiftung durch kongolesische Regierungsleute.
Sein Bankkonto sei in Frankreich bereits "geräumt" worden.
F.
Am 2. Februar 2022 wurden verschiedene Auszüge aus dem Internet über
die Situation in Kongo und in Frankreich, ein USB-Stick mit weiteren Inter-
netseiten hinsichtlich der Situation in Kongo und einer Gefahr in Frankreich
sowie eine gerichtliche Einladung und eine Suchmeldung den Beschwer-
deführer betreffend zu den Akten gereicht.
G.
Am 8. Februar 2022 wurde seitens der Rechtsvertretung darum ersucht,
im vorliegenden Verfahren den Selbsteintritt auszuüben und das nationale
Asylverfahren durchzuführen. Verwiesen wurde auf die regimekritische Ar-
beit des Beschwerdeführers im Heimatstaat und den Machteinfluss aus der
Republik Kongo in Frankreich, welcher sehr gross sei. Der Anwalt des Be-
schwerdeführers im Heimatstaat habe diesem geraten, Frankreich zu ver-
lassen. Der Beschwerdeführer habe auch keinen Zugriff auf sein heimatli-
ches Konto mehr, was Frankreich zu verantworten habe. Beantragt wurden
sodann psychologische Abklärungen. Eingereicht wurden Zeitungsaus-
schnitte und Kopien von Publikationen des Beschwerdeführers.
H.
Am 11. Februar 2022 wurde ein Schreiben des heimatlichen Anwalts vom
9. Februar 2022 eingereicht.
I.
Mit Verfügung vom 3. März 2022 – eröffnet am 4. März 2022 – trat das
SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch
des Beschwerdeführers nicht ein und verfügte die Überstellung nach
Frankreich, den gemäss Dublin-III-VO für die Behandlung seines Asylge-
suches zuständigen Dublin-Staat. Gleichzeitig beauftragte es den zustän-
digen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und stellte fest, einer all-
fälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende
Wirkung zu. Dem Beschwerdeführer wurden die editionspflichtigen Akten
gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt.
J.
Am 7. März 2022 erklärte die mandatierte Rechtsvertretung die Niederle-
gung des Mandats.
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K.
Der Beschwerdeführer erhob gegen den Entscheid des SEM vom 3. März
2022 beim Bundesverwaltungsgericht mit elektronischer Eingabe (E-Mail
via die Plattform IncaMail) vom 8. März 2022 sowie mittels Übermittlung
seiner Beschwerdeschrift vom 8. März 2022 per Post (Poststempel: 8.
März 2022) Beschwerde.
Eingereicht wurde eine Kopie eines den Beschwerdeführer betreffenden
Haftbefehls vom 25. Oktober 2021 sowie das bereits zu einem früheren
Zeitpunkt zu den Akten gereichte anwaltliche Schreiben vom 9. Februar
2022.
L.
Die Instruktionsrichterin setzte mit Verfügung vom 8. März 2022 den Voll-
zug der Wegweisung einstweilen aus.
M.
Mit Zwischenverfügung vom 9. März 2022 stellte die zuständige Instrukti-
onsrichterin fest, dass die Beschwerdeeingaben vom 8. März 2022 den
Anforderungen von Art. 21a Abs. 2 respektive von Art. 52 Abs. 1 und 2
VwVG nicht genügen würden und setzte zur Beschwerdeverbesserung
Frist, verbunden mit der Androhung, bei ungenutztem Fristablauf nicht auf
die Beschwerde einzutreten.
N.
Die Eröffnung dieser Verfügung an den Beschwerdeführer erfolgte nicht,
da die Verfügung – die dem Bundesasylzentrum (BAZ) B._ durch
die Post zugestellt wurde – im BAZ nicht auffindbar war. Mit erneuter Ver-
fügung vom 29. März 2022 – zugestellt am 6. April 2022 – wurde daher
durch die Instruktionsrichterin nochmals Frist zur entsprechenden Be-
schwerdeverbesserung angesetzt.
O.
Mit Eingabe vom 8. April 2022 wurde – handelnd durch den am 7. April
2022 mandatierten Rechtsvertreter – eine entsprechende Beschwerdever-
besserung (unterzeichnete Beschwerde, Beschwerdeanträge) eingereicht.
Beantragt wurde, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und auf das
Asylgesuch sei einzutreten, eventualiter sei das Verfahren an die
Vorinstanz zur weiteren Abklärung zurückzuweisen. In prozessualer Hin-
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sicht wurde beantragt, es sei der vorliegenden Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen und die unentgeltliche Rechtspflege sei unter
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren.
Der Beschwerde beigelegt waren verschiedene Beweismittel, unter ande-
rem eine Bestätigung der «Union National du Écrivains et Artistes Congo-
lais» vom 12. Januar 2005, ein Schreiben der United Nations (UN) – Office
for Ecosoc Support and Coordination vom 13. April 2016 sowie eine Karte
der UN für die «Association Genése» vom 31. Dezember 2021.
P.
Am 13. April 2022 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsver-
treter weitere Dokumente zu den Akten, darunter verschiedene Auszüge
aus Zeitungsartikeln und sozialen Medien, die er teilweise bereits beim
SEM eingereicht hatte. Auch reichte er erneut das zuvor erwähnte Schrei-
ben des heimatlichen Anwalts vom 9. Februar 2022 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls
in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen des SEM (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG und
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die Sa-
churteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist
[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG] sind erfüllt.
1.4 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
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2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie wird
deshalb im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung ei-
nes zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111
Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summa-
rischer Begründung behandelt (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
3.3 Im Fall eines – wie vorliegend – sogenannten Aufnahmeverfahrens
(engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genann-
ten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der
Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden.
3.4 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-
nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert
und das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus hu-
manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-
VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche
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Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE
2015/9 E. 8.2.1).
4.
4.1 Gemäss Eurodac-Eintrag haben die französischen Behörden dem Be-
schwerdeführer am 11. Oktober 2021 ein Schengen-Visum mit einer Gül-
tigkeit bis zum 8. April 2022 ausgestellt. Am 18. November 2021 reiste der
Beschwerdeführer per Flug in Frankreich ein. Die französischen Behörden
haben sich zum Übernahmeersuchen nicht vernehmen lassen. Es greift die
Zustimmungsfiktion (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO). Die Zuständigkeit Frank-
reichs gemäss Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO ist damit grundsätzlich gege-
ben.
4.2 Es steht dem Beschwerdeführer frei, in Frankreich, dem für ihn zustän-
digen Mitgliedstaat um internationalen Schutz nachzusuchen. Das Bun-
desverwaltungsgericht geht in konstanter Rechtsprechung davon aus,
dass in Frankreich keine systemischen Mängel betreffend die Asyl- und
Aufnahmesituation vorliegen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
[BVGer] F-2568/2021 vom 8. Juni 2021 E. 6.2; D-1801/2021 vom 22. April
2021 S. 6 f.; D-1741/2021 vom 22. April 2021 S. 8; F-2511/2020 vom
20. Mai 2020 E. 5.2; F-1929/2020 vom 16. April 2020 E. 7.3).
4.3 Frankreich ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
4.4 Der Beschwerdeführer hat seinerseits kein konkretes und ernsthaftes
Risiko dargetan, dass die französischen Behörden in seinem Fall den er-
wähnten völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen würden.
Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dass Frankreich den Grundsatz
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des Non-Refoulement (Art. 33 FK) missachten und ihn zur Ausreise in ein
Land zwingen würde, in welchem ihm eine asylrelevante Verfolgung nach
Art. 3 Abs. 1 AsylG drohen würde. Sodann wäre es dem Beschwerdeführer
auch möglich, einen allfälligen negativen Entscheid der französischen Be-
hörden durch eine Rechtsmittelinstanz überprüfen zu lassen.
4.5 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
III-VO nicht gerechtfertigt.
5.
5.1 Auch ein Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-
VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, kommt vorliegend nicht in Be-
tracht.
5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er befürchte, bei einer Rückkehr
nach Frankreich entweder einem Anschlag auf seine Person durch Ange-
hörige der kongolesischen Regierung zum Opfer zu fallen respektive, dass
Frankreich gar mit den heimatlichen Behörden zusammenarbeite. Bei die-
sen Befürchtungen handelt es sich um eine Vermutung, die der Beschwer-
deführer in Bezug auf seine konkrete Situation nicht zu substanziieren ver-
mochte. Der Beschwerdeführer hat während seines Aufenthalts in Frank-
reich keine Kontakte zu den Behörden gehabt, kein Gesuch um internatio-
nalen Schutz gestellt und in eigener Person auch keine Erfahrungen im
befürchteten Sinn gemacht. Dass er keinen Zugriff mehr auf sein heimatli-
ches Konto hat und dieser Umstand den französischen Behörden geschul-
det sein soll, wird lediglich behauptet und weder substanziiert noch belegt.
5.3 Frankreich ist sodann ein Rechtsstaat mit einem funktionierenden Jus-
tizsystem. Das Land verfügt über Polizeibehörden, die sowohl schutzwillig
als auch als schutzfähig sind und deren Hilfe der Beschwerdeführer im
Falle einer Bedrohung durch Dritte in Anspruch nehmen könnte. Es ist nicht
davon auszugehen, dass die französischen Behörden mit den Behörden
der Republik Kongo korrumpieren. Eine andere Einschätzung ergibt sich
auch nicht im Falle des Beschwerdeführers. Die Ausführungen auf Be-
schwerdeebene und die eingereichten Beweismittel sind nicht geeignet, zu
einer anderen Einschätzung zu führen.
6.
Die Vorinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und
hat die Überstellung nach Frankreich angeordnet. Die Beschwerde ist aus
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den dargelegten Gründen abzuweisen. Die Rückweisung des Verfahrens
zum Zwecke weiterer Abklärungen kommt vorliegend von vornherein nicht
in Betracht, da der Sachverhalt vollständig erstellt ist; der entsprechende
Eventualantrag wurde denn auch nicht näher substanziiert.
7.
Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 8. März 2022 angeordnete Voll-
zugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde ist gegenstandslos geworden.
8.
8.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65
Abs. 1 und Art. 102m Abs. 1 AsylG) ist abzuweisen, da die Begehren – wie
sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu be-
zeichnen sind.
8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
8.3 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
wird mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.
9.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
(Dispositiv nächste Seite)
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