Decision ID: 0fea9e33-9067-57b4-bebc-773f503bd86d
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Reeb, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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Sachverhalt:
A.
A.a H._ absolvierte seit dem 20. April 1981 eine Lehre als Maschinenzeichner bei
der A._ und war dadurch bei der Suva unfallversichert. Am 24. November 1983
wurde er auf dem Motorrad von einem Auto angefahren und stürzte. Als Unfallfolgen
ergaben sich eine mittelschwere Hirnfunktionsstörung und Wesensveränderung durch
hypoxische Hirnschädigung bedingt, eine linksbetonte Tetraparese (in Regression
begriffen), eine ausgedehnte gelenksfunktionshemmende Myositis ossificans im
Bereich der linken Schulter und des Hüftgelenks links sowie eine konsolidierte
Femurschaft-Fraktur rechts (UV-act. 20). Die begonnene Lehre und zwei weitere Lehren
als Schreibmaschinenmechaniker und als Elektroschemazeichner brach der
Versicherte ab. Mit Verfügung vom 3. September 1986 sprach die Suva dem
Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von
85 % zu. Am 20. Dezember 1988 gewährte ihm die Suva verfügungsweise eine Rente
mit Wirkung ab 1. April 1988 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 15 % und
eines versicherten Verdienstes von Fr. 32'277.--. Der Erwerbsunfähigkeitsgrad wurde
im Einspracheverfahren auf 20 % erhöht (UV-act. 96).
A.b Im Juni 1989 sowie im Juni 1994 erfolgten Rückfallmeldungen wegen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes (UV-act. 101, 155). Der Versicherte
arbeitete seit dem 1. Februar 1991 bei den G._ im Sekretariat. Mit Verfügung vom
4. September 1996 erhöhte die Suva den der Rente des Versicherten zugrunde
liegenden Erwerbsunfähigkeitsgrad auf 40 % (UV-act. 222). Im Nachgang zu einer
weiteren Rückfallmeldung im Dezember 1999 und Durchführung von operativen
Eingriffen erhöhte die Suva mit Verfügung vom 1. Mai 2003 den
Erwerbsunfähigkeitsgrad auf 69 %. Da die Rente der Invalidenversicherung
(Dreiviertelsrente ab 1. Juli 2004 mit Kinder- und Ehegattenrente) 90 % des
versicherten Jahresverdienstes überstieg, kam vorerst keine Komplementärrente der
Suva zur Auszahlung. Mit Erlöschen der Kinderrente der IV für die Tochter des
Versicherten ab 1. August 2007 wurde dem Versicherten eine Komplementärrente
ausgerichtet (UV-act. 235, 324, 340, 367).
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A.c Am 12. Oktober 2007 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter ein
Rentenrevisionsgesuch stellen mit der Begründung, es sei eine messbare
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes eingetreten (UV-act. 371). Mit
Vorbescheid vom 4. Oktober 2007 und später mit Verfügung vom 14. November 2007
eröffnete die IV-Stelle dem Beschwerdeführer, sie gehe unverändert von einem IV-Grad
von 69 % aus; dies mit Hinweis auf eine Koordinationsvereinbarung mit der
Unfallversicherung (UV-act. 370 Beilage, 378). In der Verfügung vom 2. November 2007
gab die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten bekannt, die Invalidenrente werde
weiterhin auf der Basis eines IV-Grades von 69 % ausgerichtet. Die Abklärungen hätten
ergeben, dass sich die Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht in
erheblichem Ausmass auf die Erwerbsfähigkeit auswirke. Daher seien die
Voraussetzungen für eine Rentenerhöhung nicht gegeben (UV-act. 373). Am 14.
Dezember 2007 eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten
verfügungsweise die Neuberechnung der Rentenleistungen nach Wegfall der
Zusatzrente der IV für die Ehefrau des Versicherten ab 1. Januar 2008 (UV-act. 383).
Die gegen die Verfügung vom 2. November 2007 erhobene Einsprache (UV-act. 382)
wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 2008 ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Reeb,
Kreuzlingen, mit Eingabe vom 19. März 2008 Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid und die Verfügung vom 2. November 2007 seien aufzuheben, und
dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente von 77 % auszurichten. Zur Begründung
führte der Rechtsvertreter aus, der Invaliditätsgrad habe sich absolut um 8 % und
relativ um 11.6 % geändert. Aber auch wenn lediglich von einer relativen Änderung von
10.4% ausgegangen werde, liege noch eine erhebliche Änderung im Sinn des
Gesetzes, der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der Lehre vor. Das
Bundesgericht verlange jeweils eine absolute Veränderung von 5 % und eine relative
Veränderung von 10 %, damit eine erhebliche Veränderung vorliege. Diese Regelung
erscheine sachgerecht und angemessen. Die Invalidenrente sei daher zu revidieren und
von 69 % auf 77 % zu erhöhen.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. April 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur
Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte
unter anderem aus, die Erhöhung der Erwerbsunfähigkeit um 7.7 % bzw. prozentual
um 11.15 % sei nicht als erheblich im Sinn von Art. 17 ATSG zu qualifizieren. Im
Rahmen einer Rentenrevision sei eine Änderung, welche unter dem (absoluten) Wert
von 10 % liege, in Anbetracht der Erheblichkeitsgrenze von 10 % für die Entstehung
des Rentenanspruchs nicht erheblich. Im weiteren sei hervorzuheben, dass der (im
Verwaltungsverfahren anerkannte) Leidensabzug von 25 % als überhöht zu qualifizieren
sei.
B.c Mit Replik vom 9. Mai 2008 bestätigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
seine Anträge und Ausführungen.

Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Wie bei der Neuanmeldung (BGE 130 V
71) ist auch bei der Rentenrevision (auf Gesuch hin oder von Amtes wegen) zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 Erw. 5). Zum Vergleich heranzuziehen ist der Sachverhalt zur Zeit der streitigen
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Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2; ZAK 1984 S. 350 Erw. 4a; ZAK 1987 S. 36)
bzw. des Einspracheentscheids.
1.2 Kreisarzt Dr. med. B._ kam im Bericht vom 26. November 2002 zum Schluss,
seitens des Bewegungsapparates sei die Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit gegenüber
1986 unverändert, d.h. es kämen nur leichte körperliche Belastungen in Frage. Die
Arme könnten in den Schultergelenken nur unterhalb der Horizontalen eingesetzt
werden. Langes Gehen und Stehen sei ungünstig, desgleichen Tätigkeiten auf
unebenem Gelände, auf Leitern oder Gerüsten. Ideal sei aus der Sicht des
Bewegungsapparates eine leichte wechselbelastende körperliche Tätigkeit. Die
neuropsychologischen Ausfälle würden zu Einbussen bei der Gedächtnisleistung und
der Konzentration führen. Die Ermüdbarkeit und der dadurch bedingte Leistungsabfall
habe seit einigen Jahren zu einem Halbtageseinsatz geführt (UV-act. 310). Eine
neuropsychologische Abklärung in der Rehaklinik Bellikon ergab gemäss Bericht vom
13. Februar 2003 unter anderem, verglichen mit den früheren neuropsychologischen
Untersuchungen, insbesondere jener vom 29. Juli 1994, sei der Gesamtzustand kaum
verändert (UV-act. 319). Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, berichtete am 4.
Dezember 2003, im Sommer habe sich eine Schmerzexazerbation im Bereich der
Schulter ergeben. Der Arm könne funktionell kaum eingesetzt werden (UV-act. 337).
Am 30. Dezember 2004 bestätigte Dr. med. D._, FMH Allgemeinmedizin, einen
verschlechterten Gesundheitszustand. Der Beschwerdeführer klage über ständige
Schmerzen in der linken Schulter (UV-act. 346, 348). Eine Begutachtung im Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH), Zürich, ergab gemäss Bericht vom
31. Mai 2006 die Zumutbarkeit einer sehr leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeit mit
Einsatz des linken Arms als Hilfshand theoretisch halbtags mit zusätzlich vermehrten
Pausen von einer Stunde. Aus psychiatrischer Sicht hielten die Ärzte der Klinik Gais im
Bericht vom 9. März 2007 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
leichte neuropsychologische Funktionsstörung im Sinn eines organisch-
anamnestischen Syndroms sowie eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion fest. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in
jeder leichten Tätigkeit. Zumutbar seien leichte Tätigkeiten mit geringer kognitiver und
psychischer Belastung während vier bis fünf Stunden pro Tag mit regelmässigen
kurzen Pausen. Als interdisziplinären Konsens hielten die Gutachter des AEH am 5.
April 2007 fest, dem Beschwerdeführer sei eine körperlich sehr leichte und vorwiegend
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sitzende Tätigkeit mit Einsatz des linken Arms als Hilfshand und geringer kognitiver und
psychischer Belastung halbtags mit zusätzlich um eine Stunde vermehrten Pausen
zumutbar (UV-act. 370 Beilagen). Der RAD-Arzt E._ schloss daraus, dass (bei einer
Arbeitsfähigkeit von drei Stunden pro Tag) eine messbare Verschlechterung des
Gesundheitszustands seit 2004 objektiviert sei. Er schlug vor, den Zeitpunkt der
Verschlechterung ca. ein halbes Jahr nach der letzten Rentenrevision anzusetzen, also
auf Anfang 2005 (UV-act. 370 Beilagen). Am 14. und 17. September 2007 berichtete
Dr. med. F._, Orthopädie am Rosenberg, über einen Untersuch des
Beschwerdeführers (UV-act. 376f).
2.
2.1 Aufgrund der medizinischen Akten ist als belegt zu erachten, dass sich seit der
letzten, auf den 1. Mai 2003 erfolgten Erhöhung des IV-Grads auf 69 % (UV-act. 324)
beim Beschwerdeführer eine gesundheitliche Verschlechterung ergeben hat. Die
Beschwerdegegnerin legte im Zusammenhang mit der streitigen Rentenrevision das
Valideneinkommen auf der Basis des Einkommens fest, welches der Beschwerdeführer
ohne Eintritt des Unfalls als Maschinenzeichner im Jahr 2007 hätte verdienen können
(Fr. 73'557.--). Das Invalideneinkommen ermittelte sie auf der Grundlage des
Zentralwerts für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben beschäftigten Männer im
privaten Sektor gemäss LSE 2006 TA1 und errechnete für 2007 ein Jahreseinkommen
von Fr. 60'144.--; diesen Betrag reduzierte sie wegen der 50 %-Einschränkung mit
zusätzlich einstündiger Pause um insgesamt 62 % und berücksichtigte sodann einen
Leidensabzug von 25 %. Wenn die Beschwerdegegnerin nunmehr in der
Beschwerdeantwort den Leidensabzug (im Sinn eines Eventualstandpunktes) als
überhöht qualifiziert, so ist festzuhalten, dass gemäss Gutachten des AEH dem
Beschwerdeführer eine körperlich sehr leichte und vorwiegend sitzende Tätigkeit mit
Einsatz des linken Armes nur als Hilfshand und geringer kognitiver und psychischer
Belastung halbtags mit zusätzlich um eine Stunde vermehrten Pausen zumutbar ist
(UV-act. 370 Beilagen). Dabei handelt es sich um ganz beträchtliche Einschränkungen
sowohl in somatischer als auch psychischer Hinsicht, welche eine entsprechende
Akzeptanz und Rücksichtnahme des Arbeitgebers sowie Flexibilität des Arbeitsplatzes
voraussetzen und sich daher auf dem für den Beschwerdeführer in Betracht
kommenden Arbeitsmarkt in lohnmässiger Hinsicht erheblich auswirken dürften. Es
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trifft zwar zu, dass die Pausenbedürftigkeit bereits im zumutbaren Pensum
Berücksichtigung fand (act. G 3 S. 4 mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Dezember
2002 [U 200/01] i/S A., Erw. 4.2.3). Jedoch ist zu beachten, dass gerade die
Notwendigkeit des Einschaltens von Pausen die in Betracht kommenden Arbeitsplätze
zusätzlich einschränkt und sich zudem lohnmindernd auswirken dürfte. Der
Beschwerdeführer ist soweit ersichtlich überdies in somatischer (körperlich sehr leichte
Tätigkeit; linke Hand nur als Hilfshand) und psychischer Hinsicht erheblich stärker
beeinträchtigt als die betroffene Person im erwähnten Urteil U 200/01. Sodann ist - bei
einer Arbeitsfähigkeit von 38 % - neben dem eigentlichen Leidensabzug ein
Teilzeitabzug vorzusehen (vgl. Urteil des EVG vom 4. Oktober 2007 i/S G. [I 793/06]
Erw. 2.2). Es besteht daher im Ergebnis kein Anlass, von dem auch von der
Beschwerdegegnerin zugestandenen Abzug von insgesamt 25 % abzurücken. Nach
Berücksichtigung dieses Leidensabzuges resultiert ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 17'141.--. Die Gegenüberstellung der beiden Einkommen
ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von (aufgerundet) 77 % (UV-act. 375; act. G 3 S. 3). Von
diesem Wert ist nachstehend auszugehen.
2.2 Streitig ist, ob es sich bei der Erhöhung des Erwerbsunfähigkeitsgrads von 69 %
auf 77 % um eine erhebliche Änderung im Sinn von Art. 17 ATSG handelt. Nach der
Rechtsprechung in der Invalidenversicherung kann auch eine geringfügige Änderung
des Sachverhalts Anlass zu einer Revision der Rente geben, sofern sie zu einer Über-
oder Unterschreitung eines Schwellenwertes führt (BGE 133 V 545 Erw. 6 mit
Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Die Revision betrifft Änderungen in den
persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (gesundheitliche Umstände,
erwerbliche Faktoren). Geringfügige Änderungen statistischer Daten führen dagegen
nicht zu einer Revision von Invalidenrenten, selbst wenn durch solche Veränderungen
ein Schwellenwert über- oder unterschritten wird (BGE 133 V 545 Erw. 7). Konkret ist
die Änderung nicht in statistischen Zahlenverschiebungen, sondern in den persönlichen
Verhältnissen (gesundheitliche Situation) des Beschwerdeführers begründet. Die
Rechtsprechung bejahte die Erheblichkeit einer Änderung bei einer Veränderung des
Erwerbsunfähigkeitsgrads um 5 % (BGE 133 V 545 Erw. 6.2 mit Hinweis auf Urteil des
EVG vom 19. Juli 2006 i/S F. [U 267/05] Erw. 3.3). Im vorerwähnten Urteil U 267/05
(Erw. 3.3) wurde jedoch nicht nur der absoluten Änderung, sondern auch der
prozentualen Erhöhung eine Bedeutung beigemessen und die Erheblichkeit verneint,
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weil sich der Erwerbsunfähigkeit lediglich von 70 auf 74 % bzw. relativ um 5.7 %
erhöht hatte. In einem Teil der vom Bundesgericht im Urteil U 267/05 zitierten Literatur
wurde es als gerechtfertigt erachtet, die Erheblichkeit allgemein zu bejahen, wenn sich
der bisherige Invaliditätsgrad (relativ) um wenigstens 20 % ändere (Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.A., S. 392). Andere, zum Teil ebenfalls
vom Bundesgericht angeführte Literaturmeinungen beriefen sich demgegenüber auf
eine Praxis, gemäss welcher bei über 50 % liegenden Invaliditätsgraden kumulativ eine
absolute Veränderung von 5 % und eine relative Veränderung von mindestens 10 %
verlangt seien (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Rz 15 zu Art. 17 ATSG, mit Hinweis auf
Jürg Maeschi, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung, 1999, Rz
15 und 16 zu Art. 44 MVG). Im neueren Urteil (BGE 133 V 545 Erw. 6.2) wurde
allerdings A. Maurer und auch die von ihm vertretene Auffassung nicht mehr angeführt,
hingegen ausdrücklich auf die weiteren, bereits erwähnten Autoren Kieser und Maeschi
verwiesen. In Anbetracht des Umstandes, dass in der Invalidenversicherung auch eine
geringfügige Änderung des Sachverhalts mit einer absoluten Änderung des IV-Grads
von 0.25 % Anlass zu einer Revision der Rente geben kann, sofern sie nur zu einer
Über- oder Unterschreitung eines in der IV festgelegten Schwellenwertes (40, 50, 60
oder 70 %) führt (BGE 133 V 545 Erw. 6), erschiene es nicht sachlich gerechtfertigt, in
der Unfallversicherung viel strengere Anforderungen an die Erheblichkeit zu stellen.
Dabei ist insbesondere zu beachten, dass in der Unfallversicherung jedes einzelne
Erwerbsunfähigkeits-Prozent über der Eintrittsschwelle von 10 % rentenwirksam ist
(Art. 18 Abs. 1 UVG) und damit an sich ebenfalls geeignet ist, einen Schwellenwert im
Sinn von BGE 133 V 545 Erw. 6 darzustellen. Mit Blick darauf, dass in der
Unfallversicherung für den Rentenanspruch - im Sinn einer Erheblichkeitsschwelle - ein
Mindestinvaliditätsgrad von 10 % erforderlich ist, erscheint es gerechtfertigt, die untere
Grenze der relativen Veränderung für eine Revision ebenfalls mit 10 % festzusetzen.
Die Frage, ob das Urteil U 267/07 in BGE 133 V 545 Erw. 6.2 (= 9C_237/2007) falsch
zitiert wurde, wie die Beschwerdegegnerin geltend macht (act. G 3 S. 3), kann bei
diesem Ergebnis offenbleiben. Immerhin ist jedoch festzuhalten, dass das
Bundesgericht im erwähnten publizierten Entscheid sich - wenn auch nur im Rahmen
eines obiter dictum - offenbar auf eine Untergrenze von 5 % (absoluter Wert) festlegte.
Im konkreten Fall geht es um eine Zunahme der Erwerbsunfähigkeit von 8 % (absolut)
bzw. 11.59 % (relativ). Die Erheblichkeit im vorerwähnten Sinn ist damit zu bejahen und
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die Rente daher für die Zukunft (vgl. Art. 17 ATSG), d.h. im Nachgang zum
Revisionsgesuch vom 12. Oktober 2007 (UV-act. 371), auf den 1. November 2007
entsprechend zu revidieren.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 20. Februar 2008 gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. November 2007
eine revidierte Rente auf der Basis eines IV-Grads von 77 % auszurichten.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Beschwerdeführer hat
bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).
Es rechtfertigt sich, diese angesichts der konkreten Gegebenheiten auf pauschal
Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG