Decision ID: f6d7de2c-485f-4c5c-93f8-517df643b186
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1966,
Mutter von zwei 1992 und 1999 geborenen Kindern,
war seit Juni 2002
mit einem Pensum von 50 %
als
Produktionsmit
arbeiterin
und Küchenhilfe
bei der
Y._
tätig
(vgl. Urk.
7/9;
Urk.
7/13
). Am 6. Juni 2006 meldete sich die Versicherte
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 7/5). Dieses Gesuch wurde am
1
5.
Februar 2007
abschlägig entschieden (
Urk.
7
/
20
).
1.2
Nachdem der Versicherten seit dem 2
9.
Oktober 2008 eine volle Arbeitsunfähig
keit attestiert wurde (vgl. Arztzeugnisse in
Urk.
7/
21/7-13
und
Urk.
7/24/1-8
), wurde ihr die Arbeitsstelle
im April 2010
per Ende Juli 2010
gekündigt
(
Urk.
7/22
; vgl. auch
Urk.
7/32
). In der Folge
meldete sich die Versicherte
a
m
7.
Mai 2010
erneut
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an
(Urk.
7
/2
9
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Krankentaggeld
versicherung
bei (
Urk.
7/38
)
und holte bei
Dr.
med.
Z._
,
A._
,
ein p
sychiatrisch
es Gutachten ein, das am
8.
November 2011
erstattet (
Urk.
7/44
)
und am 2
0.
Dezember 2011 ergänzt
(
Urk.
7/46)
wurde
.
Am
1
5.
März 2012 erfolgte
eine psychiatri
sche Untersuchung
der Versicherten
beim Regionalen Ärztlichen Dienst
(
RAD
;
vgl. Bericht
vom
1
9.
März 2012
,
Urk.
7/50
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/55
; Urk.
7/59-60
; Urk.
7/63
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
8.
Oktober 2012
den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk.
7
/
65
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
1.
November 2012
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom 1
8.
Oktober 2012 (
Urk.
2) und beantragte
im Wesentlichen
,
diese sei aufzuheben, es sei über ihre Erwerbsunfähigkeit ein externes
polydis
ziplinäres
Gutachten erstellen zu lassen und
es sei ihr
bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab dem 2
9.
Oktober 2008 eine ganze Invalidenrente ab dem
1.
Oktober 2008
zuzusprechen (S. 2
oben
).
Die IV-Stelle
ersuchte
mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Dezember 2012
(
Urk.
6
)
um
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
1.
Februar 2013
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cher
ten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Nach
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
tätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil auf
grund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenz
bei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
set
zungen
gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
Revisions
gesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
si
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosig
keit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Ver
fügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andern
falls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuver
lässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini
sche These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschwe
ren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
che
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens da
mit, es sei weder aus somatisch rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Die zwischenzeitlich attestierten Ar
beitsunfähigkeiten seien im Rahmen von akutmedizinischen
Massnahmen ein
zu
ordnen, ohne dabei die Anforderung der IV-relevanten
Da
uerhaftigkeit zu erfüllen.
Ein invalidisierender Gesundheitsschaden sei daher nicht ausgewiesen (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen
im Wesentlichen
ein (Urk. 1), ihre Situ
ation sei komplex. Sie leide Tag und Nacht unter ganz erheblichen offen
sichtlich voll invalidisierenden Schmerzen im ganzen Rückenbereich
mit Aus
strahlungen ins rechte Bein bis zur Kniehöhe, begleitet von intermittierendem Taubhei
ts
gefühl im Bereich der Grosszehe rechts und absolut erheblichen
Hal
tungs
-, Bewegungs- und Funktionseinschränkungen
. Bildgebend sei eine Kom
pression der Nervenwurzel L5 ausgewiesen
. Hinzu käme die die Hände betref
fende Nervenschädigung (S. 9
Ziff.
31)
.
Die IV-Psychiaterin habe in ihrem Bericht vom 15. März 2012 selber festgehalten, dass für eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine somatische Abklärung notwendig sei (S. 9
Ziff.
32). Die Beschwerdegegnerin habe sich mit dem Arztbericht von
Dr.
B._
begnügt, den die Beschwerdeführerin nur sporadisch – letztmals vor einem Jahr – für die Bewältigung von Alltagsproblemen konsultiert habe. Dieser habe seine Aufgabe nicht darin gesehen, die Beschwerdeführerin umfassend zu untersuchen und zu behandeln und Arbeitsunfähigkeitszeugnisse auszustellen.
Die medizinische Situation sei nicht eindeutig geklärt, weshalb
ein
pol
y
disziplinäres Gutachten zu veranlassen
sei
(S. 10
Ziff.
36 bis
37).
Es sei aber jetzt schon festzustellen, dass sich der erhebliche Schmerzzustand in den letzten Jahren verschlechtert habe, so dass von einer vollständigen Invalidität ausgegangen werden und dement
sprechend eine ganze Rente zugesprochen werden müsse (S. 10
Ziff.
38).
2.3
Streitig ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Dabei steht
fest, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführe
rin
vom
7. Mai 2010 (Urk. 7/29)
eingetreten ist. Letztmals materiell beurteilt
wur
de deren Gesundheitszustand mit
Verfügung vom 15. Februar 2007 (Urk. 7/20).
Zu prüfen ist somit, ob sich der massgebliche Sachverhalt zwischen de
r Verfügung vom 15. Februar 2007
und der angefochtenen Verfügung vom
18. Oktober 2012
(
Urk.
2) in einer für den Rentenanspruch
erheblichen Weise
geändert hat.
3.
3.1
Bei der erstmaligen Rentenprüfung stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Arztbericht von
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 7. November 2006 (vgl. Feststellungsblatt vom 9. Januar 2007, Urk. 7/14). In diesem Bericht
(
Urk.
7/11/1-4)
stellte
Dr.
C._
keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (Urk. 7/11
/1
lit
. A
):
rezidivierende Grand-Mal-Anfälle
plurifokale
nodöse
Autonomie beider Schilddrüsenlappen
Status nach Radiojodelimination 5/2006
Asthma bronchiale bei Sensibilisierung auf Baumpollen und
Hausstaub
milben
mögliche depressive Entwicklung
Ausser einer Arbeitsunfähigkeit vom
2.
bis 18. Juni 2004 im Rahmen der Er
öffnung der Bursa
infrapatellär
rechts sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe keine Einschränkung in der Ar
beitsfähigkeit
(Urk. 7/11/2
Ziff.
7
)
.
3.2
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus folgenden Arztberichten:
3.2.1
Dr.
med.
D._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH,
E._
, gab am 1
4.
September 2009 zuhanden der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7/38/4-5
) an,
dass
aus rheumato
logischer Sicht Muskelverspannungen bestanden hätten (
Ziff.
1.d und
Ziff.
5). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine depressive Episode sowie psychogene Anfälle bei Ehekonflikt (
Ziff.
2).
Dr.
F._
habe klar angegeben, dass der Konflikt mit dem Ehemann bestehe und die 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
nur
für den Arbeits
platz
bei
ihrem Ehemann gelte; an einer anderen Arbeitsstelle wäre sie voll
arbeitsfähig (Ziff.
1.d und
Ziff.
5).
3.2
.2
Dr.
med.
G._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
führte in seinem Bericht vom 1
5.
November 20
09
zuhanden der Krankent
aggeldversicherung (
Urk.
7/38/6
) aus, k
linisch-objektiv
liessen sich k
eine erheblichen
psychopatho
lo
gischen
Alteratio
nen mit Krankheitswert eruieren. Die psychischen Funktio
nen
seien in allen Modalitäten
un
auffällig.
Es bestehe ein
subaffektives
Z
u
standsbild
ohne Berufsrelevanz.
Eine
IV-relevante selbständige psychische
Stö
rung
liege
bei psychosozialen Belastungsfa
ktoren soziokultureller Prägung
nicht vor.
3.
2.
3
Dr.
med.
F._
,
Spezialarzt für
Neurologie,
nannte in seinem Bericht
vom 2
8.
Juni 20
10
zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/39/6-7
) als Diagnose eine
depressive Verstimmung mit diversen Beschwerden und zeitweiligen
an
fallsartigen
Zuständen psychogener Natur bei stark belastenden Ehe- und
Fami
lienkonflikten
(
Ziff.
1.1)
.
Früher habe die Beschwerdeführerin häufig
anfallsar
tige
Zustände mit Bewusstseinsänderungen erlitten. Diese seien zuerst als epi
leptisch diagnostiziert und therapiert worden. Unter
Fluoxetin
-Therapie und durch
stützende Gespräche
in türkischer Sprache seien diese Zustände ziemlich zurückgegangen. Die belastenden Beziehungsgeschichten hätten aber ihren psy
chischen Gesundheitszustand in den letzten Monaten massiv verschlechtert (S. 1 f.).
Physisch habe
die Beschwerdeführerin
keine klaren objektiven Befunde, die für ihre
A
rbeitsfähigkeit
von Bede
utung wären (S. 2 Mitte).
Dr.
F._
beschei
nigte der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Oktober 2008 bis auf
weiteres eine
100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit. S
olange
die
familiäre
n
und eheliche
n
Konflikte
wei
ter bestünden, bleibe sie voraussichtlich bis auf weiteres in erheblichem Ausmasse arbeitsunfähig. W
enn
die
Konflikte beigelegt
würden
, k
önnte sie wie
der arbeiten, mindestens im Umfang von 50
%
(
Ziff.
1.6)
.
3.
2.
4
Dr.
med.
Z._
,
A._
,
nannte im psychiatrischen Gutachten vom
8.
November 2011 (
Urk.
7/44) folgende Diagnosen (S. 7
Ziff.
1):
mittelgradige depressive Episode, bestehend seit
etwa
2008, Differential
diagnose
:
Dysthymia
plurifokale
nodöse
Autonomie beider Schilddrüsenlappen,
bestehend seit 2004
Asthma bronchiale
generalisierte Epilepsie, anamnestisch bestehend seit Kindheit, Differen
tial
diagnose: psychogene Genese
Dr.
Z._
gab an, die aktuelle Symptomatik lasse sowohl klinisch als auch
test
psychologisch
auf
eine mittelgradige depressive Episode
schliessen (S. 6 unten). Aufgrund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin lasse sich fest
stellen, dass mit Erhöhung der psychosozialen Belastungen im Jahr 2008 und der Spannung im häuslichen Umfeld eine Verschlechterung der depressiven Symptome einhergegangen sei. Die Symptome bestünden seit mindestens drei Jahren anhaltend in dieser Intensität (S. 7 oben).
Es handle sich um eine pro
longierte depressive Episode, welche
überwiegend auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen
sei und durch diese wahrscheinlich
aufrechterhalten
werde (S. 9
Ziff.
9)
.
I
m Untersuchungszeitpunkt
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be
standen (S. 7
Ziff.
4).
Aufgrund des depressiven Zustandes bestehe zurzeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
wegen verminderter Belastbarkeit bei
Tages
müdigkeit
und Antriebslosigkeit.
B
ei ausreichender integrativer
sozialpsychiatri
scher
Unterstützung könn
t
e die A
rbeitsfähigkeit voraussichtlich
im Verlauf von wenigen Monaten gesteigert werden
(S. 7 Ziff.
3).
Vorgeschlagen werde ein
teilstationärer Aufenthalt in
einer
Tagesklinik mit Anpassung und Intensivie
rung der Medikation und Ergotherapie sowie
Arbeitstherapie (S. 8
Ziff.
5).
Durch die mehrjährige Verzögerung einer indizierten psychiatrischen Behand
lung, die bis heute nicht stattgefunden habe, bei gleichzeitiger Krankschreibung seit Oktober 2008, sei ein
chronifizierter
depressiver Zustand anzunehmen, was die rehabilitativen Erfolgsaussichten einschränke (S. 8
Ziff.
7).
Nach Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
7/53/5) führte Dr.
Z._
mit Bericht vom 2
0.
Dezember 2011 (
Urk.
7/46) aus, es
sei schwierig, die gestellten Fragen zu beantworten. Die Arbeitsfähigkeit (richtig wohl Ar
beits
unfähigkeit) von 100 % zum Untersuchungszeitpunkt stütze sich auf das kon
sta
tierte
mittelgradig depressive Syndrom. R
eine Integrationsmassnahmen ohne psych
iatrische
Begleitung und Betreuung seien nicht aussichtsreich, eine Beur
teilung der genauen Leistungsfähigkeit sei erst nach einer ausreichenden psy
chiatrischen Behandlung im
zumindest
tagesklinischen oder gar stationären Setting möglich.
Eine zuverlässige retrospektive Beurteilung nur aufgrund der spärlichen und widersprüchlichen Dokumentation sowie der Aussagen der Be
schwerdeführerin sei nicht möglich
.
3.
2.
5
Nach einer
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin im
H._
vom
3.
bis
1
9.
November 2011 nannten die behandelnden Ärzte im Be
richt
vom 2
1.
November 20
11
(
Urk.
7/49/3-6)
folgende
Hauptd
iagnosen (S. 1 Mitte):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
mit möglicher Rei
zung der Nervenwurzel L5 rechts
Depression
anamnestisch Epilepsie
anamnestisch Status nach Struma
multinodosa
unklare Gewichtsabnahme von 10 kg in sechs Monaten
Die Ärzte des
H._
führten aus, die Beschwerdeführerin habe über seit zwei Jah
ren bestehende, intermittierend auftretende Rückenbeschwerden berichtet, wo
bei die Schmerzen in den letzten Tagen deutlich zugenommen hätten (S. 1 f.). Klinisch hätten sich ein hinkendes
Gangbild
, eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (
LWS
), jedoch keine eindeutigen Zeichen einer
Radikulopathie
gefunden. Ein
MRI
der
LWS vom
4.
November 20
11
habe, passend zur Klinik, eine
osteodiskoligamentäre
rechts
rezessale
Kompression der Nervenwurzel L5 auf
Niveau
L4/L5 gezeigt (S. 2 oben)
.
Am
9.
November 2011 sei eine CT-gesteuerte
p
eriradikuläre
Therapie
(
PRT
)
der N
ervenwurzel
L5 rechts erfolgt, welche zu einer
deutliche
n Besserung der
radikulären
Schmerzen ge
führt habe (S. 2 Mitte). Der Beschwerdeführerin wurde
vom 1
8.
November bis zum 1
1.
Dezember 20
11
eine 100%ige und
hernach bis
zum
8.
Januar 20
12 eine
50
%
ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 2 unten).
3.
2.
6
Dr.
med.
I._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am
1
9.
März 2012 (
Urk.
7/50)
über die psychiatrische Untersuchung der Beschwer
deführerin im RAD vom
1
5.
März 2012 und stellte folgende psychischen Diag
nosen mit Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6
):
Verdacht auf eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), falls aus somatischer Sicht das Schmerzerleben nicht vollständig durch einen physiologischen Prozess erklärt werden könne (
somatische Abklärung notwendig)
Differentialdiagnose bei fehlendem Ausweis einer somatischen
Schmerz
diagnose
:
psychogener Rückenschmerz (ICD-10: F.54, psychische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderno
rts klassifizierten Krankheiten
) bei rezidi
vierender depressiver S
törung von leichter Ausprägung
Als somatische Diagnosen nach derzeitiger Aktenla
ge (15.3.2012) stellte sie (S. 7
):
plurifokale
nodöse
Autonomie beider Schilddrüsenlappen, besteht seit 2004
Status nach Radiojodelimination 2006
Asthma bronchiale bei Sensibilisierung auf Baumpollen und
Hausstaub
milben
Psychogene Anfälle, anfänglich als generalisierte Epilepsie diagnosti
ziert und behandelt, anamnestisch bestehend seit Kindheit
Falls
das
Schmerzerleben nicht durch
eine
körperliche Störung erklärt werden könne (diesbezüglich sei ein Bericht von
Dr.
B._
einzuholen), sei eine
so
mato
forme
Sch
m
erzs
törung zu diskutieren.
Die Beschwerdeführerin zeige dies
be
züg
lich deutliche Hinweise, die vorwiegend anhand der anamnestischen Anga
ben in der Aktenlage und im Vermeidungsverhalten während der
Unter
su
chungssituation
(nicht über emotional belaste
nde T
hemen sprechen wollen) deutlich würden. Die p
sychosoziale
n
Belastungsf
aktoren
im Rahmen des
Ehe
kon
fliktes
könnten in diesem Falle mit hoher Wahrscheinlichkeit als schwer
wie
gend genug erachtet werden, um als ursächlicher Einfluss für die Beschwerden zu gelten. Differentialdiagnostisch werde an einen psychogenen Rückenschmerz (F54, psychische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andern
or
ts klassifizierten Krankheiten)
bei einer depressiven Störung gedacht. Auch die
absenzartigen
Zustände (Anfälle) seien vom behandelnden Neurologen als psychogen attestiert worden.
Aktuell st
ünden weder die Anfälle, noch
die
depressive Symptomatik
im Vordergrund. Aufgrund der Schmerzen und der raschen Ermüdbarkeit fühle sich die Beschwerdeführerin nicht durchhalte- und arbeitsfähig. Die
häusliche Konfliktsituation
scheine sich
entspannt
zu haben
(S. 8)
.
Eine a
bschliessende
Stellungnahme
sei
erst nach Einholung von somati
schen Angaben (Bericht
Dr.
B._
)
möglich
(S. 9 unten)
.
3.2.7
Dr.
med.
B._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte mit Bericht vom 2
4.
März 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/49/1-2) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit möglicher Rei
zung der Nervenwurzel L4/L5 und chronischer
Panvertebralsymptoma
tik
, bestehend seit Jahren
chronische Depression mit somatischen Beschwerden
Dr.
B._
gab an, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren unter depressiven Episoden mit multiplen somatischen Beschwerden mit Schmerzproblematik leide. Deshalb stehe sie
seit Jahren bei
Dr.
F._
in Behandlung. Er
selber begleite und unterstütze
d
ie
Beschwerdeführerin
im Alltag
und bei der Schmerzverarbeitung (
lit
. D).
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin konnte er keine Angaben machen (vgl.
lit
. B). Die
Prognose
bezüglich Arbeits
fähigkeit
hänge
auch
von
der
Gesamtsituation (schlechte Ausbi
ldung, geringe Deutschkenntnisse, mangelnde Berufsidentität und
chronifiziertes
Leiden
) ab
(
lit
. D)
.
3.
2.8
RAD-Ärztin
Dr.
I._
führte in ihrer Stellungnahme vom
3.
April 2012 (
Urk.
7/53 S. 8 f.) aus, dass aufgrund des Berichtes von
Dr.
B._
sowie der beigelegten Arztberichte eine chronische somatische Begleiterkrankung ausge
wiesen sei.
Dr.
B._
beschreibe jedoch die Arbeitsfähigkeit
vorwiegend
als
von psychosozialen
Belastungsfaktoren abhängig. Inwiefern
die Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
durch
die
somatische
Diagnose eingeschränkt sei, könne aufgrund
der
Akten nicht beurteilt werden. Überwiegend wahrscheinlich könne
die
Ausprägung des Schmerzerlebens ni
cht vollständig durch
einen
phy
siologischen
Prozess erklärt werden
(S. 8 unten)
.
Zur genaueren Abklärung
werde
der
Fall RAD-Arzt
Dr.
J._
vor
gelegt (S.
9 oben)
.
Dr.
I._
diagnostizierte
nun
eine
somatoforme
Schmerzstörung und
nahm
zu
den Krite
rien betreffend willentliche
Überwindbarkeit Stel
lung.
Abschliessend hielt sie
erneut
fest
, dass aus psychiatrischer
Sicht keine
Einschränkung der
A
r
beits
fähigkeit
in
der
bisherige
n
oder
einer
angepasste
n
Tätigkeit bestehe
und bestan
den habe (S.
9 Mitte)
.
3.2.9
Dr.
med.
K._
,
Innere Medizin und Rheumatologie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
7/52)
F
olge
nd
es:
chronisches
Panvertebralsyndrom
Lumboischialgie
, DD
lumboradikuläre
Reizsymptomatik L5 rechts 11/11
osteodiskale
Kompression Nervenwurzel L5 rechts (MR LWS 4.11.2011)
CT PRT L5 rechts 9.11.11
rezidivierende
orthostatische
Beschwerden
anamnestisch Eisenmangelanämie
anamnestisch Epilepsie
Status nach Knieoperation rechts vor Jahren
Status nach Radiojodtherapie Schilddrüse 2006
Status nach Kieferhöhlenoperation bei chronischer Sinusitis
Die Beschwerdeführerin sei zwischen dem 17. August bis 10. September 2009 in unregelmässigen Abständen bei ihm in Behandlung gestanden und stehe seit
7. Dezember 2011 wieder bei ihm in Behandlung.
Seit November 2011 habe sich die
Lumboischialgie
unter Physiotherapie leicht gebessert. Am 5. März 2012 habe die Beschwerdeführerin über Knieschmerzen geklagt, die in der Folge zugenommen hätten. I
n der Untersuchung des linken K
nies vom 2. Mai 2012 sei eine kleine
Bakerzyste
und eine Tendinitis
Tractus
iliotibialis
Sehne gefunden worden.
Es bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit des Achsenskeletts und des Knies.
Ausser
für die Zeit vom 1. Juli bis 31. August 2009 habe er (
Dr.
K._
)
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Zur Beurteilung der Arbeitsfä
hig
keit sei der Bericht des behandelnden Hausarztes einzuholen. Aus rheuma
tolo
gischer Sicht sollte medizinisch-theoretisch mittel- bis langfristig eine kör
per
lich leichte, wechselbelastende Arbeit wieder realisierbar sein.
Mit Schreiben vom 2
9.
Juni 2012 (
Urk.
7/59)
empfahl
Dr.
K._
eine interdis
ziplinäre Beurteilung, da die Situation komplex zu sein scheine.
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist ausgewiesen, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin verändert hat. Ob und wie sich diese Ver
änderung auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt, ist im Folgenden zu prüfen.
4.2
I
n somatischer Hinsicht
leidet die Beschwerdeführerin
an einem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom mit möglicher Reizung der
Nervenwur
zel
L5 rechts (vgl. E. 3.2.5, E. 3.2.7, E. 3.2.9). Aufgrund dieses Leidens wurde der Beschwerdeführerin von den Ärzten des
H._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
ab 18. November bis 11. Dezember 2011 und eine solche von 50 % ab 12. Dezember 2011 bis 8. Januar 2012 attestiert
(vgl. E. 3.2.5)
. Eine von den Ärzten des
H._
durchgeführte CT-gesteuerte PRT der Nervenwurzel L5 rechts brachte eine deutliche Besserung der
radikulären
Schmerzen und unter fortge
setzten medikamentös-analgetischen, kombinierten physiotherapeutisch-physi
kalischen Massnahmen konnte im weiteren Verlauf des stationären Aufenthaltes eine deutliche Beschwerdebesserung erreicht werden, so dass bis zum Austritt neben dem
Oxycontin
auch die übrige Analgesie komplett abgebaut werden konnte.
Nach dem Austritt aus dem
H._
wurde weder vom Hausarzt
Dr.
B._
(E. 3.2.7), noch vom behandelnden Rheumatologen
Dr.
K._
(E. 3.2.9) explizit eine Arbeitsunfähigkeit attestiert, wobei
Dr.
B._
darauf hinwies, dass die Prognose bezüglich der vollen Arbeitsfähigkeit auch von der Gesamtsituation
wie
schlechte Ausbildung, geringe Deutschkenntnisse, mangelnde
Berufsidenti
t
ät
, tiefe Eigenaktivität und
chronifiziertes
Leiden, mit
hin
von mehrheitlich invaliditätsfremden
Faktoren,
abh
i
nge.
Dr.
K._
berichtete über eine Besserung der
Lumboischialgie
und
ging davon aus, dass aus rein rheumatologischer Sicht mittel- bis langfristig eine körperlich leichte, wechselbelastende Arbeit realisier
bar sein sollte. Damit ist mit dem RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH
(vgl.
Feststel
lungsblatt
vom 13. Juni 2012, Urk. 7/53 S. 10)
davon auszugehen, dass aus so
matischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, welche einer wechselbelastenden leichten Tätigkeit entspricht (vgl. Arbeitgeberbericht, Urk.
7/32/5), besteht.
4.3
Was die von der Beschwerdeführerin beschwerdeweise geltend gemachte
Ner
venschädigung
an den Händen (vgl. vorstehend E. 2.2) betrifft, bleibt darauf hinzuweisen, dass
Dr.
F._
mit Bericht vom
8. März 2011
an
Dr.
B._
(Urk. 7/49/7-8)
eine Reizung des
Nervus
medianus
im Karpaltunnel beidseits bei unauffälliger elektroneurografischer (ENG)-Untersuchung diagnostiziert hat, die ni
cht behandlungsbedürftig sei. Diese Diagnose wurde denn auch im Bericht von
Dr.
B._
(E. 3.2.7) nicht wiederholt.
4.
4
In psychiatrischer Hinsicht kann auf den Bericht der RAD-Ärztin
Dr.
I._
vom 3. April 2012 (
E. 3.2.6 und
E. 3.2.8)
abgestellt werden.
Er
basiert auf eige
nen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben.
Die
Ärz
tin
hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vo
n
der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden sowie mit
ihrem
Verhalten auseinandergesetzt. Zudem hat
sie
die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und
ihre
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Insbesondere
setzte sich
Dr.
I._
mit dem Einfluss des chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms auf
den Psychostatus auseinander und liess, bevor sie sich auf eine psychiatri
sche Diagnose festlegte, klären, ob das Schmerzerleben der Beschwerdeführerin in der von ihr geschilderten Ausprägung durch klare objektive Befunde ausge
wiesen
ist
oder nicht. Als mögliche psychiatrische Diagnose ging sie, falls
aus somatischer Sicht das Schmerzerleben nicht vollständig durch einen physiolo
gischen Prozess erklärt werden könne, von einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) aus.
Nachdem
weder der Hausarzt noch der Rheumatologe eine Ar
beitsunfähigkeit aufgrund des Rückenleidens attestiert hatten (vgl. vorstehend E. 4.
2
)
,
ist davon auszugehen, dass sie an einer
somatoformen
Schmerzstörung
leidet.
4.5
Hieran vermag das Gutachten von
Dr.
Z._
(
vgl. vorstehend E. 3.2.4)
, welches die Beschwerdegegnerin z
ur Klärung, ob bei der Beschwerdeführerin eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende psychiatrische Erkrankung vorliegt,
in Auf
trag gab und
welches am 8
. November 2011 erstattet wurde, nichts zu ändern.
Die Exploration bei
Dr.
Z._
fand im April 2011 statt, in einem
Zeitpunkt
also, in welchem die Beschwerdeführerin noch über keine (anhaltende)
Rückenbe
schwerden
klagte.
Dr.
Z._
erhob eine mittelgradige depressive Episode, die seit etwa 2008 bestehe.
Aufgrund der anamnestischen Angaben lasse sich feststel
len, dass mit Erhöhung der psychosozialen Belastungen im Jahr 2008 und der Spannung im häuslichen Umfeld eine Verschlechterung der depressiven Symp
tome einhergegangen sei und diese seit mindestens drei Jahren anhaltend in dieser Intensität vorhanden seien.
Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im Untersuchungszeitpunk
t
wegen verminderter Belastbarkeit bei
Tagesmüdig
keit
und Antriebslosigkeit.
Aufgrund der spärlichen Aktenlage sah er sich nicht im Stande, eine Verlaufsdokumentation zu erstellen, erachtete aber dennoch
die mittelgradige depressive Episode als seit mindestens drei Jahren anhaltend in der von ihm festgestellten Intensität vorhanden
. Dass eine solche Aussage trotz der von
Dr
.
Z._
beklagten spärlichen Aktenlage möglich war, erstaunt umso mehr, als
Dr.
G._
im Bericht vom 15. November 2009 (E. 3.2.2) und nur gerade 1 1⁄2
Jahre
vor der Exploration durch
Dr.
Z._
(April 2011) echtzeitlich keine
erheblichen psychopathologischen Alterationen mit Krankheitswert
eru
ieren konnte. Angesichts dieser Widersprüchlichkeit
kann auf das Gutachten von
Dr.
Z._
nicht abgestellt werden, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu Recht eine weitere psychiatrische Untersuchung
bei ihrer RAD-Ärztin
angeord
net hat.
4.
6
Einziger Arzt, der der Beschwerdeführerin eine durchgehende 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit 29. Oktober 2008 bescheinigt hat, ist
Dr.
F._
(E. 3.2.3). Diese begründete er mit einer depressiven Verstimmung mit diversen Beschwerden und zeitw
e
iligen anfallsartigen Zuständen psychogener Natur
bei stark belas
tenden Ehe- und Familienkonflikten.
Dr.
F._
ist kein Fachpsychiater, sondern Neurologe, weshalb seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psy
chiatrischen Diagnosen mit Vorsicht zu geniessen ist, dies insbesondere auch deshalb, weil er auch in einem Zeitpunkt, in welchem
Dr.
G._
keine erheb
lichen psychopathologischen Alterationen mit Krankheitswert eruieren konnte, von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausging.
Eine Steigerung der Arbeitsfä
higkeit sah
Dr.
F._
so lange als unmöglich,
als die familiären und ehelichen
Konflikte weiter bestünden. Diese Einschätzung
lässt
darauf schliessen, dass auch er – wie
Dr.
G._
- davon ausging, dass keine selbständige psychische Störung vorliegt, sondern die psychosozialen Belastungsfaktoren ursächlich für die Arbeitsunfähigkeit sind.
4.7
Nach ständiger
Rechtsprechung
begründet eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Ver
mu
tung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumut
baren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, wel
che die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den
Wiederein
stieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res
sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körper
liche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"), das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schie
d
lichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versi
cher
ten Person (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 in
fine
).
Aufgrund der Arztberichte kann eine psychische
Komorbidität
ausgeschlossen werden, womit
die übrigen Kriterien zu prüfen
sind
, bei deren Vorliegen die Überwindbarkeitsvermutung hinfällig würde:
Chronische körperliche Begleiterkrankungen sind ebenso wenig gegeben wie ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf. Von einem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens kann nicht gesprochen werden, unterhält die Be
schwerdeführerin doch Kontakte
mit
Freundinnen, mit denen sie sich
regel
mäs
sig
im Einkaufszentrum zum Kaffee treffe oder gemeinsam spaziere (Urk. 7/50 S. 2 unten)
. Sodann gibt es keinerlei Hinweise auf einen verfestigten, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung im Sinne eines pri
mären Krankheitsgewinns. Zwar nimmt die Beschwerdeführerin seit Jahren eine
Behandlung durch stützende Gespräche bei
Dr.
F._
in Anspruch
(E. 3.2.3)
,
Dieser ist indessen Neurologe,
weshalb
die Behandlung bei ihm nicht als Psy
chotherapie angesehen werden kann
.
Somit ist keines der alternativ zur psychischen
Komorbidität
in Frage kommen
den Morbiditätskriterien auch nur ansatzweise erfüllt. Damit erweist sich eine allfällig bestehende Beeinträchtigung als nicht invalidisierend.
4.8
Zusammenfassend besteht mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens kein Leistungsanspruch, und die angefochtene Verfügung, mit welcher dies festge
halten wurde, erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
legt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
700.-- als angemes
sen. Ausgangsgemäss sind die Kosten de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.