Decision ID: 5549527f-9446-4e87-82a7-b6f3d7d658c0
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 02.11.2011 Art. 9 Abs. 1 AHVV, Art. 17 AHVV. Einkünfte aus der Verwertung von betrieblichem Knowhow und Markenrechten stellen Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar und sind entsprechend zu verabgaben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. November 2011, AHV 2010/30). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C-965/2011. Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach Entscheid vom 2. November 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Hubschmid, Advokatur Fischer & Partner, Freigutstrasse 7, 8002 Zürich, gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend persönliche Beiträge 2004 - 2009 (Übertragung Knowhow; Markenrechte) Sachverhalt:
A.
A.a A._ ist bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (kantonale
Ausgleichskasse) als beitragspflichtiger selbstständig Erwerbender erfasst. Auf Grund
eines am 16. Dezember 2002 abgeschlossenen Rahmenvertrags (Kaufvertrag/
Knowhow-Transfer) übertrug der Beitragspflichtige die Aktiven und die
Geschäftsführung seiner Einzelfirma B._ auf den 1. Juli 2003 an C._. Hierzu
veräusserte er diesem zum Kaufpreis von maximal 2,1 Millionen Franken sämtliche
Maschinen, Mobilien und Einrichtungen der Einzelfirma sowie sämtliche Vorräte. In der
Vereinbarung betreffend "Knowhow-Transfer und Gewährung technischer Hilfe"
vereinbarten die Vertragsparteien sodann die Übergabe der Rechte an in der Schweiz
eingetragenen Marken zum Preis von 1,8 Millionen Franken, zahlbar in 10 Jahresraten à
Fr. 180'000.--. Mit diesem Betrag wurde auch eine (mindestens) zweieinhalbjährige
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Einführungsphase, während welcher der Beitragspflichtige dem Käufer beratend zur
Seite stand und ihn in sämtliches Knowhow einführte, abgegolten (act. G 3.13 und
3.14). Ab 2004 bis 2008 löste A._ erfolgswirksame Rückstellungen für allfällige
Haftungsforderungen aus dem Vertrag von Fr. 90'000.-- auf, was einem jährlichen
Betrag von Fr. 18'000.-- entsprach (act. G 3.12).
A.b Mit Beitragsverfügungen vom 23. Juni 2009 setzte die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen das beitragspflichtige Einkommen des Versicherten für die
Jahre 2004 bis 2009 jeweils auf Fr. 181'200.-- und die persönlichen Beiträge auf Fr.
17'472.-- (inkl. Verwaltungskosten) fest. Mit Verzugszinsverfügungen vom 25. Juni
2009 forderte sie sodann Verzugszinsen in Höhe von Fr. 3'919.05 (Beiträge 2004), Fr.
3'045.45 (Beiträge 2005), Fr. 2'171.85 (Beiträge 2006), Fr. 1'298.25 (Beiträge 2007) und
Fr. 424.65 (Beiträge 2008) (act. G 3.4 - 3.5). Mit Nachtragsverfügungen vom 14. Juli
2009 setzte die Sozialversicherungsanstalt auf Antrag des Versicherten das
beitragspflichtige Einkommen für die Jahre 2007 bis 2008 auf Fr. 1'200.--, die darauf zu
entrichtenden Beiträge auf Fr. 63.-- (inkl. Verwaltungskosten) fest (act. G 3.2). Mit einer
weiteren Nachtragsverfügung vom 14. Juli 2009 setzte sie schliesslich das
beitragspflichtige Einkommen für das Jahr 2009 auf Fr. 0.-- und dementsprechend
auch die Beiträge auf Fr. 0.-- fest (act. G 3.3).
A.c Gegen die Verfügungen vom 23. Juni 2009 erhob der Beitragspflichtige am 15. Juli/
3. August 2009 Einsprache, mit welcher er im Wesentlichen geltend machte, die den
Beitragsverfügungen zu Grunde gelegten Einkommen (aus dem Verkauf der
Markenrechte) stellten kein Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar. So
gehe auch die Steuerbehörde nicht von einer selbstständigen Erwerbstätigkeit aus.
Vielmehr stelle der Erlös aus den Markenrechten einen nicht abgabepflichtigen
originären Goodwill dar (act. G 3.8 und 3.9). Mit Entscheid vom 30. August 2010 wies
die Sozialversicherungsanstalt die Einsprache ab. Die absolute Verbindlichkeit der
Angaben der Steuerbehörden für die Ausgleichskassen beschränke sich auf die
Bemessung des massgebenden Einkommens und des im Betrieb investierten
Eigenkapitals. Wer jedoch für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen
beitragspflichtig sei und ob davon Beiträge geschuldet seien, sei auf Grund des AHV-
Rechts und nicht des Steuerrechts zu beurteilen. Zwar sei dem Einsprecher
beizupflichten, dass die jährlich vereinnahmten Einkünfte von Fr. 180'000.-- keine
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Lizenzeinnahmen aus Patenten sondern betriebswirtschaftlichen Goodwill darstellten.
Wie das Bundesgericht in BGE 96 V 58 entschieden habe, unterliege jedoch auch der
Goodwill der persönlichen Beitragspflicht (act. G 3.1).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 29.
September 2010 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids. Sodann sei für die Beitragserhebung für die Jahre 2004 bis
2008 von der Basis eines Jahreseinkommens von Fr. 18'000.-- und für das Jahr 2009
sowie die Folgejahre von einem Jahreseinkommen von Fr. 0.-- auszugehen.
Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 30. August 2010 zur Neubeurteilung an
die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen zurückzuweisen. Subeventualiter sei von der
Erhebung von Beiträgen für selbstständig Erwerbende abzusehen, soweit diese für die
Jahre 2004 bis 2008 auf der Basis eines Fr. 18'000.--, für das Jahr 2009 auf der Basis
eines Fr. 0.-- übersteigenden Einkommens erhoben worden seien. Zur Begründung
wird im Wesentlichen ausgeführt, dass in formeller Hinsicht keine gesetzliche
Grundlage für die Beitragserhebung bestehe, gehe doch Art. 23 Abs. 5 AHVV von
einem "Nicht-melden-können" und nicht von einem "Nicht-melden-wollen" aus. Die
Übertragung des Knowhows und der Marken habe die Steuerbehörde nicht als
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit angesehen, sondern als übrige
Einkünfte. Diese Deklaration sei für die Beschwerdegegnerin im Sinn von Art. 23 AHVV
verbindlich. In materieller Hinsicht wird ausgeführt, dass weder eine selbstständige
Erwerbstätigkeit noch eine Verwertung von Patenten und Lizenzen vorliege. Vielmehr
liege ein originärer Goodwill vor, der gemäss Rz 1120 WSN nicht zum investierten
Eigenkapital gehöre. Nachdem der Beschwerdeführer nach dem 30. Juni 2003 keinen
massgeblichen Einfluss mehr auf die Auswertung des Knowhows und der übertragenen
Marken habe ausüben können, habe sich das Verwertungsrecht derart vom
Beschwerdeführer gelöst, dass das fragliche Einkommen nur die Abgeltung für die
Übertragung dieses Knowhows darstelle und demnach gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung als beitragsfreier Kapitalertrag zu bewerten sei (act. G 1)
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2010 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Die Unterscheidung, ob ein originärer oder derivativer
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Goodwill vorliege, sei im Hinblick auf die Beitragspflicht im Rahmen eines Verkaufs
einer Firma irrelevant. Beide Goodwillarten zeitigten die gleichen Rechtsfolgen. Eine
Unterscheidung sei lediglich vorzunehmen, solange der Goodwill nicht quantifiziert
werden könne, was nur bei der Unternehmensfortführung durch den gleichen
Eigentümer, nicht aber bei einem Verkauf der Fall sei. Der Beschwerdeführer gehe in
seiner Annahme fehl, dass Kapitalerträge nicht beitragspflichtig seien, Kapitalgewinne
hingegen schon. Auszugehen sei von der Frage, ob der zu qualifizierende Ertrag als
Ergebnis einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder im Rahmen der blossen
Verwaltung eigenen Vermögens bzw. bei Ausnützung einer zufällig sich bietenden
Gelegenheit angefallen sei. Der Mehrwert der Unternehmung bzw. der Goodwill sei
zweifelsohne während der selbstständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers
erarbeitet worden und sei daher beitragspflichtig (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 18. November 2010 macht der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers geltend, alle bislang gemachten Ausführungen der
Beschwerdegegnerin zeigten nicht schlüssig auf, inwiefern die Einnahmen aus dem
Knowhow-Verkauf beitragspflichtiges Einkommen darstellen sollten. Die
Beschwerdegegnerin versuche, sich bei der Begründung alle Möglichkeiten offen zu
halten. So sei sie in ihrer Begründung vom 22. Juni 2006 (richtig: 2009) noch von
Einnahmen aus Veräusserung von Betriebskapital sowie laufendem Einkommen aus
der Verwertung von Lizenz- bzw. Patenteinnahmen ausgegangen. Die Ausführungen
der Beschwerdegegnerin zum Goodwill würden bestritten. Wichtig sei die
buchhalterische Qualifikation desselben. Dieser gehöre nicht zum betrieblich
investierten Kapital. Bei der Veräusserung eines Unternehmens definiere sich das
betrieblich investierte Kapital als Summe aller bisher zurückbehaltenen Gewinne und
Überabschreibungen. Bei einem Verkauf sei die Summe dieses Anlagevermögens
beitragspflichtig, da diese Gelder früher der Beitragspflicht entzogen worden seien.
Goodwill hingegen entstehe nicht aus der Rückbehaltung von Geschäftserträgen. Der
Goodwill sei schon während des laufenden Betriebs ermittelbar, wenngleich er nicht als
Wert feststehe. Der Goodwill sei jener über dem bereinigten Wert des
Anlagevermögens liegende Betrag, den ein beliebiger Käufer bereit sein müsste, zu
bezahlen. Finde der Unternehmer nun einen solchen Käufer, sei dies Zufall. Der
Goodwill ergebe sich somit bei der Ausnutzung einer sich zufällig bietenden
Gelegenheit (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).
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Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt unter anderem, es seien auch die Verfügungen vom
23. Juni 2009 betreffend die Jahre 2007 bis 2009 aufzuheben und bis 2008 von einem
beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 18'000.--, für das Jahr 2009 von einem
Einkommen von Fr. 0.-- auszugehen. Nachdem die Beschwerdegegnerin jedoch -
offenbar nachdem gegen die Steuerveranlagung 2007 noch ein Einspracheverfahren
hängig war (vgl. Aktennotiz vom 1. Mai 2009 betreffend Telefon mit D._; act. G 3.15) -
für die Jahre 2007 bis 2009 bereits in diesem Sinn verfügt hat (act. G 3.2 und 3.3),
gelten vorliegend nur noch die Beitragsverfügungen vom 23. Juni 2009 betreffend die
Jahre 2004 bis 2006 als angefochten. Betreffend die Jahre 2007 bis 2009 fehlt es
vorläufig an einem Rechtsschutzinteresse. Nach Vorliegen der definitiven
Steuerveranlagungen für die Jahre 2007 bis 2009 allfällig notwendig werdende
Nachtragsverfügungen für die entsprechenden Jahre können jedoch erneut mit
Einsprache angefochten werden.
2.
Als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Artikel 9 Abs. 1
AHVG (SR 831.10) gelten alle in selbstständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem
Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien
Beruf, sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der
Kapital- und Überführungsgewinne nach Artikel 18 Absatz 2 DBG (SR 642.11) und der
Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach
Artikel 18 Absatz 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen
erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Absatz 2 DBG (Art. 17 AHVV). Die Steuerbehörden
ermitteln das für die Bemessung der Beiträge massgebende Erwerbseinkommen auf
Grund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer (Art. 23 Abs. 1
AHVV) und melden die für die Beitragsberechnung erforderlichen Angaben der
Ausgleichskasse (Art. 27 AHVV). Hinsichtlich der betraglichen Seite der gemeldeten
Werte sind die Angaben der Steuerbehörde für die Ausgleichskassen verbindlich (Art.
23 Abs. 4 AHVV; Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV,
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2. A., N. 8.27.). Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Ausgleichskassen und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversicherungsgerichts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die
Bemessung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals
beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und
beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und
gegebenenfalls solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger Tätigkeit
vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist.
Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf Grund des
Rechts der Alters- und Hinterlassenenversicherung zu beurteilen, wer für ein von der
Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c S.83,
114 V 72 E. 2 S. 75, 110 V 83 E. 4 S. 86 und 369 E. 2a S. 370, 102 V 27 E. 3b S. 31, je
mit Hinweisen; Urteil H 36/03 vom 7. Juni 2004 E. 4.5).
3.
3.1 Vorliegend moniert der Beschwerdeführer zunächst, dass die Steuerbehörde
bewusst keine Meldung an die Beschwerdegegnerin erstattet habe, weil die fraglichen
Einkünfte von 1,8 Mio. Franken aus dem Verkauf der unbestrittenermassen zum
Geschäftsvermögen der Einzelfirma B._ gehörenden Marken in steuerlicher Hinsicht
als übrige Einkünfte betrachtet worden seien. Die Steuerbehörde habe damit keine
Meldung machen wollen und nicht etwa keine Meldung machen können. Der
Beschwerdegegnerin sei es damit verwehrt, in Bezug auf die Übertragung des
Knowhows und der Markenrechte trotzdem von einer Beitragspflicht auszugehen.
Diese Ansicht trifft nicht zu. Zwar geht die Steuerbehörde offenbar tatsächlich davon
aus, dass die fraglichen Einkünfte nicht aus einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
stammen (act. G 3.15, Aktennotiz vom 1. Mai 2009). Nichtsdestotrotz handelt es sich
bei der Frage, ob ein bestimmtes von der Steuerbehörde gemeldetes (oder eben nicht
gemeldetes) Einkommen überhaupt Erwerbseinkommen darstellt, um eine Frage der
beitragsrechtlichen Qualifikation. Wie in vorstehender Erwägung 2 ausgeführt, obliegt
es der AHV-Behörde - und im Streitfall dem Sozialversicherungsgericht - diese
Qualifikation vorzunehmen. Dementsprechend hat die Steuerbehörde auch Einkommen
zu melden, von dem (sie) nicht sicher ist, ob es aus selbstständiger Erwerbstätigkeit
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stammt (act. Rz 4017 WSN). Dies umso mehr, als die Frage, ob die umstrittenen
Einkünfte als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit oder als übrige
Einkünfte qualifiziert werden, steuerrechtlich belanglos, abgaberechtlich jedoch von
Bedeutung ist. Die Steuermeldung stellt in einem solchen Fall keine zuverlässige
Grundlage für die AHV-Beitragsfestsetzung dar (vgl. Entscheid des Bundesgerichts
vom 16. Januar 2009, 9C_551/2008, E. 2.3). In masslicher Hinsicht - und nur
diesbezüglich wäre eine allfällige Steuermeldung bindend - bestehen vorliegend
ohnehin keine Unklarheiten, ist doch die Gebühr (Preis) für das Knowhow und die
Markenrechte von insgesamt 1,8 Mio. Franken und dessen Bezahlung in 10 jährlichen
Raten à Fr. 180'000.-- (2004 bis 2013) bekannt und unbestritten (vgl. act. G 3.13).
Mithin ist vorliegend über die beitragsrechtliche Qualifikation dieser Zahlungen zu
entscheiden.
3.2 Für die Abgrenzung beitragspflichtiger Erwerbseinkommen und beitragsfreier
Kapitalerträge ist entscheidend, ob die betreffenden, die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit erhöhenden Einkünfte in einer relevanten kausalen Beziehung zu
einer erwerblichen Tätigkeit stehen. Dabei spielt es für die beitragsrechtliche
Qualifikation an sich keine Rolle, in welchem Zeitpunkt die Einkünfte zufliessen (AHI
1994 S. 135 E. 2c; Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV,
2. Aufl., Bern 1996, S. 69 Rz 3.11). Die Praxis anerkennt, wenn auch sehr
zurückhaltend, seit jeher Ausnahmen von diesem Grundsatz, indem unter qualifizierten
Umständen der Kausalzusammenhang im (beitrags-)rechtlichen Sinne zwischen einer
erwerblichen Tätigkeit und damit an sich tatsächlich noch in einem Bezug stehenden
Einkünften verneint und diese als beitragsfreier Kapitalertrag betrachtet werden. So
kann sich bei auf eine Erfindertätigkeit zurückgehenden Einkünften im Besonderen der
Inhaber der Erfindung oder des entsprechenden gewerblichen Schutzrechtes (Patent,
Marke) durch die Einräumung einer ausschliesslichen Lizenz derart von seinem Recht
lösen, dass er keinen Einfluss mehr auf dessen Verwertung und auch kein
Mitspracherecht mehr besitzt. Alsdann stellen die Lizenzgebühren nur noch die
Entschädigung für die Abtretung eines Rechtes dar, also den Gegenwert für eine
gleichsam vom Lizenzgeber entäusserte Sache, und werden als beitragsfreier
Kapitalertrag betrachtet (BGE 97 V 28 E. 1 mit Hinweis; ZAK 1985 S. 613 E. 3 mit
Hinweisen). Diese Praxis wird indessen wiederum insofern relativiert, als die Einkünfte
eines berufsmässigen Erfinders (vgl. dazu AHI 1994 S. 135 E. 3) aus Lizenzverträgen
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zum beitragspflichtigen Einkommen (aus selbstständiger oder unselbstständiger
Erwerbstätigkeit) gehören; in solchen Fällen braucht nicht wie sonst geprüft zu werden,
ob der Erfinder an der Verwertung der Erfindung persönlich in irgendeiner Form
beteiligt ist (EVGE 1966 S. 206 E. 2 mit Hinweisen; ZAK 1988 S. 289, 1979 S. 74 E. 1
mit Hinweisen; zum Ganzen vgl. Käser, a.a.O., S. 78 ff. Rz 3.37 ff.). Diese
Rechtsprechung gilt nicht nur für patentierte Erfindungen sondern für alle Ergebnisse
merkantiler Tätigkeiten, welche sich in geldwerten Vermögenspositionen wie Knowhow,
Goodwill usw. niederschlagen (vgl. BGE 96 V 58) und sich als Frucht der (früheren)
selbstständigen (oder unselbstständigen) Erwerbstätigkeit darstellen (zum Ganzen:
Entscheid des Bundesgerichts vom 4. Mai 2007 [H158/05] E. 3.2).
3.3 Entscheidend ist damit nach der dargestellten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung die Frage, ob die vom Beschwerdeführer gelösten Einkünfte aus der
Verwertung des Knowhows sowie der Marken gemäss "Vereinbarung" vom
16. Dezember 2002 als Resultat einer Erwerbstätigkeit erscheinen. Dies ist zweifellos
der Fall. So führte der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Geschäftsübergabe (2003)
nach eigenen Angaben im Rahmenvertrag seit 30 Jahren die Einzelfirma B._ (act. G
3.14). Die fraglichen Marken wurden sodann 1983 auf den Namen des
Beschwerdeführers in das Markenregister eingetragen (vgl. Online-Markenregister
Swissreg). Der Beschwerdeführer baute somit diese Marken während 20 Jahren im
Rahmen seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit auf (wobei eine Marke nach Angaben
des Beschwerdeführers ursprünglich von einem E._ eingetragen worden sei [vgl. act.
G 3.9, S. 7]). Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die fraglichen Marken und
das zugehörige Knowhow zum Verkaufszeitpunkt einen Wert (Goodwill) von 1,8 Mio.
Franken hatten. Der Beschwerdeführer bringt nicht vor und es ist auch nicht ersichtlich,
dass er die Markenrechte vor dem Verkauf in sein Privatvermögen hätte überführen
lassen. Mithin handelt es sich beim Verkauf der Rechte um die Verwertung von
Geschäftsvermögen. Der Beschwerdeführer bringt sodann nichts vor, das den Besitz
der Marken als eher zufällig, und nicht mit seiner Erwerbstätigkeit im Zusammenhang
stehend, erscheinen lassen könnte. Die vorliegende Situation ist deshalb nicht
vergleichbar mit dem - vom Beschwerdeführer unter Bezugnahme auf die
Bundesgerichtsentscheide BGE 97 V 28 und H 158/05 erwähnten -
Gelegenheitserfinder, der sich von seiner Erfindung derart losgelöst hat, dass er keinen
Einfluss mehr auf deren Verwertung hat. Vielmehr liegt beim Beschwerdeführer eine
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Situation analog dem berufsmässigen Erfinder vor, bei dem die aus der Verwertung der
Erfindung erzielten Einkünfte zum beitragspflichtigen Einkommen gehören, ohne dass
geprüft werden müsste, ob er jetzt noch in irgend einer Form an der Verwertung der
Erfindung beteiligt ist (vgl. vorstehende Erwägung).
Daran vermögen auch die Ausführungen des Beschwerdeführers zum originären
Goodwill nichts zu ändern. Wie die Beschwerdegegnerin bereits ausgeführt hat, bezieht
sich Rz 1120 der Weisung des Bundesamtes für Sozialversicherung über die Beiträge
der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen (WSN, in der bis Ende 2007
gültig gewesenen Fassung, heute Rz 1131), gemäss welcher der originäre Goodwill
nicht zum investierten Kapital gehöre, auf die Berechnung des abzugsfähigen
Eigenkapitalzinses (Art. 9 Abs. 2 lit. f AHVG). Dies bedingt, dass der Inhaber sein
Geschäft fortführt. Wird jedoch der Betrieb mitsamt seinen Immaterialgüterrechten
veräussert, manifestiert sich der (bislang nur virtuelle und nicht aktivierte [vgl. act. G
3.9, S. 6 und 7]) Goodwill in Form einer realen Entschädigung. Es kann denn auch
keinen Unterschied machen, ob der Beschwerdeführer die Marken im eigenen Betrieb
verwertet und dadurch ein abgabepflichtiges Einkommen erzielt, oder ob er die Rechte
verwertet, indem er sie an einen Dritten veräussert oder diesem eine Lizenz einräumt. In
jedem Fall erscheint der Erlös als Resultat einer (bisherigen) selbstständigen
erwerblichen Tätigkeit. Anders als die Parteien offenbar vermuten, liegt der
Erwerbscharakter der fraglichen Entschädigung schliesslich nicht darin, dass der
Beschwerdeführer dem Käufer der Einzelfirma über den Erwerbszeitpunkt hinaus noch
mit Rat und Tat zur Seite steht. Dabei handelt es sich höchstens um einen Nebenpunkt
des Übernahmevertrags, der als solcher beitragsrechtlich nicht relevant ist.
4.
4.1 Zusammenfassend stellen die fraglichen Einkünfte in den Jahren 2004 bis 2006
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit dar. Die Beschwerde ist demzufolge
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
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