Decision ID: 2901f5d8-92e5-420e-9350-1bd5c8cd960e
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1,
9000 St. Gallen,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1958 geborene C._ war ab 15. Juni 1998 am Lehrerseminar als Lehrerin
tätig und in dieser Eigenschaft bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
(Allianz) gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert. Am 16. September 2002 liess
sie der Allianz einen Unfall während des Lehrerturnens am 25. September 2001 melden
(UV-act. 15). Sie gab an, sie sei während des Basketballspiels auf dem
Turnhallenboden ausgerutscht und auf den Rücken/Becken gefallen. Von da an habe
sie zunehmend Schmerzen bis zur Geh-/Sitzunfähigkeit verspürt. Der Hausarzt der
Versicherten, Dr. med. A._, gab im Arztzeugnis UVG vom 19. September 2002 (UV-
act. 16) als Datum für die Erstbehandlung den 12. April 2002 an. Er diagnostizierte eine
Dysfunktion des Sacro-Iliacalgelenks links mit myofaszialem Schmerzsyndrom links
gluteal, dekompensiert nach Sturz.
A.b Am 25. September 2002 erkundigte sich die Unfallversicherung bei der
Versicherten telefonisch einerseits nach dem Ereignis und der Behandlung,
andererseits nach dem Grund für die späte Anmeldung und teilte mit, bis zum
Vorliegen sämtlicher Unterlagen könnten noch keine Angaben über ihre
Leistungspflicht gemacht werden (UV-act. 17). Die Versicherte führte daraufhin im
Schreiben vom 1. Oktober 2002 an die Unfallversicherung (UV-act. 19) aus, welche
Ärzte sie nach dem Ereignis vom 25. September 2001 in welcher Reihenfolge
konsultiert habe und wie die jeweiligen Diagnosen gelautet hätten. Auf entsprechende
Nachfrage der Unfallversicherung berichtete Dr. A._ mit Schreiben vom 1. Oktober
(UV-act. 18) und 4. November 2002 (UV-act. 22 bzw. 23) an den Vertrauensarzt der
Allianz und legte diverse ärztliche Berichte und Überweisungsschreiben bei (UV-act. 1 -
14). Nachdem sie ein Kostengutsprachegesuch der Klinik Balgrist vom 19. Dezember
2002 für einen stationären Aufenthalt der Versicherten im Januar 2003 (UV-act. 24)
erhalten hatte, verlangte die Allianz vom Chefarzt der dortigen Rheumatologie, Prof.
Dr. med. B._, einen ausführlichen Bericht (UV-act. 26). Den als Gutachten gestalteten
Bericht erstattete Prof. B._ am 25. Juni 2003 (UV-act. 32). Dieses wurde dem
beratenden Arzt der Allianz, Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Chirurgie, zur
Stellungnahme unterbreitet. Er nahm telefonisch mit dem Hausarzt der Versicherten
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Rücksprache und gab seinen schriftlichen Bericht am 11. August 2003 ab (UV-act. 36).
Diese Stellungnahme des beratenden Arztes wurde der Versicherten und ihrem
zwischenzeitlich eingeschalteten Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. oec. F. Dahinden,
St. Gallen, zunächst nicht zur Kenntnis gebracht. Ein Schreiben des Rechtsvertreters
der Versicherten vom 13. August 2003 (UV-act. 37), worin er sich für die Zustellung des
Gutachtens der Universitätsklinik Balgrist bedankte und ausführte, ohne Gegenbericht
gehe er davon aus, dass die künftigen Heilbehandlungen über die Unfallversicherung
abzurechnen seien und die allenfalls von der Krankenkasse erbrachten Vorleistungen
zurückvergütet würden, blieb ohne Antwort.
A.c Zwischen August 2003 (evtl. 2004 gemäss Eingangsstempel; UV-act. 38) und
April 2006 (UV-act. 39) wurden im Dossier der Allianz keine neuen Aktenstücke
abgelegt. In einer Aktennotiz der Unfallversicherung vom 19. April 2006 (UV-act. 39)
wurde u.a. festgehalten, vier offene Physiotherapie-Rechnungen, die zwischen dem
21. Dezember 2005 und dem 13. März 2006 gestellt worden seien, seien von der
Allianz bezahlt worden. Am 4. Juli 2006 eröffnete die Unfallversicherung dem
Rechtsvertreter der Versicherten im Sinn des rechtlichen Gehörs (UV-act. 40), dass das
geltend gemachte Unfallereignis vom 25. September 2001 konstruiert erscheine und
nicht glaubhaft dargetan worden sei, weshalb eine Leistungspflicht abgelehnt werde.
Auf die Stellungnahme der Versicherten (UV-act. 43) hin nahm die Allianz weitere
Abklärungen vor. Insbesondere konfrontierte sie Dr. A._ mit Widersprüchen in den
Unterlagen und bat ihn um ergänzende Angaben bzw. Klarstellung aufgrund der
Krankengeschichte (UV-act. 47). Die Stellungnahme des Hausarztes vom
20. November 2006 (UV-act. 48) legte die Allianz zusammen mit den übrigen
medizinischen Akten, der Unfallmeldung sowie dem Schreiben vom 4. Juli 2006
Dr. med. E._, Facharzt Orthopädische Chirurgie FMH, für ein Aktengutachten vor.
Dieses wurde am 16. Dezember 2006 erstattet (UV-act. 51) und zusammen mit dem
ergänzenden Bericht des Hausarztes vom 20. November 2006 (UV-act. 48) dem
Rechtsvertreter der Versicherten zur Kenntnis gebracht (UV-act. 52). Nach Einsicht in
die zusätzliche Stellungnahme der Versicherten vom 19. Januar 2007 (UV-act. 55)
erliess die Allianz am 24. Januar 2007 die in Aussicht gestellte Verfügung (UV-act. 56).
Sie hielt darin am Standpunkt fest, dass es einerseits am natürlichen
Kausalzusammenhang mangle, andererseits das mit rund einem Jahr verzögert
angemeldete Unfallereignis nicht genügend glaubhaft dargetan sei, weshalb sie eine
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Leistungspflicht ablehne. Für die erbrachten Heilungskosten werde auf die Swica als
Krankenversicherung der Versicherten regressiert.
B.
Gegen die Verfügung vom 24. Januar 2007 erhoben die Versicherte (UV-act. 59) und
die SWICA Gesundheitsorganisation (Swica) als deren Krankenversicherer (UV-act. 61)
Einsprache. Mit Entscheid vom 20. Juli 2007 wurde die Einsprache der Versicherten
abgewiesen; diejenige der Swica wurde insofern teilweise gutgeheissen, als auf
sämtliche Rückforderungen verzichtet wurde.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid lässt die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 30. August 2007 Beschwerde erheben. Darin wird
beantragt, der Einspracheentscheid vom 20. Juli 2007 sei aufzuheben, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung,
Taggelder, Rente sowie Integritätsentschädigung) zu erbringen, die Streitsache sei zur
definitiven Festlegung der Leistungsansprüche an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen und der Beschwerdeführerin sei für die Kosten der Rechtsvertretung
eine angemessene ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen. Zur Begründung wird
im wesentlichen geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe das Unfallereignis
vom 25. September 2001 anerkannt und Leistungen erbracht. Das Gutachten von Prof.
B._ vom 25. Juni 2003 habe den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und Beschwerden der Versicherten bestätigt und sei durch die weiteren Akten der
Beschwerdegegnerin nicht umgestossen worden. Somit sei die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen festzulegen und zu erbringen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 5. Oktober
2007 die Abweisung der Beschwerde und nimmt darin zu deren einzelnen Punkten
Stellung. Mit Replik vom 19. November 2007 und Duplik vom 17. Januar 2008 halten
die Parteien an ihren Anträgen fest. Auf die Begründungen in den einzelnen
Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin ein Unfallereignis, das nach ihren
Angaben am 25. September 2001 stattgefunden hatte, genügend glaubhaft gemacht
hat. Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Kausalzusammenhang
zwischen den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und dem Unfall zu Recht verneint
und eine Leistungspflicht auch unter diesem Aspekt abgelehnt hat.
2.
2.1 Die Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung setzt voraus, dass ein
Unfallereignis oder eine unfallähnliche Körperschädigung glaubhaft gemacht wird und
dass ein solches die Ursache der geklagten Beschwerden ist.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen zur Anwendbarkeit des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) auf Unfälle, die sich vor dessen
Inkrafttreten am 1. Januar 2003 ereignet haben, sowie zum Unfallbegriff zutreffend
dargelegt (Erwägungen 1 und 4b). Darauf kann verwiesen werden.
2.3 Art. 43 ATSG und bis 31. Dezember 2002 Art. 47 Abs. 1-3 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20; frühere Fassung aUVG; AS 1982 1676)
halten den Untersuchungsgrundsatz fest. Danach haben die Versicherungsträger von
sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhaltes zu sorgen. Die Unfallversicherung und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken.
Praxisgemäss muss sie die einzelnen Umstände des Unfalls glaubhaft machen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin liess der Beschwerdegegnerin das Ereignis vom
25. September 2001 am 16. September 2002, also nach rund einem Jahr, durch ihre
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Arbeitgeberin melden (UV-act. 15). Anfang Oktober 2001 hatte sie mit ihrem Hausarzt
telefonisch Kontakt aufgenommen, um sich nach Physiotherapie auf dem Platz Zürich
zu erkundigen. Diese wurde mit Schreiben vom 16. Oktober 2001 verordnet (UV-act. 4).
Laut Hausarzt hatte die Beschwerdeführerin am Telefon Anfang Oktober 2001
angegeben, die Rückenproblematik habe sich verschlechtert (Schreiben vom
20. November 2006 an die Beschwerdegegnerin, UV-act. 48). Der Beschwerdeführerin
hatte Dr. A._ am 23. August 2006 bestätigt, sie habe ihn anfangs Oktober (2001)
wegen akut aufgetretenen Beschwerden im Hüftbereich kontaktiert und es sei ihr
damals zeitlich nicht möglich gewesen, in seine Sprechstunde zu kommen (Beilage 5
zu UV-act. 43 bzw. act. G 1.8).
3.2 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin seit 1985 von Dr. A._
hausärztlich betreut wurde. In den medizinischen Akten sind an muskuloskelettalen
Befunden erhebliche Rückenprobleme ab ca. 1983 im früheren Beruf als Weberin und
eine Beinlängendifferenz, die immer wieder zu Rückenproblemen führte, dokumentiert.
2001 hatte die Versicherte ihren Hausarzt am 13. Januar konsultiert. Er erklärte und
instruierte ihr ein Dehnprogramm gegen die wiederkehrenden muskulären
Verspannungen im Rücken (UV-act. 48).
3.3 Die erste ärztliche Abklärung der Beschwerdeführerin nach dem Sturz am
25. September 2001 führte im März 2002, also rund fünf Monate danach,
Dr. med. F._, Spezialärztin FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, spez.
Rheumaerkrankungen, durch. Ihr war die Beschwerdeführerin von der Physiotherapie
im Haus zur Abklärung der therapieresistenten Beschwerden überwiesen worden. Sie
nahm in der Anamnese seit zwei Jahren bestehende Schmerzen mit Beginn in der
linken Leiste auf und hielt im Bericht vom 17. April 2002 (UV-act. 7) folgende
rheumatologische Diagnose fest: Therapieresistente Periarthropathie der linken Hüfte
(weichteilrheumatisch) bei Bursitis trochanterica.
3.4 Die "Erstbehandlung" beim Hausarzt fand am 12. April 2002 statt. Bei dieser
Gelegenheit erwähnte die Beschwerdeführerin den Sturz vom 25. September 2001
nicht (UV-act. 18 und 48). Am Rehazentrum Leukerbad, wo sie sich auf Anordnung des
Hausarztes vom 5. bis 18. Mai 2002 stationär aufhielt, wurde eine Dysfunktion des
Sacroiliacalgelenkes links mit myophaszialem Schmerzsyndrom links gluteal
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diagnostiziert (UV-act. 9). Die Beschwerdeführerin berichtete dort über Beschwerden in
der linken Gesässregion, die seit zwei Jahren zunehmen würden und vor ca. einem
Monat massiv zugenommen hätten. Die Ärzte hielten auch fest, es habe keine Trauma-
Anamnese erhoben werden können. Dem widersprach die Beschwerdeführerin in ihrer
Zusammenstellung vom 1. Oktober 2002 (UV-act. 19), wo sie ausführte, eine der ersten
Fragen von Dr. med. G._, Chefarzt Rehazentrum Leukerbad, sei gewesen, ob sie
irgendwo auf den Rücken gestürzt sei. Erst zu diesem Zeitpunkt habe sie den
Zusammenhang mit dem Sturz im Lehrerturnen realisiert. Dieser Widerspruch lässt sich
zum heutigen Zeitpunkt bzw. auf den Zeitpunkt des Einspracheentscheides der
Beschwerdegegnerin hin nicht mehr auflösen; es ist seither zu viel Zeit verstrichen. Die
Tatsache, dass die Ärzte des Rehazentrums Leukerbad in der Anamnese ebenfalls von
über zwei Jahre andauernden Schmerzen der Patientin berichten, spricht indessen
dagegen, dass ein Unfallereignis als Ursache eingehend diskutiert wurde.
Entsprechend lassen sich ihrem Bericht vom 23. Mai 2002 (UV-act. 9) keine Hinweise
auf den geltend gemachten Unfall vom 25. September 2001 entnehmen.
3.5 Auch Dr. med. H._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Rehabilitation, war
kein Unfallereignis als mögliche Ursache angegeben worden. Er war ab 31. Juli 2002
für die weitere ambulante Behandlung, besonders die Mobilisation des linken
Iliosacralgelenkes, zugezogen worden (UV-act. 20). Am 8. August 2002 liess Dr. H._
ein MRI der Iliosacralgelenke und ein Ganzkörper-Szintigramm erstellen, welche
unauffällig waren und das Andauern der Beschwerden nicht erklärten (UV-act. 13 und
14).
3.6 Die Ärzte, die die Beschwerdeführerin bis im Herbst 2002 und damit im ersten
Jahr nach dem geltend gemachten Unfallereignis behandelten, gingen während dieser
Zeit zusammenfassend alle von einem krankhaften Geschehen als Ursache der
Beschwerden aus. Von einem Unfallereignis hatten sie keine Kenntnis; der Hausarzt
erfuhr davon erst am 10. September 2002 (UV-act. 48), nach rund einem Jahr. Diese
Ärzte stellten in ihren Berichten dementsprechend keinen Zusammenhang zu einem
Sturz am 25. September 2001 her. Als organisches Substrat der Beschwerden nannten
sie den Beckenschiefstand, die Periarthropatie der linken Hüfte bei Bursitis
trochanterica bzw. eine Dysfunktion des Sacroiliacalgelenks.
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3.7 Mit Dr. med. E._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, ist auf die
"traumatologische Binsenwahrheit" hinzuweisen (UV-act. 51), wonach ein
Sturzereignis, das Beschwerden auslöst, bei der nachfolgenden ärztlichen Konsultation
als Ursache angeführt wird. Dies war bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall. Wie
vorstehend dargelegt, hat sie einen Sturz am 25. September 2001 nachweislich erst am
10. September 2002, nach rund einem Jahr, ihrem Hausarzt gegenüber erstmals
erwähnt (UV-act. 48). Dieses Vorgehen löst die erheblichen Zweifel keineswegs auf,
dass am 25. September 2001 der geschilderte Sturz stattgefunden hat.
3.8 An dieser Beurteilung können auch die Zeugenbestätigungen vom 24. April 2003
durch Prorektor Prof. I._ (UV-act. 30) und vom 27. Juli 2006 durch das Ehepaar J._
(Beilage 1 zu UV-act. 43) nichts ändern. Das erste Dokument enthält weder eine
konkrete Angabe über das Datum des Sturzes noch einen Hinweis, zu welchem
Zeitpunkt die fragliche Turnstunde stattgefunden hatte, welcher Art der Sturz war und
welches die unmittelbaren Auswirkungen waren. Es vermag daher nicht, den
behaupteten Sturz der Beschwerdeführerin am 25. September 2001 zu beweisen. Die
zweite Bestätigung wurde erst rund fünf Jahre nach dem geltend gemachten Ereignis
erstellt. Gemäss Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) vom
16. Januar 2006 in Sachen T., U 227/05 E. 3.6, kommt einer solchen Bestätigung somit
keine Beweiskraft zu.
3.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein Unfallereignis am 25. September
2001 nicht mit der nötigen Glaubwürdigkeit dargelegt werden konnte, weshalb die
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu verneinen ist.
4.
4.1 Selbst wenn zugunsten der Beschwerdeführerin von einem Unfall am
25. September 2001 auszugehen wäre, bestünde nur dann eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin, wenn die geltend gemachten Beschwerden in einem natürlichen
(und adäquaten) Kausalzusammenhang zum Sturz am 25. September 2001 stünden.
Die rechtlichen Grundlagen des natürlichen Kausalzusammenhangs, der
Beweiswürdigung und des Beweiswerts von Arztberichten hat sie im
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Einspracheentscheid (Erwägungen 5b und 5d) zutreffend dargelegt. Darauf kann
verwiesen werden.
4.2 Der Sturz auf das Gesäss stellte ein Bagatellereignis dar. Er war allenfalls
geeignet, den Vorzustand der Beschwerdeführerin zu verschlimmern. Ein allfälliger
seinerzeitiger Anspruch auf Heilbehandlung liegt jedoch nicht im Streit. Faktisch ist es
offensichtlich, dass die Traumatisierung des Vorzustandes keine unmittelbaren,
massgebenden Folgen gezeitigt hat. Nachdem eine Prellung im Normalfall innert kurzer
Zeit abheilt und vorliegend keine strukturellen Schäden bestehen, ist nicht
anzunehmen, dass sturzbedingt ein halbes Jahr später plötzlich eine massgebende
Verschlimmerung mit längerer Arbeitsunfähigkeit auftritt. Diesbezüglich ist auch auf die
einschlägige medizinische Literatur hinzuweisen, zuletzt E. Bär, Prellung, Verstauchung
oder Zerrung der Wirbelsäule. Ein Update. in Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79
(2008) S. 100ff. mit zahlreichen Hinweisen auf ältere Publikationen. Danach vermögen
"banale" Vorfälle - in der Art des von der Beschwerdeführerin beschriebenen - akute
Episoden von Rückenschmerzen hervorzurufen, die auch bei degenerativen
Vorzuständen nach längstens sechs Monaten abgeheilt sind, bzw. nach denen der
Status quo sine wieder erreicht ist.
4.3 Ausdrücklich nimmt das "Gutachten" von Prof. B._ vom 25. Juni 2003 (UV-
act. 32) zur natürlichen Kausalität Stellung. Der in diesem Zeitpunkt behandelnde Arzt
der Beschwerdeführerin führte zu Frage 4 der Beschwerdegegnerin aus, das Ereignis
vom 25. September 2001 habe keinen "Vorzustand" vorübergehend oder
richtungweisend verschlimmert. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Einschränkungen der Patientin heute noch auf den Unfall
zurückzuführen seien. Das "Gutachten" von Prof. B._ wurde offensichtlich wegen
seines Umfangs, des vermuteten Abklärungsaufwands sowie wohl aus
abrechnungstechnischen Gründen als solches bezeichnet. Für die Beurteilung des
Beweiswertes ist die Bezeichnung der ärztlichen Stellungnahme indessen nicht
ausschlaggebend (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Sie ist wohl umfassend, beruht auf
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und die
Schlussfolgerungen des Experten sind begründet. Aufgrund der Aktenlage (Auftrag
vom 14. März 2003, UV-act. 26; Rückfrage Prof. B._ vom 18. März 2003, UV-act. 28,
sowie das Gutachten vom 25. Juni 2003, UV-act. 32, selbst) muss allerdings
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geschlossen werden, dass Prof. B._ nur Vorakten über die Untersuchungen an der
Universitätsklinik Balgrist (18. Dezember 2002, 20. bis 28. Januar 2003 und 12. März
2003) zur Verfügung standen. Auch bei den Röntgenbefunden listet er als älteste Bilder
die Beckenübersicht von 2000 auf, während Dr. F._ auch die Aufnahmen von 1986
und 1996 zur Verfügung gestanden hatten (UV-act. 7). Das Gutachten setzt sich denn
auch nicht mit Angaben in den Berichten der vorbehandelnden Ärzte auseinander,
sondern geht bei der Würdigung des "psychiatrischen Vorzustandes" und der
"Rückenschmerzanamnese" von den Angaben der Patientin aus, die sich nicht mit den
Vorakten decken. Das Gutachten von Prof. B._ vermag daher nicht zu überzeugen
und den natürlichen Kausalzusammenhang nicht zu beweisen.
4.4 Zusammenfassend ist mithin auch der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Sturz der Beschwerdeführerin und den behandelten Beschwerden nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Auch unter diesem Aspekt hat die
Beschwerdegegnerin damit ihre Leistungspflicht zu Recht verneint.
5.
Da die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid auf die
Rückforderung der erbrachten Leistungen für Physiotherapie verzichtet, stellt sie die
Leistungen ex nunc et pro futuro ein. Bei dieser Ausgangssituation erübrigt sich die
Frage, ob ein Rückkommenstitel vorliegt und somit die Voraussetzungen der
Wiedererwägung oder prozessualen Revision gegeben sind (BGE 130 V 380 mit
Hinweisen).
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG