Decision ID: 9da5cd1a-b4c9-50ff-a298-c58cae87ba7b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der selbstständige Landwirt H._, geboren 1957, meldete sich am 10. Januar
2007 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Er gab an, ca. seit dem
Jahr 2000 an einer Hüftarthrose (nach fünf Operationen) und einer Kniearthrose
beidseitig zu leiden (act. G 4.1.1). Mit Arztbericht vom 22. Februar 2007 zuhanden der
Sozialversicherungsanstalt (SVA) St. Gallen, IV-Stelle, diagnostizierte Dr. med. A._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, gestützt auf verschiedene medizinische
Unterlagen eine Coxarthrose (Hüftarthrose) rechts und Gonarthrosen (Kniearthrosen)
beidseits. Dr. A._ attestierte dem Versicherten in seiner angestammten Tätigkeit als
Landwirt eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 50% vom 7. Juli 2005 bis
23. Mai (richtig: April) 2006, eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 24. Mai (richtig:
April) bis 3. September 2006 und eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ab 4. September
2006 bis auf weiteres (act. G 4.1.13 – 3/15). Aufgrund der starken Schmerzen seien vor
allem stark belastende Arbeiten und das Heben von schweren Lasten nicht mehr
möglich. Leichtere Arbeiten könnten ausgeführt werden, eine Umschulung sei jedoch
wenig sinnvoll (act. G 4.1.13 – 7/15).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle führte ein Experte des Landwirtschaftlichen Zentrums
B._ am 18. Oktober 2007 eine Abklärung auf dem Hof des Versicherten durch. Mit
Abklärungsbericht vom 25. Oktober 2007 ermittelte der Abklärungsbeauftragte eine
behinderungsbedingte Einkommenseinbusse von 42% (act. G 4.1.22 – 3/12 und 8/12).
Mit Stellungnahme vom 10. Dezember 2007 erklärte die zuständige Ärztin des
Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD), dass die
medizinischen Aspekte im landwirtschaftlichen Abklärungsbericht korrekt
berücksichtigt worden seien (act. G 4.1.23).
A.c Nach Ankündigung mit Vorbescheid vom 17. Januar 2008 (act. G 4.1.25) sprach die
IV-Stelle dem Versicherten mit zwei Verfügungen vom 3. April 2008 ab 1. Juli 2006
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gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60% eine Dreiviertelsrente und ab 1. Januar
2007 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42% eine Viertelsrente zu (act. G 4.1/29).
Zur Begründung wurde ausgeführt, dass seit 7. Juli 2005 (Beginn der einjährigen
Wartefrist) eine erhebliche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestehe. Seit diesem
Zeitpunkt sei der Versicherte als Landwirt zu 50% eingeschränkt. Durch den
Totalausfall ab 24. April 2006 bestehe nach Ablauf der einjährigen Wartefrist am 7. Juli
2006 eine Einschränkung von 60% im Jahresdurchschnitt. Ab 4. September 2006
werde dem Versicherten wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert. Gestützt
auf den landwirtschaftlichen Expertenbericht betrage die Einschränkung im
Aufgabenbereich als Landwirt seit Herbst 2006 40%, woraus eine Erwerbseinbusse
von 42% resultiere, welche ab 1. Januar 2007 rentenwirksam sei (Verfügungsteil 2 der
IV-Stelle; act. G 4.1.26).
B.
B.a Mit Eingabe vom 28. April 2008 hat der Versicherte Beschwerde an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gegen jene Verfügung vom 3. April 2008
erhoben, mit der ihm mit Wirkung ab 1. Januar 2007 eine Viertelsrente zugesprochen
worden war (vgl. act. G 1.2). Er beantragt, die Herabsetzung seiner IV-Rente auf eine
Viertelsrente sei abzulehnen, da sein Invaliditätsgrad höher als 42% sei; alles ohne
Kosten- und Entschädigungsfolge für den Beschwerdeführer. Er gibt an, er sei
aufgrund seiner anhaltenden starken Schmerzen weiterhin mindestens zu 50%
arbeitsunfähig. Er macht geltend, nach einer Operation im Juli 2006 habe sich sein
Gesundheitszustand vorübergehend verbessert. Bereits kurze Zeit später hätten sich
die Schmerzen in der Hüfte und im rechten Knie wieder drastisch verschlimmert. Vor
allem bei körperlich strengeren Tätigkeiten, wie sie auf einem Bauernhof üblich seien,
seien die Schmerzen kaum auszuhalten. Aufgrund der starken Schmerzen in Hüfte und
Knie könne er weiterhin nicht normal laufen, sondern könne sich immer noch nur
hinkend fortbewegen. Es stehe deshalb auch eine Operation des rechten Knies,
welches teilweise kaum gebeugt werden könne, zur Diskussion (act. G 1). Der
Beschwerde liegt ein Schreiben von Dr. A._ vom 24. April 2008 bei, worin dieser
bestätigt, dass der Beschwerdeführer in seinem Beruf als Bauer höchstens zu 50%
arbeitsfähig sei. Er könne als Bauer nicht den ganzen Tag arbeiten und könne
schwerere Arbeiten nicht mehr verrichten. Die Prognose sei schlecht und die
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Arbeitsfähigkeit werde sich nicht verbessern, auch wenn längerfristig ein
Kniegelenksersatz beidseits durchgeführt werde. Dr. A._ beantragt weiter, dass der
Beschwerdeführer noch einmal durch einen IV-Arzt beurteilt werde (act. G 1.1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer hat die ihm angesetzte Frist zur Einreichung einer Replik
ungenutzt verstreichen lassen (act. G 5 und G 6).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Die
angefochtene Verfügung ist am 3. April 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu
beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-
Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der
allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen
zu Grunde zu legen sind, die im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445;
BGE 127 V 466 E. 1; BGE 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Da vorliegend der
Versicherungsfall vor 1. Januar 2008 eingetreten ist, sind die bis 31. Dezember 2007
gültigen Bestimmungen anwendbar (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007: 5. IV-Revision und Intertemporalrecht).
2.
Der Beschwerdeführer richtet seine Beschwerde gegen die beigelegte Verfügung vom
3. April 2008 (act. G 1). Der Beschwerde beigelegt ist nur jene Verfügung vom 3. April
2008, mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2007 gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 42% eine Viertelsrente der IV zugesprochen wurde (vgl. act.
G 1.2). Vom Beschwerdeführer nicht angefochten wird die andere Verfügung vom
3. April 2008, mit welcher ihm vom 1. Juli bis 31. Dezember 2006 eine befristete
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Dreiviertelsrente zugesprochen wurde. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist
jedoch im Fall einer rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften und/oder
befristeten Rente die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinn
eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten von der gerichtlichen
Überprüfung ausgeschlossen wären. Weil bei einer rückwirkenden Abstufung oder
Befristung einer Invalidenrente die Voraussetzungen der Revision gemäss Art. 17
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) bzw. Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) erfüllt sein müssen, könnte die Frage nach der Rechtmässigkeit der
Abstufung bzw. Befristung auch gar nicht sachgerecht beurteilt werden, wenn
unbestritten gebliebene Rentenbezugszeiten von der gerichtlichen Prüfung
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413 E. 2d; BGE 131 V 164 E. 2.2). Da die
rückwirkende Zusprechung einer Leistung, welche gleichzeitig befristet, herauf- oder
herabgesetzt wird, materiell ein einziges Rechtsverhältnis darstellt, liegt materiell auch
nur eine Verfügung vor. Für die Frage der gerichtlichen Überprüfung spielt es deshalb
keine Rolle, ob die IV-Stelle eine oder mehrere Verfügungen gleichen Datums eröffnet
(BGE 131 V 164 E. 2.3). Vorliegend muss somit – entsprechend der zutreffenden
Argumentation der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (vgl. act. G 4, S. 3)
– auch die mit separater Verfügung vom 3. April 2008 verfügte befristete Zusprechung
einer Dreiviertelsrente vom 1. Juli bis 31. Dezember 2006 in die gerichtliche
Überprüfung einbezogen werden.
3.
3.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Nach aArt. 29 Abs. 1 IVG entsteht der
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person
mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a)
oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
zu 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Die Höhe der zu
gewährenden Rente (ganze, Dreiviertels-, halbe oder Viertelsrente) wird nach dem
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Ausmass der während der Wartezeit bestehenden Arbeitsunfähigkeit und nach
Massgabe der nach zurückgelegter Wartezeit verbleibenden Erwerbsunfähigkeit
bestimmt. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung muss zusätzlich zum für die
jeweilige Rentenstufe erforderlichen Invaliditätsgrad während des Wartejahrs eine
durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit in gleicher Höhe bestehen (AHI-Praxis 1996,
S. 177, E. 6.b.cc; ZAK 1980, S. 282 ff.; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit
in der Invalidenversicherung [KSIH], 1. Januar 2008, Rz 4001 f.).
3.2 Um die Invalidität bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 256 E. 4).
3.3 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Diese allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen
Versicherten anwendbar (aArt. 28 Abs. 2 IVG).
3.4 Bei selbstständigerwerbenden Personen ist der Einkommensvergleich auf Grund
des auch ohne Invalidität potentiell stark schwankenden Erwerbseinkommens
besonders schwierig. Lassen sich die beiden hypothetischen Einkommen nicht
zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für
Nichterwerbstätige (aArt. 28 Abs. 2 IVG; Art. 27 IVV) zunächst anhand eines
Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist dann im
Hinblick auf ihre erwerblichen Auswirkungen noch besonders zu gewichten (sog.
ausserordentliches Invaliditätsbemessungsverfahren; vgl. BGE 128 V 29). Diese
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Methode ist namentlich auf Landwirte anwendbar (vgl. BVR 2001, S. 230 ff.; LGVE
2004 II, Nr. 36, E. 3c; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts], vom 2. Mai 2003, I
258/02 und vom 21. Januar 2004, I 120/03). Die beiden massgebenden
Erwerbseinkommen eines invaliden Selbstständigerwerbenden, der zusammen mit
Familienangehörigen einen Betrieb bewirtschaftet, sind auf Grund seiner Mitarbeit im
Betrieb zu bestimmen (Art. 25 Abs. 2 IVV). Von Angehörigen oder allenfalls weiteren
Hilfskräften erarbeitetes Einkommen ist also für den Einkommensvergleich
auszugrenzen. Dabei ist der Betriebsleiterfunktion angemessen Rechnung zu tragen
(BVR 2001, S. 230 ff., E. 3.a/bb; Urteil des EVG vom 21. Januar 2004, I 120/03). Bei der
Festsetzung des Invaliditätsgrads von Landwirten sind gemäss ständiger Praxis die
spezifischen Berichte der IV-internen Abklärungsdienste beizuziehen. Auf deren
Erhebungen kann abgestellt werden, wenn feststeht, dass die Abklärungsperson sich
bei der Beurteilung der Einsatzfähigkeit des Landwirts in seinem Tätigkeitsbereich nicht
nur von den eigenen Erfahrungen, den Angaben des Versicherten und der konkreten
erwerblichen Situation an Ort und Stelle leiten liess, sondern auch die medizinischen
Vorgaben zur Zumutbarkeit der Arbeitsleistung mitberücksichtigt hat. Bei der
Abklärung der Invalidität vor Ort steht der Verwaltung ein weiter Ermessensspielraum
zu, in welchen das Sozialversicherungsgericht nicht ohne triftigen Grund eingreift. Ein
Abweichen von der Ermessensausübung ist nur dann zulässig, wenn sich das Gericht
auf Gegebenheiten abstützen kann, die seine (abweichende) Auffassung als nahe
liegender erscheinen lassen. Eine Korrektur des detaillierten landwirtschaftlichen
Betätigungsvergleichs drängt sich insbesondere dann auf, wenn die darin
vorgenommenen Wertungen bezüglich der Einschränkung in den einzelnen
Arbeitsgebieten wesentlich von der ärztlichen Umschreibung des zumutbaren
Leistungsvermögens abweichen, ohne dass diese Differenzen schlüssig begründet
werden können (BVR 2001, S. 230 ff., E. 4a; Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 20. Januar 2004, IV 2002/212, E. 2b).
4.
4.1 Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer seit 7. Juli 2005 zu 50%, vom
24. April 2006 bis 3. September 2006 zu 100% und ab 4. September 2006 bis auf
weiteres zu 50% arbeitsunfähig war. Der Hausarzt Dr. A._ erwähnt in seinem
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Arztbericht vom 22. Februar 2007 zwar, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit erst ab
24. Mai 2006 bestanden habe (vgl. act. G 4.1.13 – 3/15). Dabei handelt es sich jedoch
um ein offensichtliches Versehen. Aus den dem Arztbericht beigelegten medizinischen
Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer am 24. April 2006 hospitalisiert, und am
25. April 2006 an der rechten Hüfte operiert wurde (act. G 4.1.13 10 f./15). Somit
bestand eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bereits ab 24. April 2006. Das Wartejahr ist
gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG am 7. Juli 2006 abgelaufen. Zudem bestand während
des Wartejahrs durchgehend eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 60% ([9.5 x
50% + 2.5 x 100%] / 12 = 60.417%). Daher bestand frühestens ab 7. Juli 2006
grundsätzlich Anspruch auf eine Invalidenrente. Gemäss aArt. 29 Abs. 2 IVG wird die
Rente vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht,
vorliegend frühestens ab 1. Juli 2006.
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer vom 1. Juli bis 31. Dezember
2006 eine befristete Dreiviertelsrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60%
zugesprochen (act. G 4.1.29 – 1/7). Zur Ermittlung des Invaliditätsgrads hat sie jedoch
keinen Einkommensvergleich vorgenommen, sondern einfach auf die durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit von 60% während des Wartejahrs abgestellt (act. G 4.1.26). Es ist
jedoch nicht zulässig, die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahrs
nach aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG mit dem Invaliditätsgrad gleichzusetzen. Diese
Vorgehensweise verkennt insbesondere den Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit
(Art. 6 ATSG) und Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) bzw. Invalidität (Art. 8 ATSG).
Gemäss der in E. 3.1 erwähnten höchstrichterlichen Rechtsprechung bestand ab 1. Juli
2006 jedoch maximal ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung,
weil die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahrs nicht mehr als
60% betrug.
4.3 Der Beschwerdeführer, dem 2003 eine Hüfttotalprothese rechts eingebaut worden
war, musste wegen eines Verdachts auf einen low-grade-infekt rechts am 24. April
2006 hospitalisiert werden. Am 25. April 2006 musste die Hüfttotalprothese rechts
ausgebaut werden. Vom 26. Juni bis 4. Juli 2006 kam es zu einer erneuten
Hospitalisation, bei der am 27. Juni 2006 die Hüfttotalprothese rechts wieder eingebaut
wurde. In der Zeit zwischen dem Aus- und Einbau der Hüfttotalprothese war der
Beschwerdeführer ohne Hüftgelenk (sog. Girdlestone-Hüfte; act. G 4.1.13 – 8 ff./15).
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Somit ist in dieser Zeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Auch nach
der Entlassung aus dem Spital wurde dem Beschwerdeführer von Dr. A._ bis
3. September 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bescheinigt (act. G 4.1.13 –
3/15). Diese Beurteilung ist aufgrund der nach einer Operation notwendigen
Erholungszeit nachvollziehbar, zumal Dr. med. C._, leitender Arzt an der Schulthess
Klinik, im Austrittsbericht vom 7. Juli 2006 von einer vier- bis fünfwöchigen
Regenerationsphase ausging (act. G 4.1.13 - 13/15). Vom Grad der Arbeitsunfähigkeit
kann zwar grundsätzlich nicht auf den Invaliditätsgrad geschlossen werden. Es kann
jedoch aufgrund der besonderen Umstände (Erholungsphase nach Operation) davon
ausgegangen werden, dass ab 1. Juli jedenfalls bis 3. September 2006 eine Invalidität
in der für eine Dreiviertelsrente erforderlichen Höhe von mindestens 60% bestand. Im
Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer deshalb zu Recht ab
1. Juli 2006 eine Dreiviertelsrente zugesprochen.
5.
Eine Herabsetzung oder Aufhebung der Rente wegen einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit ist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV von dem Zeitpunkt an zu
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere
Zeit andauern wird. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 Satz 2
IVV). Ab 4. September 2006 bestand bis auf weiteres wieder eine Arbeitsfähigkeit von
50%. Falls, wie von der Beschwerdegegnerin angenommen, die Verbesserung des
Gesundheitszustands tatsächlich zu einer für den Rentenanspruch erheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads führt, ist die Anpassung der Rente erst nach Ablauf der
Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV zu berücksichtigen. Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV,
wonach eine revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente frühestens vom
ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolgt, ist
bei der rückwirkenden befristeten Rentenzusprechung nicht anwendbar. Der Zeitpunkt
der Herabsetzung oder Aufhebung richtet sich vielmehr einzig nach Art. 88a Abs. 1 IVV
(Urs Müller, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der
Invalidenversicherung, Diss. Freiburg 2003, Rz 781 ff.; ZAK 1980, S. 633 ff., E. 3a; vgl.
BGE 109 V 125). Die Beschwerdegegnerin hat die im September 2006 eingetretene
bis
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Verbesserung des Gesundheitszustands deshalb zu Recht erst nach Ablauf von drei
Monaten mit Wirkung ab 1. Januar 2007 berücksichtigt, falls diese, was nachfolgend zu
prüfen sein wird, tatsächlich zu einer erheblichen Veränderung des Invaliditätsgrads
geführt hat.
6.
6.1 Für die Zeit ab Januar 2007 ist eine neue Berechnung des Invaliditätsgrads
durchzuführen. In medizinischer Hinsicht kann unbestrittenermassen davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als
Landwirt seit 4. September 2006 50% arbeitsunfähig ist (vgl. Arztbericht Dr. A._ vom
22. Februar 2007; act. G 4.1.13 – 3/15). Auch im neuen, vom Beschwerdeführer mit der
Beschwerde eingereichten Arztbericht vom 24. April 2008 führt Dr. A._ aus, es
bestehe eine Arbeitsfähigkeit als Landwirt von höchstens 50% (act. G 1.1). Zu prüfen
bleibt, wie sich diese 50%ige Arbeitsunfähigkeit auf die erwerbliche Situation des
Beschwerdeführers auswirkt.
6.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Berechnung des Invaliditätsgrads des
Beschwerdeführers ab 1. Januar 2007 massgeblich auf den landwirtschaftlichen
Abklärungsbericht des Experten vom Landwirtschaftlichen Zentrum B._ vom
25. Oktober 2007 abgestützt. Darin hält der Experte fest, dass der Betrieb fast
gleichzeitig mit Eintritt der Behinderung in Fläche und Kuhzahl massiv aufgestockt
wurde. Eine genaue Abgrenzung der behinderungsbedingten Mehrarbeit durch
familieneigene und familienfremde Mitarbeiter sei deshalb schwierig. Für den
Gesamtbetrieb ermittelte der Experte einen geschätzten jährlichen Arbeitszeitbedarf
von 6'500 Stunden. Davon entfallen 5'100 Stunden auf den Beschwerdeführer und
seine Söhne. 1'000 Arbeitsstunden werden von den Besitzern von Pensionspferden
erbracht. Weitere 400 Arbeitsstunden werden von der Freundin des Beschwerdeführers
für die Betreuung der Pferde, welche diese auf dem Hof des Beschwerdeführers hält,
erbracht. Bei guter Gesundheit könnte der Beschwerdeführer 3'200 Stunden pro Jahr
leisten. 1'900 Stunden würden von seinem Sohn D._ erbracht. Infolge der
Behinderung kann der Beschwerdeführer mittlerweile nur noch leichte und
mittelschwere Arbeiten ausführen. Der Arbeitsausfall wird primär durch Mehrarbeit der
Familienmitglieder kompensiert. So werden seit Eintritt der Behinderung von Sohn
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D._ 2'070 und von Sohn E._ 1'000 Arbeitsstunden geleistet. Dies ergibt zusammen
mit den rund 1'930 Arbeitsstunden, die noch vom Beschwerdeführer geleistet werden
können, 5'000 Arbeitsstunden, die vom Beschwerdeführer und eigenen Leuten
erbracht werden. Zusätzlich wurde eine Aushilfe eingestellt, die pro Jahr 100
Arbeitsstunden leistet. Die verbleibenden 1'400 Arbeitsstunden werden unverändert
durch die Besitzer der Pensionspferde und die Freundin des Beschwerdeführers
geleistet (act. G 4.1.22).
6.3 Gestützt auf diese Feststellungen ermittelte der Experte eine 40%ige
Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Zusätzlich
berücksichtigte er die mit der Einstellung einer Aushilfe verbundene Lohnminderung.
Insgesamt ermittelte er in Würdigung der gesamten Umstände einen
behinderungsbedingten Erwerbsausfall von 42% (act. G 4.1.22). Diese Einschätzung
erscheint plausibel, weshalb vorliegend darauf abgestellt werden kann. So hat denn
auch die RAD-Ärztin mit Stellungnahme vom 10. Dezember 2007 erklärt, die
medizinischen Aspekte seien im Abklärungsbericht korrekt berücksichtigt worden (act.
G 4.1.23). Auch der Beschwerdeführer bringt keine konkreten Beanstandungen gegen
den Abklärungsbericht vor. Soweit er (sinngemäss) geltend macht, der Invaliditätsgrad
müsse infolge der (unbestrittenen) Arbeitsunfähigkeit von 50% ebenfalls 50% betragen,
kann dem nicht gefolgt werden. Der Experte des Landwirtschaftlichen Zentrums B._
hat seinen Bericht in Kenntnis und unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage
verfasst. Anders als die Ärzte konnte er jedoch die auf dem Hof des
Beschwerdeführers konkret existierenden Gegebenheiten in seine Beurteilung
miteinbeziehen und nachvollziehbar darlegen, dass der Beschwerdeführer trotz ärztlich
attestierter Arbeitsunfähigkeit von 50% eine 60%ige Leistung erbringen kann, zumal er
über relativ viele Maschinen verfügt, die ihm die Arbeit erleichtern. Dies erscheint
plausibel, da bei Selbstständigerwerbenden, die zusammen mit Familienangehörigen
einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften, anfallende Arbeiten unter
Rücksichtnahme auf die Behinderungen auf die Mitarbeitenden verteilt werden können,
indem schwerere Arbeiten von den mitarbeitenden Familienmitgliedern übernommen
werden. Aus diesem Grund liegt die Invalidität der versicherten Person in solchen
Fällen häufig unter der vom Arzt festgelegten medizinisch-theoretischen
Arbeitsunfähigkeit (BVR 2001, S. 230 ff., E. 4.b/bb); dies ist denn beim
Beschwerdeführer auch der Fall.
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6.4 Zusammengefasst steht damit fest, dass der Beschwerdeführer durch seine
Behinderung einen Erwerbsausfall von 42% erleidet. Die Beschwerdeführerin hat
deshalb zu Recht einen Invaliditätsgrad von 42 % ermittelt. Die Zusprechung einer
Viertelsrente ab 1. Januar 2007 erweist sich somit als rechtmässig.
An dieser Beurteilung ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer geltend macht,
seit Herbst 2006 sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten. Dr.
A._ beziffert die Arbeitsunfähigkeit im Schreiben vom 24. April 2008 nach wie vor mit
50%. Somit bestand für die Beschwerdegegnerin kein Anlass, eine erneute
Untersuchung zu veranlassen. Es sei darauf hingewiesen, dass es dem
Beschwerdeführer offen steht, gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV ein Revisionsgesuch zu
stellen und unter Vorlage neuer medizinischer Unterlagen glaubhaft zu machen, dass
sich der Gesundheitszustand seit dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 3. April
2008 in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verändert hat.
7.
7.1 Im Sinne der vorangehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1000.- festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden
Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.- anzusetzen. Entsprechend dem
Verfahrensausgang sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG