Decision ID: 09e5e8c4-ccc8-5677-9de1-e4d220469d2d
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 13. November 2004 aufgrund einer seit der späten Kindheit
bestehenden zyklischen Depression zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Am 7. Januar 2005 erstattete der Psychotherapeut B._ einen Bericht, in
welchem er festhielt, er behandle den Versicherten seit Ende September 2004 und
habe eine starke Anpassungsstörung mit mittelschwerer Depressivität wahrgenommen.
Traumatisch sei für den Versicherten sicher der Tod seines Vaters im Frühling 2004
gewesen, doch reiche seine psychische Störung weit in die Kindheit zurück. Der
Versicherte habe in den vorangegangenen viereinhalb Jahren versucht, mit der
Einnahme von Cannabis seine starken inneren Konflikte zu unterdrücken, was aber
letztlich zu einem Suchtverhalten geführt habe – die Frustrationstoleranz sei stark
vermindert, es mangle an Selbstfürsorge und es bestehe eine scheinbare
Gewissenlosigkeit gegenüber Vereinbarungen und eigenen Absichten bei untergründig
massiven Schuld- und Schamkonflikten. Die vereinbarte wöchentliche Psychotherapie
habe der Versicherte nur teilweise wahrgenommen. Er habe sich gegen eine
angepasste Dosis von Psychopharmaka ebenso gewehrt wie gegen eine stationäre
Behandlung und zuletzt die Therapie abgebrochen (IV-act. 18).
A.c Am 31. Januar 2005 ermahnte die IV-Stelle den Versicherten, sich bis spätestens
7. Februar 2005 schriftlich zu melden, nachdem er einem Untersuchungstermin beim
IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) am 18. Januar 2005 unentschuldigt
ferngeblieben war (IV-act. 19). Daraufhin teilte der Versicherte mit, er wolle keine
Leistungen der Invalidenversicherung beanspruchen (IV-act. 20).
A.d Am 1. Juni 2005 erstattete der damalige Hausarzt, Dr. med. C._, Facharzt FMH
für Allgemeinmedizin, einen Arztbericht. Er hielt fest, der Versicherte leide an einer
Adoleszentenkrise mit gleichzeitigem, schädlichem Cannabisgebrauch sowie an einem
Colon irritabile. Als Grundversorger könne er sich nicht äussern, da sich
Suchtprobleme mit normalen Adoleszentenproblemen vermischen würden und im
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Hintergrund eine Depression bestehe, die klar in der schwierigen Situation
mitbegründet sei, dass der Versicherte seinen Vater wegen eines Karzinoms früh
verloren habe. Immerhin habe der Versicherte seinen Cannabiskonsum deutlich
reduziert. Nach wie vor sei er aber lustlos und bleibe der Arbeit mit der Begründung
fern, dass er keine Lust habe, obwohl ihm grundsätzlich sämtliche Tätigkeiten
vollumfänglich zumutbar wären (IV-act. 25–1 ff.). Seinem Bericht legte Dr. C._ diverse
weitere medizinische Berichte bei, insbesondere jenen der Klinik für Gastroenterologie
und Hepatologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 21. August 2003, in welchem eine
Gastroenteritis, ein Verdacht auf eine Lactoseintoleranz und eine adoleszentäre
Problematik diagnostiziert worden waren (IV-act. 25–21 ff.).
A.e Mit Verfügung vom 11. Juli 2005 wurde das Gesuch betreffend berufliche
Massnahmen wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht aufgrund der Akten abgewiesen
(IV-act. 29).
B.
B.a Am 11. Juli 2008 meldete sich der Versicherte aufgrund von Prostata-Problemen,
Schmerzen beim Sitzen, Stehen, Wasserlösen etc. und Rückenproblemen zum Bezug
einer Rente der Invalidenversicherung an (IV-act. 31).
B.b Am 12. August 2008 erstattete Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle. Er diagnostizierte eine
mittelgradige depressive Episode, eine somatoforme, autonome Funktionsstörung des
Urogenitalsystems und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, attestierte eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab etwa 2004 und hielt fest, der Versicherte sei weder
psychisch noch physisch in der Lage, irgendwelche Tätigkeiten auszuüben (IV-act. 40–
1 ff.). Dem Bericht legte er unter anderem einen Bericht der Klinik für Urologie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 27. Oktober 2006 bei, in welchem pollakisurische
Miktionsbeschwerden und Dammschmerzen am ehesten im Rahmen einer anhaltenden
Lumboischialgie rechts und Radiculopathie L5 rechts, der Verdacht auf ein Colon
irritabile, ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom und regelmässiger Cannabiskonsum
diagnostiziert worden waren (IV-act. 40–10 f.), einen Auszug aus der
Krankengeschichte von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
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Traumatologie des Bewegungsapparates, gemäss welchem zwei
Facettengelenksinfiltrationen durchgeführt worden waren, die beide keinen Erfolg
gezeitigt hatten (IV-act. 40–12 ff.), einen Bericht der Klinik für Rheumatologie und
Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen vom 27. August 2007, in welchem eine
autonome somatoforme Störung im Bereich des Urogenitaltraktes, eine somatoforme
Schmerzstörung im Bereich des Beckens und der Lendenwirbelsäule und
pollakisurische Miktionsbeschwerden diagnostiziert worden waren (IV-act. 40–15 ff.),
sowie den Austrittsbericht der Klinik F._ vom 9. Oktober 2007 betreffend eine
stationäre Behandlung vom 6.–26. September 2007, in welchem eine mittelgradige
depressive Episode, eine somatoforme autonome Funktionsstörung des
Urogenitalsystems und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert
und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 14. Oktober 2007 attestiert worden waren (IV-
act. 40–24 ff.).
B.c Am 8. Oktober 2008 erstattete Dr. D._ einen Verlaufsbericht. Der
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Trotz fachärztlicher Betreuung und
regelmässigem Beckenbodentraining fühle sich der Versicherte nicht in der Lage, aktiv
etwas zu tun (IV-act. 47–1 ff.).
B.d Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI)
GmbH am 30. Juni 2009 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter
diagnostizierten im Wesentlichen eine Cannabisabhängigkeit, einen Status nach
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, eine Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen, anamnestisch pollakisurische Miktions- und
Dammbeschwerden, einen fortgesetzten Nikotinkonsum sowie ein
Lumbovertebralsyndrom, alles ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der
Versicherte sei für jegliche Erwerbstätigkeit voll arbeits- und leistungsfähig (IV-act. 52–
1 ff.).
B.e Mit Vorbescheid vom 4. August 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Leistungsbegehrens vorgesehen sei (IV-act. 55).
B.f Dagegen liess der Versicherte am 30. September 2009 Einwand erheben. Das
Gutachten der ABI GmbH sei ungenügend, da keine orthopädisch-rheumatologische
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Untersuchung durchgeführt worden sei, die Gutachter der ABI GmbH fälschlicherweise
festgehalten hätten, der frühere Hausarzt Dr. C._ hätte Lustlosigkeit für das
Fernbleiben von der Arbeit verantwortlich gemacht, und die Gutachter der Tatsache,
dass dem Versicherten ein rezeptpflichtiges Antidepressivum verschrieben worden sei,
nicht berücksichtigt hätten. Es sei deshalb eine weitere Begutachtung durchzuführen
(IV-act. 60–1 ff.).
B.g Nachdem der RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 11. November 2009
bezugnehmend auf den Einwand vom 30. September 2009 ausgeführt hatte, es seien
keine weiteren medizinischen Abklärungen indiziert (IV-act. 61), verfügte die IV-Stelle
am 18. Februar 2010 gemäss Vorbescheid vom 4. August 2009 (IV-act. 62).
C.
C.a Dagegen richtet sich die am 16. März 2010 erhobene Beschwerde, mit der die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab wann rechtens, spätestens ab Januar 2009,
eventualiter die Zusprache beruflicher Massnahmen und subeventualiter die
Rückweisung zwecks Vornahme weiterer Abklärungen beantragt werden und zur Be
gründung im Wesentlichen ausgeführt wird, dass sowohl den Rückenbeschwerden als
auch den psychischen Beschwerden nicht genügend Rechnung getragen worden sei;
das Gutachten der ABI GmbH sei zudem nicht mehr aktuell (act. G 1).
C.b Der Beschwerdeführer liess am 20. September 2010 ergänzend ausführen, wenn
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mittels medizinischer Massnahmen möglich
wäre, würde er an solchen teilnehmen; allerdings hätte er zuvor schriftlich gemahnt
werden müssen, bevor Leistungskürzungen hätten vorgenommen werden dürfen
(act. G 12).
C.c Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 2. November 2010 führte sie zur Begründung im
Wesentlichen aus, es sei vollumfänglich auf das Gutachten der ABI GmbH abzustellen,
weshalb der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint
worden sei (act. G 14).
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C.d Mit Replik vom 17. November 2010 liess der Beschwerdeführer an den mit
Beschwerde vom 16. März 2010 gestellten Anträgen festhalten (act. G 18).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist in erster Linie, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint
hat. Sodann ist zu prüfen, ob auch der Entscheid, keine berufliche Massnahmen
durchzuführen, rechtens war.
2.
Invalidität ist gemäss Art. 7 f. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) der voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise, durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades
wird demgemäss das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Die Fragen, ob und inwiefern die Arbeitsfähigkeit
einer versicherten Person durch gesundheitliche Beeinträchtigungen eingeschränkt ist,
sind medizinischer Art und entsprechend von Fachärzten zu beantworten. Verwaltung
und Gericht haben die entsprechenden medizinischen Berichte frei zu würdigen.
3.
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Mit Verfügung vom 11. Juli 2005 hat die Beschwerdegegnerin berufliche Massnahmen
wegen Verweigerung der Mitwirkung – der Beschwerdeführer nahm an der vorge
sehenen Untersuchung durch den RAD nicht teil – aufgrund der Akten abgewiesen.
Gegenstand jener Verfügung war somit nicht die definitive Beurteilung nach
Durchführung sämtlicher notwendiger Abklärungen und Würdigung der Akten, sondern
vielmehr die Sanktionierung einer Verletzung der Mitwirkungspflichten. Nachdem der
Beschwerdeführer sich am 11. Juli 2008 erneut zum Leistungsbezug angemeldet und
danach an sämtlichen Abklärungsmassnahmen, insbesondere der Begutachtung durch
die ABI GmbH, teilgenommen hat, kommt der Sanktionsverfügung vom 11. Juli 2005
im vorliegenden Verfahren keine weitere Bedeutung mehr zu. Für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde sind daher sämtliche medizinische Berichte zu würdigen.
4.
4.1 In seinem Bericht vom 1. Juni 2005 attestierte der damalige Hausarzt des
Beschwerdeführers, Dr. C._, zwar grundsätzlich volle Arbeitsfähigkeit für sämtliche
Tätigkeiten. Er betonte jedoch gleichzeitig, sich als Grundversorger zur komplexen
Problematik mit Adoleszentenkrise, schädlichem Cannabisgebrauch und depressiver
Störung nicht äussern zu können. Auf seine Arbeitsfähigkeitsschätzung kann daher
nicht ohne Weiteres abgestellt werden. Immerhin lässt sich seinem Bericht wie auch
den Berichten der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des Kantonsspitals
St. Gallen vom 21. August 2003 und des Psychotherapeuten B._ entnehmen, dass
der Beschwerdeführer damals unter einer schweren Adoleszentenkrise mit depressiven
Anteilen bei gleichzeitigem schädlichen Cannabisgebrauch litt, und dass sich die
Problematik infolge des Todes des Vaters akzentuiert hatte. Inwiefern die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dadurch beeinträchtigt wurde, geht aus den
Berichten indessen nicht hervor. Wiewohl angenommen werden kann, dass der
Beschwerdeführer damals aufgrund der komplexen Problematik nicht voll
leistungsfähig war, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer derart
erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auszugehen, dass damit ein
Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung einher gegangen wäre. Eine
entsprechende Klärung aus medizinischer Sicht hätte im Rahmen der vorgesehenen
Untersuchung durch den RAD erfolgen können, doch fand diese nicht statt, weshalb
keine weiteren echtzeitlichen Berichte vorliegen, die sich zur damaligen Arbeitsfähigkeit
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äussern würden. Dem Sozialversicherungsrecht ist ein Grundsatz im Sinne von „im
Zweifel für den Versicherten“ fremd. Vielmehr haben Verwaltung und Gericht ihren
Entscheiden jene Verhältnisse zugrunde zu legen, die mit dem Grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bewiesen wurden. Im Falle von Beweislosigkeit –
wenn also Tatsachen nicht bewiesen sind und auch nicht bewiesen werden können –
hat daher der Entscheid zuungunsten derjenigen Partei auszufallen, die aus den
entsprechenden Tatsachen Vorteile für sich hätte ableiten können. Das bedeutet
vorliegend, dass für die Zeit, in der der Beschwerdeführer unter oben beschriebener
komplexer Problematik litt (also im Zeitraum von ungefähr 2003–2005), keine
Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen sind, da ein entsprechender
Anspruch des Beschwerdeführers nicht ausgewiesen ist.
4.2 Offenbar gelang es dem Beschwerdeführer bereits Mitte 2005, seinen
Cannabiskonsum deutlich zu reduzieren, wie aus dem Bericht von Dr. C._
hervorgeht. Die Ärzte der Klinik F._ diagnostizierten zwar in ihrem Bericht vom
9. Oktober 2007 eine mittelgradige depressive Episode, eine somatoforme autonome
Funktionsstörung des Urogenitalsystems und eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, doch lässt sich dem Bericht entnehmen, dass sich der
Beschwerdeführer damals bereits auch weitgehend vom Tod seines Vaters wie auch
von seiner Adoleszentenkrise erholt hatte. Im Vordergrund standen nun neu eine
generalisierte Lebensunzufriedenheit, Antriebs- und Energielosigkeit sowie Schmerzen
im Bereich der unteren Wirbelsäule und im Urogenitalsystem. Die Ärzte der Klinik F._
empfahlen vor diesem Hintergrund zwar die Weiterführung einer antidepressiven
Medikation, jedoch keine psychotherapeutisch-psychiatrische Behandlung, sondern
vielmehr körperliches Training und vor allem eine berufliche Reintegration. Die Ärzte
der Kliniken für Urologie und Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals
St. Gallen wie auch Dr. E._ berichteten über lediglich diskrete somatische Befunde;
somatisch orientierte Therapien blieben denn auch erfolglos. Vor dem Hintergrund
dieser Berichte (inkl. desjenigen der Klinik F._) überzeugt die nicht begründete
Attestierung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit durch den Hausarzt Dr. D._ nicht,
gingen die Fachärzte doch offensichtlich davon aus, der Beschwerdeführer sei sowohl
in physischer als auch in psychischer Hinsicht arbeits- und leistungsfähig bzw.
jedenfalls nicht länger dauernd und erheblich beeinträchtigt. Dass im Rahmen der
Begutachtung durch die ABI GmbH keine orthopädische oder rheumatologische
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Untersuchung erfolgte, ist vor dem Hintergrund der Berichte der Kliniken für Urologie
und Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen und Dr. E._ wie
auch der unauffälligen klinischen Untersuchung durch den Internisten der ABI GmbH
nicht zu beanstanden, fehlten doch Anzeichen für eine relevante orthopädisch bzw.
rheumatologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit. Auch die psychiatrische Beurteilung
vermag zu überzeugen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Ärzte der Klinik
F._ die Reintegration in den Arbeitsprozess (ohne einschränkende Bedingungen)
dringend empfohlen haben, und dass auch im Übrigen in den Akten keine psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen ausgewiesen sind, welche die Arbeitsfähigkeit
erheblich einschränken würden. Da keine Berichte über Veränderungen des
Gesundheitszustandes zwischen der Begutachtung durch die ABI GmbH und dem
Erlass der angefochtenen Verfügung vorliegen, ist davon auszugehen, dass die
Beurteilung der ABI GmbH nach wie vor Gültigkeit hat. Eine Invalidität, die zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung – berufliche Massnahmen oder Rente –
berechtigen würde, ist jedenfalls nicht ausgewiesen. Die angefochtene Verfügung ist
daher nicht zu beanstanden.
5.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu verlegenden und
angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden
Gerichtskosten hat der Beschwerdeführer zu bezahlen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm angerechnet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP