Decision ID: 5bd47c50-60ea-4a98-ab07-e1e7af962042
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Grundstücke Nrn. 001 (Eigentümerin: B._ AG, C._) und 002 (Eigentümerin: F._,
D._), Grundbuch D._, liegen gemäss Zonenplan der Gemeinde D._ vom 11. Mai
2004 - mit Ausnahme eines in der Landwirtschaftszone gelegenen Spickels von
Grundstück Nr. 001 - in der Wohnzone W2b. Das Grundstück Nr. 001 ist mit einem
Schopf überbaut. Auf Grundstück Nr. 002 befindet sich ein Wohn- und Gewerbehaus
mit Anbauten. Beide Grundstücke liegen im Plangebiet des Überbauungsplans G._
vom 5. Februar 2020 (act. G 9/4/8). Dieser sieht im Wesentlichen drei Baubereiche für
Mehrfamilienhäuser sowie eine Zu- und Wegfahrt für eine Tiefgarage ab der
H._strasse vor. Daneben verläuft entlang des Gewässerraums des im östlichen Teil
der erwähnten Grundstücke gelegenen I._bachs eine rund 5 Meter breite
Verkehrsfläche als Unterhaltsstreifen und Zufahrt zu den Besucherparkplätzen. Ein
gegen den Überbauungsplan G._ vom Eigentümer des angrenzenden Grundstücks Nr.
003 (A._, J._) erhobener Rekurs vom 22. Mai 2018 wurde zufolge Rekursrückzugs am
16. Dezember 2019 abgeschrieben.
A.a.
Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 beantragte die B._ AG beim Gemeinderat D._ die
A.b.
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B.
Baubewilligung für die Erstellung von drei Mehrfamilienhäusern (MFH) mit Tiefgarage
auf den Grundstücken Nrn. 002 und 001. Innerhalb der Auflagefrist erhob A._ privat-
und öffentlich-rechtliche Einsprache gegen das Bauvorhaben, wobei er zur
Begründung unter anderem verkehrstechnische Mängel im Bereich des Wendeplatzes
und des östlichen Einmündungsbereichs der Zufahrt zu den Besucherparkplätzen,
drohende Lärmimmissionen aufgrund der Lage der geplanten Spielfläche sowie den
Gebäudeabstand und die Attikageschosse beanstandete. Mit Beschluss vom 7. Juli
2021 erteilte der Gemeinderat D._ die Baubewilligung unter Bedingungen und
Auflagen und wies die Einsprache ab (act. G 9/4 Beilage 1). Gegen diesen Beschluss
erhob A._ mit Schreiben vom 16. Juli 2021 Rekurs beim Bau- und
Umweltdepartement (act. G 9/1; nachstehend: Rekurs 1, Verfahren 21-6636).
Nachdem das kantonale Tiefbauamt (TBA) am 9. September 2021 einen Amtsbericht
erstattet hatte (act. G 9/6), reichte die B._ AG dem Gemeinderat D._ ein
Korrekturgesuch ein, in welchem unter anderem Änderungen an den Attikageschossen
und am Wendeplatz vorgenommen wurden. Sodann ist darin eine Paketstation im
Bereich des Vorplatzes vorgesehen (act. G 8/5 Beilage). Innerhalb der Auflagefrist
erhob A._ gegen das Korrekturgesuch privat- und öffentlich-rechtliche Einsprache
(act. G 8/5 Beilage). Mit Beschluss vom 16. Dezember 2021 wies der Gemeinderat D._
die Einsprache ab, soweit er darauf eintrat und sie nicht auf den Zivilrechtsweg
verwies, und erteilte die Baubewilligung für das Korrekturgesuch unter Auflagen und
Bedingungen (act. G 8/5). Gegen diesen Beschluss erhob A._ mit Eingabe vom
15. Januar 2022 Rekurs (act. G 8/1; nachstehend: Rekurs 2, Verfahren Nr. 22-351).
Nach Erstattung eines weiteren Amtsberichts vom 15. März 2022 durch das TBA (act.
G 8/9) wies das Bau- und Umweltdepartement mit Entscheid vom 2. Mai 2022 (act. G
2) den Rekurs 1 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war. Den Rekurs 2 wies
es ab, soweit es darauf eintrat (Ziffer 1). Im Rekurs 1 auferlegte es A._ sowie der
B._ AG eine Entscheidgebühr von je CHF 900. Im Rekurs 2 auferlegte es A._ eine
Entscheidgebühr von CHF 1'800 (Ziffer 2).
Gegen diesen Entscheid erhob A._ mit Eingabe vom 9. Mai 2022 Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und das Bauvorhaben auf den
Grundstücken Nrn. 002 und 001 sei nicht zu genehmigen (act. G 1). Im Nachgang zu
einem Schreiben des verfahrensleitenden Abteilungspräsidenten vom 10. Mai 2022
B.a.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist einerseits als Eigentümer der Liegenschaft Nr. 003 und anderseits als Empfänger
des angefochtenen Entscheids zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingaben vom 9. und 16. Mai 2022 (act. G 1
und 5) erfolgten rechtzeitig und erfüllen die formellen und inhaltlichen Voraussetzungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
Die erstinstanzlichen Beschlüsse der Beschwerdebeteiligten vom 7. Juli und
16. Dezember 2021 (Baubewilligungs- und Einspracheentscheide) ergingen nach
Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1; PBG) am 1. Oktober 2017.
Auf das strittige Bauvorhaben ist somit das PBG grundsätzlich anwendbar, soweit
dessen Bestimmungen gemäss Anhang zum Kreisschreiben "Übergangsrechtliche
Bestimmungen im PBG" vom 8. März 2017 als unmittelbar anwendbar erklärt werden
und im vorliegenden Zusammenhang zum Tragen kommen (vgl. auch VerwGE B
2020/10 vom 14. September 2020 E. 5). Im Übrigen kommen gegebenenfalls - neben
dem Baureglement der Gemeinde D._ vom 11. Mai 2004 (BauR) - weiterhin die
Bestimmungen des früheren Baugesetzes (BauG; nGS 8,134) zur Anwendung.
(act. G 4) ergänzte der Beschwerdeführer die Beschwerde mit Eingabe vom 16. Mai
2022 (act. G 5).
In der Vernehmlassung vom 23. Mai 2022 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie auf den
angefochtenen Entscheid (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin (B._ AG) und die
Beschwerdebeteiligte (Gemeinde D._) verzichteten stillschweigend auf eine
Vernehmlassung (act. G 10).
B.b.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
bis
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2.
Nach Art. 31 Abs. 1 Satz 2 BauR sind Ausfahrten gegenüber öffentlichen Strassen mit
Radien von 4,0 m auszurunden; wo ein Trottoir besteht, soll der Ausrundungsradius
mindestens 3,0 m betragen. Für Sammelgaragen können abweichende Vorschriften
gemäss VSS-Normen verlangt werden. Die im Überbauungsplan G._ vom 5. Februar
2020 (act. G 9/4/8) östlich der Baubereiche A, B1 und B2 für die Zu- und Wegfahrt
vorgesehene 5 m breite Verkehrsfläche wird beidseits von Baulinien begrenzt, welche
für die Sicherung des Gewässerraums des I._bachs erlassen wurden (vgl.
Baulinienplan vom 22. Juli 2014, act. G 9/4/9). Gemäss Art. 3 der besonderen
Vorschriften (besV) des Überbauungsplans soll auf der Verkehrsfläche für die Zu- und
Wegfahrt auch der Zugang zu den Besucherparkplätzen sichergestellt werden. Auf der
Verkehrsfläche befinden sich neben dieser Zu- und Wegfahrt der Ein- und
Ausfahrtsbereich für die Tiefgarage mit den Abstellplätzen für die geplante Überbauung
(Art. 4 besV). Im Überbauungsplanverfahren wurden die Sichtzonen für den
Ausfahrtsbereich festgelegt und mit separater Verfügung rechtlich sichergestellt. Im
Amtsbericht vom 9. September 2021 hielt das TBA unter anderem fest, es fehle für die
Notzufahrt am Einlenkerradius Richtung Osten. Insgesamt sei die Wendeanlage für
normale Personenwagen und auch die Zufahrten zu Lager und Tiefgarage wohl
genügend. Dennoch werde aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse die Überprüfung
der Geometrien für die Notzufahrt, Tiefgaragenzufahrt und Wendeanlage mit
Schleppkurven empfohlen (act. G 9/6). In der Folge führte das TBA im Amtsbericht vom
15. März 2022 mit Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin nachgereichten
Schleppkurvennachweise für Zufahrt und Wendeanlage sowie die geänderte
Einplanung der Paketstation nahe der Strasse aus, dass nunmehr aus technischer
Sicht keine Einwände mehr gegen die Wendeanlage sowie die Zufahrt zu den
Besucherparkplätzen bestehen würden und die vorgesehenen Anpassungen und
eingereichten Nachweise ausreichend seien. Da neu eine Paketstation nahe der
Strasse geplant sei, würden keine regelmässigen Fahrten von grösseren Fahrzeugen
über Besucherparkplatzzufahrt und Wendeanlage mehr erfolgen, so dass die
Wendeanlage nur für normale Personenwagen (PW) ausgelegt werden müsse. Die
Schleppkurvennachweise zeigten, dass die Zufahrt und die Wendeanlage funktionieren
würden (act. G 8/9).
2.1.
Gestützt hierauf führte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid aus, im
Zufahrtsbereich zur Tiefgarage bestehe gemäss den Baugesuchplänen eine
2.2.
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entsprechende Ausrundung, wohingegen im Bereich der Zu- und Wegfahrt zu den
Besucherparkplätzen aufgrund des mit Baulinien gesicherten Gewässerraums der
Einlenkerradius gegen Osten fehle. Namentlich aufgrund der mit Korrekturgesuch
vorgenommenen Platzierung der Paketstation im Bereich des Vorplatzes/Lager sowie
den nachgereichten Schleppkurvennachweisen hätten die verkehrstechnischen
Bedenken des TBA unter anderem bezüglich Zufahrt ausgeräumt werden können. Ein
Einlenkerradius gegen Osten sei bereits aufgrund der Festlegungen und Vorgaben im
Überbauungsplan sowie namentlich der Baulinie für Anlagen zum Schutz des
Gewässerraums des I._bachs (Plan vom 22. Juli 2014) in diesem Bereich nicht
möglich. Die Planungsbehörde sei damit in diesem Bereich bewusst mit
Nutzungsplänen von den baureglementarischen Vorschriften abgewichen. Dem
Beschwerdeführer seien die vorerwähnten Pläne aus vorangegangenen Verfahren
bekannt. Er hätte folglich bereits im Verfahren betreffend Baulinienplan, spätestens
aber im Überbauungsplanverfahren - als die fragliche Zufahrt definitiv festgelegt
worden sei - diesen Punkt in Frage stellen müssen. Im nachgelagerten
Baubewilligungsverfahren könnten nur noch solche Rügen vorgebracht werden, welche
sich aus Abweichungen zu den vorangegangenen Planungsgrundlagen ergeben
würden. Die Rüge (betreffend Einlenkerradius gegen Osten) erweise sich daher als
verspätet. Darüber hinaus genüge der Einlenker gemäss TBA aus verkehrstechnischer
Sicht aufgrund des eingeschränkten Benutzerkreises sowie des grosszügigen
Vorplatzes ohnehin; dies würden überdies die nachgereichten
Schleppkurvennachweise bestätigen. Der Beschwerdeführer bringe keine weiteren
Punkte vor, welche die Einschätzung des TBA in Frage stellen könnten (act. G 2 S. 6 f.).
Im Weiteren erweise sich aufgrund der Ausführungen des TBA im Amtsbericht vom
15. März 2022 auch die Wendeanlage als genügend. Dadurch könne auch der
Besucherparkplatz am Ende der Notzufahrt neben der Wendeanlage benützt werden.
Damit seien genügend Besucherparkplätze für die Überbauung vorhanden (act. G 2 S.
11 f.).
2.3.
Der Beschwerdeführer wendet ein, beim Einmündungsbereich der Zufahrt fehle immer
noch ein 4 m-Radius im Osten. Die Zufahrt sei abzuändern bzw. gegen Westen zu
verschieben, damit ein 4 m-Radius möglich werde. Die Ausfahrt der Tiefgarage könne
dies nicht wettmachen. Das Bauprojekt habe sich an die bestehende Baulinie im
rechtskräftigen Baulinienplan Seitengewässer I._bach zu halten. Im Überbauungsplan
sei die Zufahrt nur schematisch eingezeichnet gewesen. Die Zu- und Wegfahrt zu den
2.3.1.
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3.
Besucherparkplätzen sei nur durch kleine Pfeile markiert gewesen. Weitere Details
seien im Überbauungsplan nicht ersichtlich. Es habe nicht festgestellt werden können,
dass hier ein Einlenkerradius nicht vorhanden sei. Details wie Radius würden
normalerweise beim Bauprojekt berücksichtigt. Es könne ihm daher nicht der Vorwurf
gemacht werden, die Rüge sei verspätet (act. G 1 und G 5).
Aktenkundig und unbestritten ist vorliegend einerseits, dass es - vorab bedingt durch
die Festlegungen im Überbauungsplan (act. G 9/4/8) und die Baulinie für Anlagen zum
Schutz des Gewässerraums des I._bachs (Plan vom 22. Juli 2014; act. G 9/4/9) - am
Einlenkerradius gegen Osten für die Zufahrt zu den geplanten Bauten auf den
Grundstücken Nrn. 002 und 004 fehlt (vgl. Situationsplan in act. G 8/5 sowie
Schleppkurvennachweise in act. G 8/7) und somit die Nutzungsplanung diesbezüglich
von den Vorgaben in Art. 31 Abs. 1 Satz 2 BauR abweicht. Aufgrund der
nachgereichten Schleppkurvennachweise (act. G 8/7) und der entsprechenden
Bestätigung des TBA (act. G 8/9) ist anderseits auch als belegt zu erachten, dass die
erwähnte Zufahrt trotz des erwähnten Umstandes uneingeschränkt funktionsfähig ist.
Einlenkerradien bzw. Ausrundungen im Sinn von Art. 31 Abs. 1 BauR haben in erster
Linie zum Zweck, die gefahrlose Funktionsfähigkeit der Zu- und Wegfahrt zu
gewährleisten. Der Umstand, dass letzteres vorliegend zu bejahen ist, rechtfertigt
diesbezüglich die teilweise Abweichung der Nutzungspläne von der Vorschrift von
Art. 31 Abs. 1 BauR: Die wortlautgemässe Durchsetzung der Vorschrift wäre insofern
unzweckmässig und unbillig, als ein Verstoss gegen Sinn und Zweck der Norm gar
nicht vorliegt, dadurch auch keine überwiegenden öffentlichen Interessen verletzt und
die Nachbarn auch nicht unzumutbar benachteiligt werden (vgl. Art. 108 Abs. 1 und 2
PBG).
Sodann vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers, dass im Überbauungsplan
die Zufahrt nur schematisch eingezeichnet gewesen und die Zu- und Wegfahrt zu den
Besucherparkplätzen gar nur durch kleine Pfeile markiert gewesen sei (act. G 5), nichts
daran zu ändern, dass die streitige Zufahrt im Wesentlichen bereits mit dem erwähnten
Baulinienplan (act. G 9/4/9) einerseits und dem Überbauungsplan (act. G 9/4/8)
anderseits festgelegt worden war. Entsprechende Rügen gegen diese Festlegungen
wären somit bereits im Überbauungsplanverfahren vorzubringen gewesen.
2.3.2.
Streitig ist im Weiteren die Einhaltung des grundstücksinternen Abstands (innerhalb
3.1.
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des Perimeters des Überbauungsplans G._) durch die geplanten MFH. Auf den
Überbauungsplan G._ (act. G 9/4/8), welcher vom 8. Mai bis 6. Juni 2017 aufgelegen
hatte, kommt das BauG zur Anwendung (vgl. Art. 174 PBG). Nach Art. 22 Abs. 1 des
Baugesetzes (BauG; sGS 731.1) kann der Überbauungsplan für ein engeres, bestimmt
umgrenztes Gebiet, wie für ein Quartier, die Erschliessung und die besondere
Bauweise ordnen (GVP 1995 Nr. 93 S. 003; GVP 2003 Nr. 19 S. 73). Ein
Überbauungsplan mit besV, wie er vorliegend zur Diskussion steht, regelt die
besondere Bauweise. Dabei kann unter Beibehaltung der Zweckbestimmung der Zone
von den allgemeinen Zonenvorschriften abgewichen werden (Art. 23 lit. b BauG). Durch
Markierungslinien im Überbauungsplan mit besV werden die Lage und die
höchstzulässige horizontale Ausdehnung von Bauten und Anlagen festgelegt.
Markierungslinien bezwecken, das verdichtete Bauen zu fördern. Sie gehen unter
Vorbehalt einer anderen Regelung im Überbauungsplan allen anderen
Abstandsvorschriften vor. Dies bedeutet insbesondere, dass vorbehältlich einer
anderen Regelung im Überbauungsplan bis an die Markierungslinien gebaut werden
darf (Art. 24 BauG; B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz.
151).
Der Überbauungsplan G._ sieht auf den Baugrundstücken die Baubereiche A, B1 und
B2 vor. Im Plan sind Abstände zwischen den Baubereichen von 9 m und 13 m vermerkt
(vgl. Überbauungsplan 1:500, act. G 9/4/8 Anhang). Gemäss Art. 6 Abs. 1 besV sind
Hauptbauten nur innerhalb der bezeichneten Baubereiche zulässig. Vorbauten dürfen
die Baubereiche überragen und die maximale Gebäudelänge (Art. 9 Abs. 1 BauR)
kommt nicht zur Anwendung. Zudem sind für die Baubereiche die Geschosszahl und
die Höhen geregelt (Art. 6 Abs. 2 besV; act. G 9/4/8). Gemäss Ziffer 3.3.1 des
Planungsberichts zum Überbauungsplan G._ sind durch die Ausscheidung von
Baubereichen weiterhin die Abstände nach Regelbauweise zu berücksichtigen. Bei der
Projektierung seien unter anderem weiterhin die Grenz- und Gebäudeabstände zu
beachten (act. G 9/4/8).
bis
Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz unter anderem aus, auch wenn die
Baubereiche im Überbauungsplan G._ nicht als Markierungslinien bezeichnet seien,
würden sie solchen in ihrer Wirkung entsprechen. Der Beschwerdeführer weise zu
Recht darauf hin, dass die mit Abständen von 11.43 m bzw. 13.23 m geplanten MFH
den baureglementarischen Grenz- bzw. Gebäudeabstand von 13.5 m (Art. 9 BauR)
nicht einhalten und damit dem Planungsbericht widersprechen würden. Der
Planungsbericht sei jedoch lediglich erläuternd, sofern nicht Teile des Berichts als
3.2.
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wegleitend erklärt würden (Art. 1 Abs. 2 besV). Massgebend seien vorliegend somit
nicht die erläuternden Ausführungen im Planungsbericht, sondern die verbindlichen
Vorgaben im Überbauungsplan. Da im Überbauungsplan keine andere Regelung
aufgestellt worden sei, gingen die mit Markierungslinien ausgestalteten Baubereiche
den Abstandsvorschriften vor. Damit könnten trotz des Widerspruchs von
Sondernutzungsplan (Überbauungsplan) und Planungsbericht die
baureglementarischen Abstände vorliegend im Ausmass der Baubereiche
unterschritten werden. Sämtliche Baukörper befänden sich innerhalb der Baubereiche,
wobei das Bauvorhaben teilweise deutlich grössere Abstände (11.43 m bzw. 13.23 m)
aufweise als gemäss Überbauungsplan (9 m bzw. 13 m). Den Widerspruch von
Planungsbericht und Überbauungsplan (bezüglich Grenz- und Gebäudeabstand) wäre
vom Beschwerdeführer überdies bereits im entsprechenden Verfahren
(Überbauungsplanverfahren) zu rügen gewesen, so dass dieser Einwand verspätet sei
(act. G 2 S. 10 f.).
3.3.
Der Beschwerdeführer hält fest, dass im Überbauungsplan die Baufelder teilweise
vermasst seien. Es seien darin aber keine Baulinien festgelegt worden. Die Baufelder
könnten nicht wahllos überbaut werden. Dazu würden die Erläuterungen im
Planungsbericht (Ziffern 3.1.2 und 3.3.1 Absatz 2) dienen. Es seien die Abstände
gemäss BauR, d.h. je nach Lage der Bauten der grosse oder kleine Grenzabstand,
einzuhalten. Die Gebäudeabstände zwischen Häusern 1 und 2 sowie den Häusern 2
und 3 seien zu klein. Im Planungsbericht sei auf S. 4 ein Situationsplan des
Richtprojekts ("Projektidee") vorhanden. Die Gebäudeabstände seien hier: 13.5 m
zwischen Haus 1 und 2; 14 m zwischen Haus 2 und 3. Das BauR sei hier eingehalten.
Beim nun vorliegenden Bauprojekt seien die Gebäudeabstände mit 11.43 m zwischen
Haus 1 und 2 und 13.23 m zwischen Haus 2 und 3 zu klein. Dies werde seinerseits
nicht akzeptiert. Die Baubereiche A, B1 und B2 seien nur umrandet. Die Bezeichnung
von Markierungslinien fehle. Es seien sodann (im Überbauungsplan) auch keine
Baulinien festgelegt, weil zu diesem Zeitpunkt noch kein Bauprojekt vorgelegen habe.
Ein Bauprojekt aber müsse den geltenden Vorschriften entsprechen. Vom jetzigen
Bauprojekt habe er (der Beschwerdeführer) im Zeitpunkt der Auflage des
Überbauungsplans keine Kenntnis gehabt (act. G 1 und G 5).
3.3.1.
Aus den Akten ersichtlich und unbestritten ist, dass die mit Gebäudeabständen von
3.3.2.
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4.
11.43 m bzw. 13.23 m geplanten MFH den baureglementarischen Abstand von 13.5 m
(Art. 9 BauR) nicht einhalten. Dies steht zwar im Widerspruch zu den Feststellungen im
Planungsbericht (Ziffer 3.3.1) betreffend die Weitergeltung der baureglementarischen
Regeln. Gemäss Art. 1 Abs. 2 besV hat der Planungsbericht indes lediglich
erläuternden Charakter, soweit ihm die besV - wie vorliegend mit Bezug auf die
Weitergeltung der baureglementarischen Bestimmungen - keine wegleitende Wirkung
zuschreiben. Demgegenüber sind die Festlegungen im rechtskräftigen
Überbauungsplan für die Bebauung des Plangebiets verbindlich: Die Baubereiche und
ihre Positionierung auf den Baugrundstücken sind im Überbauungsplan mit detaillierten
Massen - unter anderem mit Abständen zwischen den Baubereichen von 9 m und 13 m
- klar und eindeutig festgelegt (vgl. Plandarstellung im Anhang von act. G 9/4/8),
weshalb die Vorinstanz sie in ihrer Wirkung zu Recht Markierungslinien gleichstellte.
Die Gebäudeabstände von 11.43 m bzw. 13.23 m zwischen den geplanten MFH
überschreiten die Baubereichsabstände von 9 m und 13 m und halten
dementsprechend die verbindlichen Abstandsregelungen des Überbauungsplans
offenkundig ein. Hieran vermag der vom Beschwerdeführer angeführte Umstand, dass
für das Richtprojekt bzw. die Projektidee im Überbauungsplan andere
Gebäudeabstände gewählt wurden, nichts zu ändern. Zu Recht weist die Vorinstanz im
Übrigen darauf hin, dass die Rüge der teilweisen inhaltlichen Unvereinbarkeit des
Planberichts (Ziffer 3.3.1) mit dem Überbauungsplan (Plandarstellung im Anhang)
bereits im Überbauungsplanverfahren vorzubringen gewesen wäre und im vorliegenden
Verfahren somit als verspätet zu gelten hätte. Der angefochtene Entscheid lässt sich
auch vor diesem Hintergrund nicht beanstanden.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Dem
Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 4'000, welche mit dem vom
Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.
4.1.
Die Beschwerdegegnerin reichte in diesem Verfahren keine Stellungnahme ein und
stellte dementsprechend auch keinen Antrag auf Entschädigung für das
Beschwerdeverfahren (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Ein
Anspruch der Beschwerdegegnerin auf ausseramtliche Entschädigung entfällt daher.
4.2.
bis
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