Decision ID: ec2be047-553c-4981-aa19-150bc062b3b6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
war ab dem 1. Juli 2017 als medizinische Praxisassistentin in einem Teilzeitpensum von 80 % angestellt und dadurch bei der
Helsana Unfall AG
(kurz: Helsana) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Bagatellunfallmeldung des Arbeitgebers vom 3. Mai 2018
fiel der Versicherten am 24. März 201
7 (recte: 2018; vgl. Urk. 1 und Urk. 2 S. 2
) beim Einwerfen eines Kartonstücks mit der rechten Hand in einen Kartoncontainer aus Plastik der Containerdeckel auf das rechte Handgelenk, wo
bei sie sich eine Quetschung am rechten Hand
gelenk
zu
zog
. Eine Arbeits
unfähigkeit resultierte nicht (Urk. 7/K1).
Die
Helsana anerkannte das Ereignis als Unfall und schloss den Fall im Juni 2018 ab (Urk. 2 S. 2). Am 3. Juni 2020 meldete die Versicherte telefonisch einen Rückfall (Ur
k. 7/K2). Im am 7. Juni 2020 ausgefüllten Fragebogen gab sie an,
im Zeitpunkt des Fallabschlusses, im Sommer 2018,
ein Knacken im Handgelenk
verspür
t zu haben;
zudem seien g
ewiss
e Bewegungen
schmerzhaft
gewesen
. Diese Beschwerden seien nie ganz ver
schwunden und hätten sich im Laufe der Zeit wieder verstärkt. Eine Arbeits
unfähigkeit bestehe nicht (Urk. 7/K6). Nach Einholung des Arztzeugnisses des erstbehandelnden Arztes Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH Handchirurgie, vom 5. Juni 2020 (Urk.
8/M2) sowie eines Beri
chts der behandelnden Ärztin im
Handze
ntrum
Z._
, Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH
für
Handchirurgie, vom 1
1.
Juni 2020 (Urk. 8/M3) legte die Helsana das medizinische Dossier dem beratenden Arzt, Prof.
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, zur Beurteilung vor. Gestützt auf
dessen Stellungnahme vom 27. Jul
i 2020 (Urk. 8/M4) lehnte die Helsana mit Schreiben vom 28. Juli 2020 eine L
eistungsübernahme ab (Urk. 7/K10
).
Am 20. August 2020 erliess sie auf Ver
langen der Versicherten (Urk. 7/K11) eine anfechtbare
Verfügung (Urk. 7/K13)
. Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten
vom 2. September 2020 (Urk. 7/K15
)
beziehungsweise vom 31. August 2020 (Urk. 7/K16)
wies sie mit Ent
scheid vom 11. November 2020 ab (Urk. 2 [= Urk. 7/K19])
.
2.
Dagegen erhob die
Versicherte am
2
7. November 2020 Beschwerde
und beantragte, in Aufhebung de
s angefochtenen Entscheids sei die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, die Folgekosten für den Unfall vom 24. März 2018 zu übernehmen (Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
11. Januar 2021
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
19. Januar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den ob
ligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Viel
mehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpassung an
geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfall
versicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]) und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeits
unfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen)
.
1.
4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend
können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall
kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeits
beweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58
E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
im angefochtenen Entscheid
im
Wesentlichen, die
als Rückfall gemeldeten Beschwerden am rechten Handgelenk
seien
nicht über
wiegend wahrscheinlich
auf das Ereignis vom 24. März 2018 zurückzuführen
. Der Unfallmechanismus sei gemäss Beurteilung des beratenden Arztes Prof.
B._
nicht geeignet, eine SL-Bandruptur auszulösen (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe zwei Jahre lang versucht, mit der eingeschränkten Funktion der Hand ohne ärztliche Behandlung zurechtzukommen. Sie sei jedoch keinen Tag beschwerdefrei gewesen und die Beschwerden hätten von Monat zu Monat zugenommen. Dr.
A._
habe eine massive Zunahme des Problems festgestellt, welches in einem klaren Kausal
zusammenhang zum Unfallereignis stehe. Sie müsse sich jetzt operieren lassen und die Helsana lehne eine Übernahme der Behandlungskosten ab. Sie sei vor dem Unfall absolut beschwerdefrei gewesen und hab
e
sogar bei Operationen mit grossem Kraftaufwand ohne jegliche Einschränkung assistieren können. Nach dem Unfall sei sie keinen Tag beschwerdefrei gewesen. Genau gesehen handle es sich deshalb
nicht um
einen Rückfall, da eine Beschwerdefreiheit nie eingetreten sei. Sie habe das Gesundheitssystem nicht mit unnötigen Arztkonsultationen belasten wollen und werde nun bestraft, was sehr stossend sei.
Die vom Vertrauensarzt erwähnten Knochenödeme seien gemäss medizinischem Wissen bereits sechs bis zwölf Wochen nach einem Trauma schon nicht meh
r nachweisbar. Sie habe gut neu
n Wochen nach dem Unfallereignis ein
Arthro
-MR machen lassen (Urk. 1).
3.
3.1
Im radiologischen Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 31. M
a
i 2018 betreffend die gleichentags durchgeführte
Arthro
-MRI-Untersuchung des rechten Handgelenks wurde festgehalten, es liege eine Partialruptur des
palmaren
Anteils des SL-Bandes bei Degeneration der dorsalen Anteile des SL-Bandes vor
.
Im
2.
Strecksehnenfach lasse sich zudem eine minime, unspezifische Flüssigkeits
ansammlung erkennen. Ansonsten bestehe keine abgrenzbare Binnenläsion
(Urk. 8/M1).
3.2
Dr.
Y._
hielt im Arztzeugnis vom 5. Juni 2020 betreffend die Erstbehandlung vom 8. Mai 2020 fest, es bestünden Schmerzen bei
der
Stabilitätsprüfung
dorso-palmar
. Das
Arthro
-MRI zeige eine Auflockerung des SL-Bandes. Sowohl die Röntgenuntersuchung als auch die Sonographie hätten einen unauffälligen Be
fund gezeigt (Urk. 8/M2).
3.3
Dr.
A._
stellte
im Konsiliarbericht vom 11. Juni 2020
die Diagnose
Scapholunäre
Bandruptur Handgelenk rechts und hielt
fest, im
Röntgenbild, welches anlässlich des Unfalls angefertigt worden sei, habe sich der
scapholunäre
Abstand noch als normal gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe ab diesem Zeit
punkt jedoch immer wieder Schmerzen
scapholunär
gehabt und habe sich nicht aufstützen können. Dies habe sich in den letzten zwei Jahren nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Es bestehe eine starke
Druckdolenz
scapholunär
mit positivem
Watsontest
, und das aktuell durchgeführte Röntgenbild zeige einen massiv erweiterten
scapholunären
Abstand. Das
Arthro
-MRI zeige nun eine komplette Bandruptur
scapholunär
mit vollständigem Kontrastmitteldurchtritt. Es würden sich aber noch keine degenerativen Veränderungen zeigen. Dr.
A._
führ
t
e in ihrer Beurteilung aus, eine direkte
Refixation
des
scapho
lunären
Bandes sei nach dieser Zeit nicht mehr möglich. Es so zu belassen sei keine Option, da die Beschwerdeführerin in Jahren eine SLAC-
Wrist
entwickeln werde. Es sei deshalb entschieden worden, eine dorsale
Tenodese
durchzuführen (Urk. 7/M3).
3.4
Prof.
B._
hielt in seiner Stellungnahme vom
27. Juli 2020 fest, der Unfallmechanismus sei nicht geeignet, eine SL-Bandruptur auszulösen. Unfall
mechanisch komme es zu einer Verletzung des SL-Bandes bei einem stark dorsal extendierten Handgelenk, so zum Beispiel bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm mit Landung auf den Handflächen. Hier sei ein eher leichter (Plastik-)Müll
dec
kel auf die Hand gefallen; dabei sei die Hand
sicher nicht gewaltsam nach dorsal extendiert worden. Im initialen MRI vom 31. Mai 2018 sei von einer Partialruptur sowie einer Degeneration des Bandes gesprochen worden. Diese Beurteilung spreche gegen ein nicht mehr ganz frisches Traum
a
bei einer
MRI-Untersuchung
zwei Monate nach dem Unfall. Auch würde man bei einer nam
haften Kontusion ein Knochenmarködem im MRI erwarten, was hier nicht der Fall sei. Ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den als Rückfall gemeldeten Beschwerden sei zwar möglich, aber nicht überwiegend wahr
scheinlich (Urk. 7/M4).
4.
4.1
Die Stellungnahme von Prof.
B._
wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstattet, ist für die streitigen Belange umfassend, enthält eine Auseinander
setzung mit den Befunden und den geklagten Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Damit erfüllt sie die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungs
grundlage, weshalb auf sie abgestellt werden kann.
4.2
Gemäss
der überzeugenden
Beurteilung von Prof.
B._
lässt sich
kein mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestehender Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall vom 24. März 2018 und den erst zwei Jahre später gemeldeten Beschwerden am
rechten Handgelenk nachweisen
.
Zum einen bestand bereits zum Unfallzeitpunkt ein degenerativer Vorzustand (vgl. E. 3.1) und zum anderen erscheint der Unfallmechanismus
gemäss
schlüssiger Darlegung von Prof.
B._
nicht geeignet,
eine SL-Bandruptur auszulösen
.
Wie bereits erwähnt
(E. 1.
4
)
obliegt es der Beschwerdeführerin,
das Vorliegen eines Kausal
zusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungs
pflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus.
Mit ihrem Einwand, es handle sich eigentlich gar nicht um einen Rückfall, vermag die Beschwerdeführerin nicht durchzudringen, hat sie es doch unterlassen, den im Juni 2018 vorgenommenen Fallabschluss zu beanstanden. Selbst wenn dieser formlos ergangen sein sollte, erlangte er inzwischen rechtliche Wirksamkeit, hat die versicherte Person doch grundsätzlich innert Jahresfrist zu er
klären, wenn sie mit der –
zu Unrecht nicht in
Verfügungsfor
m
sondern formlos mitgeteilten –
Verweigerung von Leistungen nicht einverstanden ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_414/2021 vom 1
2.
Oktober 2021 E. 4.2 mit Hinweisen). Nachdem die Beschwerdeführerin erst zwei Jahre nach dem Fallabschluss bei der Beschwerde
gegnerin wieder vorstellig geworden ist, stehen einzig ein Rückfall oder Spät
folgen in Frage, zumal Brückensymptome mangels ärztlicher Behandlung nicht dokumentiert sind (vgl.
Urk.
1, wonach die Beschwerdeführerin in diesen zwei Jahren nicht in ärztlicher Behandlung stand).
4.3
Schliesslich ist die
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
4.4
Nach dem Gesagten
erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 11. November 2020 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.