Decision ID: 093d380d-d705-4a0c-8968-ac54512e8ae6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, war bis Ende März 2004 als Paketzusteller bei d
er Y._
angestellt (
Urk.
7/10 S.
1). Nach einem am
7.
Novem
ber 2002 erlittenen Strassenverkehrsunfall meldete er sich am 1
0.
März
2003 wegen
einer Distorsion der Halswirbelsäule und Panikattacken
bei der In
validenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Umschu
lung, Rente) an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung
en
vom
9.
November 2004
und 1
2.
Januar 2005
mit Wirkung ab
1.
November 2003 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende ganze Rente der Invalidenversicherung zu
(
Urk.
7/22
,
Urk.
7/25)
.
1.2
Mit Schreiben vom 2
6.
Februar 2007 (
Urk.
7/49) wurde dem Versicherten mitge
teilt, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine sich auf die Rente auswirkende Änderung festgestellt worden sei. Der Invaliditätsgrad betrage nach wie vor 100
%
.
Das
i
m
Herbst
2007 eingeleitete Revisionsverfahren (vgl.
Urk.
7/50) endete wie
de
rum mit der Bestätigung der bisherigen (
ganz
en) Rente gestützt auf einen
In
validitätsgrad
von 100 %, was dem Versicherten mit Schreiben vom 1
0.
Juli 2009
(
Urk.
7/63) mitgeteilt wurde.
1.
3
Anlässlich eines weiteren im Jahr 2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
7/66) und nach Einholung von aktuellen Arztberichten (vgl.
Urk.
7/68,
Urk.
7/78,
Urk.
7/131) sowie eines IK-Auszuges (
Urk.
7/67) wurde der Anspruch auf Arbeitsvermittlung geprüft. Mit Schreiben vom 1
1.
Juli 2011 (
Urk.
7/86)
teilte die IV-Stelle
dem Beschwerdeführer
mit
, dass ihm bei der Stellensuche während eines Jahres Beratung und Unterstützung durch die
Z._
AG gewährt werde. In der Folge konnte der Beschwerdeführer einen Pflegehelferkurs beim
Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) absolvieren (Urk. 7/101, vgl. auch
Urk.
7/110)
und
seit 1
9.
Januar
2012
nachts unregelmässig als Sitzwache ar
beiten (
Urk.
7
/96-
97,
Urk.
7/113,
Urk.
7/123/2-9). Zudem erteilte er
seit 2
5.
Oktober 2011
im Rahmen des freiwilligen Schulsports während eineinhalb Stunden pro Woche Hallen-Fussballlektione
n an Kinder (
Urk.
7/90-
91).
Am 1
0.
Oktober 2011 (
Urk.
7/88) erstattete
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, das
von der IV-Stelle
in Auftrag gegebene Gut
achten. Am 14. Februar 2014 gab die IV-Stelle ein weiteres psychiatrisches Gut
achten bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag, welches dieser am 2
4.
März 2014 (
Urk.
7/146) erstattete.
M
it Vor
bescheid
vom 2
4.
Juni 2014 (
Urk.
7/152)
kündigte die IV-Stelle dem Versicher
ten die Einstellung der Invalidenrente an. Zur allfälligen Erhebung eines Ein
wandes ersuchte der Versicherte am 1
4.
Juli 2014 um Nachfrist (
Urk.
7/154), welche ihm mit Schreiben vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
7/156) gewährt wurde. Mit Verfügung vom
4.
September 2014 (
Urk.
7/158) hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten auf, obgleich die verlängerte Frist zur Einreichung des Einwandes noch nicht abgelaufen war. Mit Schreiben vom 1
0.
September 2014 (
Urk.
7/160) wurde die IV-Stelle darauf aufmerksam gemacht. Daraufhin hob die IV-Stelle
die entsprechende Verfügung mit Verfügung vom 1
7.
September 2014 (
Urk.
7/166
)
wiedererwägungsweise auf. Am
3.
Oktober 2014 (
Urk.
7/167) erhob der Versicherte gegen die Renteneinstellung Einwand. Am 1
3.
Oktober 2014 verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der Rente
auf Ende des
der
Zustellung der Verfügung folgenden Monats (
Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
3.
November 2014 Beschwerde (
Urk.
1) mit
den Anträgen, die Verfügung
sei
aufzuheben und
es
sei
ihm
übe
r den 30.
Novem
ber 2014 hinaus eine ganze, eventualiter eine 3/4-Rente zuzuspre
chen;
sube
ven
tualiter
sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den medi
zi
ni
schen Sachverhalt ergänze und hernach neu verfüge (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2014
(
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am
3.
Dezember 2014 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8).
3.
3.1
Mit Vorbescheid vom 1
3.
Oktober 2014 (
Urk.
7/169) stellte die IV-Stelle
zudem
die Abweisung des Leistungsbegehrens (Anspruch auf berufliche Massnahmen) in Aussicht, wogegen der Versicherte am 1
3.
November 2014 (
Urk.
7/171) Ein
wand erhob. Mit Verfügung vom 2
4.
November 2014 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (
Urk.
7/176 =
Urk.
2 im Prozess IV.2015.00034).
3.2
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 1
2.
Januar 2015 Beschwerde (
Urk.
1 im Prozes
s IV.2015.00034) und beantragte, diese sei
aufzuheben und
es
seien
ihm
berufliche Massnahmen, insbesondere Berufsberatung und Arbeits
vermittlung, zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er,
diese Beschwerde
mit dem pendenten Beschwerdeverfahren IV.2014.01200 zu verei
nigen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Februar 2015 (
Urk.
6 im Prozess IV.2015.00034) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde und die Vereinigung des Prozesses IV.2015.00034 mit dem vorliegenden Prozess IV.2014.0120
0.
Darüber
wurde der Beschwerdeführer am
4.
Februar 2015 orientiert (
Urk.
8 im Prozess IV.2015.00034).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
Die Parteien in den Verfahren IV.2014.01200 und IV.2015.00034 sind identisch und zwischen den beiden Prozessen besteht ein enger sachlicher und rechtlicher Zusammenhang,
so
dass es angezeigt ist, das Verfahren IV.2015.00034 mit dem Prozess IV.2014.01200 zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer weiter
zuführen. Das Verfahren IV.2015.00034 ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als
Urk.
9/0-
9
geführt.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG),
als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
2.4
Das Bundesgericht hat verschiedentlich festgehalten, dass eine
Dysthymie
nach
der im gebräuchlichen ICD-Klassifikationssystem enthaltenen Umschreibung eine
chronische depressive Verstimmung ist, die weder schwer noch hinsichtlich ein
zel
ner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mit
tel
gra
digen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen; daher sei
sie in der Regel nicht invalidisierend (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom
6.
März
2014 E. 6.2 mit Hinweisen). Diese Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung – auftritt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_623/2013 vom 1
1.
März 2014 E. 3.2 mit Hinweis). Diese Grund
sätze wurden durch die Rechtsprechung
betreffend die
somatoform
e
n
Schmerz
störungen oder vergleichbaren
psychsomatischen
L
eiden
gemäss BGE 141 V 281
nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 8C_643/2015 vom 1
8.
Dezember 2015
E. 5.2.1).
2.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133
V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist ein
e Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revi
sion keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit.
f
der
Verordnung über die Invalidenversicherun
g [IVV]
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleich
zu
stellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September
2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne
dass diese ihren Beweiswert verlöre (SVR 2015 IV Nr.
16 S.
45 E.
2.3 [9C_662/2013]; Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 20. Mai
2015 E. 3.3.2).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der Begründung der angefochtenen Verfü
gung
betreffend Einstellung der Invalidenrente
(
Urk.
2) aus, aus medizinischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit (ohne Führen von Fahrzeugen und ohne intensive interpersonelle Kontakte) seit mindestens An
fang 2012 wieder zu 50
%
zumutbar. Aus rechtlicher Sicht müsse gemäss
Art.
7
Abs.
2 ATSG eine Erwerbsunfähigkeit vorliegen, die aus objektiver Sicht nicht zu überwinden sei. Aus den Gutachten sei ersichtlich, dass sich der Ge
sundheitszustand verbessert habe.
Dies zeige sich auch im hohen
Aktivitätsni
veau
des Beschwerdeführers (Betreuung von sieben- bis achtjährigen Kindern im Fussballklub, Lesen von Zeitungen, Beschäftigung am Computer und im Internet, Verrichtung der Einkäufe und die Erledigung der Wäsche). Er besitze ge
nügend Ressourcenpotential. Auch habe er im Jahr 2011 ein Pflegepraktikum beim Schweizerischen Roten Kreuz abschliessen können und übe nun seit zwei Jahren eine 25%ige Tätigkeit als Nachtsitzwache und zum Teil auch als
Hilfs
pfleger
aus. Es lägen aus rechtlicher Sicht keine hinreichenden Gründe vor, dass ihm eine angepasste, das heisst leichte bis mittelschwere Tätigkeit (
Hilfspfle
ger
/Erledigung von Hilfsarbeiten oder Kontrollaufgaben) nicht zu 100 % zu
mut
bar wäre. Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liege, bestehe kein Rentenan
spruch mehr (S. 2).
3.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer vortragen (
Urk.
1), sein Gesundheits
zustand habe sich seit der letzten massgebenden Revisionsverfügung vom
2
6.
Februar 2007 nicht wesentlich geändert. Der medizinische Sachverhalt sei
im
Wesentlichen
gleich geblieben; sogar die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in Verweisungstätigkeiten stimme mit der Ein
schätzung der
(früheren)
Gutachter überein; es werde dem Beschwerdeführer in allen drei Gutachten eine 50
%
Arbeitsfähigkeit in Verweisungstätigkeiten attestiert. Somit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer nach wie vor beste
henden 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer
V
erweis
ungstätig
keit
auszugehen
. Es sei ihm weiterhin die am
9.
November 2004 zu
ge
sprochene und am 2
6.
Februar 2007 revisionsweise bestätigte ganze Rente aus
zu
richten (S. 6).
Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, es sei aktenwidrig und damit willkürlich, von einer 100%ig
en Arbeitsfähigkeit auszugehen
(S. 8). Mit dem
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei dargetan, dass
er
in einer angepassten Tätigkeit zu 50
% arbeitsfähig sein könne
. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von
wenigstens 63 % (
S. 9).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 3
0.
November 2014
hinaus Anspruch auf eine (ganze) Invalidenrente hat.
Dabei ist zu prüfen, ob im Zeitraum vom 2
6.
Februar 2007, als dem Beschwer
deführer – nach fundierter Prüfung des medizinischen Sachverhalts (vgl. nach
folgend E. 4.1)
mittels polydisziplinärer Begutachtung
– eine auf einem
Inva
li
di
tätsgrad
von 100 % basierende ganze Rente zuges
prochen worden war (Mittei
lung
vom 2
6.
Februar 2007 [
Urk.
7/49])
, bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Oktober 2014 (Aufhebung der Rente;
Urk.
2) eine für den Rentenanspruch wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen ein
getreten ist (vgl. zum zei
tlichen Referenzpunkt E. 2.5 am Ende
).
Die mit Mittei
lung vom 10. Juli 2009 (Urk.
7/63) erfolgte Bestätigung des Rentenanspruchs beruht hingegen nicht auf einer rechtskonformen Prüfung der
Anspruchsvor
aus
setzungen
, erschöpft sich doch das Revisionsverfahren zur Hauptsache in der Würdigung der von den behandelnden Dr.
C._
(Urk. 7/54
55) und Dr.
D._
(Urk. 7/58/2-6) beigezogenen Berichten (Urk. 7/62/3).
Mithin bleibt zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Be
schwerde
führers beziehungsweise die erwerblichen Verhältnisse
seit dem 26. Februar 2007
entscheidend geändert bezieh
ungsweise verbessert haben.
4.
4.1
Der Bestätigung der ganzen Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
gemäss
Mitteilung vom
2
6.
Februar 2007 (
Urk.
7/49
)
lagen in medizinischer Hin
sicht folgende Akten zugrunde:
4.1.1
Das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre
(inter
nis
tische, physikalisch-medizinische und psychiatrische)
MEDAS-Gutachten wurde am
6.
Februar 2007 (
Urk.
7/46) erstattet. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die
Gutachter
fest (S. 24):
Panikstörung,
chronifiziert
(ICD-10 F41.0)
Leichtgradiges
Thorakozervikalsyn
drom
, primär
myofascial
bedingt
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
massen sie folgenden Diagnosen bei
(S. 25):
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
Schulterschmerzen links, primär
myofascialer
Genese mit
leichtgradiger
Rot
atorenmanschetten
-Dysfunktion
Spannungskopfschmerzen
Psychische und Verhaltensfaktoren bei chronischen Schmerzen im Schulter-/Nacken- und Kopfbereich (ICD-10 F54)
Dazu führten die Gutachter aus, die somatischen Untersuchungen hätten einen
unauffälligen internistischen Allgemeinbefund und Auffälligkeiten in Form einer
ausgeprägten Berührungs- und Palpationsempfindlichkeit des Schädels, der Dorn
fortsätze der HWS und der Schulter-/Nackenmuskulatur ergeben. Aus psychia
trischer Sicht wurde ausgeführt, dass das Vollbild der früher diagnostizierten
posttraumatischen Belastungsstörung nicht erfüllt und dass die depressive Symp
tomatik auch nicht so ausgeprägt sei, dass die Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode zutreffe. Die relevante Beschwerdesymptomatik stelle die chronische Panikstörung dar, die sich insbesondere als Einschränkung für die bisherige Tätigkeit als Kurierfahrer auswirke. Ferner wurde
festgehalten, dass
eine adäquate Phar
makotherapie (die zurzeit nicht stattfinde) dringend indiziert
sei
, des Weiteren sollte erneut eine psychotherapeutische Behandlung bezogen
auf die
Angst
symptomatik
in Form einer konsequenten Verhaltenstherapie durch
geführt wer
den. Anschliessend seien berufliche Massnahmen im Sinne einer Wiedereinglie
derung in den Arbeitsprozess indiziert, möglicherweise zu Beginn über einen geschützten Arbeitsplatz. Eine Rückkehr in die bisherige Tätigkeit sei nicht sinnvoll, es werde über eine sukzessive Belastungssteigerung
eine Indikation in eine angepasste Tätigkeit anzustreben sein. Ohne die be
schrie
benen medizini
schen und beruflichen Massnahmen sei eine weitere
Leistungs
minderung
bei bereits bestehender
Dekonditionierungstendenz
zu befürchten (S.
27).
Bei der physikalisch-medizinischen/
manualmedizinischen
Exploration und Un
tersuchung
stellten die Experten
nur
geringgradige
objektivierbare
Veränderun
gen
und ausgeprägte Bewegungseinschränkungen
fest
, die sich nicht durch ir
gendwelche anatomischen strukturellen Pathologien oder mechanisch-funktio
nellen Ursachen erklären liessen. Zum anderen sei die Diskrepanz in der Beweg
lichkeit aufgefallen. Vor der Untersuchung seien sowohl im LWS- wie im HWS-Bereich Flexion/
lnklination
anhand der Verhaltensbeobachtung beim Ausklei
den und beim Mitbewegen des Kopfes beim Sprechen möglich gewesen, in der
r
zen
. Auch die Beschwerden
Untersuchungssituation dagegen nicht, beziehungsweise nur unter grossen
Schme
im
linken Schultergelenksbereich hätten
nicht genügend mit den
erhebbaren
klinischen Befunden korreliert, die primär
myofascialer
Natur, verbunden mit einer
leichtgradigen
Rotatoren
man
schetten
dysfunktion
gewesen seien. Unter Berücksichtigung
der
muskuloske
let
talen
Be
funde
bestehe nach rein somatischen Kriterien eine mindestens 80%ige zumut
bare Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, dem
nach auch für die angestammte Tätigkeit als Kurierfahrer beziehungsweise Bei
fahrer/Einführer im Kurierdienst. Zusammengefasst würden Arbeitsfähigkeit und Prognose weitgehend von der
chronifizierten
Angststörung bestimmt, auch
wenn der Beschwerdeführer selbst im Rahmen seines doch sehr auffälligen
Krank
heitsverhaltens
die körperliche Symptomatik in den Vordergrund stelle (S.
28). Aus medizinischer Sicht sei dies jedoch als
leichtgradig
einzuordnen, es seien ein inadäquates Schonverhalten, eine Selbstlimitierung und ein Verdeutli
chen der körperlichen Symptome als psychische und Verhaltensfaktoren, welche das
thorakozervika
l
e
Schmerzsyndrom, die Schulterschmerzen links, die Kopf
schmerzen zum einen verstärkten und
aufrechthielten, zum anderen die damit verbundenen Einschränku
ngen überproportional betonten
(S. 29).
Abschliessend hielten d
ie Ärzte
nochmals
fest, aus rein somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um nicht mehr als 20 % eingeschränkt. Aus rein psychiatri
scher Perspektive seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten derzeit in einem halben Pensum zumutbar
– die Beeinträchtigungen durch die psychiatrische Er
krankung begründeten zwar eine Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähig
keit um weniger als 50 %, unter Berücksichtigung der zusätzlichen geringen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf Grund körperlicher Beeinträchtigungen ergebe sich aber gesamthaft das halbe Pensum
. D
ie Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
müsse
schrittweise erfolgen und
habe
möglicherweise zunächst im geschützten Bereich stattzufinden.
Vorausgehen müsse die Optimierung der medizinischen Massnahmen (Psychopharmakotherapie, Psychotherapie
).
Mittel- und langfristig sei ein Abbau der jetzt noch bestehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorstellbar (
S.
30-
31).
4.1.2
Hausarzt m
ed.
pract
.
C._
, Praktischer Arzt FMH,
nannte im Bericht vom 11. Juni
2008 folgende Diagnosen
(
Urk.
7/55):
chronische Panikstörung (ICD-10 F41.0) mit Anteilen einer posttraumati
schen Belastungsstörung
Dysthymie
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung
thorakoze
r
vicales
Schmerzsyndrom und Spannungs
kopfschmerzen
Er attestierte eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit von Ende 2002 bis auf Weiteres (S. 2).
4.1.3
Der seit Mai 2008 behandelnde
Dr.
med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, stellte in seinem Bericht vom
8.
März 2009 (
Urk.
7/58/2-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
Anpassungsstörung mit Ängsten und Elementen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.28)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (
ICD-10
Z63.0) fest.
Er äusserte sich dahingehend,
dass
der Beschwerdeführer leicht erschöpfbar
sei
;
er
habe einen verminderten Antrieb,
eine
erhöhte Reizbarkeit,
eine
mangelhafte Konzentrationsfähigkeit und weise
eine
hohe Vergesslichkeit auf. Die Auswir
kung bei der Arbeit bestehe in einer eingeschränkten Belastbarkeit und in grossen Schwierigkeiten der Integration in eine Gruppe.
Dr.
D._
bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
seit
2004 (S. 3). Der Beschwerdeführer sei zur
zeit physisch und psychisch erschöpft. Im Vordergrund stehe auch die Sorge um seine Frau. Die Schwierigkeiten in der Beziehung hätten derart zugenommen, dass seine Frau die Scheidung habe einreichen wollen. Der Beschwerdeführer sei vermindert konzentrationsfähig. Die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien herabgesetzt. Sein Denken sei deutlich verlangsamt und auf seine Krankheit eingeengt. Zeitweise sei ein leichtes Misstrauen spürbar. Es bestünden keine An
zeichen von Wahn, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Er habe eine Nei
gung zu verbal und tätlich aggressiven Impulsdurchbrüchen, teilweise mit
Kon
troll
verlust
. Er sei antriebsarm. Es bestehe ein sozialer Rückzug und Müdigkeit. Der Beschwerdeführer scheine überaus lärmempfindlich zu sein, sodass die Fenster geschlossen sein müss
t
en (S. 6).
4.1.4
Auf Veranlassung des behandelnden Psychiaters wurde der Beschwerdeführer in der Klinik
E._
,
untersucht. Der Rheumatologe und der Psychiater nannten
in ihrem Bericht vom 1
4.
April 2009 (
Urk.
7/60/5-8) folgende Diagnosen (S. 5):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Dysthymia
(ICD-
10
F34.1)
Posttraumatische Belastungsstörung ([ICD-10 F43.1] vordiagnostiziert)
Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei Zustand nach HWS-Distorsionstrauma und chronischer Schmerzsymptomatik (ICD-10 F54)
Defizit von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistung
Chronisches
cerviko
-vertebrales und -
cephales
Syndrom
ausgeprägte Schonhaltung
Im Rahmen der Untersuchung seien depressive Beschwerden, Ängste, eine Schmerzsymptomatik und kognitive Einschränkungen auszumachen gewesen. Über die Jahre sei es zu einem invalidisierenden
chronifizierten
Krankheitspro
zess
gekommen. Es sollte zudem von einer ausgeprägten
Schmerzverarbei
tungs
störung
ausgegangen werden.
Aus somatischer Sicht bestehe bei Zustand nach HWS-Distorsionstrauma ein
chronifiziertes
cervicozephales
Schmerzssyndrom
. Die HWS-Beweglichkeit sei in allen Richtungen stark eingeschränkt. Der Be
schwer
deführer zeige eine ausgeprägte Schonhaltung und Schmerzvermeidung.
Die Ärzte führten weiter aus, eine Rehabilitationsbehandlung in der Klinik
E._
oder in einer Klinik mit vergleichbarem Therapieprogramm erscheine wenig erfolgsversprechend und daher nicht indiziert. Aus rheumato
lo
gischer Sicht bestehe kein Rehabilitationspotential. Zu empfehlen sei eine statio
näre Behandlung in einer psychosomatischen Klinik. Eine stationäre psy
chiat
ri
sche Behandlung werde vom Beschwerdeführer abgelehnt. Auch einer
antide
pressiven
medikamentösen Behandlung zur Schmerzmodulation und zur Be
handlung der Ängste und depressiven Beschwerden sei er im Gespräch zu
rück
haltend bis ablehnend gegenüber gestanden (S. 6).
4.2
Mit der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Oktober 2014 (
Urk.
2) hob die
Be
schwer
degegnerin
die Rente auf mit der Begründung,
dem Beschwerdeführer sei seit Anfang 201
2
eine Verweistätigkeit wieder zu 50 % zumutbar.
Diesbezüglich sind folgende medizinische Akten zu berücksichtigen:
4.2.1
Med.
pract
.
C._
bestätigte in seinem undatierten Bericht (
Urk.
7/68 [Eingang bei der IV-Stelle: 2
7.
Dezember 2010]) seine früher gestellten Diagnosen (S.
1; vgl. E.
4.1.2
hievor
), attestierte dem Beschwerdeführer jedoch
nunmehr
eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit
seit 2002
(S. 2). In einem späteren, bei der IV-Stelle am 25. September 2013 eingegangenen Bericht (
Urk.
7/131) bestätigte er seine Diagnosen erneut (S.
1), bescheinigte jedoch eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (richtig wohl eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit, vgl. S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7) in der angestammten Tä
tigkeit bis auf Weiteres. Er führte aus, der Beschwerdeführer sei sehr wenig
be
lastungsfähig
. Bei zu grosser Belastung durch Arbeit ver
stärk
ten sich die Angst und Aggressionen (S. 2).
4.2.2
Med.
pract
.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
der den Beschwerde
führer vorübergehend behandelte,
hielt in seinem Bericht vom 18.
Mai 2011
(
Urk.
7/78) nachfolgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 1):
Panikstörung mit Anteilen einer posttraumatischen Belastungsstörung
Posttraumatisches
cervico
-
cephales
-Syndrom mit Begleitschwindel und Bewegungseinschränkung
Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Kurier vom
7.
November 2002 bis auf unbestimmte Zeit (S. 2).
4.2.3
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
in seinem Gutachten vom 1
0.
Oktober 2011 (
Urk.
7/88)
folgende Diagnosen (S.
14):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
Posttraumatisches
Thorakozervikalsyndrom
Er führte aus, unmittelbar nach dem Verkehrsunfall hätten sich beim Beschwer
deführer eine Panikstörung und eine posttraumatische Belastungsstörung ent
wickelt, welche allgemein in weiten Teilen miteinander wesensverwandt seien. Diese psychische Störung habe möglicherweise die zweimaligen Arbeitsversuche des Beschwerdeführers beim bestehenden Arb
eitgeber zum Scheitern gebracht.
Die Panikstörung habe bis heute mit regelmässig wiederkehrenden
Panikat
tacken
angehalten, verbunden mit einer schweren psychovegetativen
Stress
symp
tomatik
, Hyperventilation und Todesangst, aber von jeweils nur kurzer Dauer. Diese würden vor allem durch den schwankenden, aber ebenfalls chro
nischen psychischen Stresszustand ausgelöst. Daneben habe sich eine eher leichte panikbedingte Platzangst fixiert, beispielsweise in Einkaufszentren oder im Zug. Eine Panikstörung führe regelhaft zu einem Vermeidungsverhalten be
züglich der einschlägigen Situationen. Das Vermeidungsverhalten sei als von eher geringer Bedeutung einzustufen. Insgesamt würde die Panikstörung eine Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers höchstens zum Teil behindern
(S. 14
f.
)
.
Dr.
A._
gab weiter an, eine Folge der Selbstwertproblematik sei die
Dysthy
mie
, die er gleich wie die MEDAS-Gutachter im Jahr 2007 diagnostiziere. Ge
meint sei eine andauernde pathologische Depressivität. Im Vordergrund stünden eine depressiv
gefärbte Frustration, die
dysphorische
Gereiztheit, eine resigna
tive Haltung und ein Lebensüberdruss. Ein relevantes depressives Syndrom habe sich aber nicht e
rgeben. Seit der Begutachtung in der
MEDAS
G._
2007 scheine der psychische Zustand bis heute auf chronische Art angehalten, aber
sich
leicht gebessert zu haben. Der Beschwerdeführer zeige sich im Alltag aktiv, wenn auch in einem sehr gespannten, gereizten Zustand und mit einer vermin
derten Belastbarkeit. In dieser Situation würde er die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers für heute im gleichen Umfang wie im Gutach
ten 2007 bestätigen. Der Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers habe sich seit 2007 nicht wesentlich verändert, höchstens leicht gebessert respektive stabilisiert, sodass berufliche Massnahmen mit dem Ziel der Verwertung einer vor
erst 50%igen Arbeitsfähigkeit nun indiziert schienen (S.
15 und 16). Der Beschwerdeführer sei somit aus heutiger psychiatrischer Sicht wegen der post
traumatischen Belastungsstörung als Berufschauffeur weiterhin zu 100 % arbeits
unfähig. In anderen Tätigkeiten, die keinen Zusammenhang mit dieser dar
b
ö
ten, sei er aber etwa zu 50 % arbeitsfähig. Über die frühere Arbeits
fähig
keit (nach 2007 bis kürzlich) könnten heute keine affirmativen Angaben mehr ge
macht werden. Die heutige Arbeitsunfähigkeit sei bedingt durch eine Komor
bi
dität von psychischen Störungen mit einem relevanten Krankheitswert, näm
lich
einer chronischen Panikstörung, einer wahrscheinlich partiell noch bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung und wahrscheinlich einer nar
zisstischen Persönlichkeitsstörung mit der Folge einer resignativen Haltung. Auf der ande
ren Seite seien wieder psychische Ressourcen und eine bessere psychische Sta
bilität für eine teilweise Arbeitsfähigkeit vorhanden. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne wahrscheinlich nur mit beruflichen Massnahmen ver
wertet werden.
Im Übrigen sei zu den Arztberichten anzumerken, dass eine
kürzliche
fachärztli
che Beurteilung fehle. Der Hausarzt spreche zwar von einer vollen Arbeitsunfä
higkeit, sage aber aus, dass der Beschwerdeführer bei ihm nicht in Behandlung stehe (S. 16).
4.2.4
RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt Allgemeinmedizin, hielt in seiner Stellung
nahme vom 2
4.
Oktober 2011 (
Urk.
7/150/3) fest, das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
sei vollständig und schlüssig. Der relevante Gesundheitsschaden bestehe weiterhin in einer Panikstör
ung. Auch ohne erfüllte
Schaden
minde
rungspflicht
habe sich diese seit 2007 zumindest
leichtgradig
verbessert im Sinne einer Stabilisierung. Während in der angestammten Tätigkeit weiterhin eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit bestehe, sei
in jeder anderen
leidensange
passten
leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne Führen eines Fahr
zeuges zumindest ab dem Zeitpunkt des aktuellen Gutachtens eine 50%ige
Rest
ar
beitsfähigkeit
ausgewiesen.
4.2.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
in seinem Gutachten vom 2
4.
März 2014 (
Urk.
7/146) folgende Diagnosen (S. 12):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
Verdacht auf posttraumatische Belastungsreaktion im Anschluss an den Un
fall, die zwischenzeitlich jedoch weitgehend abgeklungen
ist
Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
Chronische Nackenschmerzen seit dem Unfall vom
7.
November 2002
In Übereinstimmung mit den Voruntersuchern gehe er
, Dr.
B._
,
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur bei
Y._
von einer weiter bestehenden
vollständigen Ar
beitsunfähigkeit aus. Bezogen auf eine adaptierte Tätigkeit ohne
Führen von Fahrzeugen und ohne intensive interpersonelle Kontakte bestehe aktuell (und wahrscheinlich bereits seit Anfang 2012) medizinisch-theoretisch eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit (S. 12).
Anlässlich der aktuellen gutachterlichen Untersuchung habe der Beschwerde
führer ein weitgehend identisches Zustandsbild aufgewiesen, wie von
Dr.
A._
beschrieben. Es sei lediglich eine leichte depressive Verstimmung im Sinne einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) feststellbar. Eine voll ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörung bestehe nicht. Der Beschwerdeführer fahre wieder Auto. Ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten sei nicht eingetreten. In Übereinstimmung
mit den vorbehandelnden Kollegen der
I._
sei von einer
chronifizierten
Anpassungsstörung/Persönlichkeitsänderung (nach Ablauf des zweijährigen Kriteriums für die Vergabe einer Diagnose einer
An
passungsstörung
) auszugehen. Die diagnostischen Kriterien einer
Panikstö
rung
seien weiterhin erfüllt. Die Diagnose der Panikstörung stütze sich aber vor
wiegend auf die Angaben des
Beschwerdeführers und lasse sich im Rahmen einer ambulanten Untersuchung nicht sicher objektivieren. Es erfolge auch keine medikamentöse Behandlung.
Der Beschwerdeführer
habe die letzten zwei Jahre versucht, punktuell wieder eine Berufstätigkeit aufzunehmen. Er habe ein Pflegepraktikum beim Schweizerischen Roten Kreuz absolviert. In den letzten zwei Jahren sei er insgesamt mit einem Durchschnittspensum von ungefähr 25 % als Sitznachtwache, zum Teil auch als Hilfspfleger, berufstätig gewesen. Bis zum Unfall beschreibe sich der Beschwerdeführer als psychisch beschwer
de
frei. In Übereinstimmung mit
Dr.
A._
sei eine vorbestehende narzisstische
Per
sönlichkeitskomponente
zu vermuten (S. 11).
Dr.
B._
gab weiter an, insgesamt sei seit dem Rentenbeschluss von einer Stabilisierung/Verbesserung auszugehen. Der Beschwerdeführer habe dies bisher aber nur in kleinem Ausmass seit 2012 berufl
ich umgesetzt (25 % Tätigkeit [S.
13
]
).
4.2.6
In der Stellungnahme vom 2
6.
März 2014 (
Urk.
7/150/4) gab RAD-Arzt Dr.
H._
an, das aktuelle psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
sei vollstän
dig und schlüssig. Damit werde das letzte psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
be
stätigt. Es könne somit weiterhin an seiner Stellungnahme vom 2
4.
Oktober 2011
festgehalten werden (vgl. E. 4.2.4
hievor
).
5.
5.1
Den vorstehend wiedergegebenen ärztlichen Einschätzungen ist zu entnehm
en, dass beim Beschwerdeführer
eine (teilweise) Stabilisierung beziehungsweise Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten
ist.
Zwar sprachen
sowohl
Dr.
A._
(vgl. E. 4.2.3
hievor
)
als auch
Dr.
B._
(vgl. E. 4.2.5
hievor
)
nur
von ei
ner leichten Besserung beziehungsweise Stabilisierung und unverände
rter Arbeitsfähigkeit von 50 %.
Doch geht die
erhobene
Besserung mit einer erhebl
i
chen erwerblichen Verbesserung
einher (vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5).
So kann
dem Arbeitsverlaufsbericht (26 Wochen in Arbeit) vom 3
0.
August 2012
von
Z._
(
Urk.
7/113/1-2) entnommen werden, dass insbesondere im Hinblick auf die Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers eine Veränderung im positiven Sinne stattgefunden hat. So
war
der Beschwerdeführer nach
zunächst
ehrenamtlicher Tätigkeit seit 25. Oktober 2011 zwei
Stunden pro Woche als Fachlehrperson
im
freiwillige
n
Schulsport tätig
(Urk. 7/91)
. Zudem wurde er ab dem 1
9.
Januar 2012 im
J._
jeden Monat unregelmässig als
Sitz
wache
eingesetzt
(Urk. 7/97)
. Gemäss der
Z._
mache er diese Arbeit zuverlässig und schätze den Kontakt mit den Patienten. Er müsse nichts heben und stehe nicht unter Druck. Diese Arbeit wirke sich positiv auf seine Gesundheit aus. Sein Selbst
wertgefühl sei seither gestiegen und seine
Stimmung habe sich ver
bessert. Um sich im pflegerischen Bereich weiterzubilden, habe er überdies er
folgreich den Pflegehelferkurs beim Schweizerischen Roten Kreuz absolviert (Abschluss Juli 2012). Er habe das klare Ziel, 50 % zu arbeiten und bewerbe sich für pflege
ri
sche Tätigkeiten und auch als
Sitzwache (S.
1). Im
Abschlussbe
richt
(52 Wo
chen in Arbeit) vom 17. Januar 2013 von
Z._
(
Urk.
7/117/1-2) wurde sodann fest
gehalten, dass der Beschwerdeführer als Hallenfussballtrainier angestellt wor
den sei. Aus einer ersten Anstellung als
(
entlöhnte
)
Sitzwache
(Urk. 7/113/3-11, Urk.
7/123/2-9
),
bei der er aus einem Mitarbeiterpool unregelmässig zu verein
zelten Einsätzen aufgerufen wor
den sei, hätten sich in den Folgemonaten zwei weitere Möglichkeiten ergeben. Er nehme nun zusätzlich noch Einsätze über den Sitzwachen-Stellenpool des
K._
und bei einer
Privat
spitex
wahr (S. 1).
Seit Ende 2011
ist der Beschwerdeführer als
entlöhnter
Fussballtrainer tätig
(
Urk.
7/91)
. Er trainiert einmal pro Woche mit s
echs- bis zehnjährigen Kindern
und ein bis zwei Mal wöchentlich mit den Junioren eines
Quartierfussballver
eins
. Die Mannschaft betreut er ausserdem auch während den Fussballspielen
am Wochenende. Daneben arbeitet er seit dem Jahr 2012 mit einem Pensum von
etwa 25 % als Sitznachtwache in verschiedenen Spitälern
.
Phasenweise hat er auch tagsüber einzelne Arbeitseinsätze (
Urk.
7/
146 S. 7).
In Kenntnis dieser Tätigkeiten
attestierten die
Gutachter
gestützt auf die von ihnen diagnostizierte Panikstörung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine solche von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit
(E. 4.2.3 und E. 4.2.5
hievor
)
. Diese Diagnose der Panikstörung mit der damit einhergehenden Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ist
indes
nicht nach
voll
ziehbar: So ist zu bemerken, dass die Panikattacken von den unter
suchen
den Ärzten nie direkt beobachtet wurden. Deren
Diagnosestellun
g erfolgte haupt
sächlich aufgrund der subjektiven anamnestischen Angaben des Beschwer
de
führers. Für die Beurteilung von Schweregrad und Häufigkeit der Panikattacken sind daher weitere objektive Anhaltspunkte von Bedeutung. Vorliegend lassen sich den Akten – abgesehen von den Angaben des Beschwerdeführers – keine Hinweise auf die
Panikatta
cken
entnehmen. Darauf wies auch
Dr.
B._
hin, indem er festhielt, die Diag
nose der Panikstörung stütze sich vorwiegend auf die Angaben des Beschwer
deführers und lasse sich im Rahmen einer ambulanten Untersuchung nicht si
cher objektivieren (
Urk.
7/146 S.
11). Abgesehen davon sind auch die Angaben des Beschwerdeführers keineswegs stringent. So gab er beispielsweise an, die aufgrund des Unfalles resultierenden Panikattacken seien von der Situation ab
hängig, wenn er ganz aufgeregt sei. Die Attacken seien nie vorgekommen, wenn er entspannt gewesen sei, und auch
nicht nachts
. Sie seien s
chon in Einkaufszen
tren vorgekommen, wenn
es laut gewesen sei und viele Leute
gehabt habe (
Urk.
7/88 S.
11). Später meinte er, zwei bis drei Mal wöchentlich habe er Angstattacken. Die Attacken würden ohne Auslöser auftre
ten. Die Frequenz sei wechselnd, zeitweise drei bis vier Mal pro Woche, in guten
Wochen deutlich seltener. Er unterscheide zwischen starken und schwachen
Angst
attacken
. Starke Attacken habe er ein bis zwei Mal pro Woche, schwäche
re Attacken häufiger (
Urk.
7/146 S. 7).
Weiter gibt es weder Hin
weise auf aufgetretene
Panikattacken während der Ar
beit mit entsprechenden Ausfällen noch sind Anhaltspunkte vorhanden, dass allfällig aufgetretene Panikattacken den Beschwerdeführer anlässlich des Kurses beim Schweizerischen Roten Kreuz eingeschränkt hätten beziehungsweise dass sie ihn in seiner jetzigen Tätigkeit – sei es anlässlich der Sitznachtwache oder
im Fussballtraining – einschränkten. Des Weiteren ist anzufügen, dass die an
geb
liche Lärmempfindlichkeit den Beschwerdeführer keineswegs an der Betreu
ung von sieben- bis achtjährigen Kindern beziehungsweise Junioren im
Fuss
ballclub
hindert
.
Hinzukommt, dass der Beschwerdeführer ein hohes
Aktivitäts
niveau
aufweist. Er liest Zeitungen, ist am Computer beschäftigt und häufig im Internet. Er geht einkaufen, macht ab und zu die Wäsche. Am Freitagnachmit
tag bringt er jeweils den Sohn ins Hallenbad, geht einmal pro Woche zur Schwester Kaffee
trinken oder zu anderen Verwandten. Er macht Entspan
nungsübungen und schläft
dabei ein. Zudem fährt er auch wieder kurze Stre
cken mit dem Auto (
Urk.
7/88 S. 10,
Urk.
7/146 S. 8 f.). Diesbezüglich gab der Beschwerdeführer an, er sei beim Autofahren deutlich angespannter und ängst
licher als früher. Wenn von rechts ein Auto auf ihn zukomme (wie beim Unfall), steigere sich die Angst. Hierzu ist zu erwähnen, dass eine Person, welche auf
grund eines Autounfalls eine Panikstörung entwickelt, das Autofahren
wohl
gänzlich meiden würde. Auch eine lediglich kurze Autofahrt wäre demnach
kaum
denkbar. Es mag sein,
dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall beim Autofa
hren deutlich ange
spann
ter ist, was ihn jedoch weder in seinen berufli
chen Tätigkeiten, noch in seinem
Freizeitver
halten
einschränkt.
Das vor
stehend dargelegte Aktivitätsverhalten spricht jedenfalls nicht für ein ausge
prägtes psychisches Leiden, dem invalidisierende Wirkung zuzusprechen wäre.
In diesem Zusammenhang ist auch auf die Aussagen von
Dr.
B._
und
Dr.
A._
hinzuweisen. Ersterer hielt fest, dass sich ein eigentliches
Vermei
dungs
verhalten
beim Beschwerdeführer nicht eruieren lasse (vgl. dazu
Urk.
7/146
S. 9). Letzterer gab an, eine Panikstörung führe regelhaft zu einem
Vermei
dungsverhalten
bezüglich der einschlägigen Situationen. Beim Beschwerde
füh
rer seien die Panikanfälle eher wenig von ört
lichen Situationen abhängig, und das Vermeidungsverhalten sei als
von eher geringer Bedeutung ein
zu
stufen. Insgesamt würde die Panikstörung eine Ar
beitstätigkeit des Beschwerdeführers heute höchstens zum Teil behindern (
Urk.
7/88 S. 14 f.). Weiter führte
Dr.
A._
aus, der Beschwerdeführer habe kaum mehr quälende Wiedererinnerungen an den Unfall und nur noch geringe Ängste in Bezug auf den Autounfall. Am meisten hinderlich scheine der allge
meine, chronische psychische Stresszustand zu sein. Der Stresszustand sei wahrscheinlich multifaktoriell verursacht: Ein gewichtiger Grund sei die post
traumatische Belastungsstörung, welche bis heute aber deutl
ich zurückgegangen sei (S. 15).
Weiter
ist auf gewisse Ungereimtheiten zwischen den Angaben der verschie
de
nen Gutachter hinzuweisen.
Dr.
A._
erachtete die
Pa
nikstörung
nur teilweise als Hinderungsgrund an der Arbeitstätigkeit des Be
schwerdeführers, wohinge
gen sowohl die MEDAS-Ärzte als auch
Dr.
B._
diese als Hauptursache für
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit hielten.
Dr.
A._
führte sodann als Ursache für eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit als Berufschauffeur die posttraumatische Belastungsstörung auf (vgl. E.
4.2.3
hie
vor
) – obschon diese gemäss seinen oben erwähnten, eigenen Erläuterungen „bis
heute aber deutlich zurückgegangen
ist
“.
Auffällig ist zudem, dass sich der Beschwerdeführer – wenn überhaupt – bloss einmal im Monat in psychiatrische Behandlung begibt. Schliesslich wird seine
Panikstörung auch nicht medikamentös behandelt (vgl. E.
4.2.5
hievor
), ob
schon
Dr.
B._
zur Behandlung der Panikattacken sowie der inneren Un
ruhe eine sedierende antidepressive Medikation, beispielsweise mit
Mirtazapin
, für ange
zeigt erachtete (
Urk.
7/146 S.
12). So stand der Beschwerdeführer einer
antide
pressiven
medikamentösen Behandlung zur Schmerzmodulation und zur Be
handlung der Ängste und depressiven Beschwerden zurückhaltend bis ableh
nen
d gegenüber und war entsprechend auch kaum zu motivieren (
Urk.
7/60 S. 6; vgl. auch
Urk.
7/146 S.
12).
Dies lässt einen erheblichen Leidensdruck als kaum wahr
scheinlich erscheinen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E.
4.1)
.
5.2
Nach dem Gesagten ist die Diagnose der Panikstörung nicht plausibel. Dies gilt – wie bereits erwähnt – umso mehr, als diese Diagnose nicht auf objektiv-eige
nen ärztlichen Feststellungen beruht. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, welche diese Diagnose stützten, weshalb die diesbezüglichen Ausführungen der
Gut
ach
ter
weder überzeugend noch nachvollziehbar sind. Selbst wenn die Diagnose
„Panikstörung“ als plausibel betrachtet würde,
kann ihr nach dem gesagten
keine
invalidisierende Wirkung
beigemessen werden
, zumal ihr
selbst
gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
B._
kein Krankheitswert (mehr) zuzuschreiben ist.
Betreffend die weiteren Diagnosen ist anzumerken, dass
die Gutachter
in Bezug auf die po
sttraumatische Belastung
s-
sowie
die
narzisstische
Persönlich
keits
stö
rung
lediglich ein
en
Verdacht
geäussert haben
, wobei eine voll ausge
prägte posttraumatische Belastungsstörung
ausdrücklich
verneint worden ist.
Diese
Ver
dachts
diagnosen
vermögen keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
zu be
grün
den.
I
m
MEDAS-Gutachten
vom
6.
Februar 2007
wurde
in somatischer Hinsicht eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens
80 % in einer angestammten Tätigkeit attes
tiert (
vgl. E. 4.1.1
hievor
)
. Eine solche Untersuchung erfolgte von Seiten der
Ex
perten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
nicht
(mehr). Da
vorliegend
weder
Anhalts
punkte ersichtlich sind, dass sich in somatischer Hinsicht etwas verändert hätte,
noch der Beschwerdeführer
solches
g
eltend
machte
,
ist
nach wie vor von ei
ner
mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszu
gehen.
5.3
Zusammenfassend ist lediglich noch eine leichte depressive Verstimmung im Sinne einer
Dysthymie
feststellbar, welche keine invalidisierende Wirkung nach sich zieht
(E. 2.4
hievor
)
. Eine ausgeprägte posttraumatische Belastungsstörung besteht nicht (mehr), wie auch kein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten einge
treten ist. Es ist zu einer Adaption an die gesundheitlichen Einschränkungen gekommen und folglich zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes. Dies zeigt sich auch in dem hohen Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers, welches ein grosses Ressourcenpotential aufweist. Demzufolge ist erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum
wesent
lich
verbessert hat, mithin eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver
hältnissen im Sinne des oben in E. 2.
5.
Ausgeführten gegeben ist.
Es i
st
somit
festzuhalten,
dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine
krankheitswertigen psychischen Pathologien mehr ausgewiesen sind, welche einer
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit entgegen stehen könnten. Im Zeitpunkt der Rentenaufhebung ist daher
nurmehr
von der im MEDAS-Gutachten aus soma
tischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20 % in der ange
stam
mten Tätigkeit (Urk. 7/46/30) auszugehen. In Anbetracht dieser
Restarbeits
fähigkeit
erübrigt sich ein Einkommensvergleich, da jedenfalls ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad resultiert.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde gegen die Verfügung vom 13. Okto
ber 2014.
6.
6.1
Mit Verfügung vom 24. November 2014 (Urk. 9/2) wies die
Beschwerdegeg
nerin
ferner
das Leistungsbegehren (berufliche Massnahmen [Berufsberatung und Ar
beitsvermittlung]) ab. Sie stellte sich auf den Standpunkt, gemäss ihren Abklä
rungen sei der Beschwerdeführer angemessen eingegliedert. Berufliche Mass
nahmen seien nicht notwendig. Es sei ihm möglich, auf dem allgemeinen Ar
beitsmarkt eine angepasste Tätigkeit zu finden. Dies habe er in der Vergangen
heit mit dem Wiedereinstieg in die Arbeitswelt bereits bewiesen. Es best
eh
e bei ihm keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche. Deshalb sei für ihn das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig. Ihre auf
grund des Einwandes vom 1
3.
November 2014 erneuten Abklärungen hätten
über
dies
ergeben, dass es dem Beschwerdeführer möglich sei, sich selbständig einzugliedern. Nach dem bestandenen Kurs beim Schweizerischen Roten Kreuz habe er eine Beschäftigung in der freien Wirtschaft gefunden. Eine abschlies
sende Eingliederungslösung beziehungsweise Festanstellung müsse nicht durch die IV-Stelle zur Verfügung gestellt werden.
De
r
Beschwerdeführer
sei aktuell 39 Jahre alt und habe seit November 2003 einen Rentenanspruch. Sie verweise ihn gestützt auf die genannten Gründe auf den Weg der
Selbsteingliederung (
S.
2).
6.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, von einer angemessenen
Ein
gliederung könne keine Rede sein: Selbst wenn
er
auch heute noch
teilzeit
lich
im Umfang von etwa 25 % als Sitzwache arbeite, sei er damit nicht einge
glie
dert, zumal die Tätigkeit nicht ausbaubar sei und gar keine Festanstellung mit
Pensumsgarantie
möglich sei. Auch die früher ehrenamtlich ausgeübte Tätig
keit als Hallenfussballtrainer, die ab 2
3.
Oktober
2011 im Um
fang von zwei Lektio
nen ausgeübt und von der
L._
saliert
worden sei und werde, stelle
keine eigentliche Eingliederung in den Arbeitsmarkt dar, sondern entspreche eher
einem bezahlten Hobby. Zusammengefasst habe er bei einer andauernden Ein
schränkung seiner Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeits
markt Anspruch auf berufliche Massnahmen (Art. 15 ff. IVG); insbesondere auf Berufsberatung und Arbeitsvermittlung. Dies unabhän
gig davon, ob er sich bei der Arbeitslosenversicherung anmelde oder nicht. Der Anspruch bestehe parallel zu allfälligen Ansprüchen gege
n die Arbeitslosenver
sicherung
(
Urk.
9/1 S. 6 f.).
6.3
Es
bleibt
somit der Anspruch auf berufliche Massnahmen, namentlich Berufsbe
ratung (
Art.
15 IVG) und Arbeitsvermittlung im Sinne einer aktiven Unterstüt
zung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
Art.
18
Abs.
1 lit. a IVG) zu prüfen.
6.3.
1
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b).
Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
6.3.2
D
er Anspruch auf Arbeitsvermittlung
bedarf
weder der Invalidität noch
eines Mindestinvaliditätsgrades.
Zur Begründung dieses Anspruchs ist jedoch eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art notwendig, wenn die Arbeits
fähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der versicherten Person nur leichte
Tätig
keiten voll zumutbar sind. Die leistungsspezifische Invalidität des Anspruch
s liegt vor, wenn die Behinderung Probleme
bei der Stellensuche verursacht
(Ur
teil des Bundesgerichts 8C_641/2015 vom 12. Januar 2016
E. 2
)
.
Nach dem Gesagten
liegen beim Beschwerdeführer keine spezifischen Ein
schrän
kungen gesundheitlicher Art im Sinne des oben Aufgeführten vor.
Es ist ihm
zumutbar, im Rahmen der
S
elbsteingliederung
eine seiner
Resta
rbeitsfähigkeit
von
80 %
entsprechende
n
Arbeitsstelle auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 138 V 457
E.
3.1, 110 V 273 E.
4b
) ohne Arbeitsvermittlung durch die IV-Stelle finden.
Der
angefochtene Entscheid i
st demnach nicht zu beanstanden.
6.3.3
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu
können (ZAK 1977 S. 191 E.
2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar
2000).
Ein
Mindestin
validi
tätsgrad
ist nicht vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts 9C_373/2009 vom
2.
November 2009 E. 4).
In Betracht
fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eig
nung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt oder die Aus
übung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind ge
rings
te Behinderungen, die keine nennenswerte
Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenversicherung nicht recht
fertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
6.3.4
Vorliegend
ist nicht dargetan
, dass
der Beschwerdeführer
nicht
in der Lage ist,
eine
n
angepassten
Beruf
zu
finde
n
, z
umal
im Projekt
Z._
schon
umfassende
berufsberatende Gespräche geführt
worden sind
(
Urk.
7/
89
)
und die
Beschwer
de
gegnerin
in diesem Zusammenhang Kurskosten übernommen hat (Urk. 7/102).
Überdies ist
er in der Lage, in seiner angestammten Tä
tigkeit ein
rentenaus
schliessendes
Einkommen zu erzielen, weshalb die
Be
schwerdegegnerin
den An
spruch auf Berufsberatung zu Recht verneint hat.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtenen Verfügungen vom 13. Oktober 2014 (Urk. 2) und 24. November 2014 (Urk. 9/2) nicht zu beanstan
den und die Beschwerden abzuweisen sind.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.