Decision ID: ba1b1035-c286-4949-bcfe-eff1e565d8de
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahl etc. und 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 17. Dezember 2020 (DG200205)
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Anklage:
Die Anklage der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 12. Oktober 2020 (Urk. 32)
ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 75 S. 45 ff.)
1. Das Verfahren betreffend den Vorwurf des mehrfachen Hausfriedensbruchs
zum Nachteil von B._, C._, D._ und E._ (Dossier 1, 2, 4
und 5) wird eingestellt.
2. Das Verfahren betreffend mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelge-
setzes (Dossier 1) wird eingestellt, soweit es den Zeitraum vor dem 17. De-
zember 2017 betrifft.
3. Der Beschuldigte ist schuldig
− des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139
Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
− der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen, teilweise geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne
von Art. 144 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 172ter StGB,
− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
− der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94
Abs. 4 SVG,
− der mehrfachen Übertretung des Waffengesetzes im Sinne von Art. 34
Abs. 1 lit. d WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. f WG und Art. 11
Abs. 1 und Abs. 2 WG sowie im Sinne von Art. 34 Abs. 1 lit. e WG in
Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 WG,
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− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
4. Der Beschuldigte wird in den Vollzug der Freiheitsstrafe bzw. Ersatzfrei-
heitsstrafe gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
vom 12. November 2014, vom 1. Dezember 2016 und vom 14. Februar 2017
sowie gemäss dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
30. August 2017 rückversetzt (Strafrest 72 Tage).
5. Der Beschuldigte wird unter Einbezug dieses Strafrestes bestraft mit einer
Freiheitsstrafe von 16 Monaten als Gesamtstrafe, wobei bis und mit heute
211 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, sowie mit
einer Busse von Fr. 1'400.–.
6. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
7. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 14 Tagen.
8. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60
Abs. 1 StGB (Suchtbehandlung illegale Drogen) angeordnet.
Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte ein Gesuch um
vorzeitigen Massnahmenantritt gestellt hat.
9. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.
10. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes
verwiesen.
11. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-
tem wird angeordnet.
12. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. September 2018 be-
schlagnahmte schwarze Lederportemonnaie mit Druckknopf (Asservat-
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Nr. A012'187'790) wird der Geschädigten, F._, auf erstes Verlangen
herausgegeben.
Wird der Gegenstand nicht innert 60 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils
herausverlangt, wird er der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung
überlassen.
13. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. September 2018 be-
schlagnahmte Mobiltelefon Samsung Galaxy S9, IMEI-Nr. ... (Asservat-
Nr. A012'301'610) wird der Geschädigten, G._ Schweiz AG, auf erstes
Verlangen herausgegeben.
Wird der Gegenstand nicht innert 60 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils
herausverlangt, wird er der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung
überlassen.
14. Die sichergestellte Visa-Karte, Postfinance (Asservat-Nr. A012'301'585),
sowie die sichergestellte EC-Karte, Postfinance (Asservat-
Nr. A012'301'596), beide lautend auf H._, werden der Lagerbehörde
zur Vernichtung überlassen.
15. Die sichergestellte CO2-Waffe (Pistole) (Asservat Nr. A013'277'764) wird der
Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlas-
sen.
16. Rechtsanwältin lic. iur. X._ wird für ihre Aufwendungen als amtliche
Verteidigerin des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit pauschal Fr.
21'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.
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17. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 10'247.– Auslagen (Gutachten)
Fr. 20.– Zeugenentschädigung
Fr. 21'500.– Kosten amtliche Verteidigung
18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
19. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 99 S. 1)
1. Das Verfahren gegen den Berufungskläger betreffend den Vorwurf des
Hausfriedensbruchs (Dossier 1) sei einzustellen.
2. Die Dispositivziffern 10 und 11 des angefochtenen Urteils seien aufzu-
heben.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 83; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 17. Dezember 2020
wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdisposi-
tivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 75 S. 45 ff.), wobei der Vorsitzende im
Sinne von § 124 GOG ZH den Minderheitsantrag stellte, es sei von einer Landes-
verweisung abzusehen (Urk. 76). Gegen den gleichentags mündlich eröffneten
Entscheid (Prot. I S. 33 ff.) liess der Beschuldigte noch anlässlich der Hauptver-
handlung Berufung anmelden (Prot. I S. 37). Mit Eingabe vom 18. Dezember
2020 liess der Beschuldigte seine anlässlich der Hauptverhandlung zu Protokoll
gegebene Berufungsanmeldung wiederholen (Urk. 59).
1.2. Mit Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 11. Januar
2021 wurde dem Beschuldigten auf dessen Ersuchen und mit Zustimmung der
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) der vorzeitige
Massnahmenantritt bewilligt (Urk. 64), woraufhin der Beschuldigte mit Verfügung
des Justizvollzugs und Wiedereingliederung Kanton Zürich (nachfolgend: JuWe)
per 18. Januar 2021 in die Klinik Beverin, Psychiatrische Dienste Graubünden
(PDGR), eingewiesen wurde (Urk. 67/2).
1.3. Am 28. Juni 2021 versandte die Vorinstanz das begründete Urteil inklusive
Minderheitsantrag an die Parteien. Es ging diesen am 29. Juni 2021 (Staatsan-
waltschaft, Beschuldigter und Privatklägerinnen 2 und 3) respektive am 30. Juni
2021 (Privatkläger 5) und am 6. Juli 2021 (Privatklägerin 4) zu (Urk. 74/1-2 und
Urk. 74/4-7). Der Beschuldigte liess der erkennenden Kammer seine schriftliche
Berufungserklärung unter Einhaltung der zwanzigtägigen Frist gemäss Art. 399
Abs. 3 StPO mit Eingabe vom 14. Juli 2021 einreichen (Urk. 79).
1.4. Mit Präsidialverfügung vom 23. Juli 2021 wurde den Privatklägern sowie der
Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder be-
gründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 81). Die Staats-
anwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 28. Juli 2021 auf eine Anschlussberu-
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fung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils sowie die Dis-
pensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung (Urk. 83), was den
übrigen Parteien zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 84/1-6). Das Dispensations-
gesuch der Staatsanwaltschaft wurde unter dem Datum vom 18. Oktober 2021
gutgeheissen (vgl. Urk. 83). Die Privatkläger liessen sich innert Frist nicht verlau-
ten (vgl. Urk. 82/2-4; Urk. 82/6-7).
1.5. Auf Ersuchen des JuWe (vgl. Urk. 88) wurde unter dem Datum vom
11. Oktober 2021 ein Teilrechtskraftbeschluss erlassen (Urk. 89; vgl. Erw. II.1.).
Mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 hob das JuWe die für den Beschuldigten mit
vorinstanzlichem Urteil angeordnete stationäre Massnahme nach Art. 60 Abs. 1
StGB aufgrund von Aussichtslosigkeit auf und der Beschuldigte wurde per
29. Oktober 2021 auf freien Fuss gesetzt. Es wurde ferner festgestellt, dass der
Beschuldigte die gegen ihn ausgesprochene Freiheitsstrafe durch den stationären
Aufenthalt vollständig erstanden hat, weshalb keine Weiterungen nötig waren
(Urk. 92 S. 4; Urk. 94).
2. Mit Eingabe vom 4. Januar 2022 reichte die amtliche Verteidigung ein von
I._ als einzelzeichnungsberechtigte Vertreterin der I._ Immobilien AG
(Privatklägerin 2) unterzeichneten Rückzug betreffend den von ihr am 18. Juni
2018 gegen den Beschuldigten gestellten Strafantrag wegen Hausfriedensbruch
ein (Urk. 96 f.).
3. Vor dem Hintergrund dieses zurückgezogenen Strafantrags der Privatkläge-
rin 2 reichte die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 10. Januar 2022 verein-
barungsgemäss ihre Plädoyernotizen, mit welchen sie die eingangs aufgeführten
Anträge stellte (Prot. II S. 4), sowie ihre Honorarnote schriftlich ein und ersuchte
um Dispensation des Beschuldigten von der Berufungsverhandlung vom
14. Januar 2022. Das Dispensationsgesuch des Beschuldigten wurde am
11. Januar 2022 vom Vorsitzenden bewilligt (vgl. Urk. 98-100).
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II. Prozessuales / Schuldpunkt
1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft
des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Berufung
des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen Schuldpunkt betreffend
Hausfriedensbruch (Dispositivziffer 3, Spiegelstrich 4) sowie die von der Vor-
instanz ausgesprochene Landesverweisung samt Ausschreibung im Schengener
Informationssystem (Dispositivziffern 10 und 11; Urk. 79 S. 1; Urk. 99 S. 1). Die
Verteidigung beantragt betreffend Hausfriedensbruch hinsichtlich Dossier 1 (zum
Nachteil der I._ Immobilien AG) die Einstellung des Verfahrens. Die übrigen
Punkte wurden von keiner Partei angefochten, insbesondere erklärte die Verteidi-
gung auf telefonische Nachfrage ausdrücklich, dass die Strafe aufgrund des teil-
weise angefochtenen Schuldspruchs nicht als mitangefochten gelte (Urk. 87). Mit
Teilrechtskraftbeschluss vom 11. Oktober 2021 wurde deshalb bereits festgestellt,
dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 17. Dezember 2020
bezüglich der Dispositivziffern 4 (Rückversetzung in Vollzug von Freiheitsstrafen
bzw. Ersatzfreiheitsstrafen), 5 (Strafe), 6 (Vollzug der Freiheitsstrafe),
7 (Ersatzfreiheitsstrafe für Busse), 8 (stationäre Massnahme) und 9 (Aufschub der
Freiheitsstrafe zum Zweck der stationären Massnahme) in Rechtskraft erwachsen
ist (Urk. 89). Ferner ist vorab mittels Beschluss festzustellen, dass das Urteil des
Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 17. Dezember 2020 auch hinsichtlich
Dispositivziffern 1 (Einstellung betreffend Hausfriedensbruch in Dossier 1, 2, 4
und 5), 2 (Einstellung betreffend mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelge-
setzes vor dem 17. Dezember 2017), 3 teilweise (Schuldpunkt mit Ausnahme des
Schuldspruchs wegen Hausfriedensbruchs i.S.v. Art. 186 StGB), 12 bis 15 (Ein-
ziehungen) sowie 16 bis 19 (Kosten- und Entschädigungsdispositiv) in Rechtskraft
erwachsen ist.
2.1. Die Verteidigung beantragt im Berufungsverfahren – wie erwähnt – die Ein-
stellung des gegen den Beschuldigten geführten Strafverfahrens wegen Hausfrie-
densbruch zum Nachteil der I._ Immobilien AG (Urk. 79 S. 1; Urk. 99 S. 1).
2.2. Beim Hausfriedensbruch handelt es sich gemäss Art. 186 StGB um ein An-
tragsdelikt. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jede Person, die durch sie
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verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB).
Der Strafantrag stellt eine Prozessvoraussetzung dar und kann gemäss Art. 33
Abs. 1 StGB zurückgezogen werden, solange das Urteil der zweiten kantonalen
Instanz noch nicht eröffnet ist.
2.3. Die I._ Immobilien AG (vertreten durch die einzelzeichnungsberechtigte
Verwaltungsratspräsidentin I._) stellte am 18. Juni 2018 unter anderem
rechtsgültig Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gegen den Beschuldigten
(Urk. D1/3). Wie erwähnt unterzeichnete sie indes unter dem Datum vom
29. Dezember 2021, mithin noch vor der Durchführung der auf den 14. Januar
2022 angesetzten Berufungsverhandlung und damit rechtzeitig im Sinne von
Art. 33 Abs. 1 StGB, den Rückzug dieses von ihr gestellten Strafantrags (Urk. 97).
Da der Rückzug eines Strafantrages endgültig ist (Art. 33 Abs. 2 StGB), fehlt es
vorliegend an einer Prozessvoraussetzung, weshalb dem Antrag der Verteidigung
zu folgen und das Verfahren in Bezug auf den (angefochtenen) vorinstanzlichen
Schuldspruch wegen Hausfriedensbruch einzustellen ist (Art. 33 Abs. 1 StGB;
Art. 379 StPO i.V.m. Art. 329 Abs. 1 lit. b, Abs. 4 und Abs. 5 StPO; BSK StPO-
EUGSTER, 2. Aufl. 2014, Art. 403 N 6; HUG/SCHEIDEGGER, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, StPO Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 403 N 10).
III. Landesverweisung
1. Nach Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB ist ein Ausländer, der einen Diebstahl in
Verbindung mit einem Hausfriedensbruch begeht, obligatorisch für 5 bis 15 Jahre
des Landes zu verweisen. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten (vgl. Urk. 75
S. 35 f.), dass hinsichtlich des Umstands, dass der Tatbestand des Hausfriedens-
bruchs ein Strafantrag voraussetzt, mithin eine Landesverweisung unter Umstän-
den vom Willen eines Geschädigten abhängt, Kritik geäussert wurde. Dieser Um-
stand ist jedoch unter anderem aus Gründen der Rechtsgleichheit hinzunehmen
und ein Strafantrag betreffend Hausfriedensbruch wird auch im Rahmen der Kata-
logtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB vorausgesetzt (BBI 2013, 6022 f.).
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2. Ein Strafantrag betreffend Hausfriedensbruch liegt nach dem Rückzug des
Strafantrags durch die I._ Immobilien AG nicht mehr vor (vgl. Erw. II.2.). Als
der Beschuldigte zusammengefasst zwischen dem 12. Mai 2020 und dem
19. Mai 2020 in das Mehrfamilienhaus an der J._-strasse ... in ... Zürich
eindrang, sich gewaltsam Zugang zu verschiedenen Kellerabteilen verschaffte
und daraus diverse Wertgegenstände entwendete, machte er sich zwar unter an-
derem des Diebstahls schuldig, jedoch ohne im strafrechtlichen Sinn unberechtigt
in ein Haus oder Keller eingedrungen zu sein und damit ohne den Tatbestand des
Hausfriedensbruchs erfüllt zu haben. Damit fehlt es an einer Katalogtag im Sinne
von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB, weshalb keine obligatorische Landesverweisung
und entsprechend auch keine Ausschreibung derselben im Schengener Informa-
tionssystem anzuordnen ist.
3. Abschliessend ist der Beschuldigte darauf hinzuweisen, dass auch ohne
Vorliegen einer Katalogtat grundsätzlich die Möglichkeit bestünde, eine nicht obli-
gatorische (oder auch: fakultative) Landesverweisung gemäss Art. 66abis StGB
anzuordnen. Die fakultative Landesverweisung war im gesamten Verfahren je-
doch noch nie ein Thema und deren Anordnung ist unter Berücksichtigung des
Verhältnismässigkeitsprinzips gerade noch nicht angezeigt. Der Beschuldigte soll-
te es indes als letzte Chance sehen, dass mit vorliegendem Urteil keine Landes-
verweisung ausgesprochen wird, und sich bewusst sein, dass bei neuerlicher De-
linquenz, insbesondere bei Vorliegen einer Katalogtat, die Interessenabwägung
zu seinen Lasten ausfallen kann und ihn auch seine lange Anwesenheitsdauer in
der Schweiz alleine nicht vor einer Landesverweisung wird schützen können.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 2'500.– zu veran-
schlagen. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Der Be-
schuldigte obsiegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb die Kosten für das
Berufungsverfahren, inklusive der Kosten für die amtliche Verteidigung, auf die
Gerichtskasse zu nehmen sind.
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2. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand
von Fr. 4'246.10 geltend. Dieser Betrag erweist sich angesichts des Aktenum-
fangs und des Verfahrensablaufs als angemessen. Dementsprechend ist die Ver-
teidigung für ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren mit Fr. 4'246.10 (inkl.
MwSt.; Urk. 100) zu entschädigen.