Decision ID: 0a44cc56-6c8c-5519-9e71-6047d98246bc
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die C._AG entwickelt und unterhält Informatikanwendungen für öffentliche
Verwaltungen sowie Unternehmen mit öffentlicher Zweckbestimmung. Am
25. November 2014 stellte die A._AG bei der politischen Gemeinde B._ das Gesuch,
es seien ihr die mit der C._AG abgeschlossenen Verträge betreffend IT-Beschaffungen
zuzustellen, insbesondere auch solche, die schon vor Jahrzehnten abgeschlossen
worden seien. Von besonderem Interesse seien Verträge betreffend die Bereiche
Finanz- und Rechnungswesen sowie Einwohnerkontrolle. Mit Beschluss vom 22. April
2015 hiess der Gemeinderat B._ das Gesuch teilweise gut und gewährte der A._ AG
den Zugang zum aktuellen Dienstleistungsvertrag (2014) zwischen der Gemeinde B._
und der C._AG (ohne Anhänge, Preislisten, Leistungsverzeichnisse, AGB usw.); im
Übrigen wies er das Gesuch ab (act. G 11/13/22).
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Den gegen diesen Beschluss von der A._ AG am 11./13. Mai 2015 erhobenen Rekurs
(act. G 11/1, 11/3) hiess das Departement des Innern mit Entscheid vom 21. April 2016
(act. G 2) hinsichtlich des Einsichtsbegehrens in die zwischen der Gemeinde B._ und
der C._AG abgeschlossenen Dienstleistungsverträge, die seit 1. Januar 2012 ganz
oder teilweise gültig waren oder nachher gültig wurden, es gegenwärtig aber nicht
mehr sind, gut (Ziff. 1a). Hinsichtlich des Einsichtsbegehrens in die Allgemeinen
Vertragsbestimmungen (AVB) der C._AG und die Zusatzvereinbarung zwischen der
Gemeinde B._ und der C._AG hiess es den Rekurs im Sinn der Erwägungen teilweise
gut (Ziff. 1b). Hinsichtlich des Einsichtsbegehrens in die Preislisten,
Leistungsverzeichnisse und Anhänge wurde der Rekurs abgewiesen (Ziff. 1c). Die
gegen diesen Entscheid von der A._ AG erhobene Beschwerde wies das
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid B 2016/98 vom 26. Oktober
2017 ab, soweit es darauf eintrat.
B. Mit Urteil 1C_665/2017 vom 16. Januar 2019 hiess das Bundesgericht die gegen
den Entscheid vom 26. Oktober 2017 erhobene Beschwerde gut. Der Entscheid wurde
insoweit aufgehoben, als der A._ AG der Zugang zu den Leistungsverzeichnissen zu
den Dienstleistungsverträgen zwischen der Politischen Gemeinde B._ und der C._AG
vom 14. Juli/10. August 2010, 4. September 2013 und vom 30./31. Oktober 2014
verweigert wurde. Die Gemeinde B._ wurde angewiesen, der A._ AG Zugang zu
diesen Dokumenten zu gewähren. Die Sache wurde zur Neuverlegung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht
zurückgewiesen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. In der Beschwerde an das
Verwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin Aufhebung des angefochtenen
Entscheids, soweit den Begehren der Beschwerdeführerin durch die Rekursinstanz
nicht entsprochen worden sei (act. G 7 Ziff. 1). Es seien der Beschwerdeführerin
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sämtliche Verträge (Rahmenverträge und Einzelverträge) zwischen der
Beschwerdegegnerin und der Beschwerdebeteiligten betreffend IT-Beschaffungen
(Informatik-Leistungen) zuzustellen, soweit diese entweder am 1. Januar 2012 ganz
oder teilweise gültig gewesen oder aber nachher gültig geworden seien, insbesondere
auch solche, die schon vor Jahrzehnten abgeschlossen worden seien und die Bereiche
Finanz- und Rechnungswesen sowie Einwohnerkontrolle betreffen würden (Ziff. 2),
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Ziff. 3). In der bundesgerichtlichen
Beschwerde beantragte die Beschwerdeführerin lediglich insofern die Aufhebung von
Dispositiv-Ziffer 1 des VerwGE B 2016/98, als das Verwaltungsgericht die Beschwerde
hinsichtlich des Zugangs zu den Leistungsverzeichnissen der Dienstleistungsverträge
von 2010, 2013 und 2014 abgewiesen habe. Eine Einsicht in Preislisten der
Dienstleistungsverträge beantragte sie nicht mehr. Im Vergleich zum kantonalen
Beschwerdeverfahren reduzierte sie damit ihr Begehren vor Bundesgericht. Dieses
erkannte im Urteil vom 16. Januar 2019 denn auch, dass die Einsicht in
Leistungsverzeichnisse in Verbindung mit Preislisten möglicherweise Rückschlüsse auf
die Preispolitik eines Unternehmens zulasse, welche - wie das Verwaltungsgericht zu
Recht festgehalten habe - ein Geschäftsgeheimnis darstelle. Das Verwaltungsgericht
habe keinen Anlass gehabt, sich im Entscheid vom 26. Oktober 2017 zur Einsicht in die
Leistungsverzeichnisse ohne Preislisten zu äussern (BGer 1C_665/2017 a.a.O., E. 5.3).
Bei diesen Gegebenheiten ist von einem lediglich teilweisen (hälftigen) Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen. Dementsprechend sind die amtlichen Kosten des
Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'500) der Beschwerdeführerin hälftig
(mit CHF 1'250) und der Beschwerdegegnerin sowie der Beschwerdebeteiligten je zu
einem Viertel (mit CHF 625) aufzuerlegen. Auf die Erhebung der Kosten bei der
Beschwerdegegnerin ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Kostenanteil der
Beschwerdeführerin ist mit ihrem bei der Hauptsache B 2016/98 verbliebenen
Kostenvorschuss von CHF 1'300 nach Abzug ihres Kostenanteils von CHF 200 gemäss
Zwischenverfügung vom 8. September 2016 vom ursprünglichen Kostenvorschuss von
CHF 1'500 zu verrechnen. Der Beschwerdeführerin ist der verbleibende Restbetrag von
CHF 50 zurückzuerstatten. Ebenfalls zurückzuerstatten ist der Beschwerdeführerin der
gemäss Rechnung Nr. 2017d337 vom 2. November 2017 aufgrund des Entscheides B
2016/98 vom 26. Oktober 2017 bezahlte Betrag von CHF 1'000.
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Die Vorinstanz verzichtete auf die Erhebung der amtlichen Kosten des vorinstanzlichen
Verfahrens (CHF 1'500). Es erscheint gerechtfertigt, von diesem Verzicht weiterhin
auszugehen. Der Beschwerdeführerin ist der für dieses Verfahren geleistete
Kostenvorschuss von CHF 1'500 zurückzuerstatten.
2. Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, welche den am Verfahren Beteiligten
gemäss Art. 98 VRP nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt werden. Die
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) über die
Parteientschädigung finden sachgemäss Anwendung (Art. 98 VRP). Nach Art. 98
Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie
aufgrund der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen. Keine
der Verfahrensparteien hat im Rekursverfahren und im verwaltungsgerichtlichen
Verfahren überwiegend obsiegt, weshalb eine ausseramtliche Entschädigung ausser
Betracht fällt.
3. Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.