Decision ID: 4b1e6193-ecd1-5596-971f-2df9b85fc51f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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A.a Der 1962 geborene H._ meldete sich am 24. Mai 2006 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Er gab an, in Serbien
nach der Primarschule vier Jahre das Gymnasium besucht und zwei Jahre Soziologie
studiert, jedoch keinen Beruf erlernt zu haben. Im Jahr 1990 sei er in die Schweiz
gekommen, wo er bei der A._ AG und bei der B._ AG als Produktionsmitarbeiter
gearbeitet habe. Im September 2004 habe er bei der Arbeit einen Unfall erlitten. Seither
leide er an einem Bandscheibenvorfall (act. G 10.1/1).
A.b Die A._ AG gab im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 20. Juni 2006
(act. G 10.1/14) an, der Versicherte sei von September 1997 bis Juli 2003 bei ihr
beschäftigt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst
worden. Der Versicherte habe bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41 Stunden im
Jahr 2001 Fr. 64'852.20 und im Jahr 2002 Fr. 63'579.60 verdient. Die B._ AG teilte
am 28. Juni 2006 (act. G 10.1/15) mit, der Versicherte habe vom 21. Juni 2004 bis
23. September 2004 als Produktionsmitarbeiter bei ihr gearbeitet. Die Kündigung sei
während der Probezeit durch den Arbeitgeber erfolgt. Bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von 42 Stunden habe der Versicherte monatlich Fr. 4'500.--, im Jahr
Fr. 58'500.-- verdient.
A.c Dr. med. C._, Facharzt für Neurochirurgie, Kantonsspital St. Gallen, teilte mit
Arztbericht vom 10. Juli 2006 mit, der Versicherte leide an einer Diskushernie L4/5
links, St. n. Operation am 12. Oktober 2005, und an einer Rezidivdiskushernie L4/5
links. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte sei
vom 11. Oktober bis 11. November 2005 sowie ab Januar 2006 bis auf Weiteres in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. Eine rückenadaptierte Tätigkeit
sei dem Versicherten zu 100% zumutbar. Der Gesundheitszustand sei
besserungsfähig, die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen
verbessert werden und berufliche Massnahmen seien angezeigt. Der Versicherte sei
erstmals im Mai 2005 bei ihm vorstellig geworden wegen lumboradikulärer Schmerzen
ins linke Bein. Eine MRI-Untersuchung habe einen deutlichen Bandscheibenvorfall auf
Höhe L4/5 links gezeigt, der am 12. Oktober 2005 operiert worden sei. Im Januar 2006
sei es wieder zu radikulären Schmerzen ins linke Bein gekommen und eine weitere
MRI-Untersuchung habe einen Rezidivvorfall auf Höhe L4/5 links gezeigt. Eine weitere
Operation wäre angezeigt, werde jedoch vom Versicherten abgelehnt. Die Prognose
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müsse als katastrophal bezeichnet werden, insbesondere aufgrund der
Persönlichkeitsstruktur des Versicherten. Dr. med. D._, Allgemeinmedizin FMH, gab
in seinem Arztbericht vom 14. Juli 2006 (act. G 10.1/18) an, der Versicherte leide seit
2005 an einem chronischen lumboradikulären Schmerzsyndrom bei St. n.
Diskushernienoperation im Kantonsspital St. Gallen. Dies hätte Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte sei vom 8. April bis 14. August 2005 und vom
26. September 2005 bis 31. Mai 2006 zu 100%, vom 15. August bis 25. September
2005 und seit dem 1. Juni 2006 zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Der Versicherte leide
an anhaltenden Rückenschmerzen vor allem über der LWS, aktuell strahlten sie wenig
ins Bein aus. Zur Zeit würde keine Therapie mehr durchgeführt, über lange Zeit sei der
Versicherte physiotherapeutisch behandelt worden, eine Besserung habe sich nicht
eingestellt. Gelegentlich nehme der Versicherte Schmerzmittel. Dr. med. D._ gab an,
er könne die Beschwerden nicht einordnen, es gebe auch keine klaren objektiven
Befunde. Er habe den Versicherten gegen dessen Willen zu 50% gesund geschrieben.
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) hielt in seiner
Stellungnahme vom 26. September 2006 (act. G 10.1/22) fest, in der angestammten
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter/Maschinist bestehe seit Oktober 2005 wegen der
Rückenproblematik eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. In leidensangepassten
Tätigkeiten (leicht, rückenschonend, wechselbelastend) bestehe sei Mai 2006 eine
Arbeitsfähigkeit von 100%. Die medizinischen Anspruchsvoraussetzungen seien
gegeben, der Versicherte sei in der selbständigen Stellensuche nicht eingeschränkt.
Am 12. Dezember 2006 erliess die IV-Stelle den Vorbescheid (act. G 10.1/27), mit dem
sie den Anspruch auf eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 2% abwies.
A.e Am 14. Dezember 2006 (act. G 10.1/28) liess der Versicherte Einsprache gegen den
Vorbescheid erheben. In der Einsprachebegründung vom 17. Januar 2007
(act. G 10.1/31) wurde ausgeführt, der Versicherte leide an gesundheitlichen Problemen
im Rückenbereich und im linken Bein. Der Gesundheitszustand sei nicht stabil, es gebe
Tage, an denen er kaum gehen könne, und er müsse regelmässig Medikamente
einnehmen, um den Gesundheitszustand zu stabilisieren. Durch die verschiedenen
Aussagen der Ärzte sei der Versicherte sehr verunsichert. Bezüglich des zumutbaren
Einkommens könne nicht von einem zumutbaren monatlichen Einkommen von
Fr. 4'860.-- ausgegangen werden, da der Versicherte keine Ausbildung habe und nur
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Hilfsarbeiten ausführen könne. Es sei für den Versicherten auch sehr schwierig, eine
neue Arbeit zu finden, wenn er über seinen Gesundheitszustand Auskunft geben
müsse. Es sei deshalb eine gründliche medizinische Abklärung durch die MEDAS
durchzuführen und aufgrund dieser Abklärung sei ein definitiver Entscheid zu treffen.
A.f Mit Verlaufsbericht vom 30. Januar 2007 (act. G 10.1/33) teilte Dr. med. D._ mit,
der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär, der Verlauf sei unverändert, der
Versicherte komme ca. alle vier Wochen vorbei und berichte über die gleichen
Beschwerden. Eine Verschlechterung habe nicht stattgefunden, der Versicherte
benötige eher weniger Schmerzmittel. Die Prognose sei unverändert. Insgesamt hielt
Dr. med. D._ eine fachärztliche Abklärung zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit für
sinnvoll. Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 2. April 2007 (act. G 10.1/35) fest,
es bestehe keine Begründung für zusätzliche medizinische Abklärungen. Rein
medizinisch habe sich auch laut dem erneuten Bericht von Dr. med. D._ an der
Situation nichts geändert, der Hausarzt bestätige stationäre Verhältnisse. Die
gewünschte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Fachspezialisten sei bereits
vorgenommen worden, die 100%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit beruhe
auf den Angaben der Neurochirurgen des Kantonsspitals St. Gallen.
A.g Mit Verfügung vom 2. April 2007 (act. G 10.1/36) wies die IV-Stelle gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 2% das Begehren ab.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von H._ am 30. April 2007 erhobene
Beschwerde (act. G 1) mit dem Antrag, es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Zur
Begründung führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er habe am
21. September 2004 einen Arbeitsunfall erlitten, indem er rückwärts von einem
Eisenbahnwaggon heruntergestürzt und auf den Rücken gefallen sei. Er habe
Rückenschmerzen gehabt, sich nicht mehr bewegen können und sei mit dem
Krankenwagen ins Spital gebracht worden, wo er acht Tage habe bleiben müssen. Bei
einer Computertomografie in der Klinik Stephanshorn sei schliesslich ein
Bandscheibenvorfall festgestellt worden. Nachdem die Therapie keinen Erfolg hatte, sei
er im Oktober 2005 operiert worden. Drei Wochen später sei wieder eine Blockierung
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aufgetreten, worauf am 14. Dezember 2005 erneut eine Computertomografie
durchgeführt worden sei. Die Auskünfte der Dres. med. E._ und C._ hätten ihm
Angst vor einer Operation gemacht, weshalb er sich nicht mehr operieren lassen wolle.
Sein Hausarzt habe ihn daher zu 50% arbeitsunfähig geschrieben. Er könne noch 500
Meter gehen; wenn er weitere Strecken zurücklege, entstehe ein brennender Schmerz
im Rücken und wenn er dann nichts unternehme, komme es zu einer Entzündung des
Dickdarms. Durch die Schmerzen sei er in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt.
Früher sei er nie krank gewesen, er habe nie einen Absenzentag gehabt. Zusammen
mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer diverse Unterlagen (act. G 1.1 -
1.14) ein, unter anderem zwei Schreiben von Dr. med. D._ vom 15. und 22. April
2007 (act. G 1.1 und 1.2), in welchen er die IV-Stelle um eine Abklärung des
Beschwerdeführers bei einem Spezialisten ersucht und eine Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers von 50% seit dem 1. Juni 2006 bestätigt. Am 6. Juni 2007 reichte
der Beschwerdeführer ein weiteres Schreiben von Dr. med. D._ an das Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) F._ vom 3. Juni 2007 (act. G 8) ein. Darin führt Dr.
med. D._ aus, der Beschwerdeführer hätte in ein Einsatzprogramm mit leichter Arbeit
eingegliedert werden sollen, was aber gescheitert sei, weil er wegen zu grossen
Beschwerden zu häufig fern geblieben sei. Aktuell halte er den Beschwerdeführer für
nicht vermittlungsfähig. Über den genauen Grad der Arbeitsunfähigkeit könne er keine
Angaben machen.
C.
Mit Schreiben vom 5. Mai 2007 (act. G 4) beantragt H._ die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung, da er vom Sozialamt unterstützt werde. Dem Gesuch
liegen der Auszahlungsauftrag an das Sozialamt der Gemeinde G._ vom 30. April
2007 (act. G 4.1) sowie eine Bestätigung Fürsorgeleistungen der Sozialhilfekommission
der Gemeinde G._ vom 17. Mai 2006 (act. G 4.2) bei. Am 30. Mai 2007 reicht H._
das ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Prozessführung" (act. G 7) sowie
die erforderlichen Unterlagen (act. G 7.1 - 7.7) ein.
D.
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Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2007 (act. G 10) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Es sei unbestritten, dass die
Rückenprobleme des Beschwerdeführers seine Leistungsfähigkeit einschränken. Für
schwere körperliche Arbeit sei er nicht mehr arbeitsfähig. Für eine rückenadaptierte
Tätigkeit bestünde hingegen keine Einschränkung. Eine weitere fachärztliche Abklärung
sei nicht nötig, da eine solche bereits von der Klinik für Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen vorgenommen worden sei. Seit dieser Beurteilung habe sich
der Gesundheitszustand nicht verschlechtert. Aufgrund dieser Beurteilung stehe fest,
dass dem Beschwerdeführer eine rückenadaptierte Tätigkeit zu 100% und ohne
verminderte Leistungsfähigkeit zumutbar sei. Der Beschwerdeführer könnte somit
weiterhin als Hilfsarbeiter in einer rückenadaptierten Tätigkeit arbeiten. An seiner
letzten Arbeitsstelle im Jahr 2004 habe er monatlich Fr. 4'500.-- verdient, was etwa
dem Tabellenlohn 2004 für Hilfsarbeiter entspreche. Da statistisch nicht ausgewiesen
sei, dass leichte Arbeiten schlechter als schwere Arbeiten entlöhnt werden und der
Beschwerdeführer in einer rückenadaptierten Tätigkeit eine Leistung von 100% der
Norm erbringen könnte, entspreche das Invalideneinkommen dem Valideneinkommen.
Mangels Erwerbseinbusse habe der Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch.
E.
Mit Replik vom 6. Juli 2007 (act. G 13) hält der Beschwerdeführer an seinem Antrag
fest. Er führt im Wesentlichen aus, er habe den Unfall entgegen der Andeutung der
Beschwerdegegnerin nicht absichtlich provoziert. Wegen der Schmerzen habe er nach
dem Unfall nicht mehr aufstehen können und sei mit der Ambulanz in das Spital
gebracht worden, wo er massive Schmerzmitteldosen erhalten habe. Das Morphium,
das ihm gespritzt worden sei, habe ihm alle Kraft genommen, schliesslich habe er nicht
mehr gehen können. Die Angaben von Dr. med. D._, er brauche eher weniger
Schmerzmittel, stimmten nicht, er habe immer die vorgeschriebene Höchstdosis
eingenommen. Er beantrage den Beizug des Berichts über die RAD-Untersuchung vom
3. Juli 2007. Zusammen mit der Replik reicht der Beschwerdeführer diverse Unterlagen
bezüglich seiner Arbeitsverhältnisse ein (act. G 13.1 - 13.7).
F.
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Am 24. Juli 2007 erklärte die Beschwerdegegnerin Duplikverzicht (act. G 17) und
reichte den Untersuchungsbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
19. Juli 2007 (act. G 17.1) ein. Gemäss diesem ärztlichen Bericht von Dr. med. I._,
Regionaler Ärztlicher Dienst Ostschweiz, vom 19. Juli 2007 leidet der
Beschwerdeführer an einer chronifizierten Lumboischialgie mit pseudoradikulärer
Ausstrahlung bei radiologisch gesehener Rezidiv-Diskushernie L4/L5 bei Zustand nach
Diskushernien-Operation im Oktober 2005. Diese Diagnose habe Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung sowie eine leichte depressive Episode. In seiner
angestammten Tätigkeit als angelernter Schweisser mit mittelschwerer körperlicher
Belastung sei der Beschwerdeführer dauerhaft zu 100% arbeitsunfähig, in einer
rückenadaptierten Tätigkeit jedoch zu 100% arbeitsfähig. Dr. med. I._ führt aus, im
Vordergrund der gesundheitlichen Schmerzen stünden Rückenschmerzen, subjektiv
seit dem Unfall im September 2004. Gemäss den Berichten der damaligen
Behandelnden seien jedoch schon damals unklare funktionelle Beschwerden und
wenig klare objektive Befunde im Vordergrund gestanden, dauerhafte Unfallfolgen
seien nicht gesehen worden. Auch in der klinischen Untersuchung stünden neben den
subjektiven Schmerzen nur wenige objektivierbare Befunde zur Verfügung, die
Untersuchungssituation sei vor allem durch ein demonstratives Selbstlimitieren und
eine Symptomausweitung mit mannigfaltigen Inkonsistenzen geprägt. So lägen positive
Waddell-Zeichen vor (Schmerz im unteren Rücken bei axialem Druck sowie Schmerz
bei Rotation en bloc, nichtdermatombezogene sensible Symptome,
nichtmyotombezogene Muskelschwäche, Lasègue scheinbar linksseitig im Liegen
positiv, jedoch im Langsitz und bei Anheben des gestreckten linken Beines bei der
Reflexprüfung im Sitzen unauffällig), auch der Hoover Test sei positiv (Kraft im linken
Bein selbstlimitiert). Beim An- und Auskleiden seien wesentlich höhergradige
Motilitätsstellungen des Rückens möglich gewesen, als dies in der aktiven und
passiven klinischen Untersuchung demonstriert worden sei. Bei der Askultation des
Herzens sei es dem Beschwerdeführer möglich gewesen, in uneingeschränkter Weise
schnell die Arme zu elevieren. Die Treppe zu den Untersuchungsräumlichkeiten habe
der Beschwerdeführer bewältigen können. Im Wartezimmer sei er beim Warten auf die
Dolmetscherin 25 Minuten gesessen. Auf dem Untersuchungsstuhl sei er nach einer
halben Stunde unruhig geworden mit Entlastungsbewegung, nach einer Stunde
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Anamneseerhebung habe er aufstehen müssen. In psychischer Hinsicht sei das
Bewusstsein erhalten, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientiert. Über die
insgesamt dreistündige Explorationszeit seien kein Abfall der Konzentrationsleistung
und keine Hinweise für Gedächtnisstörungen vorhanden gewesen. Das formale Denken
sei nicht eingeengt gewesen, es sei keine Ideenflucht vorhanden gewesen, der
Beschwerdeführer sei affektiv schwingungsfähig gewesen, habe leicht bedrückt
gewirkt, das inhaltliche Denken sei nicht eingeengt und nicht gesteigert gewesen. Dr.
med. I._ hält zusammenfassend fest, aus rein hausärztlicher Sicht könne er die vom
Hausarzt attestierte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der Gesamtschau des
Beschwerdeführers nachvollziehen, dieser fühle sich aufgrund einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung subjektiv vollständig invalid. Objektiv wäre es dem
Beschwerdeführer jedoch zumutbar, seine Schmerzen zu überwinden und einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen.
G.
Mit Schreiben vom 28. Januar 2008 (act. G 19) reicht der Beschwerdeführer einen
Bericht von Dr. med. E._, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St. Gallen, vom
28. August 2007 (act. G 19.1) ein. Dr. E._ hält darin fest, der Beschwerdeführer biete
ein miserables Bild einer massiven Dekonditionierung mit Symptomausweitung. Die
Untersuchung sei durch die Abwehr des Beschwerdeführers kaum verwertbar.
Insgesamt könne aber ziemlich sicher gesagt werden, dass keine auf die Diskushernie
L4/L5 links zurückführbare sensomotorischen Ausfälle bestünden.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 2. April 2007, mithin vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE 121 V 366 E. 1b).
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2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
3.
3.1 Vorliegend ist nicht strittig, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit als angelernter Schweisser zu 100% arbeitsunfähig ist. Hingegen bestehen
Differenzen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Während
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sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, eine adaptierte Tätigkeit könne
vom Beschwerdeführer zu 100% ausgeführt werden, ist dieser der Auffassung, er
könne
überhaupt nicht mehr arbeiten.
3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, seit seinem Arbeitsunfall im September
2004 leide er unter starken Rückenschmerzen. Eine Operation im Oktober 2005 habe
keine Besserung gebracht, er leide nach wie vor unter starken Schmerzen. Dr. D._
habe ihn in einer adaptierten Tätigkeit nur noch zu 50% arbeitsfähig gehalten. Die
Beschwerden seien während des Einsatzprogramms des RAV im Mai 2007 so stark
gewesen, dass Dr. D._ dem RAV mitgeteilt habe, er dürfe nicht mehr an einem
Einsatzprogramm teilnehmen. Die Ansicht des Beschwerdeführers, er sei zu 100%
arbeitsunfähig, kann nicht geteilt werden. Wie Dr. med. C._, Facharzt für
Neurochirurgie, Kantonsspital St. Gallen, hält Dr. med. I._ in seinem Bericht vom
19. Juli 2007 den Beschwerdeführer aus somatischer Sicht für leichte körperliche
Tätigkeiten voll arbeitsfähig. Aufgrund einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung halte sich der Beschwerdeführer subjektiv jedoch für vollständig
invalid. Die Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfolgte nach
einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem, wie es gemäss
Rechtsprechung des Bundesgerichts für die Annahme eines psychischen
Gesundheitsschadens vorausgesetzt wird. Die Diagnose eines psychischen Leidens
begründet für sich allein aber noch keine Invalidität (BGE 131 V 49 E. 1.2).
Entscheidend ist, ob, allenfalls bei geeigneter Behandlung, die diagnostizierte Störung
mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar wäre (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/
S Z. vom 27. August 2007 [I 424/06] E. 3.3; Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom
23. Mai 2006 [I 152/05] E. 4; BGE 127 V 294 E. 5a). Nach konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird bei der somatoformen Schmerzstörung
vermutet, dass sie bzw. ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung
überwindbar sind. Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines
Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess ist nur in Ausnahmefällen anzunehmen und setzt
das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder das Vorhandensein
anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus.
Solche Faktoren können chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger
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chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik
ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen
des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung
(primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") oder das Scheitern einer
konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz
kooperativer Haltung der versicherten Person sein (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3;
BGE 131 V 49 E. 1.2).
3.3 Im vorliegenden Fall diagnostiziert Dr. med. I._ eine leichte depressive
Episode und führt aus, diese bestehe im Rahmen der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zwischen der
Depression und der somatoformen Schmerzstörung besteht somit ein enger
Zusammenhang. Soweit aber eine Depression mit einer somatoformen
Schmerzstörung zusammenhängt, stellt sie kein selbständiges Leiden im Sinne einer
psychischen Komorbidität dar (Bundesgerichtsentscheid i/S Z. vom 27. August 2007
[I 424/06] E. 3.3). Auch die übrigen Kriterien für die Unzumutbarkeit der
Willensanstrengung sind nicht erfüllt. Dr. med. I._ hält fest, es bestehe zwar eine
Rezidiv-Diskushernie im operierten Segment L4/L5, weshalb sich körperlich belastende
Tätigkeiten verbieten würden, leichte Arbeiten seien jedoch möglich. Ein sozialer
Rückzug ist gemäss Dr. med. I._ zwar teilweise vorhanden, in seine Familie sei der
Beschwerdeführer jedoch gut eingebunden. Das Kriterium einer trotz kooperativer
Haltung des Beschwerdeführers gescheiterten Behandlung ist nicht erfüllt, da eine
psychiatrische Behandlung bisher nicht initiiert wurde und nach der Rückenoperation
keine stationäre oder teilambulante Rehabilitation stattgefunden hat. Laut Dr. med.
I._ ist deshalb eine Invalidität nicht zu objektivieren.
3.4 Die Berichte von Dr. med. D._ enthalten keine Erkenntnisse, welche dieser
Einschätzung widersprechen würden. Im Bericht vom 14. Juli 2006 hält Dr. med. D._
fest, es gebe keine klaren Befunde, er könne die Beschwerden nicht einordnen und er
habe den Beschwerdeführer gegen dessen Willen zu 50% gesund geschrieben. Im
Verlaufsbericht vom 5. Januar 2007 beurteilt er den Zustand des Beschwerdeführers
als stationär, äussert sich aber nicht zur Arbeitsfähigkeit. Im Schreiben an das RAV
F._ vom 3. Juni 2007 schliesslich hält Dr. med. D._ ausdrücklich fest, er könne zur
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Arbeitsunfähigkeit keine Angaben machen. Nach ständiger Rechtsprechung des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) ist überdies stets der Erfahrungstatsache Rechnung
zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 17. August 2005
[I 212/05]). Es ist deshalb davon auszugehen, dass in einer leichten, rückenadaptierten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100% besteht.
4.
Allgemein ist davon auszugehen, dass, wer nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig
ist, auch nicht erwerbsunfähig und mithin nicht invalid sein kann (ZAK 1983, 445;
ZAK 1985, 223). Dr. med. I._ wie auch Dr. med. C._ attestieren dem
Beschwerdeführer in einer rückenadaptierten Tätigkeit volle Arbeitsfähigkeit. Die
Beschwerdegegnerin hat daher den Antrag auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
Beschwerdeführer hat für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege
beantragt. Mit Zwischenverfügung vom 19. Juni 2007 wurde dieses Gesuch bewilligt.
Somit sind keine Gerichtskosten zu erheben. Es kann daher auch offenbleiben, ob
ohne den von der Beschwerdeführerin erst kurz vor Ende des Schriftenwechsels
eingereichten Bericht von Dr. med. I._ nicht eine Rückweisung zur weiteren
Abklärung des Sachverhalts, also eine teilweise Gutheissung der Beschwerde, hätte
erfolgen müssen und es daher nicht gerechtfertigt gewesen wäre, dem
Beschwerdeführer die Gerichtskosten aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG