Decision ID: b1139625-c8fd-50e3-8838-e673e81e8ca1
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Mit «Klage» vom 27. April 2017 wandten sich vier Rentenbezüger der
Pensionskasse der Saurer-Unternehmungen (nachfolgend: Pensions-
kasse), H._ (...), A._ (...), C._ (...) sowie B._
(...), an die Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht (nachfolgend: Auf-
sichtsbehörde). Sie machten geltend, der Stiftungsrat der Pensionskasse
habe ab dem Jahr 2008 die Interessen der Rentenbezüger missachtet,
freie Mittel einseitig verwendet sowie die Erteilung von Informationen ver-
weigert. Beantragt wurde Folgendes:
1. Unbeschränkte Informationserteilung und Berichterstattung (gemäss Art. 46
Abs. 4 des Reglements) sowie Mitteilung der Adressen der Rentenbezüger;
2. Weitergabe der den Deckungsgrad von 130 % übersteigenden Überschüsse
im Verhältnis des Deckungskapitals in geeigneter Form an Aktivversicherte
und Rentenbezüger;
3. Teilnahme eines von den Rentenbezügern bestimmten Rentnervertreters an
den Sitzungen des Stiftungsrates (ggf. auch ohne Stimmrecht);
4. Einsetzung einer interimistischen Verwaltung für die Pensionskassenführung
durch die Aufsichtsbehörde und Einräumung eines Klagerechts bei Missach-
tung der Rechte der Rentenbezüger.
Sie erklärten, aufgrund der Missachtung ihrer Interessen und Rechte fehle
das Vertrauen in die Leitung der Pensionskasse. Die Geschäftsführung
liesse sich nicht nachvollziehen und die Rentenbezüger würden vom Stif-
tungsrat diskriminierend behandelt.
A.b Mit Schreiben vom 4. Mai 2017 teilte die Aufsichtsbehörde den ein-
gangs erwähnten Rentenbezügern mit, ihre Eingabe werde als «Aufsichts-
beschwerde» entgegengenommen, wobei ihnen keine Parteirechte zukä-
men. Über den Abschluss des Verfahrens würden sie zu gegebener Zeit
informiert. Zu den vier genannten Begehren nahm sie wie folgt Stellung:
Mit Bezug auf das erste Begehren würden die allenfalls notwendigen auf-
sichtsbehördlichen Massnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass die
Information der Versicherten gemäss Art. 86b des Bundesgesetzes vom
25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvor-
sorge (BVG; SR 831.40) korrekt wahrgenommen würde.
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Betreffend das zweite Begehren sei darauf hinzuweisen, dass dem Stif-
tungsrat gemäss Art. 51a Abs. 2 Bst. f BVG die unübertragbare und unent-
ziehbare Aufgabe zukomme, die Grundsätze für die Verwendung der freien
Mittel festzulegen. Eine Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde sei damit nicht
gegeben.
Mit Blick auf das dritte Begehren werde festgehalten, dass gemäss Art. 51a
Abs. 2 Bst. f BVG auch die Festlegung der Organisation der Stiftung zu den
unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des Stiftungsrates gehöre.
Da der Stiftungsrat rechtskonform besetzt sei, sei auch hier keine Zustän-
digkeit der Aufsichtsbehörde gegeben.
Hinsichtlich des vierten Begehrens werde darauf verwiesen, dass sich die
Aufsichtsbehörde in ihrem Handeln an die verwaltungsrechtlichen Grund-
sätze zu halten habe. Dazu gehöre insbesondere auch das Prinzip der Ver-
hältnismässigkeit. Es gebe aus aufsichtsbehördlicher Sicht keinerlei Hin-
weise auf Handlungen des Stiftungsrates, welche das im vierten Begehren
beschriebene Vorgehen nahelegen würden.
A.c Mit Schreiben vom 12. Mai 2017 nahm die Pensionskasse – auf ent-
sprechende Anfrage der Aufsichtsbehörde – zur Frage der Information der
Rentnerinnen und Rentnern Stellung. Sie legte dar, für die Erfüllung der
Informationspflichten gegenüber den Versicherten seien insbesondere die
Bestimmungen von Art. 86b BVG sowie die Bestimmungen von Art. 50
Abs. 3 und Abs. 4 ihres aktuellen Vorsorgereglements massgebend. Die
Angaben zur Organisation und zur Finanzierung wie auch zu den Mitglie-
dern des paritätisch besetzten Organs (Art. 86b Ziff. b und c BVG) enthalte
der Jahresbericht, welcher – nach Genehmigung der Jahresrechnung
durch den Stiftungsrat – jährlich jeder versicherten Person (inkl. Rentnerin-
nen und Rentnern) persönlich adressiert per Post zugesendet werde. Hin-
sichtlich „Informationen auf Anfrage“ gemäss Art. 50 Abs. 4 des Vorsorge-
reglements sei festzuhalten, dass in den letzten knapp zehn Jahren einzig
eine Anfrage von Herrn H._ zur beantworten gewesen sei, welchem
die aktuellsten sowie frühere Revisionsberichte mit integrierter Jahresrech-
nung und Jahresbericht persönlich übergeben worden seien.
A.d Mit Schreiben vom 31. Mai 2017 teilte die Aufsichtsbehörde den vier
Rentenbezügern schliesslich mit, es habe sich aufgrund der im Rahmen
ihrer Aufsichtsbeschwerde vom 27. April 2017 getroffenen Abklärungen
kein aufsichtsbehördlicher Handlungsbedarf ergeben. Das Verfahren sei
damit abgeschlossen und es werde um Kenntnisnahme gebeten.
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A.e Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 erhoben die Rentenbezüger
A._, B._, C._, D._, E._, F._
und G._ Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht (Verfahren
A-3146/2018). Sie rügten, die Aufsichtsbehörde sei nicht adäquat auf ihre
Vorbringen eingegangen, und beantragten die eingehende Prüfung der von
ihnen im Rahmen der Eingabe vom 27. April 2017 aufgeführten Punkte.
Namentlich solle eine neutrale und unabhängige Untersuchungsinstanz –
unter Beizug eines Rentnervertreters – den Nachvollzug und die Umset-
zung der von der Pensionskasse unterlassenen Erstellung eines Teilliqui-
dations- und Verteilreglements nach geltendem Recht (Art. 53b BVG) si-
cherstellen; dies alles unter Kostenfolgen zu Lasten der Aufsichtsbehörde
oder der Pensionskasse.
A.f Mit unaufgefordert eingereichter Eingabe vom 3. Januar 2019 wiesen
die vorgenannten Rentenbezüger auf aus ihrer Sicht für die Beurteilung der
Beschwerde wichtige Informationen aus dem neu erhaltenen Geschäftsbe-
richt 2017 der Pensionskasse hin.
A.g Mit Urteil vom 24. Januar 2019 im Verfahren A-3146/2018 wies das
Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde – soweit sie als Rechtsverwei-
gerungsbeschwerde entgegengenommen wurde – ab, trat im Übrigen nicht
darauf ein und überwies die Beschwerde als Gesuch um Erlass einer an-
fechtbaren Verfügung an die Aufsichtsbehörde zur Behandlung. Mangels
Anfechtungsobjekt konnte es sich nicht zu den materiellen Anträgen der
vorgenannten Rentenbezüger äussern (vgl. E. 2.6 des vorgenannten Ur-
teils).
B.
In der Folge nahm die Aufsichtsbehörde die Angelegenheit bzw. die Forde-
rungen im Rahmen vorgenannter Eingaben vom 27. April 2017 und vom
3. Januar 2019 (vgl. vorne Sachverhalt Bst. A.a und A.f) materiell anhand
und wies die Aufsichtsbeschwerde mit Entscheid vom 26. Juni 2019 in allen
Punkten ab. Dabei ging sie auf folgende Anträge der Rentenbezüger ein:
– Dem Stiftungsrat sei die Geschäftsführung zu entziehen und bis zu ei-
ner Regelung durch eine interimistische, neutral durch das Bundesver-
waltungsgericht zu bestimmende Fachinstanz zu ersetzen;
– den noch lebenden, von der Liquidation betroffenen Rentenbezügern
sei vorschüssig eine Rentennachzahlung von zwei Jahresrenten aus-
zurichten, was ca. 10 % des zu erwartenden Liquidationsgewinns be-
anspruchen dürfte;
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– der Sachverhalt sei neutral unter gerichtlicher Aufsicht und unter Bei-
zug eines Rentnervertreters nachzuvollziehen, die Verteilung der durch
die Liquidation frei werdenden Mitteln sei festzulegen und durchzufüh-
ren, ohne die regulären Ansprüche des Fortbestands zu schmälern.
C.
Mit Eingabe vom 25. Juli 2019 erheben A._, C._,
B._, D._, E._, F._ und G._ (nachfol-
gend: Beschwerdeführende [1-7]) gegen diese Verfügung der Aufsichtsbe-
hörde (nachfolgend: Vorinstanz) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt und beantragen in formeller Hinsicht die Verlängerung der Beschwer-
defrist zur Ausarbeitung einer vertieften Beschwerdebegründung unter Ein-
bezug der öffentlichen Meinungsbildung sowie sinngemäss anwaltliche
Unterstützung finanziert aus dem Reservekapital der Pensionskasse
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Materiell-rechtlich beantragen sie un-
verzügliche Einsichtnahme in die Buchhaltung der Beschwerdegegnerin
und Auskunftserteilung betreffend Details, welche in den ihnen verfügbaren
Unterlagen (Bilanzen) nicht nachvollziehbar seien. Weiter rügen sie, die
Vorinstanz sei auf die für sie entscheidenden finanziellen Folgen der unter-
lassenen Liquidationsabwicklung nicht eingegangen.
D.
D.a Das Bundesverwaltungsgericht weist den Antrag der Beschwerdefüh-
renden um Verlängerung der Beschwerdefrist mit Zwischenentscheid vom
31. Juli 2019 ab und fordert die Beschwerdeführenden mit Bezug auf ihren
sinngemässen Antrag auf unentgeltliche Prozessführung auf, das entspre-
chende Formular mit den nötigen Beweismitteln einzureichen.
D.b Mit Eingabe vom 2. August 2018 (recte: 2019) verweisen die Be-
schwerdeführenden auf ihr Schreiben vom 20. November 2018 im Verfah-
ren A-3146/2018, worin sie sinngemäss mitgeteilt hatten, auf die Beantra-
gung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters zu verzichten (vgl. Urteil des
BVGer A-3146/2018 vom 24. Januar 2019 Sachverhalt Bst. B.i). Weiter er-
klären sie, vor ein paar Tagen auf Anfrage von der Beschwerdegegnerin
sämtliche Geschäftsberichte erhalten zu haben, dass ihnen jedoch keine
Einsicht in die Buchhaltung gewährt worden sei, sie also keine Dokumente
betreffend nicht nachvollziehbare Buchungen erhalten hätten.
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Seite 6
E.
Die Vorinstanz beantragt mit Schreiben vom 26. September 2019, die Be-
schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen und verzichtet mit Verweis auf
die Erwägungen der angefochtenen Verfügung auf weitere Ausführungen.
F.
Die Beschwerdegegnerin nimmt mit Eingabe vom 26. September 2019
Stellung und beantragt, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Beschwerdeführenden abzuweisen.
G.
Mit Eingabe vom 28. Oktober 2019 nehmen die Beschwerdeführenden
Stellung.
H.
Das Bundesverwaltungsgericht ersucht die Beschwerdegegnerin mit In-
struktionsverfügung vom 4. Februar 2020 um diverse Unterlagen für das
Geschäftsjahr 1995 und den Zeitraum ab 1. Januar 2008 (Verzeichnis und
Funktion der Stiftungsräte, deren Bestellung sowie die Bezeichnung der
Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen; sämtliche jeweils geltenden
Reglemente und deren genehmigte Änderungen, insbesondere das Vor-
sorge-, Organisations-, Anlage- und Teilliquidationsreglement sowie falls
vorhanden dasjenige zur Bildung von Rückstellungen und Wertschwan-
kungsreserven; Geschäfts- und Revisionsberichte; Stiftungsratsbe-
schlüsse und -weisungen [insbesondere die Protokolle der Stiftungsratssit-
zungen] sowie allfällige Vereinbarungen mit den Beschwerdeführenden,
insbesondere betreffend die Zusprache von Rentenerhöhungen/Zusatz-
renten und die Jahresrechnungen für die entsprechenden Zeitpunkte; al-
lenfalls vorhandene Teilliquidationsbeschlüsse, -berichte und Verteilungs-
pläne; versicherungstechnische Gutachten der Expertin für berufliche Vor-
sorge).
I.
Die Vorinstanz bestätigt auf Nachfrage mit Eingabe vom 11. Februar 2020,
dass die Beschwerdeführenden 4-7, von denen sich anhand der angefoch-
tenen Verfügung nicht zweifelsfrei ergibt, dass sie am vorinstanzlichen Ver-
fahren beteiligt waren, in ebendieses Verfahren einbezogen worden seien.
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J.
Mit Eingabe vom 30. Juli 2020 bemängeln die Beschwerdeführenden die
schleppende Verfahrensweise und monieren, das Bundesverwaltungsge-
richt habe eine grosse Menge von Pensionskassenunterlagen eingefor-
dert, die nichts zur Klärung des Verfahrensstandes beigetragen hätten.
Weiter nehmen sie nochmals Stellung und fordern eine sofortige rückwir-
kende Teilabfindung vorenthaltener Rentenerhöhungen an die noch leben-
den 468 Rentenbezüger im Ausmass von anteiligen 25 % der ermittelten
Überschüsse von ca. CHF 200 Mio. verteilt auf der Basis der Rentenzah-
lungen vom September 2017. Weiter sei eine Arbeitsgruppe aus Aktivver-
sicherten- und Rentenbezügervertretern zu bilden unter der Leitung eines
neutralen Fachexperten zur Ausarbeitung von Entscheidungsgrundlagen
zur Ermittlung der regulären Ansprüche des Fortbestands ohne Beanspru-
chung von Gewinnen aus Liquidationsüberschüssen sowie zur Ermittlung
des benötigten Deckungskapitals und der Reserven des verbleibenden
Rentenbezügerbestands sowie zur angemessenen Anpassung der Renten
ab 1. Januar 2018 für neue Rentenbezüger. Im Übrigen sei eine Stiftung
zur Unterstützung benachteiligter Rentenbezüger aus dem verbleibenden
Restvermögen zu errichten.
K.
Die Beschwerdegegnerin nimmt dazu mit Eingabe vom 11. September
2020 Stellung.
L.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den Akten
befindlichen Dokumente wird – soweit entscheidrelevant – im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt dieses Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021), sofern – wie
vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt.
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Die Beschwerdegegnerin untersteht als mit der Durchführung der berufli-
chen Vorsorge betraute Stiftung i.S.v. Art. 80 ff. des schweizerischen Zivil-
gesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) gemäss Art. 61
BVG i.V.m. Art. 1 und 2 der verfahrensrechtlichen Bestimmungen der Ost-
schweizer BVG- und Stiftungsaufsicht (sGS 355.11) der Aufsicht der Vor-
instanz. Die Verfügungen der kantonalen Aufsichtsbehörden im Rahmen
der beruflichen Vorsorge können gemäss Art. 33 Bst. i VGG i.V.m. Art. 74
Abs. 1 BVG beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Die Zu-
ständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behandlung der vorliegen-
den Beschwerde ist somit gegeben
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts
anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die Bestimmungen des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1), insbesondere dessen 2. Abschnitt über das So-
zialversicherungsverfahren, sind für den Bereich des BVG mangels eines
entsprechenden Verweises nicht anwendbar (Art. 2 ATSG e contrario).
1.3 Zur Beschwerde berechtigt ist, wer vor der Vorinstanz am Verfahren
teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
Dies trifft aktenkundig auf die Beschwerdeführenden 1 bis 3 zu, die als
Destinatäre der Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 27. April 2017 erst-
mals an die Vorinstanz gelangt sind (vgl. vorne Sachverhalt Bst. A.a).
Ebenso der Fall ist es bei den übrigen Beschwerdeführenden 4 bis 7, von
welchen die Vorinstanz bestätigt, dass sie an ihrem Verfahren beteiligt ge-
wesen seien (vgl. vorne Sachverhalt Bst. I).
1.4 Im Weiteren wurde die Beschwerde form- und fristgerecht eingereicht
(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Somit ist darauf einzutreten.
2.
Die Aufsichtsbehörden im Bereich der beruflichen Vorsorge haben unter
anderem darüber zu wachen, dass die Vorsorgeeinrichtungen die gesetz-
lichen Vorschriften einhalten und dass das Vorsorgevermögen zweckge-
mäss verwendet wird (Art. 62 Abs.1 BVG). Sie übernehmen bei Stiftungen
auch die Aufgaben nach Art. 85 - 86b ZGB (Art. 62 Abs. 2 BVG).
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3.
3.1 Die Beschwerdeführenden monieren vorab, die Beschwerdegegnerin
habe es abgelehnt, ihnen Einsicht und Auskunft betreffend Buchhaltungs-
details zu erteilen, obschon gewisse Buchungen nicht nachvollziehbar
seien. Ebenso wenig habe sie ihnen die Adressen von Rentenbezügern
herausgegeben. Sie beantragen die unbeschränkte Informationserteilung
und Berichtsabgabe gemäss Art. 46 Abs. 4 des Vorsorgereglements vom
1. Januar 2015 bzw. Art. 50 Abs. 3 und 4 des Vorsorgereglements vom
1. Januar 2017 sowie die Bekanntgabe der Adressen der Rentenbezüger.
Einsicht in sämtliche Geschäftsberichte haben die Beschwerdeführenden
im Juli 2019 erhalten (vgl. vorne Sachverhalt Bst. D.b), insofern ist ihr Er-
suchen nunmehr als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Die Be-
schwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dem Informationsan-
spruch der Beschwerdeführenden mit Zustellung der Geschäftsberichte
Genüge getan zu haben.
3.1.1 Gemäss Art. 86b Abs. 1 BVG muss die Vorsorgeeinrichtung ihre Ver-
sicherten jährlich in geeigneter Form informieren über:
– die Leistungsansprüche, den koordinierten Lohn, den Beitragssatz und
das Altersguthaben (Bst. a);
– die Organisation und die Finanzierung (Bst. b);
– die Mitglieder des paritätisch besetzten Organs nach Art. 51 BVG
(Bst. c).
Auf Anfrage hin ist den Versicherten die Jahresrechnung und der Jahres-
bericht auszuhändigen. Ebenso hat ihnen die Vorsorgeeinrichtung auf An-
frage hin Informationen über den Kapitalertrag, den versicherungstechni-
schen Risikoverlauf, die Verwaltungskosten, die Deckungskapitalberech-
nung, die Reservebildung sowie den Deckungsgrad abzugeben (Art. 86b
Abs. 2 BVG).
3.1.2 Nach Art. 46 Abs. 3 des Vorsorgereglements vom 1. Januar 2015
sowie demjenigen vom 1. Januar 2016 orientiert die Beschwerdegegnerin
die versicherten Personen jährlich über ihre Leistungsansprüche, den ver-
sicherten Jahreslohn, die Beiträge, den Stand des Sparkontos, die Organi-
sation und die Finanzierung der Pensionskasse sowie über die Mitglieder
des Stiftungsrats. Auf Anfrage hin sind den versicherten Personen die Jah-
resrechnung und der Jahresbericht auszuhändigen sowie Informationen
über den Kapitalertrag, den versicherungstechnischen Risikoverlauf, die
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Verwaltungskosten, die Deckungskapitalberechnung, die Reservebildung
und den Deckungsgrad abzugeben (Art. 46 Abs. 4 Vorsorgereglement
2015 und 2106). Seit 1. Januar 2017 ist das aktuelle Vorsorgereglement in
Kraft, welches die vorgenannten Bestimmungen unverändert in Art. 50
Abs. 3 und 4 enthält.
3.1.3 Die Vorinstanz kommt zum treffenden Schluss, dass diese regle-
mentarischen Bestimmungen die gesetzlichen Mindestanforderungen von
Art. 86b Abs. 1 und 2 BVG erfüllen. Es ist in einem weiteren Schritt mit der
Vorinstanz einig zu gehen, dass die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen
und reglementarischen Informationsrechte der Beschwerdeführenden im
konkreten Fall gewahrt hat (vgl. auch vorne Sachverhalt Bst. A.c und
Bst. D.b). Aus der Begründung der Beschwerdeführenden wird zudem er-
sichtlich, dass sie nicht primär ihr grundsätzliches Akteneinsichtsrecht als
Teil des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Gehör nach
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) geltend machen, sondern «Buch-
haltungsdetails» einverlangen, um ihnen unverständliche Buchungen
nachvollziehen zu können. Daher ist ihr Anliegen als Antrag auf Edition von
Beweismitteln zu verstehen, dem das Bundesverwaltungsgericht mit In-
struktionsverfügung vom 4. Februar 2020 nachgekommen ist (vgl. vorne
Sachverhalt Bst. H und zum Ganzen auch Urteil des BVGer A-1427/2019
vom 15. Januar 2020 E. 7.4). Insofern sind diese Dokumente, anhand derer
sich die nicht konkret beanstandeten Buchungssätze allenfalls erklären
lassen, mit Einreichung durch die Beschwerdegegnerin zu Verfahrensak-
ten geworden, in welche die Beschwerdeführenden als Verfahrensparteien
gestützt auf vorgenannten verfassungsrechtlichen Anspruch grundsätzlich
das Recht haben, Einsicht zu nehmen (vgl. statt vieler auch Urteil des
BVGer A-1427/2019 vom 15. Januar 2020 E. 7.3). Einsicht in diese Unter-
lagen wurde jedoch nicht beantragt, im Gegenteil monierten die Beschwer-
deführenden mit Eingabe vom 30. Juli 2020, das Bundesverwaltungsge-
richt habe eine grosse Menge von Pensionskassenunterlagen eingefor-
dert, die nichts zur Klärung des Verfahrensstandes beigetragen hätten
(vgl. vorne Sachverhalt Bst. J). Eine gesetzliche oder reglementarische
Grundlage für die Bekanntgabe der Adressen sämtlicher Rentenbezüger
ist sodann nicht ersichtlich. Vielmehr ist der Beschwerdegegnerin eine sol-
che Herausgabe aus datenschutzrechtlichen Gründen ohne Einwilligung
der Betroffenen versagt (Art. 86a Abs. 5 Bst. b BVG). Der vorinstanzliche
Entscheid ist in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden und die Beschwerde
somit diesbezüglich abzuweisen.
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3.2 Weiter beantragen die Beschwerdeführenden, es seien die den De-
ckungsgrad von 130 % übersteigenden Überschüsse im Verhältnis des De-
ckungskapitals in geeigneter Form an Aktivversicherte und Rentenbezüger
weiterzugeben. Zudem sei eine vorschüssige Rentennachzahlung von
zwei Jahresrenten in der Höhe von ca. 10 % des zu erwartenden Liquida-
tionsgewinns an die noch lebenden, von der Liquidation betroffenen Ren-
tenbezüger auszurichten. Schliesslich beantragen sie in finanzieller Hin-
sicht zusätzlich, die freien Mittel seien unter Feststellung des Sachverhalts
unter neutraler, gerichtlicher Aufsicht und unter Beizug eines Rentnerver-
treters festzulegen und die Verteilung entsprechend durchzuführen.
3.2.1 Sie legen den Sachverhalt wie folgt dar: Die Beschwerdegegnerin
habe sich aus technologischen und wirtschaftlichen Gründen gezwungen
gesehen, die Herstellung einiger Produkte etappenweise aufzugeben. Die
folgende Unternehmensauflösung habe über 4'500 Mitarbeitende betrof-
fen, der grösste Teil davon sei entlassen worden. Einige weitere Geschäfts-
bereiche seien verkauft und von neuen Besitzern weitergeführt worden.
Nach Abschluss der Zusammenführung und Umstrukturierung hätten der
Beschwerdegegnerin am 1. Januar 1996 noch 2030 Versicherte angehört
(738 Mitarbeitende und 1292 Rentenbezüger). Zwischen 1996 und 2017
seien weitere 1130 Versicherte durch Tod oder Austritt aus der Beschwer-
degegnerin ausgeschieden. Ende 2017 habe der Mitarbeiterbestand noch
432 Personen gezählt. Da beim Ausscheiden einer versicherten Person
deren Leistungsansprüche erlöschen, würden so Mittel für Rentenzahlun-
gen, unverbrauchtes Deckungskapital und vor allem Reserven und Rück-
stellungen frei. Diese Mittel seien auszuscheiden und an diejenigen Perso-
nen zu verteilen, die sie gespart hätten, was die Beschwerdegegnerin trotz
entsprechender Aufforderung nicht getan, sondern die Mittel vielmehr den
in der Pensionskasse Verbleibenden überlassen habe. Diese Mittel hätten
fortlaufend in Millionenhöhe zugenommen, innert 22 Jahren um rund
CHF 107 Mio., bei sinkendem Versichertenbestand, was Anlass zu einer
näheren Untersuchung über den gesamten Zeitraum zwischen 1995 und
2017 gegeben habe. Rentenbezüger, welche einen Anspruch auf eine Be-
teiligung an diesem zunehmenden Vermögen geltend gemacht hätten,
seien mit dem Hinweis abgewiesen worden, Rentenanpassungen seien
aus Sicht der Beschwerdegegnerin finanziell nicht vertretbar. Diese Wei-
gerung der ab 2008 neuen Stiftungsleitung, die Rentenbezüger am frei
werdenden hohen Reserve- und Vermögenszuwachs zu beteiligen, hätten
sie zur Einreichung der Beschwerde bewogen.
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Sie erläutern, das Pensionskassenvermögen sei vom Jahr 1995 von
CHF 224 Mio. nach dem Ausscheiden von 1106 Versicherten im Jahr 2016
auf CHF 317 Mio. angestiegen und machen zusammenfassend geltend,
seit 2008 seien ihre Interessen missachtet worden, indem die neue Stif-
tungsleitung die bis 2007 aufgrund der laufend steigenden «Liquidations-
gewinne» ausgerichteten Rentenerhöhungen und Zusatzrenten ab diesem
Zeitpunkt eingestellt und diese «Liqudationsgewinne» ausschliesslich den
Aktivversicherten vorbehalten hätte. Allgemein rügen die Beschwerdefüh-
renden, dass die Vorinstanz die in diesem Zusammenhang geltend ge-
machte Ungleichbehandlung nicht vertieft unter Einbezug des entspre-
chenden finanziellen Sachverhalts überprüft habe.
3.2.2 Weiter wird bemängelt, die Beschwerdegegnerin habe ihre Buchhal-
tung nicht korrekt geführt. Es seien ca. CHF 85 Mio. unverbrauchtes De-
ckungskapital in den Reserven brach liegend. Ebenso seien Netto-Vermö-
genserträge im Umfang von CHF 47.8 Mio. den Reserven zugewiesen wor-
den. Zudem seien Vermögensverwaltungskosten von CHF 6.2 Mio. von
diesen Erträgen abgezogen worden, ohne dass entsprechende Ausgaben
belegt seien. Der Deckungsgrad von 120.64 % im Jahr 2017 sei ein ge-
fälschtes Konstrukt. Per 1. Januar 1996 habe das Deckungskapital der Ak-
tivversicherten CHF 64.8 Mio. betragen. Trotz des sinkenden Versicherten-
bestands (von 738 auf 432) und dem dadurch um 40 % sinkenden Vermö-
gen sei das Deckungskapital bis 2017 auf CHF 84.3 Mio. angestiegen. Der
aus den Renteneinsparungen resultierende Liquidationsgewinn sei weitge-
hend dazu verwendet worden, künftige Renten zu verbessern und abzusi-
chern. Insgesamt handle es sich um Leistungsverbesserungen und Rück-
stellungen in der Höhe von CHF 90 Mio.: So gäbe es seit 1996 eine zu-
sätzliche Beitragserhöhung von 5 % für über 55-jährige Aktivversicherte
aus ca. CHF 10 Mio. Deckungskapitalerhöhung und zu deren Absicherung
seien CHF 26 Mio. Reserven zurückgestellt. Weiter sei 2012 eine De-
ckungskapitalerhöhung von CHF 14.3 Mio. zur Absicherung der Renten
durch Kompensierung sinkender Umwandlungssätze und Renditen ver-
wendet worden, dafür existiere weiter eine Rückstellung in der Höhe von
CHF 27 Mio. Zudem betrage der Anteil an den Wertschwankungsreserven
mindesten CHF 22 Mio. (von insgesamt CHF 56.3 Mio.).
3.2.3 Die Beschwerdegegnerin legt in diesem Zusammenhang Folgendes
dar: Die Beschwerdeführenden 1 bis 6 wurden bei einem reglementari-
schen Umwandlungssatz von 7.2 % bis 7.5 % alterspensioniert. Gemäss
versicherungstechnischem Gutachten per 31. Dezember 2014 habe der
versicherungstechnisch korrekte Umwandlungssatz 2014 bei 4.81 % und
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somit weit unter dem den Beschwerdeführenden im ordentlichen Pensio-
nierungsalter gewährten Umwandlungssatz von 6 bis 7.5 % gelegen. Zu
diesem aus heutiger Sicht erheblich zu hohen Umwandlungssatz seien den
Beschwerdeführenden zusätzlich Rentenerhöhungen gewährt worden.
1995 habe ein Teuerungsausgleich von 3.5 %, 1998 ein solcher von 3.6 %,
2000 ein solcher von 2.4 %, 2002 und 2006 ein solcher von 2.5 % sowie
2007 ein solcher von 5 % stattgefunden. Diese Ausgleiche hätten ihre Wir-
kung jeweils auch in den Folgejahren gezeitigt und mussten somit auch für
die Zukunft finanziert werden, wobei die Basis für die Berechnung des
neuen Teuerungsausgleichs jeweils die Rente inkl. der bisher gewährten
Ausgleiche bilde, womit sich die Rentenerhöhungen fortlaufend kumuliert
hätten. Zusätzlich zum Teuerungsausgleich wurde in den Jahren 1999,
2001, 2005 und 2017 eine für die Folgejahre nicht fällige, Zusatzrente aus-
bezahlt. Ihre finanziellen Rahmenbedingungen hätten sich ab 2008 dras-
tisch verändert: So hätten sich die Anlagerenditen erheblich reduziert. Wei-
ter musste die Zunahme der Lebenserwartung der Versicherten und die
damit einhergehenden Veränderungen der technischen Parameter zur Be-
rechnung des Rentendeckungskapitals berücksichtigt werden. Demzu-
folge musste der Umwandlungssatz 2012 von 7.2 % auf 6 % gesenkt wer-
den, was bedeute, dass ab dann in Pension gehende Aktivversicherte im
Vergleich zu den Rentenbezügern vorheriger Jahre eine 20 % tiefere
Rente erhielten. Die bereits laufenden Renten, also auch diejenigen der
Beschwerdeführenden 1 bis 6, seien weiterhin in der angestammten Höhe
inkl. der jeweiligen freiwilligen Erhöhungen ausbezahlt worden. Zugleich
habe der technische Zinssatz auf Empfehlung des Versicherungsexperten
von 3.75 % im Jahr 2004 auf 1.5 % reduziert werden müssen, was zur
Folge hatte, dass das Vorsorgekapital der Rentenbezüger zulasten der
freien Mittel und damit auch der Aktivversicherten erheblich zugenommen
habe. Dabei handle es sich nicht um das von den jetzigen Rentenbezügern
als Aktivversicherte angesparte Kapital, sondern um eine rein versiche-
rungstechnische Grösse, die nach anerkannten Grundsätzen bzw. nach
der Fachrichtlinie Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen der
Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten (FRP 2 Ziff. 3)
jährlich zu bewerten sei und die von ihr eingegangenen Verpflichtungen
und damit ihre finanzielle Lage darstellen solle. Auch die neu ab 2008 ein-
gegangenen Rentenverpflichtungen seien angemessen. Es bestünden kei-
nerlei Liquidationsgewinne und im Übrigen sei sie weder verpflichtet noch
habe sie nach pflichtgemässem Ermessen die Möglichkeit, die Renten über
die bereits gewährten Versprechen hinaus zu erhöhen. Sie sei lediglich
verpflichtet, ihre Leistungen im Rahmen der obligatorischen Vorsorge der
Preisentwicklung anzupassen (Art. 36 Abs. 1 BVG). Solange sie eine Rente
A-3829/2019
Seite 14
ausbezahle, die höher als die gesetzliche Mindestleistung samt Teuerungs-
ausgleich sei, gälten die gesetzlichen Vorschriften als erfüllt (BGE 127 V
264 E. 4). Weiter entscheide sie nach ihren finanziellen Möglichkeiten jähr-
lich, ob und gegebenenfalls in welchem Rahmen eine Rentenanpassung
erfolgen könne (Art. 36 Abs. 2 BVG), wobei ihrem obersten Organ diesbe-
züglich ein erhebliches Ermessen zustehe, welches nicht über- oder unter-
schritten worden sei. Eine Umverteilung der Mittel von den Aktivversicher-
ten zu den Rentenbezügern fände ohnehin schon statt. Zudem seien die
Beschwerdeführenden 1 bis 6 wie erwähnt gegenüber Neurentenbezügern
erheblich besser gestellt, da sie noch mit einem sehr hohen Umwandlungs-
satz alterspensioniert worden seien. Bei dieser Ausgangslage eine Über-
vorteilung auszumachen, sei nicht nachvollziehbar. Im Übrigen seien auch
die Rückstellungsbildung nicht zu beanstanden: Aufgrund ihrer kritisch zu
bewertenden strukturellen Risikofähigkeit und der damit einhergehenden
stark reduzierten Sanierungsfähigkeit habe sie zugunsten aller Versicher-
ten vorsichtig zu agieren und dürfe nicht in Unterdeckung fallen. Es liege
letztlich auch im Interesse der Rentenbezüger und damit der Beschwerde-
führenden, dass genügend Rückstellungen gebildet würden. Ebenso wenig
kämen vorliegend Teilliquidationsvorschriften zur Anwendung: Die von den
Beschwerdeführenden erwähnten «Liquidationen» von Rentendeckungs-
bzw. Vorsorgekapital lösten keine Teilliquidation aus. Ein Tatbestand von
Art. 53b BVG liege nicht vor.
3.2.4 Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, gemäss Art. 51a
Abs. 2 Bst. b BVG habe der Stiftungsrat die unübertragbare und unentzieh-
bare Aufgabe, Leistungsziele und Vorsorgepläne sowie die Grundsätze für
die Verwendung der freien Mittel festzulegen. Gleiches gelte für die Fest-
legung der Höhe des technischen Zinssatzes und der übrigen versiche-
rungstechnischen Grundlagen (Art. 51a Abs. 2 Bst. e BVG). Der Deckungs-
grad der Beschwerdegegnerin habe – basierend auf der von der zugelas-
senen gesetzlichen Revisionsstelle geprüften und vorbehaltlos bestätigten
Bilanz – per Ende 2015 123.7 % betragen, per Ende 2016 116.5 % und per
Ende 2017 120.6 %. Es lägen zudem die Deckungsgradberechnungen des
Experten für berufliche Vorsorge per 31. Dezember 2015 und 2016 vor,
sowie ein versicherungstechnisches Gutachten per 31. Dezember 2017,
welche mit den bilanzierten Werten übereinstimmen würden. Das versiche-
rungstechnische Gutachten bestätige zudem, dass die Beschwerdegegne-
rin Sicherheit dafür biete, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und dass die reg-
lementarischen versicherungstechnischen Bestimmungen über die Leis-
tung und Finanzierung den gesetzlichen Vorschriften entsprächen. Die von
den Beschwerdeführenden eingereichte Berechnung der freien Mittel per
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Seite 15
31. Dezember 2015 sei für sie nicht nachvollziehbar. Gestützt auf die vor-
genannten Dokumente sei erstellt, dass die ausgewiesenen Deckungs-
grade rechtmässig berechnet worden seien. Eine Pflichtverletzung des
Stiftungsrats der Beschwerdegegnerin sei nicht erkennbar. Bereits auf-
grund der tatsächlichen Deckungsgrade der vergangenen Jahre laufe die
Forderung der Beschwerdeführenden ins Leere. Zudem sei es im Rahmen
der gesetzlichen Vorgaben ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführen-
den dem Stiftungsrat der Beschwerdegegnerin Vorgaben betreffend die
Verwendung der freien Mittel machen könnten. Unabhängig von der Höhe
des jeweiligen Deckungsgrads bestehe keine gesetzliche Grundlage dafür,
den Stiftungsrat zu einer bestimmten Verwendung freier Mittel zu verpflich-
ten.
Weiter erklärt die Vorinstanz, es bestehe kein Hinweis darauf, dass eine
Gesamtliquidation der Beschwerdegegnerin angezeigt sein könnte und
Einzelabgänge würden gemäss Teilliquidationsreglement der Beschwerde-
gegnerin keinen Teilliquidationstatbestand auslösen.
3.2.5
3.2.5.1 Nach Art. 53b Abs. 1 BVG regeln die Vorsorgeeinrichtungen in ih-
ren Reglementen die Voraussetzungen und das Verfahren zur Teilliquida-
tion (wobei die entsprechenden reglementarischen Vorschriften gemäss
Abs. 2 des vorgenannten Artikels von der Aufsichtsbehörde genehmigt
werden müssen). Die Voraussetzungen für eine Teilliquidation sind vermu-
tungsweise erfüllt, wenn:
a. eine erhebliche Verminderung der Belegschaft erfolgt;
b. eine Unternehmung restrukturiert wird;
c. der Anschlussvertrag aufgelöst wird.
Diese Voraussetzungen haben in Art. 2 Abs. 2 des Teilliquidationsregle-
ments der Beschwerdegegnerin vom 21. Oktober 2008 Eingang gefunden.
Dabei wird definiert, dass eine Verminderung der Belegschaft als erheblich
gilt, wenn der Gesamtbestand der Aktivversicherten infolge eines wirt-
schaftlich begründeten Personalabbaus um mindestens 10 % abnimmt,
wobei die Verminderung in direktem Zusammenhang mit einem wirtschaft-
lich begründeten Personalabbau stehen muss (Art. 2 Abs. 3 Teilliquidati-
onsreglement). Im Rahmen einer Teilliquidation werden unfreiwillige Aus-
tritte – (bevorstehende) Kündigung durch den Arbeitgeber ohne Anbieten
einer zumutbaren anderen Stelle – aus wirtschaftlichen Gründen berück-
sichtigt (Art. 2 Abs. 4 Teilliquidationsreglement). Von einer Restrukturierung
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Seite 16
eines Unternehmens wird ausgegangen, wenn es zu einer Auslagerung
oder Neuorganisation von Betriebsteilen oder zu deren Schliessung
kommt. Eine Teilliquidation wird diesfalls vorgenommen, wenn damit in-
folge unfreiwilliger Austritte aus wirtschaftlichen Gründen ein Abbau von
5 % des gesamten aktiven Bestands verbunden ist (Art. 2 Abs. 5 Teilliqui-
dationsreglement). Der massgebende Zeitraum richtet sich dabei nach
dem Zeitplan des Personalabbaus (effektiver Beginn bis Abschluss) bzw.
der Restrukturierung und beträgt bei schleichendem Personalabbau maxi-
mal drei Jahre (Art. 2 Abs. 6 Teilliquidationsreglement). Bei Auflösung einer
Anschlussvereinbarung ist die Voraussetzung einer Teilliquidation schliess-
lich erfüllt, wenn dadurch mindestens zehn versicherte Personen die Pen-
sionskasse unfreiwillig verlassen (Art. 2 Abs. 7 Teilliquidationsreglement).
3.2.5.2 Abgesehen von der erwähnten Umstrukturierung mit unfreiwilligen
Austritten aus wirtschaftlichen Gründen, welche von den Beschwerdefüh-
renden als per Anfang 1996 abgeschlossen geschildert wird, ist für den
strittigen Zeitraum ab 2008 kein Tatbestand ersichtlich, welcher die sich auf
Art. 53b Abs. 1 BVG abstützenden einschlägigen reglementarischen
Voraussetzungen einer Teilliquidation erfüllt. Insbesondere führen Einzel-
austritte aufgrund von Pensionierungen oder Todesfälle, selbst wenn sie
innert kurzer Zeit gehäuft auftreten, nicht zu einer reglementarisch gere-
gelten Teilliquidation; es fehlt mitunter bereits am Erfordernis des wirt-
schaftlich begründeten Personalabbaus.
3.2.5.3 In diesem Zusammenhang ist den Beschwerdeführenden zudem
entgegen zu halten, dass selbst wenn ein Teilliquidationstatbestand zu be-
jahen wäre, kein Anspruch darauf bestehen würde, dass eine Rentnerver-
tretung in die darauffolgende Verteilung allfälliger freier Mittel bzw. Festle-
gung und Zuweisung eines allfälligen Fehlbetrags einbezogen wird oder
dass eine Arbeitsgruppe aus Aktivversicherten und Rentenbezügern unter
der Leitung von Fachexperten oder unter gerichtlicher Aufsicht gebildet
wird. Die gesetzliche Grundlage zum Verfahren bei Teilliquidationen sieht
vielmehr vor, dass das paritätisch besetzte Organ – der Stiftungsrat der
Beschwerdegegnerin – nebst dem Stichtag der Teilliquidation die freien
Mittel und den zu verteilenden Anteil in einem Verteilungsplan festlegt oder
den Fehlbetrag und dessen Zuweisung festlegt (Art. 53d Abs. 4 BVG). Den
Rentenbezügern wie auch den Versicherten ist diesfalls ohne entspre-
chende Mitwirkung lediglich Einsicht in die Verteilungspläne zu gewähren,
nachdem sie rechtzeitig und vollständig über die Teilliquidation informiert
worden sind (Art. 53d Abs. 5 BVG). Sie haben jedoch das Recht, die Vo-
A-3829/2019
Seite 17
raussetzungen, das Verfahren und den Verteilungsplan bei der zuständi-
gen Aufsichtsbehörde überprüfen und entscheiden zu lassen sowie den
aufsichtsbehördlichen Entscheid in einem weiteren Schritt gerichtlich über-
prüfen zu lassen (vgl. Art. 53d Abs. 6 BVG). Sie können dem Stiftungsrat
der Beschwerdegegnerin – wie die Vorinstanz zutreffend festhält – zwar
keine Vorgaben betreffend die Verwendung der freien Mittel machen, in
diesem Rahmen können sie jedoch überprüfen lassen, ob die freien Mittel
den Grundsätzen der beruflichen Vorsorge entsprechend verwendet wur-
den, insbesondere auch, ob dem Grundsatz der Gleichbehandlung Rech-
nung getragen wurde.
3.2.5.4 Dass «der frei werdende Vermögensanteil (...) bei sterbenden
Rentenbezügern in einem Auffangkonto gesammelt und nach einem Ver-
teilplan verteilt werden sollen» besagt Art. 53d BVG sodann nicht; es gibt
keinen frei werdenden Vermögensanteil, die Rente eines Rentenbezügers
fällt als höchstpersönlicher Anspruch in sein Vermögen, ist unvererblich
und erlischt mit dessen Tod (vgl. HANS RIEMER, Vererblichkeit und Unver-
erblichkeit von Rechten und Pflichten im Privatrecht und im öffentlichen
Recht, recht 1/2006, S. 31 sowie SYLVIE PÉTREMAND, in: Kommentar zum
BVG und FZG, 2010, Art. 38 BVG Rz. 5; vgl. auch Urteil des BVGer
A-141/2017 vom 20. November 2018 E. 1.3.3.2).
Rentenbezüger haben im Zeitpunkt ihrer Pensionierung bzw. ihres Austritts
aus der Vorsorgeeinrichtung Anspruch auf die ihnen gemäss Vorsorgereg-
lement zugesicherte Rente. Allenfalls wird im Nachhinein zusätzlich ein
Teuerungsausgleich beschlossen. Ansonsten spielt für die Rentenbezüger
die Verzinsung «ihres» Deckungskapitals keine Rolle, da das Risiko, über
genügend Kapital bis ihrem Rentenende zu verfügen, bei der Vorsorgeein-
richtung liegt. Sie partizipieren nach ihrem Austritt nicht mehr an der Ent-
wicklung der Vorsorgeeinrichtung, indem sie nicht mehr von allfälligen frei-
willigen Zusatzleistungen profitieren, jedoch auch das Risiko einer Unter-
deckung nicht mehr mittragen.
3.2.5.5 Die Vorsorgeeinrichtungen sind nach Art. 49 Abs. 1 BVG im ge-
setzlichen Rahmen in der Gestaltung ihrer Leistungen sowie in deren Fi-
nanzierung frei. Sie müssen jedoch jederzeit Sicherheit dafür bieten, dass
sie die übernommenen Verpflichtungen erfüllen können (Art. 65 Abs. 1
BVG). Sie haben ihr Beitragssystem und ihre Finanzierung unter Berück-
sichtigung des vorhandenen Bestands an Aktivversicherten und Rentenbe-
zügern so zu regeln, dass die BVG-Leistungen bei Fälligkeit erbracht wer-
den können (Art. 65 Abs. 2 BVG) und sämtliche Verpflichtungen müssen
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Seite 18
grundsätzlich durch Vorsorgevermögen gedeckt sein (Art. 65 Abs. 2bis
BVG).
Dafür, dass der Stiftungsrat der Beschwerdegegnerin sein Ermessen und
damit den gesetzlichen Rahmen insbesondere bei der Reservebildung
überschritten hätte, gibt es keine Anhaltspunkte. Vielmehr sind weder die
Deckungsgradberechnungen der Beschwerdegegnerin im Speziellen noch
die gesamte Buchhaltung im Allgemeinen seit dem Jahr 2008 zu beanstan-
den. Die einzelnen Bilanzen wurden mit den versicherungstechnischen Be-
rechnungen des Experten für berufliche Vorsorge abgestimmt und wurden
weder im jeweiligen Revisionsbericht noch von aufsichtsrechtlicher Seite
bemängelt.
Die Risikofähigkeit der Beschwerdegegnerin und damit auch ihre Sanie-
rungsfähigkeit sinkt durch die Abnahme des Bestands der Aktivversicher-
ten, weshalb die entsprechende Erhöhung der Reserven und Rückstellun-
gen bzw. des versicherungstechnischen Kapitals angemessen erscheint.
Die von den Beschwerdeführenden beanstandete Erhöhung des De-
ckungskapitals der Aktivversicherten kann im Übrigen diverse Gründe ha-
ben, wie beispielsweise die steigende Lebenserwartung der Aktivversicher-
ten oder dass höhere Löhne versichert werden. Dem Stiftungsrat der Be-
schwerdegegnerin steht diesbezüglich systembedingt ein grosses Ermes-
sen zu, welches vorliegend nicht in Verletzung des Gleichbehandlungsge-
bots (Art. 1 Abs. 3 BVG i.V.m. Art. 1f der Verordnung vom 18. April 1984
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2,
SR 831.441.1]) überschritten wurde.
3.2.5.6 Insofern, als die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe
die in diesem Zusammenhang geltend gemachte Ungleichbehandlung
nicht vertieft unter Einbezug des entsprechenden finanziellen Sachverhalts
überprüft, ist festzuhalten, dass sich die Vorinstanz zwar eher knapp, aber
rechtsgenüglich zur «unterlassenen Liquidationsabwicklung» geäussert
hat. Sie hat insbesondere den zugrundeliegenden finanziellen Sachverhalt
überprüft und in der Folge keine Ungleichbehandlung festgestellt. Eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs ist demnach nicht auszumachen, zumal die
Beschwerdeführenden in der Lage waren, substantiiert Beschwerde zu er-
heben (vgl. statt vieler ausführlich zur Begründungspflicht als Teilgehalt des
verfassungsmässigen Anspruchs auf Gewährung des rechtlichen Gehörs
Urteil des BVGer A-6435/2018 vom19. August 2020 E. 3.3.3 mit Hinwei-
sen).
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Seite 19
3.2.6 Die Beschwerde ist daher mit Bezug auf die finanziellen Anträge der
Beschwerdeführenden abzuweisen.
3.3 Die Beschwerdeführenden beantragen zudem, ein von den Rentenbe-
zügern bestimmter Rentnervertreter solle an den Sitzungen des Stiftungs-
rats teilnehmen können, eventualiter auch ohne Stimmrecht.
3.3.1 Die Vorinstanz erklärt diesbezüglich, Art. 51a Abs. 2 Bst. f BVG weise
dem Stiftungsrat die unübertragbare und unentziehbare Aufgabe zu, die
Organisation der Stiftung festzulegen. Ebenso legt Art. 49 Abs. 1 BVG fest,
dass die Vorsorgeeinrichtungen im gesetzlichen Rahmen in der Gestaltung
ihrer Organisation frei sind. Zu beachten bleibt, dass die Arbeitnehmer und
Arbeitgeber nach Art. 51 Abs. 1 BVG das Recht haben, die gleiche Zahl
von Vertretern in das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtung zu entsen-
den. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die ordnungsgemässe
Durchführung der paritätischen Verwaltung zu gewährleisten (Art. 51
Abs. 2 BVG), wobei namentlich eine angemessene Vertretung der ver-
schiedenen Arbeitnehmerkategorien zu regeln ist (Bst. b). Die Versicherten
wählen ihre Vertreter unmittelbar oder durch Delegierte (Art. 51 Abs. 3
BVG).
3.3.2 Ein wesentlicher Teil des verwalteten Pensionskassenvermögens
dient der Erbringung der Rentenzahlung. Zudem sind für die Rentenbezü-
ger diverse Entscheide des obersten Führungsorgans der Vorsorgeeinrich-
tung von grossem Interesse bzw. sind sie durch dessen Beschlüsse be-
rührt. Dennoch besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Vertretung der Ren-
tenbezüger im obersten Organ: Art. 51 Abs. 1 BVG spricht von Arbeitneh-
mern und Arbeitgebern, während in Abs. 2 dieses Artikels der Begriff der
Versicherten als Summe von Arbeitnehmenden und Rentenbezügern ver-
wendet wird. Wenn Art. 51 Abs. 3 BVG sodann von Versicherten spricht,
sind damit nach dem Grundsatz der Arbeitnehmer-Mitbestimmung lediglich
die versicherten Arbeitnehmer gemeint (GÄCHTER/GECKELER HUNZIKER, in:
Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl. 2019,
Rz. 35 f. mit Hinweisen).
Eine Regelung nach Art. 51 Abs. 2 Bst. b BVG drängt sich in Unternehmen
mit verschiedenen Betriebsstätten oder mit Personalgruppen, die völlig un-
terschiedliche Aufgaben ausüben, auf (GÄCHTER/GECKELER HUNZIKER,
a.a.O., Art. 51 BVG, Rz. 22). Letztere Regelung schliesst demnach die
Rentenbezüger ebenso wenig mit ein. Das Anliegen, ein Mitbestimmungs-
recht der Rentenbezüger im obersten Organ einer Vorsorgeeinrichtung zu
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Seite 20
institutionalisieren, wurde bislang im Gesetzgebungsprozess abgelehnt
(GÄCHTER/GECKELER HUNZIKER, a.a.O., Art. 51 BVG, Rz. 40-42). Auch im
Rahmen von Art. 89a des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De-
zember 1907 (ZGB, SR 210) besteht nach dem klaren Wortlaut der Bestim-
mung kein Mitspracherecht für Rentenbezüger, ein solches kann ihnen
aber freiwillig eingeräumt werden (GÄCHTER/GECKELER HUNZIKER, a.a.O.,
Art. 51 BVG, Rz. 38). In diesem Sinn befürwortet die herrschende Lehre,
dass Rentenbezüger im Stiftungsrat vertreten sein können, wenn dies sta-
tutarisch oder reglementarisch vorgesehen ist, wobei diesfalls zu beachten
ist, dass deren Interessen denjenigen der Arbeitnehmenden entgegenste-
hen können. Eine allfällige Rentenbezügervertretung sollte daher nicht zu-
lasten der Arbeitnehmenden erfolgen, da ansonsten die zwingend vorge-
schriebene Parität als Schutzbestimmung für Letztere verletzt würde (vgl.
Urteil des BVGer A-7254/2017 vom 1. Juli 2020 E. 3.3.2 f. und 4.2.2; GÄCH-
TER/GECKELER HUNZIKER, a.a.O., Art. 51 BVG, Rz. 37 und 39 mit Hinwei-
sen).
3.3.3 Weder das aktuelle Vorsorgereglement der Beschwerdegegnerin
vom 1. Januar 2017 (Art. 47) noch seine Vorgängerversionen sehen vor,
dass der Stiftungsrat auch aus einer Rentnervertretung besteht oder eine
solche informell ohne Stimmrecht an den Sitzungen teilnehmen könnte.
Selbst wenn eigentlich zu befürworten wäre, dass alle betroffenen Akteure
in die Organisation der Beschwerdegegnerin eingebunden werden, ist der
vorinstanzliche Entscheid diesbezüglich nicht zu bemängeln: Der Stif-
tungsrat der Beschwerdegegnerin ist rechtskonform – insbesondere pari-
tätisch im Sinne von Art. 51 BVG – zusammengesetzt. Es besteht weder
eine gesetzliche noch eine reglementarische Grundlage zur Entsendung
einer Rentnervertretung, weshalb die Beschwerde auch diesbezüglich ab-
zuweisen ist.
3.4
3.4.1 Die Beschwerdeführenden beantragen weiter, dem Stiftungsrat sei
die Geschäftsführungskompetenz zu entziehen und er sei durch eine inte-
rimistische, neutrale Verwaltung aus Fachexperten zu ersetzen. Bei Miss-
achtung der Rechte der Rentenbezüger sei ihnen ein Klagerecht einzuräu-
men.
3.4.2 Die Aufsichtsbehörde kann bei Bedarf das oberste Organ der
Vorsorgeeinrichtung oder einzelne seiner Mitglieder ermahnen, verwarnen
oder abberufen sowie eine amtliche Verwaltung der Vorsorgeeinrichtung
A-3829/2019
Seite 21
anordnen (Art. 62a Abs. 2 Bst. f und g BVG). Die Vorinstanz erklärt zu
Recht, dabei habe sie sich an verwaltungsrechtliche Grundsätze zu halten,
insbesondere an das Prinzip der Verhältnismässigkeit. Die Absetzung des
(gesamten) obersten Organs, welche aufgrund der daraus resultierenden
Handlungsunfähigkeit der Vorsorgeeinrichtung regelmässig mit der
Einsetzung einer amtlichen Verwaltung einhergeht, stellt die eingreifendste
aufsichtsbehördliche Massnahme dar (vgl. zur Kaskade CHRISTINA RUGGLI
in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, a.a.O.,
Art. 62a BVG Rz. 6 mit Hinweisen). Mit der Vorinstanz ist einig zu gehen,
dass es in aufsichtsrechtlicher Hinsicht keine Hinweise auf Handlungen
des Stiftungsrats gibt, die das beantragte Vorgehen nahelegen würden; es
sind keinerlei Pflichtverletzungen ersichtlich, weshalb die Beschwerde
auch diesbezüglich abzuweisen ist.
Den Rentenbezügern steht im Übrigen bei Verletzung ihrer individuellen
Ansprüche bzw. zu deren Durchsetzung der Klageweg nach Art. 73 BVG
offen; im Rahmen aufsichtsrechtlicher Verfügungen und von Liquidations-
verfahren der Beschwerdeweg nach Art. 74 Abs. 1 BVG.
3.5 Zusammenfassend dringen die Beschwerdeführenden weder mit ih-
rem Antrag auf unbeschränkte Informationserteilung und Berichterstattung
sowie auf Mitteilung der Adressen der Rentenbezüger durch noch mit der
Forderung, betreffend Weitergabe der den Deckungsgrad von 130 % über-
steigenden «Liquidationsgewinne» / Überschüsse. Auch dem Begehren
auf Teilnahme eines von den Rentenbezügern bestimmten Rentnervertre-
ters an den Sitzungen des Stiftungsrates kann nicht stattgegeben werden.
Dasselbe gilt mit Bezug auf den verlangten Entzug der Geschäftsführungs-
kompetenz des Stiftungsrats der Beschwerdegegnerin unter Einsetzung ei-
ner interimistischen Verwaltung für die Pensionskassenführung und Ein-
räumung eines Klagerechts bei Missachtung der Rechte der Rentenbezü-
ger.
4.
4.1 Da es sich materiell auch um eine Streitigkeit zwischen den Beschwer-
deführenden und der Vorinstanz betreffend das Recht der versicherten
Person auf Information gemäss den Art. 65a BVG und Art. 86b Abs. 2 BVG
handelt und dieses Verfahren gemäss Art. 62 Abs. 1 Bst. e BVG für die
Versicherten in der Regel kostenlos ist und dies nach Art. 74 Abs. 2 BVG
auch für Beschwerdeverfahren gegen Verfügungen gestützt auf Art. 62
Abs. 1 Bst. e BVG gilt, sind im vorliegenden Verfahren keine Kosten zu
erheben.
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4.2 Den unterliegenden Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädi-
gung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Die Vorinstanz hat
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dasselbe gilt für
die Beschwerdegegnerin; das damalige Eidgenössische Versicherungsge-
richt und heutige Bundesgericht hat mit Urteil vom 3. April 2000 erwogen,
dass Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge grundsätzlich
keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben (BGE 126 V 143 E. 4).
Diese Praxis wird vom Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtspre-
chung auch im Rahmen von Aufsichtsstreitigkeiten analog angewendet
(vgl. statt vieler Urteil des BVGer A-3146/2018 vom 24. Januar 2019 E. 3.2
mit weiteren Hinweisen).