Decision ID: b1e1c500-67a9-42b7-bda6-73a387c2be3d
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, Walchestrasse 17, 8006 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1945 geborene K._ war als Facharbeiter bei der A._ tätig und dadurch bei
der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als am 26. September
2002 bei der Montage eines Pressenständers eine Zugstange zerriss und ihn am
Unterschenkel verletzte. Die zweitgradig offene proximale intraartikuläre
Tibiatrümmerfraktur rechts wurde noch gleichentags in der Chirurgischen Klinik des
Kantonalen Spitals Uznach operativ versorgt (Fixateur externe rechte Tibia) (Suva-act.
3). Die Entfernung des Fixateur externe erfolgte am 22. Januar 2003 (Suva-act. 16).
Vom 28. Januar bis 6. Februar 2004 erfolgte eine Hospitalisation in der Orthopädischen
Klinik des Kantonsspitals Liestal. Nach der Diagnose einer atrophen straffen
Pseudarthrose erfolgte ein weiterer operativer Eingriff. Am 29. Januar 2004 wurde eine
Spongiosaentnahme des dorsalen rechten Beckenkamms, eine Fibulaosteotomie, eine
Dekortikation und Spongiosaplastik sowie eine Osteosynthese mit 12 Loch LC DC
Platte durchgeführt (Suva-act. 47). Mit Verfügung vom 3. Januar 2005 wurde dem
Versicherten von der Suva mitgeteilt, dass er gemäss kreisärztlicher Untersuchung vom
17. November 2004 ab 1. Januar 2005 50% arbeitsfähig sei. Am 6. Juli 2005 erfolgte
eine kreisärztliche Untersuchung bei Dr. med. B._. Dieser teilte mit, dass der
Beschwerdeführer unter verschiedenen einzuhaltenden Voraussetzungen grundsätzlich
ganztags arbeitsfähig sei (Suva-act. 118). Ab 11. Juli 2005 arbeitete der Versicherte
vorerst vormittags im Rahmen eines Einsatzprogramms des RAV als
Maschineneinrichter in der Stiftung E._ (Suva-act. 115). Ab dem 10. Oktober 2005
wurde das Arbeitspensum auf sechs Stunden pro Tag erhöht. Eine weitere Steigerung
ab 21. November 2005 auf sieben Stunden konnte er aufgrund starker Schmerzen
jedoch nicht erbringen (Suva-act. 129).
A.b Mit Verfügung vom 20. Dezember 2005 eröffnete die Suva dem Versicherten, für
die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 26. September 2002 stehe ihm
ab 1. Januar 2006 eine Invalidenrente aufgrund eines IV-Grads von 30% und eine
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10% zu. Die gegen diese
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Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einsprache-Entscheid vom 20.
Dezember 2006 (Suva-act. 157) ab.
B.
B.a Dagegen richtet sich die von Rechtsanwalt Markus Bischoff, Zürich, im Namen des
Versicherten eingereichte Beschwerde vom 20. März 2007 mit den Anträgen, der
Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei zur Abklärung der genauen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine
Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 33% auszurichten; alles
unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird
im Wesentlichen ausgeführt, dass der ganztägige Arbeitsversuch in der Stiftung E._
gescheitert sei. Eine Ausdehnung der Arbeitszeit auf über sechs Stunden sei nicht
möglich gewesen, die Schmerzen seien jeweils bereits nach zwei Stunden aufgetreten.
Die Stiftung E._ habe dem Beschwerdeführer bescheinigt, dass er sehr gut
gearbeitet habe, weshalb davon auszugehen sei, dass er seine Möglichkeiten voll
ausgeschöpft habe. Das Anforderungsprofil des Kreisarztes erweise sich somit in der
Realität als falsch. Die genaue Belastung könne sich somit nicht aufgrund einer
theoretischen Schätzung eines Kreisarztes ergeben. Die Arbeitsfähigkeit müsse
vielmehr mit entsprechenden Tests eruiert werden (z.B. Institut AEH Zürich). Der
Sachverhalt sei deshalb als nicht erstellt zu betrachten, weshalb die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Die von der Beschwerdegegnerin
errechneten Validen- und Invalidenlöhne seien falsch. Die Rente sei erstmals am 1.
Januar 2006 zugesprochen worden, weshalb die aktuellen Werte von 2006 einzusetzen
seien. Gemäss telefonischer Auskunft der Leiterin HR der ehemaligen Arbeitgeberin
des Beschwerdeführers vom 19. März 2007, seien 2005 und 2006 sehr wohl generelle
Lohnerhöhungen gewährt worden. 2005 habe die Lohnerhöhung insgesamt 1,5%
betragen, wobei 1,0% individuell bis zum Lohn von Fr. 6'990.-- pro Monat für alle
zugesprochen worden sei. 2006 habe die individuelle Lohnerhöhung im Schnitt
wiederum 1,5% betragen, wobei für alle mindestens eine Erhöhung von Fr. 500.--
vorgesehen gewesen sei. Somit sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im
Durchschnitt für 2005 1,5% (Fr. 6'049.40) und für 2006 ebenfalls 1,5% (Fr. 6'140.--)
mehr Lohn erhalten hätte. Beim Invalidenlohn falle auf, dass beim DAP-Blatt der Firma
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C._ nur ein Arbeitsplatz zur Verfügung stehe, dieser aber mit einem minimalen
Jahreslohn von Fr. 50'588.-- und einem maximalen Jahreslohn von Fr. 57'425.--
angegeben sei. Dies mache keinen Sinn, denn wenn nur ein Arbeitsplatz vorhanden sei,
könne es nur denjenigen Lohn geben, welcher erzielt werde. Infolge dieser ungenauen
Angaben sei deshalb der untere Wert von Fr. 50'588.-- anzunehmen. Demgemäss
verringere sich der Durchschnittslohn der fünf DAP-Blätter auf Fr. 53'219.80 oder
gerundet Fr. 4'094.-- pro Monat. Der Validenlohn von Fr. 6'140.-- im Verhältnis zum
Invalidenlohn von Fr. 4'094.-- ergebe somit einen Invaliditätsgrad von 33,3%, gerundet
von 33%. Die Beschwerde sei zumindest in diesem Umfang gutzuheissen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einsprache-Entscheids vom 20.
Dezember 2006. Die schlüssige, vollständige und widerspruchsfreie Beurteilung von
Dr. B._ sei in Kenntnis der Akten und nach einer persönlichen Untersuchung erfolgt.
Die Arbeit in der Stiftung E._ entspreche der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung
und könne somit, objektiv betrachtet, vom Beschwerdeführer ausgeführt werden. Die
ausgewählten DAP-Arbeitsplätze würden den gestellten Anforderungen genügen, der
Beschwerdeführer vermöge die gesuchten Tätigkeiten auszuüben. Gemäss
telefonischer Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers vom 7.
Mai 2007 seien 2005 Lohnerhöhungen von insgesamt 1,5% der Lohnsumme – 1%
generell für Löhne bis Fr. 6'999.-- und 0,5% individuell – ausgerichtet worden. 2006
seien wiederum Lohnerhöhungen von insgesamt 1,5% der Jahreslohnsumme
ausgerichtet worden. Die gesamten 1,5% seien jedoch für individuelle Lohnerhöhungen
eingesetzt worden. Es habe Personen gegeben, die keine Lohnerhöhungen erhalten
hätten, während bei anderen wiederum 2% mehr Lohn ausgerichtet worden sei.
Zusätzlich zur gewährten Lohnerhöhung 2006 sei allen Mitarbeitern eine Prämie von Fr.
500.-- ausbezahlt worden. Die DAP-Löhne seien vom Jahr 2005, weshalb auch beim
Validenlohn auf das Jahr 2005 abgestellt werden könne. Zudem sei im Dezember 2005
noch nicht bekannt, wie sich der Lohn für 2006 entwickeln würde. Die Lohnentwicklung
für 2006 sei zum Beispiel erst gerade kürzlich mit 1,2% bekannt gegeben worden.
Somit müsste auch der Invalidenlohn um den Nominallohnindex 2006 erhöht werden,
wenn für den Validenlohn mit dem Einkommen 2006 gerechnet werden solle. Eine
Erhöhung des Validenlohns um Fr. 500.-- würde jedoch eine Erhöhung des
Invalidenlohns um 1,2% nicht wettmachen, im Gegenteil. Sodann mache es durchaus
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Sinn, auch bei nur einem vorhandenen Arbeitsplatz einen minimalen und einen
maximalen Lohn anzugeben. So könne es für einen Arbeitsplatz ein Lohnband geben,
in welchem jemand je nach Erfahrung, Alter oder Dauer der Zugehörigkeit zum Betrieb,
eingestellt und beschäftigt werde. Erst auf Anfrage des Beschwerdeführers habe die
ehemalige Arbeitgeberin erklärt, dass im Jahr 2005 eine generelle Lohnerhöhung von
1,0% gewährt worden sei. Dass der Beschwerdeführer an einer zusätzlichen
individuellen Lohnerhöhung partizipiert hätte, sei nicht bewiesen und aufgrund der
Aussagen der Arbeitgeberin zu den individuellen Lohnerhöhungen 2002 bis 2004
unwahrscheinlich. Korrigiert um die generelle Lohnerhöhung von 1,0% ergebe sich für
den Validenlohn 2005 ein Betrag von Fr. 78'254.80 (Fr. 77'480.-- + Fr. 774.80). Stelle
man den korrigierten Validenlohn dem Invalidenlohn gegenüber, resultiere eine
Lohneinbusse von 31.12%. Dies entspreche einer Differenz von 0.69% und rechtfertige
keine Erhöhung des Invaliditätsgrads. Die Invaliditätsbemessung sei eine Schätzung
und keine exakte Wissenschaft. Das Bestätigen des Einsprache-Entscheids mit einem
Invaliditätsgrad von 30% sei keine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung.
B.c Mit Replik vom 22. Juni 2007 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen vollumfänglich fest und führte zusätzlich aus, dass es zutreffe, dass
2005 eine generelle Lohnerhöhung von 1,0% und eine individuelle von 0,5% gewährt
worden sei. Im Jahr 2006 habe die Lohnerhöhung mindestens Fr. 500.-- und im Schnitt
individuell 1,5% betragen. Es stehe aber nichts im Wege, dass dem Beschwerdeführer,
wenn er vollkommen gesund gewesen wäre, die durchschnittliche Lohnerhöhung
gewährt worden wäre. Weshalb bei dem DAP-Blatt ein Maximal- und Minimallohn
vorliege, ergebe sich nicht aus den Akten. Die von der Beschwerdegegnerin geltend
gemachten Faktoren seien nicht bekannt, weshalb dieses Blatt nicht zu
Vergleichszwecken verwendet werden könne, respektive zu Gunsten des
Beschwerdeführers der minimale Lohn anzunehmen sei. Sodann solle gerade weil es
sich bei der Invaliditätsbemessung um eine Schätzung handle, vom errechneten Wert
nicht noch willkürlich hinzugefügt oder abgezogen werden. Dadurch werde der
geschätzte Wert noch unexakter. Die Beschwerdegegnerin sei deshalb darauf zu
behaften, dass sie selbst einen Invaliditätsgrad von 31,12%, gerundet 31%, errechnet
habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
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Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers genügend abgeklärt und der Invaliditätsbemessung die richtigen
Einkommenszahlen zu Grunde gelegt hat, mithin ob der Invaliditätsgrad mit 30% richtig
berechnet wurde. In der Verwaltungsverfügung festgelegte, aber aufgrund der
Beschwerdebegehren nicht mehr streitige Fragen prüft das Gericht nur, wenn die nicht
beanstandeten Punkte in engem Sachzusammenhang mit dem Streitgegenstand
stehen. Die Festlegung und Höhe der Integritätsentschädigung blieb in der
Beschwerde vom 20. März 2007 unangefochten, weshalb sie nicht Streitgegenstand
des vorliegenden Verfahrens bildet (vgl. BGE 125 V 413).
2.
2.1 Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10% invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt nach Art. 8
Abs. 1 ATSG, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner
Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei sind die Verhältnisse
im Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns massgebend; Validen- und
Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln und allfällige
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einsprache-
Entscheids zu berücksichtigen (BGE 129 V 222, 128 V 174).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im
Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
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Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die
versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134, 114 V 314).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis).
3.
3.1 Nach einer am 17. November 2004 (Suva-act. 72) durchgeführten kreisärztlichen
Untersuchung teilte Dr. med. D._ am 26. November 2004 mit (Suva-act. 77), dass der
Beschwerdeführer im angestammten Beruf ab 1. Januar 2005 wieder zu 50%
arbeitsfähig sei. Er könne dann wechselbelastend unter Vermeidung ungünstiger
Körperpositionen vollschichtig eingesetzt werden, wobei er für das Manipulieren
schwerer Gewichte auf die Verwendung von Kranen angewiesen sei. Auf dem freien
Arbeitsmarkt sei ab 1. Januar 2005 bei einer geeigneten und behinderungsgerechten
Tätigkeit eine mindestens 75%ige Leistung zumutbar. Dr. med. D._, Orthopädische
Klinik, Kantonsspital Liestal, führte im Bericht vom 16. März 2005 (Suva-act. 101) u.a.
aus, dass die aktuellen Beschwerden mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine massive
Insuffizienz der Kreuzbandplastik, welche in den 80er-Jahren durchgeführt worden sei,
zurückzuführen seien. Am 25. Mai 2005 teilte Dr. D._ mit, dass ab Juli 2005 keine
Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe (Suva-act. 113). In den Berichten vom 8. Juli und 15.
August 2005 (Suva-act. 118) hielt Dr. B._ nach einer kreisärztlichen Untersuchung
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vom 6. Juli 2005 fest, dass die Pseudarthrose innert nützlicher Frist zur Ausheilung
hätte gebracht werden können. Es würden nun aber Restbeschwerden im
Zusammenhang mit einer früheren Knieverletzung, verursacht durch eine Instabilität in
der Sagittalebene mit möglicherweise auch beginnenden arthrotischen
Kniegelenksveränderungen, bestehen. Unter den gegebenen Umständen könne die
Behandlung mit der nächsten Kontrolle voraussichtlich auf Zusehen hin einmal
abgeschlossen werden; der erreichte Zustand sei nicht mehr besserungsfähig. Der
Beschwerdeführer sei mit den aktuellen klinischen Befunden grundsätzlich ganztags
arbeitsfähig, allerdings nur für eine wechselbelastende Tätigkeit, bei welcher das rechte
Bein durch sitzende Beschäftigung entlastet werden könne, im Rahmen von etwa 50%
der Gesamtarbeitszeit über den Tag verteilt. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten, bei
welchen ungünstige Körperstellungen wie die Hockestellung und kniende Stellung,
wiederholt eingenommen werden müssten. Für das Heben und Herumtragen von
Gewichten sei eine obere Limite von 10 bis 15 kg zu beachten. Tätigkeiten auf Leitern
seien ungünstig, und an sturzgefährdeten Orten sollte der Beschwerdeführer wegen
der hin und wieder auftretenden Instabilitätsbeschwerden nicht mehr beschäftigt
werden. Ein zeitlich und leistungsmässig voller Arbeitseinsatz sei nur denkbar, wenn
allen diesen Beeinträchtigungen ausnahmslos Rechnung getragen werden könne.
3.2 Die umfassende Beurteilung von Dr. B._ erfolgte nach eingehender
Untersuchung, in Kenntnis der Vorakten und unter Berücksichtigung der geklagten
Beschwerden. Die medizinischen Zusammenhänge und die Schlussfolgerungen sind
einleuchtend und hinreichend begründet. Auf die Beurteilung von Dr. B._ kann somit
abgestellt werden. Sodann ist den medizinischen Akten zu entnehmen, dass Dr. D._
bereits ab Juli 2005 von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist. Dem
Beschwerdeführer war somit spätestens ab Rentenbeginn vom 1. Januar 2006 eine
adaptierte Tätigkeit in einem vollen Arbeitspensum zumutbar. Das Scheitern des
Arbeitsversuchs in der Stiftung E._ für einen Arbeitseinsatz von sieben Stunden ist
dementsprechend objektiv betrachtet nicht mehr mit bestehenden Unfallfolgen zu
erklären, zumal dieser Arbeitsplatz die ärztlich definierten Zumutbarkeitskriterien
vollständig erfüllte (Suva-act. 124).
3.3 Der Beschwerdeführer beantragte, die Sache sei zur Abklärung der genauen
Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da nicht anzunehmen ist,
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dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten
Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr.
62.211).
4.
4.1 Es ist zwischen den Parteien unbestritten geblieben, dass bei der ehemaligen
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers im Jahr 2005 eine generelle Lohnerhöhung von
1,0% und eine individuelle von 0,5% sowie für das Jahr 2006 eine generelle Erhöhung
von mindestens Fr. 500.-- und im Durchschnitt eine individuelle von 1,5% gewährt
wurde. Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist davon
auszugehen, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und
persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte (RKUV 1992 Nr. U 168 S. 100 E. 3b;
RKUV 2000 Nr. U 400 S. 381 E. 2a). Mit Schreiben vom 29. November 2004 (Suva-act.
132) teilte die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mit, dass per 30. Juni
2003 mehrere Arbeitsplätze abgebaut worden seien, wobei der Beschwerdeführer ohne
Unfall die Firma auch hätte verlassen müssen. Der Lohn hätte sich ohne Unfall und
ohne Stellenabbau nicht verändert, da in den Jahren 2002 bis 2004 individuelle
Lohnanpassungen gewährt worden seien. Der Lohn des Beschwerdeführers sei relativ
hoch, so dass er keine Anpassung bekommen hätte. Darüber, wie der
Beschwerdeführer von den Lohnerhöhungen im Jahr 2005 und 2006 profitiert hätte,
liegen keine konkreten Angaben vor. Dass er mehr als die generellen Lohnerhöhungen
bekommen hätte, ist auf jeden Fall nicht nachgewiesen und es sind den Akten auch
keine Anhaltspunkte, die dafür sprechen würden, zu entnehmen. Der
Beschwerdeführer hätte somit im Jahr 2005 und 2006 lediglich von den generellen
Lohnerhöhung von 1,0% und Fr. 500.-- profitiert. Bei einem unbestrittenen
Ausgangslohn von Fr. 5'960.-- pro Monat, beträgt somit der Validenlohn für das Jahr
2006 - unter Berücksichtigung der generellen Lohnerhöhungen im Jahr 2005 und 2006
- Fr. 78'754.80.
4.2 Der Beschwerdeführer beanstandet beim DAP-Arbeitsplatz der Firma C._, dass
für nur einen zu vergebenden Arbeitsplatz ein Minimal- und Maximallohn aufgeführt ist.
Unter diesem Umstand sei zu Gunsten des Beschwerdeführers vom Minimallohn - und
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nicht vom Durchschnittslohn - auszugehen. Die Beschwerdegegnerin führte dazu aus,
dass die Lohnunterschiede auf die Faktoren des Alters, der Ausbildung oder der
Erfahrung zurückzuführen seien. Die Begründung der Beschwerdegegnerin, wonach
ein Lohnband mit einem Mindest- und Höchstlohn auf verschiedene subjektive
Kriterien Rücksicht nehme, ist nachvollziehbar und grundsätzlich richtig. Allerdings ist
es im vorliegenden Fall nicht möglich, den Beschwerdeführer innerhalb dieses
Lohnbands einzustufen. Im Vergleich dazu, ist den anderen vier Arbeitsplätzen ein
konkreter Lohn zu entnehmen. Der DAP-Arbeitsplatz der Firma C._ kann somit nicht
für die Berechnung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden. Im Hinblick auf
die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten
Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung mindestens fünf
DAP-Blätter vorzulegen. Nachdem somit lediglich vier Arbeitsplätze für die Berechnung
des Invalideneinkommens vorliegen, ist bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
nicht auf den DAP-Lohnvergleich abzustellen, sondern es ist ein Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28.
August 2003 i/S C. [U 35/00] Erw. 4.2.2). Somit ist das zumutbare Invalideneinkommen
anhand der LSE des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1
(Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Zugrunde zu
legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2006. Der
Beschwerdeführer wäre in der Lage seine Restarbeitsfähigkeit in sämtlichen Branchen
zu verwerten, weshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen auszugehen
ist. Aus der LSE 2006 TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein Monatssalär von Fr. 4'732.--
ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 56'784.-- basiert auf 40
Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2006, d.h.
auf 41.7 Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 59'197.30 ergibt. Nach
der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn im
Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein Versicherter, der gesundheitsbedingt
lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, seine Restarbeitsfähigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche und berufliche Merkmale
(Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Unter Berücksichtigung
der gesundheitlich bedingten Einschränkungen, des Alters und der Nationalität des
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Beschwerdeführers erscheint ein Leidensabzug von 15% als angemessen, wodurch
sich ein Invalideneinkommen von Fr. 50'317.70 ergibt.
4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 78'754.80 und einem Invalideneinkommen
von Fr. 50'317.70 ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 36,1%. Gemäss Rechtsprechung
ist eine Rundung nach den anerkannten Regeln der Mathematik auf die nächste ganze
Prozentzahl vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 121 Erw. 3.2), wodurch sich ein
Invaliditätsgrad von 36% ergibt.
5.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Aufhebung des
angefochtenen Einsprache-Entscheids - soweit die Invalidenrente betreffend - in dem
Sinn gutzuheissen, dass dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2006 eine Invalidenrente
aufgrund eines Invaliditätsgrads von 36% ausgerichtet wird. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es
rechtfertigt sich, diese mit Rücksicht auf die Bedeutung der Streitsache und die
Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG