Decision ID: 2e4d291b-3f5c-4b0e-a763-31bc883044d8
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit 17. März 2008 bei der B._ SA als Raumpflegerin angestellt und
dadurch bei der Swica Versicherungen AG gegen die Folgen von Unfällen versichert,
als sie am 17. Januar 2012 von einem Auto angefahren wurde und sich eine
Tibiaplateaufraktur links zuzog (UV-act. 1 und 11). Die Swica anerkannte ihre
Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungskosten
und Taggeld; UV-act. 7).
A.b Die Versicherte war vom 17. Januar bis 4. Februar 2012 in der Klinik für
Othopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert. Es wurde eine Spaltung der Tibialis
anterior Loge im Unterschenkel links durchgeführt und, nach Wundrevision und -
verschluss, die Tibiaplateaufraktur links osteosynthetisch versorgt unter intravenöser
Antibiose. Im Austrittsbericht vom 9. Februar 2012 wurde ein
Unterschenkelkompartment bei Tibiaplateaufraktur links Typ Schatzker II und ein
Subcutanhämatom anterolateral proximale Tibia links diagnostiziert (UV-act. 11). Vom
13. bis 25. Mai 2012 war die Versicherte erneut im KSSG hospitalisiert, wo eine
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Osteosynthesematerialentfernung proximale Tibia links sowie eine Knietotalprothese
links mit lateralem Subvastus-Zugang und eine Tuberositasosteotomie durchgeführt
wurden. Im Austrittsbericht des KSSG vom 29. Mai 2012 wurde eine Gonarthrose links
diagnostiziert (UV-act. 40).
A.c Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin FMH, stellte im Bericht vom 26. Juni
2012 die Diagnose eines Unterschenkelkompartments bei Tibiaplateaufraktur links und
eine vorbestehende bekannte moderate Gonarthrose links. Es wurde eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine neue Beurteilung acht Wochen nach der
Einsetzung der Totalprothese (14. Mai 2012) in Aussicht gestellt (UV-act. 41). Auch die
Ärzte des KSSG hielten im Schreiben vom 2. Juli 2012 fest, dass eine Neubeurteilung
der Arbeitsfähigkeit acht Wochen postoperativ stattfinden werde (UV-act. 43). Im
Bericht des KSSG vom 19. Juli 2012 wurde ein protrahierter Verlauf festgehalten.
Klinisch und radiologisch könne keine Ursache dafür festgelegt werden. Ein
Infektverdacht habe mittels Punktion provisorisch ausgeschlossen werden können (UV-
act. 51).
A.d Im Bericht der Klinik D._ vom 4. September 2012 wurde das Bestehen eines
mittelgradig depressiven Zustandsbildes im Rahmen einer Anpassungsstörung nach
Autounfall mit chronifiziertem Schmerzsyndrom und einem daraus resultierenden
psychophysischen Erschöpfungssyndrom festgehalten (UV-act. 65).
A.e Im Bericht des KSSG vom 17. September 2012 wurde der Verlauf vier Monate
postoperativ als gut mit noch leichter Restschmerzhaftigkeit beurteilt (UV-act. 72).
A.f Die Versicherte wurde im Auftrag der Swica am 20. September 2012 von Dr. med.
E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, untersucht. Im Bericht vom 24.
September 2012 diagnostizierte dieser eine schmerzhafte Arthroplastik Kniegelenk
links bei Status nach Verkehrsunfall mit lateraler Tibiaplateaufraktur bei vorbestehender
medial betonter Varus Gonarthrose links, einen Status nach Logenspaltung
Unterschenkel links, einen Status nach Osteosynthese lateraler Tibiaplateaufraktur
links, einen Status nach Knieprothese links, Adipositas, eine Coxarthrose links, eine
Gonarthrose rechts und eine posttraumatische Verarbeitungsstörung. Der Unfall vom
17. Januar 2012 sei nicht die einzige Ursache für die festgestellte gesundheitliche
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Störung, aber eine Mitursache. Es sei davon auszugehen, dass früher oder später mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit die Gesundheitsstörung auch ohne den Unfall zur
Geltung gekommen wäre (UV-act. 75).
A.g Im Bericht des Departements Interdisziplinäre medizinische Dienste,
Muskelzentrum ALS Clinic des KSSG vom 21. September 2012 wurde eine Läsion des
nervus peroneus links mit Kribbelparesthesien wahrscheinlich im Rahmen eines
Autounfalls mit Tibiaplateaufraktur links, ein dringender Verdacht auf eine Meralgie
paraesthetica und ein dringender Verdacht auf eine somatoforme
Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert (UV-act. 96).
A.h Im Schreiben vom 26. Oktober 2012 teilte Dr. med. F._, Facharzt für Innere
Medizin und Rheumatologie FMH, Rheumatologie G._ mit, dass die Versicherte am
26. April 2011 wegen einer aktivierten Varusgonarthrose links bei ihm in Abklärung
gewesen sei. Sie habe über starke Knieschmerzen links seit zwei Monaten ohne
vorangegangenes Trauma, vorübergehend verbunden mit einer Schwellung beim
Schmerzbeginn, geklagt. Vorgängig habe sie leichtere Knieschmerzen im rechten
Kniegelenk gehabt, welche aber zurückgegangen seien. Im linken Knie habe sie über
Dauerschmerzen, verstärkt beim Gehen, besonders beim Treppabgehen, gelegentlich
auch Nachtschmerzen berichtet (UV-act. 87).
A.i Im Bericht der Klinik D._ vom 6. November 2012 wurde aus psychiatrischer Sicht
eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt festgehalten (UV-act. 92).
A.j Im Auftrag der Swica wurde die Versicherte am 26. März 2013 orthopädisch durch
Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, und am 27. März 2013
psychiatrisch durch Dr. med. I._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachtet. Im Gutachten vom 26. April 2013 diagnostizierte Dr. H._ einen
Restschmerz nach Knie-Totalprothese links wegen medialer Gonarthrose, einen Status
nach Osteosynthese einer lateralen Tibiaplateaufraktur links und einen Status nach
Logenspaltung Unterschenkel links sowie eine mediale Gonarthrose rechts. Für die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Reinigung liege eine volle Arbeitsunfähigkeit vor. Eine
vorwiegend sitzende Tätigkeit könne mit einer zeitlichen Einschränkung von 30%
ausgeübt werden, dies bedingt durch vermehrte Pausen, Positionswechsel und
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verlangsamtes Arbeitstempo. Aus psychiatrischer Sicht wurde keine Diagnose mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden
eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung anderer Gefühle (Angst, Traurigkeit)
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
diagnostiziert. Im Fragenkatalog gaben die Gutachter bei der Arbeitsfähigkeit
schliesslich an, dass aufgrund des rein unfallbedingten Zustandes Knien, Kauern und
ausschliesslich stehendes Arbeiten mit ziemlicher Sicherheit nur noch im Umfang von
50% bei voller Leistung, vorzugsweise in zwei Blöcken mit einer genügend langen
Pause, möglich sei (UV-act. 136 und act. G 11.1).
A.k Im Rahmen der Leistungskoordination bei Versicherten mit mehreren Arbeitgebern
nach einem Nichtberufsunfall informierte die Swica die Suva mit Schreiben vom 3. Juni
2013, dass ein Invaliditätsgrad von 41% und eine Integritätsentschädigung von 30%
ermittelt worden sei (UV-act. 142). Mit Schreiben vom 5. Juli 2013 führte die Suva aus,
dass sie mit der Berechnung des Invalideneinkommens nicht einverstanden sei, da die
Annahme einer Leistung von noch 50% nicht genügend begründet sei (UV-act. 145).
Die Swica unterbreitete Dr. H._ in der Folge einige Zusatzfragen zum Gutachten,
welche dieser mit Schreiben vom 22. September 2013 beantwortete. Dabei führte er
unter anderem aus, dass ihm ein Fehler unterlaufen sei und der zeitliche Umfang für die
Pausen und Positionswechsel 30% und nicht 50% betrage (UV-act. 155).
A.l Daraufhin ermittelte die Swica einen Invaliditätsgrad von 0% und eine
Integritätsentschädigung von 10% (UV-act. 158). Dies wurde von der Suva nicht
beanstandet (UV-act. 160).
A.m Dem von Dr. C._ eingereichten Gesuch vom 28. Oktober 2013 um Zuweisung
zur stationären Rehabilitation in der Klinik Valens (UV-act. 161) wurde von der Swica
mit Schreiben vom 1. November 2013 nicht entsprochen, da der Endzustand erreicht
sei und die Versicherte keinen Anspruch auf Heilbehandlung mehr habe (UV-act. 162).
A.n Mit Schreiben vom 1. November 2013 teilte die Swica der Versicherten mit, dass
vorgesehen sei, die Taggeldleistungen und Heilungskosten per 27. März 2013
einzustellen, dass die Adäquanz für die psychischen Beschwerden ab diesem Datum
nicht mehr gegeben sei, dass kein Rentenanspruch resultiere und die
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Integritätsentschädigung Fr. 12‘600.-- betrage. Der Versicherten wurde die Möglichkeit
gegeben, Einwendungen zu diesem vorgesehenen Entscheid vorzubringen (UV-act.
163).
A.o Mit Schreiben vom 25. November 2013 nahm die Versicherte dazu Stellung. Die
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung seien noch nicht
abgeschlossen, das entsprechende Verfahren sei vor dem Versicherungsgericht noch
hängig. Weiter erstaune, dass noch nie ein Rehabilitationsaufenthalt gewährt worden
sei, obwohl ein solcher grosse Aussicht auf Erfolg hätte. Sie sei auch nie zu einem
Berufswechsel aufgefordert worden, weshalb ihr die gutachterlich festgelegte 70%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht entgegengehalten werden könne.
Solange der Fall nicht abgeschlossen werden könne, sei deshalb weiterhin das volle
Taggeld geschuldet. Bezüglich der Adäquanz der psychischen Beschwerden hätten
vor dem Unfall offensichtlich keine psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen
bestanden und die seither bestehende psychische Störung sei allein auf den Unfall und
die schwierige erfolglose Heilbehandlung zurückzuführen. Da gemäss Dr. I._ die
psychischen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, erübrige sich
eine differenzierte Stellungnahme. Bei der Rentenberechnung sei zu berücksichtigen,
dass die Versicherte vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens aus unfreiwilligen
Stücken einen unterdurchschnittlichen Verdienst erzielt habe. Deshalb sei für das
Validen- und Invalideneinkommen vom selben Wert auszugehen. Zudem sei ein
Tabellenlohnabzug von 25% gerechtfertigt, womit sie grundsätzlich Anspruch auf eine
Invalidenrente habe. Da der Vorzustand erst nach dem Unfall dekompensiert habe, sei
von einer Integritätsentschädigung von 30% auszugehen (UV-act. 170).
A.p Mit Verfügung vom 27. Februar 2014 stellte die Swica die Taggeldleistungen und
Heilbehandlungskosten infolge Erreichens des Endzustandes bezüglich der
Unterschenkelfraktur per 27. März 2013 ein. Für die psychischen Beschwerden sei
spätestens ab 26. März 2013 die Adäquanz nicht mehr gegeben. Es resultiere kein
Rentenanspruch. Die Integritätsentschädigung betrage Fr. 12‘600.--. Dabei stützte sich
die Swica im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. H._ und Dr. I._. Aus rein
objektivierbarer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten. Der
Integritätsschaden sämtlicher unfallbedingter Verletzungen betrage 10% aufgrund der
Knietotalprothese links ohne Berücksichtigung des Vorzustandes (UV-act. 176).
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A.q Mit Schreiben vom 4. März 2014 erhob der Versicherte Einsprache gegen diese
Verfügung und beantragte deren Aufhebung, soweit sie eine weitergehende
Leistungspflicht der Unfallversicherung verneine. Weiter beantragte sie die Erteilung
einer Kostengutsprache für eine stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens oder einer
vergleichbaren Institution, die weitere Ausrichtung des Taggeldes in voller Höhe und
eventualiter die Ausrichtung einer Rente von 38% des versicherten Lohnes und einer
Integritätsentschädigung von Fr. 37‘800.--. Die medizinische Behandlung sei noch
nicht abgeschlossen, und es sei fest mit einer namhaften Besserung der Beschwerden
zu rechnen. Auch die IV-Eingliederungsmassnahmen seien noch nicht abgeschlossen.
Zudem werde die IV-Stelle die Versicherte in nächster Zeit polydisziplinär begutachten
lassen. Die Gutachten von Dr. H._ und Dr. I._ würden die Wiedererlangung der
vollen Arbeitsfähigkeit nicht bestätigen. Die Aussagen von Dr. H._ seien
widersprüchlich und unklar. Es dränge sich auf, die durch die IV-Stelle in Auftrag
gegebene umfassende Begutachtung abzuwarten. Der von Dr. H._ ermittelte
Integritätsschaden von 10% sei zu tief (UV-act. 178).
A.r Die IV-Stelle beauftragte das BEGAZ Begutachtungszentrum BL mit einer
polydisziplinären (allgemeinmedizinischen, orthopädischen, rheumatologischen und
psychiatrischen) Begutachtung mit folgenden Gutachtern: Dr. med. J._, FMH für
Allgemeinmedizin; Dr. med. K._, Facharzt für orthopädische Chirurgie; Dr. med.
L._, FMH für Rheumatologie; Dr. med. M._, FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie. Die Swica richtete einen Katalog von Zusatzfragen an das BEGAZ
(UV-act. 177 und 187).
A.s Im polydisziplinären Gutachten der BEGAZ vom 26. Juni 2014 wurde ein
chronisches Schmerzsyndrom am linken Knie mit funktioneller Bewegungs- und
Belastungseinschränkung (nur teilweise organisch begründbar) bei variablen
Bewegungsausmassen und fehlender Muskelatrophie trotz Schonhinken, Status nach
Kompartimentspaltung Unterschenkel links (Tibialis anterior-Loge und Peroneusloge)
am 18.01.2012 bei Unterschenkelkompartement-Syndrom infolge Tibiaplateau-Fraktur
am 17.01.2012, Status nach Reposition, Auffüllen mit Knochenersatzmaterial und
Plattenosteosynthese proximale Tibia links am 23.01.2012, Status nach Implantation
einer Knietotalprothese links am 14.05.2012 nach Entfernung des
Osteosynthesematerials bei Gonarthrose, weiter eine Varusgonarthrose rechts, ein
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Status nach Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen
Gefühlen, gegenwärtig remittiert, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren mit Selbstlimitierung und Eingehen von ungünstigen
Copingstrategien mit deutlichen Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung mit
pseudoneurologischen Ausfällen und variablen Funktionsstörungen, keinem
rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend, eine muskuläre Dysbalance am
Schultergürtel beidseits (Trapezius), unspezifische Kreuzschmerzen,
differentialdiagnostisch im Rahmen der Schmerzfehlverarbeitung bei 5/5 positiven
Waddell-non-organig-signs, ein Status nach Kontusion der LWS und des Sacrums am
03.12.2010 bei Treppensturz mit Spondylarthrosen distal-lumbal mit geringgradiger
degenerativer Olisthesis LWK4/5 sowie Chondrosen LWK4 bis S1 und diskreter
rechtskonvexer Skoliose (LWS-Röntgen vom 07.12.2010), Spreizfüsse (beginnender
Hallux valgus links) und eine Adipositas per magna diagnostiziert. Die Gutachter kamen
zum Schluss, dass die Versicherte konstant mittelschwere nicht adaptierte und
schwere körperliche Tätigkeiten seit dem Unfall nicht mehr ausüben könne. Leichte bis
intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkeiten, welche vorwiegend im Sitzen und
ohne Anwendung der Gehstützen durchgeführt werden könnten, seien der Versicherten
vollschichtig möglich mit einer Einschränkung von 10%, dies ab ca. November 2012.
Der Unfall sei nicht die einzige Ursache, aber eine Mitursache der festgestellten
gesundheitlichen Störungen (UV-act. 189).
A.t Im Rahmen der Leistungskoordination schlug die Swica der Suva vor, den
Einspracheentscheid analog der Verfügung zu erlassen, mit der Ausnahme der
Integritätsentschädigung, für welche neu 20% gewährt würden (UV-act. 192). Die Suva
führte diesbezüglich aus, dass dem BEGAZ Gutachten aufgrund von Widersprüchen
der Beweiswert abzusprechen und auf die Expertise von Dr. H._ abzustellen sei.
Letztendlich sei dies nur hinsichtlich der Integritätsentschädigung von Bedeutung. Der
Anspruch auf eine Rente und der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall und den psychischen Beschwerden sei in jedem Fall abzulehnen (UV-act. 193).
A.u Mit Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 wies die Swica die Einsprache ab und
entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Gestützt auf die
Gutachten von Dr. I._ und Dr. M._ sei die Versicherte aus psychiatrischer Sicht
uneingeschränkt arbeitsfähig. In somatischer Hinsicht könne auf die Gutachten von Dr.
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E._, Dr. H._, Dr. K._ und Dr. L._ abgestellt werden. Eine Unfallkausalität werde
von Dr. E._ und Dr. H._ verneint. Es sei unfallbedingt von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen, weshalb der Endzustand erreicht sei. Da bezüglich der
unfallbedingten Schädigung von einer weiteren Behandlung keine Besserung erwartet
werden könne und das Schmerzsyndrom nur teilweise organisch begründbar sei,
bestehe aus der obligatorischen Unfallversicherung keine Leistungspflicht für eine
stationäre Rehabilitation. Für die Weiterausrichtung des Taggelds bestehe kein Anlass.
Es würde auch die Rechtsgrundlage für eine Integritätsentschädigung dahinfallen. Es
liege im Ermessen des Gerichts in einem allfälligen Verfahren eine reformatio in peius
anzudrohen (UV-act.197).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
25. August 2015. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, der Einspracheentscheid sei insoweit aufzuheben, als dass ihr
keine Invalidenrente zugesprochen worden sei. Ihr sei eine Invalidenrente von
mindestens 47.5% des versicherten Lohnes auszurichten, eventualiter sei ein
gerichtliches Obergutachten einzuholen. Bezüglich Taggeldleistungen, Heilungskosten
und Integritätsentschädigung werde der Einspracheentscheid nicht angefochten. Das
BEGAZ-Gutachten sei ihr nicht zur Stellungnahme zugestellt worden, womit das
rechtliche Gehör verletzt worden sei. Der natürliche Kausalzusammenhang sei
gegeben, da bei allen Gutachtern Einigkeit herrsche, dass weder der status quo ante
noch der status quo sine je erreicht werden könne, womit durch den Unfall eine
richtungsgebende Verschlimmerung eingetreten sei. Da die Schmerzen am linken Knie
zumindest teilweise begründbar seien, müsse bezüglich der psychischen Unfallfolgen
auch die adäquate Kausalität bejaht werden. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des
BEGAZ-Gutachtens könne nicht abgestellt werden, deshalb sei auf die Einschätzung
von Dr. H._ abzustellen. Es sei beim Invaliden- und beim Valideneinkommen vom
selben Wert sowie von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 70%
auszugehen und ein Tabellenlohnabzug von 25% vorzunehmen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund der medizinischen
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Unterlagen sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt
arbeitsfähig. Da die Kniegelenkstotalendoprothese links und die Gonarthrose rechts
laut Dr. E._ und Dr. H._ nicht unfallbedingt seien, fehle es vorliegend an der
Kausalität zwischen dem Unfall und der Leistungseinschränkung (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 1. Dezember 2015 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihrer Beschwerde fest (act. G 11). Mit der Replik reichte sie das psychiatrische
Teilgutachten von Dr. I._ vom 20. April 2013 mit dem beantworteten Fragekatalog
vom 2. Mai 2013 ein (act. G 11.1 f.). Mit Duplik vom 9. Dezember 2015 stellt die
Beschwerdegegnerin fest, es gehe aus dem eingereichten Teilgutachten von Dr. I._
hervor, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe (act. G 13).

Erwägungen
1.
1.1 Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der
Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 (UV-act. 197), dem die Verfügung vom 27.
Februar 2014 (UV-act. 176) zugrunde liegt. Darin wurde über die Einstellung von
Taggeldleistungen und Heilungskosten, den Rentenanspruch und die
Integritätsentschädigung befunden. Die Beschwerde richtet sich vorliegend einzig
gegen den nicht gewährten Rentenanspruch, weshalb die Fragen der Einstellung von
Taggeldleistungen und Heilungskosten sowie der Integritätsentschädigung nicht zum
Streitgegenstand gehören. Diesbezüglich ist der angefochtene Einspracheentscheid
bzw. die zugrunde liegende Verfügung in Rechtskraft erwachsen.
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
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bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
1.3 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz
als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich
ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 117 V 365 mit
Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
1.4 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so
entfällt diese erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate
Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMOR-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N 58). Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang
überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die
Beweislast für einen behaupteten Wegfall der Kausalität die Unfallversicherung (RKUV
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1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008,
E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.). Dieser muss jedoch nicht den Beweis
für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom
Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden
mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des EVG
vom 31. August 2001, U 285/00, E. 5a). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen
eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen
sind. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall
verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand
entfällt erst, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl.
zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2007, U 290/06). Von einer richtunggebenden
Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits
feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht
werden können (Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1 mit
Hinweisen; RUMO-JUNOG/HOLZER, a.a.O., S. 54).
1.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 52
ff. zu Art. 43). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
2.1 Gemäss Bericht vom 24. September 2012 von Dr. E._ kann ein Status quo ante
beim vorliegenden Verletzungsmuster einer lateralen Tibiafraktur bei medialer
Gonarthrose nie erreicht werden. Es könne zwar davon ausgegangen werden, dass es
bei der Kombination körperlich anstrengender Beruf, Adipositas und medialer
Gonarthrose im Lauf der nächsten 12 bis 24 Monate zu einer Dekompensation
gekommen wäre und es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne den Unfall
zu dieser Gesundheitsstörung gekommen wäre. Dr. E._ verneinte aber die Frage, ob
durch den Unfall eine richtunggebende oder dauernde Verschlimmerung einer
vorbestehenden Gesundheitsschädigung stattgefunden habe mit der Begründung,
dass es sich um eine laterale Fraktur gehandelt, die Dekompensation aber medial
stattgefunden habe (UV-act. 75, S. 5). Bei der Beurteilung des Integritätsschadens
führte Dr. E._ hingegen aus, dass eine laterale Tibiaplateaufraktur immer zu einer
Gonarthrose führe, welche in der Regel früher oder später mit einer Arthroplastik
versorgt werden müsse, welche aber häufig einen schlechten Erfolg bringe (UV-act. 75,
S. 8).
2.2 Auch Dr. H._ kommt zum Schluss, dass der Status quo ante nicht mehr erreicht
werden könne, da die durch den Unfall verursachte Verschlimmerung durch die
Knietotalprothese abschliessend mitbehandelt worden sei. Weiter führt er aus, dass
mittelfristig eine Behandlung der vorbestehenden Kniebeschwerden nötig geworden
wäre. Ob sie ebenfalls in Form einer Knietotalprothese erforderlich gewesen wäre,
könne nicht gesagt werden. Der Status quo sine könne nach der Prothese nicht
erreicht werden. Klinisch sei der Vorzustand zwar symptomfrei geblieben mit
Ausnahme der Behandlung ein Jahr vor dem Unfall. Es habe aber kurz nach dem Unfall
eine Verschlimmerung stattgefunden, obwohl der Unfall die Aussenseite des Knies und
nicht die vorgeschädigte Innenseite betroffen habe. Die Verschlimmerung sei dauernd
gewesen und habe eine Knieprothese erfordert. Der Unfallanteil der dauernden
richtunggebenden Verschlimmerung wurde mit 30% beziffert (UV-act. 136, S. 8 f.).
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2.3 Auch die BEGAZ-Gutachter kommen zum Schluss, dass ein Status quo ante nicht
mehr erreicht werden könne. Weiter könne nicht beurteilt werden, ob auch ohne das
Unfallereignis der weitere Verlauf derart gewesen wäre, dass schliesslich eine
Knietotalprothese hätte eingesetzt werden müssen. Insofern könne nicht zuverlässig
gesagt werden, wann bzw. ob ein Status quo sine erreicht worden sei. Dr. L._ führte
weiter aus, es könne höchstens möglicherweise von einer richtunggebenden oder
dauernden Verschlimmerung der vorbestehenden Gesundheitsschädigung durch den
Unfall ausgegangen werden, da degenerative Gelenksveränderungen per se
progredient verlaufen könnten. Dr. K._ kam dagegen zum Schluss, es könne weder
von einer richtunggebenden noch von einer dauernden Verschlimmerung durch den
Unfall ausgegangen werden, da die Verletzung im lateralen Anteil des linken
Kniegelenks stattgefunden habe und die Verschlimmerung sich im medialen Anteil des
Knies entwickelt habe. Beide kamen jedoch zum Schluss, dass nicht zuverlässig
gesagt werden könne, wann bzw. ob ein Status quo sine erreicht worden sei (UV-act.
189, S. 68 f.). Bezüglich der Beurteilung des Integritätsschadens hielt Dr. K._ fest, ein
rein unfallbedingter Zustand liege nicht mehr vor und es bestehe jetzt ein
krankheitsbedingter Zustand. Hätte man den Heilungsverlauf im April 2012 nicht durch
das Einbringen der Kniegelenksprothese unterbrochen, wäre nach knöcherner
Konsolidierung mit einem protrahierten Verlauf aufgrund der Arthrose zu rechnen
gewesen. Erfahrungsgemäss sei bekannt, dass solche Arthrosen früher oder später zu
einer alloarthroplastischen Versorgung gelangen würden (UV-act. 189, S. 76).
2.4 Die Gutachter kommen übereinstimmend zum Schluss, dass der Status quo ante
nicht mehr erreicht werden könne. Bezüglich des Status quo sine halten die BEGAZ
Gutachter und auch Dr. H._ fest, dass dessen Erreichen nicht zuverlässig beurteilt
bzw. dieser nicht mehr erreicht werden könne. Dr. E._ äussert sich nicht explizit
dazu.
2.5 Aufgrund der Ausführungen der Ärzte ist davon auszugehen, dass sowohl die
vorbestehende Gonarthrose aufgrund ihres Verlaufs mittelfristig zu einer
Dekompensation geführt hätte, die operativ mit einer Endoprothese hätte behandelt
werden müssen, als auch die Tibiaplateaufraktur mittelfristig zu einer
alloarthroplastischen Versorgung geführt hätte. Für beide Fälle konnten die Ärzte aber
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festhalten, dass eine Knietotalprothese
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notwendig geworden wäre. Vorliegend hat das Zusammentreffen des Unfalls und des
degenerativen Vorzustandes dazu geführt, dass vier Monate nach dem Unfall – und
somit sicher früher als einzig basierend auf dem vorbestehenden degenerativen
Gesundheitszustand – eine Knietotalprothese nötig wurde. Somit war der Unfall
zumindest zeitlich für die Operationsindikation bestimmend, womit ein
haftungsbegründender Kausalfaktor vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai
2007, U 136/06 E. 3.29). Aufgrund der medizinischen Akten gelingt es der
Beschwerdegegnerin nicht, das Erreichen des Status quo sine mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu beweisen, weshalb von einer richtunggebenden
Verschlimmerung auszugehen ist. Vorliegend handelt es sich auch nicht um einen Fall,
bei welchem medizinische Erfahrungstatsachen für eine Abheilung der unfallbedingten
Folgen und somit ein Verschwinden der Kausalität vorliegen würden. Die Gutachter
haben klar dargelegt, dass eine Tibiaplateaufraktur zu einer Gonarthrose und somit
zum selben Gesundheitsschaden führen würde, welcher bei der Beschwerdeführerin
zumindest teilweise bereits vorbestanden hatte. Da aber in beiden Situationen nicht
klar ist, ob eine Knietotalprothese notwendig geworden und sich die entsprechenden
gesundheitlichen Beschwerden entwickelt hätten, kann der Unfall hinsichtlich der
Erreichung des abschliessend vorliegenden gesundheitlichen Zustands nicht
weggedacht werden, ohne dass die eingetretene Entwicklung entfiele oder in anderer
Weise eingetreten wäre. Somit ist die natürliche Kausalität des Unfalls auch nach
Erreichen des medizinischen Endzustandes weiterhin gegeben.
3.
3.1 In psychiatrischer Hinsicht stellte Dr I._ keine Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung anderer Gefühle (Angst, Traurigkeit) und
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Sie
führte dazu aus, dass die chronischen Schmerzen in der Knieregion links zwar ihren
Ausgangspunkt in einer körperlichen Störung hätten, sich jedoch nicht durch objektive
Befunde erklären liessen (act. G 11.1, S. 4). Im Bericht vom 2. Mai 2013 zur
Beantwortung der Zusatzfragen verwies Dr. I._ bezüglich der Diagnose auf ihr
Gutachten. Auf die Frage, in welchen Tätigkeiten die Beschwerdeführerin unabhängig
von der beruflichen Tätigkeit vor dem Unfall eingeschränkt sei, antwortete Dr. I._,
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dass bei der Beschwerdeführerin unabhängig von der beruflichen Tätigkeit vor dem
Unfall keine psychischen Einschränkungen hätten festgestellt werden können. Auf eine
praktisch gleich formulierte Frage führte sie dann jedoch aus, unabhängig von der
beruflichen Tätigkeit vor dem Unfall seien der Beschwerdeführerin heute leichte
Tätigkeiten, vor allem im Sitzen, mit häufigeren Pausen zumutbar. Sie verwies hierzu
auf die ausführliche Beschreibung im Hauptgutachten. Durch die chronische
Schmerzverarbeitung seien die psychische Belastbarkeit und Ausdauer gemindert,
somit sei das zeitliche Ausmass auf 50% beschränkt (act. G 11.2). Diese letzte
Aussage steht im Wiederspruch zu der restlichen Beurteilung von Dr. I._. Da sie darin
auf das Hauptgutachten verweist, muss davon ausgegangen werden, dass sich die
Einschränkung auf die von Dr. H._ zunächst fälschlicherweise mit 50% angegebene
Einschränkung bezieht (vgl. UV-act. 136, S. 10) und nicht auf eine psychiatrisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit. Mit der Aussage im Bericht vom 2. Mai 2013 lässt sich
eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen jedenfalls nicht beweisen.
3.2 Gemäss Dr. M._ liegt bei der Beschwerdeführerin diagnostisch eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor. Psychischen
Faktoren werde eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exacerbation oder
Aufrechterhaltung der Schmerzen beigemessen, jedoch spielten diese nicht die
ursächliche Rolle für deren Beginn. Es könne davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin nach dem Unfall eine chronische Schmerzstörung entwickelt habe,
wobei aus psychiatrischer Sicht nicht bewiesen werden könne, ob dieser Unfall eine
Hauptursache für diese chronische Schmerzentwicklung gewesen sei oder ob
möglicherweise auch andere Faktoren, die sich bereits früher angebahnt hätten, mit
eine Rolle gespielt haben könnten. Schliesslich kommt Dr. M._ zum Schluss, dass
aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit ausgemacht werden könne (UV-act.
189, S. 57 ff.).
3.3 Die Einschätzung der beiden Gutachter deckt sich auch mit der Beurteilung der
behandelnden Ärzte, welche ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht ausgegangen sind (vgl. act. G 11.1, S. 2). Somit erübrigt sich
vorliegend die Prüfung der Kausalität der psychischen Leiden, da diesbezüglich keine
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
4.
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4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Die
Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei
Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung
des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
4.2 Dr. H._ führte in seinem Gutachten aus, dass ein schlechtes Resultat nach Knie-
Totalprothese links vorliege. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit könne mit einer
zeitlichen Einschränkung von 30% ausgeübt werden, dies bedingt durch vermehrte
Pausen, Positionswechsel und verlangsamtes Arbeitstempo. Diese Einschätzung sei
möglich, da doch schmerzfreie Phasen vorkommen würden und der permanente
Gebrauch von zwei Stöcken nicht nachvollziehbar sei. Es bestehe eine
Bewegungseinschränkung und es würden belastungsabhängige Schmerzen
angegeben, was beides subjektiv gefärbte Aspekte seien. Daneben müsse man
akzeptieren, dass nach einer Prothesenimplantation schlechte Ergebnisse vorkommen
würden. Dies fliesse in die Beurteilung ein. Bildgebend liege dagegen ein gutes
Resultat vor, und die für Lockerung empfindliche Szintigrafie sei negativ. Das heisse, es
fänden sich keine objektivierbaren Befunde, die das Ausmass der Beschwerden
erklären könnten. Nehme man diese Tatsache als Grundlage, würde keine
Arbeitsunfähigkeit bestehen und alle Tätigkeiten wären zumutbar, was natürlich
unrealistisch sei (UV-act. 136, S. 7; 155, S. 2).
4.3 Dr. K._ hielt im BEGAZ-Gutachten fest, dass die erhobenen objektiven
orthopädischen Befunde keineswegs das Ausmass, wie es von Dr. E._ und Dr. H._
attestiert wurde, gehabt hätten. Bedingt durch die chronische Kniegelenksproblematik
seien der Beschwerdeführerin keine ausschliesslich gehenden oder stehenden
Tätigkeiten zumutbar und auch keine Tätigkeiten mit häufigem in die Hocke Gehen
oder Arbeiten in kauernder Stellung. Sie könne auch keine schweren Lasten (über 10
kg) heben und tragen. Dagegen seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, welche
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vorwiegend im Sitzen und ohne Anwendung der Gehstützen durchgeführt werden
könnten, vollschichtig möglich. Schmerzbedingt bei Status nach Kniegelenks-
Totalendoprothese links und Femoropatellar-Gelenkschondropathie oder gar
Chondromalazie mit Gonarthrose rechts bestehe eine Reduktion der Leistungsfähigkeit
von 10%. Diese Einschätzung beziehe sich in erster Linie auf die chronische
Schmerzsymptomatik am linken Knie und die geringe Gonarthrose am rechten Knie
und gelte ab November 2012 (UV-act. 189, S. 38 f.). Auch Dr. L._ hielt im BEGAZ-
Gutachten aus rheumatologischer Sicht fest, dass bei jeglicher vorwiegend sitzenden
Tätigkeit verbunden mit in der Regel leichter Gewichtsbelastung bis intermittierend
mittelschweren Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 90% bestehe. Die Einschränkung
um 10% begründe sich durch einen vermehrten Pausenbedarf im Rahmen der
Schmerzproblematik, die als sogenannt organischer Kern beurteilt werde. Es
beständen keine Gründe für eine allfällige Kumulation mit einer durch andere
Fachbereiche attestierten Teilarbeitsunfähigkeit. Die Diskrepanz zur Beurteilung von Dr.
H._ resultiere dadurch, dass der Anteil der nicht-organisch begründbaren
Schmerzproblematik aus rheumatologischer Sicht höher gewertet werde als aus
orthopädischer Sicht. Zudem seien die sogenannten Überlagerungssymptome damals
nicht so ausgeprägt gewesen wie aktuell. Auch die Tatsache, dass keine
Muskelatrophie im Bereich der Beine vorgelegen habe, sei offensichtlich nicht so stark
gewertet worden (UV-act. 189, S. 45 f.). Insgesamt hielten die Gutachter im BEGAZ-
Gutachten fest, dass die Beschwerdeführerin gesamtmedizinisch konstant
mittelschwere nicht adaptierte und schwere körperliche Tätigkeiten seit dem Unfall
nicht mehr ausüben könne. Leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte
Tätigkeiten, welche die Einschränkungen aus rheumatologischer/¬orthopädischer Sicht
berücksichtigen würden, seien ihr vollschichtig möglich mit einer Einschränkung von
10%, dies ab ca. November 2012 (UV-act. 189, S. 64).
4.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sogar die Suva das BEGAZ-Gutachten als
nicht beweistauglich eingeschätzt habe und dass deshalb auf die Beurteilung von Dr.
H._ abzustellen sei (act. G 1, S. 15). In ihrer Stellungnahme vom 14. August 2014
äussert sich die Suva jedoch lediglich zur Kausalitätsbeurteilung des BEGAZ-
Gutachtens und macht diesbezüglich Widersprüche geltend. Zur
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, welche auch unabhängig von der Kausalitätsfrage
vorgenommen wurde, äussert sich die Suva nicht (vgl. UV-act. 193).
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4.5 Auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des BEGAZ-Gutachten kann abgestellt
werden. Das Gutachten stützt sich auf umfassende Untersuchungen und wurde in
Kenntnis der vollständigen Aktenlage und unter Berücksichtigung des gesamten
Leidensbildes erstellt. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar und es
fand eine überzeugende Auseinandersetzung mit der früher erfolgten Beurteilung von
Dr. H._ statt. Dieser führte aus, dass die geltend gemachte
Bewegungseinschränkung und die belastungsbhängigen Schmerzen subjektiv gefärbte
Aspekte seien. Nehme man lediglich die objektivierbaren Befunde – welche für sich das
Ausmass der Beschwerden nicht erklären könnten – als Grundlage, würde keine
Arbeitsunfähigkeit bestehen (vgl. E. 4.3). Im BEGAZ-Gutachten wurde festgehalten,
dass die aktuell erhobenen objektiven orthopädischen Befunde nicht das von Dr. E._
und Dr. H._ attestierte Ausmass hätten. So sei im Bereich der linken Hüfte im
September 2012 eine Coxarthrose beschrieben worden, anlässlich der gegenwärtigen
Untersuchungen hätte sich nur eine endgradig eingeschränkte und nur gering
schmerzhafte Beweglichkeit der linken Hüfte finden lassen. Am rechten Knie sei
mehrfach eine Varusgonarthrose beschrieben worden, klinisch habe sich aber eher
eine leichte Valgusfehlstellung bei einwandfreier Funktion des rechten Kniegelenks
finden lassen, der bildgebende Befund habe nur geringe degenerative Veränderungen
ergeben (UV-act. 180, S. 38). Die Beschwerdeführerin stützt sich in ihrer Kritik am
Gutachten einzig darauf, dass sogar die Suva das BEGAZ-Gutachten angezweifelt
habe. Wie bereits vorgängig ausgeführt (vgl. E. 4.5), beziehen sich die Aussagen der
Suva lediglich auf die Kausalitäts- und nicht auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Die
Frage der Kausalität wurde bereits vorgängig ausführlich behandelt (vgl. E. 2 und 3),
bezüglich der Frage der Arbeitsfähigkeit liegen jedoch keine überzeugenden
Anhaltspunkte vor, die das BEGAZ-Gutachten in Frage stellen könnten. Vorliegend ist
somit von einer Arbeitsfähigkeit von 90% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1 Das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin basierend auf dem
Jahresverdienst im Jahr 2011 bei den beiden Arbeitgebern der Beschwerdeführerin,
hochgerechnet auf ein Pensum von 100% und angepasst an die Teuerung bis 2013,
berechnet und damit ein Valideneinkommen von Fr. 46‘575.-- ermittelt (UV-act. 176, S.
5).
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5.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sie vor dem Unfall in einer
Tieflohnbranche gearbeitet habe und sie niemals freiwillig auf einen höheren Lohn
verzichtet habe, sondern als Ausländerin ohne Deutschkenntnisse und ohne
Ausbildung die Anstellungsbedingungen so habe akzeptieren müssen. Es seien
deshalb beim Validen- wie auch Invalidenlohn auf denselben Wert abzustellen (act. G 1,
S. 16).
5.3 Entgegen diesem Vorbringen der Beschwerdeführerin stellt sich infolge
Minderverdienstes die Frage nach einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen.
Damit soll sichergestellt werden, dass die beiden Vergleichseinkommen auf gleichen
Grundlagen ermittelt werden. Wenn eine versicherte Person in derjenigen Tätigkeit, die
sie als Gesunde ausgeführt hat, einen deutlich unterdurchschnittlichen Lohn erzielt,
weil ihre persönlichen Eigenschaften (namentlich fehlende Ausbildung oder
Sprachkenntnisse, ausländerrechtlicher Status) die Erzielung eines
Durchschnittslohnes verunmöglichen, dann ist nicht anzunehmen, dass sie mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung behaftet einen (anteilmässig) durchschnittlichen
Lohn erzielen könnte. Stellt man auf ein Valideneinkommen ab, das aus den genannten
Gründen deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen lag, dann dürfen deshalb diese
invaliditätsfremden Faktoren auch bei der Festlegung des zumutbaren Invalidenlohnes
nicht ausser Acht gelassen werden. Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit
dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person als Invalide realistischerweise
nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen anzunehmen ist. Es ist auch zulässig, das Valideneinkommen
aufzurechnen, anstatt das Invalideneinkommen zu reduzieren (BGE 135 V 58 E. 3.4.3
mit Hinweisen).
5.4 Es ist der von der versicherten Person vor Eintritt des Versicherungsfalls erzielte
Verdienst mit den branchenüblichen Löhnen zu vergleichen (vgl. BGE 135 V 297), bevor
zur genauen Bestimmung des Invaliditätsgrades der Einkommensvergleich nach Art. 16
ATSG durchgeführt werden kann. Die Beschwerdeführerin arbeitete vor dem Unfall als
Raumpflegerin. Reinigungspersonal und Hilfskräfte werden in der Tabelle T17 der LSE
2012 unter Ziffer 91 und somit unter der Berufshauptgruppe 9 aufgeführt, welche dem
Kompetenzniveau 1 entspricht. Da Reinigungspersonal in sämtlichen Sektoren
gebraucht wird, ist als Referenzeinkommen der Wert der Tabelle TA1, Total,
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Kompetenzniveau 1, Frauen von Fr. 4‘112.-- heranzuziehen. Aufgerechnet auf einen
Jahreslohn und angepasst an die branchenübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘441.-- (Fr. 4‘112.-- / 40 x 41.7 x 12).
5.5 Beim Valideneinkommen muss die Anpassung an die Teuerung für das Jahr 2013
nicht vorgenommen werden, wenn es mit dem Tabellenlohn für das Jahr 2012
verglichen wird. Somit ergibt sich bei einem Valideneinkommen Fr. 46‘068.-- (Basis
2012, vgl. act. 176, S. 5) ein Minderverdienst von 10.44% ([Fr. 51‘441.-- – Fr.
46‘068.--] / Fr. 51‘441.--). Somit ist die Erheblichkeitsgrenze von 5% gemäss der
höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGE 135 V 297) überschritten. Demgemäss ist
das Valideneinkommen vorliegend um 5.44% auf Fr. 48‘574.-- heraufzusetzen.
6.
6.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen basierend auf der LSE
Tabelle 2010 TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4 bestimmt. Dies ist an sich nicht
zu beanstanden, jedoch ist, da vorgängig bei der Bestimmung des Valideneinkommens
und der Parallelisierung bereits auf die LSE 2012 abgestellt wurde, diese aktuellere
Version heranzuziehen. Hierbei ist analog die Tabelle TA1, Total, Frauen,
Kompetenzniveau 1 anzuwenden was ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘441.-- (vgl. E.
5.3) ergibt. Auf die Berücksichtigung der Teuerung für das Jahr 2013 kann verzichtet
werden, da sowohl das Valideneinkommen als auch das Invalideneinkommen auf
Werten des Jahres 2012 basieren.
6.2 Bezüglich des Invalideneinkommens macht die Beschwerdeführerin geltend, dass
aufgrund des Alters, der fehlenden Sprachkenntnisse, der fehlenden Bildung, des
Ausländerstatus und vor allem aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen ein
Abzug von 25% vom Tabellenlohn vorzunehmen sei (act. G 1, S. 16).
6.3 Nach der Rechtsprechung hängen die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter,
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
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schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist nicht zulässig (BGE 126 V 79 E.
5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
6.4 Gemäss dem BEGAZ-Gutachten sind der Beschwerdeführerin keine
ausschliesslich gehenden oder stehenden Tätigkeiten zumutbar, auch keine Tätigkeiten
mit häufigem in die Hocke Gehen oder Arbeiten in kauernder Stellung. Sie könne auch
keine schweren Lasten über 10 kg heben und tragen. Leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeiten, vorwiegend im Sitzen und ohne Anwendung der
Gehstützen könnten durchgeführt werden (Suva-act. 189, S. 38, 45, 73 f.). Aufgrund
dieser Adaptationskriterien und dem vermehrten Pausenbedarf, welcher bereits bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt wurde, ist bei der Beschwerdeführerin im
Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern eine verminderte Flexibilität sowohl in zeitlicher
Hinsicht (Überstunden) als auch in Bezug auf die Arbeitsplatzgestaltung (kein
kurzfristiger Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Betriebs welcher die
Adaptationskriterien nicht erfüllt) als Konkurrenznachteil zu berücksichtigen, womit ein
Abzugsgrund zu bejahen ist.
6.5 Im Zeitpunkt des Einspracheentscheides war die Beschwerdeführerin 59 Jahre alt.
Dieses fortgeschrittene Alter wirkt sich aufgrund der höheren Lohnnebenkosten und
der kürzeren Aktivitätsdauer abzugserhöhend aus (BGE 126 V 75 sowie etwa Urteile
des Bundesgerichts vom 17. Februar 2012, 8C_257/2012 E. 6, und vom 29. November
2012, 9C_655/2012 E. 3).
6.6 Die fehlenden Sprachkenntnisse, die fehlende Bildung und der Ausländerstatus
rechtfertigen vorliegend keinen Abzug, da diese Eigenschaften bei den typischen
Hilfsarbeitertätigkeiten häufig vorkommen und deshalb bereits im entsprechenden
Tabellenlohn enthalten sind und zudem diese invaliditätsfremden Eigenschaften bereits
aufgrund der Parallelisierung berücksichtigt wurden (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.2
mit Hinweisen).
6.7 Insgesamt erscheint aufgrund der vorgängigen Ausführungen ein
Tabellenlohnabzug von 15% angemessen. Damit resultiert unter Berücksichtigung
einer Arbeitsfähigkeit von 90% und des Tabellenlohnabzugs von 15% ein
Invalideneinkommen von Fr. 39‘352.-- (Fr. 51‘441.-- x 0.9 x 0.85).
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7.
7.1 Ausgehend von einem Invalideneinkommen von Fr. 39‘352.-- und einem
Valideneinkommen von Fr. 48‘574.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 9‘222.--
und ein Invaliditätsgrad von gerundet 19% (Fr. 9‘222.-- / Fr. 48‘574.-- x 100). Damit hat
die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente.
7.2 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der
angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 aufgehoben und der
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 27. März 2013 eine unbefristete Invalidenrente
entsprechend einem 19%igen Invaliditätsgrad zugesprochen wird. Zur Festsetzung
und Ausrichtung der unbefristeten Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.4 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 4‘000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.