Decision ID: bb09e0d3-fd88-5da4-af03-718f75455cb7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführer,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rückerstattung von Taggeldleistungen (Zwischenverdienst)
Sachverhalt:
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A.
A.a Am 26. April 2005 meldete sich F._ zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung
an und stellte per 30. Mai 2005 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 5.4). Die
Arbeitslosenkasse des Kantons St. Gallen eröffnete für den Versicherten vom 30. Mai
2005 bis 29. Mai 2007 eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug (act. G 5.20). Eine
Woche vor der Anmeldung, am 19. April 2005, wurde das vom Versicherten betriebene
Einzelunternehmen mit der Firma A._ in das Handelsregister des Kantons St. Gallen
eingetragen. Zweck des Unternehmens war "Beratung und Detektei". In der Folge
bezog der Versicherte bis September 2006 Taggeldleistungen der
Arbeitslosenversicherung (act. G 5.105; act. G 5.106). Er erklärte in den Formularen
"Angaben gegenüber der Arbeitslosenversicherung" der Monate Mai bis August 2005
jeweils, dass er keine Erwerbstätigkeit ausübe (act. G 5.19, act. G 5.23, act. G 5.28 und
act. G 5.32).
A.b Am 3. Oktober 2005 teilte der Versicherte für den Monat September 2005 der
Arbeitslosenversicherung mit, dass er vom 1. September bis 30. September 2005 eine
selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt habe. Er gab an, dass er nebenberuflich ein
Unternehmen betreibe, über welches er befristet im Monat September tätig gewesen
sei (act. G 5.38). Der Versicherte überliess der Arbeitslosenversicherung eine Kopie der
Honorarnote für die im Monat September 2005 erbrachten Leistungen im Umfang von
Fr. 12'885.33 (act. G 5.39). Für die Monate ab Oktober 2005 (vgl. act. G 5.40 ff.)
erklärte er gegenüber der Arbeitslosenversicherung erneut, dass er keiner
selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehe.
A.c Mit Verfügung vom 15. August 2006 wies das RAV C._ den Beschwerdeführer
an, ab 4. September bis 31. Dezember 2006 ein Einsatzprogramm (WTL) zu besuchen
(vgl. act. G 5.63). Dieses Einsatzprogramm besuchte der Beschwerdeführer bis
25. September 2006 und nahm per 1. Oktober 2006 einen Wohnsitzwechsel in den
Kanton B._ vor (vgl. act. G 5.68 ff.). Die Kantonale Arbeitslosenkasse B._ stellte die
Vermittlungsfähigkeit des Versicherten aufgrund seines Einzelunternehmens in Frage
(act. G 5.73). Am 1. November 2006 meldete sich der Versicherte wieder beim RAV
C._ zum Leistungsbezug an (act. G 5.76). Das KIGA B._ verneinte mit Verfügung
vom 5. Dezember 2006 die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten für den Monat
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Oktober 2006 und bemängelte dessen fehlende Bereitschaft, umfassend Auskunft zu
seiner selbstständigen Tätigkeit zu geben (act. G 5.84).
A.d Im Januar 2007 gab der Versicherte an, dass er im Jahr 2006 aus selbstständiger
Erwerbstätigkeit einen Jahresgewinn von Fr. 1'257.28 erzielt habe. Für das Jahr 2005
habe er einen Jahresverlust von Fr. 2'510.60 zu tragen gehabt (act. G 5.89 und G 5.90).
Im Rahmen der Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit gab er an, dass der zeitliche
Aufwand für die selbstständige Tätigkeit kaum der Rede wert sei. Er sei in der Lage von
Montag bis Freitag zwischen 6:00 bis 18:00 Uhr eine unselbstständige Tätigkeit
auszuüben (act. G 5.92). Gemäss Vertrag vom 25. Januar 2007 und Inventar per 31.
Dezember 2006 übertrug der Versicherte die Aktiven und Passiven des
Einzelunternehmens A._ auf die D._. Der Versicherte ist Gesellschafter und
Geschäftsführer bei der D._. Diese Gesellschaft bezweckt das Erbringen von
Beratungs-, Detektei-, Privat- und Wirtschaftsdiensten (Handelsregisterauszug der
D._ vom 20. März 2008). Die Einzelfirma A._ wurde am 2. Februar 2007 im
Handelsregister gelöscht (Handelsregisterauszug der Einzelfirma A._ vom 20. März
2008).
A.e Im Januar 2007 reichte der Versicherte die Abschlussbilanzen der Jahre 2005 und
2006 sowie das Formular "Zeitliche Verfügbarkeit" ein (act. G 5.92). Mit Verfügung vom
12. Februar 2007 bestätigte das RAV auf die Neuanmeldung vom 1. November 2006
hin die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten (act. G 5.91). Um den Leistungsanspruch
weiter prüfen zu können, forderte die Kantonale Arbeitslosenkasse den Versicherten
am 20. Februar 2007 auf, Kopien der Steuerveranlagungsprotokolle der Steuerjahre
2005 und 2006, das ausgefüllte Formular Bescheinigung über Zwischenverdienst sowie
die Jahresbelegordner der Geschäftsjahre 2005/2006 einzureichen (act. G 5.93). Am
20. März sowie am 20. April 2007 wurde der Versicherte bezüglich der fehlenden
Unterlagen gemahnt (act. G 5.94, act. G 5.95). Mit Schreiben vom 1. Mai 2007 ersuchte
der Versicherte um eine mehrwöchige Fristverlängerung zur Einreichung der
Steuerunterlagen (act. G 5.96). Die Kantonale Arbeitslosenkasse teilte dem
Versicherten am 2. Mai 2007 mit, dass dem Ersuchen um eine spätere Einreichung der
Steuerveranlagungsprotokolle 2005/2006 (Frist bis 31. Mai 2007) entsprochen werden
könne. Die übrigen eingeforderten Belege seien aber bis 4. Mai 2007 einzureichen (act.
G 5.97).
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A.f Nachdem die eingeforderten Unterlagen nicht eingegangen waren, stellte die
Kantonale Arbeitslosenkasse am 6. Juni 2007 dem Versicherten in Aussicht, dass sie
davon ausgehe, er habe ab Antragstellung keinen Verdienstausfall erlitten. Die bereits
ausbezahlten Taggelder müssten daher zurückgefordert werden. Die Kantonale
Arbeitslosenkasse räumte dem Versicherten eine Frist zur Stellungnahme bis zum 20.
Juni 2007 ein (act. G 5.98). Mit Schreiben vom 21. Juni 2007 mahnte sie den
Versicherten, dass ohne die Antwort anhand der vorliegenden Akten entschieden
werden müsse, was die Ablehnung des Antrags auf Arbeitslosenentschädigung zur
Folge habe. Zur Einreichung der eingeforderten Akten setzte die kantonale
Arbeitslosenkasse eine Frist bis am 6. Juli 2007 (act. G 5.99). Der Versicherte ersuchte
am 3. Juli 2007 erneut um eine zweimonatige Fristerstreckung (act. G 5.100). Die
Kantonale Arbeitslosenkasse gewährte eine Frist bis 13. Juli 2007 (act. G 5.101). Am
12. Juli 2007 reichte der Versicherte die Jahresschlussbilanzen der Jahre 2005 und
2006 ein (act. G 5.102).
A.g Die Kantonale Arbeitslosenkasse verfügte am 23. Juli 2007, dass der Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung rückwirkend abgelehnt werde und die zuviel bezogenen
Taggeldleistungen im Umfang von Fr. 45'291.05 zurückzuzahlen seien.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob F._ am 23. August 2007 Einsprache und
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Im Wesentlichen machte er
geltend, dass es ihm freistehe, wie er mit seiner Arbeitslosenentschädigung haushalte.
Er habe einen Teil dieser Arbeitslosenentschädigung in eine Einzelfirma investiert, die
ab und zu etwas Taschengeld erwirtschaften solle und rein auf die Freizeit ausgerichtet
sei (act. G 5.107).
B.b Die kantonale Arbeitslosenkasse bestätigte mit Entscheid vom 10. September 2007
die angefochtene Verfügung. Sie begründete den Einspracheentscheid damit, dass
aufgrund der eingereichten Unterlagen es immer noch nicht möglich sei, einen
allfälligen Verdienst- und Arbeitsausfall zu berechnen. Es müsse von den versicherten
Personen anhand des Zwischenverdienstformulars für jeden Monat der entsprechende
Stundenaufwand und das entsprechende Einkommen deklariert werden. Des Weiteren
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seien keinerlei Angaben vom Einsprecher gemacht worden, die eine Beurteilung der
Frage, ob ein orts- und berufsüblicher Lohn erzielt worden sei, zuliessen. Da die
notwendigen Unterlagen weiterhin nicht vorhanden seien, müsse davon ausgegangen
werden, dass aufgrund der selbstständigen Erwerbstätigkeit weder ein Verdienst- noch
ein Arbeitsausfall vorliege (act. G 5.109).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde des
Versicherten vom 9. Oktober 2007. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids. Er sei auf die Taggeldleistungen angewiesen gewesen,
da es oft Jahre dauere, bis ein Unternehmen so viel Gewinn abwerfe, dass deren
Inhaber oder Beteiligte davon leben könnten (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 6. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Auch aufgrund der vom
Beschwerdeführer nachträglich eingereichten Unterlagen sei es immer noch nicht
möglich, einen allfälligen Verdienst- und Arbeitsausfall zu berechnen (act. G 5).
C.c Der Beschwerdeführer ersucht mit Schreiben vom 28. November 2007 um
Erläuterung, welche Unterlagen von ihm noch benötigt würden (act. G 7). Die erstreckte
Frist für die Einreichung einer Replik lässt er unbenützt verstreichen (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 95 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] in
Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2
ATSG). Die für die Wiedererwägung formell rechtskräftiger Verfügungen massgebenden
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Voraussetzungen gelten auch mit Bezug auf die Rückerstattung zu Unrecht bezogener
Geldleistungen der Arbeitslosenversicherung (BGE 122 V 272 E. 2) und finden ebenfalls
Anwendung, wenn die zur Rückforderung Anlass gebenden Leistungen formlos verfügt
worden sind (BGE 107 V 182 E. 2a in fine). Eine zweifellose Unrichtigkeit liegt nicht nur
dann vor, wenn die in Wiedererwägung zu ziehende Verfügung aufgrund falscher oder
unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde, sondern auch dann, wenn massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (ARV 1996/1997 Nr. 28 S. 158
E. 3c), wobei eine gesetzwidrige Leistungszusprechung in der Regel als zweifellos
unrichtig gilt (BGE 103 V 128). Von der Wiedererwägung ist die so genannte
prozessuale Revision von Verwaltungsverfügungen zu unterscheiden. Danach ist die
Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen,
wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu
einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 469 E. 2c mit Hinweisen).
2.
2.1 Nach Art. 24 AVIG gilt als Zwischenverdienst jedes Einkommen aus
unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, das die arbeitslose Person
innerhalb einer Kontrollperiode erzielt. Die versicherte Person hat Anspruch auf Ersatz
des Verdienstausfalls (Art. 24 Abs. 1 AVIG). Als Verdienstausfall gilt die Differenz
zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber
dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten
Verdienst (Art. 24 Abs. 3 Satz 1 AVIG). Sinn und Zweck der Entschädigung des
Verdienstausfalles in Form von Differenzausgleich ist die Förderung der Annahme
lohnmässig unzumutbarer Arbeiten. Mit dem Korrektiv der Berufs- und Ortsüblichkeit
der Entlöhnung soll verhindert werden, dass die versicherten Personen einen zu
niedrigen Verdienst vereinbaren, um die Differenz zu Lasten der
Arbeitslosenversicherung entschädigen zu lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 13. Oktober 2006 i.S. R., C 139/2006, E. 2.1 mit Hinweisen). Die
berufs- und ortsübliche Entlöhnung kann aufgrund von Gesetzesvorschriften,
Lohnstatistiken, branchen- oder firmenüblichen Massstäben, Musterverträgen oder
Gesamtarbeitsverträgen festgestellt werden. Allenfalls können auch Richtlinien von
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Berufsverbänden herangezogen werden (Kreisschreiben des SECO über die
Arbeitslosenentschädigung, Stand Januar 2007, Rz C 134).
2.2 Dabei ist darauf hinzuweisen, dass als Erwerbstätigkeit oder Zwischenverdienst
im Sinne der Arbeitslosenversicherung nicht nur eine während der üblichen Arbeitszeit
tagsüber verrichtete Beschäftigung in Frage kommt (Urteil des EVG vom 9. April 2002
i.S. L., C 433/2000, E. 2a). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers entfällt die
Anrechnung eines berufs- und ortsüblichen Einkommens auch nicht deshalb, weil aus
der Tätigkeit kein Verdienst resultiert. Selbst wenn eine derartige Anrechnung im
Einzelfall unbillig erscheinen mag, ist sie im Lichte der mit der
Zwischenverdienstregelung angestrebten Zielsetzung gerechtfertigt (Urteil des EVG
vom 16. April 2002 i.S. A., C 12/2001, E. 2b). Die Beschwerdegegnerin ist daher zu
Recht davon ausgegangen, dass die während des Bezugs von
Arbeitslosenentschädigung ausgeübte selbstständige Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers als Zwischenverdienst zu orts- bzw. berufsüblichen Ansätzen
anzurechnen ist.
3.
3.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die verfügende Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt
indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der
Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a). Diese sind in Art. 28 und Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3
ATSG geregelt. Gemäss Art. 28 Abs. 2 ATSG muss eine Person, welche
Versicherungsleistungen beansprucht, unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur
Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen
erforderlich sind. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die
Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in
unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der
Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er
muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen;
ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
4.
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4.1 Vorab ist klarzustellen, dass in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
lediglich die Frage betreffend die arbeitslosenversicherungsrechtlichen Leistungen ab
30. Mai 2005 bis 30. September 2006 Streitgegenstand bildet, nachdem der
Beschwerdeführer in der Beschwerde nicht geltend macht, er habe ab 1. November
2006 noch Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Der Beschwerdeführer
beschränkt sich darauf zu bestreiten, dass er die ihm ausbezahlten Leistungen
zurückzuerstatten habe.
4.2 Der Beschwerdeführer, der bereits am 19. April 2005 ein Einzelunternehmen
gegründet hatte, verneinte zunächst im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G
5.4) sowie in den späteren monatlichen Formularen "Angaben der versicherten
Person", ein Einkommen aus einer selbstständigen Erwerbstätigkeit erzielt zu haben.
Lediglich für den Monat September 2005 gab er an, dass er befristet einer
selbstständigen Erwerbstätigkeit für das Einzelunternehmen nachgegangen sei (act. G
5.38). Ab Oktober 2005 verneinte der Beschwerdeführer wieder in den monatlichen
Formularen, dass er einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei (act. G
5.40 ff.). Im Formular "Angaben der versicherten Person" für den Monat Dezember
2006 erklärte der Beschwerdeführer, dass er im Jahr 2006 eine selbstständige
Erwerbstätigkeit mit einem Jahresgewinn von Fr. 1'257.28 ausgeübt habe. Im Jahr
2005 habe er einen Jahresverlust von Fr. 2'510.60 zu tragen gehabt (act. G 5.89).
Aufgrund dieser neuen Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht bloss befristet im
Monat September 2005 einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachging, war die
Beschwerdegegnerin berechtigt und verpflichtet, die genaueren Umstände abzuklären.
Dabei handelte es sich um eine neue Tatsache, die die Verwaltung bei der Ausrichtung
von Taggeldern ab Mai 2005 nicht kennen konnte und die geeignet war, zu einer
anderen rechtlichen Beurteilung zu führen, womit die Voraussetzungen einer
prozessualen Revision erfüllt sind (vgl. Urteil des EVG vom 9. April 2002 i.S. L, C
433/2000, E. 2a). Obwohl der Beschwerdeführer mehrmals aufgefordert worden war,
nähere Angaben zur aufgenommenen selbstständigen Erwerbstätigkeit zu machen, gab
er nur knapp Auskunft und reichte auch nicht die von der Beschwerdegegnerin
eingeforderten Formulare "Bescheinigung über Zwischenverdienst" ein. Hingegen
reichte er der Verwaltung im Januar 2007 das ausgefüllte Formular "Zeitliche
Verfügbarkeit" ein, worin er angab, der zeitliche Aufwand für die selbstständige
Tätigkeit sei nicht der Rede wert und er stehe von 06:00 bis 18.00 Uhr für eine
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unselbstständige Erwerbstätigkeit zur Verfügung. Des Weiteren überliess der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin im Januar 2007 die Abschlussbilanzen
einschliesslich Erfolgsrechnungen der Jahre 2005 und 2006 (act. G 5.92; vgl. auch act.
G 5.102). Bereits im Oktober 2005 hatte der Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin seine Honorarnote für die im September 2005 erbrachten
Leistungen eingereicht (act. G 5.39).
4.3 Die Beschwerdegegnerin ermahnte den Beschwerdeführer wiederholt bezüglich
der Einreichung weiterer Unterlagen (vgl. act. G 5.94 ff.). Am 21. Juni 2007 wurde der
Beschwerdeführer unter Hinweis auf das Schreiben vom 6. Juni 2007 erneut zur
Einreichung weiterer Unterlagen aufgefordert. Die Beschwerdegegnerin stellte für den
Säumnisfall einen Aktenentscheid in Aussicht, "was die Ablehnung des Antrags auf
Arbeitslosenentschädigung zur Folge hätte" (act. G 5.99). Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer in rechtskonformer Weise auf die im Falle
seiner Säumnis eintretende, einschneidende Rechtsfolge des Entscheids aufgrund der
Akten aufmerksam gemacht. Sie hat ihm wiederholt nachvollziehbar aufgezeigt, dass
diesfalls davon ausgegangen werde, er hätte seit Antragstellung keinen
Verdienstausfall erlitten und dass die vom 30. Mai 2005 bis 30. September 2006 bereits
ausbezahlten Taggelder zurückgefordert würden (act. G 5.98 f.). Insbesondere die
Weigerung des Beschwerdeführers, die Formulare "Bescheinigung über den
Zwischenverdienst" einzureichen, erscheint nicht nachvollziehbar. Anstatt die von der
Beschwerdegegnerin geforderten Unterlagen einzureichen oder sich um andere
Beweismittel hinsichtlich der Frage des Verdienstausfalles zu kümmern, hat sich der
Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine ausstehende Steuererklärung sowie auf
Zeitknappheit ("da ich momentan sehr viel zu tun habe"; act. G 5.100) damit begnügt,
wiederholt Fristerstreckungen zu beantragen und diese letztlich ungenutzt verstreichen
zu lassen. Unverständlich ist die Haltung des Beschwerdeführers vor allem vor dem
Hintergrund, dass ihm die Beschwerdegegnerin die Säumnisfolgen wiederholt
angedroht hat (vgl. act. G 5.98; act. G 5.99). Nach dem Gesagten kann daher keine
Rede davon sein, die Verletzung der Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer
sei in entschuldbarer Weise erfolgt. Aus den Akten ergeben sich überdies keine
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer in einem berechtigten Vertrauen zu
schützen wäre.
5.
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5.1 Zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdegegnerin einen anspruchsbegründenden
Verdienstausfall zu Recht ab dem Zeitpunkt der Auszahlung von Taggeldern (ab 30.
Mai 2005; act. G 5.105) vollumfänglich verneint hat.
5.2 Die Beschwerdegegnerin machte im angefochtenen Einspracheentscheid vom
10. September 2007 (act. G 5.109) geltend, eine korrekte, monatliche Berechnung des
Verdienst- und Arbeitsausfalles sei aufgrund der vom Versicherten eingereichten
Unterlagen nicht möglich. Ein Verdienst- und Arbeitsausfall sei nicht nachgewiesen. Es
müsse davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe aufgrund seiner
selbstständigen Tätigkeit weder einen Verdienst- noch Arbeitsausfall erlitten, weshalb
der Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 30. Mai 2005 und ab 1. November 2006
(Wiederanmeldung) rückwirkend abgelehnt werden müsse und die zuviel ausbezahlten
Taggelder im Betrag von Fr. 45'291.05 zurückzufordern seien (act. G 5.106).
5.3 Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz schliesst
zwar die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen).
5.4 Der Beschwerdeführer trägt für den Nachweis der Anspruchsvoraussetzungen –
insbesondere bezüglich des anrechenbaren Verdienst- und Arbeitsausfalles – die
Beweislast. Da der Beschwerdeführer trotz wiederholter Androhung der
Rechtsnachteile seiner Auskunfts- und Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 28 Abs. 2
ATSG und Art. 43 Abs. 3 ATSG nicht nachgekommen ist, indem er namentlich die für
die selbstständige Erwerbstätigkeit aufgewendete Zeit nicht angegeben und keine
Bankbelege eingereicht hat, verunmöglichte er die Überprüfung der
Anspruchsvoraussetzungen bzw. die konkrete Anrechnung der anerkanntermassen
ausgeübten Zwischenverdiensttätigkeit. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
vorbringt, genügt eine ungefähre Ermittlung des Zeitaufwandes pro Jahr nicht, weil die
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Arbeitslosenentschädigung monatlich berechnet wird und jeweils der konkrete
Zwischenverdienst abzurechnen ist. Es ist somit im Ergebnis nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin androhungsgemäss davon ausgegangen ist, mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit habe der Beschwerdeführer keinen Verdienst- und
Arbeitsausfall erlitten. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeitslosenentschädigung ist daher mit der Beschwerdegegnerin rückwirkend ab 30.
Mai 2005 zu verneinen. Der Beschwerdeführer ist daher verpflichtet, die in betraglicher
Höhe nicht bestrittene Summe im Totalbetrag von Fr. 45'291.05 (netto)
zurückzuerstatten.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom
10. September 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht