Decision ID: b28d0e72-0de4-4594-84e9-b4fe24870c55
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
1.1
.1
X._
, geboren 1979, erlitt in den Jahren 2007, 2009 und 2010 drei Un
fälle (vgl. Urk. 1 S. 4 f.):
-
Am 19. Oktober 2007 verletzte sie sich beim
Wakeboarden
am rechten oberen Sprunggelenk. Damals war sie bei der
Sympany
Versicherungen AG (nachfolgend:
Sympany
) unfallversichert.
-
Am 1
2. April 2009 erlitt sie ein
Su
pinationstrauma
am rechten oberen Sprunggelenk. Die zuständige Unfallversicherung war die
Visana
Versiche
rungen AG (nachfolgend:
Visana
).
-
Am 5. August 2010 kam es zu einer erneuten Verletzung des rechten Sprung
gelenks, als sie als Gast an einer Abschiedsfeier in einem Restaurant teil
nahm
, dabei ein Kellner zwei volle Getränke-Harasse auf ihren Fuss fallen liess
. Zu diesem Zeitpunkt war die Versicherte
als stellvertretende Bereichs
leiterin bei der
Y._
angestellt (seit 12. April 2010) und
bei der Unfall
versicherung Stadt Zürich
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs
un
fällen
versi
chert.
1.1.2
Die medizinische Erstversorgung
nach dem letztgenannten Ereignis
fand in der Universitä
tsklinik
Z._
statt (Urk. 8
/G1). Es wurde eine Kontusion des obe
ren Sprunggelenks rechts mit Re
-
Traumatisierung bei Restbeschwerden am ventralen oberen Sprunggelenk bei Status nach OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des
Bassett
-Ligaments am 14. Oktober 20
09 bei traumatisiertem lateralen
Band
apparat (mit Verdacht auf Rezidiv-Instabilität OSG rechts) und bei Status nach modifiziertem
lateralem
Brostroem
rechts und intraoperativer Prüfung des Liga
mentum
deltoideum
rechts vom 22. Febr
uar 2008 diagnostiziert (Urk. 8
/M4). In der Folge wurde die Versicherte weiter in der Universitätsklinik
Z._
behandelt (vgl. Urk. 8
/M2-M7 sowie Urk
. 8
/M9-M13). Am 3. Dezember 2010 nahm der be
ra
tende Arzt der Unfallversicherung Stadt Zürich, Dr. med.
A._
, zu den
Gesund
heits
-
beeinträchtigungen der Versicherten am oberen Sprun
ggelenk rechts Stellung
(Urk. 8
/M8).
1.1.3
Mit E-Mail vom 16. Dezember 201
0 (Urk. 8
/G14) teilte die Unfallversicherung Stadt
Zürich der Versicherten mit, dass sie für die an der Universitätsklinik
Z._
geplante Operation vom 20. Dezember 2010 mangels einer Leistungs
pflicht keine Kostengutsprache erteile. Man werde in nächster Zeit eine ent
spre
chende Verfü
gung erlassen.
Mit Verfügun
g vom 16. Dezember 2010 (Urk. 8
/G15) stellte die Unfallver
siche
rung Stadt Zürich ihre Leistungen per 30. November 2010 ein. Zur Begründung führte sie aus, dass der Unfall vom 5. August 2010 höchstens für eine beschränkte Zeit für die vorhandenen Beschwerden verantwortlich gewesen sei (vorüber
gehende, nicht richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes). Nach dem 30. November 2010 könnten die geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 5. August 2010 zurückgeführt werden.
Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 4. Januar
2011 (Urk. 10/
J1) wies die Unfallversicherung Stadt Zürich mit Ents
cheid vom 16. März 2011 (Urk. 8
/J6) ab.
1.1.4
Auf die gegen den genannten
Einspracheentscheid
von
X._
erhobene Beschwerde trat das Sozialversicherungsgericht mit Verfügung vom 6. Juni 2011 nicht ein
(Prozess Nr. UV.2011.00117)
. Das Bundesgericht hiess in der Folge die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit Urteil 8C_582/2011 vom 20. Dezember 2011
(Urk. 8/J11)
gut
, soweit darauf eingetreten
wurde, und wies die Sache
an da
s Sozialversicherungsgericht zurück (vgl. zum Ganzen Urk. 8/J19 S. 3 Ziff.
2.1).
1.1.5
Schliesslich
hiess das Sozialversicherungsgericht
die Beschwerde von
X._
mit Urteil vom 26. September 2013 (
Prozess Nr. UV.2012.00005 [
Urk. 8/J19
]
) in dem Sinne gut, dass
der
Einspracheentscheid
vom 16.
März 2011 aufgehoben und die Sache an die Unfallversicherung
Stadt Zürich
zurückgewiesen wurde, damit sie ein versicherungsunabhängiges Gutachten einhole und hernach über den Leistungsanspruch ab Ende November 2010 neu verfüge.
1.2
In der Folge holte die Unfallversicherung Stadt Zürich bei Chefarzt Prof.
Dr.
med.
Dr.
phil.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Oberärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Orthopädie und Traumatologie, vom Universitätsspital
D._
ein Gutachten ein (orthopädisches Fachgutachten vom 7. September 2014 [Urk. 3/16]).
Gestützt auf dieses Gutachten begrenzte die Unfallversicherung Stadt Zürich mit Bezug auf das Unfallereignis vom 5. August 2010 ihre Leistungspflicht bis zum 31. Januar 201
1.
Danach sei vom Erreichen des
Status
quo ante auszugehen. Allfällige Rechnungen für medizinische Untersuchungen und Behandlungen seien ab dem 1. Februar 2011 «dem zuständigen Unfallversicherer» zuzustellen
(Ver
fügung vom 18.
Juni
2015, Urk.
3/26)
.
Gegen diese Verfügung erhoben so
wohl
X._
als auch die
Visana
mit Eingaben vom 2
0.
beziehungsweise 24. August 2015 (Urk. 3/27-28) Einsprachen.
Die Unfallversicherung Stadt Zürich wies d
ie Einsprache von
X._
mit Entscheid
vom 7. September 2016 (Urk. 2) ausdrücklich und gleichzeitig diejenige der
Visana
sinngemäss beziehungsweise stillschweigend ab
(
vgl. dazu
Urk. 2 und Urk.
20/273-275)
.
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 7. September 2016 (Urk. 2) liess
X._
mit Eingabe vom 11. Oktober 2016 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit fol
ge
n
den Anträgen
(S. 2 f.)
und unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwer
degegnerin
:
1.
Der
Einspracheentscheid
vom 7. September 2016 und die Verfügung vom 18. Juni 2015 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen aus UVG auszurichten,
insbesondere sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Be
schwer
de
führerin weiterhin nach Massgabe der ärztlich bescheinig
ten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Pflege
fachfrau die Taggelder auszurichten und die Heilungskosten zu über
nehmen, allenfalls die Rentenfrage zu prüfen.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Taggelder auf Basis eines versicherten Verdiensts von mindestens Fr. 90'000.
(Stand per 2009) festzusetzen und der Beschwerdeführerin nach Massgabe der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als
Pflegefachfrau auszurichten. Sie sei zu verpflichten, der Be
schwer
deführerin die Grundlagen ihrer Abrechnung verständlich und nachvollziehbar darzulegen und zu begründen.
3.
Es wird die Einholung eines ergänzenden Gerichtsgutachtens bei der
Medas
E._
beantragt zur Bestimmung der durch die drei Unfälle vom 19.10.2007, 12.04.2009 und 05.08.2010 je verursachte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2011.
Eventualiter sei das Thema des
Gutachtens auf die Frage der Kausa
lität je der drei Unfälle für die ab 1. Februar 2011 bestehenden Be
schwerden der Beschwerdeführerin zu erweitern.
Hernach sei verbindlich durch das Gericht festzulegen, welche der drei für die drei Unfälle je zuständigen Unfallversicherungen die Leistungen aus UVG zu erbringen hat.
4.
Eventualiter wird dem Gericht beantragt, festzustellen, welcher der
drei beteiligten Unfallversicherer (Beschwerdegegnerin, beizula
dende
Visana
und
Sympany
) Vorleistungen zu erbringen und die Fallfüh
rung zu übernehmen hat und verbindliche Weisungen zum weiteren
Vorgehen (Erteilung Gutachtensauftrag an
Medas
E._
innert kur
zer Frist) zu erteilen.
5.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin über den 24. November 2015 hinaus die unentgeltliche Rechts
ver
tretung [...] zu bewilligen, wobei festzustellen sei, dass eine Ver
rech
nung mit Leistungen aus UVG nicht zulässig ist und die Beschwer
degegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin den verrechne
ten Betrag von Fr. 5'103.70 nachzuzahlen.
Zudem liess
X._
die Beiladung der
Visana
und der
Sympany
zum vor
liegenden Prozess beantragen sowie ein Gesuch betreffend Bestellung einer unent
geltlichen Rechtsvertretung stellen.
Des Weiteren wurde um Erlass vorsorg
licher Massnahmen ersucht (diverse Anträge).
Die Unfallversicherung Stadt Zürich schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 9. November 2016 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Eingabe vom 18. November 2016 (Urk. 20/1)
erhob auch die
Visana
Be
schwerde gegen den
Einspracheentscheid
der Unfallversicherung Stadt Zürich vom 7. September 2016 mit folgenden Anträgen (S. 2):
1.
Der Einsprache-Entscheid vom 07.09.2016 sowie die dem Entscheid zugrundeliegende Verfügung vom 18.06.2015 seien aufzuheben.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen die Fallführung für die drei Unfälle vom 19.10.2007, 12.04.2009 und 05.08.2010 zu über
nehmen und
die weitere Abklärung des Umfangs der geschuldeten Leistungen an die Hand zu nehmen.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen die unfallver
siche
rungs
rechtlichen Leistungen
für die Unfälle vom 19.10.2007, 12.04.2009 und 05.08.2010 zu erbringen.
4.
Es seien folgende Akten zu edieren: [...]
5.
Eventualiter
: Das Verfahren sei bis zum Vorliegen des interdiszi
plinären Gutachtens, das die Beschwerdeführerin unter Mitwirkung der
Sympany
in Auftrag gegeben hat, zu sistieren.
6.
Unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2017 (Urk. 20/11)
schloss die Unfall
versicherung Stadt Zürich auf Abweisung der Beschwerd
e und beantragte eine Prozessvereinigung (Vereinigung der Beschwerdeverfahren von
X._
mit demjenigen der
Visana
).
2.3
Mit Verfügung vom 8. März 2017 (Urk. 21) wurden die beiden genannten Be
schwer
deverfahren vereinigt, das Gesuch von
X._
betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen respektive Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen, die
Sympany
zum Prozess beigeladen und dem Gesuch von
X._
um Bestellung einer unentgeltlichen
Rechtsbei
ständin
stattgegeben.
Am 9. Juni 2017 reichte die
Visana
das Gutachten der MEDAS
E._
vom 19. Mai 2017 sowie das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. April 2017 zu den Akten (Urk. 27-29). Die
Sympany
nahm mit Eingabe vom 26. Juni 2017 (
Urk. 30) zum vorliegenden Verfahren Stellung. Mit Verfügung vom 29. Juni 201
7 (Urk. 31) wurde den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit gegeben
,
zu den neu ein
ge
reichten Urk. 28 und 29 Stellung zu nehmen. In der Folge gingen die Stellung
nahmen der Unfallversicherung Stadt Zürich (Urk. 33)
,
der
Sympany
(Urk. 40) sowie diejenige
von
X._
(Urk. 41; vgl. auch Urk. 37)
ein.
Die
Visana
verzichtete auf Stellungnahme (Urk.
34). Am 18. September 2018 liess
X._
weitere Unterlagen ins Recht reichen (vgl. Urk. 44-45). Während sich die übrigen Verfahrensbeteiligten hierzu nicht mehr vernehmen liessen, reichte die Unfallversicherung Stadt Zürich am 15. Oktober 2018 eine weitere Stellung
nahme ein (Urk. 48), die der
Visana
, der
Sympany
und
X._
zur Kenntnis gebracht wurde (vgl. Urk. 49).
Au
f die Ausführungen der Parteien
ist
,
soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Recht
s
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung be
ziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (
BGE
131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der
Einspra
che
entscheid
vom 7. September 2016 (Urk. 2). Mit diesem Entscheid bestätigte die
Beschwerdegegnerin die verfügungsweise Einstellung der Versicherungsleis
tungen
per Ende Januar 2011 mit der Begründung, dass zwischen den danach noch geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem Unfallereignis vom 5. August 2010 kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Zudem verneinte die Be
schwerdegegnerin ihre
Vorleistungspflicht.
Daraus folgt, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren lediglich darüber zu befinden ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistung
en
zu Recht p
er Ende Januar 2011 eingestellt
und ob die Beschwerdegegnerin hinsichtlich aller erlitte
nen Unfälle (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1.1) beziehungsweise in Bezug auf die wei
te
ren involvierten Unfallversicherungen
ihre Vorleistungspflicht zu Recht ver
neint
hat
.
Soweit die Anträge der Beschwerdeführerin 1 Weiteres betreffen (vgl. etwa Ziff. 3 Abs. 3 sowie Ziff. 4 der Beschwerdeanträge),
ist darauf nicht einzutreten
. Vor
liegend ist namentlich nicht zu thematisieren, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Beschwerdeführerin 2 und die Beigeladene Leistungen beziehungs
weise Vorleistungen betreffend etwaiger Folgen der Unfälle vom 19. Oktober 2007 und 12. April 2009 (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1.1) zu erbringen hab
en. Soweit mit den Beschwerden D
erartiges
beantragt wird, ist darauf nicht einzutreten.
Entsprechendes gilt für Fragen in Zusammenhang mit der Höhe des Taggeldes und betreffend Verrechnung. Das wurde im angefochtenen
Einspracheentscheid
nicht thematisiert. Auf die entsprechenden Beschwerdeanträge ist demzufolge nicht einzutreten.
1.3
Beschwerdeweise brachte die Beschwerdeführerin 2 vor (Urk. 20/1), die Beschwer
de
führerin 1 habe die in der Zeit ab 21. Juli 2011 durchgeführten Behandlungen bei ihr, der Beschwerdeführerin 2, als Rückfall zum Unfall vom 12. April 2009 angemeldet. Das entsprechende
Einspracheverfahren
sei hängig (S. 4) und die interdisziplinäre Begutachtung im Gange (S. 6). Falls ein kausaler Anteil des dritten Unfalls erstellt sei, dann wäre die Beschwerdegegnerin voll leistungs
pflichtig (S. 7-8).
Vorliegend handelt die Beschwerdeführerin 2 als Unfallversicherung eines frühe
ren Unfallereignisses. Aus ihren Ausführungen geht ohne Weiteres hervor, dass sie vom Entscheid der Beschwerdegegnerin, mit welchem im Ergebnis auch der Umfang der Leistungspflicht der Beschwerdeführerin 2 beeinflusst wird (vgl. dazu auch nachfolgend E. 2.4 und E. 5.3.4), im Sinne von Art. 59
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
berührt ist. Sie ist daher unbestrittenermassen zur Ergreifung der gleichen Rechtsmittel wie die Versicherte legitimiert (Art. 49 Abs. 4 ATSG; BGE 144 V 29 E. 3 und Urteil des Bundesgerichts 8C_606/2007 vom 27. August 2008 E. 9.2).
2.
2.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die z
weckmässige Behandlung ihrer Un
fall
folgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht abge
schlossen sind (Art. 19 Abs. 1
UVG
e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
2.2
2.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles
genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzu
sammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesun
d
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit
erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nommen
wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
;
SVR
1999
UV
Nr. 10 E. 2).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weite
res verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (
BGE
120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
di
gung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
;
RKUV
2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.4
Verunfallt der Versicherte während der Heilungsdauer eines oder mehrerer Un
fälle, aber nach der Wiederaufnahme einer versicherten Tätigkeit, erneut und löst der neue Unfall Anspruch auf Taggeld aus, so erbringt der für den neuen Unfall leistungspflichtige Versicherer auch die Leistungen für die früheren Unfälle. Die
anderen beteiligten Versicherer vergüten ihm diese Leistungen, ohne Teue
rungs
zu
lagen, nach Massgabe der Verursachung; damit ist ihre Leistungspflicht abge
gol
ten. Die beteiligten Versicherer können untereinander von dieser Regelung abweichende Vereinbarungen treffen, namentlich wenn der neue Unfall wesent
lich geringere Folgen hat als der frühere (Art. 100 Abs. 2
der Verordnung ü
ber die Unfallversicherung [UVV]
in der
hier an
w
endbaren
,
bis Ende 2016 gültig ge
we
senen Fassung).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Versicherungsleistungen per Ende Januar 2011 im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit, dass zwischen den danach noch geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem Unfallereignis vom 5. August 2010 kein natürlicher Kausalzusammenhang be
stehe. Das Unfallereignis vom 5. August 2010 sei gemäss der gutachterlichen Einschätzung nicht geeignet gewesen, eine dauernde Verschlimmerung des Vor
zustandes zu bewirken. Bezüglich der reinen Unfallfolgen im Bereich des rechten Sprunggelenks sei davon auszugehen, dass auch ohne das Trauma vom 5. August 2010
ein grundsätzlich stabiles oberes Sprunggelenk mit gewissen
residuellen
Be
schwerden aufgrund von unfall- und operationsbedingten Vernarbungen mit möglicher zeitweiliger entzündlicher Aktivierung resultiert hätte. Ob die bild
gebend nachgewiesene
anterolaterale
Synovialitis
rechts bereits nach dem ersten oder zweiten Unfall und der ersten oder zweiten Operation entstanden sei oder durch die Kontusion vom 5. August 2010 ausgelöst oder zumindest weiter akzen
tuiert worden sei, lasse sich nicht feststellen. Insgesamt scheine jedoch das Vor
kommnis vom 5. August 2010 am wenigsten geeignet zu sein, die heutigen Be
schwer
den massgeblich zu beeinflussen. Der Status quo ante sei angesichts der Umstände innert einigen Monaten als erreicht zu betrachten, was auf das Wieder
erlangen der 100%igen Arbeitsfähigkeit zutreffe.
Deshalb sei die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu verneinen. Das treffe auch auf die Vorleistungspflicht zu: Die Beschwerdegegnerin habe für den Unfall vom 5. August 2010 die gesetz
mässigen (vollen) Leistungen erbracht; damit müsse es sein Bewenden haben. Die für die Zeit nach dem 31. Januar 2011 strittige Leistungspflicht tangiere allein die früheren Unfallversicherungen (die Beschwerdeführerin 2 und die Beigela
dene). Unter diesen Umständen müsse die Beschwerdegegnerin auch die (weitere) Fallführung nicht mehr übernehmen.
Im vorliegenden Prozess hielt die Beschwerdegegnerin an der Leistungsein
stel
lung nach dem 31. Januar 2011 fest. Der Unfall vom 5. August 2010 sei nicht geeignet gewesen, eine richtunggebende Verschlimmerung am rechte Sprung
ge
lenk herbeizuführen. Der Status quo ante sei einige Monate nach dem Unfall erreicht worden (Urk. 7
; vgl. auch Urk. 20/11
). Daran hielt die Beschwerde
geg
nerin auch nach Eingang der von der Beschwerdeführerin 2 eingereichten neuen Gutachten (vgl. Urk. 27-29) fest (Urk. 33). In ihrer Eingabe vom 15. Oktober 2018 (Urk. 48) stellte sich die Beschwerdegegnerin neu auf den Standpunkt, dass
die Beschwerdeführerin 1 beim Ereignis vom 5. August 2010 keine unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen erlitten habe.
3.2
3.2.1
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen vortragen
(Urk.
1)
, dass
durch das Gutachten von Prof.
B._
die Frage der Unfallkausalität konzis und nachvollziehbar beantwortet werde. Danach seien die beiden Unfälle von 2007 und 2009 (stärker der Unfall 2007) für die persistierenden Beschwerden verantwortlich, während der Unfall vom 5. August 2010 nur zu einer vorüber
gehenden Verschlimmerung von wenigen Monaten geführt habe. Seit dieses Gut
achten vorliege, sei zum Leidwesen der Beschwerdeführerin 1 ein unerquicklicher Kompetenzstreit unter den beteiligten Versicherungen entstanden (S. 18).
Nach Eingang des
Gutachten
s
der MEDAS
E._
vom 19. Mai 2017 (Urk. 28) und
desjenigen von
Dr.
F._
vom 12. April 2017 (Urk. 29) liess die Beschwerdeführerin 1 in ihrer Eingabe vom 3. November 2017 (Urk. 41) im Wesentlichen geltend machen, dass die orthopädische Beurteilung im MEDAS-Gutachten, wonach keine Restbeschwerden im Bereich des Sprunggelenks mehr
vorhanden seien, nicht überzeugend sei. Insbesondere Prof.
B._
habe sich
sehr fundiert mit der Frage der Unfallkausalität der persistierenden Beschwer
den befasst und diese Frage bejaht (S. 3 f.). Die Erwerbstätigkeit in der Pflege sei der Beschwerdeführerin 1 seit Jahren
(ab 2010 durchgehend) nur unter Schmerzen seitens des rechten Fussgelenks möglich gewesen
. Wie es sehr häufig geschehe und nachvollziehbar sei, habe sie versucht, diesen Schmerzen auszuweichen und das Fussgelenk zu entlasten (Schonhaltung). Dadurch seien andere Körperbe
reiche übermässig und/oder ungünstig belastet worden. Die Beschwerdeführerin 1 leide an starken lumbalen Schmerzen, ausstrahlend als
Ischiasschmerz
ins Gesäss und beide Beine. Ende 2015 sei ein
Piriformis
-Syndrom attestiert worden. Die behandelnden Ärzte und Therapeuten würden die Rückenschmerzen als Folge der Fehlbelastung infolge der Beschwerden am Fussgelenk sehen (S. 6 f.). Die MEDAS-Gutachter hätten es unterlassen, Ausmass und Herkunft der Rücken
be
schwerden sorgfältig abzuklären und mit Blick auf die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit insbesondere im angestammten körperlich belastenden Pflegeberuf zu würdigen (S. 10). Der psychiatrische Teil des Gutachtens (beziehungsweise das psy
chiatrische Gutachten von
Dr.
F._
) könne ebenfalls nicht nach
vollzogen werden: Entgegen der Auffassung der Gutachterin habe die Beschwer
de
führerin 1
in der Untersuchung stets
wahrheitsgetreue Angaben gemacht. Ins
besondere sei auch die Behauptung der Gutachterin nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin 1 den Einblick in ihre Biographie verweigert haben soll (S. 15; vgl. auch S. 16 ff.). Die Schmerzen und Beeinträchtigungen der Beschwer
de
führerin 1 in Beinen, Gesäss, Rücken und oberen Extremitäten seien eine Folge der jahrelangen schmerzbedingten Schonhaltung bedingt durch diverse Verletz
ungen des rechten Sprunggelenks mit protrahiertem Heilungsverlauf und Rest
beschwerden bei Belastung. Die Restbeschwerden im rechten Sprunggelenk seien eine Folge der traumatischen Schädigungen und der dadurch nötigen Opera
tio
nen. Die psychiatrische Beurteilung habe indessen keine hinreichenden Hinweise ergeben, um eine krankhafte Störung diagnostizieren zu können. Die Beschwer
de
führerin 1 erscheine psychisch gesund. Es fehle jedoch an einer umfassenden Beurteilung der Gesamtsituation unter Berücksichtigung der glaubhaften und in Anbetracht der langen Vorgeschichte nachvollziehbaren Schmerzangaben. Es fehle an einer gutachterlichen Beurteilung, ob die Rückenbeschwerden mittelbare Folge der anlässlich der zu beurteilenden Unfälle erlittenen Fussverletzungen darstellten. Es fehle auch an einer nachvollziehbaren psychiatrischen Beurteilung, sollte eine solche denn
überhaupt nötig sei
n. Das MEDAS-Gutachten beantworte die sich stellenden Fragen nicht
(S. 18
f.
).
Gemäss Prof.
B._
seien die Beschwerden, welche die dritte Operation vom 12. September 2011 notwendig gemacht hätten, in einem teilursächlichen Zusammenhang mit dem Unfall
er
eignis vom 19. Oktober 2007 gestanden (zusammen mit dem Unfal
lereignis vom 12. April 2009).
Auch die schliesslich nach Abheilung der Verschlechterung
durch das Unfallereignis vom 5. August 2010 auftretenden Beschwerden, welche schliesslich zur Operation vom September 2011 führten
,
ordnet er teilursächlich dem Unfalle
reignis vom 19. Oktober 2007 zu
wobei dieses erste Unfallereignis richtungsweisender sei als das zweite vom 12
. April 2009 (Gutachten S. 12).
Ent
sprechend seien auch die als mittelbare Unfallfolge aufgetretenen Rücken
be
schwerden (infolge Fehlhaltung) mindestens teilweise kausal dem Unfallereignis
vom 19. Oktober 2007 zuzuordnen; die Beigeladene bleibe (wie auch die Beschwer
de
führerin 2) dafür leistungspflichtig (S. 19 f.; vgl. auch Urk. 44).
3.2.2
Die Beschwerdeführerin 2 führte in ihrer Beschwerdeschrift vom 18. November
2016 (Urk. 20/1) im Wesentlichen aus, dass die Leistungseinstellung der Beschwer
de
gegnerin per 31. Januar 2011 nicht rechtens sei. Die Beschwerdegegnerin könnte sich ihrer Vorleistungspflicht nur entledigen, falls der dritte Unfall vom 5. August 2010 gänzlich aus der Kausalkette wegfiele. Bleibe dieser Unfall aber - mit welchem Anteil auch immer - für die Ar
beitsunfähigkeit kausal, so blie
be
n
auch die Leistungspflicht sowie die Vorleistungspflicht der Beschwerdegegnerin bestehen. Das Gutachten von Prof.
B._
, auf welches sich die die Beschwer
d
egegnerin stütze
,
sei nicht schlüssig. Insbesondere werde die Frage des Kausalzusammenhangs nicht schlüssig beantwortet. Vorliegend sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellt, dass der Unfall vom 5. August 2010 gänzlich aus der Kausalkette weggefallen sei; damit bleibe die Beschwerdegegnerin
leis
tungs
- beziehungsweise vorleistungspflichtig (S. 6 ff.).
3.2.3
Die Beigeladene stellte sich in ihrer Stellungnahme vom 26. Juni 2017 (Urk. 30) auf den Standpunkt, dass ein überwiegend wahrscheinlicher natürlicher Kau
salzusammenhang zwischen den von der Beschwerdeführerin 1 geklagten Be
schwer
den und dem Unfallereignis vom 19. Oktober 2007 nicht nachgewiesen sei. Die Beigeladene habe demzufolge der Beschwerdeführerin 1 keine Versicherungs
leistungen (mehr) zu erbringen.
In ihrer Eingabe vom 31. Oktober 2017 (Urk. 40) hielt die Beigeladene im Wes
entlichen fest, dass
die interdisziplinäre MEDAS-Begutachtung ergeben habe, dass sich die geklagten Beschwerden orthopädisch-
traumatologisch
nicht erklä
ren liessen und in Widerspruch zu den weitgehend unauffälligen klinischen und bildgebenden Befunden stünden. Die Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass seit Dezember 2011 reizlose Narben und keine Schwellungen oder andere Auffälligkeiten in den Weichteilen vorhanden gewesen seien. Die Gelenkstabilität sei durchgehend intakt gewesen. Die Gutachter hätten keine Unfallfolgen fest
stellen können, welche die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt hätten oder eine Inte
gritätsentschädigung begründen
könnten. Die psychiatrische Begutachtung habe mangels aktiver Mitarbeit der Beschwerdeführerin 1 keine verlässliche Diagnose ergeben. Es würden jedoch gewisse Hinweise auf eine somatoforme Schmerz
stö
rung vorliegen, welche jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Unfall vom Oktober 2007 stehe. Die Beigeladene sei für die von der Beschwerdeführerin 1 geklagten Beschwerden nicht leistungspflichtig.
3.3
Wie bereits in E. 1.2 dargelegt wurde, ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren lediglich darüber zu befinden ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per Ende Januar 2011 e
ingestellt
und ob die Beschwerdegegnerin hin
sicht
lich aller erlittenen Unfälle (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1.1) beziehungsweise in Be
zug auf die weiteren involvierten Unfallversicherungen
ihre Vorleistungs
pflicht zu Recht verneint hat.
4.
4.1
Prof.
B._
hielt in seinem Gutachten vom 7. September 2014 (Urk. 3/16) folgende Diagnosen fest (S. 13):
1.
Restbeschwerden OSG rechts im Rahmen von Vernarbungen bei klinisch stabilem Gelenk
-
St.n
.
OSG
-Distorsion beim
Wakeboarden
mit
MR
-diagnostisch Ruptur des Ligamentum
fibulotalare
anterius
OSG
rechts am 19.10.2007
-
St.n
. modifizierter
Brostroem
(2x
Mitek
GII
-Anker) rechts und intraoperativer Prüfung Ligamentum
deltoideum
rechts 22.02.2008
-
St.n
.
erneuter OSG-Distorsion rechts 12.04.2009 mit trauma
tisiertem lateralem Bandapparat und
anteriorem
Kapselimpin
gement
-
St.n
. OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des
Bassett
-Liga
ments [...] am 14.10.2009
-
St.n
. direkter Kontusion
anteriores
OSG
durch Getränkeharasse am 05.08.2010
-
St.n
. OSG-
Arthroskopie
rechts mit lokalem
Débridement
und Funktionsprüfung am 12.09.2011
2.
Generalisiertes Schmerzsyndrom der unteren Extremitäten, zu
nehmend auch der oberen Extremitäten unklarer
Aetiologie
Die ihm gestellte Frage, welche der erhobenen Beschwerden und Befunde dem Ereignis vom 5. August 2010 zuzuordnen seien beziehungsweise welcher Grad der Wahrscheinlichkeit für eine derartige Zuordenbarkeit bestehe, beantwortete
Prof.
B._
folgenermassen (S. 13 f.):
-
Druckdolenz
im Bereich des lateralen Bandapparates: eher nicht
-
Bewegungsschmerzen im OSG: möglich
-
Stand- und Gangunsicherheit insbesondere im Zehenspitzen
stand, vermindertes Abrollen beim Gehen: möglich
-
Elektrisierende Beschwerden bei Beklopfen des lateralen Narben
bereichs: eher nicht
-
Schmerzen in beiden Knien, im Rücken, in oberer Extremität: eher nicht
-
Zittern der rechten unteren Extremität: eher nicht
Die berichtete Kontusion des
anterioren
oberen Sprunggelenks durch Getränke
harasse - so
Prof.
B._
weiter -
scheine mit überwiegender Wahrschein
lichkeit geeignet zu sein, eine kurzfristige Verschlechterung des Vorzustandes (Status nach zweimaliger OSG-Distorsion mit Läsion des lateralen Bandapparates und konsekutiver chirurgischer Versorgung) hervorzurufen. Durch die Kontusion vom 5. August 2010 habe es zu einer Schwellung, einem Hämatom und zu Schmerzen im
kontusierten
Areal kommen können. Damit sei auch eine Trauma
tisierung der Narbenregion mit
inflammatorischer
Reaktion möglich. Allerdings könne diese nicht sehr ausgeprägt gewesen sein, da
anlässlich der Konsultation vom 10. August 2010 - also fünf Tage nach dem Unfall - Schmerzen
anterior
und
anterolateral
, jedoch keine Schwellung, Rötung oder Überwärmung festgestellt worden sei
en
. Ein Hämatom werde nicht erwähnt. Insgesamt sei die aktenanam
nestische Schilderung des dritten Ereignisses (Unfall vom 5. August 2010) nicht geeignet, um eine dauernde Verschlimmerung des Vorzustandes zu begründen (S. 14). Bezüglich der reinen Unfallfolgen im Bereich des rechten Sprunggelenks sei davon auszugehen, dass auch ohne das Trauma vom 5. August 2010 ein
grundsätzlich stabiles
oberes Sprunggelenk mit gewissen
residuellen
Beschwer
den
aufgrund von unfall- und operationsbedingten Vernarbungen mit möglicher zeit
weiliger entzündlicher Aktivierung resultiert hätte. Ob die im MRI vom 23. September 2010 nachgewiesene
anterolaterale
Synovialitis
bereits nach dem ersten oder zweiten Ereignis und der ersten oder zweiten Operation entstanden oder durch die Kontusion vom 5. August 2010 ausgelöst oder zumindest weiter akzentuiert worden sei, lasse sich nicht feststellen. Insgesamt scheine jedoch dieses dritte Ereignis am wenigsten geeignet, die heutigen Beschwerden mass
geblich mitbeeinflusst zu haben. In der Regel dürfe erwartet werden, dass die Beschwerden einer
mässiggradigen
Kontusion innerhalb von zwei bis drei Monaten ausheilen sollten. Im vorliegenden Fall müsse bereits vorgängig von einem protrahierten Verlauf
gesprochen werden, so dass bei der
Abheilung der Kontusion mit einer langsamen Beschwerdeverbesserung zu rechnen sei. Gleich
wohl sei innert
einiger Monate
mit dem Erreichen des Vorzustandes zu rechnen (S. 15).
Grundsätzlich erachtete
Prof.
B._
das erste Unfallereignis vom 19. Oktober 2007 als «massgebender» (als das zweite vom 12. April 2009), da mit grösster Wahrscheinlichkeit im Rahmen des ersten Unfalls eine Ruptur des Ligamentum
fibulota
la
re
anterius
aufgetreten sei, wohingegen im Rahmen des zweiten Unfalles keine neuen strukturellen Läsionen festzustellen gewesen seien; es sei lediglich zu einer
inflammatorischen
Reaktion im Bereich der vernarbten Gelenkkapsel gekommen (S. 18).
4.2
Dr.
F._
hielt in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 12. April 2017 (Urk. 29) fest, dass aktuell keine klinisch relevante depressive Symptomatik vorliege, erhob aber die Verdachtsdiagnose «somatoforme Störung (F 45 nach ICD-
10)»
(S. 34
; vgl. auch S. 41 ff.)
.
Betreffend Kausalität der (durchgemachten) psychischen Beschwerden führte die Gutachterin im Wesentlichen aus, dass es im Hinblick auf das erste Unfallereignis vom 19. Oktober 2007 keine Hinweise auf eine psychische Belastung jenseits der körperlichen Unfallfolgen gebe. Nach dem
zweiten Unfallereignis scheine es zu verschiedenen Problemen gekommen zu sein
. Eine Teilkausalität zum zweiten Unfallereignis vom 12. April 2009 scheine es insofern zu geben, als es die Beschwerdeführerin 1 erheblich verunsichert habe. Sie habe mit den aufgetretenen Schwellungen und Schmerzen nicht umgehen können und habe sich ängstlich um ihren Fuss gekümmert. Dass der dritte Unfall vom 5. August 2010 zusätzlich Bedeutung gewonnen hätte, lasse sich aufgrund der Dokumentation und auch der gemeinsamen Rekonstruktion mit der Be
schwer
deführerin 1 in der Untersuchung nicht belegen (S. 45 f.). Von psy
chia
trischer Seite gebe es keine Hinweise dafür, dass das dritte Unfallereignis zu einer psychischen Störung geführt haben könnte (S. 54).
4.3
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, und
Dr.
F._
kamen in ihrem MEDAS-Gutachten vom 19. Mai 2017 (Urk. 28) zum Schluss, dass keine Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit zu stellen seien. Unter dem Titel «Diagnosen ohne wesent
liche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert» führten sie Folgendes auf (S. 24):
-
Stabiles recht
e
s oberes Sprunggelenk mit
endgradig
leichter Bewegungslimitierung
-
Aktuell keine klinisch relevante depressive Symptomatik.
-
Verdacht auf somatoforme Störung (F45 nach ICD-10)
Beim Ereignis vom 5. August 2010 sei es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Kontusion des Fusses und der Sprunggelenksregion rechts gekommen. Von psychiatrischer Seite gebe es keine Hinweise dafür, dass das dritte Unfall
ereignis zu einer psychischen Störung geführt haben könnte. Der geschilderte Mechanismus der Kontusion sei ausserdem nicht in der Lage, den Bandapparat zu schädigen. Bei solchen Kontusionen komme es zur Schürfung der Haut und allenfalls zur Prellung (Haut-Unterhaut-Fettgewebe, Muskulatur, Knochenhaut). Anzeichen für eine Prellung habe es nicht gegeben. Erfahrungsgemäss würden zudem Prellungen ohne Struktur-Verletzungen vier bis sechs Wochen Beschwer
den machen. Somit seien die Folgen des Ereignisses vom 5. August 2010 spätes
tens Ende September 2010 abgeklungen. Im Weiteren habe die Arthroskopie vom 12. September 2011 keine weiterführende
n
Verletzungen gezeigt, die sich auf das Ereignis vom 5. August 2010 hätten zurü
ckführen lassen (S. 32).
5.
5.1
Die oben in E. 4.1-4.3 wiedergegebenen Gutachten von
Prof.
B._
,
Dr.
F._
und
Dr.
G._
erfüllen sämtliche von der höchst
richterlichen Praxis formulierten Anforderungen an Arztberichte und Gutachten. Sie sind umfassend, beruhen auf a
llseitigen Untersuchungen und
berücksichtigen die geklagten Beschwerden und die
Vorakten
. Die gutachterlichen Ausführungen sind in sich und untereinander stimmig und widerspruchsfrei. Insgesamt ergibt sich
ein
schlüssiges und nachvollziehbares Gesamtbild. Den genannten Gutachten kommt voller Beweiswert zu. Darauf kann abgestellt werden.
5.2
In somatischer Hinsicht kommen sowohl Prof.
B._
(vgl. E. 4.1) als auch die MEDAS-Gutachter (vgl. E. 4.3) zum Schluss, dass die von der Beschwerde
führerin 1 geklagten Beschwerden nicht auf das Unfallereignis vom 5. August 2010 zurückzuführen sind. Zwischen diesem (dritten) Unfallereignis, um das es - wie ausgeführt - im vorliegenden Prozess ausschliesslich geht, und den geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen somatischer Genese besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein natürlicher Kausalzusammenhang. Das genannte Unfall
ereignis war - gemäss der einleuchtenden und übereinstimmenden Auffassung
der Gutachter - nicht geeignet, die organische Gesundheit der Beschwerdeführerin
1
richtungsweisend zu beeinflussen. Spätestens Ende September 2010 waren die somatischen Unfallfolgen abgeklungen (Urk. 28 S. 32).
5.3
5.3.1
Die
psychiatrische Gutachterin
Dr.
F._
kam zum Schluss, es gebe keine Hinweise dafür, dass das Unfallereignis vom 5. August 2010 zu einer psy
chischen Störung geführt haben könnte (vgl. oben E. 4.2). Dieser Schluss wurde im MEDAS-Gutachten bestätigt (vgl. E. 4.3).
Soweit bei der Beschwerdeführerin 1 überhaupt unfallbedingte psychische Gesu
nd
heitsbeeinträchtigungen bestehen sollten, besteht zwischen ihnen und dem vor
liegend allein relevanten Unfallereignis vom 5. August 2010 kein natürlicher Kausalzusammenhang.
5.3.2
Da es sich beim
Unfallereignis vom 5. August
2010 zwar nicht um einen banalen Unfall, aber - angesichts der oben wiedergegebenen Praxis - doch eher um einen leichten Unfall gehandelt hat (Getränken-Harasse wurden auf den Fuss der Beschwerdeführerin 1 fallen gelassen [vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1.1]), wäre zudem (selbst bei gegebenem natürlichen Kausalzusammenhang)
ohne Weiteres
die Adä
quanz zu verneinen. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen etwaigen psy
chischen Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem Unfall vom 5. August 2010
wäre
aber sogar dann zu verneinen, wenn zugunsten der Beschwerdeführerin 1 von einem mittleren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen wäre. Der Unfall war nicht dramatisch oder eindrücklich. Die Verletzungen waren nicht schwer oder von besonderer
Art.
Die Behandlung der somatischen Unfall
folgen dauerte nicht lange. Der Heilungsverlauf war insoweit nicht schwierig. Komplikationen traten nicht auf. Die physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit dauerte nicht lange. Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung liegen nicht vor. Und auch das Kriterium «körperliche Dauerschmerzen» ist (zumindest in Be
zug auf den Unfall vom 5. August 2010) nicht erfüllt. Da keines der von der Praxis aufgestellten Kriterien
(vgl. dazu vorstehend E. 2.3.3)
erfüllt ist, ist die Adäquanz nicht gegeben.
Nicht zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, mithin bei der Beurtei
lung der Adäquanzfrage, dass die Beschwerdeführerin 1 mehrere Unfälle erlitten hat, denn die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist grundsätzlich für jeden Unfall gesondert zu beurteilen (Alexandra
Rumo-Jungo
/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 61 mit Hinweis auf das Bundesgerichtsurteil 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 6.1).
5.3.3
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass zwischen den von der Beschwerdeführerin 1 nach
Ende Januar 2011
noch geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem
Unfallereignis vom 5. August 2010 kein Kausalzusammenhang besteht. Das ge
nannte Unfallereignis hatte - gemäss einhelliger gutachterlicher Einschätzung - nur einen vorübergehenden Einfluss auf den Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin
1
. Zum genannten Zeitpunkt war der Status quo sine
vel
ante einge
treten. Damit entfällt die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Sie hat somit ihre Leistungen zu Recht per Ende
Januar 2011
eigestellt.
5.3.4
Damit muss aber auch die Vorleistungspflicht der Beschwerdegegnerin entfallen, denn weder Art. 100 Abs. 2 UVV noch die Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG Nr. 3/89 «Leistungspflicht bei negativem Kompetenzkonflikt» verfolgen den Zweck, dass eine Unfallversicherung, deren Leistungspflicht offen
sichtlich nicht
beziehungsweise nicht mehr
gegeben ist, Vorleistungen ausrichten muss
(vgl. allgemein zur Tragweite der Empfehlungen der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG BGE 138 V 140 E. 5.3.6 mit Hinweisen)
. Der dritte Unfall, gegen dessen Folgen die Beschwerdeführerin 1 bei der Beschwerdegegnerin versichert war, löste denn auch keinen Anspruch auf Taggeldle
istungen nach Ende Januar 2011
aus, weshalb insoweit der Beschwerdegegnerin
altArt
. 100 Abs. 2 UVV
nicht en
tgegengehalten werden kann (vgl. dazu die Formulierungen von Art. 100 Abs. 1 und 2 jeweils Satz 2 in der seit Anfang 2017 gültigen Fassung; danach fällt die jeweilige Vorleistungspflicht ausdrücklich zusammen mit der Kausalität weg).
Nicht weiter nachzugehen ist der Frage, weshalb die involvierten Unfallver
siche
rungen nicht nach dem in Ziff. 1
lit
. b der genannten Empfehlung skiz
zier
ten Modus vorgegangen sind (
gleichzeitige Verfügungen über ihre Leistungs
pflicht). Dies wäre dem vorliegenden Fall angemessen gewesen.
5.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerden abzuweisen sind, soweit darauf einzutreten ist.
6.
Mit Eingabe vom 14. Januar 2019 (Urk. 50) reichte die unentgeltliche Rechts
vertreterin der Beschwerdeführerin 1 zwei Honorarnoten über Fr. 8'073.00 und Fr. 349.05 ein
(Urk. 51/1-2)
. Sie machte dabei einen Aufwand von insgesamt 33
Stunden und 30 Minuten geltend.
Angesichts dessen, dass
ihr die Akten aus dem
Einspracheverfahren
bekannt waren und
der überwiegende Teil der Aus
füh
rungen der unentgeltlichen Rechtsvertreterin nicht zum durch den ange
foch
tenen
Einspracheentscheid
definierten Themenkreis gehörte, und somit
als im vorlie
gen
den Prozess nicht notwendig zu qualifizieren und demzufolge nicht zu ent
schä
digen ist
(§
8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht),
sowie mit Blick auf vergleichbare Fälle, erscheint es angemessen, die unentgeltliche Rechts
vertreterin de
r Beschwerdeführerin 1 mit Fr. 4
'200.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen
.