Decision ID: 8035cd14-86d2-4f5b-8c9f-403ec0893130
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung - Einzelgericht, vom 17. April 2018 (GG170261)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 7. Dezember 2017
(Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 26 S. 22 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1
SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 5 VRV
− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in
Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu
Fr. 3'000.00 und einer Busse von Fr. 10'000.00.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
5. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr Vorverfahren
Fr. 3'000.– Auslagen (Gutachten)
Fr. 60.– Auslagen Polizei.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-
schuldigten auferlegt.
7. (Mitteilung)
8. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 8 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 28 S. 3; Urk. 42 S. 2; schriftlich)
1. Es seien die Ziffern 1, 2. Lemma; 2; 3, Satz 1; 4 und 6 des Urteils des
Bezirksgerichts Zürich vom 17. April 2018 (Geschäfts-Nr. GG170261-L / UB)
aufzuheben.
2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der groben Verletzung der Verkehrs-
regeln freizusprechen.
3. Für die einfache Verletzung der Verkehrsregeln sei der Beschuldigte mit ei-
ner Busse von maximal CHF 3'000 zu bestrafen.
4. Als Ersatzfreiheitsstrafe im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse
sei maximal 1 Tag auszusprechen.
5. Es seien dem Beschuldigten lediglich die Kosten des Vorverfahrens und des
erstinstanzlichen Verfahrens im Zusammenhang mit dem Schuldspruch we-
gen des Vorwurfs der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln aufzu-
erlegen. Die übrigen Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen
Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
6. Dem Beschuldigten sei für den im Zusammenhang mit der Verteidigung im
Vorverfahren sowie im erstinstanzlichen Verfahren entstandenen Aufwand
eine angemessene Prozessentschädigung aus der Staatskasse auszurich-
ten.
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
8. Dem Beschuldigten sei für die ihm im Zusammenhang mit seiner Vertei-
digung im Berufungsverfahren entstandenen Aufwendungen gemäss der
dereinst einzureichenden Kostennote eine Prozessentschädigung aus der
Staatskasse auszurichten.
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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 47 S. 1; schriftlich)
1. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
2. Unter Kostenfolgen für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten des
Beschuldigten

Erwägungen:
I. Prozessuales / Prozessgeschichte
1. Hinsichtlich des Verfahrensganges bis zum Abschluss des erstinstanzlichen
Verfahrens kann vollumfänglich auf die vollständigen und zutreffenden Erwägun-
gen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 26 S. 3).
2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
17. April 2018 wurde der Beschuldigte A._ anklagegemäss der einfachen
und groben Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und mit einer Geldstra-
fe und einer Busse bestraft, wobei ihm bezüglich der Geldstrafe der bedingte
Strafvollzug gewährte wurde (Urk. 26 S. 22). Gegen diesen Entscheid liess der
Beschuldigte durch seinen erbetenen Verteidiger innert gesetzlicher Frist am
24. April 2018 Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 19). Die Beru-
fungserklärung der Verteidigung ging, nachdem ihr das erstinstanzliche Urteil am
11. Juni 2018 zugestellt wurde (Urk. 25/2), am 2. Juli 2018 ebenfalls innert ge-
setzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 28). Die
Anklagebehörde hat mit Eingabe vom 9. Juli 2018 innert Frist mitgeteilt, dass auf
Anschlussberufung verzichtet wird (Urk. 32; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO).
Mit Eingabe vom 15. August 2018 liess der Beschuldigte um Durchführung der
Berufung im schriftlichen Verfahren ersuchen (Urk. 37). Die Anklagebehörde er-
klärte sich auf telefonische Nachfrage hin am 17. August 2018 mit der schrift-
lichen Durchführung des Berufungsverfahrens einverstanden (Urk. 39). Mit Präsi-
dialverfügung vom 17. August 2018 wurde antragsgemäss das schriftliche Be-
rufungsverfahren angeordnet und gleichzeitig der Verteidigung Frist angesetzt,
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um eine schriftliche Berufungsbegründung zu erstatten und Beweisanträge zu
stellen (Urk. 40). Mit Eingabe vom 10. September 2018 reichte die Verteidigung
die schriftliche Berufungsbegründung innert Frist ein und verzichtete stillschwei-
gend auf das Stellen von Beweisanträgen (Urk. 42). Mit Präsidialverfügung vom
11. September 2018 wurde der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um die Beru-
fungsantwort einzureichen (Urk. 44), welcher Aufforderung diese innert Frist mit
Zuschrift vom 2. Oktober 2018 nachkam (Urk. 47). Die Vorinstanz verzichtete auf
Vernehmlassung (Urk. 46). Mit Präsidialverfügung vom 5. Oktober 2018 wurde
der Verteidigung Frist zur Berufungsreplik angesetzt (Urk. 48), welche mit Einga-
be vom 23. Oktober 2018 innert Frist erstattet wurde (Urk. 50). Nachdem der
Staatsanwaltschaft mit Präsidialverfügung vom 25. Oktober 2018 Frist angesetzt
worden war, zur Berufungsreplik Stellung zu nehmen (Urk. 52), ging die Beru-
fungsduplik fristgerecht am 9. November 2018 ein (Urk. 54). Ein Doppel der Beru-
fungsduplik wurde am 23. November 2018 an die Verteidigung versandt
(vgl. Vermerk auf Urk. 54 S. 2). Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungs-
verfahren nicht gestellt (Art. 389 Abs. 3 StPO; vgl. Urk. 42 und 44).
3.1. Die Verteidigung hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung beschränkt
und nur den Schuldspruch bezüglich der groben Verkehrsregelverletzung, das
Strafmass und die Kosten- und Entschädigungsfolgen angefochten (Urk. 42;
Art. 399 Abs. 4 StPO). Die Anklagebehörde beantragt die Bestätigung des ange-
fochtenen Entscheides (Urk. 47).
3.2. Die Verteidigung beantragt lediglich die Aufhebung von Dispositivziffer 3
Satz 1 des vorinstanzlichen Urteils (Vollzug der Geldstrafe) und ficht Dispositivzif-
fer 3 Satz 2 (Vollzug der Busse) nicht an. Diese Anordnung gilt als (mit-) an-
gefochten, da bei der Anfechtung des Strafmasses (Höhe der Busse) der Sankti-
onspunkt als Ganzer angefochten gilt; eine Berufung kann nicht darauf be-
schränkt werden, nur die Strafzumessung oder nur (isoliert) die Frage des Voll-
zuges anzufechten (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO,
3. Aufl. Zürich/St. Gallen 2017, Art. 399 N. 19 f.; Urteil des Bundesgerichts
6B_903/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 1.1). Daran kann auch der Umstand
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nichts ändern, dass die Busse von Gesetzes wegen zu bezahlen ist (vgl. Art. 105
Abs. 1 StGB), zumal die Höhe der Busse vorliegend angefochten ist.
Der vorinstanzliche Entscheid ist nach dem Gesagten nur in Teilen angefochten,
weshalb der nicht angefochtene Teil in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Art. 404
Abs. 1 StPO), was vorab mittels Beschluss festzustellen ist.
4. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2018 kam die Verteidigung des Beschuldig-
ten dem gerichtlichen Ersuchen nach, ihre Honorarnote einzureichen (Urk. 52;
Urk. 55).
II. Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift im zweiten Anklagesachver-
halt zusammengefasst zur Last gelegt, am 27. Februar 2017, um circa 23.26 Uhr,
mit dem Personenwagen der Marke "Ferrari" (Kontrollschild-Nr. ...) auf der Auto-
bahn A3 auf der Fahrbahn Chur zunächst auf der Überholspur und dann auf der
Normalspur, während rund zehn Sekunden die dort geltende Höchstgeschwindig-
keit von 120 km/h um durchschnittlich 46 km/h überschritten zu haben (Urk. 11
S. 3 f.).
2. Der Beschuldigte anerkennt die Fahrt mit dem genannten Fahrzeug getätigt
zu haben, jedoch nicht mit der inkriminierten Geschwindigkeit und ohne Gefähr-
dung anderer Verkehrsteilnehmer (Urk. 2/2 Fragen 12 und 17; Urk. 2/3 Fragen
11 ff., 24 ff. und Frage 31; Prot. I S. 9 f.). Die Verteidigung bringt im Rahmen des
Berufungsverfahrens zusammengefasst vor, es sei auf die automatische Aus-
wertung der Sat-Speed-Nachfahrmessung als gültiges Beweismittel abzustellen,
dem Beschuldigten den generellen Sicherheitsabzug von 10 % – namentlich auf-
grund des Grundsatzes der Gleichbehandlung (Art. 8 BV) – zu gewähren und die
gemessene Geschwindigkeit von 144 km/h infolge des Auffahrfehlers noch etwas
nach unten zu korrigieren. Somit sei der Beschuldigte lediglich mit einer maxima-
len Geschwindigkeit von 141 km/h gefahren und habe die massgebliche Höchst-
geschwindigkeit von 120 km/h um maximal 21 km/h überschritten (Urk. 42
Rz. 36 f.).
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3. Die Vorinstanz hat vorab die theoretischen Grundsätze der richterlichen
Beweiswürdigung zutreffend angeführt (Urk. 26 S. 4 ff.) und anschliessend die
Aussagen, wie der Beschuldigte sie im Verfahren deponiert hat, sowie weitere
Beweismittel ausführlich zitiert (Urk. 26 S. 9 ff.), worauf zur Vermeidung von Wie-
derholungen zu verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).
4. Der Schuldspruch der Vorinstanz stützt sich im Wesentlichen auf die Er-
kenntnisse im Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 22. August 2017
(vgl. Urk. 26 S. 12 ff.). Die Vorinstanz erwog dazu, die Sat-Speed-Nachfahr-
messung sei aus technischen Gründen ungültig, weil am Ende der Messung der
Abstand zum verfolgten Fahrzeug geringer gewesen sei als zu Beginn der Mes-
sung. Die Geschwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten sei im vorliegenden
Fall anhand eines Gutachtens zur Auswertung einer Sat-Speed-Videoaufzeich-
nung ermittelt worden, was im Rahmen der freien Beweiswürdigung ohne Weite-
res als zulässiges Beweismittel zu berücksichtigen sei. Es handle sich dabei nicht
um eine Nachfahrmessung, sondern um die Auswertung einer Videoaufnahme ei-
ner Nachfahrt. Folge davon sei, dass die VSKV-ASTRA und der darin vorgesehe-
ne Toleranzabzug von 10 % nicht zur Anwendung kämen. Vielmehr sei auf die
mathematisch-technische Berechnungsmethode, welche Grundlage des Gutach-
tens bildet, abzustellen und davon auszugehen, dass der Beschuldigte die gel-
tende Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um 46 km/h überschritten habe
(Urk. 26 S. 13 f.).
5.1. Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Es entspricht der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen
nicht nur durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln festgestellt werden kön-
nen, sondern beispielsweise auch durch eine gutachterliche Auswertung
von Videoaufzeichnungen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_921/2014 vom
21. Januar 2015 E. 1.3.2; 6B_20/2014 vom 14. November 2014 E. 6.5).
5.2. Der zumindest sinngemäss erhobene Einwand der Verteidigung, die Wei-
sungen des Bundesamtes für Strassen, ASTRA, (Weisungen über polizeiliche
Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr vom
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22. Mai 2008; nachfolgend ASTRA-Weisungen genannt) seien für das Gericht in-
sofern nicht zu beachten, als dies im vorliegenden Fall zu einer willkürlichen und
nicht begründbaren Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes führe, greift fehl
(Urk. 42 Rz. 16). Es entspricht zwar der konstanten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung, dass sogenannte Verwaltungsverordnungen bzw. Verwaltungsan-
weisungen für das Gericht nicht verbindlich sind. Indessen weicht das Gericht
nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine über-
zeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen (vgl. BGE 141
III 401 E. 4.2.2. m.W.H.). Das ASTRA ist der Verordnungsgeber der VSKV-
ASTRA. Die ASTRA-Weisungen wurden am selben Tag wie die VSKV-ASTRA er-
lassen, konkretisieren diese und geben mithin den Willen des Verordnungsgebers
wieder (vgl. BGE 6B_921/2014 E. 1.3.3). Es ist daher nachfolgend für die Ausle-
gung bzw. Anwendbarkeit der Bestimmungen der VSKV-ASTRA auf die ASTRA-
Weisungen abzustellen.
Die VSKV-ASTRA, welche Regeln über bestimmte Messsysteme aufstellt, findet
bei einer gutachterlichen Feststellung der Geschwindigkeitsüberschreitung keine
Anwendung (vgl. dazu BGE 6B_921/2014 E. 1.3.3.; Art. 7 VSKV-ASTRA). Ent-
sprechendes ergibt sich auch aus Ziffer 21 Abs. 3 und Abs. 4 der ASTRA-
Weisungen: "[...] Unberührt von den vorliegenden Weisungen bleiben die Ermitt-
lung der Geschwindigkeit durch Fachexpertisen (z.B. bei der Abklärung von Un-
fällen oder Widerhandlungen im Strassenverkehr) und die freie Beweiswürdigung
durch die Gerichte. Die in der Fachexpertise ermittelte Geschwindigkeit bzw. die
allenfalls zu berücksichtigenden Sicherheitsabzüge sind abschliessend, d.h. die
nachträgliche zusätzliche Anwendung der in der VSKV festgelegten Sicherheits-
werte ist nicht zulässig."
5.3. Wie nachfolgend aufgezeigt und von der Vorinstanz bereits zutreffend erwo-
gen, wurde bei der Erstattung des Gutachtens nicht auf die Nachfahrmessung
abgestellt, sondern anhand der Videoaufnahme der Fahrt die durchschnittliche
Geschwindigkeit mittels einer mathematisch-technischen Berechnungsmethode
bestimmt (Urk. 26 S. 13 f.; vgl. hernach Ziff. 5.5.). Das Forensische Gutachten
vom 22. August 2017 ist als Fachexpertise damit entgegen den Ausführungen der
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Verteidigung als eine andere Geschwindigkeitsfeststellung im Sinne von Ziffer 21
Abs. 3 und Abs. 4 der ASTRA-Weisungen bzw. Art. 7 VSKV-ASTRA zu quali-
fizieren (vgl. Ausführungen der Verteidigung in Urk. 42 Rz. 11 ff.).
5.4. Unbestrittenermassen wurde bei der (zweiten) Sat-Speed-Nachfahrmessung
vom 27. Februar 2017 der Abstand zwischen dem Fahrzeug des Beschuldigten
und dem Patrouillenfahrzug verringert, weshalb es sich nicht um eine lege artis
nach der VSKV-ASTRA durchgeführte Sat-Speed-Nachfahrmessung handelt
(vgl. Urk. 1 S. 3; Urk. 42 Rz. 7; vgl. dazu auch Ziff. 10 der ASTRA-Weisungen).
Die Verteidigung stellt sich bei der Vorinstanz und auch im Berufungsverfahren
auf den Standpunkt, die Sat-Speed-Nachfahrmessung müsse dennoch im Sinne
des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung und aufgrund des Gleichbehand-
lungsgebotes berücksichtigt werden, ergänzt mit den in der VSKV-ASTRA vorge-
sehenen Regelungen betreffend Sicherheits- bzw. Toleranzabzüge von 10 % und
einem zusätzlichen Abzug für den Auffahrfehler des Patrouillenfahrzeuges
(Urk. 42 Rz. 5 ff.). Diesen Ausführungen der Verteidigung kann nicht gefolgt wer-
den, da es sich eben um keine nach VSKV-ASTRA gültige Nachfahrmessung
handelt, mithin die Regeln über die Messsystem der VSKV-ASTRA keine Anwen-
dung finden (Ziff. 21 der ASTRA Weisungen, a.a.O.). Deshalb wurde von der
Fahrt auch ein Video erstellt, welches als Grundlage für die Erstattung des Gut-
achtens diente (vgl. dazu hernach Ziff. 5.5.). Folglich findet er auch der in Art. 8
Abs. 1 lit. g VSKV-ASTRA vorgesehene Sicherheitsabzug von 10 % keine An-
wendung (Ziff. 10.3 der ASTRA-Weisungen). Der von der Verteidigung geforderte
weitere Abzug von 5 % aufgrund des Auffahrfehlers entbehrt zudem einer sub-
stantiierten Grundlage.
Das Gleichheitsgebot nach Art. 8 Abs. 1 BV besagt im Übrigen nach konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass Gleiches gleich (Gleichheitsgebot) und
Ungleiches ungleich (Differenzierungsgebot) behandelt werden soll (BGE 140 I 77
E. 5.1). Jede Differenzierung in vergleichbaren Situationen als auch jede Gleich-
behandlung bei unterschiedlichen Situationen muss sachlich begründet werden.
Als sachlicher Grund gelten namentlich die anerkannten Grundsätze der gelten-
den Rechts- und Staatsordnung (BGE 122 I 349 E. 4b). Vorliegend ist eine Diffe-
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renzierung sachlich geboten, zumal die Sat-Speed-Nachfahrmessung nicht lege
artis durchgeführt wurde. Anzumerken bleibt dazu nur der Vollständigkeit halber,
dass dem Gutachten zwar auf Ergänzungsfrage der Verteidigung entnommen
werden kann, dass gemäss der nicht lege artis durchgeführten Sat-Speed-
Nachmessung nach dem Sicherheitsabzug von 10 % eine durchschnittliche Ge-
schwindigkeit von 144 km/h resultiere. Diese Geschwindigkeit müsste gemäss
Gutachten rechnerisch unter Berücksichtigung der Verkürzung des Abstandes der
Fahrzeuge approximativ um 1.8 % auf 141 km/h korrigiert werden. Allerdings lies-
se sich bei der erfragten Betrachtungsweise, welche allfällige Abstandsverände-
rung rechnerisch bereits berücksichtigt habe, der gemachte Toleranzabzug von
10 % von der gemessenen Geschwindigkeit von 160 km/h nicht rechtfertigen,
weshalb, so das Gutachten, das Endresultat approximativ 157 km/h betragen
würde (Urk. 5/7 Ziff. 5.4 lit. a). Der von der Verteidigung vorgebrachte Einwand,
die Berechnung im Gutachten, welche sich (ohnehin) auf den Wert der nicht vor-
schriftsgemässen Sat-Speed-Nachfahrmessung stützt, ergebe einen Endwert von
141 km/h, erweist sich mithin als nicht zutreffend.
Die Vorinstanz hat in ihrer Erwägungen zutreffend festgehalten, dass der Auffahr-
fehler der Polizei dazu führt, dass nicht sachdienlich auf die ungültige Nachfahr-
messung abgestellt werden kann, sondern sich die Sachverhaltserstellung auf die
Auswertung der Sat-Speed-Videoaufzeichnung stützt (Urk. 26 S. 13 f.). Im Übri-
gen bleibt es, wie erwähnt, den Untersuchungsbehörden stets unbenommen, eine
Geschwindigkeitsfeststellung anders als durch die Messmethoden der VSKV-
ASTRA festzustellen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 6B_20/2014 vom
14. November 2014 E. 6.5).
5.5. Die Vorinstanz hat die Erkenntnisse aus dem Gutachten des Forensischen
Instituts Zürich vom 22. August 2017 zutreffend wiedergegeben, wonach der Be-
schuldigte zum inkriminierten Zeitpunkt, unter Berücksichtigung eines Toleranz-
abzuges von 1 % durchschnittlich mit 166 km/h gefahren sei (Urk. 26 S. 12 f.;
Urk. 5/7 S. 7). Die Berechnung dieser Geschwindigkeit erfolgte gemäss Gut-
achten anhand von Videoframes, welche in der Software "Photoshop" um 400 %
vergrössert worden seien. Für die Bestimmung der Abstandsveränderung zwi-
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schen dem Patrouillenfahrzeug und dem Ferrari des Beschuldigten sei auf die
Anzahl der Bildpixel zwischen den Helligkeitszentren der Heckleuchten abgestellt
worden (Urk. 5/7 S. 5 und 6).
Im Strafverfahren gibt es keine Rangordnung der Beweise, indessen ist die freie
Beweiswürdigung bei Gutachten nach Art. 182 ff. StPO beschränkt. Das Gericht
kann auf die gutachterlichen Erkenntnisse ganz- oder teilweise abstellen oder da-
von abweichen. Es ist dem Gericht jedoch verwehrt, ohne triftige Gründe das
Fachwissen von Sachverständigen durch seine eigene Meinung zu ersetzen. Da-
für müssen stichhaltige Gründe vorliegen (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., Art. 10 N. 9).
5.6. Vorliegend handelt es sich um eine mathematisch-technische Auswertung
der Videoaufnahmen anhand von optischen Anhaltspunkten durch einen Sach-
verständigen. Die Vorinstanz hat sich bei der Verwertbarkeit des Gutachtens aus-
führlich auseinandergesetzt. Darauf kann verwiesen werden (vgl. Urk. 26 S. 6 ff.).
Es bestehen zudem keine Anhaltspunkte, dass nicht auf die Erkenntnisse des
schlüssigen und überzeugenden Gutachtens abgestellt werden könnte. Ins Leere
greift der Einwand der Verteidigung, der Sachverständige habe auf die Messwerte
der Sat-Speed Nachfahrt abgestellt, zu Unrecht die in Art. 8 Abs. 1 lit. g VSKV-
ASTRA vorgesehenen Sicherheits- bzw. Toleranzabzüge nicht gewährt und die
Messwerte nach oben korrigiert (Urk. 50 Rz. 4 ff.). Der Gutachter hätte gemäss
der Verteidigung vielmehr unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsprinzips
nach Art. 8 BV den Sicherheitsabzug von 10 % und infolge des Auffahrfehlers des
Polizeifahrzeugs einen weiteren Abzug, mithin einen Abzug von insgesamt 15 %
machen müssen (Urk. 42 Rz. 11 ff., Rz. 35). Wie bereits erwogen, handelt es sich
beim Gutachten eben gerade nicht um die Auswertung der Sat-Speed-
Nachfahrmessung, sondern vielmehr der Videoaufnahmen der aufgenommenen
Fahrt. Dies ist im Gutachten ausdrücklich so festgehalten (Urk. 5/7 S. 5 Ziff. 4.2).
Entsprechend kommen die Regeln über die Messsysteme in VSKV-ASTRA, na-
mentlich auch der in Art. 8 Abs. 1 VSKV-ASTRA vorgesehene Sicherheitsabzug,
nicht zur Anwendung. Ebenso wenig greift die Berufung auf Art. 8 BV, zumal mit
der gutachterlichen Feststellung der Geschwindigkeit eine andere Geschwindig-
keitsfeststellung vorliegt (Differenzierungsgebot) (siehe Erwägungen hiervor).
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5.7. Zusammenfassend ist gestützt auf die Zugabe des Beschuldigten, am
27. Februar 2017 gefahren zu sein, sowie das Gutachten, erstellt, dass der Be-
schuldigte die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 46 km/h überschritt.
III. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz hat die Fahrweise des Beschuldigten im Rahmen des Über-
holmanövers bei Nacht mit einer Überschreitung der Geschwindigkeit von
46 km/h als grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG ge-
würdigt (Urk. 26 S. 16).
2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Anwendung von Art. 90
Abs. 1 und Abs. 2 SVG richtig umrissen, sodass zur Vermeidung von Wieder-
holungen darauf zu verweisen ist (Urk. 26 S. 15 f.). Es entspricht der ständigen
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass bei einer Überschreitung der zu-
lässigen Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h um mindestens
35 km/h ungeachtet der konkreten Umstände davon auszugehen ist, dass eine
schwere Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG vorliegt
und damit die objektiven und grundsätzlichen auch die subjektiven Voraussetz-
ungen erfüllt sind (Urteile des Bundesgerichtes 6B_765/2018 vom 9. Oktober
2018 E. 3; 6B_661/2016 vom 27. Februar 2017 E. 1.2.1.; 6B_359/2016 vom 18. August 2016 je m.w.H.).
3. Der Beschuldigte fuhr mit einer Geschwindigkeit von 166 km/h und damit
46 km/h zu schnell. Der Grenzwert für eine grobe Verkehrsregelverletzung ist
damit offensichtlich überschritten. Da sich das (Fehl-)Verhalten des Beschuldigten
zudem um circa 23.26 Uhr ereignete, mithin bei Nacht, und im Rahmen eines
Überholmanövers, bestand überdies eine erhöhte abstrakte Gefahr für die übrigen
Verkehrsteilnehmer, zumal wie die Vorinstanz zutreffend erwog, eine adäquate
Reaktion des Beschuldigten auf ein unvorhergesehenes Ereignis oder Hindernis
bei der genannten Geschwindigkeit wohl kaum zu erwarten gewesen wäre. Daran
ändert auch der Umstand nichts, dass es sich um eine weitgehend gerade Stre-
cke handelte.
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4.1. Bezüglich des subjektiven Tatbestandes gilt festzuhalten, dass der Beschul-
digte aussagte, er könne fast nicht glauben, dass er so schnell gefahren sei bzw.
ihm dies nicht bewusst gewesen sei (Urk. 2/2 S. 2 f.; Prot. I S. 9). Der Beschuldig-
te bestreitet damit sinngemäss ein eventualvorsätzliches Handeln im Sinne von
Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB.
Ein Eventualvorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB nach ständiger
Rechtsprechung gegeben ist, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung für
möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts
in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein
(BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 m.H.). Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen,
wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt
oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der
Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen
persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB; Urteil des Bun-
desgerichtes 6B_164/2016 vom 14. März 2017 E. 2.1, m.H.).
Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der Täter nicht
geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfah-
rungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters
erlauben. Hierzu zählen namentlich die Grösse des dem Täter bekannten Risikos
der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je
grösser dieses Risiko ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, des-
to eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in
Kauf genommen (Urteil des Bundesgerichtes 6B_373/2016 vom 12. September
2016 E. 3.2.2 m.H.).
4.2. Der Beschuldigte war eigenen Angaben zufolge auf dem Nachhauseweg
und schaute nicht auf den Tacho (Urk. 2/2 S. 2 Frage 9; Urk. 2/3 S. 3; Prot. I
S. 9 f.). Es ist zu vermuten, dass der Beschuldigte wohl schneller zu Hause sein
wollte, weshalb er (auch noch) das (zweite) Fahrzeug überholte. Dafür spricht
zumindest seine Aussage "Man will um Mitternacht irgendwann mal nach Hause
[...]" (Urk. 2/3 S. 4 Frage 20).
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Es gehört zu den elementarsten Pflichten eines jeden Fahrzeuglenkers, die ge-
fahrene Geschwindigkeit zu kontrollieren, die signalisierte Höchstgeschwindigkeit
einzuhalten und mindestens den Tacho im Blick zu haben, ansonsten er zumin-
dest in Kauf nimmt, das Geschwindigkeitslimit beim starken Beschleunigen mas-
siv zu übersteigen. Dass der Beschuldigte die massive Geschwindigkeitsüber-
schreitung nicht wahrgenommen haben will, überzeugt nicht. Die Strecke war ihm
als üblicher Arbeitsweg bekannt und er war auch mit dem Fahrzeug, ein Ferrari,
vertraut (Urk. 2/3 S. 3 Frage 11 und 16).
Das Bundesgericht hat bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h auf
einer (nicht richtungsgetrennten) Autostrasse die vorinstanzliche Annahme einer
vorsätzlichen Tatbegehung in Anbetracht der massiven Geschwindigkeitsüber-
schreitung nicht beanstandet (vgl. BGE 122 IV 173 E. 2e). Auch die Lehre nimmt
an, dass eine Überschreitung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit ausserorts
von 80 km/h um 30 km/h regelmässig den subjektiven Tatbestand der groben
Verkehrsregelverletzung erfüllt (Jürg Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Eine
eingehende Darstellung der Praxis des Bundesgerichtes, Davos 1999, S. 33).
Gleiches muss mit der Vorinstanz auch für eine Geschwindigkeitsüberschreitung
von 46 km/h auf einer mit 120 km/h signalisierten Autobahnstrecke gelten. Bei ei-
nem solchen Tempo ist der Eventualvorsatz gegeben.
Die Beschuldigte beging die massive Geschwindigkeitsüberschreitung mithin
eventualvorsätzlich, indem er sie durch sein Handeln mindestens stillschweigend
in Kauf nahm. Anzumerken bleibt, dass der Beschuldigte den Tatbestand auch er-
füllt hätte, wenn er fahrlässig gehandelt hätte, zumal die grobe Fahrlässigkeit in
jedem Fall zu bejahen wäre.
Die Verteidigung bringt vor, es habe in subjektiver Hinsicht keine Rücksichts-
losigkeit bestanden (Urk. 42 Rz. 39 ff.). Wie bereits erwogen, entspricht es der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass bei Überschreitung der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit um 35 km/h auch grundsätzlich der subjektive Tatbestand
von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt ist. Es bedarf mithin besonderer Umstände bzw.
Gegenindizien, dass die Rücksichtslosigkeit nicht gegeben ist. Vorliegend werden
weder besondere Umstände geltend gemacht noch ergeben sich nachvollzieh-
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bare Gründe für die massive Geschwindigkeitsüberschreitung aus den Akten. Al-
lein der Umstand, dass niemand konkret gefährdet bzw. tangiert wurde, schliesst
Rücksichtslosigkeit per se nicht aus, handelt es sich doch um ein abstraktes Ge-
fährdungsdelikt. Die Rücksichtslosigkeit ist demnach zu bejahen.
5. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte wegen grober Verletzung der Ver-
kehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und
Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV schuldig zu sprechen und der vorinstanzliche Schuld-
spruch zu bestätigen.
IV. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 25 Tages-
sätzen zu Fr. 3'000.– und einer Busse von Fr. 10'000.– bestraft (Urk. 26 S. 22).
2. Die Verteidigung beantragt, aufgrund der [mehrfachen] einfachen Verletzung
der Verkehrsregeln sei eine Busse von maximal Fr. 3'000.– auszusprechen
(Urk. 42 S. 2).
3. Die Vorinstanz hat den konkret anwendbaren Strafrahmen korrekt bestimmt
und zu den theoretischen Grundsätzen der richterlichen Strafzumessung ausführ-
liche Erwägungen angestellt, auf welche zur Vermeidung von Wiederholungen zu
verweisen ist (Urk. 26 S. 17 ff.).
4. Die Vorinstanz hat zur Tatkomponente und zur objektiven Tatschwere zu-
sammengefasst erwogen, dass der Beschuldigte die Höchstgeschwindigkeit für
mindestens sechs Sekunden um 46 km/h überschritt, wobei dies auf einem weit-
gehend geraden Autobahnabschnitt erfolgt sei. Aufgrund der besonderen Um-
stände (Nacht, mutmasslich reduzierte Sichtweise) hätte der Beschuldigte umso
mehr auf die gefahrene Geschwindigkeit achten müssen. Auch hätte der Be-
schuldigte angesichts der hohen Geschwindigkeit kaum rechtzeitig und adäquat
reagieren können. Der als Folge der überhöhten Geschwindigkeit exponential an-
steigende Bremsweg hätte im Falle einer notwendigen Bremsung fatale Folgen
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haben können. Anderseits hat der Beschuldigte vorliegend durch seine Fahrweise
niemanden konkret gefährdet.
Bezüglich der subjektiven Tatschwere gilt festzuhalten, dass das Überholmanöver
an sich nicht zu beanstanden ist. Es ist zu vermuten, dass der Beschuldigte der-
massen fest beschleunigte, damit er Zeit sparen konnte und schneller zu Hause
ist (vgl. hiervor E. III Ziff. 4.2.). Das entspricht einem eher rücksichtslosen und
egoistischen Verhalten.
Das Verschulden des Beschuldigten wiegt insgesamt noch leicht. Die von der
Vorinstanz nach der Beurteilung der Tatkomponente angesetzte hypothetische
Einsatzstrafe von 25 Tagessätzen Geldstrafe fällt eher milde aus, ist jedoch im
Hinblick auf das Verschlechterungsverbot (Art. 391 StPO; Verbot der reformatio in
peius) und unter Berücksichtigung des Ermessens der Vorinstanz nicht zu bean-
standen. Nur zum Vergleich: Die Strafmassempfehlungen der Oberstaatsanwalt-
schaft des Kantons Zürich für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 45 km/h
auf der Autobahn lauten auf 30 Tagessätze Geldstrafe. Dies betrifft jedoch das
Strafbefehlsverfahren, in welchem von einem geständigen Täter mit entsprechen-
der Einsicht und Reue ausgegangen wird und diese Momente im empfohlenen
Strafmass bereits berücksichtigt sind.
5. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-
lichen Verhältnisse des Beschuldigten angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk 26
S. 19 f.).
Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich strafzumessungs-
neutral aus. Eine besondere Strafempfindlichkeit weist er nicht auf. Ein Geständ-
nis, Einsicht oder Reue kann er betreffend sein Nachtatverhalten nicht straf-
mindernd für sich reklamieren.
6. Die vorinstanzlich angesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 3'000.– erweist sich
auch angesichts der aktuellen persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten als
angemessen und ist ebenfalls zu bestätigen (Urk. 26 S. 19; Urk. 35 f.: vgl. Urteil
des Bundesgerichts 6B_792/2011 vom 19. April 2012 E. 1.4), zumal der Beschul-
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digte über ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 48'454.90 verfügt (Urk. 36/1-
5).
7. Für die einfache Verkehrsregelverletzung ist zudem eine Busse auszu-
sprechen. Diese beträgt höchstens Fr. 10'000.–. Zudem hat der Richter für den
Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von
mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten festzusetzen. Busse und Er-
satzfreiheitsstrafe sind je nach den Verhältnissen des Täters so zu bemessen,
dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106
Abs. 1-3).
Der Beschuldigte hat auf der Überholspur über eine Strecke von rund 600 Metern
die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h – nach dem Toleranzabzug –
um 28 km/h überschritten. Die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwin-
digkeit um 28 km/h auf Autobahnen liegt knapp über dem Ordnungsbussen-
bereich. Bei 25 km/h hätte die Überschreitung noch eine Ordnungsbusse von
Fr. 260.– nach sich gezogen (Ziff. 303/3e der Bussenliste der OBV [Anhang I]). Im
Schnittstellenbereich über den fixen Ordnungsbussen nach OBV ist eine abge-
stufte Bemessung vorzunehmen, die erst ab einem gewissen Überschreitungs-
grad die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten auf adäquate Weise berück-
sichtigt (vgl. dazu STEFAN HEIMGARTNER, OFK-Kommentar StGB, 20. Aufl. 2018,
Art. 106 N. 4a; Urteil des Obergerichts Glarus vom 29. September 2015,
OG.2014.00043; E. 5a). Entsprechendes ergibt sich auch aus der Strafmass-
empfehlungen SVG der Schweizerischen Staatsanwälte-Konferenz SSK/CPS,
welche als Sanktion für eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf Autobahnen
zwischen 26-30 km/h eine Busse von Fr. 400.– vorsehen.
Gerade auf Autobahnen erscheint eine Geschwindigkeitsüberschreitung von
28 km/h noch nicht als sehr gravierend, weshalb von einem leichten Verschulden
auszugehen ist. Die rasante Fahrt des Beschuldigten erfolgte nachts, auf einer
geraden Strecke und bei geringem Verkehrsaufkommen. Mithin ist die vom Be-
schuldigten geschaffene Gefährdungslage als noch gering einzustufen, ohne die
zu beurteilende Geschwindigkeitsüberschreitung bagatellisieren zu wollen. Der
Beschuldigte zeigte sich zudem geständig (Urk. 2/3 S. 3). Aufgrund der doch sehr
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komfortablen wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten (monatliches Net-
toeinkommen von Fr. 48'454.90), ist eine adäquate Berücksichtigung der finan-
ziellen Verhältnisse vorliegend trotz der Schnittstellenproblematik angezeigt, um
den Sanktionszweck im Lichte von Art. 106 Abs. 3 StGB hinreichend nachzu-
kommen. Eine Busse in der Höhe von Fr. 3'000.– erscheint unter Berücksich-
tigung des leichten Verschuldens und dem aussergewöhnlich hohen Einkommen
angemessen.
Bei der Festlegung der Ersatzfreiheitsstrafe muss das Gericht die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit von der Schuld abstrahieren und hernach eine täter- und tat-
angemessene Ersatzfreiheitsstrafe bilden. Wird nebst der Busse eine Geldstrafe
ausgesprochen, gibt es an sich keinen Grund, bei der Bemessung der Ersatzfrei-
heitsstrafe von einem anderen Satz auszugehen.
Vorliegend wurde die Tagessatzhöhe auf Fr. 3'000.– festgelegt, weshalb eine Er-
satzfreiheitsstrafe von einem Tag resultiert.
V. Strafvollzug
Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Straf-
vollzuges zutreffend dargelegt und zu Recht erwogen, dass dem Beschuldigten
der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährt
werden kann (Urk. 26 S. 20 f.). Der Beschuldigte ist unbescholten (Urk. 27). Der
Vollzug der Geldstrafe ist demnach aufzuschieben.
Die Busse ist zu bezahlen, zumal der bedingte Strafvollzug gemäss Art. 105
Abs. 1 StGB von Gesetzes wegen nicht möglich ist (vgl. Erwägungen hiervor).
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VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenregelung zu bestätigen
(Dispositiv-Ziff. 6; Art. 426 StPO).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
3. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen voll-
umfänglich. Die Herabsetzung der Höhe der Busse ist als wohlwollender Ermes-
sensentscheid in einem Nebenpunkt zu erachten und rechtfertigt keine Änderung
der Kostenfolgen. Daher sind ihm auch die Kosten des Berufungsverfahrens auf-
zuerlegen (Art. 428 StPO).