Decision ID: df08160f-ed00-4312-a933-82f62a8315e3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1977 geborene
X._
arbeitete
seit
Mai
201
4
als Backwa
renverkäufer bei der
Y._
GmbH
(
Urk.
9/23)
. Am 2
2.
Juni 2016
erlitt
er
einen Autounfall, wobei ein Auto in das Heck
seines
stehenden Fahrzeugs fuhr.
Das Arbeitsverhältnis wurde am 3
1.
Dezember 2016 durch die Arbeitgeberin aus betrieblichen Gründen gekündigt (
Urk.
9/23).
Am 1
6.
Oktober 2017 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
unter Hinweis auf seit dem Unfall vom 2
2.
Juni 2016 bestehende Nackenschmerzen, welche sich auf den Rücken und das Bein ausgedehnt hätten
, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(
Urk.
9/6)
.
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher
Hinsicht
und zog die Akten der zuständigen Unfallversicherung, der
Swica
,
und der Kranken
taggeldversicherung, der Vaudoise, sowie verschiedene Arztberichte bei (
Urk.
9/9, 9/11, 9/1
4, 9/18, 9/20-24, 9/32, 9/35).
Mit Mitteilung vom 2
0.
März 2018 stellte die IV-Stelle fest, dass aufgrund de
s
Gesundheitszustandes des Versicherten keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
9/15)
.
Am 2
2.
Mai 201
8
unterzog sich der
Versicherte
einer operativen Dekompression der Di
s
kushernie C5/6 (
Urk.
9/32/4).
Mit Vorbescheid vom 2
8.
Dezember 2018 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen
(
Urk.
9/38)
.
Der
nun
a
nwaltlich
vertretene
Versicherte
liess mit Schreiben vom 1
1.
März 2019
Ein
wand gegen den Vorbescheid der IV-Stelle erheben (
Urk.
9/45)
,
worauf
die IV-Stelle m
it Verfügung vom 2
8.
März 2019
einen
Anspruc
h auf eine
Inva
lidenr
ente
verneinte
(
Urk.
2
).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 1
6.
Mai 2019
Beschwerde erheben und
die Aufhebung der Verfügung vom 2
8.
März 2019 und die
Zusprache
einer ganzen Rente
beantragen
. Eventualiter beantragte
er
die erneute Begutachtung in psychiatrischer und orthopädischer Hinsicht.
Weiter stellte der Beschwerde
führer den prozessualen Antrag, dass ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und Rechtsanwältin Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen sei
(
Urk.
1)
.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Dies wurde
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10). In genannter Ver
fügung wurde dem Beschwerdeführer zudem die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm Rechtsanwältin Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertrete
rin für das Beschwerdeverfahren vor dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich bestellt (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen
fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
– gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
März 2019 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit der Begrün
dung, dass
aufgrund der Befunde aus dem Gutachten der
Z._
vom
8.
März 2018 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beim Beschwerde
führer best
eh
e.
Aus medizinischer Sicht seien die geklagten Beschwerden durch die Diskushernie C5/6 nicht begründbar.
Er sei damit in der angestammten Tätig
keit als Verkäufer und Geschäftsführer sowie in jeder angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
lässt
in der Beschwerde vom 1
6.
Mai 2019 geltend
machen
,
dass er seit dem Vorfall vom 2
2.
Juni 2016 an ständigen massivsten Schmerzen im Bereich des Nackens, Hinterkopfs und des gesamten Rückens bis in den Lendenwirbelsäulenbereich leide. Er sei daher seit dem 2
3.
Juni 2016 vollständig erwerbsunfähig. Mangels Besserung der Schmerzsituation sowie angesichts der Ausschöpfung der konservativen Therapiemöglichkeiten habe sich der Beschwer
deführer schliesslich am 2
2.
Mai 2018 aufgrund der Nackenschmerzen mit Ausstrahlung einer Operation unterzogen.
Im Austrittsbericht habe
der Operateur,
Dr.
med. A._
,
zwar noch festgehalten, dass der Beschwerdeführer postoperativ zervikal deutlich weniger Beschwerden zeige und auch die Ausstrahlung
regre
dient
sei, doch der Bericht vom 1
1.
Juni 2018 habe bereits festgehalten, dass der Beschwerdeführer wieder Ausstrahlungen über die linke Schulter bis zum Arm und Daumen habe.
An der unveränderten Schmerzsituation vermöge auch nichts zu ändern, dass
Dr.
A._
festgehalten habe, dass der Beschwerdeführer mit dem Operationsergebnis zufrieden sei. Die aktuelle Schmerzsituation präsentiere sich unverändert, wie vor der Operation. Demnach würden die auf den Unfall zurück
zuführenden Schmerzbeschwerden am Rücken zu einer vollständigen Erwerbs
unfähigkeit des Beschwerdeführers führen.
Weiter führt der Beschwerdeführer aus, dass ihm aufgrund der chronifizierten Schmerzsituation eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Beschwerden (chronische Nacken- und Rückenschmer
zen) von
Dr.
med. B._
diagnostiziert worden sei. Diese führe zu einer vollständigen Ar
beitsunfähigkeit. Weiter weist
er in seiner Beschwerde darauf hin, dass das Gutachten vom
8.
März 2018 vor der Operation erstellt wor
den sei. Es spiegle insofern nicht
seinen
aktuellen Gesundheitszustand in ortho
pädischer Hinsicht wieder, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne und der Beschwerdeführer im Sinne eines Eventualantrages erneut in orthopädischer Hinsicht zu begutachten sei.
Weiter verstehe sich von selbst, dass sich die nicht verbesserte Schmerzsituation nach der Operation ungünstig auf die psychische
Verfassung des Beschwerdeführers ausgewirkt habe, weshalb auch die psychiat
rische Konklusion im Gutachten nicht mehr aktuell und daher nicht zutreffend sei. Der Beschwerdeführer sei daher
eventualiter
sowohl in orthopädischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht erneut zu begutachten (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang insbesondere die
Frage
der Arbeitsfähigkeit.
3.
3.1
Im
MRI-Bericht von
Dr.
med.
C._
vom 2
9.
Juni 2016
stellt
e
diese
eine Segment-Degeneration C5/6 mit grosser
mediolinkslateraler
Diskushernie mit Eindellung des
Myelons
auf diesem Niveau fest. Anteile dieses Vorfalls sch
ie
nen, gemäss
Dr.
C._
, frischer zu sein (
Urk.
9/11/4).
3.
2
Im Bericht
vom 1
2.
Juli 2016
von
PD
Dr.
med.
D._
, Chefarzt Wirbelsäu
lenchirurgie, und
Dr.
med.
E._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie
, beide tätig
in der Universitätsklinik
F._
,
stell
t
en diese die Diagnose einer Diskushernie auf Höhe C5/6 links mit Verlagerung des
Myelons
sowie einer HWS-Distorsion am 2
2.
Juni 2016 bei Autoauffahrunfall (
Urk.
9/11/63).
Klinisch weise der Beschwerdeführer eine Hypästhesie im gesamten linken Bein auf, jedoch keine deutliche
Radikulopathie
der oberen oder unteren Extremitäten. Ob die Hypäs
thesie durch die
Myelonverlagerung
verursacht werde, sei unklar (
Urk.
9/11/64).
Im Sprechstunde
n
bericht vom
2
4.
Juli 2016
h
iel
ten die vorgenannten Ärzte
fest, dass eine neurologische und neurophysiologische Untersuchung vom 2
1.
Juli 2016 keine Hinweise für eine Leitimpulsstörung bei Diskushernie auf der Höhe C5/6 gezeigt habe.
D
er Beschwerdeführer
weise
klinisch eine Hypästhesie im linken Bein auf, welche am ehesten auf die Diskushernie zurückzuführen sei
.
Es würden passend dazu auch intermittierende
Hypästhesien
im linken Arm auftre
ten.
Bei jeglicher Verschlechterung der Symptomatik würden sie auf eine Opera
tion drängen.
Einer
solchen
gegenüber zeige sich
der Beschwerdeführer
sehr skeptisch
(
Urk.
9/11/60
-61
)
.
3.
3
In der
Aktenbeurteilung vom 7. November 2016 stellte Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemein- und Unfallchirurgie,
folgende
Diagnosen
(Urk. 9/11/85)
:
-
Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule im Rahmen einer Heck
kollision am 22. Juni 2016
-
Diskushernie auf Höhe C5/C6 links mit Verlagerung des
Myelons
Er führt
e
aus,
die vom Beschwerdeführer subjektiv beklagten Beschwerden könn
ten anhand der Unterlagen objektiviert werden und sie seien auf die Diskushernie C5/C6 zurückzuführen. D
er Unfall vom 22. Juni 2016 sei
jedoch
nicht die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung. Die zervikale Diskushernie C5/C6 sei zweifelsfrei vorbestehend und
nicht durch
dieses Bagatelltrauma verursacht worden. Im Rahmen dieses Traumas sei die Diskushernie lediglich symptomatisch geworden. Es sei damit zu einer vorübergehenden, aber nicht richtungsgebenden Verschlimmerung eines Vorzustands an der Halswirbelsäule gekommen. Aktuell würde keine spezielle Therapie durchgeführt und lediglich der weitere Verlauf abgewartet. Demzufolge sei wahrscheinlich von keiner nam
haften Besserung der Ge
sundheitsschädigung auszugehen.
Sollte es zu einer Verschlechterung kommen, sei die Indikation zur Operation gegeben. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen sei keine sichere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers möglich. Er gehe davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
wieder gegeben sei. Die Prognose hänge vom weiteren Verlauf ab
(
Urk.
9/11/85-86)
.
3.
4
Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers, der Vaudoise Versicherung, wurde durch die
Abklärungsstelle
Z._
eine
p
olydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdefüh
rers durchgeführt.
Der Beschwerdeführer wurde
hierzu
in neurologischer, ortho
pädischer und psychiatrischer Hinsicht begutachte
t
.
3.
4
.1
Dr.
med.
H._
,
Fachärztin für
Neurologi
e
, führt
e
in ihrem Teilgutachten
vom 8.
März 2018
(
Urk.
9/35/3-16)
aus, dass kein ausreichende
r
Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit mindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem bestehe.
Der erhobene klinische Befund zeige keine Reflexdifferenzen und keine Paresen.
Subj
ektiv gebe der Beschwerdeführer
, bei intakte
m
Empfinden für Berührung und Schmerz, Kribbelparästhesien im Bereich des gesamten linken Beins und des gesamten linken Arm
s
, proximal betont im Arm, an. Die Verteilung der angegeben
en
Parästhesien beginne damit aber oberhalb der Segmentebene von C6 oder C
5.
Bereits aufgrund dieses Verteilungsmusters sei die bislang ange
nommene Genese im Rahmen einer Kompression bzw. Irritation des Rückenmarks nicht plausibel, da die nervale Versorgung der als betroffen angegebene
n Schul
terregion das Rückenmark
bereits oberhalb der Ebene HWK 5 und 6 verl
asse
. Die bisher aktenkundige Kausalitätsannahme widerspräche der bekannten humanen Anatomie.
Zudem
würden Hinweise auf eine dissoziierte Empfindungsstörung
fehlen. So läge namentlich keine Schmerz- und Temperaturempfindungsstörung der rechten Körperhälfte vor, obschon der Tractus
spinathalamicus
bekanntlich auf spinaler Ebene kreuze.
Dr.
H._
führt
e
weiter aus, dass
die
gesamte bisherige Kausalitätsannahme damit allenfalls spekulativ sei, zumal auch keine Signal
störung
des Rücke
n
markes kernspintomographisch nachgewiesen worden sei.
Für die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden fände sich also kein schlüssiges objektives Korrelat. Für eine Spinalnervenwurzelläsion von C6 ergebe sich kein ausreichender Anhalt. Die Wiederaufnahme einer Arbeit sei gemäss
Dr.
H._
ab sofort vollumfänglich zumutbar
(
Urk.
9/35/13)
.
In Bezug auf die divergenten Beurteilungen in den
Vorakten
führt
e
Dr.
H._
aus, dass
a
llen Voreinschätzungen gemein sei, dass die unzureichende anatomische Plausibilität der reklamierten sensiblen Störung nicht hinreichend thematisiert worden sei. Belege für eine bildmorphologische von
Dr.
C._
im Juni 2016 (vgl.
Urk.
9/11/4) beschriebene Kompression der Nervenwurzel C6 links lasse sich klinisch nicht feststellen. Es bestehe hier keine Korrelation zwischen klinischem Befund und den Ergebnissen der bildgebenden Diagnostik
(
Urk.
9/35/15)
.
3.
4
.2
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurg
ie
und Traumatolog
i
e des Bewegungsapparates,
Manuelle Medizin SAMM,
führt
e
in seinem orth
opä
dischen Teilgutachten vom 8.
März 2018
(
Urk.
9/35/17-31)
aus, dass der klinische Befund eine freie spontane Beweglichkeit im Bereich der gesamten Wirbelsäule zeige. Auch die weitere Prüfung des Achsenskeletts sowie der übrige Befund seien ohne namhafte objektive Auffälligkeiten.
Aktenkundig sei ein Bandscheibenvor
fall im Segment HWK
5/6 beschrieben. Aktenkundig sei jedoch auch beschrieben, dass die durchgeführten neurophysiologischen Untersuchungen keine Leitungs
störung des
Myelons
verifizieren konnten und es sei auch ausgeführt worden, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung keine radiologischen
Myelopathiesignale
oder klinisch objektivierbare Zeichen für eine spinale Läsion vorlägen. Der Gutachter könne die aktenkundige Empfehlung einer spinalen Operation nicht bestätigen. Dies auch deshalb, weil die beschriebenen Schmerzen in ihrer Darbie
tung untypisch für eine durch eine Diskushernie bedingte radikuläre Störung seien. Die spontane Mobilität zeige zudem keine namhafte
n
Einschränkungen.
Eine Rückenmarksschädigung sei elektrophysiologisch und bildmorphologisch nicht belegt.
Dr.
I._
führt weiter aus, die bisherige Attestierung der Arbeits
unfähigkeit fusse vor allem auf der Bildgebung und der subjektiven Schmerzan
gabe
des Beschwerdeführers
, habe jedoch den klinischen Befund und die spontane Beweglichkeit nicht erkennbar ausreichend einbezogen und könne daher versicherungsmedizinisch nicht genügen
(
Urk.
9/35/28)
.
So bestehe kein
aus
reichender
Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit limitierende orthopädische Erkrankung.
Dr.
I._
stellt
e
folgende Diagnose:
-
Bildmorphologischer zervikaler Bandscheibenvorfall ohne ausreichenden Beleg eines behinderungsrelevanten objektiven Befundkorrelats
Aus Sicht des
orthopädischen
Gutachters sei daher eine die Arbeitsfähigkeit in der angestammten/letzten oder jedweder vergleichbaren Tätigkeit limitierende orthopädische Erkrankung nicht hinreichend anhand objektiver klinischer Störungsbefunde belegt
(
Urk.
9/35/29)
.
3.
4
.3
Dr.
med. J._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
stellt
e
in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom
8.
März 2018
(
Urk.
9/35/32-44)
fest, dass kein ausreichender Anhalt für eine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei
m
Beschwerdeführer
best
eh
e.
Er führt
e
aus, dass diskrepant zum Beschwerdevortrag im AMDP-konform erhobenen psychiatrischen Befund keine erheblichen Beeinträchtigungen zu objektivieren seien. So würden insbe
sondere Stimmung, Antrieb und affektive Schwingungsfähigkeit nicht namhaft beeinträchtig wirken. Ein depressives Syndrom sei s
o
mit nicht ICD-10-konfor
m
zu diagnostizieren. Auch für eine anderweitige psychiatrische Erkrankung fände sich kein ausreichender Anhalt. So sei auch eine
Traumafolgestörung
nicht zu diagnostizieren, weil es sich zum einen bei dem Unfallereignis nicht um ein lebensbedrohliches oder katastrophales Geschehen (
aufgrund
Fortsetzung der Fahrt, keine gravierenden äusseren Verletzungen) handle
und die ICD-10-Kriterien eines eine traumatische Folgestörung begründenden Ereignisses mithin nicht erfüllt seien. Die Achsensymptomatik einer posttraumatischen Belastungs
störung sei
ebenfalls
nicht zu erfragen gewesen.
Gemäss
Dr.
J._
liege auch keine somatoforme Schmerzstörung vor. Zusammenfassend sei damit keine psy
chiatrische Erkrankung anhand der geforderten ICD-10-Kriter
i
en dargestellt
(
Urk.
9/35/41-43)
.
3.
5
Prof.
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapp
a
rates
, stellt
e
in seinem Bericht vom 2
4.
April 2018 folgende Diagnose
n
(
Urk.
9/32/1)
:
-
Grosse chronische Diskushernie mit foraminaler Stenose C5/6 und
Radikulopathie
C6 links
-
Beginnende Segmentdegeneration L4/5 und L5/S1 ohne Stenose
Weiter h
iel
t
Dr.
A._
fest, dass eigentliche motorische Ausfälle der oberen und unteren Extremitäten nicht bestehen würden.
Der Röntgenbefund zeige vor allem eine deutliche Segmentdegeneration C5/6 und auch beginnend bei C6/
7.
Auf C5/6
zeige sich eine deutliche Diskushernie links, die im Vergleich zu den Auf
nahmen vom Mai 2017 leicht weniger geworden sei (
Urk.
9/32/1).
Dr.
A._
empfahl die Dekompression und monosegmentale Fusion
(
Urk.
9/32/2)
,
w
elche sodann am 2
2.
Mai 2018 durchgeführt wurde
(
Urk.
9/32/4).
Intraoperativ zeigte sich gemäss Operationsbericht vom 2
2.
Mai 2018 eine massive Vernarbung nach dorsal mit auch
schwerer Stenose C5/6 vor
allem links und ein
Spondyl
o
phyt
, der praktisch auf die Wurzel drücke (
Urk.
9/32/4).
Im Austrittsbericht
(undatiert)
hielt
Dr.
A._
fest
, dass der Beschwer
deführer vom 2
1.
bis 2
6.
Mai 2018 hospitalisiert
gewesen sei.
Die Dekompression C5/6 links habe gut durchgeführt werden können. Der Beschwerdeführer habe postoperativ deutlich weniger Beschwerden zervikal gezeigt und auch die Ausstrahlung sei deutlich
regredient
. Der Beschwerdefüh
r
er habe in gutem Zustand und mit deut
licher Verbesserung der Schmerzsituation am 2
6.
Mai 2018 entlassen werden können (
Urk.
9/3
2
/5).
3.
6
Im Bericht vom 3
0.
Mai 2018 stellt
e
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
folgende Diagnosen (
Urk.
9/21):
-
Mittelgradige depressive Episode mit somatischen Beschwerden ICD-10: F32.1
-
Chronische Nacken und Rückenschmerzen
Dr.
B._
berichtet
e
, dass gemäss
Angaben des Beschwerdeführers dessen
Leben nach dem Unfall völlig andere Dimensionen angenommen
habe
. Seine Lebens
qualität habe sich sehr verschlechtert. Aufgrund der Schmerzen leide er unter psychischen Beschwerden, wie innere Unruhe, Schlafstörungen, Stimmungs
schwankungen, Verbitterungsgefühlen, sozialem Rückzug, Konzentrationsman
gel, Antriebslosigkeit und körperliche
r
Müdigkeit. Aktuell könne der Beschwer
deführer in diesem Zustand nicht arbeiten. Es hänge von dem Ergebnis der bevorstehenden Operation ab, ob es dem Beschwerdeführer besser gehen w
er
d
e
. Der Beschwerdeführer ist gemäss Bericht seit
5.
Januar 2017 bei
Dr.
B._
in Behandlung und komme alle zwei Wochen zur psychotherapeutischen Sitzung.
3.
7
Mit
Bericht vom 1
1.
Juni 2018
gab
Dr.
A._
wieder,
dass der Beschwerdeführer angebe, Ausstrahlungen über die
linke
Schulter zu haben. Die deutlichen dorsalen zervikalen
Schmerzen seien
jedoch
verschwunden.
Dr.
A._
führt
e
die Schulter
schmerzen und die Schmerzen bis zum Arm und Daumen auf die langwierige Kompression foraminal der Wurzel C6 zurück, g
ing
jedoch von einer Erholung in den nächsten Monaten aus
(
Urk.
9/32/6)
.
Dr.
A._
h
iel
t im Bericht vom 2
2.
August 2018 fest, dass der Beschwerdeführer sehr zufrieden mit dem Resultat der Halswirbelsäulenoperation sei. Er habe noch etwas
nuchale
Schmerzen, im Vordergrund stünden aktuell aber eher Knie
schmerzen auf der
linken Seite. Der Röntgenbefund
habe eine identische Stellung im Bereich der Halswirbelsäule ohne Lockerungszeichen gezeigt.
Dr.
A._
stellt
e
einen klinisch und radiologisch erfreulichen Verlauf bezüglich die Halswirbel
säule fest. Im Bereich des linken Kniegelenks seien die Gelenkspalten unauffällig. Es zeige sich ein
Metallartefakt vor der Patellarsehne
. Er veranlasste eine MRI-Untersuchung zum Ausschluss einer Meniskusläsion (
Urk.
9/32/7)
.
Nach durchgeführter MRI-Untersuchung stellte
Dr.
A._
im Bericht vom 3. Sep
tember 2018 zusätzlich folgende Diagnose:
-
Mediale
Menis
kushinterhornläsion
Knie links
-
Knieschmerzen link
s
medial
Die MRI-Untersuchung habe demnach eine
Meniskushinter
hornläsion
medial links gezeigt, ohne Korbhenkel.
Dr.
A._
empfahl eine Konsultation beim Knie
spezialisten PD
Dr.
K._
(
Urk.
9/32/8)
.
3.
8
Dr.
med. L._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, vom Reg
ionalen Är
zt
lichen Dienst (RAD), stellt
e
in seinem Bericht vom 2
2.
März 2019
fest, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin dem
Z._
-Gutachten gefolgt werden könne.
Im Gutachten sei nachvollziehbar dargelegt worden, weshalb die geschild
erten Beschwerden nicht auf die
in der Bildgebung nachgewiesene Di
s
kushernie C5/6 zurückgeführt werden könn
ten
. Auch
Dr.
A._
habe mit seinem Untersuchungsbefund vom 2
4.
April 2018 bestä
tigt, dass keine klinische Symptomatik für eine C6-Radikulopathie vorl
äge
. Die Operationsindikation habe auf der Bildgebung und dem Umstand, dass die konservative Behandlung zu keiner Besserung der subjektiven Beschwerden geführt habe, beruht.
Dr.
A._
habe am 2
2.
September 2018 festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden sei.
Die
Operation
habe
damit dem Zustand im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht verschlechtert. Die neu beschriebenen Kniebeschwerden seien behandelbar und würden zunächst keinen Gesundheitsschaden mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit darstellen. Im
psychiatrischen
Gutachten
sei weiter
anhand von Anamnese und Psychopathologie gut dargestellt, weshalb keine gravierenden psychischen Störungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorl
ä
gen.
Die
Einwandbegründung
des Beschwerdeführers wonach die beklagten Beschwerden durch die Diskushernie C5/6 objektivierbar seien, sei aus medizinischer Sicht nicht begründbar. Alle aktenkundigen Befunde widersprächen einer C6-Radikulopathie. Ein erhebl
icher Teil der Beschwerden sei
anatomisch nicht durch eine Pathologie im Segment
C5/6 erklärbar
(
Urk.
9/48/5)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die Stellungnahme
des RAD-Arztes
Dr.
L._
und das Gutachten
der
Z._
vom
8.
März 2018 ab
(
Urk.
2)
.
4.2
4.2.1
Der orthopädische Teilgutachter,
Dr.
I._
,
untersuchte den Beschwerdeführer am
1.
Februar 2018 (
Urk.
9/35/17).
Der ausführliche klinische Untersuchungs
befund nennt keine namhafte objektive Auffälligkeit (
Urk.
9/35/23-27). Es habe sich vielmehr eine freie spontane Beweglichkeit im Bereich der gesamten Wirbel
säule gezeigt (
Urk.
9/35/28). Der Gutachter konnte damit die damals bereits aktenkundige Empfehlung für eine spinale Operation nicht bestätigen
und keinen orthopädisch begründeten Anhalt für die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit nen
nen
(
Urk.
9/35/28)
.
Auch das neurologische Teilgutachten vom
8.
März 2018 kommt zum Schluss, dass die bis dahin angenommene Genese im Rahmen einer Kompression oder Irritation des Rückenmarks nicht plausibel sei, da die nervale Versorgung der als betroffen angegebene Schulterregion das Rückenmark bereits oberhalb der Ebene HWK 5 auf 6 verlasse. Die bisher angenommene Kausalität widerspräche damit der bekannten humanen Anatomie (
Urk.
9/35/13).
Selbst
Dr.
A._
bestätigte im Bericht vom 2
4.
April 2018, dass keine klinische Sympto
matik für eine C6-Radikulopathie vorliege
, da keine motorischen Ausfälle der oberen oder unteren Extremitäten bestehen würden
(
Urk.
9/
32/1)
. Zwar stellt der intraoperative Befund einer schweren Stenose C5/6 und des festgestellten
Spon
dylophyten
, welcher praktisch auf die Wurzel C6 gedrückt habe (
Urk.
9/32/4), den Ausschluss einer massgeblichen
Radikulopathie
C6 im neurologischen Gutachten des
Z._
(
Urk.
9/34/13) bis zu einem gewissen Grad in Frage. Die weitgehend unauffällige klinische Befundlage sowohl in neurologischer wie auch orthopädi
scher Hinsicht und die nachvollziehbar fehlende Korrespondenz der geltend gemachten Beschwerden zum Segment C5/6 lässt den Ausschluss einer massge
blichen Arbeitsunfähigkeit in somatischer Hinsicht durch die Gutachterpersonen den
Z._
jedoch als begründet erscheinen. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer die von
Dr.
A._
im Austrittsbericht (
Urk.
9/32/5) und am 1
1.
Juni 2018 sowie am 2
2.
August 2018 (
Urk.
9/32/6 und
Urk.
9/32/7) beschrie
bene Verbesserung der zervikalen Beschwerden in seiner Beschwerde vom 1
6.
Mai 2019 nicht (mehr) bestätigte und erklärte, es läge aktuell eine unverän
derte Schmerzsituation im Vergleich zum voroperativen Zustand vor (
Urk.
1
S. 5), womit er die Beurteilung von
Dr.
H._
,
Dr.
I._
und dem RAD-Arzt
Dr.
L._
,
gemäss welchen keine C6-Radikulopathie vorgelegen habe, weshalb die Indikation zur Operation nicht gegeben gewesen sei,
indirekt
bestätigte.
Entsprechend ist gestützt auf deren ärztliche Beurteilungen als erstellt zu betrach
ten, dass der Beschwerdeführer aus neurologischer und orthopädischer Sicht wohl im Nachgang zum Unfall vom 2
2.
Juni 2016 während einiger Zeit in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Spätestens ab dem Zeitpunkt der neurolo
gischen Untersuchung durch
Dr.
H._
am
1.
Februar 2018 (vgl.
Urk.
8/35/3) bis zur Operation vom 2
2.
Mai 2018 und damit auch im Zeitpunkt des
frühest
mög
lichen Rentenbeginns am
1.
April 2018 (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG) lässt sich dagegen eine körperlich bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht
mehr
erstellen.
Für die
Zeit der
Operation sowie für die
darauffolgende
Heilungsphase ist
erneut
von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen, die jedoch die
zeit
lichen
Voraussetzungen von
Art.
28
Abs.
1 IVG nicht zu erfüllen vermag.
Der Beschwerdeführer war aktenkundig zunächst mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden und berichtete mehrfach über gelinderte Schmerzen (
Urk.
9/32/5-7), weshalb eine Verschlechterung der Situation nach der Operation nicht ersichtlich ist. Die Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
L._
stützt sich auf diese Aktenlage und begründet nachvollziehbar, weshalb auch weiterhin, nach der Operation, der Beurteilung im Gutachten der
Z._
gefolgt werden kann, hat doch die Opera
tion den Zustand im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung nachvollziehbar nicht verschlechtert (
Urk.
9/48/5).
Die gemäss Berichten von
Dr.
A._
offenbar neu aufgetretenen Knieschmerzen des Beschwerdeführers sind als behandelbar einzustufen und begründen
zumindest vorläufig
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden.
So
wurden
diese Knieschmerzen in der Beschwerdeschrift vom 1
6.
Mai 2019
auch
nicht aufgeführt (
Urk.
1 S. 5
ff.
).
4.2.
2
Nachdem
aufgrund des festgestellten medizinischen Sachverhalts
festste
ht
, dass beim Beschwerdeführer keine
somatisch und damit auch keine
orthopädisch begründete langandauernde Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorliegt
,
kann auf
eine weitere medizinische Abklärung im Sinne der vom Beschwerdeführer beantrag
t
en erneut
en orthopädischen Begutachtung in antizi
pierter Beweiswürdigung
verzichtete werden
(BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V E.1d)
.
4.
3
Zum psychischen Gesundheitszustand
führt
e
der Beschwerdeführer aus, dass
Dr.
B._
aufgrund der chronifizierten Schmerzsituation eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Beschwerden diagnostiziert habe. Tatsache sei demnach, dass er seit dem Unfall vom Juni 2016 und der bestehenden Schmerzsituation Depressionen entwickelt habe und seit Januar 2017 in psycho
therapeutischer Behandlung steh
e
(Urk.1/
Rz
. 17-18). In der Beschwerdeschrift
wurde
noch die Nachreichung eines Arztberichts von
Dr.
B._
vo
n
Juni 2019 in Aussicht gestellt (
Urk.
1/
Rz
. 18). Dieser Bericht ist jedoch bis zur
Entscheid
fällung
nicht ins Recht gelegt worden
.
Entgegen den
Vorbringen
in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1/
Rz
. 18
) sowie d
en
Angaben im Bericht von
Dr.
B._
vom 3
0.
Mai 2018 (
Urk.
9/21/2
),
wonach der Beschwerdeführer seit
Januar 2017 in psychotherapeutischer Behandlung sei,
wurde im psychiatrischen Teilgutachten vom
8.
März 2018 festgehalten, dass der Beschwerdeführer
sich
gemäss eigenen A
ngaben
erst seit zwei Monaten
psychi
atrisch
behandeln lasse
(
Urk.
9/35/34
). Auch in der Anmeldung zum Leistungs
bezug bei der Invalidenversicherung vom 1
1.
Oktober 2017 führte der Beschwer
deführer weder psychische Beschwerden noch
Dr.
B._
als behandelnden Psychiater oder
Dr.
M._
als behandelnden Psychologen auf
(
Urk.
9/6)
.
Dies lässt starke Zweifel an der von
Dr.
B._
attestierten 100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
ab
5.
Januar 2017, welche mit dem ersten Behandlungstermin korrespondieren soll, aufkommen (
Urk.
9/21/2
) und
stellt
die Zuverlässigkeit der restlichen Angaben im genannten Bericht
ebenfalls
in Frage.
In Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist
zudem
grundsätzlich
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
In Gegensatz dazu rechtfertigen sich am Beweiswert des psychiatrischen Gutach
tens von
Dr.
J._
vom
8.
März 2018 keine ernsthaften Zweifel.
Dr.
J._
schloss gestützt auf eine umfassende Aktenkenntnis, seine sorgfältig erhobene Anamnese und die Befunderhebung im Gegensatz zu
Dr.
B._
nachvollziehbar das Vorliegen eines psychischen Gesundheitszustandes mit Krankheitswert aus (
Urk.
9/35/32-43).
Mängel am psychiatrischen Teilgutachten vom
8.
März 2018 selbst, die dessen Beweiswert schmälern würden, vermag der Beschwerdeführer
jedenfalls
nicht aufzuzeigen
;
auch
reichte
er
keine neuen
Berichte
ein, die eine Verschlechterung seiner psychischen Gesundheit nahelegen würden.
Die Vorinstanz durfte dem
nach auf das Gutachten abstellen.
Eine
indikatorengeleitete
Überprüfung
erübrigt sich aufgrund des grundsätzlichen Fehlens eines psychischen Leidens des Beschwerdeführers (
Urteil des Bundesgerichts
8C_858/2017 vom 1
7.
Mai 2018,
E. 3.2).
Damit ist auch der psychische
Gesundheitszustand
rechtsgenügend erstellt, womit sich eine weitere medizinische Abklärung, wie vom Beschw
erde
führer beantragt,
ebenfalls
erübrigt.
4.
4
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Gutachten der
Z._
vom
8.
März 2018 umfassend Stellung zur Frage der vorhandenen Gesundheits
störungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nimmt. Das Gutachten wurde nach der Durchführung von Untersuchungen durch alle Fachexperten erstellt, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und erging in Kenntnis der
Vorakten
(
Urk.
9/35).
Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt darauf das Vorliegen einer länger andauernden wesentlichen Arbeitsunfähigkeit im hier massgeblichen Zeitraum zu Recht aus.
Eine
langandauernde
Verschlech
terung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nach der Operation vom 2
2.
Mai 2018 ist
weder in
somatischer
noch in psychischer Hinsicht
erkennbar und
wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht (
Urk.
1 S. 4
ff.).
Damit ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwer
degegnerin hat zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.
--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
, zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Mit Verfügung vom
2
6.
Juni 2019
(
Urk.
10
) wurde de
m
Beschwerdeführer Rechts
anwältin
Dina
Raewel
als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt.
Da diese von der Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen, keinen Gebrauch gemacht hat, ist die Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozes
ses festzulegen (vgl.
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozi
alversicherungsge
richt; GSVGer)
und
unter Berücksichtigung der genannten Kriterien von Amtes wegen auf
Fr.
1'
7
00.-- (inkl. Barauslagen und Me
hrwertsteuer) festzusetzen.
D
er
Beschwerdeführer ist abschliessend auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an die unentgeltliche Rechtsvertreterin verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.