Decision ID: aba83ad3-ec47-4e22-a2c3-2dffb37940b5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1961
geborene
X._
war
zuletzt seit
Januar
1988
als
Gerüst
mon
teu
r
bei der
Y._
angestellt
.
Am 17. Oktober 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2013 (
letzter effektiver Arbeitstag 6. November 2012;
Urk. 8/16/
1 f. und
25).
Am 3. April 2013 meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis auf Nacken- und
Rücken
probleme
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und liess den Versicherten polydisziplinär (
All
gemeine Innere Medizin/Psychiatrie/Rheumatologie)
begutachten (Expertise vom 27. November 2014; Urk. 8/43). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfah
ren
(Urk. 8/
48
) sprach sie
dem
Versicherten
mit Verfügung vom 23. März 2015 (Urk. 2) eine vom 1. November 2013 bis
30.
November 2014 befr
istete ganze Invalidenrente zu.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 7. Mai 2015 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, in Abänderung der Verfügung vom 23. März 2015 sei die
Vorinstanz
zu verpflichten,
ihm
eine zeitlich unbefristete ganze Rente
zuzusprechen und aus
zurichten.
Am 4. Juni 2015
(Urk. 7)
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 24. Juni 2016 (Urk. 10)
reichte der Beschwerde
führer weitere Unterlagen ein (Urk. 11/1-6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. Juli 20
16 auf eine Stellungnahme
dazu
(Urk.
13), was dem Beschwerde
führer am 10. August 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (sog.
Invaliden
-
einkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nic
ht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, wo
rauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzuse
tzen ist (vgl. BGE 121
V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d
am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
Ver
fügung vom 2
3.
März 2015 (Urk. 2) damit, dass dem Beschwerdeführer nach Ablauf der Wartezeit bis Ende August 2014 keine Arbeitstätigkeit mehr zumutbar gewesen sei. Aufgrund einer Verbesserung des Gesundheitszustandes sei er jedoch seit September 2014 in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Ab Dezember 2014 be
stehe demnach kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr.
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1),
es sei keine namhafte Verbesserung seines Gesundheitszustandes eingetreten, wes
halb die Zusprechung einer unbefristeten
Invalidenrente beantragt werde.
Dem psychiatrischen Gutachten komme aus verschiedenen Gründen kein Beweiswert zu, insbesondere habe sich der Gutachter nicht mit den
Vorakten
auseinander
gesetzt.
Im Verfahren ergänzte er (Urk. 10), der Krankheitsverlauf bestätige die Fehleinschätzung des
psychiatrischen
Gutachters.
3.
3.1
PD Dr. med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, welcher den Beschwerdeführer auf Zuweisung der Hausärztin am 3
0.
November 2012 und 1
5.
Januar 2013 untersucht hatte, diagnostizierte mit Bericht vom 1
5.
Februar 2013 (Urk. 8/10/11) eine
protrusive
Discopathie
C2/3 und C3/4, eine
Discopathie
mit Stenose L4/5 sowie M47.2 (
Arteria
-
spinalis
-
anterior
-Kompressionssyndrom und
Arteria
-vertebralis-Kompressionssyndrom
im
Zervikalbereich
). Er bestätigte eine Arbeitsunfähigkeit seit November 2012 und erachtete eine leichtere Tätig
keit in reduziertem Ausmass als möglich (vier
bis sechs Stunden pro Tag, Urk.
8/19/4).
3.2
Dr. med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welche den Beschwer
deführer seit
7.
September 2012 betreut, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 2
4.
Juli 2013 (Urk. 8/20/4-8) eine mittelschwere depressive Episode ohne soma
tisches Syndrom, differenzialdiagnostisch Angst und depressive Reaktion ge
mischt sowie anamnestisch ein
cervicobrachiales
Syndrom mit Schmerzen und Parästhesien. Sie schilderte eine Verschlechterung der depressiven Erkrankung per November 2012 im Rahmen der
zervikobrachialen
Symptomatik und attes
tierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit 7. November 201
2.
3.
3
Oberärztin Dr. med
.
B._
und Assistenzärztin Dr. phil
.
C._
von
der
D._
führten im
Austrittsbe
richt
vom 2
1.
November 2013 (
Urk.
8/29/4-7) folgende Diagnose auf (S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradige Episode
Ergänzend hielten sie fest, dass der Beschwerdeführer vom 2
7.
August bis 18. September 2013 stationär und anschliessend bis am 1
0.
Oktober 2013
teil
stationär
in ihrer Klinik hospitalisiert gewesen sei.
Der psychische Befund beim Eintritt lautete (S. 2): „Wacher, bewusstseinsklarer Patient mit erhaltener Orien
tierung in allen Modalitäten. Kontaktverhalten freundlich. Affektiver Rapport vorhanden. Antrieb und Psychomotorik unauffällig. Aufmerksamkeit, Kon
zentration und Gedächtnis unauffällig. Stimmung
euthym
. Affekt: gereizt, in
nerlich, affektlabil. Keine formale Denkstörung. Keine inhaltliche Denkstörung. Keine Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Keine Ängste. Zwänge nicht
eruierbar
. Krankheitsgefühl vorhanden. Appetit gut. Durchschlafstörung. Kann sich klar von Suizidalität distanzieren. Keine Agitiertheit oder Aggressivität feststellbar.“ Der Beschwerdeführer habe an der Arbeitstherapie teilgenommen.
Das Arbeitstempo sei aufgrund der benötigten Positionsveränderungen und der Schmerzsymptomatik insgesamt verlangsamt gewesen. Hinsichtlich der berufli
chen Perspektive erscheine eine Tätigkeit im geschützten Rahmen realistisch
(S.
3).
Durch eine Medikamentenanpassung habe eine deutliche Verbesserung des Zu
standes erzielt werden können.
Dieser
habe sich stabilisiert, so dass
d
er
Be
schwerdeführer
am 19
.
September 2013 habe in die Tagesklinik wechseln kön
nen. Der
Settingwechsel
sei ihm zunächst schwer gefallen.
Er habe über Grü
beln, Insuffizienzgefühle und Aggressivität bei Ungerechtigkeiten berichtet.
Nach einer
weiteren Medikamentenanpassung hätten sich diese Symptome
des
aktualisiert
. In deutlich gebessertem Zustand habe der Beschwerdeführer da
raufhin in die alten Verhältnisse entlassen werden können (S. 3 f
.
).
3.
4
Dr. med.
E._
, Allgemeine Medizin FMH, Dr. med.
F._
, Facharzt Psy
chiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. med.
G._
, Chefarzt im Ruhestand Rheumatologie,
von
der
H._
stellten in ihrem Gutachten vom 2
7.
November 2014 (
Urk.
8/43)
folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/43/14)
:
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit/bei
-
Segmentdegeneration L4/5 rechts mit Diskushernie
-
Verdacht auf
Wurzelclaudicatiosymptomatik
rechts
-
a
ktuell ohne sensible
m
oder motorische
m
Ausfallssyndrom
-
Chronisches HWS-Syndrom mit/bei
-
d
egenerativen Veränderungen mit
Diskusprotrusion
auf Höhe HWK4/5
-
a
ktuell ohne sensomotorische
m
Ausfallssyndrom
Zudem
hielten
sie folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
fest
:
-
Depressive Episode, gegenwärtig remittiert
-
Rezidivierende Schwindelattacken unklarer Ursache
-
DD: bei chronischem
Zervikalsyndrom
-
Status nach
Nephrolithiasis
bei rezidivierenden Nierenkoliken 2012
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit
Teilmeniskektomie
medial am 4. Januar 2002
-
aktuell beschwerdefrei
-
Status nach Appendektomie
Ergänzend führten sie aus, dass
die vom Beschwerdeführer beklagten Nacken- und Kreuzschmerzen auf ein chronisches Lendenwirbel- beziehungsweise
Hals
wirbelsäule-Syndrom
zurückzuführen seien. Klinisch lasse sich auf beiden Ebe
nen eine schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit nachweisen, es bestehe eine diffuse
Klopfdolenz
der Wirbelkörper. Neurologische Zeichen eines senso
motorischen Ausfallssyndroms hätten keine gefunden werden können. Die Be
funde seien auf degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule zurückzufüh
ren, diese seien radiologisch nachgewiesen. Die noch im Jahre 2012 und Ende 2013 vorhandene mittelgradig depressive Störung könne zum
Gutachtenszeit
punkt
nicht mehr nachgewiesen werden. Der Beschwerdeführer zeige keine rele
vante Störung der Affektivität mehr. Es könne somit keine
arbeitsfähigkeitsrele
vante
psychiatrische Diagnose mehr gestellt werden. Offenbar sei die bisherige stationäre und ambulante Therapie bezüglich Remission erfolgreich. Passend zur Annahme einer Remission der vorbeschriebenen depressiven Episode sei auch die aktuelle Medikation zu sehen, der Beschwerdeführer berichte von einer un
regelmässigen und seltenen Einnahme von
Mirtazapin
, worauf auch der
sub
therapeutische
Spiegel hinweise (
Urk.
8/43/
15-
16).
Seit 2.5 Jahren stehe der Beschwerdeführer einmal pro Monat in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Seit Februar 2014 sei er montags, dienstags und freitags zwischen 9 und 12.30 Uhr in
der psychiatrischen
Tagesklinik. Dort be
zieh
e er bei zwei Ärzten Therapien (
Urk.
8/43/33). Gemäss Dr.
F._
war
die Mitwirkung des Beschwerdeführers
bei der Begutachtung
eher fraglich. Zahlrei
che Beschwerden würden pauschal und nicht
präzisierbar
vorgetragen. In den Schilderungen sei er allgemein betont defizitorientiert, auch sei die Mitwirkung bei der Prüfung von einzelnen Bereichen des psychischen Funktionierens, ins
besondere der Kognition und der
Mnestik
, eingeschränkt. Dies ergebe ein Profil, welches keiner nach ICD-10 diagnostizierbaren psychischen Störungen zuge
ordnet werden könne. Die Ergebnisse der Screening-Validierungstests würden den Eindruck der fehlenden Validität des Befundes bestätigen. Es bestünden Anhaltspunkte für eine Aggravation und Simulation.
Ein detaillierter psycho
pathologischer Befund könne
beim Beschwerdeführer
nicht erhoben werden
(Urk. 8/43/35 und 37).
In der angestammten Tätigkeit bestehe aufgrund der degenerativen Veränderun
gen der Hals- und der Lendenwirbelsäule, welche sich unter schweren körperli
chen Belastungen verstärken würden, seit dem
7.
November 2012 keine Ar
beitsfähigkeit mehr. Für eine leichte körperliche Tätigkeit in Wechselstellung und -haltung, bei der keine Gewichte über 5 kg zu heben und auch keine
Über
kopfarbeiten
notwendig seien, bestehe hingegen ab dem Zeitpunkt der rheuma
tologischen Untersuchung, mithin seit dem
4.
September 2014,
eine volle Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
8/43/16). Der Verlauf der Arbeitsfähigkeit könne nicht an
ders beurteilt werden, als dies die damals behandelnden Ärzte getan hätten. In einer angepassten Tätigkeit habe wegen der Rückenbeschwerden und der mit
telgradig depressiven Episode vom
7.
November 2012 bis im April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. In diese Zeit falle auch die
Hospitalisa
tion
in der
D._
im September 2013 (Urk.
8/43/18).
4.
Das polydisziplinäre Gutachten der
H._
vom 2
7.
November 2014 (E. 3.
4
) beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, rheumatologischen und psychi
atrischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt.
Die Gutachter legten die medizi
nischen Zusammenhänge einleuchtend dar und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem
Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
auseinander.
Dr.
F._
(Psychiatrisches Fachgutachten,
Urk.
8/43/31-37) zeigte dabei auf, dass aufgrund der fraglichen Mitwirkung des Beschwerdeführers ein detaillierter psy
chopathologischer Befund nicht erhoben werden konnte. Trotz präzisierendem Nachfragen seitens des Gutachters blieben die Aussagen mehrfach vage,
bereits
die Schilderung des Tagesablaufes ist deshalb wenig aussagekräftig. Bei einer der Aufgaben weigerte er sich gar, diese zu komplettieren. Er begründete dies mit nicht ausreichender Schulbildung, was nach einem Gymnasiumabschluss nicht nachvollziehbar ist (S. 4 f.). Der Beschwerdeführer wohnt in
I._
und kam alleine zur psychiatrischen Begutachtung in Zürich. Anlässlich der Unter
suchung konnte er jedoch weder angeben, an welchem Ort, noch in welchem Kanton oder Land er sich gerade befand (S. 5). Auch an den Namen seiner be
handelnden Psychiaterin Dr.
A._
mochte er sich nicht erinnern (S. 3), ob
wohl er gemäss jener sonst immer auf sie verweise (
Urk.
8/56 S. 2). Der psychi
atrische Gutachter kam daraufhin zum Schluss, dass Anhaltspunkte für eine Aggravation und Simulation bestehen. Wenn Dr.
F._
in Anbetracht die
ser Umstände keine Anhaltspunkte für eine leichte oder gar mittlere depressive Episode mehr erkennen konnte, so ist dies nachvollziehbar. Insbesondere ist es nicht einer mangelhaft durchgeführten Begutachtung zuzuschreiben, wie dies der Beschwerdeführer geltend machte, sondern dem Verhalten des Beschwerde
führers. Dr.
F._
bestritt das Vorliegen einer im Jahre 2012 und Ende 2013 noch vorhandenen mittelgradigen depressiven Störung nicht, wies jedoch da
rauf hin, dass sich diese unter anderem dank
Seroquel
verbessert hat (vgl.
Aus
trittsbericht
der
D._
vom 2
1.
November 2013; E. 3.
3
) und heute nicht mehr nachweisbar ist. Eine Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erfolgte damit. Dass diese nicht detailliert ausfallen konnte, wie dies der Beschwerdeführer be
mängelte, ist in Anbetracht
seines
Verhaltens anlässlich der psychiatrischen Be
gutachtung nachvollziehbar und vermag das psychiatrische Gutachten jeden
falls nicht in Frage zu stellen. Die Gutachter gelangten zum begründeten und für das Gericht nachvollziehbaren Schluss
, dass
der
Beschwerdeführe
r
in einer
körperli
ch leichten, wechselbelastenden
Tätigkeit
voll
arbeitsfähig
ist, wobei das
wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 5 kg
und Überkopfarbeiten zu
verme
i
den
sind. Die angestammte Tätigkeit als Gerüstbauer ist ihm hingegen nicht mehr zumutbar. Die Gutachter legten dar, dass die Arbeitsunfähigkeit retrospektiv nicht anders beurteilt werden kann, als dies die behandelnden Ärzte damals getan haben. Weshalb sie dennoch ausführten, in einer angepassten Tä
tigkeit habe wegen der Rückenbeschwerden und der mittelgradig depressiven Episode bis im April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, ist nicht nachvollziehbar, ist dies doch den Arztberichten so nicht zu entnehmen. Nach
dem
die Gutachter
jedoch in ihrer Beurteilung zu Gunsten des Beschwerdefüh
rers davon ausgingen, dass die Arbeitsfähigkeit spätestens seit dem Zeitpunkt der
Begutachtung (September 2014) im dargelegten Umfang gegeben ist
, ist darauf nicht weiter einzugehen.
Das Gutachten entspricht damit den
rechtspre
chungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entschei
dungsgrundlage
(vgl. E. 1.
5
hiervor).
5
.
5
.1
Es ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer unter einem chronischen Lendenwirbel- beziehungsweise Halswirbelsäulen-Syndrom leidet und deshalb in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist. Der diesbezügliche Gesundheitszustand hat sich nicht verändert.
5.2
Der Beschwerdeführer machte
zudem
geltend,
er leide unter
psychischen Be
schwerden. Die depressive Episode ist j
edoch gemäss
H._
-Gutachter Dr.
F._
gegenwärtig remittiert. Passend dazu nimmt der Beschwerdefüh
rer das ihm verschriebene
Mirtazapin
nur noch unregelmässig und selten ein. Der Beschwerdeführer wandt
e ein, er habe einen Tag vor der psychiatrischen Begutachtung seine behandelnde Psychiaterin konsultiert. Diese habe keine Besserung der anhaltend depressiven Symptomatik feststellen können (
Bericht von Dr.
A._
vom
1.
Februar 2015;
Urk.
8/56 S. 1).
Weitere
diesbezügliche
Ausführungen
machte
Dr.
A._
in ihrem Schreiben
keine, so dass
die Diag
nose einer mittelgradigen depressiven Episode
anhand ihres Berichtes
nicht nachvollzogen werden kann
.
Dass
der Beschwerdeführer
nach wie vor an einer solchen leidet, ist damit nicht ausgewiesen.
Eine allfällige Verschlechterung des
psychischen
Gesundheitszustandes seit Verfügungserlass
, wie im Bericht von Dr.
A._
vom 1
7.
Mai 2016 (
Urk.
11/1) angedeutet,
wäre im Rahmen einer Neuanmeldung geltend zu machen.
5
.
3
Der Beschwerdeführer wandte ein, er befinde sich
seit Februar 2014
während
drei bis
vier
Halbtagen
pro Woche in Arbeitstherapie, was einer 100%igen Ar
beitsfähigkeit widerspreche.
Der Besuch einer Arbeitstherapie sagt jedoch nichts aus über das Vorliegen einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Ebenso wenig spricht die diesbezügliche Kostengutsprache der Helsana
(Urk. 3/4
)
dafür, stützte sich doch diese dabei mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht auf das
H._
-Gut
achten.
Der Besuch der Arbeitstherapie vermag damit keine Zweifel an der Be
weiskraft des Gutachtens zu begründen.
Gemäss Bericht der Arbeitstherapie
vom 17.
September 2013
(
Urk.
8
/29 S. 6 und
Urk.
8
/27 S. 5 f.)
benötig
t
der Beschwerdeführer
einen wiederholten Wechsel von Stehen, Gehen und Sitzen.
Sein Arbeitstempo sei insgesamt verlangsamt, er werde nicht mehr in der Lage sein, eine Tätigkeit im Baugewerbe auszuführen. Realistisch erscheine hingegen eine Tätigkeit im geschützten Rahmen zu 50
%
.
Zum
weiteren
Verlauf der Therapie ist nichts bekannt.
Auch die
H._
-
Gutachter waren der Ansicht (E.
3.
4
), dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und dass eine angepasste Tätigkeit
wech
selbelastend
zu sein hat.
Weshalb der Beschwerdeführer
deshalb
lediglich im geschützten Rahmen zu 50
%
arbeitsfähig
sein soll
, wird
im Bericht nicht
aus
geführt. Nachdem sich
der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
bis zum Austritt aus der teilstationären Behandlung am 10. Oktober 2013 weiter ver
bessert hatte (E. 5.
4
),
ist der
Bericht ohnehi
n
überholt
, sodass darauf nicht wei
ter einzugehen ist.
5
.
4
Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, eine im September 2014 erfolgte Verbesserung seines Gesundheitszustandes sei nicht nachvollziehbar.
Dazu ist festzuhalten, dass sich sein
Zustand dank einer Anpassung der Medikation be
reits bis zu seinem Austritt aus der
D._
am 10. Oktober 2013 deutlich gebessert
hatte
. Dies
nachdem bereits der Befund beim Eintritt in die
D._
nicht auf eine gravierende psychische Störung schliessen liess
(E. 3.
3
). Der anschlies
sende Bericht der
D._
vom 1
4.
April 2014 (
Urk.
8
/27)
ist praktisch gleichlau
tend, eine
seit dem Austritt
wieder erfolgte Verschlechterung ist daraus nicht ersichtlich. Gemäss
Zwischenbericht von Dr.
A._
vom
1
1.
Dezember
2013 war die Anpassung der Medikamente wirksam (
Urk.
8/29
S. 2),
die
aktuellen Befunde und de
r
Psychostatus
lauteten jedoch
gleich
wie im Bericht vom 2
4.
Juli 2013 (
Urk.
8
/20)
, was als widersprüchlich erscheint
.
In Bezug auf eine allfällige
Veränderung
des Gesundheitszustandes ist der Bericht
somit
nicht schlüssig. Mit Blick auf die bereits im Oktober 2013 erfolgte deutliche Verbes
serung des Gesundheitszustandes ist die
Rechtmässigkeit der
Zusprache
einer ganzen Rente bis im November 2014
damit
zwar fraglich.
Nachdem den
den
H._
-Gutachtern vorgelegenen Arztberichten die weitere Entwicklung des Ge
sundheitszustandes jedoch nicht entnommen werden konnte, gingen diese zu
Gunsten des
Beschwerdeführers davon aus, dass er spätestens seit dem Zeit
punkt der Begutachtung im September 2014 wieder voll arbeitsfähig ist. Die
Beschwerdegegnerin hat dies
so hingenommen. Auf weitere Abklärungen in Be
zug auf den genauen Zeitpunkt der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit
ist
deshalb
zu Gunsten des Beschwerdeführers zu
verzichte
n
.
5.
5
Zusammenfassend ist ausgewiesen, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
seit dem Beginn der
Rentenzusprache
verbessert hat. Ein für die Befristung der Rente erforderlicher Revisionsgrund ist damit gegeben.
Steht das Vorliegen eines Revisionsgrundes für ein Sachverhaltselement fest, so können auch die anderen Elemente der Anspruchsberechtigung
- vorliegend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers -
frei überprüft werden.
Die
H._
-Gut
achter kamen deshalb wie bereits dargelegt zum nachvollziehbaren Schluss, dass der Beschwerdeführer
in einer
körperli
ch leichten, wechselbelastenden
Tä
tigkeit
voll arbeitsfähig ist, dies spätestens seit dem Zeitpunkt der Begutachtung (September 2014).
Eine
Verbesserung
d
es Gesundheitszustandes
ist jedoch
erst nach dreimonatiger Dauer zu berücksichtigen.
Die
Rente ist
folglich
erst per 1.
Januar 2015
aufzu
heben
(vgl. Art. 88a
Abs.
1 IVV). Die
Befristung der Rente hat damit bis zum 3
1.
Dezember 2014 zu dauern.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gut
zuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 6
00.-- festzusetzen.
Gemäss der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) war die ursprünglich festgesetzte
Rente
bis 3
0. November
2014 befristet. Nachdem der Beschwerdeführer die
Zu
sprache
einer unbefristeten Rente über den 1.
Dezember
2014
hinaus
verlangt (Urk. 1), die Befristung der Rente indessen bis
zum
3
1. Dezember
2014 zu dau
ern hat, unterliegt er im hiesigen Verfahren in einem wesentlichen Umfang. Entsprechend sind die Gerichtskosten zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Unter Berücksichtigung seines Unterliegens steht dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit
des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Ent
sprechend ist ihm eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 600.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.