Decision ID: cbda8273-efb5-49bf-9dc2-54295b5351fd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954,
ist
seit dem 1
5.
Juli 1998 als Mitarbeiter bei der
Y._
AG in
Z._
tätig (
Urk.
9/35
;
Urk.
9/54
)
.
Am
4.
Oktober 2011 meldete er sich unter Hinweis auf eine Psoriasis sowie eine Depression bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/5).
Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
9/9-12,
Urk.
9/14,
Urk.
9/16
,
Urk.
9/28,
Urk.
9/35
) ab und auf
erlegte dem Versicherten am
3.
Juli 2012 als Mitwirkungspflicht einen ambu
lanten Alkoholentzug
sowie
eine Alkoholabstinenz während mindestens sechs Monaten (
Urk.
9/25).
Daraufhin veranlasste sie eine
polydisziplinäre Begutach
tung, über welche am 2
7.
Februar 20
13 berichtet wurde (
Urk.
9/41), und
aufer
legte dem Versicherten am 2
5.
März 2013 als Schadenminderungspflicht eine mindestens sechsmonatige Alkoholabstinenz sowie eine fachpsychiatrische und psychopharmakologische Behandlung (
Urk.
9/43). Mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
9/49) sprach sie dem Versicherten sodann mit Wirkung ab dem
1.
März 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Invalidenrente zu.
1.2
Im Rahmen des im Jahr 2014 eingeleiteten Revisionsverfahrens
tätigte die IV
Stelle erneut Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (
Urk.
9/52-54,
Urk.
9/57) und veranlasste ein psychiatrisches Gutachten, wel
ches am 2
5.
November 2014 erstattet wurde (
Urk.
9/63).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/65,
Urk.
9/67) hob die IV
Stelle die bisherige halbe Invalidenrente mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2015
(
Urk.
9/75 =
Urk.
2) auf.
2.
Der Versicherte erhob am
7.
Juli 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
Juni 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1). Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
September 2015 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
2.
September 2015 zur Kennt
nis gebracht
,
wobei
gleichzeitig antragsgemäss (
Urk.
1) die unentgeltliche
Pro
zessführung
bewilligt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welch
em Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesun
dheits
schaden
führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers ab November 2014 wesentlich verbessert habe.
Ab diesem Zeitpunkt
bestehe kein erheblicher und langandau
ernder
Gesundheits
schaden
mehr. Die bisherige
sowie jede andere
Tätigkeit sei
ihm
wieder zu 100
%
zumutbar
(S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
sein Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert
oder verändert
. Er arbeite weiterhin in einem Pensum von 50
%
(
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers
wesentlich
verbessert hat und ob
die Rentenaufhebung daher gerecht
fertigt ist.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
9/49) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zugrunde:
3.2
In dem im November 2011 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (vgl.
Urk.
9/11 =
Urk.
9/12) führten die Ärzte des
A._
, Derma
tologisches Ambulatorium, eine Psoriasis
vulgaris
sowie jeweils anamnestisch eine Depression sowie Alkoholkonsum als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1). Die Psoriasis
vulgaris
sei im Verlauf progre
dient. Eine Remission sei möglich.
E
in Rezidiv
sei
zu erwarten (S. 1 f.
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit als
Sicherheits
mitarbeiter
vom
9.
September bis
1.
Oktober 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Die bisherige Tätigkeit sei aus dermatologischer Sicht zurzeit
voll
schichtig
zumut
bar. Bei einer Verschlechterung beurteile sich die Zumutbarkeit entsprechend dem Behandlung
sresultat (S. 2
Ziff.
1.6-1.7).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab mit Bericht vom 2
3.
Januar 2012 (
Urk.
9/14) an, dass er den Beschwerdeführer seit Oktober 2011 behandle (S. 1
Ziff.
1.2), und folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen könne (S. 1
Ziff.
1.1):
seit längerer Zeit Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Sorgen, Ängste, reaktive depressive Anteile; ICD-10 F43.23)
Differentialdiagnose (DD): Verdacht auf Alkoholmissbrauch
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine psychoso
ziale Belastungssituation infolge der Psoriasis (S. 1
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (S. 2
Ziff.
1.6).
3.4
Mit
Bericht
vom 2
1.
April 2012 (
Urk.
9/16/5-6)
diagnostizierte
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
eine schwerste Psoriasis
vulgaris
sowie eine depressive Störung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1). Die Prognose sei schlecht. In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsfähig (S. 2
Ziff.
1.4,
Ziff.
1.6-1.7).
3.5
Am 2
7.
Februar 2013 erstatteten die Ärzte der
D._
ihr polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Allge
meine Innere Medizin, Dermatologie und Venerologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
9/41). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit führten sie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1, F32.2) auf.
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten sie die Psoriasis
vulgaris
sowie den Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alko
hol (S. 13 f.
Ziff.
6.1-6.2).
Es zeige sich aktuell
eine milde Ausprägung der
Psoriasis
vulgaris
ohne Affekti
onen der Gesichts- oder Kopfhaut. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich aus diesem Befund nicht herleiten. Da es sich allerdings um eine teil
weise schubartig verlaufende Krankheit handle, sei eine passagere
Befundver
schlimmerung
möglich. Aus psychiatrischer Sicht würden aktuell die Kriterien einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode erfüllt.
Aufgrund der neuropsychologischen Defizite, einer Beeinträchtigung des sozialen Verhaltens und einer gedanklichen Einengung sowie einer Störung im Sozialverhalten und
verminderter emotionaler Belastbarkeit mit verminderter Frustrationstoleranz sei der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt.
Die depressive Erkrankung stehe im Vordergrund (S. 15
Ziff.
7.1).
Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer aufgrund der Hauterkrankung keine Arbeiten im Reinraum ausüben. Zudem seien Arbei
ten im feuchten Arbei
tsmilieu sowie in einer sehr staubigen
Arbeitsumgebung ungünstig. Der Beschwerdeführer sollte bei Aussenarbeiten witterun
gsabhängig Handschuhe verwenden
. Aufgrund der affektiven Symptomatik sei ein Einsatz im Dreischichtbetrieb ungünstig (S. 15 f.
Ziff.
7.2-7.3).
Der Beginn der Arbeits
unfähigkeit sei schwierig festzustel
len. Da
Dr.
B._
im Januar 2012 noch keine derartige Schwere beschrieben habe, sei eine Arbeitsunfähigkeit ab Frühjahr 2012 möglich. Die
dringend indizierte psychotherapeutische Therapie könne eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bewirken
(S. 16
Ziff.
7.4
-7.5
).
3.6
Mit Stellungnahme vom 1
9.
März 2013 empfahl
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), für die Beurteilung auf das Gutachten der
D._
abzustellen und seit Frühjahr 2012 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen (
Urk.
9/42 S. 5 f.).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 1
2.
Juni 2015 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgen
den Berichte.
4.2
Mit Bericht vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
9/52) bestätigte
Dr.
B._
die von ihm bisher gestellten Diagnosen und gab an, dass der Beschwerdeführer sehr unregelmäss
ig in die
Therapie komme (S. 1
Ziff.
1.1-1.2).
4.3
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
C._
informierte mit Schreiben vom 1
8.
August 2014 (
Urk.
9/57
/6
) darüber, dass der Beschwerdeführer
wöchentlich zur
Metho
trexat-Inj
ektion
im Rahmen der ausgeprägten Psoriasis komme. Der Beschwer
de
führer sei seit rund sechs Monaten prakt
isch vollständig abstinent. Die
depressive Symptomatik h
abe
sich allerdings
dennoch
nicht verbessert.
4.4
Am 2
5.
November 2014 erstattete
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, sein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/63), wobei er keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen konnte (S. 8
Ziff.
5.1). Als Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Folgende (S. 8
Ziff.
5.2):
Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, kürzeren
Stimmungs
ein
brüchen
und Ängsten (ICD-10 F43.23)
s
chädlicher Alkoholgebrauch (ICD-10 F10.1)
Zustand nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)
Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Untersuchung abgesehen von einer leichten initialen Anspannung und Ängstlichkeit keine p
sychopathologischen Merkmale auf
gewiesen.
Es könne ihm deshalb trotz der diagnostizierten Anpassungsstörung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden.
A
us psychiatrischer Sicht
habe
nie eine längere Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 9
Ziff.
6-7). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich ver
bessert. Die gutachterlich postulierte mittelgradige bis schwere depressive Epi
sode sei seit mindestens Juni 2014 nicht mehr festzustellen
. Ab November 2014 könne von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden
(S.
10
Ziff.
8.4).
4.5
Mit Stellungnahme vom
5.
Januar 2015 erachtete der RAD-Arzt
Dr.
E._
das Gutachten von
Dr.
F._
als umfassend und schlüssig. Seit Juni 2014 sei deshalb von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und seit November 2014 von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
9/64 S.
4 f.
).
4.6
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
C._
führte mit Schreiben vom 2
4.
März 2015 (
Urk.
9/72/1
=
Urk.
3/1
) aus, dass er eine Verbesserung des Gesundheitszustan
des keineswegs nachempfinden und bestätigen könne. Der Beschwerdeführer leide seit Jahren an einer schwersten
Psoriasis mit entstellenden
Hau
tverände
rungen
. Eine Voll
beschäftigung sei wegen der Hau
tkrankheit nicht möglich. Zusätzlich leide der Beschwerdeführer an rezidivierenden
depressiven
Episoden
.
5.
5
.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der
Gesundheitszustand des Beschwerde
führers
seit
der
Rentenzusprache
wesentlich
verbessert hat und somit ein
Revi
sionsgrund
vorliegt, ist auf das psychiatrische Gutachten vo
n
Dr.
F._
(vor
stehend E. 4.4
) abzustellen.
Dr.
F._
berücksichtigte die geklagten Beschwer
den des Beschwerdeführers und erstellte das Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
, zu welchen er auch Stellung nahm. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich begründet. So führte
Dr.
F._
insbesondere aus, dass
der Beschwer
deführer
abgesehen von einer leichten initialen Anspannung und Ängstlichkeit
keine p
sychopathologischen Merkmale auf
gewiesen und sich der Gesundheits
zustand daher verbessert habe. Er konnte
folglich
keine Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit mehr stellen (vgl.
Urk.
9/63 S. 8 ff.
Ziff.
5-7,
Ziff.
8.4).
Das Gutachten von
Dr.
F._
erfüllt
damit
die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.6) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Eine Verbesserung des psychischen Leidens wird im Übrigen auch dadurch plausibilisiert, dass der Beschwerdeführer nur sehr unregelmässig eine psychotherapeutische Therapie wahrnimmt (vgl. Bericht von
Dr.
B._
vom
2.
Juni 2014,
Urk.
9/52).
Nach dem Gesagten
ist ein verbesserte
r psychischer Gesundheitszustand
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, weshalb Anlass zur Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG besteht.
5.
2
Daran vermag der Bericht des behandelnden Hausarztes
Dr.
C._
(vorstehend E.
4.6) nichts zu ändern, zumal es sich dabei nicht um einen Facharzt für Psy
chiat
rie und Psychotherapie handelt. Zudem verneint
Dr.
C._
einen ver
besserten Gesundheitszustand aufgrund der schwersten Psoriasis mit entstellen
den Hautveränderungen,
weswegen eine Vollbeschäftigung nicht möglich sei (
Urk.
9/72/1 =
Urk.
3/1).
Diesbezüglich ist allerdings darauf hinzuweisen, dass die
Rentenzusprache
einzig
aufgrund des
psychische
n
Leiden
s
erfolgte und die Psoriasis
vulgaris
gestützt auf das Gutachten der
D._
als nicht
die Arbeitsfä
higkeit einschränkend
betrachtet wurde (vgl.
Urk.
9/41 S.
15
Ziff.
7.1;
Urk.
9/42 S. 5 f.). Dass sich die Psoriasis
vulgaris
seither wesentlich verschlechtert haben könnte, ist dem aktuellen Bericht von
Dr.
C._
ebenfalls nicht zu entnehmen, hielt dieser doch bereits im Rahmen der
Rentenzusprache
eine schwerste Psoriasis und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit fest (vgl.
Urk.
9/16/5-6 S. 1 f.
Ziff.
1.1,
Ziff.
1.6-1.7;
Urk.
9/72/1 =
Urk.
3/1).
5.
3
Zusammenfassend
ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Rentenzusprache
entscheidende
psychische
Gesundheitszustand des Beschwer
deführers
im hier relevanten Zeitraum
wesentlich verbessert hat. Der Beschwer
deführer ist seit November 2014 in jeglicher Tätigkeit
wieder
zu 100
%
arbeits
fähig.
6.
6.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist vor einer Erhöhung, Herab
setzung oder Aufhebung der Rente abzuklären, ob ein Eingliederungsbedarf besteht. Dabei ist vom Grundsatz der erwerblichen Verwertbarkeit einer ver
besserten oder wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der
Selbstein
gliederung
auszugehen. In ganz besonderen A
usnahmefällen hat die Rechtspre
chung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) aus
gewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn a
us den Akten einwandfrei hervor
geht, dass die Verwer
tung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vor
gän
gige Durchführung befähigender Massn
ahmen allein vermittels
Eigenan
stren
gung
der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2).
6
.2
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahin gehend präzisiert, dass
die revisions- oder
wiedererwä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicherten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass solche versicher
te Personen aufgrund des fortge
schrittenen Alters oder der langen Rentendaue
r und der daraus folgenden lang
jährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selber wieder einzugliedern. Dies führt zwar für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Rente grundsätzlich erst nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf
. Ausnahmsweise kann eine Selbsteingliederung allerdings auch trotz fortgeschrittenem Alter ohne vor
gängige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen zumutbar sein
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_680
/2014 vom 1
5.
Mai 2015 E. 6.2.4,
9C_68/2011 vom 1
6.
Mai 2011 E.
3.3 und 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E.
3.5
).
Zur Feststellung der zumutbaren Selbsteingliederung ist auf den Zeit
punkt der rentenaufhebenden Verfügung oder auf den darin verfügten Zeit
punkt der Rentenaufhebung abzustellen. In diesem Zeitpunkt ist für die ver
sicherte Person ohne Zweifel klar, dass ihr Rentenanspruch unsicher ist und sie sich neu orien
tieren muss (BGE 141 V 5 E.
4.2.1).
6
.3
Im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
1
2.
Juni 2015
(
Urk.
2) war d
er
im
März 1954
geborene Beschwerdeführer
61
Jahre und
2
Monate alt (vgl.
Urk.
9/5 S. 1
Ziff.
1.3
)
, weshalb er unter den vom Bundesge
richt besonders geschützten Personenkreis fällt
. Die Rente bezog
er
allerdings erst
seit dem
1.
März 2013
, mithin
nur
2
Jahre und 3 Monate
.
Der ausgebildete Geographielehrer ist
zudem
bereits
seit
dem 1
5.
Juli 1998
und somit knapp 17
J
ahre
ununterbrochen für den gleichen Arbeitgeber – die
Y._
AG in
Z._
– tätig, wobei er vor Ei
ntritt des
Gesundheitsschadens in einem Pensum von 100
%
arbeitete und dieses nach Eintritt des Leidens auf 50
%
reduzierte (vgl.
Urk.
9/5 S. 4
Ziff.
5.2,
Ziff.
5.4;
Urk.
9/35;
Urk.
9/54
). In Anbetracht der Tatsa
che, dass dem Beschwerdeführer nun die bisherige Tätigkeit wiederum
voll
schichtig
zumutbar ist, ist ein möglicherweise unzumutbarer Wechsel in einen anderen Beschäftigungsbereich nicht nötig. Der Arbeitgeber des Beschwer
de
führers bestätigte zwar nicht, dass
er
diese
n
erneut in ein
em Pensum von 100
%
anstellen
könne. Dennoch ist aufgrund der ausgesprochen günstigen
Gesamt
umstände
und des sehr kurzen Rentenbezuges davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die Selbsteingliederung ausnahmsweise auch trotz fortge
schrittenem Alter ohne vorgängige Durchführung von Eingliederungs
mass
nahmen zumutbar ist.
7.
Zusammenfassend ergibt sich,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers seit der
Rentenzusprache
wesentlich verbessert hat und er in der bisherigen sowie in jeglicher anderen Tätigkeit
seit November 2014
wie
d
erum zu 100
%
arbeitsfähig ist. D
ie Selbsteingliederung
ist ihm
trotz fort
geschritte
nem Alter zumutbar
.
Demzufolge hob d
ie Beschwerdegegnerin
den Rentenan
spruch des Beschwerdeführers
-
in Beachtung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV (vor
stehend E. 1.4) – zu Recht auf.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).