Decision ID: 8215588e-7cfc-4707-8dd1-ca5a020dc4ec
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, c/o Procap Schweiz,
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 16. Dezember 2006 (Eingang: 3. Januar 2007) bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an,
nach der Realschule eine zweijährige Verkaufslehre als Papeteristin absolviert zu
haben. Zuletzt habe sie von Mai 2000 bis Februar 2006 als Sachbearbeiterin für die
B._ AG gearbeitet. Sie sei wegen einer Depression seit dem 14. Juli 2005
arbeitsunfähig. Gemäss dem IK-Auszug erzielte die Versicherte im Jahr 2004 ein
beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 61'750.-- (IV-act. 5 - 3).
A.b Der Hausarzt Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 21. Januar
2007 (IV-act. 11 1 - 4), die Versicherte sei wegen einer reaktiven Depression vom 14.
Juli 2005 bis 1. Februar 2007 in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen. Es sei zu hoffen, dass die Versicherte so schnell wie möglich wieder eine
Vollerwerbstätigkeit ausüben könne. In Betracht falle jede Büroarbeit. Die massive
Depression sei durch die Kündigung der Arbeitsstelle ausgelöst worden. Die
Arbeitsfähigkeit sei durch Probleme mit der Konzentration und dem Arbeitspensum
eingeschränkt. Dem beigelegten Bericht der Klinik Z._ vom 28. April 2006 (IV-act. 11
- 5 ff.) war zu entnehmen, dass die Versicherte vom 13. März bis 8. April 2006 stationär
in der Klinik behandelt worden war. Die Klinik hatte eine leichte bis mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.10) diagnostiziert. Die Versicherte habe beim Eintritt
angegeben, dass es ihr nach einer ungerechtfertigten Kündigung mit sofortiger
Freistellung letzten Sommer psychisch zunehmend schlechter gegangen sei. Sie habe
keine Kraft und Nerven mehr gehabt, sich völlig erschöpft gefühlt und sei schnell und
leicht reizbar, innerlich unruhig und kaum mehr belastbar gewesen. Sie habe sich leer
gefühlt und habe keinen Antrieb gehabt, habe mit Hilflosigkeit, Trauer, Schuld- und
Insuffizienzgefühlen gekämpft. Weiter habe sie unter Schlafstörungen, Früherwachen,
gelegentlichem Herzflattern, Magenproblemen sowie vermehrten Kopf- wie auch
Rückenschmerzen (Status nach LWS-Querfortsatz-Fixation 1998 nach Reitunfall)
gelitten. Zudem habe der von ihr getrennt lebende Noch-Ehemann über Jahre hinweg
körperliche und psychische Gewalt ihr gegenüber ausgeübt. Die Klinik befand, dass als
vordergründiger Auslöser der depressiven Störung die Kränkung durch die unverhoffte
Kündigung mit sofortiger Freistellung in Betracht gezogen werden könne. Im
Hintergrund stünden Autonomie-, Abhängigkeits- wie auch Selbstwert- und
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Identitätskonflikte, die die Versicherte möglicherweise dazu geführt hätten, sich
verstärkt nach aussen zu orientieren, sich anzupassen und schliesslich die Rolle des
Opfers einzunehmen. Im Verlauf der Rehabilitation habe sich eine Verbesserung der
depressiven Symptomatik gezeigt. Die Versicherte sei bis 17. April 2006 zu 100 %
arbeitsunfähig.
A.c Am 4. Januar 2007 berichtete die B._ AG (IV-act. 12), sie habe die Versicherte
vom 1. Mai 2000 bis 28. Februar 2006 als kaufmännische Sachbearbeiterin im Bereich
Papier beschäftigt. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei aus innerbetrieblichen
Gründen erfolgt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 10. Juni 2005 gewesen. Die
Versicherte habe bei einem Pensum von 100 % im Jahr 2004 ein Jahreseinkommen
von Fr. 61'750.-- (inkl. 13. Monatslohn) erzielt. Der Monatslohn ab Januar 2005 habe
Fr. 4'821.-- betragen. Die Tätigkeit habe allgemeine Büroarbeiten, das Erstellen von
Fakturen und Abrechnungen sowie das Disponieren der LKW beinhaltet.
A.d Am 11. April 2007 teilte Dr. med. D._, Chefarzt Psychosomatik der Klinik Z._,
mit (IV-act. 17), die Versicherte leide seit Juli 2005 an einer leichten bis mittelgradigen
depressiven Episode. Aktuell machten sich immer wieder depressive Einbrüche und
Ängste bemerkbar, die sich in mangelndem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
spiegelten und sowohl die Konzentrations- wie auch die Leistungsfähigkeit
beeinflussten. Die Versicherte sei im Antrieb leicht vermindert und berichte immer noch
von Früherwachen und unruhigem Schlaf. Die depressive Episode wirke sich auf ihre
bisherige Tätigkeit durch eine bei aufkommenden Ängsten eingeschränkte
Konzentrations- und Leistungsfähigkeit aus. In ihrer bisherigen Tätigkeit sei sie 6-8
Stunden pro Tag arbeitsfähig. Ob eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, sei
aktuell nicht beurteilbar. Es müsse abgewartet werden, wie sich die Versicherte im
Praktikum des RAV, welches am 16. April 2007 beginne, bewähren werde.
A.e Mit Vorbescheid vom 10. September 2007 (IV-act. 27) teilte die IV-Stelle mit, dass
die Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen vorgesehen sei, da die
Versicherte seit Februar 2007 vom RAV bei der Stellensuche unterstützt werde und
somit zu 100 % vermittlungsfähig sei. Die Versicherte wandte ein (IV-act. 28), sie sei
nicht arbeitsfähig. Bereits während der RAV-Schulung hätten sich erste Probleme
bemerkbar gemacht. Ihr Gesundheitszustand habe sich derart verschlechtert, dass ihr
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die Arbeitsstelle gekündigt worden sei. Gemäss der beigelegten Taggeldkarte hatte der
Hausarzt der Versicherten am 16. Januar 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 1.
Februar 2007 bescheinigt. Am 29. Januar 2007 hatte er ihr ab dem 1. Februar 2007
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert (IV-act. 28 - 2). Dr. D._ bescheinigte der
Versicherten am 16. Oktober 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 16.
Oktober 2007 bis auf weiteres (IV-act. 31). Mit Verfügung vom 22. November 2007 (IV-
act. 33) wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen mit der Begründung
ab, die Stellensuche sei aus nichtmedizinischen Gründen nicht erfolgreich gewesen.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte Beschwerde (IV-act. 36 - 2 f.). Sie
machte geltend, dass der Hausarzt nur auf ihr Verlangen hin ab 1. Februar 2007 wieder
eine Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung habe
sie sich von der Taggeldversicherung überreden lassen, wieder zu 100 % zu arbeiten.
Nachdem ihr gekündigt worden sei, sei sie wieder in die Gesprächsstunden zu ihrer
Psychologin E._ von der Klinik Z._ gegangen. Der Arbeitsversuch sei verfrüht
gewesen und deshalb gescheitert.
A.f Am 13. Februar 2008 berichteten E._, Dipl. Psychologin FH/SBAP, und Dr. D._
(IV-act. 50), der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Ihr
Zustand sei nach der Rehabilitation im März/April 2006 zunächst stationär gewesen,
dann sei mit Hilfe der ambulanten Psychotherapie eine leichte Verbesserung
eingetreten. Die Versicherte habe ca. Ende Mai 2007 nach einem zweiwöchigen
Praktikum eine Festanstellung als Sachbearbeiterin in einer Auto-Garage erhalten.
Nachdem ihr Mitte Juli 2007 gekündigt worden sei, sei es zu einem erneuten massiven
depressiven Stimmungseinbruch mit starker Antriebslosigkeit, Verlust des
Selbstvertrauens, sozialer Phobie und latenter Suizidalität gekommen. Die Versicherte
sei seit dem 16. Oktober 2007 zu 100 % arbeitsunfähig. Es müsse die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere
depressive Episode, gestellt werden (F33.1 - F33.2). Die Versicherte sei wegen stark
eingeschränkter Konzentrations- und Merkfähigkeit, schneller Ermüdung, verminderter
Leistungsfähigkeit bis zur absoluten Leistungsunfähigkeit bei massiven
Angstzuständen und Insuffizienzgefühlen in ihrer bisherigen Tätigkeit eingeschränkt. In
welchem zeitlichen Rahmen ihr die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, sei aktuell
nicht beurteilbar. Die Versicherte sei seit dem 18. Dezember 2007 bei Dr. med. F._ in
Behandlung. Am 28. Februar 2008 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung
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vom 22. November 2007 und stellte die Durchführung weiterer Abklärungen in Aussicht
(IV-act. 56).
A.g Dr. med. F._ berichtete am 17. März 2008 (IV-act. 61), die Versicherte leide an
einer atypischen Depression (F32.8). Als Differentialdiagnosen gab er eine mittelgradige
depressive Episode (F32.1) und eine rezidivierende depressive Störung (F33.1) an. Die
Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit aufgrund einer Einschränkung der
Konzentration und der Ausdauer eingeschränkt. Sie könne zudem keine hohe
Verantwortung übernehmen und keine wesentlichen Entscheidungen fällen. Eine
adaptierte Tätigkeit sei anfänglich maximal ein bis zwei Stunden pro Tag möglich. Um
die tatsächliche Leistungsfähigkeit feststellen zu können, bedürfe es seines Erachtens
einer Abklärung in einer entsprechenden Einrichtung.
A.h Die Versicherte wurde am 29. Mai 2008 von Dr. med. G._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, gutachterlich untersucht (Gutachten vom 5. Juni 2008,
IV-act. 67). Als Diagnosen gab die Sachverständige eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.2), sowie eine Panikstörung (F41.0),
an. Auslöser der depressiven Störung seien die Trennung vom Partner nach
langjähriger Gewalt in der Beziehung sowie die Überlastung am Arbeitsplatz mit
unerwarteter Kündigung gewesen. Von der Grundpersönlichkeit her müsse von einer
gewissen Vulnerabilität ausgegangen werden. Durch die Häufung der Belastung und
die Kränkung sei es im Sommer 2005 zu einer depressiven Dekompensation
gekommen. Der Verlauf sei seitdem wechselhaft gewesen. Das Scheitern der
Arbeitsversuche müsse auf die rezidivierenden depressiven Phasen sowie die
schwachen Ich-Funktionen zurückgeführt werden. Die Versicherte sei durch Ängste,
starke Antriebslosigkeit und Strukturlosigkeit, Schlafstörungen und Müdigkeit,
Sozialphobie, sozialen Rückzug sowie Insuffizienzgefühle in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Sie sei derzeit in ihrer bisherigen Tätigkeit wie auch in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Die medizinisch dokumentierte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit seit 2005 sei nachvollziehbar. Ihr Gesundheitszustand sei weiterhin
nicht stabil. Es sei eine teilstationäre oder stationäre psychiatrische/
psychotherapeutische Behandlung indiziert. Die Versicherte sei aktuell auch in einer
adaptierten Tätigkeit arbeitsunfähig.
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A.i Dr. med. H._, Facharzt FMH Psychiatrie, führte im Auftrag der Allianz Suisse am
17. Juni 2008 eine versicherungspsychiatrisch-arbeitsprognostische Beurteilung durch
(Bericht vom 7. Juli 2008, IV-act. 69 - 4). Er gab an, dass die Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Angestellte aufgrund der Aktenlage, der
eigenanamnestischen und der explorativen Befunde unverändert sei und mittelfristig
auf 100 % geschätzt werden müsse. Operational-diagnostisch sei am ehesten von
einer protrahierten Verlaufsform einer angstbetonten gemischten Anpassungsstörung
bei dekompensierter struktureller Vulnerabilität im Rahmen multikonditioneller
Belastungsfaktoren auszugehen. Bei nur leichtgradigen klinisch-psychopathologischen
Befunden sei der subjektiven Beschwerdeschilderung im Rahmen einer
dekompensierten Persönlichkeit "Glauben" zu schenken. Die anamnestisch
angegebenen rezidivierenden depressiven Episoden seien am ehesten als psychische
Dekompensation bei situativer Überforderung zu werten.
A.j Mit Schreiben vom 24. September 2008 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf,
sich in eine stationäre psychiatrische Behandlung zu begeben (IV-act. 77). Am 12.
November 2008 informierte die Versicherte die IV-Stelle, dass sie am 24. November
2008 in die Klinik I._ eintreten werde (IV-act. 88). In einer RAD-Stellungnahme vom
20. Januar 2009 (IV-act. 91) hielt Dr. J._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, fest,
dass die Versicherte vom 14. Juli 2005 bis 31. Januar 2007 in allen Tätigkeiten zu
100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Anschliessend sei sie bis 15. Oktober 2007 zu
100 % arbeitsfähig gewesen. Der Arbeitsversuch sei invaliditätsbedingt gescheitert.
A.k Dr. med. K._ von der Klinik I._ gab am 23. Januar 2009 (IV-act. 93) die
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an: Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.2; gemeint wohl: F33.1),
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst, F41.0) und Zustand nach Fraktur eines
Querfortsatzes des LWK 3/4 nach Reitunfall in der Kindheit (zeitverzögerte Ver
blockungsoperation vor ca. 10 Jahren). Die Versicherte sei seit dem 16. Oktober 2007
bis zum Abschluss der tagesklinischen Behandlung in ihrer bisherigen Tätigkeit zu
100 % arbeitsunfähig. Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik I._ vom März 2009 (IV-
act. 95) war die Versicherte vom 24. November 2008 bis 13. März 2009 in der Klinik
hospitalisiert gewesen. Die Austrittsdiagnose lautete wie folgt: Rezidivierende
depressive Episode (gemeint wohl: Störung), gegenwärtig mittelschwere Episode
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(F33.1) und Panikstörung (F41.0). Unter der Behandlung mit Antidepressiva habe sich
die depressive Symptomatik verbessert. Die Schlafstörungen und die vermehrte
Ermüdbarkeit seien aber noch nicht vollständig verschwunden. Besonders in
belastenden Situationen komme es noch häufig zu somatoformen Symptomen wie
Kopf- oder Rückenschmerzen. Auch sei die Versicherte noch vermindert belastbar. Sie
ziehe sich vermehrt zurück, meide längerdauernde Situationen in Grossgruppen und
hohe Geräuschpegel, reagiere auf Unvorhergesehenes unflexibel und habe ein grosses
Kontrollbedürfnis. In engen Räumen, insbesondere bei Neonlicht, träten gelegentlich
Panikattacken auf. Die grosse Angst vor Veränderungen habe bis zum Schluss der
vollstationären Behandlung zu Stimmungseinbrüchen geführt. Die Versicherte sei durch
katastrophisierende Gedanken bezüglich anstehender Veränderungen und Angst vor
Überforderung immer wieder labilisiert gewesen. Daher habe ein früh im
Behandlungsverlauf geplanter Übertritt in die Tagesklinik aufgeschoben werden
müssen. Die Versicherte sei während der stationären Behandlung zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen. Aus heutiger Sicht sei davon auszugehen, dass die
Versicherte ihre Arbeitsfähigkeit zu ca. 60 % wiedererlangen könne. Dem stünden aber
Ängste vor Veränderung und Überforderung entgegen, die sich teilweise zu
prüfungsangstartigen Stresssituationen mit Handlungsblockaden verstärkten. Es werde
daher dringend eine berufliche Massnahme im Anschluss an die Behandlung in der
Tagesklinik empfohlen.
A.l In einer interdisziplinären Besprechung vom 19. August 2009 (IV-act. 109) wurde
vereinbart, dass die Versicherte vom 1. August bis 31. Oktober 2009 ein
Belastbarkeitstraining und vom 1. November 2009 bis 30. April 2010 ein Aufbautraining
im L._ absolvieren werde.
A.m Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik I._ vom 11. September 2009 (IV-
act. 116) hatte die Versicherte vom 16. März 2009 bis 10. September 2009 die zweite,
teilstationäre Hospitalisation absolviert. Die Diagnosen seien unverändert. Beim Austritt
sei die Stimmung deutlich mehr zum positiven Pol geschoben gewesen als beim Eintritt
und die Versicherte habe eine deutlich gebesserte Konfliktfähigkeit gezeigt. Insgesamt
sei es zu einer deutlichen und erfreulichen psycho-physischen Erholung gekommen.
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A.n Der L._ berichtete am 6. November 2009 (IV-act. 131) über den Verlauf des
Belastbarkeitstrainings. Die Versicherte befinde sich zurzeit in einem intensiven
therapeutischen Prozess, der sich auf ihre Arbeit im L._ auswirke. Durch die
Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit sei sie momentan wenig belastbar und
instabil. In stabilen Phasen, die seit Beginn der Massnahme zugenommen hätten, zeige
sie sowohl Motivation für die Arbeit als auch eine gute Leistungsfähigkeit. Eine
Präsenzzeitsteigerung sei nur schleppend möglich. Laut dem Schlussbericht der
Eingliederungsverantwortlichen vom 4./12. November 2009 (IV-act. 130) habe sich die
Versicherte nach Abschluss des Belastbarkeitstrainings nur drei Stunden an vier Tagen
pro Woche, d.h. zu 28 %, arbeitsfähig gefühlt. Die Leistungsfähigkeit entspreche der
Präsenzzeit, die Versicherte müsse allerdings noch vermehrte Pausen einlegen. Dem
Zwischenbericht zum Aufbautraining vom 21. Januar 2010 (IV-act. 146) war zu
entnehmen, dass sich die Versicherte auch im November und Dezember 2009 in einem
intensiven therapeutischen Prozess befunden habe. Dadurch hätten sich die guten und
schlechten Momente abgewechselt. In guten Phasen habe sie sich viel zugetraut und
sich manchmal überfordert. In den schlechten Phasen habe sie ihre eigene, durchaus
positive Entwicklung nicht mehr sehen können und sie habe Angst vor einer beruflichen
Integration gezeigt. Die Gesamtsituation habe sich trotz dieser Ambivalenz stabilisiert
und die Fremd- und die Selbsteinschätzung rückten immer näher zusammen. Es sei
beeindruckend, mit welcher Ausdauer die Versicherte ihr berufliches Ziel verfolge. Ab
dem 4. Januar 2010 werde sie in der Administration arbeiten.
A.o In einer interdisziplinären Besprechung vom 13. April 2010 IV-act. 151) wurde
vereinbart, dass das Aufbautraining bis 31. Oktober 2010 verlängert werde. Als Grund
wurde angegeben, dass die Versicherte das Arbeitspensum erst auf vier Stunden an
vier Tagen pro Woche habe steigern können und dass eine nochmalige Steigerung bis
zum Abschluss des Aufbautrainings Ende April 2010 nicht realistisch sei.
A.p Am 27. April 2010 berichtete Dr. med. M._, Fachärztin Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, dass sie die Versicherte seit dem 28. September 2009 ambulant
betreue (IV-act. 159). Sie gab folgende psychiatrische Diagnosen an: Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.2; gemeint wohl: F33.1)
und Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst, F41.0). Die depressive Symptomatik
habe sich stabilisiert. Die Versicherte imponiere weiterhin durch eine verminderte
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Belastbarkeit und eine erhöhte Empfindlichkeit auf äussere Stressoren wie Lärm oder
viele Personen. Sie benötige vermehrte Pausen. Neue Aufgabenbereiche lösten bei der
Versicherten kurzfristig Ängste, Anpassungsschwierigkeiten und psychosomatische
Tendenzen aus. Es sollte weiterhin eine kontinuierliche, gut strukturierte Erhöhung des
Arbeitspensums erfolgen. Sie schätze, dass die Arbeitsfähigkeit bis Ende des Jahres
auf maximal 50 % gesteigert werden könne.
A.q Gemäss dem Schlussbericht der Eingliederungsverantwortlichen vom 2. Juni 2010
(IV-act. 164) hatte die Arbeitsfähigkeit am Schluss der Massnahme, d.h. am 30. April
2010, 40 % betragen.
A.r Anlässlich einer interdisziplinären Besprechung vom 13. Oktober 2010 (IV-act. 169)
wurde festgehalten, dass während des Aufbautrainings eine Präsenzzeit von 5 Stunden
an 4 Tagen pro Woche erreicht worden sei. Die Versicherte arbeite zurzeit im Bereich
Administration. Diese Tätigkeit entspreche auch ihren Neigungen, Ressourcen und
Interessen. Ihre Leistung entspreche dem Pensum. Sie benötige aber noch vermehrt
Pausen. Weiter wurde vereinbart, dass im Anschluss an die berufliche Massnahme eine
berufliche Abklärung im Jugendsekretariat N._ in O._ erfolgen werde. Die RAD-
Ärztin Dr. P._ kam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft
zurzeit maximal 50 % betrage.
A.s Dr. M._ berichtete am 10. November 2010 (IV-act. 176), dass sich der
Gesundheitszustand verbessert habe. Die Diagnose sei unverändert. Die Versicherte
reagiere auf Arbeitsbelastungen weiterhin mit erhöhter Erschöpfung und körperlichen
Symptomen. Unstrukturierte und akustisch laute Arbeitsplätze führten zudem zu einer
verminderten Belastbarkeit und zu einer erhöhten Erschöpfbarkeit. Weiter sei die
Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten
noch zu 50 % zumutbar. Sie benötige aufgrund der verminderten Belastbarkeit
vermehrte Pausen. Bei der angestammten Tätigkeit handle es sich um eine adaptierte
Tätigkeit. Am 2. Dezember 2010 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie Anspruch
auf Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche habe (IV-act. 182).
A.t Gemäss dem Abschlussbericht des L._ (IV-act. 189) hatte die Versicherte vom 1.
November 2010 bis 31. Januar 2011 eine berufliche Abklärung im Kinder- und
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Jugendsekretariat N._ in O._ absolviert. Die Versicherte habe eine stabile
Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht. Sie habe durch stetige und harte Arbeit eine
erstaunliche persönliche Entwicklung gemacht. Sie benötige einen ruhigen Arbeitsplatz
und abwechslungsreiche Tätigkeiten, um sich entfalten und gleichzeitig auch
abgrenzen zu können. Am 18. März 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
die beruflichen Massnahmen abgeschlossen worden seien (IV-act. 196). Am 23. Mai
2011 berichtete Dr. M._, dass die Versicherte weiterhin zu 50 % arbeitsfähig sei (IV-
act. 201).
A.u Am 8. Dezember 2011 wurde die Versicherte von Dr. med. Q._, Facharzt Psy
chiatrie/Psychotherapie FMH, gutachterlich untersucht (Gutachten vom 16. Januar
2012, IV-act. 207). Dr. Q._ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelschwere Episode (F33.1), sowie als Differentialdiagnose eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung (abhängig, emotional instabil, narzisstisch). Die
Versicherte habe bereits in der Primarschule mit Übertritt in die Realschule wie auch
später in der Lehre Leistungsschwierigkeiten gehabt. In der weiteren Entwicklung habe
sie deutliche Hinweise auf eine abhängige und emotional instabile
Persönlichkeitsstruktur mit narzisstischen Zügen gezeigt. Diese Entwicklung sei durch
anhaltende Überforderung/Überbehütung in der Herkunftsfamilie wie auch durch die
abhängigen und teils gewalttätigen, nahtlos aneinander gereihten Paarbeziehungen
verstärkt worden. Zudem habe die Versicherte bereits ab dem 13. Lebensjahr unter
psychischer Belastung an rezidivierenden Rückenschmerzen, Migräneattacken und
Magenschmerzen gelitten. Diese Symptome könnten als larvierte depressive
Symptome einer bereits lange vor Erkrankungsbeginn vorhandenen emotionalen
Instabilität gewertet werden. Aufgrund der narzisstischen Struktur habe die Versicherte
in der Lehre und später bei der Tätigkeit in der B._ AG eine berufliche
Selbstüberforderung und die Neigung, sich auch ohne entsprechende schulische
Qualifikation in ein Überengagement hineinzusteigern, gezeigt. Im Rahmen der
Kündigung im Jahr 2005 sei es dann zum narzisstischen Einbruch mit unverarbeiteter
Kränkung gekommen. Das Scheitern der jahrelangen, gewalttätigen Partnerschaft im
Jahr 2004 habe diesen Einbruch verstärkt. Im Rahmen dieser Demütigungen sei es im
Dezember 2005 definitiv zum Ausbruch einer rezidivierend depressiven Störung
gekommen. Begünstigt worden sei dieser Ausbruch durch die Erkrankung des Vaters.
Die Arbeitsfähigkeit sei durch eine anhaltende Tagesmüdigkeit,
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Konzentrationsminderung, Kopfschmerzen und Migräneanfälligkeit unter psychischer
Belastung eingeschränkt. Die Versicherte sei lärmempfindlich, sei nach Autofahrten
über 30 Minuten erschöpft, ermüde rasch bei repetitiven Tätigkeiten, habe bei
fehlender Identifizierung keine Ausdauer, sei vermindert konfliktfähig und habe eine
Tendenz zur Selbstüberforderung bei schlecht vorstrukturierter Arbeit und vielfältigen
Ansprüchen oder drohend druckvollem Arbeitsklima. Zudem beeinträchtigten sie
Personenansammlungen über drei Personen psychisch. Die Versicherte sei in der Lage,
die vorhandenen Defizite aktuell zumindest zu 50 % zu überwinden. Eine weitere
Steigerung der Leistungsfähigkeit werde durch strukturelle
Persönlichkeitseinschränkungen sehr erschwert. Die Versicherte sei seit Juli 2005 in
ihrer angestammten Tätigkeit zu 40 % und in einer ideal adaptierten Tätigkeit zu 50 %
arbeitsfähig. Bei einer adaptierten Tätigkeit handle es sich um eine vielseitige,
wechselbelastende Tätigkeit im administrativen und organisatorischen Bereich mit
Kundenkontakt (kurze Kontakte in überschaubarer Personenzahl), übersichtlichen und
gut strukturierten Arbeitsabläufen ohne repetitive Tätigkeiten ohne persönlichen
Kontakt. Die Versicherte sollte in einem Kleinbüro bis maximal drei Personen arbeiten,
in dem hinsichtlich der Konfliktkultur ein reifes Betriebsklima herrsche. Sie sollte sich
gut mit der Produkt- und Beschäftigungssparte identifizieren können und es sollte die
Möglichkeit bestehen, wöchentlich arbeitsbezogene Coachinggespräche
durchzuführen. Der Arbeitsweg dürfe mit dem Auto maximal 30 Minuten dauern. Zu
den früheren fachpsychiatrischen Beurteilungen nahm Dr. Q._ wie folgt Stellung: Die
von Dr. M._ und Dr. K._ angegebene Diagnose (mittelschwere depressive Episode)
und ICD-10 Codifizierung (F33.2, schwere depressive Episode) widersprächen sich.
Aufgrund der inhaltlichen Beschreibung und der aktuell laufenden Arbeitserprobung in
der freien Wirtschaft müsse davon ausgegangen werden, dass sie die Codifizierung
und nicht die Diagnose falsch angegeben hätten. Das Gutachten von Dr. G._ sei
schlüssig, die damals verifizierte Panikstörung habe in der Folge anhand der Aktenlage
und anhand der Beschreibungen des Aufenthaltes in der Klinik I._ jedoch nicht mehr
objektiviert werden können. Dr. G._ habe eine Vulnerabilität der Grundpersönlichkeit
hinsichtlich des Selbstwertgefühls und eine Überforderung im Leistungsdenken
beschrieben, was auf eine narzisstische Störung hindeute. Die diagnostischen und
prognostischen Einschätzungen der Klinik Z._ und der Klinik I._, der behandelnden
Psychiater Dr. F._ und Dr. M._ und der behandelnden Psychologinnen Frau E._
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und Frau R._ deckten sich weitgehend. Des Weiteren schränke die
Lendenwirbelkörperquerfortsatzfraktur die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
nicht ein, da die Versicherte in einer solchen Tätigkeit keine schweren Lasten heben
müsse. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50 % sei aus gegenwärtiger Sicht
nicht realistisch und erst in drei Jahren wieder zu prüfen. Dr. Q._ gab schliesslich
noch an, dass sich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit während der
Behandlungen in der Klinik I._ sowie während der Durchführung der beruflichen
Massnahmen durch den L._ langsam gebessert hätten.
A.v Dr. P._ vom RAD hielt am 8. März 2012 fest (IV-act. 210), dass auf das
Gutachten von Dr. Q._ abgestellt werden könne: Es sei ausführlich in der Befund
erhebung, übersichtlich, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar. Zu bemängeln
sei einzig der lückenhafte Beschrieb der Arbeitsunfähigkeit. Dr. P._ kam zum
Schluss, dass die Versicherte vom 4. Juli 2005 bis 1. Februar 2007 zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen sei. Nachdem sie anschliessend bis Oktober 2007 zu 100 %
arbeitsfähig gewesen sei, sei sie danach wieder zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Im
weiteren Verlauf habe sich die Arbeitsfähigkeit ab August 2009 bis Februar 2011
langsam von 20 % auf 50 % gesteigert.
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
die Abweisung des Rentenbegehrens vorgesehen sei (IV-act. 215). Zur Begründung
führte sie an, dass die Depression durch psychosoziale Probleme ausgelöst worden sei
(Kündigung der Arbeitsstelle, Scheitern der Partnerschaft), die für sich alleine nicht
invalidisierend seien. Gemäss der Rechtsprechung handle es sich bei einer
mittelgradigen depressiven Episode nicht um eine von depressiven
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare psychiatrische Erkrankung im Sinne
eines verselbständigten Gesundheitsschadens, die es der versicherten Person
verunmöglichen würde, die notwendige Willenskraft für die Ausübung einer vollen
Erwerbstätigkeit aufzubringen. Zudem würden leichte bis mittelschwere psychische
Störungen als grundsätzlich therapierbar gelten. Eine Persönlichkeitsstörung entwickle
sich im Laufe der Kindheit bzw. im Jugendalter. Die Versicherte sei trotz dieses
Störungsbildes in der Lage gewesen, die Schule ohne Klassenwiederholung und eine
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zweijährige Lehre als Verkäuferin zu absolvieren. Danach habe sie bis zur Kündigung
im Jahr 2005 ein volles Arbeitspensum absolviert. Die Persönlichkeitsstörung habe
somit keinen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt. Wieso dies auf
einmal anders sein sollte, gehe aus den Akten nicht plausibel hervor, zumal die geltend
gemachten psychosozialen Umstände schon mehrere Jahre zurücklägen. Die
Versicherte sei daher zu 100 % arbeitsfähig. Für die Berechnung des
Valideneinkommens zog die IV-Stelle das Einkommen der Versicherten im Jahr 2005
bei (Fr. 61'750.--) und passte es der Nominallohnentwicklung bis 2011 an
(Fr. 65'852.--). Das Invalideneinkommen entsprach dem durchschnittlichen Lohn einer
Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik im
Jahr 2011 (Fr. 53'255.--). Es resultierte ein IV-Grad von 19 % (IV-act. 212). Gegen
diesen Vorbescheid liess die Versicherte durch die Procap Kantonalverband Thurgau
zusammengefasst einwenden, dass auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. Q._
abgestellt werden müsse (IV-act. 219).
B.b Mit Verfügung vom 25. September 2012 lehnte die IV-Stelle das Rentengesuch
aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 222). Sie erklärte, im
Einwand seien keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 26. Oktober 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte
die Aufhebung der Verfügung, die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. Juli 2006 sowie
die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1. Februar 2011. Sie führte aus, dass die
Rechtsprechung zu den psychosozialen Faktoren vorliegend nicht anwendbar sei, da
es sich bei einer depressiven Störung gemäss ICD-10 F.33.1 um einen
verselbständigten und pathologischen Gesundheitsschaden handle. Dass die relevante
Arbeitsunfähigkeit mit der Kündigung des Arbeitsplatzes einhergegangen sei, heisse
nicht, dass sich die Erkrankung lediglich aus diesem Ereignis ableite. Die
Beschwerdeführerin habe gemäss Dr. Q._ bereits im Alter von 13 Jahren unter
depressiven Symptomen gelitten und es hätten schon vor dem eigentlichen
Krankheitsausbruch emotionale Instabilitäten vorgelegen. Laut Dr. Q._ sei trotz einer
weiterzuführenden Psychotherapie eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50 %
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nicht realistisch. Gemäss Dr. G._ sei die Beschwerdeführerin seit Juli 2005 in allen
Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Die ganze Rente sei frühestens nach Abschluss
der beruflichen Integrationsmassnahmen auf eine Dreiviertelsrente zu reduzieren.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Dezember 2012 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). In Ergänzung der Beschwerdeantwort erklärte sie, dass es sich
bei der vorliegenden depressiven Störung um eine reaktive Begleiterscheinung zur
belastenden psychosozialen Situation handle, die nicht invalidisierend sei.
C.c In der Replik vom 28. Januar 2013 (act. G 7) erklärte die Rechtsvertreterin, dass
sie an den gestellten Begehren festhalte. Dr. Q._ habe erklärt, dass sich die
Persönlichkeitsstörung bereits in der Kindheit entwickelt habe. Ebenfalls hätten sich
bereits im Alter von 13 Jahren depressive Symptome gezeigt, weshalb die depressive
Störung nicht einfach als reaktive Begleiterscheinung gewertet werden könne.
Psychosoziale Faktoren hätten die depressive Störung lediglich begünstigt. Dr. Q._
habe auch festgehalten, dass die Überwindbarkeit der depressiven Störung durch
strukturelle Persönlichkeitseinschränkungen sehr erschwert sei. Schliesslich habe der
RAD erklärt, dass auf das Gutachten von Dr. Q._ abgestellt werden könne. Es sei
anzunehmen, dass der RAD die Rechtsprechung kenne und die Diagnosen und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entsprechend zu würdigen wisse. Es sei seine
Aufgabe, abzuklären, ob ein verselbständigter, pathologischer Gesundheitszustand mit
entsprechender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Renten
anspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Strittig ist demnach, ob die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat oder nicht.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver
bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere der Bericht des Hausarztes vom
21. Januar 2007, die Berichte der Klinik Z._ vom 28. April 2006, 11. April 2007 und
13. Februar 2008, der Bericht von Dr. F._ vom 17. März 2008, das Gutachten von
Dr. G._ vom 5. Juni 2008, der Bericht von Dr. H._ vom 7. Juli 2008, der Bericht der
Klinik I._ vom 23. Januar 2009, die Austrittsberichte der Klinik I._ vom März und
September 2009, die Berichte von Dr. M._ vom 27. April 2010 und 10. November
2010, das Gutachten von Dr. Q._ vom 16. Januar 2012 sowie die RAD-
Stellungnahmen vom 20. Januar 2009 und 8. März 2012 im Recht.
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2.2 Der Hausarzt hat erklärt, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum 14. Juli 2005 bis
31. Januar 2007 an einer massiven, reaktiven Depression gelitten habe. Die Klinik
Z._ hat im April 2007 angegeben, die Beschwerdeführerin leide seit Juli 2005 an einer
leichten bis mittelgradigen depressiven Episode. Im Februar 2008 hat dieselbe Klinik
berichtet, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe und die
Beschwerdeführerin seit Mitte Oktober 2007 an einer mittelgradigen bis schweren
depressiven Störung leide. Dr. F._ hat im März 2008 eine atypische Depression
festgestellt und als Differentialdiagnose eine rezidivierende mittelgradige depressive
Störung angegeben. Die Gutachterin Dr. G._ (Juni 2008), die Klinik I._ (Januar und
März 2009) sowie Dr. M._ (April und November 2010) haben eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode sowie eine Panikstörung
diagnostiziert. Dr. H._ hat im Juli 2008 erklärt, dass die Beschwerdeführerin an einer
angstbetonten gemischten Anpassungsstörung leide. Und schliesslich hat Dr. Q._ im
Dezember 2011 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere
Episode, diagnostiziert sowie die Differentialdiagnose einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung angegeben. Die behandelnden Ärzte und Gutachter sind sich
somit im Wesentlichen einig darüber, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2005 an
einer rezidivierenden depressiven Störung, mehrheitlich mittelgradige Episode, leidet.
Dr. Q._ hat im Untersuchungszeitpunkt keine Panikstörung mehr feststellen können.
Den Akten ist zu entnehmen, dass in engen Räumen, insbesondere bei Neonlicht,
gelegentlich Panikattacken aufträten. Zudem habe die Beschwerdeführerin grosse
Angst vor Veränderungen und Überforderungen. Gemäss dem
Diagnoseklassifikationssystem ICD-10 sind die wesentlichen Kennzeichen einer
Panikstörung (episodisch-paroxysmale Angst) wiederkehrende schwere Angstattacken
(Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände
beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Die Panikstörung soll nicht als
Hauptdiagnose verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken
an einer depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die Panikattacken
wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression (ICD-10: F41.0). Die Panikstörung ist
erstmals von Dr. G._ im Juni 2008 und damit nach Ausbruch der depressiven
Störung diagnostiziert worden. Sie ist somit als Teil der depressiven Störung
anzusehen. Ob die Beschwerdeführerin neben den Panikattacken in engen Räumen
auch in anderen Situationen, d.h. insbesondere auch unvorhersehbare Panikattacken
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erlitten hat, ist den Akten nicht zu entnehmen. Da Dr. Q._ im Dezember 2011 keine
Panikstörung mehr hat diagnostizieren können, ist davon auszugehen, dass sich diese
bis zu diesem Zeitpunkt zurückgebildet hat. Weiter hat Dr. Q._ als einzige
psychiatrische Fachperson die Differentialdiagnose einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung (abhängig, emotional instabil, narzisstisch) angegeben. Diese
Diagnose hat er wie folgt begründet: Die Beschwerdeführerin habe ab dem Übertritt in
die Realschule wie auch später in der Lehre Leistungsschwierigkeiten gehabt. In der
weiteren Entwicklung habe sie deutliche Hinweise auf eine abhängige und emotional
instabile Persönlichkeitsstruktur mit narzisstischen Zügen gezeigt. Diese Entwicklung
sei durch anhaltende Überforderung und Überbehütung in der Herkunftsfamilie wie
auch durch die abhängigen und teils gewalttätigen, nahtlos aneinander gereihten
Paarbeziehungen verstärkt worden. Die seit dem 13. Lebensjahr bestehenden
Rückenschmerzen, Migräneattacken und Magenschmerzen könnten als larvierte
depressive Symptome einer emotionalen Instabilität gewertet werden. Entgegen der
Behauptung der Beschwerdegegnerin hat die Persönlichkeitsstörung gemäss Dr. Q._
somit bereits ab Kindesalter einen Einfluss auf die schulische und später auf die
erwerbliche Leistungsfähigkeit gehabt. Die Kategorie "kombinierte
Persönlichkeitsstörung" ist gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10 für
Persönlichkeitsstörungen vorgesehen, die häufig zu Beeinträchtigungen führen, aber
nicht die spezifischen Symptombilder der in F60 beschriebenen Störungen aufweisen.
Daher sind sie häufig schwieriger als die Störungen in F60 zu diagnostizieren (ICD-10:
F61). Deshalb ist nachvollziehbar, dass Dr. Q._ die Diagnose der kombinierten
Persönlichkeitsstörung lediglich als Differentialdiagnose angegeben hat und dass er als
die erste psychiatrische Fachperson diese Diagnose gestellt hat. Zudem sind in den
Berichten der behandelnden Fachärzte und von Dr. H._ sowie im Gutachten von Dr.
G._ Merkmale einer Persönlichkeitsstörung umschrieben worden: Die Klinik Z._ hat
berichtet, dass im Hintergrund der depressiven Störung Autonomie-, Abhängigkeits-,
Selbstwert- und Identitätskonflikte stünden. Dr. F._ hat angegeben, die
Beschwerdeführerin könne keine hohe Verantwortung übernehmen und keine
wesentlichen Entscheidungen fällen. Dr. G._ hat weiter darauf hingewiesen, dass von
der Grundpersönlichkeit her von einer gewissen Vulnerabilität ausgegangen werden
müsse, die Beschwerdeführerin an Insuffizienzgefühlen leide und am Arbeitsplatz
überlastet gewesen sei. Auch Dr. H._ hat eine dekompensierte strukturelle
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Vulnerabilität sowie eine situative Überlastung beobachtet. Und schliesslich hat die
Klinik I._ angegeben, dass die Beschwerdeführerin auf Unvorhergesehenes unflexibel
reagiere (zu den Merkmalen einer Persönlichkeitsstörung vgl. ICD-10: F60.- bis F60.8).
Es ist daher davon auszugehen, dass zumindest gewisse Persönlichkeitsdefizite
bestehen.
2.3 Als Nächstes ist zu prüfen, ob und wenn ja, welche Auswirkungen die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
haben. Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung, das heisst, es wird nicht
nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher die
Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich immer
gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene
krankhafte Grundlage (auch) durch eine soziokulturelle Überforderung verursacht
worden ist, fällt in den Geltungsbereich der Invalidenversicherung, vorausgesetzt es
handelt sich um ein verselbständigtes psychisches Leiden. Eine rentenbegründende
Invalidität kann damit nicht allein mit dem Hinweis auf das Vorhandensein
soziokultureller oder psychosozialer Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. April 2014, 8C_830/2013, E. 5.2.3; BGE 136 V 279, E. 3.2.1).
Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage
zentrale Bedeutung zu, ob und in welchem Ausmass, allenfalls bei geeigneter
therapeutischer Behandlung, der versicherten Person objektiv betrachtet trotz ihres
psychischen Leidens eine Erwerbstätigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozial-praktisch noch zumutbar und für die
Gesellschaft tragbar ist (BGE 102 V 165; BGE 127 V 294, E. 4c und 5a).
2.3.1 Unbestritten ist, dass die depressive Störung im Juli 2005 ausgebrochen ist und
die Arbeitsfähigkeit deshalb ab diesem Zeitpunkt zu prüfen ist. Während der
Durchführung der beruflichen Massnahmen (Belastungstraining, Aufbautraining,
berufliche Abklärung) vom 1. August 2009 bis 31. Januar 2011 hat die
Beschwerdeführerin ein grosses Invalidentaggeld bezogen (vgl. IV-act. 125, 139, 163
und 184). Der Taggeldanspruch hat pro Tag Fr. 143.20 betragen. Der Höchstbetrag für
eine ganze Vollrente hatte im Jahr 2011 bei monatlich Fr. 2'320.-- gelegen (Art. 37 Abs.
1 IVG i.V.m. Art. 30 AHVG i.V.m. Art. 53 AHVV). Da das ausbezahlte Taggeld somit
höher gewesen ist als eine maximale IV-Rente, besteht für den Zeitraum 1. August
bis
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2009 bis 31. Januar 2011 zum Vornherein kein Rentenanspruch (Art. 20 Abs. 1 IVV e
contrario).
2.3.2 Weiter bleibt die Arbeitsfähigkeit ab 1. Februar 2011, d.h. nach Beendigung der
beruflichen Abklärung und damit einhergehend des IV-Taggeldanspruchs, zu prüfen.
Die Beschwerdeführerin hat Ende Oktober 2010, d.h. nach Abschluss des
Aufbautrainings, im Rahmen der beruflichen Eingliederung eine Arbeitsfähigkeit von 50
% erreicht. Gemäss Dr. Q._ entspricht diese tatsächlich erreichte Arbeitsfähigkeit der
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Als Gründe für
die Einschränkungen hat er eine besonders limitierende Tagesmüdigkeit und
Antriebsschwäche, eine Konzentrationsminderung sowie Kopfschmerzen und
Migräneanfälligkeit unter psychischer Belastung aufgezählt. Dr. Q._ hat weiter
angegeben, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, die vorhandenen Defizite zu
50 % zu überwinden. Eine weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit würde durch die
strukturellen Persönlichkeitseinschränkungen sehr erschwert. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. Q._ stimmt mit jener der behandelnden
Psychiaterin Dr. M._ überein. Auch mit Bezug auf die Anforderungen an eine
adaptierte Tätigkeit sind sich die Fachärzte wie auch die Betreuungspersonen des
L._ einig: Es müsse sich insbesondere um eine vielseitige, wechselbelastende
Tätigkeit in einem Kleinbüro mit kurzen Kundenkontakten, übersichtlichen und gut
strukturierten Arbeitsabläufen ohne repetitive Tätigkeiten ohne persönlichen Kontakt
sowie mit gutem Betriebsklima handeln. Die Beschwerdegegnerin ist der Einschätzung
von Dr. Q._ nicht gefolgt. Sie hat argumentiert, dass gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung mittelgradige depressive Episoden grundsätzlich keine von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare psychiatrisch Erkrankung
darstellten, die es einer versicherten Person verunmöglichen würde, die notwendige
Willenskraft für die Ausübung einer vollen Erwerbstätigkeit aufzubringen. Das
Bundesgericht hat im von der Beschwerdegegnerin zitierten Entscheid festgehalten,
dass mittelgradige depressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines
verselbständigten Gesundheitsschadens darstellen, die es der betroffenen Person
verunmöglichten, die Folgen der Schmerzstörung zu überwinden (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011, E. 4.2.2.1). Das Bundesgericht hat
diese Aussage somit einerseits im Zusammenhang mit seiner "Schmerzpraxis"
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gemacht, welche auf eine depressive Störung nicht anwendbar ist. Andererseits hat es
von mittelgradigen depressiven "Episoden" (F32.1) und nicht von mittelgradigen
depressiven "Störungen" (F33.1) gesprochen. Bei einer depressiven Störung handelt es
sich um eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert ist
(vgl. ICD-10: F33). Aus der oben zitierten Aussage des Bundesgerichts muss der
Umkehrschluss gezogen werden, dass es sich bei einer fachärztlich diagnostizierten
depressiven Störung um eine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsschadens handelt. Ob die depressive Störung (teilweise) durch
psychosoziale Belastungsfaktoren (Kündigung etc.) ausgelöst worden ist, spielt
deshalb keine Rolle. Der Vollständigkeit halber ist dennoch darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin gemäss Dr. Q._ bereits im Alter von 13 Jahren Symptome
einer larvierten Depression gezeigt hat. Allein deshalb können nicht lediglich
psychosoziale Gründe Ursache der depressiven Störung sein. Die Beschwerdegegnerin
hat weiter geltend gemacht, dass leichte bis mittelschwere psychische Störungen als
grundsätzlich therapierbar gälten. Diese Argumentation geht an der Sache vorbei: Zum
einen ist Dr. Q._ gestützt auf die Exploration im Dezember 2011 zum Schluss
gekommen, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit ‒ trotz Fortführung der ambulant
psychotherapeutischen Behandlung bei wöchentlichem Setting ‒ aus gegenwärtiger
Sicht nicht realistisch und erst in drei Jahren wieder zu prüfen sei (Ziff. 4.6 des
Gutachtens). Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Beschwerdeführerin seit rund drei
Jahren (d.h. seit dem Eintritt in die Klinik I._ im November 2008) in intensiver
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befunden (Aufenthalt in der Klinik
I._ [stationär und ambulant] und anschliessende ambulante Behandlung durch Dr.
M._; vgl. Ziff. 4.5 des Gutachtens von Dr. Q._, wonach die vorherige,
niederfrequente ambulante psychiatrische Behandlung wohl unzureichend gewesen
ist). Zum anderen sagt die Behandelbarkeit einer psychischen Störung für sich allein
betrachtet nichts über deren invalidisierenden Charakter aus. Für die Entstehung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente ist immer und einzig vorausgesetzt, dass während
eines Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine mindestens 40 %ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden hat und eine anspruchsbegründende Erwerbsunfähigkeit
weiterhin besteht (BGE 127 V 294, E. 4cc). Dr. Q._ hat nachvollziehbar aufgezeigt,
aufgrund welcher depressionsbedingter Symptome die Beschwerdeführerin in ihrer
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Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Die von ihm angeführten Symptome stimmen zudem
mit den Angaben in den medizinischen Vorakten sowie mit den Angaben in den
Berichten betreffend die beruflichen Eingliederungsmassnahmen überein. Dr. Q._ hat
überzeugend dargelegt, weshalb die Beschwerdeführerin nur teilweise in der Lage ist,
die Symptome der depressiven Störung mit einer zumutbaren Willensanstrengung zu
überwinden. Hinzu kommt, dass es auch für den medizinischen Laien gut
nachvollziehbar ist, dass eine versicherte Person, die unter einer starken
Tagesmüdigkeit und Antriebsschwäche, Konzentrationsproblemen sowie somatischen
Symptomen bei Überbelastung leidet, nicht den ganzen Tag lang eine qualitativ und
quantitativ volle Arbeitsleistung erbringen kann. Es ist somit ausgewiesen, dass die
Beschwerdeführerin spätestens seit 1. Februar 2011 in einer optimal adaptierten
Tätigkeit, wie sie von Dr. Q._ umschrieben worden ist, zu 50 % arbeitsfähig ist.
2.3.3 Schliesslich ist noch zu prüfen, wie hoch der Arbeitsfähigkeitsgrad zwischen
Mitte Juli 2005 bis zum Beginn der beruflichen Massnahmen am 1. August 2009 ge
wesen ist. Die Beschwerdeführerin hat sich von November 2008 bis September 2009
zunächst in stationärer psychiatrischer Behandlung und anschliessend in teilstationärer
psychiatrischer Behandlung befunden. Für diesen Zeitraum ist eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgewiesen: Zwar hat die Beschwerdeführerin
die Tagesklinik "nur" an vier Halbtagen pro Woche besucht (vgl. IV-act. 118 - 2). Es
muss jedoch berücksichtigt werden, dass eine intensive Auseinandersetzung mit einer
schweren psychischen Erkrankung bzw. deren Bekämpfung sehr belastend ist und viel
Kraft bzw. Leistung der betroffenen Person erfordert. So ist den Akten denn auch zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bereits mit der Therapie an ihre Grenzen
gestossen ist. Eine teilweise Arbeitstätigkeit neben der teilstationären Therapie kann
daher zumindest im vorliegenden Fall nicht als zumutbar erachtet werden. Zu
überprüfen bleibt demnach noch die Periode Juli 2005 bis Oktober 2008. Der Hausarzt
hat der Beschwerdeführerin wegen Konzentrationsproblemen und verminderter
Belastbarkeit ("Probleme mit dem Arbeitspensum") für die Periode 14. Juli 2005 bis 31.
Januar 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Sein Bericht vom 21. Januar
2007 ist so zu interpretieren, dass er die Arbeitsunfähigkeit auf die angestammte
Tätigkeit wie auch auf eine adaptierte Tätigkeit bezogen hat ("Es ist zu hoffen, dass die
Patientin so schnell als möglich wieder einer 100 % Arbeit nachgehen kann. Die
Patientin kann jede Büroarbeit machen."). Die Klinik Z._ hat die Beschwerdeführerin
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für den Zeitraum des stationären Aufenthalts, d.h. für die Monate März und April 2006,
zu 100 % arbeitsunfähig erklärt. Die Sachverständige Dr. G._ hat im Juni 2008
erklärt, die medizinisch dokumentierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit 2005 sei
nachvollziehbar. RAD-Ärztin Dr. J._ hat im Januar 2009 festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin vom 14. Juli 2005 bis 31. Januar 2007 in allen Tätigkeiten zu 100
% arbeitsunfähig gewesen sei. Der Sachverständige Dr. Q._ hat im Januar 2012
angegeben, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2005 in ihrer angestammten
Tätigkeit zu 40 % und in einer ideal adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Im
Widerspruch hierzu hat Dr. Q._ unter der Ziffer 4.2.1. "Entwicklung und Verlauf des
Leidens" festgehalten, dass die Beschwerdeführerin ihr Beschäftigungspensum bisher
nur sehr langsam habe steigern können. In Ziffer 4.5 "Stellungnahme zu früheren
fachpsychiatrischen Beurteilungen" hat er zudem angegeben, dass die damalige
Einschätzung von Dr. G._, dass die Wiedereingliederung ins Berufsleben nur mit sehr
langsamer Heranführung möglich sei und eine bleibende Einschränkung der
Erwerbsfähigkeit bestehen bleiben werde, sich im weiteren Verlauf auch bestätigt habe.
Es ist somit unklar, ob Dr. Q._ tatsächlich ab Juli 2005 von einer Arbeitsfähigkeit von
50 % adaptiert ausgegangen ist. Wäre dem so, käme seiner Einschätzung jedoch nur
ein sehr geringer Beweiswert zu: Einerseits ist es offensichtlich, dass die
Beschwerdeführerin während der stationären und teilstationären Aufenthalte in den
psychiatrischen Kliniken nicht zu 50 % arbeitsfähig gewesen sein kann. Und
andererseits ist die Aussagekraft einer Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine sechs Jahre
zurückliegende Periode alleine gestützt auf die Vorakten in Frage zu stellen. Die Klinik
Z._ hat angegeben, dass die Beschwerdeführerin beim Klinikeintritt im März 2006
keine Kraft und Nerven mehr gehabt habe, sich völlig erschöpft gefühlt habe, leicht
reizbar, innerlich unruhig und kaum mehr belastbar gewesen sei. Sie habe sich leer
gefühlt und keinen Antrieb gehabt, habe mit Hilflosigkeit, Trauer, Schuld- und
Insuffizienzgefühlen gekämpft und Schlafstörungen gehabt. Gemäss dem Hausarzt hat
sie zudem unter Konzentrationsproblemen gelitten. Laut Dr. Q._ ist die bis zum
Eintritt in die Klinik I._ im November 2008 erfolgte niederfrequente ambulante
psychiatrische Behandlung für das vorliegende Störungsbild unzureichend gewesen
(IV-act. 207 - 26). Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die behandelnden
Ärzte das ganze Ausmass der depressiven Störung zunächst verkannt haben. Dies
zeigt sich auch darin, dass die Beschwerdeführerin am 1. Februar 2007 eine RAV-
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Schulung begonnen hat und vom Hausarzt zu 100 % arbeitsfähig geschrieben worden
ist. Nach einem zweiwöchigen Praktikum hat sie ca. Ende Mai 2007 eine Festanstellung
als Sachbearbeiterin in einer Auto-Garage angetreten. Bereits Mitte Juli 2007 ist ihr
gekündigt worden. Die Klinik Z._ hatte im April 2007 mitgeteilt, dass sich aktuell
immer wieder depressive Einbrüche und Ängste bemerkbar machten. Die
Beschwerdeführerin selbst hat erklärt, dass sich bereits während der Schulung erste
Probleme bemerkbar gemacht hätten. Die Schulung sei aber "einigermassen
gegangen". Das anschliessende Praktikum sei jedoch eine "starke" Überforderung
gewesen. Sie habe unter Schlaflosigkeit gelitten, sei mit den geringsten Aufgaben
überfordert gewesen, habe die nötige Leistung nicht erbringen können und unter
Traurigkeit sowie sehr starken Ängsten gelitten, es wieder nicht zu schaffen und wieder
zu versagen. Sie habe sich ab Frühjahr dann wieder arbeitsunfähig schreiben lassen
müssen (IV-act. 67 - 6 f.). Die Beschwerdeführerin hat weiter angegeben, dass sie sich
aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung von der Taggeldversicherung habe
überreden lassen, wieder zu 100 % zu arbeiten. Der Hausarzt habe ihr nur auf ihr
Verlangen hin ab dem 1. Februar 2007 eine Arbeitsfähigkeit attestiert. Diese Angaben
sind gut nachvollziehbar: So ist die Entscheidungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer Persönlichkeitseinschränkungen (mangelndes Selbstwertgefühl und
mangelnde Selbsteinschätzung, Selbstüberforderung, kann keine wesentlichen
Entscheidungen fällen etc.) beeinträchtigt. Zudem hat der Hausarzt die
Beschwerdeführerin am 16. Januar 2007 zunächst für die Zeit ab 1. Februar 2007 zu
50 % arbeitsunfähig geschrieben, ihr jedoch wenige Tage später ab demselben Datum
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Der Beschwerdeführerin ist die Festanstellung
nach nur eineinhalb Monaten gekündigt worden. Sie ist somit nur während eineinhalb
Monaten auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen. Weshalb die Kündigung erfolgt
ist, ist den Akten nicht zu entnehmen; es ist jedoch davon auszugehen, dass die
Kündigung wegen mangelnder Leistungsfähigkeit erfolgt ist; die Beschwerdeführerin
hat ja selbst angegeben, mit der Tätigkeit überfordert gewesen zu sein. Diese
Schlussfolgerung wird durch die Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. J._, wonach der
Arbeitsversuch invaliditätsbedingt gescheitert sei, gestützt. Es muss daher davon
ausgegangen werden, dass der psychische Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin ab Juli 2005 bis zur Kündigung Mitte Juli 2007 nicht genügend
stabil gewesen ist, um einer Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgehen zu
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können. Es ist folglich für diesen Zeitraum von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher Tätigkeit auszugehen. Die Klinik Z._ hat berichtet, dass es nach der
Kündigung im Juli 2007 zu einem erneuten massiven depressiven Stimmungseinbruch
mit starker Antriebslosigkeit, Verlust des Selbstvertrauens, sozialer Phobie und latenter
Suizidalität gekommen sei. Die Beschwerdeführerin sei wegen stark eingeschränkter
Konzentrations- und Merkfähigkeit, schneller Ermüdung, verminderter
Leistungsfähigkeit bis zur absoluten Leistungsunfähigkeit bei massiven
Angstzuständen und Insuffizienzgefühlen in ihrer bisherigen Tätigkeit eingeschränkt.
Die Klinik Z._ hat der Beschwerdeführerin daher ab Oktober 2007 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Ab dem 18. Dezember 2007 ist die Beschwerdeführerin
bei Dr. F._ in psychiatrischer Behandlung gewesen. Dieser hat die Arbeitsfähigkeit
auf anfänglich maximal ein bis zwei Stunden pro Tag geschätzt. Dr. G._ hat die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte im Juni 2008 bestätigt und
erklärt, dass der Gesundheitszustand immer noch instabil und die Beschwerdeführerin
in jeglicher Tätigkeit weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Es sei eine teilstationäre
oder stationäre psychiatrische Behandlung indiziert. Der Sachverständige Dr. H._ hat
im Juni 2008 erklärt, dass mittelfristig von einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als kaufmännische Angestellte von 100 % ausgegangen werden müsse. Auch
die RAD-Ärztinnen Dr. P._ und Dr. J._ sind davon ausgegangen, dass die
Beschwerdeführerin ab Oktober 2007 bis August 2009 in allen Tätigkeiten zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen ist. Den Akten ist zu entnehmen, dass sich der ohnehin noch
instabile, psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aufgrund des
verfrühten Arbeitsversuches im Frühjahr/Sommer 2007 noch einmal wesentlich
verschlechtert hat, d.h. die depressionsspezifischen Symptome zugenommen haben.
Da der Gesundheitszustand auch in den nachfolgenden Monaten keine Stabilisierung
erfahren hat, ist bis zum Eintritt in die Klinik I._ im November 2008 von einer 100
%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen. Dass die
Beschwerdeführerin ab Juli 2005 bis (mindestens) Sommer 2009 in jeglicher Tätigkeit
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist, hat sich auch im Rahmen der beruflichen
Massnahmen, die im August 2009 eingeleitet worden sind, bestätigt: So hat die
Arbeitsfähigkeit nur sehr langsam und über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren auf
50 % gesteigert werden können, obwohl sich die Beschwerdeführerin sehr motiviert
gezeigt hat.
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2.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Juli
2005 bis 31. Juli 2009 in jeder Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Vom
1. August 2009 bis 31. Januar 2011 hat sie ein grosses Invalidentaggeld bezogen. Ab
1. Februar 2011 ist von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen. Das Wartejahr ist Ende Juni 2006 abgelaufen. Die Beschwerdeführerin hat
sich am 16. Dezember 2006 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Gemäss Art.
29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten
nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Zu prüfen wäre demnach ein
Rentenanspruch ab dem 1. Juni 2007. Nun ist aber nach dem (lückenfüllend
geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision die altrechtliche Regelung des
Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das Wartejahr vor dem Zeitpunkt des
Inkrafttretens (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat und die Anmeldung bis
spätestens Ende Juni 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 sowie die Modifikation in BGE 138 V 475). Dies ist vorliegend der Fall, weshalb
die altrechtliche Regelung des Rentenbeginns anwendbar ist. Nach aArt. 29 Abs. 1 lit.
b IVG entsteht der Rentenanspruch ‒ unabhängig vom Datum der Anmeldung ‒
unmittelbar mit der Erfüllung des Wartejahres. Ein Anspruch auf Nachzahlung besteht
grundsätzlich nur für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate (aArt. 48 Abs. 2
IVG). Die Beschwerdeführerin hat sich rund sechs Monate nach Erfüllung des
Wartejahres bei der IV-Stelle angemeldet. Ein allfälliger Rentenanspruch würde somit
ab dem 1. Juli 2006 bestehen.
3.
3.1 Schliesslich ist noch der Einkommensvergleich vorzunehmen: Zwar haben sich bei
der Beschwerdeführerin bereits im Alter von 13 Jahren Symptome einer larvierten
Depression sowie Persönlichkeitsdefizite gezeigt. In den Akten deutet jedoch nichts
darauf hin, dass diese Merkmale einen Einfluss auf die Wahl der Ausbildung und den
späteren beruflichen Werdegang gehabt haben. Es ist daher davon auszugehen, dass
das zuletzt erzielte Einkommen vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit der persönlichen
erwerblichen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin entspricht. Für die Bemessung
des Valideneinkommens ist daher auf das zuletzt erzielte Einkommen vor Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit abzustellen. Die Beschwerdeführerin hat ab Januar 2005 einen
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Monatslohn von Fr. 4'821.-- (zzgl. 13. Monatslohn) erzielt. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung hat das Valideneinkommen im Zeitpunkt des Rentenbeginns,
d.h. im Jahr 2006, Fr. 63'488.-- betragen (Lohnentwicklung 2006, Bundesamt für
Statistik, T1.1.05, Nominallohnindex nach Geschlecht, Abschnitt D [verarbeitendes
Gewerbe; Industrie]). Die adaptierte Tätigkeit entspricht grundsätzlich der
angestammten Tätigkeit. Aufgrund der aufgezählten Einschränkungen (Kleinbüro etc.)
ist lediglich die Auswahl der in Frage kommenden Tätigkeiten geschmälert. Für die
Berechnung des Invalideneinkommens ist daher auch der an die
Nominallohnentwicklung angepasste, zuletzt erzielte Lohn als Gesunde heranzuziehen
(Fr. 63'488.--). Für den Zeitraum 1. Juli 2006 bis 31. Juli 2009 beträgt das
Invalideneinkommen Fr. 0.-- und der Invaliditätsgrad 100 %. Schliesslich bleibt noch
das Invalideneinkommen für die Zeit ab 1. Februar 2011 zu bestimmen. Ein
Arbeitgeber, der die Beschwerdeführerin einstellt, hat aufgrund ihrer psychischen
Erkrankung mit überdurchschnittlich vielen gesundheitsbedingten Absenzen zu
rechnen. Weiter ist davon auszugehen, dass der Betreuungsaufwand gegenüber
gesunden Arbeitnehmern überdurchschnittlich sein wird, da die Beschwerdeführerin
eine Tendenz zur Selbstüberforderung hat und an einer erhöhten Empfindlichkeit auf
äussere Stressoren wie Lärm und viele Personen leidet. Ein Arbeitgeber wird diesen
Einschränkungen bzw. Risiken dadurch Rechnung tragen müssen, dass er der
Beschwerdeführerin einen tieferen Lohn ausbezahlt, als er einer gesunden
Arbeitnehmerin ausbezahlen würde. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden,
dass die Beschwerdeführerin mit dem Gesundheitsschaden den gleichen Lohn erzielen
kann, den sie als Gesunde erzielt hat. Diesem Umstand ist beim Invalideneinkommen
durch einen Abzug von 15 % des Lohnes, den die Beschwerdeführerin als Gesunde
erzielt hat, Rechnung zu tragen. Ab 1. Februar 2011 beträgt das Invalideneinkommen
somit Fr. 26'982.-- und der Invaliditätsgrad 58 %. Die Beschwerdeführerin hat somit
vom 1. Juli 2006 bis 31. Juli 2009 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab
dem 1. Februar 2011 einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
3.2 Die Beschwerde ist demzufolge teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur Fest
setzung der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
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4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote eingereicht. In einem Fall mit mittlerem
Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von
Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin
entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP