Decision ID: 8c1986f4-e236-44aa-835a-462e572848e9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984, war seit dem
1.
November 2001
als Bauarbeiter bei der
Y._
AG
angestellt und damit obligatorisch bei der Suva gegen Berufs- und Nichtb
erufsunfälle versichert
(
Urk.
9/1/1, 9/1/8)
.
Nachdem er sich bereits in den Jahren 2002 und 2010 am rechten Knie Verletzungen zugezo
gen hatte (vgl. Urk. 9/2/1-11
[08.78286.02.2]
und 9/3/1-11
[08.45709.10.6]
), rutschte der Versicherte g
emäss Schadenmel
dung vom 26.
November 2015 tags zuvor
von einer Strassenbaumaschine
und
verletzte
sich dabei
wiederum
am rechten Knie
gelenk
(
Urk.
9/1/1).
Seitens des Spitals
Z._
wurde am 2
5.
Novem
ber 2015 eine Kniekontusion rechts diagnostiziert und bis zum 2
7.
November 2015
von einer
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit a
us
gegangen
(
Urk.
9/1/10 f.
).
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheu
matologie,
attestierte in der Folge bis auf Weiteres
ebenfalls
eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit (vgl. unter anderem
Urk.
9/1/
9
f., 9/1/14 und 9/1/19).
Die Suva
erteilte Kostengutsprache für die
Heilb
ehandlung und erbrachte Taggeld
leistungen
(vgl
.
Urk.
9/1/24,
9/1/28
, 9/1/48
und
9/1/119).
Nach Eingang
weiterer medizinischer Unterlagen (
Urk.
9/1/34, 9/1/41 f., 9/1/57, 9/1/71 und 9/1/
82
) holte die Suva bei
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neu
rochirurgie,
eine kreisärztliche Beurteilung - datierend vom 1
5.
April 2016 - ein (
Urk.
9/1/94). Mit Verfügung vom
7.
Juni 2016 teilte sie dem Versicherten
sodann
mit, dass
gemäss dieser
Einschätzung
der Status quo sine spätestens am 2
5.
Februar 2016 erreicht worden sei
.
Der Fall werde per 2
7.
Juni 2016 abge
schlossen und die bisherigen Versicherungsleistungen würden auf diesen Z
eit
punkt
eingestellt
. Die aktuellen Beschwerden seien auch nicht mit mindestens überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Schadensereignisse vom 2
6.
November 2002 und
6.
Juni 2010 zurückzuführen
(
Urk.
9/1/96).
Die dagegen vom Versi
cherten erhobene Einsprache (
Urk.
9/1/101, 9/1/115) wies die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2017 ab, wobei sie einer allfällig dagegen er
hobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog (
Urk.
9/1/131 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
4.
Oktober 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbe
gehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Suva sei
zu
verpflichten, ihm weiterhin
die Leistungen der Unfallversicherung
- insbesondere Taggeld und Heilbehandlung - auszurichten. Im Weiteren sei die
Klinik C._
superprovisorisch anzuweisen, über die bevorstehende
Knieo
peration Video
aufnahmen zu erstellen, damit diese von neutralen Experten eingesehen werden könnten, woraufhin neu
über den Leistungsanspruch
zu entscheiden sei (
Urk.
1 S. 2).
Mit Verfügung vom
6.
November 2017 wies das Gericht das Gesuch um
Anordnung superprovisorischer Massnahmen ab und setzte der Suva Frist zur Stellungnahme an (
Urk.
5). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Januar 2018 schloss
jene
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8)
, worüber der Versicherte mit Verfü
gung vom 2
9.
Januar 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
Auf
die einzelnen Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Vorfall
hat sich am
2
5.
November 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1
.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2017 zog die Beschwer
degegnerin zusammengefasst in Erwägung,
die
Beurteilung von Dr.
B._
vom
1.
Juni 2016
erfülle sämtliche Anforderungen, welche vom Bundesgericht an ver
sicherungsinterne ärztliche Berichte gestellt würden. Gemäss
der
überzeugenden Einschätzung sei davon auszugehen, dass
die Folgen der
bagatellären
Kniedistor
sion vom 2
5.
November 2015 ohne nachweisbare traumatische Läsion nach drei Monaten vollständig abgeheilt waren.
Die anhaltenden Kniebeschwerden seien durch die degenerativen Veränderungen genügend erklärt. Da im Weiteren auch ein Kausalzusammenhang zu den Schadensereignissen vom 2
6.
November 2002 und
6.
Juni 2010 verneint werden müsse, erweise sich die Einstellung der Versi
cherungsleistungen per 2
7.
Juni 2016 als korrekt (
Urk.
2 S. 5).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom 2
4.
Oktober 2017
bestritt
der Versicherte im We
sentlichen
das Erreichen des Status quo sine
und machte geltend, dass die Ein
stellung der Versicherungsleistungen viel zu früh erfolgt sei.
Auf die versiche
rungsinterne ärztliche Beurteilung
könne nicht abgestellt werden.
Bei Dr.
B._
handle es sich zum einen nicht um eine von der Beschwerdegegnerin unab
hängige Sachverständige. Zum anderen sei
angesichts seines ju
gendlichen
Alters
nicht nachvollziehbar, dass
die persistierende Knieproblematik nicht auf die er
littenen Unfälle zurückzuführen sei
(zum Ganzen
Urk.
1 S. 3 ff.).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Januar 2018
wies die Suva insbesondere darauf hin, dass allein aufgrund des Alters des Beschwerdeführers kein Anlass bestehe, an den kreisärztlichen Einschätzungen zu zweifeln (
Urk.
8 S. 3 f.).
Im Weiteren betonte sie erneut, dass a
uf die nachvollziehbare und detailliert begründete Be
urteilung von
Dr.
B._
vollumfänglich abgestellt werden
könne
. Die weiterhin geklagten Kniebeschwerden seien nicht mehr auf den Vorfall vom 2
5.
November 2015 zurückzuführen
und
auch
die Schadensereignisse
von
November 2002 und Juni 2010
seien hierfür nicht ursächlich
(
Urk.
8 S. 6).
3.
3.1
3.1.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass sich der Versicherte erstmals am 2
6.
November 2002 beim Fussballspielen eine rechtsseitige Kniedistorsion
zuzog
. Es
habe
eine Zerrung des rechten Aussenbandes, aber keine
ossäre
Läsion festgestellt werden
können
. Die Behandlung
sei
am
3.
Dezember 2002 abgeschlossen
worden
(
Urk.
9/2/1, 9/2/3).
3.1.2
Gemäss Bericht des Spitals
Z._
vom
6.
Juni 2010 habe der Beschwerdeführer n
ach einem Treppensturz
tags zuvor
erneut über rechtsseitige Knieschmerzen
ge
klagt
.
Anamnestisch hätten bereits seit zwei Jahren derartige Schmerzen sowie eine leichte Flexionseinschränkung bestanden
(
Urk.
9/3/6)
. Anlässlich der MRT-Untersuchung vom 11. Juni 2010 habe
vor allem im lateralen
Femurkondylus
und im lateralen
Tibiaplateau
ein posttraumatischer
Bone
bruise
eruiert
werden können, wobei eine Fraktur nicht abgrenzbar gewesen sei. Des Weiteren habe sich eine für das Alter fortgeschrittene Gonar
throse lateral betont mit diskre
ter Ge
lenkspaltverschmälerung und signalalteriertem, jedoch nicht defektem Knorpel feststellen lassen. Darüber hinaus habe ein degenerierter Meniskus
mit Nachweis eines vertikalen Risses im
Hinterhorn
des lateralen Meniskus und hochgradigem Verdacht auf Dislokation eines Meniskusfragmentes nach
dorsocranial
vorgele
gen (
Urk.
9/3/5).
Dr.
A._
habe
die Behandlung am 2
7.
Juni 2010 ab
ge
schlossen
(
Urk.
9/3/4).
3.2
3.2.1
Am 2
5.
November 2015 begab sich der Beschwerdeführer notfallmässig in das Spital
Z._
in Behandlung. Er sei bei der Arbeit auf einer vereisten Maschine ausgerutscht und habe sich dabei das rechte Knie angeschlagen. Zudem sei es zu einem Hyperextensionstrauma gekommen.
Nun seien zunehmende Schmerzen in
der rechten
Poplitea
aussen vorhanden. Seitens der Ärzte wurde eine Kniekontu
sion diagnostiziert. Die Artikulation im Kniegelenk sei regelrecht gewesen. Nach
weise für eine frische knöcherne Verletzung oder
paraartikuläre
Verkalkungen hätten sich nicht ergeben (
Urk.
9/1/11 f.).
3.2.2
Im Rahmen einer am 9. Dezember 2015 durchgeführten Magnetresonanztomo
graphie (MRT) wurden zum einen beginnende degenerative Veränderungen
mit
Osteophyten
an der
Femurkondyle
sowie
am
Tibiaplateau
festgestellt. Die Unter
suchung ergab zum anderen
ein
en komplexen
Aussenmeniskusriss mit
Fragment
dislokation
nach
parafemoral
lateral
sowie ein Knochenmarködem in der
posterioren
Femurkondyle
subchondral
mit kleinen Zysten
(
Urk.
9/1/16).
3.2.3
Am 2
6.
Januar 2016 nahm
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, zur Frage der Kausalität Stellung. Die vom Versicherten geklagten Beschwerden stün
den in kausalem Zusammenhang zum Vorfall vom 2
5.
November 2015, jedoch nicht zu den vorangegangenen Schadenfällen.
Aktuell sei es überwiegend wahr
scheinlich nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der schon seit dem Fall 08.45709.10.6
(Unfall vom
6.
Juni 2010)
bestehenden lateralen
Meniskus
hinterhornläsion
gekommen.
Kniedistorsionen
seien
nach allgemeiner Lehrauf
fassung bei vorbestehenden Schäden bis
zu drei Monate schmerzhaft
.
Falls der Versicherte den defekten Menisku
steil
einklemme oder die Beschwerden nicht
zu
rückg
ingen
, sei jedoch von einer richtungsgebenden Verschlimmerung auszuge
hen. Dies sei aktuell allerdings noch nicht klar (
Urk.
9/1/21).
3.2.4
Am 2
5.
Februar 2016
sei
der Versicherte in der
Klinik C._
vorstellig
ge
worden
. Er habe nach wie vor über starke, belastungsabhängige
anterolaterale
Knieschmerzen rechts geklagt. Intermittierend seien auch Blockadeerscheinungen aufgetreten, was mit dem festgestellten Aussenmeniskusschaden korreliere. Fer
ner bestehe ein Knochenmarködem an der
posterioren
lateralen
Femurkondyle
. Eine weitere
MRT-
Untersuchung sei angezeigt (Urk. 9/1/42).
Diese wurde am 2
4.
März 2016 durchgeführt. Im Vergleich zur Voraufnahme
vom 1
1.
Juni 2010 (vgl.
Urk.
9/3/5)
habe sich das Knochenmarködem
nahezu komplett
regredient
gezeigt.
Im Weiteren sei vermutlich eine Teilresektion
des lateralen Meniskus
mit einer Verkürzung der Pars
intermedi
a
und des
Hinterhorns
vorhan
den, jedoch kein neuer Riss.
In einer Zone von insgesamt etwa 20 x 8 Millimetern lägen dorsal am lateralen
Femurkondylus
Knorpelschäden bis Grad IV vor. Im eigentlichen lateralen
femorotibialen
Kompartiment seien wenige weitere Knor
pelirregularitäten erkennbar gewesen (
Urk.
9/1/82). Ausgehend von diesen Er
kenntnissen wurde seitens der Ärzte der
Klinik C._
eine Kniegelenks
arthroskopie empfohlen (
Urk.
9/1/57).
3.
2.
5
Die Suva legte die Angelegenheit in der Folge erneut den Kreisärzten zur Beur
teilung vor.
Dr.
B._
wies am 1
3.
April 2016 darauf hin, dass die Aussen
meniskusläsion bereits 2010 nachweisbar gewesen sei. Das Schadenereignis vom 2
5.
November 2015 habe nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung ge
führt. In Bezug auf den Zeitpunkt des Eintritts des Status quo sine könne auf die vorangegangene Beurteilung von
Dr.
D._
(vgl. E. 3.3) verwiesen werden.
Mit Stellungnahme vom 1
5.
April 2016 hielt Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
im Weiteren
fest, dass zwischen dem MRT von 2010 und demjenigen vom 2
4.
März 2016 keine Differenzen in der Befundung bestün
den. Somit sei im aktuellen Fall von einer Distorsion des Kniegelenks ohne struk
turell traumatische Läsion auszugehen. Der Status quo sine sei vier Wochen nach dem Schadensereignis erreicht gewesen
(zum Ganzen
Urk.
9/1/71)
.
3.2.6
Am
1.
Juni 2016 äusserte sich
Dr.
B._
im Rahmen einer weiteren ärztlichen Be
urteilung erneut zur Frage, ob zwischen den einzelnen Schadensereignissen vom 2
6.
November 2002,
6.
Juni 2010 u
nd 2
5.
November 2015 sowie den anhaltenden
rechtsseitigen Kniegelenksschmerzen ein kausaler Zusammenhang bestehe.
Ge
mäss
Dr.
B._
sei es i
m Jahr 2002 zu einer vorübergehenden Verschlimmerung gekommen; weder radiologisch noch klinisch hätten sich Hinweise für eine blei
bende strukturelle Veränderung im Bereich des rechten Kniegelenks ergeben.
Die 2010 kernspintomographisch festgestellte Aussenmeniskusläsion
könne nur als mögliche
Folge des damaligen Treppensturzes vom 6.
Juni 2010 gewertet werd
en. Der Beschwerdeführer habe zu
vor bereits seit zwei Jahren unter Knieschmerzen und Flexionseinschränkungen am rechten Knie gelitten, was mit den bildgebend nachgewiesenen und für das Alter fortgeschrittenen degenerativen Veränderun
gen korreliere.
Ausserdem hätten sich keine Begleitverletzungen an den Bändern finden lassen, die für ein heftiges Rotationstrauma
gesprochen hätten
. Das damals ebenfalls festgestellte Knochenmarködem könne zudem angesichts der fehlenden klinischen Zeichen für eine erhebliche direkte Gewalteinwirkung gut mit den la
teralbetont ausgeprägten degenerativen Veränderungen in Verbindung stehen. Insgesamt sei es auch 2010 zu einer vorübergehenden Verschlimmerung am rech
ten Knie gekommen und der Status quo sine sei nach drei Monaten erreicht wor
den
(
Urk.
9/1/94/5)
.
Auch nach dem Schadensereignis vom 2
5.
November 2015 habe kernspintomo
graphisch keine Begleitverletzung der Seiten- und Kreuzbänder als Anhaltspunkt für eine heftige Rotationskomponente nachgewiesen werden können.
Im MRT hätten sich betreffend den Aussenmeniskus vergleichbar
e
Befunde wie bereits 2010 gezeigt. Es habe ausdrücklich kein ne
uer Riss vorgelegen. Gesamthaft sei es
am 2
5.
November 2015 in Bezug auf das rechte Kniegelenk
zu keinen neuen strukturellen Veränderungen, sondern bloss
zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung
gekommen. Allenfalls könne kernspintomographisch eine Zu
nahme der degenerativen Knorpelschäden im Bereich des lateralen Komparti
ments
festgestellt werden.
Der Status quo sine sei spätestens nach drei Monaten erreicht worden
. Die vorliegenden Kniebinnenschäden stünden
somit
weder im kausalen Zusammenhang mit den Schadensereignissen von November 2002 noch
von
Juni 2010 oder November 2015
(
Urk.
9/1/94/6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht
in der Verfügung vom
7.
Juni 2016 (
Urk.
9/1/96) sowie
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) bis zum 2
7.
Juni 2016 anerkannt.
Strittig und zu prüfen ist, ob für die weiterhin vom Versicherten gek
lagten Beschwerden i
m rechten Kniegelenk auch nach dem 27. Juni 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das Schadensereignis vom 2
5.
November 2015 ursächlich ist, oder ob der natürliche Kausalzusammenhang infolge Erreichens des Status quo sine dahingefallen ist.
4.2
4.2.1
Vorab ist festzuhalten, dass es dem Unfallversicherer grundsätzlich unbenommen ist, zunächst im Rahmen einer formlosen Deckungsanerkennung Leistungen wie Heilbehandlung und Taggelder zu erbringen und diese nach einer eingehenden Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen (Unfalltatbestand, Kausalität) bei entsprechendem Untersuchungsergebnis ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision «ex
nunc
et pro
futuro
» - das heisst unter Verzicht auf eine Rückforderung der bisher gewährten Versiche
rungsleistungen - einzustellen (BGE 130 V 380 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_1019/2009 vom 2
6.
Mai 2010 E. 4.2).
4.2.2
Der angefochtene Entscheid
basiert massgeblich auf der ärztlichen
Einschätzung
von
Dr.
B._
vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
9/1/94; E. 3.2.6).
Jene verfügt als Fachärztin für Neurochirurgie
einerseits
über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigt
e
medizinische Ausbildung. Andererseits berücksichtigte sie sämtliche medizinischen
Vorakten
- insbesondere auch diejenigen
betreffend frühere Scha
densereignisse
-
und setzte sich dabei ausführlich mit den radiologisch erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhängen auseinander.
In ihre
Be
urteilung bezog sie
einerseits
mit ein, dass die aktuelle MRT-Untersuchung vom 2
4.
März 2016 vergleichbare Befunde wie bereits im Jahr 2010 und keine Hin
weise auf neue strukturelle Veränderungen
ergeben hat
te
(vgl. Urk.
9/1/82 und 9/3/5).
Zudem wies sie zutreffend darauf hin, dass nach dem Vorfall im November 2015 keine Begleitverletzung der Seiten- und Kreuzbänder als Indiz für eine hef
tige Rotationskomponente festgestellt werden konnte.
Dr.
B._
legte somit in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb der Vorfall vom 2
5.
November 2015 in Be
zug auf das rechte Kniegelenk mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
von wenigen Monaten Dauer
geführt hat
te
.
Gesamthaft sprechen vor diesem Hintergrund keine konkreten
Anhaltspunkte
ge
gen die Zuverlässigkeit der fachärztlichen
Stellungnahme
von
Dr.
B._
.
Nament
lich schadet auch nicht, dass
Dr.
B._
den Beschwerdeführer nicht selbst unter
sucht hat, da auch Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern - wie im konkreten Fall
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hin
weisen).
4.3
Der Beschwerdeführer
zweifelt
allerdings die Unbefangenheit von Dr.
B._
an
, weshalb auf ihre Einschätzung nicht abgestellt werden könne.
Abgesehen davon sei angesichts seines jungen Alters nicht schlüssig, dass die persistierenden Knieprobleme nicht auf die erlittenen Unfälle, sondern auf degenerative Verän
derungen
zurückzuführen sein sollen
(
Urk.
1 S. 3 ff.).
Wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.5), genügt die Tatsache, dass die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, allein nicht, um auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit zu schliessen.
Es bedarf besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Der Beschwerdeführer
kritisiert
indes
generell den Einsatz von Versicherungsmedizinern und fordert
in diesem Kontext
einen Systemwechsel.
Konkrete Anhaltspunkte, welche an der Unparteilichkeit von Dr.
B._
zweifeln lassen, zeigt er in seiner Beschwerdeschrift gerade nicht auf
und solche sind auch mit Blick auf die übrige Aktenlage nicht ersichtlich.
Die Rüge des Versicherten erweist sich daher als nicht stichhaltig.
Gleiches gilt für
die
Argumentation, wonach nur schon in Anbetracht seines Al
ters vom Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den Knie
gelenksschmerzen und den Schadensereignissen auszugehen sei.
Eine Korrelation zwischen dem Alter einer versicherten Person und dem Ausmass von degenera
tiven Vorschäden mag zwar grundsätzlich naheliegen, genügt allerdings nicht, um eine Kausalität zwischen einem Unfall und in der Folge auftretenden Be
schwerden überwiegend wahrscheinlich zu machen.
Der Versicherte lässt
insbe
sondere
ausser Acht, dass bereits im Juni 2010 mittels MRT
unter anderem
eine
für das Alter fortgeschrittene Gonarthrose sowie ein degenerierter Meniskus fest
gestellt
worden waren
(
Urk.
9/3/5).
Es ist nicht zu beanstanden, dass Dr.
B._
diesem Umstand in ihrer Beurteilung Rechnung trug.
Im Übrigen ist anzumerken, dass auch der Hinweis des Versicherten auf den Bericht von
Dr. med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle
vom 2
8.
Februar 2017
nicht geeignet ist, Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
B._
zu wecken. Der Be
schwerdeführer hielt in diesem Zusammenhang
selbst
zutreffend fest, dass
sich
Dr.
F._
nicht zur
entscheidrelevanten
Frage ä
usserte, w
odurch die Kniebe
schwerden verursacht worden seien (vgl.
Urk.
3/4). Andere
fach
ärztliche Ein
schätzungen, welche der Beurteilung von
Dr.
B._
widersprechen, sind ebenfalls nicht ersichtlich.
So steht d
iese im Wesentlichen mit den früheren k
reisärztlichen Stellungnahmen in
Einklang, wonach bloss eine vorübergehende Verschlimme
rung des Gesundheit
sschadens am rechten Kniegelenk
vorliege (vgl. Urk. 9/1/21, 9/1/71).
Insgesamt erweisen sich die gegen die Beurteilung von
Dr.
B._
vom
1.
Juni 2016
gerichteten Einwände des Versicherten
somit als ungerechtfertigt.
5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die fachärztliche Be
urt
eilung von
Dr.
B._
abgestellt, wonach der Status quo sine in Bezug auf das rechte Kniegelenk mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens drei Monate nach dem Vorfall am 2
5.
November 2015 erreicht worden sei.
Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass sie die von ihr erbrachten Versicherungsleistungen schliesslich per 2
7.
Juni 2016 eingestellt hat.
Der Vollständigkeit halber
ist einerseits festzuhalten, dass entsprechend den Aus
führungen von
Dr.
B._
(
Urk.
9/1/94/6) auch nicht von einem Rückfall bezie
hungsweise von Spätfolgen der Schadensereignisse von November 2002 und Juni 2010 auszugehen ist.
Hierfür wäre ohnehin durch den Versicherten der entspre
chende Beweis zu erbringen gewesen (Urteil des Bundesgerichts 8C_424/2012 vom 2
9.
November 2012 E.
5.
2 mit Hinweisen).
Andererseits ist anzumerken, dass v
on wei
teren medizinischen Abklärungen
entgegen der Auffassung des Be
schwerdeführers keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten
sind
, weshalb
namentlic
h kein Anlass besteht, ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 12
2
V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Nach dem Gesagten
ist
der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2017 (
Urk.
2)
zu bestätigen
und
d
ie dagegen erhobene Beschwerde
ist
folglich
abzuweisen. Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
61
lit
. a ATSG).