Decision ID: 2576d4b0-aca3-425d-82ba-4534fdcbb83e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht Strafsachen, vom 27. Januar 2021 (GC200001)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Pfäffikon vom 28. August 2020
(Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 31 S. 19 f.)
1. Die Beschuldigte ist schuldig des Nichtbeherrschens des Fahrzeugs i.S.v.
Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV (man-
gelnde Aufmerksamkeit).
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 300.–.
3. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–. Allfällige weitere Aus-
lagen bleiben vorbehalten.
5. Die Gerichtskosten werden der Beschuldigten auferlegt. Über diese Kosten
stellt die Gerichtskasse Rechnung.
Die Kosten des Statthalteramtes des Bezirkes Pfäffikon im Betrag von
Fr. 565.– (Fr. 330.– Gebühren und Auslagen sowie Fr. 235.– nachträgliche
Gebühren) werden der Beschuldigten auferlegt. Diese Kosten sowie die
Busse von Fr. 300.– werden durch das Statthalteramt des Bezirkes Pfäffikon
eingefordert.
Berufungsanträge:
a) Der erbetenen Verteidigung:
(Urk. 42 S. 2)
1. Die Berufungsklägerin sei in Aufhebung des vorinstanzlichen Ent-
scheids freizusprechen.
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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse für
beide Instanzen.
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht in Strafsachen,
vom 27. Januar 2021 wurde die Beschuldigte wegen Nichtbeherrschens des
Fahrzeuges i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1
VRV mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft. Für den Fall des schuldhaften Nicht-
bezahlens der Busse wurde gleichzeitig eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen
festgesetzt und schliesslich über die Kosten- und Entschädigungsfolgen entschie-
den (Urk. 31 S. 19 f.).
2. Gegen dieses Urteil liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 27. Januar
2021 Berufung anmelden (Urk. 24) und am 30. März 2021 fristgerecht ihre schrift-
liche Berufungserklärung einreichen (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 30/1 und
Urk. 32). Mit Präsidialverfügung vom 1. April 2021 wurde dem Statthalteramt Be-
zirk Pfäffikon eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt und Frist angesetzt,
um Anschlussberufung zu erheben oder um begründet ein Nichteintreten auf die
Berufung zu beantragen (Urk. 34). Dieses teilte in der Folge mit, auf die Erhebung
einer Anschlussberufung bzw. das Beantragen eines Nichteintretens zu verzich-
ten (Urk. 36).
3. Nachdem mit Beschluss vom 19. April 2021 das schriftliche Verfahren
angeordnet wurde (Urk. 40), liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 21. April
2021 die Berufungsbegründung samt Beilagen einreichen (Urk. 42 und 43/1-2).
Mit Präsidialverfügung vom 23. April 2021 wurden die Doppel der Berufungsbe-
gründung und den dazugehörigen Beilagen dem Statthalteramt zur Erstattung der
Berufungsantwort und der Vorinstanz zur freigestellten Vernehmlassung zuge-
stellt (Urk. 44). Sowohl die Vorinstanz als auch das Statthalteramt erklärten den
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Verzicht auf eine Vernehmlassung (Urk. 46 und Urk. 47). Damit erweist sich das
Verfahren als spruchreif.
II. Prozessuales
1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die
Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die
Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren einen vollumfänglichen Freispruch,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse für beide In-
stanzen (Urk. 42 S. 2). Ihre Berufung richtet sich mithin gegen das gesamte vor-
instanzliche Urteil, womit keine Dispositivziffer in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Bilden – wie im vorliegenden Fall – ausschliesslich Übertretungen Ge-
genstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur
geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des
Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung.
Neue Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht werden (Art. 398
Abs. 4 StPO).
2.1. Betreffend den Sachverhalt hat das Berufungsgericht konkret nur zu
prüfen, ob dieser durch die Vorinstanz offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich,
festgestellt wurde. Relevant sind dabei klare Fehler bei der Sachverhaltsermitt-
lung, wie namentlich Versehen, Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zwi-
schen der sich aus den Akten sowie der Hauptverhandlung ergebenden Beweis-
lage auf der einen und der Urteilsbegründung auf der anderen Seite. Weiter in Be-
tracht kommen insbesondere Fälle, in denen die gerügte Sachverhaltsfeststellung
auf einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften
der StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen sind Konstellationen relevant, die
als willkürliche Sachverhaltserstellung zu qualifizieren sind (vgl. SCHMID/JOSITSCH,
Praxiskommentar StPO, 3. Auflage 2018, Art. 398 StPO N 12 f.; BSK StPO-
EUGSTER, 2. Aufl. 2014, N 3a zu Art. 398; Urteil des Bundesgerichts 6B_696/2011
vom 6. März 2012 E. 2.1). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Si-
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tuation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung
ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt nicht
(vgl. BGE 134 I 140 E. 5.4 m.H.). Das Berufungsgericht darf und muss sich in
Sachverhaltsfragen auf eine Willkürprüfung beschränken und hat keine erneute
Beweiswürdigung vorzunehmen (vgl. Urteil BGer vom 6. März 2012
[6B_696/2011], E. 4.1).
2.2. Weiter wird das angefochtene Urteil auf Rechtsverletzungen bei der
durch die Vorinstanz vorgenommenen rechtlichen Würdigung überprüft. Dabei
liegt keine Einschränkung der Überprüfungsbefugnis vor; sämtliche Rechtsfragen
sind mit freier Kognition zu prüfen, und zwar nicht nur materiellrechtliche, sondern
auch prozessuale (HUG/SCHEIDEGGER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO
Kommentar, 2. Auflage 2014, N 23 zu Art. 398).
III. Sachverhalt
1. Der Beschuldigten wird im Strafbefehl des Statthalteramtes des Bezir-
kes Pfäffikon vom 28. August 2020 zusammengefasst vorgeworfen, am 19. No-
vember 2019 um 07.35 Uhr in ihrem Skoda Karoq auf der B._-strasse in
Richtung C._ gefahren zu sein. Vor ihr sei ein BMW in dieselbe Richtung ge-
fahren, welcher nach dem Passieren der Ortstafel "C._" seine Geschwindig-
keit reduziert und abgebremst habe. Da die Beschuldigte ihre Aufmerksamkeit
nicht der Strasse und dem Verkehr zugewendet habe, mithin ihren Vorsichts-
pflichten als Fahrzeugführerin nicht nachgekommen sei, habe sie nicht rechtzeitig
auf das Abbremsmanöver bzw. die Temporeduktion des vor ihr fahrenden BMW
reagiert und – trotz eines von ihr eingeleiteten Bremsmanövers – mit dessen Heck
kollidiert. Durch die Kollision sei an beiden Personenwagen ein Sachschaden ent-
standen (Urk. 15 S. 1 f.).
2. Die Vorinstanz sah den Anklagesachverhalt als erstellt an (Urk. 31
S. 14 f.). Sie begründete dies zusammengefasst damit, dass aufgrund der glaub-
haften Aussagen der Auskunftsperson D._ davon ausgegangen werden kön-
ne, dass dieser mit seinem Auto im fraglichen Streckenabschnitt der B._-
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strasse mit einer Geschwindigkeit von 57-60 km/h, statt den erlaubten 50 km/h,
gefahren sei. Angesichts dieser übersetzten Geschwindigkeit, mit welcher
D._ noch 100 Meter nach Beginn der Tempo-50-Zone gefahren sei, sei eine
Bremsung notwendig und damit verkehrsbedingt gewesen. Ein Motiv für eine
(nicht verkehrsbedingte) Schikanebremsung von D._, wie sie von der Be-
schuldigten beschrieben werde, sei nicht erkennbar. Eine Schikanebremsung er-
weise sich zudem auch angesichts der konkreten Umstände als lebensfremd. So
habe sich die Auskunftsperson D._ auf ihrem morgendlichen Arbeitsweg be-
funden und sei damit zielgerichtet unterwegs gewesen. Eine Vorgeschichte zwi-
schen den beiden Unfallbeteiligten, wie sie bei Schikanebremsungen üblicher-
weise vorkomme, sei ebenfalls nicht erkennbar. Sodann lasse sich auch nicht er-
stellen, dass D._ eine Vollbremsung vollzogen habe, was zu einem prakti-
schen Stillstand seines Fahrzeuges geführt habe. Unabhängig davon könne es
nach Ansicht der Vorinstanz offen bleiben, ob D._ eine den Umständen an-
gemessene oder aber eine zu scharfe Bremsung vollzogen habe, da die Beschul-
digte gemäss Art. 12 Abs. 1 VRV auch bei einem überraschenden oder brüsken
Bremsmanöver des vor ihr fahrenden Personenwagens rechtzeitig hinter diesem
hätte anhalten können müssen. Die Beschuldigte könne sich denn auch nicht auf
den Vertrauensgrundsatz i.S.v. Art. 26 Abs. 1 SVG berufen. So könne angesichts
der Aussagen der beiden Unfallbeteiligten und der übrigen Beweismittel davon
ausgegangen werden, dass die Beschuldigte nicht schneller als die erlaubten 50
km/h gefahren sei und auch einen genügenden Abstand zum Fahrzeug der Aus-
kunftsperson D._ eingehalten habe. Der Abstand zwischen dem Fahrzeug
der Beschuldigten und dem ihr vorausfahrenden Fahrzeug der Auskunftsperson
D._ habe gemäss der "halben Tacho"-Regel somit mindestens 25 Meter be-
tragen müssen. Der Beschuldigten sei für ihre Bremsung mithin ein Anhalteweg
von 25 Metern, zuzüglich des Bremsweges der Auskunftsperson D._ zur
Verfügung gestanden. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der im fraglichen Zeit-
punkt herrschenden optimalen Wetter- und Verkehrsverhältnisse lasse die erfolg-
te Kollision keinen anderen Schluss zu, als dass die Beschuldigte unaufmerksam
gewesen sei, mithin die Bremsung der Auskunftsperson D._ erst dann wahr-
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genommen habe, als sich eine Auffahrkollision auch mit einem eingeleiteten Voll-
stopp nicht mehr habe verhindern lassen (Urk. 31 S. 10 ff.).
3. Mit ihrer Berufung lässt die Beschuldigte geltend machen, dass der
vorinstanzliche Schuldspruch in tatsächlicher Hinsicht nicht haltbar sei.
3.1. So sei die Beschuldigte entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen
nicht durch ein verkehrsbedingtes, brüskes Abbremsen des vor ihr fahrenden
BMW-Lenkers überrascht worden. Sie sei vielmehr durch eine nicht verkehrsbe-
dingte brüske Bremsung überrascht worden (Urk. 42 S. 10). Die vorinstanzliche
Feststellung, dass das Bremsmanöver verkehrsbedingt gewesen sei, sei willkür-
lich. Zunächst sei unklar, wie schnell die Auskunftsperson D._ tatsächlich ge-
fahren sei. Bei den von ihm angegebenen Geschwindigkeiten handle es sich um
Schätzungen. Sodann hätte deren Überprüfung zweimal den Blick auf den Tacho
erfordert, den er gemäss eigenen Angaben nicht gemacht habe. Zudem habe er
auf die Frage, ob er bis zum Stillstand abgebremst habe, geantwortet, das Fahr-
zeug habe noch gerollt. Eine solche Antwort gebe man aber nicht, wenn man auf
ca. 50 km/h runterbremse. Eine Überschreitung der Geschwindigkeitslimite von
50 km/h sei nicht erwiesen; zugunsten der Beschuldigten sei von einer Ge-
schwindigkeit von 50 km/h auszugehen, da Tachos jeweils von den Werkseinstel-
lungen her eine zu hohe Geschwindigkeit anzeigen würden (Urk. 42 S. 4 Rz. 7 f.,
S. 7 Rz. 19 f.).
3.2. Abgesehen davon, dass es nicht erwiesen sei, dass der Lenker des
BMW schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren sei, habe auch keine Situation
vorgelegen, welche eine verkehrsbedingte Bremsung indiziert hätte. Die Strasse
sei übersichtlich gewesen, die Sicht gut, es habe keinen anderen Verkehr, keine
Tiere und keine Kinder gehabt. Zugunsten der Beschuldigten sei davon auszuge-
hen, dass D._ mit 50 km/h gefahren sei. Somit habe überhaupt kein Grund
für eine abrupte und nicht verkehrsbedingte Bremsung bis fast zum Stillstand be-
standen. Gemäss Angaben von D._ sei das Fahrzeug nach dem Abbremsen
noch gerollt. Es habe somit ein brüskes und überraschendes Bremsmanöver bis
fast zum Stillstand stattgefunden (Urk. 42 S. 8 Rz. 24, S. 10 Rz. 26).
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3.3. Die Vorinstanz sei zudem einem Irrtum unterlegen, wenn sie davon
ausgegangen sei, dass das Fahrzeug von D._ neu sei. Die rechtliche Würdi-
gung der Zeugenaussagen sei rechtsfehlerhaft, und auf die Aussagen von
D._ könne nicht abgestellt werden, da diese völlig unglaubhaft seien; Reali-
tätskriterien würden sich bei diesem keine finden. Die Schilderung der Beschul-
digten hingegen sei konstant und stimmig. Nicht auf sie abzustellen verletze den
Grundsatz in dubio pro reo (Urk. 42 S. 5 f. Rz.15 f., S. 7 f. Rz. 22; S. 6 Rz. 17,
S. 9 f. Rz. 26).
4.
4.1. In Bezug auf die Vorbringen der Verteidigung betreffend die Geschwin-
digkeit des BMW-Lenkers D._ ist anzumerken, dass sich vor der Einfahrt in
C._ eine längere 80er-Strecke befindet, welche in C._ in eine 50er-Zone
einmündet, wobei sich die komplett gerade Streckenführung der vorhergehenden
80er-Zone weiter fortführt. Der neue 50er-Abschnitt stellt sich denn auch nicht wie
eine klassische 50er-Zone innerhalb eines Siedlungsgebiets dar, sondern wird in
einem ersten Abschnitt (wo auch die Kollision stattfand) auf der linken Seite von
einem Waldstück und auf der rechten vorwiegend von einzelnen Industriebauten
und vereinzelten Häusern gesäumt (vgl. Urk. 2 sowie Google Maps, B._-
strasse ...). Dass D._ nach Beginn der Tempo 50-Zone noch etwas zu
schnell war bzw. seine Geschwindigkeit zu lange beibehielt und erst zu spät redu-
zierte, erscheint deshalb plausibel und vermag seine Angaben insofern zu stüt-
zen. Überdies konnte die Beschuldigte selbst nicht angeben, mit welcher Ge-
schwindigkeit sie fuhr; sie erklärte lediglich, sie sei der Überzeugung, korrekt un-
terwegs gewesen zu sein. Mit welcher Geschwindigkeit D._ unterwegs war,
vermochte sie nicht zu benennen (Urk. 10 S. 5, S. 7; Prot. I S. 8). Wie bereits die
Vorinstanz zutreffend erwog, vermögen die inkonsistenten Aussagen von
D._ in Bezug auf den Grund für sein Abbremsen (Radar bzw. Kinder) die
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen. Entscheidend ist viel-
mehr, dass er konstant angab, nach dem Passieren der Ortstafel "C._" be-
merkt zu haben, dass er mehr als die erlaubten 50 km/h, namentlich etwa 57 oder
60 km/h, gefahren sei, weshalb er die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges durch
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Betätigen der Bremse reduziert habe (Urk. 14 S. 3 ff.). Daran ändert der Umstand,
dass er – wie es die Verteidigung vorbringt (Urk. 42 S. 4 Rz. 7) – gemäss eigenen
Angaben nicht nachsah, auf wie viele Stundenkilometer er abbremste, nichts. Es
besteht kein Anlass an dem von ihm geschilderten Vorgang, die Geschwindigkeit
auf das erlaubte Mass zu reduzieren, zu zweifeln. Auch erweist es sich keines-
wegs als rechtsfehlerhaft, wenn die Vorinstanz hierbei auf die konstanten Anga-
ben von D._ abstellt.
4.2. Der Einwand der Verteidigung, die Vorinstanz sei offensichtlich einem
Irrtum unterlegen, da sie davon ausgegangen sei, das Fahrzeug von D._ sei
neu, geht fehl. Aus den Aussagen von D._ geht hervor, dass sich der Wert
des neugekauften Fahrzeuges für ihn nicht aus dem Baujahr ableitet, sondern aus
dem Umstand, dass es sich um einen 5-Türer, mithin um ein grösseres Fahrzeug,
als das bisher von ihm gefahrene 3-türige, handelt. Neu ist nicht zwingend mit
neuwertig gleichzusetzen. Die Vorinstanz würdigte denn auch den Umstand, dass
das Fahrzeug im Unfallzeitpunkt neu war, nicht per se als Realitätskriterium, son-
dern die Schilderungen insgesamt als spontan ergänzte und ausgefallene Einzel-
heiten. Insofern kann keineswegs von einem offensichtlichen Irrtum der Vo-
rinstanz gesprochen werden. Das effektive Baujahr des als "neu" bezeichneten
Fahrzeuges mag deren Würdigung kaum zu beeinflussen. Auch die Schlussfolge-
rung der Vorinstanz, wonach die Hypothese eines vorsätzlich provozierten Auf-
fahrunfalls vor dem Hintergrund, dass D._ mit einem neuen Auto unterwegs
gewesen sei, zumindest fraglich erscheine, ist nicht zu beanstanden.
4.3. Mit der Vorinstanz ist überdies festzuhalten, dass D._ sich einer-
seits bei seiner Angabe der Geschwindigkeit von 57 bis 60 km/h und anderseits
mit der Aussage, er habe die Beschuldigte erst im Unfallzeitpunkt bemerkt, selbst
belastete (Urk. 31 S. 10, S. 12), was ebenfalls ein Realkennzeichen darstellt und
für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. Demgegenüber fehlt es in den
Aussagen der Beschuldigten an jeglicher Selbstbelastung. Vielmehr erscheint sie
bemüht, die Ursache für den Unfall allein im Verhalten von D._ zu finden und
unterstellt diesem wiederholt, eine Schikanebremsung vorgenommen zu haben
(Urk. 10 S. 2, S. 5). Ihre Aussagen zum Unfallhergang erweisen sich als zu vage
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und vermögen diejenigen von D._ nicht zu entkräften, zumal sie – wie bereits
erwähnt – selbst keine konkreten Angaben zur gefahrenen Geschwindigkeit ma-
chen konnte. Wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund zum Schluss kam,
dass es erstellt sei, dass das Bremsmanöver des BMW-Lenkers aufgrund seiner
übersetzten Geschwindigkeit verkehrs- bzw. sicherheitsbedingt war (Urk. 31
S. 12, S. 15), verfiel sie weder in Willkür noch verletzte sie den Grundsatz in dubio
pro reo.
4.4. Die Vorinstanz liess offen, ob D._ eine den Umständen angemes-
sene oder aber eine zu scharfe Bremsung vollzog (Urk. 31 S. 13). Soweit die Ver-
teidigung die Feststellung der Vorinstanz, die Beschuldigte habe es nicht ge-
schafft, auf überzeugende Weise dazulegen, dass eine Vollbremsung bis (fast)
zum Stillstand mit hinreichender Wahrscheinlichkeit stattgefunden habe, als will-
kürlich einstuft (Urk. 42 S. 7 Rz. 21), ist festzuhalten, dass die Beschuldigte dies-
bezüglich selber Unsicherheiten eingestand (vgl. Urk. 10 S. 6, S. 8, Prot. I S. 8).
Ihren Aussagen stehen diejenigen von D._ gegenüber, der ein paar Mal
normal gebremst haben will und angab, das Fahrzeug sei noch am Rollen gewe-
sen. Konstant verneinte er, dass es zu einem Stillstand gekommen sei (Urk. 14
S. 4, S. 7, S. 9). Dass die Vorinstanz es aufgrund dieser Beweislage nicht als
überzeugend ansah, dass es zu einer Vollbremsung bis (fast) zum Stillstand kam,
erscheint daher vertretbar. Letztlich lässt sich aufgrund der vorhandenen Be-
weismittel nicht mehr eruieren, wie stark D._ vor der Kollision abbremste.
Seine glaubhaften Angaben in Bezug auf seine Geschwindigkeitsreduktion spre-
chen indes gegen die Vornahme einer Vollbremsung.
4.5. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 42 S. 6) ist die
Feststellung der Vorinstanz, wonach D._ auf eine Mehrbelastung verzichtet
habe, indem er offengelegt habe, dass er keine Angabe zum Abstand zwischen
den Fahrzeugen machen könne, nicht aktenwidrig. Zwar trifft zu, dass er bei der
Polizei sinngemäss festhielt, die Beschuldigte habe genügend Abstand zu ihm
gehabt. Er gab dies jedoch in Bezug auf die Situation vor der Dorfeinfahrt an.
Ebenso hielt er fest, er könne nicht sagen, wie viel Abstand sie vor der Kollision
zu ihm gehabt habe (Urk. 1 S. 3). Entsprechend bemühte er sich, präzise Aussa-
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gen zu machen und deklarierte seine Unsicherheiten. Dass er rund ein halbes
Jahr später erklärte, die Beschuldigte erst beim Unfall bemerkt zu haben und zu-
vor nicht auf sie geachtet zu haben, stellt zwar eine Abweichung dar, kann aber
durchaus auf die seit dem Unfall verstrichene Zeit zurückgeführt werden. Wie die
Vorinstanz zutreffend festhielt, verzichtete er jedoch darauf, die Beschuldigte
diesbezüglich zu belasten und erklärte wiederum, nicht zu wissen, welchen Ab-
stand sie zu ihm gehabt habe (Urk. 14 S. 6).
4.6. Schliesslich liegen auch keinerlei konkreten Hinweise für eine gezielte
Herbeiführung einer Kollision mit dem Fahrzeug der Beschuldigten oder für einen
Schikanestopp vor, wie dies von der Verteidigung angedeutet wird (Urk. 42 S. 9).
Insbesondere lässt sich aus dem Umstand, dass Betrugsmaschen mit absichtlich
herbeigeführten Kollisionen denkbar sind (Urk. 49/1-2), nichts für das vorliegende
Verfahren ableiten. Rein theoretisch kann ein solches Szenario zwar nicht ausge-
schlossen werden. Indessen sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht
massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht ver-
langt werden kann (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 127 I 38 E. 2a). Es erweist sich so-
mit nicht als willkürlich, wenn die Vorinstanz mangels anderer Anhaltspunkte im
Sinne einer Gesamtwürdigung zum Schluss kam, dass D._ nicht schikanös
bzw. ohne jeden Grund bremste und sie gestützt auf die Aussagen der Beschul-
digten, wonach sie mit angemessener Geschwindigkeit und ausreichend Abstand
unterwegs war, – mithin zu ihren Gunsten – zum Schluss kam, dass der Unfall auf
die Unaufmerksamkeit der Beschuldigten zurückzuführen war. Insofern sind auch
die vorinstanzlichen Ausführungen zur Berechnung des Bremsweges nicht zu be-
anstanden (Urk. 32 S. 14), wird dabei doch der Umstand berücksichtigt, dass man
bei gegebener Aufmerksamkeit und genügendem Abstand jederzeit auch auf
überraschendes Bremsen reagieren können muss.
5. Somit enthält die vorinstanzliche Beweiswürdigung keine unüberwind-
baren Widersprüche, die als schlechterdings unhaltbar erscheinen, und auch bei
Berücksichtigung des Grundsatzes in dubio pro reo ist die Vorinstanz bei der
Feststellung des Sachverhaltes nicht in Willkür verfallen. Vielmehr erweist sich die
Erstellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz insgesamt als nachvollziehbar.
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Sie ist weder offensichtlich unrichtig noch sind klare Fehler ersichtlich. Demnach
ist die von der Vorinstanz vorgenommene Sachverhaltserstellung nicht zu bean-
standen.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten der Beschuldigten als einfache
Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31
Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV (Nichtbeherrschen des Fahrzeuges; Urk. 31
S. 17, S. 19). Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (Urk. 31 S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2. Die Verteidigung moniert die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als
rechtsfehlerhaft und beruft sich auf den Vertrauensgrundsatz (Urk. 42 S. 2,
S. 8 f.).
3. Im Verkehr muss sich jedermann so verhalten, dass er andere in der
ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet
(Art. 26 Abs. 1 SVG). Jeder Strassenbenützer, der sich selbst verkehrsgerecht
verhält, darf darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer eben-
falls ordnungsgemäss verhalten (Vertrauensgrundsatz; vgl. BGE 125 IV 83 E. 2.b;
BGE 120 IV 252 E. 2 d.aa). Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich indes nur be-
rufen, wer sich selbst regelkonform verhalten hat. Wer gegen die Verkehrsregeln
verstösst und dadurch eine unklare oder gefährliche Verkehrslage schafft, kann
nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch erhöhte Vorsicht ausgleichen (Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_509/2010 vom 14. März 2011, E.3.3.3 mit Hinweisen).
3.1. Gemäss erstelltem Sachverhalt reduzierte D._ nach der Ortstafel
"C._" seine Geschwindigkeit und bremste ab, worauf es der Beschuldigten,
die damit nicht gerechnet hatte und ihre Aufmerksamkeit nicht der Strasse und
dem Verkehr zuwandte, trotz eingeleitetem Bremsmanöver nicht mehr gelang, ihr
Fahrzeug rechtzeitig abzubremsen, weshalb es zu einer Kollision kam. Die
Beschuldigte war mit angemessener bzw. korrekter Geschwindigkeit und
ausreichendem Abstand unterwegs.
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3.2. Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG hat der Lenker gegenüber allen Strassen-
benützern einen ausreichenden Abstand zu wahren, namentlich beim Hinterei-
nanderfahren. Er muss auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden
Fahrzeugs rechtzeitig anhalten können (Art. 12 Abs. 1 VRV). Das überraschende
Bremsen schliesst ein brüskes Bremsen mit ein. Für die Einhaltung des ange-
messenen Abstandes hat im Regelfall der Fahrer des hinteren Fahrzeuges zu
sorgen. Nach Art. 37 Abs. 1 SVG hat jedoch der Lenker, der anhalten will, nach
Möglichkeit auf die nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Dieser Arti-
kel erfasst nach seinem Wortlaut nur das freiwillige und voraussehbare Halten. An
der Freiwilligkeit und möglichen Rücksichtnahme gebricht es, wenn ein Fahrzeug-
lenker wegen äusserer Umstände, bspw. verkehrsbedingt durch einen anderen
Verkehrsteilnehmer, wegen eines plötzlich auf der Fahrbahn auftauchenden Hin-
dernisses, durch Verkehrsregelung oder aus fahrzeugtechnischen Gründen sofort
bremsen muss. Brüskes Bremsen und Halten sind gemäss Art. 12 Abs. 2 VRV
nur gestattet, wenn kein Fahrzeug folgt und im Notfall. Ein Notfall im Sinne dieser
Bestimmung liegt immer vor, wenn wegen eines plötzlich auftauchenden Hinder-
nisses aus Sicherheitsgründen sofort gebremst werden muss. Erforderlich ist kein
zwingender Grund, da lediglich das unnötige plötzliche Anhalten untersagt ist. Die
Frage, ob das unvermittelte Bremsen unnötigerweise erfolgte, kann nicht generell,
sondern nur im konkreten Fall unter Würdigung der Umstände entschieden wer-
den (BGE 137 IV 326 E. 3.3.3 mit Hinweisen).
3.3. Die Geschwindigkeitsreduktion bzw. das Abbremsen durch D._
erfolgte verkehrs- bzw. sicherheitsbedingt, nachdem er bereits nach Passieren
der Geschwindigkeitsbegrenzung noch zu schnell unterwegs war, worauf er
entsprechend reagierte. Dies erwies sich denn auch als notwendig. Die
Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit dient der Verkehrssicherheit.
Nach seinen Angaben schaute er vor dem Abbremsen nicht in den Rückspiegel
und achtete somit nicht auf allfällige Fahrzeuge hinter ihm (vgl. Urk. 14 S. 4),
womit er die in Art. 37 Abs. 1 SVG geforderte Rücksichtnahme missen liess. Mit
Blick in den Rückspiegel hätte er die hinter ihm fahrende Beschuldigte aber wahr-
genommen und auch erkannt, dass diese ausreichend Abstand zu ihm hielt und
aufgrund ihrer angemessenen Geschwindigkeit nicht zu ihm aufschloss, weshalb
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für ihn ein Abbremsen auch bei Erfassen der Situation nicht ausgeschlossen
gewesen wäre. Erstelltermassen bremste er sodann nicht bis beinahe zum
Stillstand ab bzw. nahm er keine Vollbremsung vor. Mit der Vorinstanz ist fest-
zuhalten, dass die Beschuldigte auch bei überraschendem Bremsen rechtzeitig
hätte anhalten können müssen (Art. 12 Abs. 1 VRV). Ob das Bremsen von
D._ notwendig war, konnte sie im damaligen Zeitpunkt nicht wissen. Sie
hätte grundsätzlich so aufmerksam fahren müssen, dass sie noch rechtzeitig
hätte reagieren können. Trotz der übersichtlichen geraden Strecke und dem
geringen Verkehrsaufkommen befand sich auf der einen Seite der Strasse ein
Waldgebiet. Zudem bewegte sie sich Richtung Ortseingang. Damit war sowohl in
Bezug auf das plötzliche Auftauchen von Tieren als auch hinsichtlich eines
erhöhten Verkehrsaufkommens eine zumindest leicht erhöhte Vorsicht geboten.
Bei gegebener Aufmerksamkeit wäre es ihr aufgrund ihres Abstandes und ihrer
Geschwindigkeit denn auch möglich gewesen, ihr Bremsmanöver früh- und
rechtzeitig einzuleiten, womit es zu keiner Kollision gekommen wäre. Unter
Berücksichtigung dieser Umstände erfüllt die Beschuldigte mit der Vorinstanz den
objektiven Tatbestand der Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen
des Fahrzeuges mangels der erforderlichen Aufmerksamkeit.
3.4. Die Vorinstanz schloss ein vorsätzliches Handeln der Beschuldigten
aus und ging von Fahrlässigkeit aus (Urk. 31 S. 17). Dem ist ohne Weiteres zu
folgen, da es an Anhaltspunkten, die auf Vorsatz schliessen lassen, fehlt.
4. Die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes durch die
Untersuchungsbehörde und die Vorinstanz erweist sich damit als zutreffend. Die
Beschuldigte ist demnach mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschluss-
gründen in Bestätigung des angefochteten Urteils im Sinne von Art. 90 Abs. 1
SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen.
V. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen für den Tatbestand der Verletzung
der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3
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Abs. 1 VRV zutreffend auf Busse bis zu Fr. 10'000.– abgesteckt und die Grundla-
gen der Bemessung der Busse korrekt dargelegt (Urk. 31 S. 17). Die Beschuldigte
ging in der Berufungsbegründung auf die von der Vorinstanz ausgefällte Bussen-
höhe nicht ein (Urk. 42). Da lediglich die Beschuldigte Berufung erhob, ist bei der
Bemessung der Busse das Verschlechterungsverbot zu beachten (Art. 391 Abs. 2
StPO).
2. Die Vorinstanz ging bei der Bemessung der Busse zurecht insgesamt
von einem leichten Tatverschulden aus (Urk. 31 S. 18). Dabei ist zu berücksichti-
gen, dass durch eine auch nur wenige Sekunden dauernde Unaufmerksamkeit
während des Lenkens eines Fahrzeuges bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h
eine nicht zu unterschätzende abstrakte Gefahr geschaffen wird, die sich vorlie-
gend auch realisierte, weil an beiden Personenwagen ein Sachschaden entstand.
Zugunsten der Beschuldigten wirkt sich die übersetzte Geschwindigkeit von
D._ aus, die eine Bremsung erst erforderlich machte. Die fahrlässige Tatbe-
gehung vermag die objektive Tatschwere im Rahmen der Würdigung der subjekti-
ven Tatschwere zu relativieren.
3. Die von der Vorinstanz festgehaltenen finanziellen Verhältnisse der
Beschuldigten haben sich nicht massgeblich verändert (vgl. Urk. 31 S. 18;
Urk. 39/8), weshalb darauf abzustellen ist. Weitere strafzumessungsrelevante
Faktoren sind nicht gegeben. Im Ergebnis erweist sich die von der Vorinstanz
festgelegte Bussenhöhe von Fr. 300.– als dem Verschulden und den finanziellen
Verhältnissen der Beschuldigten angemessen, und sie ist entsprechend zu be-
strafen.
4. Unter Hinweis auf Art. 106 Abs. 2 StGB ist die Ersatzfreiheitsstrafe mit
der Vorinstanz auf 3 Tage festzusetzen.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Ausgangsgemäss – es bleibt beim vorinstanzlichen Schuldspruch – ist das
vorinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 4 und 5) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1
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StPO). Da die Beschuldigte mit ihren Berufungsanträgen unterliegt, sind ihr die
Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).