Decision ID: 17a87439-7947-4477-ae1e-bbb93e5584e3
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
X._
, geboren 1965,
war
zuletzt
von Mai 2009 bis April
2010
als Pflegefachfrau
in einem 80
%-Pensum
im
Heim
Y._
in
Z._
ange
stellt
(
Urk.
7/15/1
-2
). Am 25. März 2011 meldete sich die Versicherte wegen einer Diskushernie und einer Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3). Die IV-Stelle holte den Arbeitgeberbericht des
A._
vom 26. April 2011 (
Urk.
7/
7
),
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug
vom 28.
April 2011,
Urk.
7/10),
die Akten der zuständigen
Krankentaggeldver
siche
rung
, Bas
ler Versicherung AG, (
Urk.
7/12)
und
den Arbeitgeberbericht des Heim
e
s
Y._
vom 6. Mai 2011 (Eingangsda
tum,
Urk.
7/15
) ein. Weiter zog sie
den Bericht von
Prof.
Dr.
phil.
B._
, Fachpsychologe für Psycho
therapie SPV, und
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH,
vom 28. Mai 2011
(
Urk.
7/20
), den
Bericht der Klinik für
Rheumatologie des
D._
vo
m 27. Mai 2011 (
Urk.
7/21/7
10)
und
den Ber
icht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für Allge
mein
medizin FMH,
vom 7. Juni 2011 (
Urk.
7/22
)
bei
.
In der Folge gab die IV
Stelle
beim
F._
ein polydisziplinäres Gut
achten in Auftrag, das am 1. No
vember 2011
erstattet wurde (
Urk.
7/32) und führte anschliessend eine
Ein
gliederungsberatung
durch.
Am 5. Januar 2012 teilte
die IV-Stelle
X._
mit, dass die berufliche Eingliederung abgeschlossen werde
, da sie sich zurzeit nicht
in der Lage fühle, an Ein
gliederungsmassnahmen oder einer beruflichen Abklärung teilzunehmen
(
Urk.
7/37). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid
vom 22.
Februar 2012,
Urk.
7/42
, und Einwand vom 13. März 2012,
Urk.
7/44) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren von
X._
mit Verfügung vom 7.
Juni 2012
-
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 8
%
- ab (
Urk.
2).
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
, am 29. Juni 2012 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 7.
Juni 2012 sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. In prozessu
aler Hinsicht ersuchte sie um Anordnung eines z
weiten
Schriften
wechsel
s
sowie
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsver
tretung
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 28. August 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung des hiesigen Gerichts vom 11. Oktober 2012 wurde das Gesuch der Beschwer
deführerin um unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
12).
Mit Replik vom 1. Februar 2013 hielt die Beschwerdeführerin an
ihren
Anträgen fest und
beantragte zudem, es se
ien vom Gericht insbesondere zu ihrem
psychiatrischen Gesundhei
tszustand
weitere medizinische Abklä
rungen in Auftrag zu geben (
Urk.
16). Am 18. März 2013 teilte die
Beschwerde
gegnerin
mit, dass sie auf das Einreichen e
iner Duplik verzichte (
Urk.
20), was der Beschwerdeführerin am 20. März 2013 angezeigt wurde (
Urk.
21).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unab
dingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiese
nermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stär
ker psycho
soziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausge
prägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von
Krank
heitswert
vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische
Beschwerde
bild
nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokul
tu
rellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
fach
medizinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen
Leidenszu
stand
. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkun
gen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dage
gen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a S. 299; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch ent
steht
zudem frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
1.6
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunk
t des
Art.
28a
Abs.
3 IVG
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter
werbstätig einzustufen ist
was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischt
e Methode) führt -, ergibt sich
aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Das Kriterium der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bezieht sich nicht auf den Gesundheits-, sondern auf den Invaliditätsfall. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhält
nissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV; BGE 131 V 51 E.
5.1.2 S. 53 und E. 5.2 S. 54; SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151, E. 5.1.2, I 156/04; vgl. auch BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
S. 157). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst
wirk
lichkeitsgerechte
Bemessung des Invaliditätsgrades. Sie findet auch Anwendung, wenn der versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine
voll
zeitliche
Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
; vgl. auch BGE 133 V 477 E. 6.3 S. 486). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönli
chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die berufli
chen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdi
gen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts I 266/05 vom 11. April 2006 E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Dr.
C._
und Prof.
B._
diagnostizierte
n in ihrem
Bericht vom 28. Mai 2011
(1) eine persistierende mittelgradige Depression mit somatischem Syndrom (Adipositas) nach Unfallgeschehen mit Verlust der Arbeitsstelle in
Vorge
setztenposition
(ICD-10 F32.11) und (2) ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom.
Sie erklärten, dass im Anschluss an eine Trainingsphase zum Wiedereinstieg in die Arbeitswelt eine
Umschu
lung
der Beschwerdeführerin
indiziert
sei
, zum Beispiel zur
Dolmetscherin, Grafi
kerin, Modedesignerin oder Ergotherapeutin (
Urk.
7/20/8).
2.2
Dr.
E._
führte
in seinem Bericht vom 7. Juni 2011
folgende
Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
an
(
Urk.
7/22/1):
(1)
ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 rechts mit/bei
-
breitbasiger
do
r
saler Diskushern
ie und
Anulusriss
L4/5 mit
birez
essaler
Stenose
und möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurzel
L5,
Spondylarthrose
(
2010)
(2)
ein schweres depressives Zustandsbild mit Suizidalität, sozialem Rückzug und
Entwurzelungssymptomatik (2010)
(3)
Angst- und Panikattacken
(4)
Stat
us nach Kniekontusion rechts (
19. Dezember 2009
) mit/bei
-
Zerrung mediales
Ret
inaculum
und leichter ödematöser
Veränderung im
subkutanen
Fettgeweb
e
(5
)
ein
e Adipositas per magna
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (
Urk.
7/22/1):
ein Diabetes mellitus, Typ II (seit vielen Jahren)
Herzrhythmusstörungen (seit vielen Jahren)
e
ine Hypertonie (seit vielen Jahren)
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Psychiatriepflegerin sei die Beschwerde
führer
in
sei
t Mitte Dezember 2009 bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig. Nach einer Umschulung
zur
Dolmetscherin, Sozia
larbeiterin oder eventuell Graf
i
kerin sei sie
wieder zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/22/1-3).
2.3
Die Gutachter des
F._
stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 1.
November 2011 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(7/32/33)
:
(1)
ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
-
Status nach
lumboradikulärem
Reizsyndrom L5 rechts mit
Hospitalisationen
März/April 2010 be
i medianer Diskushernie LWK 3/4
,
Diskushernie LWK 4/5 mit
möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurz
el
L5
sowie
Diskusprotrusion
intraforaminal
rechts LWK 5/S1 mit
möglicher
Beeinträchtigung der
Nervenwurzel
L5 rechts sowie
Spondylarthrosen
LWK
3
bis S1
(ICD-10 M54.5)
(2)
Status nach Kniekontusion rechts am 19. Dezember 2009 mit persistierendem
Schmerzsyndrom unklarer Ursache (ICD-10 S80.0)
(3
)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode
(ICD-10 F33.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die
Arbeitsfähigkeit nannten sie
(
Urk.
7/32/33)
:
eine muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits (
Trapezius
)
und im Bereich
der Knieflexoren
beidseits
eine Tendenz zu dif
fusem weichteilrheuma
tischem Schmerzsyndrom mit 9/18
positiven
Fibromyalgie
Tender
points
eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0), unter
Deanxit
kompensiert
sonstige
näher bezeichnete Probleme verbunden mit der sozialen Umgebung
(ICD-10
Z60.8) wie Schulden, Sozialamt
s
abhängigkeit, Tochter arbeitslos
Status nach Problemen in der Beziehung zum Ehepartner
(ICD-10 Z63.0)
Die Gutachter
des
F._
erklärten
, dass der Beschwerdeführerin die zuletzt aus
geübte Tätigkeit
in der
Geriatriepflege
seit dem Unfall vom 19. Dezember 2009
nicht mehr zuzumuten sei.
Die psychiatrische Evaluation hab
e ergeben, dass
in jeglichen
den
körperlichen Leiden adaptierten
Tätigkeiten
ab
dem
Unter
suc
hungsdatum
eine 80%ige Arbeits
fähigkeit zu attestieren sei
(
Urk.
7/32/34).
2.4
Dr.
C._
un
d Prof.
B._
diagnostizierten in
ihrem Bericht vom 10. April 2012
eine persistierende hochgradige Depression mit somatischem Syndro
m (Adipositas)
.
Die
Depression der Beschwerdeführerin
habe sich
n
ach
der
Ablehnung
des
Umschulung
sbegehrens
verstärkt
. Die
„lebensrettenden Taggel
der“
der Basler Versicherung würden im Juli 2012
enden, dann stehe die Beschwerdeführerin in finanzieller Hinsicht vor dem Nichts
(
Urk.
48/2).
2.5
Im
Beri
cht vom 17. Januar 2013 sprachen
Dr.
C._
und Prof.
B._
von
einer mittelgradig
en
bis eher
hochgradigen Depression
mit somatischem Syn
drom (Adipositas)
.
Es sei eine Verschlechterung eingetreten, die Depression habe sich (erneut) verstärkt.
Panikattacke
n und Angstzustände würden den
Alltag
der Beschwerdeführerin
massiv beeinträchtigen
. Psychosoziale Nöte und psychische Probleme von beträchtlichem Krankheitswert (Depression) verstärk
ten sich heute gegenseitig und könnten nicht voneinander getrennt werden
(
Urk.
17).
3.
3.1
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die
Besch
werdegegnerin in der ange
fochte
nen Verfügung
vom 7. Juni 2012
davon ausging
,
dass
der Anteil
der Er
werbs
tätigkeit 80
% und der Anteil im Haushaltbereich
20 % betrage (Urk.
2/2
). Da die Beschwerdeführerin
zuletzt
im Heim
Y._
in einem 80%-Pen
sum
tätig war
(
Urk.
7/15/2
)
, ist diese
Qualifikation
ohne
Weiteres
nach
voll
ziehbar u
nd im Übrigen auch unbestritten (vgl. E. 1.6)
3.2
Das polydisziplinäre Gutachten des
F._
vom 1. November 2011 basiert auf allseitigen Untersuchungen (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
ver
fasst. Die Gutachter haben die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt (
Urk.
7/32).
3.
3
In der rheumatologischen Beurteilung
führten
die
F._
-Gutachter
aus
, dass
in der klinischen Untersuchung keine Zeichen für eine
lumbo
radikuläre
Reiz
symptomatik
gefunden worden seien
.
Sensomotorische
Ausfälle
seien ebenfalls nicht
vorhanden. Es
bestehe abe
r weiterhin ein
Lumbovertebrals
yn
drom
mit
Bewe
gungseinschränkung
der Lendenwirbelsäule, lokalen Schmerzen un
d
einem paravertebralen Muskelhartspann. Auch der Quadrantentest sei beidseits positiv
als Hinweis auf schmerzhafte Facettengelenke bei radiologisch bekannten
Spondylarthrosen
LWK 3 bis S1 beidseits. Insgesamt würden weiter
hin symptomatische degenerative Veränderungen an der distalen
Lendenwir
bel
säule
bestehen, die eine verminderte Belast
barkeit der Lendenwirbelsäule
begrün
den würden
.
Hinsichtlich der
(
durch den Unfall
vom
19. Dezember
2009
verursachten
)
Kontusion des rechten Kniegelenks habe aktuell in der klinischen Untersuchung kein relevanter pathologischer Befund erhoben werden
können
, ausser dass es bei der Flexion
des Kniegelenks
endständig zu Sc
hmerzen gekommen sei.
Gegenwärtig liege
noch
eine geringe Umfangdifferenz der Ober- und Unterschenkel
rechts gegenüber links
vor,
als Zeichen für die Schonung des
rechte
n
Bein
s
über
längere Zeit
.
Ein
Schonhinken
sei
jedoch
nicht mehr
zu beobachten
, weshalb davon auszugehen sei, dass sich die muskuläre Situation im weiteren Verlauf noch zusätzlich bessern werde
(
Urk.
7/32/30
-31
).
Die
F._
-Gutachter kamen daher zum Schluss,
dass der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in d
er
Geriatriepflege
, bei der es sich um
eine
kör
perlich
mittelschwere bis schwere
Tätigkeit
mit nicht selten rückenbelastenden Arbeitspositionen handle,
seit dem Unfall vom 19. Dezember 2009 nicht mehr zugemutet werden könne.
In
einer körperlich leichten,
rückenadaptierten Tätig
keit
,
vorerst noch ohne spezifische Belastung des rechten Kniegelenkes
, mit Gewichtsbelastungen bis 5 kg, unter Vermeidung von Arbeitspositionen länger
dauernd oder repetitiv vornüber geneigt oder
rekliniert
oder verbunden mit wieder
holten Bück- oder Torsionsbewegungen, nicht auf den Knien oder mit andauernd oder repetitiv gebeugten Knien
liege
dagegen
aus rein rheumatolo
gischer Sicht ab
dem Untersuchungsdatum,
das heisst dem
19. Oktober 2011,
eine
vollständige Arbeits
fähigkeit
vor
(
Urk.
7/32/32
).
Diese Einschätzung der
F._
-
Gutachter ist aufgrund
der genannten Befunde ohne
Weiteres
nachvollziehbar und
auch
u
nbestritten.
Auch retrospektiv ist im Übrigen keine
längerdauernde
Einschränkung in einer
behinderungsangepass
ten
Tätigkeit ausgewiesen.
3.4
3.4
.1
In der psychiatrischen Beurteilung legten die
F._
-Gutachter dar,
dass bei der
ausgesprochen intelligenten, sehr gut Deutsch sprechenden
Beschwerde
führerin
ein Paniksyndrom
bestehe
, das offenbar bereits seit 15
Jahren im
mer wieder zeitweilig auftrete und das
mit
Deanxit
recht gut behande
lt werden könne
. Weiter
liege gesichert eine sehr komplexe
Situation vo
r, bei der die
ps
y
cho
soziale
n
, invalid
itätsfr
emde
n
Faktoren
eindeutig überwiegen würden
.
Die
Beschwerdeführerin
habe noch Schuld
en aus der Ehe abzubezahlen. Weiter
habe
sie
auch
Kredite
aufgenommen
,
die sie
nicht mehr zurückzahlen könne. Un
terdessen sei sie in einen
recht
grossen Teufelskreis an Schwierigkeiten bezüglich der
so
zialen Umstände geraten. A
uch die Tochter
sei
beruflich nicht mehr integriert
und z
um Gatten (richtig: Ex-Ehemann)
, der
sich aus seinen Verpflichtungen vollends abgemeldet
habe
, bestehe keine Beziehung mehr
.
Psy
chopathologisch zeige die Beschwerdeführerin
– was die Depressivität anbe
lange – maximal leichte Anzeichen einer depressiven Fehlentwicklung.
Sie
sei nachts wach, beschäftige sich mit religiösen Inhalt
en und lese viel. E
rst im Verlauf des Nachmittags
sei sie
wieder
wach,
und es habe sich eine völlige Tag-/Nachtumkeh
r entwickelt. S
eit
sie
Ende 2009 keiner Arbeit mehr nachgehe
, habe sie
massiv zugenommen
.
Die
Beschwerdeführerin
habe berichtet
, dass ihr
ab Mitte Mon
at
das Geld ausgehe
. Dennoch könne aber
davon ausgegangen
werden, dass sie gerne esse, was
sie
auch
selbst zugegeben habe.
Weiter
liege
ein Bewegungsmangel
vor
, der vom
Rückenleiden
noch zusätzlich unterhalten
werde
.
Die Beschwerdeführerin habe heute nicht über wesentlich im Vorder
grund stehende Schmerzen i
m Rücken berichtet, sondern
eher unspezifis
che Ängste, ihre grossen Sorgen, unter anderem
u
m die finanzielle Zukunft und
den Verbleib
in der Schweiz
,
geäussert. Sie möchte im Übrigen unbedingt eine Umschulung machen
(
Urk.
7/32/25-26). Die
F._
-Gutachter kamen dement
sprechend zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aus rein psychiatrischer Sicht zu maximal 20
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/
32/27).
D
iese
Beurteilung
der
F._
-Gutachter erscheint
angesichts der weitgehend unauffälligen Befunde
und der Erläuterungen
dazu nachvollziehbar, aber
gross
zügig.
3.4
.2
Der
Bericht
der behandelnden
Dr.
C._
und Prof.
B._
vom 28. Mai 2011
wurde von den
F._
-Gutachtern
berücksichtigt.
Dr.
C._
und Prof.
B._
erklärten damals, dass die Beschwerdeführerin durch eine Umschulung den Einstieg ins Berufsleben wieder finden könnte (
Urk.
7/20/8-9). Sie waren also
offensichtlich
nicht der Auffassung, dass
ihr eine behinderungsangepasste
Tätigkeit
nicht mehr zumutbar sei
.
In
ihrem
Bericht vom 10. April 2012
erho
ben
Dr.
C._
und Prof.
B._
im
Wesentlichen keine Befunde, die nicht bereits im
F._
-Gutachten
vom 1. Nov
ember 2011 genannt worden wären
. Zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äusserten sie sich nicht (
Urk.
7/48).
In ihrem Bericht vom 17. Januar 2013
gaben
Dr.
C._
und Prof.
B._
an,
dass
sich die
Depression
(sie sprachen „lediglich“ noch von einer mittelgradigen bis eher hochgradigen Depression)
nach Ablauf der Versicherungsleistungen (der Basler Versicherung AG)
im Juli 2012 verstärkt habe
(
Urk.
17)
.
Bei der
Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung ist für das Sozialversicherungsgericht derjenige Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsak
tes – das heisst vorliegend am 7.
Juni
2012 - gegeben war (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis).
Eine Ver
schlechterung des
Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin
nach dem 7.
Juni 2012 ist demnach grundsätzlich unbeachtlich. Selbstverständlich steht es
ihr
aber offen, eine solche im Rahmen einer
Neuanmeldung bei der Beschwerdegegnerin geltend zu machen.
Sch
liesslich erwähnten
Dr.
C._
und Prof.
B._
in ihrem Bericht vom 17. Januar 2013
auch
, dass sich psycho
soziale Nöte und psychische Probleme von beträchtlichem Krankheitswert (Depression) gegenseitig verstärken würden und nicht voneinander getrennt werden könnten
(
Urk.
17)
.
Im Zusammenhang mit dem rechtlich
massgebenden Begriff des Gesundheitsschadens
sind psychosoziale Belastungsfaktoren jedoch auszuscheiden
(vgl. E. 1.4
), auch wenn sie im in der Medizin weit verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell, das den Beurteilungen
von
Dr.
C._
und Prof.
B._
anscheinend
zugrunde liegt, Platz finden (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 6
16/05 vom
2.
März 2006 E.
2.3).
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Berichte von
Dr.
C._
und Prof.
B._
den Beweiswert des
F._
-Gutachtens nicht erschüttern können
, zumal sie in ihrer Beurteilung offenbar teilweise von falschen
An
nahmen
ausgingen: Weder verhält es sich so, dass die Beschwerdegegnerin ein Umschulungsgesuch abgelehnt hätte (vgl. E. 2.4) - vielmehr wurde die
Ein
gliederungsberatung
abgeschlossen, weil sich die Beschwerdeführerin für beruf
liche Massnahmen nicht in der Lage fühlte, wobei sie jederzeit ein neues Gesuch einreichen könnte (
Urk.
7/37). Noch waren den Taggeldern der Basler Ver
sicherung -
oder
sind Sozialversicherungsleistungen allgemein - eine „lebens
rettende“ Funktion beizumessen, da
in finanziellen Notlagen in aller Regel
Fürsorge
leistungen gewährt werden
und überdies nach
Art.
12 der Bun
desverfassung ein Recht auf Hilfe in Notlagen besteht.
3.5
Dr.
E._
erklärte
in seinem Bericht vom
7.
Juni 2011
, dass die Beschwerde
führe
rin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr ar
beitsfähig sei. Auch er war indes
–
wie die
F._
-Gutachter – der Meinung
, dass
ihr eine
behinde
rungs
angepasste
Tätigkeit (nach einer Umschulung) zumutbar sei
(Urk.
7/22/1-
3).
Die in der Replik genannten, angeblich
persönlichkeitsorientierten Defizite der Beschwerdeführerin wie grosses Übergewicht, starkes Rauchen, stark verfärbte Hände etc. sind Faktoren, die invalidenversicherungsrechtlich nicht von
Bedeu
tung sind
(
Urk.
16
Rz
. 4
).
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein E
inkommensvergleich vorzunehmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invali
ditätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Massgebend
sind
dabei
die Verhält
nisse im Zeitpunkt des (hypothetisch
en) Beginns des Rentenanspruchs
, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind.
Die Beschwerdeführerin war in ihrer angestammten T
ätigkeit als Pflegefachfrau
seit
dem 1
9.
Dezember 2009 zu
100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/32/34; vgl. E. 3.3
)
.
Die Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin erfolg
te am 2
5.
März 2011 (Urk.
7/3
). Hypothetischer Rentenbeginn ist demzufolge
der
1.
September 2011
(vgl. E. 1.5)
.
Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt
seit Mai 2009
als Pflegefachfrau
in einem 80%-Pensum
im Heim
Y._
in
Z._
. Per Ende
3
0.
April 2010
wurde ihr diese Stelle gekündigt, wobei ihre
häufigen krankheitsbedingten Abwesenheiten nach dem Unfall vom 1
9.
Dezember 2009
dabei
auch eine
wesentliche
Rolle gespielt haben
dürften
(
Urk.
7/15/8 und
7/15/11
).
Abzustellen ist daher auf ihr
im
Heim
Y._
erzielt
es Einkommen, das sich auf
Fr.
5‘200
.--
(inkl. Anteil 1
3.
Monatslohn)
belief (
Urk.
7/15/17).
Die
Wochenend
dienst-Zulagen
sind nicht hinzurechnen
, weil
ihr
Wochenendarbeit
auch nach Eintritt des Gesundheitsschaden
s
noch
zuzumuten ist
(
vgl.
Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2013,
Rz
3024
)
.
Unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung
für Frauen im Jahr 2011 von 1
%
(Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Konsumentenpreise und Reallöhne, 1976 – 2011, T39)
resultiert bei einem 80%
Pensum
demnach
ein mutmassliches jährliches
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘024.-- (
Fr.
5‘200
.
-- x 12
x 1
,01)
.
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Verdienst als
Invali
denlohn
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne
gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (
LSE
)
beigezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b).
Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
ist ihr Invalideneinkommen anhand der LSE 201
0 zu bestimmen. Aus der LSE 2010
ergibt sich für Arbeitnehmerinnen des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4‘225.-- (Tabelle TA1 S.
26). Bei einer
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
von 41,7 Stunden für alle
Branchen (Die Volkswirtschaft 9-
2013, S. 94, Tabelle 9.2) sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Frauen
im Jahr 2011
von 1
%
(Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Konsumentenpreise und Reallöhn
e, 1976 – 2011, T39) resultiert
bei einem noch zumutbaren
80%-Pensum
ein hypothetischer Jahreslohn von
Fr.
42‘706.65 (
Fr.
4‘225.-- :
40 x 41,7 x 12 x 1,01 x 0,8).
Die Gewährung eines sogenannten Leidensabzugs
ist
nicht gerechtfertigt
. Die Beschwerdeführerin
war hierzulande
bereits
während vielen Jahren erwerbstätig (
Urk.
7/10),
verfügt seit 2002 über das Schweizer Bürger
recht
(
Urk.
7/3/1)
und
spricht sehr gut Deutsch
sowie
diverse weitere Sprachen
(
Arabisch, Englisch, Serbokroatisch und Spanisch,
Urk.
7/32/25
,
Urk.
7/36/2
)
. Aus diesen Gründen steht ihr noch ein weites Spektrum an leidensangepassten Tätigkeiten offen. Hinzu kommt, dass sich eine Teilzeittätigkeit bei Frauen nicht lohnmindernd auswirkt
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
4.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘024.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
42‘706.65 resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
20‘317.35 und im Erwerbsbereich damit eine Einschränkung von 32,25
%
(
Fr.
20‘317.35 :
Fr.
63‘024.--)
.
Der Gesamtinvaliditätsgrad ergibt sich
aus der Addierung der im Erwerbs- und im Haushaltbereich
ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
.
Da der
Erwerbs
bereich
80
%
des gesamten Pensums ausmacht, führt dies zu einem Teilinvaliditätsgrad von aufgerundet 26
%
(32,25
%
x 0,8).
Um einen
rentenbe
gründenden
Gesamtinvaliditätsgrad von 40
%
erreichen zu können,
müsste die Beschwerdeführerin
demzufolge
im Haushaltbereich
, der sich auf 20
%
des gesamten Pensums beläuft, zu mindestens 70
%
eingeschränkt sein
(26
%
im erwerblichen Bereich; 14
%
im Haushalt [70
%
x 0,2])
.
In
einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit
ist sie
gemäss
dem überzeugenden
F._
-Gutachten vom
1.
November 2011
allerdings
nach wie vor
zu 80
%
a
rbeitsfähig
, was dar
über hinaus
grosszügig
erscheint
(vgl. E. 3.4.1
)
. Es ist d
eshalb
als überwiegend wahrscheinlich
zu erachten
, dass sie im Haushalt nicht
annähernd zu
70
%
ein
geschränkt ist. Auf die Abnahme weiterer Beweise bzw. namentlich
die
Durch
führung einer Haushaltabklärung zwecks Ermittlung der Einschränkung
en
im Haushaltbereich kann daher verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung).
In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss
Art.
29
Abs.
2 BV (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Die Beschwerdeführerin hat demnach
keinen Rentenanspruch
und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unt
erliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen, infolge
der
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
12) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.2
Die
unentgelt
liche
Rechtsvertreter
in der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin
Lotti Sigg
Bonazzi
,
machte mit ihrer
Honorarnote
vom
2
6.
März
2013 (
Urk.
22
) einen Aufwand von
13:50
Stunden
und Barauslagen von
Fr.
97.80
geltend.
Da der
Aufwand betreffend die
Fristerstreckungsgesuche vom 1
5.
November 2012
und
4.
Januar 2013
mangels Erheblichkeit
nicht in Rechnung gestellt
werden
kann
, ist die
Kostennote um eine halbe Stunde
zu kürzen.
Bei einem
gerichts
üblichen
Stundenansatz von
Fr.
200.-- resultiert so eine Entschädigung von
Fr.
2‘
98
5
.60
(inkl. Barauslagen und
MWSt
).
5.3
Kommt die
Beschwerdeführer
in
künftig in günstige wirtschaf
tliche Verhältnisse,
kann sie
das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechts
pflege verpflichten (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsge
richt
,
GSVGer
).