Decision ID: c3c866ce-f9ec-5953-b1c6-e33e3bf4f5c1
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,
gegen
SWICA Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Die am 11. Juli 1967 geborene A._ (nachfolgend: Versicherte) war seit
10. Februar 1992 als Stationsleiterin Geriatrie im Spital B._ angestellt und in dieser
Eigenschaft bei der Swica obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
sie am 3. Dezember 2004 auf der Hauptstrasse in C._ als Fahrzeuglenkerin mit ihrem
Personenwagen ins Schleudern kam, auf die Gegenfahrbahn geriet und mit 70 km/h
frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte (UV-act. 1, 6, 20).
A.b Das erstbehandelnde Kantonsspital D._, Klinik für Orthopädische Chirurgie,
diagnostizierte eine traumatische cranio-dorsale Hüftluxation links mit Fraktur des
vorderen und hinteren Acetabulumpfeilers, eine Ulnafraktur rechts, eine HWS-
Distorsion, einen Leberriss im Segment 8, eine Abducensparese links, eine Parese des
Nervus laryngeus recurrens links mit Schluckstörungen, ein Subduralhämatom fronto-
temporal beidseits, und occipital rechts vor allem ein Hypoliquorrhoesyndrom,
Rippenfrakturen 1-4 mit Mantelpneumothorax rechts sowie eine Lungenkontusion
beidseits und verlegte die Versicherte am 5. Januar 2005 – nachdem am 3. Dezember
2004 eine Weichteilextension des linken Beins, am 9. Dezember 2004 eine
Osteosynthese des Beckens und der Ulna sowie eine Thoraxdrainage rechts erfolgt
waren – zur stationären Weiterbehandlung/Rehabilitation in die Klinik E._ (UV-act. 10,
14, 15, 16, 17, 99). Am 22. März 2005 trat die Versicherte aus der Klinik E._ aus und
befand sich vom 23. bis 31. Mai 2005 im Kantonsspital D._, wo die Metallentfernung
der Ulna rechts (7-Loch LCDC-Platte) am 24. Mai 2005 erfolgte und aufgrund des
postoperativ aufgetretenen Pneumothorax rechts bei Status nach Plexus-Anästhesie
rechts eine Bülau-Drainage 24 Charrière rechts via Mini-Thoracotomie durchgeführt
wurde (UV-act. 25, 26, 32, 44). Die Swica erbrachte Taggeldleistungen (UV-act. 28,
132, 174) und kam für Heilungskosten auf (UV-act. 9, 12, 22, 27, 33, 38, 41, 43, 48ff.,
59, 61, 63, 65, 76, 84, 89, 95, 117, 126, 134, 136, 152).
A.c Ein zweiter Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik E._ fand vom 24. Oktober bis
19. November 2005 statt, ein weiterer erfolgte vom 4. Mai bis 29. Juni 2006 (UV-
act. 88, 90, 97, 102, 104). Ab 1. Dezember 2005 wurde beim bisherigen Arbeitgeber ein
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therapeutischer Arbeitsversuch (2x pro Woche 2-3 Stunden/Tag, Erhöhung auf
4 Stunden/Tag) durchgeführt (UV-act. 68, 72, 92). Da dieser positiv verlief, wurde eine
Festanstellung der Versicherten ab 1. Januar 2007 zu 25% diskutiert (5 bis 5,5 Stunden
an je zwei halben Tagen; UV-act. 113), jedoch aufgrund des Negativbescheids nach
erfolgter CT erst Anfang April 2007 umgesetzt (UV-act. 119, 122, 129, 130).
A.d Mit Gutachten vom 13. März 2008 (UV-act. 157) wurde die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten von der medizinischen Abklärungsstelle (Medas) Zentralschweiz, Luzern,
ab 15. Februar 2008 in der vor dem Autounfall ausgeübten Tätigkeit auf 0%, für die (im
früheren Pflegeteam) gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit auf aktuell 25% geschätzt. In
einer optimal angepassten, körperlich leichten Verweistätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit
auf 60% zu veranschlagen.
A.e Ab Anfang August 2008 erhöhte die Versicherte ihr Arbeitspensum auf 30% (2x
pro Woche 6 Stunden/Tag; UV-act. 170, 171, 173, 186).
A.f Mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle des Kantons F._ die
Ablehnung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht und verfügte am
11. Dezember 2008 in diesem Sinn (UV-act. 176, 178).
A.g Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten ab
1. Dezember 2005 eine ganze Invalidenrente und ab 1. Juli 2007 eine halbe
Invalidenrente, gründend auf einen Invaliditätsgrad von 53%, in Aussicht (UV-act. 180).
A.h Am 14. Dezember 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass sie die Kosten für die
Umschulung zur Kinaesthetics Trainerin Stufe 1 vom 8. November 2009 bis
26. November 2010 und die Taggeldleistungen für diese Zeit übernehme (UV-act. 189).
Die Versicherte schloss die Ausbildung erfolgreich ab (UV-act. 195, 202).
A.i Mit interdisziplinärem Gutachten vom 20. Dezember 2011 bemassen die Gutachter
des Schweizerischen Instituts für Versicherungsmedizin (SIVM), Luzern, vom
20. Dezember 2011 den Integritätsschaden mit 50%, die Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten bei vollzeitiger Präsenz mit 70% (UV-act. 218).
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A.j Mit Schreiben vom 28. Februar 2012 stellte die Swica der Versicherten gestützt auf
das SIVM-Gutachten den Fallabschluss per 31. März 2012 bei weiterer
Kostenübernahme für periodisch fachneurologische Untersuchungen sowie zwei Serien
à 9 Sitzungen Physiotherapie pro Jahr vorerst während der nächsten 5 Jahre, eine
Invalidenrente von Fr. 2'745.--, gründend auf einen Invaliditätsgrad von 39%, und eine
Integritätsentschädigung von Fr. 53'400.-- für eine Integritätseinbusse von 50% in
Aussicht (UV-act. 223).
A.k Mit Schreiben vom 5. April 2012 nahm Rechtsanwalt lic.iur. Mario Thöni, Chur,
zum Schreiben der Swica vom 28. Februar 2012 Stellung (UV-act. 229).
A.l Mit Verfügung vom 26. April 2012 hielt die Swica an dem mit Schreiben vom
28. Februar 2012 in Aussicht gestellten Leistungsumfang fest (act. G 1.3; UV-act. 233).
B.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 4. Mai 2012 (act. G 1.4; UV-act. 234) wurde mit
Einspracheentscheid vom 3. August 2012 (act. 1.5) abgewiesen.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 6. September 2012 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt
Thöni beantragen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihr sei
ab 1. April 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 69%, eventuell
nach richterlichem Ermessen, eine Invalidenrente auszurichten. Die Pflegeleistungen
und die Kostenvergütungen seien weiterhin zu gewähren. Eventuell sei die Sache an
die Vorinstanz zur weiteren Abklärung zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). Zur Begründung
liess die Beschwerdeführerin insbesondere vorbringen, sie arbeite heute als
Krankenschwester in einem nicht angepassten 30%-Pensum, was lediglich aufgrund
regelmässiger Heilbehandlungen überhaupt möglich sei. Faktisch sei diese nicht
angepasste Tätigkeit bereits bei einem Pensum von 30% nicht zumutbar und erst recht
könne sie kein Pensum von 70% absolvieren. Aufgrund der vielseitigen
Tätigkeitsbereiche einer Krankenschwester sei es dem Arbeitgeber kaum möglich,
gemäss den von den SIVM-Gutachtern bestimmten Einschränkungen ein
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Arbeitspensum im Umfang von 70% anzubieten. Selbst wenn dies möglich wäre,
könne sie aufgrund der massiven Einschränkungen in ihrem Tätigkeitsbereich nicht
denselben Lohn erwirtschaften wie eine Krankenschwester ohne Einschränkung. Es
handle sich daher weder um ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis, noch könne die
der Beschwerdeführerin verbleibende Arbeitsfähigkeit als Krankenschwester in
zumutbarer Weise voll ausgeschöpft werden. Es müsse daher der Tabellenlohn LSE
einer Krankenschwester beigezogen werden. Falls wider Erwarten von der konkreten
beruflichen Situation ausgegangen werde, müsse der Arbeitgeber konkret darüber
Auskunft erteilen, ob er die Beschwerdeführerin im Rahmen der von den Gutachtern
festgehaltenen Einschränkungen in einem 70%-Pensum im Spital B._ zum selben
Lohn anstellen, bzw. im Rahmen der Einschränkungen genügend Arbeit zuweisen
könnte. Die Beschwerdegegnerin äussere sich im angefochtenen Entscheid nicht zur
gerügten Reduktion der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit zwischen Medas-
Gutachten und SIVM-Gutachten im Umfang von 10%. Die Distanz zwischen Arbeitsort
und Wohnsitz sowie die jeweiligen Arbeitsplatzbedingungen könnten keine Differenz
der effektiven Arbeitsfähigkeit bewirken. Da die Beschwerdeführerin aufgrund massiver
Einschränkungen in ihrem Tätigkeitsbereich mit Lohnabzügen rechnen müsste und
regelmässige Absenzen aufweisen würde, sei ein zusätzlicher Leidensabzug von 20%
vorzunehmen. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 69%. Um in adaptierter Tätigkeit
arbeitsfähig zu sein und die bisherige Arbeitstätigkeit erhalten zu können, sei die
Beschwerdeführerin dringend auf die bisherigen Pflegeleistungen im Sinn von Art. 21
UVG angewiesen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2012 schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 3). Zur Begründung brachte sie insbesondere vor, es sei
auf die Angaben der SIVM-Gutachter und nicht auf diejenigen der Medas-Gutachter
abzustellen. Die Differenz von 10% ergebe sich aus dem Zeitablauf und dem
Ermessensspielraum der Gutachter, der zu respektieren sei. Die Beschwerdeführerin
arbeite gemäss eigenen Angaben 7 Tage im eigenen Landwirtschaftsbetrieb, weshalb
nicht darauf abgestellt werden könne, dass sie mit dem aktuellen Pensum von 30%
bereits am Limit sei. Bei einem 20-jährigen Arbeitsverhältnis könne ohne weiteres von
einem besonders stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden. Da aufgrund der
unfallbedingten Beeinträchtigungen eine Funktionsänderung vorgenommen worden sei
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und die Beschwerdeführerin lediglich noch für Tätigkeiten eingesetzt werde, welche ihr
zumutbar seien, könne sie die ihr noch verbleibende Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfen.
Sie erhalte auch keinen Soziallohn. Das Abstellen auf den tatsächlichen Lohn sei daher
berechtigt. Ein leidensbedingter Abzug rechtfertige sich nicht. Die bisherige
Übernahme der Therapiekosten der chinesischen Medizin sowie der Osteopathie sei
auf freiwilliger Basis erfolgt und stelle keine Pflichtleistungen des Unfallversicherers
dar, weshalb kein Rechtsanspruch darauf bestehe.
C.c Mit Replik vom 5. November 2012 (act. G 7) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
bisherigen Standpunkt fest, die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 3. August 2012 (act. G 1.5). Streitig ist die Höhe des Invaliditätsgrads, wobei die
Höhe des Valideneinkommens von Fr. 107'507.40 nicht bestritten wird. Streitig ist auch
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Übernahme der Heilungskosten nach
Festsetzung einer Invalidenrente.
2.
2.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) definiert Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird als der
durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt umschrieben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei der Bemessung
des Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16 ATSG anwendbar.
Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
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Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die Invalidenrente bei
Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität wird sie
entsprechend gekürzt.
2.2 Art. 10 UVG gewährt der versicherten Person einen Anspruch auf zweckmässige
Behandlung der Unfallfolgen. Grundsätzlich fällt die Heilbehandlung mit Rentenbeginn
dahin (Art. 19 Abs. 1 Satz 2 UVG). Unter den Voraussetzungen des Art. 21 Abs. 1 lit. a-
d UVG werden der versicherten Person nach Festsetzung einer Rente Pflegeleistungen
und Kostenvergütungen gewährt, wenn sie an einer Berufskrankheit leidet (lit. a), unter
einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische
Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt
werden kann (lit. b), zur Erhaltung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der
Behandlung und Pflege bedarf (lit. c) oder erwerbsunfähig ist und ihr
Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor
wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. d).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
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Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
3.
3.1 Unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden ist die verbliebene
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermitteln.
3.2 Herrührend vom Unfallereignis vom 3. Dezember 2004 persistieren bei der
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen als neurologische Beschwerden eine
diskrete bis leichte Hirnfunktionsstörung bei Zustand nach bihemisphärischen
Subduralhämatomen ohne sichere Hirnkontusionen, eine Athrophie der
Schultergürtelmuskulatur rechtsbetont bei Zustand zervikomedulärer Myelomalazie und
Hydrosyringomyelie, eine diskrete Parese des Nervus laryngeus recurrens links, eine
latente Abducensparese links sowie ein Zustand nach Polytrauma am 3. Dezember
2004 und als orthopädische Beschwerden chronische Schmerzen und
Bewegungseinschränkung beider Schultern mit Kraftverlust und ausgeprägter
Muskelatrophie/Dysbalance im Bereich des Musculus trapezius, deltoideus und beiden
Supraspinati linksbetont, eine schmerzhafte Superposition Dig II über Dig I Fuss links
bei/mit Polytrauma vom 3. Dezember 2004 mit einer cranio-dorsalen Hüftluxation links
mit Fraktur des vorderen und hinteren Pfeilers und Status nach Plattenosteosynthese
am 9. Dezember 2004, einer distalen Ulnafraktur rechts mit Status nach
Plattenosteosynthese am 9. Dezember 2004 und Status nach Metallentfernung am
24. Mai 2005 (bei Plexusanästhesie Pneumothorax rechts), eine Vorfussfraktur links
(primär übersehen), Rippenfrakturen I-IV rechts mit Mantelpneumothorax rechts und
Lungenkontusionen beidseits, ein Schädelhirntrauma mit kleinem Subduralhämatom,
ein Leberriss im Segment 8, eine Abducensparese links, eine Recurrensparese mit
Schluckstörung sowie eine HWS-Verletzung mit Arachnoidalzyste im Verlauf intraspinal
und intradural C4-C7 links (UV-act. 218 S. 23).
3.3 Anlässlich des psychiatrischen Konsiliums vom 21. November 2007 wurde eine
posttraumatische Belastungsstörung nach Frontalkollision am 3. Dezember 2004 mit
multiplen Verletzungen festgestellt und gründend darauf eine Arbeitsunfähigkeit von
30% attestiert (psychiatrische Abklärung vom 21. November 2007, UV-act. 157).
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Allerdings sah Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gute
Erfolgsaussichten bei einer sachgerechten Psychotherapie als gegeben an und
rechnete mit einer Behandlungsdauer von ein bis zwei Jahren. Dr. G._ erachtete die
am 5. September 2007 begonnene, regelmässig durchgeführte Therapie (Coaching) bei
der H._ AG, als dringend indiziert und empfahl deren Weiterführung. Am 8. Juni 2009
konnte das Coaching erfolgreich abgeschlossen werden (vgl. UV-act. 185). Gemäss
SIVM-Gutachten vom 20. Dezember 2011 (vgl. UV-act. 218 S. 27 und 31) fanden sich
bei der Untersuchung oder durch die Antworten der Beschwerdeführerin keine
Hinweise auf eine krankheitswertige psychische Störung. Die Angaben über ihr
Befinden und ihre kognitiven Symptome seien wahrscheinlich multifaktoriell, wobei eine
hirnorganische Komponente aufgrund des Traumas und der dokumentierten
ausgedehnten frontalen subduralen Hämatome wahrscheinlich sei. Kontusionen seien
in der Bildgebung nicht gesehen worden, wobei dies kein zuverlässiges Argument
gegen eine oberflächliche Hirnverletzung sei. Die beiden SIVM-Gutachter konnten
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund von psychischen Beschwerden
feststellen, berücksichtigten die geklagten Leiden (Vergesslichkeit, langsamere
Reaktion wie früher, verminderte Schlagfertigkeit, empfindlichere Reaktion auf Kritik,
verminderte psychische Belastbarkeit, keine Menschenansammlungen, Ängstlichkeit)
bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in qualitativer Hinsicht und verzichteten basierend
auf dem klinischen Eindruck auf eine formale psychiatrische Abklärung. Aufgrund der
Aktenlage (insbesondere der erfolgreich abgeschlossenen Therapie) erscheint dieses
Vorgehen vertretbar und angesichts dessen, dass in der Beschwerde vom
6. September 2012 keine psychischen Beschwerden geltend gemacht werden, auch
rechtens. Es ist somit davon auszugehen, dass keine unfallkausalen psychischen
Beeinträchtigungen (mehr) bestehen, welche die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin einschränken.
3.4 Im Medas-Gutachten vom 13. März 2008 (UV-act. 157) wurde die
Arbeitsunfähigkeit für die vor dem Autounfall ausgeübte Tätigkeit als Pflegefachfrau/
Stationsleiterin/Kinaesthetikinstruktorin auf 0% geschätzt. Für die im früheren
Pflegeteam gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit bestehe aktuell eine 25%-ige
Arbeitsfähigkeit, vor allem aufgrund der neurologischen und rheumatologischen
Befunde, weniger der psychiatrischen. In einer optimal angepassten, körperlich leichten
Verweistätigkeit in Wechselposition, ohne Arbeiten kranial der Schulterhorizontalen,
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ohne gehäuftes Kauern und Knien, ohne Arbeiten auf vibrierenden Maschinen oder
solchen in Zwangspositionen mit inkliniertem Kopf oder vorgeneigter resp. abgedrehter
Körperhaltung, analog für den Haushalt, werde die Arbeitsfähigkeit auf 60%
veranschlagt, wobei die Grenzen wiederum vorwiegend von den neurologischen und
rheumatologischen, weniger von den psychiatrischen Gegebenheiten, gesetzt würden.
3.5 Im interdisziplinären Gutachten des SIVM vom 20. Dezember 2011 (UV-act. 218)
stellten die Gutachter fest, dass die Tätigkeit als Stationsleiterin Geriatrie nicht mehr
geeignet sei. Innerhalb ihres Arbeitseinsatzes gebe es indessen Tätigkeiten, die die
Beschwerdeführerin problemlos ausführen könne, beispielsweise Einsatzpläne erstellen
oder Sitzungen organisieren. Es handle sich um alle körperlich sehr leichten Tätigkeiten
mit maximaler vereinzelter Belastung bis 10 kg, oder wiederholter Belastung bis 3 kg
des Schultergürtels für Tätigkeiten bis auf Brusthöhe. Tätigkeiten, die lange (mehrere
Stunden) einen hohen Pegel an Konzentrationsvermögen erforderten, seien mangels
psychophysischer Belastbarkeit und Ausdauer ungünstig. Tätigkeiten, die hohe
Ansprüche ans Arbeitsgedächtnis stellten (viele medizinische Verordnungen verwalten,
Personalführung), seien ungünstig. Wegen der Zunahme der Nacken- und
Schulterschmerzen bei der Arbeit sei mit einer Leistungsminderung von 20% bis 30%
zu rechnen. In einer wechselbelastenden (teilweise sitzend [maximal 50% des
Pensums], teilweise stehend oder gehend ausgeführt), sehr leichten Tätigkeit (maximal
5 kg) sei ein volles Pensum zumutbar. Infolge Aktivierung der Nackenschmerzen sei mit
einer Leistungsminderung von maximal 30% zu rechnen. Körperrotationen oder
vorneigen seien grundsätzlich nicht eingeschränkt. Tätigkeiten, die Kundenkontakt
oder Mitarbeiterführung bedingten, seien grundsätzlich nicht eingeschränkt.
Tätigkeiten, bei denen die Beschwerdeführerin Mitarbeiter bei der Pflege überwache
oder an denen sie in Form von Handreichungen teilnehme, seien grundsätzlich nicht
eingeschränkt. Die mündliche Patientenbetreuung sei ebenfalls nicht eingeschränkt.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Medas-
Gutachten vom 13. März 2008 verändert. Die Rückenschmerzen schienen sich im
Alltag eher weniger auszuwirken, die Einschränkung der Arme durch die
Muskelatrophie hingegen stärker. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit als Pflegefachperson
in der Geriatrie stimmten sie mit den Medas-Gutachtern überein, dass diese Arbeit
nicht mehr zumutbar sei. Innerhalb ihres Tätigkeitsbereichs gäbe es aber Arbeiten, die
die Beschwerdeführerin geistig und körperlich meistern könne, sie schätzten ihre
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Arbeitsfähigkeit dort auf 70%. Die Ärzte gingen davon aus, dass die
Beschwerdeführerin bei vollzeitiger Präsenz eine Leistung von 70% erbringen könne.
Dies sei eine höhere Schätzung als jene der Medas-Gutachter, welche in einer optimal
angepassten Verweistätigkeit eine Leistung von 60% als zumutbar erachteten. Der
Unterschied von 10% entspreche der Zuverlässigkeit der Schätzungen, faktisch handle
es sich um 1 Stunde Arbeit pro Tag. Dieser Unterschied könne bei kurzen
Arbeitswegen und vorzüglichen ergonomischen Arbeitsplatzbedingungen eine höhere,
ansonsten eher eine tiefere Arbeitsfähigkeit ergeben.
3.6 Massgebend für die Invaliditätsbemessung ist grundsätzlich die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit und nicht das von der Beschwerdeführerin effektiv
geleistete Arbeitspensum von 30%. Die Medas-Gutachter verneinen klar eine
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und auch die SIVM-Gutachter gehen davon
aus, dass die Tätigkeit als Stationsleiterin Geriatrie nicht mehr geeignet sei. Während
erstere jedoch von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 60%
ausgehen, nehmen die SIVM-Gutachter an, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, in
einer leidensadaptierten Tätigkeit 70% Leistung bei einem vollen Arbeitspensum zu
erbringen. Dabei ist unklar, ob die SVIM-Gutachter in Ziff. 10.1 des Gutachtens (S. 30)
von der zurzeit ausgeführten oder von einer leidensadaptierten Tätigkeit sprechen bzw.
ob sie die zurzeit ausgeführte Tätigkeit zugleich als leidensadaptiert ansehen. Zudem
hält das Medas-Gutachten in der jetzigen Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin beim
bisherigen Arbeitgeber eine damals aktuelle – möglicherweise auf die damalige
faktische Situation basierende – 25%-ige Arbeitsfähigkeit fest. Diese Arbeitsfähigkeit
hat sich in der Zwischenzeit unbestrittenermassen auf 30% erhöht. Inwiefern der
Beschwerdeführerin allenfalls eine noch höhere Arbeitsfähigkeit in der bestehenden
Tätigkeit zuzumuten wäre, bleibt noch abzuklären.
3.7 Bezüglich der leidensadaptierten Tätigkeit findet sich im SIVM-Gutachten noch eine
weitere Ungereimtheit: einerseits wird darin festgehalten, dass sich der
Gesundheitszustand seit der Begutachtung bei der Medas verändert habe, indem sich
die Rückenschmerzen im Alltag eher weniger auswirkten, die Einschränkung der Arme
durch die Muskelatrophie hingegen stärker. Andererseits wird der Unterschied von
10% zum Medas-Gutachten nicht etwa mit dieser Veränderung des
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Gesundheitszustands in Zusammenhang gebracht, sondern ausschliesslich mit der
Länge des Arbeitswegs und den ergonomischen Arbeitsplatzbedingungen begründet.
Für die Berücksichtigung der letzterwähnten Faktoren bleibt jedoch bei einer
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung – welche lediglich unter
Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden in Bezug auf den ausgeglichenen
Arbeitsmarkt erfolgen darf – kein Raum. Jedenfalls kann auch nicht unbesehen auf das
Medas-Gutachten abgestellt werden, welches dreieinhalb Jahre vor Erstellung des
SIVM-Gutachtens von einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit in optimal adaptierter Tätigkeit
ausging, da die Auswirkungen der Abnahme der Rückenschmerzen und der stärkeren
Einschränkung der Arme durch die Muskelatrophie auf die Arbeitsfähigkeit nicht
ermittelt wurden. Dies wird noch nachzuholen sein.
4.
4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der –
kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die ver
sicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die sogenannten DAP-Zahlen
(DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen seitens der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit
Hinweisen).
4.2 Nach einem therapeutischen Arbeitsversuch ab 1. Dezember 2005 bei ihrem
ehemaligen Arbeitgeber ist die Beschwerdeführerin bei diesem seit 1. April 2007 wieder
zu 25% fest angestellt, ab 1. August 2008 wurde das Pensum auf 30% erhöht. Da die
Beschwerdeführerin bei diesem Arbeitgeber bis zum Unfallereignis bereits seit zwölf
Jahren (vom 10. Februar 1992 bis 3. Dezember 2004) als Stationsleiterin angestellt war
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und die Anstellung trotz eines zweimonatigen Reha-Aufenthalts während des
therapeutischen Arbeitsversuchs und einer einjährigen Umschulung zur Kinaesthetics
Trainerin Stufe 1 während der Teilzeittätigkeit weitergeführt wurde, handelt es sich
offensichtlich um ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis im Sinn der Rechtsprechung
(vgl. BGE 114 V 119 E. 2b).
4.3 Gemäss Auskunft des Arbeitgebers generierte die Beschwerdeführerin im Jahr
2012 für ein 100%-Pensum in ihrer jetzigen Tätigkeit ein tatsächliches Einkommen von
Fr. 93'562.30. Es wird jedoch besonders eingehend zu prüfen sein, ob dieses
Einkommen Soziallohnkomponenten beinhaltet, da dies aufgrund der Höhe des
Einkommens möglich erscheint, die Beschwerdeführerin nicht mehr als Stationsleiterin,
sondern als diplomierte Pflegefachfrau (und an zwei bis vier Halbtagen im Jahr als
Kinaesthetiktrainerin; vgl. UV-act. 218 S. 15) angestellt ist und der Arbeitgeber hierzu
überhaupt nicht befragt wurde (vgl. UV-act. 221, 222). Ein Abstellen auf das tatsächlich
erzielte Einkommen wäre etwa auch dann nicht möglich, wenn es sich dabei um einen
"absolut einmaligen Glücksfall" handelt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.,
N 21 zu Art. 16 mit Hinweis).
4.4 Abzuklären ist insbesondere auch, ob die Beschwerdeführerin durch diese Tätigkeit
die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft oder ob ihr
eine bessere Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
zumutbar ist. Wie bereits oben erwähnt (vgl. E. 3.5), geht aus den beiden bisherigen
Gutachten nicht hervor, ob es sich bei der jetzigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin
um eine optimal angepasste Verweistätigkeit handelt, und ob diese unter
Berücksichtigung der vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden allenfalls auch in
einem höheren Pensum durchführbar wäre. Unklar und daher weiter abzuklären ist
auch, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre Restarbeitsfähigkeit
als Kinaesthetics Trainerin Stufe 1 oder als diplomierte Pflegefachfrau auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt besser zu verwerten. Hier könnte sich zu einem späteren
Zeitpunkt allenfalls noch die Frage der Revision stellen, falls die IV-Stelle aufgrund
eines neuen Gesuchs um berufliche Massnahmen im Sinne des Grundsatzes
"Eingliederung vor Rente" die Umschulung zur Kinaesthetics Trainerin Stufe 2
übernehmen sollte.
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4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Restarbeitsfähigkeit und das
Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Aktenlage
nicht abschliessend ermitteln lassen, sondern dazu weitere Abklärungen notwendig
sind. Bei der Ermittlung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit sind die Auswirkungen der Abnahme der Rückenschmerzen und
der stärkeren Einschränkung der Arme durch die Muskelatrophie seit dem Medas-
Gutachten vom 13. März 2008, in dem eine Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit
von 60% festgehalten wurde, zu berücksichtigen. Bei der Festlegung des
Invalideneinkommens ist sodann zu ergründen, ob der derzeitige Lohn
Soziallohnkomponenten enthält und ob der Beschwerdeführerin eine Erhöhung des
Arbeitspensums im gegenwärtigen Anstellungsverhältnis zumutbar ist. Schliesslich ist
abzuklären, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre
Restarbeitsfähigkeit als Kinaesthetics Trainerin Stufe 1 oder als diplomierte
Pflegefachfrau auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verwerten. Erst bei Vorliegen
dieser Entscheidgrundlagen lässt sich zuverlässig beurteilen, ob die
Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit mit dem tatsächlich erzielten Einkommen
– allenfalls in einem höheren wie dem bisherigen Pensum – oder mit dem Lohn in einer
adaptierten Tätigkeit in zumutbarer Weise besser zu verwerten vermag.
5.
Zwar wurde der Zeitpunkt des Fallabschlusses (31. März 2012) bzw. des Erreichens
des medizinischen Endzustands von Seiten der Beschwerdeführerin nicht bestritten.
Allerdings kann die Notwendigkeit weiterhin benötigter Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen erst dann beurteilt werden, wenn die Rente festgesetzt wurde.
Aufgrund der Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen (vgl. E. 4.5) hat
die Beschwerdegegnerin daher auch hierüber neu zu verfügen.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 3. August 2012 teilweise gutzuheissen und
die Streitsache zu ergänzender Abklärung im Sinn der Erwägungen und anschliessend
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g
ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die
Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in unfallversicherungsrechtlichen
Verfahren gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]) regelmässig eine pauschale Entschädigung
zwischen Fr. 3'500.00 und Fr. 4'500.00 zu. Vorliegend rechtfertigt es sich, die
Parteientschädigung, wie in vergleichbaren Fällen üblich, auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid
vom 3. August 2012 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im
Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 4'000.00 (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2013 Art. 18 und Art. 10 UVG, Art. 16 ATSG. Rückweisung zu weiteren Abklärungen, da sich die Restarbeitsfähigkeit und das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht ermitteln lassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2013, UV 2012/70).
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2021-09-19T12:48:13+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen