Decision ID: 22b148fe-5764-54d3-8056-bbd583719f71
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 18. August 2017 unter Hinweis auf ein asymptomatisches
Myelom zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Seit
dem 2. August 2017 hatte er sich einer Erstlinientherapie mit Kyprolis, Revlimid und
Dexamethason im Spital B._ unterzogen (IV-act. 7-3 und 12). Der behandelnde
Onkologe Dr. med. C._, Oberarzt Innere Medizin und Leiter Onkologisches
Ambulatorium des Spitals B._, attestierte ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab
August 2017 (IV-act. 11). Der Versicherte war vom 1. Juli 2011 bis 31. Oktober 2017 bei
der D._ AG als Mitarbeiter in der Elektro Vormontage (Kabelkonfektionierung)
angestellt gewesen. Der Arbeitgeber hatte das Arbeitsverhältnis aufgrund einer
Reorganisation gekündigt (IV-act. 21).
A.a.
Dr. C._ berichtete im IV-Arztbericht vom 3. April 2018, dass der Versicherte auf
die Erstlinienchemotherapie sehr gut angesprochen habe. Im Verlauf sei auch die
Polyneuropathie gemäss Schilderung des Versicherten stark regredient gewesen. In
der neuro-muskulären Untersuchung hätte sich insbesondere an den oberen
Extremitäten eine Besserung der Nervenleitgeschwindigkeit bei variablen und teilweise
verbesserten Befunden der unteren Extremitäten gezeigt. Aus seiner Sicht würde er
eine arbeitsmedizinische Beurteilung befürworten, bei insbesondere subjektiver
Verbesserung unter der vorgenommenen Behandlung und objektivierbarer
Verbesserung hinsichtlich der neurologischen Abklärungen. Auch der Versicherte
bekunde nach mehrfachem Besprechen der Arbeitsfähigkeit den Wunsch, wieder ins
Arbeitsleben zurückzukehren (IV-act. 38-2).
A.b.
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Mit Mitteilung vom 30. Mai 2018 wies die IV-Stelle den Antrag auf berufliche
Massnahmen ab, da sich der Versicherte subjektiv nicht in der Lage fühle, an
Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 49).
A.c.
Dem IV-Arztbericht vom 12. Juli 2018 von Dr. med. E._, Facharzt Psychiatrie
und Psychotherapie, Chefarzt Klinik F._, lässt sich entnehmen, dass der Versicherte
seit dem 20. März 2018 wöchentlich zur Gesprächspsychotherapie erschienen sei.
Vom 4. bis 29. Juni 2018 hätte er an einer integrativen tagesklinischen Behandlung mit
täglicher Therapiepräsenz teilgenommen. Vom 23. März bis zum 29. Juni 2018 sei er zu
50% arbeitsunfähig gewesen, ab dem 30. Juni 2018 aus psychiatrischer Sicht
höchstens noch zu 20%. Aktuell würden tägliche kurzandauernde
Stimmungseinbrüche, Rückzugstendenzen, rasche körperliche und geistige
Erschöpfung vorliegen. Er diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit kürzerer
depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.20), gegenwärtig teilweise remittiert und einen
Verdacht auf Cancer related fatigue Syndrom, gegenwärtig teilremittierte Symptomatik.
Aus rein psychiatrischer Sicht könne prognostisch im Längsschnitt mit einer
mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Es bestehe eine
eingeschränkte Konzentrationsdauer sowie allgemeine reduzierte psychophysische
Belastbarkeit mit vermehrtem Erholungsbedarf. Als Ressourcen seien eine erhaltene
Tagesstruktur, sehr stabile Familienverhältnisse bzw. ein unterstützendes soziales Netz
und gute Sprachkenntnisse vorliegend. Die Prognose zur Eingliederung sei infolge
Mitberücksichtigung der körperlichen Komorbidität und Notwendigkeit der laufenden
Chemotherapie (zwei Mal pro Woche) offen (IV-act. 53).
A.d.
Dr. med. G._, Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen, hielt im IV-
Arztbericht vom 29. Juni 2018 folgende Diagnosen fest: eine längenabhängige,
vorwiegend demyelinisierende motorische (vor allem elektrophysiologisch) und sensible
(vor allem klinisch) Polyneuropathie, ein Restless Legs Syndrom, ein asymptomatisches
Multiples Myelom, eine traumatisch axonale Läsion des N. suralis links im Bereich des
Sprunggelenks, eine Diskushernie und eine Osteochondrose LWK5 /SWK1 mit extra
foraminaler Ausspannung der Spinalnerven L5 bds. rechts akzentuiert und ein
obstruktives Schlafapnoesyndrom. In der Kontrolle vom 24. Mai 2018 hätte der
Beschwerdeführer unveränderte Kribbelempfindungen im Bereich der Arme und Beine
angegeben. Betreffend Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit könnten keine Angaben
A.e.
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gemacht werden und eine Prognose sei schwierig. Eine Wiedereingliederung dürfte
sich positiv auf die Schmerzentwicklung auswirken (IV-act. 56).
Im IV-Arztbericht vom 30. Juli 2018 hielt Dr. C._ fest, dass der Versicherte zwei
Mal pro Woche zur Therapie erscheine. Es bestünden unverändert subjektive
Beschwerden im Rahmen der Polyneuropathie der unteren Extremitäten. Ansonsten
hätte sich die Situation medizinisch sehr gut entwickelt und der Versicherte habe
exzellent auf die Chemotherapie angesprochen. Längerfristig sei aus onkologischer
Sicht nicht mehr mit einer höhergradigen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen und eine
baldige Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit möglich (IV-act. 58).
A.f.
Die zuständige RAD-Ärztin würdigte die eingereichten Arztberichte und gab an, es
liege ein stabiler Gesundheitszustand vor. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Elektriker sei seit dem 3. August 2017 aufgehoben. In einer
leidensangepassten Tätigkeit sei der Versicherte vier Stunden pro Tag, steigerbar auf
ein Pensum von 70% arbeitsfähig. Es sollte sich um eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die Feinmotorik handeln (IV-act. 59-2).
A.g.
Mit Arztbericht vom 5. September 2018 berichtete Dr. C._ von einem labor
chemisch sehr guten Ansprechen auf die Chemotherapie und einem erstaunlichen
Rückgang der Polyneuropathie-Beschwerden um ca. 70% subjektiver Natur. Die
Behandlung solle um weitere fünf Monate fortgeführt werden (IV-act. 61).
A.h.
Dr. G._ hielt im Arztbericht vom 21. September 2018 fest, dass die
Beinbeschwerden als sehr variabel beschrieben worden seien. Die
Kribbelmissempfindungen und das Brennen der Fusssohlen seien insgesamt
weitgehend unverändert gewesen bei permanentem Vorhandensein mit einer
Schmerzintensität von 8/10. Klinisch neurologisch und elektrophysiologisch hätte sich
ein stabiler Befund gezeigt, im Vordergrund würde die Schmerzproblematik stehen.
Beklagt würden ferner eine Tagesmüdigkeit und eine Tagesschläfrigkeit. Die
Fahreignung sei jedoch gegeben (IV-act. 63). Im IV-Arztbericht vom 4. Oktober 2018
führte sie aus, die Prognose hinsichtlich der neurologischen Problematiken hänge vom
Verlauf des Myeloms ab, wobei sich unter der aktuellen Therapie die Situation
stabilisiert hätte. Aus rein neurologischer Sicht bestehe aufgrund der klinischen
A.i.
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Symptome eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die Beurteilung der schmerzbedingten
Einschränkungen müsste im Rahmen einer Verhaltensbeobachtung von
arbeitsmedizinischer Seite her beurteilt werden. Aufgrund der vorliegenden
Krankheitsbilder sei von einer sehr komplexen Situation auszugehen (IV-act. 65-5 f.).
Nach Würdigung der eingereichten Arztberichte legte die RAD-Ärztin die Arbeits
fähigkeit für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die
Feinmotorik auf 70% fest. Aus psychiatrischer Sicht bestehe im Längsschnitt seit
Behandlungsbeginn eine Arbeitsfähigkeit von 70%, aus onkologischer Sicht werde
keine höhergradige Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert und aus neurologischer Sicht sei
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert worden. Seit dem 29. August 2018 habe
eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestanden. Seit Oktober 2018 sei gesamthaft von einer
Arbeitsfähigkeit von 70% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen (Stellungnahme
vom 29. Oktober 2019, IV-act. 66).
A.j.
Mit Vorbescheid vom 7. November 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht. Aufgrund der medizinischen Beurteilung bestehe eine
70%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten und ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28% (IV-act. 69). Im dagegen erhobenen
Einwand vom 26. November 2018, samt Ergänzung vom 29. Januar 2019, machte der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur Markus Stadelmann, geltend, die
Resterwerbsfähigkeit sei aufgrund seines Alters nicht verwertbar. Betreffend
Arbeitsfähigkeit sei ferner festzuhalten, dass der behandelnde Psychiater nun von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgehe und nicht mehr von lediglich 30%. Die
Wechselwirkungen der attestierten Arbeitsunfähigkeiten aus verschiedenen
Fachrichtungen müssten im Rahmen eines polydisziplinären Gutachtens ermittelt
werden. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei von einem zu hohen
Invalideneinkommen ausgegangen worden, da bei den Durchschnittslöhnen auch
langjährige Mitarbeiter mit entsprechenden Lohnsteigerungen erfasst seien. Diese
Einkommen erreiche der Versicherte sicherlich nicht. Zudem sei ein Leidensabzug von
20% vorzunehmen aufgrund der Teilzeitarbeit und leidensbedingten Einschränkungen
(IV-act. 70 und 74).
A.k.
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Dr. E._ hielt im nachgereichten Arztbericht vom 28. Januar 2019 an Dr. C._
fest, dass sich die initiale Anpassungsproblematik mit depressiver Reaktion und
erheblicher Dekonditionierung sowie allgemeiner Ängstlichkeit seit der
Therapieaufnahme merklich gebessert hätte. Gegenwärtig würden eine ersichtliche,
rasche körperliche Ermüdung, polyneuropathische Beinschmerzen, eine
eingeschränkte Konzentrationsdauer sowie eine rasche allgemeine geistige
Erschöpfung sowie starke Affektlabilität im Vordergrund stehen. Unter
Berücksichtigung der onkologischen Therapiemassnahmen könne von einem Cancer
related fatigue Syndrom ausgegangen werden, welches die Arbeitsfähigkeit zu
mindestens 50% dauernd einschränken würde (IV-act. 77). Am 1. April 2019 berichtete
Dr. E._ von einer depressiven Episode im Rahmen einer mittlerweile rezidivierenden
depressiven Störung. Bereits im Bericht vom 4. April 2018 (vgl. IV-act. 58-3 ff.) habe er
die Arbeitsdiagnose einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion gestellt, wobei
in der medizinischen Fachliteratur die Möglichkeit einer Koexistenz von Depression
bzw. depressiver Anpassungsstörung und Cancer related fatigue Syndrom anerkannt
sei. Mittlerweile hätte der Versicherte auch unter einer intermittierenden schweren
depressiven Symptomatik gelitten. Unter der etablierten Therapie hätte sich die
depressive Symptomatik wieder leicht beruhigt und gegenwärtig sei objektiv eine
mittelgradig depressive Episode zu diagnostizieren. Zusätzlich läge ein Schlafapnoe-
Syndrom vor, welches bekanntlich auch auf die Fatigue Symptomatik assoziiere und
die depressive Symptomatik sowie die allgemeine Leistungsfähigkeit des Patienten
zusätzlich negativ beeinflusse. Aus psychiatrischer Sicht könne im Längsschnitt
höchstens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten attestiert
werden. Dabei seien Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die
Konzentrationsdauer und geistige Flexibilität (z. B. Fliessbandarbeit, Tätigkeiten mit
sehr häufigem Wechsel der Arbeitsabläufe und mit Verletzungsgefahr) sowie
Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die allgemeine psychische Belastbarkeit
(z.B. Tätigkeiten unter vielen äusseren Reizen, insbesondere Lärm, Arbeiten in einem
grossen Team oder mit viel Kundenkontakt) nicht geeignet (IV-act. 83).
A.l.
Die zuständige RAD-Ärztin hielt fest, dass der nun ausführliche Bericht und die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit plausibel erscheinen würden. Der Bericht sei zusätzlich
dem RAD-Psychiater vorgelegt worden. Der psychopathologische Status erfülle die
A.m.
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Diagnosekriterien einer mittelgradigen depressiven Störung und die beschriebene
Therapie sei korrekt. Ferner sei die attestierte Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar aufgrund
des psychischen Leidens. Aufgrund der zusätzlichen Diagnosen verfüge der
Versicherte nicht über die nötigen Ressourcen um eine höhere Arbeitsfähigkeit
umzusetzen und die depressive Symptomatik zu überwinden (IV-act. 84).
Mit Vorbescheid vom 21. Mai 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer halben Rente ab 1. August 2018 in Aussicht. In der Gesamtschau
bestehe in leidensangepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Aufgrund der
Umstellung von grobmotorischen auf feinmotorische Arbeiten sei ein Leidensabzug von
10% zu berücksichtigen. Damit betrage die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse
54% (IV-act. 87-2). Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 26.
Juni 2019 Einwand erheben. Darin verneinte er erneut die Verwertbarkeit der
Resterwerbsfähigkeit. Eventualiter werde der Grad der Arbeitsunfähigkeit von 50%
grundsätzlich akzeptiert, das Valideneinkommen sei jedoch zu tief angesetzt worden.
Der Lohn der letzten Jahre bei der D._ AG habe variiert, wobei im Jahr 2016 das
tiefste Einkommen erzielt worden sei, in welchem der Versicherte bereits
gesundheitlich angeschlagen gewesen sei. Unter Beizug der Einkommen zwischen
2012 und 2016 lasse sich ein Durchschnittseinkommen von Fr. 66'361.80 errechnen.
Ferner sei neben dem leidensbedingten Abzug von 10% auch ein Teilzeitabzug von
10% zu gewähren und somit gesamthaft ein Abzug von 20%. Somit resultiere im
Ergebnis eine Dreiviertelsrente (IV-act. 90).
A.n.
Mit Verfügung vom 28. August 2019 sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer
mit Wirkung ab dem 1. August 2018 bei einem IV-Grad von 59% eine halbe Rente zu.
Die IV-Stelle hielt an der Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit fest, da es sich beim
vorgerückten Alter und fehlender Berufsbildung um invaliditätsfremde Faktoren handle.
Nach Rücksprache mit der ehemaligen Arbeitgeberin sei das Valideneinkommen von
Fr. 64'629.-- zu belassen. Neu werde zusätzlich ein Teilzeitabzug von 10% gewährt,
wodurch sich das Invalideneinkommen auf Fr. 26'581.-- belaufe. In der Summe
bestehe weiterhin ein IV-Grad von 59% (IV-act. 96 und 93-1).
A.o.
Gegen die Verfügung vom 28. August 2019 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Markus Stadelmann, am 30. September 2019 Beschwerde
A.p.
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erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge teilweise aufzuheben. Es sei ihm mit Wirkung ab dem 1. August
2018 eine ganze Rente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Aufgrund des
Alters, der anerkannten Einschränkungen, der fehlenden Ausbildung sowie
Berufserfahrung sei der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht
mehr vermittelbar. Bei der Festlegung des Valideneinkommens sei von einem
Durchschnittseinkommen aus den Vorjahren 2012-2016 und somit von Fr. 66'361.80
auszugehen. Betreffend das Invalideneinkommen seien ein Lohn von monatlich max.
Fr. 4'500.-- und ein Jahreseinkommen von Fr. 58'500.-- zu berücksichtigen, da ältere
Neueinsteiger die erhobenen Durchschnittslöhne sicherlich nicht erzielen würden.
Zusätzlich wäre ein leidensbedingter Abzug von 20% angemessen. Insgesamt ergebe
sich somit zumindest Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2019 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das psychiatrische
Anforderungsprofil sei nicht derart einschränkend, dass es für den Beschwerdeführer
keine passende Stelle mehr auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gäbe. Vielmehr
handle es sich nur um ein sehr leicht einschränkendes Anforderungsprofil, welches nur
wenige Tätigkeiten auf dem Hilfsarbeitermarkt ausschliessen würde. Auch aus
somatischer Sicht seien keine schweren Einschränkungen ersichtlich. Ebenfalls könne
infolge einer verbleibenden Aktivitätsdauer von dreieinhalb Jahren aufgrund des Alters
nicht von einer Unverwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit ausgegangen werden. Bei
der Ermittlung des Valideneinkommens seien die ausbezahlten Überstunden
berücksichtigt und ein Durchschnittswert aus den Jahren 2014-2016 errechnet worden,
infolge der bestehenden Einkommensschwankungen. Dieses Vorgehen sei nicht zu
beanstanden. Aufgrund der stetigen Reduktion des Einkommens seit 2013 stelle die
Annahme eines Durchschnittswertes der Jahre 2014 bis 2016 bereits ein
Entgegenkommen der Beschwerdegegnerin dar. Der Beschwerdeführer könne nicht
verlangen, dass auch die Einkommen der Jahre 2012 und 2013 in die Berechnung
einfliessen müssen, nur, weil diese noch etwas höher ausgefallen seien. Das Abstellen
auf die Tabellenlöhne entspreche der gängigen Praxis und sei somit nicht zu
beanstanden. Zudem sei kein weiterer Tabellenlohnabzug angezeigt, da in der
A.q.
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Erwägungen
1.
angefochtenen Verfügung bereits ein Gesamtabzug von 20% berücksichtigt worden sei
(act. G 4).
Mit Replik vom 27. April 2020 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen und
Ausführungen fest. Bei der Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit seien
auch die neurologischen Einschränkungen zu beachten. Aus neurologischer Sicht sei
eine Teilarbeitsfähigkeit lediglich für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe
Anforderungen an die Feinmotorik gegeben. Der Beschwerdeführer hätte schon immer
auf einem Nischenarbeitsgebiet gearbeitet und verfüge über keine praktischen
Erfahrungen für allgemeine Hilfsarbeitertätigkeiten. Ferner lasse die bundesgerichtliche
Rechtsprechung erkennen, dass je höher der Grad der Arbeitsunfähigkeit sei, desto
eher bei älteren Arbeitnehmern von einer fehlenden Verwertbarkeit ausgegangen
werde. Unter Berücksichtigung aller Umstände könne im konkreten Fall keineswegs
von einer Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgegangen werden.
Betreffend Ermittlung des Valideneinkommens sei anzumerken, dass sich der
Gesundheitszustand bereits vor der IV-Anmeldung verschlechtert hätte und das
Leisten von Überstunden je länger desto mehr verunmöglicht worden sei. Deshalb sei
es nicht gerechtfertigt, lediglich auf die Einkommen der letzten drei Jahre vor der
Anmeldung abzustellen (act. G 12).
A.r.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 14).A.s.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
1.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/21
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bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte oder nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3.
Um den Grad der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich bestimmen zu können, ist die
Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Ob einer
versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht Beweiswert
zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar. Hinsichtlich des Beweiswertes
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
1.4.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
1.5.
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2.
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts abweichendes vorsieht, nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353
E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif
abgeklärt wurde und eine verlässliche Grundlage für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit besteht. Die Beschwerdegegnerin geht von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit aus (IV-act. 93) und stützt sich dabei
insbesondere auf den Arztbericht von Dr. E._ vom 1. April 2019 (IV-act. 83) und die
RAD-Stellungnahme vom 18. April 2019 (IV-act. 84). Der Beschwerdeführer bestreitet
die attestierte Arbeitsfähigkeit nicht grundsätzlich (vgl. Einwand vom 26. September
2019, IV-act. 90-1) bzw. im Rahmen der Beschwerde jedenfalls weder explizit noch
substantiiert (vgl. act. G 1 Ziff. 7).
2.1.
Aus neurologischer Sicht war dem IV-Arztbericht vom 4. Oktober 2018 von Dr.
G._ zu entnehmen, dass die Prognose hinsichtlich der neurologischen Problematiken
(Polyneuropathie und symptomatisches Restless Legs Syndrom) vom Verlauf des
Myeloms abhänge. Unter den aktuellen Therapien hätte sich die Situation stabilisiert,
es sei aber mit Rezidiven zu rechnen. Aus rein neurologischer Sicht sei aufgrund der
klinischen Symptome von einer ca. 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Beur
teilung der schmerzbedingten Einschränkung als subjektiv führendem Symptom
gestalte sich schwierig. Beim Beschwerdeführer bestehe insgesamt eine komplexe
Situation, da die Arbeitsfähigkeit auch durch das Myelom, das Schlafapnoesyndrom
und die multifaktorielle Tagesmüdigkeit sowie Tagesschläfrigkeit eingeschränkt sei (IV-
act. 65).
2.2.
Aus onkologischer Sicht hielt Dr. C._ in seinem Bericht vom 5. September 2018
fest, dass der Beschwerdeführer auf die Chemotherapie laborchemisch sehr gut
angesprochen habe und es insbesondere zu einem erstaunlichen Rückgang der
Polyneuropathie-Beschwerden um ca. 70% subjektiver Natur gekommen sei. Die
Behandlung (insgesamt 18 Zyklen) werde fortgeführt für weitere fünf Monate (IV-act.
61). Dr. C._ hatte zuvor am 30. Juli 2018 berichtet, dass aus onkologischer Sicht
längerfristig nicht mehr mit einer höhergradigen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden
könne und er eine arbeitsmedizinische Beurteilung unterstütze (IV-act. 58-2).
2.3.
Dr. E._ führte in seinem Bericht vom 1. April 2019 aus, dass er die im vorherigen
Bericht vom 28. Januar 2019 (IV-act. 77-1) gestellte Diagnose eines Cancer related
2.4.
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3.
fatigue Syndrom korrigieren müsse, da die konkrete Chemotherapie gemäss Dr. C._
kein Cancer related Fatigue Syndrom auszulösen vermöge. Aufgrund der anamnetisch
erhobenen Symptome, der objektiven psychiatrischen Befunde und des Krankheits
verlaufs seit der Therapieaufnahme sei beim Beschwerdeführer eine depressive
Episode im Rahmen einer mittlerweile rezidivierenden depressiven Störung zu
diagnostizieren. Zwischenzeitlich hätte er auch unter einer intermittierenden schweren
depressiven Symptomatik gelitten. Unter der etablierten therapeutischen Massnahme
hätte sich die depressive Symptomatik wieder leicht beruhigt und gegenwärtig sei
objektiv von einer mittelgradig depressiven Episode auszugehen. Nach der bereits über
einjährig anhaltenden depressiven Symptomatik in unterschiedlichem Ausmass, müsse
beim Beschwerdeführer von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen
werden. Das Schlafapnoe-Syndrom beeinflusse die depressive Symptomatik und die
allgemeine Leistungsfähigkeit zusätzlich negativ. Aufgrund der eingeschränkten
Konzentrationsdauer, der raschen körperlichen und geistigen Ermüdung, der
Einschränkung der geistigen Flexibilität infolge der formalen Denk- und
Antriebsstörungen sowie einer verlangsamten Psychomotorik könne dem
Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht im Längsschnitt höchstens eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten attestiert werden (IV-act. 83). Betreffend
Ressourcen hatte der Psychiater eine gegenwärtig erhaltene Tagesstruktur, sehr stabile
Familienverhältnisse bzw. unterstützendes soziales Netz sowie gute Sprachkenntnisse
festgehalten. Die körperliche Komorbidität würde aktuell im Vordergrund stehen (IV-act.
53).
In einer Gesamtschau vermögen die ausführlichen Berichte der behandelnden
Ärzte in den Disziplinen Psychiatrie, Neurologie und Onkologie zu überzeugen. Aus
somatischer Sicht wurde zwar eine gewisse Besserung der Beschwerden und gutes
Ansprechen auf die chemotherapeutische Behandlung beschrieben, die behandelnden
Ärzte hielten andrerseits auch fest, dass die Krankheit unheilbar sei und auch wieder
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintreten könne. Aus den von den
Ärzten beschriebenen Diagnosen und deren Auswirkungen geht zudem hervor, dass
eine Polymorbidität vorliege und die Krankheitsbilder sich teilweise überlagern und
wechselseitig beeinflussen würden. Demnach ist mit der Beschwerdegegnerin von
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen.
2.5.
Der Beschwerdeführer bestreitet die Verwertbarkeit der bescheinigten
Restarbeitsfähigkeit von 50% auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
3.1.
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Dass trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare
Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) zu
ermitteln. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen
Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedener
Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b). Dies gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2018, 8C_133/2018, E. 2.2.1). An die
Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine
übermässigen Anforderungen zu stellen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen
Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen
können (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2 mit
Hinweis). Von einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen
werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich
ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich
wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (BGE 138 V 457 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli
2017, 9C_253/2017, E. 2.2.1).
3.2.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in
der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren per
sönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Fehlt es an einer
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet
(BGE 138 V 457 E. 3.1). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das
verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten,
lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur,
vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V
457 E. 3.1 mit Hinweisen). Körperlich leichte Hilfstätigkeiten werden auf dem
massgebenden hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG)
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juni
3.3.
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2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Die Rechtsprechung hat für die
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden
aufgestellt (Urteile des Bundesgerichtes vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019, E. 5
mit Hinweisen und vom 31. August 2018, 8C_117/2018, E. 5; Hans-Jakob Mosimann,
Problemzonen Invalideneinkommen - Alter, Leidensabzug, Selbsteingliederung,
Parallelisierung, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2018, Ueli Kieser (Hrsg.), 2019, S.
161 ff, S. 164 ff.).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der
versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen
Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Als massgebender Stichtag für die
Beantwortung dieser Frage ist der Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen
Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit ausschlaggebend. Dieser Zeitpunkt ist
gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige
Sachverhaltsdarstellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3).
3.4.
Die medizinische Zumutbarkeit einer Teilerwerbstätigkeit stand vorliegend
spätestens mit dem Bericht von Dr. E._ vom 1. April 2019 fest. Zu diesem Zeitpunkt
war der Beschwerdeführer 61 Jahre und 6 Monate alt, womit ihm noch eine
Aktivitätsdauer von rund drei Jahren und sechs Monaten bis zur ordentlichen
Pensionierung verbleibt. Diese Aktivitätsdauer reicht grundsätzlich - auch bei einer
Restarbeitsfähigkeit von 50% - aus, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit
aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuführen.
3.5.
In qualitativer Hinsicht sind dem Beschwerdeführer Tätigkeiten mit sehr hohen
Anforderungen an die Konzentrationsdauer und geistige Flexibilität (z.B.
Fliessbandarbeiten, Tätigkeiten mit sehr häufigem Wechsel der Arbeitsabläufe und mit
Verletzungsgefahr), Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die allgemeine
psychische Belastbarkeit (z.B. Tätigkeiten unter sehr vielen äusseren Reizen,
insbesondere Lärm, Arbeit in grossen Teams oder mit viel Kundenkontakt) sowie
Nachtarbeiten nicht zumutbar (IV-act. 83). Zudem sind ihm nur leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Feinmotorik zumutbar.
Ihm steht aufgrund dieses Zumutbarkeitsprofils ein zwar eingeschränktes, aber
dennoch genügend weites Betätigungsfeld (z.B. leichte Kontroll-, Prüf-,
Überwachungs-, Verpackungs-, Sortier- oder Montagetätigkeiten) auf dem
ausgeglichenen Hilfsarbeiter-Arbeitsmarkt zur Verfügung. Bezüglich vorhandener
Ausbildung und beruflichem Werdegang ist den Akten zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer zwar über keinen Lehrabschluss verfügt. Aus seiner
3.6.
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4.
Erwerbsbiografie ist hingegen ersichtlich, dass er als Gleisarbeiter, als Hilfselektriker,
als Betriebsmitarbeiter im Metallbau, als Schweisser, als Hilfsschreiner, als
Hilfselektroniker und als Mitarbeiter in der Elektromontage gearbeitet hatte (IV-act. 45).
Der Beschwerdeführer verfügt demnach über langjährige Berufserfahrungen in
verschiedenen Hilfsarbeitertätigkeiten, mit Anforderungen sowohl an die Grob- als
auch an die Feinmotorik. Die bisherigen Berufserfahrungen zeugen auch von einer
vorhandenen Umstellungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Erwerbsleben und der
Fähigkeit, sich an neue Aufgaben und Strukturen anpassen zu können. Zudem ziehen
Hilfstätigkeiten rechtsprechungsgemäss nur kurze Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwände nach sich und setzen keine Ausbildung oder Berufserfahrung
voraus.
Der Beschwerdeführer kann aus der von ihm zitierten Rechtsprechung betreffend
Unverwertbarkeit von Restarbeitsfähigkeit von 50% bei älteren Arbeitnehmern
diesbezüglich nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
18. Dezember 2019, 9C_693/2019, E. 4.2). Er vermag nicht aufzuzeigen, weshalb seine
Restarbeitsfähigkeit von 50% in adaptierten Tätigkeiten nicht verwertbar sei. Die
50%ige Arbeitsfähigkeit stellt kein aussergewöhnlich tiefes Arbeitspensum dar, ebenso
kann den geltend gemachten Einschränkungen nicht die Bedeutung einer
Unverwertbarkeit beigemessen werden. Ausgehend vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt,
der auch Nischenarbeitsplätze umfasst, erscheint vorliegend das Finden einer
zumutbaren Stelle nach dem Gesagten nicht zum Vornherein ausgeschlossen.
Ebenfalls ist nicht auf die Notwendigkeit eines überdurchschnittlichen
Entgegenkommens eines potentiellen Arbeitgebers zu schliessen. In Berücksichtigung
des medizinischen Zumutbarkeitsprofils, der strengen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (siehe E. 3.3 vorstehend) sowie der verbleibenden Aktivitätsdauer von
drei Jahren und sechs Monaten ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von der
Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit ausgegangen, hat im Gegenzug aber einen
höheren Tabellenlohnabzug vorgenommen, worauf nachfolgend noch Bezug
genommen wird.
3.7.
Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenbeginn auf den 1. August 2018 gelegt.
Unter Berücksichtigung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit am 3. August 2017, der
Erfüllung des Wartejahres am 3. August 2018 sowie der Anmeldung vom 18. August
2017 hat die Beschwerdegegnerin diesen korrekt festgesetzt.
4.1.
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Umstritten ist ferner der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers. Diesbezüglich
rügt der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin sei nicht von den korrekten
Parametern beim Einkommensvergleich ausgegangen. Es seien auch die Einkommen
der Jahre 2012 und 2013 bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu
berücksichtigen.
4.2.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlungen und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Hierzu wird in der Regel am zuletzt erzielten, der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 58). Der Invaliditätsgrad ist
durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht
hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen
lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung
der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit
Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend
zuverlässiges Resultat (BGE 114 V 310 E. 3a S. 312 f.; Urteil des Bundesgerichts vom
10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2). Diese Berechnungsweise ist insbesondere
anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen
Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs
massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (Art. 28 Abs. 2 IVG)
eindeutig über- oder unterschreitet (BGE 104 V 135 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts
vom 11. Dezember 2013, 8C_333/2013, E. 5.3; vom 23. März 2010, 9C_100/2010, E.
2.1).
4.3.
Bei dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleich
unter Berücksichtigung eines Abzugs von 20% vom Tabellenlohn ist zu beachten, dass
es lediglich aufgrund des geringen Minderverdienstes des Beschwerdeführers von
unter 5% bei einem knapp unter 60% liegenden IV-Grad geblieben ist. Die
Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen mittels des Durchschnitts der Jahre
2014 - 2016 bzw. nach Rücksprache mit der ehemaligen Arbeitgeberin auf Fr. 64'629.--
4.4.
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und nicht - wie vom Beschwerdeführer beantragt - auf Fr. 66'361.80 festgelegt (vgl.
Einkommensvergleich vom 18. April 2019, IV-act. 85; Einkommensvergleich vom 22.
Juli 2019; Notiz vom 22. Juli 2019, IV-act. 92).
Dem Fragebogen für Arbeitgebende ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
ab Januar 2013 ein monatliches Einkommen von Fr. 4'625.-- und ein jährliches Ein
kommen (inkl. 13. Monatslohn) von Fr. 60'125.-- erzielt hatte (vgl. IV-act. 21). Daneben
richtete der Arbeitgeber auch Gratifikationen (Weihnachtsgratifikation), teilweise weitere
Bonusleistungen (Leistungsbonus, Sonderprämie) und Entschädigungen für geleistete
Überzeit aus, welche jeweils unterschiedlich hoch ausgefallen sind (IV-act. 21 und 92).
Eine Regelmässigkeit der jährlich geleisteten Überstunden durch den
Beschwerdeführer ist jedoch nicht ausgewiesen. Ferner fällt auf, dass das
Jahreseinkommen bereits ab dem Jahre 2013 (Einkommen 2012: Fr. 68'243.--; 2013:
Fr. 69'680.--; 2014: Fr. 67'044.--; 2015: Fr. 64'015.--; 2016: Fr. 62'827) stetig
abgenommen hatte (vgl. IK-Auszug, IV-act. 6). Entgegen den Vorbringen des
Beschwerdeführers ist nicht erstellt, dass sich seine gesundheitlichen Einschränkungen
bereits in den Jahren vor der IV-Anmeldung lohnmindernd ausgewirkt haben sollen.
Zwar wurde die Diagnose des Myeloms im Jahr 2010 gestellt, jedoch resultierte daraus
keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. So nahm der Beschwerdeführer auch erst
nach der Diagnosestellung am 1. Juni 2011 die Tätigkeit bei der D._ AG auf und zwar
in einem vollen Pensum. Die Einkommen schwankten ab dem Zeitpunkt des
Stellenantritts, wie dem IK-Auszug zu entnehmen ist. Gemäss dem Lohnjournal der
Jahre 2014 bis 2016 zeigt sich, dass die Schwankungen der Höhe der
Weihnachtsgratifikation und des Lohnbonus zuzuschreiben sind. Eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist erst ab März
2017 in den medizinischen Akten dokumentiert (act. 7-3). Die Einkommen des
Beschwerdeführers seit dem Jahr 2012 haben sich ziemlich genau auf dem Niveau der
Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung bewegt (LSE; vgl.
IV-Textausgabe 2019, Anhang 2, S. 228). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
mehrmals längere Zeit arbeitslos war und nicht davon auszugehen ist, dass er sich
freiwillig mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat. Insgesamt ist es
deshalb sachgerecht, sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf der
Basis der Tabellenlöhne festzulegen und einen Prozentvergleich durchzuführen (vgl.
z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2017, 9C_675/2016, E. 3.2 mit Hinweisen).
4.5.
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4.6.
Zu prüfen verbleibt, ob ein behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter
Abzug vorzunehmen ist. Der Beschwerdeführer erachtet einen Abzug von 20% für
gerechtfertigt (act. G 1), welchen die Beschwerdegegnerin bereits mit Verfügung vom
28. August 2019 gewährte. Zur Begründung des vorgenommenen Abzugs von 20%
gab die Beschwerdegegnerin an, dass neben der Berücksichtigung der
leidensbedingten Einschränkungen im Umfang von 10% zusätzlich ein Abzug vom
Tabellenlohn von 10% zu gewähren sei, da der Beschwerdeführer die
Restarbeitsfähigkeit nur in Teilzeit verwerten könne (IV-act. 93-1).
4.6.1.
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache
Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2).
Bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene
gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des
leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunkts führen. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen
(BGE 126 V 75 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_883/2017, E.
2.2). Die Überprüfung des Tabellenlohnabzugs schliesst für das kantonale Gericht auch
die Beurteilung der Angemessenheit des Abzugs ein (Urteil des Bundesgerichtes vom
31. August 2018, 8C_327/2018, E. 3.3).
4.6.2.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die verbleibende 50%ige Rest
erwerbsfähigkeit sei infolge der behinderungsbedingten Einschränkungen (chronische
Schmerzen, Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Haltetremor etc.) nur
mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwertbar (vgl. act. G 1), weshalb ein
leidensbedingter Abzug vorzunehmen sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Mit Bezug
auf den behinderungs- bzw. leidensbedingten Abzug ist vorliegend zu beachten, dass
die geltend gemachten gesundheitlichen Einschränkungen bereits teilweise in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalten sind. So sind in der aus
psychiatrischer Sicht reduzierten Arbeitsfähigkeit die eingeschränkte
Konzentrationsdauer, die rasche körperliche und geistige Ermüdung, die
4.6.3.
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eingeschränkte geistige Flexibilität und die verlangsamte Psychomotorik bereits in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden. Die Beschwerdegegnerin gewährte
dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf leidensbedingte Einschränkungen und der
Umstellung von grobmotorischen auf feinmotorische Tätigkeiten einen Abzug von 10%.
Jedoch scheint bereits die angestammte Tätigkeit keine grossen Anforderungen an die
Grobmotorik sondern eher höhere Anforderungen an die Feinmotorik gestellt zu haben
(vgl. IV-act. 41-1). Die adaptierte Tätigkeit darf demgegenüber gerade nicht zu hohe
Anforderungen an die Feinmotorik stellen (act. 66-2; vgl. auch Vorbescheid vom 7.
November 2018, act. 69-2; im Gegensatz zum Rentenfeststellungsblatt vom 18. April
2018, act. 86-2; sowie Verfügungsbegründung, act. 93-1). Insofern ist nicht, wie dies
die Beschwerdegegnerin annahm, ein Wechsel von einer grobmotorischen zu einer
feinmotorischen Tätigkeit nötig und mit Blick darauf kein Tabellenlohnabzug angezeigt.
Ob ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, wenn eine versicherte Person
ihre Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, muss stets mit Blick auf den
konkreten Beschäftigungsgrad und die jeweils aktuellen Tabellenwerte ermittelt
werden. Gemäss der LSE-Tabelle T18 für das Jahr 2018 verdienten zwar statistisch
Männer ohne Kaderfunktion mit einem Beschäftigungsgrad von 50-74% gut 4%
weniger als solche mit einem Beschäftigungsgrad von 90% und mehr. Dies stellt aber
rechtsprechungsgemäss keine überproportionale Lohneinbusse dar (Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Mai 2020, 9C_223/220, E. 4.32.2). Die Nichtberücksichtigung
dieser statistischen Lohndifferenz verletzt daher kein Bundesrecht. Dass zwingend ein
Abzug vorzunehmen sein soll, wenn nur noch eine Teilzeittätigkeit zumutbar ist, ergibt
sich aus der Rechtsprechung gerade nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli
2020, 8C_151/2020, E. 6.3.1 mit Hinweisen).
4.6.4.
Ferner kann das Merkmal "Alter" einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen,
was aber jeweils unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalls zu
prüfen ist. Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch
ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend
lohnsenkend auswirken muss. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden
ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt. Bei Männern im
Alterssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter gemäss den LSE-Erhebungen bei
Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend aus (rund 9 % gemäss LSE 2018,
Tabelle TA9, Median). Ob dies auch für jene Versicherten gilt, die sich in
fortgeschrittenem Alter beruflich neu zu orientieren haben, mag hier offenbleiben.
Jedenfalls lässt sich mit den verfügbaren statistischen Angaben nicht untermauern,
dass diese Kategorie unter Berücksichtigung ihrer kurzen Aktivitätsdauer bis zur
4.6.5.
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5.