Decision ID: 7b1d7021-1425-4bec-b5fe-7f2fbcd0a3a1
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene
X._
war zuletzt als selbständiger
K
aros
seriespengler
und Vermittler von Tänzerinnen tätig (Urk. 8/119/21-22 Ziff. 3.2.3, Ziff. 3.2.5). Am 15. September 2016 meldete er sich unter Hinweis auf Knie
probleme und einen Herzinfarkt bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug an (Urk. 8/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 12. Oktober 2018 eine befristete ganze Rente
vom
1. März bis 31. Dezember 2017 zu (Urk. 8/68; Urk. 8/71).
1.2
Am 28.
Juni 2019 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/78). Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess den Versicherten insbesondere polydisziplinär begutachten (Expertise vom 24. August 2020; Urk. 8/119). Am 19. Februar 2020 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit, es seien keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt (Urk. 8/106). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/125, Urk.
8/129, Urk.
8/133) wies sie das Leistungsbegehr
en mit Verfügung vom 20. Januar
2021 (Urk.
8/136
= Urk. 2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 22. Februar 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. Januar 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen in die Wege zu leiten. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2).
Am 9. April 2021 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 11. Mai 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. Juni 2021 auf die Einrei
chung einer Duplik (Urk. 14), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 24. Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Mit
Verfügung vom 6.
Sep
tember 2021
(Urk. 16) wurde
die beantragte unentgeltliche Prozessführung
bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden
beziehungsweise
wurde eine befristete Rente zugesprochen
und ist die Verwal
tung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwer
de
verfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenan
spruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. Ap
ril 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.
5
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art.
29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das
heisst
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom
20. Januar 2021 (Urk.
2) damit, dass
nach Prüfung durch den
R
egionalen Ärztlichen Dienst (RAD) die bisherige Arbeit als Spengler nicht mehr zumutbar sei. Eine angepasste Tätigkeit mit Berücksichtigung des Krankheitsbildes sei weiterhin in einem Pen
sum von 80 % zumutbar (S. 1).
Es ergebe sich ein rentenausschliessender Invali
ditätsgrad von
27
% (S.
2)
.
Ein leidensbedingter Abzug
sei vorliegend nicht gerechtfertigt, da die leidensbedingten Einschränkungen bereits bei der Arbeits
unfähigkeit von 20 % berücksichtigt seien (Urk. 7 Ziff. 7)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
bemängelte
demgegenüber (
Urk.
1),
dass ihm kein leidens
bedingter Abzug gewährt worden sei
. Ein solcher sei zwingend
vorzunehmen
(S. 8 Ziff. 5). Zudem we
rde aus näher genannten Gründen und unter Verweis auf einen Bericht des behandelnden Orthopäden
der Beweiswert des Gutachtens beanstandet (Urk. 10).
2.3
Streitig ist vorliegend, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichs
zeitraum seit
Zusprache
der bis 3
1.
Dezember 2017 befristeten Rente mit
Verfü
gung vom 12.
Oktober 2018 bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 20.
Januar 2021 erheblich beziehungsweise in einer für den Rentenanspruch massgeblichen Weise verändert hat.
3.
3.1
Der
Zusprache
der
befristeten Rente mit Verfügung vom 1
2.
Oktober 2018
(Urk. 8/68; Urk. 8/71)
lagen im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Berichte zugrunde:
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte mit Operationsbericht vom 19. November 2015 (Urk. 8/22/6-7) als Diagnose eine mediale Gonarthrose rechts. Es sei eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
(TME) medial und eine
Plica
-Resektion
infrapatellär
erfolgt (S. 1).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 22. August 2016 (Urk. 8/22/3-5) über
die
am 24. Mai 2016 durchgeführte Untersuchung und nannte folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
Beinschmerzen rechts mit Schwerpunkt im Bereich des rechten Unter
schenkels medial
-
Elektrophysiologische Neuropathie des
Nervus
(
N.
)
cutaneus
femoris
lateralis
links und des
N.
infrapatellaris
, differentialdiagnostisch residual nach
Druckneuropathien
-
Carpaltunnel-Syndrom links
Bis auf ein positives
Tinel
-Phänomen in der Region des
N.
infrapatellaris
rechts ergebe die neurologische Un
t
ersu
ch
ung keine Hinweise auf ein neurogenes Kor
relat für die Schmerzen im Bereich des rechten Untersch
e
nk
e
ls, sowie die in letzter Z
e
it sich auch im Bereich des rechten Oberschenkels rechts lateral sich manifes
tierenden krampfartigen Beschwerden
(S. 2)
.
3.3
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 21. Oktober 2016 (Urk. 8/22/2) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit November 2015 und er empfehle die Erstel
lung eines Gutachtens.
3.
4
Dr.
med.
B._
, Fac
harzt für Chirurgie, führte mit Bericht
vom 31. Oktober 2016 (Urk. 8/43/8-9) aus, für eine einigermassen nachhaltige Versorgung einer Bauchdeckeninsuffizienz sei ein mindestens dreistündiger Eingriff in Allgemein
narkose nötig. Unter der Voraussetzung einer stabilen kardinalen Situation würde eine derartige Operation durchführbar sein (S. 2).
3.
5
Dr.
Z._
führte mit Schreiben an Dr.
C._
vom
4.
Oktober 2017 (Urk. 8/43/10) aus, der Beschwerdeführer klage weiterhin über Knieschmerzen, die vor allem durch das Übergewicht generiert würden. Er könne im Fitness nichts machen, da er durch seinen Bauch beziehungsweise durch die
Herniensituation
beeinträchtigt sei. Ein
Hernienverschluss
sei gelegentlich angezeigt und die von Dr.
B._
erbetene kardiologische Abklärung sollte durchgeführt werden.
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 16. Januar 2018 (Urk. 8/43/1-4) aus,
die letzte Konsultation habe am 4. Oktober 2017 stattgefunden (Ziff. 1.2). F
ür die Diagnosen des Beschwerdeführers sei der Hausarzt zuständig.
Er habe den Beschwerdeführer wegen seine
r
Knie behandelt. Seines Erachtens sei der Beschwerdeführer für eine leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit sicher arbeits
fähig (Ziff. 1.1).
3.
6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom 3
0.
Januar 2018 (Urk. 8/48/3-4) aus, der Beschwerdeführer habe im Oktober 2014 einen Herzinfarkt erlitten. Im O
ktober 201
5 sei die kardiale Situation wieder ausreichend stabil gewesen für eine Knie
operation. Aktuell stehe eine Arthrose des rechten Kniegelenks im Vordergrund. Deshalb bestehe eine deutlich reduzierte Belastbarkeit und Gehfähigkeit. Zur kardiologischen Prophylaxe sollte zudem eine höhere körperliche Belastung vermie
den werden. In einer leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeit bestehe
medi
zin
-theoretisch mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 2)
, dies seit 1
7.
No
vember 201
7.
In der bisherigen Tätigkeit als
Karosserie
s
pengler
bestehe seit Oktober 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1).
In einer telefonischen Rücksprache habe
Dr.
D._
gegenüber einer Abklärungs
person der Beschwerdegegnerin angegeben,
dass die 80%ige Arbeitsfähigkeit bereits
seit Anfang
2017 bestanden habe (Urk. 8/48/5).
3.
7
Dr.
Z._
führte
im E-Mail
vom 3. April 2018
zu
Handen
der IV-Stelle
(Urk. 8/46) bezugnehmend auf seinen Bericht vom 1
6.
Januar 2018 aus, in einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht ab dem
1.
Oktober 2017 zu 100 % arbeitsfähig.
Dr.
Z._
präzisierte mit E-Mail
vom 25. Juni 2018 (Urk. 8/57)
, der Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig wegen seiner
Abdominalhernie
. Wenn er sitzend arbeite, komme ihm sein Abdomen und insbesondere die grosse Bauch
hernie in die Quere, be
ziehungsweise sie werde gereizt. Deshalb müsse
retrospek
tiv
festgehalten werden
, dass der Beschwerdeführer aus rein orthopädischer Sicht für eine leichte sitzende Tätigkeit arbeitsfähig
wäre
, aber aus einer Gesamtsicht nicht. Seine Beurteilung, dass
ab dem 1.
Oktober 2018
(richtig wohl: 2017)
eine Arbeitsfähigkeit bestehe, sei deshalb so abzuändern, dass dem eben aus differen
zierter Sicht nicht so sei.
3.
8
Dr.
B._
führte mit Bericht vom 20. September 2018 (Urk. 8/66/1-5) aus, die letzte Kontrolle habe am 27. Oktober 2016 stattgefunden (Ziff. 1.1)
,
u
nd nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5):
-
epi
g
astrische
Ba
u
chdeckeninsuffizienz mit multiplen Defekten
-
Kniebeschwerden
-
Adipositas
Die Bauchwandhernie sei bereits seit Oktober 2014 bekannt (Ziff. 2.1). Eine geplante Operation im Oktober 2014 habe wegen eine
s
Myokardinfarkt
s
abgesagt werden müssen (Ziff. 2.2). Nach einer operativen Versorgung der Bauchwand werde postoperativ nur eine reduzierte Belastbarkeit mit maximal 10 bis 15 kg möglich sein (Ziff. 2.7). Zur Prognose einer Eingliederung führte
Dr.
B._
aus, zuerst müsse die Bauchwand operativ versorgt werden (Ziff. 4.3).
3.
9
Mit Verfügung vom
12. Oktober 2018 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer bei einem Invaliditätsgrad von
100
% eine befristete ganze Rente
vom
1. März bis 31. Dezember 2017 zu (Urk. 8/68; Urk. 8/71).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
20. Januar 2021
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte vor:
Die
Ärzte
der
Klinik E._
nannten mit Bericht vom
22.
Januar 2019 (Urk.
8/92/10-11)
als Diagnose eine
Omarthrose
links mit
Tendinopathie
der langen
Bicepssehne
(S. 1). Dem Beschwerdeführer werde das Ausschöpfen aller konservativen Möglichkeiten und die Installation einer Physiotherapie
empfoh
len
. Auf Impact und Belastung
sollte bei
Omarthrose
verzichtet werden (S. 2).
Die Fachpersonen der
Klinik E._
nannten mit Bericht vom
3.
April 2019 (Urk.
8/75) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
Omarthrose
links
-
Schulter-
Impingement
rechts
-
mediale Gonarthrose beidseits, rechtsbetont
-
chronische Handschmerzen links Erstmanifestation (EM) 2000
In der heutigen
sonographischen
Untersuchung der rechten Schulter habe sich eine degenerative
Tendinopathie
der
Rotatorenmanschette
mit Narbenplat
te/Bursitis gezeigt. Dem Beschwerdeführer sei die Möglichkeit von
infiltrativen
Massnahmen der
arthrotischen
Gelenke erläutert worden
(S. 2)
.
4.
2
Dr.
Z._
nannte
im E-Mail
vom 11. Juni 2019 (Urk. 8/74) als neue Diagnose eine
Omarthrose
links und rechts.
Es könne k
eine manuelle produktive Tätigkeit mehr
zugemutet werden. Ob eine Schulterinfiltration, wie sie die
Klinik E._
erwähne, an den Beschwerden etwas ändern werde, dürfte frag
lich sein
.
Sicher
werde keine Arbeitsfähigkeit mehr erreicht.
4.3
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für
Neurologie, nannte mit Bericht vom 13. Juni 2019 (Urk. 8/81) folgende Diagnose
n
(S. 1 f.):
-
Ka
rpaltunnel-Syndrom beidseits, deutlich linksbetont, Erstdiagnose (ED) 2016 (links)
-
am ehesten traumatische, überwiegend
axonale
und sensible Schädigung des
N.
ulnaris
am Unterarm links nach Sturz am 1
9.
Mai dieses Jahres
-
leichtgradige motorische Reizleitungsstörung C7-Th1 beidseits
Aus neurologischer Sicht seien keine weiteren Abklärungen vorgesehen. Gele
gentlich empfehle sich eine MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule. Es werde dringend eine Entlastung des linksseitigen Karpalkanals sowie auch zeitnah eine Entlastung rechtsseitig empfohlen. In Bezug auf die vermutliche Druckschädi
gung des sensiblen Anteils des
N.
ulnaris
links sei ein zuwartendes Verhalten zu empfehlen (S. 2).
4.4
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie,
Zentrum für Handchirurgie
H._
_
,
,
nannte m
it Bericht
vom 3.
Juli 2019 (Urk.
8/87)
folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen (S. 1):
-
symptomatisches und schmerzhaftes Karpaltunnelsyndrom links (ED 2016
)
-
e
lektrophysiologisch beginnendes Karpaltunnelsyndrom rechts
-
am ehesten traumatische, überwiegend
axonale
und sensible Schädigung des
N.
ulnaris
am Unterarm links nach Sturz
-
langstreckige
Halswirbelsäule
(HWS) Degenerationen
-
Status nach Myokardinfarkt 2013
-
Gonarthrose beidseits
-
Omarthrose
beidseits
-
Adipositas
-
arterielle Hypertonie
Die
Entlastung des
Nervus
medianus
im Bereich des Karpaltunnels sei indiziert.
Aufgrund der eingeschränkten Schulterbeweglichkeit sei eine Durchführung unter Vollnarkose am sinnvollsten (S. 2).
4.5
Dr.
Z._
führte
im E-Mail
vom
4.
Juli 2019 (Urk. 8/83) aus, zusätzlich zu den am 1
1.
Juni 2019 mitgeteilten Diagnose
n
best
eh
e noch eine
«
wüste
Situ
a
-
tion
»
an der Halswirbelsäule mit einer
deutlichen
Kompression der Nervenwurzel Th
1.
Es sei k
eine Arbeitsfähigkeit mehr denkbar
.
Dr.
Z._
führte
mit Bericht
vom 1
0.
Juli 2019 (
Urk.
8/85)
aus, die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei schlecht (Ziff. 2.7). Der Beschwerdeführer könne beide Arme nicht mehr voll gebrauchen, auch beide Hände seien stark einge
schränkt (Ziff. 3.4).
4.6
Dr.
G._
nannte
mit Operationsbericht vom 5. September 2019 (Urk. 8/101)
als Diagnose ein
symptomatisches und schmerzhaftes Karpaltunnelsyndrom links (ED 2016)
und führte
aus, es sei folgender Eingriff erfolgt: offene Spaltung
des
Retinaculum
flexorum
,
Neurolyse
des
Nervus
medianus
und
Synovialektomie
der
Beugesehnen links (S. 1).
4.
7
Dr.
med.
I._
,
Fachärztin für Radiologie,
Praxis J._ AG
, führte mit
Bericht vom
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/92/1-6) aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit Februar 2018, gegenwärtig monatlich (Ziff. 1.1 f.)
,
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Ziff. 2.5):
-
Omarthrose
links und
Impingement
rechts
-
mediale Gonarthrose beidseits
-
Karpaltunnel-Syndrom beidseits
-
Status nach Herzinfarkt
Der Beschwerdeführer leide an persistierenden Schmerzen und Bewegungsein
schränkungen. Es bestehe eine konsequente Fehlbelastung der Hüfte und der oberen Sprunggelenke beidseits (Ziff. 2.2). Die Beschwerden seien progredient (Ziff. 2.7). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (Ziff. 4.1). Eine ange
passte Tätigkeit sei maximal 1-2 Stunden zumutbar (Ziff. 4.2). Die Prognose
zur
Eingliederung sei ungünstig und fast unmöglich (Ziff. 4.3).
4
.
8
Dr.
G._
führte mit Bericht
vom 4.
November 2019 (Urk.
8/96)
zur Prognose der Arbeitsfähigkeit aus, bezüglich Karpaltunnelsyndrom-Problematik und Hand
funktion links erwarte er einen protrahierten Rehabilitationsverlauf mit vermehr
tem Bedarf an Ergotherapie. Mittelfristig sei eine
normale Handf
unktion mit guter Belastbarkeit zu erwarten.
Im Vordergrund
schienen
andere gesundheitliche Probleme zu stehen, welche die
Arbeitsfähigkeit
limitierten oder schon vorbe
standen hätten (Ziff.
2.7).
Dr.
G._
führte mit
Bericht
vom 2.
Dezember 2019 (Urk.
8/100)
aus, es bestehe ein
regelrechter wenn auch protrahierter Rehabilitationsverlauf
(S. 2).
4.9
Dr.
Z._
wiederholte im E-Mail
vom 6.
Januar 2020 (Urk. 8/99), es bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr.
4.
10
4.1
0
.1
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, und
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neurologie,
O._
GmbH, Gutachtenstelle
P._
, erstatteten am 24. Au
gust 2020 ihr i
nterdisziplinäres Gutachten
(
Urk.
8/119).
4.1
0
.2
Im allgemein-internistischen Teilgutachten (Urk. 8/119 S. 20-26)
nannte
D
r.
K._
keine Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 23
Ziff.
6.1). Er nannte folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
6.2):
-
metabolisches Syndrom
-
koronare Herzkrankheit
-
Nabelhernie mit Bauchwandinsuffizient
Insgesamt sei der Gesundheitszustand aus allgemein-internistischer Sicht akzep
tabel. Die Behandlung sei genügend. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausser für körperlich schwere Tätigkeitsbereiche bestehe nicht (
S. 23 f.
Ziff. 7.1).
4.1
0
.3
Im psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 8/119 S. 27-34)
nannte Dr.
L._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 31
Ziff. 6.1). Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; Ziff. 6.2).
Bei dieser Diagnose handle es sich um eine psychische Überlagerung ursprünglich soma
tisch ausgelöster Schmerzen. Es bestünden psychosoziale Belastungsfaktoren, die eine Rolle spielen könnten. Als solche könnten hier die chronische somatische Problematik, der Verlust der langjährigen Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen, die erfolglose Stellensuche und die nun angespannte finanzielle Situa
tion gelten.
Der Beschwerdeführe leide nicht unter depressiven Verstimmungen und auch nicht unter Ängsten (Ziff. 6.3).
4.1
0
.4
Im rheumatologischen Teilgutachten (
Urk.
8/119 S. 35-44)
nannte
Dr.
M._
folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähig
keit (
S. 39
f.
Ziff.
6.1
):
-
medial betonte
Pangonarthrose
beidseits rechtsbetont
-
Funktions- und Belastungsdefizit linke Schulter bei
Omarthrose
-
Funktions- und Belastungsdefizit
rechte
Schulter bei
Omarthrose
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie nicht (
S. 40
Ziff.
6.
2
).
Bei der aktuellen klinischen Untersuchung zeigten sich eine in sämtlichen Ebenen eingeschränkte HWS-Beweglichkeit sowie
Dysbalancen
der Schultergürtelmus
kulatur, die für die Beschwerdesymptomatik mitverantwortlich seien. Zusammen
gefasst fänden sich deutliche degenerative Veränderungen im Bereich beider Schulter- und Kniegelenke sowie der HWS, die für einen grossen Teil der ange
gebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen mitverantwortlich seien. Darüber hinaus zeige sich jedoch auch ein deutliches demonstratives Schmerz
verhalten (
S. 41 f.
Ziff. 7.1).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit einer Vermittlung von Tänzerinnen entspreche gemäss Arbeitsplatzbeschreibung des Beschwerdeführers dem zumutbaren Leistungsprofil und sei ihm acht Stunden pro Tag zumutbar. Ein leicht erhöhter Pausenbedarf ziehe eine Leistungseinschränkung von 20 % nach sich. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage 80 % (
S. 43
Ziff. 8.1). Bei einer angepassten Tätigkeit müsste es sich um eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Arbeiten mit den Armen über der Horizontalen, ohne Tätigkeiten in kniender oder hockender Haltung, ohne ausschliessliche Geh- und Stehbelas
tung, nicht auf unebenem Grund und ohne Kälte-, Nässe- und Zuglufteinfluss handeln. Eine solche sei sieben bis acht Stunden pro Tag möglich. Ein leicht erhöhter Pausenbedarf ziehe eine Leistungseinbusse nach sich. Eine adaptierte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer in einem Pensum von 80 % zumutbar (Ziff. 8.2).
4.1
0
.5
Im neurologischen Teilgutachten (Urk. 8/119 S. 45-53)
nannte
Dr.
N._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 50
Ziff.
6.1). Er nannte folgende
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 6.2):
-
chronische rechtsseitige Schulter- und beidseitige Knieschmerzen nicht neurologischer Ursache
-
Status nach Carpaltunnelsyndrom-O
peration links 3.
September 2019
-
leichtgradige, vorwiegend sensible
residuelle
Schädigung des
Nervus
ulnaris
links
-
Migräne ohne Aura
Aufgrund der aktuellen neurologischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf eine neurogene Schmerzursache ergeben. Zu der im MRI der HWS zur Darstellung kommenden Diskushernie mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel C8 links, finde sich kein klinisches Korrelat in Form einer
radikulären
Symptomatik. Die neurographische Untersuchung belege ein
e
peripher neurogene Läsion (Ziff. 7.1). Die Leistungsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht eingeschränkt (
S. 52
Ziff. 8.1).
4.1
0
.6
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (
Urk. 8/119
S. 4-12) führten die Gut
achter zusammenfassend aus,
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit Vermittlung von Tänzerinnen sei mit einem Pensum von sieben bis acht Stunden täglich möglich. Es bestehe ein leicht erhöhter Pausenbedarf. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Nach dem Herzinfarkt und während der verschiedenen Kniebehandlungen hätten ab Oktober 2013 mehrmals Arbeits
unfähigkeiten von einigen Monaten bestanden. Dies habe zu einer befristeten Rente geführt, was aus medizinischer Sicht bestätigt werden könne. Für die übrige Zeit könne retrospektiv keine
höhergradige
, länger andauernde Arbeitsunfähig
keit für die erwähnte angestammte Tätigkeit bestätigt werden. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit sei seit der letzten IV-Anmeldung vom Juni 2019 anzunehmen (
S. 9 f.
Ziff. 4.6). In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne längere Stehdauer, ohne kniende und hockende Stellungen und ohne Überkopf
arbeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 7 bis 8 Stunden pro Tag. Es bestehe ein leicht erhöhter Pausenbedarf. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
S. 10
Ziff. 4.7).
Die gelernte und früher langjährig ausgeübte Tätigkeit als
K
arosserie
s
pengler
sei nicht mehr möglich (
Ziff. 4.8
).
4.1
1
Dr.
D._
, RA
D, führte mit Stellungnahme vom 1
1.
September 2020 (Urk.
8/124/9-12)
aus, das Gutachten stelle den Gesundheitszustand aus interdis
ziplinärer Sicht gut dar.
Die angestammte Tätigkeit als
Karosserie
s
pengler
sei seit 2014 dauerhaft nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit könne seit November 2017 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Vermittler von Tänzerinnen sei gut angepasst (S. 3).
4.1
2
Dr.
B._
führte mit Bericht
vom 1
7.
September 2020 (
Urk.
8/120)
aus,
in Bezug auf die Bauchwandsituation habe sich
gegenüber 2016,
als
die damals geplante Operation wegen eines Herzinfarktes
habe
abgesagt werden müssen, eine deutliche Progredienz eingestellt. Es bleibe dem Beschwerdeführer kaum etwas ande
res übrig, als sich für eine komplette Rekonstruktion der Bauchdecke zu entschei
den (S. 1).
4.1
3
Dr.
Z._
nahm mit
E-Mail
vom 9.
Dezember 2020 (Urk.
8/132)
zum Gut
achten Stellung.
Der neurologische Gutachter habe nicht gemerkt, dass das CTS auf der rechten Seite immer noch vorhanden sei und der Beschwerdeführer eine schwere
Omarthrose
auf der linken Seite habe. Der Beschwerdeführer könne gemäss Neurologen mit zwei kaputten Schultern und zwei kaputten Knien und einer medio links lateralen Diskushernie C8 links 8.5 Stunden als
K
arosserie
-S
pengler arbeiten.
Das
neurologische
Gutachten sei so nicht brauchbar. Im rheu
matologischen Gutachten werde die medio links laterale Diskushernie C7/TH1 mit Verlagerung der Wurzel C
8 links nicht erwähnt. D
er
rheumatologische Gutachte
r
gehe davon aus, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, d
er
Vermittlung von Tänzerinnen, zu 100% arbeitsfähig sei. Das stundenlange Autofahren sei aber nicht mehr möglich, da die Sitzfähigkeit aufgrund der Knie
gelenke eingeschränkt sei. Den Job als Vermittler von Tänzerinnen gebe es
zudem
nicht mehr.
4.1
4
Dr.
D._
, RAD,
nahm mit Stellungnahme
vom 2
2.
Dezember 2020 (Urk.
8/135/
2
-3) zur Kritik von
Dr.
Z._
Stellung
und führte aus, sehr wohl sei im neurologischen Teilgutachten die mögliche Wurzelaffektion C8 durch die Dis
k
us
-
hernie C7/Th1 thematisiert und festgestellt worden, sie habe kein neurolo
gisches Korrelat. Damit seien die Ausführungen von
Dr.
Z._
über die möglichen Auswirkungen der Diskushernie auf die Leistungsfähigkeit unzutref
fend.
Die Arbeitsfähigkeit werde im neurologischen Teilgutachten allein aufgrund neurologische
r
Diagnosen und Defiziten beurteilt. Da die Om- und Gonarthrosen keine neurologischen Erkrankungen darstellten,
würden
sie korrekterweise nicht berücksichtigt. Im Gegenzug
seien
im rheumatologischen Gutachten die Gelenk
veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ausführlich dar
gestellt und eine Bewertung einer möglichen C8-Pathologie dem neurologischen Gutachter überlassen
worden
. Für die Beurteilung von Fähigkeiten und Ein
schränkungen seien nicht die Diagnosen oder MRI-Befunde ausschlaggebend, sondern klinische Befunde und Ergebnisse von Funktionstests.
Die Kritik an der fehlenden Aufnahme der erfassten und gewürdigten Diagnosen in der Liste der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei berechtigt. Sie ändere jedoch nichts am Wert der Gesamtbeurteilung.
4.1
5
Nach Verfügungserlass wurde die erste Seite eines
Schreiben
s
vom 2
6.
Februar 2021
(Urk. 8/140)
des
Spitals Q._
über
einen
geplanten operativen Eingriff
eingereicht.
4.1
6
Dr.
Z._
übte
am
4.
März 20
2
1 (
Urk.
11) abermals
am
Gutachten
sowie an der Einschätzung des RAD Kritik
.
5.
5.1
Im Zeitpunkt der
Zusprache
der
befristeten
Rente vom
1.
März bis 3
1.
Dezember 2017
(vgl. Verfügung vom 1
2.
Oktober 2018, Urk. 8/68, Urk. 8/71)
stand beim Beschwerdeführer eine
medial betonte Gonarthrose rechts
im Vordergrund. Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
Z._
ging die Beschwerdegegnerin von
einer 100
%
igen Arbeitsfähigkeit
in einer
angepasst
en Tätigkeit
aus orthopä
discher Sicht
ab 1. Oktober 2017
aus
(vgl.
vorstehend E. 3.7).
5.2
Das von
der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten
der
O._
GmbH vom 24.
August 2020 (vorstehend E. 4.10
)
wurde unter Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung umfassender Abklärungen erstattet und vermag den Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Exper
tise (vgl. vorstehend E. 1.
6
)
grundsätzlich
zu genügen
.
Insbesondere enthält es als einzige der vorhandenen medizinischen Akten eine umfassende Beurteilung sämtlicher Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers.
Im Vergleich zu 2018 trat eine
wesentliche
Veränderung
des Gesundheitsz
u
stands
ein, indem
eine
medial betont
e
Pangonarthrose
beidseits rechtsbetont,
ein
Funk
tions
- und Belastungsdefizit
an der
linke
n
Schulter bei
Omarthrose
(MRI Dezem
ber 2018),
ein
Funktions- und Belastungsdefizit
an der
rechte
n
Schulter b
ei
Omarthrose
(MRI Januar 2020) sowie ein
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (MRI Juli 2019)
mit Auswirkungen auf die Arbei
tsfähigkeit fest
gestellt wurden (vgl. vorstehend E. 4.1
0
.4).
Die
rheumatologische Gutachter
in
erachtete deshalb
eine adaptierte Tätigkeit, wozu
sie
auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit einer Vermittlung von Tänzerinnen zählte, in einem Pensum von 80 % als zumutbar.
Damit ist ein Revisionsgrund zu bejahen.
Somit ist der Rentenan
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig und ohne Bindung an frühere Beurteilungen zu prüfen.
5.
3
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte
der psychiatrische
Gutachter einzig eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Er
erachtete diese Diagnose jedoch nicht als sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkend und kam zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Arbeits
fähigkeit ohne Leistungseins
chränkung bestehe (vorstehend E
.
4.1
0
.3
).
Er legte
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass
der Beschwerdeführer nicht unter depressiven Verstimmungen und auch nicht unter Ängsten leidet und diverse psychosoziale Belastungsfaktoren eine Rolle spielen könnten.
Die
vom
Beschwerdeführer (
Urk.
1,
Urk.
10) beziehungsweise dem
orthopädischen Facharzt
Dr.
Z._
angeführten angeblichen U
ngereimtheiten im psychiatrischen Teilgutachten aufgrund angeblich unkorrekter A
ngaben zum berufli
chen Verlauf
sind
vorliegend i
rrelevant
, zumal nicht ersichtlich ist, inwiefern sich daraus inkorrekte Befunde oder eine
nicht zutreffende
Diagnose ergeben
haben
sollte
n
. I
m psychiatrischen Gutachten
wurden
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
gestellt
und auch
Dr.
Z._
führte
keine Krit
ik an der Diagnosestellung
auf
, sondern erwähnte
vielmehr
, dass eine psychiatrische Begutachtung absolut überflüssig
sei, da der
Beschwerde
-
führer
nie psychiatrisch auffällig gewesen sei
(vgl.
Urk.
11 S. 2 oben)
.
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1
).
Da eine Arbeitsunfähigkeit aus psy
chischen Gründen nachvollziehbar und schlüssig verneint wurde, kann
vorlie
gend
auf ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 verzi
chtet werden.
5.4
Die Gutachter legten
ferner
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass sich aus allgemeininternistischer und aus neurologischer Sicht keine
Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
ergeben.
Einzig aus rheumatologischer Sicht wurde eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festge
stellt (vorstehend E. 5.2).
Die
rheumatologische Gutachter
in
legte dar, es
fänden sich deutliche degenerative Veränderungen im Bereich beider Schulter- und Knie
gelenke sowie der HWS, die für einen grossen Teil der angegebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen mitverantwortlich seien. Darüber hinaus zeige sich jedoch auch ein deutliches demonstratives Schmerzverhalten
(vorstehend E. 4.10
.4).
Die Konsensbeurteilung ergab, dass
die gelernte und früher langjährig ausgeübte Tätigkeit als
K
arosserie
s
pengler
nicht mehr möglich sei. In einer angepassten
Tätigkeit, wozu auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit einer Vermittlung von Tän
zerinnen
zählte
,
sei ein leicht erhöhter Pausenbedarf zu berücksichtigen und
es
bestehe eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Eine angepasste Tätigkeit sei eine körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne längere Stehdauer, ohne kniende und hockende Stellungen und ohne Überkopfarbeiten
.
Die aktuelle Arbeitsfähigkeit sei seit der letzten IV-Anmeldung vom Juni 2019 anzunehmen
(vorstehend E. 4.10.6)
.
Eine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit ist auch gestützt auf die Berichte des behandelnden Orthopäden
Dr.
Z._
und der Hausärztin
Dr.
I._
nicht überwiegend wahrscheinlich.
Dr.
Z._
stellte sich auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei vollständig arbeitsunfähig (vorstehend E. 4.2, E. 4.5,
E. 4.9
) und übte umfangreiche Kritik am Gutachten.
Zu seiner
Kritik
beziehungs
weise derjenigen des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1,
Urk.
10)
am
rheumatologi
sche
n Gutachten (Urk. 11 S. 2 Mitte) ist auf die
RAD-Stellungnahme (
vorstehend E. 4.14
),
zu verweisen.
Dr.
D._
legte
eingehend
und nachvollziehbar
dar, dass im rheumatologischen Gutachten die Gelenkveränderungen und ihre Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit ausführlich dargestellt wurden und eine Bewertung einer möglichen C8-Pathologie dem neurologischen Gutachter überlassen worden sei. Für die Beurteilung von Fähigkeiten und Einschränkungen seien nicht die Diagnosen oder MRI-Befunde ausschlaggebend, sondern klinische Befunde und Ergebnisse von Funktionstests.
Zu diesen wurde im Gutachten ausführlich Stel
lung genommen (vgl. vorstehend E. 4.10.4 und E. 4.10.6), was unter anderem zu der Einschätzung führte, dass nur noch eine leichte angepasste Tätigkeit im Umfang von 80
%
aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs zumutbar ist. Darauf ist abzustellen.
Weiter kritisierte
der Beschwerdeführer beziehungsweise
Dr.
Z._
das neurologische Teilgutachten (vgl. Urk. 11 S. 2 unten f.
;
Urk.
1,
Urk.
10
). Auch hierzu nahm der RAD-Arzt
Dr.
D._
ausführlich und nachvollziehbar Stellung
(vorstehend E. 4.14).
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass der
neurologische Gut
achter die Diskushernie mehrmals
erwähnte
(
vgl.
Urk. 8/119/48, Urk. 8/119/51)
, diesbezüglich jedoch auch festhielt
, es finde sich
kein klinisches Korrelat für
die
Diskushernie mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel C8
(Urk. 8/119/51)
. Es wird
somit
nicht in Frage gestellt, dass die Diskushernie besteht. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass es hierfür aber kein klinisches Korrelat
gebe
und sie stellten dementsprechend auch keine Diagnose mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit
.
Soweit
Dr.
Z._
das falsche Datum
des
EMG-Befund
s
kritisiert (vgl. Urk. 11 S. 3 unten), ist
nicht ersichtlich, inwiefern dieses die Schlussfolgerungen des Gutachtens in Zweifel ziehen sollte
. Zur Kritik
des Beschwerdeführers bezie
hungsweise
von
Dr.
Z._
, wonach der neurologische und
die
rheumato
logische Gutachter
in
die Diagnose C8 Affektion links unterschlagen würden, ist
ebenfalls
auf
die zutreffende Stellungnahme von
Dr.
D._
zu verweisen. Dieser führte aus, die Kritik an der fehlenden Aufnahme der erfassten und gewürdigten Diagnosen in der Liste der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei berechtigt. Sie ändere jedoch nichts am Wert der Gesamtbeurteilung
(vorste
hend E. 4.14).
Soweit sich Dr.
Z._
für eine neurologische Standortbestimmung bei einer Fachperson ohne finanzielle Abhängigkeiten ausspricht, ist auf die
gefes
tigte
bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen,
wonach
unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit der regelmässige
Beizug
eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_96/2018 vom 1
9.
März 2018 E. 3.2.1 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 1.3.3). Wie bereits ausgeführt, ist die Herkunft eines Beweismittels für dessen Beweiswert denn grundsätzlich auch nicht entscheidend, sofern dieses die Anforderungen an eine beweiswertige ärzt
liche Entscheidungsgrundlage erfüllt (
vorstehend
E.
1.
6
).
Soweit
Dr.
I._
eine angepasste Tätigkeit nur
für
1-2 Stunden
als
zumutbar erachtet (vorstehend E. 4.7), handelt es sich um eine fachfremde Beurteilung.
Im Übrigen ist
zu
den
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung
en
von
Dr.
Z._
und
Dr.
I._
berücksichtigen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die
Ver
-
sicherungsansprüche
erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheits
-
zustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfah
rungstatsache, dass Hausärzte –
beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Pati
enten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Schliesslich
kann nicht jeder neue Bericht eines Arztes nach einer Begutachtung dazu führen, dass weitere Abklärungen nötig sind:
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtge
mässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismass
nahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung).
5.5
Zusammenfassend ist somit mit den Gutachtern
der
O._
GmbH
davon auszugehen, dass
für
adaptierte Tätigkeiten
eine Arbeitsfähigkeit von 80 % besteht,
wobei adaptierte Tätigkeiten folgende Einschränkungen zu berücksichti
gen haben
: körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit
en
ohne längere Steh
dauer, ohne kniende und hockende Stellungen und ohne Überkopfarbeiten
.
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art. 28a). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwen
den (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Weist das zuletzt erzielte Einkommen der versicherten Person starke und verhält
nismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen. Ist der zuletzt bezogene Lohn überdurchschnittlich hoch, ist er nur dann als
Valideneinkommen
heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_329/2021 vom 27. Oktober 2021 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Entscheidend ist, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt als Gesunde tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1).
6.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
für das Jahr
2019
gestützt auf
die Tabellenlöhne gemäss LSE
,
nämlich
gestützt
auf das von Män
nern für
praktische
Tätigkeiten
im Baugewerbe
durchschnittlich erzielte Einkom
men in der Höhe von Fr.
5'962
.-- (Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018, TA1_triage_skill_level,
Ziff.
41-43, Total Männer, Kompetenzniveau 2
)
und errechnete ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr. 71'901.75 (vgl. Urk. 8/123),
was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wurde (vgl.
Urk.
1
).
Ob das von der Beschwerdegegnerin errechnete
Valideneinkommen
angesichts der gemäss
dem
IK-Auszug erzielten Einkommen (vgl.
Urk.
8/84) korrekt ist, kann
offen bleiben
, da auch beim
Valideneinkommen
von
Fr. 71'901.75 kein renten
begründender Invaliditätsgrad resultiert (vgl. nachfolgend E. 6.8).
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.6
Der Beschwerdeführer ist nicht mehr erwerbstätig.
Folglich stellte die Beschwer
degegnerin zur Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht
auch
auf die Tabellenlöhne gemäss LSE ab, nämlich auf das von Männern für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durchschnittlich erzielte Einkommen in der Höhe von
Fr.
5'417.-- (Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018, TA1_triage_skill_level, T
otal Männer, Kompetenzniveau 1) und errechnete
per 2019 in angepasster Tätigkeit
zu Gunsten des Beschwerdeführers
ein
hypotheti
sches
Invalideneinkommen von Fr.
65'329.--
. Der Beschwerdeführer ist unter Berücksicht
igung seines Belastungsprofils
zu
8
0
% arbeitsfähig, womit ein
hypo
thetisches
Invalideneinkommen von Fr.
52'263.20
resultiert. Bis auf die Höhe des leidensbedingten Abzuges erhob
der
Beschwerdeführer keine Einwände gegen das so bestimmte Invalideneinkommen.
6.7
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen Leidensabzug.
Sie
stellte sich auf den Standpunkt,
es sei kein solcher zu gewähren, da die leidensbedingten Einschrän
kungen bereits bei der Arbeitsunfähigkeit von 20 % berücksichtigt seien (vorste
hend E. 2.1)
. Der Beschwerdeführer beanstandete, dass ihm kein
leidensbedingter Abzug gewährt worden sei, begründete aber
weder aus welchen konkreten Gege
benheiten und Umständen noch in welcher Höhe ein solcher zu gewähren sei
(vorstehend E. 2.2)
.
Angesichts des
im Gutachten definierten
Zumutbarkeitsprofils ist von einem zwar eingeschränkten, aber doch genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verwei
sungstätigkeiten auszugehen. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit aus
rheuma
tologischer
Sicht wurde sodann bereits im reduzierten Pensum berücksichtigt (vgl. vorstehend E.
4.10.4
) und kann folglich nicht zusätzlich noch einmal unter dem Titel leidensbedingter Abzug berücksichtigt werden.
Da die bundesgerichtli
che Rechtsprechung in Bezug auf die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs zurückhaltend ist und vorliegend keine persönlichen und beruflichen Merkmale ersichtlich sind, welche
konkrete
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können, das Bundesgericht ausserdem mit Urteil 8C_256/2021 vom
9.
März 2021 keine Änderung der Rechtsprechung vornahm,
besteht kein Raum für die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs. Im Weiteren darf
nicht ohne triftigen Grund in das Ermessen der Beschwerdegegnerin eingegriffen werden,
sodass
ein Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invalideneinkommens als nicht gerechtfertigt
erscheint
.
6.8
Der Vergleich des
hypothetischen
Invalideneinkommens (
Fr.
52'263.20)
m
it dem
hypothetischen
Valideneinkommen
(
Fr. 71'901.75
)
ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr
. 19'638.55
und damit einen
Invaliditätsgrad von
rund
27
%. Da
mit besteht kein Rentenanspruch.
6.
9
Nach dem Gesagten ist eine rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheits
zustandes des Beschwerdeführers nicht ausgewiesen, weshalb die Beschwerde
gegnerin einen Leistungsanspruch zu Recht verneint hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und u
nabhängig vom Streitwert festzu
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der
Beschwerdef
ührer
ist auf
§
16 Ab. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen.