Decision ID: e29c773a-9896-59cf-8a83-94cd8703cdea
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
absolvierte eine
Anlehre
und
war
seit dem Jahr 2000
als
selbständigerwerbender
Schlosser/Metallbauer tätig.
A
m
10. Juli 2009
meldete
er
sich
unter Hinweis auf Fussschmerzen, kraftlose Beine sowie Schwindel und Na
ckenschmerzen bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leis
tungs
bezug an (Urk. 7
/5).
1.2
Die
se
tätigte medizini
sche Abklärungen (Urk. 7/9) und erteilte m
it Mitteilung vom 10.
September 2009 (Urk. 7
/10) Kostengutsprache für ort
hopädische Serien
schuhe. Mit Schreiben vom
5.
November 2009 (Urk. 7
/13) ersuchte der Versi
cherte die
IV-Stelle
um berufliche Integration, was
diese
zu
weitere
n
medizini
sche
n
un
d berufliche
n
Abklärungen
veranlasste
(Urk. 7
/15
17, Urk. 7/19, Urk. 7
/21, Urk.
7
/25,
Urk. 7
/29). Mit Vorbescheid vom 8. Februar 2011 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistun
gsbegehrens (Rente) in Aussicht
(Urk. 7/32). In der Folge anerkannte die IV-Stelle einen weiteren Abklärungsbe
darf und
veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung
(
Y._
-
Gutachten vom 2
3.
August 2012, Urk. 7
/77).
1.3
Mit
Schreiben vom 13. Februar 2012 (Urk
. 7
/60)
hatte
der Versicherte die Durch
füh
rung von beruflichen Massnahmen
beantragt
. Am 27.
März 2012 (Urk. 7
/66) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass ein Arbeitsversuch im Betrieb
Z._
AG vom 10. April bis 9. Oktober 2012 stattfinde und er während der Dauer der Massnahme ein Taggeld erhalte (vgl. dazu auch Verfü
gungen vom 18.
Mai 2012 [Urk. 7
/73] und 25.
Mai 2012 [Urk. 7
/74]). Am 18.
Ok
tober 2012 unterzeichnete der Ver
sicherte einen vorerst befristeten
Teilzeitar
beitsvertrag vom 1. Dezember 2012 mit Maximaldauer bis 3
1.
Mai 2013 (Urk. 7
/87). Am 2
6.
Oktober 2012
informierte
die IV-Stelle
weiter über die Ge
währung eines
Einarbeitungszuschusses
(Urk. 7
/89)
.
Mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2013
hob die IV
Stelle die Mitteilung vom 26. Oktober 2012 auf und verfügte ferner den Abbruch der beruflichen Eingliederung und Einstellung der Leistungen per 3
0.
April
2013 (
Urk.
7/114).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hie
sige Gericht mit Urteil vom 2
0.
Januar 2014 ab, soweit es auf die Beschwerde eintrat (
Urk.
7/135).
1.4
Mit Verfügung vom
8.
April 2014
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Ver
sicherten ab (
Urk.
7/137).
Mit Schreiben vom
5.
September 2014 äussert
e
sich der behandelnde Neurologe des Versicherten dahingehend, dass wenige Patienten mit einer Polyneuropathie einen so schweren Verlauf mit multisystemischer Beteili
gung hätten, sodass eine volle IV-Berentung mehr als gerechtfertigt sei
(
Urk.
7/140). Die IV-Stelle behandelte das genannte Schreiben in der Folge als Revisionsgesuch (
Urk.
7/142) und
trat auf das Leistungsbegehren mangels glaub
haft gemachter Verschlechterung der gesundheitlichen Situation mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2015 nicht ein (
Urk.
7/144).
1.5
Mit Schreiben vom 3
0.
März 2016 liess der Versicherte eine erneute Verschlech
terung des gesundheitlichen Zustandes geltend machen (
Urk.
7/155 f.).
Mit Vor
bescheid vom 3
1.
Mai 2016 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbe
gehrens in Aussicht (
Urk.
7/158).
In der Folge
schloss die IV-Stelle auf weiteren Abklärungsbedarf und veranlasste erneut
ein
polydisziplinäre
s
Gutachten
(
A._
-Gutachten vom
3.
September 2017, Urk. 7/204). Mit Vorbescheid vom 2
4.
Januar 2018 (ersetzt den Vorbescheid vom 3
1.
Mai 2016) stellte die IV-Stelle erneut die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/214)
und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom
8.
März 2018 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin des Versicherten am
2
5.
April 2018 Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
7.
April 2016 eine halbe Rente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juni 2018 unter Hinweis auf die Akten die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
1.
Jun
i 2018 zur Kenntnis gebracht wur
de (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung
eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass ge
stützt auf das
A._
-Gutachten in einer angepassten Tätigkeit weiterhin von ei
ner 50%igen Arbeitsfähigkeit und damit von einem im Wesentlichen unverän
derten Gesundheitszustand auszugehen sei. Das
Valideneinkommen
sei dabei weiterhin
anhand
eines
Durchschnittswert
s
de
r sich aus dem IK-Auszug ergeben
den Einkommen zu ermitteln, entsprechend der rechtskräftigen Verfügung vom
8.
April 2014 (
Fr.
26'056.--), was zur Abweisung des Leistungsbegehrens führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin des Beschwerdeführers
im Wesentlichen geltend, dass
der Beschwerdeführer bereits 2001 an erheblichen chronischen Be
schwerden der HWS und LWS gelitten habe, welche sich durch die schwere Tä
tigkeit als Metallarbeiter zusehends verstärkt hätten. Auch sei die 2001 erstmals aufgetretene Angstproblematik 2007
erneut in Erscheinung betreten; daneben hätten zudem ein Dreh- und
Schwankschwindel
, eine Schilddrüsenerkrankung sowie ausgeprägte Hohlfüsse beidseits bestanden
(
Urk.
1 S. 5).
Die Diagnose einer progredienten, distalen, autosomal-dominiert vererbbaren hereditären se
nsomo
torischen Neuropathie habe
erstmals am 2
7.
April 2009 gestellt werden können; ein Teil der seit Jahren bestehenden Beschwerden sei auf diese Erbkrankheit zu
rückzuführen (S. 6). Die gesundheitsbedingten Einschränkungen hätten dazu ge
führt, dass der Beschwerdeführer zusätzliche Arbeitskräfte habe einstellen müssen für die schweren Tätigkeiten im Metallbau, sodass das
Valideneinkommen
nicht anhand der Werte des IK-Auszuges ermittelt werden könne (S. 7). Sowohl das
Invaliden- als auch das
Valideneinkommen
sei vielmehr anhand der LSE-Statistik zu ermitteln, was zu einem Anspruch auf eine halbe Rente führe (S. 9).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet die Verfügung vom
8.
April 2014, welche sich in medizinischer Hinsicht auf das
Y._
-Gutachten vom
2
3.
August 2012 stützte. Die dafür verantwortlichen Fachärzte diagnostizierten dannzumal mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine progrediente, distale,
axonale
, autosomal dominant vererbte, hereditäre sensomotorische Neuropathie; ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit rezidivierenden akuten Exazerba
tionen; eine rezidivierende depressive Störung, unter bestehender Medikation ge
genwärtig noch leichte depressive Symptomatik, ohne somatisches Syndrom; Dreh- und
Schwankschwindelattacken
sowie eine Panikstörung mit aktuell unter Medikation deutlicher Remission (
Urk.
7/77 S. 34 f.).
In der angestammten Tätig
keit sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben, in einer angepassten Tätigkeit sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 38). Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
26'056.-- ging die IV-Stelle dannzumal von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 6
%
aus (
Urk.
7/137 S. 2).
3.
3.
1
Ab dem
3.
März 2014 konnte der Beschwerdeführer eine Stelle als Metallbau
zeichner antreten (
Urk.
7/167/7
), welche er in der Folge in den Monaten März bis September 2014 ausübte (
Urk.
7/167/15-21). Nachdem der Arbeitgeber ab Sep
tember 2014 nur noch die teilzeitliche Anstellung in Aussicht gestellt hatte (
Urk.
7/167/24), kündigte der Beschwerdeführer die Anstellung per 1
9.
September 2014 (
Urk.
7/167/23) und trat am 2
2.
September 2014 eine temporäre Anstellung als Metallbaukonstrukteur an (
Urk.
7/167/26), welche er in den Monaten Septem
ber und Oktober 2014 ausübte (
Urk.
7/167/33-34). Am 2
6.
Januar 2015
konnte
der Beschwerdeführer eine Vollzeitstelle als Metallbaukonstrukteur/CAD-Zeichner an
treten
(
Urk.
7/167/35), welche er bis im Dezember 2015 ausübte (
Urk.
7/167/
36-46).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 1
0.
Februar 2016 aus, dass sich in der klinischen Untersuchung gezeigt habe, dass bei diesem Patienten mit bekannter Polyneuropathie und multifaktorieller schwe
rer Gangataxie bei zusätzlicher
Vestibulopathie
im Rahmen der Grunderkran
kung, sekundärer Dep
r
ession und neu auch
Lum
b
oischialgien
mit wahrscheinli
cher
radikulärer
Reizsymptomatik L5 oder S1 rechtsbetont insgesamt eine deutli
che Versch
lechterung des Zustandes auszugehen sei. Im geschützten Rahmen
gehe er von einem Arbeitspensum von 50
%
bei verminderter Arbeitsleistung aus (
Urk.
7/154/137).
3.
3
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin FMH, wies in seinem Bericht vom 3
0.
März 2016 auf die progrediente Verschlechterung des Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers hin. Trotz grosser Anstrengung sei es
diesem auf
grund seiner Behinderung nicht mehr gelungen, eine neue Anstellung zu finden. Bei der Untersuchung vom 2
2.
März 2016 habe sich zudem eine symptomatische
Inguinalhernie
gezeigt (
Urk.
7/156).
3.4
Die für das
A._
-Gutachten vom
3.
September 2017 verantwortlichen Fachärzte stellten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen (
Urk.
7/204 S. 32):
-
Sensomotorische Neuropathie mittelschwerer Ausprägung
-
Hohlfüsse beidseits mit
Krallenzehnendeformität
bei sensomotorischer Neuropathie und Zustand nach Transfer der
Peronealsehnen
und Osteoto
mie des Os
Metatarsale
I rechts am 2
7.
Oktober 2014
-
Rezidivierende depressive Störung, zurzeit mittelschwere Episode (ICD-10 F33.1)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Metallbauer sei sowohl aus neurologischer wie auch aus orthopädischer Sicht aufgehoben. In einer leidens
adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 34). Eine rich
tungsweisende Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes seit dem
Y._
-Gutachten im Jahre 2012, welche einen Einfluss auf die Verweistätigkeit gehabt hätte, habe nicht festgestellt werden können (S. 35).
4.
4.1
4.1.1
Zur massgeblichen Frage des Vorliegens eines Revisionsgrundes führten die
A._
-Gutachter aus, eine richtungsweisende Verschlechterung des Gesundheits
zustandes habe nicht festgestellt werden können (E. 3.4). Dies mag grob betrach
tet zutreffen (Arbeitsfähigkeit nach wie vor 50
%
in angepasster Tätigkeit), kor
reliert bei genauerer Analyse der beiden massgebenden Gutachten aber nicht vollumfänglich mit den erhobenen Feststellungen.
4.1.2
Vorweg fällt auf, dass sich gemäss
A._
-Gutachten neu auch die Fussbeschwer
den auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Der Beschwerdeführer hatte sich nach
letztmaliger Verneinung eines Rentenanspruches am 2
7.
Oktober 2014 einer Ope
ration unterzogen (Z-förmige
lateralisiernde
Kalkaneus
-Osteotomie, Transfer
Pe
ronaeus
longus
- auf
brevis
-Sehne und
elevierende
BRT Osteotomie
Metatarsale
I rechts,
Urk.
7/150/3-4). Nach anfänglich gutem Heilverlauf trat ein Rezidiv der
Cavovarus
-Fehlstellung im Rahmen der progredienten hereditären sensomotori
schen Neuropathie auf (Bericht der Ärzte der Uniklinik
D._
vom 3
0.
Novem
ber 2016,
Urk.
7/174/3-5). Am 2
6.
Januar 2017 (
Urk.
7/182) verwiesen die Ärzte ergänzend auf eine schwere Tendovaginitis der
Peronealsehnen
am Fuss rechts.
Die jeweiligen Stellenprofile unterscheiden sich indes nicht wesentlich. In beiden Expertisen wird die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Schlosser sowie ähnliche Arbeiten als nicht mehr möglich erachtet, einmal unter dem Titel «schwere körperliche Tätigkeit» (
Y._
,
Urk.
7/77/38), einmal als «Arbeiten, wel
che die unteren Extremitäten vermehrt belasten, wie ausschliesslich stehende oder gehende Tätigkeiten, Arbeiten in Zwangshaltungen sowie Arbeiten mit einer er
höhten Absturzgefahr» (
A._
,
Urk.
7/204/34).
Auch die im Umfang von 50
%
noch zumutbaren Tätigkeiten wurden praktisch identisch umschrieben: «körperlich leichte Tätigkeiten, wechselbelastend, ohne längerdaue
r
nde Rückenflexion, ohne repetitive Rumpfrotationen, ohne Tragen, Heben und Bewegen von Lasten [...] keine Arbeiten [...], die ein gutes Gleichge
wicht erfordern, [...] keine Arbeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr (z.B. Maschi
nen» (
Y._
,
Urk.
7/77/38) respektive «leicht- bis mittelschwere Tätigkeiten, vor
wiegend im Sitzen, mit der Möglichkeit des Positionswechsels und gelegentlichem Gehen oder Stehen» (
A._
,
Urk.
7/204/34).
Damit sind leichte Divergenzen ersichtlich, aber keine massgeblich andere Ein
schätzung der noch zumutbaren Tätigkeiten und ebenfalls keine Abweichungen im noch möglichen Pensum.
4.1.3
Gestützt auf das (neue)
A._
-Gutachten könnte aus rein psychiatrischer Sicht von einer Verschlechterung des Zustandes ausgegangen werden. So wurde neu eine zurzeit mittelschwere Episode der rezidivierenden depressiven Störung diag
nostiziert (
Urk.
7/204/32),
währenddem
die
Y._
-Experten noch eine leichte de
pressive Symptomatik beschrieben hatten (
Urk.
7/77/35).
Allerdings zeitigt dies Variante ebenfalls keine Auswirkungen auf das noch zu
mutbare Pensum und auch das Stellenprofil erfährt dadurch keine Änderungen.
4.1.4
Damit ist festzuhalten, dass wohl eine gewisse Akzentuierung der Problematik, namentlich im Fussbereich und allenfalls auch im psychischen Gesundheitszu
stand, zu beobachten ist. Dies hat indes keine Auswirkungen auf das noch zu
mutbare Pensum und das Stellenprofil. Da nicht jede Änderung der tatsächlichen
Verhältnisse einen Revisionsgrund bildet, sondern nur eine solche, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, sind die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nicht gegeben. Denn die marginal ab
weichende Formulierung des zumutbaren Stellenprofils wirkt sich nicht auf den Einkommensvergleich aus.
4.2
Bei diesem Ergebnis ist kein Revisionsgrund in medizinischer Hinsicht gegeben. Da auch keine Veränderungen in erwerblicher Hinsicht - in Bezug auf die beiden relevanten Vergleichszeitpunkte - ersichtlich sind, ist eine Revision nicht statt
haft.
Dies hat zur Folge, dass der Einkommensvergleich, welcher der rentenverneinen
den Verfügung vom
8.
April 2014 zugrunde lag, nicht neu aufgerollt werden kann, namentlich die Frage, ob zur Berechnung des
Valideneinkommens
das Ab
stellen auf die älteren IK-Auszüge korrekt ist oder nicht.
4.3
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen.