Decision ID: 77ede0f2-115c-5187-b7f8-8d2bcf5bd9e8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG in der Giesserei tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und
Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 26. November 2011 stieg er auf einen
Schmelzofen, um einen klemmenden Gegenstand vom Ofendeckel zu entfernen. Dabei
rutschte er aus, stürzte aus rund drei Metern Höhe zu Boden und zog sich
verschiedene Verletzungen zu (Suva-act. 1, 22-4, 102-2). Die gleichentags
erstbehandelnden Ärzte des Spitals C._ diagnostizierten eine distale intraartikuläre
Radiusfraktur links mit Abriss des Processus styloideus ulnae, eine Chauffeurfraktur
ohne Dislokation des rechten Handgelenks, eine Kniekontusion links mit traumatisierter
Patella bipartita mit mehrfacher lateraler, nicht dislozierter Patellalängsfraktur mit
Knorpeleinrissen und einer Tendinopathie des medialen Retinaculums mit Verdacht auf
Partialruptur unmittelbar am patellaren Ansatz und einem horizontal verlaufenden Riss
des medialen Meniskuscorpus sowie eine Kontusion des rechten Vorderfusses und ein
leichtes Supinationstrauma des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts (Suva-act. 22-2
ff.). Am 27. November 2011 unterzog sich der Versicherte im Spital C._ einer
Plattenosteosynthese am distalen Radius links (Suva-act. 21-2 f.). Am 29. November
2011 erfolgte die Anlage von Unterarm-Scotchcasts beidseits. Die behandelnden Ärzte
des Spitals C._ attestierten dem Versicherten vom 26. November bis 8. Dezember
A.a.
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2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 22-2 ff., vgl. Suva-act. 16). Die Suva
kam für die Folgen des Unfalls auf (Suva-act. 2, 6).
Nachdem ein ab 6. Februar 2012 mit einem Pensum von 50 % geplanter
Arbeitsversuch aufgrund anterolateraler Knieschmerzen links gleichentags gescheitert
war, attestierte Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, dem Versicherten ab 22.
Februar 2012 wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 35, 39, 43, 50-2). Ab
12. März 2012 bescheinigte Dr. D._ dem Versicherten sodann eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % (Suva-act. 44, 49, 63, 66).
A.b.
Aufgrund des Verdachts auf eine lunotriquetrale (LT) Bandläsion am rechten
Handgelenk (vgl. Suva-act. 77) unterzog sich der Versicherte am 29. August 2012 im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) einer diagnostischen Arthroskopie rechts (Suva-act.
84, 86). Dabei konnten die zuständigen Ärzte Dr. med. E._, Oberarzt, und Prof. Dr.
med. F._, Chefarzt, den erwähnten Verdacht bestätigen und eine ausgeprägte LT-
Instabilität feststellen (Suva-act. 85). Am 17. September 2012 wurde im KSSG eine
Arthrodese des LT-Gelenks mit Spongiosa vom distalen Radius rechts durchgeführt.
Prof. F._ attestierte dem Versicherten vom 17. September bis 1. Oktober 2012 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 90 f.).
A.c.
Am 26. September 2012 berichteten die zuständigen Ärzte des KSSG über antero-
laterale Kniegelenksbeschwerden (Suva-act. 92). Nach Durchführung von zwei
Infiltrationen (vgl. Suva-act. 93, 95, 98) und einer MRI-Untersuchung (vgl. Suva-act.
114) befanden sie am 19. November 2012, die Fraktur sei vollständig konsolidiert und
verheilt. Es bestehe nach dem Trauma ein Knorpeleinriss retropatellär, der sicher auch
für die Kniebeschwerden verantwortlich sein könnte. Sie hofften, dass die
Beschwerden mit Physiotherapie und muskelaufbauenden Übungen reduziert werden
könnten (Suva-act. 104).
A.d.
Prof. F._ berichtete am 5. Februar 2013, es bestehe ein Verdacht auf ein Sulcus
ulnaris Syndrom links mehr als rechts. Der Versicherte klage weiterhin über starke
Schmerzen sowie ein hartnäckig persistierendes Schnappphänomen ulnar. Es bleibe
vorerst unklar, wo die Schmerzen herrührten (Suva-act. 128). Nach Durchführung
weiterer Untersuchungen (vgl. Suva-act. 134, 142, 144) unterzog sich der Versicherte
A.e.
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am 25. April 2013 im KSSG einer Osteotomie des Processus styloideus radii rechts und
einer Denervierung des Nervus interosseus posterior. Prof. F._ attestierte ihm vom
25. April bis 25. Mai 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 154 f.).
Dr. med. G._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 21. Mai
2013, sie behandle den Versicherten seit 14. Januar 2013. Dieser leide unter einer
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F41.1) nach dem Arbeitsunfall vom 26.
November 2011 und einer mittelgradigen depressiven Episode ohne somatisches
Syndrom (ICD-10: F32.1). Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Versicherte für die
angestammte Tätigkeit als Gipser (gemeint wohl: Giesser) zu 100 %, in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsunfähig (Suva-act. 158).
A.f.
Dr. E._ und Prof. F._ berichteten am 1. Juli 2013, die Handgelenksdenervation
habe die Schmerzen nur gelindert, der Versicherte sei mit dem Resultat noch nicht
ganz zufrieden. Die Handwurzelinstabilität sei komplex, im Moment schienen
radiocarpale Inkongruenzen in den Vordergrund zu treten (Suva-act. 166). Am 2.
September 2013 hielten sie fest, eine MRI-Untersuchung habe etwas degenerative
Veränderungen im Radiocarpal-Bereich, vor allem in der Fossa scaphoidea und nur
wenig in der Fossa lunata, gezeigt. Der Versicherte habe einen Schnappfinger.
Betreffend die Tendovaginitis stenosans zeige sich eine exquisite Druckdolenz über
dem A1-Ringband des Mittelfingers mit deutlichem Krepitieren bei Flexion und
Extension. Es sei eine erweiterte Teilarthrodese mit 4-Corner-Fusion geplant (Suva-act.
177). Im Sinne einer Zweitmeinung (vgl. Suva-act. 178) äusserte sich PD Dr. med.
H._, FMH Orthopädie und Handchirurgie, Bern, am 5. November 2013 zum
geplanten operativen Eingriff (Suva-act. 190). Dr. med. I._, Fachärztin für Chirurgie
FMH, Kompetenzzentrum der Suva für Versicherungsmedizin, beurteilte am 19.
Dezember 2013, es liege eine ausserordentlich komplexe Situation vor. Sie empfahl,
den behandelnden Handchirurgen des KSSG die Entscheidung über eine weitere
Operation zu überlassen (Suva-act. 196). Nach weiteren Untersuchungen durch Dr.
E._ und Prof. F._ (vgl. Suva-act. 219, 221, 229) unterzog sich der Versicherte am 4.
April 2014 im KSSG einer 4-Corner-Fusion mit Scaphoidektomie und einer Spaltung
des A1-Ringbandes Dig III Hand rechts (Suva-act. 233). Prof. F._ attestierte dem
Versicherten vom 4. April bis 30. Mai 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-
act. 231 f.).
A.g.
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Am 10. Juli 2014 berichtete Prof. F._, der Versicherte klage über persistierende
Schmerzen vor allem radial und ulnar im Handgelenk. Bei Verdacht auf ein
radiocarpales Impingement am Processus styloideus radii sei eine Infiltration indiziert
(Suva-act. 241). Am 28. August 2014 hielt er fest, es persistierten diffuse Schmerzen im
rechten Handgelenk. Der Versicherte sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act.
244). Nach einem Untersuch am 15. September 2014 befand Prof. F._, es bestehe
eine Subluxation des rechten Handgelenks, das radioskaphokapitale Band sei
insuffizient (Suva-act. 252). Er führte deshalb am 24. September 2014 eine
Handgelenks-Revision mit Rekonstruktion des radioskaphokapitalen Bandes mit
Extensor carpi radialis brevis-Streifen durch (Suva-act. 258). Er attestierte dem
Versicherten vom 25. September bis 31. Oktober 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% (Suva-act. 260). Prof. F._ hielt sodann am 17. Dezember 2014 fest, die
Handgelenksbeweglichkeit rechts sei weiterhin eingeschränkt. Auch kleinere
Bewegungen verursachten Schmerzen und Schnappphänomene. Unter diesen
Umständen sei der Versicherte nicht arbeitsfähig. Er glaube, um die Situation nun
schmerzfrei zu einem Abschluss zu bekommen, bleibe nur noch eine
Handgelenkseinsteifung übrig (Suva-act. 270, vgl. Suva-act. 272). Am 4. Februar 2015
führte Prof. F._ die vorgeschlagene Handgelenksarthrodese rechts sowie eine
Metallentfernung durch (Suva-act. 280, 283).
A.h.
Am 23. April 2015 berichtete Prof. F._, radiologisch zeige sich eine konsolidierte
Arthrodese ohne Hinweis auf Lockerung oder Dislokation. Aufgrund der geklagten
Beschwerden im Ulnokarpalgelenk nehme er eine Infiltration vor. Derzeit sei der
Versicherte noch zu 100 % arbeitsunfähig, eine Teilarbeitsfähigkeit könne aber geplant
werden (Suva-act. 291). Prof. F._ hielt am 22. Mai 2015 fest, er unterstütze den
geplanten Arbeitsversuch sehr. Der Tätigkeit als Giesser in der Schmelzerei könne der
Versicherte sicherlich nicht mehr nachgehen, für eine angepasste Tätigkeit sei aber
eine Teilarbeitsfähigkeit vorhanden (Suva-act. 293). Ab 1. Juni 2015 unternahm der
Versicherte bei der B._ AG einen Arbeitsversuch, welcher jedoch gleichentags
scheiterte (Suva-act. 294 f., 297 f.).
A.i.
Suva-Kreisarzt Dr. med. J._, Facharzt für Chirurgie FMH, untersuchte den
Versicherten am 16. Juni 2015 und beurteilte am 24. Juni 2015, es lägen noch
Belastungsbeschwerden vor allem am rechten Handgelenk und weniger auch am
A.j.
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linken Handgelenk und am linken Knie vor. Bezüglich des Handgelenks rechts sei die
Frage des Endzustandes wahrscheinlich zu bejahen. Falls Prof. F._ anlässlich der
nächsten Kontrolluntersuchung keine medizinischen Massnahmen mehr vorsehe,
könne der Abschluss empfohlen werden. Am linken Knie sei die Situation soweit
konsolidiert stabil, sodass keine weiteren medizinischen Massnahmen vorzusehen
seien (Suva-act. 309).
Prof. F._ befand am 29. Juni 2015, eine Metallentfernung sei frühestens im
Frühjahr 2016 gestattet. Aufgrund der Schmerzen könne der Versicherte seiner alten
Tätigkeit nicht nachgehen, er sei noch zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Prinzipiell
dürfe das Handgelenk belastet und eingesetzt werden. Er bitte die Suva, dem
Versicherten bei der Suche einer leichten Tätigkeit behilflich zu sein (Suva-act. 311).
Nach einem weiteren gescheiterten Arbeitsversuch am 31. August 2015 (vgl. Suva-act.
315, 319) kündigte die B._ AG dem Versicherten mit Schreiben vom 22. September
2015 per 31. Dezember 2015 (Suva-act. 323).
A.k.
Dr. med. K._, Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie, befand am 23.
Oktober 2015, die Situation sei äusserst komplex. Es sei nicht sicher, ob die
Schmerzen nach einer Metallentfernung besser würden. Allenfalls könnte eine
Versteifung zwischen Handwurzel und Mittelhand und eine Verkürzungs- oder eine
Umstellungsoperation im Bereich des Ellenköpfchens auch noch zusätzlich eine
Verbesserung bringen. Die Arbeitsfähigkeit in seinem angestammten Beruf als Giesser
sei mit dieser Hand nicht gegeben (Suva-act. 325).
A.l.
Am 1. Juli 2016 befand Prof. F._, aufgrund der persistierenden
Schmerzhaftigkeit und bei computertomographisch nachgewiesener fehlender
Durchbauung (vgl. Suva-act. 342) werde nun die operative Revision mittels
Beckenkammspongiosa-Plastik geplant (Suva-act. 345). Am 10. August 2016 führte
Prof. F._ die genannte Operation durch und attestierte dem Versicherten vom 10. bis
28. August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 348 f.).
A.m.
Prof. F._ berichtete am 9. Februar 2017, es sei am linken Handgelenk zu einer
deutlichen Synovialitis gekommen, er empfehle die Metallentfernung. Bezüglich des
rechten Handgelenks berichte der Versicherte immer noch über Schmerzen.
A.n.
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Radiologisch zeige sich eine weiterhin bestehende ausbleibende Heilung und eine
ausbleibende knöcherne Konsolidierung. Distal seien Schrauben gebrochen. Sollten
die Beschwerden rechts nicht zur Ruhe kommen, wäre nochmals eine Revision mit
Plattenwechsel und Spongiosa-Plastik erforderlich. Derzeit sei der Versicherte
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 360). Am 27. Februar 2017 führte Prof.
F._ eine Metallentfernung und eine Tenolyse am Handgelenk links durch (Suva-act.
364).
Prof. F._ hielt am 16. Mai 2017 fest, der Versicherte sei bezüglich des linken
Handgelenks nun gut zufrieden. Rechts zeige sich immer noch eine
Wackelbeweglichkeit und eine Schmerzhaftigkeit im Handgelenk. Um eine knöcherne
Durchbauung zu erzielen, sei nun ein weiterer operativer Eingriff geplant (Suva-act.
372). Am 23. Mai 2017 führte Prof. F._ eine Metallentfernung, eine Spongiosaplastik
vom rechten Becken sowie eine Re-Verplattung mit Aptus Handgelenksarthodesen-
Platte durch (Suva-act. 377). Er attestierte dem Versicherten vom 22. Mai bis 2. Juli
2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 376).
A.o.
Prof. F._ berichtete am 15. August 2017, die Durchbauung am Handgelenk
rechts sei zunehmend, dauere aber wahrscheinlich noch ein klein wenig länger. Der
Verlauf sei derzeit sehr positiv, der Versicherte sei aber noch zu 100 % arbeitsunfähig
(Suva-act. 380). Am 15. November 2017 hielt Prof. F._ fest, beide Hände dürften im
Wesentlichen eingesetzt werden (Suva-act. 384). Am 9. Januar 2018 befand Prof. F._
sodann, aus seiner Sicht dürfe der Versicherte mit der rechten Hand alles machen. Eine
Metallentfernung sei noch nicht indiziert, Hinweise auf eine Pseudarthroseentwicklung
sehe er nicht. Der Versicherte sei aufgrund zahlreicher Beschwerden, derzeit auch einer
Coxarthrose rechts und Kniegelenksarthrose, nicht mehr in der Lage, auch im Hinblick
auf seine rechte Hand seiner alten Tätigkeit nachzugehen. Gegenwärtig sei er weiterhin
arbeitsunfähig und eine "Invaliditätserklärung" sicherlich zu überlegen (Suva-act. 386).
A.p.
Prof. F._ berichtete am 19. März 2019, aufgrund einer linksbetonten Nervus
ulnaris-Schwäche sei eine elektrophysiologische Untersuchung geplant. Er sehe keine
Indikation zur Metallentfernung. Er glaube, dass dadurch die Arbeitsfähigkeit, die
derzeit noch 100 % (gemeint wohl: 0 %) betrage, nicht verbessert werde (Suva-act.
399). Die elektrophysiologische Untersuchung ergab einen grenzwertigen Befund,
A.q.
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B.
weshalb Prof. F._ am 16. April 2019 ausführte, eine Dekompression des Nervus
ulnaris sei erst bei zunehmender Schwäche und Kribbelparästhesien empfehlenswert
(Suva-act. 401).
Suva-Kreisarzt Dr. med. L._, Facharzt für Chirurgie, speziell Unfallchirurgie,
führte am 2. Juli 2019 eine Abschlussuntersuchung durch und beurteilte am 15. Juli
2019, es lägen noch Funktionseinschränkungen am rechten und linken Handgelenk
sowie Restbeschwerden im linken Kniegelenk vor. Es bestehe ein stabiler
medizinischer Dauerzustand, der nicht durch weitere Behandlungsmassnahmen
gebessert werden könne. Daher könne der administrative Fallabschluss erfolgen. Über
den Behandlungsabschluss hinaus sei lediglich die Schmerzmedikation mit Dafalgan
nach Bedarf dauerhaft zu übernehmen. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr
zumutbar, eine angepasste Tätigkeit sei jedoch ganztags mit einem Pensum von 100
% möglich (Suva-act. 417). Den Integritätsschaden schätzte Dr. L._ gleichentags auf
45 % (Suva-act. 418).
A.r.
Am 14. Oktober 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie stelle die
Heilkosten- und Taggeldleistungen per 1. November 2019 ein. Für die Kosten der
Schmerzmedikation mit Dafalgan nach Bedarf werde sie jedoch weiterhin aufkommen
(Suva-act. 428).
A.s.
Dr. G._ beurteilte am 23. Oktober 2019, aus rein psychiatrischer Sicht sei der
Versicherte für seine angestammte Tätigkeit als Giesser zu 100 % arbeitsunfähig. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % (Suva-act. 433).
A.t.
Mit Verfügung vom 3. Dezember 2019 sprach die Suva dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. November 2019 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 17 %
und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 45 % zu.
Sie verneinte ihre Leistungspflicht hinsichtlich der psychogenen Störungen mangels
Adäquanz (Suva-act. 438).
A.u.
Dagegen erhob der Versicherte am 6. Dezember 2019 Einsprache (Suva-act. 443,
vgl. Begründung vom 20. Januar 2020; Suva-act. 450).
B.a.
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C.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine höhere Invalidenrente und eine höhere
Integritätsentschädigung als von der Beschwerdegegnerin bereits zugesprochen.
Mit Entscheid vom 5. Mai 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 455).B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Mai 2020 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 6. Juni 2020 Beschwerde. Er beantragte darin,
dieser sei aufzuheben und es sei ihm mindestens eine 50%ige Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung wegen der psychischen Unfallfolgen zu gewähren.
Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Streitsache
zwecks Neuabklärung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. August 2020 die vollumfängliche
Abweisung der Beschwerde (act. G3).
C.b.
Mit Replik vom 22. September 2020 und Duplik vom 13. Oktober 2020 hielten die
Parteien an ihren Anträgen fest (act. G5, G7).
C.c.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Grad der für den Rentenanspruch
massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Erleidet die versicherte Person durch
den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
1.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 10/19
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psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK
UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58; BGE 129 V 181
E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009
vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die
adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1,
BGE 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen
organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität
nicht automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 133, E. 6c/aa, vorzunehmen.
1.2.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
1.3.
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2.
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
Vorab ist festzuhalten, dass der von der Beschwerdegegnerin per 1. November
2019 vorgenommene Fallabschluss (vgl. Suva-act. 428, 438) aktenmässig ausgewiesen
(vgl. Suva-act. 417) und unbestritten ist. Entsprechend erfolgte in zeitlicher Hinsicht die
Prüfung eines Rentenanspruchs per 1. November 2019 zu Recht (vgl. Art. 19 Abs. 2
UVG). Dasselbe gilt in Bezug auf den Zeitpunkt der Festlegung der
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 2 UVG). Im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 1.
November 2019 lagen beim Beschwerdeführer unbestritten noch organisch
objektivierbare Unfallfolgen vor. Kreisarzt Dr. L._ hatte am 15. Juli 2019 festgehalten,
es bestünden eine Funktionseinschränkung des rechten Handgelenks nach
konsolidierter Handgelenksarthrodese mit dadurch Minderbelastbarkeit des rechten
Handgelenks, eine Funktionseinschränkung mit Minderbelastbarkeit des linken
Handgelenks bei unfallkausaler mittelschwerer Handgelenksarthrose und
Restbeschwerden im linken Kniegelenk (Suva-act. 417).
2.1.
Ausserdem litt der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Fallabschlusses
unbestritten unter psychischen Beschwerden. Er war seit Januar 2013 in
psychiatrischer Behandlung bei Dr. G._. Diese diagnostizierte eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F41.1) und eine mittelgradige depressive Episode ohne
somatisches Syndrom (ICD-10: F32.1; Suva-act. 158, vgl. auch Suva-act. 210, 433). In
2.2.
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ihrem Bericht vom 23. Oktober 2019 befand Dr. G._, der Beschwerdeführer habe
deutliche Konzentrationsschwierigkeiten, Albträume und Flashbacks. Er habe ein
ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bezüglich des Ortes des Geschehens
(Arbeitsplatz) nach dem Unfall entwickelt und die Kontakte mit anderen Menschen im
Allgemeinen reduziert. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer in
seiner angestammten Tätigkeit als Giesser zu 100 % arbeitsunfähig. Für eine seiner
Behinderung angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % (Suva-act.
433). Dr. G._ äusserte sich nicht konkret zur natürlichen Kausalität der psychischen
Beeinträchtigungen. Abgesehen von zwei weiteren Berichten und einigen
Arbeitsunfähigkeitsattesten von Dr. G._ (vgl. Suva-act. 145, 156, 158, 170, 186, 210,
328) liegen keine in psychiatrischer Hinsicht relevanten ärztlichen Beurteilungen im
Recht. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten
Beschwerden und dem Unfall vom 26. November 2011 kann deshalb nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilt werden. Ausgehend von der neueren
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Februar
2021, 8C_289/2020, E. 6.1) kann im vorliegenden Fall die ungeklärte Tatbestandsfrage
in Bezug auf die natürliche Kausalität der zur Diskussion stehenden psychischen
Beschwerden nicht mit der Begründung offengelassen werden, der
Kausalzusammenhang könne ohnehin nicht als adäquat qualifiziert werden. Wie die
nachfolgenden Erwägungen zeigen, lässt sich die adäquate Kausalität jedenfalls nicht
leichthin verneinen.
Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom
Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs
ist im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung
der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise angezeigt (BGE 115 V 139 E. 6
mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung
der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle
nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken,
eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in
einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen
kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der
allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher
Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu
2.3.
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verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang
in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken.
Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und
der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere,
objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders
dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen;
eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 ff. E. 6a-c). Um die
adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein.
Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren
Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonderes bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung
führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass
nach weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte
Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil
vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung
zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern
präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien
genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise
vorliegen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009 E.
5 mit Hinweis).
2.4.
Vorliegend stieg der Beschwerdeführer am 26. November 2011 bei der Arbeit in
der Giesserei der B._ AG auf einen Schmelzofen, um einen klemmenden Gegenstand
vom Ofendeckel zu entfernen. Dabei rutschte er aus und stürzte aus rund drei Metern
Höhe zu Boden. Der Beschwerdeführer konnte danach noch selbständig gehen, klagte
jedoch bei Eintreffen der aufgebotenen Kantonspolizei St. Gallen über Schmerzen in
2.5.
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den Beinen und der Hand (Suva-act. 1, 22-4, 102-2 f.). In den Akten findet sich
abweichend davon auch die Angabe einer Sturzhöhe von 2.2 Metern (vgl. Suva-act.
102-2 f.). Unabhängig davon ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs von
einem mittelschweren Ereignis im engeren Bereich auszugehen.
Bei mittelschweren Ereignissen im engeren Sinn müssen für die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein
einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung
dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/
aa, Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5).
2.6.
Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht
was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr
psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Im
vorliegenden Fall scheinen keine Hinweise auf besonders dramatische
Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls zu bestehen.
2.6.1.
Der Beschwerdeführer erlitt eine distale intraartikuläre Radiusfraktur links mit
Abriss des Processus styloideus ulnae, eine Chauffeurfraktur ohne Dislokation des
rechten Handgelenks, eine Kniekontusion links mit traumatisierter Patella bipartita mit
mehrfacher lateraler, nicht dislozierter Patellalängsfraktur mit Knorpeleinrissen, eine
Tendinopathie des medialen Retinaculums mit Verdacht auf Partialruptur unmittelbar
am patellaren Ansatz und einem horizontal verlaufenden Riss des medialen
Meniskuscorpus sowie eine Kontusion des rechten Vorderfusses und ein leichtes
Supinationstrauma des OSG rechts (Suva-act. 22-2 ff.). Diese Verletzungen können per
se weder als besonders schwer, noch als Verletzungen besonderer Art eingestuft
werden.
2.6.2.
Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein
der zeitliche Massstab entscheidend. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die
Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine
Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V
128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des
Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung
grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen
kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des
2.6.3.
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Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Die
erstbehandelnden Ärzte des Spitals C._ führten am 27. November 2011 eine
Plattenosteosynthese am distalen Radius links durch (Suva-act. 21-2 f.). Am 29.
November 2011 erfolgte die Anlage von Unterarm-Scotchcasts beidseits. Die
Verletzung des Kniegelenks links wurde konservativ behandelt (vgl. Suva-act. 22-3).
Aufgrund des Verdachts auf eine LT-Bandläsion unterzog sich der Beschwerdeführer
am 29. August 2012 im KSSG einer diagnostischen Arthroskopie rechts (Suva-act. 84,
86). Nachdem sich der Verdacht bestätigt hatte (vgl. Suva-act. 85), führte Dr. E._ am
17. September 2012 eine Arthrodese des LT-Gelenks mit Spongiosa vom distalen
Radius rechts durch (Suva-act. 90 f.). Am 25. April 2013 erfolgte sodann im KSSG eine
Osteotomie des Processus styloideus radii rechts und eine Denervierung des Nervus
interosseus posterior (Suva-act. 154 f.). Ein knappes Jahr später, am 4. April 2014,
unterzog sich der Beschwerdeführer im KSSG einer 4-Corner-Fusion mit
Scaphoidektomie und einer Spaltung des A1-Ringbandes Dig III der Hand rechts
(Suva-act. 233). Am 24. September 2014 erfolgte eine Handgelenks-Revision mit
Rekonstruktion des radioskaphokapitalen Bandes mit Extensor carpi radialis brevis-
Streifen (Suva-act. 258). Am 4. Februar 2015 führte Prof. F._ eine Metallentfernung
sowie eine Handgelenksarthrodese rechts durch (Suva-act. 280, 283). Am 10. August
2016, mithin rund eineinhalb Jahre nach dem letzten operativen Eingriff, nahm Prof.
F._ eine Pseudarthosenausräumung am Handgelenk rechts, eine Beckenkamm-
Interposition und eine Schmerzkatheter-Einlage vor (Suva-act. 348). Bezüglich des
Handgelenks links unterzog sich der Beschwerdeführer am 27. Februar 2017 einer
Metallentfernung und einer Tenolyse (Suva-act. 264, vgl. Suva-act. 360). Am 23. Mai
2017 führte Prof. F._ schliesslich eine Metallentfernung, eine Spongiosaplastik vom
rechten Becken sowie eine Re-Verplattung mit Aptus Handgelenksarthrodesen-Platte
rechts durch (Suva-act. 377). Zwischen den operativen Eingriffen fanden diverse
Abklärungen und Konsultationen bei den behandelnden Ärzten statt (vgl. u.a. Suva-act.
77, 85, 93, 95, 98, 104, 114, 128, 134, 142, 144, 166, 177, 190, 219, 221, 229, 241,
244, 252, 270, 291, 293, 311, 332, 345, 360, 372, 380, 384, 386, 399, 401). Ausserdem
erhielt der Beschwerdeführer zeitweise Physio- und Ergotherapie (vgl. Suva-act. 27, 30,
37, 47, 55, 58, 67, 96, 117, 213, 242, 262, 266, 278, 305). Insgesamt hatte sich der
Beschwerdeführer innerhalb von rund sieben Jahren zehn Operationen zu unterziehen.
Im Februar 2015 erfolgte schliesslich der Entscheid, eine Versteifung des rechten
Handgelenks - ein nicht wieder rückgängig zu machender Eingriff - durchzuführen
(Suva-act. 280, 283). Es erscheint damit zumindest nicht abwegig, das Kriterium der
ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung zu bejahen.
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Der Beschwerdeführer beklagte wiederholt Schmerzen, wobei das rechte
Handgelenk im Vordergrund stand. Die Erfüllung des Kriteriums der Dauerschmerzen
ist folglich in Betracht zu ziehen. Allerdings ist auch zu berücksichtigen, dass es im
Zuge der ärztlichen Behandlung immer wieder zu Besserungen der Beschwerden und
zum Rückgang der teilweise nur belastungsabhängigen Schmerzen kam. So berichtete
Dr. E._ unter anderem am 12. April 2013 über eine deutliche Schmerzreduktion nach
mehreren Infiltrationen (Suva-act. 146-1, vgl. Suva-act. 148). Auch nach der
Denervierung des Nervus interosseus posterior am 25. April 2013, der
Handgelenksarthrodese rechts vom 4. Februar 2015 und der Spongiosaplastik mit Re-
Verplattung am 23. Mai 2017 (Suva-act. 377) kam es jeweils zu einer Reduktion der
Schmerzen (Suva-act. 157, 166 f., 279, 379 f.).
2.6.4.
Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den
Parteien geltend gemacht.
2.6.5.
Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten
alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende
Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert
haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und
vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des
schwierigen Heilverlaufs und der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ
erfüllt sein (BGE 117 V 359 E. 7b S. 368 f., Urteil des Bundesgerichts vom 31. März
2009, 8C_987/2008, E. 6.6), vorliegend erscheint aber die Bejahung mindestens eines
der beiden als möglich. Nach einer anfänglichen Besserung der Beschwerden am
rechten Handgelenk stellten die behandelnden Ärzte am 29. August 2012 eine
ausgeprägte LT-Instabilität fest (Suva-act. 85). Am 5. Februar 2013 berichtete Prof.
F._ sodann über einen Verdacht auf ein Sulcus ulnaris-Syndrom, welcher sich in der
Folge bestätigte und einen weiteren operativen Eingriff am 25. April 2013 nach sich zog
(Suva-act. 128, 134, 142, 144, 154 f.). Die behandelnden Ärzte Dr. E._ und Prof. F._
sowie auch PD Dr. H._ und Dr. I._ bezeichneten die Situation bezüglich des
Handgelenks rechts im Herbst 2013 als ausserordentlich komplex (Suva-act. 166, 190,
196). Die behandelnden Ärzte des KSSG entschieden sich schlussendlich zu einer 4-
Corner-Fusion mit Scaphoidektomie und einer Spaltung des A1-Ringbandes Dig III
Hand rechts, welche sie am 4. April 2014 durchführten (Suva-act. 233). Die
Beschwerden persistierten jedoch auch im weiteren Verlauf, so dass es am 24.
September 2014 und 4. Februar 2015 zu weiteren Operationen am rechten Handgelenk
kam (Suva-act. 258, 280, 283). Bei weiterhin fehlender Durchbauung der
2.6.6.
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Chauffeurfraktur (Suva-act. 342) führte Prof. F._ am 10. August 2016 eine
Beckenspongiosa-Plastik durch (Suva-act. 348 f.). In der Folge blieben die Heilung und
die knöcherne Konsolidierung weiter aus und zudem stellte Prof. F._ distal
gebrochene Schrauben fest (Suva-act. 360, 372), weshalb er am 23. Mai 2017
schliesslich einen erneuten operativen Eingriff durchführte (Suva-act. 377).
Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer ab dem Unfalldatum
vom 26. November 2011 (mit einem kurzen Unterbruch einer 50%igen
Teilarbeitsfähigkeit vom 6. bis 21. Februar 2012; vgl. Suva-act. 39) bis zum 11. März
2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 39, 43). Vom 12. März bis 11. Juli
2012 attestierte ihm Dr. D._ eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Suva-act. 48 f., 63, 66,
71). Seither wurde dem Versicherten von den behandelnden Ärzten durchgehend eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (vgl. Suva-act. 72, 90 f., 154 f., 231 f., 244, 260,
291). Prof. F._ hielt am 22. Mai 2015 fest, er unterstütze den geplanten
Arbeitsversuch sehr. Der Beschwerdeführer könne seiner Tätigkeit als Giesser
sicherlich nicht mehr nachgehen, für eine angepasste Tätigkeit sei aber eine
Teilarbeitsfähigkeit vorhanden (Suva-act. 293). Der ab 1. Juni 2015 geplante
Arbeitsversuch scheiterte gleichentags (Suva-act. 294 f., 297 f.). Kreisarzt Dr. J._
ging am 24. Juni 2015 (sinngemäss) von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
adaptierten Tätigkeit aus (vgl. Suva-act. 309). Prof. F._ befand am 29. Juni 2015
zwar, der Beschwerdeführer könne seiner alten Tätigkeit nicht mehr nachgehen.
Prinzipiell dürfe das Handgelenk jedoch belastet und eingesetzt werden, weshalb er die
Beschwerdegegnerin bitte, dem Beschwerdeführer bei der Suche einer leichten
Tätigkeit behilflich zu sein (Suva-act. 311). Prof. F._ attestierte dem
Beschwerdeführer darauf weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, äusserte sich
jedoch nicht zu einer solchen in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. Suva-act. 332, 348 f.,
360, 376, 380, 399). Abhängig davon, wann von einer Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit ausgegangen wird, wäre das Kriterium der langdauernden
Arbeitsunfähigkeit allenfalls auch zu bejahen.
2.6.7.
Zusammengefasst besteht zumindest die realistische Möglichkeit, dass drei oder
mehr der genannten Kriterien in ausreichendem Masse erfüllt sind. Damit wäre der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 26. November 2011 und
den psychischen Beschwerden zu bejahen. Allenfalls könnte gar davon ausgegangen
werden, dass eines der Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, was
ebenfalls zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs führen würde. Da sich,
wie bereits erwähnt (vgl. E. 2.2), die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang
gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht mit überwiegender
2.6.8.
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