Decision ID: 52b4c42f-faa2-45f2-9895-56b7960d8515
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 20. April 2012 wegen Rückenschmerzen und Depressionen
erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 47), nachdem
erste Gesuche vom 17. Mai 2005 um berufliche Massnahmen (IV-act. 1) und vom
31. Januar 2006 um Rente (IV-act. 32) mit Verfügung vom 18. Mai 2006 abgewiesen
worden waren (IV-act. 44).
A.a.
Der Versicherten wurde ihre Arbeitsstelle als hauswirtschaftliche Mitarbeiterin im
Seniorenzentrum B._ durch den Arbeitgeber aus wirtschaftlichen Gründen
(Reorganisation des Wohndienstes) auf den 30. April 2012 gekündigt (Angaben
Arbeitgeber vom 3. Mai 2012, IV-act. 57). Vom 29. Mai bis 22. Juni 2012 war die
Versicherte in der Klinik C._ in stationärer Behandlung, wo eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), Probleme in
Verbindung mit Beruf und Partnerschaft (ICD-10: Z56, Z63) sowie ein L5/S1-Syndrom,
Bandscheibenoperation 2005, Facettengelenksinfiltration 2006, diagnostiziert wurden
(Austrittsbericht vom 26. Juni 2012, IV-act. 83-6 ff.; Arztbericht Dr. med. D._,
Oberärztin Psychosomatik Klinik C._, vom 4. Juli 2012, IV-act. 73; Arztbericht über
Arbeitsunfähigkeit zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 31. Juli 2012,
Fremdakten, act. 2-4 ff.). Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
A.b.
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hielt in einem Arztbericht vom 19. November 2012 fest, er behandle die Versicherte seit
22. August 2012 ambulant in Nachfolge von Dr. med. F._. Derzeit sei die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit noch nicht absehbar (IV-act. 83-2 ff.). Im Verlaufsbericht vom
24. Juni 2013 führte er aus, der Gesundheitszustand sei seit 20. November 2012
stationär. Die bisherige oder eine andere Tätigkeit sei nicht zumutbar (IV-act. 93). Vom
5. August bis 7. September 2013 erfolgte eine stationäre Behandlung in der Klinik
G._. Dort wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10: F33.1), auf dem Boden multifaktorieller Ursachen (ICD-10: Z56, Z63)
bei Ängsten seit der Kindheit mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10:
Z73.0), differenzialdiagnostisch eine chronische posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1), der Verdacht auf abhängige/emotional unreife
Persönlichkeitsakzentuierung bei erlebter Benachteiligung und Migrationshintergrund,
erheblicher Paarkonflikt sowie eine Schmerzsymptomatik rechte Schulter und zwei
bekannte Bandscheibenvorfälle (HWS und LWS) sowie ein L5/S1-Syndrom erhoben
(Austrittsbericht vom 28. November 2013, IV-act. 113). Mit Mitteilungen vom 8. August
2013 (IV-act. 97) und vom 4. Februar 2014 (IV-act. 117) wurde das Leistungsbegehren
hinsichtlich beruflicher Massnahmen jeweils abgewiesen, da diese aufgrund des
Gesundheitszustandes nicht möglich bzw. angezeigt seien. Am 8. April 2014 unterzog
sich die Versicherte einer transpedikulären Spondylodese (Expedium) L4 - S1 mit
Cageimplantation (Opal) L4/5 von links und L5/S1 von links (provisorischer Bericht
Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 16. April 2014, IV-
act. 130-5 ff.).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch Dr. med. H._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. I._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, bidisziplinär begutachtet
(Untersuchungen 17. April 2015, IV-act. 148). Im Gutachten vom 17. Mai 2015 wurden
als die Arbeitsfähigkeit einschränkend orthopädisch ein lumbovertebrales bis zeitweise
linksseitiges lumboradikuläres Syndrom bei degenerativen Veränderungen ossärer und
diskogener Art der Lendenwirbelsäule und ein Impingement der rechten Schulter (IV-
act. 148-30) sowie psychiatrisch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine paroxysmale episodische Angststörung
(ICD-10: F41.0) und eine Traumafolgestörung Typ II (ICD-10: F62.0) diagnostiziert (IV-
A.c.
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act. 148-47). Die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % aus orthopädischer (IV-
act. 148-37) und von 50 % aus psychiatrischer (IV-act. 148-51) Sicht in jeweils
leidensangepassten Tätigkeiten kumulierten sich aus bidisziplinärer Sicht nicht, da die
gleichen Pausen zur körperlichen und seelischen Erholung eingesetzt werden könnten.
Aus bidisziplinärer Sicht sei von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit auszugehen (IV-act. 148-59).
Nach Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. J._, Facharzt für Innere Medizin,
Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 10. Juni 2015 (IV-
act. 150) gewährte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 17. Juni 2015
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab
1. Februar 2013 (IV-act. 153). Mit Einwand vom 24. August 2015 brachte die
Versicherte im Wesentlichen vor, sie habe vom 1. Februar 2013 bis 1. September 2015
Anspruch auf eine ganze Rente (IV-act. 156-1 ff.). Gestützt auf einen fachärztlichen
Bericht von Dr. E._ vom 28. September 2015 (IV-act. 160-11 ff.) machte die
Versicherte mit Eingabe vom 30. September 2015 insbesondere geltend, die
psychiatrische Gutachterin habe nicht erwähnt, dass sie ihr zu einer stationären
Traumatherapie in der Klinik K._ geraten habe. Sie habe die Auswirkungen der
klinikwürdigen posttraumatischen Belastungsstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht
richtig gewürdigt (IV-act. 160).
A.d.
Die empfohlene stationäre Therapie fand vom 5. Oktober 2015 bis 8. Januar 2016
statt. Es wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10: F33), vor dem Hintergrund traumatischer Erlebnisse und akzentuierte
Persönlichkeitszüge (histrionisch), diagnostiziert (Austrittsbericht Frauenklinik K._
vom 29. Januar 2016, IV-act. 168-8 ff.; Arztbericht Klinik K._ vom 11. Mai 2016
[Eingang], IV-act. 168-2 ff.). Am 22. Januar 2016 erfolgte bei der Versicherten eine
Schulterarthroskopie rechts mit subacromialer Dekompression und Acromioplastik (vgl.
Bericht Schmerzzentrum KSSG vom 29. Juli 2016, IV-act. 181; Operationsbericht zitiert
IV-act. 210-21). RAD-Arzt Dr. J._ nahm am 23. Mai 2016 Stellung, es sei eine
Verlaufsbegutachtung durch Dr. I._ und Dr. H._ durchzuführen (IV-act. 176).
A.e.
Mit Eingabe vom 26. August 2016 reichte die Versicherte ein Privatgutachten von
Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik K._, ein. Es sei
A.f.
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darauf abzustellen und auf eine Verlaufsbegutachtung zu verzichten (IV-act. 183-1 f.).
Die Gutachterin diagnostizierte als Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere
Episode ohne psychotische Symptome, aktuelle Episode seit 2012, erste Episode 1990
(ICD-10: F33.2), eine dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet, bestehend seit der
Kindheit (ICD-10: F44.9), eine Zwangsstörung, Zwangsgedanken und -handlungen
gemischt, bestehend seit der Kindheit (ICD-10: F42.2), sowie eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), bestehend seit 1990 (IV-act. 183-16). Sowohl in der
bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe seit 18. Februar 2012 keine
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 183-19).
Als weiterer Eingriff an der rechten Schulter wurde am 26. August 2016 eine
Schulterarthroskopie mit subacromialem Débridement und Kalkentfernung aus der
Supraspinatussehne durchgeführt (Operationsbericht, zitiert in IV-act. 210-23).
A.g.
Mit Verfügung vom 29. August 2016 hielt die IV-Stelle an der Abklärungsstelle fest
(IV-act. 187). Dagegen erhob die Versicherte am 27. September 2016 Beschwerde mit
den Anträgen, die angefochtene Zwischenverfügung aufzuheben und von einer
weiteren Begutachtung abzusehen (IV-act. 190). Diese wies das Versicherungsgericht
am 19. Dezember 2016 ab (Verfahren IV 2016/324, IV-act. 199).
A.h.
Gemäss Verlaufsgutachten vom 6. Mai 2017 (Untersuchungen 7. April 2017; IV-
act. 210) diagnostizierte der orthopädische Gutachter nebst dem bereits im Gutachten
vom 17. Mai 2015 diagnostizierten lumbovertebralen bis lumboradikulären Syndrom
eine schmerzhafte frozen shoulder rechts sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung, die
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (IV-act. 210-38). Angesichts der Zunahme der
Beschwerden im Bereich der rechten Schulter (seit der Begutachtung 2015) bestünde
ein zusätzlich erhöhter Bedarf an Erholungspausen, so dass von einer
leidensangepassten Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen sei (IV-act. 210-47). Die
psychiatrische Gutachterin stellte die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), einer posttraumatischen
Belastungsstörung, Typ II Traumatisierung mit dissoziativen Anteilen (multiple
Persönlichkeit, ICD-10: F43.1), und differentialdiagnostisch einer dissoziativen Störung
(multiple Persönlichkeit) bei Zustand nach wiederholter Traumatisierung (ICD-10:
A.i.
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F44.81; IV-act. 210-56); diese würden die Arbeitsfähigkeit einschränken. Als
Gesundheitsbeeinträchtigungen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte sie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit misstrauisch-
paranoiden, zwanghaft-sorgfältigen, selbstunsicheren, emotional instabilen,
abhängigen, depressiv-stillen, zurückhaltend-schizoiden (Vermeidung), hilfsbereit-
selbstlosen und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0), differenzialdiagnostisch eine
soziale Phobie (ICD-10: F40.1), weiter eine Panikstörung (episodisch paroxysmale
Angst, ICD-10: F41.0), eine Zwangsstörung (ICD-10: F42.2) sowie eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41; IV-
act. 210-56). Sie befand, infolge der mittelgradigen depressiven Störung sowie der
Traumafolgestörung sei die Versicherte aufgrund einer schnelleren Ermüdbarkeit, einer
geringeren Belastbarkeit und eines verlangsamten Arbeitstempos in sämtlichen
Lebensbereichen zu 50 % eingeschränkt (IV-act- 210-62). Bidisziplinär hielten die
Gutachter fest, die somatische und die psychiatrische Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von je 50 % kumulierten sich nicht, da dieselben Pausen zur
körperlichen und seelischen Erholung eingesetzt werden könnten. Somit könne aus
bidisziplinärer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit
ausgegangen werden (IV-act. 210-66).
Der RAD formulierte am 29. Mai 2017 zusätzliche Fragen an die Gutachter (IV-
act. 211), welche diese am 10. Juni 2017 beantworteten (IV-act. 213). Am 26. Juni 2017
nahm RAD-Arzt Dr. J._ Stellung: auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-
act. 214).
A.j.
Die Versicherte äusserte sich am 26. Juli 2017 im Wesentlichen dahingehend,
dass das Gutachten von Dr. H._ mangelhaft sei und stattdessen mit Dr. L._ vom
Vorliegen einer schweren depressiven Episode seit 2012 und von einer 100 %igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 216). Am 20. Oktober 2017 reichte die
Versicherte einen Bericht der Praxisgemeinschaft M._, Dr. med. N._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, FMH, vom 17. Oktober 2017 ein. Danach seien ihr aus
psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht während der Traumatherapie zusätzliche
Stressmomente wie eine Arbeitstätigkeit nicht zuzumuten. Es sei davon auszugehen,
dass die Therapie Jahre dauern werde und keine Leistungsfähigkeit bestehe (IV-
act. 221 f.).
A.k.
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B.
RAD-Arzt Dr. J._ nahm am 6. November 2017 Stellung, die Diagnosen von
Dr. N._ entsprächen jenen von Dr. H._. Es handle sich um eine vom Gutachten
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Die versicherungsmedizinischen
Kenndaten gemäss Gutachten Dr. H._/Dr. I._ blieben unverändert bestehen (IV-
act. 223).
A.l.
Mit Verfügung vom 20. November 2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Wirkung ab 1. Februar 2013 eine halbe Rente zu (IV-act. 226). Zur Begründung führte
sie an, im Verlaufsgutachten vom 6. Mai 2017 werde zum Verlauf explizit Stellung
genommen und die retrospektive Beurteilung von Dr. L._ zumindest in Frage gestellt.
Mit dem Bericht der Praxisgemeinschaft M._werde keine Verschlechterung des
Gesundheitszustands geltend gemacht. Es werde daher weiterhin an der
Arbeitsfähigkeit von 50 % festgehalten (IV-act. 224).
A.m.
Gegen die Verfügung vom 20. November 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler, am 9. Januar 2018 Beschwerde erheben. Die
Verfügung vom 20. November 2017 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben; es sei ihr ab 1. Februar 2013 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen, insbesondere ein
psychiatrisches Gutachten durch einen zertifizierten Traumaspezialisten erstellen zu
lassen. Sie unterziehe sich seit Ende März 2017 einer traumaspezifischen Therapie,
während der ihr zusätzliche Stressmomente durch eine Arbeitstätigkeit nicht zumutbar
seien. Die psychiatrische Gutachterin verfüge - im Gegensatz zu Dr. N._ - über keine
erkennbare traumaspezifische Fachkenntnis und habe im Gutachten keine
traumaspezifischen Messinstrumente angewandt. Das psychiatrische Teilgutachten
enthalte keine fachkompetente Aufarbeitung der diagnostizierten ausgeprägten
Traumafolgestörung. Die Gutachter stellten bei der Beurteilung ausschliesslich auf die
Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung ab, während Dr. N._ zu Recht
auch die komplexe posttraumatische Belastungsstörung berücksichtige. Die
festgestellte Teilleistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei nicht ausreichend
nachvollziehbar begründet. Bei zutreffender Interpretation attestierten die Gutachter ihr
vom 1. Februar 2013 bis 17. April 2015 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Gemäss
B.a.
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Stellungnahme der Gutachter vom 10. Juni 2017 sei zwischen September 2015 und
November 2016 keine Erwerbstätigkeit möglich gewesen, weshalb ihr von Februar
2013 bis November 2016 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei. Indem die
Beschwerdegegnerin zwar von der Traumatherapie Kenntnis gehabt, aber "nichts
unternommen" habe, habe sie die Abklärungspflicht verletzt. Schliesslich sei die
erforderliche Beurteilung nach dem strukturierten Beweisverfahren anhand von
Indikatoren noch nicht erfolgt (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Das bidisziplinäre Gutachten vom 6. Mai 2017
enthalte eine vollständige Anamnese, berücksichtige die geklagten Beschwerden,
leuchte in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein und enthalte
begründete Schlussfolgerungen. Dadurch sei ihm Beweiskraft zuzumessen. Zudem
entspreche es auch den bundesgerichtlichen Anforderungen bezüglich des
strukturierten Beweisverfahrens. Es sei nicht ersichtlich, weshalb Dr. H._ die
Traumafolgestörung und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht fachgerecht
aufgearbeitet haben soll. Sie erläutere, weshalb weiterhin von einer posttraumatischen
Belastungsstörung auszugehen sei und weshalb das Auftreten von dissoziativen
Phänomenen in deren Rahmen möglich sei. In Bezug auf den Bericht von Dr. N._ sei
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagen würden.
Es würden keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vorgebracht, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen. Gemäss RAD sei nicht von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes im Vergleich zum Gutachten auszugehen (act. G 4).
B.b.
Mit Replik vom 6. April 2018 macht die Beschwerdeführerin geltend, sie führe die
traumaspezifische Spezialtherapie noch immer weiter. Da die Gutachterin Dr. H._
nicht über eine traumaspezifische Spezialausbildung verfüge, könne sie die mit der
Therapie zusammenhängenden Leistungseinschränkungen nicht ausreichend
einschätzen. Daher sei das Gutachten nicht beweiskräftig. Zudem habe den
Gutachtern nicht bekannt sein können, dass sie sich der erwähnten traumaspezifischen
Therapie unterziehen werde. Die über die Therapie informierte Beschwerdegegnerin
habe pflichtwidrig keine weiteren dahingehenden Abklärungen vorgenommen. Infolge
B.c.
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Erwägungen
1.
der Verletzung der Abklärungspflicht sei die angefochtene Verfügung aufzuheben. Es
handle sich bei der Einschätzung der Praxisgemeinschaft M._ nicht um eine
abweichende Einschätzung im Rahmen des Sachverhalts. Die Beschwerdegegnerin
habe ausser Acht gelassen, dass sie gemäss Gutachten von Februar 2013 bis
November 2016 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei (act. G 6).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 25. April 2018 auf eine Duplik (act. G 8).B.d.
Die Beschwerdeführerin ersucht am 30. November 2018 um beschleunigte
Behandlung des Verfahrens (act. G 10). Das Gericht teilt am 7. Dezember 2018 mit,
dass Rentenfälle nach dem Eingangsdatum behandelt würden und ein Vorziehen nur
unter besonderen Umständen möglich sei (act. G 11).
B.e.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016,
8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden
objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und
vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch
unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte
Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der
1.2.
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Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE
141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen
einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427, E. 6 a. E.).
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4.
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2.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bilden das bidisziplinäre
Gutachten von Dr. I._ und Dr. H._ vom 17. Mai 2015 und das Verlaufsgutachten
derselben Experten vom 6. Mai 2017. Deren Beweistauglichkeit wird bestritten und ist
im Folgenden zu prüfen.
3.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.5.
Anlässlich der Begutachtung vom 17. April 2015 erklärte die Beschwerdeführerin,
im Vordergrund stünden stechende lumbale Dauerschmerzen im Bereich von 7 - 8 von
10 gemäss der visuellen Analogskala zur subjektiven Messung der Schmerzstärke
(VAS). Nachts seien die Schmerzen schlimmer als tagsüber und sie erwache mehrmals
daran. Vor allem seit dem zweiten Eingriff "jucke" das rechte Bein manchmal "umher",
sie leide unter störenden Wadenkrämpfen. Seit zwei bis drei Jahren habe sie
Beschwerden an der rechten Schulter. Diese hätten sich nach Infiltrationen jeweils für
zwei Wochen gebessert. Die Beweglichkeit habe sich gebessert, es bestünden
Parästhesien am rechten Arm dorsal, entlang des Vorderarms ulnar bis in die Finger IV
und V. Seit ebenfalls etwa drei Jahren bestünden Beschwerden am Kniegelenk,
nachdem sie ausgerutscht und darauf gefallen sei und das Knie geschwollen sei.
Schliesslich habe sie häufig Kopfschmerzen, temporo-parietal, ausschliesslich links.
Sie träten einmal monatlich auf, könnten bis zu zwei Wochen andauern und seien
verbunden mit Übelkeit und Schwindel, Licht- und Lärmempfindlichkeit (IV-
act. 148-21 f.). Sie könne den Haushalt nicht selbständig besorgen, die Tochter bereite
die Mahlzeiten zum Aufwärmen vor. Sie male und lese gerne und habe einen ca. 4 kg
schweren Hund, mit dem sie dreimal täglich spazieren gehe (IV-act. 148-26). In der
3.1.
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Verlaufsbegutachtung führte sie am 7. April 2017 aus, seit der Begutachtung 2015
habe die Intensität der Rückenbeschwerden zugenommen. Die lumbalen Schmerzen
seien ziehende, pulsierende Dauerschmerzen, die über das Gesäss in den
Oberschenkel dorsal ausstrahlten und eine Intensität von mindestens 8/10 VAS
aufwiesen. Schmerzverstärkend wirke Gehen über 15 Minuten, wobei sie nur langsam
und in ebenem Gelände gehen könne. Im linken Bein sei ständig ein Taubheitsgefühl
vorhanden und die Schmerzempfindung sei deutlich schlechter. Seit dem Absetzen
von Sirdalud komme es vermehrt zu Krämpfen und insgesamt zu einer Unruhe, einem
"Zappeln" in den Beinen (IV-act. 210-25, 27, 41). Zusätzlich leide sie unter
Beschwerden im Bereich der rechten Schulter und an der linken Hüfte (IV-act. 210-25,
27). An der rechten Schulter bestünden Dauerschmerzen der Intensität 8/10 VAS, die in
der Regel bis zum Ellbogen ausstrahlten. Die Finger III bis V seien manchmal wie taub.
Sie könne die rechte, ursprünglich dominante obere Extremität fast nicht mehr
einsetzen (IV-act. 210-41). Nach der (zweiten) Schulterarthroskopie (26. August 2016)
sei es recht gut gegangen, seit etwa Oktober 2016 seien die Schmerzen jedoch wieder
stärker und die Beweglichkeit habe abgenommen (IV-act. 210-27). Die Beschwerden
im Bereich der Lendenwirbelsäule und der rechten Schulter seien etwa gleichmässig an
den Einschränkungen beteiligt (IV-act. 210-40). Etwa im Mai 2015 sei es zu einem
"Zwick" in der linken Hüfte gekommen. Sie habe jedoch gelernt, nach Möglichkeit
schmerzauslösende Bewegungen zu meiden (IV-act. 210-27, 41). Schliesslich
beschreibt sie anlässlich der Verlaufsbegutachtung seit vielen Jahren etwa zwei- bis
dreimal wöchentlich auftretende und meist etwa einen halben Tag dauernde, streng
linksseitige Kopfschmerzen. Diese seien mit Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit und
Übelkeit verbunden. Sie könne sie lindern, wenn sie rechtzeitig Dafalgan einnehmen
könne (IV-act. 210-27, 41). Sie habe aktuell praktisch täglich auftretende Panikattacken
mit Herzrasen und Druck auf der Brust, die jeweils etwa 15 Minuten dauerten. Zwei- bis
dreimal wöchentlich komme es zu Bauchkrämpfen mit Übelkeit. Sie erledige den
Haushalt etappenweise und sei vor allem bei körperlich schweren Tätigkeiten auf
Dritthilfe angewiesen. Sie gehe mit ihrem Hund mindestens zweimal pro Tag spazieren,
darüber hinaus übe sie keine Freizeitaktivitäten aus (IV-act. 210-32).
3.2.
Der orthopädische Gutachter erhob in den Untersuchungen von 2015 und 2017
ähnliche Befunde: Verspannungen zervikal und in der rechten
Schultergürtelmuskulatur, eine Druckdolenz im Bereich der LWS, eine diffuse
Druckdolenz der lumbalen Wirbelkörper, diffuse Schmerzen bei der Inklination und
beim Zurückgehen in die Normalposition sowie lumbal bei Bewegungen nach links
3.2.1.
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bzw. bei der Beweglichkeitsprüfung. Die Beweglichkeit der lumbalen Wirbelsäule war
gemäss Gutachten von 2017 gegenüber jenem von 2015 leicht stärker eingeschränkt
(Seitwärtsneigung, Rotation, Kletterphänomen; IV-act. 148-28; IV-act. 210-34). An der
rechten Schulter wurden jeweils deutlich positive Impingementzeichen festgestellt. Bei
der Verlaufsuntersuchung wurden zusätzlich bei der Beweglichkeitsprüfung der
Halswirbelsäule Schmerzen und ein Ziehen der Muskulatur im Bereich der HWS und
des Schultergürtels angegeben. Das für die Diagnose erforderliche Vorliegen von
Fibromyalgiepunkten wurde jeweils verneint, wobei in der Verlaufsbegutachtung in
Anbetracht der Anzahl positiver Tenderpoints der Verdacht einer Fibromyalgie
formuliert wurde (IV-act. 148-29; IV-act. 210-34, 38). Im Verlaufsgutachten wurde
sodann eine leicht eingeschränkte Beweglichkeit des linken Hüftgelenks mit
schmerzhafter forcierter Innenrotation vermerkt, die auf eine Impingementproblematik
hinweisen könnte (IV-act. 210-36, 42), während 2015 noch für beide Seiten der Hüfte
eine identische Aussen- und Innenrotation erhoben worden war (IV-act. 148-29). Im
neurologischen Status wurde bereits 2015 rechts eine geringere Handkraft gemessen
als links, 2017 waren mit dem Jamar-Vigorimeter lediglich Wackelbewegungen der
Anzeige zu beobachten (IV-act. 148-29; IV-act. 210-36). Dieser Befund korreliert mit
der Aussage der Beschwerdeführerin, dass sie den rechten, ursprünglich dominanten
Arm mittlerweile fast nicht mehr einsetze (IV-act. 210-28).
Der orthopädische Gutachter diagnostiziert 2017 wie bereits 2015 ein
lumbovertebrales bis zeitweise linksseitiges lumboradikuläres Syndrom, eine
schmerzhafte frozen shoulder rechts (2015: Impingement der rechten Schulter) und neu
eine Schmerzverarbeitungsstörung (IV-act. 210-38; IV-act. 148-30). Im Zusammenhang
mit der letztgenannten Diagnose bezieht er sich auf die Diagnostik des
Schmerzzentrums, wonach die Beschwerdeführerin an einem nozizeptiven
Schmerzsyndrom leide (vgl. Verlaufsbericht vom 24. Mai 2015, IV-act. 173) und führt
aus, es sei als Teil dieser Erkrankung anzusehen, dass sich die Beschwerdeführerin der
Auffassung nicht anschliessen könne, über Ressourcen und damit eine gewisse
Leistungsfähigkeit zu verfügen (IV-act. 210-43). Zum Schweregrad des
Gesundheitsschadens hält der Gutachter fest, die Beschwerdeführerin beklage starke
Beschwerden im Bereich der LWS und der rechten Schulter. Es sei von einer
verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts und der dominanten oberen Extremität
auszugehen. Zudem lägen Sensibilitätsstörungen am rechten Oberarm lateral und an
den unteren Extremitäten vor. Die festgestellten neurologischen Ausfallserscheinungen
beträfen lediglich die sensible, nicht aber die motorische Seite. Unter Berücksichtigung
der postoperativen Situation und der degenerativen Veränderungen an der LWS sei die
3.2.2.
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4.
Gesundheitsschädigung im Bereich der LWS als mittelgradig anzusehen. Aufgrund der
klinischen und intraoperativ erhobenen Befunde sei der Gesundheitsschaden an der
rechten oberen Extremität ebenfalls als mittelgradig einzustufen. Die geringe
gemessene Handkraft erwecke den Verdacht zumindest auf eine Verdeutlichung (IV-
act. 210-42). Aufgrund der Rückenbeschwerden könne die Versicherte keine Lasten
über 10 kg heben oder tragen und keine Zwangspositionen der Wirbelsäule,
insbesondere der Inklination oder Rotation, einnehmen. Wegen der rechtsseitigen
Schulterproblematik seien keine repetitiven Bewegungen in diesem Gelenk und keine
Arbeiten über der Horizontalebene möglich. In einer so angepassten Tätigkeit bestehe
neu eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (IV-act. 210-47, 66 f.) gegenüber jener im
Vorgutachten von 2015 attestierten von 60 % (vgl. IV-act. 148-36).
Die orthopädischen Beurteilungen der Einschränkungen und Arbeitsfähigkeit sind
nachvollziehbar und schlüssig begründet. Insbesondere berücksichtigt der Gutachter
im Verlaufsgutachten die Verschlechterung hinsichtlich der Schulter, so dass aus
orthopädischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten
Tätigkeit auszugehen ist (vgl. IV-act. 210-47).
3.2.3.
Die psychiatrische Gutachterin Dr. H._ hielt im Gutachten vom 17. Mai 2015
anamnestisch einen seit Kindheit durch in den Ehen fortgesetzten Missbrauch und
einen Schwangerschaftsabbruch geprägten Lebenslauf fest. 2012 sei der
Beschwerdeführerin wegen einer Umstrukturierung ihre Stelle als hauswirtschaftliche
Mitarbeiterin gekündigt worden, wobei gleichzeitig zwei neue Mitarbeiterinnen
eingestellt worden seien. Darauf hin habe sie einen Nervenzusammenbruch erlitten mit
stationärer Behandlung in der Klinik C._ (29. Mai bis 22. Juni 2012, Austrittsbericht
vom 26. Juni 2012, IV-act. 83-6 ff.) und anschliessender ambulanter Behandlung. Nach
der stationären Behandlung in der Klinik G._ vom 5. August bis 7. September 2013
(Austrittsbericht vom 28. November 2013, IV-act. 113) habe sie sich nach 20-jähriger
Beziehung von ihrem zweiten Ehemann trennen können. Seit der Scheidung gehe es
ihr besser. Seit Oktober 2014 sei sie in der Schmerzklinik in Hypnobehandlung. Sie
könne sich gut ablenken und bei Spaziergängen mit ihrem Hund gut erholen. Nachts
habe sie oft Albträume und könne seit rund 25 Jahren nie durchschlafen. Die Arbeit
habe ihr stets gut getan, um sich abzulenken. Sie möge Lärm, grosse
Menschenansammlungen und viele Kontakte nicht ertragen und bekomme manchmal
auch Luftnot oder ein Druckgefühl mit Atemnot. Dies dauere jeweils einige Minuten. Sie
habe es gerne perfektionistisch und benötige geregelte Abläufe. Ihr Vater sei
Alkoholiker gewesen und sie könne Alkohol- und Zigarettengeruch nicht leiden. Sie
4.1.
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beschreibe heftiges Waschen der Oberarme, Kratzen an Kopf und Rücken sowie
schnelles Laufen bis zur Übelkeit als Mittel zum Spannungsabbau. Kraft spendeten ihr
die Natur und der Umgang mit ihrer erwachsenen Tochter. Sie könne sich nicht mehr
vorstellen, wieder zu arbeiten, zumal sie immer Angst habe und keine Menschen mehr
sehen möchte. Sie pflege lose Kontakte unter anderem zu ehemaligen
Arbeitskolleginnen und zu einer Kollegin aus der Klinik G._ und regelmässigen,
häufigen und guten Kontakt zu ihrer Tochter. Sie verrichte die Hausarbeiten in Etappen
mit Liegepausen, lese geschichtliche Literatur und zeichne (IV-act. 148-38 ff.).
Gegenüber Dr. L._ äusserte die Beschwerdeführerin anlässlich der privaten
psychiatrischen Begutachtung am 17. März sowie am 24. März 2016, sie leide an Ein-
und Durchschlafstörungen, Frühaufwachen, Abnahme der Aktivität auf unter drei
Stunden pro Tag, einer leichten Hemmung des Antriebs, Anspannung und Reizbarkeit,
einer Abnahme des Appetits, Müdigkeit und Energiemangel. Sie sei leicht ermüdbar,
habe Mühe mit der Konzentration und Schlafprobleme. Sie habe Ängste, die sich
störend auf die Arbeit, die sozialen Aktivitäten und die Familie auswirkten. Gelegentlich
träten zusätzlich Panikattacken auf. Wegen ihrer sozialen Phobie habe sie Angst vor
der Arbeit in einer Gruppe, in der Öffentlichkeit zu essen, einer Gruppe etwas zu
präsentieren. Zu arbeiten oder zu schreiben, während sie beobachtet werde, vermeide
sie systematisch (IV-act. 183-12). Weiter beschrieb sie dissoziative Störungen wie
epilepsieähnliche Anfälle, veränderte Sinneseindrücke, Erinnerungslücken bzw.
Unsicherheit, ob sie etwas getan habe oder nur daran gedacht habe, sich Vorkommen
wie zwei verschiedene Personen, ungewohntes oder irreales Empfinden der
Umgebung, sich einmischende Stimmen, plötzliche Stimmungsschwankungen (IV-
act. 183-12 f.). Sie leide an Zwangsgedanken bzw. Zwangshandlungen betreffend
Verschmutzungen, Fehler, Aggressivität, Unglück, Sexualität, Kontrollhandlungen,
Wiederholung von Handlungen, Perfektionismus und Langsamkeit. Deswegen benötige
sie für zahlreiche Aktivitäten doppelt soviel Zeit wie andere Personen (IV-act. 183-13).
4.1.1.
Anlässlich der Verlaufsbegutachtung bei Dr. H._ 2017 berichtete die
Beschwerdeführerin zunächst über Probleme, einen geeigneten Therapeuten oder eine
geeignete Therapeutin zu finden, über finanzielle Probleme und suizidale Gedanken.
Sie leide regelmässig (bis fast täglich) unter etwa 15 Minuten dauernden
Panikzuständen mit Beklemmung, Atemnot und Herzrasen (IV-act. 210-50 f.). Sie habe
seit ihrer Kindheit das Gefühl, eine andere Frau würde ihr dreinreden. Oft wisse sie
dann nicht mehr, wer welche Dinge gemacht habe bzw. dass sie etwas gemacht habe
(z.B. gearbeitet oder Einkäufe getätigt zu haben). Diese Gedächtnislücken würden ihr
Angst machen. Sie fühle sich wie zweigeteilt. Der grössere Teil sei ängstlich, der
4.1.2.
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andere könne ganz lustig und offen sein. Die Symptome träten eher selten, bei Stress
und Angst häufiger auf. Bei gewissen Erlebnissen habe sie sich selbst von aussen
beobachtet. Sie leide unter Zuständen von Schmerzen (vor allem Kopf und Schulter)
und Kraftlosigkeit, so dass sie nicht mehr schreiben, lesen oder gehen könne. Dies
komme mehrmals pro Woche vor (IV-act. 210-51 f.). Im Tagesablauf benötige sie etwa
eine Stunde für ausgiebiges Waschen und Eincremen. Sie gehe mit ihrem Hund
spazieren. Am Nachmittag lese oder stricke sie und erledige nach einem festgelegten
Plan Haushaltarbeiten. Am Abend koche sie sich eine warme, gesunde Mahlzeit. Der
Schlaf sei gestört durch Albträume, Schulterschmerzen und Zucken der Beine. Sie
habe Glück gehabt, ihre jetzige Wohnung in O._ zu finden. Das Medikament Cipralex
gebe ihr weiterhin Halt und Sicherheit. Sie habe versucht, es abzusetzen, und es sei ihr
schlechter ergangen (IV-act. 210-54 f.).
Dr. H._ diagnostizierte jeweils eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1; IV-act. 148-47; IV-act. 210-56).
Dem gegenüber hatte Dr. L._ rund ein Jahr zuvor die Depression als schwergradig
(ICD-10: F33.2) eingestuft (IV-act. 183-16). Dr. H._ hielt hierzu fest, zum
Untersuchungszeitpunkt im März 2016 werde eine schwere depressive Episode
angegeben, welche eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in diesem Zeitpunkt rechtfertige.
Die retrospektive Einschätzung von Dr. L._, wonach seit 2012 eine schwere
depressive Episode vorliege, müsse in Frage gestellt werden (IV-act. 210-63 f.).
Übereinstimmend diagnostizierten die Privat- und die Administrativgutachterin sodann
eine Traumafolgestörung Typ II bzw. eine posttraumatische Belastungsstörung (IV-
act. 148-47; IV-act. 183-16; IV-act. 210-56). Dr. L._ diagnostizierte weiter eine
dissoziative Störung, was die gleichzeitige Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung ausschliesse (IV-act. 183-16 f.). Dr. H._ hielt hierzu fest, die
Beschwerdeführerin beschreibe frühere Depersonalisationserlebnisse sowie Ich-
Identitätsstörungen im Rahmen von dissoziierten Zuständen (IV-act. 210-56). Im
Rahmen einer Typ II Traumatisierung komme es zu Veränderungen in Aufmerksamkeit
und Bewusstsein. Es träten häufig Bewusstseinsphänomene wie dissoziative Episoden
auf. Die Versicherte berichte von einer dissoziativen Identitätsstörung mit zwei
Persönlichkeiten in einem Individuum. Die vorherrschende Persönlichkeit beschreibe
sie als ängstlich, zurückhaltend, und selbstunsicher. Die andere Persönlichkeit sei sehr
selbstsicher, fröhlich und unterhaltsam. Dabei habe die primäre Persönlichkeit keinen
Zugang zu den Erinnerungen der anderen - die eine sei sich der Existenz der anderen
fast niemals bewusst. Als wichtigste Ursache für dieses Phänomen gälten traumatische
Erlebnisse - insbesondere sexuelle Gewalt. Diese innerseelischen Abläufe ermöglichten
der Versicherten unter anderem die Vorstellung, das erlittene Trauma sei nicht ihr,
4.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/25
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sondern einer anderen passiert. Da die Symptome einer dissoziativen Störung selten
ungefragt berichtet würden, sondern erfragt werden müssten, bestehe die Gefahr einer
Beeinflussung, zumindest aber einer Verstärkung in der Wiedererkennung.
Zusammenfassend sei jedoch das Auftreten von dissoziativen Phänomenen anhand
der aktuellen Anamnese und der Resultate von Dr. L._ sehr wahrscheinlich (IV-
act. 210-58). Dr. H._ übernahm jedoch nicht die selbständige Diagnose einer
dissoziativen Störung, sondern ordnete die dissoziative Symptomatik der
posttraumatischen Belastungsstörung zu (posttraumatische Belastungsstörung Typ II-
Traumatisierung mit dissoziativen Anteilen [multiple Persönlichkeit], IV-act. 210-56).
Schliesslich stellten beide Gutachterinnen die Diagnose einer Zwangsstörung (ICD-10:
F42.2), welcher jedoch Dr. L._ im Gegensatz zu Dr. H._ Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit zuerkannte (IV-act. 183-16; IV-act. 210-56). Aufgrund der von ihr
diagnostizierten dissoziativen Störung schloss Dr. L._ die gleichzeitige Diagnose
einer Schmerzstörung aus (IV-act. 183-18), wohingegen Dr. H._ eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostizierte, dieser
jedoch ebenfalls keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestierte (IV-act. 210-56).
Sie begründete die Diagnose damit, dass die geklagten Beschwerden von somatischer
Seite nicht vollumfänglich nachvollziehbar seien. Da die Diagnose sowohl in
Verbindung mit den zugrunde liegenden Schmerzen als auch mit (nicht
invalidisierenden) psychosozialen Belastungsfaktoren stehe, seien für die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge dieses Beschwerdebildes die
orthopädischen Diagnosen massgebend (IV-act. 210-59). Gleichzeitig führte sie aus,
aus psychiatrischer Sicht ergebe sich kein Hinweis auf eine somatoforme Störung,
zumal die geklagten Schmerzen weitgehend mit den somatischen Beschwerden
übereinstimmten (IV-act. 210-57). Anzumerken ist hierzu, dass der orthopädische
Gutachter eine Schmerzverarbeitungsstörung diagnostizierte, die bewirke, dass die
Beschwerdeführerin nicht einsehen könne, dass sie über gewisse Ressourcen und eine
gewisse Leistungsfähigkeit verfüge (IV-act. 210-43). Diese hinsichtlich des Vorliegens
eines organischen Korrelats auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinenden
Ausführungen sind offenbar so zu verstehen, dass die Schmerzen teilweise organisch
objektivierbar sind und deshalb nicht eine somatoforme Schmerzstörung, sondern eine
Schmerzverarbeitungsstörung bzw. eine Schmerzstörung mit eben somatischen und
psychischen Faktoren vorliegt. Die psychischen Faktoren der Schmerzempfindung
gründen jedoch gemäss Dr. H._ auf psychosozialen Belastungsfaktoren, weshalb der
Diagnose insofern nachvollziehbar keine (über den somatischen Anteil hinausgehende)
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wird. Übereinstimmend keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit messen die Gutachterinnen den Panikattacken
(ICD-10: F41.0), der sozialen Phobie (ICD-10: F40.1; IV-act. 183-16; Dr. L._) bzw. der
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Panikstörung (episodisch-paroxysmale Angst, ICD-10: F41.0; Dr. H._, IV-act. 210-56)
zu.
Während Dr. L._ die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig schätzt,
attestiert Dr. H._ eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer zeitlich flexiblen Tätigkeit in
einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre mit sinnvollen Aufgaben,
ohne permanenten Zeit- und Termindruck, mit nur geringem Publikumsverkehr und
ohne besondere Anforderungen an das Anpassungs- und Umstellungsvermögen (IV-
act. 210-62 f., 67). Dr. H._ äussert sich zur Einschätzung von Dr. L._, diese sei aus
aktueller Sicht nur teilweise nachvollziehbar, und verneint - wie bereits erwähnt -
insbesondere das retrospektive Vorliegen einer schweren Depression (IV-
act. 210-63 f.).
4.3.
4.4.
Invalidenversicherungsrechtlich ist grundsätzlich nicht (nur) die Diagnose,
sondern die Auswirkung der Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit massgebend.
Massgebend ist in erster Linie der lege artis erhobene psychopathologische Befund
und der Schweregrad der Symptomatik (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2016,
9C_634/2015, 9C_665/2015, E. 6.1).
4.4.1.
Dr. H._ attestiert aus psychiatrischer Sicht sowohl im Gutachten von 2015 (IV-
act. 148-50) als auch in jenem von 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (IV-
act. 210-59, 62). Es sei unverändert zu 2015 von einer mittelgradigen Ausprägung und
Schwere der Befunde auszugehen. Infolge der mittelgradigen depressiven Störung
sowie der Traumafolgestörung sei die Versicherte aufgrund einer schnelleren
Ermüdbarkeit, einer geringeren Belastbarkeit und eines verlangsamten Arbeitstempos
in sämtlichen Lebensbereichen zu 50 % eingeschränkt (IV-act- 210-59, 62).
Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit seien während des
zweieinviertelstündigen Gesprächs unauffällig gewesen, die Gedächtnisleistungen
altersentsprechend. Es bestünden keine psychischen Werkzeugstörungen (IV-act.
210-56). Zu den funktionellen Einschränkungen hielt die Gutachterin 2015 und 2017
übereinstimmend fest, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sei
leicht eingeschränkt. Anstehende Aufgaben würden abhängig von der körperlichen
Problematik erledigt. Die Versicherte versorge sich aber grundsätzlich selbständig und
brauche im Wesentlichen keine Hilfe im Haushalt. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
seien mittelgradig eingeschränkt, die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sei leicht
beeinträchtigt, da sich die Versicherte von äusseren Faktoren beeinflussen lasse. Das
Durchhaltevermögen sei mässig beeinträchtigt. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei
4.4.2.
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mässig beeinträchtigt; die Versicherte sei unsicher, ängstlich und depressiv. Die
Kontaktfähigkeit zu Dritten und die Gruppenfähigkeit seien mässig eingeschränkt - sie
ziehe sich gehäuft zurück und vermeide Kontakte. In Beziehungen zu vertrauten
Menschen gebe es kaum Probleme. Die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten sei mässig
eingeschränkt. Hobbys würden vernachlässigt und die Versicherte verhalte sich passiv.
Uneingeschränkt sind die Anpassung an Regeln und Routinen, die Anwendung
fachlicher Kompetenzen, Selbstpflege und Verkehrsfähigkeit (IV-act. 148-49; IV-
act. 210-60). Die Auswirkungen der dissoziativen Störung auf die Arbeitsfähigkeit
sollten nicht überinterpretiert werden. Die Versicherte berichte, an diesem Phänomen
schon seit ihrer Kindheit zu leiden. Die Häufigkeit des Auftretens sei eher selten.
Retrospektiv sei sie aus diesem Grund nie in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
gewesen (IV-act. 210-58). Demgegenüber hielt Dr. L._ fest, aufgrund der
Erkrankungen der Beschwerdeführerin seien deren Widerstandsfähigkeit gegenüber
Stress, Konzentration, Anpassungsfähigkeit und die Beziehungsfähigkeit massiv
eingeschränkt (IV-act. 183-18 f.).
Die Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten werden im Befund von Dr. L._
zwar anamnestisch festgehalten (Konzentrationsstörungen seien vor allem bei der
Lektüre, weniger beim Fernsehen vorhanden, die Beschwerdeführerin vergesse vieles
und müsse sich alles notieren, IV-act. 183-14). Eine neuropsychologische
Untersuchung wurde indes seitens der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nie
vorgeschlagen oder angeordnet, was darauf schliessen lässt, dass ihnen keine über
längere Zeit andauernde schwerwiegenderen Einschränkungen aufgefallen sind. Diese
sind demnach massgeblich subjektiv. Hinsichtlich der Zwangsstörung führt Dr. H._
nachvollziehbar aus, diese bestünde seit Kindheit, hätte aber nie zu einer
Arbeitsunfähigkeit oder Einschränkung der Arbeitsleistung geführt (IV-act. 210-58).
Auch die dissoziativen Phänomene wurden durch Dr. H._ im Verlaufsgutachten
gewürdigt und berücksichtigt.
4.4.3.
Insgesamt erscheinen die Beurteilung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr. H._ nachvollziehbar und sie berücksichtigt auch die Traumafolgestörung mit ihren
Auswirkungen umfassend. Dies auch mit Blick auf die Ausführungen des behandelnden
Arztes der Klinik K._, Dr. med. P._, der eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und akzentuierte
Persönlichkeitszüge (histrionisch, ICD-10: Z73.1) diagnostizierte, während er die
Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung nicht für vollständig erfüllt hielt.
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe vorwiegend durch traumatische
Hinweisreize ausgelöste Angstreaktionen und teilweise Vermeidungsverhalten gezeigt.
4.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/25
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Symptome einer Panikstörung im engeren Sinne hätten nicht beobachtet werden
können. Es sei ausserdem der Eindruck entstanden, dass ein erschwerter
Selbstzugang bei gleichzeitigem Wunsch des "Wahrgenommenwerdens" im
Vordergrund gestanden sei, was dazu geführt habe, dass der geschilderte
Leidensdruck in der Übertragung wenig spürbar gewesen sei. Auch sei der Eindruck
entstanden, dass alltägliche Erlebnisse stark emotionalisiert worden seien - im Sinne
einer rationalisierenden, kompensatorischen Überlagerung innerer Leere und
Verunsicherung mit histrionischem Bewältigungsmodus. Die Versicherte sei in stabilem,
deutlich aufgehelltem Zustand entlassen worden. Die Fortsetzung der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung sei klar indiziert (Austrittsbericht vom 29. Januar
2016, IV-act. 168-8 ff.; vgl. auch Arztbericht vom 11. Mai 2016 [Eingang]; IV-
act. 168-2 ff.).
Zu prüfen ist weiter, ob die im bidisziplinären Konsens angenommene
Arbeitsfähigkeit von 50 % nachvollziehbar ist. Im Verlaufsgutachten 2017 wurde
dargelegt, aus Sicht beider Fachgebiete bestehe eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit im Sinne einer schnelleren Ermüdbarkeit, einer geringeren
Belastbarkeit und eines verlangsamten Arbeitstempos. Die Einschränkungen beider
Fachrichtungen seien konklusiv und kumulierten sich nicht, da die gleichen Pausen zur
seelischen und körperlichen Erholung eingesetzt werden könnten (IV-act. 210-66). Im
Vorgutachten 2015 war dieselbe Schlussfolgerung hinsichtlich der damals 40 %-igen
orthopädischen und der 50 %-igen psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit gezogen worden
(IV-act. 148-59). Dieser Schluss ist plausibel. Zu beachten ist weiter, dass bei der
Beschwerdeführerin somatische, organisch begründbare Diagnosen bzw.
Einschränkungen vorliegen und psychische Erkrankungen, welche ebenfalls eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken, dazu kommen. Dies würde implizieren,
dass aus bidisziplinärer Sicht die Arbeitsunfähigkeit höher sein müsste als aus rein
orthopädischer und aus rein psychiatrischer Sicht. Indes wurde die
Schmerzverarbeitungsstörung, welche den organisch nicht begründbaren Anteil der
Schmerzen abbildet, in die orthopädische Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen.
Spiegelbildlich diagnostizierte Dr. H._ eine Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren, wobei letztere massgeblich auf invalidenversicherungsrechtlich
nicht zu beachtende psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen seien; es
verbleibt somit aus psychiatrischer Sicht nur der durch die somatische (orthopädische)
Diagnose abgedeckte Anteil. Unter Berücksichtigung dieser Verschiebung des
psychischen Schmerzanteils in das somatische Fachgebiet kann die konsensuelle
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch in dieser Hinsicht nachvollzogen werden.
4.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/25
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5.
Mithin berücksichtigt das Gutachten die geklagten Beschwerden, die
medizinischen Akten und die gemäss dem strukturierten Beweisverfahren
massgeblichen Standardindikatoren und ist schlüssig und nachvollziehbar. Es ist
folglich darauf abzustellen.
5.1.
Näher zu prüfen bleibt der retrospektive Verlauf. In der angestammten Tätigkeit
bestand aus orthopädischer Sicht ab Mitte Februar 2012 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 148-35; IV-act. 210-47). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs.
1 lit. b IVG war mithin im Februar 2013 abgelaufen. Die Anmeldung zum
Leistungsbezug erfolgte am 20. April 2012 (IV-act. 47), womit bei Beendigung des
Wartejahres auch die Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG verstrichen war. Somit ist der
Sachverhalt rückwirkend ab Februar 2013 massgebend.
5.2.
Dr. H._ attestierte aus psychiatrischer Sicht eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit
"spätestens" ab der Untersuchung vom 17. April 2015 (IV-act. 148-50 f.), gab also in
diesem Gutachten keine retrospektive Einschätzung ab. Bis zur Erstbegutachtung sind
somit die Einschätzungen der behandelnden Ärzte massgebend. Dr. E._ attestierte
im Arztbericht vom 20. November 2012 ([Eingang], IV-act. 83) und im Verlaufsbericht
vom 24. Juni 2013 (IV-act. 93) eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestand sodann während des stationären Aufenthaltes in der Klinik
G._ vom 5. August bis 7. September 2013 (IV-act. 113). Nach kurzfristiger
Verbesserung des Gesundheitszustandes (Assessmentprotokoll vom 30. Oktober 2013,
IV-act. 109) wurde Ende Januar 2014 die Eingliederung abgeschlossen, da sich der
Gesundheitszustand verschlechtert hatte (IV-act. 114-6). Am 8. April 2014 erfolgte eine
Spondylodese L4 bis S1 (Bericht Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
[KSSG] vom 16. April 2014, IV-act. 130-5 ff.). Dr. med. Q._, Allgemeinmedizin FMH,
attestierte am 25. April 2014 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit seit 12. Dezember 2012
(IV-act. 130-1 ff.), und Dr. E._ hielt im Verlaufsbericht vom 22. September 2014
weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit für zumutbar (IV-act. 138). Somit ist
vom 1. Februar 2013 bis 17. April 2015 von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen.
5.2.1.
Ab 17. April 2015 (Datum der Untersuchungen) bestand gemäss Gutachten vom
17. Mai 2015 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Diese hielt an bis zur stationären
Behandlung in der Klinik am K._ vom 5. Oktober 2015 bis 8. Januar 2016, während
jener wiederum eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestand (IV-act. 168-8 ff.). Am
22. Januar 2016 musste sich die Beschwerdeführerin einer Schulterarthroskopie
5.2.2.
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unterziehen (IV-act. 181; IV-act. 210-21). Dr. L._ erhob im März 2016 eine schwere
depressive Episode und attestierte eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 183).
Dr. H._ stellte diese Einschätzung lediglich retrospektiv in Frage, folgte aber der
echtzeitlichen Beurteilung von Dr. L._, wonach im März 2016 eine schwergradige
Depression und eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vorlagen (IV-act. 210-64). Somit ist
davon auszugehen, dass von März 2016 bis zum 7. April 2017 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % bestand und danach gemäss Verlaufsgutachten von 50 %.
Ende März bzw. im Juni 2017 begann die Beschwerdeführerin eine
traumaspezifische Therapie bei Dr. med. N._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, und lic. phil. R._ (IV-act. 222) und macht in diesem
Zusammenhang geltend, dass sie während der Therapie zu 100 % arbeitsunfähig für
sämtliche Tätigkeiten sei und dies während längerer Zeit so bleiben werde. Da die
Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV im massgeblichen Zeitpunkt des
Verfügungserlasses am 22. November 2017 (vgl. BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E.
1.2 mit Hinweis) bereits verstrichen war, ist zu prüfen, ob der Bericht vom 17. Oktober
2017 objektive Anhaltspunkte dafür enthält, dass die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht mehr zutrifft. Im genannten Bericht wurde unter
anderem festgehalten, die Therapie beinhalte ein permanentes Pendeln zwischen
traumaassoziierter Aktivierung und Beruhigung des Stresssystems. In 12 von 13 Items
des ICF-Ratings bestünden mittelgradige Einschränkungen. Die Erfahrung zeige, dass
eine Traumatherapie an die betroffene Person hohe Anforderungen stelle und sich der
Zustand phasenweise sogar verschlechtern könne. Aus psychiatrisch-
psychotherapeutischer Sicht sei es nicht zu verantworten, der Beschwerdeführerin
zusätzliche Stressmomente durch eine Arbeitstätigkeit zuzumuten (IV-act. 222).
5.3.
RAD-Arzt Dr. J._ nahm am 6. November 2017 dazu Stellung und hielt fest, eine
eigentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum
Verlaufsgutachten von Dr. H._ werde nicht geltend gemacht. Es handle sich um eine
von jener von Dr. H._ abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Deshalb sei
weiterhin auf das Verlaufsgutachten (vom 6. Mai 2017) abzustellen und weitere
Abklärungen seien nicht indiziert (IV-act. 223).
5.4.
Der Bericht von Dr. N._ enthält keine Angaben über die Art und Intensität der
Behandlung. Die Depression wird weiterhin als mittelgradig eingestuft. Die
festgestellten mittelgradigen Einschränkungen gemäss ICF in 12 von 13 Punkten
konkretisiert Dr. N._ nicht näher. Dazu ist indes festzuhalten, dass auch Dr. H._
grossmehrheitlich "mässige" Einschränkungen erhob (E. 4.4.2). Somit ist insgesamt mit
Dr. H._ nach wie vor von einer mittelgradigen Schwere der psychisch bedingten
5.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/25
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6.
funktionellen Einschränkungen auszugehen. Gegen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
spricht insbesondere auch, dass die Traumatherapie nicht stationär erfolgt(e). Eine
bleibende Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist mit dem Bericht von
Dr. N._ nicht plausibel objektiviert dargetan und deshalb auch im
Verfügungszeitpunkt von der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 %
auszugehen. Hinzu kommt, dass die spezifische Traumatherapie schon mehrfach
empfohlen worden war und zwar im Sinn einer langjährigen Begleittherapie, ohne dass
mit dieser eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (IV-act. 213-2).
Zusammenfassend bestand somit vom 1. Februar 2013 bis 17. April 2015 eine
100 %ige Arbeitsunfähigkeit, vom 17. April 2015 bis 4. Oktober 2015 eine solche von
50 %, vom 5. Oktober 2015 bis 7. April 2017 wiederum eine solche von 100 % und
schliesslich ab 7. April 2017 bis zum Verfügungserlass eine solche von 50 %.
5.6.
In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als hauswirtschaftliche Mitarbeiterin in einem
Seniorenheim erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 ein Einkommen von
Fr. 53'193.--, im Jahr 2009 von Fr. 54'688.-- und im Jahr 2010 von Fr. 52'424.--
(Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 54). Im Jahr 2011 reduzierte sie das
Arbeitspensum von 100 % auf 90 % (Angaben Arbeitgeberin vom 3. Mai 2012, IV-
act. 57). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum massgeblichen
Jahr 2013 (BGE 129 V 222; Indices Frauen gemäss T39, Lohnentwicklung, Bundesamt
für Statistik [BFS]: 2008: 2499; 2009: 2552; 2010: 2579; 2013: 2648) beträgt das
Jahreseinkommen der Beschwerdeführerin in den Jahren 2008 bis 2010
durchschnittlich Fr. 55'645.-- ([Fr. 56'365.-- + Fr. 56'745.-- + 53'827.--] : 3). Dieses
entspricht dem Valideneinkommen, da anzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin
ohne Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin an der bisherigen Stelle verblieben
wäre, zumal die Arbeitgeberin zwar angibt, der Beschwerdeführerin aus
wirtschaftlichen Gründen gekündigt zu haben, offenbar sie aber durch neue
Mitarbeiterinnen ersetzte (IV-act. 148-36).
6.1.
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den Tabellenlohn gemäss
LSE/Lohnentwicklung 2013, Kompetenzniveau 1, Frauen, des BFS abzustellen. Er
beträgt Fr. 51'793.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2019, Bern 2019, Anhang
2). Da die Beschwerdeführerin sowohl körperlich als auch psychisch eingeschränkt ist,
hat sie auf dem Arbeitsmarkt mit einer Lohneinbusse zu rechnen. Die Einschränkungen
wurden medizin-theoretisch nicht kumuliert, so dass die doppelte Beeinträchtigung in
der attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht enthalten ist. Somit rechtfertigt sich ein
6.2.
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7.
Tabellenlohnabzug von 10 %. Damit beträgt das Invalideneinkommen Fr. 23'307.--
(Fr. 51'793.-- x 50 % x 90 %). Der resultierende Invaliditätsgrad beträgt 58 %
([Fr. 55'645.- - Fr. 23'307.--]: Fr. 55'645.--).
Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 und 2 IVV sowie der vorstehend
festgestellten Arbeitsfähigkeiten (vgl. E. 5.5) hat die Beschwerdeführerin vom
1. Februar 2013 bis 31. Juli 2015 Anspruch auf eine ganze Rente, vom 1. August 2015
bis 31. Januar 2016 auf eine halbe Rente, vom 1. Februar 2016 bis 31. Juli 2017
wiederum auf eine ganze Rente und ab 1. August 2017 auf eine halbe Rente.
6.3.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 1. Februar 2013 bis 31. Juli
2015 eine ganze, vom 1. August 2015 bis 31. Januar 2016 eine halbe, vom 1. Februar
2016 bis 31. Juli 2017 wiederum eine ganze und ab 1. August 2017 erneut eine halbe
Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten
Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die
Beschwerde lediglich teilweise betreffend einen rückwirkenden befristeten
Rentenanspruch gutgeheissen wird, ist von einem hälftigen Obsiegen auszugehen.
Entsprechend bezahlen die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin die
Gerichtsgebühr je im Umfang von Fr. 300.--. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 300.-- daran anzurechnen und
im Umfang von Fr. 300.-- zurückzuerstatten.
7.2.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle
eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- angemessen. Aufgrund des
teilweisen Obsiegens hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit einer
7.3.
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