Decision ID: ea457023-3930-511b-ae6b-390d7b203fc3
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am (...) 2018 bei der Flughafenpolizei
(...) um Asyl nach.
A.b Mit Verfügung vom (...) 2018 wurde ihm die Einreise in die Schweiz
verweigert, und es wurde ihm für die Dauer von maximal 60 Tagen der
Transitbereich des Flughafens B._ als Aufenthaltsort zugewiesen.
A.c Polizeiliche Nachforschungen ergaben, dass der Beschwerdeführer
von C._, D._, nach B._ geflogen war. Am (...) 2018
machte er anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs zur Wegwei-
sung in den E._ oder nach D._ geltend, er sei staatenlos,
nachdem ihm im Jahr (...) die türkische Staatsangehörigkeit aus politi-
schen Gründen entzogen worden sei. Seit 1990 wohne er nicht mehr in der
Türkei, sondern habe sich in den verschiedenen anderen Regionen [in]
F._ (G._, H._ und E._) aufgehalten, zuletzt in
I._/E._. Er könne aufgrund seiner ehemaligen Zugehörigkeit
zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nicht im E._ leben und be-
fürchte von der (...) an die Türkei ausgeliefert zu werden. D._ sei
nur eine Zwischenstation auf seiner Reise nach Europa gewesen. Er habe
keinerlei Verbindungen zu D._.
A.d Mit Verfügung vom (...) 2018 trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch
nicht ein und ordnete die Wegweisung nach D._ sowie deren Voll-
zug an. Den Vollzug der Wegweisung in die Türkei schloss sie aus.
A.e Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts E-(...) vom (...) 2018 abgewiesen, soweit darauf einge-
treten wurde.
B.
Mit als "Gesuch um Wiedererwägung und Einreisebewilligung" bezeichne-
ter Eingabe vom 5. November 2018 beantragte der Beschwerdeführer, der
Nichteintretensentscheid des SEM vom (...) 2018 sei aufzuheben; es sei
auf das Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren in der Schweiz
durchzuführen. Es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung
nach D._ unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei.
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Seite 3
C.
Am (...) 2018 wurde der Beschwerdeführer nach D._ zurückge-
führt. Aufgrund der Einreiseverweigerung durch die (...) Behörden wurde
ihm am folgenden Tag die Rückreise in die Schweiz bewilligt.
D.
Am (...) 2018 bewilligte das SEM die Einreise des Beschwerdeführers in
die Schweiz.
E.
Mit Eingabe vom 5. Juli 2019 machte der Beschwerdeführer geltend, der
Asylentscheid vom (...) 2018 (recte: [...] 2018) habe keine rechtliche An-
wendungsmöglichkeit beziehungsweise keine Vollzugsmöglichkeit mehr,
weil seine Wegweisung erfolglos durchgeführt worden sei. Auch sei er
ohne Rückübernahmegarantie nach D._ ausgeschafft worden. So-
mit sei die Schweiz für sein Asylgesuch zuständig. Es sei ihm ohnehin nicht
möglich, einen Reisepass oder eine Identitätskarte zu beschaffen, da er
staatenlos sei. Der Wegweisungsvollzug sei nicht durch sein eigenes Ver-
halten verunmöglicht worden. Die Rückkehr nach D._ sei somit
technisch und praktisch nicht durchführbar.
F.
Das SEM wies das Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 19. De-
zember 2019 ab und stellte die Vollstreckbarkeit der Verfügung vom (...)
2018 fest. Dabei stellte es fest, dass der Vollzug aufgrund der parallel lau-
fenden Beschwerde beim UN-Ausschuss gegen Folter sistiert bleibe.
G.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 17. Januar 2020 wurde mit Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts E-336/2020 vom 3. März 2020 gutgeheis-
sen, soweit darauf eingetreten wurde und die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung beantragt worden war. Gleichzeitig wurde die Verfügung
vom 19. Dezember 2019 aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückgewiesen. Das Gericht begründete dies damit, das
SEM habe aufgrund eines nicht vollständig erstellten Sachverhalts ent-
schieden. So könne gestützt auf den bestehenden Sachverhalt das Krite-
rium der möglichen Rückkehr in den Drittstaat im Sinne von Art. 31a Abs. 1
Bst. c AsylG (SR 142.31) nicht mit Sicherheit bejaht werden. Es seien wei-
tere Abklärungen nötig, welche vom SEM vorzunehmen seien. Dabei habe
das SEM im Sinne einer vertieften Abklärung der Rückkehrmöglichkeit von
D._ eine Rückübernahmezusicherung einzuholen.
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Seite 4
H.
Mit Eingabe vom 19. Juni 2020 ersuchte der Beschwerdeführer durch
seine Rechtsvertreterin das SEM um Prüfung seines Asylgesuchs in der
Schweiz, nachdem ein Überstellungsversuch nach D._ erfolglos
verlaufen sei.
I.
Am 10. September 2020 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu einer
Anhörung am 8. Oktober 2020 vorgeladen. Dieser Termin wurde am 2. Ok-
tober 2020 abgesagt.
J.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2020 hiess die Vorinstanz das Wiedererwä-
gungsgesuch vom 5. November 2018 gut, soweit es sich auf den Vollzug
der Wegweisung bezog und hob die Ziffern 3 und 5 der Verfügung "vom
Datum" (recte: vom 19. Dezember 2019) auf. Gleichzeitig ordnete es zu-
folge Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme
des Beschwerdeführers in der Schweiz an.
K.
Mit (vorab per Fax eingereichter) Eingabe vom 5. November 2020 erhob
der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwal-
tungsgericht dagegen Beschwerde und beantragt die Gutheissung seines
Wiedererwägungsgesuchs vom 5. November 2018 und die Aufhebung des
Nichteintretensentscheids vom (...) 2018, das Eintreten auf sein Asylge-
such, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von
Asyl. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses und um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche
Rechtsbeiständin ersucht.
L.
Am 10. November 2020 wurde der Eingang der Beschwerde bestätigt.
M.
Mit Zwischenverfügung vom 18. November 2020 wurde der Beschwerde-
führer unter Androhung des Nichteintretens dazu aufgefordert, seine Be-
schwerdeeingabe mit der Originalunterschrift seiner Rechtsvertretung ein-
zureichen.
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Seite 5
N.
Am 23. November 2020 kam der Beschwerdeführer dieser Aufforderung
fristgerecht nach.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutre-
ten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
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Seite 6
4.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
Soweit mit der Beschwerde die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft so-
wie die Gewährung des Asyls beantragt wird, ist darauf nicht einzutreten,
zumal im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren die Aufhebung einer
Verfügung gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG (Nichteintreten auf Asylge-
such) beantragt wird. Vorliegend beschränkt sich die Beurteilungskompe-
tenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage, ob die Vorinstanz
zu Recht das Wiedererwägungsgesuch gegen die Verfügung vom
(...) 2018 abgewiesen und auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Das
Dispositiv der angefochtenen Verfügung enthält eine Gutheissung des
Wiedererwägungsgesuchs vom 5. November 2018 in Bezug auf den Voll-
zug der Wegweisung. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens kann da-
her nur die (implizite) Abweisung des Wiedererwägungsgesuchs in Bezug
auf das Nichteintreten auf ein Asylgesuch sein (vgl. E. 8 hienach).
6.
Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG tritt das SEM in der Regel auf ein
Asylgesuch nicht ein, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat zurückkehren
können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben.
7.
7.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid damit, es würden keine
Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom (...) 2018 im
Nichteintretenspunkt beseitigen könnten. Hingegen sei aufgrund der
Schwierigkeiten des Beschwerdeführers, Reisedokumente zu beschaffen
und somit von D._ eine Rückübernahmezusicherung zu erhalten,
vom Vollzug der Wegweisung abzusehen, weil eine solche im heutigen
Zeitpunkt nicht möglich sei. Daher sei das Wiedererwägungsgesuch im
Vollzugspunkt gutzuheissen und der Beschwerdeführer in der Schweiz vor-
läufig aufzunehmen.
7.2 In der Beschwerdeschrift wird dem unter Hinweis auf das Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts E-336/2020 vom 3. März 2020 entgegenge-
halten, dem Beschwerdeführer sei vom SEM im Sommer 2020 telefonisch
mitgeteilt worden, dass er im nationalen Asylverfahren aufgenommen
werde. Zudem sei eine Anhörung zu seinen Asylgründen auf den 8. Okto-
ber 2020 angesetzt worden, welche kurz davor abgesagt worden sei. Das
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SEM habe in seiner Verfügung nicht ausreichend begründet, weshalb es
die Rechtskraft des Nichteintretensentscheids vom (...) 2018 bestätigt
habe. Es sei den vom Bundesverwaltungsgericht aufgelisteten Fragen zur
Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht ausreichend nachge-
kommen. Zudem habe es Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG verletzt. Gemäss
dieser Bestimmung werde auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, wenn ein
Asylsuchender in einen Drittstaat zurückkehren könne, in welchem er sich
vorher aufgehalten habe. Vorliegend habe die Vorinstanz implizit aner-
kannt, dass der Beschwerdeführer nicht nach D._ zurückkehren
könne. Indem es lediglich die Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung
nach D._ festgestellt habe, werde ihm die Prüfung seiner Asyl-
gründe verwehrt.
8.
8.1 Vorab ist festzustellen, dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem
Urteil E-336/2020 vom 3. März 2020 die Verfügung vom 19. Dezember
2019 aufgehoben und die Vorinstanz aufgefordert hat, einen neuen Wie-
dererwägungsentscheid zu fällen. Diese hatte folglich über das Wiederer-
wägungsgesuch vom 5. November 2018 neu zu befinden. Wie der ange-
fochtenen Verfügung entnommen werden kann, hat sich die Vorinstanz in
ihren Erwägungen nur mangelhaft mit den sich stellenden Fragen ausei-
nandergesetzt. Insbesondere schloss sie dabei eine Wiedererwägung der
Verfügung vom (...) 2018 in Bezug auf das Nichteintreten auf das Asylge-
such aus, ohne ihre Schlussfolgerungen zu begründen. Zudem ist das Dis-
positiv mangelhaft und insgesamt unsorgfältig abgefasst. So wird darin le-
diglich die Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die
vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers angeordnet, währenddem
eine Dispositiv-Ziffer in Bezug auf die Abweisung des Wiedererwägungs-
gesuchs (Nichteintreten auf Asylgesuch) fehlt. Darüber hinaus ist das Dis-
positiv aus anderen Gründen unvollständig, wird in den Ziffern 1 und 3 doch
lediglich auf ein unbestimmtes Datum ("vom Datum", "ab Datum") hinge-
wiesen.
8.2 Die soeben aufgeführten Mängel (mangelhafte Begründung und unvoll-
ständiges Dispositiv) müssten grundsätzlich zu einer Rückweisung der Sa-
che an die Vorinstanz zur Neubeurteilung führen. Indes ist vorliegend aus
prozessökonomischen Gründen auf eine solche zu verzichten, zumal der
Beschwerdeführer aufgrund des Ausgangs des Verfahrens keinen Nachteil
daraus erleidet.
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Seite 8
9.
9.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann sich nach Prüfung der Akten den
Erwägungen der Vorinstanz nicht anschliessen.
9.2 Vorab ist auf die Erwägungen im Urteil E-336/2020 hinzuweisen, ge-
mäss denen das SEM in seiner Verfügung vom 19. Dezember 2019 den
rechtserheblichen Sachverhalt in mehreren Punkten nicht ausreichend er-
stellt habe. Die Verfügung wurde deshalb aufgehoben und das SEM ange-
wiesen, die Rückkehrmöglichkeit des Beschwerdeführers vertieft abzuklä-
ren (Einholung einer Zusicherung, Darlegung der Gründe der gescheiteren
Ausschaffung, Einholung von konkreten Angaben bei den zuständigen [...]
Behörden) und dies in seinem neuen Entscheid aufzuzeigen. Weiter wurde
festgestellt, für den Fall, dass der erstellte Sachverhalt nicht ohne weiteres
den Schluss zulasse, dass der Beschwerdeführer wieder in den Drittstaat
D._ einreisen könne, das Kriterium der möglichen Rückkehr in den
Drittstaat nicht bejaht werden könne.
9.3 Die Vorinstanz hat in ihrer angefochtenen Verfügung festgestellt, es
würden keine Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom
(...) 2018 im Nichteintretenspunkt beseitigen könnten. Gleichzeitig kam sie
aufgrund der besonderen Umstände – Schwierigkeiten, Reisedokumente
zu beschaffen und somit von D._ eine Rückübernahmezusicherung
zu erhalten – zum Schluss, dass sich der Vollzug der Wegweisung des
Beschwerdeführers in den Drittstaat D._ als unmöglich erweise,
weshalb das Wiedererwägungsgesuch in diesem Punkt gutgeheissen
werde. Dabei verkennt sie jedoch, dass die Möglichkeit des Wegweisungs-
vollzugs eine Rechtmässigkeitsvoraussetzung für den Erlass eines Nicht-
eintretensentscheids nach 31a Abs. 1 Bst. c AsylG darstellt (vgl. CONSTAN-
TIN HRUSCHKA in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar zum Migrationsrecht,
5. Aufl. 2019, Art. 31a AsylG S. 711; ev. analog für Dublin-Fälle BVGE
2015/4 E.4.3). Indem sie die Unmöglichkeit der Rückkehr des Beschwer-
deführers nach D._ festgestellt hat, fehlt es damit am Kriterium, ge-
mäss dem (nur dann) auf ein Asylgesuch nicht einzutreten ist, wenn der
Asylsuchende in den Drittstaat zurückkehren kann. Den vorinstanzlichen
Erwägungen können auch keine Gründe entnommen werden, die zu einem
anderen Schluss führen würden. Folglich wäre die Vorinstanz gehalten ge-
wesen, die Verfügung vom (...) 2018 vollständig in Wiedererwägung zu zie-
hen, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutreten und dieses in
der Schweiz materiell zu behandeln.
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9.4 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten insofern gutzuheissen, als da-
mit die Aufhebung der Verfügung vom (...) 2018 im Nichteintretenspunkt
und die Durchführung des Asylverfahrens des Beschwerdeführers in der
Schweiz beantragt wird. Das SEM ist daher anzuweisen, auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers einzutreten und dieses materiell zu behan-
deln.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG). Über den damit gegenstandslos gewordenen Antrag
auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (inkl. Kostenvorschuss-
verzicht) ist nicht mehr zu entscheiden.
11.
Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-
wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.
Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendi-
gen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in
fine VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung
wird in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichti-
gung der massgeblichen Bemessungsfaktoren demnach von Amtes wegen
auf insgesamt Fr. 450.– festgelegt.
(Dispositiv nächste Seite)
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