Decision ID: 0efc7d3b-8234-4a6f-8867-8337f8729e49
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Am 31. Januar 2007 stellte die Bundesanwaltschaft dem Eidgenössischen Untersuchungsrichteramt (nachfolgend „URA“) den Antrag zur Einleitung der Voruntersuchung gegen A., B., C., D., E. und F. wegen des Verdachts der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 2 BetmG), ausgehend von einer kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB [act. 1.4]).
B. Mit Gesuch vom 21. März 2007 beantragte das URA bei der I.  des Bundesstrafgerichts, es sei im Rahmen von Art. 110 BStP zu prüfen, ob die Bundesgerichtsbarkeit im Sinne von Art. 337 Abs. 1 StGB gegeben sei, und ob das URA die Eröffnung einer Voruntersuchung im Sinne von Art. 108 ff. BStP zu verfügen habe (act. 1.5). Mit  vom 3. April 2007 beantragte die Bundesanwaltschaft, das Ersuchen des URA sei ohne Weiterungen an dieses zurückzuleiten. Mit Entscheid vom 8. Mai 2007 trat die I. Beschwerdekammer aufgrund des nicht  Meinungsaustausches auf das Gesuch nicht ein (act. 1.1). In der Folge führte das URA mit dem Untersuchungsrichteramt des Kantons  einen erfolglosen Meinungsaustausch durch (act. 1.2 und act. 1.3).
C. Mit Gesuch vom 14. Juni 2007 stellt das URA erneut den Antrag, es sei zu
prüfen, ob die Bundesgerichtsbarkeit im Sinne von Art. 337 Abs. 1 StGB gegeben sei, und ob das URA die Eröffnung einer Voruntersuchung zu  habe (act. 1).
D. Mit Schreiben vom 25. Juni 2007 beantragt die Bundesanwaltschaft, auf
das Gesuch des URA vom 14. Juni 2007 sei nicht einzutreten, und es seien die Strafverfolgungsbehörden des Bundes zur Verfolgung und Beurteilung der den Beschuldigten zur Last gelegten strafbaren Handlungen für  und verpflichtet zu erklären (act. 3).
E. Mit Eingabe vom 26. Juni 2007 stellt die Staatsanwaltschaft des Kantons
Schaffhausen den Antrag, es seien die Strafverfolgungsbehörden des  zur Verfolgung und Beurteilung der Beschuldigten für berechtigt und verpflichtet zu erklären (act. 4).
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F. Mit Schreiben vom 3. Juli 2007 beantragt die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, es sei die Zuständigkeit des Bundes – eventualiter des Kantons Schaffhausen – zu bejahen (act. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Hat der Untersuchungsrichter Bedenken gegen die Zulässigkeit einer Vor-
untersuchung, so holt er die Entscheidung der Beschwerdekammer ein. Die Beschwerdekammer entscheidet nach Anhörung des Bundesanwalts (Art. 110 Abs. 1 BStP). Die Zulässigkeit einer Voruntersuchung hängt unter anderem davon ab, ob die Prozessvoraussetzungen für ein , und damit auch die Zuständigkeit der  des Bundes gegeben sind.
1.2 Soweit die Gesuchstellerin ihre Bedenken äussert, ob vorliegend überhaupt
eine kriminelle Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB bestehe und  die Bundesgerichtsbarkeit gemäss Art. 337 Abs. 1 StGB gegeben sei, macht sie Zweifel am Vorliegen der sachlichen Zuständigkeit geltend. Die sachliche Zuständigkeit bestimmt, ob strafbare Handlungen der kantonalen Gerichtsbarkeit oder der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen.  für die Anrufung der Beschwerdekammer zur Abklärung der  Zuständigkeit ist, dass ein Streit über die Zuständigkeit vorliegt (vgl. TPF BA.2007.2 vom 8. Mai 2007 E. 1.2 [act. 1.1]). Nachdem die  mit der für die Zuständigkeit allenfalls in Betracht kommenden  2 einen erfolglosen Meinungsaustausch durchgeführt hat (act. 1.2 und act. 1.3), ist auf das Gesuch einzutreten.
2. 2.1 Dem Schlussbericht über das gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren der
Bundeskriminalpolizei vom 24. März 2006 (nachfolgend „Schlussbericht BKP“) ist zu entnehmen, dass eine serbisch-montenegrinische  seit mindestens 2004 Handel mit Betäubungsmitteln (Heroin und  Kokain im Mehrkilobereich) betrieben habe. Die Drahtzieher der ganzen Organisation hätten von Serbien aus agiert (Schlussbericht BKP, S. 90). Diese Hinterleute in Serbien hätten sog. „Statthalter“ (Vertrau-
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ensleute) in Deutschland, Spanien, und den Niederlanden gehabt, welche den Handel mit den Betäubungsmitteln länderübergreifend organisiert . Die Ermittlungen hätten ergeben, dass mindestens 13 Personen in die Drogengeschäfte involviert gewesen seien (Schlussbericht BKP, S. 90). Die ganze Organisation sei durch einen „Hintermann“ in Serbien (G.) gesteuert worden, der durch dessen Vertreter in Deutschland (H.) und die dort  Personen (u.a. I. und J.) unterstützt worden sei (Schlussbericht BKP, S. 91). Die Organisation um H. und J. habe vermutlich das aus  stammende hochprozentige Kokain aus Spanien importiert, wo K. für die Beschaffung und Koordination zuständig gewesen sei. Die Drogen seien via Spanien über Frankreich nach Deutschland gebracht worden. Dort seien die Betäubungsmittel in Portionen abgepackt und anschliessend an die Abnehmer oder Transporteure, so auch an die Abnehmer in der Schweiz, weitergegeben worden (Schlussbericht BKP, S. 93). Das  Wirken habe sich dahingehend geäussert, dass fast jeder der  eine andere Funktion innerhalb der Organisation ausgeübt . E. sei beispielsweise der Kokainabnehmer in der Schweiz gewesen (Schlussbericht BKP, S. 92). A., welcher für den Kokainvertrieb in der Schweiz sowie zur Gewinnung neuer Abnehmer eingesetzt worden sei,  seinerseits die Mitarbeit von Transporteuren beansprucht, da er die Drogen nicht selbst habe transportieren wollen. F. und B. seien für die  innerhalb der Schweiz zuständig gewesen. L. habe Räume als Drogendepot zur Verfügung gestellt. Jeder Schritt im jeweiligen  habe mit dem „Vorgesetzten“ abgesprochen werden müssen. Die Mitglieder der unteren Hierarchiestufe der Organisation seien problemlos ausgetauscht worden (Schlussbericht BKP, S. 94). So seien beispielsweise die von A. eingesetzten Chauffeure für die Drogentransporte oder die  ausgewechselt worden. Das auf Dauer angelegte  habe sich dahingehend manifestiert, dass die  der Beschuldigten aus der Schweiz mit denjenigen aus Deutschland schon über mehrere Monate gedauert habe und nur durch die  beendet worden sei. J. habe dem verdeckten Ermittler erklärt, dass künftige Drogenlieferungen von monatlich 3 bis 4 Kilogramm möglich seien (Schlussbericht BKP, S. 89). Die Organisation sei gegenüber Dritten  gewesen. Die Geheimhaltung der Organisation nach aussen sei dahingehend gewahrt gewesen, dass die meisten Mitglieder einer legalen Tätigkeit nachgegangen seien. Die polizeilichen Ermittlungen hätten , dass insbesondere die Beschuldigten der oberen Hierarchiestufe sehr darauf bedacht gewesen seien, dass die unteren „Chargen“ nur die nötigsten Leute in der ganzen Organisation gekannt hätten. So sollen  A. und C. nicht gewusst haben, welche Funktion H. innerhalb der Organisation gehabt habe. Die Drogentransporteure ihrerseits hätten
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angegeben, weder J. noch die Gebrüder H./I./K. zu kennen. Jedes Mitglied der Organisation habe also nur diejenigen Personen gekannt, mit denen es unmittelbar zu tun gehabt habe. Die Drogen hätten innerhalb kurzer Zeit den Besitzer gewechselt und die jeweiligen Treffen seien durch  abgesichert worden. Die Absprachen seien sehr konspirativ , da die Gesprächsführung verschlüsselt erfolgt sei (Schlussbericht BKP, S. 93). Als Synonyme für Drogen/Kokain seien andere Wörter wie „Brief, Bild oder Bilder, CDs, Jacke oder T-Shirt“ verwendet worden. Ein Teil der Beschuldigten habe sehr oft die Natelnummer gewechselt. C. habe ausgesagt, dass er für praktisch jeden Drogentransport von J. ein neues Handy erhalten habe. Vielfach seien Natelanschlüsse benutzt worden,  nicht auf den eigenen Namen eingelöst worden seien (Schlussbericht BKP, S. 96). Das konspirative Verhalten habe sich auch dahingehend , dass für die Kokaintransporte nicht die eigenen Fahrzeuge  worden seien. Die Fahrzeuge seien auf Schmuggelfahrten von Deutschland in die Schweiz durch vorausfahrende Fahrzeuge abgesichert worden. Die Fahrer hätten auch eine konspirative Fahrweise an den Tag gelegt, indem sie die Routen oder die Geschwindigkeit kurzfristig und  geändert hätten. Zudem seien sie an den Strassenrand gefahren, um die Reaktion der Verkehrsteilnehmer zu beobachten. Oftmals seien zur  von Drogenübergaben, aus Angst vor der Polizei,  veranlasst worden. Diese Massnahmen seien laut BKP deutliche Zeichen dafür, dass die Beschuldigten alles in ihrer Macht stehende  hätten, um ihre Drogentätigkeit zu verschleiern (Schlussbericht BKP, S. 97). Die Beschuldigten hätten ihre Drogengeschäfte  zwecks finanzieller Bereicherung ausgeführt. Das Geld aus den  sei dazu bestimmt gewesen, nach Spanien gebracht zu . Deshalb seien für grössere verkaufte Drogenmengen Zahlungen in Euro verlangt worden (Schlussbericht BKP, S. 99). Dem Schlussbericht der BKP (S. 39 – S. 69) kann entnommen werden, dass die Drogengeschäfte in der Schweiz in den Kantonen Zürich, Thurgau, Aargau, Basel, St. Gallen und Schaffhausen abgewickelt worden seien. Die Einfuhr, Beförderung und Lagerung der Drogen habe sich im Bereich von 50 Gramm bis 100 Gramm Kokain pro Lieferung bewegt. Diese Delikte hätten im Kanton Schaffhausen stattgefunden. Der Verkauf und das Mitbringen von Kokainproben an  habe sich in den erwähnten Kantonen in der Grössenordnung von 5 Gramm bis 30 Gramm bewegt. Die grössten Mengen Drogen, die nachweisbar in die Schweiz eingeführt und verkauft worden seien, seien zwei Lieferungen von je 500 Gramm Kokain an einen verdeckten Ermittler im Kanton Zürich.
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2.2 Dem Antrag zur Einleitung der Voruntersuchung der Gesuchsgegnerin 1 vom 31. Januar 2007 ist zu entnehmen, dass gestützt auf die polizeilichen Ermittlungen die Voraussetzungen einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB gegeben seien (act. 1.4). Es handle sich um eine , in der mehrere Personen, unterteilt in Zellen in der Schweiz und im Ausland, zusammengearbeitet hätten (act. 1.4, S. 4). Die Zelle in der Schweiz sei zahlenmässig eher klein gewesen. Deren Aufgabe habe  darin bestanden, die im Raum Singen/Deutschland  Betäubungsmittel in die Schweiz zu transportieren, Kunden in der Schweiz zu akquirieren, und die Betäubungsmittel zu verkaufen (act. 1.4, S. 3). Die mit Blick auf die im Schlussbericht der BKP geschilderten  der Beschuldigten auszumachende Struktur der in Frage stehenden kriminellen Organisation zeichne sich durch eine klare Arbeitsteilung  den beteiligten Exponenten aus. Die Beschuldigten hätten die ihnen spezifisch zugeteilten Funktionen in präzis abgestimmter Art und Weise wahrgenommen. Die Struktur der arbeitsteiligen, unternehmensähnlichen Organisation sei gegenüber Mitgliedern und nach aussen konsequent  gehalten worden (act. 1.4, S. 4).
3. Die Gesuchstellerin macht geltend, es sei fraglich, ob überhaupt eine krimi-
nelle Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB gegeben sei (act. 1 und act. 1.5). Es sei nämlich zweifelhaft, ob die Strukturen und  der Gruppierung über das hinausgegangen seien, was in der reinen Drogenkriminalität üblich sei. Die zentrale Rolle innerhalb der Gruppierung hätten die Gebrüder H./I./K. im Sinne einer Familienbande ausgeübt. Die nachweisbare Tätigkeit im Drogenhandel beschränke sich nur auf ca. 1 Jahr. Das Vorliegen einer kriminellen Organisation sei zudem fraglich, weil das Verfahren in der Schweiz Personen und Tathandlungen auf einer eher niedrigen Hierarchiestufe umfasse. Zudem seien die Beschuldigten zum grossen Teil geständig, was bei organisierter Kriminalität eher selten sei.
4. 4.1 Gemäss Art. 337 Abs. 1 BStP unterstehen Widerhandlungen gegen das
BetmG dann der Bundesgerichtsbarkeit, wenn sie Verbrechen sind, die von einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB ausgehen und wenn die strafbaren Handlungen zu einem wesentlichen Teil im Ausland oder ohne bestimmten Schwerpunkt in mehreren Kantonen begangen  (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.1). Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, so verfolgen und beurteilen
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gemäss Art. 28 Abs. 1 BetmG grundsätzlich die Kantone die nach dem  strafbaren Handlungen. Die Bundesgerichtsbarkeit bildet somit die Ausnahme vom Grundsatz der kantonalen Gerichtsbarkeit (Art. 123 Abs. 2 BV); sie ist nur gegeben, wenn eine Bestimmung des  sie ausdrücklich vorsieht (BGE 125 IV 165, 171 E. 5.a; BGE 122 IV 91, 93 f. E. 3.a).
4.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts
6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.2) setzt der Tatbestand von Art. 260ter
StGB das Bestehen einer kriminellen Organisation voraus. Unter dem  der Verbrechensorganisation gemäss dieser Bestimmung ist eine  Gruppe von mehreren Personen zu verstehen, die mit dem Ziel  wurde, unabhängig von einer Änderung ihrer Zusammensetzung dauerhaft zu bestehen. Sie zeichnet sich namentlich durch die  ihrer Mitglieder unter Anweisungen, durch systematische , durch Intransparenz und durch in allen Stadien ihrer verbrecherischen Tätigkeit vorherrschende Professionalität aus. Im Weiteren gehört zum Begriff der kriminellen Organisation die Geheimhaltung von Aufbau und Struktur (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.2). Bezüglich der Geheimhaltung von Aufbau und personeller  verweist das Bundesgericht auf die in der Botschaft verlangte „, systematische Abschottung“, ohne diese näher zu definieren (Urteil des Bundesgerichts 8G.88/2002 vom 20. September 2002 E. 3 mit Hinweis auf BBl 1993 III 298). Gemäss ARZT ist die Organisation geheim, wenn  Geheimhaltung besteht, d.h. wenn die Mitglieder nur einige andere Mitglieder kennen und andere weder der Person noch der Funktion nach kennen und kennen sollen (siehe TPF SK.2005.8 vom 26. Januar 2006 E. 1.1.2). Falls sich die Mitglieder untereinander nicht kennen sollen, ist auch der Aufbau der Organisation undurchsichtig. Bei einer bloss externen  ist die Organisation geheim im Sinne von Art. 260ter StGB, wenn sie bei Bruch der Geheimhaltung systematisch schwerwiegende  gegen Verräter aus ihren Reihen ergreift (ARZT, Kommentar , Organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, Bd. I, Zürich 1998, Art. 260ter StGB N. 119; TPF SK.2005.8 vom 26. Januar 2006 E. 1.1.2). Zudem muss die Organisation den Zweck verfolgen, Gewaltverbrechen zu  oder sich durch verbrecherische Mittel Einkünfte zu verschaffen. Die Bereicherung durch verbrecherische Mittel setzt das Bestreben der  voraus, sich durch die Begehung von Verbrechen, namentlich gegen das Vermögen und von als Verbrechen erfassten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, rechtswidrige Vermögensvorteile zu  (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.2).
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4.3 Zu berücksichtigen ist, dass das Anknüpfungskriterium der kriminellen  im Sinne von Art. 260ter StGB in hohem Masse unbestimmt ist und nicht trennscharf bestimmt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.4). Ob das Verbrechen von einer  Organisation ausgeht, ist vielfach zu Beginn der Untersuchung nicht mit Bestimmtheit feststellbar (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.4; BGE 132 IV 89, 93 f. E. 2). Vielmehr muss genügen, dass ein konkreter Tatverdacht nach Art. 260ter StGB besteht bzw. darauf, dass eine Verbrecherorganisation im Sinne des Gesetzes vorliegt.
5. 5.1 Gestützt auf den Schlussbericht der BKP sowie den Antrag zur Einleitung
der Voruntersuchung der Gesuchsgegnerin 1 vom 31. Januar 2007 ist  in Bezug auf die zuständigkeitsbegründenden Elemente gemäss Art. 260ter StGB Folgendes festzustellen:
5.2 Die BKP ermittelte gegen die Beschuldigten wegen Verdachts auf Beteili-
gung an einer im internationalen Drogenhandel tätigen Organisation. Die Ermittlungsergebnisse der BKP zeigen auf, dass fast jeder Beschuldigte  der Organisation eine andere Funktion gehabt hat. Die  Arbeitsteilung hat sich auf die Beschaffung, den Transport, die  und den Weiterverkauf der Drogen bezogen (vgl. act. 1.3). Aufgrund der bisherigen Ermittlungen ist zudem davon auszugehen, dass sich die Organisation bzw. deren Mitglieder konsequent gegenüber Dritten  haben. Aber auch innerhalb der Organisation ist auf  geachtet worden. Entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin  somit zahlreiche und konkrete Anhaltspunkte, dass die Struktur und Verhaltensweisen der Beschuldigten über das hinausgingen, was in der reinen Drogenkriminalität oder Familienbande üblich ist. Dies zeigt sich im Übrigen auch darin, dass aufgrund der konspirativen Verhaltensweisen  der straffen Organisation der Gruppierung es nicht möglich war, den Drogenhandel mit den üblichen polizeilichen Mitteln aufzudecken. Es  zur Aufklärung der Straftaten des Einsatzes von telefonischen , Observationen über die Landesgrenzen hinweg,  sowie des Einsatzes eines verdeckten Ermittlers zur Abwicklung von Scheinkäufen (vgl. act. 1.3). Zudem steht aufgrund der bisherigen  fest, dass die Beschuldigten auf den unteren Hierarchiestufen  ausgewechselt worden seien, ohne dass dies die „Geschäftstätigkeit“ beeinträchtigt hätte. Soweit die Gesuchstellerin vorbringt, dass die  niedrig sei, ist festzustellen, dass die Zelle in der Schweiz  im internationalen Vergleich eher klein war. Entgegen der Auffas-
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sung der Gesuchstellerin spielt es aber keine Rolle, zu welcher  die in der Schweiz Beschuldigten gehörten oder auf welcher  die mutmasslichen Tathandlungen begangen wurden, wenn wie gemäss Schlussbericht der BKP angenommen wird, dass sie der  Organisation angehörten (vgl. act. 1.3). Für die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation gemäss Art. 260ter StGB ist nicht die  entscheidend, sondern vielmehr die Teilnahme an den deliktischen  innerhalb der Organisation. Das auf Dauer angelegte  lässt sich durch die zahlreichen und nachweisbaren Drogendelikte belegen (Schlussbericht BKP, S. 39 – S. 69). Ein weiterer Hinweis für das auf Dauer angelegte Zusammenwirken der Beteiligten sind die Aussagen von J. am 28. Mai 2005 gegenüber dem verdeckten Ermittler, wonach er monatlich 3 bis 4 Kilogramm Kokain in die Schweiz hätte liefern können (Schlussbericht BKP, S. 89). Im Übrigen ist aufgrund des Schlussberichtes der BKP davon auszugehen, dass sich die Beschuldigten mittels  Mittel zu bereichern versucht haben. Für das Vorliegen einer kriminellen Organisation ist im Übrigen nicht entscheidend, ob die  einer Gruppierung zum grossen Teil geständig sind oder nicht, sondern ausschliesslich der zu ermittelnde Sachverhalt bzw. ob die  von Art. 260ter StGB gegeben sind. Zudem ist in diesem  zu berücksichtigen, dass im Rahmen der Untersuchungen nach wie vor einige Punkte ungeklärt blieben (siehe z.B. Schlussbericht BKP, S. 75). Die meisten Beschuldigten waren zudem anfänglich nicht sehr kooperativ und sagten wohl nicht zuletzt wegen des Inhaftierungsdrucks aus (vgl. act. 1.3). Aus dem Umstand, dass die Beschuldigten mittlerweile zum grossen Teil geständig sind, kann die Gesuchstellerin jedenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten.
5.3 Im Schlussbericht der BKP vom 24. März 2006 sowie im Antrag zur Einlei-
tung der Voruntersuchung der Gesuchsgegnerin 1 vom 31. Januar 2007 finden sich somit genügend Anhaltspunkte, um die eingeklagten  als solche einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB zu betrachten. Es kann indessen offen bleiben, ob das  einer kriminellen Organisation mit einer jeden Zweifel  Gewissheit als bewiesen gelten kann. Die entsprechenden  sind im Schlussbericht der BKP und im Antrag der  1 jedenfalls genügend substanziiert, so dass der hinreichende Verdacht für das Vorliegen einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter
StGB besteht.
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6. 6.1 Die Gesuchstellerin macht zudem geltend, es sei fraglich, ob die weiteren
Voraussetzungen für die Begründung der Bundeszuständigkeit gemäss Art. 337 Abs. 1 lit. a und lit. b StGB erfüllt seien (act. 1.5). Die Tatsache, dass der Ausgangspunkt der Drogengeschäfte bzw. Drogenlieferungen in Deutschland liege, wo gegen die dortigen Exponenten separate Verfahren liefen, könne nicht unbedingt für das Vorliegen der Voraussetzung  sein, dass ein wesentlicher Teil der strafbaren Handlungen im Ausland begangen wurden (vgl. Art. 337 Abs. 1 lit. a StGB). Zudem sei die Voraussetzung für die Bundeskompetenz nach Art. 337 Abs. 1 lit. b StGB nicht gegeben, da der Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit im  Schaffhausen liege.
6.2 Bei den geltend gemachten Betäubungsmitteldelikten gemäss Art. 19 Ziff. 1
i.V.m. Art. 19 Ziff. 2 BetmG handelt es sich unbestrittenermassen um Verbrechen im Sinne von Art. 10 StGB (Voraussetzung für die  gemäss Art. 337 Abs. 1 StGB). Wie dargelegt wurde, hat die BKP gegen eine international tätige Organisation ermittelt, welche in  europäischen Ländern sog. „Statthalter“ habe. Zu dieser  tätigen Gruppierung sollen gemäss den bisherigen  auch die vorliegend Beschuldigten gehören. Gemäss  der BKP seien die Drogen vermutlich von Kolumbien via Spanien (Einfuhr und Zwischenlagerung) und Frankreich (Durchfuhr) nach  (Einfuhr, Lagerung, Abpackung, Verteilung und Verkauf) und  unter anderem in das Verteilsystem der Schweiz (Einfuhr,  und Verkauf) gelangt. Entgegen der Gesuchstellerin bestehen somit zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass ein wesentlicher Teil der  strafbaren Handlungen im Ausland stattgefunden hat. Die zur Frage stehenden Betäubungsmitteldelikte unterstehen somit der  im Sinne von Art. 337 Abs. 1 lit. a StGB, womit sich Ausführungen zu den von der Gesuchstellerin in Frage gestellten Voraussetzungen von Art. 337 Abs. 1 lit. b StGB erübrigen.
7. 7.1 Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass gemäss Bundesgericht eine
nachträgliche Änderung der einmal anerkannten Zuständigkeit zwar  ist, es jedoch dafür triftiger Gründe bedarf (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 7.1). Das ergibt sich namentlich bei fortgeschrittener Untersuchung bereits daraus, dass Gründe der Effizienz und das Beschleunigungsgebot gegen eine solche Änderung sprechen ( des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 7.1; BGE 132 IV
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89, 94 E. 2). Wenn das Untersuchungsverfahren nahezu abgeschlossen ist, ist ein Wechsel der Zuständigkeit in der Regel zu vermeiden (Urteil des Bundesgerichts 6S.528/2006 vom 11. Juni 2007 E. 7.1).
7.2 Im vorliegenden Verfahren ermitteln die Bundesbehörden (Bundeskriminal-
polizei, Bundesanwaltschaft) seit nunmehr ca. 21⁄2 Jahren mit grossem Aufwand (internationale Rechtshilfe, Telefonüberwachungen, verdeckter Ermittler, Hausdurchsuchungen, Scheinkäufe, Verhaftungen etc.). Die  Ermittlungen ermöglichen praktisch schon bald eine Anklage (vgl. act. 6). Die Beschuldigten sind weitgehend geständig, weshalb es nahe liegt, die Untersuchung beim Bund zu belassen und möglichst rasch , um beim Bundesstrafgericht Anklage zu erheben (vgl. act. 3).  Belassung der Verfahrensleitung bei den Strafverfolgungsbehörden des Bundes rechtfertigt sich somit insbesondere aufgrund des  gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK, und eine Übertragung des  liesse sich unter dem Aspekt der Prozessökonomie nicht . Es liegen keine triftigen Gründe im Sinne der obgenannten  für einen Zuständigkeitswechsel vor (E. 7.1). Zudem ist zu , dass sich bei einem Wechsel der Kompetenz die kantonalen Strafverfolgungsbehörden in umfangreiche Akten einlesen müssten, was erhebliche Zeit in Anspruch nehmen würde. Dies würde ebenfalls dem  der Effizienz widersprechen.
8. Das Gesuch ist somit als unbegründet abzuweisen. Die  des Bundes sind weiterhin zur Verfolgung und Beurteilung der den Beschuldigten zur Last gelegten strafbaren Handlungen berechtigt und verpflichtet. Die Gesuchstellerin wird angewiesen, die Eröffnung einer  im Sinne von 108 ff. BStP zu verfügen und das  unter Berücksichtigung des Beschleunigungsgebotes gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzuführen.
9. Gemäss Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG dürfen dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden in der Regel keine Gerichtskosten  werden. Im vorliegenden Fall drängt sich ein Abweichen von der  Regel nicht auf, weshalb der Gesuchstellerin keine Kosten  werden.
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