Decision ID: 4efdfb47-e9d7-51f9-ab4b-e2f0ea0ea3b4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a J._ war bei der A._ als Kioskleiterin tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als sie laut Angaben in der Unfallmeldung vom 15. Januar 2008 am 4.
Dezember 2007 beim Wechseln der Buslinie beim Bahnhof gerannt sei, jedoch abrupt
habe stoppen müssen, weil der zu erreichende Bus unmittelbar vor dem Einsteigen
losgefahren sei. Dabei habe sie sich das Knie verdreht und es habe einen lauten Knall
gegeben (Suva-act. 1). Wegen persistierender Schmerzen wurde bei der Versicherten
am 12. Dezember 2007 eine MRI-Untersuchung durchgeführt. Der erstbehandelnde
Arzt Dr. med. B._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, überwies die Versicherte an Dr.
med. C._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie. Dieser
diagnostizierte im Bericht vom 3. Januar 2008 eine retropatelläre Knorpelfraktur und ein
mediales Plicasyndrom links sowie eine Baker-Zyste ohne Meniskuspathologie (Suva-
act. 3, 5). In einer zwischenzeitlich erfolgten Unfallmeldung an die Arbeitgeberin vom
19. Dezember 2007 hatte die Versicherte festgehalten, die Bustür habe sich abrupt
geschlossen und der Bus sei losgefahren. Als sie deshalb abrupt gestoppt habe, habe
es sich angefühlt, wie wenn sich die Kniescheibe verdreht hätte (Suva-act. 2). Am 11.
Januar 2008 nahm Dr. C._ bei Diagnose eines medialen Plicasyndroms des linken
Knies eine arthroskopische Plica- und Narbenresektion sowie eine Hoffareduktion links
vor (Suva-act. 6). Im Fragebogen zum Unfallhergang vom 29. April 2008 führte die
Versicherte an, sie führe die Kniebeschwerden auf einen Unfall zurück, wobei nach
einem Knieverdrehtrauma und nach einem nach hinten Ausrutschen ein akuter
Schmerz aufgetreten sei. Es sei insofern etwas Besonderes passiert, als sie vor einer
plötzlich schliessenden Bustür abrupt abgebremst habe (Suva-act. 11). Am 17. Juni
2008 gab die Versicherte gegenüber der Suva zu Protokoll, sie habe am 4. Dezember
2007 wie immer beabsichtigt, beim Bahnhof auf den Bus der Linie 7 umzusteigen.
Dieser habe mit offener Tür bereit gestanden. Sie habe mit dem rechten Fuss voran in
den Bus einsteigen wollen, worauf jedoch der Bus - mit erst halb geschlossener Tür -
abrupt losgefahren sei. Sie sei - das rechte Bein noch in der Luft und das linke Bein voll
belastet - erschrocken und habe das rechte Bein zurückgezogen. Dabei müsse sie sich
das linke Knie irgendwie verdreht haben. Ob sie auf etwas ausgerutscht sei, wisse sie
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nicht mehr. Jedenfalls habe es im linken Knie einen Knall gegeben und es seien sofort
Schmerzen aufgetreten. Gestürzt sei sie nicht und angeschlagen habe sie sich
gleichfalls nirgendwo (Suva-act. 16).
A.b Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 lehnte die Suva den Anspruch der Versicherten
auf Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der
Begründung ab, der gemeldeten Gesundheitsschädigung liege weder ein Unfall noch
eine unfallähnliche Körperschädigung zugrunde (Suva-act. 18).
B.
Gegen diese Verfügung erhob J._ am 14. Juli 2008 Einsprache (Suva-act. 21), welche
die Suva mit Entscheid vom 29. September 2008 abwies (Suva-act. 25). Die Helsana
Versicherungen AG hatte als Krankenversicherer von J._ am 8. Juli 2008 gegen die
ablehnende Verfügung der Suva vorsorglich Einsprache erhoben (Suva-act. 19), zog
diese aber nach Einsicht in die Akten am 12. August 2008 wieder zurück (Suva-act. 23).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 29. September 2008 richtet sich die von der
Versicherten eingereichte Beschwerde vom 21. Oktober 2008 mit dem sinngemässen
Antrag, die Verfügung vom 4. Juli 2008 und der angefochtene Einspracheentscheid
seien aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen aus der
Unfallversicherung zu erbringen.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 20. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 22. Januar 2009 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag
vom 21. Oktober 2008 fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen
einer Duplik.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit
entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen des Vorfalls vom
4. Dezember 2007 leistungspflichtig ist.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
2.2 Zu prüfen ist im Folgenden, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den
Körper der Beschwerdeführerin eingewirkt hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal
der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den
Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der
äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112
V 202 f. E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen). Nach Lehre und
Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors auch in
einer unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und
Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). So kann der Körper als Ganzes in Bewegung kommen,
indem er - z.B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und Schaden nimmt.
Der äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres gegeben. Dies trifft
jedoch auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines
Sturzes, bloss einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der
Aussenwelt liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen (RKUV 1999 Nr. U
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333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Maurer, a.a.O., S. 176 f.; Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 27 f.). Wo sich die Schädigung auf
das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von
Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb
eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte
Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonderen sinnfälligen
Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel
in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine
erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (RKUV 1999 Nr.
U 345 S. 422 E. 2b und 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4).
2.3 Der Leistungsansprecher muss die Umstände eines Unfalls glaubhaft machen.
Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis
nicht (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es nicht,
einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis
zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue
und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Unfallumstände ein Bild zu
machen und diese in objektiver Weise abzuklären (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 20 f.). Die
Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt
sind. Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 117 V 360
E. 4a mit Hinweisen). Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Der Grundsatz gilt jedoch
nicht uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien.
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen eine Beweislast aber
insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
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ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V
133, 107 V 161). Angewendet auf den konkreten Fall heisst dies, dass die Beweislast
hinsichtlich des Vorliegens eines Unfallereignisses auf Seiten der Beschwerdeführerin
liegt. Sie muss, wenn auch nicht beweisen so doch glaubhaft dartun können, dass die
Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 46 E. 2).
2.4 Nach unbestritten gebliebener Schilderung des Vorfalls beabsichtige die
Beschwerdeführerin am 4. Dezember 2007 beim Busbahnhof die Buslinie zu wechseln.
Sie rannte auf den mit offener Tür bereit stehenden Bus zu, wollte mit dem rechten
Fuss voran einsteigen, als jedoch die Tür sich zu schliessen begann und der Bus
abrupt losfuhr. Die Beschwerdeführerin erschrak - mit dem rechten Bein noch in der
Luft und dem linken Bein voll belastet - und zog das rechte Bein zurück. Angeblich
verdrehte sie sich dabei irgendwie das linke Knie und verspürte sogleich einen
Schmerz. - Fest steht damit, dass der Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin vom
Vorgang des plötzlichen Schliessens der Bustür und Anfahren des Busses beeinflusst
worden ist, indem sie das rechte Bein abrupt von der Bustür zurückzog. Zur Diskussion
steht jedoch eine Gesundheitsschädigung des linken Kniegelenks. Fraglich ist
demnach, ob obige Beeinflussung auch auf das linke Kniegelenk eingewirkt hat.
Gefordert ist, wie bereits erwähnt, eine ungewöhnliche Einwirkung bzw. eine
programmwidrige Störung des Bewegungsablaufs des linken Kniegelenks. Um dies zu
bejahen, müsste konkret von einer unphysiologischen Beanspruchung einzelner
Körperteile (Muskeln, Sehnen etc.) ausgegangen werden können, wie sie etwa durch
Abwehrmassnahmen bei einem Ausgleiten oder beim Verhindern eines Sturzes
vorkommen. Das Stehen auf einem Bein mit seinem vollen Gewicht ist als vollkommen
normale Beanspruchung des Knies zu werten. Eine unphysiologische,
programmwidrige Störung ist jedoch in Bezug auf die von der Beschwerdeführerin
angegebene Verdrehung des linken Knies zu prüfen.
2.5 Der erstbehandelnde Arzt Dr. B._ diagnostizierte in seinem Arztzeugnis vom 25.
Januar 2008 eine Distorsion linkes Knie (Suva-act. 5). Bei einer Distorsion handelt es
sich im Regelfall um eine traumatisch bedingte Diagnose (vgl. dazu Alfred
M. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1090 ff.).
Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem
Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar eine pathologische
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Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch
Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder der Plötzlichkeit
abgeht (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Januar 2000 [U 236/98] i/S s.,
E. 2d; Maurer, a.a.O., S. 176 f.). Insbesondere Distorsionen zeichnen sich durch
verschiedenste Schweregrade aus bzw. können auch nach einem geringfügigen
Trauma auftreten (vgl. dazu Alfred m. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie,
4. Aufl. Bern 2002, S. 1097, 1117; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 30. August 2001
[U 277/1999] i/S J.). Damit ist bereits allgemein gesagt, dass eine Distorsion nicht in
jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung
eines Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entspricht. So ist
denn auch im vorliegenden Fall ein Knieverdrehen im Sinn einer unter besonders
sinnfälligen Umständen gesetzten unkoordinierten Bewegung nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit glaubhaft gemacht. Es ist eine
Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen Bewegungsablauf Verdrehungen von
Körperteilen nichts Aussergewöhnliches darstellen. Inwieweit, d.h. in welcher Form und
Intensität, die Muskulatur, die Knochenstruktur oder die Gelenke des Knies im Sinn
einer klar abgegrenzten Belastungssituation durch ein Verdrehen übermässig
beansprucht wurden, wird konkret in keiner Weise bzw. als "irgendwie" beschrieben.
Die weitere Formulierung der Beschwerdeführerin, sie müsse sich beim abrupten
Zurückziehen des rechten Beins irgendwie das linke Knie verdreht haben, lässt letztlich
nicht einmal das wirkliche Wissen um eine Verdrehung erkennen. Damit
übereinstimmend ist darauf hinzuweisen, dass das auf die Bustür gerichtete,
gewichtsbelastete Bein grundsätzlich keine Drehbewegung ausführt, wenn das
angehobene Bein an den Körper zurückgezogen wird. Hervorzuheben ist sodann, dass
Dr. B._ zwar im Rahmen der ersten ärztlichen Untersuchung den für eine solche
Diagnose typischen Befund einer eingeschränkten Kniegelenksflexion vermerkte, im
Übrigen jedoch - wider dem Regelfall - vollkommen normale Befunde erhob.
Insbesondere zeigten sich offenbar die für eine Distorsion typischen Befunde einer
Schwellung oder eines Ergusses nicht (Suva-act. 5; vgl. dazu Roche Lexikon, Medizin,
5. Aufl., S. 441). Anlässlich der Untersuchung von Dr. C._ vom 19. Dezember 2007
und 3. Januar 2008 liess sich ausserdem eine intakte Bändersituation feststellen (Suva-
act. 3). Die von Dr. B._ gestellte Diagnose einer Distorsion erscheint damit
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aktenmässg fraglich. Es ist nicht auszuschliessen, dass seine Diagnose einfach auf der
subjektiven Ereignisschilderung der Beschwerdeführerin basierte. Selbstverständlich
soll damit nicht in Abrede gestellt werden, dass der beschriebene Vorgang vom 4.
Dezember 2007 den Auslösefaktor für den plötzlich aufgetretenen Knieschmerz links
bildete. Für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG
in Verbindung mit Art. 4 ATSG kann jedoch nicht jedes Geschehen bzw. jede
Bewegung des Körpers genügen, sondern es muss eben ein Unfallereignis vorliegen.
2.6 Insgesamt ist damit jedenfalls das Vorliegen einer besonders sinnfälligen
unkoordinierten Bewegung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit dargetan bzw. ein Unfallereignis nicht als erwiesen anzusehen.
3.
3.1 Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob es sich bei der Verletzung der
Beschwerdeführerin um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) handelt. Gemäss Art. 6
Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls
ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat er in Art. 9
Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht. Als so genannte unfallähnliche Körperschädigungen
gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV (abschliessend [vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, 147
E. 2b, je mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Aufl. Bern 1989, S.202] aufgeführten Körperschädigungen. Es handelt sich dabei um
Knochenbrüche, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung zurückzuführen sind
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d),
Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und
Trommelfellverletzungen (lit. h). Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG
vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei
den unfallähnlichen Körperschädigungen nicht erforderlich. Hingegen hat das EVG in
BGE 129 V 465 E. 2.2 seine Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach
mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen
die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer
Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung (Art. 4 UVG) - erfüllt sein müssen. Laut EVG-
Rechtsprechung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses
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besondere Bedeutung zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv
feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls. Wo ein solches Ereignis mit
Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser
eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine
eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Kein
unfallähnliches Ereignis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit den
Schmerzen gleichgesetzt wird, wie sie anfänglich bei den in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h
UVV aufgezählten Gesundheitsschäden typischerweise in Erscheinung treten. Das
Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinn
der Rechtsprechung. Mit anderen Worten kann von einem erforderlichen äusseren
schädigenden Faktor dort nicht gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das
(erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag. Auch
nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das
(erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht,
welche die versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung
eines äusseren, auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist
stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential
innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende
Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird,
wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim
Aufstehen, Absitzen, bei der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen
einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach
Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körperschädigung berufen. Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren
schädigenden Faktors bei Änderung der Körperlage, die nach unfallmedizinischer
Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, etwa das plötzliche
Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch
äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage (BGE 129 V 466 E. 4.2.3
S. 470). Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist dabei demzufolge ein
gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten
Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der
alltäglichen Lebensverrichtung führenden Momentes (BGE 129 V 466 E. 43. S. 471).
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3.2 Dr. B._ stellte in seinem Arztzeugnis vom 25. Januar 2008, wie bereits erwähnt,
die Diagnose einer Distorsion (Suva-act. 5). Grundsätzlich handelt es sich bei einer
nach einer Gelenksverdrehung auftretenden Distorsion definitionsgemäss um eine
Bandverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV (vgl. Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 259. Aufl. Berlin 2002, S. 374; Debrunner, a.a.O., S. 1097; Maurer, a.a.O.,
S. 205; Urteil des EVG vom 30. August 2001 [U 277/99] i/S J.; Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2007 [UV 2006/74] i/S Z.;
LGVE 2004 II Nr. 43, S. 367), welche gerade im Bereich des Knies eine häufige
Verletzung darstellt. Angesichts der verschiedenen Schweregrade von Distorsionen
können sie im Einzelfall eben auch - wenn auch nicht unbedingt einem Unfall - so doch
zumindest noch einem unfallähnlichen Ereignis ohne Programmwidrigkeit im Sinne
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen. Wie dargelegt ist jedoch das
tatsächliche Geschehen einer Distorsion im konkreten Fall an sich fraglich und die von
Dr. B._ gestellte Diagnose aktenmässig wenig überzeugend. Insofern stellt sich in
Bezug auf die Beurteilung des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung im
Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV speziell die Frage, inwieweit die Diagnose der Distorsion
überhaupt als massgebend zu betrachten ist. - Dr. B._ liess am 12. Dezember 2007
eine MRI-Untersuchung durchführen und überwies die Beschwerdeführerin wegen
persistierender Beschwerden dem spezialisierten Facharzt Dr. Boss. Dieser stellte in
seinem Bericht vom 3. Januar 2008 die Diagnosen einer retropatellären Knorpelfraktur,
eines medialen Plica-Syndroms links sowie einer Baker-Zyste ohne
Meniskuspathologie. Im Rahmen der MRI-Untersuchung zeigte sich zudem eine
Chondropathie im medialen und lateralen Kompartiment Grad I bis beginnend Grad II,
sowie eine grenzwertige Hoffa-Hypertrophie (Suva-act. 3). Am 11. Januar 2008 führte
Dr. C._ bei der Beschwerdeführerin eine arthroskopische Plica- und Narbenresektion
sowie eine Hoffareduktion links durch und stellte erneut die Diagnose eines
posttraumatischen medialen Plica-Syndroms Knie links (Suva-act. 8). Bereits rund
einen Monat nach dem Ereignis vom 4. Dezember 2007 zeigten sich damit bei der
Beschwerdeführern umfassende gesundheitliche Schädigungen im Bereich des Knies,
die operativ behoben werden mussten. Im Einzelnen handelt es sich um
Schädigungen, die uneingeschränkt oder im Regelfall degenerativ bedingt sind und
insofern in Art. 9 Abs. 2 UVV nicht als unfallähnliche Körperschädigungen aufgeführt
sind. Zwischen den genannten Schädigungen bestehen sodann teilweise
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Zusammenhänge (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., 123 f. 1067, 1088; www.Wikipedia.de,
Suchbegriffe: Kniegelenk, Baker-Zyste, Hoffa-Kastert-Syndrom, Abfrage vom 17.
August 2009; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 831). Als
Hauptdiagnose in den Berichten von Dr. C._ zeigt sich das Plica-Syndrom Knie links.
Bei der Plica handelt es sich grundsätzlich um eine normale anatomische Struktur, die
das arthroskopische Bild gelegentlich etwas irritiert. Dennoch kann sie pathologisch
werden und klinische Bedeutung haben, indem sie als Plica-Syndrom die Ursache von
Schmerzen ist (Debrunner, a.a.O., S. 1037). Mit dem Vorliegen eines "Syndroms" liegt
ein Krankheitsbild vor, welches sich stets mit den gleichen Krankheitszeichen
manifestiert, sich jedoch hinsichtlich seiner Ursache inbesondere vielfältig gestaltet
(Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., S. 1791). Der von Dr. C._ der Diagnose zugefügte
Ausdruck "posttraumatisch" bringt sodann bloss zum Ausdruck, dass die Diagnose
zeitlich nach dem geltend gemachten Sachverhalt gestellt wurde. Aufgrund der obigen
Darlegungen muss damit in Bezug auf das linke Knie der Beschwerdeführerin von einer
ausgeprägten krankheits- bzw. degenerativbedingten Gesundheitsschädigung
ausgegangen werden, die das - allfällige - Geschehen einer Distorsion insgesamt
betrachtet als irrelevant erscheinen und das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV verneinen lässt. Die Frage, ob
zudem eine schädigende äussere Einwirkung bzw. ein unfallähnliches Ereignis vorliegt,
kann unter diesen Umständen offen gelassen werden. Der Vollständigkeit halber ist
dennoch anzufügen, dass im vorliegenden Fall überhaupt das gesteigerte
Schädigungspotential, d.h. auch dasjenige im Sinne einer an sich geringfügigen
traumatischen Gelenksverdrehung mit auftretender Distorsion und damit nur einem
unfallähnlichen Ereignis ohne Programmwidrigkeit im Sinn eines ungewöhnlichen
äusseren Faktors entstammend, zweifelhaft und damit nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit glaubhaft gemacht ist (vgl. dazu auch Erwägung
2.5).
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 29. September 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG