Decision ID: 61c7e209-31e7-4743-8c1a-3edaf73d301f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Veruntreuung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 3. Juni 2020 (DG190038)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 30. September
2019 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/18).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 35 S. 46 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB;
− der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1);
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;
− des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder
Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in
Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG;
− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2
SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern im
Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.
2. Vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 6, zum Nachteil des
Privatklägers 1) wird der Beschuldigte freigesprochen.
3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober
2014 (Geschäfts-Nr. GG140036-M) ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten (abzüglich
2 Tage erstandener Haft) wird widerrufen.
4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 20 Monaten
Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute insgesamt 4 Tage durch Haft
erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.00.
5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.
6. Die Privatkläger 1 und 2 werden mit ihren Schadenersatz- respektive Genugtuungsbe-
gehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
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7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'100.00 Gebühr für das Vorverfahren;
Fr. 1'550.00 Auslagen Forensisches Institut;
Fr. 40.00 Auslagen inner- und ausserkantonale Verfahrenskosten Polizei.
8. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des
Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 12'587.60 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.)
entschädigt.
9. Die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten zu 9/10 und diejenigen des
gerichtlichen Verfahrens vollständig auferlegt, ausgenommen diejenigen der amtlichen
Verteidigung. Die übrigen Untersuchungskosten (im Umfang von 1/10) werden auf die
Gerichtskasse genommen.
10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-
halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
11. (Mitteilungen.)
12. (Rechtsmittel.)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 36 S. 2 und Urk. 49 S. 1 f. sinngemäss)
1. Das vorinstanzliche Urteil sei hinsichtlich des Schuldspruchs der Sachent-
ziehung im Sinne von Art. 141 StGB (Dossier 1) aufzuheben und der
Beschuldigte sei diesbezüglich freizusprechen.
2. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen
− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB; − der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB; − des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung,
Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG;
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− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder  im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.
3. Der Freispruch vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141
StGB (Dossier 6) sei zu bestätigen.
4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon
vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von 10 Monaten sei zu
widerrufen.
5. Der Beschuldigte sei unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit
13 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, unter Anrechnung von
4 Tagen erstandener Haft, sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen
zu Fr. 10.– zu bestrafen.
6. Die Freiheitsstrafe sei teilbedingt auszusprechen, wobei der unbedingte
Anteil der Strafe 6 1⁄2 Monate betragen soll. Die Geldstrafe sei zu vollziehen.
7. Es sei zu bestätigen, dass die Privatkläger 1 und 2 mit ihren Schadenersatz-
bzw. Genugtuungsbegehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses
verwiesen werden.
8. Die Honorarnote des amtlichen Verteidigers gemäss der Rechnung vom
6. Mai 2021 sei zu bestätigen unter Berücksichtigung der effektiven Dauer
der Berufungsverhandlung.
9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen die Kosten der
amtlichen Verteidigung, seien zu 75% auf die Staatskasse zu nehmen. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung seien unter dem üblichen Vorbehalt auf
die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Einleitung, Verfahrensgang und Umfang der Berufung
1. Einleitung
Hintergrund der vorliegenden Anklage bildet die frühere Tätigkeit des Beschuldig-
ten als Motorradmechaniker. Es wird ihm vorgeworfen, im Rahmen dieser Arbeits-
tätigkeit verschiedene ihm übergebene Motorräder oder Fahrzeugteile nicht – wie
mit den jeweiligen Kunden vereinbart – repariert, überholt oder montiert, sondern
diese zum eigenen Gebrauch zweckentfremdet respektive in einem Fall gar
weiterverkauft zu haben. Sodann habe der Beschuldigte bei der Polizei ein Motor-
rad als gestohlen gemeldet, obwohl er genau gewusst habe, dass er selber für
den Verlust des Fahrzeuges verantwortlich gewesen sei. Die weiteren Vorwürfe
betreffen das Strassenverkehrsrecht. So soll der Beschuldigte insbesondere
verschiedene Fahrzeuge gelenkt haben, obwohl ihm zuvor der Führerausweis auf
unbestimmte Zeit entzogen worden war (Urk. D1/18).
2. Verfahrensgang
2.1. Für den Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Entscheid kann auf die
entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 35 S. 4).
Während die Vorinstanz den Beschuldigten mit vorstehend wiedergegebenem
Urteil vom 3. Juni 2020 vom Vorwurf der Sachentziehung (Dossier 6) freisprach,
erkannte sie ihn im Übrigen anklagegemäss für schuldig. Den Anklagesachverhalt
gemäss Dossier 1 würdigten die Vorderrichter im Sinne der Eventualanklage als
Sachentziehung und nicht als Veruntreuung. Der mit Urteil des Bezirksgerichts
Dietikon vom 8. Oktober 2014 gewährte bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe von
10 Monaten wurde widerrufen und unter Einbezug dieser Vorstrafe eine Gesamt-
strafe von 20 Monaten Freiheitsstrafe ausgefällt. Zusätzlich sanktionierte die
Vorinstanz das Vergehen gegen Art. 96 Abs. 2 SVG mit einer Geldstrafe von
10 Tagessätzen zu Fr. 10.–, und ordnete sowohl für die Freiheits- als auch für die
Geldstrafe den Vollzug an. Die beiden Privatkläger wurden mit ihren Zivil-
ansprüchen auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen (Urk. 35
S. 46 ff.).
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2.2. Mit Eingabe vom 4. Juni 2020 meldete der Beschuldigte rechtzeitig
Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil an und reichte nach Zustellung des
begründeten Entscheids mit Eingabe vom 3. November 2020 fristgerecht die
Berufungserklärung ein (Urk. 30 = Urk. 38/1; Urk. 34/1, Urk. 36 und Urk. 38/3). Mit
Präsidialverfügung vom 9. November 2020 wurde den beiden Privatklägern und
der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder
um Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 39). Während die Staats-
anwaltschaft innert Frist Verzicht auf Anschlussberufung erklärte (Urk. 41), liessen
sich die beiden Privatkläger nicht vernehmen. Obwohl dem Beschuldigten mit
vorgenannter Präsidialverfügung sodann Frist angesetzt wurde, seine finanziellen
Verhältnisse zu belegen, gingen seitens des Beschuldigten keine Unterlagen am
Gericht ein.
2.3. Am 10. März 2021 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen,
zu welcher der Beschuldigte und sein amtlicher Verteidiger erschienen sind
(Prot. II S. 4). Dabei wurden weder Vorfragen aufgeworfen noch Beweisanträge
gestellt (Prot. II S. 6 f.). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
3. Berufungsumfang und Hinweis
3.1. Bezüglich des Schuldpunktes liess der Beschuldigte in seiner Berufungs-
erklärung die Schuldigsprechung wegen Sachentziehung gemäss Dossier 1 sowie
die Vorwürfe im Zusammenhang mit Dossier 2 anfechten (Führen eines Motor-
fahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen
Ausweises, Irreführung der Rechtspflege, Fahren ohne Haftpflichtversicherung
und missbräuchlicher Verwendung von Ausweisen und/oder Kontrollschildern;
Dispositivziffer 1 Spiegelstriche 2, 3, 4 [nur betr. Dossier 2], 5 und 6). Dies
bestätigte der Verteidiger auch sinngemäss zu Beginn der heutigen Verhandlung
(vgl. Urk. 36; Prot. II S. 6). Im weiteren Verlauf der Verhandlung anerkannte
jedoch sowohl der Beschuldigte in seiner Befragung als auch der Verteidiger
anlässlich des Parteivortrags die Anklagevorwürfe gemäss Dossier 2 (vgl. Urk. 48
S. 13 ff.; Urk. 49 S. 1 f.).
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Im Weiteren ficht der Beschuldigte die ausgesprochene Sanktion an und bean-
tragt die Herabsetzung der von der Vorinstanz ausgefällten Gesamtstrafe sowie
deren teilbedingten Vollzug (Dispositivziffern 3-5). Entsprechend den Anträgen
des Beschuldigten hat sodann auch die Kostenauflage von 9/10 zu Lasten des
Beschuldigten als angefochten zu gelten (Dispositivziffer 9; vgl. Urk. 36 und
Urk. 49 S. 1 f.).
3.2. Nicht angefochten wird das vorinstanzliche Urteil somit hinsichtlich des
Schuldspruchs der Veruntreuung (Dispositivziffer 1 Spiegelstrich 1) und des
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Entzug oder
Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Dossier 5 und 8 (Dispositiv-
ziffer 1 Spiegelstrich 4 [teilweise]). Als unangefochten gilt weiter der Freispruch
vom Vorwurf der Sachentziehung betreffend Dossier 6 (Dispositivziffer 2), die
Verweisung der Privatkläger auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses (Dispo-
sitivziffer 6), die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7) sowie die Entschädigung
des amtlichen Verteidigers für die Untersuchung und das vorinstanzliche Verfah-
ren (Dispositivziffer 8). Es ist deshalb vorab festzustellen, dass das Urteil vom
3. Juni 2020 diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. Da grundsätzlich die
Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 und Abs. 4 StPO für die Feststellung
der Rechtskraft massgebend ist und der Beschuldigte diese anlässlich der
Berufungsverhandlung nicht weiter einschränken liess (vgl. Prot. II S. 6), hat
hinsichtlich der nunmehr ebenfalls anerkannten Anklagevorwürfe kein Feststel-
lungsbeschluss betreffend Rechtskraft zu ergehen (s.a. nachfolgend Erw. II.2.).
3.3. Im Übrigen kann an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sich die
urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Beru-
fungsgericht kann sich daher auf die für seinen Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil 1B_242/2020 vom 2. September
2020 E. 2.2.).
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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Anklagevorwurf gemäss Dossier 1
1.1. Bestrittener Sachverhalt
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe vom Geschädigten B._ an-
fangs Juni 2018 dessen Motorrad, eine Harley-Davidson, zur Reparatur über-
nommen. Dabei sei dem Beschuldigten auch ein handgefertigter Leder-Sozius-
sattel übergeben worden, um diesen anstelle des Gepäckträgers an das Motorrad
zu montieren. Am 21. Juni 2018 habe der Beschuldigte dem Geschädigten das
Motorrad sowohl ohne Gepäckträger als auch ohne montierten Soziussattel
zurückgegeben. Selbst auf mehrfaches Verlangen hin habe der Beschuldigte dem
Geschädigten weder den Sattel noch den Gepäckträger ausgehändigt, sondern
habe über diese wie ein Eigentümer verfügt. In subjektiver Hinsicht habe er
gewusst, dass ihm die Motorradteile zwecks Demontage bzw. Montage über-
geben worden seien und durch den Entzug dieser Teile dem Geschädigten ein
wesentlicher Nachteil zugefügt werde. Trotzdem habe er dies durch sein Vor-
gehen zumindest in Kauf genommen (Urk. D1/18 S. 2 f.; Eventualvariante Sach-
entziehung).
Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich nicht, dass er vom Geschädigten
B._ nebst dessen Harley-Davidson auch einen handgefertigten Sattel über-
geben erhalten hat, um diesen anstelle des Gepäckträgers zu montieren, und er
dem Geschädigten hernach die Harley-Davidson ohne Sattel und Gepäckträger
wieder auslieferte. Der Beschuldigte führt hierzu jedoch aus, ein Kollege
bzw. Mechaniker, der mit dem Motorrad eine Probefahrt gemacht habe, habe den
Sattel unbeabsichtigt verloren, da dieser nur mit einem Saugnapf befestigt
gewesen sei (Urk. D1/4/1 S. 2; Prot. I S. 7; Urk. 48 S. 10-12). Auch anlässlich der
heutigen Berufungsverhandlung stellte er sich grundsätzlich auf diesen Stand-
punkt (Urk. 48 S. 11 f.).
Die Verteidigung macht geltend, allein aus der Tatsache, dass der Sattel und der
Gepäckträger nicht zurückgegeben worden seien, könne nicht auf ein strafrecht-
lich relevantes Handeln des Beschuldigten geschlossen werden. Dieser habe die
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Gegenstände verloren und faktisch gar nicht mehr herausgeben können, weshalb
es am nötigen Vorsatz des Vorenthaltens mangle (Urk. 49 S. 3 f.).
1.2. Grundlagen der Beweiswürdigung und Beweismittel
1.2.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung, ins-
besondere auch zum Indizienbeweis und zur Aussagewürdigung, ausführlich und
zutreffend dargestellt, worauf – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden –
vollumfänglich zu verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 35 S. 6-8). Weiter ist
auch betreffend die allgemeine Glaubwürdigkeit der Beteiligten vollumfänglich auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 35 S. 8 f.).
1.2.2. Als Beweismittel liegen das Protokoll der polizeilichen Einvernahme des
Geschädigten B._ (Urk. D1/5), das WhatsApp-Chatprotokoll von Nachrich-
ten, die zwischen dem Beschuldigten und B._ ausgetauscht wurden
(Urk. D1/2/2) sowie die Aussagen des Beschuldigten bei den Akten (Urk. D1/4/1
S. 2 f.; Urk. D1/4/2 S. 7; Prot. I S. 7-10; Urk. 48).
Mit Bezug auf die polizeiliche Einvernahme von B._ als Auskunftsperson ist
die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass diese Aussagen
nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertet werden dürfen, da im Nachgang zum
polizeilichen Ermittlungsverfahren keine formelle Beweisabnahme durch die
Staatsanwaltschaft unter Gewährung der Teilnahme- und Konfrontationsrechte
des Beschuldigten erfolgte. Der Geschädigte machte aber ohnehin nur Aussagen
zum unbestrittenen Sachverhalt, so dass keine den Beschuldigten belastenden
Aussagen vorliegen, welche nicht berücksichtigt werden dürften. Die übrigen Be-
weismittel sind ohne Weiteres verwertbar.
1.3. Würdigung
1.3.1. Mit der Vorinstanz steht ausser Frage, dass der Beschuldigte sowohl den
Soziussattel als auch den abmontierten Gepäckträger nicht wieder dem Geschä-
digten aushändigte (Urk. 35 S. 12 und 14).
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1.3.2. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass das bei den Akten
liegende WhatsApp-Chatprotokoll belegt, wie der Beschuldigte den Geschädigten
mit immer neuen Ausreden ab dem 22. Juni 2018 bis zum 7. Juli 2018, mithin
länger als zwei Wochen, hingehalten hat, obwohl der Geschädigte wiederholt und
deutlich zum Ausdruck brachte, dass er die Gegenstände (Sattel und Gepäck-
träger) zurückhaben wolle bzw. den Sattel dringend brauche, weil er mit seiner
Frau ausfahren wolle (Urk. D1/2/2). Wie die Vorderrichter zudem richtigerweise
festgehalten haben, fällt auch die Darstellung des Beschuldigten zur Frage, ob er
den Geschädigten über den Verlust des Sattels informiert habe, widersprüchlich
aus: Während er bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. Oktober
2018 noch ausführte, er habe dem Geschädigten nicht sagen wollen, dass der
Sattel verloren gegangen sei, er habe sich nicht getraut, ihm dies zu sagen, auch
weil der Sattel für diesen einen hohen emotionalen Wert gehabt habe (Urk. D1/4/1
S. 2), stellte er sich anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf den
Standpunkt, er habe dem Geschädigten gesagt, dass der Sattel bei der Probe-
fahrt abhandengekommen sein müsse und könne sich nicht erklären, weshalb
dies vom Geschädigten im Chat nicht erwähnt werde (Prot. I S. 9 f.). In der heuti-
gen Befragung gab der Beschuldigte wiederum sinngemäss zu Protokoll, er habe
den Geschädigten nicht über den Verlust des Sattels informiert und alles hinaus-
geschoben, bis es zu viel geworden sei (Urk. 48 S. 12). Insgesamt erscheint
daher klar, dass der Beschuldigte dem Geschädigten nichts vom angeblichen
Verlust erzählte. Wäre dies der Fall gewesen, hätte der Geschädigte wohl nicht
wiederholt die sofortige Herausgabe der Gegenstände verlangt oder wäre eher
auf den Vorschlag des Beschuldigten eingegangen, sich auf dessen Kosten einen
neuen Sattel zu kaufen (s.a. Urk. D1/2/2 S. 7 und 9). Dennoch kann mit der
Verteidigung aus diesen Umständen nicht telquel abgeleitet werden, dass sich der
Sattel und Gepäckträger zum damaligen Zeitpunkt noch im Herrschaftsbereich
des Beschuldigten befunden hätten (Urk. 49 S. 4). Der Beschuldigte beteuerte
denn auch mehrfach, er habe zu dieser Zeit erhebliche (private und geschäftliche)
Probleme gehabt, sich zu wenig um die Sache gekümmert, alles hinausgescho-
ben und diese letztlich "verlaueret". Er habe dem Geschädigten die Gegenstände
aber nie "böswillig" wegnehmen wollen und trotz allem die Hoffnung gehabt, diese
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wieder zu finden (Urk. 48 S. 11 f.). Er habe damals alles liegen lassen und sich
nicht darum gekümmert (Urk. 48 S. 13).
1.3.3. Zwar ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der Soziussattel bei
der Probefahrt einfach so hätte abfallen sollen, resultiert die Haltewirkung eines
ordnungsgemäss angebrachten Saugnapfes doch primär aus dem beim An-
drücken entstehenden Unterdruck. Dass der Saugnapf des fraglichen Sattels
derart schwach gewesen sein sollte, dass dieser ohne zusätzliches Gewicht nicht
am Motorrad gehalten haben soll, wie dies der Beschuldigte geltend macht, er-
scheint daher nicht als sehr wahrscheinlich. Mit der Vorinstanz ist der tatsächliche
Verbleib des Sattels und des Gepäckträgers letztlich aber gänzlich unklar ge-
blieben (vgl. Urk. 35 S. 13 f.). Ein Verlust dieser Zubehörteile ohne Zutun des
Beschuldigten kann ihm daher nicht rechtsgenügend widerlegt werden, zumal der
Beschuldigte dem Geschädigten immerhin wiederholt angeboten hat, für einen
Ersatzsattel aufzukommen. Heute erklärte der Beschuldigte weiter, der Gepäck-
träger sei in der Werkstatt irgendwann wieder aufgetaucht (Urk. D1/2/2 S. 7 und
S. 9; Urk. 48 S. 12). Ob dies den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, muss
offenbleiben. Es erscheint jedoch zumindest unklar, weshalb der Beschuldigte
dem Geschädigten die Gegenstände ohne Aneignungsabsicht hätte vorenthalten
sollen. Bei einer Würdigung der Gesamtumstände muss deshalb zu Gunsten des
Beschuldigten davon auszugegangen werden, dass er schlicht nicht mehr wusste,
wo sich die Gegenstände im fraglichen Zeitpunkt tatsächlich befanden.
1.3.4. Gesamthaft kann in Abweichung zu den vorinstanzlichen Erwägungen
daher bei vorliegender Sachlage nicht davon ausgegangen werden, beim geltend
gemachten Verlust des Sattels handle es sich um eine blosse Schutzbehauptung
bzw. sei ein bewusstes Vorenthalten der Gegenstände erfolgt (vgl. Urk. 35 S. 11,
S. 13 und S. 15). Kann dem Beschuldigten der für die Erfüllung des Tatbestandes
nötige Wille, den Geschädigten von der Möglichkeit zur Ausübung der diesem
zustehenden Herrschaft über die Gegenstände auszuschliessen, nicht nach-
gewiesen werden, hat ein Freispruch zu erfolgen. Denn es fehlt regelmässig am
nötigen Tatvorsatz, wenn jemand aufgrund seines organisatorischen Unver-
mögens Gegenstände des Berechtigten nicht in angemessener Zeit auffinden und
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zurückgeben kann (vgl. dazu DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl. 2018, S. 189;
BSK StGB II-WEISSENBERGER, 4. Aufl. 2019, Art. 141 N 23). Da dem Beschuldig-
ten ein vorsätzliches Vorenthalten nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden
kann, ist er vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB gemäss
Dossier 1 freizusprechen.
2. Anklagevorwürfe gemäss Dossier 2
2.1. Wie bereits erwähnt, hat der Beschuldigte die Anklagevorwürfe gemäss
Dossier 2 anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung vollumfänglich einge-
standen (Urk. D1/18 S. 3 f.; Urk. 48 S. 13; Urk. 49 S. 1 f.). Das Geständnis stimmt
mit dem übrigen Untersuchungsergebnis überein, weshalb der Anklagesach-
verhalt als erstellt erachtet werden kann. Da sich die rechtliche Würdigung der
Vorinstanz in allen Teilen als zutreffend erweist und seitens der Verteidigung zu
Recht nicht beanstandet wird, ist der Beschuldigte hinsichtlich der Vorwürfe
gemäss Dossier 2 anklagegemäss schuldig zu sprechen.
2.2. Im ausgehändigten Dispositiv wurde daraufhin festgehalten, der Beschul-
digte habe sich nebst der Irreführung der Rechtspflege, des Fahrens ohne Haft-
pflichtversicherung und der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen
und/oder Kontrollschildern gemäss Dossier 2 zudem auch des mehrfachen
Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des
erforderlichen Ausweises schuldig gemacht. Dabei handelt es sich um einen
offensichtlichen Verschrieb, wird dem Beschuldigten betreffend Dossier 2 doch
gar keine mehrfache Tatbegehung zur Last gelegt und blieb der Schuldspruch
bezüglich mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzug
(Dossiers 5 und 8) unangefochten. Zudem ist im Zusammenhang mit dem
Vorwurf des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung ein offensichtlich unzutreffen-
der Gesetzesartikel zitiert worden (Art. 96 Abs. 2 Sätze 1 und 2 SVG in Ver-
bindung mit Art. 63 StGB anstatt Art. 63 SVG). Diese beiden Verschriebe gilt es
mit der nunmehr begründeten Ausfertigung des Urteils zu korrigieren, erwachsen
dem Beschuldigten daraus doch keinerlei Nachteile.
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2.3. Zusammenfassend ist der Beschuldigte somit zudem schuldig zu sprechen
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB;
− des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder
Aberkennung des erforderlichen Ausweises im Sinne von Art. 95
Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 2);
− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2
Sätze 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 63 SVG;
− der missbräuchlichen Verwendung von Ausweisen und/oder Kontroll-
schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG.
III. Strafzumessung
1. Ausgangslage / Anwendbares Recht / Grundsätze der Strafzumessung
1.1. Während die Vorinstanz den Beschuldigten – unter Widerruf des bedingten
Vollzugs der mit Urteil vom 8. Oktober 2014 ausgefällten Freiheitsstrafe von
10 Monaten – mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 20 Monaten sowie einer
Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.– sanktionierte, erachtet die Vertei-
digung eine Gesamtstrafe von 13 Monaten Freiheitsstrafe sowie eine Geldstrafe
von 10 Tagessätzen als schuldangemessen (Urk. 35 S. 47; Urk. 49 S. 1 f. und
S. 6 ff.).
1.2. Die Vorinstanz hat die Problematik, dass im vorliegenden Fall die Ver-
untreuung gemäss Dossier 7 während der Dauer vom 8. Februar 2017 (Übergabe
des Motorrads für Service) und dem 2. Juli 2018 (Verkauf des Motorrads an
Drittperson) begangen wurde, per 1. Januar 2018 jedoch das Sanktionenrecht
geändert hat, zutreffend erkannt (Urk. 35 S. 28). Mit Verweis auf die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung, insbesondere zu den Dauerdelikten, kam sie zum
Schluss, dass es vorliegend gerechtfertigt sei, das gesamte Handeln des
Beschuldigten als Tateinheit zu betrachten und entsprechend auf die Tat das
neue Sanktionenrecht anzuwenden. Dies ist zutreffend, da es sich im vorliegen-
den Fall um ein unter altem Recht begonnenes und unter neuem Recht fort-
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gesetztes strafbares Verhalten handelt, die Tathandlungen jedoch insgesamt
als Einheit zu betrachten sind, weshalb auf die Tat als gesamtes das neue
Sanktionenrecht zur Anwendung gelangt (Urteil 6B_196/2012 vom 24. Januar
2013 E. 1.3; GRAF, in: StGB Annotierter Kommentar, Bern 2020, Art. 2 N 8).
1.3. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es
berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des be-
troffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen
und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inne-
ren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung
zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der Strafe ist zwischen
der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden. Bei der Tatkomponente ist
als Ausgangspunkt die objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewer-
ten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie auf Grund der Art und
Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte
Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle
Energie, der Tatbeitrag bei Tatausführung durch mehrere Täter sowie ein
allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens sind insbesondere
das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung sowie das Mass an Ent-
scheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkomponente umfasst die
persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder
Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbe-
sondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis (BSK StGB
I-WIPRÄCHTIGER/KELLER, 4. Aufl. 2019, Art. 47 N 90 ff.).
1.4. Die Vorinstanz hat sodann die allgemeinen Grundlagen hinsichtlich der
Bildung einer Gesamtstrafe und der Anwendung des Asperationsprinzips zu-
treffend dargelegt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 29).
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2. Wahl der Sanktionsart
2.1. Der Beschuldigte hat sich durch sein Verhalten der Veruntreuung, der
Sachentziehung, der Irreführung der Rechtspflege sowie diverser Delikte des
Strassenverkehrsrechts schuldig gemacht. Alle Delikte sehen als Sanktion jeweils
Freiheitstrafe oder Geldstrafe vor, wobei für den Tatbestand des Fahrens ohne
Haftpflichtversicherung die Besonderheit besteht, dass eine ausgesprochene
Freiheitsstrafe zwingend mit einer Geldstrafe zu verbinden ist (Art. 96 Abs. 2
SVG).
2.2. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Wahl der Sanktionsart
korrekt dargelegt (Urk. 35 S. 29 f.). Hervorzuheben ist erneut, dass bei der Wahl
der Sanktionsart nebst dem Verhältnismässigkeitsprinzip die Zweckmässigkeit der
Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die
präventive Effizienz zu berücksichtigen sind (BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 138
IV 120 E. 5.2). Eine Freiheitsstrafe ist jeweils dann auszufällen, wenn eine solche
geboten erscheint, um den Täter vor weiteren Verbrechen oder Vergehen ab-
zuhalten oder wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann
(Art. 41 Abs. 1 lit. a und b StGB). Das Gericht hat die Wahl der Freiheitsstrafe
näher zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB).
2.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist mit der Vorinstanz auf die vier – teils ein-
schlägigen – Vorstrafen zu verweisen (Urk. 47). Aus dem Strafregisterauszug
geht hervor, dass der Beschuldigte am 15. März 2012 mit Strafbefehl der Staats-
anwaltschaft Zürich-Limmat wegen Hehlerei zu einer bedingten Geldstrafe
und Busse und am 27. August 2014 mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs
ebenfalls zu einer bedingten Geldstrafe und Busse verurteilt wurde. Unter dem
8. Oktober 2014 erfolgte das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, mit welchem
eine bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten sowie ein Busse ausgefällt wurde.
Schliesslich erging am 26. März 2018 der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Winterthur/Unterland, mit welchem eine unbedingte Geldstrafe ausgesprochen,
die bedingt ausgefällte Geldstrafe vom 27. August 2014 widerrufen sowie die
Probezeit der erwirkten (bedingten) Freiheitsstrafe (Urteil vom 8. Oktober 2014)
- 16 -
um zwei Jahre verlängert wurde. Der Beschuldigte hat sich durch diese Vor-
strafen offensichtlich nicht warnen und beeindrucken lassen: Er delinquierte trotz
dem Vollzug der Geldstrafen sowie während laufender und verlängerter Probezeit
der Freiheitsstrafe weiter. Unter diesen Umständen ist mit der Vorinstanz davon
auszugehen, dass bei dieser Vorgeschichte die Ausfällung einer Geldstrafe in
spezialpräventiver Hinsicht ungenügend wäre und damit für sämtliche zu beurtei-
lenden Delikte als Sanktionsart die Freiheitsstrafe zu wählen ist. Dies anerkennt
auch die Verteidigung (Urk. 49 S. 1 f. und S. 6 f.). Wie bereits erwähnt, ist beim
Tatbestand des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung zusätzlich zur Freiheits-
strafe zwingend auch eine Geldstrafe auszufällen.
3. Teilweise retrospektive Konkurrenz?
3.1. In zeitlicher Hinsicht stellt sich mit Blick auf Dossier 7 die Frage der teil-
weisen retrospektiven Konkurrenz, wurde die Veruntreuung doch im Zeitraum
vom 8. Februar 2017 (Übernahme des Motorrads für Service) bis zum 2. Juli 2018
(Verkauf des Motorrads an eine Drittperson) begangen, und der Beschuldigte
zwischenzeitlich am 26. März 2018 zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen
à Fr. 40.– verurteilt. Diese Verurteilung betraf das Führen eines Motorfahrzeuges
trotz Ausweisentzugs, begangen am 19. August 2017. Beim gefahrenen Motor-
fahrzeug handelte es sich sodann um dasjenige Motorrad, welches auch Gegen-
stand des Anklagevorwurfs betreffend Veruntreuung bildet (vgl. Urk. 38A; Urk. 47
und Urk. D1/18 S. 5).
3.2. Das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid die in BGE 145 IV 1
vorgenommene Praxisänderung hinsichtlich der teilweisen retrospektiven Kon-
kurrenz bestätigt und die Grundlagen dazu ausführlich dargelegt (vgl. Urteil
6B_192/2020 vom 19 August 2020 E. 2.4). Es hielt dabei fest, dass bei mehreren
Delikten, welche vor und nach einer früheren Verurteilung begangen wurden, die
jeweiligen Deliktskomplexe je separat zu beurteilen sind. Für die Taten, welche
vor dem Ersturteil begangen wurden, ist – je nachdem, ob von der Sanktionsart
her Gleichartigkeit vorliegt oder nicht – eine Zusatzstrafe zum Ersturteil oder eine
zu kumulierende Strafe auszufällen, während für die nach dem Ersturteil be-
gangene(n) Tat(en) eine unabhängige Strafe festgesetzt werden muss, allenfalls
- 17 -
unter Anwendung des Asperationsprinzips. Als letzter Schritt sind die beiden fest-
gelegten Strafen zu addieren.
3.3. Im vorliegenden Fall besteht die Besonderheit, dass die Tathandlungen,
welche insgesamt als Veruntreuung zu würdigen sind, über einen längeren Zeit-
raum begangen wurden (vgl. vorstehend E. III.1.). Auch mit Bezug auf die Frage
der teilweisen retrospektiven Konkurrenz liegen keine eigenständigen Taten vor
dem Ersturteil vor, welche separat als Veruntreuung zu ahnden wären. Vielmehr
haben sich die Tathandlungen fortgesetzt, bis die Tatbestandsverwirklichung im
Verkauf des Motorrads an eine Drittperson erfolgte, womit auch die beabsichtigte
Bereicherung des Beschuldigten eintrat. Mangels eines separaten Delikts liegt
keine eigentliche teilweise retrospektive Konkurrenz vor, weshalb alle vorliegen-
den Taten als nach dem Ersturteil begangen zu gelten haben und entsprechend
den vorinstanzlichen Erwägungen eine Gesamtstrafe zu bilden ist.
4. Einsatzstrafe
4.1. Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, im vor-
liegenden Fall die Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB, welche mit
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird. Da vorliegend
aus spezialpräventiven Gründen eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist, erstreckt
sich der Strafrahmen somit von drei Tagen bis fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 40
Abs. 1 StGB). In diesem Strafrahmen ist für die Veruntreuung eine Einsatzstrafe
festzusetzen. Da keine Gründe vorliegen, welche das Verlassen des ordentlichen
Strafrahmens rechtfertigen würden, sind die Strafschärfungsgründe der Delikts-
mehrheit und teilweisen mehrfachen Tatbegehung innerhalb des Strafrahmens
straferhöhend und Strafmilderungsgründe strafmindernd zu berücksichtigen.
4.2. In objektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschul-
digte durch die begangene Veruntreuung, mithin die Entgegennahme der An-
zahlung des Geschädigten über Fr. 1‘000.– für die zu leistenden Servicearbeiten
und den mittels Verkauf des Motorrads erzielten Erlös von Fr. 1‘500.– eine
unrechtmässige Bereicherung von Fr. 2‘500.– erzielen konnte. Dieser Delikts-
betrag erweist sich zwar als nicht allzu hoch, ist aber auch nicht zu bagatellisie-
- 18 -
ren. Der Wert der zwischenzeitlichen Nutzung, als der Beschuldigte das Motorrad
auf seine von ihm getrenntlebende Ehefrau eingelöst hatte und für persönliche
Fahrten nutzte, ist nicht bekannt und kann deshalb nicht beziffert werden. In
subjektiver Hinsicht fällt die direktvorsätzliche Tatbegehung ins Gewicht: Der
Beschuldigte wusste, dass ihm das Motorrad für die Ausführung von Service-
arbeiten übergeben worden war, nutzte es und verfügte darüber aber trotzdem
wissentlich und willentlich wie ein Eigentümer. Zu berücksichtigen ist allerdings,
dass sich die Firma des Beschuldigten, die "C._ GmbH", damals in einer
schwierigen finanziellen Lage befand und mit Urteil des Handelsgerichtes vom
15. März 2018 aufgelöst sowie deren Liquidation angeordnet worden war, wobei
das Urteil am 13. September 2018 wieder aufgehoben wurde; gemäss aktuellem
Handelsregisterauszug wurde die Gesellschaft am 28. November 2019 von Amtes
wegen gelöscht. Im Tatzeitpunkt hatte der Beschuldigte somit in finanzieller
Hinsicht erhebliche Schwierigkeiten, befand sich jedoch nicht in einer eigentlichen
Notlage. In dieser Situation versuchte er offensichtlich, auch auf deliktische Art
und Weise zu Geld zu kommen, was sein Verhalten aber weder zu rechtfertigen
vermag noch gemäss Ansicht der Verteidigung zu einem besonders leichten
Verschulden führen kann (Urk. 49 S. 7).
4.3. Insgesamt ist mit der Vorinstanz von einem noch leichten Verschulden
auszugehen. Die vorinstanzlich festgesetzte Einsatzstrafe von vier Monaten
erscheint entsprechend angemessen.
5. Asperation aufgrund der weiteren Delikte
5.1. Mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzug
In objektiver Hinsicht fällt die mehrfache Tatbegehung über einen längeren Zeit-
raum ins Gewicht: So konnten dem Beschuldigten die Fahrten am 25. Juli 2018
(kurz nach Mitternacht), am 12. November 2018 (um die Mittagszeit) sowie am
1. Februar 2019 (am Morgen) nachgewiesen werden. Über einen längeren Zeit-
raum von mehreren Monaten setzte sich der Beschuldigte somit wiederholt über
den Entzug des Führerausweises hinweg und benützte bei verschiedenen
Gelegenheiten diverse Motorfahrzeuge. Beim Vorfall gemäss Dossier 8 kommt
- 19 -
erschwerend hinzu, dass der Beschuldigte das gefahrene Auto gar gekauft hatte,
obwohl er wusste, dass ihm der Führerausweis entzogen worden war und er
keine Motorfahrzeuge hätte lenken dürfen. Bezeichnet die Verteidigung die Fahr-
ten des Beschuldigten bei dieser Ausgangslage als "unschön aber undramatisch",
erweist sich dies als beschönigend (Urk. 49 S. 8), zeugt das Vorgehen des
Beschuldigten doch von bedenklicher Gleichgültigkeit gegenüber behördlichem
Handeln und dem Gesetz. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte
jeweils mit direktem Vorsatz, zumal er genau wusste, dass ihm der Führerausweis
auf unbestimmte Zeit entzogen worden war. Um das Bedürfnis nach Mobilität
abzudecken, stehen durchaus auch andere Möglichkeiten als der motorisierte
Individualverkehr zur Verfügung, weshalb es dem Beschuldigten ohne Weiteres
möglich gewesen wäre, das kriminelle Verhalten zu vermeiden. Insgesamt
erscheint das Verschulden mit Bezug auf die Tatkomponente gerade noch leicht.
Die seitens der Verteidigung geltend gemachte Asperation im Umfang von
gesamthaft zwei Monaten ist daher deutlich zu tief (Urk. 49 S. 8). Unter Berück-
sichtigung des Asperationsprinzips erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um
fünf Monate als angemessen.
5.2. Straferhöhung wegen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung
In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte am 25. Juli 2018
einmalig ein nicht eingelöstes Motorrad auf einer öffentlichen Strasse lenkte. Dies
tat er allerdings direktvorsätzlich. Auch bei diesem Vorfall wird die Geringschät-
zung des Beschuldigten gegenüber den geltenden Regeln und Gesetzen deutlich.
Dennoch ist das Verschulden im untersten Bereich des Strafrahmens festzu-
setzen und als leicht zu bezeichnen, weshalb insgesamt eine Strafe von 20 bis
30 Tageseinheiten als dem Gesamtverschulden angemessen erschiene. In Über-
einstimmung mit der Vorinstanz und dem Antrag der Verteidigung rechtfertigt es
sich, davon 10 Tageseinheiten bzw. Tagessätze als zwingend auszufällende
Geldstrafe festzusetzen und die hypothetische Einsatzstrafe um rund 10 Tage
Freiheitsstrafe zu asperieren.
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5.3. Straferhöhung wegen missbräuchlicher Verwendung von Kontrollschildern
Bei der Fahrt vom 25. Juli 2018 verwendete der Beschuldigte sodann das
Kontrollschild AG ..., welches für ein anderes Motorrad bestimmt war. In
objektiver Hinsicht ist wiederum zu beachten, dass es sich um eine einmalige
Fahrt handelte. Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Er
wusste, dass das Kennzeichen nicht zum verwendeten Motorrad gehörte. Wieder
wird deutlich, dass sich der Beschuldigte ohne Skrupel über die gesetzlichen
Bestimmungen hinwegsetzte. Das Verschulden wiegt aber auch diesbezüglich
noch sehr leicht, weshalb die Einsatzstrafe um 10 Tage Freiheitsstrafe zu
erhöhen ist.
5.4. Straferhöhung wegen Irreführung der Rechtspflege
In objektiver Hinsicht ist mit Bezug auf diese Tat zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte durch sein Vorgehen offensichtlich seine Fahrt mit dem Motorrad
und damit die von ihm begangenen Verkehrsregelverletzungen verschleiern
wollte. Wenn die Vorinstanz festhält, ein solches Vorgehen zeuge von krimineller
Energie, ist dies entgegen der Ansicht der Verteidigung keineswegs zu beanstan-
den (Urk. 35 S. 34; Urk. 49 S. 8). Wer in einer solchen Situation von sich aus die
Polizei kontaktiert, um eine falsche Fährte zu legen, handelt jedenfalls nicht bloss
aus purer Verzweiflung, wie dies die Verteidigung geltend machen will. In subjek-
tiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Seine schwierige
berufliche Situation dürfte allerdings auch bei diesem Delikt eine Ursache gespielt
haben. Er erhoffte sich wohl, durch diese Verschleierung nicht noch tiefer in den
Schlamassel zu rutschen. Die Tat erscheint auch nicht gross geplant, sondern
eher spontan erfolgt zu sein. Weiter ist der Umstand relativierend zu berücksich-
tigen, dass der Beschuldigte den angeblichen Diebstahl zwar bei der Einsatz-
zentrale der Kantonspolizei Zürich meldete, hernach an die zuständige Polizei-
stelle in Unterengstringen verwiesen wurde und dort in der Folge aber keine
Strafanzeige deponierte. Deshalb liegt das Verschulden gesamthaft auch noch im
unteren Bereich und ist als leicht zu qualifizieren. Die Einsatzstrafe ist in Anwen-
dung des Asperationsprinzips um zwei Monate zu erhöhen.
- 21 -
5.5. Zwischenfazit Tatkomponente
Aufgrund der Tatkomponente ist die (hypothetische) Gesamtstrafe auf 11 Monate
und 20 Tage Freiheitsstrafe sowie 10 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen.
6. Täterkomponenten
6.1. Biografie und persönliche Verhältnisse
Zu seinen persönlichen Verhältnissen machte der Beschuldigte folgende Angaben
(Urk. D14/1 S. 9 f.; Urk. D1/4/3 S. 6 f.; Prot. I S. 17 ff.; Urk. 48 S. 1 ff.): Der
Beschuldigte habe nach der Schule den Beruf des Motorradmechanikers erlernt
und, nachdem er als Personalberater tätig gewesen sei, sich mit der "C._
GmbH" selbständig gemacht. Nach 12 Jahren als Inhaber und Geschäftsführer
habe er das Geschäft aus finanziellen Gründen aufgeben müssen. Anschliessend
sei er arbeitslos gewesen und habe Sozialhilfe bezogen. Am 1. Mai 2020 habe er
eine unbefristete Arbeitsstelle als Hauswart bei der "D._ AG" antreten kön-
nen und arbeite auch heute noch dort. Er verdiene dabei monatlich rund
Fr. 4'400.–. Zukünftig plane er jedoch, bei der Firma seines Bruders einzusteigen.
Der Beschuldigte habe kein Vermögen, aber Schulden in der Höhe von ca. Fr.
70'000.–. Von seiner Ehefrau lebe er getrennt, die Scheidung sei jedoch noch
nicht anhängig gemacht worden. Den gemeinsamen siebenjährigen Sohn betreue
er jedes Wochenende; dieser übernachte drei Mal pro Woche (freitags bis sonn-
tags) bei ihm. Es komme aber auch mehrmals vor, dass der Sohn unter der Wo-
che beim Beschuldigten übernachte, da sie nach der Schule oftmals Zeit zusam-
men verbringen würden. Der Sohn habe aufgrund eines leichten Autismus bis an-
hin eine besondere Betreuung und Beschulung benötigt, er könne jedoch zu Be-
ginn des neuen Schuljahres nun in E._ die Regelschule besuchen. Der Be-
schuldigte habe nebst den Betreuungsaufgaben Unterhaltsbeiträge von ins-
gesamt monatlich Fr. 1'680.– zu bezahlen. Die persönlichen Verhältnisse des
Beschuldigten haben keinen Einfluss auf die Strafzumessung und sind als neutral
zu werten.
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6.2. Vorleben und Nachtatverhalten
6.2.1. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz fallen die zahlreichen und zum Teil
einschlägigen Vorstrafen signifikant straferhöhend ins Gewicht (Urk. 47; Urk. 35
S. 35), hat sich der Beschuldigte dadurch doch nicht warnen lassen. Trotz
Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe und explizitem Hinweis, dass
ausnahmsweise und im Sinne einer allerletzten Chance auf den Widerruf des
bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe verzichtet werde, delinquierte er während
laufender Probezeit und auch während laufender Strafuntersuchung weiterhin und
teilweise sogar einschlägig.
6.2.2. Unter dem Titel des Nachtatverhaltens ist zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte zunächst die Delikte gemäss Dossier 5, 7 und 8 eingestanden und
anlässlich der Berufungsverhandlung letztlich auch die Vorwürfe gemäss
Dossier 2 anerkannt hat. Diese Geständnisse erfolgten jedoch zögerlich und erst
nachdem sich der Sachverhalt aufgrund der Untersuchungen bereits klar präsen-
tierte (insbesondere betreffend Dossier 2 und 7). Jedoch zeigte der Beschuldigte
damit immerhin eine gewisse Einsicht und Reue. Mit Bezug auf Dossier 7 ist dem
Beschuldigten überdies zu Gute zu halten, dass er dem Privatkläger 2 den durch
die Veruntreuung entstandenen Schaden von Fr. 4'000.– ersetzte (Urk. 28/2), was
im Sinne von tätiger Reue gemäss Art. 48 lit. d StGB ebenfalls strafmindernd zu
berücksichtigen ist. Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung vermögen diese
Umstände die gewichtige Straferhöhung aufgrund der wiederholten und einschlä-
gigen Delinquenz jedoch nicht aufzuwiegen (Urk. 49 S. 9). Unter Berücksichtigung
des Vorlebens sowie des Nachtatverhaltens ist die seitens der Vorinstanz vorge-
nommene Straferhöhung um zwei Monate nicht zu beanstanden (Urk. 35 S. 36).
6.3. Besondere Strafempfindlichkeit
6.3.1. Weiter führte die Verteidigung ins Feld, es liege ein klarer Fall einer beson-
deren Strafempfindlichkeit vor, nehme der Beschuldigte doch die Betreuung des
Sohnes, welcher an Autismus und einer leichten geistigen Behinderung leide,
regelmässig wahr; der Sohn sei auf eine enge Betreuung durch den Vater
dringend angewiesen. Falls der Beschuldigte seinen Sohn aufgrund der aus-
- 23 -
zusprechenden Sanktion nicht mehr betreuen könne, würde sich dies sehr
schädlich auf dessen Entwicklung auswirken (Urk. 49 S. 9 f.; Prot. I S. 21 ff.).
6.3.2. Mit den Vorderrichtern ist vorliegend keine (strafmindernd) zu berücksich-
tigende besondere Strafempfindlichkeit auszumachen. Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung hat wiederholt betont, dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur
bei aussergewöhnlichen Umständen bejaht werden kann, da die Verbüssung
einer Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebette-
te Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteil 6B_748/2015 vom
29. Oktober 2015 E. 1.3.). Zwar würde ein allfälliger Strafvollzug für den Beschul-
digten und seinen Sohn eine Belastung darstellen. Dies ist jedoch eine un-
vermeidbare Konsequenz der freiheitsentziehenden Sanktion, welche sich der
Beschuldigte bereits im Zeitpunkt seiner Tathandlungen vor Augen führen
musste. Der Beschuldigte ist insbesondere daran zu erinnern, dass ihm mit Straf-
befehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. März 2018 aufgrund
seiner geltend gemachten Verantwortung für seinen Sohn und dem damit verbun-
denen Willen, inskünftig deliktsfrei zu leben, eine Chance gewährt und die bedingt
ausgesprochene Freiheitsstrafe nicht widerrufen wurde (Urk. D1/10/7 S. 4). Diese
Chance nahm der Beschuldigte trotz seinen Beteuerungen nicht wahr. Ihm muss-
ten nach der expliziten Warnung die drohenden Konsequenzen einer erneuten
Delinquenz deutlich bewusst gewesen sein. Selbst wenn nunmehr aufgrund der
drohenden Sanktion eine Fremdbetreuung in Anspruch genommen werden müss-
te, stellt dies keine besondere Strafempfindlichkeit dar (s.a. Urteil 6B_540/2010
vom 21. Oktober 2010 E. 1.4.2.). Unter diesem Titel hat somit keine (weitere)
Strafreduktion zu erfolgen.
7. Ergebnis der Strafzumessung und Tagessatzhöhe
7.1. Nach Berücksichtigung der Täterkomponente resultiert eine Freiheitsstrafe
von 13 Monaten und 20 Tagen. Daran anzurechnen sind zwei Tage erstandene
Untersuchungshaft (Art. 51 StGB; vgl. Urk. D1/8/1). Die Geldstrafe ist bei
10 Tagessätzen zu belassen.
- 24 -
7.2. Die Höhe eines Tagessatzes beträgt in der Regel mindestens Fr. 30.– und
höchstens Fr. 3'000.–. Ausnahmsweise kann der Tagessatz bis auf Fr. 10.–
gesenkt werden (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Festlegung
der Höhe des Tagessatzes ist das Einkommen, welches dem Beschuldigten
durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Davon abzuziehen ist, was gesetzlich
geschuldet ist oder dem Beschuldigten nicht zufliesst, insbesondere die notwen-
digen Berufsauslagen, die laufenden Steuern und die Krankenkassenprämien.
Nicht bezahlbare Geldstrafen soll es generell nicht geben (HEIMGARTNER, in: OFK-
Kommentar StGB, 20. Aufl. 2018, Art. 34 N 26 ff.).
7.3. Die Vorinstanz setzte unter Berücksichtigung der Gesamtsituation
(Geschäftsaufgabe, Sozialhilfe, Unterhaltspflichten) und den hohen Schulden trotz
des regelmässig erzielten Einkommens den Tagessatz auf Fr. 10.– fest. Unter
Berücksichtigung der voraussichtlich noch länger andauernden Unterhaltspflicht
sowie den nach wie vor prekären finanziellen Verhältnissen ist dies nicht zu bean-
standen. Die Tagessatzhöhe ist deshalb bei Fr. 10.– zu belassen.
8. Widerruf und Bildung einer Gesamtstrafe
8.1. Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Grundlagen für den Widerruf einer
bedingt ausgesprochenen Strafe bei Nichtbewährung zutreffend dargelegt, worauf
verwiesen werden kann. Ebenfalls hat sie die Voraussetzungen und das Vor-
gehen bei der Bildung einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB
korrekt aufgezeigt (Urk. 35 S. 41 f.).
8.2. Wie bereits ausgeführt, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Bezirks-
gerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 unter anderem zu einer bedingt auf-
geschobenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren
verurteilt. Mit Strafbefehl vom 26. März 2018 verlängerte die Staatsanwaltschaft
Winterthur/Unterland diese Probezeit im Sinne einer letzten Chance um 2 Jahre
(Urk. 47 S. 2). Dennoch beging der Beschuldigte alle vorliegend zu beurteilenden
Delikte in der damals laufenden bzw. verlängerten Probezeit der genannten
Strafe. Die Vorderrichter haben daher zutreffend erkannt, dass er die ihm ein-
geräumte Möglichkeit des bedingten Vollzugs offensichtlich nicht genutzt hat
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(Urk. 35 S. 41 f.). Im Lichte des zu prüfenden Widerrufs kann dem Beschuldigten
insgesamt keine günstige Legalprognose gestellt werden, auch wenn er beruflich
und privat wieder Tritt gefasst zu haben scheint. Selbst die Verteidigung sieht
einen Widerruf des gewährten bedingten Vollzugs der Vorstrafe als unumgänglich
an (Urk. 49 S. 12). Mit der Vorinstanz ist zudem darauf hinzuweisen, dass eine
Verlängerung der Probezeit gar nicht mehr in Frage käme, da sie bereits um die
Hälfte verlängert wurde (vgl. Art. 46 Abs. 2 Satz 2 StGB). Der gemäss Urteil des
Bezirksgerichts Dietikon vom 8. Oktober 2014 bedingt gewährte Vollzug der
Freiheitsstrafe von 10 Monaten ist deshalb zu widerrufen.
8.3. Sind – wie vorliegend – die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art,
so bildet das Gericht in sinngemässer Anwendung von Art. 49 eine Gesamtstrafe
(Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB). Dabei bildet die neue Strafe die Einsatzstrafe,
welche durch die widerrufene Strafe entsprechend zu erhöhen ist. In Anwendung
des Asperationsprinzips und unter Berücksichtigung, dass sowohl für die heutige
"Einsatzstrafe" als auch die Vorstrafe jeweils Gesamtstrafen ausgesprochen
wurden, rechtfertigt es sich, die heute festgelegte Strafe (13 Monate und 20 Tage
Freiheitsstrafe) mit der widerrufenen Vorstrafe (10 Monate Freiheitsstrafe) auf
eine Gesamtstrafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe zu asperieren. Zusätzlich ist
eine Geldstrafe von 10 Tages-sätzen zu Fr. 10.– auszusprechen. Da sich der
Beschuldigte in vorliegendem Verfahren für 2 Tage in Haft befand und auch auf
die nunmehr widerrufene Strafe 2 Tage Haft angerechnet wurden, sind auf die
auszusprechende (Gesamt-)Freiheitsstrafe insgesamt 4 Tage erstandene Haft
anzurechnen.
IV. Vollzug
1. Ausgangslage
1.1. Da der Beschuldigte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Verübung der
aktuell zu beurteilenden Taten zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt
wurde, greift die Vermutung einer günstigen Prognose nicht und es ist von einer
eigentlichen Schlechtprognose auszugehen (vgl. Art. 42 Abs. 1 und Abs. 2 StGB).
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1.2. Die Vorinstanz erwog vor diesem Hintergrund sinngemäss, der Beschuldig-
te habe trotz der erwirkten Vorstrafen sowohl während laufender Probezeit als
auch laufender Strafuntersuchung teilweise einschlägig delinquiert. Er habe erst
kürzlich seine neue Arbeitsstelle angetreten, scheine dort aber nicht besonders
involviert zu sein und befinde sich noch in der Probezeit. Diese berufliche Ver-
änderung sowie der Rückzug aus der Motorradszene würden deshalb nicht
genügen, um eine besonders positive Veränderung der Lebensumstände zu
belegen. Auch die Beziehung zu seinem Sohn habe den Beschuldigten in der
Vergangenheit nicht davon abgehalten, wiederholt zu delinquieren. Dem Beschul-
digten könne daher, insbesondere aufgrund der mehrjährigen Deliktskarriere,
keine günstige Prognose gestellt werden, weshalb die Strafe vollumfänglich zu
vollziehen sei (Urk. 35 S. 40 f.).
1.3. Demgegenüber beantragt die Verteidigung einen teilbedingten Vollzug der
Freiheitsstrafe und bringt vor, es lägen besonders günstige Umstände vor, die
einen teilweisen Aufschub der Strafe rechtfertigen würden. So habe sich der
Beschuldigte beruflich umorientiert und das ihm Zumutbare unternommen, um
den angerichteten Schaden zu beheben. Ebenfalls kümmere er sich nunmehr
ausserordentlich und geradezu beispielhaft um seinen Sohn und pflege zudem
einen anderen Freundes- und Bekanntenkreis. Der teilweise Vollzug der Strafe
werde den Beschuldigten genügend von der Begehung weiterer Delikte abhalten
(Urk. 49 S. 13 ff.)
2. Würdigung
2.1. Während das Bundesgericht die Möglichkeit einer teilbedingten Freiheits-
strafe im Anwendungsbereich von Art. 42 Abs. 2 StGB zunächst grundsätzlich
ausschloss, da die Strafe bei Vorliegen von besonders günstigen Umständen
vollständig aufzuschieben bzw. andernfalls in voller Länge zu vollziehen sei
(vgl. Urteil 6B_492/2008 vom 19. Mai 2009; Urteil 6B_1032/2014 vom 8. Januar
2015), hat es diese Rechtsprechung mittlerweile relativiert. In BGE 144 IV 277 hat
das Bundesgericht dazu festgehalten, die teilbedingte Strafe stelle innerhalb des
gesetzlichen Stufensystems eine Mittellösung zwischen dem vollständigen
Aufschub (bedingt) und dem Vollzug (unbedingt) der Strafe dar. Sie komme im
- 27 -
sogenannten Schnittstellenbereich von einem bis zwei Jahren Freiheitsstrafe zur
Anwendung, wenn eine vollbedingte Strafe aus spezialpräventiver Sicht nicht
ausreichend sei und der Aufschub wenigstens eines Teils der Strafe erfordere,
dass der andere Teil vollzogen werde. Ergeben sich – insbesondere aufgrund
früherer Verurteilungen – ganz erhebliche Bedenken an der Legalbewährung des
Täters, ermögliche ein Teilvollzug für die Zukunft eine bessere Prognose
(BGE 144 IV 277 E. 3.1.; s.a. Urteil 6B_49/2019 vom 2. August 2019 E. 6.3.2.).
Die Gewährung des teilbedingten Strafvollzuges ist mithin möglich, wenn eine
Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zulässt, dass trotz
der Vortat eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Erst wenn keinerlei
Aussicht besteht, dass sich der Täter in irgendeiner Weise durch den ganz oder
teilweise gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen wird, muss die Strafe in
voller Länge vollzogen werden (Urteil 6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.2.1.
m.H.).
2.2. Die Vorinstanz erwog zu Recht, dass die mehrjährige deliktische Tätigkeit
des Beschuldigten im Rahmen der Legalprognose isoliert betrachtet klar als nega-
tiv zu werten ist, zeugt die wiederholte und einschlägige Delinquenz doch von
einer erheblichen Uneinsichtigkeit in Bezug auf das verübte Unrecht. Die alleinige
Tatsache, dass sich der Beschuldigte der Strafwürdigkeit seiner Handlungen im
damaligen Zeitpunkt nicht bewusst geworden war, indiziert jedoch noch nicht
zwingend eine ungünstige Prognose (BSK StGB I-SCHNEIDER/GARRÉ, 4. Aufl.
2019, Art. 42 N 47). In einer Gesamtschau ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass
sich der Beschuldigte im Gerichtsverfahren – wie bereits dargelegt – mehrheitlich
einsichtig und reuig zeigte. Sodann befindet er sich nunmehr beruflich in gefestig-
ten Verhältnissen, was urkundlich belegt ist (Urk. 50/2). Auch wenn sich der
Beschuldigte trotz seiner familiären Verpflichtungen bis anhin nicht davon ab-
halten liess, straffällig zu werden, scheint diesbezüglich ebenfalls eine weitere
Festigung und positive Veränderung in der Beziehung zu seinem Kind stattge-
funden zu haben, nimmt er doch heute eine massgebliche Betreuungsverant-
wortung für seinen Sohn wahr (Urk. 48 S. 2 ff.; Urk. 49 S. 14 f.). Weiter fällt ins
Gewicht, dass der Beschuldigte vor den heute zu beurteilenden Taten noch nie
einen längeren Freiheitsentzug erdulden musste. Er befand sich lediglich zwei-
- 28 -
malig für zwei Tage in Haft (Urk. 47). Zwar hat ihn dies sowie die bedingt auf-
geschobene Freiheitsstrafe nicht nachhaltig beeindruckt. Müsste der Beschuldigte
aber heute eine doch empfindliche Freiheitsstrafe zwischen 6 und 9 Monaten ver-
büssen (vgl. Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB), wäre davon unter den geschilderten
Gesamtumständen durchaus eine nachhaltige Wirkung zu erwarten. Dies hat ins-
besondere auch vor dem Hintergrund zu gelten, dass dem Beschuldigten im Falle
eines Rückfalls nochmals ein Freiheitsentzug in dieser Grössenordnung drohen
würde.
2.3. Unter Berücksichtigung der konkreten Warnwirkung eines solchen teil-
weisen Vollzugs der Freiheitsstrafe und angesichts der durchaus positiven Verän-
derungen in den Lebensumständen des Beschuldigten rechtfertigt es sich daher,
dem Beschuldigten nunmehr im Sinne einer allerletzten Chance keine eigentliche
Schlechtprognose zu stellen und ihm für die Freiheitsstrafe den teilbedingten
Vollzug zu gewähren. Hierfür erscheint es angemessen, den vollziehbaren Teil
der Strafe auf die Hälfte (9 Monate) festzusetzen. Allerdings ist dabei den tatsäch-
lich vorhandenen Bedenken mit der Ansetzung der gesetzlich maximalen Probe-
zeit von fünf Jahren Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1 StGB).
2.4. Ein teilbedingter Vollzug von Geldstrafen ist gesetzlich nicht vorgesehen
(vgl. Art. 43 StGB). Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist die Geldstrafe
– wie von der Verteidigung beantragt – zu vollziehen (Urk. 49 S. 2).
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren
Der beschuldigten Person können die gesamten Kosten der Untersuchung und
des erstinstanzlichen Verfahrens auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten
Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Unter-
suchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig waren (Urteil
6B_115/2019 vom 15. Mai 2019 Erw. 4.3 mit Hinweisen). Der Vorwurf der Sach-
entziehung gemäss Dossier 1 hat das Ausmass der Strafuntersuchung nicht in
derart relevanter Weise tangiert, dass von der vorinstanzlichen Kostenregelung
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abzuweichen wäre. Auch die Verteidigung hat hierzu keine konkreten Anträge
gestellt. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 9) daher
zu bestätigen.
2. Berufungsverfahren
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu
veranschlagen. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine
Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon
ab, in welchem Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutge-
heissen wurden (BSK StPO II-DOMEISEN, 2. Aufl. 2014, Art. 428 N 6).
2.2. Da für die Kostenregelung primär die Berufungsanträge gemäss
Berufungserklärung massgebend sind, hat der Beschuldigte lediglich in Bezug auf
den Teilfreispruch wegen Sachentziehung und hinsichtlich der Vollzugsfrage als
obsiegend zu gelten. Im Übrigen gilt der Beschuldigte mit seinen Berufungsan-
trägen als unterliegend. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten deshalb die
Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Vertei-
digung, zu 3/4 aufzuerlegen und zu 1/4 auf die Gerichtskasse zu nehmen
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungs-
verfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei eine allfällige Rücker-
stattungspflicht im Umfang von 3/4 vorbehalten bleibt (Art. 135 Abs. 4 StPO).
2.3. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand
von Fr. 5'908.45 (inkl. MwSt.) geltend, was ausgewiesen ist und angemessen
erscheint (Urk. 46). Da die Aufwendungen im Zusammenhang mit der heutigen
Berufungsverhandlung samt Weg und Nachbesprechung bereits nahezu voll-
ständig im geltend gemachten Honorar berücksichtigt wurden, rechtfertigt es sich,
Rechtsanwalt lic. iur. X._ für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren
sogleich pauschal und gesamthaft mit Fr. 6'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu
entschädigen.
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