Decision ID: dfd7f214-9517-4795-97d4-2b088813f34d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. K.X. und L.X. sind Eigentümer der Grundstücke Nrn. 0000 und 0001, Grundbuch A.
Diese sind gemäss Zonenplan der Gemeinde A. vom 31. Dezember 1997 der
Landwirtschaftszone zugeteilt. Auf dem Grundstück Nr. 0001 steht ein eingeschossiges
Haus mit flachem Giebeldach und rückversetztem Anbau, welches seit dem Erwerb am
20. Juli 2010 von Familie K.X. und L.X. als Wohnhaus genutzt wurde. Grundstück
Nr. 0000 ist mit einem Maschinen- und Autounterstand bebaut. Der Gemeinderat A.
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hatte am 16. Juli 1964 dem damaligen Eigentümer des Grundstücks Nr. 0001 (als Teil
des ehemaligen Grundstücks Nr. 002) den Bau eines zweigeschossigen Ferienhauses
mit steilem Giebeldach und eines zurückversetzten Flachdachbaus bewilligt. Mit
Verfügung vom 16. Mai 2006 bewilligte der Gemeinderat den Neubau des erwähnten
Maschinen- und Autounterstandes auf dem heutigen Grundstück Nr. 0000. Das Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) stimmte dem Vorhaben mit
raumplanerischer Teilverfügung vom 8. Mai 2006 als Erweiterung des bestehenden
Ferienhauses gestützt auf Art. 24c des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG;
SR 700) zu.
b. Am 7. November 2013 reichten K.X. und L.X. ein Baugesuch für den Abbruch des
Ferienhauses und den Neubau eines Einfamilienhauses sowie für den Teilabbruch des
Maschinen- und Autounterstandes und das Entfernen der bestehenden Wände ein.
Gegen das in der Folge öffentlich aufgelegte Baugesuch erhob unter anderen die
Stiftung WWF Schweiz Einsprache. Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom
10. Oktober 2014 bewilligte das AREG das Baugesuch mit verschiedenen Auflagen und
Bedingungen. Gestützt hierauf erteilte der Gemeinderat A. mit Beschluss vom
6. November 2014 die Baubewilligung und wies gleichzeitig die Einsprache der Stiftung
WWF ab. Den hiergegen erhobenen Rekurs hiess das Baudepartement des Kantons St.
Gallen, nachdem es mit den Verfahrensbeteiligten am 26. März 2015 einen
Augenschein durchgeführt hatte, mit Entscheid vom 22. Mai 2015 im Sinn der

Erwägungen gut und hob den Einspracheentscheid und die Baubewilligung vom 6.
November 2014 sowie die Teilverfügung des AREG vom 10. Oktober 2014 auf.
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. oec. HSG Thomas Frey, St. Gallen,
für K.X. und L.X. am 4. Juni 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und die Erteilung der Baubewilligung
vom 6. November 2014 gestützt auf die raumplanungsrechtliche Teilverfügung des
AREG vom 10. Oktober 2014 sei zu bestätigen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Mit Entscheid vom 25. Mai
2016 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde unter Aufhebung des
Rekursentscheids vom 22. Mai 2015 teilweise gut und wies die Angelegenheit zur
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Abklärung der Frage der bestimmungsgemässen Nutzbarkeit der bestehenden Baute
und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück.
b. Die gegen diesen Entscheid von der Stiftung WWF Schweiz, vertreten durch
Rechtsanwältin Regula Schmid, St. Gallen, erhobene Beschwerde hiess das
Bundesgericht mit Urteil 1C_301/2016 vom 3. April 2017 gut. Es hob den VerwGE B
2015/100 auf, erteilte den Bauabschlag und wies die Sache zur Neuregelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das
Verwaltungsgericht zurück.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Dementsprechend sind die
amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (Fr. 3‘500.--) und vor dem
Baudepartement (Fr. 3‘500.--) den Beschwerdeführern aufzuerlegen. Auf die Erhebung
der Kosten ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Den Beschwerdeführern ist der
im Beschwerdeverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3‘500.-- anzurechnen. Der
Beschwerdegegnerin ist der im Rekursverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr.
1‘000.-- zurückzuerstatten.
2. Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, welche den am Verfahren Beteiligten
gemäss Art. 98bis VRP nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt werden. Die
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) über die
Parteientschädigung finden sachgemäss Anwendung (Art. 98ter VRP). Nach Art. 98
Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie
aufgrund der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen.
Die Beschwerdegegnerin hat im verwaltungsgerichtlichen Verfahren vollumfänglich
obsiegt. Eine Partei, die sich nicht vertreten lässt, hat - mangels eines besonderen
Aufwandes - grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 98ter
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VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Dass ihr gleichwohl Kosten für
Umtriebe erwachsen, bedarf einer besonderen Begründung. Konkret macht die
Beschwerdegegnerin für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren keine Angaben
über getätigte (erhebliche) Aufwände. Auch sind die übrigen Voraussetzungen für eine
Umtriebsentschädigung nicht erfüllt (vgl. VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 2014 E.
4.4, www.gerichte.sg.ch). Trotz ihres Obsiegens kann der Beschwerdegegnerin daher
keine Entschädigung zugesprochen werden.
3. Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.