Decision ID: 7747b73f-f7b9-5ec6-ac49-831b607b1b1b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die unter umfassender Beistandschaft stehende (vgl.
Urk.
3)
X._
, geboren 1964, hielt sich in einem Heim (Stiftung
B._
,
C._
; vgl.
Urk.
3
) auf, bezog
eine
ganze
Rente (Urk.
197/D
) der Inva
liden
versicherung sowie
Ergän
zungs
- und Zusatz
leistungen
,
als die Gemeinde
A._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, mit
Verfü
gung vom
2
9.
April 2015 (Urk.
11
/E)
ihren
Leistungsanspruch für die Zeit ab
1.
Juni
2015 neu bemass und dabei einen Betrag für persönliche Auslagen bei Heimaufenthalt von
Fr.
5‘200.-- im Jahr berücksichtigte. Dagegen erhob der Versicherte am
1
2.
Mai 2015 Einsprache (
Urk.
11
/
C
) mit dem Antrag auf Erhöhung des Betrags für persönliche Auslagen bei Aufenthalt in einem Heim auf Fr. 6‘430.-- im Jahr. Mit Entscheid vom
1
8.
Mai 2015 (
Urk.
11
/A =
Urk.
2) wies die
Gemeinde
A._
die Einsprache der
Versicherten
ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
1
8.
Mai 2015
(
Urk.
2) erhob
die
Ver
si
cherte am
1
8.
Juni 2015
(Urk. 1
/1
) Beschwerde und bean
trag
te,
dieser sei aufzuheben und es sei die Gemeinde
A._
zu verpflichten, den
Betrag für persönliche Auslagen bei Aufenthalt in einem Heim für die Zeit ab
1.
Januar 2015 auf Fr. 6‘430.--
zu erhöhen und den laufenden monatlichen Leistungsanspruch ab Januar 2015 um
Fr.
102.50 zu erhöhen; eventuell sei die Sache zu ergänzender Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3
1.
August 2015
(Urk.
19
) beantragte die
Gemeinde
A._
die Abwei
sung der Beschwerde
(S.
5
). Mit Repl
ik vom 2
2.
Oktober 2015 (
Urk.
13
) hielt
die
Beschwerdeführer
in
an
ihrem
beschwerde
weise
gestellten Rechtsbegehren fest. Mit Duplik vom
2
1.
November 2015 (
Urk.
17
) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.
Eine Kopie dieser Eingabe wurde
dem Beschwerdeführer
am
2
4.
November 2015
zugestellt (Urk.
19
).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie
die
Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen. Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausga
ben die anrechenbaren Einnahmen über
steigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anre
chenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG berech
net.
1.2
Zu den anrechen
baren Einnahmen gehören nach Art. 11 Abs. 1 ELG
:
Z
wei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei alleinstehenden Personen jährlich Fr. 1'000.-- und bei Ehepaaren und Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
1'500.-- übersteigen (
lit
. a.);
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (
lit
. b); ein Fünfzehntel (bei Altersrentnern ein Zehntel) des Reinvermögens, soweit es bei Alleinstehenden
Fr.
37'
500.--
, bei Ehepaaren
Fr.
60'
000.-- u
nd bei rentenberechtigten Wai
sen sowie bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
15'000.-- übersteigt
; gehört der Bezügerin oder dem Bezüger oder einer Person, die in die Berechnung der Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, eine Liegen
schaft, die mindestens von einer dieser Personen bewohnt wird, so ist nur der
Fr. 112‘
500
.--
übersteigende Wert der Liegenschaft b
eim Vermö
gen zu berücksichtigen
(
lit
. c);
Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich der Renten der AHV und der IV (
lit
. d);
Leistungen aus Verpfründungsvertrag und ähnlichen Vereinbarungen
(
lit
. e)
;
Familienzulagen (
lit
. f);
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist (
lit
. g)
;
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (
lit
. h).
1.3
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind gemäss Art. 23 Abs. 1
der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen.
1.
4
Gemäss Art. 10 Abs. 2 ELG werden bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, als Ausgaben die Tagestaxe (
lit
. a) und ein vom Kanton zu bestimmender Betrag für persönliche Auslagen (
lit
. b) aner
kannt.
Der Betrag für die persönlichen Auslagen umfasst das Taschengeld und weitere Ausgaben wie Kleider, Toilettenartikel, Zeitungen, Steuern
und Ähnli
ches (
Ziff.
3330.01
der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversiche
rung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL)
.
1.
5
Der Kanton Zürich hat von der ihm in
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG eingeräumten Kompetenz mit Erlass von
§
11
Abs.
2 des
Zusatzleistungsgesetz
es
(ZLG
) Gebrauch gemacht. Gemäss dieser Bestimmung wird für
persönliche Auslagen nach
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG höchstens ein Drittel des Betrags für den allge
meinen Lebensbedarf für Alleinstehende gemäss
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 ELG anerkann
t.
Die Bestimmung von
§
11
Abs.
2 ZLG wird durch
§
2 der
Zusatzleistungsver
ordnung
(ZLV)
konkretisiert. Danach wird d
er Betrag für persönliche Auslagen nach den persönlichen Bedürfnissen der anspruchsberechtigten Person bemessen und beträgt mindestens einen Drittel des Höchstbetrages nach
§
11
Abs.
2 ZLG.
1.
6
Der Regierungsrat hielt in der Weisung zur
Änderung
des ZLG
vom
1.
Oktober 2007
, welche am
1.
Januar 2008 in Kraft getreten ist (
Anpassung an
die Neu
gestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen,
NFA
;
ABl
2007,
S.
898
ff.), fest, dass der Betrag für persönliche Auslagen von Zusatzleistungsberechtigten, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, deren Bedürfnissen angemessen zu sein habe. Seiner Bedeutung entsprechend soll dieser Höchstbetrag, der im Einzelfall angemessen tiefer sein könne, neu auf Gesetzesstufe in
§
11
Abs.
2 ZLG veran
kert werden. Entsprechend soll der Betrag für persönliche Auslagen höchstens ein Drittel des EL-Betrags für den allgemeinen Lebensbedarf betragen (
ABl
2007 S. 910)
.
In der Begründung für den Erlass der ZLV vom
5.
März 2008 (
ABl
2008 S.
424
ff.) führte der Regierungsrat aus, dass der Betrag für persönliche Ausla
gen bei Heimaufenthalt unabhängig vom Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenpflege
versicherung und unabhängig von der Vergütung von
Krank
heits
-, Behinderungs- und Zahnbehandlungskosten zu gewähren sei. Der Betrag sei nach den persönlichen Bedürfnissen zu bemessen, die sehr unterschiedlich sein könnten. Ein gewisser Mindestbetrag, der auf ein Drittel des Höchstbetrages gemäss
§
11
Abs.
2 ZLG festgelegt werde, dürfe jedoch nicht unterschritten werden, um den bundesrechtlichen Anspruch von
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG zu gewährleisten (
ABl
2008 S. 428).
1.
7
Während sich den Weisungen des Kantonalen Sozialamtes zum Vollzug der Zusatzleistungen zur AHV/IV vom 2
7.
März 2013 keine Ausführungen zur Bemessung der persönlichen Auslagen entnehmen lassen, sind solche in den bis
3
0.
April
2013
gültig gewesenen Weisungen enthalten. Danach kann der Betrag für persönliche Auslagen bei offensichtlich vermindertem Verwendungsbedarf gemäss
§
2 ZLV höchstens bis auf einen Drittel des Höchstbetrages gesenkt werden (vgl.
Weisungssammlung des Kantonalen Sozialamtes betreffend Zu
satz
leistungen von 1999 - 2013, S. 133;
www.sozialamt.zh.ch
)
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Mai 2015 (
Urk.
2) davon aus, dass der Betrag für persönliche Auslagen bei Heimaufenthalt zu kürzen sei, wenn EL-Beziehende über genügend hohe Ver
mögenswerte verfügten, welche für die Bestreitung der persönlichen Auslagen herangezogen werden könnten. Gemäss einer langjährigen Praxis der Beschwerdegegnerin sei EL-Beziehenden bei Heimaufenthalt mit einem Vermö
gen bis und mit Fr. 25‘000.-- ein Betrag für persönliche Auslagen von Fr. 6‘430.--, solchen mit Vermögen zwischen
Fr.
25‘000.-- bis
Fr.
100'000.-- ein Betrag von
Fr.
5‘200.-- und solchen mit Vermögen ab
Fr.
100‘001.-- ein Betrag von
Fr.
2‘500.-- anzurechnen. Da
der
Beschwerdeführer
in
ein Vermögen von Fr.
37
‘000.-- anzurechnen sei
, sei ihr
bei der Bemessung
ihres
Leistungsan
spruchs
für die Zeit ab
1.
Juni
2015 ein Betrag für persönliche Auslagen im gekürzten Umfang von Fr. 5‘200.-- anzurechnen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass ihr
bei der Bemessung
ihres
Leistungsanspruchs für den streitigen Zeitraum ein Vermögen von
Fr.
37
‘000.-- anzurechnen sei.
Sie
macht indes geltend, dass die Bemessung der persönlichen Auslagen bei Heimaufenthalt auf Grundlage des Umfangs seines Vermögens rechtswidrig sei (
Urk.
1/1 S. 4). Der Betrag für persönliche Auslagen sei viel
mehr auf Grund seiner tatsächlichen, persönlichen Bedürfnisse zu bemessen. Da ein hoher finanzieller Bedarf zur Bestreitung
ihrer
persönlichen Bedürfnisse ausgewiesen sei, sei
ihr
bei der Bemessung des Leistungsanspruchs für die Zeit ab
1.
Januar 2015 ein Betrag für persönliche Auslagen von
Fr.
6‘430.-- anzu
rechnen (
Urk.
1 S.
5
).
3.
3.1
Während in
§
11
Abs.
2 ZLG lediglich der Maximalbetrag der
persönliche
n
Ausla
gen nach
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG
geregelt ist, enthält die Bestimmung von
§
2 ZLV sowohl eine Regelung des Minimalbetrages der
persönliche
n
Aus
lagen
als auch eine Regel zur Bemessung des Betrags der persönlichen Auslagen innerhalb des Bereichs zwischen dem Höchst- und dem Mindestbetrag. Inner
halb dieses Bereichs soll der Betrag für persönliche Ausgaben gemäss
§
2 ZLV nach den
persönlichen Bedürfnissen d
er anspruchsberechtigten Person
bemes
se
n werden. Es fragt sich daher, wie der Begriff „nach den persönlichen Bedürf
nissen“ auszulegen ist.
3.2
Ausgangspunkt der Gesetzesauslegung ist der Wortlaut der Bestimmung (gramma
tikalisches Element). Ist er klar,
das heisst
eindeutig und unmissver
ständlich, darf vom Wortlaut nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund für die Annahme besteht, der Wortlaut zie
le am „
wahren Sinn",
das heisst
am Rechtssinn der Regelung vorbei. Anlass für eine solche Annahme können die Entstehungsgeschichte der Bestimmung (historisch), ihr Zweck (teleologisch) oder der Zusammenhang mit andern Vorschriften (systematisch) geben, so namentlich, wenn die grammatikalische Auslegung zu einem Ergebnis führt,
das
der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann (BGE 140 II 80 E. 2.5.3 mit Hinwei
sen
; Urteil des Bundesgerichts 9C_893/2015 vom 2
0.
Juni 2016 E. 4.1).
Die Verordnung ist wie ein Gesetz in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zu Grunde liegenden Wer
tungen auf der Basis einer teleologischen Verständnismethode auszulegen. Aus
zurichten ist die Auslegung auf die
ratio
legis
, die zu ermitteln dem Gericht allerdings nicht nach den subjektiven Wertvorstellungen der Richter aufgegeben ist, sondern nach den Vorgaben des Gesetzgebers. Die Auslegung des Gesetzes ist zwar nicht entscheidend historisch zu orientieren, im Grundsatz aber den
noch auf die Regelungsabsicht des Gesetzgebers und die damit erkennbar getroffenen Wertentscheidungen auszurichten, da sich die Zweckbezogenheit des rechtsstaatlichen Normverständnisses nicht aus sich selbst begründen lässt, sondern aus den Absichten des Gesetzgebers abzuleiten ist, die es mit Hilfe der herkömmlichen Auslegungselemente zu ermitteln gilt. Die Gesetzesmaterialien können beigezogen werden, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben (BGE 133 III 175 E. 3.3.1; 133 V 314 E. 4.1
; Urteil des Bundesgerichts 1C_73/2008 vom
1.
Oktober 2008 E. 5.2
).
3.3
Verwaltungsweisungen richten sich grundsätzlich nur an die
Durchführungs
stel
len
und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht ver
bindlich. Indes berück
sichtigt das Gericht die Kreisschreiben insbesondere dann und weicht nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen und eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten. Dadurch trägt es dem Bestreben der Verwaltung Rechnung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewähr
leisten (BGE 138 V 346 E. 6.2 S. 362; 137 V 1 E.
5.2.3; 133 V 257 E. 3.2 mit Hin
weisen). Auf dem Wege von
Verwaltungs
weisungen
dürfen indes keine über Gesetz und Verordnung hinausgehenden Einschränkungen eines materiellen Rechtsanspruchs eingeführt werden (BGE 132 V 121 E. 4.4).
3.4
Der Wortlaut des Begriffs „nach den persönlichen Bedürfnissen“ von
§
2 ZLV ist vorliegend nicht eindeutig. Insbesondere lässt sich daraus nicht zweifelsfrei entnehmen, ob der Begriff der persönlichen Bedürfnisse lediglich im Sinne eines
Verwendungsbedarfs beziehungsweise eines Verlangens oder Wunsches nach persönlichen Auslagen wie Kleider,
Toilettenartikel, Zeitungen, Steuern
und Ähnlichem zu verstehen ist oder ob dieser Begriff im Sinne eines Bedürfnisses nach gewissen Auslagen, welches nur bei bescheidenen wirtschaftlichen Ver
hältnisses beziehungsweise einem geringen Vermögen zu bejahen wäre, zu ver
stehen ist.
3.5
Unter dem Gesichtspunkt der Gesetzessystematik gilt es zu berücksichtigen, dass
Art.
10 ELG,
der in
Abs.
2
lit
. b
den Kantonen die Kompetenz einräumt, den Betrag für persönliche Ausgaben zu bestimmen, unter dem Titel „Anerkannte Ausgaben“
figuriert.
Der Betrag für persönliche Ausgaben im Sinne von Art. 10
Abs.
2
lit
. b ELG ist daher Teil der anerkannten Ausgaben, wobei der Überschuss der
anerkannten Ausgaben
über
die anrechenbaren Einnahmen
der jährlichen
Ergänzungsleistung
entspricht (vgl.
Art.
9
Abs.
1 ELG). Demgegenüber wird den EL-Beziehenden ihr Vermögen im Rahmen des Vermögensverzehrs (
Art.
11 Abs. 1
lit
. c ELG und
Art.
11
Abs.
2 ELG in Verbindung mit
§
11
Abs.
3 ZLG) und der Verzicht auf Vermögen im Rahmen des Verzichtsvermögens (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG) unter dem Titel „Anrechenbare Einnahmen“ als Einnahmen angerechnet. Das ergänzungsleistungsrechtliche
Existenzminimum
bestimmt sich
abschliessend nach den anerkannten Ausgaben gemäss
Art.
10 ELG
und den anrechenbaren Einnahmen gemäss
Art.
11 ELG. Die Berücksichtigung des Vermögens der EL-Beziehenden beziehungsweise dessen Anrechnung als Ein
nahmen ist abschliessend in
Art.
11 ELG geregelt. Für eine ergänzende Berück
sichtigung des Vermögens von EL-Beziehenden im Rahmen kantonalen Rechts (
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG in Verbindung mit
§
11
Abs.
2 ZLG und § 2 ZLV) besteht auf Grund des Bundesrechts daher kein Raum. Aus der
Gesetzessyste
matik
ist daher zu schliessen, dass bei der Bemessung der persönlichen Ausga
ben bei Heimaufenthalt gemäss
§
2 ZLV ausschliesslich die konkreten Bedürf
nisse der EL-Beziehenden im Hinblick auf entsprechende Ausgaben und nicht auch das Vermögen der EL-Beziehenden beziehungsweise deren Einnahmen zu berücksichtigen sind.
3.6
Schliesslich lassen sich auch den Gesetzesmaterialien keine Hinweise ent
nehmen, dass der Verordnungsgeber eine Bemessung des als anerkannte Ausga
ben zu berücksichtigen Betrags für persönliche Auslagen bei
Heim
aufenthalt
auf Grund des Vermögens der EL-Beziehenden beabsichtigt hätte. Dies ist umso weniger anzunehmen, als eine Bemessung der persönlichen Auslagen von Per
sonen, die dauernd oder längere Zeit im Spital leben, anhand ihres Vermögens, bei diesen Personen zu einer doppelten Anrechnung des Vermögens führte, was für diese Personen im Vergleich zu Personen, die zu Hause leben, im Ergebnis eine Verschlechterung darstellte. Weder in der Weisung des Regierungsrats zur
Änderung
des ZLG
vom
1.
Oktober 2007
noch in der Begründung des Regierungsrates für den Erlass der ZLV vom
5.
März 2008 (vorstehend E. 1.7) lassen sich indes Hinweise für die von der Beschwerdegegnerin vertretene Auf
fassung finden. Im Kantonsrat gab die Bestimmung von
Art.
11
Abs.
2 ZLG zu keinen Diskussionen Anlass (Protokoll der 1
4.
Sitzung des Kantonsrats vom 1
7.
September 2007, S. 881). Der Sinn der Bestimmung von
§
2 ZLV ist daher darin zu sehen, dass der Betrag für die persönlichen Auslagen bei
Heimaufent
halt
innerhalb des Bereichs zwischen dem Höchst- und Mindestwert gemäss dem individuellen Bedarf für entsprechende Auslagen beziehungsweise gemäss dem konkreten Verwendungsbedarf des EL
Beziehenden zu bemessen ist.
3.
7
Eine Auslegung von
§
2 ZLV führt daher zum Ergebnis, dass der Betrag für per
sönliche Auslagen bei Heimaufenthalt ausschliesslich gemäss dem
individuellen Bedarf beziehungsweise dem konkreten Verwendungsbedarf
der EL-Beziehen
den
für entsprechende Auslagen
und nicht anhand des Vermögens der EL
Beziehenden zu bemessen ist.
4.
Der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie sich zur Begrün
dung ihrer Auffassung, wonach der Betrag für persönliche Auslagen bei
Heim
aufenthalt
nach dem Vermögen der Leistungsbeziehenden
zu bemessen sei, auf die gleichlautende Verwaltungspraxis der Stadt Zürich stützen will (Urk.
10 S.
4
;
Urk.
17
S. 2). Denn im Bereich der Durchführung der Ergänzung- und Zusatzleistungen übt das Kantonale Sozialamt die Aufsicht über die Gemeinden aus (
§
3
Abs.
2 ZLG in Verbindung mit Anhang 1 und Anhang 3 der
Verord
nung über die Organisation des Regierungsrate
s und der kantonalen Verwal
tung). Den geltenden Weisungen des Kantonalen Sozialamtes zum Vollzug der Zusatzleistungen zur AHV/IV vom 2
7.
März 2013 (vorstehend E. 1.8) lassen sich jedoch keine Hinweise für die von der Beschwerdegegnerin vertretene Auf
fassung entnehmen.
5.
Nach Gesagtem widerspricht der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Mai 2015 (
Urk.
2), insoweit darin der Betrag für persönliche
Auslagen bei Heimaufenthalt der
Beschwerdefü
hrerin
auf der Grundlage eines Vermögens von
Fr.
37
‘000.-- bemessen wurde, der gesetzlichen Regelung zur Bemessung des Betrags für persönlichen Auslagen bei Heimaufenthalt gemäss
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG in Verbindung mit
§
11
Abs.
2 ZLG und
§
2 ZLV. Soweit die Beschwerdegegnerin den Betrag für persönliche Auslagen bei Heimbedarf abweichend
Art.
10
Abs.
2
lit
. b ELG in Verbindung mit
§
11
Abs.
2 ZLG und
§ 2 ZLV festgesetzt hat, erscheint der angefochtene
Einspracheentscheid
daher als rechtswidrig.
Die Sache ist daher in Gutheissung der Beschwerde an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Sachverhalt hinsichtlich der konkrete
n, indivi
duellen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin
für persönliche Auslagen im Sinne von
§
2 ZLV ergänzend abkläre, den Betrag für persönliche Auslagen bei
Heim
aufenthalt
neu bemesse und anschliessend über den Leistungsanspruch
der Beschwerdeführerin
für die Zeit ab
1.
Juni
2015 neu verfüge.
6.
6.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
6.2
Ausgangsgemäss
hat die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine
Pro
zessent
schädi
gung
, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses, bei einem praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.--, zuzüglich Barauslagen und Mehr
wertsteuer, mit Fr. 2‘800.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehr
wert
steuer) zu bemessen ist.