Decision ID: 12943d9e-61b4-4d32-8e52-dea14a68e0b6
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953,
arbeitete
bei der
Firma Y._
als Mitarbeiter
in der
Zustel
lung, wobei er
seit 1. November 2004 aus gesundheitlichen Gründen noch
ein Pensum von 80 % inne
hatte
und i
m Umfang von 20 % eine Rente der Pen
sionskasse bezog
(
Urk.
6/2/5
, 6/7/
3
,
6/7/8
und 6/22/3
). Wegen
Rückenbe
schwerden
meldete er sich am 1. September 2008 bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/2/1-9).
Die Sozialversich
erungsanstalt des Kantons Züric
h, IV-Stelle,
klärte die medizinische
(
Urk.
6/
14/1-6, 6/17/1-5)
und berufliche Situation ab
(
Urk.
6/7/1-9) und zog einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK) bei
(
Urk.
6/
6/1-4).
Am 26. März 2009 ordnete sie eine ambulante
Abklärung
an und betraute damit Dr. med. Z._
,
Fachärztin für Innere Medizin, speziell Rheumatologie
(
Urk.
6/18/1-2).
Gestützt auf ihren Bericht vom 22. Juni 2009 (
Urk.
6/22/1-8)
verneinte die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
6/25 und 6/28)
mit Verfügungen vom 14. Juli 2009 und vom 2. Oktober 2009 sowohl einen Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch einen solchen auf eine Invalidenrente (
Urk.
6/16 und
6/31).
Gestützt auf das Attest
von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
vom 4. September 2009 (
Urk.
6/32/1)
sowie den Bericht von Dr. med. B._
,
Facharzt für
I
nnere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, Zent
rum für Rheuma- und Knochenerkrankungen an der Klinik
C._
, vom 24. September 2009 (
Urk.
6/32/2-3) machte der Versicherte mit Schreiben vom 6. Oktober 2009 geltend, dass sich sein Zustand verschlechtert habe (
Urk.
6/33). Die IV-Stelle holte eine ergänzende Stellungnahme von
Dr.
Z._
ein (
Urk.
6/34 und 6/35).
Mit Schreiben vom 9. November 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie
auch
nach Erhalt des
ergänzenden Berichts vom 27. Oktober 2009
an ihrem Entscheid festhalte
,
und ersuchte ihn, bis zum 25. November 2009 mitzuteilen, ob seine Zuschrift vom
6. Oktober 2009 als Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht
weit
erzuleiten sei, ansonsten diese
zu den Akten gelegt werde (
Urk.
6/36).
Der Versicherte liess die Frist un
benützt verstreichen.
Mit Zuschrift vom 22. Dezember 2009
teilte
X._
mit,
er werde sich voraussichtlich im Januar 2010 einer Operation unterziehen müssen. A
ngesichts seines
derzeitigen
Gesundheitszustandes sei sein letztes Schreiben als Be
schwerde zu betrachten (
Urk.
6/38).
Mit Schreiben vom 23. Dezember 2009 machte die IV-Stelle den Versicherten darauf aufmerksam, dass er die ihm mit Schreiben vom 9. November 2009 angesetzte Frist bis 25. November
2009
un
benützt habe verstreichen lassen und auch auf das Schreiben vom 10. Dezember 2009 nicht reagiert habe (
Urk.
6/39).
Sollte sich sein Gesundheitszustand infolge
d
er
bevorstehenden
Operation dauerhaft verändern, sei es ihm unbenommen, ein neues Gesuch einzureichen.
1.2
Mit E-Mail vom
21. Juli 2010
meldete die Arbeit
geberin des Versicherten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
, da eine
zweite
Diskushernie diag
nostiziert worden sei
(
Urk.
6/40).
Die IV-Stelle forderte
X._
auf, die Veränderung der Situation bis zum 2. September 2010 mittels Unterlagen glaub
h
aft darzulegen (
Urk.
6/41).
Innert erstreckter Frist reichte der Versicherte am 29. September 2010 diverse Arztberichte ein, wonach er seit dem 25. Januar 2010 vollständig arbeitsunfähig sei (
Urk.
6/47 und 6/48/1-10
)
. Die IV-Stelle klärte die medizinische Situation ab (
Urk.
6/49/1-6
und
6/57/1-8
)
und stellte
m
it Vorbescheid vom 25. Januar 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 41 % die Ausrichtung einer
Viertelsrente
in Aussicht (
Urk.
6/76/1-3).
Der Ver
sicherte liess Einwand erheben (
Urk.
6/78/1-3) und
- unter
Hinweis auf eine Aus
kunft der Arbeitgeberin (
Urk.
6/77/1-2)
-
geltend machen, das
Invaliden
einkommen
sei
aufgrund des tatsächlichen Lohns und
nicht anhand der
Tabel
lenlöhne
zu ermitteln.
Mit Verfü
gungen vom 9. März und vom 3. April 201
2 sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 41 % eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
2/1 und 2/2).
2.
Mit Eingabe vom 24. April 2012 liess
X._
Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von mindestens 60 %
zuzusprechen
,
und der Rentenbeginn sei ausgehend von der am 1. September 2008 erfolgten Anmeldung festzusetzen (
Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort
vom 21. Mai 2012 schloss die IV-
Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
In der Replik vom 10. August 2012 liess der Versi
cherte
im Wesentlichen
an seinen Anträgen festhalten
; eventualiter jedoch die Rückweisung zur Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit beantragen
(
Urk.
8
S. 2
).
Die IV-Stelle verzichtete auf eine Stellung
nahme, was dem Versicherten am 18. September 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Zunächst ist festzuhalten,
dass die Verfügung vom 14. Juli 2009
(
Urk.
6/16)
betreffend berufliche Massnahmen unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist.
Zu prüfen ist im Weiteren, wie es sich mit der Verfügung vom 2. Oktober 2009
(
Urk.
6/31)
verhält, mit welcher die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat. Hierzu ist festzuhalten,
dass sich der Beschwerde
füh
rer innert der ihm
mit Schreiben vom 9. November 2009
angesetzten Frist, ob sein Schreiben vom 9. Oktober
2009 als Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Oktober 2009 an das Sozialversicherungsgericht weiterzuleiten sei
, nicht geäussert hat
. Damit hat die Beschwerdegegnerin seine Zuschrift vom 22. Dezember 2009
(
Urk.
6/38)
zu Recht
zu den Akten gelegt, und es ist von der Rechtskraft der
(rentenverneinenden)
Verfügung vom 2. Oktober 2009 auszuge
hen.
2.
2.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG)
vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hin
weisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
3
.
3
.1
Für die Beurteilung der Frage, ob eine
anspruchs
erhebliche
Änderung eingetre
ten ist, ist der Sachver
halt zur Zeit der strittigen Verfügungen vom 9. März und 3. April 2012 (Urk. 2/1 und 2/2) zu vergleichen mit dem Sachverhalt, wie er im Zeitpunkt der rechts
kräftigen Verneinung des Rentenanspruchs gemäss Verfü
gung vom
2
.
Oktober
200
9
(Urk.
6/31
) bestand.
3.2
Die
Beschwerdegegnerin ging davon aus,
es habe sich
seit dem letzten
Renten
entscheid
lediglich die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Beschäftigung bei der
Firma Y._
verschlechtert. Hingegen sei
dem Beschwerdeführer die Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
im Ausmass von 80 % zumutbar, weshalb aufgrund der Tabellenlöhne und unter Berücksich
ti
gun
g eines leidensbedingten Abzugs von 15 % ein Invaliditätsgrad von 41 % resultiere (
Urk.
5
, 6/23, 6/72 und 6/73
).
3
.
3
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer
unter anderem
mit dem Hinweis auf den Bericht seines Hausarztes vom 3. August 2012
geltend (
Urk.
1
,
8
und 9
),
die Operation an der Halswirbelsäule sei
zwar
erfolgreich verlaufen
,
dennoch
verspüre er immer wieder stark einschiessende Schmerzen, wenn er den Blick beziehungsweise den Kopf zu weit nach oben oder unten bewege. Solche Schmerz
z
ustände würden ihn dann stundenweise ausser Gefecht setzen (
Urk.
8 S. 2
)
.
Sein Gesundheitszustand habe sich
v
erschlechter
t
, denn er leide an einer
fortschreitenden, praktisch nicht therapierbaren Krankheit, dem Morbus
DISH
. Es sei nicht haltbar, von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
B
ei der Invaliditätsbemessung sei
im Übrigen
gestützt auf die Rechtsprechung auf die Tätigkeit abzustellen, welche er tatsächlich ausübe
.
Es sei ihm
angesichts seines Alters
nicht
mehr
zuzumuten, die
Beschäftigung
bei seine
r
Arbeitgeber
in, bei welcher
er seit 1968 arbeite und wo stabile Verhältnisse herrschten,
aufzugeben und eine neue Stelle zu suchen.
4
.
4
.1
Die
rentenverneinende
Verfügung vom 2. Oktober 2009 (Urk. 6/31) stützte sich
im Wesentlichen
auf den Bericht
der Rheumatologin Dr.
Z._
vom 22. Juni 2009, welche zuhanden der Beschwerdegegnerin die von
Dr.
A._
diagnos
tizierte
deformierende
Spondylose
in Bereich Th2-Th9 (deformierend von Th7
Th9)
nicht bestätigen konnte, jedoch
ein
Thorakovertebralsyndrom
bei be
ginnender Wirbelsäulenfehlhaltung, ein
Zervikospondylogensyndrom
und eine Diskushernie in den Bereichen C5/6 und C6/7
erwähnte und
auf einen begin
nenden Morbus DISH hinwies
(
Urk.
6/22/6)
.
Der Versicherte habe Schmerzen im Bereich des Nackens angegeben, welche über den linken Ellbogen
bis in den Unterarm ausstrahlen würden. Gelegentlich habe er auch Beschwerden a
m
lin
ken
Kleinfinger
. Thorakale Schmerzen träten nach einer Stunde Stehen oder Sitzen ohne sic
h
zu bewegen auf
und seien auf der Höhe des Schulterblattes lokalisiert
(
Urk.
6/22/4).
Dr.
Z._
stellte eine leichte Ve
r
spannung der
Para
vertebralmuskulatur
im oberen und mittleren Bereich der Brustwirbelsäule fest. Bei der Beweglichkeit der Brustwirbelsäule
seien
bei der Seitenneigung und bei der Rotation Endphasenschmerzen auf
getreten
.
Die Röntgenbilder
der
Halswir
belsäule
aus dem Jahr 2003 zeigten gegenüber der Untersuchung aus dem Jahr 1994 eine geringe Zunahme der
Unkover
tebralarthrose
. Im Oktober 2008
sei
eine beginnende
Osteochondrose
C5/6 festgestellt worden (
Urk.
6/22/5).
Mit Bezug auf die Brustwirbelsäule
sei
1994 eine leichte linkskonvexe Skoliose fest
gestellt worden, welche sich im Laufe der Zeit nur unwesentlich verändert
habe
. Ausserdem
sei
eine beginnende Verknöcherung des S
e
itenbandes im
Sinnes
eines DISH diagnostiziert worden
. In den Jahren 2002 und 2003 hä
tten sich die Verhältnisse im Vergleich zu den bisherigen Befunden nur unwesent
lich verändert.
Anhand
de
r
Röntgenaufnahmen vom 12. März 2008
sei
die Sko
liose immer noch als minim einge
stuf
t
worden
; di
e
Verknöcher
ungen vor allem im Seitenband hä
tten leicht
zugenommen; im Längsband
seien
die Ver
änderungen gering (
Urk.
6/22/5).
Eine seit Dezember 2003 eingetretene Veränderung verneinte die Rheumatolo
gin. Neue Beschwerden seien hingegen im Jahr 2009 im Bereich der
Halswir
belsäule
links aufgetreten. Die damit verbundenen Ausstrahlungen würden je
doch nur kurze Zeit
andauern
,
und
der Versicherte könne die
Schmerzen
jeweils
mit einem Positionswechsel zum Abklingen br
ingen
. Insgesamt seien die Be
schwerden nicht sehr ausgeprägt und das ganze klinische Bild
sei
diskret (
Urk.
6/22/8).
Dr.
Z._
gelangte
deshalb
zum Schluss, d
em Beschwerdeführer sei das bei seiner angestammten wechselbelastenden Tätigkeit bis anhin
aus
ge
übte Pensum von 80 % weiterhin zumutbar (
Urk.
6/22/7-8).
4.2
Die von der Arbeitgeberin am 21. Juli 2010 eingereichte Neuanmeldung (
Urk.
6/40) begründete der Beschwerdeführer mit verschiedenen Arztberichten, wonach er seit dem 25. Januar 2010 vollständig arbeitsunfähig sei (
Urk.
6/47 und 6/48/1-10).
Aufgrund der medizinischen Aktenlage ergibt sich folgendes Bild:
Als Folge eines Treppensturzes am 11. März 2009 und einer dabei erlittenen Stauchung der Halswirbelsäule
war der Versicherte im Mai
2009
dem Rheumazentrum
der Klinik
C._
zugewiesen worden.
Dr. med. B._
, Facharzt für Physika
lische Medizin, Rehabilitation und Rheumatologie,
diagnostizierte
im Bericht vom 24.
September
2009
ein
z
ervikoradikuläres
Syndro
m
C7 bei links
präfora
minaler
Diskushernie C6/7 und leichter
Unkovert
ebralarthrose
mit R
eizung der Wurzel C7 links, e
ine
Osteochondrose
C5/6, eine leichtere
Protrusion
linksbetont gering bis
foraminal
sowie ein chronisches seit 1998 vor
handen
es
lumbospon
d
ylogenes
Sy
ndrom bei bekannter Diskushernie (
Urk.
6/32/2).
Gemäss MRI lag eine Wurzelreizung C7 links vor.
Der Beschwerdeführer
habe
über Ameisen
laufen beim Liegen in der Nacht, Nachtschmerzen und eine Schmerzzunahme bei der Elevation beider Arme über Kopf
geklagt
(
Urk.
6/32/2).
Die Beschwerden seien unter intensiven physiotherapeutischen Massnahmen sowie nach Injektio
nen im Bereich C6/7 etwas abgeklungen. Nach einer vom Hausarzt vom 7. bis zum
21. Juli 2009 attestie
rten 40%igen Arbeitsunfähigkeit
schrieb
Dr.
B._
den Beschwerde
führer vom 22. Juli bis zum 11.
August 2009 vollständig und ab dem 12. August bis
zum
5. Oktober 2009 noch zu 60 % arbeitsunfähig (
Urk.
6/
32/3).
Im September 2009 machte der Beschwerdeführer eine ungünstige Bewegung, was zu einschiessenden Schmerzen und Ausstrahlung
bis
zum Ellbogen und
in
die Finger II-V der linken Hand führte (
vgl. den Bericht von
Dr.
B._
vom 20. November 2009;
Urk.
6/48/1).
Zur Vornahme gezielter Infiltrationen wurde der Versicherte in die
Klinik D._
überwiesen. Da diese Behandlung offen
sichtlich nicht den gewünschten Erfolg zeitigte, wurde
der
Beschwerdeführer am
7. April 2
0
1
0 operiert, wobei eine mikrotechnische
Disektomie
und eine beid
seitige
Foraminotomie
mit Einlage eines
Cornerstone
-Cages auf Höhe C6/7 vorgenommen wurden (
Urk.
6/48/2).
Bis zur ersten Nachkontrolle war der Beschwerdeführer volls
t
ändig arbeitsunfähig geschrieben.
Die Dreimonatskontrolle (Bericht vom 16. Juli 2010;
Urk.
6/57/7-8) zeigte einen positiven Verlauf.
In der Röntgenaufnahme erschien der eingesetzte Cage an unveränderter Lage, in der Position korrekt und ohne Hinweise auf eine
Über
beweglichkeit
(
Urk.
6/57/7).
Dr.
E._
beurteilte den Verlauf als erfreulich und stufte die
zerviko-nuchealen
Restschmerzen als muskulär bedingt sowie über
lagert durch die mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen ein. Er ver
schrieb Physiotherapie, attestierte dem Beschwerdeführer als
Briefträger
weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
,
erachtete
jedoch
die vollständige Wieder
aufnahme der Arbeitstätigkeit im August 2010 als realistisch (
Urk.
6/57/8).
Als Folge des operativen Eingriffs litt der Beschwerdeführer
gemäss dem Bericht von
Dr.
B._
vom 9. September 2010
immer noch
unter einer eingeschränkten Beweglichkeit der Halswirbelsäule.
So führte die Rotation nach links zu einer Ausstrahlung in die linke Schulter; bei Extension traten Schmerzen und Blocka
den auf
,
und die Kraft am linken Oberarm war abgeschwächt (
Urk.
6/48/10).
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer
deshalb
für die Tätigkeit als Brief
träger aus rheumatologischer Sicht
lediglich
eine Arbeitsfähigkeit von 40 %.
Obwohl keine
radikuläre
Reizung im Bereich C6 mehr nachgewiesen werden konnte, klagte der Beschwerdeführer weiterhin über Ausstrahlungen in die linke Hand und
über
belastungsabhängige Nackenbeschwerden (
vgl. den
Bericht der
Klinik D._
vom 11. November 2010;
Urk.
6/49/5-6).
In der MRI-Untersu
chung wurden im Segment C5/6 eine
osteochondr
ot
ische
Veränderung der Deck- und Bodenplatten, eine leichte
foraminale
Einengung nach links
und
im Segment C6/7 eine
präforaminale
Diskushernie mit Verdrängung des
7.
Hals
nervs
linksseitig festgestellt (
Urk.
6/49/5).
Dr.
E._
erachtete daher die Eva
lua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit als indiziert (
Urk.
6/49/6).
Auch im Bericht der
Klinik D._
vom 11. April 2011
(
Urk.
6/69/1-2)
wu
rd
e
bestätigt, dass keine
radikuläre
Reizung mehr vorliege
.
Aufgrund der Röntgenaufnahme sei die Lage des Cages unverändert; es seien aber unverän
dert starke degenerative Veränderungen in den Anschluss
s
egmenten sub- und
epifusionell
vorhanden.
Der Beschwerdeführer verspüre
immer noch
belastungs
abhängige
Ausstrahlungen in die Schulter
,
und bei stärkeren Lasten
habe er
in
termittierende Gefühlsstörung
en
in den Fingern IV und V der linken Hand
.
Dies deute auf eine beginnende Reizung im Bereich C8 hin. Dennoch seien operative
Massnahmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht indiziert (
Urk.
6/60/2).
Neue Defizite habe der Beschwerdeführer verneint; die Arbeit als
Briefträger
könne er ausüben
. Aus ärztlicher Sicht müsse aufgrund der starken körperlichen Belastung jedoch eine weitere Reduktion der Arbeitstätigkeit empfohlen werden.
4.3
Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Fragebogen für
Arbeit
gebende
vom 2. Oktober 2008 (
Urk.
6/7/7-8) die ursprüngliche Beschäftigung,
in der er
in sitzender und stehender Position Vorarbeite
n für die Postzustellung leistete
und mit dem Auto oder dem Motorroller die
Firma Y._
ausliefer
te
, seit No
vember 2004 nicht mehr aus
üben
konnte, sondern zu 80 % in den Räumen der
Firma Y._
tätig war.
Insbesondere waren ihm das Heben und Tragen von Gewichten bis zehn Kilogramm
öfters
und das gelegentliche Heben von Gewichten zwi
schen 10 und 25 Kilogramm nicht mehr möglich
gewesen
(
Urk.
6/7/7).
Die Neuanmeldung erfolgte hauptsächlich im Zusammenhang mit dem operati
ven Eingriff vo
m April 201
0.
Den verschiedenen Arztberichten sind
zwar - je
doch divergierende -
Angaben zum Umfang der dem Versicherten zumu
t
baren
Tätigkeit zu entnehmen. Indes fällt auf, dass sich die Ärzte mehrheitlich zur an
gestammten Beschäftigung - Zustelldienst von
Post
sendungen - äusser
te
n, nicht aber zu der
bereits
seit November 2004 ausgeübten
internen
Tätigkeit in den Räumen
der
Firma Y._
. Attestierte
Dr.
B._
dem Beschwerdeführer im Bericht vom 9. September 2010 noch eine Arbeitsfähigkeit von 40 % als Briefträger, da repe
titive Bewegungen mit dem
link
en Arm und Rotationen sowie Blick nach oben und dergleichen ungünstig seien (
Urk.
6/48/10), so ist
dem
Bericht der
Klinik D._
vom 11. November 2010
zu entnehmen, dass dem Beschwer
deführer am 1
2.
Juli 2010 noch für eine Woche eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert wurde in der Annahme, im Anschluss daran könne er ein 40%iges Arbeitspensum aufnehmen und bei gutem Verlauf nach den Sommerferien wie
der zu 100
%
arbeiten
(
Urk.
6/49/6
). Schliesslich hält der Bericht der
Klinik D._
vom 11. April 2011 fest,
der Beschwerdeführer könne nach eigenen An
gaben die Arbeit als
Briefträger
ausüben, doch sei aufgrund der starken körperli
chen Belastung eine weitere Reduktion der Arbeitstätigkeit empfohlen worden (
Urk.
6/60/1).
Für die Zeit ab
April 2011
bis zu
m Zeitpunkt der angefochtenen Verf
ü
g
u
ng
en
vom 9. März und vom 3. April 2012 liegen keinerlei Angaben hinsichtlich der dem Versicherten zumutbaren Restarbeitsfähigkeit vor. Das vom Beschwer
de
führer eingereichte Attest von
Dr.
A._
vom 3.
August 2012
(
Urk.
9)
ist nichtssagend, weshalb daraus keine Schl
u
ss
folgerungen
auf die
verbliebene
Restarbeitsfähigkeit möglich sind.
Der Beschwerdegegnerin ist soweit beizupflichten, als eine Verschlechterung
der Situation
mit Bezug auf die angestammte Tätigkeit beim
Z
ustelldienst ohne Zweifel eingetreten ist. Der Beschwerdeführer war jedoch bereits bei der Neu
anmeldung
im Juli 2010
nicht mehr als Briefträger tätig, sondern arbeitete im Innendienst der
Firma Y._
(
Urk.
6/7/8)
. Mithin handelte es sich bereits um eine
lei
densangepasste
Beschäftigung.
Auf diese kann jedoch zur Ermittlung des
Inva
liditätsgrades
grundsätzlich
nur abgestellt werden, wenn es sich hierbei
unter dem Blickwinkel
der Schadenminderungspflicht um eine optimale Verwertung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit handelt (
Urk.
8 S. 1 f.).
Zu beachten ist jedoch auch die Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom
10. Mai 2013 E. 2), wonach das fortgeschrittene Alter - der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügungen 59 Jahre alt (vgl. auch
Urk.
8 S. 2) -
,
obgleich es sich um einen invaliditätsfremden Faktor han
delt, dazu führen
kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
Restar
beitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Somit ist
überhaupt
frag
lich, ob
vorliegendenfalls
die
Tabellenlöhne
zur Anwendung gelangen
.
4.
4
Nach der Aktenlage ist jedoch zunächst
d
e
r
Frage nach dem
Ausmass der noch verwertbaren Restarbeitsfähigkeit
nachzugehen
.
Denn e
s wurde
weder
abgeklärt
,
in welchem Umfang
noch eine Arbeitsfähigkeit besteht,
noch für welche Tätig
keiten unter Berücksichtigung welcher Limitierungen der
B
eschwerdeführer noch arbeitsfähig ist.
Daher hat
Dr.
E._
im Bericht vom
11. November 2010
nicht von ungefähr die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit als indi
ziert erachtet (
Urk.
6/49/6)
.
Eine solche durchzuführen, hat die
Beschwerdegeg
nerin
jedoch bis jetzt unterlassen.
Die
Auffassung
der Beschwerdegegnerin
, der Beschwerdeführer sei ohne Weite
res zu 80 % arbeitsfähig
(
Urk.
6/73/4)
, findet nach der derzeitigen Aktenlage keine Stütze
.
Es kann daher weder ausgeschlossen noch bestätigt werden, dass ein Arbeitspensum - selbst leidensangepasst - im Umfang von 80 % zumutbar ist.
So hat denn der Versicherte bereits mit Schreiben vom 18. Januar 2011 da
rauf hinweisen lassen (
Urk.
6/53), er arbeite seit dem 23. August 2010 im ange
stammten Beruf mit einem Beschäftigungsgrad von 40 %.
Ob er auch weiterhin mit einem so tiefen Arbeitspensum bei seinem bisherigen Arbeitgeber beschäf
tigt werden kann, ist ebenfalls nicht abgeklärt.
Angesichts dieser Situation er
scheint die Durchführung einer Evaluation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit des
Versicherten, wie sie auch im Bericht der
Klinik D._
11. November 2010 als indiziert erachtet
wurde
(
Urk.
6/49/6)
,
als unerlässlich (Urk. 3 S. 2), denn nur
eine solche gibt Aufschlu
ss darüber, in welchem Umfang d
e
r Be
schwerdeführer
unter Berücksichtigung
sein
er gesundheitsbedingten Limi
tierun
gen einer Arbeit nachgehen kann.
4.5
Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2011 gestützt auf
einen
Invaliditätsgrad von 41 % eine
Viertelsrente
zu
gespro
chen
(
Urk.
2/1 und 2/2).
Ob ihm eine höhere Invalidenrente zusteht, ist nach der derzeitigen Aktenlage nicht spruchreif.
Die angefochtenen Verfügungen vom 9. März und vom 3. April 2012 sind daher insoweit aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie das Ausmass einer allfäl
ligen Restarbeitsfähigkeit sowie die leidensangepasst möglichen Tätigkeiten prüfe und hernach neu
über den Rentenanspruch
entscheide.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Die Gerichtskosten sind nach richterlichem Ermessen auf Fr. 800.-- festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Sodann hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine
Pro
zess
ent
schä
digung
von Fr.
1‘300.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu be
zah
len (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG).