Decision ID: eb0de3df-743e-5628-be6c-0ff2da4d8658
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2015 Art. 10 und 11 ELG.Eigenmietwert (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2015, EL 2013/14).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2015.Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug undMiriam Lendfers; Gerichtsschreiber Tobias BoltEntscheid vom 28. April 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Ivo Baumgartner, Leestrasse 17, 9464 Rüthi,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur AHVSachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 9. Februar 2009 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
seiner Altersrente an (EL-act. 67). Er gab an, er sei der Eigentümer des von ihm
bewohnten Hauses. Der Verkehrswert belaufe sich auf 551’000 Franken. Das
Grundstück sei mit einer Hypothek über 544’000 Franken belastet. Die Zinsen beliefen
sich auf 18’496 Franken. Der Eigenmietwert betrage 26’640 Franken. Die beiden
erwachsenen Töchter und ein Enkel lebten bei ihm und seiner Ehefrau. Er besitze
liquide Mittel von 26’522,20 Franken. Die EL-Durchführungsstelle ermittelte gestützt auf
die Angaben des Versicherten Ausgaben von total 70’528 Franken, nämlich die
Pauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung für vier Erwachsene, die
Hypothekarzinsen, den Pauschalbetrag für den Gebäudeunterhalt, Mietkosten von
10’656 Franken und eine Pauschale für den Lebensbedarf von 28’080 Franken (EL-
act. 62). Unter Berücksichtigung eines den gesetzlichen Freibetrag nicht
übersteigenden Vermögens, der Altersrente, der Zinserträge und des Eigenmietwertes
setzte die EL-Durchführungsstelle die anrechenbaren Einnahmen auf 30’967 Franken
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fest. Mit einer Verfügung vom 14. Mai 2009 sprach sie dem Versicherten mit Wirkung
ab dem 1. März 2009 eine Ergänzungsleistung von 3’297 Franken pro Monat zu.
A.b Nachdem die EL-Durchführungsstelle Kenntnis von einem weiteren Bankkonto des
Versicherten sowie von Barvermögen von 40’000 Franken erhalten hatte, ersetzte sie
ihre Verfügung vom 14. Mai 2009 am 3. September 2009 durch eine weitere Verfügung,
mit dem sie dem Versicherten wiederum eine Ergänzungsleistung von 3’297 Franken
ab dem 1. März 2009 zusprach (EL-act. 59). Am 5. Oktober 2009 forderte die EL-
Durchführungsstelle die AHV-Zweigstelle auf (EL-act. 58), in Erfahrung zu bringen, ob
der Versicherte beim Kauf des Grundstücks im Jahr 2008 über weitere Sicherheiten
verfügt habe. Die Hypothek erscheine ungewöhnlich hoch. Am 9. November 2009
antwortete die Zweigstelle, der Versicherte verfüge über liquide Mittel von 328’081
Franken (IV-act. 52). Daraufhin stellte die EL-Durchführungsstelle ihre Leistungen
provisorisch ein (IV-act. 50). Mit einer Verfügung vom 15. April 2010 setzte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung rückwirkend ab dem 1. März 2009 neu fest
(EL-act. 44). Sie berücksichtigte ein Bankguthaben von 340’803 Franken per
31. Dezember 2008 bzw. von 291’118 Franken per 31. Dezember 2009, ein
Barvermögen von 40’000 Franken und Zinserträge von 7’420,65 Franken bzw. 4’365,85
Franken. Gestützt darauf ermittelte sie einen EL-Anspruch von je 551 Franken für die
Monate März bis und mit Dezember 2009 und je 1’274 Franken für die Monate Januar
bis und mit April 2010. Unter Berücksichtigung der davor zugesprochenen und
ausgerichteten Ergänzungsleistungen forderte sie einen Betrag von 19’067 Franken
zurück.
A.c Mit einer Verfügung vom 29. Dezember 2010 erhöhte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 auf 1’516 Franken pro
Monat (EL-act. 35). Mit einer Verfügung vom 28. Dezember 2011 erhöhte sie die
Ergänzungsleistung per 1. Januar 2012 auf 1’540 Franken pro Monat (EL-act. 31).
A.d Im Rahmen einer periodischen Überprüfung des EL-Anspruchs gab der
Versicherte am 12. Juni 2012 an (EL-act. 26 ff.), eine seiner beiden Töchter sei am
21. März 2012 ausgezogen. Das Sparguthaben belaufe sich noch auf 178’767,85
Franken. Die Zinserträge hätten sich bloss auf 157,90 Franken belaufen. Am
26. Oktober 2012 forderte die EL-Durchführungsstelle die AHV-Zweigstelle auf, in
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Erfahrung zu bringen, weshalb sich das Vermögen des Versicherten so erheblich
verringert habe (EL-act. 23). Der Versicherte teilte am 12. November 2012 mit (EL-
act. 22), er sei im Jahr 2008 in die Schweiz zurückgekehrt. Er habe gehofft, dass seine
beiden Töchter hier einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnten, was leider nicht
möglich gewesen sei. Sie hätten zudem viele Dinge für den Haushalt und die Werkstatt
neu anschaffen müssen, was mit entsprechenden Auslagen verbunden gewesen sei.
Die Hypothekarzinsen seien hoch. Der Tochter der Haushaltshilfe habe man eine Reise
aus B._ bezahlt. Die Fahrten der Tochter zum Englischunterricht (sie habe temporäre
Stellvertretungen übernehmen können), das Heizöl, der wachsende Enkel, der
Unterhalt und die Reparaturen des Automobils, das Haus und die Versicherungen
hätten viel Geld benötigt. Das Ersparte sei schnell weggeschmolzen. Mit einer
Verfügung vom 8. Dezember 2012 setzte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch
rückwirkend per Anspruchsbeginn (1. März 2009) neu fest (EL-act. 10). Sie
berücksichtigte ein bewegliches Vermögen von 450’455 Franken per Ende 2008 und
einen Zinsertrag von 4’859 Franken. Per Ende 2009 berücksichtigte sie ein bewegliches
Vermögen von 464’575 Franken und einen Zinsertrag von 7’050 Franken. Per Ende
2010 berücksichtigte sie ein bewegliches Vermögen von 288’457 Franken und einen
Zinsertrag von 7’902 Franken. Per Ende 2011 berücksichtigte sie ein bewegliches
Vermögen von 218’724 Franken und einen Zinsertrag von 2’585 Franken. Zusätzlich
rechnete sie einen Vermögensverzicht an: Von der Differenz zwischen den
Vermögensständen per Ende 2010 und per Ende 2009 zog sie 15’000 Franken für den
„akzeptierten Verbrauch eines Ehepaares“, einen Vermögensverzehr „gemäss der
Berechnung für das Jahr 2010“ von 20’581 Franken und den Verbrauch „gemäss der
Berechnung für das Jahr 2010“ von 35’860 Franken ab; den Restbetrag (104’677
Franken) qualifizierte sie als Vermögensverzicht. Die Verbrauchsrechnung für das Jahr
2010 sah wie folgt aus: Die Beschwerdegegnerin zog von der Summe der
Durchschnittsprämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, der
Hypothekarzinsen, der Gebäudeunterhaltskosten, den Mietkosten und dem
Lebensbedarf die Summe der Rentenleistungen, der Zinserträge und des
Eigenmietwertes ab. Für die Berechnung des EL-Anspruchs berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle für den Zeitraum bis und mit Februar 2012 fünf im Haushalt
lebende Personen (wovon sie drei nicht in die EL-Anspruchsberechnung einschloss)
und ab März 2012 vier im Haushalt lebende Personen. Die Neuberechnung ergab einen
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EL-Anspruch von je 534 Franken für die Monate März bis und mit Dezember 2009, von
monatlich 628 Franken für das Jahr 2011, von je 1’702 Franken für die Monate Januar
und Februar 2012 und von 1’933 Franken pro Monat ab März 2012. Für das Jahr 2010
ermittelte die EL-Durchführungsstelle einen Einnahmenüberschuss, weshalb sie dem
Versicherten für die entsprechenden Monate keine Ergänzungsleistung zusprach. Unter
Berücksichtigung der davor zugesprochenen und ausgerichteten Ergänzungsleistungen
resultierte eine Rückforderung von 21’860 Franken.
A.e Am 10. Januar 2013 erhob der Versicherte eine Einsprache gegen diese Verfügung
(EL-act. 3). Er führte aus, seine beiden Töchter hätten in B._ gute Ausbildungen
genossen, die nun aber in der Schweiz nicht anerkannt würden. Deshalb hätten sie
nach wie vor keine Arbeit gefunden. Sie seien nicht in der Lage, sich an den
Wohnkosten zu beteiligen, weshalb er die Anrechnung des maximalen Mietzinses von
15’000 Franken beantrage. Am 1. März 2013 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (EL-act. 71). Sie führte zur Begründung aus, es sei für die EL-
Anspruchsberechnung einzig entscheidend, ob im Haushalt lebende Personen in die
Berechnung einzuschliessen seien. Unerheblich sei dagegen, ob sie faktisch in der
Lage seien, sich an den Ausgaben zu beteiligen. Aus diesem Grund seien die beiden
Töchter und der Enkel des Versicherten zu Recht nicht in die Anspruchsberechnung
mit einbezogen worden, weshalb der Mietzins folglich ebenfalls korrekt aufgeteilt
worden sei.
A.f Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) am 8. April
2013 eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte eine Neu
berechnung des EL-Anspruchs unter Berücksichtigung des steuerrechtlichen Abzuges
vom Eigenmietwert von 30 Prozent und unter Ausschlusses des Anteils der nicht in die
EL-Anspruchsberechnung eingeschlossenen Mitbewohner vom Liegenschaftsertrag.
A.g Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. April 2013 unter Hinweis auf die Er
wägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 3).
A.h Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 5).
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A.i Am 3. April 2014 teilte das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer mit
(act. G 6), dass die von der Beschwerdegegnerin als Vermögensverzicht qualifizierten
Vermögensabgänge aus beweisrechtlichen Gründen als noch vorhandenes
tatsächliches und nicht als fiktives Vermögen zu qualifizieren seien. Der entsprechende
Betrag vermindere sich daher nicht jährlich um jeweils 10’000 Franken, weshalb folglich
die Korrektur des angefochtenen Einspracheentscheides zu Ungunsten des
Beschwerdeführers als möglich erscheine. Dem Beschwerdeführer wurde die
Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde oder zur Untermauerung seiner
Behauptung, sein Vermögen habe sich um den fraglichen Betrag reduziert, eingeräumt.
Am 8. Mai 2014 liess der Beschwerdeführer geltend machen (act. G 7), die
Berechnungen der Beschwerdegegnerin seien teilweise falsch und stützten sich
teilweise auf falsche Angaben der Steuerbehörden. Sein Vertreter stellte eine eigene
Berechnung auf und reichte diverse Belege ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete
auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 9).

Erwägungen:
1. Der angefochtene Einspracheentscheid betrifft den Ergänzungsleistungsanspruch
ab dem frühestmöglichen Anspruchsbeginn, nämlich ab März 2009. Über diesen
Anspruch ist allerdings bereits früher verfügt worden, und zwar am 14. Mai 2009, als
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer erstmals eine Ergänzungsleistung ab
März 2009 zugesprochen hat, und am 15. April 2010, als die Beschwerdegegnerin den
EL-Anspruch rückwirkend ab März 2009 neu festgesetzt (und zu viel ausgerichtete
Leistungen zurückgefordert) hat. Beide Verfügungen sind formell rechtskräftig, weshalb
die Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres erneut über den
Ergänzungsleistungsanspruch ab März 2009 hat verfügen dürfen. Vorab ist folglich zu
prüfen, ob das Zurückkommen auf die vorherigen formell rechtskräftigen Verfügungen
zulässig gewesen ist, ob also die Voraussetzungen für eine so genannt prozessuale
Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) erfüllt
gewesen sind. Die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision sind nicht erfüllt
gewesen, denn die Beschwerdegegnerin hat ihren Entscheid nicht auf qualifiziert neue
Tatsachen oder qualifiziert neue Beweismittel, sondern auf nachträglich eingeforderte
Belege gestützt, die sie bereits in den früheren Verfahren hätte einfordern und ihrem
Entscheid zugrunde legen können. Aufgrund der zuletzt eingegangenen Unterlagen
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(Steuerveranlagungsverfügungen und Bankauszüge) hat nun allerdings festgestanden,
dass die früheren Verfügungen vom 14. Mai 2009 und 15. April 2010 auf falschen
Vermögensständen beruht hatten. Aufgrund der erheblichen Differenz zwischen den
den früheren Verfügungen zugrunde gelegten und den tatsächlichen
Vermögensständen beziehungsweise der Auswirkungen auf die Höhe der geschuldeten
Ergänzungsleistung ist die Korrektur von erheblicher Bedeutung gewesen, weshalb die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt gewesen sind. Die
Beschwerdegegnerin hat allerdings nicht die ursprüngliche, leistungszusprechende
Verfügung vom 14. Mai 2009 in Wiedererwägung ziehen können, weil einem solchen
Vorgehen die (ebenfalls formell rechtskräftige) Verfügung vom 15. April 2010 im Wege
gestanden ist. Zulässig ist allein die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung
vom 15. April 2010 gewesen, mit der ja ebenfalls über den EL-Anspruch ab März 2009
entschieden worden war. Die wiedererwägungsweise Aufhebung dieser Verfügung hat
zur Folge, dass das Verfahren, das mit dieser Verfügung abgeschlossen worden war,
gewissermassen wieder auflebt, weil der dieses Verfahren abschliessende Entscheid
weggefallen ist. Die Wiedererwägung muss also zwingend auch eine Neuregelung des
Rechtsverhältnisses enthalten. Im Wiedererwägungsverfahren muss die Verwaltung
also in einem ersten Schritt den ursprünglichen, falschen Entscheid aufheben und in
einem zweiten Schritt neu entscheiden, und zwar so, wie sie es im damaligen Verfahren
richtigerweise hätte tun müssen. Dieser neue Entscheid muss seiner
verfahrensrechtlichen Natur nach dem alten, aufgehobenen Entscheid entsprechen.
Wird also eine leistungszusprechende Verfügung aufgehoben, muss in der
Wiedererwägungsverfügung über das Leistungsgesuch entschieden werden, wie wenn
zum ersten Mal darüber befunden würde. Wird eine Revisionsverfügung aufgehoben,
muss in der Wiedererwägungsverfügung das Revisionsverfahren abgeschlossen
werden, das heisst die Neuregelung im Rahmen der Wiedererwägung muss dem
Wesen nach eine Revisionsverfügung sein (vgl. zum Ganzen auch den Entscheid
EL 2008/30 des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2013,
E. 3 f.). Die vorliegend wiedererwägungsweise aufzuhebende Verfügung vom 15. April
2010 kann ihrerseits ebenfalls nur eine Wiedererwägungsverfügung gewesen sein, weil
die Beschwerdegegnerin damit einen qualifizierten Fehler, der ihr in der
leistungszusprechenden Verfügung vom 14. Mai 2009 unterlaufen war, hatte korrigieren
wollen. Das bedeutet, dass es sich beim angefochtenen Entscheid um eine
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Wiedererwägung einer Wiedererwägung der leistungszusprechenden Verfügung
handelt. Nach dem oben Ausgeführten muss also über das Leistungsgesuch des
Beschwerdeführers so neu befunden werden, wie wenn es sich um ein Verfahren
betreffend eine erstmalige Leistungszusprache handeln würde. Daraus folgt, dass
sämtliche Anspruchsvoraussetzungen und Berechnungsgrundlagen frei und umfassend
zu prüfen sind und dass eine Anspruchsberechnung für den gesamten massgebenden
Zeitraum von der Anmeldung an bis zum Erlass der durch den angefochtenen
Einspracheentscheid ersetzten Verfügung vom 8. Dezember 2012 durchzuführen ist.
2. Als Anmeldedatum hat der Beschwerdeführer den 9. Februar 2009 angegeben.
Die Anmeldung ist aber erst am 19. März 2009 bei der AHV-Zweigstelle eingetroffen
(vgl. EL-act. 67–6 und 67–1). Die persönliche Abgabe der Anmeldung oder die
Übergabe an die Post noch im Februar 2009 ist unwahrscheinlich. Da der
Beschwerdeführer nicht bewiesen hat und da in antizipierender Beweiswürdigung
davon auszugehen ist, dass er auch nicht beweisen kann, dass die Anmeldung effektiv
bereits im Februar 2009 erfolgt ist, liegt diesbezüglich eine Beweislosigkeit vor. Deren
Nachteil hat der Beschwerdeführer zu tragen. Ein allfälliger Anspruch auf
Ergänzungsleistungen besteht folglich erst ab dem 1. März 2009.
3. In die EL-Anspruchsberechnung sind der Beschwerdeführer als Bezüger einer
Altersrente (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. a ELG) und dessen Ehefrau (vgl. Art. 9 Abs. 2 ELG)
einzubeziehen. Die erwachsenen Töchter, für die kein Anspruch auf eine Kinderrente
mehr besteht (vgl. Art. 22 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 25 Abs. 4 f. AHVG), und der Enkel
sind dagegen nicht in die EL-Anspruchsberechnung mit einzubeziehen. Ob und wie viel
die Töchter an den Lebensbedarf der Familie beisteuern können, ist ebenso irrelevant
wie ihre Fähigkeit, für ihren eigenen Lebensbedarf selbst aufzukommen. Die
Ergänzungsleistungen sollen ihrer Konzeption nach nur den Bedarf von
Rentenbezügern (wo nötig) abdecken. Für alle anderen Personen werden keine
Ergänzungsleistungen ausgerichtet, auch wenn sie mit EL-Berechtigten verwandt und
allenfalls auf deren Unterstützung angewiesen sind. Für den gesamten hier
massgebenden Zeitraum dürfen also nur der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in
die EL-Anspruchsberechnung einbezogen werden.
4.
ter
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4.1 Einer langjährigen Praxis gemäss wird der Eigenmietwert einer selbstbewohnten
Liegenschaft als Einnahme und als (Mietzins-) Ausgabe in die Anspruchsberechnung
eingesetzt. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat diese Praxis in seinem
Entscheid vom 1. Juli 2014 (EL 2013/23) als gesetzwidrig erkannt und deshalb
aufgegeben. Es hat dies folgendermassen begründet: Das Gesetz sehe die
Anrechnung des Eigenmietwertes weder auf der Ausgaben- noch auf der
Einnahmenseite vor, weshalb die langjährige Praxis eine Gesetzeslücke voraussetze,
die aber nicht vorliege. Ein Grund für die Berücksichtigung des Eigenmietwertes
entgegen dem Gesetzeswortlaut sei nicht ersichtlich. Es fehle ein konkreter Geldfluss,
der die Anrechnung des Eigenmietwertes als Einnahme erlauben würde, und der
Eigenmietwert sei kein wirtschaftlicher Nachteil im Sinne einer Aufwandposition, der als
Ausgabe berücksichtigt werden könnte. In Fällen, in denen der Eigenmietwert die
Summe aus dem fiktiven Mietzins, den Gebäudeunterhaltskosten und dem
Hypothekarzins übersteige, resultiere aus der Anrechnung des Eigenmietwertes ein
Einnahmenüberschuss, womit unterstellt werde, dass die betroffene Person aus der
Befriedigung ihres existenziellen Wohnbedürfnisses einen Ertrag erziele, den sie zur
Deckung ihres übrigen Existenzbedarfs verwenden könne, was dem Willen des
Gesetzgebers eindeutig zuwider laufe. Das Bundesgericht hat diesen Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen am 13. März 2015 (9C_551/2014)
aufgehoben und die Gesetzmässigkeit der bisherigen Praxis bestätigt. Begründet hat
es dies mit dem Argument, die Entstehungsgeschichte der massgebenden Normen des
ELG enthalte keine Hinweise darauf, dass die Anrechnung des Eigenmietwertes als
Ertrag aus unbeweglichem Vermögen hätte ausgeschlossen werden sollen. Der
Gesetzgeber habe im Rahmen der verschiedenen Revisionen des ELG darauf
verzichtet, „eine andere Regelung für Personen zu schaffen, die in der eigenen
Liegenschaft leben. Dies ist als Bestätigung der Gerichts- und Verwaltungspraxis zu
werten, wonach bei solchen EL-Ansprechern bei den Einnahmen ein Eigenmietwert
und bei den Ausgaben neben Gebäudeunterhaltskosten und Hypothekarzinsen ein
(Eigen-) Mietzins zu berücksichtigen ist“ (E. 3.3). Daraus folge, dass sich aus der
grammatikalischen Auslegung nichts zugunsten der vom Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen angestrebten Praxisänderung ableiten lasse. Eine versicherte
Person, die ihre eigene Liegenschaft bewohne, konsumiere in natura und müsse
deshalb durch die Anrechnung des Eigenmietwertes gleich gestellt werden wie die
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versicherten Personen, die ihre Liegenschaft vermieteten und selbst andernorts
(billiger) zur Miete wohnten.
4.2 Dem ist entgegen zu halten, dass zwar allenfalls der Wortlaut (nicht aber der Sinn
und Zweck) des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG die Anrechnung eines Eigenmietwertes als
Vermögensertrag in natura zulassen kann, dass der (klare) Wortlaut des Art. 10 Abs. 1
lit. b ELG es aber ausschliesst, den Eigenmietwert als Mietzins (in natura!) als Ausgabe
anzurechnen. Das ist vom Bundesgericht übersehen worden. Das Fundament der
Argumentation des Bundesgerichts ist ganz offensichtlich die steuerrechtliche
Regelung (vgl. den Verweis in E 3.3 in fine auf ein in ASA 63 S. 155 publiziertes
steuerrechtliches Urteil), die den Eigenmietwert zum Naturaleinkommen erklärt. Das
Bundesgericht geht also mit Selbstverständlichkeit davon aus, dass diese
steuerrechtliche Konstruktion auch die EL-rechtliche Lösung sein müsse, ohne dies
allerdings vertieft zu begründen. Aus steuerrechtlicher Sicht stellt der Eigenmietwert
zwar tatsächlich eine Naturaleinnahme dar, welche die für die konkrete
Steuerbelastung massgebliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mitbestimmt.
Ökonomisch betrachtet handelt es sich dabei aber nicht um einen Mehrwert bzw. einen
Mittelzufluss, sondern ausschliesslich um eine Ausgabenminderung. Deshalb kann es
sich bei der gesetzlichen Anordnung, den Eigenmietwert als steuerbares Einkommen
zu berücksichtigen, nur um einen (steuerrechtlichen) rechtspolitischen Entscheid des
Gesetzgebers handeln, mit dem der Tatsache Rechnung getragen wird, dass das
Steuerrecht den Einfluss einer Ausgabeneinsparung (keine Mietzinsausgaben bei
Nutzung der eigenen Wohnung) auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufgrund
seiner Beschränkung auf die Einnahmen nicht direkt berücksichtigen kann. Die
Mietzinseinsparung hat deshalb aus steuerrechtlichen Überlegungen in ein
Naturaleinkommen umgewandelt werden müssen. Anders als das Steuerrecht stellt
das Ergänzungsleistungsrecht zur Bemessung der „wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“
aber nicht nur auf die Einnahmen, sondern auch auf die Ausgaben ab. Der
Eigenmietwert muss bei der EL-Anspruchsberechnung nicht als Naturaleinkommen
qualifiziert werden, damit die damit verbundene Ausgabeneinsparung Berücksichtigung
finden kann.
4.3 Entgegen der Auffassung des Bundesgerichts ist deshalb im Rahmen der
systematischen und insbesondere der teleologischen Interpretation der Art. 10 Abs. 1
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lit. b und 11 Abs. 1 lit. b ELG sorgfältig zu prüfen, ob, wie das Bundesgericht
sinngemäss geltend macht, derselbe rechtspolitische Entscheid wie im Steuerrecht
gefällt worden ist, d.h. ob der Eigenmietwert – entgegen seiner ökonomischen Natur
als Ausgabeneinsparung – tatsächlich zur anrechenbaren Einnahme erklärt werden
muss. Das wird vom Bundesgericht ohne weiteres (unter Verweis nur auf die
Gleichbehandlung derjenigen, die die eigene Liegenschaft vermieten, mit denjenigen,
die die eigene Liegenschaft selbst bewohnen) bejaht. Tatsächlich hat aber der durch
die Summe der gemäss Art. 10 ELG anzuerkennenden Ausgaben definierte
Existenzbedarf einer versicherten Person nichts mit der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit dieser versicherten Person als Steuersubjekt zu tun. Der
Existenzbedarf als Summe der anerkannten Ausgaben definiert nämlich den
Mittelbedarf zur Deckung der existenziellen Bedürfnisse, ohne in Armut zu geraten. Der
Sinn und Zweck des Ergänzungsleistungsrechtes ist es ja gerade, die Deckung dieses
Existenzbedarfs zu decken, während das Steuerrecht einen völlig anderen Zweck
verfolgt, nämlich Abgaben auf einem möglichst hohen Steuersubstrat zu erheben. Der
Eigenmietwert einer im Eigentum einer versicherten Person stehenden Liegenschaft
stellt – als Ausgabeneinsparung – zwar eine Erhöhung der „wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit“ und damit einen Teil des mittels direkter Steuern belasteten
Substrates, keinesfalls aber eine den Existenzbedarf deckende Einnahme dar. Es
handelt sich dabei ebenso wenig um eine den Existenzbedarf deckende Einnahme wie
beim Eigenmietwert einer von einer versicherten Person gemieteten Wohnung. Dem
Sinn und Zweck der Ergänzungsleistung, den Existenzbedarf sicherzustellen, kommen
die im Eigentum einer versicherten Person stehende Wohnung und die von einer
versicherten Person gemietete Wohnung auf völlig identische Art und Weise nach: Sie
sind irrelevant, weil nur die Ausgabenseite der EL-Anspruchsberechnung betroffen ist.
Die gemietete Wohnung verursacht anerkannte Ausgaben, nämlich den Nettomietzins
und die Mietnebenkosten; die im Eigentum der versicherten Person stehende Wohnung
lässt die anerkannten Ausgabenpositionen der Hypothekarzinsen und der
Gebäudeunterhaltskosten entstehen. Warum eine die Ausgaben und damit den zu
deckenden Existenzbedarf senkende Nutzung der eigenen Wohnung durch die
Anrechnung des Eigenmietwertes auf der Einnahmenseite und die parallele
Anrechnung des Eigenmietwertes als Mietzinsausgabe und nicht einfach durch das
Abstellen auf die konkrete Ausgabensituation (bestehend aus dem Hypothekarzins und
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den Gebäudeunterhaltskosten) erreicht werden soll, ist nicht nachvollziehbar. Die
Ausgabeneinsparung und damit die Reduktion des Existenzbedarfs durch die
Selbstnutzung der eigenen Liegenschaft (keine Mietausgaben gemäss Art. 10 Abs. 1 lit.
b ELG) ist EL-rechtlich offensichtlich erwünscht und steht in keinem Zusammenhang
mit der Einnahmenseite der Anspruchsberechnung. Das zeigt auch der vom
Bundesgericht im bereits erwähnten Urteil vom 13. März 2015 beurteilte Sachverhalt:
Die versicherte Person wohnte in der eigenen Liegenschaft, die einen hohen
Eigenmietwert aufwies. Dieser lag weit höher als die anerkannten Ausgaben bestehend
aus dem Hypothekarzins, den Gebäudeunterhaltskosten und dem gesetzlich
beschränkten "Mietzins". Die Anrechnung des Eigenmietwertes hatte die EL-rechtlich
betrachtet nicht nachvollziehbare Konsequenz, dass sich die Ausgabeneinsparung im
Betrag des die entsprechenden Ausgaben übersteigenden Teils des Eigenmietwertes in
einen Mittelzufluss verwandelte, der nach dem System des ELG als den Existenzbedarf
deckende (fiktive!) Einnahme anzurechnen war, obwohl der Eigenmietwert ökonomisch
betrachtet kein Mittelzufluss sein kann, sondern im Steuerrecht nur als
Naturaleinkommen „konstruiert“ worden ist, um die Ausgabeneinsparung – bei
objektiver Betrachtung als fiktive Einnahme – in die Steuerveranlagung einfliessen
lassen zu können. Im Umfang des überschiessenden Teils des als Einnahme
angerechneten Eigenmietwertes wurde der versicherten Person also eine
Ergänzungsleistung vorenthalten, obwohl sie nach dem Sinn und Zweck des ELG einen
Anspruch auf eine entsprechende Ergänzungsleistung hatte, weil kein
Einnahmenverzicht gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vorlag, der die Anrechnung fiktiver
(Natural-) Einnahmen erfordert hätte.
4.4 Eine andere Gesetzesbestimmung, welche die Anrechnung einer ökonomisch gar
nicht vorhandenen Einnahme zuliesse, kennt das ELG nicht. Dem Anliegen der
Gleichbehandlung zwischen derjenigen versicherten Person, die ihre Liegenschaft
vermietet und in einer billigen Mietwohnung lebt, und der versicherten Person, die ihre
eigene Liegenschaft bewohnt, wird durch Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG Rechnung getragen.
Diese Gesetzesbestimmung hat in diesem Zusammenhang also doch eine Relevanz.
Die Nutzung der eigenen Wohnung kann nämlich im Einzelfall ein Einnahmenverzicht
sein, wenn die versicherte Person die eigene Liegenschaft zu einem dem (hohen)
Eigenmietwert entsprechenden oder sogar noch höheren Zins vermieten und selbst in
einer billigen Mietwohnung leben könnte. Dadurch könnte sie die eigene Liegenschaft
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teilweise zur Deckung ihres Existenzbedarfes einsetzen. Gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit.
g ELG als Einnahme anzurechnen wäre dabei aber natürlich nicht der Eigenmietwert,
sondern der (hypothetische) Mietertrag, dem auf der Ausgabenseite nicht die
Hypothekarzinsen und die Gebäudeunterhaltskosten, sondern der (hypothetische)
Mietzins (nebst Nebenkostenpauschale) für eine billige Wohnung gegenüberstünde. Ist
eine solche (hypothetische) Vorgehensweise zumutbar und kommt deshalb Art. 11 Abs.
1 lit. g ELG zur Anwendung, so besteht ebenfalls kein Bedarf nach der Anrechnung des
Eigenmietwertes als Einnahme.
4.5 Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid dahingehend zu
korrigieren, dass bei der EL-Anspruchsberechnung der Eigenmietwert der im Eigentum
des Beschwerdeführers stehenden Liegenschaft weder auf der Ausgaben- noch auf
der Einnahmenseite berücksichtigt werden darf.
5.
5.1 Bezüglich des Vermögens hat die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise
angenommen, nicht belegte Ausgaben seien als Vermögensverzicht zu qualifizieren.
Wenn nicht bewiesen werden kann, dass ein Teil des Vermögens ausgegeben worden
ist, muss davon ausgegangen werden, es sei noch vorhanden. Dementsprechend
muss es als tatsächliches, nicht als fiktives Vermögen angerechnet werden, was
insbesondere zur Folge hat, dass es nicht gemäss der Regel von Art. 17a ELV jährlich
zu reduzieren ist. Insofern erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid also in
Bezug auf den Betrag des angerechneten Vermögens ab Januar 2012 (ab welchem
Zeitpunkt die Beschwerdegegnerin einen um 10’000 Franken verringerten
„Vermögensverzicht“ von 94’677 Franken angerechnet hat) als falsch. Fraglich ist
allerdings auch, ob der „ursprüngliche“ Betrag des Vermögensanteils, von dem nach
der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht hat bewiesen werden können, dass er
ausgegeben worden ist, korrekt ermittelt worden ist.
5.2 Die Beschwerdegegnerin ist von einem Vermögen von 464’575 Franken am
31. Dezember 2009, von einem Vermögen von 288’457 Franken am 31. Dezember
2010, von einem Verbrauch von 15’000 Franken pro Jahr und Ehepaar, von einem
Vermögensverzehr von 20’581 Franken im Jahr 2010 („gemäss Berechnung“), von
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einem Verbrauch von 35’860 Franken im Jahr 2010 (Krankenkasse, Hypothekarzinsen,
Gebäudeunterhaltskosten, Mietkosten plus Lebensbedarf minus Renten, Zinsen und
Mietertrag) und folglich von nicht belegbaren Ausgaben von 104’677 Franken im Jahr
2010 ausgegangen (EL-act. 10–3). Der Beschwerdeführer hat dagegen vorgebracht
(act. G 7), die Steuerveranlagungsverfügungen für die Jahre 2008 und 2009 beruhten
auf einer fehlerhaften Sachverhaltsgrundlage, da der Saldo eines Bankkontos sowie die
Hälfte eines im Verlaufe des Jahres 2009 verteilten Festgeldkontos fälschlicherweise
doppelt berücksichtigt worden seien. Das Reinvermögen habe sich per Ende des
Jahres 2008 nicht auf 472’655 Franken, sondern bloss auf 412’916 Franken belaufen.
Allerdings habe es der Beschwerdeführer versäumt, rechtzeitig eine Einsprache gegen
die falsche Nachsteuerverfügung für das Jahr 2008 zu erheben. Die
Beschwerdegegnerin sei also per 31. Dezember 2008 von einem zu hohen Betrag
ausgegangen (450’455 Franken Wertschriften- und Barvermögen). Aus den vom
Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen geht hervor, dass im Nachsteuerverfahren
für das Jahr 2008 tatsächlich der Saldo des Bankkontos bei der Kantonalbank C._
fälschlicherweise doppelt angerechnet worden ist (act. G 7.2). Ebenfalls geht aus den
Unterlagen hervor, dass es sich beim zusätzlich zum Festgeldkontosaldo von 100’000
Franken angerechneten Festgeldkontosaldo von 50’000 Franken (vgl. act. G 7.2) um
einen Anteil des ersten Festgeldkontos handeln muss (vgl. act. G 7.4–6), der
entsprechend nicht hätte zusätzlich als Vermögen berücksichtigt werden dürfen. Nach
den Grundsätzen des Steuerrechts hätte bloss ein Wertschriften- und Barvermögen
von 390’716 Franken (450’455 Franken – 9’739 Franken – 50’000 Franken) besteuert
werden dürfen. Da die formell rechtskräftigen Steuerveranlagungsverfügungen in EL-
Verfahren keine irgendwie geartete Bindungswirkung entfalten, sondern gemäss Art. 17
Abs. 1 ELV vielmehr auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen ist und die
massgebenden Steuerrechtsnormen analog anzuwenden sind, ist per 31. Dezember
2008 von einem Wertschriften- und Barvermögen von 390’716 Franken auszugehen.
Per 31. Dezember 2009 hat sich das Wertschriften- und Barvermögen gemäss der
Steuerveranlagungsverfügung für das Jahr 2009 auf 464’575 Franken belaufen
(act. G 7.13), doch geht aus den Unterlagen hervor (act. G 7.16), dass die
Steuerbehörden fälschlicherweise das im Verlaufe des Jahres 2009 geteilte und teils
verbrauchte Festgeldvermögen von 100’000 Franken (Stand am 31. Dezember 2008)
zusätzlich zum noch vorhandenen Rest davon angerechnet und damit gewissermassen
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doppelt berücksichtigt haben. Tatsächlich hat sich das Wertschriften- und
Barvermögen am 31. Dezember 2009 überwiegend wahrscheinlich bloss noch auf
364’575 Franken belaufen. Am 31. Dezember 2010 hat das Wertschriften- und
Barvermögen noch 288’457 Franken (vgl. act. G 7.14) und am 31. Dezember 2011 noch
218’724 Franken (vgl. act. G 7.15) betragen.
5.3 Das liquide Vermögen des Beschwerdeführers hat sich also im Jahr 2009 um
26’141 Franken, im Jahr 2010 um 76’118 Franken und im Jahr 2011 um 69’733
Franken verringert. Der Vermögensverzehr im Jahr 2009 ist angesichts der tiefen
Rentenleistungen, die der Beschwerdeführer und seine Ehefrau damals erhalten haben,
als augenscheinlich im gewöhnlichen Rahmen liegend und entsprechend der
allgemeinen Lebenserfahrung als tatsächlich erfolgt zu qualifizieren. Die (falsche)
Verbrauchsrechnung der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2010 (EL-act. 10–3) hat ja
bereits einen „belegbaren“ Verbrauch von 35’860 Franken ergeben. Falsch ist diese
Verbrauchsrechnung gewesen, weil sie fiktive Ausgaben und Einnahmen berücksichtigt
hat, die selbstverständlich in Bezug auf den nachvollziehbaren effektiven Verbrauch
des Vermögens irrelevant sind. Richtigerweise hätte den
Krankenversicherungsprämien, den Hypothekarzinsen, den Gebäudeunterhaltskosten
und der Lebensbedarfspauschale bloss die Rentenleistungen und die Zinserträge
gegenüber gestellt werden dürfen. Die fiktive Eigenmiete und der fiktive
Eigenmietertrag hätten nicht berücksichtigt werden dürfen. Der Verbrauch hat sich
demzufolge im Jahr 2010 auf 50’164 Franken belaufen. Addiert man den von der
Beschwerdegegnerin „akzeptierten“ und nicht zu beanstandenden zusätzlichen
Verbrauch (für nicht alltägliche Auslagen) von 15’000 Franken pro Jahr (vgl. EL-act. 10–
3), ist von einem belegten Vermögensverzehr von rund 65’000 Franken im Jahr 2010
bzw. pro Jahr (die Werte differieren nur geringfügig von Jahr zu Jahr) auszugehen.
Damit ist auch der Verbrauch im Jahr 2011 als im Rahmen liegend und damit belegt zu
qualifizieren. Unter Berücksichtigung des ausserordentlich tiefen Verbrauchs und der
im Jahr 2010 beglichenen Rückforderung von Ergänzungsleistungen von rund 20’000
Franken muss auch in Bezug auf das Jahr 2010 von einem im Rahmen liegenden und
damit belegten Vermögensverzehr ausgegangen werden. Mit den im
Beschwerdeverfahren eingereichten Belegen und Ausführungen zur
Vermögensentwicklung hat der Beschwerdeführer also mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermocht, dass er
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sein Vermögen im Umfang der oben erwähnten Reduktionen tatsächlich verbraucht
hat, ohne dabei auf Vermögen zu verzichten. Die Anrechnung eines über die oben
ermittelten Wertschriften- und Barvermögens hinausgehenden Vermögens erweist sich
folglich als unzulässig.
5.4 Für das Jahr 2009 ist demnach, wie von der Beschwerdegegnerin (abgesehen
vom Wertschriftenvermögen) korrekt ermittelt (vgl. EL-act. 14), von einem
anrechenbaren Vermögen von total 260’416 Franken (Wertschriften- und Barvermögen
plus Fahrzeugwert plus Wert der selbst bewohnten Liegenschaft abzüglich der
Freibeträge und der Hypothek) und dementsprechend von einem zumutbaren
Vermögensverzehr von 26’042 Franken auszugehen. Für das Jahr 2010 ist – analog –
von einem anrechenbaren Vermögen von total 244’225 Franken und einem zumutbaren
Vermögensverzehr von 24’422 Franken, für das Jahr 2011 von einem anrechenbaren
Vermögen von total 144’307 Franken und einem zumutbaren Vermögensverzehr von
14’431 Franken und für das Jahr 2012 von einem anrechenbaren Vermögen von total
72’024 Franken und einem zumutbaren Vermögensverzehr von 7’202 Franken
auszugehen.
6.
6.1 Unter Berücksichtigung der Rentenleistungen von 4’140 Franken (2009/2010)
bzw. 4’212 Franken (2011/2012), der Vermögenserträge von 4’859 Franken (2009),
7’050 Franken (2010), 7’902 Franken (2011) bzw. 2’585 Franken (2012) und des
anrechenbaren Vermögensverzehrs von 26’042 Franken (2009), 24’422 Franken (2010),
14’431 Franken (2011) bzw. 7’202 Franken (2012) belaufen sich die anrechenbaren
Einnahmen auf 35’041 Franken (2009), 35’612 Franken (2010), 26’545 Franken (2011)
bzw. 13’999 Franken (2012).
6.2 Als Ausgaben zu berücksichtigen sind die Prämienpauschalen für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung von 6’408 Franken (2009), 7’056 Franken
(2010), 7’536 Franken (2011) bzw. 7’824 Franken (2012), die Pauschale für den
allgemeinen Lebensbedarf von 28’080 Franken (2009/2010) bzw. 28’575 Franken
(2011/2012), die Pauschale für den Gebäudeunterhalt von 5’328 Franken (2009–2012)
sowie die Hypothekarzinsen von 18’496 Franken (2009), 18’326 Franken (2010) bzw.
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18’093 Franken (2011/2012). Dies ergibt ein Ausgabentotal von 58’312 Franken für das
Jahr 2009, 58’790 Franken für das Jahr 2010, 59’532 Franken für das Jahr 2011 und
59’820 Franken für das Jahr 2012.
6.3 Aus der Gegenüberstellung der Ausgaben und der Einnahmen resultiert ein Aus
gabenüberschuss von 23’271 Franken für das Jahr 2009, von 23’178 Franken für das
Jahr 2010, von 32’987 Franken für das Jahr 2011 und von 45’821 Franken für das Jahr
2012. Damit hat der Beschwerdeführer einen monatlichen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen von je 1’939 Franken für die Monate März bis und mit Dezember
2009, von 1’932 Franken für das Jahr 2010, von 2’749 Franken für das Jahr 2011 und
von 3’818 Franken für das Jahr 2012. Würde man – der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung folgend – den Eigenmietwert als Ausgabe und Einnahme
berücksichtigen, ergäbe sich ein Ausgabenüberschuss von 7’719 Franken für das Jahr
2009, von 7’626 Franken für das Jahr 2010, von 17’435 Franken für das Jahr 2011, von
je 30’269 Franken für die Monate Januar und Februar 2012 und von 33’041 Franken für
den Rest des Jahres 2012 (Erhöhung des anteiligen Mietzinses von zwei Fünfteln auf
drei Fünftel per 1. März 2012), womit der Beschwerdeführer massiv schlechter gestellt
würde. Er hätte dann nämlich nur einen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung von 643
Franken (statt 1’939 Franken) pro Monat für den Zeitraum vom 1. März 2009 bis zum
31. Dezember 2009, von 636 Franken (statt 1’932 Franken) pro Monat für das Jahr
2010, von 1’453 Franken (statt 2’749 Franken) pro Monat für das Jahr 2011, von je
2’522 Franken (statt 3’818 Franken) für die Monate Januar und Februar 2012 und von
2’753 Franken (statt 3’818 Franken) pro Monat für den Rest des Jahres 2012. Das
Argument des Bundesgerichtes im Urteil 9C_551/2014 vom 13. März 2015, die
Berücksichtigung des Eigenmietwertes wirke sich nicht nachteilig aus, trifft im
vorliegenden Fall also offensichtlich nicht zu.
7. Der angefochtene Einspracheentscheid ist somit in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben. Dem Beschwerdeführer sind die obgenannten Ergänzungsleistungen
zuzusprechen. Ob die daraus resultierende Nachzahlung einen Anspruch auf
Verzugszinsen begründet, wird die Beschwerdegegnerin noch zu prüfen haben.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der nicht anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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