Decision ID: bb755186-bc6e-5420-a93d-e4608b8d6330
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene X._ verfügt über keine berufliche Ausbildung. Nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1992 war er hier zuletzt als selbständiger Maler erwerbstätig. Am 12. Dezember 2005 (Eingangsdatum) meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Er gab an, aufgrund der Trennung und bevorstehenden Scheidung von seiner Ehefrau an einer Depression zu leiden (vgl. Urk. 6/12 und 6/21). Nach
dem die IV-Stelle medizinische Abklärungen getätigt hatte, auferlegte sie dem Versicherten eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer Behandlungsopti
mie
rung der depressiven Störung (vgl. Urk. 6/30) und sprach ihm bei einem Inva
liditätsgrad von 55 % und Wirkung ab 1. November 2005 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Verfügung vom 18. Dezember 2006; Urk. 6/48
i.V.m
. Urk. 6/38-39).
1.2
Am 18. Dezember 2006 (Eingangsdatum) erhielt die IV-Stelle einen Hinweis da
rauf, dass der Versicherte entgegen seinen Angaben einer Arbeitstätigkeit nach
gehe (Urk. 6/46, 6/47). Am 13. Juli 2007 stellte der Versicherte ein Gesuch um Revision der Invalidenrente aufgrund eines (durch einen im Februar 2007 erlitte
nen Unfall) verschlimmerten Gesundheitszustands (Urk. 6/61). Die IV
Stelle tätigt
e in der Folge weitere medizinische Abklärungen. Am 4. Dezember 2007 liess die Suva der IV-Stelle ihre Akten, unter anderem einen Observationsbericht für den Zeitraum von Februar bis April 2007 sowie diverse medizinische Akten, zu
kommen (Urk. 6/81 bis Urk. 6/85). Mit Verfügung vom 13. Dezember 2007 sis
tierte die IV-Stelle mit sofortiger Wirkung die Rentenleistungen des Versicherten. Sie wies darauf hin, dass aufgrund des von der Suva erhaltenen Observations
materials, welches eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aufzeige, der Verdacht auf einen ungerechtfertigten Leistungsbezug bestehe (Urk. 6/90). Daraufhin wurden weitere medizinische Abklärungen eingeleitet (vgl. Urk. 6/92, 6/97). Auf
grund einer im März 2008 begangenen Straftat befand sich der Versicherte ab diesem Zeitpunkt in Haft (vgl. Urk. 6/107), weshalb das invalidenver
sicherungs
rechtliche Revisionsverfahren für einige Jahre nicht weitergeführt wurde.
1.3
Im Sommer 2011 zog die IV-Stelle die relevanten Akten der Ehescheidung (Urk. 6/111) und des Strafverfahrens (Urk. 6/113) bei. In der Folge liess sie den Versicherten in der Strafvollzugsanstalt medizinisch begutachten (Urk. 6/123).
Gestützt darauf sowie auf die zuvor erhobenen medizinischen Unterlagen hob sie die Rente des Versicherten mit Verfügung vom 30. April 2013 auf (Urk. 6/131).
1.4
Am 20. Oktober 2017 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hin
weis auf diverse seit 2004 bestehende gesundheitliche Probleme erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 6/141). Nach entsprechender Aufforde
rung durch die IV-Stelle legte der Versicherte zur Begründung seines Gesuches einen ärztlichen Bericht des Gefängnisarztes auf (Urk. 6/150). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 19. Dezember 2017, Urk. 6/152; Einwand vom 17. Januar 2018, Urk. 6/155) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Februar 2018 (Urk. 2 [=Urk. 6/159]) mangels Glaubhaftmachung einer rele
vanten Änderung des Sachverhalts auf das Leistungsgesuch nicht ein.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 16. März 2018 Beschwerde (Urk. 1) erheben und beantragen, es sei auf das Revisionsgesuch einzutreten und sein Gesund
heit
szu
stand sei mittels eines polydisziplinären Gutachtens abzuklären. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtsanwalt Gian Andrea
Danuser
. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2018 (Urk. 5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 25. Mai 2018 mit
geteilt wurde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 25. Mai 2018 wurde das prozessuale Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
mangels Substantiierung innert Frist abgewiesen (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch
erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grund
sätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Ein
tre
tensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihr Nichteintreten damit (Urk. 2), dass eine wesentliche Änderung der beruflichen oder medizinischen Situation nicht fest
zu
stellen sei. Die im Bericht des Gefängnisarztes postulierte Arbeitsfähigkeit von 20-25 % sei nicht begründet. Die neuen genannten Diagnosen wie etwa die
Gicht
arthropathie
, die Hypertonie und das Glaukom seien behandelbar und würden die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigen; ebenso wenig sei eine relevante Ein
schränkung im Alltag durch den Sehverlust am linken Auge zu erwarten. Es
bestünden daher keine Hinweise auf eine relevante dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes.
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor (Urk. 1), der medizinische Sachverhalt habe sich seit der Begutachtung im Jahr 2012 verän
dert. Neu bestünden zusätzlich ein schweres
lumbospondylogenes
, teils radiku
lä
res Syndrom, eine
Gichtarthropathie
, ein Glaukom, eine Zentralvenenthrom
bose mit hochgradigem Sehverlust des linken Auges und eine chronische Depression. Nach Einschätzung des Gefängnisarztes bestehe neu lediglich noch eine Arbeits
fähigkeit von 20-25 %, was entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nach
vollziehbar sei. Der Sachverhalt habe sich wesentlich verändert und es sei dem
zufolge auf das Leistungsgesuch einzutreten. Es sei angezeigt, zur Abklärung der Restarbeitsfähigkeit ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen.
3.
3.1
Referenzzeitpunkt zur Überprüfung, ob eine wesentliche Änderung des Sachverhalts glaubhaft gemacht wurde, bildet die rentenaufhebende Verfügung vom 30. April 2013 (Urk. 6/131), da zu diesem Zeitpunkt letztmals eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt präsentierte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt:
3.1.1
Vor seiner Inhaftierung im März 2008 befand sich der Beschwerdeführer bei Dr. med. Y._, Facharzt für Innere Medizin, in allgemeinmedizini
scher (hausärztlicher) Behandlung. In seinem Bericht vom 17. Dezember 2007 (Urk. 6/92) führte Dr. Y._ aus, beim Beschwerdeführer bestünden drei
Problemkreise. Seine Beschwerden im Zusammenhang mit den wiederholten (Auto-)
Unfällen würden durch die Klinik Z._ betreut und aufgrund psy
chischer Beschwerden befinde er sich bei einem Psychiater in Behandlung. Er, Dr. Y._, betreue den Beschwerdeführer hinsichtlich der Colitis
ulcerosa
. Diesbezüglich gehe es dem Beschwerdeführer derzeit gut, es bestünden keine Infekt-Werte und der Beschwerdeführer komme mit entsprechender Medikation gut zurecht. Die
colitis
ulcerosa
sei invalidenversicherungsrechtlich nicht rele
vant. Bezüglich der Nacken- und Rückenbeschwerden gebe der Beschwerdeführer ein therapieresistentes Schmerzsyndrom an. Zudem gebe er an, unter Schlaflosig
keit zu leiden.
3.1.2
Während des Strafvollzugs wurde durch die Rehaklinik A._ eine psychia
trische und physikalisch-medizinische Untersuchung durchgeführt (Urk. 6/123).
In der psychiatrischen Stellungnahme vom 9. Mai 2012 (Urk. 6/123/1-35) wurde ausgeführt, es sei derzeit keine psychopathologische Störung mehr zu diagnos
tizieren. Es bestehe eine Missstimmung aufgrund der Inhaftierung und akzen
tu
ierte Persönlichkeitszüge seien wahrscheinlich (Urk. 6/123/33). Vermutlich habe im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
nicht wie angenommen eine Depression be
standen; viel eher habe aufgrund der Trennung respektive Scheidung von der
Exfrau eine Verbitterungsstörung vorgelegen. Eine solche liege heute jedoch nic
ht mehr vor, ebenso wenig wie ein depressives Syndrom. Aktuell zeige sich der Beschwerdeführer vermindert emotional ansprechbar, leicht missmutig und be
drückt. Wenngleich angesichts der Haftsituation eine emotionale Herabstimmung offensichtlich und nachvollziehbar sei, könne ein eigentliches depressives Syn
drom nicht festgestellt werden. Eine psychisch zu begründende Arbeitsun
fähig
keit liege nicht vor (Urk. 6/123/30-32).
In der physikalisch-medizinischen Stellungnahme vom 15. Oktober 2012 (Urk. 6/123/41-48) wurden als Diagnosen ein Trauma des Kniegelenks, ein Unfall mit HWS-Distorsion im Jahr 2007, ein Status nach Operation an der rechten
Schulter und ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom aufgeführt (Urk. 6/123
/47). Der Beschwerdeführer
klage
über Knie- und Schulterschmerzen rechtsseitig. Seit den Autounfällen im Jahr 2007 bestünden Nackenschmerzen. Zudem leide er unter ständigen Rückenschmerzen. Die meisten Beschwerden würde ihm die
colitis
ulcerosa
(respektive der Morbus Crohn; es sei nicht klar an welchem von beiden er leide) bescheren. Er müsse deswegen häufig auf die Toilette (bis zu 50mal am Tag, vgl. Urk. 6/123/26) und habe Schmerzen. Zudem müsse er wegen der
colitis
ulcerosa
Medikamente einnehmen (Urk. 6/123/42-43).
Die Gutachterin führte aus, im rechten Kniegelenk habe sich eine deutliche arthrotische Veränderung mit Knorpeldefekten und einem Meniskusriss finden lassen, welche seine diesbezüglichen Beschwerden erklären würden. An der Hals
wirbelsäule liessen sich klinisch radiologische Befunde objektivieren. Diese dege
nerativen Veränderungen würden ein zervikales Schmerzsyndrom leichten Aus
masses bewirken. In der Lendenwirbelsäule liessen sich globale
chondrotische
Ver
änderungen finden. Klinisch beschreibend liege ein
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom vor. Dem MRI des rechten Schultergelenks könne eine aktivierte AC-Gelenksarthrose und eine
Tendinopathie
der Supraspinatussehne entnommen werden. Nebst der
artrophierten
Muskulatur in diesem Bereich seien die Be
schwerden durch diese strukturellen Läsionen erklärbar (Urk. 6/123/45-46). Aus physikalisch-medizinischer Sicht seien daher wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne ständiges Kauern oder Bücken, ohne längeres
Gehen und Stehen am Stück, ohne längeres Gehen im Gelände sowie ohne längeres Arbeiten am Stück über Brusthöhe, Heben von Gewichten über 5 kg über Brusthöhe sowie ständige
Umwendbewegungen
der rechten Hand ganztags zumut
bar (Urk. 6/123/47).
3.2
Im Zeitpunkt der Neuanmeldung präsentierte sich der Sachverhalt im Wesent
lichen wie folgt:
3.2.1
Am 21. November 2017 berichtete der Gefängnisarzt (Urk. 6/150), beim Beschwe
r
de
führer würden seit Haftbeginn im Jahr 2010 die Diagnosen eines schweren
lumbospondylogenen
, teils radikulären Syndroms, eine schwere
colitis
ulcerosa
, eine chronische Periarthritis
humeroscapularis
, eine
Gichtarthropathie
, ein Glau
kom, eine Zentralvenenthrombose mit Sehverlust des linken Auges, Kniebe
schwerden, eine Hypertonie, ein Diabetes mellitus Typ II und eine chronische Depression vorliegen. Während der Haftzeit hätten sich diese Krankheiten ver
schlechtert. Der Beschwerdeführer sei deswegen in der Strafanstalt nicht mehr für normale Arbeiten einsetzbar, obschon die Anforderungen dafür nicht sonderlich hoch seien. In seiner früheren Tätigkeit als Maler sei er überhaupt nicht mehr arbeitsfähig. In einer seiner körperlichen Verfassung angepassten Tätigkeit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von höchstens 20-25 %.
3.2.2
In der Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 15. Dezember 2017 (Urk. 6/151/3) wurde ausgeführt, der Gefängnisarzt führe für seine Einschätzung der Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähigkeit keine Befunde auf. Die Zunahme degenerativer Veränderungen im Verlauf sei nicht ungewöhnlich. Neu seien die Diagnosen
Gichtarthropathie
, Glaukom, Diabetes mellitus, Hypertonie und Zentralvenenthrombose mit Sehver
lust des linken Auges hinzugetreten. Die restlichen Diagnosen seien bereits bei der Rentenaufhebung bekannt gewesen. Die neuen Diagnosen seien einer Be
handlung zugänglich und würden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht relevant einschränken. Es bestünden keine Hinweise auf eine Verschlech
te
rung des Gesundheitszustandes.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob glaubhaft dargelegt ist, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem 30. April 2013 eine anspruchsrelevante Ände
rung erfahren hat.
4.2
In der 2012 stattgefundenen psychiatrischen Begutachtung konnte kein depres
sives Syndrom (mehr) festgestellt werden und es lagen auch keine Anzeichen für eine Verbitterungsstörung mehr vor. Der Beschwerdeführer zeigte sich zwar ver
mindert emotional ansprechbar, leicht missmutig und bedrückt, was gemäss gut
achterlicher Einschätzung jedoch nicht auf eine depressive Symptomatik schliessen
lasse, sondern Ausdruck der Haftsituation sei (vgl. E. 3.1.2). Der Gefängnisarzt
beschreibt den Beschwerdeführer demgegenüber als chronisch depressiv. Befunde
, welche auf diese Diagnose schliessen lassen würden, führte er nicht auf (vgl. E. 3.2.1). Hinweise darauf, dass sich die psychische Situation verändert hätte, bestehen daher nicht.
4.3
In der physikalisch-medizinischen Einschätzung aus dem Jahr 2012 wurde beim Beschwerdeführer bereits sowohl ein zervikales als auch ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom diagnostiziert. Sowohl an der Hals- als auch an der Lenden
wirbelsäule wurden degenerative Veränderungen festgestellt, welche als ursäch
lich für entsprechende Beschwerden erachtet wurden. Ebenso waren Beschwerden im Knie und der Schulter rechtsseitig bereits damals aktenkundig und wurden auf entsprechende degenerative Veränderungen zurückgeführt (vgl. E. 3.1.2). Bereits im Jahr 2007 wurde nebst den Befunden an Wirbelsäule, Knie und Schulter ausserdem eine Gicht mit Gonarthritis festgestellt (vgl. Urk. 6/65/5). Im Bericht des Gefängnisarztes werden keine Befunde aufgeführt, welche darauf hinweisen würden, dass sich die bereits 2012 festgestellten Beschwerden und Einschrän
kungen des Bewegungsapparates massgeblich verändert hätten.
Auch die
colitis
ulcerosa
war bereits vor der Inhaftierung des Beschwerdeführers bekannt. Nach Angabe seines damals behandelnden Arztes war diese unter Ein
nahme entsprechender Medikamente gut eingestellt (vgl. E. 3.1.1). Ebenso litt der Beschwerdeführer 2012 unter den Schmerzen und den Beschwerden verursacht durch die
colitis
ulcerosa
und war diesbezüglich auf die Einnahme von Medi
ka
menten angewiesen (vgl. E. 3.1.2). Die nun weiterhin bestehende und
behand
lungsbedürftige
colitis
ulcerosa
weist daher ebenfalls nicht auf eine anspruchs
relevante Änderung des Gesundheitszustandes hin.
4.4
Neu werden die Diagnosen Glaukom, Zentralvenenthrombose mit Sehverlust des linken Auges, Hypertonie und Diabetes mellitus Typ II aufgeführt. Befunde, welche für diese Diagnosen sprechen würden, werden demgegenüber nicht ge
nannt (vgl. E. 3.2.1). Nach Einschätzung des RAD sind diese Beschwerden einer Behand
lung zugänglich und schränken die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers nicht weiter ein (vgl. E. 3.2.2). Anhaltspunkte dafür, dass dadurch eine an
spruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustandes bestehen könnte, be
steh
en daher nicht.
4.5
Dass der RAD in seiner Stellungnahme gestützt auf die aufliegenden Akten zum Schluss gelangte, eine anspruchsrelevante Änderung des medizinischen Sachver
halts sei nicht ausgewiesen, ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. Ebenso wenig finden sich Hinweise darauf, dass dem Beschwerdeführer – trotz allenfalls fortschreitender bekannter und neu gestellter Diagnosen - eine ange
passte Tätigkeit, entsprechend dem 2012 formulierten Belastungsprofil (vgl. E. 3.1.2) nun nicht mehr zumutbar sein sollte (vgl. auch die Angaben in der Neu
anmeldung, wonach die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seit 2004 bestehen, Urk. 6/141/6). Die unbegründete Angabe des Gefängnisarztes, eine angepasste Tätigkeit sei angesichts der Diagnosen lediglich noch zu 20-25 % zumutbar, ver
mag jedenfalls keine entsprechenden Anhaltspunkte aufzuzeigen. Es bestehen daher weder Anhaltspunkte für eine wesentliche Änderung des Gesundheits
zu
standes noch auf dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
5.
Vor diesem Hintergrund vermag der Beschwerdeführer eine anspruchsrelevante, das heisst Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zeitigende, Änderung seines Gesundheitszustandes und damit eine Änderung des Invaliditätsgrades nicht glaubhaft darzulegen. Die angefochtene Verfügung mit welcher die Beschwerde
gegnerin auf sein Leistungsgesuch nicht eingetreten ist, erweist sich daher als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss vo
m
Beschwerdeführer zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).