Decision ID: 66aeb14d-e198-5362-adb9-ed0d3abcea11
Year: 2016
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. A.1
Gemäss Schadenmeldung UVG der C_ AG vom 14. Mai 2012 (Suva-act. 5) sei A_,
am XX.XX.1966 geborener Vater von fünf Kindern und bei ihr seit 8. Mai 2012 vollzeitlich
als Bauarbeiter angestellt, am 11. Mai 2012 um 11.30 Uhr beim Anbringen von Kies auf ei-
ner Sickerleitung rückwärts die Böschung hinuntergefallen, wobei er mit dem Kopf auf ei-
nem Stein aufgeschlagen habe.
A.2
Im Austrittsbericht des Spitals Heiden vom 8. Juni 2012 (Suva-act. 150, 188/213) über die
stationäre Beobachtung am 11./12. Mai 2012 (Suva-act. 150, 188/213) heisst es, der Chef
habe den Sturz in die Baugrube auf Rücken und Hinterkopf beobachtet. An letzterem be-
stünden Schmerzen, ferner an der Halswirbelsäule (HWS) und an der Scapula. Eine CT-
Untersuchung habe bis auf eine fragliche ossäre Läsion am Halswirbelkörper (HWK) 7
beim jederzeit neurologisch unauffälligen und kreislaufstabilen Patienten keinen Befund er-
geben, sodass dieser in gutem Allgemeinzustand nach Hause habe entlassen werden kön-
nen (vgl. auch das Arztzeugnis UVG dieses Spitals vom 18. Juli 2012 [Suva-act. 15]).
Im Bericht des Spitals Heiden über die ambulante Kontrolle vom 14. Mai 2012 (Suva-
act. 22) ist die Rede von einer leichten Gehirnerschütterung und einer Rippenkontusion
links. Es bestünden noch leichte Kopfschmerzen und thorakale Schmerzen beim Einatmen
und Abduzieren des linken Armes, aber keine Übelkeit und kein Erbrechen.
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A.3
Ein thorakales vertebrospinales MRI ergab gemäss Bericht der Klinik Stephanshorn vom
9. Juli 2012 (Suva-act. 16) eine leichtgradige rechtskonvexe Skoliose der Brustwirbelsäule
(BWS) im oberen bis mittleren Drittel, eine breitbasige Diskusprotrusion auf Höhe Th 1/2
und eine Diskusprotrusion bzw. minimale Diskushernie auf Höhe Th 8/9 mit jeweils diskre-
ten ventralen Duralschlauchimpressionen ohne neurale Beeinträchtigung.
A.4
Nach einem HWS-MRI der Radiologie NordOst vom 31. August 2012 (Suva-act. 30) ver-
neinte Neurochirurge Prof. D_ mit Bericht vom 3. Oktober 2012 (Suva-act. 27) eine einen
Nerv komprimierende Diskushernie. Beim posttraumatischen Zervikalsyndrom stünden der-
zeit bis in den Hinterkopf und beidseits in Richtung Schulter ausstrahlende Schmerzen so-
wie ein eingeschlafenes Gefühl in den Händen im Vordergrund.
A.5
Gemäss neurologischem Konsilium der Rehaklinik Bellikon vom 30. Januar 2013 (Suva-
act. 54) bestünden keine eindeutigen Hinweise auf eine motorische zervikoradikuläre
Symptomatik.
Laut Austrittsbericht dieser Klinik vom 20. März 2013 (Suva-act. 53) über die stationäre
Behandlung vom 22. Januar bis 26. Februar 2013 bestehe eine mässige Symptomauswei-
tung und Selbstlimitierung. Zwar habe sich der Patient zumindest partiell für Informationen
über einen besseren Umgang mit Schmerzen interessiert, aber nur wenig Bereitschaft ge-
zeigt, dies im Alltag umzusetzen. Beim Austritt habe er über Schmerzen in Nacken und lin-
kem Schultergürtel, regrediente Hypästhesien im dorsalen Unterarm sowie an den Dig. III-V
links und über belastungsabhängige Schmerzen an der Lendenwirbelsäule (LWS) geklagt.
A.6
Mit Bericht vom 10. April 2013 (Suva-act. 60) meinte Neurochirurge Dr. E_ von der Klinik
Stephanshorn, die geklagten Beschwerden und untersuchbaren Defizite fänden ihr Korrelat
in der neuroforaminalen Enge C8 links (vgl. den Bericht dieser Klinik über eine MRI-
Abklärung von HWS und BWS vom 2. April 2013 (Suva-act. 57), verursacht wohl durch ei-
nen traumatischen foraminalen bis extraforaminalen Bandscheibenvorfall auf Höhe
HWK7/Th1 links. Trotz Operationsindikation wolle der Versicherte die bisherigen konserva-
tiven Therapien weiterverfolgen, da er einen leichten Rückgang der Beschwerden verspüre.
Seite 4
A.7
Gemäss Aktennotiz der Suva vom 15. Mai 2013 (Suva-act. 63) habe Kreisarzt und Ortho-
päde Dr. F_ die Unfallkausalität angesichts des geschilderten Unfallherganges und des
Verletzungsbildes trotz fehlender Erwähnung der HWS in den ersten Berichten vorläufig be-
jaht. Mit Bericht vom 2. Oktober 2013 (Suva-act. 84) bezeichnete er den Kraftverlust in der
linken Hand als nicht erklärbar und die Beschwerden im unteren Rücken als krankheitsbe-
dingt im Rahmen einer ISG-Problematik.
A.8
Mit Bericht vom 28. November 2013 (Suva-act. 93) meinte Neurologin Dr. G_, die diffuse
Schwäche des linken Armes sei schmerzbedingt bei einem zerviko-spondylogenen Syn-
drom. Das Verhalten des im Gespräch kaum schmerzgeplagt wirkenden Patienten und die
Diskrepanzen mit den neurologischen Befunden liessen auf eine Symptomausweitung
schliessen. In Anbetracht dieses Berichtes attestierte Dr. F_ am 23. Dezember 2013
(Suva-act. 100) ab sofort eine 50%ige, innert vier Wochen auf 100% steigerbare Arbeitsfä-
higkeit.
A.9
In der Zwischenzeit hatte sich der Versicherte am 23. September 2013 (Suva-act. 150,
212/213) bei der Invalidenversicherung angemeldet.
Gemäss Assessment-Protokoll der IV-Stelle vom 5. Februar 2014 (Suva-act. 141, 16/21)
sei er 2010/11 in die Schweiz gekommen, da es hier finanziell attraktiver sei als in Deutsch-
land, wo er ab 1990 auf dem Bau gearbeitet habe.
Mit Aktennotiz vom 7. März 2014 (Suva-act. 150, 68/213) verneinte der regionalärztliche
Dienst der Invalidenversicherung Ostschweiz (RADO) reine Unfallfolgen, da degenerative
Veränderungen an der HWS und - in leichtem Ausmass - auch an der LWS im Vordergrund
stünden. In der angestammten Tätigkeit bestehe deswegen dauerhaft eine 20%ige Arbeits-
unfähigkeit, ansonsten jedoch eine Arbeitsfähigkeit von bis zu 100%. Mit Aktennotiz vom
2. Oktober 2014 (Suva-act. 150, 2/213) bezeichnete der RADO berufliche Massnahmen als
sinnlos, da sich der Versicherte als nicht arbeitsfähig erachte.
Bereits am 9. September 2014 hiess es im Gutachten der Medas Ostschweiz (Suva-
act. 150, 6/213), der Explorand könne den Dauerschmerz im Nacken nicht charakterisieren
(Ziff. 3.4.1, S. 14) und nehme ein Schmerzmittel max. 2-3x/Wo, an dessen Namen er sich
aber nicht erinnere (Ziff. 3.4.2.2, S. 14). Während des 75-minütigen Gesprächs habe er
einen vitalen Eindruck ohne Hinweise auf Erschöpfung vermittelt (Ziff. 5.3.1, S. 24). Auf-
Seite 5
grund einer degenerativen Bandscheibenprotrusion C5/6, einer zervikalen muskulären Ver-
spannung und eines chronischen sensiblen radikulären Schmerzsyndroms C7/C8 links be-
stehe als Kranführer seit ca. Juni 2014 eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50%, in einer
adaptierten Tätigkeit jedoch von 100%.
A.10
Mit Aktennotiz vom 22. September 2014 (Suva-act. 140) verneinte Kreisarzt Dr. F_ einen
signifikanten Kraftverlust an der linken Hand und eine auffallende Atrophie des linken Ar-
mes im Seitenvergleich. Bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätig-
keit sei der Fallabschluss ohne Integritätsentschädigung zu empfehlen. Mit Aktennotiz vom
26. November 2014 (Suva-act. 156) sah Dr. F_ den Status quo sine erreicht.
B. B.1
Nachdem die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 26. September 2014 (Suva-
act. 144) die Einstellung der bisherigen Leistungen auf Anfang Dezember 2014 mitgeteilt
hatte, verneinte sie mit Verfügung vom 4. Dezember 2014 (Suva-act. 159) mangels Unfall-
folgen jeglichen Anspruch auf weitere Leistungen ab Anfang Dezember 2014.
B.2
Auf Einsprache des Versicherten vom 20. Januar 2015 (Suva-act. 160) hin holte die Suva
bei Dr. F_ eine ergänzende Stellungnahme vom 9. Juni 2015 (Suva-act. 166) ein, wo-
nach aufgrund des zeitlichen Verlaufs mit einer ärztlicherseits erst zwei Monate nach dem
fraglichen Ereignis erwähnten HWS-Problematik von einer vorübergehenden Verschlimme-
rung einer vorbestehenden degenerativen zervikalen Diskopathie auszugehen sei. Der Sta-
tus quo sine sei bei grosszügiger Interpretation spätestens ein Jahr nach dem Unfallereig-
nis erreicht.
B.3
Mit Entscheid vom 12. Juni 2015 (Suva-act. 167) wies die Suva die Einsprache unter Be-
zugnahme auf die letzterwähnte Beurteilung Dr. F_ ab. Selbst wenn man einen natürli-
chen Kausalzusammenhang der anhaltenden Beschwerden mit dem höchstens mittel-
schweren, nicht besonders eindrücklichen Ereignis ohne dramatische Umstände bejahen
würde, wäre dieser nicht adäquat, da die dabei erlittenen Verletzungen nicht geeignet sei-
en, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Ebenso fehle es an einer ärztlichen Fehl-
behandlung oder einem schwierigen Heilungsverlauf der nach nicht allzu langer Zeit über-
wiegend degenerativ bedingten und organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwer-
den. Ebensowenig bestünden körperliche Dauerschmerzen; jedenfalls seien solche orga-
nisch nicht hinreichend nachweisbar bzw. degenerativ bedingt.
Seite 6
B.4
Dagegen liess der Versicherte mit Schreiben vom 17. August 2015 Beschwerde erheben.
Dabei wurde betreffend der letzten Stellungnahme Dr. F_ eine Gehörsverletzung geltend
gemacht, ferner, dass die Beschwerden gemäss Medas-Gutachten objektivierbar
seien, weshalb eine Adäquanzprüfung entbehrlich sei. Im Übrigen würde selbst eine dege-
nerative Vorschädigung die Leistungspflicht der Suva nicht aufheben, da ein Unfall als Teil-
ursache genüge.
B.5
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2015 entgegnete die Suva, als unfallbedingt kön-
ne einzig der inzwischen vollständig remittierte Zustand nach leichter traumatischer Hirn-
verletzung bezeichnet werden. Die Arbeitsfähigkeit werde nur noch durch vorbestehende
degenerative HWS-Beschwerden eingeschränkt, über die der Beschwerdeführer überdies
erstmals zwei Monate nach dem Unfall geklagt habe.

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass
diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und
Fristerfordernisse erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Was die vom Beschwerdeführer monierte Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die feh-
lende Zustellung der Stellungnahme von Kreisarzt Dr. F_ vom 9. Juni 2015 anbelangt, so
wäre diese entgegen der von der Suva in der Beschwerdeantwort vertretenen Auffassung
auch dann zu bejahen, wenn darin keine wesentlichen neuen Erkenntnisse enthalten wä-
ren. Es kommt nicht einmal darauf an, ob die Gewährung des rechtlichen Gehörs im kon-
kreten Fall für den Inhalt des Entscheides von Bedeutung war (BGE 132 V 387 Erw. 5.1).
Indessen kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs
ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich
vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechts-
lage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus im Sinne einer
Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs - wovon
hier mit Sicherheit nicht ausgegangen werden kann, nachdem die fragliche Stellungnahme
Dr. F_ von der Suva zum integrierenden Bestandteil des vorliegend angefochtenen Ein-
spracheentscheides erklärt und dem Beschwerdeführer mit diesem als Beilage eröffnet
Seite 7
wurde (Erw. 3a, S. 8) - von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen,
wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnöti-
gen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse
der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren
wären (BGE 136 V 117 Erw. 4.2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2015 vom 3. No-
vember 2015 Erw. 4.2). In Anbetracht dieser Grundsätze kann der Gehörsmangel auch vor-
liegend als geheilt betrachtet werden.
3. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Wirkung eines äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Eine
versicherte Person hat u.a. Anspruch auf zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen
(Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]), ab
dem dritten Tag nach dem Unfall zufolge voller oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit auf Tag-
gelder (Art. 16 UVG) und - sofern von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann und allfällige Einglie-
derungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - bei mindestens
10%iger Invalidität auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 und 19 UVG). Er-
leidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie überdies Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder,
falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt
(Art. 24 UVG), wobei sich die Höhe der Integritätsentschädigung grundsätzlich nach der
Schwere der Beeinträchtigung richtet.
4. 4.1
Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst ma-
nifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht
(mehr) die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also
Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann
zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder
später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (Urteile des Bundesgerichts
8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 Erw. 2, 8C_244/2010 & 8C_252/2010 vom
18. Februar 2011 Erw. 3.3, 8C_37/2015 vom 7. Dezember 2015 Erw. 2.3).
Seite 8
4.2
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahin-
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha-
dens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich feh-
lender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine an-
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versi-
cherten Person, sondern bei der Unfallversicherung (Urteile des Bundesgerichts
8C_354/2007 vom 4. August 2008 Erw. 2.2, 8C_653/2013 vom 10. Februar 2014 Erw. 4.2).
Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhanges muss nicht durch den Nachweis
unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebensowenig geht es darum, vom Unfallversiche-
rer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder
die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbe-
dingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also
dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b; Urteil des Bundesgerichts
8C_570/2014 vom 9. März 2015 Erw. 6.2).
4.3
Steht zuverlässig fest, dass keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen,
welche die anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden zu erklären vermögen, erfolgt die
Kausalitätsbeurteilung nach den bei psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall o-
der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungsmechanismen an der Halswirbel-
säule sowie Schädel-Hirntraumen ohne organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen gel-
tenden Grundsätzen (sog. Psychopraxis, begründet mit BGE 115 V 133 Erw. 6 und bestä-
tigt u.a. mit Urteil des Bundesgerichts 8C_933/2014 vom 22. April 2015 Erw. 3.2.1). Dabei
ist von der Unfallschwere auszugehen. Diesbezüglich ist jedoch nicht an das Unfallerlebnis
anzuknüpfen. Zwar ist die Art und Weise des Erlebens und der Verarbeitung eines Unfall-
ereignisses durch den Betroffenen für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen-
hanges grundsätzlich mit zu berücksichtigen. Als geeigneter Anknüpfungspunkt für eine
Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden soll aber das (objektiv erfassbare)
Unfallereignis selbst dienen. Denn die Frage, ob sich das Unfallereignis und eine psychisch
bedingte Erwerbsunfähigkeit im Sinne eines adäquaten Verhältnisses von Ursache und
Wirkung entsprechen, ist unter anderem im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit
und der rechtsgleichen Behandlung der Versicherten aufgrund einer objektivierten Betrach-
tungsweise zu prüfen. Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf erscheint folgende
Einteilung der Unfälle in drei Gruppen als zweckmässig: banale bzw. leichte Unfälle einer-
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seits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich
(vgl. zum folgenden BGE 115 V 133 Erw. 6, bestätigt u.a. mit Urteilen des Bundesgerichts
8C_208/2015 vom 17. Juni 2015 Erw. 3 und 8C_437/2015 vom 5. September 2015
Erw. 2 und 3):
a) Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten
des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen
kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheits-
störungen in der Regel ohne weiteres verneint werden. Ohne aufwendige Abklärungen im
psychischen Bereich darf aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Ein-
bezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden, dass ein banaler
bzw. leichter Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheits-
schaden zu verursachen. Hier mangelt es dem Unfallereignis offensichtlich an der erforder-
lichen Schwere, welche allgemein geeignet wäre, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu
führen. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass bei dieser Gruppe von Unfällen wegen der Ge-
ringfügigkeit des Unfallereignisses auch der psychische Bereich nur marginal tangiert wird.
Treten entgegen jeder Voraussicht dennoch nennenswerte psychische Störungen auf, so
sind diese mit Sicherheit auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen wie z.B. auf eine un-
günstige konstitutionelle Prädisposition. Unter solchen Umständen ist der Unfall nur eine
Schein- oder Gelegenheitsursache für die psychischen Störungen.
b) Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem ge-
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle
geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken.
c) aa) Der mittlere Bereich umfasst jene Unfälle, welche weder der ersten noch der zweiten
Gruppe zugeordnet werden können. Hier lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psy-
chisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht
aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfass-
bare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen.
Solche - unfallbezogenen - Umstände können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie
ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung
geeignet sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähig-
keit zu führen oder diese zu verstärken. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
Seite 10
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfah-
rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
bb) Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in
jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des
adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsun-
fähigkeit neben dem Unfall allenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits
dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mitt-
leren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren
ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn
es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes.
Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müs-
sen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso eher, je leich-
ter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der
aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu
berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die
Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objekti-
ven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwen-
digkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte
Erwerbsunfähigkeit mit begünstigt haben könnten. Erweist sich ein Unfall bei gegebenem
natürlichem Kausalzusammenhang nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allge-
meinen Lebenserfahrung als geeignet, eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit zu ver-
ursachen, so darf die Adäquanz des Kausalzusammenhanges beispielsweise nicht etwa
deshalb verneint werden, weil der betroffene Versicherte mit seiner besonderen Prädispo-
sition ausserhalb der erwähnten weiten Bandbreite liegt. Andernfalls würde von diesem
Versicherten zu Unrecht verlangt, dem Unfallereignis einen grösseren psychischen Wider-
stand entgegenzusetzen, als dies von einem der erwähnten Bandbreite angehörenden
Versicherten erwartet würde. Praxisgemäss müssen bei einem mittelschweren Ereignis (im
mittleren Bereich) drei der erwähnten Kriterien bzw. vier bei einem Unfall im Grenzbereich
zu den leichten Ereignissen erfüllt sein, um eine Adäquanz bejahen zu können (Urteil des
Bundesgerichts 8C_684/2012 vom 21. Dezember 2012 Erw. 4.2).
Seite 11
4.4
Im Rahmen der Beurteilung der Kausalität eines Unfalls für behauptete gesundheitliche
Beschwerden ist die Würdigung medizinischer Berichte von grundlegender Bedeutung.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundla-
ge für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet
werden können (BGE 132 V 93 Erw. 4).
Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für
das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grund-
satz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialver-
sicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 122 V 157 Erw. 1c). Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange um-
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 351 Erw. 3a,
134 V 231 Erw. 5.1). In Bezug auf Berichte von Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten darf
und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass deren Angaben mitun-
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zuguns-
ten ihrer Patienten ausfallen (BGE 125 V 351 Erw. 3, 135 V 465 Erw. 4.5; Urteile des Bun-
desgerichts 8C_641/2013 vom 23. Dezember 2013 Erw. 5.4, 8C_637/2013 vom
11. März 2014 Erw. 2.2.2), was auch mit der unterschiedlichen Natur von Behandlungs-
und Begutachtungsauftrag zusammenhängen mag (Urteile des Bundesgerichts
8C_768/2012 vom 24. Januar 2013 Erw. 3, 8C_107/2013 vom 23. April 2013 Erw. 3). Bei
der Prüfung der Begehren darf auch der Sachverstand versicherungsinterner medizinischer
Fachpersonen einbezogen werden. Bei den von diesen versicherungsinternen Ärztinnen
und Ärzten erstellten Stellungnahmen handelt es sich nicht um Gutachten im Sinne von
Art. 44 ATSG. Entsprechend kommt ihnen praxisgemäss auch nicht dieselbe Beweiskraft
zu wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versiche-
rungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten. Wird allein gestützt auf versicherungsinterne
ärztliche Beurteilungen entschieden, sind daher an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen medizinischen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä-
Seite 12
rungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 Erw. 4; Urteile des Bundesgerichts 8C_83/2012 vom
16. Juli 2012 Erw. 3.2 & 8C_685/2012 vom 18. Dezember 2012 Erw. 4.2.2).
4.5
Wenngleich vorliegend von seiten der Invalidenversicherung im Wesentlichen nur ein Me-
das-GA und noch keine verfügungsweise Invaliditätsbemessung in den Akten liegt, sei hin-
sichtlich des gegenseitigen Verhältnisses von Unfall- und Invalidenversicherung noch da-
rauf hingewiesen, dass die Bemessung der Invalidität durch die Invalidenversicherung die
Unfallversicherung nicht zu binden vermag (BGE 131 V 362 Erw. 2.2, bestätigt u.a. in den
Urteilen des Bundesgerichts 8C_892/2010 vom 10. Januar 2011 Erw. 4 und 8C_238/2014
vom 1. Juni 2015 Erw. 6.3.1) und umgekehrt (BGE 133 V 549 Erw. 6, bestätigt u.a. in den
Urteilen des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011 Erw. 3 und 9C_48/2015
vom 1. Juli 2015 Erw. 3.3.3). Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs in der Inva-
liden- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen
Gesundheitsschaden in beiden Bereichen allerdings prinzipiell denselben Invaliditätsgrad
zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Regelung oder Rechtspraxis in
den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden Invaliditätsbemessung führt
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_201/2011 vom 27. April 2011 Erw. 3.2.2).
5. 5.1
Vorliegend existieren hinsichtlich des Ablaufs des Unfalls, der sich drei Tage nach Antritt
der ersten unbefristeten Anstellung in der Schweiz ereignet hat, verschiedene Versionen.
Entgegen der vom Versicherten in der Einsprache geäusserten Auffassung unterscheiden
sich diese aber nicht wesentlich. So wurde bereits in der Schadenmeldung vom
14. Mai 2012 erwähnt, der Versicherte sei rückwärts eine Böschung hinuntergefallen und
habe mit dem Kopf auf einem Stein aufgeschlagen. Nach Auffassung des Beschwerdefüh-
rers ist demgegenüber der Unfallhergang gemäss Besprechung vom 31. Mai 2013 mass-
geblich, wonach er rücklings etwa 2.5 bis 3 m in eine ungesicherte Baugrube gefallen sei
und zuerst mit dem Becken oder dem unteren Rückenbereich aufgeschlagen habe, danach
mit der Schulterpartie und dem Kopf. Im Austrittsbericht des Spitals Heiden vom 8. Juni
2012 wiederum ist die Rede von einem Sturz in eine Baugrube mit direktem Aufprall auf
Rücken und Hinterkopf.
Unabhängig davon, welche dieser Ereignisschilderungen nun zutrifft, ist mit der Suva - ins-
besondere gestützt auf die ausführliche Beurteilung von Kreisarzt Dr. F_ vom 9. Ju-
ni 2015 - bereits ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den vom Beschwerdefüh-
rer auch nach Ende November 2014 weiterhin geklagten Beschwerden und dem Unfall zu
verneinen und davon auszugehen, dass die vorbestehenden HWS-Degenerationen durch
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das fragliche Ereignis nur aktiviert, nicht aber verursacht wurden. So entspricht es im Be-
reich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass ein Un-
fallereignis nur ausnahmsweise als Ursache von HWS-Veränderungen in Frage kommt,
nämlich dann, wenn es besonders schwer war und die Symptome unverzüglich aufgetreten
sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2012 vom 26. November 2012 Erw. 2.2), was vor-
liegend sowohl bezüglich der Unfallschwere als auch bezüglich der Symptome nicht der
Fall war. Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert,
nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmit-
telbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach
derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine selbst
bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwar-
tet werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_601/2011 vom 9. Januar 2012 Erw. 3.2.2). Vor
diesem Hintergrund ist der Abschluss des auf den Unfall vom 11. Mai 2012 zurückgehen-
den Falles auf Ende November 2014 durch die Suva nicht zu beanstanden.
Nur am Rande sei in diesem Zusammenhang noch erwähnt, dass sich der Versicherte ge-
mäss Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon nur teilweise interessiert an Informationen und
Anregungen über einen verbesserten Umgang mit Schmerzen und noch weniger Bereit-
schaft gezeigt habe, diese Hilfen im Rahmen von Copingstrategien im Alltag einzusetzen.
Daraus lässt sich schliessen, dass die von ihm geklagten Schmerzen nicht allzu stark sein
können. In die gleiche Richtung weist jedenfalls der Bericht von Neurologin Dr. G_ vom
28. November 2013, wonach der Patient im Gespräch kaum schmerzgeplagt gewirkt und
bei der Prüfung der passiven Beweglichkeit der HWS aktiv dagegen gehalten
habe. Auffallend war ferner, dass er in der Medas-Begutachtung den behaupteten Dauer-
schmerz im Nacken nicht zu charakterisieren vermochte und sich an den Namen des von
ihm nach eigenen Angaben 2-3x/Woche dagegen eingenommenen Schmerzmittels nicht zu
erinnern vermochte, was für eine Aggravation sprechen könnte (Urteil des Bundesgerichts
9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 Erw. 4.1).
5.2
Doch selbst bei Bejahung der natürlichen Kausalität wäre im Rahmen der diesfalls gebote-
nen Adäquanzprüfung nach der sog. Psychopraxis (BGE 115 V 133 Erw. 6) mit der Suva
höchstens von einem mittelschweren Unfall auszugehen. Damit die Adäquanz bejaht wer-
den könnte, müsste von den in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien mithin entweder
ein einzelnes in besonders ausgeprägter Form erfüllt sein oder hätten mehrere - mindes-
tens deren drei bei einem Unfall mittlerer Einstufung bzw. vier bei einem Unfall im Grenzbe-
reich zu den leichten Ereignissen - vorzuliegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_684/2012
vom 21. Dezember 2012 Erw. 4.2).
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Den Ausführungen der Suva betreffend Überprüfung der oben wiedergegebenen Kausali-
tätskriterien ist nichts hinzuzufügen. Vorliegend ist mithin keines der Kriterien erfüllt, wes-
halb die Adäquanz zu verneinen und die Beschwere abzuweisen ist.
6. 6.1
Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 1 UVG).
6.2
Es ist keine Parteientschädigung auszurichten, da der Beschwerdeführer unterliegt (Art. 61
lit. g ATSG i.V.m. Art. 1 UVG e contrario) und da die obsiegende Suva eine staatliche Ein-
richtung ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 61 N 200; vgl.
auch Art. 24 Abs. 3 lit. a in Verbindung mit Art. 59 des Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG]).