Decision ID: f539ca66-adcc-49f5-a191-3703b55d3bac
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._ wurde 1984 in der Schweiz geboren und ist Staatsangehöriger von Bosnien und
Herzegowina. Er ist in der Schweiz aufgewachsen und besitzt eine
Niederlassungsbewilligung. X._ hat keine Kinder und ist nicht verheiratet.
B.
X._ wurde in der Schweiz wie folgt verurteilt:
Mit Strafentscheid der Jugendanwaltschaft Unterrheintal - Oberrheintal -
Werdenberg - Sargans vom 30. Mai 2000 wegen Führens eines
nichtbetriebssicheren, abgeänderten Motorfahrrades, der Vornahme unerlaubter
Änderungen, des Nichttragens des Helmes, des Mitführens einer über sieben Jahre
alten Person auf dem Motorfahrrad und des unerlaubten Befahrens des Trottoirs zu
einer Busse von CHF 100 (Vorakten Migrationsamt [fortan: Vorakten], S. 10 f.).
–
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Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Altstätten vom 13. Dezember 2006
wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis zu einer Busse von
CHF 500 (Vorakten, S. 21 f.).
–
Mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten vom 31. Oktober 2007 wegen
Raufhandels, Diebstahls, Verletzung der Verkehrsregeln sowie des mehrfachen
Fahrens ohne Führerausweis zu einer bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von
30 Tagessätzen zu je CHF 50 mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse
von CHF 700 (Vorakten, S. 93 ff.).
–
Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Altstätten vom 17. März 2009
wegen mehrfacher Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und
die psychotropen Stoffe (SR 812.121, BetmG) zu einer Busse von CHF 300
(Vorakten, S. 110 f.).
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Mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten vom 9. Februar 2010 wegen
mehrfacher einfacher Körperverletzung und Angriffs zu einer bedingt
aufgeschobenen Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 60 Franken mit einer
Probezeit von zwei Jahren. Die mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes
Altstätten vom 31. Oktober 2007 aufgeschobene Geldstrafe wurde zum Vollzug
angeordnet (Vorakten, S. 207 f.).
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Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 28. Juni 2011 wegen
Raufhandels zu einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 30. Die
mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten vom 9. Februar 2010
aufgeschobene Geldstrafe wurde zum Vollzug angeordnet (Vorakten, S. 376 ff.).
–
Mit "decreto d'accusa" der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. Januar 2013
wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingt aufgeschobenen
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 80 mit einer Probezeit von drei Jahren und
einer Busse von CHF 500 (Vorakten, S. 425 ff.).
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Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 12. Februar 2013 wegen
einfacher Körperverletzung zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu
je CHF 80 (Vorakten, S. 428 ff.).
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Weiter wurde X._ mehrmals wegen Schwarzfahrens gebüsst (Vorakten, S. 51, S. 52,
S. 53, S. 92, S. 98, S. 115, S. 211, S. 212, S. 356, S. 357, S. 358, S. 681 f.).
X._ befindet sich seit 4. Juni 2019 in der Justizvollzugsanstalt B._ in C._ im Kanton
Graubünden. Das ordentliche Strafende fällt auf den 4. Dezember 2020. Die
Möglichkeit der bedingten Entlassung war ab 4. Juni 2020 gegeben. Mit Verfügung des
Amtes für Justizvollzug Graubünden vom 7. April 2020 wurde die bedingte Entlassung
von X._ aus dem Strafvollzug jedoch abgelehnt (act. 6.1, S. 1).
C.
Mit Datum vom 28. Juli 2011 (Vorakten, S. 389 ff.) und 25. März 2013 (Vorakten, S. 434
f.) wurde X._ vom Migrationsamt verwarnt. Er habe sowohl in strafrechtlicher sowie
auch in finanzieller Hinsicht zu Klagen Anlass gegeben, weshalb er mit der Androhung
des Widerrufs oder dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu rechnen habe,
wenn er sich künftig nicht in jeder Beziehung klaglos verhalten werde.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt mit Verfügung
vom 26. August 2019 (Vorakten, S. 938 ff.) die Niederlassungsbewilligung von X._ und
ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an. X._ habe die Schweiz auf den
Termin der Haftentlassung, wenn er sich in Freiheit befände spätestens 60 Tage nach
Rechtskraft der Verfügung, zu verlassen (Vorakten, S. 947). Dagegen rekurrierte X._
am 10. September 2019 (mit Rekursbegründung vom 24. Oktober 2019, act. 11/5) an
das Sicherheits- und Justizdepartement (act. 11/1). Mit Entscheid vom 20. Februar
2020 wies das Departement den Rekurs ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden
war (act. 2, Dispositivziffer 1).
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 11. Februar 2016 wegen
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis zu einer
unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 60. Die mit Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. Januar 2013 aufgeschobene Geldstrafe
wurde zum Vollzug angeordnet (Vorakten, S. 588 ff.).
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Mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 6. März 2018 (bestätigt mit
BGer 6B_465/2018 vom 13. Februar 2019, Vorakten, S. 893 ff.) wegen
Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten (Vorakten, S. 638 ff.).
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D.
X._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 21. Februar 2020 versandten Entscheid
des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen Rechtsvertreter mit
Eingabe vom 9. März 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge, eventualiter unter Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung, sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben und die Niederlassungsbewilligung nicht zu widerrufen, eventualiter sei ihm
eine Aufenthaltsbewilligung unter Auflagen zu erteilen.
Mit Zwischenverfügung vom 10. März 2020 gewährte der Abteilungspräsident des
Verwaltungsgerichts dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und
ernannte Rechtsanwalt lic. iur. Michael Manser zum unentgeltlichen Rechtsbeistand.
Mit Eingabe vom 27. April 2020 ergänzte der Beschwerdeführer seine Beschwerde. Mit

Vernehmlassung vom 4. Mai 2020 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
der mit seinen Begehren im Rekursverfahren unterlag, ist grundsätzlich zur Erhebung
der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
gegen den am 21. Februar 2020 versandten Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom
9. März 2020 unter Berücksichtigung des Fristenlaufs am Wochenende rechtzeitig
erhoben und erfüllt zusammen mit der Begründung vom 27. April 2020 formal und
inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1,
Art. 30 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP sowie Art. 142 Abs. 3 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
Soweit der Beschwerdeführer allerdings beantragt, die Niederlassungsbewilligung sei
nicht zu widerrufen, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Ein solcher Antrag ist
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nicht nötig. Als Folge des im ordentlichen Rechtsmittelverfahren geltenden
Devolutiveffekts hat der Rekursentscheid den ihm zugrundeliegenden erstinstanzlichen
Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zwar vorläufig ersetzt, und
dieser selbst kann nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens sein (vgl. z.B. BGE
125 II 29 E. 1c mit Hinweisen). Würde der Rekursentscheid jedoch antragsgemäss
aufgehoben, fiele damit auch der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers durch das Migrationsamt dahin. Bei Gutheissung der Beschwerde
würde mithin kein erneuter Entscheid über die Niederlassungsbewilligung notwendig.
2.
Die Niederlassungsbewilligung kann nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62
Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die
Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, SR 142.20, AIG) widerrufen werden,
wenn dessen Inhaber zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Dies
ist der Fall, wenn die Strafe die Dauer von einem Jahr überschreitet; dabei spielt keine
Rolle, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE
139 I 16 E. 2.1).
Die aufenthaltsbeendende Massnahme muss verhältnismässig sein. Dabei sind sowohl
im Rahmen von Art. 96 AIG als auch von Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen Konvention
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) folgende
Elemente zu berücksichtigen: (1) die Art und Schwere der begangenen Straftat und ob
sie als Jugendlicher oder Erwachsener verübt wurde; (2) die Aufenthaltsdauer des
Betroffenen im Land; (3) der seit der Tat vergangene Zeitraum; (4) das Verhalten des
Ausländers während diesem; (5) die sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum
Aufnahmestaat und zum Herkunftsland; (6) der Gesundheitszustand; (7) die mit der
aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung sowie (8)
allgemein die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile bei einer
Ausreise in den Heimat- oder in einen Drittstaat (BGer 2C_41/2019 vom 18. September
2019 E. 4.2). Keines dieser Elemente ist für sich allein ausschlaggebend; erforderlich ist
eine Würdigung der gesamten Umstände im Einzelfall (vgl. BGer 2C_846/2014 vom
16. Dezember 2014 E. 2.4 mit Hinweisen; 2C_786/2018 vom 27. Mai 2019 E. 3.3.3).
Gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. h des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (SR 311, StGB)
zählt die Vergewaltigung zu den strafbaren Verhaltensweisen, die heute zu einer
obligatorischen Landesverweisung führen. Vorbehalten bleibt die Anwendung der
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strafrechtlichen Härtefallklausel, bei deren Anwendung unter anderem der besonderen
Situation von Ausländern Rechnung zu tragen ist, die in der Schweiz geboren oder
aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). Diese Bestimmungen sind am 1. Oktober
2016 in Kraft getreten, weshalb sie nicht auf Taten anwendbar sind, die – wie hier – vor
diesem Datum begangen wurden. Doch trägt das Bundesgericht der damit durch den
Verfassungs- und Gesetzgeber zum Ausdruck gebrachten besonderen Verwerflichkeit
der in Art. 66a StGB genannten Delikte bei der Anwendung des geltenden
Ausländerrechts im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK insofern Rechnung, als es dadurch
zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht kommt (vgl. BGer 2C_41/2019 vom
18. September 2019 E. 5.2; M. Spescha, in: Spescha et al., Migrationsrecht
Kommentar, 5. Aufl. 2019, N 7 zu Art. 62 AIG).
Während die Niederlassungsbewilligung der ausländischen Person, die sich schon seit
langer Zeit in der Schweiz aufhält, nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen
werden soll, ist diese Massnahme bei wiederholter bzw. schwerer Delinquenz selbst
dann nicht ausgeschlossen, wenn die ausländische Person hier geboren ist und ihr
ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGer
2C_26/2017 vom 25. April 2017 E. 3.2).
3.
Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid fest, dass vorliegend der
Widerrufsgrund der "längerfristigen Freiheitsstrafe" erfüllt sei (Art. 63 Abs. 1 lit. a in
Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung
kam sie zum Schluss, dass das öffentliche Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen
privates Interesse, in der Schweiz bleiben zu können, überwiege. Durch die stetige und
mitunter schwere Delinquenz des Beschwerdeführers sei die öffentliche Ordnung und
Sicherheit gefährdet. Zudem komme der Beschwerdeführer seinen finanziellen
Verpflichtungen seit Jahren nicht nach. Er habe Schulden in beträchtlicher Höhe
angehäuft. Bei den privaten Interessen berücksichtigte sie, dass der Beschwerdeführer
in der Schweiz geboren sei und eine Ausbildung absolviert habe. Sie erachtete indes
eine Rückkehr nach Bosnien und Herzegowina als zumutbar, da eine berufliche und
soziale Eingliederung des Beschwerdeführers im Heimatland möglich erscheine (zum
Ganzen: act. 2, S. 7 ff.).
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Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er mit seiner Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von 18 Monaten den Widerrufsgrund der "längerfristigen Freiheitsstrafe"
gesetzt hat. Er stellt sich aber auf den Standpunkt, der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung sei im konkreten Fall nicht verhältnismässig. Es sei nicht
berücksichtigt worden, dass die allermeisten Delikte schon längere Zeit zurücklägen.
Seit der im Jahr 2016 begangenen Vergewaltigung habe er sich keine weiteren
Straftaten mehr zu Schulden kommen lassen. Zudem seien die privaten Interessen des
Beschwerdeführers nur ungenügend berücksichtigt worden. Der Beschwerdeführer
habe sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht. Er habe praktisch keine sozialen
und familiären Kontakte in Bosnien und Herzegowina, weshalb er dort kein neues
Beziehungsnetz aufbauen könne. Wenn er die Schweiz verlassen müsste, hätte das zur
Folge, dass er seine sozialen Kontakte in der Schweiz, insbesondere zu seinem
Zwillingsbruder und seiner Lebenspartnerin, abbrechen müsste. Eine berufliche und
soziale Eingliederung in sein Herkunftsland erscheine als äusserst schwierig. Die
Wegweisung aus der Schweiz hätte für den Beschwerdeführer untragbare
Konsequenzen und wäre ihm nicht zumutbar. Zusammenfassend könne festgehalten
werden, dass die privaten Interessen des Beschwerdeführers an der Aufrechterhaltung
der Niederlassungsbewilligung höher zu gewichten seien, als die öffentlichen
Interessen an der Wegweisung des Beschwerdeführers (zum Ganzen act. 8, S. 3 ff.).
4.
Es steht fest und wird auch nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer durch die
Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten (Vorakten, S. 669) einen
Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b
AIG gesetzt hat. Streitgegenstand bildet einzig noch die Frage, ob der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung im vorliegenden Fall verhältnismässig ist.
4.1.
Der Beschwerdeführer trat mit 15 Jahren zum ersten Mal strafrechtlich in Erscheinung.
Damals machte er sich der mehrfachen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes
(SR 741.01, SVG) schuldig (Vorakten, S. 10 f.). Danach folgten unzählige Bussen,
mehrheitlich wegen Schwarzfahrens, aber auch wegen mehrfacher Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes (Vorakten, S. 110 f.). Der Beschwerdeführer wurde sodann
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mehrfach wegen Delikten gegen Leib und Leben verurteilt (Raufhandel [Vorakten, S. 93
ff. und S. 376 ff.], mehrfache einfache Körperverletzung und Angriff [Vorakten, S. 207 f.]
und einfache Körperverletzung [S. 428 ff.]). Weiter kam es zu mehreren Verurteilungen
wegen Widerhandlungen gegen das SVG (Vorakten, S. 21 f., S. 93 ff., S. 428 ff., S. 588
ff.) und zu einer Verurteilung wegen Diebstahls (Vorakten, S. 93 ff.). Den
Widerrufsgrund der "längerfristigen Freiheitsstrafe" erfüllte er mit der Verurteilung vom
6. März 2018 wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten (Vorakten,
S. 669).
Das bei der Vergewaltigung verhängte Strafmass von 18 Monaten indiziert noch kein
gravierendes strafrechtliches Verschulden (vgl. BGer 2C_333/2015 vom 10. Februar
2016 E. 5.2). Auch die Wertung des Kantonsgerichts, wonach das Tatverschulden des
Beschwerdeführers im konkreten Fall als "eher leicht" anzusehen sei (Vorakten, S. 659
E. 6.2), geht in die gleiche Richtung. Jedoch ist im Rahmen der
Verhältnismässigkeitsprüfung nicht nur die verfahrensauslösende Verurteilung für sich
allein ausschlaggebend, erforderlich ist eine Würdigung der gesamten Umstände im
Einzelfall.
Der Beschwerdeführer hat über einen längeren Zeitraum wiederholt und teilweise
massiv gegen die Rechtsordnung verstossen. Insbesondere die Delikte gegen Leib und
Leben und die Vergewaltigung fallen da ins Gewicht. Der Beschwerdeführer hat sich
nicht nur als Jugendlicher immer wieder strafbar gemacht, vielmehr setzte er sein
deliktisches Verhalten als Erwachsener fort. Er liess sich weder durch frühere
strafrechtliche Verurteilungen, noch durch die Verbüssung einer Ersatzfreiheitsstrafe
von knapp vier Monaten (Vorakten, S. 584 f.), noch durch die zweimaligen
Verwarnungen des Migrationsamtes (Vorakten, S. 389 ff. und S. 434 f.) von weiteren
Straftaten abhalten. Die verfahrensauslösende Straftat der Vergewaltigung beging er
schliesslich im Alter von 31 Jahren.
Bei der Durchsicht der Strafakten fällt vor allem das Aussageverhalten des
Beschwerdeführers negativ auf. Beispielsweise machte er im Zuge einer
Strafuntersuchung wiederholt geltend, er sei im Besitz eines Führerausweises der
Kategorie B. Obwohl sich diese Behauptung als falsch erwies, vertrat er sie mit einer
solchen Vehemenz, dass die Polizei weitere Abklärungen tätigte und gar einen Fehler
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beim Strassenverkehrsamt in Betracht zog (Vorakten, S. 449 ff.). Schliesslich wurde der
Beschwerdeführer wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne
Führerausweis schuldig gesprochen (Vorakten, S. 588 ff.). Der Beschwerdeführer gibt
oft nur das zu, was er muss und wozu handfeste Beweise vorliegen. So bestritt er im
Strafverfahren wegen Vergewaltigung zunächst jeglichen Kontakt zwischen ihm und
dem Opfer. Später gab er an, es sei doch zu Oralsex gekommen; er habe jedoch
keinen Samenerguss gehabt. Nachdem ihm vorgehalten wurde, auf den Kleidern des
Opfers sei Sperma festgestellt worden, änderte er seine Aussage dahingehend, dass
beim Oralsex doch "etwas Samen" herausgekommen sei (Vorakten, S. 656; vgl. auch
Vorakten, S. 77 ff., wo er die Entwendung eines Motorfahrzeugs mehrfach bestritten
und erst zugegeben hat, nachdem mittels einer DNA-Auswertung sein Spurenmaterial
im Innern des Motorfahrzeugs gesichert werden konnte). Der Beschwerdeführer hat
ständig Ausreden parat (vgl. bspw. Vorakten, S. 60, S. 138, S. 277, S. 409) und rückt
die Opfer in ein schlechtes Licht (vgl. bspw. Vorakten, S. 140, S. 562, S. 789). Bei den
Gewaltdelikten zeigt sich, dass der Beschwerdeführer ein erhebliches
Aggressionspotential hat (vgl. bspw. Vorakten, S. 377, S. 428). Ein nichtiger Anlass
reicht aus und der Beschwerdeführer schlägt zu. So verpasste der Beschwerdeführer
einem Taxifahrer mehrere Fausthiebe, weil sie sich nicht auf einen Fahrpreis einigen
konnten (Vorakten, S. 428, vgl. auch S. 207, wo der Beschwerdeführer den Wirt eines
Restaurants schlug, nachdem sich dieser weigerte, ihm ein Getränk auszuschenken).
Interessant sind diese Schilderungen auch vor dem Hintergrund, dass sich der
Beschwerdeführer im Allgemeinen als "ganz friedlich" bezeichnet und verneint, dass er
schnell aufbrausend werde (Vorakten, S. 562, Frage 22). Reue oder Einsicht zeigt der
Beschwerdeführer kaum. So hielt das Kantonsgericht in seinem Urteil betreffend
Vergewaltigung fest, dass beim Beschwerdeführer eine qualifizierte Uneinsichtigkeit
vorliege. So versuche er nicht nur, die Tat zu bestreiten und sich als Opfer hinzustellen,
sondern er habe gegen die Privatklägerin wider sein besseres Wissen den Vorwurf
erhoben, sie habe ihn bestohlen (Vorakten, S. 660 E. 6.3).
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass, mit Ausnahme der Vergewaltigung, die
ihm zur Last gelegten Gewaltdelikte schon mehr als sieben Jahre zurücklägen. Er habe
sich seit der Vergewaltigung keine weiteren Straftaten mehr zu Schulden kommen
lassen. Dieses Verhalten nach der Tat und die Frage, wie weit der Tatzeitpunkt
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zurückliege, habe die
Vorinstanz nicht genügend berücksichtigt (act. 8, S. 3 f.). Diese Ausführungen sind zu
relativieren: Zum einen mutet es seltsam an, wenn betont wird, dass der
Beschwerdeführer schon eine längere Zeit kein Gewaltdelikt mehr begangen habe,
dabei aber gerade die verfahrensauslösende Straftat, die Vergewaltigung,
ausklammert. Gemäss Feststellung des Kantonsgerichts wendete der
Beschwerdeführer auch da Gewalt an, wenn auch nicht mehr als nötig (Vorakten,
S. 659). Abgesehen von der Vergewaltigung hat der Beschwerdeführer in den
vergangenen sieben Jahren zwar keine Gewaltdelikte begangen, er verhielt sich aber
keineswegs straffrei. So wurde er mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten
vom 11. Februar 2016 wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne
Führerausweis zu einer unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 60
verurteilt (Vorakten, S. 588 ff.). Auch im Strafvollzug gibt das Verhalten des
Beschwerdeführers zu Klagen Anlass. Gemäss Verfügung des Amtes für Justizvollzug
Graubünden vom 7. April 2020 betreffend bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug
zeigt der Beschwerdeführer nach wie vor eine ungenügende Problemeinsicht und
Veränderungsbereitschaft. Bis heute habe keine vertiefte Auseinandersetzung mit dem
Delikt und dessen Ursachen stattfinden können. Selbst im hochstrukturierten
Vollzugsalltag sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, sich über einen längeren
Zeitraum an die Regeln zu halten. Er habe während des gesamten Strafvollzugs
mehrmals, unter anderem wegen fremdaggressivem Verhalten, diszipliniert werden
müssen. Es sei weiterhin von einem deutlichen Rückfallrisiko auszugehen und es sei
nicht auszuschliessen, dass hochwertige Rechtsgüter wie Leib und Leben sowie
sexuelle Integrität betroffen wären (act. 6.1, S. 5). Diese Ausführungen zeigen, dass
höchst zweifelhaft ist, ob sich der Beschwerdeführer in Freiheit an die Rechtsordnung
halten wird. Seine Verhaltensmuster scheinen immer noch dieselben zu sein. Wenn der
Beschwerdeführer geltend macht, dass bei ihm (höchstens) von einem kleinen
Restrisiko ausgegangen werden könne (act. 8, S. 5), so kann dem nicht zugestimmt
werden und es ist festzuhalten, dass auch ein geringes Rückfallrisiko nicht in Kauf
genommen werden muss (BGE 139 I 31 E. 2.3.2).
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Beschwerdeführer auch nach der
Vergewaltigung delinquiert hat, wenngleich es sich dabei um ein Bagatelldelikt
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handelte. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft St. Gallen vom 4. Dezember 2018
wurde er wegen Schwarzfahrens schuldig gesprochen (Vorakten, S. 681 f.).
Das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers wird noch
verstärkt durch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer hoch verschuldet ist. Per
15. August 2019 wies er offene Verlustscheine im Betrag von CHF 144'412.35 auf
(Vorakten, S. 933 ff.).
Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, ist das migrationsrechtliche Verschulden des
Beschwerdeführers als schwer einzustufen. Es besteht entsprechend ein erhebliches
und gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend gewichtige private Interessen
aufgewogen werden könnte.
4.2.
Der Beschwerdeführer wurde in der Schweiz geboren und hat sein ganzes Leben hier
verbracht. Er hat eine Lehre als Polymechaniker abgeschlossen, eine Weiterbildung
zum Werkstattleiter gemacht und spricht fliessend Deutsch. Angesichts der langen
Aufenthaltsdauer und der damit verbundenen Verwurzelung in die hiesigen Verhältnisse
verfügt der Beschwerdeführer durchaus über ein gewichtiges privates Interesse an
seinem weiteren Verbleib in der Schweiz.
Der Beschwerdeführer gab im Rahmen der zahlreichen Strafuntersuchungen jeweils
Auskunft zu seiner beruflichen Situation. Gemäss diesen Aussagen war er zeitweise
erwerbstätig, jedoch ging er oft auch keiner Arbeit nach (Vorakten, S. 25 [13.03.2007],
S. 86 [13.07.2007], S. 145 [27.09.2009], S. 560 [5.12.2014], S. 664 [06.03.2018], S. 923
[18.06.2019]). Obwohl der Beschwerdeführer im 37. Lebensjahr steht, scheint es ihm
nicht gelungen zu sein, beruflich richtig Fuss zu fassen und sich dauerhaft in die
Berufswelt zu integrieren.
In wirtschaftlicher Hinsicht sprechen die offenen Verlustscheine im Betrag von
CHF 144'412.35 (Stand: 15. August 2019, Vorakten, S. 932 ff.) zu Ungunsten des
Beschwerdeführers. Festzuhalten ist hier, dass sich die Schulden im Verlaufe der Zeit
erhöht und nicht vermindert haben (Vorakten, S. 384 ff., S. 436 f., S. 932 ff.).
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Der Beschwerdeführer gab im Rahmen der Strafuntersuchungen immer wieder an,
dass er Drogen konsumiere oder konsumiert habe. Dabei handelte es sich vor allem
um Cannabis, wobei auch von Kokain die Rede ist (Vorakten, S. 539). Obwohl er in
diesem Zusammenhang immer wieder beteuerte, dass er nun mit den Drogen
abgeschlossen habe (Vorakten, S. 410, S. 540, S. 566) scheint er bis heute nicht davon
weggekommen zu sein. So musste er mit Entscheiden der Justizvollzugsanstalt B._
vom 9. Juli 2019, 10. Oktober 2019 sowie 10. Dezember 2019 wegen Drogenkonsums
diszipliniert werden (act. 6.1, S. 3). Der Drogenkonsum des Beschwerdeführers wirkt
sich ebenfalls zu seinen Ungunsten aus.
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine sozialen Kontakte in der Schweiz,
insbesondere zu seiner Lebenspartnerin und seinem Zwillingsbruder, verlieren würde,
wenn er die Schweiz verlassen müsste (act. 8, S. 5 f.). In Bezug auf seine
Lebenspartnerin ist festzuhalten, dass diese Beziehung durch nichts belegt oder
dokumentiert wurde. Der Beschwerdeführer beschränkt sich auf den Hinweis, dass er
eine Lebenspartnerin habe (act. 8, S. 5 f.). Jegliche Angaben zur Person und zur Länge
und Qualität der Beziehung fehlen. Auch in Bezug auf die Qualität der Beziehung zu
seinem Zwillingsbruder geht aus den Akten nichts hervor. Es ist nicht ersichtlich, ob es
sich dabei um eine nahe und tatsächlich gelebte Beziehung handelt oder nicht. Diese
Tatsachen sowie der Umstand, dass ihn auch sein bestehendes Umfeld nicht davon
abzuhalten vermochte, die hiesige Rechtsordnung wiederholt und schwer zu
beeinträchtigen (vgl. BGer 2C_368/2015 vom 15. September 2015 E. 3.2.3), sprechen
nicht für gefestigte familiäre Bindungen in der Schweiz. Der Beschwerdeführer hat
keine Kinder und ist nicht verheiratet. Andere Bindungen im ausserfamiliären Bereich
macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Es ist dem Beschwerdeführer zuzumuten,
die Beziehung zu seiner Lebenspartnerin und seinem Zwillingsbruder besuchsweise
oder über die modernen Kommunikationsmittel zu leben.
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Eingliederung in Bosnien und Herzegowina
nicht einfach sein wird, allerdings macht dies die Rückkehr dorthin nicht automatisch
unzumutbar. Der Beschwerdeführer ist noch jung und scheint bei guter Gesundheit zu
sein (vgl. auch Vorakten, S. 564). In beruflicher Hinsicht kommt ihm die
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abgeschlossene Schulbildung in der Schweiz und seine hier erworbenen beruflichen
und sprachlichen Kenntnisse zu gute. Es ist davon auszugehen, dass er das
Heimatland kennt und der Sprache dort mächtig ist (Vorakten, S. 945). Der
Beschwerdeführer bringt jedenfalls nichts Gegenteiliges vor (act. 11/5). Ausserdem
leben seine Eltern dort (Vorakten, S. 905). Diese können dem Beschwerdeführer beim
Aufbau eines Netzwerkes in Bosnien und Herzegowina behilflich sein. Ihm sollte ein
nicht allzu beschwerliches Einleben in der Heimat möglich sein. Damit ist es ihm
zumutbar, nach Bosnien und Herzegowina zurückzukehren.
4.3.
Zusammenfassend erweisen sich die privaten Interessen des Beschwerdeführers am
Verbleib in der Schweiz angesichts seiner langen Anwesenheit insgesamt zwar als nicht
unbedeutend. Angesichts des schweren Verschuldens und der nicht
auszuschliessenden Rückfallgefahr vermögen seine oben ausgeführten privaten
Interessen aber das gewichtige öffentliche Interesse an einem Widerruf der
Niederlassungsbewilligung und seiner Fernhaltung aus der Schweiz bei weitem nicht zu
überwiegen. Dementsprechend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
abzuweisen.
Auch die vom Beschwerdeführer eventualiter beantragte Aufenthaltsbewilligung unter
Auflagen gemäss Art. 63 Abs. 2 AIG kann vorliegend nicht erteilt werden. Zum einen
bezieht sich der Widerrufsgrund der "längerfristigen Haftstrafe" im Sinne von Art. 62
Abs. 1 lit. b AIG allgemein auf Bewilligungen, also auch auf die Aufenthaltsbewilligung.
Zum anderen setzt auch der Widerruf beziehungsweise die Verweigerung der
Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung eine Interessenabwägung gestützt auf
Art. 96 Abs. 1 AIG voraus.
5.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Der Betrag geht zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten
des Staates. Auf die Erhebung wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
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Der Staat hat den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers für die ausseramtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu entschädigen (vgl. Zwischenverfügung vom
10. März 2020, act. 5 und Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Ingress und
Abs. 1 lit. a ZPO). Der Rechtsbeistand hat keine Kostennote eingereicht. Die
Pauschalentschädigung ist nach Ermessen festzusetzen (Art. 30 lit. b Ingress und Ziff.
2 und Art. 31 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG; Art. 6 und 19 der
Honorarordnung, sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von CHF 2'000 für das
Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Der Staat hat
somit den Rechtsbeistand mit 80% (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG) von CHF 2'000 zuzüglich
CHF 80 Barauslagen (vier Prozent von CHF 2‘000) zu entschädigen. Mangels Antrag ist
keine Mehrwertsteuer zu entschädigen (Art. 29 HonO).