Decision ID: 5b713059-8196-4500-b7c5-c6aa4c356f78
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 30. September 2013 (Prozess Nr. UV.2012.00217
; Urk. 2
)
wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde von
X._
ab, soweit darauf eingetreten wurde.
Damit wurde der
Einspracheentscheid
der Suva vom 2
0.
September 2012, mit welchem die Versicherungsleistungen per 20. April
2012
eingestellt worden waren, bestätigt (vgl. E. 5). Das Gericht erwog, dass kein rele
vanter Gesundheitsschaden auszumachen sei, der in natürlich und adäquat kau
saler Weise auf die Unfälle vom 4. Oktober 2009 und 22. Mai 2011 zurückzufüh
ren sei (E. 4.2
a.E
.).
Das genannte Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
2.
Mit Eingabe vom 27. September 2018 (Urk. 1) wandte sich
X._
an das Sozialversicherungsgericht und beantragte, es sei das Urteil vom 30. Sep
tember 2013 in Revision zu ziehen, und es sei die Suva zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen (Invalidenrente und Integritätsentschädigung) auszurich
ten (prozessuale Revision).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegen rechtskräftige Entscheide des Gerichts kann gemäss § 29 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) von den am Verfahren Beteiligten Re
vision verlangt werden:
-
wenn sie neue erhebliche Tatsachen erfahren oder Beweismittel auffin
den, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnten (
lit
. a),
-
wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen (
lit
. b),
-
wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte oder das Minis
terkomitee des Europarates eine Individualbeschwerde wegen Verlet
zung der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und deren Protokolle gut
heisst und eine Wiedergutmachung nur durch eine Revision möglich ist (
lit
. c).
1.2
Das Revisionsgesuch ist innert 90 Tagen, von der Entdeckung des Revisionsgrun
des
an
gerechnet
, beim Gericht schriftlich einzureichen (§ 30 Abs. 1
GSVGer
).
Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids ist ein Revi
sionsgesuch nur noch aus den i
n § 29
lit
.
b und c genannten Gründen zulässig
(§ 30 Abs. 2
GSVGer
).
1.3
Das Revisionsgesuch muss die Revisionsgründe angeben sowie die für den Fall einer neuen Anordnung in der Sache gestellten Anträge enthalten, und es ist nachzu
weisen, dass die Frist gemäss §
30 eingehalten wurde
(§ 31 Abs. 1
GSVGer
)
.
2.
Der Gesuchsteller begründet sein Revisionsgesuch im Wesentlichen damit, dass er zu 100 % invalide sei. Es sei eine Schädigung seiner körperlichen Integrität gegeben. Sinngemäss macht der Gesuchsteller wohl auch geltend, dass sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert habe. Seinerzeit habe er die «Verfü
gung» [gemeint ist wohl: das Urteil vom 30. September 2013] aus «persönlichen Gründen» nicht angefochten (vgl. Urk. 1).
3.
3.1
Ob
vorliegend
die
neunzigtägige
Frist von § 30 Abs. 1
GSVGer
eingehalten wurde, ist fraglich, kann aber - wie nachfolgen
d
zu zeigen ist - offenbleiben. Auf die Ansetzung einer Nachfrist im Sinne von § 18 Abs. 3
GSVGer
kann verzichtet werden.
3.2
Dem
Revisionsgesuch vom 27. September 2018 (Urk. 1)
kann kein Revisions
grund im Sinne von § 29
GSVGer
entnommen werden. Weder macht der Gesuch
steller das Vorhandensein eines derartigen Grundes geltend noch ist ein solcher irgendwie ersichtlich. Es fehlt
mit anderen Worten
an jeglichen Indizien, die auf das Vorhandensein eines Revisionsgrundes hindeuten.
Im Einzelnen ist festzuhalten, dass insbesondere keine Anzeichen für das Vorlie
gen von unechten
Noven
(§ 29
lit
. a
GSVGer
) vorliegen. Eine allfällige Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes würde ein echtes Novum darstellen, dass nicht als Revisionsgrund von § 29
lit
. a
GSVGer
in Betracht kommt (vgl. Sabine Spross, in
: Christian Zünd/Brigitte Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Gesetz über das Sozialversicherungsgericht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 6 zu § 29
GSVGer
mit Hinweisen).
Der Gesuchsteller machte namentlich nicht geltend, er habe neu erfahren, dass sich sein Gesundheitszustand beim Entscheid anders dar
gestellt
habe, als vom Gericht angenommen.
Die Revisionsgründe von § 29
lit
. b und c
GSVGer
(Einwirkung durch deliktische Handlungen beziehungsweise Revi
sion nach Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte oder des Ministerkomitees des Europarates) sind auch nicht gegeben.
3.3
Das Revisionsgesuch erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb es ohne Weiterungen (vgl. § 19 Abs. 2
GSVGer
) abzuweisen ist.
Falls der Gesuchsteller der Ansicht sein sollte, dass
etwaige
bei ih
m neu aufge
tretene
Gesundheitsbeeinträchtigung
en
auf früher erlittene (versicherte) Unfaller
eignisse zurückzuführen sein sollten (Spätfolgen oder dergleichen), steht es ihm frei, dies der zuständigen Unfallversicherung (wohl der Suva) zu melden.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Das Revisionsgesuch
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Suva
unter Beilage einer Kopie von Urk. 1
-
Bundesamt für Gesundheit
4.