Decision ID: 7113502a-51ef-4d04-a7f4-c6934999646c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, arbeitete
ab
Mai 2008 als Sachbearbeiter für das
Z._
. Die obligatorische Unfallversi
cherung führte die Suva. Mit Bag
atellunfall-Meldung vom
9.
Mai 2016
teilte
die Arbeitgeberin
der Suva mit,
der Versicherte
sei am 2
0.
Februar 2016 in
A._
auf einer Schneemade ausglitten und habe sich am rechten Knie verletzt (Urk. 10/1).
Nach
dem die Suva
Berichte
der
B._
Klinik, des Medizinisch Radiologischen Instituts und
der Hausärztin eingeholt (Urk. 10/2,
Urk.
10/7 f.,
Urk.
10/10),
mit dem Versicherten
ein persönliches Gespräch geführt (
Urk.
10/11) und eine Stel
lungnahme des
Kreisarztes med.
pract
.
C._
, Facharzt FMH für Chirur
gie, eingeholt hatte (Urk. 10/12)
,
teilte
sie dem Versicherte
n
mit Schreiben vom 2
3.
August 2016
formlos mit, sie werde im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2
0.
Februar 2016 keine Leistungen erbringen
(Urk. 10/13).
Dag
egen liess der Ver
sicherte durch seinen behandelnden Arzt PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für O
rthopädische Chirurgie
,
und
durch
seine Rechtsvertretung, die
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
(nachfolgende:
Protekta
)
,
zunächst telefonisch und hernach
schriftlich Einwände erheben (Urk. 10/14,
Urk.
10/19). Die Suva holte in der Folge eine
weitere
Stellungnahme des
Kreisarzt
es
med.
pract
.
C._
ein (Urk. 10/21). Mit Verfügung vom 1
6.
November 2016 verneinte sie eine Leis
tungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2
0.
Februar 2016 (Urk. 10/22). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte
durch die
Protekta
am 1
9.
Dezember 2016
Einsprache erheben (Urk.
10/24
). Diese wies die Suva
nach
erneuter
Einholung einer kreisärztlichen Stellungnahme (Urk. 10/28)
mit
Ein
spracheentscheid
vom
2
3.
Oktober 2017 ab (Urk. 2 =
Urk.
10/29).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Oktober 2017 liess der Versicherte
, weiterhin vertreten durch die
Protekta
,
am 2
4.
November 2017 Beschwerde erhe
ben und das Rechtsbegehren stellen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei die Suva zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei eine versicherungsexterne Begutachtung durchzuführen (Urk. 1).
In der Beschwerdeantwort vom 2
0.
Februar 2018 beantragte die Suva die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 8). Vor der Vernehmlassung hatte die Suva die ortho
pädisch-chirurgische Beurteilung von PD
Dr.
med.
E._
, Facharzt
FMH
für Orthopädische Chirurgie
, und Dr.
med.
F._
, Facharzt für Ortho
pädie und Unfallchirurgie, vom 1
9.
Februar 2018 eingeholt (Urk. 9).
Der Ver
sich
erte hielt in der Replik vom 9.
April 2018 unter Hinweis auf die Stellung
nahme von
Dr.
D._
vom
4.
April 2018 (Urk. 14) an
seinen
Ausführungen fest (Urk. 13). In der Duplik vom
2.
Mai 2018 hielt auch die Suva an ihren Stand
punkten fest (Urk. 17) und
legte eine neuerliche Stellungnahme
von Dr.
F._
vom 2
7.
April 2018 vor (Urk. 18
). Dazu
äusserte sich
der Ver
sicherte am 2
8.
Mai 2018 (Urk. 21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Ausführungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
0.
Februar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügen
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E.
3d/
bb
; Maurer, Sozialversicherungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438
Ziff.
7a). Im Sozial
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach
verhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133 E. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Unter
suchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin kam im
Einspracheentscheid
zusammengefasst zum Schluss, aufgrund der
kreisärztlichen Darlegungen
sei davon auszugehen, dass es sich beim diagnostizierten
retropatellären
Knorpelschaden um eine sogenannte
Retropat
ellararthrose handle und nicht u
m die Folge eines traumatischen
Ereig
nisses. Es
habe weder
eine Schwellung
noch
eine Schürfung festgestellt werden können. Ein Anpralltrauma habe damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht stattgefunden. Bei einem Knorpelschaden als Folge eines Traumas sei mit einer massiven Schwellung durch die Blutung zu rechnen. Anzeichen für einen
retropatellären
Knorpelschaden oder eine
Patellafraktur
seien nicht fes
tstellbar gewesen, ebenso wenig sei es zu einer
Patellaluxation
gekommen. Die überwie
gende Wahrscheinlichkeit spreche
für
das Vorliegen einer Retropatellararthrose, die Folge der sportlichen Betätigung des Versicherten sei.
Beim Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 habe sich der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine Kniegelenksdistorsion zugezogen, die zu einer vorübergehen
den Verschlimmerun
g des Vorzustandes geführt habe
. Spätestens 12 Wochen nach dem Vorfall seien die Folgen der Distorsion aber wieder abgeheilt gewesen. Die abweichende Beurteilung von
Dr.
D._
sei nicht überzeugend.
Dem Argu
ment, bei einem jungen Mann sei eine
arthrotische
Veränderung nahezu auszu
schliessen, stehe entgegen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Vorfalles bereits 41 Jahre alt gewesen sein. Auch das Argument der Beschwerdefreiheit vor dem Ereignis sei nicht schlüssig. Damit lasse sich eine Unfallursache nicht nach
weisen. Im Übrigen erachte es
Dr.
D._
lediglich als möglich, dass der Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 zu einer Knieschädigung geführt habe. Die Möglichkeit allein sei jedoch kein
rechtsgenüglicher
Nachweis. Soweit von anderen Ärzten von Unfallfolgen ausgegangen worden sei, insbesondere von Prof.
Dr.
med.
G._
, Oberarzt Orthopädie der
B._
Klinik (vgl. Urk.
10/2), sei zu beachten, dass die Kausalität nur behauptet, aber nicht nachvollziehbar
begrün
det worden sei (Urk. 2 S. 12 ff.).
Diesen Standpunkt hatte
die Beschwerdegegnerin
bereits in der Verfügung vom 1
6.
November 2016 vertreten (Urk. 1
0/22). In gleichem Sinne äusserte sie sich ausserdem in der Beschwerdeantwort und in der Replik (Urk. 8,
Urk.
17).
2.2
Der Besch
werdeführer macht geltend,
gemäss
Dr.
D._
seien die Argument
e
des Kreisarztes, mit denen er den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Knie
schaden und dem Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 verneint habe, unzutreffend. Gemäss
Dr.
D._
handle es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Subluxation oder ein direktes Kontusionstrauma. Eine Dysplasie könne als Ursache ebenso verneint werden wie ein übermässiger Verschleiss durch belas
tende Sportarten. Normales Joggen stelle keine das Knie belastende Sportart dar. Eine
arthrotische
Veränderung trete gemäss
Dr.
D._
diffus im Gelenk auf und nicht als fokaler Knorpelschaden.
Gestützt auf diese überzeugenden Darlegungen sei
Dr.
D._
zum Schluss gelangt, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei eine Subluxation Ursache des
retropatellären
Knorpelschadens mit im Übrigen
unauffälligem Befund des Restknorpels der Patella. Eine chronisch
e
Subluxation sei hingegen zu verneinen. Die fehlende
Trochleadysplasie
respektive das
feh
lende
vorgängige
femoropatelläre
Schmerzsyndrom spreche dagegen. Di
e Argu
mente des Kreisarztes sei
en gemäss
Dr.
D._
weder aus biomechanischer noch aus klinischer Sicht zutreffend (Urk. 1 S. 4 ff.).
In der Replik hielt der Beschwerdeführer
f
est,
Dr.
D._
habe in einer erneuten Stellungnahme festgehalten,
dass der
osteochondrale
Defekt an der medialen
Patellafacette
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sei (Urk. 13).
I
n der Stellungnahme vom
2
8.
Mai 2018
ergänzte
der Beschwerdeführer, angesichts der konträren Standpunkte der Ärzte sei unter Umständen die Einholung eines unabhängigen Gutachtens angezeigt (Urk. 21).
3.
Aufgrund der bildgebenden Abklärungen steht fest
, dass
die rechte Kniescheibe des
Beschwerdeführer
s
ein
en
Knorpelschaden
aufweist
.
Kontrovers beurteilen die Parteien
unter Bezugnahme auf die verschiedenen ärztlichen
Darlegungen
die
Ursache
der Knieschädigung
. U
nstrittig
ist hierbei
, dass der Beschwerdeführer vor dem Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 nicht unter
Kniebeschwerden gelitten hatte. Der
Umstand der Beschwerdefreiheit vor einem Unfallereignis
eignet sich aller
dings
nicht zum Nachweis der Unfallkausalität (
post
hoc ergo
propter
hoc
;
vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1
).
Dem diesbezüglichen
Argument
von
Dr.
D._
in der Stellung
nahme vom 3.
Oktober 2016 (Urk. 10/19
/2
) kommt demnach keine massgebliche Bedeutung zu.
Somit ist
ausgehend vom Unfallgeschehen
auf
die
Darlegungen
in den
verschiedenen
ärztlichen Stellungnahmen näher einzugehen.
4.
4.1
In der Unfallmeldung war angegeben worden, der Beschwerdeführer sei auf einer Schneemade ausgeglitten und habe aufgrund der Bewegung einen Schlag im rechten Knie gespürt (Urk. 10/1). Anlässlich der Besprechung mit dem Aussen
dienstmitarbeiter der
Suva
vom 11.
August 2016 gab der Beschwerdeführer an,
aufgrund des Schnees auf dem Gehsteig habe er die Gehsteigkante nicht erkennen können. Er sei mit dem rechen Fuss darüber hinweg abgerutscht. Anschliessend sei der Fuss noch weiter nach rechts weggerutscht und in der Schneemade blockiert gewesen. Deswegen habe sich die Drehbewegung des Körpers, die
bei
nahe zum Sturz geführt habe,
ins rechte Knie ausgewirkt. Im Moment der Ein
wärtsdrehung des rechen Knies
habe er einen sehr starken Schmerz im Kniegelenk
verspürt. Ein Reiss- oder Knackgeräusch habe er n
icht in E
rinnerung. Angeschla
gen habe
er
das rechte Knie nicht und dem rechten Fuss sei nichts geschehen (Urk.
10/11/1
).
4.2
Es besteht kein Anlass
,
an dieser Schilderung des Ereignishergangs zu zweifeln.
Die
Ausführungen
anlässlich der Besprechung mit dem
Aussendienstmitarbeiter
stellen
eine Präzisierung der
Angaben
in der Unfallmeldung dar. Widersprüche ergeben sich keine und die ergänzenden Angaben erfolgten
,
bevor die Beschwer
degegnerin dem Versicherten mit Schreiben vom 2
3.
August 2016
mitteilte
, sie werde keine Versicherungsleistungen erbringen (vgl.
Urk.
10/13).
5.
5.1
Von
der erwähnten
Ereignisschilderung ging m
ed.
pract
.
C._
in
s
einer ersten Beurteilung vom 1
7.
August 2016 (Urk. 10/12)
aus. Ferner nahm er
Bezug auf den
von PD
Dr.
med.
H._
vom Medizinisch Radiologischen Institut erhobenen
bildgebend
en
Befund
(MRI)
.
Im Untersuchungsb
ericht vom
2.
Juni 2016
hatte
Dr.
H._
fest
gehalten
,
an der Patella rechts bestehe ein 7 mm durch
messender Knorpelschaden mit
retropatellär
grosser
subchondraler
Zyste und Knochenödemen. Konsekutiv zeige sich ein leichter Erguss und eine grosse Baker-Zyste.
Der
femorotibiale
Knorpel
sei medial
leicht oberflächenunregelmässig
ohne
subchondrale
Ödeme
(Urk. 10/10).
Med.
pract
.
C._
kam zum Schluss
,
beim Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 sei
es zu einer Rotationsbewegung ohne direktes
Anpralltrauma, ohne
Patellaluxation
und ohne
Patellafraktur
gekommen
.
D
ieser Vorgang
sei
nicht geeignet, den
dokumentierten
retropatellären
Schaden zu verursachen
, weswegen
er
ein
en
Zusammenhang der Knieschädigung mit dem Vorfall verneinte
(Urk. 10/12).
Bei diesem Standpunkt blieb
er in seinen weiteren Stellungnahmen. Auch
die im weiteren Verfahrensverlauf von der Beschwerdeg
egnerin zu Rate gezogenen
Dres
.
F._
und
E._
vertraten diese Auffassung
(Urk. 9,
Urk.
10/21, Urk.
10/28,
Urk.
18).
Eine
Fraktur
der Patella oder eine
Totalluxation schloss
auch
Dr.
D._
aus
(
Urk.
10/24/7
,
Urk.
10/30
/1
). Da der Beschwerdeführer keinen Anprallvorgang schilderte
,
ist diese Beurteilung nachvollziehbar.
Auf die
diesbe
züglichen
detaillierten
Darlegungen von me
d.
pract
.
C._
(Urk. 10/21/
4 ff.
) ist daher nicht näher einzugehen
, sondern es ist darauf zu verweisen
.
Dr.
D._
ging
allerdings
unter Hi
nweis auf die Beurteilung von Prof
.
G._
von der
B._
Klinik
(vgl.
Urk.
10/2)
von einem posttraumatischen Knorpel
schaden aus. Insbesondere erwähnte er eine Subluxation als Ursache (Urk.
10/19
/2
, Urk.
10/24
/3
,
Urk.
10/24/7
,
Urk.
10/30
/1
,
Urk.
14 S. 1
f.
)
. Med.
pract
.
C._
hingegen
zog
eine Dysplasie der Patella als Ursache für den Knor
peldefekt
in Betracht
(Urk.
10/21/
7
).
Dies wie
derum
stufte
Dr.
D._
als unwahr
scheinlich ein
(Urk.
10/19/2,
Urk.
10/
24/8
).
5.2
Im Behandlungseintrag vom
8.
Juni 2016 hielt
Dr.
D._
fest, der mittels
MRI
-Untersuchung festgestellte
osteochondrale
Defekt sei wahrscheinlich posttrauma
tisch (Urk. 10/9). Von einem traumatisch bedingten Knorpelschaden war auch Prof.
G._
in seinem Bericht vom
5.
Juli 2016 ausgegangen, ohne dies aber nä
her zu begründen (Urk. 10/2/1 f.
).
In der Stellungnahme vom 3.
Oktober 2016 führte
Dr.
D._
aus, es habe möglicherweise eine Subluxation der
Patella statt
gefunden, wodurch auch der Knorpelschaden entstanden sein könnte (Urk. 10/19
/2
). Am 1
6.
Dezember 2016
sodann hielt
Dr.
D._
fest, ein
retropa
tellärer
Knorpelschaden könne nicht nur durch ein direktes Trauma oder nach einer
Patellaluxation
auftreten. Es könne vielmehr auch eine Subluxation genü
gen. In
einem solchen
Fall könne es zu einer leichten Pa
r
tialruptur des medialen
Retinakulums
kommen,
was
vier Monate nach dem Trauma im MRI
allerdings
nicht mehr nachweisbar sein müsse (Urk.
10/24/7
).
Aufgrund dieser Darlegungen
von
Dr.
D._
kann höchstens
auf
eine
n
mög
lichen Zusammenhang der Knieschädigung mit dem Vorfall vom 2
0.
Februar 2016
geschlossen
werden, was für den Nachweis des Kausalzusammenhanges nicht genügt.
Daran ändert nichts, dass
Dr.
D._
in der Stellungnahme vom 16.
Dezember 2016
betonte
, für ihn sei der Unfall mit einer Sicherheit von nahezu 100
%
die Ursache des
retropatellären
Knorpelschadens (Urk. 10/24/8
). Dies erschliesst sich aus seinen Darlegungen gerade nicht.
5.3
I
n der weiteren
Stellungnahme
vom 1
7.
November 2017 hielt
Dr.
D._
fest, aus seiner Sicht lasse sich der Knorpelschaden bei ansonsten unauffälligem
Befund
des Restknorpels nicht anders erklären als durch eine mögliche Subluxation. Deswegen gehe er von einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit aus
(Urk. 10/30/1)
.
Inwiefern sich aus einer lediglich als möglich erachteten Sub
luxation mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Unfallkausalität schlies
sen lässt, erhellt aus den Darlegungen von
Dr.
D._
nicht. Ergibt sich aus medizinischer Sicht, dass eine gesundheitliche Schädigung nur möglicherweise Folge eines bestimmten Ereignisses ist,
liegt
jedenfalls
keine Unfallkausalität vor
.
Auch der Umstand, dass
Dr.
D._
in der erwähnten Stellungnahme
andere Umstände als Ursachen für die Knorpelschädigung am rechten Knie de
s Beschwerdeführers ausschloss
, insbesondere die von med.
pract
.
C._
disku
tierte
Trochleadysplasie
oder eine
belastungsbedingte Degeneration
(vgl.
Urk.
1
0/24/8
)
, ändert daran nicht
s
.
Allein mit
der Verneinung einer anderen
(nicht
unfallbedingten)
Ursache
für die Knieschädigung
kann
der
Nachweis der Unfallkausalität nicht
erbracht werden.
5.4
Am
4.
April 2018
äusserte sich
Dr.
D._
erneut. Er führte aus, der
osteochond
rale
Defekt an der medialen
Patellafacette
am recht
en
Knie sei überwiegend wahr
scheinlich auf den Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 zurückzuführen
(Urk. 14 S. 1)
. Aus welchen Gründen dies zutrifft
,
legte Dr.
D._
jedoch
nicht näher dar. Dies hätte sich aber aufgedrängt, nachdem er in früheren Stellungnahmen geäussert hatte, es bestehe nur möglicherweise ein Kausalzusammenha
ng.
Dr.
D._
argumentierte weiter
,
arthrotische
Veränderungen
könnten bereits in jungen Jahren
auftreten
.
Ebenso verhalte es sich mit degenerativen Veränderun
gen des Meniskus.
Solche Degenerationen
träten berei
ts vor dem 30. Altersjahr auf und s
elbst bei knapp 20-
J
ährigen
käme dies
vor. Gleich verhalte es sich mit
einer
Baker-Zyste. Diese entstehe häufig aufgrund von intraartikulären degene
rativen Veränderungen, aber auch mittel- oder langfristig infolge von posttrau
matischen Knorpelschäden (Urk.
14 S. 1).
Kommt als Ursache für die Knorpel
schädigung
,
abgesehen von einem Trauma
,
auch ein degeneratives Geschehen in Betracht, so lässt sich die Frage der Unfallkausalität nicht hinreichend beantwor
ten.
Zwar betonte
Dr.
D._
, auch wenn
arthtrotische
Schädigungen bereits in jun
gen Jahren auftreten könnten,
seien diese histologisch zwar nachweisbar,
blieben
aber
zunächst asymptomatisch
(
Urk.
14 S. 1)
. Hierbei ist zu beachten, dass der
am 2
8.
Juli 1975 geborene
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Vorfalls vom
20.
Feb
ruar 2016 bereits das 4
0.
Altersja
hr zurückgelegt hatte. Das Alter, in
dem
gemäss
Dr.
D._
beginnende Kniegelenksdegenerationen
in der Regel
asymptomatisch sind
(2
0.
bis 3
0.
Altersjahr)
, hatte der Beschwerdeführer
im Unfallzeitpunkt
somit
deutlich
überschritten.
Eine unfallbedingte Schädigung ist auch unter diesem Gesichtspunkt nicht überwiegend wahrscheinlich.
5.5
In der Stellungnahme vom 4. April 2018 äusserte sich
Dr.
D._
auch a
usführ
lich
zur Frage der Subluxation. Er hielt fest,
die von ihm erwähnte Subluxation könne nicht als Argument dafür verwendet werde
n
, dass der Beschwerdeführer an einer
Trochleadysplasie
leide. Eine solche könne
in
den axialen Bildern des MRI ohnehin nicht nachgewiesen werden. Dafür würden in der Regel CT-
Untersuchungen durchgeführt (Urk. 14 S. 2)
.
Die Frage, ob von einer Schadensursache im Sinne einer Dysplasie auszugehen ist, kann offenbleiben. Selbst wenn dies
eindeutig
zu verneinen
wäre, liesse
dies
nicht
den Umkehrschluss zu
, dass der Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 ursächlich für die Knorpelschädigung
war
.
Dasselbe gilt für
das
weiter
e
Argument
von Dr.
D._
, seiner Auffassung nach sei das Vorliegen einer
Osteochondrosis
dissecans
nicht naheliegend, da eine solche Degeneration in der Regel zu einer Knieblockade führe, sobald sich das
Dissekat
gelöst habe
(Urk. 14 S. 2)
.
Eine statt
gehabte Knieblockade ist in den Akten nicht vermerkt
.
Das Fehlen einer
solchen
resp
ek
tive der fehlende Nachweis einer
Osteochondrosis
dissecans
beweist die Unfallkausalität allerdings noch nicht.
Selbst
Dr.
D._
nannte andere in Betracht fallende degenerative Ursachen.
Im Übrigen zogen d
ie
Dr
e
s
.
F._
und
E._
lediglich im Sinne einer Differentialdiagnose in Betracht, es könnte sich beim Knorpelschaden um einen Residualzustand nach
einer abgelaufenen
Osteochondros
is
dissecans
handeln (Urk. 9 S.
7).
Auch
der
von
Dr.
D._
erörterte
Aspekt der
effektive
n
Grösse des Knorpelscha
dens
(
Urk.
14 S. 2)
ist nicht von
entscheidender Bedeutung. Die Grösse des Knor
pelschadens
wurde von den Ärzten zwar
kontrovers beurteilt
(vgl.
Urk.
10/9 f.,
Urk.
10/
21/4,
Urk.
10/24/3
,
Urk.
14 S. 2), i
n Bezug auf die Frage der Ursache lassen sich aus der Grösse aber keine entscheidenden Erkenntnisse gewinnen
.
Dies ist
aus der Bemerkung von Dr.
F._
zu schliessen, die Frage der Grössen
bestimmung sei zur Beantwortung der Ursache nicht notwendig (Urk. 18 S. 4)
.
Auch
Dr.
D._
ging nicht davon aus, dass aufgrund
der
Grösse
verlässlich
auf
die
U
rsache
geschlossen werden könne
.
5.
6
Zusammenfassen
d
ergibt sich, dass aufgrund der Darlegungen von
Dr.
D._
, a
uf die
sich der Beschwerdeführer stützt, ein Zusammenhang des Knorpelscha
dens
am rechten Knie mit dem
Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 zwar möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich ist. Die Möglichkeit einer Unfallkausalität reicht als Nachweis nicht aus. Der Kausalzusammenhang
muss
mit mindestens dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
Dies ist hier
nicht
der Fall. Auch aus den Darlegungen der übrigen Ärzte lässt sich
nicht auf einen Zusammenhang der Beeinträchtigung am rechten Knie
mit
dem Vorfall vom 2
0.
Februar 2016 schliessen. Bei dieser Sachlage drängen sich auch keine weiteren Abklärungen auf. Insbesondere ist eine Oberbegutachtung
, wie sie der Beschwerdeführer beantragte (Urk. 21),
entbehrlich. Sich
unauflösbar
wider
sprechende Beurteilungen der Ärzte liegen nicht vor. Im Ergebnis
vermag
selbst
Dr.
D._
nur
einen
möglichen Kausalzusammenhang
zu begründen
.
Damit
liegt Beweislosigkeit vor.
Die
Folgen
der
Beweislosigkeit
hat der Beschwerdeführer zu tragen.
Die Beschwerdegegnerin hat somit in der Verfügung vom 1
6.
November 2016 (Urk. 22) ihre Leistungspflicht im Zusamm
enhang mit dem Ereignis vom 20.
Februar 2016 zu Recht verneint und diesen Entscheid im
Einspracheverfahren
bestätigt (Urk. 2).
Aus den dargelegten Gründen erweist sich die gegen
den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Oktober 2017
erhobene Beschwerde als unbegründet und
sie
ist demzu
folge abzuweisen.