Decision ID: a97f1c96-c3bc-4a9d-be43-f70c7285b690
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, war
seit
1.
März 2011 bei der
Y._
als
Hilfsarbeiter auf Abruf und
laut Arbeitsvertrag vom 2
0.
November 2011
danach
bei
dieser
Gesellschaft
in einem
fixen
Arbeitspensum
zu 100
%
angestellt
(
Urk.
10/15/140 f.
). A
m 9.
Dezember 2011
konnte er beim Tragen
einer Schaltafel zu zweit
,
als der hinter ihm gehende Mitarbeiter stolperte und
diese
fallen liess,
die Schaltafel nicht mehr richtig halten, sodass sie
seitlich an
seinen
Kopf und
die
Schulter
anprallte
und ihm
das
li
nke
Handgelenk
verdrehte
(
Urk.
10/15/243
,
Urk.
10/15/160
). Die Suva erbrachte ihre Leistungen (
Urk.
10/15/219)
und
veran
lasste vom
1.
bis 3
1.
Mai 2012 einen A
ufenthalt in der
Z._
(
Urk.
10/15
/1
79-188
). W
ährend des
Wochenend
urlaubs
vom 2
1.
Mai 2012
kippte
der Versicherte
bei sich
zu Hause
,
als ihm
schwindlig wurde
,
von der Toilette
und schlug sich den Kopf an
(
Urk.
10/15/161).
Nach einer kreisärztlichen Unt
er
suchung (
Urk.
10/15/46-54,
Urk.
10/15/28-30) stellte d
ie Suva
ihre
Versiche
rungsleistungen
mit
Verfügung vom 2
7.
März 2013
(
Urk.
10/15/23-25)
per 3
1.
März 20
13 ein
.
Unter Angabe
von
durch
den Unfall herbeigeführten gesundheitlichen
Beein
trächtigungen
meldete sich
der Versicherte
am
2
4.
April 2013
erstmals zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (
Urk.
10/8
Ziff.
6
).
Die zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte Abklärungen in erwerblicher und
medizinischer Hinsicht und veranlasste
in der MEDAS
A._
eine
polydisziplinär
e Abklärung
(Gutachten vom 4.
November 2014 [
Urk.
10/38/1-58
]
). Mit Verfügung vom 1
7.
April 2015
ver
neinte
sie
einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
10/49).
1.2
Nachdem
vom behandelnden Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die
IV-
Akten des Versicherten verlangt
w
o
rden
waren
(Urk.
10/55), meldete sich
dieser
u
nter Angabe von seit der ersten IV-Anmeldung stärker gewordenen Beeinträchtigungen, verstärkte
n
Schmerzen am linken Arm
und Schulter, einer schweren depressiven Störung, Magenschmerzen, Schwindel bis hin zu Ohnmacht, Herzproblemen und Kopfschmerzen
am
4.
Juli 2016 erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/56
Ziff.
6.1).
Die IV-Stelle tätigte
wiederum
Abklärungen in erwerbli
cher und medizinischer Hinsicht
und stellte mit Vorbe
scheid vom 2
8.
August 2017 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
10/73). Nach Einwand durch den behandelnden
Dr.
B._
(Urk.
10/76
)
liess
die IV-Stelle
eine
polydisziplinäre Abklärung in der
MEDAS
C._
durchführen
(Gutachten vom 2
6.
August 2018 [
Urk.
10/9
3
]
). Mit Verfügung vom 18
.
Dezember
2018
verneinte sie
den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
8.
Dezember 2018
(
Urk.
2) erhob der Versicherte am
31.
Januar 2019
Beschwerde und beantragte (
Urk.
1 S. 2), diese sei aufzuheben und
die Sache
sei
zur ergänzenden Abklärung und zum Neuentscheid betreffend Rentenanspruch
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltliche
n
Rechtsverbeiständung
. Die Beschwerdegegnerin schloss
in
ihrer Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2019 (
Urk.
9) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
2.
März 2019 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken.
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatri
sche, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abge
stützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Ent
scheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert
, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl.
auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Praxisgemäss darf das Gericht Gutachten externer Spezialärzte, welche von Ver
sicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
bb
).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
erwog die Be
schwerdegegnerin,
ein erstes
Leistungs
begehren sei
mit Verfügung vom 1
7.
April 2015
abgewiesen worden.
Seither
habe
sich n
ach erneuter medizinischer Beurteilung keine wesent
liche Veränderung
ergeben
.
Gemäss dem
Gutachten
der MEDAS
C._
sei e
ine angepasste leicht
e
bis mittelschwere Tät
igkeit
noch zu einem Pensum
von 80
%
zumutbar und mit einer konsequenten Therapie könne sogar eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepas
sten Tätigkeit erreicht werden. S
omit
bestehe
kein Anspruch auf eine IV-Rente.
2.2
Der Beschwerdeführer
stellt sich demgegenüber
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S. 2
ff.
), nach
der Verfügung vom 1
7.
April 2015
und der
Begutachtung durch die MEDAS
A._
würden neu vor allem schwere psychische Probleme geltend gemacht.
Die Beurteilung der MEDAS
C._
vermöge angesichts der von den Behandlern
Dr.
B._
und lic. phil.
D._
,
die davon ausgingen, dass eine schwere rezidivierende depressive
Störung
vorliege
und der
geschilderten deso
laten psychischen Situation
nicht
zu
überzeug
en
. Auch in de
n Berichten des
E._
vom
1
7.
August und 2
1.
Oktober 2018
werde eine schwere re
zidivierende depressive Störung diagnostiziert.
I
n diesen Berichten
seien
auch
w
eitere Diagnosen enthalten
, die im
Gutachten der MEDAS
C._
nicht
abgehan
delt worden und
auch erst nach der
Begutachtung in der MEDAS
C._
e
inge
gangen seien. Es
k
önne
damit
auch von einer
inzwischen eingetretenen Ver
schlechterung ausgegangen
werden, die gutachterlich noch
nicht
habe
geprüft werden
können.
Es
drängten sich
damit
weitere Abklärungen auf und die Sache
sei deshalb
zu weiteren Abklärungen und zum Neuentscheid zurückzuweisen.
3.
3.1
Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS
A._
vom
4.
November 2014
(
Urk.
10/38)
, welches anhand medizinischer Untersuchungen in den Fachgebieten Orthopädie, Psychiatrie
und Psychotherapie sowie Allgem
eine Innere Medizin erstellt wurd
e, nannten die Ärzte folgende
Diagnosen
(S. 48)
:
(Haupt-)
D
iagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
-
Impingementsyndrom
Schultergelenk links
-
Tendinitis
Bicepssehne
-
Bursitits
subacromialis
-
Supraspinatussehnentendopathie
-
AC-Gelenksarthrose links
-
persistierende Handgelenksschmerze
n
links
-
Strecksehnenganglion IV Handgelenk links und
-
Verdacht auf
carpale
I
nstabilität Handgelenk links bei
-
Status nach schwerer Handgelenkdistorsion links (Unfall
9.
Dezember 2011)
(Neben-)
D
iagnosen ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
-
Chronische
cervicospondylogene
Schmerzen,
facettogen
bei
Spondylarthrose
C5 bis C7 und leichte Spinalkanalstenose C3/4 ohne relevante Neuro-kompression
-
Chronische Lumbalgie bei
Spondylosis
anterior
und leichtgradige
r
BS
Degene
ration LWK3/4
-
Adduktorentendopathie
links, radiologisch
Koxarthrose
-Ausschluss
-
Chronische Schmerzstörung mit psychischen, körperlichen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Statu
s nach
tachykardem
Vorhofflimmern
mit spontaner Konversion (
2
1.
Mai
2012)
-
Arterielle Hypertonie
-
Arterielle
Dyslipidämie
-
Status nach
Urolithiasis
2013 mit Steinabgang, anamnestisch 2009, aktuell Mikrohämaturie
-
Chr
onischer Nikotinkonsum (ICD-10
Z72)
-
Thalassämie
minor
Die Ärzte erläuterten (S. 51 f.), auf orthopädischem Fachgebiet gebe der Beschwerdeführe
r
an, dass er bis zu den zwei Unfallereignissen im Jahr 2011 und 2012 gesund gewesen sei.
Er
sei Linkshänder und beklage in der Untersuchung die Kraftlosigk
eit in seiner linken Hand und
ein Kältegefühl
sowie
eine Blockade im Schulter-/Armbereich, die seit dem Unfall anhaltend
seien
. Die bisherige Behandlung und zuletzt die Ergotherapie der linken Hand hätten zu keiner Beschwerdebesserung geführt und im Bereich der linken Schulter bekomme er den linken Arm nicht hoch.
Dabei zeige er
Verdeutlichungstendenzen
und komme
mit dem
linken Arm im Ellbogen gebeugt und an den Körper angepresst zur Untersuchung. Bei der orthopädischen Untersuchung sei das Handgelenk links
endgradig
in Dorsalflexion eingeschränkt und ein Endphasenschmerz werde angegeben
, wobei
sich aber keine Schwellungszeichen und keine Muskel
atrophien
zeigten
. Die Neurographie an der oberen Extremität sei bezüglich der sensiblen und motorischen Nervenäste unauffällig und Hinweise auf ein CTS
hätten sich keine
ergeben.
Auch d
ie Schultergürtelmuskulatur sei symmetrisch und eine Muskelatrophie bei den schon länger bestehenden Beschwerden habe sich nicht finden lassen.
Die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen in der linken Hüfte, später auch rechts, hätten klinisch eine
endgradige
Rotations
einschränkung des linken Hüftgelenkes und eine seitengleiche Muskulatur der Beine gezeigt. In den Röntgenaufnahmen des Beckens und Lauensteinaufnahme links
sei
eine normale Konfiguration der Hüftgelenke und des
Acetabulums
dar
gestellt. D
ie beklagten Beschwerden seien überwiegend muskulär und auf eine Schon-/F
ehlhaltung zurückzuführen
. Die Halswirbelsäule habe sich in Links
seitneigung
endgradig
eingeschränkt gezeigt
und
Hinweise auf
Radikulopathien
hätten sich keine ergeben. I
m Bereich der Lendenwirbelsäule sei die Funktion fast uneingeschränkt und die Rotation ohne Schmerzangabe,
jedoch
die Seiten
neigung nach links
endgradig
schmerzhaft gewesen.
In den vorausgegangenen konventionellen Aufnahmen der BWS und LWS gelange im Bereich der Lenden
wirbelsäule eine diskrete linkskonvexe
skoliotische
Fehlhaltung mit geringer Bandscheibenhöhenminderung L3/4 und kleinen
Spondylophyten
anterior
zur Darstellung. Im Bereich der BWS seien eine diskrete keilförmige Deformation
auf Höhe
BWK7 und 8 mit kleinen
Spondylophyten
anterior
gefunden worden, jedoch ohne
Anhaltspunkt für eine Wirbelfraktur oder eine entzündliche
Osteode
struktion
. Es werde daher davon ausgegangen, dass die Beschwerden im Rücken überwiegend
myofaszial
seien und keine wesentlichen Einschränkungen für eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit darstellten. Therapeutisch seien die beklagten Rückenschmerzen auch mit MTT und physikalischen Massnahmen behandelbar. Auch die beklagten Hüftbeschwerden seien
myotendinotisch
bei
Adduktoren
tendinose
und radiologisch seien keine pathologischen Zeichen festgestellt worden.
Damit
handicapierten
e
inzig der k
linische Befund der linken Hand
den Beschwerdeführer für ständige manuelle
Tätigkeiten.
Aus psychiatrischer Sicht werde davon ausgegangen, dass eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren vorliege und die Diagnose keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Es zeige sich ein stark selbst
limitiere
nder Beschwerdeführer, welcher
von
einem sekund
ären Krankheits
gewinn profitiere und durchaus Ressourcen
habe
und
auch Eingliederungs
potential
besitze (S. 52 f.)
.
In einer voll adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig und aus psychiatrischer und internistischer Sicht sei er uneingeschränkt arbeitsfähig.
Unter
Spezifikation der adaptierten Tätigkeit
nannten die Ärzte
mittelschwere Arbeiten ohne ständigen repetitiven Armeinsatz, ohne repetitiven Einsatz der linken Hand mit Kraftaufwendung bei dominanter Linkshändigkeit, ohne regelhaft geforderte Tätigkeiten
mit dem linken Arm
über Kopf- und Schulterhöhe
(S. 54).
3.2
Die Behandler
Dr.
B._
und lic.
phil. FSP
D._
führten im Bericht vom 9.
August 2016 (
Urk.
10/61) aus, der Besc
hwerdeführer stehe seit dem 28.
November 2012
bei ihnen in Behandlung
und habe seither 27 Stunden Psychotherapie gehabt, dabei nicht eingerechnet
seien
die psychiatrischen Konsultationen und
er
sei weiterhin mindestens einmal monatlich in Behandlung. Als Diagnosen mit Auswirkung auf
die
Arbeitsfähigkeit bestünden eine schwere rezidivierende depressive Störung ohne psychotische Symptome ICD-10 F33.2 mit
Chronifizierung
seit der ersten Anmeldung sowie Verstärkung der Depression seit dieser Erstanmeldung. Trotz erfolgreicher psychothera
peutischer Behand
lungen (
der Beschwerdeführer wende täglich Entspannungsverf
ahr
en wie Auto
genes Training an,
Compliance
sei
vorhanden)
sei
die anhaltende somatoforme
Schmerz
störung ICD-10 F45.4 ohne
aufmerksamkeitsheischendes Verhalten, ebenf
alls
wie die Depression
,
verstär
kt und
chron
ifiziert
. Dadurch laute die neue Diagnose ICD-10 F62.8 andere andauernde
Persönlichkeitsänderung, sowie ICD
10 F61.1 störende Persönlichkeitsänderungen (mit asthenischen Anteil
en). Aus der Diagnose resultiere
aktuell eine Arbeitsunfähigkeit
von
mindestens 75
%
. Bei der Arbeitsfähigkeit von höchstens 25
%
seien nur kurze Einsätze möglich. Der Eigen-Arbeitsversuch in einem mazedonischen Club habe nicht erfolgreich reali
siert werden können, da auch einfache Handreichungen auf Dauer (über eine Stunde) mit körperlichen Schmerzen und nervösen Symptomen in Verbindung mit Angst und Depression
verbunden und
unzumutbar sei
en. Der Beschwerde
führer müss
e eine IV-unterstütz
t
e berufli
che Massnahme in einem teilzeitlichen Rahmen erhalten und/
oder
es wäre
eine
Rentensprechung
angezeigt. Die Lebens
realität
innerha
lb der letzten
fünf
Jahre seit dem
Unfall vom 9.
Dezember 2011
habe
bewiesen, dass die Arbeitsfähigkeit bei höchstens 25
%
realistisch im Sinne einer vernünftigen Pragmatik
sei.
3.3
Med. pract.
F._
wies im Verlaufsbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
April 2017 (
Urk.
10/70/1-4) auf seine Behandlung seit
dem Jahr
2012 mit letzter Kontrolle vom
5.
April 2017 hin (
Ziff.
1.2). Als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden:
1.
Schwere rezidivierende depressive Störung ohne psychotische Symptome ICD-10 F33.2 mit
Chronifizierung
seit der ersten Anmeldung sowie Ver
stärkung der Depression seit dieser Erstanmeldung.
2.
Trotz erfolgreicher psychotherapeutisc
her Behandlungen (Patient wende täglich Entspannungsverfa
hren wie
Autogenes Training an,
Compliance vorhanden) sei
die anhaftende somatoforme Schmerzstörung ICD-10 F45.4 ohne
aufmerksamkeits
e
rheischendes
Verhalten, ebenfalls wie die Depression, verstärkt und
chronifiziert
.
3.
Dadurch neue Diagnose ICD-10 F6
2.8
andere andauernde Persönlichkeit
sänderung, sowie
4.
ICD-10 F61.1 störende Persönlichkeitsänderungen (mit asthenischen Anteilen).
5.
Zerv
ikospondylogenes
Schmerzsyndrom
links (M53.1)
6.
Persistierende Handgelenksschmerzen
links
(M79.65)
7.
Peri
arthropathia
humeroscapularis
te
ndinopathica
links (M75.1)
8.
Asthma
bronchiale (ED 05/2015
)
Medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeiten
best
ünden
zu 100
%
seit 9.
Dezember 2011 bis auf Weiteres (
Ziff.
1.6)
.
D
er Beschwerdeführer sei
auf lange Sicht weiterhin 100
%
arbeitsunfähig
(
Ziff.
1.11)
.
3.4
3.4.1
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten interdisziplinären
Gutachten der MEDAS
C._
vom 1
6.
August 2018 (
Urk.
10/93
), beruhend auf
orthopädischen allgemein
-
internistischen und psychiatrischen Untersuchungen
im
April
und Mai 2018
wurden die fol
genden Diagnosen gestellt (
Urk.
10/93/1-10,
S. 8 f.
):
Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (angestammte Tätigkeit)
-
Relativ frische SLAP-Läsion (Typ IV) mit Einstrahlung in den
Bizepsanker
, assoziiert mit einer Partialruptur der langen
Bizepssehne
und
Tendino
pathie
der
Supraspinatussehne
-
Zustand nach Handgelenksdistorsion links und Schulterdistorsion links am
9.
Dezember 2011 bei geringen degenerativen Veränderungen und einer chronischen Partialruptur des SL-Bandes ohne Hinweise auf eine Instabilität des linken Handgelenkes
Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (körperliche und psychische Belastung, Mangel an Entspannung, sozialer Rollenkonflikt, Stress, anderenorts nicht klassifiziert Z73
-
sowie andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
ICD
-1
0
F68.0
-
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei geringen Segment
degenerationen C2/3 und C3/4,
foraminal
leich
tgradige Spinal
kanalstenose C3/
4 ohne Neurokompression nach zweimaliger Distor
sion am
9.
Dezember 2011 sowie vom
2
0.
/
2
1.
Mai 2012
-
Ausgeprägte
myofasziale
Begleitbefunde, deutliche
Muskeldysbalance
bei einer Fehlhaltung der Wirbelsäule bei einem leichten Rundrücken und Hohlkreuz
-
Folgenlos verheilte, alte Kontusion des rechten Kniegelenkes bei fraglicher
Meniskopathie
und
arthroskopischer
Sanierung ca. 2009 (2005)
-
Chondropathie
des rechten Kniegelenkes mit geringen degenerativen Ver
änderungen des medialen Meniskus bei leichter O-Beinfehlstellung beiderseits
-
Lumbalsyndrom mit diskreten degenerativen Veränderungen L3 und L4
-
Schulter-Arm-Syndrom links mit feinem Einriss des
Bizepssehnenankers
an der Unterkante und Labrumeinriss an der inferioren Zirkumferenz bei intakter Drehmanschette.
-
Ganglion des vierten
Strecksehnenfaches linke Hand
-
Arterielle Hypertonie mit Erstdiagnose (ED) 2011 (derzeit im Normbereich)
-
Asthma Bronchiale (ED 05/2015, unter Therapie ohne relevante Sympto
matik).
-
Reflux-Krankheit (ED 2011), derzeit keine Beschwerden
-
Nikotinkonsum seit
dem
2
0.
Lebensjahr
-
Thalassämie
minor (ED ca. 2015), früher Eisensupplementation, derzeit keine weitere Therapie
-
«
Herzerkrankung
»
(ED 2015), seit Einnahme von Aspirin
Cardio
und
Concor
5mg keine Herzbeschwerden mehr nach Belastung
-
Rezidivierende
synkopale
Ereignisse bisla
ng unklarer Ursache seit Jahren
, e
ine spezifische
Therapie
werde
nicht durchgefü
hrt
(
DD
vasovagal
,
orthostatisch
)
3.4.2
Der Beschwerdeführer beklage chronische Schmerzen an de
r rechten Schulter und
berichte
über Schmerzen in der Brus
t, auch
tachykarde
Beschwerden und
Aus
strahlung in den linken Arm und chronische Schmerzen der HWS und LWS. Er beschreibe auch eine Depression, jedoch auch finanzielle Schwierigkeiten. In Bezug auf die therapeutischen Bemühungen gebe er an, dass diese ohne jeden Erfolg geblieben seien
(S. 4)
.
Die orthopädischen Probleme resultierten aus zwei Unfällen im Dezember 2011 und Mai 201
2.
Bei den Unfällen habe sich der Beschwerdeführer eine Kontusion des linken Handgelenkes, des Kopfes, der Halswirbelsäule und des linken Armes u
nd beim Zweitereignis
eine erneute
Kontusion und Distorsion der Halswirbel
säule
sowie eine
Prellung der rechten
Gesichtsseite und nachfolgende
Zahnver
letzungen
zugezogen. Dabei hätten d
ie radiologischen Abklärungen keine knö
cherne Verletzung nach
gewiesen und es sei lediglich der
Verdacht auf eine karpale Instabilität des linken Handgelenkes geäussert
worden
. Daraus
habe sich ein
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei geringen
degenera
tiven Veränderungen im
Bereich der Halswirbelsäule ohne relevante Neuro
kompression
entwickelt.
Insgesamt
hätten
radiologisch nur geringe degenerative Veränderungen nachgewiesen werden
können
und auch weitere radiologische Abkl
ärungen im Bereich des Beckens und der Hüfte
hätten keine wesentlichen
degenerativen Veränderungen
gezeigt
.
Im
weiteren Verlauf habe der Beschwerde
führer
eine erhebliche Schmerzintensität
entwickelt
, die
objektiv in diesem Masse nicht habe
nachgewiesen
werden können.
Aktuell verursachten d
ie früheren Kniegelenksbeschwerden
keine Probleme und der jetzige radiologische Befund zeige al
tersbedingte degenerat
ive Verände
rungen bei leichter O
-Beinfehlstel
lung. Neu,
aber erst seit ca. drei Monaten
bestehen
d
,
seien
akute Schulterbeschwerden rechts, die nach
radiologischer Abklärung eine relativ frische SLAP-Läsion Typ IV mit Einstrahlung in den
Bizepsanker
,
assoziiert mit einer Parti
alruptur der langen
Bizepssehne
belegten.
Diese Beschwerden
stünden
momentan
auch im Vordergrund der jetzigen ortho
pädischen Probleme.
Trotz Angabe starker Schmerzen und einer regelmässigen Medikamenteneinnahme könnten entsprechende Wirkstoffspiegel der angege
benen Analgetika nicht detektie
rt werden und Ä
hnlich
es
gelte auch betreffend die Psychopharmaka
,
die l
ediglich in nichttherapeutischer
geringer Dosis nach
weisbar seien (S. 4 f.).
D
ie somatischen, orthopädischen Diagnosen
erklärten zwar
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der körperlich schweren Tätigkeit als Eisenleger (Arbeits
fähigkeit ganztägig, aber
nur
30
%
leistungsfähig
). L
eidensadaptierte Tätigkeiten
seien
hingegen
vollumfänglich möglich (Arbeitsfähigkeit
100
%
[S. 5]
).
3.4.
3
Zur
psychiatrischen Untersuchung
hielten die Experten fest,
der Beschwerde
führer
begründe
die
psychischen Beschwerden
mit Stress und psychosozialen Belastungen,
die
vor allem seit seinem zweiten Unfall bestünden. Dabei beklage
er sich
vornehmlich
über
somatis
che Beschwerden,
in psychischer
Hinsicht
aber auch über
Konzentrationsprobleme, jed
och
speziell über
finanzielle Schwierig
keiten.
Zum therapeutischen Effekt
berichte
er
und
auch
sein Psychiater von einer vollständigen T
herapieresistenz, ohne
jemals eine psychiatrische Hospitalisation
erwogen zu haben. Auch sonst schienen d
ie
psychiatrischen therapeutischen
Aktivitäten nicht mit der Schwere der geschilderten
Beschwerden und der gestell
ten
Diagnosen z
u korrelieren und es scheine auch, dass er die
empfohl
enen Ent
spannungsübungen nie bewusst mitgemacht
habe
,
obwohl darauf
in
psychiatri
schen
Schreiben Bezug genommen
worden sei
.
Dabei sei
en
auch keine r
elevante
n
affektive
n
Störungen dem früheren Gutachten
(
der
MEDAS
A._
)
zu ent
nehmen
und Hinweise
für relevante somatoforme Störungen
würden
sich weder aus dem Verlauf noch
aktuell
ergeben. Bis auf leichte narzisstische Züge bestün
den biografisch auch keine b
edeutsame
n
Auffälligkeiten der Primärpersönlich
keit
. Es zeigten sich weder im Verlauf noch aktuell Hinweise auf eine eindeutige und andauernde Veränderung der Wahrnehmung, des Verhaltens und des Denkens im Hinblick auf die Umwelt und die eigene Person. Bei einer so schweren und in allen Bereichen relevanten Persönlichkeitsstörung
wäre ein unflexibl
es und unangepasstes Verhalten zu erwart
en.
Alle diese Voraussetzungen fehl
t
en jedoch bei
m Beschwerdeführer. Es bestehe bei ihm kein sozialer
Rückzug, keine andauernde feindliche oder misstrauische H
altung gegenüber der Welt, kein
andauerndes Gefühl von Leere oder Hoffnungslosigkeit, kein andauer
ndes Gefühl von Nervosität oder
innerer Anspannung.
Es seien keine
Entfremdungsgefühle auszumachen
und eine deutliche
Störung der alltäglichen Funktionsfähigkeit
als Folge einer
Persönlichkeitsveränderung
liege nicht vor. Eine Persönlichkeitsver
änderung könne
weder in Beziehung zu Episoden anderer psychischer Erkrankungen gebracht, noch durch eine Gehirnschädigung erklärt
werden
und
es könne
auch nicht von einer posttraumatischen Belastungsstörung ausge
gangen werden,
die
der Persönlichkeitsänderung vorausgegangen wäre. Es bestünden aber auch aus psychiatrischer Sicht Hinweise auf Verdeutlichung und wahrscheinlich auch Aggravation, was sich vor allem aus den anamnestischen Angaben zur Befindlichkeit und zum eigenen
Aktivitätenniveau
im Alltag ergebe
und
in therapeutischer Hinsicht
seien auch
Zweifel
angebracht
, ob die ärztlich verordneten Medikamente auch
regelmässig eingenommen werden
. Auch die Angaben zur kognitiven Störung
seien
gemäss auffälligem REY-Memory-Test nicht nach
vollziehbar
und es dürfe vielmehr eine negative Leistungsverzerrung angenommen werden. Von einer Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne beim Beschwerdeführer nicht ausgegangen werden (S. 6).
3.4.
4
Zur Arbeitsfähigkeit
aus gesamtmedizinischer Sicht,
hielten die Experten fest (S.
8 f.), aktuell bestehe für die körperlich schwere Tätigkeit als Eisenleger, wie bereits im Gutachten von 2014 festgehalten, bis zur Abheilung eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit. Nach Abheilung der akuten Schultererkrankung sei davon auszugehen, dass die jetzt eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu einem geringen Teil wieder zu
gemutet werden könne, dies hänge
allerdings davon ab, ob in Kürze der ope
rative Eingriff durchgeführt werde und es zu einem komplikationslosen Verlauf
komme. Es sei dann zwar ganztäg
ige Präsenz möglich, aber die Leistungsfähigkeit bleibe hochgradig vermindert mit verbleibender Leistungs
fähigkeit von ca. 30
%
(Gesamtarbeitsfähigkeit 30
%
)
.
A
us psychischen und internistischen Gründen
würden
aktuell wie auch retrospektiv zu keinem Zeitpunkt
Einschränkungen der
Arbeitsunfähigkeit vor
liegen
.
In angepasster Tätigkeit sei
seit
dem
Arbeitsassessment
bei
Dr.
med.
G._
vom 6.
März 2013
(vgl.
Urk.
10/22/6-10)
bis zur Abheilung der akuten Schulter
erkrankung
rechts
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen
und nach Abhei
lung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Arbeitsfähigkeit 100
%
, ganztä
gig mit voller Leistungsfähigkeit.
Im Weiteren erläuterten
die Experten (S. 9),
i
m
Gutachten
der MEDAS
A._
vom 4.
November 2014 sei anhand des orthopädischen Befundes davon ausge
gangen worden, dass bei aktiven manuellen Tätigkeiten mit Krafteinsätzen der linken Hand als Linkshänder eine relative Einschränkung bestehe. Jetzt gebe der Beschwerdeführer an, dass er Rechtshänder sei, so dass die dominante Links
händigkeit nicht mehr im Vordergrund stehe. Im Vergleich zum Befund im damaligen Gutachten zeige sich jetzt
eine verbesserte Funktion des linken Armes, wobei sich rechts jetzt eine Verschlechterung belegen lasse
,
aufgrund der aktuel
len, relativ frischen SLAP-Läsion im rechten Schultergelenk. Bei intensiver konservativer Behandlung oder auch operativer
Sanierung
des rechten Schulter
gelenks
mit der
eine weitgehende
Stabilität und Schmerzfreiheit
erreicht werden
könne
, ze
ige
sich im Vergleich zu der orthopädische
n Untersuchung im Vorg
ut
achten
ein verbesserter Befund
. Ausser der frischen Verletzung im rechten Schul
tergelenk seien Restbefunde im Bereich beider Schultergelenke in Form von degenerativen Veränderungen vorhanden. Auch könne die früher angenommene Instabilität im linken Handgelenk nicht mehr belegt werden und auch hier zeige sich eine Besserungstendenz, die eine weitgehend normale Belastbarkeit des Handgelenks zulasse
. In einer gut angepassten Verweistätigkeit sei keine wesent
liche Einschränkung zu erwarten
(S. 9).
3.5
3.5.1
Im Austrittsb
ericht des
E._
vom 1
7.
August 2018 (
Urk.
3/3) über die Hospitalisation vom 1
4.
bis 1
8.
August 2018 wiesen die Ärzte auf
die
SAS
Acromioplastik
, AC-Resektion und
Bizepstendodese
rechts
vom
1
4.
August
2018
hin.
Es sei d
er Eintritt zur Operation erfolgt nachdem
der Beschwerdeführer
am
5.
Juli 2018 durch
den l
eite
nden Arzt Traumatologie
in der
Sprechstunde mit starken Schulterschmerzen rechts gesehen
worden sei
.
Mittels
Arthro
-MRI
sei eine
ausgeprägte
SLAP
-Läsion
,
e
in
glenolaberales
, grosses Ganglion ohne Neuro
kompression des
Nervus
suprascapularis
sowie e
in
subacromiales
Impingement
und symptomatische AC-Arthrose
diagnostiziert worden. Die Operation
habe problemlos durchgeführt, d
er Schmerzkatheter am zweiten postoperativen Tag gestoppt und gezogen
werden können
und
es sei mit der
Schulter
übung nach Instruktion durch die Physiotherapie
am ersten postoperativen Tag
begonnen
worden
. Im Verlauf der Hospitalisation
sei der Beschwerdeführer schmerz
kompensiert und die Wu
ndv
erhältnisse
seien
trocken und reizlos gewesen. Er sei
in schmerzkompensie
rtem Zustand ins häusliche Umfeld entlassen worden.
Es
wurde Anal
gesie nach Massgabe der Beschwerden
,
Physiotherapie und eine Mit
ella als Komforttherapie,
der
Verzicht auf sportli
che Aktivität für sechs Wochen
sowie
Clop
idogrel
bei Austritt mit k
linischer Verlaufskontrolle beim Hausarzt
ver
ordnet.
3.5.2
Im Verlaufsbericht vom
1.
Oktober 2018
(
Urk.
3/4)
über die klinische Kontrolle sechs Wochen postoperativ erwähnten die Ärzte
, der Beschwerdeführer berichte
noch über Schmerzen bis in den Unterarm, insbesondere bei Bewegung und Belastung. Aktuell nehme er noch
Novalgin
ein. Mit der Physiotherapie, welche er regelmässig besuche,
ze
ig
e sich eine leichte Besserung der Beschwerden
und
ein
regelrechter
Ver
lauf sechs Wochen postoperativ.
4.
Das ausführliche Gutachten der MEDAS
C._
erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4), setzt sich mit den Aspekten der gesundheitlichen Beeinträch
tigungen des Beschwerdeführers
auseinander, berücksichtigt auch die medizini
schen Vorakten und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen. Dabei legten die Experten insbesondere
auch
dar, dass die geklagten Beschwerden und Einschränkungen aufgrund der Klinik und Diagnostik nur teilweise und nur auf
orthopädischem
Fachgeb
iet erklärbar sind.
Insoweit der Beschwerdeführer
vorbringt, das Gutachten
stehe der Beurteilung des
behandelnden
Psychiater
s
Dr.
B._
entgegen, ist festzustellen, dass
nämlicher Arzt
bereits seit 2
8.
November 2012
-
damals noch unter der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode und einer vermuteten somatoformen Schmerz
störung
-
eine bis auf
W
eiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (
Urk.
10/26).
Diese
Beurteilung
wurde
aber bereits
anlässlich
der ersten polydisziplinären Abklärung
im Rahmen der erstmaligen Leistungsbeurteilung
verworfen
(vgl.
Urk.
10/38/38).
Auch
im Rahmen der Neuanmeldung haben sich die Gutachter
mit
der nunmehr
im Bericht
von
Dr.
B._
vom 9.
August 2016 (
Urk.
10/61)
aufgeführten Diagnosen einer
schwere
n
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
und
C
hronifizierung
sowie Verstärkung der Depression seit
der
Erstanmeldung und seither ebenfalls ver
stärkten
und
chronifizierten
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
sowie
eine
sich
daraus entwickelt
en
andauernde
n
Persönlichkeitsänderung
eingehend auseinandergesetzt (vgl.
Urk.
10/93/78 f.)
.
Aus psychiatrischer Sicht wurde
dabei
z
u Recht
bemerkt
, dass einerseits
die psychiatrischen therapeutischen Aktivitäten nicht mit der Schwere der geschilderten Beschwerden und der gestellten Diagno
sen
der Behandler
korrelieren
. R
ichtigerweise
wurde dabei auch
in Frage
gestellt
, dass von vollständiger Therapieresistenz gesprochen wird,
ohne jemals eine psychiatrische Hospitalisation erwogen zu haben.
In diesem Zusammenhang ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass die verordneten Psychopharmaka lediglich in nichttherapeutischer geringer Dosis nachweisbar sind (E. 3.4.1).
Anderseits wurde auch nachvollziehbar
dargelegt
, dass
sich entsprechende Diagnosen weder aus der Anamnese noch aus dem Verlauf noch aufgrund der Untersuchungsbefunde herleiten
lassen.
Letztlich ist aber auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte wie auch andere behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
V
orliegend
zeigt sich dies
ums
o
mehr
,
als
sich
Dr.
B._
und lic. phil.
D._
mit Akteneinsichts
begehren (vgl.
Urk.
10/54,
Urk.
10/57) und
eigens erhobenem
Einwand (
Urk.
10/76)
als Interessenvertreter des Beschwerdeführers qualifizier
t haben
.
So gibt den
n
auch ihre
Konklusion, d
ie Lebensrealität des
Beschwerdeführers
inner
halb der letzten fü
nf Jahre seit dem Unfall vom 9.
Dezember 2011 habe bewiesen, dass die Arbeitsfähigkeit bei höchstens 25
%
liege
,
weshalb
die
Rentensprechung
angezeigt
sei
,
die
Zukunftsvorstellung des Beschwerdeführers
wieder
,
wonach
er
erwarte
,
von der IV in Form einer dauerhaften Rente unterstützt
zu
werde
n
(
Urk.
10/93/27)
. Dies stellt keine
med
izinisch
b
egründete Beurteilung der
Arbeits
fähigkeit im Sinne von
Art.
6
ATSG
(vgl. E. 1.2 hiervor)
dar
.
Keine anderen Erkenntnisse ergeben sich aus dem Verlaufsbericht
von med. pract.
F._
(
Urk.
10/70/1-4
und E. 3.3 hiervor)
,
welcher als
Hausarzt (vgl.
Urk.
10/93/29) die psychiatrischen Diagnosen von
Dr.
B._
offensichtlich wörtlich übernommen hat.
Ähnliche
s
hat auch
für die aufgeführten Diagnosen im Austrittsbericht Chirurgie des
E._
vom 1
7.
August 2018 und den chirurgischen Verlaufsbericht vom
1.
Oktober 2018 (
Urk.
3/3 und
Urk.
3/4)
zu gelten
.
Es
wurden
zwar
in diesen Berichten
zu Händen des behandelnden Arztes
neben anderen (Vor-)Diagnosen auch
die
schwere rezidivierende depressive
Störung
aufgeführt. Anhaltspunkte, dass die Diagnose
beim
Spitale
intritt
für den
chirurgischen Eingriff aufgrund
eigener Untersuchungsbefunde
erhoben und
nicht
lediglich
als Eintrittsdiagnose
aus Vorberichten der Behandler
übernommen wurde,
ergeben sich
jedoch keine.
Es liegen auch keine Anhaltspunkte vor
,
dass sich
der
psychische
Gesundheits
zustand nach der polydisziplinären Begutachtung in der MEDAS-
C._
im
April/Mai 2018 bis zum Verfügungserlass vom
1
8.
Dezember 2018
in
diese
Richtung
verschlechtert hat
.
D
en erwähnten
chirurgischen
Berichten
kann
jedoch
entnommen werden
, dass die bereits
in
de
r orthopädischen
Abklärung
aufgrund einer
MR-Arthographie
gesehene
n
,
relativ frische
n
SLAP-Läsion im rechten Schultergelenk
(vgl.
Urk.
10/93/25
und
Urk.
10/93/42
)
nunmehr am
14.
August 2018
operiert worden
war
.
D
abei zeigte sich sowohl der
operative
als auch der
postoperative Verlauf komplikationslos
(
Urk.
3/4 und
3.5.2
hiervor
)
. D
ie Ein
schätzung des
orthopädische
n
Experte
n,
wonach
unter Berücksichtigung der
SLAP-Läsion
bis zu deren Abheilung in angepasster Tätigkeit auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit und bei kompli
kationslosem Verlauf d
es operativen Eingriffs auf eine
100
%ige Arbeitsfähigkeit zu schliessen ist
(vgl.
Urk.
10/93/36 f.)
,
ist somit
im Verfügungszeitpunkt
nicht überholt.
In psychiatrischer Hinsicht
erweisen sich die von den Experten
gezogenen, der Konsensbeurteilung zugrunde gelegten Schlussfolgerungen, wonach das psycho
somatische Leiden unter zusätzlicher Berücksichtigung der unter ICD-10 F68.0 subsumierten
aggravatorischen
Komponente
auch nach erneuter Anmeldung
weiterhin keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag
und
mithin im massge
blichen Zeitraum keine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten ist
(vgl.
Urk.
10/93/81)
, als überzeugend und begründet. Auf eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 kann angesichts der Beweiswertigkeit der Beurteilung und dem Fehlen einer anderslautenden, eben
falls beweiswertigen psychiatrischen Einschätzung verzichtet werden (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; vgl. auch Urteil des Bundes
gerichts 8C_309/2018 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
D
er angefochtene Entscheid
erweis sich damit als zutreffend, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
5
.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) sind vorliegend erfüllt (vgl.
Urk.
1
Ziff.
6 und
Urk.
8
). Demzufolge ist dem Beschwerdeführer
antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwalt
Daniel
Christe
, Winterthur, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorl
iegende Verfahren zu bestellen.
5
.2
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
800.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.3
Bei diesem Verfahrensausgang steht dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Daniel
Christe
, Winterthur
, eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu (
§
34
Abs.
3 GSVGer in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 und
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
), welche
nach Einblick in die Honorar
note (
Urk.
17
)
auf
Fr.
1‘655.25
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Prozesskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.