Decision ID: e7aa97a1-67fb-48fe-b10d-c68929d6c7b2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
54
, war seit dem 1.
August 2008
bei
Y._
als Haustechniker angestellt
und damit bei der S
WICA Versicherun
gen AG (nachfolgend SWICA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskra
nkheiten versichert, als er
gem
äss
Bagatellunfall-Meldung vom 1
6.
Ok
tober 201
8
am 19
.
Juli
2018
beim
Überholen eines
Berggän
gers
in ein uns
icht
bares Loch im Gras getreten,
daraufhin gestürzt sei und sich das linke Knie an
geschlagen habe
(
vgl.
Urk.
7
/1 Ziff. 3-4, Ziff. 6 und Ziff. 9).
Das am 1
5.
Oktober 2018 durchgeführte MRI
des linken Knies
ergab
unter ande
rem
einen feinen radiären Riss des medialen Meniskus am Übergang
des
Hinter
horn
s
zur Pars
intermedia
(
Urk.
7/3
).
Am 2
6.
November 2018 nahm PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, eine
arthroskopische
mediale
Teil
meniskektomie
vor (vgl.
Urk.
7/21/3-4).
Mit Verfügung vom
7.
Januar 2019 stellte die SWICA gestützt auf die Aktenbe
urteilung durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
vom
2
0.
No
vember 2018 (vgl.
Urk.
7/9/4-7) und vom
1
6.
Dezember 2018
(vgl.
Urk.
7/26/
2-5)
,
wonach
der Status quo sine zwei Wochen nach
dem Anpralltraum
a
erreicht gewesen sei und
die darüber hinaus bestehenden Beschwerden degenerativer Na
tur seien
,
die Leistungen rückwirkend per
2.
August 2018 ein (
Urk.
7/29
). Die vom Versicherten am
5.
Februar 2019 erhobene Einsprache (
Urk.
7/32/1
) wies die SWICA mit
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Februar 2019 ab (
Urk.
7/36
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
25
.
März 2019
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
28. Februar 2019
(Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und
es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilbehandlungen zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 1 f.
).
M
it Beschwerdeantwort vom 3
0
.
April 2019 (Urk. 6
) beantragte die S
WICA
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
2.
Mai 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Än
derung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Septem
ber 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers.
Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zu
letzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versi
cherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder le
diglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers.
Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Kör
perschädigung zu berücksichtigen.
Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden
. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit -
nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen
ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen er
übrigen (E. 8.6).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1
.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
dass vorliegend nicht bestritten werde, dass ein Unfall im Rechtssinne stattgefun
den habe. Gestützt auf die Aktenbeurteilung von
Dr.
A._
sei jedoch festzuhal
ten, dass der Unfall nicht geeignet gewesen sei, eine Meniskusläsion zu verursa
chen und dass die Folgen
des Knieanpralls nach zwei Wochen abgeheilt gewesen
seien
. Da der Unfallbegriff erfüllt sei, komme die vom
Beschwerdeführer
ange
sprochene Regelung gemäss
Art.
6
Abs.
2
UVG
nicht zum
Tragen
. Des Weitere
n
müssten gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG lediglich Leistungen erbracht werden, sofern die Listenverletzung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurück
zuführen sei.
Aufgrund dessen, dass
Begleitverletzungen wie Bandläsionen und
Bonebruise
fehlten, sei gemäss
der
Aktenbeurteilung von
Dr.
A._
von einer vorwiegend degenerativen Genese auszugehen, womit keine Leistungspflicht
über den
2.
August 2018 hinaus
bestehe (S. 3 f.
Ziff.
3.
5-9
).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass er bis vor dem Unfall Strassenrennen (10 km bis Marathon) gelaufen sei und dies ohne Probleme. Er habe den
Marathon
B._
vom Jahr 2017 in seiner Al
terskategorie sogar überlegen gewonnen. Es habe damit keine Spur von Schmer
zen oder Degenerationserscheinungen bestanden. Mit solchen wäre ein entspre
chendes Training gar nicht möglich gewesen
(S. 1)
.
Gemäss den Aussagen von PD
Dr.
Z._
liege i
n seinem Fall die Degenera
tion weit unter dem Durchschnitt von Patienten seiner Altersgruppe. Eine höchst
wahrscheinliche Degeneration, wie sie
Dr.
A._
festhalte, sei nicht ausgewiesen (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
19
.
Juli 2018 über den 2
.
August 2018
hinaus eine Leistungspflicht trifft
.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Radiologie und Nuklearmedizin, führte nach am
1
5.
Oktober 2018 durchgeführtem
MRI
des linken Knies in ihrem glei
chentags erstellen Bericht (
Urk.
7/3) aus,
dass der Beschwerdeführer am 1
9.
Juli 2018 auf das linke Knie gestürzt sei und seit
her
medial Schmerzen habe.
Im MRI des linken Knies zeige
sich ein feiner radiärer Riss am Übergang des
Hinterhor
n
s
zur Pars
intermedia
des medialen Menis
k
us sowie ein Ödem um die distalen
Pes
anserinus
Sehne
,
am ehesten erklärt durch eine
Peritendinitis
.
Dr.
C._
führte aus, dass d
as Ödem entla
n
g des medialen Seitenbandes durch die
Pes
anserinus
Peritendinitis
bei Fehlen einer eigentlichen Narbe oder
Auffa
serung
des Seitenbandes
erklärt wäre. Es
fänden
sich
wenig G
e
le
nkserguss
sowie leichte K
norpelschäden
femoropatellär
und eine leichte
Trochleadysplasie
.
Dr.
C._
hielt
weiter
fest, dass sich keine Baker-Z
y
ste gezeigt
habe
.
Die Kreuz
bänder und das laterale Kollateralband seien normal gewesen. Es hätten sich leichte Oberflächen-Irregularitäten des Knorpels am
Patelladom
sowie feine ober
flächliche Einrisse medial
retropatellär
gezeigt sowie normale Knorpelflächen me
dial und lateral
femorotibial
.
Hinsichtlich der leichten
Trochleadysplasie
fänden sich keine Zeichen einer stattgehabten
Patellaluxation
.
Die
Quadrizepssehne
und der
Tractus
iliotibialis
seien unauffällig.
3.2
Gemäss der Bagatellunfall
-M
eldung v
om 1
6.
Oktober 2018 (
Urk.
7/1) sei
der Be
schwerdef
ührer am 1
9.
Juli 2018 beim Überhol
en eines
Berggängers
in ein un
sichtbares Loch im Gras
getreten
, daraufhin gestürzt und habe sich das linke Knie angeschlagen
(
Ziff.
4 und
Ziff.
6). Als Verletzung wurde ein Riss am linken Knie genannt (
Ziff.
9).
3.3
Der erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Allgemeine In
nere Medizin,
führte in seiner E-Mail vom 1
4.
November 2018 (
Urk.
7/4/1) aus, dass der Beschwerdeführer erstmalig am 1
5.
Oktober 2018 zu einer Konsultation gekommen sei. Dies
aufgrund von Schmerzen am linken Knie
nach einem Sturz am 1
9.
Juli 2018, die sich nicht
gebessert hätten
. Der Beschwerdeführer sei auf das linke Knie gestürzt und habe seither eine minime Schwellung und könne nicht mehr richtig Joggen. Zur Klinik führte
Dr.
D._
aus, es hätten sich im linken Knie ausgeprägte Schmerzen im linken Gelen
kspalt sowie ein minimer Gelenke
r
guss gezeigt, weiter eine
Druckdolenz
am medialen Seitenband und medialen
Pa
tellara
nd
. Die Flexion sei fast normal
wenn auch
endgradig
schmerzhaft. Das Extensionsdefizit liege bei 5 Grad. Abschliessend führte
Dr.
D._
aus,
er habe ein MRI organisiert
,
und
der Beschwerdeführer werde diese Woche noch von
Dr.
Z._
operiert
werden
. Vorzustandsakten betreffend das linke Knie habe er keine. Der Patient sei bis dato beschwerdefrei gewesen.
3.4
Dr.
A._
nannte in seiner Aktenbeurteilung vom 2
0.
November 2018 (
Urk.
7/9
/
4-7
) als Diagnose einen
Misstritt
am 1
9.
Juli 2018 mit/bei
Radiärriss
am linken Innenmeniskus,
Trochleadysplasie
links,
femoropatelläre
n
Knorpelschäden und ein
er
Peritendinitis
der distalen
P
es
anserinus
-Sehne (S. 2
Ziff.
2).
Dr.
A._
führte aus, dass die vom Versicherten subjektiv
g
eklagten Beschwerden hinrei
chend durch das MRI und den Untersuchungsbefund objektiviert seien (S. 2
Ziff.
3).
Unfallbedingt könne nicht mehr mit einer namhaften Besserung der Ge
sundheitsschädigung gerechnet werden. Der Meniskusriss sei mit hoher Wahr
scheinlichkeit vorbestehend, für eine Meniskusverletzung fehle ein adäquates Distorsionstrauma. Im MRI habe sich der Kapsel-Bandapparat weitgehend unauf
fällig gezeigt. Auch ein
Stauchtraum
a
könne aufgrund des fehlenden a
däquaten Knochenmarksignals ausgeschlossen werden (S. 2
Ziff.
5).
Die
beschriebene Flüs
sigkeit spreche für eine
Peritendinitis
und nicht f
ür ein traumatisches Geschehen
(S. 3
Ziff.
6).
Ein geringes Anprallt
rauma vorausgesetzt, könne der S
tatus quo sine spätestens zwei Wochen nach dem angeschuldigten Trauma vom 1
9.
Juli 2018 angenommen werden, da aufgrund der
beschriebenen
degenerativen Ver
änderungen früher oder später die Beschwerden mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auch ohne da
s Trauma aufgetreten wären (S. 3
Ziff.
6.5
).
Dr.
A._
führte aus, dass
mit dem Meniskusriss eine Listenverletzung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG vor
liege
(S. 3
Ziff.
7)
.
Die
se
Schädigung
sei
im gesamten Ur
sachenspektrum vorwiegend (über 50
%
) auf Abnützung zurückzuführen.
Zum einen sei der Versicherte gut 64 Jahre alt
,
und ein grosser Anteil der Bevölkerung habe auch ohne Unfall in diesem Alter Veränderungen an den Menisken
. Z
um anderen fehle ein adäquates Trauma. Beim Versicherten bestehe ausserdem ein chronischer
Reiz an der distalen Sehne des
P
es
anserinus
,
was auch das Ödem entlang des medialen Seitenbandes erkläre. Ausserdem bestünden Knorpelschä
den
femoropatellär
und eine angeborene
Trochleadysplasie
. Alle diese Faktoren zusammengenommen ergäben das Ergebnis einer überwiegend wahrscheinliche
n Degeneration im Innenmeniskus (S. 4 oben).
S
ofern Zweifel an der Degeneration des Innenmeniskus bestünden,
sei es
für den operierenden Kollegen ein Einfaches, den resezierten Meniskusanteil dem Pathologen mit der Frage nach degenerativen Veränderungen zur Begutachtung zuzuschicken (S. 4
Ziff.
9).
3.5
PD
Dr.
Z._
nannte in seinem Operationsbericht vom
2
6.
November 2018 (
Urk.
7/21/3-4)
als Diagnose eine mediale
Meniskushinterhornläsion
links
und
führte aus, es sei
en
eine diagnostische Kniearthroskopie links und eine
arth
roskopische
mediale
Teilmeniskektomie
durchgeführt worden (S. 1 Mitte).
Dem Bericht lässt sich entnehmen, dass unauffällige Knorpelverhältnisse
pa
tellofemoral
bei regelrechter
Patellaführung
vorgelegen hätten
. Im Übergang Kor
pus zum
Hinterhorn
habe sich eine instabile Meniskusrissbildung mit Indikation zur
Teilmeniskektomie
gezeigt, bei unauffälligen Knorpelbelägen
femorotibial
.
PD
Dr.
Z._
führte aus, dass da
s vordere Kreuzband intakt gewesen
sei
. Es h
ätten
sich eine reizlose
Plica
infra
patellaris
gezeigt sowie ein intakter
Aussen
meniskus und intakte
Knorpelbeläge
femorotibial
(S. 2
oben).
3.6
Dr.
A._
nannte
nach Vorlage des Operationsberichtes vom
2
6.
November 2018 (vgl. vorstehend E. 3.5
) sowie der Bilder der Arthroskopie (vgl.
Urk.
7/23/3-4,
Urk.
7/24/3-4
) in
seiner
Beurteilung vom 1
6.
Dezember 2018 (
Urk.
7/26/2-5)
als
ergänzende
Diagnose
einen
Status nach
Teilmeniskektomie
am 2
6.
November 2018 (S. 2
Ziff.
2).
I
m Wesentlichen
wiederholte er
seine bereits im Rahmen der
Beurteilung vom
2
0.
November 2018
gemachten
Ausführungen
(S. 2 f
f
.
Ziff.
1-8
).
Dr.
A._
führte
zur E-Mail des Versicherte
n vom 2
9.
November 2018 (vgl.
Urk.
7/19)
aus, dass lediglich aufgrund von Fotos eine Degeneration des Menis
k
us nicht beurteilt werden könne. Die Degenerati
o
n müss
e
entweder klinisch mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
- wie hier geschehen -
mittels MRI oder am besten durch den Pathologen vorgenommen werden. Dies sei leider un
terblieben. Die intraoperativ angefertigten Operationsbilder zeigten lediglich einen Meniskusriss und danach den Meniskus nach Abtragung. Inwieweit sich die gesunde Lebensweise auf die Menisken auswirke, sei nicht erforscht. Dass bis zum Unfall keinerlei Beschwerden am linken Knie bestanden hätten
,
sei nicht besonders glaubhaft, da das MRI deutliche Überlastungen (
Peritendinitis
) zeige. Zudem sei diese Aussage für die Beweisführung völlig
unerheblich (
post
hoc
ergo
propter
hoc; S. 4
Ziff.
9).
4.
4.1
Die Beschwerde
gegnerin
stellte sich gestützt auf die Aktenbeurteilung
en
durch
Dr.
A._
vom 2
0.
November und vom 1
6.
Dezember 2018
(vgl. vorstehend E.
3.4 und E. 3.6)
auf den Standpunkt, dass das Unfallereignis vom
1
9.
Juli 2018
nicht geeignet gewesen
sei
, eine Meniskusläsion zu verursachen
und die Folgen des
Anpralltraumas
nach zwei Wochen abgeheilt gewesen
seien
.
S
pätestens am
2.
August 2018 sei die Kausalität und damit ihre Leistungspflicht weggefallen.
Da ein Unfallereignis im Rechtssinne bejaht w
erde
, sei im Übrigen eine Leistungs
pflicht gestützt auf
Art.
6
Abs.
2
lit
. c UVG nicht zu prüfen
(vgl. vorstehend
E.
2.1)
.
Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend, dass kein Vorzustand be
standen hätte, zumal er vor dem Unfallereignis beschwerdefrei gewesen sei und auch Marathonläufe erfolgreich habe absolvieren können (vgl. vorstehend E. 2.2).
4.2
Vorab stellt sich die Frage, ob die über den
2.
August 2018 hinaus
beim Be
schwerdeführer bestehenden
Kniebeschwerden in einem natürlichen Kausalzu
sammenhang
(vgl. vorstehend E. 1.
3-4
)
zum Unfall vom 1
9.
Juli 2018 stehen.
Dr.
A._
brachte
in seinen Beurteilungen vom 2
0.
November und vom
1
6.
De
zember 2018
(vgl. vorstehend E. 3.4 und E. 3.6)
im Wesentlichen vor, dass das Ereignis vom
1
9.
Juli 2018
nicht geeignet gewesen sei, einen Meniskusriss zu verursachen
, zumal es
an einem adäquaten Distorsionstrauma fehle und es sich
lediglich um ein Anpralltrauma gehandelt habe.
Diese Aussage stimmt überein mit der Aktenlage, wonach lediglich von einem Anschlagen des Knies
,
jedoch nicht von einem Verdrehen des Knies die Rede war.
So führte der erstbehandelnde Arzt
Dr.
D._
in seiner E-Mail vom 1
4.
November 2018 (vgl. vorstehend E. 3.3) nach Konsultation des Beschwerdeführers am 1
5.
Oktober 2018 aus, dass der Be
schwerdeführer auf das linke Knie gestürzt sei. Dies entspricht auch der Beschrei
bung des Unfallhergangs in der Bagatellunfall-Meldung vom 1
6.
Oktober 2018 (vgl. vorst
ehend E. 3.2)
und
den Angaben von
Dr.
C._
nach am
1
5.
Oktober 2018 durchgeführtem
MRI des linken Knies (vgl. vorstehend E. 3.1).
Auch der Beschwerdeführer führte gemäss der Telefonnotiz vom 1
4.
November 2018 (vgl.
Urk.
7/5) aus, er sei am 1
9.
Juli 2018 in ein Loch getreten und direkt auf das linke Knie gestürzt.
Wie
Dr.
A._
zu Recht festhielt
,
spricht auch das isolierte Auftret
en des Menis
kusrisses ohne die
bei
eine
m
Verdrehtrauma
zu erwartende
n
Läsion
en
des
Kapsel
-
und
Bandapparates
gegen ein
e
Unfallkausalität
. Dass das Anpralltrauma von der Intensi
tät den Grad eines
Stauchtraumas
erreicht hätte, verneinte
Dr.
A._
in nachvollziehbarer Weise mit dem Fehlen eines
adäquaten Knochenmarksignales.
D
ie
im MRI
beschriebene Flüssigkeit
führte
er
auf die
Peritendinitis
und nicht
auf
ein traumatisches Geschehen
zurück.
Auch aus dem Operationsbericht von PD
Dr.
Z._
vom
2
6.
November 2018 (vgl. vorstehend E. 3.5) ergeben sich keine Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
A._
.
In ihrer E-Mail an den Beschwerdeführer vom 2
8.
November 2018 (
Urk.
3/2)
riet
die Sekretärin von PD
Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer zur Anfechtung des Ent
scheides der Beschwerdegegnerin,
führte
aber
gleichzeitig aus, dass PD
Dr.
Z._
die Unf
allkausalität nicht bestätigen könne,
da ihm das nicht zust
ünde
.
Die Beschwerdegegnerin könne im Anschluss höchstens die Bilder der Arthroskopie anfordern
.
Dr.
A._
hielt jedoch nach Einsicht in die Bilder der
Arthroskopie
in seiner
Beurteilung vom 1
6.
Dezember 2018 fest, dass lediglich aufgrund von Fotos keine Degeneration des Meniskus beurteilt werden könne.
Was die Vorbringen des Beschwerdeführers gegen die Beurteilung von
Dr.
A._
anbelangt
(vgl. vorstehend E. 2.2)
, ist er
hinsichtlich seiner
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheit
liche Schädigung schon
dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist,
darauf hinzuweisen
dass diese
beweisrechtlich nicht zu
lässig ist und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass
er bis vor
dem Unfall Strassenren
nen und M
arathon gelaufen
sei
, welches
seiner Ansicht nach
beleg
e, dass er keine Degenerationserscheinungen habe, kann
ihm nicht gefolgt werden
. So spricht
vorliegend die
im MRI vom
1
5.
Oktober 2018
ersichtliche
Pes
anserinus
Peritendi
nit
i
s
(vgl. vorstehend E. 3.1)
für ei
ne Überlastung
,
und die Marathonläufe
und das entsprechende Training
begünstigen eher die Vermutung für das Vorliegen von Abnützungserscheinungen.
In seiner Beurteilung vom 1
6.
Dezember 2018 (vgl. vorstehend E. 3.6) bezweifelte
Dr.
A._
überdies, dass der Beschwerdefüh
rer in Anbetracht der im MRI deutlichen Überlastung (
Peritendinitis
) bis
zum Un
fall keinerlei Beschwerden am linken Knie
gehabt h
abe
n soll
.
Nach dem Gesagten kann auf die Aktenbeurteilung von
Dr.
A._
vom
2
0.
No
vember 2018 (vgl. vorstehend E. 3.4) und vom 1
6.
Dezember 20
18 (vgl. vorste
hend E. 3.6)
abgestellt werden, zumal keine
,
auch nur geringe Zweifel an der versicherungsinternen Beurteilung bestehen
(vgl. vorstehend E. 1.5
)
. Dem
nach kam es beim Unfallereignis
vom 1
9.
Juli 2018
nur zu einem Anpralltrauma
,
des
sen Folgen nach zwei Wochen als abgeheilt zu betrachten sind.
4.3
Was die Prüfung von
Art.
6
Abs.
2 UVG anbelangt
,
hat das Bundegericht in sei
nem Urteil 8C_22/2019 vom 24 September 2019
E. 9.1
festgehalten, dass, sofern wie im hier gelagerten Fall der Unfallversicherer zwar ein
en
Unfall im Sinne von
Art.
4
ATSG
anerkannt hat
,
gemäss den Abklärungen
der diagnostizierte Menis
kusriss
jedoch
nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen
ist
und der Nachweis dafür bereits erbracht wurde, dass das Unfallereignis
keine auch nur geringe Teilursache des Meniskusrisses bildet, damit gleichzeitig auch
erstellt ist, dass diese Listenverletzung vorwiegend, namentlich zu mehr als 50
%
,
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
Davon ist auch vorliegend auszugehen.
Demnach ist die Vermutung der Leistungspflicht gemäss
Art.
6
Abs.
2
UVG um
gestossen
,
und die Beschwerdegegnerin trifft keine Leistungspflicht über den
2.
August 2018
hinaus.
4.4
Aufgrund des Gesagten steht fest, dass der Meniskusriss nicht auf den Unfall vom
1
9.
Juli 2018
zurückzuführen ist. Damit hat die Beschwerdegegnerin auch gleich
zeitig die Vermutung
der Leistungspflicht gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG umgestos
sen. Der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.