Decision ID: 8e100ce8-798f-5089-b00a-de68049b246f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B. X., türkischer Staatsangehöriger, geboren am 10. Januar 1972, reiste am 13.
August 1986 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und ist seit dem 4.
September 1990 im Besitz der Niederlassungsbewilligung.
Am 25. Juli 1994 heiratete B. X. in der Türkei die Landsfrau L. K., geboren am 1.
Februar 1970. L. X. und die drei am 5. Mai 1995, 4. Dezember 1997 und 3. Februar
2009 in der Schweiz geborenen Kinder verfügen über die Niederlassungsbewilligung.
Am 17. September 1999 verwarnte die Fremdenpolizei (heute Migrationsamt) B. X., weil
sein Verhalten in finanzieller Hinsicht zu berechtigten Klagen Anlass gegeben hatte. Er
hatte Konkurs mit einer Verlustsumme von Fr. 61'000.-- erlitten (act. 35-36). B. X.
wurden schwerwiegende fremdenpolizeiliche Massnahmen in Aussicht gestellt, falls
sein Verhalten erneut zu berechtigten Klagen Anlass geben sollte (gerichtliche
Verurteilung oder neue Betreibungen und Verlustscheine).
In der Folge wurde B. X. wie folgt verurteilt:
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten vom 15. August 2006
(Vorakten, Blatt 109) wegen mehrfacher Hehlerei, begangen im Juni und November
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2004, zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten (abzüglich zwei Tage
Untersuchungshaft). Der Vollzug wurde bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer
Probezeit von zwei Jahren.
- mit Urteil des Landesgerichtes Feldkirch vom 13. November 2007 (Vorakten, Blatt
185) wegen mehrfachen Verbrechens und Vergehens gegen das österreichische
Suchtmittelgesetz, begangen im Zeitraum Ende 2002 bis Ende 2004, im Zusatz zum
Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten zu einer Freiheitsstrafe von zwei
Jahren.
- mit Entscheid des Kreisgerichtes Rheintal vom 17. Februar 2010 (Vorakten, Blatt 225)
wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121; abgekürzt
BetmG), des Vergehens gegen das BetmG und des versuchten In-Umlauf-Setzens
falschen Geldes, begangen in den Zeiträumen 2005 bis November 2007 bzw. Januar
bis Herbst 2008, in teilweisem Zusatz zum Urteil des Landesgerichtes Feldkirch und
zum Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten zu einer Freiheitsstrafe von drei
Jahren (abzüglich 104 Tage Untersuchungshaft). Die mit Strafbescheid des
Untersuchungsamtes Altstätten bedingt ausgefällte Strafe wurde vollziehbar erklärt.
In der Zeit vom 9. November 2007 bis 10. Januar 2008 verbüsste B. X. einen Teil der
ihm vom Landesgericht Feldkirch auferlegten Freiheitsstrafe, bevor diese am 10.
Januar 2008 zugunsten einer gesundheitsbezogenen Massnahme aufgehoben wurde.
Am 17. Februar 2009 wurde B. X. verhaftet, weil davon auszugehen war, dass er sich
nach seiner Entlassung aus der Justizanstalt Feldkirch wieder am Drogenhandel
beteiligt hatte (act. 223). Er befand sich bis 31. Mai 2009 in Untersuchungshaft und trat
am 1. Juni 2009 in den vorzeitigen Strafvollzug über. Am 7. Januar 2010 wurde B. X.
aus dem vorzeitigen Strafvollzug in die Freiheit entlassen, und am 16. Juni 2010 trat er
zum ordentlichen Strafvollzug in die Strafanstalt Saxerriet ein.
Am 20. Oktober 2010 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von
B. X. und wies ihn an, die Schweiz nach der Entlassung aus dem Strafvollzug zu
verlassen. Die Verfügung wurde im Wesentlichen damit begründet, B. X. habe in
strafrechtlicher Hinsicht zu schweren Klagen Anlass gegeben. Zudem sei er
verschuldet und seine Familie lebe seit August 2010 von Sozialhilfe.
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B./ Am 4. November 2010 erhob B. X., vertreten durch Rechtsanwalt B. M., S., gegen
die Verfügung des Migrationsamtes vom 20. Oktober 2010 Rekurs beim Sicherheits-
und Justizdepartement. Er stellte die Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und von einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei abzusehen.
Sodann sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu
gewähren und der unterzeichnete Rechtsanwalt sei als unentgeltlicher Rechtsbeistand
zu bestellen. Am 6. Dezember 2010 wurde B. X. die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung durch lic. iur. B. M., S., gewährt.
Im Verlauf des Rekursverfahrens reichte B. X. zwei Schreiben seines Landsmanns T. O.
Z. ein, mit welchen dieser B. X. belastende Aussagen widerruft. Sodann gab er ein
Schreiben seiner Stiefmutter zu den Akten, mit welchem sich diese für ihn einsetzt.
Ebenfalls im Verlauf des Rekursverfahrens, am 23. Dezember 2010, erging eine
Disziplinarverfügung des Amtes für Justizvollzug, weil B. X. gleichentags in der
Gärtnerei der Strafanstalt Saxerriet gegen einen Mitinsassen massive Beleidigungen
und Drohungen ausgestossen hatte. Es wurde u.a. Isolation und Zimmereinschluss am
23. Dezember 2010 angeordnet. Am 31. Januar 2011 gelangte B. X. mit einem
persönlichen Schreiben an die Vorsteherin des Sicherheits- und Justizdepartements
und teilte mit, er bereue sein bisheriges Verhalten und wisse nun, dass nur die Familie
wichtig sei. Am 18. März 2011 lehnte es das Amt für Justizvollzug ab, einer Anfrage von
B. X. betreffend Arbeitsexternat zu entsprechen.
Am 15. April 2011 schliesslich gelangte B. X. an das Kreisgericht Rheintal und ersuchte
um Gewährung der amtlichen Verteidigung für ein noch einzuleitendes
Wiederaufnahmeverfahren im Zusammenhang mit dessen Urteil vom 17. Februar 2010.
Gemäss Stellungnahme des Präsidenten des Kreisgerichts Rheintal vom 18. April 2011
ist das angestrebte Wiederaufnahmeverfahren offensichtlich unbegründet. Beim
Widerruf belastender Aussagen durch T. O. Z. handelt es sich nicht um eine neue
erhebliche Tatsache.
Am 12. Mai 2011 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von B. X.
ab. Die Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- wurde B. X. auferlegt, ist jedoch vom Kanton
zu tragen. Sodann wurde angeordnet, der Kanton habe lic. iur. B. M., S., zufolge
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unentgeltlicher Rechtsverbeiständung unter Kürzung der Kostennote mit Fr. 1'600.--
zuzüglich MWSt zu entschädigen.
C./ Am 30. Mai 2011 erhob B. X., wiederum vertreten durch lic. iur. B. M., S., gegen
den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 12. Mai 2011
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er stellte das Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Niederlassungsbewilligung sei nicht zu
widerrufen. Sodann stellte er das Gesuch, es sei ihm für das Beschwerdeverfahren die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Für die Zeit vom
30. Mai bis 10. Juni 2011 sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher
Rechtsbeistand zu bestellen, ab dem 10. Juni 2011 bis zum Abschluss des
Beschwerdeverfahrens Rechtsanwalt D. F., S.
Am 11. Juli 2011 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts B. X. die
unentgeltliche Rechtspflege und bestimmte Rechtsanwalt D. F., S., als unentgeltlichen
Rechtsbeistand.
Am 21. Juli 2011 bewilligte das Amt für Justizvollzug B. X. bei weiterhin klaglosem
Verhalten die bedingte Entlassung frühestens per 15. August 2011 unter der
Voraussetzung, dass er sich über eine Unterkunft und eine Tagesstruktur ausweisen
könne und sein Lebensunterhalt gesichert sei. Am 22. August 2011 wurde B. X.
mitgeteilt, weil die Bedingungen am 15. August 2011 nicht erfüllt gewesen seien, sei er
per 17. August 2011 bedingt entlassen worden. Der unverbüsste Strafrest betrage 376
Tage.
Mit der Beschwerdeergänzung vom 29. August 2011 reichte B. X. zwei Berichte der
Psychiatrie-Dienste Süd ein.
Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 1. September 2011 auf eine
Stellungnahme und beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben.
Am 29. November 2011 liess das Migrationsamt dem Verwaltungsgericht ein Schreiben
der Sozialen Dienste S. vom 25. November 2011 zukommen, aus dem hervorgeht,
dass B. X. seit 2. September 2011 bis auf weiteres zu hundert Prozent arbeitsunfähig
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ist. Die nach der Haftentlassung am 15. August 2011 angetretene Stelle gab er bereits
nach rund zwei Wochen auf.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer beantragt, er sei persönlich zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aufgrund der Akten,
weshalb auf die beantragte Befragung verzichtet werden kann.
3. Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdeführer habe sich seit mehr als 15 Jahren
ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufgehalten, weshalb die
Niederlassungsbewilligung nur aus Gründen nach Art. 63 Abs. 1 lit. b des
Ausländergesetzes (SR 142.20, abgekürzt AuG) und Art. 62 lit. b AuG widerrufen
werden könne (Art. 63 Abs. 2 AuG). Nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG kann die
Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer in
schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder äussere
Sicherheit gefährdet. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt
insbesondere bei Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen
Verfügungen vor und bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder
privatrechtlichen Verpflichtungen (Art. 80 Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [SR 142.201]). Nach Art. 62 lit. b AuG liegt
ein Widerrufsgrund vor, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Gefängnisstrafe
verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinn von Art. 64
oder Art. 61 des Strafgesetzbuches (SR 311.0) angeordnet wurde. Nach der
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine längerfristige Freiheitsstrafe bzw. ein
Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG vor, wenn eine ausländische Person zu einer
Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 379 ff.), wobei sich
die ein Jahr überschreitende Dauer einer längerfristigen Gefängnisstrafe auf ein
einziges Strafurteil stützen muss. Eine Zusammenrechnung von mehreren kürzeren
Strafen, die in ihrer Gesamtheit mehr als ein Jahr ausmachen, ist nicht zulässig (BGE
137 II 297 f.).
3.1. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen Behörde beim Entscheid über den Widerruf
der Niederlassungsbewilligung einen Ermessensspielraum. Der Tatbestand ist als
"Kann-Bestimmung" formuliert. Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die
zuständigen Behörden bei der Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration des Ausländers.
3.2. Der Beschwerdeführer anerkennt, dass er den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gesetzt hat. Fest steht, dass das Kreisgericht Rheintal
den Beschwerdeführer am 17. Februar 2010 wegen Verbrechens und Vergehens gegen
das Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121, abgekürzt BetmG) sowie wegen versuchten
In-Umlauf-Setzens falschen Geldes zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt
hat. Sodann wurde die mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Altstätten am
15. August 2006 bedingt aufgeschobene Gefängnisstrafe von fünf Monaten vollziehbar
erklärt. Bereits vor dieser Verurteilung war der Beschwerdeführer vom Landesgericht
Feldkirch einschlägig verurteilt worden. Die ausländerrechtliche Verwarnung vom
September 1999, die bedingt aufgeschobene Strafe wegen mehrfacher Hehlerei,
begangen im Juni und November 2004, und der Strafvollzug in Österreich hatten den
Beschwerdeführer nicht davon abgehalten, sich erneut strafbar zu machen. In
ausländerrechtlicher Hinsicht wiegt das Verschulden des Beschwerdeführers somit
schwer, zumal nach bundesgerichtlicher Praxis insbesondere bei Gewalt- und
Drogendelikten ein strenger Massstab anzulegen ist (BGE 125 II 521 ff. E. 4a/aa).
3.3. Der Beschwerdeführer erklärt vorerst, er habe auch den Widerrufsgrund von Art.
63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt (Ziff. 2 erster Satz der
Beschwerdebegründung vom 29. August 2011), bestreitet dies indessen in der Folge.
Zur Begründung führt er aus, es treffe zwar zu, dass seine Familie seit dem 1. August
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2010 vom Sozialamt S. unterstützt werde und dass gegen ihn seit seiner Verhaftung
mehrere Betreibungen eingeleitet worden seien. Der Beschwerdeführer führt die
Sozialhilfeabhängigkeit und die Betreibungen darauf zurück, dass die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) am 9. Juli 2010 eine
Verfügung vom 11. April 2006 aufgehoben habe, mit welcher ihm mit Wirkung ab
1. März 2004 eine ganze Invalidenrente zugesprochen worden sei, und dass auch die
Kinderzusatzrenten nicht mehr ausgerichtet würden (act. 265-268). Er macht geltend,
er habe gegen die Verfügung der SVA vom 9. Juli 2010 Beschwerde beim
Versicherungsgericht erhoben. Wenn die Beschwerde geschützt werde, sei er in der
Lage, seine Schulden zu begleichen. Hinzu komme, dass seine Ehefrau eine
Arbeitsstelle suche. Wenn sie eine finde, werde er sich um die Kinderbetreuung
kümmern. Mit dem Einkommen der Ehefrau und den IV-Leistungen werde es ihm auch
möglich sein, den Unterhalt seiner Familie zu bestreiten.
Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer seinen finanziellen Verpflichtungen nicht
nachkommt. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister waren am 14. Mai 2010
gegen ihn Forderungen im Betrag von insgesamt Fr. 33'305.-- in Betreibung gesetzt
(act. 230-231), darunter Steuerforderungen im Betrag von Fr. 9'964.70. Gemäss
Aktennotiz vom 30. September 2010 (act. 325) ist im September 2010 eine Betreibung
des Steueramtes S. im Betrag von Fr. 5'400.-- dazugekommen. Somit ist die
Vorinstanz mit Recht davon ausgegangen, der Beschwerdeführer habe im Sinn von
Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Ordnung
verstossen. In Betracht fällt in diesem Zusammenhang weiter, dass die Familie X.
gemäss Bestätigung des Sozialamtes S. vom 18. August 2010 (act. 258) seit dem
1. August 2010 ergänzend zu den ALV-Leistungen mit Sozialhilfe unterstützt worden
ist. Gemäss Angaben in der Beschwerde ist die Ehefrau des Beschwerdeführers in der
Zwischenzeit ausgesteuert worden, weshalb anzunehmen ist, die Familie sei weiterhin
und in erheblichem Mass von Sozialhilfe abhängig. Was die finanziellen Verhältnisse
des Beschwerdeführers anbetrifft, ist schliesslich von Bedeutung, dass die volle IV-
Rente, die Zusatzrente für die Ehefrau sowie die Kinderrenten (vgl. dazu act. 166), die
der Beschwerdeführer ab 1. März 2004 bezogen hatte, mit Verfügung der SVA vom 9.
Juli 2010 eingestellt und einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende
Wirkung entzogen worden ist. Sodann wurde der Beschwerdeführer verpflichtet, zu
Unrecht bezogene Leistungen zurückzuerstatten, worüber eine separate Verfügung
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ergehen werde. Weiter hat die SVA festgestellt, dass der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf IV-Rente habe (act. 265-268). Diese Anordnungen werden damit
begründet, der Beschwerdeführer habe die IV-Leistungen zu Unrecht erwirkt. Er sei
gewerblich tätig geblieben, so auch im Rahmen eines ausgedehnten Handels mit
illegalen Betäubungsmitteln (vgl. act. 163-167 und act. 245). Gemäss Verfügung der
SVA vom 9. Juli 2010 hat der Beschwerdeführer zudem seinen Landsmann T. O. Z.
instruiert, wie er sich verhalten müsse, um in den Genuss einer IV-Rente zu gelangen.
Eine forensische psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. C. B., Klinik B., C., habe
ergeben, dass der Beschwerdeführer - mit Ausnahme der vorübergehenden durch den
Kokainkonsum direkt induzierten Verhaltensstörungen - an keinem relevanten
psychischen Leiden leide oder gelitten habe (act. 267). Ein Strafverfahren gegen den
Beschwerdeführer betreffend Betrug der Invalidenversicherung ist am 13. November
2009 zwar aufgehoben worden, weil es am Tatbestandsmerkmal der Arglist fehlte. Den
Erwägungen dazu kann aber entnommen werden, dass der Beschwerdeführer die
begutachtenden Ärzte mit unwahren und erfundenen Tatsachen getäuscht hat und
dass dies nur möglich gewesen ist, weil für die Diagnose einzig auf seine Angaben
abgestellt wurde (act. 163-167). Auch wenn das Verfahren betreffend Renteneinstellung
noch nicht abgeschlossen und gemäss Angaben des Beschwerdeführers beim
Versicherungsgericht eine Beschwerde anhängig gemacht worden ist, bestehen somit
gewichtige Anhaltspunkte, wonach der Beschwerdeführer während Jahren zu Unrecht
Rentenleistungen bezogen und damit gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat.
Sodann kann nicht davon ausgegangen werden, IV-Leistungen würden in Zukunft zum
Lebensunterhalt der Familie des Beschwerdeführers beitragen.
Es ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer auch den Widerrufsgrund von Art. 63
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt hat, zumal er bereits im Jahr
1999 mit einer Verlustsumme von Fr. 61'000.-- Konkurs erlitten hatte, was zu einer
Verwarnung durch die Fremdenpolizei geführt hatte.
4. In jedem Fall rechtfertigt sich der Widerruf der Bewilligung nur, wenn die jeweils im
Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die entsprechende Massnahme auch
als verhältnismässig erscheinen lässt. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit
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sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen
(Art. 96 AuG, BGE 135 II 381 mit Hinweisen).
Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK)
und Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV)
garantieren den Schutz des Familienlebens, soweit die familiäre Beziehung tatsächlich
gelebt und intakt ist bzw. diese Garantien können verletzt sein, wenn einem Ausländer,
dessen Familienangehörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und das
Familienleben damit vereitelt wird (BGE 131 II 350 E. 5, 130 II 281 E. 3.1, vgl. auch
M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, Zürich 2009, N 12 in
Nr. 18). Dies trifft zu, wenn die verwandte Person das Schweizer Bürgerrecht oder eine
Niederlassungsbewilligung besitzt.
Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens ist nicht absolut. Nach Art. 8 Ziff. 2
EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1 geschützte Rechtsgut zulässig, wenn er gesetzlich
vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale
oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer. Die
EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen
an der Erteilung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen an deren
Verweigerung, wobei die öffentlichen Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass
sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der
Interessenabwägung sind die gesamten persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu
würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, die Integration in der Schweiz, die
verbleibende Beziehung zum Heimatstaat und straf- und fremdenpolizeilich verpöntes
Verhalten (Haefliger/Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die
Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263; vgl. auch VerwGE vom 30. November 2006 i.S.
U.K. mit Hinweisen in: www.gerichte.sg.ch). Von Bedeutung sind auch die Nachteile,
welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen würden, müssten sie dem
Betroffenen in dessen Heimat folgen (BGE 135 II 381 ff. mit Hinweisen).
4.1. Ausgangspunkt für die Interessenabwägung ist das Verschulden des Ausländers.
Dieses findet vorab im vom Strafrichter verhängten Strafmass seinen Ausdruck. Dabei
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sind umso strengere Anforderungen an die Schwere des strafrechtlichen Verschuldens
zu stellen, je länger ein Ausländer in der Schweiz gelebt hat. Zu berücksichtigen ist
auch, in welchem Alter der Ausländer in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem
Ausländer, der hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz
verbracht hat, ist bei Gewalt-, Sexual- und Betäubungsmitteldelikten bzw. bei
wiederholter Straffälligkeit eine Ausweisung jedoch nicht ausgeschlossen (BGE vom
17. Januar 2006 2A.571/2005 und BGE vom 6. Februar 2008 2C_488/2007 E. 2.2.1 je
mit Hinweis auf BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190). Unter Berücksichtigung aller
entscheidenden Umstände kann eine einzige Verurteilung wegen einer besonders
schweren Straftat zur Ausweisung führen.
4.1.1. Wie ausgeführt (vgl. Ziff. 3.2. hievor) wiegt das Verschulden des
Beschwerdeführers schwer. Das Kreisgericht Rheintal hat ihn am 17. Februar 2010
wegen An- und Verkaufs von rund 390 bis 400 g Kokain, Transports und Ausfuhr von
100 g Kokain nach Vorarlberg, Vermittelns und Treffens von Anstalten zum Erwerb von
220 g Kokain sowie Erlangens von 8'000 bis 10'000 Tabletten Ecstasy des
Verbrechens und Vergehens gegen das BetmG und wegen versuchten In-Umlauf-
Setzens falschen Geldes im Betrag von 10'000 € schuldig gesprochen und teilweise im
Zusatz zum Urteil des Landesgerichts Feldkirch vom 13. November 2007 und des
Strafbescheids des Untersuchungsamtes Altstätten vom 15. August 2006 zu einer
Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Im Zusammenhang mit der Strafzumessung
kann dem Urteil entnommen werden, der Beschwerdeführer habe zwischen Januar und
September 2008 als nichtsüchtiger Händler mindestens 150 g Kokain bei
Schwarzafrikanern gekauft und weiterverkauft, gemeinsam mit T. O. Z. und J. J.
Anstalten zum Erwerb von 220 g Kokain getroffen und überdies den Verkauf von 8 g
Kokain vermittelt. Straferhöhend wurde dem Beschwerdeführer angelastet, dass er im
Jahr 2008 neben dem Verbrechen gegen das BetmG auch noch ein Vergehen gegen
das BetmG begangen und sich des versuchten In-Umlauf-Setzens falschen Geldes
schuldig gemacht hatte. Letzteres zeige, dass der Beschwerdeführer, wenn es um den
eigenen Vorteil gehe, nicht nur die Gesundheit anderer Menschen, sondern auch das
Vertrauen der anderen Menschen in die Sicherheit des Zahlungsverkehrs als
nachrangig betrachte, weshalb eine Straferhöhung um fünf Monate angemessen sei.
Was das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse anbetreffe, müsse dem
Beschwerdeführer angelastet werden, dass er mit dem Urteil des Landesgerichtes
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Feldkirch vom 13. November 2007 schon eine einschlägige Vorstrafe aufweise. Dabei
falle in Betracht, dass er sich durch den damit verbundenen Teilvollzug der Strafe
offenbar überhaupt nicht habe beeindrucken lassen, sondern nach seiner Entlassung
aus der Justizanstalt Feldkirch sogleich weiter delinquiert habe. Strafmilderungsgründe
würden keine vorliegen, es könne dem Beschwerdeführer einzig zugute gehalten
werden, dass er einen Teil der von ihm begangenen Straftaten anerkenne.
4.1.2. Die Vorinstanz geht davon aus, insbesondere die einschlägige Vorstafe und der
Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits kurz nach der Entlassung aus dem
Strafvollzug in Österreich wieder in den Drogenhandel eingestiegen sei, belege seine
kriminelle Energie. Sodann zeuge die Tatsache, dass er seine Tätigkeit im
Drogengeschäft nach wie vor bagatellisiere, von Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit.
Vor diesem Hintergrund müsse davon ausgegangen werden, dass er die öffentliche
Sicherheit und Ordnung auch in Zukunft verletzen oder gefährden werde. Das
Verschulden des Beschwerdeführers sei nicht nur angesichts der Art der begangenen
Delikte und der Tatumstände als schwer zu bezeichnen, sondern auch angesichts der
verhängten Strafe. Daher bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse an der
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. Selbst ein geringes
Rückfallrisiko könne nicht hingenommen werden.
4.1.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass sein Verschulden nach dem Urteil
des Kreisgerichts Rheintal vom 17. Februar 2010 schwer wiegt. Er hält aber dafür, es
rechtfertige sich, dieses zu relativieren. Abgesehen davon, dass im
ausländerrechtlichen Verfahren regelmässig kein Raum besteht, die Beurteilung des
Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (BGE vom 6. Februar 2008
2C_488/2007 mit Hinweisen), ist der Einwand des Beschwerdeführers, er sei von 2002
bis 2007 drogenabhängig gewesen und habe damals in Österreich mit Drogen
gehandelt, um die Sucht zu finanzieren, im Urteil des Landesgerichtes Feldkirch vom
13. November 2007 berücksichtigt worden. Damit wurde der Beschwerdeführer zu
einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, weil er rund 4 1⁄2 kg Haschisch mit
mindestens 180 g reinem THC sowie rund 700 g Kokain mit mindestens 280 g reiner
Kokainbase verkauft, darüber hinaus Beihilfe zur Einfuhr von rund 1 kg Haschisch mit
mindestens 40 g reinem THC geleistet sowie Suchtgift in unbekannter Menge zum
Eigenkonsum erworben hatte. Wie sich aus dem Urteil des Kreisgerichts Rheintal vom
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17. Februar 2010 (S. 32) ergibt, hat das Landesgericht Feldkirch dem
Beschwerdeführer "die durch Suchtgiftergebenheit bedingte Einschränkung der
Zurechnungsfähigkeit" strafmildernd zugute gehalten. Auch der Einwand des
Beschwerdeführers, dem Urteil des Kreisgerichts Rheintal vom 17. Februar 2010 liege
eine falsche Beweiswürdigung zugrunde, weil ihn T. O. Z. falsch belastet habe, ändert
am Umstand nichts, dass sein Verschulden als schwer einzustufen ist. Die
Behauptung, er habe sich nicht als Drogendealer betätigt, sondern seinem damaligen
Kollegen T. O. Z. lediglich unentgeltliche Freundschaftsdienste geleistet, indem er sich
als Chauffeur und Vermittler zur Verfügung gestellt habe, widerspricht dem Urteil des
Kreisgerichts Rheintal vom 17. Februar 2010. Daran ändert nichts, dass T. O. Z. mit
Schreiben vom 30. August 2010 und 22. November 2010 auf den Beschwerdeführer
belastende Aussagen, die er im Rahmen des Strafverfahrens gemacht hatte,
zurückgekommen ist.
4.1.4. Was die Prognose bezüglich seines künftigen Verhaltens anbetrifft, hält der
Beschwerdeführer fest, bei ihm bestehe keine Rückfallgefahr. Er habe seine Strafe
verbüsst und sei seit mehr als drei Jahren nicht mehr straffällig geworden. Sodann
habe er sich während des Strafvollzugs wohlverhalten. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers reicht die Tatsache allein, dass er seit dem Jahr 2008 nicht mehr
straffällig geworden ist, nicht aus, um die erheblichen Bedenken, zu denen er aufgrund
seines Verhaltens in früheren Jahren Anlass gibt, auszuräumen. In Betracht fällt in
diesem Zusammenhang, dass er sich seither grösstenteils nicht in Freiheit, sondern in
Haft befand. Nachdem er im Februar 2009 verhaftet und im Rahmen der
Untersuchungshaft zur Begutachtung in die Psychiatrische Klinik B. überführt worden
war (act. 165), war er in der Zeit vom 1. Juni 2009 bis 7. Januar 2010 im vorzeitigen
Strafvollzug und am 16. Juni 2010 trat er in die Strafanstalt Saxerriet ein, wo er am
17. August 2011 bedingt entlassen wurde (act. 159, Verfügung des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 21. Juli 2011 und Schreiben des Amtes für Justizvollzug vom
22. August 2011). Auch vermag der Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss
Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements vom 21. Juli 2011 aus der
Strafanstalt Saxerriet bedingt entlassen worden ist, weil er sich weitgehend korrekt
verhalten hat und nur einmal wegen einer verbalen Auseinandersetzung mit einem
Mitinsassen diszipliniert werden musste, die Rückfallgefahr nicht auszuschliessen,
zumal dem Wohlverhalten in Unfreiheit praxisgemäss nur untergeordnete Bedeutung
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zukommt (BGE vom 4. April 2006 2A.688/2005 i.S. X. mit Hinweisen). In Betracht fällt
weiter, dass der Beschwerdeführer keine glaubwürdigen Aussagen dazu macht, wie er
die Zukunft in Freiheit zu verbringen gedenkt, und dass zur Zeit weder er noch seine
Ehefrau über Einkommen verfügen, um den finanziellen Unterhalt der Familie zu
bestreiten. Während die Ehefrau des Beschwerdeführers gemäss Angaben in der
Beschwerde ausgesteuert ist und eine Arbeitsstelle sucht, sind dem Beschwerdeführer
letztmals im Juni 2009 IV-Leistungen ausbezahlt worden (act. 166). Der
Beschwerdeführer, der gemäss Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements
vom 21. Juli 2011 während des Strafvollzugs in der Industrie und in der Gärtnerei
beschäftigt gewesen ist, strebt wie ausgeführt die Aufhebung der Verfügung der SVA
vom 9. Juli 2010 betreffend Einstellung von IV-Leistungen an und macht geltend, wenn
seine Ehefrau eine Arbeitsstelle gefunden habe, werde er sich um die Kinderbetreuung
kümmern. Er habe keinen Kollegenkreis mehr und werde nur ab und zu mit seinem
Bruder Kemal X. unterwegs sein. Abgesehen davon, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers zur Zeit keine Arbeitsstelle hat und dem Beschwerdeführer, wie
ausgeführt, seit dem Jahr 2009 keine IV-Leistungen mehr ausgerichtet werden und er
mit der Rückforderung zu Unrecht bezogener IV-Leistungen konfrontiert sein dürfte, ist
diese Aussage nicht glaubwürdig. Gemäss Aufhebungsverfügung des
Untersuchungsrichters vom 13. November 2009 hat sich der Beschwerdeführer auch
während seiner "Krankheit" regelmässig im Ausgang getroffen, ist im türkischen Club
verkehrt, hat immer wieder Interesse an sportlichen und politischen Aktivitäten
bekundet, hat sich nächtelang in Table-Dance-Lokalen aufgehalten, ist bis vier Uhr früh
im Ausgang gewesen und hat Autofahrten unternommen (act. 165). Auch der Einwand
des Beschwerdeführers, die ausländerrechtliche Verwarnung vom 17. September 1999
dürfe ihm im Zusammenhang mit der Beurteilung der Rückfallgefahr nicht zum Nachteil
gereichen, hilft ihm nicht weiter. Zur Begründung führt er aus, sie sei zufolge finanzieller
Gegebenheiten ausgesprochen worden, die er nicht zu verantworten habe. Er sei im
Zusammenhang mit einem Geschäftsprojekt "über den Tisch gezogen worden". Auch
wenn diese Verwarnung lange zurückliegt, belegt sie doch, dass der Beschwerdeführer
auch damals in beträchtliche finanzielle Schwierigkeiten geraten war, hatte er doch
Konkurs mit einer Verlustsumme von Fr. 61'000.-- erlitten.
4.1.5. Es ergibt sich somit, dass die Vorinstanz mit Recht davon ausgegangen ist, das
Verschulden des Beschwerdeführers wiege in ausländerrechtlicher Hinsicht schwer
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und bezüglich seines künftigen Verhaltens könne keine gute Prognose gestellt werden.
Somit besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der
Schweiz.
4.2. Bei der Würdigung der privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in
der Schweiz hat die Vorinstanz berücksichtigt, dass er im August 1986, im Alter von
gut 14 Jahren, in die Schweiz gekommen ist und seit knapp 25 Jahren hier lebt. Sie
kam indessen zum Ergebnis, trotz langer Anwesenheit sei er hier insbesondere auch in
sozialer Hinsicht nicht integriert. Für diese Annahme sprechen nach Ansicht der
Vorinstanz die Verurteilungen wegen Drogenhandels sowie der Umstand, dass sich der
Beschwerdeführer weder von der ausländerrechtlichen Verwarnung noch von der
Probezeit der ersten Verurteilung, der Verbüssung von Untersuchungshaft und dem
Strafvollzug in Österreich habe beeindrucken lassen. Auch das familiäre Umfeld habe
ihn nicht davon abgehalten, weiter zu delinquieren. Nachdem sich der
Beschwerdeführer mindestens teilweise mit Landsleuten strafbar gemacht habe, sei
zudem davon auszugehen, dass er sich vorwiegend im Kreis von Landsleuten bewege.
Sodann hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer sei seit längerer Zeit beruflich
nicht mehr integriert und habe keine Arbeitsstelle in Aussicht.
Demgegenüber behauptet der Beschwerdeführer, er sei hier gut integriert. Zur
Begründung führt er aus, er habe zu seiner hier lebenden Stiefmutter eine sehr gute
Beziehung und er pflege Kontakt zu seinem ebenfalls in S. lebenden Bruder. Mit dem
Hinweis auf innerfamiliäre Kontakte allein vermag der Beschwerdeführer indessen nicht
glaubhaft darzulegen, dass sich sein ausserfamiliäres Umfeld nicht nur aus
Landsleuten zusammensetzt bzw. er ein breiter abgestütztes Beziehungsnetz hat.
Dafür, dass trotz langer Anwesenheit in der Schweiz nicht von einer erfolgreichen
sozialen Integration auszugehen ist, spricht auch, dass der Beschwerdeführer seit
Jahren im Berufsleben nicht mehr integriert ist. Demzufolge verfügt er über keine
Sozialkontakte, die sich daraus ergeben. Entgegen den Angaben in der
Beschwerdeschrift vom 29. August 2011 hat der Beschwerdeführer sodann hier zwar
zwei Jahre Realschule, nicht aber eine "Lehrausbildung" absolviert. Gemäss
Befragungsprotokoll vom 21. Juli 2009 hat er hier keine Berufslehre gemacht bzw. er
hat im Anschluss an die Schule bei mehreren Unternehmen als Lagerist gearbeitet
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(act. 238-240). In der Folge ist er gemäss eigenen Angaben arbeitslos geworden und
ab 1. März 2004 erhielt er eine ganze IV-Rente zugesprochen. In Betracht fällt auch,
dass die Angaben, die der Beschwerdeführer bezüglich seiner künftigen
Lebensgestaltung macht, nicht darauf schliessen lassen, er werde versuchen, sich in
die hiesige Gesellschaft besser zu integrieren. Wie ausgeführt, macht er geltend, er
bemühe sich nicht um eine Arbeitsstelle und werde sich vorwiegend zu Hause
aufhalten, weil er wegen eines psychischen Leidens nach wie vor arbeitsunfähig sei,
weshalb er gegen die Verfügung der SVA vom 9. Juli 2010 beim Versicherungsgericht
Beschwerde erhoben habe. Der Beschwerdeführer beruft sich in diesem
Zusammenhang auf einen Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 21. Juni 2010,
wonach er wegen "mittelgradiger depressiver Episode" in ambulanter integrierter
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung ist und wonach in diesem
Zusammenhang familiäre Probleme mit der Ehefrau bestehen und es regelmässig zu
verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen kommt. Er führt indessen aus, falls
seine Ehefrau eine Arbeitsstelle finde, werde er sich aber um die Kinderbetreuung
kümmern. Wie ausgeführt ist L. X., die nach Anmeldung durch den Beschwerdeführer
durch die Psychiatrie-Dienste Süd ambulant psychiatrisch-psychotherapeutisch
behandelt wird, entgegen der Annahme im Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom
29. Juli 2011 zur Zeit nicht berufstätig. Sodann ist nicht glaubwürdig, dass der
Beschwerdeführer den Kontakt mit Landsleuten abgebrochen und sich künftig
meistens zu Hause bei seiner Familie aufhalten will, um gegebenenfalls die
Kinderbetreuung zu übernehmen. Dagegen sprechen die Ausführungen in der
Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements vom 21. Juli 2011, wonach der
Beschwerdeführer seine Freizeit gerne mit Mitinsassen türkischer Abstammung
verbringt, weil er sich in der türkischen Sprache sicherer fühlt. Entgegen der
Behauptung in der Beschwerdeschrift vom 29. August 2011 ging die Vorinstanz somit
auch zu Recht davon aus, der Beschwerdeführer spreche besser Türkisch als Deutsch.
Schliesslich ist nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer, der sich auch in der
Schweiz in einem türkischstämmigen Umfeld bewegt, in der Türkei, wo er einen Teil
seiner Schulzeit verbracht hat, kein Beziehungsnetz mehr hat. Abgesehen davon, dass
er in der Heimat eine türkische Staatsangehörige geheiratet hat, bestreitet er nicht,
dass sein Vater und andere Verwandte dort leben (gemäss Eingabe vom 7. Juli 2011
Vater und Onkel, gemäss Befragungsprotokoll vom 21. Juli 2009 [act. 238-240] Vater,
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Mutter und Schwester), will mit diesen Personen aber keinen Kontakt pflegen. Auch an
dieser Aussage bestehen erhebliche Zweifel, zumal der Beschwerdeführer gemäss
Befragungsprotokoll vom 21. Juli 2009 (act. 238-240) wusste, dass seine Eltern, bei
denen er vor seiner Heirat in S. gewohnt hatte, in Istanbul in einer Eigentumswohnung
leben und dass sein Vater Rentner ist, die Mutter den Haushalt besorgt und die
Schwester bei den Eltern lebt und nicht berufstätig ist. Die Vorinstanz geht aber mit
Recht davon aus, dass dem mit der türkischen Lebensweise und der türkischen Kultur
vertrauten Beschwerdeführer die Rückkehr in die Heimat auch dann zuzumuten ist,
wenn er sich dort ein neues Beziehungsnetz aufbauen muss und die veränderten
Lebensumstände mit persönlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten verbunden
sind.
4.3. In Betracht fällt weiter, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der
Schweiz zu einer Trennung von seiner Ehefrau und den drei Kindern führt, sofern ihm
die Familie nicht nachfolgt. Eine Trennung ist aus Sicht des Beschwerdeführers
unzumutbar. Er begründet dies damit, es treffe nicht zu, dass L. X. den grössten Teil
ihres Lebens in der Türkei verbracht habe. Unbestritten ist indessen, dass die Ehefrau
des Beschwerdeführers im Jahr 1994 im Alter von rund 25 Jahren in die Schweiz
eingereist ist und dass sie demzufolge seit rund 17 Jahren hier lebt. Zutreffend ist, dass
die drei Kinder des Beschwerdeführers in der Schweiz geboren sind und über die
Niederlassungsbewilligung verfügen. Gemäss eigenen Angaben absolviert F., geboren
am 5. Mai 1995, eine Lehre, T., geboren am 4. Dezember 1997, geht hier zur Schule
und N., geboren am 3. Februar 2009, ist im Kleinkindalter. L. X. und die drei Kinder
müssen die Schweiz aber nicht verlassen, unabhängig davon, ob die Behauptung des
Beschwerdeführers zutrifft, seine Familienangehörigen seien hier gut integriert und
hätten zur Türkei keine Beziehungen mehr. Letzteres erscheint indessen
unwahrscheinlich. Zu berücksichtigen ist sodann, dass der familiäre Kontakt des
Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau und den Kindern in den letzten Jahren bereits
erheblich eingeschränkt war, weil er zufolge seines strafrechtlich relevanten Verhaltens
inhaftiert und demzufolge abwesend war. Der Beschwerdeführer wendet zwar ein,
dank grosszügigen Urlaubsregelungen habe er den engen Kontakt zur Familie
aufrechterhalten können und seine Ehefrau und er hätten sich darauf geeinigt, dass er
nach der Entlassung aus der Haft die Betreuung der Kinder übernehme, weil er ja
ohnehin keiner Erwerbstätigkeit nachgehen könne. Demgegenüber geht aus dem
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Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 29. Juli 2011 hervor, dass L. X. seit rund
eineinhalb Jahren praktisch alleinerziehend und bei der Bewältigung des Alltags
überfordert sei. Die "psychosoziale Belastungssituation" seiner Ehefrau ist in erster
Linie auf die Lebensweise des Beschwerdeführers zurückzuführen, weshalb er sie
selber zu verantworten hat. Wie ausgeführt, kann dem Beschwerdeführer bezüglich
seines künftigen Verhaltens sodann keine gute Prognose gestellt werden. Auch ist nicht
bekannt und wird nicht behauptet, er habe sich während den Jahren, als er IV-
Leistungen bezog und sich am Drogenhandel beteiligte und straffällig wurde, zum Wohl
seiner Familie um Kinderbetreuung und Haushalt gekümmert. Schliesslich geht aus
dem Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 21. Juni 2010 hervor, beim
Beschwerdeführer würden aggressive Impulsdurchbrüche auftreten, die vor allem
Auswirkungen auf das Familienleben hätten. In diesem Zusammenhang würden
familiäre Probleme mit der Ehefrau bestehen, wobei es regelmässig zu verbalen und
körperlichen Auseinandersetzungen komme. Diese Ausführungen stehen im
Widerspruch zur Behauptung des Beschwerdeführers, die Beziehung zu seiner Ehefrau
sei ungetrübt. Es bestehen deshalb nicht zuletzt aus diesem Grund ernsthafte Zweifel,
ob L. X. zur Bewältigung des Alltags zu Hause auf die Unterstützung des
Beschwerdeführers angewiesen ist und ob er gegebenenfalls geeignet und in der Lage
ist, in Abwesenheit seiner Ehefrau in verantwortungsvoller Weise für die Kinder zu
sorgen. Eine Verletzung von Art. 11 Abs. 1 BV, wonach Kinder und Jugendliche
Anspruch auf besonderen Schutz und Unversehrtheit und auf Förderung ihrer
Entwicklung haben, liegt jedenfalls nicht vor, wenn dem Beschwerdeführer die
Möglichkeit genommen wird, seine Kinder gegebenenfalls zu Hause mitzubetreuen.
Schliesslich kann im Gegensatz zur Auffassung des Beschwerdeführers wie ausgeführt
nicht damit gerechnet werden, wenn seine Ehefrau, über deren fachliche
Qualifikationen nichts bekannt ist, eine Arbeitsstelle finde, seien die finanziellen
Probleme der Familie gebannt bzw. Unterstützung mit Sozialhilfe sei nicht mehr
erforderlich.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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