Decision ID: 1a69bd62-aa4d-4de6-b9db-34b57c33966c
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit längerer Zeit Ergänzungsleistungen zu seiner ganzen IV-Rente
(EL-act. 94, D. 1). Mit Beschluss vom 4. Juni 2014 war für ihn eine
Begleitbeistandschaft nach Art. 393 Abs. 1 ZGB kombiniert mit einer
Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung gemäss Art.
394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB errichtet worden (EL-act. 98-2 ff., D. 1). Der
B._ AG war im Rahmen der Vertretungsbeistandschaft unter anderem die Aufgabe
übertragen worden, den Versicherten gegenüber der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen zu vertreten und die Zahlungsabwicklung der
Leistungsabrechnungen sowie allfälliger Rückforderungen etc. zu überprüfen bzw.
vorzunehmen.
A.a.
Die von der EL-Durchführungsstelle vergüteten Transportkosten beliefen sich im
Zeitraum Januar bis April 2017 auf Fr. 545.20 (Verfügung vom 19. Juni 2017, EL-act.
27, D. 1) und im Zeitraum Mai bis August 2017 auf Fr. 522.-- (Verfügung vom 23.
Oktober 2017, EL-act. 22, D. 1).
A.b.
Am 22. Januar 2018 stellte die Leiterin der AHV-Zweigstelle C._ der EL-
Durchführungsstelle ein Arztzeugnis von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychiatrie, zur "Weiterbearbeitung" zu (EL-act. 18-1 ff., D. 1). Auf einem "Begleitzettel"
hielt sie fest, dass sich die Transportkostenabrechnungen für den Versicherten auf ca.
Fr. 1'700.-- pro Jahr beliefen. Zwar würden die Transportkosten den Betrag eines
Generalabonnements (GA) für IV-Rentner von Fr. 2'480.-- pro Jahr nicht übersteigen.
Aber aufgrund des enormen jährlichen administrativen Aufwandes sowie der noch nicht
feststehenden Therapieorte bitte sie die EL-Durchführungsstelle darum, das Gesuch
um die Übernahme der Kosten für ein GA wohlwollend zu prüfen. Dr. D._ hatte im
A.c.
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beiliegenden Arztzeugnis vom 17. Januar 2018 (EL-act. 18-3, D. 1) festgehalten, dass
der Versicherte aufgrund seiner Krankheit wöchentlich mehrere ärztliche sowie
therapeutische Termine an diversen Orten wahrnehmen müsse. Der damit verbundene
erhebliche Reiseaufwand mit den öffentlichen Verkehrsmitteln verursache sehr hohe
Transportkosten. Deshalb bitte er darum, abzuklären, ob dem Versicherten ein GA
ausgestellt werden könne.
Am 28. Februar 2018 teilte die EL-Durchführungsstelle der B._ AG mit, dass sich
die Kosten für ein GA für IV-Rentner auf ungefähr Fr. 2'480.-- pro Jahr beliefen (EL-act.
14, D. 1). Für das Jahr 2017 seien Transportkosten im Betrag von Fr. 1'589.20
übernommen worden. Da die jährlichen Transportkosten zum heutigen Zeitpunkt zu
wenig hoch seien, könnten die Kosten für ein GA nicht übernommen werden.
A.d.
Mit Verfügung vom 1. März 2018 vergütete die EL-Durchführungsstelle die
Transportkosten für den Zeitraum September bis Dezember 2017 in der Höhe von
insgesamt Fr. 522.-- (EL-act. 13, D. 1).
A.e.
Am 13. März 2018 verlangte der Versicherte telefonisch eine anfechtbare
Verfügung betreffend die Ablehnung der Kostenübernahme für ein GA (EL-act. 12, D.
1).
A.f.
Mit Verfügung vom 14. März 2018 (EL-act. 11, D. 1) wies die EL-
Durchführungsstelle das Gesuch des Versicherten vom 17. Januar 2018 betreffend die
Übernahme der Kosten für ein GA für das Jahr 2018 ab. Zur Begründung hielt sie fest,
dass grundsätzlich nur die Kosten für ein Jahresabonnement übernommen werden
könnten, nicht jedoch die Kosten für ein GA, es sei denn, die ausgewiesenen Kosten
für die Transporte an verschiedene medizinische Behandlungsorte seien gleich hoch
oder höher als ein Jahres- oder Streckenabonnement. Die vom Versicherten
eingereichten Transportkosten für das Jahr 2017 lägen deutlich unter den Kosten für
ein GA. Aus diesem Grund werde die Kostenübernahme abgelehnt.
A.g.
Am 27. April 2018 erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 14.
März 2018 (EL-act. 6, D. 1). Er beantragte die Kostenübernahme für ein GA. Zur
Begründung machte er geltend, dass er auf eine finanzielle Entlastung angewiesen sei.
A.h.
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B.
Er benötige das GA im weitesten Sinne als Hilfsmittel "zum Ausbau und Festigung
sozialer Strukturen".
Mit Entscheid vom 23. Mai 2018 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
ab (EL-act. 2, D. 1). Zur Begründung führte sie an, dass lediglich ausgewiesene
Transportkosten vergütet werden könnten. Diese hätten sich im Jahr 2016 auf Fr.
1'809.60 und im Jahr 2017 auf Fr. 1'589.20 belaufen. Transportkosten, die nicht für
medizinische Transporte anfielen, wie etwa für die Unterhaltung sozialer Kontakte,
könnten nicht über Art. 14 ELG abgegolten werden. Diese Kosten seien in der
Lebensbedarfspauschale der jährlichen EL enthalten. Das Gesetz sehe keine
Pauschale für die Abgeltung von Transportkosten zur nächstgelegenen medizinischen
Behandlungsstelle vor.
A.i.
In einem an das Versicherungsgericht adressierten Schreiben vom 22./23. Juni
2018 hielt der Versicherte fest (act. G 1), dass er bei der EL-Durchführungsstelle einen
Antrag für ein GA gestellt habe. Es sei ihm nicht möglich, die Beschwerdefrist
einzuhalten. Zur Zeit des Erlasses des Einspracheentscheides sei er in einer
psychiatrischen Klinik hospitalisiert gewesen. Zudem habe er die angeforderten EL-
und Krankenversicherungsakten noch nicht erhalten. Einem beiliegenden Auszug aus
der Krankengeschichte war zu entnehmen, dass der Klinikeintritt am 4. April 2018
erfolgt war (act. G 1.3).
B.a.
Das Gericht behandelte das Schreiben vom 22. Juni 2018 als Beschwerde. Es
eröffnete dem Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 9. Juli 2018 eine
Nachfrist zur Beschwerdeergänzung (act. G 2). Der Beschwerdeführer liess die
Nachfrist unbenutzt verstreichen (vgl. act. G 3).
B.b.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 4.

Oktober 2018 mit Verweis auf die Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung
der Beschwerde (act. G 4).
B.c.
Am 16. Oktober 2018 räumte das Gericht dem Beschwerdeführer die Gelegenheit
ein, die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten einzusehen und
B.d.
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Erwägungen
1.
gegebenenfalls dazu Stellung zu nehmen (act. G 5). Der Beschwerdeführer liess die
Frist unbenützt verstreichen.
Am 22. März 2019 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht mit (act. G 7), dass er
sich von April 2018 bis Januar 2019 in stationärer Behandlung befunden habe. Er habe
Beschwerde erhoben, weil die Beschwerdegegnerin sein Gesuch um die Übernahme
der Kosten für ein GA trotz eines ärztlichen Attests abgelehnt habe. Wegen zu hoher
Fahrkosten sei er immer wieder gezwungen gewesen, Therapien zu unterbrechen. Er
fühle sich durch die Beschwerdegegnerin willkürlich behandelt. Zwischenzeitlich habe
die Beschwerdegegnerin der Leiterin der AHV-Zweigstelle C._ telefonisch
zugesichert, dass sie die Kosten für das GA übernehme. Die Beschwerdegegnerin sei
daher anzuweisen, ihm die Vergütung des GA schriftlich zu bestätigen.
B.e.
Am 10. Oktober 2019 bat das Gericht die Beschwerdegegnerin darum, die seit
dem Einspracheentscheid vom 23. Mai 2018 aufgelaufenen EL-Akten zuzustellen (act.
G 9). Die Akten gingen am 14. Oktober 2019 beim Gericht ein (act. G 10).
B.f.
Am 16. Oktober 2019 räumte das Gericht dem Beschwerdeführer die Gelegenheit
ein, in die neu angeforderten Akten Einsicht zu nehmen und gegebenenfalls dazu eine
Stellungnahme abzugeben (act. G 11). Der Beschwerdeführer verzichtete darauf.
B.g.
Am 4. Juni 2014 ist für den Beschwerdeführer eine Begleitbeistandschaft nach Art.
393 Abs. 1 ZGB kombiniert mit einer Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und
Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB errichtet
worden (EL-act. 98-2 ff., D. 1). Gemäss dem Beschluss der E._ vertritt die B._ AG
den Beschwerdeführer insbesondere gegenüber der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen. Grundsätzlich tangiert eine Vertretungsbeistandschaft die
Handlungsfähigkeit der betroffenen Person nicht. Eine Einschränkung der
Handlungsfähigkeit (Art. 395 Abs. 2 ZGB) muss im Dispositiv des
Errichtungsbeschlusses ausdrücklich aufgeführt werden (Patrick Fassbind, in: ZGB
Kommentar, 3. Auflage 2016, N 2 zu Art. 394). Dies ist hier nicht der Fall, weshalb der
Beschwerdeführer zur Beschwerdeerhebung legimitiert gewesen ist.
1.1.
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2.
Gemäss Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) muss die Beschwerde eine gedrängte
Darstellung des Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung
enthalten. Die formellen Anforderungen an eine Beschwerde sind gering (Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 4. Auflage 2020, N 85 zu Art. 61). Aus der Eingabe des
Beschwerdeführers vom 22. Juni 2018 geht sinngemäss hervor, dass er mit der
Ablehnung seines Gesuchs um die Übernahme der Kosten für ein GA für das Jahr 2018
nicht einverstanden ist. Damit hat er seinen Beschwerdewillen kundgetan. Aus der
Eingabe vom 22. Juni 2018 ergibt sich auch eine rudimentäre Begründung der
Beschwerde, nämlich dass er mit der von der Beschwerdegegnerin angeführten
Begründung für die Ablehnung seines Gesuchs nicht einverstanden ist. Eine
Darstellung des Sachverhalts ist dem vom Beschwerdeführer miteingereichten
Einspracheentscheid vom 23. Mai 2018 zu entnehmen, weshalb das Beharren auf einer
in der Beschwerdeschrift enthaltenen Sachverhaltsdarstellung überspitzt formalistisch
wäre. Die Eingabe vom 22. Juni 2018 ist somit als rechtsgenügliche Beschwerdeschrift
zu qualifizieren. Da auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Beschwerde einzutreten.
1.2.
Dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 23. Mai 2018 liegt die Verfügung
vom 14. März 2018 betreffend Krankheits- und Behinderungskosten zugrunde, mit
welcher die Beschwerdegegnerin die Übernahme der Kosten für ein GA für das Jahr
2018 abgelehnt hat.
2.1.
Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG, SR 831.30) vergüten die
Kantone den Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung ausgewiesene, im
laufenden Jahr entstandene Kosten für Transporte zur nächstgelegenen
Behandlungsstelle. Die Kantone bezeichnen die Kosten, die nach Absatz 1 vergütet
werden können. Sie können die Vergütung auf im Rahmen einer wirtschaftlichen und
zweckmässigen Leistungserbringung erforderliche Ausgaben beschränken (Abs. 2).
2.2.
Gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG SG (sGS 351.5) beschränkt sich der Anspruch auf die
Vergütung der ausgewiesenen Krankheits- und Behinderungskosten nach Art. 14 lit. a
bis g ELG auf die im Rahmen einer wirtschaftlichen und zweckmässigen
Leistungserbringung erforderlichen Ausgaben, soweit diese nicht von Versicherern und
Dritten gedeckt werden. Die Regierung regelt die Einzelheiten durch eine Verordnung
(Abs. 5). Gemäss Art. 14 Abs. 2 der kantonalen Verordnung über die Vergütung von
2.3. bis
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Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (VKB, sGS 351.53)
werden ausgewiesene Kosten für Transporte zum nächstgelegenen medizinischen
Behandlungsort vergütet. Vergütet werden die Kosten, die den Preisen der öffentlichen
Transportmittel (2. Klasse) für Fahrten auf dem direkten Weg entsprechen. Ist die
versicherte Person wegen ihrer Behinderung auf die Benützung eines anderen
Transportmittels angewiesen, werden diese Kosten vergütet. Demnach hat der
Beschwerdeführer Anspruch darauf, dass ihm die effektiven Kosten der einzelnen
Fahrten zur nächstgelegenen Behandlungsstelle im Nachhinein vergütet werden. Der
Beschwerdeführer hat folglich keinen Anspruch auf die Vergütung der Transportkosten
in der Form eines GA, denn dies würde bedeuten, dass der Beschwerdeführer im
Voraus eine pauschale Abgeltung der erwarteten Transportkosten erhalten würde. Eine
solche Vergütungsform ist durch den Gesetzes- und Verordnungstext nicht gedeckt.
Demnach ist die Höhe der pro Jahr effektiv anfallenden Transportkosten für die Frage,
ob der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 14 Abs. 1 lit. e ELG Anspruch auf die
Vergütung eines GA hat, gar nicht relevant. Der Beschwerdeführer hätte also auch
keinen Anspruch auf die Vergütung eines GA, wenn die in den Vorjahren vergüteten
Transportkosten die Kosten für ein GA überstiegen hätten bzw. wenn zu erwarten
gewesen wäre, dass die im Jahr 2018 anfallenden Transportkosten die Kosten für ein
GA übersteigen würden. Im vorliegenden Fall ist es sogar so, dass sich die für das Jahr
2017 vergüteten Transportkosten lediglich auf Fr. 1'589.20 belaufen haben.
Demgegenüber hat ein GA 2. Klasse für einen IV-Rentner im Jahr 2018 gemäss den
übereinstimmenden Angaben der Parteien Fr. 2'480.-- gekostet. Nichts deutet darauf
hin, dass der Beschwerdeführer für das Jahr 2018 mit einem derartigen Anstieg der
Transportkosten hat rechnen müssen, dass die Kosten der einzelnen Fahrten
gesamthaft höher ausfallen würden als die Kosten für ein GA 2. Klasse. Die Übernahme
der Kosten für ein GA für das Jahr 2018 gestützt auf Art. 14 Abs. 1 lit. e ELG würde im
vorliegenden Fall also auch dem gesetzlich verankerten Kriterium der Wirtschaftlichkeit
zuwiderlaufen.
In seiner Einsprache vom 27. April 2018 hat der Beschwerdeführer geltend
gemacht, dass er das GA im weitesten Sinne als Hilfsmittel "zum Ausbau und
Festigung sozialer Strukturen" benötige. Die Beschwerdegegnerin kann dem
Beschwerdeführer die Kosten für ein GA nur vergüten, wenn hierfür eine Grundlage im
Ergänzungsleistungsrecht besteht. Die Übernahme von Transportkosten ist in Art. 14
Abs. 1 lit. e ELG abschliessend geregelt. Die Transportkosten werden demnach
lediglich für Fahrten zu medizinischen Behandlungsorten vergütet. Da es sich bei Art.
14 Abs. 1 lit. e ELG um eine abschliessende Regelung handelt, können
Transportkosten, die einem EL-Bezüger anfallen, damit er seine sozialen Kontakte
2.4.
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3.
Der Beschwerdeführer hat in seiner Eingabe vom 22. März 2019 festgehalten, dass die
Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich eingelenkt habe und der Leiterin der AHV-
Zweigstelle C._ die Übernahme der Kosten für ein GA "angeboten" habe. Die
Beschwerdegegnerin sei daher anzuweisen, ihm die Vergütung des GA schriftlich zu
bestätigen. Gemäss Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen Einspracheentscheide oder
Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben
werden. Beschwerde kann auch erhoben werden, wenn der Versicherungsträger
entgegen dem Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen
Einspracheentscheid erlässt (Abs. 2). Aus Art. 56 ATSG ergibt sich, dass formlos
erlassene Entscheide grundsätzlich keinen Anfechtungsgegenstand bilden können (Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage 2020, N 4 zu Art. 56). Anfechtungsgegenstand
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der Einspracheentscheid vom 23. Mai
2018. Demnach ist das Gericht im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
befugt, den angefochtenen Einspracheentscheid auf seine Rechtmässigkeit und
Angemessenheit zu überprüfen. Nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden
Verfahrens bildet demgegenüber das angeblich von der Beschwerdegegnerin mündlich
geäusserte Angebot, die Kosten für ein GA nun doch zu übernehmen. Ausserdem hat
das Gericht keine aufsichtsrechtlichen Kompetenzen gegenüber der
Beschwerdegegnerin, weshalb es nicht befugt ist, der Beschwerdegegnerin Weisungen
zu erteilen. Auf den Antrag des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin sei
pflegen kann, nicht als Hilfsmittel im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. f ELG qualifiziert
werden. Abgesehen davon ist in Art. 15 VKB abschliessend geregelt, die Kosten
welcher Hilfsmittel einem EL-Bezüger (teilweise) vergütet werden. Die Kosten für die
Fahrten zur Pflege sozialer Kontakte fallen nicht darunter. Wie die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Einspracheentscheid festgehalten hat, sind die Transportkosten, die
für nicht medizinische Transporte wie die Pflege sozialer Kontakte anfallen, über die
Lebensbedarfspauschale (siehe Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG) gedeckt.
Da im Ergänzungsleistungsrecht keine Grundlage für die Übernahme der Kosten
für ein GA vorhanden ist, ist es auch irrelevant, ob ein behandelnder Arzt dem
Beschwerdeführer die Notwendigkeit eines GA bescheinigt hat oder nicht. Abgesehen
davon hat Dr. D._ lediglich darum gebeten, einen allfälligen Anspruch des
Beschwerdeführers auf die Übernahme der Kosten für ein GA zu prüfen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
die Vergütung der Kosten für ein GA für das Jahr 2018 hat.
2.5.
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St.Galler Gerichte
anzuweisen, ihm die Vergütung der Kosten für ein GA schriftlich zu bestätigen, kann
daher nicht eingetreten werden.
4.