Decision ID: 28806f8a-667e-546b-b693-d32d89ebbf95
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961
in
Y._
,
hat einen
Lehrabschluss als
Tex
t
ilfachfrau,
ist
verheiratet und Mutter zweier Kinder (geboren 1981 und
1991).
N
ach ihrer Einreise i
n die Schweiz im Jahr 1980
war sie
als
Produk
tionsm
itarbeiterin
in mehreren Betrieben tätig, zuletzt vor der erstmaligen Anmeldung bei der Invalidenversicherung in der Zeit vom
7.
Januar 1997 bis zum
7.
April 2005 (effektiv letzter Arbeitstag) bei der
Z._
A
G (Urk. 7/3, Urk. /16, Urk. 7/94/10
).
Am 24. Mai 2006 meldete sie sich unter
anderem wegen psychischer Prob
lem
e
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend IV-Stelle), klärte die medizi
nischen und beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ab und zog unter ande
rem ein Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 2
3.
November 2006
bei (Urk. 7/23)
. Gestützt darauf wies
sie
das Leistungsbegehren mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
8.
März 2007 mangels eines
relevanten
Gesundheitsschadens ab (Urk. 7/30).
In der Zeit ab Februar 2007 bis Ende Mai 2012 war die Versicherte teilzeitlich bei den
B._
im Bereich Housekeeping
(Mitarbeiterin Hausdienst
/Küche
)
tätig (Urk. 7/73/2,
Urk. 7/94/10,
Urk. 7/106/3-4
). Auf
ihr
erneutes Leistungsbegehren vom 1
0.
Februar 2009 (Urk. 7/34) trat die IV-Stelle mit ebenfalls unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 2
2.
Mai 2009 nicht ein (
Urk.
7/39).
1.2
Am 2
1.
Oktober 2011 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/45). Nach Abklärung der medizinischen und beruflichen Verhältnisse
sprach die IV-Stelle der Versicherten die
Kosten für ein
Aufbautraining
in der
Zeit vom
4.
Juni bis
zum
3
1.
Juli 2012
gut;
dieses wurde
von der Versicherten per 2
5.
Juni 2012 abgebrochen (
Urk.
7/62,
Urk.
7/72)
. In der Folge
holte
die IV-S
telle
von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin
,
und von
Dr.
med.
D._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein
bidisziplinäres
Gutachten
vom 3
0.
August
/
3.
September 2013
ein
(
Urk.
7/94-95; Ergänzung vom
8.
Oktober 2014,
Urk.
3/2). Gestützt darauf
verneinte
sie
nach durchgeführtem
Vo
rbe
scheidverfah
ren
(Urk. 7/115-116
)
bei einem Haushaltsanteil von 20 % und einem Erwerbsanteil von 80 %
b
ei einem Invaliditätsgrad
von
0
% einen Anspruch der Versicherten auf eine In
validenrente (Verfügung vom
7.
November 2014,
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am
9.
Dezember 2014 Beschwerde erheben (Urk. 1) mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). In pro
z
ess
ualer Hin
sicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Der Beschwer
de legte sie einen Bericht des
E._
vom 2
6.
September 2014 bei (
Urk.
3/1). In der Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2015 (Urk. 6) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 1
6.
August 2015 substantiierte die
Versicherte
ihren
Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
10). Am
4.
Oktober 2015 reichte
sie
eine
n Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, vom 2
3.
September 2015 ein
(
Urk.
13-14). Die IV-Stelle verzichtete auf eine Stellungnahme
dazu
(
Urk.
16).
Mit Verfügung vom
7.
Dezember 2015 bewilligte das Sozialver
sicherungsgericht das Gesuch der
Versicherten um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
17). Gleichzeitig wurde den Parteien Gelegenheit gege
ben, unter dem Blickwinkel der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den
Schmerz
störungen
ohne nachweisbare organische
Ursache und vergleichbaren psycho
somatischen Leiden
Stellung zu nehmen. Die IV-Stelle machte davon mit Ein
gabe vom 2
9.
Dezember 2015 Gebrauch (
Urk.
19). Mit Eingaben vom
8.
Januar und
1.
März 2016 reichte
die
Versicherte unter anderem einen
Austrittsbericht
der
Klinik G._
vom 3
0.
Dezember 2015 (
Urk.
21/1) und Berichte von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
3.
Mai und
5.
August 2013
ein
(
Urk.
25/1-2).
Die IV-Stelle
verzichtete diesbezüglich auf
eine weitere Stellungnahme
(
Urk.
23,
Urk.
27).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
G
emäss der mit BGE 130 V 352 begründeten und seither stetig weiter entwickel
ten Rechtsprechung
vermochten
eine somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang
mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (
Urteil des Bundesgerichts 9C_862/2014 vom 1
7.
September 2015, E. 2.2). Mit
BGE 141 V 281
wurde
die
se
Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. An der Rechtspr
echung zu
Art.
7 Abs. 2 ATSG -
ausschliessliche B
erücksichtigung der Folgen der
gesundh
eitlichen Beeinträchtigung und
objektivierte
Zumutbar
-
keits
prüfung
bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (
Art.
7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts. Die Anerkennung eines renten
-
begrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
-
grundlage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_427/2015 vom 2
9.
Dezember 2015, E. 3.2 mit Hinweisen).
Wie bis anhin kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
daher
nur relevant sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten
Gesundheitsbeein
trächtigung
ist.
Gemäss altem Verfahrens
-
standard
eingeholte Gutachten verlie
ren nicht per se ihren Beweiswert. Dabei fällt die Anerkennung einer
renten
begründenden
Invalidität nur in Betracht, wenn die Aktenlage ein stimmiges Gesamtbild zeichnet, das auf eine therapeutisch nicht angehbare funktionelle Behinderung schliessen lässt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2016 vom 1
8.
April 2016, E.5.1
).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IV
G)
.
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung (
IVV;
bis 3
1.
Dezember 2011: Abs. 4)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2
(bis 3
1.
Dezember 2011: Abs. 3)
dieser Bestim
mung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditäts
grades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchs
begründende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Beschwer
defall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet nicht die erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern die erneute Ablehnung eines Rentenanspruchs
nach der Neuanmeldung vom 2
1.
Oktober 201
1.
Zu prüfen ist daher analog einem Revisionsfall, ob sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der
anspruchsverneinenden
Verfügung vom
8.
März 2007 bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
7.
November 2014 in einem rentenbegründenden Ausmass verschlechtert hat.
Die
Eintretensfrage
an sich ist nicht zu prüfen, da die IV-Stelle auf die Neuan
meldung vom 2
1.
Oktober 2011 ohne
Weiteres
eingetreten ist.
2.2
Die IV-Stelle begründete die
angefochtene Verfügung
ausgehend vom
bidis
-
zipli
nären
Gutachten
von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vom 3
0.
August/
3.
September 2013
,
jedoch in Abweichung von dessen
Gesamtbeur
teilung
damit, der
Ver
-
sicherten
sei
eine
leidensangepasste
Tätigkeit
zu 100 % zumutbar, woraus ein Invaliditätsgrad von 0
% resultiere.
Demgegenüber
stellt sich
die Versicherte
auf den Standpunkt
, die rheumatolo
gische Beurteilung
des
bidisziplinären
Gutachtens
sei zu optimistisch
. Dagegen sei
dessen
psych
iatrische Beurteilung ausführlich und gut untermauert. Gemäss den von ihr eingereichten Arztberichten sei sie (zum grössten Teil) nicht arbeitsfähig.
3.
3.1
Im Gutachten vom 2
3.
November 2006, welches der ursprünglichen Verfügung vom
8.
März 2007 zugrunde lag, diagnostizierte
Dr.
A._
eine Neuras
thenie auf dem Hintergrund jahrelanger Überforderung durch Beruf, Familie und behinderten Sohn sowie eine Persönlichkeit mit
dependenten
Zügen (ICD-10:
F
48.0 und
F
60.7
;
Urk.
7/23), was die IV-Stelle nicht als
invalid
enversiche
rungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschaden qualifizierte (
Urk.
7/24/4
und
Urk.
7/25).
3.2
Die angefochtene Verfügung vom
7.
November 2014 basiert im Wesentlichen auf dem
bidisziplinären
Gutachten
von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vom 3
0.
August/
3.
September 2013 (
Urk.
7/94-95).
Dieses beruht auf einer rheumatologischen und
einer
psychiatrischen Unter
suchung
je
vom 2
8.
August 201
3.
Dabei
diagnostizierte
Dr.
C._
in seinem rheumatologischen Te
ilgutachten vom
3.
September 201
3 ein chronisches
Lum
bovertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung beidseits linksbetont mit einer
foraminalen
Diskusprotrusion
L4/5 rechts und
ei
ner medianen linkseitig betonten
Diskushernie L5/S1 links (
Magnetic
Resonance
Imaging
vom 2
6.
Mai 2010) ohne Hinweise für eine
radikuläre
Problematik und – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – ein Ganzkörperschmerzsyndrom ohne organische Ursache, eine Hypothyreose (Diagnose 1991) und einen Status nach einer
End
gliedamputation
des
Digitus
II an der rechten Hand (1983).
Zur Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht führte der Gutachter aus, d
ie Versicherte sei für eine körperliche Schwerarbeit nicht arbeitsfähig. In einer körperlich leichten bis gelegentlich m
ittelschweren Tätigkeit – ohne H
eben,
Stossen oder Z
iehen über 15 kg und ohne dauernde Zwangsstellungen wie dauernd vor
n
übergebeugt, repetitiv bückend, nur sitzend
, nur stehend
oder nur gehend
-
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. In zeitlicher Hinsicht gelte diese Beurteilung
seit
dem 1
4.
Dezember 201
1.
Zuvor empfehle er
,
die von
Dr.
F._
ausgespro
chene Arbeitsfähigkeit – das heisst eine 100%ige Arbeit
sun
fähigkeit in der Zeit vom
3.
August bis zum
4.
September 2011 und eine
50%ige Arbeitsfähigkeit
ab dem
5.
September 2011
– zu ak
zeptieren.
Weiter führte der Arzt aus, er habe deutliche Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben der Versicherten und den objektiven Befunden gefunden
, was allerdings in Anbetracht des Ganzkörperschmerzsyndroms nicht speziell auffällig sei
(
Urk.
7/94/20). Hin
sich
tlich der Gesamtbeurteilung gab
er an, diese werde
Dr.
D._
vornehmen (
Urk.
7/94/21).
In seinem psychiatrischen Gutachten vom 3
0.
August 2013 (
Urk.
7/95)
diagnos
-
ti
zierte
Dr.
D._
eine rezidivierende depressive Stö
rung bei einer
gegenwärtig mittelgradige
n
bis hauptsächlic
h schweren Episode (ICD-10: F33.2/
3) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in
ihrer
angestammten oder einer
anderen
leidens
-
angepassten Tätigkeit zu 20 % arbeitsfähig; in zeitlicher Hin
sicht gelte dies ab dem Untersuchungszeitpunkt (2
8.
August 2013) und mit
eini
ger
Wahr
-
scheinlichkeit
seit
Ende Juli 201
3.
Die
psychiatrische Beurteilung gelte als Gesamtbeurteilung.
4.
4.1
4.1.1
Wie die medizinischen Akten zeigen
,
ist im massgebenden Zeitraum vom
8.
März 2007 bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
7.
November 2014 eine Veränderung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten. Damit stellt sich die F
rage nach den Auswirkungen des veränderten
Gesundheitszustandes auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der
Beschwerde
führerin
.
Dies ist in psychiatrischer und danach in somatischer Sicht zu prüfen.
Aus psychiatrischer Sicht
lagen
gemäss dem Gutachten von
Dr.
D._
die Diagnosen einer somatoformen Schmerzstörung und einer rezidivierenden dep
ressiven Störung vor. Dabei att
estierte der psychiatrische Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % wegen der mehrheitlich schweren depressiven Störung (
Urk.
7/95 S. 15). Der somatoformen Schmerzstörung sprach er somit keine Auswirkung auf die
Abeitsunfähigkeit
zu, und es bestehen keine Anhalts
punkte für die Annahme, anhand der Indikatoren gemäss neuster
bundesge
richtlicher
Rechtsprechung ergäbe sich ein anderes Ergebnis. Was die rezidivie
renden depressiven Störungen mittleren Grades betrifft,
so gelten diese nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in der Regel als therapierbar und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung (Urteil des Bundesge
richts 9C_168/2015 E. 4.2 mit Hinweis) respektive fallen nur dann als invalidi
sierende Krankheit in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (Urteile des Bundesgerichts 9C_58/2016 vom 1
1.
Mai 2016 E. 4.2, 9C_89/2016 E. 4.1, 9C_901/2015 vom
8.
Juli 2016 E. 3.2 je mit Hinweisen unter anderem auf BGE 140 V 193 E. 3.3). Im Urteil 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 hielt das Bundesgericht in Erwägung 4.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2 zudem fest, eine depressive Störung gelte nur dann als
invali
-
disierend
, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sei, was namentlich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krankheitsgeschehen voraus
-
setze, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungs
-
r
esistenz
bestehe.
Dr.
D._
führte im Gutachten unter dem Titel „Empfehlungen zu medizini
schen Massnahmen aus psychiatrischer Sicht“ aus, die Beschwerdeführerin stehe seit Juni 2012 bei
Dr.
H._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, in ambulanter Behandlung, wo sie alle zwei Wochen einen Termin wahr
nehme und mit
Valdoxan
50 mg medikamentös behandelt werde. Es sei sehr wichtig, dass sie diese engmaschige Psychotherapie weiterhin besuche. Es sei alles daran zu setzen, dass die Beschwerdeführerin zumindest teilweise aus der schweren Depressivität remittieren könne, allenfalls sei die antidepressive Medi
kation weiter zu optimieren. Eine genaue Prognose könne nicht gestellt werden, der weitere Verlauf werde zeigen, wie
chronifiziert
die doch erhebliche depres
sive Störung geworden sei (
Urk.
7/95 S. 17).
Daraus erhellt ohne
Weiteres
, dass der psychiatrische Gutachter (noch) keine Therapieresistenz im Sinne der oben dargelegten Rechtsprechung des Bundes
gerichts annahm und einen Behandlungserfolg bei Weiterführung der Psycho
therapie nicht ausschloss.
Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgend kann die Depression de
r Beschwerdeführerin, rechtlich
ge
sehen, keine Invalidi
tät bewirk
en, auch wenn sie seit dem Jahr 2012 in unterschiedlichem Ausmass besteht. An dieser Beurteilung ändern auch die Angaben der behandelnden Ärzte des
E._
in ihrem Bericht vom 2
6.
September 2014 (
Urk.
3/1) – wonach die Versicherte in psychischer Hinsicht nicht arbeitsfähig sei – respektive von
Dr.
H._
in dessen Berichten vom
5.
November 2012,
3.
Mai 2013 und
5.
August 2013 (
Urk.
7/99,
Urk.
7/89,
Urk.
7/108) – wonach die Versicherte längerfristig im Bereich von 30 % arbeitsfähig sei – nichts,
da für die Annahme einer Invalidität bei depressiven Störungen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in den zitierten Urteilen einzig entscheidend ist, ob sämtliche zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden und das Leiden erwiesener
massen therapeutisch nicht mehr
angehbar
ist, was hier nicht zutrifft
.
Nach dem Gesagten
lag
im massgebenden Zeitraum keine relevante, die Arbeits
fähigkeit der Versicherten einschränkende
psychische
Beeinträchtigung vor.
4.1.2
In somatischer Hinsicht erfüllt das rheumatologische Teilgutachten von
Dr.
C._
vom
3.
September 2013 als solches grundsätzlich die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a). Die Beschwerdeführerin bringt gegen diese Beurteilung keine substantiierten Ein
wände vor, und auch durch die übrigen medizinischen Akten wird es nicht ernsthaft in Frage gestellt. Dies gilt insbesondere auch für die von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte von
Dr.
F._
vom 2
3.
Sep
-
t
ember
2015 (
Urk.
14) und der
Klinik G._
vom 3
0.
Dezember 2015 (
Urk.
21/1), welche nicht den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (
7.
November 2014,
Urk.
2) betreffen, weshalb die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Guns
ten ableiten kann.
In somatischer Hinsicht ist somit davon auszugehen, dass die Versicherte - nach einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom
3.
August bis zum
4.
September 2011 und einer nachfolgenden 50%igen Arbeitsfähigkeit - seit dem 1
4.
Dezember 2011 in einer körperlichen leichten bis gelegentlich mittel
schweren Tätigkeit im umschriebenen Sinne (E. 3.2) zu 100
%
arbeitsfähig
ist
.
4.2
Die für die Zeit von August bis Dezember 2011 attestierte Arbeitsunfähigkeit
ist jedoch nicht weiter massgebend,
w
eil ein
Rente
nanspruch
nach
der
Neua
nmel
dung im Oktober 2011
frühestens
im April 2012 entstehen konnte (
Art.
29
Abs.
1 IVG)
.
Somit
ist gesamthaft gesehen davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitraum ab April 2012 in einer leichten oder gelegentlich mittelschweren Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig war. Bei dieser Ausgangslage
steht
unter Berücksichtigung des unbestrittenen Status der Ver
sicherten mit einem Haushaltsanteil von 20
%
u
nd einem Erwerbsanteil von 80
%
fest,
dass im massgebenden Zeitraum keine rentenrelevante Invalidität bestand. Diesbezüglich kann auch auf die unbestrittenen und gemäss den Akten nicht zu beanstandende Berechnung des Invaliditätsgrades in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) verwiesen werden
.
D
ie IV-Stelle
hat
den Anspruch auf
eine Rente
der Invalidenversicherung
somit zu Recht verneint
. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind auf Fr.
600
.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unter
lie
genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge der ihr gewährten unent
gelt
lichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
.