Decision ID: e5214206-3825-4c48-a17b-09c455d0379f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. B., geboren am 12. November 1969, von Serbien, heiratete am 28. März 2006 in
seiner Heimat die Schweizer Bürgerin R. F., geboren am 18. April 1952. Am 8. Oktober
2006 reiste er im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein, wo ihm eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde.
Am 17. März 2008 stellte A. B. das Gesuch um Familiennachzug seiner Tochter C. B.,
geboren am 11. Januar 1995, zwecks "Ausbildung/Schule". Gemäss eigenen Angaben
stammt C. B. aus einer ausserehelichen Beziehung A. B.s mit X. S.. Zum Zeitpunkt, als
das Gesuch eingereicht wurde, bestand der Verdacht, dass die Eheleute B./F. eine
Scheinehe geschlossen haben könnten. Am 31. März 2009 wurde A. B. das rechtliche
Gehör im Hinblick auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung gewährt. In der Folge
wurde das Verfahren betreffend Widerruf bzw. Nichterneuerung der
Aufenthaltsbewilligung eingestellt.
Am 20. April 2009 hiess das Sicherheits- und Justizdepartement eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde von A. B. betreffend das Gesuch um
Familiennachzug gut, soweit es darauf eintrat. Das Ausländeramt wurde eingeladen,
über das Gesuch um Familiennachzug von C. B. zu entscheiden.
Am 6. Juli 2009 wies das Ausländeramt das Gesuch von A. B. um Familiennachzug von
C. B. ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, A. B., der angebe, mit
der Mutter von C. nie verheiratet gewesen zu sein, fehle es bezüglich seiner Tochter am
elterlichen Sorgerecht. Sodann habe C. B. ihr bisheriges Leben in der Heimat verbracht
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und unterhalte zu ihrer Mutter eine engere Beziehung als zum Vater. Im weiteren kenne
sie die Schweiz lediglich von einem Besuch bei A. B. im Jahr 2007.
B./ Am 21. Juli 2009 erhob A. B., vertreten durch Rechtsanwalt Z. T., St. Gallen, gegen
die Verfügung des Ausländeramtes vom 6. Juli 2009 Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement. Er stellte das Rechtsbegehren, das Familiennachzugsgesuch sei
gutzuheissen und das Ausländeramt sei anzuweisen, C. B. eine Aufenthaltsbewilligung
zu erteilen. Zur Begründung führte er am 21. August 2009 im Wesentlichen aus, nach
serbischem Recht komme das elterliche Sorgerecht beiden Elternteilen zu, unabhängig
von ihrem Zivilstand. Zur Klärung der Situation habe das Zivilgericht von K. dem
Begehren der Eltern um Zuweisung der elterlichen Sorge für C. B. an den Vater am
31. Juli 2009 entsprochen und das Urteil sei in Rechtskraft erwachsen. Im weitern habe
sich X. S. am 27. Juli 2009 schriftlich einverstanden erklärt, dass ihre Tochter bei A. B.
in der Schweiz wohne. Die Mutter von C. B. habe aus gesundheitlichen Gründen die
Fähigkeit verloren, ihre Tochter zu erziehen, und die Beziehung zwischen Mutter und
Tochter habe in den letzten zwei Jahren stark gelitten. Im Weitern habe sich die
Ehefrau von A. B. bereit erklärt, C. B. bei sich aufzunehmen.
Am 19. Oktober 2009 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von A.
B. ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die angefochtene
Verfügung erweise sich als recht- und verhältnismässig. Es sei nicht von wichtigen
familiären Gründen für einen Familiennachzug auszugehen, und die Beziehung
zwischen Vater und Tochter könne im bisherigen Rahmen mit telefonischen und
schriftlichen Kontakten sowie mit Besuchsaufenthalten aufrecht erhalten werden.
C./ Am 3. November 2009 erhob A. B. gegen den Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 19. Oktober 2009 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
stellte das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das
Ausländeramt sei anzuweisen, C. B. eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
Am 8. Dezember 2009 beantragte das Sicherheits- und Justizdepartement, die

Beschwerde sei abzuweisen. Es verwies auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid und hielt fest, A. B. habe nach wie vor keinen Beweis für seine Behauptung
beigebracht, X. S. sei nicht mehr in der Lage, C. B. zu betreuen und zu erziehen.
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A. B. machte am 18. Januar 2010 von der Möglichkeit Gebrauch, sich zu neuen
tatsächlichen und rechtlichen Argumenten zu äussern. Er wies darauf hin, nach der
neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil vom 15. Januar 2010 2C_270/2009)
müsse die Beschwerde gutgeheissen werden, zumal die Vorinstanz anerkenne, dass
die gesetzlichen Fristen für den Nachzug von C. B. eingehalten worden seien. Der
Stellungnahme wurde ein undatiertes von C. B. unterzeichnetes Schreiben beigelegt,
womit diese bestätigt, ihr Vater lebe nicht mehr in Serbien, weil er von ihrer Mutter
"getrennt (geschieden)" sei. Aus dem Schreiben geht zudem hervor, sie sei mit ihrem
Vater sehr verbunden, er sei der beste Vater der ganzen Welt, und ihre Mutter sei
arbeitslos und nicht in der Lage, sie zu ernähren und zu schulen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
ist A. B. zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Weiter erfüllen die Beschwerdeeingabe vom 3. November 2009 und ihre
Ergänzung vom 3. Dezember 2009 zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, die Vorinstanz habe sein rechtliches
Gehör verletzt bzw. den Sachverhalt unrichtig festgestellt, weshalb der angefochtene
Entscheid aufgehoben werden müsse. Er begründet dies damit, die Vorinstanz werfe
ihm zu Unrecht vor, er habe den Beweis für behauptete Tatsachen nicht erbracht bzw.
er belege "weder die generell behaupteten gesundheitlichen Probleme der Mutter noch
deren angeblich stationären psychiatrischen Aufenthalt" noch die Behauptung, die
Grosseltern seien nicht in der Lage, C. B. zu betreuen. Die Vorinstanz verkenne, dass
im Verwaltungsverfahren die Offizialmaxime gelte, weshalb sie ihm die Möglichkeit
hätte einräumen müssen, von ihr bezeichnete Beweismittel nachzureichen. Sodann
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habe er den Beweis bezüglich der Erziehungsunfähigkeit von X. S. erbracht, indem er
angeboten habe, Nachbarn in R. und in den Niederlanden sowie C. B. seien bereit, dies
zu bezeugen.
2.1. Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Die
Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen Sachverhalt somit von Amtes
wegen richtig und vollständig zu ermitteln und die Beweise zu erheben (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 589 mit
Hinweisen). Es sind indessen lediglich die von den Beteiligten angebotenen und leicht
zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen, wenn zur Wahrung
des öffentlichen Interesses
keine besonderen Erhebungen notwendig sind (Art. 12 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 50
Abs. 1 VRP). Die Untersuchungsmaxime wird sodann durch die Mitwirkungspflicht der
Parteien relativiert. Diese Pflicht ist insofern gerechtfertigt, als die Beteiligten den
Sachverhalt nicht nur besser kennen, sondern oft auch ein eigenes Interesse daran
haben, ihre Darstellung des Sachverhalts beweismässig zu untermauern (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 599). Sie führt dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort,
wo sie eine Bewilligung oder eine staatliche Leistung beanspruchen und deren
Erteilung nicht ausnahmsweise im öffentlichen
Interesse liegt, das tatsächliche Fundament ihres Begehrens weitgehend selbst
behaupten und die Beweise dafür anbieten müssen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 605 mit
Hinweis). Kann von den Privaten nach den Umständen eine Handlung oder eine
Äusserung erwartet werden und bleibt eine solche aus, so haben die Behörden nicht
nach Tatsachen zu forschen, die nicht aktenkundig sind. Eine Mitwirkungspflicht
besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche nur die Parteien
liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine Partei besser kennt
als die Behörde (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1630 mit Hinweis auf BGE 130 II 449, 464 und 128 II 139,
142 f.). Dazu gehören behauptete persönliche Umstände in der Heimat eines
Ausländers, aus denen er Rechte ableitet. Solche Tatsachen lassen sich
erfahrungsgemäss von den schweizerischen Behörden, wenn überhaupt, nur mit
erschwertem Aufwand abklären (Urteil des Verwaltungsgerichts vom 16. März 2004 i.S.
I. K.-S. mit Hinweis auf BGE 122 II 394 und ein unveröffentlichtes Urteil des
Bundesgerichts vom 23. Februar 1996 i.S. S.C., in: www.gerichte.sg.ch).
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2.2. Ziel der Beweiswürdigung ist die Feststellung des im Streitfall relevanten
Sachverhalts. Das Verwaltungsverfahren ist bestimmt vom Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Dieser bedeutet nicht, dass die entscheidende Instanz völlig frei
wäre in der Festlegung des Sachverhalts oder diesen gar willkürlich festlegen dürfte.
Der Entscheid darüber, ob sich der Sachverhalt so oder anders präsentiert, ist vielmehr
auf vernünftige, nachvollziehbare Gründe abzustützen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616
mit Hinweisen).
2.3. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen des Rekursverfahrens geltend gemacht, C.
B. habe "während jenen Jahren, in denen die Mutter stationär in psychiatrischer Pflege
behandelt werden musste", bei ihm gewohnt und sie sei von ihm allein betreut und
erzogen worden. Seither wohne seine Tochter wieder bei X. S., die aber seit seinem
Wegzug in die Schweiz im Jahr 2006 "wegen ihrer wieder stärker werdenden
gesundheitlichen Probleme sehr stark auf sich bezogen" sei, weshalb die Beziehung
zwischen Mutter und Tochter in den letzten zwei Jahren stark gelitten habe. C. B. und
in Serbien und in den Niederlanden wohnhafte Nachbarn seien bereit, über die
Situation seiner Tochter bei ihrer "völlig überforderten und kranken Mutter"
auszusagen.
Mit diesen Angaben kommt der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungspflicht nicht in
genügender Weise nach. Er hat darauf verzichtet, seine Behauptung, X. S., mit der er
gemäss eigenen Angaben nie verheiratet war und von der er gemäss Aussage von C.
B. "getrennt (geschieden)" ist, habe während Jahren stationär psychiatrisch behandelt
werden müssen und sie sei seit gut zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen erneut
nicht mehr in der Lage, ihre mittlerweise gut 15 Jahre alte Tochter zu betreuen, mit
sachdienlichen Beweismitteln wie ärztlichen Attesten und Bestätigungen über
Spitalaufenthalte zu belegen. Hinzu kommt, dass X. S. in ihrem Schreiben vom 27. Juli
2009, mit welchem sie sich einverstanden erklärt, dass C. B. zum Beschwerdeführer in
die Schweiz zieht, keine gesundheitlichen Probleme anführt, sondern zum Ausdruck
bringt, dass sie ohne Arbeit sei und keine Mittel habe, um ihrer Tochter eine Ausbildung
zu finanzieren, weshalb es für diese besser sei, beim Beschwerdeführer in der Schweiz
zu leben. Auch im Urteil des Zivilgerichts von K. vom 31. Juli 2009 ist nicht von
gesundheitlichen Schwierigkeiten der bis anhin sorgeberechtigen Mutter von C. B. die
Rede. Im Zusammenhang mit der Übertragung der elterlichen Sorge auf den
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Beschwerdeführer wird ausgeführt, X. S. sei Hausfrau und lebe mit ihren Eltern in
einem landwirtschaftlichen Haushalt und ihre Tochter habe den Wunsch, beim Vater in
der Schweiz zu leben, wo sie bessere Lebensbedingungen und
Ausbildungsmöglichkeiten habe. Wie die Vorinstanz mit Recht ausführt, sprechen diese
Umstände dafür, dass keine stichhaltigen familiären Gründe vorliegen, die eine
Änderung des Betreuungsverhältnisses gebieten würden, sondern dass es dem
Beschwerdeführer und X. S. darum geht, ihrer Tochter durch den Familiennachzug in
die Schweiz bessere Zukunftsperspektiven zu verschaffen. Die Vorinstanz war deshalb
nicht gehalten, C. B. sowie in Serbien und in den Niederlanden lebende Nachbarn zum
Verhältnis zwischen Mutter und Tochter zu befragen. Abgesehen davon, dass nicht
ersichtlich ist, was in den Niederlanden lebende Personen in dieser Hinsicht aussagen
könnten, ist sodann nicht anzunehmen, dass Nachbarn einen wesentlich anderen
Standpunkt als denjenigen des Beschwerdeführers einnehmen würden. Von C. B. ist
zudem bekannt, dass sie sich wünscht, beim Beschwerdeführer in der Schweiz leben
zu können.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorwurf, die Vorinstanz habe das
rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt und eine willkürliche
Beweiswürdigung vorgenommen, unbegründet ist.
3. Der Beschwerdeführer macht in seiner Stellungnahme vom 18. Januar 2010 geltend,
die Beschwerde sei zu schützen, weil das Bundesgericht seine Rechtsprechung
bezüglich des Nachzugs von Kindern allein lebender Elternteile mit einem Urteil vom
15. Januar 2010 2C_270/2009 geändert habe. Danach könne in erster Linie derjenige
Elternteil, der das Sorgerecht über das Kind habe, entscheiden, wo das Kind leben
solle. Der Familiennachzug könne einzig verweigert werden, wenn er den Interessen
des Kindes krass und offensichtlich zuwiderlaufe, was vorliegend nicht der Fall sei.
3.1. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer als Ehegatte einer Schweizerin über
eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. Nach Art. 44 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann ausländischen
Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von Personen mit
Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn: sie mit diesen
zusammenwohnen (lit. a); eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b); und sie
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nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c). Somit haben Aufenthaltsberechtigte keinen
Anspruch auf Familiennachzug. Die Bewilligung des Familiennachzugs liegt im
behördlichen Ermessen, das pflichtgemäss auszuüben ist (M. Spescha in: Spescha/
Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar zum Migrationsrecht, Zürich 2008, N 1 zu Art. 44 AuG).
Dabei haben die Behörden nach Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen.
Wie nach bisherigem Recht soll der Nachzug von Kindern möglichst rasch vollzogen
werden, um eine optimale und rasche Integration in der Schweiz zu fördern. In
Umsetzung der früheren bundesgerichtlichen Praxis zum späten Familiennachzug kurz
vor Erreichung des Mündigkeits- bzw. Erwerbstätigkeitsalters sind bestimmte Fristen
zu beachten und der Familiennachzug von Kindern ab 12 Jahren wird erschwert
(Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, Basel 2009, Rz. 16.7 mit Hinweis).
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer das Gesuch um Familiennachzug von C.
B. innerhalb der für über zwölfjährige Kinder massgebenden Nachzugsfrist von 12
Monaten ab 1. Januar 2008 eingereicht hat (Art. 47 Abs. 1 AuG in Verbindung mit
Art. 126 Abs. 3 AuG).
3.2. Mit Urteil 2C_270/2009 vom 15. Januar 2010 (vgl. auch Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Juli 2009 C-237/2009 auf das Bezug genommen
wird) hat das Bundesgericht im Zusammenhang mit dem Familiennachzug eine
Praxisänderung vorgenommen. Es hat entschieden, dass ein Anspruch auf
Familiennachzug gestützt auf Art. 42 AuG (Familienangehörige von Schweizerinnen und
Schweizern) und gestützt auf Art. 43 AuG (Ehegatten und Kinder von Personen mit
Niederlassungsbewilligung) nicht nur bestehe, wenn die Kinder mit ihren Eltern
zusammenlebten bzw. ein Elternteil könne sich auf Art. 42 Abs. 1 bzw. auf Art. 43 Abs.
1 AuG berufen ("regroupement familial partiel"). Dies bedeutet nach den Erwägungen
des Bundesgerichts indessen nicht, dass Gesuchen, die gestützt auf diese Vorschriften
zu beurteilen sind, ohne weiteres entsprochen werden muss. Die zuständige Behörde
hat zu prüfen, ob das Recht auf Familiennachzug rechtsmissbräuchlich geltend
gemacht wird (Art. 51 AuG). Sodann muss der Elternteil, der Anspruch auf
Familiennachzug erhebt, über das alleinige Sorgerecht verfügen. Im weiteren ist
entsprechend den überwiegenden Interessen des Kindes im Sinn von Art. 3 des
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Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) zu
entscheiden.
3.3. Mit der Änderung der Rechtsprechung des
Bundesgerichts kann neu ein Elternteil gestützt auf Art. 42 bzw. 43 AuG Anspruch auf
Familiennachzug haben, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Auch wenn
diese Rechtsprechung im Zusammenhang mit Art. 44 AuG zum Tragen kommt, hat
dies indessen nicht zur Folge, dass die vorliegende Beschwerde geschützt werden
muss. Wie ausgeführt, räumt diese Vorschrift dem Beschwerdeführer, einem in der
Schweiz Aufenthaltsberechtigten, keinen Anspruch auf Familiennachzug von C. B. ein.
4. Der Beschwerdeführer rügt weiter, er habe gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) Anspruch auf
Familiennachzug seiner Tochter. Im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz bestehe
kein überwiegendes öffentliches Interesse an der Durchsetzung einer restriktiven
Einwanderungspolitik.
4.1. Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) gewährleisten den Schutz des Privat- und Familienlebens und haben dieselbe
Tragweite (Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, a.a.O., N 12 zu Nr. 18 mit
Hinweisen).
4.1.1. Auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK kann sich im Zusammenhang mit einer
ausländerrechtlichen Bewilligung berufen, wer nahe Verwandte (Ehegatte,
minderjährige Kinder) mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht (Schweizer
Bürgerrecht, Niederlassungsbewilligung, Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung) hat oder wer selbst ein solches Anwesenheitsrecht in der
Schweiz hat, sofern die familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist (BGE
131 II 350 E. 5, 130 II 281 E. 3.1, Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2008
2C_8/2008).
Die Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid davon aus, der Beschwerdeführer
habe ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, weshalb er sich bezüglich des
Familiennachzugs seiner minderjährigen Tochter auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen könne.
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4.1.2. Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten weder ein Recht auf
Einreise und Aufenthalt noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten
erscheinenden Ort (B. Ehrenzeller, in: St. Galler Kommentar zur Schweizerischen
Bundesverfassung, Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 23 und 25 zu Art. 13 BV; BGE 130 II
285 E. 3.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 126 II 335 E. 3a). Art. 8 Ziff. 1 EMRK verschafft
namentlich dann kein vorbehaltloses Recht auf Nachzug von Kindern, wenn ein
Ausländer selbst die Entscheidung getroffen hat, von seiner Familie getrennt in
einem anderen Land zu leben (BGE 124 II 366 E. 3a mit Hinweis auf BGE 122 II 385
E. 4b, 119 Ib 81 E. 4a und 118 Ib 153 E. 2b). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in
das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen und
in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche
Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der
Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral
oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.
4.2. Im Gegensatz zur Auffassung des Beschwerdeführers fällt eine restriktive
Einwanderungspolitik im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung bzw. zum Schutz des
wirtschaftlichen Wohls des Landes vor unkontrollierter Einwanderung als zulässiges
öffentliches Interesse im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sehr wohl in Betracht (Uebersax/
Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., Rz. 16.68 mit Hinweis auf BGE 120 Ib 1 E. 3b, BGE 120
Ib 22 E. 4a und BGer 2A.428/2000 E. 2). Die unbewiesenen Behauptungen des
Beschwerdeführers zur Ausländerpolitik gehen an der Sache vorbei.
4.3. Ein nachträglicher Familiennachzug wird nur bewilligt, wenn stichhaltige familiäre
Gründe bzw. eine Änderung der Betreuungssituation dies gebieten (BGE 130 II 1 E. 2.2,
129 II 11 E. 3.1, 126 II 329 E. 2a und 3b). Dies ist regelmässig nicht der Fall, wenn im
Heimatland alternative Pflegemöglichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser
entsprechen, beispielswiese weil dadurch vermieden werden kann, dass das Kind aus
seiner bisherigen Umgebung und dem ihm vertrauten Beziehungsnetz gerissen wird
(BGE 133 II 6 E. 3.1.2, 125 II 585 E. 2c mit Hinweisen). An den Nachweis fehlender
Betreuungsmöglichkeit im Heimatland sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je
älter das Kind ist bzw. je grösser die ihm in der Schweiz drohenden
Integrationsschwierigkeiten sind (BGE 129 II 11 E. 3.3.2, vgl. auch BGE 133 II 6 E. 5.3
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mit Hinweisen). Auf die Frage der vorrangigen Beziehung kommt es nach der jüngeren
Praxis indessen nicht mehr an (Urteile des Bundesgerichts vom 2. September 2008
2C_198/2008, vom 23. Juli 2008 2C_99/2008, vom 14. Mai 2008 2C_8/2008 und vom
9. November 2007 2C_290/2007).
4.4. Wie ausgeführt (vgl. Ziff. 2.3. hievor), ist nicht erwiesen, dass die nunmehr über 15
Jahre alte C. B. mangels anderer Möglichkeiten in der Heimat durch den in der
Schweiz lebenden Beschwerdeführer und seine Ehefrau, die beide erwerbstätig sind,
betreut werden muss. Sodann stellt die Tatsache, dass das Zivilgericht von K. die
elterliche Sorge über C. B. am 31. Juli 2009 auf ihn übertragen hat, keinen stichhaltigen
Grund für den Nachzug seiner Tochter in die Schweiz dar, zumal für diesen Entscheid
vorab das Interesse von C. B. an einer Verbesserung ihrer beruflichen und damit
wirtschaftlichen Perspektiven massgebend war. In diesem Zusammenhang ist indessen
von Bedeutung, dass der Nachzug einer über 15 Jahre alten Jugendlichen von Serbien
in die Schweiz mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten verbunden ist, abgesehen
davon, dass sie aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen wird. Die Verweigerung
des Familiennachzugs von C. B. erweist sich somit auch als verhältnismässig, zumal
der Beschwerdeführer im Jahr 2006 selbst entschieden hat, von seiner Tochter
getrennt in der Schweiz zu leben und zumal er seine persönliche Beziehung zu ihr wie
bisher durch telefonische Kontakte und Besuchsaufenthalte aufrechterhalten kann.
Sodann kann der Beschwerdeführer C. B. in der Heimat finanziell unterstützen, auch
wenn er gemäss den bei den Akten liegenden Lohnabrechnungen keine Kinderzulagen
bezieht, und er kann ihr dort eine geeignete Ausbildung ermöglichen.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Es liegen keine
wichtigen familiären Gründe vor, die den Nachzug von C. B. erforderlich machen
könnten, und die Vorinstanz hat ihr Ermessen weder überschritten noch missbraucht.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
verrechnet.
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Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht