Decision ID: de769ce8-5b0d-5600-bb7a-10eea9fd1d04
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ GmbH als Chauffeur angestellt und dadurch bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er
am 27. August 2013 bei der Auslieferung eines ungefähr 30 kg schweren Pakets starke
Schmerzen im Schulterbereich rechts verspürt habe (Schadenmeldung vom 11. März
2014, UV-act. 2; zum Ereignishergang siehe auch die Angaben des Versicherten vom
8. April 2014, UV-act. 12). Wegen einer SLAP-Läsion rechts (siehe hierzu UV-act. 9-1)
wurde der Versicherte am 7. März 2014 operiert (SLAP-Repair; siehe hierzu den
Operationsbericht von Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie, vom 19. März 2014, UV-
act. 9-2 f.). Die Suva ging von einer unfallähnlichen Körperschädigung an der rechten
Schulter aus (siehe die kreisärztliche Stellungnahme vom 21. Mai 2014, UV-act. 20) und
erbrachte Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen (UV-act. 21). Am 13. Juni 2014
unterzog sich der Versicherte einer Schulterarthroskopie rechts (mit Tenotomie und
Tenodose der langen Bizepssehne mittels Interferenzschraube, subacromialer
Synovektomie und Acromioplastik; Operationsbericht von Dr. C._ vom 20. Juni 2014,
UV-act. 41).
A.a.
Vom 3. Dezember 2014 bis 6. Januar 2015 befand sich der Versicherte zur
stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden
medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine SLAP-Läsion rechts und
kurzstreckige Supraspinatusunterflächenläsion rechts. Es habe im Rahmen der
A.b.
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Rehabilitation eine leichte Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden
können. Da die angestammte Tätigkeit mit wiederholtem Hantieren von bis 40 kg
schweren Lasten verbunden sei, sei dem Versicherten deren Ausübung nicht zumutbar.
Mittelschwere leidensangepasste Tätigkeiten seien dem Versicherten ganztags
zumutbar (Austrittsbericht vom 12. Januar 2015, UV-act. 93). Die Kreisärztin med.
pract. D._, Fachärztin für Chirurgie, vertrat in der Stellungnahme vom 12. Februar
2015 die Ansicht, dass die vom Beschwerdeführer ebenfalls geklagten
Nackenbeschwerden mit Kopfschmerzen und schlechtem Schlaf auf degenerative
Veränderungen zurückzuführen seien und nicht im Zusammenhang mit einem
unfallversicherten Ereignis stünden. Sie bejahte das Vorliegen objektiver Unfallfolgen
bezüglich des Schulterleidens (UV-act. 96).
Am 25. September 2015 wurde der Versicherte in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) erneut an der rechten Schulter operiert (Schulterarthroskopie, Bizepstenotomie,
Adhäsiolyse und AC-Resektion rechts; siehe den Austrittsbericht des Oberarztes
Dr. med. E._ vom 29. September 2015, UV-act. 155, sowie dessen Operationsbericht
vom 25. September 2015, UV-act. 153). Nach einer ambulanten Nachkontrolle vom
17. Dezember 2015 berichtete Dr. E._ am 18. Dezember 2015, der Versicherte habe
postoperativ noch weiterhin persistierende Schmerzen. Diese seien gleich stark wie
präoperativ. Er gehe von einem chronischen Schmerzsyndrom mit Schultersteife aus.
Aus seiner Sicht gebe es keine Möglichkeit, die Situation operativ zu verbessern (UV-
act. 168).
A.c.
Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, untersuchte den Versicherten am 12. April 2016. Im
gleichentags erstellten Bericht diagnostizierte er eine Instabilität beim
Bizepssehnenanker rechts im Sinn einer SLAP II-Läsion. Aktuell persistiere eine
Periarthropathia humerus scapularis mit leichter bis mittelgradiger
Funktionseinschränkung und es fände sich eine Bewegungs- und Kraftminderung des
rechten Schultergelenks. Es sei weder von konservativen noch operativen
Behandlungsmassnahmen eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands zu
erwarten. Der Versicherte könne dem Zumutbarkeitsprofil angepasste Tätigkeiten
vollschichtig durchführen. Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur mit schwerer
A.d.
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Beladetätigkeit sei ihm nicht mehr zumutbar (UV-act. 208). Den Integritätsschaden
schätzte der Kreisarzt auf 10 % (UV-act. 209).
Mit Verfügung vom 28. April 2016 wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen das
Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen und eine Rente ab (UV-act. 210).
Die Suva teilte dem Versicherten am 9. Juni 2016 mit, dass sie die gesamten
Versicherungsleistungen ab 1. Oktober 2016 einstellen werde, da von weiteren
Behandlungsmassnahmen keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
mehr erwartet werden könne (UV-act. 216). Mit Verfügung vom 10. August 2016 sprach
sie ihm eine Entschädigung für eine 10%ige Integritätseinbusse zu und wies das
Rentengesuch mit der Begründung ab, dass der Versicherte bezogen auf eine dem
Zumutbarkeitsprofil angepasste Tätigkeit über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge
und keine unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorliege (UV-act. 227).
Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.e.
Am 7. September 2017 liess der Versicherte einen Rückfall melden (UV-act. 240).
Der behandelnde Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 10. Oktober 2017, der
Versicherte leide an einem Rotatorenintervalldefekt nach dreimaliger Voroperation
rechts und an einer Bursitis subacromialis bei fraglichem Impingement und SLAP-
Läsion II links. Eine von ihm am 28. September 2017 durchgeführte Infiltration
subacromial links (siehe hierzu UV-act. 244) habe zu keiner Schmerzreduktion, sondern
zu einer Verstärkung geführt, die aber wieder abgeklungen sei. Die Schmerzen in der
rechten Schulter seien unverändert. Er könne die Schmerzen in der linken Schulter in
dem (geklagten) Ausmass nicht erklären und dem Versicherten nicht weiterhelfen. Die
von ihm gewünschte Operation habe er abgelehnt, da das Resultat wahrscheinlich wie
rechts schlecht sein werde (UV-act. 243). Kreisärztin Dr. med. H._, Fachärztin für
Neurochirurgie, hielt die Beschwerden an der rechten Schulter für eine Unfallfolge,
nicht jedoch diejenigen an der linken Schulter (Stellungnahme vom 14. Dezember 2017,
UV-act. 246). Die Suva erbrachte in der Folge Leistungen für die anerkannten
Unfallfolgen (Heilbehandlung, UV-act. 254).
A.f.
Dr. G._ berichtete am 13. Dezember 2017, die Schmerzen in der rechten
Schulter hätten in den letzten Wochen zugenommen und nun bestehe eine Vorwölbung
A.g.
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im Bereich des AC-Gelenks. Er diagnostizierte unter Hinweis auf die Ergebnisse einer
bildgebenden Untersuchung vom 5. Dezember 2017 (MRT Arthrographie des rechten
Schultergelenks; UV-act. 253) ein Weichteilganglion im Bereich des
Acromioclaviculargelenks mit Defekt des Rotatorenintervalls bei Status nach
dreimaliger Voroperation rechts. Bei einer Punktion des Ganglions sei nur wenig
gallertiges Material gekommen. Bei entsprechendem Leidensdruck müsse das
Ganglion entfernt werden (UV-act. 259). Kreisärztin Dr. H._ vertrat in der
Stellungnahme vom 12. Januar 2018 die Auffassung, sofern es sich um ein vom AC-
Gelenk rechts ausgehendes Ganglion handle, so stehe es in einem
Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 27. August 2013 (UV-act. 261).
Am 28. Juni 2018 wurde in der Klinik I._ eine röntgengesteuerte Punktion des
AC-Gelenks rechts durchgeführt (UV-act. 301). PD Dr. med. J._, Leitender Arzt
Schulterchirurgie an der Klinik I._, diagnostizierte chronische Schulterschmerzen
rechts. Glücklicherweise sei im Rahmen der Punktion kein Low grade-Infekt
nachgewiesen worden. Bei in der Bildgebung suffizienter Resektion und unauffälligen
übrigen Strukturen (Rotatorenmanschette, Knorpel, Labrum, etc.) und deutlicher
Scapuladyskinesie scheine eine weitere chirurgische Intervention nicht zielführend. Als
nächster Schritt werde eine Infiltration im Bereich des resezierten AC-Gelenks
vorgenommen (Bericht vom 24. Juli 2018 zur Sprechstunde vom 20. Juli 2018, UV-
act. 300). Diese erfolgte am 23. Juli 2018 (UV-act. 316-1 unten). Am 16. November
2018 wurde eine ultraschallgesteuerte Infiltration im Bereich des Sulcus bicipitalis
durchgeführt. Alle 3 Infiltrationen führten zu keiner Verbesserung der Symptomatik, was
die behandelnden Ärzte der Klinik I._ zur Schlussfolgerung veranlasste, dass sich aus
schulterorthopädischer Sicht kein operatives Vorgehen anbiete (siehe die Berichte der
Klinik I._ vom 30. Oktober 2018, UV-act. 316, und vom 22. November 2018, UV-
act. 323). Kreisärztin Dr. H._ untersuchte den Versicherten am 17. Dezember 2018
und gelangte zur Einschätzung, von weiteren Behandlungen sei keine
versicherungsmedizinisch relevante Verbesserung des Gesundheitszustands zu
erwarten. Der aktuelle Untersuchungsbefund zeige keine wesentlichen Veränderungen
im Vergleich zu den Untersuchungsbefunden der kreisärztlichen Untersuchung vom
12. April 2016. Es würden sich keine Änderungen betreffend Zumutbarkeitsprofil und
der Beurteilung des Integritätsschadens ergeben. Der Versicherte verfüge im Rahmen
A.h.
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des Zumutbarkeitsprofils vom 12. April 2016 über eine volle Arbeitsfähigkeit (UV-
act. 329).
Der seit 23. November 2018 behandelnde Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 15. März 2019 einen Zustand nach
einem Arbeitsunfall mit Verletzung der rechten Schulter und eine längere depressive
Reaktion (ICD-10: F43.21). Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte 100 %
arbeitsunfähig (UV-act. 344). Eine am 5. März 2019 am rechten Schultergelenk des
Versicherten durchgeführte MRT Arthrographie ergab einen leichten Reizzustand der
Bursa subacromialis und eine Tendinose der Supraspinatussehne (UV-act. 351). Die
Suva teilte dem Versicherten mit Schreiben vom 25. März 2019 sinngemäss mit, dass
sie die bislang erbrachten Leistungen ab 9. April 2019 einstelle, da von weiteren
medizinischen Behandlungen keine Verbesserung der Schulterbeschwerden rechts
mehr erwartet werden könne. Die von ihm geklagten psychogenen Störungen würden
nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis stehen,
weshalb sie hierfür nicht leistungspflichtig sei (UV-act. 347).
A.i.
Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen schätzte den Versicherten bezogen auf eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, ermittelte einen Invaliditätsgrad von
0 % und wies dessen Rentengesuch mit Verfügung vom 15. Juli 2019 ab (UV-act. 363;
zur bereits am 21. März 2019 von der IV-Stelle verfügten Abweisung des Gesuchs um
berufliche Massnahmen siehe UV-act. 346-2 f.).
A.j.
Am 24. Juni 2019 verspürte der Versicherte starke Schmerzen an der rechten
Schulter (siehe die Dokumentation der Integrierten Notfallpraxis Wil in UV-act. 365),
was er der Suva am 26. Juli 2019 meldete (UV-act. 364). Diesen Schadenfall erfasste
die Suva als Rückfall und erbrachte hierfür wieder Versicherungsleistungen (siehe
Schreiben vom 19. September 2019, UV-act. 372; zur Taggeldhöhe siehe die
Verfügung vom 15. Januar 2020, UV-act. 442). Eine am 3. September 2019 erfolgte MR
Arthrographie der rechten Schulter ergab: postoperative Veränderungen des AC-
Gelenks; Zeichen einer Capsulitis adhäsiva mit ausgeprägter Synovialitis im anterioren
Rotatorenintervall und auch im Recessus axillaris; einen kleinen gelenkseitigen
Konturdefekt der Supraspinatussehne (kleiner als 30 %), DD gelenkseitige Partialruptur,
DD postoperative Veränderungen und Zeichen einer geringen Tendinose der
A.k.
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Supraspinatussehne und ein aufgefasertes superius Labrum am Bizepssehnenanker
bei Status nach SLAP-Repair (UV-act. 367). Dr. med. L._, Facharzt für Chirurgie,
berichtete am 5. September 2019, aufgrund des eher blanden MRI Befundes sei eine
chirurgische Intervention momentan nicht zu empfehlen. Er bescheinigte dem
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 368). Dr. med. M._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, der den
Versicherten am 28. September 2019 untersucht hatte, empfahl im Bericht vom
30. September 2019 zur Behandlung der Impingementproblematik Übungen zur
Kräftigung des Musculus latissimus dorsi. Die Arbeit als Chauffeur solle in Teilzeit
aufgenommen werden können, am ehesten stufenweise mit der Einschränkung, dass
mit der rechten Hand keine Lasten über Nabelhöhe bewegt werden müssten und die
Gewichte klein seien (UV-act. 386). Am 30. September 2019 konsultierte der
Versicherte wegen Kopfschmerzen Dr. med. N._, Fachärztin für Neurologie. Diese
diagnostizierte ein cervicocephales Schmerzsyndrom im Rahmen der bekannten
chronischen Schulterschmerzen rechts und verordnete zur Behandlung eine rein
symptomatisch wirkende analgetisch-muskelrelaxierende Medikation (Bericht vom
1. Oktober 2019, UV-act. 384-2 ff.). Am 28. Oktober 2019 berichtete Dr. L._, der
Versicherte klage weiterhin über unverändert starke Schmerzen im Bereich der rechten
Schulter mit intermittierender Ausstrahlung in den Nacken. Der Versicherte sei im
Moment nicht in der Lage, selbst leichte Arbeiten auszuführen, obwohl sein
Arbeitsplatz optimiert worden sei. Nach der Ausschöpfung aller konservativen
Möglichkeiten und erfolgloser Infiltrationstherapie sei eine nochmalige diagnostische
Schulterarthroskopie rechts mit Kapselrepair zu diskutieren. Nach 3 erfolglosen
Schulteroperationen seien die Heilungsaussichten bei einer 4. Schulterarthroskopie
sehr reduziert (UV-act. 398; zur von Dr. L._ am 28. Oktober 2019 durchgeführten
Weichteilsonographie im rechten Schulterbereich siehe UV-act. 426).
Kreisärztin Dr. H._ ging in der Beurteilung vom 16. März 2020 davon aus, dass
bezüglich der rechten Schulter der medizinische Endzustand erreicht sei. Der
Versicherte habe sich gegen eine Schulterarthroskopie entschieden. Von weiteren
konservativen Massnahmen sei eine versicherungsmedizinisch relevante Verbesserung
des Gesundheitszustands nicht zu erwarten. Sie bescheinigte dem Versicherten
weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten,
A.l.
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B.
C.
deren Zumutbarkeitsprofil sie an die nach der Beurteilung vom 12. April 2016
eingetretene leichte gesundheitliche Verschlechterung anpasste. Eine Vergrösserung
des Integritätsschadens verneinte sie (UV-act. 458). Mit Schreiben vom 31. März 2020
teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Heilkosten- und Taggeldleistungen
auf den 1. Mai 2020 einstelle (UV-act. 466). Am 18. Juni 2020 verfügte die Suva die
Abweisung der Gesuche um eine Invalidenrente und eine Erhöhung der
Integritätsentschädigung (UV-act. 482).
Gegen die Verfügung vom 18. Juni 2020 erhob der Versicherte am 22. Juni 2020
Einsprache und beantragte die Ausrichtung mindestens einer 10%igen Invalidenrente
(UV-act. 483). Zur Begründung machte er in der ergänzenden Eingabe vom 3. August
2020 geltend, dass das von der Suva gestützt auf den Medianlohn für Hilfsarbeiter
gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung ermittelte Invalideneinkommen zu
hoch sei und die konkreten Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit zu wenig
berücksichtige. Dr. G._ solle «eine Auflistung der noch voll und/oder teilweise
zumutbaren Bewegungen, Haltungen und Funktionen» vornehmen (UV-act. 485).
B.a.
Die Suva wies die Einsprache ab und hielt an der Auffassung fest, dass im
Rahmen eines Einkommensvergleichs auch bei einem 10%igen Tabellenlohnabzug
kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad resultiere, da auch diesfalls das
Invalideneinkommen höher als das Valideneinkommen sei. Da die bestehende
Aktenlage ein zuverlässiges Bild des Gesundheitszustands des Versicherten erlaube,
bestehe kein weiterer Abklärungsbedarf (Einspracheentscheid vom 1. September 2020,
UV-act. 487).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 1. September 2020 erhob der
Beschwerdeführer am 30. September 2020 Beschwerde. Er beantragte dessen
Aufhebung und die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit sie
weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen vornehme, worauf neu zu
entscheiden sei. Eventualiter sei ihm mindestens eine 10%ige Invalidenrente zu
gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Ausserdem ersuchte er um
C.a.
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Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Zur Begründung brachte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass sich die Beschwerdegegnerin mit der
Einsprachebegründung nicht konkret und umfassend befasst habe. Zudem sei der
aktuelle Schadenfall noch nicht spruchreif, weil der medizinische Zustand noch nicht
definitiv sei. Bei der rechten Schulter oberhalb des Schlüsselbeins sei «ein Knochen/ein
anderer Körperteil? herausgesprungen», der sehr schmerzhaft sei und der medizinisch
angegangen werden müsse. In Bezug auf das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invalideneinkommen rügte er, es könne nicht sein, dass er mit seiner deutlichen
Beeinträchtigung mehr verdienen könne, als er effektiv verdient habe, als er noch
gesund und voll arbeitsfähig gewesen sei. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass er
damals freiwillig eine minderbezahlte Beschäftigung angenommen habe. Er stellte den
Antrag, dass er diesbezüglich im Rahmen einer öffentlichen Verhandlung zu befragen
sei («Parteibefragung anlässlich einer öffentlichen Verhandlung», act. G 1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 9. Dezember
2020 die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen machte sie geltend, der
angefochtene Einspracheentscheid sei rechtsgenüglich begründet worden. Am
kreisärztlich umschriebenen Profil für eine leidensangepasste Tätigkeit bestünden keine
Zweifel, weshalb sich weitere medizinische Abklärungen erübrigen würden.
Korrekterweise sei bei der Ermittlung des Invalideneinkommens kein
Tabellenlohnabzug zu gewähren. Da das Invalideneinkommen das Valideneinkommen
übersteige, sei ein Rentenanspruch ausgeschlossen. Der Umstand, dass vorliegend ein
negativer Invaliditätsgrad resultiere, sei nicht zu beanstanden (act. G 7).
C.b.
Am 15. Dezember 2020 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren
entsprochen (act. G 8).
C.c.
In der Replik vom 23. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Beschwerdeanträgen fest (act. G 12) und reichte einen Bericht von Dr. med.
O._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, vom 10. Dezember 2020 ein (act. G 12.1).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 8. April 2021 an der von ihr
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 14).
C.e.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers für den nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) versicherten Schaden an der rechten Schulter. Dabei ist zwischen
den Parteien zu Recht unbestritten, dass die vom Beschwerdeführer darüber hinaus
geklagten Leiden (wie etwa die psychischen Beeinträchtigungen) nicht in einem
Kausalzusammenhang mit einem UVG-versicherten Ereignis stehen.
Am 19. August 2021 teilte der Beschwerdeführer mit, am Antrag auf die
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung nicht mehr festzuhalten (act. G 16).
C.f.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität
ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (zum Begriff der Erwerbsunfähigkeit
siehe Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80 %
des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20
Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.1.
Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche Versicherungs
leistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.). Für
die Beantwortung der Frage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder
1.2.
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2.
Zunächst zu prüfen ist die Rüge des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin
habe den Einspracheentscheid nicht rechtsgenüglich begründet. Namentlich habe sie
es versäumt, sich mit der Problematik der rechten dominanten Extremität und der
damit zusammenhängenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auseinanderzusetzen
(act. G 1, II. Rz 3).
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungerecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 55 und 58, und Urteil des Bundesgerichts
vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.3.
Einspracheentscheide sind zu begründen (Art. 52 Abs. 2 ATSG). Die grundsätzliche
Pflicht einer Behörde, ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf
rechtliches Gehör. Dabei darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der
betroffenen Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu
prüfen. Die Verwaltung hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und
sich dabei ausdrücklich mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder
zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht
berücksichtigen kann (BGE 124 V 183 E. 2b).
2.1.
Bereits im Schreiben vom 31. März 2020 äusserte sich die Beschwerdegegnerin
zur Problematik der rechten dominanten Extremität und der damit
zusammenhängenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, indem sie die
entsprechende kreisärztliche Einschätzung wiedergab (UV-act. 466). In der Verfügung
vom 18. Juni 2020 verwies sie auf dieses Schreiben und wiederholte die zu
beachtenden Anforderungen an eine dem rechten Schulterleiden angepasste Tätigkeit
2.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/16
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3.
Des Weiteren ist die Frage zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif
abgeklärt wurde.
(UV-act. 482-1 unten). In der Einsprache vom 22. Juni 2020 fehlt jegliche Begründung
des Rentenantrags (UV-act. 483). In der ergänzenden Eingabe vom 3. August 2020
beschränken sich die knappen Ausführungen des rechtskundig vertretenen
Beschwerdeführers grösstenteils auf die Bemessung des Invalideneinkommens. Mit
der detaillierten kreisärztlichen Einschätzung des Zumutbarkeitsprofils für eine dem
rechten Schulterleiden angepasste Tätigkeiten setzte er sich mit keinem Wort
auseinander. Er begründete namentlich nicht, weshalb diese mangelhaft wäre und ein
Bedarf für die von ihm bei Dr. G._ geforderte «Auflistung der noch voll und/oder
teilweise zumutbaren Bewegungen, Haltungen und Funktionen» besteht (UV-act. 485).
Mängel sind diesbezüglich denn auch gar nicht erkennbar (siehe nachstehende E. 3.2).
Der Beschwerdeführer brachte somit bezüglich der kreisärztlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Leidens an der rechten Schulter und den
diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 31. März
2020 sowie in der Verfügung vom 18. Juni 2020 nichts vor, was im Rahmen der
Begründung des Einspracheentscheids einer inhaltlichen Auseinandersetzung
zugänglich gewesen wäre. Zudem gab die Beschwerdegegnerin – nebst der die rechte
Schulter betreffenden Diagnose (UV-act. 487-6) – im angefochtenen
Einspracheentscheid die kreisärztliche Beurteilung des Zumutbarkeitsprofils erneut
wieder (UV-act. 487-3 und UV-act. 487-9 unten). Eine Verletzung der
Begründungspflicht liegt damit nicht vor.
Mit überzeugender Begründung, gestützt auf eine persönliche Untersuchung des
Beschwerdeführers und in schlüssiger Würdigung der diesbezüglich einhelligen
Einschätzungen verschiedenster mit der rechten Schulter des Beschwerdeführers
vertrauten medizinischen Sachverständigen gelangte Kreisärztin Dr. H._ im Bericht
vom 4. November 2019 zur Auffassung, dass ein stabiler medizinischer Zustand
erreicht sei, falls sich der Beschwerdeführer gegen eine als ultima ratio zu
betrachtende, mit bloss sehr geringen Verbesserungschancen verbundene nochmalige
Schulterarthroskopie entscheide (UV-act. 402-9; siehe auch den Bericht vom 16. März
2020, UV-act. 458). Deshalb und da sich der Beschwerdeführer gegen einen weiteren
operativen Eingriff entschied (siehe hierzu UV-act. 456), ist der Zeitpunkt der von der
Beschwerdegegnerin gewählten Rentenprüfung mit vorgängiger Einstellung der
vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) nicht zu beanstanden. Zu
3.1.
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ergänzen bleibt, dass der Beschwerdeführer diese Betrachtungsweise nicht
substanziiert in Frage stellt. Ausserdem ergeben sich aus dem vom Beschwerdeführer
im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht von Dr. O._ vom 10. Dezember 2020
ebenfalls keine ärztlichen Behandlungsmassnahmen, von denen noch eine namhafte
Besserung des rechten Schultergelenks des Beschwerdeführers hätte erwartet werden
können. Vielmehr führte Dr. O._ aus, im Moment sehe er keine Möglichkeiten, den
Zustand durch irgendwelche Massnahmen im Schulterbereich zu verbessern (act.
G 12.1, S. 2 unten). Es besteht demnach kein weiterer Abklärungsbedarf bezüglich des
Erreichens des medizinischen Endzustands.
Der Beschwerdeführer legt im Beschwerdeverfahren nicht konkret dar (vgl. etwa
act. G 1, II. Rz 4, und act. G 12, II. Rz 1 und Rz 5), welche objektiv relevanten
Gesichtspunkte die Beschwerdegegnerin bzw. Kreisärztin Dr. H._ bei ihrer
überzeugenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste
Tätigkeiten ausser Acht gelassen hätte. Solche ergeben sich auch nicht aus den Akten,
insbesondere nicht aus dem Bericht von Dr. O._ vom 10. Dezember 2020 (act.
G 12.1). Bei der Beweglichkeitsprüfung des rechten Schultergelenks ergaben sich
ebenfalls keine relevanten Unterschiede: Die Kreisärztin führte aus, der
Beschwerdeführer habe bei der Abduktion und Flexion im Bereich 80 bis 90° einen
painful arc angegeben (UV-act. 402-7 unten). Dr. O._ gab an, die aktive Abduktion
sei bis zur Horizontalen (= 90°) möglich. «Flexion 110°» (act. G 12.1, S. 2), womit er
keine höhere Bewegungseinschränkung feststellte und folglich die von ihm vage
umschriebene «etwas Auswulstung laterale Clavicula palpatorisch» (act. G 12.1, S. 2)
jedenfalls keine relevante (zusätzliche) Funktionsbeeinträchtigung nach sich zu ziehen
scheint. Im Beurteilungsteil hat Dr. O._ sie ausserdem nicht explizit erwähnt, was zu
erwarten gewesen wäre, wenn er der Auswulstung eine relevante Bedeutung hätte
beimessen wollen. Aus der von ihm veranlassten bildgebenden Abklärung vom
26. Oktober 2020 (act. G 12.1, S. 2) gehen ebenfalls keine Hinweise auf einen
verschlechterten Gesundheitszustand oder bisher unentdeckt gebliebene relevante
Aspekte hervor. Ins Gewicht fällt ausserdem, dass sich Dr. O._ mit keinem Wort –
weder in qualitativer noch quantitativer – Hinsicht zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers äusserte. Es bestehen folglich keine, auch keine geringen Zweifel
an der kreisärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf
leidensangepasste Tätigkeiten, weshalb darauf abzustellen ist (siehe zum Beweiswert
versicherungsinterner medizinischer Berichte Urteil des Bundesgerichts vom 7. April
2021, 8C_740/2020, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 229 E. 5.2). Ergänzend kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden (act. G 7,
Rz 4.3). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung ist mit überwiegender
3.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/16
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St.Galler Gerichte
4.
Es verbleibt die Bestimmung des Invaliditätsgrads. Aus den Akten und den
Ausführungen des Beschwerdeführers gehen keine Hinweise hervor, dass die
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers vor Eintritt des Gesundheitsschadens über
dem Medianlohn für Hilfsarbeiter gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(siehe hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle
AHV/IV, Ausgabe 2019) gelegen hätte. Die konkrete betragliche Ermittlung der
Vergleichseinkommen oder die Frage nach der Freiwilligkeit des vom
Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten (Minder-)Verdiensts
können offenbleiben, weshalb auch auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann.
Selbst wenn nämlich zugunsten des Beschwerdeführers ein Prozentvergleich
vorgenommen würde, resultierte bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten kein rentenbegründender 10%iger Invaliditätsgrad. Wie
die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführte (act. G 7,
Rz 4.4), liegen keine Gründe vor, die einen 10%igen Tabellenlohnabzug rechtfertigen.
Der Beschwerdeführer, geboren 1982, steht erst im jüngeren bis mittleren Erwerbsalter.
Weder aufgrund dieses Alters noch aus anderen Umständen lässt sich der Schluss
ziehen, dass er über eine eingeschränkte Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit
verfügt. Aus der Erwerbsbiografie des Beschwerdeführers ergibt sich ausserdem, dass
er bereits verschiedene Tätigkeiten ausübte (siehe die Ausführungen im Bericht von
Dr. K._ vom 15. März 2019, UV-act. 344-1), was ebenfalls für eine hohe erwerbliche
Anpassungsfähigkeit spricht. Ob die Nationalität des Beschwerdeführers vorliegend ein
lohnsenkender Faktor ist, kann offenbleiben, weil er im Rahmen des Prozentvergleichs
sowohl beim Validen- als auch Invalideneinkommen gleichermassen ausgeklammert
wäre. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (act. G 7, Rz 4.4), ist die
Funktion der rechten oberen Extremität des Beschwerdeführers nicht vollständig
aufgehoben. Vielmehr sind ihm auch damit noch – wenn auch stark eingeschränkt –
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bezogen auf dem
Leiden an der rechten Schulter angepasste Tätigkeiten über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt. Dabei gilt das folgende, von Kreisärztin H._ detailliert und
unter ausdrücklicher Berücksichtigung der nach April 2016 eingetretenen leichten
Verschlechterung beschriebene Zumutbarkeitsprofil: Dem Beschwerdeführer sind
ganztags leichte Arbeiten zumutbar. Arbeiten über Kopf sowie repetitive Arbeiten in
Brusthöhe mit rechts bzw. beidhändig sollten dabei gemieden werden.
Einschränkungen für die linke obere Extremität bestehen keine. Gewichte bis 15 kg
können selten körpernah und bis Hüfthöhe gehoben und getragen werden (UV-
act. 458-2).
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leichte erwerbliche Verrichtungen zumutbar (siehe zum Anforderungsprofil vorstehende
E. 3.2). Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass das Spektrum möglicher
leidensangepasster Hilfsarbeitertätigkeiten bezogen auf einen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG) nicht derart eingeschränkt erscheint,
dass erhebliche lohnwirksame Nachteile zu befürchten sind. Mangels Erheblichkeit für
den Rentenanspruch kann offenbleiben, ob allenfalls ein 5%iger Tabellenlohnabzug in
Betracht fällt. Die Beschwerdegegnerin hat damit zu Recht einen Invaliditätsgrad von
weniger als 10 % ermittelt und das Rentengesuch abgewiesen.
5.