Decision ID: e124c0f1-026f-4531-8de6-03273e1be66e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit Verfügung vom 4. Mai 2018 eröffnete das Gesundheitsdepartement des Kantons
St. Gallen (GD) A._, ihm werde über seinen Rechtsvertreter Rechtsanwalt PD Dr. Peter
Reetz Einsicht in die nicht bearbeiteten Patientenanzeigen (GD-act. 162 f.) gewährt;
dies ohne Anonymisierung oder inhaltliche Einschränkungen. Die Akteneinsicht wurde
unter der Auflage bewilligt, dass der Rechtsvertreter seinem Mandanten die
Dokumente nicht aushändigen und ihm keine Auskünfte geben dürfe, welche zur
Identifizierung von Aufsichtsanzeigern führen könnten. Der Rechtsvertreter dürfe seinen
Mandanten ausschliesslich über Umfang, Form und Inhalt der Patientenanzeigen
orientieren (Ziff. 2). Das GD werde nach erfolgter Akteneinsicht den Aufsichtsanzeigern
die sie betreffenden Unterlagen zurückgeben (Ziff. 3). A._ wurden Verfügungskosten
von CHF 1'500 auferlegt (Ziffer. 4). Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Reetz
für A._ mit Eingabe vom 22. Mai 2018 (act. G 1) Beschwerde mit den Rechtsbegehren,
die Verfügung sei aufzuheben (Ziff. 1) und das GD anzuweisen, dem Beschwerdeführer
persönlich und ohne Auflage Einsicht in die Patientenanzeigen (GD-act. 162 f.) zu
gewähren (Ziff. 2). Es sei ferner anzuweisen, die Patientenanzeigen dauerhaft
aufzubewahren (Ziff. 3). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Vorinstanz (Ziff. 4).
B.
Mit Entscheid B 2018/126 vom 10. Februar 2019 hiess das Verwaltungsgericht des
Kantons St. Gallen die Beschwerde, soweit es darauf eintrat, in dem Sinn teilweise gut,
als es Dispositiv-Ziffer 4 der Verfügung vom 4. Mai 2018 aufhob und die Vorinstanz
anwies, dem Beschwerdeführer den von ihm für das Verwaltungsverfahren geleisteten
Kostenvorschuss von CHF 1'500 zurückzuerstatten. Im Übrigen wies es die
Beschwerde ab (Dispositiv-Ziffer 1). Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
von CHF 2'000 auferlegte es dem Beschwerdeführer zu drei Vierteln (CHF 1'500), unter
Verrechnung mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe, und dem
Staat (Vorinstanz) zu einem Viertel (CHF 500); auf die Erhebung des dem Staat
auferlegten Anteils wurde verzichtet (Dispostiv-Ziffer 2). Ausseramtliche Kosten wurden
nicht entschädigt (Dispositiv-Ziffer 3).
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C.
Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil
1C_167/2019 vom 20. Februar 2020 teilweise gut und hob den
verwaltungsgerichtlichen Entscheid vom 10. Februar 2019 insoweit auf, als damit die
Anordnung der Rückgabe der strittigen Patientenanzeigen an die Anzeigeerstatter
durch das GD geschützt werde (Ziffer 1.1). Im Kosten- und Entschädigungspunkt hob
es den Entscheid entsprechend auf und wies das Verwaltungsgericht an, über die
Verlegung der Kosten und Entschädigungen in den vorinstanzlichen Verfahren im Sinn

der Erwägungen neu zu entscheiden (Ziff. 1.3). Im Übrigen wies es die Beschwerde ab
(Ziffer 1.2).
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP)
hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden. Im Urteil 1C_167/2019 a.a.O. erkannte das
Bundesgericht, Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung vom 4. Mai 2018, wonach die
Vorinstanz nach erfolgter Akteneinsicht den Aufsichtsanzeigern die sie betreffenden
Unterlagen zurückgeben werde, als nicht rechtmässig und hob insoweit den diese
Verfügungsziffer bestätigenden verwaltungsgerichtlichen Entscheid B 2018/126 a.a.O.
auf. Der Beschwerdeführer hat somit - neben dem Punkt der Verfügungskosten
(Obsiegen zu einem Viertel gemäss Entscheid B 2018/126) - im Punkt der
Aktenrückgabe zu einem weiteren Viertel obsiegt. Im Hauptpunkt der Aktenherausgabe
nach Datenschutzgesetz bestätigte das Bundesgericht den abweisenden Entscheid
des Verwaltungsgerichts. Bei hälftigem Obsiegen/Unterliegen sind die amtlichen
Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'000) im Betrag von
CHF 1'000 dem Beschwerdeführer, unter Anrechnung des Kostenvorschusses von
CHF 1'500 und Rückerstattung des verbleibenden Betrages von CHF 500 an ihn, und
dem Staat (Vorinstanz) im Betrag von CHF 1'000 aufzuerlegen; auf die Erhebung des
dem Staat auferlegten Anteils ist zu verzichten.
2.
Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, welche den am Verfahren Beteiligten
gemäss Art. 98 VRP nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt werden. - Der
Beschwerdeführer hat zufolge seines nicht mehrheitlichen Obsiegens keinen Anspruch
auf ausseramtliche Entschädigung (vgl. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti Hrsg., VRP
Praxiskommentar, St. Gallen 2020, Rz. 16 zu Art. 98 VRP). Die Vorinstanz ist
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ebenfalls nicht ausseramtlich zu entschädigen (vgl. Linder a.a.O., Rz. 20 zu Art. 98
VRP).
3.
Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.