Decision ID: d2b6b8b1-7955-5941-95d8-3ed882565d43
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das BFM mit Verfügung vom 27. Oktober 2010 – eröffnet am 28. Oktober 2010 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des  vom 2. August 2010 nicht eintrat, die Wegweisung nach Griechenland anordnete und den Gesuchsteller aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ,
dass der Gesuchsteller diese Verfügung mit Beschwerde vom 5.  2010 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht anfocht,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-7819/2010 vom 9. November 2010 – im Rahmen eines einzelrichterlichen Verfahrens (Art. 111 Abs. 1 Bst. b AsylG) – auf die verspätet eingereichte und  offensichtlich unzulässige Beschwerde nicht eintrat,
dass das BFM mit Schreiben vom 17. November 2010 eine vom  direkt bei diesem eingereichte, als "Letter of Appeal"  und vom 2. November 2010 (Poststempel) datierende  (Eingang BFM: 4. November 2010) an das  überwies, mit der Bitte um Prüfung, ob diese Eingabe als  entgegengenommen werden könne,
dass mit Zwischenverfügung vom 18. November 2010 (Telefax)  auf Art. 56 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) der Vollzug der  per sofort ausgesetzt wurde,
dass die am 9. November 2010 mandatierte Rechtsvertreterin des  mit Eingabe vom 19. November 2010 (vorab per Telefax) unter anderem beantragte, das Urteil D-7819/2010 vom 9. November 2010 sei aufzuheben, und – sinngemäss – das Beschwerdeverfahren betreffend die Verfügung des BFM vom 27. Oktober 2010 sei ,
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und zieht in Erwägung:
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass es ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen ist, die es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 244),
dass gemäss Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des  die Art. 121-128 BGG sinngemäss gelten und nach Art. 47 VGG auf Inhalt, Form und Ergänzung des  Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung findet,
dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die  und Massgeblichkeit eines rechtskräftigen  angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269),
dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile aus den in Art. 121-123 BGG aufgeführten Gründen in Revision zieht (Art. 45 VGG), wobei Gründe, welche bereits im ordentlichen  hätten geltend gemacht werden können, nicht als Revisionsgründe gelten (Art. 46 VGG),
dass mit der Eingabe vom 19. November 2010 um Aufhebung des Urteils D-7819/2010 des Bundesverwaltungsgerichts ersucht wird (vgl. a.a.O. S. 2),
dass diese Eingabe daher als sinngemässes Revisionsgesuch  wird,
dass sich der Gesuchsteller sinngemäss auf den Revisionsgrund nach Art. 121 Bst. d BGG (versehentliches Nichtberücksichtigen von in den Akten liegenden erheblichen Tatsachen) beruft, welche für die  erheblich sein könnte und in diesem Sinn als neu erscheint,
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als sie im früheren Verfahren nicht beachtet wurde respektive nicht  werden konnte,
dass mit der Eingabe vom 19. November 2010 die revisionsrechtlich zu beachtenden Fristen gewahrt wurden, weshalb darauf als frist- und formgerecht eingereichtes Revisionsgesuch einzutreten ist,
dass das Bundesamt es nicht als notwendig erachtete, im an das Bundesverwaltungsgericht gerichteten Schreiben vom 17. November 2010 darzulegen, weshalb die Überweisung der offensichtlich  eingereichten Beschwerde 9 Arbeitstage in Anspruch nahm,
dass dem Revisionsgesuch vom 19. November 2010 jedoch zu  ist, dass die vom Gesuchsteller selbständig verfasste und am 2. November 2010 (Poststempel) beim Bundesamt eingereichte  ("Letter of Appeal") bei der Vorinstanz "vorerst unauffindbar" gewesen sei,
dass ungeachtet dessen eine bei der unzuständigen Instanz  Eingabe in Anwendung von Art. 8 Abs. 1 VwVG – in casu namentlich gerade auch vor dem Hintergrund der kurzen  bei Nichteintretensentscheiden (Art. 108 Abs. 2 AsylG) –  ans Bundesverwaltungsgericht hätte überwiesen werden müssen, wozu denn auch offensichtlich genügend Zeit zur Verfügung gestanden hätte,
dass jedoch spätestens aus den beim Bundesverwaltungsgericht am 9. November 2010 eingegangenen vorinstanzlichen Akten hätte hervorgehen müssen, dass der Gesuchsteller mit zumindest Frist  Eingabe vom 2. November 2010 Beschwerde gegen die  des BFM vom 27. Oktober 2010 erhoben hatte,
dass das Bundesverwaltungsgericht die Tatsache, dass bereits eine Rechtsmitteleingabe vorlag, aus offensichtlich vom Bundesamt zu  Gründen – mithin versehentlich – nicht berücksichtigt hatte respektive nicht berücksichtigen konnte (vgl. hierzu JEAN-FRANÇOIS POUDRET, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, vol. V, Bern 1992, S. 18 Ziff. 5.2),
dass bei dieser Sach- und Rechtslage das Revisionsgesuch  und das Beschwerdeverfahren – da sich dieses als noch nicht
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spruchreif erweist – unter der neuen Verfahrensnummer D-8167/2010 wieder aufzunehmen ist,
dass die mit Zwischenverfügung vom 18. November 2010 provisorisch angeordnete Aussetzung des Wegweisungsvollzugs einstweilen  bleibt,
dass bei diesem Ausgang des Revisionsverfahrens keine  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 3 VwVG),
dass dem vertretenen Gesuchsteller angesichts des Obsiegens im Revisionsverfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen und  hohen Kosten zuzusprechen ist (vgl. Art. 7 des  vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass es sich vorliegend rechtfertigt, dem BFM die Ausrichtung der Parteientschädigung aufzuerlegen, da dieses das hier zu beurteilende Revisionsverfahren zu verantworten hat,
dass in der Kostennote (vgl. Eingabe der Rechtsvertreterin vom 19. November 2010 S. 7 sowie Beilage 4) für das vorliegende  und die Beschwerdeergänzung ein Aufwand von 6 Stunden zu Fr. 161.40 sowie eine Spesenpauschale von Fr. 53.80 ausgewiesen wird,
dass sich der Aufwand für das Revisionsverfahren aufgrund der  hinreichend genau abschätzen lässt,
dass namentlich die Aufwendungen ab dem 9. November 2010 (Datum des Urteils D-7819/2010) dem Revisionsverfahren zuzurechnen sind,
dass für das Verfassen der Eingabe vom 19. November 2010 der revisionsrechtliche Teil mit einem Aufwand von 30 Minuten und der  der Spesenpauschale auf einen Drittel zu veranschlagen sind,
dass demnach das BFM anzuweisen ist, dem Gesuchsteller eine Parteientschädigung von Fr. 230.– (inkl. MWST) zu entrichten.
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