Decision ID: 1a5a0364-f414-54f7-858d-5c061b073256
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführenden reisten am 13. November 2015 legal in die
Schweiz ein, wo sie am selben Tag um Asyl nachsuchten. Das SEM führte
mit ihnen die Befragung zur Person (BzP) durch und hörte sie zu den Asyl-
gründen an.
A.b Zur Begründung ihrer Gesuche machten die Beschwerdeführenden
geltend, sie seien wegen gesundheitlicher Probleme in die Schweiz ge-
kommen. Der Beschwerdeführer leide an (...), die Beschwerdeführerin
habe ein (...). Am 1. März 2016 wurde ein ärztlicher Bericht von Dr. med.
E._, (...), zu den Akten gereicht, in dem eine (...) in Bezug auf den
Beschwerdeführer diagnostiziert wurde, mit Chance auf Stabilisierung
durch eine (...). Des Weiteren wurden Bilder einer (...) aus der Mongolei,
zwei medizinische Berichte aus der Mongolei, ein Arztbericht des (...), eine
Medikamentenkarte, Terminkarten und Rezepte bezüglich der Behandlung
in der Schweiz zu den Akten gereicht. Gemäss den ärztlichen Berichten
befinde sich der Beschwerdeführer in einem guten Allgemeinzustand, die
(...) sei in einem stabilen Anfangsstadium, wobei die Behandlung medika-
mentös erfolge. In Bezug auf die (...) stehe derzeit keine effektive Thera-
piemöglichkeit in der Schweiz zur Verfügung, allerdings sei man bereit, den
Beschwerdeführer in eine klinische Studie bezüglich eines neuen Medika-
ments einzubeziehen, mit der Ende 2016 begonnen werde. Allenfalls wäre
eine Therapie mit (...) angezeigt. Am 14. März 2016 wurde in Bezug auf
die Beschwerdeführerin ein Arztbericht von Dr. med. (...). (...), zu den Ak-
ten gereicht, in dem der ihr ein guter Allgemeinzustand attestiert wurde.
B.
Mit Verfügung vom 13. Oktober 2016 lehnte das SEM die Asylgesuche der
Beschwerdeführenden ab, verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz und
ordnete deren Vollzug an.
Zur Begründung führte das SEM aus, die Beschwerdeführenden würden
die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, weshalb die Asylgesuche abzu-
lehnen seien. Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung hielt es unter an-
derem fest, die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführenden
seien in der Mongolei behandelbar. Der Beschwerdeführer beziehe dort
gemäss seinen Angaben eine (...), er sei daneben einer Arbeit nachgegan-
gen und habe dadurch zusätzlich Geld erwirtschaftet, und die Kosten für
die Behandlung seiner Erkrankungen habe seine Krankenversicherung
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übernommen. Die Beschwerdeführerin habe eine (...) und die letzten bei-
den Jahre vor ihrer Ausreise als (...) ([...], in welchem sie zuletzt wohnhaft
gewesen seien) gearbeitet, beziehungsweise verfüge sie über verschie-
dene Berufserfahrungen und könne auf ein grosses familiäres Netz zurück-
greifen. Zudem stehe den Beschwerdeführenden die Beantragung medizi-
nischer Rückkehrhilfe offen.
C.
Das Bundesverwaltungsgericht wies eine gegen diese Verfügung im Voll-
zugspunkt gerichtete Beschwerde vom 9. November 2016, der unter ande-
rem eine Bestätigung des (...) vom 28. Oktober 2016 beilag, mit Urteil D-
6902/2016 vom 28. November 2016 ab.
Im Urteil wurde ausgeführt, in der Mongolei, insbesondere am letzten Woh-
nort der Beschwerdeführenden, bestehe ein funktionierendes Gesund-
heitswesen. Eine allgemeine ärztliche Kontrolle sei gewährleistet und der
Zugang zu den medizinisch erforderlich erscheinenden Kontrollen und Be-
handlungen erscheine gesichert. Die Behandlung der (...) des Beschwer-
deführers in der Schweiz unterscheide sich nicht wesentlich von den Be-
handlungsmöglichkeiten, die in der Mongolei vorhanden seien. Die not-
wendigen (...)medikamente seien in F._ erhältlich. Bezüglich (...)
stünden auch in der Schweiz keine effektiven Therapiemöglichkeiten zur
Verfügung. Die allenfalls angezeigte Therapie mit (...) könne am (...)
durchgeführt werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass eine Rückkehr
in die Mongolei zu einer drastischen und unmittelbar lebensbedrohlichen
Beeinträchtigung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers führe.
Weder aus den gemäss Ansicht der Beschwerdeführenden effizienteren
und besseren Therapien, die in der Schweiz zur Verfügung stünden, noch
aufgrund der klinischen Studien, in die der Beschwerdeführer aufgenom-
men werden könne, könne auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs geschlossen werden. Ohne die mit den gesundheitlichen Beschwer-
den verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu verkennen, könne
insgesamt nicht auf eine konkrete Gefährdung in Form einer medizinischen
Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 des Ausländergesetzes vom 16. De-
zember 2005 (AuG, SR 142.20; seit der auf den 1. Januar 2019 in Kraft
getretenen Teilrevision [AS 2018 3171] in Ausländer- und Integrationsge-
setz [AIG] umbenannt).
D.
Das SEM teilte den Beschwerdeführenden am 7. Dezember 2016 mit, sie
hätten die Schweiz bis zum 4. Januar 2017 zu verlassen.
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E.
Mit als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichneter Eingabe ihres Rechtsver-
treters vom 8. Oktober 2018 liessen die Beschwerdeführenden beim SEM
darum ersuchen, die Verfügung vom 13. Oktober 2016 sei in Wiedererwä-
gung zu ziehen. Sie seien vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Der Voll-
zug sei bis zum rechtskräftigen Entscheid über das Gesuch auszusetzen
und die Fremdenpolizei sowie (...) des Kantons G._ seien umge-
hend anzuweisen, sämtliche Vollzugshandlungen auszusetzen. Es sei
ihnen das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu gewähren und der
unterzeichnende Rechtanwalt sei als amtlicher Anwalt beizuordnen. Even-
tualiter sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
Der Eingabe lagen ein den Beschwerdeführer betreffender ärztlicher Be-
richt von Prof. Dr. med. H._, (...), vom 6. Juni 2018 und eine Bestä-
tigung von Dr. med. I._, Kinderarzt FMH, vom 17. August 2018 be-
treffend die beiden Kinder bei.
F.
Das SEM setzte den Vollzug der Wegweisung am 16. Oktober 2018 aus.
G.
Mit Verfügung vom 8. April 2020 – eröffnet am folgenden Tag – wies das
SEM das Wiedererwägungsgesuch ab und stellte fest, die Verfügung vom
13. Oktober 2016 sei rechtskräftig und vollstreckbar. Das Gesuch um Er-
lass der Verfahrenskosten wies es ab, und es erhob eine Gebühr von
Fr. 600.–. Gleichzeitig stellte es fest, dass einer allfälligen Beschwerde
keine aufschiebende Wirkung zukomme.
H.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 11. Mai 2020 liessen die Be-
schwerdeführenden gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdeführenden seien vorüberge-
hend in der Schweiz aufzunehmen. Eventualiter sei die Sache zur Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Vollzug der Wegweisung
sei bis zum rechtskräftigen Entscheid über das Wiedererwägungsgesuch
auszusetzen und die Fremdenpolizei sowie (...) des Kantons G._
seien umgehend anzuweisen, sämtliche Vollzugshandlungen zu stoppen.
Den Beschwerdeführenden sei das Recht zur unentgeltlichen Rechts-
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pflege zu gewähren und ihnen der unterzeichnende Rechtsanwalt als amt-
licher Anwalt beizuordnen. Eventualiter sei auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses zu verzichten.
Der Eingabe lagen eine Bescheinigung von Prof. Dr. med. H._ vom
1. Mai 2020 und ein Beitrag über (...) aus Curriculum, Schweiz Med Forum,
bei.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Mai 2020 setzte der Instruktionsrichter
den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (aArt. 108 Abs. 1
AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde
ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
3.
3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden
(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um
eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a
Abs. 2 AsylG).
3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM
innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 111b aAbs. 1 AsylG).
4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-
gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an
eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem
blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-
onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge-
nannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22
E. 5.4 m.w.H.).
5.
5.1 Im Wiedererwägungsgesuch wurde geltend gemacht, die gesundheitli-
che Situation des Beschwerdeführers habe sich seit dem ersten Entscheid
kontinuierlich verschlechtert. Gemäss dem ärztlichen Bericht vom 6. Juni
2018 habe er bei einer Ausreise aus der Schweiz keine Möglichkeit der
Behandlung. Im Weiteren solle er an einer neuen wissenschaftlichen Stu-
die teilnehmen können, die im Endeffekt der Medizin und der Allgemeinheit
diene. Er sei so schwer erkrankt, dass er bei einer Rückkehr in die Mongo-
lei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit innerhalb kurzer Zeit
sterben werde. Die Tochter D._ sei zu früh geboren worden und
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habe wegen verschiedenen Infekten hospitalisiert werden müssen. Sie sei
deshalb auf regelmässige Kontrollen angewiesen, die in der Mongolei nicht
durchgeführt werden könnten. Ein Wegweisungshindernis könne vorlie-
gen, wenn sich der Gesundheitszustand von abgewiesenen Asylsuchen-
den bei einer Rückkehr erheblich verschlechtern würde. Würde die Aus-
schaffung zu einer lebensbedrohlichen Situation führen, müsse eine vor-
läufige Aufnahme verfügt werden. Gemäss den Akten sei der Beschwerde-
führer wegen einer fortgeschrittenen (...) in Behandlung. Die Erkrankung
sei so schwer, dass eine Rückkehr in die Mongolei gemäss Einschätzung
des zuständigen Arztes nicht zumutbar sei.
5.2 Das SEM begründet seinen Entscheid damit, dass sich sowohl es
selbst als auch das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil
D-6904/2016 vom 28. November 2016 E. 4.5 mit den vom Beschwerdefüh-
rer geltend gemachten medizinischen Vorbringen auseinandergesetzt hät-
ten. Inwiefern sich sein Gesundheitszustand verschlechtert haben solle,
sei nicht nachvollziehbar. Das SEM verweist im Weiteren auf das in der
Mongolei bestehende Gesundheitswesen und die dortige Behandelbarkeit
des Krankheitsbildes. Im (...) gebe es Fachärzte für (...), welche die nöti-
gen diagnostischen Massnahmen und die Bestimmung der (...) sowie eine
Ultraschalluntersuchung der (...) durchführen könnten. Im genannten Spi-
tal könnten auch (...) durchgeführt werden. Die mongolische Verfassung
garantiere mongolischen Staatsangehörigen das Recht auf Schutz der Ge-
sundheit und medizinische Versorgung. Die Mongolei habe eine obligatori-
sche staatliche Krankenversicherung, welche die ambulante Grundversor-
gung decke. Es sei demnach davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führer in der Heimat die notwendige Behandlung erhalten könne. Zudem
habe er angegeben, er erhalte eine (...), und seine Krankenversicherung
habe die Behandlung und die notwendigen Medikamente übernommen. Es
sei nicht anzunehmen, dass eine Rückkehr in die Mongolei zu einer dras-
tischen und unmittelbar lebensbedrohlichen Beeinträchtigung seines Ge-
sundheitszustands führen würde. Die Rückkehr könne ihm zugemutet wer-
den. Hinsichtlich der Tochter der Beschwerdeführenden sei kein differen-
zierter Arztbericht eingereicht worden, werde doch weder erwähnt, woran
sie leide, noch, welche Behandlung notwendig sei. Die Aussage, die not-
wendigen Kontrollen könnten in der Mongolei nicht durchgeführt werden,
müsse als blosse Behauptung angesehen werden. Zudem hätten die Be-
schwerdeführenden im Asylverfahren angegeben, ihrer Tochter gehe es
gut, sie müsse jedoch in den ersten zwei Lebensjahren regelmässig kon-
trolliert werden. Die zwei Jahre, während derer sie sich regelmässig einer
Kontrolle hätte unterziehen müssen, seien verstrichen. Aus der ärztlichen
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Bestätigung vom 17. August 2018 gingen keine aktuellen Beeinträchtigun-
gen der Tochter hervor. Der Vollzug erweise sich somit auch in Bezug auf
D._ als zumutbar.
5.3 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer würde
bei einer Rückkehr in die Mongolei mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit sterben. Er sei auf die regelmässige Behandlung im (...) an-
gewiesen. Der behandelnde Arzt habe bestätigt, dass in der Mongolei
keine Behandlungsmöglichkeit bestehe, er habe sich ausdrücklich gegen
eine Ausschaffung ausgesprochen. Dem Beschwerdeführer solle ermög-
licht werden, an einer Studie im (...) teilzunehmen, was sehr wichtig sei
und unter Umständen zu neuen Erkenntnissen bezüglich der Erkrankung
führen könnte. Das bestehende öffentliche Interesse daran sei unbedingt
zu berücksichtigen. Es möge sein, dass man in F._ übliche chroni-
sche Erkrankungen behandeln könne. Bereits ausserhalb der Stadt sei
dies nicht mehr der Fall. Hinsichtlich der (...) des Beschwerdeführers gebe
es nur wenig Behandlungsansätze und die mögliche Therapie sei nur bei
(...) der Patienten erfolgreich. Es sei zu bezweifeln, dass die in der Mon-
golei zur Verfügung stehenden Therapieansätze den hiesigen ebenbürtig
seien. Im Wiedererwägungsgesuch sei erwähnt worden, dass die zustän-
digen Ärzte von der Schweigepflicht entbunden worden seien, was dem
SEM die Möglichkeit gegeben hätte, beim (...) Informationen einzuholen.
Sollte das Gericht der Ansicht sein, der Sachverhalt sei nicht richtig abge-
klärt worden, sei die Angelegenheit zwecks Neubeurteilung an das SEM
zurückzuweisen.
6.
6.1 Einleitend ist festzustellen, dass in der Beschwerde geltend gemacht
wird, der Vollzug der Wegweisung sei unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 4
AuG hinsichtlich des Beschwerdeführers aufgrund dessen schwerer Er-
krankung und damit im Sinne einer medizinischen Notlage unzumutbar.
Das solches in Anbetracht ihrer gesundheitlichen Probleme auch für die
Tochter D._ gelte, wird in der Beschwerde nicht geltend gemacht.
6.2 Bereits im ordentlichen Verfahren war bekannt, dass der Beschwerde-
führer an einer (...) leidet (vgl. Ambulanter follow-up Bericht des (...) vom
27. Mai 2016 und die weiteren medizinischen Unterlagen [vgl. SEM-act.
A36/1]). Das SEM und das Bundesverwaltungsgericht gelangten überein-
stimmend zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung in Anbetracht
aller Umstände (in der Verfügung und im Urteil des BVGer wurden auf die
medizinischen, familiären und finanziellen Aspekte unter dem Aspekt von
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Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG eingegangen; vgl. Urteil des BVGer D-6904/2016
vom 28. November 2016 E. 4.3–4.5) als zulässig und zumutbar beurteilt.
Mit dem Wiedererwägungsgesuch wurde ein ärztlicher Bericht vom 6. Juni
2018 eingereicht, in dem die bereits bekannte Diagnose bestätigt wird.
Dem Bericht kann nicht entnommen werden, dass die gesundheitlichen
Probleme des Beschwerdeführers sich wesentlich verändert beziehungs-
weise verschlechtert hätten.
6.3 Um Wiederholungen zu vermeiden, ist hinsichtlich der Behandlungs-
möglichkeiten der Erkrankungen des Beschwerdeführers auf die Verfügun-
gen des SEM vom 13. Oktober 2016 und 8. April 2020 sowie auf das Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts D-6904/2016 vom 28. November 2016
E. 4.5 zu verweisen. Im ordentlichen Verfahren wurde befunden, die beim
Beschwerdeführer vorliegenden Krankheitsbilder seien in der Mongolei be-
handelbar, der Beschwerdeführer habe dort Zugang zu medizinischer Be-
handlung (gehabt) und es sei nicht ausschlaggebend, dass die medizini-
schen Behandlungsmöglichkeiten in der Mongolei denjenigen in der
Schweiz nicht ebenbürtig seien. Auch die bereits im ordentlichen Verfahren
geltend gemachte Möglichkeit der Teilnahme des Beschwerdeführers an
einer Studie des (...) im Rahmen der Entwicklung einer neuen Therapie-
möglichkeit der (...) erachtete das Bundesverwaltungsgericht nicht als
Grund für die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme.
6.4 Hinsichtlich der Ausführungen im Wiedererwägungsgesuch und in der
Beschwerde zu den Voraussetzungen einer gestützt auf Art. 3 EMRK und
Art. 83 Abs. 3 AuG oder Art. 83 Abs. 4 AuG anzuordnenden vorläufigen
Aufnahme aus medizinischen Gründen ist darauf hinzuweisen, dass sich
weder aus der Praxis des EGMR noch derjenigen des Bundesverwaltungs-
gerichts ableiten lässt, dass ein abgewiesener Asylsuchender in den Ge-
nuss der bestmöglichen medizinischen Versorgung kommen muss. Aus-
schlaggebend für die Bejahung der Durchführbarkeit des Vollzugs ist allein,
dass seine Leiden im Staat, in den er zurückkehren muss, behandelt wer-
den können. Die Frage, ob der Vollzug der Wegweisung zulässig und zu-
mutbar ist oder nicht, ist schliesslich eine Rechtsfrage, die von den zustän-
digen Asylbehörden zu beantworten ist. Der Bejahung dieser Frage steht
eine anderslautende Auffassung von behandelnden Ärzten, die Rückkehr
eines abgewiesenen Asylsuchenden sei aus medizinischen Gründen nicht
zumutbar, nicht entgegen.
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6.5 Ohne die Schwierigkeiten, welche die Beschwerdeführenden bei einer
Rückkehr in die Mongolei erwarten, zu verkennen, vermögen die im Rah-
men des Wiedererwägungsverfahrens eingereichten Beweismittel und die
Vorbringen der Beschwerdeführenden in diesem Verfahren aufgrund des
Gesagten keine veränderte Sachlage zu begründen, die eine von der bis-
herigen Beurteilung abweichende Würdigung der Frage der Durchführbar-
keit des Wegweisungsvollzugs zulassen würde. Es ist weiterhin nicht da-
von auszugehen, der sie bei einer Rückkehr in die Mongolei in eine exis-
tenzielle Notlage gerieten, die als konkrete Gefährdung im Sinne von
Art. 83 Abs. 4 AuG oder als Verletzung von Art. 3 EMRK und Art. 83 Abs. 3
AuG zu werten wäre.
6.6 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet den rechtserheblichen Sach-
verhalt schliesslich als erstellt, weshalb kein Anlass besteht, die Angele-
genheit zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Der entspre-
chende Eventualantrag ist demnach abzuweisen.
6.7 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass im Wiedererwä-
gungsgesuch geltend gemachten Vorbringen und die eingereichten Be-
weismittel nicht geeignet sind, zu einer Anpassung der Verfügung des SEM
vom 13. Oktober 2016 zu führen. Das SEM hat das Wiedererwägungsge-
such vom 8. Oktober 2018 zu Recht abgewiesen.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
8.
Angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsache werden die An-
träge, der Vollzug der Wegweisung sei bis zum rechtskräftigen Entscheid
über das Wiedererwägungsgesuch auszusetzen, und es sei auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos.
9.
9.1 Da sich die Beschwerde als aussichtslos darstellte, ist das Gesuch um
Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65
Abs. 1 und 2 VwVG) abzuweisen.
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9.2 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Kosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 1500.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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