Decision ID: 52b5d386-e15c-5644-b3ff-923c888bcfd4
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ H.H., geboren 1978, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro. Er
heiratete am 10. Januar 2002 in Bjelo Polje (Montenegro) die in St. Gallen wohnhafte
Schweizerin C., geboren 1976. Am 29. Januar 2002 stellte diese beim Ausländeramt
des Kantons St. Gallen ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für ihren
Ehemann. Am 6. Mai 2002 ermächtigte das Ausländeramt die Schweizer Vertretung in
Belgrad zur Ausstellung eines Visums. Am 31. Mai 2002 reiste H.H. in die Schweiz ein.
Das Ausländeramt erteilte ihm in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzugs.
Am 1. August 2002 verlegten die Eheleute H. ihren Wohnsitz von St. Gallen nach Abtwil
(Gemeinde Gaiserwald). Am 21. November 2002 gebar die Ehefrau die Tochter A. In
der Folge tätigte das Ausländeramt Ermittlungen wegen Vorliegens einer Scheinehe.
Am 29. Januar 2003 focht H.H. seine Vaterschaft zum Kind seiner Ehefrau an. Mit
Entscheid vom 2. April 2003 hiess das Bezirksgericht Gossau die Anfechtungsklage gut
und beseitigte das durch die gesetzliche Vermutung begründete väterliche
Kindesverhältnis von H.H. zur Tochter A. seiner Ehefrau rückwirkend auf den Zeitpunkt
von deren Geburt.
Am 5. Juni 2003 machten die Eheleute H. ein gemeinsames Scheidungsbegehren beim
Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau anhängig.
Mit Verfügung vom 20. August 2003 wies das Ausländeramt das Gesuch des
Ehemannes um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab. Zur Begründung wurde
angeführt, es handle sich bei der Ehe zwischen dem Gesuchsteller und C. um eine
Scheinehe.
B./ Gegen die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhob der
Betroffene durch seinen Rechtsvertreter Rekurs, der vom Justiz- und
Polizeidepartement mit Entscheid vom 9. Februar 2004 abgewiesen wurde.
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C./ Mit Eingaben vom 24. Februar und 5. März 2004 erhob H.H. durch seinen
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
angefochtene Rekursentscheid sei aufzuheben und es sei ihm der weitere Aufenthalt in
der Schweiz zu gestatten und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, eventuell
unter Bedingungen und Auflagen, eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Prüfung
und Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten des Staates. Der Beschwerdeführer bestreitet im
wesentlichen, mit C. eine Scheinehe eingegangen zu sein. Auf die einzelnen Vorbringen
wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 18. März 2004 auf Abweisung
der Beschwerde.
Am 26. März 2004 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung ein.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 24. Februar und 5.
März 2004 wurden rechtzeitig eingereicht und entsprechen formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ In der Beschwerde wird eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt und geltend
gemacht, die Vorinstanz stütze sich in ihren Erwägungen über die angebliche
Arbeitslosenquote in Serbien und Montenegro auf Angaben, die sie dem Internet
entnommen habe. Mit diesen Angaben sei der Beschwerdeführer nie konfrontiert
worden. Die Vorinstanz hätte die beigezogene Veröffentlichung bzw. das beigezogene
Zahlenmaterial vor ihrem Entscheid dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme
unterbreiten müssen. Es handle sich um eine vorenthaltene Mitwirkung bei der
Feststellung des Sachverhalts.
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Nach Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV)
haben die Parteien in einem Verfahren Anspruch auf rechtliches Gehör. Im kantonalen
Verfahrensrecht ist der Anspruch auf rechtliches Gehör in Art. 15 VRP verankert. Nach
Art. 15 Abs. 2 VRP sind Verfügungen, die erheblich belasten, nur zulässig, wenn die
Betroffenen den wesentlichen Sachverhalt kennen und Gelegenheit zur Stellungnahme
hatten.
Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört unter anderem das Recht des Betroffenen,
an Beweiserhebungen teilzunehmen oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern. Ueber unbestrittene oder notorische Tatsachen muss allerdings kein Beweis
geführt werden (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
St. Gallen 2003, Rz 988 f. mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). Im
vorliegenden Fall stellte die Vorinstanz fest, Serbien und Montenegro weise, wie der
Beschwerdeführer richtig ausführe, zwar ein wirtschaftliches Wachstum aus; die
Arbeitslosenquote betrage aber 29,6 Prozent und die Inflationsrate 88,9 Prozent. Dabei
berief sie sich auf eine Fundstelle im Internet (www.spiegel.de [Jahrbuch 2004]). Sie
erwog weiter, die Möglichkeit, in der Schweiz zumindest das Zehnfache des
behaupteten, jedoch nicht bewiesenen letzten Monatslohns von Fr. 300.-- erarbeiten zu
können, sei nebst dem Vorteil des umfassenden Sozialversicherungssystems auch bei
Berücksichtigung der unterschiedlichen Preisniveaus ein Anreiz zur Übersiedlung in die
Schweiz, was im übrigen auch der anhaltende Einwanderungsdruck aus den
Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien belege.
Der Umstand, dass in wirtschaftlicher Hinsicht für breite Bevölkerungsschichten ein
erheblicher Anreiz für eine Übersiedlung aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen
Jugoslawien in die Schweiz besteht, darf als notorische Tatsache betrachtet werden.
Dasselbe gilt für die von der Vorinstanz gemachte Feststellung, dass die
Arbeitsmarktsituation für Arbeitsuchende in der Schweiz wesentlich vorteilhafter ist als
im Herkunftsstaat des Beschwerdeführers. Ueber solche allgemein bekannten
Tatsachen ist nach den dargelegten Grundsätzen kein Beweisverfahren durchzuführen.
Es stellt auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, wenn die Vorinstanz in der
Begründung des angefochtenen Entscheids einen Hinweis zur Fundstelle von
allgemeinen wirtschaftlichen Eckdaten macht, ohne den Beschwerdeführer zuvor zur
Stellungnahme einzuladen. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Ausführungen in
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der vorinstanzlichen Vernehmlassung und die dort zitierte Literatur verwiesen werden.
Besteht für die besagten Sachumstände keine Orientierungspflicht, so liegt auch kein
zwingender Grund vor, die Vorinstanz zur Edition entsprechender Akten zu verpflichten
und diese dem Beschwerdeführer zuzustellen.
3./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Die Aufenthaltsbewilligung ist
stets befristet (Art. 5 Abs. 1 ANAG).
a) Der Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz besteht, wenn er
nahe Verwandte mit gesichertem Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. In diesem Fall
kann er sich auf den in Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR
0.101) verankerten Anspruch auf Schutz des Familienlebens berufen. Hinsichtlich
ausländischer Ehegatten von Schweizer Bürgern ist dieser Anspruch in Art. 7 Abs. 1
ANAG geregelt. Nach dieser Bestimmung hat der ausländische Ehegatte einer
Schweizer Bürgerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Nach Art. 7 Abs. 2 ANAG besteht kein solcher Anspruch, wenn
die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und
Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der
Ausländer zu umgehen. Diese Bestimmung ist dem früheren Art. 120 Ziff. 4 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt ZGB) betreffend die
sogenannte Bürgerrechtsehe nachgebildet, welcher mit der Revision des
Bürgerrechtsgesetzes (SR 141.0) vom 23. März 1990 seine Grundlage verloren hat und
aufgehoben wurde. Dem ausländischen Ehegatten einer Schweizer Bürgerin wurde im
revidierten Art. 7 Abs. 1 ANAG ein Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung eingeräumt. Da die Gefahr, diese Vorschrift könnte durch
Eingehung einer blossen Scheinehe umgangen werden, in gleicher Weise besteht wie
im Falle des früheren Bürgerrechtserwerbs durch Heirat, wurde für solche "Aufenthalts-
bzw. Niederlassungsehen" in Art. 7 Abs. 2 ANAG ein ähnlicher Missbrauchstatbestand
geschaffen, wie er in Art. 120 Ziff. 4 ZGB für die früheren Bürgerrechtsehen vorgesehen
war (BGE 122 II 294 mit Hinweisen). Für die Anwendbarkeit von Art. 7 Abs. 2 ANAG
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genügt es freilich nicht, dass die Ehe abgeschlossen wurde, um dem ausländischen
Ehegatten den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen; erforderlich ist vielmehr, dass
die eheliche Gemeinschaft nicht wirklich gewollt war; auf die Motive der Heirat kommt
es mit anderen Worten nicht an, sofern der Wille vorhanden ist, eine
Lebensgemeinschaft zu begründen (BGE 128 II 1 E. 1b und BGE 121 II 102). Auch
wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies jedoch nicht
zwingend, dass dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt ungeachtet der weiteren
Entwicklung gestattet werden muss. Zu prüfen ist in diesem Fall, ob sich die Berufung
auf die Ehe nicht anderweitig als rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II 151 mit
Hinweis auf BGE 127 II 56 mit Hinweisen). Sodann verwirkt der Rechtsanspruch auf
Aufenthalt, wenn eine formelle Ehe nur deshalb aufrecht erhalten wird, damit dem
ausländischen Ehegatten das Recht auf Verbleib in der Schweiz nicht entzogen wird
(BGE 121 II 97 ff.). Wenn sich ein Ausländer im Verfahren um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung auf eine Ehe beruft, welche nur (noch) formell und ohne
Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft besteht,
handelt er rechtsmissbräuchlich. Liegen klare Hinweise vor, dass die Führung der
Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt und nicht mehr zu erwarten ist, kann es
für die ausländerrechtliche Würdigung keine Rolle spielen, dass der ausländische
Ehegatte, der sich vor Ablauf der Vierjahresfrist des Getrenntlebens nach Art. 114 ZGB
der Scheidungsklage des schweizerischen Ehegatten widersetzt, sich damit
zivilrechtlich nicht rechtsmissbräuchlich verhält (BGE 128 II 151 f.).
b) Nach Art. 9 Abs. 1 lit. a ANAG erlischt die Aufenthaltsbewilligung mit dem Ablauf der
Bewilligungsfrist. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. a ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung
widerrufen werden, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches
Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Als "erschlichen" und damit als
Widerrufsgrund gelten dabei auch Scheinehen (Spescha/ Sträuli, Handkommentar zum
Ausländerrecht, Zürich 2001, S. 42). Ist beim Vorliegen bestimmter Umstände ein
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zulässig, so ist umso mehr auch die Verweigerung
von deren Verlängerung gerechtfertigt (vgl. GVP 1998 Nr. 22 und 1996 Nr. 9).
c) Das Bundesgericht hat in verschiedenen Urteilen die Anforderungen an den
Nachweis einer sogenannten Ausländerrechtsehe bzw. Scheinehe umschrieben. Es
erwog, der Nachweis, dass die Ehe nur (noch) der Umgehung der Vorschriften über
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Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer und nicht der Begründung einer
Lebensgemeinschaft diene, sei in der Regel nicht direkt zu erbringen und könne nur
durch Indizien geführt werden (BGE 128 II 152 mit Hinweis auf BGE 127 II 57). Solche
Indizien seien etwa darin zu erblicken, dass dem Ausländer die Wegweisung gedroht
habe, weil er ohne die Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder ihm diese
nicht verlängert worden wäre. Sodann könnten die Umstände und die kurze Dauer der
Bekanntschaft sowie die Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie
aufgenommen hätten, für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe sprechen.
Umgekehrt könne aus einer gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts
intimer Beziehungen nicht ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche
Lebensgemeinschaft gewollt gewesen. Ein solches Verhalten könne auch nur
vorgespiegelt sein, um die Behörden zu täuschen (BGE 122 II 295 mit Hinweisen auf
Literatur und Judikatur). Wenn aber nicht genügend Anhaltspunkte bestehen, die auf
eine Scheinehe deuten, so dürfe nicht einzig aufgrund dieser ungenügenden
Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende bzw. bestandene Ehe als
rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden (BGE 123 II 49 ff.).
Bei der Würdigung der Indizien ist sodann zu berücksichtigen, dass diese gesamthaft
zu beurteilen sind. Eine Vielzahl einzelner Umstände, welche für sich allein den Bestand
einer Ehe nicht in Frage zu stellen vermöchten, kann gesamthaft die Schlussfolgerung
rechtfertigen, eine Ehe sei geschlossen worden, ohne dass der Wille zu einer echten
Lebensgemeinschaft bestand (VerwGE vom 22. Mai 2003 i.S. M.S. und vom 6. Juli
2000 i.S. G.H.).
d) Im folgenden ist somit zu prüfen, ob Vorinstanz und Ausländeramt zu Recht davon
ausgegangen sind, es handle sich bei der Ehe des Beschwerdeführers mit C. um eine
Scheinehe.
aa) Die Vorinstanz erwog, es wäre für den Beschwerdeführer als Angehöriger eines
Nicht-EU-Landes praktisch unmöglich gewesen, ausser durch Eheschluss eine
Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung in der Schweiz zu erhalten. Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein, es gehe nicht an, derart einfach und kurzschlüssig zu
argumentieren. Dies würde bedeuten, dass auf Verdacht hin gleich alle Heiratswilligen
aus Nicht-EU- und Nicht-EFTA-Ländern der Scheinehe geziehen werden müssten.
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Fest steht, dass dem Beschwerdeführer nach eigenen Angaben der Erwerb der
schweizerischen Aufenthaltsbewilligung im Zusammenhang mit der Heirat willkommen
war und dass er auch beabsichtigte und damit rechnete, mit seiner Ehefrau nach Erhalt
der Einreisebewilligung in der Schweiz zu leben. Unbestritten und vom
Beschwerdeführer als Binsenwahrheit bezeichnet wird sodann die Feststellung der
Vorinstanz, seine Situation habe sich durch die Heirat mit einer Schweizerin erheblich
verbessert. Im weiteren steht fest, dass sich der Beschwerdeführer nur durch Heirat mit
einer Schweizerin oder einer Niedergelassenen eine Aufenthaltsbewilligung verschaffen
konnte. Diese Tatsachen durfte die Vorinstanz im Einklang mit der Rechtsprechung des
Bundesgerichts als Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe werten.
Inwiefern die Heirat aufgrund der konkreten wirtschaftlichen und finanziellen Situation
des Beschwerdeführers gegenüber einem Verbleib in der Heimat vorteilhaft war, kann
letztlich offen bleiben. Namentlich sind auch keine weiteren Abklärungen über die
konkrete berufliche und persönliche Situation in der Heimat des Beschwerdeführers zu
treffen. Es ist auch nicht von erheblicher Bedeutung, ob der Beschwerdeführer im
Heimatstaat mit seiner Ausbildung weiterhin ein genügendes Auskommen gefunden
hätte. Immerhin ist festzuhalten, dass auch eine gute Ausbildung keine Gewähr bietet,
in einem Land mit relativ hoher Arbeitslosenrate eine Anstellung zu finden. Jedenfalls
ist die Annahme der Vorinstanz nicht zu beanstanden, es sei für den Beschwerdeführer
praktisch ausgeschlossen gewesen, eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, wenn er
nicht eine in der Schweiz anwesenheitsberechtigte Person geheiratet hätte.
bb) Ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe bildet die Befragung der
Ehefrau. Diese hielt fest, eine in der Schweiz wohnhafte Tante des Beschwerdeführers
habe sie mit diesem bekannt gemacht. Die Tante habe sie ersucht, den
Beschwerdeführer zu heiraten. Die Ehefrau bejahte die Frage des polizeilichen
Sachbearbeiters, ob es um eine Scheinehe gegangen sei, und hielt fest, es sei eine
Zweckehe gewesen. Ihrem Ehemann sei es egal gewesen, dass sie einen anderen
Lebenspartner habe. Sie hielt weiter fest, die Tante des Beschwerdeführers habe ihr
gesagt, sie würde ihre Schulden von ungefähr Fr. 10'000.-- bis Fr. 15'000.-- decken
und ihr die Autoprüfung bezahlen. Auf die Frage, wer die Idee zur Heirat gehabt habe,
antwortete die Ehefrau, es sei für sie eine Notsituation gewesen; sie habe gedacht, es
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würde so einfach gehen. Die Tante des Beschwerdeführers sei auf die Idee gekommen
und habe sie gefragt, ob sie das machen würde.
Den Ort der Trauung konnte die Ehefrau nicht nennen. Weiter hielt sie fest, ihre Eltern
und Verwandten hätten nichts von der Heirat gewusst; ausschliesslich ihre Schwester
habe von der Scheinehe Kenntnis gehabt. Ihr Ehegatte habe nie persönlichen Kontakt
zu ihren Verwandten gehabt. Die Frage, ob sie ihren Ehemann geheiratet habe, damit
er eine Aufenthaltsbewilligung bekomme, bejahte die Ehefrau und hielt fest, es habe
keine anderen Gründe gegeben. Für sie persönlich sei die Schuldentilgung der
Hauptgrund gewesen. Weiter hielt sie fest, sie und ihr Ehemann hätten die Freizeit nicht
zusammen verbracht. Sie seien nur einmal für ein Abendessen im Ausgang gewesen.
Sie habe die Absicht, sich scheiden zu lassen. Abschliessend bestätigte sie, die Tante
des Beschwerdeführers habe einen Teil ihrer Schulden bezahlt. Sie habe die
Einzahlungsscheine genommen und dann die Rechnungen bezahlt. Sie gehe davon
aus, dass die Rechnungen bezahlt worden seien. Sie habe ihren Ehemann nicht
wirklich geliebt. Er sei sicher sympathisch, aber es sei nicht ihr Typ.
Die Tante des Beschwerdeführers bestätigte, dass sie Schulden der Ehefrau bezahlt
habe. Dies sei jedoch nur deshalb erfolgt, damit der Beschwerdeführer eine
Aufenthaltsbewilligung bekomme. Sie habe der Ehefrau für drei Monate den
Wohnungszins bezahlt. Hätte sie dies nicht gemacht, hätte der Beschwerdeführer keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten.
Gegenüber dem Ausländeramt bestätigte die Ehefrau, dass sie den Beschwerdeführer
am 10. Januar 2002 in dessen Heimatstaat geheiratet habe und Mitte Februar 2002 von
ihrem derzeitigen Lebenspartner schwanger geworden sei. Weiter führte sie aus, es sei
ihr versprochen worden, dass ihr etwas entgegengekommen werde. Nicht gerade eine
Abfindung, doch wenn sie irgendwann finanzielle Schwierigkeiten habe, würde sie
unterstützt. Sie habe damals gegenüber der Polizei eine gewisse Summe an Schulden
genannt, die ihr bezahlt worden sei. Soviel sie wisse, sei jedoch nichts bezahlt worden.
Die Freundin des Beschwerdeführers habe ihr gesagt, es gäbe Probleme für ihre
künftige Beziehung, wenn sie eine Aussage mache, gegen Geld geheiratet zu haben.
Was sie bei der Polizei gesagt habe, entspreche alles der Wahrheit. Sie habe nur ganz
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kurz, vielleicht einen Monat, mit dem Beschwerdeführer zusammengelebt. Sie habe nie
sexuelle Kontakte mit ihm gehabt.
Diese Aussagen bilden gewichtige Indizien für eine Scheinehe. Die Ehefrau war
verschuldet, und seitens des Ehegatten wurden ihr finanzielle Leistungen zugesichert.
Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau hielten übereinstimmend fest, dass die Tante
des Beschwerdeführers die Flugreise der Ehefrau nach Montenegro bezahlt habe.
Demgegenüber bestritt die Tante, den Flug bezahlt zu haben, was angesichts der
übereinstimmenden gegenteiligen Aussage der Eheleute nicht glaubhaft erscheint.
Somit ist davon auszugehen, dass konkrete Leistungen seitens der Familie des
Ehemannes erbracht wurden. Auch wurden gegen die Ehefrau nach eigenen Angaben
Drohungen geäussert, falls sie entsprechende Aussagen bei den Behörden machen
würde. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, können die Aussagen der Ehefrau
gesamthaft als glaubwürdig betrachtet werden. Zum Zeitpunkt der Befragung durch
das Ausländeramt war das gemeinsame Begehren auf Scheidung der Ehe anhängig.
Da das Begehren gemeinsam gestellt wurde, wurde der Scheidung von seiten des
Ehemannes in jenem Zeitpunkt kein Widerstand entgegengesetzt. Die Ehefrau hatte
somit keine Veranlassung, unwahre und belastende Aussagen zu machen, die ihrem
Ehemann in bezug auf die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nachteilig waren.
cc) Fest steht, dass sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im Oktober/
November 2001 kennenlernten. Die Heirat fand am 10. Januar 2002 in Montenegro
statt. In der sehr kurzen Bekanntschaftszeit vor der Ehe liegt nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein Indiz für eine Scheinehe (BGE 122 II 295).
Daran ändert der Umstand nichts, dass nicht sämtliche Ehen, die nach kurzer
Bekanntschaftszeit geschlossen werden, als Scheinehen gelten.
dd) Fest steht weiter, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers rund einen Monat nach
der Hochzeit von ihrem derzeitigen Lebenspartner schwanger wurde. Auch dies bildet
ein gewichtiges Indiz, dass die Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und Claudia
Ledermann nicht mit der Absicht geschlossen wurde, eine Lebensgemeinschaft
einzugehen. Ebenfalls bildet der Umstand, dass die Eheleute nach der Einreise des
Ehemannes in die Schweiz lediglich rund einen Monat zusammenlebten, ein Indiz für
den fehlenden Willen zum Eingehen einer Lebensgemeinschaft.
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ee) Unbestritten ist ausserdem, dass die Verwandten der Ehefrau mit Ausnahme ihrer
Schwester nicht über die Heirat orientiert wurden. Dies bedeutet, dass die Ehe
gegenüber den Verwandten verheimlicht werden sollte, was wiederum ein Indiz für das
Vorliegen einer Scheinehe ist.
ff) Aus dem Fehlen eines grossen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten lässt
sich nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten. Ein grosser Altersunterschied
wäre ein weiteres Indiz für eine Scheinehe; das Fehlen eines solchen entkräftet jedoch
die übrigen Indizien nicht.
gg) Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass keine
fehlerhafte Beweiswürdigung durch die Vorinstanz angenommen werden kann und
diese vielmehr zu Recht davon ausgegangen ist, die Ehe des Beschwerdeführers mit C.
sei eine Scheinehe. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden (Erw. 3, S. 3 - 7). Der Beschwerdeführer macht zwar
geltend, aus seiner Sicht sei der Wille zum Eingehen einer Lebensgemeinschaft echt
gewesen. Diese Beteuerung ist aber nicht glaubhaft. Es fällt nämlich auf, dass er sich in
den Befragungen bei der Polizei und beim Ausländeramt sehr teilnahmslos zum
Verhalten seiner Ehefrau äusserte und den Umstand, dass diese wenige Wochen nach
der Heirat von einem anderen Mann schwanger wurde und er bei der Einreise in die
Schweiz davon erfuhr, in einer auffallend teilnahmslosen Art und Weise schilderte.
Dieses Verhalten zeigt, dass der Beschwerdeführer das Eingehen der Ehe offenbar als
eine Art geschäftsmässigen Vorgang betrachtete und im Lichte der gesamten
Umstände davon ausgegangen werden kann, dass die Absicht zum Eingehen einer
echten Lebensgemeinschaft auch bei ihm gefehlt hat.
e) Selbst wenn das Vorliegen einer Scheinehe verneint würde, kann die Verweigerung
der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht als rechtswidrig qualifiziert werden.
aa) Auch wenn eine Ehe nicht nur zum Schein eingegangen worden wäre, heisst dies
nicht zwingend, dass dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt ungeachtet der
weiteren Entwicklung gestattet werden muss. Zu prüfen ist insbesondere, ob sich die
Berufung auf die Ehe nicht anderweitig als rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II
151 mit Hinweis). Rechtsmissbrauch liegt wie erwähnt vor, wenn sich der Ausländer in
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einem fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe beruft, welche nur noch formell und
ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft
besteht (BGE 128 II 151 mit Hinweis auf BGE 127 II 56, 123 II 50 f.).
bb) Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau haben am 5. Juni 2003 ein gemeinsames
Scheidungsbegehren anhängig gemacht. Beide Ehegatten leben mit ihren neuen
Lebenspartnern zusammen. Der Beschwerdeführer erklärte ausdrücklich, er wolle seine
Freundin heiraten. Somit kann aus der formal noch bestehenden Ehe nichts zugunsten
einer Aufenthaltsberechtigung des Beschwerdeführers abgeleitet werden. Der
Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung liegt daher im Ermessen
der Vorinstanz.
cc) Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP). Im Streitfall kann somit nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr Ermessen
überschritten oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte, als sie die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte. Das Verwaltungsgericht hat den
Ermessensspielraum der Verwaltung zu respektieren, wenn diese bei ihrem Entscheid
von sachlichen und vernünftigen Überlegungen ausging, die im Einklang mit Sinn und
Zweck des Gesetzes stehen (GVP 1999 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
dd) Nach Ziff. 654 der Weisungen des Bundesamts für Zuwanderung, Integration und
Auswanderung vom Februar 2003 kann die Aufenthaltsbewilligung eines ausländischen
Ehegatten nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft verlängert werden, namentlich
um Härtefälle zu vermeiden. Massgebend sind die Dauer der Anwesenheit, persönliche
Beziehungen zur Schweiz, insbesondere wenn Kinder vorhanden sind, die berufliche
Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, das persönliche Verhalten und der
Integrationsgrad. Zu berücksichtigen sind sodann die Umstände, die zur Auflösung der
ehelichen Gemeinschaft geführt haben.
Der Beschwerdeführer hält sich erst seit knapp zwei Jahren in der Schweiz auf. Eine
weitgehende Integration konnte daher aufgrund des relativ kurzen Aufenthalts in der
Schweiz noch nicht erfolgen. Ob die Behauptung des Beschwerdeführers zutrifft, er
spreche recht ordentlich deutsch, kann offen bleiben. Jedenfalls wurde für die
Befragung ein Dolmetscher beigezogen. Der Beschwerdeführer arbeitet als Mitarbeiter
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in einem Reinigungsunternehmen. Im Hinblick auf die Wirtschafts- und
Arbeitsmarktlage bestehen daher keine Gründe, welche eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nahelegen. Im übrigen hat der Beschwerdeführer keine
familiären Verpflichtungen gegenüber Personen, die in der Schweiz leben. Eine
Rückkehr nach Montenegro ist nach einem Aufenthalt von knapp zwei Jahren in der
Schweiz aufgrund der konkreten Umstände nicht mit überdurchschnittlichen
Schwierigkeiten verbunden.
ee) Es besteht ein öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach kurzem
Aufenthalt in der Schweiz die familiären Voraussetzungen für die Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen (VerwGE vom 16. März
2004 i.S. H.J. mit Hinweis auf VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. N.O. und vom 20.
August 2002 i.S. D.S.). Die Verordnung des Bundesrates über die Begrenzung der Zahl
der Ausländer (SR 823.21) bezweckt nach Art. 1 lit. a ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen dem Bestand der schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung.
Wie der Name der Verordnung zum Ausdruck bringt, verlangt dies angesichts des
ständigen Ansteigens des Anteils der ausländischen Wohnbevölkerung eine restriktive
Praxis bei der Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass in der Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung keine Rechtsverletzung erblickt werden kann. Der
Beschwerdeführer vermag auch nicht darzutun, dass er rechtsungleich behandelt und
diskriminiert wurde. Die Ungleichbehandlung von Ausländern aus Staaten der EU und
Drittstaaten stellt keine Diskriminierung im Sinne von Art. 8 BV dar. Diese
unterschiedliche Behandlung ist vom Bundesrecht ausdrücklich vorgeschrieben.
Abwegig ist ausserdem das Argument, der Staat verlange einerseits von ihm
Zahlungen und Unterstützungen für seine Ehefrau und zeihe ihn andererseits der
Scheinehe, was krass widersprüchlich und ein Verstoss gegen Treu und Glauben sei.
Der Beschwerdeführer blieb den Nachweis schuldig, dass er für Leistungen zugunsten
seiner Ehefrau ins Recht gefasst wurde. Im übrigen fallen die Wirkungen der Heirat mit
der Qualifikation einer Ehe als Scheinehe nicht ohne weiteres dahin.
3./ Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
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Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).