Decision ID: 1954442c-4492-5666-96b2-ebf20493bf32
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. Juni 2004 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 23. Januar 2006 polydisziplinär
(internistisch, orthopädisch, psychiatrisch) in der ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut
GmbH begutachtet. Die Gutachter diagnostizierten ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), mit u.a. Status nach
Diskushernien-Operation L3/4 links am 27. November 2003. Für die angestammte
Tätigkeit im Baugewerbe bescheinigten sie dem Versicherten eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte bis mittelschwere leidensangepasste
Tätigkeiten bestehe hingegen eine ganztägig zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100%
(Gutachten vom 23. Mai 2006, IV-act. 31). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 19. Juli 2006, IV-act. 37; Einwand vom 18. September 2006, IV-act.
41) verfügte die IV-Stelle am 25. Oktober 2006 die Abweisung des Leistungsgesuchs
des Versicherten (IV-act. 42). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 24. November
2006 (IV-act. 45) wies das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 8. April 2008, IV
2006/259, ab (IV-act. 65).
A.b Am 30. Mai 2008 meldete sich der Versicherte über seinen Rechtsvertreter erneut
zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (IV-act. 69 f.). Am 13. Januar 2009 fand eine
polydisziplinäre (internistische, orthopädische und psychiatrische)
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Verlaufsbegutachtung in der ABI statt. Die Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre Ausfälle (ICD-10: M54.5) mit u.a. Status nach minimalinvasiver TLIF LWK4/5
am 16. April 2007 (ICD-10: Z98.8) und ein COPD (ICD-10: J44). Sie bescheinigten dem
Versicherten weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten. Vorübergehend habe jedoch nach der Operation vom 16. April 2007 eine
volle Arbeitsunfähigkeit auch in Verweistätigkeiten bis August 2007, dann eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit bis Oktober 2007 bestanden (Verlaufsgutachten vom 9. Februar
2009, IV-act. 77). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 25.
März 2009, IV-act. 83; Einwand vom 11. Mai 2009, IV-act. 84) verfügte die IV-Stelle am
30. Juni 2009 die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 86). Dagegen erhob der
Versicherte am 31. August 2009 Beschwerde (IV-act. 87; zu dem von ihm im weiteren
Beschwerdeverfahren eingereichten Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15. Oktober
2009 bezüglich des im Nachgang zur am 2. September 2009 erfolgten 3. Operation
[Dekompression L3/4 von links mit Zystenresektion, Rezessotomie und Foraminotomie
L4 links] angetretenen stationären Aufenthalts vom 24. September bis 7. Oktober 2009
siehe IV-act. 96). Vom 15. Juni bis 13. August 2010 befand sich der Versicherte zur
stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik B._. Die dort behandelnden
medizinischen Fachpersonen diagnostizierten u.a. eine schwere depressive Episode
ohne psychotische Symptome mit Suizidgedanken (ICD-10: F32.2), eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, einen hochgradigen Verdacht auf einen psychogenen Tremor. Es
bestehe weiterhin und wahrscheinlich auch längerfristig eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Austrittsbericht vom 14. September 2010, IV-act. 118-53 ff.). Mit
Entscheid vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, hiess das Versicherungsgericht die
Beschwerde vom 31. August 2009 teilweise gut und hob die Verfügung vom 30. Juni
2009 auf. Es wies die Sache zur weiteren Abklärung betreffend die Arbeitsfähigkeit im
Zeitraum von August bis Oktober 2007 und den seit der ABI-Verlaufsbegutachtung
vom 13. Januar 2009 eingetretenen Gesundheitsverlauf an die Beschwerdegegnerin
zurück (IV-act. 104).
A.c Vom 27. Juli bis 19. August 2011 befand sich der Versicherte erneut zur
stationären Behandlung in der Klinik B._. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen diagnostizierten eine schwere depressive Episode ohne psychotische
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Symptome (ICD-10: F32.2) und ein chronisches Schmerzsyndrom. Der Versicherte
habe kaum am Therapieangebot teilnehmen können und habe sich in sein Zimmer
zurückgezogen. Ein Schmerzmanagement und eine Evaluation seien kaum möglich
gewesen. Der Versicherte habe daher gewünscht, zu seiner Familie zurückzukehren
(Austrittsbericht vom 30. August 2011, IV-act. 118-48 ff.). Am 18. Januar 2012 wurde
der Versicherte erneut in der ABI polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch
und orthopädisch) begutachtet. Die Experten diagnostizierten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre
Ausfälle (ICD-10: M54.80), chronische Schulterschmerzen der adominanten linken Seite
(ICD-10: M79.61), eine rezidivierende depressive Störung, leichte bis mittelgradige
Episode ohne somatische Symptome (ICD-10: F33.00/F33.10), eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine COPD (ICD-10: J44.9). Über
die Zeit gemittelt bestehe seit Juni 2010 aus psychiatrischer Sicht eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Aus somatischer Sicht bescheinigten die
Gutachter dem Versicherten weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit habe lediglich ab
der am 16. April 2007 durchgeführten Spondylodese für längstens sechs Monate sowie
nach dem letzten Eingriff vom 2. September 2009 für maximal drei Monate bestanden
(Verlaufsgutachten vom 18. April 2012, IV-act. 118-26 f.). Der Rechtsdienst der IV-
Stelle hielt in der Stellungnahme vom 18. Juni 2012 dafür, dass die psychischen Leiden
aus rechtlicher Sicht nicht eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu begründen
vermöchten (IV-act. 121).
A.d Mit Vorbescheid vom 27. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 125). Dagegen erhob der
Versicherte am 21. September 2012 Einwand und reichte weitere medizinische
Unterlagen ein (u.a. Berichte der Klinik B._ von 14. Juli 2012 betreffend die stationäre
Behandlung vom 20. Juni bis 14. Juli 2012 und des Schmerzzentrums am
Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 24. Mai 2012, IV-act. 126). Die seit 25. August
2010 im Psychiatrie-Zentrum C._ behandelnde Dr. med. D._, Fachärztin für
Psychiatrie und Neurologie, berichtete dem Rechtsvertreter am 17. Oktober 2012, der
Versicherte leide an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Diese verursache bei ihm eine deutliche
depressive Verstimmung mittelschwerer bis schwerer Ausprägung. Aus rein
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psychiatrischer Sicht wäre dem Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit im
Umfang von 30 bis 50% möglich, wobei mit sehr vielen Ausfällen zu rechnen sei, da es
je nach Schmerzintensität immer wieder zu einer Verschlechterung des
psychopathologischen Bildes kommen könne (IV-act. 130; siehe auch den
Verlaufsbericht von Dr. D._ vom 13. Juni 2013, IV-act. 134-1 ff.).
A.e Eine in der Abteilung Radiologie am KSSG am 15. Januar 2014 vorgenommene
MRI-Untersuchung der Wirbelsäule ergab degenerative Veränderungen zervikal mit
mehrsegmentalen Diskushernien betont auf Höhe HWK6/7 rechts mit präforaminalem
Ausspannen der Nervenwurzel C7. Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 21. April
2011 bestehe eine gering zunehmende Osteochondrose LWK3/4 mit gering
progredienter Diskushernie und nicht komprimierender Spinalkanaleinengung. Im
Übrigen habe sich keine wesentliche Befundänderung gezeigt (IV-act. 149-28 f.). Am
20. Januar 2014 wurde der Versicherte in der ABI bidisziplinär (orthopädisch und
psychiatrisch) begutachtet. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: eine rezidivierende Störung, gegenwärtig leichte bis
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.0/F33.1); ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, anamnestisch mit intermittierenden Ausstrahlungen ins linke Bein,
dermatomal nicht zuzuordnen (ICD-10: M54.5) und chronische, vorwiegend
belastungsabhängige Schulterschmerzen links (ICD-10: M79.61). Aus orthopädischer
Sicht bestehe eine um 20% beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten. Psychiatrischerseits wurde weiterhin eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt. Bidisziplinär attestierten die Gutachter dem Versicherten für
leidensangepasste Tätigkeiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (Verlaufsgutachten vom
20. Februar 2014, IV-act. 149).
A.f Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer ganzen Rente befristet für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober
2007 in Aussicht (IV-act. 153). Dagegen erhob der Versicherte am 13. Juni 2014
Einwand (IV-act. 157) und reichte am 18. Juli 2014 den Bericht von Dr. med. E._,
Oberarzt am Psychiatrie-Zentrum C._, ein (IV-act. 159), worin sich dieser der von Dr.
D._ bescheinigten maximal 30%igen Arbeitsfähigkeit anschliesst (IV-act. 159-2 f.).
RAD-Arzt F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vertrat in der
Stellungnahme vom 11. August 2014 die Auffassung, dass nach wie vor die
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Einschätzung der ABI-Experten für die Beurteilung der versicherungsmedizinischen
Aspekte massgebend sei (IV-act. 160). Mit Verfügung vom 27. Januar 2015 sprach die
IV-Stelle dem Versicherten befristet für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober 2007
eine ganze Rente zu (IV-act. 163).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 27. Januar 2015 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 2. März 2015. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge eine ganze Rente ab 1. Januar 2009. Eventualiter sei ein
unabhängiges interdisziplinäres Gutachten einzuholen. Er bringt vor, die befristete
Rentenzusprache lasse die dreimonatige Übergangsfrist ausser Acht. Die befristete
ganze Rente sei bis Januar 2008 auszurichten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch die ABI-Gutachter hält der Beschwerdeführer nicht für beweiskräftig. Er sei
vollständig arbeitsunfähig. Des Weiteren kritisiert er die Ermittlung der
Vergleichseinkommen durch die Beschwerdegegnerin (act. G 1). Am 7. April 2015 hat
der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik B._ vom 18. März 2015 eingereicht, in
der er vom 26. Januar bis 7. März 2015 stationär behandelt worden ist (act. G 4.1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2015
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, dass die
Einschätzungen der ABI-Gutachter beweiskräftig seien. Die aus psychiatrischer Sicht
bescheinigte 30%ige Arbeitsunfähigkeit sei indessen nicht invalidisierend. Die
Vergleichseinkommen seien korrekt ermittelt worden. Es bestehe kein Grund für einen
Tabellenlohnabzug (act. G 6).
B.c In der Replik vom 25. September 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 14; zum eingereichten Bericht von Dr. med. G._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vom 3. September 2015 siehe act. G 14.1). Am 2.
Oktober 2015 hat der Beschwerdeführer einen Verlaufsbericht von Dr. D._ vom 15.
August 2013 eingereicht, worin diese wie im Bericht vom 13. Juni 2013 (IV-act. 134)
einen stationären Krankheitsverlauf bestätigt (act. G 15.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 19).
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist das Rentengesuch
des Beschwerdeführers vom 30. Mai 2008 (IV-act. 69 f.). Für die massgebenden
rechtlichen Grundlagen kann auf die Ausführungen im Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, E. 2 (IV-act. 104-6 f.),
verwiesen werden.
2.
Zunächst ist die Frage zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht
spruchreif abgeklärt worden ist.
2.1 In somatischer Hinsicht gelangten die ABI-Gutachter zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfüge. Lediglich ab der am 16. April 2007 durchgeführten
Spondylodese könne für längstens sechs Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden (IV-act. 118-27 unten). Seit dem ABI-Verlaufsgutachten vom 9.
Februar 2009 sei es zu keiner längerdauernden Veränderung der Arbeitsfähigkeit
gekommen. Nach dem letzten Eingriff vom 2. September 2009 könne für maximal drei
Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden (IV-act. 118-23). In der
Zeit nach der ABI-Verlaufsbegutachtung im Januar 2012 sei es zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen (verstärkte Hypotrophie der
Muskulatur am linken Bein), die eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten begründe (IV-act. 149-24).
2.1.1 Der Beschwerdeführer bringt keine substanziierte Kritik am somatischen Teil
der ABI-Beurteilungen vor. Die von ihm eingereichten medizinischen Unterlagen
stammen grösstenteils von den behandelnden psychiatrischen Fachpersonen (siehe
etwa IV-act. 126-16 ff. act. G 4.1 und act. G 15.1) und vermögen daher keine Zweifel
an den Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der somatischen ABI-Gutachter zu begründen.
Gleiches gilt im Ergebnis für die Einschätzung von Dr. G._, der sich inhaltlich nicht
näher mit den ABI-Gutachten auseinandersetzt, sondern es bei der Aussage belässt,
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deren Resultate seien „jeweils völlig unvorstellbar und nicht nachvollziehbar“ (act. G
14.1, S. 2). Die von ihm bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründet er in der
Stellungnahme vom 3. September 2015 - ohne Angabe einer Diagnose und ohne eine
nachvollziehbare Darlegung entsprechender Funktionsdefizite - grösstenteils mit der
Leidenspräsentation des Beschwerdeführers (act. G 14.1; siehe auch die
Stellungnahme von Dr. G._ vom 23. Mai 2014, IV-act. 154).
2.1.2 Weder aus den Vorbringen des Beschwerdeführers noch aus den Akten
ergeben sich objektive Gesichtspunkte, welche die somatischen ABI-Gutachter ausser
Acht gelassen hätten. Ihre Einschätzung gründet auf persönlichen Untersuchungen des
Beschwerdeführers unter Einbezug von dessen Leidensschilderungen. Die Vorakten
wurden berücksichtigt. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, von den
beweiskräftigen Beurteilungen der somatischen ABI-Experten abzuweichen.
2.2 Die psychiatrischen Experten der ABI bescheinigten dem Beschwerdeführer
zunächst eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Verlaufsgutachten vom 9. Februar 2009, IV-
act. 77). In der Zeit danach sei es zu einer deutlichen Verschlechterung im psychischen
Bereich gekommen, die wahrscheinlich seit Juni 2010 zu einer über die Zeit gemittelten
30%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten geführt habe (Verlaufsgutachten
vom 18. April 2012, IV-act. 118-17 f. und IV-act. 118-27 oben; siehe auch
Verlaufsgutachten vom 20. Februar 2014, IV-act. 149, insbesondere IV-act. 149-26 f.).
2.2.1 Die Kritik des Beschwerdeführers an den gutachterlichen Beurteilungen
beschränkt sich im Wesentlichen auf einen Verweis auf die Berichte der behandelnden
medizinischen Fachpersonen (act. G 1, Rz 5; siehe auch act. G 14, Rz 5 ff.). Soweit der
Beschwerdeführer rügt, aus psychiatrischer Sicht würden im Verlaufsgutachten vom
20. Februar 2014 keine Adaptionskriterien aufgeführt (act. G 14, Rz 5 unten), ist von
Bedeutung, dass solche im Verlaufsgutachten vom 18. April 2012 aufgeführt sind (nur
noch leichte Tätigkeit mit wenig Anforderungen hinsichtlich Präzision und Schnelligkeit;
IV-act. 118-17). Dass davon später abgewichen worden wäre, kann dem späteren
Verlaufsgutachten nicht entnommen werden. Vielmehr wurde die frühere Einschätzung
bestätigt (IV-act. 149-26).
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2.2.2 Zu beachten ist des Weiteren, dass sich die psychiatrischen ABI-Gutachter mit
den Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen jeweils
auseinandergesetzt haben (IV-act. 149-17 und IV-act. 118-18). Sie legten ihrer
Arbeitsfähigkeitsschätzung eine objektive Betrachtungsweise im Sinn von Art. 7 Abs. 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) zugrunde und stellten nicht bloss auf die Leidensangaben und -präsentation
des Beschwerdeführers ab. Bereits anlässlich der Erstbegutachtung vom 23. Januar
2006 sah sich der Beschwerdeführer zu keiner Arbeitsleistung mehr fähig, wobei sich
diese Wahrnehmung hauptsächlich auf soziale Umstände stützte. Zusätzlich wies der
psychiatrische Gutachter damals auf einen deutlichen sekundären Krankheitsgewinn
hin (IV-act. 31-16). Anlässlich der Verlaufsbegutachtung vom 13. Januar 2009 stellte
der psychiatrische Gutachter die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung des
Beschwerdeführers in den Vordergrund (IV-act. 77-15 f.) und machte auf die
Bedeutung krankheitsfremder Faktoren aufmerksam (IV-act. 77-24; siehe hierzu auch
IV-act. 77-16 oben).
2.2.3 Aus den medizinischen Akten gehen zudem verschiedene Inkonsistenzen
bezüglich der Leidenspräsentation des Beschwerdeführers hervor (IV-act. 77-24; IV-
act. 118-17, -22 zweitletzter Abschnitt, -23 oben und -26; IV-act. 149-16 f.), welche die
ABI-Gutachter bei ihrer Beurteilung zu Recht ausgeklammert haben. Die medizinischen
Fachpersonen der Klinik Valens führten aus, der Beschwerdeführer fühle sich durch die
Schmerzen stark invalidisiert. Er könne aber keine konkreten Angaben über spezifische
Einschränkungen machen (Austrittsbericht vom 15. Oktober 2009, IV-act. 96-8 unten).
Anlässlich der stationären Behandlung vom 27. Juli bis 19. August 2011 in der Klinik
B._ war aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers eine Schmerzevaluation
nicht möglich (Austrittsbericht vom 30. August 2011, IV-act. 118-51). Wesentlicher
Einfluss auf die Stimmung des Beschwerdeführers haben sodann nicht bloss
krankheitsbedingte Ursachen, sondern offenbar ebenfalls die von ihm empfundene
Kränkung durch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der ABI („als absolut kränkend habe er
erlebt, dass ihm in einem aktuellen ABI-Gutachten 70% leichte Arbeit zugemutet
werde“, IV-act. 126-17 und -18; vgl. auch zur Reaktion auf den „abschlägigen IV-
Bescheid“, IV-act. 159-2). Die behandelnden medizinischen Fachpersonen der Klinik
B._ bezeichneten es im Bericht vom 18. März 2015 als „auffallend“, dass eine
„massive Verschlechterung der Symptomatik um den Termin für ein Anwaltsgespräch
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bzgl. des Recurs in Sachen IV-Rente“ aufgetreten sei. Aufgrund des schwebenden
Verfahrens könne derzeit keine Besserung der Symptomatik eintreten (act. G 4.1, S. 2).
2.2.4 Die psychiatrischen ABI-Experten haben allerdings die von ihnen bescheinigte
30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überzeugend, plausibel und konsistent
begründet. Bereits im Gutachten vom 18. April 2012 - noch unter Prüfung der Förster-
Kriterien (zur diesbezüglich inzwischen geänderten Praxis des Bundesgerichts siehe
BGE 141 V 281) - diagnostizierte der psychiatrische Gutachter eine depressive Störung
leichten bis mittelschweren Grades von Krankheitswert. Er beschrieb eine „deutliche
psychiatrische Komorbidität“ und einen erkennbaren Vitalitätsverlust. Der
Beschwerdeführer wirke bedrückt-suizidal. Die Fähigkeit zur Willensanspannung und
Schmerzüberwindung sei reduziert. Die psychische Störung trage Zeichen einer
Chronifizierung. Zudem wies er auf Hinweise für eine frühe psychische Traumatisierung
hin (früher Tod der Mutter und des Bruders; IV-act. 118-16 f.). Im Verlaufsgutachten
vom 20. Februar 2014 wird erneut die rezidivierende depressive Störung als Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Im Ausmass im zeitlichen Längsschnitt
wurde der depressiven Störung unverändert eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bei
„pharmakologisch suffizienter Therapie“ attestiert, wobei Schwankungen - wie
stattgefunden - nicht ausgeschlossen wurden. Der psychiatrische Gutachter beschrieb
im Rahmen der Befunderhebung Symptome wie verminderte affektive
Schwingungsbreite, Lustlosigkeit, Energieverlust und Schlaflosigkeit. Die depressiven
Verstimmungen, welche die Arbeitsfähigkeit einschränkten, bezeichnete er als
„authentisch“ (IV-act. 149-16 f.).
2.2.5 Bei der Würdigung der psychiatrischen Beurteilungen der ABI-Experten fällt
sodann ins Gewicht, dass sie - wie diejenigen der somatischen ABI-Experten - auf
eigenständigen, polydisziplinären Abklärungen beruhen und für die streitigen Belange
umfassend sind. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Es bestehen
keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt
worden wären.
2.3 Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, bezüglich der medizinisch-theoretischen
Restarbeitsfähigkeit von den beweiskräftigen Einschätzungen der ABI-Gutachter
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abzuweichen. Gestützt darauf ist von folgenden Arbeitsunfähigkeiten auszugehen:
100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 16. April bis 15. Oktober 2007 und vom 2.
September 2009 für maximal drei Monate (IV-act. 118-27 unten); über die Zeit
gemittelte 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2010 (IV-act. 118-27 oben und IV-act.
149-16). Wie sich aus der Würdigung der ABI-Expertisen ergibt, haben die Gutachter
ihren Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht das subjektive Empfinden des
Beschwerdeführers, sondern eine objektive Wertung von dessen Leiden zu Grunde
gelegt. Insbesondere haben sie sich eingehend mit Inkonsistenzen, Selbstlimitierungen,
Symptomausweitungen und krankheitsfremden Aspekten auseinandergesetzt und
diese bei der Einschätzung der Funktionsdefizite ausgeklammert (siehe etwa IV-act.
149-26). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer an einem vielschichtigen,
jahrelangen Krankheitsbild leidet, an dessen Anfang ein somatisches, objektivierbares
Leiden steht. Dieses hat zu einem vollständigen Verlust der Arbeitsfähigkeit für die
angestammte Tätigkeit geführt und hat einen wesentlichen Anteil am komplexen
Leidensbild (siehe zu den postoperativen und degenerativen Veränderungen im Bereich
der unteren Wirbelsäule und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit für die
angestammte Tätigkeit, IV-act. 31-12; siehe zum Ganzen auch die orthopädische
Beurteilung im ABI-Verlaufsgutachten vom 20. Februar 2014, IV-act. 149-21 ff.). Die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der ABI-Gutachter sind plausibel und konsistent. Sie
berücksichtigten bei den Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen ausschliesslich aus objektiver
Sicht nicht überwindbare Gesundheitsbeeinträchtigungen im Sinn von Art. 7 Abs. 2
ATSG. Im Licht dieser Umstände besteht kein Anlass, davon abzuweichen. Objektive
Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung dauerhaft verschlechtert hätte, bestehen keine.
3.
Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad im Rahmen eines Einkommensvergleichs.
3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
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gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3.2 Für die Bestimmung des Valideneinkommens vermögen die im individuellen Konto
eingetragenen Einkommen keine verlässliche Grundlage zu bilden. Diese enthalten seit
Beginn der Anstellung des Beschwerdeführers bei der H._ AG im März 1988 (IV-act.
17-1) bis zum Jahr 2003 erheblich schwankende Einkommen, die teilweise unter und
teilweise über den jeweiligen durchschnittlichen LSE-Hilfsarbeiterlöhnen zu liegen
kamen (vgl. zu den LSE-Hilfsarbeiterlöhnen den jeweiligen „Anhang 2:
Lohnentwicklung“ der IVG-Gesetzesausgaben der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgaben 2005 und 2008). Zu beachten ist des Weiteren, dass der Beschwerdeführer
offenbar erst ab März 2001 im Monatslohn angestellt und zuvor im Stundenlohn
entschädigt wurde (IV-act. IV-act. 17-7). Ab September 2001 waren die
Jahresverdienste zudem von Phasen vollständiger Arbeitsunfähigkeit überschattet (IV-
act. 17-2). Für die Bestimmung des Valideneinkommens ist daher von der
Monatslohnangabe der damaligen Arbeitgeberin für das Jahr 2004 von Fr. 5‘036.--
auszugehen (IV-act. 17-2). Aus deren weiteren Angaben geht hervor (IV-act. 17-2), dass
der Beschwerdeführer Anspruch auf einen 13. Monatslohn hatte (IV-act. 17; vgl. ferner
auch die Einkommensvergleiche der Beschwerdegegnerin in IV-act. 43, IV-act. 80 und
IV-act. 163-9), mithin von einem mutmasslichen Jahreslohn von Fr. 65‘468.-- (Fr.
5‘036.-- x 13) auszugehen ist. Angesichts dessen, dass ein Rentenanspruch vorliegend
frühestens nach der am 25. Oktober 2006 erfolgten Abweisung des erstmaligen
Rentengesuchs (IV-act. 66 und IV-act. 42) entstehen kann (siehe zu den
intertemporalrechtlich massgebenden Bestimmungen E. 2 des Entscheids des
Versicherungsgerichts vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, IV-act. 104-6), ist das
Valideneinkommen an die bis zum Jahr 2006 eingetretene Nominallohnentwicklung
anzupassen. Es ist daher für den Einkommensvergleich ein Valideneinkommen von Fr.
66‘916.-- (Fr. 65‘468.-- x 1.01 x 1.012; siehe Bundesamt für Statistik, Tabelle T39,
Entwicklung der Nominal¬löhne) zu berücksichtigen.
3.3 Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, die
aussagekräftige Schlüsse auf dessen Resterwerbsfähigkeit zulässt, ist zur Bestimmung
des Invalideneinkommens auf den LSE-Hilfsarbeiterlohn abzustellen, was zwischen
den Parteien an sich nicht bestritten ist. Dieser beträgt für das Jahr 2006 Fr. 59‘197.--
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(siehe „Anhang 2: Lohnentwicklung“ der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle
AHV/IV, Ausgabe 2012). Für leidensangepasste Tätigkeiten sind erhebliche qualitative
Einschränkungen zu beachten. Dem Beschwerdeführer sind lediglich noch leichte
Tätigkeiten mit „wenig Anforderungen hinsichtlich Präzision und Schnelligkeit“
zumutbar (IV-act. 118-17). Sie haben zudem in wechselnder Position zu erfolgen, in der
eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht überschritten werden darf. Unzumutbar sind
Zwangshaltungen des Rumpfes und der unteren Extremitäten sowie Bewegungen des
linken Arms oberhalb der Horizontalen (IV-act. 149-24). Dadurch ist das dem
Beschwerdeführer verbliebene Spektrum möglicher Tätigkeiten in einem Mass
eingeschränkt, das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse vermuten lässt. Hinzu kommt das
fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang 1955, IV-act. 1-1) und seine
langjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (zum Abzugsgrund der langen Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt siehe etwa Urteile des Bundesgerichts vom 10. Februar 2011,
9C_617/2010, E. 4.3, vom 15. Juli 2009, 9C_524/2008, E. 4 und 4.2, und vom 4. Mai
2012, 9C_22/2012, E. 3.2). Zu berücksichtigen ist ferner die zuvor lange
Betriebszugehörigkeit mit körperlicher Schwerarbeit (siehe hierzu Entscheid des
Bundesgerichts vom 29. November 2012, 9C_655/2012, E. 3). Aus der bisherigen
Leidensgeschichte des Beschwerdeführers und der gutachterlichen Beurteilung geht
sodann hervor, dass in der Vergangenheit wiederholt vorübergehende
Verschlechterungen aufgetreten und auch weiterhin von einem erhöhten Risiko für
zusätzliche krankheitsbedingte Absenzen auszugehen ist (IV-act. 149-17 und IV-act.
149-27 oben; siehe zu den damit verbundenen Nachteilen auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
3.3.3.1, sowie Urteile des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3,
und vom 25. November 2008, 9C_650/2008, E. 5.4 je mit Hinweisen). Anhaltspunkte
dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Migrationshintergrunds oder
anderer Umstände auf dem ausgeglichen Arbeitsmarkt mit Lohneinbussen konfrontiert
wäre, bestehen nicht. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von 15%
angemessen, womit für die Bestimmung des Invalideneinkommens von einem
angepassten statistischen Wert von Fr. 50‘317.-- (Fr. 59‘197.-- x 0,85) auszugehen ist.
Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 70% beträgt das Invalideneinkommen Fr. 35‘222.--
(Fr. 50‘317.-- x 0.7).
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3.4 Die vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 16. April bis 15. Oktober 2007 (IV-act.
118-27) führt zu einem 100%igen Invaliditätsgrad. Der Beschwerdeführer hat damit ab
1. April 2007 (Art. 19 Abs. 3 ATSG) erstmals Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. E. 3.5
des Entscheids des Versicherungsgerichts vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, IV-act.
104-10 f.). Da die erstmalige (befristete) Rentenzusprache zu keiner Anpassung eines
vorbestehenden Rentenanspruchs im Sinn einer Revision (Art. 17 ATSG) führt, findet
Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
hinsichtlich des Rentenbeginns keine Anwendung. In Nachachtung von Art. 88a Abs. 1
IVV ist der Anspruch auf eine ganze Rente per 31. Januar 2008 zu befristen. Bei der
maximal dreimonatigen vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 2. September 2009 (IV-act.
118-27) handelt es sich nicht um eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG, weshalb hierfür von
vornherein ein Rentenanspruch entfällt. Ab Juni 2010 besteht eine 70%ige
Restarbeitsfähigkeit. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 66‘916.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 35‘222.-- resultieren eine Einbusse von Fr. 31‘694.-- (Fr.
66‘916.-- - Fr. 35‘222.--) und ein Invaliditätsgrad von abgerundet 47% ([Fr. 31‘694.-- /
Fr. 66‘916.--] x 100), womit der Beschwerdeführer ab 1. Juni 2010 (Art. 19 Abs. 3
ATSG) Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Art. 88a Abs. 2 IVV findet auch hier infolge
Fehlens einer revidierbaren Rente im Zeitpunkt der massgeblichen Verschlechterung
des Gesundheitszustands keine Anwendung (Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Januar 2015, 8C_777/2014, E. 4.2).
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 27. Januar 2015
aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist befristet für den Zeitraum vom 1. April 2007 bis
31. Januar 2008 eine ganze Rente und ab 1. Juni 2010 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.). Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 20. Oktober 2015 eine Honorarnote
eingereicht, worin er bei einem zeitlichen Aufwand von 13.99 Stunden eine
Entschädigung von insgesamt Fr. 3‘928.40 (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) geltend macht (act. G 17). Angesichts des zu beurteilenden
langjährigen Zeitraums mit insgesamt 3 Verlaufsgutachten, des schwankenden Verlaufs
des Gesundheitszustands sowie der umfangreichen Aktenlage erscheint die geltend
gemachte Parteientschädigung angemessen.