Decision ID: d42f511a-be6f-4abf-a737-4324fc4ebab0
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die A._ AG mit Sitz in M._ ist seit 11. Juni 2007 im Handelsregister des Kantons
St. Gallen eingetragen. Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb einer Werkstätte für
Autoreparaturen, das Betreiben einer Tankstelle mit Shop sowie den Handel mit Neu-
und Occasionswagen und verwandter Artikel. Einziges Mitglied des Verwaltungsrats ist
X._. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen, Prüfstelle
Winkeln, erteilte der A._ AG am 7. Januar 2008 einen Kollektiv-Fahrzeugausweis und
das Händlerschild für Motorwagen "SG 00000 U".
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B. Mit Schreiben vom 20. November 2015 forderte das Strassenverkehrsamt die A._
AG auf, den Umfang ihres Betriebs nachzuweisen, um die Voraussetzungen für die
Belassung des Kollektiv-Fahrzeugausweises und des Händlerschilds zu prüfen.
Daraufhin erklärte X._ mit Schreiben vom 28. Dezember 2015 die Tätigkeit der AG. Mit
Schreiben vom 26. April 2017 sowie vom 7. Juni 2017 forderte das
Strassenverkehrsamt die A._ AG erneut auf, den Umfang ihres Betriebs
nachzuweisen, und gab ihr gleichzeitig Gelegenheit, zum beabsichtigten Entzug des
Kollektiv-Fahrzeugausweises und des Händlerschilds Stellung zu nehmen. Während
dem die Gesellschaft mit Schreiben vom 22. Mai 2017 noch auf die Erklärungen in
ihrem Schreiben vom 28. Dezember 2015 verwies, reagierte sie auf die zweite
Aufforderung vom 7. Juni 2017 nicht mehr. Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 entzog das
Strassenverkehrsamt der A._ AG sowohl den Kollektiv-Fahrzeugausweis als auch das
Händlerschild "SG 00000 U" für Motorwagen. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die
Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 29. März 2018 ab.
C. Die A._ AG (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 3. April 2018 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 13. April 2018 und Ergänzung vom 23. Mai 2018 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
seien der angefochtene Entscheid sowie die Verfügung des Strassenverkehrsamts

(Beschwerdegegner) vom 27. Juli 2017 aufzuheben. Unter Verweis auf die Erwägungen
des angefochtenen Entscheides beantragte die Vorinstanz am 28. Mai 2018 die
Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdegegner verzichtete stillschweigend auf
eine Vernehmlassung.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. [...]
2. [...]
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3. Die Beschwerdeführerin beantragt die Durchführung einer mündlichen Verhandlung,
die Befragung diverser Zeugen sowie die Durchführung eines Augenscheins.
3.1. Nach Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) hat jede Person Anspruch darauf, dass über
Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen oder
über eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage in billiger Weise öffentlich und
innerhalb einer angemessenen Frist von einem unabhängigen und unparteiischen, auf
Gesetz beruhenden Gericht verhandelt wird. Die Öffentlichkeit des Verfahrens trägt
dazu bei, dass die Garantie auf ein "faires Verfahren" tatsächlich umgesetzt wird (BGer
2C_980/2016 vom 7. März 2017 E. 2.1.1).
Der Begriff der "civil rights" umfasst nicht nur zivilrechtliche Streitigkeiten im engeren
Sinn, sondern auch Verwaltungsakte einer hoheitlich handelnden Behörde, sofern sie
massgeblich in Rechte und Verpflichtungen privatrechtlicher Natur eingreifen (vgl. BGE
131 I 467 E. 2.5; BGer 2C_871/2015 vom 11. Februar 2016 E. 2.5.2 und 2C_980/2016
vom 7. März 2017 E. 2.1.1). Kollektiv-Fahrzeugausweise werden ausschliesslich im
Zusammenhang mit der Ausübung und für die Bedürfnisse der gewerblichen Tätigkeit
ausgestellt. Der Streit darüber ist deshalb ein zivilrechtlicher im Sinne von Art. 6 Ziff. 1
EMRK, weshalb sich die Beschwerdeführerin grundsätzlich auf die Garantien von Art. 6
Ziff. 1 EMRK berufen kann.
3.2. Die Pflicht, eine öffentliche Verhandlung durchzuführen, ist indes in zweifacher
Hinsicht nicht absolut. Zunächst können die Parteien explizit oder stillschweigend auf
eine öffentliche Verhandlung verzichten (statt vieler: EGMR Urteil Schuler-Zgraggen
gegen die Schweiz Nr. 14518/89 vom 24. Juni 1993), was vorliegend allerdings nicht
der Fall ist. Eine Reihe von Gründen, aus welchen keine öffentliche Verhandlung
durchgeführt werden muss, ergibt sich indes unmittelbar aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK. So
kann unter anderem in Fällen, in welchen von einer öffentlichen Verhandlung von
vornherein keine Auswirkungen auf den zu fällenden Entscheid erwartet werden
können, die Anordnung im Hinblick auf die gebotene Verfahrensökonomie ohne
Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK unterbleiben (Urteil des Bundesstrafgerichts RR.
2014.312 vom 16. März 2015 E 4.2.3). Beim vorliegenden Streitgegenstand ist nicht
ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht näher substantiiert, welche
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neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten ergeben,
anlässlich einer mündliche Verhandlung gewonnen werden könnten. Im Übrigen wäre
im Administrativverfahren nach dem Strassenverkehrsgesetz die mündliche und
öffentliche Verhandlung vor der Verwaltungsrekurskommission durchzuführen. Wird der
Anspruch in jenem Verfahren nicht geltend gemacht, ist er verwirkt (GVP 2015 Nr. 63).
Die Beschwerdeführerin hat vor Vorinstanz nicht ausdrücklich eine mündliche
Verhandlung beantragt. Unter diesen Umständen hat sie keinen Anspruch mehr darauf,
dass die Angelegenheit vor einem Gericht mündlich verhandelt wird. Der Antrag ist
deshalb abzuweisen.
3.3. Wenn Gründe für eine Ausnahme nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorliegen, muss keine
mündliche Verhandlung durchgeführt werden (BGE 142 I 188 E. 3.2.1). Art. 6 Ziff. 1
EMRK gibt keinen zusätzlichen abstrakten Anspruch, sich persönlich äussern,
namentlich mündlich vor dem Spruchkörper plädieren zu dürfen. Solches sowie die
Anwesenheit bei der Abnahme von Beweismitteln oder die Anhörung im Sinn eines
Beweismittels könnte sich einzig aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinn von
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
BV) oder aus konkreten Verfahrensvorschriften ergeben (BGer 5A_955/2015 vom 29.
August 2016 E. 2.6). Auf solche Verfahrensvorschriften beruft sich die
Beschwerdeführerin allerdings nicht.
3.4. Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 VRP wird eine mündliche
Verhandlung angeordnet, wenn sie zur Wahrung der Parteirechte notwendig ist oder
zweckmässig erscheint. Vorliegend ist weder ersichtlich noch wird vorgebracht,
inwiefern eine der genannten Voraussetzungen erfüllt sein soll: Der massgebende
Sachverhalt ergibt sich aus den Akten, und die Beschwerdeführerin hatte die
Gelegenheit, ihre Standpunkte sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht
umfassend und ausreichend dem Gericht in ihren schriftlichen Eingaben darzulegen.
Dies ist auch in Bezug auf die beantragte Befragung von Zeugen sowie die
Durchführung eines Augenscheins zu beachten. Aus den dargelegten Gründen kann
darauf daher im Rahmen einer zulässigen antizipierten Beweiswürdigung verzichtet
werden (vgl. BGer 2C_136/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 3.3).
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4. Strittig ist, ob die Vorinstanz den Rekurs gegen die Verfügung des
Beschwerdegegners vom 27. Juli 2017 betreffend Entzug des Kollektiv-
Fahrzeugausweises und des Händlerschilds zu Recht abgewiesen hat.
4.1. Motorfahrzeuge und ihre Anhänger dürfen nur mit Fahrzeugausweis und
Kontrollschildern in Verkehr gebracht werden (Art. 10 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, SVG). Für die Zulassung vom Motorfahrzeugen
oder Anhänger von Unternehmungen des Motorfahrzeuggewerbes gibt es Kollektiv-
Fahrzeugausweise (Art. 73 lit. d der Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51, VZV).
Nach Art. 25 Abs. 2 lit. d SVG erlässt der Bundesrat Vorschriften über Ausweise und
Kontrollschilder, inbegriffen kurzfristig gültige für geprüfte oder nicht geprüfte
Motorfahrzeuge und Anhänger sowie für Unternehmen des Motorfahrzeuggewerbes.
Gestützt auf diese Bestimmung hat der Bundesrat die
Verkehrsversicherungsverordnung (SR 741.31, VVV) erlassen, welche in den Art. 22 bis
26 die Abgabe von Kollektiv-Fahrzeugausweisen und Händlerschilder regelt. Am 1. Juli
1992 ist die VVV teilweise geändert worden, wobei es darum ging, die persönlichen
und sachlichen Voraussetzungen für die Erteilung von Kollektiv-Fahrzeugausweisen mit
Händlerschildern zu verschärfen. Art. 23 VVV bestimmt, dass der Gesuchsteller über
die für die Art des Betriebs erforderlichen Bewilligungen verfügt (lit. a), Gewähr für eine
einwandfreie Verwendung des Kollektiv-Fahrzeugausweises bietet (lit. b) und, soweit es
sich um Unternehmen des Motorfahrzeuggewerbes handelt, die in Art. 71 Abs. 2 SVG
vorgeschriebene Versicherung abgeschlossen hat (lit. c). Weiter sind die im Anhang 4
aufgeführten (Mindest-)Voraussetzungen an Fachkenntnisse und Erfahrungen des
Gesuchstellers oder einer anderen im Betrieb verantwortlichen Person, Umfang des
Betriebs, Räumlichkeiten und Betriebseinrichtungen zu erfüllen. Art. 22 bis 26 VVV in
Verbindung mit Anhang 4 werden ergänzt durch Weisungen und Erläuterungen, die das
Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) am 5. August 1994 aufgrund
von Art. 76a VVV erlassen hat (nachfolgend EJPD-Weisungen; vgl. BGer 1C_26/2015
vom 23. Juni 2015 E. 2.3; 2A.437/1999 vom 10. Januar 2000 E. 2a; BGE 120 Ib 317
E. 3a).
Nach dem System des Strassenverkehrsgesetzes und der
Verkehrsversicherungsverordnung beziehen sich der Fahrzeugausweis und das
entsprechende Kontrollschild grundsätzlich auf ein bestimmtes, amtlich geprüftes und
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zugelassenes Fahrzeug. Durch die Abgabe von Kollektiv-Fahrzeugausweisen und
Händlerschildern wird dieser Grundsatz durchbrochen, indem ausnahmsweise auf die
individuelle Immatrikulation des betreffenden Fahrzeugs verzichtet wird. Dies
ermöglicht bestimmten Personen und Unternehmungen unter gewissen
Voraussetzungen auch ungeprüfte Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr zu benützen. Um
die allgemeine Betriebsgefahr, die mit solchen Fahrzeugen entstehen kann, nicht
unnötig ansteigen zu lassen, dürfen Händlerschilder nur für die in Art. 24 VVV
abschliessend aufgezählten Zwecke verwendet werden. So insbesondere zum
Überführen und Erproben von Fahrzeugen im Zusammenhang mit dem
Fahrzeughandel, mit Reparaturen oder Umbauten am Fahrzeug (lit. b) oder etwa für die
amtliche Fahrzeugprüfung und die Fahrt zu dieser Prüfung (lit. e). Die Erteilung des
Kollektiv-Fahrzeugausweises und die Aushändigung der entsprechenden
Kontrollschilder hat in diesem Sinn zurückhaltend zu erfolgen. Art. 25 Abs. 2 lit. d SVG
beschreibt den Kreis der berechtigten Betriebe allgemein als "Unternehmen des
Motorfahrzeuggewerbes" (BGE 120 Ib 317 E. 5d). Dem Wortlaut von Art. 23 VVV
zufolge müssen die darin angeführten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein. Fallen
einzelne davon weg, ist der Kollektiv-Fahrzeugausweis und damit auch das
Händlerschild gestützt auf Art. 23a Abs. 1 VVV zu entziehen (BGer 1C_26/2015 vom
23. Juni 2015 E. 2.6 mit Hinweis auf BGE 109 Ib 43 E. 3; BGer 1C_72/2007 vom
29. August 2007 E. 2).
4.2. Die Beschwerdeführerin bezweckt gemäss Handelsregisterauszug den Betrieb
einer Werkstätte für Autoreparaturen, das Betreiben einer Tankstelle mit Shop sowie
den Handel mit Neu- und Occasionswagen und verwandten Artikeln. Ausgehend von
der Zweckumschreibung erfüllt sie die grundsätzlichen Voraussetzungen von Art. 23
Abs. 1 VVV, verfügt sie doch über die für die Art des Betriebes erforderlichen
Bewilligungen (lit. a), bietet Gewähr für eine einwandfreie Verwendung des Kollektiv-
Fahrzeugausweises (lit. b) und hat die in Art. 71 Abs. 2 SVG vorgeschriebene
Versicherung abgeschlossen (lit. c). Unbestritten blieb auch, dass die
Beschwerdeführerin über die in Ziffer 18 Anhang 4 VVV ("Betriebe mit grossem
Motorfahrzeugpark") aufgeführten Räumlichkeiten (Ziffer 18.3) sowie
Betriebseinrichtungen (Ziffer 18.4) verfügt. Zu prüfen bleibt somit insbesondere, ob der
Umfang des Betriebs (Ziffer 18.2) einen eigenen (oder mit anderen Worten, einen dem
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Betrieb zuzurechnenden) Fahrzeugpark von mindestens dreissig Fahrzeugen aufweist
(Ziffer 18.21).
4.3. Die diversen angeführten Fahrzeuge befinden sich unbestrittenermassen einerseits
im Eigentum des einzigen Verwaltungsratsmitglieds der Beschwerdeführerin oder
anderseits im Eigentum diesem nahestehender Immobilienunternehmen. Die
Beschwerdeführerin selbst verfügt demgegenüber und unter Würdigung des Wortlauts
der erwähnten Bestimmung gar nicht über einen eigenen Fahrzeugpark, was sie auch
nicht in Abrede stellt. Sie macht denn auch geltend, es sei der durch sie verwaltete
Fuhrpark zu berücksichtigen, obwohl formal andere Unternehmen desselben Inhabers
oder der Inhaber dieser Unternehmungen selber und persönlich formaler Halter der
Fahrzeuge seien (vgl. act. 7 Rz. 67). Ihr kann nicht gefolgt werden: Der Hinweis auf die
EJPD-Weisungen, wonach die Vorschriften für Räumlichkeiten und Einrichtungen nicht
unbedingt im Betrieb selbst vorhanden sein müssen, sofern der Betrieb vertraglich
darüber verfügen kann, geht fehl. Damit wird lediglich gesagt, dass die Übergabe der
erforderlichen Arbeiten an spezialisierte Werkstätten zulässig ist. Daraus kann jedoch
im Umkehrschluss nicht hergeleitet werden, der Kollektiv-Fahrzeugausweis könne von
der "betreuenden" Werkstatt beantragt werden. Diesfalls stünde dieser die Möglichkeit
offen, die Erteilung eines Kollektiv-Fahrzeugausweises aufgrund von Ziffer 4 Anhang 4
VVV zu beantragen. Vorliegend ist nun aber zu Recht nicht mehr bestritten, dass die
Beschwerdeführerin jene Mindestanforderungen nicht erfüllt, weil sie für ihre
Tätigkeiten gar keine Rechnungen ausstellt und dementsprechend auch keine
entgeltlichen Reparaturarbeiten ausführt. Es war ihr daher denn auch nicht möglich,
eine Buchhaltung mit Einzelbelegen für die konkreten Tätigkeiten und Umsätze für den
Garagenbetrieb einzureichen. Arbeiten, die in den Räumlichkeiten der
Beschwerdeführerin durchgeführt werden, werden wiederum von der vom einzigen
Verwaltungsratsmitglied beherrschten Immobiliengesellschaft auf die weiteren Betriebe
oder auf das Verwaltungsratsmitglied verteilt (vgl. act. 7 Rz. 55). Entsprechend kann
der Umfang des Betriebs mangels Buchungsbelegen (Rechnungen an Dritte,
Mehrwertsteuer-Abrechnungen, etc.) nicht geprüft werden (vgl. Ziffer 1.3 der EJPD-
Weisungen). Hinzu kommt, dass die in den Räumlichkeiten der Beschwerdeführerin
tätigen Personen nicht von ihr, sondern von einer vom einzigen
Verwaltungsratsmitglied beherrschten Immobiliengesellschaft angestellt sind. Die
Beschwerdeführerin verfügt folglich auch über keine im Betrieb tätige Person. Sie ist
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damit auch nicht in der Lage zu beurteilen, ob das Fahrzeug den Vorschriften
entspricht und betriebssicher ist (Art. 24 Abs. 2 VVV; BGE 120 Ib 317 E. 5b). Selbst
wenn die Beschwerdeführerin über eigene Arbeitnehmer verfügen würde, was
vorliegend wie dargelegt nicht der Fall ist, so hat sie auch nicht dargelegt, ob und in
welchem Umfang diese an den Fahrzeugen Unterhalts- und Wartungsarbeiten oder
Reparaturen ausführten. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach
es nicht darauf ankomme, ob ein Kollektiv-Fahrzeugausweis betriebsnotwendig sei
(vgl. act. 7 Rz. 70), wird durchaus vorausgesetzt, dass Betriebe im Sinn von Anhang 4
VVV auf ein Händlerschild angewiesen sind (vgl. S. 2 der EJPD-Weisungen). Soweit die
Reparaturarbeiten in der eigenen Werkstatt durchgeführt wurden, waren keine
Überführungsfahrten zu spezialisierten Werkstätten erforderlich. Die
Beschwerdeführerin legte auch nicht dar, dass sie tatsächlich Probefahrten unter
Verwendung ihres Händlerschilds durchgeführt habe. Soweit Unterhaltsarbeiten bei
den im Eigentum des Verwaltungsratsmitglieds stehenden Liegenschaften erforderlich
sind, können diese mit den eingelösten Fahrzeugen bewerkstelligt werden. Dass zur
Erbringung des Unterhalts der Einsatz von nicht eingelösten Fahrzeugen erforderlich
wäre, legte die Beschwerdeführerin nicht ansatzweise dar. Vielmehr handelt es sich bei
diesen Fahrzeugen – wie sie selbst anerkennt – um Sammlerfahrzeuge, welche direkt
oder indirekt vom einzigen Verwaltungsratsmitglied der Beschwerdeführerin gehalten
werden. Im Übrigen gehören Unternehmen, die nur gelegentlich Arbeiten an
Fahrzeugen vornehmen, deren eigentlicher Tätigkeitsschwerpunkt jedoch auf anderem
Bereich liegt, offenkundig auch nicht zum eigentlichen Motorfahrzeuggewerbe (vgl.
BGE 120 Ib 317 E. 5d/bb).
4.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin über keinen eigenen
Fahrzeugbetrieb von mindestens dreissig Fahrzeugen verfügt, keine Angestellten
beschäftigt, keine Löhne bezahlt, keine Rechnungen ausstellt und keine ordentliche
Buchhaltung führt. Weiter legte sie nicht dar, dass sie auf Fahrten mit ungeprüften
Fahrzeugen angewiesen sei. Inwiefern die Beschwerdeführerin ohne Händlerschilder in
ihrem wirtschaftlichen Fortkommen ernsthaft behindert würde, ist daher nicht
ersichtlich. Der vom Beschwerdegegner verfügte und von der Vorinstanz zu Recht nicht
beanstandete Entzug des Kollektiv-Fahrzeugausweises und des Händlerschilds ist
daher nicht zu beanstanden.
5. [...]
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