Decision ID: 1e43231b-4978-45f9-ac55-69b2beed8c01
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 11. Dezember 2002 nach elf Operationen wegen
eines Chondrosarkoms des rechten Oberschenkels zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Mit Verfügung vom 19. August 2003 erteilte die IV-Stelle eine
Kostengutsprache für Hilfsmittel (Schuhzurichtungen oder orthopädische
Spezialschuhe; IV-act. 20), am 28. Januar 2004 lehnte sie das Gesuch um
Invalidenrente ab (IV-act. 29).
A.b Am 11. Januar 2006 meldete der Versicherte sich erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an. Als Behinderung gab er "Bruch der Stahlplatte im Oberschenkel und
Bruch des Oberschenkelknochens" an (IV-act. 30). Er hatte am 21. Januar 2005 infolge
eines Implantat- und Oberschenkelbruchs bei einem Arbeitsunfall vom 14. Januar 2005
operiert werden müssen und im September 2005 beim Spazieren einen Plattenbruch
distal erlitten, welcher am 4. November 2005 erneut eine Operation notwendig gemacht
hatte (vgl. IV-act. 123-2 und UV-act. 1-5).
A.c Am 8. Februar 2007 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für
eine Umschulung (Schweisskurs; IV-act. 61), da dadurch eine Arbeitsfähigkeit von
100% in adaptierter Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin, der B._ AG
(nachfolgend: B._) erhofft wurde (vgl. IV-act. 58). In der Folge bestand der
Versicherte die Schweissprüfung nicht. Eine Wiederholung wurde nicht als sinnvoll
erachtet (vgl. IV-act. 81-1 f.; UV-act. 6-25).
A.d Der Suva-Kreisarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein-
und Unfallchirurgie, ging nach einer Untersuchung am 23. Oktober 2007 davon aus,
der Versicherte könne in einer adaptierten Tätigkeit vollschichtig arbeiten und Gewichte
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vom Boden bis 15 kg, gelegentlich bis 20 kg und von Tischhöhe bis 20 kg, selten bis
25 kg heben und tragen (UV-act. 6-12).
A.e Mit Verfügung vom 21. Dezember 2007 sprach die Suva dem Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 15% eine Invalidenrente ab 1. Februar 2008 sowie eine
Integritätsentschädigung zu (UV-act. 7). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte,
vertreten durch Rechtsanwalt Simon Kehl, am 28. Januar 2008 Einsprache (UV-
act. 9-86 f.). Am 2. Juni 2009 reichte er der Suva eine Einspracheergänzung ein (UV-
act. 13-100 ff.).
A.f Die B._ kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende Januar
2008 (vgl. IV-act. 81-2). Mit Bericht vom 3. Juli 2008 beschrieb die Stiftung D._ den
Versicherten, der bei ihr an einem Einsatzprogramm teilgenommen hatte, als freundlich,
offen, ehrlich, kommunikativ, interessiert und angenehm mit sehr guten
Umgangsformen. Er sei team- und kritikfähig, kooperativ, arbeite qualitativ sehr gut,
motiviert und handwerklich geschickt. Seine Leistungsfähigkeit liege bei 40%. Er
arbeite generell langsam, da er sich müde fühle und dauernd Schmerzmittel einnehmen
müsse (UV-act. 13-113).
A.g Nach vermehrten Schmerzattacken wurde dem Versicherten am 2. September
2008 operativ Metall aus dem rechten Oberschenkel entfernt (IV-act. 122-6).
A.h Am 4. November 2008 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 87). Am 27. Mai 2009 veranlasste sie eine
berufliche Abklärung bei der D._ (IV-act. 101). Mit Kurzbericht vom 9. Juni 2009 hielt
die D._ fest, dass trotz hoher Motivation des Versicherten dessen Leistungsfähigkeit
nicht über 40% habe gesteigert werden können (vgl. IV-act. 103). Am 22. Juni 2009
teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass sein Bein wieder gebrochen sei (IV-
act. 105; vgl. auch UV-act. 13-79). Diese schloss die beruflichen
Eingliederungsmassnahmen vorläufig ab (IV-act. 107). Am 24. Juni 2009 wurde der
Versicherte neuerlich am rechten Bein operiert (IV-act. 122-5).
A.i Am 9. April 2010 musste der Versicherte wegen fünf gebrochener Schrauben am
rechten Femur erneut operiert werden, am 14. Mai 2010 wurde eine Re-Osteotomie mit
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einer Wellenplatte am rechten Femur vorgenommen (IV-act. 122-2 f.). Am 23. Juni 2010
berichtete Dr. med. E._, Orthopädie F._, es zeige sich ein sehr schwerer Verlauf.
Sicher bis Ende 2010 sei mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (IV-act. 123-3).
A.j Der Suva-Kreisarzt Dr. C._ hielt mit Bericht vom 4. März 2011 fest, eine leichte,
adaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten vollschichtig zumutbar (UV-act. 15-9). Der
Versicherte nahm daraufhin am 1. April 2011 im Rahmen eines
Wiedereingliederungsprogramms der Suva zuerst bei seiner früheren Arbeitgeberin, der
B._, einen Arbeitsversuch auf, den er ab 15. August 2011 in einer besser adaptierten
Tätigkeit bei der G._ AG weiterführte. Im Februar 2012 rutschte er bei der Arbeit mit
dem Fuss leicht ab. In der Folge wurden wieder Risse im Oberschenkelknochen und
eine neue Fraktur festgestellt. Der Arbeitsversuch musste abgebrochen werden und der
Versicherte wurde am 13. April 2012 erneut operiert (vgl. UV-act. 15-2, 17, 19, 21 und
23-16 sowie IV-act. 151). Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 7. Mai
2012 wurde festgehalten, eine Wiedereingliederung sei wegen des
Gesundheitszustands nicht möglich. Die Problematik mit den Rissen im Knochen trete
immer wieder auf. Der Fall werde zur Rentenprüfung weitergegeben (IV-act. 152).
A.k Am 20. Juni 2013 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten erneut Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche und am 4. Juli 2013 erteilte sie Kostengutsprache
für die berufliche Abklärung ab 5. August 2013 bis 4. November 2013 (IV-act. 164 und
IV-act. 173). Die berufliche Abklärung fand erneut bei der D._ statt. Mit Brief vom
22. Oktober 2013 an den behandelnden Orthopäden, Dr. med. H._, Orthopädie
F._, schrieb der Case Manager der Suva das Anforderungsprofil bei der D._ sei
wechselbelastend (wählbar sitzen/stehen/gehen). Die zu verrichtenden Arbeiten seien
leicht und "absolut wenig" belastend. Die Belastungsanforderungen seien nicht
strenger als gewöhnliche alltägliche Bewegungsabläufe zu Hause (UV-act. 34). Im
Rahmen der beruflichen Abklärung konnte die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit und mit vermehrtem Pausenbedarf nicht über 50% gesteigert werden (IV-
act. 181 und IV-act. 184). Am 24. Juli 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
nachdem es trotz ihrer Bemühungen und Unterstützung seit Juni 2013 nicht gelungen
sei, ihn in den Arbeitsmarkt zu integrieren, bestehe kein Anspruch auf weitere
berufliche Massnahmen (IV-act. 191).
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A.l Gestützt auf seine Untersuchung vom 7. April 2014 hielt der Suva-Kreisarzt
Dr. med. I._ fest, die Präsenzzeitreduktion (bzw. die fehlende Steigerung der
Präsenzzeit bei der D._) sei bei fehlenden klinischen sowie radiologischen Zeichen für
strukturelle Veränderungen im Bereich des rechten Hüft-, Knie- und Sprunggelenks
nicht zu erklären (UV-act. 36-3 ff.). Dr. H._ berichtete daraufhin am 22. August 2014,
es würden strukturelle Veränderungen des rechten Beines, insbesondere eine
Verkürzung des Femur von ca. 5 cm und deutlich sichtbare Atrophie der Muskulatur
sowie ein Reizzustand am rechten Hüftgelenk, leichtgradig auch am rechten
Kniegelenk vorliegen. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, wieso die Arbeitsfähigkeit von
maximal 50% bei tendenziell zunehmenden Beschwerden steigerungsfähig sein solle.
Aus seiner Sicht sei eine Steigerung nicht möglich, was aufgrund der klinischen
Befunde durchaus erklärbar sei (UV-act. 38-2 f.). Am 28. August 2014 äusserte
Dr. I._, es gebe keine Belege für strukturelle Veränderungen oder Reizzustände an
Hüft- und Kniegelenk. Deshalb könne der Argumentation der behandelnden Ärzte nicht
gefolgt werden (UV-act. 38-1).
A.m Mit Bericht zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) hielt PD
Dr. med. J._, Chefarzt Rheumatologie der Kliniken Valens am 4. Februar 2015 fest,
dem Versicherten sei die berufliche Tätigkeit als Hilfsschlosser nicht mehr zumutbar.
Eine leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit sei ihm halbtags vier Stunden pro Tag bei
zusätzlichen Pausen (insgesamt ca. eine halbe Stunde pro Tag) zumutbar. Er listete
diverse Einschränkungen auf, die für eine adaptierte Tätigkeit zu berücksichtigen seien
(UV-act. 39-2 ff.).
A.n Am 1. April 2015 erliess die Suva gestützt auf einen Vergleich mit dem Versicherten
(UV-act. 42-20) eine neue Verfügung, mit welcher die Einsprache gegen die Suva-
Verfügung vom 21. Dezember 2007 erledigt und die Rente rückwirkend per 1. März
2014 von 15% auf 60% erhöht wurde (UV-act. 41).
A.o Mit Vorbescheid vom 2. Februar 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 60% eine Dreiviertelsrente ab 1. März 2014 in Aussicht (IV-
act. 215). Dagegen wandte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Simon Kehl,
ein, der Rentenbeginn per 1. März 2014 sei unrichtig. Der Rentenanspruch beginne ein
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Jahr nach Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und der Anmeldung bei der
Invalidenversicherung, also am 11. Januar 2007 (IV-act. 218).
A.p Mit Verfügung vom 29. Dezember 2016 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
Dreiviertelsrente ab 1. März 2014 zu. Sie stütze sich auf den Entscheid der Suva vom
1. April 2015 ab. Aufgrund des IV-Grads von 60% bestehe demnach ab 1. März 2014
der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Die Suva habe sämtliche vorhandenen
Einschränkungen als Unfallfolgen akzeptiert, weshalb die IV-Stelle grundsätzlich auf
deren Beurteilung abstelle. Weiter habe die Suva in der angestammten Tätigkeit als
ungelernter Hilfsschlosser eine Arbeitsunfähigkeit von 100% anerkannt. Indes habe bis
zur ausgewiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes per 1. März 2013 eine
nicht rentenbegründende adaptierte Arbeitsfähigkeit bestanden. Ab der
Verschlechterung bestehe durchgehend auch für adaptierte Tätigkeiten eine
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit, sodass der Rentenanspruch per 1. März 2014
entstehe (IV-act. 230).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob A._ am 2. Februar 2017 Beschwerde. Er
beantragt, die Verfügung vom 29. Dezember 2016 sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ihm
ab dem 11. Januar 2007 eine Dreiviertelsrente auszurichten. Zur Begründung bringt er
vor, er habe sich am 11. Januar 2006 bei der Beschwerdegegnerin angemeldet. Seit
seinem Unfall vom 14. Januar 2005 sei er durchgehend erwerbsunfähig gewesen. Dass
die Erwerbsunfähigkeit nicht erst per 1. März 2013 eingetreten sei, zeige die
Taggeldübersicht der Suva, welche ihm vom 17. Januar 2005 bis zum 28. Februar 2014
– mit Ausnahme des Zeitraums vom 1. Februar 2008 bis zum 30. Juli 2008 –
durchgehend Taggelder für hohe Arbeitsunfähigkeiten ausgerichtet habe. Rückblickend
sei für den kurzen Zeitraum vom 1. Februar 2008 bis zum 30. Juli 2008 von einer
arbeitsmedizinischen Fehlbeurteilung auszugehen. Im Rahmen der beruflichen
Abklärung im Frühjahr 2008 habe der Beschwerdeführer denn auch eine
Leistungsfähigkeit von lediglich 40% erzielt. Dass er seit seinem Unfall dauernd in
rentenbegründendem Ausmass erwerbsunfähig gewesen sei, ergebe sich zudem aus
den diversen beruflichen Abklärungen, welche ihm bei guter Compliance eine
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Leistungsfähigkeit von höchstens 50% attestiert hätten. Die Behauptung der
Beschwerdegegnerin, sein Gesundheitszustand habe sich erst per 1. März 2013
rentenbegründend verschlechtert, finde in den Akten keinerlei Stütze (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie sei bei der Festsetzung des Rentenbeginns auf den
1. März 2014 davon ausgegangen, dass die Wartezeit am 1. März 2013 begonnen
habe. Ab diesem Zeitpunkt habe sie die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit als
erheblich erachtet. Dabei habe sie sich auf die Beurteilung der Suva gestützt. Dr. J._
halte in seinem Gutachten vom 4. Februar 2015 fest, dass seit November 2013 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% bestehe. Auch Dr. med. K._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, habe in seinem Bericht vom 11. August 2013 vermerkt, dass eine
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer leichten überwiegend sitzenden Tätigkeit vorliege.
RAD-Ärztin Dr. L._ habe in ihrer Stellungnahme vom 22. Dezember 2015 notiert, dass
auf diese Einschätzung abgestützt werden könne, weil der behandelnde Orthopäde
Dr. H._ die Arbeitsfähigkeit gleich einschätze. Im Jahr 2009 sei der Beschwerdeführer
mehrheitlich arbeitsfähig gewesen. Mit Schreiben vom 17. Februar 2009 habe die Suva
dem Beschwerdeführer nämlich mitgeteilt, dass er für leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar sei. Dasselbe ergebe sich auch aus der
Zumutbarkeitsbeurteilung der Suva vom 4. März 2011 und der kreisärztlichen
Untersuchung vom 29. Juli 2013. Am 7. April 2014 habe der Kreisarzt festgehalten, es
gebe keinen Grund, das in der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. Juli 2013
formulierte Zumutbarkeitsprofil zu revidieren. Es seien keine medizinisch unfallfremden
Faktoren erkennbar, welche eine geringere Leistungsfähigkeit begründen würden. Der
Beschwerdeführer habe mehrere berufliche Abklärungen sowie Arbeitsversuche
absolviert. Vom 1. Februar 2008 bis 30. Juli 2008 sei ihm von der Suva kein Taggeld
ausbezahlt worden. Er sei somit in diesem Zeitraum arbeitsfähig gewesen. Die
gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit sei somit mehrmals unterbrochen worden. Der
Beschwerdeführer habe in den vergangenen Jahren mehrere Rückfälle gehabt und sei
deshalb mehrfach am rechten Oberschenkel operiert worden. Dementsprechend habe
ein instabiler Gesundheitszustand und somit noch keine voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit vorgelegen. Beim
Beschwerdeführer könne in den letzten Jahren von einer vollen Arbeitsfähigkeit auf
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dem Arbeitsmarkt ausgegangen werden. Erst seit November 2013 bestehe laut
Gutachten Dr. J._s vom 4. Februar 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (act. G4).
B.c Mit Replik vom 15. Juni 2017 bringt der Beschwerdeführer vor, die
Beschwerdegegnerin habe sich punkto Rentenbeginn dem Entscheid der Suva
angeschlossen. Dieser beruhe auf einem Vergleich mit ihm. Das mit der Suva in diesem
Rahmen einvernehmlich vereinbarte Datum vom 1. März 2014 beruhe nicht auf
medizinischen Tatsachen, sondern habe sich primär aus den administrativen Abläufen
bei der Suva ergeben und sei von den Parteien letztlich willkürlich festgesetzt worden.
Da die Suva bis zum 28. Februar 2014 stets ein volles Taggeld ausgerichtet habe, habe
das genaue Datum des Rentenbeginns für die Parteien im Ergebnis keine Rolle
gespielt, weshalb der Rentenbeginn unabhängig von der medizinischen Situation
pragmatisch auf den 1. März 2014 festgelegt worden sei. Aus den Akten würden sich
hingegen keine Anhaltspunkte ergeben, dass sich eine rentenbegründende
Verschlechterung erst per 1. März 2013 ergeben habe. Dr. J._ habe nicht den Verlauf
der Arbeitsunfähigkeit beurteilt und habe bereits für frühere Zeiträume
Einschränkungen angenommen, ohne sich allerdings zum exakten Zeitpunkt des
Eintritts der Arbeitsunfähigkeit zu äussern. Dass sich die medizinische Situation nicht
per 1. März 2013 verschlechtert haben könne, ergebe sich unter anderem auch aus
dem RAD-Bericht vom 11. Novembrer 2014, in welchem explizit festgehalten werde,
dass sich per 17. Oktober 2014 im Vergleich zu den früheren Beurteilungen keine
Änderungen ergeben hätten. Die Taggeldleistungen der Suva seien für die Festlegung
des Rentenbeginns massgebend, da sie die tatsächliche medizinische Situation und
somit den Verlauf der Arbeitsfähigkeit korrekt widerspiegelten. Gestützt darauf sei der
Beschwerdeführer seit dem 17. Januar 2005 als arbeitsunfähig anzusehen. Seitens der
Suva sei zu Recht nie auf die kreisärztlichen Beurteilungen abgestellt worden, sondern
einzig auf die überzeugenden Berichte der behandelnden Ärzte und der Stiftung D._.
Der Beschwerdeführer sei auch von Februar bis Juli 2008 rentenbegründend
eingeschränkt gewesen. Dem Bericht der D._ vom 3. Juli 2008 sei zu entnehmen,
dass er im zweimonatigen Einsatz im Mai und Juni 2008 eine Leistungsfähigkeit von
lediglich 40% aufgewiesen habe. Ursache dafür seien starke Schmerzen gewesen,
welche ihm früher eingesetzte Metallimplantate bereitet hätten und welche daher am
2. September 2008 in einer weiteren Operation wieder hätten entfernt werden müssen.
Sollte die Frage zum exakten Verlauf der Arbeitsunfähigkeit nicht bereits
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rechtsgenügend geklärt sein, beantrage er, Dr. J._ um entsprechende Ergänzung
seines Gutachtens vom 4. Februar 2015 zu ersuchen und gestützt darauf die
Rentenleistung festzulegen (act. G6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 10. August 2017 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G8).

Erwägungen
1.
1.1 Nachdem die Feststellungen der Beschwerdegegnerin (vgl. IV-act. 214) betreffend
Grad der Arbeitsfähigkeit adaptiert ab 1. März 2013 (45%), Höhe des
Valideneinkommens (Fr. 67'600.--), des Invalideneinkommens (Fr. 65'172.--) und
Tabellenlohnabzugs (8%) nicht bestritten werden und korrekt erscheinen, kann
nachfolgend darauf abgestellt werden. Anfechtungs- und Streitgegenstand des
vorliegenden Verfahrens bildet einzig der Zeitpunkt des Beginns der zugesprochenen
Rentenleistungen.
1.2 Zur Bestimmung des Rentenbeginns kann nur beschränkt darauf abgestellt
werden, für welchen Zeitraum die Suva Taggelder sowie eine Rente geleistet hat. Denn
es besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung für
die Invalidenversicherung. Zumindest rechtskräftig abgeschlossene
Invaliditätsschätzungen dürfen jedoch nicht unbeachtet bleiben. Vielmehr müssen sie
als Indizien für eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solche in den
Entscheidprozess erst später verfügender Versicherungsträger miteinbezogen werden
(BGE 136 V 279 E. 4.1; BGE 133 V 549 E. 6 mit Hinweisen). Die Verfügung der Suva
vom 1. April 2015 sowie die bis 28. Februar 2014 geleisteten Suva-Taggelder sind
deshalb zwar als Indizien zu werten, jedoch kommt ihnen – insbesondere für den
Rentenbeginn – vorliegend keine Bindungswirkung zu.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision und am 1. Januar 2012 die
aufgrund der IV-Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1 und BGE
126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
2.2 Die Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen erfolgte am 11. Januar 2006 (IV-
act. 30). Die angefochtene Verfügung ist am 29. Dezember 2016 ergangen (IV-act. 230).
Somit ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der IV-Revisionen 5 und 6a begonnen hat. Daher und aufgrund dessen,
dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung (Invalidenrente) betrifft, über die noch nicht
rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 bzw. bis 31. Dezember 2011 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2012 auf die neuen Normen der IV-
Revision 6a abzustellen (vgl. BGE zur 4. IV-Revision 130 V 445; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Nachfolgend werden grundsätzlich
die seit 1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
Altrechtliche Bestimmungen werden mit einem ausdrücklichen Vermerk
wiedergegeben, soweit sie sich von den gültigen Bestimmungen unterscheiden und für
die vorliegende Angelegenheit relevant sind.
3.
3.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung hat ein Versicherter Anspruch auf eine Rente, wenn er zu mindestens 40%
invalid ist. Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (sowohl in der bis 31. Dezember 2011 gültig
gewesenen wie auch in der aktuell geltenden Fassung) haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
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mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind, Anspruch auf eine Rente.
3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bleibende Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn aller
Wahrscheinlichkeit nach feststeht, dass sich der Gesundheitszustand der versicherten
Person künftig weder bessern noch verschlechtern wird (aArt. 29 IVV in der bis 31.
Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). Sie setzt somit einen (weitgehend)
stabilen, irreversiblen Gesundheitszustand voraus. Weil sich oft nicht von vornherein
bestimmen lässt, ob ein Leiden von lebenslanger Dauer sein wird und die
Invalidenversicherung bei längeren Krankheiten die ausfallenden Leistungen der
Krankengeldversicherung ersetzen soll, liegt Invalidität auch dann vor, wenn die
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von längerer Dauer ist. Deshalb sollte eine
Invalidenrente gemäss der Botschaft zum IVG auch dann gewährt werden, wenn ein
Leiden mindestens ein Jahr ohne Unterbruch gedauert hat und danach – gleichgültig
wie lange – weiter besteht. Dies gilt selbst dann, wenn die Erwerbsunfähigkeit nicht für
unbegrenzte Zeit fortbesteht, sondern ein Ende des Leidens absehbar ist. Ein
Rentenanspruch entsteht somit auch dann, wenn der Gesundheitszustand nach einem
Jahr noch nicht stabil ist (vgl. zum Ganzen Nadeshna Ley, Der stabile
Gesundheitszustand – Voraussetzung für die Zusprache einer Rente der
Invalidenversicherung?, in: JaSo 2019, S. 143 ff., mit Hinweisen; Botschaft des
Bundesrates zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung und
eines Bundesgesetzes betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung vom 24. Oktober 1958, BBl 1958 1137 ff. [1161]).
3.3 Von der Erwerbsunfähigkeit ist die Arbeitsunfähigkeit zu unterscheiden.
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf
oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
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zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt
(Art. 6 ATSG).
3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.5 Nach altem Recht wird der Rentenanspruch vom Beginn des Monats an
ausgerichtet, an dem der Anspruch entsteht, jedoch frühestens von jenem Monat an,
der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Der Anspruch entsteht nicht, solange
der Versicherte ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (aArt. 29 Abs. 2 in der
bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). Meldet sich ein Versicherter mehr
als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden gestützt auf aArt. 48
IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) die Leistungen in
Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG grundsätzlich lediglich für die zwölf der
Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Seit 1. Januar 2008 entsteht der
Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten
nach Geltendmachung.
3.6 Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht
dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden
zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so
werden bei der Berechnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG früher
zurückgelegte Zeiten angerechnet (Art. 29 IVV). Eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist für die
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen,
in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird.
Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung
drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat. Art. 29 IVV ist sinngemäss anwendbar (Art. 88a IVV).
bis
bis
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4.
4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
4.2 Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Der Untersuchungsgrundsatz gilt
indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der
Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Er schliesst die
Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
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Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit
Hinweisen).
5.
5.1 Um den Beginn und die Entwicklung des Rentenanspruchs bestimmen zu können,
muss ermittelt werden, ab wann und in welchem Umfang der Beschwerdeführer
arbeitsunfähig bzw. invalid geworden ist und wie sich seine Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit danach entwickelt hat.
5.2 Es sei vorausgeschickt, dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2002 zahlreiche
Operationen am rechten Oberschenkel hinter sich hatte und deswegen längere Zeit
arbeitsunfähig gewesen war (vgl. IV-act. 1). Er war danach aber wieder in der Lage,
über längere Zeit als Hilfsschlosser zu arbeiten (vgl. IV-act. 43-5), sodass keine
Invalidität vorlag und die Beschwerdegegnerin ihm keine Rente zusprach (IV-act. 29).
6.
6.1 Auslöser für die neuerliche Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin war der
Berufsunfall vom 14. Januar 2005, bei dem der Beschwerdeführer das Implantat im
rechten Oberschenkel (Platte) und das Femur gebrochen hatte (vgl. UV-act. 1-24 und
1-46 f.). Auf diesen Sachverhalt ist das damalige Recht, insbesondere das IVG in seiner
bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung, anwendbar (vgl. E. 2 obenstehend).
6.2 Ab dem Berufsunfall vom 14. Januar 2005 bestand eine volle Arbeitsunfähigkeit
sowohl in der angestammten als auch in jeglicher anderen Tätigkeit. Diese
Arbeitsunfähigkeit dauerte nach der Operation vom 21. Januar 2005 bis zum 29. Mai
2005 fort (vgl. UV-act. 1-37, 1-40 f. und 1-87). Ab 30. Mai 2005 war der
Beschwerdeführer zwar wieder zu 50% an seiner Arbeitsstelle als Hilfsschlosser
präsent. Er übte jedoch nicht seine angestammte Tätigkeit aus, sondern eine leichte,
adaptierte Tätigkeit, bei der er das rechte Bein möglichst wenig belasten musste (vgl.
UV-act. 1-35 und 1-37 f.). In der angestammten, schweren Tätigkeit, die ein Hantieren
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mit Gewichten bis 60 kg beinhaltete, bestand weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Per 29. August 2005 wurde die adaptierte Arbeitsfähigkeit auf 75% gesteigert. Das
Heben von Gewichten war weiterhin auf maximal 10 kg limitiert, sodass in der
angestammten Tätigkeit nach wie vor keine Arbeitsfähigkeit vorlag (vgl. UV-act. 1-24
f.). Bevor die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 100% gesteigert werden
konnte, erlitt der Beschwerdeführer beim Spazieren am 25. September 2005 neuerlich
einen Platten- und Knochenbruch (UV-act. 1-4 und 1-15 sowie IV-act. 43-7). Nachdem
zuerst eine konservative Behandlung geprüft worden war, wurde eine erneute
Operation unumgänglich (UV-act. 1-8 und IV-act. 43-7). Die Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher Tätigkeit betrug 100% (UVG-act. 1-3 ff.). Der Hausarzt Dr. K._ berichtete am
31. Januar 2006, frühestens im April 2006 könne ein Arbeitsversuch zu ca. 25%
aufgenommen werden. Aus seinem Bericht geht hervor, dass die voraussichtliche
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit umzusetzen sei. Ob der
Beschwerdeführer je wieder schwere Arbeit wie die angestammte Tätigkeit verrichten
könne, könne noch nicht gesagt werden (vgl. IV-act. 43-4). Auch der Facharzt Dr. E._
ging am 7. März 2006 von einer partiellen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab
April 2006 (und somit bis zu diesem Zeitpunkt von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit) aus (UV-act. 4-26) und korrigierte diese Einschätzung am 7. Juni
2006 dahingehend, erst ab 1. Juni 2006 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 25% im
Sinne einer vollen Leistung während zwei Stunden, wobei es im Betrieb des
Beschwerdeführers keine leichte Arbeit gebe (UV-act. 4-14). Daraus ist zu schliessen,
dass die Arbeitsfähigkeit von 25% eine adaptierte Tätigkeit betraf und die Tätigkeit bei
der damaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers nicht optimal adaptiert war.
6.3 Nach dem Gesagten war der Beschwerdeführer trotz Ausschöpfung der
medizinischen Behandlung und der beruflichen Wiedereingliederungsbemühungen vom
14. Januar 2005 über den 1. April 2006 hinaus – und somit während mehr als eines
Jahres –
in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsschlosser durchgehend zu 100%
arbeitsunfähig. Er erfüllt damit die Voraussetzung von aArt. 28 Abs. 1 lit. a und b IVG.
Es ist weiter zu prüfen, ob er nach Ablauf dieses Jahres, mithin nach dem 14. Januar
2006 zu mindestens 40% invalid war. Zu diesem Zweck ist zu klären, ob der
Beschwerdeführer zu mindestens 40% erwerbsunfähig war. Für den Zeitraum bis zum
31. Mai 2006 kann das ohne Weiteres bejaht werden, da der Beschwerdeführer sich
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damals von der letzten Operation erholte, sein Bein erst nach und nach wieder belasten
durfte und noch vollauf mit dem Heilungsprozess beschäftigt war. Damit hatte er für
diesen Zeitraum keine Erwerbsmöglichkeit auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 Abs. 1 ATSG).
6.4 Ab dem 1. Juni 2006 wurde dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 25%
attestiert. Die behandelnden Ärzte hatten dabei zwar die Tätigkeit des
Beschwerdeführers bei der B._ vor Augen, welche nicht optimal adaptiert war (vgl.
UV-act. 4-14). Auch in einer anderen angepassten Tätigkeit war die Arbeitsfähigkeit
aber überwiegend wahrscheinlich nicht wesentlich höher. Die Arbeitsfähigkeit fiel im
Juli und August phasenweise sogar wieder vollständig dahin, konnte dann aber erneut
auf 25% gesteigert werden (UV-act. 4-6 f.). Am 25. Oktober 2006 berichtete Dr. E._,
der Beschwerdeführer sei 25% arbeitsfähig bei halbtägiger Anwesenheit und werde
versuchen, die Belastung und Dauer des Arbeitseinsatzes zu steigern (UV-act. 5-8). Es
war demnach trotz der Bemühungen des Beschwerdeführers, der gestützt auf die
Akten als äusserst eingliederungswillig erachtet werden darf (vgl. beispielhaft UV-
act. 1-45, IV-act. 43-5 und 70), und jener der B._, dem Beschwerdeführer leichte
Aufgaben zu geben und ihn bestmöglich zu unterstützen (vgl. UV-act. 6-38), in einem
Zeitraum von rund fünf Monaten nicht möglich, seine Arbeitsfähigkeit zu steigern. Am
10. Januar 2007 berichtete Dr. E._, er habe nun die Arbeitsfähigkeit beim
Beschwerdeführer angehoben auf 40% bei ganztägiger Anwesenheit und leichter
Arbeit. Die B._ habe ihm mitgeteilt, dass es teilweise schwierig sei, für einen ganzen
Tag leichte Arbeit zu finden (UV-act. 6-59). Der Beschwerdeführer hat also zu jener Zeit
bei der B._ leichte Tätigkeiten verrichtet. Eine höhere Arbeitsfähigkeit in einer
anderen zumutbaren Tätigkeit erscheint somit auch für diesen Zeitraum nicht als
überwiegend wahrscheinlich. Folglich ist die bis zum 7. Januar 2007 attestierte
Arbeitsunfähigkeit mit der Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 Abs. 1 ATSG
gleichzusetzen. Da diese Erwerbsunfähigkeit längere Zeit dauerte, lag Invalidität vor.
Ein stabiler Gesundheitszustand ist hierfür nicht erforderlich. Invalidität ist selbst dann
gegeben, wenn ein Ende des Leidens, das die Erwerbsunfähigkeit verursacht,
absehbar ist (vgl. E. 3.2 obenstehend). Nachdem die Invalidität 40% oder mehr betrug,
hat der Beschwerdeführer gestützt auf aArt. 28 Abs. 1 IVG Anspruch auf eine
Invalidenrente.
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6.5 Nach altem Recht wird der Rentenanspruch vom Beginn des Monats an
ausgerichtet, an dem der Anspruch entsteht, jedoch maximal zwölf Monate
rückwirkend ab der Anmeldung (aArt. 29 i.V.m. aArt. 48 IVG). Das Wartejahr wurde ein
Jahr nach dem Berufsunfall vom 14. Januar 2005 erfüllt. Der Rentenanspruch entstand
somit per 1. Januar 2006. Da der Beschwerdeführer sich am 11. Januar 2006 zum
Bezug von IV-Leistungen angemeldet hatte, steht ihm der Rentenanspruch ab
1. Januar 2006 zu.
6.6 Am 30. März 2007 verfasste Dr. E._ einen Arztbericht und hielt fest, der
Beschwerdeführer arbeite bei der B._ 50%. Es gehe um die Frage einer Berentung
oder um berufliche Massnahmen. Da der Patient sehr arbeitswillig sei, solle eine
Berentung in jedem Fall umgangen werden. Wenn man beim Beschwerdeführer eine
Umschulung oder eine Umplatzierung in eine Arbeitsstelle erreichen könne, wo er
leichte Arbeiten ausführen könne, wäre er 100% arbeitsfähig. Darum solle man bei der
IV-Stelle alles versuchen, um beim Beschwerdeführer eine Umschulung oder
Umplatzierung zu erreichen (IV-act. 70). Dr. E._ hatte bei dieser Schätzung somit
berufliche Massnahmen im Auge, die erst noch hätten implementiert werden müssen
und durch die eine volle Arbeitsfähigkeit erst hätte erreicht werden können. Zu jenem
Zeitpunkt wurde aber noch versucht, den Beschwerdeführer an seiner Arbeitsstelle bei
der B._ wieder einzugliedern. Es kann dem Beschwerdeführer deshalb nicht
entgegengehalten werden, er wäre bereits ab 1. April 2007 adaptiert 100% arbeitsfähig
gewesen.
6.7 Nach einer zehntägigen (und damit für die Rentenprüfung unbeachtlichen) Phase
der vollständigen Arbeitsunfähigkeit Anfang Oktober 2007 (UV-act. 6-6) beurteilte der
Kreisarzt Dr. C._ den Beschwerdeführer am 23. Oktober 2007 als zu 100%
arbeitsfähig in einer adaptierten Tätigkeit (UV-act. 6-12). Auch der Hausarzt Dr. K._
ging am 5. Februar 2008 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
aus. Bei der B._ könne der Beschwerdeführer unter Spezialbedingungen ca. 40%
arbeiten (IV-act. 79). Das Arbeitsverhältnis mit der B._ wurde dem Beschwerdeführer
per Ende Januar 2008 gekündigt (vgl. IV-act. 81-2). Damit erscheint überwiegend
wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer ab 23. Oktober 2007 für eine adaptierte
Tätigkeit vollständig arbeitsfähig war. Ob die Einschätzung Dr. C._s betreffend
Belastbarkeit zutraf, kann dahingestellt bleiben, zumal auch Dr. K._ jedenfalls für eine
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leichte, angepasste Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte. Gestützt auf Art. 88a
IVV fällt damit der Rentenanspruch drei Monate nach der Verbesserung des
Gesundheitszustandes, mithin per Ende Januar 2008 dahin.
6.8 Der Beschwerdeführer war vom 14. Januar 2006 bis 9. Januar 2007 zu 100% bzw.
75%, und vom 10. Januar bis 23. Oktober 2007 zu 60% arbeitsunfähig. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 25% resultiert ein Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von
über 70%, was dem Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
einräumt. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 40% resultiert ein Invaliditätsgrad von über
60%, sodass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat (vgl. für die
Berechnung des Invaliditätsgrades IV-act. 214). Ihm ist somit vom 1. Januar 2006 bis
30. April 2007 (bis der verbesserte Gesundheitszustand volle drei Monate angedauert
hat) eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Vom 1. Mai 2007 bis 31. Januar 2008
(drei Monate nach der weitergehenden Verbesserung des Gesundheitszustandes) ist
ihm eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
7.
7.1 Bereits im Jahr 2008 verschlechterte sich die Symptomatik des
Beschwerdeführers. Es trat erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit ein (UV-act. 9-29 und
9-34). Auf diesen Sachverhalt ist für den Zeitraum bis 31. Dezember 2011 das vom
1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2011 gültige Recht, danach das aktuell gültige Recht
anwendbar (vgl. E. 2 obenstehend).
7.2 Da innert drei Jahren wieder eine auf dasselbe Leiden zurückzuführende
Verminderung der Arbeitsfähigkeit eintrat, werden frühere Zeiten für die Berechnung
des Wartejahres angerechnet und ein neuerlicher Rentenanspruch entsteht, wenn die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes mindestens 30 aufeinanderfolgende Tage
gedauert hat (vgl. Art. 29 ; Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen
[BSV] über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1.
Januar 2001, Rz 4003; Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2014, 8C_18/2014,
E. 3.2). In der angestammten Tätigkeit als Hilfsschlosser erlangte der
Beschwerdeführer nie mehr seine Arbeitsfähigkeit zurück (vgl. auch IV-act. 54-2). Zu
prüfen ist, wann die Verschlechterung des Gesundheitszustandes, und damit eine
bis
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Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierter Tätigkeit, eintrat. Aus den medizinischen Akten
geht der Zeitpunkt der Verschlechterung nicht klar hervor. Sie ist jedenfalls am 3. Juli
2008 eingetreten, zumal Dr. K._ dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt eine
volle Arbeitsunfähigkeit auch für leichte Arbeiten attestierte (UV-act. 9-35 i.V.m. UV-
act. 9-34). Die Suva richtete, nachdem sie per 1. Februar 2008 ihre Taggeldleistungen
eingestellt hatte, ab 1. August 2008 neuerlich Unfalltaggelder aus (vgl. act. G1.3).
7.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, auch von Februar bis Juli 2008
rentenbegründend eingeschränkt gewesen zu sein. Er verweist auf den Bericht der
D._ vom 3. Juli 2008, wonach er im zweimonatigen Einsatz von Mai bis Juni 2008
wegen starker Schmerzen aufgrund der Metallimplantate lediglich eine
Leistungsfähigkeit von 40% erreicht habe. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar zeigte
der Beschwerdeführer stets eine hohe Motivation und guten Arbeitseinsatz (vgl.
beispielhaft UV-act. 1-45, IV-act. 43-5, 70 und 95-2). Für den Zeitraum vom
23. Oktober 2007 bis 3. Juli 2008 liegen jedoch keine ärztlichen Berichte und keine
Eintragungen auf dem Unfallschein vor, welche regelmässige Arztbesuche bzw. eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder eine zu hohe Belastung durch den
Arbeitsversuch bei der D._ ausweisen würden. Dr. K._ schrieb in seinem Bericht
vom 12. August 2008, es bestehe eine Verschlechterung der Symptomatik mit
Schmerzattacken bei Anstrengungen (UV-act. 9-34). Da Dr. K._ diese
Verschlechterung auf dem Unfallschein per 3. Juli 2008 ausweist (UV-act. 9-35), ist
anzunehmen, dass sie zu diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Der Auslöser für die
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit war nicht ein erneuter Bruch der Implantate oder
des Femurs, sondern Schmerzen aufgrund des Metalls, welches sich im Oberschenkel
befand. Der Beschwerdeführer konnte im ersten Halbjahr 2008 sein Bein somit
grundsätzlich gebrauchen, wenn auch unter Schmerzen. Insgesamt erscheint eine
Arbeitsunfähigkeit zwischen Oktober 2007 und Juni 2008 nach dem Gesagten nicht
überwiegend wahrscheinlich. Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer
zu tragen. Ein neuerlicher Rentenanspruch konnte somit frühestens ab Juli 2008
entstehen.
7.4 Dr. E._ bescheinigte dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit bis
31. Dezember 2008 (UV-act. 9-7, 13-162 und 13-166). Danach gingen sowohl er wie
auch Dr. K._ von einer teilweisen Arbeitsfähigkeit in kleinem Umfang aus (25%; IV-
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act. 92 und 95). Diese leichte Verbesserung des Gesundheitszustandes ist nicht
rentenrelevant. Bei einem Invaliditätsgrad von über 70% hat der Beschwerdeführer
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente.
7.5 Der Beschwerdeführer arbeitete zwar im Mai und Juni 2009 zu 40% in der D._
und RAD-Arzt Dr. M._ ging mit Stellungnahme vom 13. Mai 2009 von einer vollen
Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 101 und 103; IV-act. 98). Der Zeitraum des Einsatzes bei
der D._ war jedoch zu kurz, um eine Herabsetzung der Rente auszulösen (vgl.
Art. 88a IVV) und die Einschätzung von Dr. M._ erwies sich als unzutreffend. Der
Beschwerdeführer musste am 24. Juni 2009 wegen einer durch Ermüdung ausgelösten
Refraktur des Femurs erneut operiert werden (IV-act. 122-5; vgl. auch UV-act. 13-79)
und war wieder voll arbeitsunfähig (UV-act. 13-47 und 13-56). Auf die Beurteilung von
Dr. M._ vom 13. Mai 2009 kann daher nicht abgestellt werden.
7.6 Am 30. April 2010 schrieb Dr. K._: "Der Fehler bei der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit ab März 2009 lag einzig bei uns Ärzten (...) Die Arbeitsfähigkeit war
längst noch nicht gegeben. Der erneute Ermüdungsbruch hat dies bestätigt.
Rückblickend muss aus medizinischer Sicht zugegeben werden, dass dies
voraussehbar war." Der Beschwerdeführer sei seit 2008 de facto nie mehr arbeitsfähig
gewesen (UV-act. 14-55 f.). Dieser Aussage wird weder von den behandelnden Ärzten
noch dem Suva-Kreisarzt oder dem RAD-Arzt der Beschwerdegegnerin widersprochen.
Am 9. April 2010 musste sich der Beschwerdeführer erneut operieren lassen, weil die
Schrauben des Implantats gebrochen waren (UV-act. 13-5 und IV-act. 122-3).
7.7 Nachdem der Beschwerdeführer erneut einen Plattenbruch erlitten hatte, wurde er
am 14. Mai 2010 wieder operiert (UV-act. 14-53, 14-51 und IV-act. 122-2). Die
vollständige Arbeitsunfähigkeit von Mai bis Ende Dezember 2010 ist anhand der
Arztberichte in den Akten ausgewiesen und unbestritten (IV-act. 123-3; RAD-
Stellungnahme vom 13. Juli 2010, IV-act. 124-2). Mit Arztbericht vom 2. Februar 2011
wollte Dr. E._ keine Arbeitsfähigkeit bestimmen, brachte aber zum Ausdruck, dass in
einer adaptierten Tätigkeit eine Teilarbeitsfähigkeit bestehe (vgl. IV-act. 132). Dr. C._
ging am 4. März 2011 zwar von einer vollen Arbeitsfähigkeit adaptiert aus (UV-
act. 15-9). Diese Annahme erwies sich jedoch noch im gleichen Jahr als unzutreffend
(vgl. UV-act. 22-20). Dr. M._ ging am 28. März 2011 von einer Arbeitsfähigkeit von
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50% für möglichst sitzende Tätigkeiten aus (IV-act. 133). Am 18. April 2011 trat der
Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch bei der B._ in einem 50%-Pensum an (UV-
act. 15-2). Er konnte dieses Arbeitspensum trotz teilweise auch mittelschweren
Arbeiten bis zum 5. Juli 2011 grundsätzlich einhalten (vgl. UV-act. 17 ff.). Danach
wechselte der Beschwerdeführer zur G._ AG (vgl. UV-act. 19). Auch bei dieser neuen
Arbeitgeberin, welche eine besser adaptierte Tätigkeit anbot, konnte der
Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit halten, indes nicht über 50% steigern (vgl.
UV-act. 22-24 f. und 22-20). Nachdem er sich am 18. Januar 2012 bei der Arbeit
verletzt hatte, wurde er am 27. Januar 2012 zu 100% arbeitsunfähig und musste
wieder operiert werden (vgl. UV-act. 21, 22-14 und 23-16).
7.8 Mit dem RAD ist deshalb von einer Verbesserung des Gesundheitszustands ab 28.
März 2011 auszugehen. Im Zusammenhang mit einer Herabsetzung der
Rentenleistungen ist diese Verbesserung nach vollen drei Monaten, mithin ab 1. Juli
2011 zu berücksichtigen. Eine erneute Verschlechterung trat am 27. Januar 2012 ein,
als die Arbeitsfähigkeit wieder vollständig dahinfiel, und führt zu einer
Rentenanpassung ab 1. Mai 2012.
7.9 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2011
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und vom 1. Juli 2011 bis 30. April 2012
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (vgl. für die Berechnung des Invaliditätsgrads
IV-act. 214).
8.
8.1 Nachdem der Beschwerdeführer ab 27. Januar 2012 seine Arbeit niederlegen
musste und am 13. April 2012 operiert worden war, blieb er bis zum 30. Oktober 2012
zu 100% arbeitsunfähig (vgl. UV-act. 23-13, 23-5 f. und 24-8). Bis zum 30. März 2013
bestand höchstens eine vernachlässigbar geringe Arbeitsfähigkeit, ab 1. April 2013
wurde die Arbeitsfähigkeit erneut auf 50% festgesetzt (vgl. UV-act. 26-13, 26-3 f. und
32-70). Die von der Beschwerdegegnerin behauptete rentenrelevante Verschlechterung
des Gesundheitszustandes per 1. März 2013 lässt sich somit anhand der Akten nicht
bestätigen. Es ist im Gegenteil von einer leichten Verbesserung des
Gesundheitszustands per 1. April 2013 auszugehen.
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8.2 Zwar kam der Suva-Kreisarzt Dr. I._ am 29. Juli 2013 zum Schluss, der
Beschwerdeführer sei für leichte Tätigkeiten vollschichtig mit vermehrten Pausen
arbeitsfähig (UV-act. 32-10 ff.) und die RAD-Ärztin Dr. L._ erachtete diese
Einschätzung in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2013 als plausibel und
nachvollziehbar (IV-act. 179). Der behandelnde Facharzt Dr. H._ sah jedoch eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50% am 14. Oktober 2013 als unrealistisch an
(UV-act. 36-43 f.) und die Beschwerdegegnerin vertrat am 12. Juni 2014 ebenfalls den
Standpunkt, es würde eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% in einer adaptierten
Tätigkeit bestehen (IV-act. 186). Obwohl die Tätigkeit bei der D._, die der
Beschwerdeführer im Sommer 2013 aufnehmen konnte (vgl. IV-act. 164 und 173),
wechselbelastend sowie äusserst leicht war und nicht anstrengender als alltägliche
Bewegungsabläufe zu Hause hätte sein sollen (vgl. UV-act. 34), konnte der
Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit nicht über 50% bei vermehrtem Pausenbedarf
steigern und litt unter Schmerzen und strukturellen Veränderungen, wie Dr. H._ am
22. August 2014 darlegte (IV-act. 181 und 184; UV-act. 38-2 f.). Deshalb hatte Dr. K._
im Juli und August 2013 zeitweise eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Er hatte
ebenfalls darauf hingewiesen, dass Warnsignale aufgetreten seien. Die Kräftigung des
höchst lädierten Knochenbereiches benötige seiner Meinung nach mindestens zwei bis
drei Jahre (UV-act. 31; vgl. auch UV-act. 32-7). Zwar entgegnete der Kreisarzt Dr. I._,
es gebe keine klinischen Hinweise auf strukturelle Veränderungen (UV-act. 38-1). Seine
Ausführungen leuchten indes mit Blick auf die langjährige Krankengeschichte mit
zahlreichen Rückfällen und Refrakturen und angesichts der auch durch den Haus-
sowie behandelnden Facharzt immer wieder tendenziell zu positiv eingeschätzten
Heilungsverlauf nicht ein, zumal der Beschwerdeführer als sehr arbeitswillig und fleissig
beschrieben wird, der gegenüber seiner ehemaligen Arbeitgeberin kaum über
Schmerzen klagte (UV-act. 1-45 und 13-113). Dr. L._ korrigierte in ihrer
Stellungnahme vom 22. Dezember 2015 denn auch ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung auf
50% (IV-act. 192 und 210), nachdem Dr. J._ am 4. Februar 2015 gestützt auf eine
EFL die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf halbtags vier Stunden pro Tag bei
zusätzlichen Pausen von insgesamt ca. einer halben Stunde pro Tag geschätzt hatte
(UV-act. 39-2 f.).
8.3 Nach dem Gesagten überzeugt die Begründung der Beschwerdegegnerin, wonach
im März 2013 eine rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes
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eingetreten sei, nicht. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, welche eine
rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustands ab 1. März 2013 stützen
würden. Auch hat die Suva dieses Datum in ihrer Zusammenfassung der
Entscheidungsgrundlagen für die Rentenfestsetzung (UV-act. 42-9) nicht erwähnt.
Dr. J._ behauptete ebenfalls nicht, dass die von ihm festgelegte Arbeitsfähigkeit seit
November 2013 bestehe. Er hielt lediglich fest, seine Einschätzung würde sich mit den
Erfahrungen anlässlich der praktischen Berufserprobung der D._ vom 5. Juni 2013
bis 4. November 2013 decken (UV-act. 39-3). Daraus kann nicht abgeleitet werden,
Dr. J._ gehe vor diesem Zeitpunkt von einer höheren Arbeitsfähigkeit aus.
8.4 Somit erscheint eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 27. Januar 2012 bis 30. März
2013 sowie eine Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag mit zusätzlichen Pausen von
ca. einer halben Stunde ab 1. April 2013 bis zum Verfügungszeitpunkt als überwiegend
wahrscheinlich. Der Beschwerdeführer hat demnach vom 1. Mai 2012 bis 30. Juni 2013
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und vom 1. Juli 2013 an Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
9.
9.1 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer wie folgt Anspruch auf eine
Invalidenrente:
- vom 1. Januar 2006 bis 30. April 2007: ganze Rente
- vom 1. Mai 2007 bis 31. Januar 2008: Dreiviertelsrente
- vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2011: ganze Rente
- vom 1. Juli 2011 bis 30. April 2012: halbe Rente
- vom 1. Mai 2012 bis 30. Juni 2013: ganze Rente
- ab 1. Juli 2013: Dreiviertelsrente
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/25
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St.Galler Gerichte
Trotz des Unterbruchs des Rentenanspruchs vom 1. Februar 2008 bis 30. Juni 2008 ist
die Beschwerde damit weitgehend gutzuheissen und entspricht das Ergebnis einem
Obsiegen des Beschwerdeführers. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei der
Ausrichtung der Rentenleistung wird die Beschwerdegegnerin zu beachten haben,
dass der Beschwerdeführer teilweise IV-Taggeldleistungen bezog (vom 5. Februar 2007
bis 2. März 2007, vom 4. Mai 2009 bis 3. Juni 2009 und vom 5. August 2013 bis
4. November 2013; siehe IV-act. 66, 108 und 177). Dies führt – unter Vorbehalt von
Art. 20 Abs. 1 IVV – dazu, dass für die IV-Taggeldperioden keine Rentenleistungen
geschuldet sind bzw. der Rentenanspruch unterbrochen wird (Art. 29 Abs. 2 IVG; Ulrich
Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in Hans-
Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/ Basel/Genf 2014, Art. 29 N 12).
9.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
9.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung und dem
Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).