Decision ID: 8c43294b-afed-4c4d-9790-937d1fd41a23
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 16. Juli 2013 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
B._ (nachfolgend: RAV) zur Arbeitsvermittlung an und beantragte per 1. August 2013
Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1.40; 3.1.36).
A.b Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 19. Juli 2013 arbeitete die Versicherte
vom 18. September 2012 bis 31. Juli 2013 als Sachbearbeiterin bei der C._ AG in
einem 60%-Arbeitspensum (act. G 3.1.45). Sie kündigte das Arbeitsverhältnis am
24. April 2013 per 31. Juli 2013 (act. G 3.1.41).
A.c In ihrer Stellungnahme vom 1. August 2013 an die Kantonale Arbeitslosenkasse
führte die Beschwerdeführerin aus, dass ihr Partner während seiner Probezeit bei der
D._ AG unter der Woche in E._ gearbeitet und gewohnt habe und jeweils am
Freitagabend zu ihr und ihren Kindern nach F._ gefahren sei, wo er bis am
Sonntagabend geweilt habe. Nach Bestehen seiner Probezeit hätten sie einen
Mietvertrag für ein Reiheneckhaus in G._, Kanton H, unterzeichnet. Ihre Kündigung
bei der C._ AG begründete die Beschwerdeführerin damit, dass sie – aus I._
stammend (act. G 1) – und ihre Kinder in den eineinhalb Jahren seit dem
berufsbedingten Umzug von F._ nach G._, Kanton H._, mehrfach
Fremdenfeindlichkeiten erfahren hätten. So sei ihr Auto in der abgeschlossenen
Tiefgarage zerkratzt und die Jalousien an der Eingangstür verbogen worden. Im
Weiteren sei ihr damals 15-jähriger Sohn in der Schule zu Beginn gemobbt und im Dorf
als "Scheiss ....., ...verpiss dich hier" beschimpft worden. Der Höhepunkt sei erreicht
worden, als sie im Garten Glasscherben entdeckt habe, die um das Spielhaus ihres
damals 2-jährigen Sohnes drapiert worden seien. Für sie und ihren Partner als
treusorgende Eltern seien dies klare Zeichen dafür gewesen, die Zelte in dieser
feindseligen Gegend abzubrechen und die gute Arbeitsstelle zu kündigen (act.
G 3.1.28).
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A.d Mit Verfügung vom 23. August 2013 stellte die Kantonale Arbeitslosenkasse die
Versicherte aufgrund ihrer Selbstkündigung ab 1. August 2013 für 31 Tage in der
Anspruchsberechtigung ein. Sie habe zulasten der Arbeitslosenkasse eine Stelle
aufgegeben, ohne im Besitz einer Anschlussstelle gewesen zu sein. Es sei für sie
zumutbar gewesen, ihren Umzug und ihre Arbeitsplatzsituation besser zu planen. Somit
sei ihr ein Verschulden an der Arbeitslosigkeit anzulasten, welches jedoch unter
Berücksichtigung der Umstände an der unteren Grenze eines schweren Verschuldens
beurteilt werde (act. G 3.1.22).
A.e Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 26. August 2013 Einsprache.
Man habe versucht, sie und ihre Familie in niederträchtigster Art und Weise und mittels
einer Straftat aus dem Dorf zu treiben, was ihrer Meinung nach einen ausserordentlich
gewichtigen Grund darstelle, eine Arbeitsstelle sofort zu kündigen. Aufgrund des
Verhaltens gewisser Einwohner G._'s suche ihr Partner bereits seit Anfang 2013 eine
neue Stelle in der J._ was sich aber aufgrund seines Berufes und seiner Position
nicht unbedingt als einfach herausstelle. Im Weiteren habe sie den Zeitpunkt des
Umzugs so gelegt, dass ihrem 15-jährigen Sohn keine schulischen Nachteile
widerfahren und dieser am 12. August 2013 das neue Schuljahr in F._ beginnen
könne (act. G 3.1.19).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 17. September 2013 wies die Kantonale Arbeits
losenkasse die Einsprache ab. Es sei verständlich, dass die Versicherte aufgrund der
von ihr erwähnten Vorfälle den Wohnort habe wechseln wollen. Der Wohnortswechsel
von G._, Kanton H._, nach K._, Kanton L._, sei jedoch ihre eigene
Entscheidung gewesen, welche die Kündigung einer zumutbaren Stelle nicht
rechtfertige. Vielmehr hätte von ihr erwartet werden dürfen, eine angemessene
Unterkunft für ihre Familie ausserhalb von G._ in der Nähe ihrer Arbeitsstelle zu
finden. Mit ihrer Kündigung habe die Versicherte eine Arbeitslosigkeit nach Beendigung
ihres Arbeitsverhältnisses in Kauf genommen. Damit sei eine selbst verschuldete
Arbeitslosigkeit zu Recht festgestellt worden (act. G 3.1.13).
B.
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B.a Mit Beschwerde vom 18. September 2013 gelangt die Beschwerdeführerin ans
Versicherungsgericht. Sie verlangt sinngemäss die Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 17. September 2013. Zur Begründung führt die
Beschwerdeführerin aus, dass ihr Partner während knapp 6 Monaten keine den
Wünschen und Anforderungen entsprechende Unterkunft in der unmittelbaren
Umgebung der Arbeitsstelle gefunden habe. Im Weiteren habe er bei 12 besichtigten
Unterkünften 10-mal zu hören bekommen, dass die Schweiz in dieser Gegend noch in
Ordnung sei und es keine "....." oder andere Ausländer gäbe. Letztendlich sei ein
Reiheneckhaus in G._ ihr neues Heim geworden. Eine "angemessene Unterkunft" für
die Familie bestimmten immer noch sie und ihr Partner. Sie liessen sich nicht von
einem Amt (gemeint: der Beschwerdegegnerin) vorschreiben, inwieweit eine Unterkunft
tragbar sei oder nicht. Sie fühlten sich in ihrem Persönlichkeitsrecht angegriffen und
widersprächen daher der Beschwerdegegnerin vehement. Sie frage sich, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu der Annahme gelange, dass ihre Kinder durch einen Umzug in
eine andere E._er Wohngegend nicht mit ähnlichen Repressalien konfrontiert worden
wären. Ihr Partner und sie seien zum Schluss gekommen, keine weiteren Experimente
einzugehen und zurück an den M._ zu ziehen, da sie und ihre beiden Kinder in der
Stadt F._ geboren seien (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie macht unter anderem geltend, dass die
Beschwerdeführerin offensichtlich übersehe, dass die Schadenminderungspflicht in der
Arbeitslosenversicherung eine Kernpflicht der Versicherten sei. Zwar sei es
verständlich, dass die Beschwerdeführerin eine Änderung ihrer Wohnsituation
angestrebt habe. Es hätte von ihr aber erwartet werden können, im Umkreis von rund
16 Kilometern (Fahrdistanz G._ – N._) bzw. innerhalb der zumutbaren maximalen 2
Stunden Arbeitsweg einen neuen Wohnort für sich und ihre Familie zu finden. Die
Beschwerdegegnerin führt weiter aus, dass sie den gesamten Umständen Rechnung
getragen habe, indem sie die kleinstmögliche Einstelldauer im schweren
Verschuldensbereich verfügt habe. Es sei allerdings schwer nachvollziehbar, dass sich
auch der Partner der Beschwerdeführerin in eine selbst verschuldete Arbeitslosigkeit
begeben habe. Ein schrittweises Vorgehen, indem der eine Partner alsdann
nachgezogen wäre, sobald der andere Partner Arbeit und Wohnung am Wunschort
gefunden hätte, wäre zumutbar gewesen (act. G 3).
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B.c Mit Replik vom 20. November 2013 bestätigt die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt und hält unter anderem fest, dass sie und ihre Familie nach dem Erlebten
keine Experimente mehr haben eingehen wollen und sie deshalb wieder zurück an den
M._ gezogen seien. Die Situation in G._ habe sie, ihren Partner und die Kinder auf
eine harte Bewährungsprobe gestellt. Ein Trennen der Familie hätte daher negative
Folgen gehabt, zumal das 6 Monate anhaltende Pendeln ihres Partners bei ihrem
kleinen Sohn zuvor zu starken negativen Gefühlsausbrüchen geführt habe. Die
Beschwerdeführerin legt ein (nicht unterzeichnetes) Schreiben vom 16. November 2013
eines ihr bekannten Ehepaares bei. Im Schreiben wird die fremdenfeindliche Situation
in G._ bestätigt. Weiter führt die Beschwerdeführerin unter anderem aus, dass eine
Kündigung des Mietvertrages für das Haus nur quartalsweise (per Ende September
2013) möglich gewesen sei. Mittels Absprache mit der Vermieterin habe das
Mietverhältnis jedoch per Anfang Juli 2013 aufgelöst werden können. Die
Beschwerdegegnerin übersehe, dass sie seit über 20 Jahren in die Versicherung
einbezahlt habe und nun von ihrem Recht Gebrauch mache. Sie habe nicht mit einem
solchen Handeln seitens der Arbeitslosenkasse gerechnet (act. G 5; 5.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 7).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbst
verschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt
wurde.
2.
2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt unter anderem dann als
selbstverschuldet, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr
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das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe
findet demnach das sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine
Grenze in der Zumutbarkeit.
2.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend
Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober
1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen
der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden,
wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre
Beschäftigung freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime")
aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist
sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den
Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit sind bei einer
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV bzw. bei der
Zumutbarkeitsprüfung die gesamten Umstände der versicherten Person zu
berücksichtigen (Boris Rubin, Commentaire de la loi sur l'assurance-chômage, Genf/
Zürich/Basel 2014, N 36 f. zu Art. 30; Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine
versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird (BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
2.3 Laut Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist eine Arbeit unzumutbar, die dem Alter, den
persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person
nicht angemessen ist. Unter den Begriff der persönlichen Verhältnisse fallen die
Lebensbedingungen, die ganze Lebensorganisation, die familiäre Situation sowie
grundrechtsbezogene Aspekte wie beispielsweise die Religionsfreiheit. Rein
persönliche Gründe werden dabei nicht berücksichtigt (Rubin, a.a.O., N 33 zu Art. 16).
Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wenn und
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soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren
zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und
Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die
Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai
2013, 8C_1021/2012, E. 2.2). Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an einer Arbeitsstelle
wird strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle (BGE
124 V 238 E. 4b/bb).
3.
3.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle selbst
gekündigt hat. Zunächst ist zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin aufgeführten
Gründe, die sie zur Selbstkündigung veranlasst haben, im Licht des AVIG und des
Übereinkommens ein Selbstverschulden an der Arbeitslosigkeit ausschliessen.
3.2 In ihrer Stellungnahme vom 1. August 2013 legte die Beschwerdeführerin dar,
dass ihr und ihren beiden Kindern mehrfache fremdenfeindliche Akte an ihrem
damaligen Wohnort G._, Kanton H._, widerfahren seien (act. G 3.1.28). Sie hätten
deshalb an den M._ zurückkehren wollen, da sie und ihre beiden Kinder in F._
geboren seien und ihnen deshalb die Gegend sehr vertraut sei (act. G 1). Die
Beschwerdegegnerin hingegen argumentierte, dass von der Beschwerdeführerin hätte
erwartet werden dürfen, eine Unterkunft für ihre Familie ausserhalb von G._, jedoch
in der Nähe ihrer Arbeitsstelle zu suchen (act. G 3.1.13). Darauf erwiderte die
Beschwerdeführerin, sie und ihr Partner hätten vor der Wohnsitznahme in G._ knapp
6 Monate nach einer Unterkunft in der unmittelbaren Umgebung ihrer Arbeitsstelle
gesucht und nichts gefunden, das ihren Anforderungen und Wünschen entsprochen
habe (act. G 1). Die Beschwerdeführerin stellt sich primär auf den Standpunkt, dass sie
wegen ihres beabsichtigten Wohnsitzwechsels gezwungen gewesen sei, ihr
bestehendes Arbeitsverhältnis schon in einem Zeitpunkt zu kündigen, als sie noch nicht
über eine neue Stelle verfügte. Das Arbeitslosenversicherungsrecht verlangt jedoch
zwecks Vermeidung von Arbeitslosigkeit, dass die versicherte Person bei einem
beabsichtigten Stellenwechsel ein Arbeitsverhältnis aufrecht erhält, bis sie eine
Anschlussstelle gefunden hat. Dieser Grundsatz erfährt eine Ausnahme, wenn gemäss
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Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist,
was im Folgenden zu prüfen ist.
3.2.1 Die Beschwerdeführerin führt aus, dass sie die Fremdenfeindlichkeiten dazu
bewogen hätten, ihre Arbeitsstelle bei einem "sehr sympathischen und angenehmen
Arbeitgeber" zu kündigen (act. G 3.1.28). Im Weiteren ist dem Kündigungsschreiben
vom 24. April 2013 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die noch verbleibende
Zeit bei der C._ AG mit vollen Atemzügen geniessen werde (act. G 3.1.41). Damit war
die Arbeit der Beschwerdeführerin als solche – unbestrittenermassen – zumutbar. Aus
den Akten geht jedoch hervor, dass für die Beschwerdeführerin aufgrund der massiven
Angriffe gegen sie und ihre Kinder schlechte Wohnverhältnisse herrschten. Objektiv
betrachtet lag zwar keine Situation vor, welche ein sofortiges Verlassen des Wohnortes
erforderte, zumal die Beschwerdeführerin mit dem Wegzug zugewartet hatte, bis ihr
15-jähriges Kind sein Schuljahr in G._ beenden konnte (vgl. act. G 3.1.28). Dennoch
ist es nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familie nicht mehr in
G._ wohnen konnten und wollten. Der Wunsch nach einem Wohnsitzwechsel
begründet jedoch im Allgemeinen keine Unzumutbarkeit des bestehenden
Arbeitsverhältnisses. Mindestens bis eine Anschlussstelle gefunden ist, gilt der Verbleib
am bisherigen Arbeitsplatz trotz unangenehmer Wohnsituation als zumutbar (Chopard,
a.a.O., S. 123 mit Hinweis auf ARV 1979 Nr. 24 S. 121; vgl. aber Urteil des
Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 4.2). So ist die Unzumutbarkeit
einer Arbeitsstelle nach der Rechtsprechung nicht allein deswegen anzunehmen, weil
der Partner oder die Partnerin eine neue Stelle in einem anderen Kanton antritt und ein
gemeinsames Wohnen dadurch unmöglich wird. Vielmehr hat die versicherte Person in
einem solchen Fall zumindest für eine gewisse Zeit Übergangslösungen in Kauf zu
nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 8C_1021/2012, E. 5.4.2). Damit
ist der Beschwerdeführerin einerseits vorzuwerfen, keine Familienunterkunft in der
Umgebung ihrer Arbeitsstelle gesucht zu haben. Andererseits wäre der
Beschwerdeführerin der Verbleib an ihrer Arbeitsstelle zumutbar gewesen, bis sie eine
Anschlussstelle gefunden hätte. Allenfalls hätte die Beschwerdeführerin und ihre
Familie dabei eine Übergangslösung in Kauf nehmen müssen, so wie dies während der
Probezeit ihres Partners der Fall war. Indem die Beschwerdeführerin mit der Kündigung
nicht bis zur Zusicherung einer Anschlussstelle gewartet hat, hat sie das Risiko der
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Arbeitslosigkeit auf sich genommen und damit ihre Arbeitslosigkeit im Sinn von Art.
44 Abs. 1 lit. b AVIV selbst verschuldet.
3.2.2 An diesem Ergebnis ändert auch die Argumentation der Beschwerdeführerin
nichts, dass sie und ihre Familie die Rückkehr an den M._ eines Verbleibs in "dieser
feindseligen Gegend" vorgezogen hätten (act. G 3.1.28) und das Umfeld des M._'s
für ihre Familie bekanntes Terrain und nicht die sprichwörtliche "Katze im Sack" sei
(act. G 1). Anzeichen für das Vorfinden einer zumutbaren Wohnsituation ausserhalb
G._'s und in der Gegend ihrer Arbeitsstelle waren durchaus vorhanden. So führt die
Beschwerdeführerin aus, dass sich ihr 15-jähriger Sohn im Fussballverein O._ mit
einigen Jungen befreundet hat (act. G 3.1.28). Im Weiteren ist dem Schreiben des
Ehepaares aus G._ zu entnehmen, dass sie "dieses rechts eingestellte Dorf"
aufgrund der Angriffe gegen seine Kinder ebenfalls verlassen werden (act. G 5.1). Von
einem Umzug in einen anderen Landesteil – wie von der Beschwerdeführerin
vorgenommen – ist nicht die Rede. Zusammenfassend ist folglich von einer selbst
verschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44
Abs. 1 lit. b AVIV auszugehen. Die Einstellung der Beschwerdeführerin in der
Anspruchsberechtigung ist demnach zu Recht erfolgt.
4.
4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt namentlich dann vor, wenn eine versicherte Person
ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer
neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 4 AVIV). Bei
der individuellen Verschuldensbeurteilung sind alle Umstände des konkreten Einzelfalls
zu berücksichtigen, wozu unter anderem die Beweggründe gehören (vgl. AVIG-Praxis
ALE [Arbeitslosenentschädigung], Rz D64).
4.2 Die durch die Selbstkündigung per 31. Juli 2013 ausgelöste Arbeitslosigkeit der
Beschwerdeführerin basiert an sich auf einem aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher
Sicht schweren Verschulden. Die Bestimmung von Art. 45 Abs. 4 AVIV lässt indes
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Raum, bei Vorliegen entschuldbarer Gründe eine einzelfallgerechte Beurteilung
vorzunehmen bzw. den Verschuldensrahmen zu öffnen (Chopard, a.a.O., S. 168). Es ist
daher zu prüfen, ob im vorliegenden Fall Gründe vorliegen, welche das Verschulden
reduzieren. Zwar hat die Beschwerdeführerin mit der Kündigung nicht bis zur
Zusicherung einer Anschlussstelle gewartet und somit das Risiko der Arbeitslosigkeit
auf sich genommen. Daher kann als schuldmindernd lediglich die schwierige
persönliche Situation der Beschwerdeführerin berücksichtigt werden. Sie und ihre
Kinder waren in G._ mehrfach Fremdenfeindlichkeiten ausgesetzt. Dass sie mit ihrer
Familie deshalb zurück in die vertraute M._-region wollte, statt Experimente
einzugehen, ist zumindest nachvollziehbar. In Würdigung der persönlichen Umstände
ist von einem mittelschweren Verschulden auszugehen und eine Sanktion im mittleren
Bereich des entsprechenden Einstellrahmens vorzunehmen. Eine Einstellungsdauer
von 25 Tagen erscheint angemessen.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und
die Einstelltage sind von 31 auf 25 Tage zu reduzieren. Gemäss Art. 61 lit. a des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) sind keine Gerichtskosten zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP