Decision ID: 50f12c8c-deb5-4985-b738-008dfabcae86
Year: 2004
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die L. AG ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. ... an der M-gasse in Y. mit einer
Grundstücksfläche von 6'533 m2. Darauf errichtete sie anstelle der abgebrochenen
Wohnhäuser Vers.-Nrn. 1, 2 und 3 mit aufgewerteten Neuwerten von Fr. 170'000.--, Fr.
150'000.-- und Fr. 380'000.-- in den Jahren 2001/2002 das Industriegebäude Vers.-
Nr. ..., das am 24. Oktober 2002 mit einem Neuwert von Fr. 4'400'000.-- (22'044 m3
umbauter Raum à Fr. 200.--/m3) geschätzt wurde. Die Schätzung ist rechtskräftig.
Mit Schreiben vom 5. November 2002 beantragte die L. AG beim Gemeinderat der
politischen Gemeinde Y., der Kanalisationsanschlussbeitrag sei in stark reduziertem
Umfang festzulegen. Der Gemeinderat entsprach dem Gesuch mit Beschluss vom 26.
November 2002 nicht und wies das Grundbuchamt an, den Grundeigentümerbeitrag in
Rechnung zu stellen. Daraufhin wurde die L. AG mit Rechnung vom 28. November
2002 mit einem Gebäudebeitrag von Fr. 44'400.-- (12 ‰ der Differenz der Neuwerte
von Fr. 3'700'000.--) zuzüglich Mehrwertsteuer von Fr. 3'374.40 (7,6 % von Fr.
44'400.--) veranlagt. Den dagegen am 12. Dezember 2002 erhobenen und am 15.
Januar 2003 ergänzten Rekurs wies der Gemeinderat Y. mit Entscheid vom 18. März
2003 (Versand: 19. März 2003) unter Verzicht auf die Erhebung amtlicher Kosten ab.
B.- Gegen diesen Entscheid erhob die L. AG durch ihren Vertreter mit Eingabe vom 2.
April 2003 und Ergänzung vom 30. April 2003 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien nach Augenschein der angefochtene Entscheid und die ihm
zugrunde liegende Rechnung aufzuheben und der einmalige Grundeigentümerbeitrag
für das neu erstellte Industriegebäude Vers.-Nr. ... auf dem Grundstück Nr. 4 auf
höchstens Fr. 14'800.-- zuzüglich 7,6 % Mehrwertsteuer (zusammen Fr. 15'924.80)
festzusetzen.
Mit Vernehmlassung vom 27. Mai 2003 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
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Auf die Ausführungen der Rekursbeteiligten zur Begründung der Anträge wird, soweit

notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 2. April 2003 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 30. April 2003 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. f Ziff. 4, 45 Abs. 1, 47
Abs. 1 und 48 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Zum Antrag des Rekurrenten auf Durchführung eines Augenscheins ist vorab zu
bemerken, dass eine antizipierende Beweiswürdigung zulässig ist, wenn aufgrund der
bereits abgenommenen Beweise der rechtlich erhebliche Sachverhalt für genügend
geklärt erachtet wird und ohne Willkür vorweg die Annahme getroffen werden kann, die
rechtliche Überzeugung würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz.
622 mit Hinweisen). Da sich in den Erwägungen zur Sache zeigen wird, dass die für
den Entscheid relevanten tatsächlichen Grundlagen auch ohne Augenschein klar sind
bzw. auch durch einen Augenschein nicht geklärt werden können, erweist sich die
Durchführung des beantragten Augenscheins als unnötig.
3.- Gegenstand des Rekurses ist die Veranlagung eines
Kanalisationsanschlussbeitrags für das anstelle der abgebrochenen Wohnhäuser Vers.-
Nrn. 1, 2 und 3 neu errichtete Industriegebäude Vers.-Nr. ... auf dem Grundstück Nr. 4
der Rekurrentin.
a) Beiträge stellen Vorzugslasten dar, die als öffentliche Abgaben einer gesetzlichen
Grundlage bedürfen. Der Gesetzgeber hat Subjekt, Objekt und Bemessungsgrundlage
der Abgabe in einem formellen Gesetz zu verankern. Kommunale Erlasse sind einem
formellen Gesetz gleichgestellt, wenn sie von der nach dem kantonalen Recht
ermächtigten Gemeindelegislative beschlossen wurden oder wenn der Erlass der
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Gemeindeexekutive dem obligatorischen oder fakultativen Referendum unterstand.
Eine Blankodelegation an die Gemeindeexekutive zur Festsetzung von öffentlichen
Abgaben vermag dem Erfordernis der gesetzlichen Grundlage nicht zu genügen. Weder
das Kostendeckungs- noch das Äquivalenzprinzip vermögen eine wirksame
Begrenzung der Gebühren und Beiträge sicherzustellen, wo es um die Finanzierung
von kommunalen Ver- und Entsorgungsanlagen mit offenem Benützerkreis und nicht
klar abgrenzbaren Kosten geht (vgl. BGE 120 Ia 265 und GVP 1995 Nr. 17).
Das st. gallische Recht stellt an die gesetzliche Grundlage eines Beitrages noch
strengere Anforderungen, indem diese im Gegensatz zu den Gebühren umfassend in
der formell-gesetzlichen Grundlage zu regeln sind, d.h. eine Delegation der
Bestimmung der absoluten Höhe der Abgabe bzw. der für deren Berechnung
massgeblichen Ansätze an die vollziehende Behörde nicht zulässig ist (Art. 36 lit. a des
Gemeindegesetzes, sGS 151.2; H.R. Arta, Die Zuständigkeitsordnung nach dem st.
gallischen Gemeindegesetz in der politischen Gemeinde mit Bürgerversammlung, Diss.
St. Gallen 1990, S. 82 ff.; GVP 1992 Nr. 9). Das gilt sowohl für die erstmalige Erhebung
von Beiträgen wie auch für deren Nachbelastung.
b) Sowohl das Bundesrecht als auch das kantonale Recht enthalten Regelungen zum
Gewässerschutz und zu dessen Finanzierung.
Verschmutztes Abwasser muss behandelt werden. Man darf es nur mit Bewilligung der
kantonalen Behörde in ein Gewässer einleiten oder versickern lassen (Art. 7 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer; SR 814.20, abgekürzt: GSchG). Im
Bereich öffentlicher Kanalisationen muss es in die Kanalisation eingeleitet werden (Art.
11 Abs. 1 GSchG). Der Bereich öffentlicher Kanalisationen umfasst nach Art. 11 Abs. 2
GSchG die Bauzonen (lit. a), weitere Gebiete, sobald für sie eine Kanalisation erstellt
worden ist (lit. b), sowie Gebiete, in welchen der Anschluss an die Kanalisation
zweckmässig und zumutbar ist (lit. c). Nicht verschmutztes Abwasser ist nach den
Anordnungen der kantonalen Behörde versickern zu lassen. Erlauben die örtlichen
Verhältnisse dies nicht, so kann es mit Bewilligung der kantonalen Behörde in ein
oberirdisches Gewässer eingeleitet werden (Art. 7 Abs. 2 GSchG). Art. 45 GSchG
bestimmt, dass die Kantone das Gesetz vollziehen und die erforderlichen Vorschriften
erlassen, soweit nicht besondere Vollzugskompetenzen des Bundes betroffen sind.
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Über die Art und Weise der Finanzierung enthielt das eidgenössische
Gewässerschutzgesetz beim Erlass am 24. Januar 1991 keine besonderen
Vorschriften. Am 1. November 1997 trat jedoch Art. 60a GSchG in Kraft, der das
Verursacherprinzip bei der Abgabenerhebung verankert. Im Übrigen wird die
Abgabenerhebung ausschliesslich durch kantonales und kommunales Recht geregelt
(vgl. BGE 112 Ib 235 ff.).
Art. 15 des st. gallischen Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen
Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2, abgekürzt: GSchVG) verpflichtet die
politische Gemeinde zur Erhebung von Abgaben für Erstellung und Betrieb von
Abwasseranlagen. Art. 16 bis 19 GSchVG regeln die Gebühren, während in Art. 20 und
21 GSchVG die Beiträge verankert sind. Nach Art. 20 Abs.1 GSchVG kann die
politische Gemeinde Beiträge von den Grundeigentümern des Einzugsgebietes
erheben. Die besonderen Verhältnisse bei den einzelnen Grundstücken können im
Rahmen der Bemessung nach Art. 21 GSchVG berücksichtigt werden. Als allgemeine
Regel und als Ausfluss des Verursacherprinzips enthält Art. 51 Abs. 1 des Gesetzes
über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (sGS 731.1, Baugesetz,
abgekürzt: BauG) die Verpflichtung, dass die Gemeinden vom Grundeigentümer im
Rahmen des ihm zukommenden Sondervorteils Beiträge an die Erschliessung
verlangen. Diese Vorschrift ist nicht auf eine bestimmte Art von Erschliessungswerken
beschränkt. Art. 20 Abs. 1 GSchVG ist deshalb nicht als blosse Ermächtigung, sondern
als Verpflichtung zur Beitragserhebung zu interpretieren. Bereits vor Erlass des
GSchVG waren die politischen Gemeinden gestützt auf Art. 13 und 14 des
Einführungsgesetzes zum eidgenössischen Gewässerschutzgesetz (in der bis zum 28.
Februar 1997 gültigen Fassung, nGS 14-106), verpflichtet, von den Grundeigentümern
des Einzugsgebietes Beiträge zu erheben (GVP 1998 Nr. 32).
Der Gemeinderat Y. hat das Abwasserreglement der Politischen Gemeinde Y. am 31.
Oktober 2000 erlassen und dem fakultativen Referendum unterstellt. Nachdem es am
22. Januar 2001 vom Baudepartement des Kantons St. Gallen genehmigt worden war,
setzte er es auf den 1. Oktober 2001 in Kraft. Art. 33 des Reglements bestimmt die
Grundeigentümer als beitragspflichtig, umschreibt die Bemessungsgrundlage des
einmaligen Anschlussbeitrags und legt den Abgabesatz fest. Der Gebäudebeitrag
bemisst sich nach dem Neuwert sämtlicher Bauten und Anlagen. Der Abgabesatz
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beläuft sich auf 12 Promille der Bemessungsgrundlage. Bei Ersatz von Bauten und
Anlagen wird die in Art. 36 des Reglements für Wertvermehrungen getroffene
Nachzahlungsregelung sachgemäss angewendet. Bei baulichen Investitionen an
Bauten und Anlagen, die eine Wertvermehrung zur Folge haben, ist ein Beitrag von 12
Promille der Erhöhung des Neuwertes nachzuzahlen, wobei Fr. 50'000.-- nicht der
Nachzahlungspflicht unterliegen (Abs. 1). Die Erhöhung des Neuwerts entspricht der
Differenz zwischen dem ermittelten, rechtskräftigen Neuwert vor und nach
Durchführung der baulichen Veränderung (Abs. 2).
Die politische Gemeinde Y. verfügt damit grundsätzlich über eine in formeller und
materieller Hinsicht hinreichende gesetzliche Grundlage zur Veranlagung des
Kanalisationsanschlussbeitrags.
4.- Die Rekursbeteiligten sind sich zu Recht einig, dass die Erstellung des
Industriegebäudes Vers.-Nr. ... mit einem Neuwert von Fr. 4'400'000.-- gemäss
rechtskräftiger Schätzung vom 24. Oktober 2002 nach Abbruch der Wohnhäuser Vers.-
Nrn. 1, 2 und 3 mit unbestrittenen aufgewerteten Neuwerten Fr. 170'000.--, Fr.
150'000.-- und Fr. 380'000.-- die Pflicht zur Nachzahlung eines Gebäudebeitrages für
den Anschluss an die öffentliche Kanalisation auslöst und der Beitrag grundsätzlich 12
Promille der Differenz von Fr. 3'700'000.-- zwischen den (aufgewerteten) Neuwerten
(Fr. 4'400'000.-- abzüglich Fr. 700'000.--) beträgt. Die Beteiligten sind sich auch einig,
dass die sachgemässe Anwendung der Regelung betreffend Wertvermehrungen dazu
führt, dass bei Ersatzbauten der Freibetrag von Fr. 50'000.-- gemäss Art. 36 Abs. 1 des
Reglements nicht zu berücksichtigen ist. Hingegen sind sich die Beteiligten nicht einig
darüber, ob und inwieweit der Beitrag in Anwendung von Art. 35 des Reglements mit
dem Randtitel Sonderfälle an die besonderen Verhältnisse angepasst werden muss.
Die Rekurrentin beantragt eine Reduktion des Beitrags von Fr. 47'774.40 (inkl.
Mehrwertsteuer) um zwei Drittel auf Fr. 15'924.80 (inkl. Mehrwertsteuer).
a) Die Rekurrentin bringt vor, die Vorinstanz habe das ihr gesetzlich eingeräumte
Ermessen auszuüben. Wer als Sonderfall zu gelten habe, regle das Reglement in nicht
abschliessender Weise. Genannt würden insbesondere Industrie- und
Gewerbebetriebe mit ausserordentlich hohem oder niedrigem Abwasseranfall oder
entsprechender schmutzfrachtmässigen Belastung. Sodann seien Investitionen, die
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eine nachweisbare Verbesserung der Abwasserqualität oder eine Verminderung der
Abwassermenge zur Folge haben, als Sonderfälle zu behandeln. Sie habe darauf
geachtet, dass die Maschinen mit Luft gekühlt werden und deshalb nicht an das
Wassernetz angeschlossen werden müssen. Im Betrieb falle somit kein einziger Liter
Abwasser an. Einzige Abwasserquelle sei die von den Mitarbeitern benutzte sanitäre
Anlage. Der Abwasseranfall sei selbst im Vergleich mit gleichartigen Betrieben
ausserordentlich niedrig. Zudem schränke das ausschliesslich massgebende
Reglement den Vergleich nicht auf gleichartige oder ähnliche Betriebe ein. Art. 35 des
Reglements beschlage Fälle, wo die Bemessungsgrundlagen (Neuwert und Fläche) mit
Blick auf die effektiv anfallende Abwassermenge zu einem unverhältnismässigen, mit
dem Verursacher-, dem Kostendeckungs- und dem Äquivalenzprinzip nicht mehr zu
rechtfertigenden Betrag führe. Solche Fälle lägen häufig bei Industrie- und
Gewerbebetrieben im Vergleich mit den übrigen Beitragspflichtigen und nicht im
Vergleich unter sich vor. Bei Industrie- und Gewerbebetrieben hänge die
Abwassermenge häufig nicht linear von Neuwert und Fläche ab. Eine "abwasserarme"
Branche wäre andernfalls jeglicher Reduktionsaussicht beraubt, obwohl sie die
Kanalisation erheblich weniger belaste als die übrigen Beitragspflichtigen. Sie habe,
weil sie überhaupt kein Produktionsabwasser generiere und allein schon deswegen
einen gesamthaft ausserordentlich niedrigen Abwasseranfall aufweise, als Sonderfall zu
gelten. Schliesslich sei nicht ersichtlich, mit welchen Betrieben sie sich vergleichen
sollte, nachdem sie der einzige Metall verarbeitende Betrieb in dieser Grösse auf dem
Gemeindegebiet sei. Der Nachweis eines Sonderfalls würde ihr praktisch
verunmöglicht, wenn sie sich mit Industrie- und Gewerbebetrieben in einem
geografisch nicht umschriebenen Gebiet vergleichen müsste. Ferner sei der
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und ihre Mitwirkungspflicht könne erst
greifen, wenn ihr bekannt gegeben würde, in welchem Umkreis ein Betrieb überhaupt
zum Vergleich zugelassen würde. Eine abstrakte Beurteilung durch einen Fachmann
würde zeigen, inwieweit ihr Betrieb im Vergleich zu Betrieben mit wassergekühlten
Maschinen weniger (bzw. eben gar kein) Abwasser produziere. Mit dem Fehlen eines
Vergleichsbetriebs entfalle der Anspruch auf eine Beitragsreduktion nicht. Da sie im
Übrigen auch kein Recht auf Informationen durch andere Betriebe hätte, müsse die
Vorinstanz beweisen, dass vergleichbare Metall verarbeitende Betriebe nicht erheblich
mehr Abwasser produzieren. Die Investitionen für die Versickerungsanlage seien nicht
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berücksichtigt worden, weil die Errichtung einer solchen Anlage als übliche Auflage zu
gelten habe und damit nicht als Sonderleistung betrachtet werden könne. Damit
verstosse die Vorinstanz gegen Art. 35 des Reglements, wonach Investitionen, die zu
einer Verminderung der Abwassermenge führen, ausdrücklich als Sonderfälle zu
behandeln sind. Namentlich sei auch nicht von freiwilligen Investitionen die Rede. Bei
der vorinstanzlichen Auslegung der Bestimmung werde der Willkür Tür und Tor
geöffnet, da die Vorinstanz sich mit entsprechenden Auflagen um eine
Beitragsreduktion drücken könnte. Entscheidend sei letztlich die Verminderung der
Abwassermenge, die zu einer Entlastung des öffentlichen Kanalisationsnetzes führe
und damit die öffentlichen Kosten senke. Werde die Menge der anfallenden Abwässer
in keiner Art und Weise berücksichtigt, ergebe sich ein Widerspruch mit Art. 33 Abs. 1
des Reglements, wonach die einmaligen Grundeigentümerbeiträge auch zur
Finanzierung der laufenden Kosten für Betrieb und Unterhalten dienen, die vor allem
mit der anfallenden Abwassermenge zusammenhängen würden. Gerade die
Sonderregelung sei dahingehend zu verstehen, dass auch die Abwassermenge
berücksichtigt werden müsse. Nur eine solche Regelung stehe im Einklang mit dem im
Umwelt- und Abgaberecht geltenden Verursacher-, Kostendeckungs- und
Äquivalenzprinzip. Müsse ein Betrieb mit praktisch keinem Abwasseranfall einen
Beitrag von Fr. 50'000.-- bezahlen, verstosse dies auch gegen das Prinzip der
Verhältnismässigkeit und die Rechtsgleichheit. Von jedem Einfamilienhaus falle ein
mehrfaches an häuslichem Abwasser an. Trotzdem sei dort nur ein Bruchteil des
Grundeigentümerbeitrags zu bezahlen, weil dessen Neuwert in aller Regel weniger als
einen Viertel des vorliegenden Neuwertes betrage. Werde vorliegend kein Sonderfall
angenommen, sei kaum ein Fall vorstellbar, in dem die Regelung überhaupt greifen
könnte.
Die Vorinstanz hält entgegen, für die Geltendmachung eines Sonderfalls sei
nachzuweisen, dass im Vergleich zu anderen gleichartigen oder ähnlichen Betrieben
ein aus-serordentlich niedriger Abwasseranfall vorliege. Der blosse Hinweis, dass aus
der Produktion kein Abwasser anfalle, sei deshalb nicht relevant. Wer einen Vorteil für
sich geltend mache, habe diesen nachzuweisen. Selbstredend sei ein Vergleich nach
dem üblichen Stand der Technik in der betreffenden Branche gemeint. Dafür stünden
Fachverbände oder -büros zur Verfügung. Ein dem üblichen Stand der Technik in der
betreffenden Branche entsprechender Betrieb habe keinen Anspruch auf eine
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Beitragsreduktion im Sinn des Reglements, weil dies keinen ausserordentlichen,
sondern einen üblichen Abwasseranfall darstelle. Würde ein Sonderfall bei Betrieben
mit normalerweise niedrigem oder keinem Abwasseranfall angewendet, erhielte die
Beitragsreduktion den Charakter von Wirtschaftsförderung, indirekter Subvention oder
Baubeiträgen an Private durch die öffentliche Hand. Laut den Unterlagen handle es
sich offenbar um einen Produktionsbetrieb, in welchem üblicherweise sehr geringe
Abwassermengen anfallen. Es sei nicht ersichtlich, inwieweit ausserordentliche
Massnahmen unternommen worden seien, um die sonst üblicherweise anfallende
Abwassermenge wesentlich zu reduzieren. Schliesslich sei die Erstellung von
Versickerungsanlagen eine gesetzliche und damit zwingende Auflage, die selbstredend
nicht zur Begründung eines Sonderfalls herangezogen werden könne. Zudem sei die
Einleitung von nicht verschmutztem Abwasser in einen Vorfluter der Einleitung in die
Kanalisation gleichgestellt.
b) Vorab ist zu prüfen, ob die Anwendung des Einheitstarifs gemäss Art. 33 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 des Reglements dem übergeordneten Recht
widerspricht.
aa) Das kantonale Recht und das Bundesrecht verlangen nicht, die Situation der
Rekurrentin als Sonderfall zu qualifizieren und bei der Bemessung des
Anschlussbeitrags zu berücksichtigen. Nach der Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts genügen in Bezug auf Vorzugslasten liegenschaftsbezogene
Kriterien einer verursachergerechten Bemessung im Sinn von Art. 60a GSchG. Dies
bedeutet auch angesichts der "Kann-bestimmung" von Art. 21 Abs. 3 GSchVG, dass
für die Beitragsbemessung nicht zwingend auf verschmutzungs- und
mengenabhängige Faktoren, wie sie in Art. 60a Abs. 1 lit. a GSchG für die
Abgabenerhebung grundsätzlich vorgeschrieben werden, abgestellt werden muss,
sofern die Art und Menge des Abwassers bei der Erhebung der Verbrauchsgebühren
berücksichtigt wird (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/20. November 2001 in Sachen H.R.,
S. 11/12; VerwGE vom 21. Oktober 2003 in Sachen A.St., S. 15/16; vgl. auch BGE 128
I 46; A. Hungerbühler, Grundzüge des Kausalabgabenrechts, in: ZBl 104/2003 S. 524).
Diese Voraussetzung erfüllt das Reglement, indem es in Art. 25 Abs. 2 eine jährlich
wiederkehrende in eine Schmutzwassergebühr und eine Entwässerungsgebühr
aufgeteilte Gebühr vorsieht. Während sich die Entwässerungsgebühr nach der
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zonengewichteten Grundstücksfläche bemisst (Art. 30 ff.), richtet sich die
Schmutzwassergebühr nach der verbrauchten Frischwassermenge gemäss
Wassermesser (Art. 26 ff.).
bb) Ebensowenig verlangt das Äquivalenzprinzip, wonach sich der individuelle Beitrag
des Abgabepflichtigen nach dem wirtschaftlichen Sondervorteil bemisst, den er aus der
betreffenden öffentlichen Einrichtung zieht, ein Abweichen vom Grundsatz der
Bemessung des Beitrags nach der Differenz der Neuwerte. Weil es unmöglich ist, den
Mehrwert in jedem Fall einzeln zu bestimmen, ist es zulässig, auf schematische, der
Durchschnittserfahrung entsprechende Massstäbe abzustellen. Nach der
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist dem Äquivalenzprinzip bei
Beitragserhebungen grundsätzlich Genüge getan, wenn die Bemessungsgrundlage so
gewählt wird, dass sie im Regelfall die Faustregel "je mehr Vorteil, desto höher die
Abgabe" nicht verletzt (GVP 1988 Nr. 33). Bei Industriebauten ist zwar der
Gebäudeversicherungswert als Bemessungsgrundlage für Anschlussbeiträge wegen
der grossen Verschiedenheit der möglichen Nutzungen weniger geeignet. Aber auch
andere Bemessungskriterien können im Einzelfall wegen der Besonderheit des
Betriebes zu unverhältnismässigen Belastungen führen (vgl. A. Hungerbühler,
Grundsätze des Kausalabgabenrechts, in: ZBl 104/2003 S. 524). Das Abstellen auf
Versicherungs- oder Steuerwerte ist mit sachlichen Gründen aber solange vereinbar,
als Gewähr dafür besteht, dass die Schätzungswerte der Liegenschaften - d.h. der
bereits seit längerer Zeit und der erst kürzlich überbauten - in einem vernünftigen
Verhältnis zueinander stehen und dass keine Sonderfälle vorliegen, in denen der Wert
des nicht überbauten Bodens einen aussergewöhnlich hohen Teil des gesamten
Liegenschaftswertes ausmacht (vgl. BGE vom 1. Mai 1998, 2P.425/1996, in: ZBl
104/2003 S. 548 ff., E. 6b).
Der Neuwert des Gebäudes ist unbestritten. Mit dem Anschluss an die öffentliche
Kanalisation ist grundsätzlich das Recht der Grundeigentümerin verbunden,
sämtliches, auf der Liegenschaft anfallendes Schmutzwasser über die Kanalisation zu
entsorgen (vgl. E. 4c/cc). Dieses Recht bezieht sich nicht nur auf die aktuelle, sondern
auch auf eine zukünftige Nutzung, bei der allenfalls mehr Schmutzwasser anfallen wird.
Unter diesen Umständen ist in der Bemessung des Beitrages nach der Differenz der
Neuwerte keine Verletzung des Äquivalenzprinzips zu erblicken.
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cc) Zu prüfen ist, ob eine Verletzung des Kostendeckungsprinzips dargetan ist. Nach
dem Kostendeckungsprinzip soll der Ertrag der Abgaben die gesamten Kosten des
betreffenden Verwaltungszweigs nicht oder nur geringfügig überschreiten (vgl. BGE
126 I 180 E. 3a/aa mit Hinweisen). Ein einzelner Beitrag kann somit im allgemeinen
nicht gegen das Kostendeckungsprinzip verstossen, es sei denn, ein solcher Verstoss
werde vom Beitragspflichtigen im Einzelfall nachgewiesen (vgl. GVP 1988 Nr. 33).
Abgesehen davon, dass die Rekurrentin die Verletzung des Kostendeckungsprinzips
lediglich pauschal und zusammen mit der Verletzung des Äquivalenzprinzips sowie des
Verursacherprinzips rügt (vgl. dazu Hungerbühler, a.a.O., S. 521 mit Hinweisen), sind
den Akten keinerlei Hinweise, insbesondere weder eine auf die Entsorgung des
Abwassers bezogene Verwaltungs- noch eine entsprechende Investitionsrechnung, zu
entnehmen, die darauf hindeuten, dass das vom Reglement vorgesehene System der
Beitragserhebung und -bemessung eine Verletzung des Kostendeckungsprinzips in
diesem Verwaltungszweig nach sich zieht.
dd) Die Erhebung eines Beitrags entsprechend dem vom Reglement vorgesehenen
Normalfall verletzt auch nicht das Gebot der rechtsgleichen Behandlung. Einerseits ist
der Gebäudewert ein sachlich gerechtfertigtes Bemessungskriterium. Damit sind
Unterschiede im Verhältnis von Beiträgen und Belastung der Abwasseranlage, wie sie
insbesondere zwischen investitionsintensiven Industriebauten und Wohnobjekten im
Einzelfall auftreten können, hinzunehmen. Es können sich schliesslich auch bei
luxuriösen Wohnobjekten hohe Beiträge trotz relativ geringer Abwasserbelastung
ergeben (vgl. beispielsweise VerwGE vom 21. Oktober 2003 in Sachen A.St., S. 18/19).
Abgesehen davon weist das Objekt der Rekurrentin bei sehr tiefen Baukosten (200.--
pro m3) sanitäre Installationen von beträchtlichem Umfang (im EG 2 x WC+Toil., im OG
in der Garderobe Damen und in der Garderobe Herren je Dusche, WC+Toil.; vgl.
Schätzungsprotokoll act. 9/5) auf. Anderseits verlangen die geltend gemachten
Unterschiede in der aktuellen Produktionsmethode angesichts der Tatsache, dass mit
dem einmaligen Beitrag der Sondervorteil für die Abnahme auch in der Zukunft
anfallenden Ab- und insbesondere Schmutzwassers abgegolten wird, keine
abweichende Behandlung der Rekurrentin von allfälligen Konkurrenten.
c) Zu prüfen bleibt, ob das Reglement eine Reduktion des Anschlussbeitrages verlangt.
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aa) Gemäss Art. 35 Abs. 1 des Reglements kann der Gemeinderat in Sonderfällen die
Beiträge den besonderen Verhältnissen anpassen. Als Sonderfälle gelten insbesondere
Industrie- und Gewerbebetriebe, die einen ausserordentlich hohen oder
ausserordentlich niedrigen Abwasseranfall oder eine entsprechende
schmutzfrachtmässige Belastung aufweisen. Ebenso sind Investitionen, die eine
nachweisbare Verbesserung der Abwasserqualität oder ein Verminderung der
Abwassermenge zur Folge haben, als Sonderfälle zu behandeln (Abs. 2).
bb) Das Verwaltungsgericht hat zu Sonderregelungen dieser Art festgehalten, es handle
sich um Fälle, in denen die schematische Bemessung nach Einheitstarif zu einem
offensichtlich unangemessenen Ergebnis führe, namentlich wenn durch den Anschluss
an die Kanalisation lediglich ein Teil des Abwasserbereiches abgedeckt werde bzw. die
Kanalisation gesamthaft ausserordentlich hoch oder niedrig belastet werde und dies in
keinem vernünftigen Verhältnis zum Gebäudewert stehe (VerwGE vom 26. September
1994 in Sachen J. und D. St.-F., S. 8). Bezüglich Industrie- und Gewerbebetrieben
erwog es, dass es unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit nicht angehe, solche
Betriebe allgemein als Sonderfall zu verstehen. Ein Sonderfall könne nur dann in Frage
kommen, wenn die Beitragsfestsetzung einen Betrieb betreffe, der im Vergleich zu
anderen gleichartigen Betrieben besondere Verhältnisse aufweise (GVP 1992 Nr. 8 mit
Hinweisen auf die nicht publizierte verwaltungsgerichtliche Praxis).
Die Rekurrentin substanziiert ihr Vorbringen, sie setze im Gegensatz zum
durchschnittlichen metallverarbeitenden Betrieb in der Produktion Maschinen ein, die
mit Luft und nicht mit Wasser gekühlt würden, nicht weiter. Auch wenn, wie die
Rekurrentin geltend macht, konkrete Angaben zum Wasserverbrauch anderer
vergleichbarer Betriebe nur schwer zu erlangen sind, entbindet sie dies nicht davon,
Angaben zum Produktionsprozess zu machen und die konkreten Alternativen bei den
einsetzbaren Maschinen aufzuzeigen. Ihren Ausführungen kann auch nicht entnommen
werden, wieviel Kühlwasser bei anderen Produktionsweisen, d.h. beim Einsatz
wassergekühlter Maschinen, anfallen würde. Unter diesen Umständen ist weder
nachgewiesen noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die Produktion der
Rekurrentin sich hinsichtlich des Wasserverbrauchs ganz grundsätzlich von jener
vergleichbarer Betriebe unterscheidet, weil es sich zum Beispiel bei den eingesetzten
Maschinen um Sonderanfertigungen handeln würde, die von Konkurrenzbetrieben nicht
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eingesetzt würden. Insgesamt ist deshalb nicht davon auszugehen, der Betrieb der
Rekurrentin weiche hinsichtlich Menge und Qualität des Abwassers in einem so
beträchtlichen Ausmass vom Durchschnittsbetrieb der gleichen Branche ab, dass die
Reduktion des Abwasserbeitrags in Anwendung der Sonderfallnorm angezeigt ist.
Vielmehr ist mangels konkreter Angaben davon auszugehen, dass auch andere
Betriebe der gleichen Branche, wenn möglicherweise auch nicht im gleich
konsequenten Umfang, in der Produktion luftgekühlte Maschinen einsetzen.
cc) Meteorwasser ist als nicht verschmutztes Abwasser gemäss Art. 7 Abs. 2 GSchG
grundsätzlich versickern zu lassen. Erlauben die örtlichen Verhältnisse dies nicht, so
kann es mit Bewilligung der kantonalen Behörde in ein oberirdisches Gewässer
eingeleitet werden. Die Entwässerung erfolgt in der politischen Gemeinde Y. nach dem
Trennsystem, indem der Gemeinderat gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. b des Reglements für
die Trennung von verschmutztem und stetig anfallendem, nicht verschmutztem
Abwasser sorgt. Er entscheidet über die Versickerung nicht verschmutzten Abwassers
(Art. 7 des Reglements) sowie über den Anschluss und über die Einleitung von
verschmutztem Abwasser in die öffentliche Kanalisation (Art. 12 Abs. 1 des
Reglements). Die Kosten für den Bau, Betrieb und Unterhalt privater Abwasseranlagen,
zu denen insbesondere durch den Grundeigentümer erstellte Versickerungsanlagen
gehören (vgl. Art. 5 lit. c des Reglements), gehen zu Lasten der Eigentümer (Art. 24 des
Reglements).
Die besondere Behandlung des Meteorwassers, wie sie von den Rekurrenten geltend
gemacht wird, entspricht damit im Wesentlichen den Vorgaben von Gesetz und
Reglement. Weder wird im Rekurs vorgebracht noch aus den Akten ersichtlich, dass
die Rekurrentin entgegen einer im Kanalisationsgebiet üblichen Praxis verpflichtet
wurde, selbst Anlagen für die Entsorgung des Meteorwassers zu erstellen.
Dementsprechend kann auch nicht davon ausgegangen werden, bei der Rekurrentin
lägen besondere Abwasserverhältnisse vor, die zu einer Reduktion des Beitrags in
Anwendung der Sonderfallnorm führen würden.
dd) Daran ändert nichts, auch wenn die damit verbundenen Aufwendungen als Kosten
für Umweltschutzmassnahmen angesehen würden. Umweltschutzmassnahmen stehen
in keinem Zusammenhang mit der Benützung der Abwasseranlage. Bei der Bemessung
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der Abgabe sind ausserfiskalische Gesichtspunkte grundsätzlich nicht zu
berücksichtigen. Mehrkosten aufgrund umweltschonender Investitionen bei der
Ermittlung des Anschlussbeitrags abzurechnen würde bedeuten, dass von der
bewährten Praxis des Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts abgewichen
würde, wonach der Gebäudewert als Grundlage der Beitragsbemessung herangezogen
wird, ohne dass wertvermehrende Extras im Einzelfall berücksichtigt werden. Das
Begehren der Rekurrentin würde dazu führen, dass keine taugliche Grundlage für eine
rechtsgleiche Beitragserhebung mehr vorhanden wäre. Insbesondere bei Neubauten
wäre eine Aufteilung in umweltschonende und gleichsam normale Bauteile bzw. Kosten
kaum zu bewerkstelligen. Ohnehin entspricht es bei einer modernen Bauweise je länger
je mehr dem Normalfall und stellt keinen Ausnahmefall mehr dar, wenn
umweltschonende, eher kostspielige Technologien angewendet werden. Das
Verwaltungsgericht hat es daher abgelehnt, besondere Investitionen für den
Umweltschutz als Sonderfall im Sinn von Art. 35 des Reglements zu qualifizieren
(VerwGE vom 26. September 1994, a.a.O., S. 9 f.).
5.- Zusammenfassend ergibt sich, dass in der Streitsache kein Anlass besteht, bei der
Bemessung des Gebäudebeitrags von Art. 36 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2
des Reglements abzuweichen. Der nach der Differenz der Neuwerte bemessene
Beitrag entspricht dem Mehrwert, der dem Grundstück der Rekurrentin durch den
Anschluss des Industriegebäudes Vers.-Nr. 1797 entsteht. Der Rekurs ist unbegründet
und deshalb abzuweisen.
6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- ist
angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 900.-- ist zu verrechnen.
Die Vorinstanz beantragte die Abweisung des Rekurses unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Gemäss Art. 98bis VRP wird die ausseramtliche Entschädigung
den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt. Abgesehen
davon, dass die politische Gemeinde Y. sich nicht vertreten liess, kommt dem
Gemeinwesen nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts grundsätzlich kein
Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung zu, wenn sie am Rechtsmittelverfahren
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wie vorliegend als verfügende Instanz beteiligt ist (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 829;
bezüglich Anschlussbeiträgen vgl. insbesondere VerwGE vom 21. Oktober 2003 in
Sachen A.St., S. 25/26 mit Hinweis).