Decision ID: d07fc2bd-2c5c-5826-9a38-43f260ff3c47
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis für die Kategorien B, D1, BE und D1E seit 22. April
1955. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen verwarnte
ihn, soweit aus den Akten ersichtlich, mit Verfügung vom 1. März 2010, nachdem er die
signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts um 20 km/h überschritten
hatte. Am 3. September 2010 überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit
innerorts von 30 km/h um 18 km/h. Das Strassenverkehrsamt ordnete deshalb am
24. September 2010 einen einmonatigen Führerausweisentzug an. Am 27. September
2013 wurde X der Führerausweis wiederum für einen Monat entzogen, vorausgegangen
waren zwei Ereignisse: Am 21. November 2012 beschädigte er ein parkiertes Auto
beim Vorbeifahren und am 20. Juni 2013 fuhr er innerorts 46 km/h statt der
signalisierten zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
B.- Am Mittwoch, 12. Februar 2014, 9.15 Uhr, fuhr X mit einem Personenwagen auf der
Autobahn A1 bei Lindau in Fahrtrichtung Zürich auf dem zweiten Überholstreifen.
Aufgrund eines Rückstaus musste das Fahrzeug vor ihm bis zum Stillstand abbremsen.
X merkte dies zu spät und verursachte eine Auffahrkollision. Das vor ihm stehende
Auto wurde dadurch in das übernächste Auto gestossen. Mit Strafbefehl des
Statthalteramtes des Bezirks Pfäffikon vom 26. März 2014 wurde X im Zusammenhang
mit dem Vorfall vom 12. Februar 2014 wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeuges zu
einer Busse von Fr. 300.– verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
C.- Am 18. September 2014 gewährte das Strassenverkehrsamt X das rechtliche
Gehör. Es entzog ihm in der Folge mit Verfügung vom 4. November 2014 (zugestellt am
6. November 2014) den Führerausweis wegen mittelschwerer Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von vier Monaten.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
20. November 2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag,
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unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich
aufzuheben und der Führerausweis sei ihm für die Dauer von einem Monat zu
entziehen. Die Vorinstanz verzichtete am 5. Dezember 2014 auf eine Vernehmlassung.
Am 5. Januar 2015 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 20. November 2014 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen
Vorsichtspflichten nachkommen kann (Art. 31 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes
[SR 741.01, abgekürzt: SVG]). Er hat seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem
Verkehr zuzuwenden (Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung [SR 741.11,
abgekürzt: VRV]). Die Geschwindigkeit ist stets den Umständen anzupassen,
namentlich den Verkehrsverhältnissen (vgl. Art. 32 Abs. 2 SVG). Der Lenker hat
gegenüber allen Strassenbenützern einen ausreichenden Abstand zu wahren,
insbesondere beim Hintereinanderfahren (Art. 34 Abs. 4 SVG). Auch bei
überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs muss er rechtzeitig anhalten
können (Art. 12 Abs. 1 VRV).
a) Es ist unbestritten, dass der Rekurrent am 12. Februar 2014 im stockenden Verkehr
auf der zweiten Überholspur auf der Autobahn A1 nicht rechtzeitig bremsen konnte und
in das Heck eines vor ihm fahrenden Audi fuhr, der durch den Aufprall in einen Hyundai
gestossen wurde. Im Strafverfahren wurde er deswegen der Verletzung von Art. 90
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen und zu einer Busse
von Fr. 300.– verurteilt (act. 11/25). Der Strafbefehl ist rechtskräftig. Die Vorinstanz
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stufte die Verkehrsregelverletzung als mittelschwere Widerhandlung ein und entzog
dem Rekurrenten den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG für vier
Monate (act. 2/1). Art. 90 Abs. 1 SVG umfasst administrativrechtlich die leichte (Art. 16a
SVG) und die mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b SVG). Das straf- und das
administrativrechtliche Sanktionensystem sind insoweit nicht deckungsgleich (Urteile
des Bundesgerichts [BGer] 1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4;
1C_282/2011 vom 27. September 2011 E. 2.4).
b) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Die mittelschwere Widerhandlung nach
Art. 16b SVG stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle
privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a SVG und nicht
alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach Art. 16c SVG
gegeben sind. Die Annahme einer leichten Widerhandlung setzt voraus, dass der
Lenker durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit
anderer hervorgerufen hat und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der
Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ
gegeben sein. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist bei einer konkreten
oder auch bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung zu bejahen. Ob solche
Gefährdungen vorliegen, hängt von den jeweiligen Verhältnissen des Einzelfalls ab (vgl.
BGer 1C_575/2012 vom 5. Juli 2013 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person
entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird dabei zwischen der einfachen und der erhöhten
abstrakten Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahme
nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann
auszugehen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten
betroffen werden können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts
oder einer konkreten bzw. einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen
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Integrität, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetztes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181). Innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete
Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich daherkommenden
Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körperverletzung
oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12).
Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der
Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen (vgl. Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission VRKE IV-2011/113 vom 24. November 2011 E. 3b,
abrufbar auf: www.gerichte.sg.ch). Der Gefährdung der Sicherheit kommt eine
wesentliche und eigenständige Bedeutung zu. Der Gesetzgeber hat bewusst dem
Gesichtspunkt der Verkehrsgefährdung ein höheres Gewicht beigemessen.
Insbesondere hat er das Recht des Warnungsentzugs verselbständigt und im Hinblick
auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit verschärft (BGer 1C_267/2010 vom
14. September 2010 E. 3.4).
c) Der Rekurrent bestreitet das Vorliegen einer mittelschweren Widerhandlung im Sinn
von Art. 16b SVG. Bei der Befragung durch die Polizei sagte er aus, er sei bei
stockendem Verkehr mit einer Geschwindigkeit von ca. 20-30 km/h auf der zweiten
Überholspur gefahren. Da er die Fahrspur habe wechseln wollen, habe er den Blinker
gestellt und nach hinten geschaut. In diesem Moment sei das Fahrzeug vor ihm wegen
eines Stauendes zum Stillstand gekommen. Er habe nicht mehr rechtzeitig bremsen
können und sei in das Heck des Fahrzeuges geprallt. Vor der Kollision habe er einen
Abstand von ca. 5 Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug gehabt. Weil er nach hinten
geschaut habe, habe er einen kurzen Moment nicht auf den Verkehr vor ihm geachtet.
Sonst sei er nicht abgelenkt gewesen. Die Schuld am Unfall sehe er ein (act. 11/33).
Die Lenkerin des vorausfahrenden Audi gab gegenüber der Polizei an, sie sei bei
dichtem Kolonnenverkehr mit einer Geschwindigkeit von ca. 30-40 km/h auf der
zweiten Überholspur gefahren; zu dieser Zeit habe auf der Autobahn ein grosses
Verkehrsaufkommen geherrscht. Plötzlich sei sie auf ein Stauende zugefahren und
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habe ca. einen Meter hinter dem letzten Fahrzeug halten können. Sie sei etwa
2-3 Sekunden gestanden, als es hinten zu einem heftigen Knall gekommen sei. Ihr
Fahrzeug sei durch den Aufprall nach vorne in das nächste Auto geschoben worden.
Sie habe danach ihren Nacken leicht verspürt, weshalb sie nach der Unfallaufnahme
einen Arzt aufsuchen wollte. Für sie sei klar, dass der Lenker hinter ihr die Schuld am
Unfall trage. Sie habe zudem gesehen, dass dieser kurz vor dem Unfall ein Handy in
der Hand gehalten habe (act. 11/32 f.).
Der Lenker des Hyundai erklärte gegenüber der Polizei, er sei auf der zweiten
Überholspur gefahren. Es habe stockenden Kolonnenverkehr gehabt. Da es ca.
150 Meter vor der Unterführung Stau gehabt habe, habe er anhalten müssen. Hinter
ihm habe ein Audi bis zum Stillstand angehalten. Danach habe er im Rückspiegel das
Fahrzeug des Rekurrenten näherkommen sehen. Er habe einen Knall gehört und es
habe daraufhin auch bei seinem Auto geknallt. Er sei auf der Bremse gestanden, damit
sein Fahrzeug nicht nach vorne geschoben werde. Der Rekurrent habe ihm gesagt, er
sei abgelenkt gewesen und er habe auf sein Mobiltelefon geschaut. Aus seiner Sicht
sei der Rekurrent am Unfall schuld gewesen (act. 11/32).
d) Wie sich auch den Akten ergibt, ereignete sich der fragliche Auffahrunfall bei
feuchter Fahrbahn auf der Autobahn A1 bei dichtem Kolonnenverkehr. Noch
gegenüber der Polizei gab der Rekurrent an, ca. 20-30 km/h gefahren zu sein. Diese
Angabe deckt sich mit der Aussage der vorausfahrenden Audi-Lenkerin, welche ihre
Geschwindigkeit auf 30-40 km/h schätzte. Dem Strafrichter waren die Angaben des
Rekurrenten vor der Polizei bekannt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass er dem
Strafbefehl eine Geschwindigkeit von 20-30 km/h zu Grunde legte; daran ändert nichts,
dass der Strafbefehl keine Geschwindigkeitsangabe enthält. Von diesem Sachverhalt
ist grundsätzlich auch im Administrativverfahren auszugehen (sog. Bindungswirkung,
vgl. BGer 1C_266/2014 vom 17. Februar 2015 E. 2.1.2). Die im Rekurs behauptete
Geschwindigkeit von Schritttempo bzw. maximal 10 km/h ergibt sich nicht aus den
Akten und stellt deshalb eine blosse Schutzbehauptung dar. Insbesondere hätte es
dem Rekurrenten dann möglich sein müssen beim geltend gemachten Abstand zum
vorderen Auto von fünf Metern trotz kurzem Blick nach hinten rechtzeitig anzuhalten.
Auch scheint es fraglich, dass bei einer derart niedrigen Geschwindigkeit das vor ihm
fahrende Fahrzeug in das nächstvordere geschoben worden wäre. Immerhin konnte die
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Fahrerin des Audi rechtzeitig anhalten und der Abstand zum vorderen Hyundai betrug
noch einen Meter. Weiter gilt nach der Praxis auch bei Auffahrkollisionen zwischen
Personenwagen mit Aufprallgeschwindigkeiten von ca. 10-15 km/h die ernsthafte
Gefahr, dass die durch den Stoss auf das Heck des vorderen Fahrzeugs bewirkte hohe
Rückwärtsbeschleunigung auf die Halswirbelsäule der betroffenen Fahrzeuginsassen
(selbst bei blossem Zurückprallen des Hinterkopfes und Nackens auf die Kopfstütze) zu
schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden ("Schleudertrauma") führen kann. Bei
solchen Unfällen liegt – auch ohne tatsächlichen Personenschaden – gemäss
höchstrichterlicher Rechtsprechung in der Regel ein mittelschwerer Fall mit konkreter
Gefährdung des Unfallgegners vor (vgl. BGer 1C_575/2012 vom 5. Juli 2013 E. 5.1).
Dass eine konkrete Verletzungsgefahr bestand, zeigte sich daran, dass die Lenkerin
des betroffenen mittleren Fahrzeugs nach dem Unfall über Nackenschmerzen klagte
und sie den Aufprall als heftig beschrieb.
Selbst wenn von einer nur geringen Gefährdung Dritter ausgegangen würde, handelte
es sich trotzdem nicht um eine leichte Widerhandlung. Eine solche setzt zusätzlich ein
leichtes Verschulden voraus (vgl. Art. 16a Abs. 1 SVG). Der Rekurrent lenkte sein
Fahrzeug vor dem Unfallereignis in dichtem, stockendem Kolonnenverkehr. In einer
solchen Situation ist besondere Aufmerksamkeit geboten, weil der Fluss der
Fahrzeugkolonne nicht berechenbar ist. Unerwartete Stockungen im vorderen Teil der
Kolonne können sich weit hinten auswirken, sodass das Vorwärtskommen – meist
durch ständige Spurwechsel – oft verzögert oder gar verhindert wird. Beim geplanten
Spurwechsel hätte der Rekurrent sich umso mehr vergewissern müssen, dass die
Kolonne vor ihm nicht plötzlich gänzlich stillsteht. Beim Blick nach hinten wäre er daher
gehalten gewesen, die Geschwindigkeit noch mehr zu reduzieren. Auch ein langsames
Fahrtempo entbindet ihn nicht von der Pflicht, seine volle Aufmerksamkeit dem Verkehr
zu widmen (BGer 1C_75/2007 vom 13. September 2007 E. 3.2). Unerheblich ist zudem
das vom Rekurrenten monierte Verhalten der vor ihm fahrenden Audi-Lenkerin. Auch
bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs muss er als
nachfolgender Fahrzeuglenker rechtzeitig anhalten können (vgl. Art. 12 Abs. 1 VRV).
Namentlich bringt er nicht vor, die vor ihm fahrende Fahrzeugführerin habe sich
gesetzwidrig verhalten und etwa einen Schikanestopp vollzogen (vgl. auch VRKE
IV-2013/27 vom 25. April 2013, abrufbar auf: www.gerichte.sg.ch); abgesehen davon
gibt es dafür überhaupt keine Anhaltspunkte. Nicht geklärt ist, ob der Rekurrent – wie
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von den in den Unfall verwickelten Fahrzeuglenkern behauptet – kurz vor dem Unfall
sein Mobiltelefon bedient hat oder nicht. Wäre dem jedoch so, würde das Verschulden
umso schwerer wiegen. Immerhin telefonierte der Rekurrent gemäss Polizeirapport
einige Tage nach dem Unfall mit dem rapportierenden Polizisten und gab an, dass kurz
vor dem Unfall sein Mobiltelefon auf den Fahrzeugboden gefallen sei (act. 11/33).
Darauf ist indessen nicht weiter einzugehen, da diese Frage weder Gegenstand des
Strafbefehls noch der angefochtenen Verfügung ist.
e) Da weder von einer geringen Gefährdung noch von einem leichten Verschulden
auszugehen ist, hat die Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis zu Recht
gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG wegen einer mittelschweren Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften entzogen.
3.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Die
Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung mindestens vier
Monate, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis einmal wegen einer
schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen war.
Dem Rekurrenten war der Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung
vom 4. Dezember 2013 bis 3. Januar 2014 für einen Monat entzogen (act. 11/7), da er
am 21. November 2012 zufolge Nichtbeherrschens des Fahrzeugs (Fehleinschätzung
der Distanz) einen Verkehrsunfall verursacht hatte. Die vorliegend zu beurteilende
mittelschwere Widerhandlung vom 12. Februar 2014 geschah etwas mehr als einen
Monat nach der Wiedererteilung des Führerausweises und damit innerhalb der
zweijährigen Frist gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG. Die Vorinstanz hat den
Führerausweis für vier Monate, das heisst für die Mindestdauer entzogen; Letztere darf
nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 SVG; BGE 132 II 234 E. 3.2).
4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
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aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.