Decision ID: d366b902-c7a8-49f0-bf3e-5d98acfde830
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1961
,
war ab 1995 als
selbständig
erwer
bender
Englischlehrer tätig (
Urk.
6/194/2,
Urk.
6/197). Seit
November 1995
leidet er
an
einer zentralen Netzhautdegeneration beidseits, welche
innert kurzer Zeit
zu einer starken Abnahme der Sehschärfe
in beiden
Auge
n
führte (
Urk.
6/133,
Urk.
6/135/2)
.
M
it Verfügung vom
1
4.
November 2000
wurde ihm
rückwirkend
ab
1.
Januar 1997
eine
halbe Rente der Invaliden
versicherung
in Höhe von
Fr.
299.
-- (
zuzüglich Ehegattenrente und zwei Kinder
renten) sowie
ab
1.
Januar 1999
vo
n
Fr.
302.
-- (
zuzüglich zwei Kinderrenten)
zugesprochen
(
Urk.
6/221-222
; vgl. auch
Urk.
6/209
)
.
Nachdem
sich das Erwerbseinkommen verbessert
hatt
e,
ermittelte die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, neu einen Invaliditätsgrad von 42
%
und
setzte die laufende halbe Rente mit Verfü
gung vom 2
0.
Juni 2003
ab
1.
Juli 2003
auf eine
Viertelsrente
im Betrag von
Fr.
159.
-- (
zuzüglich zwei Kinderrenten
) herab
(
Urk.
6/269-271
; vgl. auch
Urk.
6/267)
.
Ab
1.
Januar 2007 richtete sie ihm eine
Viertelsrente
von
Fr.
166.
-- (
zuzüglich eine Kinderrente
;
Urk.
6/324
), ab
1.
November 2009 von
Fr.
171.-- (
Urk.
6/381
; vgl. auch
Urk.
6/408-409
,
Urk.
6/430,
Urk.
6/432
)
sowie ab 1.
Okto
ber 2016 von
Fr.
177.-- (
Urk.
6/455)
aus.
1.2
Im August 2016
ersuchte
der Versicherte
unter Hinweis auf eine
deutliche
Ver
schlechterung
seines Sehvermögens
um Revision seiner Rente
(
Urk.
6/442,
Urk.
6/444)
.
Die
IV-Stelle
ermittelte neu einen Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
6/480) und sprach ihm
mit Verfügung vom
1
5.
März 2017 rückwirkend ab
1.
September 2016 eine halbe Rente in Höhe von
Fr.
353.-- zu (
Urk.
6/481,
Urk.
6/483).
Mit an die IV-Stelle a
dressiertem
, aber effektiv dem Sozialversi
c
h
e
rungsgericht zugestelltem Schreiben vom 2
3.
März 2017
beanstandete
der Ver
sicherte
unter den Titeln «Beschwerde» beziehungsweise «Antrag auf
Wiederer
wägung
» die
Verfügung vom 1
5.
März 2017 (
Urk.
6/488). Da der Versicherte dem Gericht auf Anfrage mitteilte, dass seine Eingabe irrtümlicherweise beim Sozial
versicherungsgericht eingereicht worden sei
und es sich hierbei nicht um eine Beschwerde handle
,
erledigte
dieses das
zwischen
zeitlich
eröffnete Beschwerde
verfahren mit
dem
Nichteintretensbeschluss
vom 2
2.
Mai 2017 (
Urk.
6/501).
1.3
Die IV-Stelle nahm das Schreiben des Versicherten vom 2
3.
März 2017 entgegen und
forderte ihn auf, aktuelle ärztliche Berichte einzureichen, mit dem Hinweis, dass sie auf sein Gesuch nur eintreten könne, falls er eine wesentliche Verände
rung der
tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung glaubhaft
mache
(
Urk.
6/492,
Urk.
6/498). Am
21.,
2
7.
April
und 2
4.
Juni 2017
reichte der Versicherte der IV-Stelle diverse Beweismittel ein
(
Urk.
6/494-496,
Urk.
6/502-503)
.
Die IV-Stelle legte die neuen Unterlagen ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur versicherungsmedizinischen Würdigung vor (
Urk.
6/508/3). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/509,
Urk.
6/511-516)
trat
s
ie mit Verfügung
vom 1
6.
Oktober 2017
auf das neue Leistungsbegehren des Versicher
ten nicht ein (
Urk.
2)
.
2.
D
a
gegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
November 2017 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei ihm beim gegebenen Invaliditätsgrad eine
betraglich
höhere Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1). Mi
t Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Auf
die Vorbringen
in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im
Rahmen des durch die Verfügung
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand identisch, wenn die Verwal
tungsverfügung insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sach
entscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2
.1
In der angefochtenen Verfügung
begründet
e
die IV-Stelle
ihr Nichteintreten auf das
Gesuch
des Beschwerdeführers vom 2
3.
März 2017
um Überprüfung des Rentenanspruchs
damit,
seit Erlass der letzten, die laufende Invalidenrente auf eine halbe Rente erhöhenden Verfügung vom 1
5.
März 2017 sei keine
wesentliche Veränderung der beruflichen oder medizinischen Situation
eingetreten
. Die Ursache der Sehverminderung habe sich zwar verändert,
dies gelte aber nicht für den
verbleibende
n
Visus
und die daraus herrührenden funktionellen Einschrän
kungen.
Es
liege
somit
keine neue gesundheitliche Beeinträchtigung vor,
weshalb die
Sehverschlechterung
nicht als neuer
Versicherungsfall
betrachtet werden
könne
(
Urk.
2,
Urk.
5).
2
.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber
sinngemäss
geltend,
er habe
beim gegebenen Invaliditätsgrad
Anspruch
auf einen höheren monatlichen Rentenbe
trag
.
Er sei
im Jahr 1996
, nach sechs Jahren Aufenthalt in der Schweiz,
als zu 40
%
blind eingestuft
worden
und habe
fortan
eine
Viertelsrente
in
der
Höhe von monatlich
Fr.
177.-- erhalten
.
Im Frühling 2016
sei seine Sicht plötzlich schlech
ter gew
orden, und d
ie Ärzte hätten festgestellt, dass er wegen einer neuen Gesundheitsstörung zu 70
%
erblindet sei. Deshalb sei ihm neu eine halbe Rente in Höhe von
Fr.
353.--
monatlich zugesprochen worden.
Laut Angaben der IV-Stelle sei die halbe Rente auf
der
Basis der
Zahlen
im Jahr 1996 berechnet worden.
Bei der
Neufestsetzung der Rente
hätte seines Erachtens aber berücksichtigt wer
den müssen, dass er
inzwischen während 26 Jahren Sozialversicherungsbeiträge gezahlt habe
. Die Rentenhöhe müsse deshalb unter Berücksichtigung von 26 Bei
tragsjahren berechnet werden. Falls nötig sei der neue Invaliditätsgrad von 70
%
als neuer Versicherungsfall zu betrachten. Von der Universitätsklinik
Y._
sei ihm nämlich bestätigt worden, dass
die
Toxoplasmosis
nicht wieder aktiv sei und damit
die Gesundheitsstörung
, welche zur Verschlechterung seines Sehvermögens geführt habe,
im Sinne von BGE 136 V 369 E. 3 eine völlig andere sei (
Urk.
1
,
Urk.
6/502/3
,
Urk.
3
).
3.
Die Revisionsverfügung vom 1
5.
März 2017
,
mit der
die laufende
Viertelsrente
auf eine halbe Rente erhöht wurde,
erwuchs
in Rechtskraft, nachdem
das
Gericht das
dagegen
eröffnete Beschwerdeverfahren mit dem
Nichteintretensbeschluss
vom 2
2.
Mai 2017
erledigt hatte
(
Urk.
6/501).
Die IV-Stelle nahm d
as
Schreiben des Beschwerdeführers vom 2
3.
März 2017, in welchem er
die Revisionsver
fügung vom 1
5.
März 2017 b
eanstandet
e
,
in erster Linie als Revisionsgesuch ent
gegen und
prüfte
gestützt auf
Art.
87
Abs.
2
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
, ob
durch die neu eingereichten Unterlagen eine
zwischen
zeitlich eingetretene
Änderung des Invaliditätsgrades
und damit
ein materieller
Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
glaubhaft gemacht worden war
(
Urk.
6/492,
Urk.
6/508/2-3
)
. Da sie dies verneinte,
trat sie mit der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
Oktober 2017 auf das Gesuch nicht ein (
Urk.
2).
D
er
Beschwerdeführer
geht zwar fälschlicherweise davon aus, sein Invaliditätsgrad betrage neu 70
%
und nicht 50
%
, mach
t
aber ebenfalls n
icht geltend, dass sich sein Gesundheitszustand seit Erlass der
V
erfügung vom 1
5.
März 2017 geändert habe (
Urk.
1).
Mit Blick auf die bei den Akten liegenden, im Zeitraum vom
7.
Januar 2016
bis
1
2.
Juni 2017
erstellten medizinischen Berichte
ergeben
sich keine Anhaltspunkte für eine wesentliche Sachverhaltsänderung
. Insbesondere fehlen Hinweise für eine weitere erhebliche Verschlechterung der Sehschärfe
(
Urk.
6/429,
Urk.
6/451/5-6,
Urk.
6/474,
Urk.
6/476,
Urk.
6/502)
. Daher
ist das Nichteintreten der IV-Stelle nicht zu beanstanden, soweit sie
das Gesuch unter dem Aspekt d
er materiellen Rentenrevision geprüft hat.
4.
4.1
Aus den Ausführungen des
Beschwerdeführer
s
im Schreiben vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
6/488) und in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1)
ergibt sich, dass er
die Abän
derung der rechtskräftigen Revisionsverfügung vom 1
5.
März 2017 in dem Sinne
erreichen möchte, dass ihm beim gegebenen Invaliditätsgrad eine
betraglich
höhere Rente zugesprochen wird (
Urk.
1)
.
Er bringt vor
, die gesundheitliche Ver
schlechterung müsse als neuer Versicherungsfall eingestuft
und die Rente deshalb
aufgrund der in diesem späteren Zeitpunkt geltenden
veränderten
Berechnungs
grundlagen
(insbesondere unter Berücksichtigung der in der Zwischenzeit geleis
teten Beiträge)
neu
berechnet
werden
(vgl.
Urk.
6/508/2)
.
Auch unter diesem Gesichtspunkt
ist die IV-Stelle mit
der angefochtenen Verfügung
vom 1
6.
Okto
ber 2017
auf das Gesuch vom 2
3.
März 2017 nicht eingetreten
(
Urk.
6/516
/2
).
Das
Schreiben vom 2
3.
März 2017
samt den danach eingereichten Unterlagen ist
auch
als sinngemässer Antrag des Beschwerd
eführers
auf prozessuale Revision beziehungsweise Wiedererwägung der rechtskräftigen Revisionsverfügung vom 1
5.
März 2017 im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 und 2 des ATSG zu interpretieren.
Zu prüfen bleibt deshalb, ob die IV-Stelle
unter
dem
Blickwinkel
des Vorliegens eines neuen Versicherungsfalls
gestützt auf
die
Rückkommenstitel
der prozessualen Revision und/oder
der
Wiedererwägung
der rechtskräftigen Verfügung
vom 1
5.
März 2017
auf das
Gesuch
um Neuberechnung der Rente
hätte
e
intreten
müssen.
4
.2
4.2
.1
Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungs
träger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision; BGE 143 V 105 E. 2.1, 138 V 324 E. 3.
2).
E
in neues Beweismittel
muss
den Fehler in der früheren Beweisgrundlage eindeutig aufzeigen, damit es einen Revisionsgrund bilden
kann
. Nur auf diesem Weg ist zu vermeiden, dass immer wieder neue Beweismittel produziert werden, um eine Revision in Gang zu brin
gen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_683/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 4 mit Hin
weis).
4.2
.2
Nach
Art.
36
Abs.
2 Satz 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sind für die Berechnung der ordentlichen Renten die Bestimmungen des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
sinnge
mäss anwendbar. Laut
Art.
29
bis
Abs.
1
AHVG
werden für die Rentenberechnung Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschrif
ten der rentenbere
chtigten Person zwischen dem
1.
Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Ren
tenalter oder Tod) berücksichtigt. Der Versicherungsfall Rente tritt mit der Ent
stehung des Rentenanspruchs nach Ablauf der
einjährigen
Wartezeit ein
(Art. 29 Abs. 1
lit
. b und Abs. 2 IVG, vom
1.
Januar 1997 bis 31. Dezember 2000 gültig gewesenen Fassungen; Urteil des Bundesgerichts 9C_592/2015 vom
2.
Mai 2016, E. 3.2). Ändert
infolge einer Änderung des Invaliditätsgrades auch die Höhe des Rentenanspruchs, so bleiben für die neue Rente
die gleichen Berechnungsgrund
lagen massgebend wie für die bisherige Rente (
vgl.
Rz
5627 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [RWL]
,
Stand
1.
Januar 2017
).
Denn nach der Rechtsprechung
bildet eine revisionsweise Rentenerhöhung
kein
en neuen
Versicherungsfall,
unabhängig davon, ob die Rentenrevision auf
grund einer Verschlechterung der ursprünglichen Gesundheitsbeeinträchtigung oder wegen des Eintritts eines neuen Gesundheitsschadens erfolgt (BGE 126 V 157 E. 4-6; vgl. auch die Urteile des Bundesgerichts
8C_775/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 2.1.1
,
9C_592/2015 vom
2.
Mai 2016, E. 3.2, 9C_123/2013 vom 2
9.
August 2013, E. 3-4 und I 76/05 vom 3
0.
Mai 2006, E. 2
und 3).
4.2.3
Die Argumentation des
Beschwerdeführer
s, die
V
erschlechter
ung
sein
es
Sehver
mögen
s
sei auf
eine völlig neue
Gesundheitsstörung
zurückzuführen und stelle
und damit
ein
en
neuen
Versicherungsfall
dar
,
welcher die Festsetzung
der
am 1
5.
März 2017 zugesprochene
n
halbe
n
Rente auf der Basis neuer, aktueller Berechnungsgrundlagen
erforderlich mache,
trifft nicht zu:
N
ach der in E. 4.2
.2
wiedergegebenen
höchstrichterlichen Rechtsprechung
sind bei einer Rentener
höhung wegen eines höheren Invaliditätsgrades
für die neue Rente
die gleichen Berechnungsgrundlagen massgebend
wie für die bisherige
Rente
, da eine
revisi
onsweise Rentenerhöhung
keinen neuen Versicherungsfall darstellt
beziehungs
weise bei einer laufenden Rente kein neuer Versicherungsfall
«
Rente
»
eintreten kann
.
Dabei
spielt
es
keine Rolle
, ob
die
Erhöhung des Invaliditätsgrades die Folge einer Verschlimmerung der ursprünglichen Gesundheitsbeeinträchtigung
oder
eines neue
n Gesundheitsschadens ist.
Die eingereichten neuen medi
zinischen Berichte
(Bericht des Universitätsspitals
Z._
vom 1
2.
Juni 2017 [
Urk.
6/502/1-2] und
das
Resultat eines Bluttests bezüglich des Parasiten Toxoplasmose [
Urk.
6/502/4])
sind
folglich nicht geeignet, zu einer Neubeur
teilung der strittigen Rentenberechnung zu führen
, und
dokumentieren keine
aus revisionsrechtlicher Sicht
erheblichen neuen Tatsachen
.
Der vom Beschwerdeführer
als
Urk.
3 eingereichte
BGE
136 V 369 betrifft
die Neuanmeldung zum Rentenbezug in Fällen, wo ein Rentenanspruch
zuvor
wegen fehlender Erfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen nach
Art.
6
Abs.
2 IVG
rechtskräftig
verneint
worden
war
. Bezüglich solcher Konstellationen hi
elt das höchste Gericht fest,
die Rechtskraft der ursprünglichen Rentenver
neinung
stehe
einer erneuten Überprüfung des Rentenanspruchs nicht entgegen, wenn ein neuer Versicherungsfall im Sinne einer Erhöhung des Invaliditätsgrades
wegen
einer von der ursprünglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung völlig verschiedenen Gesundheitsstörung
eingetrete
n sei
(BGE 136 V 369 E. 3.1
-2
).
Das Bundesgericht präzisierte diese Rechtsprechung in der Folge dahingehend, dass
ein neuer Versicherungsfall
nur
dann anzunehmen sei, wenn der neue Gesund
heitsschaden geeignet sei, zu einer
durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von
mindestens
40
%
während eines Jahres zu führen
(Urteile des Bundesgerichts 9C_36/2015 vo
m 2
9.
April 2015, E. 5.1 und 9C_294/2013 vom 2
0.
August 2013, E. 4.1).
Der hier zu beurteilende Fall unterscheidet sich von diesen Konstellationen einer
seits darin, dass
nicht wie in BGE 136 V 369 die erstmalige Entstehung eines Rentenanspruchs
im Rahmen einer Neuanmeldung
zur Diskussion steht, sondern die revisionsweise Erhöhung einer bereits laufenden Rente. A
ndererseits
geht es
hier
nicht
um den
grundsätzlichen Rentenanspruch beziehungsweise dessen Höhe in Bruchteilen einer ganzen Rente, sondern um
die (Anpassung der) Berechnungs
grundlagen für die Bestimmung der
betragsmässigen
Rentenhöhe
(vgl. das
Urteil
des Bundesgerichts
9C_294/2013
vom 2
0.
August 2013,
E. 4.2
)
. In BGE 126 V 157 E. 4-6 wurde klar entschieden, dass es im Falle einer bereits laufenden
Inva
lidenrente
auch bei Hinzutreten eines neuen Gesundheitsschadens keinen zweiten Versicherungsfall geben kann, der sich auf die Rentenberechnung auswirk
t
. Aus BGE 136 V 369 E. 3.1 kann der Bes
chwerdeführer folglich nichts z
u seinen Guns
ten ableiten.
Soweit mit der angefochtenen Verfügung auf das Gesuch um prozessuale Revision der rechtskräftigen Revisionsverfügung vom 1
5.
März 2017 nicht ein
getreten wurde, ist dies folglich
ebenfalls
nicht zu beanstanden.
4.
3
Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweis).
Ob der Versicherungsträger eine Verfügung in Wiedererwägung zieht, liegt in seinem Ermessen. Es besteht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiederer
wägung. Auf eine Beschwerde gegen ein Nichteintreten auf ein Wiederer
wägungsgesuch kann das Gericht nicht eintreten (BGE 133 V 50 E. 4.2.1, 119 V 475 E. 1b/cc mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2017 vom 22. August 2017 E. 8.2 mit weiteren Hinweisen).
Soweit mit der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
Oktober 2017 auf das Gesuch des Beschwerdeführers vom 2
3.
März 2017 unter dem Aspekt einer allfälligen Wiedererwägung der rechtskräftigen Revisionsverfügung vom 1
5.
März 2017 nicht eingetreten wurde, ist dies nach dem Gesagten mit einer Beschwerde nicht anfechtbar. Auf die Beschwerde ist folglich nicht einzutreten, soweit sie sich gegen das Nichteintreten auf das Wiedererwägungsgesuch richtet.
5.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung rech
tens, was zur Abweisung der Beschwe
rde führt.
Die Verfahrenskosten von
Fr.
700.-- gehen zulasten des unterliegenden Beschwerdeführers (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).