Decision ID: 7b47813f-4ec0-4ade-893b-4cc653c9e954
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 22. Oktober 2020 meldete Dr. med. B._ dem
Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden, dass A._ die
medizinischen Mindestanforderungen betreffend Fahreignung nicht mehr
erfülle. Als Kurzbegründung gab er kognitive Defizite und eine demenzielle
Entwicklung an. Das Strassenverkehrsamt setzte A._ am 28. Oktober
2020 darüber in Kenntnis und bat ihn seinen Führerausweises zusammen
mit einer Verzichtserklärung innerhalb den nächsten zwanzig Tagen
einzureichen. Falls er nicht auf den Führerausweis verzichten wolle, habe
er dies innert der gleichen Frist dem Strassenverkehrsamt mitzuteilen,
worauf eine beschwerdefähige und kostenpflichtige Verfügung erlassen
werde.
2. Am 23. November 2020 teilte A._ dem Strassenverkehrsamt mit,
dass er mit dem Entscheid nicht einverstanden sei. Er verlange einerseits
eine Begründung und andererseits sei ihm Akteneinsicht zu gewähren.
3. Mit Schreiben vom 27. November 2020 informierte das
Strassenverkehrsamt A._, dass gegen ihn eine administrative
Untersuchung durchgeführt werde. Begründend führte es auf, dass
gestützt auf die Aktenlage ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung
bestehen, weshalb der Führerausweis im Sinne einer superprovisorischen
Massnahme vorsorglich entzogen werde. Gleichzeitig mit diesem
Schreiben gewährte das Strassenverkehrsamt A._ das rechtliche
Gehör und Akteneinsicht.
4. Mit Verfügung vom 7. Januar 2021 entzog das Strassenverkehrsamt
A._ den Führerausweis vorsorglich auf unbestimmte Zeit mit Wirkung
ab 7. Dezember 2020 bis zur Abklärung von Ausschlussgründen.
Ausserdem wurde A._ verpflichtet, sich verkehrsmedizinisch bei einer
Ärztin oder einem Arzt der Stufe 3 oder 4 untersuchen zu lassen. In der
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gleichen Verfügung wurde A._ darüber in Kenntnis gesetzt, dass die
Kosten für die Untersuchung und Erstellen des Gutachtens zu seinen
Lasten gehen würden.
5. Gegen die soeben genannte Verfügung erhob A._ am 18. Januar
2021 Beschwerde beim Departement für Justiz, Sicherheit und
Gesundheit Graubünden (DJSG) und beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 7. Januar 2021. Er argumentierte im Wesentlichen damit,
dass nach wie vor keine Begründung für den Entzug des Führerausweises
vorliege. Er habe Anspruch auf Akteneinsicht und Begründung. Er sei
zudem nicht bereit, auf eigene Kosten seine Fahreignung durch eine Ärztin
oder Arzt der Stufe 3 oder 4 begutachten zu lassen. Für die Zeit des
Beschwerdeverfahrens verzichte er auf das Führen eines Fahrzeuges,
weshalb er der Beschwerde seinen Führerausweis beigelegt habe.
6. Mit Departementsverfügung vom 4. März 2021 wies das DJSG die
Beschwerde ab.
7. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 15. März
2021 (Poststempel) verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte die
Aufhebung der Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 7. Januar
2021 und der Departementsverfügung vom 4. März 2021 unter Kosten-
und Entschädigungsfolge für das Beschwerde- und das
Verwaltungsgerichtsverfahren. Formell rügte er, dass er erst am 8. März
2021 von der Departementsverfügung Kenntnis erhalten habe, da er bis
am Montag abwesend war und für den Empfang der Sendung keine
Unterschrift leisten musste. Deshalb beginne die Beschwerdefrist erst am
8. März 2021 zu laufen. Darüber hinaus gelte nicht die 10-tägige
Beschwerdefrist, sondern die ordentliche Frist von 30 Tagen. Materiell
begründete er seine Beschwerde sinngemäss damit, dass der
vorsorgliche Entzug des Führerausweises nicht ausreichend begründet
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sei. Es fehle an einer Beantwortung, inwiefern ein Zusammenhang
zwischen dem Ergebnis des Trail Making Tests und seiner Fahreignung
bestehe. Ausserdem habe er ein Anrecht darauf, zu erfahren, gestützt auf
welchen Angaben der Arzt zu der fremdanamnestischen Diagnose der
Demenz gekommen sei. Zudem seien die verkehrsmedizinisch relevanten
Erkrankungen nicht im Detail bewiesen. Ferner bezeichnete er die
auferlegte Staatsgebühr als willkürlich. Zudem verlangt er Auskunft über
die Zusammenstellung der Gebühren für Ausfertigungen und Mitteilungen
in der Departementsverfügung.
8. Mit Vernehmlassung vom 26. März 2021 beantragte das DJSG
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers.
Begründen verwies es auf die Ausführungen in der angefochtenen
Verfügung. Bezüglich Einhaltung der Beschwerdefrist hielte das DJSG
fest, dass die Verfügung dem Beschwerdeführer am 4. März 2021
mitgeteilt worden sei. Beim vorsorglichen Führerausweisentzug handle es
sich zudem um eine vorsorgliche Massnahme, weshalb die
Beschwerdefrist zehn Tage betrage.
9. Mit Replik vom 21. April 2021 (Poststempel) hielte der Beschwerdeführer
an seinen Anträgen fest. Dazu reichte er einen Bericht und ein
Anamneseformular ein, welche am 25. März 2021 von Dr. med. C._
ausgestellt wurden. Gemäss diesem Bericht und dem Anamneseformular
verfüge der Beschwerdeführer über die erforderliche Fahreignung.
10. Die Beschwerdegegnerin führte duplicando am 29. April 2021 an, dass der
am 21. April 2021 beim Verwaltungsgericht eingereichte
Untersuchungsbefund nicht anerkannt werde könne, weil Dr. med.
C._ ein Arzt der Stufe 2 sei und deshalb keine
Fahreignungsabklärungen der Stufe 3 oder 4 durchführen dürfe.
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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in
der angefochtenen Departementsverfügung vom 4. März 2021 wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden Beschwerden gegen Entscheide von kantonalen
Departementen, soweit diese nicht nach kantonalem oder
eidgenössischen Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz
angefochten werden können. Die angefochtene Departementsverfügung
vom 4. März 2021, mit welcher die Beschwerde gegen die Verfügung des
Strassenverkehrsamts vom 7. Januar 2021 abgelehnt wurde, ist weder
endgültig noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten werden.
Folglich stellt sie ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht dar. Als Adressat der Departementsverfügung
hat der Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Überprüfung, weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 50
VRG).
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die prozessuale Frage, ob die
gesetzliche Beschwerdefrist gewahrt wurde.
2.1. Die Beschwerdefristen werden in Art. 52 VRG geregelt. Darin ist bestimmt,
dass eine Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen seit Mitteilung des
angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen ist
(Abs. 1). Die Frist zur Anfechtung von verfahrensleitenden Anordnungen
und vorsorglichen Massnahmen beträgt hingegen zehn Tage (Abs. 2). Der
Beschwerdeführer bringt vor, dass im vorliegenden Fall die
Beschwerdefrist 30 Tage i. S. v. Art. 52 Abs. 1 VRG betrage, da weder
eine verfahrensleitende Anordnung noch eine vorsorgliche Massnahme
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vorliege. Dieser Ansicht ist nicht zuzustimmen, da es sich gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung beim vorsorglichen
Führerausweisentzug sowie bei der Anordnung einer
Fahreignungsuntersuchung um eine vorsorgliche Massnahme handelt
(Urteil des Bundesgerichts 1C_319/2020 vom 18. Februar 2021 E.1.2
m. w. H.). Die Beschwerdefrist dauert im vorliegenden Fall i. S. v. Art. 52
Abs. 2 VRG folglich 10 Tage.
2.2. Um zu überprüfen, ob die 10-tägige Beschwerdefrist vorliegend
eingehalten wurde, ist der Eröffnungszeitpunkt der
Departementsverfügung massgebend. Ausgangspunkt ist also der
Moment, in dem die per A-Post Plus versandte und hier angefochtene
Departementsverfügung als zugestellt und somit als eröffnet gilt.
Verfügungen und Entscheide gelten als eröffnet, sobald sie
ordnungsgemäss zugestellt worden sind und die betroffene Person davon
Kenntnis nehmen kann. Nur wenn besondere Zustellungsvorschriften
bestehen, genügt es nicht, dass die Sendung in den Machtbereich der
Adressatin oder des Adressaten gelangt (BGE 142 III 599 E.2.4.1; Urteile
des Bundesgerichts 2C_463/2019 vom 8. Juni 2020 E.3.2.2; 2C_587/2018
vom 8. März 2019 E.3.1). Bei der Versandmethode A-Post-Plus ermöglicht
die elektronische Sendungsverfolgung «Track&Trace» der Post CH AG,
den Status der Sendung von der Übergabe an die Post CH AG bis zum
Eintreffen im Empfangsbereich der empfangenden Person im Internet
einzusehen. Im Unterschied zu den eingeschriebenen
Briefpostsendungen wird jedoch der Brief direkt in den Briefkasten oder
das Postfach gelegt, ohne dass die empfangende Person eine Quittung
unterschreiben muss. Es erfolgt jedoch ein entsprechender Eintrag im
Erfassungssystem. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beweist
der Track&Trace-Auszug nicht direkt das Eintreffen der Sendung. Im
Sinne eines Indizes lässt sich indes aus diesem Eintrag darauf schliessen,
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dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach der
empfangenden Person gelegt wurde (BGE 142 III 599 E.2.2).
Für das Zustellen einer Departementsverfügung besteht keine Vorschrift,
die eine bestimmte Form für die Zustellung vorsieht. Der Versand mit
A-Post-Plus ist deshalb rechtmässig erfolgt. Gemäss elektronischer
Sendungsverfolgung Track&Trace ist die Verfügung am 5. März 2021 in
den Briefkasten des Beschwerdeführers eingeworfen worden und damit in
dessen Machtbereich gelangt (Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 1).
Der Beschwerdeführer führt dagegen auf, dass er erst am 8. März 2021
wieder zu Hause war und deshalb die Frist erst ab diesem Tag zu laufen
beginne. Damit bringt er mit anderen Worten nicht vor, dass die Verfügung
erst ab dem 8. März 2021 in seinen Machtbereich gelangt ist, sondern
dass die tatsächliche Kenntnisnahme durch ihn erst am 8. März 2021
erfolgte. Damit die Departementsverfügung als ordnungsgemäss
zugestellt gilt, braucht es jedoch keine tatsächliche Kenntnisnahme. Für
den Beginn des Fristenlaufs genügt es, dass die die Sendung mit
Zustellung am 5. März 2021 in den Machtbereich des Beschwerdeführers
gelangt ist und damit gerechnet werden kann, dass die Verfügung vom
Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt zur Kenntnis genommen werden
kann. Die Frist beginnt am folgenden Tag nach der Zustellung, also am
6. März 2021, zu laufen (vgl. Art. 7 Abs. 1 VRG). Die Frist endet i. S. v.
Art. 52 Abs. 2 VRG nach 10 Tagen, also am 15. März 2021. Mit
Beschwerdeeingang am selbigen Tag ist die Beschwerdefrist im
vorliegenden Fall eingehalten. Auf die frist- und zudem formgerechte
Beschwerde beim sachlich zuständigen Verwaltungsgericht ist deshalb
einzutreten.
3. Der Beschwerdeführer beruft sich auf seinen Anspruch auf Akteneinsicht
und auf Begründung. Beide Garantien sind Ausfluss des rechtlichen
Gehörs und es ist deshalb nachfolgend zu prüfen, ob im vorliegenden Fall
das rechtliche Gehör verletzt wurde.
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3.1. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101)
gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der
Sachaufklärung und garantiert andererseits ein persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, soweit dies Einfluss auf ihre
Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie ist somit ein
verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den Charakter
eines selbständigen Grundrechtes (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich 2020, Rz. 1003). Neben
den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV ergebenden Mindestgarantien finden für
die kantonalen Behörden die im kantonalen Recht vorgesehenen
Verfahrensvorschriften Anwendung. Der Anspruch der am Verfahren
beteiligten Person auf Akteneinsicht wird in Art. 17 VRG statuiert. Das
Einsichtsrecht erstreckt sich auf alle Akten, die geeignet sind, Grundlage
der späteren Verfügung bzw. des späteren Entscheids in der betreffenden
Sache zu bilden (BGE 132 V 387 E.3.1). Weiter garantiert Art. 22 Abs. 1
VRG die Begründungspflicht für kantonale Behörden. Der Sinn und Zweck
der Begründungspflicht liegt darin, dass die betroffene Person wissen soll,
warum eine Behörde entgegen ihrem Antrag entschieden hat. Die
Begründung eines Entscheides muss deshalb so abgefasst sein, dass die
betroffene Person ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies
ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person wie auch die
Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde darf sich jedoch auf
die für den Entscheid wesentliche Gesichtspunkte beschränke, sie ist nicht
verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern (zum
Ganzen BGE 142 II 49 E.9.2; 141 III 28 E.3.2.4; 140 II 262 E.6.2., je mit
Hinweisen).
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3.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er einen Anspruch auf
Akteneinsicht und Begründung habe. Er argumentiert sinngemäss damit,
dass er ein Anrecht darauf hat, zu erfahren welche Person beim Arzt
Angaben gemacht hat, die zu der Diagnose «fremdanamnestische
Demenz» geführt habe. Ausserdem sei in der Verfügung des
Strassenverkehrsamts unzureichend begründet worden, inwiefern das
Ergebnis des Trail Making Test zum Schluss führe, dass die Fahreignung
beim Beschwerdeführer nicht mehr gegeben sei.
3.3. Die Beschwerdegegnerin verneinte eine Verletzung des
Akteneinsichtsrechts, weil das Strassenverkehrsamt dem
Beschwerdeführer am 27. November 2020 alle beim Strassenverkehrsamt
liegenden Akten zugestellt habe. Darüber hinaus habe das
Strassenverkehrsamt in der Verfügung vom 7. Januar 2021 alle
entscheidrelevanten Umstände mit einbezogen. Aus der obengenannten
Verfügung sei ersichtlich, von welchen Überlegungen sich das
Strassenverkehrsamt leiten liess.
3.4. Sämtliche Akten, welche das Strassenverkehrsamt dem Entscheid des
vorsorglichen Entzugs und zur Anordnung einer Fahreignungsprüfung
zugrunde legte, wurden dem Beschwerdeführer am 27. November 2020
zugestellt. Es liegt deshalb keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts vor.
Sofern der Beschwerdeführer vorbringt, er wolle wissen, «wer beim Arzt
Angaben gemacht habe», fällt dies nicht in den Anwendungsbereich des
Akteneinsichtsrechts. Vielmehr müsste der Beschwerdeführer bei seinem
Arzt seinen Anspruch auf Auskunft über die Krankengeschichte gestützt
auf das Datenschutzgesetz geltend machen.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht in der Departementsverfügung
vom 5. März 2021 festhält, ist das Strassenverkehrsamt als
erstverfügende Instanz auf eine speditive Erledigung seiner
Arbeitsbelastung angewiesen und es kann von ihm daher im Rahmen der
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Entscheidbegründung nicht verlangt werden, sich einlässlich mit den
Argumenten des Beschwerdeführers auseinandersetzen. Es genügt,
wenn es nur jene Gründe nennt und aufführt, welche für seinen Entscheid
von tragender Bedeutung sind (Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden [VGU] U 2015 22 vom 19. Mai 2015 E.6c). Aus der
Verfügung vom 7. Januar 2021 geht direkt hervor, dass die Hinweise von
Dr. med. B._ beim Strassenverkehrsamt zu Bedenken bezüglich der
Fahreignung geführt haben und deshalb einen vorsorglichen Entzug und
eine Abklärung der Fahreignung angeordnet werde. Das
Strassenverkehrsamt ist folglich seiner Begründungspflicht in der
Verfügung vom 7. Januar 2021 nachgekommen. Sofern der
Beschwerdeführer die Verletzung der Begründungspflicht gegenüber der
Beschwerdegegnerin geltend macht, ist ebenfalls keine Verletzung
ersichtlich: Die angefochtene Departementsverfügung vom 5. März 2021
ist vollständig, verständlich und hinreichend begründet, so dass sich der
Beschwerdeführer über alle relevanten Überlegungen der
Beschwerdegegnerin im Klaren sein konnte. Insbesondere mit der
Funktionsweise des Trail Making Tests hat sich die Beschwerdegegnerin
auseinandergesetzt (Bf-act. 2, S. 10 f.). Ob die Begründungen rechtlich
zutreffend und haltbar sind, ist wiederum keine Frage des formellen
Anspruches auf rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beurteilung
der Streitfrage.
4. Deshalb ist nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen für den
vorsorglichen Entzug des Führerausweises und die Anordnung einer
Fahreignungsabklärung im vorliegenden Fall gegeben sind.
4.1. Gemäss Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01)
müssen Motorfahrzeugführende über Fahreignung und Fahrkompetenz
verfügen. Über Fahreignung verfügt insbesondere, wer die erforderliche
körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von
Motorfahrzeugen hat (Art. 14 Abs. 2 lit. b SVG). Die Fahreignung muss
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grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E.3.1; vgl. auch
Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes
vom 31. März 1999, BBl 1999 S. 4483 f.). Nach Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG
wird der Lernfahr- oder Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit
unter anderem dann entzogen, wenn ihre körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug
sicher zu führen. Bestehen ernsthafte Zweifel an der Fahreignung einer
Person kann die Behörde zur Abklärung von solchen Ausschlussgründen
gestützt auf Art. 30 der Verordnung über die Zulassung von Personen und
Fahrzeugen zum Strassenverkehr (Verkehrszulassungsverordnung, VZV;
SR 741.51) vorsorglich einen sofortigen Entzug des Führerausweises
anordnen (BGE 127 II 122 E.5; 125 II 396 E.3). Die Ausschlussgründe
müssen dabei nicht strikt bewiesen werden, ein Verdacht, welcher die
betroffene Person als besonderes Risiko für andere
Verkehrsteilnehmende erscheinen lässt, ist ausreichend (BGE 141 II 220
E.3.1.1; 125 II 492 E.2b; Urteil des Bundesgerichts 1C_199/2019 vom
12. September 2019 E. 2.2).
Wenn Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen, wird nach
Art. 15d Abs. 1 SVG einer Fahreignungsuntersuchung angeordnet. Die in
Art. 15d Abs. 1 lit. a-e SVG aufgezählten Sachverhalte begründen einen
Anfangsverdacht, welche die Fahreignung des Betroffenen in Frage
stellen. In diesen gesetzlich aufgezählten Fällen ist eine
Fahreignungsuntersuchung grundsätzlich zwingend anzuordnen, selbst
wenn die Zweifel im konkreten Fall noch nicht erhärtet oder nur abstrakter
Natur sind (zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 1C_319/2020 vom
18. Februar 2021 E.3.3 sowie 1C_648/2018 vom 10. Mai 2019 E.2.1, je
mit Hinweisen; WEISSENBERGER, Kommentar zum Schweizerischen
Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich
2015, Art. 15 SVG Rz. 4 ff.). Zweifel an der Fahreignung liegt nach
Art. 15d Abs. 1 lit. e SVG bei einer Meldung einer Ärztin bzw. Arzt, dass
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eine Person aus einem bestimmten Grund das Motorfahrzeug nicht mehr
sicher führen kann, vor. Wenn eine verkehrsmedizinische Abklärung
angeordnet wird, bildet der vorsorgliche Führerausweisentzug die Regel
(BGE 125 II 396 E.3; Urteil des Bundesgerichts 1C_403/2019 vom
22. November 2019 E.2). Hintergrund dafür ist das besondere Interesse
der Verkehrssicherheit, welches weitgehend nicht erlaubt, dass einer
Person den Führerausweis bis zum Vorliegen des
Untersuchungsergebnisses belassen wird (Urteil des Bundesgerichts
1C_356/2011 vom 17. Januar 2012 E.2.2).
4.2. Der Beschwerdeführer beanstandet, dass die Beschwerdegegnerin sich in
der angefochtenen Verfügung auf das Vorliegen von verkehrsmedizinisch
relevanten Erkrankungen abstütze, welche nicht im Detail bewiesen seien.
4.3. Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass
mit der ärztlichen Meldung durch Dr. med. B._ vom 22. Oktober 2020
dem Strassenverkehrsamt ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des
Beschwerdeführers vorliegen. Diese Zweifel können nur mit einer
Fahreignungsabklärung aus dem Weg geräumt werden. Ausserdem sei
unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit nicht zu verantworten,
dem Beschwerdeführer den Führerausweis bis zum Vorliegen des
Untersuchungsergebnisses zu belassen.
4.4. Im vorliegenden Fall informierte Dr. med. B._ das
Strassenverkehrsamt am 22. Oktober 2020, dass beim Beschwerdeführer
kognitive Defizite und eine demenzielle Entwicklung vorliegen, weshalb
die medizinischen Mindestanforderungen für das Führen eines
Fahrzeuges nicht mehr gegeben seien. Mit dieser ärztlichen Meldung ist
der Tatbestand von Art. 15d Abs. 1 lit. e SVG erfüllt und es liegt einen
Anfangsverdacht betreffend fehlender Fahreignung beim
Beschwerdeführer vor. Die Behörde ist bei Vorliegen eines solchen
Anfangsverdachts gesetzlich verpflichtet, eine Fahreignungsuntersuchung
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anzuordnen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers müssen dafür
die verkehrsmedizinisch relevanten Erkrankungen nicht im Detail
bewiesen sein, ein abstrakter Anfangsverdacht genügt. Das
Strassenverkehrsamt war deshalb verpflichtet eine
Fahreignungsuntersuchung bei dem Beschwerdeführer anzuordnen um
diese Zweifel zu beseitigen.
Wenn eine Fahreignungsuntersuchung angeordnet wird, wird nach oben
Gesagtem in der Regel einen vorsorglichen Führerausweisentzug verfügt.
Im vorliegenden Fall gilt dies im gesteigertem Masse, da die ärztliche
Meldung als Folge einer bereits durchgeführten verkehrsmedizinischen
Untersuchung geschah (Beschwerdegegnerische Akten [bg-act.] 1). Im
Hinblick auf das Verkehrssicherheitsinteresse wäre es nicht zu
verantworten, den Führerausweis beim Beschwerdeführer zu lassen, bis
die Untersuchungsergebnisse der angeordneten
Fahreignungsuntersuchung vorliegen. Der Beschwerdegegnerin ist in
ihren Erwägungen zu folgen, wenn sie aufführt, dass die Voraussetzungen
für den vorsorglichen Führerausweisentzug und die Anordnung einer
Fahreignungsabklärung im vorliegenden Fall erfüllt seien. Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers, stützt es sich bei ihrer Beurteilung nicht
auf das Vorliegen von medizinisch relevanten Erkrankungen ab. Die
Beschwerdegegnerin hält in ihrer Verfügung eigens fest, dass mit der
Meldung des Arztes die fehlende Fahreignung nicht nachgewiesen sei, die
ärztliche Beurteilung wecke jedoch ernsthafte Zweifel an der Fahreignung
des Beschwerdeführers (Bf-act. 2, S. 11). Folglich stützt sich die
Beschwerdegegnerin in ihrer Beurteilung auf das Vorliegen einer
ärztlichen Meldung, welche einen Anfangsverdacht begründen.
5. Der Beschwerdeführer reichte beim Verwaltungsgericht zudem ein
Anamneseformular von Dr. med. C._ ein, um zu belegen, dass bei
ihm keine Beeinträchtigung der Fahreignung vorliege. Die
Beschwerdegegnerin führte daraufhin an, dass Dr. med. C._ ein Arzt
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der Stufe 2 sei und dieser deshalb die Fahreignungsabklärung nicht
vornehmen dürfe. Die verschiedenen Anerkennungsstufen von Ärztinnen
bzw. Ärzten sind in Art. 5abis Abs. 1 VZV definiert. Speziell für die
Fahreignungsuntersuchung nach Art. 15d Abs. 1 lit. d und e SVG regelt
Art. 28a Abs. 2 lit. b VZV, dass die Ärztin oder der Arzt, welche die
Fahreignungsuntersuchung durchführt, mind. über Stufe 3 verfügen muss.
Die kantonale Behörde legt fest, welche Ärztinnen und Ärzte unter welche
Anerkennungsstufe fallen (Art. 5abis Abs. 1 VZV). Diese sind im Internet
einsehbar (www.medtraffic.ch, zuletzt besucht am 21. August 2021).
Dr. med. C._ ist für die Stufe 2 anerkannt. Der eingereichte
Untersuchungsbefund kann deshalb nicht als Fahreignungsabklärung
anerkannt werden, weil Dr. med. C._ nicht i. S. v. Art. 28a Abs. 2
lit. b VZV als Arzt der Stufe 3 zugelassen ist. Damit genügt der
eingereichte Untersuchungsbefund nicht um den vorliegenden
Anfangsverdacht bezüglich Zweifel an der Fahreignung des
Beschwerdeführers nach Art. 15 Abs. 1 lit. e SVG zu beseitigen.
6. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter den Kostenentscheid in der
Departementsverfügung Die Staatsgebühr sei willkürlich, ausserdem
verlange er Auskunft über die Zusammensetzung der Gebühren für die
Ausfertigung und Mittelungen. Die Beschwerdegegnerin hat die
Zusammensetzung der Kosten in ihrer Vernehmlassung detailliert und
transparent dargelegt.
Nach Art. 4 der Verordnung über die Kosten in Verwaltungsverfahren
(VKV; BR 370.120) richtet sich die Bemessung der Staatsgebühr nach den
Kriterien des Verwaltungsrechtspflegegesetzes und den
Gebührengrundsätzen. Die Staatsgebühr, welche für die Beanspruchung
der Behörde erhoben wird, richtet sich gemäss Art. 75 VRG nach dem
Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. Für
Verfahren vor Departementen beträgt die Staatsgebühr gemäss Art. 4
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Abs. 3 VKV zwischen 200.00 bis 7'500.00 CHF. Nach ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt Willkür in der
Rechtsanwendung vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich
unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht,
eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder
in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 142
V 513 E.4.2 m. w. H.). Im vorliegenden Fall wurde die Staatsgebühr in der
Departementsverfügung auf 780.00 CHF festgelegt, dies liegt im unteren
Bereich des gesetzlichen Rahmens. Die Staatsgebühr ist damit nicht
willkürlich, weil nicht ersichtlich ist, inwiefern dieser Kostenentscheid
offensichtlich unhaltbar ist.
Die Gebühren für Ausfertigungen und Mitteilungen werden gemäss Art. 6
VKV für Vorladungen sowie für Zwischen- und Endentscheide erhoben.
Sie schliessen insbesondere die Kosten für Kanzleimaterial, Porto,
Telekommunikation und amtliche Publikation mit ein (Abs. 1). Die
Gebühren für die Ausfertigung betragen 16 Franken je angefangene
Originalseite von Zwischen- und Endentscheiden (Abs. 2 lit. a) und 1
Franken je kopierte Seite für die Abgabe weiterer notwendiger Exemplare,
wobei pro empfangende Person nur ein Exemplar berechnet wird (Abs. 2
lit. b). Die Gebühren für die Mitteilung von Vorladungen sowie von
Zwischen- und Endentscheiden betragen zehn Franken (Abs. 3).
Vorliegend wurde eine Seitenanzahl von (abgerundet) 13 Seiten
berechnet, was einen Betrag von 208.00 CHF ergibt. Bei zwei
notwendigen Exemplaren kommen 13.00 CHF für Kopien für das zweite
Exemplar hinzu (d. h. konkret dem ersten Exemplar für das
Strassenverkehrsamt). Schliesslich kommt eine Mitteilungsgebühr von
10.00 CHF hinzu, was zusammen 231.00 CHF entspricht.
7. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer als
unterliegende Partei gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG die Kosten des
vorliegenden Verfahrens zu tragen. Unter Bezugnahme auf die bisherige
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Gerichtspraxis (vgl. VGU U 2018 38; U 2015 10; U 2015 50) setzt das
Gericht die Staatsgebühr ermessensweise auf 1'500.00 CHF fest. Der in
ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegenden Beschwerdegegnerin steht
gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine aussergerichtliche Parteientschädigung
zu.
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