Decision ID: 5243c503-6464-4554-a68c-4003c18d93bf
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 13. Juni 2008 aufgrund eines lumbovertebrogenen
Schmerzsyndroms zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 4).
A.b Der Anmeldung lagen diverse medizinische Berichte bei: Die Ärzte des Spitals
B._ hatten in einem Bericht vom 2. Oktober 2007 eine arterielle Hypertonie sowie
degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule diagnostiziert (IV-act. 7); die Ärzte
der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie des Kantonsspitals St. Gallen hatten in
einem Bericht vom 19. Dezember 2007 eine Osteopenie diagnostiziert (IV-act. 5); die
Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen hatten in zwei
Berichten vom 25. Januar und 14. April 2008 ein lumbovertebrogenes
Schmerzsyndrom diagnostiziert (IV-act. 6 und 8).
A.c Am 24. Juni 2008 führte Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Arbeitsmedizin, vom
IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) ein Telefonat mit dem Hausarzt des
Versicherten, Herrn pract. med. D._. Dieser hielt fest, dem Versicherten sei aufgrund
der degenerativen Wirbelsäulenveränderungen und der arteriellen Hypertonie die zuvor
ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr zumutbar; nach Durchführung einer
Berufs- und Eignungsabklärung sowie geeigneter Eingliederungsmassnahmen sei eine
Vollzeitbeschäftigung grundsätzlich möglich. Das entsprechende Gesprächsprotokoll
unterzeichnete der Hausarzt des Versicherten am 29. Juni 2008 (IV-act. 19–1 f.). Dem
Protokoll legte er sein Schreiben an die zuständige Einrichtung der beruflichen
Vorsorge vom 30. Juni 2008 bei, in welchem er unter anderem festgehalten hatte, nur
Tätigkeiten, in denen wechselnde Stellungen möglich seien und sich das Heben von
Lasten vermeiden lasse, seien zumutbar. Eine Vollzeitbeschäftigung könne in so einer
Tätigkeit erreicht werden; fraglich wäre dann allerdings die Höhe der Leistungsfähigkeit
(IV-act. 19–5 f.).
A.d Am 2. Oktober 2008 erstattete der Hausarzt des Versicherten einen Arztbericht, in
welchem er eine Discusprotrusion L3–S1, fortgeschrittene Osteochondrosen
polysegmentär lumbal (v.a. L4/5), eine degenerative Retrolisthesis L3 gegenüber L4
und L4 gegenüber L5, eine linkskonvexe Skoliose und eine thoracale Hyperkyphose,
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alles mündend in einem sehr ausgeprägten lumbalen Schmerzsyndrom, sowie eine
Osteopenie diagnostizierte und festhielt, dem Versicherten seien keine erwerblichen
Tätigkeiten mehr zumutbar (IV-act. 36–1 ff.). Dem Arztbericht lag unter anderem ein
Bericht von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 12. September 2008 bei, in welchem ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom, ein
Diabetes mellitus sowie eine arterielle Hypertonie diagnostiziert und eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden waren (IV-act. 36–5 f.).
A.e Am 24. November 2008 erstattete Dr. E._ einen Arztbericht, in welchem er ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom diagnostizierte und festhielt, dem
Versicherten seien leichte, rückenschonende Tätigkeiten mit häufigen
Positionswechseln für die Dauer von etwa vier Stunden pro Tag zumutbar; da nur
leichte körperliche Belastungen zumutbar seien, sei die Leistungsfähigkeit „noch um
50 % vermindert“ (IV-act. 43).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 3. Dezember 2008 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter
diagnostizierten ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei ausgeprägten
degenerativen Veränderungen des Achsenskeletts im Sinne einer Hyperostosis, eine
psychogene Überlagerung der zugrundeliegenden körperlichen Leiden sowie
leistungsorientierte, akzentuierte Persönlichkeitszüge und hielten fest, die
angestammte Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar; leichte, vorwiegend
sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit des Aufstehens, Umhergehens und dem
Einlegen von Ruhepausen, ohne schweres Heben oder repetitives Hocken oder
Bücken, ohne 24 Stunden-Schichtbetrieb und ohne Dauerstress seien dagegen zu
50 % zumutbar, vorzugsweise ganztags mit halber Leistung (IV-act. 46 ff.).
A.g Mit Schreiben vom 16. März 2009 teilte Dr. E._ der zuständigen
Krankentaggeldversicherung mit, der Zustand des Versicherten habe sich im Verlauf
der vorangegangenen Monate wesentlich verschlechtert; aktuell könne ihm auch keine
adaptierte Tätigkeit mehr zugemutet werden (IV-act. 58).
A.h Auf Anfrage der IV-Stelle hin teilte Dr. E._ am 19. März 2009 mit, seit dem
letzten Bericht vom 24. November 2008 habe sich keine Änderung ergeben (IV-act. 51).
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A.i Am 2. Juni 2009 ging der IV-Stelle der Bericht der Klinik F._ vom 29. April 2009
betreffend eine stationäre Behandlung vom 14./15. April 2009 zu. Der Versicherte sei
von Dr. E._ zur stationären Behandlung des chronischen lumbospondylogenen
Syndroms zugewiesen worden, sei aber bereits am Folgetag aufgrund starken
Heimwehs wieder ausgetreten (IV-act. 52).
A.j Am 7. September 2009 teilte Dr. E._ der IV-Stelle mit, seit seinem letzten
Bericht vom 24. November 2008 hätten sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben (IV-
act. 60).
A.k Mit Vorbescheid vom 9. November 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem
Invaliditätsgrad von 55 % die Zusprache einer halben Rente ab 1. September 2008
vorgesehen sei (IV-act. 74).
Dagegen erhob der Versicherte am 2. Dezember 2009 mündlich Einwand. Er habe
immer gearbeitet, habe immer arbeiten wollen und habe sich vor keiner Tätigkeit
gescheut. Die Schmerzen seien nun aber so gross, dass keine Arbeit mehr möglich sei.
Die IV-Stelle solle Kontakt mit den behandelnden Ärzten aufnehmen (IV-act. 75). In der
Folge ging der IV-Stelle eine Stellungnahme des Hausarztes des Versicherten vom
30. November 2009 zu, in welcher insbesondere auf eine zunehmende
Verschlechterung des Zustands in den vorangegangenen zwölf Monaten hingewiesen
wurde (IV-act. 76).
A.l Am 3. März 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 9. November
2009; eine objektivierbare Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit der Begutachtung könne aufgrund der
medizinischen Aktenlage nicht nachvollzogen werden, weshalb auf das Gutachten der
MEDAS Ostschweiz abgestellt werde (IV-act. 85).
B.
B.a Dagegen richtet sich die am 9. März 2010 erhobene Beschwerde, mit der
sinngemäss die Zusprache einer ganzen Rente beantragt und zur Begründung
ausgeführt wird, der Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung stetig
verschlechtert; dem Beschwerdeführer sei es nicht mehr möglich, länger als fünf
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Minuten am Stück zu gehen oder zu sitzen; auch der Schlaf sei massiv gestört
(act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2010 führte sie zur Begründung im Wesentlichen aus,
eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung sei
nicht ausgewiesen; insbesondere habe Dr. E._ am 16. März und am 7. September
2009 bestätigt, der Gesundheitszustand habe sich nicht verändert (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 30. Juni bzw. 2. Juli 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen mit
Beschwerde vom 9. März 2010 gestellten Anträgen fest. Es sei unverständlich, weshalb
sich die Beschwerdegegnerin weigere, den Gesundheitszustand nochmals zu
überprüfen; die attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit sei real nicht verwertbar; es sei ein
Zusatzgutachten einzuholen bzw. eine berufliche Abklärung der Arbeitsfähigkeit durch
zuführen (act. G 8 und G 10). Der Replik lag eine Stellungnahme des Hausarztes des
Versicherten vom 28. Juni 2010 bei, in welcher angesichts der Bedingungen des realen
Arbeitsmarktes und der zwischenzeitlich eingetretenen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eine Arbeitsunfähigkeit von weit über 70 % attestiert wurde
(act. G 10.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet sinngemäss auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
In medizinischer Hinsicht ist strittig, ob auf das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom
3. Dezember 2008 (IV-act. 46) abgestellt werden kann. Der Beschwerdeführer macht
insbesondere geltend, sein Zustand habe sich seit der Begutachtung weiter
verschlechtert, dies auch unter Hinweis auf die Stellungnahmen seines Hausarztes vom
30. November 2009 (IV-act. 76) und vom 28. Juni 2010 (act. G 10.1) sowie auf das
Schreiben von Dr. E._ vom 16. März 2009 (IV-act. 58). Allerdings geht aus den ge
nannten medizinischen Akten nicht konkret hervor, inwiefern sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert haben soll. Dabei ist auch
zu beachten, dass der Beschwerdeführer bereits gegenüber den Gutachtern der
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MEDAS Ostschweiz geltend gemacht hatte, nichts mehr machen zu können, immer
wieder die Lage wechseln zu müssen, beim Abwaschen und Abtrocknen von Tellern
jeweils nach zwei bis drei Tellern schmerzbedingt absitzen zu müssen, pro Nacht
schmerzbedingt zwei- bis viermal zu erwachen und schmerzbedingt auch nicht mehr
mit seinen Hunden spazieren gehen zu können (IV-act. 46–3). Im weiteren Verlauf des
Verfahrens machte der Beschwerdeführer geltend, er könne nicht mehr länger als fünf
Minuten gehen oder sitzen, müsse aufgrund der Schmerzen ständig die Position
verändern, könne nicht mehr durchschlafen, und das Gefühl im linken Bein und Fuss
lasse zunehmend nach (act. G 1). Daraus lässt sich ableiten, dass sich die
Beschwerden nochmals in einem gewissen Grad intensiviert haben dürften. Eine
erhebliche Verschlechterung des Zustands, die sich zusätzlich massgebend auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken würde, ist damit aber nicht
ausgewiesen, denn es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Art durch diese
Beschwerdeintensivierung zusätzlich beeinträchtigt wird. Dr. E._ hat gegenüber der
Beschwerdegegnerin am 9. März und 7. September 2009 einen unveränderten Zustand
seit 24. November 2008 bestätigt (IV-act. 51 und 60). Der Hausarzt des
Beschwerdeführers hat die von ihm geltend gemachte Verschlechterung sodann nicht
anhand konkreter Befunde belegt. Ausserdem hat er seiner
Arbeitsunfähigkeitsschätzung offensichtlich auch versicherungsmedizinisch nicht zu
berücksichtigende Tatsachen zugrunde gelegt, nämlich die Schwierigkeit des Be
schwerdeführers, auf dem Arbeitsmarkt in Anbetracht seiner Situation noch eine Stelle
zu finden, hat er doch festgehalten: „Für die so allenfalls mögliche leidensadaptierte
Tätigkeit wurden aber zusätzliche Auflagen und Einschränkungen gemacht, die eine
Beschäftigung im real existierenden Arbeitsmarkt klar verunmöglicht“ (act. G 10.1). Es
handelt sich dabei um nicht-medizinische Tatsachen, die nicht in die medizinische
Beurteilung einfliessen dürfen, sondern erst und nur in gewissem Mass (vgl. dazu die
nachfolgende E. 2) in der erwerblichen Gewichtung der medizinisch attestierten
Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen sind. Gesamthaft ist jedenfalls kein Grund
ersichtlich, nicht auf das ausführliche und überzeugende Gutachten der MEDAS
Ostschweiz abzustellen.
2.
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Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) das
Erwerbseinkommen, das der Beschwerdeführer durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Das Invalideneinkommen wird also in zwei
Schritten ermittelt: Zunächst ist zu fragen, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer
in welchem Umfang medizinisch noch zumutbar sind. Erst in einem zweiten Schritt ist
zu prüfen, ob und mit welchem Erfolg der Beschwerdeführer diese Restarbeitsfähigkeit
verwerten könnte. Aus diesem Grund müssen bei der medizinischen
Zumutbarkeitsbeurteilung die Einflüsse des Arbeitsmarktes (bzw. generell alles, was mit
der erwerblichen Verwertbarkeit zu tun hat) unberücksichtigt bleiben. Deshalb kann
auch die vom Hausarzt des Beschwerdeführers zuletzt abgegebene
Arbeitsfähigkeitsschätzung (act. G 10.1) nicht unbesehen übernommen werden, denn
er trug dabei offensichtlich bereits erwerblichen Tatsachen Rechnung. Da aus den
oben in E. 1 angeführten Gründen in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der
MEDAS Ostschweiz abzustellen ist, ist von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit (ganztags,
halbe Leistung) für leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit des
Aufstehens, Umhergehens und dem Einlegen von Ruhepausen, ohne schweres Heben
oder repetitives Hocken oder Bücken, ohne 24 Stunden-Schichtbetrieb und ohne
Dauerstress (vgl. IV-act. 46–16) auszugehen. Ausgehend davon ist nun zu prüfen, ob
diese Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt verwertbar
ist, und, falls ja, mit welchem Erfolg. Beim so genannten ausgeglichenen Arbeitsmarkt
handelt es sich um einen fiktiven Arbeitsmarkt, der sich dadurch auszeichnet, dass ein
gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und ein
Fächer verschiedenster Tätigkeiten bestehen (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276). Indem auf
diesen fiktiven Arbeitsmarkt und nicht auf den realen abgestellt wird, wird vermieden,
dass die Invalidenversicherung auch für Erwerbseinbussen Leistungen erbringen muss,
die nicht auf das Risiko der Invalidität, sondern auf jenes der Arbeitslosigkeit
zurückzuführen sind. Eine Invalidenrente ist mithin nur insofern auszurichten, als eine
versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine Stelle
findet, und nicht, soweit die Arbeitslosigkeit auf einen Mangel an geeigneten Stellen auf
dem realen Arbeitsmarkt zurückzuführen ist. Was nun den Beschwerdeführer betrifft,
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so ist zunächst klar, dass ihm die bisherige, körperlich schwere Tätigkeit nicht mehr
zumutbar ist. Es ist deshalb zu fragen, ob es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
Stellen gibt, die ihm zugemutet werden können, die also insbesondere körperlich leicht
sind, vorwiegend sitzend verrichtet werden können, regelmässiges Aufstehen,
Umhergehen und Einlegen von Ruhepausen ermöglichen und kein Heben von
schweren Gegenständen erfordern. Solche Stellen existieren nun durchaus auf dem zu
unterstellenden ausgeglichenen Hilfsarbeitermarkt; zu denken ist insbesondere an
Überwachungs- oder Kontrolltätigkeiten. Allerdings ist davon auszugehen, dass es
dem Beschwerdeführer nicht gelingen dürfte, den durchschnittlichen Lohn eines
Hilfsarbeiters gemäss den Ergebnissen der vom Bundesamt für Statistik (BFS)
regelmässig durchgeführten Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), die auf den
Daten gesunder Arbeitnehmer beruhen, zu erreichen. Insbesondere ist zu beachten,
dass der Beschwerdeführer auch in einer leidensangepassten Tätigkeit nur zu 50 %
arbeitsfähig ist, denn Teilzeitbeschäftigung ist bei Männern regelmässig mit einem
Lohnnachteil verbunden (vgl. BFS, LSE 2006, T2*: gut 10 % bei Pensen von 50–74 %).
Ob der Beschwerdeführer halbtags mit voller Leistung arbeitet oder ganztags mit
halber Leistung, ist diesbezüglich irrelevant (vgl. den Entscheid IV 2009/52 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 2010, E. 5.2,
sinngemäss bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März 2011,
E. 6.2). Für den Ausgangswert des Invalideneinkommens ist daher auf den um
mindestens 10 % und angesichts der gesamten massgebenden Umstände (vgl. BGE
126 V 75) höchstens 20 % reduzierten massgebenden statistischen Lohn abzustellen.
Gemäss LSE 2008 betrug der standardisierte Monatslohn für männliche Hilfsarbeiter im
Jahr 2008 Fr. 4’806.-- (BFS, LSE 2008, TA1). Standardisiert bedeutet, auf ein
Wochenpensum von 40 Stunden umgerechnet. Angesichts der im Jahr 2008
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden (BFS, Betriebsübliche
Wochenarbeitszeit) entspricht dies einem Jahreslohn von Fr. 59’979.-- (= Fr. 4’806.-- ÷
40 × 41,6 × 12). Das Invalideneinkommen ist somit auf mindestens Fr. 23’992.-- (=
Fr. 59’979.-- × 80 % × 50 %) bei einem 20%igen Abzug vom Tabellenlohn und auf
höchstens Fr. 26’991.-- (= Fr. 59’979.-- × 90 % × 50 %) bei einem 10%igen Abzug vom
Tabellenlohn festzusetzen. Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 68’900.-- (=
Fr. 5’300.-- × 13; vgl. IV-act. 11) entspricht dies einer Erwerbseinbusse von
Fr. 41’909.-- bis Fr. 44’908.--, womit ein Invaliditätsgrad von 61 % (60,83 %) bis 65 %
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(65,18 %) resultiert. So oder anders hat der Beschwerdeführer damit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente. Den Rentenbeginn hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung zu Recht auf den 1. September 2008 festgesetzt, was vom
Beschwerdeführer auch nicht beanstandet wird.
3.
Demnach ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung
aufzuheben, dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente ab 1. September 2008
zuzusprechen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Berechnung der
Rentenbeträge zurückzuweisen ist. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu verlegenden und angesichts des
durchschnittlichen Aufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten hat die
unterliegende Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer wird der von
ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP