Decision ID: e31bfd6c-a7c3-441b-b2cc-f1ea53b5f494
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954,
arbeitete
neben seiner Haupttätigkeit bei der
Firma
Y._
seit dem
1.
März 2003
in einem Teilpensum
als Lehrbeauftragter im
Z._
und
war in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (AXA) obligatorisch gegen Unfälle versichert (
Urk.
8/1)
.
Am
3.
September 2009 erlitt er einen Unfall, als im Unterricht sein Lehrerstuhl brach und er mit dem linken Knie gegen eine Schublade
stiess
und sich dabei ausserdem das rechte Handgelenk verletzte (
Urk.
8/2).
Da zu diesem Zeitpunkt keine Anmeldung des Unfalls bei der AXA erfolgte, kam in der Folge die Krankenkasse
für die Behandlungskosten
auf und die Zürich Versicherungen erbrachte Taggelder aus der Kran
kentaggeldversicherung.
Am 3
0.
September 2009
erfolgte eine Arthroskopie (
Urk.
8/M10) und am
5.
Mai 2010 wurde dem Versicherten am linken Knie eine Prothese eingesetzt (
Urk.
8/M9).
Am
2.
November 2010 meldete die Bildungsdirektion Kanton Zü
rich
bei der AXA
einen Rückfall des Versicherten zum Unfall vom
3.
September 2008 (
Urk.
8/3). Die AXA anerkannte in der Folge ihre Leistungspflicht rückwir
kend bis zur Knieprothese und hielt fest, dass der status quo sine 12 Wochen nach der Knieoperatio
n
, spätestens jedoch am
5.
Mai 2010 wieder erreicht
ge
wesen
sei (
Urk.
8/12-13).
1.2
Mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2011 (
Urk.
8/35) schloss die AXA den Fall per
4.
Mai 2010 ab und stellte die Versic
herungsleistungen (Taggeld und Heilkos
ten) e
in
.
Die am 2
0.
Juni 2011 von der Krankenkasse des Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
8/40) und die am 2
1.
Juni 2011 vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
8/42)
wies die AXA mit Entscheid vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
8/64 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 1
5.
Juni 2012 Beschwerde (
Urk.
1)
mit den Anträgen
,
dieser und die Verfügung vom 2
0.
Mai 2011 seien aufzuheben (S. 2
Ziff.
1) und es seien ihm
die gesetzlichen Leistungen auch nach dem
4.
Mai 2010 zu erbringen (S. 2
Ziff.
2). Es sei ihm nach Erlangung des medizinischen Endzustandes eine Rente sowie eine angemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen (S. 2
Ziff.
3). Weiter sei festzustellen, dass die Höhe des Taggeldansatzes falsch be
rechnet worden sei, worauf der Fall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei, so dass diese die korrekte Taggeldberechnung vornehmen könne (S. 2
Ziff.
4).
Eventuell sei ein neutrales, orthopädisches Gutachten unter Beizug eines Biomechanikers zu erstellen (S. 2
Ziff.
5).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
August 2012 (
Urk.
7) schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
9.
August 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V
45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchs-aufhe
bende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen
hang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallver
sicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142
S. 76).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, dass
gemäss den ärztlichen Stellungnahmen mit Sicherheit bereits vor dem Unfall eine deutliche Varusgonarthrose bestanden habe und ausserdem der Unfall
mechanismus mit lediglich Anschlagen des Knies (Kontusion) aus biomecha
nischer Sicht nicht geeignet sei, den diagnostizierten Meniskus
riss zu verursa
chen (S. 12 f.). Aufgrund der medizinischen Beurteilungen lasse sich deshalb sagen, dass der Meniskusriss im linken Knie, welcher schliesslich zur ersten Operation im September 2009 mit den bekannten Folgen geführt habe,
nicht mit überwiegender W
ahrscheinlich
keit
auf den Unfall vom
3.
September 2008 zurückgeführt werden könne (S. 13 Mitte).
Da der natürliche Kausal
zu
sammen
hang nicht mit dem nötigen Beweisgrad dargelegt werden könne, habe nie eine Leistungspflicht bestanden (S.14 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise au
f den Stand
punkt (
Urk.
1), dass anhand der
vorhandenen
medizinischen Akten
und der erstellten Röntgenbilder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sei, dass der Unfall vom
3.
September 2008 eine richtunggebende Gesundheitsver
schlechterung bewirkt habe
, weshalb ihm am
5.
Mai 2010 eine Knieprothese implantiert worden sei (S. 10 lit. d
).
Da klar ein organisch nachweisbarer Scha
den vorliege, müsse auch das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhanges bejaht werden (S. 11 lit. c). Die Folgeerkrankung einer 4-Etagen-Venenthrom
bose
links mit klinisch hochgradigem Verdacht auf eine Lungenarterienembolie sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die unfallbedingte Operation vom
5.
Mai 2010 zurückzuführen, weshalb die Beschwerdegegnerin auch für die
se
Folgekosten vollumfänglich aufkommen müsse (S. 11 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zwi
schen den
vom Beschwerdeführer am 2
9.
Oktober 2010 gemeldeten
Knieb
e
schwerden und dem
am
3.
September 2008 erlittenen Sturz vom Lehrerstuhl
ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht.
3.
3.1
Gemäss Akten
brach
am
3.
September 2008
während des Unterrichts der Stuhl des Beschwerdeführers und er
stiess
in der Folge
mit dem linken Knie gegen eine Schublade
und verstauchte sich das rechte Handgelenk (
Urk.
8/2
Ziff.
6).
3.2
Nach seinem Unfall vom
3.
September 2008 wurde d
er Beschwerdeführer ge
mäss eigenen
Angaben durch seinen
Hausarzt
Dr.
med.
A._
,
Fach
arzt für
Allgemeine und
Innere Medizin FMH,
untersuc
ht und behandelt. Dieser führte in seinem Bericht vom
9.
März 2012 (
Urk.
8/M15) aus,
das linke Knie des Beschwerdeführers sei am 1
9.
Juni 2009 geröntgt worden und
eine genaue Untersuchung des Beschwerdeführers nach seinem Unfall sei erstmals am 2
7.
August 2009 erfolgt,
wobei ein Verdacht auf eine Meniskusverletzung diag
nostiziert worden sei. V
orher sei der Beschwerdeführer nie wegen seines linken Knies in seiner Sprechstunde gewesen (
Ziff.
1 und 4).
3.
3
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, berichtete am
9.
September 2009 (
Urk.
8/M
1) und nannte fol
gende Diagnose
:
Meniskusruptur Kniegelenk links med
ial
mit beginnenden Knorpelschä
den zum Teil dritten bis vierten Grades, möglich mit auch Stresszeichen im Rahmen einer leicht aktivierten varusbetonten Gonarthrose. Zustand nach möglicher VKB-Läsion. Rechtes Kniegelenk ähnlich, aber weniger ausgeprägt.
Er führte aus,
im mitgebr
achten MRI beider Kniegelenke s
ehe man eine eindeu
tige Meniskusruptur links medial, mit auch schon deutlichen Knorpelschäden und Stresszeichen. Ausserdem sehe man eine introssäre Flüssigkeitsansammlung auf Grund einer aktivierten medial betonten Arthrose mit Meniskusruptur. Rechts zeigten sich ähnliche Verhältnisse, wobei die Meniskusläsion jedoch weniger ausgeprägt sei.
Dr.
B._
berichtete am 3
0.
September 2009 (
Urk.
8/M10) über die gleichen
tags durchgeführte Kniearthroskopie links bei bereits bekannter Diagnose (vgl. E. 3.4).
A
m 1
8.
März 2010 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/M2)
und führte aus, die aktuel
len MRI-Bilder bestätigten die massive Vanusgonarthrose mit deutlichen Stresszeichen intraossär femoral und tibial.
Am
5.
Mai 2010 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/M9) über die gleichentags durch
geführte Kniearthrotomie links anterior-medial, die Beinachsenkorrektur, medi
aler Kapselband-Release
mit
Tibiaplateau-Resektion medial, die Implantation einer tibialen unicondylären Komponente sowie die Implantation einer femora
len Komponente unicondylär.
Am
3.
Juni 2010 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/M3) und nannte als Diagnose einen Zustand nach Beckenvenenthrombose mit massiver Stauung des linken Be
ines. Ansonsten fänden sich lokal reizlose und gute Verhältnisse bei einer Flexion bis 90 Grad.
Am 1
1.
August 2010 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/M3) und führte aus, bezüg
lich des Kniegelenkes sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei
. Vor zirka einem Monat habe der Beschwerdeführer jedoch ein massives thromboembolisches Ereignis gehabt. Es finde sich ein massiv verdicktes Bein links von proximal bis distal, das Kniegelenk selber sei ruhig und gut beweglich.
Am
6.
September 2010 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/M4) und führte aus, das linke Bein sei nun deutlich ruhiger und weniger geschwollen. Das Knie selber sei ruhig und gut beweglich sowie auch gut gehfähig.
Am
1.
November 2010 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/M4) und führte aus, es bestehe immer noch eine Unterschenkelschwellung
, diese sei jedoch deutlich weniger ausgeprägt als vor einem Monat. Bezüglich des linken Knies gebe der Beschwerdeführer noch etwas Beschwerden lateralbetont an.
3.4
Dr.
A._
berichtete am 1
5.
November 2010
zuhanden der IV-Stelle
(
Urk.
8/M6) und führte aus,
der Beschwerdeführer habe im September 2008 einen Unfall erlitten, in dem er von einem Stuhl gestürzt sei. Im Verlauf seien hartnäckige Knieschmerzen aufge
treten, welche zunächst als überl
astungs
bedingte Gonarthrose interpretiert worden seien. Es habe sich jedoch im Verlauf eine links medial seitige Meniskusruptur mit beginnendem Knorpelschaden 3.
4.
Grades, möglich auch mit Stresszeichen im Rahmen einer leicht aktivierten varusbetonten Gonarthrose, gezeigt.
3.
5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Beratender Arzt der AXA, berichtete am
9.
März 2011 (
Urk.
8/M11) und führte aus, es habe bereits vor dem Unfall eine fortgeschrittene Varusgonarthrose bestanden (
Ziff.
2.1). Der Unfall habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt (
Ziff.
2.3). Der status quo sine sei rund 12 Wochen
nach der Arthroskopie des linken Knies, somit Ende des Jahres 2009, spätestens jedoch zum Zeitpunkt der Knieprothesenoperation am
5.
Mai 2010 erreicht ge
wesen (
Ziff.
2.4).
3.
6
Dr.
B._
berichtete am 1
6.
Mai 2011 (
Urk.
8/M13) und führte aus, ein throm
boembolisches Ereignis in den ersten drei Monaten nach einem Eingriff an der Hüfte und am Knie sei in der Regel mit grosser Wahrscheinlichkeit in Zusam
menhang mit der Operation zu sehen. In diesem Sinne sei die tiefe Ve
nen
thrombose mit dann konsekutiver Embolie und entsprechender Behandlung in Zusammenhang mit der Operation zu sehen und diesbezüglich auch mit dem Unfall vom September 2008, sofern die Knieverletzung und die Knieteilprothese auf
das Unfallgeschehen zurück zu führen seien
.
3.
7
Dr.
A._
berichtete am
4.
November 2011
(
Urk.
8/M14) und führte aus,
die im Sommer 2010 erlittene 4-Etagen-Thrombose sowie die Lungenembolie seien klar auf die Operation zurückzuführen (S. 2 oben).
3.
8
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH Chirurgie, Beratender Arzt der AXA, berichtete am
7.
Februar 2012 (
Urk.
8/M18) und führte aus,
mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit habe schon zum Zeitpunkt des Unfalls vom
3.
September 2008 eine Varusgonarthrosesituation am linken Kniegelenk bestanden. Auch am rechten, unverletzten Kniegelenk habe im Verlauf der Abklärung eine allerdings weniger ausgeprägte diesbezügliche Arthrose mit entsprechend weniger Beschwerden festgestellt werden können.
Es sei davon auszugehen, dass hier ein Vorzustand bestanden habe mit zumindest beginnen
der medialer Gonarthrose, wobei es ex post kaum mehr beurteilbar sei, ob die zur Diskussion stehende Meniskusruptur arthrosebedingt sei oder auf den Unfall zurückzuführen sei. Aus rein biomechanischer Sicht sei ein blosses An
schlagen des Kniegelenkes (Kontusion) nicht geeignet, eine Meniskusruptur zu verursachen. Viel wahrscheinlicher sei es, dass durch die Kontusion eine vorbe
stehende Gonarthrosesituation, wie sie übrigens auch am rechten Kniegelenk bestehe, lediglich aktiviert worden sei (S. 1 f.).
Er erachte die Meniskusruptur am linken Kniegelenk somit nur möglicherweise in einem natürlichen Kausal
zusammenhang zum Ereignis vom
3.
September 2008, es sei denn, dass beim Sturz nicht nur eine Kontusion sondern auch eine Distorsion des Gelenkes statt
gefunden habe
. Wenn jedoch davon ausgegangen werde, dass die Meniskus
ruptur in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehe, führe dies durch zusätzliche Destabilisierung des Kniegelenkes zu einer rich
tunggebenden Verschlimmerung mit erfahrungsgemäss deutlich beschleunigter Progredienz der Gonarthrose
(S. 2
Ziff.
2)
.
Zusammenfassend stehe die natürli
che Kausalität der Befunde, wie sie im September 2009 bestanden hätten, nur möglicherweise in Verbindung mit dem Ereignis vom
3.
September 200
8.
3.
9
Dr.
D._
berichtete am 2
7.
März 2012 (
Urk.
8/M19)
und führte aus, mit Sicher
heit habe hier bereits zum Unfallzeitpunkt im September 2008 ein stum
mer oder manifester Vorzustand im Sinne einer Varusgonarthrose bestanden (
Ziff.
1).
Bedingt durch die recht massive Meniskusteilresektion sei es zu einer zusätzlichen Destabilisierung des Kniegelenkes in richtunggebender Art und Weise gekommen. Dies in dem Sinne, als die bereits vorhandene mediale Gon
arthrose in ihrer Progredienz beschleunigt worden sei und zumindest die Indi
kation zum prothetischen Teilersatz des Kniegelenkes zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt notwendig gemacht habe. Ob ohne die Meniskusruptur ebenfalls im Verlauf der Zeit ein prothetischer Gelenkersatz notwendig gewor
den wäre, sei wohl möglich, nicht aber sicher zu beurteilen. Daraus lasse sich folgern, dass
,
wenn man die Meniskusruptur unfallkausal übernehmen müsse,
gesamthaft von einer richtunggebenden Verschlimm
erung auszugehen sei (
Ziff.
2). Primär sei die Kausalität der festgestellten Meniskusruptur lediglich mit dem Beweisgrad der Möglichkeit zu beurteilen. Dies aufgrund des Ereignisses mit lediglich Anschlagen des Kniegelenkes und der Tatsache, dass hier bereits zum Unfallzeitpunkt eine mediale Gonarthrose bestanden habe, die sehr häufig mit dadurch bedingten degenerativen Meniskusschädigungen vergesellschaftet sei. Die Röntgenaufnahmen vom Juni 2009 und die MRI-Bilder vom September 2009 zeigten ma
ssive arthrotische Veränderungen im medialen Gelenkkompar
timent des linken Kniegelenkes, und dies in einem Ausmass, das darauf schliessen lasse, dass diese Veränderungen wesentlich älter als ein Jahr sein müssten, da nach einer Meniskusverletzung solche Veränderungen nicht inner
halb eines Jahres auftreten könnten (
Ziff.
4).
3.10
Dr.
A._
berichtete am 1
0.
April 2012 (
Urk.
8/M17) und führte aus, wie den Kopien der Krankengeschichte (Krankenblatteinlagen, vgl.
Urk.
8/M16) zu entnehmen sei, habe er den Be
schwerdeführer im Jahre 2008 von
April bis Oktober nicht untersucht.
Dr.
med.
E._
habe den Beschwerdeführer am 1
9.
Mai 2009 wegen Beschwerden am Ellbogen rechts und Knieschmerzen beidseits bestehend seit 3 Monaten behandelt und dabei die Diagnose einer Epicondylopathie lateral im Ellbogen und Verdacht auf retropatelläres Syndrom gestellt.
Daraufhin seien am 1
9.
Juli 2009 beide Kniegelenke geröntgt worden. Die arthrotischen Veränderungen auf den Röntgenbildern seien seiner Meinung nach nicht über das Alter des Beschwerdeführers hinausgehend.
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Behandlung nach dem Unfall vom
3.
September 2008 durch
Dr.
A._
wurde in den damals erstellten Dokumenten nicht
s
bezüglich des linken Knies des Beschwerdeführers ausgeführt
,
weder diesbezüg
liche Beschwerden noch entsprechende Befunde
wurden erwähnt
(vgl. vorste
hend E. 3.2,
Urk.
8/M16).
R
und 9 Monate nach dem Unfall,
im Mai 2009
,
konsultierte der Beschwerdefüh
rer die Vertretung von
Dr.
A._
,
Dr.
med.
E._
,
und machte
erstmals
seit drei Monaten
bestehend
e
Kniebeschwerden
geltend
. Gestützt auf die a
m 1
9.
Juni 2009
angefertigten Röntgenbilder beider
Knie
sowie die
am 2
7.
August 2009
erfolgte Untersuchung
des Beschwerdeführers
diagnostizierte
Dr.
A._
einen Verdacht auf eine Meniskusverletzung
.
Die durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRI) des linken Knies bestätigte diesen Verdacht und zeigte eine eindeutige Meniskusruptur links medial, mit auch schon deutli
chen Knorpelschäden und Stresszeichen. Ausserdem zeigte das MRI-Bild eine introssäre Flüssigkeitsansammlung auf Grund einer aktivierten medial betonten Arthrose mit Meniskusruptur. Rechts zeigten sich ähnliche Verhältnisse, wobei die Meniskusläsion jedoch weniger ausgeprägt war
.
4.2
Bezogen auf die vorstehend angeführten Fakten wies
Dr.
D._
im F
ebruar
und März 2012 darauf hin
(vgl. vorstehend E. 3.8 und E. 3.9)
, dass
die Kausali
tät der festgestellten Meniskusruptur aufgrund des Ereignisses
vom
3.
September 2008
mit lediglich Anschlagen des Kniegelenkes und der Tatsache, dass hier bereits zum Unfallzeitpunkt eine mediale Gonarthrose bestanden habe, die sehr häufig mit dadurch bedingten degenerativen Meniskusschädigungen vergesellschaftet sei, lediglich mit dem Beweisgrad der Möglichkeit zu beurtei
len
sei.
Die Röntgenaufnahmen vom Juni 2009 und die MRI-Bilder vom September 2009 zeigten
ausserdem
massive arthrotische Veränderungen im medialen Gelenkkomparti
ment des linken Kniegelenkes
in einem Ausmass, das darauf schliessen lasse, dass diese Veränderungen wesentlich älter als ein Jahr sein müssten, da nach einer Meniskusverletzung solche Veränderungen nicht innerhalb eines Jahres auftreten könnten
.
4.3
Zu prüfen ist nun, ob die Aussage von
Dr.
D._
, wonach die Verursachung der im September 2009 festgestellten Meniskusverletzung durch den Unfall vom
3.
September 2008 lediglich möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich sei, durch die weiteren Fakten bestätigt oder entkräftet wird.
Das geltend gemachte Unfallereignis ereignete sich am
3.
September 2008, wo
bei sich der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen das linke Knie und das rechte Handgelenk verletzt habe. Eine Unfallmeldung erfolgte indes er
st am 2
9.
Oktober 2010 (
Urk.
8/
2).
Der Beschwerdeführer gab sodann an, er habe sich
nach dem Unfallereignis in hausärztliche Kontrolle begeben, wobei die Leistun
g
en aber
über die Krankenkasse beziehungsweise die Krankentaggeldversiche
rung abgewickelt worden seien (
Urk.
8/4).
Den Akten
des erstbehandelnden Arztes
Dr.
A._
ist
jedoch
zu entnehmen, dass
eine
erste genaue Untersu
chung nach dem Unfall
durch ihn
erst am 2
7.
August 2009 erfolgt ist
, und der Beschwerdeführer erstmals im Mai 2009 über Kniebeschwerden klagte
(
Urk.
8/16)
.
Diese Laten
zzeit von mehr als acht Monaten lässt bereits an sich starke Zweifel an der Unfallkausalität des Meniskusrisses aufkommen.
In den medizi
nischen Berichten hätte
somit ausführlich und überzeugend dargelegt werden
müssen
, dass das Unfallereignis überwiegend wahrscheinlich die Ursa
che der Meniskusverletzung
gewesen sei
. D
ie Diagnose eines Meniskusrisses
wurde
gemäss Akten
erstmals im Bericht von
Dr.
B._
vom
9.
September 2009 (vgl. E. 3.3) aufgrund
des MRI
vom
9.
September 2009
dokumentiert.
I
n diesen MRI-Bildern
zeigte sich ausserdem
ein fortgeschrittener
degenerativer Zustand
,
und
Dr.
B._
stellte
weiter
die Diagnose einer invalidisierenden, varusbetonten Gonarthrose. Eine Unfallkausalität der Verletzung wurde
in kei
nem seiner Berichte
erwähnt
.
Die erste
Erwähnung ein
er möglichen unfallbe
dingten
Ursache der Kniebeschwerden erfolgte im Bericht von
Dr.
A._
vom 1
5.
November 2010 (vgl. vorstehend E.
3.4)
, wobei auch er keine Begrün
dung für eine im Bereich des Mögl
ichen liegende Unfallkausalität nannte.
Auch
Dr.
C._
nahm im Bericht vom
9.
März 2011
(vgl. E.
3.5) keine Stellung zur Unfallkausalität
.
Zusammenfassend lassen sich
lediglich Erwähnungen des Risses im Zusammenhang mit der zeitlichen Abfolge nach dem Unfall, jedoch
in
keiner der bei den Akten liegenden
medizinischen
Stellungnahme
n
eine Be
grün
dung
für eine Unfallkausa
lität
des Meniskusrisses
finden.
Die behandelnden Ärzte haben offenbar keine medizinischen Hinweise gefunden, welche für eine Unfallkausalität
gesprochen
hätten
. Wären aus medizinischer Sicht unfallbe
ding
te Verletzungen sichtbar gewesen, wäre dies in den Berichten
wohl
zumin
dest erwähnt worden.
4.4
Die vorhandenen Akten und deren Würdigung führen zum Schluss, dass
eine Verursachung der im
September
200
9
festgestellten
Meniskusverletzung durch den Unfall vom 3
.
September
2008
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinli
chkeit angenommen werden kann.
4.5
Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Meniskusriss und dem erlitte
nen Unfall vom
3.
September 2008 erscheint wohl als möglich. Ebenso möglich – wenn
aufgrund des Ereignisses mit lediglich Anschlagen des Kniege
lenks
nicht sogar weit wahrscheinlicher – ist jed
och, dass die
Arthrose
, welche
sehr häufig mit dadurch bedingten degenerativen Meniskusschädigu
ngen ein
her
geht,
die Ursache der
Meniskusruptur
war
.
Da die blosse Möglichkeit der unfallbedingten Verursachung nicht genügt (vgl. vorstehend E. 1.3) und der erforderliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nicht gegeben ist (vgl. vorstehend E. 4.4), besteht keine rechtliche Grundlage für eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
Bei diesem Ergebnis kann auf die P
rüfung der Basis der Taggelder sowie der Integritätsentschädigung
verzichtet werden.
Da
nie eine Leistungspflicht in Be
zug auf die Meniskusverletzung bestand, konnte auch kein Anspruch auf Tag
gelder und Heilbehandlungen entstehen.
Der angefochtene Entscheid ist deshalb zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.