Decision ID: ac77fc68-2248-4317-8609-6bfa3f960c89
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorien A, B, C, D1, BE, CE und
D1E. Für die Kategorien B und BE ist er seit 11. Dezember 1980 fahrberechtigt. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St.Gallen entzog ihm mit
Verfügung vom 4. April 2016 den Führerausweis wegen Nichtbeherrschens des
Fahrzeuges und fehlender Sicherung der Ladung für einen Monat (mittelschwere
Widerhandlung). Die Massnahme wurde vom 6. April bis 5. Mai 2016 vollzogen.
B.- Am Montag, 27. Juni 2016, circa 10.05 Uhr, fuhr X mit einem Geländewagen samt
Sachentransportanhänger von der A-strasse in B über die C-strasse in Richtung D-
strasse. Zum selben Zeitpunkt näherte sich auf der 5.60 Meter breiten C-strasse, etwa
1.82 Meter vom linken Fahrbahnrand entfernt, Y mit einem Lieferwagen. Er fuhr in der
Fahrbahnmitte, da am rechten Fahrbahnrand der C-strasse Fahrzeuge parkiert
gewesen seien. Als sich X bei der Einmündung C-strasse befand, blickte er gemäss
eigenen Angaben nach rechts, worauf er den in der Fahrbahnmitte herannahenden
Lieferwagen von Y wahrgenommen habe. In der Folge leitete X unverzüglich eine
Vollbremsung ein und brachte seine Fahrzeugkombination zum Stillstand. Als Y den
Geländewagen erkannte, trat er ebenfalls voll auf die Bremse. Die Front des Fahrzeugs
von X befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Einmündungsbereich der C-strasse.
Es kam zur stumpfwinkligen Kollision zwischen dem Geländewagen von X und dem
Lieferwagen von Y. Über die gefahrenen Geschwindigkeiten konnten beide
Fahrzeuglenker keine genauen Angaben machen. An beiden Fahrzeugen entstand
Sachschaden. Verletzt wurde niemand.
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Uznach, Zweigstelle Flums, vom 16. Februar
2017 wurde X im Zusammenhang mit dem Vorfall am 27. Juni 2016 wegen einfacher
Verletzung der Verkehrsregeln (Vortrittsmissachtung) zu einer Busse von Fr. 250.–
verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs am 30. März 2017 in Rechtskraft, nachdem X eine
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am 23. Februar 2017 zunächst erhobene Einsprache am 27. März 2017 wieder
zurückzogen hatte.
C.- Nach Abschluss des Strafverfahrens und Gewährung des rechtlichen Gehörs,
wovon der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 1. und 18. Mai 2017 Gebrauch machte,
entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis am 30. Mai 2017 wegen
mittelschwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für vier Monate.
Im Weiteren ordnete es unter anderem an, dass der Führerausweis spätestens am 30.
August 2017 abzugeben sei (Ziffer 2 des Rechtsspruchs).
D.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 30. Mai 2017 erhob X am
15. Juni 2017 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St.Gallen. Er
beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die Verfügung der Vorinstanz
vom 30. Mai 2017 aufzuheben und der Führerausweis höchstens für die Dauer eines
Monats zu entziehen. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 3. Juli 2017 auf
eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 15. Juni 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- In tatsächlicher Hinsicht wurde im Strafbefehl zum Unfallablauf Folgendes
festgehalten: Der Rekurrent bog nach rechts in die für ihn infolge der hohen Hecke
nicht einsehbare C-strasse in B ein. Darauf näherte sich von rechts auf der 5.60 Meter
breiten Fahrbahn ein Lieferwagen, etwa 1.82 Meter vom linken Fahrbahnrand entfernt.
bis
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Die beiden Lenker leiteten jeweils Vollbremsungen ein, nachdem sie den anderen
gesehen hatten. In der Folge prallte der Lieferwagen mit der linken Fahrzeugfront
gegen die rechte Front des Geländewagens. An beiden Fahrzeugen entstand
Sachschaden (act. 8/21 f.).
a) Nach Strassenverkehrsdelikten befindet das Strafgericht über die strafrechtlichen
Sanktionen (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Busse) und die Verwaltungsbehörde in einem
separaten Verfahren über Administrativmassnahmen (insbesondere
Führerausweisentzug, Verwarnung). Die Zweispurigkeit des Verfahrens ist zulässig,
kann aber – bei fehlender Koordination – bewirken, dass derselbe Lebensvorgang zu
voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und
Justizbehörden führt und die erhobenen Beweise abweichend gewürdigt und rechtlich
beurteilt werden. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat die Verwaltungsbehörde
gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich mit ihrem
Entscheid zuzuwarten, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt. Denn das
Strafverfahren bietet durch die verstärkten Mitwirkungsrechte des Beschuldigten, die
umfassenderen persönlichen und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie die
weiterreichenden prozessualen Befugnisse besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis
der Sachverhaltsermittlung näher bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht
durchwegs derselben Formstrenge unterliegenden Verwaltungsverfahren. An die
rechtliche Würdigung durch das Strafgericht ist die Verwaltungsbehörde nur dann
gebunden, wenn diese stark von der Würdigung von Tatsachen abhängt, die dem
Strafgericht besser bekannt sind als der Verwaltungsbehörde. Für den Betroffenen
bedeutet dies auf der anderen Seite, dass er nicht das Verwaltungsverfahren abwarten
darf, um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern nach
Treu und Glauben verpflichtet ist, dies bereits im Rahmen des Strafverfahrens zu tun
und allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 119 Ib 158 E. 2/c/bb und E. 3/
c/bb; BGE 123 II 97 E. 3c/aa; Entscheid der Verwaltungsrekurskommission [VRKE]
IV-2009/152 vom 27. Mai 2010, im Internet abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Massgeblich ist also der Sachverhalt, wie er im Strafverfahren festgestellt wurde. Nach
konstanter Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen
Feststellungen im Strafurteil nur dann abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und
ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht
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beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen
Entscheid führt, wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den feststehenden
Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf
den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt, namentlich die Verletzung
bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_476/2014 vom 29. Mai 2015 E. 2.3; BGE 124 II 103 E. 1c; VRKE IV-2012/126 vom
21. März 2013).
b) Der Rekurrent räumt ein, dass er seinen Vorsichtspflichten beim Einbiegen auf die C-
strasse nicht ganz nachgekommen sei (act. 1/5). Die Strafrichterin hielt ihm vor, dass er
sich aufgrund der Spuren und Endlagen der Fahrzeuge nicht so in die
vortrittsberechtigte Strasse hineingetastet habe, wie dies erforderlich gewesen wäre
(act. 8/32). Nachdem er zunächst noch Einsprache erhoben hatte, akzeptierte er aber
den Schuldspruch wegen einfacher Verkehrsregelverletzung (Missachtung des
Vortrittsrechts). Es gibt keinen Grund, von den tatsächlichen Feststellungen im
Strafbefehl abzuweichen. Insbesondere geht nicht an, dass der Sachverhalt
nachträglich im Rahmen des Administrativmassnahmeverfahrens nochmals überprüft
wird. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht darauf kein Anspruch
(BGer 6A.32/2002 vom 21. Juni E. 2.1, 1C_266/2014 vom 17. Februar 2015 E. 2).
Entsprechend sind dazu auch keine weiteren Beweise abzunehmen, wie dies im
Rekurs beantragt wurde.
3.- Zu prüfen bleibt, ob dem Rekurrenten zu Recht eine mittelschwere Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsregeln vorgeworfen wurde.
a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01; abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
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die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer
dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht
alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl.
Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487). Eine mittelschwere Widerhandlung liegt demnach vor,
wenn das Verschulden gross, die Gefährdung aber gering oder umgekehrt das
Verschulden gering und die Gefährdung gross ist. Der Gesetzgeber hat somit bewusst
dem Gesichtspunkt der Verkehrsgefährdung ein höheres Gewicht beigemessen (BGer
1C_271/2008 vom 8. Januar 2009, E. 2.2.3).
b) Die Vorinstanz stufte die Verkehrsregelverletzung als mittelschwere Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ein. Zur
Begründung führte sie aus, durch die Vortrittsmissachtung habe der Rekurrent eine
Verletzung von Verkehrsregeln begangen und dabei eine Gefahr für die Sicherheit
anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen. Der Rekurrent erachtet die
Widerhandlung demgegenüber als leicht im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG,
möglicherweise gar als besonders leicht im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG (act. 1 Ziff.
IV/6).
aa) Gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG hat auf Strassenverzweigungen das von rechts
kommende Fahrzeug den Vortritt. Vorbehalten bleibt die Regelung durch Signale oder
durch die Polizei. Die Regel des Rechtsvortritts kommt nur zum Tragen, wenn bei einer
Strassenverzweigung die Fahrbahnen der aus verschiedenen Richtungen kommenden
Fahrzeuge nach den örtlichen Verhältnissen auch bei korrektem Fahren notwendig
zusammentreffen (BGE 124 IV 44 E. 1.2; BGE 93 IV 104 E. 1). Nach Art. 1 Abs. 8 der
Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11: abgekürzt: VRV) sind Verzweigungen, auf denen
grundsätzlich der Rechtsvortritt gilt, Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen von
Fahrbahnen. Die Vortrittsregel wird durch Art. 14 Abs. 1 VRV konkretisiert, wonach der
Vortrittsbelastete den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern darf und mit
Blick darauf seine Geschwindigkeit frühzeitig zu mässigen und – wenn nötig – vor
Beginn der Verzweigung zu halten hat. Die Rechtsprechung bejaht eine Behinderung,
falls der Berechtigte seine Fahrweise brüsk ändern muss, das heisst vor, auf oder kurz
nach einer Verzweigung zu brüskem Bremsen, Beschleunigen oder Ausweichen
gezwungen wird, gleichgültig, ob es zu einem Zusammenstoss kommt oder nicht (vgl.
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BGer 6B_930/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 114 IV 146). Bei
den Vortrittsregeln handelt es sich um Grundregeln des Strassenverkehrs, deren strikte
Beachtung eine unabdingbare Voraussetzung für einen geordneten Verkehrsablauf ist.
Die Missachtung des Vortrittsrechts stellt einen Verstoss gegen eine elementare
Verkehrsvorschrift dar und führt, weil sich der vortrittsberechtigte Verkehrsteilnehmer in
der Regel darauf verlässt, dass sein Vortrittsrecht respektiert wird, erfahrungsgemäss
immer wieder zu – teilweise schweren – Unfällen (vgl. VRKE IV-2005/121 vom 1. März
2006).
bb) Bei der fraglichen Strassenverzweigung handelt es sich um eine Verzweigung im
Sinne von Art. 1 Abs. 8 VRV. Es ist unbestritten, dass dort Rechtsvortritt gilt. Die Bilder
und die Skizze der Kantonspolizei dokumentieren die Unfallsituation in tatsächlicher
Hinsicht ausreichend. Die von der Strafbehörde im rechtskräftigten Strafbefehl vom
16. Februar 2017 festgestellte Verkehrsregelverletzung (Missachtung des
Vortrittsrechts) hatte eine frontal-seitliche Kollision mit dem vortrittsberechtigten
Lieferwagen zur Folge und bewirkte eine Gefährdung. Die Bestimmungen von
Art. 16a ff. SVG stellen ausschliesslich darauf ab, ob die Widerhandlung eine
Gefährdung hervorruft und welcher Art und Schwere diese Gefährdung ist (vgl. BGer
1C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.4). Das Verhalten des Rekurrenten führte
dazu, dass beim Lenker des vortrittsberechtigten Lieferwagens ohne weiteres die
Gefahr einer Körperverletzung bestand. Aus dem Polizeirapport vom 8. Juli 2016 ergibt
sich zudem, dass sich der Gesamtsachschaden auf Fr. 9'000.– belief (act. 8/6 ff.). Dies
deutet darauf hin, dass es sich nicht nur um einen leichten Zusammenstoss handelte.
Namentlich war die Gefährdung entgegen den Ausführungen im Rekurs nicht mehr
gering. Da eine leichte Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG kumulativ eine
geringe Gefährdung und ein leichtes Verschulden voraussetzt, scheidet die Annahme
einer solchen im vorliegenden Fall aus. Daran ändert folglich nichts, dass die
Strafrichterin aufgrund der Höhe der verhängten Busse offensichtlich von einem
leichteren Verschulden ausgegangen ist. Dementsprechend vermögen auch die
Ausführungen im Rekurs, welche auf die Frage der Verschuldenshöhe abzielen (z.B.
unübersichtliche Kreuzung), kein günstigeres Ergebnis für den Rekurrenten zu
bewirken; darauf ist nicht weiter einzugehen. Schliesslich gilt dasselbe für den
Einwand, dass der Lieferwagen am Fahrzeug des Rekurrenten hätte vorbeifahren
können, wenn er vorschriftsgemäss rechts gefahren wäre. Gleich wie im Strafverfahren
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gibt es auch im Administrativmassnahmeverfahren keine Schuldkompensation (BGer
6B_377/2007 vom 6. Februar 2007 E. 2.3). Da der Rekurrent eine
Verkehrsregelverletzung schuldhaft begangen hat, ist für dieses Verfahren ohne
Bedeutung, ob und inwiefern der Unfallgegner strafrechtlich belangt wurde. Der Antrag
auf Beizug der Akten jenes Strafverfahrens ist deshalb mangels Relevanz abzuweisen.
c) Dementsprechend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Verkehrsregelverletzung des
Rekurrenten zu Recht als mittelschwere Widerhandlung qualifizierte. Aus der
strafrechtlichen Verurteilung wegen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1
SVG kann der Rekurrent nichts zu seinen Gunsten ableiten. Diese Strafbestimmung
umfasst massnahmerechtlich die leichte und die mittelschwere Widerhandlung (BGer
1C_271/2008 vom 8. Januar 2009, E. 2.4). Insofern stimmen die Sanktionensysteme
des Straf- und des Administrativmassnahmeverfahrens nicht überein.
4.- Bei der Festsetzung der Dauer des Führerausweisentzuges sind gemäss Art. 16
Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die
Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Nach einer
mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat
entzogen (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG). Ein Entzug von mindestens vier Monaten ist nach
einer mittelschweren Widerhandlung vorgesehen, wenn in den vorangegangenen zwei
Jahren der Führerausweis einmal wegen einer schweren oder mittelschweren
Widerhandlung entzogen war (Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG).
Der Rekurrent machte im vorinstanzlichen Verfahren geltend, er sei als Landwirt auf
den Führerausweis angewiesen. Ferner habe er einen ungetrübten automobilistischen
Leumund (act. 8/30).
Gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG setzte die Vorinstanz die Dauer der Massnahme
auf vier Monate fest, da der Führerausweis des Rekurrenten aufgrund einer
mittelschweren Widerhandlung bereits mit Verfügung vom 4. April 2016 für einen
Monat entzogen war, und zwar vom 6. April 2016 bis 5. Mai 2016 (act. 8/42). Das
Gesetz schliesst eine Unterschreitung der Mindestentzugsdauer aus (Art. 16 Abs. 3
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SVG); daher kann die vom Rekurrenten geltend gemachte berufliche Angewiesenheit
auf den Führerausweis nicht berücksichtigt werden (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2 für einen
selbständig erwerbenden Taxichauffeur). Die angefochtene Verfügung ist
dementsprechend auch hinsichtlich der Entzugsdauer von vier Monaten nicht zu
beanstanden. Der Rekurs ist folglich abzuweisen.
5.- Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung an, dass der
Rekurrent den Führerausweis und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis spätestens
am 30. August 2017 abzugeben habe. Hierbei handelt es sich um eine
vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden müsste. Darauf ist
nicht weiter einzugehen, denn der Abgabetermin (30. August 2017) ist bereits vorüber,
weshalb besagte Anordnung zufolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben ist. Die
Vorinstanz wird einen neuen Abgabetermin festlegen müssen. Allerdings hätte Ziffer 2
der angefochtenen Verfügung aufgehoben werden müssen, wenn die Abgabefrist nicht
bereits abgelaufen wäre. Dies ist bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
6.- Die Kosten des Rekursverfahrens haben die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Sie sind dem Rekurrenten
zu vier Fünfteln und dem Staat zu einem Fünftel aufzuerlegen. Denn einerseits
unterliegt der Rekurrent in der Hauptsache und andererseits hat die Vorinstanz die
materielle Verfügung (Führerausweisentzug) in unzulässiger Weise mit einer
Vollzugsanordnung (Abgabetermin des Ausweises) kombiniert. Eine Entscheidgebühr
von Fr. 1'200.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung [sGS 941.12])
erscheint angemessen. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem Kostenanteil
des Rekurrenten in der Höhe von Fr. 960.– zu verrechnen. Der Rest des
Kostenvorschusses von Fr. 240.– ist dem Rekurrenten zurückzuerstatten.