Decision ID: d2808e92-f990-49c6-b339-e7f17dab5afa
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
arbeitete zuletzt seit dem
1.
De
zember 1999 als
Umzugsfach
mann
bei der
Y._
AG (vgl.
Urk.
11/6 S. 1
Ziff.
1,
Ziff.
6
), als er sich am 3
0.
Juni 2000 bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
11/3). Die Sozial
ver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab und sprach dem Versicherten berufliche Massnahmen in Form einer Anlernzeit im Rahmen der Arbeitsvermittlung zu (vgl. Ver
fügungen vom 1
9.
Dezember 2001 und
4.
März 2002;
Urk.
11/27,
Urk.
11/43). Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2003 (
Urk.
11/73) sprach sie ihm schliesslich bei einem Invalidi
tätsgrad von 71
%
eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2002 zu.
Mit Mitteilungen vom 1
0.
Oktober 2005 (
Urk.
11/87)
und 1
2.
Januar 2011 (
Urk.
11/113) wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestätigt, wobei im Januar 2011
neu
ein Invaliditätsgrad von 86
%
berechnet
wurde. Mit Mitteilung vom 3
0.
Januar 2014 (
Urk.
11/124) wurde der
bisherige
Anspruch
wiederum
bestä
tigt.
1.2
Im
Juli
2014 ersuchte der Versicherte um Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
11/127)
,
woraufhin die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung
anordnete
(vgl.
Urk.
11/132;
Urk.
11/139)
. Im November 2014 zog der Ver
sicherte sein Gesuch
um berufliche Massnahmen
zurück (vgl.
Urk.
11/141). Das polydisziplinäre Gutachten wurde am 2
7.
Januar 2015 erstattet (
Urk.
11/146).
Mit Vorbescheid vom 2
1.
April 2015 (
Urk.
11/151) stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die wiedererwägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden Ver
fügung sowie die Einstellung der Invaliden
rente in Aussicht, wogegen dieser Einwände (
Urk.
11/155;
Urk.
11/166) erhob.
In der Folge
gewährte sie
ihm
Ein
gliederungsmassnahmen
(
Urk.
11/172;
Urk.
11/184
;
Urk.
11/205
)
und tätigte weitere Abklärungen. Im Dezember 2016 forderte sie den Versicherten
schliess
lich
zur Stellungnahme
zu den getätigten Abklärungen
auf
(vgl.
Schreiben vom 2
9.
Dezember 2016,
Urk.
11/218), woraufhin dieser
mehrere Ein
gaben (
Urk.
11/219-226)
machte
.
M
it Verfügung vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
11/228 =
Urk.
2)
hielt die IV-S
telle an ihrem Vorbescheid fest,
hob die
ursprünglich
e
r
entenzusprechende Ver
fügung vom
3.
Oktober 2003
wiedererwägungsweise
auf
und
stellte die bisher ausgerichtete Inva
lidenrente ein.
2.
Der Versicherte erhob am
6.
März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiter
hin eine Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
April 2017 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
4.
April 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12). Mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2017 (
Urk.
13) wur
de sodann antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Pro
zessführung und Rechtsvertretung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
tels
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Ver
bindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Be
einträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht,
welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hin
dert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vor
liegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätz
lich sämtli
che psychischen Leiden einem strukturierten Beweisver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heits
bild allenfalls gewisser Anpassun
gen hinsichtlich der Wertung einzelner Indika
toren bedürfe. Diese Abklärungen en
den laut Bundesgericht stets mit der Rechts
frage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indika
toren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislo
sigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer Rentenbe
zügerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut
Art.
17
Abs.
1 ATSG für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuhe
ben. Der
Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechts
kräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichti
gung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwal
tung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraus
setzungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revi
sionsverfügung der Ver
waltung mit dieser Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige betrag
liche Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festle
gen. Mass
gebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodi
schen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E.
1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hin
weisen
)
.
1.4
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsre
geln er
folgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wieder
erwägungs
grund im Bereich mate
rieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung not
wendigerweise Ermes
senszüge aufweist. Erscheint die Beur
teilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvor
aus
setzungen (Invaliditätsbe
messung, Arbeitsunfähigkeits
schätzung, Beweis
wür
digung, Zumutbarkeitsfra
gen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung dar
boten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zwei
fellos ist die Unrichtigkeit (nur), wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist
nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfü
gung – den
kbar. Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechts
anwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhalts
abklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl.
Art 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG, Urteil des Bundesgerichts 8C_752/2010 vom 27. Januar 2011 E. 2).
Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Ein
schätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditäts
bemessung ist nicht rechts
konform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 2
4.
April 2012 E. 2.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar
beits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hin
weisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die Renteneinstellung damit,
dass ihr bei der ursprünglichen Rentenzusprache Verfahrensfehler unterlaufen seien. Die Rentenzu
sprache sei
gestützt auf eine widersprüchliche medizinische Aktenlage erfolgt und
bei Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung
sowie
psychosozialer Belastungsfaktoren nicht korrekt gewesen. Auch die derzeit diagnostizierten psychischen Beschwerden
seien nicht invalidisie
rend
.
Die Prüfung der Foerster-Kriterien habe ergeben, dass die Einschränkungen überwindbar seien.
Eine Tätigkeit im ersten Arbeits
markt sei vollumfänglich zumut
bar. Die
geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht aus
gewiesen
(
vgl.
Urk.
2
S.
1 f.
;
Urk.
10 S. 1 f.
)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Verfügung sei mangelhaft begründet und die Beschwerdegegnerin habe sich nicht rechtsgenügend
mit seinen Einwänden auseinandergesetzt
(S. 4
f.
)
.
D
ie ursprüngliche Rentenzusprache
sei
vertretbar und nicht zweifellos unrichtig gewesen
.
Eine Wieder
erwägung sei unzulässig
(S. 5 f.)
. Die aktuelle gutachterli
che Einschätzung stelle le
diglich eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhaltes dar, weshalb auch kein Revisionsgrund vorliege. Überdies werde der bestehenden Schmerzproblematik nicht ausreichend Rechnung getragen.
Sodann habe d
ie Beschwerdegegnerin im Widerspruch zur geltenden Rechtsprechung eine Überwind
barkeitsprüfung anhand der Foerster-Kriterien vorgenommen.
D
ie angeblichen psychosozialen Belastungsfaktoren
seien
mitte
lbar invaliditätsbegründe
nd
(S. 7 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die ursprüngliche Rentenzusprache zweifellos unrichtig und die wiedererwägungsweise Aufhebung der Rente rechtens war.
3.
3.1
Vorab gilt es die vom Beschwerdeführer gerügte Gehörsverletzung zu beur
teilen, wonach die Begründung der Verfügung mangelhaft sei und sich die Beschwer
de
gegnerin auch nicht mit seinen Einwänden auseinandergesetzt habe (vgl.
Urk.
1 S. 4 f.).
3.2
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der explizi
ten gesetzlichen Regelung in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 Abs. 2 der Bundes
verfassung (BV) garantiert wird, ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan
trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli
cher Beweise entweder mit
zuwirken oder sich zumindest zum Beweis
ergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1).
Der Gehörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichti
gen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin darf ihre Begründung allerdings auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus
drücklich mit je
der tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinandersetzen (BGE 133 I 270 E. 3.1, 124 V 180 E. 1a); es ist nicht erforderlich, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Um den verfas
sungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat lei
ten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen einer Partei für un
zutreffend beziehungsweise unerheblich hält. Es muss erkennbar sein, ob die Behör
de es überhaupt in Betracht gezogen hat. Sie darf sich nicht auf den Hinweis be
schränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 56 zu Art. 49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 182).
3.3
Dem Beschwerdeführer ist zwar insoweit beizupflichten, als die Beschwerde
gegnerin nicht konkret auf die einzelnen Vorbringen eingegangen ist. Dies ist im Lichte der vorgenannten Rechtsprechung indessen auch nicht zwingend erforderlich. Auch ist die Begründung
nicht ohne weiteres nachvollziehbar
und
entspricht mit dem Hin
weis auf die Prüfung der Foerster-Kriterien
überdies
auch
nicht mehr der im Verfü
gungszeitpunkt geltenden Rechtsprechung
. Von einer gewichtigen Verletzung des rechtlichen Gehörs kann jedoch
nicht ausgegangen werden
. Zudem hat der
Beschwerdeführer die Gelegenheit erhalten, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann, womit auch eine allfällige
– hier jedenfalls nicht besonders schwerwiegende -
Gehörsverletzung als geheilt betrachtet wer
den kann (BGE 132 V 387 E. 5.1, 124 V 180 E. 4a).
4
.
4
.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom
3.
Oktober 2003 (
Urk.
11/73) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zugrunde:
4.2
Das psychosomatische
Konsilium
der psychiatrischen Poliklinik
des Un
i
versi
täts
spitals Z._
vom 2
8.
Juni 2000 (
Urk.
11/9/10-11)
ergab
, dass eine schlüssige psychiatrische Beurteilung aufgrund eines einmaligen Gesprächs nicht leicht
sei
. Ein depressives Syndrom fehle derzeit. Ebenso seien die Krite
rien für eine Angststörung nicht erfüllt. Eine hirnorganische Störung sei eher unwahrscheinlich. Bei unzu
reichender Erklärung der somatischen Symptome
sei
einerseits von einer anhalten
den somatoformen Schmerzstörung auszugehen, zumal auch Symptome einer vege
tativen Erregung vorlägen. Andererseits lasse sich eine dissoziative Störung vor dem Hintergrund
tieferliegender unbewäl
ti
gter Konflikte
oder eine Persönlichkeitsstörung nicht ausschliessen (S. 1 f.).
4.3
Dem Bericht der Ärzte
der neurologischen Poliklinik
des
Z._
vom
7.
August 2000 (
Urk.
11/7) sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 2
Ziff.
3):
-
Status nach Exstirpation eines Kavernoms rechts temporal am 1
4.
Dezember 1999
-
anstrengungsinduziertes Asthma bronchiale
-
belastungsabhängiges Vertebralsyndrom und Gelenkbeschwerden
, anam
nestisch
Insgesamt sei ein sehr guter postoperativer Verlauf mit vollständiger Rückbil
dung sowohl der sensomotorischen Reiz- und Ausfallssymptomatik wie auch der vorbe
stehenden Schwindelanfälle und Sehstörungen zu verzeichnen (S. 3
Ziff.
4.2). Der Beschwerdeführer sei vom 1
4.
Dezember 1999 bis 1
4.
Juni 2000 in der bisherigen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig gewesen. Über den weite
ren Verlauf
seien
keine sicheren Angaben m
öglich
. A
ufgrund
der Kontrollunter
suchung vom 2
8.
März 2000 sollte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehen (S. 1
Ziff.
1.5).
Im
Hinblick auf die erfolgte
Operation des
Kavernom
s
sei er
in der bisherigen Tätigkeit weder physisc
h
noch
psychisch eingeschränkt und diese
sei ihm ganztags zumutbar. Voraussetzung hierfür sei
eine we
iterbestehende Anfallsfreiheit.
Bezüglich der Rücken- und
Gelenk
beschwerden seien behinde
rungsangepasste Tätigkeiten ganztags möglich. Bei feh
lender klinischer Unter
suchung des Bewegungsapparates sei diesbezüglich eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich (S. 4 lit.
a,
b und e).
4.4
Mit Bericht vom 1
5.
August 2000 (
Urk.
11/8)
nannten die Ärzte
der dermatolo
gischen Poliklinik des
Z._
folgende Diagnosen (S. 2
Ziff.
3):
-
dyshidrosiformes Fussekzem sowie Perianal- und Skrotalekzem
-
atopische Disposition
-
saisonale
Rhinokonjunktivitis
pollinosa bei Typ-I-Sensibilisierung auf Gräserpollenmischung, Birken-, Erlen-, Eschen-, Hasel- und Roggen
pollen sowie Dermatophagoides pteronyssinus und farinae
Eine Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor (S. 1
Ziff.
1.5). Eine Exposition
mit
Nässe, Kälte und Staub sei zu vermeiden (S. 3 lit. d).
4.5
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagno
sti
zierte mit Bericht vom 1
5.
August 2000 (
Urk.
11/9/1-5) eine resistente psycho
somatische Krankheit mit hypoch
ondrischen Tendenzen sowie einen
Status nach am 1
4.
Dezember 1999 erfolgter Operation eines Kavernom
s rechts temporal (S. 4
Ziff.
3). Der Beschwerde
führer sei seit dem
9.
Dezember 1999 in der bisherigen Tätigkeit vollständig arbeits
unfähig (S. 1
Ziff.
1.5, S. 4
Ziff.
1.5
).
4.6
Mit Bericht vom 2
1.
September 2000 (
Urk.
11/10/1-3) nannte
Dr.
med.
B._
, prakti
scher Arzt, folgende Diagnosen (S. 2
Ziff.
3):
-
Status
nach Exstirpation eines K
avernoms rechts temporal
-
Lumbalgie bei leichten degenerativen Veränderungen im Bereich
der Len
denwirbelsäule (LWS)
und primär engem Spinalkanal
, anamnestisch
-
Verdacht auf Asthma bronchiale
-
diffuse subjektive Beschwerden wahrscheinlich vorwiegend psychogener Natur
Er betreue den Beschwerdeführer neurologisch.
Aus neurologischer Sicht sei
d
ieser
zu 100
%
arbeitsfähig.
Aufgrund
der Rückenproblematik und den diffu
sen Beschwerden
sei ihm
die körperliche
Tätigkeit
als Zügelmann nicht mehr zumutbar, obwohl er nach seiner
ärztlichen
Beurteilung zu über 70
%
arbeitsfä
hig
wäre
. Eine berufliche Umschulung sei indiziert (S. 2
Ziff.
4.1).
4.7
Die Ärzte der medizinischen Poliklinik des
Z._
führten m
it Bericht vom 2
0.
November 2000 (
Urk.
11/11) folgende Diagnosen
auf
(S. 2
Ziff.
3):
-
unklare Schmerzstörung
-
Status nach operativer Ent
fernung eines K
avernoms recht
s temporal
-
atopische Diathese mit/bei:
-
Pollinosis
-
mässiger bronchialer Hyperreagibilität
-
Xerosis cutis
-
Migräne
, anamnestisch
-
Verdacht auf Colon irritabile
Zur Arbeitsunfähigkeit seien keine sicheren Angaben möglich (S. 1
Ziff.
1.5).
4.8
Dem Schlussbericht
vom 2
0.
Juli 2001 (
Urk.
11/24/1-9)
zur
im
C._
erfolg
ten
beruflichen Abklärung
des Beschwerdeführers
ist folgende invalidi
sierende Diagnose zu entnehmen (S. 3
Ziff.
2):
-
unklare Schmerzstörung (medizinische Poliklinik
Z._
, 2
0.
November 2000) mit/bei:
-
resistenter psychosomatischer Krankheit mit hypochondrischen Tenden
zen (
Dr.
A._
, 1
5.
August 2000)
-
möglicher Differentialdiagnose (DD): anhaltend somatoforme Schmerz
störung oder dissoziative Störung (psychosomatisches Kon
silium
Z._
,
3.
Juli 2000)
Sodann
wurden
mehrere
n
icht invalidisierende Diagnosen
genannt
(S. 3
Ziff.
2).
Unter Berücksichtigung der psychiatrischen Beurteilungen
sowie
bei beklagten wechselnd auftretenden Schmerzen im Bereich von Rücken und peripheren Gelenken könne
dem Beschwerdeführer
keine körperliche Schwerarbeit mehr zugemutet werden. Eine körperlich leichtere bis mittelschwere, wechselbe
lastende
Tätigkeit
sei zeitlich uneingeschränkt
möglich
. Gelegentlich mässige Gewichtsbelastungen bis zirka 20-25 kg seien kurzzeitig zumutbar. Zu vermei
den seien längerdauernde oder streng stereotype Arbeit
sbelastungen, insbeson
dere in nicht
ergonomischen Körper
positionen (S. 5
Ziff.
3.3).
4
.9
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
gab
mit Bericht vom 2
9.
Mai 2003 (
Urk.
11/58)
an, dass sie den Beschwerde
führer seit dem 1
5.
Oktober 2002 behandle (S. 3 lit. D
Ziff.
1) und
eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) als mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizieren könne
(S. 3 lit. A). In der bisheri
gen Tätigkeit sei
er
seit dem 1
5.
Oktober 2002 zu 70
%
arbeitsunfähig (S. 3 lit. B).
Er sei durch verschiedene familiäre Umstände stark ps
ychosozial
belastet (S. 3 lit. D
Ziff.
3).
Der Gesundheitszustand sei stationär. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden (S. 3 lit. C
Ziff.
1-2).
5
.
5
.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfol
genden Berichte.
5
.2
Am 2
7.
Januar 2015 erstatteten die Gutachter der
E._
ihr polydisziplinäres Gut
achten in den Fachdiszipli
nen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/146).
Dabei stellten sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27
Ziff.
1.1):
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1), bestehend seit mehr als 15 Jahren
-
Akzentuierung der Persönlichkeit mit passiv-abhängigen, aggressions
gehemmten und selbstunsicheren Anteilen (ICD-10 Z73.1), bestehend seit der Adoleszenz
-
Neigung zur Somatisierung von psychischen Beschwerden mit im Zentrum stehenden multiplen Schmerzzuständen (Entwicklung körperli
cher Symptome aus psychischen Gründen; ICD-10 F68.0), sich entwi
ckelnd seit mehr als 15 Jahren
Sodann nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 27
Ziff.
1.2):
-
diffus und chronisch unkontrolliert auftretendes Erleben des muskulären Apparates (subjektiv mit Zucken, Verkrampfen und Verspannungen gezeich
net), während allen Untersuchungen keine solchen Sensationen erkennbar oder gemeldet/aufgetreten, insgesamt ist das Beschwerdebild aus rheumato
logischer Sicht nicht spezifisch zuordbar oder erklärbar. Es entsprich
t
einem syndromalen Beschwerdebild, bestehend seit mehr als 15 Jahren
-
Status nach Exstirpation eines Kavernoms rechts temporal
-
Migräne ohne Aura
-
Asthma bronchiale, am ehesten anstrengungsinduziert
Das a
us
internistischer
Sicht
vorliegende
anstrengungsinduz
ierte
Asthma bron
chiale
sei
mittels
Inhalat
ionstherapie gut eingestellt
. Da die Atembeschwerden vor allem
anstrengungsbedingt aufträten, sei eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit als eh
e
r nicht zumutbar zu erachten. Eine angepasste Tätigkeit sei ganztags ohne Leistungs
einschränkung zumutbar. Es müsse darauf geachtet werden, dass der Beschwerde
führer
keinem
gehäuftem Staub oder sonstigen Noxen ausgesetzt sei (S. 31).
In
rheumatologischer
Hinsicht würden
sich das Beschwerdebild sowie die erho
benen Untersuchungsbefunde
keinem
systemisch-entzündlichen oder syste
misch-metabolischen rheumatologischen Grundleiden des Bewegungsapparates zuord
nen lassen
. Der postoperative Verlauf
hinsichtlich des Kavernoms
sei mit vollständig regredienter Symptomatik
erfreulich gut
gewesen. D
ie
beschriebenen Sensationen
und
Symptome
könnten k
einem
solchen Zustand mehr zuordnet werden
. Die Krite
rien für eine Fibromyalgie seien
mangels isolierter Tender
points sowie keinem in allen vier Quadranten analog erlebtem Beschwerdebild nicht erfüllt.
Hinsichtlich des Halbkörpersyndroms rechts
sei
kein Auftreten von den beschr
iebenen Sensationen beobachtet worden
. Für eine anlagebedingt primär enge Konstellation des Spinal
kanals der LWS seien keine klinischen Befunde oder Auffälligkeiten gegenüberzu
stellen. Auch die alterskonform beginnenden degenerativen Veränderungen der unter
e
n
Halswirbelsäule (
HWS
)
seien dem Beschwerdebild
nicht
zuordbar. Der Beschwerdeführer sei sowohl
in den
zuvor ausgeübten mittelschweren bis schweren Tätigkeiten als auch
in einer
andere
n
angepasste
n
Tätigkeit voll arbeitsfähig. Es bestehe keine Einschränkung des zeitlichen Pensums oder der Leistungsfähigkeit (S. 30 f.).
Aus
neurologischer
Sicht
stehe der Status nach Exstirpation des Kavernoms rechts temporal im Vordergrund. Die durch den Beschwerdeführer damals geklagten Symptome seien
grösstenteils
nicht durch dieses verursacht. Diese Diagnose sei nicht invalidisierend. Es seien keine Residuen mehr nachweisbar und die postoperative neuropsychologische Testung sei unauffällig gewesen. Die Abschirmung mit Antiepileptika sei präventiv erfolgt. Es seien
keine
epilepti
sche
n
Anfälle aufgetreten.
Eine Epilepsie liege nicht vor.
Sodann bestehe eine Migräne ohne Aura, wobei nur noch seltene Attacken beschrieben würden.
Eine neurologische Erkrankung des Bewegungsapparates oder der Muskulatur habe zu keinem Zeitpunkt nachgewiesen werden können, obwohl ausgedehnte Unter
suchung
en
erfolgt seien. Die neurologischen Diagnosen hätten keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit in einer beliebigen Tätigkeit (S. 31).
Die psychiatrische Untersuchung habe das Vorliegen einer depressiven Störung mit emotionaler Verstimmtheit aufgezeigt, welche diagnostisch einer Dysthymia
zuge
ordnet werde
. Eine Krankheitswertigkeit im Sinne einer major depression liege nicht vor. Die Befundlage sei eindeutig. Aufgrund frühkindlicher traumati
sierender Erleb
nisse habe sich eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit passiv-abhängigen, aggressionsgehemmten und selbstunsicheren Anteilen sowie konsekutiven neurotischen Verhaltensmustern
entwickelt
,
welche
das Entstehen von seelisch-bedingtem Somatisieren
begünstige
. Dies zeige sich beim Beschwerdeführer
in
stark ausgeprägten körperlichen Beschwerden, welche nicht oder nur unzureichend durch organische Korrelate erklärt werden könnten. Die Schmerzproblematik entspreche diagnostisch nicht einer anhalten
den somatoformen Schmerzstörung, sondern sei einer persönlichkeitsbedingten Verhaltensstörung (ICD-10 F68.0) zuzuordnen. Beim Beschwerdeführer seien aufgrund der sich gegenseitig einschränkenden willentlichen Überwindbarkeit der Arbeits- und Leistungsfähigkeit mehrere Faktoren bedeutsam eingeschränkt. Daraus werde abgeleitet, dass die depressiv bedingte Verminderung der quanti
tativen Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei 20
%
und die schmerzbedingte ver
minderte Lei
stungsfähigkeit bei 30
%
(bezogen auf die noch erhaltene Restar
beitsfähigkeit von 80
%
)
liege.
Gesamthaft ergebe sich somit eine Einschrän
kung von 44
%
. Die Einschränkung betreff
e sowohl die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen
Tätigkeit
als auch in Verweistätigkeiten (S. 32).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass
dem Beschwerdeführer a
uf
grund des anstrengungsinduzierten Asthma bronchiale die früher ausgeübten Tätigkeiten als Zügelmann und Hilfsarbeiter nicht mehr zumutbar
seien
(S. 34
Ziff.
3.1).
Dies gelte spätestens seit der im Jahr 2001 erfolgten beruflichen Abklärung im
C._
. In angepassten Tätigkeiten habe zu diesem Zeitpunkt noch keine Einschränkung bestanden. Infolge Chronifizierung der psychiatri
schen Störungen sei der Beschwer
deführer
aktuell
qua
ntitativ zu 20
%
einge
schränkt, wobei
zusätzlich eine Leistungs
einschränkung von 30
%
bestehe
. Es könne rückwirkend nicht mehr festgelegt wer
den,
seit wann
diese Einschrän
kung
bestehe
. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit habe aber nie
vorgelegen
. Die Zusprache einer ganzen Invalidenrente sei nicht nachvollziehbar (S. 34
Ziff.
3.7). Dem Beschwerdeführer zumutbar seien leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, ohne langdauernde Zwangshaltungen des Kopfes oder des Rückens und ohne
Kontakt mit
Staub, Chemikalien, Dämpfen oder anderweitigen Noxen (S. 35
Ziff.
5.1). Angepasste Tätigkeiten seien ihm zu 6.7 Stunden pro Tag zumutbar (S. 35
Ziff.
5.2). Dabei bestehe eine zusätzliche Leistungseinschränkung von 30
%
(S. 35
Ziff.
5.3). Es lägen psychiatrische Diagnosen mit Krankheitswert
vor, welche die Arbeitsfähigkeit anhaltend einschränken würden. Psychosoziale Faktoren stünden im Hintergrund (S. 38
Ziff.
3). Es sei
dem Beschwerdeführer
möglich,
die
Beschwerden teilweise willentlich zu überwinden (S. 38
Ziff.
6).
5.3
Mit Stellungnahme vom 2
4.
Februar 2015 erachtete
Dr.
med.
Dr.
rer. pol.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), das Gutach
ten für umfassend und schlüssig.
Unscharf bleibe
der Verlauf der Arbeits
fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. In der zuletzt
ausge
übten
Tätigkeit sei weiterhin keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Seit der im Jahr 2001 erfolgten Abklärung im
C._
bestehe in einer angepassten, leichten und wechselbelastenden Tätigkeit mit einem Gewichtslimit von 15 kg sowie unter Vermeidung von Zwangshaltungen und Staub- und Noxenexposition eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Entlang der Zeit
achse bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
mit einer 30%igen Leistungs
minderung (6.7 Stunden pro Tag), wobei der Zeitpunkt rückwirkend nicht
rekonstru
ierbar
sei (vgl.
Urk.
11/150 S. 3 f.
).
5.4
Am 2
2.
Juni 2015 nahm
Dr.
D._
Stellung zum
psychiatrischen Teilgut
achten und hielt fest, dass dieses
weder grobe Fehler noch Widersprüche oder Ungereimtheiten auf
weise
.
Es würden
keine wichtigen Befunde fehlen.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit der Begutachtung dahingehend verändert, als er auf die Aufhebung seiner Invalidenrente mit einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22) reagiert habe. Seit dem
1.
Mai 2015 sei er in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (vgl.
Urk.
11/165 S. 1 f.).
5.5
Dem Bericht der Ärzte der
O._
vom
1.
Dezember 2016 (
Urk.
11/216
/6-14
)
sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungs
störung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F
4
3.22) sowie ein
Status nach an
haltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) zu ent
nehmen. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten sie einen Status nach rezidivierender depressiver Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11). Als Belastungs
faktoren erwähnten sie Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebens
bewältigung im Rahmen der akzentuierten Per
sönlichkeitszüge vom ängs
tlich-vermeidenden Typ (ICD-10 Z
73), Probleme in der Beziehung zur Ehepartnerin (ICD-10 Z63) sowie Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56; S. 1
Ziff.
1.1). Aus psychi
atrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
grundlegen
d
nicht eingeschränkt. Die Arbeits
fähigkeit auf dem normalen Arbeitsmarkt sei aufgrund eingeschränkter Belastbarkeit und Flexibilität ver
mindert (S. 3
Ziff.
1.4). Die
gegenwärtige Behandlung erfolg
e alle
drei bis vier Wochen (S. 3
Ziff.
1.5). In der bisherigen Tätigkeit als Hauswart sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsunfähig (S. 3
Ziff.
1.6). Die aktuelle Anstellung zu insgesamt 50
%
sei sicher
lich
zumutbar (S.
4
Ziff.
1.7).
5.6
Mit Bericht vom 1
6.
Januar 2017 (
Urk.
11/223) diagnostizierte
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurochirurgie,
H._
Klinik, ein chronisch zervikozephales Schmerzsyndrom bei Spondylolisthese C5/6 (S. 1). Klinisch lasse sich der Haupt
schmerzfokus auf den unteren Bereich der
HWS
festlegen. Neurologische Ausfälle bestünden nicht. Derzeit bestehe keine Indikation für ein operatives Vorgehen (S. 2).
5.7
Die Ärzte der
H._
Klinik informierten mit Bericht vom 2
4.
Januar 2017 (
Urk.
3) über die
erfolgte
neurologische Untersuchung des Beschwerdeführers. Dabei führten sie
die
folgende
n
– hier gekür
z
t aufgeführte
n
- Diagnosen auf (S.
1):
-
chronisches zervikothorakales Schmerzsyndrom mit/bei:
-
klinisch-neurologisch regelrechtem Befund
-
Bandscheibenveränderungen auf mehreren Höhen mit Protrusion vor allem auf Höhe C3/4 und C4/5 sowie ausgeprägter in C5/6 mit daraus resultierenden foraminalen Engen rechtsseitig
-
chronisches multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom bei Status nach Exstirpation eines Kavernoms, zervikogener und myofaszialer Kompo
nente
-
Status nach Exstirpation eines Kavernoms rechts temporal im Jahr 1999
Es zeige sich k
linisch-neurologisch ein regelrechter Befund, insbesondere ohne radi
kuläre Ausfallerscheinungen.
E
ine schmerzdistanzierende Therapie
sei
empfohlen worden. Ausserdem sei eine Infiltration im Bereich der Fazet
tenge
lenke C2/3 geplant (S. 3).
6
.
6.1
Zunächst ist im Lichte der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der Renten
zusprechung zu prüfen, ob die damalige Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab dem
1.
Dezember 2002 als zweifellos unrichtig einzustufen ist (vorstehend E.
1.3-1.4).
6.2
Wie dem entsprechenden Feststellungsblatt für den Beschluss zu ent
nehmen ist (vgl.
Urk.
11/64 S. 2
), erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprache einzig gestützt auf den
im Mai 20
0
3 erstellten
Bericht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
D._
, welche
den Beschwerdeführer seit dem 1
5.
Oktober 2002 auf
grund einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung als zu 70
%
arbeitsun
fähig erachtete
(vorstehend
E. 4.9).
Zu der von ihr gestellten Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung ist anzumerken, dass b
ereits
damals
eine solche Diagnose
allein nicht den Schluss auf das Vorliegen einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
erlaubte
. Verlangt war, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig festgestellte Befunde hinreichend erklärbar waren (vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 9C_317/2015 vom 2
0.
Oktober 2015 E. 4.3 mit Hin
weis auf BGE 130 V 352 E. 2.2.2).
Dies war vorliegend nicht der Fall. So begründete
Dr.
D._
weder
ihre Diagnosestellung
noch
die at
testierte Arbeitsunfähigkeit in irgendeiner Weise. Damit lag keine hinreichende Erklä
rung für die Schmerzangaben vor
, weshalb nicht von
einem fachärztlich schlüssig ausgewiesenen psychischen Leiden
gesprochen werden
kann
.
Ebenfalls ausser Acht gelassen wurden die
bereits
damals geltenden rechtsspre
chungs
gemässen Grundsätze
für die Annahme einer invalidisierenden Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit.
Vorausgesetzt war eine derartige Schwere, dass die Verwertung der verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder für die Gesellschaft gar un
tragbar war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_317/2015 vom 2
0.
Oktober 2015 E. 4.3 mit Hinweis auf B
GE 130 V 352 E. 2.2.3-
2.2.
4
sowie
127 V 294
E. 4
c
und
5a). Angaben hierzu können dem Bericht von
Dr.
D._
nicht entnommen werden
und es
erfolgte
auch
keine Auseinan
dersetzung mit
möglichen
Ressourcen des Beschwerde
führers.
Zudem lag im Zeitpunkt der Rentenzusprache eine starke psychosoziale Belastung vor, worauf
Dr.
D._
selbst
hinwies (vgl.
Urk.
11/58 S. 3 lit. D
Ziff.
3).
Ausserdem
bleibt anzumerken, dass
Dr.
D._
auch
lediglich eine Beurtei
lung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit vor
nahm (vgl.
Urk.
11/58 S. 3 lit. B in Verbindung mit S. 1 lit. B
). Eine Ein
schätzung der Arbeits
fähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
mit entsprechendem Belas
tungsprofil
lässt sich ihrem Bericht nicht entnehmen. Soweit der
medizinische Dienst
einzig auf ihren Bericht abgestellt und eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätig
keit angenommen hat (vgl.
Urk.
11/64 S. 2
),
entsprach dies somit
nicht der ent
sprechenden
medizinischen Einschätzung. I
n den übrigen Berichten
wurde
eine an
gepasste
Tätigkeit
sodann
vielmehr
als
voll
zeitlich
zumutbar erachtet
(vgl.
Urk.
11/7 S. 4 lit. a-e;
Urk.
11/8 S. 1
Ziff.
1.5;
Urk.
11/10/1-3 S. 2
Ziff.
4.1;
Urk.
11/24/1-9 S. 5
Ziff.
3.3).
6.3
Nach dem Gesagten erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in der rentenzu
sprechenden Verfügung getroffene Annahme einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung und
ohne Berücksichtigung der
schon damals geltenden Rechtsprechung. Die Zusprache einer ganzen Invalidenrente gemäss Verfügung vom
3.
Oktober 2003 (
Urk.
11/73) ist da
mit als zweifellos unrichtig einzustufen.
Da es eine Dauer
leistung betrifft, ist die Be
richtigung von erheblicher Bed
eutung (vorstehend E.
1.3
).
Der Umstand, dass die Rentenzusprache
– ohne materielle Anspruchs
prü
fung -
wiederholt
bestätigt worden ist
(vgl.
Urk.
11/87;
Urk.
11/113;
Urk.
11/124)
, steht der Wiedererwägung der ur
sprünglichen Rentenverfügung nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts I 859/05 vom 1
0.
Mai 2006 E. 2.2).
Sodann bleibt anzumerken, dass die Verwaltung auch mehr als zehn Jahre nach Erlass einer zweifellos unrichtigen Verfügung befugt ist, auf diese wiedererwä
gungsweise zurückzukommen (BGE 140 V 514 E. 3).
7
.
7.1
Sind im
V
erfahren gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG die Wiedererwägungsvor
aussetzungen erfüllt, ist auf die entsprechende Entscheidung zurückzukommen, und es ist unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände ein neuer Ent
scheid zu fällen. Mit anderen Worten ist der Rentenanspruch ex nunc et pro futuro ohne Bin
dung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen (BGE 140 V 514 E. 5.2).
7.2
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
erfolgte eine eingehende Begutachtung durch
die Ärzte der
E._
Interlaken (
Urk.
11/146) mit den notwendigen Untersuchungen in internistischer, rheuma
tologischer, neuro
logischer sowie psychiatrischer Hinsicht mit jeweils ausführli
cher Befundaufnahme (vgl. S.
23 f., S. 45 ff., S. 51 f., S. 58 ff.
). Das in Kenntnis der Vorakten (vgl. S.
2 ff.
) erstellte Gutachten erweist sich als umfassend, wobei auch die geklagten Beschwer
den (vgl. S.
21 ff., S. 44 f., S. 49, S. 57 f.
) in ange
messener Weise berücksichtigt wurden. Die gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen des Beschwerdeführers wurden in nachvollziehbarer
u
nd schlüssiger Weise dargelegt und der medizinischen Situation wurde angemessen Rechnung getra
gen.
Da das Gutachten die praxisgemässen Krite
rien an beweiskräftige Ent
scheidungsgrundlagen (vorstehend E. 1.6) vollumfänglich erfüllt, ist
– der RAD-Stellungnahme folgend (
vgl.
Urk.
11/150 S. 3 f.
)
–
darauf
ab
zustellen.
7.3
Im Vordergrund stehen
vorliegend
eindeutig
die psychi
schen Beschwerden
des Be
schwerdeführers
. Aus somatischer Sicht wurde l
ediglich dem anstreng
ungs
induzierten Asthma bronchiale
eine Relevanz beigemessen, indem
mittelschwere bis schwere Tätigkeit
en
als nicht mehr zumutbar erachtet
wurde
n
. Ansonsten konnten keine relevanten Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden
(vgl. S. 30 f.
)
. In psychiatrischer Hinsicht wurde sodann nach
vollziehbar begründet, weshalb weder eine major
depression noch eine Persön
lichkeitsstörung oder eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnosti
ziert werden k
önne
, sondern vielmehr lediglich eine Dysthymia, akzentuierte Persönlichkeitszüge sowie eine Nei
gung zur Somatisierung
vor
lägen
(vgl. S. 32
).
A
ufgrund der Dysthymia
attestierte der psychiatrische Gutachter
eine 20%ige
Verminderung der quantitativen Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie eine zusätzlich schmerzbedingte verminderte Leis
tungsfähigkeit von 30
%
bezogen auf die noch erhaltene Restarbeitsfähigkeit von 80
%
und ermittelte g
estützt darauf
eine Gesamteinschränkung von 44
%
(vgl. S. 32, S. 66).
In der Konsens
beurteilung
wurden
angepasste Tätigkeiten zu 6.7 Stunden pro Tag
(= 80
%
)
als zumutbar erachtet mit einer zusätzlichen Leistungseinschränkung von 30
%
(vgl. S. 35
Ziff.
5.2-5.3). Dies ergibt eine
verbliebene Arbeitsfähigkeit
von 56
%
respektive
die vom psychiatrischen Teilgutachter bereits er
wähnte
Gesamtein
schränkung von 44
%
(100
%
x 0.8 x 0.7).
7.4
D
ie
gutachterliche
Beurteilung
der verbliebenen Arbeitsfähigkeit
ist allerdings
ohne
Kenntnis des
für sämtliche psychische Leiden vorgesehene
n
strukturierte
n
Beweis
verfahren
s
nach BGE 141 V 281
erfolgt
(vorstehend E. 1.2).
Dabei fällt vorderhand auf, dass bereits
aus
rein diagnostisch
er Sicht
kein erhebli
ch
er Schweregrad ausgewiesen ist. Sodann liegen
keinerlei
relevanten somatischen
Komorbiditäten vor und eine psychiatrische Behandlung
erfolgt
auch nur alle 3-4 Woche
n
(vgl.
Urk.
11/146 S. 63 f.;
Urk.
11/216/6-14 S. 3
Ziff.
1.5
)
.
Eine dysthyme Störung kann zwar
ausnahmsweise
die Arbeits
fähigkeit im Einzelfall erheblich be
einträchtigen, wenn sie zusammen mit ande
ren Befunden
-
wie etwa einer ernsthaf
ten Persönlichkeitsstörung
-
auftritt (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016 E. 3.2). Eine sol
che konnte jedoch ger
ade nicht diagnostiziert wer
den
(vgl.
Urk.
11/146 S. 63 f.). Ausserdem verfügt der Beschwerdeführer über per
sönliche Ressourcen
, er lebt zusammen mit seiner Frau sowie dem jüngeren Sohn
und pflegt auch
ausser
familiäre
Kontakte zu einem Kollegen, mit welchem er bei
spielsweise
„
biken
”
geht (vgl.
Urk.
11/146 S. 17).
Ein versicherungsrechtlich relevan
ter psychischer Gesundheitsschaden ist daher zu verneinen.
7.5
Die
übrigen
medizinischen
Bericht
e
vermögen
nichts Gegenteiliges
nachzuwei
sen
. So
erklärte
Dr.
D._
, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Begutachtung
insoweit verändert habe
, als er auf die Aufhebung der Invaliden
rente mit einer Anpassungsstörung reagiert habe, weshalb
er
seit dem
1.
Mai 2015 in einer angepassten Tätigkeit
zu
50
%
arbeitsunfähig
sei
(
vorstehend E. 5.4
).
Die diagnostizierte Anpassungsstörung hat sich demnach nachweislich aus einer psychosozialen Belastungssituation heraus ergeben.
Auch dem Bericht der
O._
(
vorstehend E. 5.5
) ist keine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung zu entnehmen. In somatischer Hinsicht
ergeben die Berichte der Ärzte der
H._
Klinik (vorstehend E. 5.6-5.7)
sodann
keine Hinweise
auf eine rele
vante Befundsveränderung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
7.6
Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer gestützt auf das beweiskräftige Gut
achten der
E._
Interlaken aus somatischer Sicht
jegliche leichte, wech
selbelastende
Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, ohne langdauernde Zwangshaltungen des Kopfes oder des Rückens und ohne
Kontakt mit
Staub, Chemikalien, Dämpfen oder anderweitigen Noxen
vollzeitlich zumutbar. Das psychische Leiden ist nicht invalidisierend.
8.
Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen der
vorhandenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen l
assen
sich den Akten keine
entsprechenden Ausführungen ent
nehmen. Die durch den Beschwerdeführer aus diesem Grund eventuell bean
trag
t
e Rückweisung (vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
10) erweist sich indessen als nicht
begründet
.
Die Erwerbsbiographie zeigt, dass der ungelernte Beschwerdeführer
bisher
jeweils Hilfsarbeiten ausgeübt hat.
V
or der ursprünglichen Rentenzusprache
war er
in der körperlich schweren Arbeit
als Umzugsfachmann tätig. Diese Tätigkeit ist ihm
nach der gutachterlichen Beurteilung bereits seit dem Jahr 2001
nicht
mehr
zumutbar (vgl.
Urk.
11/146 S. 34
Ziff.
3.1,
Ziff.
3.7).
S
eit längerer Zeit ist er
nun
ausschliess
lich im zweiten
Arbeitsmarkt tätig (vgl.
Urk.
11/146 S. 16
).
Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich
,
sowohl das hypothetische Validen- als auch das Invalidenein
kommen gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) und dabei auf den standardisierten Durchschnittslohn für Männer in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Natur in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors
zu bemessen
(vgl. LSE 2014, TA1_tirage_skill_l
evel, Total, Kompetenzniveau 1)
. Somit kann aus
nahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres – unter Berück
sichtigung eines allfälligen leidensbedingten Abzuges (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) – auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich vorgenommen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_450/
2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
10) ist ein solcher Leidensabzug
vorliegend
nicht gerechtfertigt. Soweit er hierfür sein fortgeschrittenes Alter vorbringt, ist ihm entgegenzuhalten, dass sich das Alter im Bereich der Hilfs
arbeiten grundsätzlich nicht zwingend lohnsenkend aus
wirkt, wobei Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch altersunabhängig nachge
fragt werden (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8
C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.4.3).
Auch die geltend gemachte mehrjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt vermag k
einen Abzug zu begründen, kommt einer solchen im untersten Kompetenzniveau nur eine unbedeutende Rolle zu und vermag keinen Abzug zu rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.3).
Weitere Gründe wurden nicht geltend ge
macht und sind auch nicht ersichtlich.
Da in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeits
fähigkeit ausgewiesen ist
(vorstehend E. 7.6)
, resultiert keine Lohn
einbusse und somit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
Die
verfügte
Renten
aufhebung
erweist sich daher als
gerechtfertigt.
Die Beschwerdegegnerin leistete überdies bereits Eing
liederungshilfe.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
9
.
9
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen, infolge bewilligter unent
geltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).
9
.2
Mit Honorarnote vom
9.
August 2017 (
Urk.
16) machte die unentgeltliche Rechtsver
treterin des Beschwerdeführers einen Aufwand von 7.80 Stunden sowie Barauslagen von
Fr.
94.40 und
gestützt darauf
eine Entschädigung von insgesamt
Fr.
1'660.40
(inkl. MWSt)
geltend. Dies erscheint unter Berücksichti
gung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3 GSVGer) als angemessen, weshalb Advok
a
tin Karin Wüthrich,
Procap Schweiz,
Olten, beim gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
185.-- mit insgesamt
Fr.
1'660.40 (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Ge
richtskasse zu entschädigen ist. Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungs
pflicht gemäss
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.