Decision ID: 251232ff-eebe-46f7-be7b-d38705ed4107
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Der 1988 geborene Beschwerdeführer ist seit April 2018 bei der Beschwer-
degegnerin als Selbständigerwerbender angeschlossen. Mit Verfügung
vom 11. November 2020 setzte diese die persönlichen AHV/IV/EO-Bei-
träge für die Beitragsperiode 2018 (April bis Dezember) auf Fr. 10'183.15
fest, einschliesslich Verwaltungskosten und Verzugszinsen. Mit Schreiben
vom 17. November 2020 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Er-
lass oder Herabsetzung der Beiträge für das Jahr 2018. Dieses Gesuch
wurde von der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 22. Januar 2021
abgewiesen, nachdem der Beschwerdeführer ihrer Aufforderung vom
24. November 2020 zur Einreichung von ergänzenden Unterlagen nicht
nachgekommen war.
1.2.
Mit Verfügung vom 11. März 2021 erhob die Beschwerdegegnerin beim
Beschwerdeführer für die Beitragsperiode 2019 persönliche AHV/IV/EO-
Beiträge samt Verwaltungskosten und Verzugszinsen im Umfang von
Fr. 9'115.05. Am 7. April 2021 ersuchte der Beschwerdeführer die Be-
schwerdegegnerin (erneut) um Beitragsbefreiung für die Jahre 2018 und
2019. Diese prüfte in der Folge – nach Eingang der beim Beschwerdeführer
zusätzlich angeforderten Unterlagen – die Voraussetzungen für eine Her-
absetzung der Beiträge und wies das Gesuch mit Verfügung vom 29. Juni
2021 ab. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin
mit Einspracheentscheid vom 3. September 2021 ab.
2.
2.1.
Mit Eingabe vom 29. September 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen
den Einspracheentscheid vom 3. September 2021 fristgerecht Beschwerde
und beantragte eine Herabsetzung der für die Jahre 2018 und 2019 in
Rechnung gestellten Beiträge "um 50%" sowie deren Abzahlung "in 18 Mo-
natsraten".
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2021 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.
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Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid vom 3. Sep-
tember 2021 davon aus, dass dem Beschwerdeführer angesichts seiner
das betreibungsrechtliche Existenzminimum um Fr. 435.05 übersteigenden
monatlichen Einkünfte eine Bezahlung der offenen persönlichen
AHV/IV/EO-Beiträge für die Beitragsjahre 2018 und 2019 zumindest in Ra-
ten zumutbar sei. Dem Beschwerdeführer könne daher keine Herabset-
zung der Beiträge gewährt werden (vgl. Vernehmlassungsbeilage
[VB] 125 f.).
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber zusammengefasst vor, seine
Einzelfirma habe in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pan-
demie erhebliche Umsatzrückgänge gehabt und er habe sich kaum ein Ein-
kommen auszahlen können. Ausserdem habe er für einen Hauskauf Ende
2020 sämtliche Ersparnisse aufgebraucht und beträchtliche Steuerschul-
den. Er sei daher finanziell nicht in der Lage, die ausstehenden Beiträge zu
begleichen (vgl. Beschwerde S. 1 f.).
2.
2.1.
Gemäss Art. 4 Abs. 1 AHVG, Art. 3 Abs. 1 IVG und Art. 27 Abs. 2 EOG
schulden erwerbstätige Versicherte Beiträge auf dem aus ihrer selbständi-
gen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit fliessenden Einkommen.
Art. 11 Abs. 1 AHVG sieht vor, dass Beiträge, deren Bezahlung einer ver-
sicherten Person nicht zumutbar ist, auf begründetes Gesuch hin für be-
stimmte oder unbestimmte Zeit angemessen herabgesetzt werden können;
sie dürfen jedoch nicht geringer sein als der Mindestbeitrag. Der Mindest-
beitrag, dessen Bezahlung für einen Versicherten eine grosse Härte be-
deutet, kann erlassen werden, wenn ein begründetes Gesuch vorliegt und
eine vom Wohnsitzkanton bezeichnete Behörde angehört worden ist. Für
diese Versicherten bezahlt der Wohnsitzkanton den Mindestbeitrag. Die
Kantone können die Wohnsitzgemeinden zur Mittragung heranziehen
(Art. 11 Abs. 2 AHVG).
2.2.
Gemäss Art. 31 Abs. 1 AHVV haben Beitragspflichtige, die Anspruch auf
Herabsetzung des Beitrages erheben, ihrer Ausgleichskasse ein schriftli-
ches Gesuch und die zu dessen Beurteilung notwendigen Unterlagen ein-
zureichen und glaubhaft zu machen, dass ihnen die Bezahlung des vollen
Beitrages nicht zugemutet werden kann. Die Herabsetzung wird von der
Ausgleichskasse nach Durchführung der notwendigen Erhebungen verfügt
(Art. 31 Abs. 2 AHVV). Beitragspflichtige, die gemäss Art. 11 Abs. 2 AHVG
Anspruch auf Erlass des Beitrages erheben, haben ihrer Ausgleichskasse
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ein schriftliches begründetes Gesuch einzureichen; dieses ist von der Aus-
gleichskasse an die vom Wohnsitzkanton bezeichnete Behörde zur Ver-
nehmlassung weiterzuleiten (Art. 32 Abs. 1 AHVV). Aufgrund der Ver-