Decision ID: 08e6423f-fe1b-4989-acb8-ae037419806a
Year: 2020
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung der Staatssteuer 2016 vom 31. Mai 2018 wurde das steuerbare Einkommen der
Pflichtigen auf Fr. 168'610.-- und das satzbestimmende Einkommen auf Fr. 6'082'482.-- festge-
setzt, während das steuerbare Vermögen mit Fr. 0.-- veranlagt wurde.
B.
Mit Eingabe vom 27. Juni 2018 erhob der Vertreter der Pflichtigen Einsprache mit dem Antrag,
das steuerbare Einkommen sei auf Fr. 0.-- festzusetzen, während das satzbestimmende Ein-
kommen mit Fr. 5'612’269.-- zu veranlagen sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ange-
führt, dass der Pflichtige bis zur Umwandlung seiner Einzelfirma in die C._ AG per
1. Januar 2017 ein Unternehmen betrieben habe, dessen Hauptzweck der Erwerb, die Verwal-
tung sowie die Veräusserung von Liegenschaften gewesen sei. Er sei an seinem (damaligen)
Hauptsteuerdomizil im Kanton Zürich und den sekundären Steuerdomizilen seit Jahrzehnten als
Selbständigerwerbender veranlagt worden. lm Vorfeld der Umwandlung der Einzelfirma in eine
Aktiengesellschaft seien von sämtlichen involvierten Steuerbehörden Vorbescheide eingeholt
worden, wonach die Umwandlung als steuerneutrale Umstrukturierung zu qualifizieren sei. Mit
Ausnahme der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft hätten sämtliche der involvier-
ten Steuerverwaltungen diesen Rulings zugestimmt bzw. die Steuerneutralität der Umstrukturie-
rung bestätigt.
Zudem handle es sich bei den AHV-Beiträgen um Gewinnungskosten, die objektmässig den
einzelnen Steuerdomizilen zuzuweisen seien. Sie dürften nicht proportional im Verhältnis der
den beteiligten Kantonen zur Besteuerung zustehenden Reineinkünfte verlegt werden.
Die Steuerverwaltung hiess die Einsprache mit Entscheid vom 11. Juli 2019 teilweise gut. Sie
führte zur Begründung aus, der Pflichtige übe aus steuerlicher Sicht - unabhängig von der
Grösse des Immobilienbestandes - keine selbständige Erwerbstätigkeit aus. Folglich seien die
in der angefochtenen Veranlagungsverfügung ausgewiesenen (Netto-)Liegenschaftserträge
unverändert beizubehalten.
Die Abweisung im Punkt AHV-Beiträge begründete die Steuerverwaltung damit, dass aufgrund
der Nichtanerkennung der selbständigen Erwerbstätigkeit des Pflichtigen, die AHV-Beiträge in
keinem besonderen Zusammenhang mit bestimmten Einkünften ständen, sodass an der in den
Veranlagungsverfügungen vorgenommen Ausscheidung der AHV-Beiträge festzuhalten sei.
C.
Mit Eingabe vom 8. August 2019 erhebt der Vertreter der Pflichtigen Rekurs und führt zur Be-
gründung aus, der Rekurrent übe eine selbständige Erwerbstätigkeit aus: So habe er sich als
Immobilienfachmann über die Jahre ein beträchtliches Immobilienportfolio aufgebaut, welches
nicht nur aus direkt gehaltenen Liegenschaften bestand, sondern auch aus Anteilen an Immobi-
liengesellschaften und Immobilienverwaltungsgesellschaften. Die Mittel für diesen Aufbau
stammten hauptsächlich aus der Vermietung der erworbenen Liegenschaften. Der Rekurrent
sei über seine Einzelfirma Eigentümer an rund 100 Liegenschaften gewesen und habe Beteili-
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gungen an über 10 Immobiliengesellschaften gehalten. Einige hätten Verwaltungsmitarbeiter
beschäftigt, bei anderen habe es sich um reine Immobiliengesellschaften ohne eigenes Perso-
nal gehandelt. Zudem hätten sich die buchmässigen Aktiven der Einzelfirma auf rund
Fr. 250 Mio. belaufen. Diesen Aktiven seien Hypothekardarlehen in der Höhe von rund
Fr. 230 Mio. gegenübergestanden. Die Fremdfinanzierungsquote hätte demnach mehr als 90 %
betragen, was klarerweise für eine geschäftliche Tätigkeit spräche.
In ihrer Vernehmlassung vom 18. September 2019 stimmt die Steuerverwaltung den Ausfüh-
rungen des Vertreters zu, wonach der Rekurrent in der Vergangenheit ein beträchtliches Immo-
bilienportfolio aufgebaut habe. Dies allein qualifiziere jedoch weder als selbständige Erwerbstä-
tigkeit, noch führe dies automatisch zu Geschäftsvermögen. Immerhin sei die Einzelfirma
D._ bisher nicht im Handelsregister eingetragen gewesen. Eine selbständige Erwerbstätig-
keit sei deshalb nicht leichthin gegeben. Zumindest habe die kantonale Steuerverwaltung bis
jetzt noch nicht Gelegenheit gehabt, dies - auch mangels Unterlagen - vertieft prüfen zu kön-
nen. Zwar dürfe davon ausgegangen werden, dass die Steuerverwaltung bei einer eigenständi-
gen Prüfung der Zugehörigkeit der Liegenschaften zum Privat- oder Geschäftsvermögen pra-
xisgemäss wohl grundsätzlich zum Schluss kommen würde, dass es sich hier um Privatvermö-
gen handle. Da alle übrigen beteiligten Kantone dem Ruling und somit implizit auch einer Quali-
fikation als Geschäftsvermögen zugestimmt hätten sowie aufgrund der Tatsache, dass der Im-
mobilie im Kanton Basel-Landschaft - im Vergleich zum gesamten sich hauptsächlich im Kanton
Zürich befindlichen Immobilienportfolio - nur eine untergeordnete Bedeutung zukomme, mache
es aber wenig Sinn, wenn sich das Nebensteuerdomizil mit der Beurteilung des Hauptsteu-
erdomizils in Widerspruch setze. Dies mithin auch mit Blick auf die Verlegung der AHV-Beiträge
in der interkantonalen Steuerausscheidung.
An der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Anträgen und Vorbringen fest.

Erwägungen:
1.
Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und
Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses
zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 10'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen
und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel-
lenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2.
Vorliegend ist streitig und zu prüfen, ob die Tätigkeit des Rekurrenten als selbständige Erwerbs-
tätigkeit zu qualifizieren ist und folglich die steuerneutrale Umstrukturierung der Einzelfirma des
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Rekurrenten in die C._ AG mit gleichzeitiger Überführung der fraglichen Immobilien per
1. Januar 2017 zulässig ist.
3.
3.1. Vorab stellt sich die Frage, ob der Kanton Basel-Landschaft als Nebensteuerdomizil der
Rekurrenten aufgrund deren hiesigen Grundstücke (vgl. Art. 4 Abs. des Bundesgesetzes über
die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990
[Steuerharmonisierungsgesetz, StHG; SR 642.14]) an die Einschätzung des Kantons Zürich als
Hauptsteuerdomizil der Pflichtigen aufgrund deren Wohnsitz (vgl. Art. 3 Abs. 1 StHG) gebunden
ist. Weder aus dem StHG noch der Verordnung über die Anwendung des Steuerharmonisie-
rungsgesetzes im interkantonalen Verhältnis vom 9. März 2001 (Vo StHG; SR 642.141) ergibt
sich, dass der Kanton Basel-Landschaft an eine Veranlagungsverfügung oder an eine mit
Pflichtigen geschlossene Steuervorbescheid des Kantons Zürich gebunden wäre. Vielmehr darf
und muss der Kanton Basel-Landschaft die Rekurrenten aufgrund des basellandschaftlichen
Steuergesetzes und der dazu entwickelte Lehre und Praxis veranlagen, wobei er sein kantona-
les Verfahrensrecht anzuwenden hat (vgl. Art. 2 Abs. 4 Vo StHG).
3.2. Allerdings ergeben sich aus dem vom Grundsatz von Treu und Glauben abgeleiteten Gebot
der Rechtssicherheit bzw. dem Verbot widersprüchlichen Verhaltens bei der - hier vorliegenden
- Zuteilung alternativer Wirtschaftsgüter zum Geschäfts- oder Privatvermögen gewisse Ein-
schränkungen für die veranlagende Steuerbehörde. Die Steuerbehörde ist bei gleichbleibenden
Verhältnissen an eine über längere Zeit akzeptierte Qualifikation gebunden. Wurde beispielwei-
se ein bestimmtes Vermögensobjekt stets als Geschäftsvermögen behandelt, ist die Steuerbe-
hörde wie auch der Pflichtige an diese Qualifikation gebunden (PETER LOCHER, Kommentar zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer - I. Teil - Art. 1-48 DBG, Basel 2019, Art. 18
N 147; FABIAN AMSCHWAND, Geschäftsvermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, in:
SteuerRevue [StR] 2000, S. 486 mit Hinweisen; RICHNER/FREI/KAUFMANN/ MEUTER, Handkom-
mentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art. 18 N 114). Die Steuerbehörde eines Nebensteuerdo-
mizils ist an den Zuteilungsentscheid der Veranlagungsbehörde eines anderen Kantons wiede-
rum gebunden, wenn dieser auf einer eingehenden Untersuchung beruht (Urteil des Bundesge-
richts [BGer] 2C_41-2016 vom 25. April 2017, insbes. E. 4.3.). Damit bleibt zu prüfen, ob im
vorliegenden Fall der Entscheid des Hauptsteuerdomizils Zürich eine Bindungswirkung für die
Steuerverwaltung Basel-Landschaft entfaltet.
4.
4.1. Die Zuordnung eines Vermögenswerts zum Geschäftsvermögen setzt eine selbständige
Erwerbstätigkeit voraus (Urteil des Bundesgerichts [BGE] 134 V 250 E. 4.2). Während das Pri-
vatvermögen gesetzlich nicht definiert ist und als jenes Vermögen der steuerpflichtigen Person
gilt, das nicht Geschäftsvermögen ist (MARTIN ARNOLD, Geschäfts- und Privatvermögen im
schweizerischen Einkommenssteuerrecht, in: Archiv für schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75
[2006/2007] S. 265-293, S. 271), gelten als Geschäftsvermögen alle Vermögenswerte, die ganz
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oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen oder damit in einem unmittelbaren
Zusammenhang stehen (§ 24 Abs. 1 lit. b StG, Art. 8 Abs. 2 StHG; BGE 120 Ia 349 E. 4c/aa;
BGE 133 II 420 E. 3.2; FINDEISEN/THEILER, in: Nefzger/Simonek/Wenk, [Hrsg.], Kommentar zum
Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, Basel 2004, § 24 N 72).
4.2. Für den Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit kennzeichnend ist die Tätigkeit einer
natürlichen Person, mit der diese auf eigenes Risiko, unter Einsatz der Produktionsfaktoren
Arbeit und Kapital, in einer von ihr frei gewählten Arbeitsorganisation, dauernd oder vorüberge-
hend, haupt- oder nebenberuflich, in jedem Fall aber mit der Absicht der Gewinnerzielung am
Wirtschaftsverkehr teilnimmt (BGE 125 II 113 E. 5b; REICH/VON AH, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.],
Kommentar zum Schweizer Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten
Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 3. Aufl. 2017 Basel, Art. 8 N 13). Untergeordnete
Anhaltspunkte sind etwa die Beschäftigung von Personal, das Ausmass der Investitionen, ein
vielfältiger, wechselnder Kundenstamm und das Vorliegen eigener Geschäftsräumlichkeiten
(BGE 138 II 251 E. 2.4.2). Die Prüfung ist von Fall zu Fall aufgrund einer umfassenden Würdi-
gung der tatsächlichen Umstände vorzunehmen. Die einzelnen Merkmale dürfen dabei nicht
isoliert betrachtet werden und können auch in unterschiedlicher Intensität auftreten (BGE 125 II
113 E. 5b; BGE 138 II 251 E. 2.4.2; REICH/VON AH, a.a.O., Art. 8 N 14).
4.3. Im hier interessierenden Zusammenhang ist auch der gewerbsmässige Liegenschaften-
handel als Sonderform der selbständigen Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen. Die bundes-
gerichtliche Praxis hat hierfür bereichsspezifische Merkmale umschrieben. Solche bestehen im
systematischen bzw. planmässigen Vorgehen, in der Häufigkeit der Transaktionen, der Nähe
des Liegenschaftenhandels zur hauptberuflichen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person, im Ein-
satz spezieller Fachkenntnisse, der Besitzdauer, dem Einsatz erheblichen Fremdkapitals zur
Finanzierung der Transaktionen oder deren Vornahme im Rahmen einer Personengesellschaft
(zum Liegenschaftenhandel, vgl. BGE 125 II 113 E. 6a; Urteile des Bundesgerichts
2C_713/2012 vom 3. März 2013 E. 3.1 und 2C_834/2012 vom 19. April 2013 E. 5.5). Ähnliche,
wenn auch bereichsspezifisch abweichende Merkmale hat das Bundesgericht für den ge-
werbsmässigen Wertschriftenhandel entwickelt (Urteile des Bundesgerichts 2C_868/2008 vom
23. Oktober 2009 E. 3.2 und 2C_115/2012, 2C_116/2012 vom 25. September 2012 E. 2.1.2
und E. 2.2).
4.4. Die Verwaltung des eigenen Vermögens stellt demgegenüber keine selbständige Erwerbs-
tätigkeit dar, wenn sie nicht über die gewöhnliche Verwaltung des Privatvermögens hinausgeht
und ein Gewinn nur in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erlangt wird. Selb-
ständige Erwerbstätigkeit liegt jedoch vor, wenn eine Tätigkeit entfaltet wird, die in ihrer Ge-
samtheit auf Erwerb gerichtet ist (BGE 112 Ib 79 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 2A.66/2002
vom 17. September 2002 E. 2.1 mit Hinweisen auf BGE 122 II 446 E. 3). Ob einfache Vermö-
gensverwaltung oder auf Erwerb gerichtete Tätigkeit vorliegt, ist gemäss bundesgerichtlicher
Praxis immer unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen.
Als Indiz für eine über die blosse Vermögensverwaltung hinausreichende Erwerbstätigkeit fällt
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts etwa die systematische oder planmässige Art
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und Weise des Vorgehens in Betracht, namentlich dass die steuerpflichtige Person aktiv wert-
vermehrend tätig wird, dass sie ein Vermögensobjekt nicht bloss zum Zweck der privaten Ver-
mögensanlage oder in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit, sondern in der
offenkundigen Absicht erwirbt, es möglichst rasch mit Gewinn weiter zu veräussern (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Mai 1970 E. 2b, in: ASA 39 [1970/1971] S. 267 - 276, S. 269; Urteil
des Bundesgerichts vom 17. Februar 1986 E. 2b, in: ASA 56 [1987/1988] S. 366 - 370,
S. 368 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 1988 E. 2, in: ASA 58 [1989/1990]
S. 666 - 670, S. 668 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 1990 E. 5b, in: ASA 59
[1990/1991] 709 - 716, S. 713 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 1992 E. 3a, in: ASA
63 [1994/1995] S. 43 - 49, S. 46 f.; Urteil des Bundesgerichts 2C_819/2011 vom 20. April 2012
E. 3.2) oder dass sie sich bemüht, wie eine haupt- oder nebenberuflich selbständig erwerbstäti-
ge Person die Entwicklung eines Marktes zur Gewinnerzielung auszunützen (BGE 104 Ib 164
E. 1b). Entscheidend für die Annahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit ist somit, ob mit
Gewinnabsicht am Wirtschaftsverkehr teilgenommen wird (Urteil des Bundesgerichts
2C_869/2008 vom 7. April 2009 E. 4.2).
4.5. Die Vermietung eigener Liegenschaften stellt nach bundesgerichtlicher Praxis grundsätzlich
- d.h. bei Nichtliegenschaftshändlern - regelmässig Verwaltung privaten (Anlage-) Vermögens
dar (Urteile des Bundesgerichts 2A.52/2003 vom 23. Januar 2004 E. 2.5 und 2C_475/2008 vom
1. Juli 2009 E. 3.3), weshalb bei der Annahme, die Vermietung eigener Liegenschaften sei Ge-
genstand eines geschäftlichen Betriebes, grösste Zurückhaltung geboten ist (BGE 110 Ib 17 E.
3a). Der Eigentümer, der seine Liegenschaft(en) mit Wohn- oder Geschäftsbauten überbaut,
um aus deren Vermietung einen Ertrag zu erzielen, verwaltet normalerweise privates Vermögen
(Urteil des Bundesgerichts 2A.52/2003 vom 23. Januar 2004 E. 2.5 mit weiteren Hinweisen zur
Vermietung von Wohnblöcken, möblierter Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten). Dagegen
erhält die Vermietertätigkeit dann betrieblichen Charakter, wenn sie die blosse Gebäudeverwal-
tung übersteigt (BGE 110 V 83 E. 5a). Auch bei einer Liegenschaft mit rund 30 Wohnungen
handelt es sich um private Vermögensverwaltung, wenn sich der Eigentümer - ohne Verkaufs-
bemühungen - darauf beschränkt, die Wohnungen zu verwalten, um daraus ein regelmässiges
Einkommen zu erzielen (Urteil des Bundesgerichts 9C_591/2016 vom 21. März 2017 E. 6.1.6
mit Hinweisen auf das Urteil des Bundesgerichts 2A.488/1998 vom 26. Juli 1999 E. 3b). Die
Vermietung eigener Liegenschaften wird auch nicht allein dadurch zu einem Geschäftsbetrieb,
weil das zu verwaltende Vermögen umfangreich ist, so dass der Eigentümer eine kaufmänni-
sche Buchhaltung führt (BGE 110 Ib 17 E. 3a).
4.6. Beim Rekurrenten handelt es sich um einen ausgewiesenen Immobilienfachmann, der sich
über die Jahre hinweg ein beträchtliches Immobilienportfolio in der ganzen Schweiz aufgebaut
hat. Dieses besteht nicht nur aus direkt über die Einzelfirma des Rekurrenten gehaltene Lie-
genschaften, sondern auch aus Beteiligungen an über zehn Immobiliengesellschaften und Im-
mobilienverwaltungsgesellschaften. Der Immobilenbestand wurde regelmässig erweitert, wobei
die Mittel für diesen Aufbau hauptsächlich aus der Vermietung der erworbenen Liegenschaften
stammen. Die buchmässigen Aktiven der Einzelfirma belaufen sich auf rund Fr. 250 Mio., wäh-
rendem diesen Aktiven Hypothekardarlehen in der Höhe von rund Fr. 230 Mio. gegenüberste-
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hen. Die daraus resultierende Fremdfinanzierungsquote von mehr als 90 %, spricht klar für eine
geschäftliche Tätigkeit. Dazu kommt, dass durchaus geschäftliche Aktivitäten ersichtlich sind.
Der Marktauftritt gestaltet sich je nach Branche unterschiedlich, wobei je nach Art der Ge-
schäftstätigkeit und der aktuellen Lage der Auftritt am Markt beispielweise durch Werbung per-
manent erkennbar sein kann oder wie im Falle von Immobiliengesellschaften der Auftritt am
Markt grundsätzlich eingeschränkter erfolgen kann: Diese treten im Absatzbereich meist lokal
dann in Erscheinung, wenn eine Wohnung zu vermieten ist. Daneben können sie auftreten,
wenn Arbeiten für Unterhaltsarbeiten zu vergeben sind oder Personal gesucht wird. Ansonsten
ist ein Marktauftritt bei Immobiliengesellschaften kaum notwendig, da diese in der Regel weder
ein Image- noch ein Produktmarketing benötigen. Damit ist festzuhalten, dass insbesondere der
sehr hohe Grad der Fremdfinanzierung über ein Mass hinausgeht, welches bei einer privaten
Vermögensverwaltung üblich ist. Zudem wurden die Liegenschaften am Hauptsteuerdomizil
Zürich vom Rekurrenten stets als Geschäftsvermögen deklariert und diese Einschätzung wurde
von der Steuerbehörde übernommen. Folglich hat der Rekurrent offenkundig systematisch und
mit der Absicht der Gewinnerzielung An- und Verkäufe von Liegenschaften vorgenommen, so-
dass von einer selbständigen Tätigkeit bzw. vom Vorliegen eines gewerbsmässigeren Liegen-
schaftshandels auszugehen ist. Die vom Hauptsteuerdomizil Zürich vorgenommene Qualifizie-
rung des Rekurrenten als gewerbsmässiger Liegenschaftenhändler stützt sich also auf sachge-
rechte und nachvollziehbare Erwägungen. Damit ist die Veranlagungsbehörde des Nebensteu-
erdomizils Kanton Basel-Landschaft als an den Zuteilungsentscheid des Hauptsteuerdomizils
gebunden zu erachten (vgl. E. 3.2.), weshalb sich an dieser Stelle weitere vertiefende Abklä-
rungen erübrigen.
5.
5.1. Gemäss dem Obenstehenden erweist sich der Rekurs als begründet. In Gutheissung des-
selben ist die Steuerverwaltung anzuweisen, die in Baselland gehaltenen Liegenschaften als
Geschäftsvermögen zu behandeln und entsprechend zu besteuern.
5.2. In der Regel werden die Verfahrenskosten gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des
Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung
(Verwaltungsprozessordnung, VPO; SGS 271) der unterliegenden Partei in angemessenem
Ausmass auferlegt. Zufolge des vollständigen Obsiegens der Rekurrenten sind die Gerichtskos-
ten in Höhe von Fr. 2’000.-- daher der Steuerverwaltung aufzuerlegen. Der bereits bezahlte
Kostenvorschuss in Höhe von Fr 2’000.-- wird den Rekurrenten zurückerstattet.
5.3. Bei Beschwerden in Steuersachen kann gemäss § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO der
ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters eine angemessene Par-
teientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Mit Eingabe vom 28. August
2019 machte der Vertreter der Rekurrenten für die alle Parallelverfahren Staatssteuer 2014 bis
2016 eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 6’144.30 geltend, welche sich aus dem Honorar
von Fr. 5’705.-- plus Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 439.30 zusammensetzte. Diese Berech-
nung kann nicht unbesehen übernommen werden. Die Hälfte der geltend gemachten Bemü-
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hungen des Vertreters betreffen seine Arbeiten im Zusammenhang mit dem Einspracheverfah-
ren bei der Steuerverwaltung und nicht das Rekursverfahren. Entsprechend ist den Rekurrenten
ein um die Hälfte reduziertes Honorar von Fr. 3’072.15 bzw. eine Parteientschädigung von
Fr. 2’852.50 (inkl. MWST von Fr. 219.65.--) zuzusprechen. Da die Aufwendungen des Vertre-
ters für die Verfahren die Staatssteuer 2014 bis 2016 betreffend geltend gemacht werden, ist für
das vorliegende Verfahren ein Drittel davon, d.h. Fr. 1’024.05 (= Fr. 3'072.15 / 3) zuzusprechen.
Über die anderen Anteile der genannten Parteientschädigung wird in den Verfahren betreffend
die Staatssteuer 2014 und 2015 befunden.
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