Decision ID: fc5aba42-3d63-492d-a8c1-fc267309f3f7
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2011 Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision Sachverhaltsveränderungen, die nach der medizinischen Begutachtung und nach der Abklärung an Ort und Stelle, aber vor dem Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten, aber von der IV-Stelle nicht berücksichtigt worden sind, können nicht in einem späteren Rentenrevisionsverfahren Berücksichtigung finden. Eine Korrektur kann nur im Rahmen einer Wiedererwägung/prozessualen Revision der ursprünglichen Rentenverfügung erfolgen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. August 2011, IV 2010/125).
Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2011
Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichter Martin Rutishauser und a.o.
Versicherungsrichter Christian Zingg, Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 15. August 2011
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Romeo Minini, Gotthardstrasse 21, Postfach
1959, 8027 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 8. Juni 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Gemäss den Angaben von Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, litt sie an einem
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom (bei degenerativen Veränderungen,
Pseudospondylolisthesis L5/S1 und medianer Diskushernie L5/S1) und an chronischen
Unterbauchbeschwerden (bei St. n. abdominaler totaler Hysterektomie und
Adnektomie bds., Kolposuspension nach Burch 02/2002, persistierender Urin- und
Stuhlinkontinenz). Als Mitarbeiterin im Reinigungsdienst war die Versicherte seit 1.
Februar 2002 arbeitsunfähig, seit 18. November 2002 zu 50%, wobei die
persistierenden Unterbauchschmerzen und die Stuhl- und Urininkontinenz nach der
Auffassung von Dr. B._ die Hauptursachen waren. Für eine rückenschonende
Tätigkeit mit Wechselbelastung und Gewichtslimite 15 kg konnte die Arbeitsfähigkeit
auf sechs Stunden täglich (60-70%) gesteigert werden (IV-act. 10). Die C._ AG hatte
der Versicherten einen Stundenlohn von Fr. 25.- bezahlt. Der Beschäftigungsgrad hatte
sich auf 50% belaufen (IV-act. 11). Der zuständige Eingliederungsberater der IV-Stelle
hielt am 8. Dezember 2003 fest, die Versicherte sei für eine zweite Arbeitgeberin tätig
gewesen. Dort habe das wöchentliche Arbeitspensum zwölf Stunden betragen, der
Jahreslohn habe sich auf Fr. 14'560.- belaufen. Das habe einem Beschäftigungsgrad
von 30% entsprochen. Insgesamt sei die Versicherte somit zu 80% tätig gewesen (IV-
act. 20). Dr. med. D._, Allgemeine Medizin, berichtete am 23. Dezember 2003, er
habe die folgenden Diagnosen erhoben: Generalisiertes Schmerzsyndrom/
Rückenleiden, diverse Gelenkschmerzen, muskuläre Dysbalance, chronisch
rezidivierende Unterbauchschmerzen/gynäkologische Symptomatologie/St. n.
Hysterektomie, diverse gynäkologische Operationen, letztmals Februar 2002, arterielle
Hypertonie, Asthma bronchiale, Hemithyreoidektomie, Sigmadivertikulose,
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Nierenzysten, Adipositas per magna. Er empfahl einen Arbeitsversuch mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% (IV-act. 23-1 bis 23-4). Die Klinik E._ berichtete am 21.
Januar 2004 über einen stationären Rehabilitationsaufenthalt vom 8. bis 23. Dezember
2003, die Versicherte habe sich zwar motiviert und zunächst auch leistungsbereit,
gleichzeitig aber auch sehr leidend und schmerzgequält und daher selbstlimitierend
gezeigt. Wegen der generalisierten Schmerzen mit Chronifizierung und psychosozialer
Dekompensation wegen Arbeitslosigkeit als Kontextfaktor sei die Versicherte
psychosomatisch abgeklärt worden. Dabei seien chronisch unspezifische
skelettmotorische und chronisch spezifische viszerale Schmerzen in Verbindung mit
verlaufsbestimmenden Kontextfaktoren wie Belastung durch Arbeitsplatzverlust und
drohende finanzielle Not diagnostiziert worden. Auf eine depressive
Schmerzbehandlung sei wegen der nicht vorhandenen Schlafstörung verzichtet
worden. Abschliessend gaben die Ärzte der Klinik E._ ab Dezember 2003 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit, aber Januar 2004 eine Arbeitsfähigkeit von 50% für
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung an (IV-act. 24-3 bis 24-5).
Am 7. Dezember 2004 berichtete Dr. D._, seit dem 5. November 2004 sei die
Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Diese Verschlechterung sei auf eine Veränderung
an den Nieren und den Harnwegen zurückzuführen (IV-act. 36). Das Interdisziplinäre
Zentrum für Schlafmedizin des Kantonsspitals hatte dem Hausarzt am 19. Oktober
2004 berichtet, bei der Versicherten liege eine Schlafstörung im Rahmen einer
erheblichen depressiven Störung vor. Bei schon früher bestehenden
psychosomatischen Beschwerden habe sich diese erhebliche depressive Störung
eingestellt. Die Versicherte sei bei Dr. med. F._ in Behandlung. Die Klinik für Urologie
des Kantonsspitals St. Gallen hatte die Versicherte am 9. November und 2. Dezember
2004 wegen einer Nierenzyste operiert. Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, berichtete am 31. Dezember 2004, die Versicherte leide an einer rezidivierenden
depressiven Störung, leichte bis gelegentlich mittelgradige Episode mit somatischen
Symptomen (ICD-10 F33.1). Vom psychischen Zustand her lasse sich höchstens eine
50%ige Erwerbstätigkeit (zweimal zwei Stunden täglich) realisieren (IV-act. 40).
A.b Anlässlich einer Abklärung im Haushalt (IV-act. 41) gab die Versicherte gemäss
dem entsprechenden Bericht vom 12. Januar 2005 an, die Inkontinenz sei nach einer
Operation verschwunden. Sie leide aber an starken Bauch- und Rückenschmerzen.
Aus finanziellen Gründen würde sie weiterhin zu 80% arbeiten. Sie und ihr Ehemann
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suchten aus finanziellen Gründen eine kleinere Wohnung. Die Abklärungsperson nahm
für die Haushaltführung (3,2%) keine Arbeitsunfähigkeit an. Für die Ernährung (57,92%)
ging sie von einer Einschränkung von 25% aus, weil die Versicherte angegeben habe,
sie brauche um die Hälfte mehr Zeit als früher. Die anteilige Invalidität belaufe sich
demnach auf 14,48%. Bei der Wohnungspflege (11,73%) nahm die Abklärungsperson
eine Einschränkung von 70% an, obwohl sie gleichzeitig festhielt, beim Beziehen der
Betten helfe der Ehemann, das Staubsaugen, die Bodenpflege und das Fensterputzen
übernehme die Tochter. Die anteilige Invalidität machte 8,21% aus. Auch beim
Einkaufen und den weiteren Besorgungen (10,91%) bezifferte die Abklärungsperson
die Arbeitsunfähigkeit mit 70%, obwohl sie wieder angab, die entsprechenden Arbeiten
würden vom Ehemann und der Tochter erledigt. Die anteilige Invalidität betrug 7,35%.
Bei der Wäsche und der Kleiderpflege (12,8%) nahm die Abklärungsperson eine
Arbeitsunfähigkeit von 30% an, da die Versicherte verlangsamt sei. Es resultiere eine
anteilige Invalidität von 3,84%. Bei der Position Verschiedenes (3,84%) ermittelte die
Abklärungsperson eine anteilige Invalidität von 1,15%. Die Invalidität im Haushalt
machte insgesamt 35,03% aus, wovon aufgrund des Anteils der Haushaltarbeit von
einem Fünftel 7% anzurechnen waren. Wohl aufgrund eines Rechnungsfehlers gab die
Abklärungsperson in ihrem Bericht nur eine anteilige Invalidität im Haushalt von 6,1%
an.
A.c Die IV-Stelle gab eine medizinische Abklärung in Auftrag. Das Ärztliche
Begutachtungsinstitut ABI in Basel berichtete in seinem Gutachten vom 28. Februar
2006, die Versicherte sei geschieden, lebe allein und werde von den Töchtern
unterstützt. Die rheumatologische Anamneseerhebung und der Status hätten bei sehr
guter Compliance durchgeführt werden können. Die Wirbelsäulenuntersuchung habe
eine objektivierbare, segmentale Dysfunktion in den Segmenten L4/5 und L5/S1
gezeigt. Die Inklinationsfähigkeit sei aber gut gewesen. Die weiteren
Wirbelsäulenabschnitte seien altersentsprechend frei beweglich gewesen. Der gesamte
periphere Gelenkstatus sei unauffällig gewesen mit Ausnahme einer periartikulären
Weichteilschwellung mit lokaler Druckdolenz auf der Höhe der OSG ohne eindeutige
Hinweise auf eine intraartikuläre Ergussbildung. Auch der gesamte neurologische
Status sei unauffällig gewesen. Imponierend habe eine Adipositas per magna mit
allgemeiner Haltungsinsuffizienz und deutlicher muskulärer Dekonditionierung
bestanden. Aus rheumatologischer Sicht liege eine Arbeitsfähigkeit von 50% für leichte
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bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten vor. Die Versicherte
müsse dabei die Arbeitsplatzposition nach Gutdünken wechseln können. Das repetitive
Heben und Tragen von schweren Lasten über 15 kg sei zu vermeiden, ebenso das
Zurücklegen längerer Gehstrecken oder das Treppensteigen. Der psychiatrische
Sachverständige berichtete, die von ihrem Ehemann verlassene Versicherte lebe allein
in einer Zweizimmerwohnung. Die Beziehung zur älteren Tochter sei eher gespannt. Die
Versicherte unterhalte zahlreiche Kontakte zu Kolleginnen, auch wenn sie diese
Kontakte etwas reduziert habe. Psychopathologische Symptome hätten nicht
festgestellt werden können. Die in den Akten erwähnten depressiven Verstimmungen
seien zur Zeit remittiert. Die Versicherte leide zwar unter Schlafstörungen, diese hingen
aber mit dem unregelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus zusammen. Die Versicherte
leide nicht unter Antriebsstörungen, Konzentrationsstörungen, depressiven
Verstimmungen oder einem ausgeprägten sozialen Rückzug. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte sei durch die
zahlreichen körperlichen Krankheiten belastet, habe die Trennung vom Ehemann noch
nicht verarbeitet und leide unter der sozialen Isolierung. Das Antidepressivum werde
nur unregelmässig eingenommen. Demnach schätze sich die Versicherte wohl selbst
nicht als depressiv ein. Die Gesamtdiagnose lautete: Chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (radiomorphologisch mediane Diskushernie
L5/S1 bei Verkalkung ohne Neurokompression sowie Spondylarthrosen von L2 bis S1,
deutliche muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz mit Abschwächung der
abdominellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen) und - ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert,
metabolisches Syndrom, chronische rezidivierende Unterbauchbeschwerden bei St. n.
Hysterektomie, St. n. Verödung einer parapelvinen Nierenzyste links, anamnestisch
allergisches Asthma bronchiale und St. n. Hemithyreoidektomie rechts. Zur
Arbeitsfähigkeit hielten die Sachverständigen gestützt auf das Ergebnis eines
multidisziplinären Konsensus fest, körperlich leichte bis selten mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben, Stossen und Ziehen von Lasten über 5 bis
10 kg, ohne Einnahme von Zwangshaltungen und Torsionsbelastungen der Wirbelsäule
seien zu mindestens 50% zumutbar. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von
30%. Bei der Versicherten bestehe eine ausgeprägte Krankheits- und
Behinderungsüberzeugung, was aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe.
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A.d Die IV-Stelle ermittelte einen Invaliditätsgrad im Erwerb von 50%, indem sie dem
Valideneinkommen als Raumpflegerin die Hälfte dieses Einkommens als zumutbares
Invalideneinkommen gegenüberstellte. Da die Erwerbsquote 80% betrug, rechnete sie
40% als anteilige Invalidität an. Dazu addierte sie eine anteilige Invalidität im Haushalt
von 6,1%. Korrekt wären 7% gewesen (IV-act. 57). Mit einer Verfügung vom 12.
Oktober 2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten auf der Grundlage eines
Invaliditätsgrades von 46% eine Viertelsrente zu (IV-act. 68).
B. Die Versicherte teilte der IV-Stelle am 14. März 2008 mit, dass es ihr nicht gut
gehe. Sie bitte deshalb um ein Formular für die Revision (IV-act. 73). Statt das
Revisionsformular auszufüllen, reichte die Versicherte offenbar eine Reihe von
Arztberichten ein (IV-act. 75). Dr. med. G._ vom RAD hielt gestützt auf diese Berichte
am 27. Juni 2008 fest (IV-act. 76), gastroenterologisch sei ein Sphincter-Schrittmacher
(Neurostimulator) eingelegt worden. Das Resultat sei gut, die Stuhlinkontinenz
behoben. In bezug auf das generalisierte Schmerzsyndrom/Rückenleiden hätten die
rheumatologischen und die neurochirurgischen Abklärungen die bekannten Diagnosen
ergeben. Rheumatologisch sei die Arbeitsfähigkeit adaptiert auf 50% geschätzt
worden. Pneumologisch sei das bekannte Asthma bronchiale bei marginal
eingeschränkten Lungenfunktionswerten bestätigt worden. Der Facharzt habe das
ungenügende therapeutische Ansprechen mit einer funktionellen Überlagerung erklärt.
Angiologisch seien keine klinisch relevanten Varizen festgestellt worden.
Zusammenfassend hielt Dr. G._ fest, es gebe keine Hinweise auf eine
arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung. Im Gegenteil habe die Stuhlinkontinenz
behoben werden können, was sich allerdings nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke.
Mit einem an den früheren Rechtsvertreter der Versicherten gerichteten Vorbescheid
vom 26. September 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie
beabsichtige, das Revisionsbegehren abzuweisen (IV-act. 82). Am 11. November 2008
erging die entsprechende Abweisungsverfügung. Auch sie war an den früheren
Rechtsvertreter der Versicherten adressiert (IV-act. 86). Dieser teilte der IV-Stelle am
12. November 2008 telephonisch mit, dass er die Versicherte nicht mehr vertrete (IV-
act. 87). Am 14. November 2008 teilte er ergänzend mit, dass er den Vorbescheid an
die Versicherte weitergeleitet habe (IV-act. 88). Die IV-Stelle gewährte dem neuen
Rechtsvertreter der Versicherten am 17. November 2008 eine Nachfrist für die
Stellungnahme zum Vorbescheid (IV-act. 90). Dr. med. H._, Psychiatrie und
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Psychotherapie FMH, berichtete am 5./14. November 2008, sie behandle die
Versicherte seit dem 28. Juli 2008 (IV-act. 91). Der frühere Rechtsvertreter der
Versicherten retournierte am 12./17. November 2008 die Verfügung vom 11. November
2008 (IV-act. 92). Die Versicherte teilte der IV-Stelle am 14./19. November 2008 den
Namen ihres neuen Rechtsvertreters mit (IV-act. 93). Dieser neue Rechtsvertreter nahm
am 14. Januar 2009 für die Versicherte Stellung zum Vorbescheid. Er machte geltend,
gemäss den Angaben von Dr. med. I._ leide die Versicherte an einer extremen
Depression. Die Versicherte sei bei Dr. med. F._ in Behandlung. Da klare Hinweise
auf eine Verstärkung der Depression bestünden, sei bei Dr. F._ ein Arztbericht
einzuholen. Auch bei Dr. H._ und J._, Psychologin, seien Berichte anzufordern. Der
RAD habe sich nämlich am 7. Juni 2008 nicht zum psychiatrischen Befund geäussert.
Ohne die Einholung von Arztberichten sei der Sachverhalt nicht rechtsgenüglich
abgeklärt. Die Arbeitsunfähigkeit betrage offensichtlich mehr als 50%. Bei der
Bemessung des Invaliditätsgrades müsse ein "Leidensabzug" von 15% vorgenommen
werden (IV-act. 95). Der Rechtsvertreter der Versicherten reichte am 4. Februar 2009
(IV-act. 99) einen Bericht von Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeine Medizin, St.
Gallen, vom 27. Januar 2009 und ein Überweisungszeugnis von Dr. H._ vom 4.
Februar 2009 an die Klinik L._ ein. Dr. K._ hatte angegeben, er habe folgende
Diagnosen erhoben: Stuhlinkontinenz, lumbale Diskushernie, Adipositas, arterielle
Hypertonie und Depression. Er führte weiter aus, die Arbeitsfähigkeit sei stark
eingeschränkt. Die Versicherte werde wegen eines Magenbypasses abgeklärt. Die
Rückenschmerzen würden neurochirurgisch behandelt (IV-act. 100). In einem Bericht
vom 3. Februar 2009 (IV-act. 101) hatte Dr. H._ die Diagnose einer schizodepressiven
Störung angegeben. Sie hatte dazu ausgeführt, die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten
betrage 50-75%. Die genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sollte in einem
teilgeschützten Rahmen über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen. Die
Veränderung gegenüber Februar 2006 bestehe in einer zunehmenden ängstlich-
depressiven Entwicklung mit psychotischer Symptomatik. Dr. G._ vom RAD hielt am
2. Juni 2009 fest, mit den beigebrachten Akten sei eine Verschlechterung gemäss Art.
87 Abs. 3 IVV plausibel. Er schlug vor, bei der Klinik L._ und bei Dr. H._ Berichte
einzuholen und eine ABI-Verlaufsbegutachtung zu veranlassen (IV-act. 102).
C.
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C.a Dr. H._ gab in ihrem Bericht vom 8. Juni 2009 (IV-act. 106) an, es bestehe eine
schizoaffektive Störung vom depressiven Typ (ICD-10 F 25.1). Körperlich leichte
Arbeiten in stressfreier Umgebung seien während ca. vier Stunden täglich möglich.
Dr. H._ legte den Austrittsbericht der Klinik L._ vom 4. Mai 2009 bei. Laut diesem
Bericht hatte die Versicherte angegeben, sie empfinde es als besonders belastend,
dass sie Albträume habe, in denen Schlangen durch das Schlafzimmerfenster herein
und in ihr Bett kämen. Sie müsse deshalb wiederholt nachts aufstehen und sich
überzeugen, dass keine Schlangen vorhanden seien. Die Ärzte hatten in diesem Bericht
weiter ausgeführt, die Versicherte benötige ein hochpotentes Neuroleptikum wegen
dieser äusserst intensiven Albträume und der Unfähigkeit, die geträumten Schlangen
entsprechend der Jahreszeit und der Örtlichkeit dem Irrealen zuzuordnen. Das
verabreichte Medikament habe die Intensität der Albträume reduziert, ohne die
Versicherte allzu stark zu sedieren, so dass mit einer guten Compliance zu rechnen sei.
Die Stuhlinkontinenz sei gut kompensiert gewesen mit Ausnahme jener Situationen, in
denen die Versicherte anstrengende Übungen habe durchführen müssen. Die
neuroleptische Medikation müsste allenfalls noch besser ausgebaut werden. Die Klinik
L._ berichtete der IV-Stelle am 23. Juni 2009 (IV-act. 107), die Versicherte leide an
einer schizoaffektiven Störung, depressiver Typ, einhergehend mit ausgeprägter
psychophysischer Erschöpfung. Durch die Behandlung habe sich der psychische
Zustand leicht gebessert, aber eine Verbesserung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
sei nicht erzielt worden. Eine solche Verbesserung sei auch für die Zukunft nicht mehr
zu erwarten. Am 8. Juli 2009 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 11. November
2008 (IV-act. 109).
C.b Das Ärztliche Begutachtungsinstitut ABI in Basel berichtete in seinem Gutachten
vom 3. November 2009 (IV-act. 114), bei der psychiatrischen Abklärung habe die
Versicherte angegeben, wenn sie im Bett liege und die Augen schliesse, sehe sie
Schlangen zum Fenster herein kriechen. Sie stehe dann auf, schliesse das Fenster,
lasse den Rollladen herunter und setze sich in die Stube, um fern zu sehen und etwas
zu essen. Danach könne sie wieder einschlafen. Sie sei oft nervös, aggressiv und
gereizt. Sie vertrage kaum etwas, weder sich selber noch andere Menschen. Auch das
Alleinsein mache ihr zu schaffen. Sie habe oft den Gedanken, das Leben zu beenden.
Sie sehe ihre jüngere Tochter etwa drei- bis viermal pro Woche. Öfters besuche sie
auch die ältere Tochter mit den Enkeln, die in Serbien lebten. Eigentlich sei ihr nichts
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mehr möglich. Sie könne weder gehen noch sitzen. Sie habe dreimal versucht, sich das
Leben zu nehmen. Beim ersten Mal sei jemand hinzugekommen. Beim zweiten Mal
habe sie versucht, sich im Bett mit dem Schal zu erdrosseln. Weil es weh getan habe,
habe sie es auf den nächsten Tag verschoben. Beim dritten Mal habe sie einen Liter
Schnaps getrunken. Sie stehe jeweils zwischen 06:30 und 07:00 Uhr auf, nehme ein
Bad und frühstücke. Dann räume sie auf, mache das Bett und gehe einkaufen. Zwei-
bis dreimal am Tag mache sie gymnastische Übungen. Jeden zweiten Tag suche sie
die Physiotherapie auf. Ihre Tochter helfe beim Putzen und mache die Küche.
Nachmittags lege sie sich hin und schaue fern. Nach dem Abendessen gehe sie
spazieren. Samstags besuche sie ihre Tochter. Montags erledige sie mit der Tochter
den Grosseinkauf. Zur Untersuchung sei sie allein mit dem Zug und dem Taxi
angereist. Abgesehen von der Verwandtschaft habe sie Kontakt zu ihrer früheren
Arbeitgeberin. Im September 2009 habe sie in Serbien Ferien gemacht. Sie sei mit dem
Flugzeug gereist. Der psychiatrische Sachverständige des ABI berichtete weiter, die
Versicherte sei bei klarem Bewusstsein, zeitlich, örtlich und autopsychisch voll
orientiert gewesen. Ihr Gedankengang habe sich formal geordnet und inhaltlich
unauffällig entfaltet. Hinweise für ein psychotisches Geschehen hätten nicht
beobachtet werden können. Insbesondere hätten Wahnideen, Halluzinationen und eine
Ich-Störung ausgeschlossen werden können. Wahrnehmung, Auffassung und
Gedächtnis hätten klinisch nicht beeinträchtigt geschienen. Die komplexen Ich-
Funktionen wie Realitätsprüfung, Beziehungsfähigkeit, Impulskontrolle, Urteilsfähigkeit
und Willensbildung seien intakt gewesen. Die Versicherte sei in der Lage gewesen, die
Konzentration und die Aufmerksamkeit während der gesamten Untersuchungsdauer
aufrecht zu erhalten. Die Versicherte habe die Untersuchung von einer Stunde Dauer
ohne Anzeichen eines Unwohlseins in sitzender Position verbracht. Im Affekt habe sich
die Versicherte wechselhaft präsentiert. Sie habe geschwankt zwischen leichtgradigen
depressiven Stimmungen und fast gehobenen Stimmungen mit Spasshaftigkeit. Als
man über die Tennisübertragungen im Fernsehen gesprochen habe, sei die Versicherte
richtiggehend ins Schwärmen geraten. Aufgefallen sei eine betont überzeichnende, ja
geradezu dramatisierende Art der Symptomschilderung. Der affektive Rapport sei
solide, die Affektmodulation in vollem Umfang vorhanden gewesen. Aktuelle
Suizidgedanken seien nicht genannt worden. Mimik und Gestik seien unauffällig
gewesen. Die Versicherte habe sich freundlich und kooperativ verhalten. In seiner
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Beurteilung führte der psychiatrische Sachverständige aus, es könnten zwei
Krankheitsbilder unterschieden werden: Zum einen bestehe eine Instabilität der
Stimmung mit leichten depressiven Schwankungen, aber auch gehobenen Momenten.
Diese Stimmungsschwankungen seien aber nicht dermassen nachhaltig und
schwerwiegend, dass eine affektive bipolare Störung diagnostiziert werden könnte. Es
handle sich vielmehr um eine Zyklothymie. Zum anderen sei eine betont
überzeichnende theatralische Symptomschilderung zu beobachten gewesen. Die
Affektivität der Versicherten sei oberflächlich, schnell vorübergehend und kurzfristig
gewesen. Daher könne zusätzlich die Diagnose histrionischer Persönlichkeitszüge
gestellt werden. Die Serummessungen der verordneten Psychopharmaka hätten
allesamt Werte unterhalb des therapeutischen Bereichs gezeigt. Deshalb sei davon
auszugehen, dass die Versicherte die Medikamente nur unregelmässig einnehme, was
Rückschlüsse auf den subjektiven Leidensdruck zulasse. Die Zyklothymie und die
histrionischen Persönlichkeitszüge seien zwar psychiatrische Diagnosen von
Krankheitswert, schränkten aber die Arbeitsfähigkeit nicht nachhaltig ein. Mit einer
entsprechenden Willensanstrengung könne der Versicherten ein volles Pensum
zugemutet werden. Die von Dr. H._ gestellte Diagnose einer schizodepressiven
Störung könne nicht bestätigt werden. Effektiv psychotische Elemente lägen nicht vor.
Dass die Versicherte gelegentlich Schlangen in das Zimmer kriechen sehe, sei eine
optische Sinnestäuschung. Die wenig gereifte Persönlichkeit fühle sich durch die
Anforderungen des Lebens überfordert, welche wie Schlangen über sie herfielen. Eine
Wahnbildung sei jedoch nicht vorhanden.
C.c Der orthopädische Sachverständige des ABI hielt fest, das Gangbild auf der
Treppe und auf ebenem Terrain sei zwar verlangsamt, aber mitsamt den geprüften
Varianten unauffällig gewesen. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich
thorakolumbal eine mässige Bewegungseinschränkung gezeigt. Die explizite Prüfung
der Kopfrotation sei vermindert, in abgelenkter Situation aber frei bis in die Endstellung
möglich gewesen. An den oberen und den unteren Extremitäten habe eine freie
Beweglichkeit bei guter Kraftentfaltung bestanden. Die gesamte Untersuchung im
Sitzen, Stehen und Gehen sowie auf der Untersuchungsliege sei von einer
unaufhörlichen Schmerzäusserung, weitestgehend unabhängig von der gerade
durchgeführten Prüfung, begleitet gewesen. Die Versicherte habe diffuse Schmerzen
an Stamm und Extremitäten angegeben. Ausserdem habe eine äusserst diffuse
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Druckdolenz praktisch der gesamten Körperoberfläche bestanden. Vier von fünf
Waddellzeichen seien positiv gewesen. Auf neurologischer Ebene hätten sich keine
Hinweise auf eine Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems ergeben. Eine
spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren peripheren Nervs
hätten klinisch weitgehend ausgeschlossen werden können. Auf radiologischer Ebene
hätten mässige degenerative Veränderungen an der unteren LWS samt
Osteochondrose des lumbosakralen Übergangs bestanden, aber eine
Neurokompression sei myelographisch ausgeschlossen worden. Die Befunde an
Händen, Füssen, linker Schulter, Knie-, Spring-, Hüft- und Iliosakralgelenken seien
altersentsprechend regelrecht gewesen. An den Fersen seien dorsal und plantar
Spornbildungen festzustellen gewesen. Wegen der äusserst diffusen
Schmerzsymptomatik und den klinisch weitgehend blanden Befunden sei auf die
Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet worden. Zusammenfassend stellte der
orthopädische Sachverständige fest, die angegebenen diffusen Schmerzen könnten
durch die objektivierbaren Befunde und durch die vorliegenden Bilddokumente nicht
begründet werden. Auch die unablässigen Schmerzäusserungen während der
gesamten körperlichen Untersuchung seien ein deutlicher Hinweis auf eine
nichtorganische Komponente der Schmerzen. Die im Bereich der unteren LWS
bestehenden mässiggradigen degenerativen Veränderungen und die Spornbildungen
an den Fersen könnten bei körperlich hohen Belastungen zu Beschwerden führen. In
den übrigen Abschnitten des Bewegungsapparates seien die Schmerzen nicht geklärt.
Ebensowenig geklärt sei der Umstand, dass es trotz langdauernder körperlicher
Schonung und wiederholter konservativer Therapiemassnahmen nicht zu einer
deutlichen Schmerzreduktion gekommen sei. Insgesamt bestünden massive Anzeichen
für eine Ausweitung der Schmerzproblematik. Aus orthopädischer Sicht sei die
Versicherte zu 50% arbeitsfähig (ganztägiges Pensum mit um 50% reduzierter Leistung
aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs).
C.d Die Gesamtdiagnose lautete: Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
ohne radikuläre Ausfälle (kleine mediane Diskusprotrusion und hochgradige
Osteochondrose LWK5/SWK1 ohne Neurokompression, anamnestisch kein
Ansprechen auf wiederholte Infiltration) sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit -
Zyklothymie (ICD-10 F34.0), akzentuierte histrionische Persönlichkeitszüge,
metabolisches Syndrom (Adipositas per magna, behandelte arterielle Hypertonie,
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behandelte Dyslipidämie, grenzwertiger HbA1c-Wert mit 6,3%), Verdacht auf
Medikamenten-Malcompliance, substituierte Hypothyreose (bei St. n.
Hemithyreoidektomie rechts 4/1997 bei Struma nodosa rechts), anamnestisch Asthma
bronchiale, grenzwertige obstruktive Schlafapnoe (habituelle Ronchopathie, CPAP-Trial
3/09, Abbruch bei Intoleranz), chronisches unspezifisches multilokuläres
Schmerzsyndrom, anamnestisch Stuhl- und Urininkontinenz unklarer Aetiologie (St. n.
Hysterektomie, Kolpussuspension und Blasensuspension 2/01, St. n. Rezidivoperation,
St. n. Implantation eines sakralen Neurostimulators 2/08, postoperativ deutliche
Besserung der Symptomatik, St. n. Revision und Refixation des Neurostimulators im
7/08). Die Konsensbesprechung ergab eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (ganztägig
umgesetzt). Für den Haushalt gingen die Sachverständigen von einer
Arbeitsunfähigkeit von 30% aus.
D. Mit einem Vorbescheid vom 4. Januar 2010 teilte die IV-Stelle dem
Rechtsvertreter der Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Revisionsbegehren
abzuweisen. Der Invaliditätsgrad betrage nämlich nach wie vor 46% (IV-act. 119). Die
Versicherte liess am 3. Februar 2010 einwenden (IV-act. 120), der Anteil der
Haushaltarbeit sei auf 10% bis maximal 15% herabzusetzen. Seit der letzten
Beurteilung sei sie nämlich in eine kleinere Wohnung umgezogen und sie lebe allein.
Der Ehemann stehe nicht mehr für Hilfeleistungen im Haushalt zur Verfügung. Deshalb
müsse eine neue Bewertung des Invaliditätsgrades im Haushalt erfolgen. Dieser
Invaliditätsgrad werde höher ausfallen. Medizinisch seien neue Abklärungen notwendig,
um die Abweichungen zwischen den Ergebnissen der verschiedenen medizinischen
Gutachten zu validieren. Es sei zu Unrecht kein "Leidensabzug" vorgenommen worden.
Mit einer Verfügung vom 18. Februar 2010 wies die IV-Stelle das Revisionsgesuch ab
(IV-act. 122). Zur Begründung brachte die IV-Stelle insbesondere vor, der
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit hätten sich nicht verändert. Deshalb seien
weder eine Abklärung an Ort und Stelle noch ein Einkommensvergleich angezeigt.
E. A._ liess am 22. März 2010 Beschwerde erheben und die Zusprache einer
erhöhten Invalidenrente und die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen zur
Feststellung des massgeblichen Invaliditätsgrades beantragen (act. G1). Zur
Begründung führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin insbesondere aus, der
Anteil der Hausfrauentätigkeit sei neu festzusetzen. Der Anteil betrage noch 10%,
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maximal 15%. Seit dem 16. November 2004 habe sich einiges geändert, namentlich
lebe die Beschwerdeführerin heute allein. Da der Ehemann nicht mehr helfe, sei die
Einschränkung im Haushalt höher. Das Ergebnis des Einkommensvergleichs sei nicht
nachvollziehbar. In medizinischer Hinsicht seien weitere Abklärungen notwendig, weil
zum Teil divergierende Aussagen vorlägen. Dr. H._ habe eine Arbeitsunfähigkeit von
50-75% angegeben. Die Klinik L._ sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in
der Wirtschaft ausgegangen. Die Diagnosen wichen voneinander ab. Dies zwinge zu
weiteren Abklärungen. Angesichts des Gesundheitszustands sei die vom ABI
festgestellte Arbeitsfähigkeit von 50% zu hoch. Zudem müsste beim
Einkommensvergleich ein "Leidensabzug" erfolgen. Abschliessend ersuchte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin um die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung, was ihm am 21. Mai 2010 bewilligt wurde (act. G8).
F. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. Mai 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G6). Sie machte zur Begründung insbesondere geltend, die Berichte
von Dr. H._ und der Klinik L._ hätten den Sachverständigen des ABI vorgelegen.
Diese hätten dazu Stellung genommen. Die entsprechenden Einwände der
Beschwerdeführerin vermöchten keine Zweifel an der Richtigkeit der Angaben der
Sachverständigen des ABI zu wecken oder diese Angaben gar zu widerlegen. Die
Beschwerdeführerin sei in einer adaptierten Tätigkeit weiterhin zu 50% arbeitsfähig. Die
Erhöhung der Erwerbsquote könne nicht allein aufgrund des Umstands erfolgen, dass
die Beschwerdeführerin allein wohne. Die Invalidität im Haushalt sei nicht angestiegen,
denn die Sachverständigen des ABI hätten eine unveränderte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 30% angegeben.
G. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wandte am 8. Juni 2010 (act. G9)
ein, die Verhältnisse hätten sich seit der letzten Rentenberechnung verändert, weshalb
eine Überprüfung der aktuellen Faktoren unumgänglich sei. Der Erwerbsanteil sei heute
höher. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Position, dass keine weiteren medizinischen
Abklärungen notwendig seien, nicht rechtfertigen können. Auf die Frage nach einem
"Leidensabzug" sei die Beschwerdegegnerin gar nicht eingegangen.
H. Die Beschwerdegegnerin hielt am 18. Juni 2010 an ihrem Abweisungsantrag fest
(act. G11).
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Erwägungen:
1. Die Beschwerdeführerin hat am 11. Februar/14. März 2008 persönlich ein
Revisionsbegehren gestellt (vgl. IV-act. 73). Am 29. Juli 2008 hat Rechtsanwalt Z._ im
Auftrag der Beschwerdeführerin um die Zustellung der IV- und der EL-Akten ersucht
(vgl. IV-act. 77). Die Beschwerdegegnerin hat am 26. September 2008 einen ersten
Vorbescheid trotz der Mitteilung von Rechtsanwalt Z._ vom 29. Juli 2008 nicht
diesem, sondern einem früheren Rechtsvertreter zugestellt (vgl. IV-act. 81). Dieser
frühere Rechtsvertreter hat die Beschwerdegegnerin auf ihren Fehler aufmerksam
gemacht und er hat die Verfügung retourniert (vgl. IV-act. 92). Zwei Tage später hat er
mitgeteilt, dass er den Vorbescheid an die Beschwerdeführerin weitergeleitet habe (vgl.
IV-act. 88). Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin Rechtsanwalt Z._ eine "Nachfrist"
zur Stellungnahme zum Vorbescheid eingeräumt (vgl. IV-act. 90). Schliesslich hat sie
Rechtsanwalt Z._ am 8. Juli 2009 eine Verfügung zugestellt, mit der sie die
Verfügung vom 11. November 2008 "widerrufen" hat. Die Verfügung vom 11.
November 2008, mit der die Beschwerdegegnerin das Revisionsbegehren erstmals hat
abweisen wollen, ist nicht etwa dem früheren Rechtsvertreter eröffnet worden, weil für
die Beschwerdegegnerin der Anschein bestanden hätte, jenes Vertretungsverhältnis
dauere immer noch an, denn Rechtsanwalt Z._ hatte ja vorgängig mitgeteilt, dass er
jetzt die Beschwerdeführerin vertrete. Die Verfügung vom 11. November 2008 ist also
aufgrund eines der Beschwerdegegnerin allein anzulastenden Versehens einer Person
zugestellt worden, die mit der Beschwerdeführerin als Verfügungsadressatin in keiner
Verbindung mehr gestanden hat. Zu prüfen ist, ob mit dieser Zustellung an eine
unbeteiligte Person eine Beschwerdefrist zu laufen begonnen habe, die dann unbenützt
abgelaufen wäre, womit die Verfügung vom 11. November 2008 in formelle Rechtskraft
erwachsen wäre. Die Beschwerdegegnerin scheint von dieser Situation ausgegangen
zu sein, denn sie hat einen Widerrufsbedarf (eigentlich einen Wiedererwägungsbedarf
nach Art. 53 Abs. 2 ATSG) angenommen. Da der frühere Rechtsvertreter nicht mehr
mandatiert gewesen ist und da die Beschwerdeführerin von der Zustellung der
Verfügung vom 11. November 2008 an ihn keine Kenntnis erhalten hat, kann diese
Verfügung keine Eröffnungswirkung gehabt haben, d.h. die Beschwerdefrist kann nicht
zu laufen begonnen haben. Die Verfügung vom 11. November 2008 ist deshalb nicht in
formelle Rechtskraft erwachsen. Sie liegt zwar in den Akten der Beschwerdegegnerin,
aber es handelt sich nur der äusseren Form nach um eine Verfügung, d.h. materiell liegt
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eine nichtige Verfügung vor. Eine nichtige Verfügung kann nicht wiedererwogen
werden. Damit ist auch die "Widerrufsverfügung" vom 8. Juli 2009 nichtig. Die
Beschwerdegegnerin hat also am 18. Februar 2010 erstmals über das
Revisionsbegehren der Beschwerdeführerin verfügt, so dass weder die
Voraussetzungen der prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) noch die diejenigen
der Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) erfüllt sein müssen.
2. In einem Rentenrevisionsgesuch ist glaubhaft zu machen, dass sich der
Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe (Art. 87
Abs. 3 IVV). Dieser Bestimmung fehlt die Rechtsfolgeanordnung: Gelingt die
Glaubhaftmachung, ist auf das Revisionsbegehren einzutreten, d.h. es ist ein
Verwaltungsverfahren zur Prüfung der Revisionsvoraussetzungen nach Art. 17 Abs. 1
ATSG durchzuführen. Misslingt die Glaubhaftmachung, ist das Rentenrevisionsgesuch
durch eine Nichteintretensverfügung zu erledigen. Wie Dr. G._ vom RAD am 27. Juni
2008 (vgl. IV-act. 76-2) zu Recht festgestellt hat, sind die von der Beschwerdeführerin
nach der entsprechenden Aufforderung vom 20. März 2008 (vgl. IV-act. 74)
eingereichten Arztberichte nicht geeignet gewesen, eine erhebliche nachträgliche
Veränderung des massgebenden Sachverhalts als glaubhaft erscheinen zu lassen. Erst
mit dem Bericht von Dr. H._ vom 3. Februar 2009, in dem eine neue,
schwerwiegende Diagnose (schizodepressive Störung) mit einer entsprechenden
hohen Arbeitsunfähigkeit (50-75%) angegeben worden ist (vgl. IV-act. 101-3), hat die
Beschwerdeführerin eine relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft machen
können, wie Dr. G._ am 2. Juni 2009 festgestellt hat (vgl. IV-act. 102-2). Dass diese
Glaubhaftmachung erst im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens als Reaktion auf eine
angedrohte Abweisung des Rentenrevisionsbegehrens (richtig wäre die Androhung
eines Nichteintretens gewesen) erfolgt ist, schadet nicht, da das
Vorbescheidsverfahren als formalisierte Gehörsgewährung auch dazu da ist, der
versicherten Person die Möglichkeit zu geben, die Akten zu ergänzen und damit den
massgebenden Sachverhalt mit dem erforderlichen Beweisgrad (hier: glaubhaft) zu
belegen. Das ist der Beschwerdeführerin gelungen, weshalb die Beschwerdegegnerin
zu Recht auf das Rentenrevisionsbegehren eingetreten ist.
3. Ändert sich der Invaliditätsgrad erheblich, so wird die Rente für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Beim
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Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) und beim Betätigungsvergleich im
Aufgabenbereich (Art. 28a Abs. 2 IVG) kann die massgebende Veränderung sowohl auf
der Invaliden- als auch auf der Validenseite auftreten. Veränderungen auf der
Invalidenseite sind allerdings weitaus häufiger als Veränderungen auf der Validenseite.
Bei der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a Abs. 3 IVG) kommt
hinzu, dass bereits eine Veränderung in der Aufteilung zwischen dem Erwerb und dem
Aufgabenbereich für sich allein eine revisionsrechtlich relevante Veränderung sein
kann.
3.1 Im vorliegenden Fall ist ein nach der gemischten Methode ermittelter
Invaliditätsgrad auf eine allfällige nachträgliche Veränderung zu prüfen. Diese
Veränderung kann im Invaliden- oder im Valideneinkommen, in der trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen Haushaltbesorgung oder in der
hypothetischen Haushaltsbesorgung ohne Gesundheitsbeeinträchtigung liegen. Es
kann aber auch eine nachträgliche Veränderung im Verhältnis von Erwerbs- und
Haushaltquote eingetreten sein. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat
geltend gemacht, der Haushaltsanteil von 20% sei inzwischen zu hoch. Aktuell sei von
10% bis maximal 15% auszugehen. Die Abklärung, auf die sich die Haushaltsquote
von 20% stütze, stamme vom November 2004. Seither habe sich einiges verändert. Die
Beschwerdeführerin sei in eine kleinere Wohnung gezogen und sie lebe allein. Seit der
Scheidung könne der Ehemann nicht mehr bei der Erledigung des Haushalts helfen.
Zudem habe sich krankheitsbedingt auch die Leistungsfähigkeit im Haushalt
vermindert. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass
mit der Scheidung und mit dem Wechsel in eine kleine Wohnung eine erhebliche
Veränderung eingetreten ist. Diese Veränderung kann nicht nur die Invalidität im
Haushalt, sondern auch die Haushaltsquote verändert haben. Die Haushaltsquote ist
rein hypothetisch festzusetzen, da die Beschwerdeführerin seit Jahren keiner
Erwerbstätigkeit mehr nachgeht und deshalb tatsächlich den ganzen Tag zur
Verfügung hat, um den Haushalt zu besorgen. Ob die Beschwerdeführerin, wenn sie
gesund wäre, zu mehr als 80% einer Erwerbstätigkeit nachginge, weil sie eine kleinere
Wohnung hat, weil sie nur noch einen Einpersonenhaushalt zu besorgen hat und weil
sie bei einer vollumfänglich erhaltenen Arbeitsfähigkeit möglicherweise keinen
Anspruch auf Scheidungsalimente hätte, lässt sich nur vermuten. Die wahrscheinlichste
Hypothese dürfte eine Erhöhung der Erwerbsquote auf 100% statt auf 85-90% sein.
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Der damit verbundene Wechsel von der gemischten Methode zum reinen
Einkommensvergleich hätte auf jeden Fall eine erhebliche Veränderung des
Invaliditätsgrades zur Folge, weil sich die Arbeitsfähigkeit im Erwerb nun voll auswirken
würde. Trotzdem lässt sich damit keine revisionsweise Heraufsetzung der laufenden
Viertelsrente rechtfertigen. Die entsprechenden Sachverhaltsveränderungen sind
nämlich bereits vor dem Erlass der Rentenverfügung vom 12. Oktober 2006
eingetreten. Im ABI-Gutachten vom 28. Februar 2006 ist bei der Wiedergabe der
persönlichen Anamnese festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin
geschieden sei und in einer Zweizimmerwohnung lebe. Dieser Veränderung hätte nach
der Regel, dass eine Rentenverfügung der Sachverhaltsentwicklung bis zu ihrem Erlass
Rechnung trägt (vgl. etwa BGE 121 V 366 m.H.), mit der ursprünglichen
Rentenzusprache gewürdigt werden müssen. Dazu hätte vor Verfügungserlass eine
Verlaufsabklärung im Haushalt erfolgen müssen. Dass dies unterblieben ist, führt
allenfalls dazu, dass die Rentenverfügung vom 12. Oktober 2006 als rechtswidrig zu
qualifizieren ist. Das erlaubt aber natürlich keine rückwirkende, d.h. in die Zeit vor dem
12. Oktober 2006 zurückreichende Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Eine Korrektur
wäre nur durch eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) der (formell rechtskräftigen)
Verfügung vom 12. Oktober 2006 zu erreichen. Effektiv nachträglich, d.h. nach dem 12.
Oktober 2006 eingetretene Veränderungen auf der Validenseite des Einkommens- oder
des Betätigungsvergleichs sind nicht erkennbar. Wäre die Beschwerdeführerin gesund,
ginge sie derselben Erwerbstätigkeit nach, von der bereits bei dem der ursprünglichen
Rentenzusprache zugrunde liegenden Einkommensvergleich als Validenkarriere
ausgegangen worden ist. Nebenbei würde sie sich weiterhin um ihren
Einpersonenhaushalt kümmern, wie sie es bis 12. Oktober 2006 getan hätte. Eine
allfällige nachträgliche Sachverhaltsveränderung müsste also auf der Invalidenseite des
Einkommens- und/oder des Betätigungsvergleichs eingetreten sein.
3.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat insbesondere auf die von
Dr. H._ diagnostizierte schizodepressive Störung und auf die daraus abgeleitete
Arbeitsunfähigkeit von 50-75% verwiesen, um eine leistungserhebliche Erhöhung der
Arbeitsunfähigkeit zu belegen. Diese Diagnose findet sich in der Tat nicht in der
Gesamtdiagnose gemäss dem ersten ABI-Gutachten vom 28. Februar 2006 (vgl. IV-act.
55-18). Dort ist als einzige psychiatrische Diagnose eine bereits remittierte
rezidivierende depressive Störung angegeben worden, die naturgemäss keinen Einfluss
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auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mehr hatte. Im ABI-Verlaufsgutachten
vom 3. November 2009 sind aus psychiatrischer Sicht anstelle der remittierten
rezidivierenden depressiven Störung eine Zyklothymie und akzentuierte histrionische
Persönlichkeitszüge angegeben worden (vgl. IV-act. 114-22). Der psychiatrische
Sachverständige des ABI hat sich sorgfältig mit der abweichenden Diagnose von Dr.
H._ auseinandergesetzt. Dabei hat er darauf hingewiesen, dass er keine
psychotischen Elemente habe feststellen können. Die nachts ins Zimmer kriechenden
Schlagen seien eine optische Sinnestäuschung, die durch das Alleinsein und die
Ängste verursacht sei. Eine Wahnbildung sei nicht vorhanden, so dass eine
psychotische Störung ausgeschlossen werden müsse. Demnach sei die Diagnose einer
schizoaffektiven Störung nicht richtig. Dr. H._ hat diese Diagnose wohl auf die
Angaben von Dr. M._ im Austrittsbericht der Klinik L._ vom 4. Mai 2009 gestützt.
Dort hatte die Beschwerdeführerin nicht angegeben, sie sehe die Schlangen in ihr
Schlafzimmer kriechen. Sie hatte das vielmehr als Inhalt eines sich immer
wiederholenden Alptraums geschildert. Während des Klinikaufenthalts waren diese
Alpträume medikamentös in ihrer Intensität reduziert worden. Es handelte sich also
tatsächlich nicht um eine Wahnbildung, wie der psychiatrische Sachverständige des
ABI überzeugend festgestellt hat. Zudem ist nicht nachvollziehbar, wie Albträume die
Arbeitsfähigkeit einer Person direkt sollten beeinträchtigen können. Nur die im Gefolge
auftretenden Schlafstörungen wären geeignet, die Leistungsfähigkeit zu reduzieren.
Fehlt die psychotische Komponente, so verbleibt gemäss Dr. M._ und Dr. H._ ein
depressives Zustandsbild, das vom psychiatrischen Sachverständigen des ABI mit
einer überzeugenden Begründung nur als Zyklothymie und als akzentuierte
histrionische Persönlichkeitszüge qualifiziert worden ist. Demnach steht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht nicht, jedenfalls nicht stärker als bei der Zusprache einer
Invalidenrente am 12. Oktober 2006, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Im
ersten Gutachten des ABI ist als arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose nur das
lumbospondylogene Schmerzsyndrom mit medianer Diskushernie L5/S1 mit
Verkalkung und ohne Nervenkompression, bei Spondylarthrosen L2 bis S1 und bei
deutlicher muskulärer Dysbalance und Haltungsinsuffizienz angegeben worden. Auch
im Verlaufsgutachten des ABI ist wieder als einziges eine Arbeitsunfähigkeit
bewirkendes Leiden ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom ohne radikuläre
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Ausfälle angegeben worden. Diese Erkrankung hat sich gemäss den überzeugenden
Angaben des orthopädischen Sachverständigen des ABI nicht verschlechtert. Die
einzige Veränderung besteht in einer Schmerzausweitung, die sich anlässlich der
klinischen Untersuchung in einer ubiquitären Druckdolenz geäussert hat. Dabei handelt
es sich gemäss den Angaben des orthopädischen Sachverständigen am ehesten um
ein Symptom einer somatoformen Schmerzstörung, wie bereits die Ärzte der Abteilung
Rheumatologie und Rehabilitation am Kantonsspital St. Gallen am 6. Dezember 2006
festgestellt hätten. Der orthopädische Sachverständige ist also im Ergebnis zu Recht
davon ausgegangen, dass sich das lumbovertebrale Syndrom nicht verändert habe
und dass die inzwischen eingetretene Schmerzausweitung (bzw. die damit verbundene
subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung) durch eine zumutbare Willensanstrengung
überwunden werden könne. Die übrigen somatischen Beeinträchtigungen, im ersten
ABI-Gutachten als metabolisches Syndrom, als chronische Unterbauchschmerzen, als
St. n. Verödung einer komprimierenden Nierenzyste, als allergisches Asthma bronchiale
und als St. n. Hemithyreoidektomie beschrieben, haben ebenfalls keine relevante
Veränderung erfahren. Das gilt insbesondere für das metabolische Syndrom, den St. n.
Hemithyreoidektomie und das Asthma bronchiale. In bezug auf die Inkontinenz hat sich
sogar eine Verbesserung ergeben. Die neu hinzugekommenen Diagnosen sind
ebenfalls nicht geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit auszulösen. Der Verdacht auf eine
Medikamenten-Malcompliance bezieht sich nur auf die Psychopharmaka und ist
irrelevant, da die psychische Beeinträchtigung selbst auch keine relevante
Arbeitsunfähigkeit auslöst. Das chronische unspezifische multilokuläre
Schmerzsyndrom ist als Schmerzausweitung oben bereits gewürdigt worden. Die
grenzwertige obstruktive Schlafapnoe hat keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Selbst wenn sie arbeitsfähigkeitsrelevant wäre, müsste - in Erfüllung der medizinischen
Eingliederungspflicht - vorab nochmals eine Therapiemöglichkeit geprüft werden. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat denn auch keine arbeitsfähigkeitsrelevante
Verschlimmerung in bezug die neben dem lumbospondylogenen Syndrom
bestehenden somatischen Diagnosen behauptet. Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass gestützt auf das Verlaufsgutachten des ABI mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
sowohl im erwerblichen Bereich als auch im eigenen Haushalt ein unveränderter
Arbeitsfähigkeitsgrad besteht. Da sich also seit der Zusprache einer Viertelsrente
weder in medizinischer noch in erwerblicher Hinsicht eine relevante
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Sachverhaltsveränderung ergeben ist, können sowohl der Einkommensvergleich als
auch der Betätigungsvergleich im Haushalt unterbleiben. Daran vermag auch der
Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, bei der Bemessung des
zumutbaren Invalideneinkommens müsse ein sogenannter "Leidensabzug"
vorgenommen werden, nichts zu ändern. In bezug auf die Umstände, die einen
derartigen zusätzlichen Abzug vom statistischen Durchschnittseinkommen
(Zentralwert) rechtfertigen könnten (allfällige Konkurrenznachteile der
Beschwerdeführerin gegenüber gesunden Arbeitnehmerinnen), hat sich seit der
Rentenzusprache im Jahr 2006 keine Veränderung ergeben, die es rechtfertigen
würden, neu erstmals einen "Leidensabzug" vorzunehmen. Wenn bereits bei der
ursprünglichen Invaliditätsbemessung ein solcher Abzug erforderlich gewesen wäre,
dann kann das nicht im vorliegend zu beurteilenden Revisionsverfahren erfolgen. Das
geeignete Instrument zur Korrektur wäre ein gegen die ursprüngliche Rentenzusprache
gerichtetes Wiedererwägungsverfahren. Somit ist weiterhin von einem anteiligen
Invaliditätsgrad im erwerblichen Teil von 40% und im Haushaltteil von korrekt 7% (statt
6%; als einfacher Rechnungsfehler jederzeit korrigierbar) auszugehen. Die
Beschwerdegegnerin hat das Rentenrevisionsbegehren zu Recht abgewiesen.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Da ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat für
die Vertretungskosten aufzukommen. Stünde eine Parteientschädigung zur Diskussion,
wäre diese gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. Mit Blick auf vergleichbare Fälle
erschiene unter Berücksichtigung dieser beiden Kriterien eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen. Dieser Betrag ist gemäss Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen
Anwaltsgesetzes zur Ermittlung der Entschädigung des unentgeltlichen
Rechtsbeistands um einen Fünftel zu kürzen. Der Staat hat den Rechtsbeistand der
Beschwerdeführerin demnach mit insgesamt Fr. 2800.- zu entschädigen. Das
Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da sich der Aufwand für das
vorliegende Verfahren als durchschnittlich erweist, ist die Gerichtsgebühr in Anlehnung
an vergleichbare Fälle auf Fr. 600.- festzusetzen. Der Beschwerdeführerin ist auch die
bis
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unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, weshalb sie von der Bezahlung der
Gerichtsgebühr zu befreien ist. Sollten es die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin in Zukunft einmal gestatten, kann sie zur Nachzahlung der Kosten
der Verbeiständung und der Gerichtsgebühr verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 ZPO).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP