Decision ID: 622add6a-5040-4303-b95c-65574c729f84
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1965 geborene
X._
arbeitete seit
dem
1
4.
Juli 1999 bei der
Y._
und war dabei
bei
der
Berner Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft (heute: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft [Allianz])
obli
gatorisch gegen die Folgen von Unf
ällen versichert, als er am 27.
April 2000 tätlich angegriffen wurde.
X._
zog sich dabei ei
ne Verletzung der rechten Schulter zu
(Unfallmeldung UVG vom
8.
Mai 200
0
,
Urk.
7/19/3). Das
Z._
diagnostizierte
eine
A
k
romio
n
fraktur
rechts und eine Fraktur des
Glenoids
(Arztzeugnis UVG vom 3
1.
Mai 2000,
Urk.
7/19/35).
Der Unfallversicherer
erbrachte bis am 1
4.
Januar 2001 Taggeldleistungen und kam bis zum vorläufigen Behandlungsabschluss per 5. März 2001 für die
Heil
behandlungskosten
auf (Schreiben der Allianz vom 20. April 2004,
Urk.
7/39/51-55)
.
Am 1
5.
August 2003 musste sich
X._
wegen progredienter Beschwer
den einer Schulteroperation unterziehen, bei der das Osteosynthese-Material am vorderen
Glenoidrand
rechts entfernt wurde
(Operationsbericht,
Urk.
7/39/59).
Die Allianz erbrachte erneut Heilbehandlungskosten und Taggelder.
Am
7.
Januar 2004 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Mit Verfügung vom
2.
Juli 2004
verneinte die IV-Stelle
einen Anspruch
von
X._
auf berufliche Massnahmen
,
da sich dieser
selbe
r aus gesundheitlichen Gründen nicht als arbeitsfähig erachte (
Urk.
7/29). Na
chdem die IV-Stelle
X._
durch die
A._
hatte abklären lassen
(Schlussbericht vom
1.
Februar 2005;
Urk.
7/46), lehnte sie mit Verfügung vom
1.
März 2005 (
Urk.
7/59)
, bestätigt durch
Einspracheentscheid
vom 16.
Juni 2005 (
Urk.
7/82) die Zusprechung einer Invalidenrente ab.
Die von
X._
hiergegen am 1
9.
August 2005 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/83/3-10) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
1.
Dezember 2006 in dem Sinne gut, dass der ange
fochtene Entscheid aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit sie weitere medizinische Abklärungen vornimmt und hernach über den Leistungsanspruch
ab April 2005
neu entscheidet (
Urk.
7/89).
Im Nachgang zu diesem Urteil gab die IV-Stelle bei der
B._
ein Gutachten in Auftrag, welches am
4.
September 2008 erstattet wurde (
Urk.
7/108).
Am
4.
November 2009 auferlegte die
IV-Stelle
X._
im Sinne einer Schadensminderungspflicht, sich einer adä
quaten Therapie des entzündlich veränderten Schultergelenk
s zu unterziehen (
Urk.
7/112).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
4.
November 2008,
Urk.
7/114) sprach
die IV-Stelle
X._
mit Verfü
gung vom
2
5.
Juni 2009 mit Wirkung ab 1.
Januar 2003 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
7/133
und
Verfügungsteil 2,
Urk.
7/120). Mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2009 sprach die Allianz
X._
mit Wirkung ab
1.
November 2008 eine auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
basierende Rente zu (
Urk.
7/138)
.
1.2
Im Oktober 2009 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein (
Urk.
7/140). Sie liess dabei einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 2
7.
Juli 2010,
Urk.
7/143), holte einen Bericht von
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, ein
(
Bericht vom 1
2.
Februar
/1
5.
März
2010,
Urk.
7/141) und gab bei
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, und bei
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag, welches am
4.
April 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/157-158). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
1.
Mai 2011,
Urk.
7/162, und Einwand vom 2
2.
August 2011,
Urk.
7/172)
, in de
ss
en Rahmen
die IV-Stelle
ergänzende Stellungnahmen der
E._
und
D._
einholte (Stellungnahme von
E._
vom
5.
September 2011,
Urk.
7/173, und Stellungnahme von
D._
vom
6.
September 2011,
Urk.
7/174),
stellte
sie
die Invalidenrente von
X._
mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2011
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
hin ein
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 2
1.
November 2011 durch Rechtsanwalt Domi
nique
Chopard
Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm weiterhin eine
Viertelsrente
auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Januar 2012 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was dem Beschwerdeführer am 1
6.
Januar 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Nachdem die Allianz dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
1
7.
Mai 2011
mitgeteilt hatte,
dass sie bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
aufgrund eines Rechnungsfehlers
fälschlicherweise von einem Invaliditätsgrad von 50 statt von 42
%
ausgegangen sei und dass sie beabsichtige, die Rente auf eine auf einem Invaliditätsgrad von 28
%
beruhende Rente herabzusetzen, nahm sie die ange
kündigte Herabsetzung mit
Verfügung vom 1
2.
September 2011
vor
.
Die vom Beschwerdeführer hiergegen erhobene Einsprache wurde
mit Entscheid vom 1
6.
Januar 2012
insoweit gutg
e
heissen, als der Invaliditätsgrad auf 29
%
fest
gesetzt wurde.
Die vom Beschwerdeführer am 1
6.
Februar 2012
dagegen
erho
bene Beschwerde wurde mit heutigem Urteil abgewiesen (Proz
ess Nr.
UV.2012.00044).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat oder ob kein Rentenanspruch mehr besteht.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen
Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Auslieferer nicht mehr ausüben könne, er in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
aber zu 60
% arbeitsfähig sei. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf das Gutachten der
B._
vom
4.
September 2008
(Verfügungsteil 2,
Urk.
7/
120
,
Feststellungs
blatt
,
Urk.
7/
110, Gutachten,
Urk.
7/108
).
Die
B._
diagnostizierte in ihrem Gutachten vom
4.
September 2008 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine septische und posttraumatische
Omarthrose
rechts bei (a) Zustand nach
Glenoidfraktur
und
Akromionfraktur
vom
2.
Mai 2000, anschliessend multiple Operationen (
initial
Rekonstruktion,
Osteosynthesematerialentfernung
, mehrere Schulterarthroskopien mit
Débridement
,
Bizepstenotomie
,
Akromioplastik
und Spülungen) und (b)
glenohumeraler
Dysfunktion und muskulärer
Dysbalance
(sekundär) und (2) ein chronisches
zervikovertebrales
und
zervikospondylogenes
Syndrom bei (a)
pseudoradikulären
Begleitsensationen und (b) muskulärer
Dys
balance
(sekundär bei Diagnose 1) und (3) ein chronisches
Lumbovertebralsyn
drom
bei (a) Flachrücken und leichter Wirbelsäulenfehlform, (b) muskulärer
Dysbalance
, (c) leichten
Spondylarthrosen
der LWS und (d)
pseudoradikulären
Begleitsensationen. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien (1) eine posttraumatische Belastungsstörung und (2) eine Anpassungsstörung mit län
gerer depressiver Reaktion (
Urk.
7/108/20
). Für eine geeignete Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht mindestens zu 60
%
arbeitsfä
hig. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit setze sich zum einen aus einer Reduktion des zeitlichen Pensums von 20
%
und zum anderen einer Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit von maximal 20
%
zusammen. Relevant sei über
wiegend die septische und posttraumatische
Omarthrose
rechts. Das Profil der Verweistätigkeit müsse Folgendes beinhalten: Die Belastungen für die obere Extremität und Hände sollten in Lendenhöhe höchstens leichte bis maximal kurzfristig schwere Belastungen beinhalten. Ab Brusthöhe, höchstens vorüber
gehend, leichte Belastungen und Arbeiten über Brusthöhe, respektive über Kopfhöhe, müssten konsequent gemieden werden. Prinzipiell
sei
die dauernde Belastung der rechten oberen Extremität zu minimieren, das heisst, das mono
tone Bedienen von Maschinen in Produktionen oder von Steuerungselementen oder ähnlichem mit der oberen Extremität sollte nicht konstant ausgeführt wer
den. Heben und Tragen von Lasten sei bis Lendenhöhe bis maximal 5 Kilo
gramm, bis Brusthöhe bis maximal 2 Kilogramm möglich. Die Exposition der oberen rechten Extremität für unvorhersehbare äussere Gewalt, resp.
Belas
tungseinwirkungen
sei strikt zu vermeiden. Arbeiten auf
behelfsmässigen Arbeitsflächen
seien nicht zumutbar. Zudem (aufgrund des chronischen
zer
vikovertebralen
und
zervikospondylogenen
Syndroms und des chronischen
Lumbovertebralsyndroms
) sei die individuelle Wahl von Wechselpositionen günstig, monotone kniende oder nach vorn gebeugte Tätigkeiten wie auch Tätigkeiten mit repetitiven Torsions- und Schwenkbewegungen mit dem Rumpf seien ungünstig (
Urk.
7/108/22
). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Auslie
ferungskraft
für Kleinimbiss- und Backbetr
ie
be könnten sie das Belastungsprofil nicht einschätzen (
Urk.
7/108/21
).
2.2
2.2.1
Im aktuellen Revisionsverfahren nannte
C._
mit Bericht vom 12.
Februar
/1
5.
März
2010
(
Urk.
7/141)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine
Omarthrose
rechts bei Status nach
Glenoidfraktur
im Jahr
2000, Osteosynthese, Gelenksinfekti
o
n etc. bestehend seit dem Jahr 2000, (2) ein chronisches
zervikovertebrales
und
zervikospondylogenes
Syn
drom, bestehend seit etwa dem Jahr 2000 und (3) eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), bestehend seit etwa dem Jahr 200
0.
Der Beschwerde
führer könne die angestammte Tätigkeit
seit dem 2
7.
April 2000
nicht mehr ausüben.
Es
seien
ihm
folgende Tätigkeiten möglich: e
ine rein sitzende während drei Stunden täglich mit 100%ige
r
Leistungsfähigkeit, eine rein stehende und eine wechselbelastende während 4 Stunden
täglich
mit 80%iger Leistungsfähig
keit, eine vorwiegend im Gehen ausgeübte während 6 Stunden mit 100%iger Leistungsfähigkeit, Kauern während 2 Stunden mit 100%iger Leis
tungsfähigkeit, Knien während 2
Stunden mit 50%iger Leistungsfähigkeit, Heben/Tragen wäh
rend 4 Stunden mit 50%iger Leistungsfähigkeit und Treppensteigen während
4
Stunden mit 100%iger Leistungsfähigkeit.
Bücken, Über-Kopf-Arbeiten
,
Rota
tion im Sitzen/Stehen
und Arbeiten auf Leitern/Gerüsten
seien
ihm
nicht mehr
zumutbar
. Er könne Gewichte bis 5 Kilogramm heben. Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen und Anpassungsfähigkeit seien uneingeschränkt. Die Belastbarkeit sei aufgrund der chronischen Schmerzen eingeschränkt. Diese Angaben gälten ab dem Jahr 200
8.
2.2.2
E._
und
D._
diagnostizierten in ihre
n
Gutachten vom
4.
April 201
1 (
Urk.
7/157-158
)
aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit (1) eine rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne einer atypischen monopolaren Depression, gegenwärtig
leichtgradiger
Ausprägung (ICD-10 F33.9) bei Status nach Anpassungsstörung im Jahr 2008, bestehend seit etwa 2009 und (2) eine posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1), aktuell geringe Symptomatik, bestehend seit mindestens 200
8.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht eine anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), bestehend seit mindestens 200
4.
Aus somatischer Sicht bestehe (1) eine
Omarthrose
rechts, (2) ein chroni
sches Schmerzsyndrom im Bereich der oberen und der unteren Wirbelsäule mit
spondylogener
Ausstrahlung, welches somatisch nicht ausreichend abstützbar
sei
, bei (a) diffuser Druckschmerzangabe, (b) im Januar 2011 elektrodiagnostisch diskrete Hinweise auf ein
Sulcus
-
ulnaris
-Syndrom links und auf eine
Thoracic
outlet
-Komponente links und (c) Schlafstörungen, Müdigkeit und Bauchschmer
zen, (3) anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom und (4) ein Verdacht auf eine subklinische Hypothyreose (
Urk.
7/158
/10
und
Urk.
7/157
/36
). Aus rein rheu
matologischer Sicht sei der Beschwerdeführer für jegliche Tätigkeiten zu 100
%
eingeschränkt gewesen im Zeitraum vom 2
7.
April 2000 bis Ende 2000, vom 1
5.
August 2003 bis längstens November 2003, vom 1
4.
Mai 2005 bis längstens Mitte August 2005, vom
4.
bis 3
1.
Dezember 2007 und vom
4.
September 2008 bis längstens Ende November 200
8.
Neben diesen Einschränkungen bestehe für die angestammte Tätigkeit als Chauffeur mit Auslieferung von Backprodukten seit dem Jahr 2004 eine Einschränkung von 10
%
, für das Jahr 2005 von 20
%
, für das Jahr 2006 von 30
%
und seit 2008 von 50
%
. Dieses zumutbare
Arbeits
pensum
könne sowohl am Stück als auch mit vermindertem Tempo über den Tag verteilt geleistet werden. Für eine angepasste Tätigkeit gälten die genannten 100%igen Arbeitsunfähigkeit
en
ebenfalls. Zudem bestehe für eine angepasste Tätigkeit seit dem Jahr 2007 eine 10%ige und seit dem Jahr 2008 eine 20%ige Einschränkung. In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelte für die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit das somatisch-rheuma
tologische Zumutbarkeitsprofil. Für eine angepasste Tätigkeit könne bis 2007 vollumfänglich auf die Einschätzung aus somatisch-rheumatologischer Sicht
und für die Jahre 2008 und 2009 vollumfänglich auf die Einschätzung aus psy
chosomatisch-psychiatrischer Sicht abgest
ellt
werden und seit dem Jahr 2010 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
postuliert werden. Eine angepasste Tätigkeit sei in einem temperierten Raum auszuüben. Die Tätigkeit dürfe körperlich nur
leichtgradig
belastend sein und es müsse die Möglichkeit bestehen, zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wech
seln. Das Einhalten der Rückenergonomie sei wünschenswert. Vermieden wer
den sollten der repetitive Handeinsatz oberhalb der Augenhöhe, sofern der rechte Ellbogen nicht abgestützt werden könne, und Arbeiten, bei denen der rechte Arm Vibrationen ausgesetzt sei. Die
Gewichtslimite
für bis Brusthöhe zu bewegende
Gewichte betrage 5 bis 7,5 Kilogramm und oberhalb der Brusthöhe bei beidseitigem Handeinsatz 4 bis 5 Kilogramm und bei rechtseitigem
Hand
einsatz
1 bis 2 Kilogramm. Das Schieben von Gestellen (mit Rollen) sei auch weiterhin zumutbar. Das Einhalten der Rückergonomie sei wünschenswert (
Urk.
7/158
/20-22
).
2.2.3
F._
nannte mit Bericht vom
5.
Juli 2011 (
Urk.
7/171) als Diagno
sen (1) einen an der rechten Schulter durchgemachten
low
-grade Infekt mit
Propionibacterium
acnes
sowie
Omarthrose
bei (a) Status nach
Glenoidfraktur
, behandelt im
Z._
mit Osteosynthese, (b) Status nach Metallentfernung und im Anschluss multiplen Operationen, (c) Status nach Schulterarthroskopie mit
Synovektomie
,
Akromioplastik
am 3
0.
September 2005, (d) Status nach erneuter Schulterarthroskopie, subtotaler
Synovektomie
und multiplen Gelenksbiopsien am
1
8.
Mai 2006, (e)
Status nach Schulterarthroskopie und subtotaler
Syno
vektomie
rechts am
4.
Dezember 2007 und (f) Status nach Schulterarthroskopie mit
glenohumeraler
Synovektomie
,
subacromialer
Bursektomie
und Entnahme von Gewebsproben Schulter rechts am
4.
September 2008 und (2) ein
cranio
-zervikales Schmerzsyndrom bei
Diskusprotrusion
C6/7 sowie Einengung C5/6 rechts. Die Beurteilung der IV-Stelle respektive des Begutachters verstehe er nicht. Strukturell habe sich die rechte Schulter verschlechtert. Es sei eine
mäs
siggradige
posttraumatische Arthrose entstanden. Der Beschwerdeführer gebe Schmerzen an, welche strukturell vollumfänglich erklärt werden könnten. Er könne den rechten Arm zwar knapp heben, aber in keiner Art und Weise belas
ten. In diesem Zustand erachte er ihn als Dreher überhaupt nicht arbeitsfähig und in einer angepassten Tätigkeit höchstens
als
zu 50
%
,
mit nur Durchfüh
rung von leichten Tätigkeiten, allenfalls administrativen Tätigkeiten ohne Heben von Gewichten repetitiv über 1 Kilogramm.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer rentenaufhebenden Verfügung vom
18.
Oktober
2011 davon aus, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers verbessert habe und er n
un
in einer behinderungsangepassten Tätig
keit zu 80
%
arbeitsfähig sei
. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf d
ie
Gutachten von
D._
und von
E._
vom
4.
April
2011 (
Urk.
2).
3.2
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung einge
holten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
). Vorliegend sind keine Indizien
ersichtlich
, welche gegen die Beweistauglichkeit der Gut
achten von
D._
und
E._
vom
4.
April 2011 sprechen. Die Gutachten erfüllen die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an
beweistaugli
che
medizinische Gutachten gestellt werden: Sie sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf eingehenden Untersuchungen, berücksichtigen auch die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 35
1
E. 3a).
Die Beweistauglichkeit der Gutachten wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Er wendet gegen die Aufhebung der Rente vielmehr ein, dass aus den Gutachten gar keine Verbesserung seines Gesund
heitszustandes hervorgehe, sondern dass es sich lediglich um eine andere Beur
teilung des gleichen Sachverhaltes handle. Es komme jedoch hinzu, dass es für eine Feststellung einer Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht genüge, wenn salopp, ohne eingehende Begründung, eine „summarische Verbesserung des Gesundheitszustandes“ festgehalten werde (
Urk.
1 S. 7).
Es trifft
zwar
zu, dass
die retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch
D._
und
E._
von derjenigen der
B._
abweich
t
. Diese retrospektive Einschätzung ist revisionsrechtlich jedoch nicht entscheidend. Vie
lmehr ist relevant, wie
D._
und
E._
die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begutachtung beurteilen und ob sie eine Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers rechtsgenügend feststellen konnten. Der
Beschwerdeführer verkennt hierbei, dass
D._
nicht einfach eine „summarische Verbesserung des Gesundheits
zustandes“ festhält, sondern
betreffend d
ie
oberen Extremitäten
erklärt
(
Urk.
7/158/13)
: „So hat zwar das Ausmass der radiologisch dokumentierten
Omarthrose
rechts, seit dem 11.04.
2005 zugenommen, was eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes bedeutet. Die klinisch pathologischen Befunde im Bereich der oberen Extremität un
d
insbesondere im Bereich des rechten
Schultergürtels sind jedoch aktuell deutlich weniger pathologisch ausgeprägt. S
o
hat sich die Bewegungseinschränkung im
glen
o
humeralen
Gelenk rechts für sämtliche Bewegungsamplituden deutlich
zurückgebildet. So ist die rechte Schulter nicht mehr geschwollen und überwärmt, wobei damals (Zeitpunkt des
B._
-Gutachtens) noch eine
Infektsituation
in der rechten Schulter vorlag. So hat sich die Schulterbeweglichkeit links normalisiert“. Im Weiteren stellte
D._
auch hinsichtlich der Wirbelsäule eine Verbesserung
des Gesundheits
zustandes fest (
Urk.
7/158/14)
: „Wenn ich die Befunde im Bereich der unteren Wirbelsäule, di
e
ich anlässlich dieser aktuellen Begutachtung objektivieren kann, mit denjenigen, die im
B._
-Gutachten,
G._
, vom 04.09.2008 beschrie
ben wurde
n
, vergleich
e
, kann ich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigen. So fällt das Lot der Wirbelsäule wieder in die Rima
ani
. So besteht kein Schulterhochstand links mehr. So ist kein Hartspann im
Musculus
trape
zius
links mehr nachweisbar. So sind keine
Myogelosen
und
Myotendinosen
im
Musculus
levator
scapulae
rechts und den
Rhom
boidei
und dem
Mus
culus
supra- und
infraspinatus
rechts mehr nachweisbar. So ist die Halswirbelsäule für die Inklination nicht mehr in der Beweglichkeit eingeschränkt“.
Aus den Gutachten von
D._
und
E._
geht also
in schlüssiger Weise eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers hervor.
Diese Verbesserung der Arbeitsfähigkeit wurde denn auch bereits von der
B._
bei entsprechenden medizinischen Massnahmen in Aussicht gestellt (
Urk.
7/108/22-23).
Da d
ie
Gutachten auch die übrigen Voraussetzungen an beweistaugliche Gutachten erfüll
en
, bilde
n
sie
eine hinreichende
Beurteilungs
grundlage
.
3.3
C._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 1
2.
Februar/1
5.
März 2010 eine weitergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als
D._
und
E._
, wobei er diese je nach Art der Tätigkeit detailliert darlegte
(E. 2.2.1)
.
C._
hielt dabei auch fest, dass seine Angaben seit dem Jahr 2008 Gültigkeit hätten.
C._
ging also im Gegensatz zu
D._
und
E._
von einem seit der Begutachtung durch die
B._
unveränderten Gesundheits
zustand aus.
Die Einschätzung von
C._
steht deswegen jedoch nicht im
Widerspruch
zu derjenigen von
D._
und
E._
, fand die Untersuchung durch
D._
und
E._
doch
erst rund ein Jahr nach der Berichterstat
tung durch
C._
statt, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass die Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in der Zwi
schenzeit eingetreten ist. So erklärt
D._
denn auch, dass er im Gegensatz zu
C._
keine Bewegungseinschränkung der rechten Schulter mehr feststellen konnte (
Urk.
7/158/
1
9).
3.4
F._
berichtete
am
5.
Juli 2011, dass
er die Beurteilung der
IV-Stelle respektive des Begutachters nicht verstehe. Er erachte den Beschwerde
führer in der angestammten Tätigkeit
als
nicht mehr und in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit höchste
ns
als
zu 50
%
arbeitsfähig (E.
2.2.3).
D._
erklärte hierzu am
6.
September 2011 (
Urk.
7/174), dass er in seinem Gutachten vom
4.
April 2011 auch davon ausgegangen sei, dass die
Omarthrose
rechts zugenommen habe. Seines Erachtens seien die geklagten Beschwerden jedoch nur teilweise auf objektivierbare somatisch-pathologische Befunde abstützbar.
Diese unterschiedliche Einschätzu
ng von
F._
und
D._
lässt sich ohne
Weiteres
durch die Verschiedenheit ihrer Aufgaben, das heisst ihres Behandlungs- bzw. Begutachtungsauftrags erklären
(vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4)
. Da es zudem auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
gilt
, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 35
1
E. 3b/
cc), vermag der Bericht von
F._
die Einschätzung von
D._
nicht in Frage zu stellen.
3.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Gutachten von
D._
und
E._
vom
4.
April 2011 abgestellt und von einer
aktuell
80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
ausgegangen ist.
4.
4.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Wie bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
1.
Dezember 2006 festgehalt
en
(
Urk.
7/89 E. 6.2), erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2002 gemäss den Angaben der
Y._
als Chauffeur ein monatliches Einkommen von
Fr.
4'400.--, wobei er keinen Anspruch auf einen 1
3.
Monatslohn hatte (
Urk.
7/16). Dies entspricht im Jahr 2002 eine
m
Jahreslohn von
Fr.
52'800.-- (
Fr.
4'400.-- x 12) und im Jahr 2011, das heisst dem Jahr
,
per welchem die Änderung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen ist,
von
Fr.
58‘815.--
(Fr. 52‘800.-- : 110,6 x 122,1 [Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.93, D] : 100 x 100,9 [Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011, des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.10, C])
.
4.2
4.2.1
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Verdienst als
Invali
denlohn
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b). Vorliegend rechtfertigt es sich, auf die
Tabellen
löhne
abzustellen, da der Beschwerdeführer
keiner Tätigkeit mehr nachgeht und er in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ein höheres Einkommen erzielen kann als in der angestammten Tätigkeit, in welcher er nur noch zu 50
%
arbeitsfähig ist
. Aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 20
10
(LSE 20
10
) ergibt sich für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (ein
fache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4'
901
.-- (Tabelle TA1 S. 26). In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentli
chen Arbeitszeit im Jahr 201
1
für alle Sektoren von 41,
7
Stunden (vgl. die Volkswirtschaft
7
- 201
3
S. 9
4
, Tabelle B 9.2) und in Anpassung an die
Nomi
nallohnentwicklung
(
Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011, des Bundesam
tes für Statistik, Tabelle T1.1.10, Total
) ergibt dies für das Jahr 2011 ein Jahres
einkommen von
Fr.
61‘925.--
(
Fr.
4‘901
.-- x 12 : 40 x 41,
7
: 1
00
x
101
) für ein 100%-Pensum
und Fr. 49‘540.--
für ein 80%-Pensum
.
4.2.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer
dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
4.2.3
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
vor (
Urk.
2). Da der Beschwerdeführer nur noch
leichtgradig
körperlich belastende, mit einer
Gewichtslimit
e
für bis Brusthöhe von 5 bis 7,5 Kilogramm, oberhalb der Brusthöhe bei beidseitige
m
Handeinsatz von 4 bis 5 Kilogramm und bei rechtsseitigem Handeinsatz von 1 bis 2 Kilogramm, zwischen sitzender, stehen
der und gehender Körperhaltung wechselnd, mit Einhalten der
Rückenergono
mie
, mit Vermeidung repetitiver Handeinsätze oberhalb der Augenhöhe, sofern der rechte Ellbogen nicht abgestützt werden kann, und ohne Vibrationen für den rechten Arm auszuübende Tätigkeiten in temperierten Räumen verrichten kann, scheint dies
– unter Berücksichtigung auch der übrigen relevanten Umstände – insgesamt
angemessen. Es ergibt sich so ein Inva
lideneinkommen von Fr. 42‘109.--
(
Fr. 49‘540.--
x 0,85)
.
4.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 58‘815.--
und einem
Inva
lideneinkom
men
von Fr. 42‘109.--
resultiert eine Eink
ommenseinbusse von Fr. 16‘706.--
und ein Invaliditätsgrad von gerundet 2
8 %
.
Bei einem Invaliditätsgrad von 2
8 %
besteht kein Rentenanspruch
mehr, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin die Rente des Beschwerdeführers auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats hin eingest
e
llt hat (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung).
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.