Decision ID: 080e2830-913b-52dc-8d46-6b8233a85d2e
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Q._ AG mit Sitz in A._ wurde im Mai 2008 ins Handelsregister eingetragen. Sie
kann sich an anderen Unternehmen beteiligen und bezweckt vorab den Kauf, die
Verwaltung und den Verkauf von Vermögenswerten aller Art. Seit Juli 2009 zeichnen
B._ als Präsident und X._ als Delegierter des Verwaltungsrates je mit
Einzelunterschrift (vgl. Internet-Auszug aus dem Handelsregister des Kantons
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St. Gallen). Die Gesellschaft verwaltet in erster Linie das in ihrem Eigentum stehende
Mehrfamilienhaus an der W._-gasse 0_ in A._. Gemäss Jahresrechnung 2012 war
sie sodann mit 10,43 Prozent am Aktienkapital der S._ Holding AG beteiligt (act. 7/7-
III/03).
B. Gestützt auf die Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember deklarierte die Q._ AG
Reinverluste von CHF 98‘107 für 2010 und von CHF 4‘724 für 2011 sowie einen
Reingewinn von CHF 24‘300 für 2012. Am 4. Juni 2015 teilte die Eidgenössische
Steuerverwaltung dem kantonalen Steueramt St. Gallen mit, gegen X._ sei ein
Untersuchungsverfahren wegen Verdachts auf versuchte und vollendete
Steuerhinterziehung eingeleitet worden. In den Veranlagungen der Q._ AG vom 3. Juni
2016 nahm die Steuerbehörde in der Folge diverse Aufrechnungen vor. Die dagegen
erhobenen Einsprachen hiess sie am 4. August 2016 teilweise gut. Es blieb bei der
Aufrechnung von Erträgen von CHF 10‘500 (2010), CHF 21‘000 (2011) und CHF 8‘750
(2012) für die Vermietung einer Wohnung in der Liegenschaft an der W._-gasse 0_ an
die „Y._ AG bzw. X._“ von Juli 2010 bis Mai 2012. Im Jahr 2012 wurden zudem für
Liegenschaftsunterhalt verbuchte Aufwendungen zugunsten der T._ AG, einer
Tochtergesellschaft der S._ Holding AG, in der Höhe von CHF 54‘000 nicht als
geschäftsmässig begründet anerkannt, jedoch von Amtes wegen Steuerrückstellungen
von CHF 2‘700 berücksichtigt. Die Q._ AG wurde dementsprechend für 2010 und
2011 (Kantonssteuern und direkte Bundessteuer) ohne steuerbaren Reingewinn
(Verlust 2010 CHF 87‘607, Gewinn 2011 CHF 16‘276, verbleibender nicht verrechneter
Verlust CHF 71‘331) und für 2012 mit einem steuerbaren Reingewinn von CHF 13‘019
(Gewinn CHF 84‘350 abzüglich noch nicht verrechneter Verlust 2010 von CHF 71‘331)
veranlagt. Die Veranlagung des steuerbaren Kapitals für die Kantonssteuern war
unbestritten geblieben.
Die Verwaltungsrekurskommission wies die gegen diese Einspracheentscheide
erhobenen Rechtsmittel mit Entscheid vom 20. Juni 2017 ab. Den Vorwurf der
Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Veranlagungsbehörde erachtete sie als
unbegründet. Im Veranlagungs- und Einspracheverfahren habe die Q._ AG die
Aufrechnung der Mieterträge anerkannt. Eine allfällige als Gegenleistung erbrachte
Aufsichtstätigkeit der Mieterin hätte sie in der Erfolgsrechnung ausweisen müssen.
Aufgrund des belegten Umzugs von X._ am 7. Juli 2010 von der privat genutzten
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Wohnung an der M._-strasse an die W._-gasse 0_ sei die Annahme, er habe die
Wohnung privat genutzt, gerechtfertigt. Die Höhe des angenommenen Mietzinses sei
nicht bestritten. Die auf der Rechnung der T._ AG vom 31.Dezember 2012 nur
pauschal beschriebenen Leistungen würden offensichtlich von deren statutarischem
Zweck nicht erfasst. Eine durch eine faktische Zweckänderung gegen aussen
verursachte Rechtsunsicherheit müsse sich die Gesellschaft entgegenhalten lassen.
Die T._ AG weise in der Erfolgsrechnung keine Kosten für Personal aus. Die geltend
gemachte Zahlung durch Schuldübernahme von X._ hätte in der Erfolgsrechnung
separat ausgewiesen werden müssen.
C. Die Q._ AG (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 21. Juni 2017 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihrer Vertreterin
vom 14. Juli 2017 Beschwerden beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen sei der angefochtene Entscheid aufzuheben.
Es sei von der Aufrechnung der Mieterträge bezüglich „Y._ AG bzw. X._“, eventualiter
bezüglich „X._“, und von Werklohnarbeiten der T._ AG abzusehen.
Mit Vernehmlassung vom 28. August 2017 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen
des angefochtenen Entscheides und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das
kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) verzichtete am 5. September 2017 auf eine
Vernehmlassung und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Die Eidgenössische
Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend auf eine
Vernehmlassung. Die Beschwerdeführerin reichte am 25. Juni 2018 unaufgefordert eine
weitere Eingabe mit Beweismitteln, die bereits Teil der Vorakten waren, ein.
Auf die weiteren Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Rechtsbegehren sowie die Akten wird,
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
juristischer Personen mit der Gewinnsteuer sind hinsichtlich der Berechnung des
steuerbaren Reingewinns, soweit sich die Verfahrensbeteiligten darüber uneins sind,
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vereinheitlicht (vgl. Art. 58 Abs. 1 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR
642.11, DBG; Art. 82 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 24 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden, SR 642.14, StHG). Dies gilt insbesondere für den Begriff der verdeckten
Gewinnausschüttung (vgl. BGer 2C_51/2016 vom 10. August 2016 E. 4 mit Hinweisen).
Die Vorinstanz erledigte deshalb den Rekurs betreffend die Kantonssteuern einerseits
und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im
gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen
durfte auch die Beschwerdeführerin die Beschwerden mit gleichlautenden
Rechtsschriften erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3.1). Ebenfalls darf das
Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheiden (vgl. statt
vieler BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014; VerwGE B 2014/222 und 223
vom 25. Februar 2016 E. 1, www.gerichte.sg.ch).
2. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1
StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 DBG). Die Beschwerdeführerin ist als
Steuerpflichtige zur Erhebung der Beschwerden gegen die Veranlagung der
Gewinnsteuern für die Geschäftsjahre 2010, 2011 und 2012 befugt, zumal die Höhe
des steuerbaren Reingewinns für die Veranlagung aufgrund des
Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2012 davon abhängt, ob und in welcher
Höhe die von der Beschwerdeführerin für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 geltend
gemachten Verluste steuerlich anzuerkennen sind und zur Verrechnung stehen (vgl.
Art. 86 StG, Art. 67 DBG). Die Beschwerden gegen den am 21. Juni 2017 versandten
Entscheid wurden mit Eingabe vom 14. Juli 2017 rechtzeitig erhoben und entsprechen
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 64
und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP;
Art. 145 in Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist
grundsätzlich (vgl. aber nachfolgend Erwägung 6.2) einzutreten.
3. Die Beschwerdeführerin rügt eine unvollständige Akteneinsicht. Der Anspruch
umfasse auch die Meldungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung und
insbesondere der Abteilung Strafsachen und Untersuchungen an den
Beschwerdegegner sowie „sämtliche im Zusammenhang mit der Beschwerdeführerin
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und den nahestehenden Verhältnissen erhobenen Befunde und Nachforschungen“.
Weil die Herrschaft und Informationshoheit über die Akten unverändert beim
Beschwerdegegner liege, könne die Beschwerdeführerin naturgemäss keine Angaben
dazu machen, welche Aktenstücke konkret bei den Verfahrensakten fehlten.
Gemäss Art. 165 Abs. 1 StG kann der Steuerpflichtige die Akten, die er eingereicht
oder unterzeichnet hat, einsehen (Satz 1); die übrigen Akten stehen ihm nach
abgeschlossener Ermittlung des Sachverhalts zur Einsicht offen, soweit nicht
öffentliche oder private Interessen entgegenstehen (Satz 2). Die Regelung entspricht
inhaltlich Art. 114 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 DBG. Der Anspruch umfasst in laufenden
Veranlagungsverfahren das Recht, Einsicht in alle Akten zu nehmen, die geeignet sind,
Grundlage des Entscheids zu bilden (vgl. BGE 132 II 485 E. 3.2 und 3.3).
Der Beschwerdegegner hat die Aufrechnung von Mietzinseinnahmen von CHF 10‘500
im Geschäftsjahr 2010, von CHF 21‘000 im Geschäftsjahr 2011 und von CHF 8‘750 im
Geschäftsjahr 2012 für eine Wohnung in der Liegenschaft W._-gasse 0_ wie folgt
begründet: Gemäss Meldung / Unterlagen der ESTV hat die Y._ AG bzw. X._ ab Juli
2010 bis Mai 2012 im 3. OG rechts eine Wohnung gemietet. Der Mietzins beträgt –
gemäss Nachmietervertrag – CHF 1‘600/Monat plus Nebenkosten CHF 150/Monat
(act. 7/7-I/06, II/06 und III/18). Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerin im
Veranlagungsverfahren am 25. November 2015 entsprechend orientiert und um
Einreichung des Mieterspiegels und des Kontoblattes Nr. 3200 für die Geschäftsjahre
2010-2012 gebeten (act. 7/7-III/11) und ihr am 3. Juni 2016 die aus seiner Sicht für die
Aufrechnung relevanten Akten der Eidgenössischen Steuerverwaltung – insbesondere
die Kopie einer E-Mail von X._ vom 23. Mai 2012, in welcher für die Wohnung 3. OG
rechts die Y._ AG als bisherige Mieterin und per 1. Juni 2012 zwei namentlich
genannte Personen als neue Mieter bezeichnet werden – zur Kenntnis gebracht
(act. 7/7-III/16). Damit stützt sich die Aufrechnung nicht auf Erhebungen und
Dokumente mit Spekulationen und Mutmassungen und ohne Beweiskraft (vgl.
Beschwerde Rz. 34). Die Beschwerdeführerin hat den Beizug dieser „nicht
parteiöffentlichen“ Akten beanstandet (act. 7/7-III/17). Abgesehen davon, dass der
Beschwerdegegner sich für den Beizug der Akten auf die in Art. 111 DBG, Art. 39
Abs. 2 und 3 StHG und Art. 163 StG geregelte Amtshilfe stützen kann, ist das von der
Abteilung Strafsachen und Untersuchungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung
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geführte Verfahren – welches die Beschwerdeführerin ebenfalls beanstandet – nicht
Gegenstand der umstrittenen Veranlagungen.
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdegegner auch über Akten verfügt, welche für
den Standpunkt der Beschwerdeführerin sprechen, bestehen nicht. Existierten solche
Akten, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin – um deren Veranlagung es
geht – oder ihr Delegierter des Verwaltungsrats – gegen den sich das von der Abteilung
Strafsachen und Untersuchungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung eingeleitete
Verfahren richtet (vgl. act. 7/7-III/20 Beilage) – über sie verfügt und sie entsprechend
ihrer Mitwirkungspflicht ins Verfahren eingebracht hätte. Die von der
Beschwerdeführerin zusammen mit der zusätzlichen Eingabe vom 25. Juni 2018
eingereichten Beweismittel – E-Mail vom 29. September 2015 zwischen dem
Beschwerdegegner und der Eidgenössischen Steuerverwaltung und Zustellung von
Unterlagen durch die Abteilung Strafsachen und Untersuchungen der Eidgenössischen
Steuerverwaltung an den Beschwerdegegner vom 22. Februar 2016 – waren bereits
Teil der dem Gericht übermittelten Dauerakten des Beschwerdegegners (act. 7/7-III/
13). Der Rüge der unvollständigen Akteneinsicht erweist sich dementsprechend als
unbegründet.
4. Die Beschwerdeführerin schliesst aus der Formulierung im E-Mail des
Steuerkommissärs an die Eidgenössische Steuerverwaltung vom 29. September 2015,
wonach Zahlungen an nahestehende Gesellschaften verbucht worden seien, was eine
„allg. bekannte Masche bei X._-Gesellschaften‘“ sei, auf dessen Voreingenommenheit.
Gemäss Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP treten öffentliche
Angestellte in den Ausstand, wenn sie aus anderen – als den in lit. a, b und b der
Bestimmung genannten – Gründen als befangen erscheinen. Die Mindestansprüche
ergeben sich aus Art. 6 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 29 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV). Im Interesse
einer beförderlichen Rechtspflege ist im Zusammenhang mit Ausstandsbegehren
gegen öffentliche Angestellte eine Befangenheit nicht leichthin anzunehmen (vgl. BGE
127 I 196 E. 2d). Das persönliche Verhalten kann den Anschein der Befangenheit
objektiv rechtfertigen, wenn sich darin eine Haltung offenbart, welche einen
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unvoreingenommenen Umgang mit der Angelegenheit objektiv in Frage stellt (vgl. BGE
137 I 227 E. 2.1).
Dem Begriff „Masche“ kommt in dem vom Steuerkommissär verwendeten
Zusammenhang umgangssprachlich die Bedeutung einer „überraschenden, schlauen
Vorgehensweise“ im Sinn eines „Tricks“, der „zur Lösung eines Problems führt“, zu
(Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 7. Aufl. 2011, S. 1162). Die Äusserung
erscheint allenfalls als ungeschickt, ist jedoch nicht geeignet, einen die
Unvoreingenommenheit im Sinn von Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP
ausschliessenden Anschein der Befangenheit des Steuerkommissärs zu erwecken.
Zum einen handelt es sich um eine Äusserung zwischen Verwaltungsbehörden – und
nicht gegenüber der Beschwerdeführerin oder der Öffentlichkeit – und zum andern
muss die Wendung nicht von vornherein als herabwürdigend aufgefasst werden.
Ebensowenig kann der Umstand, dass dem Beschwerdegegner aufgrund der Amtshilfe
von der Abteilung Strafsachen und Untersuchungen der Eidgenössischen
Steuerverwaltung für die Veranlagung der Beschwerdeführerin relevante Informationen
zur Kenntnis gebracht wurden, eine Ausstandspflicht des Veranlagungsbeamten nach
sich ziehen, da sie zulässiger Teil der Untersuchung zur Ermittlung des für die
Besteuerung der Beschwerdeführerin massgebenden Sachverhalts sind.
5. Der Hinweis der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe in der Darstellung des
Sachverhalts zu den Veranlagungsverfügungen ein fehlerhaftes Datum – 25. Februar
2016 statt 3. Juni 2016 – angegeben, ist zwar richtig, indessen für den Ausgang des
Verfahrens nicht entscheidend. Zumal sich die Rüge der fehlerhaften Feststellung des
Sachverhalts nicht auf eine rechtserhebliche Tatsache bezieht, erweist sie sich als
unbegründet (vgl. BGE 136 II 65 E. 1.4; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 33 zu Art. 140 DBG).
6. Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die Berücksichtigung verdeckter
Gewinnausschüttungen in Form der Aufrechnung nicht erhobener Mietzinsen einerseits
(dazu nachfolgend Erwägung 6.2) und der Nichtanerkennung verbuchter
Aufwendungen für den Liegenschaftsunterhalt als geschäftsmässig begründet
anderseits (dazu nachfolgend Erwägung 6.3).
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6.1. Der steuerbare Gewinn einer juristischen Person setzt sich gemäss Art. 82 Abs. 1
StG zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung (lit. a) und allen vor Berechnung
des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des Geschäftsergebnisses, die
nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (lit.
b), wie insbesondere offene und verdeckte Gewinnausschüttungen (Ziff. 5) und
geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (Ziff. 6), den der
Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträgen (lit. c) und den Zinsen auf
verdecktem Eigenkapital (lit. d). Aufwendungen werden gemäss Art. 84 Abs. 1 StG
berücksichtigt, soweit sie geschäftsmässig begründet sind. Diese Regelungen decken
sich – soweit für die Beurteilung des Sachverhalts wesentlich – inhaltlich mit Art. 58
Abs. 1 DBG und entsprechen den Vorgaben von Art. 24 f. StHG.
Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt vor, wenn eine Kapitalunternehmung einem
Beteiligten direkt oder indirekt (über eine ihm nahestehende Person) ohne
entsprechende Gegenleistung eine als Aufwand verbuchte Leistung erbringt, die sie im
normalen Geschäftsverkehr einem unbeteiligten Dritten nicht erbringen würde. Soweit
die Leistung das im Verkehr mit Dritten übliche Mass übersteigt, handelt es sich nicht
um geschäftsmässig begründeten Aufwand, sondern um eine darüber hinausgehende
geldwerte Leistung an den Beteiligten. Verdeckte Gewinnausschüttungen stellen damit
buchmässige Kapitalentnahmen dar. Zu den stillen Kapitalentnahmen gehört die
Gewinnvorwegnahme. Sie stellt steuerbaren Ertrag dar, welcher aber der
Unternehmung vorenthalten und von dieser nicht als Ertrag verbucht wird. Das
Vorliegen einer Gewinnvorwegnahme ist an die gleichen Voraussetzungen gebunden
wie das Vorliegen einer verdeckten Gewinnausschüttung (vgl. SGE 2007 Nr. 15, 2006
Nr. 15 und 2001 Nr. 17; BGer 2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.1 mit Hinweis
unter anderem auf BGE 138 II 57 E. 2.2; Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische
Steuerrecht, 7. Aufl. des Wegweisers 2014, Rz. III/111 und 117).
Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundregel, dass die Steuerbehörde die
Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen trägt, die steuerpflichtige
Person dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder mindert. Der
Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung
erbracht hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenübersteht.
Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung
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dargetan, so ist es Sache der steuerpflichtigen Person, die damit begründete
Vermutung zu entkräften. Gelingt ihr das nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit.
Zu beachten ist ferner die Mitwirkungspflicht der steuerpflichtigen Person im System
der gemischten Veranlagung (Art. 123 ff. DBG). Der aus Art. 58 Abs. 1 lit. a DBG
abgeleitete Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz kommt zum Tragen,
wenn die steuerpflichtige Person sachliche Gründe beziehungsweise genügende
Tatsachen für die geschäftsmässige Begründetheit eines erfolgswirksam verbuchten
Aufwandpostens anführen kann. Wer Zahlungen leistet, die weder buchhalterisch
erfasst noch belegt sind, hat die Folgen einer solchen Beweislosigkeit zu tragen, das
heisst seine Zahlungen werden als geldwerte Leistungen betrachtet (BGer
2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.2. Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass weder die Y._ AG noch
X._ für die Nutzung der Wohnung im 3. Obergeschoss rechts an der W._-gasse 0_
von Juli 2010 bis Mai 2012 der Beschwerdeführerin ein Entgelt zahlte. Dass es sich bei
der begünstigten Mieterin – der Y._ AG – um eine der Beschwerdeführerin
nahestehende juristische Person handelt, ist angesichts des Umstandes, dass X._ im
fraglichen Zeitraum Delegierter des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift beider
Gesellschaften war (vgl. Internet-Auszug Handelsregister des Kantons St. Gallen,
Rechtsnachfolgerin der Y._ AG, R._ AG in Liquidation), ebenfalls und zu Recht
unbestritten. Dass es die tatsächlichen Beteiligungsverhältnisse ausschliessen, die
Y._ AG und X._ als ihr nahestehende Personen zu behandeln, macht die
Beschwerdeführerin weder geltend noch belegt sie dies. Für die Aufrechnung als
verdeckte Gewinnausschüttung bei der Beschwerdeführerin ist unter diesen
Umständen – das Näheverhältnis bestünde auch zu X._ als natürlicher Person – nicht
relevant, ob sie bei der Y._ AG oder aber bei X._ zu einer geldwerten Leistung führt.
Auf den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei bei der Begründung zur Aufrechnung
nur die Y._ AG, nicht aber X._ zu erwähnen, ist dementsprechend mangels
schutzwürdigen Interesses nicht einzutreten.
Die Beschwerdeführerin hat im Rekursverfahren zur Aufrechnung der
Mietzinseinnahmen ausgeführt, die Nutzung sei einzig bei der Y._ AG gelegen. Es
treffe zu, dass X._ sich als damaliges Organ ebenfalls zeitweise in der Wohnung
aufgehalten habe, doch habe diese Belegung ausschliesslich im Zusammenhang und
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im Interesse der Y._ AG gelegen, „wo die Organperson ihren gesellschaftsrechtlichen
Pflichten nachgekommen“ sei (act. 7/1 Rz. 33). In der Beschwerde wird eingeräumt, die
Y._ AG und deren Organperson X._ seien im Zeitraum 2010 bis 2012 aus einem ganz
klar definierten Grund – undichtes Dach, Aufsicht zur Vermeidung unkontrollierter
Wassereintritte – zeitweise an der W._-gasse gewesen und hätten dort eine Wohnung
belegt (Beschwerde Rz. 30 und 37). Bereits im Veranlagungsverfahren hatte die
Beschwerdeführerin die Aufrechnung anerkannt (vgl. act. 7/7-III/15). Da die Dauer der
tatsächlichen Anwesenheit einer bestimmten Person und der Zweck des Aufenthalts für
die Aufrechnung eines Ertrags aus einem Mietverhältnis nicht von Belang sind,
vermögen diese Vorbringen der Beschwerdeführerin angesichts des anerkannten
Grundsachverhalts an der Rechtmässigkeit der Aufrechnung nichts zu ändern.
Hinsichtlich der Höhe gingen Beschwerdegegner und Vorinstanz von monatlich
CHF 1‘600 zuzüglich CHF 150 Nebenkosten aus. Soweit die Beschwerdeführerin die
Höhe des Mietzinses mit dem Hinweis darauf bestreitet, es habe an verschiedenen
Stellen in die Dachwohnung geregnet, das Dach sei 2010/2011 ersetzt worden und die
für Dritte nicht bewohnbare Dachwohnung Ende 2011 endlich saniert worden (vgl.
act. 7/7-III/12 Seite 11), ist ihr entgegenzuhalten, dass Gegenstand nicht die
Vermietung einer Dachwohnung, sondern einer Wohnung im 3. Obergeschoss ist. Die
Vorinstanz hat die Höhe der Aufrechnung auf die Prüfungsergebnisse der Abteilung
Strafsachen und Untersuchung der Eidgenössischen Steuerverwaltung gestützt
(act. 7/7-III/13 Seite 1). Der mit den beiden Mietern per 1. Juli 2012 abgeschlossene
Mietvertrag, auf den sich Beschwerdegegner und Vorinstanz beziehen, liegt zwar nicht
in den Akten. Indessen bestreitet die Beschwerdeführerin die Höhe dieses mit den
Nachmietern vereinbarten Mietzinses nicht, indem sie – was ihr als Eigentümerin und
Vermieterin der Wohnung ohne weiteres möglich wäre – den fraglichen Mietvertrag ins
Recht legen würde. Hingegen macht sie geltend, die nicht sanierte Wohnung sei im
Jahr 2008 für monatlich CHF 1‘100 vermietet gewesen. Sie legt dazu eine
Gutschriftsanzeige der Bank H._ vom 30. Juni 2008 ins Recht. Danach hat F._ bei
der Post diesen Betrag mit dem Vermerk „Miete W._-gasse 0_“ zugunsten der
Beschwerdeführerin einbezahlt (act. 2/2). Aus einem von der Beschwerdeführerin am
12. Juli 2011 erstellten Mieterspiegel ergibt sich, dass die 4-Zimmer-Wohnung im 3.
Obergeschoss bis November 2008 für CHF 1‘200 und ab Dezember 2008 für
CHF 1‘300 monatlich an K._ vermietet war (act. 7/7-III/10 Beilage). Abgesehen davon,
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dass die Angaben zur Höhe des Mietzinses nicht übereinstimmen, legt die
Beschwerdeführerin nicht dar, dass dieses Mietverhältnis bis Juli 2010 Bestand hatte
und wann diese Wohnung restauriert wurde. Den bis Juli 2010 oder einen früheren
Zeitpunkt gültigen Mietvertrag legt die Beschwerdeführerin zudem nicht vor. Unter
diesen Umständen erscheint die Aufrechnung auch in der Höhe nachvollziehbar
begründet.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Belegung der Wohnung durch die Y._ AG
sei ausnahmsweise geschäftsmässig begründet, weil nur durch die Aufsicht vor Ort
weitere Schäden am Gebäude und Unfälle unmittelbar hätten verhindert werden
können. Die Nutzniesserin der Schadenminderung und Vermeidung sei allein die
Beschwerdeführerin gewesen. Die Y._ AG habe für ihre Aufsichtsarbeiten in der
Liegenschaften kein Honorar geltend gemacht und im Gegenzug die
Beschwerdeführerin auf eine Raummiete verzichtet. Zu dieser angeblichen
Gegenleistung der Y._ AG beziehungsweise von X._ in Form von Aufsichtsarbeiten
gibt es keinerlei Beweise. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, hätte
dieser Vorgang in der Erfolgsrechnung ausgewiesen werden müssen (vgl. Art. 958c des
Schweizerischen Obligationenrechts; SR 220, OR). Dass im Ergebnis einzelne
Aufwände und Erträge gegenseitig verrechnet werden, ändert an der Pflicht, alle
Erträge und Aufwendungen vollständig auszuweisen, nichts. Doch selbst wenn davon
ausgegangen würde, dass sich X._ unter anderem wegen Aufsichtspflichten in der
Wohnung aufgehalten habe, so ist unklar, in welchem Umfang diese im Einzelnen
vorgenommen worden sind; die pauschale Aussage der Beschwerdeführerin, die
jeweiligen Leistungen würden sich wettschlagen, genügt nicht. Dem Vorwurf der
Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegner sei seiner Untersuchungspflicht nicht
ausreichend nachgekommen, ist ihre eigene Mitwirkungspflicht entgegen zu halten.
Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen,
welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche
eine Partei besser kennt als die Behörde (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O.,
N 9 zu Art. 123 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. Teil Rz. 25). Vorliegend wäre
es somit an der Beschwerdeführerin gewesen, weitere Unterlagen einzureichen, um die
Werthaltigkeit dieser angeblichen Aufsichtstätigkeiten darzulegen.
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6.3. Die Beschwerdeführerin rügt sodann die Aufrechnung von Werklohnarbeiten der
T._ AG im Umfang von CHF 54‘000 im Geschäftsjahr 2012. Der Beschwerdeführerin
fielen gemäss Kontoblatt im Geschäftsjahr 2012 effektiv Kosten von CHF 110‘506.45
für die Renovation und Erneuerung der Liegenschaft an der W._-gasse 0_ in A._ an.
Davon wies sie die Hälfte, das heisst CHF 55‘253, dem Anlagevermögen zu (vgl.
act. 7/7-III/04); die andere Hälfte verblieb im Konto Renovation und Erneuerung. Von
den geltend gemachten Aufwendungen anerkannte die Vorinstanz die Rechnung der
T._ AG im Umfang von CHF 54‘000 nicht.
Die T._ AG ist eine Tochtergesellschaft der S._ Holding AG, deren Aktien im Jahr
2012 teilweise von der Beschwerdeführerin gehalten wurden. Zeichnungsberechtigt für
die T._ AG ist einzig X._ als Mitglied des Verwaltungsrates (vgl. Internet Information
aus Handelsregister des Kantons Zug). Unter diesen Umständen ist die Vorinstanz zu
Recht von einem Näheverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der T._ AG
ausgegangen.
Umstritten ist, ob davon auszugehen ist, dass die T._ AG für den von der
Beschwerdeführerin als Liegenschaftsunterhalt verbuchten Aufwand von CHF 54‘000
eine Gegenleistung erbracht hat. Die Vorinstanz verweist in ihrem Entscheid zunächst
auf den statuarischen Zweck der T._ AG. Im Jahr 2012, in welchem die T._ AG die
umstrittenen Renovationsarbeiten vorgenommen haben soll, war der Zweck der
T._ AG das Contracting und die Förderung ökologischer Heiz- und
Stromeinspeisesysteme (vgl. act. 7/7-IV/08). Die Vorinstanz hält ferner fest, es komme
in der Praxis nicht selten zu faktischen Zweckänderungen; die Rechtunsicherheit,
welche die Gesellschaft dadurch gegen aussen verursache, indem sie sie den
statuarischen Zweck den tatsächlichen Gegebenheiten nicht anpasse, habe sie sich
jedoch entgegen halten zu lassen. Es sei diesfalls deshalb gerechtfertigt, erhöhte
Beweisanforderungen an die Gesellschaft zu stellen.
Mit der Steuererklärung reichte die Beschwerdeführerin eine vom 31. Dezember 2012
datierte Rechnung der T._ AG ein (vgl. act. 7/7-III/06). Danach soll die T._ AG in der
4-Zimmerwohnung im 2. Obergeschoss Renovationsleistungen im Gesamtbetrag von
CHF 50‘000 zuzüglich CHF 4‘000 Mehrwertsteuer erbracht haben. Fakturiert wurden
folgende Leistungen: Ausbruch und Entsorgung Küche und Bad/WC; Parkett schleifen
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und versiegeln, Stein-Plattenboden neu Küche und Bad/WC, Steinplatten, teilweise in
Parkett einfügen; ganze Wohnung neuer Abrieb weiss; Mauerwerk, Neuaufbau
schadhafter Stellen; Ausbesserung schadhafter Stellen in der Decke; Material und
Arbeit sowie Bereitstellung Bauschutt für Entsorgung. Der Vorinstanz ist zu folgen,
wenn sie festhält, dass die fakturierten Tätigkeiten offensichtlich nicht vom – zumindest
im Jahre 2012 gültigen – statuarischen Zweck erfasst werden. Die Beschwerdeführerin
vermag auch in ihrer Beschwerdeschrift nicht überzeugend darzutun, dass die
fakturierten Arbeiten zumindest im 2012 in den Tätigkeitsbereich der T._ AG fielen.
Ihre Ausführungen basieren im Übrigen einzig auf dem erst seit dem Jahr 2016
geltenden, neuen Zweck der T._ AG (vgl. act. 7/7-IV/10); ob die fakturierten
Rechnungen mit dem neuen Zweck vereinbar sind, kann vorliegend offengelassen
werden. Im Übrigen wäre es im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht an der
Beschwerdeführerin gewesen, Beweise vorzulegen, wonach im Jahre 2012 der
tatsächliche vom statuarischen Zweck abwich.
Die Vorinstanz verweist sodann auf eine weitere, ebenfalls auf den 31. Dezember 2012
datierte Rechnung, welche zwar ebenfalls einen Betrag von CHF 50‘000 zuzüglich
CHF 4‘000 Mehrwertsteuer aufweist, allerdings diesmal mit dem Betreff
„Materiallieferung für Renovation 4-Zi. Wohnung 2. OG und Dachwohnung 5. OG“. Im
Übrigen wird die eine Rechnung nur mit „T._ AG“ unterzeichnet, die andere mit „X._,
...“. Es ist weder ersichtlich noch wird von der Beschwerdeführerin vorgebracht,
weshalb zwei unterschiedliche Rechnungen – jeweils beide mit der Aufschrift
„Gebucht“ – in dieser Angelegenheit im Umlauf sind. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin kann es sich bei der in den Akten der Eidgenössischen
Steuerverwaltung befindlichen Version um keinen Entwurf handeln; immerhin weisen
sowohl das von der Beschwerdeführerin eingereichte sowie jenes Exemplar aus den
Akten der Eidgenössischen Steuerverwaltung denselben Stempel „Gebucht“ auf.
Im Übrigen spricht auch – worauf bereits der Beschwerdegegner hingewiesen hat (vgl.
act. 7/7-III/14) – die Jahresrechnung der T._ AG dagegen, dass sie die in der
Rechnung aufgeführten Arbeitsleistungen erbracht hat oder erbringen liess, zumal dort
keine Personalaufwendungen oder Fremdarbeiten ausgewiesen sind. Hinzu kommt,
dass eine Zahlung durch die Beschwerdeführerin nicht ausgewiesen ist. Vielmehr soll
X._ die Rechnung für die Beschwerdeführerin privat bezahlt haben. Ein
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entsprechendes Passiv-Darlehen der Beschwerdeführerin gegenüber X._ – entstanden
durch diese Schuldübernahme – ist indessen nicht nachgewiesen.
Soweit die Beschwerdeführerin erneut auf den offerierten Augenschein verweist, ist der
Vorinstanz Recht zu geben, wenn sie festhält, dass ein solcher nicht zielführend ist. Die
Frage, wer die Arbeiten ausgeführt hat, kann im Rahmen eines Augenscheins nicht
geklärt werden. Dasselbe gilt für die offerierte Befragung von O._ und die beantragte
Einholung einer Amtsauskunft bei der Schlichtungsstelle für Miet- und
Pachtverhältnisse. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Beweismittel schlüssige
Antworten auf die strittige Frage, ob die T._ AG die fakturierten Arbeiten ausgeführt
hat, liefern könnten. Eine Verletzung von Art. 166 StG, der inhaltlich mit Art. 115 DBG
übereinstimmt und den Vorgaben von Art. 41 Abs. 2 StHG entspricht und die Pflicht zur
Abnahme der vom Steuerpflichtigen angebotenen Beweise, soweit sie geeignet sind,
die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen, vorsieht, ist folglich nicht
ersichtlich.
7. Zusammenfassend erweisen sich die Beschwerden als unbegründet. Sie sind
abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
8. Die amtlichen Kosten der Beschwerdeverfahren sind dem Verfahrensausgang
entsprechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Entscheidgebühren von CHF 2'000 für das Verfahren betreffend Kantonssteuern (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV) und von CHF 1'500 für das
Verfahren betreffend direkte Bundessteuern (Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit
Art. 7 Ziff. 222 GKV) sind angemessen. Die von der Beschwerdeführerin in den beiden
Verfahren geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 1'500 und CHF 1'200 sind
anzurechnen. Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98 VRP; Art. 144 Abs. 4 DBG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1
des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren, SR 172.021).