Decision ID: c8621e1b-24eb-4347-99d9-863ea6c606ff
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, verheiratet und Mutter eines 199_ geborenen Kindes, meldete sich am
11./17. Juni 2002 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und
beantragte wegen einer langjährigen Suchtproblematik und einer Sehnenverkürzung
am linken Arm namentlich eine Rente. Sie habe keine Berufsausbildung genossen (IV-
act. 1). Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab im IV-Arztbericht vom 8. Juli
2002 (IV-act. 3) bekannt, Arbeitsfähigkeit liege seit 1990 keine vor. Zu einer
medizinischen Abklärung erschien die Versicherte nicht. Da eine volle Arbeits- und
Erwerbsunfähigkeit nach Auffassung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung dennoch absolut ausgewiesen war (vgl. IV-act. 13-2), sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit
Verfügung vom 13. März 2003 (IV-act. 21) ab 1. Juni 2001 eine ausserordentliche ganze
Invalidenrente (bei einem Invaliditätsgrad von 100 %) zu. - Nachdem gegen eine
Leistungseinstellung aufgrund einer Wiedererwägung der Leistungszusprache (vgl. IV-
act. 25, 22, wegen ursprünglich unvollständiger Aktenlage) Einsprache erhoben (vgl. IV-
act. 29) und die betreffende Verfügung widerrufen worden war (IV-act. 39), fand eine
medizinische Abklärung statt. Das Zentrum für Medizinische Begutachtung ZMB gab
im Gutachten vom 23. Februar 2007 (IV-act. 49) bekannt, wegen einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung, einer langjährigen Polytoxikomanie und einer COPD sei die
Versicherte höchstens zu 30 % arbeitsfähig. Daraufhin blieb es beim Anspruch auf eine
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ganze Rente (vgl. IV-act. 55, Mai 2007; Invaliditätsgrad 77 %) der von Juli 2003 bis
Dezember 2009 verbeiständet gewesenen (vgl. IV-act. 44-2, 57) Versicherten; ebenso
nach einer weiteren Überprüfung (gemäss Mitteilung vom Juni 2010, IV-act. 63).
A.b Nachdem der ehemalige Beistand (vgl. IV-act. 29) am 16. Dezember 2011
gemeldet hatte, die Versicherte habe im [...] 2011 ein Kind geboren, sah die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen vor, ihre Qualifikation (ihren
Status für die Invaliditätsbemessung) zu prüfen (beides IV-act. 64). Am 23. Januar 2012
(IV-act. 67) sandte sie der Versicherten einen Fragebogen zur Abklärung betreffend
Erwerbstätigkeit/Haushalt zum Ausfüllen zu. Im schliesslich am 29. August 2012 (IV-
act. 79) eingegangenen Formular gab die Versicherte unter anderem an, sie sei nicht
erwerbstätig und würde auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung keiner
Erwerbstätigkeit nachgehen, weil sie Mutter eines [...] Monate alten Kindes sei und in
den nächsten Jahren deswegen ohnehin nicht erwerbstätig sein könnte. Sie habe
niemand anderen, der die Betreuung des Kindes übernehmen könnte.
A.c Bei einer Abklärung an Ort und Stelle vom 18. März 2013 gab die Versicherte
gemäss dem Bericht (IV-act. 88) unter anderem an, in ihrem Alltag sei sie vor allem
wegen der Rückenprobleme eingeschränkt, ausserdem wegen Schmerzen an den
Gelenken (namentlich rechte Hand). Das Asthma mache sich vor allem unter Belastung
bemerkbar. Psychisch gehe es ihr besser als vor der Niederkunft. Sie wolle sich ganz
dem Kind widmen, müsste jedoch aus finanziellen Gründen etwas dazuverdienen. Je
nach Arbeitszeit wäre es ihrem Partner möglich, für einige Stunden für das Kind zu
sorgen, darüber hinaus wäre die Betreuung aber nicht gewährleistet. Die
Abklärungsperson empfahl am 7. Mai 2013 (IV-act. 88-12), die Versicherte neu -
entgegen ihrem Wunsch, ganz für das Kind da zu sein - wegen des finanziellen Bedarfs
als Teilerwerbstätige zu qualifizieren. Im Haushaltteil betrage die Einschränkung 15 %.
A.d In einem IV-Verlaufsbericht gab Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, am 29.
Mai 2013 (IV-act. 89) bekannt, wie aus den beiliegenden Berichten zu ersehen sei, habe
die Versicherte 2010 einen [epifaszialen bis intraspinalen] lumbalen Infekt erlitten,
worauf eine Wundrevision mit Abszessspaltung vorgenommen worden sei. Ausserdem
seien unter anderem eine Vaskulitis, eine Monarthritis des rechten Handgelenks und
psychiatrisch behandelte rezidivierende depressive Störungen aufgetreten, 2011
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ausserdem ein cholestatischer Ikterus in der 32 SSW, und es seien eine ERCP und eine
laparoskopische Cholezystektomie erfolgt. Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
hätten vor allem die rezi¬divierenden Gelenksschmerzen an Handgelenk rechts, Knie
und OSG, die Rückenschmerzen seit dem Infekt und die Atemnot bei behandeltem
Asthma und wahrscheinlich COPD. Die Fragen nach den Auswirkungen auf die
Tätigkeit würden sich nicht beantworten lassen, da die Versicherte lediglich kurze
Praktika gemacht habe, aber nicht weiter beruflich tätig gewesen sei. Sicherlich
bestehe für irgendwelche (jedwede) berufliche Tätigkeit eine massive Einschränkung.
Eine Restarbeitsfähigkeit sei äusserst fraglich, obwohl die Versicherte ihr Kind selbst
betreue und den Haushalt führe.
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 8. Oktober
2013 (IV-act. 90) dafür, gesundheitlich würden seit der Begutachtung von 2007
gesamthaft eher Zeichen einer Verschlechterung überwiegen. Die rein technischen
Ermittlungen bei der Abklärung an Ort und Stelle könnten nachvollzogen werden.
A.f Mit Vorbescheid vom 7. November 2013 (IV-act. 92 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten in
Aussicht, den Rentenanspruch auf einen solchen auf eine halbe Rente bei einem nach
der gemischten Methode (mit einer je hälftigen Aufteilung von Erwerbs- und
Haushaltstätigkeit) bemessenen Invaliditätsgrad von 58 % herabzusetzen.
A.g Die Versicherte wandte am 10. Dezember 2013 (Eingangsdatum, IV-act. 96) ein,
sie habe die Rente wegen Depressionen und daraus resultierender Drogensucht
zugesprochen erhalten und bedürfe immer noch einer sehr hohen Dosis Methadon, um
die Sucht im Griff zu haben. [...] Jahr nach der Geburt ihres [zweiten] Kindes müsse sie
nun auch wieder Antidepressiva einnehmen. Dass sie immer wieder unter
Depressionen leide, sei bei der Abklärung nicht besprochen worden. Nach der
Rentenzusprache seien ausserdem körperliche Leiden dazugekommen und sie leide an
Übergewicht. Sie sei ausserstande, zu 50 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine
Ausbildung habe sie nicht und sie habe seit 20 Jahren nicht gearbeitet. Es würden also
nur Reinigungsanstellungen oder sonstige Hilfsarbeitsstellen übrigbleiben, die
auszufüllen ihre körperlichen Leiden aber nicht zulassen würden. Ausserdem wolle sie
eine Interferon-Therapie machen, die ein halbes bis ein ganzes Jahr dauern und viele
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Nebenwirkungen haben werde. Sollte die Rente herabgesetzt werden, bliebe ihr nur
der Gang zum Sozialamt. Im Übrigen heisse es im Vorbescheid, es sei ihr keine
Arbeitsleistung zumutbar.
A.h Mit Verfügung vom 9. Januar 2014 (IV-act. 99) setzte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Rentenanspruch ab 1. März 2014 auf eine
halbe Rente herab und entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Obwohl
die Versicherte auf die psychische Situation angesprochen worden sei, habe sie bei der
Abklärung an Ort und Stelle nur somatische Einschränkungen erwähnt. Sie habe den
Bericht eingesehen und unterschriftlich bestätigt. In der Wertung sei auch ihr Bericht
mit der ausführlichen Information über ihre Situation berücksichtigt worden. Die
Aussagen der ersten Stunde hätten gegenüber einer späteren Darstellung höheres
Gewicht; die IV-Stelle halte daher an der IV-rechtlichen Einstufung der Versicherten als
Teilerwerbstätige fest.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, Procap
Schweiz, für die Betroffene am 30. Januar 2014 erhobene Beschwerde mit dem Antrag,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei weiterhin
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ausserdem sei der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und sie sei von
allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu befreien; zudem sei ihr die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch ihn zu gewähren. Die Beschwerdeführerin
sei mit der Umstellung von der Einkommensvergleichs- zur gemischten Methode der
Invaliditätsbemessung, die zu einer Kürzung von einer ganzen auf eine halbe Rente
geführt habe, nicht einverstanden. - In seiner Ergänzung vom 26. Februar 2014 wendet
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein, auf die Aussage der ersten Stunde
werde nur in der Regel abgestellt; bestünden gute Gründe für eine andere
Betrachtungsweise, sei diese massgebend. Die Beschwerdeführerin habe sich nie zum
Umfang eines möglichen Arbeitspensums geäussert. Eine hälftige Aufteilung wäre
schon aus finanziellen Überlegungen nicht realistisch. Die Beschwerdegegnerin habe
dieses Verhältnis bei der Abklärung selbst nach eigenem Gutdünken und ohne nähere
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Begründung festgelegt. Der Partner der Beschwerdeführerin sei aber zur Zeit der
Abklärung arbeitslos gewesen und sie habe angegeben, sie müsste aufgrund der
prekären finanziellen Lage arbeiten gehen. Dass sie als Ungelernte, die noch nie richtig
gearbeitet habe, mit einer Anstellung zu 50 % genügend Verdienst aufwiese, um die
Familie ernähren zu können, sei undenkbar. Selbst mit einem vollen Pensum dürften
die finanziellen Verhältnisse sehr knapp sein. Die Beschwerdeführerin habe
behinderungsbedingt noch nie richtig gearbeitet und sei über die Möglichkeiten einer
Kinderbetreuung ungenügend informiert. Die Angabe der Abklärungsperson erstaune
daher, denn ihre Aufgabe bestehe nicht darin, allen Aussagen der Beschwerdeführerin
gerecht zu werden, sondern zu ermitteln, wie die Situation in der Realität aussähe.
Aufgrund der finanziellen Verhältnisse sei eindeutig, dass die Beschwerdeführerin
vollzeitlich arbeiten müsste.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. April 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die Statusfrage beantworte sich anhand der Prüfung, was
eine versicherte Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend sei nicht, welches Ausmass
an Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zumutbar wäre. Erforderlich sei der Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Zugunsten der Beschwerdeführerin sei sie
nicht von deren Aussagen der ersten Stunde, sondern von der plausiblen und
überwiegend wahrscheinlichen Annahme einer Erwerbstätigkeit von 50 %
ausgegangen. Die Beschwerdeführerin habe nie längere Zeit (länger als einige Monate)
gearbeitet, deshalb sei es noch schwieriger (als in anderen Sachverhalten), eine
nachvollziehbare Hypothese zu stellen. Die Beschwerdeführerin habe aber jedenfalls
klar gemacht, dass sie sich um ihre Tochter kümmern müsse und wolle. Dieser Wunsch
dürfte angesichts ihrer Lebensgeschichte realistisch sein. Die Einschränkung, die für
die Haushaltstätigkeit ermittelt worden sei, sei nicht bestritten worden. Bei
unveränderter gesundheitlicher Situation habe der Beschwerdeführerin der Wechsel in
der Bemessungsmethode zum Nachteil gereicht. Die Reduktion der Rente sei jedoch
durch die Ergänzungsleistungen aufgefangen worden, die ihr wegen der vollen
Arbeitsunfähigkeit im Erwerb kein hypothetisches Einkommen angerechnet habe.
D.
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Am 21. Mai 2014 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
E.
Mit Replik vom 21. Mai 2014 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dafür, die
Ausführungen der Beschwerdegegnerin über die Angaben der Beschwerdeführerin auf
dem Fragebogen würden sehr überzeugend wirken, wäre da nicht der Einspruch vom
10. Dezember 2013. Dieser - mit dem Vorbringen, sie verstehe nicht, weshalb sie zu 50
% arbeitsfähig sein sollte - zeige, dass die Beschwerdeführerin den Entscheid der
Beschwerdegegnerin nicht annähernd habe interpretieren können, was einen krassen
Widerspruch zu der angeblich sehr dezidiert abgegebenen Äusserung im
Haushaltsbericht darstelle. Es sei unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin
selber gesagt haben solle, die Kosten für eine Betreuung in einer Krippe oder durch
eine Tagesmutter stünden nicht im Verhältnis zu einem möglichen Verdienst aus
Teilzeitarbeit. Erstens habe sie nach so langer Absenz vom Arbeitsmarkt keinen
Anhaltspunkt dafür, was sie verdienen würde. Wegen der vollen Arbeitsunfähigkeit
habe sie bisher auch keinen Anlass gehabt, sich mit den Verdienstmöglichkeiten
auseinanderzusetzen. Gleiches gelte für die Kosten einer Kinderbetreuung. Wenn sie
eine Aussage gemacht habe, dann wohl nicht aufgrund von konkreten Fakten.
Zweitens sei zu zweifeln, ob die Beschwerdeführerin den Konnex zwischen Verdienst
und Betreuungskosten klar herstellen könne, da sie bereits den Vorbescheid mit der
hypothetischen Tätigkeitsaufteilung nicht habe verstehen können. Die
Beschwerdegegnerin bestätige jedoch, dass die Abklärungsperson die Aufteilung nach
eigenem Gutdünken vorgenommen habe. Die Beschwerdeführerin erachte sich als voll
arbeitsunfähig. Mit ihrer Einsprache vom 7. November 2013 zum Vorbescheid zeige sie
auf, dass sie nicht im Stande sei, eine "Arbeitsfähigkeit" (bzw. Arbeitstätigkeit) als
Gesunde zu definieren. Folge man den Ausführungen in dieser "Einsprache", müsse
angenommen werden, sie sei davon ausgegangen, sie wäre bei voller Gesundheit zu
100 % erwerbstätig. Der angebliche Wunsch, sich nach der eigenen Lebensgeschichte
selbst um ihre Tochter zu kümmern, sei eine Interpretation der Beschwerdegegnerin
und nicht von Bedeutung, wenn die Beschwerdeführerin aus finanziellen Gründen
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arbeiten gehen müsse. Ein Qualifikationswechsel könne nicht gutgeheissen werden,
nur weil die Ergänzungsleistungen die Reduktion der Rente ausgleiche.
F.
Die Beschwerdegegnerin hält am 10. Juni 2014 an ihrem Antrag fest und verzichtet im
Übrigen auf die Erstattung einer Duplik.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 9. Januar 2014, mit welcher die Beschwerdegegnerin
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente (bemessen nach dem
Einkommensvergleich) mit Wirkung ab 1. März 2014 anpassungsweise auf eine halbe
Rente (bemessen nach der gemischten Methode) herabgesetzt hat.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art.
28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). - Nach Art.
5 Abs. 1 IVG bestimmt sich die Invalidität bei versicherten Personen mit vollendetem
20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit
nicht zugemutet werden kann, nach Art. 8 Abs. 3 ATSG. Gemäss dieser Bestimmung
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gelten solche volljährigen versicherten Personen als invalid, wenn eine Unmöglichkeit
vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Nach Art. 28a Abs. 2 IVG
wird bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind, und
denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, für die Bemessung der
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie
unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (spezifische Methode). - Bei
Versicherten schliesslich, die nur zum Teil erwerbstätig sind (oder die unentgeltlich im
Betrieb des Ehegatten mitarbeiten), wird nach der gesetzlichen Anordnung von Art. 28a
Abs. 3 IVG für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie
daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Abs. 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit (oder der
unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten) und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu
bemessen (gemischte Methode). Diese dritte Methode (die Mischung der beiden
anderen) hat der im ursprünglichen Art. 28 Abs. 3 IVG zum Erlass von Vorschriften über
die Bemessung der Invalidität für Versicherte, die vor Eintritt der Invalidität nicht
erwerbstätig waren, ermächtigte Bundesrat, nachdem er zunächst Art. 27 IVV erlassen
hatte, erst 1977 mit dem damaligen Art. 27bis IVV eingeführt. Nur noch ganztägig
Erwerbstätige fielen nach der Einführung von Art. 27bis IVV ganz unter die Bemessung
nach der Erwerbsunfähigkeit (vgl. ZAK 1977 S. 16). Die späteren gesetzlichen
Revisionen änderten am Konzept nichts. Wie in BGE 137 V 334 E. 5.5 festgestellt, ist
die gemischte Methode seit ihrer Schaffung nicht als solche im Grundsatz in Frage
gestellt worden, anders als die Modalitäten ihrer Anwendung, die Gegenstand
intensiver Kontroversen sind und waren.
2.3 Für die Methodenwahl ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht
entscheidend, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie diesfalls
hypothetisch erwerbstätig wäre (vgl. BGE 133 V 507 f. E. 3.3; vgl. EVGE 1961 S. 170
und ZAK 1962 S. 87; BGE 98 V 262, BGE 98 V 265; BGE 117 V 194, BGE 125 V 146,
BGE 133 V 477, BGE 133 V 504, BGE 137 V 334; vgl. auch Art. 27bis IVV in der
Fassung seit 2004).
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2.3.1 In erster Linie sind für diese Feststellung die Angaben und Absichten der
versicherten Person zu berücksichtigen. Sie sind zur Erreichung des für die
hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten [(Teil-) Erwerbs-] Tätigkeit
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrads der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 137 V 338 E. 3.2; vgl. BGE 141 V 15 E. 3.1) anhand
weiterer Faktoren zu prüfen. Denn die hypothetischen Willensentscheidungen sind als
innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller
Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom
15. April 2014, 8C_823/2013).
2.3.2 Als nächstliegender Anhaltspunkt ist dabei deshalb zu beachten, welches die
individuellen, tatsächlichen Verhältnisse der versicherten Person (und ihr Verhalten) vor
dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung (oder vor der Revision) waren (die
Arbeitseinteilung in der Vergangenheit - ohne Gesundheitsschaden - kann für die
massgebliche Hypothese jedoch nur ein Indiz darstellen, nicht veröffentlichter
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S L. vom 2. Februar
2006). Sind die letzten tatsächlichen Verhältnisse aber nicht repräsentativ, so sind die
hypothetischen Verhältnisse im Gesundheitsfall anhand weiterer persönlicher und
beruflicher Voraussetzungen der betroffenen versicherten Person zu prüfen, etwa der
persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, der allfälligen
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, dem Alter, der beruflichen
Fähigkeiten und der Ausbildung sowie den persönlichen Neigungen und Begabungen
(vgl. BGE 137 V 338 E. 3.2).
2.3.3 Zu beachten ist, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher
über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine
gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit) eingetreten
ist. Die reale Einteilung von Erwerb und Haushalt ist dabei meist bereits durch die
Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S L. vom 2. Februar 2006). Die konkrete Situation und die
Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu
würdigen (Entscheid des Bundesgerichts - damals Eidgenössisches
Versicherungsgericht - vom 24. Juli 2006, I 116/06).
3.
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3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
3.2 Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach der
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351
E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2). - Ein Verfahren mit einer Überprüfung in medizinischer
Hinsicht in Form der Einholung eines Gutachtens endete vorliegend letztmals mit der
Mitteilung vom Mai 2007 (vgl. IV-act. 55); die familiären Verhältnisse wurden damals
nicht besonders geprüft. Das Verfahren vom Mai/Juni 2010 fällt als massgeblicher
Vergleichszeitpunkt jedenfalls ausser Betracht, weil keine entsprechend eingehende
Prüfung erfolgt war. Ob der Sachverhalt vom März 2003 oder jener vom Mai 2007 mit
den Sachverhaltsentwicklungen bis zum 9. Januar 2014 zu vergleichen sei, kann offen
bleiben.
3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes
stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V
372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203).
3.4 Ein Revisionsgrund kann grundsätzlich auch dann gegeben sein, wenn in dem für
die (Invaliditätsbemessungs-) Methodenwahl massgeblichen hypothetischen
Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind (Statuswechsel, Veränderung
der Tätigkeitsanteile; vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 15. April 2014, 8C_823/2013).
Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen Lebensentwicklung
voraus.
4.
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Mit der in formelle Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 13. März 2003 hatte die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2001 eine ganze Rente bei
einem Invaliditätsgrad von 100 % zugesprochen. Sie hatte auf den
Bemessungsgrundsatz des Einkommensvergleichs hingewiesen und war von voller
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen. - Die
Beschwerdeführerin war bei Erlass der Verfügung vom 13. März 2003 (noch verheiratet
oder bereits geschieden; Scheidung [...], vgl. IV-act. 49-4, 58-1) Mutter eines _-jährigen
Kindes, das (seit 2000/2001, vgl. IV-act. 49-4; oder eventuell seit seinem vierten
Altersjahr, vgl. IV-act. 88-16) fremdplatziert war. Sie hatte bereits als 12-Jährige Alkohol
und Drogen konsumiert (IV-act. 49-19), keine Berufsausbildung erworben und (in den
Jahren 1992 bzw. 1994 bis 1996) nur einzelne sehr kurzfristige Tätigkeiten bzw.
Praktika ausgeübt ([...,...,...], vgl. IV-act. 2-2, vgl. IV-act. 60-3, vgl. IV-act. 49-18).
5.
5.1 Die angefochtene Anpassungsverfügung beruht auf einer Änderung der Methode
der Invaliditätsbemessung. Anlass zum Methodenwechsel gab der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin im [...] 2011 (innerhalb des massgeblichen Zeitraums vom März
2003 - bzw. Mai 2007 - bis Januar 2014) ein (zweites) Kind gebar.
5.2 Nach ihren ersten Aussagen, nämlich der Antwort vom Juni 2012 auf
entsprechende Fragen im Formular, würde die Beschwerdeführerin wegen ihres kleinen
Kindes in den nächsten Jahren ohnehin (unabhängig vom Gesundheitszustand) nicht
erwerbstätig sein können. Sie habe niemand, der die Kinderbetreuung übernehmen
würde. Diese Angaben (für sich allein genommen) sprechen für die Anwendbarkeit des
(reinen) Betätigungsvergleichs. Gemäss dem Bericht über ihre Angaben bei der
Abklärung an Ort und Stelle (IV-act. 88-3) erklärte die Beschwerdeführerin damals
erneut, dass sie seit der Geburt des Kindes als Hausfrau und Mutter tätig wäre. Sie
wolle sich voll und ganz ihrer Tochter widmen. Aus finanzieller Sicht - auf die sie durch
die Abklärungsperson aufmerksam gemacht wurde - müsste sie jedoch etwas
hinzuverdienen, allerdings könnte sie das nur in einem sehr geringen Pensum, weil die
Betreuung der Tochter nicht gewährleistet sei. Eine Krippe oder Tagesmutter zu
bezahlen, stehe nicht im Verhältnis zum Einkommen, das sie zu erzielen in der Lage
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wäre. Familienangehörige, die Zeit für die Betreuung hätten, fänden sich nicht. Je nach
Arbeitszeit wäre es dem Partner möglich, für einige Stunden für die Tochter zu sorgen.
5.3 Den ersten Angaben der versicherten Person ist, da bzw. wenn sie noch nicht von
möglichen versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt sind, in der
Beweiswürdigung regelmässig erhöhtes Gewicht beizumessen. Vorausgesetzt ist aber,
dass die versicherte Person in der Lage ist, die ihr gestellte Statusfrage einwandfrei zu
erfassen (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 28. August 2013, 9C_286/2013, und vom
14. März 2013, 8C_646/2012 E. 4.2). Die Beantwortung der entsprechenden Fragen
verlangt vor allem von Versicherten, die seit langer Zeit aus dem Erwerbsleben
ausgeschieden sind, ein gewisses Mass an Abstraktions- und Vorstellungsvermögen.
Es muss hinreichend gelingen, sich ein Leben ohne Behinderung vorzustellen
(Bundesgerichtsentscheid vom 24. Mai 2011, 8C_35/2011 E. 5.4). - Vorliegend ist
diesbezüglich der Umstand zu beachten, dass der Gesundheitsschaden bei der
Beschwerdeführerin bereits in der Jugendzeit wirksam war und sie an einem üblichen
Ausbildungs- und Erwerbsverlauf schon zu dessen Anfangszeit gehindert hatte. Ob sie
sich ihre Verhältnisse im hypothetischen Gesundheitsfall realistisch vorzustellen
vermag, erscheint daher mehr als fraglich.
5.4 Die Beschwerdegegnerin schloss, eine hälftige Aufteilung zwischen
Erwerbstätigkeit und Tätigkeit im Haushalt wäre bei der Beschwerdeführerin (im
Gesundheitsfall) überwiegend wahrscheinlich.
5.5 Die Beschwerdeführerin lässt gegen diese Annahme der Beschwerdegegnerin
hauptsächlich finanzielle Gründe vorbringen: Eine Erwerbstätigkeit im Umfang eines
Pensums von 50 % würde konkret nicht genügen, weil sie noch nie gearbeitet habe. -
Von der wirtschaftlichen Situation im Krankheitsfall kann zwar nicht ohne Weiteres auf
jene im hypothetischen Gesundheitsfall geschlossen werden (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 28. August 2013, 9C_286/2013 E. 4.4). Nach der
Aktenlage kann die Angabe der Beschwerdeführerin, es bestehe ein finanzieller Bedarf
nach einer Erwerbstätigkeit von ihrer Seite, aber jedenfalls als ausgewiesen betrachtet
werden. Es spricht auch nichts dagegen, dass sie sich unter hypothetischen
Verhältnissen ohne Gesundheitsschaden eine Kinderbetreuungsmöglichkeit
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einzurichten vermöchte, sei es unter Mithilfe des Vaters des Kindes oder unter Einsatz
einer auswärtigen Kinderbetreuung.
5.6 Angesichts des frühen Eintritts der gesundheitlichen Schädigung gibt es wenig für
die massgebliche Frage aussagekräftige konkrete Lebensumstände, die gewürdigt
werden könnten. Schon ob und gegebenenfalls wie die Beschwerdeführerin
hinsichtlich der (zunächst als üblich anzunehmende) Erwerbstätigkeit auf die Geburt
des ersten Kindes reagiert hätte (ganz oder teilweiser Wechsel in den
Aufgabenbereich), lässt sich deshalb nicht ablesen. Jenes Kind wurde wie erwähnt
fremdplatziert.
5.7 Zu berücksichtigen ist, dass bei der Rentenzusprache angenommen worden war,
die Beschwerdeführerin wäre im hypothetischen Gesundheitsfall vollzeitlich
erwerbstätig. Für keine hiervon abweichende Annahme (sei es jene einer vollzeitlichen
Tätigkeit in der Kinderbetreuung und im Haushalt, seien es die Annahmen aller
Abstufungen einer teilzeitlichen Tätigkeit im Erwerb und im Haushaltbereich) gibt es
nach dem Gesagten, namentlich bei den gegebenen finanziellen Verhältnissen, für die
Zeit nach der Geburt des Kindes eine höhere Wahrscheinlichkeit. Deshalb rechtfertigt
es sich nicht, einen Methodenwechsel vorzunehmen. Die Invalidität der
Beschwerdeführerin ist weiterhin nach der Methode des (reinen)
Einkommensvergleichs zu bemessen.
5.8 Im Übrigen ergäbe sich diese Rechtsfolge des Ausbleibens eines
Methodenwechsels auch bei Berücksichtigung des IV-Rundschreibens Nr. 355 des
Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 31. Oktober 2016. Denn dort wird
vorgesehen, für die Zeit zwischen dem rechtskräftigen Urteil di Trizio vs. Schweiz vom
2. Februar 2016 (Requête no. 7186/09; publiziert auf http://www.bger.ch) und einer
neuen generell-abstrakten Regelung der Anwendungsart der gemischten Methode bei
ähnlichen Ausgangslagen wie in jenem beurteilten Sachverhalt (Revision der Rente bei
familiär bedingtem Grund für die Reduktion der Arbeitszeit) keinen Anpassungsgrund
mehr anzunehmen. Es bleibt somit jedenfalls bei der Anwendung der Methode des
Einkommensvergleichs.
6.
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Beide Parteien gehen - nach der Aktenlage zu Recht - übereinstimmend von einer
vollen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin für eine Erwerbstätigkeit aus. Der
Gesundheitszustand hat sich im Vergleichszeitraum eher verschlechtert. Es liegt daher
eine volle Erwerbsunfähigkeit vor. Damit bleibt es beim Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente. Die angefochtene Anpassungsverfügung ist daher aufzuheben.
7.
7.1 Angemerkt werden kann ergänzend allerdings Folgendes: Beim Anspruch auf eine
ganze Rente bliebe es auch bei Einbezug einer hälftigen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich.
7.2 Was ihre Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich betrifft, hat die Beschwerdegegnerin
eine Einschränkung von 14.95 % errechnet. Dabei ist eine Verlangsamung bei der
Arbeit zu Unrecht lediglich teilweise berücksichtigt worden. Die Beschwerdeführerin hat
bei der Abklärung allein Einschränkungen aufgrund ihrer körperlichen Verfassung
beschrieben, nämlich aufgrund der Schmerzen in der Hand bzw. der Gelenke und der
Rückenprobleme (Auswirkungen auf das Tragen, Bücken, Rüsten, Schneiden).
Medizinisch sind die rezidivierenden Gelenksschmerzen an Handgelenk rechts, Knie
und OSG, die Rückenschmerzen seit dem Infekt und Atemnot bei behandeltem Asthma
und wahrscheinlich COPD ausgewiesen. Seit der Begutachtung sind diverse Leiden
(Infekte, Abszesse, Monarthritis) dazugekommen. Gemäss einem Bericht der
Psychiatrie-Dienste D._ vom 9. Dezember 2010 (IV-act. 89-17) bestanden ausserdem
eine rezidivierende depressive Störung - damals leichte Episode mit somatischem
Syndrom - und (die bekannten) Störungen durch multiplen Substanzgebrauch mit
Abhängigkeitssyndrom (damals Teilnahme an einem ärztlich überwachten
Ersatzdrogenprogramm). Bei der Begutachtung vom Januar 2007 (IV-act. 49) waren
eine schwere psychiatrische Störung (Persönlichkeitsstörung) und infolge des
langjährigen Suchtmittelkonsums ausgeprägte neuropsychologische Einbussen im
Bereich der Konzentration und der sprachlichen Verarbeitung (anhaltende kognitive
Beeinträchtigung) gefunden worden. Darauf, dass sich diesbezüglich eine
Verbesserung ergeben haben könnte, deutet nichts hin. Die entsprechenden,
gewichtigen Einschränkungen wurden von der Beschwerdeführerin bei der
Haushaltabklärung allerdings nicht erwähnt und seitens der Beschwerdegegnerin
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entsprechend auch nicht gewürdigt. Die Abklärungsperson hat ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass es der Beschwerdeführerin unangenehm gewesen sei, im direkten
Gespräch von ihren Belastungen in psychiatrischer Hinsicht zu sprechen.
7.3 Beim Betätigungsvergleich nach Art. 27 IVV kann zwar so wenig wie bei der
Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs nach Art. 28a Abs. 1 IVG auf eine
medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 6. Mai 2002, I 59/2001, damals zu Art. 28
Abs. 2 IVG). Auch bei der Haushaltsabklärung ist aber verlangt, dass dabei das effektiv
noch bestehende Leistungsvermögen, wie es (fach-) ärztlicherseits attestiert wird,
gebührend berücksichtigt wird (nicht veröffentlichter Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 21. September 1990; nicht veröffentlichter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S L. vom 23. Oktober 2003). Der
Betätigungsvergleich darf nicht zu Ergebnissen führen, welche mit den medizinischen
Angaben über tatsächlich bestehende Funktionsausfälle und ausgewiesene
Einschränkungen des Leistungsvermögens unvereinbar sind (Ulrich Meyer, Der
Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung,
namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in:
Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S.
102). Obwohl der Abklärungsbericht prinzipiell auch bei psychisch bedingter Invalidität
beweistauglich ist - wenn seine Massgeblichkeit diesfalls unter Umständen auch
Einschränkungen erfahren kann -, ist bei einem Widerspruch nach der Rechtsprechung
des Bundesgerichts in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht
einzuräumen als diesem Bericht, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur
beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit
verbundenen Einschränkungen zu erkennen (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 8.
Februar 2012, 8C_620/2011, und vom 5. September 2011, 9C_201/2011; Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 17. August 2006, I 42/2003).
7.4 Dr. C._ erklärte am 29. Mai 2013, es sei äusserst fraglich, ob eine
Restarbeitsfähigkeit bestehe, obwohl die Beschwerdeführerin ihr Kind selbst betreue
und den Haushalt führe. Der RAD hielt am 8. Oktober 2013 (vgl. IV-act. 90-2) dafür, die
Beschwerdeführerin sei zu einer dauerhaften Pflege und Erziehung der älteren Tochter
nicht in der Lage gewesen (sie hatte damals die Überforderung mit deren Pflege
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eingesehen, IV-act. 49-17), und er beurteilte diese ärztliche Stellungnahme als
nachvollziehbar (vgl. IV-act. 90-2). Die rein technischen Ermittlungen der Abklärung an
Ort und Stelle könnten (jedoch) nachvollzogen werden. Es wäre somit bei diesen
Gegebenheiten davon auszugehen, dass die schwere psychiatrische Störung und die
anhaltenden kognitiven Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auch in ihrem
Aufgabenbereich nicht ohne Folgen bleiben, namentlich was die Verlässlichkeit und
Kontinuität ihrer Arbeitsleistung im Haushalt (vgl. IV-act. 49-25) betrifft. Werden nicht
nur die aufgrund der somatischen Leiden bestehenden Einschränkungen, sondern
auch jene aufgrund der gravierenden psychiatrischen Gesundheitsbeeinträchtigungen
berücksichtigt, wäre den genannten ärztlichen Beurteilungen zu folgen gewesen. Mit
einer insgesamt rentenrelevanten Restarbeitsfähigkeit hätte für die Verhältnisse im zu
beurteilenden Zeitraum also auch bei Berücksichtigung des Aufgabenbereichs nicht
gerechnet werden können, auch nicht, wenn bedacht wird, dass Arbeit im eigenen
Haushalt weniger an fixierte Vorgaben gebunden ist als ausserhäusliche
Erwerbstätigkeit.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2014 gutzuheissen.
8.2 Angesichts des Obsiegens der Beschwerdeführerin wird die Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) vom 21. Mai 2014 nicht in Anspruch
genommen.
8.3 Es rechtfertigt sich, der Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten, die nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs.
1bis IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG, sGS 951.1). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
8.4 Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
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Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).