Decision ID: 7adcb4e6-39b8-5996-930d-57b37d22e52c
Year: 2006
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 K._, geboren 1959, arbeitete seit dem 1. März 1993 als kaufmännische Angestellte bei der A._ (nachfolgend A._) und war bei dieser gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie sich am 20. Oktober 1994 bei einem Verkehrsunfall verletzte. Dabei zog sich die Versicherte nach Lage der Akten unter anderem ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule zu. Zwischen der Versicherten und der A._ entstand in der Folge eine Kontroverse bezüglich der Frage, ob zwischen den bei der Versicherten aufgetretenen Diskushernien L4/5 und dem genannten Unfallereignis ein natürlicher Kausalzusammenhang bestand. Schliesslich wurde die Beschwerde der Versicherten mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil des hiesigen Gerichts vom 20. März 2002 (Urk. 4/36) mangels Unfallbedingtheit der vorliegenden Diskushernie/n abgewiesen (vgl. zum Ganzen Urk. 4/1-38).
Festzuhalten ist, dass es im geschilderten unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ausschliesslich um die Diskushernien-Problematik ging und dass etwaige weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen (etwa Residuen eines erlittenen Schleudertraumas der Halswirbelsäule, eines Schädelhirntraumas oder einer äquivalenten Verletzung) nicht Gegenstand des damaligen Prozesses waren.
1.2
1.2.1 Nachdem sich die Versicherte am 9. Oktober 1999 zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, angemeldet hatte (Urk. 9/8), wurden ihr mit Verfügungen vom 25. Mai 2001 (Urk. 8/11) mit Wirkung ab 1. Februar 1999 bis 30. April 1999 eine auf einem Invaliditätsgrad von 40 % basierende Viertelsrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung und mit Wirkung ab 1. Mai 1999 eine auf einem Invaliditätsgrad von 50 % basierende halbe Invalidenrente (samt entsprechenden Zusatzrenten; vgl. auch Urk. 8/9 und 8/10a) zugesprochen. Diese Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
1.2.2 Am 12. März 2004 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren ein (vgl. Urk. 2 S. 1). Die Versicherte machte ihrerseits am 17. März 2004 geltend, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlimmert habe, weshalb sie ab Juni 2002 zu 70 % arbeitsunfähig gewesen und seit Juni 2003 vollständig arbeitsunfähig sei (Urk. 8/29).
Mit Verfügung vom 25. August 2004 (Urk. 8/7) verneinte die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine höhere Invalidenrente mit der Begründung, dass ihr nach wie vor eine angepasste Tätigkeit (Bürotätigkeit) im Umfang von 50 % zumutbar sei. Die dagegen erhobene Einsprache vom 27. September 2004 (Urk. 8/6) wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 13. Dezember 2004 (Urk. 2) ab.
2. Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte mit Eingabe vom 31. Januar 2005 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1. Es sei der Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2004 aufzuheben.
2. Es sei die Invalidenrente revisionsweise zu erhöhen auf Grundlage eines Invaliditätsgrades von mindestens 70 %;
alles unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 7. März 2005 (Urk. 7) auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort und schloss unter Verweis auf ihr Feststellungsblatt vom 25. August 2005 (Urk. 8/8) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 10. März 2005 (Urk. 10) wurde der Schriftenwechsel geschlossen. Nachdem die Versicherte das Gericht darüber informiert hatte, dass sie ein neurologisches Gutachten in Auftrag gegeben habe (vgl. Urk. 11), liess sie schliesslich - nach entsprechender gerichtlicher Aufforderung (vgl. Urk. 12) - mit Eingabe vom 3. April 2006 (Urk. 14) das genannte Gutachten (Urk. 15/1) einreichen. Mit Verfügung vom 4. April 2006 (Urk. 16; vgl. auch Urk. 17) wurde der IV-Stelle Gelegenheit gegeben, zur genannten Eingabe (samt Beilagen) Stellung zu nehmen. Die IV-Stelle liess sich jedoch nicht mehr vernehmen.
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (seit 1. Januar 2004: in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 66
2
/
3
Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind. In Härtefällen besteht gemäss Art. 28 Abs. 1
bis
IVG bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen neuen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5, 117 V 199 Erw. 3b, 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respektive des Einspracheentscheides (BGE 125 V 369 Erw. 2 mit Hinweis; AHI 2000 S. 309 Erw. 1b mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach ständiger Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 372 Erw. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 Erw. 3a).
1.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine höhere Invalidenrente als die zugesprochene halbe Rente im Wesentlichen damit, dass es der Beschwerdeführerin nach wie vor zumutbar sei, eine leidensangepasste Tätigkeit (Bürotätigkeit) im Umfang von 50 % auszuüben. Der Gesundheitszustand habe sich nicht verschlechtert. Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Aus psychischen Gründen sei die Beschwerdeführerin zu etwa 40 % arbeitsfähig. Die somatoforme Störung könne aber für sich allein keine Arbeitsunfähigkeit begründen; es brauche dazu eine wesentliche psychische Komorbidität, die hier nicht vorliege. Da ausser der somatoformen Störung keine psychischen Leiden festgestellt worden seien, könne davon ausgegangen werden, dass objektiv seit Zusprache der Rente keine Verschlechterung eingetreten sei.
2.2 Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vortragen, dass sich ihr Gesundheitszustand ab Juni 2002 verschlechtert habe. So sei sie ab diesem Zeitpunkt zu 70 % und seit Juni 2003 vollständig arbeitsunfähig. Die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach seit der Zusprache der Invalidenrente keine Gesundheitsverschlechterung eingetreten sei, sei unzutreffend. In medizinischer Hinsicht beruhe die rentenzusprechende Verfügung vom 25. Mai 2005 auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % am bisherigen Arbeitsplatz. Aufgrund einer entsprechenden Lohneinbusse habe sich ein Invaliditätsgrad von 50 % ergeben. Selbst gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegnerin bestehe nunmehr aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Diese Einschätzung sei zu tief, begründe aber für sich allein schon eine revisionsrechtlich relevante Verschlechterung, die von der Beschwerdegegnerin hätte beachtet werden müssen. Unter Berücksichtigung einer Minderentlöhnung für Teilzeitarbeit resultiere somit bereits aufgrund des gegenwärtigen Aktenstandes ein Invaliditätsgrad von mindestens 70 %.
3.
3.1 Strittig und zu prüfen ist, ob es die Beschwerdegegnerin zu Recht abgelehnt hat, die Invalidenrente der Beschwerdeführerin revisionsweise zu erhöhen. Dabei ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand beziehungsweise Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin seit dem 25. Mai 2001, als ihr (mit Wirkung ab 1. Mai 1999) eine auf einem Invaliditätsgrad von 50 % basierende halbe Rente zugesprochen worden war, erheblich verändert hat.
3.2
3.2.1 Aus den vorliegenden Akten kann geschlossen werden, dass dem Entscheid der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 1999 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, im Wesentlichen die Überlegungen zugrunde lagen, dass sie gemäss damaliger medizinischer Einschätzung an ihrer angestammten Arbeitsstelle zu 50 % arbeitsfähig und dass diese Tätigkeit leidensangepasst sowie (in diesem reduzierten Umfang) zumutbar gewesen sei (vgl. Urk. 8/11-13a und 8/15-16).
Zu prüfen ist folglich, ob sich diese damalige (auch von der Beschwerdeführerin anerkannte) Einschätzung ihrer Arbeitsfähigkeit nach wie vor aufrechterhalten lässt. Insoweit ist festzustellen, dass es die Beschwerdegegnerin versäumt hat, das Gutachten, das offenbar die A._ bei der Rehabilitationsklinik B._ eingeholt hat und auf das sich die Beschwerdegegnerin indirekt beruft, einzureichen. Auch im Übrigen machen die Akten der Beschwerdegegnerin einen ungeordneten und unvollständigen Eindruck (vgl. etwa die „Sammelbeilage“ F und die weiteren nicht akturierten Dokumente in Urk. 9/9). Auf den nachträglichen gerichtlichen Beizug des genannten Gutachtens und weiterer (offensichtllich) noch fehlender Akten kann vorliegend allerdings verzichtet werden, da der angefochtene Einspracheentscheid - wie noch zu zeigen sein wird - ohnehin aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
3.2.2 Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 22. Juni 2004 (Urk. 8/17) aus, dass sich das Zustandsbild trotz verschiedenen regelmässigen Therapien seit 2002 weiter verschlechtert habe. Im Vordergrund stünden Rückenschmerzen, heftige Kopfschmerzen und Migräneanfälle. Daneben bestünden Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie eine zunehmende depressive Entwicklung. Die Arbeitsfähigkeit habe kontinuierlich abgenommen. Seit Juni 2003 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Per Ende Februar 2004 sei ihr die Arbeitsstelle gekündigt worden. An fünf bis sieben Wochentagen seien die Beschwerden dermassen stark, dass die Beschwerdeführerin kaum aus dem Haus gehen könne. In der Folge dieser zunehmenden körperlichen Beschwerden sei es auch zu einer depressiven Entwicklung und einem gewissen Burn-out-Syndrom gekommen. Dr. C._ diagnostizierte ein posttraumatisches Belastungssyndrom, chronifiziert nach HWS-Schleudertrauma, eine depressive Störung (reaktiv) und Migräne.
Dr. med. D._ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin äusserte sich am 29. Juli 2004 (Urk. 8/8 S. 2) dahingehend, dass psychiatrisch eine Arbeitsfähigkeit von zirka 40 % bestehe. Die somatoforme Störung könne nach der höchstrichterlichen Praxis für sich allein aber keine Arbeitsunfähigkeit bedingen; dazu brauche es eine wesentliche psychische Komorbidität. Eine solche sei jedoch nicht vorhanden. Dr. med. E._, der die Beschwerdeführerin in der Rehabilitationsklinik B._ untersucht habe, habe keine Depression, keine Angststörung und auch keine posttraumatische Belastungsstörung gefunden. Da keine früheren psychiatrischen Befunde vorhanden seien, sei es leider auch nicht möglich zu prüfen, ob objektiv eine Veränderung stattgefunden habe. Da aber ausser der somatoformen Störung keine psychischen Leiden festgestellt worden seien, könne davon ausgegangen werden, dass objektiv seit Zusprache der Rente keine Verschlechterung eingetreten sei.
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem Gutachten vom 6. März 2006 (Urk. 15/1) aus, dass im Grunde nach wie vor dieselbe Problematik wie im Jahre 2001, als er die Beschwerdeführerin schon einmal begutachtet habe, bestehe. Es seien drei Problemkreise vorhanden: Kopfschmerzen von Migränecharakter links, Schulterarmschmerzen links und lumbale Schmerzen (ohne wesentliche Ischialgie). Heute sei der Endzustand erreicht. Die Kopfschmerzen erfüllten die Charakteristika einer Migräne (mit Vorboten, Aura-Symptomatik, Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie manchmal Sehstörungen). Man könne diese Beschwerden - im Widerspruch zum Gutachten der Rehabilitationsklinik B._ - weder als unspezifisch noch als ursächlich somatoform bezeichnen. Es liege keine Somatisierungsstörung vor. In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig; im Haushalt bestehe je nach Belastung eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 50 %. Hinsichtlich Diagnose verwies Dr. F._ auf sein Gutachten vom 23. Oktober 2001. Damals wurden folgende Diagnosen erhoben (Urk. 4/36 S. 10):
Status nach Verkehrsunfall mit Frontalkollision am 20.10.1994 mit
- Lumbalgie und Lumboischialgie links mit vorübergehender sensomotorischer Symptomatik L5 links bei Luxat im Recessus lateralis L5, mit späterer Auflösung, heute klinisch mit residueller sensorischer Symptomatik L5 links und mit belastungsverstärktem Lumbovertebralsyndrom,
- HWS-Distorsion mit unterem und oberem Cervicalsyndrom,
- Cervico-Cephalea mit posttraumatischer Migräne.
3.3 Wie bereits ausgeführt wurde, reicht die vorliegende Aktenlage in medizinischer Hinsicht nicht aus, um die streitentscheidende Frage, ob sich der Gesundheitszustand beziehungsweise die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit Zusprechung der halben Invalidenrente erheblich verschlechtert habe, zu beantworten. Daran würde sich auch nach Einholung des in der Rehaklinik B._ erstellten Gutachtens, das insbesondere auch im Gutachten von Dr. F._ umfassend wiedergegeben (und kritisiert) wurde (vgl. Urk. 15/1), nichts ändern.
Zum einen sind die direkt oder indirekt (vgl. etwa Urk. 15/1 S. 1 ff.) wiedergegebenen Meinungsäusserungen der medizinischen Experten so unterschiedlich, dass - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin - nicht einfach auf die Einschätzungen der Ärzte der Rehabilitationsklinik B._ abgestellt werden kann. Beispielhaft zu nennen ist etwa die im Gutachten von Dr. F._ (Urk. 15/1) wiedergegebenen Einschätzung von Dr. med. G._, beratender Arzt der A._, vom 7. Mai 2003, wonach eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % bestehe.
Zum anderen erweist sich auch der angefochtene Entscheid selbst als inkohärent. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht rügen liess, würde - selbst wenn vorbehaltlos auf das in B._ erstellte Gutachten abgestellt werden könnte - sich der angefochtene Einspracheentscheid nicht halten lassen, denn der psychiatrische Gutachter attestierte der Beschwerdeführerin - wie dem Einspracheentscheid zu entnehmen ist (Urk. 2 S. 3) - aus psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von etwa 60 % im angestammten Beruf (was in casu wohl mindestens dem Invaliditätsgrad entsprechen würde). Allein dadurch ergäbe sich eine erhebliche Veränderung gegenüber dem der laufenden Invalidenrente zugrunde liegenden Invaliditätsgrad von 50 % mit entsprechenden rentenrevisionsrechtlichen Konsequenzen. Der im angefochtenen Einspracheentscheid hiezu von der Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung, dass diese Erhöhung a priori unbeachtlich sei, weil sie durch eine somatoforme Schmerzstörung verursacht werde, kann nicht gefolgt werden. Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf die in BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts beruft, wonach eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung allein in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermöge, ist ihr entgegenzuhalten, dass einerseits gemäss der herrschenden Aktenlage nicht davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin (ausschliesslich) an einer somatoformen Schmerzstörung leidet. Der inzwischen gerichtsnotorische Verlauf (nach einem Auffahrunfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule) und namentlich auch die von Dr. F._ erhobenen Diagnosen (vgl. Erw. 3.2.2 a.E.) sprechen gegen die Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass eine somatoforme Schmerzstörung ohne (wesentliche) weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen vorliegen. Jedenfalls kann letzteres nicht als erstellt betrachtet werden. Andererseits wäre die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wenn sie denn entgegen allem Anschein doch zutreffend sein sollte, wonach die Beschwerdeführerin ausschliesslich an einer im Sinne von BGE 130 V 352 invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlichen somatoformen Schmerzstörung litte, mit ihren Rentenentscheiden von vornherein unvereinbar. Wenn bei der Beschwerdeführerin tatsächlich lediglich beziehungsweise ausschliesslich ein invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlicher Gesundheitsschaden vorläge, dann stünde ihr überhaupt keine Invalidenrente zu, so dass diese revisionsweise aufzuheben gewesen wäre. Der von der Beschwerdegegnerin gewählte „Mittelweg“ (keine Erhöhung, weil nur eine somatoforme Schmerzstörung vorliege, aber Weiterausrichtung der Rente in der bisherigen Höhe) lässt sich - zumindest aufgrund der derzeitigen Aktenlage - unter keinem nachvollziehbaren Titel halten.
3.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Sache unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. Dezember 2004 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Die Beschwerdegegnerin wird zunächst die medizinischen Akten komplettieren (Einholen von Akten beim Unfallversicherer und etwaigen weiteren involvierten Personen), hernach die Akten gehörig ordnen und ein rechtskonformes Aktenverzeichnis erstellen. Hernach wird die Beschwerdegegnerin ein verwaltungsunabhängiges polydisziplinäres Gutachten in Auftrag geben, um zu klären, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Erhöhung ihrer Invalidenrente hat oder ob allenfalls kein Rentenanspruch mehr besteht. Die Einholung des genannten Gutachtens ist nach Möglichkeit mit dem zuständigen Unfallversicherer zu koordinieren. Hernach wird die Beschwerdegegnerin neu zu verfügen haben.
4.
4.1 Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Als Obsiegen gilt insoweit auch die Rückweisung an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (BGE 110 V 57 Erw. 3a). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 2’600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
4.2 Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 3. April 2006 (Urk. 14) beantragen liess, es sei die Beschwerdegegnerin zusätzlich auch noch zu verpflichten, ihr die Kosten für das von Dr. F._ ausgearbeiteten Parteigutachtens von Fr. 4'500.-- zu erstatten, ist ihrem Begehren nicht stattzugeben. Der angefochtene Einspracheentscheid wäre nämlich - da er nicht hinreichend begründet, vielmehr in sich widersprüchlich und durch die medizinische Aktenlage nicht gestützt ist - ohnehin aufzuheben gewesen. Das Gutachten von Dr. F._ wäre dazu nicht unbedingt notwendig gewesen.