Decision ID: c3625fe0-a032-5dd9-87fc-a69e420c756c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2017 Rückweisung zur ergänzenden Abklärung des medizinischen Sachverhalts bei von den Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzteschaft abweichender Aktenbeurteilung durch den RAD (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2017, IV 2014/367). Entscheid vom 12. Juni 2017 Besetzung Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug (Vorsitz), Versicherungs-richterinnen Karin  und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle Geschäftsnr. IV 2014/367 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt
Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2017
A.
A.a A._ meldete sich am 6./10. Mai 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Umschulung, Arbeitsvermittlung
und eine Rente (IV-act. 1). Er habe (im Ausland) den Beruf des Schlossers erlernt und
sei 1984/1990 in die Schweiz gekommen. Seit 2004 sei er als Hilfsmechaniker
angestellt. Seit Sommer 2008 leide er an einer Narkolepsie und sei seit Januar 2010
arbeitsunfähig.
A.b Gemäss einem Gesprächsprotokoll vom 19. Mai 2010 (IV-act. 4; bestätigt am 20.
Juni 2010, IV-act. 19) gab Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, dem Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung an, beim Versicherten bestehe seit
2006 (erstens) ein Verdacht auf eine Narkolepsie mit Kataplexien mit zweimaligem
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Sleep-Onset-REM-Schlaf im MSLT (Multipler Schlaflatenz-Test) vom 19. August 2008
und fragmentiertem Schlafprofil in der Polysomnographie vom 18. August 2008 mit
häufigen nächtlichen Wachphasen, PLM Index (Periodic leg movements) 37.4/h, ohne
Durchführung einer Orexin-Bestimmung, und (zweitens) ein Verdacht auf eine
depressive Episode bei Anpassungsstörung und psychosozialen Problemen. Die
Arbeitsfähigkeit sei durch eine Einschlafneigung und ca. viermal täglich auftretende
Kataplexien eingeschränkt. Seit dem 4. Januar 2010 sei der Versicherte deswegen in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit voll arbeitsunfähig. Seit Dezember (2009) sei er in
gekündigter Stellung, wobei aber nicht sicher sei, ob die Kündigung rechtens sei. In
einer angepassten Tätigkeit - ungefährlich, ohne Gefährdung durch die Schlafneigung
oder die Kataplexien, ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten und ohne Schichtarbeit -
sei er voll arbeitsfähig. Als Bemerkungen wurde angegeben, der Gesundheitsschaden
sei auf dem Hintergrund grosser psychosozialer Probleme zu sehen und der
Versicherte fahre nicht Auto. - Eingereicht wurden ein HNO-Bericht vom 1. Oktober
2008 (worin unter anderem eine kombinierte Schwerhörigkeit beidseits diagnostiziert
worden war) sowie Berichte des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin am
Kantonsspital St. Gallen aus der Zeit zwischen dem 8. September 2008 und 27. April
2010. Im ältesten Bericht (IV-act. 6-3 ff.; Dr. med. C._) wurden als Diagnosen
benannt: der dringende Verdacht auf Narkolepsie (Schlaflatenz 1.6 bzw. gemäss
Beilage 1:06 Minuten), ein Periodic-Limb-Movement-Syndrom (PLMS), Adipositas, eine
Innenohrschwerhörigkeit beidseits, eine Septumdeviation mit Behinderung der
Nasenatmung, ein Verdacht auf koronare Herzkrankheit, und narbige Veränderungen
mit Ulzerationen der Haut direkt über den Dornfortsätzen der Wirbelsäule. Der
Versicherte hatte gemäss Krankengeschichte angegeben: "Ich kann nicht böse sein,
sonst krache ich zusammen, ich kann keine Freude haben, sonst krache ich
zusammen." Gemäss dem Bericht vom 16. September 2008 (IV-act. 6-6 ff.; Dr. med.
D._, Fachärztin für Neurologie FMH) hatte er unter anderem berichtet, in monotonen
Situationen könne er praktisch nicht wach bleiben. Er habe sehr realitätsnahe Träume
schon bei Beginn der Nacht (Umstand durch den Arzt auf hypnagoge Halluzinationen
bezogen). Auch tagsüber komme es häufig direkt nach dem Einschlafen zum Träumen.
Gemäss Bericht vom 13. Oktober 2008 erklärte er, das Zusammensacken trete fast
jeden Tag, vor allem am Nachmittag, auf, wenn er besonders müde sei. Er habe dann
(bei der Arbeit) gelegentlich Angst, dass er wegen der Müdigkeit Gefahren verursachen
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könnte. Ausserdem habe er grosse Angst, die Arbeit zu verlieren. In den jüngeren
Berichten des Zentrums wurden jeweils hauptsächlich der Verdacht auf Narkolepsie
mit Kataplexien sowie der Verdacht auf eine depressive Episode im Rahmen einer
Anpassungsstörung diagnostiziert.
A.c Gemäss IK-Auszug (IV-act. 8) hatte der Versicherte ab 1980 (mit kurzen Unter-
brüchen von Arbeitslosigkeit) an verschiedenen Stellen gearbeitet. In der
Arbeitgeberbescheinigung vom 26. Mai 2010 (IV-act. 20) gab seine Arbeitgeberin an, er
sei seit dem 1. Januar 2004 als Hilfsmechaniker angestellt. Der Versicherte arbeite in
einem Umfeld mit hoher Lärmbelastung. Seine Arbeit sei monoton und erfordere hohes
Durchhaltevermögen. Aus wirtschaftlichen Gründen sei ihm [am 27. Oktober 2009,
Beilage] gekündigt worden. Seit Beginn der Krankheit habe er nicht mehr gearbeitet.
Der aktuelle Lohn pro Jahr betrage (seit 2009) Fr. 57'660.--.
A.d Der IV-Eingliederungsberater hielt am 2. Juli 2010 (IV-act. 21) fest, der Versicherte
mache einen sehr niedergeschlagenen Eindruck. Er sei der Meinung, er könne kein
Arbeitstraining absolvieren. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St.
Gallen teilte dem Versicherten am 11. August 2010 (IV-act. 24) mit, es wäre ihm
medizinisch möglich, die bisherige oder eine andere Tätigkeit auszuüben. Da er sich zu
einer Erwerbstätigkeit nicht in der Lage fühle, sei eine Eingliederung nicht möglich. Die
Eingliederungsberatung werde abgeschlossen.
A.e Dr. B._ gab im IV-Arztbericht vom 11. Oktober 2010 (Eingang, IV-act. 25) an, die
bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar; es bestehe ein
Gefahrenpotenzial, da der Versicherte bei der Arbeit mehrfach einschlafe. Er (der Arzt)
halte sich für zu wenig kompetent, die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bei
dieser seltenen Erkrankung festzulegen. - In einem beigelegten Bericht vom 5. Juli
2010 (IV-act. 25-10 ff.) hatte das Interdisziplinäre Zentrum für Schlafmedizin am
Kantonsspital St. Gallen (Dr. D._) unter anderem berichtet, der Versicherte habe
während 17 Tagen (regelmässig, IV-act. 25-8) eine Aktiwatch getragen. Der Versicherte
sei teilweise am Abend bzw. in der Nacht noch sehr lange aktiv gewesen (einmal die
ganze Nacht lang). Tagsüber sei es immer wieder zu kleinen Aktivitätspausen
gekommen, vorwiegend am Nachmittag und frühen Abend. Auffällig seien häufige
Unterbrechungen der Nachtruhe und Schlaf tagsüber gewesen. Das könnte zu einer
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Narkolepsie oder zu einer Insomnie passen. Da die Medikation mit Modasomil und
Anafranil bereits weit aufdosiert worden sei, der Versicherte aber immer noch über
ausgeprägt erhöhte Tagesmüdigkeit klage und der Leidensdruck sehr gross sei,
würden stationär eine neuropsychologische Testung, ein psychiatrisches Konsil (zur
Abklärung der Gedächtnisstörung und der depressiven Stimmungslage), eine
Lumbalpunktion zur Bestimmung des Orexinspiegels und eine nächtliche
Polysomnographie mit multiplem Schlaflatenz-Test vorgesehen. Im Austrittsbericht der
Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen vom 10. September 2010 (IV-act.
25-6 f.; Dr. med. E._) wurden als Diagnosen weiterhin die Narkolepsie mit Kataplexie
sowie der Verdacht auf eine depressive Episode im Rahmen einer Anpassungsstörung
angegeben. Es wurde berichtet, eine Lumbalpunktion habe der Versicherte abgelehnt.
Es seien aber eine Polysomnographie und eine Multiple Schlaflatenz-Testung
durchgeführt worden. Aufgrund der klinischen und anamnestischen Angaben werde -
bei fehlenden Hinweisen auf eine schwere Depression - die Diagnose einer Narkolepsie
mit Kataplexie gestellt. Bei der neuropsychologischen Testung vom 9. September 2010
hätten sich formal insgesamt mittelschwere kognitive Funktionsstörungen objektivieren
lassen (bis schwere Störungen in der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit, der
Alertness, der Vigilanz und der Denkflexibilität). Die Validität sei aufgrund der
eingeschränkten Deutschkenntnisse fragwürdig, und nicht ausgeschlossen werden
könne, dass nicht immer die volle Anstrengungsbereitschaft gezeigt worden sei. Es
seien eine deutlich ausgeprägte Müdigkeit, Antriebsminderung, Abgestumpftheit und
wenig mimische Modulation sowie eine ausgeprägte Minderung der Belastbarkeit
aufgefallen. Empfohlen wurde (bei fehlenden Kontraindikationen) eine Behandlung mit
Xyrem.
A.f Das Interdisziplinäre Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen gab in
seinem IV-Arztbericht vom 22. November 2010 (IV-act. 32) an, es lägen (seit ca. 2006)
ein hochgradiger Verdacht auf Narkolepsie mit Kataplexien und (seit ca. einem Jahr) ein
solcher auf eine depressive Episode im Rahmen einer Anpassungsstörung vor. Im
September 2010 sei ein äusserst fragmentiertes Somnogramm mit fast fehlendem
REM-Schlaf, kurzer Einschlaflatenz, ausgeprägten periodischen Beinbewegungen und
einer Schlafeffizienz von nur 73.7 % dargestellt worden. Der Versicherte dürfe nicht an
gefährlichen Maschinen arbeiten. Allein wegen der Narkolepsie bestehe eine
Arbeitsfähigkeit (bzw. Arbeitsunfähigkeit) von mindestens 50 %, da während des Tages
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mehrere Pausen zu empfehlen seien. Der Versicherte sei zurzeit aber ausserdem
depressiv und reaktiv gekränkt und deshalb in der Einsatzfähigkeit zusätzlich
gemindert. Er sei schnell erschöpfbar. Es könne mit der Wiederaufnahme einer
Arbeitstätigkeit im Umfang von 50 % gerechnet werden; ab wann dies zutreffe, sei vom
psychiatrischen Befund und der Compliance des Versicherten abhängig. Es müsse von
einer Verschlechterung und grösseren Behandlungsschwierigkeit seit der Zeit
ausgegangen werden, da der Versicherte nicht mehr arbeite. Er habe im Januar 2010
angegeben, er sei gekränkt, dass ihm gekündigt worden sei. Es habe damals ein
Telefonat mit dem Arbeitgeber stattgefunden, in welchem deutlich geworden sei, dass
ihm aufgrund der aktuellen Krise gekündigt worden sei.
A.g Der Fachbereich Psychosomatik, Departement Innere Medizin am Kantonsspital
St. Gallen, gab in einem IV-Arztbericht vom 24. März 2011 (IV-act. 39; Dr. med. F._,
Psychiatrie und Psychotherapie) bekannt, der Versicherte leide an einer Neurasthenie.
Vom 10. Februar 2010 (erster Kontakt bei somnologischer Beurteilung) bis zum 9. März
2010 sei er in seiner zuletzt ausgeübten, körperlich anstrengenden Tätigkeit mit
Bedienung von Maschinen voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 2. Februar 2011 und
bis zum 2. September 2011 sei er zu 50 % arbeitsunfähig. Während sieben Monaten
sei ihm die bisherige Tätigkeit nicht zumutbar. Es bestehe eine um 50 % verminderte
Leistungsfähigkeit. Eine Tätigkeit mit regelmässiger Tagesarbeitszeit und der
Möglichkeit für kurze Ruhepausen, aber ohne Monotonie, Erforderlichkeit von
Daueraufmerksamkeit und die Gefahr von Selbst- und Fremdverletzung scheine bis zu
maximal 50 % möglich, und zwar frühestens ab dem 2. September 2011. Die
neurasthenische Symptomatik sei diejenige der Narkolepsie überlappend. Eine
definitive Abgrenzung durch eindeutige somatische Befunde sei bis anhin nicht
gelungen. Die psychische Symptomatik sei invalidisierend und im
Beobachtungszeitraum zunehmend. Es bestehe die Gefahr der Entwicklung einer - bei
der letzten Untersuchung im Ausmass noch nicht erreichten - depressiven Episode.
A.h Der neu zuständige RAD-Arzt ([...]) hielt am 6. April 2011 (IV-act. 40) fest, in der
angestammten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit des Versicherten null, in einer
adaptierten Tätigkeit seit 1. Januar 2010 aus neurologischen und psychiatrischen
Gründen 50 %.
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A.i Auf Anfrage gab die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen am 30.
September 2011 (IV-act. 44; auch hier Dr. D._) bekannt, der Versicherte habe in eine
Orexinbestimmung eingewilligt. Es liege zusätzlich eine depressive Entwicklung im Sinn
einer atypischen Depression vor. Die Einnahme von Medikamenten sei angezeigt, eine
psychiatrische Behandlung dringend empfehlenswert. Sinnvoll wäre eine Behandlung
in einer Tagesklinik, um den Schlaf-Wach-Rhythmus aufrechtzuerhalten. Bei
entsprechendem Erfolg (und optimaler Compliance) könnte von einer möglicherweise
50 % betragenden Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Zurzeit liege die
Arbeitsfähigkeit bei maximal 20 %. Die Einschränkung sei nicht nur durch die extreme
Müdigkeit und Einschlafneigung bedingt, sondern werde auch durch die psychiatrische
Überlagerung mitbestimmt. - Gemäss dem Bericht der Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen vom 4. November 2011 (IV-act. 47-2) war die
Liquoruntersuchung am 31. Oktober 2011 vorgenommen worden. Ausserdem wurde
festgehalten, der Versicherte habe in der Beck-Depression Scale 30/63 Punkten
aufgewiesen. - Das Psychiatrie-Zentrum G._ bestätigte am 3. April 2012 (IV-act. 48),
dass der Versicherte seit Oktober 2011 regelmässig an der Ergotherapie teilnehme (IV-
act. 48-2). - In einem Bericht vom 19. Juni 2012 (IV-act. 51) teilte das Interdisziplinäre
Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen mit, die Diagnose der
Narkolepsie (in der Diagnoseliste wurde sie als "mit Kataplexien" qualifiziert) sei nun
eindeutig gesichert worden (Orexinspiegel im Liquor: 0 pg/ml) und habe sicher bereits
seit mehreren Jahren bestanden. Aktuell habe sich der Zustand zusätzlich durch eine
depressive Anpassungsstörung verschlechtert. Am 8. November 2012 (IV-act. 64)
wurde ergänzend erklärt, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei sicherlich zu ca. 80
% bzw. 75 bis 80 % eingeschränkt; er sei zu einer geordneten Tätigkeit nur während
maximal etwa 30 Minuten in der Lage, verteilt über den ganzen Tag an maximal zwei
bis drei Stunden. Es sei eine weitere psychiatrische Abklärung angezeigt und der
Versicherte besitze eine ausreichende Compliance bezüglich der
Medikamenteneinnahme. Diagnostiziert wurde (in einem Bericht an Dr. B._ gleichen
Datums, IV-act. 69-5 f.) neu ein Verdacht auf eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur
mit Kränkung.
A.j Das Psychiatrie-Zentrum G._ gab im IV-Arztbericht vom 14. November 2012 (IV-
act. 63) bekannt, es liege (psychiatrisch gesehen) eine leichte depressive Episode vor.
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Die Arbeitsfähigkeit (allein) aus psychiatrischer Sicht liege (gemäss Beurteilung vom 12.
April 2012) bei 50 %.
A.k Der RAD (ein neu zuständiger Facharzt [...]) hielt am 5. Dezember 2012 (IV-act. 65)
dafür, es seien diverse weitere Abklärungen erforderlich (unter anderem zu
Kalenderführung, Objektivierung, Medikamenteneinnahme, Fachärztlichkeit der
psychiatrischen Diagnose, Arbeitsunfähigkeit aus rein neurologischer Sicht,
behandelnden Ärzten, psychiatrischer Behandlung, Aktivitäten in und ausserhalb der
Wohnung). – Dr. B._ gab daraufhin am 16. Dezember 2012 (IV-act. 69) bekannt, bei
ihm finde kaum eine Behandlung statt; der Versicherte hole vor allem die Medikamente
ab. Die Behandlung erfolge im Kantonsspital und in der Psychiatrie. - Der Versicherte
teilte am 27. Dezember 2012 (IV-act. 71) auf die durch den RAD veranlasste Anfrage
vom 6. Dezember 2012 (IV-act. 67) hin mit, bei welchen Ärzten er in Behandlung stehe
und wann er jeweils in psychotherapeutischer Behandlung gestanden habe,
ausserdem, welche Aktivitäten (innerhalb und ausserhalb der Wohnung) er im
Tagesablauf unternehme. - Das Interdisziplinäre Zentrum für Schlafmedizin gab am 18.
Januar 2013 (IV-act. 72) bekannt, es werde ein Maintainance of Wakefullness-Test
veranlasst. Aufgrund der immer wieder unterbrochenen psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung sei der Versicherte ausserdem einem bestimmten
Arzt beim Psychiatrie-Zentrum G._ zugewiesen worden.
A.l In einem eingeholten Bericht vom 2. Mai 2013 (IV-act. 77) gab das Interdisziplinäre
Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen an, die Vigilanztestung sei im
Maintainance of Wakefullness-Test (MWT) und im TAP-Vigilanztest äusserst
pathologisch ausgefallen. Im ersten und letzten MWT-Versuch sei der Versicherte
bereits nach einer halben Minute eingeschlafen, bei den anderen beiden Versuchen sei
es ihm gelungen, einmal 9.5 und einmal 13 Minuten wach zu bleiben. Weitere Xyrem-
Rezepte seien ihm nicht mehr ausgestellt worden. Es werde eine weitere
Polysomnographie vorgesehen. Möglicherweise spiele, da der Versicherte in den
letzten Jahren deutlich an Gewicht zugenommen habe, auch noch ein zusätzliches
Schlafapnoesyndrom eine Rolle.
A.m Am 30. Mai 2013 (IV-act. 76; Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie) gab das Psychiatrie-Zentrum G._ zur Auskunft, dem Versicherten sei
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keine Arbeitstätigkeit mehr zumutbar. Er leide (psychiatrisch gesehen) an einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Unter dem
depressiven Zustandsbild leide er seit Jahren. Der Krankheitsverlauf sei chronifiziert.
Die Arbeitsfähigkeit könne auch nicht verbessert werden. Seit dem 11. November 2011
habe der Versicherte 39 Termine Gruppentherapie und vom 6. Januar 2012 bis 27.
Dezember 2012 14 Termine Sozialdienst wahrgenommen und es hätten seit dem 30.
Januar 2011 acht ärztliche Konsultationen am Zentrum stattgefunden (alle Kontakte
wurden jeweils einzeln mit Datum aufgelistet).
A.n Der RAD-Arzt hielt am 11. Juni 2013 (IV-act. 79) fest, stellte man zurzeit ohne
kritisches Hinterfragen auf die ärztlichen Berichte ab, so würde eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % für jegliche Tätigkeit resultieren. Es fehle aber eine dezidierte Antwort des
Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen auf die von
ihm am 5. Dezember 2012 (IV-act. 65, vgl. IV-act. 66) aufgeworfenen Fragen, nämlich,
ob der Versicherte einen zuverlässigen Kalender betreffend die Narkolepsie/
Kataplexien führe; ob die ärztlichen Einschätzungen überwiegend auf die Aussagen
des Versicherten abgestützt würden oder das Zentrum sicher sei, dass die Aussagen
objektivierbar seien; wie das Zentrum sicher sein könne, dass die Medikamente in der
notwendigen Konsequenz eingenommen würden; ob die Medikamentenspiegel
gemessen worden seien; ob die vom Zentrum gestellte psychiatrische Diagnose
fachärztlich gestellt worden sei; welches die Arbeitsunfähigkeit allein aus
neurologischer Sicht, unter Ausklammerung einer möglichen psychiatrischen Störung,
sei. Ausserdem falle auf, dass der Versicherte einen unauffälligen Tagesablauf und
keine Episoden unwillkürlichen Einschlafens schildere. Ausserdem bestehe eine
erhebliche Diskrepanz zwischen den Angaben des Versicherten einerseits und
denjenigen des Psychiatrie-Zentrums zu den Therapiedaten. Es sei daher die
Krankenkasse nach den Leistungsabrechnungen (Psychiatrie-Zentrum und
Medikamente) zu fragen.
A.o Das Interdisziplinäre Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen
antwortete am 4. Juli 2013 (IV-act. 82), das Führen eines Kalenders werde nicht
gefordert. Es sei aber - auch aufgrund von fremdanamnestischen Beschreibungen -
davon auszugehen, dass der Versicherte vier bis fünf Kataplexien pro Woche erleide,
und zwar vor allem gegen Abend in Abhängigkeit von Emotionen bei Bestehen einer
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Grundmüdigkeit. Die Diagnose der Narkolepsie stütze sich einerseits auf die
glaubhaften Angaben des Versicherten und seiner Angehörigen, anderseits seien
objektivierbar die kurze Einschlaflatenz, der Sleep-Onset-REM-Schlaf, ein
fragmentiertes Schlafprofil und der negative Orexinspiegel im Liquor, der für die
Diagnose beweisend sei. Medikamentenspiegel würden erfahrungsgemäss nicht
gemacht. Der Versicherte werde durch Dr. H._ fachpsychiatrisch behandelt (bei
Kommunikation in der Muttersprache). Rein neurologisch betrachtet sei der Versicherte
zu maximal 20 bis 25 % arbeitsfähig.
A.p Nachdem die Krankenversicherung diverse Rechnungen eingereicht hatte (IV-act.
83), forderte der RAD am 12. August 2013 (IV-act. 84) die Ergänzung betreffend die
Medikamentenkosten und stellte weitere Fragen an den Versicherten, darunter
verschiedenste Fragen zum Autofahren und Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln,
Spazierengehen und ausserhäuslichen Aktivitäten. Er möge ausserdem zwei Wochen
lang einen Kalender führen, in welchem er mit genauer Zeitangabe vermerke, wann und
wie lange er unwillkürlich eingeschlafen sei bzw. wann es zur Kataplexie gekommen
sei. - Der Versicherte antwortete am 10. September 2013 (Eingang, IV-act. 87), er
besitze keinen Fahrausweis. Er werde von seiner Frau und seinen Kindern regelmässig
nur über kurze Strecken gefahren. An den Urlaubsort gelange seine Familie mit dem
Auto und sie müssten dabei längere Pausen machen oder in einem Hotel übernachten.
Für kurze Strecken gehe er allein spazieren, regelmässig aber mit seiner Frau. Er
bevorzuge es, stets im Umfeld seiner Familie zu sein und gehe nur selten auf Besuch,
weil er Lärm und Unruhe nicht ertrage.
A.q Das Psychiatrie-Zentrum G._ gab am 12. November 2013 (IV-act. 90) an, der
Versicherte befinde sich seit dem 6. Mai 2011 in ambulanter Behandlung. Der
Krankheitsverlauf sei chronifiziert. Es handle sich um ein komplexes Zustandsbild,
nämlich eine Verknüpfung zwischen einer Narkolepsie und einer depressiven Störung.
Der Versicherte schlafe während den Konsultationen mehrmals ein. Es seien ihm keine
Tätigkeiten mehr zumutbar.
A.r Der RAD-Arzt hielt am 12. Dezember 2013 (IV-act. 94) fest, aus den
Medikamentendaten gehe hervor, dass in den vergangenen Jahren recht regelmässig
zwei Medikamente bezogen worden seien. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass
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sie auch eingenommen worden seien. Nach Absprache mit einer RAD-Ärztin ([...]) sei
davon auszugehen, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit wie in anderen
Tätigkeiten mit Maschinen nicht mehr arbeitsfähig sei, und zwar seit 1. Januar 2010. In
einer optimal adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % abzüglich
vermehrter Schlafpausen und abzüglich von 10 % wegen verminderter
Leistungsfähigkeit. Adaptiert sei eine körperlich leichte Arbeit ohne monotone Tätigkeit
und ohne Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit, die in
einem bezüglich der Pausen und der verminderten Leistungsfähigkeit verständnisvollen
Betrieb und in einer harmonischen Umgebung geleistet werde. Für allfällige
Eingliederungsmassnahmen bedürfte der Versicherte wegen der psychischen Störung
der Unterstützung. Er befinde sich in ausreichender ärztlicher Behandlung und
relevante Inkonsistenzen seien nicht erkennbar.
A.s Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2014 (IV-act. 98 f.) wurde dem Versicherten
mitgeteilt, bei einem Invaliditätsgrad von 5 % bestehe kein Rentenanspruch.
A.t Am 30. Januar 2014 (IV-act. 100) liess der Versicherte Einwand erheben und am
11. März 2014 (IV-act. 105) beantragen, es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen,
eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Während das Interdisziplinäre
Zentrum für Schlafmedizin eine Arbeitsfähigkeit von maximal 20 bis 25 % für den
Versicherten als zumutbar betrachte, sei er nach Auffassung des RAD abgesehen von
vermehrten Pausen bzw. einer Leistungseinschränkung von 10 % voll arbeitsfähig. Die
Diskrepanz von 65 bis 70 % sei nicht begründet worden. Eine Auseinandersetzung mit
den Diagnosen der beidseitigen Schwerhörigkeit und des Verdachts auf koronare
Herzkrankheit habe nicht stattgefunden. Die Umschreibung der Anforderungen an
einen Arbeitsplatz entspreche nicht einer Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt. Würde sie
gefunden, so handle es sich um eine Nischenarbeitsstelle mit unterdurchschnittlichem
Verdienst. Ein Leidensabzug von 25 % sei am Platz.
A.u Auf Anraten des RAD vom 14. März 2014 (IV-act. 106) wurden dem Versicherten
diverse Fragen gestellt und Abklärungen getroffen. - Dr. H._ erteilte am 2. April 2014
(IV-act. 108-2 f.) diverse Auskünfte. - Ferner ging ein Bericht des Zentrums für
Schlafmedizin vom 21. März 2014 (IV-act. 114) ein, wonach sich in der
Polysomnographie vom 4. März 2014 eine sehr schlechte Schlafeffizienz des
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Versicherten gezeigt habe, ausserdem wenig REM- und wenig Tiefschlaf, zudem ein
ausgeprägtes PLMS. – Dr. B._ erstattete am 5. Mai 2014 einen IV-Arztbericht (IV-act.
115). Das Leiden des Versicherten (Narkolepsie, depressives Leiden) sei bisher durch
alle medizinische Therapie nicht beeinflussbar gewesen. Er sei seit ca. 2010 und auch
in der aktuellen physischen und psychischen Verfassung und weiterhin nicht
arbeitsfähig. Die Arbeitsunfähigkeit werde durch die Spezialisten am Kantonsspital St.
Gallen und durch (gemeint wohl:) Dr. H._ bestimmt. Gemäss einem beigelegten
Bericht vom 17. Januar 2014 (IV-act. 115-8 f.) hatte Dr. med. I._, Facharzt für
Kardiologie, extrakardiale Thoraxschmerzen, kardiovaskuläre Risikofaktoren, eine
Narkolepsie mit Kataplexien, den Vd. a. depressive Störung im Rahmen einer
Anpassungsstörung und den Vd. a. eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur mit
Kränkung diagnostiziert. Das Zentrum für Schlafmedizin hatte in einem Bericht vom 24.
Januar 2014 (IV-act. 115-10 ff.) erklärt, es sei eine Medikamentenerhöhung (Venlafaxin)
zu empfehlen (wobei vor einer möglichen erneuten Therapie mit Xyrem in höherer
Dosierung eine Polysomnographie erforderlich sei). Der Versicherte habe unter
anderem von pro Woche drei- bis viermaligem Auftreten von Kataplexien, nur seltenen
Stürzen, aber häufigen hypnagogen Halluzinationen berichtet. Aufgrund der
ausgesprochenen Einschlafneigung (in der Epworth-Sleepiness-Scale seien 19 von 21
Punkten nachgewiesen worden) sei der Versicherte sicherlich zu mindestens 50 %
arbeitsunfähig, in Kombination mit der psychiatrischen Symptomatik (eines V. a. eine
depressive Episode im Rahmen einer Anpassungsstörung und eines V. a. eine
narzisstische Persönlichkeitsstruktur mit Kränkung) wahrscheinlich in einem höheren
Grad. Das Zentrum habe dem Versicherten deshalb zu einem Einwand gegen den
Vorbescheid geraten. - Der RAD hielt daraufhin am 13. Mai 2014 (IV-act. 116) an seiner
Einschätzung fest.
A.v In der Folge wurde ein Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 1. Mai 2014
(Eingang 14. Mai 2014; IV-act. 117) eingereicht. Es sei nach der Polysomnographie
Xyrem verordnet worden. Von der Ehefrau des Versicherten würden glaubhaft sehr
viele Kataplexien, zurzeit ca. zwei bis drei pro Tag, geschildert. In Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten müsse nach wie vor von einer ausgeprägten
Einschränkung ausgegangen werden.
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A.w Der Rechtsvertreter des Versicherten beantragte am 2. Juni 2014 (IV-act. 119),
dass die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Versicherten versuchsweise bei sich
für ein Praktikum einstelle und danach neu evaluiere. Eine Arbeitsfähigkeit gemäss
Vorbescheid sei nicht vorhanden. Bei einer mittleren Einschlaflatenz von 5.9 Minuten
gemäss Bericht vom 2. Mai 2013 eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von mehr als 50
% zu finden, sei fernab jeglicher Realität. Dies habe nicht im entferntesten etwas mit
einer wohlwollenden Beurteilung durch den Behandler zu tun. Bezüglich der
Schwerhörigkeit stelle sich die Frage, ob sie Einfluss auf ein normales Arbeitsumfeld
habe oder nicht, was zurzeit unklar sei.
A.x Mit Verfügung vom 19. Juni 2014 (IV-act. 120) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 5 % (Valideneinkommen Fr. 58'329.--, Invalideneinkommen Fr.
55'046.--) ab. Die Leistungsfähigkeit sei um 10 % eingeschränkt.
A.y Am 13. Juni 2014 (Eingang 25. Juni 2014) reichte die Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen einen Bericht des Zentrums für Schlafmedizin von jenem Tag
(IV-act. 123-3 f.) ein. Aus rein neurologischer Sicht sei der Versicherte zu mindestens
50 % arbeitsunfähig.
B.
Gegen die Verfügung vom 19. Juni 2014 richtet sich die von Advokat lic. iur. Martin
Boltshauser, Procap Schweiz, für den Betroffenen am 19. August 2014 erhobene
Beschwerde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente
zuzusprechen, eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ausserdem seien dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung samt Befreiung von allfälligen Vorschuss- und
Sicherheitsleistungen und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen.
Obwohl der RAD am 24. März 2011 keine Ergänzungsfragen vorgesehen habe, seien
am 4. August 2011 Zusatzfragen an das Interdisziplinäre Zentrum für Schlafmedizin
gerichtet worden. Der Grund hierfür sei nicht bekannt; es werde der Eindruck erweckt,
es seien Gründe gesucht worden, um die klare RAD-Beurteilung zu revidieren.
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Eineinhalb Jahre nach dieser Beurteilung seien die in der Zwischenzeit neu
eingegangenen Akten dem RAD (einem andern Arzt) erneut vorgelegt worden, worauf
der bisher klare Sachverhalt - trotz Fehlens grosser Veränderungen -
erstaunlicherweise nicht mehr beurteilbar gewesen sei. Der RAD-Arzt habe einen
umfangreichen Fragenkatalog an das Zentrum für Schlafmedizin, den
Beschwerdeführer und den Hausarzt ausgearbeitet. Auch nach Eingang der Antworten
hätten für ihn noch Unklarheiten bestanden. Er habe festgehalten, ohne kritisches
Hinterfragen der ärztlichen Berichte würde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für
jegliche Tätigkeit resultieren. Sein Fazit lasse erkennen, dass das nicht habe in Frage
kommen können. Er weise auf Widersprüche in den Angaben des Beschwerdeführers
hin, gehe aber mit keinem Wort auf die Testresultate, etwa den MWT vom 21. März
2013, ein. Eine dezidierte und objektive Auseinandersetzung über sämtliche Fakten
fehle schlichtweg. Am 12. August 2013 habe der RAD-Arzt erneut einen umfangreichen
Fragenkatalog an den Beschwerdeführer zusammengestellt, ohne aber auf den
eingeholten Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 4. Juli 2013 einzugehen, so,
als ob dieser gar nie geschrieben worden wäre. Darin sei festgehalten worden, der
Beschwerdeführer sei maximal zu 20 bis 25 % arbeitsfähig; seine Angaben würden
glaubwürdig erscheinen und sich mit den objektivierbaren Befunden decken. Am 12.
Dezember 2013 habe der RAD die Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit
mit 100 % abzüglich vermehrter Pausen wegen Einschlafens beurteilt und sei von einer
um 10 % verminderten Leistungsfähigkeit ausgegangen. Wieviel Einschränkung die
Schlafpausen bedeuteten, sei nicht ersichtlich; das sei in der Folge von der
Beschwerdegegnerin auch vollständig ignoriert worden. Der Umfang sei nie konkret
ermittelt worden, was nachgeholt werden müsste. Das könnte nur unter realen
Bedingungen geschehen, beispielsweise in einem Arbeitsversuch in einer geschützten
Werkstätte. Ein solcher Arbeitsversuch müsste eng von den RAD-Ärzten begleitet
werden, denn die Einschätzungen der behandelnden Ärzte finde vorliegend
offensichtlich keine Anerkennung. Die RAD-Ärzte müssten sich ausserdem mit der
massiven Abweichung der Arbeitsfähigkeitsschätzungen durch ausgewiesene
Spezialisten auseinandersetzen. Die bisherige Abweichung sei nicht nachvollziehbar,
weshalb auf die Einschätzung der Spezialisten abzustellen sei. Ausserdem sei ein
Leidensabzug von 15 % vorzunehmen. Denn das gesamte Arbeitsumfeld des
Beschwerdeführers müsse auf ein ständiges Einschlafen ausgerichtet sein. Selbst bei
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einer Schreibtischtätigkeit, für welche der Beschwerdeführer aber keine Qualifikation
aufweise, müssten Vorsichtsmassnahmen getroffen werden (für den Fall, dass dieser
vom Stuhl fiele), erst recht bei anderen Tätigkeiten. Das stelle hohe Anforderungen an
einen Arbeitgeber. Eine solche Person werde nur zu einem tieferen Lohn eingestellt.
C.
Am 3. September 2014 ging ein Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 28.
August 2014 (IV-act. 126) bei der Beschwerdegegnerin ein. Unter erhöhter Dosierung
von Xyrem habe sich der Nachtschlaf des Beschwerdeführers verbessert. Es träten
mindestens drei bis vier Kataplexien pro Tag auf. Von häufigen, meist 10 bis 20
Minuten dauernden Powernaps profitiere der Beschwerdeführer, sei aber dennoch
nicht belastbar und stosse ständig an seine Grenzen. Er vermeide sozialen Kontakt aus
Angst vor Kataplexien, vor allem bei Wut und Ärger. In der Epworth-Sleepiness-Scale
hätten sich 15 von 21 Punkten ergeben. Aufgrund der pathologisch erhöhten
Tagesschläfrigkeit, der häufigen Kataplexien und verminderter Belastbarkeit werde die
Arbeitsunfähigkeit auf 70 % geschätzt.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. September 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. In medizinischer Hinsicht stütze
sich die Verfügung auf die Einschätzung des RAD, wonach in einer optimal
angepassten Tätigkeit eine um 10 % verminderte Leistungsfähigkeit wegen zusätzlich
vermehrter Schlafpausen bestehe. Sowohl objektivierbare als auch medizinisch nicht
oder nicht klar fassbare Beschwerdebilder könnten die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigen. Entweder müssten die subjektiven Beschwerdeangaben durch
korrelierende fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein
oder es sei bei unklaren Beschwerdebildern anhand der Foerster-Kriterien zu prüfen,
ob das Leiden grundsätzlich invalidisierend sein könne. Die Ärzte am Kantonsspital St.
Gallen würden die Arbeitsunfähigkeit mit den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers begründen, was für einen rechtsgenüglichen Nachweis der
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens nicht ausreiche. Aus Gründen
der Rechtsgleichheit seien sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
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Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den gleichen
sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen. Gemäss Pschyrembel
seien für eine Narkolepsie imperative Schlafanfälle charakteristisch, deren Ursache
unbekannt sei. Die Narkolepsie gehöre gemäss Wikipedia zur Gruppe der Schlafsüchte
(Hypersomnien). Sie habe eine zentrale Ursache. Die klassische Narkolepsie
(Narkolepsie mit Kataplexie) sei eine neurologische Erkrankung. Bei einer Narkolepsie
mit Kataplexie unklarer Ursache sei analog zur nichtorganischen Hypersomnie nach
den von der Rechtsprechung formulierten Kriterien vorzugehen. Der von Dr. H._
diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom
komme kein eigenständiger Krankheitswert zu, sei die Narkolepsie doch eng mit ihr
verknüpft. Eine rentenbegründende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht
rechtsgenüglich ausgewiesen.
E.
Am 8. Oktober 2014 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
F.
Mit Replik vom 27. Oktober 2014 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vor, die Beschwerdegegnerin übersehe die objektive und organisch bedingte Ursache
der Narkolepsie mit Kataplexien. Es liege kein pathogenetisch-ätiologisch unklares
syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage vor, sondern
das Beschwerdebild sei objektivierbar, denn dem Beschwerdeführer fehle das Orexin,
das den Tagesrhythmus eines gesunden Menschen steuere, im Liquor. Eine organische
Erkrankung (Narkolepsie) sei ungleich schwerer als eine psychische; die Schlafneigung
könne diesfalls nicht einfach willentlich überwunden werden. Die Schweizerische
Narkolepsie Gesellschaft halte im Internet fest, die Narkolepsie sei keine psychische
Krankheit. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zu Überwindbarkeit von
Schmerzen und Komorbidität psychischer Erkrankungen seien nicht relevant. Die
Beschwerdegegnerin versuche, organisch bedingte Beschwerdebilder in
psychiatrische umzudeuten. Ihre Argumentation erscheine diesbezüglich willkürlich und
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sachfremd. Ausserdem sei der Körper im Dauerstress. Dass die Leistungsfähigkeit um
10 % vermindert sein sollte, sei nicht realistisch, wie sich aus den Expertenberichten
entnehmen lasse. Die Ärzte am Kantonsspital St. Gallen hätten sich bei ihrer
Beurteilung auf die nachgewiesene Diagnose, selbst durchgeführte Tests und die
Angaben des Beschwerdeführers gestützt. Allein die Diagnose der Narkolepsie mit
Kataplexien - ein selbständiges organisches Beschwerdebild - reiche aus, um
krankheitsbedingte erwerbliche Auswirkungen zu begründen. Die einzige Frage, die
sich stelle, sei der Umfang der Einschränkung. Die von Dr. H._ diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom habe einen zusätzlichen,
die massive Einschränkung verstärkenden Einfluss. Ob sie eine relevante psychische
Komorbidität zur selbständigen organischen Narkolepsie begründe, sei irrelevant. Dass
sich die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzung des RAD stütze, sei unwesentlich;
ihre Einschätzung sei völlig utopisch und nicht nachvollziehbar.
G.
Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Duplik vom 30. Oktober 2014 fest, bei der
Narkolepsie handle es sich unbestrittenermassen nicht um eine psychische
Erkrankung. Der allenfalls organische Charakter der Narkolepsie mit Kataplexie unklarer
Ursache stehe der aus Gründen der Rechtsgleichheit erforderlichen Unterstellung unter
die Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht entgegen. Denn
die Rechtsprechung habe die zu vorwiegend psychisch begründeten
Schmerzstörungen entwickelten Regeln unter anderem auch auf die als organisches
Leiden betrachtete Fibromyalgie und auf unspezifische Nackenschmerzen
(Schleudertrauma) übertragen.

Erwägungen
1.
1.1 Im Streit liegt die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. Juni 2014, mit
welcher das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers, namentlich sein
Rentenanspruch, abgewiesen worden ist.
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1.2 Der Beschwerdeführer lässt die Zusprache einer Rente, im Eventualstandpunkt
weitere Abklärungen, beantragen. Streitgegenstand bildet demnach der allfällige
Rentenanspruch. Berufliche Eingliederungsmassnahmen waren gemäss einer
Mitteilung vom 11. August 2010 abgelehnt worden. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
(als Folge unter anderem von Krankheit, vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG) verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann entsprechend nur relevant sein, wenn sie
Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist
(vgl. Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). Eine (so bedingte)
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit muss in jedem Einzelfall unabhängig von der
Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem
Ausmass bestimmt sein (vgl. BGE 127 V 294, BGE 99 V 28). Beeinträchtigungen der
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens,
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Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden in der Lage wäre, sind
nach der Rechtsprechung nicht als Auswirkungen einer krankhaften (dort: seelischen)
Verfassung zu betrachten (vgl. BGE 102 V 165).
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind demnach zunächst die medizinischen
Vorbedingungen von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in
ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (BGE
107 V 17 = ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist.
Die ärztlichen Auskünfte sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung
der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 99 f. E. 4, vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Verfügung, in welcher sie bei
Annahme einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 10 % einen
Invaliditätsgrad von 5 % errechnet hat, für den medizinischen Teil auf die Beurteilung
des RAD-Arztes vom 13. Mai 2014. Darin hat dieser an seiner bisherigen, am 12.
Dezember 2013 im Zusammenwirken mit einer RAD-Ärztin entwickelten Auffassung
festgehalten, wonach der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr, in
einer optimal adaptierten Tätigkeit aber zu 100 % abzüglich vermehrter Schlafpausen
und (vgl. IV-act. 94-2) abzüglich von 10 % wegen verminderter Leistungsfähigkeit
arbeitsfähig sei. Mit der Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 90 % hat die
Beschwerdegegnerin somit zum einen ausser Acht gelassen, dass der Bedarf an
Schlafpausen nach dieser Beurteilung zur Leistungsverminderung um 10 %
hinzukommt. Der Pausenbedarf als solcher ist zudem nicht quantifiziert worden,
weshalb die entsprechende RAD-Arbeitsfähigkeitsschätzung insofern in sich
ungenügend bestimmt ist. Wird aber - was sich rechtfertigen dürfte - angenommen,
dass nicht mit einem Pausenbedarf von mehr als 45 % Arbeitszeit gerechnet wurde, so
weicht der RAD mit seiner Aktenbeurteilung zum andern weit von den
Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen in allen aktenkundigen fachärztlichen Berichten (50 %
Arbeitsunfähigkeit oder mehr, vgl. unten E. 3.3) ab. Dr. B._, welcher als Einziger
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zunächst am 19. Mai 2010 noch eine Arbeitsfähigkeitsangabe von 100 % gemacht
hatte, erklärte sich nämlich schon am 11. Oktober 2010 zu einer Beurteilung für
fachlich ungenügend kompetent und verwies auch am 5. Mai 2014 auf die Beurteilung
der Spezialisten.
3.3 Das Zentrum für Schlafmedizin hatte am 22. November 2010 allein der Narkolepsie
des Beschwerdeführers eine Arbeitsunfähigkeit von (eventuell mindestens) 50 %
zugeschrieben. Es ist davon auszugehen, dass der Fachbereich Psychosomatik am 24.
März 2011 (bei unterschiedlichen Angaben) annahm, der Beschwerdeführer werde
infolge einer invalidisierenden psychischen Symptomatik frühestens ab 2. September
2011 wieder bis maximal zu 50 % arbeitsfähig sein. Der damals zuständige RAD-Arzt
hatte denn auch am 6. April 2011 (IV-act. 40) für überzeugend gehalten, dass der
Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit seit 1. Januar 2010 nicht mehr und in
einer adaptierten Tätigkeit aus neurologischen und psychiatrischen Gründen noch zu
50 % arbeitsfähig sei. Das Psychiatrie-Zentrum G._ attestierte dem
Beschwerdeführer danach am 14. November 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %,
am 30. Mai 2013 und am 12. November 2013 gar eine solche von 100 %. Im
September 2011 hatte nach Angaben der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St.
Gallen aufgrund der somatischen und psychiatrischen Gesundheitsschäden eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80 % bestanden, im Juli 2013 aus rein
neurologischer Sicht eine solche von 75 bis 80 %. Am 24. Januar 2014 wurde von einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % allein wegen der Einschlafneigung, in
Kombination mit der psychiatrischen Symptomatik von einer wahrscheinlich grösseren
Arbeitsunfähigkeit berichtet, am 13. Juni 2014 von einer Arbeitsunfähigkeit von - rein
neurologisch gesehen - mindestens 50 %. Am 28. August 2014 (allerdings gut zwei
Monate nach dem für die vorliegende Beurteilung des Sachverhalts letzten noch
massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) wurde eine
Arbeitsunfähigkeit von 70 % attestiert.
3.4 Der RAD ist in der erwähnten abschliessenden Beurteilung von diesen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen weit abgewichen, ohne aber die zugrunde liegenden
Gesundheitsschäden in Abrede zu stellen (vgl. die Meldung des Verdachts auf eine
Einschränkung der Fahrtauglichkeit; IV-act. 93). Aufgrund der Beurteilungen des
Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin ist denn auch davon auszugehen, dass
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der Beschwerdeführer an einer Narkolepsie mit Kataplexien leidet. Diese fachärztlich
gestellte Diagnose wurde namentlich durch Bestimmung des Orexinspiegels im Liquor
im Oktober 2011 gesichert. Es wurden aber auch verschiedene andere objektivierende
Tests vorgenommen, so etwa mehrfach Polysomnographien bzw. MSLTs (August
2008, IV-act. 6-7, September 2010, IV-act. 32-3, später noch März 2014, IV-act. 114).
Es waren (2008) Sleep-Onset-REM-Schlaf und (auch 2014) ein fragmentiertes
Schlafprofil festgestellt worden. Eine Untersuchung der Vigilanz in zwei verschiedenen
Tests im März 2013 (IV-act. 77-2) war äusserst pathologisch ausgefallen (Einschlafen
nach wenigen Minuten). Der Beschwerdeführer hatte im Juni 2010 auch während 17
Tagen regelmässig eine Aktiwatch getragen. Trotz dieser erhobenen Befunde und ihrer
fachärztlichen Beurteilung hatte der RAD im Juni 2013 im Übrigen zunächst noch daran
festgehalten, dass eine ausreichende Objektivierung fraglich und diesbezügliche
Erkundigungen, unter anderen beim Interdisziplinären Zentrum für Schlafmedizin,
einzuholen seien.
3.5 Bei einer neuropsychologischen Testung im September 2010 waren zudem formal
insgesamt mittelschwere Störungen, in einzelnen Bereichen wie der kognitiven
Verarbeitungsgeschwindigkeit, Alertness, Vigilanz und Denkflexibilität bis zu schwere
Störungen gefunden worden. Es war darauf hingewiesen worden, dass eine zeitweise
eingeschränkte Anstrengungsbereitschaft des Beschwerdeführers nicht
ausgeschlossen sei. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Nachweis fehlenden
Orexins erst später gelang. Bei der Würdigung der neuropsychologischen Ergebnisse
sind sowohl die Narkolepsie als auch eine allfällige Beeinträchtigung der psychischen
Gesundheit (depressive Störung) zu beachten.
3.6 Schon im Jahr 2008, vor der Kündigung des Arbeitsverhältnisses (vom Oktober
2009), war vom Interdisziplinären Zentrum für Schlafmedizin der Verdacht auf
depressive Störungen geäussert worden. Fachärztlich wurde am 24. März 2011 eine
Neurasthenie diagnostiziert, welche die Symptomatik der - damals noch nicht
somatisch bestätigten - Narkolepsie überlappe. Ausserdem wurde auf die Gefahr der
Entwicklung einer depressiven Episode hingewiesen. Im Juni 2012 hat sich nach
Auffassung der Neurologin eine Verschlechterung durch eine depressive
Anpassungsstörung ergeben. Vom Psychiatrie-Zentrum G._ wurde im November
2012 fachärztlich eine leichte depressive Episode festgestellt, am 30. Mai 2013 eine
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mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom. Am 12. November 2013
schliesslich wurde von einem komplexen Zustandsbild und einem chronifizierten
Krankheitsverlauf berichtet. Psychiatrisch fachärztlich liegen demnach unterschiedliche
Diagnosen vor, welche möglicherweise divergierend, möglicherweise aber auch sich in
der Zeitenfolge ablösende Gesundheitsschäden beschreiben. Der Beschwerdeführer
steht jedenfalls nach der Aktenlage bereits seit Mai 2011 in entsprechender
Behandlung.
3.7 Nach den ergänzenden Abklärungen bei der Krankenkasse hat der RAD am 12.
Dezember 2013 dann eingeräumt, dass der Beschwerdeführer die Medikamente
überwiegend wahrscheinlich eingenommen habe, er in ausreichender ärztlicher
Behandlung stehe und relevante Inkonsistenzen nicht erkennbar seien. - Von den
Schätzungen der Neurologin (und der psychiatrischen Fachärzte) der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit wich er wie erwähnt dennoch ab,
ohne dass er eine Begründung dargelegt hätte. Er schloss sich in seinen
Akteneinschätzungen also nicht der einen oder anderen Arbeitsfähigkeitsschätzung
eines Arztes an, welcher den Beschwerdeführer selber untersucht hat, sondern setzte
die Arbeitsfähigkeit selber hiervon - erheblich - differierend fest. Dass der
Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit seit 1. Januar 2010 (bzw. 4. Januar 2010)
voll arbeitsunfähig ist, liess er hingegen unbestritten. Das erscheint nicht
nachvollziehbar.
3.8 Die regionalen ärztlichen Dienste setzen gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG die für die
Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit
der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im
Aufgabenbereich auszuüben. Nach Art. 49 Abs. 1 IVV beurteilen sie die medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie
im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen
Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Gemäss Art. 49 Abs. 2 IVV können sie bei
Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die
Untersuchungsergebnisse schriftlich fest. - Das Absehen von eigenen Untersuchungen
kann insbesondere dann ein Grund sein, einen RAD-Bericht in Frage zu stellen, wenn
es - wie es hier der Fall ist - nicht um die Beurteilung eines im Wesentlichen bereits
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, womit die direkte ärztliche Befassung
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mit der versicherten Person entbehrlich wäre (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 18.
Januar 2016, 9C_405/2015 E. 5.1; vgl. auch etwa die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2010, IV 2008/367, und
vom 17. Juni 2009, IV 2007/454). Mangels eigener Untersuchung handelt es sich bei
den vorliegenden RAD-Berichten nicht um Stellungnahmen im Sinn von Art. 49 Abs. 2
IVV, sondern lediglich um Empfehlungen zur weiteren Bearbeitung des
Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht (Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 IVV), die
sich nach der Rechtsprechung einzig dazu zu äussern vermögen, ob der einen oder
anderen ärztlichen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung
vorzunehmen ist (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 2. Mai 2016, 9C_839/2015 E. 3.3,
und 9C_405/2015 E. 5.1).
3.9 Der RAD-Beurteilung kann aus diesen Gründen nicht gefolgt werden. Da sich der
Sachverhalt auch anhand der aus dem Blickwinkel der behandelnden Ärzteschaft
abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht ausreichend zuverlässig erheben
lässt, namentlich was das Ausmass der Beeinträchtigung infolge des Zusammenfallens
von somatischem und psychischem Leiden und allfällige relevante Änderungen des
Sachverhalts innerhalb des gesamten massgeblichen Zeitraums betrifft, wird ihn die
Beschwerdegegnerin ergänzend abzuklären haben. Angemerkt werden kann, dass
zumindest bei gegebener Aktenlage kein Anlass besteht, die Rechtsprechung des
Bundesgerichts zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage heranzuziehen, ist die
Diagnose einer Narkolepsie mit Kataplexien beim Beschwerdeführer doch fachärztlich
neurologisch gestellt und sind die Auswirkungen in verschiedenen Tests objektiviert
worden. In dem von der Beschwerdegegnerin zitierten BGE 137 V 64 (E. 4) erklärte das
Bundesgericht die Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen für sinngemäss anwendbar, wenn sich die Frage nach der
invalidisierenden Wirkung einer nichtorganischen Hypersomnie stellt. Eine solche liegt
nach der Aktenlage unbestrittenermassen nicht vor. Für organische Narkolepsien hat
das Bundesgericht eine solche Subsumtion - soweit ersichtlich - nicht postuliert. Auch
der Vergleich mit der Rechtsprechung zu Fibromyalgie und unspezifischen
Nackenschmerzen als organische Leiden vermag deren analoge Anwendung auf den
vorliegenden Sachverhalt nicht zu rechtfertigen.
4.
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4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 19. Juni 2014 teilweise gutzuheissen und die Sache ist
zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist für die Kosten von einem vollen Obsiegen des
Beschwerdeführers auszugehen (vgl. BGE 137 V 57). Die Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für den Beschwerdeführer vom 8. Oktober 2014
braucht damit nicht in Anspruch genommen zu werden.
4.3 Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1bis IVG), sind demnach gesamthaft der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr
von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
4.4 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).