Decision ID: 58bfc072-8fb4-4a7b-91c6-7ba53486db9a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im vereinfachten Verfahren des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 1. November 2019; Proz. FV180006
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 18'245.90 nebst Zins zu 5% seit 21. Juli 2016 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zu Lasten des Beklagten."
Urteil des Bezirksgerichtes: (act. 96)
1. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 12'910.65 nebst Zins zu 5%
seit 3. Oktober 2017 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'872.00 ; die Barauslagen betragen:
Fr. 5'800.00 für das Hauptgutachten
Fr. 708.00 für das Ergänzungsgutachten
Fr. 10'380.00 Gerichtskosten total
3.1 Die Gerichtskosten werden der Klägerin im Umfang von Fr. 3'114.– und dem
Beklagten im Umfang von Fr. 7'266.– auferlegt.
3.2 Die Gerichtskosten werden aus den Kostenvorschüssen der Parteien von
insgesamt Fr. 7'470.– bezogen. Der Fehlbetrag von Fr. 2'910.– wird vom
Beklagten nachgefordert.
3.3 Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin die von ihr geleisteten Kosten-
vorschüsse im Umfang von Fr. 2'856.– zu ersetzen.
4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteientschädi-
gung von Fr. 3'160.– (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) zu bezahlen.
5./6. [Mitteilungen / Rechtsmittel]
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Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (act. 93 S. 2):
"1. Das Urteil vom 1. November 2019 des Einzelgerichts im verein-
fachten Verfahren des Bezirksgerichts Pfäffikon, Geschäfts-Nr. FV180006-H, sei aufzuheben und das vor erster Instanz gestellte Rechtsbegehren sei vollumfänglich gutzuheissen, welches lautet: Die Klage sei abzuweisen. Unter Kosten- und  zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Klägerin.
2. Eventualiter sei a das Urteil vom 1. November 2019 des Einzelgerichts im verein-
fachten Verfahren des Bezirksgerichts Pfäffikon, Geschäfts-Nr. FV180006-H, aufzuheben und die Angelegenheit an das  im vereinfachten Verfahren des Bezirksgerichts Pfäffikon zurückzuweisen und
b Ziff. 3 der Verfügung vom 10. Juli 2019 des Einzelgerichts im  Verfahren des Bezirksgerichts Pfäffikon, Geschäfts-Nr. FV180006-H, sei aufzuheben und das Einzelgericht im  Verfahren des Bezirksgerichts Pfäffikon sei anzuweisen, auf die Noveneingabe vom 10. Mai 2019 einzutreten.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich  zu Lasten der Berufungsbeklagten."
der Berufungsbeklagten (act. 102 S. 2):
"1. Das Berufungsbegehren, sowie die Eventualbegehren, seien voll-
umfänglich abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-
fungsklägerin."
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Erwägungen:
I. Parteien und Prozessverlauf
1. Der Beklagte und Berufungskläger (nachfolgend Berufungskläger) ist Eigen-
tümer eines Einfamilienhauses in C._. Die Klägerin und Berufungsbeklagte
(nachfolgend Berufungsbeklagte) ist eine GmbH, welche den Betrieb einer Zim-
merei sowie die Ausführung von Holzbauarbeiten aller Art bezweckt. Die Parteien
schlossen im September 2015 im Zusammenhang mit einer Sanierung und Um-
bau der Liegenschaft des Berufungsklägers einen Werkvertrag. Unter den Partei-
en besteht Uneinigkeit, ob aus diesem Vertrag Werklohnforderungen ausstehend
sind. Die Vorinstanz sprach der Berufungsbeklagten von den geltend gemachten
Werklohnforderungen in der Höhe von rund Fr. 18'250.– insgesamt rund
Fr. 12'900.– zu. Dagegen richtet sich die vorliegende Berufung.
2. Am 26. Februar 2018 machte die Berufungsbeklagte die vorliegende Forde-
rungsklage mit summarisch begründeter Eingabe bei der Vorinstanz rechtshängig
(act. 1 und 3). Die Hauptverhandlung fand am 31. Mai 2018 statt. Hier erfolgte die
Klagebegründung (act. 17; Prot. Vi S. 6 f.) sowie die Klageantwort (act. 19;
Prot. Vi S. 7 ff.), die Befragung von Herrn D._ für die Berufungsbeklagte so-
wie des Berufungsklägers (Prot. Vi S. 14-21), sodann erstatteten die Parteien ihre
zweiten Vorträge (Prot. Vi S. 21-30). Anschliessend geführte Vergleichsgespräche
scheiterten. Nachdem die Parteien verschiedene Beweismittel ausserhalb ihrer
Vorträge nachgereicht und zu den Eingaben der Gegenseite je Stellung genom-
men hatten, erging am 28. Dezember 2018 die Beweisverfügung mit zahlreichen
Beweissätzen und einem Expertenvorschlag für ein gerichtliches Gutachten
(act. 36). Die Ernennung und Instruktion des Experten erfolgte am 7. Februar
2019 (act. 42 f.), das Gutachten wurde am 1. April 2019 erstattet (act. 45 und
act. 47). Mit Noveneingabe vom 10. Mai 2019 beantragte der Berufungskläger für
behauptete neue Mängel ein ergänzendes Gutachten (act. 51). Nachdem sich die
Parteien zum Gutachten und zu den jeweiligen Eingaben der Gegenseite geäus-
sert hatten, trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 10. Juli 2019 auf die Novenein-
gabe des Berufungsklägers nicht ein und wies dessen Begehren um Ergänzung
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des Gutachtens ab, unter gleichzeitiger Zulassung einer Ergänzungsfrage
(act. 70). An der Beweisabnahme- und Schlussverhandlung vom 1. November
2019 wurden drei Zeugen sowie nochmals Herr D._ für die Berufungsbeklag-
te und der Berufungskläger befragt, woraufhin die Parteien ihre Schlussvorträge
erstatteten (Prot. Vi S. 48 ff.). Das Urteil der Vorinstanz datiert vom selben Tag
(act. 89 = act. 95/2 = act. 96 [Aktenexemplar], nachfolgend zitiert als act. 96).
Am 3. März 2020 erhob der Berufungskläger rechtzeitig (act. 93 S. 1 i.V.m.
act. 96 S. 115) Berufung mit den oben wiedergegebenen Anträgen. Die vorin-
stanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-91). Nach Eingang des Kostenvor-
schusses (act. 97, act. 99) erstattete die Berufungsbeklagte am 19. Mai 2020 ihre
Berufungsantwort (act. 102). Diese wurde dem Berufungskläger am 23. Juni 2020
zugestellt (act. 103 f.), welcher sich daraufhin nicht äusserte. Das Verfahren er-
weist sich als spruchreif.
II. Formelles
1. Die nach Eingang der Berufung zu prüfenden Rechtsmittelvoraussetzungen
sind erfüllt, die Berufung form- und fristgerecht erhoben und mit Anträgen und Be-
gründung versehen. Dem Eintreten steht nichts entgegen.
2. Es kann mit Berufung sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die
unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl. Art. 310
ZPO). Die Berufungsinstanz kann sämtliche Mängel in Tat- und Rechtsfragen frei
und uneingeschränkt prüfen (sog. volle Kognition in Tat- und Rechtsfragen), vor-
ausgesetzt, dass sich die Berufung erhebende Partei mit den Entscheidgründen
der ersten Instanz auseinandersetzt und konkret aufzeigt, was am angefochtenen
Urteil oder am Verfahren der Vorinstanz falsch gewesen sein soll (vgl. ZR 110
[2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4); blosse Ver-
weise auf die Vorakten genügen nicht, vielmehr liegt es gemäss ständiger Recht-
sprechung an der Berufung erhebenden Partei, im Einzelnen die vorinstanzlichen
Erwägungen zu bezeichnen, die sie anfechten möchte, und die Aktenstücke zu
nennen, auf denen ihre Kritik beruht (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016,
Art. 311 N 36 f.). Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetrage-
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nen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung ebenso wenig
wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen
Erwägungen (vgl. auch BGE 138 III 374 ff., E. 4 = Pra 102 [2013] Nr. 4).
Die volle Kognition der Berufungsinstanz in Rechtsfragen bedeutet aber
nicht, dass sie gehalten wäre, von sich aus wie ein erstinstanzliches Gericht alle
sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn der Berufungskläger
diese vor der Berufungsinstanz nicht (mehr) vorträgt; vielmehr hat sie sich – ab-
gesehen von offensichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der schriftli-
chen Berufungsbegründung erhobenen Beanstandungen zu beschränken
(vgl. BGE 142 III 413 ff., E. 2.2.4; BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4;
4A_418/2017 vom 8. Januar 2018, E. 2.3). Insofern gibt die Berufungsschrift
durch die ausreichend begründet vorgetragenen Beanstandungen das Prüfpro-
gramm vor, mit welchem sich die Berufungsinstanz zu befassen hat. Innerhalb
dieser Beanstandungen ist sie indes weder an die Begründung des Berufungsklä-
gers noch an jene der Vorinstanz gebunden, sondern sie wendet das Recht von
Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Deshalb kann die Berufung auch mit einer ande-
ren Argumentation gutgeheissen oder mit einer von der Argumentation der Vorin-
stanz abweichenden Begründung abgewiesen werden (vgl. BGer 4A_629/2017
vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; 4A_397/2016 vom 30. November 2016, E. 3.1). Ent-
sprechend muss ein Berufungskläger zwar darlegen, dass und inwiefern die Vor-
instanz das Recht aus seiner Sicht unrichtig angewendet hat, zutreffen muss die-
se Begründung – um eine freie Überprüfung durch die Berufungsinstanz zu erwir-
ken – aber nicht (vgl. zur ebenfalls vollen Kognition der Beschwerdeinstanz in
Rechtsfragen OGer ZH PS180131 vom 3. September 2018, E. III./3). Mit anderen
Worten muss die Rechtsschrift eine minimale rechtliche Begründung enthalten,
wenn eine unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht wird (vgl. etwa OGer
ZH LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1a; LB160044 vom 23. Dezember
2016, E. I./4).
3. Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur noch berücksichtigt werden,
wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht
schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die-
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jenige Partei, welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen
will, hat darzutun und zu beweisen, dass diese Voraussetzungen vorliegen. Im
Falle unechter Noven hat sie namentlich die Gründe detailliert darzulegen, wes-
halb sie die Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz hat
vorbringen können (vgl. BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1;
OGer ZH LB170050 vom 22. September 2017, E. II./3; LB170028 vom 30. No-
vember 2017, E. II./1.2; LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1b; LB130063 vom
17. September 2014, E. II./2; LB140014 vom 3. Juni 2014, E. III./2).
III. Materielles
1. Es ist zwischen den Parteien nicht strittig, dass die Berufungsbeklagte (Un-
ternehmerin) in der Liegenschaft des Berufungsklägers basierend auf dem bereits
erwähnten Werkvertrag vom 11./17./22. September 2015 (act. 5/4) Sanierungs-
und Umbauarbeiten vorgenommen hat. Unbestritten ist auch, dass dieser Vertrag
zwischen dem Berufungskläger als Bauherr und der Berufungsbeklagten als Un-
ternehmerin zustande kam und die E._ gmbh als Bauleiterin den Vertrag
ebenfalls unterzeichnete (act. 5/4), wobei sich der Berufungskläger bis ca. Mitte
Januar 2016 von der Bauleiterin vertreten liess und fortan die Bauleitung persön-
lich übernahm. Die Uneinigkeit der Parteien beschlägt die Höhe der mit der Klage
geltend gemachten verbleibenden Werklohnforderungen. Die Berufungsbeklagte
hatte mit ihrer Schlussrechnung einen Betrag von Fr. 72'245.89 geltend gemacht
(act. 5/6). Der Beklagte hatte unstreitig bereits Teilzahlungen in der Höhe von
Fr. 54'000.– geleistet, womit als Saldo aus Sicht der Berufungsbeklagten
Fr. 18'245.89 offen blieb (act. 5/6, letzte Seite), den sie klageweise geltend mach-
te, wohingegen aus Sicht des Berufungsklägers keine Werklohnforderung mehr
offen war, da er die Höhe der Schlussrechnung bestritt und überdies Mängelrech-
te sowie eine Konventionalstrafe geltend machte (wie sich aus act. 96 S. 11 er-
gibt).
2. Nicht strittig war bereits vor Vorinstanz, dass der Vertrag der SIA-Norm 118
unterstand und dass Einheitspreise vereinbart worden waren, welche nach dem
effektiven Ausmass abzurechnen waren (vgl. act. 5/4 S. 2 f. und act. 96 S. 13).
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Die Klägerin stellte nebst den Abrechnungen nach Ausmass sodann diverse Ar-
beiten nach Aufwand, gestützt auf insgesamt 8 Regierapporte, in Rechnung
(act. 5/6 S. 2 ff. Position 180). Die Vorinstanz handelte in ihrer Urteilsbegründung
die einzelnen vom Berufungskläger bestrittenen Positionen der Schlussrechnung
ab (act. 96 S. 19-85, E. B.4.). Soweit der Berufungskläger die entsprechenden Er-
wägungen anficht, ist im Folgenden ebenso zu verfahren.
3.1 Als Erstes moniert der Berufungskläger die vorinstanzliche Erwägung zur
Rechnungsposition 115, provisorische Abdeckungen oder Schutzdächer (act. 93
Rz 8, act. 96 E. 4.2.3 S. 22 ff.). Er bringt in der Berufung im Wesentlichen vor, im
vorinstanzlichen Verfahren behauptet zu haben, die entsprechenden Arbeiten
seien nicht ausgeführt worden und für den Fall, dass die Berufungsbeklagte doch
hätte beweisen können, dass die Arbeiten allenfalls teilweise erbracht worden wä-
ren, so habe er geltend gemacht, dass dies aufgrund der guten Witterung gar
nicht erforderlich gewesen wäre. Die Vorinstanz habe aus der Eventualargumen-
tation des Berufungsklägers [jedoch] fälschlicherweise herausgelesen, er habe im
Ergebnis nicht bestritten, dass Witterungsschütze angebracht worden seien. Die
Berufungsbeklagte habe den Nachweis nicht erbracht, dass die behaupteten Ar-
beiten tatsächlich ausgeführt worden seien (act. 93 Rz 9 ff.).
Ob der Berufungskläger damit sagen wollte, die Vorinstanz habe zu Unrecht
nicht zum Beweis verstellt (und der Berufungsbeklagten dafür den Beweis aufer-
legt), dass die betreffenden Arbeiten tatsächlich ausgeführt worden seien, ist nicht
klar und könnte höchstens vermutet werden. Der Berufungskläger führt in der Be-
rufungsschrift (a.a.O.) sodann nicht aus, wo er sich im vorinstanzlichen Verfahren
entsprechend geäussert haben will, was nicht angeht, denn es ist nicht Aufgabe
der Berufungsinstanz, in den vorinstanzlichen Akten nach entsprechenden Be-
hauptungen des Berufungsklägers zu suchen. Im Übrigen bezeichnet er auch
nicht, auf welche Stelle des angefochtenen Urteils er sich genau bezieht (die von
ihm bezeichnete Erwägung 4.2.3 erstreckt sich immerhin auf sechs Seiten, act. 96
S. 22-28). Damit hat der anwaltlich vertretene Berufungskläger nicht in prozessual
ausreichender Art dargelegt, inwiefern die Vorinstanz seine rechtskonform (insbe-
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sondere rechtzeitig) vorgebrachten Behauptungen falsch gewürdigt haben soll,
womit es eigentlich bereits sein Bewenden haben könnte.
Indes ist die Rüge darüber hinaus auch inhaltlich nicht berechtigt: Entgegen
seiner Darstellung in der Berufungsschrift hat der Berufungskläger nicht behaup-
tet, die Arbeiten seien nicht ausgeführt worden, und eventualiter – falls sie doch
teilweise erbracht worden wären – seien die Arbeiten nicht nötig gewesen. Viel-
mehr hat er, wie sich aus den vorinstanzlichen Akten ergibt, in seiner Klageant-
wort vorgebracht, infolge guter Witterung hätte gar kein Bedarf für Witterungs-
schutz bestanden, um anschliessend (offenbar als Eventualargumentation ge-
meint) auszuführen, die entsprechenden Arbeiten seien nicht ausgeführt worden
(act. 19 Rz 12). Die Vorinstanz durfte daher ohne Rechtsverletzung davon ausge-
hen, der Berufungskläger habe anerkannt, dass die Arbeiten ausgeführt worden
seien, auch wenn sie aufgrund der guten Witterung nicht nötig gewesen wären.
Entsprechend war nicht zum Beweis zu verstellen, dass die Arbeiten ausgeführt
worden waren, und eine allfällig sinngemässe Rüge des Berufungsklägers geht
fehl. Soweit der Berufungskläger unter derselben Position weitere Ausführungen
macht (etwa zu angeblich verspätet eingereichten Rapporten, vgl. act. 93 Rz 14),
so geschieht dies ohne Bezug zum angefochtenen Urteil und ist damit unbeacht-
lich.
3.2.1 Nach der unangefochtenen Feststellung der Vorinstanz wurden in der
Schlussrechnung vom 20. Juni 2016 insgesamt acht Regierapporte aufgeführt,
wobei sich deren Teilbeträge auf insgesamt Fr. 2'711.70 brutto beliefen (act. 96
S. 28 unter Verweis auf act. 5/6 S. 2-4). Der Berufungskläger bestritt vor Vorin-
stanz alle diese Abrechnungen nach Aufwand und brachte entsprechend den er-
wähnten Betrag (resp. Fr. 2'742.35 netto) in Abzug (act. 96, a.a.O.). Die Vorin-
stanz prüfte nach einleitenden Bemerkungen jeden einzelnen Regierapport und
kam zum Schluss, es seien aus den acht Rapporten insgesamt Abzüge von
Fr. 336.– (brutto) zuzulassen (act. 96 S. 28-64).
In der Berufung bringt der Berufungskläger vorab vor, er habe im vorinstanz-
lichen Verfahren moniert, dass für die Ausführung von Regiearbeiten vertraglich
eine schriftliche Beauftragung vereinbart worden sei. Die Vorinstanz gehe indes
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im angefochtenen Entscheid in den Vorbemerkungen zu den Regieabrechnungen
auf den Schriftlichkeitsvorbehalt nicht ein und vertrete die Haltung, die Parteien
hätten die geltend gemachten Regieaufwände allesamt konkludent vereinbart,
was falsch und aktenwidrig sei (act. 93 Rz 18 f.).
Entgegen dem Berufungskläger hat die Vorinstanz im angefochtenen Urteil
den vertraglich vereinbarten Schriftlichkeitsvorbehalt nicht übersehen, vielmehr
verweist sie darauf, dass gemäss den Vertragsbedingungen Regiearbeiten nur
mit schriftlichem Auftrag ausgeführt werden dürften (act. 96 S. 30). Sie verweist
indes auf den "ausserordentlich dichten E-Mail-Verkehr" zwischen den Parteien
und greift daraus beispielhaft, je einzeln mit zusammenfassender Wiedergabe des
Inhalts, den Mailverkehr an neun unterschiedlichen Daten heraus. Die Vorinstanz
hielt sodann fest, aus der zitierten Korrespondenz ergebe sich mit aller Deutlich-
keit, dass Regiearbeiten im Gang gewesen seien und der Beklagte darüber
Kenntnis gehabt habe, ohne dass vorgängig auch nur in einem einzigen Fall ein
schriftlicher Auftrag erteilt worden wäre (act. 96 S. 31 f.). Dies wird in der Beru-
fung nicht als unzutreffend angefochten, vielmehr bringt der Berufungskläger ein-
zig vor, aus der zitierten Korrespondenz gehe deutlich hervor, dass er wiederholt
bestritten habe, dass Regieaufwand notwendig war (act. 93 Rz 19); dass er in
dieser Korrespondenz je geltend gemachte hätte (geschweige denn wo), es fehle
an einem schriftlichen Auftrag hierzu, macht er indes nicht geltend. Ebenso unan-
gefochten geblieben ist die vorinstanzliche Feststellung, dass der Berufungsklä-
ger im zitierten Mailverkehr mehrfach vorgeschlagen hatte, die Aufteilung in Ab-
rechnung nach Ausmass oder nach Regie im Rahmen der Schlussrechnung vor-
zunehmen resp. in Aussicht stellte, die Rapporte zu prüfen, am besten einmalig
am Schluss bei der Abrechnung (act. 96 S. 31 f. unter Hinweis auf act. 16/4,
act. 18/22, act. 18/47-49). Der Schluss der Vorinstanz, wonach zwischen den Par-
teien bezüglich schriftlicher Auftragserteilung anders vorgegangen worden sei als
in den Vertragsbedingungen ursprünglich vereinbart, ist damit vom Berufungsklä-
ger nicht widerlegt, und dieser Schluss ist auch nicht zu beanstanden.
3.2.2 Nach diesen Beanstandungen betreffend Schriftlichkeitsvorbehalt ficht der
Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen zu zwei Regierapporten an. In
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Bezug auf beide Regierapporte (Nr. 4 und Nr. 5) macht er in der Berufung gel-
tend, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht vorgeworfen, er habe nicht genügend
substantiiert dargelegt, inwiefern die dort dargelegten Arbeiten nicht erbracht wor-
den seien, während in Tat und Wahrheit die Gegenseite ihrer Substantiierungslast
nicht wahrgenommen habe (act. 93 Rz 24 ff.).
Verlangt der Unternehmer für bestimmte Arbeiten eine bestimmte Vergü-
tung, so hat er die anspruchsbegründenden Tatsachen zu behaupten (Art. 8
ZGB). In ihrer Klagebegründung brachte die Berufungsbeklagte mit Verweis auf
den eingereichten Regierapport Nr. 4 vor, von der Bauleitung bzw. vom Beklagten
seien Anschlussarbeiten zwischen dem bestehenden Dach zum Anbau giebelsei-
tig und Richtung Dorf verlangt worden, die nicht im Leistungsverzeichnis enthalten
gewesen seien und benannte überdies, von wem diese Arbeiten ausgeführt wor-
den seien (act. 17 S. 6 Ziff. 2.2.5.). Das ist entgegen dem Berufungskläger
(act. 93 Rz 24) nicht zu beanstanden, kann sich doch die behauptungsbelastete
Partei in einem ersten Schritt damit begnügen, in allgemeiner Art und ohne Auf-
führung von Einzelheiten diejenigen Tatsachen vorzubringen, die den Tatbe-
standsmerkmalen einer anzuwendenden Rechtsnorm entsprechen: Der Vortrag
des Klägers (Richtigkeit unterstellt) muss den Schluss zulassen, das entsprechen-
de Begehren sei aus irgendeinem Gesichtspunkt des materiellen Rechts gerecht-
fertigt – oder kürzer gesagt: Der Vortrag muss schlüssig sein ("abstrakte Behaup-
tungslast", vgl. dazu SARBACH, Die richterliche Aufklärungs- und Fragepflicht im
schweizerischen Zivilprozessrecht, Bern 2003, S. 26 f.; BAUMGARTNER/DOLGE/
MARKUS/SPÜHLER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 10. A. 2018, 5 N 20 f.;
BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.1, sowie E. 2.2.2 [zum vorliegend
ausreichenden Verweis auf den betreffenden Regierapport]). Der Berufungskläger
bestritt daraufhin ausdrücklich nicht, dass diesbezüglich Arbeiten gemacht worden
seien und auch nicht, dass die von der Gegenseite behaupteten Anschlussarbei-
ten von ihm verlangt worden seien (Prot. Vi S. 28). Dies vermag als Bestreitung
nicht zu genügen, auch wenn er (a.a.O.) im Weiteren die Vermutung äusserte,
dass da allenfalls unter dem Titel Abbrucharbeiten etwas doppelt verrechnet wor-
den sei. Die Vorinstanz hat demnach die Anforderungen an die Behauptungs-
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resp. Bestreitungslast der Parteien nicht verkannt und die Rüge des Berufungs-
klägers geht fehl.
Ähnlich verhält es sich bezüglich Regierapport Nr. 5: Hier hatte die Beru-
fungsbeklagte unter Verweis auf den eingereichten Regierapport vorgebracht, auf
Anordnung des Beklagten bzw. der Bauleitung habe das dorfseitige Vordach un-
vorhergesehenerweise gekürzt werden und sodann das neue Ortsbrett gerichtet,
gestrichen und montiert werden müssen, unter Entfernung und Wiedermontage
der Ziegel; diese Arbeiten seien durch Herrn F._ ausgeführt worden (act. 17
S. 6 Ziff. 2.2.6.). Daraufhin hat der Berufungskläger nicht bestritten, die Kürzung
des dorfseitigen Vordachs unvorhersehbar angeordnet zu haben, und auch nicht,
dass Herr F._ infolge dessen das neue Ortsblatt gerichtet, gestrichen und
montiert habe, unter der geltend gemachten Entfernung und Wiedermontage der
Ziegel (Prot. Vi S. 28). Damit hat der Berufungskläger der ihm obliegenden Be-
streitungslast nicht Genüge getan, denn zumindest in der allgemeinen Form, in
der die Arbeiten behauptet worden waren, wäre ihm auch eine Bestreitung mög-
lich und zumutbar gewesen.
Die vorinstanzlichen Erwägungen zu den Regierapporten Nr. 4 und 5 sind
demnach nicht zu beanstanden.
3.2.3 Bezüglich Regierapporte Nr. 6 und 7 verweist der Berufungskläger auf das
"einleitend zu den Regierapporten Gesagte" (act. 93 Rz 33). Auch dieser Verweis
zeichnet sich nicht durch besondere Klarheit aus, gemeint sein dürften jedoch die
Beanstandungen zum Schriftlichkeitserfordernis. Nachdem sich diese Rüge je-
doch als nicht einschlägig erwiesen hat (vgl. oben, Ziff. 3.2.1), bleibt es betreffend
Regierapporte Nr. 6 und 7 beim von der Vorinstanz Festgestellten.
3.2.4 Zusammenfassend vermögen damit die Rügen des Berufungsklägers be-
treffend die vorinstanzliche Beurteilung der Rechnungspositionen nach Regie
nicht durchzudringen.
3.3 Von den vorinstanzlich im Weiteren strittigen Positionen der Schlussrech-
nung ficht der Berufungskläger mit der Berufung überdies einzig die Position "Of-
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ferten" (act. 5/6 [Schlussrechnung] S. 8 f.) beziehungsweise die vorinstanzliche
Erwägung "4.2.9, Offerten" an (act. 96 S. 81 ff. und dazu act. 93 Rz 34 ff.).
Unter dieser Position wurden in der Schlussrechnung insgesamt Fr. 3'762.40
brutto resp. Fr. 3'804.92 netto in Rechnung gestellt (vgl. act. 5/6 S. 8 f.; vollstän-
dig wiedergegeben ebenfalls in act. 96 S. 82 [und S. 83 für den Nettobetrag]), wo-
bei dies unter den beiden Überschriften "Offerte vom 21.10.2015" und "Offerte
vom 11.12.2015" erfolgte. Inhaltlich handelt es sich offenbar um in Rechnung ge-
stellte Arbeiten, die zusätzlich zum in diesen beiden Offerten Offerierten ausge-
führt worden sein sollen. Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Erwägung aus-
führt, hatte die Berufungsbeklagte in ihrem ersten Parteivortrag lediglich auf die
(ursprüngliche) Offerte vom 26. August 2015 (act. 16/1) verwiesen. Zu den hier
abzuhandelnden Offerten vom 21. Oktober 2015 und vom 11. Dezember 2015, so
die Vorinstanz weiter, habe sich die Berufungsbeklagte nicht explizit geäussert.
Indes ergebe sich aus einer von ihr als Beilage eingereichten kolorierten Rech-
nung (act. 18/56), dass die Berufungsbeklagte davon ausgehe, die Rechnungs-
positionen [der Schlussrechnung, Ergänzung hinzugefügt] entsprächen den bei-
den (Zusatz-)Offerten, die der kolorierten Rechnung als Anhang beigefügt seien.
Zudem ergebe sich aus dem umfangreichen Mailverkehr und weiterer Korrespon-
denz, dass über Zusatzofferten korrespondiert worden sei (act. 96 S. 83).
Zu Recht rügt der Berufungskläger dieses Vorgehen der Vorinstanz als un-
zulässig (act. 93 Rz 34 ff.). Wie die Vorinstanz selbst festhielt, waren die beiden
Zusatzofferten, auf welche sich die Schlussrechnung stützte, von der Berufungs-
beklagten in ihren Parteivorträgen nicht behauptet worden. Vielmehr hat die Vor-
instanz die Zusatzofferten aus einer Beilage selber ermittelt. Entgegen der Vorin-
stanz hatte sich die Berufungsbeklagte in ihrem Parteivortrag auch nicht sinnge-
mäss auf die einschlägigen Offerten bezogen (act. 96 S. 83 mit Verweis auf
act. 17 Ziff. 2.1.4), vielmehr bezog sich die Berufungsbeklagte an besagter Stelle
ihres ersten Parteivortrags ausdrücklich auf die – nicht einschlägige – Offerte vom
26. August 2015 (act. 17 Ziff. 2.1.4 mit Verweis auf act. 16/1). Es ist indes nicht
Aufgabe des Gerichts, die fehlenden Behauptungen einer Partei in den Parteivor-
trägen aus den Beilagen zusammenzusuchen, vielmehr haben die Parteien ihre
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Behauptungen in ihren Parteivorträgen selbst aufzustellen (BGer 4A_443/2017
vom 30. April 2018 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Daran ändert selbstredend auch
Art. 247 Abs. 1 ZPO nichts, denn diese im vorliegenden vereinfachten Verfahren
einschlägige Norm statuiert eine gegenüber Art. 56 ZPO erweiterte gerichtliche
Fragepflicht, nicht jedoch eine Untersuchungsmaxime. Entgegen der Berufungs-
beklagten reicht es auch nicht, wenn die in den Parteivorträgen nicht behaupteten
Zusatzofferten an einer mündlichen Hauptverhandlung vorliegen (in Form von ein-
gereichten Beilagen) und die Parteien angeblich genau wussten, welchen Inhalt
diese Offerten gehabt hätten (act. 102 S. 4), hat es doch die Berufungsbeklagte
gänzlich unterlassen, in ihrem Parteivortrag wenigstens auf diese Offerten zu ver-
weisen (zur ausnahmsweisen Zulässigkeit einer Behauptung durch Verweis auf
Beilagen vgl. das bereits oben zitierte Urteil BGer 4A_443/2017 vom 30. April
2018 E. 2.2.2). Vorliegend fehlte es an einer rechtskonformen Behauptung selbst
(im Sinne der abstrakten Behauptungslast) und nicht an der genügenden Sub-
stantiierung (konkrete Behauptungslast), weshalb entgegen der Berufungsbeklag-
ten (act. 102 S. 4) der Berufungskläger nicht gehalten war, die fehlende Substan-
tiierung zu rügen. Vielmehr hätte die Vorinstanz den entsprechenden Anspruch
als nicht behauptet behandeln müssen, womit er vom Rechnungsbetrag in Abzug
zu bringen ist (zutreffend act. 93 Rz 36). Die Berufungsbeklagte bestreitet in der
Berufungsantwort die Höhe des vom Berufungskläger geltend gemachten Abzugs
von Fr. 3'804.90 (gerundet) nicht (act. 93 Rz 42 und act. 102 Ziff. 4 S. 4). Dem-
nach ist die Berufung in diesem Umfang gutzuheissen.
3.4 Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Berufung bezüglich der be-
strittenen Positionen der Schlussrechnung im Umfang von Fr. 3'804.90 begründet
ist.
4. Nach den Darlegungen zu einzelnen Positionen der Schlussrechnung folgen
in der Berufungsbegründung solche zu einer offenbar im Streit liegenden Konven-
tionalstrafe (act. 93 Rz 44-53 [S. 13-18]). Der Berufungskläger nimmt dabei zwar
verschiedentlich Bezug auf vorinstanzliche Ausführungen, ohne indes ein einziges
Mal eine Stelle zu bezeichnen, wo sich die Vorinstanz entsprechend geäussert
haben soll. Wie bereits ausgeführt genügen indes blosse Verweise auf die Vorak-
- 15 -
ten nicht, vielmehr liegt es an der Berufung erhebenden Partei, im Einzelnen die
vorinstanzlichen Erwägungen zu bezeichnen, die sie anfechten möchte und die
Aktenstücke zu nennen, auf denen ihre Kritik beruht (oben, Ziff. II.2.). Es ist nicht
Aufgabe der Rechtsmittelinstanz im angefochtenen Entscheid zu suchen, wo sich
die Vorinstanz – zumal in mitunter umfangreichen Entscheiden (vorliegend um-
fasst der angefochtene Entscheid 115 Seiten) – entsprechend geäussert haben
könnte. Selbst wenn der Berufungskläger mit den vorinstanzlichen Ausführungen
diejenigen Erwägungen gemeint haben sollte, welche im angefochtenen Urteil in
der Erwägung D.1 ff. betreffend Konventionalstrafe zu finden sind, so läge auch
darin keine genügende Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid, hat sich
doch die Vorinstanz an jener Stelle auf über neun Seiten zu diesem Thema ge-
äussert (act. 96 S. 89-98); überdies ist darauf hinzuweisen, dass der angefochte-
ne Entscheid auch andernorts von einer Konventionalstrafe handelt (vgl. etwa
act. 96 E. III.A.2.2-3). Dies vermag den prozessualen Anforderungen an eine Be-
rufungsbegründung nicht zu genügen, weshalb diese Ausführungen unbeachtlich
sind.
Indes wäre ihnen auch im materieller Hinsicht kein Erfolg beschieden: Es ist
unbestritten, dass der Werkvertrag vom 11./17./22. September 2015 vom damali-
gen Bauleiter des Berufungsklägers aufgesetzt worden war (act. 96 S. 95 f.). In
dessen allgemeinen Vertragsbedingungen finden sich auf S. 7 "Unternehmerspe-
zifische Bestimmungen" mit einem Untertitel "Bauarbeiten, Fristen, Prämien". Un-
ter dem Stichwort "Prämien" ist sodann festgehalten (act. 5/4, AGB S. 7): "Bei
Nichteinhaltung der Termine: es wird in Betracht gezogen, bei Überschreitung je-
des Einzeltermines den Unternehmer zu verpflichten, als Konventionalstrafe pro
Kalendertag 0.5 % der Abrechnungssumme zu bezahlen, wobei weitergehende
Schadenersatzansprüche vorbehalten sind. Der Bauherr behält sich Bauunterbre-
chungen und Verschiebungen der vereinbarten Termine vor. [...]". Wie die Vorin-
stanz zutreffend festgehalten hat, ist bereits die Verwendung des Stichwortes
"Prämien" in diesem Zusammenhang irreführend, denn Prämien sind eine Beloh-
nung für den Unternehmer, der seine Leistung vor Termin erbringt. Dass Art. 98
der SIA-Norm 118 sowohl Konventionalstrafen wie auch Prämien regelt, wie der
Berufungskläger vorbringt (act. 93 Rz 48), ist zwar korrekt, ändert aber offensicht-
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lich nichts daran, dass der Titel Prämien nicht eine Konventionalstrafe erwarten
lässt, auch nicht die Überschrift "Bauablauf, Fristen, Prämien". Überdies fällt auf,
dass sich der Bauherr gemäss dem unter dem Stichwort Prämien Festgehaltenen
vorbehalten möchte, gegebenenfalls Schadenersatzansprüche geltend zu ma-
chen und Bauunterbrechungen und Verschiebungen der vereinbarten Termine
vorzunehmen, genauso wie er bei Nichteinhaltung der Termine in Betracht ziehen
möchte, den Unternehmer zur Bezahlung einer "Konventionalstrafe" in bestimmter
Höhe zu verpflichten. Eine gegenseitig übereinstimmende Willenserklärung, wo-
nach damit eine Verspätungsstrafe vereinbart worden wäre, lässt sich dieser in
den AGB unter irreführendem Stichwort versteckten Formulierung jedenfalls nicht
entnehmen. Die Feststellungen der Vorinstanz zur behaupteten Konventionalstra-
fe, auf die im Weiteren zwecks Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wer-
den kann (act. 96 S. 92 ff.), sind damit auch inhaltlich nicht zu bemängeln.
5. Der Berufungskläger macht in der Berufung Ausführungen unter dem Titel
"Mängel" (act. 93 Rz 54 ff.). Er hatte offenbar vor Vorinstanz geltend gemacht, die
Arbeiten seien mangelhaft ausgeführt worden und Ansprüche aus Mängelhaftung
verrechnungsweise eingebracht (so act. 93 Rz 54). Inhaltlich scheint es um feh-
lende Isolation zwischen den Sparren (die Träger der Dachkonstruktion, die von
der Traufe zum First verlaufen und die Dachhaut tragen) zu gehen. Der Beru-
fungskläger macht geltend, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht vorgeworfen,
nicht genügend beschrieben zu haben, weshalb im behaupteten Mangel eine Ab-
weichung vom Vertrag liegen solle (act. 93 Rz 60 f.).
An welcher Stelle im vorinstanzlichen Urteil die entsprechende Erwägung zu
finden sei, bleibt wiederum völlig offen, was prozessual unzureichend ist, doch
wäre der Berufung auch in diesem Punkt auch inhaltlich kein Erfolg beschieden:
Gleich anschliessend äussert sich der Berufungskläger dahingehend, dass die
Berufungsbeklagte für die Erstellung des kompletten Daches inklusive Isolation
zuständig gewesen sei, was durch die Tatsache bestätigt werde, dass entspre-
chende Positionen im standardisierten Leistungsverzeichnis "Bedachung" unter
dem Titel "Wärmedämmschichten zwischen Sparren oder Sparrenpfetten bzw.
unter Sparren oder Sparrenpfetten" vorhanden und auch offeriert worden seien;
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somit sei klar, dass der Einbau der Isolation zwischen den Sparren in den Verant-
wortungsbereich der Berufungsbeklagten falle (act. 93 Rz 61). Der Berufungsklä-
ger macht allerdings nicht geltend, dies bereits vor Vorinstanz vorgetragen zu ha-
ben; als neuer Vortrag wiederum ist dies verspätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Und so-
weit er diese Tatsachenbehauptungen für unbestritten resp. auch von der Beru-
fungsbeklagten selber ausgeführt hält (a.a.O., unter Verweis auf act. 17 S. 9), so
finden sich an der angeführten Stelle der Klagebegründung solcherlei Behauptun-
gen nicht. An der Hauptverhandlung vorgetragen hat der Berufungskläger demge-
genüber, gemäss einem von ihm in Auftrag gegebenen Gutachten fehle die Däm-
mung und sei einzubauen, um die Regeln der Baukunst einzuhalten (act. 93 Rz
61 mit Verweis auf act. 19 Rz 45). Allein, daraus ergibt sich nicht, dass dies im
vertraglichen Verantwortungsbereich der Berufungsbeklagten gelegen hätte, um-
so mehr, als offenbar auch andere Unternehmer wie etwa der Storenbauer in die
Arbeiten involviert waren, wie sich aus dem angefochtenen Urteil ergibt (act. 96
S. 100). Die Vorinstanz durfte daher ohne Rechtsverletzung festhalten, es sei
vom Berufungskläger nicht dargelegt worden, dass im behaupteten Mangel eine
Abweichung vom Vertrag mit der Berufungsbeklagten liege. Dass dies zu behaup-
ten am Berufungskläger gelegen hätte, wird von diesem zu Recht nicht in Frage
gestellt. Ebenso wenig wurde die vorinstanzliche Feststellung angefochten, wo-
nach ein Werkmangel im Sinne der anwendbaren SIA-Norm 118 eine Abwei-
chung des Werkes vom Vertrag darstelle. Demnach hat der Berufungskläger vor
Vorinstanz nicht rechtsgenügend dargelegt, dass ein von der Berufungsbeklagten
zu vertretender Werkmangel vorliegt. Es hat damit sein Bewenden.
6. Zusammenfassend ist damit das Hauptbegehren des Berufungsklägers – die
vollumfängliche Gutheissung seiner vorinstanzlich gestellten Anträge – im Um-
fang von Fr. 3'804.90 gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen.
7. Eventualiter beantragt der Berufungskläger, das angefochtene Urteil aufzu-
heben und die Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen unter der Anwei-
sung, dass auf die Noveneingabe vom 10. Mai 2019 einzutreten sei (act. 93 S. 2
Ziff. 2, abgedruckt oben, S. 3).
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7.1 Der Berufungskläger macht zusammengefasst geltend, er habe mit seiner
Noveneingabe vom 10. Mai 2019 vorgebracht, im Rahmen einer Überprüfung des
gerichtlichen Gutachtens festgestellt zu haben, dass auf dem Hauptdach die Holz-
faserplatten nicht korrekt eingebaut seien. Während die zu diesem Zeitpunkt be-
reits Prozessthema bildenden Wärmedämmungsmängel des Daches die Süd-
und Nordfassaden betroffen hätten, so gehe es beim neu angezeigten (ebenfalls
versteckten) Mangel um die Holzfaserplatten längs den Ost- und Westfassaden.
Dieser neue Mangel gehe aus dem gerichtlichen Gutachten nicht direkt hervor,
vielmehr seien dem Gutachten lediglich Hinweise zu entnehmen, dass möglich-
erweise ein Mangel vorliege. Dies habe er zuerst überprüfen müssen, weshalb es
völlig unverständlich sei, dass die Vorinstanz festgehalten habe, er hätte das No-
vum innerhalb von zehn Tagen nach Zustellung des gerichtlichen Gutachtens ent-
decken müssen (act. 93 Rz 65 ff.).
7.2 Die Vorinstanz ist auf die entsprechende Noveneingabe mit Verfügung vom
10. Juli 2019 nicht eingetreten, da das Novum verspätet geltend gemacht worden
sei (act. 70). Gegen jene Verfügung stand die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b
ZPO nicht offen. Es ist damit ohne weiteres zulässig, diese Verfügung mittels Be-
rufung gegen den Endentscheid anzufechten.
Die vom Berufungskläger mit seiner Eingabe vom 10. Mai 2019 geltend ge-
machten Mängel stellen ein unechtes Novum dar, auf das er durch das gerichtli-
che Gutachten gestossen ist (überschiessendes Beweisergebnis). In jenem Ver-
fahrensstadium war dieses neue Vorbringen nur noch nach Massgabe von
Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO zulässig. Ist die Novenschranke gefallen, so gilt für ech-
te wie für unechte Noven gleichermassen, dass diese nur noch vorgebracht wer-
den können, soweit dies ohne Verzug geschieht (Art. 229 Abs. 1 Ingress). "Ohne
Verzug" (oder als Adjektiv: unverzüglich) wird ein Novum grundsätzlich vorge-
bracht, wenn dies innerhalb von zehn Tagen seit Kenntnis resp. Kennenmüssen
des Novums geschieht (ZR 112 [2013] Nr. 35 E. III.3; OGer ZH, LC180024 v. 10.
Dezember 2019, E. 4.1.3.1; OGer ZH, LB120115 v. 1. Oktober 2013, E. 2.3.2; vgl.
auch ZK ZPO-LEUENBERGER, Art. 229 N 9a). Das gerichtliche Gutachten wurde
dem Anwalt des Berufungsklägers unbestritten am 26. April 2019 zugestellt
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(act. 93 Rz 69). Wenn der Berufungskläger in der Noveneingabe wie auch in der
Berufung davon ausgeht, die Frist zur Erstattung der Noveneingabe habe ihm erst
am 2. Mai 2019 zu laufen begonnen, dem Tag, an welchem ihm von seinem An-
walt das Gutachten zugestellt worden sei (act. 93 Rz 74 f. i.V.m. act. 51 S. 2), so
geht er fehl: Wie bereits die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 10. Juli 2019 zu-
treffend festgehalten hat, ist das massgebende Datum nicht die tatsächliche
Kenntnisnahme des Gutachtens durch den Klienten. Vielmehr hatte die Zustellung
des Gutachtens an den Rechtsvertreter des Berufungsklägers zu ergehen, mit al-
len entsprechenden Rechtsfolgen (act. 70 E. 7.2). Entgegen dem Berufungskläger
geht es nicht darum, dass er resp. sein Anwalt das Gutachten am Tag der Entge-
gennahme hätte studieren und gleichentags auf das Dach steigen müssen, um
den im Gutachten angedeuteten Mangel festzustellen, um diesen Mangel sodann
innerhalb von zehn Tagen als (unechtes) Novum in das Verfahren einzubringen
(so aber act. 93 Rz 73). Es hätte indes an ihm gelegen, spätestens zehn Tage
nach Erhalt des Gutachtens mittels Noveneingabe vorzubringen, aus den Gutach-
ten ergäben sich Hinweise auf den bisher nicht geltend gemachten weiteren Man-
gel. Indem er dies unterliess, durfte die Vorinstanz die neuen Vorbringen in der
Eingabe vom 10. Mai 2019 (ohne Poststempel, beim Gericht eingegangen am
13. Mai 2019 [act. 51 S. 1]) als verspätet zurückweisen.
Das Eventualbegehren des Berufungsklägers ist damit abzuweisen.
8. Zusammenfassend ist die Berufung demnach im Umfang von Fr. 3'804.90
begründet. Entsprechend ist dieser Betrag von der der Berufungsbeklagten vorin-
stanzlich zugesprochenen Summe von Fr. 12'910.65 in Abzug zu bringen, womit
der Berufungskläger zu verpflichten ist, der Berufungsbeklagten Fr. 9'105.75
(nebst nicht angefochtenem Zins) zu bezahlen. Im Übrigen ist die Berufung abzu-
weisen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Der Berufungskläger unterliegt mit seinen Berufungsanträgen zu gut 70%.
Entsprechend sind die Kosten des Berufungsverfahrens zu 70% dem Berufungs-
kläger und zu 30% der Berufungsbeklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO).
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2. Die Höhe der Gerichtskosten im angefochtenen Urteil (Fr. 10'380.–) wurde
im Berufungsverfahren nicht in Frage gestellt, ebenso wenig die Höhe der vorin-
stanzlich gesprochenen Parteientschädigung. Die Vorinstanz hatte die Gerichts-
kosten und die Parteientschädigung zutreffend nach teilweisem Obsiegen und
Unterliegen auferlegt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Vorinstanzlich lagen Fr. 18'245.90 im
Streit (act. 1 S. 2, abgedruckt oben, S. 2), wobei die Klage im Umfang von
Fr. 9'105.75 und damit zu rund 50% durchdringt. Dementsprechend sind die Kos-
ten des erstinstanzlichen Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen,
während keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind. Der Bezug der Ge-
richtskosten aus den Kostenvorschüssen der Parteien wurde nicht angefochten
und ist entsprechend zu übernehmen.
3. Der für die Festsetzung der Gerichtsgebühr sowie Parteientschädigung
massgebende Streitwert der vorliegenden Berufung beträgt Fr. 12'910.65 (§ 12
Abs. 2 GebV OG; § 13 Abs. 1 AnwGebV). Die Entscheidgebühr ist demnach ge-
stützt auf § 4 Abs. 1 i.V.m. § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG zu bestimmen und auf
Fr. 2'200.– festzusetzen. Sie ist im Umfang von Fr. 1'550.– dem Berufungskläger
und im Umfang von Fr. 650.– der Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Die Partei-
entschädigung ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 i.V.m. § 13 Abs. 1 und 2 Anw-
GebV auf Fr. 2'100.– (inkl. Mehrwertsteuer) festzulegen. Der Berufungskläger ist
dem Verfahrensausgang entsprechend zu verpflichten, der Berufungsbeklagten
für das Berufungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 860.–
(inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.