Decision ID: 30b41dd2-2ad1-46e7-bf22-2b69e1d8e808
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, meldete sich am 1
2.
Januar 2015 (
Eingangs
datum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1
). Die IV-Stelle nahm beruflich-er
werbliche und medizinische Abklärungen vor und sprach dem Versicherten nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
mit Verfügungen
vom
1
7.
August 2016 mit Wirkung ab
1.
Juni 2015
eine ganze Rente in der Höhe von monatlich
Fr.
670.--
zu,
wobei sie der Rente die Skala14
zugrunde legte (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
3.
August 2016 Beschwerde. Sinnge
mäss beantragte er die Ausrichtung der Rente ab
1.
Januar 2015 sowie die
Be
rechnung der Rente auf einer höheren Skala
(
Urk.
1
, vgl. a
uch
Urk.
5
).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
5.
Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), wovon dem Beschwerdeführer Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
11). Mi
t Schreiben vom
7.
April 2017
liess sich der Beschwerdeführer nochmals vernehmen (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente hat. Strittig und zu prüfen ist der Rentenbeginn und die Rentenberech
nung.
2.
2.1
Nach
Art.
29
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG)
entsteht der Rentenanspruch
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistung
sanspruchs
, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt.
2.2
Der Beschwerdeführer meldete sich
bei der Invalidenversicherung
im Januar 2015 an. Offenbar geht er davon aus, dass ab diesem Zeitpunkt die Rente ge
schuldet ist (vgl.
Urk.
1)
. Dem ist jedoch nicht so. Der Rentenanspruch kann frühestens sechs Monate nach seiner Geltendmachung entstehen. Dementspre
chend besteht vorliegend
der Rentenanspruch ab
1.
Juni
2015.
3.
3.1
Nach
Art.
36
Abs.
2 IVG sind für die Berechnung der ordentlichen Invalidenren
ten die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) sinngemäss anwendbar (vgl. dazu BGE 124 V 159). Der Bundesrat kann ergänzende Vorschriften erlassen. Damit ist insbesondere die sinngemässe Anwendung von
Art.
29 ff. und
Art.
34 ff. AHVG sowie – was in
Art.
32
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ausdrück
lich festgehalten wird – von
Art.
50 bis 53
bis
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) vorgesehen.
Für die Rentenberechnung werden Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie
Erzie
hungs
- oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwi
schen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres und dem 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) be
rücksichtigt (
Art.
29
bis
Abs.
1 AHVG). Der Bundesrat regelt die Anrechnung der Beitragsmonate im Jahr der Entstehung des Rentenanspruches, der Beitragszei
ten vor dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres sowie der Zusatz
jahre (
Art.
29
bis
Abs.
2 AHVG).
Der Eintritt des Versicherungsfalles ist für jede Leistungsart einzeln festzulegen (leistungsspezifischer Invaliditätseintritt).
Bezüglich des Rentenanspruchs tritt der Versicherungsfall ein, sobald die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich wenigstens zu 40 Prozent ar
beitsun
fähig war und wei
terhin mindestens zu 40 Prozent erwerbsunfähig ist, also am ersten Tag nach Ablauf der einjährigen Wartezeit. Der Versicherungs
fall kann jedoch frühestens am ersten Tag des der Vollendung des 1
8.
Altersjahres fo
lgenden Monats eintreten (
Art.
28 IVG,
Art.
29 IVG).
3.2
Der Beschwerdeführer kam im Juni 2002 in die Schweiz. Per 3
1.
August 2016 verliess
er das Land
wieder (
Urk.
1, 3/1
, 10/11
). In dieser Zeit bezahlte er Versi
cherungsbeiträge. Er ist daher der Meinung, dass ihm bei der Rentenberechnung 14 Beitragsjahre anzurechnen sind (
Urk.
1). D
i
e
s
trifft
jedoch nicht
zu
.
Für die Rentenberechnung werden
bloss die
Beitragsjahre
bis zum
3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles
angerechnet (vgl. E. 3.1
2.
Abschnitt hiervor). Der Beschwerdeführer
ist seit
Juni 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
10
/31
/7
). Der Versicherungsfall Rente trat mithin im Juni 2015 ein. Anzurechnen sind dem Beschwerdeführer folglich die Beitragsjahre bis und mit 201
4.
Insgesamt macht dies 12 Beitragsjahre (2002 bis 2012), wie die IV-Stelle zutreffend er
kannte.
3.3
Auch sonst
ist die Rentenberechnung nicht zu beanstanden. Der Beschwerdefüh
rer brachte denn auch keine weiteren Einwände vor. Damit ist die Berechnung zu bestätigen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Mit Schreiben vom
7.
April 2017 erkundigte sich der Beschwerdeführer, ob es möglich sei, die von ihm beglichenen Beiträge von
Fr.
2‘457.55 und
Fr.
517.80 zurückzuerstatten (
Urk.
13).
Wofür er diese Beiträge leistete, führt
e
er nicht aus. Bei den Akten liegen aber entsprechende Rechnungen zu Gunsten der Aus
gleichskasse Zürcher Arbeitgeber (
Urk.
3/4)
, weshalb
davon auszugehen
ist
, dass
es sich um
die
AHV-B
eiträge für die Jahre 2015 und 2016 handelt.
Abgesehen davon, dass das
Sozialversicherungsgericht
grundsätzlich nur Rechtsverhält
nisse überprüfen beziehungsweise
b
eurteilen
kann
, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung bezie
hungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat
,
was
hier nicht der Fall
ist, ist
der Beschwerdeführer auf
Folgendes
hinzuweisen
:
W
er in der Schweiz wohnt oder arbeitet,
ist
obligatorisch bei der AHV versichert und
hat
dementsprechend auch AHV-Beiträge zu leisten.
Da
der Beschwerdeführer
bis 3
1.
August
2016 in der Schweiz Wohnsitz hatte,
hatte er
somit bis zu jenem Zeitpunkt auch AHV-Beiträge zu leisten, und zwar unabhängig
davon, ob diese rentenbildend sind oder nicht
.
4.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
2
00.-- festzulegen und ausg
angsgemäss dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.