Decision ID: 78b7d9c1-3127-43ac-ba85-54edbe1df547
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1957 geborene
X._
arbeitete seit dem 23. Juli 2013 bei der
Y._
AG als Elektromonteur und war als solcher bei der Suva obligatorisch gege
n Unfälle versichert
. Am 30. Juli 2013 zog sich der Versicherte bei einem Sturz aus etwa einem Meter Höhe eine OSG-Distorsion rechts zu, wobei er in der Folge auch über Knie
schmerzen links kla
gte
. Am 21. August 2013 stürzte der Versicherte mit dem Fahrrad und zog sich
eine
Radiusköpfchenmeisselfrak
tur
rechts, eine Schulterkontusion rechts so
wie eine
Nasenseptumfraktur
zu
. Am 8. Juni 2014 zog sich der Versicherte bei einem Treppensturz beziehungsweise wegen eines übersehenen Bürgersteig
s eine Knie
distorsion links zu (
Urk.
11/294 S. 2)
.
1.2
Für die Folgen der drei genannten Ereignisse
erbrachte die Suva die gesetzli
chen
Leistungen. Eine erste umfassend
e
kreisärztliche Untersuchung fand am 23. Januar
2015 statt (Urk. 11/216). Bezüglich der Kausali
tät der Kniebeschwer
den links wurden in der Folge weitere Abklärungen durchgeführt, insbesondere wurde am 4. Februar 2015 ein MRI des rechten Knies erstellt (Urk. 11/223); die kreisärztliche Stellungnahme erfolgte am 26. Februar 2015 (Ergänzung zum Bericht über die persönliche kreisärztliche Untersuchung vom 23. Januar 2015, Urk. 11/225). Mit Schreiben vom 16. März 2015 teilte die Suva den Fallabschluss per 26. Februar
2015 mit, unter Hinweis darauf, dass die Taggeldleistungen entgegenkom
men
de
r
weise noch bis 31. März 2015 ausgerichtet würden (Urk. 11/228). Am 21. April 2015 liess der Versicherte eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
am linken Knie durchführen (Urk. 11/240). Zur Situation an der rechten Schulter äusserte sich der Kreisarzt am 5. Mai 2015 (Urk. 11/243). An der mit Schreiben vom 16. März 2015 geäusserten Einschätzung hielt die Suva mit Verfügung vom 8. Juni 2015 (Urk. 10/249) sowie – nach erneuter kreisärztlicher Beurteilung am 30. November 2015 (Urk. 11/272) – mit
Einspracheentscheid
vom 27. Januar
2016 fest (Urk. 11/275).
1.3
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
19.
Dezember 2017 in dem Sinne gut, als es die Sache zur unabhängigen ortho
pädischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückwies (Urk. 11/294).
Das entsprechende Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für ortho
pädische Chirurgie, erging am 2
9.
August 2018 (
Urk.
11/317). Mit Verfügung
vom 2
7.
November 2018 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenan
spruch
und sprach dem Beschwerdeführer ausgehend von einer Integritätseinbusse von 10
%
eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
11/336). An dieser Einschätzung
hielt die Beschwerdegegnerin mit
Einspracheentscheid
vom
5.
März 2019 fest (
Urk.
2).
2.
2.1
Dagegen erhob der Vertreter des Beschwerdeführers am
5.
April 2019 Beschwerde und beantragte, es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen aufgrund der Folgen der Unfälle vom 30. Juli 2013, 21. August 2013 und 8. Juni 2014 über den 31. März 2015 hinaus auszurichten. Weiter sei dem Beschwerde
führer Rechtsanwalt Dr. André
Largier
als unentgeltlicher Rechtsver
treter zu bestellen; unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
gegnerin (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Mai 2019 beantragte der Vertreter der Be
schwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Verfügung vom
6.
Juni 2019 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt; weiter wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
14).
Mit Replik vom
9.
August 2019 hielt der Vertreter des Beschwerdeführers an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest (
Urk.
15). Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete auf eine umfassende Duplik und beantragte weiterhin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
19), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
4.
Septem
ber 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21).
2.2
Mit Beschluss vom 2
2.
Oktober 2020 wurde die Einholung eines orthopädischen Gerichtsgutachtens in Aussicht gestellt (
Urk.
24). Zu den in Aussicht gestellten
Fragen nahmen die Parteien mit Schreiben vom
6.
November 2020 (
Urk.
30) so
wie
1
6.
November 2020 (
Urk.
31) Stellung; der definitive Fragenkatalog
ergab
sich aus dem Beschluss vom 2
9.
Dezember 2020 (
Urk.
32). Gegen den in Aussicht ge
nommenen Gutachter erhoben die Parteien keine Einwände (
Urk.
37,
Urk.
41,
Urk.
42); die Gutachtenserteilung erfolgte mit Beschluss vom 1
0.
Mai
2021 (
Urk.
45)
und
das entsprechende Gutachten datiert vom 2
8.
September
2021 (
A._
-Gutachten,
Urk.
50).
Mit Verfügung vom
1.
Oktober 2021 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, zum
A._
-Gutachten vom 2
8.
September 2021 Stellung zu nehmen (
Urk.
51); die entsprechenden Stellungnahmen datieren vom 2
0.
Oktober 2021 (
Urk.
54) sowie
vom
1
9.
November 2021 (
Urk.
57).
Im Nachgang dazu stellte das
A._
dem Gericht den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
o
rthopädische Chirur
gie,
speziell Schulterchirurgie,
vom
9.
Februar
2021 zu (
Urk.
63; vgl. auch
Urk.
64/1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ve
r
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
n Unfälle haben
sich
zwischen dem 3
0.
Juli 2013 sowie dem
8.
Juni 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
auf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36
Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Koste
n
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch
ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender ge
ring
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchfüh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
be
messung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde ge
legte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.5
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG;
vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
1.6
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.7
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schlies
senden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines
Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.8
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit, dass
die ab Ende März 2015 wieder geklagten Schulterbeschwerden rechts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Unfallfolgen darstellen würden (U
rk.
2 S. 6). Hinsichtlich der Beschwerden am linken Knie sei bereits im Zeit
punkt des MRI vom 2
0.
Oktober 2014, spätestens aber im Zeitpunkt der Einstel
lung der Versicherungsleistungen am 2
6.
Februar 2015 (betreffend Taggelder am 3
1.
März 2015), von einem Erreichen des Status quo sine auszugehen, sodass kein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen bestehe (S. 8). Bezüglich des rech
ten Ellbogens würden unbestritten Unfallrestfolgen vorliegen, wobei von einer Fortsetzung der ärztlichen B
ehandlung keine namha
fte Besserung mehr zu erwar
ten sei (S. 8 unten).
Aufgrund der massgebenden Vergleichseinkommen resultiere dabei keine Erwerbseinbusse, was zur Verneinung eines Rentenanspruchs führe (S.
11). Aufgrund der mässigen Arthrose am rechten Ellbogen sei von einem Integritätsschaden von 10
%
auszugehen (S. 12 f.).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass auf das Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für ortho
pädische Chirurgie, vom 2
9.
August 2018 nicht abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 4 ff.); vielmehr sei der Sachverhalt ergänzend abzuklären (S. 8). Die nötigen
Abklärungen würden sich dabei auch auf die Höhe des Invalideneinkommens sowie die Höhe der Integritätsentschädigung auswirken (S. 11).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Mai 2019 hielt die Beschwerdegegnerin an den gestellten Anträgen fest, auch unter Hinweis auf das orthopädische Teilgutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, vom 1
6.
November 2018 (
Urk.
9
,
Urk.
10
). Mit Replik vom
9.
August 2019 hielt der Vertreter des Beschwerdeführers am gestellten Rechtsbegehren fest, unter Hinweis darauf, dass auch auf das Teilgutachten von
Dr.
C._
nicht abgestellt werden könne (
Urk.
15). Mit Schreiben vom
3.
September 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer umfassenden Duplik und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
19).
3.
3.1
Nach Einsicht in das nach der Rückweisung vom 19. Dezember
2017 (Urk. 11/294) von der Beschwerdegegnerin eingeholte orthopädische Gutachten vom 29. August 2018 (Urk. 11/317) sowie die Rechtsschriften der Parteien und in die von ihnen eingereichten Unterlagen
war
das Gericht gemäss Beschluss vom 22.
Oktober 2020 zur Auffassung gelangt, dass für die weitere Fallbearbeitung ein orthopädisches Gerichtsgutachten einzuholen ist (
Urk.
24). Im Folgenden ist dementsprechend zu prüfen, ob sich der medizinische Sachverhalt gestützt auf das
mittlerweile
vorliegende
Gerichtsgutachten erstellen lässt.
3.2
Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, führte in seinem orthopädischen Gerichtsgutachten vom
28.
September 2021 aus, dass bezüglich des linken Knie
s
gestützt auf die Röntgenbefunde vom
7.
Juli 2014 sowie der MRI-Befunde vom
2.
Juli 2014 von folgendem Z
ustand auszugehen gewesen sei
(
Urk.
50 S. 11)
:
-
Vorbestehend, also vor dem Unfall: eine
Chondromalazie
femoropatellär
Grad II-III, eine leichte Verschmälerung des Kniegelenkspalts mit kleinen
femoro-tibialen
Osteophyten
, eine
Tendoperiostose
am Patella-
Oberpol
, in der Ganzbeinaufnahme eine Beinachse mit einem vorbestehenden
Varus
von 3° beidseits. Diese in der Bildgebung sichtbaren Veränderungen sind unmöglich in der kurzen Zeit zwischen Unfallereignis und Herstellung der Aufnahmen (4, respektive 5 Wochen) entstanden.
-
Akut: eine sogenannte
Bone-Bruise
am lateralen
Tibiaplateau
-
Akut: eine möglicherweise neue Rissbildung im Aussenmeniskus, bei vorbestehender, fortgeschrittener Degeneration. Die Degeneration ist nich
t
in den wenigen Wochen zwischen Unfallereignis und Anfertigung der MRI-Aufnahme entstanden.
-
Akut: eine Verschiebung des Aussenmeniskus nach aussen (Subluxation nach aussen) bei möglicher Überdehnung der äusseren Gelenkkapsel.
-
Es zeig
en sich keine Veränderungen im B
ereich der Hüftgelenke und der Fussgelenke.
Anlässlich des Unfalls vom
8.
Juni 2014 seien zusätzlich zum vorbestehenden degenerativen Zustand aufgetreten
(S. 11 f.)
:
-
Eine Rissbildung und Subluxation nach aussen des Aussenmeniskus sowie ein
Kochenmarködem
am lateralen
Femurkondylus
und
Tibiaplateau
(
Bone
Bruise
)
-
Eine leichte Läsion am
Tibiakopf
mit Mikrofrakturen (
Bone
Bruise
)
-
Eine Ergussbildung, die sich in den Bereich der Baker-Zyste (hintere Kapselausweitung am Kniegelenk) ausgedehnt hat und eine Grösse von 6x3cm aufwies
.
Das Unfallereignis vom
8.
Juni 2014 habe das vorbestehend bereits leicht dege
nerativ veränderte linke Kniegelenk vorübergehen
d
zusätzlich geschädigt. Obwoh
l sich im MRI eine Erholung des Kniegelenks gezeigt habe, habe der Beschwerde
führer über stärkste Schmerzen geklagt; der durchgeführt
e
operative Eingriff (
Teilmeniskektomie
) habe die Beschwerden allerdings keineswegs behoben, im Gegenteil. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit habe ein Status quo sine bezüglich des linken Knies spätestens per 2
6.
Februar 2015 (Zeitpunkt der Leistungseinstellung) – mit im MRI vom 2
0.
Oktober 2014 nachgewiesener Abhei
lung des
Bone
Bruise
– als erreicht angenommen werden können. Die schützende Funktion des Aussenmeniskus habe dazu geführt, dass sich das laterale
Tibia
plateau
erholt habe, der
Bone
Bruise
sei verschwunden. Diese in der Bildgebung klar sichtbare Erholung
habe
jedoch nicht mit den vom Beschwerdeführer ange
gebenen Beschwerden
korreliert
. Weder die
arthroskopisch
durchgeführt
e
Teilme
niskektomie
noch die später erfolgte Implantation einer Kniegelenks-Total
pro
these habe je zu einer Verminderung der Beschwerden geführt. Für die Zeit nach dem 3
1.
März 2015
seien
die Beschwerden am linken Knie nicht mehr überwie
gend wahrscheinlich unfallkausal (S.
14). Die erfolgte
Teilmeniskektomie
sei dementsprechend nicht als eine Folge der Traumatisierung vom
8.
Juni 2014 anzusehen
. Aus unfallkausaler Sicht habe von einer weiteren ärztlichen Behand
lung nach dem 3
1.
März 2015 keine namhafte Besserung mehr erwartet werden können (Status quo sine am 2
6.
Februar 2015; S. 15). Nachdem auch der Einsatz einer Totalprothese nur einen bescheidenen Erfolg gezeigt habe, sei als Grund für die andauernden Beschwerden auch an eine Schmerzstörung zu denken (S. 16). Die sich aus den
Vorakten
ergebenden symmetrischen Veränderungen an Knor
pel, Menisken und Bändern (inklusive Rissbildung im lateralen Meniskus) am rechten wie auch linken Knie, seien vor allem mit dem Alter sowie dem Über
gewicht des Beschwerdeführers zu erklären (S. 21
; vgl. auch die Ausführungen unter «Fazit», S. 10
).
Zur rechten Schulter sei anzumerken, dass beide Schultergelenke dieselben dege
nerativen Veränderungen zeigen würden. Rechts bestehe ein sogenannter Buford-Komplex (dieser könne bei oberflächlicher Interpretation als unfallbedingte Schä
di
gung missinterpretiert werden). Keines der zur Diskussion stehenden Unfaller
eignisse habe zu einer zusätzlichen nachweisbaren strukturellen Traumatisierung des rechten Schultergelenkes geführt (S. 21 unten). Es könne deshalb – in Über
einstimmung mit den Vorbeurteilungen – spätestens ab 01/2015 nicht mehr von einer überwiegend wahrscheinlichen Kausalität der Schulterbeschwerden ausge
gangen werden. Die MRI-Untersuchungen respektive die
Sonographiebefunde
zeigten acht Jahre nach dem Ereignis keine wesentlichen Unterschiede an beiden Gelenken; die Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
seien im Alter des Beschwerdeführers in überwiegender Mehrzahl degenerativ bedingt und hätten keine unfallkausale Ursache (S. 22). Es bestehe an beiden Schultergelenken ein Status quo sine. Entsprechend de
n
Vorbeurteilungen der Suva sei bei Fehlen einer nachweislich unfallbedingten strukturellen Schädigung spätestens per 01/2015 von einem Status quo sine auszugehen. Beim Beschwerdeführer würden sich in der gesamten Aktenlage immer wieder Hinweise auf eine erhebliche psychische Überlagerung der Beschwerdedarstellung finden, welche das Persistieren der be
klagten Beschwerden wesentlich besser erklären dürften, als die (geringen) Unfallfolgen. Ein Vergleich der Schultergelenke zeige zudem keinerlei un
fall
be
dingte Dynamik (z.B. einseitiges Fortschreiten degenerativer Veränderungen o.ä.; S. 23). Aus unfallkausaler Sicht habe von einer weiteren ärztlichen Behandlung
nach dem 3
1.
März 2015 keine namhafte Besserung mehr erwartet werden können
. Auch hier sei anzumerken, dass jegliche therapeutische
interventionelle
operative Massnahmen zu keiner Verbesserung des Schmerzprofils und zu keiner Steige
rung der Arbeitsfähigkeit geführt hätten (S. 24).
Aus unfallkausaler Sicht hätten nach dem 3
1.
März 2015 aufgrund der aner
kannten Unfallfolgen am rechten Ellenbogen, der Beschwerden am linken Knie sowie am rechten Schultergelenk keine persistierenden Einschränkungen mehr bestanden. Es sei unfallfremd primär von einer qualitativen
Limite
auszugehen, nicht jedoch von einer zeitlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 28 f.).
Aufgrund der mässigen posttraumatischen Arthrose nach
Meisselfraktur
des Radiusköpfchens sei eine Integritätsentschädigung vom 10
%
anzunehmen; dies sei bereits so verfügt worden. Hinsichtlich des linken Knies sowie der rechten Schulter mangle es an der Unfallkausa
lität (S. 29).
Abschliessend sei anzumerken, dass es beim Beschwerdeführer kein Gelenk am Bewegungsapparat gebe, welches nicht Schmerzen bereite
,
und
keine
Schmerzen
, die
nicht auf einen Unfall zurückzuführen seien. Aus orthopädischer Sicht müsse
aber klar festgehalten werden, dass weder die beklagten Beschwerden in diesem Ausmass nachvollzogen oder mit objektiven Befunden unterlegt werden könnten, noch die Kausalität zu den jeweils implizierten Unfällen überwiegend wahr
schein
lich sei (und wenn, dann jeweils nur als vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes; S. 30).
3.3
Die Beschwerdegegnerin hielt mit Schreiben vom 2
0.
Oktober 2021 fest, dass
Prof.
Dr.
D._
in seinem
schlüssigen und überzeugenden Gutachten voll
umfänglich die Ergebnisse des angefochtenen
Einspracheentscheids
vo
m
5.
März 2019 bestätige und sie
daher an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalten würden (
Urk.
54).
3.4
Zum Gerichtsgutachten vom 2
8.
September 2021 machte der Vertreter des Be
schwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 1
9.
November 2021 im Wesent
lichen geltend, dass
aufgrund der Abheilung der Mikrofrakturen am
Tibiaplateau
nicht auf eine Verheilung der Schäden am Aussenmeniskus geschlossen werden könne (
Urk.
57 S. 2). Im Gegenteil sei gestützt auf die MRI-Untersuchung vom 2
0.
Oktober 2014 – abgesehen vom traumatischen
Bone
bruise
– gegenüber der Untersuchung vom
2.
Juli 2014 keine wesentliche Veränderung eingetreten. Auch sei klarzustellen, dass die nachgewiesene Läsion am lateralen Meniskus gar nicht habe abheilen können (S. 3). Die Teil-Entfernung de
s
Aussenmeniskus durch
Dr. E._
sei
dementsprechend unfallbedingt
erfolgt
; für die dadurch verursachte
richtunggebende Veränderung des Beschwerdebildes (inklusive Implantation einer
Kniegelenkstotalprothese) habe die Beschwerdegegnerin aufzukommen. Die E
in
gr
if
fe vom 2
1.
April 2015 sowie
4.
November 2020
hätten
auf eine namhafte Ver
besserung des Gesundheitszustandes am linken Knie sowie der Arbeitsfähigkeit ab
gezielt
, sodass der Fallabschluss verfrüht erfolgt sei (S. 4 f.).
Weiter sei gestützt auf die Angaben von
Dr.
med. F._
, le
itender Arzt am Spital G._
, davon auszugehen, dass die degenerativen Veränderungen am rechten Knie in allen Kompartimenten deutlich weniger ausgeprägt seien; dies zeige sich auch daran, dass am rechten Knie keine invasiven Behandlungen nötig geworden seien (S. 5). Auf die Schlussfolgerungen von
Prof.
Dr.
D._
könne demnach nicht ab
ge
stellt werden, vielmehr sei davon auszugehen, dass der Status quo
sine
hin
sicht
lich der unfallbedingten Verletzung am Aussenmeniskus eben gerad
e nicht einge
treten sei (S. 7).
Auch die Befunde an der rechten und linken Schulter seien gerade nicht identisch, zudem stehe der Beschwerdeführer nur wegen Beschwerden an der rechten Schulter in Behandlung und werde diesbezüglich am
1.
Dezember 2021 operiert
. Die These, dass die Befunde an der rechten Schulter altersbedingt seien, sei durch nichts belegt (S. 8 f.). Auch sei die Einstellung der Leistungen bezüglich der
rechten Schulter nicht aufgrund des Erreichens des Status quo
sine
erfolgt, son
dern aufgrund eines Behandlungsabschlusses.
Zur Einschätzung der AC-Gelenks
arthrose widerspreche die Behauptung des Gutachters dem Bericht von
Dr.
H._
vom
5.
Mai 2015 (S. 10). Der Beschwerdegegnerin sei es auch mit d
e
m Gutachten von Prof.
Dr.
D._
nicht gelungen, die Richtigkeit der Leistungseinstellung per 3
1.
März 2015 zu belegen (S. 11).
4.
4.1
Bei Gerichtsgutachten weicht
das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen
kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom
Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss
folgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2, 125 V 351 E. 3b/
aa
).
4.2
4.2.1
Bezüglich der Problematik am linken Knie ist unbestritten, dass der
Bone
bruise
entsprechend der Bildgebung vom 2
0.
Oktober 2014 abgeheilt war. Dem Vertreter des Beschwerdeführers ist darin zuzustimmen, dass die Rissbildung am Meniskus
an sich nicht abheilen konnte
. Aufgrund der Ausführungen von Prof.
Dr.
D._
ist aber davon auszugehen, dass sich der Aussenmeniskus in funktioneller Hin
sicht wieder vollständig erholt hat
te. Die biologische Funktion des Meniskus mit Schutz des darunterliegenden Gelenkanteils und der
subchondralen
Zone vor Überlastung war wiederhergestellt
;
so habe dessen schützende Funktion eben gerade dazu geführt, dass sich der
Bone
bruise
am lateralen
Tibiaplateau
erholen konnte (
Urk.
50 S. 14
; vgl. auch S. 10
). Zudem w
ies
Prof.
Dr.
D._
darauf hin, dass die vom Beschwerdeführer in diesem Zeitraum geklagten stärksten Be
schwerden mit diesen Befunden nicht korreliert hätten
(
Urk.
50 S. 14)
. Aufgrund der Akten ist weiter ausgewiesen, dass die
Teilmeniskektomie
zu keiner Verbes
serung geführt hat und in der Folge eine Kniegelenkstotalprothese eingesetzt werden musste. Bei dieser Sachlage ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die erlittene Schädigung des Aussenmeniskus
nur vor
über
gehender Natur war.
Weiter ergibt sich aus den Akten, dass sowohl am linken wie auch am rechten Knie von massgebenden degenerativen Veränderungen aus
zugehen ist, bei einem nach dem Unfallgeschehen symmetrischen Verlauf, wobei der Gutachter in diesem Zusammenhang insbesondere auf das Alter und das Übergewicht des Beschwerdeführers hinwies (
Urk.
50 S.
10, S.
21).
Die Ausfüh
rungen von
Prof.
Dr.
D._
sind in dieser Hinsicht
insgesamt
nicht zu bean
stan
den
; auch erfolgten sie unter einlässlicher Würdigung der
Vorakten
(
Urk.
50 S.
16
ff.). Abschliessend ist bezüglich der Kniebeschwerden links von einem Status quo sine per 2
6.
Februar 2015 auszugehen (
Urk.
50 S. 21).
4.2.2
Wenn
es
auch
zutreffen mag, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren insbesondere wegen Beschwerden an der rechten Schulter in Behandlung stand und deswegen operiert werden musste, litt er zuletzt auch an Beschwerden der linken S
chulter; so wies
Dr.
med.
B._
etwa in seinem Bericht vom
7.
Okto
ber 2021 auf chronische Schulterschmerzen links hin (
Urk.
58/8).
Für einen Vergleich der Befunde an der linken sowie der rechten Schulter drängen sich die MRI-Untersuchungen vom 1
1.
Juli sowie vom 1
6.
Juli 2018 auf
(
Urk.
11/318 Blatt 5 und 11)
, da die Bildgebungen praktisch gleichzeitig erfolgt sind. Dabei wäre bei
einem massgebenden Einfluss der Unfallereignisse vom Sommer 2013 zu erwarten, dass die rechte Schulter aufgrund der Traumatisierung Folgeschäden aufweisen würde, welche im weiteren Verlauf zur Operation im Dezember 2021 geführt haben.
Prof.
Dr.
D._
führte diesbezüglich aus, dass
sich in beiden Gelenken drei Jahre vor der letzten Schulteruntersuchung bereits degenerative Veränderungen an den Sehnen des
Rotatorenmanschettenkomplexes
gezeigt hätten. Dies an beiden Schultergelenken, also auch am nicht
kontusionierten
linken Schultergelenk. Die Veränderungen an den Sehnen seien mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit nicht unfallbedingt entstanden, bei gleichen Verände
rungen auf der Gegenseite und weil die intraartikuläre Steroid-Injektion mehrere Jahre nach dem Unfallereignis keine Veränderung gezeigt habe. Zudem seien die Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
im Alter des Beschwerdeführers in überwiegender Mehrzahl der Patienten degenerativ bedingt (
Urk.
50 S. 22). Zu
zustimmen ist dem Vertreter des Beschwerdeführers dahingehend, dass die Be
funde vom 1
1.
und 1
6.
Juli 2018 nicht vollständig identisch sind (
Urk.
57 S. 9).
Bezüglich der ausdrücklich erwähnten SLAP-Läsion an der rechten Schu
lter trifft es zu, dass Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, in seiner Beurteilung vom
5.
Mai 2015 aus
geführt hatte
, dass die Ätiologie der SLAP-Läsion mit Partialruptur des Ligamentum
glenohumerale
superior
etwas weniger klar sei. Eine solche wäre zwar auf degenerativer Basis
möglich, könnte aber auch einer Unfallfolge entsprechen. Bei stummer Situation am 23. Januar 2015 würden sich aktuelle medizinische Massnahmen erübrigen, für diesen Teilaspekt müsste dem Beschwerdeführer aber ein Rückfallmelderecht eingeräumt werden. Dies bedeute, dass bei Auftreten von Schulterbeschwerden rechts erneut ein
Arthro
-MRI angefertigt wer
den müsste (Urk. 10/243 S. 2). Allein g
estützt auf die Ausführungen von
Dr.
H._
kann demnach nicht auf eine Unfallkausalität der
von ihm festgestellten
SLAP-Läsion geschlossen werden, wie dies der Vertreter des Beschwerdeführers nahelegt.
Weiter ist anzumerken, dass dem Hinweis von
Dr.
H._
, im Falle erneuter Beschwerden den Sachverhalt ergänzend abzuklären, Folge geleistet wurde. D
ie
diesbezüglich
e
Formulierung gestützt auf das
Arthro
-MRI vom
1
1.
Juli 2018
lautete dabei wie folgt
: «
Klein
volumiger
Kontrastmittelübertritt im kranialen Anteil Labrum
glenoidale
;
DD
kleinvolumige
SLAP-Läsion
, prominentes Labrum
processus
»
(
Urk.
11/318
Blatt 5
)
.
Bei der festgehaltenen SLAP-Läsion
handelte sich demnach lediglich um eine Differentialdiagnose
. Selbst
Dr.
B._
äusserte
gestützt auf dieses
Arthro
-MRI
einzig
einen
Verdacht auf
Vorliegen eines
Buford-Komplex
es
(
Urk.
63
), einer
anatomische
n
Variante
(
vgl
.
https://www.dr-gross.de/schulterzentrum-saar/der-buford-komplex.html
)
. I
n seinem neusten Bericht vom
7.
Oktober 2021
führte er
gestützt auf das
Arthro
-
MRI vom 28.
September 2021
wiederum
lediglich den Verdacht auf eine SLAP-Läsion
Typ II
an
und
stellte
keine belastbare Diagnose
(
Urk.
58/8).
Diese
m Verlauf beziehungsweise diesen
Umständen trug Prof.
Dr.
D._
Rechnung
(
Urk.
50 S. 28) und er kam zum nachvollziehbaren Schluss, dass
eine
unfallbedingte
zusätzliche nachweisbare strukturelle Schädi
gung des rechten Schultergelenkes nicht erstellt
ist. B
ei fehlender struktureller Schädigung an der rechten
Schulter
ist
von einem Status quo
sine
per Januar 2015 auszugehen
(
Urk.
50 S.
23 und S. 28)
.
Bereits
Dr.
H._
hatte
aufgrund seiner Untersuchung
vom 23. Januar 2015
aus
geführt
, dass
davon ausgegangen werden könne, dass ein stabiler, günstiger
Zustand vorgelegen habe respektive vorlieg
e
. Die im MRI vom 14. November 2
013 beschriebenen Veränderungen seien grösstenteils degenerativer Natur und nicht unfallkausal, dies betreffe insbesondere die leichte
Tendinose
der
Supra
spina
tus
sehne
. Aus dem klinischen Befund vom 23. Januar 2015 könne geschlossen werden, dass die Aktivierung der AC-Gelenksarth
rose abgeheilt sei
(Urk. 10/243 S. 2).
Aufgrund der - wie von
Dr.
H._
in seinem Bericht vom
5.
Mai 2015 angeregten - zusätzlichen Untersuchungen, insbesondere der Bildgebung vom
1
1.
Juli 2018 wie auch der nunmehr vorliegenden umfassenden Einschätzung von
Prof.
Dr.
D._
kann aus heutiger Sicht spätestens ab dem 2
3.
Januar 2015 von einem Status quo sine ausgegangen werden.
Der dannzumal festgehaltene
Behandlungsabschluss erfolgte aufgrund de
r
am 2
3.
Januar 2015
bestandenen Restunsicherheit bezüglich der SLAP-Läsion und des
stummen Zustandes
. Dazu besteht aus heutiger Sicht kein Anlass mehr. Dass
Prof.
Dr.
D._
den Status quo sine an beiden Schultergelenken feststellte, vermag
im Übrigen
die Schlüssig
keit des Gerichtsgutachtens nicht in Z
weifel zu ziehen; s
o zeigen die Ausfüh
rungen auf Seite
22 des Gutachtens, dass es dem Gutachter klar war, dass die linke Schulter nicht
kontusioniert
worden war.
5.
5.1
Unbestritten ist vorliegend, dass sich der Beschwerdeführer
beim Unfall vom 2
1.
August 2013 eine
Meisselfraktur
des Radiusköpfchens zugezogen hat.
Prof.
Dr.
D._
führte hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aus, dass nach dem 3
1.
März 2015 aufgrund der anerkannten Unfallfolgen am rechten Ellenbogen, der Beschwerden am linken Knie sowie am rechten Schultergelenk keine persi
stierenden Einschränkungen mehr bestanden hätten. Es sei unfallfremd primär von einer qualitativen
Limite
auszugehen, nicht jedoch von einer zeitlichen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
50
S. 28 f.).
Entgegen den Ausführungen von
Prof.
Dr.
D._
ist zugunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen, dass die Unfallfolgen am rechten Ellenbogen (dominant) im Rahmen der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu berücksichtigen sind.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, führte diesbe
züglich in seinem Gutachten vom 2
9.
August 2018 aus, dass ausgehend von einer vollschichtigen Arbeitsleistung Einschränkungen beim Bedienen von
Vi
brations
werkzeugen oder beim Heben und Tragen einer Last mit dem rechten Arm (rec
hts bis 10 kg,
bimanuell
bis 15
kg, in Ausnahmefällen auch 20 kg
) bestehen würden. Auch regelmässige Rotationen (z.B. Arbeiten mit dem Schraubenzieher) wären zu vermeiden. Diese Einschränkungen seien allerdings nur deshalb einzuhalten, um eine allenfalls mögliche
Schmerzexacerbation
im Ellenbogen zu vermeiden, nicht aber wegen einer medizinisch begründbaren Befürchtung, dass beim Nichtein
halten ein somatisch nachweisbarer Schaden zugefügt werden könnte (
Urk.
11/318
S. 46 f.).
5.2
Zu prüfen ist ein Rentenanspruch ab
1.
April 2015, auf welchen Zeitpunkt hin die Taggeldlei
stungen eingestellt wurden
(
Urk.
11/228).
Gemäss den Angaben
der
Y._
AG
vom 1
7.
März 2015
(
Urk.
11/
230
)
hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2015 einen Brutto-Stunden
lohn von
Fr.
25.40 erzielt
. Dies entsprach dem
Minimallohn für Mitarbeiter ohne Berufsabschluss in der Branche ab 2
0.
Altersjahr mit 5 Jahren Berufs-/Branchen
erfahrung gemäss
allgemein verbindlich erklärtem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der Schweizerischen Elektro- und Telekommunikations-Installationsbranche (vgl. Bundesblatt [
BBl
] 2014 S. 8637 ff.;
Urk.
20/1).
Diese
r
Betrag
liegt unter
Fr. 25.86
,
welchen Betrag
der Beschwerdeführer bei seinen zwei
von der
Y._
AG vermittelten
Einsätzen bei zwei verschiedenen Firmen im Juli 2013 erzielt hatte (
Urk.
11/58/2-3).
2013
war dem Beschwerdeführer
auch
ein höherer Lohn ausbezahlt worden, als ihn der
ab 1.
Januar 2005 gültige
GAV
in der Schweizerischen Elektro- und Telekommunikations-Installationsbranche
für
Mitarbeiter ohne Berufsabschluss ab dem 2
0.
Altersjahr mit 5 Jahren Berufs-/
Branchenerfahrung
für das Jahr 2013
vorsah
(nämlich
Fr.
24.83)
, sodass
nicht – jedenfalls nicht ohne Weiterungen -
angenommen werden kann, dem B
eschwer
deführer wären stets nur die Minimalansätze der entsprechenden Kategorie ent
richtet worden
. Es ist damit
für die Berechnung des
Valideneinkommens
vom
effe
ktiv
erzielten
Stundenlohn von
Fr.
25.86 auszugehen. Dieser Stundenlohn ist der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 anzupassen, was zu einem mass
geblichen
Stundenlohn von Fr.
26.12
für
das Jahr
2015 führt
(Bundesamt für Statistik
[BFS]
,
Entwicklung der Nominallöhne,
T 39, Index 1939 = 100, Männer,
2013 = 2
204
,
2015 = 2226)
.
Bezüglich der
Wochenarbeits- und Jahresbruttoarbeitszeit
verwies die Beschwer
de
gegnerin
(vgl.
Urk.
19 S. 3,
Urk.
20/1)
zu Recht
auf
den
per 1.
Dezember 2014 allgemein verbindlich erklärten
GAV
(
Urk.
20/1-2)
. Im Jahr 2015 betrug die Jahres
brutto
arbeitszeit
mit Einrechnung sämtlicher Wochentage inklusive Feier
tage, aber ohne Samstage und Sonntage,
2088 Stunden (
Urk.
20/1).
Bei einer
Jahres
brutto
arbeitszeit von 2088 Stunden
und einem Stundenlohn von
Fr. 26.12 resultiert ein Betrag
von
Fr.
54'538.5
6.
Geht man bei der Berechnung von der Jahresbruttoarbeitszeit aus, so sind die Zuschläge für Ferien und Feiertage nicht ergänzend zu berücksichtigen
; j
edoch ist zum Grundlohn ein Zuschlag von 8.33
%
entsprechend dem 1
3.
Monatsgehalt zu gewähren. Somit resultiert für das Jahr 2015 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
59'081.
60
.
Da das vom Beschwerdeführer erzielte Einkommen
über dem
gemäss GAV mass
geblichen Mindestlohn
(vgl.
Urk.
20/1)
lag
, ist von vorneherein nicht von einer
Unterdurchschnittlichkeit auszugehen (
vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_310/2020
vom 2
3.
Juli 2020 E.
3.2 f.).
5.3
Die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen
Dokumentationen über Arbeits
plätze (DAP)
beziehen sich auf das Jahr 2018 (
Urk.
11/335) und können für den Rentenanspruch ab
1.
April 2015 nicht
berücksichtigt
werden.
Sodann ist
darauf hinzuweisen ist, dass die Suva die DAP-Sammlung seit dem
1.
Januar 2019 nicht
mehr weiterführt, sodass künftig die Zahlen der LSE ohnehin massgebend sein werden.
Das Invalideneinkommen ist
damit
anhand der statistischen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 201
4
) zu bestimmen.
Auszu
gehen ist dabei von einem monatlichen Einkommen per
2014
von Fr.
5'
312
.--
(
BFS,
LSE 201
4
TA1
tirage
skill
level
, Anforderungsniveau 1,
Total, Männer
).
Angepasst an die Lohnentwicklung
bis ins
Jahr 2015 (B
FS
,
Entwicklung der
Nominallöhne,
T
39, Index 1939 = 100, Männer, 2014 = 2220, 2015 = 2226) und die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2015
(BFS, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen, Total, 2015 = 41.7 Stunden)
resul
tiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
66'632.7
0.
Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Entsprechend den Ausführungen von
Dr.
Z._
ist dabei auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer unfallkausal ledig
lich am rechten Ellenbogen eingeschränkt ist und dabei zumindest noch leichte Tätigkeiten bis mittelschwere Tätigkeiten verrichten kann. Zudem besteht kein Risiko für eine bleibende Schädigung der Strukturen bei leichter Überlastung. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass
sich ein fortgeschrittenes Alter im Bereich der
Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 AT
SG)
nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Auch fällt der
Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_296/2020 vom 25. Novemb
er 2020 E. 6.3.2 mit Hinweisen), ebenso
rechtfertigt
eine
lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt bei Hilfstätigkeiten im untersten Kompetenzniveau rechtsprechungsgemäss
keinen Abzug
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_223/2020 vom 25. Mai 2020 E. 4.3.5 mit Hinweisen).
Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Zusammenfassend ist entsprechend der zitierten Rechtsprechung vorliegend kein leidensbedingter Abzug angezeigt. Vor diesem Hintergrund erleidet der Be
schwerdeführer unfallbedingt keine Erwerbseinbusse, sodass entsprechend den Aus
führungen der Beschwerdegegnerin kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
6.
6.1
Im Hinblick auf d
en erlittenen Integritätsschaden führte
Prof.
Dr.
D._
aus,
dass a
ufgrund der mässigen posttraumatischen Arthrose nach
Meisselfraktur
des Radiusköpfchens eine Integritätsentschädigung vom 10
%
anzunehmen
sei
; dies sei bereits so verfügt worden.
Gestützt auf die einschlägige Tabelle
der Suva,
Inte
gritätsentschädigung gemäss UVG,
Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen)
,
ist bei einer mässigen Ellbo
gen-Arthrose ein Integritätsschaden in der Höhe von 5-10
%
anzunehmen. Vor diesem Hintergrund ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht zu bean
standen.
6.2
Zusammenfassend führt dies in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
5.
März 2019.
7
.
7.1
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Ver
bindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7.2
Der von Rechtsanwalt Dr. André
Largier
mit Honorarnote vom
1
3.
Januar 2022
geltend gemachte Aufwand von 42.5
Stunden
zuzüglich
Bar
auslagen in der Höhe von Fr. 243.2
0 (Urk.
60
)
ist
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass dieser
den Beschwerdeführer schon im vorangegangenen
unfallversicherungsrecht
li
chen
Verfahren
(vgl.
Urk.
11/294)
, im
Einspracheverfahren
(
Urk.
11/342)
wie auch in den invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
betreffend
Rentenzusprache
vertreten hat (
vgl. Prozesse Nr. IV.2017.00903 und IV.2019.00554
). Damit ist von
erheblichen Vorkenntnissen des Sachverhalts und
einem deutlich geringeren Auf
wand bezüglich Aktenstudium und Instruktion
und
beim
Verfassen der
Be
schwerde und den weiteren
Rechtsschriften
auszugehen.
Angesichts der
schwerpunktmässig
zu studierenden,
neu hinzugekommenen
rund 65
Aktenstü
cke
n
der Beschwer
degegnerin (Urk.
11/294-35
0
),
welche zudem bei Verfassen der Einsprache
bereits
vorgelegen hatten,
der etw
a 12
-seitigen
Be
schwerdeschrift,
der 9-seitigen Replik,
des Studiums der nachträglich
eingegan
genen Unterlagen, insbesondere des Gerichtsgutachtens (
Urk.
50),
der
Ausarbei
tung der entsprechenden Stellungnahme (
Urk.
57)
, des
Studiums/Besprechens
des vorliegenden Urteils
sowie der
in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwalt
Dr. André
Largier
bei Anwendung des ge
richtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- auf Fr.
6’8
00
.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
7.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der unentgeltliche Rechtvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. André
Largier
, Zürich, dementsprechend mit
Fr.
6’8
00
.-- aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.