Decision ID: e08642c6-f667-560a-9d10-f7ea42c1bef9
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juli 2003 wegen psychischen Störungen zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Er gab an, keinen Beruf erlernt
zu haben. Bis Ende Mai 2003 sei er als Lagerist bei der B._ AG angestellt gewesen.
Die Psychiatrische Klinik C._ teilte am 31. Juli 2003 die Diagnosen einer
rezidivierenden depressiven Episode (ICD-10 F33.1), einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10
F43.1), Probleme bei körperlicher und sexueller Misshandlung in Kindheit und
Adoleszenz (ICD-10 Z61.6) und Probleme bei politischer Verfolgung, Angehöriger einer
politischen Minderheit (ICD-10 Z60.5), mit (IV-act. 8). Eine Fachärztin attestierte eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 11. Juni 2002 in der Tätigkeit als Lagerist und
in adaptierten Tätigkeiten. Der Hausarzt Dr. med. D._ gab am 17. August 2003 die
Diagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eines schweren depressiven
Zustandsbilds, einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Rahmen einer
posttraumatischen Belastungsstörung nach körperlicher Gewalt und sexuellem
Missbrauch in der Kindheit und in der Adoleszenz sowie (ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) einer rezidivierenden Lumbago an (IV-act. 9). Er attestierte eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 11. Juni 2002 in der bisherigen Tätigkeit und in
adaptierten Tätigkeiten. Die B._ AG teilte im September 2003 mit (IV-act. 10), der
Versicherte sei als Lagermitarbeiter angestellt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei per
Ende Mai 2003 aufgelöst worden. Der letzte Arbeitstag sei der 10. Juni 2002 gewesen.
Mit einer Verfügung vom 31. März 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
A.a.
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Wirkung ab 1. Februar 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Rente zu
(IV-act. 17).
Am 7. Juni 2005 gab der Versicherte im Revisionsfragebogen an (IV-act. 19), der
Gesundheitszustand sei gleichgeblieben. Dr. med. E._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, teilte am 21. Juli 2005 mit (IV-act. 24), der Gesundheitszustand
sei stationär. Der Hausarzt Dr. D._ berichtete am 14. August 2005 ebenfalls über
einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 26). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten
am 15. September 2005 mit (IV-act. 27), dass er unverändert einen Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente habe. Im Rahmen der nächsten Revision gab der Versicherte
am 3. November 2007 an (IV-act. 31), sein Gesundheitszustand habe sich nicht
verändert. Dr. E._ berichtete am 8. November 2007 über einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 34). Auch Dr. med. F._, Allgemeine Medizin/
Psychotherapie, gab am 14. Dezember 2007 einen stationären Gesundheitszustand an
(IV-act. 36). Am 11. April 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 40), er
habe unverändert einen Anspruch auf die bisherige Invalidenrente. Im Jahr 2010
meldete sich der Versicherte in Z._ ab (IV-act. 43). Am 31. Oktober 2013 gab der
Versicherte im Revisionsfragebogen an (IV-act. 53), er sei nicht erwerbstätig. Die IV-
Stelle für Versicherte im Ausland holte mehrere Arztberichte ein. Dr. med. G._ vom
Medizinischen Dienst der IV-Stelle für Versicherte im Ausland notierte am 14. März
2014 (IV-act. 70), die aus Z._ eingegangenen AZ (wohl: Arztzeugnisse) belegten das
Persistieren der psychiatrischen Symptomatik mit einer Depression bei einer
posttraumatischen Belastungsstörung/Persönlichkeitsveränderung nach
Extrembelastung nebst einer somatoformen Schmerzstörung. Die IV-Stelle für
Versicherte im Ausland teilte dem Versicherten am 21. März 2014 mit (IV-act. 71),
aufgrund von unveränderten Verhältnissen bestehe weiterhin ein Anspruch auf die
entsprechenden Geldleistungen.
A.b.
Im Jahr 2016 leitete die IV-Stelle für Versicherte im Ausland das nächste Revi
sionsverfahren ein. Der Versicherte gab am 17. Mai 2016 im Revisionsfragebogen an
(IV-act. 76), dass er keiner Erwerbstätigkeit nachgehe. Dr. med. H._ vom
Medizinischen Dienst der IV-Stelle für Versicherte im Ausland notierte am 14. Juni 2016
(IV-act. 80), die bisher gestellten Diagnosen hätten gemäss den medizinischen
Berichten nicht durchgängig bestanden. Die Diagnose einer anhaltenden
A.c.
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Persönlichkeitsveränderung schliesse gemäss ICD-10 das gleichzeitige Stellen der
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung aus. Aus den letzten Jahren
fehlten hinreichende Befunde, die eine umfassende Aussage zum Gesundheitszustand
des Versicherten zuliessen. In einem Bericht vom 31. Januar 2014 sei über eine
teilweise Besserung der psychischen Beschwerden im Jahr 2011 berichtet worden. Sie
empfahl eine Begutachtung in der Schweiz. Am 13. Dezember 2016 teilte der
Versicherte mit, dass er wieder in der Schweiz wohne (IV-act. 103). Die IV-Stelle für
Versicherte im Ausland übermittelte am 21. Dezember 2016 die IV-Akten
zuständigkeitshalber der IV-Stelle St. Gallen (IV-act. 105). Gleichentags informierte sie
die IV-Stelle St. Gallen (IV-act. 106), dass sie im März 2016 eine Betrugsmeldung
erhalten hätten, wonach der Versicherte in Z._ Häuser vermiete. Daraufhin sei eine
Rentenrevision eingeleitet worden. Es sei vorgesehen gewesen, den Versicherten in der
Schweiz begutachten zu lassen. Sie empfahl, die geplante psychiatrische und
internistische Untersuchung zu veranlassen.
Dr. F._ berichtete am 13. Februar 2017 (IV-act. 113), der Gesundheitszustand
des Versicherten habe sich verschlechtert. Er gab folgende Diagnosen an: "PTBS
F43.1, depressives Synerom (anhaltend, F34), Schlafstörung mit V.a. Abhängigkeit von
Benzo (Temesta), V.a. F45.1 (DD F54.3)". Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, teilte am 15. Februar 2017 mit (IV-act. 116), er habe den
Versicherten bisher am 1. Dezember 2016 und am 8. Februar 2017 gesehen. Dabei
habe ihm der Versicherte ein ärztliches Attest von Dr. E._ vom 23. März 2005
überreicht. Darin seien die Diagnosen "anhaltende Persönlichkeitsstörung nach
Extrembelastung, ICD-10: F62.0 und somatoforme Schmerzstörung, ICD-10: F45.4
nach Gewalt und Missbrauchserlebnissen" aufgeführt worden. Im
psychopathologischen Befund hätten bezogen auf die objektiven Kriterien lediglich
eine subdepressive bis indifferente Stimmung, eine allgemeine Verlangsamung und
eine Verarmung der Mimik und Gestik imponiert. Die Vordiagnosen könne er nicht
nachvollziehen. Die Kriterien einer Extrembelastung im Sinne des ICD-10 seien nicht zu
erkennen.
A.d.
Am 22. Februar 2017 fand in den Räumlichkeiten der IV-Stelle ein Gespräch mit
dem Versicherten statt. Der Versicherte wurde unter anderem zu den Gründen für die
A.e.
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Rückkehr in die Schweiz, zu seinen gesundheitlichen Beschwerden und zur Meldung,
dass er in Z._ Häuser vermiete, befragt (vgl. das Wortprotokoll, IV-act. 118).
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 7. März 2017 mit (IV-act. 120), dass eine
bidisziplinäre (psychiatrisch und internistisch) Begutachtung notwendig sei. Der
Versicherte wurde am 22. Mai 2017 durch Dr. med. J._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, psychiatrisch, am 25. August 2017 durch Dr. phil. K._
neuropsychologisch und am 5. Oktober 2017 durch Dr. med. L._, leitender Arzt
Innere Medizin am Kantonsspital Graubünden, internistisch untersucht. Dr. L._
erstattete sein Teilgutachten vom 20. November 2017 direkt der IV-Stelle (und nicht
dem Hauptgutachter Dr. J._, IV-act. 127). Er gab die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung "F4/5", einer arteriellen Hypertonie und einer
Dyslipidämie (anamnestisch) an. Er hielt fest, aufgrund des chronischen
Schmerzsyndroms sei der Versicherte deutlich in seiner Leistungsfähigkeit
eingeschränkt. Bei einer ausgeprägten muskulären Dekonditionierung bestehe eine
ausgeprägte muskuläre Dysbalance. Zusätzlich bestünden eine kardiopulmonale
Dekonditionierung bei einer fehlenden körperlichen Belastung und eine eingeschränkte
Konzentrationsfähigkeit. Aufgrund dieser Befunde bestehe weiterhin eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Die RAD-Ärztin Dr. med. M._ notierte am 8. Januar 2018 (IV-
act. 128), das internistische Teilgutachten weise grobe Mängel auf. Die Fragen der IV-
Stelle seien weder aufgeführt noch beantwortet worden. Die Ausgangslage werde nicht
nachvollziehbar dargestellt und die Aktenlage unvollständig wiedergegeben. Die
Ableitung der in der Diagnoseliste aufgeführten, teilweise nicht ins internistische
Fachgebiet gehörenden Diagnosen sei nicht leitliniengerecht erfolgt und somit nicht
schlüssig und nachvollziehbar. Dementsprechend sei auch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nachvollziehbar. Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle
hielt gleichentags fest (IV-act. 129), dass eine neue Begutachtung indiziert sei.
Aufgrund der Befunde erscheine eine zusätzliche neurologische Untersuchung als
sinnvoll.
A.f.
Am 15. Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 130), dass
eine erneute medizinische Begutachtung inklusive eine neurologische Exploration
notwendig sei. Ob eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung angezeigt sei, werde der
zuständige Gutachter entscheiden.
A.g.
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Der Versicherte wurde 2. Mai 2018 durch Dr. med. N._, Neurologie FMH,
neurologisch und am 21. Juni 2018 durch Dr. med. O._, Innere Medizin FMH,
internistisch abgeklärt. Dr. N._ stellte keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit; als Diagnose ohne eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
chronische Spannungskopfschmerzen (neurologisches Teilgutachten vom 19. Mai
2018, IV-act. 136). Er hielt fest, der Versicherte habe bereits in der Zeit, als er bei B._
gearbeitet habe, über holokranielle, zum Teil nackenbetonte Kopfschmerzen geklagt,
welche ihn an der Ausübung der damaligen Tätigkeit jedoch nicht gehindert hätten.
Erste Abklärungen seien im Jahr 2002 durch Dr. med. P._ erfolgt und hätten einen
unauffälligen neurologischen Status ergeben. In den paraklinischen Untersuchungen,
insbesondere in den Bildgebungen, habe nie eine erklärende Pathologie dargestellt
werden können; strukturelle Ursachen der Kopfschmerzen hätten ausgeschlossen
werden können. Im Rahmen der aktuellen Begutachtung sei der neurologische Status
erneut unauffällig ausgefallen. Aufgrund der Krankheitsvorgeschichte und der jetzigen
Schilderung des Versicherten sei die Diagnose "chronischer Spannungskopfschmerz"
zu stellen; diese Diagnose bestehe vermutlich seit mindestens dem Jahr 2002. Er
zweifle, dass die Ausprägung der Kopfschmerzen derart gravierend sei, dass eine
Arbeitstätigkeit für den Versicherten nicht zu leisten sei. Der Versicherte habe
Sensibilitätsstörungen im Bereich der rechten Gesichtshälfte beklagt, diese Angabe
später jedoch zurückgezogen. Diese Angabe sei als Verdeutlichung zu werten; eine
Aggravation sei nicht festgestellt worden. Dr. N._ attestierte eine vollständige
Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Hilfsarbeiter. Der internistische Sachverständige Dr.
O._ stellte ebenfalls keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; als
Diagnosen ohne eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
Spannungskopfschmerzen, Schwindel ohne nähere Angaben, eine Hypertonie und eine
Koronaratheromatose ohne eine signifikante Stenose (internistisches Teilgutachten
vom 28. Juni 2018, IV-act. 135). Er erklärte, der somatische Zustand des Versicherten
scheine im Langzeitverlauf stabil zu sein. Die im Jahr 2011 neu diagnostizierte
Hypertonie sowie die koronare Atheromatose bzw. Atherosklerose beeinflussten den
körperlichen Zustand nicht in signifikanter Weise. Die somatischen Funktions
einschränkungen sehe er in erster Linie im Rahmen einer Dekonditionierung des
Versicherten. Das passiv vermeidende Verhalten scheine die Haupt-Coping-Strategie
zu sein. Die vom Versicherten geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit bzw. seine
A.h.
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Einschränkung scheine sich in allen vergleichbaren Lebenslagen auszuwirken.
Diskrepant zu seinen Befunden habe Dr. L._ eine Hyposensibilität links beschrieben;
in der vorliegenden Untersuchung sei dies genau umgekehrt gewesen. Die "Diagnosen
aus internistischer Sicht" von Dr. L._ könne er nachvollziehen; neben der arteriellen
Hypertonie liege eine nachgewiesene koronare Herzkrankheit vor; dies sei von Dr. L._
so nicht erwähnt worden. Die Einschätzung von Dr. L._, dass der Versicherte seine
Arbeitsfähigkeit nur sehr unwahrscheinlich wiedererlangen könne, teile er nicht. Der
Versicherte habe sich "in seiner heutigen Situation stabil gezeigt im Verlauf der letzten
Jahre", es sei nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der somatischen
Beschwerden gekommen. Daraus sei zu schliessen, dass mit geeigneten Massnahmen
eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine normale
Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiter vorausgesetzt werden könne. Im Verlauf der letzten
Jahre scheine es keine Verschlechterung gegeben zu haben; der Versicherte habe im
Gegenteil berichtet, dass sich seine psychische Situation mit der besseren
medikamentösen Behandlung stabilisiert habe und sich dadurch auch die körperlichen
Beschwerden gebessert hätten. Dr. O._ attestierte eine vollständige Arbeitsfähigkeit
in jeder Tätigkeit, die eine geringe körperliche Leistung bedinge und dem
Ausbildungsstand des Versicherten entspreche. Dr. J._ nahm keine psychiatrische
Verlaufsbegutachtung vor. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 12. Juli 2018 bezog
er sich auf die Untersuchung vom 22. Mai 2017. Dr. J._ gab keine Diagnose mit einer
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnose ohne eine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
remittiert (ICD-10 F33.4; IV-act. 134). Er führte aus, im Rahmen der Untersuchung
hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich einer
symptomatischen psychischen Störung, einer Störung durch psychotrope Substanzen,
einer Schizophrenie, einer schizotypen oder wahnhaften Störung gefunden. Die
Grundstimmung sei zum depressiven Pol verschoben und die affektive
Modulationsfähigkeit sei eingeschränkt gewesen. Der Versicherte habe
Insuffizienzgefühle, eine innere Unruhe, Ängste und eine Minderung des Antriebs
beschrieben. Er habe angegeben, gereizt und deprimiert zu sein und keine Freude zu
haben. Diese Symptome habe der Versicherte alle auf direktes Nachfragen hin
bestätigt; spontan habe er wenig Klagen vorgebracht. Der Versicherte habe berichtet,
dass er etwa fünf- bis sechsmal im Monat Albträume habe und dass er Schmerzen
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habe. Das grösste Problem sei die Atemnot bzw. Kurzatmigkeit. Er habe gelernt, mit
den Depressionen umzugehen; er begebe sich nicht in Menschenmengen und schaue,
dass er mit niemandem streiten müsse. Dokumentiert sei eine intensive Behandlung
mit stationären Aufenthalten vor vielen Jahren. In der letzten Zeit habe keine intensive
Behandlung mehr stattgefunden. Damit lasse sich die vom Versicherten berichtete
Verbesserung bestätigen. Dr. I._ habe im Bericht vom 15. Februar 2017 festgehalten,
dass im psychopathologischen Befund bezogen auf die objektiven Kriterien lediglich
eine subdepressive bis indifferente Stimmung, eine allgemeine Verlangsamung und
Verarmung der Mimik und Gestik imponiert hätten. Bei der neuropsychologischen
Abklärung, die Dr. K._ am 25. August 2017 durchgeführt habe, hätten sich eindeutige
Hinweise auf eine Aggravation gefunden, sodass davon auszugehen sei, dass das bei
der Abklärung demonstrierte Leistungsprofil nicht dem tatsächlichen Leistungsprofil
des Versicherten entspreche. Der Versicherte habe auch inkonsistente Angaben über
seinen Zustand gemacht. So habe er beispielsweise berichtet, dass er keine Freude
habe; bei der Befragung durch die IV-Stelle habe er aber angegeben, dass er schon
Freude habe. Dies sei zwar nur ein kleines Beispiel, zeige aber auf, dass Diskrepanzen
bestünden und rein subjektive Angaben des Versicherten wohl nicht immer wirklich
zuverlässig seien. Insgesamt deute also alles darauf hin, dass seit längerer Zeit keine
eigentliche depressive Episode mehr bestanden habe, sodass davon auszugehen sei,
dass die rezidivierende depressive Störung, die früher sicherlich bestanden habe, seit
einiger Zeit remittiert sei. Aufgrund der unklaren, vagen, teilweise widersprüchlichen
Angaben des Versicherten und der fehlenden eindeutigen Dokumentation sei es aber
nicht möglich zu sagen, seit wann dies genau der Fall sei. Hinweise für das Vorliegen
einer neurotischen, Belastungs- oder somatoformen Störung fänden sich nicht. Der
Versicherte berichte zwar über Albträume und Schmerzen, aber auch, dass die
Schmerzmittel die Schmerzen lindern würden. Ein andauernder und quälender
Schmerz sei nicht die vorherrschende Beschwerde; der Versicherte berichte auch nicht
konsistent über Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Hinweise für
das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung fänden sich nicht. In der Vergangenheit sei
die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
gestellt worden. Diese sei jedoch nie nach den Kriterien des ICD-10 hergeleitet worden
und es fänden sich auch keine Hinweise dafür, dass diese Kriterien jemals erfüllt
gewesen wären; aktuell seien sie es jedenfalls nicht. Insgesamt fänden sich deutliche
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Hinweise auf eine Aggravation; auch Dr. K._ gehe davon aus, dass der Versicherte
nicht optimal mitgewirkt habe, sodass sich auch in der neuropsychologischen
Abklärung eindeutige Hinweise auf eine Aggravation fänden. Aufgrund der
eingeschränkten Mitwirkung des Versicherten seien keine eindeutigen Aussagen zu
den Ressourcen möglich. Dr. J._ attestierte eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der
Tätigkeit als Hilfsarbeiter. Retrospektiv gab er an, dass nicht eindeutig festzulegen sei,
ab wann die rezidivierende depressive Störung remittiert sei; es deute einiges darauf
hin, dass dies seit längerer Zeit der Fall sei. Dr. K._ gab an (neuropsychologische
Beurteilung vom 26. August 2017, IV-act. 137), im Rahmen der Beschwerdevalidierung
habe er mehrere Indizien für eine Antwortverzerrung festgestellt. Aus den testologisch
erzielten Daten könne deshalb nicht auf das tatsächliche Ausmass der neurokognitiven
Funktionstüchtigkeit geschlossen werden. Von der Prämisse einer besseren
Beweiseignung einer neuropsychologischen Begutachtung könne nur dann
ausgegangen werden, wenn Gewähr bestehe für die Wahrhaftigkeit der Aussagen des
Versicherten und der erzielten Testergebnisse. In der Konsensbeurteilung gaben die
Sachverständigen an (IV-act. 133), im neurologischen und internistischen Teilgutachten
werde übereinstimmend ein dekonditionierter, aber nicht eingeschränkter Explorand
beschrieben. Der Versicherte habe passiv vermeidend gewirkt. Hinweise auf
Diskrepanzen seien als Verdeutlichungstendenz gewertet worden. Der Versicherte sei
als adynam, aber nicht als deutlich depressiv oder antriebsgehemmt beschrieben
worden. Der Versicherte sehe seine Leistungsfähigkeit zwar als nicht gegeben an,
konkrete Einschränkungen habe er aber nicht demonstriert oder geltend gemacht.
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe sich die Situation auch so
dargestellt, abgesehen davon, dass der Versicherte auch eine depressive Symptomatik
demonstriert habe und vor allem auf gezieltes Nachfragen hin auch das Vorhandensein
von depressiven Symptomen bejaht habe. Der Versicherte habe angegeben, dass es
"immer gleich" gehe. Bei der internistischen Untersuchung habe er hingegen berichtet,
dass es ihm seit längerer Zeit besser gehe, dies auch wegen den Medikamenten. Über
eine gewisse Adaption habe der Versicherte allerdings auch im Rahmen der
psychiatrischen Untersuchung berichtet; er habe gelernt, damit (gemeint wohl: mit den
Depressionen) umzugehen. In der psychiatrischen Untersuchung habe der Versicherte
in erster Linie körperliche Symptome beklagt. Auf gezieltes Nachfragen hin habe er
dann aber das Vorliegen aller möglichen psychischen Symptome bestätigt. Bei der
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neuropsychologischen Abklärung hätten sich eindeutige Hinweise auf eine Aggravation
gefunden, sodass insgesamt davon auszugehen sei, dass das vom Versicherten
demonstrierte Leistungsprofil nicht dem tatsächlichen Leistungsprofil entspreche.
Andererseits hätten sich viele Hinweise darauf gefunden, dass sich die psychiatrische
Situation gebessert habe. Dies habe der Versicherte mehrfach bestätigt, wenn auch
seine diesbezüglichen Angaben ebenfalls nicht ganz konsistent gewesen seien.
Interdisziplinär lasse sich keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellen. Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei daher auch nicht eingeschränkt. Auf
neurologischem und internistischem Gebiet sei keine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustands nachgewiesen. Auf psychiatrischem Fachgebiet sei ein direkter
Vergleich auf der Befundebene nicht möglich, weil der Versicherte bei der aktuellen
Abklärung nicht mitgewirkt habe und weil sich bei der psychiatrischen Abklärung
deutliche Hinweise auf eine Aggravation, Diskrepanzen und Widersprüche gefunden
hätten. Andererseits hätten sich auch Hinweise dafür gefunden, dass sich der
psychische Gesundheitszustand des Versicherten gebessert habe. Aufgrund der sehr
dünnen Aktenlage und der nicht eindeutigen Angaben des Versicherten sei es aber
nicht möglich festzulegen, seit wann dies genau der Fall sei.
Die RAD-Ärztin Dr. M._ notierte am 30. August 2018 (IV-act. 138), auf das
Gutachten könne abgestellt werden.
A.i.
Mit einem Vorbescheid vom 10. Dezember 2018 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit (IV-act. 139), sie sehe vor, die Rente auf das Ende des nach der
Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufzuheben. Zur Begründung gab sie an,
gegenüber dem Referenzzeitpunkt vom 31. März 2004 habe sich der
Gesundheitszustand des Versicherten verbessert. Die Arbeitsfähigkeit sei
uneingeschränkt. Der genaue Zeitraum für die Verbesserung sei schwierig zu
definieren. Da die Anpassung der Rentenleistungen aber nicht rückwirkend, sondern
auf den nächstmöglichen Termin nach Erlass der Verfügung erfolgen werde, sei nur
massgebend, dass seit der Rentenzusprache eine Verbesserung eingetreten sei. Der
Versicherte liess am 29. Januar 2019 einen Einwand erheben (IV-act. 146). Sein
Rechtsvertreter machte geltend, eine Verbesserung des Gesundheitszustands sei nicht
ausgewiesen. Die Beschwerden, die aktuell vorlägen, hätten bereits im Zeitpunkt der
Zusprache der Invalidenrente vorgelegen. Seit der Begutachtung durch Dr. J._ habe
A.j.
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sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Bei Dr. I._ sei ein Verlaufsbericht
einzuholen. Der Versicherte habe anlässlich der Untersuchung bei Dr. J._ über
Atemnot, Schlafstörungen, Albträume sowie Kopf- und Rückenschmerzen geklagt. Der
Gutachter habe ausgeführt, dass Aggravationstendenzen festgestellt worden seien und
habe daraus geschlossen, dass seit längerer Zeit keine depressive Episode mehr
bestanden habe. Die Schlussfolgerung sei nicht begründet und nicht schlüssig. Eine
Verbesserung des Gesundheitszustands lasse sich auch insofern nicht ableiten, als
Dr. J._ davon ausgehe, dass nie eine Persönlichkeitsstörung bestanden habe. Aus
dem Gutachten gehe schliesslich nicht hervor, seit wann die depressive Störung
remittiert sei. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Zustand bereits bei
der Rentenzusprache vorgelegen habe. Da der Gutachter nicht ausführe, seit wann
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingetreten sei, bringe er zum Ausdruck, dass
keine Veränderung festgestellt werden könne. Der Versicherte klage über Schmerzen
im Rücken und Nacken mit Ausstrahlung bis in die Beine. Ein rheumatologisches und
ein orthopädisches Gutachten hätten eingeholt werden müssen.
Die IV-Stelle holte bei Dr. I._ einen Verlaufsbericht ein. Dieser teilte am 6. März
2019 mit (IV-act. 148), dass sich der Versicherte in einem gleichbleibenden
psychischen Zustand präsentiere. Insgesamt schildere sich der Versicherte als passiv
und leidend. Die RAD-Ärztin Dr. M._ notierte am 15. März 2019 (IV-act. 149), aus
dem Bericht von Dr. I._ könne keine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustands abgeleitet werden. Zu den weiteren Einwänden hielt sie fest, der
psychiatrische Gutachter habe eindeutig angegeben, dass die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten früher aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung eingeschränkt
gewesen sei. Er gehe explizit von einer Verbesserung des psychischen Zustandes aus
und verneine die Frage nach Aspekten, welche die frühere medizinische Einschätzung
als falsch erscheinen lassen würden. Eine Persönlichkeitsstörung habe nie bestanden.
Der Versicherte habe selbst eine Verbesserung beschrieben. Die aktuell noch
berichteten verbliebenen psychischen Symptome seien so inkonsistent gewesen, dass
der Eindruck einer Aggravation entstanden sei. Dieser Eindruck sei auch bei der
Validierung der Ergebnisse der neuropsychologischen Testung entstanden, weshalb
die erzielten Testergebnisse als nicht valide zu betrachten seien. Die beklagten
Nackenschmerzen seien neurologisch beurteilt worden. Es hätten sich keine
A.k.
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B.
Anhaltspunkte für eine relevante organisch bedingte Ursache gefunden, die weitere
Abklärungen notwendig machen würden. Über Rückenschmerzen habe der Versicherte
anlässlich der Begutachtung nicht geklagt. Auch in der Aktenlage seien keine
Rückenschmerzen erwähnt. Dass zwischenzeitlich versicherungsmedizinisch relevante
Rückenprobleme mit Ausstrahlung in die Beine aufgetreten wären, sei aus
medizinischer Sicht unwahrscheinlich. Die ziehenden Schmerzen in den dorsalen
Oberschenkeln beim Bücken seien auf eine muskuläre Dekonditionierung
zurückgeführt worden. Anhaltspunkte für die Notwendigkeit von weiteren Abklärungen
auf rheumatologischem oder orthopädischem Fachgebiet lägen nicht vor.
Mit einer Verfügung vom 5. April 2019 stellte die IV-Stelle die Rente per 31. Mai
2019 ein (IV-act. 150). Zum Einwand hielt sie fest, dass sie auf die ausführliche
Stellungnahme des RAD vom 15. März 2019 verweise.
A.l.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 21. Mai 2019 eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. April 2019 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Weiterausrichtung der Invalidenrente im bisherigen Umfang. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Durchführung von weiteren Abklärungen an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zudem beantragte er die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte er
im Wesentlichen geltend, den Gutachten könne keine Verbesserung des
Gesundheitszustands des Versicherten entnommen werden. Dr. F._ habe am
13. Februar 2017 über eine Verschlechterung des Gesundheitszustands berichtet.
Zusätzlich zu den bereits bestehenden Diagnosen habe er die Diagnosen depressives
Syndrom und Schlafstörung mit Verdacht auf Abhängigkeit von Benzo (Temesta)
genannt. Betreffend die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung und
einer Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung habe der psychiatrische Gutachter
keine Verbesserung des Gesundheitszustands festgestellt, sondern eine andere
Beurteilung des Gesundheitszustands vorgenommen. Einzig hinsichtlich der
rezidivierenden depressiven Störung habe er festgehalten, dass diese seit längerer Zeit
remittiert sei. Über den Zeitpunkt der Remission habe er jedoch keine Angaben
B.a.
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gemacht. Eine solche Aussage bilde keine hinreichende Grundlage für eine
Rentenrevision. Der psychiatrische Gutachter habe nicht ausgeführt, von welchem
Gesundheitszustand er ausgegangen sei. Er habe lediglich die Auffassung geäussert,
dass er aktuell keine Hinweise für das Vorliegen einer symptomatischen psychischen
Störung festgestellt habe. Ob dies aus seiner Sicht früher der Fall gewesen sei, habe er
nicht ausgeführt. Seine Einschätzung sei deshalb nicht hinreichend begründet. Im
Weiteren habe er die Einschätzung von Dr. F._ vom 13. Februar 2017 ausser Acht
gelassen und er habe die subjektiv geklagten Beschwerden völlig unberücksichtigt
gelassen. Dem psychiatrischen Teilgutachten komme kein Beweiswert zu.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. Juli 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, gemäss
dem Gutachten sei auf neurologischem und internistischem Gebiet keine wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustands nachgewiesen worden. In psychiatrischer
Hinsicht hätten verschiedene Hinweise vorgelegen, dass sich der Gesundheitszustand
verbessert habe. Der Beschwerdeführer sei zudem in der Lage gewesen, während
mehreren Jahren in der Heimat zu leben, in der er nach der Einschätzung der
behandelnden Ärzte Traumatisierungen erlitten habe. Das Wegfallen des
Vermeidungsverhaltens sei ein deutliches Zeichen für eine Verbesserung. Aufgrund
dieser Umstände und der Tatsache, dass heute – im Gegensatz zur Zeit der ersten
Rentenprüfung – deutliche Anzeichen für eine Aggravation bestanden hätten, sei eine
relevante Verbesserung zu bejahen.
B.b.
Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen bewilligte
am 11. Juli 2019 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 7).
B.c.
In einer Replik vom 28. November 2019 liess der Beschwerdeführer an den
Anträgen in der Beschwerde vom 21. Mai 2019 festhalten (act. G 15).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin hielt in einer Duplik vom 20. Januar 2020 am Antrag der
Abweisung der Beschwerde fest (act. G 17).
B.e.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat seit dem 1. Februar 2004 eine ganze Rente bezogen. Mit der
angefochtenen Verfügung vom 5. April 2019 hat die Beschwerdegegnerin die Rente per
31. Mai 2019 aufgehoben. Zu prüfen ist, ob diese Rentenaufhebung zu Recht erfolgt
ist.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat die Rente mittels einer Revision nach Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) aufgehoben. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch
Art. 87 Abs. 2, Art. 88a und Art. 88 der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV, SR 831.201). Anlass zur Revision einer Invalidenrente gibt jede Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob
bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche
Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 8. Juli 2020,
8C_196/2020, E. 3.2.1, und vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 3.1). Bei den
Mitteilungen vom 15. September 2005 (IV-act. 27), 11. April 2008 (IV-act. 40) und
21. März 2014 (IV-act. 71), dass unverändert ein Anspruch auf die bisherige
Am 31. Januar 2020 liess der Beschwerdeführer einen Austrittsbericht der
Psychiatrie Q._ vom 30. Januar 2020 einreichen (act. G 18, 18.1). Fachärzte hatten
darin über eine stationäre Behandlung vom 25. November 2019 bis 14. Januar 2020
berichtet. Sie hatten die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und eines Verdachts auf eine
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) angegeben. Die Beschwerdegegnerin nahm am
26. Februar 2020 dazu Stellung (act. G 20). Sie machte im Wesentlichen geltend, aus
dem Austrittsbericht ergebe sich nicht, dass in der Zeit nach der Begutachtung bis zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses eine wesentliche Verschlechterung eingetreten wäre.
B.f.
bis
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Invalidenrente bestehe, hat es sich um Entscheide gehandelt, kein
Rentenrevisionsverfahren zu eröffnen. Die Beschwerdegegnerin bzw. die IV-Stelle für
Versicherte im Ausland haben nämlich jeweils lediglich minimale
Sachverhaltsabklärungen getätigt, indem sie anhand des Revisionsfragebogens sowie
des Einholens von Verlaufsberichten beim Hausarzt und den behandelnden
Psychiatern geprüft haben, ob Anhaltspunkte für eine relevante
Sachverhaltsveränderung bestanden haben (vgl. dazu etwa den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Februar 2017, IV 2014/256, E.
1.1). Die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, ist somit die Verfügung vom 31. März 2004.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat zur Abklärung, ob sich der Gesundheitszustand und
damit verbunden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einem für den
Rentenanspruch relevanten Ausmass verbessert hätten, ein Gutachten in Auftrag
gegeben. Bevor dieses Gutachten auf seinen Beweiswert zu prüfen ist, ist zu klären, ob
die Beschwerdegegnerin bei der Auftragsvergabe Art. 72 IVV verletzt hat. Gemäss
Art. 72 Abs. 1 und 2 IVV haben medizinische Gutachten, an denen drei oder mehr
Fachdisziplinen beteiligt sind, bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das
Bundesamt eine Vereinbarung getroffen hat. Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach
dem Zufallsprinzip. Der Verordnungsgeber hat diese Bestimmung in Nachachtung von
BGE 137 V 210 geschaffen (vgl. die Erläuterungen zur Änderung der Verordnung über
die Invalidenversicherung vom 16. November 2011, Erläuterungen zu Art. 72 IVV,
abrufbar unter https:// www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/iv/
grundlagen-gesetze/gesetze-verordnungen.html, zuletzt besucht am 13. April 2021). In
diesem Grundsatzentscheid hat sich das Bundesgericht mit verschiedenen Korrektiven
zur Gewährleistung der Rechtmässigkeit des sozialversicherungsrechtlichen
Abklärungsverfahrens und zur Begegnung der aus dem Ertragspotential der
involvierten MEDAS entstehenden Gefährdungen der Verfahrensgarantien befasst,
namentlich mit der Vergabe von MEDAS-Gutachteraufträgen nach dem Zufallsprinzip
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 2020, 9C_174/2020, E. 7.4.3.1, zur
Publikation vorgesehen). Mit der Vergabe von Aufträgen für polydisziplinäre
Begutachtungen nach dem Zufallsprinzip soll gewährleistet werden, dass diese
Aufträge möglichst gleichmässig an alle MEDAS vergeben werden (BGE 140 V 511,
E. 3.2.1; BGE 137 V 238, E. 2.4.1). Damit soll dem potentiellen Risiko sachfremder
Einflüsse auf die gutachterliche Unabhängigkeit und auf die Gutachtenergebnisse
vorgebeugt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 2020, 9C_174/2020,
E. 7.4.3.1, zur Publikation vorgesehen; BGE 137 V 239, E. 2.4.4). Das vorliegende
bis
bis
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Gutachten vom 12. Juli 2018 umfasst die Fachdisziplinen Psychiatrie, Innere Medizin
und Neurologie. Es wurde weder an eine MEDAS noch nach dem Zufallsprinzip
vergeben. Es bestehen jedoch keine Indizien dafür, dass die Beschwerdegegnerin das
Gutachten ohne Einhaltung der Vorgaben gemäss Art. 72 IVV hat in Auftrag geben
wollen. Sie hat vielmehr zunächst ein bidisziplinäres Gutachten (psychiatrisch und
internistisch) in Auftrag gegeben. Erst als der RAD das internistische Teilgutachten von
Dr. L._ als nicht verwertbar beurteilt hat und als die Beschwerdegegnerin aufgrund
der in diesem Teilgutachten angegebenen objektiven Befunde zusätzlich auch eine
neurologische Abklärung als notwendig erachtet hat, hat sie erneut ein bidisziplinäres
Gutachten (internistisch und neurologisch) in Auftrag gegeben. Ausserdem hat sie den
psychiatrischen Gutachter Dr. J._ damit beauftragt, die Konsensbeurteilung zu
koordinieren, also das internistische und neurologische Teilgutachten mit dem bereits
bestehenden psychiatrischen Teilgutachten zu koordinieren respektive – falls
erforderlich – eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung durchzuführen und das
Verlaufsgutachten mit den internistischen und neurologischen Teilgutachten zu
koordinieren. Die Vergabe eines Verlaufsgutachtens an denselben Gutachter, der ein
Erstgutachten erstattet hat, ist nicht zu beanstanden, kann dies doch den
Aufschlusswert zur Beurteilung der medizinischen Entwicklung erhöhen, weil sich der
Gutachter bereits früher einlässlich mit der zu begutachtenden Person befasst hat. Bei
der zweiten Auftragsvergabe hat es sich also um die Erstellung eines bidisziplinären
(internistisch und neurologisch) Gutachtens mit einer allfälligen psychiatrischen
Verlaufsbegutachtung gehandelt. Diese Konstellation ist vom klaren Wortlaut von
Art. 72 IVV nicht erfasst. Zu berücksichtigen ist im Weiteren, dass ein Absprechen
des Beweiswerts des vorliegenden Gutachtens rein aus formalen Gründen und damit
eine erneute Begutachtung in allen drei Fachdisziplinen das
Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung,
BV, SR 101) verletzen würde. Jede medizinische Begutachtung stellt nämlich einen
Eingriff in die körperliche und geistige Unversehrtheit (Art. 10 Abs. 2 BV) dar und ist
daher nur dann durchzuführen, wenn dies zur Abklärung der Leistungsansprüche
notwendig und für die zu untersuchende Person zumutbar ist (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
Hierbei fallen auch finanzielle Interessen des Staates in dem Sinne ins Gewicht, dass
nur die notwendigen Sachverhaltsabklärungen durchzuführen sind (Art. 43 Abs. 1
ATSG). Eine Verletzung von Art. 72 IVV ist damit zu verneinen.
4.
bis
bis
bis
Im Folgenden ist das Gutachten vom 12. Juli 2018 auf seinen Beweiswert zu
prüfen. Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
4.1.
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umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom
Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen
Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen,
anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143
V 409 und 143 V 418). Bei einem zwecks Rentenrevision erstellten Gutachten hängt der
Beweiswert zudem wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Thema,
nämlich auf eine allfällige erhebliche Änderung des Sachverhalts, bezieht. Einer für sich
allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen
Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung
beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am erforderlichen Beweiswert, wenn
sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes
stattgefunden hat (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2020, 8C_196/2020, E. 6.1).
Die ursprüngliche Zusprache einer ganzen Invalidenrente ist gestützt auf die
Berichte der Psychiatrischen Klinik C._ vom 31. Juli 2003 und des Hausarztes Dr.
med. D._ vom 17. August 2003 erfolgt. Massgebend sind die darin angegebenen
Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Episode (ICD-10 F33.1), einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einer posttraumatischen
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), Probleme bei körperlicher und sexueller
Misshandlung in Kindheit und Adoleszenz (ICD-10 Z61.6) und Probleme bei politischer
Verfolgung, Angehöriger einer politischen Minderheit (ICD-10 Z60.5) sowie die darin
attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeiten gewesen (vgl. die Angaben im
Feststellungsblatt vom 24. November 2003, IV-act. 12). Beeinträchtigungen des
Gesundheitszustands aus somatischer Sicht sind damals also nicht ausschlaggebend
gewesen.
4.2.
Der neurologische Sachverständige Dr. N._ und der internistische Gutachter Dr.
O._ haben den Beschwerdeführer eingehend persönlich untersucht, die subjektiven
Klagen aufgenommen und in den Teilgutachten die objektiven Befunde
wiedergegeben. Sie haben umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt und diese
gewürdigt. Dr. N._ hat aufgezeigt, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers aus neurologischer Sicht seit der Rentenzusprache am 31. März
4.3.
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2004 überwiegend wahrscheinlich nicht relevant verändert hat. Er hat nämlich erklärt,
dass die diagnostizierten chronischen Spannungskopfschmerzen vermutlich bereits
seit mindestens dem Jahr 2002, also womöglich schon länger als seit dem Jahr 2002,
bestanden hätten. Im Übrigen ist der neurologische Status unauffällig ausgefallen.
Gemäss den Ausführungen von Dr. O._ hat sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers aus internistischer Sicht überwiegend wahrscheinlich ebenfalls
nicht relevant verändert. Dr. O._ hat angegeben, im Langzeitverlauf scheine der
Gesundheitszustand stabil zu sein. Die im Jahr 2011 neu diagnostizierte Hypertonie
sowie die koronare Atheromatose bzw. Atherosklerose hat er als ohne signifikanten
Einfluss auf den körperlichen Zustand (respektive wohl: auf die zumutbare
Arbeitsfähigkeit) beurteilt. Seine vom Vorgutachter Dr. L._ abweichende Beurteilung
hat Dr. O._ ausführlich begründet. Die Ausführungen von Dres. N._ und O._
überzeugen. Dem internistischen Teilgutachten von Dr. L._ hat die
Beschwerdegegnerin demgegenüber zu Recht den Beweiswert abgesprochen.
Dr. L._ hat sich nämlich nur am Rande zum Beweisthema, nämlich einer Veränderung
des Gesundheitszustands seit der Rentenzusprache, geäussert. Im Weiteren hat er sich
zur Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms, also einer Diagnose auf
psychiatrischem Fachgebiet, geäussert. Die Ableitung der Diagnose ist dabei nicht
leitliniengerecht erfolgt (vgl. die RAD-Stellungnahme vom 8. Januar 2018, IV-act. 128).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, der
Beschwerdeführer leide auch an Schmerzen im Rücken mit Ausstrahlung bis in die
Beine; die Beschwerdegegnerin hätte deshalb auch ein rheumatologisches und ein
orthopädisches Gutachten einholen müssen. Gegenüber Dr. N._ und Dr. J._ hat
der Beschwerdeführer lumbale Rückenbeschwerden erwähnt; über eine rezidivierende
Lumbago hatte bereits der frühere Hausarzt Dr. D._ am 17. August 2003 berichtet,
dieser allerdings keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen (IV-act. 9).
Dass sich die Rückenbeschwerden verstärkt hätten, ergibt sich weder aus dem Bericht
von Dr. F._ vom 13. Februar 2017 (IV-act. 113) noch hat der Beschwerdeführer dies
geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht kein orthopädisches
und/oder rheumatologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass aufgrund der überzeugenden Angaben von Dres. N._ und O._
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass sich der somatische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache vom 31. März
2004 nicht relevant verändert hat. Weder damals noch im Zeitpunkt der Begutachtung
durch Dres. N._ und O._ ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
somatischer Sicht eingeschränkt gewesen.
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Der psychiatrische Sachverständige Dr. J._ hat im Zeitpunkt der Begutachtung
vom 22. Mai 2017 als einzige Diagnose (ohne eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4),
angegeben. Er hat festgehalten, dass "alles" darauf hindeute, dass seit längerer Zeit
keine eigentliche depressive Episode mehr bestanden habe, sodass davon auszugehen
sei, dass die rezidivierende depressive Störung, die früher sicherlich bestanden habe,
seit einiger Zeit remittiert sei. Er hat dies im Wesentlichen damit begründet, dass der
Beschwerdeführer angegeben habe gelernt zu haben, mit den Depressionen
umzugehen; dass in der letzten Zeit keine intensive Behandlung mehr stattgefunden
habe; dass Dr. I._ im Bericht vom 15. Februar 2017 lediglich eine subdepressive bis
indifferente Stimmung und eine allgemeine Verlangsamung und Verarmung der Mimik
und Gestik festgehalten habe; dass der Beschwerdeführer spontan kaum Klagen
vorgebracht habe, auf gezieltes Nachfragen habe er dann aber das Vorliegen aller
möglichen psychischen Symptome bestätigt; dass sich bei der neuropsychologischen
Abklärung durch Dr. K._ eindeutige Hinweise auf Aggravation gefunden hätten und
dass der Beschwerdeführer inkonsistente Angaben über seinen Zustand gemacht
habe. Die weiteren im Zeitpunkt der Rentenzusprache gestellten Diagnosen einer
somatoformen Schmerzstörung und einer posttraumatischen Belastungsstörung hat
Dr. J._ mit sehr kurzen Begründungen verneint. Auch die in einem Bericht von
Dr. E._ vom 23. Mai 2005 genannte Diagnose einer andauernden
Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung hat er im Begutachtungszeitpunkt
mit einer knappen Begründung verneint. Im Weiteren hat Dr. J._ deutliche Hinweise
auf eine Aggravation festgestellt. Er hat festgehalten, auch der neuropsychologische
Gutachter Dr. K._ gehe davon aus, dass der Beschwerdeführer nicht optimal
mitgewirkt habe, sodass sich auch in der neuropsychologischen Abklärung eindeutige
Hinweise auf eine Aggravation gefunden hätten; Dr. J._ ist also von einer
eingeschränkten Mitwirkung des Beschwerdeführers ausgegangen. Er hat aus den
Angaben von Dr. K._ geschlossen, dass das bei der Abklärung demonstrierte
Leistungsprofil nicht dem tatsächlichen Leistungsprofil des Beschwerdeführers
entsprochen habe. Die Frage nach den beim Beschwerdeführer vorhandenen
Ressourcen hat er mit der Begründung, dass aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung
keine eindeutigen Aussagen möglich seien, offengelassen. Im Abschnitt zur Konsistenz
hat er angegeben, dass die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich seines jetzigen
Zustands nicht zuverlässig gewesen seien. In der Konsensbeurteilung hat Dr. J._
sodann festgehalten, in der psychiatrischen und der neuropsychologischen Abklärung
hätten sich eindeutige Hinweise auf eine Aggravation, Diskrepanzen und Widersprüche
gefunden. Die Resultate der neuropsychologischen Abklärungen seien nicht valide. Im
Zusammenhang mit seiner Feststellung, dass sich viele Hinweise darauf gefunden
4.4.
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5.
hätten, dass sich die psychiatrische Situation gebessert habe, hat er angegeben, dass
die diesbezüglichen Angaben des Beschwerdeführers "nicht ganz konsistent" gewesen
seien. In Bezug auf die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
seit dem Referenzzeitpunkt wesentlich verändert habe, hat Dr. J._ schliesslich
festgehalten, dass ein direkter Vergleich auf der Befundebene nicht möglich sei, weil
der Beschwerdeführer nicht mitgewirkt habe und weil sich bei der psychiatrischen
Abklärung deutliche Hinweise auf eine Aggravation, Diskrepanzen und Widersprüche
gefunden hätten. In Anbetracht dieser klaren Angaben von Dr. J._, dass der
Beschwerdeführer bei der psychiatrischen und der neuropsychologischen nur
eingeschränkt mitgewirkt habe (vgl. auch die Angabe von Dr. K._, dass von der
Prämisse einer besseren Beweiseignung nur dann ausgegangen werden könne, wenn
Gewähr für die Wahrhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers bestehe),
überzeugen die Ausführungen zum psychischen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers im Begutachtungszeitpunkt nicht. Insbesondere hat Dr. J._ nicht
nachvollziehbar begründet, weshalb trotz einer eingeschränkten Mitwirkung und einer
Aggravation von einer Remission der rezidivierenden depressiven Störung auszugehen
sei. Das psychiatrische Teilgutachten vom 12. Juli 2018 (inklusive die
neuropsychologische Beurteilung vom 26. August 2017) bildet daher aufgrund der
unzureichenden Mitwirkung des Beschwerdeführers keine ausreichende
Beweisgrundlage in Bezug auf das Vorliegen einer relevanten Veränderung des
Gesundheitszustands und damit des Arbeitsfähigkeitsgrades seit dem 31. März 2004.
Die Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts ist damit noch nicht
abgeschlossen, denn von einer unzureichenden Mitwirkung des Beschwerdeführers bei
der Begutachtung kann nicht auf eine objektive Beweislosigkeit geschlossen werden,
die eine Einstellung der Rente ausschliessen würde. Vielmehr hat die
Beschwerdegegnerin sämtliche Mittel auszuschöpfen, um den Sachverhalt zur Prüfung
des Leistungsanspruchs ausreichend abzuklären (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG). Dies
bedeutet, dass eine erneute psychiatrische Begutachtung in Auftrag zu geben ist. Da
der Beschwerdeführer bei der letzten Begutachtung unzureichend mitgewirkt hat,
besteht die Gefahr, dass er seine Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 28 ATSG) erneut
verletzen könnte. Um dieser Gefahr zu begegnen respektive um eine versicherte
Person zur Erfüllung ihrer Mitwirkungspflicht zu bewegen, sieht das Gesetz das
sogenannte Mahn- und Bedenkzeitverfahren vor: Gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG kann
der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen
und Nichteintreten beschliessen, wenn die versicherte Person ihren Auskunfts- oder
5.1.
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Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsabklärung in unentschuldbarer Weise nicht
nachkommt. Er muss die versicherte Person vorher schriftlich gemahnt, auf die
Rechtsfolgen hingewiesen und ihr eine angemessene Bedenkzeit eingeräumt haben.
Das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG hat also zum Zweck,
nach einer Verletzung der Mitwirkungspflicht auf die versicherte Person Druck
auszuüben, damit sie ihrer Mitwirkungspflicht nachkommt und das Verfahren
ordnungsgemäss weitergeführt werden kann (vgl. Tobias Bolt, Folgen einer
Mitwirkungspflichtverletzung, in: JaSo 2016, S. 176). Nun ordnet Art. 7b Abs. 1 IVG
aber an, dass auf eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bei einer medizinischen
Untersuchung gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht die in Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG
vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten, sondern die in Art. 21 Abs. 4 ATSG (eigentlich
für die Verletzung der Schadenminderungspflicht) vorgesehene Sanktion der Kürzung
oder Verweigerung der anbegehrten Leistung zur Anwendung kommen muss. Die
Regelung von Art. 7b Abs. 1 IVG bedeutet also für die in Art. 43 Abs. 2 ATSG geregelte
Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen, dass bei der Anwendung
von Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG als Sanktion nur die Kürzung oder die Verweigerung
der anbegehrten Leistung möglich ist. Das ist der einzige Regelungsinhalt von Art. 7b
Abs. 1 IVG in Bezug auf die Pflicht zur Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen.
Das bedeutet, dass Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG unverändert anwendbar bleibt. Bei
einer Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG kann die
anbegehrte Leistung also erst nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens gekürzt oder verweigert werden. Art. 7b Abs. 2 IVG, der eine
sanktionsweise Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung ohne ein
vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren zulässt, bezieht sich nicht auf Art. 7b
Abs. 1 IVG und damit auch nicht auf die Verletzung der Mitwirkungspflicht bei einer
medizinischen Untersuchung gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG. Vielmehr listet er andere
Arten von Pflichten auf, die eine Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung
ohne ein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeitverfahren zulassen. Dabei bezieht sich nur
Art. 7b Abs. 2 lit. d IVG unmittelbar auf die Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung, nämlich auf die Pflicht, der IV-Stelle jene Auskünfte zu erteilen,
die diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt. Art. 7b Abs. 2 lit. d IVG
wurde von der vorberatenden Kommission des Nationalrats eingefügt und vom
Parlament diskussionslos angenommen (Amtliches Bulletin Nationalrat 2006 N 346,
Sitzung vom 21. März 2006; Amtliches Bulletin Ständerat 2006 N 602, Sitzung vom
22. Juni 2006). Ausführungen zu den Gründen, weshalb diese Regelung in Art. 7b
Abs. 2 IVG aufgenommen wurde, fehlen. Wäre mit diesen Auskünften – über den klaren
Gesetzeswortlaut hinaus – auch die Mitwirkung bei medizinischen Untersuchungen
gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG gemeint, hätte der Gesetzgeber, der in Art. 7b Abs. 1 IVG
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den Art. 43 Abs. 2 ATSG angeführt hat, diesen in Art. 7b Abs. 2 lit. d IVG
konsequenterweise ebenfalls ausdrücklich genannt. Der Wortlaut von Art. 7b Abs. 2
lit. d IVG gibt also den Regelungsinhalt abschliessend wieder. Das bedeutet, dass eine
Verletzung der Pflicht, bei medizinischen Untersuchungen umfassend mitzuwirken, erst
nach der erfolglosen Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens durch eine
Kürzung oder Verweigerung der anbegehrten Leistung geahndet werden darf (vgl. zum
Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
25. August 2020, IV 2018/206, E. 5.1). Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens, bei
dem der Verdacht besteht, dass die versicherte Person zu weniger als 40% invalid sein
könnte, stellt nur die Einstellung der Rente die geeignete Sanktion dar.
Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der medizinischen Begutachtung durch
Dres. J._ und K._, also in einem Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 2 ATSG,
eingeschränkt mitgewirkt. Er hat damit seine Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung verletzt. Nach dem in E. 5.1 Gesagten hätte die
Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG
durchführen müssen, dies unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4
ATSG. Weil sie dies unterlassen hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG und Art. 7b
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Die Sache ist daher zur
erneuten psychiatrischen Begutachtung (inklusive eine erneute neuropsychologische
Abklärung) nach der Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens im Sinne
von Art. 43 Abs. 3 ATSG unter der Androhung einer Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 4
ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird dem
Beschwerdeführer also androhen, dass sie die Rentenzahlungen stoppen werde, wenn
er bei der erneuten Begutachtung nicht vollumfänglich mitwirken sollte. Die
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur erneuten psychiatrischen Begutachtung
ist ohne weiteres zulässig, da es zur gesetzlichen Pflicht der den Sachverhalt
abklärenden Verwaltung gehört, bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht der
versicherten Person das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen. Das
Instrument des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist dem für das Versicherungsgericht
anwendbaren kantonalen Verfahrensrecht (Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1) fremd, womit dem Versicherungsgericht im Rahmen der Einholung eines
Gerichtsgutachtens auch kein Mittel zur Verfügung stünde, auf eine versicherte Person,
die ihre Mitwirkungspflicht verletzt, Druck auszuüben, damit sie ihrer Pflicht
nachkommen würde. Vor einer erneuten psychiatrischen Begutachtung wird die
Beschwerdegegnerin zudem bei den behandelnden Fachärzten aktuelle Berichte
einholen müssen (vgl. den Austrittsbericht der Psychiatrie Q._ vom 30. Januar 2020,
act. G 18.1, und den Bericht von Dr. I._ vom 6. März 2019, IV-act. 148). Im Sinne
5.2.
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6.