Decision ID: 12d087ec-cba9-5d97-970d-18dd0fd0a129
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
F._ ist Eigentümer von Grundstück Nr. 0000_, Grundbuch X._, in Y._. Es liegt in der
Wohnzone W2 und ist mit einem Einfamilienhaus (EFH) überbaut. Mit Gesuch vom
13. März 2020 beantragte F._ bei der Baukommission X._ die Aufstockung des
bestehenden Flachdach-EFH mit einem Dachgeschoss. Das Gesuch sieht vor, die
Dachwasserableitungen des geplanten Satteldachs im Bodenaufbau (über dem
bestehenden Flachdach) auf den bestehenden Fallstrang zu führen, was einen höheren
Bodenaufbau über dem Flachdach erfordert. Innert der Auflagefrist erhoben A._ und
B._ (Grundstück Nr. 0001_), C._ und D._ (Grundstück Nr. 0002_) und E._
(Grundstück Nr. 0003_) als Eigentümer benachbarter Grundstücke gemeinsam
Einsprache gegen das Bauvorhaben. Sie beanstandeten, dass der Kniestock des
geplanten Dachgeschosses das höchstzulässige Mass überschreite, weshalb kein
Dach-, sondern ein weiteres Vollgeschoss vorliege. Drei Vollgeschosse seien in der
Zone W2 nicht bewilligungsfähig. Sodann weise das geplante Dachgeschoss auch eine
zu geringe lichte Höhe auf.
A.a.
Mit Beschluss vom 2. Juni 2020 erteilte die Baukommission X._ die Baubewilligung
unter Bedingungen und Auflagen und wies die gemeinsame Einsprache ab. Zur
Begründung hielt sie unter anderem fest, der Kniestock werde stets ab Oberkante fertig
Boden gemessen. Er weise eine Höhe von 1.2 m auf und sei damit regelkonform. Auch
die Gebäudehöhe sei eingehalten und die lichte Raumhöhe des Dachgeschosses liege
auf einer Fläche von rund zwei Dritteln der Bodenfläche bei 2.3 m oder darüber, womit
die wohnhygienischen Anforderungen erfüllt seien (act. G 1 Beilage). Den von
Rechtsanwalt lic. iur. Oliver Wittibschlager, Wil, namens der Einsprecher erhobenen
Rekurs (act. G 7/1, 7/3) wies das Baudepartement des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 9. Oktober 2020 ab und auferlegte den Rekurrenten die amtlichen
Kosten von CHF 3'000 sowie die ausseramtliche Entschädigung des Rekursgegners
(Baugesuchsteller) von CHF 2'760 (act. G 2).
A.b.
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B.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
sind als Eigentümer der Liegenschaften Nrn. 0001_ (Beschwerdeführer 1), 0002_
(Beschwerdeführer 2) und 0003_ (Beschwerdeführer 3) und Empfänger des
angefochtenen Entscheids zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Soweit der Beschwerdegegner die Legitimation
der Beschwerdeführer 1 als überprüfungsbedürftig erachtet (act. G 9 S. 2), ist
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Wittibschlager für A._ und B._, C._
und D._ sowie E._ mit Eingabe vom 27. Oktober 2020 Beschwerde mit den
Rechtsbegehren, der Rekursentscheid sowie der Einspracheentscheid bzw. die
Verfügung vom 5./8. Juni 2020 (Beschluss vom 2. Juni 2020) seien aufzuheben, das
entsprechende Baugesuch abzuweisen und keine Baubewilligung zu erteilen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners (act. G 1).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 30. November 2020 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G
6). Rechtsanwalt lic. iur. Fatih Aslantas, LL.M, Weinfelden, beantragte für den
Beschwerdegegner in der Eingabe vom 23. Dezember 2020 Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdeführer (act. G 9). Die
Beschwerdebeteiligte beantragte in der Vernehmlassung vom 7. Januar 2021
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Zur Begründung
verwies sie auf die Vorakten (act. G 10).
B.b.
In den Stellungnahmen vom 25. Januar und 9. Februar 2021 bestätigten die
Beschwerdeführer (act. G 12) und der Beschwerdegegner (act. G 14) ihre Standpunkte.
B.c.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.d.
bis
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festzuhalten, dass deren Grundstück Nr. 0001_ unmittelbar neben dem Grundstück
Nr. 0000_ des Beschwerdegegners liegt. Von daher kann ihre Legitimation nicht in
Frage gestellt sein. Weitere Anhaltspunkte/Gründe für eine fehlende Legitimation
werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Die Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 27. Oktober 2020 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt die
formellen und inhaltlichen Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist - soweit damit nicht auch die
Aufhebung des als mitangefochten geltenden Einspracheentscheides bzw. der
Verfügung vom 5./8. Juni 2020 (Beschluss vom 2. Juni 2020) beantragt wird
("Devolutiveffekt"; BGE 134 II 142 E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1
und 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E. 1.2) - einzutreten.
Der erstinstanzliche Beschluss der Beschwerdebeteiligten vom 2. Juni 2020 erging
nach Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) am
1. Oktober 2017. Auf das strittige Bauvorhaben ist somit das PBG grundsätzlich
anwendbar, soweit dessen Bestimmungen unmittelbar anwendbar sind und im
vorliegenden Zusammenhang überhaupt zum Tragen kommen. Davon abgesehen sind
weiterhin das Baureglement 2012 Ortsteile O._, P._, Y._, genehmigt am
14. Dezember 2012 (BauR), sowie gegebenenfalls das bis 30. September 2017 in Kraft
gewesene Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (nGS 32-47,
BauG) anwendbar (vgl. auch VerwGE B 2020/10 vom 14. September 2020 E. 5). Soweit
die Beschwerdeführer vorliegend auf Art. 84 f. PBG verweisen (act. G 1 S. 11), ist
festzuhalten, dass das BauR bislang noch nicht an das neue Recht angepasst worden
ist. Von den neuen PBG-Regelungen kann wie erwähnt nur Gebrauch gemacht werden,
sofern sie direkt anwendbar sind (vgl. dazu Anhang zum Kreisschreiben des
Baudepartements "Übergangsrechtliche Bestimmungen im PBG" vom 8. März 2017).
Dies ist bei den Art. 84 f. PBG nicht der Fall, weshalb für die Klärung der Frage der
Zulässigkeit des streitigen Dachaufbaus (mit Ausbau des Dachgeschosses) neben dem
BauR gegebenenfalls das alte BauG heranzuziehen ist (vgl. auch VerwGE B 2020/10
a.a.O.).
2.
Nach Art. 7 Abs. 1 BauR sind in der Zone W2 zwei Vollgeschosse bei einer
Gebäudehöhe von 7.5 m und einer Firsthöhe von 11 m zulässig. Unbestritten ist
vorliegend, dass der geplante Dachaufbau in Form eines Giebeldachs - mit zwei 8.63 m
langen Gauben auf der Längsseite - eine gesamte Gebäudehöhe von 6.97 m zur Folge
2.1.
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haben wird. Die nach BauR in der W2 zulässige Gebäudehöhe von 7.5 m wird damit
unterschritten werden. Streitig ist unter anderem, ob das Gebäude des
Beschwerdegegners nach Realisierung des geplanten Dachaufbaus drei statt der
zulässigen zwei Vollgeschosse aufweisen wird, wie es die Beschwerdeführer geltend
machen (vgl. act. G 1 S. 5-11). Gemäss Art. 27 Abs. 1 BauR zählt als Vollgeschoss
jedes Stockwerk, das weder als Untergeschoss noch als Dachgeschoss gilt. Als
Dachgeschosse gelten nach Art. 27 Abs. 3 lit. a BauR Geschosse, welche im
Dachraum liegen und einen Kniestock, von Oberkant fertig Boden bis zum Schnittpunkt
der Fassade mit der Dachhaut gemessen, von höchstens 1.2 m aufweisen.
Dachvorschriften haben zum Zweck, die Wohnfläche im Dachraum zu beschränken
und beinhalten dementsprechend eine Nutzungsbeschränkung im Dachraum. Ganz
allgemein schützen Vorschriften über Geschosszahl, Gebäudehöhe und Gebäudelänge
öffentliche und private nachbarliche Interessen. Die öffentlichen Interessen liegen vorab
im Bereich der Sicherheits-, Gesundheits- und Feuerpolizei, aber auch darin, die
Veränderung des baulichen Charakters der Ortschaften durch zu hohe Gebäude zu
verhindern bzw. das Erscheinungsbild einer Baute zu beeinflussen (vgl. VerwGE
B 2004/120 vom 25. Januar 2005 E. 2b/bb zweiter Absatz).
Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid dar, über der heutigen, 20 cm starken
Betondecke des Flachdachgebäudes des Beschwerdegegners solle (gemäss
Bauprojekt) ein zusätzlicher Bodenaufbau von insgesamt 38 cm (Höhe) vorgenommen
werden, woraus eine neue Bodenstärke von total 58 cm entstehe. Die Argumentation
der Beschwerdeführer, eine derart dicke - für ein EFH zugegebenermassen unübliche -
Bodenstärke zwischen Ober- und Dachgeschoss müsse dazu führen, dass der
"unnötige" Teil des Bodens zur Kniestockhöhe hinzugezählt werde, sei allerdings nicht
nachvollziehbar. Zum einen sei es nach dem klaren Wortlaut von Art. 27 Abs. 3 lit. a
BauR so, dass die Höhe des Kniestocks von Oberkant fertig Boden bis zum
Schnittpunkt der Fassade mit der Dachhaut (also aussen) gemessen werde; die dabei
zulässige Höhe von 1.2 m sei beim streitigen Projekt unbestrittenermassen eingehalten.
Und zum anderen sei es allein Sache des Bauherrn zu entscheiden, mit welcher Stärke
er seine Zwischenböden ausführen wolle. Dabei sei aufgrund der vorgegebenen
Gebäude- und Firsthöhe klar, dass die Raumhöhen umso geringer ausfallen müssten,
je dicker die Böden zwischen den einzelnen Geschossen erstellt würden. Im Weiteren
umfassten die beiden Dachaufbauten weniger als die Hälfte der jeweiligen Dachflächen
und würden den Charakter des Dachs nicht beeinträchtigen (act. G 2 S. 7 f.).
2.2.
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Die Beschwerdeführer wenden unter anderem ein, das äussere Erscheinungsbild der
geplanten Baute vermittle zum einen den Eindruck von drei Vollgeschossen, obschon
in der W2 nur zwei Vollgeschosse zulässig seien. Die Dachraumbestimmungen hätten
auch zum Zweck, das äussere Erscheinungsbild zu limitieren. Es greife zu kurz, bei
einem Dachaufbau in Form eines Giebeldachs allein zu prüfen, ob die Bestimmungen
betreffend Vergrösserung der Nutzfläche eingehalten seien. Vielmehr sei der
Dachaufbau zusätzlich in seiner Gesamtheit zu beurteilen. Insbesondere sei zu prüfen,
ob er von seiner äusseren Erscheinung her ein drittes Vollgeschoss darstelle. Dies habe
die Vorinstanz unterlassen, unter anderem indem sie nicht einmal einen Augenschein
durchgeführt habe. Diese eingeschränkte Auslegung verletze Art. 27 Abs. 3 lit. a BauR.
Entgegen der Vorinstanz lägen über der Decke Oberkant zweites Vollgeschoss vom
Aufbau her die eigenständige Dachentwässerung sowie der eigentliche Boden des
Dachgeschosses, nicht aber nur ein Boden mit einer Stärke von 58 cm. Nach den
sinngemässen Erwägungen der Vorinstanz komme es einzig darauf an, dass ab
Oberkant Boden ein Kniestock von 1.2 m eingehalten sein müsse, wohingegen die
Höhe des Bodenaufbaus so dick/hoch sein dürfe, wie er wolle, solange die maximale
Firsthöhe eingehalten sei. Diese Rechtsanwendung verletze Art. 27 Abs. 3 lit. a BauR.
Aus dieser Bestimmung ergebe sich, dass ein Kniestock von 1.2 m und ein
Bodenaufbau, nicht aber weitergehende technische Anlagen (Dachentwässerung)
erlaubt seien. Da die Dachentwässerung funktional zum Dach gehöre, müsse deren
Höhe auch zur Messweise des Kniestocks hinzugezählt werden; die 28 cm
(Dachentwässerung) hätten sich innerhalb des maximal zulässigen Kniestocks von
1.2 m zu befinden. Da dies vorliegend nicht der Fall sei, liege ein Vollgeschoss und kein
Dachgeschoss vor. Faktisch bestehe ein Kniestock von 1.48 m, da die Entwässerung
nicht zum Boden gehöre. Ein üblicher Boden habe eine Höhe von rund 10 cm. Die
unter dem Boden geführte Dachentwässerung stelle keinen notwendigen Bestandteil
eines Bodenaufbaus dar und habe mit dem Boden und dessen Funktion nichts zu tun.
Sie sei vielmehr Bestandteil des Dachs. Würde die Dachentwässerung über
Regenwasserabläufe der Fassade entlang und nicht unter dem Boden abgeführt, wäre
der Dachaufbau 28 cm weniger hoch. Dies belege, dass der Dachwasserablauf nicht
zur Funktion des Bodens gehöre. Der Aufbau von 28 cm sei zudem aufgrund seiner
Abmessungen (Höhe und Fläche) geeignet, für Nachbarn und Öffentlichkeit räumliche
Folgen zu zeitigen. Die Mehrhöhe erstrecke sich über die gesamte umbaute Fläche. Im
Weiteren folge aus Art. 84 f. PBG, dass Dachaufbauten und -einschnitte innerhalb des
Dachraumes liegen müssten. Gemäss Art. 27 BauR i.V.m. Art. 85 PBG liege eine
zulässige Dachaufbaute nur vor, wenn keine Bauteile ausserhalb des Dachraumes
liegen würden. Ein Teil der Gauben überrage den Dachraum, was die maximale
2.3.
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Umhüllung überschreite und dementsprechend eine Verletzung von Art. 27 BauR i.V.m.
Art. 85 PBG darstelle. Damit werde der geplante Dachaufbau auch aus diesem Grund
zu einem Vollgeschoss (act. G 1, G 12).
2.4.
Die Beschwerdeführer beanstanden sinngemäss, dass die Vorinstanz keinen
Augenschein durchgeführt habe (act. G 1 S. 5). Einen entsprechenden Antrag stellten
sie im vorinstanzlichen Verfahren - wie auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren -
nicht. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts.
Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der
urteilenden Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein
überprüft zu werden, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen
geboten ist (vgl. B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 50 zu Art. 12-13
VRP). Die tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich im vorliegenden Fall hinreichend aus
den eingereichten Planunterlagen, dem Geoportal (www.geoportal.ch) und aus den
übrigen Verfahrensakten; sie sind im Wesentlichen auch nicht umstritten. Für die
Klärung der von den Beschwerdeführern angeführten Gegebenheiten, d.h.
insbesondere der von ihr beanstandeten Höhe des Kniestocks und deren
Auswirkungen, bedurfte es weder im vorinstanzlichen Verfahren noch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren eines Augenscheins, weshalb darauf auch verzichtet werden
durfte.
2.4.1.
Zutreffend ist der Hinweis der Beschwerdeführer (act. G 1 S. 4 f.), dass der Zweck von
Dachraumvorschriften nicht nur in der Beschränkung der Wohnfläche im Dachraum
liegt, sondern auch darin, die Veränderung des baulichen Charakters von Ortschaften
durch zu hohe Gebäude zu verhindern bzw. das Erscheinungsbild einer Baute zu
beeinflussen (vgl. vorstehende E. 2.1). So schreibt auch Art. 36 BauR vor, dass
Dachaufbauten und Dacheinschnitte sowie Solaranlagen architektonisch gut zu
gestalten sind und den Charakter des Daches nicht beeinträchtigen dürfen (Abs. 1).
Dachaufbauten und Dacheinschnitte sind sodann auf die Proportion der Dachfläche
abzustimmen und dürfen die gesamte Erscheinung der einzelnen Dachflächen nicht
dominieren (Abs. 2).
2.4.2.
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Vorliegend ergibt sich daraus, dass beim EFH des Beschwerdeführers nach
Realisierung des geplanten Dachaufbaus möglicherweise zwar die Firsthöhe der
benachbarten Bauten überschritten wird, doch stellt dies für sich allein noch keine
Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes der Baute und auch keine Veränderung des
baulichen Charakters der Umgebung bzw. des Quartiers dar. Dies umso weniger, als
die geplante Baute die in der Zone W2 zulässige Firsthöhe von 11 m (vgl. Art. 7 Abs. 1
BauR) bei Weitem nicht erreicht. Auch vermag der Dachaufbau allein durch den
zusätzlich notwendigen Bodenaufbau von 38 cm auf dem bestehenden Flachdach
(Dachentwässerung 28 cm und 10 cm Bodenaufbau) nicht als drittes Geschoss in
Erscheinung zu treten, sondern er ist ohne Weiteres als Dachgeschoss erkennbar (vgl.
act. G 7/5/7 [Plandarstellung Fassade/Schnitt 1:100] sowie act. G 7/5/17 Beilage 3).
Durch den projektierten Aufbau ergibt sich bei der Dachentwässerung im Übrigen
insofern keine Änderung, als diese schon heute über der Decke (Flachdach) des
zweiten Vollgeschosses geführt wird. Die bestehende Dachentwässerung soll mithin
weiterhin verwendet werden (vgl. act. G 9 S. 3 unten).
Der Begriff "Oberkant fertig Boden" in Art. 27 Abs. 3 lit. a BauR macht deutlich, dass
im Boden integrierte Anlageteile (wie etwa Leitungen für Strom und Wasser sowie
Bodenheizungsrohre) bei der Bemessung der Kniestockhöhe im Sinn dieser
Bestimmung ausser Betracht bleiben sollen. Ein triftiger Grund, eine von diesem klaren
Wortlaut abweichende Interpretation der Bestimmung zuzulassen, ergibt sich aus den
Eingaben der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht anderweitig erkennbar: Die
Behauptung, dass "weitergehende technischen Anlagen" keine Bestandteile des
Bodens darstellen würden (act. G 1 S. 7 unten), lässt sich mit der "Wirklichkeit" im
Baubereich bzw. mit dem Umstand, dass Anlagen oftmals in den Boden integriert sind
und damit auch Bestandteil desselben bilden, nicht in Einklang bringen. So legt Art. 27
Abs. 3 lit. a BauR denn auch nicht fest, welche Stärke der Boden maximal aufweisen
darf, um noch als Boden im Sinn dieser Bestimmung gelten zu können. Wenn die
Beschwerdeführer im Weiteren einwenden, dass die Leitungen für die
Dachentwässerung keinen Zweck des Bodens erfüllen würden, sondern Bestandteil
des Dachs seien (act. G 1 S. 9), trifft dies insofern nicht zu, als die Ableitung des
Dachwassers als Funktion nicht auf das Dach beschränkt bleibt, sondern vielmehr
auch das Haus als solches betrifft, indem auf der ganzen Höhe desselben der
Dachwasserabfluss stattfindet. Nicht entscheidend erscheint dabei, ob der Abfluss
ausserhalb (in offenen Rohren) oder innerhalb des Hauses (u.a. im Fussboden des
neuen Dachgeschosses) erfolgt, zumal sich hieraus keine für oder gegen das
2.4.3.
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3.
behauptete Vorliegen eines dritten Vollgeschosses sprechenden Argumente ableiten
liessen.
Der von den Beschwerdeführern zitierte VerwGE B 2018/99 vom 13. Januar 2019 (act.
G 1 S. 9 f.; zum Teil irrtümlich als VerwGE B 2004/120 E. 2b/bb benannt) betraf unter
anderem die Frage, ob ein Sonnensegel im Melde- oder im ordentlichen
Baubewilligungsverfahren zu bewilligen sei. Hierzu ist anzumerken, dass es bei der
Dachentwässerung - anders als beim Sonnensegel - um eine im Boden integrierte
Anlage geht, worauf der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners zu Recht hinweist
(act. G 9 S. 6). Sodann sind, wie bereits erwähnt (vorstehende E. 1 zweiter Absatz), die
von den Beschwerdeführern angeführten Art. 84 f. PGB vorliegend gar nicht
anwendbar. Dementsprechend lässt sich aus diesen Bestimmungen entgegen der von
ihnen vertretenen Auffassung (act. G 1 S. 10 f.) auch keine verbindliche Regelung des
Dachraums ableiten. Im Weiteren sah das dem Verfahren B 2018/99 zugrunde liegende
Baureglement (Art. 7 Abs. 4) explizit vor, dass Brüstungen, Vordächer über dem
Dachgeschoss und Einrichtungen zum Schutz vor Witterung die Umhüllung nicht
überschreiten dürfen (vgl. VerwGE B 2018/99 a.a.O. E. 5.3.1 zweiter Absatz).
Demgegenüber kennt das vorliegend anwendbare BauR keine solche Regelung,
weshalb eine Vergleichbarkeit nicht gegeben ist. Im Übrigen war auch im erwähnten
Verfahren das PBG nicht unmittelbar anwendbar (vgl. VerwGE B 2018/99 a.a.O. E.
5.3.3 am Schluss). Hieraus lässt sich somit nichts zugunsten des Standpunktes der
Beschwerdeführer ableiten. Der weitere Hinweis der Beschwerdeführer, wonach der
Aufbau von 28 cm aufgrund seiner Abmessungen (Höhe und Fläche) geeignet sei, für
Nachbarn und Öffentlichkeit räumliche Folgen zu zeitigen, zumal die Mehrhöhe sich
über die gesamte umbaute Fläche erstrecke (act. G 1 S. 10), vermag an der
dargelegten Beurteilung nichts zu ändern. Nachdem das streitige Bauprojekt die
Vorgaben von Art. 27 Abs. 3 lit. a BauR wie dargelegt erfüllt und die Vorgaben von
Art. 36 BauR (vgl. vorstehende E. 2.4.1) unbestrittenermassen eingehalten sind, besteht
diesbezüglich kein Anlass für eine Beanstandung des angefochtenen Entscheids.
2.4.4.
Im Weiteren beanstanden die Beschwerdeführer - wie bereits im vorinstanzlichen
Verfahren - die lichte Höhe der Dachaufbauten als zu gering (act. G 1 S. 12). Art. 34 lit.
a BauR verlangt für Aufenthaltsräume in Wohnhäusern eine lichte Raumhöhe von
mindestens 2.3 m. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, der Umstand,
dass diese Mindesthöhe nicht auf einen bestimmten Prozentsatz oder eine bestimmte
3.1.
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4.
Mindestquadratmeterzahl der Bodenfläche des Dachgeschosses beschränkt sei, könne
nicht zur Folge haben, dass in Satteldachgeschossen keine Aufenthaltsräume erstellt
werden dürften. In Satteldachgeschossen sei es aufgrund der Dachschrägen gar nicht
möglich, eine lichte Raumhöhe von 2.3 m über der gesamten Bodenfläche einzuhalten.
Weil diese Bestimmung einzig wohnhygienische Aspekte verfolge, sei die Auslegung
der Beschwerdebeteiligten, eine lichte Raumhöhe von 2.3 m nur auf einem Teil des
Dachgeschosses zu verlangen, nicht zu beanstanden. Vorliegend werde die lichte
Höhe von 2.3 m über rund zwei Drittel der Bodenfläche des Dachgeschosses
eingehalten, was unter wohnhygienischen Aspekten bei Weitem ausreichend sei (act. G
2 S. 9 mit Abbildung).
Die Beschwerdeführer wenden ein, es sei nicht erstellt, dass zwei Drittel der neu
nutzbaren Fläche die lichte Höhe von 2.3 m einhalte. Aus den Plänen ergebe sich
jedenfalls etwas Anderes. Dies sei weder von der Beschwerdebeteiligten noch von der
Vorinstanz geklärt worden. Da das BauR keine Prozentzahl festlege, müsse ein
Dachgeschoss die lichte Raumhöhe von 2.3 m auf der gesamten Fläche einhalten,
zumal für einen permanent bewohnten Raum nachgesucht werde. Dies sei vorliegend
nicht der Fall, weshalb das Projekt auch Art. 34 lit. a BauR verletze (act. G 1 S. 12).
Zu den vorerwähnten Einwänden ist festzuhalten, dass aufgrund des vom
Beschwerdegegner im Rekursverfahren eingereichten Plans (act. G 7/5/17 Beilage 4)
die Einhaltung einer lichten Höhe von 2.3 m auf einer Fläche von 63.81 % des Bodens
nachvollziehbar dokumentiert ist. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass diese
Plandarstellung unzutreffend sein könnte, werden weder geltend gemacht noch sind
solche ersichtlich. Zum Vorbringen, ein Dachgeschoss müsse die lichte Raumhöhe von
2.3 m auf der gesamten Fläche einhalten, da das BauR keine entsprechende
Prozentzahl festlege, ist mit der Vorinstanz anzumerken, dass es die Dachschrägen in
Räumen unmittelbar unter einem Satteldach oftmals nicht erlauben, eine lichte
Raumhöhe von 2.3 m über der gesamten Bodenfläche einzuhalten, so dass sich die
Festlegung eines entsprechenden Prozentwerts aufdrängte. Es lässt sich nicht
beanstanden, dass die Vorinstanz eine Einhaltung der Raumhöhe von 2.3 m auf knapp
zwei Dritteln der Bodenfläche als mit Art. 34 lit. a BauR vereinbar einstufte.
3.2.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
4.1.
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