Decision ID: a1896cf2-cd70-4421-89b9-1c853c4e2fe5
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Herr A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) erlangte den Akten zu-
folge am 31. Juli 2010 das eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Augen-
optiker. Am 9. Oktober 2020 erhielt er den deutschen "Meisterbrief im Au-
genoptiker-Handwerk (German Meister Examination of Optometrist)" von
der Handwerkskammer Hannover. Dieses Diplom berechtigt ihn zur Füh-
rung des Meistertitels und der Bezeichnung "Bachelor Professional in die-
sem Handwerk". Hierzu bestätigte das "höhere Fachinstitut für Augenoptik
und Optometrie B._ ltd." am 30. Oktober 2020, dass der Beschwer-
deführer den Lehrgang zur Vorbereitung auf die deutsche Meisterprüfung
bestanden habe, wobei es 1400 Ausbildungsstunden (60 ECTS-Punkte,
zzgl. 15 ECTS-Punkte des vorausgesetzten Abschlusses Augenoptiker
EFZ) auswies.
B.
Am 24. März 2021 reichte der Beschwerdeführer beim Schweizerischen
Roten Kreuz (SRK; nachfolgend auch: Vorinstanz) ein Gesuch um Aner-
kennung des genannten Abschlusses für den Beruf des Optometristen in
der Schweiz ein. Mit Verfügung vom 3. August 2021 lehnte die Vorinstanz
das Gesuch ab.
C.
Hiergegen gelangt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 31. August
2021 an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt, die Verfügung der
Vorinstanz aufzuheben, das Anerkennungsgesuch gutzuheissen und ihn
zur Titelführung als Optometrist zu berechtigen, eventualiter das Anerken-
nungsgesuch gutzuheissen und ihn zur Titelführung als diplomierten Au-
genoptiker zu berechtigen (alles unter Kostenfolge). Die Vorinstanz bean-
tragt mit Eingabe vom 5. Oktober 2021 die Abweisung der Beschwerde.
D.
Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
B-3879/2021
Seite 3

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 3. August 2021 ist eine Verfügung nach
Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021). Das
Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31 und Art. 33 Bst. h des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichts-
gesetz, VGG, SR 173.32]; vgl. Zwischenentscheid des BVGer
B-1813/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2.2.4). Der Beschwerdeführer ist
als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschwerde legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und In-
halt der Beschwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1
VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4
VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 44 ff.
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Am 1. Februar 2020 traten das Bundesgesetz vom 30. September 2016
über die Gesundheitsberufe (Gesundheitsberufegesetz, GesBG
SR 811.21), die Verordnung vom 13. Dezember 2019 über die berufsspe-
zifischen Kompetenzen für Gesundheitsberufe nach GesBG (Gesundheits-
berufekompetenzverordnung, GesBKV, SR 811.212) und die Verordnung
vom 13. Dezember 2019 über die Anerkennung ausländischer und die
Gleichstellung inländischer Bildungsabschlüsse nach bisherigem Recht in
den Gesundheitsberufen nach dem GesBG (Gesundheitsberufeanerken-
nungsverordnung, GesBAV, SR 811.214) in Kraft. Wenn eine Person vom
Staat eine Bewilligung oder die Gewährung eines Vorteils ersucht, so ist
auch für die Beschwerdeinstanz dasjenige materielle Recht massgebend,
das im Moment des angefochtenen Entscheids der Erstinstanz in Kraft war
(vgl. BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; Urteil des BVGer
B-404/2019 vom 28. Dezember 2020 E. 3.2 m.w.H.). Die angefochtene
Verfügung wurde im August 2021, mithin nach Inkrafttreten des Gesund-
heitsberufegesetzes erlassen. Dieses ist somit auf den vorliegenden Fall
anwendbar.
2.2 Die Vereinbarung zwischen der Schweiz und Deutschland über die ge-
genseitige Anerkennung handwerklicher Prüfungen vom 1. Dezember
1937 (nachfolgend: Vereinbarung 1937), auf die sich der Beschwerdefüh-
rer bezieht, ist nicht mehr in Kraft (Art. 8 des Abkommens vom 10. Februar
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2021 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der
Bundesrepublik Deutschland über die gegenseitige Feststellung der
Gleichwertigkeit von beruflichen Abschlüssen [SR 0.412.113.6]). Das neue
Abkommen ist am 1. September 2021 (AS 2021 529) in Kraft getreten und
nach der Übergangsbestimmung (Art. 7 des neuen Abkommens) nicht auf
bereits hängige Anträge anwendbar. Am gleichen Tag ist die Vereinba-
rung 1937 ausser Kraft getreten. Die angefochtene Verfügung wurde vor
diesem Datum erlassen, weshalb die Vereinbarung 1937 zeitlich noch zur
Beurteilung des vorliegenden Falles anwendbar ist.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer beantragt, sein Anerkennungsgesuch gutzu-
heissen und ihn zur Titelführung "Optometrist", eventualiter "diplomierter
Augenoptiker" zu berechtigen. Er begründet dies damit, dass die Vor-
instanz zu Unrecht die Kriterien nach dem Abkommen vom 21. Juni 1999
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Eu-
ropäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA, SR 0.142.112.681) und der
Richtlinie 2005/36/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom
7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen
(ABl. 2005 L 255 S. 22, nachfolgend: RL 2005/36/EG) geprüft habe und
dass sie sich ausschliesslich auf die Vereinbarung 1937 hätte abstützen
sollen. Diese verlange die Gleichstellung der Meisterprüfung mit der Fach-
prüfung im selben Handwerk, weshalb vorliegend kein Vergleich der Aus-
bildungsinhalte gestattet sei, sondern die Anerkennung automatisch zu er-
folgen habe. Auch die Änderung innerstaatlichen Rechts sei nicht geeignet,
eine Nichterfüllung der staatsvertraglichen Verpflichtung zur automati-
schen Anerkennung zu rechtfertigen. Überdies sei aufgrund des Verweises
auf das Völkerrecht in den Übergangsbestimmungen im Gesundheitsberu-
fegesetz die Anerkennung auch nach innerstaatlichem Recht zu bejahen.
Schliesslich bringt er vor, dass die Kantone weiterhin Bewilligungen ge-
stützt auf altrechtliche Diplome erteilten.
3.2 Demgegenüber legt die Vorinstanz dar, dass die bisherige Praxis ge-
stützt auf die Vereinbarung 1937 eine Gleichwertigkeit der Meisterprüfung
mit dem in der Schweiz nicht mehr angebotenen Abschluss dipl. Augenop-
tiker HFP bejaht habe, nicht aber mit einem B.Sc. in Optometrie. Nach
neuem Recht verlange der Bund aber letzteren für die Berufsausübung in
eigener fachlicher Verantwortung. Nach den Übergangsbestimmungen im
Gesundheitsberufegesetz sei zwar die Bewilligungserteilung gestützt auf
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den altrechtlichen dipl. Augenoptiker HFP und auf bis zum 31. Januar 2020
als gleichwertig anerkannte ausländische Diplome möglich, doch erfülle
der Beschwerdeführer diese Kriterien nicht. Es handle sich zudem bei dem
Augenoptikermeister in Deutschland um einen grundsätzlich anderen Be-
ruf als beim Optometristen nach Schweizer Konzeption. Daher sei eine An-
erkennung nicht möglich.
3.3 Die Begründung der Vorinstanz überzeugt:
3.3.1 Zwar trifft es zu, dass die Vereinbarung 1937 eine automatische An-
erkennung verlangt, wie der Beschwerdeführer vertritt. Wie er ebenfalls
richtigerweise feststellt, bezieht sich die Gleichwertigkeit der Meisterprü-
fung aber auf die Fachprüfung im selben Handwerk, mithin auf den Ab-
schluss auf Stufe höhere Fachschule (vgl. auch explizit BBl 1937 III 491,
wonach "das deutsche Meisterdiplom dem schweizerischen Diplom gleich-
gestellt" wird, was als "Diplom [höhere Fachprüfung]" zu verstehen ist). Die
Vereinbarung 1937 berechtigt den Beschwerdeführer mithin einzig zur au-
tomatischen Anerkennung als gleichwertig konkret mit dem altrechtlichen
dipl. Augenoptiker HFP. Auch in Deutschland bezieht sich die Meisterprü-
fung gemäss Meisterbrief auf die Ausübung des Augenoptiker-Handwerks
und erlaubt die Führung der Bezeichnung "Bachelor Professional in diesem
Handwerk". Es handelt sich damit explizit nicht um einen Hochschulab-
schluss auf Stufe Fachhochschule im Sinne eines Titels "Bachelor of Sci-
ence" (B.Sc.).
3.3.2 Die vom Beschwerdeführer beantragte Anerkennung verlangt aber
explizit die Gleichwertigkeit "mit einem inländischen Bildungsabschluss
nach Artikel 12 Absatz 2" (Art. 10 Abs. 1 GesBG; Hervorhebung hinzuge-
fügt). Nach Art. 12 Abs. 2 Bst. f GesBG ist für die Bewilligung zur Berufs-
ausübung in eigener fachlicher Verantwortung als Optometrist ein B.Sc. in
Optometrie FH vorausgesetzt. Auch nach innerstaatlichem Recht berech-
tigt demnach der (altrechtliche) Abschluss des dipl. Augenoptikers HFP
nicht zur selbständigen Berufsausübung als Optometrist. Die zeitliche An-
wendbarkeit der Vereinbarung 1937 ist mit anderen Worten zwar zu beja-
hen, hilft dem Beschwerdeführer aber nicht, eine Anerkennung zur Berufs-
ausübung als Optometrist zu erreichen, denn sie verlangt die Anerkennung
gleichartiger Abschlüsse. Sie hindert einen Staat sodann nicht, für die Aus-
übung eines bestimmten Berufes materiell eine höhere Qualifikation zu ver-
langen.
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3.3.3 Die Praxis, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, betrifft denn
auch nur die Frage, ob eine Anerkennung mit dem altrechtlichen schwei-
zerischen Diplom notwendig sei (vgl. BVGE 2015/14 E. 3.2.5). Wie die Vor-
instanz zutreffend vorbringt, wurde umgekehrt explizit offengelassen, ob an
der automatischen Anerkennung festgehalten werden könne, wenn die
Kantone die Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung von einem Ba-
chelor-Diplom abhängig machen würden (vgl. BVGE 2015/14 E. 3.2.4).
Nachdem der Bachelor-Abschluss bundesrechtlich vorgeschrieben ist
(Art. 12 Abs. 2 Bst. f GesBG), ist genau dieser Fall eingetreten, da es den
Kantonen verwehrt ist, (ausserhalb der übergangsrechtlichen Bestimmun-
gen) weiterhin ein tieferes Ausbildungsniveau zu erlauben. Da die Verein-
barung 1937 keine materiellen Vorschriften über das erforderliche Ausbil-
dungsniveau für bestimmte Berufe, konkret für die Optometristin oder den
Optometristen, enthält, betrifft sie nur die Anerkennung der gleichartigen
Abschlüsse, umfasst aber keine Vorschrift, wonach Absolventen mit einem
bestimmten Abschluss innerstaatlich die Ausübung eines bestimmten Be-
rufes gestattet werden müsse. Daraus ergibt sich, dass keine völkerrecht-
liche Verpflichtung besteht, den Abschluss des Beschwerdeführers für den
Beruf des Optometristen zu anerkennen. Die voristanzliche Verweigerung
der Anerkennung des Abschlusses des Beschwerdeführers steht mithin im
Einklang mit der Praxis nach BVGE 2015/14.
3.3.4 Damit stellt sich die Frage, ob der Abschluss des Beschwerdeführers,
der nach dem Vorstehenden grundsätzlich mit dem altrechtlichen Diplom
automatisch gleichzustellen wäre, möglicherweise gestützt auf Art. 34
GesBG weiterhin zur Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung führen
müsste. Wie die Vorinstanz zutreffend vorbringt, setzt die Übergangsrege-
lung gemäss Art. 34 Abs. 1 GesBG voraus, dass bereits eine Bewilligung
zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung nach kantonalem
Recht vorliegt. Dies trifft auf den Beschwerdeführer nicht zu. Die Besitz-
standwahrung nach Art. 34 Abs. 3 GesBG setzt voraus, dass ein inländi-
scher Abschluss nach bisherigem Recht erworben wurde oder dass ein
ausländischer Abschluss als gleichwertig anerkannt worden ist. Gemeint
ist hierbei nicht, dass er als gleichwertig anerkannt hätte werden können,
sondern dass diese Anerkennung auch tatsächlich bereits – mithin vor In-
krafttreten des Gesundheitsberufegesetzes – erfolgt war (vgl. Urteil des
BVGer B-5953/2020 vom 6. Mai 2022 E. 7.5). Unbestrittenermassen stellte
der Beschwerdeführer sein Gesuch aber erst nach Inkrafttreten des Geset-
zes, weshalb er sich nicht auf Art. 34 Abs. 3 GesBG berufen kann. Auch
der deutsche Abschluss des Beschwerdeführers stammt vom 9. Oktober
2020, ist also erst nach Inkrafttreten des Gesundheitsberufegesetzes
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(1. Februar 2020) erlangt worden. Daher wäre dem Beschwerdeführer die
Berufung auf Art. 34 Abs. 3 GesBG selbst dann verwehrt, wenn es auch
bei ausländischen Abschlüssen auf das Datum des Abschlusses und nicht
auf dasjenige der Anerkennung ankäme.
3.3.5 Zusammengefasst kann sich der Beschwerdeführer weder direkt
noch übergangsrechtlich auf die Vereinbarung 1937 berufen, um eine au-
tomatische Anerkennung seines deutschen Meisterdiploms zu erreichen.
3.4 Es bleibt also bei der von der Vorinstanz vorgenommenen Prüfung der
Anerkennungsfähigkeit gestützt auf Art. 10 Abs. 1 GesBG. Dabei ist die An-
erkennung zu bejahen, wenn entweder ein völkerrechtlicher Vertrag über
die gegenseitige Anerkennung dies vorsieht (Bst. a) oder die Gleichwertig-
keit im Einzelfall nachgewiesen (Bst. b) wird (vgl. Urteil des BVGer
B-5988/2020 vom 28. April 2021 E. 2.1). Da die Vereinbarung 1937 wie ge-
sagt keine Gleichwertigkeit im verlangten Sinne zu begründen vermag, ist
im Rahmen der Prüfung nach Art. 10 Abs. 1 Bst. a GesBG das Abstellen
der Vorinstanz auf das FZA und die RL 2005/36/EG nicht zu beanstanden.
Der Beschwerdeführer äussert sich nicht dazu, inwiefern die Beurteilung
durch die Vorinstanz gestützt auf diese Rechtsgrundlagen unzutreffend
sein soll. Es sind auch darüber hinaus keine Anhaltspunkte ersichtlich, wel-
che die Ausführungen der Vorinstanz in Zweifel ziehen würden, wonach
der deutsche Meister Augenoptiker-Handwerk nicht der gleiche Beruf wie
der Optometrist in der Schweiz sei, der über die gemäss Art. 3 Abs. 2
GesBG vorausgesetzten Kompetenzen verfügen muss.
3.4.1 Die RL 2005/36/EG regelt die Voraussetzungen für die Anerkennung
von Diplomen, Zeugnissen und sonstigen Befähigungsnachweisen, soweit
die Ausübung einer Tätigkeit im Aufnahmestaat reglementiert ist (Art. 2
Abs. 1 der RL 2005/36/EG i.V.m. Art. 9 FZA). Dabei ist aber vorausgesetzt,
dass die in Frage stehende Berufsqualifikation den Inhaber berechtigt,
"denselben Beruf auszuüben" (Art. 1 der RL 2005/36/EG). Ein gleicher Be-
ruf liegt vor, wenn die Tätigkeiten, die er umfasst, im Aufnahmestaat ver-
gleichbar mit denjenigen im Herkunftsstaat sind (Art. 4 Abs. 2 der
RL 2005/36/EG).
3.4.2 Wie die Vorinstanz überzeugend darlegt, handelt es sich beim Au-
genoptikermeister nach deutscher Konzeption im Wesentlichen um einen
Handwerksberuf, der einen Fokus auf technische, kaufmännische und be-
ratende Tätigkeiten aufweist. Daneben umfasst er auch Grundkenntnisse
in Anatomie und Physiologie, wobei diese Komponenten aber neben den
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anderen Tätigkeiten kein überwiegendes Gewicht einnehmen. So weist
das Meisterprüfungszeugnis des Beschwerdeführers "Verrichtung der im
[...] Handwerk gebräuchlichen Arbeiten" sowie "fachtheoretisch[e]", "be-
triebswirtschaftlich[e], kaufmännisch[e] und rechtlich[e]" und "berufs- und
arbeitspädagogisch[e]" Kenntnisse aus; auch die Ausbildungsbestätigung
der "B._ ltd" weist von den insgesamt 75 ECTS-Punkten lediglich
deren 18 im Bereich der fachtheoretischen Kenntnisse aus. Dies ist mit der
vorinstanzlichen Einschätzung des Berufs primär als Handwerksberuf kon-
sistent. Demgegenüber ist der Beruf des Optometristen nach Schweizer
Lesart stärker als wissenschaftsbasierte Tätigkeit als Erstversorger mit me-
dizinischen Kenntnissen ausgestaltet (Art. 3 Abs. 2 GesBG und Art. 7 Ges-
BKV).
3.4.3 Die Berufe sind daher nicht vergleichbar, weshalb eine Anerkennung
gestützt auf Art. 10 Abs. 1 Bst. a GesBG und die RL 2005/36/EG – wie von
der Vorinstanz zutreffend festgehalten – ausscheidet. Damit hatte die Vor-
instanz insbesondere auch keine allfälligen Ausgleichsmassnahmen nach
Art. 14 der RL 2005/36/EG zu prüfen. Denkbar wäre darüber hinaus, dass
eine Anerkennung nach Art. 10 Abs. 1 Bst. b GesBG im Einzelfall erfolgen
könnte. Die Anerkennung gestützt auf die letztgenannte Norm erfordert,
dass (kumulativ) die Bildungsstufe und die Bildungsdauer der ausländi-
schen und der inländischen Ausbildung gleich sind und die Bildungsinhalte
der Ausbildungen vergleichbar sind (Art. 6 Abs. 1 Bst. a-c GesBAV). Wie
sich vorstehend gezeigt hat, ist die Bildungsstufe der beiden Ausbildungen
nicht gleich. Auch betreffend die Bildungsdauer weist der Beschwerdefüh-
rer einen Vorbereitungsausweis von 75 ECTS-Punkten aus, während die
Schweizer Ausbildung auf dem Niveau Fachhochschule 180 ECTS-Punkte
voraussetzt. Die Ausbildung des Beschwerdeführers weist demnach eine
geringere Dauer auf. Schliesslich sind die Bildungsinhalte ebenfalls – wie
bereits in der vorstehenden Erwägung erörtert – nicht vergleichbar. Da alle
drei vorausgesetzten Kriterien nicht erfüllt sind, ist eine Anerkennung nach
Art. 6 GesBAV nicht möglich.
3.5 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, wes-
halb sie abzuweisen ist.
4.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Spruchgebühr richtet
sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessfüh-
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rung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG). Die Streit-
sache hat sich als vergleichsweise einfach erwiesen; der Beschwerdefüh-
rer hat sich zielführend und sachorientiert in einer einzelnen, vergleichs-
weise kurzen Eingabe geäussert. Die ursprünglich erwarteten Verfahrens-
kosten (Kostenvorschuss von Fr. 1'800.–) sind daher zu korrigieren und die
Kosten auf Fr. 1'200.– festzusetzen. Dieser Betrag ist dem vom Beschwer-
deführer bezahlten Kostenvorschuss zu entnehmen.
Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann eine Parteientschädi-
gung zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Da der Beschwerde-
führer vorliegend vollständig unterliegt, ist ihm keine Parteientschädigung
zuzusprechen.
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