Decision ID: 86b2ce48-e4c4-453e-b1c7-85c90da29305
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 1993 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 9).
Er gab an, er habe in seinem Herkunftsland nach der Grundschule eine Lehre/Anlehre
als Schreiner absolviert. Gemäss einem Bericht von Dr. med. I._ vom 6. Januar 1994
(IV-act. 19) hatte sich der Versicherte am 3. Oktober 1984 eine Patellatrümmerfraktur
rechts zugezogen, die mittels einer Patellektomie behandelt worden war. Aktuell im
Vordergrund standen aber therapieresistente Schmerzen im Bereich des
thorakolumbalen Übergangs mit Ausstrahlung in den linken Rippenbogen. Dazu kamen
Beschwerden am linken Knie (Chondropathie) und eine inzwischen wieder
abgeklungene Ansatztendinose am rechten Handgelenk. Trotz intensiver
physiotherapeutischer Bemühungen und trotz einer adjuvanten medikamentösen
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Therapie hatten weder die Rücken- noch die Knieschmerzen befriedigend angegangen
werden können. Dr. I._ empfahl eine stationäre Beobachtung und Austestung in der
Rehaklinik Bellikon. Die Konkursverwaltung der J._ AG teilte der IV-Stelle am 18.
Januar 1994 mit (IV-act. 20), der Versicherte sei vom 17. Oktober 1985 bis zum 18.
September 1991 als Verputzer tätig gewesen. Sein Jahresverdienst habe sich im Jahr
1990 auf 65’232 Franken und im Jahr 1991 auf 39’503.95 Franken belaufen. Die
Regionalstelle für berufliche Eingliederung hielt am 20. April 1994 fest (IV-act. 25), trotz
der reduzierten psychischen Belastbarkeit des Versicherten sei eine dreimonatige
berufliche Abklärung in der EVAL der Klinik Valens sinnvoll. Da Dr. I._ für eine leichte
Tätigkeit von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgehe, müsse
herausgefunden werden, wie ein optimaler Einsatz in der freien Wirtschaft zu gestalten
sei. Am 20. September 1994 notierte die Regionalstelle für berufliche Eingliederung (IV-
act. 33), während des Aufenthalts in der EVAL habe sich der Versicherte durch ein sehr
gutes Handgeschick und durch eine fachmännische Bearbeitung von Holz
ausgezeichnet. Er sei stets zuverlässig und pünktlich gewesen und er habe sich an die
geforderten Arbeitszeiten gehalten. In der ersten Hälfte der Abklärung habe es kaum
nennenswerte Probleme gegeben. In der zweiten Hälfte habe der Versicherte über
zunehmende Schmerzen (Hüfte, Gesäss, Rücken, Hand) geklagt, obwohl er leichtere
Arbeit in wechselnder Haltung ausgeführt habe. Insgesamt habe der Versicherte eine
Leistung von 50 Prozent während einer Arbeitszeit von 100 Prozent erbracht. Dr. I._
sei der Auffassung, dass der Versicherte mittlerweile nur noch zu 50 Prozent
arbeitsfähig sei. Die Regionalstelle für berufliche Eingliederung betrachtete diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung als zutreffend. Dr. I._ selbst gab am 30. September 1994
eine Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 75 Prozent an (IV-act. 34). Gemäss einer
arbeitspädagogischen Bewertung der EVAL Valens vom 26. September 1994 (IV-act.
36) konnte der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit tatsächlich nur eine Leistung
von 50 Prozent erbringen. Seine Fachkenntnisse als Schreiner waren für
schweizerische Verhältnisse ungenügend. Die EVAL schlug eine gründliche Abklärung
der medizinischen Situation vor. Mit einem Vorbescheid vom 1. Dezember 1994 (IV-act.
40) teilte das IV-Sekretariat dem Versicherten mit, dass er, ausgehend von einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 75 Prozent bzw. einem zumutbaren Invalideneinkommen von
29’300 Franken, dem ein Valideneinkommen von 56’000 Franken gegenüberstehe, zu
46 Prozent invalid sei. Der Versicherte liess einwenden (IV-act. 42), sein letzter
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vollständiger Jahresverdienst habe 65’232 Franken betragen, was einem aktuellen
Valideneinkommen von 73’026.35 Franken entspreche. Auszugehen sei von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent, wie Dr. I._ gegenüber der Regionalstelle für
berufliche Eingliederung angegeben habe. Zur Ermittlung des Invalideneinkommens sei
von einem Hilfsarbeiterlohn von 3’000 Franken pro Monat für ein Vollpensum
auszugehen. Das ergebe ein zumutbares Invalideneinkommen von 18’000 Franken.
Somit betrage der Invaliditätsgrad 75 Prozent. Das IV-Sekretariat ging in der Folge von
einem Valideneinkommen von 74’400 Franken aus, dem sie ein zumutbares
Invalideneinkommen von 29’300 Franken gegenüberstellte (IV-act. 44). Daraus
resultierte ein Invaliditätsgrad von 60 Prozent. Dementsprechend wurde dem
Versicherten rückwirkend ab dem 1. Dezember 1992 bei einem Invaliditätsgrad von 60
Prozent eine halbe Rente zugesprochen (IV-act. 46).
A.b Der Versicherte erhob eine Beschwerde gegen diese Verfügung (IV-act. 47). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Sache mit einem Entscheid vom
28. März 1996 zur weiteren Abklärung der Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit und zur Bemessung des
Valideneinkommens an die IV-Stelle zurück (vgl. IV-act. 56). Die IV-Stelle beauftragte
die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Zentralschweiz mit einer Begutachtung.
Die Sachverständigen der MEDAS führten in ihrem Gutachten vom 23. Mai 1997 aus
(IV-act. 69), bei der rheumatologischen Untersuchung habe der Versicherte zwar über
belastungsabhängige Knieschmerzen rechts geklagt. Bei der klinischen Untersuchung
habe sich das Knie aber reizlos, ohne Synovitis und ohne Erguss gezeigt und es sei frei
beweglich gewesen. Allerdings habe die Quadrizepsmuskulatur eine deutliche Atrophie
aufgewiesen. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für eine femoropatelläre Arthrose
gezeigt. Der Versicherte habe auch über Schmerzen im Achsenskelett geklagt. Effektiv
habe ein panvertebrales Schmerzsyndrom bei leichter Fehlstellung und leichtgradigen
degenerativen Veränderungen vorgelegen. Die Befunde hätten jedoch nur einen Teil
der geklagten Beschwerden erklären können. Es bestehe der Verdacht, dass eine
erhebliche funktionelle Schmerzverstärkung im Spiel sei. Das abwehrende,
unkooperative Verhalten während der Untersuchung sowie die Diskrepanz bei den
Spontanbewegungen im Vergleich zur klinischen Untersuchung sprächen für eine
erhebliche funktionelle Überlagerung. An der rechten Hand seien keine pathologischen
Befunde objektivierbar gewesen. Die neu angefertigten Röntgenbilder des
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Handgelenks seien unauffällig gewesen. Für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei
der Versicherte aus rheumatologischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig. Aus
neurologischer Sicht gebe es keine objektivierbaren Hinweise auf eine Schädigung
peripherer Nerven. Somit könne auch aus neurologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
begründet werden. Aus psychiatrischer Sicht liege eine langdauernde
Anpassungsstörung mit leichtgradiger Verstimmung und Störung des Sozialverhaltens
bei multiplen somatischen Störungen und schwieriger psychosozialer Situation vor.
Diese habe eine Arbeitsunfähigkeit von 25 Prozent zur Folge. Der Berufsberater der
MEDAS wies darauf hin, dass die Nichtvermittelbarkeit des Versicherten in einem
wesentlichen Ausmass aus dessen abwehrender Haltung resultiere. Bei dieser
konsequenten Abwehrhaltung sei auch eine Teilerwerbstätigkeit nicht möglich. Ein Arzt
des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) notierte am 2. Juni 1997
sinngemäss (IV-act. 70), der Versicherte sei wohl zu 40 Prozent invalid. Nachdem man
aber im Jahr 1994 den Invaliditätsgrad auf 60 Prozent angesetzt habe und da aktuell
kein Revisionsgrund vorliege, müsse das Erhöhungsgesuch abgewiesen werden.
Dementsprechend kündigte die IV-Stelle in einem Vorbescheid vom 17. Juni 1997 (IV-
act. 72) die Ausrichtung einer halben Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 60
Prozent rückwirkend ab dem 1. Dezember 1992 an. Am 3. April 1998 verfügte sie
entsprechend (IV-act. 76).
A.c Am 25. Oktober 2010 erhielt die IV-Stelle einen anonymen Hinweis (IV-act. 113),
laut dem der Versicherte regelmässig in der Werkstatt seines Sohnes arbeitete. In
einem Fragebogen zur Überprüfung des Rentenanspruchs gab der Versicherte am 7.
Februar 2011 an (IV-act. 114), sein Gesundheitszustand sei unverändert geblieben.
Sein Hausarzt, Dr. med. K._, berichtete am 11. Februar 2011 (IV-act. 116), die
subjektiven und objektiven Befunde seien unverändert. Der Versicherte sei vollständig
arbeitsunfähig. Die zuständige Sachbearbeiterin der IV-Stelle hielt am 13. April 2011
fest (IV-act. 117), die Zusprache einer Rente bei einem Invaliditätsgrad von 60 Prozent
sei falsch gewesen, denn der Arbeitsunfähigkeitsgrad habe ja nur 25 Prozent betragen.
Der zuständige Arzt des RAD empfahl eine polydisziplinäre Begutachtung, damit
allfälligen seitherigen Veränderungen Rechnung getragen sei. Die IV-Stelle beauftragte
die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH mit dieser Begutachtung. Die
Sachverständigen der ABI GmbH führten in ihrem Gutachten vom 25. Oktober 2011
(IV-act. 124) aus, der Versicherte habe in der internistischen Untersuchung angegeben,
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er stehe um sieben Uhr auf, um sicherzustellen, dass die beiden jüngsten Söhne
rechtzeitig zur Schule gingen. Später gehe er mit seiner Ehefrau einkaufen. Er fahre
regelmässig dreissig bis sechzig Minuten mit dem Fahrrad. Nachmittags sei er häufig
auf dem Fussballplatz. Der jüngste Sohn sei ein grosses Talent. Er sei in der regionalen
Auswahl und müsse dreimal wöchentlich zum Training nach L._ gefahren werden; am
Wochenende habe er oft Meisterschaftsspiele. Auch die anderen Söhne spielten
grösstenteils im Meisterschaftsbetrieb mit, was der Versicherte als Zuschauer verfolge.
Die Verwandtschaft im nächsten Umfeld umfasse über vierzig Personen, so dass ein
enger Kontakt bestehe. Da sich aus internistischer Sicht kein Hinweis auf eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben habe, sei auf eine internistische
Untersuchung verzichtet worden. Der psychiatrische Sachverständige berichtete, das
Ausmass der vom Versicherten geklagten körperlichen Beschwerden und die
subjektive Krankheitsüberzeugung, aufgrund dieser Beschwerden nicht mehr arbeiten
zu können, liessen sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren,
so dass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Der Versicherte
habe nicht unter lang anhaltenden psychosozialen oder emotionalen
Belastungsfaktoren gelitten, so dass die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung nicht gestellt werden könne. Es handle sich um eine einfache
Schmerzverarbeitungsstörung. Neben dieser Schmerzverarbeitungsstörung könne
keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Der Versicherte sei im Alltag
nicht durch psychopathologische Symptome eingeschränkt. Er leide einzig unter
leichten Einschlafstörungen. Er verbringe den Alltag aktiv. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Die therapeutischen Bemühungen seien gescheitert,
weil der Versicherte aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung
wenig Motivation gezeigt habe, sich wieder den Belastungen der Arbeitswelt
auszusetzen. Es sei dem Versicherten zumutbar, trotz der geklagten Beschwerden die
nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit
nachzugehen. Das psychische Zustandsbild habe sich also seit der Begutachtung
durch die MEDAS Zentralschweiz gebessert, denn ausser der
Schmerzverarbeitungsstörung könne keine weitere Diagnose mehr gestellt werden und
es könne auch keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert werden. Der orthopädische
Sachverständige hielt fest, die vom Versicherten angegebenen Beschwerden hätten
sich nur eingeschränkt objektivieren lassen. Das Verhalten des Versicherten bei der
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fokussierten körperlichen Untersuchung habe teilweise demonstrativ gewirkt: Der
Versicherte habe intermittierend übermässige Schmerzäusserungen von sich gegeben,
während er in vergleichbaren Situationen mit gleichzeitiger Ablenkung keine Anzeichen
von Schmerzen gezeigt habe. Sicher bestünden gewisse Limiten von Seiten des
rechten Knies, so dass Tätigkeiten mit vermehrter Kniebelastung nicht mehr möglich
seien. Insgesamt bestehe aber am rechten Knie auch nach knapp dreissig Jahren seit
dem ursprünglichen Trauma ein sehr gutes Zustandsbild. Das werde vom Versicherten
indirekt bestätigt, denn während der längeren Fahrten mit dem Velo trete naturgemäss
jeweils eine nicht geringe Belastung der unteren Extremitäten auf. Nachvollziehbar
seien gewisse intermittierende Einschränkungen von Seiten des linken Armes, die mit
der Discushernie C5/6 links in Zusammenhang stehen dürften. Allerdings bestehe eine
deutliche Diskrepanz zwischen der Auffassung des Versicherten, dass eine
Erwerbstätigkeit nicht möglich sei, und den eigenen Schilderungen des Alltagslebens,
in dem der Versicherte ein reich befrachtetes Programm absolviere. Gemäss den
Angaben des Versicherten dürften im Wesentlichen krankheitsfremde Faktoren dazu
geführt haben, dass dieser seit fast zwanzig Jahren nicht mehr im freien Arbeitsmarkt
tätig sei. Der orthopädische Sachverständige gab die folgenden Diagnosen an:
Chronische, vorwiegend belastungsabhängige Knieschmerzen rechts, cervical und
lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom, derzeit ohne eindeutige radiculäre
Symptomatik, und – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - beginnender Morbus
Dupuytren dritter Strahl Hand rechts. Abschliessend hielt der orthopädische
Sachverständige fest, für körperlich leichte Tätigkeiten mit einer Hebe- und Tragelimite
von 10 kg und ohne Zwangshaltungen des Rumpfes, ohne repetitive
Überkopfbewegungen der Arme und ohne eine vermehrte Belastung der Kniegelenke
bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Zu
denken sei dabei etwa an Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten, aber auch an
manuelle Tätigkeiten auf Tischhöhe. Für Tätigkeiten, bei denen dieses Belastungsprofil
nicht eingehalten werden könne, sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. Die
Gesamtschau unter Mitwirkung aller beteiligten Fachspezialisten ergab, dass der
Versicherte in einer adaptierten Erwerbstätigkeit nicht in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt war. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der vorliegenden
Dokumente und der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten habe nach dem Unfall vom
3. Oktober 1984, allerdings nur für Tätigkeiten mit einer erhöhten Kniebelastung, eine
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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Im Gutachten aus dem Jahr 1997 sei
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf der somatischen Ebene mehr festgestellt
worden. Aus psychiatrischer Sicht habe im Jahr 1997 noch eine leichte
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Wann auch hier eine Verbesserung eingetreten sei, lasse
sich nicht genau sagen. Am 7. November 2011 notierte Dr. med. M._ vom RAD (IV-
act. 125), er habe keine Zweifel an der weiterhin guten und wohl seit jeher
rentenausschliessenden Restarbeitsfähigkeit des Versicherten. Mit einem Vorbescheid
vom 12. März 2012 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die wiedererwägungsweise
Aufhebung der Rentenverfügung vom 3. April 1998 an (IV-act. 127). Zur Begründung
führte sie aus, die Verfügung vom 3. April 1998 habe auf einem fehlerhaften
Einkommensvergleich beruht. Auf der Grundlage der Einkommen in den Jahren 1988–
1991 ergebe sich ein dem Lohnindex bis 1998 angepasstes Einkommen von 62’135.50
Franken. Dieser Betrag sei als Valideneinkommen in den Einkommensvergleich
einzusetzen. Der Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter habe sich im Jahr 1998 auf 53’649
Franken belaufen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 75 Prozent hätte der Versicherte
also 40’236 Franken verdienen können. Die Erwerbseinbusse von 21’899 Franken
entspreche einem Invaliditätsgrad von 35 Prozent. Damit erweise sich die Verfügung
vom 3. April 1998 als zweifellos unrichtig. Sie sei wiedererwägungsweise aufzuheben.
Da keine Meldepflichtverletzung vorliege, habe die Aufhebung für die Zukunft zu
erfolgen. Deshalb seien auch die gegenwärtigen Verhältnisse zu prüfen. Da für eine
leichte Tätigkeit von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, sei es
dem Versicherten nach wie vor möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen. Demnach bestehe kein Rentenanspruch. Daraus leitete die IV-Stelle folgendes
Dispositiv der geplanten Verfügung ab: „1. Die Verfügung vom 3. April 1998 wird
wiedererwägungsweise aufgehoben; 2. Die Rente wird nach der Zustellung der
Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgehoben“. Der Versicherte liess in einer
Eingabe vom 25. April 2012 den Antrag stellen (IV-act. 134–1 ff.), es sei festzustellen,
dass die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nicht erfüllt seien; demzufolge sei
auf die beabsichtigte wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 3. April
1998 zu verzichten. Zur Begründung liess er ausführen, die IV-Stelle gedenke, die
Unrichtigkeit der Verfügung vom 3. April 1998 nur damit zu begründen, dass der
damalige Einkommensvergleich falsch gewesen sei. Sie wolle von einem
Valideneinkommen von 59’000 Franken ausgehen. Richtigerweise müsste das
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Valideneinkommen aber 65’978 Franken betragen (Durchschnitt der Löhne 1988–1991).
Allerdings sei zu beachten, dass der Versicherte seit einem Unfall von 1984 nicht mehr
in der Lage gewesen sei, körperlich anstrengende Arbeiten auszuüben. Bei einer
strengeren Arbeit wären die Löhne 1988–1991 höher gewesen. Das
Invalideneinkommen sei ausgehend vom Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom
23. Mai 1997 ermittelt worden. Gemäss diesem Gutachten habe sich die
Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf 75 Prozent belaufen.
Damals sei praxisgemäss noch nicht auf die LSE abgestellt worden. Das könne nun
nicht im Nachhinein als falsch bezeichnet werden. Dasselbe gelte für den
Tabellenlohnabzug. Das neue Gutachten der ABI GmbH sei parteiisch und nicht
unbefangen. Das ergebe sich aus dem Rechtsgutachten Müller/Reich vom 11. Februar
2010 und aus dem Umstand, dass das ABI sehr viele Gutachten erstelle. Die IV-Stelle
verfügte am 24. Juli 2012 die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 3.
April 1998 und die Aufhebung der laufenden Invalidenrente auf das Ende des folgenden
Monats (IV-act. 135). Zur Begründung führte sie aus, dass Valideneinkommen habe
sich im Jahr 1998 auf 62’135 Franken belaufen (indexierter Durchschnitt der Löhne
1988–1991). Im Jahr 1998 habe ein Hilfsarbeiter einen Durchschnittslohn von 53’649
Franken erzielt. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 75 Prozent entspreche das einem
Invalideneinkommen von 40’236 Franken. Die daraus resultierende Erwerbseinbusse
von 21’899 Franken entspreche einem Invaliditätsgrad von 35 Prozent. Demnach sei
die Verfügung vom 3. April 1998 zweifellos unrichtig gewesen. Da keine
Meldepflichtverletzung vorliege, habe die Korrektur für die Zukunft zu erfolgen. Weil die
früher limitierenden psychischen Einschränkungen weggefallen seien, sei der
Versicherte jetzt zu 100 Prozent arbeitsfähig. Demnach könne auch aktuell keine
anspruchsbegründende Invalidität vorliegen. Bei der Ausarbeitung der Verfügung vom
3. April 1998 habe sich der zuständige Sachbearbeiter in einem eklatanten Irrtum
befunden. Er sei nämlich davon ausgegangen, dass man sich in einem
Rentenrevisionsverfahren befunden habe, sodass man an die
Anpassungsvoraussetzungen gebunden gewesen sei. Deshalb habe er trotz eines von
ihm ermittelten Invaliditätsgrades von weniger als 40 Prozent einen Invaliditätsgrad von
60 Prozent als massgebend betrachtet. Es liege also ein gravierender
Rechtsanwendungsfehler vor. Angesichts der Einkommen, auf die damals für den
Einkommensvergleich abgestellt worden sei, müsse auch bei der
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Invaliditätsbemessung ein Fehler passiert sein. Da keine Gründe ersichtlich seien, die
gegen die Verwertbarkeit des Gutachtens des ABI sprechen würden, liege auch aktuell
kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad vor.
A.d Der Versicherte liess am 4. September 2012 eine Beschwerde gegen die
Wiedererwägungsverfügung vom 24. Juli 2012 erheben. Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung dieser Verfügung und die Feststellung, dass die
Voraussetzungen einer Wiedererwägung der Verfügung vom 3. April 1998 nicht erfüllt
seien; eventualiter sei der IV-Grad wiedererwägungsweise rückwirkend per 1992 auf 65
Prozent festzusetzen. Die Beschwerdebegründung entsprach inhaltlich weitgehend
derjenigen im Einwand vom 25. April 2012 gegen den Vorbescheid: Das
Valideneinkommen sei zu tief und das Invalideneinkommen zu hoch angesetzt worden,
letzteres insbesondere weil auf ein fehlerhaftes Gutachten der befangenen
Sachverständigen der ABI GmbH abgestellt worden sei. Die IV-Stelle beantragte am
29. Oktober 2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie wies zur Begründung darauf hin,
dass es bereits im Jahr 1998 Praxis gewesen sei, auf Tabellenlöhne abzustellen. Die
globalen Vorwürfe gegenüber der ABI GmbH seien nicht geeignet, den Beweiswert des
Gutachtens herabzusetzen. Aus aktueller Sicht sei keine Arbeitsunfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit ausgewiesen. Damit sei es gerechtfertigt, die Rente
wiedererwägungsweise für die Zukunft einzustellen. Nachdem gemäss dem Gutachten
eine Besserung eingetreten sei, könnte die Rente auch gestützt auf Art. 17 Abs. 1
ATSG mittels einer Revisionsverfügung eingestellt werden. In seinem Urteil IV 2012/320
vom 22. März 2013 hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Wiedererwägungsverfügung vom 24. Juli 2012 auf; es stellte fest, dass der Versicherte
weiterhin einen Anspruch auf die bisherige Rente habe; im Übrigen wies es die
Streitsache zur Prüfung und allfälligen Durchführung von Eingliederungsmassnahmen
an die IV-Stelle zurück. Einleitend legte das Versicherungsgericht in seiner Begründung
den Inhalt des Art. 17 Abs. 1 ATSG (Rentenrevision) dar; anschliessend führte es aus,
die zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer erheblichen Änderung des
Invaliditätsgrades bildeten einerseits die ursprüngliche Rentenverfügung vom 3. April
1998 und andererseits das ABI-Gutachten vom 25. Oktober 2011. Dem ABI-Gutachten
könne weder die Befangenheit des ABI als Institution noch die persönliche
Befangenheit eines Gutachters entgegen gehalten werden. Im Gutachten der MEDAS
Zentralschweiz vom 23. Mai 1997 sei aus rheumatologischer und neurologischer Sicht
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für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 Prozent als
zumutbar betrachtet worden. Die psychiatrische Diagnose einer langandauernden
Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung und Störung des Sozialverhaltens
bei multiplen somatischen Beschwerden und einer schwierigen und belastenden
psychosozialen Situation habe nach Ansicht des entsprechenden Sachverständigen
eine Arbeitsunfähigkeit von 25 Prozent zur Folge gehabt. Dem ABI-Gutachten seien die
folgenden Diagnosen zu entnehmen: Chronische, vorwiegend belastungsabhängige
Knieschmerzen rechts, cervical und lumbal betontes Schmerzsyndrom ohne eindeutige
radiculäre Symptomatik und – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – eine
Schmerzverarbeitungsstörung sowie ein beginnender Morbus Dupuytren dritter Strahl
rechte Hand. Der Versicherte habe demonstrativ gewirkt. Da gegenüber dem Zustand
im Jahr 1997 vergleichbare Befunde erhoben worden seien, bleibe die
Arbeitsfähigkeitsschätzung dieselbe. Die frühere psychiatrische Diagnose sei nicht
mehr festzustellen gewesen. Der psychiatrische Gutachter habe unauffällige
psychopathologische Befunde beschrieben. Der Versicherte sei in einer
leidensadaptierten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig. Es könne aber nicht mehr
festgestellt werden, wann die Verbesserung eingetreten sei. Das Versicherungsgericht
qualifizierte das ABI-Gutachten als überzeugend. Da ein Anpassungsgrund im Sinne
von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliege, brauche nicht geprüft zu werden, ob die
Voraussetzungen einer Wiedererwägung erfüllt seien. Gemäss der bundesgerichtlichen
Praxis dürfe in Anlehnung an die beiden Abgrenzungskriterien gemäss dem Abs. 4 der
lit. a der Schlussbestimmungen zum ersten Massnahmenpaket der sechsten IVG-
Revision bei Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt hätten oder die die Rente
seit mehr als 15 Jahren bezogen hätten, erst dann die Rente eingestellt werden, wenn
eine Eingliederungshilfe geleistet worden sei. Der Versicherte sei im Zeitpunkt der
Rentenaufhebung 55 Jahre alt gewesen und er habe die Rente seit knapp 20 Jahren
bezogen. Deshalb falle er in den geschützten Bezügerkreis. Die IV-Stelle habe weder
die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung geprüft noch dem Versicherten
Eingliederungsmassnahmen angeboten. Zwar sei im ABI-Gutachten festgehalten
worden, dass der Versicherte kaum die Motivation für Reintegrationsmassnahmen
aufbringen werde, aber dem hätte mit dem Angebot beruflicher Massnahmen begegnet
werden können, zumal es dem Versicherten nicht am Willen zu fehlen scheine, einer
Arbeit nachzugehen. Demnach könne der Eingliederungswille nicht zum Vornherein
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verneint werden. Die Aufhebung der laufenden Rente sei somit nicht gerechtfertigt.
Angesichts der noch mangelnden wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit
sei die Rente weiter auszurichten. Das Urteil erwuchs unangefochten in formelle
Rechtskraft.
A.e Die IV-Stelle lud den Versicherten am 19. Juli 2013 zu einem Assessmentgespräch
ein (IV-act. 154). Nachdem sie am 19. September 2013 noch keine Rückmeldung
erhalten hatte (IV-act. 158), übermittelte sie dem Versicherten einen Fragebogen, den
dieser bis 30. September 2013 ausgefüllt zurücksenden sollte. Am 25. September 2013
liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter in diesem Fragebogen unter
anderem angeben (IV-act. 160), er habe keine Arbeitsstelle und er sei nicht in der Lage,
sich selbst auf dem Arbeitsmarkt einzugliedern. Er sei bereit, an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Am 11. Dezember 2013 unterzeichnete der
Versicherte eine mit der IV-Stelle abgeschlossene Zielvereinbarung (IV-act. 164), laut
der er zuverlässig und aktiv an einer dreimonatigen beruflichen Abklärung in der
Stiftung O._ teilnehmen sollte. Mit einer Mitteilung vom 9. Januar 2014 bewilligte die
IV-Stelle dem Versicherten eine Arbeitsvermittlung (IV-act. 167). Am 14. Januar 2014
folgte die Mitteilung für die Abklärung in der Stiftung O._ (IV-act. 169). Diese
berichtete am 3. April 2014 (IV-act. 172–2), der Versicherte sei ein ruhiger Mitarbeiter,
der stets am Arbeiten sei und seine Aufgaben gut ausführe. Er sei motiviert und klage
nicht. Mögliche Berufsfelder seien die Produktion, die Qualitätskontrolle und die
Verpackung/Spedition. Die IV-Stelle ersuchte den Versicherten (IV-act. 173), den mit
ihm ausgearbeiteten Eingliederungsplan bis am 12. Mai 2014 unterschrieben
zurückzusenden. Sie hielt fest, sie werde die Fachstelle P._ mit der Unterstützung bei
der Stellensuche beauftragen. Zwar sei ein verwertbares Leistungspotential auf dem
ersten Arbeitsmarkt vorhanden, aber aufgrund der schwierigen Situation sei man vor
der revisionsweisen Einstellung der Invalidenrente bereit, den Versicherten bei der
Stellensuche zu unterstützen, falls dieser seiner Mitwirkungspflicht vollumfänglich
nachkomme. Sollte das nicht der Fall sein, werde man die Unterstützung ohne weitere
Abklärungen einstellen und den Revisionsentscheid erlassen. Der Eingliederungsplan
sah als Pflichten des Versicherten insbesondere die aktive eigene Stellensuche und vier
schriftliche Bewerbungen pro Monat vor. In ihrem Schlussbericht führte die P._ vom
23. April 2015 aus (IV-act. 183), der Versicherte habe immer wieder zur Arbeitssuche
motiviert werden müssen. Der mündliche Ausdruck und das Verständnis in
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Hochdeutsch seien gut. Der Versicherte habe immer wieder betont, wie stark seine
Schmerzen seien und dass er keine Arbeitsstelle finde. Trotz reger Bemühungen aller
Beteiligten sei es nicht möglich gewesen, eine Stelle zu finden. Da der Auftragsrahmen
ausgeschöpft sei, schliesse P._ die Unterstützung ab. Die zuständige
Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte am 23. Oktober 2015 (IV-act. 185), es seien
keine weiteren beruflichen Massnahmen angezeigt. Am 5. November 2015 erging eine
entsprechende Mitteilung (IV-act. 186). Mit einem Vorbescheid vom 1. April 2016 (IV-
act. 189) kündigte die IV-Stelle die revisionsweise Einstellung der Invalidenrente an. Zur
Begründung führte sie an, „der Kausalzusammenhang zwischen der Erwerbslosigkeit
und dem Gesundheitsschaden“ sei weggefallen. Gemäss dem Urteil des
Versicherungsgerichtes vom 22. März 2013 könne davon ausgegangen werden, dass
eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei und dass
der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit aktuell uneingeschränkt
arbeitsfähig sei. Da der Versicherte sich nicht ernsthaft um eine Arbeit bemüht habe,
sei die aktuelle Stellenlosigkeit IV-rechtlich nicht mehr beachtlich. Weil der Versicherte
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könnte, sei die Rente
anpassungsweise aufzuheben. Im Urteil vom 22. März 2013 habe das Gericht zwar
offen gelassen, ob die Voraussetzungen einer Wiedererwägung erfüllt seien. Die IV-
Stelle halte aber daran fest, dass die Verfügung vom 3. April 1998 auch durch eine
Wiedererwägung aufgehoben werden könnte. Dagegen liess der Versicherte am 3. Mai
2016 einwenden (IV-act. 191–1 ff.), aufgrund des Berichts der Stiftung O._ dürfe
sicher nicht behauptet werden, er habe sich nicht angestrengt und keine Motivation
gezeigt. Es sei nicht richtig, dass er die Stellenbemühungen lieber seiner Nichte und
seinem jüngsten Sohn übertragen habe. Die Gründe dafür bestünden vielmehr im
Fehlen von Sprachkenntnissen und in der Unfähigkeit, einen Computer zu bedienen. Er
arbeite nicht im Garagenbetrieb seines Sohnes, sondern er halte sich nur gern dort auf,
zumal er im gleichen Haus wohne. Er vermute, dass er observiert worden sei. Deshalb
verlange er die Herausgabe der entsprechenden Akten und Filme. Da er seine
Restarbeitsfähigkeit sozialpraktisch nicht mehr verwerten könne, bestehe weiterhin ein
Anspruch auf eine Rente. Das Gutachten von 2011 sei überholt. Gemäss dem Bericht
von Dr. K._ vom 25. April 2016 (IV-act. 191–8) seien seither Schmerzen in beiden
Schultern, Nackenbeschwerden und Schmerzen in beiden Sattelgelenken
hinzugekommen. Laut einem Bericht des Spitals Q._ vom 16. Mai 2014 (IV-act. 191–
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10) über eine MRI-Untersuchung waren die folgenden Diagnosen gestellt worden:
Partialruptur der Subscapularissehne rechts, Cervicalgien bei Osteochondrose C5/6,
Discushernie C5/6 mit möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurzel C6 links und
mediane Discusprotrusion C6/7. Der Versicherte liess die Erhöhung der laufenden
Rente auf eine ganze Rente und eventualiter die Einholung eines neuen
polydisziplinären Gutachtens beantragen. Am 20. Juni 2016 erliess die IV-Stelle eine
Verfügung (IV-act. 192) mit folgendem Dispositiv: „Die Rente wird nach der Zustellung
der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgehoben“. Zur Begründung ihres
materiellen Entscheides führte sie aus, trotz der medizinisch attestierten vollständigen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei es nicht gelungen, den Versicherten in
den Arbeitsmarkt zu integrieren. Gründe dafür seien hauptsächlich die geringe
Motivation und die fehlende Eigeninitiative gewesen. Neue Tatsachen seien nicht
geltend gemacht worden. Die neuen Arztberichte vermöchten am bisherigen Entscheid
nichts zu ändern. Es sei nicht von einer Verschlechterung der medizinischen Situation
auszugehen. Die IV-Stelle verwies auf eine (interne) Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr.
med. R._ vom 31. Mai 2016 (IV-act. 193–2). Diese hatte ausgeführt, die
Nackenbeschwerden, die Cervicalgien und die linksseitigen Schulterschmerzen seien
im ABI-Gutachten diskutiert worden und die cervicale Problematik sei aufgrund des
damals identischen MRI-Befundes in der Liste der Diagnosen aufgeführt worden. Die
Partialruptur der Subscapularissehne rechts sei neu hinzugekommen. Der berichtende
Orthopäde habe keine gravierenden Ausfälle angegeben. Berichte über eine allfällige
Therapie (Arthroskopie und ev. Sehnenrekonstruktion) fehlten. Auch unter
Berücksichtigung dieser Diagnosen bestehe für eine adaptierte Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 100 Prozent. Der Hausarzt betrachte die Schmerzen in den beiden
Sattelgelenken offenbar als nicht weiter abklärungsbedürftig, so dass angenommen
werden könne, sie hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer entsprechend
adaptierten Erwerbstätigkeit. Am 19. Juli 2016 bestätigte die IV-Stelle dem
Rechtsvertreter des Versicherten, dass sie diesen nicht observiert habe (IV-act. 196).
B.
B.a Der Versicherte liess am 19. August 2016 eine Beschwerde gegen die Verfügung
vom 20. Juni 2016 erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung, die Erhöhung der laufenden Rente auf eine ganze Rente
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und eventualiter die Einholung eines neuen polydisziplinären Gutachtens. Zur
Begründung machte er geltend, er weise die Unterstellungen, die die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) vorgebracht habe, zurück, wonach er bei der
Stellensuche keine grosse Motivation gezeigt, im Garagenbetrieb des Sohnes
mitgearbeitet und an beiden Händen Zeichen für eine regelmässige körperliche Arbeit
aufgewiesen habe. Während der drei Monate in der Stiftung O._ habe der Versicherte
engagiert mitgearbeitet. Deshalb könne ihm nicht vorgeworfen werden, keine
Motivation gezeigt zu haben. Er habe jeweils im Internet die Firmen herausgesucht und
der Sohn habe dann die Bewerbungen anhand eines Mustertextes eingereicht. P._
habe denn auch festgehalten, die Absagen seien wegen zu langer Absenz vom
Arbeitsmarkt, wegen des Fehlens von Computerkenntnissen oder zum Teil wegen des
Fehlens ausreichender Deutschkenntnisse erfolgt. Das RAV habe schon bald mitgeteilt,
dass der Versicherte als arbeitsunfähig eingestuft werde und dass er wegen seines
Alters keine Chance auf eine Stelle habe. Der Rechtsvertreter des Versicherten vertrat
gestützt darauf die Auffassung, dass zwischen der Erwerbslosigkeit und dem
Gesundheitsschaden ein offensichtlicher Kausalzusammenhang bestehe. Er machte
weiter geltend, der Versicherte habe seinen Sohn im Garagenbetrieb nur sehr häufig
besucht. Die medizinischen, persönlichen und beruflichen Gegebenheiten führten dazu,
dass nicht mehr von einer wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne, so dass eine vollständige Invalidität bestehe. Das
Bundesgericht habe in einem Urteil 9C_358/2014 bezüglich eines etwa 60 Jahre alten
Mannes festgehalten, das Alter könne zusammen mit anderen persönlichen und
beruflichen Gegebenheiten dazu führen, dass die Resterwerbsfähigkeit nicht mehr
verwertbar sei. Der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich nach der
Begutachtung verschlechtert. Entgegen den Ausführungen von Dr. R._ würden die
Partialruptur der Subscapularissehne rechts, die Osteochondrose C5/6 und die
mediane Diskusprotrusion C6/7 im Gutachten nicht erwähnt. Die Partialruptur sei sehr
schmerzhaft, aber der Versicherte habe sich nicht zu einer Operation entschliessen
können, weil die Ärzte keine Garantie für eine Besserung hätten geben können. Damit
stehe fest, dass eine medizinische Abklärung notwendig sei. Die Beschwerdegegnerin
hätte es nicht unterlassen dürfen, einen Einkommensvergleich anzustellen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. November 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Sie wies darauf hin, dass gemäss dem Gutachten eine
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schulterschonende Verweistätigkeit nötig sei. Eine seitherige relevante
Verschlechterung sei nicht anzunehmen. Während des Eingliederungsverfahrens habe
keine Funktionseinbusse der rechten Schulter beobachtet werden können. Der
Leidensdruck sei offenbar nicht sehr gross, sonst hätte sich der Versicherte einer
Operation unterzogen. Demnach bestehe nach wie vor eine Arbeitsfähigkeit von 100
Prozent. Da umfangreiche Eingliederungsmassnahmen erfolgt seien, müssten IV-
fremde Gründe für die aktuelle Stellenlosigkeit verantwortlich sein. Der Garagenbetrieb
bediene nicht nur Mitglieder des Familien- und Bekanntenkreises, wie das an der
Fassade angebrachte Firmenschild belege. Die verschiedentlich aufgefallenen kräftigen
„Arbeiterhände“ des Versicherten liessen auf eine regelmässige körperliche Arbeit
schliessen. Da seine Söhne nebst der Führung des Garagenbetriebs einer
Vollzeitbeschäftigung nachgingen, müsse während ihrer Abwesenheit eine
Ansprechperson vor Ort sein. Der Versicherte dürfte diese Rolle übernommen haben,
weshalb er wohl wenig Interesse daran habe, eine auswärtige Stelle anzunehmen.
Damit fehle die Kausalität zwischen der Stellenlosigkeit und dem Gesundheitsschaden,
weshalb die Rente zu Recht eingestellt worden sei.
B.c Der Versicherte liess am 30. Januar 2017 an seinen Anträgen festhalten (act. G 10).
Die Beschwerdegegnerin hielt am 6. März 2017 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G
12).
B.d Am 4. Oktober 2018 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass dieser
verstorben sei (act. G 14). Am 8. Oktober 2018 wies die Beschwerdegegnerin darauf
hin (act. G 15), dass sie eine Todesfallmeldung erhalten habe. Aufgrund einer
Medienmitteilung der Kantonspolizei gehe sie davon aus, dass der Versicherte als
Velofahrer bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt sei. Der Rechtsvertreter erklärte
am 24. Oktober 2018 (act. G 16), die Erbengemeinschaft des Versicherten
(nachfolgend: die Beschwerdeführerin) sei an einer Weiterführung des
Beschwerdeverfahrens interessiert. Er reichte eine Sterbeurkunde (act. G 16.4), eine
Erbenliste (act. G 16.3) und Vertretungsvollmachten der Erben (act. G 16.1 f.) ein.

Erwägungen
1.
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Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin eine ursprünglich am 3.
April 1998 formell rechtskräftig zugesprochene Rente revisionsweise angepasst.
Obwohl im Verwaltungsverfahren, das letztlich mit dieser Revisionsverfügung
abgeschlossen worden ist, immer wieder einmal die Frage aufgeworfen worden war, ob
die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung wiedererwägungsweise durch eine
Abweisung des ursprünglichen Rentenbegehrens ersetzt werden müsse, und obwohl
sich sogar in der angefochtenen Verfügung noch ein Hinweis darauf findet, dass eine
Wiedererwägung zulässig gewesen wäre, besteht doch kein ernsthafter Zweifel daran,
dass die Beschwerdegegnerin sich nach der Rückweisung der Sache durch das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (der Argumentation des
Versicherungsgerichtes folgend) auf die Prüfung einer Rentenrevision im Sinne des Art.
17 Abs. 1 ATSG konzentriert hat und dass sie letztlich am 20. Juni 2016 eine
„klassische“ Revisionsverfügung erlassen hat. Da in diesem Beschwerdeverfahren die
Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung zu prüfen ist, hat sich dessen
Gegenstand auf die Frage zu beschränken, ob es nach der ursprünglichen
Rentenzusprache zu einer Sachverhaltsveränderung gekommen ist, die eine
Rentenanpassung erforderlich gemacht hat.
2.
2.1 Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache am 3. April 1998 war der
Versicherte gemäss einem Gutachten der MEDAS Zentralschweiz für leidensadaptierte
Tätigkeiten zu 75 Prozent arbeitsfähig. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 25
Prozent selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten war von den Sachverständigen
nachvollziehbar und überzeugend mit dem Hinweis auf eine Anpassungsstörung
begründet worden. Bei der Begutachtung durch die ABI GmbH rund 13 Jahre später
hat keine Anpassungsstörung mehr festgestellt werden können. Der psychiatrische
Sachverständige hat lediglich eine „einfache“ Schmerzverarbeitungsstörung respektive
die Angabe von klinisch nicht objektivierbaren Schmerzen diagnostizieren können. Er
hat darauf hingewiesen, dass der Versicherte ein recht aktives Leben führe. Das deckt
sich mit der Wiedergabe des vom Versicherten geschilderten Tagesablaufs durch den
internistischen Sachverständigen: Der Versicherte hatte angegeben, er stehe jeweils
um sieben Uhr auf und sorge dafür, dass seine beiden jüngsten Söhne rechtzeitig in
der Schule erschienen. Später gehe er mit seiner Ehefrau einkaufen. Er fahre
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regelmässig 30–60 Minuten mit dem Fahrrad. Nachmittags sei er häufig auf dem
Fussballplatz. Zur Verwandtschaft im nächsten Umfeld bestehe ein enger Kontakt,
wobei dieser Kreis über 40 Personen umfasse. Vor diesem Hintergrund ist die
Schlussfolgerung des psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH, der
Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht nicht mehr in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt, überzeugend. Auch der Schluss, der psychische Gesundheitszustand
des Versicherte müsse sich in der Zeit zwischen der Begutachtung durch die MEDAS
Zentralschweiz und jener durch die ABI GmbH wesentlich verbessert haben,
überzeugt. Aus dem Abklärungsbericht der Stiftung O._ vom 3. April 2014 geht
hervor, dass der Versicherte auch rund zweieinhalb Jahre nach der Begutachtung
durch die ABI GmbH immer noch psychisch völlig unauffällig gewesen ist. Er soll seine
Arbeiten motiviert, konstant und ohne zu klagen ausgeführt haben; die Arbeitsqualität
soll gut gewesen sein. Nochmals zwei Jahre später, nämlich am 31. Mai 2016, hat die
RAD-Ärztin Dr. R._ unter Berücksichtigung der damals aktuellsten medizinischen
Berichte in einer Aktenwürdigung überzeugend dargelegt, dass keine Hinweise auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit der Begutachtung
durch die ABI GmbH vorlägen, was bedeutet, dass der Versicherte im Zeitpunkt der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung am 20. Juni 2016 überwiegend wahrscheinlich
immer noch uneingeschränkt arbeitsfähig für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten
gewesen ist.
2.2 Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis soll nicht nur eine Herabsetzung oder
Aufhebung einer Rente gestützt auf die Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a,
sondern auch eine „gewöhnliche“ Rentenrevision im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG bei
einer über 55 Jahre alten Person oder bei einer Person, die über 15 Jahre lang eine
Rente der Invalidenversicherung bezogen hat, nur dann zulässig sein, wenn vorgängig
berufliche Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden sind. Diese Praxis
entbehrt zwar einer gesetzlichen Grundlage (vgl. dazu den Entscheid IV 2016/292 des
St. Galler Versicherungsgerichtes vom 29. Oktober 2018, E. 2.2), aber das spielt im
vorliegenden Fall keine Rolle, weil das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Beschwerdegegnerin mit dem unangefochten formell rechtskräftig und damit für die
Parteien und auch für das Gericht verbindlich gewordenen Entscheid IV 2012/320
genau mit dieser Begründung angehalten hat, solche Eingliederungsmassnahmen
durchzuführen. Im aktuellen Verfahren kann diesbezüglich nur noch geprüft werden, ob
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die durchgeführten Massnahmen einen ausreichenden Wiedereingliederungsversuch
dargestellt haben. Diese Frage ist aus den folgenden Gründen zu bejahen: Der
Versicherte war vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als Hilfsarbeiter
erwerbstätig gewesen. Seine Gesundheitsbeeinträchtigung hat zwar das Spektrum der
in Frage kommenden Hilfsarbeiten eingeschränkt, aber auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt haben durchaus noch ideal leidensadaptierte
Hilfsarbeitsstellen existiert, die ihm zumutbar gewesen wären. Mit den beruflichen
Eingliederungsmassnahmen, zu deren Durchführung das Versicherungsgericht die
Beschwerdegegnerin im Entscheid IV 2012/320 angehalten hat, hat der Versicherte
also lediglich dabei unterstützt werden müssen, eine geeignete Hilfsarbeitsstelle zu
finden. Da Hilfsarbeiten definitionsgemäss keine Ausbildung voraussetzen, hätte es im
Grunde genügt, dem Versicherten eine geeignete Arbeitsstelle zu vermitteln. Das hat
die Beschwerdegegnerin versucht, indem sie dem Versicherten eine Arbeitsvermittlung
durch einen professionellen, spezialisierten „Job-Coach“ gewährt hat, der den
Versicherten während beinahe eines Jahres bei der Stellensuche unterstützt hat.
Darüber hinaus hat die Beschwerdegegnerin eine dreimonatige berufliche Abklärung
durchgeführt, die es – sozu¬sagen als Nebeneffekt – dem Versicherten erlaubt hat, sich
wieder an einen geregelten Arbeitsalltag zu gewöhnen, was dem Versicherten
problemlos gelungen ist. Nach diesen Massnahmen ist der Versicherte überwiegend
wahrscheinlich so weit „eingegliedert“ gewesen, dass er problemlos eine geeignete
Arbeitsstelle hätte antreten und ein entsprechendes Erwerbseinkommen hätte erzielen
können. Das Bundesgericht hat allerdings in einem neueren Urteil (Urteil 9C_304/2018
vom 5. November 2018, insb. E. 5.2.3) festgehalten, dass die Verwertbarkeit in der
Regel umso eingehender zu prüfen sei, je restriktiver das medizinische
Anforderungsprofil umschrieben sei; zudem müsse davon ausgegangen werden, dass
das Bedienen von Computern und automatisierten Maschinen sowie deren
Überwachung und Kontrolle gewisse minimale Kenntnisse und Fähigkeiten verlangten,
über welche Ungelernte, die immer nur einfache Hilfsarbeitertätigkeiten ausgeübt
hätten, ohne eine entsprechende Ausbildung in der Regel nicht verfügten. Das kann
aber nicht so verstanden werden, dass bei einem restriktiven medizinischen
Anforderungsprofil die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem in Betracht
kommenden allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt generell eher zu verneinen
respektive dass davon auszugehen sei, die versicherte Person könne gar kein
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Invalideneinkommen mehr erzielen. Vielmehr hat das Bundesgericht damit offenbar
einen erhöhten Abklärungs- und Begründungsaufwand für „Grenzfälle“ gefordert, und
zwar insbesondere mit Blick auf die – vorliegend längst formell rechtskräftig
beantwortete – Frage nach der Notwendigkeit von allfälligen
Eingliederungs¬massnahmen. Diese Argumentation ist grundsätzlich nachvollziehbar.
Nicht überzeugend ist dagegen die Behauptung, dass das Bedienen von
automatisierten Maschinen eine Ausbildung erfordere. Die Bedienung oder
Überwachung von automatisierten Maschinen erfordert nämlich keinerlei
Programmierkenntnisse, denn die typische Hilfsarbeit beschränkt sich in diesem
Bereich ja gerade darauf, eine bereits programmierte und tadellos funktionierende
Maschine zu bedienen beziehungsweise zu überwachen, was in aller Regel nur eine
kurze Einarbeitung erfordert. Zudem benutzt heutzutage praktisch jeder Erwachsene im
erwerbsfähigen Alter regelmässig respektive mehrmals täglich einen Computer oder ein
Smartphone, dessen Bedienung wesentlich komplexer als jene einer automatisierten
Maschine sein dürfte. In Bezug auf den Versicherten kann angesichts der positiven
Erfahrungen während der dreimonatigen beruflichen Abklärungen sicher nicht
behauptet werden, er sei nicht in der Lage gewesen, auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Die Verwertbarkeit
ist deshalb zu bejahen. Folglich ist es nicht mehr gerechtfertigt gewesen, die bisherige
Rente weiterhin auszurichten. Die von der Beschwerdegegnerin durchgeführte
Rentenrevision erweist sich damit als grundsätzlich rechtmässig.
2.3 Im Rentenrevisionsverfahren kann das Valideneinkommen nicht neu festgesetzt
werden; es entspricht folglich dem der ursprünglichen Rentenverfügung zugrunde
gelegten, aber an die zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung angepassten
Valideneinkommen. Die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung erging im Jahr
1998. Der Indexstand des Nominallohnindex für Männer (Basis 1993) hat damals 105,1
Punkte betragen. Das in der rentenzusprechenden Verfügung berücksichtigte
Valideneinkommen von 59’000 Franken hat im Zeitpunkt der Eröffnung der
angefochtenen Verfügung im Juni 2016 einem Valideneinkommen von 72’136 Franken
entsprochen (Indexstand 2016: 128,5 Punkte). Da dem Versicherten trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung leidensadaptierte Hilfsarbeiten zumutbar gewesen wären
und da statistisch nicht nachgewiesen ist, dass leichtere Hilfsarbeiten generell
schlechter als körperlich schwere Hilfsarbeiten entlöhnt würden, entspricht der
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Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem Zentralwert
der Hilfsarbeiterlöhne. Dieser hat sich gemäss den aktuellsten Ergebnissen der
Schweizer Lohnstrukturerhebung im Jahr 2012 auf 5’210 Franken pro Monat belaufen
(bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche; Kompetenzniveau 1).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung in den Jahren 2012–2016
(Indexstand 2012: 125,5 Punkte; Indexstand 2016: 128,5 Punkte) und der
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche im Jahr 2016 entspricht das
einem massgebenden Jahreslohn von 66’735 Franken. Da der Versicherte im Zeitpunkt
der Eröffnung der angefochtenen Verfügung uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist,
rechtfertigt sich kein Tabellenlohnabzug. Selbst wenn ein Tabellenlohnabzug in Frage
käme, würde dieser durch einen „Tabellenlohnzuschlag“ kompensiert, denn aufgrund
der Angaben in den Akten ist davon auszugehen, dass der Versicherte dank seiner
Fertigkeiten und seiner grundsätzlichen Arbeitshaltung in der Lage gewesen wäre,
einen überdurchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn zu erzielen. Das zumutbarerweise
erzielbare Invalideneinkommen beträgt also 66’735 Franken. Angesichts des
Valideneinkommens von 72’136 Franken resultiert eine Erwerbseinbusse von 5’401
Franken und damit ein Invaliditätsgrad von 7,49 Prozent. Da erst ab einem
Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein Anspruch auf eine Rente besteht, hat der
Versicherte im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung keinen
Rentenanspruch mehr gehabt. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung im
Ergebnis als rechtmässig.
3.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der
unterlegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind durch den bereits geleisteten
Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Die unterliegende Beschwerdeführerin hat
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.