Decision ID: d929ff92-497c-5962-bba8-afe7df20f1e2
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Gemäss eigenen Angaben besass X von Mitte 2007 bis 2010 im Kanton
Graubünden den Führerausweis auf Probe. Da er das Fahrsicherheitstraining nicht
absolviert habe, sei ihm nach Ablauf der Probezeit kein definitiver Führerausweis
ausgestellt worden. Am 6. August 2011 lenkte er ohne Ausweis ein Fahrzeug, weshalb
ihm für die Dauer von sechs Monaten die Erteilung des Lernfahrausweises verweigert
wurde. Am 12. November 2014 wurde X der Führerausweis auf Probe für die
Fahrzeugkategorie B ausgestellt, obwohl die verkehrsmedizinische Untersuchung im
damaligen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war.
B.- Mit Zwischenverfügung vom 25. August 2014 ordnete das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen eine verkehrsmedizinische Untersuchung an,
nachdem es davon Kenntnis erhalten hatte, dass X regelmässig Marihuana konsumiert
und erworben haben soll. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom
26. August 2014 wurde X der mehrfachen Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz durch Einfuhr und Anbau von Hanfsamen zu
Betäubungsmittelzwecken sowie durch Eigenkonsum und Verkauf von Marihuana
schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je
Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 500.– verurteilt.
C.- Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 15. Januar 2015 wurde die Fahreignung
von X aufgrund eines fehlenden Abstinenznachweises für Cannabis verneint und eine
mindestens viermonatige Cannabisabstinenz mittels monatlicher Urinkontrollen
empfohlen. Am 19. Januar 2015 verfügte das Strassenverkehrsamt einen vorsorglichen
Führerausweisentzug und am 19. Februar 2015 einen Führerausweisentzug auf
unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs wurden eine
kontrollierte und fachlich betreute Cannabisabstinenz (Arzt) von mindestens vier
Monaten (gemäss Infoblatt ohne Suchtfachstelle) und eine verkehrsmedizinische
Aktenbeurteilung genannt. Beide Verfügungen wurden unangefochten rechtskräftig.
D.- Am 26. April 2015 stellte X ein Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises.
Im Aktengutachten vom 26. Mai 2015 wurde die Fahreignung aus
verkehrsmedizinischer Sicht bejaht unter der Auflage des Nachweises einer
Cannabisabstinenz für mindestens ein Jahr mit monatlichen Urinkontrollen und
Einreichen von Verlaufsberichten alle sechs Monate. In der Folge hob das
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Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 12. Juni 2015 den Führerausweisentzug vom
19. Januar 2015 auf (Ziffer 1 des Rechtsspruchs) und versah den Führerausweis mit
den Auflagen (Ziffer 2), dass X unter fachlicher Betreuung (Arzt) eine vollständige,
kontrollierte Cannabisabstinenz mittels monatlichen Urinproben einzuhalten habe (lit. a)
mit halbjährlichen Berichterstattungen im November und Mai (lit. b). Weiter wurde
festgehalten, dass die Auflagen auf unbestimmte Zeit Gültigkeit haben, eine Aufhebung
der Auflagen frühestens in einem Jahr geprüft werden könne und bei Missachtung der
Auflagen mit dem Entzug des Führerausweises – allenfalls auf unbestimmte Zeit – zu
rechnen sei (lit. c).
E.- Gegen diese Verfügung erhob X am 22. Juni 2015 (Datum des Poststempels)
Rekurs beim Strassenverkehrsamt, welches die Eingabe am 23. Juni 2015
zuständigkeitshalber an die Verwaltungsrekurskommission weiterleitete. Mit Eingabe
vom 30. Juni 2015 ergänzte er den Rekurs und stellte sinngemäss die Anträge, die
Auflagen seien aufzuheben oder zumindest anzupassen und diesfalls für den Laien
verständlich zu formulieren. Die Vorinstanz verzichtete am 26. August 2015 auf eine
Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 2. September 2015 ersuchte der Rekurrent
sinngemäss um Beizug der Akten des Strassenverkehrsamts des Kantons
Graubünden. Am 1. Dezember 2015 reichte die Vorinstanz den Verlaufsbericht für die
Monate Mai bis November 2015 nach, wonach sämtliche Urinproben negativ auf
Cannabis ausgefallen seien. Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. Juni 2015 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 30. Juni 2015 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
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Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2015 ist die Wiedererteilung
des Führerausweises unter der Auflage einer vollständigen, kontrollierten
Cannabisabstinenz. Die Verfügung vom 19. Februar 2015, mit welcher der
Führerausweis gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 15. Januar 2015
auf unbestimmte Zeit entzogen wurde, sowie diejenige vom 19. Januar 2015, mit
welcher der Führerausweis vorsorglich entzogen wurde, sind rechtskräftig. Soweit sich
die Rügen auf jene Verfahren beziehen, ist darauf im vorliegenden Verfahren nicht
einzutreten.
2.- Der Rekurrent rügt in formeller Hinsicht, die Verfügung vom 12. Juni 2015 verletze
den Anspruch auf rechtliches Gehör.
a) Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus
leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre
Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3, 133 I 270 E.
3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid oder
der Verfügung in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person auch tatsächlich hört, prüft
und berücksichtigt und ihren Entscheid vor diesem Hintergrund begründet (vgl.
Steinmann, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Die Begründung
muss so abgefasst sein, dass sie den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls
sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1706). Dies ist nur
möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über
die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich
die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich
generell nach den Umständen (Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV). Ist die Sachlage
klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese
Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von
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Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht
fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia
110 E. 2b, 104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV; Tschannen/
Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2005, § 29 N 13). Die
Begründungspflicht, welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art.
29 Abs. 2 BV fliesst, hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1
lit. a VRP ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter
anderem die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen VerwGE B
2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1).
b) Der Rekurrent erhielt mit Schreiben vom 2. Juni 2015 Gelegenheit, sich zu den
vorgesehenen Auflagen zu äussern. Mit Eingabe vom 10. Juni 2015 erklärte er, sich
bereits im Antrag zur Wiedererteilung des Führerausweises geäussert zu haben –
nämlich, dass die im Gutachten zitierte Konsumhäufigkeit nicht seiner wörtlichen
Aussage entspreche. Des Weiteren hielt er fest, für allfällige Auflagen sei weiterhin
seine bisherige Ärztin vorzusehen. In der Folge erwog die Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung, gemäss Aktengutachten vom 26. Mai 2015 könne die
Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht mit problementsprechenden Auflagen
befürwortet werden. Die Auflagen sollten dem Rekurrenten einerseits als Stütze dienen,
andererseits ein grösstmögliches Mass an Verkehrssicherheit gewährleisten.
Ausserdem habe sie die Stellungnahme vom 10. Juni 2015, wonach sich der Rekurrent
mit den Auflagen einverstanden erklärt habe, erhalten.
c) Aufgrund der Stellungnahme des Rekurrenten ging die Vorinstanz zu Recht davon
aus, dass er mit den beabsichtigten Auflagen einverstanden ist. Weitergehende
Ausführungen zur Begründung der Auflagen erübrigten sich deshalb. Des Weiteren
musste sie sich nicht mehr zum verkehrsmedizinischen Gutachten vom 15. Januar
2015 äussern. Dieses wäre Gegenstand der Verfügung vom 19. Februar 2015 gewesen,
mit welcher der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen wurde. Diese Verfügung
ist jedoch rechtskräftig.
3.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz den Führerausweis des
Rekurrenten zu Recht mit der Auflage einer kontrollierten Cannabisabstinenz
wiedererteilt hat.
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a) Sicherungsentzüge werden verfügt, weil eine Bewilligungsvoraussetzung nicht (mehr)
gegeben ist. Folglich kommt eine Wiedererteilung der Bewilligung nur in Frage, wenn
die betroffene Person den Nachweis erbringt, dass der Mangel, der zum
Ausweisentzug geführt hat, zwischenzeitlich behoben und die fragliche gesetzliche
Voraussetzung wieder erfüllt ist (BSK SVG-Rütsche/Weber, Basel 2014, Art. 17 N 22).
Dementsprechend sieht Art. 17 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01,
abgekürzt: SVG) vor, dass der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis bedingt
und unter Auflagen wiedererteilt werden kann, wenn eine allfällige gesetzliche oder
verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels
nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Die Behörde kann somit den
Führerausweis im Interesse der Verkehrssicherheit bedingt und unter Auflagen
wiedererteilen, wenn zwar der Nachweis der Mangelbehebung erbracht ist, jedoch
Zweifel bestehen, ob die Fahreignung auch künftig nachhaltig sichergestellt ist. Solche
Auflagen, die mit der Wiedererteilung von Ausweisen nach Sicherungsentzügen
verbunden werden, dienen der Kontrolle, ob Erkrankungen, Süchte oder
Charaktermängel, welche die Fahreignung ausschliessen, tatsächlich nicht mehr
vorhanden sind. Wie alle Nebenbestimmungen müssen auch Auflagen, die gestützt auf
Art. 17 Abs. 3 SVG verfügt werden, vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip standhalten.
Demnach muss eine Auflage geeignet, das heisst auf die konkreten Umstände
angepasst sowie zwecks Überwachung der Fahreignung auch notwendig und für die
betroffene Person zumutbar sein; zudem muss sie erfüllt und kontrolliert werden
können (Rütsche/Weber, a.a.O., Art. 17 N 28 f.).
b) Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 15. Januar 2015 konnte die Fahreignung
aufgrund eines fehlenden Abstinenznachweises für Cannabis nicht abschliessend
positiv beurteilt werden. Die Gutachter hielten fest, dass die anlässlich der
verkehrsmedizinischen Untersuchung entnommene Urinprobe auf Cannabis und harte
Drogen negativ sei. Mit dem Rekurrenten sei vereinbart worden, dass er zwischen
Oktober und Dezember 2014 monatliche Urinkontrollen durchführe. Im Januar 2015
habe er mitgeteilt, für Oktober und Dezember 2014 keine Urinprobe abgegeben zu
haben, diejenige vom November 2014 sei negativ gewesen. Damit könne die Frage
einer Drogen- bzw. Cannabisproblematik nicht abschliessend beurteilt und der sich aus
den Akten ergebende Verdacht auf einen Cannabismissbrauch nicht ausgeräumt
werden. Es wurde daher der Nachweis einer mindestens viermonatigen
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Cannabisabstinenz mittels monatlicher Urinkontrollen empfohlen (act. 14/49 f.). In der
Folge verfügte die Vorinstanz am 19. Februar 2015 einen Sicherungsentzug auf
unbestimmte Zeit. Als Bedingung für die Aufhebung des Führerausweisentzugs nannte
sie eine kontrollierte und ärztlich betreute Cannabisabstinenz von mindestens vier
Monaten (gemäss Info-Blatt ohne Suchtfachstelle) und eine positive
verkehrsmedizinische Aktenbeurteilung (act. 14/61).
Das verkehrsmedizinische Aktengutachten vom 26. Mai 2015 stützt sich auf die
Vorgeschichte und den Bericht der Hausärztin ab. Die Gutachter kommen zum
Schluss, es habe der Verdacht auf einen Cannabismissbrauch bestanden, weshalb
eine mindestens viermonatige Cannabisabstinenz empfohlen worden sei. Nun seien
negative Urinproben auf Cannabis vom November 2014 und vom Januar bis April 2015
eingereicht worden. Somit ergebe sich kein Hinweis auf einen fortgesetzten Konsum;
aus verkehrsmedizinischer Sicht könne die Fahreignung deshalb mit Auflagen
befürwortet werden (act. 14/77 f.).
c) Die Wiedererteilung des Führerausweises wurde vom Nachweis einer viermonatigen
Cannabisabstinenz abhängig gemacht. Dazu kam es, weil im verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 15. Januar 2015 die Frage einer Cannabisproblematik nicht
abschliessend beurteilt werden konnte, nachdem der Rekurrent – trotz Vereinbarung
mit dem IRM – für Oktober und Dezember 2014 keine Urinprobenkontrolle auf
Cannabis abgegeben hatte. Entsprechend konnten die Gutachter auch keinen
Cannabismissbrauch feststellen, sondern äusserten lediglich einen entsprechenden
Verdacht. Die Fahreignung wurde daher nicht wegen einer Drogenproblematik
ausgeschlossen, sondern wegen des fehlenden Nachweises einer Cannabisabstinenz.
Die Urinproben vom 3. November 2014, 7. Januar, 20. Februar, 27. März und 21. April
2015 verliefen alle negativ (act. 14/75). Am 27. November 2015 bestätigte die Ärztin
des Rekurrenten zudem, dass die Urinproben vom 20. Mai, 8. Juni, 10. Juli, 24. August,
29. September, 30. Oktober und 16. November 2015 ebenfalls negativ auf Cannabis
ausfielen (act. 20). Damit hat der Rekurrent in der Zwischenzeit bis auf einen Monat den
Nachweis für eine einjährige Cannabisabstinenz erbracht. Zu berücksichtigen ist
überdies, dass er im Strassenverkehr nie wegen Fahrens unter Drogeneinfluss auffällig
wurde.
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d) Wenngleich die Erklärung des Rekurrenten, wonach seine Ausführungen zum
Cannabiskonsum gegenüber der Polizei aus Gründen des Selbstschutzes zu hoch
gewesen seien, nicht glaubwürdig erscheinen, er die Urinkontrollen im Oktober und
Dezember 2014 entgegen der Vereinbarung nicht durchführen liess und die fehlende
Entbindung der Hausärztin von der Schweigepflicht als fehlende Offenheit ausgelegt
werden könnte, liegt der Nachweis für eine beinahe einjährige Cannabisabstinenz vor.
Die Angabe, wonach er seit April 2013 kein Cannabis mehr konsumiert habe, wurde
nicht widerlegt. Schliesslich wurde die Aufhebung der Auflagen nicht von einer die
Fahreignung bejahenden verkehrsmedizinischen Untersuchung abhängig gemacht.
Unter diesen Umständen besteht für die Anordnung von Auflagen im Zusammenhang
mit dem Cannabiskonsum kein Raum mehr. Entsprechend ist der Rekurs gutzuheissen
und die Ziffer 2 (Auflagen) der angefochtenen Verfügung aufzuheben. Der Beizug der
Unterlagen des Strassenverkehrsamts des Kantons Graubünden erübrigt sich damit
und der entsprechende Beweisantrag ist abzuweisen.
4.- Die amtlichen Kosten werden nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens
verlegt (Art. 95 Abs. 1 VRP). Von diesem Grundsatz abweichend hat gemäss Art. 95
Abs. 2 VRP jener Beteiligte die Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches
Vorbringen von Begehren, Tatsachen oder Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige
Geltendmachung ihm möglich und zumutbar gewesen wäre. Dasselbe gilt, wenn die
Voraussetzungen für eine Gutheissung des Rekurses durch die Mitwirkung des
Rekurrenten erst im Rekursverfahren geschaffen wurden.
Der Rekurrent obsiegt mit seinem Begehren um Aufhebung der Auflagen. Den
Nachweis der Cannabisabstinenz erbrachte er jedoch erst im Rekursverfahren.
Entsprechend sind die amtlichen Kosten trotz Gutheissung des Rekurses dem
Rekurrenten aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.