Decision ID: 6a38d482-088d-466b-93b4-7fbc8d7af740
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war aufgrund seiner Anstellung als Koch bei
B._ bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er gemäss Unfallmeldung UVG vom 23. Juni 2015
am 9. Juni 2015 beim Heben eines Bidons plötzlich Schmerzen in der rechten Schulter
verspürte (act. A1).
A.b Der Versicherte begab sich am 10. Juni 2015 in die Chirurgische Klinik des Spitals
C._, wo der behandelnde Arzt die Diagnose Verletzung der Rotatorenmanschette
(RM) mit den Differentialdiagnosen (DD) Zerrung und Ruptur stellte (act. M5). Anlässlich
weiterer Untersuchungen in der Chirurgischen Klinik des Spitals C._ vom 15. Juni
und 6. Juli 2015 wurde die Diagnose Verdacht auf Zerrung des Infraspinatus/Teres
minor bzw. RM-Läsion mit Beteiligung des Infra-/Supraspinatus sowie Subscapularis
Schulter rechts gestellt und eine MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenks
beschlossen (act. M7). Diese wurde am 16. Juli 2015 im Spital C._ durchgeführt und
brachte eine ausgedehnte ansatznahe transmurale Reruptur der Supra- und
Infraspinatussehne mit Atrophie und fettiger Degeneration der korrespondierenden
Muskeln (Goutallier Grad 3), eine ansatznahe Ruptur der Subscapularissehne unter
Einbeziehung des Pulley, eine mediale Luxation der langen Bizepssehne mit
interstitieller Ruptur derselben sowie einen signalgestörten Bizepsanker im Sinne einer
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SLAP-Läsion zur Darstellung (act. M6). Der Versicherte wurde daraufhin der
Orthopädischen Klinik des Spitals C._ zugewiesen, wo er am 20. Juli 2015
untersucht wurde. Die zuständige Ärztin stellte in ihrem Bericht vom 31. Juli 2015
gestützt auf das MRI-Untersuchungsergebnis und nach einer zusätzlichen
Röntgenuntersuchung (vgl. act. M6: geringe Omarthrose rechts mit zystoiden
Veränderungen am Tuberculum majus und kleinen Osteophyten, amorphe Verkalkung
in Projektion auf den Subakromialraum auf Höhe des Glenoids, DD: Sehnenverkalkung)
folgende Diagnosen: 1. Gemischt traumatisch degenerative RM-Ruptur (Supraspinatus
komplett, Infraspinatus kraniale Hälfte, Oberrand Subscapularis) nach Unfall am 9. Juni
2015; 2. Status nach RM-Rekonstruktion "links" vor einigen Jahren (act. M7). Vom
Spital C._ wurde der Versicherte sodann an die Universitätsklinik Balgrist
überwiesen, wo anlässlich der Sprechstunde vom 16. September 2015 und nach
erneuter Röntgenuntersuchung im Sprechstundenbericht vom 28. September 2015 die
Diagnose einer RM-Reruptur rechts bei Schultertrauma vom 9. Juni 2015 und Status
nach RM-Rekonstruktion rechts 2001 bestätigt und die Indikation für eine
Schulteroperation gestellt wurde (act. M3, vgl. auch act. M8). Am 2. Dezember 2015
nahm der beratende Arzt der AXA, PD Dr. med. D._, Spezialarzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie, zur Frage der Kausalität zwischen der RM-Problematik
bzw. der für den 22. Januar 2016 in der Universitätsklinik Balgrist geplanten Operation
der rechten Schulter (vgl. act. M8) und dem Ereignis vom 9. Juni 2015 Stellung. Auch
PD Dr. D._ wies darauf hin, dass beim Versicherten 2001 eine
Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion an der linken (richtig: rechten) Schulter
durchgeführt worden sei (act. M9).
A.c Die AXA hatte inzwischen beim Versicherten mittels Fragebogen vom 8. Juli 2015
die tatsächlichen Verhältnisse des Ereignisses vom 9. Juni 2015 abgeklärt (act. A8).
Gestützt auf dessen Antworten vom 16. Juli 2015 (act. A9) hatte sie ihm sodann mit
Schreiben vom 24. Juli 2015 mitgeteilt, dass es sich beim Ereignis vom 9. Juni 2015
nicht um einen Unfall gehandelt habe und folglich kein Anspruch auf Leistungen aus
der obligatorischen Unfallversicherung bestehe (act. A12 f.). Mit Schreiben vom 25. Juli
2015 hatte sich der Versicherte mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden erklärt
(act. A14). Am 4. August 2015 hatte ein Telefongespräch der AXA mit dem Versicherten
stattgefunden, wobei beide Parteien ihre Standpunkte nochmals erläuterten (act. A17).
Nachdem der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. K.
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Glavas, Muolen, mit Schreiben vom 6. November 2015 eine einsprachefähige
Verfügung hatte verlangen lassen (act. A20), erliess die AXA am 28. Dezember 2015
eine formelle Verfügung, worin sie einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen aus
der obligatorischen Unfallversicherung mit der Begründung eines fehlenden
Kausalzusammenhangs zwischen der im MRI vom 16. Juli 2015 gezeigten
Gesundheitsschädigung und dem mit Unfallmeldung UVG vom 23. Juni 2015
gemeldeten Ereignis vom 9. Juni 2015, gestützt auf die Beurteilung von Dr. D._ vom
2. Dezember 2015, verneinte (act. A26).
A.d Mit Bericht vom 22. Januar 2016 stellte die Klinik Balgrist die Diagnose irreparable
posterosuperiore RM-Reruptur (Supra- und Infraspinatus) Schulter rechts bei
Schultertrauma vom 9. Juni 2015 bei Status nach RM-Rekonstruktion rechts 2001 (act.
G1.5).
B.
B.a Mit Schreiben vom 6. Januar 2016 erhob Rechtsanwalt Dr. Glavas für den
Versicherten gegen die Verfügung 28. Dezember 2015 vorsorglich Einsprache. Er stellte
fest, dass es sich im konkreten Fall um eine Reruptur handle, was auf eine
Unfallmässigkeit hinweise. Er ersuche deshalb um Zustellung der gesamten Akten,
auch derjenigen der ersten RM-Ruptur (act. A31). Mit Schreiben vom 18. Januar 2016
erläuterte er, dass der Versicherte - als er noch bei seiner vormaligen Arbeitgeberin, der
E._ GmbH, gearbeitet habe - am 22. Juni 2001 einen Unfall erlitten habe. Die Akten
seien von der AXA bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) anzufordern (act.
A33). Aus den antragsgemäss eingeholten Akten ging hervor, dass der Versicherte der
Helsana am 14. September 2001 einen Unfall vom 22. Juni 2001 gemeldet hatte,
wonach ihm eine grosse Pfanne mit Gemüse "entschlipft" war, die er hatte auffangen
wollen. Am 5. September 2001 war bei ihm der Verdacht auf eine RM-Läsion (Supra-/
Infraspinatus rechts) diagnostiziert worden, die sich anlässlich einer Ultraschallunter-
suchung bestätigt hatte. Daraufhin war am 30. Oktober 2001 eine Operation mit
Acromioplastik nach Neer, Naht und transossärer Refixation der Supra- und
Infraspinatussehne durchgeführt worden (act. A35). Nach Einsichtnahme in die Akten
reichte der Rechtsvertreter des Versicherten mit Eingabe vom 25. Februar 2016 die
Einsprachebegründung nach (act. A36 f.).
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B.b Mit Entscheid vom 7. März 2016 wies die AXA die Einsprache des Versicherten mit
der Begründung ab, dass es sich beim Ereignis vom 9. Juni 2015 nicht um einen Unfall
im Sinne des Gesetzes handle. Eine unfallähnliche Körperschädigung liege in
Ermangelung eines sinnfälligen äusseren Ereignisses ebenfalls nicht vor. Zudem wäre
die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers mangels kausalem
Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Ereignis vom 9. Juni 2015
abzulehnen (act. A38).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 7. März 2016 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 20.
April 2016 Beschwerde erheben mit den Anträgen, dieser sei aufzuheben, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die UVG-Leistungen
(Heilbehandlung/Taggeld etc.) zu gewähren und die Helsana sei in dieses Verfahren als
Vorversicherer (Rückfall) einzubeziehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der AXA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin; act. G1). Der Beschwerde war
eine E-Mail-Korrespondenz mit der Helsana beigelegt, worin Rechtsanwalt Dr. Glavas
abzuklären versucht hatte, ob die heutigen Beschwerden als Rückfall des Ereignisses
vom 22. Juni 2001 anerkannt würden, sowie eine Verfügung der Helsana vom 13. April
2016, mit welcher diese ihre Leistungspflicht für die als Rückfall gemeldeten
Beschwerden mit der Begründung abgelehnt hatte, es bestehe kein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem damaligen Ereignis und den nun geltend
gemachten Beschwerden (act. G1.4).
C.b Mit Schreiben vom 21. April 2016 reichte Rechtsanwalt Dr. Glavas einen Bericht
des Vertrauensarztes der Helsana, Dr. med. F._, Praktischer Arzt FMH, FA manuelle
Medizin FMH und FA Vertrauensarzt FMH, vom 24. März 2016 ein, in welchem dieser
die Beurteilung von Dr. D._ betreffend Unfallkausalität nicht teilte und mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer am 9. Juni 2015 erlittenen zusätzlichen
frischen Verletzung der RM ausging (act. G2, G2.1).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G4).
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C.d Mit Replik vom 6. Juni 2016 hielt Rechtsanwalt Dr. Glavas an den Rechtsbegehren
gemäss Beschwerdeschrift fest und ersuchte das Versicherungsgericht um einen
Entscheid betreffend Beiladung der Helsana (act. G6).
C.e Mit Schreiben vom 27. Juni 2016 teilte das Versicherungsgericht den einstweiligen
Verzicht auf die Beiladung der Helsana mit. Für die Beantwortung der Frage, ob eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom 9. Juni 2015 bestehe
oder nicht, sei die Beiladung nicht erforderlich (act. G7).
C.f Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 teilte die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf
Einreichung einer Duplik und im Übrigen das Festhalten am Antrag und an den
Ausführungen gemäss Beschwerdeantwort mit (act. G8).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer
Unfallversicherer des Beschwerdeführers für die Folgen des Ereignisses vom 9. Juni
2015 leistungspflichtig ist.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
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3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt.
3.2 Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der äussere Faktor ist gegeben, wenn
äussere, vom menschlichen Körper unabhängige Kräfte auf diesen einwirken. Es wird
sich in aller Regel um eine mechanische Einwirkung handeln; infrage kommen aber
auch etwa elektrische Krafteinwirkungen. Nicht als Unfallereignis anerkannt werden
somit Ereignisse, die ihre Ursache ausschliesslich im Körperinnern haben. Der äussere
Faktor kann indessen nicht deshalb als fehlend angenommen werden, weil keine
äusserlich wahrnehmbare Körperschädigung vorliegt (UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 4 N 60). Das Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit bezieht sich sodann nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors,
sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach
sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des
im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, BGE 121
V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des
ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer
unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und RKUV
Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Weiter bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer
Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als
Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall
geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder
ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (vgl. BGE
116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2). Bei unkoordinierten Bewegungen ist
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das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter
Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“
beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert,
ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu
verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV
2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1). Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin
nicht vorausgesetzt. Immerhin ist festzuhalten, dass der Nachweis eines Unfalls bei
Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, insofern strengen
Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter
besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis
manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während
bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen
besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).
4.
4.1
4.1.1 Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines
Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs.
2 lit. a - h UVV hat er in einer abschliessenden Aufzählung (vgl. dazu BGE 116 V 140 E.
4a, 116 V 147 E. 2b, je mit Hinweisen) folgende Körperschäden auch ohne
ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht
eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind:
Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen,
Sehnenrisse, Bandläsionen und Trommelfellverletzungen.
4.1.2 Beim Beschwerdeführer wurde infolge des Ereignisses vom 23. Juni 2015
unbestrittenermassen eine RM-Reruptur der Supra- und Infraspinatussehne rechts
diagnostiziert (act. M2 f., M5 ff.), womit feststeht, dass er eine der in Art. 9 Abs. 2 UVV
aufgezählten Verletzungen - einen Sehnenriss gemäss lit. f - erlitten hat.
4.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist jedoch - auch wenn einer der in Art.
9 Abs. 2 UVV aufgeführten Befunde erhoben wird - nur gegeben, wenn die Verletzung,
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wie in Art. 4 ATSG vorgesehen, auf eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines äusseren Faktors zurückzuführen ist. Bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV entfällt im Vergleich zu den
eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der
Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen
Begriffsmerkmale eines Unfalls müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des
einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter - gleich wie beim äusseren Faktor
des Unfallbegriffs - ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer,
sinnfälliger - eben unfallähnlicher - Einfluss auf den Körper in Form einer
Krafteinwirkung von aussen zu verstehen ist (vgl. Erwägung 3.2). Die schädigende
Einwirkung kann auch im Falle eines unfallähnlichen Ereignisses in einer körpereigenen
Bewegung bestehen (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006
Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3;
BGE 129 V 466).
4.3 Das Auftreten von Schmerzen allein gilt noch nicht als äusserer Faktor im Sinn der
Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV. Ein solcher ist also nicht gegeben, wenn die
versicherte Person einzig das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine
gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das
Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von
Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschriebenen gewöhnlichen
Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein
gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt, was zutrifft, wenn die als
Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten
Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist.
Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der
Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als
physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers,
insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist. Schmerzen als Symptome einer
Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV fallen deshalb als massgebender äusserer Faktor
nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne
dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa
beim blossen Aufstehen, Absitzen und Abliegen, bei der Bewegung im Raum und bei
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Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen
noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Die nur physiologische
Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen
äusseren Faktor dar, dem ein gegenüber der gewohnten, üblichen körperlichen
Belastung gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen würde. Erfüllt ist das
Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors demgegenüber bei Änderungen der
Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen
führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen
belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar
gewordenen Positionsänderung. Für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demnach
ein gesteigertes Schädigungspotenzial vonnöten, sei es zufolge einer allgemein
gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit einer
an sich alltäglichen Verrichtung führenden Elementes (BGE 139 V 327, 129 V 469 ff. E.
4.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3 f.).
5.
Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, der
Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben den
Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die leistungsansprechende
Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die Umstände des Unfalls
bzw. des unfallähnlichen Ereignisses glaubhaft machen. Kommt sie dieser
Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche
Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen bzw. unfallähnlichen Schadens
als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des
Unfallversicherers (BGE 114 V 305 f. E. 5b). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine
Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien
tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte
ableiten wollte (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf, S. 4 f.; RKUV 2000 Nr. U 363 S.
46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Wird also auf dem
Wege der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses bzw. eines
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unfallähnlichen Ereignisses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt - die
blosse Möglichkeit genügt nicht (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) - so hat
dieses als un¬bewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden
Person auswirkt.
6.
6.1 Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 9. Juni 2015 einen Unfall oder
ein unfallähnliches Ereignis im Rechtssinn darstellt, ist zunächst zu ermitteln, was am 9.
Juni 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geschehen ist.
6.1.1 Die detaillierte Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse durch den
Unfallversicherer erfolgt oft mittels Fragebögen. Im Vordergrund stehen entsprechend
Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden
Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen
Verhältnisse mittels Fragebögen detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur
richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125
V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a) und es überzeugt in aller Regel nicht, wenn die versicherte
Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als
Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung
erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist
nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur
weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens aufzufordern (Urteile des EVG
vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2b).
6.1.2 Die Beschwerdegegnerin hat nach Eingang der Unfallmeldung vom 23. Juni
2015 den Sachverhalt mit verschiedenen Fragen zum Geschehen vom 9. Juni 2015
detailliert erhoben (act. A8). Der Beschwerdeführer berichtete am 16. Juli 2015, er habe
am 9. Juni 2015 mit der rechten Hand (er sei Rechtshänder) einen 20 kg schweren
Bidon von einem Regal gehoben. Das Gewicht des Bidon habe zu einer ruckartigen
Streckung des Arms nach unten geführt, worauf er einen starken Schmerz verspürt
habe. Es habe sich dabei um eine berufliche Tätigkeit gehandelt und die Tätigkeit habe
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seiner Arbeitsstelle entsprochen. Es habe weder ein Aus- oder Abrutschen
stattgefunden noch habe sich ein Sturz ereignet (act. A9).
6.2
6.2.1 Mit dem sich aus dem Fragebogen ergebenden Sachverhalt sind weder die
Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG noch die an ein
unfallähnliches Ereignis gestellten Voraussetzungen erfüllt. Die Antworten des
Beschwerdeführers enthalten keinen Hinweis darauf, dass beim Ereignis vom 9. Juni
2015 ein äusserer und im Falle des Unfalls zugleich ungewöhnlicher äusserer Faktor
auf den Beschwerdeführer eingewirkt hätte. Das An- und Aufheben eines
Gegenstandes stellt eine normale körpereigene Bewegung bzw. alltägliche
Lebensverrichtung dar. Je nach Beschaffenheit des Gegenstandes, insbesondere
seines Gewichts und seiner Form, ist das An- oder Aufheben desselben naturgemäss
mit einem gewissen Kraftaufwand und - bewegungsmässig - mit einer Streckung des
Arms und/oder einem entsprechenden Ruck verbunden. Ob sodann ein Unfall oder ein
unfallähnliches Unfallereignis im Sinne einer Überanstrengung bzw. einer mehr als
physiologisch normalen Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner
Gliedmassen, verbunden ist (vgl. dazu BGE 139 V 329 E. 3.3.1), bestimmt sich nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung an Gewichten.
6.2.2 Eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde von der Rechtsprechung nur bei Lasten von
mehr als 100 kg bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009,
8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02).
In Fällen, in welchen eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint wurde, waren die zu hebenden Lasten
zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4
mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010,
8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011, 8C_246/2011, E. 4.4). Angesichts dieser
Kasuistik fällt bei einem Gewicht von 20 kg ein Unfall bzw. ein ungewöhnlicher äusserer
Faktor ohne Weiteres ausser Betracht.
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6.2.3 Im Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das frühere EVG
sodann das Anheben und anschliessende Abdrehen einer ca. 20 kg schweren Waage
durch einen Mann zu beurteilen; es hat erkannt, dass von einer im Rahmen der
üblichen Arbeit und unter normalen Bedingungen erfolgten Bewegung auszugehen sei,
sodass der äussere Faktor infolge fehlendem gesteigertem Schädigungspotenzial und
somit eines unfallähnlichen Ereignisses zu verneinen sei. Im Urteil 8C_656/2008 vom
13. Februar 2009 hat das Bundesgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca.
20 kg
schweren Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor rechtsprechungsgemäss zu
verneinen; es fehle an einem gesteigerten Schädigungspotenzial. Zum selben Schluss
kam das Bundesgericht im Urteil 8C_696/2009 vom 12. November 2009 (E. 6.2), als es
zu entscheiden hatte, ob ein beim Ausziehen eines 25 bis 30 kg schweren Rucksackes
erlittener Sehnenriss als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren sei. Gleich
entschied das Bundesgericht bei einer Frau, welche bei Umzugsarbeiten eine etwa 15
kg schwere Bücherkiste mit etwas Schwung anhob und dabei starke
Schulterschmerzen verspürte (Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2010,
8C_867/2009, E. 3.3). Wie der Überblick über die höchstrichterliche Rechtsprechung
zeigt, stellt das Heben eines Bidon von 20 kg auch keine Überanstrengung mit
Gefährdungspotenzial für den Körper im Sinne eines unfallähnlichen Ereignisses dar.
Entsprechend lässt sich aus der Antwort des Beschwerdeführers zur Frage 3 (Handelte
es sich um eine Ihnen gewohnte Tätigkeit? Verlief sie unter normalen äusseren
Bedingungen?; act. A8) ableiten, dass er den Vorgang als übliche, gewohnte berufliche
Tätigkeit betrachtete, für die er die erforderliche Konstitution mitbrachte. Dass die
Tätigkeit für ihn eine Anstrengung mit Gefährdungspotenzial bedeutet hätte, ist damit
auszuschliessen. Eine berufsübliche Anstrengung, wie sie in einem Betrieb immer
wieder vorkommt, gilt jedoch nicht als äusserer Faktor im Sinne eines Unfalls oder
eines unfallähnlichen Ereignisses (MAURER, a.a.O., S. 178; BGE 116 V 139 E. 3b, mit
Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Der Hinweis des Beschwerdeführers in der
Beschwerde und Replik vom 20. April bzw. 6. Juni 2016 (act. G1, act. G6), er übe die
Tätigkeit normalerweise beidhändig aus, und habe den Bidon nur ausnahmsweise
einhändig gegriffen, führt zumindest im Zusammenhang mit dem Sachverhaltselement
"Gewicht" allein zu keiner anderen Beurteilung. Ein Gegenstand mit einem Gewicht von
20 kg und einem - wie beim Bidon - gut fassbaren Griff kann insbesondere von einem
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Mann, der körperliche Arbeit gewohnt ist, auch einhändig gehoben werden. Insofern ist
bei einem solchen Geschehen ohne Hinzutreten eines weiteren unkontrollierbaren
Elements ein äusserer Faktor zu verneinen (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6.3).
6.3
6.3.1 In der Einsprache vom 25. Februar 2016 wurde vom Beschwerdeführer
vorgebracht, der Behälter sei ihm entglitten und er habe versucht, ihn aufzufangen (act.
A37). In der Beschwerde vom 20. April 2016 schilderte er, der einhändig gefasste
Bidon habe - vom Gestell stürzend - seinen Arm mit einer ungewöhnlichen Kraft nach
unten gerissen. Zum normalerweise beidhändigen Fassen des Bidons sei es gar nicht
mehr gekommen. Der kräftige Zug nach unten habe eine ungewöhnliche Bewegung
verursacht (act. G1). Die Replik vom 6. Juni 2016 enthält schliesslich die Angabe, der
Bidon habe auf einer Höhe von 1.3 m gestanden (act. G6). Auch anlässlich des
Telefongesprächs vom 4. August 2015 mit der Beschwerdegegnerin hatte der
Beschwerdeführer - wenn auch ohne konkrete Höhenangabe - auf die "Höhe", auf
welcher der Bidon gestanden habe, hingewiesen (act. A17). Die Frage, ob angesichts
der vorgenannten Sachverhalte von einer unkoordinierten Bewegung im Sinne eines
Unfalls (vgl. Erwägung 3.2) gesprochen werden kann oder ob zumindest ein zur
alltäglichen Verrichtung des Hebens eines Bidons unkontrollierbares Element mit
Gefährdungspotenzial (vgl. Erwägung 4.3) hinzugetreten und damit ein unfallähnliches
Ereignis zu bejahen ist, kann offen gelassen werden. Die weiteren Schilderungen des
Beschwerdeführers müssten sich zunächst auch so verwirklicht haben, was jedoch
nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
ausgewiesen gelten kann, wie nachfolgend zu zeigen ist.
6.3.2 Bei der Frage 1 des Fragebogens (Auf welche Umstände und/oder Tätigkeit
führen Sie die Beschwerden zurück? [Ort, Datum und ausführliche Schilderung des
Vorfalls]) beschrieb der Beschwerdeführer, wie bereits erwähnt, eine rundum alltägliche
berufliche Lebensverrichtung mit einer physiologisch und psychologisch
beherrschbaren Beanspruchung des Körpers ohne hinzutretendes zusätzliches
äusseres Geschehen. Dies obwohl mit der Frage 4 geprüft wurde, ob sich etwas
Besonderes (Ausgleiten, Sturz etc.) ereignet habe (act. A8 f.). Insofern kann nicht
nachvollzogen werden, weshalb der Beschwerdeführer zunächst in seiner Antwort vom
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16. Juli 2015 die beiden beispielhaft formulierten besonderen Geschehnisse
ausdrücklich wiedergab, diese verneinte und nachträglich im Wissen um die
leistungsablehnende Verfügung vom 28. Dezember 2015 (act. A26, vgl. auch act. A13)
ausgerechnet einen Sachverhalt schilderte, der einem Ausgleiten bzw. Ausrutschen
gleichkommt. Angesichts der mit Beispielen ergänzten und damit verständlichen Frage
4 des Fragebogens hätte dem Beschwerdeführer klar sein müssen, dass die
Erwähnung der obgenannten Sachverhaltselemente - bei Zutreffen - bereits im
Fragebogen für die Beurteilung der Frage des Vorliegens eines Unfalls von zentraler
Bedeutung sein konnten. Die sogenannte Aussage der ersten Stunde ist in der Regel
unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art
beeinflusst sein können (BGE 121 V 47, E. 2a, 115 V 143 E. 8c; RKUV 1988 Nr. U 55 S.
363 E. 3b/aa). Eine Beeinflussung der vom Beschwerdeführer erstmals in der
Einsprache gemachten Aussagen durch versicherungsrechtliche Überlegungen ist
demnach nicht auszuschliessen. Die Beweislosigkeit für die vom Beschwerdeführer
nachträglich geltend gemachten Sachverhaltselemente führen demnach zu einem
Entscheid zu Ungunsten des Beschwerdeführers, der aus dem unbewiesen
gebliebenen Sachverhalt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ableiten wollte
(vgl. Erwägung 5).
7.
Nachdem ein Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG sowie ein unfallähnliches Ereignis bzw. ein
ungewöhnlicher oder ein mit gesteigertem Schädigungspotenzial wirkender äussere
Faktor zu verneinen sind, erübrigen sich weitere Ausführungen zur Kausalität als
weitere Voraussetzung für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers (vgl. Art. 6 Abs.
1 UVG).
8.
Mit Verfügung vom 13. April 2016 hat die Helsana bezüglich einer Rückfallmeldung des
Beschwerdeführers zum Unfallereignis vom 22. Juni 2001 eine Leistungspflicht
bezüglich derselben Schulterbeschwerden verneint, mit welchen sich auch das
vorliegende Beschwerdeverfahren befasst hat (act. G 1.4a). Die Helsana hat damit
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ihrerseits ein Verwaltungsverfahren durchgeführt, womit kein Grund mehr für eine
Beiladung im vorliegenden Beschwerdeverfahren besteht. Die Sanitas wurde
demgegenüber insofern richtigerweise mit der Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom 28. Dezember 2015 (act. A26) bedient, als ihr als Krankenversicherer des
Beschwerdeführers mit der vorliegenden materiell-rechtlichen Begründung eine
Leistungspflicht für die Gesundheitsschädigung des Beschwerdeführers zukommen
kann (vgl. dazu Art. 49 Abs. 4 ATSG, Art. 3 Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts
vom 29. August 2008, 9C_537/2007; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 28 f.;
KIESER, a.a.O., Art. 49 N 75).
9.
9.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 7. März
2016 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
9.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
9.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.