Decision ID: 49f608c8-221e-4bda-9752-8aa8a3647478
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1951, bezieht seit September 2005 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (Urk. 7/2/2; Urk. 7/3-4; Urk. 7/20/1-5). Am 1. November 2011 meldete er sich bei der Gemeinde Y._, Durchführungsstelle für Zu
satzleistungen zur AHV/IV (Durchführungsstelle), zum Bezug von Zusatz
leis
tungen an (Urk. 7/1). Diese verneinte mit Verfügung vom 19. Dezember 2011 (Urk. 7/2) einen entsprechenden Anspruch.
1.2
Am 22. April 2016 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/6). Mit Verfügungen vom 24. Oktober 2016 (Urk. 7/31-32) verneinte die Durchführungsstelle zunächst erneut einen Anspruch auf Zusatzleistungen in
folge eines Einnahmeüberschusses und nahm sodann per 1. Juli 2016 infolge Wegfalls der Rente der Basler Versicherung eine Neuberechnung vor, wodurch sie einen EL-Anspruch von jährlich Fr. 9'456.-- ermittelte. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2016 (Urk. 7/33/1) nahm die Durchführungsstelle schliesslich per 1. Oktober 2016 infolge Ablösung der bisherigen Invalidenrente durch eine Altersrente erneut eine Neuberechnung vor. Dabei rechnete sie unter anderem ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau des Versicherten von jährlich Fr. 20'000.-- respektive privilegiert von 12'333.-- an und berück
sich
tigte den Mietzins lediglich im Umfang von zwei Vierteln. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 7/37) hiess die Durchführungsstelle mit Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2016 (Urk. 7/43 = Urk. 2) teilweise gut
und setzte das angerechnete hypothetische Erwerbseinkommen von Fr. 20'000.--
auf Fr. 17'298.-- pro Jahr herab.
2.
Der Versicherte erhob am 30. Januar 2017 Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2016 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss höhere
Ergänzungsleistungen (Urk. 1). Die Durchführungsstelle beantragte mit Beschwer
deantwort vom 2. März 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 7. März 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 8. Februar 2018 (Urk. 9) wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Ehefrau des Beschwerdeführers beigezogen. Diese gingen am 26. Februar 2018 ein (Urk. 10; Urk. 11/1-16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters
,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen Anspruch auf Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs, wenn sie die Voraus
setzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen.
Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die aner
kannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG)
.
1.2
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als Ein
kommen anzurechnen sind unter anderem auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG).
Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht beziehungsweise ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht. Es werden demzufolge nicht nur die tat
sächlich erwirt
schafteten Erwerbseinkommen angerechnet. Auch Personen, denen eine
Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann, müssen ihre Erwerbstätigkeit ausnützen (BGE 140 V 267 E. 2.2).
Übt der rentenberechtigte Ehegatte keine Erwerbstätigkeit mehr aus, kann vom nicht invaliden Ehegatten, der bis anhin nicht oder nur beschränkt erwerbstätig war, verlangt werden, eine Erwerbstätig
keit aufzunehmen
oder die bisherige auszudehnen (BGE 117 V 287;
Carigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2.
überarbeitete und ergänzte Auflage, Zürich/
Basel/Genf 2009, S.
157).
1.3
Bei der Ermittlung der zumutbaren Erwerbstätigkeit ist auf das Alter, den Ge
sundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesen
heit vom Berufsleben abzustellen.
Dabei ist zu vermuten, dass es dem Ehe
gatt
en grundsätzlich möglich und zu
mu
tbar ist, seine
Erwerbsfähigkeit zu ver
werten (BGE 134 V 53 E. 4.1, 117 V 287 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_12/2013 vom 19. November 2013 E. 3.1).
Diese Vermutung kann
aber umgestossen werden
. Wird
insbesondere mit Bele
gen über erfolglose (qualitativ und quantitativ ausreichende) Stellenbemüh
ungen
der Nachweis erbracht, dass das angerechnete hypothetische Erwerbsein
kommen wegen der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage nicht erzielt werden kann, muss die EL-Stelle dies anerkennen und auf dessen Anrechnung verzichten. Dabei wird – im Unterschied zur Invalidenversicherung – nicht auf den ausgeglichenen, sondern auf den tatsächlichen Arbeitsmarkt abgestellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_908/2013 vom 22. Mai 2014 E. 5.3; Carigiet/Koch, a.a.O., S. 156; Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, gültig ab 1. April 2011, Stand 1. Januar 2016, Rz 3482.03). Bei der Beurteilung der konkreten Arbeitsmarktlage ist einerseits das Angebot an offenen geeigneten Stellen für Personen, welche die persönlichen und beruflichen Voraussetzungen der betreffenden Person erfüllen, und andererseits die Zahl der Arbeit suchenden Personen zu berücksichtigen (Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, Rz 520).
Soweit gesundheitliche Beeinträchtigungen geltend gemacht werden, welche es verunmöglichen sollen, die verbleibende Erwerbsfähigkeit zu verwerten, haben sich die EL-Stellen und das Sozialversicherungsgericht rechtsprechungsgemäss grundsätzlich an die Invaliditätsbemessung der IV-Stelle zu halten. Diese Bin
dung ist deshalb angezeigt, weil die EL-Durchführungsorgane zum einen nicht über die fachlichen Voraussetzungen für eine selbständige Beurteilung der In
validität verfügen und es zum anderen zu vermeiden gilt, dass der gleiche Sach
verhalt unter denselben Gesichtspunkten von verschiedenen Instanzen unter
schied
lich beurteilt wird (Urteile des Bundesgerichts 8C_140/2008 vom 25. Febru
ar 2009 E. 8.2.2 und 8C_172/2007 vom 6. Februar 2008 E. 7.1).
1.4
Für die Festsetzung der Höhe des zu berücksichtigenden hypothetischen Ein
kommens ist auf die
Durchschnittslöhne gemäss der vom Bundesamt für Sta
tistik herausgegebenen schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzu
stellen
.
Dabei handelt es sich um Bruttolöhne.
Die persönlichen Umstände wie das Alter, der Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Berufsausbildung, die bisher ausgeübten Tätigkeiten, die Dauer der Erwerbslosigkeit oder Familien
pflichten (z.B. die Betreuung von Kleinkindern) sind bei der Festsetzung zu berücksichtigen
(
BGE 134 V 53 E. 4.1;
Carigiet/Koch,
a.a.O., S. 159; WEL Rz 3482.04).
Von einem hypoth
etisch ermittelten Einkommen des
Ehe
gattens
des EL
-
An
sprechers sind sodann - ebenso wie bei den
hypothetische
n
Einkommen nach Art. 14a und 14b
der Verordnung über
die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
- gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG bei Ehepaaren jährlich insgesamt Fr. 1’500.-
-
abzuziehen und vom Rest zwei Drittel anzurechnen. Insofern sind
hypothetische
Einkünfte in gleicher Weise zu privilegieren wie
tatsächlich erzielte (Müller,
a.a.O.
, Rz 525
).
1.5
Für nicht invalide Ehegatten gibt es keine analoge Regelung zu Art. 25 Abs. 4 ELV, wonach die Herabsetzungsverfügung wegen Anrechnung eines hypo
thetischen Erwerbseinkommens erst nach sechs Monaten wirksam wird. Dem Ehegatten ist aber im Einzelfall gleichwohl eine realistische Übergangsfrist für die zumutbare Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Ausdehnung des Arbeits
pensums einzuräumen, was sowohl für laufende als auch für erstmals beantragte Ergänzungsleistungen gilt. Einer vorgängigen Abmahnung in irgendeiner Form bedarf es nicht. Im Falle einer rückwirkenden EL-Zusprechung beginnt die Übergangsfrist nicht erst ab Verfügungserlass zu laufen, sondern bereits ab seinerzeitigem Anspruchsbeginn (vgl. BGE 142 V 12 E. 3.2 und E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2013 vom 29. September 2014 E. 5.2).
1.6
Die anerkannten Ausgaben werden nach Art. 10 ELG ermittelt. Als Ausgaben gelten bei Personen, die zu Hause wohnen, unter anderem der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten, bei Ehepaaren im Umfang von maximal Fr. 15'000.-- pro Jahr (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 ELG). Aufwendungen für die Miete einer Garage können grundsätzlich nicht als Ausgaben berücksichtigt werden (vgl. Müller, a.a.O., Rz 147 f.).
Art. 16c ELV bestimmt, dass der Mietzins auf die einzelnen Personen aufzuteilen ist, wenn Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen be
wohnt werden, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind. Die Miet
zins
anteile der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlos
sen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen. Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen (vgl. auch WEL Rz 3231.03). Nach der Rechtsprechung setzt die Aufteilung des Miet
zinses nicht voraus, dass die Wohnung oder das Einfamilienhaus gemeinsam
gemietet sind; vielmehr genügt das gemeinsame Bewohnen (BGE 142 V 299 E.
3.2
, 127 V 10 E. 6b).
Ein Abweichen von dieser Grundregel, welche die indirekte Mitfinanzierung von Personen, die nicht in die Ergänzungsleistung eingeschlossen sind, verhindert, ist nur in engen Grenzen zugelassen, so vor allem wenn die Aufteilung des Ge
samtmietzinses nach Köpfen im Einzelfall zu einem stossenden Ergebnis führen würde (BGE 127 V 10 E. 5d; vgl. auch Carigiet/Koch, a.a.O., S. 139; Müller, a.a.O., Rz 176 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) fest, der Beschwerdeführer und seine Ehefrau würden mit den beiden volljäh
rigen Söhnen zusammenwohnen, weshalb bei den Ausgaben für den Mietzins nur zwei Viertel angerechnet werden dürften. Zudem sei der Ehefrau des Be
schwerdeführers ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen (S. 1 ff.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die Argu
mentation der Beschwerdegegnerin sei zu eigennützig formuliert und entspreche in wichtigen Punkten nicht den effektiven Tatsachen. Ausserdem werde der negative Entscheid der IV-Stelle für seine Frau als endgültigeres Argument wahrgenommen (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Ehefrau des Beschwerdeführers ein hypo
the
tisches Erwerbseinkommen anzurechnen und in welcher Höhe der Mietzins als anerkannte Ausgabe anzuerkennen ist.
Das ursprüngliche weitere Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend Anrechnung von ausländischen Renten (vgl. Urk. 7/35-36) sind gegenstandslos, hat die Beschwerdegegnerin im Nachgang mit Verfügungen vom 27. Januar 2017 (Urk. 7/46-47) rückwirkend eine Neuberechnung vorgenommen und diese Renten dabei nicht mehr angerechnet.
3.
3.1
In Bezug auf die Faktoren, welche für die Beurteilung der Frage entscheidend sind, ob es der Ehefrau des Beschwerdeführers bei Aufbringung des forderbaren guten Willens möglich und zumutbar ist, einer Erwerbstätigkeit im freien Arbeits
markt nachzugehen, sind die folgenden Umstände bekannt:
3.2
Die Ehefrau des Beschwerdeführers wurde am 21. Dezember 1959 im Kosovo geboren und war demnach im Zeitpunkt der Gesuchstellung 56-jährig. Sie ist Mutter von sieben volljährigen Kindern (geboren 1976, 1979, 1982, 1983, 1984,
1988, 1991) und niedergelassene Schweizerin (Urk. 7/12; Urk. 11/4/3). Sie ver
fü
gt nach Lage der Akten über keine beruflichen Ausbildungen oder Qualifikationen. Zuletzt arbeitete sie von August 2001 bis Januar 2002 bei der Z._. Seither war sie nicht ausserhäuslich erwerbstätig (vgl. den Auszug aus dem individuellen Konto, Urk. 7/16). Obwohl für die Kinder bereits seit vielen Jahren keine Betreuungsaufgaben mehr anfallen, hat sie sich offenbar nie um eine ausserhäusliche Beschäftigung bemüht. So wurden keine Belege über erfolg
lose Stellenbemühungen eingereicht und nach Lage der Akten unterblieb
bisher auch eine Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (R
AV). Es fehlen somit objektive Anhaltspunkte dafür, dass es aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder ihrer unzureichenden Fähigkeiten zu keinem Anstellungsverhältnis kommen könnte.
Hinsichtlich der gesundheitlichen Situation ist aktenkundig, dass sich die Ehe
frau des Beschwerdeführers am 29. August 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hat (Urk. 7/25/2). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, stellte ihr am 17. November 2016 die Ab
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dabei wurde im Wesentlichen fest
gehalten, dass die körperlichen Einschränkungen durch die Adipositas bedingt seien und bei Normalgewicht rückläufig wären. Aus psychiatrischer Sicht würden psychosoziale Belastungsfaktoren überwiegen. Insgesamt bestehe kein invalidenversicherungsrechtlicher Gesundheitsschaden (vgl. Vorbescheid vom 17. November 2016, Urk. 7/40). Da sich in den durch die Beschwerdegegnerin eingereichten Akten noch keine Verfügung der IV-Stelle befand, wurden die entsprechenden IV-Akten beigezogen (vgl. Gerichtsverfügung vom 8. Februar 2018, Urk. 9). Diesen lässt sich entnehmen, dass die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. Januar 2017 (Urk. 11/16) an ihrem Vorbescheid festgehalten und einen invaliditätsrelevanten Gesundheitsschaden verneint hat. Die vom Beschwerde
führer zur gesundheitlichen Situation seiner Ehefrau im vorliegenden Beschwer
deverfahren eingereichten Berichte (Urk. 3/4 S. 4 ff.; Urk. 3/6) waren der IV-Stelle bereits allesamt bekannt und wurden entsprechend berücksichtigt (vgl. Urk. 11/3; Urk. 11/13). An diesen unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Entscheid sind die EL-Stellen und das Sozialversicherungsgericht rechtspre
chungs
gemäss grundsätzlich gebunden (vorstehend E. 1.3). Eine seither eingetre
tene Verschlechterung ist nicht ausgewiesen und wurde auch nicht geltend gemacht.
Nach dem Gesagten liegen somit keine Umstände vor, welche geeignet sind, die Vermutung eines Einkommensverzichts umzustossen. Demzufolge hat sich die Ehefrau des Beschwerdeführers die gesetzliche Vermutung für die Verwertung ihrer nach Feststellung der Invalidenversicherung verbleibenden vollständigen Arbeitsfähigkeit bis zur Vollendung des 60. Altersjahres entgegen halten zu lassen (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 9C_120/2012 vom 2. März 2012 E. 4.3).
Die erfolgte Anrechnung eines hypothetischen Einkommens erweist sich damit als rechtens.
3.3
Gegen die Höhe des angerechneten Verzichtseinkommens von Fr. 17'298.-- ist ebenfalls nichts einzuwenden.
Das
statistische
mittlere Einkommen der untersten Kategorie
betrug im Jahr 2014 für Frauen Fr. 4‘300.-- (LSE 2014,
TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1
).
Der Ehefrau des Beschwerde
führers stehen in erster Linie einfache Hilfsarbeiten in den unterschiedlichsten Branchen offen. Auf ein Jahr umgerechnet sowie der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und der Nominallohnentwicklung bei den Frauen von 2014 (Index: 2‘673) bis 2016 (Index: 2’709) angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Bruttoeinkommen von rund Fr. 54’517.-- (Fr. 4‘300.-- x 12 : 40.0 x 41.7 : 2‘673 x 2’709). Davon sind die obligatorischen Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes abzuziehen, nicht jedoch die hypothetischen Beiträge an die zweite Säule (vgl. Urteil des Bundesgerichts P 35/06 vom 9. Oktober 2007 E. 5.2.3; WEL Rz 3482.04). Somit sind die damals aktuellen AHV-, IV-, EO- und ALV-Beiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Jahreseinkommen bis und mit Fr. 148‘200.-- von insgesamt 6.25 % abzuziehen (zu finden unter www.ahv-iv.ch, Beiträge an die Arbeitslosenversiche
rung, Stand 1. J
anuar 2016
, sowie synoptische Tabelle der anwendbaren Beitrags-
und Prämiensätze, vgl. Fussnote 156 zu WEL Rz 3482.04
), was ein hypo-thetisches jährliches Nettoeinkommen von rund Fr. 51’110.-- (Fr. 54’517.-- abzüglich 6.25 %) ergibt.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte unter Bezugnahme auf die Werte des Sala
riums und unter Berücksichtigung eines Arbeitspensums von lediglich 50 % sowie eines maximalen leidensbedingten Abzuges von 25 % infolge der per
sön
lichen Umstände einen anrechenbaren Wert von Fr. 17’298.-- (vgl. Urk. 2 S. 3 und S. 5). Da dieser Wert im Vergleich zu den vorgenannten LSE-Zahlen deut
lich tiefer ausfällt, ist er zu Gunsten des Beschwerdeführers als massgeblich zu betrachten. Zudem nahm die Beschwerdegegnerin kor
rekterweise
auch
den festen Abzug in der Höhe von
Fr.
1‘500.-- vor und rechnete ledig
lich zwei Drittel davon an (vgl. Urk. 7/33/1 S. 5; Urk. 7/42 S. 6; vgl. hierzu vorstehend E. 1.4).
3.4
Es stellt sich zuletzt die Frage, ob der Ehefrau des Beschwerdeführers eine ange
messene Übergangsfrist einzuräumen ist (vorstehend E. 1.5). Hierzu ist akten
kundig, dass die Beschwerdegegnerin der Ehefrau des Beschwerdeführers bereits anlässlich der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2011 ein hypothetisches Bruttoeinkommen in der Höhe von Fr. 20'000.-- anrechnete.
Damals wurde jedoch ein EL-Anspruch infolge eines Einnahmeüberschusses noch
verneint (vgl. Verfügung vom 19. Dezember 2011, Urk. 7/2). Auch mit Verfü
gungen vom 24. Oktober 2016 (Urk. 7/31-32) rechnete die Beschwerdegegnerin
wiederum dasselbe hypothetische Einkommen an. Dabei erfolgte auch eine rüc
k
wirkende Neuberechnung per 1. Juli 2016, wodurch ein EL-Anspruch von jähr
lich Fr. 9'456.-- ermittelte wurde (vgl. Urk. 7/32). Diese Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft. Mit der vorliegend angefochtenen Verfügung
(Urk. 7/33/1) respektive des angefochtenen Einspracheentscheids (Urk. 2) erfolg
te
nun lediglich eine Neuberechnung für die Zeit ab dem 1. Oktober 2016 infolge Ablösung der bisherigen Invalidenrente des Beschwerdeführers durch eine Altersrente. In Anbetracht dieser Umstände erscheint die Gewährung einer Übergangsfrist als nicht gerechtfertigt.
3.5
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass die ab Oktober 2016 vorge
nommene Anrechnung eines jährlichen hypothetischen Erwerbseinkommens der nicht invaliden Ehefrau des Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 17'298.-- respektive privilegiert von Fr. 10'532.-- zu Recht erfolgt ist.
4.
Hinsichtlich der ebenfalls strittigen Höhe des berücksichtigten Mietzinses geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer seit November 2014 Mieter einer 4-Zimmerwohnung in der Mitte des 1. Obergeschosses an der O._strasse 178 in Y._ ist. Der Mietzins beträgt monatlich Fr. 1'800.-- brutto, wobei Fr. 50.-- auf einen Garagen-/Abstellplatz entfallen (vgl. Mietvertrag vom 29. Oktober 2014, Urk. 7/17). In dieser Wohnung lebt der Beschwerdeführer unbestrittenermassen mit seiner in die EL-Berechnung miteinbezogenen Frau sowie mit den beiden volljährigen Söhnen A._ und B._ (vgl. Urk. 7/13; Urk. 7/30). Demzufolge ist der Mietzins grundsätzlich auf die einzelnen Personen aufzuteilen und somit nur im Umfang von zwei Vierteln in der EL-Berechnung zu berücksichtigen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Kinder des Ehepaares den Mietzins effektiv bezahlen (vorstehend E. 1.6).
Besondere Umstände, welche ausnahmsweise ein Abweichen von dieser Rege
lung rechtfertigen würden, liegen nicht vor. So ist das beschwerdeführerische Vorbringen, wonach Sohn A._ keine Arbeit habe und demnach unter
stützt werden müsse (vgl. Urk. 7/35), unbeachtlich. Eine gesetzliche Unterhalts
pflicht seitens des Beschwerdeführers besteht nicht mehr und es steht A._ frei, sich zur Deckung seiner Lebenshaltungskosten beim Sozialamt anzu
melden. Der zweite Sohn B._
erhält sodann ebenfalls eine ganze Invalidenrente (vgl. Urk. 7/22) und ist damit in der Lage, für seinen Mietkostenanteil
selbst aufzukommen. Die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Anrech
nung des Mietzinses im Umfang von lediglich zwei Vierteln und somit von Fr. 10'500.-- pro Jahr (Fr. 1'750.-- x 12 : 4 x 2) erweist sich daher als rechtens.
5.
Zusammenfassend erfolgten sowohl die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der nicht invaliden Ehefrau des Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 17'298.-- respektive privilegiert von Fr. 10'532.-- als auch die Berücksichtigung des Mietzinses im Umfang von zwei Vierteln und demnach von Fr. 10'500.-- pro Jahr zu Recht.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.