Decision ID: c1c2aeef-3b42-4c4a-a84a-45055419116a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, war seit
1.
Februar 2001 im teilzeitlichen Umfang eines Arbeitspensums von 80 %
beim
Kantonsspital
Y._
als
Intensiv
pflegekraft beziehungsweise als diplomierte IP-Schwester (Intensivpflege
schwester;
Urk.
7/1
)
tätig
, als sie sich am
5
.
Juli 2001
mit dem Hinweis auf eine
Stammhirnblutung
(Urk.
7/4
Ziff.
7.2
) bei der Inva
liden
versi
che
rung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
7.4
). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach der Versicherten mit Verfügung vom
2.
Juli 2001 (
Urk.
7/22/1-3) berufliche Massnahmen im Sinne einer Abklärung im Hinblick auf eine
sp
ätere Umschulung im Bürobereich
zu
.
Nach Erlass des Vorbescheids vom
1.
Juli 200
2
(
Urk.
7/44)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
8.
September
200
2
(
Urk.
7/59) einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen und sprach ihr mit Verfügung vom 1
3.
September 2002 (
Urk.
7/58/1-3) mit Wirkung ab
1.
April
2002
,
bei einem Invaliditätsgrad von 80
%
eine ganze Rente zu.
1.2
Nach Eingang des von der Versicherten am
5.
April 2003
ausgefüllten Revisions
fragebogens (
Urk.
7/
67
) stellte
die IV-Stelle
mit Mitteilung vom 1
5.
Mai 2003 (
Urk.
7/70
) einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente bei einem unver
änderten Invaliditätsgrad von 8
0
%
fest.
1.3
Nach Eingang des von der Versicherten am
2
1.
Juni 2005
ausgefüllten Revisions
fragebogens (
Urk.
7/
73/1-2
) stellte
die IV-Stelle
mit Mitteilung vom
1
3.
Juli 2005 (
Urk.
7/77
) einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente bei einem unver
änderten Invaliditätsgrad von 8
0
%
fest
.
1.
4
Am 1
6.
Oktober 2005 (
Urk.
7/78) ersuchte die Versicherte um Zusprache beruflicher Massnahmen, worauf
ihr
die IV-Stelle mit Mitteilung vom
9.
März 2006 (
Urk.
7/88) berufliche Massnahmen im Sinne einer beruflichen Abklärung und mit Mitteilung vom 1
8.
Dezember 2006 (
Urk.
7/97)
solche
im Sinne einer Umschulung mit dem Ziel des Erwerbs eines Bürofachdiploms zusprach.
Nach Absolvieren des Bürofach
diploms (
Urk.
7/118) sprach ihr die IV-Stelle mit Mitteilung vom
6.
Februar 2008 (
Urk.
7/113) berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung mit dem Ziel des Erwerbs eines Handelsdiploms
zu. Nachdem die Versicherte am 3
1.
Januar 2009 ein Handelsdiplom VSH (
Urk.
7/136) erworben hatte, stellte die IV-Stelle mit Mit
teilung vom
2.
März 2009 (
Urk.
7/139) die beruflichen Massnahmen ein. Nach Er
lass des Vorbescheids (
Urk.
7/147)
setzte
die IV-Stelle
die der Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente
mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2009 (
Urk.
7/153 und
Urk.
7/149)
bei
eine
m
Invaliditätsgrad von 69
%
per
1.
Februar 2009 auf eine
Drei
viertelsrente
herab
.
1.
5
Im Rahmen einer amtlichen Revision im Jahr 2011 (vgl. den Revisionsfragebogen vom
1
3.
April 2011
,
Urk.
7/
155
) stellte
die IV-Stelle
mit Mitteilung vom
2
0.
Juli 2011 (
Urk.
7/161
) einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine
Drei
viertelsrente
bei einem unver
änderten Invaliditätsgrad von 69
%
fest
.
Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
7/184/1-2) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
September 2016 (
Urk.
7/186) einen Anspruch der Versicherten auf Arbeits
vermittlung.
1.
6
Nach Eingang des von der Versicherten am
1
0.
Oktober 2016
ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/
187
) stellte
die IV-Stelle
mit Mitteilung vom
3.
November 2016
(
Urk.
7/
197
) einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine
Dreiviertelsrente
bei einem unver
änderten Invaliditätsgrad von 69
%
fest
.
1.
7
Nachdem die Versicherte am 2
8.
Februar 2018 die Zusprache von Leistungen der Arbeitsvermittlung beantragt hatte (
Urk.
7/200), sprach ihr die IV-Stelle mit Mit
teilung vom
9.
März 2018 (
Urk.
7/203) eine Arbeitsvermittlung im Sinne einer Unterstützung bei der Stellensuche durch die
Z._
,
(Arbeitsvermitt
lung plus)
, und anschliessend mit Mitteilung vom 2
3.
Mai 2018 (
Urk.
7/210) eine Arbeitsvermittlung im
Sinne
eines Arbeitstrainings beim Kantonsspital
Y._
zu.
Mit Mitteilung vom 2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
7/218) sprach die IV-Stelle der Versicherten ein Job Coaching im Sinne einer Beratung und Begleitung durch die
Z._
zu. Mit einer weiteren Mitteilung vom 2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
7/219) beendete die IV-Stelle die Eingliederungsberatung. Am
1.
Januar 2019 trat die Ver
sicherte eine befristete Arbeitsstelle
beim Kantonsspital
Y._
als Mitarbei
terin Leistungserfassung im Umfang eines Arbeitspensums
von 40
%
(
bei einer Arbeitsleistung
und Entlöhnung im Umfang eines Pensums
von 30
%
)
an (
Urk.
7/221). Mit Mitteilung vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
7/231)
hielt die IV-Stelle fest, dass weiterhin Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe bei einem neu errechneten
Invaliditätsgrad von 61
%
.
1.
8
Da
die Versicherte
seit
1.
Januar 2020
beim Kantonsspital
Y._
im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
(
bei einer diesem Pensum entsprechenden Arbeits
leistung und Entlöhnung
)
angestellt
war
(vgl.
Urk.
7/232)
, führte die IV-Stelle von Amtes wegen eine Rentenrevision durch
und setzte die der Versicherten bisher aus
gerichte
te
Dreiviertelsrente
n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/240, Urk.
7/244)
mit Verfügung vom
2
4.
Juni 2020 (
Urk.
7/249 und
Urk.
7/248 =
Urk.
2)
bei einem Invaliditätsgrad von 58
%
per
1.
September 2020 auf eine halbe Rente herab.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
4.
Juni 2020
(Urk. 2) erhob die Versicherte am
6.
August 2020
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzu
heben und es sei ihr
für
die Zeit
ab
dem
1.
September 2020 weiterhin eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
September 2020 (Urk. 6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am
3
0.
September
202
0 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.
4
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Ein
kommensvergleichs oder einer Untervariante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren) davon. Dabei ist das
Validenein
kommen
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbs
tätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Umstän
den grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtig
ung geleistete (BGE 131 V 51 E.
5.1.2; wi
edergegeben in BGE 142 V 290 E.
5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechu
ng hat das Bundesgericht in BGE
142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im
(allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist
(E. 7.3)
.
An der Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 hielt das Bundesgericht seither fest
.
Gemäss der Rechtsprechung rechtfertigt
insbesondere auch
das am
1.
Januar 2018 für die Invaliditätsbemessung Teilerwerbstätiger mit einem Aufgaben
bereich neu eingeführte Berechnungsmodell (
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV) kein Abweichen von der Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 (Urteile des Bundes
gerichts 9C_583/2018 vom
3.
Dezember 2018 E. 4.3 und 9C_425/2019 vom 1
0.
September 2019 E. 2
).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a IVG) zur Anwendung gelangt (BGE 144 I 21 E. 2.2). Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicherten Person somit grundsätzlich nicht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
27
f. zu Art. 30–31
).
1.7
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
4.
Juni 2020
(Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsscha
den im U
mfang eines Arbeitspensums von 8
0 % eine Erwerbstätigkeit ausüben würde und im restlich
en Umfang von 2
0 % im anerkannten Aufgabenbereich des Haus
halts tätig gewesen wäre
(vgl. hierzu auch
Urk.
6)
. Die Beschwerdegegnerin ging sodann davon aus, dass der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen die Ausübung einer
angepassten
Erwerbstätigkeit im Umfang
eines Arbeits
pensums von 4
0 % zuzumuten sei
(
Urk.
2
S.
4
), und dass es sich bei der von der Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2019 beim Kantonsspital
Y._
ausge
übten Tätigkeit
um eine solche Tätigkeit
handle
, weshalb das Invalidenein
kommen auf Grundlage des bei Ausübung dieser Tätigkeit erzielten Verdienstes zu bemessen sei (
Urk.
7/238 S. 1). Da
im Aufgabenbereich des Haushalts
keine Einschränkung
ausgewiesen sei,
resultiere
ein
Gesamtinvaliditätsgrad von
5
8
%
, weshalb ein Anspruch auf eine halbe Rente bestehe (Urk. 2
S.
4
).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass sie bei Gesundheit im Umfang eines Arbeitspensums von
90
%
eine Erwerbs
tätig
keit ausüben würde (Urk. 1 S. 3
)
und im restlichen Umfang von 10
%
sich der Führung des Haushalt
s widmen würde. Dabei resultier
e ein Invaliditätsgrad von 65
%
und ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(
Urk
1 S. 5). Eventuell
- wenn
sie
wider Erwarten
als Erwerbs
tätige im Umfang von 80
%
und im restlichen Bereich von 20
%
als im Haushalt Tätige
zu qualifizieren wäre - sei
von einer Einschränkung im Haushalt im Um
fang von 21
%
auszugehen. Denn einerseits könne ihrem Ehegatten, welcher im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
beschäftigt sei, und dabei teilweise auch geschäftlich ins Ausland reisen müsse,
eine Mitarbeit im Haushalt nicht zugemutet werden. Andererseits könne sie gewisse Tätigkeiten im Haushalt, wie beispielsweise Flickarbeiten und das Bügeln von Hemden, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben und müsse diese Tätigkeiten durch Drittpersonen gegen
eine Entlöhnung ausüben lassen. Aus diesen Gründen sei
eine Einschränkung im Haushalt im Umfang von 21
%
ausgewiesen (
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Vor Erlass der angefochtenen Verfügung 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2) stellte die Beschwerdegegnerin
in
der Mitteilung vom 1
8.
Februar 2019
(
Urk.
7/231)
zwar einen im Vergleich
zur
Mitteilung vom
3.
November 2016 (
Urk.
7/197) unveränderten Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf eine
Dreiviertelsrente
fest. Während die Beschwerdegegnerin in der Mitteilung vom
3.
November 2016 und in der
Verfügung vom 1
8.
Juni 2009 (Urk.
7/153 und Urk.
7/149), womit die
bis
her ausgerichtete ganze Rente auf eine
Dreivie
rtelsrente
hera
b
gesetzt wurde,
in
des
davon aus
ging, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden in einem Umfang von 80
%
in der Intensivpflege tätig wäre, weil
sie bei
diese
r
Tätigkeit
mit Schichtarbeit
auf
mehr Freizeit
angewiesen wäre
, weshalb von einer freiwilligen Ausübung einer Tätigkeit in einem teilzeitlichen Umfang von 80
%
(ohne Aufgabenbereich) auszugehen sei (Urk.
7/144 S. 1), und deshalb die Invalidität gemäss der
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
bemass,
ging sie in der angefochtenen Verfügung vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2) und in der Mitteilung vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
7/231) davon aus, dass die Beschwerde
führerin im Umfang von 80
%
als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 20
%
als im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt Tätige zu qualifizieren sei (vgl.
Urk.
7/229 S. 3), und
bemass die Invalidität anhand der gemischten Methode.
Von der Beschwerdeführerin wird diese Qualifikation bestritten (Urk. 1).
3.2
Da die Beschwerdegegnerin
vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2)
den Sachverhalt
letztmals bei Erlass der Mitteilung vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
7/231) umfassend materiell geprüft und
dabei
einen Ein
kommensvergleich durchgeführt hatte (vgl.
Urk.
7/229 S. 3)
,
steht vorliegend die Entwicklung
des anspruchsrelevanten Sachverhalts im Vergleichszeitraum seit Erlass der
Mitteilung vom 1
8.
Februar 2019
(
Urk.
7/
231
) bis zum Erlass der an
gefochtenen Verfügung vom
2
4.
Juni 2020
(
Urk.
2)
im Streite
.
Mit der Anstellung in einem 40%-Pensum ab
1.
Januar 2020 beim Kantonsspital
Y._
bei einer diesem Pensum entsprechenden Arbeitsleistung und Ent
löhnung (vgl.
Urk.
7/232)
ist sodann unbestrittenermassen eine wesentliche Än
derung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten (E. 1.5)
,
da zuvor
bei einem
Arbeitspensum von 40
%
nur eine
Arbeitsleistung und Entlöhnung im Umfang von 30
%
galt
(
Urk.
7/221
; vgl. hierzu nachfolgend E. 8
)
.
Revisionsrechtlich ist damit
der
Rentenanspruch in rechtlicher und t
atsächlicher Hinsicht umfassend und ohne
Bindung an frühere Beurteilungen
(vorstehend E.
1.6
)
zu prüfen
.
4.
4
.1
Vorerst zu prüfen ist die Statusfrage beziehungsweise die Frage, in welchem Um
fang die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre.
4
.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
täts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist
somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
g
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis
zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
ur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
und Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2018 vom 26. September 2018 E. 4.1.1).
4
.3
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens
am 2
1.
Februar 2001 (vgl.
Urk.
7/11 S. 1)
war die Beschwerdeführerin
seit
1.
Februar 2001 (
Urk.
7/10
Ziff.
1) beim Kantonsspital
Y._
im Umfang eines Beschäftigungsgrades von 80
%
in der Intensivpflege tätig
(
Urk.
7/1,
Urk.
7/10
Ziff.
10)
.
4.4
Die Klinik
A._
gab im Arbeitgeberbericht vom 2
0.
August 2001 (
Urk.
7/9) an, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom
1.
Januar 1998 bis 3
1.
März 2000
in der
Intensivp
flege
im Umfang eines vollzeitlichen Arbeits
verhältnisses (
Ziff.
11) tätig gewesen sei.
4.5
Gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin gab die Beschwerde
führerin anlässlich des
berufsberaterischen
Erstgesprächs vom 2
3.
Januar 2006 an, dass sie ohne Gesundheitsschaden im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
bis 100
%
als Akutkrankenschwester erwerbstätig wäre (
Urk.
7/91/3).
4.6
Gemäss der Stellungnahme der Berufsberatung vom
3
1.
März 2009
habe
die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin an
gegeben
, dass sie
in einem
teilzeitlichen Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
tätig gewesen sei,
weil die Tätigkeit als Intensivpflegeschwester Schicht
arbeit beziehungsweise regelmässige Schichtwechsel beinhaltet habe und deswegen sehr belastend gewesen sei
. Aus diesen Gründen habe sie ihr Arbeits
pensum freiwillig reduziert
, wobei sie dies
nicht getan
habe
,
um mehr Zeit für die
Haushaltsführung
zu haben
(
Urk.
7/144).
4.
7
Anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der Beschwerdeführerin vom
5.
Februar 2019
(
Haushaltabklärungsbericht vom
8.
Februar 2019; Urk.
7/226
)
gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin an, dass sie im Jahre 2001
vor der Hirnblutung erst
während zwei
er
Wochen beim Kantonsspital
Y._
im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
als Pflegefachfrau
in der
Intensivpflege tätig gewesen sei
. V
or Antritt dieser Arbeitsstelle
sei sie
bei der Klinik
A._
, ungefähr im Umfang eines Arbeitspensums von 95
%
, in der Intensivpflege
tätig gewesen sei. Sie sei auf Grund des Schichtbetriebes und der physischen und psychischen Anforderungen, welche der Beruf als Fachperson Intensivpflege mit sich gebracht habe, in einem teilzeitlichen Umfang erwerbstätig gewesen. Den zusätzlichen freien Tag habe sie für den Haushalt sowie zur Erholung von ihrem Berufsalltag verwendet. Sie habe jedoch weder Haustiere gehalten noch ein zeitintensives Hobby gepflegt.
Sie könne es sich daher gut vorstellen, dass sie bei guter Gesundheit weiterhin im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
als Pflegefachfrau oder im Büro erwerbstätig wäre. Demgegenüber
erachte sie die Vorstellung, dass sie ohne Gesundheitsschaden eine
Erwerbstätigkeit im vollzeitlichen Umfang
ausüben
würde
,
nicht als realistisch.
Vielmehr
sei
es
ihr wichtig, genügend Zeit für die Pflege ihres Soziallebens und für sportliche Betätigungen zu haben. Sie sei schon immer ein «Bewegungsmensch» beziehungsweise eine Person
gewesen
, welche grossen Wert auf Bewegung
gelegt habe.
Daneben würde sie den zusätzlichen freien Tag in der Woche
, über welchen sie bei Ausübung eines
Teilzeitpensums
verfügen würde, auch
für Haushaltsarbeiten nutzen (Urk.
7/226
Ziff.
2.5).
4.8
Die Beschwerdeführerin führte in
ihrem Einwand
vom 1
6.
Mai 2020 zum Vorbe
scheid vom 1
7.
April 2020
(
Urk.
7/244
S. 2
)
sowie in
der
Beschwerde
schrift
vom
6.
August 2020 (
Urk.
1 S. 3) übereinstimmend aus,
dass
sie ohne Gesundheits
schaden im Umfang eines Arbeitspensums von 90
%
eine Erwerbstätigkeit aus
üben würde, und dass sie in erster Linie zur Erholung von der belastenden Erwerbstätigkeit in einem teilzeitlichen Umfang tätig wäre. Es sei daher von einer Reduktion des Beschäftigungsgrades (auf 90
%
) aus freien Stücken zu Gunsten von Freizeitaktivitäten auszugehen, ohne dass (im Umfang der restlichen 10
%
) ein Aufgabenbereich resultierte. Dafür spreche auch, dass die Ehe der Beschwerdeführerin kinderlos geblieben
sei
, und dass sie
keine Personen, insbe
sondere
auch
nicht
ihre betagte Mutter
,
betre
uen müsse.
5.
5.1
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
si
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
5.2
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicheru
ngsrechts in der Regel auf die «
Aussagen der ersten Stunde
»
ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen späteren Präzisierungen der
«Aussagen der ersten Stunde»
einerseits und später davon abweichenden Angaben anderer
seits. Letztere bleiben rechtsprechungsgemäss unbeachtlich (BGE 115 V 133 E. 8c; Urteile des Bundesgerichts 8C_225/2019 vom 2
0.
August 2019 E. 3.3 und 8C_637/2016 vom 1
3.
Dezember 2016 E. 3.2 und 4.2). Gemäss der Recht
sprechung sind insbesondere im Verlauf des invaliden
versicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens getätigte Aussagen von versicherten Personen zur Status
frage praxisgemäss stärker zu gewichten als spätere anderslautende Erklärungen, die von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2011 vom 1
5.
Mai 2012 E. 4.2 und 8C_50/2012 vom
1.
März 2012 E. 5.1).
5.3
Während die Beschwerdeführerin am 2
3.
Januar 2006 gegenüber der Abklärungs
person der Beschwerdegegnerin angegeben hatte
, dass sie
ohne Gesundheits
schaden im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
bis 100
%
erwerbstätig
gewesen
wäre (
vorstehend E.
4.5
), führte sie am
3
1.
März 2009 gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin
aus
, dass sie in einem teilzeitlichen Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
tätig gewesen sei,
weil die Tätigkeit als
Intensivpflegeschwester Schichtarbeit beinhaltet habe und deswegen sehr belastend gewesen sei
, und dass sie
dies nicht getan
habe
, um mehr Zeit für die Haushaltsführung zu haben (
vorstehend E.
4.6
). Damit grundsätzlich überein
stimmend gab sie a
nlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom
5.
Februar 2019 gegenüber der Abklärungsperson
der Beschwerdegegnerin an, dass sie wegen
des Schichtbetriebes und der physische
n und psychischen Anforderungen des
Beruf
s
als Fachperson Intensivpflege in einem teilzeitlichen Umfang
von 80
%
erwerbs
tätig gewesen
sei, und dass sie die zusätzliche Freizeit nicht ausschliesslich für Haushaltsarbeiten sondern in erster Linie zur Erholung, zur
Pflege ihres Sozial
lebens und für sportliche Betätigungen
verwenden würde (vorstehend E.
4.7
). Demgegenüber
machte die Beschwerdeführerin erstmals
in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
Mai 2020 zum Vorbescheid vom 1
7.
April 2020
(
Urk.
7/244
S. 2
)
sowie in der Beschwerdeschrift vom
6.
August 2020 (
Urk.
1 S. 3)
und mithin zu einem Zeitpunkt
,
als ihr eine Rentenkürzung bereits in Aussicht gestellt wurde
,
und als sie bereits anwaltlich vertreten war,
geltend, dass sie ohne
Gesundheitsschaden
nicht
im Umfang eines Arbeitspensums
von 80
%
, sondern im Umfang eines sol
chen
von 90
%
eine Erwerbstätigkeit
als Fachperson Intensivpflege
ausüben würde
(vorstehend E.
4.8
).
Demgegenüber handelt es sich bei den am
3
1.
März 2009
und am
5.
Februar 2019 gegenüber der Abklärungsp
erson der Beschwerdegegnerin getätigten Aussagen der Beschwerdeführerin, wonach sie ohne Gesundheitsschaden mutmasslich im Umfang eines Arbeitspensums
von 80
%
eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, um Aussagen, welche die Beschwerdeführerin zu einem Zeitpunkt
tätigte
, als sie noch nicht anwaltlich vertreten war und noch keine Kenntnis der Renten
her
absetzung hatte.
Dabei kommt d
en Angaben der Beschwerde
füh
rerin
gegenüber
der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin ein grösseres Gewicht zu, da es sich hierbei um «
Aussagen der ersten Stunde
» handelte, welche
in der Regel un
befan
gener und zuverlässiger sind als spätere Schilderungen, die bewusst oder unbe
wusst von Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein können (
vorstehend E.
5.2
).
In die Würdigung miteinzubeziehen ist
ferner
die Tatsache, dass die Beschwerde
führerin unbestrittenermassen – nach einer Reisetätigkeit von April bis Dezember 2000 (
Urk.
7/9/1
Ziff.
3,
Urk.
7/18/2) – gemäss der Anstellungsvereinbarung vom 1
6.
Januar 2001 per
1.
Februar 2001 zu einem Beschäftigungsgrad von 80
%
an
gestellt wurde (
Urk.
7/1) und in diesem Umfang per
1.
Februar 2001 auch zu arbeiten begann (
Urk.
7/10). Dieser vertraglich vereinbarte Beschäftigungsgrad von 80
%
ist ein starkes Indiz dafür, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall im vereinbarten Pensum von 80
%
(weiter)gearbeitet hätte und sie ent
sprechend in
diesem Umfang sozialversicherungsrechtlich zu qualifizieren ist, zu
mal sie nicht geltend machte, dass eine
Pensumserhöhung
geplant war. Damit ist insgesamt nach dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 80
%
nachgegangen wäre.
Zu erwähnen ist
abschliessend,
dass die Beschwerdegegnerin – entgegen der Auf
fassung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S.
4 Mitte
) – bereits im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
von einer sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation als 80
%
Erwerbstätige ausging (vgl.
Urk.
7/43 S. 2).
5.4
Der sich
bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
8.
Februar 2019 (vorstehend E.
4.7
)
enthält
eine nachvollziehbare Begründung des
mutmass
lichen
Umfang
s
der
von der
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
ausgeübten Teil
erwerbstätigkeit
und
erfüllt
daher
die rechtlichen Anforderungen (vorstehend E.
5.1
).
Der Abklärungsbericht vermag sodann auch in inhaltlicher Hinsicht zu über
zeugen. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass
die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin davon ausging, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
wegen
der
ho
hen
physischen und psychischen Anforderungen
an den
Beruf als Fachperson Intensivpflege
und auf Grund
des
damit verbundenen Schichtbetrieb
s
ohne den Gesundheitsschaden
i
n einem teilzeitlichen Umfang eines Arbeitspensums von 80 %
erwerbstätig gewesen
wäre, und dass sie die zusätzliche Freizeit
zur Erho
lung von ihrem Berufsalltag
,
fü
r die Pflege ihres Soziallebens,
für sportliche Betätigungen
sowie für den Haushalt
verwendet
hätte
.
Aus diesen Gründen ver
mag die Beurteilung der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin vom
8.
Februar 2019,
wonach
die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im Umfang
eines Arbeitspensums von 80
%
als Fachperson Intensivpflege erwerbs
tätig gewesen wäre
,
zu überzeugen
, weshalb vorliegend darauf
abgestellt werden kann.
Der Beschwerdeführerin ist indes nicht
z
u folgen, wenn sie geltend machen will, dass die Abklärungsperson anlässlich der Abklärung vom
5.
Februar 2019 ihr gegenüber voreingenommen gewesen sei (
Urk.
1 S. 5).
Denn d
afür lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen.
Während
die Abklärungsperson davon ausging, dass die Beschwerdeführerin im restlichen Umfang von 20
%
im Auf
gabenreich des Haushalts tätig gewesen wäre und in diesem Umfang als eine im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts Tätige zu qualifizieren sei,
machte die Beschwerdeführerin
jedoch
geltend, dass sie
ohne Gesundheitsschaden
in
erster Linie zur Erholung von der belastenden Erwerbstätigkeit in einem te
ilzeit
lichen Umfang tätig wäre, weshalb
von einer
freiwilligen
Reduktion des Beschäftigungsgrades zu Gunsten von Freizeitaktivitäten auszugehen
sei
, ohne dass
ein Aufgabenbereich resultierte.
Den erwähnten Akten sind verschiedene Anhaltspunkte zu entnehmen, welche darauf hinweisen, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden
allenfalls wegen Freizeitaktivitäten beziehungsweise
zur
Erholung von ihrem Berufsalltag
beziehungsweise zur Er
holung von einem
damit verbundenen Schichtbetrieb
in einem teilzeitlichen Um
fang erwerbstätig wäre
, und dass sie die zusätzliche Freizeit nicht ausschliesslich für Haushaltsarbeiten verwendet hätte. Es bestehen daher gewichtige Anhalts
punkte
, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden
in
erster Linie zur Erholung von der belastenden Erwerbstätigkeit
beziehungsweise für mehr Freizeit freiwillig
in einem teilzeitlichen Umfang tätig wäre und
neben der Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
im restlichen Umfang von 20
%
allenfalls nicht
vorwiegend
Haushalt- sondern
Freizeitaktivi
täten nachgehen
könnte
.
5.
5
Die Frage, ob
die
Beschwerdeführerin neben der Qualifikation als Erwerbstätige
in einem
Umfang von 80
%
im restlichen Umfang von 20
%
als
im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt Tätige oder als eine mit dem n
icht versicherten Frei
zeitbereich (ohne anerkannten Aufgabenbereich)
Befasste zu qualifizieren wäre, kann indes dann offen gelassen werden, wenn selbst bei einer Qualifikation
der Beschwerdeführer
in
als
im
nicht versicherten Freizeitbereich (ohne anerkannten Aufgabenbereich)
Tätige
im Umfang von 20
%
nicht ein höherer Rentenanspruch resultierte.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in der angefochtenen
Verfügung vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2)
davon aus, dass
es sich sowohl bei der
von der Beschwerdeführerin
beim Kantonsspital
Y._
vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2019 ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin Leistungserfassung
im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
, indes
bei einer
reduzierten
Arbeitsleistung und Entlöhnung im Umfang eines Pensums von 30
%
(
Urk.
7/221), als auch bei der
ab
1.
Januar 2020
beim Kantonsspital
Y._
tatsächlich ausgeübten Tätigkeit
im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
(bei entsprechender Arbeitsleistung und Entlöhnung) um
optimal angepasste
und der
Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Grün
den
zumutbare Tätigkeiten handle
(
Urk.
7/248 S. 2), weshalb das Invalidenein
kommen auf Grundlage des bei Ausübung dieser Tätigkeit erzielten Verdienstes zu bemessen sei (
Urk.
7/238 S. 1).
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefoch
tenen Verfügung davon aus, dass sich im Vergleichszeitraum ab Erlass der
Mit
teilung vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
7/231)
bis zum Erlass der
angefochtenen Ver
fügung vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2)
bei einem
gleichgebliebenen Gesundheits
zustand lediglich die beruflichen beziehungsweise erwerblichen Verhältnisse in einer für den Rentenanspruch massgeblichen Weise verändert hätten.
6.2
Hinweise dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum vom 1
8.
Februar 2019 bis
2
4.
Juni 2020
erheblich ver
ändert hätte, sind den Akten nicht zu entnehmen. Dies wird von der Beschwerdeführerin zu Recht auch nicht geltend gemacht (
Urk.
1).
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin bei Erlass der an
gefochtenen Verfügung vom
2
4.
Juni 2020
(Urk. 2) die Ausübung der tatsäch
lich ausgeübten Tätigkeit beim Kantonsspital
Y._
im Umfang des tatsäch
lich ausgeübten Arbeitspensums von 40 % zu
zumuten war, und dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse im
massgeblichen Vergleichs
zeitraum vom
1
8.
Februar 2019 bis
2
4.
Juni 2020
nicht rechtser
heblich verändert haben.
8.
8.1
Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob es im
Vergleichs
zeitraum vom 1
8.
Februar 2019 bis
2
4.
Juni 2020
zu einer im revisionsrechtlichen Sinne erheblichen Ver
änderung der
erwerblichen Verhältnisse
geko
mmen ist, wobei unter der Annahme einer Qualifikation der Beschwerdeführerin im
Umfang von 80
%
als Erwerbs
tätige und als
im restlichen Umfang von 20
%
im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt Tätige
die Invalidität vorerst anhand der gemisch
ten Methode (vorste
hend E.
1.3
) zu bemessen ist. Dabei ist das Erwerbseinkommen, das die Beschwerdeführerin durch die Teilerwerbstätig
keit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochzurechnen.
8.2
8.2.1
In einem ersten Schritt ist die anteilige Invalidität im Erwerbsbereich zu ermitteln (vorstehend E.
1.3
). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeit
punkt des hypotheti
schen Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invaliden
einkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige renten
wirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen sind bis zum Verfügungs
zeitpunkt zu berücksichtigen
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
8.2.2
Um
bei einer Rentenrevision
das von der versicherten Person ohne Gesundheits
schaden hypothetisch er
zielbare
Valideneinkommen
zu bestimmen, ist entschei
dend, was diese im Zeit
punkt
bei Eintritt der Anlass zu einer
Renten
revision
gebenden Veränd
erung
der gesundheitlichen oder erwerblichen Verhält
nisse
überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst
ellt sein (BGE 135 V 297 E. 5.1,
134 V 322 E. 4.1
und
129 V 222 E. 4.3.1
; Urteil des Bundesgerichts 8C_678/2015 vom 9. Juni 2016 E. 4.2).
8.2.3
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist grund
sätz
lich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominal
lohn
entwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2).
8.2.4
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin beim Kantonsspital
Y._
vorerst vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2019 im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
(
bei einer Arbeitsleistung und Entlöhnung im Umfang eines
Pensums von 30
%
;
Urk.
7/221) und anschliessend
ab
1.
Januar 2020 im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
(bei entsprechender
Arbeitsleistung und Entlöhnung;
Urk.
7/248 S. 2) tätig war, weshalb von einer Veränderung der er
werblichen Verhältnisse per
1.
Januar 2020 auszugehen ist.
8.2.5
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens am 2
1.
Februar 2001 (
Urk.
7/3) war die Beschwerdeführerin
im
Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
beim
Kantonsspital
Y._
im Bereich Intensivpflege tätig (
Urk.
7/1)
gewesen. In Würdigung der gesamten Umstände ist
davon aus
zugehen, dass
die
Beschwerde
führer
in
ohne Gesundheitsschaden weiterhin
in diesem Umfang am bisherigen
oder
an einem vergleichbaren Arbeitsplatz tätig wäre, weshalb das
Validen
einkommen
grundsätzlich auf Grundlage des von der Besch
werdeführerin am 2
1.
Februar 200
1 beim Kantonsspital
Y._
erzielten Verdienstes zu be
messen ist.
8.2.6
Gemäss den Angaben des Kantonsspitals
Y._
im Arbeitgeberbericht vom 1
4.
August 20
0
1 (
Urk.
7/10) hat die Beschwerdeführer
in
vor Eintritt des Gesund
heitsschadens einen AHV-beitragspflichtigen Verdienst (inklusive Schicht
zulagen) von
Fr.
69'998.-- (
Ziff.
12)
erzielt
, wovon auch die Beschwerdegegnerin ausging (
Urk.
7/228 S. 1). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Nomi
nal
lohn
entwicklung in den Jahren 2002 bis 2019 (www.bfs.admin.ch; Tabelle T1.93 Nominallohnindex 1993 - 2019, Frauen, im Jahre 2001: 110.9 und im Jahre 2019:
136.3) sowie der voraussichtlichen
durchschnittlichen N
ominallohn
ent
wicklung im Jahre 2020 (www.bfs.admin.ch;
Quartalschätzung der Nominal
lohnentwicklung
,
Veränderung in
%
gegenüber des Vorjahres
) von 1.3
% resul
tiert im Jahre 2020,
aufgerechnet auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100
%
,
ein
Valideneinkommen
von Fr.
108
’
935.5
0
(Fr.
69'998.--
÷ 110.9 x 136.3 x 1.013
÷
80 x 100
).
8.3
8.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
8.3.2
Da es sich bei der von der Beschwerdeführerin
ab
1.
Januar 2020 beim Kantonsspital
Y._
tatsächlich ausgeübten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
um
ein stabiles Arbeitsverhältnis handelt, und da es sich bei dem dabei erzielten Verdienst nicht um Soziallohn handelt (vgl. zu den strengen
Beweisanforderungen
für Soziallohn:
BGE 117 V 18
und
110 V 277
), kann die Bemessung des Invalideneinkommens auf Grundlage des von der Beschwerdeführerin
beim Kantonsspital
Y._
im Jahre 2020 erzielten Ver
dienstes erfolgen.
8.3
.3
Gemäss den Lohnabrechnungen des Kantonsspitals
Y._
für die Monate Januar bis März 2020 (
Urk.
7/237/4-6) erzielte die Beschwerdeführerin ab Januar 2020 einen AHV-beitragspflichtigen Monatslohn von
Fr.
2'287.65 (Lohnklasse 12, Lohnstufe 9, Stufe 12), woraus bei 13 Monatslöhnen (vgl. Urk. 7/232) im Jahre 2020 ein tatsächlich erzieltes AHV-beitragspflichtiges Jahreseinkommen von (ab
gerundet) Fr.
29
’739.-- (Fr. 2'287.65 x 13 Monate) resultiert. Im Jahre 2020 ist daher von einem Invalideneinkommen in dieser Höhe auszugehen.
8.4
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
108
’
935.5
0
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
29
’739
.45 ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
79
’
196.05
und einen Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich
vo
n (gerundet) 73
%.
8.5
8.5.1
Bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist praxisgemäss vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungs
an
sprecher im Rahmen der Schaden
minderungspflicht Massnahmen zuzumuten
sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn
er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi
gung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö
rigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt
tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche
nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Ange
hörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewie
sener
massen eine Erwerbs
einbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509
mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_91/2016 vom 13. Juni 2016 E. 5.2.3.1).
8.5
.2
Der sich
bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
8.
Februar 2019 (
7/226; vgl.
vorstehend E.
4.7
)
enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten.
Ge
stützt darauf wurde ein Betätigungsvergleich vorgenommen. In Überein
stimm
ung mit der im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche
rung (KSIH RZ 3087, in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung) statuierten Ver
wal
tungspraxis wur
den darin die im Haushalt anfallen
den Tätigkeiten in fünf Auf
gaben aufge
teilt (Ernährung, Wohnungs- und Haus
pflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern und/oder An
gehörigen) und nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämtli
chen anfallenden Tätigkei
ten be
wertet.
Anschliessend
wurde für jede der Tätig
keits
bereiche die konkrete Be
hin
derung ermittelt.
Der Berichtstext bezüglich der ein
zelnen Einschränkungen
ist
angemessen detailliert und steht in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben
.
Dabei resultierte keine Ein
schrän
kung im Aufgabenbereich des Haus
halts beziehungsweise eine solche von 0 % (
Urk.
7/226 S. 8
).
8.5.3
Insgesamt genügt der Haushaltabklärungsbericht vom
8.
Februar 2019 (
Urk.
7/226
)
den rechtlichen Anforderungen (zum
Beweiswert des Haushaltsabklärungs
berichtes
vgl. vorstehend E.
5.1
). In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu über
zeugen, dass die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin davon ausging, dass
dem
im gleichen Haushalt wohnenden
Ehegatten
der Beschwerdeführerin eine Mithilfe bei
der Wohnungspflege (S. 6 f.)
sowie beim
Bügeln (S. 8)
zuzumuten war.
Entgegen der diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 6) ändert daran nichts, dass die Abklärungsperson an einer Stelle im Haus
haltabklärungsbericht (
Urk.
7/226 S. 6) fälschlicherweise erwähnte, dass der Ehe
gatte der Beschwerdeführerin nicht im vollzeitlichen Umfang, sondern lediglich in einem Umfang von 80
%
erwerbstätig sei. Denn auf Grund des Umstandes, dass die Abklärungsperson
an anderer Stelle korrekterweise erwähnte, dass der Ehegatte eine Vollzeittätigkeit ausübe (Urk.
7/226 S. 3), ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass es sich bei der unkorrekten Angabe
lediglich
um einen Ver
schrieb handelte.
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung
gestützt auf den
Haushaltabklärungsbericht vom
8.
Februar 2019
von keiner Einschränkung im Haus
haltsbereich ausging.
8.5.4
Bei einem hypothetischen Umfang der Ausübung einer Erwerbstätigkeit von
8
0 % und der Betätigung im Haushalt im Gesundheitsfall im restlichen Umfang von
2
0 % resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von
(gerundet) 58
%
(
73
%
x 0.8),
ein gewichteter Teilin
validitätsgrad im Haushalts
bereich von 0 % (0 % x 0.
2
)
und
ein Gesamtinvaliditätsgrad von
58
%
, mithin ein Anspruch auf eine halbe Rente.
9.
9.1
Im Folgenden ist
unter der Annahme einer Qualifikation der Beschwerdeführerin im Umfang von 80
%
als Erwerbstätige und als im restlichen Umfang von 20
%
ohne einen anerkannten Aufgabenbereich Freizeitaktivitäten Ausübende die Invalidität ergänzend gemäss der für teilerwerbstätige versicherte
Person
en
ohne Aufgabenbereich
geltenden
Methode des Einkommensvergleichs
zu bemessen, wobei von einer Aufrechnung des
Valideneinkommens
auf eine Vollerwerbs
tätigkeit
abzusehen ist
(vorstehend E.
1.4
).
9.2
Bei der Bemessung des
Valideneinkommens
ist, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
8.2.6
), von dem von der Beschwerdeführerin beim Kantonsspital
Y._
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
im Jahre 2001
erzielten
AHV-beitragspflichtigen Verdienst (inklusive Schichtzulagen) von
Fr.
69'998.--
auszu
gehen.
Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Nomi
nal
lohn
ent
wicklung in den Jahren
2002 bis 2019
(www.bfs.admin.ch; Tabelle T1.93 Nominallohnindex 1993 - 2019,
Frauen
,
im Jahre
2001
:
110.9
und im Jahre 2019:
136.3
)
sowie der voraussichtlichen
durchschnittlichen N
ominallohnentwicklung im Jahre 2020 (www.bfs.admin.ch;
Quartalschätzung der Nominallohn
ent
wicklung
,
Veränderung in
%
gegenüber des Vorjahres
) von 1.3
%
resultiert im Jahre 2020
, ein
Valideneinkommen
von (gerundet) Fr.
87
’148.40
(Fr.
69'998.--
÷
110.9
x
136.3 x 1.013
).
9.
3
Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist, wie erwähnt (vorstehend E.
8.3.2
), von dem von der Beschwerdeführerin im Jahre 2020 beim
Kantonsspital
Y._
tatsächlich erzielte
n
AHV-beitragspflichtige
n
Jahreseinkommen von (abgerundet) Fr.
29
’739.--
(Fr.
2'287.65
x 13 Monate) auszugehen.
9.4
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
87
’148.40
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
29
’739
.
45
ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
57
'
408.95
und eine prozentuale Erwerbseinbusse
vo
n (gerundet) 66
%, welche a
nhand des im Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübten Pensums
von 80
%
zu gewichten (vor
stehend E.
1.4
und Urteil des Bundesgerichts 9C_583/2018 vom
3.
Dezember 2018 E. 3.2.1)
ist.
Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 53
%
(66
% x 0.8), mithin ein Anspruch auf eine halbe Rente.
10.
Da sowohl bei einer Invaliditätsbemessung gemäss der für Teilzeiterwerbstätige mit einem Aufgabenbereich geltenden gemischten Methode als auch
bei
eine
r
solche
n
gemäss der für Teilzeitbeschäftigte ohne Aufgabenbereich geltenden Methode des Einkommensvergleichs übereinstimmend ein Anspruch auf eine halbe Rente resultiert, kann die Frage nach der Qualifikation der Beschwerde
führerin als eine Teilzeiterwerbstätige im Umfang von 80
%
mit oder ohne aner
kanntem Aufgabenbereich im restlichen Umfang von 20
%
offengelassen werden.
11.
Nach Gesagtem
ist von einer erheblichen Veränderung der erwerblichen Verhält
nisse per
1.
Januar 2020 auszugehen. Da eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV erst dann zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat sowie voraussichtlich weiterhin andauern wird, und da die Herabsetzung der Renten gemäss
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung de
r Ver
fügung folgenden Monats an zu erfolgen hat, ist nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegeg
nerin mit der angefochtenen Verfügung vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
2) die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete
Dreiviertelsrente
per
1.
September 2020 auf eine halbe Rente herabsetzte.
Demzufolge ist die Beschwerde
abzuweisen
.
12.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- fest
zusetzen und
der unter
liegenden
Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.