Decision ID: b76b46a9-3ad9-51d4-8618-a65a3197bf00
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom
6.
August 2012
sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der 1965 geborenen
, zuletzt
von
26. Januar 2009
bis 31. August 2009
als diplomierte
Pflegefachfrau HF beim Alterszentrums
Z._
angestellt
(
in einem Pensum von 100
%
beziehungsweise 80
%
[
vgl.
Ar
beitsvertrag vom 20. Januar 2009
mit Ergänzung
vom 8. Mai 2009
[Urk. 7/64], Arbeitszeugnis vom 7. Oktober 2009 [Urk. 7/25/3-4
]
und Arbeitgeberangabe vom 10. Juni 2010 [Urk. 7/20])
gewesenen
Y._
ab 1. September 2010 eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zu. Der Be
gründung der Verfügung kann entnommen werden, dass die IV-Stelle von einer seit 5. Juni 2009
erheblich eingeschränkten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist
und den Beginn der einjährigen Wartezeit auf diesen Tag festgelegt hat, so dass die Versicherte an
und für sich bereits ab 1. Juni 2010
einen Anspruch auf eine Rente gehabt hätte.
Vorliegend habe
insbesondere
keine mindestens 20%ige
Ar
beitsunfähigkeit vor dem 26.
Jan
uar 2009 bestanden (Urk. 7/75). Da die
Anmel
dung
der Beschwerdeführerin
zum Lei
stungsbezug allerdings erst am 22. März 2010
erfolgt sei, und der Renten
anspruch gemäss Art. 29 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehen
den Fassung frühestens sechs Monate nach dessen Geltendmachung entstehe, habe d
ie Versicherte erst ab 1. September 2010 Anspruch auf
eine
Dreiviertels
rente
der Invalidenversicherung
(Urk. 2 und
„Verfügungsteil 2“ [Urk. 7/75
]).
2.
Gegen die Verfügung vom 6. August 2012
erhob die Vorsorg
eeinrichtung der Arbeitgeberin mit Eingabe vom 11. September 2012
Beschwerde
mit folgendem Rechtsbegehren
(Urk. 1 S. 2)
:
E
s sei festzustellen, dass die Versicherte bereits vor dem 26. Januar 2009 zu mindestens 2
0
%
arbeitsunfähig gewesen sei
;
es sei der Invaliditätsgrad neu zu ermitteln und hernach über den Ren
tenanspruch der Versicherten neu zu befinden
;
eventualiter sei zur Beurteilung der obigen Punkte eine multidisziplin
äre Begutachtung zu veranlassen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der
Beschwerdegeg
nerin
.
Mit Beschwerdeantwort vom
18.
Oktober 2012 schloss die IV-
Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde
, soweit darauf einzutreten sei
(Urk. 6).
Mit
Gerichtsverfü
gung
vom
24. Oktober 2012
w
urde
Y._
z
um Prozess beigeladen (Urk.
8
) und
mit Gerichtsverfügung vom
3. Januar 2013
e
in zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk.
10
).
Replicando
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
gemäss Ziff. 2 und 3
fest
(Urk. 14 S. 2
), während die
Be
schwerdegegnerin
auf eine Duplik verzichtete (Urk.
17
).
Die Frist der Beigelade
nen für eine Stellungnahme ist am 14. Dezember 2012 ungenutzt abgelaufen.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3.2
Die Wartezeit im Sinne Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als er
öffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch ge
häufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte me
dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
nischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2
m.w.H
.).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen ein
ander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be
darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
tei
lich
keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zu
k
ommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
ach
terin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c; zur Beweiskraft von Stel
lung
nahmen der RAD vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4; BGE 137 V 210 E. 1.2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte fest,
aus ärztlicher Sicht sei der Beschwerde
führerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Dabei könnte die
Beschwerdeführer
in
(
im zumutbaren Pensum von 50 %
)
– entspre
chend dem Tabellenlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten im Bereich
Ge
sundheits
- und Sozialwesen (Zentralwert)
–
ein
Invali
deneinkommen von Fr. 29'
681.13
pro Jahr erzielen. Dies führe bei einem
Vali
deneinkommen
von Fr. 76'229.40
zu einem Invaliditätsgrad von 61
%, bei welchem
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bes
t
ehe
(Urk. 2
in Verbindung mit Urk. 7/75
)
.
2.2
Dagegen macht die
Beschwerdeführer
in
zuletzt
im Wesentlichen
geltend,
die
für den
Einkommensvergleich
massgebende
Arbeitsunfähigkeit in ange
passter Tä
tigkeit sei nicht genüge
nd abgeklärt
und
die Vergleichseinkommen
unrichtig
festgesetzt worden
(
Urk.
1 und 14).
3.
3.1
Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht ei
nes anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen; dieser kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person (Art. 49 Abs. 4
ATSG). Der Ausdruck des "
Berührtseins
" findet sich auch in Art. 59 ATSG, wonach zur Beschwerde berechtigt ist, wer durch die angefoch
tene Verfügung oder den
Einspracheentscheid
berührt ist und ein
schutzwürdi
ges
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Zu letzterer, die
Be
schwerdelegitimation
im kantonalen Gerichtsverfahren (wie auch im
Ein
spracheverfahren
: BGE 130 V 560 E. 3.2) betreffenden Norm hat das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) festgestellt, dass die Begriffe des "
Berührtseins
" und des "schutzwürdigen Interesses" in gleicher Weise auszule
gen sind wie für das bundesrechtliche Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren nach Art. 103
lit
. a des auf Ende 2006 aufgehobenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; BGE 130 V 388 E. 2.2, 130 V 560 E. 3.2 am Ende; vgl. nunmehr Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bun
desgericht [BGG]; BGE 133 II 249 E. 1.3.1, 133 II 353 E. 3). Nichts anderes kann für den Anwendungsbereich von Art. 49 Abs. 4 ATSG gelten. Auch hier ist demnach derjenige anderweitige Versicherungsträger berührt, der in einer be
sonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht, mithin in rechtlichen oder tatsächlichen Interessen spürbar betroffen ist (BGE 132 V 74 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die durch die Rechtsprechung näher umschriebene Bindungswirkung der
Invali
ditätsbemessung
der Ersten Säule (Invalidenversicherung) für die Zweite Säule (berufliche Vorsorge) ist in den Art. 23 ff.
des Bundesgesetzes über die berufli
che Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
positivrechtlich aus
drücklich verankert (BGE 115 V 208, 118 V 35 E. 2 und 3 sowie seitherige Ur
teile). Das zeigt sich darin, dass sich der Leistungsanspruch auf eine Invaliden
rente der obligatorischen beruflichen Vorsorge an den sachbezüglichen Vo
raussetzungen des IVG orientiert (Art. 23 BVG), die Höhe der
berufsvorsorge
rechtlichen
Rente analog zu derjenigen nach IVG bestimmt wird (Art. 24 Abs. 1 BVG) und schliesslich für den Beginn des Anspruchs auf eine BVG-Invaliden
rente gestützt auf Art. 26 Abs. 1 BVG sinngemäss die entsprechenden
invali
denversiche
rungsrechtlichen
Bestimmungen (Art. 29 IVG) gelten. Diese gesetzli
che Konzep
tion fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) be
ruflichen Vorsorge von eigenen, aufwendigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im
invali
denversicherungsrechtlichen
Verfahren für die Festlegung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente entscheidend waren. Indem die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung für die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge prinzipiell bindend ist, ist sie geeignet, die Leistungspflicht des BVG-Versiche
rers in grundsätzlicher, zeitlicher und
masslicher
Hinsicht im Sinne von Art. 49 Abs. 4 ATSG (unmittelbar) zu berühren. Die Organe der beruflichen Vorsorge sind daher zur Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle über den Renten
anspruch als solchen oder den Invaliditätsgrad berechtigt; ebenso ist der BVG-Versicherer befugt, in Streitigkeiten um eine Rente der Invalidenversi
cherung gegen Entscheide kantonaler Gerichte Beschwerde ans Bundesgericht zu führen (BGE 132 V 1 E. 3.2 und 3.3.1).
Die Verbindlichkeitswirkung erstreckt sich - wie erwähnt - allerdings nur auf diejenigen Feststellungen und Beurteilungen im IV
Verfahren, welche dort für die Festlegung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung ent
scheidend waren und über die demnach effektiv zu befinden war; andernfalls haben die Organe der beruflichen Vorsorge die Anspruchsvoraussetzungen ih
rerseits frei zu prüfen (vgl. Urteil des EVG vom 14. August 2000, B 50/99, E. 2b). Die Festsetzung des Beginns des Rentenanspruchs durch die Invaliden
versicherung schliesst sodann nicht aus, dass die den Anspruch auf
Invaliden
leistungen
nach BVG begründende
Arbeitsunfähigkeit (in geringerem Ausmass)
schon mehr als ein Jahr zuvor eingetreten ist (Urteil des EVG vom 11. Juli 2000, B 47/98, E. 4d; vgl. zum Ganzen SVR 2005 BVG Nr. 5 S. 16 E. 2.3.2
sowie Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2008, 9C_414/2007, E. 2.1 -
2.3).
3.2
I
m vorliegenden Fall ist die dargelegte Verbindlichkeitswirkung in Bezug auf den
Beginn der Wartezeit
zu verneinen: Die Versicherte meldete sich am 22. März 2010 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7 in Verbindung mit Eintrag im ELAR-Aktenverzeichnis [Urk. 7/0]). Da der
Renten
anspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach dessen Geltendma
chung entsteht (Art. 29 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung) und zudem voraussetzt, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung), waren bloss die tatsächlichen Verhältnisse seit 22. September 2010 für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend. Wenn die IV-Stelle bei dieser Sach- und Rechtslage die Eröffnung der Wartezeit auf den 5. Juni 2009 festsetzte, handelt es sich um eine IV-recht
lich bedeutungslose Feststellung, da kein Anlass für die Beschwerdegegnerin bestand, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit genau zu ermitteln. Der Zeitpunkt
des Beginns der Arbeitsunfähigkeit
vermag deshalb berufsvorsorgerechtlich keine Bindungswirkung zu entfalten.
Dagegen
waren die
Feststellungen im IV-Verfahren zur Arbeitsfähigkeit
(in an
gepasster Tätigkeit)
und zum Einkommensvergleich entscheidend und war dar
über effektiv zu befinden, weshalb sie berufsvorsorgerechtlich Bindungswirkung entfalten und die
entsprechende
Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführe
rin zu bejahen ist.
4.
4.1
I
n medizinischer Hinsicht
gab
der seit Juli 1997 behandelnde
Hausarzt Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin,
in seinem Bericht vom 3. Juli 2010
als Diagnosen
mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
insbesondere eine De
pression und eine schwere Knieverletzung links
mit vorderer Kreuzbandruptur, Meniskusläsion und ausgedehntem Knorpelschaden
an. Dr.
A._
attestierte
der Beschwerdeführerin
in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als Krankenschwester
aufgrund verminderter Belastbarkeit wegen Depression eine volle Arbeitsunfä
higkeit ab 5. Juni 2009 bis 13. Dezember 2009
mit kurzen Unterbrüchen
und darauf eine andauernde Arbeitsunfähigkeit von 50 %, wobei
Dr.
A._
längerfris
tig
wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit erwartete, da die Beschwerdeführerin gerne arbeite
.
Dagegen seien b
ehinderungsangepasste, etwa rein sitzende oder wechselbelastende, Tätigkeit
en
d
er Beschwerdeführerin zumutbar;
Leistungs
einschränkungen
bestünden bei
im Gehen oder Knien ausgeübten Tätigkeiten sowie im Rahmen der Depression
(Urk. 7/23; vgl. auch Bericht vom 12. Juni 2011 nach letzter Kontrolle vom 6. Juni 2011 [Urk. 7/32
]).
4.2
D
er
seit 25. Juni 2010
behandelnde
Psychiater Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie,
sowie
lic
. phil.
C._
, Fachpsychologin FSP,
attestierten der Beschwerdeführerin
in ihrem Bericht vom 10.
August 2010
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Krankenschwester aufgrund depressiver Symptomatik und nicht zureichender Belastbarkeit
sowie eventuell Oste
oporose, welche
die
Tätigkeit
als Krankenschwester mittel- bis
langfrist
ig möglicherweise verunmögliche
,
eine noch etwa vier Wochen andauernde volle Arbeitsunfähig
keit ab 21. Juni 2010 und eine Arbeitsfähigkeit v
on etwa 50 % ab 1. Oktober 2010
,
wobei sie
mittelfristig aus
psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit erwartete
n
(Urk. 7/26).
4.3
D
ie Ärzte des
E._
nannten
in ihrem Bericht vom
31. September 2010
folgenden Befund
:
Die Beschwerde
führerin sei bewusstsei
nsklar und allseits orientiert,
Aufmerksamkeit un
d Ge
dächtnis seien unauffällig und
das formale
Denken logisch und kohärent. Be
fürchtungen und Zwänge seien nicht beurteilbar. Die Beschwerdeführerin sei im Affekt freundlich, zugewandt und zuversichtlich
sowie psychomotorisch
un
auffällig
. Es bestünden keine Anhaltspunkte für Wahnideen, Sinnestäuschun
gen, Ich-Störungen, Selbst
-
oder Fremdgefährdung.
Sodann
wurde
angegeben
,
dass aufgrund ihrer einmaligen
Untersuchung
(
vom 25. Februar 2010
)
eine psy
chische Störung von Krankheitswert
nicht habe festgestellt werden
können und
eine volle
Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei
(Urk. 7/27)
.
4.4
D
er
Psychiater
Dr.
B._
und Fachpsychologin
lic
. phil.
C._
attestierten
in ihrem Bericht vom 9.
Juni 2011
der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit aufgrund von Osteoporose und eingeschränkter Belastbarkeit wegen Depression eine volle Arbeitsunfähigkeit von 21. Juni 2010 bis 23. August 2010 und darauf eine andauernde Arbeits
unfähigkeit von 50 %
.
Psychiater Dr.
B._
und
Fachpsychologin
lic
. phil.
C._
nahm
en
an
, dass aufgrund der depressiven
Symptomatik
bei
seit 2010 bestehende
r
mittelgradige
r
Depression gemäss ICD-10 F32.1
auch in einer angepassten, stressreduzierten
Tätigkeit
die nächsten ein bis zwei Jahre eine Arbeitsfähigkeit von
50 % gege
ben sei (
Urk. 7/31
).
4.5
Der RAD-Arzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin,
hielt
in seiner
Stellungnahme vom 10.
Januar 2012
fest, das Ausmass der postulierten Ein
schränkungen auf somatischem Fachgebiet lasse sich durch entsprechende Be
funde erklären und die massgeblich limitierende Arbeitsfähigkeit werde auf psy
chiatrischem Fachgebiet angegeben, welche zuletzt durch Psychiater Dr.
B._
eingeschätzt worden sei
(Urk. 7/71/3).
4.6
D
er Hausarzt Dr.
A._
gab
in seinem
Bericht vom 5. Februar 2012 nach letzter Kontrolle vom 30. Januar 2012 als Ziel
eine Anstellung im Umfang von
50
% an
(Urk. 7/61/1-5)
.
4.7
Schliesslich bestätigte
der RAD-Arzt Dr.
D._
mit Stellungnahme vom 17. Februar 2012 (
Urk. 7/71/4 mit Verweis auf seine
S
tellungnahme vom 29. Juni 2011 [Urk. 7/35/4-5]
)
in leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten unter Vermeidung von Heben und Tragen sowie
ohne erhöhte
Anforderungen an das Konzentr
ations- und Auffassungsvermögen
eine 50%ig
e Arbeitsunfähig
keit
(ab ungefähr 1.
Oktober 2010,
vgl.
Urk. 7/35/4)
.
5.
In psychischer Hinsicht besteht nach dem behandelnden Psychiater
Dr.
B._
eine
mittelgradige Depression gemäss ICD-10 F32.1
, bei welcher ein Patient nur unter erheblichen Schwierigkeiten soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten
fortsetzen
kann
(vgl. ICD-10 F32.1; vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], von der Weltgesundheitsorganisation [WHO] herausgegebene
Internationale
Klassifi
kation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
6
. Aufl., Bern
2008, S. 152).
D
a
der Hausarzt Dr.
A._
in seinem Befund eine Depression als vordergründig ansah, dagegen der behandelnde Psychiater Dr.
B._
davon ausging, dass auch eine Osteoporose Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könnte (vgl. auch Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
D._
vom
10. Januar 2012
[Urk. 7/71/3]), und da
vorliegend
Dr.
A._
und
Dr.
B._
teilweise
invalidenversicherungs
rechtlich
auszuklammernde (vgl. E
.
1.2.2
hievor
)
psychosoziale Faktoren
mit
berücksichtigte
n
(vgl.
„
ungünstige, stark belastende Lebensumstände, nament
lich Sorgen mit der Tochter und
Verlust des Arbeitsplatzes
“
[„Prognose“,
Urk. 23/2
Ziff.
1.4]
beziehungsweise
„diverse
belastende Lebensumstände
“
,
wie
etwa
„
Verlust
des Partners
und Vermögensverlust,
Fremdplatzierung der Toch
ter
“
[
Urk. 7/26
/3
]
)
, erscheint die Annahme einer
medizinisc
h begründeten
nur
50%igen Arbeitsfähigkeit
– auch unter Berücksichtigung der anderslautenden Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit der Ärzte des
E._
vom 31. September 2010 -
in einer angepassten erwerblichen Tätigkeit
nicht als plausi
bel. Vielmehr erscheinen
die tatsächliche
n
psychischen und
physische
n
Einschränkung
en
der Arbeitsfähigkeit
in ange
passter Tätigkeit ab dem mutmasslichen Rentenbegin
n
offen
. Dabei lässt sich
bei der vorliegend wenig aussagekräftigen Aktenlage
weder rechtsgenügend ausschliessen noch bestätigen, dass allenfalls ab
1.
September 2010
ein
An
spruch auf eine
Rente entstanden ist.
Die Sache ist demnach zwecks Durchführung der erforderlichen Abklärung in Bezug auf die fragliche offene
psychische und
physische
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in angepasster Tätigkeit und hernach neuem Entscheid an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen.
Bei eingeschränkter Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sind zudem
in erwerblicher Hinsicht
die Gründe
für die
im Arbeitsvertrag vom 20. Januar 2009 auf
1. Mai 2009
und in der Vertragsänderung vom 8. Mai 2009 auf 1. September 2009 vorgesehene
Reduktion des Arbeitspensums
beim
Alters
zentrum
Z._
von 100 auf 80 %
abzuklären
(vgl.
Urk. 7/64
)
.
S
ollte
dabei
die
unklare
Pensumsreduktion
aus freien Stücken
seitens der Beigeladenen
er
folgt
sein
, wäre
der Einkommensvergleich
entsprechend dem Vorbringen der
Beschwerdeführerin
auf der Grundlage des Teilerwerbspensums
von 80
% (
etwa
entsprechend ihrem früheren Erwerbspensum als Pflegefachfrau im Alters- und Pflegeheim
F._
vom
1. August 2002 bis 31. Oktober 2008 [vgl.
Arbeits
zeugnis
vom 31. Oktober 2008, Urk. 7/25/5
)
vorzunehmen
, was zu ei
nem ande
ren Invaliditätsgrad
und Rentenanspruch
führen würde
.
Die Sache ist daher zur
umfassenden
Sachverhaltsabklärung und zu neuem Ent
scheid an die IV-Stelle zurückzuweisen.
6
.
6
.1
Die in Anwendung von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG auszufällende Gericht
skosten
pau
schale ist auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgan
gsgemäss - nach ständiger Recht
sprechung gilt die Rückweisung
der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen) -
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Die obsiegende
beschwerdeführende
Person hat Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 des Ge
set
zes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Es ist der Beschwerdeführerin demnach eine Prozessentschädigung von Fr.
2'0
00.-- zuzusprechen.