Decision ID: 190ff162-66a9-4977-bad4-7b1e879eb5f2
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) wurde von Dr. med. B._, Arzt für Allgemeine
Medizin FMH, am 9. Januar 2013 zur Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) angemeldet (IV-act. 1). Am 22. Januar 2013 reichte
der Versicherte das Anmeldeformular für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
bei der IV-Stelle ein (IV-act. 4). Er gab darin an, an Rückenproblemen zu leiden (IV-
act. 4 S. 4). Der Versicherte hatte eine Lehre als Koch absolviert (IV-act. 4 S. 4 und IV-
act. 5). Auf diesem Beruf hatte er zuletzt im Dezember 2011 bei C._ gearbeitet (IV-
act. 12). Am 29. Februar 2012 hatte sich der Versicherte einem operativen Eingriff
unterzogen, bei dem eine Dekompression der Nervenwurzel L5 beidseits sowie eine
Spondylodese L4-S1 mit Cage-Einlage L5/S1 durchgeführt worden waren (vgl. IV-
act. 15 S. 4 f.).
A.a.
Vom _ bis _ 2013 nahm der Versicherte an einem stationären
Rehabilitationsprogramm der Kliniken Valens teil (IV-act. 93). Am 6. Juni 2013
berichteten die behandelnden Ärzte der Kliniken Valens gegenüber der IV-Stelle, dass
die bisherigen Tätigkeiten dem Versicherten aus medizinischer Sicht nicht mehr
zumutbar seien. In einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit sei
der Versicherte ganztags arbeitsfähig, wobei in den ersten zwei Wochen nach Austritt
das vorgeneigte Stehen vorübergehend nur selten vorkommen sollte (IV-act. 25). Am
24. Juni 2013 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine Berufsberatung und eine
Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten durch die Berufsberatung (IV-
act. 28). Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 22. Juli 2013 (vgl. IV-act. 31 und
35) gab der Versicherte an, dass er nach der Lehre zum Koch zwei Jahre auf diesem
Beruf gearbeitet habe. Sein Bandscheibenvorfall sei im Februar 2012 operiert worden.
Danach sei eine viermonatige Rehabilitationsphase gefolgt, in welcher sich sein
Gesundheitszustand verbessert habe. Von September bis November 2012 habe er
A.b.
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sogar eine temporäre Stelle als Hilfsarbeiter annehmen können. Seit einiger Zeit gehe
es ihm gesundheitlich jedoch wieder schlechter. Von _ bis _ 2013 sei er in den
Kliniken Valens gewesen. Allenfalls müsse er nochmals operiert werden (IV-act. 35). Am
4. Juni 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass berufliche Massnahmen
zurzeit nicht möglich seien, da er nochmals operiert werde (IV-act. 41). Aufgrund einer
Pseudarthrose L5/S1 bei Schraubenlockerung S1 beidseits bei postoperativ
persistierendem lumbo-spondylogenem Schmerzsyndrom und lumboradikulärem
Reizsyndrom L5 links wurde beim Versicherten am 13. Juni 2014 eine
Revisionsoperation in der Klinik D._ durchgeführt (vgl. IV-act. 43 und 45). Anlässlich
einer Verlaufskontrolle in der Klinik D._ vom 27. Oktober 2014 berichtete der
Versicherte über ein deutlich stabileres Gefühl im Rücken, jedoch über keine
Besserung der Schmerzen. Die Ärzte der Klinik D._ hielten am 29. Oktober 2014 fest,
dass eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Koch mit der derzeitigen Symptomatik
eher nicht möglich sei. Sie empfahlen die Fortführung der Physiotherapie zur Kräftigung
der Muskulatur, eine bedarfsgerechte Analgesie und gegebenenfalls den Beginn einer
Schmerztherapie. Eine weitere Kontrolle sei in einem Jahr postoperativ vorgesehen (IV-
act. 46). Am 14. November 2014 hielt RAD-Ärztin Dr. med. E._ fest, dass der
Gesundheitszustand ein halbes Jahr postoperativ stabiler sei, sodass mit einer
adaptierten Arbeitsfähigkeit von vorerst 50 % die beruflichen Massnahmen
aufgenommen werden könnten (IV-act. 48). Am 27. März 2015 zeigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, dass eine berufliche Abklärung in der beruflichen Abklärungsstelle
(BEFAS) Z._ notwendig sei (IV-act. 58 S. 3). Der Versicherte nahm vom 30. März bis
19. Juni 2015, mit Unterbruch vom 13. April bis 29. Mai 2015 an einer beruflichen
Abklärung in Z._ teil (IV-act. 60 S. 1). Im Schlussbericht der BEFAS-Abklärung wurde
aus medizinischer Sicht festgehalten, dass der Versicherte im Dezember 2011 wegen
ungenügender Leistungen entlassen worden sei. In diesem Zeitraum habe er auch
belastungsabhängige Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine beklagt. Dies
e Beschwerden seien einer Spondylolisthesis zugedacht worden und wegen des
Versagens der konservativen Therapien mit einer Spondylodese und Cageeinlage
behandelt worden. Trotz eines Rehabilitationsaufenthalts in Valens hätten sich die
Schmerzen nicht gebessert. Im Juni 2014 sei die Entfernung des Materials und die
Neueinlage der Spondylodese erfolgt. Die Verhältnisse seien seither stabil, die
Schmerzsituation habe sich jedoch nicht gebessert. Es bestehe ein radikuläres
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Reizsyndrom L5 links mit Sensibilitätsstörung, eine Fussheberschwäche und eine
linksseitige präsacrale Hyperalgesie- und Allodyniezone mit intensiver
Schmerzauslösug bis hin zum Kollaps bei oberflächlicher Berührung. Aktuell sei der
Versicherte auf hohe Dosen Analgetika gesetzt. Im Rahmen der orthopädischen
Probleme sei ein Gewichtssturz von 120 auf 60.5 kg aufgetreten, gepaart mit diffizilen
gastrointestinalen Verhältnissen, möglicherweise aufgrund der Medikamenteneinnahme
oder aufgrund einer konkomitierenden Essstörung. Bei Eintritt in die BEFAS-Abklärung
sei der Versicherte bleich und abgemagert, der Allgemeinzustand bei einem BMI von
18.5 kg/m deutlich reduziert gewesen. Er sei fähig gewesen, hinkend 20 Minuten zu
gehen, das Sitzen habe in kurzen Intervallen durch Dehnungen unterbrochen werden
müssen. In dieser dystrophen Situation sei eine aussagekräftige Abklärung nicht
möglich gewesen, weshalb vorerst eine Verschiebung der Abklärung beschlossen
worden sei mit dem Ziel, die Ernährungsschwierigkeiten in den Griff zu bekommen und
mit einem stabilisierenden Training eine Arbeitsfähigkeit aufzubauen. Nach einem
knapp zweimonatigen Unterbruch habe sich der Allgemeinzustand nicht verändert. Der
Versicherte sei bis zum Schluss nicht fähig gewesen, das an sich schon reduzierte
Tagesprogramm durchzustehen (IV-act. 60 S. 8 f.). Dr. med. F._, FMH Innere
Medizin, führte aus ärztlicher Sicht weiter aus, dass in einem ersten Schritt ein
halbtägiger Einstieg in eine angepasste Tätigkeit zu planen sei mit einer
anzustrebenden Leistungsfähigkeit von 50 %, die im Laufe der Verbesserung des
Allgemeinzustandes erhöht werden könne. Wenn es dem Versicherten aber nicht
gelinge, seinen Gesundheitszustand nachhaltig zu verbessern, werde er voraussichtlich
im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr nachhaltig Fuss fassen können (IV-act. 60 S. 9 f.).
Aus berufsberaterischer Sicht wurde im Abschlussbericht festgehalten, dass es
angesichts des physischen und psychischen Zustandes des Versicherten schwierig sei,
von Anschlussmöglichkeiten zu sprechen. Sobald sich die Gesundheit verbessert habe
und eine psychische Stabilität vorliege, sei ein Aufbau- und Arbeitstraining zu
empfehlen (vgl. IV-act. 60 S. 10 f.).
2
In einer neurologischen Untersuchung vom 29. Juni 2015 konnte G._, Fachärztin
für Neurologie FMH, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die
Beschwerden klinisch nicht sicher einer radikulären Symptomatik zuordnen. Sie hielt im
gleichentags verfassten Sprechstundenbericht fest, dass die Reflexe seitengleich
A.c.
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lebhaft auslösbar gewesen seien. Der Nervus tibialis habe eine unauffällige
Nervenleitgeschwindigkeit gezeigt. Das EMG des Musculus tibialis anterior, tibialis
posterior und Musuclus vastus lateralis zeige keine pathologische Spontanaktivität,
keine Hinweise auf eine akute oder chronische Denervation. Der Versicherte profitiere
von Akupunktur und von der psychologischen Unterstützung. Eine Therapieänderung
könne sie nicht empfehlen (IV-act. 70 S. 8 f.). Med. pract. H._, FMH Allgemeine
Innere Medizin, hielt am 21. September 2015 fest, dass der Versicherte in der
bisherigen Tätigkeit schmerzbedingt seit dem Jahr 2013 nicht arbeitsfähig sei. Für die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit verwies er auf den Bericht der
Abklärungsstelle Z._ (IV-act. 70 S. 3 f.). Dr. E._ hielt in ihrer Stellungnahme vom 13.
Oktober 2015 fest, dass sie aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der
übereinstimmenden und wenig zuversichtlichen Arztberichte bestätigen könne. Neben
der Schmerzsymptomatik bestünden auch psychische Probleme und
Motivationsprobleme. Der Gesundheitszustand sei instabil. Beim behandelnden
Psychiater sollten Berichte eingeholt werden (IV-act. 73). Dr. med. I._, Psychiater
FMH, nannte in einem Bericht an die IV-Stelle vom 23. Oktober 2015 als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Anpassungsstörungen und verlängerte depressive
Reaktion bei Status nach Operation und somatischem Schmerz. Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er auffällige Persönlichkeitszüge mit
schizoiden, schizotypen und zwanghaften Anteilen fest. Weiter führte Dr. I._ aus,
dass der Versicherte bei Komplikationen nach einer Wirbelversteifungsoperation durch
den Hausarzt zugewiesen worden sei. Er sei seit dem 3. Februar 2015 in ambulanter
Behandlung. Der Versicherte befinde sich in einem leicht untergewichtigen
Ernährungszustand und sei in seiner Persönlichkeitsstruktur leicht auffällig. Solange die
somatischen, chronfizierten Beschwerden persistierten, sei die Prognose ungünstig. In
der bisherigen Tätigkeit bestehe aus rein psychiatrischer Sicht seit Behandlungsbeginn
eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %. Der Versicherte gebe an, dass er froh wäre, wieder
arbeiten zu können (IV-act. 76). Die behandelnden Ärzte der Klinik D._ führten in
einem Verlaufsbericht vom 15. Oktober 2015 aus, dass der Versicherte von der
Operation profitiert habe, jedoch weiterhin Kreuzschmerzen persistierten. Aus
wirbelsäulenchirurgischer Sicht könne theoretisch an einen Neurostimulator gedacht
werden. Der Versicherte werde sich dies überlegen. Eine weitere Kontrolle sei in zwei
Jahren postoperativ geplant (IV-act. 79). Am 10. November 2015 nahm Dr. E._
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dahingehend Stellung, dass aufgrund der medizinischen Akten kein plausibler Grund
bestehe, weshalb nicht mindestens eine 50-60%ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit realisiert werden könne. Die BEFAS-Abklärung habe wegen
körperlicher Schwäche, psychischer Instabilität und geringer Motivation abgebrochen
werden müssen. Weitere berufliche Massnahmen seien derzeit nicht zielführend,
jedoch empfehle sie einen stationären Rehabilitationsaufenthalt (IV-act. 81). Mit einer
Mitteilung vom 25. November 2015 informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber,
dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 84). Mit Schreiben
vom 29. Dezember 2015 orientierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass aktuell
ein instabiler Gesundheitszustand vorliege, weshalb noch keine abschliessende
Beurteilung erfolgen könne. Gleichzeitig bat sie den Versicherten um Beantwortung
einiger Fragen (IV-act. 89). Bezugnehmend auf dieses Schreiben teilte Dr. B._ der IV-
Stelle am 6. Januar 2016 telefonisch mit, dass keine Rehabilitation stattfinde. Aus
hausärztlicher Sicht wäre eine Rehabilitation auch nicht erfolgsversprechend. Aus
seiner Sicht liege ein medizinischer Endzustand vor, der nicht mehr relevant verbessert
werden könne. Auch die Klinik D._ sei wohl dieser Meinung, da die Ärzte über einen
Neurostimulator nachgedacht hätten. Wenn die IV-Stelle darauf bestehe, werde er eine
Kostengutsprache für einen Rehabilitationsaufenthalt anfordern, jedoch würde ein
solcher in erster Linie der Komplettierung der IV-Akten dienen (IV-act. 90). Am 1.
Februar 2016 gelangte med. pract. H._ an die IV-Stelle und bekundete sein
Unverständnis darüber, dass sich der Fall so lange und zermürbend hinziehe. Von einer
Rehabilitation verspreche er sich keinerlei Besserung. Die Situation des Versicherten
sei bereits im Jahr 2013 in vollem Mass invalidisierend gewesen (IV-act. 92).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 27. und 29. Juni sowie am 1.
und 5. Juli 2016 von der Abklärungsstelle PMEDA polydisziplinär (internistisch,
neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) untersucht (vgl. IV-act. 106, 107 und
108). Der internistische Gutachter erkannte in seinem Teilgutachten keinen
Anhaltspunkt für eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende internistische Erkrankung (IV-
act. 108 S. 19). Der neurologische Gutachter nannte in seinem Teilgutachten als
neurologische Diagnose ein chronisches lumbales Vertebralsyndrom und ein
residuelles, vorrangig sensibles S1-Wurzelkompressionssyndrom links bei Status nach
zweimaliger lumbaler Operation mit Spondylodese LWK4 aus SWK1 (IV-act. 108 S. 26).
A.d.
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Weiter hielt er fest, aus neurologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit in körperlich
leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten, jedoch mit einem auf 50 % reduzierten
Pensum, da ein erheblicher Pausenbedarf bestehe. Arbeiten mit häufigen
lumbovertebralen Zwangshaltungen seien zu vermeiden. Eine Besserung sei nicht mehr
zu erwarten. Die Befunde stünden weitgehend in Einklang mit den neurologischen
Aktendaten (IV-act. 108 S. 27). Der orthopädische Gutachter hielt in seinem
Teilgutachten als Diagnose aus seinem Fachgebiet ein lumbales Defektsyndrom nach
zweimaliger Spondylodese L4 bis S1 fest (IV-act. 108 S. 34). In seiner Beurteilung kam
er zum Schluss, dass der Versicherte aufgrund des erhobenen Befundes in seiner
körperlichen Belastbarkeit und seiner Arbeitsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt sei.
Leistbar seien nur noch leichte körperliche, wechselbelastende Arbeiten unter
Vermeidung von Zwangshaltungen des Rumpfes ohne Heben und Tragen von Lasten
über 10 kg. Die Limitierungen seien dauerhafter Natur. Die angestammte berufliche
Tätigkeit scheide aufgrund der wiederkehrenden ungünstigen Wirbelsäulenbelastung
und der überwiegend einseitigen stehenden Körperposition auf Dauer aus, mithin
bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (IV-act. 108
S. 36). Der psychiatrische Gutachter erkannte in seiner Untersuchung keine
Anhaltspunkte für eine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit, wobei er es für möglich hielt, dass einst eine depressive Episode
bestanden haben könnte (IV-act. 108 S. 41). In ihrem Gutachten vom 7. September
2016 (vgl. IV-act. 108 S. 1) kamen die Sachverständigen in ihrer Kosensbeurteilung
zum Schluss, dass für den Versicherten in körperlich leichten, wechselbelastenden
Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule (LWS) und ohne ständiges
Stehen von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % (Pensum 50 % und Rendement 100 %)
auszugehen sei, da auch hierbei eine reduzierte Ausdauerfähigkeit, namentlich ein
erhöhter Pausenbedarf bestehe. Zukünftige Verschlechterungen seien denkbar,
weshalb das Einholen von Kontrollberichten in zweijährigen Abständen sinnvoll sei (IV-
act. 108 S. 43). Die Einschätzung von med. pract. H._ würden sie als Gutachter
insoweit teilen, als eine zu 100 % erloschene Arbeitsfähigkeit in der angestammten und
jedweder vergleichbaren Tätigkeit plausibel sei. Die Beschwielungszeichen der Hände
und Füsse (Zeichen der regen Aktivität), die anamnestisch aufscheinende
Alltagsselbständigkeit und Aktivität (u.a. Hundesport), die Diskrepanz zwischen
reklamierter Schmerzintensität und gering gestörtem klinischen Eindruck sowie der
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B.
BEFAS-Bericht aus dem Juli 2015, der leistungsfremde motivationale Störartefakte
beschreibe (wenngleich diese in den weiteren Bewertungen nicht erkennbar
miteinbezogen worden seien), erschienen als Argumente für eine in angepassten
Tätigkeiten zumindest partiell gegebene Arbeitsfähigkeit von 50 % seit dem Jahr 2012.
Unterbrechungen mit höhergradigen früheren Arbeitsunfähigkeiten, zum Beispiel für die
Zeit der Revisionsoperation im Jahr 2014, seien möglich, liessen sich retrospektiv
jedoch nicht näher eingrenzen und quantifizieren (IV-act. 108 S. 43 f.).
Mit einem Vorbescheid vom 20. September 2016 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. Juli 2013 in Aussicht (IV-
act. 112).
A.e.
Am 4. Oktober 2016 teilte der Versicherte der IV-Stelle durch seine
Rechtsvertreterin mit, dass er mit dem Vorbescheid nicht einverstanden sei (IV-
act. 113). Am 24. Oktober 2016 begründete der Versicherte seinen Einwand.
Insbesondere kritisierte er, dass sich die Gutachter nur mangelhaft mit dem BEFAS-
Abklärungsbericht auseinandergesetzt hätten und dass sie zu Unrecht auf eine rege
Alltagsaktivität geschlossen hätten. Weiter bemängelte er die von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung des Invaliditätsgrades. Er
beantragte, ihm seien die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Rente ab
Juli 2013 auszurichten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen. Zu diesem Zweck sei ein neues, polydisziplinäres Gutachten einzuholen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (IV-act. 116).
A.f.
Am 10. Januar 2017 verfügte die Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt
(SVA) des Kanton St. Gallen gestützt auf einen entsprechenden Beschluss der IV-Stelle
(vgl. IV-act. 123 S. 3 f.) die Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. Juli 2013 (IV-
act. 126).
A.g.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
durch seine Rechtsvertreterin am 14. Februar 2017 Beschwerde (act. G 1). Mit dieser
stellte er die Anträge, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
vom 10. Januar 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
B.a.
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ihm ab Juli 2013 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zu
weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
wobei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ein neues, polydisziplinäres
Gutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2). Zur Begründung führte er im Wesentlichen an,
dass es nicht überzeugend sei, wenn die Gutachter in der Konsensbeurteilung zum
Schluss einer 50%igen Arbeitsfähigkeit kämen. Mit dieser Einschätzung widersprächen
die Gutachter sowohl dem Schlussbericht der BEFAS-Abklärung vom 13. Juli 2015 als
auch der Einschätzung des behandelnden Arztes med. pract. H._, wonach die
gesundheitlichen Einschränkungen bereits im Jahr 2013 in vollem Mass invalidisierend
gewesen seien. Schliesslich stehe die gutachterliche Einschätzung auch im
Widerspruch zur Stellungnahme des RAD vom 13. Oktober 2015, in welcher dieser die
Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestätigt habe. Auch hätten die Gutachter die Schätzung
der Arbeitsfähigkeit nicht klar und nachvollziehbar begründet (act. G 1 S. 7 ff.).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin,
die Beschwerde sei insoweit gutzuheissen, als dem Beschwerdeführer ab Juli 2013
eine halbe Rente auszurichten sei. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Zur
Begründung machte sie insbesondere geltend, das PMEDA-Gutachten erfülle die von
der Rechtsprechung an den Beweiswert eines Gutachtens gestellten Voraussetzungen,
weshalb darauf abzustellen sei. Weiter machte sie Ausführungen zur Bemessung des
Invaliditätsgrades (act. G 4).
B.b.
Mit Schreiben vom 10. Mai 2017 verzichtete der Beschwerdeführer auf die
Einreichung einer Replik (act. G 6).
B.c.
Mit Schreiben vom 22. Oktober 2019 wies der verfahrensleitende Richter den
Beschwerdeführer darauf hin, dass eine reformatio in peius drohe, falls das
Versicherungsgericht dem Eventualantrag gemäss eine Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin anordnen sollte. Dem Beschwerdeführer wurde Gelegenheit
gegeben, sich dazu vernehmen zu lassen oder die Beschwerde zur Vermeidung einer
allfälligen reformatio in peius zurückzuziehen (act. G 8).
B.d.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit der angefochtenen Verfügung
vom 10. Januar 2017 ab dem 1. Juli 2013 eine Viertelsrente zugesprochen (act. G
1.1.2). Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerde die Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente beantragt (act. G 1 S. 2). In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Mai 2017
hat die Beschwerdegegnerin den Antrag gestellt, dass die Beschwerde insoweit
gutzuheissen sei, als dem Beschwerdeführer ab Juli 2013 eine halbe Rente
auszurichten sei (act. G 4 S. 1). Zu prüfen ist somit, in welchem Umfang der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.
Mit Eingabe vom 25. Oktober 2019 teilte der Beschwerdeführer dem
Versicherungsgericht mit, dass er an der Beschwerde vollumfänglich festhalte (act. G
9).
B.e.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
2.1.
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3.
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.2.
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht.
3.1.
Die Beschwerdegegnerin hat sich zur Beurteilung des Rentenanspruchs in
medizinischer Hinsicht in erster Linie auf das PMEDA-Gutachten abgestützt (vgl. act.
G 1.1.2 und G 4). Demgegenüber teilt der Beschwerdeführer die Einschätzung der
PMEDA-Gutachter, wonach eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der LWS und ohne ständiges
Stehen gegeben sein soll, nicht (act. G 1).
3.2.
Anhaltspunkte dafür, dass die PMEDA-Gutachter den Beschwerdeführer nicht lege
artis untersucht hätten, liegen nicht vor. Sie haben den Beschwerdeführer ausführlich
befragt, persönlich untersucht, die erhobenen Befunde erwähnt und die Voraktenlage
berücksichtigt. Weiter sind die gestellten Diagnosen auch unter Berücksichtigung der
gesamten medizinischen Aktenlage nachvollziehbar. Allerdings hat der
Beschwerdeführer zu Recht darauf hingewiesen, dass der orthopädische Gutachter in
seinem Teilgutachten nicht konkret angegeben habe, welche Arbeitsfähigkeit aus
orthopädischer Sicht in einer ideal adaptierten Tätigkeit bestehe (IV-act. 108 S. 36).
Weiter fehlt im polydisziplinären Konsens der Gutachter eine nachvollziehbare
Begründung dafür, weshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Tätigkeit 50 % und nicht etwa 60 % oder 70 % betragen sollte (vgl.
3.3.
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insbesondere IV-act. 108 S. 43). Vor diesem Hintergrund hat der Beschwerdeführer die
gutachterliche Begründung zu Recht als unzureichend kritisiert (vgl. act. G 1 S. 7),
zumal die Gutachter im Rahmen ihrer Begründung aktenwidrig davon gesprochen
haben, der Beschwerdeführer würde Hundesport betreiben (vgl. z.B. IV-act. 108 S. 44).
Die Akten liefern nämlich keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Beschwerdeführer im
eigentlichen Sinn Hundesport betreiben würde. Aufgrund der unzureichenden
Begründung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit
von 50 % ist das Gutachten als noch nicht ausreichend beweiskräftig zu qualifizieren.
Deshalb ist den Gutachtern die Gelegenheit zu geben, die Begründung ihrer
Arbeitsfähigkeitsschätzung nachzuliefern. Zu diesem Zweck (und da es offensichtlich
nicht die Sache des Versicherungsgerichts sein kann, die ureigenste Aufgabe der
Beschwerdegegnerin, nämlich die Sachverhaltsabklärung, zu übernehmen) ist die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. BGE 139 V 100 E. 1.1 und 137
V 264 f. E. 4.4.1.4; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 9. Februar 2018,
8C_580/2017, E. 3.1). Bei dieser Gelegenheit können die Gutachter auch nochmals
nach der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit vor der Begutachtung
gefragt werden. Sie haben im Gutachten nämlich darauf hingewiesen, dass nach der
Revisionsoperation vorübergehend eine höhere Arbeitsunfähigkeit bestanden haben
dürfte, dass sie sie aber retrospektiv nicht genau einschätzen könnten (vgl. IV-act. 108
S. 44). Allenfalls ist es ihnen möglich, zumindest anzugeben, bis wann nach der
Operation eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Die Akten liefern zumindest
gewisse Anhaltspunkte dafür, dass den Gutachtern eine zeitlich genauere Einordnung
möglich sein könnte (vgl. IV-act. 44 S. 1 und 45 S. 5), weshalb sich eine Rückfrage
aufdrängt. Der internistische Gutachter sollte gefragt werden, ob und gegebenenfalls
wie er das Untergewicht des Beschwerdeführers und dessen Schlafprobleme bei
seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt hat.
Da die Beschwerdegegnerin nach der Rückfrage bei den Gutachtern erneut über
den Rentenanspruch wird befinden müssen, ist im Sinne eines obiter dictum darauf
hinzuweisen, dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ausgehend von
einem gestützt auf den Art. 54 des Gerichtsgesetzes des Kantons St. Gallen (GerG,
sGS 941.1) gefassten Beschluss aktuell folgende Praxis verfolgt: Versicherte, die
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40 % arbeitsunfähig gewesen sind und die nach Ablauf dieses Jahres weiterhin zu
mindestens 40 % arbeitsunfähig sind, haben grundsätzlich Anspruch auf eine Rente,
obwohl zumutbare Eingliederungsmassnahmen, welche ihre Arbeitsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, nicht abgeschlossen sind. Demnach wird für die Rentenzusprache
3.4.
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4.