Decision ID: b39e8f0f-9d4f-5e99-97b5-8fc283e786fd
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, war mit einem Pen
sum von 80
%
als Mitarbeiterin des Hausdienstes im
Y._
angestellt (
Urk.
6/2/4
,
6/6/1
und 6/11
)
und im Übrigen als Hausfrau und Mutter beschäftigt
, als sie sich am 19. Juni 2013 ihre rechte Hand in einer Türe einklemmte
(
Urk.
6/8/2)
. Sie begab sich noch gleichentags zu
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, in Behand
lung. Er diagnostizierte eine Handkontusion und attestierte eine sicher bis zum 28. Juli 2013 andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
6/8/26
).
Die AXA Versicherungen AG als Unfallversicherer richtete
ab dem 2
2.
Juni 2013
Taggelder aus
und übernahm die B
ehandlungskosten
(
Urk.
6/8/9,
6/10
und 6/19/2
)
.
A
m 2
0.
November 2013
meldete sich die Versicherte
bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/2).
Diese
führte am
9.
Januar 2014 ein Standortgespräch durch (
Urk.
6/5),
zog die Unterlagen des Un
fallversicherers bei (
Urk.
6/8
,
6/19
und 6/30
) und
tätigte weitere erwerbliche (
Urk.
6/6
und 6/11
) und medizinische
(
Urk.
6/15
-17
, 6/20
-22
und 6/28
)
Abklärungen.
Unter anderem
nahm
sie
das vom
Vorsorgeversicherer
der
Versicherte
n beim
Vertrauensarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie,
eingeholte
Gut
achten
vom 22. Juli 2014 zu den Akten
(
Urk.
6
/
22
).
Am
30.
Januar 2015
gab der Unfallversicherer
bei
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
B._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Rheumatologie,
ein
rheumatologi
sche
s
Gutachten
in Auftrag, das am
2.
April 2015
erstattet
und auch der IV
Stelle zugestellt
wurde
(Urk.
6
/
30/4-57
). Gestützt darauf stellte
d
er
Unfall
versicherer
seine
Leistungen mit Verfügung vom 1
6.
Juni 2015 per sofort ein (
Urk.
6/32)
. Diese Verfügung wurde
von der
Versicherten angefochten (vgl.
Urk.
6/33) und
ist im Rahmen des am hiesigen Gericht anhängigen Beschwerdeverfahrens UV.2015.00238 zu beurteilen, in welchem heute eben
falls ein Entscheid ergeht. M
it Vorbescheid vom 17.
September 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung ihres Leistungsbegehrens
in Aus
sicht (
Urk.
6/36), wogegen
sie
Einwand erheben liess (
Urk.
6/37).
Mit Ver
fügung vom 1. Dezember 2015 verneinte die IV
Stelle einen Leistungs
anspruch (
vgl.
Urk. 2
und
6/41).
2.
Gegen die Verfügung vom 1. Dezember 2015 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Leimbacher, mit Eingabe vom 1
8.
Januar 2016 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine
Invalidenrente auszurichten; unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehr
wertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. Ferner wurde um die Durch
führung eines zweiten Schriftenwechsels ersucht (
Urk.
1 S. 2) und der Beizug der Akten des Verfahrens UV.2015.00238 beantragt (
Urk.
1 S. 3).
Die Beschwer
degegnerin
schloss
am
3.
Februar 2016
auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Mit Verfügung vom
8.
Februar 2016 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und Frist
zur Replik angesetzt
(
Urk.
7). Diese Frist wurde auf entsprechende
s
Ersuchen
des Rechtsvertreters der Beschwer
deführerin
bis z
um 2.
Juni 2016 erstreckt (Urk.
7-11). Am 2. Juni 2016 wurde die Replik erstattet (
Urk.
12). Mit derselben
wurde neu beantragt,
es seien
die Verfahrenskosten der Beschwerdegegn
erin aufzuerlegen (Urk. 1 S. 4). Über
dies wurden zusammen mit der Replik
Texte
aus dem Internet neu
einge
reicht (Urk.
13/1-3).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
7.
Juni 2016 auf das Einreichen einer D
uplik (
Urk.
15). Davon wurde der
Beschwerde
führer
in
mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2016 Kenntnis gegeben (
Urk.
16).
Mit Eingabe vom
2
3.
August 2016
(
Urk.
17)
reichte
ihr
Rechtsvertreter ein Gut
achten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie,
vom 19.
August 2016
(
Urk.
18)
ein
und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei solidarisch mit dem Unfallversicherer zu verpflichten,
der Beschwerdeführe
rin
die Gutachtenskosten von
Fr.
4‘000.-- (
Urk.
19) zu ersetzen
(
Urk.
17
S. 5
).
Mit Verfügung vom 2
4.
August 2016 wurde der Beschwerde
geg
n
erin
Frist angesetzt, um dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
20). Sie verzichtete am 9. Sep
tember 2016 auf das Einreichen einer Stellun
gnahme (
Urk.
21). Dies wurde der
Beschwerdeführer
in
mit Schreiben vom 1
2.
September 2016 mit
geteilt (
Urk.
22).
Mit Eingabe vom
1
0.
Januar 2017 liess
sie
eine ärztliche Stellungnahme
vom 2
3.
Dezember 2016
zur Duplik des Unfallversicherers im Verfahren UV.2015.00238 einreichen
(Urk.
23 und 24/1-2).
Davon
wurde der
Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 1
1.
Januar 2017 Kenntnis
gegeben
(
Urk.
25).
Die Akten des Verfahrens UV.2015.00238 wurden wie beantragt beigezogen (vgl.
Urk.
26).
Auf die Ausführungen der Parteien und die im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Unterlagen (
Urk.
13
/1-3
, 18, 19
und
24/1-2
) wird, so
weit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invali
den
versicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Validen
einkommen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invaliditä
t für diese Tätigkeit nach Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu
legen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invali
ditätsbemessung).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin in Betrac
ht, es sei auf den Bericht der Rehak
linik
D._
vom
22. April 2014
abzustellen,
wonach
ab dem 2
2.
April 2014 in einer angepassten, sehr leichten Tätigkei
t, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bestand
. Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
B._
vom
2.
April 2015 stehe überdies fest, dass seit der Untersu
chung vom 2
3.
März 2015 sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch im Aufgabenbereich keinerlei Einschränkung
en
mehr
vorhanden
sind
.
Dement
sprechend ermittelte die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von
zuerst
31
%
und später
0
%
, der keinen Rentenanspruch zu begründen ver
möge (
Urk.
6/61/3).
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, auf das Gutachten von
Dr.
B._
vom
2.
April 2015 könne nicht abgestellt werden
(
Urk.
1 und
12
)
.
Vielmehr sei das im Beschwerdeverfahren neu ein
gereichte neurologische Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, massgebend (
Urk.
17 mit Hinweis auf
Urk.
18).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten entnehmen, dass
sich
die Versi
cherte bereits wegen der Folgen einer Schnittverletzung am linken Daumen vom 1. August 2012
bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie und leitender Arzt im Spital
F._
,
in Behandlung befand
. Dieser diagnostizierte am
7.
August 2013 eine Quetschverletzung der rechten Mittelhand mit ausgeprägter Schwellung und Schmerzhaftigkeit, klinisch, radiologisch und sonographisch ohne Strukturschaden
(
Urk.
6/8/23-24
). Am 4. September 2013 stellte er ein beginnendes komplexes regionales Schmerz
syndrom an der rechten Hand fest und attestierte eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
6/8/16-17
). Er erhob am
3.
Oktober 2013 eine deut
liche Besse
rung der Gesamtsituation mit abnehmender Schmerzhaftigkeit und regredienter Schwellung, aber noch deutlich eingeschränkter Funktion der Hand. Die radialen zwei Finger waren gut ansteuerbar, während sich die ulnaren Strahlen noch deutlich in Wartenbergscher-Schonhaltung befanden und einen Hypertonus
in Extension zeigten
. Die passive Mobilisation des Mittelfingers führte zu deutlichen Schmerzen im Kontusionsherd und es gab noch deutliche Dystroph
ie-Z
e
i
chen
(
Urk.
6/8/7
).
Die Arbeitsunfähigkeit
betrug gemäss
Dr.
E._
weiterhin 100
%
(Urk.
6/8/8).
Am 30. Oktober 2013 gelang
der Versicherten
Dr.
E._
zufolge
unter Assistenz ein voll
ständiger Faustschluss der Langfinger bei voller Streckung und guter Weich
teilpalpation bei aber noch deutlich hypopathischen Berührungs
empfindungen (Urk. 6/8/3).
Am 11. Dezember 2013 vermerkte
Dr.
E._
einen protrahierten Verlauf mit zunehmender Ansteuerungsschwierigkeit der ulnaren Finger im Sinne eines Neglectes mit Wartenbergscher Fehlhaltung
,
ohne Strukturschaden
. Passiv und assoziiert konnte
n
der volle Faustschluss und die volle Extension der Langfinger vorgeführt werden, subjektiv unter stärksten Schmerzen
(
Urk.
6/8/5). Da die Versicherte trotz der Ergo- und Schmerztherapie keine wesentlichen Fortschritte mehr machte, empfahl
Dr.
E._
am 4. Februar 2014 einen stationären Aufenthalt in der Rehaklinik
D._
(vgl.
Urk.
6/30/65-66
). Derselbe fand vom 18. März bis zum 15. April 2014 statt (vgl. Urk.
6/15/1
).
3.2
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
D._
vom 2
2.
April 2014 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt (
Urk.
6/15/1
):
A.
Unfall vom 19.06.2013: Einklemmung rechte Hand in einer Balkon
türe
Quetschverletzung Mittelhand ulnarseitig rechts
-
im Verlauf CRPS der rechten Hand
-
Behandlung unter anderem mit Stellatumblockaden
Aktuell:
-
in Rückbildung begriffenes CRPS der rechten Hand
Motorische Koordinationsstörung, Finger V wird immer über
st
reckt und
abduziert gehalten, Finger IV initial auch über
streckt, bei Austritt eher im Grundgelenk gebeugt, neu vor Austritt Finger III immer im Grundgelenk gebeugt:
Verdacht auf konversive Bewegungsstörung der rechten Hand mit bizarrer Fingerhaltung (ICD-10: F44.4)
B.
Status nach tangentialer Schnittverletzung dorsal am IP-Gelenk des linken Daumens mit partiellem CRPS im Sommer 2012
C.
Status nach Amputation/subtotaler Amputation (?) Endglied Mittelfin
ger rechts im Alter von 2-3 Jahren, Status nach Replantation
D.
Status nach gastroskopisch verifizierter Heliobacter-positiver Gastritis (oder Ulcus?) 2010.
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte könne ihre rechte Hand gegenwärtig nur intermittierend als Hilfshand mit Daumen und Zeige
finger einsetzen, weshalb sie nur sehr leichte Arbeiten verrichten könne. Wegen des noch nicht voll abgeklungenen CRPS sei ihr derzeit lediglich halbtags eine Arbeitstätigkeit zumutbar. Die linke Hand allein sei uneinge
schränkt einsetzbar und belastbar (Urk.
6/15/2
).
Es wurde die Auffassung vertreten, die Fehlhaltung und die eingeschränkten aktiven Bewegungen
der Finger
seien nicht strukturbedingt, sondern würden durch die übermässige Anspannung gewisser Muskelgruppen verursacht
(
Urk. 6
/
15/3
). Die bisherigen Behandler hätten die motorische Fehlkoordina
tion als Folge des CRPS beurteilt. Während des stationären Aufenthalts habe sich die motorische Dyskoordination verschlimmert. Nach einem kurzen physiotherapeutischen Versuch, die Beugung der ulnaren Finger durch elek
trische Muskelstimulation der langen Flexoren zu verbessern,
halte
die Versi
cherte den
vorher wenig betroffenen
Mittelfinger immer in einer gespannten Beugehaltung im Grundgelenk und
könne
den Finger in diesem
Gelenk nicht
mehr strecken
. Der Ringfinger, der früher eher in einer Überstreckung gestanden habe, befinde sich nun auch eher in einer angespannten Beugung im Grundgelenk
(
Urk.
6/15/3
und 6/15/5
)
.
Die ausgeprägte motorische Dyskoordination stehe im Kontrast zu den sonst nur noch bescheidenen und im Aufenthaltsverlauf weiter rückläufigen CRPS-Symptomen und scheine nicht unbedingt nur durch das CRPS erklärbar. Man vermute eine Konversionsstörung als Ursache der bizarren Fingerhaltung. Dies gestützt auf die psychiatrische Evaluation und die – zeitweilige – Be
obachtung einer relativ gleichgültig-unbesorgten Haltung gegenüber
der betroffenen
Hand. Um die erwähnte Verdachtsdiagnose zu erhärten, sei eine neurologisch-elektrophysiologische Abklärung notwendig, um einerseits eine organische neuromuskuläre Pathologie, die allerdings unwahrscheinlich sei, auszuschliessen, und andererseits zu versuchen, zwischen einer Dystonie und einer psychogenen Muskel-Hyperaktivität zu unterscheiden.
Therapeutisch gäbe es im Falle
einer Dystonie
, wofür die Befunde allerdings nicht typisch seien,
eine konservative Behandlungsmöglichkeit bei
Dr.
G._
im
H._
(Urk.
6
/
15/
3). Bei einer spastischen Hyperaktivität der intrinsischen Muskulatur bestünde die Möglichkeit einer Botox-Behandlung. Von einer solchen sei bei der vermuteten psychogenen Ursache indessen keine Besserung zu erwarten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass nach einer invasiven Behandlung eine weitere Verschlechterung der motorischen Fehlkoordination entstehen könnte, nachdem die Versicherte bereits auf eine kurzfristige elektrische Muskelstimulation der Langfinger-Flexoren mit einer anhaltenden Verschlechterung der dystonen Haltung ihrer Hand reagiert habe (
Urk.
6
/
15/
4).
Abschliessend wurde
n
eine neurologische Untersuchung und in Anbetracht der Verdachtsdiagnose einer Konversionsstörung eine Psychotherapie empfohlen.
Die
Versicherte
habe
indessen
eine psychotherapeutische Behandlung
ausdrücklich abgelehnt (Urk.
6
/
15/
2).
Im beiliegenden Bericht
von
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
vom 1
7.
April 2014 zum h
andchi
rurgischen Konsilium
wurde
eine Hyperaktivität der Interossei
-
Muskulatur der rechten Hand bei Status nach Quetschtrauma
im Juni 2013 diagnostiziert und
ebenfalls eine neurologische Untersuchung mit Elektromyographie der intrinsischen Muskulatur empfohlen, um ein
e
Dysfunktion des Nervus ulnaris auszuschliessen, auch wenn kein Tinel-Zeichen
und
keine Lähmung vorhan
den seien.
Ferner wurde
festgehalten, die Versicherte habe keine Synkinesie, aber
wenn sie schlafe (sie trage eine Schiene in Intrinsic Plus)
,
sei der Klein
finger nicht mehr abduziert und überstreckt
(Urk.
6/15/13)
.
3.
3
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie im Spital
F._
,
führte am 1
4.
Mai 2014
die neurologische Untersuchung durch.
Er diagnosti
zierte eine bizarre Fingerstellung der rechten Hand und äusserte die Ver
dachtsdiagnosen einer Konversionsstörung oder einer fokalen Dystonie.
Zum Status hielt er fest, der Kleinfinger werde in Streckstellung und
in
abduzierter Position gehalten, der Ringfinger nach rechts in flektierter Stellung. Der Mittelfinger sei ebenfalls im Grundgelenk flektiert. Bei allen drei Fingern könne die Neutralposition erreicht werden, dies sei aber schmerzhaft. Nachts werde mit Hilfe einer Schiene ebenfalls eine Neutralstellung erreicht. Die Hand sei stark druckdolent. Es bestehe eine eingeschränkte Kooperationsfä
higkeit. Die Kraftgrade seien nicht schlüssig beurteilbar. Die Versicherte gebe eine Hypästhesie an Dig IV und V an, es sei explizit auch ein radialer Anteil Dig IV betroffen. Sonst werde das Berührungsempfinden als intakt
beschrieben
(Urk.
6/
19
/
9
).
Die Elektromyografie des Musculus abductor pollicis brevis sei bezüglich pathologischer Spontanaktivität nicht sicher beurteilbar. Es gebe eine Über
lagerung durch Willkürmotorik in Folge mangelnder Entspannung. Die Ein
zelpotential
analyse sei ebenfalls nicht verwertbar, da die Versicherte stark schmerzgestört sei (
Urk.
6
/
19
/
10
).
Leider hätten die vorgesehenen myografischen Untersuchungen nicht durchge
führt werden können, da die Versicherte sie nicht toleriert habe. Prinzipiell müsse differentialdiagnostisch an eine Konversionsstörung
und
an eine fokale Dystonie
gedacht werden. Das Auftreten unmittelbar in Anschluss an den Unfall und die Verschlechterung in der Rehaklinik
D._
nach der Stromapplikation sprächen für die Konversionsstörung. Insgesamt falle die Beurteilung schwer, er schlage daher vor, die Versicherte durch den Dysto
nie-Spezialisten PD
Dr.
K._
beurteilen zu lassen mit der Frage
stellung, ob Botox-Injektionen sinnvoll erschienen (Urk.
6
/
19
/
10
).
Gleichentags erhob
Dr.
E._
noch deutliche Aktivitätszeichen des
CRPS
. Die Versicherte zeige überdies einen massiven Strecktonus im Kleinfinger und einen Flexionstonus im Mittelfinger, beide seien muskulär und nicht strukturell bedingt. Unter Ablenkung könnten die fokalen Hypertonien
über
wunden werden
(
Urk.
6
/
16/1
).
3.
4
Am 2
7.
Juni 2014 fand die Untersuchung durch
Dr.
med.
K._
, Fach
arzt FMH für Neurologie, im Neurozentrum
L._
statt. In seinem Bericht vom 1
2.
Juli 2014 hielt
Dr.
K._
einleitend eine fokale Dystonie nach Quetschverletzung der
rechten Mittelhand am 19. Juni 2013 mit ausge
prägtem CRPS und einen Status nach tangentialer Schnittverletzung des dorsalen IP-Gelenkes mit (ausgeheiltem) partiellen CRPS am linken Daumen als Diagnosen fest (
Urk.
6/17/1).
Dr.
K._
erhob bei kursorisch normalem Neurostatus eine lokale Pathologie des rechten Armes und der rechten Hand. Der Dig IV rechts sei extendiert und leicht abduziert. Der Dig V sei im Grundgelenk flektiert und sonst gestreckt. Der Dig III sei ebenfalls im Grundgelenk flektiert. Es bestehe immer noch eine gewisse Schmerzsituation bei passiver Bewegung der Finger der rechten Hand (
Urk.
6/17/1).
Mit dem Nadelektromyogramm habe er die Musculi
extensor indicis proprius, abduc
tor digiti quinti, flexor digitorum sublimis (Dig III) und interosseus V rechts untersucht. In allen diesen Muskeln habe es keine pathologische Spontanaktivität gegeben. Eindrucksmässig bestehe diskret eine erhöhte Ruheaktivität (
Urk.
6/17/1).
Dr.
K._
gelangte zur Beurteilung, es handle sich um eine distale Dystonie der Finger der rechten Hand, wie dies immer wieder bei CRPS
vorkommen
könne. Er habe einen Behandlungsversuch mit Botulinumtoxin unter
nommen, da medikamentöse Behandlungen in dieser Situation keinen Effekt hätten. Er habe unter nadelelektromyografischer Kontrolle in folgende Muskeln Botox injiziert:
Musculus extensor indicis proprius rechts
25 E
Musculus abductor digiti quinti rechts
20 E
Musculus flexor digitorum sublimis (Dig III-Anteil) rechts
30 E
Musculus interosseus dorsalis V rechts
20 E
Über den Effekt der Behandlung könne er leider noch nichts sagen,
da die Nachkontrolle noch nicht stattgefunden habe
(
Urk.
6/17/2).
3.5
Am 22. Juli 2014 erstattete
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für ortho
pädische Chirurgie, in seiner Funktion als Vertrauensarzt des Vorsorge
versicherers ein
orthopädisch-chirurgisches
Gutachten
(
Urk.
6/22).
E
s beruhte auf einer persönlichen Untersuchung vom
2.
Juni 2014 und den medizini
schen Akten, darunter auch de
r Bericht von
Dr.
K._
vom 12.
Juli 2014
(
Urk.
6/22/2)
, und enthielt die
folgenden Diagnosen
(
Urk.
6/22/7 und 6/22/8):
Status nach Unfall vom 1
9.
Juni 2013 mit Einklemmung der rechten Hand an einer Balkontüre mit Quetschverletzung Mittelhand ulnarseits rechts
im Verlauf CRPS an der rechten Hand
Behandlung unter anderem mit Stellatumblockaden
in Rückbildung begriffenes CRPS an der rechten Hand
motorische Koordinationsstörung
,
Finger V wird immer überstreckt und abduziert gehalten, Finger IV ebenfalls leicht gestreckt
Verdacht auf konversive Bewegungsstörung der rechten Hand mit bizarrer Fingerhaltung (ICD-10: F44.4)
Fokale Dystonie der rechten oberen Extremität nach Quetschver
letzung der Mittelhand vom 1
9.
Juni 2013 mit ausgeprägtem CRPS der rechten oberen Extremität
Status nach tangentialer Schnittverletzung des dorsalen IP-Gelenkes des linken Daumens mit partiellem CRPS am linken Daumen, ausge
heilt
Verdacht auf Konversionsstörung
(vgl. Bericht
D._
)
.
Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, weil die Versicherte die geschä
digte rechte Hand nicht einsetzen könne (
Urk.
6/22/7). Die Versicherte könne eine vollständige Präsenzzeit erfüllen, aber eine Arbeitsleistung mit der rechten Hand sei nicht zu erwarten. Es könnten ihr sitzend administrative Arbeiten zugehalten werden, wobei dann eine vorgängige Arbeitsplatz-Eva
luation bei praktisch fehlendem Einsatz der rechten Hand vorgenommen werden müsste, um zu sehen, inwieweit sie administrative Arbeiten wie Ablegen oder Ähnliches verrichten könne (
Urk.
6/22/8).
Wegen des Verdachts auf eine Konversio
nsstörung erachtete
Dr.
A._
eine psychiatrische Beurteilung
als
sinnvoll (Urk. 6/22/8).
3.
6
Nach einem weiteren Untersuch vom
8.
August 2014 hielt
Dr.
K._
fest, dass die Behandlung mit Botulinumtoxin gemäss den Angaben der Versi
cherten keine Wirkung
gehabt habe
. Die Schmerzen seien nach wie vor vor
handen und die Stellung der Finger habe sich nicht verändert. Er habe objektiv ebenfalls keine wesentliche Besserung feststellen können, nur eine etwas schwächere Kleinfingerextension. Bekanntlich bestehe eine lokale massive Finger-Handdystonie im Rahmen des CRPS. Diese Affektion sei schwierig zu behandeln. Er habe zur Verstärkung eines allfälligen Behand
lungseffekts am 8. August 2014 nochmals den Musculus extensor indicis proprius mit 20 E
inheiten
Botox infiltriert, ebenfalls den Musculus interosseus dorsalis III. Dies habe nach telefonischer Auskunft der Versicher
ten vom 26. August 2014 keine positive Wirkung zur Folge gehabt. Weitere Therapiemassnahmen mit Botolinumtoxin würde er daher nicht empfehlen (
Urk.
6/21/1).
3.7
Die Versicherte suchte am 2
6.
August 2014
Dr.
E._
für eine Verlaufs
kon
trolle auf. Dieser vermerkte in seinem Bericht vom 2
7.
August 2014 eine fokale Dystonie
an
der rechten oberen Extremität nach Mittel
hand
quetschung und ausgeprägtem CRPS an der rechten Hand
und einen Status nach tangentialer Schnittverletzung des dorsalen IP-Gelenkes links mit partiellärem CRPS am linken Daumen (vollständig ausgeheilt) als Diagnosen
(
Urk.
6
/
20
).
Bisher habe die Botox-Behandlung der fokalen Dystonie keine wesentliche Besserung der Situation, sondern eher eine Verschärfung der Flexions
po
sition von Dig III ergeben, jedenfalls nach Angaben der Versicherten. Lokal finde sich ein nach wie vor in vollständiger Streckung fixierter Klein- und Zeigefinger bei einem voll flektierten
3.
Finger und einer flektierten radial dervierten Hand. Klinisch sei der Verlauf eher zunehmend im Sinne der mangelnden Ansteuerung (
Urk.
6
/
20
).
3.
8
Auch
Dr.
med.
M._
, Leitender Arzt für Schmerz und Komplemen
tärmedizin im Spital
F._
, hielt in seinem Bericht vom 26.
September 2014 (
Urk.
6/30/103
) eine fokale Dystonie der rechten Hand mit Flexionskontraktur, vor allem im dritten Finger, nach ausgeprägtem CRPS als Diagnose fest.
Die Versicherte habe angegeben, die Situation in der Hand habe sich nach der
Behandlung mit Botox
massiv verschlechtert. Sie wünsche aus Angst vor weiteren Verschlechterungen langsam keine weiteren Behandlungen mehr. Sie habe einen Berührungsschmerz im Bereich der Finger, dort auch einen ausgeprägten Bewegungsschmerz. In Ruhe verspüre sie lediglich ein Ziehen in den Unterarm, das erträglich sei. Sie besuche zurzeit noch die Ergothera
pie. Die Spiegeltherapie mache sie nervös, dort komme man auch nicht wei
ter
(
Urk.
6/30/103)
.
Dr.
M._
habe mit der Versicherten ausführlich besprochen, dass die Kon
trakturen ohne weitere therapeutische Anstrengungen sicher bleiben würden. Da eine neuropathische Komponente dabei sei, habe er mit ihr eine Lyrica- beziehungsweise eine Morphin-Medikation besprochen. Daneben sei sicherlich nochmals die Möglichkeit
von
Ganglion-Stellatum-Anästhesien vorhanden.
Solche
habe man
bereits
im Oktober 2013
an der linken Hand
durchgeführt.
Die Versicherte habe damals
gut darauf angesprochen. Dane
ben gebe es in solchen Situationen auch immer wieder die Möglichkeit der Akupunkturbehandlung. Die Versicherte habe sich dazu entschieden, noch
mals eine Serie Anästhesien des Ganglion-Stellatums durchführen zu lassen
(
Urk.
6/30/103)
.
Am 1
4.
Oktober 2014 vertrat
Dr.
M._
die Auffassung, dass das CRPS in der rechten Hand immer noch aktiv sei. Die Spiegeltherapie könne die Versi
cherte
nicht durchführen, da sie dabei sehr nervös werde. Er habe noch zweimal eine Ganglion-Stellatum-Infiltration vorgenommen, mit der die Situation nicht beeinflussbar gewesen sei. Die Versicherte habe von den therapeutischen Anstrengungen, welche nicht fruchteten, endgültig genug. Er habe ihr jedoch erklärt, dass die Kontrakturen ohne Therapie nicht besser würden. Auch eine Akupunkturbehandlung, welche im Prinzip eine gute Indikation für die Behandlung eines CRPS sei, wolle sie nicht mehr versu
chen. Angesprochen habe er nochmals eine Versteifung der Finger, damit die Hand wenigstens funktionell wieder eingesetzt werden könne, da diese Kon
trakturen doch sehr stark störten (
Urk.
6/30/87
).
In seinem letzten Bericht vom 1
7.
November 2014 führte
Dr.
M._
eine fokale Dystonie der rechten Hand mit Flexionskontraktur, vor allem im 3. Finger, nach ausgeprägtem CRPS als Diagnose auf. Die Versicherte wünsche keine weiteren Behandlungen mehr (
Urk.
6/30/88
).
3.
9
Im
internistisch-
rheumatologischen Gu
tachten von
Dr.
B._
vom 2.
April 2015
wurden
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
gestellt
. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen
(Urk.
6/30/46):
Adipositas Grad I (
B
MI 30,3 kg/m
2
)
Schwangerschaft (Geburtstermin Ende 10/2015)
Vitamin D-Mangel (19 nmol/l)
Status nach Quetschung der rechten Mittelhand am 19.06.2013 ohne Strukturschaden mit konservativer Therapie und passagerem CRPS
a
ktuell ohne Zeichen eines aktuellen CRPS mit
b
izarren Stellungen des rechten Mittel- und Kleinfingers, die im Verlauf der Zeit und bei Ablenkung nicht konstant sind
Differentialdiagnostisch:
Verdacht auf artifizielle Störung bzw.
Verdacht auf konversive Bewegungsstörung der rechten Hand (ICD-10: F44.4)
Status nach Verletzung des linken Daumens am 01.08.2012 mit tangentialer Schnittverletzung des dorsalen IP-Gelenks mit passa
gerem partiellen CRPS und passagerer funktioneller Daumen
fehl
stellung (Hyperextensionsstellung im IP-Gelenk)
Status nach Amputation/subtotaler Amputation des Endglieds des rech
ten Mittelfingers im Alter von zwei bis drei Jahren und chirurgi
sche Replantation.
Dr.
B._
vertrat die Auffassung, die Versicherte könne spätestens seit dem 2
3.
März 2015, dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung, sämt
liche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicher
weise machen könnten; es bestehe weder im Beruf noch im Haushalt eine Limitierung (
Urk.
6/30/49, 6/30/51 und 6/30/55).
Nach dem Unfall vom 1
6.
Juni 2013 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in jeglicher Tätigkeit bestanden. Am 2
2.
April 2014 sei die Versicherte in einer angepassten sehr leichten Tätigkeit als zu 50
%
arbeitsfähig
beurteilt
worden. Es sei anzu
nehmen, dass ihre Arbeitsfähigkeit seither allmählich zugenommen habe (
Urk.
6/30/51
).
3.
10
Der Hausarzt
Dr.
Z._
diagnostizierte am 2
7.
April 2015 eine fokale Dysto
nie der rechten Hand mit Flexionskontraktur vor allem im dritten Finger nach ausgeprägtem CRPS, differentialdiagnostisch eine konversive Bewegungsstörung der rechten Hand, eine depressive Episode, Spannungs
kopfschmerzen, akzentuierte Persönlichkeitszüge und eine Schwangerschaft. Seit der Handverletzung vom 1
9.
Juni 2013 bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit.
Die rheumatologische Abklärung durch
Dr.
B._
greife seiner Ansicht nach zu kurz, da es sich nicht primär um ein rheumatologisches Problem handle. Ein multidisziplinärer Ansatz sei gefordert. Bei einer fokalen Dysto
nie nach einem CRPS sei mindestens die Beurteilung eines Handchirurgen, eines Neurologen und bei Verdacht auf eine konversive Bewegungsstörung auch eine psychiatrische Begutachtung erforderlich. Eine Überweisung zur Beurteilung und Therapie an
Dr.
N._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, habe er bereits veranlasst
(
Urk.
6/28
).
3.11
Am 2
8.
Mai 2015 nahm
Dr.
E._
Stellung zum
Gutachten von Dr.
B._
.
O
ffensichtlich
sei derselben
nicht bekannt, dass typischerweise nach
einem
CRPS neglectoide Veränderungen bis hin zur fokalen Dystonie entstehen könnten und dies eben typischerweise zu einer Ansteuerungs
schwierigkeit und Kraftminderung führe. Dass die Versicherte unter Ablen
kung eine gewisse Entspannung der Hand erlebe, sei ebenfalls typisch. Die Armumfänge seien bei vermindertem Einsatz der rechten Hand nicht mit h
oher Sicherheit unterschiedlich.
Solche
als Hinweis für eine fehlende Schonung der rechten Hand zu nehmen, sehe er als unglaubwürdig an. Was bei der schlafenden Patientin beobachtet worden sei, sei ebenfalls typisch für die fokale Dystonie und könne
somit
nicht als Gegenargument gegen eine relevante Diagnose
erhoben werden. Insgesamt müsse er sagen, dass
Dr.
B._
aus rheumatologischer
Sicht
keine Diagnose
habe
stellen könne
n
, das CRPS stelle auch keine rheumatologische Problemstellung dar. Hier sei ein interdisziplinärer Ansatz gefragt, somit sei auch eine Beurteilung von einer Fachdisziplin nicht genügend. Er erwarte eine erneute Begutach
tung von einem interdisziplinären Team
,
um die Situation zu klären (
Urk.
6
/3
0/2
).
3.12
In der Stellungnahme vom 1
8.
September 2015 gelangte
der Neurologe
Dr.
med.
O._
, Facharzt FMH für Neurologie
und Vertrauensarzt des Unfallversicherers
,
zur Beurteilung, es gebe mehrere Ungereimtheiten. Es sei allen bekannt, dass nach einem CRPS gelegentlich neglectoide Veränderung
en bis hin zur fokalen Dystonie entstehen könnten. Die gezeigte Symptoma
tik sei dafür aber nicht typisch. Neglectoide Veränderungen könnten nicht belegt werden. Zwar müsse eine fokale Dystonie mit Sicherheit gesucht wer
den, sie sei hier jedoch nicht belegt. Gerade
Dr.
K._
habe richtigerweise eine fokale Dystonie gesucht (und auch postuliert), welche jedoch auf die von
Dr.
K._
verabreichte Botox-Behandlung keinerlei Ansprechen gezeigt habe, was die Beteiligten hellhörig machen würde. Wahrscheinlich würde auch
Dr.
K._
darüber in Kenntnis aller Akten hellhörig. Es sei auch richtig, dass eine fokale Dystonie im Schlaf eine geringere Ausprägung zeige, nicht jedoch ein gänzliches Verschwinden der Symptomatik, wie es beschrieben worden sei. Der Verlauf mit Zunahme der Symptomatik und die deutliche Inkonsistenz bei der Prüfung der Kraft sowie die groteske Kraftminderung bei seitengleicher Beschwielung sei
en
hinweisend auf eine konversive Sympto
matik. Eine Kraftabnahme auf 2,8
%
sei bei einer Dystonie nach CRPS orga
nisch fast nicht zu erklären. Aus seiner Sicht könne auf das Gutachten von
Dr.
B._
abgestellt werden, eine interdisziplinäre Begutachtung halte er nicht für notwendig (
Urk.
6/
26/9/M40 S. 2
).
Eine fokale Dystonie sei nicht überwiegend wahrscheinlich und er beurteile die Versicherte als zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/26/9/M40 S. 7).
3.1
3
Aus dem im Beschwerdeverfahren neu eingereichten neurologischen Gutach
ten von
Dr.
med.
C._
, Facha
rzt FMH für Neurologie, vom 19.
August 2016 geht hervor, dass dieser
die Beschwerdeführerin am 1
9.
Mai und am
9.
Juni 2016 untersuchte (
Urk.
18 S. 1). Als Diagnose
n
hielt er
einen Status nach Quetschtrauma der Hand
(19.06.2013)
mit Entwicklung eines CRPS,
eine
posttraumatische fixierte Dystonie de
r
rechten Hand (ICD-10: G24.8; M89.0)
,
einen Status nach tangentialer Schnittverletzung dorsal am IP-Gelenk des linken Daumens mit möglichem partiellem CRPS (01.08.2012) und einen Status nach
Endgliedverletzung des Mittelfingers rechts im Alter von 2-3 Jahren
fest
(
Urk.
18
S. 12
und 19
).
Die Simulation einer fixierten Dystonie sei sehr selten. Neben der klinischen Untersuchung und Beschreibung des dystonen Zustandsbildes gebe es keine einfachen apparativen Tests, welche die kl
i
nische Diagnose einer Dystonie eindeutig
unterstützen
beziehungsweise gegenüber einer Simulation abgren
zen könnten. Als Hinweis auf eine nicht bewusste Ursache der fixierten Dystonie könne die bei der Versicherten beobachtete Seitendifferenz der silent period gelten. Die Untersuchung der silent period sage etwas über den Zustand inhibitorischer zentral motorischer Mechanismen aus, wobei diese im Einzelnen sehr komplex und nicht vollständig verstanden seien. Auf ein Problem im Bereich der Verarbeitung sensorischer Zuflüsse weise das rechts sowohl aktiv wie passiv gestörte Nachmachen von passiven vorgemachten oder nachzuahmenden Bewegungen der linken Seite
hin
. Eine ähnliche Störung der Verarbeitung sensorischer Zuflüsse bei funktionellen Störungen sei kürzlich beschrieben worden (
Urk.
18
S. 17 mit Hinweisen).
Auf zwei Punkte sei speziell einzugehen:
Es entspreche der klinischen Erfahrung, das
s
sich dystone Phänomene im
S
chlaf veränderten. In der Regel nähmen sie ab, dies gelte auch für fixierte dystone Stellungen. Die Abnahme einer Haltung im Tiefschlaf oder unter Narkose schliesse lediglich eine Kontraktur im Bereich der befallenen Gelenke aus, erlaube jedoch nicht zu unterscheiden, ob die Dystonie psycho
gen oder organisch sei. Es sei nicht haltbar, die Abnahme der dystonen Handstellung im Schlaf als Hinweis auf ein Fehlen jedwelcher Störung zu nehmen (
Urk.
18
S. 17 f.).
Es entspreche auch der Erfah
r
ung, dass dyston dauerüberaktive Menschen hypertrophierten. Bei der Versicherten sei der Musculus flexor digitorum superficialis praktisch dauernd aktiv und deswegen hypertrophiert, was die Seitendifferenzen im Bereich der Unterarmmuskulatur problemlos erklären könne. Im Übrigen bestehe nicht nur am rechten Oberarm, sondern auch am distalen Oberschenkel eine leichte Umfangdifferenz zu Gunsten der rechten Seite, was auf eine Rechtsdominanz der Motorik hinweisen könne (
Urk.
18
S. 18).
Verglichen mit dem Anfangsbefund sei eine deutliche Besserung der Handbe
schwerden eingetreten und die Versicherte könne die rechte Hand für klei
nere und kurze Tätigkeiten wieder einsetzen (
Urk.
18 S. 19). Im Prinzip könne die Versicherte alles machen, was nicht mit kräf
t
igem Greifen mit der rechten Hand
und belastenden und andauernden Bewegungen
mit dem rechten Arm einhergehe.
Heben und Tragen mit der rechten Hand sei nur jeweils kurzzei
tig und für leichte Gegenstände, die mit Daumen und Zeigefinger gefasst werden könnten, möglich. Für die Haltung und die Beweglichkeit ergäben sich keine zusätzlichen Einschränkungen. Als Putzfrau sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig (Urk. 18 S. 20).
Zum Gutachten von
Dr.
B._
bemerkte
Dr.
C._
, es werde der neurolo
gischen Problematik in keiner Weise gerecht. Seiner Meinung nach sei es unvollständig und in den Schlüssen falsch. Offensichtlich sei
Dr.
B._
das Störungsbild einer fixierten posttraumatischen Dystonie nicht bekannt (
Urk.
18
S. 21).
Zur Stellungnahme von
Dr.
O._
brachte
Dr.
C._
vor, es sei bemerkens
wert, dass in derselben die Möglichkeit einer fixierten Dystonie nicht
in
Erwägung gezogen und eine natürliche Kausalität nur möglicherweise als gegeben erachtet worden sei. Dem könne er nicht zustimmen (
Urk.
18 S
.
22).
4.
4.1
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
internistisch-rheumatologische
Gutachten von
Dr.
B._
vom
2.
April 2015
(
Urk.
6/30/5-57
) abgestellt hat (vgl.
Urk.
1,
2, 5, 12
und 17
).
4.2
In formeller Hinsicht wurde gegen das zur Diskussion stehende Gutachten eingewandt, es mangle an der Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit von
Dr.
B._
; wer innert weniger Jahre mit Sozialversicherern Millionen
umsätze erziele, könne zweifelsohne nicht als unabhängig bezeich
net werden (
Urk.
1 S. 3 und 12
S. 2). Hierzu ist festzuhalten, dass das Auf
trags- und Honorarvolumen für sich allein
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
keine als Ausstandsgrund zu qualifizierende Abhängigkeit einzelner Experten von den IV-Stellen und anderen Sozialversicherungsträ
gern schafft (BGE 137 V 210 E. 1.3.3). Dies wurde im Verlauf des Beschwer
deverfahrens auch vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin richtig erkannt (vgl.
Urk.
1
2
S. 2 mit Hinweis auf das Urteil 8C_740/2015 vom 1
1.
Februar 2016). Darüber hinaus ist zu bemerken, dass
der Unfallversiche
rer vor Erteilung des Gutachtensauftrages
der Beschwer
deführerin mit Schreiben vom 7.
Januar 2015 – den vom Bundesgericht statuierten Grund
sätzen entsprechend (vgl. BGE 139 V 349, 138 V 318 und 137 V 210) – unter anderem auch die Gelegenheit eingeräumt hatte, Ausstands- und Ablehnungs
gründe gegen Dr.
B._
vorzubringen (vgl. Urk.
26/
9/A46 und
26/
9/A50). Die Beschwerdeführerin liess die ihr dafür
angesetzte Frist jedoch ungenutzt verstreichen. Wer die sachverständige Person nicht unver
züglich als befangen ablehnt, wenn er von einem Ablehnungsgrund Kenntnis erhält, hat seinen Anspruch auf die spätere Anrufung der Verfahrensgarantie verwirkt (BGE 137 V 210 E. 6.1.1 mit Hinweisen). Ungeachtet dessen spielt es ohnehin keine Rolle, ob
Dr.
B._
wie von Seiten der Beschwerdeführerin behauptet in einem anderen, eine andere Person betreffenden Verfahren bereits einmal als voreingenommen qualifiziert wurde (vgl.
Urk.
12
S. 2 mit Hinweis). Hier ist einzig massgeblich, dass keinerlei Zweifel an einer unbe
fangenen Begutachtung der Beschwerdeführerin bestehen. Es wurde denn auch nichts Konkretes behauptet, was in dieser Hinsicht Bedenken zu erwe
cken vermöchte. Die Tatsache allein, dass die Beschwerdeführerin und ihr Rechtsvertreter mit dem Inhalt des Gutachtens ni
cht zufrieden sind (Urk.
1
2
S. 2 f.), genügt jedenfalls nicht.
4.3
Das Gutachten von
Dr.
B._
basiert auf
der fachärztlichen Untersu
chung der Beschwerdeführerin am 2
3.
März 2015, bei welcher eine Dolmetscherin zugegen war
(Urk.
6
/
30/4
und
6
/
/30/6
). Es
wurde in Kenntnis der Vorakten und weiterer beigezogener Unterlagen erstattet (Urk.
6/30/4
und
6
/
30/9-35
).
Dr.
B._
erhob eine ausführliche Anamnese (
Urk.
6/30/6-38
) und liess die Beschwerdeführerin ihre subjektiven Beschwerden und ihren Tagesablauf schildern (
Urk.
6
/
30/36-37
). Bei dieser Gelegenheit berichtete die Beschwer
deführerin auch davon, wie sie mit ihrer Familie zusammen eine gekaufte Pizza gegessen habe (
Urk.
6
/
30/32
). Entgegen der in der Replikschrift vertre
tenen Ansicht (
Urk.
1
2
S. 3) ist es nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B._
die betreffenden Schilderungen vollständig und – insoweit unbestritten – korrekt festhielt, unabhängig davon, ob sie als nebensächlich oder als we
sentlich zu werten sind.
Zu Recht wurde nicht behauptet,
Dr.
B._
habe in ihrem Gutachten ent
scheidrelevante Ausführungen der Beschwerdeführerin ausser Acht gelassen. Aus demselben geht namentlich hervor, die Versicherte habe bei der Untersu
chung erklärt, sie spüre keine Schmerzen an der rechten Hand, wie meistens in der letzten Zeit. Sie müsse jedoch den Mittelfinger nach unten einrollen und den Kleinfinger nach oben strecken. Sie wisse nicht, weshalb das so sei. Sie setze die Hand nun regelmässig ein. Dabei halte sie die Gegenstände mit dem Daumen und dem Zeigefinger. Sie schreibe mit der rechten Hand und bediene ihr Natel mit der rechten Hand. Es werde immer schlimmer mit den
seltsamen Stellungen des Mittel
- und Kleinfingers der rechten Hand. Nichts helfe (Urk.
6
/
30/36
und
6/30/47
).
4.4
Nebst den Angaben der Beschwerdeführerin berücksichtigte
Dr.
B._
ihre eigenen Beobachtungen. Demnach habe die Versicherte beim flinken An- und Ausziehen die rechte Hand eingesetzt. Ausserdem habe sie die Schuhe mit der rechten Hand geöffnet. Beim Drehen auf der Untersuchungs
liege von der Rücken- auf die Bauchlage habe die Versicherte sich sogar auf der rechten Hand abgestützt (
Urk.
6
/
30/47
und
6/30/52
). Dieses Vorgehen
Dr.
B._
s gibt zu keinen Beanstandungen Anlass. Ihre Beobachtungen stehen zudem mit denjenigen
Dr.
C._
s in Einklang, welcher in seinem Gutachten ebenfalls den ungehinderten Einsatz der Hand bei Alltagsbewe
gungen beschrieben hat (Urk.
18
S. 10).
4.5
Insbesondere beruht das Gutachten von
Dr.
B._
auf einer eingehenden Befunderhebung (
Urk.
6
/
30/39-44
). Dieselbe habe unter anderem eine an beiden Handgelenken und Händen eine symmetrische Farbe ergeben. Die Temperatur an beiden Handrücken und Handflächen differiere um maximal 0.3°C. Da dieser Temperaturunterschied kleiner als 1°C sei, gelte er als nicht signifikant. Die Handgelenke und die Hände wiesen keine Schwellung, keine Synovitiden und keinen vermehrten Glanz auf. Die Behaarung und die Schweissbildung an den Händen seien seitengleich. Die Fingernägel seien an beiden Händen symmetrisch normal. Von den sechs an beiden Armen gemessenen Umfängen seien zwei rechts gleich gross wie links. Ein Armum
fang sei rechts ein halber Zentimeter kleiner als links. Die übrigen drei Armumfänge seien rechts grösser als links, nämlich einen halben bis zwei Zentimeter (Urk.
6
/
30/41-42
und
6/30/47
). Dies zeige, dass die Versicherte die rechte Hand beziehungsweise den rechten Arm nicht schone. Bei einer lang andauernden Schonung einer Hand beziehungsweise eines Armes wäre eine Minderung der Armumfänge an der betroffenen Seite eingetreten, während die Armumfänge der Gegenseite zugenommen hätten. Dies sei jedoch nicht eingetreten (Urk.
6
/
30/47-48
).
Bei der geschilderten Befundlage und in Anbetracht dessen, dass die Versi
cherte über keine Schmerzen mehr klagte, kam Dr.
B._
zum nachvoll
ziehbaren und einleuchtenden Schluss, die sogenannten Budapest-Kriterien für die Diagnose eines CRPS se
ien aktuell nicht erfüllt (Urk.
6/30/49
).
Diese Schlussfolgerung
wird auch durch das Gutachten von
Dr.
C._
vom 1
9.
August 2016 (
Urk.
18
) und desse
n ergänzendes Schreiben vom 23.
De
zember 2016 (
Urk.
24
/2) nicht in Frage gestellt, zumal dieser ebenfalls keine Befunde erhoben hatte, welche die Diagnose eines aktuell noch beste
henden CRPS erlaubten. Die Versicherte hatte namentlich auch
Dr.
C._
gegenüber von keinem anhaltenden Schmerz berichtet, sondern ausdrücklich erklärt, ohne
spezielle Tätigkeiten und in Ruhe keine Schmerzen zu haben. Nur bei kräftigen Greifbewegungen mit der Hand träten unverzüglich und bei Arbeiten mit der rechten Hand träten nach einer gewissen Zeit Schmerzen auf (
Urk.
18
S. 9). Überdies hatte
Dr.
C._
lediglich diskrete trophische Störungen an der rechten Hand festgestellt und dokumentiert (
Urk.
18
S. 10, 16 und 21; vgl. auch
Urk.
24
/2 S. 1), welche alleine die Diagnose eines CRPS nicht zu begründen vermögen.
4.6
Es trifft zwar zu, dass
Dr.
B._
die (ursprünglich) im Raum stehende Diag
nose einer fokalen Dystonie in der Zusammenfassung der medizinischen Aktenlage erwähnte, ohne sich in ihrem Gutachten weiter dazu zu äussern (vgl. 6/30/5-57). Deswegen ist
Dr.
B._
indessen nicht – wie behauptet (Urk. 1 S. 4 und 1
2
S. 2 f
.
) – eine Unterlassung vorzuwerfen. Bei einer foka
len Dystonie handelt es sich um ein neurologisches Leiden, für dessen Beur
teilung es der internistisch-rheumatologischen Gutachterin
an der fachärztli
chen Kompetenz
mangelte. Es spricht daher gerade für die Qualität des Gutachtens von
Dr.
B._
, dass sie auf entsprechende Ausführungen verzichtete.
Mit Bezug auf die zur Diskussion stehende fokale Dystonie
erkannte
der Neu
rologe
Dr.
O._
insoweit nachvollziehbar und in Übereinstimmung mit
Dr.
E._
(vgl.
Urk.
6/30/2), dass
nach einem CRPS gelegentlich neglectoide Veränderungen bis hin zur fokalen Dystonie entstehen
können
(Urk.
26/
9/M40 S. 6). Er vertrat die Auffassung, die letztgenannte Diagnose sei zwar in Betracht zu ziehen, sie sei hier jedoch nicht belegt (Urk.
26/
9/M40 S. 6). Seine Einschätzung deckt sich mit der medizinischen Aktenlage. Bereits während des Aufenthalts in der Rehaklinik
D._
wurde – nebst dem Ver
dacht auf eine konversive Bewegungsstörung der rechten Hand mit bizarrer Fingerhaltung (
Urk.
6/15/1
und
6/15/
3) – der Verdacht auf eine Dystonie geäussert, wobei die erhobenen Befunde für eine solche als nicht typisch beurteilt wurden (Urk.
6/15/
3). Der Neurologe
Dr.
J._
diagnostizierte lediglich eine bizarre Fingerstellung der rechten Hand und äusserte die sich aufdrängenden Verdachtsdiagnosen einer Konversions
störung und einer fokalen Dystonie. Er vermochte die in Frage stehende neurologische Diag
nose nicht mit entsprechenden Befunden fachärztlich zu objektivieren, sondern hielt fest, das Auftreten der bizarren Fingerstellung unmittelbar in Anschluss an den Unfall und die Verschlechterung in der Rehaklinik
D._
nach der Stromapplikation sprächen eher für eine Konversionsstörung (Urk.
6/19/9-10)
. In seinem Bericht vom 15. Mai 2014 zu Handen
Dr.
K._
s und
Dr.
Z._
s erwähnte
Dr.
E._
denn auch
insofern korrekt
ledig
lich den Verdacht
auf eine fokale Dystonie
(Urk.
6
/
19/7
).
Zwar hielt der Neurologe
Dr.
K._
in der
Folge in seinem Bericht vom
12
.
Ju
l
i 2014
(
Urk.
6/17)
einleitend eine fokale Dystonie nach Quetsch
ver
letzung der rechten Mittelhand am 19. Juni 2013 mit ausgeprägtem CRPS als Diagnose fest. Befunde, welche eine solche Diagnose untermauern würden, hatte er jedoch k
eine erhoben
. Ebenso wenig begründete Dr.
K._
in seinem zweiten Bericht die Diagnose einer fokalen Dystonie, obwohl sich dies in Anbetracht der unterbliebenen Besserung nach der erfolgten Botox-Behand
lung (
Urk.
6/21/1
) geradezu aufgedrängt hätte (vgl.
Urk.
6
/
15/
4 und
26/
9/M40 S. 6). Die von
Dr.
K._
gestellte Diagnose erscheint daher, wie
Dr.
O._
richtig erkannte (
Urk.
26/
9/M40 S. 6), nicht überzeugend. Dies gilt unabhängig davon, ob sich
Dr.
K._
-
wie von
Dr.
O._
postuliert (Urk.
26/
9/M40 S. 4 und 6)
-
im Rahmen der Begründung der gestellten Diagnose mit dem Verschwinden der dystonen Symptomatik während des Schlafs hätte auseinandersetzen müssen. Der letztgenannte Umstand war
entgegen der in der Replikschrift vertretenen Auffassung (vgl.
Urk.
1
2
S.
3
f.)
für
Dr.
O._
denn auch nicht der ausschlaggebende oder gar einzige Grund dafür, eine fokale Dystonie als nicht überwiegend wahrscheinlich zu erachten (vgl. Urk.
26/
9/M40 S. 6). Es erübrigt sich daher zu untersuchen, wie sich die herrschende Lehre zu dieser Thematik äussert. Dementsprechend ist auch nicht näher auf die in diesem Zusammenhang eingereichten Inter
netauszüge (vgl.
Urk.
13
/1-3) einzugehen. Lediglich am Rande ist dennoch zu bemerken, dass auch der Neurologe
Dr.
C._
bloss
davon sprach, es ent
spreche der klinischen Erfahrung, dass sich dystone Phänomene im Schlaf veränderten. In der Regel nähmen sie ab
(Urk. 18
S.
17). Von einem gänzli
chen Verschwinden war auch in seinen Darlegungen nicht die Rede.
Weitere Behandler, denen es allen an einer fachärztlichen neurologischen Ausbildung mangelt, übernahmen in der Folge die von
Dr.
K._
in den Raum gestellte Diagnose. So führte
Dr.
E._
, welcher am 1
5.
Mai 2014 bloss eine entsprechende Verdachtsdiagnose erwähnt hatte (
Urk.
6/16/1
), in seinem Bericht vom 2
7
. August 2014 neu die Diagnose einer fokalen Dysto
nie auf, ohne dass er dieselbe begründete oder sich mit den (unterbliebenen) Effekten der Botox-Behandlung auseinandergesetzt hatte (Urk.
6/20
). Auch
Dr.
M._
sprach in seinen Berichten vom 26. September 2014
(
Urk.
6/30/103)
und vom 17. November 2014
(Urk. 6/30/88)
von einer foka
len Dystonie der rechten Hand mit Flexionskontraktur, vor allem im dritten Finger, nach ausgeprägtem CRPS, obwohl ihm die Versicherte zuvor von einer massiven Verschlechterung infolge der Botox-Behandlung berichtet hatte. Schliesslich diagnostizierte auch der Hausarzt
Dr.
Z._
am 27. April 2015 pauschal eine fokale Dystonie der rechten
Hand mit Flexionskontraktur vor allem im dritten Finger nach ausgeprägtem CRPS, differentialdiagnos
tisch eine konversive Bewegungsstörung der rechten Hand, nebst einer depressiven Episode, Spannungskopfschmerzen, akzentuierten Persönlich
keitszügen und eine Schwangerschaft (
Urk.
6/28
). Aus dem Umstand, dass sich diverse Ärzte (unkritisch) der Diagnose
Dr.
K._
s anschlossen, lässt sich entgegen der offenbar vor Seiten der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht nicht folgern, eine fokale Dystonie sei überwiegend wahrscheinlich beziehungsweise die Aktenbeurteilung
Dr.
O._
s sei nicht korrekt (vgl. Urk.
1
2
S. 3 f.). Dies muss umso mehr gelten, als der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist,
dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
.
Es trifft zwar zu, dass nebst den behandelnden Ärzten auch de
r Gutachter Dr.
A._
die Diagnose einer fokalen Dystonie stellte (
Urk.
1
2
S.
3
). Er ist jedoch ebenfalls kein fachärztlich ausgebildeter Neurologe und beschränkte sich im Wesentlichen darauf, sämtliche in Frage kommenden – und sich zum Teil gegenseitig ausschliessenden – Diagnosen aufzulisten (Urk.
6/22/7 und 6/22/
8). Dieselben begründete er auch nicht anhand der erhobenen Befunde. Mit Bezug auf das CRPS führte er ferner aus, es habe sich in der Folge des Unfalls ein unklares komplexes Schmerzsyndrom mit Anhaltspunkten für ein partielles CRPS entwickelt (
Urk.
6
/
2
2
/
6), was zumindest Zweifel am Gehalt seines Gutachtens zu wecken vermag.
Es kommt hinzu, dass er auch seine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar begründete, geschweige denn mit den erhobenen Befunden untermauerte.
Seine Aus
führungen sind daher ebenfalls nicht geeignet, die Beurteilung
Dr.
O._
s in Frage zu stellen.
Ebenso wenig vermag das neurologische Gutachten von
Dr.
C._
an der Beurteilung durch
Dr.
O._
Zweifel zu erwecken.
Dr.
C._
hatte weitge
hend unauffällige neurologische Befunde erhoben (vgl.
Urk.
18
S. 10 ff.). Er stellte einzig eine Differenz der sogenannten Silent period (rechts: 116 msek, links: 84 msek) und ein aktiv und passiv gestörtes Nachmachen von passiven vorgemachten oder nachzuahmenden Bewegungen der linken Seite fest, womit Hinweise auf funktionelle Störungen bestünden, wie sie bei Dystonien vorkämen (
Urk.
18
S. 17). Seinen Ausführungen lässt sich indessen nicht ansatzweise entnehmen, dass er das Bestehen eines neurologischen Leidens, namentlich einer fokalen Dystonie, als überwiegend wahrscheinlich erachtete (vgl.
Urk.
18
). Denselben mangelt es auch an einer Auseinandersetzung mit den
fehlenden Wirkungen der Botox-Behandlung (vgl.
Urk.
18
).
Ein neurolo
gisches Leiden, dem bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung Rechnung zu tragen wäre, erscheint unter diesen Umständen nicht überwiegend wahrscheinlich.
Insbesondere ist ent
scheidend, wie die Versicherte ihre Hand einsetzen kann, unabhängig davon, ob die noch gezeigte bizarre Fingerstellung auf einem neurologischen oder einem psychischen Leiden oder gar auf einer Simulation beruht.
4.7
Dr.
B._
erhob eine normale Beweglichkeit beider Handgelenke und sämt
licher Finger der linken Hand, ebenso de
s
Daumen
s
und de
s
Zeigefinger
s
der rechten Hand. Die passive Prüfung der Beweglichkeit der Fingergelenke des rechten Mittel-, Ring- und Kleinfingers lasse die Versicherte nicht zu. Sie gebe an, dass dabei Schmerzen aufträten. Sie zeige eine maximale Flexion des MP-Gelenks des Mittelfingers der rechten Hand und gestreckte PIP- und DIP-Gelenke. Dabei berühre sie mit dem Endglied des Mittelfingers die Handfläche. Sie berichte, dass sie diese maximale Flexion im MP-III-Gelenk nicht verändern könne. Es falle jedoch auf, dass der Abstand des Endgliedes des Mittelfingers zur Handfläche bei Ablenkung zunehme bis auf einen Abstand von etwa zwei Zentimetern. Den rechten Ringfinger halte die Versi
cherte im MP-Gelenk in einer Mittelstellung mit gestreckten PIP- und DIP
Gelenken. Den rechten Kleinfinger halte sie meist in einer im MP-Gelenk gestreckten und abduzierten Stellung mit gestreckten PIP- und DIP
Ge
lenken. Unter Ablenkung verminderten sich die Streckung und Abduktion im rechten MP-Gelenk des Kleinfingers, was zu einer Ver
besserung der Finger
stellung führe (Urk.
6/30/48 und 6/30/49
). Zumindest Letzteres wurde während der Untersuchung durch Dr.
B._
fotografisch dokumentiert (
Urk.
6
/
30/57
). Ferner beobachtete auch
Dr.
C._
eine Veränderung der Flexion des Mittelfingers (
Urk.
18
S. 10 und 21), was die Schilderungen
Dr.
B._
s zusätzlich als glaubhaft erscheinen lässt.
Bei der Messung der maximalen Handkraft zeigte die Versicherte gemäss
Dr.
B._
mit der rechten Hand nur eine maximale Handkraft von 3
%
(bzw. 1 kp). Die demonstrierte Handkraft rechts stimme nicht mit dem gezeigten Einsatz der rechten Hand bei der Untersuchung überein. Mit der gezeigten Handkraft könnte sie sich weder rechtshändig flink an- und aus
ziehen noch ihr Handy rechtshändig bedienen noch sich auf der rechten Hand abstützen, wie sie es bei der Untersuchung gemacht habe. Zweifellos wäre es bei einer derart verminderten Handkraft zu einer deutlichen Vermin
derung der Armumfänge rechts gegenüber links gekommen, was jedoch nicht der Fall sei (
Urk.
6/30/
4
8
). Diese Ausführungen
Dr.
B._
s erscheinen einleuchtend. Sie werden auch nicht durch
den
Hinweis
Dr.
C._
s entkräf
tet, die Seitendifferenzen im Bereich der
Unterarmmuskulatur liessen sich problemlos mit einem dauernd aktiven und deswegen hypertrophierten Mus
culus flexor digito
r
um superficialis erklären (
Urk.
18
S. 18 und 22).
Ferner erkannte
Dr.
B._
insoweit zutreffend, dass der Vergleich der
Foto
grafien der rechten Hand im Dossier des Unfallversicherers
(vgl.
Urk. 26/9/A32) mit den aktuellen Fotografien (vgl.
Urk.
6/30/57) zeigt, dass es im Lauf der Zeit zu einem Wechsel der bizarren Stellungen der rechten Mittel-, Ring- und Kleinfinger gekommen ist (
Urk.
6/30/49). Eine entspre
chende Veränderung wurde auch im Bericht der Klinik
D._
beschrieben (vgl. 6/15/1, 6/15/3 und 6/155) und von
Dr.
C._
bestätigt, welcher sie als eine progrediente Entwicklung wertete (
Urk.
18 S. 16 und 21). In Anbetracht der gemachten Beobachtungen während der Untersuchung am
23. März 2015
erscheint es als schlüssig, dass
Dr.
B._
die Auffassung vertrat, die bizarren Fingerstellungen seien auch aktuell nicht konstant (Urk. 6/30/49). Sie erkannte zudem zutreffend, dass bei der stationären Behandlung in der Rehaklinik
D._
sogar festgestellt wurde, dass die Stellung des rechten Kleinfingers bei der schlafenden Explorandin normal war (vgl.
Urk.
6/15/13). Ebenso ist ihre Feststellung korrekt, dass die Versicherte bereits bei der früheren Verletzung vom 1. August 2012 am linken Daumen eine eindrückli
che funktionelle Hyperextensions-Fehlstellung im IP-Gelenk
ge
zeigt
hatte
, die spontan verschwand, als sie sich am 19. Juni 2013 an der rechten Hand verletzte. Vor diesem Hintergrund ist auch nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B._
ein spontanes Verschwinden der aktuell noch vorhandenen bizarren Stellungen des Mittel-, Ring- und Kleinfingers als denkbar erachtete und es ebenso für denkbar hielt, dass diese Fehl
stellungen von der Versi
cherten bewusst dargestellt werden (Urk. 6/30/49). Wie es sich tatsächlich verhält, kann
mangels
einer
invalidenversiche
rungs
rechtliche
n
Relevanz
jedoch offen bleiben.
Es erscheint angesichts des beobachteten Verhaltens der Beschwerdeführerin und der erhobenen Befunde als nachvollziehbar, dass
Dr.
B._
zum Schluss gelangte, die Versicherte könne
aktuell
sämtliche Tätigkeiten unein
geschränkt ausüben (Urk.
6
/
30/49, 6/30/51 und 6/30/
5
5
). Daran vermöchte weder die fachärz
tlich gestellte
Diagnose einer fokalen Dystonie noch ein fachärztlich diagnostiziertes psychisches Leiden
, welche
als Ursache
n
der beobachteten bizarren Fingerstellung
in Betracht kommen,
etwas zu ändern.
In diesem Zusammenhang
bleibt
dennoch
zu erwähnen, dass
Dr.
med.
N._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bei der Beschwerdeführerin offenbar keine psychische Erkrankung zu diagnostizieren vermochte (vgl.
Urk.
18 S. 7).
4.
8
Das internistisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
B._
ist schlüssig und erfüllt sämtliche der vom Bundesgericht statuierten Anfor
derungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat. Mit demselben ist belegt, dass die Beschwerdeführerin
seit dem
2
2.
April 2014 in einer angepassten Tätigkeit
wieder
zu 50
%
arbeits
fähig
ist
und ihre Arbeitsfähigkeit seither allmählich zuge
nommen hat
(
Urk.
6/30/51
).
Die Beschwerde
gegnerin zog in diesem Zusammenhang in Betracht, eine Einschränkung in dem mit 20 % gewichte
ten Aufgabenbereich als Hausfrau und Mutter, welche zusammen mit der ermittel
ten Einschränkung im erwerblichen Bereich einen renten
begrün
den
den Invaliditätsgrad zu ergeben vermöchte, liege nicht vor (vgl. Urk. 2 und 6/35/7). Diese Auffassung wurde weder im Beschwerde
ver
fahren gerügt noch erscheint sie in Anbetracht der Aktenlage als offen
sichtlich unrichtig, wes
halb kein Anlass besteht, davon abzuweichen.
S
pätestens seit dem 2
3.
März 2015
kann
die Beschwerdeführerin
gemäss Dr.
B._
ihre rechte Hand
wieder
ohne Ein
schränkungen im Beruf und im Haushalt einsetzen.
Zu Recht wurde von Seiten der Beschwer
deführerin nicht beanstandet, dass die Beschwerde
gegnerin unter diesen Umständen keinen rentenbegründenden Invaliditäts
grad ermittelte und dem
entsprechend einen Rentenanspruch verneinte (vgl.
Urk.
1, 12 und
17
). Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.
6.
Mit Bezug auf den beantragten Ersatz der Gutachterkosten (
Urk.
17 S. 5) bleibt festzuhalten, dass die Kosten privat eingeholter Gutachten nur dann zu vergüten sind, wenn die Parteiexpertise für die Entscheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c). Dies trifft vorliegend nicht zu, da sich der massge
bliche medizinische Sachverhalt mit den bereits zuvor vorhanden gewesenen Unterlagen beurteilen lässt.