Decision ID: e0204d1f-8b7b-4ddf-a907-a3bdb2428ed5
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X und Y Z sind seit 29. September 2000 verheiratet und wohnen in A. X arbeitet seit
1996 bei der B AG in D. Y ist ebenfalls unselbständig erwerbstätig. In den
Steuererklärungen der Jahre 1999 bis 2007 machte X bei den Berufskosten jeweils
einen Abzug für die Zurücklegung des Arbeitswegs mit dem Privatauto geltend (11'500
km pro Jahr). Dieser Abzug wurde ihm in den Veranlagungen für die Jahre 1999 bis
2007 gewährt. Sämtliche Veranlagungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
B.- Am 7. Juli 2008 übermittelte die Steuerverwaltung des Kantons C dem kantonalen
Steueramt ein Schreiben, woraus hervorgeht, dass X für den Arbeitsweg seit Jahren an
einer Mitfahrgemeinschaft beteiligt ist und dieser monatlich Fr. 100.-- bezahlt.
C.- Mit Schreiben vom 5. September 2008 veranlasste der zuständige
Steuerkommissär bei der Abteilung Nachsteuern des kantonalen Steueramtes die
Einleitung eines Nachsteuerverfahrens gegen X und Y Z. Daraufhin wurde mit
Schreiben vom 13. Juli 2009 wegen zu hoher Abzüge bei den Fahrkosten in den Jahren
1997 bis 2007 ein Nachsteuerverfahren gegen das Ehepaar Z eingeleitet. Nach
Einreichung weiterer Unterlagen wurden mit Schreiben vom 7. September 2009
folgende nachsteuerpflichtigen Einkünfte in Aussicht gestellt:
Einkommen Vermögen
01.01.1999 - 31.12.2000 Fr. 5'000.-- Fr. 0.--
01.01.2001 - 31.12.2001 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
01.01.2002 - 31.12.2002 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
01.01.2003 - 31.12.2003 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
01.01.2004 - 31.12.2004 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
01.01.2005 - 31.12.2005 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
01.01.2006 - 31.12.2006 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
01.01.2007 - 31.12.2007 Fr. 3'300.-- Fr. 0.--
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Mit Nachsteuerverfügung vom 25. September 2009 wurden X und Y Z für die direkte
Bundessteuer 1999 bis 2007 mit einer Nachsteuer von Fr. 1'564.50 veranlagt. Die
dagegen mit Schreiben ihrer Vertreterin vom 15. Oktober 2009 erhobene Einsprache
wies das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 28. Oktober 2009 ab.
D.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben X und Y Z mit Eingabe ihrer
Vertreterin vom 16. November 2009 (Datum Poststempel: 20. November 2009)
Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der angefochtene
Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und es sei in den Jahren 1999 bis 2007 von einer
Nachsteuer abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 15. Dezember 2009 die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen der Parteien zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird,

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 16. November 2009 (Datum
Poststempel: 20. November 2009) ist rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h
Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.- Umstritten ist vorliegend die Erhebung einer Nachsteuer für die Steuerjahre 1999
bis 2007 im Zusammenhang mit angeblich unrechtmässigen Abzügen für Berufskosten.
a) Die Beschwerdeführer machen geltend, nach Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG würden die
notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort als Berufskosten vom
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steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht. Als notwendige Kosten könnten die
Kosten des privaten Fahrzeugs gemäss den Pauschalen abgezogen werden. Der
Nachweis höherer berufsbedingter Kosten bleibe vorbehalten. Ein Abweichen von
diesen Grundsätzen nach unten sei jedoch nicht vorgesehen. Damit habe der
Steuerpflichtige das Recht, die Kosten des privaten Fahrzeugs gemäss der Pauschale
geltend zu machen, unabhängig von der individuellen Kostensituation wie Benützung
eines Fahrzeugs mit sehr tiefem Verbrauch oder Kostenbeteiligung von Mitfahrenden
ohne Gewinnzuschlag. Dadurch werde der Administrationsaufwand der
Steuerverwaltung wie auch des Steuerpflichtigen in erträglichem Rahmen gehalten. Der
gesetzliche Verweis auf die notwendigen Kosten diene nur der Herstellung des
Zusammenhangs zwischen den angefallenen Kosten und der Einkommenserzielung. Es
sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer aufgrund des frühmorgendlichen
Arbeitsbeginns sowie der Distanz zu seinem Wohnort auf die Benützung des privaten
Fahrzeugs angewiesen sei. Der Pauschalabzug dafür stehe ihm daher zu. Hinzu
komme, dass keine neue Tatsache vorliege, die zur Erhebung einer Nachsteuer
berechtige. Wenn die Veranlagung aufgrund einer Bewertung, hier des
Fahrkostenabzugs, unvollständig sei, liege keine neue Tatsache vor.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, mit steueramtlicher Meldung vom 7. Juli 2008 sei
dem Gemeindesteueramt zur Kenntnis gebracht worden, dass der Beschwerdeführer
einer Fahrgemeinschaft mit eigenem Bus angehöre. Seit Aufnahme der
unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der B AG im Jahr 1997 seien die vollen Kosten für
die Benützung des Privatfahrzeugs für den Arbeitsweg geltend gemacht worden. Die
Fahrgemeinschaft sei seitens des Beschwerdeführers mit Fr. 100.-- pro Monat zu
entschädigen gewesen. Seit 1997 seien daher überhöhte Abzüge für den Arbeitsweg
gewährt worden. Während der Sommermonate habe der Beschwerdeführer angeblich
zu 40 - 50% das Privatauto benützt, in den Wintermonaten das Angebot des
Gemeinschaftsbuses bevorzugt. Anhand dieser Informationen seien die
vollumfänglichen Kosten für den Bus von Fr. 1'200.-- pro Jahr sowie ab dem Jahr 2001
der Abzug für das Privatfahrzeug für vier Monate pro Jahr gewährt worden. Abziehbar
nach Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG seien die effektiv angefallenen Kosten. Es bestehe kein
Anspruch auf allenfalls höhere Pauschalabzüge. Dies beruhe auf der Überlegung, dass
die Fahrkosten nur soweit für die Gewinnung des Einkommens erforderlich seien, als
der Arbeitsort nicht auf eine andere zumutbare Weise mit geringeren Auslagen erreicht
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werden könne. Aufwendungen, die nur der Bequemlichkeit des Steuerpflichtigen
dienten, seien daher nicht abzugsfähig. Es liege nahe, dass eine Fahrgemeinschaft aus
ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll sei. Effektiv angefallen seien beim
Beschwerdeführer somit die Kosten für die Benützung des Gemeinschaftsbusses. Mit
der Gewährung der Kosten des privaten Fahrzeugs für vier Monate pro Jahr sei einer
zeitweise höheren Flexibilität Rechnung getragen worden, im Sinn eines
ausserordentlichen Entgegenkommens. Die Tatsache, dass für den Arbeitsweg eine
Fahrgemeinschaft bestand, sei der Vorinstanz erst mit Meldung vom 7. Juli 2008 zur
Kenntnis gebracht worden, als die Veranlagung für das Steuerjahr 2007 bereits
rechtskräftig gewesen sei.
b) Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht
bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine
rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist oder eine unterbliebene oder
unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die
Steuerbehörde zurückzuführen ist, wird gestützt auf Art. 151 Abs. 1 DBG die nicht
erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Dabei geht es um die
Nachforderung einer Steuer, die zu Unrecht nicht erfasst worden ist. Für die Einleitung
eines Nachsteuerverfahrens ist es nicht notwendig, dass den Steuerpflichtigen ein
Verschulden trifft (Vallender/Looser, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, N 5 zu Art. 151 DBG; Blumenstein/Locher, System des
schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl. 2002, S. 342). Grundvoraussetzung für die
Erhebung eine Nachsteuer ist somit eine zu Unrecht unterbliebene oder unvollständige
rechtskräftige Veranlagung (vgl. auch Art. 199 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1,
abgekürzt: StG).
aa) Der Abzug der Berufskosten ist in Art. 26 DBG geregelt. Da diese Bestimmung mit
Art. 39 StG identisch ist, rechtfertigt es sich, zur Auslegung auch die Rechtsprechung
und Literatur zum St. Galler Steuergesetz heranzuziehen. Entsprechend dem
Grundsatz der Gesamtreineinkommensbesteuerung können die für die Ausübung einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit notwendigen Aufwendungen steuerlich in Abzug
gebracht werden, soweit sie vom Arbeitnehmer selber getragen werden. Allgemeine
Voraussetzung für die Anerkennung von Berufsauslagen als abzugsfähige
Aufwendungen (Gewinnungskosten) ist deren Notwendigkeit. Als notwendig gelten
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grundsätzlich alle Aufwendungen, deren Vermeidung dem Steuerpflichtigen nicht
zugemutet werden kann (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st.
gallische Steuerrecht, 6. Auflage 1999, S. 40 f.). Darunter sind jene Kosten zu
verstehen, welche unmittelbar für die Erzielung des Einkommens aufgewendet werden
und die in einem direkten kausalen Zusammenhang dazu stehen (ASA 53 S. 102; Höhn/
Waldburger, Steuerrecht Band 1, 9. Auflage 2001, S. 344).
Gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a - c DBG können als Berufskosten die notwendigen Kosten
für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, die notwendigen Mehrkosten für
Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei Schichtarbeit und die übrigen für die
Berufsausübung erforderlichen Kosten abgezogen werden. Für diese Berufskosten
werden Pauschalansätze festgelegt, dem Steuerpflichtigen steht der Nachweis höherer
Kosten offen (Abs. 2). Die Pauschalansätze sind im Anhang zur Verordnung des EFD
über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der
direkten Bundessteuer (SR 642.118.1, abgekürzt: BerufskostenV) geregelt.
Als notwendige Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte können bei
Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel die tatsächlich entstehenden Auslagen
abgezogen werden (Art. 5 Abs. 1 BerufskostenV). Bei Benützung privater Fahrzeuge
sind als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der öffentlichen
Verkehrsmittel anfallen würden (Art. 5 Abs. 2 BerufskostenV). Das Gesetz stellt hier
nicht auf die effektiven, sondern auf fiktive Kosten ab. Nach Art. 5 BerufskostenV
können die Kosten eines privaten Fahrzeuges abgezogen werden, wenn kein
öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder insoweit dessen Benützung dem
Steuerpflichtigen nicht zugemutet werden kann. Der Nachweis höherer
berufsnotwendiger Kosten bleibt vorbehalten. Der Kanton St. Gallen hat über die Frage
der Zumutbarkeit Weisungen erlassen (SG-StB 39 Nr. 5 Ziff. 3.3). Darin wird auf die
Regelung bei den Tagespendlern verwiesen (SG-StB 39 Nr. 3), womit unter anderem
die 90-Minuten-Regel Anwendung findet. Danach gilt die Benützung des öffentlichen
Verkehrsmittels in der Regel als unzumutbar, wenn der zeitliche Mehraufwand bei
einmaliger Hin- und Rückfahrt mehr als 90 Minuten ausmacht. Neben dem zeitlichen
Mehrbedarf müssen zur Beurteilung der Unzumutbarkeit auch Kriterien wie ungünstige
Verbindungen, lange Fusswege, häufiges Umsteigen und Relation von Reisezeit und
Zeitersparnis berücksichtigt werden (vgl. SGE 2006 Nr. 27). Ist die Notwendigkeit der
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Fahrt mit einem privaten Fahrzeug ausgewiesen, so werden die Kosten gemäss den
massgebenden Pauschalansätzen abgezogen. Die Steuerbehörde kann eine Abstufung
der Fahrtkostenpauschale nach Art. 3 BerufskostenV im Verhältnis zur Fahrleistung
anordnen (Art. 5 Abs. 4 Satz 1 BerufskostenV). Die pauschalen Kosten betragen bei
einer jährlichen Fahrleistung zwischen 10'000 und 12'500 km Fr. 0.54 (Jahre 1999 und
2000) bzw. Fr. 0.59 (Jahre 2001 bis 2007) pro Fahrkilometer (SG-StB 39 Nr. 3, Fassung
vom 1. Juli 2000).
Nach den im Steuerrecht allgemein gültigen Beweisregeln hat der Pflichtige
grundsätzlich sowohl Notwendigkeit aus auch Umfang von anrechenbaren
Aufwendungen nachzuweisen. Die Beweispflicht entfällt jedoch, wenn das Gesetz
Pauschalabzüge vorsieht oder Unkostenpauschalen gemäss Ermächtigung von der
Regierung festgesetzt worden sind. Die Beweispflicht der steuerpflichtigen Person
besteht daher im Zusammenhang mit Fahrkosten nur hinsichtlich der Notwendigkeit
der Kosten sowie – mit Einschränkungen – der gefahrenen Strecke (SGE 2003 Nr. 24
mit Hinweisen; P. Locher, Kommentar zum DBG, Therwil/Basel 2001, N 70 f. zu Art. 26
DBG). Pauschalen haben insofern Normcharakter, als die entsprechenden Beiträge
zum Abzug zuzulassen sind, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die
Pauschalierungen dienen der administrativen Vereinfachung und sollen den Aufwand
für die Veranlagung der steuerpflichtigen Person in vertretbarem Rahmen halten, wobei
sich die Vereinfachung sowohl für die steuerpflichtige Person, weil sie entsprechende
Kleinbelege nicht beschaffen und aufbewahren muss, als auch für die
Veranlagungsbehörden auszahlt, weil sie entsprechende Kleinbelege nicht einfordern
und kontrollieren muss. Die Pauschalen dienen der Beweiserleichterung (M. Reich,
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. Aufl. 2002, N 16 zu Art. 9 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden, SR 642.14, abgekürzt: StHG). Die steuerpflichtige Person kann stets den
entsprechenden Pauschalbetrag geltend machen, auch wenn sie keine oder nur
geringere Auslagen gehabt hat, wobei vorausgesetzt wird, dass die steuerpflichtige
Person einen Anspruch auf die Geltendmachung der entsprechenden Kosten hat (StE
1999 B 22.3 Nr. 68). Ob sie tatsächlich jedoch gratis mit einer anderen Person
mitfahren kann, ist dagegen unerheblich. Es besteht ein Anspruch auf den
Pauschalbetrag. Die Wahl der Pauschale anstelle der Geltendmachung effektiver
Kosten begründet eine unwiderlegbare Vermutung, die Pauschale entspreche den in
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der Bemessungsperiode tatsächlich entstandenen Kosten (StE 2000 B 25.6 Nr. 39, StE
1992 B 22.3 Nr. 45; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, N 116 und 125 zu Art. 26 DBG;
SGE 2003 Nr. 24 und 2001 Nr. 18). Es kann daher nicht angehen, von der
steuerpflichtigen Person den Nachweis der effektiven tieferen Kosten zu verlangen, da
diese dadurch genötigt wird, zu ihrem Nachteil Beweis zu führen (SGE 2003 Nr. 24 und
2001 Nr. 18).
bb) Der Beschwerdeführer wohnt in A und arbeitet seit Jahren in D. Im
Fleischverarbeitungsbetrieb B AG muss er sehr früh mit der Arbeit beginnen. Dafür
stehen ihm keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung. Die zeitliche Einsparung
mit dem Privatauto gegenüber dem öffentlichen Verkehr ist zudem erheblich. Es ist
unbestritten, dass ihm in den fraglichen Jahren für die Bewältigung des Arbeitsweges
die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht zumutbar war. Sowohl die
Notwendigkeit der Benützung eines Privatfahrzeugs als auch die zu fahrende Strecke
von täglich 50 km (A-D-A) sind nachgewiesen. Die Vorinstanz hat ihm daher in den
Jahren 1999 bis 2007 jeweils den pauschalierten Abzug für die Benützung des privaten
Fahrzeugs zu Recht zugestanden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer, wie
mittlerweile bekannt wurde, den Arbeitsweg manchmal gemeinsam mit anderen
Mitarbeitern zurückgelegt hat, wodurch die effektiven Kosten insgesamt tiefer
ausgefallen sind, ändert nichts an der Rechtmässigkeit des Abzugs. Von Gesetzes
wegen ist und war er nicht verpflichtet, den Arbeitsweg möglichst kostengünstig zu
gestalten. Der Bustransport wurde ferner nicht von der Arbeitgeberin (mit)finanziert. Der
Beschwerdeführer hatte daher Anspruch auf den Pauschalabzug. Die Veranlagungen
der Jahre 1999 - 2007 erweisen sich daher als vollständig und rechtmässig, weshalb
keine Nachsteuer zu erheben ist.
Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob eine neue Tatsache oder ein neues
Beweismittel im Sinn von Art. 151 Abs. 1 DBG vorliegen.
c) Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid
der Vorinstanz vom 28. Oktober 2009 sowie die diesem zugrundeliegende
Nachsteuerverfügung für die direkte Bundessteuer 1999 bis 2007 vom 25. September
2009 sind ersatzlos aufzuheben.
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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens dem Staat
aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist
angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, den
Beschwerdeführern den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
Gemäss Art. 144 Abs. 4 DBG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über das Verwaltungsverfahren (SR 172.021, abgekürzt: VwVG) kann die
Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder
auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zusprechen. Wie das Ergebnis zeigt, stellen sich bei der Zulässigkeit von
Fahrkosten komplexe Fragen sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht,
weshalb die Vertretung im Beschwerdeverfahren als notwendig erscheint. Die
Rechtsvertretung hat auch verhältnismässig hohe Kosten zur Folge. Mangels
Kostennote ist die Parteientschädigung von Amtes wegen und nach Ermessen auf
Fr. 800.-- zuzüglich Fr. 60.80 Mehrwertsteuer festzusetzen (vgl. Art. 8 der Verordnung
über Kosten und Entschädigungen im Verwaltungsverfahren, SR 172.041.0; Urteil des
Bundesgerichts 2A.468/2005 vom 7. April 2006, E. 3). Dabei ist auch zu
berücksichtigen, dass sich im Verfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern
(Proz.Nr. I/1-2009/208) dieselben Rechtsfragen stellen und dort ebenfalls eine
Entschädigung zugesprochen wird.