Decision ID: 3f6909c2-57b1-5169-8d92-171d60f735ba
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 5. Februar 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 4.1). Der seit 1998 behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
diagnostizierte im Bericht vom 3. März 2005 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches Panvertebralsyndrom mit lumbo-radikulären Reizerscheinungen, ein
Fibromyalgiesyndrom sowie eine Läsion des Nervus cutaneus femoris lateralis und der
Rami cutanei anteriores des Nervus femoralis links nach Leistenhernienoperation vom
17. Juni 2004. Für den angestammten Beruf als "Maschinist, Metallarbeiter" (act. G 4.9)
bescheinigte Dr. B._ für die Dauer vom 21. März bis 15. Juni 2004 eine 50%ige und
vom 16. Juni bis 15. August 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Seit dem
16. August 2004 verfüge der Versicherte über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act.
G 4.11). Am 19. und 20. September 2005 wurde in der Klinik Valens eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt. Die Abklärungspersonen kamen im
Bericht vom 23. September 2005 zum Schluss, dem Versicherten sei die angestammte
Tätigkeit unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Pausenbedarfs von 2 bis
3 Stunden zumutbar. Die Leistungsbereitschaft des Versicherten beurteilten die
Abklärungspersonen als nicht zuverlässig (act. G 4.23).
A.b Vom 13. bis 15. sowie am 17. November 2006 wurde der Versicherte
polydisziplinär (neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch) in der MEDAS
Ostschweiz begutachtet. Im Gesamtgutachten vom 22. Dezember 2006
diagnostizierten die Gutachter mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine psychogene
Überlagerung (ICD-10: F54) nach Leistenhernienoperation, dabei Läsion des N.
cutaneus femoris lateralis links sowie der Rami cutanei anteriores des N. femoralis links
(aktuell: elektrophysiologisch keine Hinweise für eine Läsion des N. cutaneus femoris
lateralis). Für eine leidensangepasste Tätigkeit (leichte bis mittelschwere körperliche
Belastung mit Schonung des Rückens, ohne Zwangshaltungen oder
Stressbelastungen) bestehe seit der Leistenhernienoperation vom 17. Juni 2004 eine
20%ige Arbeitsunfähigkeit. Insgesamt sei der Versicherte jedoch aufgrund seines
Verhaltens keinem Arbeitgeber/Team zumutbar (act. G 4.46). Auf Rückfrage der IV-
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Stelle hin führte der psychiatrische Gutachter aus, die Unzumutbarkeit für ein
Arbeitsumfeld beruhe nicht auf medizinischen Ursachen (Stellungnahme vom 29. März
2007, act. G 4.54)
A.c Mit Vorbescheid vom 31. Mai 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (act. G 4.64). Dagegen erhob der
Versicherte am 29. Juni 2007 Einwand (act. G 4.66; siehe auch die ergänzende
Begründung vom 2. August 2007, act. G 4.68). Auf eine weitere Nachfrage der IV-Stelle
hin teilte der psychiatrische Gutachter mit, dem Versicherten sei es unter Aufbietung
allen zumutbaren Willens möglich, sein aggressives bzw. querulatorisches Verhalten an
einem Arbeitsplatz so weit zu unterdrücken, dass er seinem Arbeitsumfeld im
Wesentlichen zumutbar wäre (Schreiben vom 7. Dezember 2007, act. G 4.76). Am
12. Dezember 2007 reichte der Versicherte weitere Arztberichte ein (Bericht des
Instituts für Radiologie des Spitals C._ vom 4. Oktober 2007 betreffend die
Ergebnisse einer Magnetresonanzuntersuchung der Halswirbelsäule, act. G 4.77-2;
Bericht von Dr. B._ vom 28. November 2007, act. G 4.77-3) und machte gestützt
darauf eine gesundheitliche Verschlechterung geltend (act. G 4.77). Der RAD vertrat in
der Stellungnahme vom 18. Dezember 2007 den Standpunkt, der Gesundheitszustand
habe sich gegenüber der MEDAS-Begutachtung nicht verschlechtert (act. G 4.78).
Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
verfügte die IV-Stelle am 31. Januar 2008 die Abweisung des Rentengesuchs (act.
G 4.81). Dagegen erhob der Versicherte am 3. März 2008 Beschwerde (act. G 4.88).
Das Versicherungsgericht hob in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die
angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur Vornahme ergänzender
Abklärungen betreffend eine allfällige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die
Leiden an der Halswirbelsäule an die IV-Stelle zurück (Entscheid vom 10. November
2009, IV 2008/127, act. G 4.104).
A.d Dr. B._ hielt den Versicherten im Bericht vom 26. Januar 2010 (Datum
Posteingang IV-Stelle) wegen der inzwischen ausgeprägten HWS-Beschwerden für
eine leidensangepasste Tätigkeit zu 20 bis 30% arbeitsfähig (act. G 4.110). Am 26. und
28. April 2010 fand eine polydisziplinäre (allgemeininternistische, rheumatologische und
psychiatrische) Verlaufsbegutachtung in der MEDAS Ostschweiz statt. Die Gutachter
hielten im Verlaufsgutachten vom 7. Juni 2010 fest, gegenüber dem Befund bei der
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Begutachtung im Jahr 2006 habe sich der psychopathologische Zustand des
Versicherten eher etwas gebessert, indem er zugänglicher geworden sei, in seinem
Verhalten gemässigter, ohne Äusserung von Wut und Groll oder querulatorischen
Inhalten. Rheumatologischerseits hätten sich die Beschwerden an der Halswirbelsäule
in ihrer Ausdehnung und Intensität nicht erklären lassen. In den Röntgenbildern und
einem MRI vom Oktober 2007 hätten sich altersgemässe Abnützungsveränderungen
gezeigt. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
werde weiterhin auf 20% geschätzt (act. G 4.115). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 14. September 2010, act. G 4.121, und
Einwand vom 12. Oktober 2010, act. G 4.122) verfügte die IV-Stelle am 25. Oktober
2010 die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.124). Dagegen erhob der Versicherte
am 24. November 2010 Beschwerde (act. G 4.130) und reichte u.a. einen Bericht von
Dr. med. D._, u.a. Facharzt FMH für Neurologie, vom 14. Oktober 2010 ein, worin
dieser einen Verdacht auf C7-Radikulopathie rechts "dd spondylogen" stellte,
korrelierend mit MR-Befund vom 4. Oktober 2007 (act. G 4.132-1 f.), und von Dr. med.
E._, Radiologie Nordost, vom 8. November 2010 betreffend die Ergebnisse einer
Magnetresonanzuntersuchung der Halswirbelsäule (act. G 4.132-3 f.). Der RAD empfahl
daraufhin die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (Einholen Arztbericht bei
Dr. D._), da eine gesundheitliche Verschlechterung nicht ausgeschlossen werden
könne (Stellungnahme vom 6. Januar 2011, act. G 4.137). Daraufhin widerrief die IV-
Stelle am 7. Januar 2011 die Verfügung vom 25. Oktober 2010 (act. G 4.141).
A.e Im von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 23. Februar 2011 gab Dr. D._ an,
es liege eine C7-Wurzelkompression rechts vor; "auch E-Phys. gesichert" (act.
G 4.148; vgl. auch den ausführlichen Bericht von Dr. D._ an Dr. B._ vom 20. Januar
2011, wo von einem dringenden Verdacht einer C7-Wurzelkompression die Rede ist,
womit die path. EMG korreliere, act. G 4.148-6 ff.). Der behandelnde Dr. med. F._,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 19. April 2011, der Versicherte
leide an einer depressiven Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades
(ICD-10: F32.1, F32.2), einer Anpassungsstörung (ICD-10: F42.23/24), einer
hypochondrisch gefärbten Angststörung, einem organischen Psychosyndrom (ICD-10:
F07.0), einer Neurasthenie (ICD-10: F48.0), einem Analgetika-induzierten Kopfschmerz
sowie einem chronischen Schmerzsyndrom bei anamnestisch bekannten somatischen
Diagnosen. Die Arbeitsunfähigkeit dürfte aus psychiatrischer Sicht mindestens 50%
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betragen (act. G 4.154). Zur weiteren Klärung des medizinischen Sachverhalts empfahl
der RAD eine Verlaufsbegutachtung in der MEDAS Ostschweiz (Stellungnahme vom
4. Mai 2011, act. G 4.155).
A.f Am 27., 29. und 30. Juni 2011 wurde der Versicherte (erneut) in der MEDAS
Ostschweiz polydisziplinär (neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) untersucht.
Im Verlaufsgutachten vom 4. November 2011 diagnostizierten die Gutachter mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein pseudoradikuläres Syndrom C7
rechts, eine Läsion des N. cutaneus femoris lateralis links nach
Inguinialhernienoperation, eine Spondylose und Uncarthrose mit Diskushernie C6/7
sowie eine Spondylose der LWS. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine psychogene
Überlagerung der Folgen einer Leistenbruchoperation im Juni 2004. Die Gutachter
stellten keine quantitativ die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Veränderungen fest
und bescheinigten dem Versicherten eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 4.161). Der RAD hielt die gutachterliche
Beurteilung für beweiskräftig (Stellungnahme vom 24. November 2011, act. G 4.162).
A.g Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
ermittelte die IV-Stelle einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 30% und
stellte dem Versicherten im Vorbescheid vom 9. Dezember 2011 erneut die Abweisung
des Rentengesuchs in Aussicht (act. G 4.165). Dagegen erhob der Versicherte am
26. Januar 2012 Einwand (act. G 4.166). Im von der IV-Stelle eingeholten
Verlaufsbericht vom 22. Juli 2012 führte Dr. F._ aus, das klinische Bild sei im
Wesentlichen unverändert. Es habe sich eine progrediente Schwerhörigkeit
"hinzugesellt". Der Verlauf sei sich verschlechternd (act. G 4.176). Am 19. Juni und
21. August 2012 äusserten sich die Gutachter zu der im Einwand erhobenen Kritik an
der gutachterlichen Beurteilung (act. G 4.178). Mit Schreiben vom 21. August 2012
reichte der Versicherte weitere medizinische Unterlagen ein (act. G 4.179; u.a. Bericht
von Dr. med. G._, Spezialarzt FMH für Ohren-Nasen-Halskrankheiten, vom 18. April
2012, worin er eine linksbetonte Schwerhörigkeit mit Mittelohr- und
Innenohrkomponente, einen Status nach Ohroperation rechts vor Jahren sowie eine
chronische Otitis media links [erstmals am 14. April 2000 festgestellt] diagnostizierte,
act. G 4.181). Der RAD gelangte in der Stellungnahme vom "19. August 2012" (wohl:
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19. September 2012) zum Schluss, die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
könne unter Berücksichtigung des reduzierten Hörvermögens unverändert
aufrechterhalten werden (act. G 4.182).
A.h Im neuerlichen Vorbescheid vom 29. Oktober 2012 hielt die IV-Stelle an der
Abweisung des Rentengesuchs fest (act. G 4.186). Dagegen erhob der Versicherte am
4. Dezember 2012 Einwand und reichte einen Bericht von Dr. D._ vom
26. September 2012 ein (act. G 4.187). Am 22. Januar 2013 verfügte die IV-Stelle die
Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.189).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 22. Januar 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 22. Februar 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer mindestens
halben Rente mit Wirkung ab Februar 2005. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung
führt der Beschwerdeführer aus, die gutachterliche Beurteilung sei aus formellen und
sachlichen Gründen nicht beweiskräftig. Des Weiteren weist er darauf hin, dass die
Suva wegen des zwischenzeitlich eingetretenen Hörschadens eine
Integritätsentschädigung von 30% ausgerichtet habe. Der Hörschaden sei von der
Beschwerdegegnerin bisher völlig ausgeklammert worden (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. April 2013
die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen stellt sie sich auf den Standpunkt,
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MEDAS Ostschweiz sei aus medizinischer Sicht
beweiskräftig. Sie sei einzig dahingehend zu korrigieren, dass der bescheinigten
20%igen Arbeitsunfähigkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme (act. G 4).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 18. April 2013 wird dem Gesuch des Beschwerde
führers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 6).
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B.d In der Replik vom 20. Juni 2013 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu beurteilen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision und am 1. Januar 2012 die
aufgrund der IV-Revision 6A geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136
E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 22. Januar 2013 ergangen
(act. G 4.189), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist (Anmeldung vom 5. Februar
2005, act. G 4.1), der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. und
6A IV-Revision begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit u.a.
eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist
entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis
31. Dezember 2007 bzw. bis 31. Dezember 2011 auf die damals geltenden
Bestimmungen und ab 1. Januar 2012 auf die neuen Normen der 6A IV-Revision
abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom
7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012 gültigen
Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die
altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
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1.2 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. aArt. 28 Abs. 1 IVG in der
bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
2.
Vorab ist zu prüfen, ob die medizinische Situation hinreichend abgeklärt ist und eine
Beurteilung des Rentenanspruchs erlaubt. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der
Rentenabweisung auf das MEDAS-Verlaufsgutachten vom 4. November 2011 (act.
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G 4.189). Der Beschwerdeführer hält dieses aus verschiedenen Gründen für nicht
beweiskräftig (act. G 1 und G 10).
2.1 In formeller Hinsicht beanstandet der Beschwerdeführer, es gehe nicht an, dass
die neurologische Beurteilung einer Assistenzärztin überlassen worden sei, die bei den
vorangekündigten Gutachtern nicht erwähnt worden sei (act. G 1, Rz 8) und nicht über
die notwendige Erfahrung verfüge (act. G 1, Rz 9).
2.1.1 Mit dem Aufgebot der MEDAS Ostschweiz zur medizinischen Begutachtung
vom 9. Juni 2011 erhielt der Beschwerdeführer eine "Liste der für die MEDAS
Ostschweiz tätigen Gutachter". Betreffend die Fachrichtung Neurologie werden u.a. die
Chefärztin der Klinik für Neurologie des KSSG "sowie sämtliche unterstellten
Mitarbeiter/-innen der Klinik" erwähnt (act. G 4.159-5). Zwar wäre es wünschenswert
gewesen, wenn die MEDAS Ostschweiz vor der Begutachtung die mit dem Fall
tatsächlich betrauten neurologischen Experten namentlich angekündigt hätte. Indessen
kann in der fehlenden namentlichen Nennung für sich allein kein den Beweiswert
erschütternder formeller Mangel erblickt werden, konnte sich der rechtskundig
vertretene Beschwerdeführer aufgrund der erhaltenen Liste der medizinischen Experten
ein hinreichendes Bild über die in Frage kommenden neurologischen Experten machen.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer keine Hinweise benennt und solche ergeben
sich auch nicht aus den Akten, dass die involvierten neurologischen Experten (Dres.
med. H._, I._, J._ und med. prakt. K._) befangen gewesen wären oder
(anderweitige) Ausstandsgründe bestanden hätten.
2.1.2 Die als Hauptgutachterin tätige Dr. med. H._ (vgl. act. G 4.178-3)
unterzeichnete das Gutachten vom 4. November 2011 als Assistenzärztin für
Neurologie des KSSG (act. G 4.161-13). Den Akten können keine Angaben bezüglich
des beruflichen Werdegangs und der medizinischen Erfahrungen von Dr. H._
entnommen werden, weshalb sich das Gericht kein abschliessendes Bild über deren
neurologische Fachkompetenz machen kann. Entscheidend ist indessen, dass
Dr. H._ für die Klinik für Neurologie des KSSG tätig ist, die neurologische Beurteilung
von Dr. med. I._, Oberarzt der Klinik für Neurologie, mitunterzeichnet worden ist (act.
G 4.161-13; gleiches gilt für die nachträgliche Stellungnahme vom 21. August 2012,
act. G 4.178-3), und die EMG/ENG-Untersuchung vom 30. Juni 2011 unter Beteiligung
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von Dr. J._, Oberarzt der Klinik für Neurologie des KSSG, erfolgte (act. G 4.161-9). Im
Licht dieser Umstände war eine ausreichende fachneurologische Kompetenz zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gewährleistet, zumal sich aus dem Gutachten keine
Anhaltspunkte für eine nicht lege artis vorgenommene fachneurologische Beurteilung
ergeben
2.2 Aus der Sicht des Beschwerdeführers liegt ein weiterer Mangel im Umstand
begründet, dass die (neurologischen) Messungen nicht in den Unterlagen enthalten
seien (act. G 1, Rz 10, S. 6). Das Gutachten enthält eine Beurteilung der EMG-/ENG-
Untersuchungsergebnisse vom 30. Juni 2011. Die Testdaten selbst werden - obschon
wünschenswert - nicht erwähnt. Die Experten hielten fest, elektroneurographisch
fänden sich keine Hinweise für eine Neurographie der oberen Extremität bei
regelrechten motorischen sowie sensiblen Neurographien. Elektromyographisch finde
sich im M. triceps brachii keine erhöhte pathologische Spontanaktivität bei
regelrechten Potentialen der motorischen Einheit ohne erhöhte Polyphasierate. Das
Interferenzmuster sei kooperationsbedingt gelichtet mit verminderter Aktivität.
Zusammenfassend fänden sich keine Hinweise für eine Radikulopathie C7 rechts oder
eine darüber hinaus gehende motorische oder sensible Neuropathie (act. G 4.161-9).
Hinweise für eine mangelhafte Untersuchung bestehen keine. Ins Gewicht fällt weiter,
dass sich die gutachterliche Beurteilung mit derjenigen von Dr. Schaden vom
26. September 2012 deckt, worin letzterer ausführte, weiterhin sei in der Neurographie
keine periphere Neuropathie der einzelnen Armnerven rechts zu belegen, insbesondere
kein CTS oder Läsion des N. radialis rechts (act. G 4.187-10; vgl. die mit den
gutachterlichen Ergebnissen zu vereinbarenden Feststellungen von Dr. Schaden vom
20. Januar 2011, act. G 4.148-7).
2.3 Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Gutachter hätten sich nicht genügend mit
den Vorakten auseinandergesetzt (act. G 1, Rz 9 ff. und Rz 17, sowie act. G 10, Rz 9
und Rz 12).
2.3.1 Unter dem Aspekt der Vollständigkeit eines Gutachtens ist nicht nur zu
verlangen, dass der Experte die Anknüpfungstatsachen, d.h. die tatsächlichen
Grundlagen des Gutachtens, die er nicht selbst beschafft hat, einzeln und mit ihrem
wesentlichen Inhalt rekapituliert. Gleichermassen erforderlich ist, dass das Gutachten
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in Kenntnis der Vorakten erstellt wird. Dies bedingt die Kenntnis und Beachtung der
wesentlichen Vorakten. Eine Stellungnahme und gegebenenfalls Auseinandersetzung
mit ärztlichen (Vor-)Berichten, die vom Gutachten abweichen, ist notwendig, weil das
Gericht ansonsten bei divergierenden Arztberichten häufig nicht in der Lage ist, das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht die andere medizinische These abstellt, wie dies die Rechtsprechung
verlangt (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2010, 9C_986/2009, E. 4.5). Ein
Gutachten, das die medizinischen Vorakten unzureichend berücksichtigt, ist
unvollständig und vermag daher nicht zu Ergebnissen zu führen, die auf gesamthafter
medizinischer Lage beruhen. Einer solchen Expertise fehlt die erforderliche
Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die auf der Grundlage der vom
Experten selbst erhobenen Befunde gezogenen Schlüsse an sich einleuchten und vom
Rechtsanwender prüfend nachvollzogen werden können (Urteil des Bundesgerichts
vom 15. Juli 2008, 9C_51/2008, E. 2.2).
2.3.2 In der Tat findet sich im psychiatrischen Teilgutachten vom 21. Juli 2011
keine eigentliche Auseinandersetzung mit dem ausführlichen Bericht des behandelnden
Psychiaters vom 19. April 2011, worin dieser u.a. eine depressive Episode mittleren,
intermittierend auch schweren Grades (ICD-10: F32.1, F32.2) diagnostizierte und von
einer wenige Monate vor der Verlaufsbegutachtung Ende Dezember 2010/anfangs
Januar 2011 stattgefundenen Exacerbation der Depressivität mit Suiziddrohungen und
Wiederaufflackern der Impulsivität berichtete, die um "Haaresbreite" zu einer
notfallmässigen Einweisung geführt habe. Des Weiteren stellte der behandelnde
Psychiater kognitive Defizite fest und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 50% (act. G 4.154). Der Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. F._
wird im vom psychiatrischen Gutachter mitunterzeichneten Gesamtgutachten indessen
erwähnt (act. G 4.161) und die Diagnosekriterien für eine Depression wurden im
Gutachten als nicht erfüllt betrachtet. Es liege lediglich eine depressive Störung vor
(act. G 4.161-12). Im nachträglichen Schreiben vom 21. August 2012 setzte sich der
psychiatrische Gutachter ausführlich mit der Einschätzung von Dr. F._ auseinander
und legte schlüssig dar, dass eine depressive Symptomatik leichter bis mittlerer
Ausprägung als reaktiver Natur auf die multiplen körperlichen Beschwerden des
Beschwerdeführers zurückzuführen wäre (vgl. zur entsprechenden Einschätzung des
Beschwerdeführers, wonach er selbst die einzelnen Symptome auf die Intensität der
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empfundenen Schmerzen zurückführt, act. G 4.161-23) und somit kein eigenständiges
Krankheitsbild im Sinn einer Komorbidität darstellte (act. G 4.178-4). Daran ändert die
von Dr. F._ beschriebene, lediglich vorübergehende und offenbar einmalige
Exacerbation bzw. Wiederaufflackern der Impulsivität nichts. Des Weiteren führte der
psychiatrische Gutachter sowohl im Gutachten (act. G 4.161-22) als auch im Schreiben
vom 21. August 2012 (act. G 4.178-5) gestützt auf die eigenen Untersuchungen sowie
der übrigen Aktenlage nachvollziehbar aus, weshalb er im Gegensatz zur
Selbstwahrnehmung des Beschwerdeführers sowie zum Bericht von Dr. F._ vom
19. April 2011 das Bestehen von kognitiven Defiziten verneint habe.
2.3.3 Was den neurologischen Teil des Verlaufsgutachtens anbelangt, so ist
zunächst festzustellen, dass die Berichte von Dr. D._ vom 14. Oktober 2010,
20. Januar und 23. Februar 2011 unter dem Abschnitt "Aktenauszug" erwähnt werden
(act. G 4.161-5 ff.). Eine Diskussion fand durch die MEDAS-Experten im Rahmen der
Begutachtung nicht statt. Dies erschüttert indessen den Beweiswert der
gutachterlichen Einschätzung vom 4. November 2011 nicht. Denn einerseits bestehen
keine wesentlichen Differenzen zwischen der gutachterlichen Befunderhebung und
derjenigen durch D._ (bezüglich der Untersuchungsergebnisse siehe vorstehende
E. 2.2) und eine Radikulopathie C7 konnte anlässlich der Begutachtung nicht
objektiviert werden (act. G 4.161-12). Andererseits entkräfteten die neurologischen
Gutachter nachträglich ausführlich und überzeugend die vom Beschwerdeführer
gestützt auf die Berichte von Dr. D._ erhobenen Einwände (insbesondere hinsichtlich
des Verdachts auf eine Radikulopathie C7 und der Interpretation des MRI HWS vom
8. November "2011", act. G 4.178-1 ff.), worauf verwiesen werden kann. Zu beachten
ist weiter, dass Dr. med. L._, Leitender Arzt Anästhesie im Departement Anästhesie -
Schmerztherapie des Spitals M._ im Bericht vom 24. Mai 2011 lediglich von einer
"möglichen Wurzelreizung C7 rechts" sprach (act. G 4.180).
2.3.4 Es darf auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Gutachter den
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden immerhin insoweit Rechnung getragen
haben, als sie an erster Stelle der Hauptdiagnosen ein pseudoradikuläres Syndrom C7
rechts aufführten (act. G 4.161-11), eine schmerzbedingte Minderinnervation und
ausdrücklich aus neurologischer Sicht eine zusätzliche qualitative Arbeitsunfähigkeit
berücksichtigt haben (act. G 4.161-12). Schliesslich hat Dr. D._ in seinen Berichten
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keine Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen vorgenommen (siehe insbesondere Bericht vom
23. Februar 2011: "Keine Arbeitsunfähigkeit durch mich", act. G 4.148-2; vgl. Bericht
vom 20. Januar 2011, act. G 4.148-6 ff., und vom 26. September 2012, act.
G 4.187-9 ff.). Bezüglich des Bestehens einer verminderten Leistungsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit gab er lediglich an, dies "zu vermuten" (act. G 4.148-2). Das
wirft indessen keine Fragen an der gutachterlichen Leistungsbeurteilung auf, worin dem
Beschwerdeführer für leidensangepasste Tätigkeiten immerhin eine 20%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde (act. G 4.161-13).
2.4 Insgesamt besteht nach dem Gesagten kein Anlass, von der gutachterlich für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten 80%igen Arbeitsfähigkeit abzuweichen.
Daran ändert auch das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, der zwischenzeitlich
- offenbar erst nach der letzten MEDAS-Verlaufsbegutachtung - eingetretene
Hörschaden sei bisher völlig ausgeklammert worden, obschon er von grosser
Bedeutung sei (act. G 1, Rz 18).
2.4.1 Dr. G._ diagnostizierte im Bericht vom 18. April 2012 eine linksbetonte
Schwerhörigkeit, einen Status nach Ohroperation rechts vor Jahren sowie eine
chronische Otitis media links (erstmals am 14. April 2000 diagnostiziert). Das
Hörvermögen sei auf beiden Seiten stark eingeschränkt. Deshalb habe er dem
Beschwerdeführer eine Anpassung der Hörgeräte empfohlen (act. G 4.181).
2.4.2 Aus dem Bericht von Dr. G._ vom 18. April 2012 ergibt sich keine
quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, sondern vielmehr einzig ein
Anpassungsbedarf bezüglich der Hörgeräteversorgung (act. G 4.181-1). In qualitativer
Hinsicht bestehen gemäss Dr. G._ keine wesentlichen Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit. Eine Behinderung bei der Bedienung "der Geräte" wird ebenso
verneint wie etwa Erschwernisse bei der Sprachentwicklung oder Ausbildung. Vielmehr
beschreibt Dr. G._ sozial-emotionale Handicaps (act. G 4.181-2 f.). Deshalb leuchtet
die RAD-Stellungnahme vom "19. August 2012" ein, worin ausgeführt wird, dass die
Reduktion des Hörvermögens unter korrekter Einstellung des Hörapparates zumindest
gebessert werden könne. Eine leidensangepasste Tätigkeit, in der kein vollständiges
Hörvermögen erforderlich sei, dürfte zu 100% möglich sein (act. G 4.182-2). Diese
Sichtweise, dass die Beeinträchtigung des Hörvermögens ohne wesentlichen Einfluss
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auf die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist, wird dadurch bestätigt, als der
Beschwerdeführer von der Suva betreffend den Hörschaden lediglich eine
Integritätsentschädigung (30%) erhalten hat (act. G 1, Rz 18 und act. G 10, Rz 18), ihm
jedoch offenbar keine Invalidenrente zugesprochen wurde, was lediglich einen
10%igen Invaliditätsgrad voraussetzen würde (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Mangels Anhaltspunkte für einen den
Invaliditätsgrad beeinflussenden Hörschaden besteht kein Anlass für weitere ORL-
medizinische Abklärungen.
3.
Ausgehend von der gutachterlich bescheinigten 80%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten verbleibt die Bestimmung des Invaliditätsgrads. Dabei
kann offen bleiben, ob die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
invalidenversicherungsrechtlich relevant ist, was die Beschwerdegegnerin (erst) im
Beschwerdeverfahren verneint (act. G 4, Rz 3.3). Denn selbst bei Berücksichtigung
einer 80%igen Arbeitsfähigkeit resultiert kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl.
nachstehende E. 3.3).
3.1 Da die dauerhafte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
im Jahr 2004 aufgetreten ist (vgl. act. G 4.1, G 4.9 und G 4.46-17), rechtfertigt es sich
für die Bestimmung des Valideneinkommens auf den Lohn des Jahres 2003
abzustellen, der gemäss IK-Auszug Fr. 65'229.-- betragen hat (act. G 4.8). Da davon
auszugehen ist, dass sich das Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich
entwickeln, kann vorliegend der Einkommensvergleich für das Jahr 2003 vorgenommen
werden (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2008, IV 2006/200,
E. 4.2, bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts vom 21. August 2008, 9C_343/2008,
E. 3.2).
3.2 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ist von einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt auszugehen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote
und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare
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und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE 134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Die
wirtschaftliche Verwertbarkeit der noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit auf dem als
ausgeglichen gedachten Arbeitsmarkt bedeutet eine Einschätzung der Chancen der
versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich
Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem
durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden. Es geht dabei um die
konkrete Beurteilung der für die versicherte Person realistischerweise noch
vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchancen (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2).
3.2.1 Bei einer leidensangepassten Tätigkeit sind folgende qualitativen
Einschränkungen zu beachten: kein Heben und Tragen von Lasten mehr als 10 kg,
nicht repetitiv über 5 kg, keine Zwangshaltungen der Wirbelsäule, keine Vibrationen,
keine Überkopfarbeiten und keine feinmotorischen Tätigkeiten. Leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten sind zumutbar (act. G 4.161-13). Ausser Betracht fallen des
Weiteren Tätigkeiten, die ein vollständiges Hörvermögen erfordern (vgl. hierzu
vorstehende E. 2.4.2).
3.2.2 Angesichts dessen, dass insbesondere noch leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten zumutbar sind und keine qualitativen Einschränkungen bestehen, die bloss
noch Nischenarbeitsplätze als zumutbar erscheinen lassen, kann entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 10, Rz 18) angenommen werden, es
bestünde bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage eine ausreichende Anzahl möglicher
Hilfsarbeitertätigkeiten insbesondere im Bereich der leichteren Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern
diesen Tätigkeiten der Hörschaden entgegensteht. Zumindest ergeben sich
diesbezüglich aus dem Bericht von Dr. G._ vom 18. April 2012 (act. G 4.181) keine
relevanten Erschwernisse. Die realistische Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Hilfsarbeitertätigkeit ist deshalb zu
bejahen. Der einschlägige LSE-Hilfsarbeiterlohn beträgt für das Jahr 2003 Fr. 57'745.--
(vgl. Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2008).
3.2.3 Da das dem Beschwerdeführer noch offenstehende Spektrum möglicher
(leichter bis mittelschwerer) Hilfsarbeitertätigkeiten (vgl. vorstehende E. 3.2.1 f.) nicht
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ausgeprägt eingeschränkt ist und keine wesentlichen Umstellungsschwierigkeiten zu
erwarten sind, rechtfertigt sich unter Berücksichtigung des fortgeschrittenen Alters des
Beschwerdeführers (Jahrgang 195_, act. G 4.1) selbst bei Gewährung eines allfälligen
Teilzeitabzugs - wenn überhaupt - höchstens ein 10%iger Tabellenlohnabzug, womit
bei Berücksichtigung einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit ein Invalideneinkommen von
Fr. 41'576.-- (Fr. 57'745.-- x 0.9 x 0.8) resultiert.
3.3 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 65'229.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 41'576.-- ergeben sich eine Erwerbseinbusse von
Fr. 23'653.-- (Fr. 65'229.-- - Fr. 41'576.--) und ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von abgerundet maximal 36% ([Fr. 23'653.-- / Fr. 65'229.--] x 100). Die
Beschwerdegegnerin hat damit das Rentengesuch des Beschwerdeführers im Ergebnis
zu Recht abgewiesen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 18. April 2013
bewilligt (act. G 6). Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann er
jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der vom Staat entschädigten Partei
kosten verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
4.4 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
bis
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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
[AnwG; sGS 963.70). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP