Decision ID: 0d195503-a097-4bf8-bef0-1fc1a909cf7a
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Schadenmeldung vom 1
5.
Februar 2021 teilte die
Y._
AG der Suva mit, dass
X._
, geboren 1966, seit
1.
Januar
2021
als Allrounder
in einem 100
%
-Pensum
bei ihr angestellt sei und am 2
4.
Januar 2021 bei einem Unfall einen Schulterbruch rechts sowie eine
Thoraxquetschung
recht
s erlitten habe (
Urk.
10/1).
Mit Schreiben vom
1
5.
Februar 2021
forderte die Suva die
Y._
AG d
azu auf, diverse
Unterlagen zu ihrer Geschäftstätigkeit sowie zu den Arbeitsverhältnissen einzureichen (Buchhaltungsunterlagen, Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen etc.;
Urk.
10/2).
Darauf sowie auf die Mahnungen
vom 2
2.
März 2021 und
7.
Juli 2021
reagierte die
Y._
AG nicht
(
Urk.
10/
7
,
Urk.
10/
12
).
Letztere Mahnung bezog sich explizit auf das Arbeitsverhältnis mit
X._
und wurde diesem in Kopie zugestellt (
Urk.
10/12). Anlässlich eines Telefongesprächs vom 1
9.
Juli 2021 for
derte die Suva
X._
auf, die ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen
zum Arbeitsverhältnis
einzureichen (
Urk.
10/14).
Da er in der Folge nichts einreichte, mahnte sie ihn am 1
7.
Aug
ust 2021 telefonisch (
Urk.
10/15
) und am
2.
September
2021 unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht schriftlic
h (
Urk.
10/1
7). Am 1
4.
September
2021 meldete sich
Z._
, seit
6.
Mai 2020 alleiniger Verwaltungsrat der
Y._
AG, telefonisch bei der Suva und erklärte, dass er die Lohnabrechnungen und den Anst
ellungsvertrag einreichen könne
. Weitere Unterlagen habe er nicht. Der Lohn sei bar ausbezahlt worden. Eine BVG-Anmeldung sei noch nicht erfolgt. Die
Y._
AG sei nicht mehr aktiv (
Urk.
10/24). Nachdem
in der Folge
weder von der
Y._
AG noch von
X._
i
rgend
welche Unterlagen eingereicht worden waren
, verneinte
die Suva mit Verfügung vom 2
4.
Sept
ember
2021 eine Leistungspflicht ihrerseits
,
da
aufgrund der vor
handenen A
kten
nicht nachgewiesen
sei
, dass
X._
zum Zeitpunkt des Unfalls vom 2
4.
Januar 2021 bei der
Y._
AG angestellt gewesen sei (
Urk.
10/
31
).
Daraufhin reichte
X._
der Suva Unterlagen (AHV-Lohndeklaration der
Y._
AG für das Jahr
2020, Lohnabrechn
ungen für die Monate Januar
bis August
2021, Arbeitsvertrag) ein (
Urk.
10/
50, vgl. auch
Urk.
10/38 und
Urk.
10/65). Mit Eingabe vom 1
2.
November
2021 erhob er Einsprache. Darin führte
er
unter anderem aus, im Unfallzeitpunkt habe er für die
Y._
AG gearbei
tet. Der Lohn sei per Banküberweisung entrichtet worden (
Urk.
10/58). Mit Ein
gabe vom 2
0.
Dezember 2021 reichte er eine ergänzende
Einsprachebegründung
ein (
Urk.
10/66). Mit Entscheid vom 1
1.
Februar 2022 wies die Suva die Einspra
che ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 1
1.
Februar 2022 erhob
X._
mit Eingabe vom 1
4.
März 2022 Beschwerde und beantragte
- unter Einreichung wei
terer Unterlagen (Arbeitsbestätigung, AHV-Lohndeklaration der
Y._
AG für das Jahr 2021, BVG-Anschlussvertrag) - die Ausrichtung von
Unfallversicherungs
leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Rechtsverbeiständung (
Urk.
1 S.
2)
. Letzteres Gesuch zog er am 2
1.
März 2022 zurück (
Urk.
8). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom 3
0.
März 2022 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was
X._
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
1a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(
UVG
)
sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Pers
onen, obligatorisch nach den Be
stimmungen des UVG versichert.
1.2
Als Arbeitnehmer nach Art. 1a Abs. 1 UVG gilt nach Art. 1
der Verordnung über die Unfallversicherung
(
UVV
)
, wer eine unselbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ausübt. Die Rechtsprechung hat im Sinne leitender Grundsätze als Arbeit
nehmer gemäss UVG bezeichnet, wer um des Erwerbs oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber, mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorüber
gehend tätig ist, ohne
hiebei
ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müs
sen (BGE 115 V 55 E. 2d
; ebenso SVR 2012 UV Nr. 9 S. 32, 8C_503/2011 E. 3.4). Im Regelfall besteht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag gemäss Art. 319 ff. des Bundesgesetzes über das Obligationenrecht (OR) oder ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis. Sind solche Rechtsverhältnisse ge
geben, besteht kaum Zweifel, dass es sich um einen Arbeitnehmer gemäss UVG handelt. Das Vorhandensein eines Arbeitsvertrages wird jedoch für die Annahme der Versicherteneigenschaft gemäss Art. 1a Abs. 1 UVG nicht vorausgesetzt. Liegt weder ein Arbeitsvertrag noch ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis vor, gilt es unter Würdi
gung der wirtschaftlichen Umstände in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, ob die Arbeit
nehmereigenschaft gegeben ist. Entscheidend für die Bejahung der Arbeitnehmereigenschaft nach Art. 1a UVG ist, ob geleistete Arbeit, ein Unterordnungsverhältnis und die Vereinbarung eines Lohnanspruchs in irgendeiner Form vorliegen (BGE 115 V 55 E. 2d S. 59; vgl. auch Urteile
8C_500/2018 vom 18. September 2019 E. 3 mit Hinweisen; 8C_183/2014 vom 22. September 2014 E. 7.1). Für die Versicherungsunterstellung ist grundsätzlich die Bejahung eines Lohnanspruchs relevant. Einer tatsächlichen Lohnauszahlung bedarf es hingegen nicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_538/2019 vom 24. Januar 2020 E. 2.3
).
1.3
Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben der Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und Abs. 1
bis
sowie Art. 61 lit. c in Verbindung mit Art. 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Der Untersuchungs
grundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Versicherten respektive der Par
teien beschränkt (Art. 28 und Art. 43 Abs. 2 ATSG), vor allem in Bezug auf Tat
sachen, die sie besser kennen als di
e (Verwaltungs- oder Gerichts-)
Behörde und welche diese sonst gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnte (BGE 122 V 157 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 9C_341/2020 vom 4. September 2020 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 138 V 86 E. 5.2.3 und 125 V 193 E. 2; vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst
die Beweislast im Sinne einer Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrund
satzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2020 vom 4. März 2021 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 427 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im Einspracheentscheid aus, die Vorlage eines Arbeitsvertrages und von Lohnabrechnungen ohne jeden Beleg für eine entspre
chende konkrete Arbeitstätigkeit genüge grundsätzlich nicht als Beweis
für das Vorliegen
eines Arbeitsverhältnisses. Dies gelte hier umso mehr, als ein konkreter Lohnfluss nicht nachgewiesen sei.
Soweit der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1
2.
November 2021 festgehalten habe, dass der Lohn per Banküberweisung entrichtet worden sei, habe
er
trotz Aufforderung und mehrfacher Mahnung keine
Belege eingereicht. Zudem stehe diese Behauptung in Widerspruch zu den einge
reichten Lohnabrechnungen von Januar bis August 2021
, auf welchen unter
schriftlich der Empfang von Barzahlungen bestätigt werde. Darüber hinaus seien die
Empfangsbestätigungen von
den
angeblichen Barzahlungen
insofern un
glaub
würdig, als es sich bei den
darin unter anderem vermerkten Daten vom
2
5.
April 20
21 und 2
5.
Juli 2021 um Sonntage
gehandelt habe
. Auf einer weite
ren Empfangsbestätigung werde der
2
5.
Januar 2021 als Übergabedatum ver
merkt. An diesem Tag habe sich der Beschwerdeführer notfallmässig ins Spital
A._
begeben. Zudem wiesen die Lohnabrechnungen eine falsche Firmenadresse auf. Dies alles deute darauf hin, dass die Lohnabrechnungen zu Beweiszwecken im vorliegenden Verfahren erstellt worden seien (
Urk.
2). In der Beschwerdeant
wort ergänzte die Beschwerdegegnerin, auch die mit der Beschwerde eingereich
ten Unterlagen änderten nichts daran, dass das Bestehen eines Arbeitsverhältnis
ses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei (
Urk.
9).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in der Beschwerde auf den Standpunkt
, die Beschwerdegegnerin sei durch die bisherigen Abklärungen ihren Untersuchungs
pflichten nicht hinreichend nachgekommen. Nach Erhalt der Lohnunterlagen
respektive
nach dem Anruf von
Z._
hätte
die
Beschwer
degegnerin die
Y._
AG
kontaktieren und weitere Unterlagen einverlangen müssen. Aufgrund der Lohnabrechnungen und des Arbeitsvertrags sei das Bestehen des Arbeits
verhält
nisses rechtsgenüglich nachgewiesen. Zudem sei der Lohn des Beschwer
de
führers bei der AHV deklariert worden.
Die entsprechende Meldung sei zwar erst nach Erlass der Verfügung erfolgt, jedoch erfolge die Deklaration stets anfangs des Folgejahres. Aus der Bestätigung der
Y._
AG sei nun ersichtlich, was und wo der Beschwerdeführer vor dem Unfall gearbeitet habe, was sich durch eine ent
sprechende Abklärung beim Kunden verifizieren lasse. Da mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei, dass er im Zeitpunkt des Unfalls vom 2
4.
Januar
2021 bei der
Y._
AG angestellt gewesen sei, habe ihm die Beschwerde
gegnerin die Unfallversicherungsleistungen auszurichten (
Urk.
1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls vom 2
4.
Januar 2021 nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Arbeitnehmer der
Y._
AG und damit bei der Beschwerdegegnerin gegen die Fol
gen des fraglichen Unfalls versichert war.
3.2
Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklä
rungspflicht verletzt, geht fehl. Die Beschwerdegegnerin forderte sowohl den
Beschwerdeführer als auch die
Y._
AG wiederholt zur Einreichung von einschlä
gigen Unterlagen auf
, bis zum Zeitpunkt des
Erlass
es
der leistungsabwei
senden Verfügung vom 2
4.
September 2021
jedoch
erfolglos. Die Meldung des Schadens mit Formular vom 1
5.
Februar 2021 erfolgte rund drei Wochen nach dem Unfall. Es fällt auf, dass der Beschwerdeführer gegenüber den behandelnde
n Ärzten zunächst offenbar eine andere
Arbeitgeber
in
als die
Y._
AG genannt hatte. In der Verordnung zur Physiotherapie vom
1.
Februar 2021 wird bei ansonsten korrekten Angaben zum Beschwerdeführer die
B._
AG
als Arbeitgeberin
genannt (
Urk.
10/6). Erst im Gesuch um Kostengutsprache des Spitals
A._
vom 1
6.
Februar 2021 respektive in der Verordnung zur Physiothe
rapie vom 2
5.
Februar 2021 w
ird die
Y._
AG
aufgeführt (
Urk.
10/4,
Urk.
10
/8).
3.3
Der Beschwerdeführer reichte die von ihm geforderten Unterlagen allesamt erst nach Erlass der
der leistungsabweisenden Verfügung vom 2
4.
September
2021 ein
. Aus der Bestätigung der Ausgleichskasse Appenzell Ausserhoden vom
3.
Juli 2020, wonach die
Y._
AG ihrer Beitragspflicht ordnungsgemäss
nachgekommen sei (
Urk.
10/50/1
),
lässt sich
von vornherein
nichts Relevantes ableiten, da der Beschwerdeführer den Beginn des Arbeitsverhältnisses per
1.
Januar
2021 behaup
tet und sich diese Bestätigung selbstredend nicht
auf das Jahr
2021 bezieht.
Auffallend ist, dass der Beschwerd
eführer widersprüchlich zum einen
behauptete, der Lohn sei per Banküberweisung entrichtet wor
den, zum anderen
aber eine Barauszahlung des Lohnes geltend machte. Die vom Beschwerdeführer einge
reichten Lohnabrechnung
en
Januar bis August 2021 enthalten jeweils eine hand
schriftliche Empfangsbestätigung des Beschwerdeführers. Diese sind allesamt auf den 2
5.
des jewei
ligen Monats datiert (
Urk.
10/50
/4-11). Die Beschwerdegegnerin bemerkt zu Recht, dass der 2
5.
April 2021 und der 2
5.
Juli 2021 je auf einen Sonntag fielen, was die Darstellung des Beschwerdeführers unglaubwürdig erscheinen lässt. Dies gilt noch mehr für die angebliche Lohnübergabe vom 2
5.
Januar 202
1.
An diesem Tag hatte sich der Beschwerdeführ
er nach dem erlit
tenen Unfall vom
2
4.
Januar 2021 notfallmässig i
ns Spital
A._
begeben und verblieb dann dort stationär
. Es ist nicht anzunehmen, dass dem Beschwerdefüh
rer
im Zuge der notfallmässigen Spitalaufnahme
der Nettolohn von
Fr.
4'956.45 in bar übergeben wurde. Zudem weisen die Lohnabrechnungen eine falsche Adresse aus. Darauf vermerkt ist die Adresse
C._
. Die
Y._
AG hatte ihren Sitz an dieser Adresse im Zeitpunkt, als der Beschwer
deführer die genannten Lohnabrechnungen einreichte. Indessen
befand sich ihr
Sitz bis zum 1
2.
August 2021
in D._
(
Urk.
12).
3.4
Der
im Rahmen des
Einspracheverfahrens
eingereichte Arbeitsvertrag datiert v
om
9.
September 202
0.
Darin ist
ein Arbeitsbeginn per
1.
Januar 2021 bei einem Salär von
Fr.
68'000.--
vereinbart
, zahlbar in 12 Löhnen
à
Fr.
5'800.-- bis zum
7.
des Folgemonats. Auf diesen Arbeitsvertrag kann jedoch aufgrund des fehlen
den Nachweises einer konkreten Arbeitstätigkeit nicht abgestellt werden. G
egen das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses
spricht auch, dass der Beschwerdeführer am 2
4.
Januar 2021 und somit gemäss seiner eigenen Darstellung während der Probezeit verunfallte. Danach war er bis 2
5.
April 2021 v
oll,
danach
für kurze Zeit zu 50
%
und dann zumindest bis Ende Juli 2021 wieder voll arbeitsunfähig
(
Urk.
10/41-48
). Hinsichtlich Kündigungsschutz und Lohnfortzahlung wird im Arbeitsvertrag auf die gesetzliche Regelung im OR verwiesen. Die
Y._
AG hätte somit das Arbeitsverhältnis während der Probezeit
respektive danach unter Beachtung der Sperrfrist von
30 Tagen (
Art.
336c
Abs.
1 lit. b OR) kündigen kön
nen. Eine plausible Erklärung dafür, weshalb die
Y._
AG bis auf Zusehen hin stattdessen stets den vollen Lohn ausbezahlt haben soll, fehlt gänzlich. Nahe
liegend erscheint vielmehr, dass die
Y._
AG, wie ihr alleiniger Verwaltungsrat
Z._
am 1
4.
September
2021 gegenüber der Suva ausführte, ihre Akti
vitäten eingestellt hatte, mithin eine Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers für die
Y._
AG gar nicht im Raum stand.
3.5
Vor diesem Hintergrund kommt auch der Arbeitsbestätigung der
Y._
AG vom 1
1.
März 2022 kein Beweiswert zu. Darin wird ausgeführt, dass der Beschwerde
führer seit
1.
Januar
2021 vollzeitlich bei ihr beschäftigt sei. Vom
4.
bis 1
3.
Januar 2021 sei er für sie bei der
E._
SA im Einsatz gewesen. Seither kümmere er sich im Betrieb um den Unterhalt der Fahrzeuge und übernehme Fahrten im Aussendienst (
Urk.
3/3).
Die Bestätigung liest sich, als ob der Beschwerdeführer ununterbrochen arbeitstätig gewesen wäre. Seine
Arbei
tsunfähigkeit
wird darin mit keinem W
ort erwähnt, was aufgrund ihrer Erheblichkeit jedoch zu erwarten wäre
. Selbst wenn der Beschwerdeführer bei der
E._
SA
Arbeiten vom
3.
bis 1
4.
Januar 2021 ausgeführt haben sollte
, ist damit ein Arbeitsverhältnis mit der
Y._
AG
für diese Dauer
noch nicht nachgewiesen, geschweige denn im Zeitpunkt des Unfalls vom 2
4.
Januar 202
1.
Von den beantrag
t
en Abklärungen bei der (inzwischen in Konkurs gegangenen)
E._
SA ist daher abzu
sehen (vgl.
Urk.
1 S. 9).
Ebensowenig
sind die AHV-Deklarationen für die Jahre 2020
(
Urk.
10/50/2-3
)
und 2021
(
Urk.
3/4)
geeignet, das behauptete Arbeitsver
hältnis zu beweisen. In Bezug auf die AHV-Deklaration 2020, die eine Angabe der voraussichtlichen Lohnsumme für das Jahr 2021 enthält, fällt auf, dass sie am
8.
Oktober 2021 ausgefüllt wurde, also just nach Erhalt der leistungsabwei
senden Verfügung vom
2
4.
September 2021 (
Urk.
10/50/3
).
Der
weiter einge
reichte BVG-Anschlussvertrag
wurde erst am
4.
März 2022 abgeschlossen mit einer Rückwirkung ab
1.
Januar 2022
(
Urk.
3/6) und
ist
daher vorliegend nicht von Belang.
3.6
Z
usammenfassend sprechen d
ie aufgezeigten Ungereimt
heiten und Widersprüche
insbesondere in ihrer Summe dagegen, dass im Zeitpunkt des Unfalls vom 2
4.
Januar 2021 ein Arbeitsverhältnis zwischen der
Y._
AG und dem Beschwer
deführer bestand.
Anlass für Weiterungen besteht nicht,
da davon keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 136 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1
d).
E
ine Versicherten
unterstellung gemäss
Art.
1a
Abs. 1 lit. a
UVG
ist folglich
zu verneinen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.