Decision ID: 2af21b4a-7648-4c09-81b3-78822dac4747
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973,
verfügt über
eine
abgeschlossene
Aus
bildung
zum kaufmännischen Angestellten (Fähigkeitsausweis)
und absolvierte
Weiterbildu
ngen im IT
-
und Führungsbereich
. Z
uletzt
war
er
seit
Juli
2014 Mit
arbeiter IT
/
Applikationsmanager
bei der
Y._
SA.
Aufgrund ein
er
Depression w
ar er ab 21.
Okt
ober
2016
(Urk.
9/2)
bzw
.
1.
November
2016
(Urk.
9/14)
krankgeschrieben;
das Arbei
t
s
verhältnis wurde per Ende April 2017
durch die Arbeitgeberin
aufgelöst
. Mit Gesuch vom 17.
April 2017 meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
9/2
)
.
Die IV-Stelle tätigte
Abklärunge
n in medizinischer wie erwerblic
her
Hinsicht
und führte
mit dem Versicherten ein Standortgespräch
durch
(Urk.
9/10)
. Ebenso gewährte sie
Massnahmen der Frühintervention
(Berufsberatung, vgl. Urk.
9/19
und Urk.
9/46
)
. Nach Erlass eines leistungsverneinen
den (ersten) Vor
bescheids (Urk.
9/37)
erteilte sie Kostengutsprache für
Integrationsmassnahmen
(Aufbautraining
, Urk.
9/55
,
sowie Verlängerung desselben
,
Urk.
9/78
) und
rich
tete
Taggelder
aus (
Urk.
9/66
und
Urk.
9/80
)
; d
iese Massnahmen
wurden
per
30.
Juni 2018
wieder
eingestellt
(Urk.
9/87). In
der Folge
leitete die IV-Stelle
die Rentenprüfung
in die Wege und
liess
den Versicherten
polydisziplinär
begut
ach
ten
(Gutachten der MEDAS
Z._
vom 23. Oktober 2019; Urk. 9/123)
. Gestützt auf
die so getätigten Abklärungen
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten nach
Auferlegung einer
Schadenminderungspflicht (Urk.
9/129) so
wie
nach
erneut
durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
9/132 ff.
) mit Verfü
gung vom 23.
Juli 2020 mi
t Wirkung ab 1.
Juli 2018
eine halbe
Invalidenrente nach Massgabe eines errechneten Invaliditätsgrades von 58
%
zu
(
Urk.
2).
2.
Dagegen
liess
X._
hierorts mit Eingabe vom 14.
September 2020 Beschwerde
erheben
mit
den Anträgen, es sei ihm ab 1.
Juli 2018 eine Dreiviertels-IV-Rente zuzusprechen (1.), es sei ihm für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtsvertretung durch den unterzeichneten Rechtsanwalt so
wie die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (2.), unter Kosten- und Ent
schädigungsfolgen zulasten d
er Beschwerdegegnerin (3.; Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle stellte mit Vernehmlassung vom
21.
Oktober 2020
Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
)
,
was dem
Beschwerdeführ
er mit Gerichts
ver
fügung vom 5.
November 2020 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. all
gemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schn
ittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht
sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2.
2.1
Die
IV-Stelle
begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit
, dass der Versicherte
gemäss dem
eingeholte
n polydisziplinären
Gutachten
in der bisherigen wie auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit im
Umfang von 50
% arbeitsfähig sei
.
B
ei guter Gesundheit
hätte
er
(bei der
Y._
SA)
ein Einkommen von
Fr.
98'90
0.--
erzielen könn
e
n
. Da
d
er
Versicherte
nur
noch im Umfang von 50
% arbeitsfähig sei
,
betrage das Invalideneinkommen
Fr.
49'450.--
.
Im
Gutachten
werde
empfohlen
,
das 50
% Pensum mit
eine
r
längere
n
Pause
(über den Mittag)
zu unterbrechen
. Daher
sowie
aufgrund
der
festgestellten
Einschränkungen aus neuropsychologischer Sicht
, könne ein leiden
s
bedingte
r Abzug von 15
% gewährt werden. Damit
resultiere
ein Invaliditätsgrad von 58
% (Urk.
2)
.
2.2
Dagegen lässt der Versicherte vorbringen,
die Konklusionen im Gutachten sowie
der zeitliche Beginn der Invalidenrente seien unbestritten. Jedoch
sei beim Ei
n
kommensvergleich unberücksichtigt geblieben, dass
eine Teilzeitstelle von 50
%
verglichen mit einer Vollzeitstelle
schlechter
en
tlöhnt
werde
. Gemäss der ein
schlägigen Statistik betrage der Einschlag 4,02
%. Unter Berücksichtigung dieses Einschlags betrage
der Invaliditätsgrad 60 % (Urk.
1).
2.3
Strittig
ist somit allein
der Eink
ommensvergleich
bzw.
die Berechnung des Invalideneink
ommens.
Unbestritten
ist demgegenüber die medizinische Situation
:
Gemäss
Beurteilung im
polydisziplinären Gutachten der
MEDAS
Z._
leidet der
Beschwerdeführer
mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit
an einer
chroni
fizierte
n
mittelgradige
n Depression (F32.1) und
es
liegen
akzentuierte Persön
lichkeitszüge mit misstrauischen Anteilen (Z73.1) sowie eine leichte neuro
psy
cho
lo
gische Störung mit kognitiven Minderleistungen in den Bereichen Aufmerk
sam
keit und Exekutivf
unktionen im Rahmen der
diagnostizierten
depressiven Stö
rung
vor
. S
eit der Antragstellung
besteht
sowohl
in der bish
e
rigen wie auch einer angepassten Tätigkeit
eine
50%
ige Arbeitsfähigkeit
(100% während der statio
nären Aufenthalte)
,
wobei die Arbeit
s
zeit – so
die
Empfehlung im Gutachten -
auf
2 1⁄4 Stunden vormittags und 2 1⁄4
Stunden nachmittags
zu verteilen
ist
mit (
wohl: bei
) einer
aus neuropsychologischen Gründen
qualitativ eingeschränkten Leistungsfähigkeit von ca
.
15
%
(
Urk.
9/123/8 f.).
3.
3.1
D
ie
Beschwerdegegnerin
knüpfte
beim
Valideneinkommen
an das
bei der
Y._
SA
als
Mitarbeiter IT/Applikationsmanager
erzielte Einkommen an und
ging
somit davon aus,
dass
der Beschwerdeführer
die
se
Tätigkeit
im Gesundheits
fall
fortgesetzt
hätte
. Dies ist unbestr
itten, weshalb davon auszugehen ist
(vgl. immerhin E. 3.4
hienach
)
.
Gemäss Eintrag
im Indiv
idu
ellen Konto
(
IK
)
erzielte
der Beschwerdeführer
bei der
Y._
SA
zuletzt als Gesunder
im Jahr 2015
ein Einkommen von
Fr.
99'439.
--
(vgl. Urk.
9/9/2
), was
u
nter
Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung
für Männer
aufgerechnet auf
das Jahr 2018
(Zeitpunkt des –
unbestrittenen - frühestmöglichen Rentenbeginns; vgl. BGE 129 V 222)
ein
Val
i
d
eneinkommen
von
Fr.
102’07
6
.
--
ergibt
(
vgl. B
undesamt für Statistik
B
FS, Tabelle T.1.10, Nominallohn
index
Männer
2011-2018
; Basis 2010 = 100,
Ziff.
62-63
, 2015: 105.6, 2018: 108.4).
3.2
3.2.1
Die IV-Stelle ermittelte auch das Invalideneinkommen ausgehend von dem bei
Y._
SA erzielten Einkommen unter Berücksichtigung der noch zu
mut
baren Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Da das Arbeitsverhältnis bei der
Y._
SA
jedoch
per 3
0.
April 2017 durch die Arbeitgeberin aufgelöst worden ist und der Beschwerdeführer seither keiner Erwerbstätigkeit mehr na
c
hgegangen ist, ist das Invalideneinkommen richtigerweise aufgrund von Tabellenlöhnen festzu
setzen (vgl. E. 1.4
hievor
).
Der
Beschwerdeführer
verfügt über ein Fähigkeitszeugnis als kaufmännischer Angestellter
und hat diverse Schulungen im IT- und Führungsbereich
absolviert
.
Seit
dem Jahr
1995
hat er
ausschliesslich
im
IT-
Bereich gearbeitet
(
Urk.
9/11
und
Urk.
9/23
)
.
Da
her und da ihm die
se
Tätigkeit
unstreitig
weiterhin
(zu einem
redu
zierten
Pensum
von 50
%)
zumutbar ist,
ist das Invalideneinkommen gestützt auf die
statistischen Werte der
LSE zu ermitteln, wobei vorliegend die Tabelle
TA1_tira
ge_skill_level (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompe
tenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, LSE 2018)
beizuziehen
und
auf die branchenspezifisc
he
n
Löhne
gemäss
Ziff.
62-63
(
Informationstech
nologie und
Informationsdienstl
e
i
stungen
)
abzu
stellen ist
. Danach erziel
t
en
Männer im Anfor
derungsniveau 3
im Jahr 2018
einen
mon
atlichen Bruttolohn von Fr.
7
’
578
.--, was unter Berücksicht
igung der (branchenüblichen)
betriebsüblichen
Arbeitszeit im Jahr 2018
von 41.3 Stunden pro Woche
(vgl. dazu BFS, Statistik der be
triebs
üblic
hen Arbeitszeit, Tabelle T 03.02
.03.01.04.01
,
Ziff.
62-63)
einen monatlichen Bruttolohn von
Fr.
7'824.
28
und somit ein J
ahreseinkommen von
Fr.
93'891.
42
ergibt
bzw
.
Fr.
46'946.--
in dem
dem
Beschwerdeführer
zumutbaren Pensum von 50
%.
3.2.2
Die
IV-Stelle
nahm beim Invalideneinkommen einen Abzug von 15
% vor
,
was sie unter and
erem
damit begründete, dass
gemäss
Empfehlung
in
der
Expertise
die
Arbeitszeit
hälftig auf Vor- und Nachmittag
aufzuteilen
sei
(
Urk.
2)
. Jedoch rechtfertigt dies
e Empfehlung
kein
en
Abz
ug
vom Tabellenlohn
.
So
differenzier
en
die statistischen Angaben, die Grundlage für einen
Abzug unter dem Titel
Be
schäftigungsgrad bilden
,
nicht danach, wie das Arbeitspensum auf die normale betriebsübliche wöchentliche und täglic
he Arbeitszeit zu verteilen
ist
,
und
es
können nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
a
ls abzugserhöhend grund
sätzlich nur Umstände anerkannt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausser
ordentlich
zu bezeichnen
sind
(
vgl.
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_294/2012
vom
7.
Mai 2012, E. 3.3.2.1, wonach etwa
an den Fall
zu denken
sei
, wo das Arbeitspensum aus gesundheitlichen Gründen nicht vorher
sehbar und damit für den Arbeitgeber nicht oder nur schwer kalkulierbar
sei
und
nur sehr
unregelmässig
geleistet werden könne
; vgl. auch Urteil 9C_223/2020
vom 2
5.
Mai 2020 E.
4.3.3
.
)
.
Dies trifft vorliegend nicht zu.
Hingegen hat die
Verwaltung
zu Recht einen
Abzug vom Tabellenlohn
mit Blick darauf
gewährt
,
dass
dem Beschwerdeführer
aus neuropsychologischer Sicht eine qualitative
Einbusse
des Leistungsvermögens (von 15
%
für anspruchsvolle Arbeiten) attes
tiert worden ist.
Aufgrund der
kognitiven Defizite
hat der Beschwerdeführer
einen
etwas
höheren Zeitbedarf für anspruchsvolle Aufgaben
(
verlangsamte Arbeits
weise
)
sowie eine verminderte Fähigkeit zum Multitasking
(
Urk.
9/123 S. 107
)
,
welche
Einschr
ä
nkung
en
zusätzlich
zum reduzierten Pensum
zu berücksichtigen sind
(Urteil des Bu
n
d
esgerichts 9C_356/2018
vom 12. Oktober 2018 E. 5).
D
er Beschwerdeführer
macht
unter Hinweis auf
die statistischen Werte der
LSE
, Tabelle T18,
geltend,
es
sei die
zu erwartenden
Lohneinbusse von 4,02 % infolge T
eilzeitarbeit
durch
einen entsprechenden
Einschlag am Invalideneinkommen
zu berücksichtigen
.
Jedoch ist
n
ach der neueren Praxis des Bundesgerichts
ein Ab
zug bei Männern wegen Teilzeitbeschäftigung nicht mehr automatisch
vorzu
nehmen
,
sondern
ist
die Frage, ob sich eine entsprechende Reduktion rechtfertigt, stets mit Blick auf den konkreten Beschäftigungsgrad und die jeweils aktuellen Werte zu beurteilen.
Dabei stellt nach
der Rechtsprechung selbst ein
Lohnnachteil von 5,85
% noch keine überproportionale
Lohneinbusse
dar
, welcher durch Vor
nahme eines Abzugs
vom Invalideneinkommen
Rechnung zu tragen wäre
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März
2017 E.
3.2; 8C_12/2017 vom 28.
Februar 2017 E
. 5.5.2 und 8C_699/2017 vom 26.
April 2018
E.3.1, 8C
_610 /2019 vom 20.
November 2019 E. 4.2.3
)
.
Daher
und
weil
es
auch
k
einen Unterschied ausmacht
, ob einer
Lohneinbusse
in Form eines
separaten (zusätzlichen)
„Einschlags“
für Teilzeitarbeit
(vgl. Berechnung
gemäss
Beilage zur
Beschwerde:
Urk.
3/3) oder als Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen ist, rechtfertigt sich keine entsprechende Reduktion
.
3.2.3
Nach dem Gesagten fällt
vorliegend
entgegen der Berechnungsweise der
IV-Stelle
in der angefochtenen Verfügung
nur
ein Kriterium
(
verlangsamte Arbeitsweise aufgrund der
leichte
n
neuropsychologische
n
Störung)
als Abzugsgrund in Be
tracht. Der
Abzug
ist daher
gesam
thaft neu zu schätzen
(E.
1.5
hievor
)
.
Nachdem die
neuropsychologischen Defizite bzw.
kognitiven Einschränkungen
als (
nur
)
leicht
bezeichnet werden
(«etwas
»
höherer Zeitbedarf)
und
lediglich anspruchs
volle Aufgaben sowie das Mul
titasking beschlagen (vgl. Urk.
9/123 S. 107) ist
der Abzug
vorliege
nd
–-
auf
(
maximal
)
10
% festzulegen, womit ein
Invalidenein
kommen von
Fr.
42'251
.--
resultiert
(Fr.
46'946.--
x 0.9)
.
3.3
Aus der
Gegenüberstellung
des
In
valideneinkommens von Fr.
42'251
.--
mit d
em
Valideneinkommen
von
Fr.
102’
07
6.--
res
ultiert demnach ein Invaliditätsgrad von
58.6
%
, was Anspruch auf eine halbe Rente ergibt.
3.
4
Anzumerken bleibt, da
ss selb
st dann, wenn der Beschwerdeführer auch im Ge
sundheitsfall
nicht mehr weiter bei der
Y._
SA
beschäftigt
gewesen wäre
(vgl. Angaben des Beschwerdeführe
r
s anlässlich des
Standortgesprächs
vom 11.
Mai 2017
,
wonach es immer wieder Arbeitskonflikte bzw
.
Meinungsver
schie
denheiten mit dem Vorgesetzten
/Geschäftsleitung
gegeben habe, und wonach kein offizieller Grund für die Kündigung angegeben worden sei, der inoff
izielle Grund
jedoch
eine
Sp
armassnahme
sei
;
Urk.
9/10 S. 2
)
,
kein anderes Ergebnis resultierte. Denn
diesfalls
wären sowohl Validen- als auch Invalideneinkommen
anhand derselben statistischen Durchschnittswerte zu ermitteln
,
was
rechnerisch
zu einem
Prozentvergleich
führt
e
:
der Invaliditätsgrad
entsprä
ch
e
diesfalls
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
des
Abzugs vom Tabellen
lohn (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_532/2016 vom 25. November 2016 E. 3.1 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014 N 35 f. zu Art. 28a).
Da vorliegen
d
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% gegeben und
ein Abzug von
(
höchstens
)
10
%
gerechtfertigt
ist
,
resultierte ein
Invaliditätsgrad von 55
%
,
was ebenfalls
zum
Anspruch auf eine halbe Rente
führt
.
3.
5
Zusammenfassend führt dies zur Abweisung der Beschwerde und zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung.
4.
4.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
4.2
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechts
vorkehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
4.3
Der
Beschwerdeführer
liess
mit seiner Beschwerde
lediglich
den Einkommens
vergleich b
eanstanden und in diesem Zusamm
enhang
als einzigen Kritikpunkt geltend machen, dass aufgrund der
noch
zumutbaren
Teilzeittätigke
i
t ein
e
R
e
duktion
von
4
,02
%
vom Invalideneinkommen vorzunehmen sei.
B
ei Beachtung
der
jüngere
n
bundesgerichtliche
n
Rechtsprechung
, wonach
ein Abzug bei Männern
wegen Teilzeitbeschäftigung nicht mehr automatisch vorzunehmen ist und
selbst
ein
teilzeitbedingte
r
Lohn
nachteil
von
5.85
%
keine
überprop
o
rtionale
Lohnei
n
busse
darstellt
,
welche beim Invalideneinkommen zu berücksichtigen
wäre
,
mussten
die
Gewinnaussichten
jedoch
beträchtlich geringer
erscheinen
als die Verlustgefahren
.
Insgesamt kann die Beschwerde
daher
kaum als ernsthaft be
zeichnet
werden
, so dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechts
pflege
infolge Aussichtslosigkeit abzuweisen ist
.
4.4
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht beschliesst
:
D
as Gesuch unentgeltliche Rechtspflege
wird abgewiesen.
u
nd erkennt sodann:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christoph Lerch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.