Decision ID: f8b276d5-c4ce-45d7-b128-b10a14a38cc0
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
ist
seit 1. August 2012 bei der Stadt
Y._
als kaufmännische Sachbearbeiterin angestellt und dadurch bei der Helsana Unfall AG obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 6. Januar 2018 stürzte sie eine Treppe hinunter und verletzte sich dabei am rechten Fuss
gelenk (Unfallmeldung vom 10. Januar 2018 [Urk. 7/K1]). Anlässlich der gleichen
tags erfolgten Vorstellung auf der Notfallabteilung des Spitals
Z._
wurde ein
Supination
strauma
des oberen Sprunggelenks (OSG)
diagnostiziert (Urk. 7/M1
). In der Folge fanden weitere medizinische Abklärungen statt.
Dr. med.
A._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates
, stellte mi
t Bericht vom 24.
April 2018
nach Durchführung einer
MRI
-Untersuchung
eine OSG-Distorsion mit
osteochondraler
Läsion der medialen
Talusschulter
und Verdacht auf
einen
knöchernen Ausriss der hintere
n
Syndesmose
tibial
/
undisloziert
e
Volkmannfraktur fest (Urk. 7/M7
).
Gestützt auf die Einschätzung ihres beratenden Arztes Prof. Dr. med.
B._
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
appa
rates, vom
7
.
Mai 2018 (Urk. 7/M8
)
teilte die Helsana Unfall AG mit Verfügung vom 9. Mai 2018
(Urk. 7/K12)
mit, dass sie die gesetzlichen Leistungen
nur noch
bis
zum
19.
April 2018
übernehme
. Die Behandlungen nach diesem Datum würden
nicht mehr mit dem angemeldeten Ereignis in Zusammenhang stehen. Nach Prü
fung der
dagegen eingereichten
Einsprache (Urk. 7/K15, 7/K18
) zog die Helsana Unfall AG die angefochtene Verfügung
am
19. September 2018
in Wiederer
wä
gung und richtete die gesetzlichen
Leistungen weiterhin aus (Urk. 7/K20
). Nach weiteren Behandlungen und Abklärungen stellte die Helsana Unfall AG die Leis
tungen per 19. März 2019
erneut
ein
, da ein Zusammenhang zwischen den ge
sundheitlichen Beschwerden und dem Unfallereignis nicht mehr nachgewiesen sei
(
Verfügung vom 31. Mai 2019 [Urk. 7/K28]
). Die dagegen erhobene Ein
spra
che vom
26. Juni 2019 (Urk. 7/K30
) wies sie mit Entscheid vom 9. Dezember 2019 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 21. Januar 2020 Beschwerde mit
den Anträgen
, es seien ihr weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten
. Eventualiter sei ein neutrales Gutachten einzuholen
(Urk. 1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2020 schloss die Helsana Unfall AG unter Auflage einer weiteren Beurteilung ihres beratenden Arztes Prof.
Dr.
B._
vom 6. Februar 2020
(Urk. 7/M22) auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Hievon
wurde die Beschwer
de
führerin
mit Verfügung vom 3. März 2020 unter Beilage der erwähnten Ein
schätzung in Kenntnis gesetzt (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ere
ignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Ka
u
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2,
402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfall
folgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
vom 9. Dezember 2019 (Urk. 2)
im Wesentlichen
damit, dass
seit dem 19. März 2019 keine Unfall
folgen im Bereich des rechten Vor- und des rechten Rückfusses mehr behand
lungsbe
dürftig seien. Die eigentliche Unfallv
erletzung sei als abgeheilt zu be
trachten. Die weiterhin bestehenden Beschwerden seien nicht auf den Unfall zurückzuführen.
Namentlich sei der Befund an de
r medialen
Talusschulter
nicht u
nfallkausal.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk. 1), dass
es sich bei der Verletzung der
osteochondralen
Läsion am OSG um die Folgen des Unfalles
vom 6. Januar 2018 handle. Dieser Schaden am Talus sei nicht abgeheilt. Er müsse
operativ behandelt werden, sobald die Beschwerden sich ve
rstärkten. Vor dem Unfall habe s
ie nie
unter
irgendwelche
n
Fussbeschwerden
gelitten
.
3.
3.1
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, behandelte die Beschwerdeführerin seit dem 1
3.
Juni 2018 (Urk. 7/M11) und stellte im Verlauf die folgenden Diagnosen
(
Be
richt vom 19. März 2019, Urk. 7/M17 S.1
)
:
-
Status nach Rückfussdistorsionstrauma rechts vom 06.01.2018 mit
-
Partialläsion Ligamentum
deltoideum
, nichtdisloziertem Volkmann-Fragment und wahrscheinlich Läsion der vorderen
Syndesmose
-
intak
t
es ATFL
-
erheblich traumatisierte
osteochondrale
Läsion
Talusrolle
medial
-
neu aufgetretene Stressreaktion/Durchblutungsstörung Korpus
tali
rechts
-
Arthritis MP2-Gelenk mit begleit
ender
Morton-Symptomatik 2-3 rechts
3.2
3.2.1
In der Zeit von Mai 2018 bis Februar 2020 legte die Beschwerdegegnerin die medizinische Situation der Beschwerdeführerin ihrem beratenden Arzt Prof.
Dr.
B._
fünfmal zur Beurteilung vor.
Zu Beginn ging
der Versiche
rungs
mediziner in Bezug auf die
subchondrale
Zyste i
m Talus von einem
schlum
mern
den Vorzustand aus
, welcher sich vorübergehend
oder
richtunggebend verschlim
mert hab
e
(
insbesondere
Urk. 7/M8
und 7/M14
jeweils S. 2
)
.
In der Folge unterzog Prof.
Dr.
B._
den Fall einer erneuten, eingehenden Überprüfung unter Einbezug sämtlicher medizinischer Akten und insbesondere der MRI-
Bildge
b
ungen auf CD und gelangte zu einer neuen Einschätzung der Kausalitätsfrage:
3.2
.2
I
n
der
Beurteilung vom 27. Mai 2019 (Urk. 7/M21)
führte Prof.
Dr.
B._
hierzu insbesondere
aus, dass es sich
beim
Befund an der medialen
Talusschulter
um eine zystische
Läsion und nicht um eine
osteo
chondrale
Läsion
handle
. Mithin könne für diesen in Richtung Arthrose gehenden Befund keine Unfallkausalität wahrscheinlich gemacht werden.
Des Weiteren könne d
as sich im Verlauf darstel
lende Knochenmarködem als Reaktion auf die Störung der Gelenksintegrität (Zyste mediale
Talusschulter
) angesehen werden
(S. 2)
.
Eine Fraktur eines Volk
mann-Dreieckes könne auf den Sequenzen sodann nicht gesichert werden.
Eben
so wenig könne e
ine Verletzung der vorderen
Syndesmose
mit Folgen identifiziert
werden. Die sich im Laufe der Zeit herausstellende Vorfussproblematik (Morton
Neurom,
Synovialitis
MTP
II-Gelenk) könne sch
l
iesslich ebenfalls nicht als direkte
oder indirekte Unfallfolge qualifiziert werde
n. Die eigentliche Verletzung
–
ge
mäss
MRI eine Partialläsion des Ligamentum
deltoideum
–
sei spätestens am 19. März 2019 als abgeheilt zu betrachten
(S. 3)
.
3.
2.
3
In
der
Beurteilung
vom 6. Februar 2020 (Urk. 7/M22) ergänzte Prof.
Dr.
B._
, dass d
ie
subchondrale
Knochenzyste auch
gemäss
der Auffassung von Dr.
C._
ein krankhafter Vorzustand
sei
. Entsprechend der einschlägigen Lite
ratur würden Zysten auf dem Bode
n einer Läsion in der obersten Knorpel-
Knochenschicht entstehen, durch welche Gelenkflüssigkeit in diesen Bereich hin
eingedrückt werde. Nach einiger Zeit verdichte sich die Zystenwand im Sinne der
Sklerosierung
, so dass solche Zysten über längere Zeit stabil sein könnten. Wenn nun die Voraus
setzung für die Entstehung eine
r
K
nochenzyste eine Fissur/Spalte in der Knorpel-Knochenschicht sei, dann müsse eine solche Strukturschädigung zeitlich vorausgegangen sein. Solche Schädigungen des Knorpels und des
sub
chondralen
Knochens seien auch durch repetit
i
ve Mikrotraumen möglich. Knochenzysten, und dazu gehörende Schädigung
en
der Knorpel-Knochenschicht, würden in der Folge von Fall zu Fall morphologisch einem Wandel un
t
erliegen
, wie es sich auch bei der Beschwerdeführerin im Verlauf der verschiedenen MRI-Untersuchungen
gezeigt habe
. Die Symptomatik ein
er Knochenzyste sei ver
schie
den;
so seien insbesondere auch stumme Verläufe möglich. Insofern sei die vor dem 6. Januar 2018 fehlende Symptomatik
kein
Beweis dafür, dass
vor dem
Un
fall keine Knochenzyste
mit mehr oder weniger grosser Läsion der darüb
er lie
genden Knorpel-Knochenlam
elle
vorgelegen habe. Ein Indiz für eine Vorschädi
gung könne aus dem Befundbericht des Radiologen am Spital
Z._
abgeleitet werden, welcher am 6. Januar 2018 das Röntgenbild des OSG rechts
im Sinne eines kleinen
kortikalisierten
Knochenfragment
s
subtibial
, älteren Ausrissen ent
sprechend
, beurteilt habe
(S. 10)
.
Die Bänderzerrungen am OSG
(
Syndesmose
)
und die Fraktur der hinteren
Tibia
kante
seien gemäss der MRI-Verlaufsdokumentation
(vgl. insbesondere Urk. 7/M16)
gut abgeheilt.
Das vom Erscheinungsbild her v
ariable Knochen-Ödem (
Bone
Brui
se
) sei eine unspezifische Antwort auf eine Trau
matisierung oder auch einen bleibenden
Schaden am Skelett. Insofern sei die Beweiskraft dieses MRI-Befundes für eine
Traumafolge
versus degenerative
r
Gelenkschaden nur begrenzt
(S. 11)
.
Zusammengefasst seien ab dem 1
9.
März 2019, 14 Monate nach dem Unfall
ereignis, nur noch krankhafte Veränderungen am rechten Fuss behandlungs
be
dürftig
(S. 10)
.
4.
4.1
Die von Prof.
Dr.
B._
vorgenommenen Beurteilungen wurden in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben
und sind für die streitigen Belange um
fassend
. Der beratende Arzt hat die medizinischen Zusammenhänge unter Be
rücksichtigung der Befunde und der geklagten Beschwerden einleuchtend darge
legt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Somit liegt eine den rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien entsprechende ärztliche Ent
sche
idungsgrundlage vor (vgl. E. 1.6
). Dabei schadet auch nicht, dass der Versi
che
rungsmediziner die Beschwer
deführerin nicht selbst unter
sucht hat, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beur
teilung eines an sich feststehen
den medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
4.2
Prof.
Dr.
B._
stellte auf die in den verschied
enen MRI-Untersuchungen (Urk. 7/M7
S. 2
, 7/M12, 7/M16, 7/M19
) erhobenen Befunde und gestellten Dia
gnosen ab und begründete unter Berücksichtigung der vor
liegenden Arztberichte
nachvollziehbar, dass
sich die Beschwerdef
ührerin beim Treppensturz am 6.
Januar 2018 verschiedene Verletzungen am
Rückfuss
, insbesondere
am oberen Sprunggelenk, zugezog
en hat, welche
aber
bis zum 19.
März 2019 als abgeheilt zu betrachten
sind
.
Mit
Bezug auf die
subchondrale
Knochenzyste führte er sodann i
n
ausführlicher
Auseinandersetzung mit der einschlägigen Fachliteratur
und unter
Hinweis
auf das Röntgenbild vom
6. Januar 2018 (Urk. 7/M2)
aus, dass
diese
mit grosser Wahrscheinlichkeit
einem krankhaften Vorzustand
entspricht
und
damit
als unfallfremd
anzusehen ist
.
An dieser Einschätzung vermögen di
e Berichte der die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzte keine Zweifel
zu erwecken:
Dr.
C._
stellte
in seine
n Berichten, insbesondere am
16. Januar 2020 (Urk.
3/4 S. 1
)
,
selbst
fest
,
dass der
in der
MRI-Untersuchung vom 16. April 2018
festge
stellte
osteochondrale
Defekt an der
Talusrolle
medial im Sinne einer zystischen Veränderung, zum Teil randständig
sklerosiert
,
für eine
vorbestehende Läsion
spreche.
Insofern
Dr.
C._
in seinem Bericht allerdings weiter ausführt,
dass der MR-tomographisch dokumentierte Verlauf mit klarer Verschlechterung der
osteochondralen
Situation am Talus medial den Kausalzusammenhang zur
Traumatisierung des Rückfusses vom 6. Januar 2018 mit hoher Wahrschein
lich
keit nahelege (im Bericht vom
1
3.
Juni 2018 [Urk. 7/M11
S. 2
]
als richtung
s
weisende
Veränderung eines
allfälligen
Vorzustandes
beschrieben
)
, kann ihm nicht gefolgt werden.
Wie
Prof.
Dr.
B._
hierzu schlüssig aufzeigte, unter
liegen Knochenzysten und dazu gehörende Schädigungen der Knorpel-Knochen
schicht morphologisch einem Wandel. Die vorliegenden Veränderungen im Ver
lauf der verschiedenen MRI-Untersuchungen können deshalb nicht
mit der dazu
erforderlichen Wahrscheinlichkeit
als Hinweis auf eine traumatische Verursa
chung
angesehen werden
(Urk. 7/M22
S. 10
)
.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs
mit dem Unfallereignis
genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (vgl. E. 1.3). Gleich verhält es sich in Bezug auf die Äusserung von Dr.
C._
,
wonach
sich
am Talus medial ein deutlicher perifokaler
Bone
Bruise
als Zeichen einer stattgehabten frischen Traumatisierung
finden las
se
(Urk. 3/4 S
.
1
)
.
Prof.
Dr.
B._
legte diesbezüglich
zu R
echt dar
,
dass
ein
Bone
Bruise
im Corpus des Talus sowohl auf eine Traumatisierung als auch auf einen degene
rativen Gelenkschaden zurückzuführen sein
kann
(Urk. 7/M22 S. 11)
.
Damit fehlt es auch hier am erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
einer unfallkausalen Verursachung.
In diesem Zusammenhang ist
zudem
darauf hinzuweisen, dass d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung
beziehungsweise Beschwerden
schon dann als durch de
n Unfall verursacht gelten
, weil sie nach diesem aufgetreten
sind
, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Aus dem Bericht von PD Dr. med.
D._
, Facharzt FMH
für
Ortho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 17. April 2019
(Urk. 3/6)
lässt sich sodann
ebenfalls
die bekannte Diagnose der
osteochondralen
Läsion OSG
am medialen
Talusdom
rechts
entnehmen. Warum
PD Dr.
D._
diese Schädigung
als traumatisch verursacht einschätzt,
begründet
er
allerdings nicht
.
Ebenso verhält es sich mit den
Bericht
en
von Dr.
A._
vom 24. April 2018
und 29. Mai 2018
(Urk. 7/M7
, 7/M10
), welcher ohne
nachvollziehbare medi
zinische
Begründung
vermutet, dass die
osteochondrale
Läsion
trauma
-a
ssoziiert sei. Diesbezüglich gilt
es
auch die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen,
dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Thera
peuten mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die Tatsache, dass Prof.
Dr.
B._
die Frage der Kausalität
in Bezug auf den
o
steochondralen
Defekt
beziehungsweise die
subchondrale
Knochenz
yste
anfäng
lich anders
–
i
m Sinne einer
vorübergehenden oder
richtunggebenden
Ver
schlim
merung
eines
pathologischen
Vorzustandes
–
beurteilt hatte
(vgl. E. 3.2
.1
)
, ändert nichts an der Beweis
wert
igkeit seiner abschliessenden Stellungnahmen. Es ent
spricht einem üblichen Vorgehen von Versicherungen, dass die medizinische Situa
tion bei längerem Andauern der Beschwerden einer
erneuten
vertieften Über
prü
fung unterzogen wird
, welche
insb
esondere, aber nicht nur
bei Vorliegen
neuer medizinischer
Unterlagen zu anderen Erkenntnissen
führen kann.
Prof.
Dr.
B._
kam
namentlich
durch die
detaillierte
Analyse
der MRI-Sequenzen
sowie die Veränderung der Befunde im Verlauf
zu seiner neuen
Einschätzung
.
4.3
Da folglich die Bänderzerrungen am OSG und die Fraktur der hinteren
Tibiakante
gemäss der MRI-Verlaufsdokumentation gut abgeheilt sind
(vgl. Urk. 7/M16
,
7/M
19,
7/M22
S. 11
)
,
die Befunde am
Vorfuss
unbestrittener- und
ausgewiesener
massen
nicht im Zusammenhang mit dem Unfall stehen (Urk. 1 S. 3,
Urk. 7/M16-17,
Urk. 7/M21
S. 3
)
und sowohl das
Bone
Bruise
als auch die
subchondrale
Knochenzy
ste
und allfällige diesbezügliche Verschlechterungen
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 6. Januar 2018 zurückgeführt werden
können
,
ist
mit Prof.
Dr.
B._
von einem Wegfall der unfallkausalen Beschwerden
spätestens per 19. März 2019
auszugehen.
Zusammengefasst
ist
damit
nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin
die
Heil
behandl
ungskosten auf diesen Zeitpunkt
hin
eingestellt
und keine
weiter
führenden Leistungen zugesprochen hat.
Für weitere medi
zi
nische Abklä
rungen besteht kein Anlass, zumal davon – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 1)
–
keine anderen
entscheid
rele
van
ten
Erkennt
nisse zu erwar
ten sind (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 9. Dezember 2019 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.