Decision ID: 6fb5a82d-686c-5a7e-82bc-0d357a839302
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner reichte am 28. März 2014 bei der Gemeinde Ittigen ein
Baugesuch ein für den Bau eines beheizten Schwimmbades mit Überdachung (Grösse 3,4
x 7 m) auf der Parzelle Ittigen Gbbl. Nr. Z._ (A._strasse 2). Die Parzelle
liegt in der Wohnzone W2. Gegen das Bauvorhaben erhob der Beschwerdeführer
Einsprache. Mit Bauentscheid vom 1. Mai 2015 erteilte die Gemeinde dem Bauvorhaben
die Baubewilligung.
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2. Gegen diesen Entscheid führt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Mai 2015
bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) Beschwerde. Er
beantragt die Aufhebung des Bauentscheids vom 1. Mai 2015 und die Erteilung des
Bauabschlags. Eventuell verlangt er die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die
Vor-instanz. Er macht geltend, das Bauvorhaben würde bewirken, dass der Hang zu
seinem Grundstück noch stärker abrutsche, wodurch Personen und Sachen auf seinem
Grundstück gefährdet würden. Durch den Bau und den Betrieb des Schwimmbades
entstünden zudem übermässige Lärmimmissionen und mehr Durchgangsverkehr. Zudem
bringt er vor, der Bezug von Quellwasser beeinträchtige die Frischwasserversorgung
seines Grundstücks.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Akten ein. Sowohl der Beschwerdegegner in seiner
Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2015 als auch die Gemeinde in ihrer Stellungnahme vom
19. Juni 2015 beantragen die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer übergab
dem Rechtsamt persönlich verschiedene Unterlagen. Diese wurden ihm mit Einschreiben
vom 28. Juli 2015 wieder retourniert.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdeführer ist Eigentümer des Grundstücks Ittigen Gbbl. Nr. B._
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191). 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
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(A._strasse 4). Dieses grenzt im Nordwesten an das Baugrundstück. Der
Beschwerdeführer ist zudem mit seiner Einsprache gegen das geplante Bauvorhaben im
Baubewilligungsverfahren vor der Gemeinde unterlegen und durch den vorinstanzlichen
Bauentscheid beschwert. Er hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
Änderung. Er ist deshalb befugt Beschwerde zu führen.
c) Auf eine Beschwerde kann nur eingetreten werden, wenn sie eine genügende
Begründung enthält (Art. 67 i.V. mit Art. 32 VRPG3). Nach der Praxis des
Verwaltungsgerichts werden an die Begründung einer Beschwerde keine hohen
Anforderungen gestellt. Sie muss sich aber mit dem angefochtenen Entscheid
auseinandersetzen. Eine blosse Wiederholung von früheren Eingaben genügt nicht.4 Die
Beschwerde wiederholt fast wörtlich die Einsprache. Sie geht nicht auf die Argumente im
angefochtenen Entscheid ein. Es ist fraglich, ob darauf eingetreten werden kann. Die Frage
kann aber offen bleiben, weil die Beschwerde auch inhaltlich abzuweisen ist.
2. Hangstabilität
Der Beschwerdeführer bringt vor, die Hangstabilität sei gefährdet. Der Beschwerdegegner
hat zu dieser Frage im Baubewilligungsverfahren ein Gutachten der GEOTEST AG
eingereicht, das zum Schluss kommt, die Stabilität des Hangs werde verbessert. Der
Beschwerdeführer setzt sich mit diesem Gutachten nicht auseinander. Das Gutachten ist
plausibel; es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass es nicht korrekt sein könnte. Das
Bauvorhaben beeinträchtigt die Hangstabilität nicht.
3. Durchgangsverkehr und Lärm
a) Der Beschwerdeführer rügt, der Bau und der Betrieb des Schwimmbeckens würden
zu mehr Durchgangsverkehr führen. Die Vorinstanz hat dazu ausgeführt, es handle sich
um ein privates Schwimmbecken. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb dieses zu mehr
Durchgangsverkehr führen solle. Der Beschwerdeführer widerlegt diese Argumentation mit
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15; BVR 2006 S. 470 E. 2.4 mit Hinweisen.
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keinem Wort. Das Haus des Beschwerdeführers liegt oberhalb der A._strasse.
Eine kleine Privatstrasse führt von der A._strasse zum Haus des
Beschwerdeführers und zum oberhalb liegenden Haus des Beschwerdegegners. Der Bau
des Schwimmbeckens wird zu geringfügigem Baustellenverkehr führen. Solcher
Baustellenverkehr gehört zu den normalen Einwirkungen in einer Bauzone und muss
hingenommen werden. Wie schon die Vorinstanz ausgeführt hat, geht es hier um ein
privates Schwimmbecken in einer Wohnzone. Der Betrieb des Schwimmbeckens wird
höchstens zu sehr geringfügigem zusätzlichen Verkehr führen, der kaum wahrnehmbar
sein wird und in der Wohnzone zonenkonform ist.
b) Der Beschwerdeführer macht geltend, der Bau und der Betrieb des
Schwimmbeckens würden zu übermässigen Lärmimmissionen führen. Weder der Bau
noch der Betrieb eines privaten Schwimmbeckens im Garten eines Einfamilienhauses
führen zu Lärm, der im Sinne von Art. 24 BauG und oder Art. 11 ff. USG5 störend ist.
Solcher Lärm gehört zum normalen Lärm, der in einer Wohnzone hinzunehmen ist.
Lärmrechtlich handelt es sich um einen Bagatellfall. Hier kommt dazu, dass das
Schwimmbecken oberhalb des Hauses des Beschwerdeführers zu stehen kommt und gut
20 m davon entfernt ist. Weitere Abklärungen oder Massnahmen gestützt auf Art. 24 BauG
und das Vorsorgeprinzip nach Art. 11 Abs. 2 USG müssen nicht getroffen werden.6
4. Quellrecht
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Beeinträchtigung einer privaten Quelle. Die
Vorinstanz hat zu Recht erwogen, private Quellrechte seien im Baubewilligungsverfahren
nicht beachtlich. Laut Grundbuch lastet auf dem Grundstück des Beschwerdeführers ein
Wasseranschlussrecht zu Gunsten des Grundstücks des Beschwerdegegners. Der
Beschwerdeführer hat es in der Hand, dafür zu sorgen, dass das Wasseranschlussrecht im
Rahmen des zivilrechtlich Zulässigen genutzt wird. Für Streitigkeiten über das
Wasseranschlussrecht hat er sich an das Zivilgericht zu wenden.
5 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) 6 BGE 1C_162/2009 vom 3. Februar 2010 mit Hinweisen auf BGE 117 Ib 28 E. 6c S. 34; Alain Griffel, Die Grundprinzipien des schweizerischen Umweltrechts, 2001, S. 72 f. Rz. 86 f.; Schrade/Loretan, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 1998, N. 35 zu Art. 11 USG
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5. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Verfahrenskosten im
Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese wird festgesetzt auf
Fr. 300.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV7).
Parteikosten sind keine entstanden (Art. 104 VRPG).