Decision ID: 641a6188-0212-5f31-8a73-d790529a05c5
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen und Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a J._, Jahrgang 1956, meldete sich im April 2000 zum Bezug von IV-Leistungen an
und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 5). Bei einem Unfall am 10.
Dezember 1998 habe er sich eine Verrenkung der rechten Schulter zugezogen. Für die
Zeit vom 1. Dezember 1999 bis 28. Februar 2001 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
am 2. Juni 2005 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zu. Für die Zeit
ab 1. März 2001 wurde die Rente eingestellt, da der Invaliditätsgrad unter 40% lag (IV-
act. 104). Gegen diese Verfügung und den Abschluss der Arbeitsvermittlung (IV-act. 86)
erhob der Versicherte Einsprache (IV-act. 99 und 106) und gegen den abweisenden
Einspracheentscheid vom 13. Juli 2005 am 15. August 2005 Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 119, 120). Mit Entscheid vom 26.
April 2006 (IV-act. 134) wurde die Beschwerde teilweise gutgeheissen und die
Beschwerdegegnerin verpflichtet, eine polydisziplinäre medizinische Abklärung zu
veranlassen und anschliessend über den Anspruch auf eine IV-Rente sowie
gegebenenfalls über berufliche Massnahmen und Arbeitsvermittlung neu zu verfügen.
A.b Vom 2. bis 6. Juli 2007 erfolgte ein stationärer Aufenthalt mit eingehender
Untersuchung im Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB), Medizinische
Abklärungsstelle der IV (MEDAS), Basel. Im ZMB-Gutachten vom 20. September 2007
(IV-act. 146) wurden u.a. ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom, eine
Periarthropathia humeroscapularis rechts und ein zervikales Schmerzsyndrom
diagnostiziert. Als Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, Patellachondropathie
links, Adipositas, arterielle Hypertonie, Status nach Hämorrhoidenoperation 2002,
Varikosis der Beine und anamnestisch ein Status nach Lungen-Tuberkulose
festgehalten. In einer adaptierten Tätigkeit - körperlich wenig belastend,
"wechselschichtig" auszuführend - bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%.
A.c Gestützt auf das ZMB-Gutachten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von
20% und stellte in den Vorbescheiden vom 27. Februar 2008 die Ablehnung eines
Rentenanspruchs (IV-act. 162) und den Abschluss der Arbeitsvermittlung (IV-act. 160)
in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 4. April
2008 (IV-act. 165) Einwand erheben. Das Ergebnis des medizinischen Gutachtens
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stimme mit der effektiven Beschwerdesituation, insbesondere im Bereich der
psychiatrischen Befunde, nicht überein.
A.d In den Verfügungen vom 14. Juli 2008 (IV-act. 170 und 171) wies die IV-Stelle das
Begehren um eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20% ab und erklärte
die Arbeitsvermittlung mangels subjektiver Vermittlungsfähigkeit für abgeschlossen.
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. Andres Büsser,
St. Gallen, im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 10. September
2008 mit den Anträgen, die Verfügungen vom 14. Juli 2008 betreffend Rente und
berufliche Massnahmen seien aufzuheben, es sei ein unabhängiges, gerichtliches,
polydisziplinäres Gutachten einzuholen, dem Beschwerdeführer seien eine
gesetzmässige Rente ab gesetzlichem Zeitpunkt und die notwendigen beruflichen
Massnahmen zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur Neuabklärung durch ein
unabhängiges polydisziplinäres Gutachten an die Sozialversicherungsanstalt
zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, dass das Gutachten schon aus formalen Gründen nicht
verwertbar sei, da dem Beschwerdeführer vor der Begutachtung nur die
Begutachtungsstelle, nicht aber die zuständigen Gutachter samt Qualifikation mitgeteilt
worden seien. Die psychiatrische Abklärung sei ungenügend, da Dr. A._, Facharzt
Psychiatrie, den Beschwerdeführer nur ein einziges Mal während knapp 30 Minuten
befragt habe. Dr. A._ habe sich nicht mit den abweichenden Auffassungen von Dr.
B._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und den Fachärzten der Klinik
Valens auseinandergesetzt und gehe auch auf den Befund von PD Dr. C._, Leitender
Arzt Kantonsspital St. Gallen, nicht ein. Das Gutachten der Klinik Valens und die
Auffassung von Dr. B._ seien medizinisch übereinstimmend begründet und würden
auf allseitigen und sehr intensiven exploratorischen Erhebungen von mehreren Wochen
bzw. Jahren basieren, wogegen die Meinung von Dr. A._ auf einem einzigen,
halbstündigen Gespräch beruhe. Dr. A._ habe bei der Begutachtung Suggestivfragen
gestellt und die anamnestischen Erhebungen seien nicht von ihm, sondern von Dr. J.
E._, Fachärztin Pädiatrie, die mit der psychiatrischen Begutachtung nichts zu tun
habe, erhoben worden. Dr. A._ habe es unterlassen, beim jahrelang behandelnden
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Dr. B._ einen konkreten Verlaufsbericht einzuholen. Dieser bestätige nämlich, dass
sich der Zustand des Beschwerdeführers auch nach 2005 ständig verschlechtert habe.
Die Depression habe sich insbesondere auch seit September 2007 weiter verschärft.
Der Beschwerdeführer sei bei der Untersuchung von Dr. A._ unter dem Einfluss von
Antidepressiva gestanden. Dieser Umstand sei vom Gutachter bei der Beurteilung aber
nicht berücksichtigt worden. Bei der orthopädischen Begutachtung von Dr. D._,
Facharzt Orthopädische Chirurgie, seien offenbar nicht alle Röntgen- bzw. MR-Bilder
beigezogen und beurteilt worden. Sodann habe die Beschwerdegegnerin offensichtlich
ganz einfach die 80%ige Arbeitsfähigkeit in Bezug gesetzt zu einem angenommenen
Valideneinkommen. Beim Invalideneinkommen sei ein Leistungsabzug von 25%
vorzunehmen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe sich
ohne Vorbehalt der Begutachtung bei den ZMB-Ärzten unterzogen, weshalb das ZMB-
Gutachten trotz der unterlassenen Bekanntgabe der Namen der Gutachter verwendet
werden könne. Im Gegensatz zu behandelnden Ärzten folge das ZMB strikt
versicherungsmedizinischen Prämissen, d.h. es klammere geltend gemachte Leiden
ohne Krankheitswert bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung konsequent aus. Eine
psychiatrische Exploration von 30 Minuten sei nicht zwingend zu kurz, massgebend sei
die Vollständigkeit des Gutachtens und dass es im Ergebnis schlüssig sei. Dr. A._
habe sich bei seiner Beurteilung auch auf die umfassend erhobene Anamnese und die
Vorakten abstützen können. Zudem sei er ausführlich auf die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers eingegangen. Die Schilderung der Befundlage und die
abschliessende Beurteilung würden im Gutachten einen breiten Raum einnehmen, der
Beschwerdeführer sei ausreichend untersucht worden. Die wichtige fachspezifische
Anamnese habe Dr. A._ selbst durchgeführt und die gesamte Anamnese zur
Kenntnis genommen. Es schade auch nicht, dass der Beschwerdeführer bei der
psychiatrischen Begutachtung unter dem Einfluss des korrekt dosierten Wirkstoffs ES-
Citalopram gestanden habe. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. B._
überzeuge nicht und sei widersprüchlich. Die von der Klinik Valens aufgeführten
psychiatrischen Diagnosen würden nur dann die Arbeitsfähigkeit einschränken, wenn
eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
vorläge. Die kernspintomographische Befunderhebung der LWS vom 17. November
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2006 sei dem Gutachter zur Verfügung gestanden. Die unfallbedingte
Steissbeinverletzung spiele bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung keine Rolle. Dem
Beschwerdeführer stehe keine repräsentative Einkommensbasis zur Verfügung,
weshalb das Valideneinkommen abstrakt, d.h. gestützt auf die schweizerische
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik, berechnet werden müsse.
Das Invalideneinkommen sei ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne zu bestimmen.
Der Beschwerdeführer könne nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen, weshalb ein
sogenannter Leidensabzug von 10% vorzunehmen sei. Aus dem Valideneinkommen
von Fr. 59'197.-- und dem Invalideneinkommen von Fr. 42'622.-- resultiere ein
Invaliditätsgrad von 28%.
B.c Mit Replik vom 23. März 2009 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an
den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest. Die Beschwerdegegnerin hat
mit Eingabe vom 27. März 2009 auf eine Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Bezüglich der
Rechtsanwendung bei einer Prüfung eines allfälligen schon vor dem 1. Januar 2003
entstandenen Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung kann auf das Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. April 2006 (IV 2005/95)
verwiesen werden. Am 1. Januar 2004 sind die neuen Normen der 4. IV-Revision und
am 1. Januar 2008 die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des ATSG in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am 14.
Juli 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten
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der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat.
Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 4. und 5. IV-Revision
hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen
Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht
haben. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG
und IVG wiedergegeben.
2.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend der Anspruch auf eine Rente und allenfalls
derjenige auf berufliche Massnahmen. Die Beschwerdegegnerin hat die beiden
Entscheide in separaten Verfahren erlassen. Indem der Vertreter des
Beschwerdeführers mit einer Beschwerdeschrift gegen beide Verfügungen Beschwerde
erhebt, beantragt er implizit die Vereinigung der beiden Verfahren. Vorliegend hängen
die Streitgegenstände der beiden Verfahren eng zusammen und es stehen sich
dieselben Parteien gegenüber. Somit rechtfertigt es sich auch im Sinn der
Verfahrensökonomie, die beiden Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil
über beide Ansprüche zu befinden.
3.
Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde an das kantonale
Versicherungsgericht Devolutiveffekt zu; die Behandlung der Sache geht also mit
Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über. Insoweit ist es dem
Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der Beschwerde weitere
oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der Rechtsprechung sind lediglich
punktuelle Abklärungen (wie z.B. Einholen von Bestätigungen oder Rückfragen)
zugelassen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, 2009, Art. 61 Rz 73; mit Hinweis
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auf BGE 127 V 232 f.). Bei den durch die Beschwerdegegnerin veranlassten
Rückfragen an die Gutachter des ZMB handelt es sich um zulässige punktuelle
Abklärungen, weshalb die Stellungnahmen vom 22. Januar 2009 und vom 4. Februar
2009 als Bestandteil des Gutachtens betrachtet werden können.
4.
4.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Nach Art. 41 IVG in der bis 31. Dezember
2002 gültig gewesenen Fassung (seither Art. 17 ATSG) ist die Rente für die Zukunft
entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Grad der
Invalidität eines Rentenbezügers in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert.
4.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
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261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese Untersuchungspflicht dauert so
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den
Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und
inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur Überzeugung, ein
bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 360 E. 5b mit
Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden
Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise
keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und des Anspruchs auf rechtliches
Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
4.3 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb). Was Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen angeht, so
darf diesen nicht zum Vorneherein jede Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Indes
muss die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass behandelnde Ärzte und
Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc;
Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005, E. 4.2). Bei der
Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden
Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte
behandelnder Ärzte und Ärztinnen nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass
eine Einschätzung von behandelnden medizinischen Personen stammt, darf nicht dazu
führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum
abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte und Ärztinnen
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bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen
(Fach-)Arztes bzw. der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärztin einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
(BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen zu
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte oder Ärztinnen
wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte
benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin stützt die ablehnende Rentenverfügung hauptsächlich auf
das ZMB-Gutachten vom 20. September 2007. Der Beschwerdeführer wendet
hingegen ein, dass das Gutachten aufgrund formeller und materieller Mängel nicht
beweistauglich sei. Zu prüfen ist daher, ob das Gutachten den Anforderungen, wie sie
die bundesrechtliche Rechtsprechung aufstellt (vorne E. 4.3), zu genügen vermag.
5.2 Formell bemängelt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, dass die Gutachter
samt ihrer Qualifikation nicht vorgängig bekanntgegeben worden seien und dass die
einzige psychiatrische Untersuchung lediglich knapp 30 Minuten gedauert habe.
5.2.1 Bezüglich der Zusammensetzung des Gutachterteams trifft es zu, dass dieses
der versicherten Person gestützt auf Art. 44 ATSG bekannt zu geben ist. Diese
Bestimmung regelt den Zeitpunkt der Bekanntgabe der Namen der sachverständigen
Personen nicht ausdrücklich. Vom Normzweck her ist jedoch von einer vorgängigen
Mitteilung auszugehen. Denn nur so wird gewährleistet, dass die Mitwirkungsrechte
ihre Funktion erfüllen. Die Bestimmung fordert indessen nicht, dass die
Namensnennung gleichzeitig mit der Anordnung der IV-Stelle über die durchzuführende
Begutachtung zu erfolgen hat. Ein Zusammenlegen der beiden Mitteilungen ist zwar
zweckmässig und rationell, jedoch im Rahmen der Begutachtung durch eine MEDAS
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aus sachlichen Gründen oftmals nicht praktikabel. Es muss daher genügen, wenn die
Namen der Gutachter der versicherten Person erst zu einem späteren Zeitpunkt
eröffnet werden. In jedem Fall muss dies aber frühzeitig genug erfolgen, damit sie in
der Lage ist, noch vor der eigentlichen Begutachtung ihre Mitwirkungsrechte
wahrzunehmen (BGE 132 V 385 f. E. 8.4).
Zwar hat der Beschwerdeführer vorliegend erst anlässlich der Begutachtung Kenntnis
der einzelnen Begutachtungspersonen erlangt, doch hat er diesbezüglich keine
Ausstandsgründe geltend gemacht. Auch im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
wurden keinerlei Einwände gegen die jeweiligen Gutachter geltend gemacht. Unter
diesen Umständen ist der Mangel der unterbliebenen Mitteilung jedenfalls als geheilt zu
betrachten, ergeben sich doch auch aus den Akten keinerlei Gründe, welche die ZMB-
Gutachter als befangen erscheinen lassen.
5.2.2 Was den Einwand einer zeitlich ungenügenden psychiatrischen Untersuchung
anbelangt, hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung, wonach es für den
Aussagegehalt eines Arztberichts nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommen
könne, präzisiert. Es führte aus, der für eine psychiatrische Untersuchung zu
betreibende zeitliche Aufwand sei von der Fragestellung und der zu beurteilenden
Psychopathologie abhängig. So sei eine eigentliche Geisteskrankheit mit deutlicher
Ausprägung der Symptomatik oft in kurzer Frist diagnostizierbar, während ein sehr
hoher Zeitaufwand erforderlich sein könne, um den Verdacht auf eine Simulation einer
psychischen Störung zu klären, eine schwierige Persönlichkeitsstörung zu erhellen oder
problematische Fragen nach dem Zusammenhang zwischen traumatischen äusseren
Ereignissen und nachfolgender Symptomatik zu erörtern. Ein genereller Zeitrahmen für
eine Untersuchung lasse sich also nicht allgemeingültig definieren. Das Bundesgericht
habe mit Bezug auf ein forensisches Gutachten zur Frage der Zurechnungsfähigkeit in
einem Strafprozess festgehalten, eine sorgfältige Beurteilung könne kaum im Rahmen
einer ein- oder zweistündigen Untersuchung eines zuvor unbekannten Menschen
gelingen. Diese Einschätzung sei auf den versicherungsmedizinischen Zusammenhang
sinngemäss übertragbar. Wichtigste Grundlage gutachtlicher Schlussfolgerungen sei
hier - gegebenenfalls neben standardisierten Tests - die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Ein
Explorationsgespräch von 20 Minuten reiche offensichtlich nicht aus, wenn diese
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unerlässlichen Kernkomponenten einer umfassenden psychiatrischen Begutachtung zu
erheben seien. Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit dem Exploranden rücke
erst dann in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines
feststehenden medizinischen Sachverhalts gehe und sich neue Untersuchungen
erübrigten; in einem solchen Fall könne auch ein reines Aktengutachten voll
beweiswertig sein (Urteil I 1094/06 des Bundesgerichtes vom 14. November 2007 E.
3.1.1, m.w.H.).
Die Angabe über die Dauer des Explorationsgesprächs stammt vom Beschwerdeführer
selber, dem Gutachten sind diesbezüglich keine Angaben zu entnehmen. Die kurze
Dauer der psychiatrischen Untersuchung von rund 30 Minuten ist durchaus geeignet,
Zweifel an der Schlüssigkeit der psychiatrischen Begutachtung zu wecken. Allerdings
ist die Untersuchung unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu würdigen. Die
Dauer der Exploration relativiert sich dadurch, dass Dr. A._ nur die fachspezifische
Anamnese durchgeführt hat. Die weitere Anamnese wurde von Dr. E._ durchgeführt.
Dr. A._ war somit bei seiner Einschätzung zweifellos im Besitz der ausführlichen
Anamneseerhebung. Im Übrigen war er auch im Besitz sämtlicher Vorakten,
insbesondere lagen ihm das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F._, Arzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. August 2003 (IV-act. 48), der Bericht von Dr.
B._ vom 1. September 2005 (IV-act. 125) und der Austrittsbericht der Klinik Valens
vom 5. Januar 2006 (IV-act. 176) vor. Bei der Untersuchung von Dr. F._ und in der
Klinik Valens wurden zusätzlich zur Befragung verschiedene Tests durchgeführt. Die
Resultate hat Dr. A._ in seinem Gutachten ebenfalls in die Beurteilung
miteinbezogen. Aufgrund der Kenntnis der Vorakten und der eigenen Untersuchung
kann gesamthaft betrachtet nicht von einer ungenügenden Begutachtung ausgegangen
werden. Die Darlegung der objektiven Befundlage, der fachspezifischen Anamnese und
der Einbezug der geklagten subjektiven Beschwerden zeugen von einer hinreichenden
Untersuchung. Insbesondere ist aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht
ersichtlich, dass die Begutachtung einen speziell hohen Zeitaufwand beansprucht
hätte. Das Gutachten weist formell keine Mängel auf, die erhebliche Zweifel am
Beweiswert zu begründen vermögen. Auf die inhaltliche Würdigung des Gutachtens
wird in den folgenden Erwägungen noch eingegangen.
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5.3 Inhaltlich rügt der Rechtsvertreter das Gutachten dahingehend, dass sich Dr. A._
nicht mit abweichenden Auffassungen auseinandergesetzt und bei der Untersuchung
Suggestivfragen gestellt habe, beim behandelnden Arzt Dr. B._ kein Verlaufsbericht
eingeholt worden sei und der Beschwerdeführer bei der Untersuchung unter dem
Einfluss von Medikamenten gestanden habe. Ausserdem seien bei der orthopädischen
Begutachtung nicht alle Röntgen- bzw. MR-Bilder beigezogen und beurteilt worden.
5.3.1 Wie bereits erwähnt war der psychiatrische Gutachter im Zeitpunkt der
Beurteilung im Besitz sämtlicher Vorakten. Er führt in seiner Beurteilung aus, dass er im
Gegensatz zu Dr. B._ weder ein depressives noch ein erhebliches Angstsyndrom
hätte feststellen können. Vielmehr zeige sich ein eher etwas überheblich wirkender,
affektiv ausgeglichener Beschwerdeführer, welcher ohne wesentlich sichtbare affektive
Beteiligung seine verschiedenen Schmerzzustände und Behinderungen schildere. Dr.
A._ bezieht in seine Beurteilung auch das Gutachten von Dr. F._ und die in der
Klinik Valens durchgeführten Testuntersuchungen mit ein. Aufgrund der eigenen
Untersuchung und unter Berücksichtigung der erwähnten Aktenlage kommt er dann
zum Schluss, dass er die von Dr. B._ attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit nicht
bestätigen könne. Es bestehe kein psychisches Leiden, welches die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers über das Schmerzerleben hinaus wesentlich beeinträchtigen
würde. Abgesehen von subjektiven Angaben des Beschwerdeführers seien keine
Hinweise ersichtlich, dass die im Bericht von Dr. B._ bestehenden Beschwerden
heute noch in wesentlichem Ausmass bestehen würden. Er sei vielmehr der Ansicht,
dass beim Beschwerdeführer eine gewisse Aggravationstendenz bestehe, dass er
sthenisch seine Interessen vertrete und auch finanzielle Überlegungen eine wesentliche
Rolle spielen würden. In der Stellungnahme vom 22. Januar 2009 ergänzt Dr. A._,
dass er, entgegen der Arbeitsunfähigkeitsschätzung der Klinik Valens, keine über das
Schmerzerleben hinaus gehende Verminderung der Arbeitsfähigkeit attestieren müsse.
Bezüglich des affektiven Leidens sei der Beschwerdeführer anlässlich der
Begutachtung beschwerdefrei gewesen. Damit kann davon ausgegangen werden, dass
sich Dr. A._ mit den wesentlichen ärztlichen Berichten auseinandergesetzt und auch
begründet hat, weshalb er keine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
attestieren könne.
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5.3.2 In der Stellungnahme vom 22. Januar 2009 begründet Dr. A._ nachvollziehbar
den Einsatz von Suggestivfragen als durch das Verhalten des Beschwerdeführers
veranlasste Untersuchungsmethode.
5.3.3 Den medizinischen Akten ist der Bericht von Dr. B._ vom 1. September 2005
beigelegen. Von weiteren Auskünften von Dr. B._ wären keine entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten gewesen, weshalb vorliegend nicht angezeigt war, weitere
Berichte einzuholen, zumal sich die Einschätzungen von Dr. B._ im Verlauf der Zeit
kaum änderten, wie bereits im Urteil vom 26. April 2006 gezeigt wurde (E. 4 b).
5.3.4 Die aktuelle Medikation wurde durch Dr. E._ erhoben und im Gutachten
festgehalten. Dr. A._ war somit bei seiner Einschätzung bezüglich der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Besitz der entsprechenden Informationen.
Zwar waren die angegebenen Referenzwerte im Gutachten falsch, wie Dr. A._ am 4.
Februar 2009 einräumen musste (IV-act. 184), indessen habe sich dieser Fehler bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewirkt.
5.3.5 In der Stellungnahme vom 22. Januar 2009 halten die Gutachter fest, dass die
orthopädischen Befunde im ZMB-Gutachten gleichzustellen seien mit den
Befunderhebungen von Prof. Dr. med. G._, Neurochirurgie KSSG, aus dem Jahr
2004 und Dr. C._ aus dem Jahr 2005. Im Gegensatz zu Dr. G._ und Dr. C._ sei
den Gutachtern eine kernspintomographische Untersuchung der LWS vom 17.
November 2006 vorgelegen. Der neuere Befund und die Berücksichtigung der
Schulterproblematik rechts erkläre den Unterschied zu den früheren Einschätzungen
der Arbeitsfähigkeit.
5.3.6 Sodann führen die Gutachter in der ergänzenden Stellungnahme aus, dass der
Beschwerdeführer bei der Anamneseerhebung keine Angaben über eigentliche Folgen
der Steissbein-Kontusion aus dem Unfall vom 10. Juli 2006 geltend gemacht habe.
Entsprechende Röntgenuntersuchungen des Steissbeins hätten lediglich eine
anatomische Variante dieser Region gezeigt, eine Knochenverletzung sei nicht
vorgelegen. Auch der klinische Befund bezüglich des Steissbeins sei unauffällig
gewesen, es hätte sich lediglich eine Klopfempfindlichkeit am lumbosakralen Übergang
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gezeigt. Unter diesen Gegebenheiten könne bezüglich des Steissbeins kein
anhaltender Gesundheitsschaden aufgeführt werden.
5.4 Insgesamt vermag der Beschwerdeführer keine Mängel vorzubringen, die
erhebliche Zweifel an der Beurteilung durch die ZMB-Gutachter auslösen könnten. Das
Gutachten ergibt ein stimmiges und vollständiges Bild des Gesundheitszustands, das
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hinreichende Klarheit
über den rechtserheblichen Sachverhalt vermittelt. Die Festlegung des Invaliditätsgrads
gestützt auf die im ZMB-Gutachten enthaltene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist nicht zu
beanstanden.
5.5 Dem Antrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, es sei ein unabhängiges,
gerichtliches, polydisziplinäres Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. Der
Sachverhalt erscheint als ausreichend abgeklärt. Eine verlässlichere, eine
überwiegende Wahrscheinlichkeit begründende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre auch
von weiteren medizinischen Abklärungen nicht zu erwarten, weshalb darauf zu
verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).
6.
6.1 Zu prüfen bleibt die Ermittlung des Invaliditätsgrads. Das ZMB-Gutachten attestiert
dem Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Die
Beschwerdegegnerin hat sich bei der Festlegung des Validen- und
Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE, Anforderungsniveau 4, gestützt.
Dieses Vorgehen wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bemängelt, es kann auf
die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerdeantwort verwiesen werden. Die
Beschwerdegegnerin berücksichtigte einen Abzug auf dem Invalideneinkommen von
10%. Ein solcher Leidensabzug vom statistischen Durchschnittslohn ist nach der
Rechtsprechung gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte bestehen, dass die
versicherte Person aufgrund einkommensbeeinflussender Merkmale (wie etwa
leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad) eine Restarbeitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg verwerten kann. Ein Abzug von 10% erscheint im vorliegenden Fall
als angemessen; jedenfalls führt der Beschwerdeführer keinen konkreten Grund an,
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weshalb ein höherer Leidensabzug bei den gegebenen Verhältnissen anzunehmen
wäre. Der Einkommensvergleich ergibt demnach - wie von der Beschwerdegegnerin
korrekt ermittelt - einen Invaliditätsgrad im rentenausschliessenden Bereich, weshalb
die angefochtene Verfügung vom 14. Juli 2008 nicht zu beanstanden ist.
6.2 Was die beruflichen Massnahmen anbelangt, so sind diese von Gesetzes wegen
nicht an einen bestimmten Invaliditätsgrad gebunden. Der Anspruch auf eine
bestimmte Eingliederungsmassnahme der IV setzt voraus, dass sie sich zur Erreichung
des von ihr bezweckten Eingliederungsziels eignet; dies nicht nur objektiv mit Bezug
auf die Massnahme, sondern auch subjektiv mit Bezug auf die Person des
Versicherten. Denn eingliederungswirksam kann eine Massnahme nur sein, wenn der
Ansprecher selber wenigstens teilweise eingliederungsfähig ist (AHI 2002 S. 109,
m.w.H.). Aus den vorliegenden Akten ist ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer
selber als nicht arbeitsfähig betrachtet. Die Beschwerdegegnerin hat die
Arbeitsvermittlung mangels subjektiver Vermittlungsfähigkeit somit zu Recht
abgeschlossen, auch diese Verfügung vom 14. Juli 2008 ist nicht zu beanstanden.
7.
7.1 Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG) und ermessensweise
auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG