Decision ID: fc55b49c-cad6-5317-995d-c69405b47b94
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die Eheleute X und Y sind Eltern von Zwillingen und wohnen in einem Eigenheim in
Z. X ist als selbständiger Rechtsanwalt tätig und Y arbeitet im Sekretariat der
Anwaltskanzlei ihres Ehemannes. Am 7. Oktober 2020 wurden die Eheleute
ermessensweise für die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 368'600.– und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'031'000.–
sowie für die direkte Bundessteuer 2015 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 357'900.– veranlagt. In der daraufhin zusammen mit der Einsprache gegen die
Ermessensveranlagung am 9. November 2020 eingereichten Steuererklärung 2015
deklarierten die Eheleute ein steuerbares Einkommen von Fr. 60'400.– und ein
steuerbares Vermögen von Fr. 1'900'000.–. Mit Schreiben vom 2. und 17. Dezember
2020 forderte die Vorinstanz die Steuerpflichtigen auf, die Einsprache mit einer
Bescheinigung der Pensionskasse, Buchhaltungseinzelkontoblätter, Angaben in Bezug
auf den Umbau der Liegenschaft in Z, Nachweise über geltend gemachte
Steuerschulden und –zinsen sowie Angaben zu den Krankheitskosten zu ergänzen. Sie
kündigte an, die Einsprache aufgrund der vorhandenen Akten zu beurteilen, wenn die
verlangten Ergänzungen innert Frist nicht eingereicht würden. Die Schreiben blieben
unbeantwortet.
B.- Mit Einspracheentscheiden vom 25. Januar 2021 wurden die Einsprachen teilweise
gutgeheissen. Die Vorinstanz veranlagte die Steuerpflichtigen für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2015 mit einem steuerbaren und satzbestimmenden Einkommen von
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Fr. 308'900.– und einem steuerbaren und satzbestimmenden Vermögen von
Fr. 2'109'000.– sowie für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen
von Fr. 298'200.–. Zur Aufrechnung der geltend gemachten Beiträge an die berufliche
Vorsorge führte die Vorinstanz aus, es sei keine Bescheinigung der
Vorsorgeeinrichtung eingereicht worden, weshalb der Abzug gestrichen werde. Die
übrigen geltend gemachten Aufwände seien nicht mit Einzelkontoblättern belegt
worden, weshalb, wo angezeigt, aufgerechnet werde. Die geschäftsmässige
Begründetheit der Rückstellungen sei nicht nachgewiesen, weshalb diese reduziert und
beim selbständigen Erwerbseinkommen aufgerechnet würden. Auch die
Liegenschaftsunterhaltskosten seien nicht belegt. Die deklarierten Steuerschulden und
-zinsen sowie drei Positionen der Zusammenstellung der Krankheitskosten seien nicht
nachgewiesen worden. Beides würde deshalb nicht zum Abzug zugelassen.
C.- Gegen die Einspracheentscheide vom 25. Januar 2021 erhoben die
Steuerpflichtigen am 26. Februar 2021 Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Sie stellten die
Rechtsbegehren, die vorinstanzlichen Entscheide über die Kantons- und
Gemeindesteuern 2015 sowie die direkte Bundessteuer 2015 seien aufzuheben und sie
seien mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 60'400.– und einem steuerbaren
Vermögen von Fr. 1'931'600.– zu veranlagen, und reichten verschiedene Belege ein.
Die Vorinstanz liess sich am 1. April 2021 vernehmen. Sie beantragte die teilweise
Gutheissung des Rekurses und der Beschwerde, unter Auferlegung der Rekurs- und
Beschwerdekosten an die Steuerpflichtigen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung
verzichtete auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde. Eine weitere Eingabe der
Steuerpflichtigen datiert vom 30. April 2021.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
I. Prozessuales
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1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Kantons- und
Gemeindesteuern 2015 und der direkten Bundessteuer 2015. Hierbei handelt es sich
um verschiedene Steuern, welche verschiedenen Gemeinwesen zufliessen und welche
Gegenstand getrennter Veranlagungen und Verfahren sind. Dies bedeutet, dass zwei
Entscheide zu fällen sind, die in einem einzigen Dokument enthalten sein können – der
eine für die Kantons- und Gemeindesteuern und der andere für die direkte
Bundessteuer – mit getrennten Begründungen, wobei Verweisungen zulässig sind, und
eigenen Rechtssprüchen (Dispositiven) oder zumindest einem Rechtsspruch, der die
beiden Steuern ausdrücklich auseinanderhält (BGE 130 II 509 E. 8.3 = Pra 94 [2005]
Nr. 114). Dementsprechend werden der Rekurs und die Beschwerde in einem einzigen
Dokument behandelt und die Steuern im gemeinsamen Rechtsspruch
auseinandergehalten. Spätere höchstrichterliche Differenzierungen bezüglich Form und
Inhalt von Entscheiden (BGE 135 II 260 E. 1.3.1 und 142 II 293 E. 1.2) haben an der
Zulässigkeit dieser Vorgehensweise nichts geändert.
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurs- bzw. Beschwerdeerhebung ist
gegeben. Die Eingabe vom 26. Februar 2021 ist rechtzeitig eingereicht worden. Sie
erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194
Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h
Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.
II. Kantons- und Gemeindesteuern
3.- a) Steuerbar sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land-
und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen
selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 31 Abs. 1 StG). Der steuerbare Reingewinn setzt
sich zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung und allen vor Berechnung des
Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die
nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (Art.
82 in Verbindung mit [i.V.m.] Art. 31 Abs. 3 StG).
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b) Zur Ermittlung des Reineinkommens werden die gesamten steuerbaren Einkünfte um
die Aufwendungen und die allgemeinen Abzüge gemäss Art. 39 bis 46 StG vermindert
(Art. 38 Abs. 1 StG). Der Vermögenssteuer unterliegt das gesamte Reinvermögen (Art.
53 Abs. 1 StG). Nachgewiesene Schulden, für die der Steuerpflichtige allein haftet,
werden voll abgezogen (Art. 62 Abs. 1 StG).
c) Das Gesetz verpflichtet die Steuerpflichtigen, die Steuererklärung wahrheitsgemäss
und vollständig auszufüllen, persönlich zu unterzeichnen und zusammen mit den
vorgeschriebenen Beilagen fristgemäss der zuständigen Behörde einzureichen.
Reichen sie die Steuererklärung nicht oder mangelhaft ausgefüllt ein, werden sie
aufgefordert, das Versäumte innert angemessener Frist nachzuholen (Art. 168 StG). Die
Steuerpflichtigen müssen alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu
ermöglichen. Auf Verlangen der Veranlagungsbehörde müssen sie insbesondere
mündlich oder schriftlich Auskunft erteilen, Geschäftsbücher, Belege und weitere
Bescheinigungen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorlegen (Art. 170 StG).
Die Veranlagungsbehörde ihrerseits prüft die Steuererklärung und nimmt die
erforderlichen Untersuchungen vor (Art. 176 StG). Sie stellt die für eine vollständige und
richtige Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest.
Dazu kann sie Sachverständige beiziehen, Augenscheine durchführen sowie
Geschäftsbücher und Belege an Ort und Stelle einsehen (Art. 176 StG).
Nach der allgemeinen Beweislastregel im Steuerrecht trägt die Veranlagungsbehörde
gemäss konstanter Rechtsprechung die Beweislast für steuerbegründende oder
steuererhöhende Tatsachen, während die Steuerpflichtigen die Beweislast für
Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (Urteil des
Bundesgerichts 2C_211/2021 vom 8. Juni 2021 E. 5.1.3). Dies hat zur Folge, dass die
Steuerbehörde steuermindernde Tatsachen, für die die Pflichtigen den Nachweis nicht
erbringen, ohne weitere Abklärungen unberücksichtigt lassen kann (SGE 1996 Nr. 26);
das pflichtgemässe Ermessen kann diesfalls nicht anstelle der Beweisführungspflicht
des Steuerpflichtigen treten (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht,
7. Aufl. 2014, VII. Teil N 23 f.).
d) Hinsichtlich der Aufrechnung eines Privatanteils von Fr. 2'000.– an den Fahrzeug-
und Benzinkosten (beim selbständigen Erwerbseinkommen) durch die Vorinstanz
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hielten die Rekurrenten fest, der Ehemann sei für die Erzielung seines selbständigen
Erwerbseinkommens auf ein Fahrzeug angewiesen. Er unterhalte kein
Geschäftsfahrzeug, sondern ein Fahrzeug im Privatvermögen, welches er auch
geschäftlich benütze. Des Weiteren sei auch die verbuchte Rückstellung von
Fr. 32'500.- für die Nachzahlung von AHV-Beiträgen korrekt und es sei von der
erfolgten Aufrechnung im Umfang von Fr. 27'500.– beim selbständigen
Erwerbseinkommen abzusehen. Der geltend gemachte Liegenschaftsunterhalt sei
ausgewiesen und der Abzug der Unterhaltskosten für die Liegenschaft Z sei zu Unrecht
nicht zugelassen worden. Für diese steuermindernden Tatsachen (Rückstellungen im
Zusammenhang mit den AHV-Beiträgen, Liegenschaftsunterhaltskosten) reichten die
Rekurrenten mit dem Rekurs erstmals Belege nach. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich
in der Vernehmlassung vom 1. April 2021 fest, der Abzug für die Fahrzeugkosten und
das Benzin sei gestützt auf die Ausführungen der Rekurrenten geschäftsmässig
begründet und der Antrag auf Verzicht der Aufrechnung eines Privatanteils an den
Fahrzeugkosten im Umfang von Fr. 2'000.– könne gutgeheissen werden. Nach
Kenntnisnahme der im Rekurs eingereichten Nachweise würden zudem die
Rückstellungen im Zusammenhang mit den ausstehenden AHV-Beiträgen als
geschäftsmässig begründet erachtet und auf eine Aufrechnung beim selbständigen
Erwerbseinkommen von Fr. 27'500.– sei zu verzichten. Auch der Abzug der
Unterhaltskosten im Umfang von Fr. 148'037.– im Zusammenhang mit der
Liegenschaft Z sei aufgrund der mit dem Rekurs eingereichten Belege nachgewiesen.
Der Antrag auf Verzicht der Aufrechnung beim Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit im Umfang von insgesamt Fr. 29'500.– sowie der Abzug der
Liegenschaftsunterhaltskosten im Umfang von Fr. 148'037.– sind im Rekursverfahren
somit nicht mehr umstritten und diesbezüglich ist der Rekurs gutzuheissen.
Die Rekurrenten führten weiter aus, sie besässen in Q tatsächlich fünf und nicht wie
deklariert vier Liegenschaften und der Steuerwert der fünf Liegenschaften betrage, wie
von der Vorinstanz festgehalten, Fr. 21'600.– anstatt der deklarierten Fr. 20'000.–.
Diese Korrektur der Vorinstanz sei somit zu Recht erfolgt und dagegen richte sich der
Rekurs nicht. Auch sei ein Übertragungsfehler beim Schuldsaldo der einen Hypothek
erfolgt, weshalb die entsprechende Korrektur durch die Vorinstanz (Hypothek im
Umfang von Fr. 250'000.– anstatt Fr. 280'000.–) ebenfalls nicht zu beanstanden sei. Die
beiden Punkte blieben im Rekursverfahren unangefochten und es ist diesbezüglich
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festzuhalten, dass die Vorinstanz das steuerbare Vermögen zu Recht um Fr. 31'600.–
erhöht hat.
e) Umstritten ist insbesondere der in der Jahresrechnung 2015 der Anwaltskanzlei des
Ehemannes verbuchte Aufwand für die Beiträge an die berufliche Vorsorge im Umfang
von Fr. 50'007.45. Die Rekurrenten machten geltend, aufgrund des nun eingereichten
Ausweises der Pensionskasse sei ausgewiesen, dass die von der Vorinstanz
aufgerechneten Pensionskassenbeiträge von insgesamt Fr. 50'007.45 tatsächlich
bezahlt worden seien. Die Vorinstanz verneinte die geschäftsmässige Begründetheit
dieses Aufwands und hielt fest, es liege eine Überversicherung vor, weshalb die
abzugsfähigen Beiträge entsprechend zu kürzen seien.
Die von Erwerbstätigen geleisteten Beiträge an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge
sind gemäss Art. 81 des Bundesgesetzes über die berufliche Alter-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (SR 831.40; abgekürzt: BVG) und Art. 45 Abs.
1 Bst. d StG in vollem Umfang abziehbar. Bei Selbständigerwerbenden wird in jedem
Fall eine Angemessenheitsprüfung vorgenommen und/oder eine Bescheinigung eines
zugelassenen Experten für die berufliche Vorsorge gemäss Art. 52d f. BVG verlangt,
wenn die gesamte Beitragsleistung (inkl. "Arbeitgeberanteil") 20 % des Reingewinns
übersteigt. Versicherbar ist im Maximum das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen.
Es ist grundsätzlich nicht zulässig, einen fiktiven Lohn zu versichern (Steuerbuch [StB]
45 Nr. 7 Ziffer 2.1). Die vom Arbeitgeber geleisteten Beiträge an die
Vorsorgeeinrichtung stellen Personalaufwand dar (StB 45 N. 7 Ziffer 2.3).
Aus den mit dem Rekurs eingereichten Unterlagen der ASGA Pensionskasse
Genossenschaft geht hervor, dass der Ehemann für sich als selbständigen
Rechtsanwalt im Jahr 2015 Beiträge an die Pensionskasse im Umfang von Fr.
41'107.20 sowie für seine bei ihm angestellte Ehefrau Beiträge im Umfang von Fr.
8'344.20 geleistet hat (vgl. Beilage 4 und 5 zu act. 1). Mit Eingabe vom 30. April 2021
reichten die Rekurrenten dem Gericht zudem ein Versicherten-Verzeichnis 2015 der
ASGA Pensionskasse Genossenschaft nach (act. 13), aus welchem die für das Ehepaar
geleisteten Pensionskassenbeiträge (Spar- und Risikobeiträge) von insgesamt
Fr. 49'451.40 hervorgehen. Gestützt auf die Akten kann somit nicht von einer
Überversicherung des selbständig erwerbstätigen Ehemannes, wie von der Vorinstanz
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geltend gemacht, ausgegangen werden. Es kann auch nicht gesagt werden, dass ein
fiktives Erwerbseinkommen versichert worden sei. Dafür spricht, dass er für das Jahr
2015 einen Jahreslohn von Fr. 150'000.– gemeldet hat (act. 13). So können bei der
direkten Bundessteuer die gemäss Gesetz, Statut oder Reglement geleisteten Beiträge
an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge abgezogen werden, wobei ein Vorsorgeplan
als angemessen gilt, wenn die Beiträge der Selbständigerwerbenden nicht mehr als
25 Prozent des versicherbaren AHV-pflichtigen Einkommens pro Jahr betragen (Art. 33
Abs. 1 lit. d DBG, Art. 1 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [SR 831.441.1, abgekürzt BVV 2] und Hunziker/
Mayer-Knobel, in: Zweifel/Beusch (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer, 3. Aufl. 2017, N 23c zu Art. 33 DBG). In der Buchhaltung des
Ehemannes für das Jahr 2015 wird ein Gewinn von Fr. 152'617.10 ausgewiesen, bei
welchem noch seine Beiträge an die Sozialversicherungen sowie an die berufliche
Vorsorge aufzurechnen sind (vgl. Buchhaltung 2015 Advokaturbüro X in act. 8/I/6), so
dass das versicherbare AHV-pflichtige Einkommen des Ehemannes höher als
Fr. 200'000.– war. Selbst wenn nur ein Teil der geleisteten Pensionskassenbeiträge für
den Rekurrenten beim Gewinn hätten aufgerechnet werden dürfen, hätten seine
Beiträge an die Pensionskasse als Selbständigerwerbender (Fr. 41'107.20) (knapp)
unter 25 Prozent des versicherbaren AHV-pflichtigen Einkommens des Jahres 2015
gelegen. Es wurde somit nicht mehr als das tatsächlich erzielte AHV-pflichtige
Erwerbseinkommen versichert und die Beiträge an die berufliche Vorsorge betrugen
weniger als 25 Prozent des ahv-pflichtigen Erwerbseinkommens. In diesem Punkt ist
der Rekurs gutzuheissen und die Pensionskassenbeiträge der Rekurrenten von
insgesamt Fr. 49'451.40 sind abzugsfähig.
f) Des Weiteren ist umstritten, ob die deklarierten Steuerschulden im Umfang von
Fr. 150'000.– (offene Steuern 2009 bis 2015) sowie die diesbezüglichen Schuldzinsen
von Fr. 7'500.– zum Abzug zuzulassen sind. Die Rekurrenten führten aus, es ergebe
sich aus den zwischenzeitlich ergangenen Steuerrechnungen für die Jahre 2009 bis
2014, dass am Stichtag offene Steuern bei der Gemeinde R sowie direkte
Bundessteuern von mindestens Fr. 150'000.– vorhanden gewesen seien. Zudem habe
die Vorinstanz selbst für die vorerwähnten Steuerperioden Ausgleichszinse im
Minimum von Fr. 7'500.– in Rechnung gestellt. Der Vorinstanz seien diese Tatsachen
bekannt bzw. habe sie Zugriff darauf. Die pauschal aufgeführten Zinsen von Fr. 7'500.–
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seien auch unter dem Titel der Zinsen für die AHV-Beiträge der Jahre 2012 bis 2014
mehr als ausgewiesen und würden ebenfalls unter diesem Titel geltend gemacht. Die
Vorinstanz hielt dem entgegen, es reiche für die Steuerdeklaration nicht aus, eine
Schätzung der offenen Steuerschulden und –zinsen vorzunehmen. Der Steuerpflichtige
habe die steuermindernden Tatsachen nicht nur zu behaupten, sondern auch zu
belegen. Dies sei nicht erfolgt.
Von den Einkünften werden die privaten Schuldzinsen abgezogen, soweit sie nicht als
Anlagekosten gelten, im Umfang der nach Art. 33, 33 und 34 des StG steuerbaren
Vermögenserträge zuzüglich Fr. 50'000.– (Art. 45 Abs. 1 Bst. a StG). Nachgewiesene
Schulden, für die der Steuerpflichtige allein haftet, werden voll abgezogen (Art. 62 Abs.
1 StG).
Trotz Einforderung und Mahnung von Nachweisen zu den geltend gemachten
Steuerschulden und Zinsen liessen sich die Rekurrenten nicht vernehmen. Diese
steuermindernden Tatsachen, für welche die beweisbelasteten Rekurrenten den
Nachweis nicht erbracht haben, durfte die Vorinstanz somit ohne weitere Abklärungen
unberücksichtigt lassen und der Rekurs ist in diesem Punkt abzuweisen. Daran ändert
auch nichts, dass es der Vorinstanz grundsätzlich möglich wäre, offene
Steuerforderungen ausfindig zu machen. Aufgrund der Beweislastverteilung ist dies
jedoch nicht ihre Aufgabe. Wie die Vorinstanz zudem korrekt festhält, sind die
Schlussrechnungen zu den AHV-Beiträgen für die Jahre 2012 bis 2014 (Beilagen 7 bis
9 zu act. 1) in den Jahren 2019 und 2020 ergangen, weshalb auch die Zinsen erst in
diesen Jahren fällig wurden.
g) Im Zusammenhang mit dem nicht akzeptierten Abzug von Krankheitskosten von
insgesamt Fr. 3'142.– hielt die Vorinstanz fest, der verlangte Nachweis sei nicht
erbracht worden, weshalb drei Positionen aus der Kostenzusammenstellung des
Krankenversicherers nicht zum Abzug zugelassen würden. Die Rekurrenten führten
hingegen aus, weshalb diese Krankheitskosten nicht indiziert gewesen sein sollen,
wenn die Krankenkasse diese übernehme, sei unerklärlich.
Von den um die Aufwendungen und die Abzüge nach Art. 39 bis 45 des StG
verminderten steuerbaren Einkünften (Nettoeinkünften) werden die Krankheits- und
bis
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Unfallkosten des Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen, soweit der
Steuerpflichtige die Kosten selbst trägt und diese zwei Prozent der Nettoeinkünfte
übersteigen, abgezogen (Art. 46 Abs. 1 Bst. a StG). Der steuerliche Abzug von
Krankheits- und Unfallkosten stellt eine Ausnahme dar vom Grundsatz, nach dem
Lebenshaltungskosten nicht abzugsfähig sind. Der Begriff der Krankheits- und
Unfallkosten ist deshalb einschränkend zu interpretieren. Zum Abzug zugelassen
werden nur jene Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit einer Krankheit
oder einem Unfall stehen. Die Kosten für naturheilärztliche Behandlungen gelten etwa
als abzugsfähig, wenn die Behandlung von einem anerkannten Naturheilpraktiker
verordnet und ausgeführt wird. Mittel zur allgemeinen Erhaltung oder Verbesserung der
Gesundheit sind ohne ärztliche Verordnung nicht abziehbar (StB 46 Nr. 1).
Mit Schreiben vom 2. und 17. Dezember 2020 (act. 8/I/3 und 4) wurden die
Rekurrenten aufgefordert, für drei klar bezeichnete Positionen gemäss der
Kostenzusammenstellung des Krankenversicherers (vgl. act. 8/I/7), Nachweise
einzureichen. Der Einwand der Rekurrenten, es sei unklar, welche Positionen aus der
Kostenzusammenstellung nicht akzeptiert würden, kann somit nicht gefolgt werden.
Wie aus der Kostenzusammenstellung zudem hervorgeht, hat die Krankenkasse diese
Kosten eben gerade nicht oder nur zu einem sehr kleinen Anteil übernommen resp. der
Franchise angerechnet. So dürfen in die Berechnung des steuerbaren Einkommens nur
die selbst bezahlten Krankheitskosten einbezogen werden, d.h. soweit sie nicht durch
Leistungen öffentlicher oder privater Versicherungseinrichtungen gedeckt sind (StB 46
Nr. 1 Ziffer 4). Es geht aus der Zusammenstellung nicht hervor, welche Behandlungen
verordnet und ausgeführt wurden. Die Rekurrenten haben in der Folge keine
Unterlagen eingereicht, welche die Abzugsfähigkeit dieser selbst bezahlten
Krankheitskosten belegen. Der Rekurs ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
h) Der durch die Rekurrenten in der Einsprache und Steuererklärung geltend gemachte
"sonstige Verwaltungsaufwand" von rund Fr. 2'000.– (vgl. Buchhaltung 2015
Advokaturbüro X in act. 8/I/6) wurde durch die Vorinstanz ohne die Beibringung von
Belegen ebenfalls nicht als geschäftsmässig begründet erachtet. So nahm sie gemäss
Einspracheentscheid (vgl. act. 8/I/1, S. 3) eine Aufrechnung beim selbständigen
Erwerbseinkommen von insgesamt Fr. 81'507.– vor, welche sich aus den
Pensionskassenbeiträgen im Umfang von Fr. 50'007.–, den Fahrzeugkosten von
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Fr. 2'000.–, dem Verwaltungsaufwand von Fr. 2'000.– und Rückstellungen von Fr.
27'500.– zusammensetzte. Auf die Aufrechnung des geltend gemachten
Verwaltungsaufwands wird im Rekurs nicht eingegangen und es werden diesbezüglich
auch keine Belege resp. Buchhaltungseinzelkontoblätter nachgereicht. Die
Aufrechnung durch die Vorinstanz ist somit ebenfalls nicht zu beanstanden, da die
Steuerpflichtigen die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben
oder mindern. Die Steuerbehörde durfte somit diese steuermindernde Tatsache, für
welche die Rekurrenten den Nachweis trotz Aufforderung (act. 8/I/3 und 4) nicht
erbracht haben, ohne weitere Abklärungen unberücksichtigt lassen und der Rekurs ist
diesbezüglich abzuweisen.
i) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Anträge des Verzichts auf Aufrechnung der
Beiträge für die Pensionskasse, eines Privatanteils für die Fahrzeugkosten, der
Rückstellungen sowie der Liegenschaftsunterhaltskosten gutzuheissen sind. Im
Übrigen ist der Rekurs abzuweisen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 25.
Januar 2021 ist aufzuheben und die Angelegenheit zur neuen Veranlagung der
Kantons- und Gemeindesteuern 2015 im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
III. Direkte Bundessteuer
4.- Art. 31 Abs. 1, Art. 40 Abs. 1 und 2 lit. a und d, Art. 44 Abs. 2, Art. 45 Abs. 1 lit. a
und d sowie Art. 46 Abs. 1 lit. a StG entsprechen im Wesentlichen Art. 18 Abs. 1, 27
Abs. 1 und 2 lit. a und c, Art. 32 Abs. 2 sowie Art. 33 Abs. 1 lit. a, d und h DBG. Diese
Bestimmungen harmonieren mit Art. 9 und 10 StHG. Daraus folgt, dass die
Erwägungen zu den Kantons- und Gemeindesteuern für die direkte Bundessteuer
analog massgebend sind. Für die direkte Bundessteuer ergibt sich dasselbe Ergebnis
wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern. Demnach ist die Beschwerde hinsichtlich
der Anträge des Verzichts auf Aufrechnung der Beiträge für die Pensionskasse, eines
Privatanteils für die Fahrzeugkosten, der Rückstellungen sowie der
Liegenschaftsunterhaltskosten gutzuheissen. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. Januar 2021 ist
aufzuheben und die Angelegenheit ist zur neuen Veranlagung der direkten
Bundessteuer 2015 im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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IV. Kosten
6.- Der Ausgang des Verfahrens entspricht einem teilweisen Obsiegen der Rekurrenten
und Beschwerdeführer, weshalb die Kosten grundsätzlich anteilmässig zu verlegen
wären (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 DBG). Gemäss Art. 95 Abs. 2 VRP hat
jedoch jeder Beteiligte, sein Rechtsbeistand oder sein Vertreter die Kosten zu
übernehmen, die durch nachträgliches Vorbringen von Begehren, Tatsachen oder
Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige Geltendmachung ihm möglich und
zumutbar gewesen wäre.
Die Steuerpflichtigen unterliegen im Zusammenhang mit der Aufrechnung von
Verwaltungsaufwand und von Schulden und Schuldzinsen sowie von Krankheitskosten.
Sie obsiegen hingegen bei den Pensionskassenbeiträgen, den Fahrzeugkosten, den
Liegenschaftsunterhaltskosten und den Rückstellungen. Die Vorinstanz beantragte, die
Rekurs- bzw. Beschwerdekosten seien vollumfänglich den Steuerpflichtigen
aufzuerlegen. Die erst im Rekurs bzw. in der Beschwerde vorgebrachten Tatsachen
und Beweise hätten bereits im Veranlagungs- oder Einspracheverfahren geltend
gemacht werden können. Die Steuerpflichtigen hielten diesbezüglich fest, der Ehemann
sei in jener Zeit gesundheitlich unabkömmlich gewesen und habe deshalb die Frist
nicht wahren können. Es sei mindestens von einer hälftigen Kostenteilung auszugehen.
In diesem Zusammenhang führten sie jedoch nicht näher aus, weshalb es ihnen im
Einspracheverfahren nicht möglich war, die Unterlagen gemeinsam mit der
Steuererklärung einzureichen oder wenigstens eine Fristverlängerung für die
Nachreichung von Unterlagen zu beantragen. Sie legten des Weiteren nicht dar,
weshalb sie sich auf die zwei Aufforderungen der Vorinstanz vom 2. und 17. Dezember
2020 hinsichtlich der Nachreichung von genau bezeichneten Unterlagen nicht einmal
bei dieser gemeldet und spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Fristverlängerung
verlangt haben. Aufgrund des Fehlens gegenteiliger Anhaltspunkte wäre dies dem
Ehemann trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung möglich und zumutbar gewesen,
ansonsten sich zweifelsohne auch die Ehefrau bei der Vorinstanz hätte melden resp.
eine Fristverlängerung hätte beantragen können. Das nachträgliche Vorbringen von
Tatsachen und die nachträgliche Einreichung der erforderlichen Unterlagen, auf welche
die Vorinstanz den Antrag der teilweisen Gutheissung stützt und aufgrund derer im
vorliegenden Entscheid eine teilweise Gutheissung erfolgt, ist den Steuerpflichtigen
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somit im Sinn eines prozessualen Verschuldens vollumfänglich zuzurechnen, weshalb
ihnen die Kosten auch bezüglich der teilweisen Gutheissung im Zusammenhang mit
den Pensionskassenbeiträgen, den Rückstellungen sowie den
Liegenschaftsunterhaltskosten aufzuerlegen sind. Auch bei den Fahrzeugkosten haben
sie im Rekurs und der Beschwerde erstmalig ausgeführt, weshalb ihnen kein
Privatanteil aufzurechnen sei. Die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens sind
aus diesem Grund vollumfänglich den Rekurrenten und Beschwerdeführern
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von je Fr. 800.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff.
122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12, Art. 144 Abs. 5 DBG,). Die
Kostenvorschüsse von je Fr. 800.– sind damit zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind aufgrund der grundsätzlich präjudizierenden Wirkung der
Verlegung der amtlichen Kosten nicht zu entschädigen (Art. 98 VRP).