Decision ID: 7036b79f-bbdb-5d4e-ae49-73f6bf465a32
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Christe, Bahnstrasse 5, Postfach 403,
8603 Schwerzenbach,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
betreffend
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Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
T._ war als arbeitslose Person bei der Suva unfallversichert, als sie sich am 28.
November 2007 infolge eines Fehltritts auf der Treppe das rechte Knie verdrehte (UV-
act. 1, 4f). Wegen persistierender Knieschmerzen erfolgte am 15. und 20. Dezember
2007 eine ambulante Behandlung im Spital Linth, Uznach (UV-act. 3). Am 9. Januar
2008 diagnostizierte Dr. med. A._, Orthopädische Chirurgie FMH, eine Läsion des
rechten Innenmeniskus. Am 18. Februar 2008 wurde eine arthroskopische
Hinterhornteilresektion des medikalen Meniskus sowie ein Knorpeldébridement des
medialen Femurkondylus und der Trochlea des rechten Knies durchgeführt (UV-act. 2,
10, 11). Nach anfänglicher Beschwerdebesserung gab die Versicherte am 20. Mai 2008
gegenüber dem Suva-Kreisarzt Dr. med. B._, Facharzt FMH für Chirurgie, weiterhin
Beschwerden an. Der Arzt bescheinigte einen etwas protrahierten Verlauf (UV-act. 15).
Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen eröffnete die Suva
der Versicherten mit Verfügung vom 11. Dezember 2009 den Anspruch auf eine
Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 auf der Basis eines Invaliditätsgrads
von 10 % und eines versicherten Jahresverdiensts von Fr. 47'500.-- sowie eine
Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 20 % (UV-act. 87). Die
gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 88) hiess die Suva mit
Einspracheentscheid vom 12. Februar 2010 in dem Sinn teilweise gut, dass sie den der
zugesprochenen Rente zugrunde liegenden Invaliditätsgrad von 10 auf 11 % abänderte
(UV-act. 92).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt D. Christe, Schwerzenbach, für die
Versicherte mit Eingabe vom 10. März 2010 Beschwerde mit den Anträgen, der
Entscheid sowie die Verfügung vom 11. Dezember 2009 seien aufzuheben, und die
Sache sei zur ergänzenden medizinischen Beurteilung und zum Neuentscheid über die
Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei der
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Beschwerdeführerin eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 15
% zuzusprechen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, die
verschiedenen Arztberichte seien im Vergleich widersprüchlich und gäben kein klares
Bild über die effektive Schwere der bleibenden, unfallbedingten Verletzungen ab. Der
Kreisarzt setze sich mit seinem Abschlussbericht einerseits und der gleichentags
erstellten Beurteilung des Integritätsschadens anderseits in Widerspruch. Anhand einer
ergänzenden orthopädischen Abklärung sei festzulegen, ob die von der
Beschwerdeführerin geäusserten Schmerzen und Einschränkungen objektiv als
Unfallfolge erklärt werden könnten. Nachdem die Beschwerdeführerin im
Unfallzeitpunkt arbeitslos und nicht mehr an ihrem bisherigen Arbeitsplatz tätig
gewesen sei, sei das Valideneinkommen anhand der LSE-Tabellenlöhne zu bemessen.
Dabei sei auf den Tabellenlohn für sämtliche Hilfsarbeiten im Anforderungsniveau 4
abzustellen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. April 2010 beantragte Rechtsanwalt lic. iur
R. Bachmann, Luzern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und
Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies der
Rechtsvertreter auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter
anderem aus, die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung (UV-act. 69) sei korrekt und
gut begründet. Die objektivierbaren Befunde seien mit dem Geklagten nicht vereinbar.
Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine Tendenz zur Selbstlimitierung und
maladaptiven Schmerzüberzeugung. Der Kreisarzt habe im Bericht vom 20. Oktober
2009 sämtliche bildgebenden Untersuchungen erwähnt und diesbezüglich einen
Verlauf mit gewissen degenerativen Veränderungen beschrieben. Eine
Widersprüchlichkeit liege nicht vor. Neue medizinische Erkenntnisse seien von einer
weiteren orthopädischen Untersuchung nicht zu erwarten. Nachdem die
Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitslosigkeit während längerer Zeit als
Raumpflegerin tätig gewesen sei und ihr auch vom RAV solche Tätigkeiten zugewiesen
worden seien (UV-act. 7), sei davon auszugehen, dass sie am ehesten in dieser
Branche eine Stelle gefunden hätte. Das Valideneinkommen sei deshalb anhand des
LSE-Werts dieser Branche festzusetzen. Beim Invalideneinkommen sei ein
Leidensabzug von höchstens 10 % gerechtfertigt. Die Zusprechung einer Rente auf der
Basis eines Invaliditätsgrades von 11 % sei grosszügig. Der angefochtene Entscheid
erweise sich als rechtens.
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B.c Mit Replik vom 3. Mai 2010 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
einen weiteren Arztbericht des Spitals Linth vom 27. April 2010 (act. G 5.1) ein und be
stätigte seine Anträge und Ausführungen (act. G 5). In der Duplik vom 10. Mai 2010
hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin an seinem Standpunkt fest (act. G
7).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, welcher Invaliditätsgrad Basis für die der Beschwerdeführerin für die
Restfolgen des Unfallereignisses vom 28. November 2007 mit Wirkung ab 1. Dezember
2009 zugesprochenen Rentenleistungen bildet. Die Beschwerdegegnerin legte im
angefochtenen Entscheid (Erwägungen 2a-d, 3a, 3b) die rechtlichen Grundlagen der
Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; darauf kann verwiesen werden.
1.2 Der Orthopäde Dr. A._ bescheinigte nach dem operativen Eingriff am 14. April
2008 wegen der Restbeschwerden am rechten Knie eine (volle) Arbeitsunfähigkeit (UV-
act. 11). Vom 4. August bis 4. September 2008 hielt sich die Beschwerdeführerin in der
Rehaklinik Bellikon auf. Im Austrittsbericht der Klinik vom 5. September 2008 wurden
die Diagnosen eines Treppensturzes mit Knieverrenkung rechts und schmerzhafter
Funktionseinschränkung des rechten Knies sowie einer Anpassungsstörung mit leichter
depressiver Reaktion (maladaptive Schmerzüberzeugungen und Bewältigungsmuster
mit Schonverhalten) gestellt. Trotz intensiver stationärer Behandlung habe die
Schmerzsymptomatik nicht relevant beeinflusst werden können, so dass aktuell keine
ambulante Physiotherapie empfohlen werde. Das instruierte Heimprogramm sei
weiterzuführen. Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und
Inkonsistenz seien die Resultate von physischen Leistungstests für die Beurteilung der
zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten
physischen Einschränkungen lasse sich mit den relativ geringfügigen objektivierbaren
pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung
sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der
Zumutbarkeit stütze sich daher primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen,
ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und im
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Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Aus psychologisch-psychiatrischer Sicht
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei zu erwarten, dass eine
berufliche Tätigkeit sich positiv auf die nur leicht depressive Symptomatik auswirken
könnte. Eine berufliche Tätigkeit als Reinigungsfrau (ganztags stehende/gehende
Tätigkeit) sei nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei ganztags eine leichte bis
mittelschwere wechselbelastende Arbeit, ohne längerdauernde kniende Stellung oder
in der Hocke und mit nur minimalem Anteil an repetitivem Leiter-/Treppensteigen. Die
Patientin erachte sich für keinerlei Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als
arbeitsfähig (UV-act. 25, 28).
1.3 Eine Abklärung in der Universitätsklinik Balgrist ergab gemäss Bericht vom
30. Oktober 2008 die Diagnosen einer kombinierten Restmeniskus-Läsion medial am
rechten Knie mit medialbetonter beginnender Gonarthrose und einer leichten
depressiven Reaktion. Als erster Schritt werde eine Entfernung des Restmeniskus
vorgeschlagen (UV-act. 32). Während der Kreisarzt Dr. B._ sich dieser Empfehlung
anschloss (UV-act. 33), lehnte Dr. A._ eine Resektion des Restmeniskus ab mit dem
Hinweis, dass diese nicht die Lösung des Problems wäre. Zusätzlich belastend sei der
Knorpelschaden im Bereich der Trochlea, was zu einer Femoropatellararthrose führe.
Eine Gewichtsreduktion bleibe erfahrungsgemäss Wunschdenken. Wegen der
femoropatellären Situation sei weiterhin Physiotherapie zu empfehlen (Bericht vom 19.
Februar 2009; UV-act. 40). Der Hausarzt Dr. med. C._, FMH für Allgemeine Medizin,
teilte am 23. Februar 2009 mit, dass die Beschwerdeführerin zu einer solchen
Operation nicht bereit sei (UV-act. 41). Anlässlich einer MR-Untersuchung des rechten
Knies im Röntgeninstitut Jona am 7. Mai 2009 wurde eine fortgeschrittene mediale
Gonarthrose festgestellt, jedoch kein eindeutiger Riss des Meniskus. Im Schreiben vom
13. Mai 2009 stimmte Dr. A._ nunmehr einem operativen Eingriff
(Tibiakopfvalgisationsosteotomie, unikondyläre Knieprothese) zu (UV-act. 45, 46; vgl.
auch UV-act. 50). Eine wegen unspezifischer Kopfschmerzen vorgenommene
neurologische Untersuchung im Spital Linth vom 30. Juni 2009 ergab unauffällige
Befunde und differentialdiagnostisch eine im Vordergrund stehende Depression (UV-
act. 61). Am 30. Oktober 2009 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Im
entsprechenden Bericht hielt Dr. B._ unter anderem fest, dass die
Beschwerdeführerin keinen weiteren Eingriff durchführen lassen wolle, obwohl ein
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solcher durch die Uniklinik Balgrist empfohlen worden sei. Partiell seien die
Beschwerden im Rahmen der diffusen Schmerzsymptomatik mit Kopf-/
Rückenschmerzen zu sehen. Entsprechend sei die Operationsindikation insgesamt mit
Zurückhaltung zu stellen. Dies sei ebenfalls in Anbetracht der neuen Röntgenbilder zu
sehen. Eine Zunahme der gonarthrotischen Veränderungen sei im Vergleich zu den
Vorbildern nicht aufgetreten. Der Beschwerdeführerin sei eine leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Arbeit ganztägig zuzumuten. Zwangshaltungen wie knien und
kauern sowie häufiges Treppen- und Leiternsteigen und das Begehen von unebenem
Gelände seien ungeeignet (UV-act. 69). Dr. B._ schätzte den unfallbedingten
Integritätsschaden auf 20 % (UV-act. 70).
2.
2.1 Während im Bericht der Uniklinik Balgrist vom 5. Juni 2008 noch ein relativ
ausgeprägter Kniegelenkserguss beschrieben worden war (UV-act. 18), wurden im
späteren Bericht der Uniklinik vom 30. Oktober 2008 unter anderem eine reizlose
Operationsnarbe und "kaum Erguss" festgehalten (UV-act. 32). Die Berichterstatter der
Rehaklinik Bellikon erachteten am 5. September 2008 eine schwere, ganztags
stehende/gehende Arbeit (Reinigungsfrau) oder eine solche mit längerdauernder
kniender Stellung oder in der Hocke sowie mit erheblichem Anteil an repetitivem
Treppen- und Leiternsteigen als nicht mehr zumutbar. Für eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit mit Wechselbelastung bescheinigten sie demgegenüber eine
vollzeitige Einsetzbarkeit. Sie verneinten sodann eine psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit, wiesen jedoch auf erhebliche Selbstlimitierungen und
Inkonsistenzen, maladaptive Schmerzüberzeugung, Eheprobleme, eine Belastung
durch die kranken Eltern sowie eine mögliche Überforderungssituation durch
Betreuung von vier Kindern neben einer vollzeitlichen Arbeitstätigkeit hin (UV-act. 25
S. 3, 28). Die Auswirkungen der letztgenannten Umstände haben vorliegend als
unfallfremd ausser Betracht zu bleiben. Letzteres gilt auch für die im Spital Linth
abgeklärte Kopfschmerzproblematik (UV-act. 61). Was sodann die psychischen
Beschwerden betrifft, erübrigt sich eine eigenständige Adäquanzprüfung (BGE 115 V
133) bei einem leichten/banalen Unfallereignis, da die Adäquanz zum vornherein zu
verneinen ist.
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Bei der in Frage stehenden Zumutbarkeitsbeurteilung geht es um die gesundheitlichen
Verhältnisse im Zeitraum ab Dezember 2009. Ärztlicherseits wurden am 7. Mai 2009
eine fortgeschrittene mediale Gonarthrose im Bereich des rechten Knies bestätigt, ein
eindeutiger Meniskusriss wie auch ein Gelenkserguss jedoch verneint (vgl. UV-act. 45,
46). Nachdem eine weitere radiologische Untersuchung am Röntgeninstitut Jona vom
20. Oktober 2009 mit Ausnahme einer kleinen osteophytären Reaktion medialseits eine
normale Corticalis und Spongiostruktur und im Übrigen unauffällige Verhältnisse
ergeben hatte (UV-act. 68), verneinte Dr. B._ im Abschlussbericht vom 30. Oktober
2009 eine Zunahme der gonarthrotischen Veränderungen im Vergleich zu den
Voraufnahmen. Er wies darauf hin, dass der Aufenthalt in Zurzach infolge zunehmender
Verspannungen und Kopfschmerzen erfolgt sei. Da bereits durch die Anwendungen im
Thermalbad mit Lockerung der Muskulatur eine Linderung der Beschwerden habe
erreicht werden können (vgl. Angaben der Beschwerdeführerin, Bericht S. 3), sei davon
auszugehen, dass nur ein Teil der Beschwerden aufgrund der radiologisch
nachgewiesenen Veränderung zu erklären sei. Einer Operation stand er - insbesondere
auch mit Blick auf die erwähnten unfallfremden Umstände - mit Zurückhaltung
gegenüber, und die Beschwerdeführerin stimmte einer solchen denn auch nicht zu (UV-
act. 69 S. 4). Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. B._ stimmt mit derjenigen der
Rehaklinik im Wesentlichen überein und steht im Einklang mit den erwähnten
bildgebenden Befunden vom Mai und Oktober 2009 sowie mit den von Dr. B._ selbst
erhobenen klinischen Befunden (UV-act. 69 S. 4). Die Zumutbarkeitsbeurteilung
erscheint auch insofern nachvollziehbar, als eine abwechselnd stehend, gehend und
sitzend ausgeübte Tätigkeit insgesamt zu einer Entlastung bzw. angemessenen
Belastung des rechten Knies führen dürfte. Aus dem Umstand, dass eine
Integritätsentschädigung von 20 % zugesprochen wurde, lassen sich entgegen der
Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin keine direkten
Schlussfolgerungen hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ziehen, zumal die
beiden Leistungsarten unterschiedlich bemessen werden (Betrachtung der
wirtschaftlichen Auswirkungen eines Unfallschadens bei der Invaliditätsbemessung;
abstrakt egalitäre Bemessung bei der Integritätsentschädigung) und auch
unterschiedliche Ziele verfolgen (Ausgleich immaterieller Unbill bei der
Integritätsentschädigung und der materiellen Erwerbseinbusse bei der Rente).
Dementsprechend muss auch ein relativ grosser Integritätsschaden nicht zwingend mit
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einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit einhergehen. Der Bericht der
ärztlichen Abschlussuntersuchung (UV-act. 69) und derjenige der Integritätsschadens-
Beurteilung (UV-act. 70) stützen sich im Übrigen auf dieselben medizinischen Befunde
und Diagnosen; ein Widerspruch ist diesbezüglich nicht ersichtlich.
2.2 Im angefochtenen Entscheid hielt die Beschwerdegegnerin fest, obwohl die
Beschwerdeführerin eine zumutbare Behandlung abgelehnt habe, sei auf die
Durchführung eines Mahnverfahrens (Art. 21 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 43 Abs. 3
ATSG) und auf die Formulierung eines die Beschwerdeführerin in aller Regel
"belastenderen" Zumutbarkeitsprofils (unter der Annahme, dass eine Operation
erfolgreich verlaufen wäre) verzichtet worden (UV-act. 92 S. 8). Dieses Vorgehen lässt
sich insofern nicht beanstanden, als die Operationsindikation - und damit die
Erfolgschance einer Operation - vor allem auch in Anbetracht der konkreten
(unfallfremden) Gegebenheiten von Dr. B._ aus nachvollziehbaren Überlegungen als
unsicher eingeschätzt wurde. Im hier zur Diskussion stehenden Zeitraum von
Dezember 2009 bis 12. Februar 2010 (Datum des Einspracheentscheids) ergab sich
nach Lage der Akten keine Gonarthrose-Entwicklung am rechten Knie dahingehend,
dass die vollzeitliche Ausübung einer wechselbelastenden Tätigkeit im dargelegten
Sinn verunmöglicht worden wäre. Nichts anderes lässt sich auch dem
Untersuchungsbericht von Dr. med. D._, Spital Linth, vom 27. April 2010 entnehmen.
Dort wurde unter anderem festgehalten, zwischenzeitlich sei die ganze Familie deutlich
geplagt und die psychosoziale Komponente dürfe nicht unterschätzt werden. Am 3.
Februar 2010 sei eine Infiltration des rechten Kniegelenks durchgeführt worden. Die
Beschwerdeführerin habe am 31. März 2010 angegeben, von der Infiltration in keiner
Weise profitiert zu haben. Somit stelle sich die Frage, ob die von der Patientin
angegebenen Beschwerden wirklich vom Knie ausgehen würden. Er (der Arzt) sei
deshalb mit der Indikation für die Implantation einer Knie-Teilprothese vorsichtig und
empfehle eine Zweitmeinung. Er habe das Kantonsspital St. Gallen empfohlen, und die
Beschwerdeführerin sei damit einverstanden (act. G 5.1). Was die in diesem Bericht
erneut bestätigte Arthrosebildung am rechten Kniegelenk betrifft, so ist festzuhalten,
dass Grundlage der kreisärztlichen Abschlussbeurteilung unter anderen auch das
Vorliegen einer Gonarthrose bildete, wobei eine Zunahme derselben im Vergleich zu
früher erstellten Bildern verneint wurde (UV-act. 69 S. 5). Eine Arthrose-Zunahme lässt
sich auch dem Bericht von Dr. D._ vom 27. April 2010 nicht entnehmen. Dort ist
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vielmehr ausschliesslich von einer beginnenden Gonarthrose die Rede. Ein Anlass, für
das vorliegende Verfahren die Ergebnisse der von Dr. D._ veranlassten Zweitmeinung
abzuwarten, liegt nicht vor, zumal dies nicht mehr den streitigen Zeitraum betrifft. Auch
besteht, bezogen auf den streitigen Zeitraum, kein begründeter Anlass für weitere
medizinische (orthopädische) Abklärungen. Sollten sich für den Zeitraum nach dem 12.
Februar 2010 in der Folge tatsächlich veränderte Verhältnisse ergeben haben, besteht
die Möglichkeit des Rückfallmelde- bzw. Revisionsrechts (Art. 17 ATSG).
3.
3.1 Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten
Verdiensts (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen
wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde
Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge
Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte
Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohns oder durch
Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren
Verdiensts durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts
vorgenommen (BGE 135 V 297 Erw. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der Abweichung
des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdiensts vom branchenüblichen
LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen
rechtfertigen kann, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE 135 V 297 Erw. 6.1.2).
Zur Vermeidung eines willkürlich erscheinenden, erheblichen sprunghaften Anstiegs
des Invaliditätsgrads gleich um mehrere Prozentpunkte bei im Grenzbereich des
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5%igen Erheblichkeitswerts liegenden Abweichungen befand es - in Änderung der
Rechtsprechung -, dass jeweils nur in dem Umfang zu parallelisieren sei, in welchem
die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5 % übersteigt. Weil die
Parallelisierung nur den Ausgleich einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten -
Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten
branchenüblichen Referenzlohn bezweckt, sei an der bisherigen Praxis, welche bei
gegebenen Voraussetzungen die Parallelisierung jeweils im vollen Ausmass der ganzen
prozentualen Unterdurchschnittlichkeit vornahm, nicht länger festzuhalten (BGE 135 V
297 Erw. 6.1.3).
3.2 Für die Festlegung des Valideneinkommens 2008 von Fr. 48'570.-- ging die
Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin für 2006 aus
(Stundenlohn von Fr. 20.-- x 41.6 Stunden pro Woche x 52 Wochen zuzüglich 13.
Monatslohn [8.33 %]; UV-act. 29, 30) und berücksichtigte für 2007 und 2008
teuerungsbedingte Anpassungen von 1.6 % und 2 % (UV-act. 84f). Für 2009 resultiert
nominell angepasst (+ 2.1 %) und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen
Arbeitszeit 2009 von 41.7 Stunden ein Wert von Fr. 49'709.--. Die Beschwerdegegnerin
zog zum Vergleich das Einkommen gemäss LSE-Tabelle 2008 TA7 für die Grossregion
Ostschweiz, Position 35 (Reinigung und öffentliche Hygiene), Anforderungsniveau 4
Frauen heran und errechnete für 2009 (nach Berücksichtigung einer
Nominallohnsteigerung von 2.1 % und 41.6 Wochenarbeitsstunden) einen Betrag von
Fr. 50'089.10 (Fr. 3'931.-- x Monate : 40 x 41.6 + 2.1 %). Sie kam zum Schluss, dass
dieses Einkommen zwar nur unwesentlich höher sei als das von ihr berechnete effektiv
erzielte Einkommen (Fr. 49'590.--), dass jedoch zugunsten der Beschwerdeführerin
vom höheren Betrag ausgegangen werde (UV-act. 92 S. 11).
Die Annahme der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde
(ohne Eintritt des Unfalls) überwiegend wahrscheinlich weiterhin im Reinigungsbereich
tätig gewesen wäre, zumal sie auch nach Eintritt der Arbeitslosigkeit in diesem Bereich
arbeitete (UV-act. 7), erscheint durchaus begründet, so dass auch die Einkommen aus
diesem Erwerbsbereich für die Bemessung des Valideneinkommens heranzuziehen
sind. Zwar hätte für die Beschwerdeführerin grundsätzlich die Möglichkeit bestanden,
auch eine andere Tätigkeit, ausserhalb der Reinigungsbranche, anzunehmen (act. G 5
S. 3). Sie hat dies aber nicht getan. Es besteht somit kein Grund, den allgemeinen
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Durchschnittswert für sämtliche Hilfsarbeiten zur Anwendung zu bringen. Festzuhalten
ist jedoch, dass für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen
rechtsprechungsgemäss die Tabelle nach Grossregionen der Lohnstrukturerhebung
(LSE) nicht zugezogen werden darf (SZS 2007, 64 mit Hinweis auf Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 12. Oktober 2006 [U 75/03]). Die Beschwerdeführerin war zur Zeit des Unfalls vom
28. November 2007 arbeitslos. Das letzte Arbeitsverhältnis als Raumpflegerin hatte
bereits auf Ende April 2006 geendet (vgl. UV-act. 31, 85). Mit Blick auf die Tatsache,
dass die Kündigung dieses Arbeitsverhältnisses zum vornherein keinen unfallbedingten
Hintergrund haben konnte, da sie im Unfallzeitpunkt schon lange zurücklag, erscheint
es gerechtfertigt, für die Bemessung des Valideneinkommens das zuletzt tatsächlich
erzielte Einkommen mit entsprechenden statistischen Werten zu vergleichen. Auf diese
Weise lässt sich gleichzeitig die von der Beschwerdeführerin implizit geltend gemachte
Unterdurchschnittlichkeit des von ihr tatsächlich erzielten Einkommens prüfen.
Die Beschwerdeführerin wohnt seit 1994 in der Schweiz und war zuletzt vom 1.
November 2001 bis 30. April 2006 als Raumpflegerin tätig. Sie verfügt nach Lage der
Akten nur über geringe Deutschkenntnisse (vgl. UV-act. 29, 31, 63, 69 S. 3, 85).
Ausgehend vom gesamtschweizerischen Wert (LSE 2008 TA7 Position 35 Frauen
Anforderungsniveau 4) von Fr. 3'967.-- errechnet sich für 2009 ein Jahresbetreffnis von
50'669.-- (Fr. 3'967.-- x 12 : 40 x 41.7 + 2.1 %). Das effektiv bei der bisherigen
Arbeitgeberin im Gesundheitsfall erzielte Einkommen von Fr. 49'709.-- liegt weniger als
5 % unter dem erwähnten Tabellenwert. Eine Unterdurchschnittlichkeit im dargelegten
Sinn steht damit nicht zur Diskussion.
4.
4.1 Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin anhand der LSE fest und
stellte dabei auf den Durchschnittswert gemäss Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4
(einfache und repetitive Tätigkeiten) ab. Zugrunde zu legen sind - wie beim
Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2009. Die Beschwerdeführerin ist zwar auf
leichtere Hilfsarbeiten beschränkt, aber sie wäre in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit
in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor Produktion als auch im Sektor
Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller
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Branchen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für Frauen ein Monatssalär von Fr.
4'116.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.-- basiert auf 40
Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h.
auf 41.7 Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 51'491.-- ergibt. Im
Jahr 2009 stiegen die Nominallöhne um 2.1%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von
Fr. 52'572.-- resultiert.
4.2 Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der unfallbedingten Einschränkungen im
rechten Kniegelenk insofern eingeschränkt verwerten kann, als für sie lediglich eine
wechselbelastend (sitzend/stehend) ausgeübte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von
schwereren Gewichten in Betracht fällt; hierfür steht ein Leidensabzug zur Diskussion.
Im Übrigen ist jedoch die Verwertbarkeit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten nicht in Frage gestellt. Insbesondere ist wegen der
Nationalität - die Beschwerdeführerin verfügt über die Niederlassungsbewilligung C
(UV-act. 77) - kein zusätzlicher Abzug vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin hat
einen Abzug von 15 % zugestanden. Ein Anlass, diese Ermessensausübung zu
korrigieren, liegt nicht vor, auch wenn der Abzug mit Blick auf die bisherige
Rechtsprechung als eher grosszügig bemessen erscheint (vgl. die im angefochtenen
Entscheid zitierten Urteile des Bundesgerichts vom 19. August 2008 [9C_605/2009] i/S
K., Erw. 2.1.1, und vom 22. November 2007 [U 49/06] i/S B., Erw. 3.4). Unter
Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 15% ergibt sich ein Invalideneinkommen
von Fr. 44'686.--. Der Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 49'709.-- zeigt,
dass jedenfalls kein Grund besteht, den von der Beschwerdegegnerin festgelegten
Invaliditätsgrad von 11 % zu erhöhen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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