Decision ID: 777fa8c4-1170-402b-a4a5-1fb5fd7aa6c9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
gegen
KPT Krankenkasse AG, Tellstrasse 18, Postfach 8624, 3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Forderung
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Sachverhalt:
A.
A.a I._ ist bei der KPT Krankenkasse AG, Bern, obligatorisch krankenversichert. Am
1. Oktober 2007 leitete die KPT beim Betreibungsamt die Betreibung für offene
Kostenbeteiligungen gemäss Leistungsabrechnungen vom 6. April 2006, 22. Juni 2006
und 6. Juli 2006 ein. Gegen den Zahlungsbefehl Nr. 72'444 vom 8. Oktober 2007 erhob
der Versicherte am 22. November 2007 Rechtsvorschlag (act. G 3.1.4).
A.b Mit Verfügung vom 22. Januar 2008 hielt die KPT fest, der Versicherte schulde ihr
Fr. 1'124.25 (inkl. Betreibungskosten und Zinsen). Den Rechtsvorschlag gegen den
Zahlungsbefehl Nr. 72'444 im Betrag von Fr. 1'074.05 erkläre sie als aufgehoben. Für
die Betreibungskosten sei keine Rechtsöffnung zu erteilen, weil diese von Gesetzes
wegen geschuldet seien (act. G 3.1.3).
A.c Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 22. Februar 2008 Einsprache. Er
beantragte deren Aufhebung. Die KPT habe die drei fraglichen Leistungsabrechnungen
in der Pflichtwahrnehmung von Art. 42 des Bundesgesetzes über die
Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) auf deren Korrektheit zu prüfen und zu
korrigieren. Die Kostenbeteiligungen seien in dem Sinn neu an den Versicherten zu
richten, als sie korrigiert worden seien. Die Kosten inkl. Betreibungskosten habe die
KPT selbst zu tragen (act. G 3.1.2). Die KPT hiess die Einsprache mit Entscheid vom
14. Januar 2008 (richtig: 14. Januar 2009) insofern teilweise gut, als dass die in der
Verfügung festgestellte Zinsforderung über Fr. 73.20 nicht geschuldet sei. Im Übrigen
wies sie die Einsprache ab. Das Dispositiv der angefochtenen Verfügung beruhe nicht
auf einer Ermessensbetätigung, sondern auf einer klaren, eindeutigen gesetzlichen
Grundlage, von der nicht abgewichen werden dürfe. Dem Versicherten würden seit
einiger Zeit stets Kopien der Rechnungen der Leistungserbringer zugestellt. Die
Rechnungskontrolle werde durch die KPT vorgenommen. Im Weiteren liege mit Art. 84
KVG eine Rechtsgrundlage vor, die die Krankenkassen berechtige, Personendaten
bearbeiten zu lassen. Sämtliche Rechnungen, die den in Rechnung gestellten
Kostenbeteiligungen zugrunde lägen, seien von der KPT überprüft worden und hätten
keinen Anlass zur Beanstandung gegeben. Eine Rechnung des Kantonsspitals
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St. Gallen vom 30. Mai 2005 habe der Vertrauensarzt der KPT auf Anfrage des
Versicherten hin zusätzlich zur üblichen Rechnungskontrolle überprüft und sei zum
Schluss gekommen, dass die Rechnungsstellung korrekt sei (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Versicherten unzutreffend als
Einsprache bezeichnete Beschwerde mit dem ebenfalls unzutreffenden Datum
22. Februar 2008, Postaufgabe am 18. Februar 2009. Er beantragt die Aufhebung der
Verfügung. Die Sache sei an die KPT zurückzuweisen mit der Aufforderung, die
Leistungsabrechnungen vom 6. April 2006, 22. Juni 2006 und 6. Juli 2006 in der
Pflichtwahrnehmung von Art. 42 KVG auf deren Korrektheit zu prüfen und zu
korrigieren. Die Beschwerdeführerin (richtig: Beschwerdegegnerin) habe rechts- und
sachgenüglich zu beweisen, dass sie die Rechnungen tatsächlich selbst kontrolliert
habe und mit welchen Kontrollinstrumenten sie dies vornehme. Die durch das rechts-
und pflichtwidrige Verhalten der Beschwerdegegnerin entstandenen Mahn- und
Betreibungskosten habe diese selbst zu tragen. Die Beschwerdegegnerin lagere das
Rechnungsprüfungsverfahren ohne das Wissen der Versicherungsnehmer und ohne die
erforderliche Rechtsgrundlage an eine private Drittfirma aus. Damit unterlaufe sie nicht
nur die Pflichtwahrnehmung von Art. 42 Abs. 3 KVG, sondern verletze aufs Massivste
auch die Vertrauenspflicht über die Patientendaten und deren Fakten zur
Krankengeschichte, indem diese nach aussen dringen würden. Der Beschwerdeführer
weist darauf hin, dass ihm (als ....) die Probleme, Schwachstellen und das
Schwarzpeterspiel im Gesundheitswesen bestens bekannt seien. Die ECLA-Studie
"Rapport Analyses Assurances Maladies Accidents" zeige in erschreckender
Deutlichkeit auf, welche Bedeutung die Rechnungskontrolle durch die Versicherer, aber
auch die Versicherten habe. Ein Drittel aller Leistungsabrechnungen sei mangelhaft. Die
Leistungsabrechnungen würden mit den tatsächlich notwendigen und erforderlichen
(wohl erbrachten?) Leistungen nicht übereinstimmen. Dies beweise die Tatsache, dass
nach jeder Intervention des Beschwerdeführers die folgenden Leistungsabrechnungen
massiv tiefer ausfallen würden. Weiter bemängelt der Beschwerdeführer, dass er die
Kopien der Rechnungen der Leistungserbringer nur gegen Intervention und erheblich
verspätet erhalte, sodass die Kraft der Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs längst
verpufft sei. Die Krankenkasse fordere zu viel bezahlte Beträge nie zurück. Schon aus
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grundlegenden Überlegungen sei es nötig, dass die Justiz endlich Rechtssicherheit
schaffe und wenn nötig durch das EVG (seit 2008: sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) ein höchstrichterlicher Entscheid gefällt werde, aus dem hervorgehe,
welchen Anforderungen an die Praxis die Krankenversicherer und/oder
Leistungserbringer in der Pflichterfüllung von Art. 42 Abs. 3 KVG genügen müssten
(act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. März
2009 die Abweisung der Beschwerde. Sämtliche eingereichten Rechnungen würden
eine Rechnungskontrolle durchlaufen. Die eingehenden Rechnungen würden triagiert
und anhand von Checklisten überprüft, einige Rechnungen würden darüber hinaus
zusätzlich überprüft. Eingehende Spitalrechnungen würden alle "manuell" überprüft.
Beim Beschwerdeführer werde dagegen bei sämtlichen Rechnungen eine manuelle
Kontrolle veranlasst. Man habe dem Beschwerdeführer im Schreiben vom 25. Juli 2007
mitgeteilt, dass sein konsequenter und hartnäckiger Einsatz für wirtschaftliche und
zweckmässige Behandlungen sowie für die Eindämmung der Kosten im
Gesundheitswesen grundsätzlich geschätzt werde, seine wiederholten Forderungen
nach mehrmaligen Rechnungskontrollen jedoch schlussendlich mehr Kosten
generieren würden als eingespart werden könnten (act. G 3).
B.c Nachdem der Beschwerdeführer beim Gericht am 28. April 2009 eine
Fristerstreckung für die Einreichung der Replik beantragt hatte (act. G 5), teilte ihm der
Präsident der zuständigen Gerichtsabteilung mit Schreiben vom 28. April 2009 mit,
dass dem Gericht lediglich die Überprüfung der Rechtmässigkeit der dem
Beschwerdeführer gegenüber gestellten Forderung möglich sei. In diesem
Zusammenhang müsste er geltend machen können, inwiefern die in Rechnung
gestellten Kostenbeteiligungen bzw. die zugrunde liegenden Rechnungen nicht den
tatsächlich bezogenen Leistungen entsprächen. Soweit er mit der Beschwerde
aufsichtsrechtliche Prüfungen oder Massnahmen gegen die Beschwerdegegnerin
anstrebe, sei das Versicherungsgericht nicht die richtige Ansprechinstanz (act. G 6).
B.d Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 4. Mai 2009 an seinen Anträgen
gemäss Beschwerde fest. Im schweizerischen Dreigewaltensystem sei die Judikative
die Kontrollinstanz. Sie prüfe, ob Gesetz und Verordnung korrekt angewendet würden.
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In Bezug auf Art. 42 ff. KVG sei das kantonale Versicherungsgericht örtlich und sachlich
zuständig. Die Beschwerdegegnerin verschweige vorsätzlich, dass die Rechnungen gar
nicht durch sie selbst, sondern extern abgearbeitet würden. Das automatische System
prüfe nicht, ob Leistungen aufgeführt seien, die nicht erbracht bzw. nicht in diesem
Umfang erbracht worden seien. Nach Erhalt erneuter Kostenbeteiligungen sei er wieder
gehalten gewesen, mit Telefonat vom 20. März 2009 bei der Beschwerdegegnerin
betreffend nicht erhaltene Rechnungskopien zu intervenieren. Es sei beschämend,
dass die Beschwerdegegnerin wider besseres Wissen versuche, mit ihren
Behauptungen die Rechtspflege irrezuführen. Weiter weist der Beschwerdeführer
darauf hin, dass die die Beschwerdeantwort unterzeichnende Juristin nicht
zeichnungsberechtigt sei und der ebenfalls unterzeichnende Leiter des Rechtsdienstes
nur kollektiv zu Zweien. Die Beschwerdeantwort sei demgemäss formal ungenügend
eingereicht worden (act. G 7).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 11. Mai 2009 auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 9).
B.f Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, sofern entscheidwesentlich, im Rahmen

der Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Der Beschwerdeführer hat bereits im Verfahren KV 2002/12 eine Verletzung von
Art. 42 Abs. 3 KVG durch seine damalige Krankenversicherung gerügt. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat sich mit seiner Kritik, der Versicherer
stelle ihm rechtswidrigerweise keine Kopien der Rechnungen der Leistungserbringer
zu, im Urteil vom 14. August 2002 ausführlich auseinandergesetzt. Es kam zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer zwar Anspruch auf eine Kopie der Rechnung des
Leistungserbringers habe. Indessen regelten weder Gesetz noch Verordnung eindeutig,
ob der Krankenversicherer oder der Leistungserbringer zu deren Abgabe verpflichtet
seien. Mangels einer allgemeinen Vorleistungspflicht könnte der Beschwerdeführer
aber selbst dann weder Versicherungsprämien noch die ihm verrechneten
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Kostenbeteiligungen unbezahlt lassen, wenn der Versicherer seiner Pflicht, ihm Kopien
zu verschaffen, nicht nachgekommen wäre. Ihm sei zwar zuzustimmen, dass die
bestehende Situation, in der die versicherte Person sich selbst aktiv um den Erhalt der
Rechnungskopien von den Leistungserbringern und damit um die Möglichkeit der
Kontrolle bemühen müsse, den Absichten des Gesetzgebers kaum genügen dürfte.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege darin allerdings nicht und das mit Art. 42
Abs. 3 Satz 3 KVG eingeführte Mitwirkungsrecht der versicherten Person werde
dadurch nicht vereitelt, sondern nur erschwert (Erw. 6). Auf diese Ausführungen wird
verwiesen. Der Beschwerdeführer zog das Urteil KV 2002/12 vom 14. August 2002 ans
Eidgenössische Versicherungsgericht weiter. Dieses hielt im Urteil K 99/02 vom
23. Juni 2003 (auszugsweise veröffentlicht in RKUV 2003 S. 227) fest, soweit die
Krankenversicherung im System des Tiers payant ihrer Zahlungspflicht gegenüber dem
Leistungserbringer nachgekommen sei, habe sie Anspruch darauf, von der versicherten
Person die gesetzlich vorgeschriebenen Kostenbeteiligungen zu erhalten. Dieser
Anspruch bestehe unabhängig davon, ob die versicherte Person die ihr zustehende
Rechnungskopie – vom Krankenversicherer oder vom Leistungserbringer – erhalten
habe, handle es sich dabei doch einzig um ein weiteres Element der Kostenkontrolle,
nicht aber um eine Vorleistung im Sinn eines Zug-um-Zug-Geschäfts in Analogie zu
Art. 82 OR, deren Unterlassung die Nichtbegleichung der vom Krankenversicherer in
Rechnung gestellten Prämien und Kostenbeteiligungen rechtfertigen würde. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs liege – selbst wenn die Krankenversicherung eine
entsprechende Kopieherausgabepflicht treffen würde – nicht vor, hätte der Versicherte
die Rechnungskopien doch jedenfalls vom Leistungserbringer verlangen und dadurch
sein Mitwirkungsrecht vereinfachter wahrnehmen können (Erw. 3.2). Im vom
Beschwerdeführer vor dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gegen seine
damalige Krankenversicherung angestrebten Verfahren KV 2003/9 war die Rüge
betreffend Rechnungskopien ebenfalls in diesem Sinn behandelt worden (Urteil vom
15. September 2004).
1.2 Der Beschwerdeführer rügt im vorliegenden Verfahren erneut eine Verletzung von
Art. 42 Abs. 3 KVG im Zusammenhang mit der von ihm als mangelhaft bezeichneten
Rechungszustellung bzw. Rechnungskontrolle durch die Krankenversicherung.
Diesbezüglich weist er auf nach seiner Auffassung bestehende Missstände hin, die im
System bzw. politisch begründet seien. Beim Verfahren vor dem kantonalen
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Versicherungsgericht handelt es sich nicht um ein aufsichtsrechtliches Verfahren. Die
Überwachung der Durchführung der Krankenversicherung obliegt gemäss Art. 21
Abs. 1 KVG dem Bundesrat, der sich hierfür gemäss Gesetz und Verordnung des
Bundesamts für Gesundheit bedient (vgl. Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in:
SBVR-XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., 2007, S. 471 Rz. 231 ff.). Darauf wurde der
Beschwerdeführer auch im Urteil KV 2008/17 vom 3. Juni 2009 hingewiesen (Erw. 1.3).
Auf die Kritik des Beschwerdeführers ist folglich nicht näher einzugehen.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer bemängelt, dass die Beschwerdegegnerin ihr
Rechnungsprüfungsverfahren an eine private Unternehmung ausgelagert habe. Damit
verletze sie die "Vertrauenspflicht" über die Patientendaten und deren Fakten zur
Krankengeschichte, indem diese nach aussen dringen würden. Gemäss Art. 84 KVG
sind u.a. die mit der Durchführung des KVG betrauten Organe befugt, die
Personendaten, einschliesslich besonders schützenswerter Daten und
Persönlichkeitsprofile, zu bearbeiten oder bearbeiten zu lassen, die sie benötigen, um
die ihnen nach diesem Gesetz übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Die Aufzählung der
Aufgaben gemäss lit. a bis h dieses Artikels ist nicht abschliessend. Die Durchsetzung
der in Art. 64 KVG vorgeschriebenen Kostenbeteiligungen der Versicherten zählt zu den
Aufgaben, die den Krankenversicherungen übertragen sind. Die Versicherungen sind
somit befugt, die zur Erfüllung dieser Aufgabe nötigen Daten von einem Dritten
bearbeiten zu lassen. Freilich gelten die datenschutzrechtlichen Vorgaben auch für
diesen Dritten. Weder das KVG noch die dazugehörenden Verordnungen regeln mehr
als nur die Grundzüge der Organisation und überlassen es den Krankenversicherern, im
Rahmen dieser Grundregelung die ihnen zweckmässig erscheinende Organisation zu
wählen. Die Versicherer sollen in der Lage sein, die ihren Bedürfnissen und
Gegebenheiten entsprechende Organisation zu wählen. Da das KVG zudem von einer
Konkurrenzsituation unter den Krankenversicherern ausgeht, soll es diesen auch
zustehen, diejenige Organisationsform zu wählen, die ihnen am zweckmässigsten
erscheint; zu starre gesetzliche Vorschriften sollen die Innovationsmöglichkeiten nicht
hemmen (Tomas Poledna, Krankenversicherungen und ihre rechtliche Organisation. Im
Spannungsfeld von Aufgabenerfüllung und Staatsaufsicht, Zürich 2002, S. 32). Auch
wenn die Krankenversicherer also bezüglich ihrer eigenen Organisation über einen
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relativ grossen Spielraum verfügen, so darf die Organisation nicht derart eingerichtet
sein, als dass die gesetzlichen Ziele durch sie nicht erreichbar oder gefährdet werden.
In diesem Zusammenhang plädiert Poledna dafür, dass die Weiterdelegation der
Aufgabe der sozialen Krankenversicherung an Dritte ohne Kontrollmöglichkeiten zu
verbieten ist (Poledna, a.a.O., S. 33).
2.2 Vorliegend behauptet der Beschwerdeführer, die Prüfung der Rechnungen der
Leistungserbringer werde von einer privaten Drittfirma vorgenommen. Die
Beschwerdegegnerin bestreitet dies und gibt an, die Rechnungskontrolle selbst
vorzunehmen. Wie es sich damit nun verhält, braucht vorliegend jedoch nicht geklärt zu
werden. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin die Rechnungskontrolle ausgelagert
haben sollte, so ist sie dazu gestützt auf Art. 84 KVG grundsätzlich berechtigt. Aus den
Akten ergeben sich keinerlei Hinweise darauf, dass bei einer allfälligen Auslagerung
keine Kontrollmöglichkeiten seitens der Beschwerdegegnerin mehr bestehen würden
oder datenschutzrechtliche Bestimmungen verletzt worden wären; dies wird vom
Beschwerdeführer auch nicht behauptet. Entsprechend ist auch diese Rüge des
Beschwerdeführers unbeachtlich.
3.
3.1 Der Krankenversicherer fällt in seinen Verfügungen und Einspracheentscheiden
betreffend ausstehender Prämien und Kostenbeteiligungen nicht bloss einen
sozialversicherungsrechtlichen Sachentscheid über die Verpflichtung der versicherten
Person zu einer Geldzahlung, sondern kann gleichzeitig auch als
Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvorschlags befinden (BGE 119 V
331 f. Erw. 2b mit Hinweisen). Das Sozialversicherungsgericht ist daher verpflichtet, im
Rechtsmittelverfahren eine umfassende Kontrolle der geforderten Kostenbeteiligungen
vorzunehmen (K 99/02, Erw. 4.2.1). Im Folgenden sind somit die einzelnen
Kostenbeteiligungsabrechnungen zu überprüfen.
3.1.1 Der Leistungsabrechnung vom 6. April 2006 liegt eine aktenkundige
Arztrechnung vom 15. März 2006 über den Betrag von Fr. 305.85 zugrunde. Zulasten
der Jahresfranchise (Art. 64 Abs. 2 lit. a KVG i.V.m. Art. 103 Abs. 1 der Verordnung
über die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]) wurden dem Beschwerdeführer
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Fr. 300.-- weiterverrechnet, zulasten des Selbstbehalts Fr. 0.60 (Art. 64 Abs. 2 lit. b
KVG; act. G 3.1.6). Die entsprechende Position von Fr. 300.60 wurde folglich korrekt in
Betreibung gesetzt.
3.1.2 Die Leistungsabrechnung vom 22. Juni 2006 beruht auf einer
aktenkundigen Rechnung des Kantonsspitals St. Gallen vom 30. Mai 2006 über
Fr. 3'159.20. Da die Franchise bereits vollumfänglich geleistet war, stellte die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer lediglich den Selbstbehalt von Fr. 315.90
in Rechnung (act. G 3.1.7). Auch diese Position ist gemäss Zahlungsbefehl vom
8. Oktober 2007 korrekt in Betreibung gesetzt worden (act. G 3.1.4).
3.1.3 Die Leistungsabrechnungen vom 6. Juli 2006 basieren auf aktenkundigen
Rechnungen vom 13. Februar 2006 über den Betrag von Fr. 3'100.-- und vom 31. März
2006 über den Betrag von Fr. 495.--. Für die erste Rechnung wurde dem
Beschwerdeführer ein Selbstbehalt von Fr. 310.-- und für die zweite von Fr. 14.55 in
Rechnung gestellt bzw. schliesslich in Betreibung gesetzt (act. G 3.1.15). Warum sich
der Selbstbehalt bei der zweiten Rechnung auf Fr. 14.55 beschränkte, ist den
vorliegenden Akten nicht zu entnehmen. Dies dürfte indessen auf das Erreichen der
Grenze des Selbstbehalts gemäss Art. 103 Abs. 2 KVV zurückzuführen sein.
Substantiierte Einwendungen gegen diese Position bringt der Beschwerdeführer keine
vor.
3.2 Die Kostenbeteiligungen stimmen somit mit den Rechnungen überein, und es gibt
keine Anhaltspunkte, die auf einen Fehler schliessen liessen. Auch wurde der
gesetzliche bzw. vertragliche Höchstbetrag der Kostenbeteiligungen nicht
überschritten. Die geforderten Kostenbeteiligungen sind daher nicht zu beanstanden.
3.3 Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer im angefochtenen
Einspracheentscheid auch verpflichtet, ihr für die Betreibung zusätzlich Fr. 110.--
(Fr. 60.-- Mahnspesen und Fr. 50.-- Betreibungskosten) zu bezahlen. Gemäss
Rechtsprechung (BGE 125 V 276) kann ein Krankenversicherer bei Zahlungsverzug
Mahngebühren und Umtriebsspesen erheben, sofern die versicherte Person die Kosten
schuldhaft verursacht hat und die Entschädigung angemessen ist. Vorausgesetzt wird
eine ausdrückliche Rechtsgrundlage in den Versicherungsbedingungen (Gebhard
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Eugster, Krankenversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
Band Soziale Sicherheit, Rz 341). Gemäss den im Internet abrufbaren Allgemeinen
Versicherungsbedingungen (AVB) der Beschwerdegegnerin, Ausgabe 1.2004, werden
bei Zahlungsverzug Mahnungsspesen und Umtriebsgebühren erhoben (www.kpt.ch/
KPT/Homepage/Produkte/avb/versicherungsbedingungen/kvg/mahnen/). Die Höhe der
Mahngebühren ist in den AVB nicht festgelegt. Für die Beurteilung der Angemessenheit
ist in solchen Fällen das Äquivalenzprinzip anzuwenden (Eugster, a.a.O., Rz 341, Fn
836). Die geforderte Mahngebühr von Fr. 60.-- ist als angemessen zu betrachten.
3.4 Die Kosten der Betreibung sind vom Schuldner von Gesetzes wegen zu bezahlen
(Art. 68 SchKG), weshalb dafür keine Rechtsöffnung zu erteilen ist.
3.5 Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin sei
nicht rechtsgenüglich unterzeichnet worden. Darauf ist nicht näher einzugehen, weil
zumindest bei Beschwerdeantworten bzw. Dupliken, die keine rechtsgestaltenden Akte
darstellen, sondern der Gewährung des rechtlichen Gehörs dienen, keine
Formerfordernisse bestehen. Nicht einmal für die Beschwerde selbst nennt Art. 61 lit. b
ATSG die Unterzeichnung als Gültigkeitserfordernis (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., 2009, Rz. 48 zu Art. 61). Dass Mitarbeiter des Rechtsdienstes der
Beschwerdegegnerin intern zur Erstellung von Rechtsschriften bevollmächtigt sind, ist
derart offenkundig, dass sich diesbezügliche weitere Abklärungen erübrigen.
4.
4.1 Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
Beschwerdeführer ist zu verpflichten, der Beschwerdegegnerin die
Kostenbeteiligungen in Höhe von insgesamt Fr. 941.05 und Mahnspesen von Fr. 60.--
zu bezahlen. Dafür ist definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
4.2 Obwohl das Gericht bereits wiederholt über ähnlich gelagerte Beschwerden des
Beschwerdeführers entschieden hat, ist zumindest für dieses Verfahren nicht von
mutwilliger Prozessführung im Sinn der Rechtsprechung (RKUV 1989 S. 387; BGE 112
V 334 Erw. 5a m.w.H.) auszugehen, sodass keine Gerichtskosten zu erheben sind
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(Art. 61 lit. a ATSG). Bei allfälligen weiteren derartigen Beschwerden wäre diese Frage
jedoch neu zu überprüfen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG