Decision ID: 9857b634-dcf3-5570-bffd-cb2093d6857b
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 X._, geboren 1961, verfügt über eine Primar- und Realschulausbildung sowie eine abgeschlossene Metzgerlehre. Nachdem er zunächst im familieneigenen Metzgereibetrieb mitgearbeitet hatte und den in der Folge in alleiniger Verantwortung geführten Betrieb hatte aufgeben müssen, war er in verschiedenen Branchen zumeist unselbständig erwerbstätig, zuletzt ab Oktober 2004 als Produktionsmitarbeiter bei der mit der Anfertigung von Halbfabrikaten für Wärmedämmsysteme befassten Y._ AG. Im Zuge einer im September 2007 erfolgten Hospitalisation wurde bei dem seit 2005 unter Atemproblemen leidenden X._ ein Herzleiden festgestellt, infolgedessen im Oktober 2007 eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt wurde. Per Ende Mai 2008 wurde das Anstellungsverhältnis arbeitgeberseits aufgelöst. Im Februar 2009 musste sich X._ einer Herzoperation (Schrittmacher-Implantation) unterziehen (vgl. Urk. 3/3, 3/5, 10/17-19, 10/22, 10/26, 10/33 und 10/37).
1.2 Im Januar 2008 meldete sich X._ bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Invalidenversicherungsleistungen an (Urk. 10/12). Hierauf forderte die Verwaltung den IK-Auszug vom 6. Februar 2008 (Urk. 10/17) an, zog den Arbeitgeberbericht vom 8. Februar 2008 (Urk. 10/18) bei und holte verschiedene Arztberichte ein (Berichte von Dr. med. Z._, Fachärztin für Allgemeinmedizin, vom 11. Februar 2008 [Urk. 10/19], von Dr. med. A._, Leitender Arzt, Abteilung für Innere Medizin/Kardiologie des Spitals B._, vom 2. April 2008 [Urk. 10/22] sowie von Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 16./17. Juni 2008 [Urk. 10/26/1-6 und 10/26/74], samt Beilagen [Urk. 10/26/7-73]). Am 7. Juli 2008 gab sie - auf Veranlassung von RAD-Arzt med. pract. D._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation (Stellungnahme vom 3. Juli 2008 [Urk. 10/47/3]) - eine psychiatrische Abklärung in Auftrag (Urk. 10/27-28), worauf Dr. med. E._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychiatrie, Institution F._, am 30. Dezember 2008 sein psychiatrisches Gutachten erstattete (Urk. 10/33). Am 19. Februar 2009 leitete die Verwaltung eine weitere medizinische Abklärung durch Dr. med. G._, Spezialarzt für Kardiologie und Innere Medizin, ein (Urk. 10/34-35; vgl. Stellungnahme von RAD-Arzt med. pract. D._ vom 17. Februar 2009 [Urk. 10/47/4]), dessen Expertise vom 30. April 2009 datiert (Urk. 10/37). Gestützt auf die RAD-ärztliche Aktenbeurteilung von med. pract. D._ vom 28. Mai 2009 (Urk. 10/47/5) und das Verlaufsprotokoll der anstaltsinternen Berufsberatung vom 18. Juni 2009 (Urk. 10/44) wurde dem Versicherten am 24. Juni 2009 beschieden, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 10/45). Nach ergänzender Einholung der berufsberaterischen Stellungnahme vom 7. Juli 2009 (Urk. 10/48; vgl. Urk. 10/47/5-6) wurde ihm sodann mit Vorbescheid vom 7. September 2009 (Urk. 10/49-50) die Zusprechung einer Dreiviertelsrente mit Wirkung ab 1. September 2008 in Aussicht gestellt (vgl. Urk. 10/47/6). Nach Kenntnisnahme des Einwands des - inzwischen durch Rechtsanwältin Dr. Vögeli Galli vertretenen (vgl. Urk. 10/52-53) - Versicherten vom 29. September 2009 (Urk. 10/69) und Prüfung der Verrechnungsfrage (vgl. Urk. 10/76-80) erging am 17. Dezember 2009 der angekündigte Rentenentscheid (Urk. 2 = 10/81; s. Feststellungsblatt und Mitteilung an die zuständige Ausgleichskasse vom 23. November 2009 [Urk. 10/73-74], samt Begründungsbeiblatt ['Verfügungsteil 2'; Urk. 10/75]).
2.
2.1 Hiergegen liess der - weiterhin durch Rechtsanwältin Dr. Vögeli Galli vertretene (Urk. 4) - Versicherte beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Eingabe vom 28. Januar 2010 (Urk. 1; samt Beilagen [Urk. 3/3-17]) Beschwerde erheben; dies mit dem Begehren um kosten- und entschädigungsfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Zusprechung einer ganzen ("vollen") Invalidenrente mit Wirkung ab 1. September 2008 (zuzügl. Verzugszins von 5 % ab 1. September 2010), eventuell nach Durchführung einer interdisziplinären (insbes. kardiologischen, psychiatrischen und internistischen) medizinischen Begutachtung und (BEFAS-)Abklärung der funktionellen Leistungsfähigkeit (S. 2 f.), sowie mit dem prozessualen Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Prozessführung und Rechtsvertretung; S. 3).
2.2 Mit Zuschrift vom 29. Januar 2010 (Urk. 5) liess der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zum Armenrechtsgesuch nachreichen (Urk. 6/1-2). Die Verwaltung schloss mit Vernehmlassung vom 23. Februar 2010 (Urk. 9; samt Aktenbeilage [Urk. 10/1-86]) auf Abweisung der Beschwerde. Nachdem der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 12. März 2010 (Urk. 12) und 22. März 2010 (Urk. 15) das 'Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit' (Urk. 13) sowie weitere Ausweise zum Beleg seiner angeblichen Mittellosigkeit (Urk. 14/2-28 und 16/1-2) hatte einreichen lassen, liess er sein Armenrechtsgesuch mit Eingabe vom 6. Mai 2010 (Urk. 18; samt Beilagen [Urk. 19/1-6]) zurückziehen (Abschreibungsverfügung vom 17. Mai 2010 [Urk. 20]).
3.
3.1 Die Angelegenheit erweist sich beim derzeitigen Stand der Akten als spruchreif und kann demzufolge ohne Weiterungen der Erledigung zugeführt werden. Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. März 2010 (Urk. 17) pflichtgemäss zur Kenntnis gebracht. Für gerichtliche Beweismassnahmen besteht kein Anlass.
3.2 Auf die Vorbringen der Parteien (Urk. 1 und 9) und die zu würdigenden Unterlagen (Urk. 3/2-6 und 10/1-86) wird - soweit für die Entscheidfindung erforderlich - in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Streitig und zu beurteilen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers, namentlich, ob mit Wirkung ab 1. September 2008 über die zugesprochene Dreiviertelsrente hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht.
1.2 Die Beschwerdegegnerin erwog, der in seiner Arbeitsfähigkeit seit dem 10. September 2007 erheblich eingeschränkte Beschwerdeführer, welcher in seiner angestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter ohne Gesundheitsschaden einen Jahreslohn von Fr. 79'228.50 verdienen würde (per 2008), vermöge bei zumutbarer Ausübung einer behinderungsangepassten, körperlich leichten Tätigkeit (z.B. Verrichtung von Konfektion[ierung]s- und Verpackungs- oder Kontrollaufgaben) im Rahmen eines 50%-Pensums und unter Zubilligung eines behinderungsbedingten Abzugs von 15 % ein Einkommen von Fr. 26'072.40 pro Jahr zu erzielen, womit eine Erwerbseinbusse von Fr. 53'156.10 und mithin ein - Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründender - Invaliditätsgrad von 67 % resultiere. Aufgrund der umfassenden medizinischen Abklärungen sei aus psychiatrischer Sicht keine Minderung des Arbeits- und Leistungsvermögens ausgewiesen, während die Einschränkung hinsichtlich einer adaptierten Tätigkeit aus internistisch-kardiologischer Sicht 50 % betrage. Als lohnmindernder Faktor falle lediglich die Beschränkung auf eine Teilzeittätigkeit ins Gewicht, so dass ein 15 % übersteigender Abzug nicht gerechtfertigt sei (Urk. 2 Beilage = 10/75). Hieran wird festgehalten (Urk. 9).
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer geltend machen, er leide an diversen schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen (dilative Kardiomyopathie, kardiovaskuläre Risikofaktoren, Zöliakie, Asthma bronchiale, subklinische Hypothyreose, leichter Tinnitus links, Status nach Neurodermitis in der Kindheit, Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter, rezidivierende depressive Störung [gegenwärtig remittiert], Status nach multiplem Substanzgebrauch und Status nach wahnhafter Störung) und sei infolgedessen seit dem 10. September 2007 zu 100 % arbeitsunfähig. Schon allein aufgrund seines schweren Herzleidens sei von einer vollständigen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit auszugehen, zumal die von Dr. G._ postulierte 50%ige Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht verwertbar sei; im Übrigen werde die psychische Situation durch die Herzproblematik ungünstig beeinflusst, was die Einsetzbarkeit weiter beeinträchtige. Da bereits ein Herzschrittmacher eingesetzt worden sei, sei keine gesundheitliche Verbesserung mehr zu erwarten; aufgrund der Schwere der Herzinsuffizienz sei jegliche Anstrengung lebensbedrohlich, wobei die Notwendigkeit der medikamentösen Blutdrucksenkung weitere Risiken für eine Berufstätigkeit mit sich bringe (Schwindel bzw. präsynkopale oder synkopale Ereignisse) und darüber hinaus Nebenerscheinungen zu verzeichnen seien (Husten, Asthma, Dyspnoe), welche die Ausübung einer Erwerbstätigkeit zusätzlich erschweren würden. Jedenfalls sei nebst der von Dr. G._ attestierten 50%igen körperlichen Einschränkung zusätzlich auch die von Dr. E._ postulierte 30%ige psychische Reduktion des Arbeits- und Leistungsvermögens zu berücksichtigen und der leidensbedingte Abzug auf 20 % zu veranschlagen, was zu einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit und vollen Invalidität führe (Urk. 1 S. 6 ff. Rz. 8-12).
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; vom 6. Oktober 2006), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; vom 28. September 2007) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA; vom 6. Oktober 2006) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1 und 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung datiert vom 17. Dezember 2009, und es ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der zeitlich im Wesentlichen nach dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision (am 1. Januar 2008) anzusiedeln ist (Eintritt des in Frage stehenden Gesundheitsschadens: September 2007; Anmeldung zum Leistungsbezug: Januar 2008; unbestrittener Leistungsbeginn: September 2008). Daher kommen entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln zur Hauptsache die neuen Normen zur Anwendung (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Im Übrigen fällt dies materiellrechtlich ohnehin nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Mai 2009, 8C_76/2009, E. 2). Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung (gemäss 5. IV-Revision) zitiert.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität (im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG
)
bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2, mit Hinweisen).
Zur Annahme der Invalidität (im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG
)
ist - auch bei psychischen Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker etwa psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden psychosozialen und soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der psychosozialen und soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des BGer vom 23. März 2009, 8C_730/2008, E. 2).
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.4 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2, mit Hinweisen).
Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat, ist bei der Bestimmung des Valideneinkommens auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte. Dazu ist erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Absichtserklärungen genügen dazu nicht; vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums und so weiter kundgetan worden sein (BGE 96 V 30; AHI 1998 S. 171 E. 5a; Urteil des EVG vom 22. Dezember 2004, I 307/04, E. 4.1).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 475 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 476 E. 4.2.1, mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41.9 Stunden (bis 1998), 41.8 Stunden (1999-2000), 41.7 Stunden (2001-2003), 41.6 Stunden (2004-2005), 41.7 Stunden (2006-2007), 41.6 Stunden (2008) beziehungsweise 41.7 Stunden (seit 2009; Die Volkswirtschaft 12-2010 S. 90 Tabelle B9.2 und 5-2011 S. 90 Tabelle B9.2; vgl. BGE 129 V 484 E. 4.3.2, 126 V 77 E. 3b/bb und 124 V 322 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a). Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen: BGE 126 V 75).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass respektive bis zum Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind. Bevor die Verwaltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzuführen (BGE 129 V 223 E. 4.2, am Ende, und 128 V 174; Urteil des EVG vom 26. Mai 2003, I 156/02).
2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4, mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1 Unbestrittener- und erstelltermassen ist der Beschwerdeführer sozialversicherungsrechtlich als im Gesundheitsfall Vollerwerbstätiger zu qualifizieren und die Invaliditätsbemessung folglich nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen. Einigkeit herrscht zwischen den Parteien zu Recht auch über den Zeitpunkt des auf 1. September 2008 festgesetzten Rentenbeginns.
3.2 Das von der Beschwerdegegnerin per 2008 auf Fr. 79'228.50 veranschlagte Valideneinkommen wird vom Beschwerdeführer der Höhe nach nicht beanstandet. Da sich der eingestellte Wert aufgrund der aktenkundigen Arbeitgeberangaben als zu hoch erweist, ist er allerdings von Amtes wegen zu korrigieren. Gemäss Arbeitgeberbericht der Y._ AG vom 8. Februar 2008 (Urk. 10/18) betrug der Monatslohn des Beschwerdeführers im Jahr 2005 Fr. 5'825.--, im Jahr 2006 Fr. 5'925.--, im Jahr 2007 Fr. 5'975.-- und hätte auch im Jahr 2008 ("heute") weiterhin bei Fr. 5'975.-- gelegen (Ziff. 2.10, 2.11 und 2.12); während der arbeitsvertragliche Anspruch auf Vergütung eines 13. Monatslohns ausgewiesen ist, erscheint die für 2005 verzeichnete Ausrichtung einer Gratifikation (von Fr. 1'500.--) als singulär und damit irrelevant. Die fraglichen Salärangaben stimmen mit den IK-mässig erfassten Lohndaten überein (IK-Auszug vom 6. Februar 2008 [Urk. 10/17]). Folglich ist per 2008 (Rentenbeginn) von einem anrechenbaren Valideneinkommen von Fr. 77'675.-- auszugehen (= Fr. 5'975.-- x 13).
3.3 In medizinischer Hinsicht kann auf die für die streitigen Belange umfassenden, auf den notwendigen Untersuchungen beruhenden, die geklagten Beschwerden berücksichtigenden, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegebenen und in der einlässlichen Beurteilung der medizinischen Situation plausiblen sowie hinsichtlich der gezogenen Schlussfolgerungen wohlbegründeten gutachterlichen Einschätzungen der Dres. E._ und G._ vom 30. Dezember 2008 (Urk. 10/33) und 30. April 2009 (Urk. 10/37) abgestellt werden, welche von RAD-Arzt med. pract. D._ zu Recht als beweistauglich bewertet worden sind (Stellungnahme vom 28. Mai 2009 [Urk. 10/47/5]).
Dr. E._ diagnostizierte eine Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter (Aufmerksamkeits-Defizit-Störung [ADS]) im Sinne von ICD-10 F90.0 (seit Kindheit/Jugend), eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert) im Sinne von ICD-10 F33.4, einen Status nach multiplem Substanzgebrauch (Alkohol, Kokain, Benzodiazepine) im Sinne von ICD-10 F19 sowie einen Status nach wahnhafter Störung im Sinne von ICD-10 F22.0. Den seitens der Verantwortlichen des Psychiatrie-Zentrums H._ zeitweilig geäusserten Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung (vgl. Berichte vom 13. Februar 2004 [Urk. 10/26/61-62] und 14./15. April 2005 [Urk. 10/26/46-51]) bezeichnete Dr. E._ als nicht nachvollziehbar. Eine aktuelle Störung durch den Gebrauch psychotroper Substanzen (im Sinne von ICD-10 F1) vermochte der Gutachter nicht zu erkennen, während er dem anamnestischen Zustand nach multiplem Substanzgebrauch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuschrieb. Die anhand der dokumentierten Vorbefunde überwiegend wahrscheinlich bestandene wahnhafte Störung erachtete er als fast vollständig remittiert und ohne relevanten Einfluss auf das Arbeitsvermögen. Die als ausgewiesen qualifizierte ADS-Problematik stufte Dr. E._ als nur leicht ausgeprägt ein und leitete daraus keine relevante Minderung der Arbeitsfähigkeit ab. Der anhand der Vorakten dokumentierten und vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten depressiven Symptomatik mass er keine Arbeitsfähigkeitsrelevanz bei, wobei er die ICD-Kriterien für eine (mindestens leichte) depressive Störung in masslicher wie zeitlicher Hinsicht als nicht erfüllt ansah und den zu gewärtigenden depressiven Verstimmungszustand als durch die schwere Herzkrankheit vollständig erklärbar bezeichnete, ohne dass dadurch eine eigenständige depressive Störung begründet werde oder im Zusammenhang mit geschilderten körperlichen Missempfindungen ein somatisches Syndrom erkennbar sei. Dr. E._s Fazit lautete dahin, dass beim Beschwerdeführer ein erhöhtes Risiko bestehe, ohne Unterstützung durch eine angemessene ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung (ADS-Therapie, Rezidivprophylaxe der depressiven Störung, Abstinenz von psychotropen Substanzen) und bei vermehrter Belastung am Arbeitsplatz (etwa durch komplexe Tätigkeiten, hohe Anforderungen an Tempo, Qualität und Quantität, zwischenmenschliche Konflikte) aufgrund seiner depressiven Störung erneut zu dekompensieren. Dieses erhöhte Risiko liege in der komorbid bestehenden ADS-Erkrankung und in einer zusätzlich fehlenden Kapazität zur Verarbeitung innerpsychischer Konflikte begründet, die sich im anamnestisch bekannten multiplen Gebrauch nicht ärztlich verordneter psychotroper Substanzen ("sekundäres Suchtverhalten") und in der ebenfalls anamnestisch dokumentierten wahnhaften Störung zeige; dieses Risiko mindere ohne Therapie die Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch um 30 % (von 100 %). Bei dieser Einschätzung seien auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (psychosoziale Faktoren wie finanzielle Sorgen etc.) mit bedacht und von invaliditätsrelevanten, objektivierbaren Befunden abgegrenzt worden, wobei den invaliditätsfremden Gesichtspunkten vor allem therapeutische Relevanz zukomme und diese nicht in die medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsbeurteilung aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht mit eingeflossen seien. In seinen Ausführungen zur Arbeits(un)fähigkeit hinsichtlich der angestammten und einer behinderungsangepassten Tätigkeit hielt Dr. E._ dafür, dass die Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter (ADS) im Sinne von ICD-10 F90.0, die rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert) im Sinne von ICD-10 F33.4, der Status nach multiplem Substanzgebrauch (Alkohol, Kokain, Benzodiazepine) im Sinne von ICD-10 F19 und der Status nach wahnhafter Störung im Sinne von ICD-10 F22.0 die Arbeitsfähigkeit weder je einzeln noch in Kombination mindern würden, wobei er aber einschränkend auf das erhöhte Dekompensationsrisiko mit medizinisch-theoretisch 30%igem Arbeitsfähigkeitsverlust bei Fehlen der indizierten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und gleichzeitig vermehrter Belastung am Arbeitsplatz hinwies.
Dr. G._ stellte folgende fachgebietsspezifischen Diagnosen:
-
dilative Kardiomyopathie (am ehesten idiopathischer Genese) mit/bei
-
Status nach Herzkatheteruntersuchung (am 8. Oktober 2007)
-
Status nach Implantation eines ICD/CRT-Systems (am 3. Februar 2009)
-
bekanntem vollständigem Linksschenkelblock (aktuell: Pacemaker-EKG)
-
aktuell: deutlich eingeschränkter linksventrikulärer Funktion (EF 30-35 %, Norm
≥
55 %)
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren
-
Status nach Nikotinabusus (bis 2007; total ca. 25 packyears)
-
Übergewicht
-
Zöliakie (ED im Juli 2008)
-
Anti-Herzmuskel-AK positiv
-
Vitamin B12-Mangel mit Polyneuropathie
-
Eisenmangelanämie
-
sekundäre Laktoseintoleranz
-
Asthma bronchiale und chronische Bronchitis (bei Status nach Nikotinabusus)
-
subklinische Hypothyreose
-
aktuell: TSH 4.1 mU/l, fT4 16.7 pmol/l
-
leichter Tinnitus links (bei Status nach Hörsturz links im Dezember 2007)
-
Status nach Neurodermitis (in der Kindheit), Allergien gegen Weizenmehl, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren (keine Medikamentenallergie), IgE-Erhöhung
Im Übrigen verwies er auf die von Dr. E._ erhobenen psychiatrischen Diagnosen und stellte Vermutungen betreffend möglicher Konzentrationsschwierigkeiten und Verständnisschwierigkeiten beim Lesen an; sodann konstatierte er eine bezüglich Drogen und Alkohol sowie in psychischer Hinsicht "zur Zeit" mutmasslich stabile Situation, mit allerdings wahrscheinlicher Tendenz zu schneller psychischer Entgleisung. Aus kardiologischer und internistischer Sicht attestierte der Gutachter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten, während er für körperlich nicht bis leicht belastende Arbeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit postulierte; dies rückwirkend seit zirka Anfang Januar 2008 bis "heute" sowie für die nahe und mittlere Zukunft. Dies bedeute, dass für frühere Tätigkeiten wie Metzger, Schreiner, Spengler und so weiter je eine 80-100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe; für die Zeitperiode von September bis Dezember 2007 habe sicher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Formen von Arbeitsbelastung bestanden. Bezug nehmend auf das psychiatrische Gutachtensergebnis hielt Dr. G._ fest, dass hinsichtlich der Ausübung einer körperlich nicht bis höchstens leichtgradig belastenden Tätigkeit die von Dr. E._ formulierte Einschränkung im Rahmen einer Gesamtbeurteilung zusätzlich berücksichtigt werden müsse.
Die Gutachtensergebnisse erweisen sich im Lichte der medizinischen Vorakten (Urk. 10/19, 10/22 und 10/26) als nachvollziehbar und plausibel. Entgegen dem Beschwerdeführer hat sich der psychiatrische Gutachter durchaus auch mit dem Einfluss der Herzproblematik auf die psychische Situation beschäftigt. Die kardiologisch-internistische Beurteilung wird durch den nachgebrachten Bericht der Klinik für Innere Medizin des Kantonsspitals I._ vom 21. Januar 2010 (Urk. 3/5) nicht in Frage gestellt, geschweige denn entkräftet. Im Zuge der auf Selbsteinweisung wegen linksthorakaler Schmerzen und Armschmerzen beidseits sowie vermehrter Dyspnoe getätigten Abklärung wurde eine kardiale Genese der geklagten Beschwerden gestützt auf die erhobenen elektrokardiologischen, klinischen und laborchemischen Befunde ausgeschlossen; eine Lungenembolie wurde nach Vornahme bildgebender Untersuchungen ebenfalls verneint. Nachdem mittels konventioneller Medikation eine nahezu vollständige Schmerzregredienz bewirkt werden konnte und der Beschwerdeführer während der ambulanten Notfallüberwachung kardiopulmonal stabil geblieben war, wurde er noch gleichentags in gutem Allgemeinzustand und "beruhigt" nach Hause entlassen. Bezogen auf den - Grenze der gerichtlichen Beurteilung bildenden (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 und 121 V 362 E. 1b) - Verfügungszeitpunkt (17. Dezember 2009) ist dem fraglichen Bericht nichts zu entnehmen, was auf eine gutachterliche Fehlinterpretation der bekannten gesundheitlichen Probleme hindeuten würde. Stichhaltige Hinweise auf unberücksichtigt gebliebene Erkrankungen, wie etwa ein relevantes "Wirbelproblem" (Urk. 1 S. 11 Rz. 12), fehlen ebenfalls, zumal der Beschwerdeführer den in Aussicht gestellten Bericht des Universitätsspitals Zürich (USZ) nicht nachgereicht hat; auf entsprechende Erhebungen kann demnach verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b und 122 V 157 E. 1d).
Nach Lage der medizinischen Akten liegt in somatischer Hinsicht in erster Linie eine schwere Herzkrankheit vor, welche weder dramatisiert noch verharmlost werden darf. Begleitend besteht eine suboptimale Kreislaufsituation mit deutlich reduziertem Blutdruckverhalten, welche mitunter zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führt. Daneben sind weitere körperliche Gebrechen zu verzeichnen, wie insbesondere Atembeschwerden. Dass die Krankheiten insgesamt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich körperlich schwerer wie auch mittelschwerer Tätigkeiten und mithin auch bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bewirken, steht ausser Zweifel. Ebenso klar ist aber auch, dass der Beschwerdeführer trotz seiner körperlichen Angeschlagenheit eine noch "ordentliche Belastbarkeit" aufweist (Urk. 10/37/18), wobei die internistischen Krankheitsbilder (Zöliakie, Asthma bronchiale, Allergien) die Arbeitsfähigkeit nebst den im Vordergrund stehenden Problempunkten im Herz-Kreislauf-Bereich (Herz- und Blutdrucksituation) nicht zusätzlich beeinträchtigen (Urk. 10/37/19). Die psychische Konstellation wirkt sich nicht unmittelbar auf die Arbeitsfähigkeit aus, erschwert die Verwertung des Restleistungsvermögens aber insofern, als sich daraus Einschränkungen in Bezug auf das zumutbare Arbeitsplatzprofil ergeben. Insoweit kann zwar einerseits entgegen dem Beschwerdeführer nicht leichthin von einer additiven 80%igen Arbeitsunfähigkeit respektive nurmehr 20%igen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden, doch darf anderseits auch nicht im Sinne der Beschwerdegegnerin jede Relevanz der von Dr. E._ umschriebenen und von Dr. G._ als wesentlich erachteten Risiken verneint werden. Vielmehr ist medizinisch-theoretisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit hinsichtlich körperlich anspruchsloser und auch psychisch anforderungsarmer Tätigkeiten anzunehmen.
3.4 Was die wirtschaftliche Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Restarbeitskraft angeht, ist zu beachten, dass der theoretische und abstrakte Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen umschliesst und anderseits einen Arbeitsmarkt bezeichnet, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 134 V 64 E. 4.2.1 und 130 V 346 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind folglich praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur soweit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist, da für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; vgl. Urteile des EVG vom 29. März 2005, I 273/04, 5. Mai 2004, I 591/02, 13. März 2000, I 285/99, und 17. April 2000, U 176/98). Unter diesen Gesichtspunkten kann entgegen dem Beschwerdeführer nicht gesagt werden, es falle für ihn auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt keine "ordnungsgemässe Anstellung" mehr in Betracht, sondern nurmehr die zu einem "Taschengeld" entlöhnte Arbeit in einer "Behindertenwerkstatt" (Urk. 1 S. 10 Rz. 11), sondern es ist vielmehr der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die Verwertbarkeit des noch vorhandenen Restleistungsvermögens grundsätzlich gewährleistet ist (etwa in Form der aus berufsberaterischer Sicht in Betracht gezogenen Verrichtung von Konfektionierungs- und Verpackungs- oder Kontrollaufgaben; Urk. 10/48; vgl. Urk. 10/47/6).
Der standardisierte Monatslohn (Zentralwert [Median]) einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) verrichtender Männer lag im Jahr 2008 bei Fr. 4'806.-- (Privater Sektor; LSE 2008 S. 26 Tabelle TA1). Bei Umrechnung des auf 40 Wochenstunden basierenden Werts auf die im Referenzjahr betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden (A-O Total; Die Volkswirtschaft 5-2011 S. 90 Tabelle B9.2) macht dies Fr. 4'998.25 pro Monat beziehungsweise Fr. 59'979.-- pro Jahr. Bei einem Beschäftigungsgrad von 50 % beträgt der statistische Jahreslohn Fr. 29'989.50.
Der von der Beschwerdegegnerin auf 15 % veranschlagte behinderungsbedingte Abzug wird den vorliegenden Verhältnissen nicht gerecht. Die anstaltsinterne Berufsberatung begründete die Höhe damit, dass der Beschwerdeführer nur noch einer körperlich leichten Teilzeittätigkeit nachgehen könne (Stellungnahme vom 7. Juli 2009 [Urk. 10/48; vgl. Urk. 10/47/6]). Im angefochtenen Entscheid stellte die Beschwerdegegnerin klar, dass von den in Frage kommenden Kriterien einzig das Merkmal der Teilzeitarbeit lohnindernd ins Gewicht falle (Urk. 2 Beilage = 10/75; vgl. Urk. 10/73). Dem kann nicht gefolgt werden. Nebst dem Aspekt, dass der in Vollzeitäquivalente umgerechnete Männerlohn mit zunehmendem Beschäftigungsgrad steigt, eine Person mit Vollzeitpensum (Beschäftigungsgrad von 90 % und mehr) mithin erheblich mehr verdient als eine nur teilzeitlich beschäftigte Person (vgl. LSE 2006 S. 15 f. Ziff. 2.3), darf beim Beschwerdeführer nicht ausser Acht bleiben, dass er auch hinsichtlich einer körperlich anspruchslosen Tätigkeit aufgrund der zu gewärtigenden Blutdruckproblematik mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hat, die nicht ohne lohnmässigen Niederschlag bleiben dürften. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der in psychischer Hinsicht (Dekompensationsrisiko) gebotene Ausschluss übermässiger Stressoren die variable Einsetzbarkeit und damit die Verdienstaussichten im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern beeinträchtigen dürfte. Diesen Punkten ist bei der Bemessung des Invalideneinkommens angemessen Rechnung zu tragen. Alles in allem erscheint unter Würdigung sämtlicher im Einzelfall ins Gewicht fallenden Umstände ein 25%iger (Maximal-)Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt, womit ein anrechenbares Invalideneinkommen von Fr. 22'492.15 resultiert.
3.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 77'675.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 22'492.15 beträgt die massgebende Erwerbseinbusse Fr. 55'182.85 und der anspruchsbegründende Invaliditätsgrad folglich 71 %. Demnach hat der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2008 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Da Anhaltspunkte für eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen in der Zeit vom Rentenbeginn bis zum Verfügungserlass (17. Dezember 2009) fehlen, kann von der Durchführung eines weiteren Einkommensvergleichs abgesehen werden.
4.
4.1 Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 17. Dezember 2009 insoweit abzuändern, als festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer ab 1. September 2008 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 71 % hat.
Der Verzugszinszinsanspruch ergibt sich aus Art. 26 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 7 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), ohne dass es einer diesbezüglichen gerichtlichen Anordnung bedarf.
4.2 Die auszufällenden und auf Fr. 800.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
4.3 Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine auf Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer [MWSt]) zu veranschlagende Prozessentschädigung (Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] und § 7 f. der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [GebV SVGer]).