Decision ID: f979f2ca-c05c-4733-9bac-511a4b144a37
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht, vom
2. März 2016 (GG150029)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 14. Dezember 2015
(Urk. 26) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz (Urk. 70 S. 26 ff.)
1. Die Beschuldigte ist schuldig
− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,
− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon
63 Tage durch Haft erstanden sind. Die Strafe wird vollzogen.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Beschuldigte eine Sicherheits-
leistung gemäss Art. 238 StPO von Fr. 30'000.– erbracht hat, welche ge-
mäss Verfügung vom 2. März 2016 aufrecht erhalten wird.
Tritt die Beschuldigte die Strafe an, ist die bei der Zentralen Inkassostelle
der Gerichte, Obergericht des Kantons Zürich, Hirschengraben 15,
8001 Zürich, hinterlegte Sicherheit der leistenden Drittperson, B._, ...
[Adresse], Belgien, unter Bescheinigung des Gefängnisses, dass die Be-
schuldigte die Sanktion angetreten hat, herauszugeben (Art. 239 Abs. 1 lit. c
StPO).
Entzieht sich die Beschuldigte der freiheitsentziehenden Sanktion, verfällt
die Kaution dem Kanton Zürich.
Hat eine Drittperson die Sicherheit geleistet, so kann auf den Verfall verzich-
tet werden, wenn die Drittperson den Behörden rechtzeitig die Informationen
geliefert hat, die eine Ergreifung der Beschuldigten ermöglicht hätten.
Über den Verfall der Sicherheitsleistung entscheidet die Behörde bei der die
Sache hängig ist oder zuletzt hängig war.
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Eine verfallene Sicherheitsleistung wird in sinngemässer Anwendung von
Art. 73 StGB zur Deckung der Ansprüche der Geschädigten und, wenn ein
Überschuss bleibt, zur Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden. Ein
allfällig noch verbleibender Überschuss fällt dem Kanton Zürich zu (Art. 240
StPO).
4. C._ wird nicht als Privatkläger zugelassen.
5. Die Beschuldigte wird gemäss ihrer Anerkennung verpflichtet, den Privat-
klägern Schadenersatz von Fr. 1'157.20 zu bezahlen.
6. Die Privatkläger werden mit ihren Schadenersatzbegehren im Mehrbetrag
auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
7. Die Privatkläger werden mit ihren Genugtuungsbegehren auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 3. Dezember
2015 beschlagnahmten Fr. 139.10, GBP 40.– und € 315.– werden eingezo-
gen und zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 3. Dezember
2015 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und vernichtet.
− schwarze Sporttasche (Asservaten-Nr. A008'654'419),
− 2 Schraubenzieher mit Holzgriff (Asservaten-Nr. A008'654'420),
− 1 Handschuh weiss (Asservaten-Nr. A008'654'431),
− 1 Handschuh weiss (Asservaten-Nr. A008'654'442),
− durchsichtiger Kunststoffsack (Asservaten-Nr. A008'654'453),
− graue Wollmütze (Asservaten-Nr. A008'654'475),
− Kunststoffplättchen weiss (Asservaten-Nr. A008'654'533).
Es wird davon Vormerk genommen, dass gemäss dem Bericht des Foren-
sischen Instituts vom 26. Oktober 2015 das Paar Damenschuhe blau der
Beschuldigten ausgehändigt wurde.
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10. Es wird davon Vormerk genommen, dass der mit Verfügung der Staats-
anwaltschaft See / Oberland vom 15. Dezember 20015 beschlagnahmte und
zur Verwertung/Vernichtung der Kantonspolizei Zürich überlassene
Mercedes Benz A160, Rahmennummer ..., am 9. Februar 2016 der Entsor-
gung zugeführt wurde.
11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'800.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 2'100.– Auslagen Vorverfahren
Fr. 2'610.80 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Fr. 89.10 Baraus-lagen und Fr. 193.40 MwSt.), bereits entschädigt
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, er-
mässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der
Beschuldigten auferlegt.
13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
14. Die Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern eine Parteientschädi-
gung von Fr. 2'200.– zu bezahlen.
15. (Mitteilungen)
16. (Rechtsmittel).
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Berufungsanträge:
a) Der erbetenen Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 95 S. 2 und Prot. II S. 4)
1. Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils der Bezirksgerichts Hinwil vom 2. März 2016
sei aufzuheben und die Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 180 Ta-
gessätzen à CHF 10.00 zu bestrafen. Die von der Beschuldigten erstandene
Haft sei an die Strafe anzurechnen. Der Beschuldigten sei der bedingte
Strafvollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren.
2. Dispositiv-Ziffer 3 des vorgenannten Urteils sei aufzuheben und die hinter-
legte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 30'000.00 sei auf erstes Ver-
langen B._ herauszugeben.
3. Dispositiv-Ziffer 14 des vorgenannten Urteils sei ersatzlos zu streichen
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen
und der Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung (zuzüglich
MwSt.) für die erbetene Verteidigung zuzusprechen.
b) Der Staatsanwaltschaft See/Oberland und Anschlussberufungsklägerin:
(Urk. 96 S. 1 und Prot. II S. 5)
1. Es sei festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme von Ziffer
2, 3 und 14 rechtskräftig ist.
2. Die Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten zu bestrafen,
unter Verweigerung des bedingten Strafvollzugs und Anrechnung erstande-
ner Haft.
3. Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils sei zu bestätigen.
c) Der erbetenen Verteidigung der Privatklägerschaft:
(schriftlich, Urk. 87 S. 2)
1. Es seien die Berufungsanträge der Beschuldigten vollumfänglich abzuwei-
sen.
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2. Es sei den Privatklägern eine Parteientschädigung von CHF 2'200.00 fürs
erstinstanzliche Verfahren gemäss Ziffer 14 des angefochtenen Dispositivs
zuzusprechen.
3. Es sei den Privatklägern eine Parteientschädigung von CHF 1'418.30 (zzgl.
MwSt. von 8%) fürs zweitinstanzliche Verfahren zu gewähren.
4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass wenn die Sicherheitsleistung von
CHF 30'000.00 verfallen würde, die Privatkläger D._ und E._ vor-
liegend gestützt auf Art. 73 Abs. 2 StGB ihre jeweiligen Forderungen ge-
mäss den Rechtsbegehren Ziffer 2 und Ziffer 3 (Prozessentschädigungen)
von insgesamt CHF 3'618.30 sowie der von der Beschuldigten anerkannte
Schadenersatzbetrag von CHF 1'157.20 vollumfänglich an den Staat abtre-
ten.
5. Es sei die allenfalls verfallende Sicherheitsleistung zum Betrag von
CHF 30'000.– zur Deckung des Schadenersatzbetrags von CHF1'157.20
und für die Leistung der Verfahrenskosten bzw. Prozessentschädigungen
gemäss Ziffer 2 und 3 zu Gunsten der Privatkläger zu verwenden
6. Alles unter o/e Kostenfolge (zzgl. MwSt. von 8%) zu Lasten der Beschuldig-
ten.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 70 S. 5; Art. 82
Abs. 4 StPO).
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1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil, Einzelgericht, vom 2. März 2016 wurde
die Beschuldigte A._ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispo-
sitivs schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 62). Gegen dieses Urteil liess sie in-
nert Frist mit Schreiben vom 11. März 2016 Berufung anmelden (Urk. 65). Das
begründete Urteil (Urk. 70) wurde den Parteien in der Folge am 26. Mai 2016 zu-
gestellt (Urk. 68). Sodann reichte die erbetene Verteidigung der Beschuldigten mit
Eingabe vom 13. Juni 2016 (Urk. 73) fristgerecht ihre Berufungserklärung beim
hiesigen Gericht ein.
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 16. Juni 2016 wurde den Parteien Frist ange-
setzt, um Anschlussberufung zu erklären, oder begründet ein Nichteintreten auf
die Berufung zu beantragen (Urk. 75). Daraufhin teilte die Anklägerin mit Eingabe
vom 6. Juli 2016 mit, in Bezug auf die Bemessung der Strafe Anschlussberufung
zu erheben (Urk. 77), welche Eingabe den Parteien unter Hinweis, dass seitens
der Privatklägerschaft keine Anschlussberufung eingegangen sei, mit Präsidial-
verfügung vom 19. Juli 2016 zugestellt wurde (Urk. 79).
1.4. Am 21. November 2016 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der
erbetene Verteidiger der Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._, und
Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli als Vertreter der Anklägerin erschienen sind (Prot.
II S. 4).
2. Umfang der Berufung
2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 13. Juni 2016 beschränkte die Beschuldigte
ihre Berufung auf die Sanktion sowie den Vollzug der Strafe (Dispositiv-Ziffer 2),
die Verwendung der hinterlegten Sicherheitsleistung (Dispositiv-Ziffer 3) sowie die
Ausrichtung einer Parteientschädigung an die Privatkläger (Dispositiv-Ziffer 14,
vgl. Urk. 73). Die Anklägerin beschränkte ihre Anschlussberufung auf die Sanktion
(Urk. 77).
2.2. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil in den Dispositiv Ziffern 1
(Schuldsprüche wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung), 4
(Nichtzulassung von C._ als Privatkläger), 5 (Verpflichtung zur Leistung von
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Schadenersatz an die Privatkläger), 6 (Verweis der Schadenersatzbegehren der
Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses), 7 (Verweis der Genugtuungsbe-
gehren der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses), 8 (Einziehung der be-
schlagnahmten Barwerte), 9 (Einziehung und Vernichtung der beschlagnahmten
Gegenstände), 10 (Vormerknahme betreffend Entsorgung des beschlagnahmten
Mercedes Benz A160), 11 (Kostenfestsetzung), 12 (Kostenauflage), 13 (Kostenli-
quidation) nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit-
tels Beschlusses festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).
II. Sanktion / Strafzumessung
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte für den heute unangefochten gebliebe-
nen Schuldspruch wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung
mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, unter Anrechnung von 63
Tagen bereits erstandener Untersuchungshaft, bestraft (Urk. 70 S. 26).
1.2. Wie bereits vor Vorinstanz beantragt die Verteidigung berufungsweise, es
sei die Beschuldigte unter Anrechnung bereits erstandener Haft mit einer Geld-
strafe von 180 Tagessätzen à Fr. 10.– zu bestrafen. Sodann sei der Beschuldig-
ten der bedingte Strafvollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von
drei Jahren (Urk. 73 S. 3; Urk. 95 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung be-
gründet die Verteidigung ihren Antrag und führt dazu zusammengefasst aus, es
sei in einer Gesamtbetrachtung von einem leichten Verschulden auszugehen. Der
erwiesene Deliktsbetrags von Fr. 7'130.– und EUR 3'095.– sei als noch gering zu
qualifizieren und auch der Sachschaden sei ebenfalls nicht sehr gross. Aufgrund
der Vorgehensweise der Beschuldigten sei die objektive Tatschwere insgesamt
als leicht zu bezeichnen. Im Rahmen der subjektiven Tatschwere würden die Be-
weggründe der Beschuldigten eine gewichtige Rolle spielen, wonach die Be-
schuldigte nicht einfach aus Bereicherungsabsicht gehandelt habe, sondern um
die existenziellen Bedürfnisse ihrer Familie bzw. ihre Zukunft zu sichern. Schliess-
lich sei das Nachtatverhalten zu Gunsten der Beschuldigten zu berücksichtigen,
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wobei die Beschuldigte ein frühes und vollumfängliches Geständnis abgelegt und
stets beteuert habe, dass sie ihr Verhalten bereue. Bei der Wahl der Sanktionsart
sei sodann insbesondere zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte ein knapp
einjähriges Kind habe, weshalb eine Geldstrafe auszufällen sei. Schliesslich kön-
ne in einer Gesamtbetrachtung, namentlich aufgrund der Tatumstände, des Ver-
haltens der Beschuldigten während des Strafverfahrens bzw. im Nachgang dazu
sowie der Schock- und Warnwirkung der Untersuchungshaft, das Vorliegen einer
besonders günstigen Prognose bejaht werden, weshalb die beantragte Geldstrafe
bedingt auszusprechen sei (Urk. 95 S. 3 ff.; Prot. II S. 6).
2. Methodische Grundsätze zur Festlegung der Strafe
2.1. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt
(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGE 134 IV 17 E. 2.1 je m.w.H.). Entsprechendes gilt
für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in
Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; BGE 132 IV 102
E. 8 f. je m.w.H.). Darauf kann verwiesen werden. Die entsprechenden Regeln
können in den meisten Fällen schematisch angewendet werden. Immerhin sind
sie aber nicht zwingend und im Einzelfall sind Abweichungen möglich oder sogar
angebracht, beispielsweise bei Delikten im Bagatellbereich (BGE 135 IV 101
E. 3.1). Soweit die Strafe innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens, gestützt auf
alle wesentlichen Gesichtspunkte und im Rahmen des richterlichen Ermessens
festgesetzt wurde, sind Unterschiede in der Strafzumessungspraxis innerhalb die-
ser Grenzen als Ausdruck unseres Rechtssystems hinzunehmen (eingehend BGE
123 IV 150 E. 2a m.w.H.). Wesentlich ist, dass die Begründung der Strafhöhe
nachvollziehbar ist, sich auf sachliche Argumente stützt und in gewissem Rahmen
einen Vergleich mit anderen Fällen erlaubt, weshalb auch ähnliche Vorgehens-
weisen bei der Strafzumessung notwendig sind.
2.2. Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, dass bei der Strafzumessung vor-
liegend die Deliktsmehrheit zu berücksichtigen ist. Ebenso kann der Vorinstanz
uneingeschränkt gefolgt werden, wenn sie festhält, dass mangels Vorliegen von
ausserordentlichen Umständen der ordentliche Strafrahmen nicht zu verlassen
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und der Strafschärfungsgrund der Deliktsmehrheit innerhalb des ordentlichen
Strafrahmens zu berücksichtigen sei (Urk. 70 S. 9 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ent-
sprechend kann der Anklägerin nicht gefolgt werden, wenn sie vorbringt, es sei im
vorliegenden Fall von einem theoretischen Strafrahmen von 7 1⁄2 Jahren auszuge-
hen (Urk. 96 S. 2; Prot. II S. 7).
2.3. Sodann wies die Vorinstanz korrekt auf Art. 49 Abs. 1 StGB hin, wonach bei
Vorliegen von mehreren gleichartigen Strafen, das Gericht den Täter zu der Strafe
der schwersten Straftat zu verurteilen und diese angemessen zu erhöhen hat
(Art. 49 Abs. 1 StGB). Die Vorinstanz hat vorliegend ausgehend von der schwers-
ten Strafandrohung des Diebstahls, eine hypothetische Einsatzstrafe von 6 Mona-
ten festgesetzt und diese in Anwendung des Asperationsprinzips für den Haus-
friedensbruch und die Sachbeschädigung um je einen Monat erhöht. Sodann hat
sie nach Festlegung der aufgrund der jeweiligen Tatkomponente ermittelten Ge-
samtstrafe für sämtliche Delikte die Täterkomponenten berücksichtigt (Urk. 70
S. 9 f.), was gerade der vom Bundesgericht vorgegebenen Methodik bei der Ge-
samtstrafenbildung in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 entspricht (BGE 138 IV 120
E. 5.2 m.w.H.).
2.4. Ergänzend ist festzuhalten, dass die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne
von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige
Strafen sind kumulativ zu verhängen, zumal das Asperationsprinzip nur greift,
wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden (BGE 137 IV 57
E. 4.3.1). Demgemäss sind im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB "die Voraussetzun-
gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt", wenn das Gericht im konkreten Fall
für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die
anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, ge-
nügt nicht (BGE 138 IV 120 E. 5. 2; BGE 137 IV 249 E. 3.4.2). Ausnahmen hat die
bundesgerichtliche Rechtsprechung namentlich dann zugelassen, wenn entweder
zahlreiche gleichartige Delikte vorlagen, sodass es sich nicht mehr rechtfertigte,
für jeden Normverstoss einzeln eine hypothetische Strafe zu ermitteln (vgl. BGer
Urteil 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.8), oder wenn die einzelnen Straf-
taten zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft waren, dass sich die-
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se nicht sinnvoll auftrennen und beurteilen liessen (BGer Urteil 6B_1011/2014
vom 16. März 2015 E. 4.4; vgl. zuletzt BGer Urteil 6B_1196/2015 vom 27. Juni
2016 E. 2.4.2). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-
instanz nicht für jedes Delikt gesondert die Strafart ermittelt und eine hypotheti-
sche Strafe festgesetzt hat, sondern diese in einem Gesamtzusammenhang ge-
würdigt und eine Gesamtstrafe ausgesprochen hat.
2.5. Da im zu beurteilenden Fall eine aussergewöhnliche Konstellation vorliegt,
und nicht mehrere, unabhängig voneinander begangene und unterschiedlich
schwer wiegende Straftaten zu beurteilen sind, erscheint nachfolgend eine andere
methodische Vorgehensweise angezeigt. So kann eine Zusammenfassung bzw.
eine gesamthafte Beurteilung von mehreren Delikten bei echter Konkurrenz mit
sehr engem Sachzusammenhang sinnvoll sein und zwar dort, wo einzelne Taten
als notwendig miteinander verknüpft erscheinen, so dass das eine Delikt praktisch
nicht ohne das andere begangen werden kann. Nachdem im vorliegenden Fall ein
klassischer Einbruchdiebstahl zu beurteilen ist, mit dem nebst dem Diebstahl eine
Sachbeschädigung und ein Hausfriedensbruch logischerweise verbunden (und
die entsprechenden Tatbestände in Idealkonkurrenz erfüllt) sind, zumal sich bei-
spielsweise die kriminelle Energie, welche zur Erreichung des Ziels aufzuwenden
war, unter anderem auch an der Intensität der angerichteten Schäden aufzeigen
lässt, erscheint es sachgerecht, die vorliegend angeklagten Delikte als Gesamt-
heit zu betrachten und auch das Verschulden derselben in einem Gesamt-
zusammenhang zu würdigen.
3. Einbruchdiebstahl vom 20. Oktober 2015
3.1. Abstrakter Strafrahmen
3.1.1. Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB hat einen Strafrahmen von bis zu
fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Sachbeschädigung gemäss Art. 144
StGB und Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB werden mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder Geldstrafe sanktioniert. Die Geldstrafe reicht bis zu
360 Tagessätzen à maximal Fr. 3'000.– (Art. 34 StGB).
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3.1.2. Innerhalb des Strafrahmens von 1 Franken Geldstrafe bis zu fünf Jahren
Freiheitsstrafe bestimmt sich die Strafe nach dem Verschulden des Täters (Art. 47
StGB). Die allgemeinen Regeln der Strafzumessung im engeren Sinne werden im
vorinstanzlichen Urteil korrekt wiedergegeben, worauf zu verweisen ist (Urk. 70
S. 10).
3.2. Objektives Tatverschulden
3.2.1. Die Vorinstanz hat die entscheidrelevanten objektiven Tatkomponenten
grundsätzlich richtig wiedergegeben und sich zum Ausmass des deliktischen Er-
folges, zur Art und Weise des Vorgehens sowie zur kriminellen Energie hinsicht-
lich der einzelnen Delikte geäussert. Auf diese Erwägungen kann vorab verwie-
sen werden (Urk. 70 S. 11 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Allerdings ist betreffend die
Höhe des Deliktsbetrags zu beanstanden, dass die Vorinstanz diesbezüglich kei-
ne Beweiswürdigung vorgenommen und lediglich auf ihre Erwägungen zur Prü-
fung der Zivilansprüche verwiesen hat (Urk. 70 S. 8 f.). Die Beschuldigte gab zur
Höhe des Deliktsbetrages an, sie könne sich lediglich zu dem bei ihr aufgefunde-
nen Bargeld in der Höhe von Fr. 7'130.– und EUR 3'095.– äussern, jedoch nicht
dazu, was ihre Mittäterin gestohlen habe (Urk. 15 S. 5; Prot. I S. 18). Gemäss An-
klageschrift vom 14. Dezember 2015 beläuft sich der Gesamtdeliktsbetrag für den
Diebstahl auf Fr. 87'352.–. Den vorinstanzlichen Erwägungen zu den Zivilansprü-
chen lässt sich sodann entnehmen, dass sich der Anklagesachverhalt hinsichtlich
der Höhe des Deliktsbetrags im über den von der Beschuldigten anerkannten Um-
fang hinaus nach Auffassung der Vorinstanz nicht habe erstellen lassen, weshalb
die entsprechenden Schadenersatzforderungen der Privatkläger mangels Über-
prüfbarkeit und ausreichender Substantiierung auf den Zivilweg zu verweisen sei-
en (Urk. 70 S. 19 ff.). Nachdem der vorinstanzliche Schuldspruch unbestritten ge-
blieben ist, mithin der vorinstanzlich erstellte Sachverhalt vor Berufungsinstanz
nicht mehr in Zweifel gezogen werden kann, ist betreffend die Höhe des Delikt-
betrages zugunsten der Beschuldigten von dem von ihr anerkannten Betrag von
Fr. 7'130.– und EUR 3'095.– auszugehen. Immerhin kann festgehalten werden,
dass bereits der unbestrittene Deliktsbetrag eine beachtliche Summe für einen
einzelnen Einbruchdiebstahl darstellt. Weiter gilt zu berücksichtigen, dass dem
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Deliktsbetrag beim Diebstahl oftmals etwas Zufälliges anhaftet, weshalb auch das
Vorbringen der Verteidigung, der Deliktsbetrag sowie der angerichtete Sachscha-
den seien als noch gering zu bezeichnen (Urk. 61 S. 5; Urk. 95 S. 3), zu relativie-
ren ist. Jedenfalls sind Einbrecher in der Regel darauf erpicht, so viel wie möglich
zu erbeuten. Diese Verhaltensweise wird vorliegend dadurch belegt, dass die Be-
schuldigte selbst einräumte, sie wisse nicht, was ihre Mittäterin gestohlen habe,
weshalb letztlich davon ausgegangen werden kann, dass das Handlungsziel der
Beschuldigten und ihrer Mittäterin auf eine höhere Beute ausgerichtet war, als
letztlich von der Beschuldigten nachweislich gestohlen wurde. Allerdings kann da-
raus auch nicht geschlossen werden, dass die Absicht der Beschuldigten auf ei-
nen derart hohen Deliktsbetrag – wie von der Anklägerin geltend gemacht – ge-
richtet war.
3.2.2. Wenn die Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren sodann geltend
macht, das von der Beschuldigte erbeutete Deliktsgut habe in vollem Umfang si-
chergestellt und den Privatklägern ausgehändigt werden können, so ist nicht er-
sichtlich, inwiefern sich diese Umstände auf die objektive Tatschwere auswirken
sollten. Tatsache ist zwar, dass das von der Beschuldigten gestohlene Deliktsgut
von der Polizei sogleich nach der Tat sichergestellt und den Privatklägern am
7. Dezember 2015 zurückgegeben wurde (Urk. 11/9). Dies ist aber einzig dem
Umstand zuzuschreiben, dass die Beschuldigte gleich nach der Tat von C._
bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten wurde (vgl. Urk. 1 S. 3 f.). Sodann ist
auch der von der Beschuldigten anerkannte Sachschaden in der Höhe von insge-
samt Fr. 1'157.20 durch das Aufbrechen der Haus- und Wohnungstüre nicht als
gering zu qualifizieren. Betrachtet man die wohl eher zufällig erlangte Deliktshöhe
beim Diebstahl und den Sachschaden aufgrund der Sachbeschädigung, dann er-
hellt, dass insgesamt von einem Schaden von mehreren tausend Franken auszu-
gehen ist, weshalb zwar von einem nicht allzu grossen, aber keineswegs von ei-
nem geringen Schaden gesprochen werden muss.
3.2.3. Die Beschuldigte hat sich zusammen mit ihrer Mittäterin mithilfe eines
Flachwerkzeugs durch gewaltsames Aufbrechen der Haus- und Wohnungstüre
Zugang zum Wohn- und Geschäftshaus verschafft und in der Folge den Wohn-
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raum der Privatkläger durchsucht. Was die Art und Weise des Vorgehens anbe-
langt, so ist mit der Vorinstanz und entgegen den Ausführungen der Verteidigung
(Urk. 95 S. 4 f.) festzuhalten, dass von einem professionellen und geplanten bzw.
organisierten Vorgehen auszugehen ist, wofür insbesondere die beschlagnahm-
ten Gegenstände (Schraubenzieher, Handschuhe, Kunststoffplättchen) sprechen.
Entsprechend ist der Vorinstanz auch beizupflichten, wenn sie ausführt, dass die
diesbezüglichen Vorbringen der Beschuldigten, sie sei von ihrer Mittäterin spon-
tan, nachdem sie in Zürich Kaffee trinken und spazieren wollten, überredet wor-
den, einen Einbruchdiebstahl im Zürcher Oberland zu begehen, als nicht glaub-
würdig einzustufen sind (Urk. 70 S. 11 f.). Die Vorinstanz hält der Beschuldigten
sodann zugute, dass sie, abgesehen vom gewaltsamen Eindringen, niemanden
gefährdete und die Liegenschaft sofort verlassen hat, als sie hörte, dass jemand
im Treppenhaus war. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt und es können der
Beschuldigten diese Umstände keinesfalls zugute gehalten werden. Vielmehr wä-
re es zusätzlich straferhöhend zu gewichten, wenn die Beschuldigte bei ihrem de-
liktischen Tun der Konfrontation oder gar der Gewaltanwendung nicht aus dem
Weg gegangen wäre. Gleiches gilt für den von der Verteidigung vorgebrachten
Umstand, dass die Beschuldigte den Einbruchdiebstahl am Tag verübt habe
(Urk. 95 S. 4). Dieser Umstand ist entgegen dem Vorbringen der Verteidigung
nicht entlastend bzw. zugunsten der Beschuldigten zu würdigen, sondern es wäre
im Gegenteil, – wie die Verteidigung an sich richtig vorbringt (Urk. 95 S. 4), – ein
Vorgehen zur Nachtzeit stark verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Damit
zeugt das Tatvorgehen der Beschuldigten, womit sie wie erwähnt einen Sach-
schaden verursacht hat und in die unmittelbare Privatsphäre der Privatkläger ein-
gedrungen ist, insgesamt von einiger krimineller Energie, Geringschätzung von
fremdem Eigentum und Rücksichtslosigkeit, was sich im Rahmen der objektiven
Tatschwere zu Lasten der Beschuldigten niederschlägt.
3.2.4. Bei dieser Sachlage ist in objektiver Hinsicht noch von einem leichten Ver-
schulden auszugehen.
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3.3. Subjektives Tatverschulden
3.3.1. Betreffend die subjektive Tatschwere ist mit der Vorinstanz und entspre-
chend den Angaben der Verteidigung davon auszugehen, dass als Motiv lediglich
finanzielle Gründe in Betracht kommen. Dem diesbezüglichen Vorbringen der
Verteidigung, wonach die Beschuldigte nicht einfach aus Bereicherungsabsicht
gehandelt habe, sondern um die existenziellen Bedürfnisse ihrer Familie bzw. ihre
Zukunft zu sichern (Urk. 95 S. 5), kann allerdings nicht gefolgt werden. Wenn die
Beschuldigte als Motiv eine Geldnot anführt, so entlastet sie dies nicht, da – wie
die Vorinstanz richtig argumentierte (Urk. 70 S. 12) – nicht von einem objektiv
entschuldigenden Engpass auszugehen ist und die Beschuldigte durchaus in der
Lage gewesen wäre, auf legalem Weg ein ausreichendes Einkommen zu erzielen.
So hat denn die Beschuldigte auch im Rahmen des Berufungsverfahrens nicht
dargetan, weshalb er ihr nicht möglich gewesen sein sollte, neben ihrer Tätigkeit
als Putzfrau einer weiteren Erwerbstätigkeit nachzugehen. Im Übrigen wurde das
Vorbringen der Verteidigung, die Beschuldigte habe aus Naivität so gehandelt,
von der Vorinstanz mit Blick auf die Vorstrafen zu recht als unglaubhaft taxiert. Es
sind folglich die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zum subjektiven Tatver-
schulden, insbesondere auch das direktvorsätzliche Handeln der Beschuldigten,
zu übernehmen.
3.3.2. Die subjektiven Momente lassen das objektive Tatverschulden damit nicht
in einem milderen Licht erscheinen und vermögen dieses nicht zu relativieren. Im
Rahmen möglicher denkbarer Tatvarianten ist beim vorliegenden Einbruch-
diebstahl insgesamt von einem eher leichten Tatverschulden auszugehen, was
eine Strafe von 12 Monaten rechtfertigen würde, einer Strafe mithin, die sich im
unteren Drittel des Strafrahmens und dort im mittleren Bereich befindet.
3.4. Täterkomponente
3.4.1. Die ermittelte verschuldensangemessene Strafe kann alsdann aufgrund
von Umständen, die grundsätzlich nichts mit der Tat zu tun haben, erhöht oder
herabgesetzt werden. Hierfür sind im Wesentlichen täterbezogene Komponenten
wie persönliche Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, besondere Strafempfind-
- 16 -
lichkeit oder Nachtatverhalten massgebend. Dabei dürfen auch im Ausland ver-
hängte Vorstrafen mitberücksichtigt werden (WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], BSK StGB I, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 47 N 134 StGB).
3.4.2. Die Vorinstanz hat sich zutreffend zu den persönlichen Verhältnissen der
Beschuldigten geäussert und deren Biografie korrekt zusammengefasst und wie-
dergegeben. Auf diese Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden
(Urk. 70 S. 13; Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit der Vorinstanz ist zu konstatieren, dass
sich aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten
keinerlei strafzumessungsrelevante Erkenntnisse gewinnen lassen. Sie wirken
sich daher strafzumessungsneutral aus.
3.4.3. Der Vorinstanz ist auch zuzustimmen, dass sich die zahlreichen, zum Teil
einschlägigen in- und ausländischen Vorstrafen und das Delinquieren während
laufender Probezeit nach der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug deutlich
straferhöhend auswirken. Auf die entsprechenden vorinstanzlichen Ausführungen
kann verwiesen werden (Urk. 70 S. 14; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Beschuldigte
wurde in der Schweiz mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern Mittelland vom
29. Mai 2012 wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führer-
ausweis mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 15 Tagessätzen à Fr. 30.–
sowie mit einer Busse von Fr. 600.– und sodann mit Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Vaudois Nord vom 22. Januar 2014 wegen Diebstahls zu einer unbeding-
ten Freiheitsstrafe von 45 Tagen verurteilt (Urk. 72). Zudem weist die Beschuldig-
te gemäss niederländischen Vorstrafenberichten vom 27. Oktober 2015 folgende
Vorstrafen auf (Urk. 21/4; Urk. 21/5; 21/7):
− mehrere Jugendstrafen zwischen 1993 und 1996 wegen Diebstahls
− Urteil vom 14. August 2009, Amtsgericht Moers (DE), vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis, Geldstrafe EUR 600.–
− Urteil vom 29. Dezember 2011, Amtsgericht Neuss (DE),  in zwei Fällen, Freiheitsstrafe 1 Jahr, Bewährungszeit bis 6. Februar 2015 (eingetragen unter dem Aliasnamen A1._)
- 17 -
− Urteil vom 8. Januar 2013, Amtsgericht Bad Homburg (DE), , Freiheitsstrafe 1 Jahr und 8 Monate (eingetragen unter dem  A1._)
− Urteil vom 12. April 2013, Tribunal Correctionnel de Paris, Diebstahl,  6 Monate, davon 5 Monate bedingt, Probezeit 5 Jahre (Urk. 21/4; Urk. 21/10).
Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass die Probezeit der mit Urteil vom 12. April
2013 ausgesprochenen Strafe in Frankreich noch läuft und dies zutreffend zulas-
ten der Beschuldigten gewürdigt (Urk. 70 S. 14). Korrigierend ist festzuhalten,
dass die mit Urteil vom 29. Dezember 2011 angesetzten Probezeit in Deutschland
nicht am 21. November 2015, sondern am 6. Februar 2015 endete und damit zum
Zeitpunkt der Tatbegehung der vorliegend zu beurteilenden Delikte abgelaufen
war, wie auch die Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung
ausführte (Prot. I S. 18). Offenbar liess sich die Beschuldigte aber weder durch
Verurteilungen zu Geld- oder Freiheitsstrafen, noch durch die laufende Probezeit
in Frankreich von neuerlicher Delinquenz abhalten. Im Gegenteil ist bei der Be-
schuldigten eine bedauernswerte Unbelehrbarkeit auszumachen, welche sich
merklich straferhöhend auswirken muss.
3.4.4. Sodann ist bei der Strafzumessung das Nachtatverhalten, wozu insbeson-
dere ein Geständnis, Reue, Einsicht sowie Strafempfindlichkeit gehören, zu be-
rücksichtigen. Die Beschuldigte gab zunächst wahrheitswidrig an, nicht vorbestraft
zu sein (Urk. 4 S. 4; Urk. 5 S. 4), verhielt sich jedoch im weiteren Verfahren ko-
operativ und gab zu, was ihr vorgehalten wurde. Allerdings bestand bei den vor-
liegenden Delikten aufgrund des Umstands, dass die Beschuldigte auf frischer Tat
ertappt wurde, auch keinen Spielraum hinsichtlich der vorgehaltenen Tathandlun-
gen, wie bereits die Vorinstanz ausführte (Urk. 70 S. 14). Folglich ist der Beschul-
digten ihr Geständnis lediglich marginal bzw. nur leicht strafmindernd zugutezu-
halten. Sodann ist entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 95 S. 5) und
mit der Vorinstanz festzuhalten, dass das Vorstrafenregister der Beschuldigten
begründete Zweifel an der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ihrer Reuebekenntnisse
aufkommen lässt (Urk. 70 S. 14), weshalb ihr diese nicht strafmindernd anzurech-
nen sind.
- 18 -
3.4.5. Schliesslich ist im Rahmen der Strafzumessung darüber zu befinden, wie
sich das nun gefundene Resultat auf das Leben der Beschuldigten mutmasslich
auswirken wird. Die damit angesprochene Strafempfindlichkeit, welche in Art. 47
ausdrücklich vorgeschrieben ist, darf sich gemäss Rechtsprechung des Bundes-
gerichts allerdings nur bei Vorliegen von aussergewöhnlichen Umständen, per-
sönlicher, familiärer oder beruflicher Art strafmindernd auswirken (vgl. etwa BGer
Urteil 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3; BGer Urteil 6B_1159/2014 vom
1. Juni 2015 E. 4.4). Das Bundesgericht hat in diesem Zusammenhang auch fest-
gehalten, dass es der Vollzug einer längeren Freiheitsstrafe zwangsläufig mit sich
bringe, dass der Betroffene aus seinem beruflichen und/oder familiären Umfeld
herausgerissen werde. Als unmittelbare gesetzmässige Folge einer unbedingten
Freiheitsstrafe müsse dies jedoch nur bei aussergewöhnlichen Umständen straf-
mindernd berücksichtigt werden (BGer Urteil 6B_748/2012 vom 13. Juni 2013
E. 5.4). Weiter kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Trennung
des Täters von seinem Kind allein nicht dazu führen, dass die Schwere des Ver-
schuldens in den Hintergrund tritt und die Strafe unter spezialpräventiver Ge-
sichtspunkte auf ein Mass herabgesetzt werde, das eben diese Folgen aus-
schliesse (BGer Urteil 6B_243/2016 vom 8. September 2016, E. 3.4.2).
3.4.6. Die Vorinstanz führte dazu aus, es sei zwar zu berücksichtigen, dass die
Beschuldigte ein knapp einjähriges Kind habe, weshalb ihre Strafempfindlichkeit
leicht erhöht sei. Allfällige Bedenken hinsichtlich dem Schicksal des Kindes wäh-
rend der Verbüssung der Freiheitsstrafe der Beschuldigten könnten jedoch dahin-
gehend gemindert werden, als dass die Beschuldigte offenbar über ein soziales
Betreuungsnetz verfüge, welches sich in ihrer Abwesenheit um das Kind kümme-
re (Urk. 70 S. 15).
3.4.7. Die Staatsanwaltschaft hat im Rahmen ihres Plädoyers anlässlich der Beru-
fungsverhandlung vorgebracht, die Beschuldigte habe gar kein achtmonatiges
Kind, weshalb auch nicht von einer besonderen Strafempfindlichkeit auszugehen
sei (Urk. 96 S. 2). Die Verteidigung hingegen hält auch im Berufungsverfahren da-
ran fest, dass die Beschuldigte ein Kleinkind habe (Prot. II S. 7) und bringt dies-
bezüglich weiter vor, dass die Trennung von Mutter und Kind eine unverhältnis-
- 19 -
mässige Härte darstellen würde, weshalb die Anordnung einer Freiheitsstrafe ab-
zulehnen sei (Urk. 95 S. 6 f.).
3.4.8. Bereits die Staatsanwaltschaft hat zutreffend darauf hingewiesen, dass die
Beschuldigte während des gesamten Vorverfahrens nie ein Kleinkind erwähnt,
sondern jeweils lediglich von ihrem knapp 18-jährigen Sohn gesprochen hat, mit
welchem sie bei ihren Eltern lebe (Urk. 96 S. 2; Urk. 4 S. 3; Urk. 15 S. 6 und S. 7).
In der Schlusseinvernahme vom 7. Dezember 2015 nach ihren Unterhaltsver-
pflichtungen befragt, hat sie wiederum angegeben, sie müsse nur für ihren bald
volljährigen Sohn aufkommen (Urk. 15 S. 6). Die Beschuldigte hat sodann erst-
mals anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung angegeben, sie hätte ein
18 Jahre altes Kind und ein acht Monate altes Baby (Prot. I S. 16), wobei sie da-
mit offensichtlich auch ihre Verteidigung überraschte (vgl. Urk. 61 S. 7). Bereits
die genannten Aussagen der Beschuldigten wecken erhebliche Zweifel daran,
dass sie tatsächlich Mutter eines Kleinkindes ist, hätte sie doch bereits in der Un-
tersuchung und insbesondere anlässlich der Hafteinvernahme (wobei sie auch zu
ihrem medizinischen Zustand befragt wurde) ein damals nur wenige Monate altes
Kleinkind doch sicherlich erwähnt. Widersprüchlich ist ferner, dass die Beschul-
digte im Rahmen des Untersuchungsverfahrens anlässlich der vorgenannten
Schlusseinvernahme angegeben hat, dass die Kaution von Fr. 30'000.– vom Va-
ter ihres Sohn geleistet worden sei (Urk. 15 S. 6), wohingegen sie dann im Rah-
men der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bejahte, dass Herr B._ der Va-
ter ihres jüngstes Kindes sei (Prot. I S. 26). Weiter hat die Beschuldigte in der Un-
tersuchung ausgeführt, sie lebe nach wie vor mit dem Kindsvater ihres Sohnes
zusammen (Urk. 15 S. 7), was allerdings nicht mit ihren Aussagen anlässlich der
vorinstanzlichen Hauptverhandlung übereinstimmt, wonach die Beziehung mit
dem Vater ihres ersten Kindes noch am Anfang ihrer Schwangerschaft auseinan-
der gegangen sei (Prot. I S. 17). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch
der Verteidiger bezeichnenderweise zunächst ausgeführt hat, dass der von der
Beschuldigten als selbständige Putzfrau erwirtschafteten Betrag nicht ausreiche,
um ihre Lebenskosten und diejenigen des Sohnes zu decken (Urk. 95 S. 5) und
erst später vorbringt, dass ein weiteres Kind existiere (Urk. 95 S. 6 ff.).
- 20 -
3.4.9. Damit bestehen insgesamt erhebliche nicht überwindbare Zweifel, dass die
Beschuldigte tatsächlich Mutter eines Kleinkindes ist und es muss davon ausge-
gangen werden, dass es sich dabei um eine nachgeschobene Schutzbehauptung
handelt.
3.4.10. Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass selbst wenn
man zugunsten der Beschuldigten von ihren Angaben, wonach sie ein Kleinkind
habe, ausgehen würde, ihr entgegen der Auffassung der Vorderrichter keine leicht
erhöhte Strafempfindlichkeit zuzubilligen wäre. Zwar wäre eine einschneidende
und erhebliche Wirkung der heute auszufällenden Strafe auf das Leben der Be-
schuldigten bzw. die Beziehung zu ihrem Kleinkind evident. Allerdings stellt der
Umstand, dass das Kind während der Verbüssung der Strafe fremdbetreut wer-
den müsste, für sich allein noch keinen Grund für die Annahme erhöhter Straf-
empfindlichkeit dar. Zudem wird auch nicht dargetan, dass sich eine Fremd-
betreuung in angemessener Weise nicht gewährleisten liesse (vgl. BGer Urteil
6B_243/2016 vom 8. September 2016, E. 3.4.2). Da vorliegend auch keine weite-
ren, aussergewöhnlichen Umstände, die das durchschnittliche Mass übersteigen
würden, ersichtlich sind, könnte der Beschuldigten unter dem Titel Strafempfind-
lichkeit ohnehin keine Strafminderung zugute kommen.
3.4.11. Zusammenfassend überwiegen die straferhöhenden Aspekte der Täter-
komponente klar, was zu einer Erhöhung der nach Berücksichtigung der Tatkom-
ponenten festgesetzten Strafe von 12 Monaten führt. In Würdigung der Täterkom-
ponenten, namentlich aufgrund der Vorstrafen und Delinquenz während laufender
Probezeit, rechtfertigt sich eine Erhöhung im Umfang von 3 Monaten.
4. Ergebnis
Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erweist sich insge-
samt eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten als angemessen. Die Beschuldigte ist
daher mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten zu bestrafen, wobei der Anrech-
nung der 63 Tage aus erstandener Untersuchungshaft (20. Oktober 2015 bis am
21. Dezember 2015) nichts im Wege steht (Art. 51 StGB).
- 21 -
III. Vollzug
1. Die Verteidigung beantragt, es sei der Beschuldigten der bedingte Strafvoll-
zug, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren, zu gewähren (vgl. 73 S. 3;
Urk. 95 S. 8 f.).
2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen der Gewährung des bedingten
Strafvollzugs korrekt wiedergegeben; darauf ist zu verweisen (Urk. 70 S. 16 f.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
3. Gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB ist bei Vorliegen einer Vorbestrafung der Aus-
schluss des bedingten Strafvollzugs die Regel und die Vermutung einer günstigen
Prognose bzw. des Fehlens einer ungünstigen Prognose gilt in diesem Fall nicht.
Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs kommt folglich nur in Betracht, wenn
eine Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zulässt, dass
trotz der Vortaten besonders günstige Umstände und damit begründete Aussicht
auf Bewährung besteht. Unter besonders günstigen Umständen sind solche zu
verstehen, die ausschliessen, dass die Vortat die Prognose verschlechtert. Viel-
mehr kommt der früheren Verurteilung zunächst die Bedeutung eines Indizes für
die Befürchtung zu, dass der Täter weitere Straftaten begehen könnte. Dabei ist
zu prüfen, ob die indizielle Befürchtung durch die besonders günstigen Umstände
zumindest kompensiert wird. Dies trifft etwa dann zu, wenn die neuerliche und
frühere Tat in keinerlei Zusammenhang stehen oder wenn in der Zwischenzeit ei-
ne besonders positive Veränderung in den Lebensumständen des Täter eingetre-
ten ist. Der Rückfall für sich genommen, schliesst den bedingten Strafvollzug nicht
aus (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3). Die voraussichtliche Wirkung des Vollzugs eines
Teils der Strafe darf sodann nicht in die Beurteilung der besonders günstigen Um-
stände miteinbezogen werden (BGer Urteil vom 6B_1032/2014 vom 8. Januar
2015 E. 2.2.1.; BGer Urteil 6B_540/2007 vom 16. Mai 2008 E. 5.2).
4. Im Rahmen der vorinstanzlichen Erwägungen wird zunächst zu Recht darauf
hingewiesen, dass vorliegend die objektive Voraussetzung für die Ausfällung ei-
ner bedingten Strafe nach Art. 42 Abs. 1 StGB erfüllt ist (Freiheitsstrafe zwischen
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sechs Monaten und zwei Jahren). Was die subjektive Voraussetzung anbelangt,
wird sodann zutreffend festgehalten, dass vorliegend die Delinquenz während lau-
fender Probezeit im Ausland, als auch die einschlägigen Vorstrafen in Deutsch-
land wegen Wohnungseinbruchs sowie die Vorstrafe in Frankreich wegen Dieb-
stahls gegen besonders günstige Umstände sprechen und erhebliche Zweifel be-
züglich des künftigen Wohlverhaltens der Beschuldigten wecken würden (Urk. 70
S. 17). Wie sich den unter Ziffer II. 3.4.3 zitierten Vorstrafen entnehmen lässt, de-
linquierte die Beschuldigte in regelmässigen Abständen und wurde vor ihrer er-
neuten Delinquenz bereits mit vier einschlägigen Freiheitsstrafen belegt. Die Be-
schuldigte belastet ferner, dass sie während laufender Probezeit in Frankreich
(Urk. 21/4; Urk. 21/10) und nur wenige Monate nach Ablauf der Bewährungszeit in
Deutschland am 6. Februar 2015 (Urk. 21/4; Urk. 21/5; 21/7) bereits am 20. Okto-
ber 2015 erneut straffällig wurde. Ebenso zeigte sie sich von der Verurteilung zu
einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern
Mittelland vom 29. Mai 2012 wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforder-
lichen Führerausweis) sowie dem Vollzug der mit Urteil vom 14. August 2009 vom
Amtsgericht Moers (DE) wegen vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis ausge-
sprochenen Geldstrafe von EUR 600.– unbeeindruckt. Dies belegt eindrücklich,
dass sich die Beschuldigte weder durch Verurteilungen zu Geld- oder Freiheits-
strafen, noch durch die laufende Probezeit bzw. den drohenden Vollzug der Strafe
in Frankreich von neuerlicher Delinquenz abhalten liess. Insofern verfängt auch
das Argument der Verteidigung nicht, wonach die zweimonatige Untersuchungs-
haft für die Beschuldigte eine regelrechte Schock- und Warnwirkung gehabt hätte
(Urk. 95 S. 9), wie dies bereits die Vorinstanz richtig erkannt hat (Urk. 70 S. 18).
Die Beschuldigte hat weder die ihr in der Vergangenheit gewährten Chancen ge-
nutzt, noch hat sie sich von den früheren Sanktionen zu einer Änderung ihres
Verhaltens veranlassen lassen. Vielmehr offenbart die Beschuldigte eine aus-
geprägte Gleichgültigkeit gegenüber der hiesigen und ausländischen Rechtsord-
nungen und dem Straf- und Vollzugssystem. Hinweise darauf, dass sich die Le-
benssituation der Beschuldigten, namentlich in Bezug auf ihre finanziellen Ver-
hältnisse, entscheidend geändert hätte oder eine andere, besonders positive Ver-
änderung in ihren Lebensumständen eingetreten wäre, liegen nicht vor.
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5. Unter diesen Umständen kann der Beschuldigten keine besonders günstige
Prognose gestellt werden. Da damit die subjektiven Voraussetzungen für die Ge-
währung des bedingten (oder teilbedingten) Vollzuges nicht erfüllt sind, ist die
heute auszusprechende Strafe zu vollziehen.
IV. Ersatzmassnahmen
Im Stadium des Berufungsverfahrens ist das Berufungsgericht bzw. dessen Ver-
fahrensleitung zuständig für den Entscheid über die Freigabe der Sicherheits-
leistung (Art. 239 Abs. 3 StPO; Art. 231 ff. StPO sinngemäss). Für den Entscheid
betreffend Ersatzmassnahmen ist auf die heute separat zu eröffnende Verfügung
zu verweisen.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Entschädigungsregelung der Vorinstanz
1.1. Die Verteidigung beantragt zuletzt, es sei Dispositiv-Ziffer 14 des vorinstanz-
lichen Urteils ersatzlos zu streichen (Urk. 73 S. 3). Die Vertreterin der Privatklä-
gerschaft beantragt hingegen, es sei den Privatklägern eine Parteientschädigung
von Fr. 2'200.– fürs erstinstanzliche Verfahren gemäss Ziffer 14 des angefoch-
tenen Dispositivs zuzusprechen (Urk. 87 S. 2). Die Vorinstanz verpflichtete die
Beschuldigte in Dispositiv-Ziffer 14 des angefochtenen Urteils, den Privatklägern
Fr. 2'200.– als Prozessentschädigung zu bezahlen (Urk. 70 S. 29). In ihrer Be-
gründung legt die Vorinstanz dar, dass die Beschuldigte die Privatkläger gemäss
Art. 433 Abs. 1 StPO im Umfang ihres Obsiegens für die ihnen im Verfahren er-
wachsenen Kosten und Umtriebe inklusive eines allenfalls nötigen Rechtsbei-
standes zu entschädigen habe. Ausgehend von der Deliktsumme von rund
Fr. 87'000.– würden die Privatkläger im Umfang der Anerkennung (Fr. 1'157.20)
und des sichergestellten Bargelds (Fr. 7'130.– und EUR 3'714.–) obsiegen, wobei
zudem rund Fr. 25'000.– gegenstandslos würden, da dieser Betrag von der Versi-
cherung übernommen worden sei. Damit würden die Privatkläger im Umfang von
- 24 -
Fr. 36'000.– obsiegen, was rund 40% der angeklagten Deliktsumme entspreche,
in welchem Umfang die Beschuldigte den Privatklägern eine Prozessentschä-
digung schulde. Gestützt auf die ausgewiesenen, nachvollziehbaren und ange-
messenen Aufwendungen ihrer anwaltlichen Vertretung in der Höhe von
Fr. 5'480.75, sei den Privatklägern von diesem Betrag 40%, also rund Fr. 2'200.–
als Prozessentschädigung zuzusprechen (Urk. 70 S. 25 f.).
1.2. Nach Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der
beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige
Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt. Bei der Entscheidung, ob eine
Parteientschädigung geschuldet ist, wird gemäss der zitierten Bestimmung auf
den zivilprozessualen Grundsatz des Obsiegens abgestellt. Die Privatklägerschaft
obsiegt, wenn die beschuldigte Person verurteilt wird oder wenn sie im Zivilpunkt
durchdringt (EYMANN, Die Parteientschädigung an die Privatklägerschaft im Straf-
prozess, forumpoenale 5/2013, S. 314). Hinsichtlich der Anspruchsvoraussetzung
des Obsiegens ist dabei zwischen Aufwendungen zum Strafpunkt einerseits und
zum Zivilpunkt andererseits zu unterscheiden. Wenn die Privatkläger hinsichtlich
des Strafpunktes obsiegen, sind die damit zusammenhängenden Anwaltskosten
oder anderweitigen Auslagen zu entschädigen. Gegenteiliges gilt aber klarerweise
für jene Aufwendungen, welche einzig den Zivilpunkt betreffen, sofern die Zivilfor-
derungen der Privatkläger auf den Zivilweg verwiesen werden. Denn für den Fall,
dass die Zivilansprüche vollumfänglich auf den Zivilrechtsweg verwiesen werden,
rechtfertigt es sich nicht, der Privatklägerschaft eine Entschädigung für ihre Auf-
wendungen betreffend den Zivilpunkt zuzusprechen und es ist vielmehr die be-
schuldigte Person hinsichtlich ihrer Aufwendungen zum Zivilpunkt entschä-
digungsberechtigt. Wird sodann, weil eine vollständige Beurteilung des Zivil-
anspruchs zu aufwendig wäre, die Zivilklage zumindest dem Grundsatz nach gut-
geheissen, im übrigen aber auf den Zivilweg verwiesen, so stellt sich dies nach
h.L. ebenfalls als Obsiegen der Privatklägerschaft dar mit der Folge, dass ein An-
spruch auf volle Parteientschädigung (sowohl hinsichtlich des Straf- als auch des
Zivilpunktes) besteht (WEHRENBERG/FRANK, in Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.],
BSK StPO II, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 433 N 10 ff.). Fraglich ist, wie vorzu-
gehen ist, wenn die Zivilansprüche – wie im vorinstanzlichen Verfahren – nur teil-
- 25 -
weise auf den Zivilweg verwiesen werden. Nach EYMANN genügt für ein Obsiegen
ebenfalls, wenn das Gericht die Zivilklage teilweise gutheisst, wobei die Kosten in
diesem Fall proportional verteilt werden (EYMANN, a.a.O., S. 314).
1.3. Nachdem die Beschuldigte von der Vorinstanz verurteilt wurde, haben die
Privatkläger im vorinstanzlichen Verfahren hinsichtlich des Strafpunktes obsiegt.
Die Ausführungen der Vertreterin der Privatkläger zum Strafpunkt waren sodann
insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Vorinstanz wie erwähnt den
Sachverhalt betreffend Höhe des Deliktsbetrages nicht erstellt und dazu keine
Beweiswürdigung vorgenommen hat, angezeigt und die entsprechenden ausge-
wiesenen Aufwendungen überdies angemessen. Folglich wären diese Aufwen-
dungen entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 70 S. 26) klarerweise
zu entschädigen gewesen.
1.4. Sodann wurden die Zivilansprüche der Privatkläger von der Vorinstanz teil-
weise gutgeheissen und im Mehrumfang auf den Weg des Zivilprozesses verwie-
sen, wobei die Kosten in diesem Fall wie erwähnt proportional zu verteilen wären.
Aufgrund des Gesagten kann festgehalten werden, dass die von der Vorinstanz
zugesprochene Parteientschädigung aufgrund des Obsiegens der Privatkläger im
Strafpunkt sowie deren teilweise Obsiegens im Zivilpunkt hätte höher ausfallen
müssen. Nachdem aber weder die Anklägerin noch die Privatkläger die vor-
instanzliche Entschädigungsregelung angefochten haben, ist das erstinstanzliche
Entschädigungsdispositiv (Ziffer 14) zu bestätigen.
2. Kosten- und Entschädigungsregelung im Berufungsverfahren
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
2.2. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Beschuldigte unterliegt mit ihren An-
trägen vollumfänglich, weshalb ihr sämtliche Kosten des Berufungsverfahrens
aufzuerlegen sind. Entschädigungsansprüche bestehen bei diesem Verfahrens-
ausgang keine (Art. 436 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO).
- 26 -
2.3. Die Rechtsvertreterin der Privatkläger, Rechtsanwältin lic. iur. Y._,
reichte am 14. November 2016 ihre Honorarnote samt Leistungsverzeichnis für
das Berufungsverfahren ein (Urk. 88 und 89). Gleichzeitig teilte sie mit, dass sie
auf eine persönliche Teilnahme an der Berufungsverhandlung verzichte (Urk. 87).
Damit ist für das Berufungsverfahren insgesamt von einem ausgewiesenen Ar-
beitsaufwand von 4.35 h auszugehen, was einen Honoraraufwand von Fr. 1'275.–
ergibt. Dazu sind die Auslagen von Fr. 38.25 sowie der Mehrwertsteuerbetrag von
Fr. 105.06 hinzurechnen. Die Beschuldigte ist folglich zu verpflichten, den Privat-
klägern für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'418.30
zu bezahlen.