Decision ID: 3a7a784d-21d6-596e-8894-150d9be91f78
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 6. November 2002 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte
Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit und eine Rente (IV-act. 1).
A.b Mit Verfügung vom 11. April 2006 wies die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten auf eine Rente und auf berufliche Massnahmen ab mit der Begründung,
der Invaliditätsgrad liege bei adaptierter Tätigkeit bei 7% (IV-act. 61). Sie stützte sich
dabei auf ein Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (ABI), Basel, vom 3.
Januar 2006, welches als Diagnose im Wesentlichen Hüftschmerzen links sowie eine
Schmerzverarbeitungsstörung angab und nach welchem für eine körperlich leichte bis
mittelschwere, adaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkt zumutbare Arbeitsfähigkeit
von 100% bestand (IV-act. 50).
A.c Die gegen diese Verfügung durch den Rechtsvertreter des Versicherten, Rechts-
anwalt lic. iur. D. Ehrenzeller, Teufen, erhobene Einsprache (IV-act. 63) wies die IV-
Stelle mit Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006 ab (IV-act. 71). Auch die gegen
diesen Entscheid vom Versicherten erhobene Beschwerde (IV-act. 73), wurde vom
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil vom 14. November 2007
abgewiesen (IV-act. 91).
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B.
B.a Der Versicherte meldete sich am 8. April 2008 erneut zum Bezug von
Rentenleistungen an (IV-act. 94), nachdem er vom 4. bis 29. Februar 2008 in der
psychiatrischen Klinik B._ hospitalisiert worden war (vgl. IV-act. 103).
B.b Die Psychiatrie-Dienste Süd, Psychiatrie-Zentrum C._, gaben im Arztbericht vom
20. Juni 2008 an, diagnostisch bestehe aus psychiatrischer Sicht eine mittelgradig
depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) sowie eine
ausgeprägte somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und aus somatischer Sicht
eine arterielle Hypertonie und eine Herzrhythmusstörung. Ein Arbeitsunfall vom Mai
2000 habe neben körperlichen Beeinträchtigungen als direkte Unfallfolge psychische
Auffälligkeiten verursacht. Die damals diagnostizierte depressive Symptomatik
(Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion) habe sich seitdem trotz
verschiedenster therapeutischer Massnahmen und medikamentöser Interventionen
verschlechtert. Der Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 100).
B.c Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) veranlasste die IV-Stelle
eine medizinische Verlaufsbegutachtung durch das ABI (IV-act. 107). Dieses stellte im
Gutachten vom 25. Juni 2009 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Hüftschmerzen links (erstens Status nach medialer Schenkelhalsfraktur am 23.05.2000,
zweitens Status nach Schraubenosteosynthese am 23.05.2000 [richtig: 24.05.2000]
und Osteosynthesematerialentfernung ca. 2002 und drittens radiologisch keine
Veränderung zum Vorbefund 11/2005) sowie ein chronisch rezidivierendes
Zervikalsyndrom mit Zervikozephalgien (erstens Dysbalancen der
Schultergürtelmuskulatur, zweitens klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
und drittens radiologisch ausgeprägte ventrale Spondylose C3-C6). Ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit bestünden histrionische Wesenszüge ohne das Vorliegen einer
krankhaften Persönlichkeitsstörung, Beschwerdeausweitung und Selbstlimitierung,
arterielle Hypertonie sowie Adipositas. In der angestammten, körperlich schweren
Tätigkeit bestehe bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht finde
sich keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Für eine körperlich
leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeit bestehe eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 100% (IV-act. 114).
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B.d Gestützt auf das ABI-Gutachten wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch des
Versicherten mit Vorbescheid vom 24. August 2009 (IV-act. 118) bzw. Verfügung vom
25. November 2009 ab (IV-act. 124).
B.e Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht
unter Hinweis auf das beweiskräftige ABI-Verlaufsgutachten mit Urteil vom 6. Januar
2012 ab (IV-act. 144).
B.f Am 19. November 2012 beantragte der Versicherte erneut bei der IV-Stelle eine
Rente (IV-act. 148). Sein Rechtsvertreter reichte mit Schreiben vom 22. Januar 2014
verschiedene Arztberichte ein, welche eine vollständige Arbeitsunfähigkeit belegen
sollten (IV-act. 171ff.).
B.g Am 5. August 2014 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass sie eine
polydisziplinäre medizinische Untersuchung für notwendig erachte (IV-act. 180). Mit
Schreiben vom 6. August 2014 teilte der Rechtsvertreter der IV-Stelle mit, dass der
Versicherte bereits zweimal durch das ABI Basel begutachtet worden sei. Sofern die
Zufallsplattform erneut das ABI ergeben sollte, könne er eine solche Zuweisung nicht
akzeptieren, da deren Arbeit bereits zu einem Beschwerdeverfahren und grossen
Rügen gegenüber dem ABI geführt habe (IV-act. 182).
B.h Gemäss einer internen Notiz der IV-Stelle sah diese keinen Grund, weshalb bei
einer Zuteilung nach Zufallsprinzip das ABI nicht berücksichtigt werden sollte (IV-act.
184). Mit Schreiben vom 29. Januar 2015 beauftragte die IV-Stelle das ABI mit der
polydisziplinären Begutachtung, nachdem die SuisseMED@P-Plattform das Los
wiederum dem ABI zugeteilt hatte (IV-act. 187 und 184). Am 23. Februar 2015 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, durch welche ABI-Gutachter er untersucht werde (IV-
act. 191).
B.i Vom 4. bis 7. Mai 2015 wurde der Versicherte auf Grund einer hypertensiven
Entgleisung im Spital D._ hospitalisiert (Bericht vom 7. Mai 2015, IV-act. 195).
B.j Mit Stellungnahme vom 27. November 2015 hielt RAD-Arzt Dr. med. E._ fest,
dass vor einer Begutachtung schnellstmöglich weitere Unterlagen bezüglich der
erfolgten Hospitalisation beizuziehen seien. So spreche der eingegangene Arztbericht
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des Spitals D._ nicht ausdrücklich von einem Herzinfarkt, sondern von einem
Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom (IV-act. 201). Gestützt auf den Verlaufsbericht
des Hausarztes Dr. med. F._ vom 4. Dezember 2015 (IV-act. 204) befand Dr. E._,
dass einer Begutachtung nichts mehr im Wege stehe. Seit dem damaligen Ereignis sei
keine hypertensive Entgleisung mehr aufgetreten (IV-act. 206).
B.k Mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 2015 hielt die IV-Stelle an der
Abklärung durch das ABI fest (IV-act. 207). Der Rechtsvertreter des Versicherten
beantragte mit Schreiben vom 29. Januar 2016, dass jener angesichts der bisherigen
Behandlung am ABI durch einen anderen Psychiater als in den beiden Vorgutachten zu
begutachten und seine Tochter als Dolmetscherin einzusetzen sei. Zudem seien
sämtliche Untersuchungen und Explorationen mit einer Videokamera festzuhalten und
diese dem Gutachten beizulegen (IV-act. 208).
B.l Die IV-Stelle antwortete mit Schreiben vom 11. Februar 2016, dass nach
Rücksprache mit dem ABI ein neuer psychiatrischer Gutachter den Versicherten
begutachte. Zudem sei die praktische Durchführung der Abklärung grundsätzlich
Sache der Abklärungsstellen und es werde prinzipiell eine professionell dolmetschende
Person eingesetzt (IV-act. 209).
B.m Am 10., 11. Mai und 13. Juni 2016 wurde der Versicherte von den Gutachtern des
ABI untersucht. Diese hielten im ABI-Gutachten vom 6. Juli 2016 als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische lumbogluteale Schmerzen links (ICD-10
T93.1/M79.65/M54.5) bei einem Status nach medialer Schenkelhalsfraktur am
23.05.2000, einem Status nach Schraubenosteosynthese am 23.05.2000 (richtig:
24.05.2000), einem Status nach Entfernung des Osteosynthesematerials 11/2001, bei
radiologisch degenerativen Veränderungen, Labrumriss, Zeichen des Impingements
und Verdacht auf ältere Osteonekrose femoral (MRI 12.09.2013), bei radiologisch
lumbal mehrsegmentaler leichtgradiger Diskopathie ohne Neurokompression und
hypertrophe Spondylarthrose ohne relevante spinale Verengung (MRI 10.02.2016), bei
einem Status nach Hüftgelenksinfiltration unter BV-Kontrolle mit Triamcort am
13.09.2013 ohne Ansprechen (Dr. G._, Spital D._) und bei klinisch nicht klar
fassbarer Pathologie sowie eine Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits (ICD-10
H90.3) mit einem Zustand nach binauraler Hörgeräteversorgung fest. Sie befanden den
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Versicherten in der angestammten Tätigkeit auf dem Bau sowie in anderen, körperlich
schweren und andauernd mittelschweren Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig.
Dagegen bestehe in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren,
adaptierten Tätigkeit unter Wechselbelastung eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von
100% (IV-act. 213). RAD-Arzt Dr. E._ befand, dass auf das Gutachten abgestützt
werden könne (IV-act. 214).
B.n Mit Vorbescheid vom 9. September 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
eine Abweisung des Rentengesuchs bei Annahme eines Invaliditätsgrads von 7% in
Aussicht (IV-act. 220).
B.o Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 17. Oktober 2016
Einwand erheben. Zudem beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (IV-act. 221).
B.p Im Schreiben vom 5. Dezember 2016 nahmen die ABI-Gutachter zum Einwand
des Rechtsvertreters Stellung. Sie könnten nicht erkennen, was am Gutachten nicht
korrekt sei. In der Folge hielten sie am bestehenden Gutachten fest (IV-act. 225). Auch
RAD-Arzt Dr. E._ sah in seiner Stellungnahme vom 22. Dezember 2016 keine
Gründe, weshalb nicht auf das Gutachten abgestellt werden könnte (IV-act. 226).
B.q Mit Verfügung vom 3. Januar 2017 wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch des
Versicherten im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 227).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 3. Februar 2017 mit den
Anträgen auf deren Aufhebung und auf Zusprache einer mindestens halben Rente ab
spätestens Juni 2013. Eventualiter sei eine neue polydisziplinäre Begutachtung
(inklusive Rheumatologie) durchzuführen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Der Rechtsvertreter macht im Wesentlichen geltend, es könne nicht auf das ABI-
Gutachten abgestellt werden. So werde im orthopädischen Gutachten festgehalten,
dass der Beschwerdeführer ein- bis zweimal monatlich in die Moschee zum Beten
gehe und dabei eine kniende Position einnehme, was nicht zutreffe. Zudem seien in der
Rechnung des HEKS für den 11. Mai 2016 lediglich drei Stunden Dolmetscher
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verrechnet worden, was zweifellos bereits für die neuropsychologische Untersuchung
aufgebraucht worden sei. Schliesslich stelle der Verzicht auf eine rheumatologische
Untersuchung einen schwerwiegenden Mangel dar (IV 2017/55: act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. März 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeabweisung (IV 2017/55: act. G 5).
C.c Am 22. März 2017 bewilligt die Abteilungsvizepräsidentin das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (IV 2017/55: act. G
6).
C.d Mit Replik vom 3. Mai 2017 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (IV
2017/55: act. G 10).
C.e Mit Schreiben vom 12. September 2017 reicht der Beschwerdeführer medizinische
Berichte über eine hypertensive Entgleisung vom 26. August 2017 ein, die
notfallmässige Untersuchungen im Spital D._ und Spital H._ notwendig machten.
Der Vorfall belege auf jeden Fall die sehr unsichere und labile gesundheitliche Situation
(act. G 12 mit Beilagen).
D.
D.a Am 10. März 2017 verfügte die IV-Stelle eine Abweisung des Gesuchs um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren mangels sachlicher
Gebotenheit sowie gegebener Aussichtslosigkeit (IV-act. 234 des Verfahrens IV
2017/153: act. G 1.1).
D.b Dagegen lässt der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 26. April 2017
Beschwerde erheben. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
die Zusprache der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt er vor, es könne einem Versicherten
nicht zugemutet werden, ein Gutachten in der notwendigen Intensität zu prüfen. So
habe das ABI wiederum lediglich auf Äusserlichkeiten abgestellt. Zudem habe der
Rechtsvertreter darauf hingewiesen, dass es an einer rheumatologischen
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Untersuchung fehle und der Orthopäde hierzu nicht viel habe beitragen können.
Gerade auch, wenn ein Vergleich zu früheren Gutachten zu ziehen sei, sei der Beizug
eines Anwalts besonders gerechtfertigt und es sei hier von schwierigen rechtlichen und
tatsächlichen Problemen auszugehen (IV 2017/153: act. G 1).
D.c Die Beschwerdegegnerin beantragt unter Verzicht auf eine Beschwerdeantwort und
mit Verweis auf die angefochtene Verfügung die Beschwerdeabweisung (act. G 3).

Erwägungen
1.
Streitgegenstand im Verfahren IV 2017/55 bildet die Frage der Rechtmässigkeit der
Abweisung des Begehrens um Leistungen der Invalidenversicherung (Verfügung vom 3.
Januar 2017). Im Verfahren IV 2017/153 bildet die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
im Vorbescheidverfahren jenes Leistungsverfahrens den Streitgegenstand (Verfügung
vom 10. März 2017). Da die Streitgegenstände eng zusammenhängen und sich
dieselben Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich, die Verfahren IV 2017/55 und
IV 2017/153 zu vereinigen.
2.
2.1 Zunächst ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der
Invalidenversicherung zu prüfen. Es ist streitig, ob seit der Verfügung vom 25.
November 2009 (IV-act. 124), welche das Versicherungsgericht mit Urteil vom 6.
Januar 2012 (IV-act. 144) bestätigte, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers eingetreten ist.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit die
Erwerbsunfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung
bzw. das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1 Zu prüfen ist vorab, ob die vorliegende medizinische Aktenlage für eine Beurteilung
der Restarbeitsfähigkeit ausreichend ist und die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
polydisziplinäre ABI-Gutachten abgestellt hat.
3.2 In diesem Gutachten hielt Dr. med. I._, FMH Allgemeine Innere Medizin, gestützt
auf seine allgemeininternistische Untersuchungen fest, dass sich keine Befunde und
Diagnosen finden liessen, die eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
eine körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeit begründeten. Die aktuelle
medikamentöse, ungenügend eingestellte arterielle Hypertonie könne mit geeigneten
Massnahmen behandelt werden und begründe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 213-32). Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung durch
Dr. med. J._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete der
Beschwerdeführer, dass es ihm seit vier Jahren schlechter gehe, er unter hohem
Blutdruck und Schwindelanfällen leide. Zudem habe er Schmerzen in der linken Hüfte
und in beiden Knien. Er sei oft aggressiv und könne dann impulsiv reagieren. Zudem
vertrage er keinen Lärm. Er reagiere verbal, unwirsch, habe aber bisher niemanden
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angegriffen. Die jahrelange Behandlung im Psychiatrie-Zentrum C._ habe er nun
beendet, da man ihm nicht weiterhelfen könne. Der Gutachter hielt in seiner
Befunderhebung fest, der Beschwerdeführer habe flüssig kommuniziert, seine
Antworten seien kurz gewesen, aber rasch gekommen. Die Stimmungslage sei
freundlich und ausgeglichen gewesen und die von ihm geschilderte schnelle
Reizbarkeit während der Untersuchung nie aufgetreten. Die Grundeinstellung sei leicht
resignativ gewesen, jedoch sei er auch in der Lage gewesen, die Affekte zu modulieren
und es hätten keine vitale Traurigkeit, keine Antriebsstörung und keine
Suizidphantasien vorgelegen. Der Beschwerdeführer habe jedoch geäussert, dass sein
Leben bei diesem Gesundheitszustand kaum lebenswert sei. Der affektive Rapport
zum Untersucher sei lebhaft ausgefallen, gegen Ende des Gesprächs habe sich eine
Ermüdung breit gemacht. Ansonsten sei der Beschwerdeführer bei klarem
Bewusstsein, zeitlich, örtlich und autopsychisch voll orientiert gewesen. Der
Gedankengang habe sich formal geordnet, inhaltlich unauffällig entfaltet. Hinweise für
ein psychisches Geschehen in Form von Wahnideen, Halluzinationen oder eine Ich-
Störung seien nicht vorhanden gewesen. Konzentration und Aufmerksamkeit habe der
Beschwerdeführer während der gesamten Untersuchungsdauer bereitgehalten. Die
höheren Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung, Beziehungsfähigkeit, Urteilsfähigkeit,
Impulskontrolle und Willensbildung seien intakt gewesen. Psychomotorisch habe sich
der Beschwerdeführer weder agitiert noch gehemmt präsentiert (IV-act. 213-33f.). In
seiner Beurteilung führte der psychiatrische Gutachter aus, dass auf Grund der
Anamnese beim Beschwerdeführer eine Reizbarkeit, ein schnelles Aufbrausen und eine
aggressive Impulsivität vermutet werden. So sei der Beschwerdeführer auch im letzten
psychiatrischen ABI-Gutachten beschrieben worden. Offenbar reagiere der
Beschwerdeführer mit Gereiztheit, insbesondere bei Reizüberflutungen. Tätliche
Angriffe seien nicht bekannt. Daher stünden diagnostisch impulsive
Persönlichkeitszüge im Vordergrund. Ansonsten könnten keine weiteren
psychopathologischen Befunde genannt werden, insbesondere erfülle der
Beschwerdeführer die Kriterien für eine depressive Episode nicht (IV-act. 213-35).
Hinsichtlich der früheren ärztlichen Einschätzungen nahm der Gutachter insbesondere
Bezug auf einen Arztbericht des Psychiatrie-Zentrums C vom 20. Januar 2014. Darin
werde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, ohne
psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) beschrieben. Darüber hinaus würden
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rezidivierende Synkopen, differentialdiagnostisch komplex-fokale Anfälle, Status nach
rechtshirniger Ischämie mit migräneartigen Kopfschmerzen, Konzentrations-,
Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen beschrieben. Des Weiteren würden
chronische Hüftschmerzen links bei Status nach Schenkelhalsfraktur links 2000 mit
Osteosynthese und Metallentfernung aufgeführt. Zum Ausmass der Arbeitsunfähigkeit
werde nicht Stellung bezogen. Es werde festgehalten, dass keinerlei Arbeitsfähigkeit
auf dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt bestehe. Dr. J._ befand demgegenüber, auf
Grund der aktuell erhobenen Befunde könne die Diagnose einer depressiven Störung
nicht gestützt werden. Voralterung sei kein depressives Krankheitsbild. Insgesamt liege
daher gestützt auf die Diagnose von impulsiv-reizbaren Persönlichkeitszügen,
anamnestisch (ICD-10 Z73.1), mit passager pseudodementem Verhalten (ICD-10 F45.9)
keine Arbeitsunfähigkeit vor, sofern die Arbeitstätigkeit in einem ruhigen Umfeld
stattfinde (IV-act. 213- 38, 53).
3.3 Der orthopädische Gutachter Dr. med. K._, FMH Orthopädische Chirurgie, fasste
in seiner Beurteilung zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zusammen,
dass sich die hauptsächlich gluteal links beklagten Beschwerden durch die klinischen
und radiologischen Befunde keinesfalls klar begründen liessen. Durchaus möglich sei
ein gewisser Leidensdruck angesichts von Degeneration und Impingement an der
Hüfte, doch sei die dafür präsentierte Symptomatik nicht zuletzt auf Grund des
fehlenden Ansprechens auf intraartikuläre Infiltration als wenig typisch anzusehen.
Auch der Leidensdruck an der lumbalen Wirbelsäule sei durch degenerative
Veränderungen prinzipiell erklärbar, doch scheine diese Symptomatik anamnestisch
und klinisch eine vergleichsweise geringe Rolle zu spielen. Insgesamt bestünden
massive Hinweise für ein nicht-organisches Geschehen (IV-act. 213-42). Sodann nahm
Dr. K._ Stellung zum Bericht von Dr. med. G._, Oberarzt Orthopädie am Spital
D._, der linksseitige Hüft- und Oberschenkelschmerzen diagnostiziert hatte.
Überraschenderweise habe sich nach Infiltration des Hüftgelenkes keinerlei Besserung
unter Belastung und passiver Beübung gezeigt, und auch das Bewegungsausmass
habe nicht gesteigert werden können. Radiologisch hätten zwar teilweise
fortgeschrittene degenerative Veränderungen samt Impingementsymptomatik und
Labrumriss bestanden, doch hätte nach Infiltration zumindest ein Teil der Symptomatik
regredient sein sollen. Dies habe sich aber nicht bestätigt, weshalb auch bezüglich
Operation beziehungsweise Gelenksersatz äusserste Zurückhaltung geboten gewesen
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sei. Dr. K._ konnte dieser Einschätzung insoweit folgen, als er angesichts der
anamnestischen und klinischen Präsentation dringend von invasiven Massnahmen
abriet. Dezidiert festzuhalten sei aber, dass die erwähnten Veränderungen an der Hüfte
keinesfalls das genannte Beschwerdebild ausreichend erklären könnten (IV-act.
213-43).
3.4 Im Rahmen der neurologischen Abklärung verweist Dr. med. L._, Facharzt für
Neurologie, auf den Bericht des Neurologen Dr. M._ vom 18. November 2013,
welcher rezidivierende Synkopen mit der Differentialdiagnose komplex-fokaler Anfälle
sowie ein sensomotorisches Hemisyndrom links bei Zustand nach rechtshirniger
Ischämie diagnostiziert habe. Dieses Hemisyndrom gründe sich im neurologischen
Befund allerdings vor allem auf die inkonstante Angabe einer Hypästhesie links und ein
Gangbild mit Circumduction links, welches nur mit Unterarmgehstock durchgeführt
werde. Ähnliche Befunde fänden sich jetzt aber in sehr wechselnder Ausprägung und
eindeutig mitgekennzeichnet von einer Symptomausweitung. So sei das sehr
unterschiedliche Gangbild nicht organisch erklärbar, wie sich auch für den Schwindel,
welcher die Unter¬suchung stellenweise unterbrochen habe, kein Korrelat unter der
Frenzelbrille finde. Ein hirnorganisches Syndrom lasse sich jetzt nicht bestätigen, die
vorgegebenen Gedächtnislücken seien als pseudodementes Verhalten einzuordnen.
Die angegebene Minderempfindung über der linken Körperhälfte könne per se nicht
negiert werden und könnte tatsächlich einen kleinen organischen Kern bei
abgelaufener rechtshemisphärischer Ischämie haben, nur werde dieser eben völlig
durch die Ausgestaltungstendenzen überlagert. Ein Wernicke-Mann’sches Gangbild,
wie initial demonstriert, bestehe sicher nicht, wie nun auch in objektiver Hinsicht der
neurologische Status regelrecht ausfalle. Auf dieser vermuteten kleinen Ischämie
aufbauend sei die Differentialdiagnose komplex-fokaler Anfälle gerechtfertigt, allerdings
sei nun die weitere Anamnese hinsichtlich Synkopen oder Therapieversuch mit dem
empfohlenen Lamotrigin unergiebig beziehungsweise leer. Offensichtlich stelle all dies
kein Thema mehr dar. Bei ungünstigem vaskulärem Risikoprofil und möglicher
abgelaufener rechtshemisphärischer Ischämie, ohne relevante Residuen, ergebe sich
auf neurologischem Gebiet kein die Arbeitsfähigkeit wesentlich einschränkender
Befund. Dies auch nicht in retrospektiver Sicht.
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3.5 Hinsichtlich der neuropsychologischen Testung hielt lic. phil. N._, Psychologe/
Neuropsychologe, fest, dass das Testprofil in sämtlichen durchgeführten Verfahren
deutlich ungenügende Leistungen gezeigt habe. Zum Teil habe sich ein deutliches
Ausweichverhalten beim Beschwerdeführer gefunden. So habe er beispielsweise bei
der Durchführung des Word-Fluency Tests Wasser getrunken, dies während dem eine
kognitive Leistung unter Zeitmessung hätte erbracht werden müssen. Die Testresultate
könnten nicht als valide angesehen werden. Der bildungsungewohnte
Beschwerdeführer, der auch in albanischer Sprache lediglich fähig sei, einen Dialekt zu
schreiben, sei nicht genügend gut zur Durchführung einer neuropsychologischen
Testbatterie zu motivieren. Damit sei die Validität der Ergebnisse nicht gegeben,
weshalb die Frage nach der Höhe der Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht
nicht beantwortet werden könne (IV-act. 213-49).
3.6 Dr. med. O._, FMH Otorhinolaryngologie, befand im Rahmen der audiologischen
Untersuchungsbefunde, dass mit binauraler Hörgeräteversorgung bei
rechtsakzentuierter Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits einzig qualitative
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden, indem Tätigkeiten, die ein gutes
Sprachverständnis unter Störlärm voraussetzen würden, für den Beschwerdeführer
nicht geeignet seien. In einer angepassten Tätigkeit bestehe demgegenüber keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 213-52).
3.7 Zusammenfassend konnten die Gutachter beim Beschwerdeführer eine
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit im Bau wie auch für jede andere
körperlich schwere und dauerhaft mittelschwere Tätigkeit feststellen. Dagegen
beurteilten sie die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis intermittierend
mittelschweren, adaptierten Tätigkeit als zu 100% gegeben. Seit der Verfügung vom
25. November 2009 habe sich der Gesundheitszustand aus polydisziplinärer Sicht nicht
wesentlich verändert bzw. verschlechtert (IV-act. 213-56).
4.
4.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt gegen das Gutachten vor, dass
die Ressourcen und auch die Therapieadhärenz-Unfähigkeit nicht weiter abgeklärt oder
beschrieben worden seien. Dies stelle nach der neuen Bundesgerichtsrechtsprechung
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einen schwerwiegenden Mangel dar. Dem ist jedoch mit der Beschwerdegegnerin
entgegenzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer zitierte Rechtsprechung (BGE 141
V 281) lediglich bei Vorhandensein von anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen
und vergleichbaren psychosomatischen Störungen zur Anwendung gelangt (vgl. BGE
141 V 281 E. 4.2 und 6). Nachdem vorliegend - und im Übrigen auch in den beiden
Vorgutachten - keine solche Diagnose gestellt worden ist, handelt es sich auch nicht
um einen Fall, der nach dieser Rechtsprechung zu beurteilen ist.
4.2 Weiter betont der Rechtsvertreter, dass das Gutachten auf rein äusserliche
Behauptungen abstelle und beispielsweise den Eindruck erwecke, dass der
Beschwerdeführer die Socken selber an- und ausgezogen habe, was aber nicht der
Fall gewesen sei. Zudem könne die vom Orthopäden dokumentierte Aussage des
Beschwerdeführers, dass er ein- bis zweimal monatlich in kniender Position bete, nicht
den Tatsachen entsprechen. Weder habe der Beschwerdeführer eine solche Aussage
gemacht, noch würde er sich jemals freiwillig auf die Knie begeben, weil er aus dieser
Position nur unter grossen Beschwerden überhaupt wieder aufsitzen könnte (act. G 1).
Da der Orthopäde diese - nun bestrittenen - Angaben des Beschwerdeführers
bezüglich seiner Position beim Beten lediglich aufführte und daraus keinerlei direkte
Schlüsse zog (vgl. IV-act. 213-40), sind sie für das Gesamtergebnis jedoch irrelevant.
Es kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer sich ein- oder zweimal im Monat auf
die Knie begibt, um in dieser Position zu beten. Weshalb das Gutachten jedoch den
Eindruck erwecken sollte, der Beschwerdeführer habe nicht nur seine Schuhe, sondern
auch seine Socken alleine angezogen, ist nicht ersichtlich, nachdem der Orthopäde
klar ausführte, dass er den Beschwerdeführer beim Zurückkommen ins Zimmer
vollständig angekleidet, lediglich die Socken in der Hand tragend, vorgefunden habe
(IV-act. 213-39).
4.3 Schliesslich führt auch der Hinweis des Beschwerdeführers auf die Rechnung des
Dolmetschers für den 11. Mai 2016 ins Leere, wenn er damit darlegen möchte, dass die
orthopädische Untersuchung zu wenig ausführlich gewesen sein soll, weil die drei vom
Dolmetscher verrechneten Stunden an diesem Tag bereits für die neuropsychologische
Testung benötigt worden seien. Einerseits ist nicht ersichtlich, inwiefern die
orthopädische Untersuchung unvollständig vorgenommen worden sein soll und
andererseits erscheint auch nicht nachvollziehbar, dass die vom neuropsychologischen
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Gutachter dokumentierten Testungen drei Stunden hätten in Anspruch nehmen sollen
(vgl. IV-act. 213-47).
4.4 Hinsichtlich der neuropsychologischen Testergebnisse bezweifelt der
Rechtsvertreter, dass eine Validität der Ergebnisse nicht gegeben sei. Vielmehr sei aus
den Ergebnissen die Schlussfolgerung zu ziehen, dass eine erhebliche
neuropsychologisch begründete Einschränkung bestehe. Dem ist jedoch gestützt auf
die Ausführungen des Neuropsychologen nicht zu folgen. Dieser hält fest, dass sich
zum Teil beim Beschwerdeführer ein deutliches Ausweichverhalten gezeigt habe,
indem er beispielsweise während eines Tests unter Zeitmessung Wasser getrunken
habe (IV-act. 213-49). Sodann gelang dem Beschwerdeführer beim Uhrentest das
Einzeichnen der richtigen Uhrzeit erst, nachdem ihm gesagt worden war, es sei kaum
möglich, dass ein Mensch mit Schulbildung diese Aufgabe nicht ausführen könne (vgl.
IV-act. 213-48). Auch beim CERAD-Test gelang es dem Beschwerdeführer erst, seinen
Namen rückwärts zu buchstabieren, als ihm der Versuchsleiter eröffnete, dass im
Normalfall jedes Kind, das schreiben könne, zur Lösung dieser Aufgabe fähig sei (IV-
act. 213-48). Damit ist nachvollziehbar, dass es dem Gutachter offenbar nicht gelang,
den Beschwerdeführer zur Durchführung dieser neuropsychologischen Testbatterie gut
genug zu motivieren, um valide Testergebnisse zu erhalten (IV-act. 213-49).
4.5 Sodann liegt es grundsätzlich im Ermessen der Gutachter zu entscheiden, ob die
Abklärung unter Beizug einer orthopädischen, einer rheumatologischen oder beider
Disziplinen zu erfolgen hat. So bilden (chronische) Schmerzen des
Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie
(Urteile des Bundesgerichts vom 3. Mai 2016, 9C_644/2015, E. 3.4 und vom 25. August
2015, 9C_320/2015, E. 3.3.3.). Schliesslich haben die Experten die (medizinischen)
Vorakten berücksichtigt und ihre Ausführungen schlüssig und nachvollziehbar
dargelegt. Insgesamt genügt damit das polydisziplinäre Gutachten des ABI den
bundesrechtlichen Anforderungen an die Beweiskraft und es ist darauf abzustellen.
4.6 Die vom Beschwerdeführer am 12. September 2017 eingereichten medizinischen
Berichte (act. G 12) betreffen ein Ereignis vom 26. August 2017 (hypertensive
Entgleisung) und sind daher für die vorliegend zu beurteilenden gesundheitlichen
Verhältnisse bis zum Verfügungszeitpunkt am 3. Januar 2017 nicht massgebend.
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4.7 Gestützt auf obige Ausführungen ist damit beim Beschwerdeführer von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Damit ist eine
rentenbegründende Invalidität zu verneinen und der Antrag auf Leistungen der
Invalidenversicherung abzuweisen.
5.
5.1 Schliesslich ist die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung
im Vorbescheidverfahren zu prüfen.
5.2 Ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung sachlich notwendig ist, beurteilt sich
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Die Rechtsnatur des Verfahrens ist
ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für jedes
staatliche Verfahren in Betracht, in das die gesuchstellende Person einbezogen wird
oder das zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (BGE 128 I 227 E. 2.3 mit Hinweisen).
5.3 Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Vorbescheidverfahren wird in
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich mit Blick darauf, dass
die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen
den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den
rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit
(BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur zurückhaltend bejaht. Es
müssen sich danach schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen, und eine
Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201
E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, je mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen). Insbesondere vermag nach dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst
die hohe Bedeutung medizinischer Gutachten für sich allein genommen die
Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen. Es bedarf vielmehr
weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche
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Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts vom 16.
Dezember 2013, 9C_692/2013, E. 4.2 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 5.2
mit Hinweisen). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person, sich im
Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.
6.1 Vorliegend macht der Rechtsvertreter geltend, die Diskussion eines Gutachtens,
insbesondere in der hier notwendigen Intensität, könne einem Versicherten nicht
zugemutet werden. So habe er auf verschiedene Unkorrektheiten hingewiesen, die
fehlende rheumatologische Untersuchung bemängelt und einen Vergleich zu früheren
Gutachten ziehen müssen (act. G 1).
6.2 Entgegen diesen Vorbringen handelt es sich vorliegend hinsichtlich des
Schwierigkeitsgrades jedoch um einen durchschnittlichen Rentenfall. Dabei geht es
hauptsächlich um die Frage, ob sich beim Beschwerdeführer eine derartige
Verschlechterung des Gesundheitszustands eingestellt hat, dass sie ihm einen
Anspruch auf eine Invalidenrente gibt. Hierzu bedarf es medizinischer Grundlagen,
welche einerseits eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit und andererseits auch nach
rechtlicher Würdigung eine (rentenrelevante) Erwerbsunfähigkeit belegen. Der
Rechtsvertreter kann nicht darlegen, inwiefern sich besondere tatsächliche oder
rechtliche Fragen stellen. Auch die Tatsachen, dass der Beschwerdeführer
polydisziplinär begutachtet wurde und frühere Gutachten vorliegen, macht für sich
allein noch keine anwaltliche Vertretung erforderlich. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung begründet ein umstrittenes Gutachten allein noch keinen Anspruch
auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung (vgl. E. 5.3 sowie Urteil des Bundesgerichts
vom 12. Februar 2016, 8C_633/2015, E. 6).
6.3 Schliesslich vermag auch die Argumentation des Rechtsvertreters, dem
Beschwerdeführer sowie seinen Angehörigen fehlten die nötigen Qualifikationen, um
dessen Rechte vertreten zu können, gestützt auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung nicht zu überzeugen (vgl. BGE 139 V 600, E. 3.2.1). Zwar erfordert es
in der Regel gewisse medizinische Kenntnisse und juristischen Sachverstand, um
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Schwachstellen fachärztlicher Expertisen zu erkennen, und es ist davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer über beides nicht verfügt. Dennoch wäre es ihm durchaus
möglich und damit auch zumutbar gewesen, selber bei seinem Hausarzt Dr. F._ eine
schriftliche Beurteilung bezüglich seines medizinischen Gesundheitsverlaufs zu erbitten
und diese entweder selber oder durch eine ihm nahestehende Person, wie eines seiner
erwachsenen Kinder mit dem Hinweis, dass er mit dem Gutachten und der
Invaliditätsbemessung nicht einverstanden sei, bei der IV-Stelle einzureichen.
7.
Zusammenfassend stellen sich auf Grund des obigen Sachverhalts keine besonders
schwierigen Rechtsfragen, weshalb von einem "normalen Durchschnittsfall" im
Sachgebiet der Invalidenversicherung auszugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 18. September 2009, 9C_315/2009, E. 2.1). Mit Blick auf die strengen
Anforderungen an die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im
Verwaltungsverfahren hat die Beschwerdegegnerin damit das Gesuch um
unentgeltliche Verbeiständung zu Recht abgelehnt. In der Folge erübrigt sich eine
Prüfung der weiteren Voraussetzungen.
8.
8.1 Auf Grund der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gegen die
Verfügung betreffend IV-Leistungen vom 3. Januar 2017 (IV 2017/55) abzuweisen.
8.2 Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 10. März 2017 (IV 2017/153) ist
ebenfalls abzuweisen.
8.3 Das Beschwerdeverfahren betreffend IV-Leistungen ist kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr.
600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist die Gerichtsgebühr für das Verfahren IV
2017/55 in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege
ist er von der Bezahlung zu befreien.
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8.4 Demgegenüber sind im Beschwerdeverfahren IV 2017/153 betreffend
unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren keine Gerichtskosten zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend
"IV-Leistungen" handelt, findet die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine
Anwendung (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV
2010/270, E. 6.4).
8.5 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verfahren IV
2017/55 die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
hat keine Honorarnote eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar
vor Verwaltungsgericht, Verwaltungsrekurskommission und Versicherungsgericht
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). In der vorliegend zu
beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
8.6 Der Beschwerdeführer lässt auch für das Verfahren IV 2017/153 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung beantragen. Die diesbezüglichen Voraussetzungen sind erfüllt,
wenn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos, die Partei bedürftig und die
Verbeiständung durch einen Anwalt notwendig oder doch geboten ist (Art. 61 lit. f
ATSG; BGE 103 V 47; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, Rz 177 zu
Art. 61 ATSG, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012, E.
3.2 mit Hinweisen). Dabei gilt als bedürftig, wem die Mittel fehlen, um neben dem
Lebensunterhalt für sich und seine Familie die Anwaltskosten aufzubringen (vgl.
KIESER, a.a.O., Rz 179 f. zu Art. 61 ATSG). Wie den Akten zu entnehmen ist (vgl. u.a.
IV 2017/55: act. G 4.1), wurde die Familie des Beschwerdeführers in finanzieller
Hinsicht bis Januar 2015 vom Sozialamt der Stadt P._ unterstützt, wobei dieser
gegenüber Ende Oktober 2015 ein offener Saldo von Fr. 206'524.65 bestand. Ab
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diesem Zeitpunkt wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau offenbar finanziell
durch ihre Kinder unterstützt. Damit ist die Bedürftigkeit ausgewiesen. Nachdem das
Beschwerdeverfahren auch nicht geradezu aussichtslos war und eine anwaltliche
Verbeiständung als geboten erscheint, ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
bewilligen. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren erscheint mit Blick auf die
Anforderungen und die Komplexität der Streitsache eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
8.7 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).