Decision ID: 881c2832-2eb7-5f96-9db8-77d8eecc3af5
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Strehler, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 8. April 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Hilfsmittel und Rente). Dabei gab sie an, am 27. April 2000
einen Flugunfall erlitten zu haben (act. G 6.1/4). Dr. med. B._, Innere Medizin FMH,
spez. Hämatologie/Onkologie, diagnostizierte mit Arztbericht vom 13. September 2005
eine konservativ behandelte LWK-4-Fraktur bei Spondylolyse L4 nach Flugunfall
27.04.00 mit chronisch invalidisierenden lumbalen Schmerzen und einen Status nach
Commotio Cerebri am 27.04.00 mit gehäuften Migräneanfällen. Der
Gesundheitszustand sei stationär. Längeres Gehen und Stehen sei nicht möglich,
weshalb die Versicherte in ihrem angestammten Beruf als selbstständigerwerbende
Grafikerin nur zu 50 % arbeitsfähig sei (act. G 6.1/16.3). Mit Verlaufsbericht vom 30.
Mai 2006 bestätigte Dr. B._, der Gesundheitszustand sei unverändert (act. G
6.1/37.3). Das vom Unfallversicherer eingeholte Gutachten der Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) vom 19. Juni 2006 kommt zum
Schluss, dass die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei,
wobei dieses Pensum auf den ganzen Tag verteilt werden sollte. Medizinisch-
theoretisch wäre bei einer optimal adaptierten Tätigkeit eine ca. 70 %ige
Arbeitsfähigkeit zu erreichen (act. G 6.1/39.4 f.).
A.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) erachtete das Gutachten der AEH als
schlüssig (act. G 6.1/44.2 f.). Die Berufsberaterin der IV hielt in ihrem Schlussbericht
vom 16. Dezember 2006 fest, die Versicherte sei an ihrer aktuellen Stelle optimal
eingegliedert. Eine Umschulungsmöglichkeit habe nicht näher geprüft werden können,
da die Versicherte den Fokus auf die Rentenprüfung gelegt habe. Die Berufsberaterin
schloss daher den Fall ab mit dem Antrag auf Rentenprüfung (act. G 6.1/50). Darauf
wies die IV die Versicherte am 31. Januar 2007 auf deren Eingliederungs- und
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Mitwirkungspflicht hin und gab ihr Gelegenheit mitzuteilen, ob sie an einer beruflichen
Abklärung und Neuorientierung interessiert sei (act. G 6.1/52). Am 14. März 2007 teilte
die Versicherte mit, dass für sie derzeit keine Umschulung in Frage komme und dass
sie die Prüfung der Rentenberechtigung wünsche; gleichzeitig reichte sie
Abrechnungen ein, die ein höheres Einkommen im Jahr 1999 belegen sollten (act. G
6.1/55). Die Berufsberaterin führte am 24. April 2007 aus, nach einer Umschulung zur
Kauffrau Hotelfach könnte die Versicherte bei einer 100 % Anstellung 13 x Fr. 3'661.--
verdienen (act. G 6.1/59).
A.c Mit Vorbescheiden vom 24. Mai und 25. Mai 2007 stellte die IV der Versicherten in
Aussicht, den Rentenanspruch und den Anspruch auf berufliche Massnahmen
abzuweisen (act. G 6.1/66 und 69). Mit Einwand vom 25. Juni 2007 beantragte die
Versicherte, es sei ihr mindestens eine Dreiviertelsrente und eventuell berufliche
Massnahmen zu gewähren. Mit Verfügung vom 24. Juli 2007 teilte die IV der
Versicherten mit, der Anspruch auf berufliche Massnahmen werde abgewiesen, da sie
auf Grund der Mitteilungen davon ausgehe, dass die Versicherte weiterhin in der
eigenen Firma arbeiten wolle und keine berufliche Umschulung wünsche. Sie könne
aber jederzeit ein neues Gesuch einreichen. Mit weiterer Verfügung vom 25. Juli 2007
wies die IV den Rentenanspruch ab. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 39'852.--
und einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 33'315.-- resultiere eine
Erwerbseinbusse von Fr. 6'536.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 16% (act. G 6.1/74-75).
A.d Die dagegen erhobene Beschwerde vom 29. August 2007, mit welcher das
Valideneinkommen bestritten und eine Dreiviertelsrente beantragt worden war, wurde
mit Entscheid vom 26. Februar 2009 teilweise gutgeheissen. Die Streitsache wurde
sodann zur Einholung eines betriebswirtschaftlichen Gutachtens, das sich zur
mutmasslichen Entwicklung des Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit von
A._ äussert. Im Weiteren wurde die IV-Stelle des Kantons St. Gallen darauf
hingewiesen, dass nochmals die Frage der Eingliederung zu prüfen sei, sollte nach
Vornahme der erwerblichen Abklärungen ein Rentenanspruch in Frage stehen (act. G
6.1/90 ff.).
A.e Am 4. September 2009 erstattete die C._ Treuhand AG, ihr
betriebswirtschaftliches Gutachten. Darin kommt sie unter anderem zum Schluss, dass
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das Einkommen der Versicherten im Gesundheitsfall im Jahr 2008 Fr. 40'000.--, im
Jahr 2009 Fr. 69'000.-- und ab dem Jahr 2012 Fr. 95'000.-- betragen hätte. Dieser
Betrag könne noch durch Umsatz- und Kostenoptimierungen um Fr. 15'000.--
gesteigert werden, was einem langfristigen Valideneinkommen von Fr. 110'000.--
entsprechen würde (act. G 6.1/98). Zusätzlich klärte die IV-Stelle am 9. November 2009
bei der Gutachterin ab, welches Einkommen die Versicherte als Gesunde mit ihrer
Ausbildung als Angestellte im angestammten Bereich erzielen könnte und wie die
Chancen bei der Stellensuche wären (act. G 6.1/105 f.).
A.f Mit Verlaufsbericht vom 15. Oktober 2009 bestätigte Dr. B._, dass der
Gesundheitszustand stationär und die Diagnosen unverändert seien. Ebenso seien der
Verlauf und die Befunde unverändert (act. G 6.1/102.2).
A.g Mit Abklärungsbericht für selbstständig Erwerbende vom 2. Dezember 2009
berechnete die IV-Stelle St. Gallen den Invaliditätsgrad auf Grund eines
Valideneinkommens von Fr. 69'000.-- (2009) sowie eines Invalideneinkommens von Fr.
54'569.-- (LSE-Löhne, TA1, Ziff. 90-93, Niveau 1+2, Frauen, 70 % Arbeitsfähigkeit) mit
20,9 % (act. G 6.1/108). Im Feststellungsblatt vom 2. Dezember 2009 ging sie sodann
davon aus, dass das genannte Invalideneinkommen dem Einkommen einer
selbstständig erwerbenden Typografin entspreche (act. G 6.1/109.2). Mit Vorbescheid
vom 4. Januar 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass beim errechneten
Invaliditätsgrad von 21 % kein Anspruch auf eine Rente bestehe (act. G 6.1/112).
A.h Mit Einwand vom 15. Februar 2010 beantragte der Rechtsvertreter der
Versicherten, es sei der Versicherten ab 1. April 2004 bis 31. März 2007 eine ganze
Rente, ab 1. April 2007 bis 31. Dezember 2008 eine Viertelsrente, ab 1. Januar 2009 bis
31. Dezember 2011 eine halbe Rente, ab 1. Januar 2012 bis 1. Dezember 2014 eine
Dreiviertelsrente und ab 1. Januar 2015 eine ganze Rente zuzusprechen. Da Leistungen
ab dem 1. April 2004 zur Diskussion ständen (Anmeldung am 8. April 2005), seien ab
diesem Zeitpunkt die jeweiligen Validen- und Invalideneinkommen einander gegenüber
zu stellen. Die Frage einer Umschulung sei mit der Versicherten erst am 8. März 2007
erörtert worden. Zumindest bis dahin sei beim Invalideneinkommen auf das bis dahin
konkret erzielte Einkommen als selbstständig Erwerbende abzustellen. Im April 2007
sei festgestellt worden, dass die Versicherte nach einer Umschulung zur Kauffrau
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Hotelfach bei einer Leistungsfähigkeit von 70 % ein Einkommen von Fr. 33'315.--
erzielen könnte. Das im Vorbescheid veranschlagte Invalideneinkommen von Fr.
54'569.-- sei völlig unrealistisch, selbst wenn bei der Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten der AEH vom 19. Juni 2006 abgestellt würde.
Gemäss diesem Gutachten sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit nur zu 50
% arbeitsfähig. Bei dem im Gutachten als medizinisch-theoretisch möglich erachteten
Pensum von 70 % in einer optimal angepassten Tätigkeit könne nicht erwartet werden,
dass bei den Einschränkungen der Versicherten 70 % des Lohnes eines Vollpensums
ausgerichtet würden. Zudem könne bei den komplexen Einschränkungen von
vornherein nicht auf das Leistungsniveau 1+2 abgestellt werden. Massgebend sei
vielmehr das Niveau 3. Bei zusätzlicher Berücksichtigung eines Behindertenabzugs
(Leidensabzugs) von mindestens 20% könne auch bei einer anderen Tätigkeit das
Invalideneinkommen von Fr. 33'315.-- nicht gesteigert werden (act. G 6.1/113).
A.i Mit Stellungnahme vom 15. März 2010 bestätigte der RAD, dass nach wie vor
von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 %, in einer adaptierten
Tätigkeit von 70 % auszugehen sei (act. G 6.1/114.2).
A.j Mit Verfügung vom 22. März 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab,
wobei sie nun für das Invalideneinkommen vom Lohnniveau 3 bzw. von Fr. 50'050.--
und dementsprechend von einem Invaliditätsgrad von 27 % ausging (act. G 6.1/116).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 4. Mai 2010
mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der Versicherten sei ab
1. April 2001 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Für das Valideneinkommen sei
von den Feststellungen des betriebswirtschaftlichen Gutachtens auszugehen, wobei
die Einkommensdellen 2002 und 2008 wegen des kurzfristig überhöhten Kostenblocks
nur vorübergehend und daher nicht relevant seien. Ausserdem habe die
Beschwerdeführerin vor Eintritt der Invalidität Abendkurse im Bereich der
Erwachsenenbildung des Kantons Thurgau gegeben. Dabei habe sie im Jahr 1997 ein
Einkommen von Fr. 2'678.--, im Jahr 1998 von Fr. 4'513.-- und 1999 ein solches von
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Fr. 2'828.-- erzielt. Dieses Nebenerwerbseinkommen von durchschnittlich Fr. 3'340.--
sei zum Valideneinkommen hinzu zu zählen.
Streitig sei vor allem das Invalideneinkommen. Die Beschwerdegegnerin sei
ursprünglich gestützt auf die Abklärungen der Berufsberatung, die eine Umschulung
zur Kauffrau im Hotelfach in Betracht gezogen habe, von einem Invalideneinkommen
von Fr. 33'315.-ausgegangen. Nach dem Vorliegen des betriebswirtschaftlichen
Gutachtens ändere die Beschwerdegegnerin plötzlich ihre Strategie, indem sie in der
angefochtenen Verfügung das Invalideneinkommen neu mit Fr. 50'050.-- veranschlage.
Dabei werde argumentiert, die Beschwerdeführerin könne als Typografin in einer
unteren Kaderfunktion im Raum Ostschweiz mit einem Pensum von 70 % ein solches
Einkommen erzielen. Diese Annahme sei unhaltbar. Wie das Versicherungsgericht
verbindlich festgestellt habe, sei die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten
Tätigkeit als Typografin nur zu 50 % arbeitsfähig. Ein Pensum von 70 % falle damit von
vornherein ausser Betracht. Auch eine Anrechnung von 50 % sei nicht realistisch, da
die Beschwerdeführerin auf Grund ihrer kognitiven Defizite nicht in der Lage sei, eine
Kaderfunktion auszuüben.
Die Beschwerdeführerin habe sich sodann nie der beruflichen Eingliederung verweigert.
Bis jetzt sei aber einzig im April 2007 die Umschulung zur Kauffrau Hotelfach zur
Diskussion gestanden. Das dabei errechnete Einkommen von Fr. 33'315.-- habe die
Beschwerdeführerin jedoch geglaubt, auch mit ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit
erzielen zu können. Da sie dabei auf ihr unstetes Befinden Rücksicht nehmen könne,
sei sie bereits optimal eingegliedert. Bei echten Alternativen würde sich die
Beschwerdeführerin gerne beruflichen Massnahmen unterziehen. Es könne ihr aber
nicht zugemutet werden, ihr Geschäft aufzugeben, bevor mit ihr ein fundiertes,
überzeugendes und erfolgversprechendes Umschulungskonzept erarbeitet worden sei.
Vor diesem Hintergrund sei weiterhin von einem hypothetischen Invalideneinkommen
von höchstens Fr. 33'315.-- auszugehen, frühestens jedoch ab dem Moment, ab dem
Eingliederungsmassnahmen mit Erfolg abgeschlossen worden seien oder die
Beschwerdeführerin nach erfolgtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren ihre
Mitwirkungspflicht verletzt habe. Bis dahin sei das effektiv erzielte Einkommen
massgebend. Bezüglich Rentenbeginn sei die IV-Anmeldung zwar per 8. April 2005
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datiert. Da sich die Beschwerdeführerin jedoch offenbar früher schon einmal
angemeldet habe (Stempelaufdruck: "Altakte vernichtet 1991"), bestehe der
Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahres ab dem 1. April 2001 (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. September 2010 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Betreffend Valideneinkommen sei mit der
Beschwerdeführerin auf das betriebswirtschaftliche Gutachten abzustellen. Indessen
könne der geltend gemachte Nebenerwerb nicht angerechnet werden. Diesen habe sie
in den Jahren 1997 bis 1999 erzielt. Dieser Erwerb wäre aber nach überwiegender
Wahrscheinlichkeit bei den sich stellenden Anforderungen an eine selbstständige
Erwerbstätigkeit nicht weitergeführt worden. Davon sei spätestens ab 2002
auszugehen, wäre die Beschwerdeführerin doch zu diesem Zeitpunkt gemäss
Gutachten an ihre Leistungs- und Kapazitätsgrenzen gestossen.
Betreffend Invalideneinkommen sei zu bemerken, dass der Beschwerdeführerin auf
Grund ihrer Ausbildung und Erfahrung zahlreiche leidensadaptierte Stellen auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zur Verfügung ständen, bei denen sie ein die Rente
ausschliessendes Einkommen erzielen könne, insbesondere im Büro- und
kaufmännischen Bereich. Sollte diesen Ausführungen nicht gefolgt werden, sei die
Sache zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des AEH-Gutachtens vermöge nicht zu überzeugen.
Obwohl keine klinischen, röntgenologischen oder labortechnischen Hinweise
beständen, dass die Beschwerdeführerin eine traumatische Hirnverletzung erlitten
habe, fänden die neuro-psycho-logischen Symptome Vergesslichkeit,
Unkonzentriertheit, Ablenkbarkeit und Ermüdbarkeit gleichwohl Eingang in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Im Sinn der aktuellen Rechtsprechung zu nicht
objektivierbaren Beschwerden gehe dies nicht an. Der nicht objektivierbaren commotio
cerebri könne somit kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
attestiert werden. Zudem sei das Gutachten über vier Jahre alt (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 2. November 2010 lässt die Beschwerdeführerin ausführen, dass
sie die genannte Lehrtätigkeit mit Begeisterung ausgeübt habe und diese als wertvollen
Ausgleich zu ihrer Alltagsarbeit empfunden habe. Diese Tätigkeit habe sie nebst ihrem
Vollzeitpensum bei der D._ und später nebst dem Aufbau ihrer selbstständigen
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Erwerbstätigkeit ausgeübt. Mit Bestimmtheit würde sie diese Tätigkeit auch heute noch
ausüben, zumal das Angebot für solche Lehraufträge zwischenzeitlich noch weit
vielfältiger geworden sei.
Zur Verweistätigkeit sei auszuführen, dass die Beschwerdeführerin ausgebildete
Typografin sei, mit Zusatzausbildung im Bereich der grafischen Industrie. Eine
kaufmännische Lehre habe sie nicht abgeschlossen. Unter Bezugnahme auf LSE 2008,
Sektor 3 Dienstleistungen, Anforderungsniveau 4, ergäbe sich bei einem Pensum von
70 % ein Invalideneinkommen von Fr. 35'721.--, wobei ein zusätzlicher Leidensabzug
von 20 % zu gewähren sei. Unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin in den
Jahren 2007 bis 2009 zur kaufmännischen Angestellten umgeschult worden wäre,
würde sich das Invalideneinkommen ab 2010 auf Fr. 43'880.-- (LSE 2008, Sektor 3
Dienstleistungen, Anforderungsniveau 3) bzw. unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzugs von 20 % auf Fr. 35'104.-- belaufen. Selbst für diesen Fall
wäre bis und mit 2009 eine ganze, ab 2010 eine halbe Invalidenrente ausgewiesen. Im
Weiteren sei am AEH-Gutachten festzuhalten. Der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin habe sich nicht verändert (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sowie des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 22. März
2010 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der sogar vor dem Inkrafttreten
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der revidierten Bestimmungen der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004 begonnen hat. Da
der vorliegende Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht
rechtskräftig verfügt wurde, und die Beschwerdegegnerin frühestens ab August 2004
Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. E. 3.3) ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für den allfälligen Rentenanspruch von August 2004
bis zum 31. Dezember 2007, und danach ab 1. Januar 2008 auf die jeweils gültigen
Bestimmungen abzustellen.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG (ab. 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Gemäss Art. 16 ATSG setzt der Einkommensvergleich zur Ermittlung der für den
Rentenanspruch massgebenden Invalidität den Abschluss allfälliger
Eingliederungsmassnahmen bzw. die Feststellung voraus, dass keine Eingliederung
möglich ist. Diese Bedingung der Rentenzusprache wird als Grundsatz der
"Eingliederung vor Rente" bezeichnet (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar Rz 15 zu Art. 16,
Rz 11 zu Art. 7). Es handelt sich hierbei um eine Komponente der allgemeinen
Schadenminderungspflicht (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Vorbemerkungen Rz
33). Nach diesem Grundsatz soll keine Invalidenrente ausgerichtet werden, bevor nicht
alles Mögliche und Zumutbare versucht worden ist, um die behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren. Dies geschieht in der
Regel mittels beruflicher Eingliederungsmassnahmen (vgl. unveröffentlichtes Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Dezember 2006, IV 2005/127,
E. 3a).
1.4 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
zu durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen, entsteht ein
Rentenanspruch (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen geht in ständiger Praxis davon aus, dass ein (vorläufiger) Rentenanspruch
auch für jene Fälle besteht, in denen die Eingliederung bei Ablauf des sogenannten
Wartejahres noch nicht abgeschlossen ist bzw. in denen die Eingliederungsfähigkeit bei
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Ablauf des Wartejahres noch nicht definitiv verneint werden kann (vgl. auf dem Internet
publiziertes Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Januar
2007, IV 2006/58, E. 1a mit Hinweisen auf die kantonale Rechtsprechung). Auch die
einen vorläufigen Rentenanspruch begründende Invalidität ist durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dieser Einkommensvergleich stützt sich aber – in
Abweichung von Art. 16 ATSG – auf die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf (Art. 6
Satz 1 ATSG), es sei denn, der versicherten Person wäre zumutbar, durch die ohne
jede Eingliederung mögliche Ausübung eines anderen Berufes den Eintritt einer
rentenbegründenden vorläufigen Invalidität zu verhindern oder zumindest den
Invaliditätsgrad zu reduzieren (Art. 6 Satz 2 ATSG).
2.
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wirft die Beschwerdegegnerin die Frage auf, ob
allenfalls ein neues Gutachten zu erstellen sei, da die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
AEH nicht zu überzeugen vermöge. Obwohl keine klinischen, röntgenologischen oder
labortechnischen Hinweise beständen, dass die Beschwerdeführerin eine traumatische
Hirnverletzung erlitten habe, fänden die neuropsychologischen Symptome
Vergesslichkeit, Unkonzentriertheit, Ablenkbarkeit und Ermüdbarkeit gleichwohl
Eingang in die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dies gehe angesichts der aktuellen
Rechtsprechung zu nicht objektivierbaren Beschwerden nicht an. Dem ist jedoch
entgegen zu halten, dass das Gutachten bislang, namentlich anlässlich des ersten
Beschwerdeverfahrens, in Bezug auf die medizinischen Feststellungen und die
Schlussfolgerungen weder von den Parteien in Frage gestellt wurde noch offensichtlich
falsch ist. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung beinhaltet naturgemäss einen gewissen
Ermessensspielraum. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat sich
sodann seit der Begutachtung im Februar 2006 unbestrittenermassen nicht verändert.
Davon gehen auch Dr. B._ in seinem Verlaufsbericht vom 15. Oktober 2009 sowie
der RAD in seinem Bericht vom 4. März 2010 aus (act. G 6.1/102.1 und 114.2). Es ist
deshalb nicht angezeigt, allein gestützt auf eine im Wesentlichen nachträglich
verschärfte Rechtsprechung ein neues Gutachten einzuholen. Vielmehr ist nach wie vor
darauf abzustellen.
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Umstritten ist sodann zwischen den Parteien die Berechnung des Invaliditätsgrades,
namentlich die Bemessung des Invalideneinkommens. Bezüglich des
Valideneinkommens gehen die Parteien übereinstimmend von den Feststellungen des
betriebswirtschaftlichen Gutachtens vom 30. August 2009 aus. Wie es sich damit
verhält, ist nachfolgend zu prüfen.
3.
3.1 Betreffend das Valideneinkommen wurde von der Beschwerdegegnerin in
Ausführung des Urteils vom 26. Februar 2009 ein betriebswirtschaftliches Gutachten
eingeholt. Dabei geht der Gutachter davon aus, dass sich die Einzelfirma der
Beschwerdeführerin, die E._ der A._, ab dem Start im Jahr 1999 mit einem Umsatz
von rund Fr. 91'100.-- und einem Betriebsgewinn von knapp Fr. 23'000.-- bis zum
Endausbau im Jahr 2012 mit 2 bis 3 Mitarbeitenden (exkl. Beschwerdeführerin), einem
Umsatz von Fr. 532'000.-- und einem Betriebsgewinn von Fr. 95'000.-- entwickelt
hätte. Bis zum Jahr 2004 geht das Gutachten davon aus, dass sich der Umsatz auf Fr.
210'000.--, der Betriebsgewinn auf Fr. 57'000.-- belaufen hätte. Weiter geht das
Gutachten davon aus, dass die Beschwerdeführerin nach den ersten drei
Geschäftsjahren, also Ende 2001 ihre Leistungs- und Kapazitätsgrenze erreicht und
deshalb eine Teilzeitmitarbeiterin (50 %) eingestellt hätte. Diese hätte die
Beschwerdeführerin administrativ und bei der Auftragsausführung entlastet (1.
Ausbaustufe; act. G 6.1/98.16 ff.).
Diesbezüglich ist jedoch festzustellen, dass die tatsächlich erzielten Umsätze und
Betriebsgewinne bzw. -verluste bei einem 50 %-Pensum (Umsatz 2004: Fr. 32'200.--;
Betriebsverlust 2004: Fr. 1'700.-- [act. G 6.1/98.10]) bei weitem hinter den
prognostizierten (auf 50 % umgerechneten) Werte zurückgeblieben sind. Im Gutachten
wird diese Diskrepanz nicht erklärt. Zwar ist denkbar, dass sich Umsatz und Ergebnis
infolge der gesundheitlichen Probleme gegenüber der Validensituation nur
unterproportional entwickelt haben, so dass nicht ohne Weiteres von den genannten -
auf 100 % hochgerechneten - Werten auf die hypothetische Entwicklung geschlossen
werden kann. Geht man indessen von der im Gutachten vorgenommenen Berechnung
der 1. Ausbaustufe bis 2004 aus (Umsatz: Fr. 210'000.--; Betriebsgewinn: Fr. 57'000.--;
act. G 6.1/98.16), entspricht dies gegenüber dem tatsächlich erzielten Umsatz in 2004
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von rund Fr. 64'000.-- (auf Basis 100 %; vgl. act. G 6.1/98.10) mehr als dem Dreifachen
des tatsächlich erzielten Umsatzes. Eine allfällige überproportionale Auswirkung der
gesundheitlichen Beschwerden auf die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, neue
Aufträge zu akquirieren und auszuführen, erscheint damit genügend berücksichtigt.
Demgegenüber erscheint die weitere vom Gutachten prognostizierte Entwicklung bis
2012 mit einem Umsatz von Fr. 532'000.--, einem Betriebsgewinn von Fr. 95'000.--,
der durch weitere Umsatz- und Kostenoptimierung auf Fr. 110'000.-- gesteigert werden
könne, sowie die Beschäftigung von zwei bis drei Mitarbeitenden, nicht mehr als
überwiegend wahrscheinlich. Insbesondere erscheint fraglich, ob die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall tatsächlich in der Lage gewesen wäre, die für
den vom Gutachten prognostizierten Umsatz im Endausbau notwendigen Akquisitionen
zu generieren. So konnte die Beschwerdeführerin etwa den Verlust des D._-Auftrags
nicht im entsprechenden Umfang durch neue Akquisitionen ausgleichen, obwohl sie
auf Grund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen wohl hauptsächlich in der
Ausführung der Aufträge und weniger in deren Akquisition behindert war und ist. Dass
sie in den Jahren 2001 und 2002 noch respektable Umsätze von Fr. 78'300.-- sowie Fr.
68'500.-- erzielt hatte (act. G 6.1/98.10), ist gemäss Bericht der Berufsberaterin vom
16. Dezember 2006 darauf zurückzuführen, dass sie als Freelancerin an einem
Grossprojekt arbeiten konnte, wo sie wie eine Angestellte im Stundenlohn entlöhnt
wurde (act. G 6.1/50.2). Mithin ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ihre grössten
Aufträge jeweils entweder als Freelancerin und damit in arbeitnehmerähnlicher Stellung
oder aber auf Grund ihrer Stellung als ehemalige Arbeitnehmerin (D._) akquirieren
konnte. Weder vor noch nach dem Unfall hatte sie jedoch kapazitätsfüllende Aufträge,
die sie in ihrer Eigenschaft als Unternehmerin akquirierte.
Insgesamt erscheint damit die vom Gutachten vorgezeichnete Entwicklung bis 2004,
wonach die Beschwerdeführerin bei Beschäftigung einer Teilzeitmitarbeiterin einen
Umsatz von Fr. 210'000.-- sowie einen Betriebsgewinn von Fr. 57'000.-- erwirtschaften
würde, als glaubwürdig. Die gemäss Gutachten darüber hinausgehende Entwicklung
von Umsatz und Gewinn, mit Beschäftigung von bis zu drei Mitarbeitenden, erscheint
demgegenüber als zu vage, zumal das Gutachten selber davon ausgeht, dass eine
Unternehmensgrösse mit drei bis vier Personen oder mehr (inkl. Geschäftsführer/in) in
der Werbebranche relativ selten sei und es einer aussergewöhnlichen Leistung bedürfe,
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um eine solche Unternehmensgrösse zu erreichen (act. G 6.1/98.13). Ausserdem wird
im Gutachten festgehalten, dass aufgrund der kurzen Zeitspanne von 16 Monaten
selbstständiger Erwerbstätigkeit die Unternehmensentwicklung "mit einer sehr grossen
Unsicherheit" behaftet sei (act. G 6.1/98.14). Nachdem das Gutachten nicht näher
erläutert, weshalb bei der Beschwerdeführerin eine überdurchschnittliche Entwicklung
stattgefunden hätte, kann diesbezüglich nicht von einer überwiegend wahrscheinlichen
Validenkarriere ausgegangen werden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin ab dem Jahr 2004 als selbstständige Unternehmerin ein
Einkommen von Fr. 57'000.-- erzielt hätte.
Darüber hinaus erscheint glaubwürdig, dass die Beschwerdeführerin bei der
geschilderten Unternehmensgrösse ihre Tätigkeit als Erwachsenenbildnerin an der
gewerblichen Berufsschule weitergeführt hätte. Unbestrittenermassen erzielte sie
daraus in den Jahren 1997 bis 1999 ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 3'340.--
(1997: Fr. 2'678.--; 1998: Fr. 4'513.--; 1999: Fr. 2'828.-- [IK-Auszug; act. G 6.1/15.2]).
Damit ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 60'340.-- (Fr. 57'000.-- + Fr. 3'340.--).
3.2 Umstritten ist sodann das Invalideneinkommen. Während die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Angaben des
Gutachters von einem Invalideneinkommen von Fr. 50'050.-- ausging (Typografin,
untere Kaderfunktion, Ostschweiz, Durchschnitt von Fr. 65'000.-- und Fr. 78'000.--, 70
% [act. G 6.1/106.2 und 115 - 116]), geht die Beschwerdeführerin mangels erfolgter
Eingliederung von einem solchen von Fr. 33'315.-- aus. Dieses Einkommen sei
ursprünglich von der Beschwerdegegnerin ermittelt worden, indem sie die
Beschwerdeführerin zur Hotelkauffrau umschulen wollte. Da die Beschwerdeführerin
jedoch davon ausgehe, dieses Einkommen mittelfristig auch mit ihrer selbstständigen
Erwerbstätigkeit erzielen zu können, habe sie auf die Umschulung verzichtet. Insofern
sei sie bereits optimal eingegliedert. Dieses Einkommen könne der Beschwerdeführerin
jedoch frühestens ab dem Moment angerechnet werden, ab dem
Eingliederungsmassnahmen mit Erfolg abgeschlossen worden seien oder die
Beschwerdeführerin nach erfolgtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren ihre
Mitwirkungspflicht verletzt habe. Bis dahin sei vom tatsächlich erzielten Einkommen
auszugehen.
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Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass die Beschwerdeführerin im ersten
Beschwerdeverfahren gegen das genannte Invalideneinkommen nichts einzuwenden
hatte. Es ist auch widersprüchlich, davon auszugehen, die Beschwerdeführerin sei in
ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit optimal eingegliedert (weshalb sie auch da ein
Einkommen von Fr. 33'315.-- erzielen könne), ihr aber gleichzeitig das Einkommen von
Fr. 33'315.-- erst nach erfolgten Eingliederungsmassnahmen anrechnen zu wollen. Da
sich zudem seit dem ersten Beschwerdeverfahren unbestrittenermassen weder am
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin noch an ihren erwerblichen Möglichkeiten
etwas geändert hat, ist für die Berechnung der Rente auf dieses in der angestammten
Tätigkeit mutmasslich erzielbare Einkommen abzustellen. Selbst wenn man davon
ausgehen würde, dass die Beschwerdeführerin ohne Eingliederungsmassnahmen nur
Hilfsarbeiten im Dienstleistungssektor oder in allen Sektoren ausüben könnte, ergäbe
sich gemäss Lohnstrukturerhebung ein ähnliches Invalideneinkommen (LSE 2004,
Frauen, Niveau 4, betriebsübliche Arbeitszeit: Fr. 48'585.-- x 70 % = Fr. 34'010.-- [IVG-
Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2]; LSE 2004 TA1, Sektor
Dienstleistungen Ziff. 50-93: Fr. 3'900.-- x 12 x 70 % = Fr. 32'760.--). Es ist somit von
einem Invalideneinkommen von Fr. 33'315.-- auszugehen.
3.3 Der Invaliditätsgrad beträgt damit 44,8 % ([Fr. 60'340.-- - Fr. 33'315.--] : Fr.
60'340.-x 100). Damit besteht Anspruch auf eine Viertelsrente. Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren macht die Beschwerdeführerin geltend, eine allfällige Rente sei
ihr ab dem 1. April 2001 auszurichten, da sich auf dem Deckblatt der Anmeldung der
Aufdruck "Altakte vernichtet 1991" befinde. Dies lasse darauf schliessen, dass eine
erste Anmeldung bereits im Jahr 1991 erfolgt sei. Nachdem sich das rentenauslösende
Ereignis jedoch erst am 27. April 2000 ereignet hat, kann diesem Vermerk keine
Bedeutung zukommen. Es ist auch nicht ersichtlich, um was für eine Akte es sich
gehandelt haben soll. Im Weiteren ist auch eine Anmeldung per April 2005 nicht belegt.
Zwar hat der damalige Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das Anmeldeformular
am 8. April 2005 unterzeichnet, der Eingangsstempel der Beschwerdegegnerin datiert
jedoch erst vom 15. August 2005. Am 28. Juni 2005 meldete die Beschwerdegegnerin
an die Mobiliar-Versicherung (berufliche Vorsorge), dass bei ihr bislang keine
Anmeldung eingegangen sei. Mit Schreiben vom 12. August 2005 reichte darauf hin der
damalige Rechtsvertreter die Anmeldung nochmal ein (act. G 6.1/3 - 6). Nachdem eine
Anmeldung im April 2005 nicht ausgewiesen ist, ist von einer Anmeldung im August
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2005 auszugehen. Der Rentenanspruch besteht damit ab 1. August 2004 (aArt. 29 Abs.
2 IVG i.V.m. aArt. 48 Abs. 2 IVG).
3.4 Da beim vorliegenden Verfahrensausgang praxisgemäss Anspruch auf eine Rente
besteht (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 11. Dezember 2008 [IV
2008/45] E. 5.4 - 5.5 und vom 12. Februar 2009 [IV 2007/418] E. 4.3), und bislang noch
keine Eingliederungsmassnahmen stattgefunden haben (die Beschwerdeführerin ist ab
einem Einkommen von Fr. 36'205.-- rentenausschliessend eingegliedert, was mit einer
Umschulung auf Niveau 3 erreichbar sein wird [vgl. etwa LSE 2004, TA1, Niveau 3,
Frauen, Dienstleistungen Ziff. 50 - 93: Fr. 4'811.-- x 12 x 70 % = Fr. 40'412.--]), ist die
Streitsache zur Prüfung und allfälligen Durchführung von beruflichen Massnahmen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Wie bereits im Entscheid vom 26. Februar
2009 (IV 2007/318, E. 3.3) festgestellt, handelt es sich dabei nicht nur um einen
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Eingliederungsmassnahmen, sondern auch um
eine Eingliederungspflicht, die von der Beschwerdegegnerin gegebenenfalls in einem
Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzusetzen wäre (Art. 21 Abs. 4 ATSG).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 22. März 2010 teilweise gutzuheissen und der Beschwerdeführerin eine
Viertelsrente, beginnend am 1. August 2004, auszurichten. Die Streitsache ist sodann
zur Prüfung und allfälligen Durchführung von Eingliederungsmassnahmen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da der vorliegende Verfahrensausgang in Bezug auf die
Kostenverlegung als vollständiges Obsiegen der Beschwerdeführerin gilt, hat die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
bis
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4.3 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat eine obsiegende beschwerdeführende
Person Anspruch auf den Ersatz ihrer Parteikosten. Die Parteientschädigung bemisst
sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses.
Sie wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht