Decision ID: 2b62af4e-f080-4469-8d84-0f33afc3ae17
Year: 2009
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
I.
B bezieht von der Sozialbehörde A wirtschaftliche Hilfe. Sie reichte der Sozialbehörde einen Kostenvoranschlag vom 24. Februar 2009 für eine Zahnbehandlung ein. Die voraussichtlichen Kosten wurden darin mit Fr. 4'219.70 beziffert. Am 7. April 2009 ersuchte die Sozialbehörde eine Vertrauenszahnärztin um Begutachtung des Kostenvoranschlags. Diese kam am 5. Mai 2009 zum Schluss, dass die notwendige Zahnbehandlung für Fr. 1'410.50 durchgeführt werden könne. Ohne das Gutachten B vorgängig zur Stellungnahme zuzustellen, verfügte die Sozialbehörde, dass eine Kostengutsprache in der Höhe von Fr. 1'410.50 (+/- 10 %), abzüglich eines Selbstbehalts von 10 %, erteilt werde.
II.
Dagegen erhob B am 15. Juni 2009 Rekurs an den Bezirksrat A. Sie beantragte, dass vom Bezirksrat ein unabhängiges zahnmedizinisches Gutachten über die Frage einzuholen sei, welche Art der Zahnbehandlung notwendig gewesen sei. Eventualiter sei die Sache an die Sozialbehörde zurückzuweisen, damit diese ein zahnmedizinisches und/oder ein psychiatrisches Gutachten einhole. Der Bezirksrat stellte in seinen Erwägungen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Sozialbehörde fest. Er hiess den Rekurs dementsprechend am 31. August 2009 im Sinn der Erwägung teilweise gut und wies die Sache an die Sozialbehörde zurück. Die Verfahrenskosten auferlegte er der Sozialbehörde, welche er zudem zur Bezahlung einer Parteientschädigung an B verpflichtete. Daneben wurde Letzterer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt.
III.
Die Gemeinde A erhob am 30. September 2009 beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Bezirksrats. Sie beantragte, dass der Rekursentscheid aufzuheben und der Beschluss der Sozialbehörde zu bestätigen sei. Eventualiter sei der Bezirksrat A anzuweisen, das Rekursverfahren weiterzuführen und selber B "noch einmal" das rechtliche Gehör zu gewähren. Auch im Fall einer Bestätigung der teilweisen Gutheissung des Rekurses seien die Auflage der Rekurskosten an die Sozialbehörde sowie deren Verpflichtung zur Bezahlung einer Parteientschädigung aufzuheben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten von B.
Der Bezirksrat A verzichtete am 14. Oktober 2009 auf Vernehmlassung. B beantragte am 10. November 2009, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten sei. Werde auf die Beschwerde eingetreten, sei sie abzuweisen. Eventualiter sei ein unabhängiges zahnmedizinisches Gutachten einzuholen, das sich zur Frage äussere, ob die Zahnbehandlung notwendig und zweckmässig gewesen sei. Ihr sei zudem die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter  Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde A.
Die Sozialbehörde A nahm am 24. November 2009 unaufgefordert Stellung zur Beschwerdeantwort.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde, die sich gegen einen Rekursentscheid des Bezirksrats in sozialhilferechtlichen Streitigkeiten richtet, sachlich und funktionell zuständig; insoweit ist die vorliegende Beschwerde zulässig. Die Zulässigkeit der Beschwerde hängt aber auch davon ab, ob der angefochtene Rekursentscheid eine anfechtbare Anordnung im Sinn von § 48 VRG und der dazu entwickelten Praxis darstellt. Gemäss dieser Bestimmung sind grundsätzlich nur Endentscheide anfechtbar (Abs. 1). Zwischenentscheide sind nur anfechtbar, wenn sie für den Betroffenen einen Nachteil zur Folge haben, der sich später voraussichtlich nicht mehr beheben lässt (Abs. 2). Vorentscheide sind weiterziehbar, wenn dadurch sofort ein Endentscheid herbeigeführt und ein erhebliches Beweisverfahren erspart werden kann (Abs. 3). Während die in § 48 VRG nicht ausdrücklich genannten Rückweisungsentscheide nach früherer Praxis praktisch den Endentscheiden gleichgestellt wurden und deren Weiterziehbarkeit dementsprechend zumeist bejaht wurde (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 48 N. 16), sind sie nach neuerer, bereits gefestigter Rechtsprechung nur anfechtbar, wenn die Voraussetzungen von § 48 Abs. 2 oder 3 VRG erfüllt sind oder sich durch ihre direkte Anfechtung sonst Möglichkeiten einer erheblichen Verfahrensverkürzung ergeben (RB 2002 Nr. 2, 2005 Nr. 20; VGr, 11. Juli 2008, VB.2008.00232 E. 2.1; 20. Mai 2009, VB.2009.00115 E. 1.2, beide unter www.vgrzh.ch).
1.2
Der Bezirksrat hat wegen einer Gehörsverletzung die Sache in teilweiser Gutheissung des Rekurses an die Beschwerdeführerin zurückgewiesen. Dieser Zwischenentscheid hat für die Beschwerdeführerin keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinn von § 48 Abs. 2 VRG zur Folge. Entgegen ihrer Auffassung würde ein Eintreten des Verwaltungsgerichts jedoch auch nicht das Verfahren erheblich verkürzen. Würde das Verwaltungsgericht nämlich den Rekursentscheid bestätigen, so bliebe es bei der Rückweisung der Sache an die Beschwerdeführerin. Selbst wenn das Verwaltungsgericht aber eine Gehörsverletzung verneinen würde, hätte dies nicht zur Folge, dass gleichzeitig der Endentscheid getroffen werden könnte. Vielmehr hätte das Verwaltungsgericht die Sache an den Bezirksrat zum Entscheid in der Sache zurückzuweisen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass weder die Voraussetzungen von § 48 Abs. 2 und 3 VRG erfüllt sind, noch durch ein Eintreten auf die Beschwerde die Möglichkeit einer erheblichen Verfahrensverkürzung bestünde. Demgemäss ist der Rückweisungsentscheid nicht anfechtbar, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
2.
Da der Beschwerdegegnerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (vgl. nachfolgend E. 3), ist deren Gesuch um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Hingegen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu prüfen.
Gemäss § 16 Abs. 2 VRG ist Privaten, welchen die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst genügend zu wahren.
Die Mittellosigkeit der Beschwerdegegnerin ergibt sich aus den Akten. Der Bezirksrat bejahte im Rekursverfahren die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung. Eine andere Beurteilung drängt sich für das vorliegende Beschwerdeverfahren nicht auf. Schliesslich können die Rechtsbegehren der Beschwerdegegnerin auch nicht als offensichtlich aussichtslos gelten, wird das vorliegende Verfahren doch ihrem Hauptantrag entsprechend erledigt. Demgemäss ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen und der Beschwerdegegnerin Rechtsanwalt C als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
3.