Decision ID: 68c1538a-943e-5eae-a33c-b7f1eccca7de
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die äthiopischen Staatsangehörigen A._ (geb. 1988) und B._ (geb. 1987) leben
miteinander im Konkubinat. Sie reisten am 29. August 2015 illegal in die Schweiz ein
und stellten am darauffolgenden Tag je ein Asylgesuch. Das Staatssekretariat für
Migration (SEM) lehnte die Asylgesuche der beiden mit separaten Verfügungen vom
24. August 2017 mangels Flüchtlingseigenschaft ab und wies beide aus der Schweiz
weg. Am 16. April 2018 gebar B._ die Zwillinge C._ und D._, welche beide von A._
als seine Kinder anerkannt wurden. Aus einer ersten Ehe hat B._ bereits zwei Töchter,
welche jedoch bei ihren Grosseltern in Äthiopien leben.
Mit Urteilen vom 27. August 2019 wies das Bundesverwaltungsgericht die gegen die
Verfügungen des SEM vom 24. August 2017 erhobenen Beschwerden ab, soweit auf
sie eingetreten wurde. In der Begründung wurde insbesondere auch die
gesundheitliche Situation des Kindes C._ gewürdigt und als nicht vollzugshinderlich
erachtet. Auf dagegen erhobene Revisionsgesuche trat das Bundesverwaltungsgericht
mit Entscheiden vom 25. September 2019 nicht ein. Bereits mit Schreiben vom
4. August 2019 setzte das SEM A._ und B._ eine Ausreisefrist bis 30. September
2019 an. Anlässlich des Ausreisegesprächs vom 30. September 2019 wies das
Migrationsamt des Kantons St. Gallen die Familie darauf hin, dass sie sich nunmehr
illegal in der Schweiz aufhalte und nur noch Anspruch auf Nothilfe habe. Die Familie
teilte mit, nicht freiwillig nach Äthiopien zurückzukehren. Auf Nothilfe wurde verzichtet.
Am 4. Oktober 2019 reichte die Familie beim SEM ein Wiedererwägungsgesuch ein,
worauf der Vollzug der Wegweisung einstweilen ausgesetzt wurde.
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B.
Mit Eingaben vom 3. und 24. Oktober 2019 ersuchten A._ und B._ das Migrationsamt
St. Gallen um Erlass eines rechtsmittelfähigen Feststellungsentscheides betreffend
Entzug der Sozialhilfe sowie um Zuweisung einer Unterkunft in dem Sinne, dass sie in
der jetzigen (Privat-)Unterkunft in St. Gallen zu belassen seien. Mit Schreiben vom
25. Oktober 2019 teilte das Migrationsamt der Familie mit, Personen mit einem
rechtskräftig abgewiesenen Asylgesuch seien gestützt auf das Asylgesetz von der
Sozialhilfe ausgeschlossen. Das gelte auch dann, wenn ein ausserordentliches
Wiedererwägungsgesuch eingereicht und der Wegweisungsvollzug daher sistiert
worden sei. Die Familie habe somit von Gesetzes wegen lediglich Anspruch auf
Gewährung von Nothilfe, wobei im Kanton St. Gallen deren Ausrichtung ausschliesslich
im Ausreise- und Nothilfezentrum Sonnenberg in Vilters-Wangs erfolge. Vom formellen
Erlass einer Feststellungsverfügung sah das Migrationsamt ab. Mit Eingabe vom
2. November 2019 erhoben A._ und B._ in der Folge
Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Sicherheits- und Justizdepartement. Sie
beantragten, es sei festzustellen, dass ihnen die Sozialhilfe nicht entzogen, sondern
weiterhin geschuldet sei, und sie demnach keinen Anspruch auf Nothilfe hätten. Mit
Entscheid vom 24. Dezember 2019 wies das Sicherheits- und Justizdepartement die
Rechtsverweigerungsbeschwerde ab.
C.
Mit Eingabe vom 31. Dezember 2019 und Ergänzung vom 8. Januar 2020 erhoben A._
und B._ (Beschwerdeführer) unter Einbezug der gemeinsamen Kinder C._ und D._
gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei
der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, über das
Gesuch um Sozialhilfe zu befinden. Weiter sei festzustellen, dass ihnen während der
Dauer des Beschwerdeverfahrens Sozialhilfe zu gewähren sei, eventuell beschränkt auf
die Kinder. Ausserdem stellten sie ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und -verbeiständung. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde
seitens des Abteilungspräsidenten einstweilen verzichtet. Mit Vernehmlassung vom
20. Januar 2020 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und verwies
zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Mit Eingaben vom
20. und 21. Januar 2020 ergänzten die Beschwerdeführer ihre Anträge betreffend
vorsorgliche Massnahmen und unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Am 23. Januar
2020 reichten sie weitere Unterlagen ein. Die Vorinstanz verzichtete am 5. Februar
2020 auf ergänzende Bemerkungen dazu. Die Beschwerdeführer nahmen dazu mit
Eingabe vom 20. Januar 2020, persönlich überbracht am 7. Februar 2020, Stellung. Am
10. Februar 2020 ging eine weitere, mit 7. Februar 2020 datierte Eingabe der
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Beschwerdeführer ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,
in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen; sie sind durch den angefochtenen
Entscheid formell beschwert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Kinder
der Beschwerdeführer sind zwei Jahre alt und damit unmündig (Art. 14 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB). Ob ihnen ein eigenständiges
Beschwerderecht zukommt, kann offengelassen werden, weil bereits die Eltern
ihrerseits beschwerdeberechtigt und die Kinder entsprechend in das Verfahren
miteinzubeziehen sind. Die Beschwerdeeingabe vom 31. Dezember 2019 und die innert
Beschwerdefrist eingereichte Ergänzung vom 8. Januar 2020 erfolgten rechtzeitig und
erfüllen formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher – mit
nachfolgender Einschränkung – grundsätzlich einzutreten.
Verfahrensgegenstand ist einzig, ob das Migrationsamt gehalten bzw. gar verpflichtet
gewesen wäre, über den Entzug der Sozialhilfe bzw. die Gewährung von Sozialhilfe im
engeren Sinn explizit eine Feststellungverfügung zu erlassen, wobei bejahendenfalls die
Vorinstanz die bei ihr anhängig gemachte Rechtsverweigerungsbeschwerde zu Unrecht
abgewiesen hätte. Soweit die Beschwerdeführer in den vorliegenden Verfahren weitere
Fragen aufwerfen, welche ausserhalb dieser beiden Prozessgegenstände liegen, ist
darauf nicht einzutreten.
2.
Vorweg ist zu prüfen, ob der Umstand, dass der den angefochtenen Entscheid
unterzeichnende Departementsvorsteher die von den Beschwerdeführern bereits im
vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachte Ausstandsrüge (anstelle eines Entscheides der
Gesamtregierung über diese formelle Rüge) als unbegründet gewertet und auch die
weiteren von den Beschwerdeführern vorgebrachten Überlegungen (so etwa den von
nämlichen Departementsvorsteher angeordneten damaligen Ausschluss des früheren
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Rechtsvertreters der Beschwerdeführer aus einer Besprechung mit dem Verein
Kinderrechte Ostschweiz) nicht als hinreichenden Grund angesehen hat, um im
angehobenen Rekursverfahren betreffend Rechtsverweigerung in den Ausstand zu
treten. Daraus können die Beschwerdeführer indes nichts zugunsten ihrer Begehren
ableiten.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann eine Behörde selber über ein
missbräuchliches oder untaugliches Ausstandsgesuch befinden und auf dieses nicht
eintreten, selbst wenn gemäss dem anwendbaren Verfahrensrecht eine andere Instanz
darüber zu entscheiden hätte. Die Missbräuchlichkeit bzw. Untauglichkeit eines
Ausstandsgesuchs darf jedoch nicht leichthin angenommen werden, denn es handelt
sich dabei um eine Ausnahme vom Grundsatz, dass die zuständige Behörde über den
Ausstand eines Mitglieds in dessen Abwesenheit zu befinden hat (BGer 1B_236/2019
vom 9. Juli 2019 E. 1.4 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch C. Reiter, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 33 zu Art. 7-7 VRP). Der die Eingabe verfassende Vertreter
der Beschwerdeführer (vgl. Beschwerdeeingabe S. 9, unten) bestreitet nun zu Recht
nicht, dass die von ihm namens der Beschwerdeführer vorgebrachten
Ausstandsgründe mit Blick auf seine (auch damals als Vertreter von Dritten auftretende)
Person bereits einmal von der Regierung geprüft und mit Beschluss derselben vom
15. August 2017 abgewiesen worden sind. Der damalige Beschluss ist rechtskräftig
geworden. Indem dem vorinstanzlichen Verfahren erneut dieselben, von der Regierung
bereits einmal abschlägig gewerteten Gründe zugrunde gelegt wurden, und keine
neuen Gründe geltend gemacht bzw. auch keine diesbezüglich wesentlich geänderten
Verhältnisse ersichtlich sind, lässt sich nicht beanstanden, wenn das im
vorinstanzlichen Verfahren gestellte Ausstandsbegehren gegenüber dem
Departementsvorsteher als missbräuchlich und untauglich gewürdigt worden ist.
Entsprechend ist nicht zu bemängeln, dass der Departementsvorsteher selber über das
gegen ihn gerichtete Ausstandsbegehren befunden und dieses abgewiesen hat.
3.
Mit Eingabe vom 2. November 2019 erhoben die Beschwerdeführer eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde bei der Vorinstanz mit dem Antrag, es sei
festzustellen, dass ihnen die Sozialhilfe i.e.S. nicht entzogen sei (act. 11/1). Die
Beschwerdeführer vertraten die Auffassung, dass das Migrationsamt aufgrund des von
ihnen im Oktober 2019 gestellten Gesuches gehalten bzw. gar verpflichtet gewesen
wäre, explizit eine Feststellungverfügung über den Entzug der Sozialhilfe bzw. die
Gewährung von Sozialhilfe im engeren Sinn zu erlassen. Im Umstand, dass das Amt
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ihrem Ansinnen nach Erlass einer Feststellungsverfügung in dem von ihnen verlangten
Sinne nicht nachkam, erblickten sie sinngemäss eine Rechtsverweigerung.
Mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde kann gemäss Art. 88 Abs. 2 Ingress und lit. a
VRP geltend gemacht werden, eine Behörde weigere sich, eine vorgeschriebene
Amtshandlung vorzunehmen. Voraussetzung für eine formelle Rechtsverweigerung ist
ein Anspruch des Betroffenen auf Erlass einer Verfügung (vgl. Zogg/Wyss, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 8 zu Art. 88 VRP).
3.1.
Gegenstand einer Feststellungsverfügung sind der Bestand, Nichtbestand oder
Umfang individualisierter öffentlich-rechtlicher Rechte und Pflichten. Voraussetzung für
den Erlass einer solchen Verfügung ist das Vorliegen eines Feststellungsinteresses.
Dieses wird bejaht, wenn der Betroffene ein rechtliches oder tatsächliches, aktuelles
Interesse am Erlass einer Feststellungsverfügung bzw. eines Feststellungsentscheids
dartut und wenn die Verfügung bzw. der Entscheid Rechtsfolgen und nicht nur
theoretische Rechtsfragen zum Gegenstand hat. Nach der Praxis ist das
Feststellungsinteresse insbesondere dann gegeben, wenn Unklarheiten über den
Bestand oder Umfang öffentlich-rechtlicher Befugnisse oder Pflichten besteht. Im
Weiteren muss das Interesse an der Feststellung aktuell sein, und schliesslich dürfen
die Interessen des Gesuchstellers nicht dadurch gewahrt sein, dass alsbald eine
gestaltende Verfügung erlassen werden kann (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 560).
3.2.
Gemäss Art. 81 des Asylgesetzes (SR 142.31, AsylG) erhalten Personen, die sich
gestützt auf dieses Gesetz in der Schweiz aufhalten und die ihren Unterhalt nicht aus
eigenen Mitteln bestreiten können, die notwendigen Sozialhilfeleistungen, sofern nicht
Dritte aufgrund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung für sie aufkommen
müssen, beziehungsweise auf Ersuchen hin Nothilfe. Personen mit einem
rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, denen eine Ausreisefrist angesetzt worden ist,
werden von der (ordentlichen) Sozialhilfe ausgeschlossen (Art. 82 Abs. 1 Satz 2 AsylG).
In der bis 31. März 2014 geltenden Fassung galt die gleiche Regelung als "kann"-
Bestimmung. Mit der neuen Formulierung wurde der (damalige)
Rechtssetzungsspielraum der Kantone, in deren Zuständigkeit die Sozial- und Nothilfe
gemäss Art. 82 Abs. 1 Satz 1 AsylG fällt, beschränkt. Der Ausschluss von der
Sozialhilfe für Personen mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, denen eine
3.3.
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Ausreisefrist angesetzt worden ist, steht folglich seit dem 1. Februar 2014 nicht mehr
im Ermessen der zuständigen Kantone, sondern ist verpflichtend. Kommen die
Betroffenen ihrer Ausreiseverpflichtung innerhalb der ihnen angesetzten Ausreisefrist
und auch später nicht nach, kommt ihnen kraft Bundesrechts lediglich noch ein
Anspruch auf Nothilfe zu. Aufgrund dieser klaren und unmissverständlichen
gesetzlichen Vorgaben ist für die – Grund und Anlass für die die
Rechtsverweigerungsbeschwerde provozierende – Reduktion der
Unterstützungsleistung von der Sozialhilfe auf die Nothilfe weder eine eigenständige
kantonale gesetzliche Grundlage noch eine separate Verfügung im Einzelfall
erforderlich (vgl. VerwGE B 2013/218 vom 16. April 2014 E. 2.3.1 mit weiteren
Hinweisen; C. Hruschka, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.],
Kommentar zum Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 3 zu Art. 82 AsylG).
Für die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen und Nothilfe gilt gemäss Art. 82 Abs. 1
Satz 1 AsylG kantonales Recht. Im Zusammenhang mit dem V. Nachtrag zum
Sozialhilfegesetz (sGS 381, SHG; in Vollzug seit 1. Januar 2019) wurden spezifische
sozialhilferechtliche Aufgaben des Asylbereichs dem Kanton zugewiesen; an der
grundsätzlichen Zuständigkeitsregelung wurde jedoch keine Änderung vorgenommen
(vgl. ABl 2018 2333, S. 2344 f.). Gestützt auf den neuen Art. 6 Abs. 2 SHG hat der
Kanton St. Gallen in der Folge die Asylverordnung (sGS 381.12, AsylVo; in Vollzug seit
1. Juli 2019) erlassen. Gemäss Art. 2 AsylVo vollzieht das Migrationsamt die
Bestimmungen des eidgenössischen und des kantonalen Rechts im Asylbereich,
soweit nicht andere Behörden zuständig sind. Der Kanton ist unter anderem zuständig
für die Gewährung der Sozialhilfe für Asylsuchende im erweiterten Verfahren (Art. 3 lit. a
AsylVo) und für die Gewährung der Nothilfe für Personen mit einer rechtskräftigen
Wegweisungsverfügung oder deren Asylgesuch mit einem rechtskräftigen
Nichteintretensentscheid abgeschlossen wurde (Art. 3 lit. b Ziff. 2 AsylVo). Des
Weiteren leistet der Kanton Sozialhilfe für Asylsuchende in Kollektivunterkünften mit
Integrationscharakter, wobei der Aufenthalt bis zum rechtskräftigen Asylentscheid
dauert (Art. 4 AsylVo). Für Personen nach Art. 3 lit. b AsylVo leistet der Kanton Nothilfe
in sachgemässer Anwendung von Art. 9b SHG in Kollektivunterkünften mit
Minimalstandards. Er richtet den Fokus der Betreuung auf die Vorbereitung einer
Rückkehr in das Herkunftsland. Die Zuständigkeiten der politischen Gemeinde sind in
Art. 8 AsylVo geregelt.
3.4.
ter
Unter den dargelegten Umständen, sind die Beschwerdeführer gestützt auf Art. 82
3.5.
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Abs. 1 Satz 2 AsylG von Gesetzes wegen von der (ordentlichen) Sozialhilfe
ausgeschlossen. Da der Ausschluss von der Sozialhilfe nicht im Ermessen der
zuständigen Kantone steht, sondern verpflichtend ist, ist das Migrationsamt daher für
die Ausrichtung von Sozialhilfe an die Beschwerdeführer, welche über einen
rechtskräftigen Wegweisungsentscheid verfügen, nicht zuständig. Für eine (rein
formelle) Feststellung des bereits von Gesetzes wegen vorgesehen Ausschlusses von
der Sozialhilfe durch das Migrationsamt besteht demnach kein Raum. Offen gelassen
werden kann im vorliegenden Verfahren, ob ein (materieller und damit einer
Überprüfung zugänglicher) Entscheid allenfalls bei dem für die Beschwerdeführer
örtlich zuständigen Sozialamt hätte erwirkt werden können und müssen. Asylrechtlich
kann es mit dem Hinweis sein Bewenden haben, dass die Beschwerdeführer ohne
Weiteres einen anfechtbaren Entscheid über die Zuweisung an eine Unterkunft
ausserhalb der derzeit gewählten Aufenthaltsgemeinde in das für sie kantonalrechtlich
vorgesehene Ausreise- und Nothilfezentrum Sonneberg in Vilters-Wangs zum Bezug
von Nothilfe beantragen könnten (vgl. Art. 6 Abs. 2 AsylVo). Diesfalls ist die Zuweisung
und der damit einhergehende (beschränkte) Bezug auf Nothilfe durch das
Migrationsamt zu verfügen (vgl. Art. 5 AslyVo). Dagegen stehen den Betroffenen die
üblichen Rechtsmittelmöglichkeiten offen. Eine solche Verfügung ist im Verfahren im
Zusammenhang mit der vorliegend streitbetroffenen Rechtsverweigerung bis anhin
weder beantragt worden, noch ergangen.
Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, für die Kinder liege gar kein
rechtskräftiger Wegweisungsentscheid vor, weshalb zumindest ihnen Sozialhilfe (i.e.
Sinne) zu gewähren sei, können sie daraus nichts zugunsten ihrer Begehren ableiten.
Mit Urteilen vom 27. August 2019 wies das Bundesverwaltungsgericht die gegen die
Verfügungen des SEM vom 24. August 2017 (Wegweisung aus der Schweiz mangels
Flüchtlingseigenschaft) erhobenen Beschwerden der Eltern ab, soweit auf sie
eingetreten wurde. In der Begründung der abschlägigen Urteile wurde insbesondere
auch die schwierige gesundheitliche Situation des Kindes C._ gewürdigt, diese aber
als nicht vollzugshinderlich erachtet. Auf dagegen erhobene Revisionsgesuche trat das
Bundesverwaltungsgericht mit Urteilen vom 25. September 2019 nicht ein. Gegenüber
den Beschwerdeführern und ihren Kindern liegt demnach ein rechtskräftiger
Wegweisungsentscheid vor, wobei sie die Ausreisefrist bis 30. September 2019
ungenutzt verstreichen liessen. Dass die Vollstreckung des rechtskräftigen
Wegweisungsentscheids ausgesetzt wird, ist dabei nicht entscheidend (vgl. BGer
8C_459/2011 vom 5. Oktober 2011 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Auch ist nicht
ersichtlich, weshalb der Ausschluss von der Sozialhilfe nicht auch für die Kinder
rechtskräftig abgewiesener Asylbewerber gelten soll. Nach Art. 2 Abs. 2 des
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Übereinkommens über die Rechte des Kindes (SR 0.107, KRK) treffen die
Vertragsstaaten alle geeigneten Massnahmen, um sicherzustellen, dass das Kind von
allen Formen der Diskriminierung oder Bestrafung wegen des Status, der Tätigkeiten,
der Meinungsäusserungen oder der Weltanschauung der Eltern geschützt wird. Bei
allen Massnahmen, die Kinder betreffen, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt,
der vorrangig zu berücksichtigten ist (vgl. Art. 3 Abs. 1 KRK). Ob diese Normen
unmittelbar anwendbar sind und (eigenständige) Rechtsansprüche verleihen und
inwieweit davon abweichende bundesgesetzliche Regelungen unter der Optik von Art.
190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV)
trotzdem anzuwenden sind, kann offenbleiben. Zwar bedeutet Nothilfe im Vergleich mit
der Sozialhilfe unbestrittenermassen eine Beschränkung der einer Person zustehenden
Unterstützungsleistungen. Indes kann weder der Umfang der Sozialhilfe noch
insbesondere jener der Nothilfe quantitativ eindeutig festgelegt werden. In beiden
Fällen handelt es sich um unbestimmte Rechtsbegriffe – "laufende Bedürfnisse für den
Lebensunterhalt" (Art. 11 Abs. 1 SHG), "Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein
unerlässlich sind" (Art. 12 BV) – welche auszulegen und anzuwenden sind. Die Grenze
ist dementsprechend fliessend (VerwGE B 2013/218 vom 16. April 2014 E. 2.3.2). Eine
konventionsrechtlich relevante Verletzung und ein daraus resultierender Anspruch auf
Ausrichtung von (ordentlicher) Sozialhilfe für die Kinder anstelle der (für die Eltern
geltenden) Nothilfe ist unter diesem Aspekt jedenfalls keine ersichtlich und wird denn
auch nicht substantiiert vorgebracht.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen einer
(formellen) Rechtsverweigerung seitens des Migrationsamts verneinte. Die Beschwerde
ist folglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Mit dem Entscheid in der
Hauptsache wird das sinngemäss gestellte Gesuch um vorsorgliche Massnahmen so
oder anders hinfällig.
Da die Wortwahl in der Beschwerdeeingabe teilweise an der Grenze einer Verletzung
von Sitte und Anstand ist (vgl. Ausführungen in Ziff. IV.1: "Adultismus?,
methodologischer Nationalismus? Kinderrechtsfeindlichkeit?"), und offenkundig ist,
dass die Eingabe nicht von den Beschwerdeführern selbst verfasst worden ist, ist der –
vor diesem Gericht als Rechtsvertreter nicht zugelassene – Verfasser der Eingabe (vgl.
act. 1, S. 9 am Ende) erneut auf Art. 31 VRP zu verweisen. Der Verfasser der
Beschwerdeeingabe wird daher – wie bereits im Entscheid B 2019/282 vom 27. Januar
2020, E. 5 in fine, angeführt – erneut darauf hingewiesen, dass er bei allfällig künftigen
Eingaben mit vergleichbarer Wortwahl mit Konsequenzen rechnen müsste.
3.6.
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4.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Auf deren Erhebung ist angesichts der ausgewiesenen prozessualen
Bedürftigkeit der Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 97 VRP zu verzichten.
Damit ist ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne eines Verzichts auf
amtliche Kosten gegenstandslos. Eine ausseramtliche Entschädigung an die
Beschwerdeführer fällt bei diesem Verfahrensausgang ausser Betracht (Art. 98 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 98 VRP).
Nachdem die Eingabe der Beschwerdeführer von einer rechtskundigen Person verfasst
worden ist (vgl. act. 1 am Ende), bestand so oder anders kein Anlass auf gerichtliche
Anordnung eines Rechtsbeistandes. Für den Beizug eines solchen hätten sie im
Übrigen selbst besorgt sein können und müssen. Soweit sie um Ausrichtung einer
ausseramtlichen Entschädigung für den Verfasser der Beschwerdeschrift ersuchen,
kann es mit dem Hinweis sein Bewenden haben, dass diesem eine berufsmässige
Vertretung, ohne Inhaber eines Anwaltspatents und ohne im Anwaltsregister
eingetragen zu sein, im anwaltlichen Monopolbereich untersagt ist (vgl. VerwGE
B 2015/306 vom 26. April 2017). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (inkl. unentgeltliche Rechtsverbeiständung) kann daher – zufolge
Verzichts auf die Erhebung amtlicher Kosten - als gegenstandslos abgeschrieben
werden.