Decision ID: 446a818a-4d0d-423c-8de2-bde2ff75751a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1981 geboren
e
Z._
(nachfolgend: die Versicherte) war
seit
1. Mai 2012 als Servicefachangestellte
für die
A._
AG tätig
und in dieser Eigenschaft bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nach
folgend: Zürich)
gegen die Folgen von Unfällen versichert
(
Urk.
11/Z1)
.
Sie war
Mutter
eines
Sohnes
,
X._
, geboren
200
8.
Zwischen dem
1
4.
und
15
.
Dezember 2013 verstarb die Versicherte an einer zentralen
Atemlähmung infolge einer Mischv
ergiftung mit Heroin,
Kok
ain und zentraldämpfenden Medi
kamenten (Benzodiazepine
n
) [
Urk.
11/2 S. 1-2,
Urk.
11/3 S. 1
, 4
]
.
Die Eid
genös
sische Alters- und
Hinterlassenenversicherung
richtet
X._
seit
1.
Januar 2014 eine Waisenrente aus (
Urk.
11/Z11).
Mit Verfügung vom 8.
Mai 2014 lehnte die Zürich ihre Leistungspflicht ab (
Urk.
11/Z16). Dage
gen liess
X._
am
3.
Juni 2014 Einsprache erheben (
Urk.
11/
Z20, mit er
gänzender
Einsprachebegründung
vom 3
0.
Juni 2014 [
Urk.
11/Z25]), welche die Zürich mit Entscheid vom 1
9.
Februar 2015 abwies (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
der Beistand von
X._
, vertreten durch die Stadt Zürich, Soziale Dienste, am 6. März 2015 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 19. Februar 2015 seien
X._
ab 14. Dezember 2013 die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Waisenrente, auszurichten. Eventualiter seien weitere
Sach
verhaltsabklärungen
durchzuführen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
April 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
11/Z1-Z31,
Urk.
11/1-6]
)
, was dem Be
schwerdeführer mit Mitteilung vom
9.
April 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallver
sicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Ver
sicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufskrank
heiten ge
währt
.
Zu diesen Leistungen gehört unter anderem die Ausrichtung einer Waisenrente für die
Kinder
eines
verstorbenen Versicherten (
Art.
28 und
30
Abs.
1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) sind auf die Unfallversicherung anwendba
r, soweit das UVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (
Art.
1
Abs.
1 UVG).
1.2.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im je
weiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlagge
bend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an
Umwelteinwir
kungen
auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hin
weis).
1.2.4
Mit dem Erfordernis der Plötzlichkeit ist zwar nicht notwendig verbunden, dass die schädigenden Einwirkung auf einen blossen Augenblick beschränkt sei, wohl aber muss sie plötzlich eingesetzt haben und eine einmalige gewesen sein (
BGE 140 V 220 E. 5.1;
Urteil
e
des Bundesgerichts U 26/00 vom 2
1.
August 2001 E. 1a
und U 178/02 vom
7.
Februar 2003 E. 1.1, je
mit Hinweis).
1.3
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Beste
hen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
der Vorfall vom 14./1
5.
Dezember 2013
, bei wel
chem die Versicherte an einer zentralen Atemlähmung infolge einer
Misch
ver
giftung
mit Heroin,
Kokain
und Benzodiazepine
n
starb
,
als Unfall zu qualifi
zieren ist und
der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Waisen
rente der
Be
schwerdegegnerin
hat.
2.2
Mit angefochtenem Einspracheentscheid vom 1
9.
Februar 2015 erwog die
Be
schwerdegegnerin
,
g
emäss dem forensischen Gutachten lasse sich aufgrund der zahlreichen Narbenstrassen an beiden Armen sowie den frischen
Injektionsstel
len
an der Ellenbeuge und des bei der Versicherten vorge
fundenen
Minigrip
-Plastikbeutels mit darin enthaltenem „Gassenheroin“ auf einen aktuellen und vorbestehenden intravenösen
Drogenabusus
der Versicherten
schliessen
(
Urk.
2 S. 3)
.
Laut
dem Polizeiprotokoll
hätten
alsdann vor Ort ein Nec
essaire mit Fixerutensilien sowie zwei gefüllte Spritzen sichergestellt werden können. Ge
genüber dem rapportierenden Polizisten habe der Vater der Versicherten ange
geben, dass seit mehreren Jahren eine Kokainabhängigkeit der Versicherten be
kannt sei. Der regelmässige Konsum von Suchtmitteln habe für die Versicherte nichts Ungewöhnliches dargestellt. Zudem sei angesichts der Tatsache, dass die Ver
sicherte verschiedene Substanzen in Form von Alkohol, Cannabis, Heroin und Kokain sowie Medikamente konsumiert habe
, davon auszugehen, dass es sich um mehrmaliges Zuführen gehandelt habe
und dass sich die
Mischin
toxi
kation
über einen gewissen Zeitraum aufgebaut habe, weshalb nicht von einer einmaligen schädigen und damit plötzlichen Einwirkung im Sinne des
Un
fall
begriffs
gesprochen werden könne. Schliesslich hätten einige sich in ihrer Wir
kungen additiv aufbauende und potenzierende Substanzen zum tragischen, letalen
Ausgang geführt. Damit sei jedoch in zeitlicher Hinsicht das relativ kurze
Momentum
der Plötzlichkeit bei aufbauenden Substanze
n nicht gegeben. Es fehle mithin an den Kriterien des ungewöhnlichen äusseren Faktors und der Plötzlichkeit für die Erfüllung des Unfallbegriffs in Sinne von
Art.
4 ATSG
(Urk.
2 S. 3).
2.3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen vorbringen,
die Ver
si
cherte habe wegen ihrer Kokainabhängigkeit erfolgreich eine
Drogenent
wöhungskur
absolviert. Wenn überhaupt, sei es danach nur noch zu verein
zel
ten Einnahmen von Kokain gekommen (
Urk.
1 S. 3). Klinikeinweisungen auf
grund anderer Substanzen hätten keine vorgelegen. Zum Unfallzeitpunkt sei die Versicherte in guter körperlicher und geistiger Verfassung gewesen. Die bei der Obduktion
vorgefundenen Substanzen, welche gemäss dem Gutachten des Ins
tituts für Rechtsmedizin
der
B._
als „Gassenheroin“ bezeichnet würden, seien weder der Familie noch dem behandelnden Arzt der Versicherten bekannt gewesen. Es sei davon auszugehen, dass die Heroineinnahme ein ein
maliges Ereignis oder zu
mindest
„eine neue Richtung“ dargestellt habe. Die zentrale Atemlähmung sei Folge einer Misch
v
ergiftung mit Heroin,
Kok
ain
und
Benzodiazepine
n
gewesen. Die Einnahme dieser „Mischung“ sei für die Ver
si
cherte durchaus ungewöhnlich gewesen. Sie
habe darin „keine Übung“ gehabt
(
Urk.
1 S. 4)
und
die Folgen der Mischung von Heroin, Kokain sowie Benzodia
zepine
n
nicht voraussehen können. Undichte Stellen des
in der Scheide
der Ver
sicherten ge
fun
denen
Minigrip-Plasikbeutel
s
könnten für eine ungewollte Ver
giftung sprechen. Diesbezüglich seien weitere
Sachverhaltsabklä
rungen
not
wendig (
Urk.
1 S. 5). Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass die Versicherte am Tag vor ihrem Tod mit ihrer Familie gefeiert und Alkohol kon
sumiert habe. Alles würde darauf hindeuten, dass s
ich die Versicherte infolge des
Alkohol
konsums
und der Müdigkeit „zu dieser einmaligen Tat“ habe ver
leiten lassen. Die
Drogenein
nahme
müsse somit nicht über einen längeren Zeitraum, sondern einmalig und daher „plötzlich“ stattgefunden haben (
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Unbestritten ist, dass die Versicherte an einer zentralen Atemlähmung gestorben ist, die als Folge einer Misch-Vergiftung mit Heroin,
Kokain
und
Benzodia
zepi
nen
eingetreten ist (
Urk.
11/3 S. 4,
Urk. 11
/5
S.
5
).
Durch die strafrecht
lichen Ermittlungen wurde ein strafrecht
lich relevantes Verhalten ausge
schlos
sen (
Urk.
11/6 S. 2).
3.2
Was das
zu prüfende
Begriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors (E.
1.2.3) betrifft, ist der Rechtsprechung des Bundesgerichts
insbesondere
zu entnehmen, dass
das
damalige
Eidgenössische Versicherungsgericht
i
n einem in RKUV 1990 Nr. U
107 S. 281 publizierten Urteil das Spritzen von Heroin unter die Zunge nicht als einen ungewöhnlichen
äusseren
Faktor quali
fiziert
hat,
mit der Begründung, dass es sich um einen dem Versicherten bekannten und ge
wohnten Vorgang handelt. Ebenso entschied es in einem in RKUV 2000 Nr.
U
374 S. 175 veröffentlichten
Urteil
, in welchem es um die Injektion von Opiat-Drogen (Heroin oder Morphin) bei einer erfahrenen Drogenkonsumentin ging, wobei es erkannte, dass dies selbst dann gilt, wenn der eingetretene Tod auf einen besonderen Reinheitsgehalt zurückzuführen ist, weil damit der Rah
men des im Bereich der illegalen Drogenbeschaffung und des illegalen Kon
sums Üblichen nicht überschritten wird.
Gleiches gilt mit Blick auf die hohe
Rückfall
gefahr
für
das Spritzen von Heroin bei einem ehemaligen er
fahrenen
Heroin
konsumenten
(Urteil U 79/00 vom 2
8.
März 2001 E. 2
)
.
Im Ur
teil
U
276/01
vom 14.
Feb
ruar 2002 E. 2b erwog
das Gericht
sodann
, dass der auf Grund
übermäs
sigen
Drogenkonsums eingetretene
To
d
den Unfallbegriff nicht erfüllt, da es sich beim Versicherten um einen erfahrenen Drogen
konsumenten han
delte, für welchen die exzessive Einnahme von Sucht
mitteln nichts Unge
wöhnliches dar
stellte, und keine Anhaltspunkte für das Vorliegen besonderer
äusserer
Faktoren bestanden.
Schliesslich
erwog das Bundesgericht mit Urteil U
175/06 vom
1
6.
August 2006
E. 3.2
, dass bei einem Versicherten, welcher während Jahren in erhebl
ichem Masse Drogen konsumiert hat
, wobei er hauptsächlich Kokain, gelegentlich aber auch Heroin
zu sich genommen ha
t
, der
regelmäs
sige
, exzes
sive Konsum von Suchtmitteln nichts Ungewöhnliches dargestellt
hat
und i
h
m die Risiken seines Handelns bekannt waren. Der Vorfall bei
welchem der Versi
cherte an einer zentralen Atemlähmung bei einer
Mischver
giftung
mit Kokain (sehr hohe Konzentration) und Heroin (sehr niedrige Kon
zentration) gestorben
ist
,
qualifizierte es
nicht als Unfall im Rechtssinne
.
3.3
3.3.1
Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass
gemäss den Angaben des Vaters der Versi
cherten gegenüber der Kantonspolizei Zürich vom 1
5.
Dezember 2013 die Ve
rsicherte seit mehreren Jahren k
okainabhängig
war
und
sich
dieses Be
täu
bungsmittel
injizierte
(
Urk.
11/
2
S. 3). Am 1
5.
Dezember 2013 wurde die Versi
cherte tot in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. An der Schlafzimmertüre sowie
auf
dem Boden und Teilen des Bade
zimmers fanden sich Bl
utspritzer (Urk. 11/
2
S. 3). Auf dem Küchentisch befand sich ein
offenes
Necessaire mit
Fixerutensi
lien
sowie zwei gefüllten Spritzen (
Urk.
11/
2
S. 2-3).
L
aut Gutachten zum Todesfall des Instituts für Rechtsmedizin
der
B._
vom 1
1.
Februar 2014 (Urk.
11/3)
lassen
die
bei der Untersuchung
der Versicherten vom 1
6.
Dezember 2013
gefundenen
zahlreichen Narbenstrassen an beiden Armen sowie die frischen – Tage alten (
vgl.
Bericht zur
Legalinspektion
des In
stituts für Rechtsmedizin
der
B._
vom 17.
Dezember 2013 [
Urk.
11/4 S. 3]) – Injektionseinstichstellen an der rechten Ellenbeuge und das in der Scheide der Versicherten einliegende
Minigrip
-Plastikbeutel mit darin ent
haltenem „
Gas
sen
heroin
“ auf einen aktuellen und vorbestehenden intra
venösen
Drogenabusus
der Versicherten
schliessen
(
Urk.
11/3 S. 4).
Aufgrund dessen ist davon auszu
gehen, dass der Konsum von Suchtmitteln für die Ver
sicherte nicht
s
Unge
wöhnliches dargestellt hat. Auch waren ihr die Risiken ihres Han
delns bekannt. Dass der
Drogenkosum
vom 14./1
5.
Dezember 2013 zum
unge
wollten
Tod geführt hat, ist für die Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht entschei
dend, da sich das Begriffsmerkmal der Unge
wöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht (E.
1.2.3; RKUV 2000 Nr. U 374
S. 176
E. 2
a
, Urteil des Bundes
gerichts U 27
6
/01 vom 1
4.
Februar 2002 E. 2b, je mit Hinweis).
Daran ändert nichts, dass gemäss Gutachten zum Todesfall des Instituts für Rechtsmedizin
der
B._
vom 1
1.
Februar 2014 (
Urk.
11/3 S. 4-5) am ehesten von
einer unbeab
sichtigten Ver
giftung be
zie
hungsweise einem Unfalltod (Drogentod) auszugehen
ist
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts U 276/01 vom 1
4.
Februar 2002 E. 2b).
Gleiches gilt – entgegen der Auffassung des Beschwer
deführers (
Urk.
1 S. 6) – für den Umstand, dass die Staatsanwalts
chaft von einem Unfalltod spreche
.
3.3.2
Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, die Ungewöhnlichkeit des äusseren Fak
tors habe darin gelegen, dass die Versicherte
sich
nach ihrer Geburtstagsfeier
zur Ein
nahme von „Gass
enheroin“ habe verleiten lassen
, was durch die Kom
bi
na
tion von Kokain, Cannabis, Trinkalkohol,
Zolpi
dem
/
Stilnox
® sowie den diversen anderen Benzodiazepine
n
sowie der einge
tre
tenen
Müdigkeit schliess
lich zum Tod
geführt hätte (
Urk.
1 S. 6)
.
Die oben angeführten (E. 3.3.
1
), auf
grund der Akten belegten
Umstände
sprechen indes gegen die Sachdarstellung des Beschwerdeführers, wonach sich die
Versicherte infolge des
Alkoholkon
sums
bei der Geburtstagsfeier und der Müdigkeit zu einer einmaligen Tat habe
hinreissen
lassen (
Urk.
1 S. 5-6). Vielmehr ist
aufgrund dieser Umstände
davon auszugehen, dass
bei der Versicherten
in der Zeit vor ihrem Tod
ein
regel
mässi
ge
r
intravenöse
r
Drogenkonsum
und ein regelmässiger Konsum von Benzodia
zepinen
den Rahmen des Üblichen nicht über
schritten hat. Dass
– gemäss den Angaben des Beschwerdeführers –
ihrer Familie und ihrem Arzt ihr
Heroin
konsum
nicht bekannt
war
(
Urk.
1 S.
4),
führt zu keiner anderen Betrachtungs
weise
,
zumal ein Drogenkonsum für Aussen
stehende nicht immer erkennbar ist.
Die Sicht
weise des Beschwerdeführers
würde
schliesslich auch bedeute
n
, dass sich die Versicherte erst nachdem ihre Eltern
nach der Feier
ihre
Wohnung
am 14. Dezember 2013
um 00.30 Uhr
verlassen hatten
(Urk.
11/2
S. 3
)
i
n
alkoholi
sierten und übermüdeten Zustand
zum Kauf von „Gassenheroin“ und
allenfalls auch
Fixerutensilien
entschlossen hätte. Auf
grund der beschriebenen Umstände (E. 3.3.1) ist aber
wahrschein
lich
er, dass die Versicherte in dieser Nacht bereits im Besitz von Heroin und Spritzen war
. Sodann macht d
er Be
schwerde
führer geltend, dass unklar sei, ob der in der Scheide der Versicherten gefunde
ne
Beu
tel mit „Gassenheroin“ un
dichte Stelle auf
ge
wiesen habe und sich die Versi
cherte so ungewollt zusätzlich vergiftet habe (
Urk.
1 S. 5). Dafür finden sich in den Be
richten und Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin
der
B._
(
Urk.
11/3-5)
keine Anhaltspunkte. Hingegen wird im Gutachten zum Todesfall des Insti
tuts für Rechtsmedizin der
B._
vom 1
1.
Februar 2014 auf die zahl
reichen, teilweise frische Narbenstrassen an den Armen der Versicherten hingewiesen.
Zudem
wurde in der Wohnung der Versicherten ein
offenes
Necessaire mit
Fixeruten
silien
sowie zwei Spritzen
gefunden (E. 3.3.1 vor
stehend)
. Dies spricht dafür, dass sich die Versicherte das Heroin
selber
inji
ziert hat.
Es kommt hinzu, dass d
ie vom
Beschwerdeführer in diesem Zusam
menhang beantragten zusätz
lichen Sachverhaltsabklärungen
nicht
mehr durchführbar
sind
, da der Beutel mit „Gassenheroin“
zusammen mit den
übrigen Asservaten vom Institut für Rechtsmedizin der
B._
bereits vor der Beschwerdeerhebung vom
6.
März 2015
vernichtet wurde (vgl.
Urk.
11/3 S. 5
).
Ein
ungewöhnliche
r
äussere
r
Faktor ist mithin zu verneinen.
3.4
Es ist sod
ann davon auszugehen, dass, da
die
Versicherte
vor ihrem Tod
ver
schie
dene Substanzen in der Form von
–
unter anderem
–
Morphin,
Kokain
,
Benzo
diazepinen
(
Zolpidem
/
Stilnox
®) aber auch
a
ndere
konsumiert hat
(Urk. 11/3 S. 4)
, es sich um mehrmaliges Zuführen gehandelt hat und dass sich die Mischintoxikation über einen gewissen Zeitraum aufgebaut hat
,
bezie
hungsweise dass sich die bei der Untersuchung im Institut für Rechtsmedizin in niedriger Konzentration ge
fun
denen einzelnen Substanzen sich in ihrer Wir
kung addiert haben (
Urk.
11/3 S. 5). Es lag mithin keine ein
malige schädigende und damit plötzliche Einwir
kung im Sinne des
Unfallbe
griffs
vor (E. 1.2.4; vgl. BGE 140 V 220 E.
5.4.4).
3.5
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 14./1
5.
De
zember 2013 zu Recht nicht als Unfall im Rechtssinne qualifiziert, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.