Decision ID: 0f18a81e-9217-4711-b425-95f92756ba2c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend einfache Verkehrsregelverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht
Strafsachen, vom 20. Mai 2014 (GB130015)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes Bezirk Dielsdorf vom 23. Oktober 2013 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 3/18).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der einfachen Verkehrsregelver-
letzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und
Art. 42 Abs. 1 SVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 VRV.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 750.–.
3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, tritt an deren Stelle ei-
ne Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 80.– Zeugenentschädigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich
die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
5. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten aufer-
legt.
6. Der Beschuldigte hat an das Statthalteramt des Bezirkes Dielsdorf nebst der
Busse von Fr. 750.– die Kosten des Strafbefehls vom 23. Oktober 2013 im
Betrag von Fr. 1'035.– sowie die nachträglichen Gebühren von Fr. 100.– zu
bezahlen.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 32 S. 2)
1. In Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils sei die Sache zur weiteren
Abklärung zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
Eventualantrag:
(Urk. 39 S. 2)
1. Der Beschuldigte sei im Falle eines Schuldspruches mit einer Busse
von unter Fr. 500.00 zu bestrafen.
b) Des Statthalteramtes Bezirk Dielsdorf:
(Urk. 35)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
1. Verfahrensgang
1.1. Mit Strafbefehl Nr. ... des Statthalteramtes Bezirk Dielsdorf vom
12. September 2013 wurde der Beschuldigte wegen Verursachung von vermeid-
barem Lärm durch unnützes Herumfahren mit einem Motorfahrzeug mit einer
Busse von Fr. 520.– bestraft. Weiter wurde dem Beschuldigten die Spruchgebühr
von Fr. 490.– auferlegt (Urk. 3/2). Am 16. September 2013 liess der Beschuldigte
fristgerecht Einsprache gegen den Strafbefehl erheben (Urk. 3/3). Mit Eingabe
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vom 26. September 2013 beantragte er zudem, es seien seine Beifahrer als Zeu-
gen zu befragen (Urk. 3/6).
1.2. Nach Ergänzung der Untersuchung, insbesondere der Einvernahme des
Beschuldigten und der Zeugin B._ (Urk. 3/14-16), erliess das Statthalteramt
am 23. Oktober 2013 einen neuen Strafbefehl, mit welchem der Beschuldigte we-
gen mehrfacher Verursachung von vermeidbarem Lärm durch unnützes Herum-
fahren mit einem Motorfahrzeug und mehrfacher Nichtbeherrschung des Fahr-
zeugs mit einer Busse von Fr. 940.– bestraft wurde. Zudem wurde dem Beschul-
digten die Spruchgebühr von Fr. 1'035.– auferlegt (Urk. 3/18). Gegen diesen
Strafbefehl erhob der Beschuldigte am 30. Oktober 2013 wiederum fristgerecht
Einsprache und beantragte erneut, es seien die Beifahrer und zusätzlich der pro-
tokollierende Polizeibeamte als Zeugen einzuvernehmen (Urk. 3/19).
1.3. Das Statthalteramt hielt am Strafbefehl vom 23. Oktober 2013 fest und
überwies die Akten mit Schreiben vom 2. Dezember 2013 dem Bezirksgericht
Dielsdorf (Urk. 1). Mit Eingabe vom 20. Dezember 2013 stellte der Beschuldigte
vor Vorinstanz erneut den Beweisantrag, es seien der protokollierende Polizeibe-
amte C._, seine beiden Mitfahrer D._ und E._ sowie die Anzeige-
erstatterin B._ als Zeugen einzuvernehmen und es sei ein Augenschein an
seinem Fahrzeug vorzunehmen (Urk. 5 S. 2). Die Vorinstanz gab dem Antrag um
Einvernahme der Zeugin B._ und um Vornahme eines Augenscheins am
Fahrzeug des Beschuldigten statt und nahm beide Beweismittel anlässlich der
erstinstanzlichen Hauptverhandlung ab (Urk. 6, Urk. 7, Urk. 9 und Prot. I S. 6). Die
Einvernahme der übrigen Zeugen lehnte die Vor-instanz ab (Urk. 6 und Urk. 22 S.
17 ff.).
1.4. Das Bezirksgericht Dielsdorf, Einzelgericht in Strafsachen, sprach den Be-
schuldigten mit Urteil vom 20. Mai 2014 der Verletzung der Verkehrsregeln im
Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und 42 Abs. 1
SVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 VRV schuldig, bestrafte ihn mit einer Busse
von Fr. 750.– und setzte eine Ersatzfreiheitsstrafe von sieben Tagen fest. Zudem
auferlegte es dem Beschuldigten sämtliche Kosten (Urk. 22 S. 22).
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1.5. Das Urteil wurde am Tag seiner Fällung mündlich eröffnet und dem Be-
schuldigten und seinem Verteidiger im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 10). Der
Beschuldigte liess am 21. Mai 2014 rechtzeitig Berufung gegen das Urteil anmel-
den (Urk. 17). Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger am 18. November
2014 zugestellt (Urk. 19/1), worauf er mit Eingabe vom 19. November 2014 frist-
gerecht seine Berufungserklärung einreichte (Urk. 24). Das Statthalteramt ver-
zichtete auf entsprechende Fristansetzung hin auf die Erhebung einer Anschluss-
berufung (Urk. 27). Mit Beschluss vom 19. Dezember 2014 wurde das schriftliche
Verfahren angeordnet und dem Beschuldigten Frist angesetzt, um seine Beru-
fungsanträge zu stellen und zu begründen (Urk. 28). Der Verteidiger reichte nach
Fristerstreckung mit Eingabe vom 16. Februar 2015 seine Berufungsbegründung
rechtzeitig ein (Urk. 32). Hierauf wurde dem Statthalteramt mit Präsidialverfügung
vom 18. Februar 2015 Frist zur Berufungsantwort angesetzt (Urk. 33). Dieses
verzichtete mit Schreiben vom 25. Februar 2015 auf die Einreichung einer Beru-
fungsantwort und beantragte die Abweisung der Berufung (Urk. 35). Die Vor-
instanz verzichtete ausdrücklich auf eine Vernehmlassung (Urk. 36).
1.6. Mit Präsidialverfügung vom 22. Mai 2015 wurde dem Beschuldigten Frist
angesetzt, um seine Berufungserklärung zu verdeutlichen, insbesondere Eventu-
alanträge zum Schuld- und zum Strafpunkt zu stellen (Urk. 37). Mit Eingabe vom
27. Mai 2015 liess der Beschuldigte fristgerecht den Eventualantrag stellen, er sei
im Falle eines Schuldspruchs mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen (Urk. 39
S. 2). Innert angesetzter Frist verzichteten sowohl das Statthalteramt Bezirk
Dielsdorf als auch die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung (Urk. 40, Urk. 42 und
Urk. 43).
2. Prozessuales
2.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile, mit
denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen wurde. Im Rahmen einer
Berufung überprüft das Obergericht den vorinstanzlichen Entscheid üblicherweise
frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 3
StPO). Bildeten jedoch ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erst-
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instanzlichen Hauptverfahrens, so schränkt Art. 398 Abs. 4 Satz 1 StPO die Kog-
nition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen darf das angefochtene Urteil le-
diglich dahingehend überprüft werden, ob es rechtsfehlerhaft ist, d.h. ob eine
Rechtsverletzung durch die Vorinstanz vorliegt oder ob eine offensichtlich unrich-
tige Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz gegeben ist.
Sodann können gemäss Art. 398 Abs. 4 Satz 2 StPO neue Behauptungen und
Beweise im Berufungsverfahren nicht mehr vorgebracht werden, wenn – wie hier
– ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfah-
rens bildeten. Die Berufungsinstanz entscheidet aufgrund der bereits vor erster
Instanz vorgebrachten Behauptungen und der bestehenden Beweisgrundlage.
Neu im Sinne dieser Bestimmung sind Tatsachen und Beweise, die im erstin-
stanzlichen Verfahren nicht vorgebracht wurden. Nicht darunter fallen demgegen-
über Beweise, die beantragt, erstinstanzlich jedoch abgewiesen wurden (Urteil
des Bundesgerichts 6B_362/2012 vom 29. Oktober 2012 Erw. 8.4.1).
2.2. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dem-
entsprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzli-
che Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Der Be-
schuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an und beschränkt seine
Berufung nicht (Urk. 24 S. 2). Das vorinstanzliche Urteil erwächst somit in keinem
Punkt in Rechtskraft und ist vollumfänglich zu überprüfen.
3. Sachverhalt
3.1. Der Beschuldigte verlangt mit seinem Hauptantrag eine Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz, da diese seine Anträge auf Einvernahme von Entlas-
tungszeugen in antizipierter Beweiswürdigung zu Unrecht abgewiesen habe. Es
liege eine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung und damit eine Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor (Urk. 32 S. 3).
3.1.1. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Strafbehörde bei der
antizipierten Beweiswürdigung das vorläufige Beweisergebnis hypothetisch um
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die Fakten des Beweisantrages zu ergänzen und zu würdigen. Die Ablehnung ei-
nes Beweisantrages ist zulässig, wenn die zu beweisende Tatsache nach dieser
Würdigung als unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits
rechtsgenügend bewiesen anzusehen ist. Lehnt die Strafbehörde den Beweisan-
trag ab, hat sie nicht nur darzulegen, weshalb sie aufgrund der bereits abgenom-
menen Beweise eine bestimmte Überzeugung gewonnen hat, sondern auch,
weshalb die beantragten Beweismassnahmen aus ihrer Sicht nichts an ihrer
Überzeugung zu ändern vermögen (Entscheid des Bundesgerichts 6B_764/2013
vom 26. Mai 2014 E. 4.3.).
3.1.2. Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil vom 20. Mai 2014 die vom Beschuldigten
und der Anzeigeerstatterin deponierten Aussagen detailliert aufgeführt (Urk. 22
S. 10 bis 14), eingehend einer Glaubhaftigkeitsprüfung unterzogen und umfas-
send gewürdigt. Dabei hat sie sich mit den Einwendungen des Beschuldigten
auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb auf die Aussagen der Zeugin abge-
stellt werden könne. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die vorinstanzli-
chen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 22 S. 15 bis 21). Im Ergebnis kommt
die Vorinstanz zum Schluss, es sei erstellt, dass der Beschuldigte mit besagtem
Personenwagen die veranzeigten Fahrmanöver ausgeführt habe. Es seien keine
Zweifel an den Aussagen der Zeugin B._ zulässig, weshalb es sich erübrige,
weitere Personen zu befragen (Urk. 22 S. 17 und S. 20).
3.1.3. Ergänzt man das Beweisergebnis der Vorinstanz um die hypothetischen
Fakten des Beweisantrages, mithin um den Umstand, dass die beiden Mitfahrer
und die Polizeibeamten die Darstellungen des Beschuldigten stützen würden,
würde dies nach Würdigung der Aussagen an der vorinstanzlichen Schlussfolge-
rung nichts zu ändern vermögen. So ist der Beweiswert der Aussagen der beiden
Mitfahrer des Beschuldigten insofern eingeschränkt, als es sich dabei seinen ei-
genen Angaben zufolge um seine Kollegen (Urk. 3/14 S. 2) und um Minderjährige
handelt. Zudem erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten selber als derart
widersprüchlich – gab er anfangs gegenüber den ihn anhaltenden Polizeibeamten
noch zu, vielleicht etwas schnell angefahren zu sein (Urk. 3/1 S. 3), bestritt er
später, sich überhaupt je in besagter Strasse aufgehalten zu haben (Urk. 3/14
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S. 2) – so dass selbst eine Bestätigung seiner Darlegungen durch die beiden Mit-
fahrer die vorhandenen Zweifel an seiner Darstellung nicht ausräumen könnten.
Ausserdem ist nicht ersichtlich, inwiefern die beiden Mitfahrer, selbst im Falle der
Bestätigung der Sachdarstellung des Beschuldigten, die von der Vorinstanz als
glaubhaft und nachvollziehbar eingestuften Aussagen der Anzeigeerstatterin und
Zeugin umzustossen vermögen. Auch eine Einvernahme der Polizeibeamten
würde kein Ergebnis zu Tage fördern, welches eine andere Schlussfolgerung hin-
sichtlich der Sachlage unabdingbar machen würde. Selbst wenn diese nämlich
den Beschuldigten nicht aufgrund der ihnen vorgängig von der Anzeigeerstatterin
bekannt gegebenen Kontrollschilder anhielten – was mit Verweis auf die zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz äusserst unwahrscheinlich und geradezu le-
bensfremd erscheint (Urk. 22 S. 18 f.) – ist dennoch auf die Aussagen der Anzei-
geerstatterin abzustellen, welche nachvollziehbar sowie in sich widerspruchsfrei
und damit glaubhaft dargelegt hat, sie habe die Szene von ihrem Balkon aus beo-
bachtet und die Polizei angerufen, nachdem sie sich die Kontrollschildnummer auf
einem Zettel notiert habe (Urk. 3/15 S. 4 f.; Urk. 9 S. 3 f.) und ausserdem das
fehlbare Fahrzeug durchgehend als weissen Sportflitzer beschrieben (Urk. 3/15
S. 6) und anlässlich des Augenscheins vor Vorinstanz zu Protokoll gegeben hat,
es habe sich um ein Fahrzeug in der Art desjenigen des Beschuldigten gehandelt
(Urk. 9 S. 2 f.). Willkürfrei gelangte damit die Vorinstanz zum Schluss, eine Ver-
wechslung oder ein Zufall sei auszuschliessen, und es könne aufgrund der Aus-
sagen der Zeugin auf das Fahrzeug des Beschuldigten und den Beschuldigten als
Fahrzeuglenker geschlossen werden. Zurecht gelangte sie zum Schluss, dass der
Sachverhalt ohne die beantragten Einvernahmen der Zeugen bereits rechtsgenü-
gend erwiesen sei und weitere Zeugeneinvernahmen an ihrer Überzeugung nichts
ändern könnten und sah somit von einer Einvernahme derselben ab.
Im Ergebnis hat die Vorinstanz eine nachvollziehbare Sachverhaltserstellung vor-
genommen und dabei weder unhaltbare noch sachfremde Schlüsse gezogen. Zu-
dem ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung ausreichend begründet, womit we-
der eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung noch eine Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör vorliegt. Dass die Vorinstanz nicht im Einzelnen
erwog, weshalb eine Einvernahme der beantragten Zeugen am Beweisergebnis
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nichts ändere, vermag keine willkürliche antizipierte Beweiswürdigung zu begrün-
den.
3.2. Somit ist weder die von der Vorinstanz vorgenommene antizipierte Beweis-
würdigung noch ihre Sachverhaltserstellung zu beanstanden. Eine willkürliche
Sachverhaltsfeststellung wird denn auch von der Verteidigung, für den Fall, dass
das Verfahren spruchreif sei, nicht geltend gemacht (Urk. 39 S. 2).
4. Rechtliche Würdigung
In rechtlicher Hinsicht kann – wie dies bereits die Vorinstanz tat – auf die rechtli-
che Würdigung des Statthalteramtes verwiesen werden, welche zutrifft und zu
keinen weiteren Ergänzungen Anlass gibt (Urk. 22 S. 20). Im Übrigen erhob auch
der Verteidiger keine Einwendungen gegen die rechtliche Würdigung (Urk. 39
S. 2). Der Beschuldigte ist demnach der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln
gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und Art. 42 Abs. 1
SVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 VRV schuldig zu sprechen.
5. Strafzumessung
5.1. Die Vorinstanz hat korrekt dargelegt, dass Art. 90 Abs. 1 SVG als Sanktion
eine Busse vorsieht, welche gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB maximal Fr. 10'000.–
betragen kann, und dass die Strafe innerhalb des Strafrahmens nach dem Ver-
schulden zu bemessen ist (Urk. 22 S. 20 f.). Weiter gelangt die Vorinstanz zum
Schluss, den Beschuldigten treffe insgesamt ein mittelschweres Verschulden. Sie
hielt unter Berücksichtigung der strafzumessungsrelevanten Faktoren und der fi-
nanziellen Verhältnisse des Beschuldigten eine Busse von Fr. 750.– für ange-
messen (Urk. 22 S. 21).
Die vorinstanzliche Verschuldensbemessung ist insofern zu korrigieren, als das
Verschulden insgesamt als noch leicht einzustufen ist. So ist es zwar zutreffend,
dass der Beschuldigte die veranzeigten Fahrmanöver in einer Quartierstrasse
vornahm und dadurch unnötigen Lärm verursachte, jedoch durch seine Verhal-
tensweise keine erhebliche Gefahrenlage schaffte, zumal sich zum Tatzeitpunkt
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keine spielenden Kinder auf der Strasse oder auf dem anliegenden Spielplatz
aufhielten. Die Anzeigeerstatterin erwähnte solche jedenfalls nicht, sondern führte
lediglich aus, an der Strasse würde sich ein Kinderspielplatz befinden (Urk. 3/15
S. 5). Zudem war das Verhalten des Beschuldigten wohl rücksichtslos, jedoch im
konkreten Fall nicht besonders riskant.
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse kann auf die vorinstanzlichen Erwä-
gungen verwiesen werden (Urk. 22 S. 21). Anlässlich des Berufungsverfahrens
machte er davon abweichend geltend, sein Vermögen belaufe sich mittlerweile
auf Fr. 24'000.– (Urk. 30 S. 2). Im Ergebnis erweist sich eine Busse von Fr. 350.–
als dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen angemessen.
5.2. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatzfrei-
heitsstrafe auszufällen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Diese ist nach den Verhältnissen
des Täters so zu bemessen, dass sie seinem Verschulden angemessen ist
(Art. 106 Abs. 3 StGB), wobei dem Gericht bei der Bemessung ein weiter Ermes-
sensspielraum zusteht (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3). Vorliegend ist eine Ersatzfrei-
heitsstrafe von drei Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse angemes-
sen.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
6.1. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 4 bis 6) ist bei diesem Verfah-
rensausgang ohne Weiteres zu bestätigen.
6.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss dem Beschul-
digten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO), zumal die Reduktion der Busse einen
wohlwollenden Ermessensentscheid darstellt, welcher ohne Einfluss auf die Kos-
tenauflage bleibt und er im Übrigen mit seinem Hauptantrag unterliegt.
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