Decision ID: 70cc918a-96e6-437c-98b5-d3b44f41b6f3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 2004), mel
dete sich am 8. Juli 2016 unter Hinweis auf eine Narbenhernie bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/3; Urk. 7/20). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/22; Urk. 7/24; Urk. 7/27) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 30. November
2017 (Urk. 7/37 = Urk. 2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
15. Januar 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 30. November 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Be
schwerdeführerin am 5. März 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gun
gen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdi
gen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolge
rungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungs
interner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, die Beschwerdeführerin sei zuletzt als Reinigungsmitarbeiterin tätig gewesen. Auf
grund ihrer Erkrankung sei sie in der bisherigen Tätigkeit eingeschränkt. Jedoch könnte durch eine Rekonstruktion der Bauchwand und einem Verschluss der Nar
benhernie wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit er
reicht werden. Folglich sei nicht von einer langandauernden gesundheitlichen Beein
trächtigung auszugehen. Daran ändere
auch
die bevorstehende Operation aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht nichts, bestehe doch nach wie vor für ange
passte Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Zudem sei zwar eine fachärzt
lich
e
psychiatrische Behandlung aufgenommen worden, wobei nach ersten Sit
z
ungen aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten empfohlen worden sei, den Psy
chia
ter zu wechseln. Bis heute hätten sie keine Angaben erhalten, wo sich die Beschwerdeführerin nun in Behandlung befinde. Zusammenfassend liege somit keine Erkrankung vor, welche die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränke (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung er
lassen habe, obwohl noch gar kein definitiver Gesundheitszustand
vorgelegen habe
. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin müsse die im Februar 2018 bevorstehende Operation abgewartet werden, bevor verlässliche Schlüsse zu ihrer Arbeitsfähigkeit gezogen werden könnten (S. 2 Ziff. II.3). Auch wenn eine angepasste Tätigkeit zumindest in einem gewissen Umfang bereits bis zur Opera
tion möglich gewesen wäre, sei die bisherige Tätigkeit bis sicherlich zur Operation nicht mehr möglich. Nachdem zurzeit aber noch gar kein definitiver Gesund
heitszustand vorliege und auch nicht argumentiert werden könne, dass bei der vorgesehenen Operation - trotz der hohen Risiken - nicht mit einer dauerhaften Einschränkung gerechnet werden dürfe, sei die vorliegende Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach der vorgesehenen Opera
tion ihre Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit schlüssig beur
teilen lasse. Selbst wenn die bisherige Tätigkeit nach der Operation wieder mög
lich sein sollte, müsse die Beschwerdegegnerin prüfen, ob sie Anspruch auf eine befristete Rente habe (S. 5 Ziff. III.6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin genügend abgeklärt hat.
3.
3.1
Med.
pract
. Y._,
Spital
Z._
, nannte in ihrem Bericht vom 15. Juli 2016 (Urk. 7/3/17-19 = Urk. 3/4) folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 2):
-
symptomatische Narbenhernie
-
supraumbilikal
, paramedian rechts und
paraumbilikal
links mit wenig prolabierendem Dünndarm im Rahmen der Diagnose 2
-
Status nach Laparotomie mit Hysterektomie, Adnexektomie beidseits und Appendektomie, Biopsien von Beckenwand und Lymphadenektomie
pel
vin
rechts und links sowie
paraaortal
März 2011, Histologie April 2011
low
grade serös
papilläres
Karzinom des Peritoneums mit Herden im Be
reich der Beckenwand und Douglas links sowie rechtem Ovar und
Uterusserosa
-
Status nach laparoskopischer
Cholezystektomie
am 1
1.
Februar 2016 bei chronischer Cholezystitis
Am 11. Februar 2016 sei eine laparoskopische
Cholezystektomie
durchgeführt worden, bei der sich eine chronische Cholezystitis ohne Malignität gezeigt habe. Im Rahmen dieses Eingriffs sei eine chronische Bauchwandhernie prominenter geworden und habe sich als wahrscheinlichste Ursache für die persistierenden Schmerzen der Beschwerdeführerin markiert (S. 2 Ziff. 4). Die Beschwerde
füh
rerin leide aufgrund der symptomatischen Narbenhernie unter abdominalen Be
schwerden, die beim Verrichten körperlicher Arbeit im Rahmen ihrer Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin auftreten würden. Aus diesem Grund könne sie schmerz
bedingt nicht arbeiten (S. 2 Ziff. 2.2). Seit dem 11. Februar 2016 bestehe am aktu
ellen Arbeitsplatz eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 6). Aus chirurgi
scher Sicht bestehe die Indikation zur Sanierung der Hernien mittels
Sublay
-Technik, um den objektivierbaren Befund, der höchstwahrscheinlich für die Beschwerden verantwortlich sei, zu sanieren. Dennoch sei zu erwähnen, dass die Operation keine 100%ige Garantie für eine Beschwerdefreiheit in Bezug auf die Schmerzen darstelle (S. 2 Ziff. 4.1). Da bei der Beschwerdeführerin das weitere Prozedere bezüglich des Entscheids, ob eine Operation zur Sanierung der Bauch
wandhernien stattfinde, noch nicht endgültig festgelegt sei, könne noch keine eindeutige Vorhersage für die weitere Arbeitsfähigkeit gemacht werden (S. 3 Ziff. 11).
3.2
Dr.
med.
A._
, Spital
Z._
, führte in ihrem Bericht vom 16. Novem
ber 2016 (Urk. 7/3/5-6 = Urk. 7/20/12-13) bei gleich gebliebenen Diag
nosen (S. 1; vgl. vorstehend E. 3.1) aus, dass weiterhin die Indikation zur Bauchwandrekonstruktion bestehe. Die Beschwerdeführerin fühle sich bei aktuell sehr gutem Allgemeinzustand nicht für eine elektive Operation bereit. Bei Ver
schlechterung oder Hinweis auf eine
Passagestörung
werde sich die Beschwer
deführerin erneut in der Sprechstunde zur Planung der Operation vorstellen.
3.3
In ihrem Zwischenbericht vom 20. Dezember 2016 (Urk. 7/20/9-11) führte Dr.
A._
aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Raum
pfle
gerin aufgrund der Narbenhernie infolge der grossen Rumpfbelastung einge
schränkt sei (S. 2 Ziff. 6-7). Eine angepasste Tätigkeit mit weniger Rumpfbelas
tung sei ihr jedoch zumutbar (S. 2 Ziff. 7.1).
3.4
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem undatierten, bei der
Beschwerdegegnerin
am 7. März 2017 eingegangen Bericht (Urk. 7/15/7-11) aus, dass er die
Beschwerdeführerin
von September 1998 bis Januar 2017 behandelt habe (Ziff. 1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
symptomatische Narbenhernie
-
supraumbilikal
, paramedian rechts und
paraumbilikal
links mit wenig prolabierendem Dünndarm
-
Status nach Laparotomie mit Hysterektomie, Adnexektomie beidseits und Appendektomie bei
low
grade serös
papillärem
Peritonealkarzinom
April 2011
-
Status nach
Laparaskopische
-Hysterektomie
Die bisherige Tätigkeit als Putzfrau sei der Beschwerdeführerin seit dem 11. Febru
ar 2016 nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.6-1.7).
3.5
Dr. A._
führte in ihrem Bericht vom 29. März 2017 (Urk. 7/17) aus, dass bei symptomatischer Narbenhernie weiterhin die Indikation zur Bauchwandre
kon
struktion bestehe. Dies würde im Rahmen einer
Hernienrepair
in
Sublay
-Technik durchgeführt werden (S. 2 Ziff. 1.5). Die Beschwerdeführerin arbeite als Raum
pflegerin. Aufgrund der symptomatischen Narbenhernie bestehe eine körperliche Einschränkung als Raumpflegerin. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar. Es bestehe eine aufgrund der Narbenhernie verminderte Leistungsfähigkeit als Raumpflegerin (S. 2 Ziff.1.6-1.7). Die berufliche Tätigkeit als Raumpflegerin könnte ein bis zwei Monate postoperativ wiederaufgenommen werden (S. 2 Ziff. 1.9).
3.6
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 15
. April 2017 (Urk. 7/20/4-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1; vgl. Urk. 7/20/7-8):
-
psychosoziale Belastungssituation nach Operation
-
multiple Gelenks- und Knochenschmerzen unklarer Ursache
-
polypoid imponierende Schleimhautschwellung im Sinus maxillaris links, diskret rechts
-
Verdacht auf mittelschwere depressive Episode
-
Verdacht auf Restless-
Legs
-Syndrom
-
symptomatische Narbenhernie
-
Status nach Laparotomie
-
Status nach laparoskopischer
Cholezystektomie
am 1
1.
Februar 2016 bei chronischer Cholezystitis
-
Hypercholestinämie
Seit dem 23. September 2016 liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (S. 3 Ziff. 10
)
.
3.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Ver
trauensarzt der Krankentaggeldversicherung, führte in seiner vertrauensärzt
li
chen Beurteilung vom 11. Mai 2017 (Urk. 7/20/3 = Urk. 3/5/2) aus, dass eine Arbeitsunfähigkeit in keiner Weise nachvollziehbar sei. Seit dem 11. Februar 2016 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
3.8
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2017 (Urk. 7/21/4) aus, eine psychiatrische Therapie habe bisher nicht stattgefunden. Auch werde im Bericht von
Dr. C._
(vgl. vorstehend E. 3.6) keine ICD-Codierung angegeben. Ebenfalls liege kein psychia
trischer Facharztbericht mit Stellungnahme zur Diagnose, Befundung und Thera
pie vor, weshalb kein Nachweis für eine psychiatrische Erkrankung vorliege.
Eine chirurgische Versorgung der Narbenhernie sei bisher nicht erfolgt. Aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei einer Narbenhernie eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Somit bestünden Einschränkungen für die Tätigkeit als Raum
pflegerin. Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss
ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und
Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangs
haltungen, seien medizinisch theoretisch zumutbar. Somit bestehe für angepasste Tätigkeiten trotz einer bestehenden Narbenhernie eine 100%ige Ar
beits
fähigkeit. Allerdings könne durch eine Rekonstruktion der Bauchwand und einem Verschluss der Narben
hernie gegebenenfalls auch eine
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht werden. Zusammenfassend liege kein Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränke.
3.9
Die Ärzte des Universitätsspitals F._, Klinik für Viszeral- und Trans
plantationschirurgie, berichteten am 13. Oktober 2017 (Urk. 7/33/2-3 = Urk. 3/8) über die gleichentags erfolgte Untersuchung und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
symptomatische
periumbilikale
Narbenhernie
-
low
-grade serös
papilläres
Karzinom des Peritoneums
-
Status nach laparoskopischer
Cholezystektomie
bei chronischer Chole
zys
titis am 11. Februar 2016
Bei symptomatischer Narbenhernie werde ein operativer Eingriff empfohlen. Die
Beschwerdeführerin
sei ausführlich über die Situation, die vorgeschlagene Opera
tion (offene präperitoneale Netzeinlage über die bestehende Narbe) mit möglichen Komplikationen aufgeklärt und sei einverstanden (S. 2).
Die Beschwerdeführerin erhielt am 16. Oktober 2017 die Vorladung zum ge
plan
ten
Spitalaufenthalt ab dem 14. Februar 2018, wobei die Operation am 15. Febru
ar 2018 stattfinden werde (Urk. 7/31 = Urk. 3/7/2-3).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an einer
symptomatischen Narbenhernie leidet (vgl. vorstehend E. 3.1-3.6, E. 3.8-3.9). D
ies ist unbestritten. Strittig ist hingegen, wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt beziehungsweise ob die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt genügend abgeklärt hat (vgl. vorstehend E. 2.1-2.2).
4.2
Die behandelnde Ärztin med.
pract
.
Y._
war im Juli 2016 der Ansicht, die angestammte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin sei der Beschwerdeführerin aufgrund der symptomatischen Narbenhernie seit dem 11. Februar 2016 nicht mehr zumutbar. Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit machte sie hingegen nicht (vorstehend E. 3.1). Auch der behandelnde Arzt
Dr.
von
B._
erachtete die angestammte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin seit dem 11. Februar 2016 nicht mehr als zumutbar. Zur Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit äusserte auch er sich nicht (vor
stehend E. 3.4).
Die behandelnde Ärztin
Dr. A._
führte im Dezember 2016 aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin aufgrund der Narbenhernie eingeschränkt sei. Eine angepasste Tätigkeit mit weniger Rumpf
belastung sei ihr hingegen zumutbar (vorstehend E. 3.3). Im März 2017 war Dr.
A._
der Ansicht, dass die angestammte Tätigkeit der Beschwerde
führerin aus medizinischer Sicht zwar noch zumutbar sei, jedoch aufgrund der Narbenhernie eine verminderte Leistungsfähigkeit vorliege. Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit äusserte sie sich nicht mehr (vorstehend E. 3.5).
Der behandelnde Arzt
Dr. C._
war im April 2017 der Ansicht, dass seit dem 23. September 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, ohne diese jedoch näher zu begründen (vorstehend E. 3.6). Der Vertrauensarzt der Krankentag
geld
versicherung
Dr. D._
war demgegenüber im Mai 2017 der Ansicht, eine Ar
beits
unfähigkeit sei in keiner Weise nachvollziehbar, weshalb seit dem 11. Februar
2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliege
. Weshalb er entgegen den vorlie
genden Berichten zu diesem Schluss kam, legte er jedoch nicht näher dar
(vor
stehend E. 3.7).
Der RAD-Arzt
Dr. E._
kam gestützt auf die vorliegenden Berichte - insbesondere gestützt auf die Berichte von med.
pract
.
Y._
und
Dr. A._
- im Mai 2017 in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise zum Schluss, dass für die angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin aufgrund der Narbenhernie Ein
schränkungen bestünden. Leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien der Beschwerdeführerin hingegen medizi
nisch theoretisch zumutbar. Somit bestehe für angepasste Tätigkeiten trotz einer bestehenden Narbenhernie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 3.8).
4.3
Den medizinischen Akten ist ferner zu entnehmen, dass Dr. C._ die
Beschwer
de
führerin
mit Schreiben vom 2. März 2017 (Urk. 7/20/7-8) aufgrund einer psy
cho
sozialen Belastungssituation nach Operation und einem Verdacht auf eine mittel
schwere depressive Episode an den Psychiater PD Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, überwies. Die
Beschwerdeführer
in hielt so
dann in ihrem Einwand vom 16. August 2017 gegen den Vorbescheid vom 30. Mai
2017 (vgl. Urk. 7/22) unter anderem fest, dass sich nach ersten Sitzungen auf
grund sprachlicher Schwierigkeiten ein Wechsel des behandelnden Psychiaters empfehle. Sobald der neue behandelnde Psychiater bekannt sei, werde sie darüber informieren. Bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung teilte die
Beschwer
de
führerin
der
Beschwerdegegnerin
jedoch nicht mit, ob und gegebenenfalls wo sie sich in Behandlung befindet.
Der RAD-Arzt
Dr. E._
hielt daher im Mai 2017 in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise fest, dass bisher keine psychiatrische Therapie stattge
funden habe, im Bericht von
Dr. C._
keine ICD-Codierung angegeben worden sei und kein psychiatrischer Facharztbericht mit Stellungnahme zur Diagnose, Be
fundung und Therapie vorliege, weshalb kein Nachweis für eine psychiatrische Erkrankung vorliege (vorstehend E. 3.8).
4.4
Nach dem Gesagten steht gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr.
E._
fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin zum Verfügungszeitpunkt im November 2017 (vgl. Urk. 2
) aufgrund der Narbenhernie eingeschränkt war. Diese Einschränkung gilt seit dem 11. Februar 2016 (vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.4, E. 3.7). Eine angepasste Tätigkeit war ihr hingegen zu 100 % zumutbar. An der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vermochte auch die
für
Februar 2018 geplante Operation (vgl. vor
stehend E. 3.9) zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses im November 2017 (vgl. Urk. 2) nichts
zu
ändern. Da in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeits
fähig
keit ausgewiesen war, ist auch unerheblich, ob, wie der RAD-Arzt Dr.
E._
mutmasste (vgl. vorstehend E. 3.8), durch die Operation gegebenenfalls eine Wie
der
herstellung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit möglich wäre. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 30. November 2017 (Urk. 2) über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin entschieden hat.
5.
5.1
Die
Beschwerdeführerin
war seit Juli 2005 in der Firma ihres Ehemannes, der H._, als Reinigungsmitarbeiterin tätig. Nach eigenen Angaben war sie dort zuletzt in einem 80%-Pensum angestellt, wobei sie sich 20 % um die Kinder
be
treuung - die
Beschwerdeführerin
ist Mutter von Zwillingen (Jahrgang 2004) - kümmerte (vgl. Urk. 7/2 S. 6 Ziff. 5.4; Urk. 7/8 S. 2 Ziff. 2). In den Akten fehlen hingegen Unterlagen wie ein Arbeitsvertrag, eine Lohnabrechnung oder ein Arbeitgeberfragebogen, die das 80%-Pensum bestätigen würden. Dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) ist ferner zu entnehmen, dass die
Be
schwerdeführerin
neben der Tätigkeit in der Firma ihres Ehemannes seit Januar 2012 bei I._ angestellt war (Urk. 7/9). Um welche Tätigkeit es sich dabei handelte und in welchem Pensum die
Beschwerdeführerin
dort tätig war, lässt sich den Akten hingegen nicht entnehmen. Da die
Beschwerdeführerin
neben ihrer - behaupteten - 80%igen Tätigkeit bei der H._ gleichzeitig noch einer anderen Erwerbstätigkeit nachging, ist zugunsten der
Beschwerdeführerin
davon auszugehen, dass sie bei guter Gesundheit einem 100%-Pensum nach
gehen würde, weshalb sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist.
5.2
Zu prüfen bleibt, wie sich die Einschränkung der
Beschwerdeführerin
in wirt
schaft
licher Hinsicht auswirkt.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.4
Die Beschwerdeführerin ist in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungsmit
arbeiterin seit dem 11. Februar 2016 eingeschränkt (vorstehend E. 4.4). Da auf
grund der Akten nicht eruiert werden kann, in welchem Pensum die Beschwerde
führerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich erwerbstätig war (vor
stehend E. 5.1), rechtfertigt es sich, für die Bemessung des
Valideneinkommens
den standardisierten Durchschnittslohn für Reinigungspersonal und Hilfskräfte gemäss LSE heranzuziehen.
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durschnitt für Reinigungspersonal und Hilfs
kräfte im privaten und öffentlichen Sektor erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4'254.-- (LSE 2014, Tabellengruppe T17, Berufsgruppen nach ISCO, Monat
licher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor,
Ziff.
91 Reinigungspersonal und Hilfskräfte, Total Frauen, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnniveau – Schweiz), mithin Fr. 51'048.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Sektor 3 Dienstleistungen im Jahr 2015 in der Höhe von 0.3 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.8 % (Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Sektor 3 Dienstleistungen, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung) sowie der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Sektor 3 Dienstleistungen im Jahr 2016 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, Sektor III, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) resultiert ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 53'804.-- (Fr. 51'048.-- x 1.003 x 1.008 : 40 x 41.7) für das Jahr 201
6.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.6
Die Beschwerdeführerin ist zwar in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin eingeschränkt, jedoch ist ihr unter Berücksichtigung eines näher umschriebenen Belastungsprofils eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar (vorstehend E. 4.4). Es rechtfertigt sich deshalb, für die Bemessung des Invalideneinkommens den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE heranzuziehen.
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durschnitt aller einfachen Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4'300.-- (LSE 2014, Tabellen
gruppe TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 1, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/ Arbeitskosten, Lohnniveau - Schweiz), mit
hin Fr. 51’600.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnent
wicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4
%
und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7
%
(Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total Frauen, www.bfs.ad
min.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnent
wicklung) sowie der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) ergibt dies ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 54’386.-- (Fr. 51’600.-- x 1.004 x 1.007 : 40 x 41.7) für das Jahr 2016 bei einem 100%-Pensum.
5.7
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 53'804.-- mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 54’386.-- zeigt, dass die Beschwerdeführerin in einer ange
passten Tätigkeit mehr verdienen kann als in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin. Demnach resultiert ein nicht rentenbegründender Inva
lidi
tätsgrad von 0 %.
Der Vollständigkeit halber sei auf Folgendes hingewiesen: Der Auszug der SVA Zürich aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin (Urk. 7/9) zeigt, dass ab dem Jahr 2012 regelmässig ein Einkommen von Fr. 36'000.-- seitens der Firma ihres Ehemannes und Fr. 20'520.-- von I._ abgerechnet worden war, also insgesamt ein Betrag von Fr. 56'520.--. Ginge man zugunsten der Beschwerde
führerin – entgegen der derzeitigen Aktenlage – davon aus, die beiden Ein
kommen seien in Ausübung der angegebenen Tätigkeit von 80 % (vgl. vorstehend E. 5.1) erzielt worden, wäre von einem
Valideneinkommen
von Fr. 70'650.-- (Fr. 56'520.-- : 80 x 100) auszugehen. Daraus würde bei einem Invalideneinkommen von Fr. 54'386.-- ein Invaliditätsgrad von 23 % resultieren (Fr. 70'650.-- - Fr. 54'386.--) x 100 : Fr. 70'650.--) und damit ebenfalls ein rentenaussch
liessender Invalidi
tätsgrad.
Folglich hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente. Dement
sprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuer
legen.