Decision ID: aba0e2c6-3201-4bea-84b9-d6e0ed94a5fb
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend schwere Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 12. Mai 2021 (DG200250)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 15. Dezem-
ber 2020 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 81 S. 50 ff.)
"Es wird erkannt:
"1. Der Beschuldigte ist schuldig
- der schweren Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG;
- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit
heute 436 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB
(Suchtbehandlung Alkohol) angeordnet.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu Gunsten der stationären Massnahme aufge-
schoben.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ Fr. 2'500.- zuzüglich
5% Zins ab 2. März 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das
Genugtuungsbegehren abgewiesen.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ eine Prozessentschä-
digung von Fr. 500.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
7. Rechtsanwalt lic. iur. X1._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-
ger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 25'000.- (pauschal, inkl.
7.7% MwSt. und Barauslagen) entschädigt, wovon ihm bereits eine Akontozahlung
in der Höhe von Fr. 10'143.- geleistet wurde.
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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 19'674.55 Gutachten
Fr. 1'008.50 Auslagen
Fr. 25'000.00 amtliche Verteidigung
Fr. 658.70 Ehem. amtl. Vert. RAin X2._
Fr. 1'200.00 Kosten OGZ; G.Nr. UB200151-O
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 3 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 103 S. 1 f.)
1. Disp. Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom
12. Mai 2021 sei teilweise aufzuheben und es sei A._ vom Vorwurf der
versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen.
2. Disp. Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom
12. Mai 2021 sei aufzuheben und es sei A._ mit einer unbedingten
Freiheitsstrafe von maximal 10 Monaten zu bestrafen unter Anrechnung der
bis anhin erstandenen Haft.
A._ sei umgehend auf freien Fuss zu setzen.
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3. Disp. Ziff. 3 und 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom
12. Mai 2021 seien aufzuheben.
4. Disp. Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom
12. Mai 2021 sei aufzuheben und es sei das Genugtuungsbegehren des Pri-
vatklägers B._ ab- allenfalls auf den Zivilweg zu verweisen.
5. Disp. Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom
12. Mai 2021 sei aufzuheben und es sei das Entschädigungsbegehren des
Privatklägers B._ ab- allenfalls auf den Zivilweg zu verweisen.
6. Disp. Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom
12. Mai 2021 sei teilweise aufzuheben und es seien die Kosten der Untersu-
chung und des gerichtlichen Verfahrens ausgenommen der amtlichen Ver-
teidigung A._ teilweise aufzuerlegen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 88; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Die Staatsanwaltschaft erhob mit Datum vom 15. Dezember 2020 Anklage
gegen den Beschuldigten u.a. wegen versuchter vorsätzlicher Tötung (Urk. 23).
Die Vorinstanz erkannte auf versuchte schwere Körperverletzung (Urk. 44 S. 2).
2. Gegen das am 12. Mai 2021 mündlich eröffnete Urteil der Vorinstanz melde-
te der amtliche Verteidiger des Beschuldigten am 14. Mai 2021 Berufung an (Urk.
46). Nach Zustellung der schriftlich begründeten Fassung am 2. August 2020
(Urk. 80/2) ging hierorts innert der 20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO am
17. August 2021 die Berufungserklärung ein (Urk. 84).
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3. Zur Berufungsverhandlung am 13. Januar 2022 erschien der Beschuldigte in
Begleitung seines amtlichen Verteidigers (Prot. II S. 3). Der Staatsanwaltschaft
wurde das Erscheinen freigestellt, nachdem sie auf Anschlussberufung verzichte-
te und lediglich einen Bestätigungsantrag stellte (Urk. 88, Urk. 94).
II. Berufungsumfang
1. Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch vom Vorwurf der schweren
Körperverletzung. Er beantragt deshalb die Aufhebung des entsprechenden
Schuldspruchs, eine Reduktion der Strafe für das verbleibende, anerkannte
Betäubungsmitteldelikt, einen Verzicht auf eine stationäre Massnahme sowie die
Abweisung der Zivilforderungen des Privatklägers einschliesslich der Prozessent-
schädigung sowie eine bloss teilweise Kostenauflage (Urk. 84, Urk. 103 S. 1 f.).
2. Rechtskräftig vom vorinstanzlichen Urteil sind deshalb der Schuldspruch
wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Dispositivziffer 1,
erster Spiegelstrich) sowie die Kostenfestsetzung einschliesslich der Kosten für
die amtliche Verteidigung (Dispositivziffern 7 und 8).
III. Sachverhalt
1. Erwiesener Sachverhalt
1.1. Am Abend des 1. März 2020 wurde der Privatkläger B._, welcher auf
eine telefonische Bestellung des Beschuldigten A._ hin, 60 Gramm Kokain in
dessen Wohnung an die C._-strasse ... in Zürich lieferte, von dem dort an-
wesenden Mitbeschuldigten D._, in dessen Auftrag der Beschuldigte
A._ die Drogen bestellte, mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt.
Dem Beschuldigten A._ wird vorgeworfen, er habe diesen Angriff bzw.
Raubüberfall auf den Privatkläger B._ gemeinsam mit dem Mitbeschuldigten
D._ geplant und auch bei der Ausführung geholfen, indem er den Privatklä-
ger B._ an der Flucht aus der Wohnung gehindert habe. Der Beschuldigte
A._ bestreitet jegliche Beteiligung am Überfall auf den Privatkläger B._.
Er sei vom gewalttätigen Übergriff vom Mitbeschuldigten D._ völlig über-
rascht worden. Von Beginn weg anerkannt hat er demgegenüber die Widerhand-
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lung gegen das Betäubungsmittelgesetz, indem er D._ die 60 Gramm Kokain
vermittelte.
1.2. Als Beweismittel liegen insbesondere die Aussagen der drei Beteiligten vor
(Urk. 5/1-7; Urk. 6/1; Urk. 7/1-4; Prot. I S. 11 ff.). Daneben liegen sodann die Fo-
todokumentationen der Stadtpolizei Zürich (Urk. 2/1 und Urk. 2/6), die Berichte zu
den Auswertungen der Mobiltelefone (Urk. 4/1-4), das Gutachten des IRM zur
körperlichen Untersuchung von B._, das Traumaprotokoll des Universitäts-
spitals Zürich zu B._ und die Fotodokumentation der Verletzungen von
B._ (act. 12/6–8) bei den Akten.
2. Beschuldigter A._
Die Aussagen vom Beschuldigten A._ waren hinsichtlich seiner Beteiligung
am Angriff konstant und widerspruchsfrei. Er blieb von Beginn weg bei seiner
Darstellung, dass der Mitbeschuldigte D._ "urplötzlich" mit einem Messer auf
den Privatkläger B._ losgegangen und er tatenlos und schockiert daneben
gestanden sei (Urk. 5/2 Antwort 22 und 23).
Auch anlässlich des Berufungsverfahrens beteuerte er, dass er nichts mit diesem
"Überfall" von D._ zu tun gehabt und insbesondere den Geschädigten
B._ nicht festgehalten habe, und zeigte sich betroffen durch den Umstand,
dass ihn B._ diesbezüglich zumindest teilweise belastet (Urk. 102A S. 6 f.;
Prot. II S. 6).
3. Privatkläger B._
3.1. Die Glaubwürdigkeit des Privatklägers B._ ist reduziert, weil er nach-
gewiesenermassen zu Beginn der Untersuchung wahrheitswidrig behauptete, er
sei Käufer und nicht Verkäufer der Drogen gewesen. So gab er in seinen beiden
ersten Einvernahmen vom 2. März 2020 und vom 15. April 2020 an, dass er bei
den Beschuldigten A._ und D._ habe Kokain kaufen wollen (Urk. 7/1
Antwort 12; Urk. 7/4 S. 4). Dabei schilderte er detailliert, wie dieser Drogenkauf
abgelaufen sei (Urk. 7/4 S. 4). Erst nachdem er damit konfrontiert worden war,
dass seine DNA auf der Verpackung der sichergestellten Drogen, 60,4 Gramm
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hochprozentiges Kokain (Urk. 15/3 und 9/2), festgestellt wurde, konzedierte er in
der Konfrontationseinvernahme mit A._ und D._ am 15. April 2020, zu-
vor nicht die Wahrheit gesagt zu haben: Nicht er habe Drogen kaufen wollen,
sondern er sei vielmehr der Drogenverkäufer bzw. -überbringer gewesen (Urk. 5/4
S. 2). Es ist zwar nachvollziehbar, dass sich B._ nicht selbst belasten und
Kokainhandel in qualifiziertem Umfang nicht sofort zugeben wollte. Immerhin ist
damit aber dokumentiert, dass B._ kein Garant für wahre Aussagen ist. Er
hat wahrheitswidrig A._ und D._ des Drogenverkaufs bezichtigt.
3.2. Die Darstellungen von B._ waren teilweise sehr knapp und detailarm.
In seiner ersten polizeilichen Befragung vom 2. März 2020 gab er zur Beteiligung
von A._ am Angriff an: "Der kleine Mann [A._], welcher hinter mir stand,
packte mich von hinten und hielt mich fest" (Urk. 7/1 Antwort 12). Dann etwas
später in seiner Befragung gab er auf die Frage, was der kleine Mann gemacht
habe, zur Antwort: "Ich weiss es nicht, er stand hinter mir. Ich glaube, er hielt mich
fest. Der Araber [D._] holte wieder aus" (Urk. 7/1 Antwort 24). Diese Befra-
gung erfolgte nota bene nur einen Tag nach dem Vorfall vom 1. März 2020, zu ei-
nem Zeitpunkt, an welchem die Erinnerung noch frisch sein sollte. Wenn hier der
Privatkläger B._ bloss davon spricht, er glaube A._ habe ihn festgehal-
ten, sind erhebliche Zweifel an einer aktiven Rolle von A._ angebracht. Dem
amtlichen Verteidiger ist diesbezüglich beizupflichten (Urk. 103 S. 9).
3.3. In seiner Einvernahme vom 15. April 2020 führte B._ aus, A._
habe grosse Pupillen gehabt und undeutlich gesprochen, er sei "weg" gewesen
(Urk. 7/4 Antwort 18). Als er [B._] wieder in das Zimmer gekommen sei, sei
A._ hinter ihm gestanden und habe seine [B._'s] beiden Hände gepackt
(Urk. 7/4 Antwort 22). Eine etwas unglaubhafte Darstellung, denn wenn jemand
ein Opfer von hinten packen und wehrlos für einen Angriff von vorne machen will,
erscheint es lebensfremd und auch wenig sinnvoll, das Opfer von hinten lediglich
an den Händen zu packen. Auch auf diesen Punkt hat der amtliche Verteidiger zu
Recht hingewiesen (Urk. 103 S. 11).
3.4. Weiter schilderte B._: "Ich konnte mich dann von D._ freimachen
und drehte mich um. A._ stand zwischen mir und der Tür. Er wollte mich zu-
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rückhalten. Ich konnte ihn aber wegstossen. A._ war wie blockiert und scho-
ckiert" (Urk. 7/4 Antwort 31). Auch diese Darstellung erstaunt und wirft die Frage
auf, weshalb denn A._ schockiert über den Angriff gewesen sein soll, wenn
er doch diesen Raub oder Angriff mit D._ geplant und ausgeführt haben soll.
3.5. In der Konfrontationseinvernahme vom 25. Mai 2020 zwischen B._,
A._ und D._ wurde mit keinem Wort der Ablauf des Angriffs und insbe-
sondere die Beteiligung von A._ thematisiert, was von der Verteidigung zu
Recht moniert wird (Urk. 103 S. 6). B._ äusserte in dieser Einvernahme le-
diglich den Wunsch, er wolle von A._ und D._ wissen, ob sie beide den
Angriff abgemacht hätten (Urk. 5/4 S. 6). Darauf entgegnete A._: "Sicher
nicht, ich habe E._ [der Drogenhändler, der B._ zu Übergabe schickte]
ja meine Adresse zur Weitergabe an B._ gegeben. Wenn ich ihn hätte aus-
rauben wollen, hätte ich das sonstwo getan und sicher nicht bei mir zu Hause. Ich
habe mit dem Messerstich nichts zu tun. Bitte sag die Wahrheit, ich habe dich gar
nicht berührt" (Urk. 5/4 S. 7). B._ entgegnete dazu nichts. Die Äusserung von
B._, wonach er wissen wolle, ob die beiden den Angriff bzw. den Raub ge-
meinsam geplant hätten, ist auch ein Hinweis, weshalb B._ A._ mög-
licherweise zu Unrecht belastet. A._ war derjenige, welcher ihn über E._
herbestellte. Insofern trägt A._ in den Augen von B._ eine gewisse Mit-
schuld, dass es zum Raubüberfall gekommen war. Zumindest der Verdacht, dass
A._ mit D._ unter einer Decke steckte, war jedenfalls nicht abwegig.
Andererseits kann darin aber durchaus auch ein Motiv für die falsche Anschuldi-
gung, wonach B._ von A._ noch festgehalten worden sei, erblickt wer-
den. Die unbestimmte Vermutung einer Beteiligung von A._ verführte
B._ möglicherweise dazu, die Tatsachen mit etwas gar viel subjektiver Inter-
pretation aufzumischen. Insofern kann der Vorinstanz nicht beigepflichtet werden,
wonach keine Gründe ersichtlich seien, weshalb B._ A._ falsch be-
schuldigen sollte (Urk. 81 S. 16). Wer sicher ist, dass er von einem Mittäter be-
wusst festgehalten wird, damit ihn der Zweite abstechen kann, fragt nicht danach,
ob der Angriff abgemacht worden sei oder nicht; er weiss es. Auch der amtliche
Verteidiger hat dies richtig gesehen und bezichtigt B._ nicht einfach der bös-
willigen falschen Anschuldigung. Vielmehr legt er überzeugend dar, dass B._
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eben aus seiner besonderen Lage der Unsicherheit über die Hintergründe der Tat
heraus etwas zusammengereimt hat (Urk. 103 S. 7 f. und 14 f.).
3.6. Schliesslich wendet der amtliche Verteidiger zu Recht ein, dass es schlecht
vorstellbar ist, dass jemand einen Raubüberfall mit einem blutigen Messerangriff
in seinen eigenen vier Wänden ausführt und dabei noch einen Dritten – den Dro-
genhändler E._ – über die Anwesenheit des Opfers informiert (Urk. 103 S.
13). Täter neigen in der Regel dazu, den Nachweis der Täterschaft bzw. die Auf-
deckung ihre kriminellen Handlungen zu erschweren und nicht zu erleichtern. Der
Beschuldigte hätte zudem mit Vergeltungsmassnahmen von E._ rechnen
müssen, der wohl kaum auf den Kaufpreis von 60 Gramm hochprozentigem Ko-
kain verzichtet hätte.
4. Mitbeschuldigter D._
Auch D._ behauptete nie, A._ habe B._ festgehalten (Urk. 6/1 und
Urk. 5/3 und Urk. 5/4). Er stellte sich vielmehr durchwegs auf den Standpunkt,
dass B._ zwar mit Kokain in der Wohnung erschienen sei, als er zusammen
mit A._ dort gewesen sei, er B._ aber nie mit einem Messer angegriffen
habe. Er wisse nicht, wie sich B._ die Verletzungen zugezogen habe (Urk.
5/3 S. 4; Urk. 5/4 S. 6). Er habe auch kein Blut gesehen (Urk. 5/4 S. 7). Diese Be-
streitung ist zwar an den Haaren herbei gezogen, nachdem die Polizei unmittelbar
nach der Messerattacke auf B._ in der Wohnung von A._ eintraf und
dort den schwer verletzten und blutüberströmten B._ ebenso vorfand, wie ei-
ne grosse Blutlache am Zimmerboden (vgl. Fotodokumentation im Polizeirapport,
Urk. 2/1). Nichts desto trotz bleibt es beim Umstand, dass aus den Aussagen von
D._ keine Belastungen von A._ hervorgehen.
5. Abschliessen der Türe
5.1. In den Einvernahmen tauchen an mehreren Stellen Aussagen auf, wonach
A._ die Türe zur Wohnung und zum Zimmer mit dem Schlüssel abgeschlos-
sen habe (u.a. Urk. 7/1 Antwort 12, Urk. 7/3 Antwort 7). Dies verleitet zur Schluss-
folgerung, dass A._ eben doch eine gewisse Mithilfe zur Messerattacke ge-
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leistet habe, indem er dem Opfer B._ durch das Abschliessen der Türe die
Flucht habe verunmöglichen wollen. Hierzu ist allerdings die konkrete örtliche Si-
tuation in Erinnerung zu rufen.
5.2. A._ war lediglich Untermieter von einem von mehreren Zimmern in
einer Wohnung mit gemeinsamem Bad und gemeinsamer Küche (vgl. Fotodoku-
mentation Urk. 2/1, Grundrissplan Urk. 2/5). Dass A._ nach dem Eintreten
von B._ die Wohnungstüre mit dem Wohnungsschlüssel abgeschlossen ha-
be, wäre völlig normal, ja bei einer WG sogar geboten gewesen. Daraus könnte
man nichts zu seinem Nachteil ableiten. Immerhin behauptet aber A._, er
habe die Wohnungstüre nicht abgeschlossen (Urk. 5/7 Antwort 7). Diese Behaup-
tung lässt sich alleine mit der gegenteiligen Aussagen von B._ nicht rechts-
genügend widerlegen. Ohne Umschweife zugestanden hat A._, dass er die
Zimmertüre abgeschlossen habe, nachdem B._ eingetreten sei (Urk. 5/4 S.
7; Urk. 5/7 Antwort 8). Er machte geltend, dass er sein Zimmer immer mit dem
Schlüssel abschliesse, weil es eine WG sei (Urk. 5/4 S. 7). Diese Begründung
vermag nur halbwegs zu überzeugen. Gewöhnlich besteht wenig Bedarf, sein ei-
genes Zimmer mit dem Schlüssel abzuschliessen, wenn der Untermieter mit zwei
Besuchern anwesend ist. Andererseits ist es nachvollziehbar, dass es bei einem
Drogengeschäft nicht unbedingt angenehm ist, wenn im Moment der Drogen-
übergabe ein anderer WG-Bewohner unvermittelt das Zimmer betritt. Entschei-
dend erscheint aber, dass unbestritten blieb, dass der Schlüssel am Zimmertür-
schloss stecken blieb. Wenn A._ einen Raubüberfall auf B._ geplant
und diesem die Flucht aus dem Zimmer hätte verunmöglichen wollen, wäre viel-
mehr zu erwarten gewesen, dass er den Zimmertürschlüssel abgezogen hätte.
Selbstverständlich liesse sich einwenden, dass auch Räuber manchmal "Fehler"
machen. Es darf aber auch nicht ausgeblendet werden, dass B._ nie Andeu-
tungen machte, dass die abgeschlossene Zimmertüre für ihn ein relevantes
Fluchthindernis gewesen sei. Hätte A._ tatsächlich eine Flucht aus dem
Zimmer verhindern wollen, wäre es wohl auch zu entsprechenden tätlichen Hinde-
rungshandlungen an der Türe gekommen, zumal B._ geltend machte,
A._ sei hinter ihm, d.h. zwischen ihm und der Zimmertüre gestanden. Dazu
schilderte B._ jedoch vielmehr: "Ich weiss gar nicht, wie ich an ihm vorbei-
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kam" (Urk. 7/1 Antwort 12). Und wie erwähnt, andernorts führte er an, dass
A._ schockiert gewesen sei (Urk. 7/4 Antwort 31).
6. Fazit
Für einen Nachweis, dass der Beschuldigte A._ den Angriff zusammen mit
D._ geplant und/oder ausgeführt hat, fehlen rechtsgenügende Beweise. Er
ist deshalb vom Anklagevorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung freizuspre-
chen.
IV. Rechtliche Würdigung
Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten als einen schweren Fall von
"Anstalten treffen" i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a
BetmG qualifiziert (Urk. 81 S. 27). Dieser Schuldspruch ist grundsätzlich in
Rechtskraft erwachsen. Die Verteidigung moniert nun, die Vorinstanz habe zwar
in den Erwägungen zur rechtlichen Würdigung einen schweren Fall im Sinne der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung angenommen, bei der Strafzumessung in-
des ausgeführt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Kokain für den
Eigenkonsum des Erstkäufers (D._) gedacht gewesen sei und es sich des-
halb um einen "gesonderten Einzelfall" gehandelt habe (vgl. Urk. 81 S. 35 f.). Dies
würde zur Folge haben, dass nicht mehr von einer Gefährdung für die Gesundheit
vieler Menschen gesprochen werden könne. Es müsste nach dieser Betrach-
tungsweise ein leichter Fall angenommen werden. Das Obergericht werde einge-
laden, diesen Punkt in Anwendung der Offizialmaxime zu prüfen (Urk. 103 S. 3 f.)
Aufgrund der Menge von über 60 Gramm Kokaingemisch und des sehr hohen
Reinheitsgehalts von 93% kann nicht davon ausgegangen werden, dass der
Abnehmer, vorliegend D._, diese Menge lediglich zum Eigenkonsum erwer-
ben wollte. Vielmehr ist anzunehmen, dass er zumindest einen Teil weiter zu ver-
äussern gedachte. Der Beschuldigte, welcher den Abnehmer D._ denn auch
nicht näher kannte, nahm dies angesichts der ihm bekannten Umstände auch in
Kauf. Die Vorinstanz ist mithin zu Recht von einem schweren Fall i.S.v. Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG ausgegangen.
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V. Strafzumessung
1. Angefochten wurde vom Beschuldigten auch die von der Vorinstanz aus-
gesprochene Strafe von 42 Monaten Freiheitsstrafe (Urk. 84 S. 2). Allerdings vor-
wiegend aufgrund des beantragten Freispruchs hinsichtlich des vorinstanzlichen
Schuldspruchs wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Wegen des Betäu-
bungsmitteldeliktes beantragt der Beschuldigte eine Bestrafung von 10 Monaten
Freiheitsstrafe (Urk. 103 S. 2), wogegen die Vorinstanz diese Einzelstrafe auf
14 Monate festlegte (Urk. 81 S. 36).
2. Der reine Wirkstoff des vom Beschuldigten vermittelten Kokains betrug
54,5 Gramm (Urk. 9/9). Diese Menge überschreitet den vom Bundesgericht fest-
gelegten Grenzwert von 18 Gramm reinem Kokain für eine qualifizierte Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a
BetmG deutlich (BGE 109 IV 143). Damit kann sich die auszusprechende Strafe
nicht mehr unmittelbar an der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgrenze von ei-
nem Jahr bewegen. Immerhin ist zu seinen Gunsten davon auszugehen, dass der
Beschuldigte das Kokain aus reiner Gefälligkeit gegenüber D._ vermittelte,
ohne davon finanziell selbst zu profitieren. Daran ändert wenig, dass ihm D._
vielleicht eine kleine Portion zum gemeinsamen Konsum vor Ort geschenkt hätte.
Aufgrund der Menge von über 60 Gramm und des sehr hohen reinen Wirkstoffge-
haltes nahm der Beschuldigte in Kauf, dass D._ einen Teil veräussert hätte,
allenfalls vorgängig auch gestreckt hätte. Daran ändert nichts, wenn er davon
ausging, dass D._ einen Teil selbst konsumiert hätte. Auch aus diesem
Grund bleibt es – wie bereits ausgeführt – bei der Qualifikation nach Art. 19 Abs.
2 lit. a BetmG. Eine Strafe im Bereich von 15 Monaten für das noch leichte Tat-
verschulden ist angemessen.
Die Verteidigung bringt vor, Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG sehe bei einer Verurteilung
im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG (Anstalten treffen) ausdrücklich eine fa-
kultative Strafmilderung vor. Eine Abweichung von dieser Kannvorschrift sei ge-
mäss Lehre zu begründen (Urk. 103 S. 30). Nachdem der Beschuldigte alles nach
seiner Vorstellung Notwendige unternommen hat, um den Drogendeal zu organi-
sieren und durchzuführen, ist es nicht sein Verdienst, dass dieser nicht zum ord-
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nungsgemässen Abschluss gekommen ist. Entsprechend ist eine Strafmilderung
vorliegend nicht angezeigt.
Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass die Vermittlungshandlung des Beschul-
digten in irgendeinem Zusammenhang mit seiner Alkoholsucht oder Persönlich-
keitsstörung stand. Deshalb kann auch – entgegen der Ansicht der Verteidigung
(Urk. 103 S. 30) – nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen
werden. Die Verteidigung wendet sodann ein, dass die Vorinstanz das Geständ-
nis des Beschuldigten nicht berücksichtigt oder zumindest nicht erwähnt habe
(Urk. 103 S. 30, Urk. 81 S. 37). Die Vorinstanz hält in seinem Fazit zur Tatkompo-
nente – und damit dogmatisch an falscher Stelle – fest, dass die hypothetische
Einsatzstrafe von 18 Monaten aufgrund des Geständnisses auf 14 Monate herab-
zusetzen sei (Urk. 81 S. 36). Mithin hat sie das Geständnis mit einer Strafredukti-
on von 4 Monaten, das heisst mit gut einem Fünftel, berücksichtigt. Eine Straf-
minderung von rund einem Fünftel erscheint denn auch angemessen. Zu Lasten
fallen andererseits die zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten (Urk. 101) ins
Gewicht.
Die vorinstanzlich ausgesprochene Strafe von 14 Monaten Freiheitsstrafe ist des-
halb als Einzelstrafe im Ergebnis zu bestätigen. Eine Erhöhung kommt aufgrund
des Verschlechterungsverbotes von Art. 391 Abs. 2 StPO nicht in Frage, da nur
der Beschuldigte Berufung erklärt hat.
3. Die Vorinstanz hat gänzlich ausser Acht gelassen, dass der Beschuldigte mit
rechtskräftigem Urteil vom 3. Dezember 2020 vom Obergericht des Kantons Zü-
rich zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten unter Anrechnung von
268 Tagen Haft verurteilt wurde (Urk. 83 S. 5). Hat das Gericht eine Tat zu beur-
teilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt
wurde, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwe-
rer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden
wären (Art. 49 Abs. 2 StPO). Dementsprechend ist die vorliegende Einzelstrafe
als Zusatzstrafe zum genannten Urteil auszusprechen. Zudem sind in Anwendung
von Art. 49 Abs. 1 StPO nicht einfach beide Strafen zu addieren, sondern die
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frühere Strafe ist mit der vorliegend auszusprechenden Strafe zu schärfen. Eine
Asperation um 10 Monate ist angemessen.
4. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 2. März 2020, dementsprechend bis
zum heutigen Tag, insgesamt seit 682 Tagen im Freiheitsentzug. Die Unter-
suchungshaft wurde letztmals mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts
vom 31. Oktober 2020 verlängert (Urk. 18/39). Mit Verfügung vom 2. Januar 2021
wurde Sicherheitshaft bis zum erstinstanzlichen Urteil, das am 12. Mai 2021
erging, angeordnet (Urk. 24/a). Die Sicherheitshaft wurde mit Beschluss vom 12.
Mai 2021 längstens bis zum 31. August 2021 verlängert (Urk. 45). Mit Verfügung
vom 5. Juli 2021 wurde dem Beschuldigten der vorzeitige Strafantritt bewilligt
(Urk. 71). Der entsprechende Vollzugsauftrag erging am 6. Juli 2021 (Urk. 74). Mit
Vollzugsauftrag vom 21. April 2021 wurde angeordnet, dass der Beschuldigte im
Anschluss an die Entlassung aus der Sicherheitshaft in den ordentlichen Straf-
vollzug gemäss Urteilen des Bezirksgerichts Bülach vom 1. Oktober 2019 und
dem Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3. Dezember 2020 übertrete
(Urk. 36). Dazu ist zu bemerken, dass im Strafregister kein Urteil des Bezirksge-
richts Bülach vom 1. Oktober 2019 verzeichnet ist (Urk. 83).
Im vorliegenden Verfahren befand sich der Beschuldigte demzufolge insgesamt
491 Tage in Haft (2. März 2020 - 5. Juli 2021) und seit dem 6. Juli 2021 191 Tage
im vorzeitigen Strafvollzug. Die Untersuchungshaft ist auf die Zusatzstrafe und auf
die Strafe gemäss Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3. Dezember
2020 (30 Monate abzüglich 286 Tage Haft vom 15. Oktober 2018 bis am
9. Juli 2019, SB19059) anzurechnen. Darüber hinaus ist vorzumerken, dass sich
der Beschuldigte seit dem 6. Juli 2021 im vorzeitigen Strafvollzug befindet, was
ebenfalls auf die Gesamtstrafe gemäss besagtem Obergerichtsurteil vom
3. Dezember 2020 und dem heutigen Urteil (insgesamt 40 Monate) anzurechnen
sein wird.
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VI. Vollzug
Ein bedingter Vollzug entfällt, insbesondere aufgrund der 10 Vorstrafen des
Beschuldigten (Urk. 101). Die Verteidigung akzeptiert in ihrer Berufungserklärung
denn auch zu Recht den unbedingten Vollzug (Urk. 84 S. 2; Urk. 103 S. 2).
VII. Stationäre Massnahme
1. Die Vorinstanz ordnete eine stationäre therapeutische Behandlung des
Beschuldigten im Sinne von Art. 60 StGB wegen seiner Alkoholsucht an. Dass der
Beschuldigte ein grosses Alkoholproblem hat, kann angesichts des Gutachtens
von Dr. F._, Facharzt für forensische Psychiatrie und Psychotherapie, vom
13. Oktober 2020 nicht in Abrede gestellt werden (Urk. 8/5). Der Gutachter Dr.
F._ diagnostizierte eine dissoziale Persönlichkeitsstörung und eine Abhän-
gigkeitserkrankung von Alkohol (Urk. 8/5 S. 81).
2. Gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB kann das Gericht eine stationäre Behandlung
anordnen, wenn der Täter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit
seiner psychischen Störung im Zusammenhang steht und zu erwarten ist, durch
die Massnahme lasse sich die Gefahr weiterer, mit der psychischen Störung in
Zusammenhang stehenden Taten begegnen.
3. Im vorliegenden Fall verbleibt als strafbares Delikt des Beschuldigten "ledig-
lich" die Vermittlung von 60 Gramm Kokain an D._. Dieses Delikt steht nicht
in einem kausalen Zusammenhang mit der Alkoholsucht des Beschuldigten oder
seiner dissozialen Persönlichkeitsstörung. In Übereinstimmung mit dem amtlichen
Verteidiger fehlt es demzufolge an einer der gesetzlichen Voraussetzungen für die
strafrechtliche Anordnung einer stationären Massnahme (Urk. 103 S. 31 f.).
4. Schliesslich ist zu bemerken, dass im Urteil des Obergerichts vom 3. De-
zember 2020 keine therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 56 ff. StGB an-
geordnet wurde. Insofern wäre eine heutige Anordnung einer stationären Mass-
nahme nicht kohärent, zumal das Gutachten vor dem Urteil vom 3. Dezember
2020 datiert.
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VIII. Zivilforderungen
Aufgrund des Freispruchs vom Vorwurf der versuchten Tötung bzw. der Körper-
verletzung ist das Schadenersatz- und das Genugtuungsbegehren des Privatklä-
gers B._ abzuweisen. Er hat sich diesbezüglich an den Mitbeschuldigten
D._ zu halten.
IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten der Untersu-
chung und des erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten zur Hälfte aufzu-
erlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf die
Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 StPO).
Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. A. X1._
reichte seine Honorarnoten mit den Eingaben vom 10. und 13. Januar 2022 ins
Recht und macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 7'789.15
geltend (Urk. 102 und Urk. 105). Darin nicht enthalten sind die Aufwendungen für
die Berufungsverhandlung und die Nachbesprechung. Es erscheint angemessen,
Rechtsanwalt lic. iur. A. X1._ für das Berufungsverfahren mit pauschal
Fr. 8'800.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.