Decision ID: b01b3c92-2971-4f72-a9b4-67e5f5f98fec
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Gesuchsteller) meldete sich und seine Frau B._
(nachfolgend: Gesuchstellerin) am 30. Januar 2019 bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: SVA) zum Bezug einer individuellen
Prämienverbilligung für das Jahr 2019 an. Er gab dabei an, dass die
Krankenpflegeversicherungsprämie von ihm und seiner Frau durch das Sozialamt
bezahlt werde (act. G 5.2-1).
A.a.
Mit Verfügung vom 8. Februar 2019 teilte die SVA den Gesuchstellern mit, dass
kein zusätzlicher Anspruch auf Prämienverbilligung bestehe, da ihre
Krankenkassenprämien gemäss ihren Angaben vom Sozialamt übernommen würden
(act. G 5.2-2).
A.b.
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Mit Verfügung vom 9. Juli 2020 sprach die SVA dem Gesuchsteller infolge
veränderter Berechnungsgrundlagen (Wegfall des hypothetischen Einkommens wegen
[...]) rückwirkend für die Zeit vom 1. November bis 31. Dezember 2019
Ergänzungsleistungen in Form einer Prämienpauschale für die Krankenversicherung in
der Höhe von monatlich Fr. 920.-- zu, wobei sie festhielt, dass die Pauschale aber nicht
an die Krankenkasse ausbezahlt werde, da die Prämien bereits durch das Sozialamt
bis Dezember 2020 bezahlt worden seien (act. G 5.2-5).
A.c.
Mit Verfügung vom 3. Juni 2021 eröffnete die SVA den Gesuchstellern eine
Neuberechnung der individuellen Prämienverbilligung 2019 mit einem Saldo zu deren
Gunsten von Fr. 7'103.--, der direkt an den entsprechenden Krankenversicherer
ausbezahlt würde. In der Überschrift merkte sie an, dass die Verfügung vom 3. Juni
2021 diejenige vom 8. Februar 2019 ersetze (act. G 5.2-3).
A.d.
Nachdem die SVA von den Sozialen Diensten der Stadt C._ mit E-Mail vom 21.
Januar 2022 darauf hingewiesen worden war, dass die Kontoauszüge des
Gesuchstellers Prämienverbilligungszahlungen der Krankenversicherung aufwiesen
(Gutschrift von Fr. 7'103.--, Valuta: 8. Juli 2021, act. G 5.2-7; siehe auch die
Prämienabrechnung der Z._ vom 26. Juni 2021; act. G 5.2-10), obwohl die
Krankenkassenprämien durch die Sozialen Dienste bezahlt worden seien (act. G 5.2-4),
erliess die SVA am 25. Januar 2022 eine Verfügung mit der Überschrift "Verfügung -
Rückforderung". Sie hielt darin im Wesentlichen fest, das Sozialamt habe ihr mitgeteilt,
dass es die Krankenkassenprämien für die Gesuchsteller für das Jahr 2019
vollumfänglich übernommen habe. Demzufolge hätte die Auszahlung der ordentlichen
Prämienverbilligung sowie der Prämienverbilligung aus Ergänzungsleistung nicht
stattfinden dürfen. Ein Verfügungsnehmer habe die Pflicht, den Inhalt einer Verfügung
zu kontrollieren und allfällige Fehler innert nützlicher Frist dem Leistungserbringer zu
melden. Dieser Meldepflicht seien die Gesuchsteller in Bezug auf die Verfügung vom 3.
Juni 2021 offenbar nicht nachgekommen, obschon auch einem Laien hätte bewusst
sein müssen, dass irrtümlich eine Doppelzahlung respektive doppelte Übernahme der
Krankenkassenprämien vorgelegen habe. Die SVA zeichne sich (gemeint wohl: sei)
nicht für das Inkasso verantwortlich. Die zu viel entrichtete Prämienverbilligung in der
Höhe von Fr. 7'103.-- werde durch die Krankenkasse in Rechnung gestellt (act. G
5.2-8).
A.e.
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B.
C.
Gegen diese Verfügung erhoben die Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. D. Ehrenzeller, Teufen, am 8. Februar 2022 Einsprache und stellten darin auch
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren (act.
G 5.2-9 und 5.2-15).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 29. März 2022 wies die SVA die Einsprache der
Gesuchsteller ab (act. G 1.1 und 5.2-17). Mit gleichentags erlassener Verfügung wies
die SVA auch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
im Verwaltungsverfahren betreffend ordentliche Prämienverbilligung ab (act. G 1.2 und
5.2-16).
B.b.
Gegen diese beiden Entscheide erhoben die Gesuchsteller (nachfolgend:
Rekurrenten), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Ehrenzeller, am 27. April 2022
Rekurs an das Versicherungsgericht (act. G 1). Sie beantragten, der
Einspracheentscheid vom 29. März 2022 betreffend individuelle Prämienverbilligung
2019 sowie die Verfügung vom 29. März 2022 betreffend unentgeltliche
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren seien aufzuheben und von der Rückforderung
der individuellen Prämienverbilligung 2019 und 2020 sei abzusehen; im
Einspracheverfahren vom 8. Februar 2022 sei die unentgeltliche Verbeiständung zu
gewähren (act. G 1 S. 2). Überdies stellten sie ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht
(act. G 1 und 4).
C.a.
In ihrer Vernehmlassung vom 31. Mai 2022 beantragte die SVA (nachfolgend:
Vorinstanz) die Abweisung des Rekurses gegen den Einspracheentscheid vom 29.
März 2022 sowie desjenigen gegen die Verfügung vom 29. März 2022 (act. G 5).
C.b.
Am 8. Juni 2022 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht
(act. G 6).
C.c.
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Erwägungen
1.
In ihrer Replik vom 6. Juli 2022 hielten die Rekurrenten an den in der Rekursschrift
vom 27. April 2022 gestellten Anträgen fest (act. G 8).
C.d.
Mit Schreiben vom 5. August 2022 hielt die Vorinstanz an den in der
Vernehmlassung gestellten Anträgen fest und verzichtete auf die Erstattung einer
ausführlichen Duplik (act. G 10).
C.e.
Einspracheentscheide der Vorinstanz über Prämienverbilligungen für Versicherte in
bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen können beim Versicherungsgericht mit
Rekurs angefochten werden (Art. 42 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Beim im vorliegenden Verfahren
angefochtenen Einspracheentscheid vom 29. März 2022 (act. G 1.1) handelt es sich
demnach um ein zulässiges Anfechtungsobjekt.
1.1.
ter
Die ebenfalls angefochtene Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (act. G 1.2) ist im Einspracheverfahren betreffend
Prämienverbilligung, auf das die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sachgemäss
anwendbar sind (vgl. Art. 16 des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über
die Krankenversicherung [EG-KVG; sGS 331.11]), ergangen. Es handelt sich dabei
grundsätzlich um eine prozess- bzw. verfahrensleitende Verfügung i.S.v. Art. 52 Abs. 1
ATSG. Da diese jedoch am gleichen Tag wie der Einspracheentscheid erlassen worden
ist, hat sie ihre verfahrensleitende Bedeutung verloren und stellt somit faktisch einen
Teil des Endentscheides dar, der, wie bereits festgestellt, ein zulässiges
Anfechtungsobjekt bildet (vgl. oben E. 1.1; vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts
vom 10. Juli 2017, 9C_423/2017, E. 4.1). Selbst bei Qualifikation als eigenständige
Zwischenverfügung wäre das Versicherungsgericht für deren Beurteilung zuständig, da
der Rechtsweg an das Versicherungsgericht in der Hauptsache (Einspracheentscheid
betreffend individuelle Prämienverbilligung) offen steht und sich die Anfechtung des
Zwischenentscheides grundsätzlich nach diesem Rechtsweg richtet (vgl. dazu Urteile
des Bundesgerichts vom 26. März 2019, 2C_239/2018, E. 1.3, und vom 8. Mai 2020,
2C_297/2020, E. 2.1; je mit weiteren Hinweisen).
1.2.
Der Rekurs ist innert der dafür vorgesehenen 14-tägigen Rekursfrist (Art. 47 Abs. 1
VRP; vgl. dazu auch Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
1.3.
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2.
15. Dezember 2015, KV-SG 2015/12, E. 1.5.4) beim Versicherungsgericht eingegangen.
Weiter haben die Rekurrenten als Adressaten ein schutzwürdiges Interesse an der
Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides bzw. der angefochtenen
Entscheide (Art. 45 Abs. 1 VRP). Da auch die übrigen prozessualen Voraussetzungen
erfüllt sind, ist auf den Rekurs gegen den Einspracheentscheid betreffend individuelle
Prämienverbilligung vom 29. März 2022 und den gleichentags erlassenen Entscheid
betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung einzutreten.
Nicht eingetreten werden kann jedoch auf das von den Rekurrenten gestellte
Rechtsbegehren, soweit es sich auf eine Rückforderung von individueller
Prämienverbilligung 2020 bezieht (vgl. act. G 1 S. 2), da diese offenkundig nicht
Gegenstand der angefochtenen Entscheide bildet (vgl. dazu auch die Stellungnahme
des Fachbereichs der Vorinstanz vom 6. Mai 2022; act. G 5.1).
1.4.
Zunächst zu prüfen ist die Rechtsmässigkeit des angefochtenen
Einspracheentscheides (act. G 1.1), mit welchem die Vorinstanz von den Rekurrenten
die gestützt auf die Verfügung vom 3. Juni 2021 (act. G 5.2-3) ausgerichteten
Prämienverbilligungszahlungen in der Höhe von Fr. 7'103.-- zurückfordert.
2.1.
Gemäss Art. 13 Abs. 1 EG-KVG sind für die Rückerstattung und den Erlass der
Rückerstattung einer unrechtmässig bezogenen Prämienverbilligung Art. 25 Abs. 1 und
2 ATSG sachgemäss anzuwenden. Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG bestimmt, dass
unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten sind. Eine aufgrund einer
formell rechtskräftigen Verfügung ausgerichtete Leistung wird dann zu einer
unrechtmässig bezogenen Leistung i.S.v. Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG, wenn entweder
die für die Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) oder die prozessuale Revision (Art.
53 Abs. 1 ATSG) erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, mithin eine rückwirkende
Korrektur der Verfügung, welche der Leistungsausrichtung zu Grunde liegt, durch eine
Wiedererwägung bzw. eine Revision erfolgt ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.
2020, N 14 zu Art. 25; Urteil des Bundesgerichts vom 9. August 2022, 8C_195/2022,
mit Hinweis auf BGE 130 V 318 E. 5.2).
2.2.
Im angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 1.1) bzw. der diesem zu Grunde
liegenden Rückforderungsverfügung vom 25. Januar 2022 (act. G 5.2-8) nimmt die
Vorinstanz eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) respektive einen Widerruf (Art.
28 Abs. 1 VRP) der Verfügung vom 3. Juni 2021 zwar nicht explizit vor. Aus dem
Wortlaut der Rückforderungsverfügung bzw. des Einspracheentscheides wird aber
gleichwohl deutlich, dass die Vorinstanz auf die Verfügung vom 3. Juni 2021
2.3.
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konkludent zurückgekommen ist, da diese nach ihrer Auffassung von Anfang an
fehlerhaft gewesen ist. So spricht die Vorinstanz im angefochtenen
Einspracheentscheid beispielsweise von einer Fehlerfassung, die zur Verfügung geführt
habe (vgl. act. G 1.1 S. 3), wodurch zum Ausdruck kommt, dass die Verfügung vom 3.
Juni 2021 ihres Erachtens nie hätte erlassen werden dürfen. Dies bestätigt die
Vorinstanz mit ihren Ausführungen in der Vernehmlassung vom 31. Mai 2022, wo sie
die Verfügung vom 3. Juni 2021 als zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen
Sinn bezeichnet hat (vgl. act. G 5 S. 5). Es ist somit anzunehmen, die
Rückforderungsverfügung vom 25. Januar 2022 habe eine konkludente
Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) bzw. einen konkludenten Widerruf (Art. 28 Abs.
1 VRP) der Verfügung vom 3. Juni 2021 enthalten.
Zu prüfen ist nun, ob die seitens der Vorinstanz konkludent vorgenommene
Wiedererwägung bzw. der konkludent vorgenommene Widerruf zu Recht erfolgt ist.
Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG setzt das wiedererwägungsweise Zurückkommen auf
Entscheide voraus, dass diese zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von
erheblicher Bedeutung ist. Gemäss Bundesgericht meint die zweifellose Unrichtigkeit,
dass kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung bzw. des Entscheids
denkbar ist (BGE 138 V 328 E. 3.3 mit Hinweisen). In der Regel betrifft die zweifellose
Unrichtigkeit einen Entscheid wegen falsch bzw. unzutreffend verstandener
Rechtsbestimmungen oder unterlassener bzw. unrichtiger Anwendung von Normen
(vgl. BGE 141 V 414 f. E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2017,
9C_766/2016, E. 1.1.2; je mit Hinweisen). Nach Art. 28 Abs. 1 VRP ist ein Widerruf einer
Verfügung dann möglich, wenn dieser die Betroffenen nicht belastet oder wenn er aus
wichtigen öffentlichen Interessen geboten ist.
2.4.
Da die Krankenkassenprämien der Rekurrenten für das Jahr 2019 im Zeitpunkt des
3. Juni 2021 bereits von den Sozialen Diensten der Stadt C._ bezahlt worden waren
(vgl. act. G 5.2-2 und 5.2-4), erweist sich die Verfügung vom 3. Juni 2021, mit welcher
aufgrund ordentlicher und ergänzungsrechtlicher Prämienverbilligungen für das Jahr
2019 ein an die Krankenversicherung der Rekurrenten auszuzahlender Saldo
festgestellt worden ist (vgl. act. G 5.2-3), als zweifellos unrichtig. Bei einem
Sozialhilfebezug besteht nämlich nicht gleichzeitig ein Anspruch auf
Prämienverbilligung (vgl. Art. 14a EG-KVG und Art. 24 Abs. 1 der Verordnung zum
Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung [Vo EG-
KVG; sGS 331.111]). Entgegen der Behauptung der Rekurrenten (vgl. act. G 1 S. 5) ist
die Prämienverbilligung demnach gerade nicht zu Recht ausgerichtet worden. Aufgrund
der offensichtlichen Unrichtigkeit der Verfügung vom 3. Juni 2021 und der daraus
2.5.
bis
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resultierenden Doppelzahlung von erheblicher Bedeutung entspricht der Widerruf der
Verfügung vom 3. Juni 2021 auch einem öffentlichen Interesse i.S.v. Art. 28 Abs. 1 VRP
(vgl. dazu auch den unter altem Recht ergangenen Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. September 2011, KV-SG
2011/3, E. 2 mit Hinweis). Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz mit
der Verfügung vom 25. Januar 2022 (act. G 5.2-8) bzw. dem Einspracheentscheid vom
29. März 2022 (act. G 1.1 und 5.2-17) auf die Verfügung vom 3. Juni 2021 konkludent
zurückgekommen ist. Die ausgerichtete Zahlung in der Höhe von Fr. 7'103.-- ist
demnach als unrechtmässig i.S.v. Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG zu qualifizieren, sodass
sie grundsätzlich – unabhängig von einem Verschulden der Rekurrenten (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. April 2019, 9C_241/2018, E. 1) – zurückgefordert werden kann,
sofern die Rückforderung rechtzeitig erfolgt.
2.6.
Der Rückforderungsanspruch erlischt drei Jahre, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber fünf Jahre seit
der Auszahlung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer
strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist
vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 13 Abs. 1 EG-KVG i.V.m. Art. 25 Abs. 2
ATSG).
2.6.1.
Eine strafbare Handlung steht vorliegend nicht zur Diskussion, sodass die
übliche Verwirkungsfrist gilt. Die Verfügung, welche Grundlage der falschen
Leistungsausrichtung bildet, ist am 3. Juni 2021 von der Vorinstanz erlassen worden
(act. G 5.2-3). Die Auszahlung der Leistung kann somit ebenfalls frühestens dann
erfolgt sein. Die Rückforderungsverfügung ist bereits am 25. Januar 2022 (act. G 5.2-8),
sprich innerhalb eines Jahres nach dem von der Vorinstanz begangenen Fehler, der
dieser dank einer E-Mail der Sozialen Dienste der Stadt C._ am 21. Januar 2022
bewusst geworden ist (act. G 5.2-4), ergangen. Die dreijährige relative und fünfjährige
absolute Verwirkungsfrist sind demnach offensichtlich eingehalten.
2.6.2.
Zusammenfassend ist die von der Vorinstanz verfügte Rückforderung der
unrechtmässig ausgerichteten Leistungen in der Höhe von Fr. 7'103.-- nicht zu
beanstanden. Der Umstand, dass die Vorinstanz die Auszahlung nicht direkt an die
Rekurrenten vorgenommen, sondern den entsprechenden Betrag der
Krankenversicherung der Rekurrenten gutgeschrieben hat (vgl. dazu die Ausführungen
der Rekurrenten in act. G 8 S. 4), steht der Geltendmachung der Rückforderung
gegenüber den Rekurrenten nicht entgegen. Denn die Krankenversicherung, welche
2.7.
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3.
den gutgeschriebenen Betrag von Fr. 7'103.-- an die Rekurrenten weitergeleitet hat, ist
als blosse Inkasso- respektive Zahlstelle zu qualifizieren (vgl. BGE 147 V 375 f. E. 4.3.3;
vgl. dazu ferner die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in act. G 5 S. 6).
Entgegen der Behauptung der Rekurrenten (vgl. act. G 1 S. 5) ist durch die irrtümliche
Doppelzahlung somit auch nicht die Krankenversicherung, sondern die Vorinstanz
geschädigt. Folglich ist sie auch legitimiert, die Rückforderung geltend zu machen (zur
Legitimation der Vorinstanz zur Rückforderung von Prämienverbilligungen vgl. auch
Art. 31 Abs. 1 Vo EG-KVG).
Soweit die Rekurrenten geltend machen, die Doppelzahlung sei für sie nicht
erkennbar gewesen (vgl. act. G 1 und 8), ist anzumerken, dass die Frage, ob die
Rekurrenten die Leistungen in gutem Glauben empfangen haben, grundsätzlich erst im
Rahmen der Prüfung eines allfälligen Erlassgesuches nach Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG
zu klären ist. Dass die Rekurrenten sich zur Frage des guten Glaubens geäussert
haben, ist angesichts dessen, dass auch die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid (act. G 1.1) sowie der Rückforderungsverfügung vom 25. Januar
2022 (act. G 5.2-8) mehrfach die Frage thematisieren, inwiefern die von der Vorinstanz
vorgenommene fehlerhafte Zahlung für die Rekurrenten erkennbar gewesen sei,
verständlich. Die Erlassfrage kann allerdings erst dann geprüft werden, wenn die
Rechtsbeständigkeit der Rückforderungsverfügung feststeht (Urteil des Bundesgerichts
vom 2. Juli 2015, 9C_466/2014, E. 3.1, mit Hinweis; vgl. auch Art. 4 Abs. 2 und 4 der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR
830.11]). Folglich kann die Erlassfrage nicht Teil des angefochtenen
Einspracheentscheides und somit auch nicht Anfechtungsgegenstand in diesem
Beschwerdeverfahren sein (zum Anfechtungsgegenstand vgl. BGE 125 V 414 E. 1a mit
Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen, dass dem
angefochtenen Einspracheentscheid bzw. der ihm zu Grunde liegenden
Rückforderungsverfügung vom 25. Januar 2022 der von Art. 3 Abs. 2 ATSV (zur
Anwendung des ATSG und folglich auch des ATSV im Rahmen der Rückforderung vgl.
Art. 13 EG-KVG) geforderte Hinweis auf die Möglichkeit eines Erlassgesuchs fehlt
(act. G 1.1 und 5.2-8). Aus diesem formellen Mangel erwächst den Rekurrenten jedoch
keinen Nachteil, da sie mit diesem Entscheid ausdrücklich auf die Möglichkeit eines
Erlassgesuchs hingewiesen werden.
2.8.
Weiter zu prüfen gilt es den Anspruch der Rekurrenten auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren betreffend die
Rückforderungsverfügung vom 25. Januar 2022.
3.1.
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Gemäss Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel
verfügt und deren Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie
ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Im
Sozialversicherungsverfahren, nach dessen Grundsätzen sich das Einspracheverfahren
gegen die Verfügung betreffend individuelle Prämienverbilligung vom 25. Januar 2022
gerichtet hat (vgl. Art. 16 EG-KVG; vgl. dazu auch den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Oktober 2015, KV-SG 2014/6),
wird der gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die
Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG). Die Voraussetzungen für die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren sind (in Analogie zum
gerichtlichen Verfahren) die sachliche Gebotenheit der Vertretung, die finanzielle
Bedürftigkeit und die fehlende Aussichtslosigkeit (vgl. BBl 1999 4595; Urteil des
Bundesgerichts vom 8. November 2012, 8C_717/2012, E. 2).
3.2.
Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Verwaltungsverfahren wird
namentlich mit Blick darauf, dass die Versicherungsträger und Durchführungsorgane
der einzelnen Sozialversicherungen den rechtserheblichen Sachverhalt unter
Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität,
Neutralität und Gesetzesgebundenheit (BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43
ATSG), nur zurückhaltend bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit Hinweisen). Demnach müssen sich schwierige rechtliche oder
tatsächliche Fragen stellen und eine Interessenwahrung durch Dritte
(Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer
Institutionen) muss grundsätzlich ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201 E. 4.1 in fine
mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6, und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, dass bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen sei). Von Bedeutung ist schliesslich auch die Fähigkeit der versicherten Person,
sich im Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen; zum Ganzen Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2019, IV 2017/345 und 346,
E. 6).
3.3.
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Die Vorinstanz hat die Notwendigkeit einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
im Einspracheverfahren gegen die Rückforderungsverfügung vom 25. Januar 2022
wegen fehlender Komplexität verneint. Es sei im Einspracheverfahren lediglich um eine
zu Unrecht ergangene Prämienverbilligung gegangen, die bereits vom Sozialamt
übernommen worden sei (act. G 1.2; vgl. dazu auch act. G 5 S. 6). Demgegenüber sind
die Rekurrenten der Ansicht, dass die Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren
zweifellos geboten gewesen sei, weil in diesem Verfahren nicht nur Fehler der
Vorinstanz aufzudecken gewesen seien, sondern diese auch Verfügungen erlasen
habe, für die sie gar nicht zuständig gewesen sei. Wenn schon die Vorinstanz den
Überblick verloren habe, könne erst recht nicht erwartet werden, dass sie, die
Rekurrenten, diesen hätten (act. G 1 S. 5 f.).
3.4.
In der Tat ist das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Leistungsträgern
und Leistungsarten (Sozialhilfe, Ergänzungsleistungen und ordentliche
Prämienverbilligung) für einen juristischen Laien nicht leicht zu überblicken. Dies gilt
erst recht, wenn, wie im vorliegenden Fall, verschiedene Verfügungen erlassen worden
sind, die teilweise Bezug aufeinander genommen haben, ohne diesen immer klar
offenzulegen. So ist die Verfügung vom 3. Juni 2021 (act. G 5.2-3) für sich genommen
beispielsweise nur schwer verständlich, wenn einerseits für den Zeitraum vom 1.
Januar bis 31. Oktober 2019 ordentliche Prämienverbilligungen in der Höhe von Fr.
5'263.-- berechnet werden, dann aber eine Nachzahlung in einem höheren Betrag von
Fr. 7'103.-- festgelegt wird, wobei die Differenz von Fr. 1'840.-- vermutungsweise auf
die am 9. Juli 2020 verfügte Prämienverbilligung der Ergänzungsleistung von Fr. 920.--
pro Monat (vgl. act. G 5.2-5 und den darin aufgeführten Zeitrahmen "ab 1. November
2019 bis 31. Dezember 2019") zurückzuführen ist, ohne dass dies in der Verfügung
vom 3. Juni 2021 jedoch offen deklariert worden wäre. Vielmehr heisst es in der
Verfügung vom 3. Juni 2021, dass für den Zeitraum vom 1. November bis 31.
Dezember 2019 kein Anspruch auf Prämienverbilligung bestehe (act. G 5.2-3), sodass
die Beträge kaum verständlich sind. Erschwerend kommt vorliegend die Konstellation
hinzu, dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 25. Januar 2022 eine Rückforderung
des mit Verfügung vom 3. Juni 2021 zugesprochenen Betrags von Fr. 7'103.-- geltend
gemacht hat, ohne dabei explizit anzugeben, dass sie die Verfügung vom 3. Juni 2021
in Wiederwägung ziehe oder widerrufe. Der Ablauf von Wiedererwägung bzw. Widerruf
einer Verfügung, Rückforderung und Erlassgesuch ist für einen juristischen Laien nicht
leicht zu verstehen. Indem die Vorinstanz die Vorgänge rund um die Wiedererwägung
bzw. den Widerruf und die Rückforderung in der Rückforderungsverfügung vom
25. Januar 2022 (act. G 5.2-8) unzureichend dargestellt hat, hat sie selber zur
Unübersichtlichkeit des Einspracheverfahrens beigetragen. Aufgrund der soeben
3.5.
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4.
dargelegten tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten des Falles ist davon
auszugehen, dass die Rekurrenten dem Verfahren auf sich alleine gestellt nicht
gewachsen gewesen wären. Anhaltspunkte dafür, dass andere Fachstellen für die
notwendige fachliche Unterstützung zur Verfügung gestanden wären, liegen nicht vor.
Folglich ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bereits im Einspracheverfahren
notwendig gewesen.
Angesichts dessen, dass die Vorinstanz die Wiedererwägung oder den Widerruf
am 25. Januar 2022 bloss konkludent und damit nicht ohne weiteres erkennbar verfügt
hat (vgl. oben E. 2.3 und E. 3.5) und weil die bereits in der Rückforderungsverfügung
vom 25. Januar 2022 enthaltenen Ausführungen zum guten Glauben den Rekurrenten
eine klare Eingrenzung des Anfechtungsgegenstandes erschwert haben (vgl. dazu
oben E. 2.8), kann das Einspracheverfahren, für das die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung beantragt worden ist, nicht als offensichtlich aussichtslos
qualifiziert werden. Es ist vor diesem Hintergrund nämlich nicht anzunehmen, dass die
Rekurrenten, wenn sie die Kosten des Einspracheverfahrens selbst zu tragen hätten,
auf den Prozess verzichtet hätten.
3.6.
Die Bedürftigkeit der Rekurrenten ist als gegeben zu betrachten, da diese durch
das Sozialamt und mittels Ergänzungsleistungen unterstützt werden (act. G 5.2-5).
3.7.
Nach dem Gesagten ist der Entscheid vom 29. März 2022 betreffend
unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G 1.2) in Gutheissung des dagegen
erhobenen Rekurses aufzuheben und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Einspracheverfahren gegen die Verfügung vom 25. Januar 2022 zu bewilligen.
Rechtsanwalt lic. iur. D. Ehrenzeller ist zum unentgeltlichen Rechtsvertreter zu
ernennen. Die Sache ist zur Festsetzung der Entschädigung des unentgeltlichen
Rechtsbeistandes an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3.8.
Zusammenfassend ist der Rekurs gegen den Einspracheentscheid vom 29. März
2022 betreffend individuelle Prämienverbilligung (act. G 1.1) abzuweisen (vgl. oben E.
2), soweit darauf einzutreten ist (vgl. oben E. 1.4). Demgegenüber ist der Rekurs gegen
den Entscheid vom 29. März 2022 betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung
(act. G 1.2) gutzuheissen. Den Rekurrenten ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
für das Einspracheverfahren gegen die Verfügung vom 25. Januar 2022 zu bewilligen
und Rechtsanwalt lic. iur. D. Ehrenzeller zum unentgeltlichen Rechtsvertreter zu
ernennen, wobei die Sache zur Festsetzung des Honorars an die Vorinstanz
zurückzuweisen ist (vgl. oben E. 3.8).
4.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 13/15
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4.2.
Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder zum Teil abgewiesen werden.
4.2.1.
Hinsichtlich des Rekurses gegen den Einspracheentscheid vom 29. März 2022
betreffend individuelle Prämienverbilligung obsiegt die Vorinstanz. Die Gerichtsgebühr,
die in Anwendung von Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12) und mit
Blick auf vergleichbare Fälle für diesen Teil des Rekursverfahrens auf Fr. 500.--
festzusetzen ist, ist den Rekurrenten aufzuerlegen, wobei sie infolge bewilligter
unentgeltlicher Rechtspflege (vgl. act. G 6) davon zu befreien sind.
4.2.2.
Hinsichtlich des Rekurses gegen den Entscheid vom 29. März 2022 betreffend
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist von einem vollen Obsiegen der
Rekurrenten auszugehen. Die für diesen Teil des Verfahrens in Anwendung von Art. 7
Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12) und mit Blick auf den begrenzten
Streitgegenstand ebenfalls auf Fr. 500.-- festzusetzende Gerichtsgebühr trägt die
Vorinstanz.
4.2.3.
4.3.
Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie
aufgrund der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98
Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten
nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 98 Abs. 1 VRP). Für Streitigkeiten vor
Versicherungsgericht beträgt das Honorar pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.-- (Art.
22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung [HonO; sGS 963.75]). Innerhalb des für eine Pauschale
gesetzten Rahmens bemisst es sich nach den besonderen Umständen, namentlich
nach Art und Umfang der notwendigen Bemühungen und der Schwierigkeit des Falles
(Art. 31 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]; Art. 19 HonO).
4.3.1.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung (vgl. act. G 6) die
Kosten der Rechtsvertretung der Rekurrenten für das Rekursverfahren gegen den
Einspracheentscheid betreffend individuelle Prämienverbilligung. Angesichts des
bescheidenen Aktenumfangs und der kurz gehaltenen Eingaben des Anwalts bei
gleichzeitiger rechtlicher Komplexität des Falls erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3‘000.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Rekurrenten
für das Rekursverfahren gegen den Einspracheentscheid betreffend individuelle
4.3.2.
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