Decision ID: d5773afb-ba7b-4349-9fb4-a5e433c2c33d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, reiste im
August 2008 als A
sylsuchender in die Schweiz ein (
Urk.
10/8
Ziff.
5.5). Unter Hinweis auf Rücken
beschwerden
und einer Beeinträchtigung der Sehkraft
meldete sich
der
Versicherte
am
1
7.
Oktober 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/8
). Die
So
zialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
10/25-31) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
1.
April 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
10/35
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
2
2.
Mai 2014
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
1.
April 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S.
2
Ziff.
1
) und es sei
ihm
eine ganze Rente der Invalidenversicherung
zuzuspre
chen (S. 2
Ziff.
2
), eventuell sei
zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsfähigkeit durch das
hiesige G
ericht ein Gutachten einzuholen und hernach über den Rentenanspruch neu zu entscheiden
(S. 2
Ziff.
3),
sub
eventuell
sei festzustellen, dass er Anspruch auf berufliche Eingliederungsmass
nahmen habe (S. 2
Ziff.
4).
Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung (S. 2
Ziff.
6).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2014
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde. D
ies wurde dem Beschwerdeführer
am
8.
Juli 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Unterlagen davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne das Heben von Gewichten und ohne grosse Anforderungen an das Sehvermögen vollzeitlich und unein
geschränkt zumutbar sei. Gestützt darauf ermittelte sie mittels eines
Prozentver
gleichs
einen
renten
ausschliessenden
Invalidi
tätsgrad
von 10 % (S. 2 oben).
Be
treffend Eingliederungsmassnahmen führte sie aus, dass beim Beschwerdeführer psychosoziale IV-fremde Faktoren vorlägen, welche eine erfolgreiche Einglie
de
rung
beeinträchtigten (S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
er leide an einer hochgradigen
Visuseinschränkung
und an verschiedenen Beeinträchti
gun
gen in der unteren Wirbelsäule. Ausserdem spreche er kaum Deutsch und verfüge auch nicht über eine berufliche Ausbildung oder entsprechende Erfah
rung. Ohne entsprechende Eingliederungsmassnahmen sei somit von keiner Restarbeitsfähigkeit mehr auszugehen (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
4).
2.3
Strittig und zu prüfen is
t somit die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers, mit
hin der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Fachärzti
n Innere Medizin FMH, führte mit
Arzt
zeugnis
vom
3
1.
August 2011
(
Urk.
10/6 =
Urk.
10/17)
aus,
sie betreue den Be
schwerdeführer als Hausärztin. Er leide an einer Tuberkulose mit
osteolytischen
Wirbelkörperlä
sionen. Diese werde jetzt seit A
nfang
2011 bis Januar 2012 resistenzgerecht mit Tuberkulostatika behandelt. Der Beschwerdeführer müsse diese Medikamente täglich unter Sicht einnehmen. Zusätzlich sei er durch die grossen Sorgen und depressiven Gedanken, die sich um seine in Äthiopien wei
lende Familie drehten, stark beeinträchtigt. Die Anwesenheit seiner Familie würde ihn von diesen schweren Sorgen entlasten und dazu beitragen, dass sich seine psychische und damit auch körperliche Gesundheit bessern würden.
3.2
Dr.
Y._
berichtete am 1
5.
November 2012 (
Urk.
10/13/5-6) und nannte fol
gende Diagnosen (S. 1
Ziff.
1.1):
Ethambutol
induzierte
Optikusneuropathie
beidseits
mit massiver Sehbehinderung
Spondylitis Erstdiagnose Januar 2011 mit dringendem Verdacht auf mul
tifokale Tuberkulose
mit
lymphoradikulärem
Schmerzsyndrom und sensomotorischem Aus
fall L5 und S1 links, mit Deckplatteneinbruch LWK 5 und
grös
sen
regrediente
m
Knochenbefall LWK 5
os
sac
rum
beidseits April 2011, unveränderter Befund 1
2.
Februar 2011
psychosoziale Belastungssituation
Sie führte aus, sie habe die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bis jetzt noch nie beurteilt.
Von 2008 bis Ende 2011 habe sie
ihn
nur sporadisch wegen banalen Schmerzen oder Infekten untersucht
. Von Dezember 2010 bis Januar 2011 sei er wegen des
lumboradikulären
Reizsyndroms in Behandlung gewesen
(S. 1
Ziff.
1.4). Beim Beschwerdeführer sei schon lange keine genaue Untersu
chung mehr durchgeführt worden. Am 2
3.
August
2012 hätten sich eine
Druck
dolenz
des Beckenkamms paravertebral und dorsal links bei negativem
Lasegue
und nach wie vor bestehenden
Parästhesien
lateral oberhalb
Malleolus
lateralis
links mit symmetrischer Kraft beidseits und stark eingeschränktem
Visus
erge
ben (S. 1 unten). Der stark eingeschränkte
Visus
werde sich wahrscheinlich nicht mehr erholen (S. 2 oben).
3.3
PD
Dr.
med.
Z._
, Augenarzt,
Konsiliararzt
universitäre
Augen
kli
nik Universitätsspital
A._
, berichtete am
1.
Juni 2013 (
Urk.
10/22/5-8)
und
nannte folgende Diagnosen (S. 1):
Ethambutol
zirka von Januar bis Ende September 2011 wegen Lenden
wirbel-Tuberkulose
mässige
Ethambutol
bezogene Neuropathie der Sehnerven beidseits mit Einschränkung der Sehschärfe beidseits
optisch
Anisometropie
, vorbeste
hende
strabologische
Amblyopie
links
unklare Sehschärfenverläufe,
Visusverbesserung
im Frühjahr 2012,
i
m Frühjahr 2013 Verschlechterung der Sehschärfe, Verdacht auf Aggrava
tion
Er
führte
er
aus,
i
m
Oktober 2011 sei der Zustand
Ethambutol
-bedingt gewesen. Im Februar 2012 habe sich nach dem Absetzen des
Ethambutols
sodann eine
Visusverbesserung
ergeben. Aktuell bestehe eine subjektive
Visusverschlechte
rung
, wobei die aktuelle Sehschärfe objektiv nicht erklärbar sei. Es bestehe der Verdacht auf Aggravation
(S. 1 Mitte)
.
Weiter führte er unter anderem aus, am
rechten Auge sei die Fixation ruhig und praktisch zentral. Bereits schon diese Tatsache schliesse eine erhebliche visuelle Beeinträchtigung aus. Am linken
Auge sei die Fixation der
Amblyopie
entspre
chend unruhig und leicht exzent
risch (S.
2
oben
).
Auf
grund der rechtsseitigen guten VEP-Qualität könne die visuelle
Beeinträchtigung rechts nur mässig
sein (S. 2
). Am linken Auge bestehe eine funktionelle deutliche Einschränkung des Sehvermögens (Sehschärfe), vor
wie
gend wegen der
strabologischen
Amblyopie
. Daneben liege eine mittlere
Gang
lienzellenschichtläsion
und eine Verdünnung der
retinalen
Nervenfaser
schicht
vorwiegend des
papillomaculären
Bündels als Folge einer
Ethambutol
-Über
empfindlichkeit vor (S. 2 Mitte).
Am rechten Auge sei die spontane Fixa
tion zentral-
foveolar
ruhig und stabil. Die visuell evozier
ten Potentiale seien gut ausgebildet. Wie auch am linken Auge liege auch rechts eine mittelstark ausge
prägte Ganglienzellenschichtläsion und eine Verdünnung der
retinalen
Ner
ven
fa
ser
schicht
vorwiegend des
papillomaculären
Bündels als Folge einer
Etham
butol-Überempfindlichkeit
vor. Generell erlaubten weder die
visuell evo
zierten Potentiale noch die Messung der
fovealen
retinalen
Ganglien
zellen
schicht
eine ge
naue Quantifizierung der aktuellen Sehschärfe. Immerhin lasse sich beim Beschwer
deführer vermuten, dass die rechtsseitige
foveale
Seh
schärfe kaum all
zu massiv eingeschränkt sei. Eine Aggravation könne nicht ausge
schlossen werden. Dies bedeute, dass eine Arbeit mit wenig visuellen Anforde
run
gen mög
lich sei, wobei die Sehfunktion prognostisch stabil bleiben dürfte. Der Beschwerdeführer scheine unter massivem psychischem Druck zu stehen, da er eine grosse Familie ernähren sollte, er sprachlich erhebliche Schwie
rigkeiten
habe und die Ehefrau gar nicht an die hiesige Situation ange
passt sei (S. 2 unten).
3.4
Dr.
med.
B._
, Oberärztin univer
sitäre Augenklinik des
Universitätsspital
s
A._
, berich
tete am
2
1.
Juni 2013 (
Urk.
10/22/1-4) und nannte
die gleichen
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wie die
von
PD
Dr.
Z._
(vorstehend E
.
3.3) gestellten
(S. 1
Ziff.
1.1).
Sie führte aus,
es bestehe beidseits eine hochgradige
Visuseinschränkung
, wobei eine Aggravation nicht ausgeschlossen werden könne. Es sei nur eine Arbeit mit wenig visuellen Anforderungen
mehrere Stunden am Tag
möglich
(S. 2
f.
Ziff.
1.7).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt Allgemeinmedizin, Regional Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 3
1.
Oktober 2013 Stellung (
Urk.
10/24/2-3) und führte aus, der Beschwerdeführer leide an einem Zustand nach erfolgreich behandelter Tuberkulose der Wirbelsäule seit 2011, einer medi
kamentös bedingten
Opticusneuropathie
sowie einer vorbestehenden
Amblyopie
links. Es bestünden eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule sowie eine stark eingeschränkte Sehkraft. Der Beschwerdeführer sei in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Gewichtheben und ohne grosse Anforderun
gen an das Sehvermögen zu 100
%
arbeitsfähig.
Aus medizinischer Sicht seien Eingliederungsmassnahmen sinnvoll.
3.6
Dr.
B._
berichtete am
6.
März 2014 (
Urk.
10/32)
, nannte die bekannten Diag
nosen und führte aus, dass sie den Beschwerdeführer seit Oktober 2011 be
hand
le.
Sie habe den Beschwerdeführer letztmals im Februar 2013 untersucht. Damals habe der
Fernvisus
ohne Korrektur rechts Fingerzählen in einem Meter und der
Fernvisus
ohne Korrektur links Handbewegungen in einem Meter betra
gen.
Demzufolge könne der Beschwerdeführer nur Arbeiten mit wenig visu
ellen Anforderungen verrichten. Der zeitliche Umfang einer solchen Tätig
keit könne aus ophthalmologischer Sicht mehrere Stunden täglich betragen, dies müsse jedoch vor allem ergänzend aus hausärztlicher, internistischer Sicht beurteilt werden.
3.7
Dr.
C._
, RAD
,
nahm am 2
7.
März 2014 Stellung (
Urk.
10/34/2) und führte aus,
e
s seien keine neuen fachärztlich ausgewiesene medizinische Tatsachen und Befunde vorgebracht worden. Die medizinische Befundlage sei vollständig und klar. Weitere medizinische Abklärungen seien somit nicht notwendig. Ein rele
vanter Gesundheitsschaden könne wei
terhin nicht ausgewiesen werden. B
ei anhaltender Gefährdung der Arbeitsfähigkeit
sei jedoch eine
Eingliederung
angezeigt
.
Das Belastungsprofil könne insofern präzisiert werden, als dem Be
schwerdeführer leichte und wechselbelastende Tätigkeiten ohne Lastenheben sowie ohne grosse Anforderungen an das Sehvermögen, insbesondere an beid
seitiges Sehen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf
die RAD-Stellungnahmen vom
3
1.
Oktober 2013 (vgl. vorstehend E. 3.5) und vom 2
7.
März 2014 (vgl. vorste
hend E. 3.7) ab.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die RAD-Stellungnahmen (
Urk.
10/24/2-3;
Urk.
10/34/
2)
in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorak
ten
erstellt wurden, welche auf den für die strittigen Belange umfas
senden
und allseitigen Untersuchungen sowie einer ausführlichen Anamnese beruhen und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sowie sämtliche Be
funde
in angemessener Weise berücksichtigen. Sodann tragen die RAD-Stel
lungnahmen
der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
RAD-Arzt
Dr.
C._
machte
darauf aufmerksam, dass
sich
zwar
die verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule sowie die eingeschränkte Sehkraft des Beschwer
deführers auf dessen Arbei
tsfähigkeit auswirk
t
e
n
, ihm jedoch
eine leichte Tätig
keit gemäss beschriebenem Belastungsprofil zu 100
%
zumutbar sei.
Weiter bezog
RAD-Arzt
Dr.
C._
ausdrückl
ich Stellung zur Prognose und hielt fest, dass mit stabilen Gesundheitsschäden zu rechnen sei (
Urk.
10/24 S. 3).
Er
zeigte zudem
in nachvollziehbarer Weise
auf,
dass kein relevanter Gesundheitsschaden ausge
wiesen sei und präzisierte, dass
dem Beschwerdeführer Arbeiten, welche
keine grossen Anforderungen an das Sehvermögen
,
insbesondere an beidseitiges Sehen
stellten
,
zumutbar seien (
Urk.
10/34 S. 2).
RAD-Arzt
Dr.
C._
setz
te
sich ausser
dem differenziert mit den Arztberichten von
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.2) sowie
den Ärzten
der Augenklinik des
Universitätsspital
s
A._
(vgl. vorstehend E.
3.3, E.
3.4, E. 3.6) auseinander
und führte aus, dass die medizinische Befundlage auf
grund dieser Berichte vollständig und klar sei.
D
ie RAD-Stellungnahmen
leuchte
n
ferner
in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ein und die von RAD-Arzt
Dr.
C._
vorgenommenen Schluss
folgerungen zu
Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich begründe
t.
Es ist schlüssig dar
gelegt wor
den, dass der Be
schwerde
führer
in einer adaptierten Tätigkeit
unter Berücksichtigung der ge
nannten
Einschrän
kungen
(vgl. Urk. 10/34 S. 2
)
zu 100 % arbeitsfähig ist
.
Die RAD-Stellungnah
men stimmen schliesslich mit den Ausführungen der
behandelnde
n Augenärztin
Dr.
B._
überein, welche zwar visuelle Einschränkungen bestätigte, dem Beschwerdeführer jedoch keine diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit attestierte (vgl. vorstehend E. 3.6).
Nach dem Gesagten erweisen sich d
ie RAD-Stellungnahmen
vom
3
1.
Oktober 2013 und vom 2
7.
März 2014
für die Beantwortung der gestellten Fragen
als umfassend und erfüllen
damit die praxisgemässen Kriterien an den
Beweis
wert
eines medizinischen Berichts (vgl. vorstehend E.
1.4
) vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf ab
ge
stellt werden kann.
4.2
Die übrigen vorliegenden (fach-)ärztlichen Beurteilungen
widersprechen
der
RAD-Stellungnahmen nicht
.
Weder
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.2) noc
h
PD Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.3) äusserten sich abweichend vo
n den RAD-Stellungnah
men
,
hielten
sie
in ihren Berichten doch
lediglich die von RAD-Arzt
Dr.
C._
im Belastungsprofil gewürdigten
funktionelle
n
Ein
schränkungen fest
und
mach
ten
ansonsten keine
Angaben zur Arbeits
fähig
keit
des Beschwerdeführers.
4.3
Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Ein
wände vermögen
an dieser
Be
ur
teilung
ebenfalls
nichts zu ändern:
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei
nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen in die Weg
e
zu leiten, vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Sowohl der physische als auch der psychische Gesundheitszustand des
Be-schwer
deführers
wurden in den Beurteilungen gebührend berücksichtigt. Der Be
schwerdeführer vermochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Akten
lage unzutreffend beziehungsweise unvollständig wäre. Da ein anhalten
der, relevanter
Ge
sundheitsschaden
, welcher die Arbeitsfähigkeit mehr als zu 20 % einschränkt, nach dem Gesagten nicht ausgewiesen ist, erweisen sich die vorliegenden medi
zinischen Akten als ausreichend, weshalb auf weitere Abklä
rungen verzichtet werden kann.
Die Einwände des Beschwerdeführers in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen
sind nach dem Gesagten
unbehelflich
.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte,
dass die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit von 1
00
% in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit mit den aner
kannten Ein
schränkungen
im
ersten Arbeits
markt nicht umsetzbar sei, ist fest
zuhalten, dass f
ür die Invaliditätsbemessung nich
t mass
geblich ist, ob eine in
va
lide
Person unter den konkreten
Arbeits
markt
ver
häl
tnis
sen
ver
mittelt werden kann,
sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene A
rbeits
kraft noch wirtschaftlich
nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätz
e dem Angebot an Arbeits
kräften
entsprechen würden (AHI 1998 S. 287
E. 3b S. 290 f., I 198/97).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein ge
wisses Gleich
gewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeits
kräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273, E. 4b; vgl. auch BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Das gilt sowohl bezüglich der dafür ver
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des kör
per
lichen Einsatzes. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch so
genannte
Nischen
arbeitsplätze
, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei wel
chen Be
hinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitge
bers rechnen kön
nen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3 mit Hin
weisen). Es darf nicht von realitätsfremden
Einsatz
möglichkeiten
aus
ge
gangen werden. Insbesondere können nur Vorkehren ver
langt werden, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjek
tiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind. An die Konkretisierung von
Arbeits
gelegen
heiten
und Verdienstaussichten sind jedoch
rechtsprechungsge
mäss
keine
über
mäs
si
gen
Anforderungen zu stellen (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1 mit Hinweis).
Von einer Arbeitsgelegen
heit kann nicht mehr gesprochen
wer
den, wenn die zumutbare Tätigkeit nur
mehr in so ein
ge
schränkter Form
mög
lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsm
arkt praktisch nicht kennt oder
sie nur unter nicht realistischem Entgegen
kommen eines durch
schnittlichen
Ar
beit
gebers möglich wäre und das Finden einer
ent
spre
chenden Stelle daher von
vornherein als ausgeschlossen erscheint (z.B. U
rteil 9C_82/2009 vom
9.
Oktober
2009 E. 5.5 mit Hinweisen).
Dass letztere Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sind, ist weder dargetan noch ersichtlich.
Unter diesen Gesichtspunkten ist vorliegend davon aus
zu
ge
hen, dass die Verwertba
rkeit des noch vorhandenen L
eistungsvermögens (auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt) grundsätzlich ge
währ
leistet ist.
In Industrie und Gewerbe gibt es verschiedene einfache Hilfs
tätigkeiten, die dem zumutbaren Tätigkeitsprofil in leidensangepasster Tätig
keit entsprechen.
4.
5
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die aus
führlich begründete Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähig
keit in den RAD-Stellungnahmen umzustossen ver
möchten.
Es ist somit davon auszugehen,
dass dem Beschwerdeführer leichte und wechselbelastende Tätig
keiten ohne Lastenheben sowie ohne grosse Anforderungen an das Sehvermö
gen, insbesondere an beidseitiges Sehen, zu 100 % zumutbar sind
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auswirkt.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.2
Nachdem der Beschwerdeführ
er
seit
seiner Einreise in die Schweiz im August 2008 nie einer
Erwerbstätigkeit
nachgegangen ist,
sind für die Ermittlung des
Valideneinkommens
Tabellen
löhne
bei
zu
ziehen und vom mittleren Lohn für Männer, die Hilfsarbeiten aus
führten (
Zentral
wert
), auszugehen.
Da auch das Invalideneinkommen in angepasster Tätigkeit anhand der
Tabellen
löhne
nach LSE – und wiederum unter Einstufung des Beschwerde
führers als Hilfsarbeiter – zu ermitteln ist, kann rechnerisch ein
Prozent
vergleich
vorge
nom
men werden. Eine möglichst genaue Bezifferung und Gegen
überstellung der beiden hypothetischen Erwerbseinkommen, um aus der Einkommensdifferenz den Invaliditätsgrad bestimmen zu können, erübrigt sich somit. Der
Invalidi
täts
grad
entspricht – ohne Berücksichtigung eines allfälligen leidensbedingten Ab
zugs – mithin der
in den RAD-Stellungnahmen
attestierten Arbeitsunfähig
keit von 0 %.
5.
3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punk
te dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
wer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rah
men des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t
die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Da selbst bei Gewährung eines maximalen Tabellenlohn
abzuges von 25 % kein
renten
begründender
Invaliditätsgrad resultieren würde,
kann offen gelassen werden, ob der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 10
%
als ver
tret
bar angesehen werden kann.
D
ie
Be
schwerde
geg
nerin
hat demnach
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invaliden
ver
si
cherung zu Recht verneint.
5.
4
Zusammenfassend führt dies zur
Abweisung der Beschwerde
in diesem Punkt
.
6.
6.1
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (
Abs.
2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (
Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in (
Abs.
3):
medizinischen Massnahmen (
lit
. a);
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede
rung (
lit
.
a
bis
);
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b);
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
6.2
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (Abs. 2).
6.
3
Was die
angefochtene
Verfügung vom 11. April 2014 über den Anspruch auf berufliche Eingliederungsm
assnahmen
betrifft, ist zunächst anzumerken, dass die per 1.
Januar 2008 in Kraft getretene Fassung von
Art.
18
Abs.
1 IVG im Vergleich zur früher geltenden Regelung eine Erweite
rung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung enthält. So steht der Anspruch neu schon - ohne dass eine (leistungsspezifische) Invalidität vorausgesetzt würde - dem arbeitsunfähigen Versicherten zu
,
mithin allen Personen, die ihre bis
herige Tätigkeit aus gesund
heitlichen Gründen nicht mehr ausüben können und eingliederungsfähig sind
(vgl. zum Ganzen Meyer, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum IVG,
2.
Auflage,
Art.
18 IVG, S. 204 ff
.
).
M
it
dieser
Regelung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung
soll
der Erfahrung Rechnung getragen wer
den, dass gesund
heitlich eingeschränkte Hilfskräfte nur schwer eine neue, der Behinderung angepasste Stelle finden, was oft zur Aussteuerung bei der Arbeitslosenversi
cherung und durch die lange Arbeitslosigkeit zu einer Verstär
kung der ursprüng
lichen gesundheitlichen Probleme führt (vgl. zum Ganzen
statt vieler etwa
Urtei
l
des hiesigen Gerichts vo
m 3
1.
März 2010, IV.2009.01062).
Der An
spruch dauert grundsätzlich so lange, wie der Versicherte nicht platziert und einge
gliedert ist (vgl.
dazu wiederum
Meyer,
a.a.O.
, S
. 205).
6.4
Z
wischen den Parteien ist unstreitig, dass der Beschwerdeführer wegen
seiner
Rückenbeschwerden und der
Visuseinschränkung
in einer körperlich schweren Tätigkeit
nicht arbeitsfähig ist und aus gesundheitlichen Gründen auch in einer
leidens
angepassten leichten wechselbelastenden Tätigkeit hinsichtlich des beid
seitigen Sehen
s
eingeschränkt ist
(vgl. v
orstehend E. 4.5).
Die Beschwerdegegnerin liess einen allfälligen Anspruch auf Eingliederungs
m
assnahmen des Beschwerdeführers gänzlich ungeprüft mit der Begründung, es lägen
psychosoziale IV-fremde Faktoren
vor
, welche eine erfolgreiche Einglie
derung beeinträchtigten
(vgl.
Urk.
2 S. 2 unten)
.
Besteht
in der angestammten Tätigkeit eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit und sind auch in einer Verweistätigkeit Einschränkungen vorhanden, hat der
Be
schwer
deführer
– entgegen der wenig nachvollziehbaren Begründung
der
Be
schwer
degegnerin
in der angefochte
nen Verfügung
- Anspruch auf Arbeits
ver
mitt
lung, soweit auch die
Eingliede
rungsfäh
igkeit
gegeben ist
(vgl. vorste
hend E. 6.2)
.
6.5
Zusammenfassend ist die Sache daher in Aufhebung der Verfügung vom 11. April 2014 bezüglich Eingliederungsmassnahmen (Arbeitsvermittlung) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach
Vornahme der nöti
gen Abklärungen zur
Prüfung der
Frage der Eingliederungsfähigkeit – über diesen Anspruch des Beschwerdeführers neu entscheide.
7.
7.1
Die Voraussetzungen zur Bewilligung des Gesuches des Beschwerdeführers
be
-tref
fend Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2
Ziff.
6) sind erfüllt (vgl. Urk. 8).
7
.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
zu 3/4
de
m
unterliegenden Beschwerdeführer
und zu 1/4 der Beschwerdegegnerin
aufzu
erlegen
.
Die dem Beschwerdeführer aufzuerlegenden Kosten sind zufolge
Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
7.3
Ausgangsgemäss steht dem Beschwerdeführer eine
um
3/4
reduzierte
Prozess
entschädi
gung
zu (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungs
gericht
,
GSVGer
), welche
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
170.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
mit Fr.
4
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bemessen ist.