Decision ID: 4b86bbfe-77bf-52c7-8ae9-0f008a323a37
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Am 17. Dezember 2012 ersuchte Y das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
namens der Z AG um Übertragung des Motorfahrzeug-Kontrollschilds SG 000 000 auf
X. Dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt ging ausserdem ein Auftrag zur
Einlösung eines Personenwagens KIA cee'd auf das besagte Nummernschild samt
Versicherungsnachweis und Prüfbericht (Form. 13.20A), lautend auf X, zu. Die Eheleute
Y und X wohnen in einem gemeinsamen Haushalt in Flums und waren zu jener Zeit
einzelzeichnungsberechtigte Mitglieder des Verwaltungsrates der Z AG.
B.- Mit Rechnung Nr. 1201285212 vom 19. Dezember 2012 wurde X vom
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt für die Schilderabtretung (inkl. neuem
Fahrzeugausweis) und für die anteilsmässigen Strassenverkehrssteuern für die Zeit
vom 19. bis 31. Dezember 2012 mit einem Betrag von Fr. 166.80 veranlagt
(Schilderabtretung Fr. 150.–, anteilige Steuer Fr. 16.80). Am 5. Februar 2013 erhielt X
eine Zahlungserinnerung (Nr. 1300323759) für die offene Rechnung.
Am 21. Januar 2013 informierte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt X, dass der
Fahrzeugausweis annulliert worden sei und die Kontrollschilder noch in ihrem Besitz
seien. Am 11. Februar 2013 teilte X dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt per E-
Mail mit, dass sie das Auto weder gekauft noch die Autogarage A beauftragt habe, ein
Auto in ihrem Namen einzulösen und daher über den Verbleib des Kontrollschildes
keine Auskunft geben könne. Hierauf teilte ihr das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt mit, dass im Nummernabtretungsformular die Z AG das Kontrollschild
ihr übertrage. Dazu liess sich X nicht vernehmen.
Am 5. März 2013 stellte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt X eine Mahnung
(Nr. 1300451001) für die offene Rechnung vom 19. Dezember 2012 im Betrag von
Fr. 166.80 zu.
Mit Verfügung vom 8. April 2013, lautend auf X, entzog das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt den Fahrzeugausweis für den KIA cee'd und das Kontrollschild SG 000
000 und setzte eine Gebühr von Fr. 100.– fest. Gleichentags erging die Rechnung Nr.
1300628539 über Fr. 266.80, welche die ausstehenden Abgaben von Fr. 166.80 sowie
die Gebühr von Fr. 100.– für den Schilderentzug umfasste.
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C.- Mit Rechnung Nr. 1300020452 vom 16. Januar 2013, lautend auf X, erhob das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt die Strassenverkehrssteuer für den KIA cee'd
für das Jahr 2013 in der Höhe von Fr. 473.–. Am 17. April 2013 wurde X eine
Zahlungserinnerung (Nr. 1300656927) für diese Rechnung zugestellt.
D.- Mit Eingabe vom 18. April 2013 (Posteingang 22. April 2013) erhob X beim
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt Einsprache gegen die Rechnungen
Nr. 1300628539 und Nr. 1300656927 (Zahlungserinnerungen). Sie besitze weder das
Auto, noch die Schilder, noch den Fahrzeugausweis. Sie habe diese nicht eingelöst
und auch nicht einlösen lassen. Mit Entscheid vom 26. April 2013 wies das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt die Einsprache ab und entschied, dass die
Gebühren von insgesamt Fr. 739.80 korrekt in Rechnung gestellt seien. Sobald die
Kontrollschilder SG 000 000 zur Deponierung eintreffen würden, verändere sich das
Guthaben.
E.- Am 2. Mai 2013 schrieb Y der Garage A und dem Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt, er ordne an, dass die Garage A das Kontrollschild SG 000 000 an das
Strassenverkehrsamt zurückschicke und die bis anhin entstandenen Umtriebskosten
und zukünftige Kosten in Rechnung stelle. Weiter sei der Besitzerin des Fahrzeuges der
unterzeichnete Kaufvertrag sowie das Ablieferungsprotokoll zuzusenden.
F.- Gegen den Einsprache-Entscheid vom 26. April 2013 erhob X am 6. Mai 2013
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, dass die Angelegenheit
geklärt werde und sie die Gebühren von Fr. 739.80 nicht bezahlen müsse. Sie habe nie
einen Auftrag für die Kontrollschildabtretung erteilt und nie einen Auftrag erteilt, den
KIA einzulösen. Kontrollschilder und Fahrzeugausweis befänden sich nicht in ihrem
Besitz.
Mit Schreiben vom 13. Mai 2013 informierte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
X, dass sich seine Forderung infolge Kontrollschilderabgabe (Gutschrift vom 7. Mai
2013) und durch ihre Zahlung von Fr. 166.80 per 7. Mai 2013 auf Fr. 276.80 reduziert
habe.
Mit Vernehmlassung vom 11. Juni 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses. Die Rekurrentin verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme dazu.
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Am 10. Oktober 2013 wurde die Z AG im Handelsregister gelöscht.
Die Verwaltungsrekurskommission lud Y zur Stellungnahme ein und gab ihm
Gelegenheit, sich zu einer allfälligen Abgabepflicht zu äussern. Er liess sich mit Eingabe
vom 6. Februar 2014 vernehmen. Ausserdem holte die Verwaltungsrekurskommission
eine Stellungnahme der Garage A AG und der Allianz Versicherung ein. Die
Stellungnahmen wurden den Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt.
Auf weitere Einzelheiten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 6. Mai 2013 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Der angefochtene Entscheid lautet auf die Rekurrentin bzw.
bestätigt deren Abgabepflicht. Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der angefochtene Entscheid lautet auf Gebühren im Betrag von Fr. 739.80. Die
Rekurrentin beantragt die Klärung der Angelegenheit und die Aufhebung der Gebühren.
Sie macht geltend, dass sie niemanden beauftragt habe, in ihrem Namen ein Auto
einzulösen und auch niemanden bevollmächtigt habe, ihren Namen auf den
Prüfungsbericht zu schreiben. Sie habe nie den Auftrag erteilt, ein Kontrollschild an sie
abzutreten. Weiter würden sich die Kontrollschilder und der Fahrzeugausweis nicht in
ihrem Besitz befinden und sie habe das Auto noch nie gesehen.
Dem hält die Vorinstanz entgegen, das Kontrollschild sei vorgängig auf die Firma Z AG
eingelöst gewesen, bei der die Rekurrentin mit einer weiteren Person im
Handelsregister als Mitglied mit Einzelunterschrift eingetragen ist. Die
Kontrollschilderabtretung sei mit dem Versicherungsnachweis auftragsgemäss
verarbeitet worden. Weiter sei im Adresskopf des Prüfungsberichtes Form. 13.20A die
persönliche Anschrift der Rekurrentin vermerkt. Der Auftrag zum Halterwechsel sei
nach Auskunft der Autowerkstatt persönlich vom zweiten Mitglied der Z AG erfolgt.
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a) Die der Rekurrentin als Gebühr in Rechnung gestellte Abgabe umfasst einen Anteil
an Motorfahrzeugsteuern sowie einen Anteil an Gebühren nach dem
Verkehrsgebührentarif (sGS 718.1, abgekürzt: VGT). Der Kanton St. Gallen erhebt
jährlich eine Steuer auf Motorfahrzeugen und Motorfahrzeuganhängern, die im Kanton
ihren Standort haben und auf öffentlichen Strassen verkehren (Art. 3 Abs. 1 des
Gesetzes über die Strassenverkehrsabgaben, sGS 711.70, abgekürzt: SVAG).
Steuerpflichtig ist der Fahrzeughalter (Art. 4 SVAG). Die Auflage von Gebühren richtet
sich nach Art. 94 VRP, wonach die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten hat, wer eine
Amtshandlung zum eigenen Vorteil oder durch sein Verhalten veranlasst.
b) Die Vorinstanz erhielt nach ihrer Darstellung in der Rekursvernehmlassung am
29. Januar 2013 eine Zahlung von Fr. 15.– und am 7. Mai 2013 eine solche von
Fr. 166.80. Diese Zahlungen betrafen die Rechnungen 1201301957 vom 1. Januar
2013 und 1300628539 vom 8. April 2013. Die letztere Rechnung lautete allerdings auf
einen Betrag von Fr. 266.80. Die andere Rechnung betraf die Gebühr für die
Annullierung des Fahrzeugausweises.
Die Zahlung von Fr. 166.80 betraf die Rechnung Nr. 1201285212 vom 19. Dezember
2012 über die Schilderabtretung sowie den Anteil Strassenverkehrssteuern des Jahres
2012 (vi act. 8/6). Diese Rechnung wurde also mit der Zahlung des entsprechenden
Betrags beglichen.
c) Nach Darstellung der Vorinstanz wurden die Kontrollschilder per 1. Mai 2013
zurückgegeben. Wer die Kontrollschilder zurücksandte, geht aus den Akten und den
Darstellungen der Beteiligten nicht hervor. In der Folge nahm die Vorinstanz eine pro
rata-Gutschrift von Fr. 296.20 vor (Jahressteuer Fr. 473.– abzüglich Steuern von
Fr. 156.80 für die Zeit vom 1. Januar bis 1. Mai 2013, abzüglich Gebühr von Fr. 20.– für
die Rückgabe der Kontrollschilder, vgl. act. 8/18, Gutschrift Nr. 1300733881). Die
Gutschrift wurde von der Jahressteuer abgerechnet und noch Fr. 176.80 in Rechnung
gestellt (Mahnung Nr. 1300751435). Offen ist ausserdem noch die Gebühr der
Verfügung für den Kontrollschild- und Fahrzeugausweisentzug von Fr. 100.–. Somit
beträgt die noch offene Forderung Fr. 276.80 (act. 8/17), wobei Fr. 100.– auf die
Entzugsverfügung, Fr. 20.- auf die Kontrollschildannullierung und Fr. 156.80 auf die
anteilige Motorfahrzeugsteuer von Januar bis Mai 2013 entfallen (act. 8/17, 20).
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Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt stützt sich bei der Erhebung der Gebühren
für die Schilderabtretung und die Strassenverkehrssteuern auf eine Kontrollschilder-
Abtretungserklärung der Firma Z AG und auf den Versicherungsnachweis sowie den
Prüfbericht für das Fahrzeug KIA cee'd, der auf die Rekurrentin lautete. Diese machte
in der Einsprache gegen die Rechnungen geltend, dass sie das Auto, die
Kontrollschilder selbst und den Fahrzeugausweis nicht besitze.
d) Wie erwähnt, ist der Fahrzeughalter steuerpflichtig (Art. 4 SVAG). Nach Art. 78 Abs. 1
der Verkehrszulassungsverordnung (SR 741.51, abgekürzt: VZV) beurteilt sich die
Haltereigenschaft nach den tatsächlichen Verhältnissen. Als Halter gilt dabei
namentlich, wer die tatsächliche und dauernde Verfügungsgewalt über das Fahrzeug
besitzt und es in seinem Interesse oder auf seine Kosten gebraucht oder gebrauchen
lässt. Die kantonale Behörde klärt aber die Haltereigenschaft nur in Zweifelsfällen ab,
namentlich wenn der Versicherungsnachweis nicht auf den Bewerber um den
Fahrzeugausweis lautet, wenn der Bewerber keinen Führerausweis besitzt oder bei der
Erteilung von Wechselschildern und bei Geschäftsfahrzeugen, die einem Arbeitnehmer
zur Verfügung stehen (Art. 78 Abs. 2 VZV).
Der Begriff des Fahrzeughalters ist im Gesetz nicht definiert. Der Eintrag im
Fahrzeugausweis begründet in der Regel eine Vermutung der Haltereigenschaft; diese
kann allerdings entkräftet werden. Für die Bestimmungen der Haltereigenschaft sind
die tatsächlichen Verhältnisse entscheidend. Die Haltereigenschaft kennzeichnet
sowohl die Verfügungsgewalt über die Sache als auch die Nutzniessung aus der Sache
(vgl. H. Giger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 7. Auflage 2008, N 25 f. mit
Hinweisen; P. Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz,
Bundesgerichtspraxis, Zürich/St. Gallen 2011, N 13 ff. mit Hinweisen).
Aus den vorliegenden Akten ist nicht ersichtlich, dass die Rekurrentin Halterin des
besagten Personenwagens KIA cee'd war. Nach ihrer Darstellung hatte sie von der
Kontrollschilderabtretung und der Einlösung des Fahrzeuges auf ihren Namen keine
Kenntnis. Der Ehemann der Rekurrentin hielt dann auch in seiner schriftlichen
Stellungnahme fest, dass er bei einem Besuch bei der Garage A AG in Mels die
Umschreibung der Kontrollschilder besprochen habe und er das Abtretungsformular
ohne Rücksprache mit seiner Frau ausgefüllt habe. Er hält ausdrücklich fest, dass es
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richtig sei, dass er seine Ehefrau nicht informiert habe. Er legt dar, er habe mit der
Garage A den Kauf eines Fahrzeuges KIA erörtert. Er habe es dann mangels Vertrauen
in die Garage bleiben lassen und das Auto weder gekauft noch den Auftrag gegeben,
das Auto einzulösen.
e) Fest steht, dass der Antrag zur Übertragung der Kontrollschilder auf die Rekurrentin
von deren Ehemann unterzeichnet wurde. Dieser handelte im Namen der Z AG. Soweit
der Ehemann der Rekurrentin bemängelt, dass ohne jegliche unterzeichnete
Dokumente ein Fahrzeug auf eine Drittperson eingelöst werden könne, ist sein
Verhalten widersprüchlich. Er selbst hat ein Antragsformular zu Handen des
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts unterzeichnet, welches die Einlösung auf die
Rekurrentin zum Gegenstand hatte. Dass solche Kontrollschilderabtretungen ohne
schriftliche Zustimmung der neuen Inhaberin des Schildes erfolgen, ist üblich und
sachgerecht. Die Interessenlage bei Kontrollschildabtretungen verhält sich so, dass der
bisherige Inhaber schriftlich bestätigen muss, dass er sein Kontrollschild abtreten will.
Auch ist es nicht zu beanstanden, dass ein Garagist die notwendigen Vorkehrungen für
die Einlösung eines neuen Kundenfahrzeuges veranlasst. Im vorliegenden Fall bestehen
bzw. bestanden offenbar Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Ehemann der
Rekurrentin und dem Garagisten, ob überhaupt ein Kauf des Fahrzeuges zustande
gekommen war. Jedenfalls erweist sich die Kritik am Vorgehen des Strassenverkehrs-
und Schifffahrtsamtes in dieser Sache als völlig unbegründet.
Als Halter figurierte bis zur Abtretung auf die Rekurrentin die Z AG. Der Ehemann der
Rekurrentin war offenbar allein verfügungsberechtigt, da er über den Kauf eines neuen
Autos verhandelte und das Schild ohne Wissen seiner Ehefrau an diese abtrat. Die Z
AG wurde am 15. Oktober 2013 im Handelsregister gelöscht. Der Ehemann ist bei
dieser Sachlage als Halter zu betrachten, denn er verfügte über das Fahrzeug, welches
auf das besagte Kontrollschild zugelassen war, und er regelte auch allein in seinem
Interesse die Übertragung. Diese diente nach Darstellung des Ehemannes dazu, das
Fahrzeug von der Z AG auf eine Privatperson zu übertragen, weil die Auflösung der Z
AG bevorstand. Ist der Ehemann der Rekurrentin als Halter zu betrachten, ist er auch
Schuldner der anteiligen Motorfahrzeugsteuer.
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f) Bei den Akten der Vorinstanz befindet sich die Kopie eines Fahrzeugausweises des
Personenwagens KIA cee'd. Der Ausweis wurde am 27. Dezember 2012 annulliert. Das
Nummernschild wurde aber nach unbestrittener Darstellung der Vorinstanz erst anfang
Mai 2013 zurückgegeben. Dies stimmt mit der Aufforderung des Ehemannes der
Rekurrentin überein, der mit E-Mail vom 2. Mai 2013 den Garagisten und den
Versicherer zur Rückgabe des Kontrollschildes aufforderte. Die Steuerpflicht für die
Motorfahrzeugsteuer endet nach Art. 8 Abs. 2 SVAG mit dem Tag, an dem das
Kontrollschild zurückgegeben wird. Die Steuer für 2013 wurde daher zu Recht bis
Anfang Mail 2013 erhoben. Da der Ehemann der Rekurrentin als Halter gilt, ist er zur
Zahlung der ausstehenden Steuer zu verpflichten. Ihm wurde diesbezüglich das
rechtliche Gehör gewährt.
g) Der Entzug der Kontrollschilder wurde angeordnet, weil die Motorfahrzeugsteuer
nicht bezahlt wurde. Dafür war der Halter zuständig, weshalb er auch die Gebühr des
Schilderentzugs und der –annullierung veranlasst hat. Daher ist nach Art. 94 VRP der
Ehemann der Rekurrentin zur Begleichung der Abgabeforderung der Vorinstanz
verpflichtet.
h) Zusammenfassend ist der Rekurs von X teilweise gutzuheissen, indem der Ehemann
der Rekurrentin zu verpflichten ist, die ausstehende Abgabeforderung der Vorinstanz
von Fr. 276.80, wovon Fr. 100.– für die Entzugsverfügung, Fr. 20.– für die
Kontrollschildannullierung und Fr. 156.80 für die anteilige Motorfahrzeugsteuer, zu
begleichen.
3.- Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Nach Art. 95 Abs. 2 VRP
gehen Kosten, die ein Beteiligter durch Trölerei, oder anderes ungehöriges Verhalten
oder durch Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften verursacht, zu seinen
Lasten. Ferner hat jeder Beteiligte die Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches
Vorbringen von Begehren, Tatsachen, Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige
Geltendmachung ihm möglich und zumutbar gewesen wäre. Im vorliegenden Fall
wurde ein Teil der Forderung gemäss Einspracheentscheid der Vorinstanz nach dessen
Eröffnung beglichen. Ob die Rekurrentin die Forderung teilweise anerkannt hat oder die
Begleichung durch ihren Ehemann veranlasst hat, ist nicht ausschlaggebend. Ein
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weiterer Anteil der Forderung wird dem rekursbeteiligten Ehemann aufzuerlegen.
Zudem wurde die Reduktion der Forderung durch die Rückgabe des Kontrollschilds
verursacht. Die amtlichen Kosten sind der Rekurrentin und dem Rekursbeteiligten unter
solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 500.– ist
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.– ist zu verrechnen.