Decision ID: cadd34f7-91b1-5ff8-8739-fecebd793180
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1957 geborene X._, Mutter von vier in den Jahren 1977, 1979, 1981 und 1983 geborenen Kindern (Urk. 21/21/9), reiste am 12. Mai 1992 in die Schweiz ein und war als Reinigungshilfe im Teilzeitarbeitsverhältnis angestellt (Urk. 21/1, Urk. 21/5 f. und Urk. 21/91). Am 23. Januar 2006 (Eingangsdatum) meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 21/1). In der Folge klärte die IV-Stelle die beruflich-erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und gab beim Y._ ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 23. Oktober 2007 erstattet wurde (Urk. 21/21). Sodann liess die IV-Stelle eine Haushaltabklärung bei der Versicherten zu Hause durchführen (Abklärungsbericht vom 4. April 2008, Urk. 21/23). Mit Vorbescheid vom 4. April 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk. 21/27). Im Einwandverfahren machten die Gut
achter am 20. August 2008 auf Anfrage der IV-Stelle ergänzende Angaben zum Gutachten vom 23. Oktober 2007 (Urk. 21/36). Mit Verfügung vom 22. Oktober 2008 wies die IV-Stelle, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 28 %, das Rentenbegehren der Versicherten ab (Urk. 21/44), wogegen die Versicherte am 25. November 2008 Beschwerde beim hiesigen Gericht erhob (Verfahren IV.2008.01220). Dieses ging von einem massgeblichen Invaliditätsgrad von 11 % aus und wies die Beschwerde mit Urteil vom 9. Juni 2010 ab (Urk. 21/59). Die Versicherte gelangte in der Folge an das Bundesgericht, welches den Entscheid des hiesigen Gerichts mit Urteil vom 21. Januar 2011 bestätigte (Urk. 21/62).
1.2
Am 12. September 2012 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der
IV-Stelle unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 21/76). Die IV-Stelle liess die Versicherte daraufhin von Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH Z._, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, sowie von Dr. med. A._, Facharzt FMH für Neurologie, Psy
chiatrie und Psychotherapie, bidisziplinär begutachten. Das internistisch-rheu
matologische Gutachten wurde am 25. Januar 2013 (Urk. 21/83), das psychiatri
sche Gutachten am 28. Januar 2013 (Urk. 21/85) und die bidiszplinäre Zusam
menfassung am 16. Februar 2013 (Urk. 21/86) erstattet. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 30. April 2013, Urk. 21/95) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 3. September 2013 ab (Urk. 21/102). Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2. Okto
ber 2013 Beschwerde beim hiesigen Gericht (Urk. 21/104/3-12). Dieses wies die Beschwerde im Verfahren IV.2013.00890 mit Urteil vom 24. Februar 2015 ab (Urk. 21/107). Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Am 2. Februar 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Auflage eines Berichts von Dr. med. B._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 12. Januar 2016 (Urk. 21/112) und eines Berichts von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 8. Dezember 2015 (Urk. 21/113) wiederum bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geltend (Urk. 21/114). Die IV-Stelle klärte die beruflich-erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 23. November 2016 [Urk. 21/133]; Einwand vom 26. Dezember 2016 [Urk. 21/137]) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 14. Februar 2017 ab (Urk. 2 [= Urk. 21/142]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 10. März 2017, vertreten durch Rechtsanwalt Philip Stolkin, Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprechung einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %; eventuell sei die Angelegenheit zur weiteren Abklä
rung zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführe
rin die Ansetzung einer Nachfrist zur Begründung der Beschwerde oder die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie eine bidisziplinäre Begut
achtung in den Fachgebieten der Rheumatologie und der Psychiatrie (Urk. 1). Mit Eingabe vom 16. März 2017 reichte auch D._ im Namen der Beschwerdeführerin gegen die bereits angefochtene Verfügung Beschwerde ein (Urk. 5). Der Beschwerdeführerin beziehungsweise den beiden Rechtsvertretern wurde daher mit Verfügung vom 24. März 2017 Frist angesetzt, um mitzuteilen, von wem die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren vertreten werde (Urk. 9). D._ erklärte daraufhin mit Eingabe vom 1. April 2017, er vertrete die Interessen der Beschwerdeführerin nicht mehr (Urk. 11). Rechtsan
walt Philip Stolkin bestätigte dies in der Eingabe vom 3. April 2017 und wies sich erneut als Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aus (Urk. 13 und Urk. 14). Daraufhin wurde ihm mit Verfügung vom 5. April 2017 eine Nachfrist zur ergän
zenden Begründung der Beschwerde angesetzt (Urk. 15). Die verbesserte Beschwerde wurde am 3. Mai 2017 eingereicht (Urk. 17
). Mit Beschwerdeantwort vom
8. Juni 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 20), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 14. Juni 2017 ange
zeigt wurde (Urk. 22). Mit Eingabe vom 12. Dezember 2017 (Urk. 23) legte die Beschwerdeführerin einen Verlaufsbericht des E._ vom 4. Dezember 2017 (Urk. 24) auf.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatri
sche Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich fest
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätz
lich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurtei
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hinweis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionel
len Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in wel
chem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
1.4.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4.2
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fach
ärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam
nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiat
rische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesge
richts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.5
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt wer
den, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids einge
treten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheiderlasses zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid vom 14. Februar 2017 (Urk. 2), eine wesentliche Veränderung sei nicht ausgewiesen. Damit sei keine Begutachtung angezeigt. Der Invaliditätsgrad liege weiterhin unter 40 %, weshalb kein Anspruch
auf eine Invalidenrente oder auf berufliche Massnahmen bestehe.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 9. März 2017 geltend (Urk. 1), es bestünden mannigfaltige Einschränkungen im Rücken, an den Fingern und an den Händen. Es seien sodann eine Fettleibigkeit und eine chro
nische Depression mit Ängsten festgestellt worden. Dr. C._ attestiere der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Entweder stehe dieser Facharztbericht im Widerspruch zur letzten Begutachtung oder er weise eine dra
matische Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus. Wenn die Beschwer
degegnerin darauf verzichte, den Sachverhalt nochmals abzuklären, verletze sie die Untersuchungsmaxime im Sinne von Art. 43 ATSG. Dr. C._ habe im Bericht vom 8. Januar 2017 die somatischen Leiden nochmals bekräftigt. Der von ihm beschriebene Zustand habe bereits im Jahr 2013 vorgelegen. Einzig Dr. Z._ sei von einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegan
gen. In der ergänzenden Begründung vom 3. Mai 2017 (Urk. 17) machte die Beschwerdeführerin sodann geltend, dem Gutachten der Dres. A._ und Z._ spreche das E._ jeglichen Beweiswert ab. Auch die Übersetzung sei unzureichend gewesen. Die Verfügung der Beschwer
degegnerin vom 3. September 2013 sei daher offensichtlich unrichtig gewesen, weshalb gestützt auf das Rechtsverweigerungsverbot ein Anspruch auf Wieder
erwägung bestehe. Die Beschwerdegegnerin habe sich dem aber vollständig ver
schlossen. Halte die Beschwerdegegnerin das Gutachten der Dres. A._ und Z._ für richtig, müsse sie von einer Verschlechterung ausgehen. Wenn sie davon ausgehe, es bestehe kein Grund zur Anpassung der Rente, müsse sie von einer offensichtlichen Unrichtigkeit des Gutachtens ausgehen. Gerügt würden daher nebst einer Verletzung von Art. 17 ATSG auch die Verletzung von Art. 6 EMRK und des Rechtsverweigerungsverbots.
3.
3.1
Den nachstehenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass die Beschwerdegeg
nerin einzig auf formell rechtkräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Entscheide eines Gerichts können nicht in Wiedererwägung gezogen werden; hier steht aus
schliesslich das Institut der Revision offen (vgl. Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, N 45 zu Art. 53). Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. September 2013 und damit auch das Gutachten der Dres. A._ und Z._ wurden bereits im Beschwerdeverfahrens IV.2013.00890 einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen. Mit Urteil vom 24. Februar 2015 wurde das Gutachten als beweiskräftig qualifiziert und die Beschwerde wurde abgewiesen (Urk. 21/107); es wurde sodann auf den im vor
liegenden Verfahren erneut eingereichten Bericht des E._ vom 18. November 2013 (Urk. 18) eingegangen (Urk. 21/107/13 E. 4.5). Das besagte Urteil vom 24. Februar 2015 erwuchs in der Folge unange
fochten in Rechtskraft. Es könnte, wie gesagt, einzig noch mittels Revision auf
gehoben werden (Art. 61 lit. i ATSG). Deren Voraussetzungen sind hier aber nicht gegeben; ein entsprechendes Gesuch wurde auch nicht gestellt.
3.2
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob eine wesentliche Verschlech
terung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der rentenabwei
senden Verfügung vom 3. September 2013 eingetreten ist (E. 1.1), dient das jener zugrunde liegende, mit Urteil vom 24. Februar 2015 als beweiskräftig qualifizierte Gutachten der Dres. A._ und Z._.
In der bisdiszplinären Zusammenfassung des Gutachtens vom 16. Februar 2013 (Urk. 21/86), welches auf internistisch-rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen basiert (Urk. 21/83 und Urk. 21/85), wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt:
-
Lumbospondylogenes Syndrom beidseits linksbetont bei
-
Beckentiefstand rechts von 7 mm (EOS 01/2013) und
-
L4/L5: mittelschwerer Osteochondrose L4/L5 mit Retrolisthesis Grad I von L4 gegenüber L5 mit
degenerativ bedingter Instabili
tät L4/L5 (funktionelles Röntg
en 01/2013) sowie neuroforamina
len Stenosen beidseits mit Irrit
ation der Nervenwurzeln L4 beid
seits und Kontakt zu den Nervenwurzeln L5 beidseits
-
L5/S1: mittelschwerer Osteoch
ondrose mit Diskushernie und neu
roforaminalen Engen beidseits mit Irritation der Nervenwurzeln L5 beidseits (MRI 11/2012)
-
ohne radikuläre Zeichen
-
Intermittierendes Cervikalsyndrom bis cevikospondylogenes Syndrom beidseits links-betont bei
-
leichter cervico-thorakaler Skoliose mit Cobb-Winkel 17° (EOS 01/2013)
-
ohne Spinalkanalstenose und ohne neurale Kompression (MRI 05/2011)
-
ohne radikuläre Zeichen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die
Gutachter die folgenden (Urk. 21/83/75 und Urk. 21
/85/19):
-
Adipositas Grad III (BMI 40.0 kg/m2)
-
kongenitale heterozygote Prothrombin-Mutation mit
-
rezidivierenden Thrombosen und postthrombotischem Syndrom links
-
dennoch seit Jahren keine Antikoagulation
-
Gonarthrosen beidseits bei normalen Beinachsen beidseits (EOS 01/2013) mit
-
rechts: mässiger medialbetonter Gona
rthrose und beginnender Femoro
patellar-Arthrose und Baker-Cyste (MRI 10/2009) und
-
links: leichter bis mässiger Femoro
patellar- und Femorotibial-Arth
rose mit
-
Riss des medialen Meniskus und Ba
ker-Cyste bei Status nach Par
ti
alruptur der Baker-Cyste (MRI 11/2012)
-
Fersensporne beidseits (Röntgen 01/2013)
-
arterielle Hypertonie mit latenter hypertensiver Herzbelastung (Erstdiag
nose 03/2012)
-
Migräne
-
Heberdenarthrosen Dig II beidseits sowie milde Daumensattelgelenks-Arthrose rechts im Stadium II nach Eaton (Erstdiagnose 03/2012)
-
Carpaltunnel-Syndrom beidseits und
-
Status nach operativer Dekompression rechts am 11.05.2012
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit
-
konsekutiver mittelgradiger depressiv
er chronifizierter Episode (ICD-
1
0
F32.8)
-
sozialen und soziokulturellen Problemen (ICD-10 Z60)
Die Gutachter hielten fest, eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe nicht gestellt werden können. Die Arbeitsfähigkeit werde durch die rheumatologischen Diagnosen bestimmt. In diesem Sinne sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten rückenschonenden Tätigkeit mit Hantie
ren von Lasten bis 10 kg zu 100
% beziehungsweise ganztags arbeitsfähig. Das
selbe gelte aus bidisziplinärer Sicht. Aus bidisziplinärer Sicht habe zudem in einer adaptierten Tätigkeit nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Nicht adaptierte Tätigkeiten habe die Beschwerdeführerin ab März 2005 ni
cht mehr ausführen können (Urk.
10/86).
3.3
3.3.1
Dr. B._ stellte im Bericht vom 12. Januar 2016 (Urk. 21/112), welchen die Beschwerdeführerin mit ihrem Neuanmeldungsgesuch vom 2. Februar 2016 ein
reichte, die sein Fachgebiet betreffenden Diagnosen 1) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10 F33.11, F33.2), 2) Panikstörung (ICD-10 F41.0) und 3) ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6). Er hielt sodann fest, die Symptome der Depression seien seit Sommer 2015 sehr intensiv geworden. Die Beschwerdeführerin sei depressiver geworden, sei im Antrieb äusserst vermindert, ihre Ängste hätten sich verstärkt und sie fühle sich stets erschöpft. Wegen der intensiven Scham- und Versagensgefühle habe sie sich zunehmend zurückgezogen, sie lebe schon längere Zeit sozial ganz isoliert. Manchmal äussere sie auch Suizidgedanken, lehne diese jedoch wegen ihrer Familie ab. Da die Beschwerdeführerin immer wieder Thrombosen bekomme und dadurch schon mehrmals in Lebensgefahr geschwebt sei, seien in der letzten Zeit auch die Panikattacken mit Todesängsten häufiger geworden. Aufgrund der Ver
schlechterung seit Sommer 2015 sei die Notwendigkeit einer stationären Behand
lung in Betracht gezogen worden. Die Beschwerdeführerin habe sich aber nicht dazu entschliessen können. Seit September 2015 bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit.
3.3.2
Dr. C._ führte in seinem Bericht vom 8. Dezember 2015 (Urk. 21/113), welchen die Beschwerdeführerin ebenfalls mit ihrem Neuanmeldungsgesuch vom 2. Feb
ruar 2016 einreichte, die folgenden Hauptdiagnosen auf:
-
Chronisches therapieresistentes Panvertebrales Syndrom
-
Polyarthrose
-
Periarthropathia humeroscapularis links
-
Chronische generalisierte Schmerzen
-
Morbide Adipositas (BMI > 40)
-
Chronische Depression
-
Arterielle Hypertonie
Dr. C._ hielt sodann fest (Urk. 21/113/4), t
herapeutisch wä
re wegen der
kom
plexen und chronischen Situation
ohne Ansprechen auf die bisherigen Behand
lungen
eine stat
ionäre Behandlung in einer Rehab
ilitationsklinik dringend indi
ziert. Die Kombination einer Depression mit schwerwiegenden somatischen Beschwerden (morbide Adipositas, Arthrose, Fehlform und degenerative Verän
derungen sowie DISH
[diffuse idiopathische skelettale Hyperostose] der Brustwir
belsäule
[BWS]
etc
.
) sollte für eine Reevaluation einer Berentung durch die
IV
-Stelle
genügen. Die Neudiagnose einer DISH der BWS zusätzlich zu der deutlichen Fehlform der BWS sollte von der IV
-Stelle
als neue Erkenntnis berücksichtigt werden.
Die erhebliche Kyphose sowie die Skoliose der BWS mit Blockierung der Beweglichkeit in diesem Wirbelsäulenabschnitt hätten erhebliche Auswirkungen auf die restliche Wirbelsäule. Wegen der fehlenden Beweglichkeit der BWS (dort wenig symptomatisch) würden die HWS und die LWS kompensatorisch vermehrt belastet. Dies führe zu zunehmenden degenerativen Veränderungen und zu ver
mehrten Beschwerden im cervikalen und lumbalen Bereich.
3.3.3
Im Bericht der F._ vom 25. April 2016 (Urk. 21/119/6-7) wurde auf den Sprechstundenbericht vom 2. Dezember 2015 verwiesen und erwähnt, dass kein Attest für eine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden sei. Im Sprechstundenbericht vom 2. Dezember 2015 (Urk. 21/119/8-11) wurde ausge
führt, d
ie Zuweisung der 58-jährigen
Beschwerdeführerin
sei
zur rheumatologi
schen Standortbestimmung
erfolgt
. Für die
Beschwerdeführerin vordergründig seien
von der Lokalisation nicht eingrenzbare multilokuläre Beschwerden des Bewegungsapparates. Die Anamnese-Kriterien für
entzündlichen Rückenschmerz seien
nicht erfüllt. Hinsichtlich einer unklaren Sensibilit
ätsstörung des linken Bei
nes sei
eine
neurologische Untersuchung
im Hause im August 2015 unauffällig
gewesen
. Vorgängige orthopädi
sche Untersuchungen in der G._ und der hauseigenen Abteilung für
Knie-Orthopädie
hätten
keine schlüssigen patho
morphologischen Korrelate für die Knieschmerzen nach konventionell-radiologi
scher und Beurteilung mittels MRI
gezeigt. Eine Knie-I
nfiltration links im Juli 2015
habe keine bleibende Beschwerdel
inderung
gebracht
. Eine laborchemische Untersuchung durch
den
Neurologen hinsichtlich Polyneuropathie inkl.
humora
len Entzündungswerten und Proteinelektr
ophorese sowie Immunfixation sei
sow
ohl hinsichtlich neurologischer
als auch hinsichtlich rheumatologischer Pathologien unauffällig
gewesen
.
Die akt
uelle klinische Untersuchung sei
einge
schränkt beurte
ilbar. Die Waddell-Zeichen seien
positiv u
nd die Kooperation der Beschwerdeführerin sei
insbesondere beim neurologischen Untersuch
aufgrund aktiver Gegeninnervation eingeschränkt
gewesen. Es hätten
sich keine Synoviti
den von Händen und Füssen und ausgeweitete Schmerzbefunde der Wirbelsäule und des linken B
eines, ausgehend vom Kniegelenk, gezeigt.
Die Hände
hätten
klinisch eine Heberdenarthrose
gezeigt
.
Für die medikamentöse Behandlung eines festgestellten
Vitamin D-
Mangels sei der Beschwerdeführerin
ein Rezept per Post zugestellt
worden
. Zudem
werde sie zum
Röntgen der Hände an
gemeldet
.
3.3.4
Im Bericht des H._ vom 30. März 2016 über den stati
onären Aufenthalt vom 11. Februar bis 9. März 2016 (Urk. 21/121) wurde festge
halten, die Beschwerdeführerin sei zur psychosomatischen Rehabilitation zuge
wiesen worden. Zum Psychostatus wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Im Kontaktverhalten sei sie freund
lich zugewandt, ein affektiver Rapport sei herstellbar. Der Antrieb sei reduziert und die Stimmung gedrückt. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis seien unauffällig. Im formalen Denken sei die Beschwerdeführerin klar und kohärent, ihr inhaltliches Denken sei unauffällig. Von Suizidalität habe sie sich glaubhaft distanzieren können. Im Rahmen
des stationären Aufenthalts
seien sie
ben
psychologische Einzelgespräche
durchgeführt worden und die Beschwerde
führerin habe an vier Sitzungen der Schmerzbewälti
gungsgruppe teil
genommen. Die Beschwerdeführerin sei
sehr auf
ihre Angstsymptome
und
die
Schmerzen fokussi
ert. Im Laufe der Gespräche habe
sie gelernt, welche Rolle ihre negativen Gedanken (Angst vo
r neuen Erkrankungen) auf ihre
Angstsymptome
hätten und sie habe
sich
auch mit Strategien befasst, die ihre Ressourcen wieder aktivieren könnten.
Sie habe
jedoch das Anwenden von so
lchen Methoden verneint,
sich weiter auf ihre Schmerzen fokussiert und
sich
oft lange
ins
Zimmer zurückgezo
gen. Erst kurz
vor dem Ende des Aufenthalts habe
sie
sich darauf eingelassen, an einem gemeinsamen Spaziergang t
eil
zuneh
me
n. Das Besprechen von Aktivitäten zu Hause und
kleinen
Veränderungen, die angenehme Momente erhöhen und die
Beschwerdeführerin
aus ihrer Isolation im Zimmer bringen könnte
n
,
sei
auf die feste Überzeugung der
Beschwerdeführerin gestossen
,
dies gehe
nicht
wegen der
Schmerzen und
der Angst. N
ach Angaben der
Beschwerdeführerin schaue ihr Ehemann zu Hause
fern und liege viel, weil er
einen hohen Blutdruck habe
. Er liege in einer Stube,
sie in
einer anderen. Sie
wolle
am liebsten alleine sein, damit sie kein Herzrasen spüre. Bei der physischen Linderung vo
n Schmerzen habe
die Beschwerdeführerin
jedoch Strategien gewissenhaft
umgesetzt –
zum Beispiel
durch Anwendung von
Kartoffelwicke
ln oder Durchführen von Atemü
bungen. Sie
habe
durch
die Ern
ährungsumstellung
auch an Gewicht verlo
ren.
Die Beschwerdeführerin habe sich
in den Gesprächen offen
gezeigt
und einen sym
pathischen Eindruck hinterlassen.
Sie habe sich aber wenig
auf die Atem- und Körpertherapie nach Middendorf
einlassen können
.
Sie habe
gut angesprochen auf Behandlung
en am Körper (Streic
hungen, Massa
ge). Diese Art von Zuwendung tue
ihr gut.
Sie habe ihre Ausdauer i
n der Erlebnisgruppe von 20 auf 40
Minuten steigern können
. Die Lenkung der
Aufmerksamkeit weg von ihren Problemen hin zur Natur habe ihr ermöglicht, eine grössere
Strecke zu spazieren.
Die physiothe
rapeuti
schen Bem
ü
hungen
hätten sodann eine Steigerung des Aktivitätsl
evels
erzielt
. Nichtsdestotrotz
bestehe weiter Bedarf, die Beschwerdeführerin
zur Selbst
sorge zu motivieren und weiterhin an der
Ak
tivierung
zu arbeiten.
Die Ärzte gelangten zum Schluss, limitierend seien vor allem die Ängste der Beschwerde
führerin, so dass sie sich oft ins Zimmer zurückgezogen habe und sich auf einige Therapien erschwert habe einlassen können. Am Gesamtbild der Beschwerdefüh
rerin habe daher wenig geändert werden können.
3.3.5
Im Bericht der F._ vom 5. August 2016 wurde festgehal
ten, seit dem 2. Dezember 2015 seien keine weiteren Kontrollen mehr erfolgt (Urk. 21/126/4-6).
3.3.6
Dr. C._ führte im Bericht vom 8. Januar 2017 (Urk. 21/139), welchen die Beschwerdeführerin im Einwandverfahren einreichte, aus, die Beschwerdeführe
rin sei aus rheumatologischer Sicht auf Grund der objektiven Befunde für eine leichte angepasste Tätigkeit im Umfang von maximal 30 % arbeitsfähig. Seit Dezember 2015 lasse sich keine Verschlechterung des Gesundheitszustands aus rheumatologischer Sicht feststellen.
4.
4.1
4.1.1
Bei der
Beschwerdeführerin
steht nach wie vor die bereits bekannte
Schmerz
problematik
und eine ausgeprägte Passivität im Vordergrund
. Diesbezüglich
zeigt sich ein seit Jahren unveränderter Zustand
: Im
– anlässlich des Erstanmeldungs
verfahrens von der Beschwerdegegnerin veranlassten –
Gutachten des
Y._
(rheu
matologische Beurteilung) wurde festgehalten,
a
ufgrund der fehlenden Koopera
tion
der Beschwerdeführerin
im Rahmen der Untersuchung sei es nicht möglich zu beurteilen, inwieweit die objektiven Befunde zu werten seien. Eine Willensan
strengung zur Verbesserung der körperlichen Situation sei bei der Beschwerde
führerin nicht zu erkennen. Nachdem die kurzfristig ambulant durchgeführte Physiotherapie keinen durchschlagenden Erfolg gehabt habe, werde eine weitere Fortführung von der Beschwerdeführerin nicht gewünscht. Ein regelmässig durchgeführtes Trainingsprogramm zur Kräftigung der Rumpf stabilisierenden Muskulatur und zur Dehnung der verkürzten Muskelgruppen werde von der Beschwerdeführerin ebenfalls abgelehnt. Die objektivierbaren Befunde würden die ausgeprägte Schmerz- und Behinderungsüberzeugung und vor allem auch eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit aus rheuma
tologischer Sicht nicht erklären (Urk. 21/21/16).
Der begutachtende Psychiater des Y._ hielt sodann fest, b
ei der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin eine nach aussen gerichtete, demonstrative Beschwerdes
childerung mit diffuser Schmerz
problematik gezeigt. Aufgrund ihrer Beschwerden ziehe sie sich in die Familie zurück. Sie verrichte praktisch keine Haushaltsarbeiten. Diese würden von der Familie, vor allem von der im gleichen Haus lebenden Schwiegertochter ver
richtet. Dadurch erhalte sie auch Zuwendung, was im Sinne eines sekundären Krankheitsgewinns ihr regressives Verhalten verstärke. Ausserhalb der Familie habe sie praktisch keine Kontakte. Sie erhalte eine antidepressive Medikation und sei auch in psychiatrischer Behandlung bei Dr.
B._
. Die Antidepressiva nehme sie aber kaum ein, wie aufgrund des Medikamentenspiegels geschlossen werde
n müsse. Zur Zeit stehe diagnos
tisch eine leichte depressive Episode mit Schlafstö
rungen und Antriebsstörung im Vordergrund. Dadurch sei sie in ihrer
Arbeitsfä
higkeit zu 20 % einge
schränkt. Eine mittelgradige oder gar schwere depressive Störung liege nicht vor. Die Beschwerdeführerin sei
nicht suizidal, Konzentrati
ons
störungen seien nicht deutlich vorhanden, habe sie sich doch im Untersu
chungsgespräch gut konzentrieren können. Es bestehe zwar ein sozialer Rückzug in die Familie, innerhalb dieser habe sie aber gute Kontakte, ein emotional
er Rückzug sei nicht ausgeprägt
(Urk. 21/21/10 f.
).
Das hiesige Gericht stellte in sei
nem Urteil vom 9.
Juni 2010
auf diese Ausführungen ab und erachtete die vom begutachtenden Psychiater attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % als äusserst grosszügig bemessen (Urk. 21/59/12 und 21/59/16).
Gegenüber Dr.
Z._
– im Rahmen der Begutachtung im letzten Neuanmel
dungsverfahren –
schilderte die Beschwerdeführerin, Therapien hätten ihr in der Vergangenheit nicht geholfen. Zuhause mache sie gelegentlich Übungen für die Hände, die sie in der
G._
erlernt habe. Sie habe zu Hause einen Hometrai
ner, den sie allerdings nur selt
en benutze. Sie schwimme nicht. Im Herbst 2012 sei sie zwei Wochen lang in einer Kur in Bosnien gewesen. Am Tag vor der Untersuchung sei sie den ganzen Tag zu Hause gewesen, sie sei zwischen 09.00 und 10.00 Uhr aufgestanden. Ihr Ehemann habe das Frühstück zubereitet. Sie habe ihre Medikamente geschluckt und sei in der Wohnung herumgegangen. Das Mittagessen habe die Tochter am Vortrag zubereitet. Nachmittags und abends habe sie nichts gemacht. Zum Nachtessen habe sie eine Kleinigkeit eingenommen. Gegen 22.00 Uhr habe sie sich schlafen gelegt. Die kleinen Einkäufe erledige ihr Ehemann, die grossen Einkäufe ihr Sohn (Urk. 21/83/67).
Die Ärzte des
H._
berichteten
nach dem aktuellen Rehabilitationsaufenthalt vom 11. Februar bis 9. März 2016
von einer
nicht sehr kooperativen Beschwerdeführerin
,
in dem Sinne, als sie
das Anwenden der wäh
rend des Aufenthalts erlernten Strategien beziehungsweise Methoden zur Schmerzbewältigung verneint, sich weiter auf ihre Schmerzen fokussiert und sich oft lange ins
Zimmer zurückgezogen habe
.
Erst kurz vor Ende des Aufenthalts habe sie sich darauf eingelassen, an einem gemeinsamen Spaziergang teilzuneh
men.
Das Besprechen von Aktivitäten zu Hause und kleinen Veränderungen, die angenehme Momente
fördern
und die Beschwerdeführerin aus ihrer Isolation im Zimmer bringen könnten, sei auf die feste Überzeugung gestossen, dies gehe nicht wegen der Schmerzen und der Angst. Die Ärzte
hielten demzufolge fest
, die Beschwerdeführerin habe sich auf einige Therapien erschwert einlassen können und am Gesamtbild habe sich daher wenig geändert (E. 3.3.4). Dabei wäre eine Verbesserung der Situation durchaus möglich gewesen, wovon zumindest kleine Erfolge während des Aufenthalts im
H._
zeugen: Die Beschwerdeführerin konnte ihre Ausdauer in der Erlebnisgruppe von 20 auf 40 Minuten steigern. Die Lenkung der Aufmerksamkeit weg von ihren Problemen hin zur Natur ermöglichte es ihr, eine grössere Strecke zu spazieren. Die physio
therapeutischen Bemühungen erzielten sodann eine Steigerung des Aktivitätsle
vels (E. 3.3.4).
4.1.2
Das in den vorstehenden Berichten von der Beschwerdeführerin gezeichnete Bild hinterlässt einen homogenen, gleichbleibenden Eindruck. Wenn Dr. B._ in sei
nem Bericht vom 12. Januar 2016 auf einen Rückzug und eine Isolation der Beschwerdeführerin hinweist (E. 3.3.1), schildert er damit nichts Neues. Der
sozi
ale
Rückzug in die Familie bestand bereits im Jahr 2007 [vgl. E. 4.1.1]
).
Dr. B._ beschreibt im Vergleich zu seinen früheren Berichten vom
31. Juli 2007
(
Urk. 21/21/23-25)
und vom
16. März 2012
(Urk. 21/75) – auf welche im Rahmen der beiden gerichtlichen Beschwerdeverfahren beim hiesigen Gericht bereits ein
gegangen wurde (vgl. Urk. 21/59/17 f. und Urk. 21/107/11 f.) – sodann keine veränderten psychiatrischen Befunde. Inwiefern d
ie Beschwerdeführerin seit Sommer 2015 depressiver geworden sein soll,
lässt sich angesichts der von Dr. B._ seit 2007 unverändert gestellten Diagnose einer
mittel- bis schwergra
digen depressiven Symptomatik
nicht nachvollziehen. Vielmehr liegt eine andere Beurteilung eines unveränderten Gesundheitszustandes vor. In diesem Zusam
menhang ist der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im
Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (B
GE 125 V 351 E.
3b/cc).
Darüber hinaus
lässt sich mit dem im Bericht des
H._ vom 30. März 2016 erhobenen Befund (E.
3.3.4) keine mittel- bis schwergradige dep
ressive Symptomatik begründen. Daran ändert auch der Bericht von Dr. B._ vom 23. Dezember 2016 (Urk. 8/4), welchen die Beschwer
deführerin im Beschwerdeverfahren einreichte, nichts.
4.1.3
Nach dem Gesagten ist aus psychiatrischer Sicht keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit
der
rentenabweisenden Verfügung vom 3. Sep
tember 2013 festzustellen. Damit bietet auch d
ie mit Urteil vom 3. Juni 2015 neu ergangene Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den somatoformen Schmerz
störungen (BGE 141 V 281)
, welche gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 30.
November 2017
(BGE 143 V 418) grundsätzlich auf sämtliche psychischen Erkrankungen anzuwenden ist (E. 1.2.2),
keinen Anlass, auf rechtskräftig gewo
r
dene Entscheide zurückzukommen.
Dr.
A._ konnte keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen und
beurteilte die
von ihm diagnostizierte somatoforme
Schmerzstörung gemäss der da
zumal geltenden Rechtsprechung
als überwindbar, worauf das
hiesige Gericht im Urteil vom 24. Februar 2015
denn auch abstellte
(vgl. Urk. 21/107
/11
ff.).
4.2
4.2.1
In somatischer Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass Dr. Z._ anlässlich der Begutachtung vom 21. Januar 2013 im Rahmen des letzten Neuanmeldungsver
fahrens (Urk. 21/83/1)
grosse Diskrepanzen zwischen der Beweglichkeit der Beschwerdefü
hrerin bei der direkten Untersu
chung und im abgelenkten Zustand fest
stellen konnte; die Untersuchung sei durch kraftvolle Gegenspannung und fehlende Compliance deutlich erschwert gewesen. Dr. Z._ gelangte zum Schluss,
die vorhandenen Befunde erklärten das Ausmass der Beschwerden nic
ht. Der Beschwerdeführerin sei eine adaptierte Tätigkeit zu 100 % zuzumuten (Urk. 21
/83/76).
Inkonsistenzen waren bereits bei der im Jahre 2007 vorgenom
menen Begutachtung im Y._ beobachtet worden: Im Gutachten vom 21. Septem
ber 2007 war festgehalten worden, während der gesamten Untersuchung im Fach
gebiet der Rheumatologie habe die Beschwerdeführerin teilweise sehr stark bewusst muskulär dagegen gespannt, wobei die Beweglichkeit bei unbewussten Bewegungen sehr viel grösser gewesen sei. Eine suffiziente körperliche Untersu
chung sei aufgrund dieser völlig fehlenden Kooperation der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen (Urk. 21/21/16). Bei der aktuellen Untersuchung in der F._ vom 2. Dezember 2015 wurde wiederum eine generelle Diskrepanz zwischen den Untersuchungsbefunden und den vorgängig im Gespräch objektiv erfassten Befunden anhand des Bewegungsmusters und des Verhaltens festgestellt (Urk. 21/119/10). Die Ärzte der F._ hielten deshalb in ihrer Beurteilung fest, die
akt
uelle klinische Untersuchung sei
eingeschränkt beurte
ilbar. Die Waddell-Zeichen seien
positiv u
nd die Kooperation der Beschwerdeführerin sei
insbesondere beim neurologischen Untersuch
auf
grund aktiver
Gegeninnervation eingeschränkt gewesen. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde der Beschwerdeführerin im Bericht der F._ nicht attestiert (E. 3.3.3).
4.2.2
Es mag seit der letzten Begutachtung zu einer Zunahme der degenerativen Ver
änderungen im Wirbelsäulenbereich gekommen sein. Darauf deuten die Befunde (Urk. 21/113/3) der im November 2015 angefertigten Röntgenbilder hin, insbe
sondere die DISH (diffuse idiopathische skelettale Hyperostose) der BWS (Brust
wirbelsäule), wobei es sich um eine
nichtentzündliche Skeletterkrankung
handelt, bei welcher es zu einer Ossifikation der Enthesen und letztlich zu einer Verstei
fung der Wirbelsäule kommen kann. Allerdings lässt sich nicht feststellen, inwie
weit dieser bildgebende Befund tatsächlich zu einer bereits klinisch feststellbaren Einschränkung der Beschwerdeführerin führt.
Die Ärzte der
F._, welche wie Dr. C._ (vgl. Urk.
21/113/3) eine Einschränkung der Beweglichkeit der BWS von mindestens 2/3 feststellen konnten, hielten dieses Ergebnis jedenfalls nicht für aussagekräftig («Wirbelsäulen-Beweglichkeit nicht konklusiv beurteilbar mit global bei der Untersuchung von HWS, BWS und LWS zu je mind. 2/3 einge
schränkter Beweglichkeit» [Urk.
21/119/10]).
Da bei der Beschwerdeführerin bereits wiederholt klare Verdeutlichungstendenzen zu Tage getreten sind, kann von einer weiteren Untersuchung kein aussagekräftigeres Resultat erwartet werden.
Dr. C._ setzte sich weder mit dem Gutachten von Dr. Z._ noch mit der Einschätzung der Ärzte der F._ auseinander und legte nicht dar, inwiefern sich die bildgebend festgestellten degenerativen Veränderun
gen an der Wirbelsäule auf die bereits qualitativ eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zusätzlich auswirken könnten. Es erhellt sich daher nicht, ob er die Einschätzung von Dr. Z._ zur Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nicht teilt oder ob seine abweichende Beurteilung einzig im Zusammenhang mit veränderten bildgeben
den Befunden steht. Im ersten Fall wäre seine Einschätzung nicht beachtlich, da sie im Wesentlichen auf einer anderen Beurteilung eines unveränderten Gesund
heitszustandes beruhte. Im zweiten Fall wäre seine Einschätzung nicht überzeu
gend, da Dr. Z._ in ihrer Beurteilung die Einschränkungen der Beschwer
deführerin bereits berücksichtigt hatte (angepasste leichte Tätigkeit) und sich eine zusätzliche quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 70 % (Dr. C._ attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 30 % in einer leich
ten angepassten Tätigkeit [E. 3.3.6]) einzig aufgrund der insgesamt kaum verän
derten Befunde nicht rechtfertigen lässt. Dasselbe gilt auch, wenn aus somatischer Sicht mit den Gutachtern des Y._ von einer 20%igen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit ausgegangen würde (Urk. 21/59/19).
Selbst bei Vornahme eines grosszügig bemessenen zusätzlichen leidensbedingten Abzuges von 10 % ergäbe sich noch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, was die nachfolgende Einkommensberechnung (vgl. E. 4.3) zeigt.
4.2.3
Der mit Eingabe vom 12. Dezember 2017 (Urk. 23) eingereichte Bericht des
E._
(Urk. 24) datiert vom 4. Dezember 2017 und somit fast zehn Monate nach Verfügungserlass. Er ist daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht mehr zu berücksichtigen (E. 1.5), zumal
ebenfalls
nicht
ersichtlich ist
, inwiefern sich die neuen bildgebenden Befunde (insbeson
dere im Bereich der HWS) klinisch tatsächlich
niederschlagen
. Bei der Untersu
chung der Hüftgelenke hielt der untersuchende Orthopäde fest, die Beschwerde
führerin habe massiv gegengespannt mit Angabe von Schmerzen im Rücken und im Bein, ohne dass eine spezifische Läsion dies bedingen müsste. Die Beschwer
deführerin habe sich sodann in Bauchlage nicht untersuchen lassen wollen, wes
halb der Status nicht komplett sei (Urk. 24 S. 7).
Hinzu kommt, dass in Bezug auf die Einschätzung der Ärzte des E._ ebenfalls der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen
ist
, dass behandelnde Ärzte mitunter im
Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (B
GE 125 V 351 E.
3b/cc).
Da die Ärzte des E._ der Beschwerdeführerin bereits in früheren Berichten (vom 18. November 2013 [Urk. 21/106/3-7] und vom 9. September 2014 [Urk. 21/107/19-17], auf welche
im Urteil des hiesigen Gerichts vom 24. Februar 2015 eingegangen wurde [Urk. 21/107/13 f.]) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatten, ist von einer anderen Beurteilung eines unveränderten Gesundheitszustands auszugehen.
4.3
4.3.1
Im vom Bundesgericht bestätigten
Urte
il des hiesigen Gerichts vom 9.
Juni 2010
wurde
die Beschwerdeführerin als Teilzeiterwerbstätige
mit einem Arbeitspensum von 70
%
und einer Tätigkeit im Haushalt von 30 %
qualifizie
rt. Diese Faktoren waren unbestritten geblieben (Urk.
21/59
/19
).
Der vom Gericht vorgenommene Einkommensvergleich ergab einen
massgeblichen Invaliditätsgrad von 11 %
(Urk. 21/59/19 ff.).
Von derselben Aufteilung des Erwerbs- und Haushaltsbereichs
(70 % beziehungsweise 30 %)
ist auch heute noch auszugehen, waren die vier in den Jahren 1977, 1979, 1981 und 1983 geborenen Kinder der Beschwerdeführerin doch bereits im Zeitpunkt der ersten rentenabweisenden Verfügung vom 22. Oktober 2008 volljährig und bereits ausgezogen (Urk. 21/21/9). Eine Status
änderung in dem Sinne, als die Beschwerdeführerin neu als Vollerw
erbstätige zu qualifizieren wäre
, erweist sich vor diesem Hintergrund als nicht angezeigt. Daran ändert auch der Hinweis im Bericht des
E._
vom 4. Dezember 2017, wonach die Gewichtung der Bereiche Erwerb und Haus
halt falsch sei (Urk. 24 S. 5), nichts.
Es gelangt daher die
gemischte Methode
zur Anwendung.
Die Invalidität bestimmt sich demnach grundsätzlich dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Haushaltsbereich ein Betätigungs
vergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten u
nd gewichteten Teilinvaliditsgraden
ergibt (vgl. BGE 130 V 396 E. 3.3; vgl. auch die Berechnung im Urteil vom 9. Juni 2010 [Urk. 21/59]). An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die seit dem 1. Januar 2018 geltende neue Berechnungsmethode (Art. 27
bis
IVV) noch nicht zur Anwendung gelangt (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372).
4.3.2
Nach der erneuten Anmeldung
zum Leistungsbezug vom
2. Februar 2016
könnte ein Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
frühestens im Jahr 2016 entstehen.
Es ist daher ein
Einkommensvergleich
für das Jahr 2016
Jahr vorzunehmen.
Das hiesige Gericht errechnete im Urteil vom 9. Juni 2010 für das Jahr 2006 ein
hypothetisches
Valideneinkommen von Fr. 28'000.-- bei
einer 70%igen Erwerbs
tätigkeit, nahm aber aufgrund des unterdurchschnittlichen Lohns eine Paralleli
sierung vor (Urk. 21/59/20 f.). Es rechtfertigt sich daher, beim aktuellen Einkom
mensvergleich sowohl zur Bemessung des Validen- als auch des Invalidenein
kommens die Tabellenlöhne
der Schweizeris
chen Lohnstrukturerhebung heran
zuziehen. Wird zur Bemessung des Valideneinkommens grosszügigerweise wie bei der Bemessung des Invalideneinkommens
auf
dieselben Parameter, nämlich
das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Hilfskräfte von Fr. 4'300.
--
ab
gestellt
(TOTAL in der Tabelle TA1 der LSE 2016, Frauen),
kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden. Unter der Annahme einer 20%igen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich (vgl. das Urteil des hiesigen Gerichts vom 9. Juni 2010 [Urk. 21/59]) sowie eines zusätzlichen leidensbeding
ten Abzugs von 10 % ergibt sich (ausgehend von einer 100%igen Erwerbstätig
keit) eine Einschränkung im Erwerbsbereich der Beschwerdeführerin von 72 % (80 % - [10 % von 80 %]). Ausgehend von einer 70
%igen Arbeits
tätigkeit
im Gesundheitsfall
resultiert damit noch immer keine Einschränkung im Erwerbsbe
reich. Im Haushaltsbereich mit der
Möglichkeit der freien Zeiteinteilung
ist von einer unveränderten 38%igen Einschränkung auszugehen, was im Urteil des hie
sigen Gerichts vom 9. Juni 2010 als äusserst grosszügig bemessen qualifiziert wurde (Urk. 21/59/19).
4.3.3
Da sich der Gesundheitsschaden noch immer bloss im Haushaltsbereich auswirkt, ergibt sich unverändert ein massgeblicher Invaliditätsgrad von insgesamt (gerun
det) 11 % (30 % x 38 %).
4.4
Nach dem Gesagten ist keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Ver
hält
nisse ausgewiesen
. Weitere Abklärungen sind nicht vorzunehmen, und eine Ver
letzung von Verfahrensgrundsätzen durch die Beschwerdegegnerin ist nicht erkennbar.
5.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Die Kos
ten des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Bes
chwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG).