Decision ID: 882447e0-835b-5c60-adee-354c9d3e9c3d
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 7. August 2015 in der Schweiz um Asyl
nach. Am 19. August 2015 fand die Befragung zur Person (BzP), am
13. Dezember 2016 die erste Anhörung und am 28. September 2018 die
zweite Anhörung statt. Hierbei machte er geltend, er sei irakischer Staats-
angehöriger kurdischer Ethnie und komme aus der nordirakischen Stadt
Kirkuk, wo er geboren worden sei und fünf Jahre die Schule besucht habe.
Er habe gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder gelebt und habe
während zirka neun bis zehn Jahren in Kirkuk ein eigenes Teehaus geführt.
Während einigen Monaten habe ein junger Araber fast täglich sein Teehaus
als Gast besucht. Am 5. Juli 2015 habe ihn dieser Araber nach Laden-
schluss im persönlichen Gespräch dazu aufgefordert, für den Islamischen
Staat (IS) tätig zu werden und namentlich Flyer zu verteilen in seinem Tee-
haus. In den folgenden Tagen habe dieser Araber ihn zwei weitere Male
persönlich im Teehaus aufgesucht und seine Aufforderung zur Zusammen-
arbeit mit dem IS wiederholt.
Nachdem der Beschwerdeführer ihm verständlich gemacht habe, dass er
eine Zusammenarbeit mit dem IS ablehne, drohte dieser ihm schliesslich
mit dem Tod. Danach habe der Beschwerdeführer aus Angst, der Araber
könnte seine Drohung in die Tat umsetzen und ihn und seine Familie töten,
mit Hilfe eines Freundes einen Schlepper kontaktiert, um den Irak
schnellstmöglich zu verlassen. Danach habe seine Mutter im Innenhof sei-
nes Familienhauses in Kirkuk einen Drohbrief des IS entdeckt. Am
15. Juli 2015 sei er schliesslich aus dem Irak ausgereist. Den Drohbrief
reichte er dem SEM zu den Akten.
B.
Aufgrund von Zweifeln an der Echtheit der eingereichten Identitätsaus-
weise gab das SEM am 29. August 2018 bei der zuständigen Fachstelle
eine Ausweisprüfung in Auftrag. Die Ausweisprüfung vom 30. August 2018
gelangte zum Schluss, es handle sich bei der untersuchten Identitätskarte
um eine Fälschung. Hinsichtlich des Nationalitätenausweises konnte die
Fachstelle keine abschliessende Prüfung vornehmen, jedoch würden auch
hier – aufgrund des Ausstellungsdatums – Zweifel an der Echtheit des Do-
kuments bestehen.
C.
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2018 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab,
E-6306/2018
Seite 3
verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und beauftragte den zuständi-
gen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung.
D.
Mit Eingabe vom 5. November 2018 reichte der Beschwerdeführer gegen
diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und be-
antragte, es sei die Verfügung des SEM vom 8. Oktober 2018 aufzuheben
und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei er vorläufig aufzunehmen. In
prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren
und der bevollmächtigte Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand zu
bestellen.
E. Zur Stützung seiner Angaben reichte er am 14. November 2018 die fol-
genden Unterlagen als Beweismittel nach:
- Geburtsregisterauszug im Original inklusive Übersetzung;
- Foto, welches ihn nach eigenen Angaben in Kirkuk zeigt.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2018 stellte der Instruktions-
richter fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens
einstweilen in der Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses und bestellte dem Beschwerdeführer in der Person von Rechtsanwalt
Florian Wick einen amtlichen Rechtsbeistand. Gleichzeitig lud der Instruk-
tionsrichter das SEM zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. Dieser
Aufforderung kam es mit Eingabe vom 29. November 2018 nach.
G.
Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 19. Dezember 2018.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
E-6306/2018
Seite 4
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1-7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG ins
AIG übernommen worden.
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel - wie auch vorliegend -
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG, Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer
ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht mehrere formelle Rügen geltend. Diese
sind vorab zu prüfen, da sie zu einer Kassation der angefochtenen Verfü-
gung führen können.
4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, der als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei
einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam
zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35
E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die
Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheid-
findung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich
die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65
E. 5.2).
Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen
tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung
angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss kurz die
wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten
lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Aus der Begründungspflicht
E-6306/2018
Seite 5
als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs ergibt sich, dass die Abfassung der
Begründung dem Betroffenen ermöglichen soll, den Entscheid
sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der
Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des
Entscheides ein Bild machen können. Die Begründungsdichte richtet sich
dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und
den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in
die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen – und um solche geht
es bei Verfahren betreffend Asyl und Wegweisung – eine sorgfältige
Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 2008/47 E. 3.2).
Es ist jedoch nicht erforderlich, dass sich die Begründung einer Verfügung
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung
ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder
Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle
für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt
werden.
4.3 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sich nicht mit dem ein-
gereichten Drohbrief auseinandergesetzt, obwohl dieser seine Asylgründe
klar belege (Beschwerde, S. 4, Rz. 10). Ausserdem sei die Vorinstanz dem
Hinweis des Beschwerdeführers, wonach er sich innerhalb der Autonomen
Region Kurdistan (ARK) im Nordirak nicht frei niederlassen konnte, nicht
nachgegangen (Beschwerde, S. 4, Rz. 11).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ging die Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung auf den Drohbrief ein und berücksichtigte diesen
in ihrer Entscheidfindung in angemessener Weise. Die Vorinstanz hat hin-
reichend begründet, weshalb sie den Drohbrief unter Berücksichtigung al-
ler Umstände als ein vom Beschwerdeführer im Hinblick auf das Asylver-
fahren selbst erstelltes Beweismittel erachtet. Damit geht diese formelle
Rüge des Beschwerdeführers fehl. Gleiches gilt für die formelle Rüge in
Bezug auf dessen Aussage, wonach er nicht nach Kurdistan reisen (A17,
S. 6, F 54) beziehungsweise sich innerhalb der Autonomen Republik Kur-
distan (ARK) nicht frei niederlassen konnte (Beschwerde, S. 4, Rz. 11).
Entgegen seiner Auffassung hat die Vorinstanz sich mit dieser Behauptung
auseinandergesetzt und dabei auf ein – noch immer gültiges – Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.4) verwiesen.
E-6306/2018
Seite 6
4.4 Weiter macht er geltend, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht
verletzt, indem sie in der angefochtenen Verfügung mehrmals und lediglich
in pauschaler Weise ausführe, der Beschwerdeführer habe sich generell
widersprochen oder wenig plausible Angaben gemacht, ohne dies jedoch
zu begründen oder zu belegen (Beschwerde, S. 5, Rz. 12).
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Soweit die Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung auf Widersprüche im Aussageverhalten des Be-
schwerdeführers hinweist oder bestimmte Aussagen als nicht nachvollzieh-
bar einstuft, begründet sie ihre Ansicht in angemessener Weise. So zeigt
sie Widersprüche im Aussageverhalten in der angefochtenen Verfügung
namentlich dergestalt auf, dass sie die entsprechenden Aussagen des
Beschwerdeführers direkt gegenüberstellt (vgl. etwa Verfügung SEM,
S. 4). Dies genügt den Anforderungen an die Begründungspflicht und ist
nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz sodann
vor, sie habe ihre Begründung, wonach der Beschwerdeführer wider-
sprüchliche oder wenig plausible Angaben gemacht habe, mit keinen Ak-
tenfundstellen untermauert. Dies verunmögliche ihm praktisch die Über-
prüfung dieser Vorwürfe und die Auseinandersetzung mit diesen Vorwürfen
(vgl. Beschwerde, S. 5, Rz. 12).
Soweit die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung Widersprüche in
den Aussagen des Beschwerdeführers feststellt oder gewisse Aussagen
als nicht nachvollziehbar einstuft, führt sie die relevanten Aktenfundstellen
jeweils mit Aktenzeichen auf (vgl. etwa Verfügung, S. 3). Entgegen seiner
Auffassung war es dem Beschwerdeführer somit möglich, die entspre-
chende Begründung der Vorinstanz auf ihre Übereinstimmung mit den Ak-
ten zu überprüfen, was er auch selbst zeigt, indem er in der Beschwerde
darauf eingeht.
4.5 Der Beschwerdeführer dringt mit seinen formellen Rügen somit nicht
durch. Der Rückweisungsantrag ist abzuweisen.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion,
Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-
gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt
sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-
den (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die
E-6306/2018
Seite 7
Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen,
die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
6.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, der Beschwerdeführer
habe angegeben, irakischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie zu sein
und von Geburt bis zu seiner Ausreise aus dem Irak in Kirkuk, Provinz Erbil,
gelebt zu haben. Die Prüfung der Echtheit der eingereichten Ausweise
habe ergeben, dass die Identitätskarte gefälscht sei und es sich auch beim
Nationalitätenausweis sehr wahrscheinlich um eine Fälschung handle.
Ausserdem sei sein irakischer Führerausweis vom Verkehrsamt der Stadt
Sulaimaniya und nicht von jenem aus Kirkuk ausgestellt worden. Deshalb
sei davon auszugehen, er stamme nicht wie von ihm behauptet aus Kirkuk,
sondern aus Sulaimaniya. Auch habe er in der Anhörung kein Hotel in Kir-
kuk nennen können und die von ihm angegebene Adresse des städtischen
Verkehrsamts in Kirkuk habe sich als falsch erwiesen. Daran ändere auch
der eingereichte Geburtsregisterauszug und ein Foto, auf dem der Be-
schwerdeführer gemeinsam mit einer anderen Person zu sehen ist, nichts.
Denn diese belegten nicht, dass der Beschwerdeführer tatsächlich in Kir-
kuk gelebt habe. Aufgrund dieser Umstände müsse davon ausgegangen
werden, dass auch die vorgebrachten Asylgründe rund um den vermeintli-
chen Drohbrief des Islamischen Staats nicht glaubhaft seien. Hierzu habe
der Beschwerdeführer auch widersprüchliche Aussagen gemacht. Im Übri-
gen seien die vorgebrachten Asylgründe im Zusammenhang mit der Be-
drohung durch den IS ohnehin nicht mehr aktuell.
6.2 Der Beschwerdeführer bringt hiergegen im Wesentlichen vor, beim Na-
tionalitätenausweis handle es sich um ein echtes Dokument. Den Identi-
tätsausweis habe er sich regulär beschafft und er könne sich nicht erklären,
weshalb dieses Dokument eine Fälschung sein solle. Er habe gegenüber
der Vorinstanz wahrheitsgetreu ausgesagt, die Ausweise seien echt. Dass
der Führerausweis vom Verkehrsamt in Sulaimaniya ausgestellt worden
E-6306/2018
Seite 8
sei, sei dem Umstand geschuldet, dass man in Kirkuk während eines Jah-
res keinen Führerausweis habe erlangen können, was im Nordirak durch-
aus möglich sei. Auch treffe es entgegen der Vorinstanz zu, dass man sich
als Kurde aus Kirkuk (Provinz Erbil) ohne Nachweis eines Bürgen nicht in
Sulaimaniya niederlassen dürfe. Insgesamt vermöge die Vorinstanz, so der
Beschwerdeführer, weder zu beweisen noch glaubhaft darzulegen, dass er
nicht aus Kirkuk stamme, weshalb die vorgebrachten Asylgründe als glaub-
haft zu erachten seien.
7.
7.1 Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, der Beschwerdeführer habe in
Bezug auf seinen Herkunftsort unglaubhafte Aussagen gemacht und
stamme nicht wie behauptet aus Kirkuk, sondern vielmehr aus Sulaima-
niya. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass es sich bei der in den Akten
liegenden Identitätskarte wie auch beim Nationalitätenausweis um Fäl-
schungen handelt. Dem Beschwerdeführer wurde im Rahmen der zweiten
Anhörung hierzu das rechtliche Gehör gewährt. (vgl. A22/16, F27-F30). Er
beschränkte sich dabei im Wesentlichen darauf, die Echtheit der Ausweis-
dokumente weiterhin zu behaupten (vgl. A22/16, F27-F30) und bringt auch
auf Beschwerdeebene nichts Substantielles vor, was für die Echtheit der
Dokumente sprechen würde. Es trifft nicht zu, dass die Vorinstanz hierbei
rein spekulative Vermutungen aufstellt, wie der Beschwerdeführer in seiner
Beschwerdeschrift geltend macht (Beschwerde, S. 7, Rz. 23). Die vo-
rinstanzliche Feststellung, dass es sich bei den eingereichten Identitäts-
ausweisen um Fälschungen handle, basiert auf einer Dokumentenprüfung,
welche nicht zu beanstanden ist. Sodann führt der irakische Führeraus-
weis, welcher der Beschwerdeführer anlässlich seines Gesuchs beim zu-
ständigen kantonalen Strassenverkehrsamt zwecks Erteilung eines
Schweizer Führerausweises eingereicht hat, das Verkehrsamt in Sulaima-
niya als Ausstellungsbehörde auf (vgl. act. A18/7). Was er hierzu vorbringt,
vermag nicht zu überzeugen. So ist es in Übereinstimmung mit der Vo-
rinstanz wenig plausibel, dass das Verkehrsamt von Kirkuk – einer Millio-
nenstadt – über ein Jahr lang aufgrund eines angeblichen Streiks keine
Führerausweise ausgestellt habe und er sich deshalb einen Führerausweis
in Sulaimaniya ausstellen lassen musste, wie er behauptet (vgl. A22/16,
F16 und F75). Hinzu kommt, dass er in der Befragung durch die Vorinstanz
– angesichts seiner Behauptung, er stamme aus Kirkuk – erstaunlich ge-
ringe Ortskenntnisse der Stadt zeigte und auch diesbezüglich die Zweifel
über seine Herkunftsstadt noch weiter verstärkte. So konnte er etwa kein
Hotel in der Stadt nennen (A22/16, F125; Verfügung, S. 4) und wusste
auch die Adresse beziehungsweise die Strasse nicht, an der das städtische
E-6306/2018
Seite 9
Verkehrsamt liegt. Er gab in der Anhörung an, das Verkehrsamt in Kirkuk
liege an der Atlasstrasse (A22/16, F74). Tatsächlich hat das Kirkuk Traffic
Directorate laut Google Maps seinen Sitz jedoch an der Sulaymaniya-Kir-
kuk-Strasse. Unglaubhaft sind ferner die Aussagen zu seinem Teehaus in
Kirkuk, welches er nach eigenen Angaben neun bis zehn Jahre lang alleine
geführt haben will. Dieses habe keinen Namen gehabt, weil es den Behör-
den gehörte und diese gegen eine Namensgebung waren (A17/15, F27,
F30 und F31). Dass ein Teehaus auch nach mehreren Jahren seines Be-
stehens keinen – mindestens einen inoffiziellen, unter der Lokalbevölke-
rung verwendeten – Namen trägt, erweist sich als nicht glaubhaft. Was der
Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene einbringt, vermag diese Auffas-
sung nicht umzustossen. Der ins Recht gelegte Geburtsregisterauszug gibt
als Geburtsort zwar Kirkuk an, doch ist der Vorinstanz darin zuzustimmen,
dass dies nichts darüber aussagt, ob er tatsächlich dort gelebt habe. Aus-
serdem ist darauf hinzuweisen, dass im Irak grundsätzlich sämtliche staat-
lichen Dokumente käuflich sind, weshalb dem Geburtsregisterauszug ein
geringer Beweiswert zukommt. Das Foto, auf dem der Beschwerdeführer
gemeinsam mit einem Mann vor einem Restaurant steht, ist schliesslich
ebenfalls nicht geeignet, den Herkunftsort zu belegen.
7.2 Was den Asylgrund anbelangt, nämlich die Drohungen durch den IS –
offenbar auch manifestiert mit einem Drohbrief – so ist dieser in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz als konstruiert zu betrachten. Die Aussagen
des Beschwerdeführers zur angeblichen Drohung durch den IS sind von
Widersprüchen geprägt. So gibt er hinsichtlich der zweiten Begegnung mit
dem IS-Vertreter in seinem Teehaus – nachdem dieser ihn beim ersten Mal
auf eine Zusammenarbeit mit dem IS angesprochen habe – in der Befra-
gung zur Person sehr vage und ohne jeglichen Detailreichtum an, er habe
diesem Araber Nein gesagt, woraufhin der Araber ihm entgegnet habe,
dies sei keine gute Antwort und wieder weggegangen sei (vgl. A6/12, S. 7,
Ziffer 7.01). In der ersten Anhörung schildert er die zweite Begegnung dann
stark abweichend von seinen bisherigen Aussagen wie folgt. Er sei, darauf
angesprochen ob er sich die Zusammenarbeit mit dem IS überlegt habe,
wütend geworden und habe den Araber aus seinem Teehaus weggewie-
sen, daraufhin habe der Araber ihn angeschrien und er, der Beschwerde-
führer, habe eine «Riesenangst» bekommen (vgl. A17/15, S. 6, F54). Wei-
ter trifft es auch zu – wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung
zu Recht erwägt –, dass er in der ersten Anhörung ausgesagt hat, der IS
habe damit gedroht, ihn und seine Familie zu töten (vgl. Verfügung, S. 4;
A17/15, F54). Dies in Abweichung zur BzP und zur ergänzenden Anhörung,
wo er davon spricht, dass der IS nur ihn persönlich mit dem Tod bedroht
E-6306/2018
Seite 10
habe (vgl. A6/12, S. 7, Ziffer 7.01; A22/16, F141). Der diesbezügliche Ein-
wand des Beschwerdeführers, er habe dies nie gesagt und vielleicht habe
der Dolmetscher ihn falsch verstanden, verfängt nicht, hat er doch zu Be-
ginn der ersten Anhörung ausdrücklich erklärt, er verstehe den Dolmet-
scher sehr gut (vgl. A17/15, F1). Hinsichtlich des Drohbriefs ist schliesslich
noch folgendes zu erwähnen: Der Beschwerdeführer gibt an, er habe den
Brief bei seiner Ausreise nicht mitgenommen und erst nach seiner Ankunft
in der Schweiz von seinem Vater beziehungsweise seiner Familie zuge-
schickt erhalten, da er den Brief bei seinem Vater liess als Beweis (vgl.
A22/16, F140). Ein solches Verhalten erscheint als ungewöhnlich. Wenn er
damals den Entschluss gefasst hat, aufgrund der behaupteten Bedrohung
durch den IS den Irak zu verlassen und Schutz in einem anderen Land zu
suchen, wäre es aus Sicht eines vernünftigen Dritten nur naheliegend, ein
solches Beweismittel gleich zur Hand zu haben, um dies den zuständigen
ausländischen (Asyl-)Behörden bei erster Gelegenheit zu übergeben. Aus-
serdem ist die Authentizität dieses Briefs kaum zu überprüfen und es ist ein
Leichtes, ein solches Dokument zu fälschen.
8. Angesichts dieser Sachlage hat die Vorinstanz die Glaubhaftigkeit der
behaupteten Herkunft sowie die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.
9. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung
aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht ein-
tritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht ange-
ordnet.
10.
10.1 In Bezug auf den Vollzug der Wegweisung hält die Vorinstanz fest, der
Beschwerdeführer habe seine Mitwirkungspflicht verletzt und nicht die
Wahrheit über seinen Herkunftsort und seine persönliche Situation gesagt.
Für die Frage des Wegweisungsvollzugs geht die Vorinstanz davon aus,
der Beschwerdeführer stamme mit grösster Wahrscheinlichkeit aus Sulai-
maniya in der ARK, weshalb eine Rückkehr dorthin möglich sei (vgl. Verfü-
gung, S. 5). Das Gericht stützt die Auffassung der Vorinstanz sowohl be-
züglich der Mitwirkungspflicht als auch hinsichtlich des Herkunftsorts (vgl.
oben E. 7.1). Wenn die Vorinstanz für den Vollzug der Wegweisung somit
konkret vom Herkunftsort Sulaimaniya ausgeht, ist dies demzufolge nicht
E-6306/2018
Seite 11
zu beanstanden. Die nachfolgenden Erwägungen zum Wegweisungsvoll-
zug gehen daher von der Annahme aus, der Beschwerdeführer stamme
aus Sulaimaniya.
10.2 Grundsätzlich ist die Zulässigkeit, die Zumutbarkeit und die Möglich-
keit des Wegweisungsvollzugs von Amtes wegen zu prüfen. Diese Unter-
suchungspflicht findet jedoch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der
asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substantiierungs-
last trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden,
womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen, nach allfälligen Wegwei-
sungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsorten zu forschen.
Vermutungsweise ist deshalb davon auszugehen, einer Wegweisung stün-
den keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen (statt vieler
Urteil des BVGer E-3109/2018 vom 18. Februar 2020 E. 8.2.3).
Bei dieser Sachlage kann das Gericht sich mit der Frage des Wegwei-
sungsvollzugs lediglich in grundsätzlicher Hinsicht beziehungsweise ge-
mäss den vorhandenen Akten und den Ausführungen in der angefochtenen
Verfügung befassen. Der Beschwerdeführer entzieht mit seinem Verhalten
die für genauere Abklärungen erforderliche Grundlage, und es ist nicht Sa-
che des Gerichts, sich in Mutmassungen und Spekulationen zu ergehen.
Im vorliegenden Fall können aus den Aussagen des Beschwerdeführers
an der BzP sowie an den beiden Anhörungen dennoch gewisse Schlüsse
gezogen werden. So ist er ein junger, kurdischer Mann und verfügt über
eine Schulbildung sowie Arbeitserfahrung. Vor seiner Ausreise lebte er mit
einem Bruder und den Eltern in einem gemeinsamen Haushalt und verfügt
somit über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz. Aus den Akten erge-
ben sich sodann keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit
oder sonstige gesundheitliche Beschwerden, welche einem Wegweisungs-
vollzug entgegenstehen könnten und der Beschwerdeführer macht dies
auch nicht geltend. Damit verfügt er über die nötigen Voraussetzungen zur
Reintegration sowohl in privater wie auch in beruflicher Hinsicht. Insgesamt
ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-
kehr aufgrund der allgemeinen Situation oder aus individuellen Gründen
wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedro-
hende Lage geraten würde.
E-6306/2018
Seite 12
10.3 Sodann ist noch Folgendes festzuhalten: Das Bundesverwaltungsge-
richt hat sich im Urteil BVGE 2008/5 einlässlich mit der Frage der Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs in die drei damaligen kurdischen Provin-
zen des Nordiraks (Dohuk, Erbil und Suleimania) auseinandergesetzt. Es
hielt diesbezüglich fest, dass sich sowohl die Sicherheits- als auch die
Menschenrechtslage in dieser Region im Verhältnis zum restlichen Irak re-
lativ gut darstelle. Gestützt auf die vorgenommene Lageanalyse kam das
Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass ein Wegweisungsvollzug in
die kurdischen Provinzen dann zumutbar ist, wenn die betreffende Person
ursprünglich aus der Region stammt, oder eine längere Zeit dort gelebt hat
und über ein soziales Netz (Familie, Verwandtschaft oder Bekanntenkreis)
oder aber über Beziehungen zu den herrschenden Parteien verfügt, wobei
bei alleinstehenden Frauen, Familien mit Kindern, Kranken sowie Betagten
grosse Zurückhaltung angebracht sei (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5, insbeson-
dere E. 7.5.1 und 7.5.8).
Diese Praxis wurde in den folgenden Jahren durch das Bundesverwal-
tungsgericht bekräftigt. Im Referenzurteil E-3737/2015 vom 14. Dezember
2015 wurde die Lage im Nordirak und die Zumutbarkeitspraxis neuerlich
überprüft. Festgestellt wurde, dass in den Provinzen der ARK aktuell nach
wie vor nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83
Abs. 4 AIG auszugehen ist. An dieser Einschätzung, welche jeweils auf die
aktuell herrschende Lage fokussiert, ändert auch das am 25. September
2017 in der ARK durchgeführte Referendum nichts, in dem offenbar eine
Mehrheit der Kurden für die Unabhängigkeit vom Irak votierte. Den begüns-
tigenden individuellen Faktoren – insbesondere denjenigen eines tragfähi-
gen familiären Beziehungsnetzes – ist angesichts der Belastung der be-
hördlichen Infrastrukturen durch im Irak intern Vertriebene (Internally Dis-
placed Persons [IDPs]) gleichwohl ein besonderes Gewicht beizumessen
(vgl. dazu statt vieler Urteil des BVGer E-1524/2020 vom 28. Mai 2020
E.6.4.2). Wie vorstehend erörtert (E. 10.2) erfüllt der Beschwerdeführer die
begünstigenden individuellen Faktoren für eine Rückkehr in seine Heimat-
region.
10.4 Insgesamt ist somit davon auszugehen, dass der Wegweisungsvoll-
zug für den Beschwerdeführer in allgemeiner wie auch in individueller Hin-
sicht zumutbar ist.
10.5 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allen-
falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE
E-6306/2018
Seite 13
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist.
10.6 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden. Das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Ver-
bot schützt nur Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der
in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-
den Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr in den Heimatstaat
ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ist festzuhalten, dass sich weder aus den Akten – und auch nicht
aus den Ausführungen in der Beschwerde, da sich die Vorbringen des Be-
schwerdeführers als unglaubhaft erwiesen haben – konkrete Anhalts-
punkte dafür ergeben, der Beschwerdeführer wäre für den Fall einer Aus-
schaffung in den Irak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach
Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-
setzt. Der Vollzug der Wegweisung ist demgemäss auch zulässig.
Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht
(Art. 83 Abs. 1-4 AIG).
11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art.
106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
E-6306/2018
Seite 14
12.
12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm das Bundes-
verwaltungsgericht jedoch mit Zwischenverfügung vom 15. Novem-
ber 2018 die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von
Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt hat und davon auszugehen ist, dass er nach
wie vor bedürftig ist, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
12.2 Mit derselben Verfügung wurde das Gesuch um amtliche Verbeistän-
dung gutgeheissen (aArt. 110a Abs. 1 AsylG) und dem Beschwerdeführer
sein Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand bestellt. Demnach ist
diesem ein amtliches Honorar für seine notwendigen Aufwendungen im
Beschwerdeverfahren auszurichten. Bei amtlicher Vertretung geht das
Bundesverwaltungsgericht in der Regel von einem Stundenansatz von Fr.
200.– bis Fr. 220.– für Anwältinnen und Anwälte aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art.
10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Es wurde keine Kostennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer sol-
chen kann indes verzichtet werden, da im vorliegenden Verfahren der Auf-
wand zuverlässig abgeschätzt werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).
Das vom Bundesverwaltungsgericht zu entrichtende Honorar ist von Amtes
wegen und in Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren
(vgl. Art. 8 ff VGKE) auf Fr. 1'293.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu-
schlag gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. c VGKE) festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
E-6306/2018
Seite 15