Decision ID: a24a99bf-161c-419b-b840-88872fdffe9f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juni 2014 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, dass sie keine berufliche Ausbildung
absolviert habe. Seit August 2011 arbeite sie in einem Vollpensum für eine Blisterei.
Das Psychiatrie-Zentrum B._ berichtete im Juli 2014 (IV-act. 9), die Versicherte leide
an einer mittelgradigen depressiven Episode sowie an einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aktuell arbeite sie zu 50
Prozent für den bisherigen Arbeitgeber. Die Suva sei ebenfalls involviert, weil die
Schmerzsymptome nach einem Autounfall im Dezember 2012 (recte: Dezember 2011)
aufgetreten seien. Das Spital C._ hielt in einem Austrittsbericht vom 5. Dezember
2016 fest (IV-act. 53–5 ff.), die Versicherte habe am 1. Dezember 2016 und am 2.
Dezember 2016 Synkopen unklarer Genese erlitten, bei denen es zu einem Kopfanprall,
einer Commotio cerebri und einer gering dislozierten Nasenbeinfraktur ohne Blutung
gekommen sei. Eine Computertomographie habe eine ältere
Deckplattenimpressionsfraktur C7 gezeigt. Im April 2017 berichtete der Hausarzt Dr.
med. D._ (IV-act. 63–1 ff.), die Versicherte leide an einem Status nach einem
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule mit einer Deckplattenimpressionsfraktur C7, an
einer mittelgradigen depressiven Episode, an einer chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren nach einem Unfall im Dezember 2011, an
einem Status nach einem Suizidversuch im Jahr 2014, an einer chronischen
Überlastungsreaktion des linken Vorfusses mit einer dokumentierten Ermüdungsfissur
sowie an einem Status nach mehreren unklaren Synkopen mit unter anderem einer
erheblichen Nasenbeinfraktur. Die Versicherte könne ihren Alltag kaum bewältigen und
sie sei mit ihrem aktuellen Arbeitspensum von 60 Prozent überfordert. Sie habe
permanent Schmerzen und sie sei jeweils nach der Schicht völlig ausgelaugt. Deshalb
A.a.
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habe er nun wieder einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent attestiert. Das
Psychiatrie-Zentrum B._ teilte im Mai 2017 mit (IV-act. 71), die Versicherte habe im
April 2013 (recte: April 2014) im Rahmen einer akuten Belastungsreaktion eine ganze
Packung Zolpidem 10mg eingenommen, sich im Nachhinein aber klar von
Suizidabsichten distanziert und angegeben, sie habe nur einmal in Ruhe schlafen
wollen. Allerdings habe die Versicherte sämtliche Freizeitaktivitäten aufgegeben und
sich sozial mittlerweile so stark zurückgezogen, dass sie praktisch nur noch mit ihrer
Tochter sozialen Kontakt pflege und gelegentlich mit dem Hund spazieren gehe. Trotz
intensiver Abklärungen habe bislang kein somatisches Korrelat gefunden werden
können, das die Beschwerden der Versicherten erklären würde. Zahlreiche
Therapieversuche seien frustran verlaufen. Die Versicherte fühle sich vom
Gesundheitssystem im Stich gelassen. Sie empfinde die Weiterführung ihrer bisherigen
Tätigkeit als einzige verbliebene identitätsstiftende und daseinsberechtigende Aufgabe.
Ein Pensum von mehr als 50 Prozent sei der Versicherten allerdings nicht zumutbar.
Jedoch könnte der Versicherten ein zusätzliches Pensum von 20 Prozent in einer
leidensadaptierten Tätigkeit in einem geschützten Rahmen oder in einem
Eingliederungsprogramm zugemutet werden.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Swiss Medical Assessment- und Business-
Center (SMAB) AG am 6. April 2018 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 96). Der
federführende orthopädische Sachverständige hielt fest, bei der klinischen
Untersuchung hätten sich keinerlei Folgen des Verkehrsunfalls gezeigt. Die
Beweglichkeit – insbesondere auch der Halswirbelsäule – sei ohne Auffälligkeiten
gewesen. Es hätten keine neurologischen Auffälligkeiten bestanden und auch die
paravertebrale Muskulatur sei vollständig unauffällig gewesen. Die Beschwerden seien
demonstrativ und recht inkonsistent vorgetragen worden. So habe die Versicherte zum
Beispiel über häufige Spaziergänge mit ihrem Hund berichtet, aber geltend gemacht,
sie könne das Pensum ihrer (leichten, wechselbelastenden) Tätigkeit nicht erhöhen. Bis
auf eine geringe, multidirektionale Bewegungseinschränkung des rechten Handgelenks
hätten keinerlei Auffälligkeiten und keine zu objektivierenden Einschränkungen
festgestellt werden können. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht bestehe mit
Blick auf den weitestgehend unauffälligen, altersentsprechenden klinischen Befund
keine Einschränkung des Belastungsprofils, sodass für die bisherige und für eine
A.b.
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leidensadaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei.
Der internistische Sachverständige führte aus, bei der Untersuchung sei ein erhöhter
Blutdruck aufgefallen, der bei einer zeitlich verzögerten Kontrolle verifiziert worden sei.
Auf eine gezielte Nachfrage hin habe die Versicherte angegeben, dass vor längerer Zeit
bei ihrem Hausarzt ebenfalls ein erhöhter Blutdruck festgestellt worden sei. Das
rechtfertige die Diagnose einer arteriellen Hypertonie, die allerdings keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit der Versicherten habe. Umfangreiche kardiologische und
neurologische Untersuchungen nach den anamnestisch beschriebenen Synkopen im
Dezember 2016 hätten weder eine kardiologische noch eine neurologische Ursache zu
Tage gefördert. Seither seien auch keine Synkopen mehr aufgetreten. Weitere auffällige
Befunde hätten in der klinischen Untersuchung nicht festgestellt werden können. Aus
internistischer Sicht sei die Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Der
neuropsychologische Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe in den Tests an
sich gut kooperiert und sich bis zuletzt um gute Leistungen bemüht. Obschon im
Explorationsgespräch und in der Testsituation Tendenzen zur Verdeutlichung der
Beschwerden und Einschränkungen festzustellen gewesen seien, habe keine bewusste
Verfälschung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Sinne einer Simulation
nachgewiesen werden können. Mittels eines Beschwerdevalidierungsverfahrens habe
sich eine sichere oder wahrscheinliche Aggravationstendenz ausschliessen lassen.
Gesamthaft hätten leichte bis mittelgradige Funktionsdefizite objektiviert werden
können, die insbesondere die Bereiche Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen, aber
auch die mnestischen Leistungen beträfen. Die Ursache dieser Störungen sei kaum
organischer Natur. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es die etwas
einfachen, rigiden Denkmuster, die starke kognitive Einengung auf den Unfall und die
Schmerzen der Versicherten erschwerten, eine bessere kognitive Leistungsfähigkeit
und Belastbarkeit im Alltag zu erzielen. Der psychiatrische Sachverständige führte aus,
angesichts des in den Akten geschilderten Verlaufs sei von einer langjährigen
depressiven Entwicklung auszugehen. Gestützt auf die objektiven klinischen Befunde
müsse die Ausprägung dieser depressiven Entwicklung aber als eher leicht qualifiziert
werden. Der ungünstige Verlauf könnte im Zusammenhang mit unbewussten
Versorgungswünschen stehen. Diagnostisch handle es sich um eine leichte depressive
Episode. Zudem leide die Versicherte an einer somatoformen Schmerzstörung. Mit
Blick auf den funktionellen Schweregrad falle nur eine allenfalls leichte, möglicherweise
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kurzfristig mittelgradige Störung der Affektivität ins Gewicht. Von ihrer Persönlichkeit
her sei die Versicherte zu einer angemessenen Realitätsprüfung und Urteilsbildung in
der Lage; auch die Beziehungsfähigkeit und die Kontaktgestaltung seien ungestört. Im
Rahmen der Affektstörung werde allenfalls die Neigung zu leichten depressiven
Verstimmungen erkennbar; Störungen der Impulskontrolle lägen nicht vor und auch
relevante Einschränkungen der Selbstwertregulation seien nicht gegeben.
Offensichtlich bestehe eine Neigung zur Regression, aber die Intentionalität und der
Antrieb seien ungestört. Die Versicherte verfüge insgesamt über angemessene
Ressourcen, um ihr gegenwärtiges Leistungsniveau mit einer zumutbaren
Willensanspannung zu steigern. Die gegenwärtig attestierte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent erscheine nicht stimmig. Hier liege eine gewisse
Inkonsistenz vor. Wenn überhaupt sei eine leicht erhöhte affektive Irritierbarkeit im
Zusammenhang mit der somatoformen Schmerzstörung und der beschriebenen
Neigung zur Regression erkennbar, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
Grössenordnung von etwa zehn Prozent erlaube. Die in der neuropsychologischen
Begutachtung beschriebenen leichten bis mittelgradigen kognitiven Funktionsdefizite
seien im Rahmen der leichten depressiven Symptomatik und der gestörten
Schmerzwahrnehmung nur marginal erklärt; vielmehr spiele die bereits erwähnte
Selbstlimitierung eine wesentliche Rolle. Der neurologische Sachverständige hielt fest,
in der umfassenden klinischen Untersuchung hätten objektiv keinerlei Auffälligkeiten
festgestellt werden können. Diagnostisch liege lediglich ein Status nach einer HWS-
Distorsion ohne radiculäre Ausfälle und nach einer Synkope ohne Hinweise für eine
zentrale Genese vor. Die Versicherte sei aus rein neurologischer Sicht voll belastbar. In
ihrer Konsensbeurteilung führten die Sachverständigen aus, die Versicherte leide an
einer leichten depressiven Episode, an einer somatoformen Schmerzstörung sowie –
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer arteriellen Hypertonie, an einem
Status nach Synkopen unklarer Genese, an einem Status nach einer HWS-Distorsion
ohne neurologische Ausfälle, an einer endgradigen, geringen multidirektionalen
Bewegungseinschränkung des rechten Handgelenks nach einer sicher knöchern
konsolidierten distalen Radiusfraktur, an einer Osteopenie und an einem Hallux rigidus.
Für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit könne der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit
von 90 Prozent attestiert werden. Das gelte auch für die tatsächlich ausgeübte
Tätigkeit, da diese die Anforderungen an eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit erfülle.
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Retrospektiv könne nur für einige kurze, vorübergehende Phasen ein höherer
Arbeitsunfähigkeitsgrad attestiert werden, nämlich für längstens drei Monate ab dem
Unfalldatum im Dezember 2011 und für die Zeit vom 28. April 2014 bis zum 16. Mai
2014 nach der Intoxikation mit Zolpidem. Im April 2018 notierte Dr. med. E._ vom IV-
internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), dass auf das Gutachten der SMAB AG
abgestellt werden könne (IV-act. 98).
Mit einem Vorbescheid vom 13. April 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 99). Dagegen liess die Versicherte am 22. Mai 2018
und am 4. Juni 2018 einwenden (IV-act. 105 f.), das Gutachten der SMAB AG
überzeuge nicht. Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. F._ habe in einem
ausführlichen Bericht vom 15. Mai 2018 die Diagnose einer mittelgradigen depressiven
Episode diagnostiziert. Eine am 9. Mai 2018 durchgeführte Befragung nach dem
Beck’schen Depressionsinventar habe laut Dr. F._ sogar eine mittelgradige
depressive Episode im Übergang zur schweren depressiven Episode ergeben. Der
zumutbare Arbeitsfähigkeitsgrad liege nach Ansicht von Dr. F._ bei maximal 50
Prozent. Auch die Arbeitgeberin der Versicherten habe bestätigt, dass die aktuelle
Arbeitsleistung von 50 Prozent die absolute Grenze des Machbaren darstelle. Die
Versicherte müsse sich bereits für die Aufrechterhaltung dieses Pensums enorm
verausgaben. Der Hund sei ein stabilisierender Faktor. Es spreche gegen die
Professionalität der Begutachtung, dass die Betreuung des Hundes als ein
arbeitsfähigkeitssteigernder Faktor berücksichtigt worden sei. Unter Berücksichtigung
der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten und eines „Leidensabzuges“ von
25 Prozent resultiere ein Invaliditätsgrad 61 Prozent, weshalb die Versicherte einen
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe. Der RAD-Arzt Dr. E._ hielt am 7. Juni 2018
fest (IV-act. 107), der von der behandelnden Psychiaterin erwähnte
Depressionsfragebogen sei kein objektives Messinstrument, sondern ein
Selbstbeurteilungs-Fragebogen. Der psychiatrische Sachverständige der SMAB AG
habe seine Diagnosestellung und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend
anhand der objektiven klinischen Befunde begründet. Die behandelnde Psychiaterin
habe mit ihren Ausführungen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens
wecken können. Die abweichende Beurteilung sei wohl auf die therapeutische
A.c.
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B.
Beziehung zurückzuführen. Nicht nachvollziehbar sei die Aussage der behandelnden
Psychiaterin, die Versicherte könne nur in einem geschützten Rahmen erwerbstätig
sein, da die Versicherte doch mit ihrer Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt den
Realbeweis des Gegenteils erbringe. Die aktuelle Behandlung mit einer reinen
Gesprächstherapie passe zu einer leichten depressiven Störung; bei einer
mittelgradigen depressiven Störung würden Antidepressiva verabreicht. Die
Behandlung mit 15mg Zolpidem pro Tag sei nicht lege artis, da die Höchstdosis bei
10mg pro Tag liege und da eine Behandlung wegen der Abhängigkeitsgefahr nicht
länger als vier Wochen dauern sollte. Die behandelnde Psychiaterin nehme also
bewusst eine Abhängigkeitsentwicklung in Kauf, obwohl durchaus Alternativen von
schlafanstossenden Medikamenten ohne Abhängigkeitspotential zur Verfügung
stünden. Der Hund der Versicherten stelle aus versicherungsmedizinischer Sicht eine
Ressource für die Versicherte dar. Mit einer Verfügung vom 27. Juni 2018 wies die IV-
Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 109).
Am 29. August 2018 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Juni 2018 erheben (act. G 1). Ihr
Rechtsvertreter beantragte die Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente mit
Wirkung spätestens ab dem 1. Januar 2015 und eventualiter die Einholung eines
polydisziplinären Gerichtsgutachtens. Zur Begründung führte er aus, das Gutachten
der SMAB AG überzeuge nicht. Insbesondere erweise es sich im Lichte der jüngsten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Begutachtung im Bereich der psychischen
Leiden als unzureichend. Die Sachverständigen hätten die Intoxikation mit einer ganzen
Schachtel Zolpidem im April 2014 zu sehr verharmlost und nicht hinreichend
gewürdigt. Auch dem massiven sozialen Rückzug hätten die Sachverständigen der
SMAB AG nicht genügend Rechnung getragen. Die vom psychiatrischen
Sachverständigen ins Feld geführten Versorgungswünsche seien weder konkretisiert
noch plausibilisiert worden. Ebenso fehlten Ausführungen zur angeblichen
Selbstlimitierung, die im Widerspruch zur Tatsache stehe, dass sich die
Beschwerdeführerin weit über ihre Kapazitäten hinweg zur Arbeit geschleppt habe. Die
behandelnde Psychiaterin Dr. F._ habe überzeugend aufgezeigt, dass die
Beschwerdeführerin weitaus stärker in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei, als der
B.a.
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psychiatrische Sachverständige der SMAB AG behauptet habe. Die Sachverständigen
der SMAB AG hätten sich nicht hinreichend mit den auffallend häufigen Verletzungen
der Beschwerdeführerin, die laut Aussage des Hausarztes Manifestationen der über
Jahre bestehenden Überlastungssituation seien, befasst. In einer Stellungnahme vom
4. Juli 2018 habe die behandelnde Psychiaterin Dr. F._ ausführlich und überzeugend
dargelegt, dass die Behandlung der Beschwerdeführerin mit Zolpidem entgegen der
Behauptung des RAD-Arztes lege artis erfolge. Antidepressiva wie auch alternative
Schlafmedikamente würden nur deshalb nicht verabreicht, weil die Beschwerdeführerin
diese aufgrund der Nebenwirkungen nicht vertrage. Die IV-Stelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) übersehe offensichtlich die andauernde Überlastungssituation,
die sich wie ein roter Faden durch die ganze Krankheitsgeschichte ziehe.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Oktober 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, die Vorbringen der
Beschwerdeführerin weckten keine Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens
der SMAB AG. Im Gutachten seien zudem sämtliche Indikatoren gemäss dem
„Standard-Indikatorenkatalog“ der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ausführlich behandelt worden. Die Sachverständigen hätten ihre Schlussfolgerungen
hinsichtlich der Diagnosestellung und der Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend
begründet.
B.b.
Die Beschwerdeführerin liess am 21. November 2018 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9 f.).
B.c.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 14. Februar 2019 eine
Honorarnote über 4’945.15 Franken ein, die einen Aufwand von 17.66 Stunden auswies
(act. G 11.1).
B.d.
Am 8. März 2019 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht des Psychiatrie-
Zentrums B._ vom 6. März 2019 einreichen, in dem festgehalten worden war, dass
der Zustand der Beschwerdeführerin im Wesentlichen unverändert geblieben sei (act.
G 13 und G 13.1.1).
B.e.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/14
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Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Juni 2018 hat die Beschwerdegegnerin ein
Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen. Da dieses Beschwerdeverfahren
die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren Rechtmässigkeit bezweckt,
muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens
entsprechen, weshalb zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im hier massgebenden
Zeitraum nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im Juni 2014 einen Anspruch auf
eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.
2.
Die Beschwerdegegnerin hielt in einer Eingabe vom 19. März 2019 fest (act. G 15),
das Psychiatrie-Zentrum sei offensichtlich vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
instruiert worden. Dem Bericht vom 6. März 2019 komme deshalb kein Beweiswert zu.
B.f.
Ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht gemäss dem Art.
28 Abs. 1 IVG, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
kann, wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach
dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der
Invalidität ist nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen zu ersetzen, das die versicherte Person
erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.
2.1.
Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert. Sie ist folglich als
eine Hilfsarbeiterin zu qualifizieren, was bedeutet, dass ihre Erwerbsmöglichkeiten vor
dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung jenen einer durchschnittlichen
Hilfsarbeiterin entsprochen haben. Folglich hätte sie, wenn sie gesund geblieben wäre,
einen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechenden Lohn
erzielen können. Der Umstand, dass sie sich tatsächlich mit einem unter diesem
Zentralwert liegenden Lohn begnügt hat, kommt keine Relevanz zu, weil jener Lohn
nicht Ausdruck der massgebenden Erwerbsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin auf
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/14
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dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt gewesen, sondern
massgeblich durch faktische Zwänge des invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten
tatsächlichen Arbeitsmarktes beeinflusst gewesen ist. Hätte sich der
Beschwerdeführerin die Gelegenheit geboten, eine besser respektive durchschnittlich
entlöhnte Hilfsarbeit auszuüben, hätte sie – bei einem rationalen ökonomischen
Verhalten – von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Das sogenannte
Valideneinkommen als Ausdruck der uneingeschränkten Erwerbsfähigkeit unter der
Fiktion der vollständig erhaltenen Gesundheit entspricht folglich dem statistischen
Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne.
Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist
ausschlaggebend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht
trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch zumutbar sind und in welchem Umfang
diese Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht zugemutet werden
können. Zur Beantwortung dieser Fragen hat die Beschwerdegegnerin ein
versicherungsexternes, polydisziplinäres Gutachten bei der SMAB AG eingeholt. Die
Sachverständigen der SMAB AG haben die Beschwerdeführerin persönlich
internistisch, orthopädisch, neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch
untersucht. Zudem haben sie die medizinischen Vorakten der behandelnden Ärzte
eingehend gewürdigt. Anzeichen dafür, dass die Sachverständigen eine relevante
medizinische Tatsache übersehen hätten, sind nicht ersichtlich. Gestützt auf die
Ergebnisse der persönlichen Untersuchungen und der eingehenden Aktenwürdigung
haben die Sachverständigen der SMAB AG über eine umfassende Kenntnis des für ihre
Beurteilung massgebenden medizinischen Sachverhaltes verfügt. Das Gutachten
enthält je eine ausführliche Darstellung des von den Sachverständigen erhobenen
objektiven klinischen Befundes. Anders als in den Berichten der behandelnden Ärzte
sind diese objektiven klinischen Befunde im Gutachten der SMAB AG klar von den
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin getrennt worden. Das hat es den
Sachverständigen der SMAB AG erlaubt, gestützt allein auf die objektiven Befunde ihre
Diagnosen zu stellen und die Arbeitsfähigkeit einzuschätzen. Die Sachverständigen der
SMAB AG haben die Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend
anhand der objektiven klinischen Befunde begründet. Widersprüchlichkeiten sind nicht
ersichtlich. Insbesondere ist entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin kein Widerspruch zwischen den Schlussfolgerungen des
Neuropsychologen und jenen des Psychiaters auszumachen. Die neuropsychologische
Testung hatte zwar (valide) leicht- bis mittelgradige kognitive
Funktionsbeeinträchtigungen ergeben, aber der neuropsychologische Sachverständige
hat in seiner Beurteilung aufgezeigt, dass diese Ergebnisse durch die rigiden
2.3.
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Denkmuster, die starke kognitive Einengung auf den Unfall und die
Schmerzwahrnehmung beeinflusst gewesen sein dürften respektive dass die
Beschwerdeführerin an sich zu besseren kognitiven Leistungen imstande gewesen
wäre. Der psychiatrische Sachverständige hat diese Ergebnisse gewürdigt und
festgehalten, dass sich aus psychiatrischer Sicht keine relevante Einschränkung für die
in Betracht fallenden Hilfsarbeiten begründen lasse. Eine Widersprüchlichkeit ist
diesbezüglich nicht auszumachen.
Die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B._ haben in ihrem Bericht
vom 15. Mai 2018 einleitend darauf hingewiesen, dass die Aussagen der
Beschwerdeführerin nicht anzuzweifeln seien, weil im Gutachten der SMAB ja explizit
festgehalten worden sei, dass die Beschwerdeführerin keine Tendenz zur Aggravation
zeige. Die weiteren Ausführungen im Bericht vom 15. Mai 2018 zeigen eindeutig, dass
sich die behandelnden Fachärzte bei der Berichterstattung respektive beim Verfassen
ihrer Stellungnahme zum Gutachten der SMAB AG von dieser Prämisse haben leiten
lassen. Im Gegensatz zu den Sachverständigen der SMAB AG haben die
behandelnden Ärzte nicht zwischen den massgebenden objektiven klinischen
Befunden und den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin unterschieden. Sie
haben unter anderem festgehalten, dass die depressive Symptomatik anhand der
Ergebnisse eines Selbstbeurteilungs-Fragebogens (sog. Depressionsinventar nach
Beck) „objektiviert“ worden seien, was zeigt, dass die behandelnden Ärzte des
Psychiatrie-Zentrums B._ die Angaben der Beschwerdeführerin als objektiv
zuverlässige Schilderungen des massgebenden klinischen Befundes verstanden
haben. Bereits in den früheren Berichten hatten sich die Arbeitsfähigkeitsatteste stets
am jeweils effektiv ausgeübten Pensum der Beschwerdeführerin orientiert, was nur so
verstanden werden kann, dass die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B._
unbesehen davon ausgegangen sind, die Beschwerdeführerin leiste das ihr objektiv
zumutbare Arbeitspensum. Nun muss aber die Prämisse, auf der all diese
Ausführungen beruht haben (die Angaben der Beschwerdeführerin seien nicht
anzuzweifeln, weil keine Aggravation vorliege), als falsch qualifiziert werden. Bei einer
Aggravation handelt es sich – ähnlich wie bei einer Simulation – um eine
„unangemessen übertriebene, unter Umständen zweckgerichtete Präsentation von
Schmerzen, Symptomen oder Einschränkungen durch den Patienten“ (Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017). Die Sachverständigen der SMAB AG haben
nur das Vorliegen einer solchen bewussten übertriebenen Beschwerdedarstellung
verneint. Daraus kann nicht geschlossen werden, dass sämtliche Angaben der
Beschwerdeführerin über jeden Zweifel erhaben seien, denn die Angaben einer
versicherten Person können auch durch eine unbewusste Selbstlimitierung,
2.4.
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Symptomausweitung oder andere Einschränkungen des Leistungsverhaltens und der
Konsistenz verfälscht gewesen sein, was gemäss dem überzeugenden Gutachten der
SMAB AG hier tatsächlich der Fall gewesen ist. Diesen Aspekt haben die
behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B._ übersehen. Ihrer Stellungnahme
fehlt es deshalb an der notwendigen objektiven Grundlage, die für eine zuverlässige
Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung aber zwingend erforderlich ist. Für
eine mangelnde Objektivität der behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums B._
spricht auch die Behauptung, die Beschwerdeführerin könnte nur in einem geschützten
Rahmen erwerbstätig sein, denn die Beschwerdeführerin hat ja effektiv durchgehend
auf dem freien Arbeitsmarkt gearbeitet und dadurch die Behauptung, sie sei auf einen
geschützten Rahmen angewiesen, ad absurdum geführt. Diese Behauptung verstärkt
den aufgrund des langjährigen Therapieauftrages der behandelnden Ärzte bestehenden
objektiven Anschein der Befangenheit. Jedenfalls enthalten die Berichte und
Stellungnahmen der behandelnden Ärzte keine Hinweise, die Zweifel an der
Zuverlässigkeit der Schlussfolgerungen der Sachverständigen der SMAB AG wecken
würden. Auch die Einwände des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin sind nicht
geeignet, die Überzeugungskraft des Gutachtens der SMAB AG zu mindern: Bei der
Intoxikation im April 2014 hat es sich nach den eigenen Angaben der
Beschwerdeführerin nicht um einen Suizidversuch gehandelt. In den folgenden vier
Jahren hat sich kein weiterer solcher Vorfall ereignet, weshalb die Sachverständigen
der SMAB AG zu Recht davon ausgegangen sind, dass es sich um eine
vorübergehende, akute Überlastungssituation gehandelt hat, die einmalig zu einer
„Kurzschlusshandlung“ geführt hat, bei der es sich gemäss den Angaben der
Beschwerdeführerin nicht um einen Suizidversuch gehandelt hat; im weiteren Verlauf
hat dieser einmalige Vorfall objektiv keine entscheidende Bedeutung mehr gehabt. Der
„massive“ soziale Rückzug und das Gefühl, sich dauernd zu überfordern respektive die
eigenen Grenzen zu überschreiten, lassen sich nach den überzeugenden Ausführungen
des psychiatrischen und des neuropsychologischen Sachverständigen des SMAB AG
mit der starken Fokussierung der Beschwerdeführerin auf das Unfallereignis und mit
den rigiden Denkmustern erklären. Diesbezüglich liegt gemäss dem Gutachten eine
unbewusste Selbstlimitierung als Folge einer verzerrten Selbst- und
Realitätswahrnehmung vor: Die Beschwerdeführerin fühlt sich überfordert mit ihrer
Arbeit und mit der Pflege von sozialen Kontakten, ohne dass objektive Umstände
vorliegen würden, die eine Steigerung des Arbeitspensums oder die Pflege von
sozialen Kontakten verunmöglichen würden. So ist es der Beschwerdeführerin ja
beispielsweise auch möglich gewesen, ihr „Arbeitspensum“ mit der Haltung eines
Hundes zu steigern, was bekanntlich einigen Aufwand verursacht. Sie hat die
Hundehaltung nicht als zusätzliche Arbeit, sondern als einen stimmungsstabilisierenden
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3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken wären an sich
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung ist sie aber von der Pflicht zur Bezahlung der
Gerichtskosten befreit. Da ihr auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt
worden ist, hat der Staat ihrem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die
80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Der Rechtsvertreter hat einen Aufwand von fast 18 Stunden geltend gemacht und eine
Honorarnote über knapp 5’000 Franken eingereicht. Der erforderliche
Vertretungsaufwand für dieses Verfahren ist mit Blick auf andere, durchschnittlich
aufwändige IV-Rentenfälle, in denen eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
zugesprochen wird, nur als leicht überdurchschnittlich aufwändig zu qualifizieren,
Faktor wahrgenommen. Die Sachverständigen der SMAB AG haben diesen Umstand
mit einer überzeugenden Begründung als Beleg dafür qualifiziert, dass die
Beschwerdeführerin objektiv zu einer höheren Arbeitsleistung imstande wäre als jener,
die sie sich selbst zutraut. Jedenfalls haben die Sachverständigen keine objektiven
klinischen Befunde erheben können, die eine relevante Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit erklären beziehungsweise begründen würden. Zusammenfassend
überzeugt ihre Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin sei bis auf zwei kürzere, hier
irrelevante Phasen durchgehend zu 90 Prozent arbeitsfähig gewesen.
Da es der Beschwerdeführerin gestützt auf das Gutachten der SMAB AG mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zumutbar ist, die
bisherige oder jede andere leidensadaptierte Hilfsarbeit auszuüben, entspricht der
Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem
Valideneinkommen. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades kann der Betrag
mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad kann folglich anhand eines
sogenannten Prozentvergleichs ermittelt werden, was bedeutet, dass er dem
Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen zusätzlichen Abzug vom Lohn
wegen betriebswirtschaftlich-ökonomischer Nachteile (fälschlicherweise oft als
„Leidensabzug“ bezeichnet) entspricht. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von zehn
Prozent könnte selbst bei der Berücksichtigung des – hier offenkundig nicht
gerechtfertigten – maximalen zusätzlichen Abzuges von 25 Prozent kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren (100% – 75% × 90% = 32,5%). Die
Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin deshalb zu
Recht abgewiesen.
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
weshalb sich die eingereichte Honorarnote als übersetzt erweist. Die Entschädigung ist
pauschal auf 80 Prozent von 4’000 Franken, also auf 3’200 Franken festzusetzen.
Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird die
Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der
Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können
(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).