Decision ID: 24a4325e-1649-5d30-bb00-f1d866b8d0f4
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch ZANONI + AEGERTER, AG für Steuer- und Wirtschaftsberatung,
Zürcherstrasse 82, 8640 Rapperswil SG,
gegen
SPIDA AHV Ausgleichskasse, Bergstrasse 21, Postfach, 8044 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Nachbelastung von paritätischen Beiträgen 2005 bis 2008
Sachverhalt:
A.
A.a Die AHV-Ausgleichskasse Spida führte am 16. Juni 2009 bei der M._ AG,
Sanitär und Spenglerei, eine Arbeitgeberkontrolle für die Periode vom 1. Januar 2005
bis zum 31. Dezember 2008 an Ort und Stelle durch. Anlässlich dieser Kontrolle
rechnete der ausführende Revisor für die Beitragsperiode vom 1. Januar 2005 bis zum
31. Dezember 2005 unter anderem an die Mitarbeiter J._ M._ und M._ M._
ausgerichtete Bonuszahlungen von je Fr. 20'000.-- auf, die zwar im Jahr 2004
buchhalterisch gutgeschrieben, aber erst im Jahr 2005 effektiv realisiert worden seien
(act. G 5.1/4). Mit Nachtragsverfügung vom 25. Juni 2009 forderte die Ausgleichskasse
eine Beitragsnachzahlung von Fr. 6'484.05 wovon Fr. 793.10 FAK-Beiträge, Fr. 69.60
Verwaltungskosten und Fr. 970.70 Zinsen und wies darauf hin, dass diese
Abrechnungsperiode sich auf den Zeitpunkt der Auszahlung (Realisierungsprinzip)
beziehe und daher mit dem Jahr, in welchem die Löhne im individuellen Konto (IK)
verbucht werden, nicht übereinstimmen müsse (act. G. 5.1/3).
A.b Gegen diese Nachtragsverfügung liess die Arbeitgeberin am 1. Juli 2009
Einsprache erheben. Sie beantragte darin, die Nachtragsverfügung sei um die
Bonuszahlungen von insgesamt Fr. 40'000.-- zu reduzieren. Diese Bonuszahlungen
seien in der Buchhaltung der Erfolgsrechnung 2004 als Personalaufwand belastet und
per 31. Dezember 2004 dem Darlehenskontokorrent der Begünstigten gutgeschrieben
worden. Diese Zahlungen gälten praxisgemäss als im Jahr 2004 erfolgt, so dass die
Ausgleichkasse die entsprechenden Beträge im Jahr 2005 nicht als beitragspflichtigen
Lohn berücksichtigen könne. Zudem habe sich eine formelle Nachtragsverfügung vom
4. Mai 2005 mit der Beitragsperiode vom 1. Januar 2001 bis zum 31. Dezember 2004
befasst. Damit könne für den Zeitraum vor dem 1. Januar 2005 keine Nachforderung
gestellt werden. Ein Revisionsgrund liege nicht vor (act. 5.1/5).
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A.cDie Arbeitgeberin liess am 3. August 2009 mitteilen, es seien keine datierten
Gutschriftenbelege für die fraglichen Bonuszahlungen erstellt worden. Die
Bonusgutschrift sei anlässlich der Abschlusserstellung lediglich als Gutschrift auf dem
Kontokorrent von J._ M._ innerhalb ihrer Buchhaltung mit Valutadatum 31.
Dezember 2004 erfolgt (act. G 5.1/8). Gleichzeitig wurden zwei Buchungsbelege vom
13. April 2005 zu den Akten eingereicht, wonach die Valutierung für die beiden
Bonuszahlungen am 31. Dezember 2004 erfolgt sei (act. G 5.1/7).
A.d Mit Entscheid vom 2. September 2009 wies die Ausgleichskasse die Einsprache
ab, weil die entsprechenden Bonuszahlungen erst im Jahre 2005, anlässlich der
Abschlusserstellung, aktenkundig realisiert worden seien. Die nachträgliche
Lohnaufrechnung im Beitragsjahr 2005 sei somit rechtens und die Beantwortung der
Frage eines rechtmässigen Rückkommenstitels für das Beitragsjahr 2004 werde damit
obsolet (act. G 5.1/6).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
30. September 2009. Darin lässt die Beschwerdeführerin - unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen - beantragen, die Bemessungsgrundlage der
Nachtragsverfügung für das Beitragsjahr 2005 sei um Fr. 40'000.-- - was der Summe
der für das Jahr 2004 ausgerichteten Bonuszahlungen entspreche - zu reduzieren. Die
Beiträge sowie die Verzugszinsen seien im entsprechenden Umfang zu reduzieren. Zur
Begründung führt sie aus, die begünstigten Mitarbeiter hätten ihren Anspruch auf den
Bonus im Jahr 2004 mit ihrer Leistungserbringung für die M._ AG erworben. Mit der
Gutschrift auf dem Kontokorrent von J._ M._, welches die M._ AG als
Arbeitgeberin in ihrer Bilanz führe, sei die Schuld von J._ und M._ M._
gegenüber der M._ AG per Stichtag 31. Dezember 2004 um den Nettobetrag
reduziert. Dieser neue Saldo habe ebenfalls Eingang in die Steuererklärung für das
Steuerjahr 2004 gefunden. Die für die Leistungsperiode 2004 erfolgten
Bonuszahlungen seien mit den Beiträgen von demselben Jahr zu erfassen. Es
entspreche der gängigen Praxis, dass im Kontokorrentverkehr bei
buchführungspflichtigen Arbeitgebern das Valutadatum bzw. das Buchungsdatum,
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welches mit dem Erfassungsdatum nicht identisch zu sein brauche, als
Realisierungsdatum gelte (act. G. 1).
B.bIn der Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2009 schliesst die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Sie argumentiert, da die
fraglichen Bonusvergütungen für die Periode vom 1. Januar 2004 bis zum 31.
Dezember 2004 aktenkundig anhand der Buchungsbelege jeweils am 13. April 2005
den einzelnen Lohnkontokorrenten gutgeschrieben worden seien und die
Beschwerdeführerin die effektiven Bonusgutschriften anlässlich der
Abschlusserstellung bestätigt habe, sei von einem massgeblichen Realisierungsjahr
2005 auszugehen. Dabei liege es bei buchführungspflichtigen Arbeitgebern in der Natur
der Sache, dass zur Bestimmung von allfälligen Bonuszahlungen oder sonstigen auf
dem Geschäftsergebnis basierenden Sondervergütungen ein entsprechender
Bücherabschluss vorzuliegen habe. Erst dann könne eine fragliche Leistung als Bonus
überhaupt quantifiziert, beschlossen und letztlich auch verbindlich ausbezahlt oder
gutgeschrieben werden. Die Tatsache der anlässlich der Abschlusserstellung
vorgenommenen Bonusgutschrift am 13. April 2005 beweise, dass das Valutadatum
(31. Dezember 2004) keinen Realisierungscharakter habe. Es handle sich damit
lediglich um die buchungstechnische und periodengerechte Verbuchung bei der
Beschwerdeführerin. Damit erübrige es sich, auf die Frage eines allfälligen
Rückkommenstitels für die vorjährige Beitragsperiode des Jahres 2004 einzugehen,
zumal die Beschwerdegegnerin bereits in ihrem Revisionsbericht anlässlich ihrer
Arbeitgeberkontrolle vom 8. März 2005 auf den provisorischen Charakter der
Beitragsperiode 2004, mangels Vorliegen eines Geschäftsabschlusses, hingewiesen
habe (act. G. 5).
B.c Mit Schreiben vom 15. Dezember 2009 verzichtet die Beschwerdeführerin auf die
Einreichung einer Replik (act. G. 7).
B.d Mit Schreiben vom 4. Januar 2010 setzt die Verfahrensleitung des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen der Beschwerdeführerin eine Frist zur
Bekanntgabe der Adressen der beiden Verwaltungsräte an, falls diese zusätzlich als
Arbeitnehmende in das Beschwerdeverfahren beigeladen werden möchten (act. G. 8).
Diese Frist ist unbenützt abgelaufen (act. G. 9).
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Erwägungen:
1.
1.1 Die paritätischen Beiträge werden gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) vom Einkommen aus
unselbstständiger Erwerbstätigkeit - dem massgebenden Lohn - erhoben. Dabei gilt als
massgebender Lohn gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG jedes Entgelt für in unselbstständiger
Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Zum Beitragsobjekt
gehören begrifflich sämtliche Bezüge der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers, die
wirtschaftlich mit dem Arbeitsverhältnis zusammenhängen, gleichgültig, ob dieses
Verhältnis fortbesteht oder gelöst worden ist und ob die Leistungen geschuldet werden
oder freiwillig erfolgen. Als beitragspflichtiges Einkommen aus unselbstständiger
Erwerbstätigkeit gilt somit nicht nur unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit, sondern
grundsätzlich jede Entschädigung oder Zuwendung, die sonstwie aus dem
Arbeitsverhältnis bezogen wird, sofern sie nicht kraft ausdrücklicher gesetzlicher
Vorschrift von der Beitragspflicht ausgenommen ist. Erfasst werden grundsätzlich alle
Einkünfte, die im Zusammenhang mit einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehen und
ohne dieses nicht geflossen wären (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts H 121/06
vom 25. Januar 2007 E.3; BGE 131 V 446 E.1.1).
1.2 Eine versicherte Person ist gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG beitragspflichtig,
solange sie eine Erwerbstätigkeit ausübt. Die Beiträge vom Einkommen aus
unselbstständiger Erwerbstätigkeit sind nach Art. 14 Abs. 1 AHVG bei jeder
Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom Arbeitgeber zusammen mit dem
Arbeitgeberbeitrag der Ausgleichkasse periodisch zu überweisen. Die Überweisung
muss nach Art. 34 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) in der Regel monatlich, allenfalls
vierteljährlich geschehen. Die Ausgleichkassen haben nach Art. 30 und 63 Abs. 1 lit. f
AHVG für jede beitragspflichtige Person individuelle Konten zu führen, in welche die für
die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben aufgenommen
werden. Die Eintragung in das individuelle Konto einer versicherten Person erfolgt nach
Art. 139 AHVV in der Regel einmal jährlich und umfasst nach Art. 140 Abs. 1 lit. d und e
AHVV unter anderem das Beitragsjahr und das Jahreseinkommen. Erhält eine
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Ausgleichskasse Kenntnis davon, dass eine beitragspflichtige Person keine oder zu
niedrige Beiträge bezahlt hat, so hat sie nach Art. 39 Abs. 1 AHVV die Nachzahlung der
geschuldeten Beiträge zu verlangen und nötigenfalls durch Verfügung festzusetzen.
2.
Das vorliegende Beschwerdeverfahren befasst sich mit den paritätischen Beiträgen, die
auf der Basis der für Arbeitsleistungen im Jahr 2004 ausgerichteten Bonuszahlungen
von insgesamt Fr. 40'000.-- mit der Nachtragsverfügung vom 25. Juni 2009
nachgefordert worden sind. Ausser Diskussion steht der beitragspflichtige Charakter
der Bonuszahlungen. Strittig ist einzig, ob die Beschwerdegegnerin für diese im Jahr
2004 in der Buchhaltung erfassten Vergütungen Beiträge für die Abrechnungsperiode
2005 erheben durfte.
3.
Zwischen den Parteien lässt sich Einigkeit darüber feststellen, dass es bei der
Beitragserhebung auf die Entgeltrealisierung ankommt. Ihre Auffassungen gehen aber
auseinander, wenn es sich um die Würdigung der Tatsachen handelt, auf welche für die
Bestimmung des Realisierungszeitpunkts abzustellen ist.
3.1 Insoweit die Beschwerdeführerin auf den Zeitpunkt der geleisteten Arbeit abstellen
will und sich dabei auf das grundlegende Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 28. Februar 1969 beruft, übersieht sie, dass sich die von ihr
zitierte Passage dieser Rechtsprechung ausschliesslich auf die Frage der
Beitragspflicht bezieht (EVGE 1969 S. 91). Nach dem Erwerbsjahrprinzip ist das
beitragspflichtige Einkommen von Unselbstständigerwerbenden im individuellen Konto
desjenigen Jahres gutzuschreiben, in welchem die versicherte Person die
entsprechende Erwerbstätigkeit ausgeübt hat (vgl. Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG). Die
Fragen des Zeitpunktes der Lohnrealisierung oder der Beitragsentrichtung hingegen
betreffen allein den Beitragsbezug (BGE 111 V 166 ff. E. 4; BGE 110 V 227 f. E. 3). Auf
letzteres bezieht sich der strittige Punkt im vorliegenden Fall.
3.2 Zwar weist die Beschwerdeführerin zu Recht darauf hin, dass die AHV
grundsätzlich an die steuerrechtliche Betrachtungsweise anknüpft und dass ein
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Einkommen steuerrechtlich in jenem Zeitpunkt als zugeflossen und damit als erzielt
betrachtet wird, in dem der Steuerpflichtige Leistungen vereinnahmt oder einen festen
Rechtsanspruch darauf erworben hat, über den er tatsächlich verfügen kann (vgl. BGE
133 V 347 E. 4, 349 E. 5.3.1). Nicht von Belang im diesem Zusammenhang ist die
tatsächliche Auszahlung des Entgeltes (vgl. AHI 1997 S. 28 E. 4b/cc; ZAK 1989 S. 306
E. 3c), obwohl der erzielte Lohn in der Regel laufend ausbezahlt wird. Vorliegend
erscheint die Schlussfolgerung fraglich, dass von der Verbuchung vom 31. Dezember
2004 als Zeitpunkt der Entstehung der Ansprüche auf die Bonusse auszugehen sei.
3.2.1 Schwierigkeiten bei der Bestimmung des Realisierungszeitpunktes entstehen
meist in Fällen, in welchen der Arbeitgeber keine Auszahlung vornimmt, sondern eine
Gutschrift leistet oder eine Verrechnung mit einer Gegenforderung vornimmt. Werden
Gutschriften oder Verrechnungen buchmässig erfasst, so ist zu vermuten, dass der
Realisierungszeitpunkt mit erfolgter Gutschrift bzw. mit der Verrechnung identisch sei
(Hanspeter Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV,
2. Aufl., Bern 1996, S. 112 f., Rz 4.9). Die Vermutung, dass die Verbuchung in den
Geschäftsbüchern einer Arbeitgeberin der Realisierung des Lohnanspruches
entspricht, kann ein notwendiges Hilfsmittel darstellen, damit die ordnungsgemässe
Beitragsleistung gewahrt bleibt. Dies geschieht nach der Rechtsprechung, wenn die
Lohnzahlung fehlt, indem z.B. das verdiente Lohnguthaben darlehensmässig stehen
gelassen wird, oder wenn mangels rechtzeitiger Lohnzahlung ein AHV-rechtlicher
Nachteil zu befürchten ist, indem z.B. Beitragslücken entstehen oder die Auszahlung in
eine Zeit fällt, in der keine Beitragspflicht mehr gegeben ist (EVGE 1960 S. 44). Diese
Rechtsprechung scheint auf den ersten Blick auf den vorliegenden Sachverhalt
zugeschnitten zu sein.
3.2.2 Einer solchen Argumentation ist in Übereinstimmung mit der
Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten, dass der Anspruch auf eine Sondervergütung,
wie Bonuszahlungen sie darstellen, erst entsteht, wenn das Geschäftsergebnis bekannt
ist und die Höhe der Gratifikation dementsprechend festgelegt werden kann. Solange
eine Vergütung für bereits geleistete Arbeit vom künftigen Geschäftserfolg des
Arbeitsgebers abhängig gemacht wird und demnach die arbeitnehmende Person bloss
eine - dem Betrage nach unbestimmte - Anwartschaft auf eine künftige
Lohnnachzahlung hat, kann von einem festen Rechtsanspruch noch nicht die Rede
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sein (ZAK 1976 S. 86 mit Hinweisen). Von einem Geschäftsabschluss per 31. Dezember
2004 ausgehend erscheint hier plausibel, dass das fragliche Entgelt frühestens ab
Beginn des Folgejahres realisiert ist. Daran ändert die buchhalterische, valutamässige
Erfassung als Aufwand für das Jahr 2004 nichts. Die nachträgliche Verbuchung auf den
31. Dezember 2004 erscheint folgerichtig im Hinblick auf einen buchhaltungsmässigen
Geschäftsabschluss, aber nicht auf den massgebenden Gesichtspunkt des Erwerbs
des Anspruches. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend argumentiert, war gemäss
Arbeitgeberkontrolle vom 8. März 2005 die Prüfung der Buchhaltung 2004,
insbesondere bezüglich Nachtragslöhne der mitarbeitenden Verwaltungsräte, noch
offen geblieben (act. G 5.1./9). In tatsächlicher Hinsicht steht aktenkundig fest, dass die
Gutschrift erst am 13. April 2005 tatsächlich vorgenommen worden ist (act. G 5.1./7).
Damit wird die Vermutung widerlegt, dass das verbuchte Valutadatum im zu
beurteilenden Fall mit der Realisierung der Bonuszahlungen deckungsgleich ist. Es
liegen zudem keine AHV-rechtlichen Nachteile vor, die für die mitarbeitenden
Verwaltungsräte aus der Widerlegung dieser Vermutung erwachsen wären.
4.
Der Einwand, die Beschwerdegegnerin wäre mit der angefochtenen Verfügung bzw.
ihrem bestätigenden Einspracheentscheid auf bereits rechtskräftig verfügte
Sozialversicherungsbeiträge zurückgekommen, hält einer Prüfung nicht stand. Die
nachgeforderten Beiträge beziehen sich wie gesagt auf im Jahr 2005 realisierte
Vergütungen, und die Revision der Buchhaltung für das Jahr 2004 war noch nicht
abgeschlossen. Nur wenn sich eine Nachtragsverfügung mit Entgelten befasst, auf
welche bereits Sozialversicherungsbeiträge erhoben wurden, wäre zu prüfen, ob die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder für eine prozessuale Revision gegeben
sind. Anders verhält es sich, wenn die entsprechende Vergütungen noch nicht
Gegenstand einer Verfügung waren. Für diese gilt die freie Überprüfung (BGE 121 V 4 f.
E. 6).
5.
Zusammenfassend steht fest, dass das Vorgehen der Beschwerdegegnerin zulässig
gewesen ist, indem sie auf das Jahr 2005 als Realisierungsperiode für die
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Bonuszahlungen abgestellt hat. Mithin ist die Beschwerde abzuweisen. Es sind gemäss
Art. 61 Abs. a ATSG keine Kosten aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 17.08.2010 Art. 3 Abs. 1 Satz 1, Art. 14 Abs. 1 AHVG und Art. 39 Abs. 1 AHVV. Unterschied zwischen Beitragspflicht und Beitragsbezug. Realisierungsprinzip: Entstehung des Anspruchs auf Bonusse. Widerlegung der Vermutung, dass die buchhalterische, valutamässige Erfassung von Bonuszahlungen als Aufwand mit deren Realisierung deckungsgleich ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. August 2010, AHV 2009/17 und KZL 2009/4).
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