Decision ID: b244112e-f5b4-4956-bd27-fa2c99c88719
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1995
,
war
seit
August 2011
als
Lehrling Elektro
installateur EFZ bei der Y._ AG
angestellt und in die
ser Eigenschaft be
i der Suva
gegen die Folg
en von Unfällen versichert. Am 18. Mai 2014
erlitt er während eines Fussballspiels einen Schlag auf das rechte Knie, worauf dieses anschwoll
(Schadenmeldung vom
20. Mai 2014, Urk. 7/7/2
). Die
Suva erbrachte
die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung).
Am 17. September 2014 verletzte sich der Versicherte wiederum bei einem Fussballspiel, als er auf das rechte Knie fiel und sich eine Verstau
chung/Verdrehung zuzog (Schadenmeldung vom 19. September 2014, Urk. 7/8/1), wobei die Suva
wiederum
die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung)
erbrachte. Am 31. Mai 2015 erlitt der Versicherte eine weitere Verletzung am rechten Knie, als er sich dieses beim Fussballspielen verdrehte (Schadenmeldung vom 2. Juni 2015, Urk. 7/9/1).
1.2
Am 10. Juni 2015 wurde ein Kostengutsprachegesuch für eine operative Sanie
rung des rechten Knies mittels vorderer Kreuzbandplastik und Teilmeniskekto
mie eingereicht (Urk. 7/9/19). Am 11. Juni 2015 kündigte die Suva an, dass sie die Kosten für die vorgesehene Operation vom 12. Juni 2015 und die darauffol
genden Nachbehandlungen nicht übernehme (Urk. 7/9/25). Hieran hielt sie mit Verfügung vom 23. September 2015 fest (Urk. 7/9/49). Dagegen reichte der Versicherte am 14. Oktober 2015 Einsprache ein (Urk. 7/9/53). Gegen die Verfü
gung erhob auch die Helsana Versicherungen AG als Krankenversicherer am 16. Oktober 2015 vorsorglich (Urk. 7/9/55) und am 23. Oktober 2015 begründet Einsprache (Urk. 7/9/57).
Mit Einspracheentscheid vom 19. April 2016 (Urk. 2) anerkannte die Suva in teilweiser Gutheissung der Einsprachen die Übernahme der Heilkosten im Zu
sammenhang mit der Operation vom 12. Juni 2015 zu einem Anteil von 50 % und die Ausrichtung von Taggeldern bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 3. Juni bis 3. August 2015 und bei einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % vom 4. August bis 31. August 2015. Einen Anspruch auf darüber hinausgehende Leistungen verneinte sie (S. 12 Ziff. 8 lit. b, lit. c und lit. d).
2.
2.1
Gegen den Einspracheentscheid vom 19. April 2016 erhob die
Helsana Ver
siche
rungen AG (Beschwerdeführerin 1) am 4. Mai 2016 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Suva habe die gesetzlichen Leistungen zu erbrin
gen respektive für die Heilbehandlungen am rechten Knie im vollen Umfang aufzukommen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Das entsprechende Verfahren wurde unter der Prozessnummer UV.2016.00114 angelegt.
2.2
Mit Eingabe vom 23. Mai 2016 führte auch der Versicherte (Beschwerdeführer 2) Beschwerde (Urk. 7/1). Er beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 14. April 2016 (richtig: 19. April 2016) aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Knieschaden rechts (insbesondere die vordere Kreuzbandruptur) kausal auf das Unfallereignis vom 18. Mai 2014 zurückzuführen sei. Weiter sei die Suva zu verpflichten, die Behandlungskosten sowie weitere Leistungen (u.a. Taggelder) im Zusammenhang mit den Unfallereignissen vom 18. Mai 2014, vom 17. September 2014 und vom 31. Mai 2015 zu übernehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um einen zweiten Schriftenwechsel (Urk. 7/1 S. 2). Dieses
Verfahren wurde unter
der Prozessnummer UV.2016.00129
angelegt
(vgl. Urk. 7/0-10).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2016 beantragte die
Suva Abweisung der Beschwerden; in prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Vereinigung der beiden Verfahren UV.2016.00129 und UV.2016.00114
(
Urk. 7/6 S. 2
)
. Mit Verfügung vom 13. Juli 2016 wurden die beiden Verfahren vereinigt und Kopien der Be
schwerdeantwort und der Beschwerdeschriften
(im Austausch)
den beschwer
deführen
den Parteien zugestellt (Urk. 8).
Mit Eingabe vom 25. Juli 2016 (Urk. 10) äusserte sich der Beschwerdeführer unaufgefordert erneut zur Sache und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 11 und Urk. 12), wovon der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin am 16. August 2016 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 13).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
Unfälle haben sich am 18. Mai 2014, am 17. September 2014 und am
3
1.
Mai 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). 1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den Einspracheentscheid (Urk. 2) gestützt auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. med. Z._, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapartes FMH, damit, dass die Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB-Ruptur) mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit bereits vor dem 18. Mai 2014 vorgelegen habe. Die VKB-Ruptur rechts könne damit nicht als kausal zu den Ereignissen vom 18. Mai 2014, vom 17. September 2014 oder vom 31. Mai 2015 eingestuft werden. Bei den am 12. Juni 2015 durchgeführten Eingriffen am vorderen Kreuzband und am Me
niskus handle es sich um zwei trennbare Beschwerdebilder, die sich in unter
schiedlichen Symptomen und Befunden äusserten und zwei unterschiedliche anatomische Strukturen beträfen. Die beiden Eingriffe - sowohl die VKB-Plastik als auch die Meniskusoperation - stü
nden gleichwertig nebeneinander
(S. 6)
.
Da sich nicht klar erkennen lasse, ob die „festgestellte volle Arbeitsunfähigkeit rein aufgrund des vorderen Kreuzbandes oder auch aufgrund des Meniskus bedingt“ gewesen sei, erkläre sich die Suva aufgrund der unklaren Situation dazu bereit, die Taggeldkosten, welche sich aus der Auskunft des Beschwerdeführers vom 5. April 2016 ergäben, zu übernehmen (S. 8).
Was die Übernahme der Heilkosten betreffe, habe sich gemäss der ad-hoc Emp
fehlung 13/85 bei trennbaren Gesundheitsschäden die Aufteilung der Kosten nach dem Anteil bei getrennter Behandlung der Schäden zu richten. In diesem Fall müsse der von den jeweiligen Sozialversicherungen zu übernehmende An
teil im Einzelfall beziffert werden und dieser habe gestützt auf die ärztlichen Angaben zu erfolgen. Da Kreisarzt Dr. Z._ den jeweiligen Anteil auf 50 % geschätzt habe, hätten die Suva und die Helsana Versicherungen AG je 50 % der Heilkosten, welche im Zusammenhang mit der Operation vom 12. Juni 2015 entstanden seien, zu übernehmen (S. 9).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem entgegen (Urk. 1 S. 2), es treffe nicht zu, dass die vordere Kreuzbandruptur im rechten Knie in keinem unfallbedingten Kau
salzusammenhang stehe. Vor den Unfallereignissen vom 31. Mai 2015, vom 18. Mai 2014 beziehungsweise vom 17. September 2014 sei die subtotale vor
dere Kreuzbandruptur vollkommen asymptomatisch gewesen; symptomatisch und operationsbedürftig sei sie erst durch die erwähnten Unfallereignisse bezie
hungsweise zumindest durch eines der Ereignisse geworden. Demzufolge hätten die erwähnten Unfallereignisse zu einer Verschlimmerung des Vorzustandes geführt. Zudem sei davon auszugehen, dass eine Operation bezüglich der vor
deren Kreuzbandruptur ohne die Unfallereignisse, falls überhaupt, jedenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt hätte durchgeführt werden müssen. Somit stehe die vordere Kreuzbandruptur zumindest in einem teilkausalen Zusammenhang zu den erwähnten Unfallereignissen. Vorliegend beträfen beide Schäden das rechte Kniegelenk, und auf der Leistungsabrechnung sei auch lediglich ein komplexer Eingriff am Kniegelenk aufgeführt. Von trennbaren Gesundheitsschäden könne damit nicht gesprochen werden, sondern es lägen sich überschneidende Ge
sundheitsschäden vor. Die Beschwerdegegnerin habe deshalb für die Heilbe
handlungskosten am rechten Kniegelenk vollumfänglich aufzukommen, und zwar nicht nur für die Heilkosten im Zusammenhang mit der Operation vom 12. Juni 2015, sondern auch für die Heilbehandlungskosten am rechten Knie vor und nach dieser Operation (Urk. 1 S. 3).
2.3
Der Beschwerdeführer seinerseits machte geltend (Urk. 1), es treffe nicht zu, dass die vordere Kreuzbandruptur im rechten Knie in keinem unfallbedingten Kausalzusammenhang stehe. Vor dem Unfallereignis vom 18. Mai 2014 habe er keinerlei Kniebeschwerden gehabt, und symptomatisch und operationsbedürftig sei die Kreuzbandruptur erst durch die Unfallereignisse vom 18. Mai 2014, vom 17. September 2014 und vom 31. Mai 2015 geworden. Selbst wenn von einem Vorzustand auszugehen wäre, hätten erst diese Unfallereignisse zu einer Ver
schlimmerung der Folgen und zu einer symptomatischen Ausprägung geführt. Die Möglichkeit der Aktivierung der älteren Verletzungen sei somit kausal ein
zig auf das Unfallereignis vom 18. Mai 2014 zurückzuführen. Somit stehe die vordere Kreuzbandruptur mindestens in einem teilkausalen Zusammenhang zu den erwähnten Unfallereignissen, womit die Beschwerdegegnerin vollumfäng
lich leistungspflichtig sei (S. 5 f.). Auch beträfen die beiden Schäden das rechte Knie und fänden sich nicht in verschiedenen Körperteilen. Die Annahme, es handle sich um trennbare Beschwerdebilder, werde deshalb bestritten (S. 7). Der Kreisarzt beachte in seinem Bericht auch nicht, dass der MRI-Bericht eine ältere Kreuzbandruptur lediglich als Differentialdiagnose nenne, und er habe in seiner Beurteilung auch die Aussage von Dr. med. A._, Facharzt FMH für orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie, nicht einbezogen, wonach es sich um eine frische Läsion mit Hämarthros handle (S. 8).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin nach
den Ereignissen vom 1
8.
Mai 2014, vom 1
7.
September 2014 und vom 3
1.
Mai 2015
für die Kosten des Eingriffs vom 12. Juni 2015 am rechten Knie vollumfänglich (auch hin
sichtlich Kreuzbandruptur) und allfällige weitere Kosten (Taggelder) aufzukom
men hat.
3.
3.1
Im Bericht der
B._
Diagnostik AG vom 2
2.
Mai 2014 über das MRI d
es rechten Knies vom selben Tag beschrieb der Radiologe
Dr.
med.
C._
ein
deutlich strukturalteriertes vorderes Kreuzband (VKB)
, differentialdiagnostisch im Rah
men einer älteren höhergradigen Zerrung/Part
ialruptur bei fehlenden Begleite
r
scheinungen wie Knochenmarksödem. Es bestehe eine leichtgradige Zerrung, mehr des lateralen als
des
medialen Kollateralbandes, jedoch ohne Hinweis auf eine Ruptur. Fraglich seien eine kleinste vertikale Läsion an der Unterfläche des Hinterhorns des medialen Meniskus und eine Zerrung der meniskokapsulären Verankerung. Begleitend bestehe
ein
Kniegelenkserguss (
Urk.
7/9/23).
3.2
Am 24. September 2014 berichtete Dr. med. D._, leitender Arzt Chirurgie am B._, der Beschwerdeführer habe beim Fussballspielen am 17. September 2014 ein Distorsionstrauma des rechten Knies erlitten und des
wegen die Notfallstation aufgesucht. Ossäre Läsionen seien ausgeschlossen wor
den und bei Verdacht auf eine Innenmeniskusläsion sei die ambulante Durch
führung einer Magnetresonanz- (MR-) Tomographie erfolgt. Bereits im Mai 2014 sei eine Kniedistorsion magnetresonanztomographisch abgeklärt und be
handelt worden. Damals hätten sich vor allem Zerrungen der medialen und la
teralen Kollateralbänder, aber auch eine damals schon etwas ältere Ruptur des vorderen Kreuzbandes gezeigt. Unter konservativen Massnahmen habe ein problemloser Verlauf stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe über „keinerlei Giving Way Symptomatik“ berichtet. Im MRI des Knies nativ rechts
vom 2
2.
September 2014
zeige sich nun ein Korbhenkelriss des medialen Meniskus, welcher nach zentral umgeschlagen sei, sowie eine unveränderte Darstellung des vorderen Kreuzbandes, das gut vereinbar mit einem alten subtotalen Riss sei, und ein deutlicher Kniegelenkserguss. Bei diesem umgeschlagenen Meniskus sei e
ine rasche Kniearthroskopie
indiziert, und da die Kreuzbandruptur/Zerrung bisher klinisch inapperzept gewesen sei, werde sich die Therapie vor allem auf den Meniskusriss beschränken (Urk. 7/8/9).
3.3
Im Operationsbericht vom 25. September 2014 beschrieb Dr. D._, in der Inter
kondylärregion sei der nach zentral umgeschlagene mediale Meniskus gut sichtbar und lasse sich regelrecht reponieren. Im Bereich des vorderen Kreuz
bandes zeige sich, dass wenige Fasern noch durchgängig, die meisten aber im Sinne einer intraligamentären Ruptur retrahiert und zyklopenartig verdickt seien. Hier erfolge ein partielles Shaving soweit nötig. Im lateralen Komparti
ment seien die meniskalen Verhältnisse und die Verhältnisse im Bereich des Knorpelüberzugs regelrecht. Im medialen Kompartiment zeige sich nach Repo
sition des eingeschlagenen Meniskus ein konzentrischer Riss in der weiss-roten Zone. Zudem seien im Hinterhorn auch radiäre Einrisse zu finden, sodass eine meniskuserhaltende Naht nicht erfolgsversprechend erscheine und entsprechend eine Teilmeniskektomie soweit nötig durchgeführt werde (Urk. 7/8/14).
3.4
Dr. A._ wies im Auszug der Krankengeschichte anlässlich der Sprechstunde vom 3. Juni 2015 auf die Selbstzuweisung des Beschwerdeführers wegen Be
schwerden am rechten Knie hin. Er hielt fest, beim Beschwerdeführer sei nach einem Unfall im September 2014 im Spital B._ eine Operation durchge
führt worden. Damals sei vor allem der Meniskus betroffen gewesen. Zwischen
zeitlich sei es besser gegangen, trotz VKB-Ruptur und Instabilität, mit jetzt ei
nem erneuten Unfall am 31. Mai 2015, erneutem Giving-way und medial be
tonten Schmerzen. Es bestehe ein unsicheres Gefühl und gelegentlich auch ein Einknicken. Es lägen Bilddokumente von 2014 vor. Im Befund zeige sich ein sportlicher, schlanker, fitter 19-Jähriger. Das linke Knie sei ruhig und das rechte Knie ohne wesentlichen Erguss. Die Schmerzen seien mässig medial, mit aber doch deutlicher Schublade bei 70 Grad Flexion und auch strecknah mit wei
chem Stopp.
Im mitgebrachten MRI von 2014 sehe man, damals noch ohne Meniskusruptur, eine doch eindeutige VKB-Ruptur. Zum weiteren Prozedere, vor allem der Frage nach operativer Geste, seien neue Bilddokumente zum aktuellen Zustand des rechten Kniegelenkes zu empfehlen (Urk. 7/9/15).
3.5
Im Bericht des Medizinisch Radiologischen Instituts vom 9. Juni 2015 über das native MRI des rechten Knies vom selben Tag beschrieb der zuständige Radio
loge PD Dr. med. E._, es bestehe eine ausgedehnte Partialruptur des vor
deren Kreuzbandes am femoralen Ansatz und ein verkleinerter Meniskus bei angeblichem Status nach Meniskusoperation mit aktuell vermutlich vertikalem Riss und nach medial disloziertem beziehungsweise umgeschlagenem Fragment an der Meniskusbasis dorsal (Urk. 7/9/13).
Im am gleichen Tag erstellten Röntgenbild ersah Dr. E._ normale ossäre Strukturen und einen erhaltenen medialen und lateralen Gelenkspalt sowie eine normale femoropatellare Artikulation ohne grösseren Gelenkerguss (Urk. 7/9/16).
3.6
Im Operationsbericht vom 12. Juni 2015 berichtete Dr. A._ über die am rech
ten Knie durchgeführte Arthroskopie mit VKB-Plastik und Lappenentfer
nung im medialen Meniskus. Zum technischen Vorgehen hielt er fest, die Arth
roskopie bestätige die Befunde des MRI. Es zeige sich eine deutliche Synovitis aller Gelenkabschnitte, entsprechend einer Synovektomie. Die Knorpelflächen seien soweit einsehbar ohne grössere Defekte, femoropatellär mit erhaltener Kongruenz. Medial zeige sich ein Zustand nach Operation mit subtotaler Resek
tion im Korpusbereich und auch dorsal, wobei sich ein grösserer Lappen zeige, der nach interkondylär geschlagen sei. Dieser Lappen werde abgetragen und re
duziert, bis wieder freie Verhältnisse bestünden. Der Knorpel sei soweit einseh
bar im ventralen Bereich unauffällig, etwas weich aber ohne Defekt. Interkon
dylär zeigten sich Reste vom VKB, mit Interposition und kleiner Zyklops, ent
sprechend einer Synovitis. Die Notch werde befreit und die laterale Einsicht er
gebe einen erhaltenen Meniskus, sodass hier keine Geste notwendig sei (Urk. 7/9/50).
I
m Auszug der Krankengeschichte
über die Sprechstunde vom 18. Juni 2015 vermerkte Dr. A._, er habe die alten Bilddokumente nochmals durchgese
hen. Der Beschwerdeführer habe ein Originaldokument von B._ über den MRI- Befund mit Originalbildern vom 22. Mai 2014 mitgebracht. Dort sehe man eine frische VKB-Läsion mit eindeutig auch vermehrter Flüssigkeit im VKB-Be
reich und deutlichem Gelenkerguss, Hämarthros. Damals seien die Menisken noch gut erhalten gewesen. Somit müsse der Unfall vom 18. Mai 2014 das Erst
ereignis sein, da vorgängig der Beschwerdeführer kein Unfallereignis erlitten habe (Urk. 7/9/39 S. 3).
3.7
Nachdem Kreisarzt Dr. Z._ die medizinische Aktenlage ver
schiedentlich beurteilt hatte (vgl. Stellungnahmen vom 11. Juni 2015, Urk. 7/9/24 und vom 21. Juli 2015, Urk. 7/9/40) hielt er in der Stellungnahme vom 21. August 2015 (Urk. 7/9/46) fest, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die VKB-Ruptur bereits vor dem Unfallereignis vom 18. Mai 2014 entstan
den, Bereits der Operationssitus vom 25. September 2014 zeige eine alte subto
tale VKB-Läsion (Operationsbericht); dies sei acht Tage nach dem Unfallereignis vom 17. September 2014 gewesen. Das Unfallereignis vom 18. Mai 2014 könne ebenfalls als Ursache für die VKB-Ruptur ausgeschlossen werden, weil im MRI-Bericht vom 22. Mai 2014 vier Tage nach dem Unfallereignis wegen „fehlender Begleiterscheinungen, wie Knochenmarksödem" von einer älteren, höhergradi
gen Zerrung/Partialruptur des VKB ausgegangen worden sei. Der Radiologe Dr. C._ (B._) stütze mit diesem Befund die vorgängigen kreisärztlichen Beurteilungen vom 11. Juni 2015 und vom 21. Juli 2015 (Urk. 7/9/46).
In der Stellungnahme vom 14. April 2016 (Urk. 7/9/64) führte der Kreisarzt aus, die beiden Eingriffe, sowohl die VKB-Plastik als auch die Meniskusoperation, stünden gleichwertig nebeneinander und seien in einer Sitzung vorgenommen worden. Es handle sich jedoch um zwei trennbare Beschwerdebilder, weil diese sich in ganz unterschiedlichen Symptomen und Befunden äusserten, und es seien auch zwei ganz unterschiedliche anatomische Strukturen betroffen. Unter der Annahme eines alleinigen Meniskusschadens ohne eine instabilisierende VKB-Ruptur sei von einer vier bis sechs Wochen dauernden Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Unter der Annahme der tatsächlichen Verhältnisse, nämlich bei gleichzeitigem Vorliegen einer alten Suva-fremden VKB-Ruptur mit Knieinsta
bilität betrage die Arbeitsunfähigkeit ebenfalls sechs bis acht Wochen; aller
dings mit der Einschränkung, dass keine 100%ige, sondern lediglich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit entstanden wäre, weil das Besteigen von Leitern hätte untersagt werden müssen. Bei der am 12. Juni 2015 durchgeführten Operation betrage der Anteil betreffend das vordere Kreuzband und der Anteil betreffend den Meniskus je 50 %.
3.8
Dr. med. F._, Chefarzt an der G._ Klinik, hielt im Bericht vom 22. Juni 2016 zu Händen des Beschwerdeführers fest, je nach Unfallmechanis
mus mit vorderer Kreuzbandruptur komme es im Knie zu einem mehr oder we
niger heftigen Anschlagen der gelenkbildenden Knochen (Oberschen
kel/Unterschenkel), welches in über 80 % der Fälle mit einer sog. Bone bruise (Knochenmarksschwellung) im MRI einhergehe. Allerdings seien dementspre
chend auch bis 20 % der frischen vorderen Kreuzbandrupturen auch ohne Bone bruise möglich, vor allem bei Überstrecktraumata und Rotationstraumata ohne axiale Belastung, so dass die Aussage eines mit Sicherheit währenden Aus
schlusses einer Unfallkausalität aufgrund des MRI vom 22. Mai 2014 nicht kor
rekt erscheine (Urk. 11).
4.
4.1
D
ie
Aktenlage ergibt, dass sich der Beschwerdeführer beim Fussballspielen bei drei zeitlich auseinanderliegenden Ereignissen Verletzungen am rechten Knie zugezogen und sich deshalb in ärztliche Behandlung begeben hat. Beim Erster
eignis im Mai 2014 wurde MR-tomographisch vor allem eine Zerrung der medi
alen Kollateralbänder und ein deutlich strukturalteriertes Kreuzband gesehen und als Differentialdiagnose eine etwas ältere Zerrung/Partialruptur des vorde
ren Kreuzbandes festgehalten, wobei der Heilungsverlauf unter konservativer Behandlung problemlos verlief (E. 3.1). Beim Zweitereignis im September 2014 ergab das MRI
ein
en
Korbhenkelriss des medialen Meniskus
, infolgedessen eine rasche Versorgung des Meniskusrisses mittels Arthroskopie als
indiziert
erachtet und durchgeführt wurde, während die Kreuzbandzerrung/Ruptur bei völlig
feh
lender Giving
-w
ay
-
Symptomatik
und
inapperzept
em klinischem Verlauf nicht weiter angegangen wurde (E. 3.2). Nach dem Drittereignis im Juni 2015 berich
tete der Beschwerdeführer mit Bezug auf die Kniestabilität über ein unsicheres Gefühl,
gelegentlich auch
mit
Einknicken
. Der klinische Befund bezüglich der Verschieblichkeit des Kniegelenks ergab eine deutliche
Sc
hublade bei 70 Grad Flexion (E. 3.4). MR-tomographisch zeigte sich nun eine ausgedehnte Partial
ruptur des vorderen Kreuzbandes am femoralen Ansatz (E. 3.5). Anlässlich der Arthroskopie wurden interkondylär Reste des vorderen Kreuzbandes mit Inter
position und kleiner Zyklops (Narbengewebe), entsprechend einer Synovitis ge
funden (E. 3.6).
4.2
Ausweislich der medizinischen Akten ist damit erstellt, dass sich die Befundlage in Bezug auf das vordere Kreuzband am rechten Knie sowohl klinisch als auch in der Bildgebung zwischen dem Erstereignis im Mai 2014 und dem letzten Er
eignis im Juni 2015 derart verschlimmert zeigte, dass die Operationsindikation zur Vorderen-Kreuzband-Plastik aufgrund der nunmehr
ausgedehnte
n
Partial
ruptur des vorderen Kreuzbandes am femoralen Ansatz
und die aufgetretene Instabilität nach dem letzten Ereignis gestellt wurde. Hinweise aus den Akten, dass vor dem Erstereignis im Mai 2014 bereits eine Ruptur/Zerrung des vorde
ren Kreuzbandes symptomatisch gewesen wäre, sind nicht greifbar. Der Be
schwerdeführer war sodann nach der konservativen Behandlung im Mai 2014 auch soweit beschwerdefrei, dass er wieder in der Lage war, Fussball spielen zu können, bis er sich
im September 2014
bei einem Fussballmatch erneut am rechten Knie verletzte. Zu Recht wies der Beschwerdeführer auch darauf hin, dass anlässlich des Erstereignisses im Mai 2014 die Diagnose einer „älteren hö
hergradigen Zerrung/Partialruptur bei fehlenden Begleiterscheinungen wie Kno
chenmarksödem“ lediglich als Differentialdiagnose gestellt wurde und damit bereits ein Vorzustand am Kreuzband vor dem Ereignis vom 22. Mai 2014 nicht als gesichert gelten kann (Urk. 1. S. 8 und E. 3.1). Jedenfalls ist ein allfälliger Vorschaden am vorderen Kreuzband nicht derart in Erscheinung getreten, dass dieser im Alltag oder bei sportlichen Aktivitäten (Fussballspielen) Anlass für eine medizinische Behandlung gab. Fest steht damit, dass das als Unfall zu qua
lifizierende Geschehnis vom 31. Mai 2015 einen bis dahin allenfalls bestehen
den Vorzustand am vorderen Kreuzband zumindest aktiviert und behandlungs
bedürftig gemacht hat und damit zumindest teilkausal für den Gesundheits
schaden ist.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer am
3
1.
Mai 2015
einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat, der zumindest teilkausal für die Beschwerden am rechten Kniegelenk respektive am vorderen Kreuzband ist. Die Suva hat daher bis zum Zeitpunkt, in dem von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG), die gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit dem operativen Eingriff vom 12. Juni 2015 vollständig zu erbringen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Ausgangsgemäss ist dem vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (GSVGer) eine Prozessentschädigung zuzusprechen, wobei ein Betrag von Fr. 2‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als an
gemessen erscheint.