Decision ID: 87b3af15-4686-4017-a5c3-e15209db8c3f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B., geboren 1964, trat auf den 15. Juni 2002 als Teilzeitmitarbeiterin der Cafeteria in
das Spital X. ein. 2007 wurde die Anstellung im Stundenlohn in eine solche im
Monatslohn umgewandelt und der Beschäftigungsgrad auf unverändert 70 %
festgelegt.
Das Kantonale Spital X. ist Teil der Spitalregion St. Gallen bzw. des Kantonsspitals
St. Gallen. Am 22. Februar 2010 sprach die Direktion des Kantonsspitals St. Gallen
gegen B. eine schriftliche Verwarnung wegen fehlbaren Verhaltens gegenüber Kunden
und Vorgesetzten aus. Dabei wurden verschiedene Vorfälle, namentlich im November
2009, beanstandet. B. wurde darauf hingewiesen, dass ihre Verhaltensweise befremde
und nicht tragbar sei und im Wiederholungsfall die Kündigung eingeleitet werde.
Am 11. März 2010 weigerte sich B., am 5. April 2010 den Dienst 72 (Abwasch Küche)
zu übernehmen. In der Folge teilte ihr der Küchenchef mit, dies werde als
Arbeitsverweigerung bzw. Kündigungsgrund betrachtet. Am 5. April 2010 erschien B.
nicht zur Arbeit. Auf telefonische Nachfrage hin hielt sie an ihrem Entscheid fest, den
Dienst 72 nicht zu übernehmen.
Am 6. April 2010 gewährte das Kantonsspital St. Gallen B. im Hinblick auf die
vorgesehene Kündigung das rechtliche Gehör. Ausserdem sprach sie eine weitere
Verwarnung aus und hielt fest, B. habe mit der fristlosen Kündigung zu rechnen, falls
sie bis zum Ende der Kündigungsfrist erneute Pflichtverletzungen begehe. B. wurde
Gelegenheit gegeben, sich bis 16. April 2010 zu äussern.
Mit Schreiben ihres Rechtsschutzversicherers vom 15. April 2010 nahm B. Stellung.
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Mit Verfügung vom 19. April 2010 löste das Kantonsspital St. Gallen das
Angestelltenverhältnis unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist per 31. Juli
2010 auf. Zur Begründung wurden die Verwarnung vom 22. Februar 2010 und die
Arbeitsverweigerung vom 5. April 2010 angeführt.
B./ Mit Eingabe ihres Rechtsschutzversicherers vom 3. Mai 2010 erhob B. Rekurs beim
Verwaltungsrat der Spitalverbunde und beantragte, die Verfügung vom 19. April 2010
sei aufzuheben.
Am 8. Juli 2010 entzog das Kantonsspital dem Rekurs die aufschiebende Wirkung.
Daraufhin beantragte B. mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. Juli 2010, die
Verfügung vom 8. Juli 2010 sei aufzuheben und dem Rekurs vom 3. Mai 2010 sei die
aufschiebende Wirkung zu erteilen bzw. zu gewähren.
Mit Entscheid vom 10. August 2010 hob der Verwaltungsrat der Spitalverbunde die
Verfügung vom 8. Juli 2010 auf und stellte die aufschiebende Wirkung des Rekurses
vom 3. Mai 2010 gegen die Kündigung wieder her.
Mit Präsidialentscheid vom 2. September 2010 wies der Verwaltungsrat der
Spitalverbunde den Rekurs von B. ab.
C./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 17. September 2010 erhob B. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Verwaltungsrats der
Spitalverbunde vom 2. September 2010 und die Kündigungsverfügung vom 19. April
2010 seien aufzuheben und sie sei im Kantonsspital weiter zu beschäftigen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht,
es liege keine Arbeitsverweigerung vor. Auch verstosse das Verhalten des
Kantonsspitals gegen Treu und Glauben. Ihr Verhalten und ihre Leistung seien
überwiegend positiv qualifiziert worden. Schliesslich habe das Kantonsspital keine
andere Massnahme geprüft, was eine Verletzung des Willkürverbots darstelle. Auch sei
eine Weiterbeschäftigung problemlos möglich. Auf die weiteren Vorbringen in der

Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2010 die
Abweisung der Beschwerde.
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Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz
zu äussern. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 11. November 2010 teilte sie mit,
auf eine Vernehmlassung werde verzichtet.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 2
lit. a Ziff. 4 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt
VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 17.
September 2010 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin hält fest, im Rekursverfahren seien die verschiedenen
formellen Fehler in Bezug auf den Erlass der Verfügung erwähnt worden. Es werde an
dieser Stelle auf weitere Ausführungen verzichtet, unter Verweis auf die Offizialmaxime.
Es sei nicht einmal klar, welche Verfügung mit welcher Begründung
Anfechtungsgegenstand sei.
2.1. Nach Art. 15 VRP und Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) haben die Betroffenen Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus diesem Grundsatz
leitet das Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung die Pflicht der Behörden ab,
ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (BGE 129 I 236 E. 3.2.; BGE 126 I 102
E. 2b; BGE 112 Ia 109 E. 2b; G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar zur BV, Zürich
2008, Rz. 27 zu Art. 29 Abs. 2 BV). Diese Verpflichtung ergibt sich für kantonale
Behörden zudem aus Art. 24 Abs. 1 VRP. Diese Bestimmung schreibt als Inhalt einer
Verfügung oder Entscheidung die Nennung der Tatsachen, der Vorschriften und der
Gründe vor, auf die sich der Verwaltungsakt stützt. Diese Regelung dient auch der
Akzeptanz, denn die Betroffenen sollen wissen, welche Gründe für die Behörde
massgebend waren. Eine Verfügung muss deshalb so begründet und abgefasst sein,
dass die betroffene Person sie gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist
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nur möglich, wenn sowohl sie wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite
der Entscheidung ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf
welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 129 I 236 E. 3.2.; BGE 112 Ia 109 E. 2b).
Indessen wird nicht gefordert, dass sich die Behörde in ihren Erwägungen mit allen
Standpunkten der Verfahrensbeteiligten einlässlich und bis in jede Einzelheit befasst
(vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
Rz. 1053 ff. mit Hinweisen).
2.2. Anfechtungsobjekt im Rekursverfahren war die Kündigungsverfügung vom
19. April 2010, wie sie der Beschwerdeführerin und deren Vertreterin schriftlich
zugestellt wurde. Unbestritten ist, dass in den vom Kantonsspital der Vorinstanz
übermittelten Akten kein Doppel jener Verfügung liegt, sondern ein Entwurf, in dem
vermerkt ist, dass innert der angesetzten Frist vom rechtlichen Gehör kein Gebrauch
gemacht worden sei. Bei diesem Schriftstück handelt es sich offenbar um einen
Entwurf, aber nicht um eine Kopie jene Verfügung, welche der Beschwerdeführerin
eröffnet wurde und daher allein das Anfechtungsobjekt war. Dies ergibt sich
insbesondere daraus, dass die Beschwerdeführerin bzw. deren Rechtsvertreterin die
Stellungnahme vom 15. April 2010 nicht schriftlich, sondern per E-Mail dem
Kantonsspital übermittelte, wie dem entsprechenden Vermerk in der eingereichten
Kopie zu entnehmen ist. Bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs am 6. April 2010
wurde vermerkt, dass eine allfällige Stellungnahme bis 16. April 2010 beim
Kantonsspital einzugehen hat. Dafür bestand bei einer Postaufgabe am 15. April 2010
keine Gewähr mehr. Daher nahm das Kantonsspital die Stellungnahme
entgegenkommenderweise per E-Mail entgegen. Zuvor war offenbar eine Verfügung
vorbereitet worden, in der das Fehlen einer Stellungnahme vermerkt war. Diese
Fassung wurde aber nicht verwendet, sondern es wurde in der der Beschwerdeführerin
eröffneten Verfügung ausdrücklich auf die Stellungnahme vom 15. April 2010
verwiesen. Inwiefern darin ein Formfehler bzw. eine Missachtung von
Verfahrensvorschriften zu erblicken ist, ist nicht ersichtlich und wird in der Beschwerde
auch nicht näher dargelegt. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich im übrigen zur
Begründung von angeblichen formellen Fehlern auf einen Verweis auf die
Offizialmaxime. Solche Hinweise genügen dem im Beschwerdeverfahren
massgebenden Rügeprinzip (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 921 ff.) nicht. Insbesondere
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genügen auch pauschale Hinweise auf Eingaben in früheren Verfahrensstadien nicht,
um das Erfordernis der Begründung eines Rechtsmittels im Sinn von Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP zu erfüllen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 921 mit
Hinweis auf GVP 2000 Nr. 49). Festzuhalten bleibt allerdings, dass in der Verfügung
des Kantonsspitals auf die Vorbringen in der Stellungnahme der Beschwerdeführerin
vom 15. April 2010 inhaltlich mit keinem Wort eingegangen wurde. Es wurde lediglich
vermerkt, dass die Stellungnahme zur Kenntnis genommen worden sei und das
Kantonsspital an seiner Position festhalte. Der Rest der Begründung entsprach den
Ausführungen, wie sie in der Gewährung des rechtlichen Gehörs enthalten waren.
Diese Begründung war offensichtlich unzureichend. Selbst wenn es sich so verhielt,
dass die verfügende Instanz von der Stellungnahme der Beschwerdeführerin Kenntnis
nahm, so kam dies in der Begründung der Verfügung in keiner Art und Weise zum
Ausdruck. Darin lag offensichtlich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die
Gehörsverletzung wurde allerdings im Rekursverfahren geheilt, wie die Vorinstanz
zutreffend festhielt. Die Vorinstanz hatte dieselbe Kognition wie die verfügende
Behörde, und die Beschwerdeführerin konnte sich zu sämtlichen Tat- und
Rechtsfragen äussern. In der Beschwerde wird denn auch nicht konkret ausgeführt,
inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht eine Heilung der Gehörsverletzung angenommen
hat. Allerdings ist der Umstand, dass die Gehörsverletzung erst im Rekursverfahren
geheilt wurde, im Rahmen des Kostenspruchs zu berücksichtigen (Art. 95 Abs. 2 VRP).
2.3. Bei öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnissen hat die vom Arbeitgeber
ausgesprochene Kündigung den Charakter einer Verfügung und bedarf nicht nur einer
formalen, sondern auch einer sachlichen, materiellen Begründung. Das st. gallische
Recht enthält keine Regelung über die materiellen Anforderungen an eine Kündigung.
Indes ist in Lehre und Rechtsprechung unbestritten, dass Kündigungen, welche
gemäss Obligationenrecht missbräuchlich wären, im öffentlichen Dienstrecht als
willkürlich im Sinne von Art. 9 BV gelten (vgl. M. Michel, Beamtenstatus im Wandel,
Diss. Zürich 1998, S. 299; ZBl 96/1995, S. 384 f.). Gestützt auf den Verweis von Art. 83
des Staatsverwaltungsgesetzes (sGS 140.1, abgekürzt StVG) sind die Bestimmungen
des Obligationenrechts (SR 220, abgekürzt OR) sachgemäss anwendbar (VerwGE vom
26. August 2003 i.S. E.Z.). Sachgemässe Anwendung bedeutet, dass ergänzend die
verfassungsrechtlichen Minimalanforderungen an staatliches Handeln heranzuziehen
sind, weil sich der öffentlich-rechtliche Kündigungsschutz nicht auf die
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Missbrauchstatbestände des Obligationenrechts beschränkt, sondern weiter geht (vgl.
Michel, a.a.O., S. 299). Demnach bemisst sich die sachliche Rechtfertigung der
Kündigung an verfassungsrechtlichen Vorgaben wie dem Willkürverbot, dem
Verhältnismässigkeitsprinzip sowie Treu und Glauben. Die Gründe, die zur Kündigung
Anlass geben, müssen von einem bestimmten Gewicht sein. Allerdings ist nicht
erforderlich, dass sie die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses als geradezu
unzumutbar erscheinen lassen, so dass von wichtigen Gründen im Sinn von Art. 82
Abs. 1 Satz 2 StVG gesprochen werden kann. Es müssen sachliche, vertretbare
Gründe sein, so dass die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht als Willkürakt
erscheint; es reicht aus, wenn die Weiterbeschäftigung des betreffenden
Arbeitnehmers dem öffentlichen Interesse, insbesondere demjenigen an einer gut
funktionierenden Verwaltung, widerspricht (vgl. statt vieler VerwGE B 2008/4 vom
16. Juni 2009, in: www.gerichte.sg.ch; Michel, a.a.O., S. 299).
2.4. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es liege keine Arbeitsverweigerung vor.
Weder im Funktionsbeschrieb noch im Arbeitsvertrag werde die Tätigkeit des
Abwaschens in der Küche als vertraglich abgemachte Tätigkeit erwähnt. Das
Verwaltungsgericht kann diese Auffassung nicht teilen. In der Stellenbeschreibung
2008, welche von der Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2008 unterzeichnet wurde,
ist ausdrücklich festgehalten, dass die Stelleninhaberin verpflichtet ist, auch weitere, in
der Stellenbeschreibung nicht aufgeführte Aufgaben auszuführen, die dem Wesen nach
zu ihrer Tätigkeit gehören bzw. sich aus der betrieblichen Notwendigkeit ergeben.
Zutreffend ist, dass die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin in der Cafeteria angestellt
wurde. Bei einer solchen Tätigkeit kann das Abwaschen in der Küche als Tätigkeit, die
dem Wesen nach zur Tätigkeit als Mitarbeiterin der Cafeteria gehört, qualifiziert
werden. Wohl wird in der Stellenbeschreibung nicht genau festgehalten, welche
Tätigkeiten "dem Wesen" nach zur Tätigkeit einer Mitarbeiterin in der Cafeteria
gehören. Immerhin lässt die Formulierung darauf schliessen, dass dieser Begriff weit
auszulegen ist. Es wurde nicht festgelegt, dass nur Tätigkeiten, die in einem
unmittelbaren oder engen Zusammenhang zur Tätigkeit einer Mitarbeiterin in der
Cafeteria stehen, damit gemeint sind. Der Umstand, dass für das Abwaschen eine
besondere Kategorie von Mitarbeiterinnen besteht und die Beschwerdeführerin
organisatorisch der Chefin Oekonomie und nicht der Küchenabteilung unterstellt ist,
ändert daran nichts. Von einer unzulässigen Erweiterung des Pflichtenhefts kann bei
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dieser Sachlage nicht gesprochen werden, solange es sich nicht um regelmässige und
häufige Einsätze handelt. Auch ist nicht ersichtlich, in welchem Rahmen der
Beschwerdeführerin zugesichert wurde, dass ein seinerzeitiger angeblich einmaliger
Einsatz in der Küche eine Ausnahme darstellte, der ausschliesslich durch einen damals
bestehenden einmaligen personellen Engpass in der Abwaschküche begründet
gewesen war. Diese Behauptung ist nicht belegt. Unerheblich ist sodann, ob die
Beschwerdeführerin zuvor bereits weitere Einsätze in der Abwaschküche geleistet
hatte. Schliesslich blieb unbestritten, dass auch andere Mitarbeiterinnen in der
Cafeteria ausnahmsweise zur Leistung des Dienstes 72 (Abwasch in der Küche)
eingesetzt wurden. Es liegt daher keine Änderung des Aufgabenbereichs vor, welche
aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur die Beschwerdeführerin betraf.
Aus dem Gesagten folgt, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin am 5. April 2010
einer Arbeitsverweigerung entsprach. Nachdem die Beschwerdeführerin am
22. Februar 2010 schriftlich verwarnt und sie ausdrücklich darauf hingewiesen wurde,
dass bei einem erneuten Fehlverhalten die Kündigung eingeleitet werde, ist das
Verhalten der Beschwerdeführerin als triftiger Grund für die Auflösung des
Angestelltenverhältnisses zu betrachten. Fehl geht der Einwand, die Kündigung sei
unverhältnismässig. Dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit wurde dadurch
Rechnung getragen, dass aufgrund der verschiedenen fehlerhaften Verhaltensweisen
im November 2009 am 22. Februar 2010 eine Verwarnung ausgesprochen wurde.
Damit wurde eine gegenüber der Kündigung mildere Massnahme ausgesprochen. In
der schriftlichen Verwarnung wurde die Kündigung im Falle eines erneuten
Fehlverhaltens ausdrücklich angekündigt. Bei dieser Sachlage war das Kantonsspital
nicht verpflichtet, eine zweite Verwarnung auszusprechen, um dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen. Fehl geht auch der Einwand, es sei kein
klärendes Gespräch mit der Beschwerdeführerin geführt worden. Bereits beim
Mitarbeitergespräch im September 2008 wurde seitens der Arbeitgeberin festgehalten,
dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Persönlichkeit auch im Kundenkontakt oft
aneckt. Am 19. November 2009 verweigerte die Beschwerdeführerin ein Gespräch und
verliess den Arbeitsplatz. Auch wurde die Beschwerdeführerin noch am Tag der
Arbeitsverweigerung telefonisch angerufen, wobei sie dennoch auf ihrem Entscheid
beharrte. Von der Arbeitgeberin wurde daher das Gespräch mehrmals gesucht,
weshalb der Vorwurf der Verletzung der Fürsorgepflicht ins Leere stösst. Im übrigen
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wäre es aufgrund des Verhaltens der Beschwerdeführerin nicht angezeigt gewesen, sie
in einer anderen Abteilung oder an einem anderen Standort einzusetzen. Aufgrund
ihres Verhaltens war zu erwarten, dass ein Einsatz der Beschwerdeführerin auch an
einem anderen Standort oder in einer anderen Abteilung zu Problemen führen kann.
2.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Kündigung rechtmässig und verhältnismässig ist. Folglich ist die Beschwerde gegen
die Kündigung als unbegründet abzuweisen.
3. Gemäss Art. 97bis Abs. 1 lit. b VRP werden im Beschwerdeverfahren betreffend das
öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis in sachgemässer Anwendung von Art. 343 Abs. 3
OR keine amtlichen Kosten erhoben. Bei der Bemessung des Streitwerts wird nach der
Praxis (vgl. statt vieler VerwGE K 2008/4 vom 16. Juni 2009, in: www.gerichte.sg.ch)
bei Entscheiden über die Auflösung des Dienstverhältnisses auf Art. 73 Abs. 2 lit. a des
früheren kantonalen Zivilprozessgesetzes (nGS 42-80) abgestellt, wonach der
Streitwert wiederkehrender Leistungen bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer das
Zwanzigfache der einjährigen Leistung beträgt (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach
st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 123 f.). Dieser
im kantonalen Recht verankert gewesene Grundsatz findet sich nun in Art. 92 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272). Im Lichte dieser Grundsätze ist
vorliegend die Streitwertgrenze von Fr. 30'000.-- ohne weiteres überschritten und das
Verfahren kostenpflichtig.
Aufgrund der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die ungenügende Begründung
der Kündigungsverfügung war die Beschwerdeführerin gezwungen, das
Rekursverfahren einzuleiten, um Kenntnis von den Motiven der verfügenden Behörde
zu erlangen (vgl. oben E. 2.2.). Daher ist der Kostenspruch in Ziff. 5 des angefochtenen
Entscheids aufzuheben, und die Hälfte der amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von
Fr. 1'000.-- ist dem Kantonsspital aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Auf die Erhebung
der Kosten ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Beschwerde wird lediglich im Kostenspruch des Rekursentscheids und damit in
einem untergeordneten Punkt teilweise gutgeheissen. Dementsprechend sind die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
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(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind weder im Rekursverfahren noch im Beschwerdeverfahren
zu entschädigen (Art. 98bis VRP; Hirt, a.a.O., S. 183).
Demnach hat das Verwaltungsgericht