Decision ID: 55c248c1-4141-4973-bee3-223f6c0dce29
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») am 3. Januar 2020 die  von A. an Deutschland für die dem Auslieferungsersuchen des  für Justiz und für Europa von Baden-Württemberg vom 8. November 2019 zugrunde liegenden Straftaten bewilligte (RR.2020.39, act. 1.2);
- die von A. dagegen erhobene Beschwerde von der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts mit Entscheid RR.2020.39 vom 5. Mai 2020  und der Auslieferungsentscheid aufgehoben wurde;
- das Bundesgericht die vom BJ dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil
1C_228/2020 vom 12. Juni 2020 guthiess, den Auslieferungsentscheid des BJ bestätigte und die Angelegenheit zur neuen Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an die  zurückwies (act. 1);
- die Beschwerdekammer diesbezüglich am 19. Juni 2020 die Parteien er-
suchte, zur neuen Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen  zu nehmen (act. 2);
- das BJ beantragt, die Kosten des Verfahrens vor der Beschwerdekammer seien A. aufzuerlegen, jedoch auf einen Antrag zum Gesuch von A. um  der unentgeltlichen Rechtspflege verzichtet, soweit dieses erneut zur Beurteilung stehe (act. 3);
- der Vertreter von A. beantragt, seinem ursprünglichen Antrag um  Rechtspflege sei stattzugeben und ihm sei eine Entschädigung von Fr. 3'000.– inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt. zuzusprechen (act. 4);
- diese Stellungnahmen den Parteien am 3. Juli 2020 wechselseitig zur  gebracht worden sind (act. 5 und 6).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege im ers-
ten Verfahren vor der Beschwerdekammer aufgrund des damaligen Aus-
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gangs des Beschwerdeverfahrens als gegenstandslos abgeschrieben wurde (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2020.39 vom 5. Mai 2020 E. 10.3), vorliegend nun aber neu zu beurteilen ist;
- die Beschwerdekammer eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG), und dieser einen Anwalt bestellt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG);
- mit dem Bundesgericht davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (Urteil des Bundesgerichts 1C_228/2020 vom 12. Juni 2020 E. 8);
- seine Beschwerdebegehren im ersten Verfahren vor der  nicht als aussichtslos bezeichnet werden können;
- sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege daher gutzuheissen ist;
- demnach für das Verfahren vor der Beschwerdekammer keine  zu erheben ist (Art. 65 Abs.1 VwVG);
- Rechtsanwalt Gandi Calan für das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht
zum amtlichen Beistand des Beschwerdeführers zu ernennen und als  aus der Bundesstrafgerichtskasse zu entschädigen ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG);
- sich das Honorar des Rechtsanwalts gemäss Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die , Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) nach dessen notwendigen und ausgewiesenen  bemisst;
- der vom Vertreter des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 2. Juli 2020 (act. 4) geltend gemachte zeitliche Aufwand als angemessen erscheint, weshalb ihm für das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht  ein Honorar von Fr. 3'000.– (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) auszurichten ist;
- der Beschwerdeführer verpflichtet ist, Honorar und Kosten des Anwalts an das Bundesstrafgericht zu vergüten, wenn er später zu hinreichenden Mitteln gelangt (Art. 65 Abs. 4 VwVG);
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