Decision ID: 7ebe5d3b-b9a4-521c-818c-295e3e1a8622
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, B._-Staatsangehöriger, arbeitete ab Mai 2000 bei der damaligen C._
AG in D._, FL (vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto [IK] der liechtensteinischen
AHV-IV-FAK-Versicherung, IV-act. 27). Gemäss Angabe der Arbeitgeberin wurde ihm
die Stelle am 27. Januar 2009 aus wirtschaftlichen Gründen auf den 30. April 2009
gekündigt (IV-act. 40).
A.b Nachdem die Arbeitgeberin den Versicherten bei der Invalidenversicherung (IV)
des Fürstentums Liechtenstein am 17. März 2009 zur Früherfassung angemeldet hatte
(IV-act. 40), meldete sich dieser am 23. September 2009 ebendort zum Leistungsbezug
an. Dabei gab er an, unter Panikattacken sowie Schmerzen an Genick und Schulter zu
leiden. Er beantragte zunächst die Kostenübernahme für ein bereits vorgesehenes
Arbeitstraining bei G._ mit 50 % Pensum (IV-act. 59).
A.c Dr.med. H._, FMH Anästhesiologie, berichtete dem Hausarzt Dr.med. I._, FMH
Allgemeine Medizin, am 13. Juli 2009 über Infiltrationen. Von weiteren
Behandlungsversuchen sei keine Besserung zu erwarten. Es bestehe eine lange
Schmerzanamnese mit deutlicher psychischer Überlagerung (Fremdakten, act. G
4.2.2).
A.d Mit Verfügung vom 6. November 2009 sprach die IV-Stelle des Fürstentums
Liechtenstein dem Versicherten die Kostenübernahme für ein Arbeitstraining bei der
G._ vom 29. September bis längstens 30. November 2009 als Massnahme der
sozialberuflichen Rehabilitation im Rahmen der Früherfassung zu (IV-act. 73).
A.e Med.prakt. J._, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, hielt im Arztbericht vom 24.
November 2009 als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung
(ICD-10: F41.0) bei seit Jahren bestehenden rheumatologischen Schmerzen und bei
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akzentuierter Persönlichkeit mit schizoiden Zügen (ICD-10: Z73.1) fest. Der Versicherte
sei in der angestammten Tätigkeit seit 23. März 2009 (Behandlungsbeginn) zu 100 %
arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei durch plötzlich auftretende Angstattacken (und
durch Angst vor diesen) beeinträchtigt. Der Versicherte sei in einer ruhigen, den
körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeit ohne zeitlichen Stress oder hohe
Belastung 50 % arbeitsfähig (IV-act. 79). Dr. I._ berichtete am 29. November 2009,
als sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Diagnosen bestünden ein chronisches
myofasciales Zervikothorakalsyndrom links mit rezidivierenden Attacken von
Schwindel, Nausea und Kollapsneigung unklarer Genese, seit 1999, akut seit Januar
2009, sowie Panikattacken. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Glaspolierer und
Glasschneider sei der Versicherte ab 3. Februar 2009 zu 100 % und ab 2. November
2009 zu 50 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei infolge Schmerzattacken,
Konzentrationsstörungen und Dekompensation bei Druck nicht mehr zumutbar.
Zumutbar seien Beschäftigungsprogramme mit wenig Stress- und Druckbelastungen
für Halbtagseinsätze (IV-act. 78).
A.f Der Versicherte füllte am 16. Dezember 2009 erneut ein Anmeldeformular zuhanden
der liechtensteinischen IV aus und beantragte besondere medizinische
Eingliederungsmassnahmen. Er gab an, von 1982 bis 1991 als Gipser in K._, von
1991 bis 2000 als Schuhmacher in L._ und von 2000 bis 2009 als Glaspolierer in
D._ FL tätig gewesen zu sein (IV-act. 80).
A.g Das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) wies den Versicherten am 22.
Dezember 2009 in ein Arbeitsprogramm vom 11. Januar bis 30. Juni 2010 bei der
M._ ein. Der Beschäftigungsgrad wurde mit 100 % und die Arbeitszeit für die Dauer
der 50 %igen Krankschreibung auf 50 % vormittags festgelegt. Das Einsatzprogramm
musste per 31. März 2010 wegen lang andauernder Arbeitsunfähigkeit beendet werden
(Fremdakten, G 4.2.10 und G 4.2.11).
A.h Im Auftrag der liechtensteinischen IV wurde der Versicherte im Juni 2010
polydisziplinär abgeklärt (internistisch/rheumatologisch: Dr.med. N._, Facharzt FMH
für Innere Medizin und Rheumatologie, Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
[EFL]; psychiatrisch: Dr.med. O._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie;
Gutachten vom 22. November 2010). Die Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit eine seit Jahren vorhandene Panikstörung (ICD-10: F41.0)
sowie ein seit 2003 bestehendes chronisches zervikozephales und
thorakospondylogenes Syndrom (ICD-10: M54.8). Als Produktionsmitarbeiter im
Glasschneideraum sei der Versicherte aus psychiatrischer Sicht ganztägig arbeitsfähig
mit zusätzlichem Pausenbedarf von eineinhalb Stunden aufgrund einer reduzierten
Arbeitsausdauer. Interdisziplinär bestehe eine 30 %ige Leistungseinschränkung. Im
Verlauf sei der Versicherte ab Februar 2009 100 % arbeitsunfähig gewesen aufgrund
der Akzentuierung der vorbestehenden Panikstörung nach der Kündigung. Nach
Etablierung einer psychiatrischen Therapie sei er ab 2. November 2009 50 %
arbeitsunfähig gewesen. Die aktuell auf 30 % geschätzte Arbeitsunfähigkeit bestehe ab
dem Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung bzw. der EFL. Für (andere) adaptierte
(mittelschwere) Tätigkeiten schätzten die Gutachter dieselbe Einschränkung (IV-act.
92-61 ff., insbesondere S. 82 ff.).
A.i Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2011 stellte die liechtensteinische IV-Stelle dem
Versicherten die Zusprache einer halben Rente, befristet vom 1. März bis 31. August
2010, in Aussicht (IV-act. 96). In Ausübung seines Anhörungsrechts beantragte der
Versicherte am 24. Februar 2011 (IV-act. 100-1) und am 9. Juni 2011 (IV-act. 110), es
sei ihm gestützt auf eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit eine unbefristete halbe Rente,
eventualiter eine unbefristete Viertelsrente auszurichten.
A.j Vom 2. Mai bis 31. Oktober 2011 wurde für den Versicherten ein Einsatzprogramm
zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt im P._ organisiert (50 %-Tätigkeit).
Gemäss Bericht der Verantwortlichen vom 7. Oktober 2011 habe sich der Versicherte
vom Einsatzprogramm angesprochen und motiviert gefühlt. Seine Arbeit sei auf gute
Resonanz gestossen, was dazu beigetragen habe, dass er sich aus seiner
zurückhaltenden Art herausbewegt habe. Die körperlichen Belastungen seien in einem
gut erträglichen Mass gewesen (Fremdakten, G 4.2.13).
A.k Die liechtensteinische IV verfügte am 2. April 2012, der Anhörung werde keine
Folge geleistet, sowie die Ausrichtung einer halben IV-Rente für die Zeit ab 1. März
2010 bis 31. August 2010 (IV-act. 115; vgl. auch die diesbezügliche Verfügung vom 21.
Mai 2012, IV-act. 13 und die Mitteilung an die IV-Stelle des Kantons St.Gallen, IV-act.
11 f.). Mit dem Rechtsmittel der Vorstellung (Wiedererwägungsgesuch) beantragte der
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Versicherte am 2. Mai 2012 eine unbefristete ganze IV-Rente ab 3. Februar 2009,
eventualiter eine ganze Rente vom 3. Februar bis 23. August 2010 und eine halbe
Rente ab 24. August 2010, subeventualiter eine halbe Rente vom 3. Februar bis 23.
August 2010 und eine Viertelsrente ab 24. August 2010 (IV-act. 119-4 ff.). Am 3.
Oktober 2012 erliess die liechtensteinische IV die Entscheidung, der Vorstellung vom 2.
Mai 2012 werde keine Folge gegeben. Die in der angefochtenen Verfügung vom 2. April
2012 für die Zeit vom 1. März 2010 bis 31. August 2010 zugesprochene ganze (richtig:
halbe, vgl. IV-act. 137-14) Invalidenrente werde nur bis zum 30. Juni 2012 (richtig:
2010; vgl. IV-act. 137-14) zugesprochen (IV-act. 127).
A.l Mit Berufung vom 2. November 2012 beantragte der Versicherte dem Fürstlichen
Obergericht, es wolle die Entscheidung vom 3. Oktober 2012 dahingehend abändern,
dass ihm für die Zeit ab 3. Februar 2009 eine unbefristete ganze Invalidenrente
ausgerichtet werde (IV-act. 129-2 ff.). Mit Urteil vom 15. März 2013 gab das Fürstliche
Obergericht der Berufung teilweise Folge und änderte die angefochtene Verfügung
vom 3. Oktober 2010 dahingehend ab, dass dem Versicherten für die Zeit ab 1.
Februar 2010 eine halbe Invalidenrente zugesprochen wurde. Das Gericht erwog,
grundsätzlich sei von den Schlussfolgerungen gemäss interdisziplinärem Gutachten
der Klinik Valens auszugehen. Die effektiv geleisteten Arbeitseinsätze zeigten aber
ebenso eindeutig, dass die theoretische Bemessung seines Leistungskalküls am
Arbeitsplatz effektiv nicht habe umgesetzt werden können. Mit dem Versicherten sei
deshalb davon auszugehen, dass die IV ihm entsprechend einen maximal möglichen
Leidensabzug von 25 % hätte zubilligen müssen, um den Besonderheiten des
vorliegenden Falles gerecht zu werden. (...) Alternativ hätte auf der Grundlage der
praktischen Arbeitseinsätze entgegen dem Gutachten Valens nicht nur von einer
geminderten Leistungsfähigkeit von 30 %, sondern diesfalls von mindestens 50 %
ausgegangen werden müssen (IV-act. 137, insbesondere S. 21).
A.m Am 16. August 2013 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen (im Folgenden: IV-Stelle) wegen Schmerzen (Nacken, Kopf, Brustbein),
Schwindel, Panikattacken und Depression zum Leistungsbezug an (IV-act. 17),
nachdem die IV-Stelle der PK Rück als berufliche Vorsorgeeinrichtung auf deren
Anfragen mitgeteilt hatte, die Schweiz zahle keine IV-Leistungen (IV-act. 14 - 16).
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A.n Im Arztbericht vom 3. November 2013 führte Dr. I._ als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Panvertebralsyndrom mit bildgebend
festgestellter kleiner foraminalen Hernierung BWK 5/6 und 6/7, stationärem Bulging in
BWK 4/5 und 7/8, jedoch ohne Neurokompression, eine Klaustrophobie, eine
depressive Erkrankung, ein metabolisches Syndrom (Adipositas, Diabetes, arterielle
Hypertonie, Hyperlipidämie), rezidivierenden Schwindel seit ca. 2000 (dessen
neurologische Abklärung keine organische Ursache ergeben habe) sowie ein
obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) und den Verdacht auf eine obstruktive
Pneumopathie an. Als Hausabwart sei der Versicherte seit 1. Februar 2011 zu 50 %
arbeitsunfähig. Als dominante Komponente erachte er die Antriebsarmut im Rahmen
der Depression (IV-act. 37). Die behandelnde Psychologin äusserte am 12. November
2013 gegenüber dem regionalen ärztlichen Dienst der IV (RAD), der Versicherte leide an
einer Panikstörung (ICD-10: F41.0). Ferner bestehe eine depressiv gefärbte
Symptomatik in Form einer Stimmungslabilität, geringem Selbstwertgefühl und einer
geringen Selbstwirksamkeit. Der Versicherte sei in Tätigkeiten ohne Nacht- und
Schichtdienst, ohne hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit und in einem
ruhigen und spannungsarmen Arbeitsklima 50 % arbeitsfähig mit schrittweiser
Steigerung auf das Vorniveau bei gutem Verlauf (IV-act. 144).
A.o Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 26. November 2013 mit, er habe keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen, da er sich neben seinem Pensum von 20 % als
Hauswart nicht in der Lage fühle, ein höheres Pensum auszuüben und an beruflichen
Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 148).
A.p Der RAD nahm am 6. Februar 2014 Stellung, es könne weiterhin auf das
Gutachten der Klinik Valens abgestellt werden; es bestehe keine Notwendigkeit
weiterer medizinischer Abklärungen. Es sei weiterhin von einer 30 %igen
Einschränkung in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter im
Glasschneideraum sowie in einer sonstigen erwerblichen Verweistätigkeit aufgrund der
sich nicht verbesserten Panikstörung auszugehen. Die zumutbaren und sinnvollen
Behandlungsoptionen seien ausgeschöpft, inzwischen sei eine Chronifizierung
eingetreten; die Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr steigerbar (IV-act. 151).
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A.q Mit Vorbescheid vom 2. April 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Gemäss Gutachten bestehe seit 2010
lediglich eine 30 %ige Einschränkung. Das Wartejahr sei somit nie erfüllt worden (IV-
act. 154). Am 22. Juli 2014 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 161).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 2. April 2014 erhebt A._ am 15. September 2014
Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und das Verfahren sei zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin habe sich auf
Entscheidgrundlagen des Fürstentums Liechtenstein gestützt, ohne ihre abweichende
Beurteilung zu begründen oder aber eigene aktuelle Abklärungen vorzunehmen (act. G
1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 24.
November 2014, die Beschwerde sei abzuweisen. Hinsichtlich der
Tatbestandsmerkmale der Invalidität bestehe keine Bindung der kantonalen IV-Stelle
an die Beurteilung der liechtensteinischen IV-Stelle. Gemäss RAD-Stellungnahme vom
6. Februar 2014 könne weiterhin auf die Arbeitsunfähigkeitseinschätzung des
Gutachtens (der Klinik Valens) abgestellt werden. Die Arbeitsunfähigkeit entspreche
vorliegend dem Invaliditätsgrad. Selbst bei einem Leidensabzug von 10 % würde kein
"rententangierender" IV-Grad resultieren. Ein Leidensabzug von 25 %, wie ihn das
Fürstliche Obergericht gewährt habe, stehe gemäss hiesiger Rechtsprechung ausser
Frage. Da dem Beschwerdeführer seit 2009 durchgehend eine 30 %ige adaptierte
Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei, habe gar nie ein rentenbegründender IV-Grad
bestanden und somit habe gar kein Rentenanspruch entstehen können (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer bringt in seiner Replik vom 12. Januar 2015 vor, es sei
widersprüchlich, wenn die Beschwerdegegnerin geltend mache, für die Berechnung
und Ausrichtung der Rente sei vorliegend ausschliesslich schweizerisches Recht
anwendbar, sich aber auf ein im Ausland und nach ausländischen Regeln in Auftrag
gegebenes Gutachten stütze. Die entsprechenden Verfahrensvorschriften zur
Begutachtung und zu den Mitwirkungsrechten seien vorliegend nicht eingehalten
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worden. Das Verfahren sei daher zu einer neuen, aktuellen Begutachtung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter hätten die Einsatzprogramme des RAV
ab 11. Januar 2010 und vom 2. Mai bis 31. Oktober 2011 gezeigt, dass die medizin-
theoretisch eingeschätzte Arbeitsfähigkeit effektiv nicht habe umgesetzt werden
können, weshalb von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszugehen sei. Die Wartezeit
dauere vom 20. Februar 2013 bis 19. Februar 2014 und sei erfüllt (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 22. Januar 2015 auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Umstritten ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Er ist B._
Staatsangehöriger (IV-act. 19), in der Schweiz wohnhaft und war von Mai 2000 bzw.
durchgehend ab Mai 2002 bis Ende Oktober 2009 vollzeitlich im Fürstentum
Liechtenstein erwerbstätig (IV-act. 27-1 f.; IV-act. 74; zuvor und im Nebenerwerb als
Hauswart erzielte er in der Schweiz Einkommen, IV-act. 23). Aufgrund des Urteils des
Fürstlichen Obergerichts vom 15. März 2013 bezieht der Beschwerdeführer seit dem 1.
Februar 2010 eine halbe Invalidenrente der liechtensteinischen IV (IV-act. 137; IV-act.
21-7 ff., IV-act. 21-10 ff.). Somit liegt ein internationaler Sachverhalt vor.
1.2 Anwendbar sind das für die Schweiz am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR
0.142.112.681), sowie das Übereinkommen zur Errichtung der Europäischen
Freihandelsassoziation (EFTA) vom 4. Januar 1960 (EFTA-Abkommen; SR 0.632.31).
Nicht berufen kann sich der Beschwerdeführer als B._ Staatsangehöriger hingegen
auf das am 1. Mai 1990 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein über Soziale Sicherheit (SR.
0.831.109.514.1), denn gemäss dessen Art. 3 Abs. 1 gilt es nur für Staatsangehörige
der Vertragsstaaten (und für Flüchtlinge, Art. 3 Abs. 2).
1.3 Nach Art. 21 des EFTA-Abkommens regeln die Mitgliedstaaten die Koordinierung
der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anlage 2 zu Anhang K und durch das
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Protokoll zu Anhang K über die Freizügigkeit zwischen Liechtenstein und der Schweiz,
um unter anderem zu garantieren: die Bestimmung der anzuwendenden
Rechtsvorschriften (lit. b) und die Zahlung der Leistungen an Personen, die ihren
Wohnsitz im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten haben (lit. d). Gemäss Art. 1 zu Anlage 2
zu Anhang K des EFTA-Abkommens sind die Mitgliedstaaten übereingekommen,
untereinander das FZA anzuwenden. Anwendbar ist damit insbesondere auch im
Verhältnis Schweiz - Liechtenstein die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (vgl. Art. 3 zu
Anlage 2 zu Anhang K). Zielsetzung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 ist es
namentlich zu verhindern, dass Wandererwerbstätige durch die grenzüberschreitende
Aktivität sozialversicherungsrechtliche Nachteile erleiden (E. IMHOF, Eine Anleitung
zum Gebrauch des Personenfreizügigkeitsabkommens, in: Aktuelles im
Sozialversicherungsrecht, Hrsg. Hans-Jakob Mosimann, Zürich 2001, S. 28). Damit soll
insbesondere das Recht auf Freizügigkeit gewährleistet werden (E. IMHOF, a.a.O., S.
27). Anzumerken ist, dass die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 per 1. April 2012 durch
die Verordnung (EG) 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und die Durchführungsverordnung
(EG) Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11) ersetzt wurde.
1.4 Die Anmeldung im Fürstentum Liechtenstein erfolgte im Jahr 2009, mithin noch
unter der Geltung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71, weshalb die Frage nach der
Rechtswirkung der Anmeldung nach dieser Rechtsgrundlage zu beurteilen ist (vgl. BGE
139 V 296 E. 2.1; BGE 130 V 445; Art. 87 Abs. 1 Verordnung [EG] 883/2004). In
formeller Hinsicht ist dabei folgendes zu beachten: Beantragt eine
wandererwerbstätige Person in ihrem Wohnsitzstaat oder allenfalls im letzten
Versicherungsstaat die Ausrichtung einer Invalidenrente, so hat der zuständige Träger
dieses Staates den Antrag zugleich an die zuständigen Behörden aller übrigen Staaten
weiterzuleiten, in denen die Antrag stellende Person Versicherungszeiten zurückgelegt
hat, und das Verfahren gilt auch dort als eröffnet. Unterlässt der zuständige Träger die
vorgeschriebene Weiterleitung des Antrags, so darf hieraus der versicherten Person
kein Nachteil entstehen (E. IMHOF, a.a.O., S. 88, mit Hinweis auf Art. 44 Abs. 2 der
Verordnung [EWG] Nr. 1408/71 bei sog. B-Renten). Daraus folgt, dass vorliegend der
Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug im Fürstentum Liechtenstein auch für
die schweizerischen IV-Leistungen als massgebendes Anmeldedatum gilt. Der
Grundsatz der europaweiten Wirkung der Antragsstellung galt unter der Verordnung
(EWG) 1408/71 aufgrund der Rechtsprechung des EuGH (M. FUCHS, Europäisches
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Sozialrecht, 5. Aufl., Baden-Baden 2010, Rz 7 zu Art. 50 der Verordnung [EG] Nr.
883/2004). Gemäss dem heute geltenden Art. 45 Abs. 4 und Abs. 5 der Verordnung
(EG) Nr. 987/2009 ist nun explizit vorgeschrieben, dass der Antrag weiterzuleiten und
der Zeitpunkt der Antragsstellung für alle beteiligten Träger verbindlich ist.
Massgebend ist somit die Anmeldung vom 16. Dezember 2009 (IV-act. 80); die frühere
Anmeldung vom 23. September 2009 betraf lediglich das Arbeitstraining als
Frühinterventionsmassnahme (IV-act. 59, 73).
1.5 In materieller Hinsicht ist auf Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004
hinzuweisen: Gemäss dieser Bestimmung ist eine vom Träger eines Mitgliedstaats
getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antragstellers auch für die Träger
jedes anderen in Betracht kommenden Mitgliedstaats verbindlich, sofern die in den
Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten Tatbestandsmerkmale der Invalidität in
Anhang VII als übereinstimmend anerkannt sind. Art. 40 Abs. 4 der Verordnung (EWG)
Nr. 1408/71 enthielt eine gleichlautende Regelung (Verweis auf Anhang V). Die
Voraussetzung einer übereinstimmenden Anerkennung von Tatbestandsmerkmalen der
Invalidität im Anhang V bzw. VII durch die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein
ist vorliegend nicht gegeben. Daraus folgt e contrario, dass eine Bindung der
kantonalen IV-Stelle an die Beurteilung der Liechtensteinischen IV-Stelle bzw. des
Fürstlichen Obergerichts entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers gerade
nicht besteht. Der zuständige Träger jedes Versicherungsstaates stellt vielmehr die
Arbeitsunfähigkeit nach seinen eigenen landesrechtlichen Vorschriften fest (vgl. E.
IMHOF, a.a.O., S. 95; FUCHS, a.a.O., Rz 6 Art. 46; Urteil des Versicherungsgerichts
vom 13. Dezember 2012, IV 2011/39, E. 1.2.3).
2.
2.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
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ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Dezember 2015, 8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
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(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E.
1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht
hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V
195 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht ist vorliegend umstritten, ob auf das Gutachten der Klinik
Valens vom 22. November 2010 einschliesslich das psychiatrische Konsiliargutachten
vom 23. August 2010 abgestellt werden kann.
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3.2 Dass der zuständige Träger jedes Versicherungsstaates die Arbeitsunfähigkeit
nach seinen landesrechtlichen Vorschriften feststellt, schliesst die Berücksichtigung
von medizinischen Berichten und Unterlagen eines anderen beteiligten Staates nicht
aus (vgl. IMHOF, a.a.O., S. 95). Das Gutachten der Klinik Valens vom 22. November
2010 (IV-act. 92-61 ff.) datiert vor dem Ergehen des Bundesgerichtsentscheides BGE
137 V 210 vom 28. Juni 2011, mit welchem die formellen Anforderungen an die
Beweiskraft eines Gutachtens neu festgelegt wurden. Dieser Umstand bewirkt jedoch
für sich alleine nicht, dass dem Gutachten die Beweiskraft abzusprechen wäre. Die
Beweistauglichkeit ist vielmehr im Einzelfall zu prüfen (BGE 137 V 266 E. 6; vgl. auch
BGE 141 V 309 E. 8).
3.3 Gemäss Arztbericht von Dr. I._ vom 29. November 2009 war der
Beschwerdeführer wegen eines chronischen myofascialen Zervikothorakalsyndroms
links mit rezidivierenden Attacken von Schwindel, Nausea und Kollapsneigung unklarer
Genese sowie wegen Panikattacken vom 3. Februar bis 1. November 2009 zu 100 %
und ab dem 2. November 2009 noch zu 50 % arbeitsunfähig geschätzt (IV-act. 78).
Med.prakt. J._ erwähnte im Arztbericht vom 24. November 2009 die Diagnose einer
Panikstörung (ICD-10: F41.0) bei seit Jahren bestehenden rheumatologischen
Schmerzen und bei akzentuierter Persönlichkeit mit schizoiden Zügen (ICD-10: Z73.1).
Er schätzte den Beschwerdeführer in einer ruhigen, den körperlichen Beschwerden
angepassten Tätigkeit ohne zeitlichen Stress und ohne hohe Belastung zu 50 %
arbeitsfähig. Die Gutachter stellten aufgrund ihrer Untersuchungen im Juni 2010 die
Diagnosen einer Panikstörung (ICD-10: F41.0) und eines chronischen zervikozephalen
und thorakospondylogenen Syndroms (ICD-10: M54.8) bei Fehlhaltung und Fehlstatik
der Wirbelsäule, muskulärer Dysbalance, leichter Chondrose und angedeuteter
Spondylose C 4/5, leichten degenerativen Veränderungen mit zentraler Impression der
Deckplatte BWK 4, kleiner medianer Diskushernie Th 4/5 und Th 5/6 ohne neurale
Affektion sowie bei rezidivierendem Kostovertebralsyndrom links (IV-act. 92-81). In der
EFL zeigten sich Anhaltspunkte für eine erhebliche Symptomausweitung, indem sich
der Beschwerdeführer auch in nicht betroffenen Bereichen nicht bis an die funktionelle
Leistungsgrenze habe belasten lassen und insbesondere zur gezeigten schlechten
Handkraft Diskrepanzen bestünden (IV-act. 92-56 f.). Die Gutachter führten dazu aus,
die unbewusst aggravierenden Momente einer fehlenden Leistungsbereitschaft und die
nur mässige Konsistenz in den ergonomischen Tests dürften im Sinne einer
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Verdeutlichungstendenz gewertet werden. Der psychiatrische Konsiliargutachter
beschreibe eine deutliche Neigung zur Symptomausweitung als somatosensorische
Ausweitung (IV-act. 92-82). Der Beschwerdeführer habe die Anforderungen, die am
bisherigen Arbeitsplatz als Produktionsmitarbeiter im Glasschneideraum gestellt
worden seien, vollumfänglich erfüllt. Somit sei auch erklärt, warum die Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit bei gleich gebliebenen Schulter-, Nacken- und thorakalen
Beschwerden über Jahre hinweg vollständig erhalten geblieben sei. Im Zusammenhang
mit der Kündigung sei es zu einer Akzentuierung einer schon länger bestehenden
Panikstörung gekommen, so dass ab Februar 2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe. Nachdem eine psychiatrische Therapie habe etabliert werden können,
sei eine tendenzielle Besserung ersichtlich geworden, so dass vom Hausarzt ab 2.
November 2009 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit habe ausgewiesen werden können (IV-
act. 92-83). Die Gutachter stimmen somit hinsichtlich der Diagnose im Wesentlichen
mit den vorbehandelnden Ärzten überein und übernehmen bis zum Zeitpunkt der
Begutachtung auch deren in den Arztberichten zuhanden der IV dokumentierten
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit.
3.4 Der psychiatrische Konsiliargutachter führte aus, die Diagnose der Panikstörung
könne aufrecht erhalten werden. Die Anfälle träten indes im Vergleich zu früher deutlich
milder und seltener auf, und der Beschwerdeführer habe inzwischen gut gelernt, mit
derartigen Zuständen umzugehen und könne Anfälle aufgrund der positiv verlaufenden
Psychotherapie und der verbesserten Medikation mit Temesta frühzeitig cupieren. Dies
zeige sich einerseits daran, dass der Beschwerdeführer seit längerem nicht mehr habe
hospitalisiert werden müssen; andererseits bestätige die Psychotherapeutin eine
Besserung des Zustandes. Die Panikstörung und die damit zusammenhängenden
somatoform anmutenden Symptome wie Schwindel, Gefühl der Energielosigkeit und
Antriebsarmut seien nur noch leichtgradig vorhanden. Eine Besserung dieser
Symptomatik sei gut nachweislich (IV-act. 92-28, 30). Interdisziplinär schlossen die
Gutachter, in der bisherigen Tätigkeit bestehe grundsätzlich eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit. Aufgrund einer reduzierten Arbeitsausdauer bestehe ein vermehrter
Kurzpausenbedarf von eineinhalb Stunden pro Tag. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
eine allgemeine Reduktion der Leistungsfähigkeit zwischen 20 % und 30 %. Diese
Einschränkungen kumulierten sich zum Teil, so dass mit Erstellung des psychiatrischen
Teilgutachtens ("23.08.2009"; richtig: 23. August 2010, IV-act. 92-1) zusammen mit den
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Ergebnissen der EFL von einer lediglich 30 %igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit ausgegangen werden könne (IV-act. 92-82 f.). Die von den Gutachtern
befundene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 70 % erscheint
nachvollziehbar: So gab der Beschwerdeführer anlässlich der gutachterlichen
Untersuchung an, die Angstattacken träten etwa alle zwei bis drei Wochen auf.
Inzwischen könne er besser damit umgehen und die Anfälle mit frühzeitiger Einnahme
von Temesta "abfangen". Er könne gut und viel mehr schlafen als früher (IV-act. 92-16
ff.). Gegenüber med.prakt. J._ hatte er laut Bericht vom 24. November 2009 noch
etwa wöchentlich auftretende Schwindel- und Angstattacken und auch
Schlafstörungen, Rückzug, Energielosigkeit und ständige Erschöpfung beklagt (IV-act.
79). Die Psychotherapeutin war im Schlussbericht des Z._-Beratungscenters vom 22.
Oktober 2009 dahingehend zitiert worden, dass sich der (psychische)
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aufgrund der Tagesstruktur verbessert
habe. Es sei zu keinen Panikattacken mehr gekommen (IV-act. 71). Dass Dr. I._ im
Arztzeugnis vom 14. Februar 2011 (IV-act. 100-2) eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
abweichend von seinem Arztbericht vom 29. November 2009 (IV-act. 78) nicht bloss
bis zum 2. November 2009, sondern bis zum 31. Januar 2011 aufführte, vermag daran
nichts zu ändern. Einerseits machte er diese Angabe gegenüber der Arbeitslosenkasse
und anderseits fehlt eine Begründung für die nachträgliche Änderung. Dass entgegen
der plausibel begründeten Annahme der Gutachter sich die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht von 50 % auf 30 % verbessert, sondern wieder auf 100 %
verschlechtert haben soll, erscheint weder ausgewiesen, noch wird dies vom
Beschwerdeführer vorgebracht.
3.5 Zwar gibt Dr. I._ im Arztbericht vom 3. November 2013 die geschätzte
Arbeitsfähigkeit erneut mit 50 % an. Anstelle einer Panikstörung sind als psychiatrische
Diagnosen eine depressive Erkrankung, deren Komponente als dominant bewertet
wird, sowie eine Klaustrophobie aufgeführt (IV-act. 37). Die therapierende Psychologin
äusserte am 12. November 2013 gegenüber dem RAD, der Beschwerdeführer leide an
einer Panikstörung (ICD-10: F41.0). Auch sie attestierte weiterhin eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in Tätigkeiten ohne Nacht- und Schichtdienst, ohne hohe
Anforderungen an die Konzentration und in einem ruhigen und spannungsarmen
Arbeitsklima mit schrittweiser Steigerung bei gutem Verlauf (IV-act. 144). RAD-Arzt
Q._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, führte in der Stellungnahme vom 6.
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Februar 2014 aus, dass die im Gutachten erwartete Verbesserung (vgl. IV-act. 92-86 f.)
durch die Praxis Dr. J._ zwar nicht bestätigt werde. Es werde jedoch ein
vergleichbarer psychischer Zustand wie im Jahr 2009 und im Gutachten beschrieben,
so dass keine seitherige Verschlechterung oder Veränderung erkennbar bzw.
nachvollziehbar sei. Es könne weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden und es
bestehe keine Notwendigkeit für weitere medizinische Abklärungen (IV-act. 151-2).
Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der
Begutachtung im Juni 2010 finden sich nicht und werden auch nicht geltend gemacht.
Somit ist nach wie vor und ab Zeitpunkt der Begutachtung von einer 30 %igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
3.6 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit oder des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes ist die anspruchsbeeinflussende Änderung
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere
Zeit dauern wird (Art. 88 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV; SR 831.201]). Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird (Art. 88 Abs. 1 Satz 2 IVV). In Anwendung des letztgenannten Satzes ist
die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 70 % ab 1. Oktober 2010 zu
berücksichtigen.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer meldete sich am 16. Dezember 2009 bei der
liechtensteinischen IV zum Leistungsbezug an (IV-act. 80; E. 1.4). Zum Verlauf führt das
Gutachten aus, ab Februar 2009 sei von einer 100 %igen, ab 2. November 2009 von
einer 50 %igen und ab Datum der psychiatrischen Begutachtung (Untersuchung: Juni
2010; IV-act. 92-62) von einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 92-83).
Der Beschwerdeführer war somit ab 3. Februar 2009 (IV-act. 78) während 9 Monaten
100 % und während den anschliessenden drei Monaten (November 2009 bis 2.
Februar 2010) 50 % arbeitsunfähig. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b war
demnach am 2. Februar 2010 erfüllt. Gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG besteht ein
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allfälliger Rentenanspruch in Berücksichtigung der Anmeldung am 16. Dezember 2009
somit ab 1. Juni 2010. Das Jahr 2010 ist massgebend für den Einkommensvergleich
(BGE 129 V 222).
4.2
4.2.1 Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich - in der Regel gestützt auf den
vor Eintritt der Invalidität tatsächlich (allenfalls während einer längeren Zeitspanne)
erzielten Durchschnittsverdienst - zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Januar 2014, 9C_796/2013, E. 2.1).
4.2.2 Nach Angabe der ehemaligen Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer ohne
Gesundheitsschaden ab 1. Januar 2009 13 x Fr. 4'800.-- verdient (IV-act. 74-2).
Gemäss IK-Auszug (IV-act. 27) betrug das Einkommen, jeweils aufindexiert auf das
Jahr 2010 (Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T 39), im Jahr 2003
Fr. 71'190.-- (Fr. 64'802.-- : 1958 x 2151), im Jahr 2004 Fr. 70'397.-- (Fr. 64'637.-- :
1975 x 2151), im Jahr 2005 Fr. 75'157.-- (Fr. 69'601.-- : 1992 x 2151), im Jahr 2006 Fr.
75'554.-- ([Fr. 35'015.-- + Fr. 35'727.--] : 2014 x 2151), im Jahr 2007 Fr. 73'226.-- (Fr.
69'686.-- : 2047 x 2151) und im Jahr 2008 Fr. 70'664.-- ([Fr. 67'023.-- + Fr. 1'703.--] :
2092 x 2151). Im Durchschnitt der letzten drei Jahre 2006 bis 2008 betrug es demnach
Fr. 73'148.--. Die ehemalige Arbeitgeberin gab gegenüber der liechtensteinischen IV
an, sie habe dem Beschwerdeführer am 27. Januar 2009 auf den 30. April 2009 aus
wirtschaftlichen Gründen gekündigt (Anmeldung zur Früherfassung vom 17. März 2009,
IV-act. 40; ergänzende Angaben vom 26. März 2009, IV-act. 42-2). Erst danach war der
Beschwerdeführer arbeitsunfähig geschrieben. Somit ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitpunkt auch ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens nicht mehr bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin angestellt
gewesen wäre. In Anbetracht der Tatsache, dass er seit 2003 ein über Fr. 70'000.--
liegendes Einkommen erzielte, darf davon ausgegangen werden, dass er bei voller
Gesundheit an einer anderen Arbeitsstelle ein Einkommen in der Grössenordnung
wenigstens der letzten drei Jahre vor der Kündigung hätte erzielen können. Somit ist
von einem mutmasslichen Valideneinkommen von Fr. 73'148.-- auszugehen.
4.3
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4.3.1 Das Gutachten der Klinik Valens attestiert dem Beschwerdeführer nicht nur in
einer adaptierten Verweistätigkeit, sondern auch in der bisherigen Tätigkeit eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % in Form von zusätzlichem Pausenbedarf
(IV-act. 92-82 ff.). Nun ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der angestammten
Arbeit um eine solche in einem Produktionsbetrieb handelt. In einem solchen
Unternehmen dürfte ein Arbeitsplatz, an welchem zusätzliche Pausen im medizinisch
erforderlichen Ausmass gewährt werden können, auch auf dem hypothetisch
ausgeglichenen Arbeitsmarkt kaum zu finden sein. Zudem hielten die Gutachter fest,
dass der Beschwerdeführer aus internistisch-pneumologischen Gründen von Arbeiten
in einer Produktionskette ausgeschlossen werden sollte (IV-act. 92-84). Es rechtfertigt
sich deshalb, für das Invalideneinkommen vom Durchschnittswert Anforderungsniveau
4, Männer, gemäss Lohnstrukturerhebung des BFS auszugehen. Für das Jahr 2010
beträgt dieses Fr. 61'164.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2015, Anhang 2).
4.3.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E.
3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine).
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände
im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 %
nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; BGE 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil
9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1).
4.3.3 Im Gutachten wurde ausgeführt, aufgrund einer reduzierten Arbeitsausdauer
bestehe ein vermehrter Kurzpausenbedarf von 1 1⁄2 Stunden pro Tag (IV-act. 92-82).
Dieser kumuliere sich mit der aus psychiatrischer Sicht bestehenden verlangsamten
Arbeitsleistung von 20-30 % zum Teil, so dass eine Einschränkung von 30 % resultiere
(IV-act. 92-83). Des Weiteren sollte der Beschwerdeführer aus internistisch-
pneumologischen Gründen wegen einer verminderten Arbeitsausdauer von Arbeiten in
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einer Produktionskette ausgeschlossen werden (IV-act. 92-84). Die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers ist somit insgesamt mehr als im quantifizierten Umfang der
Arbeitsunfähigkeit von 30 % eingeschränkt. Da die Einschränkung in einer
verlangsamten Arbeitsleistung und in einem zusätzlichen Pausenbedarf besteht, muss
der Arbeitsplatz dem Beschwerdeführer ganztägig zur Verfügung gehalten werden. Der
Beschwerdeführer ist sodann seit mehreren Jahren vom Arbeitsmarkt abwesend. Die
therapierende Psychologin hielt schliesslich am 12. November 2013 fest, der
Beschwerdeführer bedürfe einer Tätigkeit ohne Nacht- und Schichtarbeit, ohne hohen
Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit und in einem ruhigen und
spannungsfreien Arbeitsklima (IV-act. 144). Insgesamt rechtfertigt sich daher ein
Tabellenlohnabzug von jedenfalls 10 %.
4.4 Vom 1. Juni bis 30. September 2010 resultiert aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit
von 50 % ein Invalideneinkommen von Fr. 27'524.-- (Fr. 61'164.-- x 0,9 x 0,5) und bei
einem Valideneinkommen von Fr. 73'148.-- ein Invaliditätsgrad von 62 % und damit ein
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Ab 1. Oktober 2010 beträgt das
Invalideneinkommen Fr. 38'533.-- (Fr. 61'164.-- x 0,9 x 0,7). Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 73'148.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 47 % und damit
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.
5.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 22. Juli 2014 aufzuheben
und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2010 eine Dreiviertelsrente und ab
1. Oktober 2010 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
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5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint in Anbetracht des unterdurchschnittlichen Aufwands eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.