Decision ID: 774980f2-d349-5a44-86c0-02cb43d7732b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (ehemals B._, vgl. IV-act. 159, 160, 162 S. 2 f. und 163; nachfolgend:
Versicherter) war vom _ 2001 bis _ 2003 als Küchenhilfe in einem Restaurant
angestellt (IV-act. 7 S. 1 i.V.m. 1 S. 5). Die Arbeitgeberin kündigte dieses
Arbeitsverhältnis wegen mangelhaften Verhaltens des Versicherten fristlos per _ 2003
(IV-act. 12 S. 1 und 4). Ab Januar bis März 2004 (vgl. IV-act. 14 S. 12) war der
Versicherte im Rahmen eines Einsatzprogramms des regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) in der Wäscherei der kantonalen psychiatrischen
Dienste C._ beschäftigt (IV-act. 5). Wegen der vom Versicherten seit ca. anfangs
Januar 2004 beklagten linksseitigen Beinschmerzen sowie Rückenschmerzen wurde im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) am 17. Juni 2004 bei einer Spinalkanalstenosierung
L5/S1 links eine erweiterte interlaminäre Fensterung L5/S1 links mit Dekompression
und Neurolyse der S1-Wurzel links durchgeführt (vgl. IV-act. 14 S. 5 und 7). Am 1. Juli
2004 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(IV) an (IV-act. 1). Er gab an, dass er nach diesem operativen Eingriff keine schwere
Arbeit mehr verrichten sollte (IV-act. 1 S. 7). Mit einer Verfügung vom 5. Januar 2005
wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in
der Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und einem
Invaliditätsgrad von 0 % ab (IV-act. 22).
B. Nachdem der Versicherte am 31. Oktober 2006 von einem Fahrrad angefahren
worden war (vgl. IV-act. 28), liess er durch seinen damaligen Rechtsvertreter am 15.
Juni 2007 bei der IV-Stelle erneut ein Gesuch um Rentenleistungen stellen (IV-act. 26).
Darin liess er angeben, nach dem Unfall vermehrt unter heftigen Kopfschmerzen,
Schlafstörungen und einer Depression zu leiden (vgl. IV-act. 26 S. 6). Mit einer
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Verfügung vom 14. März 2008 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren des
Versicherten nicht ein, da dieser nicht glaubhaft dargelegt habe, dass sich die
tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-
act. 51; vgl. ferner IV-act. 44).
C.
C.a Vom _ April 2008 bis _ März 2009 war der Versicherte im Werk D._ der Stiftung
E._ in einem befristeten Anstellungsverhältnis als Hilfsarbeiter angestellt (vgl. IV-act.
55 f. und 70 S. 1). Am 20. Februar 2009 wurde er auf dem Weg zur Arbeit von einem
Auto angefahren. Anlässlich der gleichentags durchgeführten ambulanten Behandlung
auf der Notfallstation des Spitals F._ klagte er über Schmerzen am Rücken, an der
rechten Schulter und am rechten Knie (IV-act. 58 S. 11). Wegen anhaltender
Schulterschmerzen erfolgten mehrere Untersuchungen im Spital F._, wobei sich
herausstellte, dass der Versicherte eine Rotatorenmanschettenruptur rechts erlitten
hatte (vgl. IV-act. 57 und 58). Deswegen wurden am 22. Juni 2009 im Spital G._ eine
diagnostische Arthroskopie und eine offene Rekonstruktion der Rotatorenmanschette
mit Resektion des intraartikulären Anteils der langen Bizepssehne und Tenodese des
Stummels im Sulcus, Acromioplastik und AC-Gelenks-Resektion der rechten Schulter
durchgeführt (IV-act. 58 S. 1). Nach der Operation folgten mehrere Verlaufskontrollen
bei Dr. med. H._, Oberärztin Orthopädie des Spitals G._. Beim Versicherten zeigte
sich ein schwieriger postoperativer Verlauf mit persistierenden Schmerzen und der
Entwicklung einer frozen shoulder, weshalb Dr. H._ sowie der Hausarzt Dr. med. I._
ihn zunächst für längere Zeit zu 100 % arbeitsunfähig schrieben (vgl. IV-act. 78 S. 1 f.,
86 S. 14 f. und 18 ff. und 94 S. 6 ff.). Am 25. August 2009 meldete Hausarzt Dr. I._
den Versicherten für eine Früherfassung bei der IV-Stelle an, da dieser seit dem 20.
Februar 2009 zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 55). Am 15. Oktober 2009 füllte der
Versicherte das Anmeldeformular aus (IV-act. 64 S. 1 ff.). Dr. H._ berichtete am 25.
März 2010 von einem sich schrittweise bessernden Verlauf. Klinisch und anamnestisch
bestünden weniger Schmerzen und eine leicht verbesserte Beweglichkeit. Der
Versicherte könne seine bisherige Tätigkeit mit schweren körperlichen Arbeiten nicht
mehr ausüben. Denkbar seien körperlich leichtere oder administrative Tätigkeiten zu
50-100 % (IV-act. 94 S. 8 f.). In einem Verlaufsbericht vom 8. Juni 2010 beschrieb Dr.
H._ ein annähernd vollständig rückläufiges Rehabilitationsdefizit. Bei nunmehr fast
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symmetrischer Aussenrotation scheine eine Physiotherapie nicht mehr sinnvoll. In der
angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter mit schweren körperlichen Tätigkeiten und
dem Tragen von Lasten über der Horizontalen bestehe weiterhin eine 100%ige
Einschränkung. Eine Einsatzfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und in vergleichbaren
Berufen sei deshalb langfristig unwahrscheinlich. Für körperlich leichte Tätigkeiten oder
administrative Tätigkeiten gelte weiterhin, dass ein Arbeitsversuch zu 50-100 %
denkbar sei. Klinische Kontrollen seien aktuell nicht mehr vorgesehen (IV-act. 94 S. 6
f.). In einem Bericht an die Unfallversicherung vom 21. Juli 2010 ging Dr. I._ von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten für leichte Arbeiten in wechselnder Stellung,
welche insbesondere den rechten Arm nicht belasteten, aus (IV-act. 107 S. 6 f.). Am 22.
Juli 2010 gab Dr. I._ gegenüber der IV-Stelle an, dass sich der Gesundheitszustand
des Versicherten verbessert habe. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht
mehr zumutbar, eine leichte Arbeit im Büro oder allenfalls eine leichte Hilfsarbeit im
Gastgewerbe seien ganztags, jedoch mit um 50 % reduzierter Leistung möglich (IV-act.
94 S. 2 f.). Am 2. August 2010 stellte sich der Versicherte erneut bei Dr. H._ vor. Er
berichtete ihr, seit Mitte Juli an zunehmenden Schulterschmerzen über der
Horizontalen zu leiden. Ausserdem fragte er nach einem Zeugnis mit der
Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit, da für ihn nur schwere Tätigkeiten in
Frage kämen. Im Bericht zu dieser Sprechstunde hielt Dr. H._ fest, dass
weiterführende Abklärungen sicher nicht mit dem Ziel gemacht würden, die
Arbeitsfähigkeit zu steigern, da für die angestammte Tätigkeit eine ungünstige
Ausgangslage bestehe. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis für jegliche Tätigkeiten stelle sie
jedoch nicht aus. Es gelte weiterhin, dass körperlich leichte Tätigkeiten im Rahmen
eines Arbeitsversuchs zu 50-100 % denkbar seien (IV-act. 107 S. 8 f.). In einem
Verlaufsbericht vom 31. August 2010 ging Dr. H._ unter Berücksichtigung eines
Arthro-MRI der rechten Schulter vom 9. August 2010 (vgl. IV-act. 107 S. 4) noch immer
von einer 100%igen Einschränkung in der bis¬herigen Tätigkeit aus, während sie einen
Arbeitsversuch mit leichten körperlichen Tätigkeiten weiterhin für zu 50 bis 100 %
möglich hielt (IV-act. 107 S. 10 f.) In einer Stellungnahme vom 13. September 2010
ging der RAD von einer 50%igen, im Verlauf steigerbaren Arbeitsfähigkeit für eine
adaptierte Tätigkeit aus (IV-act 96).
C.b Am 13. April 2011 untersuchte Dr. med. J._ vom Orthopädie Zentrum K._ den
Versicherten im Auftrag der Unfallversicherung, allerdings ohne Dolmetscher, sodass
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gewisse sprachliche Barrieren bestanden. Er kam in seinem Kurzgutachten vom 3. Mai
2011 zum Schluss, dass der vorläufige Endzustand bezüglich Verletzung der linken
(richtig: rechten) Schulter erreicht sei. Allerdings sei eine weitere Verschlechterung der
Schultersituation im Laufe der Jahre zu befürchten, weshalb die Situation dann erneut
zu beurteilen sei. Bezüglich der Schulter sei der Versicherte für leichte Arbeiten unter
Schulterhöhe theoretisch, zum Beispiel für Hilfsarbeiten, zu 50 % oder ähnliches
einsetzbar (IV-act. 111).
C.c Am 2. November 2011 meldete Dr. I._ den Versicherten für eine kardiologische
Untersuchung an, da letzterer über ein thorakales Druckgefühl bei schnellem Gehen
geklagt hatte (IV-act. 141 S. 26). In einem Konsiliarbericht von Dr. med. L._ vom 12.
Dezember 2011 wurde als Befund eine koronare Herzkrankheit angegeben, weshalb
der Versicherte für die weitere Abklärung an die Kardiologie des KSSG überwiesen
wurde (IV-act. 141 S. 22 ff. und 16 f.).
C.d Mit Verfügung vom 21. Februar 2012 lehnte die IV-Stelle nach einem
entsprechenden Vorbescheid vom 3. Januar 2012 (vgl. IV-act. 123) das
Leistungsbegehren des Versicherten um berufliche Massnahmen ab, da solche nicht
angezeigt seien (IV-act. 124).
C.e Am 26. März 2012 wurde beim Versicherten im KSSG eine Koronarangiographie
durchgeführt, wobei von den behandelnden Ärzten die Diagnose einer koronaren 2-
Gefässerkrankung gestellt wurde (IV-act. 141 S. 8 ff. und S. 14 ff.). Aus diesem Grund
wurden anlässlich der vom 26. März 2012 durchgeführten Koronarangiographie die
Läsionen mit drei beschichteten Stents dilatiert. Im Bericht zur Koronarangiographie
wurde zudem festgehalten, dass in einem und in sechs Monaten Kontrollen bei Dr.
L._ durchgeführt würden (vgl. IV-act. 141 S. 8 ff.).
C.f In einem Verlaufsbericht an die IV-Stelle vom 16. November 2012 gab Dr. I._ an,
dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem 27. Dezember 2010
verschlechtert habe. Seit anfangs 2012 sei neu die Diagnose der koronaren
Herzkrankheit hinzugekommen, welche ebenfalls Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Bezüglich der Schulterbeschwerden nehme der Versicherte seit Monaten die gleiche
Medikation ein. Die Schulterbeschwerden liessen sich kaum durch irgendwelche
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Massnahmen verbessern. Die Herzkrankheit sei zurzeit stabil, könne aber natürlich
weiter zunehmen. Die versicherte Person sei bei den alltäglichen Lebensverrichtungen
(z.B. Wäsche aufhängen) teilweise auf die Hilfe von Drittpersonen angewiesen. Eine
ergänzende medizinische Abklärung sei angezeigt. Der Versicherte könne keine
schweren Tätigkeiten mehr ausführen. Leichte handwerkliche Arbeiten seien halbtags
zumutbar, wobei wahrscheinlich auch eine um ca. die Hälfte verminderte
Leistungsfähigkeit bestehe (IV-act. 141 S. 3 ff.).
C.g In einem im Auftrag der Unfallversicherung erstellten Gutachten vom 21. Dezember
2012 (basierend auf einer Untersuchung vom 29. März 2012) hielten Prof. Dr. med.
M._, Dr. med. N._ und Dr. med. O._ von der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG fest, dass der Versicherte laut
den vorliegenden Unterlagen seit dem 1. August 2010 wegen der Schulter zu 50 %
arbeitsunfähig geschrieben sei. Von Februar 2009 bis Juli 2010 sei ihm wegen der
Schulter eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert worden. Die von den
behandelnden Ärzten damals attestierte Arbeitsunfähigkeit sei in der Annahme, dass
sich im postoperativen Verlauf eine Frozen shoulder entwickelt habe, plausibel.
Aufgrund der Funktionsstörung mit Schmerzen und der auch passiven
Bewegungseinschränkung der rechten Schulter sähen sie beim Versicherten im
Moment keine Steigerung der Belastung. In einer leichten Tätigkeit, bei welcher die
Arme unter der Horizontalen gehalten werden könnten, sollte der Versicherte zu 80-100
% arbeiten können (act. G 5.2/8). In einer Stellungnahme vom 22. Januar 2013
bezeichnete der RAD das Gutachten in seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als nicht
eindeutig und gab die Einholung eines kardiologischen Verlaufsberichts bei Dr. L._ in
Auftrag (IV-act. 142 S. 2).
C.h Nachdem Dr. L._ die IV-Stelle für Auskünfte bezüglich der Herzproblematik an
den Hausarzt des Versicherten verwiesen hatte (vgl. IV-act. 143), führte der RAD in
einer Stellungnahme vom 4. Februar 2013 aus, dass der Versicherte offenbar nicht in
spezialärztlicher kardiologischer Behandlung sei. Demnach könne auf die Angaben des
kardiologischen Austrittsberichts vom 26. März 2012 ("normale linksventrikuläre
Funktion") und auf die Angaben von Dr. I._ vom 16. November 2012 ("Die
Herzkrankheit ist zurzeit stabil") abgestellt werden. Der eingeschränkten kardialen
Leistungsfähigkeit entspreche eine körperlich leichte Tätigkeit. Bezüglich der
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Schulterfunktion habe sich der Zustand seit Juni 2010 nicht mehr relevant verbessert,
weshalb auf das orthopädische Gutachten des KSSG vom 21. Dezember 2012
abgestellt werden könne (IV-act. 144).
C.i Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie beabsichtigte, sein Rentenbegehren abzuweisen. Aufgrund der vorliegenden
Unterlagen gehe sie aus versicherungsmedizinischer Sicht von einer im Durchschnitt
90%igen Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen
bzw. auf Tischhöhe aus, weshalb bei einem Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad
von lediglich 19 % resultiere (IV-act. 148).
C.j Am 22. März 2013 nahmen Dr. N._ und Dr. O._ zu ihrem Gutachten vom 21.
Dezember 2012 ergänzend Stellung. Sie führten aus, dass sie unter "keiner Steigerung
der Belastung" keine Steigerung der Belastung, sondern eine Steigerung der zeitlichen
Tätigkeit verstünden (act. G 5.2/9 S. 2).
C.k Gegen den Vorbescheid der IV-Stelle liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter am 16. April 2013 einwenden, der medizinische Sachverhalt sei zu
wenig abgeklärt worden, weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen
sei. Die ergänzende Stellungnahme von Dr. N._ und Dr. O._ vom 22. März 2013 sei
so zu interpretieren, dass er während 80-100 % der Arbeitszeit zu 50 % belastet
werden könne. Daraus ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von 45 % in einer adaptierten
Tätigkeit (IV-act. 149 S. 3).
C.l Am 18. Februar 2014 nahm Dr. N._ erneut zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten
Stellung. Er führte aus, dass im Zeitpunkt der Begutachtung keine Möglichkeit der
Belastungssteigerung im Sinn der rein körperlichen Belastung erkannt worden sei, sehr
wohl jedoch im Sinne einer Steigerung der zeitlichen Belastung. In einer adaptierten
Tätigkeit sei eine zeitliche Belastung von 80-100 % für möglich gehalten worden.
Sofern die Tätigkeit keine Überkopfarbeiten und keine Tätigkeiten, welche
gewichtsmässig eine einmalige Belastung von 3-5 Kg sowie repetitive Belastungen von
2-3 Kg überstiegen, beinhalte, sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Der
Versicherte habe anlässlich der Begutachtung angegeben, dass er vorwiegend sitzend
tätig sei und dabei Elektrokabel sortiere. Eine solche Tätigkeit sollte zu 100 %
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zumutbar sein. Zusammenfassend könne somit festgehalten werden, dass der
Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter bezüglich der
Belastbarkeit zu 50 % eingeschränkt sei, jedoch zeitlich ein Pensum von 80-100 %
wahrnehmen könne, womit entsprechend eine Arbeitsunfähigkeit von 50-60 %
resultiere. Sollte die Tätigkeit aber auf die vom Versicherten berichtete leichte Tätigkeit
gewechselt haben, sei langfristig von einer Arbeitsunfähigkeit von 0 bis 20 %
auszugehen (IV-act. 157 S. 2). Am 24. März 2015 hielt der RAD fest, dass Dr. N._ in
seiner letzten Einschätzung dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 80-100 % in
einer adaptierten Tätigkeit attestiert habe. Da zusätzlich eine leicht reduzierte kardiale
Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen sei, könne eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit angenommen werden (IV-act. 168).
C.m Am 3. Dezember 2015 wurde der Versicherte im Auftrag der Unfallversicherung in
der Klinik P._ von Oberärztin Dr. med. Q._, Orthopädie Obere Extremitäten,
untersucht. In ihrem Gutachten vom 11. Januar 2016 kam Dr. Q._ zum Schluss, dass
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiter bei D._ mit körperlichen Arbeiten 100 % betrage. Die
Einschränkung sei durch die postoperativ persistierende Funktionsstörung der Schulter
sowie durch die starken Schmerzen bei jeglicher Belastung und in Ruhe zu begründen.
Eine zumutbare Tätigkeit in einem anderen Aufgabenbereich sei denkbar, sofern die
rechte obere Extremität ohne Belastung und nur unterhalb der Horizontalen eingesetzt
werden könne. Aufgrund der beschriebenen starken Schmerzen sei die Ausführung
einer solchen Tätigkeit zeitlich nicht zu mehr als zu 50 % denkbar. Für eine genauere
Definition der Restarbeitsfähigkeit wäre die Erstellung eines Leistungsprofils sinnvoll
(act. G 5.2/13 S. 2 ff.).
C.n Zum neu erstellten Gutachten der Klinik P._ hielt der RAD am 7. März 2016 fest,
bei der gutachterlichen Schätzung handle es sich um eine unterschiedliche Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit bei einer gleichzeitig objektiv unveränderten Befundlage. Nach
einem sorgfältigen Vergleich der klinischen und radiologischen
Schulteruntersuchungen vom Dezember 2015 und vom Januar 2016 könnten keine
relevanten Veränderungen festgestellt werden. Im Gutachten der Klinik P._ werde
das subjektive Schmerzerleben des Versicherten deutlich stärker gewichtet. An der
bisher begründeten Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit könne
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somit festgehalten werden. Die Adaptionskriterien seien ebenfalls weiterhin gültig (IV-
act. 173).
C.o Am 8. März 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie ihm aufgrund
ihrer Abklärungsergebnisse eine mindestens 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer dem
Leiden angepassten Tätigkeit weiterhin zumute. Im gleichen Schreiben gab sie dem
Versicherten im Rahmen einer zweiten Anhörung die Gelegenheit zu einer erneuten
Stellungnahme (IV-act. 175). Am 7. April 2016 berief sich der Versicherte auf die im
Gutachten der Klinik P._ seiner Meinung nach attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
und machte überdies geltend, dass die Arbeitsfähigkeit für ihn aufgrund seines
fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwertbar sei (IV-act. 178). Der RAD kam am 11.
Mai 2016 zum Schluss, dass an der bisherigen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
festgehalten werden könne. Die im Vordergrund stehende Schulterproblematik sei vom
RAD bereits am 7. März 2016 abschliessend beurteilt worden. Aus den objektiven
Befunden liessen sich die objektivierbaren Funktionseinschränkungen ableiten, wobei
im vorliegenden Fall eine deutlich reduziertere aktive Schulterbeweglichkeit rechts
bestehe. Aus diesem Grund könne der Versicherte ausschliesslich adaptierte
Tätigkeiten ausüben. Für eine erhebliche zeitliche Limitierung gebe es hingegen keinen
medizinischen Grund. Unter der Annahme eines schmerzbedingt leicht verminderten
Arbeitstempos bzw. eines etwas erhöhten Pausenbedarfs sei die adaptierte
Arbeitsfähigkeit mit 80 % beurteilt worden. Das Rückenleiden und die im Jahr 2012
erfolgreich behandelte koronare Herzkrankheit wirkten sich nicht zusätzlich auf die
adaptierte Arbeitsfähigkeit aus. Die unfallfremden Faktoren seien somit in die
Beurteilung miteinbezogen worden (IV-act. 180).
C.p Am 16. November 2016 verfügte die IV-Stelle die Ablehnung des Rentenbegehrens
des Versicherten in der Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 80-100 % (im Durchschnitt
90 %) in einer adaptierten Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von 19 % (IV-act. 185).
D.
D.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
durch seinen Rechtsanwalt am 22. Dezember 2016 Beschwerde erheben (act. G 1).
Dieser stellte die Anträge, die Verfügung vom 16. November 2016 sei aufzuheben und
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es sei dem Beschwerdeführer ab 1. April 2010 bis 31. Juli 2010 eine ganze
Invalidenrente und ab 1. August 2010 bis 31. Dezember 2014 mindestens eine halbe
Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung
an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).
D.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
D.c In seiner Replik vom 28. Februar 2017 änderte der Beschwerdeführer das in der
Beschwerde gestellte Rechtsbegehren ab (act. G 7). Neu beantragte er, die Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 16. November 2016 sei aufzuheben und ihm seien die
ihm zustehenden gesetzlichen invalidenversicherungsrechtlichen Leistungen
auszurichten; eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 7 S. 1).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 8
und 9).

Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Zunächst zu prüfen ist, ob aufgrund der medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann.
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3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs
vorwiegend auf das von der Unfallversicherung in Auftrag gegebene orthopädische
Gutachten des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 21. Dezember 2012 (act. G
5.2/8), auf die ergänzenden Stellungnahmen der Gutachter vom 22. März 2013 (act. G
5.2/9 S. 2 ff.) und vom 18. Februar 2014 (IV-act. 157 S. 2) sowie auf mehrere
Stellungnahmen des RAD. Gestützt auf diese Beurteilungen erachtet die
Beschwerdegegnerin eine Arbeitsfähigkeit von 90 % in einer adaptierten Tätigkeit beim
Beschwerdeführer als ausgewiesen (vgl. act. G 1.1 und 5). Demgegenüber beurteilt der
Beschwerdeführer das Gutachten des KSSG als nicht schlüssig und weist darauf hin,
dass selbst der RAD dieses Gutachten bemängelt habe. Der Beschwerdeführer beruft
sich auf das Gutachten der Klinik P._ vom 11. Januar 2016 (vgl. act. G 5.2/13 S. 2
ff.), welches ihm eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert
habe. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung decke sich auch mit der Beurteilung von Dr.
J._ (vgl. act. G 7 S. 2). Die Beschwerdegegnerin erachtet hingegen das Gutachten
der Klinik P._ als nicht beweistauglich, da die darin enthaltene
Arbeitsfähigkeitsschätzung überwiegend mit den vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Schmerzen begründet werde (vgl. act. G 5 S. 3). Weiter ist der
Beschwerdeführer der Ansicht, dass für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nur die in
den Gutachten berücksichtigten Schulterprobleme, sondern auch seine anderen
gesundheitlichen Beschwerden berücksichtigt werden müssten (vgl. act. G 1 S. 6 und 7
S. 2). Den RAD erachtet er als fachlich ungenügend qualifiziert, um den vorliegenden
Sachverhalt umfassend beurteilen zu können. Überdies empfindet er die Aussagen des
RAD als widersprüchlich (vgl. act. G 1 S. 6).
3.3 Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens des KSSG vom 21. Dezember 2012 nicht
überzeugt. Zunächst ist anzumerken, dass die gutachterliche Untersuchung am 29.
März 2012 stattgefunden hat, während das Gutachten erst am 21. Dezember 2012
erstellt worden ist (vgl. act. G 5.2/8 S. 1). Auch ist dem Gutachten nicht zu entnehmen,
welche medizinischen Berichte – mit Ausnahme eines Operationsberichts und der
radiologischen Berichte – bei der medizinischen Beurteilung des
Gesundheitszustandes berücksichtigt worden sind (vgl. act. G 5.2/8 S. 1 ff.). Zwar
haben die Gutachter zu einem späteren Zeitpunkt eine Zusammenfassung der Akten
eingereicht (vgl. act. G 5.2/9 S. 3 f.), jedoch gibt dies keine Gewissheit, dass die
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entsprechenden Akten tatsächlich bereits bei der Erstellung des Gutachtens
berücksichtigt worden sind, zumal sowohl das Gutachten als auch der Nachtrag zum
Gutachten eine einlässliche Auseinandersetzung mit anderen medizinischen Berichten
vermissen lassen (vgl. act. G 5.2/8 und 9). Schliesslich fehlt eine nachvollziehbare und
schlüssige Begründung der Arbeitsfähigkeitsschätzung. Das Gutachten beschränkt
sich im Wesentlichen auf die Auflistung der Anamnese, der radiologischen Befunde,
der Darstellungen des Beschwerdeführers sowie der Untersuchungsbefunde und
kommt danach ohne Auseinandersetzung mit den aufgelisteten Befunden zu einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80-100 % in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. act. G
5.2/8). Unklar ist schliesslich auch die im Gutachten enthaltene Anmerkung, dass beim
Beschwerdeführer aktuell keine Steigerung der Belastung möglich sei (vgl. act. G 5.2/8
S. 7). Diese gutachterliche Anmerkung hat selbst der RAD in einer Stellungnahme vom
22. Januar 2013 bemängelt. Insbesondere deswegen hat der RAD das Gutachten in
seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zunächst als nicht eindeutig bezeichnet (vgl. IV-
act. 142 S. 2). Die ergänzenden Stellungnahmen der Gutachter haben ebenfalls keine
Klarheit geschaffen. Vielmehr sind sie aus der Sicht eines medizinischen Laien
widersprüchlich. Am 18. Februar 2014 hat Dr. N._ zusammenfassend festgehalten,
dass langfristig von einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 0 bis 20 %
auszugehen sei (vgl. IV-act. 157 S. 2). Zum einen lässt diese Beurteilung offen, ab wann
die Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine adaptierte Tätigkeit Geltung hat, zum anderen
steht sie in einem gewissen Widerspruch zur im Gutachten enthaltenen
Arbeitsfähigkeitsschätzung, welche den Eindruck erweckt hat, ab dem
Gutachtenszeitpunkt zu gelten (vgl. act. G 5.2/8 S. 7). Auch in seiner ergänzenden
Stellungnahme vom 18. Februar 2014 hat Dr. N._ teilweise den Eindruck erweckt,
dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bereits zum Zeitpunkt der
Stellungnahme bei 80-100 % gelegen habe, während er gleichzeitig von einer
Steigerung der zeitlichen Belastung gesprochen hat und schliesslich die
Arbeitsfähigkeitsschätzung als langfristig dargestellt hat (vgl. IV-act. 157 S. 2). Das
Gutachten des KSSG vom 21. Dezember 2012 überzeugt somit auch unter
Berücksichtigung der ergänzenden Stellungnahmen der Gutachter nicht. Dazu kommt,
dass das Gutachten fast vier Jahre vor dem Zeitpunkt der ablehnenden
Rentenverfügung (vgl. act. G 1.1) erstellt worden ist.
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3.4 Der Beschwerdegegnerin ist darin zuzustimmen, dass auch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des von der Unfallversicherung bei der Klinik P._ in
Auftrag gegebenen Gutachtens vom 11. Januar 2016 nicht überzeugt. Denn in der
Beurteilung der Klinik P._ wird das für den Beschwerdeführer zeitlich zumutbare
Pensum in einer adaptierten Tätigkeit auf 50 % festgelegt mit der Begründung, dass
aufgrund der beschriebenen starken Schmerzen die Ausführung einer angepassten
Tätigkeit nicht zu mehr als zu 50 % denkbar sei (vgl. act. G 5.2/13 S. 14). Der RAD hat
zu Recht darauf hingewiesen, dass im Gutachten der Klinik P._ das subjektive
Schmerzerleben des Beschwerdeführers stark gewichtet worden sei (vgl. IV-act. 173).
Eine Beurteilung, welche insbesondere auf die vom Beschwerdeführer vorgetragenen
Schmerzen abstellt, stellt keine überzeugende objektive Schätzung der Arbeitsfähigkeit
dar. Zudem heisst es in der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, dass für
eine genauere Definition der Restarbeitsfähigkeit die Erstellung eines Leistungsprofils
sinnvoll wäre, wodurch sich die gutachterliche Schätzung gerade als unsicher bzw.
ungenau und noch nicht vollständig erweist (vgl. act. G 5.2/13 S. 14). Dazu kommt,
dass das Gutachten der Klinik P._ eine Auseinandersetzung mit der abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachtens des KSSG vom 21. Dezember 2012
vermissen lässt (vgl. act. G 5.2/13 S. 2 ff.). Schliesslich ist auch der Verweis des
Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._, welche sich nach
Auffassung des Beschwerdeführers mit derjenigen der Klinik P._ decke, unbehilflich
(vgl. act. G 7 S. 2). Denn das von der Unfallversicherung bei Dr. J._ in Auftrag
gegebene Gutachten vom 3. Mai 2011 enthält keine eindeutige
Arbeitsfähigkeitsschätzung (vgl. IV-act. 111). Dr. J._ hat im Gutachten hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit lediglich festgehalten, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der Schulterproblematik theoretisch für leichte Arbeiten
unter Schulterhöhe, z.B. für Hilfsarbeiten zu 50 % oder ähnliches, einsetzbar sei (vgl.
IV-act. 111 S. 3). Aus dieser Beurteilung geht nicht hervor, ob Dr. J._ bei allen
Tätigkeiten ein zeitliches Limit von 50 % gesehen hat. Das Gutachten setzt sich in
erster Linie auch nicht mit der Fragestellung der Arbeitsfähigkeit auseinander. Vielmehr
befasst es sich vorwiegend mit unfallversicherungsrechtlichen Themen wie der Frage
nach dem Endzustand bezüglich der Schulterbehandlungen oder der Kausalität des
Unfallereignisses (vgl. IV-act. 111). Für die Beurteilung der
invalidenversicherungsrechtlichen Erwerbsunfähigkeit ist das Gutachten nicht geeignet.
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Dazu kommt, dass Dr. J._ das Gutachten mehrere Jahre vor dem
Verfügungszeitpunkt (vgl. act. G 1.1) erstellt hat (vgl. IV-act. 111 S. 1).
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keines der drei vorliegenden
orthopädischen Gutachten eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ermöglicht. Auch sind alle drei Gutachten von der
Unfallversicherung in Auftrag gegeben worden, weshalb in den Gutachten teilweise
andere Schwerpunkte als bei einer von der IV-Stelle angeordneten Begutachtung
gesetzt worden sind (vgl. Insbesondere IV-act. 111). Die IV-Stelle selber hat kein
Gutachten in Auftrag gegeben. Den weiteren sich in den Akten befindenden
Arztberichten kann ebenfalls keine eindeutige Arbeitsfähigkeitsschätzung entnommen
werden. Auch wenn aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers eine
rasche Entscheidung wünschenswert wäre, erweist sich die vorliegende medizinische
Aktenlage als ungenügend, um die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermitteln zu können. Das bedeutet,
dass die angefochtene Verfügung in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs.
1 ATSG) ergangen ist, weshalb sie als rechtswidrig aufzuheben ist. Da es nicht die
Sache des Versicherungsgerichtes sein kann, die ureigenste Aufgabe der
Beschwerdegegnerin – die Sachverhaltsabklärung – zu übernehmen, ist die Sache zur
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Insbesondere drängt
sich aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht die Einholung einer orthopädischen
Begutachtung auf, in welcher, soweit möglich, der Verlauf der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers seit dem 20. Februar 2009 unter Berücksichtigung der
echtzeitlichen Befunde bzw. Berichte retrospektiv zu beurteilen sein wird. Bei einer
solchen gutachterlichen Untersuchung werden neben den Schulterbeschwerden auch
die vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend gemachten Rücken- und
Kniebeschwerden (vgl. act. G 1 S. 6 und 7 S. 2) sowie allfällige weiteren Beschwerden
zu beurteilen sein. Ob allenfalls auch noch weitere Disziplinen, wie etwa die
Kardiologie, in eine Untersuchung miteinzubeziehen sind, wird die
Beschwerdegegnerin bzw. der RAD zu beurteilen haben.
4.
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4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 16.
November 2016 aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen und
zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des
Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu betrachten ist. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt
das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden, durchschnittlich aufwändigen
Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.