Decision ID: 212ce3a6-0df6-424d-86b6-8a8b65ae92e2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1968 geborene
X._
war seit Januar 1998 bei der
Y._
AG als Luftverkehrsangestellter
tätig
und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folge
n von Unfällen versichert. Am
3
0.
September 2014
verdrehte
er
sich
beim Aussteigen aus einem Bus
den rechten Fuss
und schlug das Knie
und
den Rücken an (
Schadenmeldung vom
2.
Oktober 2014 [
Urk.
8/1
]). Die Suva erbrachte ihre
Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld).
Bei chroni
scher Rotationsinstabilität am rechten oberen Sprunggelenk (OSG)
unterzog
er sich
am 1. Oktober 2015 eine
m
operativen Eingriff
(
Urk.
8/80).
Zur weiteren Therapie veranlasste die Suva
ein
en stationären
Aufenthalt
in
der
Rehaklinik
Z._
, welcher vom 7. Januar bis 2
3.
Februar
2016
durchgeführt
wurde
(
Urk.
8/114
). A
m
1
3.
April 2016
kündigte die Suva
die Einstellung der Taggeld
leistungen
per 3
1.
Mai 2016
an
(
Urk.
8/125)
.
Am
15.
August 2016
wurde
eine weitere Operation am rechten OSG
durchgeführt
(
Urk.
8/151)
. Nach
einer kreis
ärztlichen
Untersuchung
vom 2
5.
Juli 2017 (
Urk.
8/208)
teilte
die
Suva die
Ein
stellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 3
0.
November 2017
mit
(
Urk.
8/218).
Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2017 (
Urk.
8/243) sprach die Suva dem
Ver
sicherten basier
end auf einer Erwerbsunfähigkeit von 25
%
mit Wirkung ab
1.
Dezember 2017
monatli
che Rentenleistungen von
Fr.
1'424.55
zu.
Dagegen erhob der Versicherte
am
2
3.
Januar 2018
Einsprache (
Urk.
8/249). A
m 1
5.
und 1
6.
August 2018 (
Urk.
8/289)
wurden
weitere
m
edizinische
Eingriff
e
am
vorope
rierten
Fuss
durchgeführt
.
Am 15.
Januar 2019 (
Urk.
8/328)
teilte
die Suva die
Einstellung der Taggeldleistungen und Heilbehandlungen
nunmehr
per 28.
Febr
uar
2019
mit
,
worauf der Versicherte seine bisherige Einsprache
ergänzte
(
Urk.
8/346
)
. I
n der Folge
wies die Suva
die Einsprache
m
it Entscheid vom 10
.
A
pril 2019
(
Urk.
2)
ab.
2.
Dagegen
erhob der Versicherte am
24.
Mai 2019 Beschwerde mit d
en Anträgen
(
Urk.
2 S. 2)
d
er
Einspracheentscheid
sei aufzuhebe
n und es sei
festzustellen, dass der Endz
ustand noch nicht erreicht sei,
weshalb weiterhin Heilungskosten und
Taggelder zu übernehmen seien.
Im Weiteren sei
en
n
ach
Erreichen des End
zustandes
die Rente und e
ine Integritätsentschädigung zu
prüfen.
Die
Suva
beantragte in ihrer Beschwerdeantw
ort vom
2
8.
Juni
2019
(
Urk.
7
)
di
e Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
dem Beschwerdeführer am
3.
Juli 2019
zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3
0.
September 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld
leis
tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
gliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbs
ein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1
.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1
.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
Einspracheentscheid
damit (
Urk.
2
S.
5 f.), dass
aufgrund der
kreisärztlichen Zu
mutbarkeitsbeurteilung vom 2
5.
Juli
2017
leichte wechselbelastende
Tätigkeiten ganztags zumutba
r seien
.
Gestützt auf
das Lohnsystem gemäss
DAP könn
e ein Invalidenlohn von
Fr.
61'844.-- erzielt werd
en. In Gegenüberstellung eines
mutmassl
ic
hen Verdienstes (
Validen
ein
kom
men
) von
Fr.
82'069.-
-
ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von 24.64
%
respektive ein Erwerbsunf
ähigkeitsgrad von 25
%
. D
er Verlauf
habe dabei
auch gezeigt, dass bereits zum Zeitpunkt des Rentenbeginns keine namhafte Verbesserung des Ge
sundheitszustandes mehr zu erwarten
gewesen sei. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
5.
Juli 2017
sei
auch
ein entschädigungspflichtiger Integri
tätsschaden verneint worden und darauf sei weiterhin abzustellen (S. 6
f.).
Im Verfahren führte sie
weiter
aus (
Urk.
7
S
. 6
),
es
seien
lediglich die Rechts
verhältnisse der Rente (mit Rentenbegi
nn per
1.
Dezember 2017) und die
Inte
gritätse
ntschädigung
Streitgegenstand
des angefochtenen
Einsprachee
nts
cheide
s
vom 1
0.
April 201
9.
Die
weitere Entwicklung nach dem 1.
Dezember 2017 sei nicht Gegenstand des
Einspracheentscheides
und könne auch nicht Streit
gegen
stand des hängigen Prozessverfahrens sein.
Die Frage des Endzustandes sei pro
spektiv bezogen auf den Zeitpunkt des Fallabschlusses zu beurteilen
und
der
weitere Fallverlauf danach sei für die Beurteilung,
ob d
er medizinische Endzu
stand per 1
. Dezember 2017 erreicht
worden sei
, nicht relevant.
2.2
Demgegenüber stellte
sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S. 5
)
,
dass sich
trotz Operation am 1
5.
und 1
6.
August 2018 sein Gesundheitszustand nicht verbessert
habe
und auch noch kein Endzustand erreicht
sei
. Es bestünden nach wie vor Schwellungen und starke Schmerzen. Laut der Beurteilung der Klinik
A._
vom 1
8.
Februar 2019 bestehe
eine schwere postoperative Ver
änderung mit metallin
duzierten Artefakten. Der auf Fusschirurgie spezialisierte Orthopäde
Dr.
med.
B._
habe deshalb im Bericht vom 1
8.
März 2019 eine laterale Bandstabilisierung mit Rückführung der
Peronealsehnen
, eine mediale
Bandnaht
und eine Adressierung der
Tendinopathien
der
Peronealsehnen
und
Tibialis
posterior
Sehne rechts empfohlen. Da die
Beschwerdegegnerin
jedoch die
Kostengutsprache verweigere
, habe die geplante Operation nicht durchgeführt werden können.
A
ufgrund des Berichts von
Dr.
B._
sei
erstellt, dass der Endzustand noch nicht erreicht sei, weshalb die
Beschwerdegegnerin
zu ver
pflichten sei, diese Operation zu übernehmen und diesbezüglich auch das Taggeld auszurichten.
Die Rentenberechnung könne erst nach abgeschlossener Heilbehandlung ab
schliessend beurteilt werden. Es sei jedoch festzuhalten, dass aufgrund der starken Schmerzen und immer noch vorhandenen Schwellungen auch in einer ange
passten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorhanden sei. Auf
grund der schweren posttraumatischen Veränderung sei nach Auskunft von
Dr.
B._
auch eine Integritätsentschädigung von 20 bis 30
%
geschuldet, da aufgrund des erlittenen Berufsunfalles eine schwere Rückfussinstabilität und auch am Sprunggelenk eine Instabilität vorliege (S. 6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegeg
nerin den Fallabschluss per 30.
November 201
7 zu Recht vorgenommen hat
und
ob bei einem Fallabschluss
dem Beschwerdeführer eine
Integritäts
entschädigung
zusteht
sowie
der Invalidi
täts
grad von
25
% korrekt
bemessen wurde
.
3.
3.1
Im Bericht der Radiologie
C._
vom 1
1.
November 2014 (
Urk.
8/19) über die
Computertomographie des rechten Sprunggelenks
vom 1
0.
November 2014 hielt der Radiologe einen Status nach
Supinationstrauma
am rechten OSG mit persistierenden Schmerzen vor allem
am
Malleolus
medialis
bei
radiologisch
kleinem
Fl
ake
«
eher alt
» fest
.
Er führte aus, es bestehe ein kleiner frischer Ausriss der
anteromedialen
Gelenkkapsel des OSG mit umgebender Weichteilschwellung unterhalb und vor dem medialen
Malleolus
.
3.2
Am
1
2.
Januar 2015
(
Urk.
8/17)
nannte
der zust
ändige Obera
r
z
t
am Kantonsspital
D._
,
Dr.
med.
E._
als
Diagnose
eine
OSG-Distorsion rechts
am
3
0.
September 2014 mit
ossärem
Ausriss der
anteromedialen
Gelenkskapsel und
mit
klinischer Läsion des Ligamentum
fibulotalare
anterius
.
Er führte aus, d
ie Therapie sei konservativ
erfolgt unter
Vollbelastung
mit
Supinationsschuh
und
mittels OSG-Orthese ab Unfalldatum bis Ende November 2014 und danach mit Stockentlastung und Ruh
igstell
ung mittels OSG-
Softcast
. Nach
konsequenter Ruhigstellung zeige
sich eine deutliche
Regredienz
der Symptomatik mit nun aber
Einsteifung
der Gelenkskapsel sowie Verkürzung der
Gastrocnemiusmuskulatur
. Es soll
e
nun intensiv Physiotherapie bis zur Vollbelastung innerhalb von ein bis zwei Woc
hen mit Weglassen der Gehstöcke
begonnen werden.
3.3
Im Operationsbericht des
D._
vom 2. Oktober 2015 (
Urk.
8/80) hielt
Dr.
med.
F._
fest
,
am Vortag
sei eine
Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes mit
Shaving
, Exploration und Naht der
Tibialis
posterior
-Sehne,
Exploration der
Peronealsehnen
und eine
mediol
at
e
rale
Bandplastik OSG rechts durchgeführt worden
. K
linisch
hätten
sich eine deutliche sagittale Instabilität sowie eine mediale und laterale Aufklappbarkeit des OSG sowie Schmerzen über den
Pero
nealsehnen
und der
Tibialis
posterior
-Sehne
gezeigt und n
ach Versagen der kon
servativen Therapie
habe
die Ind
ikation zum operativen Eingriff bestanden.
3.4
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
über den Aufenthalt vom
7.
Januar bis 2
3.
Februar 2016
führten
die Ärzte
aus
(
Urk.
8/114 S. 3)
, knapp eineinhalb Jahre nach Distorsion des OS
G rechts und viereinhalb Monate
nach Arthroskopie des OSG mit Naht der
Tibialis
posterior
-Sehne und
mediolateraler
Bandplastik lasse sich das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht erklären. Im
Rehaverlauf
hätten neben dem zögerlichen Hilfsmittelabbau nur wenige Verbesserungen erreicht werden
können. Die Schmerzen seien stets prä
sent und limitierend gewesen.
Sowohl von der initialen Verletzung her, als auch
von der erfolgten Operation
her
,
sei eine vollständige Erholung
der Belas
tungs
einschränkung kurzfris
tig zu erwarten. D
er
Beschwerdeführer
zeige insgesamt
ein auffälliges Schmerz- und Leistungsverhalten und es sei eine mä
ssige Symptom
ausweitung beobachtet
worden
.
Aktuell sei mindestens eine l
eichte bis mittelschwere Arbeit
ganztags
,
ohne spezielle Einschränkungen zumutbar und aus medizinisch-rehabilitativer Sicht sei in den nächsten acht Wochen von einer weiteren Verbesserung auszugehen, sodass dann alle Arbeiten ohne Einschränkungen möglich sein sollten (S. 3 oben).
3.5
Im Operationsbericht vom
1
6.
August 2016
(
Urk.
8/151)
über den am 1
5.
August 2016
durchgeführten
Eingriff führte
Dr.
F._
aus
, nach einer langen
Phase der Rehabilitation inklusive eines stationären Aufenthaltes in de
r Rehaklinik
Z._
klage
der Beschwerdeführer über persistierende Schmerzen im Bereich des medialen und des lateralseitigen oberen Sprunggelenkes. Klinisch bestehe ei
n
Rückfussvalgus
von 10
bis
15°. E
s persistiere eine Schwellung über dem
Innen
knöchel und es bestünden Druckschmerzen im Verlauf an die
distale
Tibialis
posterior
-Sehne.
Als operativen
Eingriff
hielt
er
eine verlängernde laterale
Catea
neusosteotomie
, die Rekonstruktion
des
Deltaband-Apparates und ein Flexor
digitorum
longus
auf Os
naviculare
-Transfer rechts
fest
.
Im Austrittsbericht des
D._
vom 2
2.
August 2016
(
Urk.
8/150)
über die
Hos
pi
talisation
vom 1
5.
bis 2
0.
August 2016
bezeichneten
die Ärzte d
en intra- u
nd postoperativen
Verlauf
als komplikationslos
, wobei der Beschwerdeführer unter oraler Analgesie rasch schmerzarm geworden sei und problemlos habe mobilisiert
und
am fünften postoperativen Tag in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen und
trockenen Wundverhäl
tnissen nach Hause
habe
entlassen werden können.
3.6
Kreisarzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie,
führte im Untersuchungsbericht vom 2
5.
Juli
2017 (
Urk.
8/208) aus (S. 5
), der B
eschwerdeführer
klage
darüber
, dass ihm beim Gehen der rechte Fuss ans
chwelle,
dieser
immer wieder blockiere
,
er
ihn
nicht belasten könne,
die Ferse immer gepolstert
sein müsse und
auch Anl
aufbeschwerden bestünden.
Objektiv finde sich eine Einschränkung der Beweglichkeit in den
Sprunggelenken rechtsseitig,
jedoch
bei
mangelnder Compliance. Der demonstrierte Spitzfuss
bei
der Beweglichkeitsüberprüfung sei inkonsistent zum demonstrierten Fersengang rechtsseitig. Es bestünden reizlose Narbenverhältnisse,
ohne
Ödembildung
,
insge
samt
aber eine verstrichene
Rückfuss- und Knöchelkontur rechts, ohne Anhalt für eine Bandinstabilität,
bei
fraglich positive
m
Impingement
-Test
und ein
Tinel
-Phänomen, ausgehend von den proximalen Anteilen der lateralen Narben. Der Be
sc
hwerdeführer gebe an, dass eventuell
noch eine Arthroskopie des oberen
Sprunggelenkes anstehe, wobei eine wesentliche Auswirkung auf die Funktiona
lität dadurch jedoch nicht mehr zu erwarten sei. Aus medizinischer Sicht seien
körperlich leichte Tätigkeiten mit s
itzendem Anteil von 50
%
und 50
% gehend/
stehend ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne häufiges Treppengehen und ohne Begehen von unebenem Gelände möglich. Tätigkeiten im Knien oder im
Hocksitz
, wie auch langes Stehen oder langes Gehen sollten
vermieden werden. Unter Beachtung genannter Einschränkungen
sei
eine 100%
ige Arbeitstätigkeit möglich. Das Zumutbarkeitsprofil dürfte seine Gültigkeit auch bei
einer allfälligen
späteren Ausbildung von namhafteren
arthrotischen
Verände
rungen bzw. auch einer allfälligen
Arthrodese
Geltung
behalten
.
3.7
Anlässlich einer Sprechstunde
vom 2
3.
August 20
17 (
Urk.
8/235) berichtete
Dr.
F._
(S. 2), er habe bereits
dargelegt
, dass eine Diskrepanz zwischen den objektiven Untersuchungsbefunden und dem subjektiven Empfinden des Be
schwerdeführers bestehe. Im MRI vom 3
1.
Mai 2017 zeige sich keine wesentliche Pathologie
,
di
e die Beschwerden erklären könn
t
e. Das Gelenk sei stabil und zeige ein gutes Alignement. Der
Beschwerdeführer
sei im Kon
fektionsschuh normal
gehfähig
. Aus dem
Verlaufsbericht der Physiotherapeutin vom 1
5.
Mai 2017 könne entnommen werde
n, dass ein
hinkfreies
Gangbild bestehe,
er 40
kg an der Beinpresse stemme
n
und Sprungübungen durchführen könne. Es werde auch darauf hingewiesen, dass
der
Beschwerdeführer objektiv gute Werte zeige, die mit dem subjektiven Empfinden nicht übereinstimmten. Aktuell sei keine Indikation zu einem weiteren chirurgischen Vorgehen zu sehen. Allenfalls könnte unter
stützend eine Injektionstherapie mit PRP/ACP in das obere Sprunggelenk durchgeführt werden.
Die Arbeitsfähigkeit sei im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
5.
Juli 2017 genau definiert worden und dem dort be
schrie
benen möglichen Arbeitsprofil stimme er uneingeschränkt zu.
3.8
I
m Austrittsbericht
des
D._
vom 2
9.
August 2018
(
Urk.
8/289
/9-12
) wurde
n
ein
Lipofilling
der
Narbe
am
Malleolus
medialis
rechts am 1
5.
Augst 2018 und
ein
identischer
Eingriff
am Folgetag
an der Narbe
am
Malleolus
lateral
durch
Dr.
H._
festgehalten
.
Es wurde ausgeführt, l
eider sei der mediale
Malleolus
an Stelle des lateralen
Malleolus
behandelt worden und nachdem
der
Fehler
bemerkt worden sei,
sei
am
1
6.
August 2018 die komplikationslose
Versorgung am Aussen
knöchel
erfolgt
. Postoperativ
habe
sich ein regelrechter Verlauf
gezeigt und der Beschwerdeführer sei
unter oraler Analgesi
e schmerzkompensiert und habe
in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden
können
.
3.9
Im Sprechstundenbericht vom 2
7.
November
2018 (
Urk.
8/317) hielt
Dr.
F._
fest, klinisch sowie nativ-rad
iologisch seien die Beeinträchti
gungen
n
icht objektivierbar und es bestehe
eine gewisse Diskrepanz zwischen den berichteten
Beschwerden und der klinischen
Untersuchung mit symme
tri
schem Wei
chteilmantel der Unterschenkel. Zwei Jahre nach dem
rekonstruk
tiven
Eingriff vom 1
5.
August
2016
sei ein Zustand
(gemeint wohl: stabiler Zustand)
bezüglich des
Alignement
s
und der Stabilität und des
Knochen
durch
baues
erreicht.
3.10
In der Aktenbeurteilung vom
2
3.
Dezember 2018 (
Urk.
8/318)
führte Kreisarzt
Dr.
I._
,
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates FMH
,
aus, von weiteren Behandlungen seien keine namhaften Verbesse
rungen des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten und der medizinische End
zustand sei erreicht. Am Zumutbarkeitsprofil
vom 2
5.
Juli 2017
könne weiterhin festgehalten
werden
und eine namhafte Besserung im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei nicht mehr zu erreichen.
3.11
Im B
ericht vom
7.
Januar 2019 hielt
Dr.
H._
fest
, aufgrund der persistierenden Hypästhesie, respektive Dysästhesie sei eine Ultraschalluntersuchung durchge
führt worden. Hier habe eine
Neuromesis
des
Nervus
suralis
am
lateralen
Fussrand
rechts, zirka 5 cm distal des
Malleolus
im Verlauf der beiden parallel verlaufenden
Narben mit
Auftreibung
des proximalen Nervenstumpfes gesehen werden
können
. Zudem
habe sich der Verdacht auf ein kleines Neurom am distalen Nervenstumpf, wiederum 2 cm distal im Verlauf der Narbe
,
gezeigt und es seien verschiedene Möglichkeiten der operativen Vorgehensweise besprochen worden. Der Beschwerdeführer möchte zunächst eine weitere
Lipofillingprozedur
, weshalb der Vertrauensarzt der Krankenkasse um eine Kostengutsprache für ein zweites
Lipofilling
gebeten werde (
Urk.
8/324).
3.12
Nach
erneuter
Vorlage des Falls
führte
Kreisarzt
Dr.
I._
am
9.
Januar 2019
(
Urk.
8/325)
aus, mehr als vier Jahre nach dem Ereignis sei eine Verbesserung nur möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Durch das erste
Lipofilling
habe sich keine Symptomveränderung ergeben und es ergebe sich keine Evidenz, dass ein zweites
Lipofilling
ein anderes Ergebnis erwarten lasse. Eine namhafte Besserung im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstellung sei keine zu er
warten und es könne an der
Stellungnahme vom 2
3.
Dezember 2018 festgehalten werden.
3.13
PD
Dr.
med.
B._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte anlässlich der Sprechstunde vom 1
3.
Februar 20
19 (
Urk.
8/348
) aus,
inspektorisch
zeigten sich gerade Rückfussachse
n. Eine mediale Instabilität la
sse sich nur bedingt ausmachen. Lateral
bestünden
instabile
Pero
nealsehnenfächer
mit Sub
luxation bei
resistiv
geprüfter
Eversion
. Die Kraft der Muskulatur betrage
M
5.
Die
Sens
o
motorik und Zirkulation
sei
en
intakt mit Aus
nahme einer
geringen Hyposensibilität über dem
Nervus
peroneus
superficalis
. Der Neurostatus B
sei sonst unauffällig ohne Atrophien und
Hypermobilität
. Es bestünden traumatisch bedingte Veränderungen am
Rückfuss
rechts mit medi
aler und lateraler Problematik und
Instabilität. Die
Peronealsehnen
seien instabil und zudem bestehe eine deutlich instabile mediale Rückfussregion.
Die Radiologin PD
Dr.
med
.
J._
führte aufgrund der Bildgebung im
M
R
Rückfuss
rechts vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
8/343) aus, es bestünden schwere postoperative Veränderung
en
mit metallinduzierten Artefakten bei Status nach
Calcaneusosteotomie
, Luxation der
Peroneus
brevis
Sehne nach lateral aus der
fibularen
Grube hinaus, eine
Tendinopathie
der
Peroneus
brevis
Sehne, jedoch mit regelrechtem Ansatz und ein
rupturiertes
ante
riores
talofibulares
Ligament und s
chwerste narbige Veränderungen des medialen Bandapparates sowie
Ten
dinopathie
der
Tibialis
posterior
Sehne. Das obere Sprunggelenk zeige bezüglich des Knorpels soweit beurteilbar keine tiefen Knorpeldefekte
,
wobei hier
ein
Arthro
CT
zu empfe
hlen sei.
3.14
Am 1
8.
März 2019
(
Urk.
8/352)
nannte
Dr.
B._
die
Diagnosen
schwere mediale und laterale Bandinstabilität, kombiniert mit einer Instabi
lität der
Peronealsehne
rechts, eine I
nsuffizienz
des
Ligamentum
deltoideum
und chro
nische Rü
ckfussinstabilität rechts bei einem S
tatus nach multiplen Eingriffen zur Rekonstruktion der media
len und lateralen Bandapparate
inkl. Fettunterspritzung und
Calcaneusosteotomie
(Evans-Typ) bei einem
Status nach Rückfussdistorsion mit chronischer Rückfussinstabilität 201
5.
Die Befunde seien nun eindeutig. Er empfehle bei so hohem Leidensdruck folgende Eingriffe:
1.
Laterale Bandstabilisierung mit Rückführung der
Peronealsehnen
2.
Mediale
Bandnaht
3.
Adressierung der
Tendinopathien
der
Peronealsehnen
und
Tibialis
posterior
Sehne rechts.
Der
Beschwerdeführer wünsche
den Eingriff am
7.
Mai
2019 in der Klinik
K._
durchführen zu lassen.
3.15
Nach erneuter Fallvorlage führte Kreisarzt
Dr.
I._
am
2
2.
März
2019 (
Urk.
8/3
53) aus,
von der empfohlenen Operation
sei keine Verbesserung zu erwarten, und durch die Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung könne keine namhafte,
höchstens
noch
eine unbedeutende
Besserung des Gesundheitszu
standes
erwartet werden. Es könne a
n der kreisärztlichen Stellungnahme vom 2
3.
Dezember
2018
festgehalten werden
.
4.
4.1
Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren durch den
Ein
spracheentscheid
abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt (RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 3b). Für eine nachfolgende richterliche Beur
teilung sind
damit
grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Er
lasses des strittigen
Einspracheentscheids
massgebend (BGE 131 V 412 E. 2.1.2.1 mit Hinweisen)
.
Anspruch auf
vorübergehende Leistungen (Taggeld/
Heilbehandlung
)
hat d
ie verunfallte Person
solange
als
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes
«
namhaft
»
in
Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen m
uss (BGE 134 V 109 E. 4.3
). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer Badekur - zu erwar
tender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststel
lungen beurteilt werden (
vgl. etwa
Urteile
des Bundesgerichts
8C_285/2016 vom 2
2.
Juli 2016 E. 7.1 und 8C_970/2012 vom 3
1.
Juli 2013 E. 2.3).
4.2
Zum
Ablauf im
Verwaltungsverfahren
geht aus den Akten hervor
, dass
der Beschwerdeführer im
Einspracheverfahren
unter anderem gel
t
end machte
,
der
Fallabschluss per 3
0.
November 2017
sei zu früh erfolgt.
Darauf richtete d
ie Beschwerdegegnerin
aufgrund eines
weiteren Eingriff
s
(
Lipofilling
)
erneut
Tag
gelder
aus und stellte
diese
ab 2
8.
Februar 2019
ein
(vgl.
Urk.
8/328).
Gemäss
den
medizinische
n
Akten stimmen
der
Kreisarzt
Dr.
G._
(
vgl.
E. 3.6)
und
der behandelnde Arz
t
und Operateur
Dr.
F._
(
vgl.
E. 3.7)
darin
überein,
dass
dem
Beschwerdeführer
eine
körperlich leichte Tätigkeit zu
100
%
zumutbar ist
und
von weiteren Eingriffen in Bezug auf die Funktionalität am rechten Fuss
keine wesentliche
Besserung
mehr
erwartet werden kann
und
deshalb
keine Indikation mehr für einen weiteren chir
urgischen
Eingriff
besteht
.
Der Kreisarzt erachtete d
ie
se
Einschätzung auch
als gültig
,
falls sich
am ver
unfallten Fuss später
erheblichere
arthrotische
Veränderungen
abzeichnen sollte
n
.
Vor dem Hintergrund dessen, dass
zahlreiche Eingriffe
und Therapien am rechten Fuss vorgenommen wurden und das Ergebnis im Zeitpunkt des
Einsprache
ent
scheids
mehr als viereinhalb Jahre zurücklag, ist nachvollziehbar, dass vom Erreichen des Endzustandes ausgegangen wurde.
Denn prognostisch
konnten
be
reits im Zeitpunkt
,
als die
vorübergehenden
Leistungen
(Taggeld und Heil
be
hand
lung)
erstmals
per
3
0.
November 2017
eingestellt
wurden
,
keine Therapie
optionen mehr aufgezeigt werden,
die in
Bezug auf die unfallbedingte Restar
beitsfähigkeit
eine wesentliche Besserung
,
Steigerung oder Wiederhe
rstellung der Arbeits
fähigkeit
hätten erwarten lassen
.
Daran ändert nicht
s
, dass im Januar 2019
noch
ein weiteres
Lipofilling
in B
etracht gezogen wurde (E. 3.11) und
Dr.
B._
im März 2019 (E. 3.1
4) einen weiteren Eingriff mit
lateraler Bandstabilisierung mit
Bandnaht
und
Adressierung der
Tendinopathien
vorgeschlagen hatte.
Denn
wie der Kreisarzt zur Recht festgehalten hat (E. 3.12)
, führte einerseits
bereits die
erstmalige Prozedur
mit
Lipofilling
weder
zum gewünschten Erfolg
noch
zu
eine
r
Sy
m
p
tomver
änderung
.
A
nderseits
wurde mit Blick auf die unfallbedingte Proble
matik am rechten Fuss im
Belastungsprofil
bereits ein mögliches Fortschreiten des Leidens mit namhafte
r
Veränderung mitberücksichtigt.
S
olche
oder noch gra
vierendere
Veränderung
liegen
jedoch
(
noch
)
nicht vor.
Zwar gelangen
nunmehr im
MR des Rückfusses von Februar 2019 (E. 3.13) schwere postoperative Verän
derungen zur Darstellung
.
Diese vermögen aber keine
weiteren Einschränkungen
im
Belastungsprofil
zu begründen
,
nachdem
die
unfallbedingte
Problematik
am rechten Fuss
bereits mit
eine
r Beschränkung auf
wechselbelastende
körperlich leichte Tätigkeit
berücksichtigt wurde
. Etwas
Anderes
kann auch
der Berichter
stattung von
Dr.
B._
nicht entnommen werden
(E. 3.14),
äussert er sich doch gar nicht zum Belastungsprofil und zur Arbeitsfähigkeit in einer
der Problematik am rechten Fuss
angepassten Tätigkeit. Die von ihm vorgeschlagene
weitere Operation
wurde
auch
nicht durchgeführt,
und
im Hinblick auf
bereits früher festgestellte
Diskrepanzen (auffälliges Schmerzverhalten, Symptomausweitung, mangelnde Compliance, symmetrische Weichteilmantel an den Unterschenkeln)
ist diesbezüglich auch der
Leidensdruck in Frage
zu stellen
(vgl.
Urk.
8/114 S. 3;
Urk.
8/208 S. 5;
Urk.
8/317)
.
D
er Fallabschluss mit Einstellung der vorübergehenden Leistungen Taggeld und Heilbehandlungen
und die attestierte Restarbeitsfähigkeit
,
wie sie die Beschwer
degegnerin festgehalten hat,
ist damit begründet und
nicht zu beanstanden.
5.
5.
1
Zu prüfen
ist
weiter
, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen am rechten Fuss
gelenk in
erwerblicher Hinsicht auswirken
.
Wie dargelegt
,
sind gestützt auf
die Einschätzung des
Kreisarzt
es
sowie des
behandelnde
n
Arzt
es
dem Beschwerde
führer
körperlich leichte
wechselbelastende Tätigkeit
en
(
50
%
sitzend und
50
%
gehend/stehend
)
zu 100
%
zumutbar
.
5.
2
Das
Valideneinkommen
ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die An
gaben des ehe
maligen Arbeitgebers, wonach der
Beschwerdeführer
im Jahr 2017
bei
ein
em monatlichen
Einkommen von
Fr.
5‘72
0.--
zuzüglich dreizehnter Monats
lohn, Schichtzulagen und Erfolgsbeteiligung und anderer AHV-pflichtiger Zulagen
ein
jährliches Einkommen von
Fr.
82‘068.50
erzielt hätt
e (
Urk.
8/242
). Darauf ist abzustellen.
5.3
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) und wies die zumutbaren Stellen aufgrund von fünf DAP-Arbeitsplätzen nach (DAP-Nr. 10883 [Produk
tionsmitarbeiter; Überwachung des Gewichts und Qualität der verpackten
Schogg
i
stängel
],
Nr.
10478350 [Produktionsmitarbeiter; Transmitter auf Anschluss schrau
ben und prüfen und abgleichen mittels EDV-Prüfprogram
m
],
Nr.
5462 [Operator
;
Konfektionieren von sterilen Tropfen und Salben, Einrichten von Etikettier- und Verpackungsanlagen, Durchführen von ICP-Arbeiten, Handkon
fektionierung und Auftragsdokumentation
]
,
Nr.
8321
[
Produktion
smitarbeiter; Kontrolle und abwä
gen von Zutaten und Eingabe von Daten] und
Nr.
17774976 [Präzisionswagen justieren und auf Funktionstüchtigkeit
prüfen
]
;
Urk.
8/236 S.
4
ff.
). D
abei ermittelte
sie
ein
Invalideneinkom
men basierend auf ein
em Durchschnitt im
Lohnjahr
2017 von
Fr.
61
'
843.80
(
Urk.
8/236
S. 1
)
. Nachdem die Akten weitere Angaben über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Be
hinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Du
rchschnittslohn der entsprechen
den Gruppe enthalten, erweist sich das Abstellen auf DAP-Profile auch sonst als recht
spre
chungskonform (BGE 129 V 472). Eine Vergleichsrechnung für die Berech
nung des Invalideneinkommens nach den Löhnen gemäss LSE erübrigt sich demnach.
5.4
Angesichts des
Valideneinkommens
von
Fr.
82‘068.50
und des Invalidenein
kommens von
Fr.
61'843.80
result
iert ein Invaliditätsgrad von 24.64 % und damit gerundet 25
%
. Damit bleibt es beim von d
er Beschwerdegeg
nerin berechneten Invaliditätsgrad.
6
.
6
.1
Zur Integritätsentschädigung führte Kreisarzt Dr.
G._
aufgrund seiner Unter
suchung vom 25. Juli 2017 aus (Urk. 8/208 S. 8), für eine allfällige Integri
täts
entschädigung werde die
Erheblichkeitsgrenze
noch nicht erreicht, da keine wes
entlichen
arthrotischen
Veränderungen und keine Gelenkinstabilität vorhan
den seien. Bei einer allfälligen Zunahme von
arthrotischen
Veränderungen müsste eine neue Evaluation erfolgen. Am 23. Dezember 2018 (Urk. 8/318) hielt Kreisarzt Dr.
I._
fest, hinsichtlich der Integritätsentschädigung könne an der Beur
teilung vom 25. Juli 2017 festgehalten werden. In den weiteren Stellungnahmen vom 9. Januar und 22. März 2019 verwies Dr.
I._
auf die Einschätzung vom 23. Dezember 2018 (Urk. 8/325 und 8/353).
6.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (vgl. vorstehend E. 1.
4
).
6.3
6.3.1
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Inte
gritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchs
unfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
6.3.2
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versi
cher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.4
Vorliegend ist unbestritten, dass eine unfallbedingte dauernde Schädigung des rechten oberen Sprunggelenks vorliegt. Voraussetzung für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung wäre indes, dass diese Schädigung erheblich wäre.
Gemäss der Suva-Tabelle 2 (Revision 2000) wird bei Funktionsstörungen der oberen Sprunggelenke eine Integritätsentschädigung ausgerichtet, wenn Verstei
fungen vorgenommen werden müssen (oberes steif im rechten Winkel, steif in starkem Spitzfuss). Die
s war vorliegend nicht der Fall, weshalb eine Leistungs
pflicht unter diesem Titel entfällt.
Weiter kann gemäss Tabelle 6 eine Leistungspflicht bei einer schweren Gelenk
instabilität resultieren. Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 14. Februar 2019 aus, es bestehe eine deutlich instabile mediale Rückfussregion (Urk. 8/348). Diese Beurteilung steht indes im Widerspruch dazu, dass er bei der Befundung angab, eine mediale Instabilität lasse sich nur bedingt ausmachen (S. 1). Den Akten ist zudem zu entnehmen, dass sein Bericht Dr.
I._
zusammen mit den bildgebenden Befunden vom 18. Februar 2019 vorgelegt wurde (Urk. 8/353 S. 1), weshalb diese Unterlagen Eingang in dessen Beurteilung fanden. Vor dem Hintergrund dessen, dass weitere Anhaltspunkte für das Vorliegen einer schweren Instabilität fehlen, ist die Einschätzung von Dr.
I._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Eine Integritätsentschädigung ist nach Tabelle 5 (Revision 2011) auch bei mässiger bis schwerer Arthrose des OSG geschuldet. Bildgebend wurden indes keine solchen
arthrotischen
Veränderungen festgestellt, weshalb ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung basierend auf der Tabelle 5 entfällt.
Nach dem Gesagten erscheint ein Anspruch des Beschwerdeführers auf die Aus
richtung einer Integritätsentschädigung überwiegend wahrscheinlich nicht aus
ge
wiesen.
Es bleibt anzumerken, dass eine allfällige Verschlechterung des Zustandes, insbesondere eine Zunahme
arthrotischer
Veränderungen, einen Anspruch auf
eine Entschädigung begründen könnte. Es wird Sache des Beschwerdeführers sein, sich in diesem Fall erneut an die Beschwerdegegnerin zu wenden.