Decision ID: b9a00e3f-6f3b-4057-8acd-643b91b8c27d
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 2006 bei der heutigen B._ AG
(nachfolgend: Arbeitgeberin), Zweigniederlassung ._ (vgl. Internet-Auszug aus dem
Handelsregister betreffend diese beiden AGs, abgerufen am 5. Mai 2021), als
Baufacharbeiter angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) unter anderem für die Folgen von Unfällen versichert,
als er am 9. September 2015 aus drei Metern Höhe von einer Leiter fiel und sich eine
Tibiakopffraktur (Schatzker VI) rechts zuzog (Suva-act. 1 und 12). Laut
Operationsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: Orthopädie KSSG)
wurde am 11. September 2015 ein temporärer Fixateur externe knieübergreifend rechts
angelegt zur Frakturstabilisierung mit zusätzlicher Weichteilkonditionierung (Suva-act.
9). Am 22. September 2015 wurde dieser wieder abgenommen und zur definitiven
Versorgung eine "Open Reduction and internal Fixation" (ORIF) proximale Tibia rechts
mit einer NCB Platte vorgenommen (Suva-act. 4). Die Suva sprach dem Versicherten
am 5. Oktober 2015 für die Folgen des Berufsunfalls die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 6).
A.a.
Laut Bericht der Orthopädie KSSG vom 28. Dezember 2015 beklagte der
Versicherte drei Monate postoperativ praktisch keine Schmerzen mehr und nahm auch
keine Schmerzmedikation ein. Er mobilisierte weiterhin an zwei Unterarmgehstöcken
mit maximaler Teilbelastung von 65 kg. Die zuständigen Ärzte rieten ihm, bei erlaubter
A.b.
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Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden zu mobilisieren und zu belasten
(Suva-act. 21 S. 2 f.).
Am 28. Januar 2016 fand ein Gespräch zwischen dem Versicherten und einem
Aussendienstmitarbeiter der Suva statt. Dabei erklärte der Versicherte, er wolle wenn
immer möglich wieder als Maurer arbeiten. Er hoffe, dass sich seine schwere
Unterschenkelverletzung wieder ganz erholen werde (Suva-act. 22). Auf Empfehlung
der Suva meldete der Versicherte sich am 1. Februar 2016 bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (vgl. Suva-act. 22 S. 2 und 25).
A.c.
Am 23. März 2016 teilte die Orthopädie KSSG der Suva auf deren Nachfrage (vgl.
Suva-act. 24 und 28) hin mit, dass ein stationärer Rehabilitationsaufenthalt zum
aktuellen Zeitpunkt sinnvoll sei. Der Versicherte sei seit Mitte Februar 2016 voll mobil
ohne Stockentlastung. Er nehme noch Analgesie bei Bedarf. Die aktuelle
Beschwerdesymptomatik mit schneller Ermüdung im Oberschenkel rechts beim
Treppenlaufen und Instabilitätsgefühl sei mit dem muskulären Defizit zu erklären (Suva-
act. 40 S. 1; vgl. auch Sprechstundenbericht vom 23. März 2016 in Suva-act. 40 S. 3
f.). Vom 3. Mai bis 7. Juni 2016 absolvierte der Versicherte einen Aufenthalt in der
Rehaklinik Bellikon. Laut Austrittsbericht vom 8. Juni 2016 konnte keine wesentliche
Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden. Die körperliche
Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit hätten beim Training auf einem mässigen Niveau
leicht gesteigert werden können. Bezüglich der Beweglichkeit des rechten Kniegelenks
habe insgesamt eine gewisse Verbesserung erreicht werden können. Das Gangbild
habe leicht verbessert werden können. Die Probleme beim Austritt zeigten sich in
belastungs- und bewegungsverstärkten Schmerzen am Knie rechts, einem Druckgefühl
über dem oberen Sprunggelenk und dem Kniegelenk rechts, einem hinkenden
Gangbild rechts, einer eingeschränkten Beweglichkeit des rechten Knies und einer
muskulären Insuffizienz und reduzierten Koordination des rechten Beins und Knies
(Suva-act. 52 S. 1 f.). Die Tätigkeit als Bauarbeiter/Maurer sei dem Versicherten nicht
mehr zumutbar. In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit (aktuell ohne
Tätigkeiten auf unebenem Gelände, ohne Zwangshaltungen, ohne Leitersteigen und
ohne häufiges oder längerdauerndes Treppensteigen) sei er ganztags arbeitsfähig
(Suva-act. 52 S. 2).
A.d.
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Am 25. Juli 2016 informierte die Suva die Arbeitgeberin über das von der
Rehaklinik Bellikon festgelegte Zumutbarkeitsprofil und ersuchte um Prüfung einer
möglichen Wiedereingliederung des Versicherten (Suva-act. 59 S. 1).
A.e.
Laut Sprechstundenbericht der Orthopädie KSSG vom 19. September 2016
beklagte der Versicherte anlässlich der gleichentags erfolgten Kontrolle
belastungsabhängige Schmerzen am medialen Kniegelenk rechts sowie
wetterabhängige Schmerzen und teils Schmerzen in Ruhe im Bereich der Platte. Beim
Röntgen zeigten sich eine beginnende mediale Gonarthrose, eine unveränderte Lage
des Osteosynthesematerials und eine vollständige Konsolidation der Tibia- und
Fibulafraktur (Suva-act. 79 S. 1). Am 25. Oktober 2016 fanden in der Orthopädie KSSG
eine diagnostische Kniearthroskopie rechts und eine Osteosynthesematerialentfernung
Tibia rechts statt (Suva-act. 90 S. 1; vgl. auch Operationsbericht in Suva-act. 94). Drei
Monate postoperativ schilderte der Versicherte einen sehr guten Verlauf (Bericht der
Orthopädie KSSG vom 24. Januar 2017; Suva-act. 100).
A.f.
Am 3. März 2017 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung des Versicherten
bei med. prakt. C._, Fachärztin für Chirurgie und Kreisärztin der Suva, statt. Diese
erhob gemäss Bericht vom 6./10. März 2017 die Diagnosen Tibiakopffraktur (Schatzker
VI) und Fibulaschaftfraktur rechts, aktuell belastungsabhängig progrediente
Restbeschwerden bei Verdacht auf beginnende Gonarthrose (Suva-act. 111 S. 4). Der
Versicherte gebe belastungsabhängige Restbeschwerden und ein unsicheres Gangbild
sowie ein dauerhaftes Schonhinken rechts an. Objektiv zeige sich ein reizloses
Kniegelenk ohne Schwellung, Erguss oder Überwärmung. Es bestehe ein leichtes
Extensionsdefizit und eine eingeschränkte Flexion. Im Grunde genommen sei dies für
die erlittene Verletzung ein respektables Ergebnis (Suva-act. 111 S. 4). Dem
Versicherten sei die Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar, in adaptierten
Tätigkeiten bestehe jedoch eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 111 S. 5). Den
Integritätsschaden schätzte med. prakt. C._ auf 20 %. Gesamthaft dürfe unter
Berücksichtigung der zu erwartenden Verschlimmerung bereits zum aktuellen Zeitpunkt
der Satz der Knietotalprothese angenommen werden (Suva-act. 112).
A.g.
Am 24. März 2017 fand eine Besprechung zwischen dem Versicherten, der Suva
und der Arbeitgeberin statt. Dabei erwähnte die Arbeitgeberin eine Chance auf eine
A.h.
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Tätigkeit im Magazin in ._ (Suva-act. 118 und 119). Am 8. Mai 2017 besichtigte der
für den Versicherten zuständige Case Manager der Suva die Zimmerei der
Arbeitgeberin in ._ (Suva-act. 128), erstellte Fotos (Suva-act. 129) und beschrieb in
der Folge das Anforderungsprofil: Stehende/gehende Tätigkeit; Sitzen sei eigentlich nur
in der Pause möglich; die meisten Teile beim Sortieren seien 5 bis 10 kg schwer, selten
15 kg; beim Entnageln von Schalttafeln müsse der Versicherte diese ca. 13 kg
schweren Tafeln herumtragen, auf einen Holzbock legen, entnageln und danach auf
einer Palette stapeln; selten müsse er auch auf Leitern steigen, um Material an den
Deckenkran zu befestigen; später wäre auch ein Gabelstaplereinsatz möglich (Suva-
act. 130 S. 1). Kreisarzt Dr. med. D._ verneinte am 11. Mai 2017 gestützt auf die
jüngsten Röntgenaufnahmen die Frage, ob zwingende Gründe gegen einen
Arbeitsversuch in der Zimmerei sprächen (Suva-act. 130 S. 2).
Am 15. Mai 2017 startete der Versicherte den Arbeitsversuch (Suva-act. 132).
Anlässlich einer Besprechung vom 6. Juni 2017 berichtete er, dass er nach dem
Arbeitstag das Bein zu Hause für mehrere Stunden hochlagern und kühlen müsse, bis
sich das Knie beruhige (Suva-act. 139).
A.i.
Am 13. Juli 2017 wurde in der Orthopädie KSSG das rechte Sprunggelenk des
Versicherten untersucht. Dabei wurde der Verdacht auf Überlastung des oberen
Sprunggelenks mit/bei posttraumatischer Valgusdeformität des rechten Knies gestellt
(Suva-act. 146). Eine MRT des rechten Sprunggelenks vom 20. Juli 2017 zeigte
gemäss Bericht der Orthopädie KSSG vom 21. Juli 2017 ein schmales Basset-
Ligament mit im Übrigen normalem Kernspintomogramm. Die berichtenden Ärzte
beurteilten die beim Versicherten bestehenden Schmerzen im Bereich des
anterolateralen rechten Sprunggelenks als klinisch nicht 100%ig mit den MRI-Bildern
korrelierend. Es werde eine diagnostisch/therapeutische Infiltration vorgenommen und
eine physiotherapeutische Übungsbehandlung empfohlen (Suva-act. 149 S. 2 f.; vgl.
auch MRI-Bericht vom 20. Juli 2017 in Suva-act. 152).
A.j.
Am 7. August 2017 legte die Suva das Dossier erneut der Kreisärztin vor, da der
Versicherte nach mehrwöchigem Arbeitsversuch im Magazin schildere, dass er stetige
Schmerzen habe und eine Steigerung des Pensums auf ganztags als unmöglich
einstufe (Suva-act. 154 S. 1 f.). Med. prakt. C._ beurteilte die Situation gleichentags
A.k.
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dahingehend, dass die Tätigkeit/Belastung grenzwertig sei. Von einer zusätzlichen
Schädigung des Kniegelenks sei nicht unbedingt auszugehen. Medizinisch sei die
frühere Zumutbarkeitsbeurteilung weiterhin gültig und in einer wechselbelastenden
Tätigkeit wäre sicher eine volle Präsenz zumutbar. Der Versicherte könne die Tätigkeit
gehend-stehend auch halbtags nur knapp und unter zunehmenden Beschwerden
ausüben. Wahrscheinlich sei dies über ._ Jahre (bis zur Pensionierung mit 60) nicht
wirklich zumutbar (Suva-act. 154 S. 3).
Am 15. August 2017 schlug die Arbeitgeberin vor, noch einen Arbeitsversuch in der
Holzhalle zu machen (Suva-act. 156). Der Versicherte berichtete am 25. September
2017, dass auch die Tätigkeit in der Holzhalle gehend/stehend sei (Suva-act. 163).
A.l.
Laut Untersuchungsbericht der Orthopädie KSSG vom 19. Oktober 2017 habe
der Versicherte nach zwischenzeitlich durchgeführter Infiltration des rechten oberen
Sprunggelenks keine Verbesserung der Beschwerden verspürt (Suva-act. 165).
A.m.
Am 23. November 2017 berichteten die zuständigen Berufs- und Laufbahnberater
der Rehaklinik Bellikon, der Versicherte habe am 22. März 2017 die Sprechstunde
berufliche Eingliederung besucht. In der Folge sei ein Arbeitsversuch bei der
Arbeitgeberin abgewartet worden. Der Versicherte habe die Arbeit im Magazin zu
einem reduzierten Pensum aufgenommen. Nach dem Rentenentscheid und dem
Vorliegen eines neuen Arbeitsvertrags werde der Versicherte festlegen, ob er sich bei
der Arbeitslosenversicherung anmelde und für die verbleibenden Stellenprozente auf
Arbeitssuche gehe oder ob er sich finanziell mit dem reduzierten Arbeitspensum und
einer kleinen Teilrente arrangieren könne. Somit werde der berufsberaterische Auftrag
abgeschlossen (Suva-act. 166).
A.n.
Die Orthopädie KSSG notierte am 30. November 2017 nach erneuter Infiltration
des oberen Sprunggelenks, diese habe nur ein mässiges und kurzzeitiges Ansprechen
gezeigt. Möglich sei ein Einfluss des Basset-Ligamentes auf die Beschwerden im Fuss.
Sonst scheine die Schmerzgenese eher multifaktoriell. Ein gewisses Sinus tarsi-
Syndrom sei möglich (Suva-act. 168 S. 2 f.).
A.o.
Am 19. April 2018 notierte Dr. med. E._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
im Rahmen des IV-Verfahrens, die mit der Arbeitgeberin vereinbarte Tätigkeit im Lager
A.p.
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sei unter Abstützung auf die medizinischen Unterlagen nicht als adaptiert anzusehen.
Sie sei wohl sehr stark ausgerichtet auf eine gehende/stehende Tätigkeit (IV-act. 50-2 f.
in IV 2019/19).
Per 1. Mai 2018 schlossen der Versicherte und die damalige B._ AG F._
(heute: G._ AG; vgl. Internet-Auszug aus dem Handelsregister betreffend diese
Gesellschaft, abgerufen am 5. Mai 2021) einen Arbeitsvertrag als "Mitarbeiter im
Werkhof und in der Zimmerei ._" mit 50 %-Pensum ab (Suva-act. 212 S. 2).
A.q.
Am 23. Mai 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen bestehe (Suva-act. 182). Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2018
verneinte sie bei einem Invaliditätsgrad von 17 % einen Anspruch auf eine
Invalidenrente (Suva-act. 183 S. 2 ff.; vgl. auch entsprechende Verfügung vom 4.
Dezember 2018 in Suva-act. 202 S. 2 ff.).
A.r.
Am 9. Juli 2018 berichtete Prof. Dr. med. H._, Orthopädie J._, über einen
Sprechstundenbesuch des Versicherten vom 18. Juni 2018. Dabei äusserte er den
Verdacht auf ein CRPS nach komplexer Tibiakopffraktur Schatzker VI rechts. Der
Versicherte klage über eine belastungsabhängige Schmerzsymptomatik im Bereich des
rechten Knies und Unterschenkels. In Ruhe habe er wenig Beschwerden, es würde
aber immer ein Druckgefühl vorliegen. Er könne maximal während 20 - 30 Minuten
gehen. Prof. H._ hielt unter dem Titel Befund fest, die körperliche Untersuchung
zeige im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom März 2017 keine
Unterschiede. Auf explizites Nachfragen gebe der Versicherte eine veränderte
Gefühlsempfindung im Vergleich zur Gegenseite im Bereich des gesamten linken
Beines an. Dies sei nicht dermatombezogen. Angesichts des Frakturausmasses bei
nun sicher konsolidierter ossärer Situation vermute er das Vorliegen einer
posttraumatischen Neuropathie bzw. eines CRPS als Ursache für die Beschwerden.
Eine Anmeldung zur neurophysiologischen Untersuchung im Muskelzentrum sei
veranlasst worden (Suva-act. 184). Am 17. August 2018 besuchte der Versicherte das
Muskelzentrum am KSSG (nachfolgend: Muskelzentrum KSSG). Dem Bericht vom 22.
August 2018 sind die Diagnosen chronifiziertes Schmerzsyndrom nach Tibiakopf-
Fraktur rechts, axonale Schädigung des Nervus (N.) peroneus links sowie arterielle
Hypertonie zu entnehmen (Suva-act. 185 S. 1). Als Leitsymptom liessen sich seit einer
A.s.
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Tibiakopf-Fraktur bestehende belastungsabhängige Knie- und
Sprunggelenksschmerzen mit teilweise sensiblen Missempfindungen und
Taubheitsgefühlen am lateralen Unterschenkel eruieren. Klinisch neurologisch finde
sich kein Hinweis auf das Vorliegen eines CRPS bei fehlenden vasomotorischen,
sudomotorischen und weiteren über die Verletzungsfolge hinausgehenden trophischen
Störungen. Auch elektrophysiologisch finde sich keine relevante Schädigung der
grossen myelinisierenden Fasern der rechten unteren Extremität bis auf eine axonale
Schädigung des N. peroneus superficialis rechts, am ehesten auch als
Verletzungsfolge zu interpretieren. Es liege auch ein sensibles Defizit am lateralen
Unterschenkel vor, welches am ehesten postoperativ bedingt sei. Nebenbefundlich
habe sich eine schwere axonale Schädigung des N. peroneus links gefunden, welche
mit hoher Wahrscheinlichkeit berufsbedingt sei. Diesbezüglich sei der Patient
asymptomatisch (Suva-act. 185 S. 2 f.; vgl. auch Bericht in Suva-act. 199 S. 2 f.). Am 4.
September 2018 konsultierte der Versicherte erneut Prof. H._. Dem Bericht vom 5.
September 2018 ist die Diagnose posttraumatisches chronifiziertes Schmerzsyndrom
bei axonaler Läsion des N. peroneus superficialis rechts zu entnehmen (Suva-act. 186
S. 1). Die Ursache für die Beschwerden sei durch die posttraumatische Läsion des N.
peroneus superficialis erklärbar. Prognostisch sehe er drei Jahre nach dem Unfall eine
weitere Verbesserung der sensiblen Neuropathie sehr kritisch (Suva-act. 186 S. 2).
Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt für Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, hielt am 11.
September 2018 fest, die neu festgestellte Nervenschädigung betreffe die linke Seite,
die nicht unfallkausal geschädigt worden und auch im Muskelzentrum KSSG als nicht
unfallkausal beurteilt worden sei. Dagegen sei hinsichtlich des unfallkausalen
Gesundheitsschadens von Prof. H._ und vom Muskelzentrum der Befund bestätigt
worden, wie er Grundlage der kreisärztlichen Beurteilung vom März 2017 gebildet habe
(Suva-act. 187 S. 1).
A.t.
Das Muskelzentrum KSSG verfasste am 19. Februar 2019 eine Zusammenfassung
der Befunde und der entsprechenden Klinik des Versicherten: Betreffend der
motorischen Nerven zeige sich nach Stimulation des N. peroneus links eine axonale
Schädigung des Nervs. Diesbezüglich sei der Versicherte im August 2018
asymptomatisch gewesen. Rechtsseitig finde sich nach Stimulation des motorischen
Anteils des Nervus peroneus ein Normalbefund. Jedoch sei auf der rechten Seite die
A.u.
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B.
C.
Stimulation des sensiblen Anteils des Nervs geschädigt. Hier liege auch ein sensibles
Defizit am lateralen Unterschenkel ab unterhalb der Operationsnarbe rechts vor (Suva-
act. 206).
Kreisarzt Dr. I._ nahm am 27. Februar 2019 dahingehend Stellung, dass durch
Prof. H._ der gleichbleibende, nicht massgeblich verschlimmerte Unfallschaden von
einem unabhängigen Facharzt bestätigt worden sei. Deshalb seien keine neuen oder
zusätzlichen Erkenntnisse von einer erneuten Begutachtung zu erwarten. Auch habe
sich die Zumutbarkeit nicht verändert, diese sei bereits am 3. März 2017 korrekt
beurteilt worden. Der neu festgestellte rein sensible Peroneusschaden rechts führe zu
einer Erhöhung der Integritätsentschädigung von 20 % auf 25 % (Suva-act. 207 S. 2).
A.v.
Mit Verfügung vom 22. Mai 2019 sprach die Suva dem Versicherten bei einer
errechneten Erwerbsunfähigkeit von 25 % eine Invalidenrente in diesem Umfang ab 1.
Mai 2018 sowie eine Integritätsentschädigung von 25 % zu (Suva-act. 215).
A.w.
Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen, für
den Versicherten am 21. Juni 2019 Einsprache und beantragte die Zusprache einer
Rente von 50 % (eventualiter 40 %). Es sei ein Gutachten betreffend Leistungsfähigkeit
einzuholen (Suva-act. 221 S. 1 ff.).
B.a.
Mit Entscheid vom 5. Februar 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act.
225).
B.b.
Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Beschwerdeführer am 9. März 2020
durch Rechtsanwalt Pedergnana Beschwerde beim hiesigen Gericht erheben und unter
Kosten- und Entschädigungsfolge beantragen, es sei ihm eine Rente von 50 %
auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Leistungsfähigkeit
einzuholen (act. G1).
C.a.
Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte mit Beschwerdeantwort
vom 29. April 2020 die Abweisung der Beschwerde. Sodann kam sie zum Schluss,
dass dem Beschwerdeführer im angefochtenen Entscheid fälschlicherweise ein Abzug
C.b.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
vom Tabellenlohn gewährt worden sei. Bei korrekter Berechnung ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von bloss 16 %, weshalb sich eine reformatio in peius aufdränge (act.
G3).
Mit Replik vom 31. August 2020 liess der Beschwerdeführer an den Anträgen
gemäss Beschwerde festhalten (act. G11) und auch die Beschwerdegegnerin hielt mit
Duplik vom 29. September 2020 an ihren Anträgen gemäss Beschwerdeantwort fest
(act. G13).
C.c.
Mit Schreiben vom 24. Februar 2021 unterrichtete das Gericht die Parteien über
den Beizug der Akten der IV-Stelle (aus dem Verfahren IV 2019/19) und gewährte ihnen
eine Frist zur Einsicht in diese Akten und zur allfälligen Stellungnahme (act. G15). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. März 2021 auf eine Stellungnahme (act. G16)
und der Beschwerdeführer liess die Frist unbenutzt verstreichen (vgl. act. G17).
C.d.
Mit Urteil vom heutigen Tag wurde die Beschwerde betreffend Rentenleistungen
der IV abgewiesen (act. G18 in IV 2019/19).
C.e.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Grad der für den Rentenanspruch
massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.1.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
1.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/17
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2.
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
Zunächst gilt es zu prüfen, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Der angefochtene
Einspracheentscheid stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die
kreisärztlichen Beurteilungen von med. prakt. C._ vom 6./10. März 2017 und von Dr.
I._ vom 27. Februar 2019 (Suva-act. 111 und 207). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers macht in diesem Zusammenhang geltend, die Beurteilung von
med. prakt. C._ berücksichtige die Einschränkung aufgrund der Schmerzen nicht. Sie
äussere sich nicht einmal dazu. Da der Schmerz auf einen im Untersuchungszeitpunkt
noch nicht bekannten Nervenschaden zurückzuführen sei, könne nicht auf diese
Beurteilung abgestellt werden (act. G1 Ziff. 12). Die Begründung der
Beschwerdegegnerin, durch den Nervenschaden habe sich an der Beurteilung nichts
geändert, stehe im Widerspruch zum Umstand, dass diese die
Integritätsentschädigung aufgrund des Nervenschadens um 5 % erhöht habe (act. G1
2.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/17
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Ziff. 13). Zweifel an der ganzen Beurteilung durch die Kreisärzte bestünden
insbesondere, weil Dr. I._ den Beschwerdeführer gar nicht untersucht habe. Er rede
einfach nach, was med. prakt. C._ schon gesagt habe, halte aber fest, dass der
Schaden grösser sei als von dieser veranschlagt (act. G1 Ziff. 22). Wenn aber der
Schaden grösser sei als med. prakt. C._ ihn festgestellt habe, bestünden Zweifel, ob
die Einschätzung der Leistungsfähigkeit korrekt festgehalten worden sei (act. G1 Ziff.
23).
Med. prakt. C._ diagnostizierte nach Durchsicht der Akten (vgl. Suva-act. 111 S.
1 f.) und nach eigener Untersuchung des Beschwerdeführers vom 3. März 2017 (vgl.
Suva-act. 111 S. 2 f.) belastungsabhängig progrediente Restbeschwerden der rechten
unteren Extremität bei Verdacht auf eine beginnende Gonarthrose nach dem Leitersturz
vom 9. September 2015 (Suva-act. 111 S. 4). Das Zumutbarkeitsprofil umschrieb sie
folgendermassen: Leichte bis selten mittelschwere Tätigkeiten ganztags, am
sinnvollsten wechselbelastend, ohne Schläge und Vibrationen auf die rechte untere
Extremität und ohne dauerhaftes Bedienen von Pedalen mit rechts. Zwangshaltungen
der unteren Extremität wie Kauern, Kriechen und Hocken seien nicht zumutbar (Suva-
act. 111 S. 5). Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von med. prakt. C._ wurde lege artis
unter Würdigung der Vorakten erstellt. Sie befasst sich mit den geklagten Beschwerden
und beruht auf einer umfassenden Untersuchung mit entsprechender Befunderhebung
(vgl. Suva-act. 111 S. 3 ff.). Es sind keine Anhaltspunkte erkennbar, dass im
Untersuchungszeitpunkt objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären, womit grundsätzlich auf die versicherungsinterne fachärztliche Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden kann (vgl. dazu vorstehende Erwägung 1.2).
Dass die vom Muskelzentrum KSSG am 17. August 2018 erhobene (Suva-act. 185 S. 1)
Diagnose der Schädigung des N. peroneus an diesem Zumutbarkeitsprofil nichts zu
ändern vermag - wie dies Kreisarzt Dr. I._ am 11. September 2018 und am 27.
Februar 2019 festhielt (Suva-act. 187 und 207) - leuchtet ein, zumal Schmerzen und
Belastungs- und Bewegungsbeschränkungen des rechten Beins im Zumutbarkeitsprofil
von med. prakt. C._ berücksichtigt worden sind. Der behandelnde orthopädische
Chirurg Prof. H._ konnte anlässlich der Untersuchungen des Beschwerdeführers vom
18. Juni und 4. September 2018 keine Unterschiede zu den von med. prakt. C._ am
3. März 2017 erhobenen Befunden feststellen (Suva-act. 184 und 186, je S. 1). Die von
ihm erwähnte veränderte Gefühlsempfindung des gesamten linken Beines wäre - falls
es sich tatsächlich um das linke Bein handeln sollte - nicht unfallbedingt (vgl. hierzu
Suva-act. 185 S. 2 f.). Sollte er eigentlich das rechte Bein gemeint haben, so ist eine
diffus verminderte Sensibilität der rechten unteren Extremität bereits von med. prakt.
C._ festgestellt worden (Suva-act. 111 S. 3; vgl. diesbezügliches Vorbringen des
2.2.
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Beschwerdeführers in act. G1 Ziff. 19). Es ist nicht ersichtlich, inwieweit beim
vorgenannten Zumutbarkeitsprofil den Beeinträchtigungen und Schmerzen am rechten
Bein nicht umfassend Rechnung getragen worden wäre, und es leuchtet ein, dass bei
Einhaltung der Adaptionskriterien eine volle Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Hieran
vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Beschwerdegegnerin nach dem
diagnostischen Bekanntwerden des Nervenschadens die dem Beschwerdeführer
zugesprochene Integritätsentschädigung von 20 % auf 25 % erhöhte, zumal damit der
entstandene Integritätsschaden, und nicht die verlorene Erwerbsfähigkeit entschädigt
wird. Es liegen keinerlei ärztliche Einschätzungen im Recht, welche auch nur geringe
Zweifel am von med. prakt. C._ beschriebenen und von Dr. I._ bestätigten
Zumutbarkeitsprofil erwecken würden. Es ist korrekt, dass es sich weder bei med.
prakt. C._ noch bei Dr. I._ um Neurologen oder Schmerzmediziner handelt (vgl.
Vorbringen in act. G11 Ziff. 8). Dr. I._ lag jedoch die fachärztliche Einschätzung des
Muskelzentrums KSSG vor und er hat deren Befunde gewürdigt (vgl. Suva-act. 187 S.
1 sowie Suva-act. 207). Dass er zum Schluss kam, die von den Neurologen erhobenen
Befunde und Diagnosen vermöchten nichts am Zumutbarkeitsprofil zu ändern,
erscheint wie gesagt überzeugend. Dass der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähigkeit lediglich zu 50 % verwertet, kann ebenfalls keine Zweifel an der
Überzeugungskraft der kreisärztlichen Beurteilung wecken. Vielmehr ist entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G1 Ziff. 11) nicht davon auszugehen, dass es
sich bei der von ihm seit dem 1. Mai 2018 ausgeübten, gehend/stehend zu
verrichtenden Tätigkeit (vgl. Suva-act. 130 S. 1 sowie 163) um eine leidensangepasste
Tätigkeit handelt. Denn eine gehend/stehend zu verrichtende Arbeit entspricht ja genau
nicht dem Zumutbarkeitsprofil einer leichten, selten mittelschweren,
wechselbelastenden (d.h. auch teilweise im Sitzen zu verrichtenden) Tätigkeit (vgl.
Suva-act. 154 S. 3 sowie IV-act. 50-2 in IV 2019/19).
Insgesamt kommen bei der Durchsicht der kreisärztlichen Beurteilung und der
übrigen Akten keinerlei Zweifel an der Einschätzung von med. prakt. C._ und Dr. I._
auf und der Beschwerdeführer vermag auch keine solchen zu erwecken. Es ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das kreisärztliche
Zumutbarkeitsprofil die in Frage stehende Gesundheitsschädigung bzw. die damit
verbundenen Beschwerden und ihre praktischen Auswirkungen umfassend
berücksichtigt. Folglich ist der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit,
entsprechend den Adaptionskriterien von med. prakt. C._ (vgl. E. 2.2), voll
arbeitsfähig. Ergänzende medizinische Abklärungen, insbesondere die vom
Beschwerdeführer beantragte Begutachtung (vgl. act. G1 Ziff. 24), sind also nicht
erforderlich.
2.3.
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3.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit ist im
Rahmen eines Einkommensvergleichs (vgl. E. 1.1) der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
Ein Rentenanspruch kann frühestens entstehen, wenn unter anderem allfällige
Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG). Da die
Eingliederungsmassnahmen der IV vorliegend mit Mitteilung vom 23. Mai 2018
abgeschlossen wurden resp. ein Anspruch darauf zu diesem Zeitpunkt verneint wurde
(vgl. Suva-act. 182), liegt der frühestmögliche Rentenbeginn im Mai 2018 und es sind
im Folgenden die Einkommenszahlen des Jahres 2018 zu berücksichtigen.
3.1.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit an seiner Arbeitsstelle als Maurer verblieben wäre,
ist die Beschwerdegegnerin richtigerweise vom dem von der Arbeitgeberin
angegebenen hypothetischen Einkommen von Fr. 80'080.-- im Jahr 2017 (Suva-act.
117 S. 1) ausgegangen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Jahr
2018 von 0.5 % (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex Männer, 2011-2019,
Tabelle T1.1.10) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 80'480.40.
3.2.
Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen.
Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von
Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Nur unter besonderen
Voraussetzungen wird das Invalideneinkommen dem nach Eintritt der gesundheitlichen
Einbusse noch erzielten Einkommen gleichgesetzt. Dabei wird kumulativ vorausgesetzt,
dass ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen
Arbeitsmarkt erübrigt, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll
ausgeschöpft wird und dass nicht ein Soziallohn ausgerichtet wird (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Art. 16 N 66 ff.). Diese Voraussetzungen sind beim
Beschwerdeführer nicht erfüllt, zumal die von ihm ausgeübte Tätigkeit nicht
leidensadaptiert ist und er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft
(vgl. vorstehend E. 2.2). Aus diesem Grund hat die Beschwerdegegnerin zur
Bestimmung des Invalideneinkommens zu Recht auf die statistischen
3.3.
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durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes
für Statistik von 2016 zurückgegriffen. Sie rechnete anhand des statistischen
Zentralwerts der Hilfsarbeiterlöhne aller Branchen als Basis für das
Invalideneinkommen nominallohnbereinigt (0.4 % im Jahr 2017 und 0.5 % im Jahr
2018) mit Fr. 67'405.95 (vgl. Suva-act. 215 S. 3 sowie Bundesamt für Statistik,
Nominallohnindex Männer, 2011-2019, Tabelle T1.1.10).
Zu prüfen bleibt, ob vom obgenannten Tabellenlohn ein Abzug vorzunehmen ist.
Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa
leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der Abzug vom Tabellenlohn ist
grundsätzlich ein Ermessensentscheid des Sozialversicherungsträgers. Das kantonale
Versicherungsgericht als Rechtsmittelinstanz greift in das Ermessen des
Sozialversicherungsträgers nur bei triftigen Gründen ein; es muss sich dabei auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6; Marco Weiss, Der Abzug vom
Tabellenlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung, in: Haftung und Versicherung HAVE
2020, S. 262 f.). Die Beschwerdegegnerin gewährte in der Verfügung vom 22. Mai
2019, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 5. Februar 2020, einen
Tabellenlohnabzug von 10 % (Suva-act. 215 und 225). In der Beschwerdeantwort
erklärt sie, dieser Abzug sei zu Unrecht erfolgt, da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen
würden, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit von 100 % auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten könnte. Folglich sei eine reformatio in
peius angezeigt, da der Invaliditätsgrad ohne Berücksichtigung eines Abzugs nur 16 %
betrage (act. G3 Ziff. III/4.4). Die Beschwerdegegnerin begründete die Höhe des
gewährten 10%igen leidensbedingten Abzugs nicht, war jedoch bei der
Rentenzusprache der Ansicht, dass dieser gerechtfertigt ist. Wie Kreisärztin med. prakt.
C._ in ihrem Bericht vom 6./10. März 2017 festhielt und Dr. I._ am 11. September
2018 und 27. Februar 2019 bestätigte, ist dem Beschwerdeführer seine angestammte
Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar. Zumutbar sind ihm jedoch leichte bis selten
mittelschwere Tätigkeiten ganztags, am sinnvollsten wechselbelastend, ohne Schläge
und Vibrationen auf die rechte untere Extremität, ohne dauerhaftes Bedienen von
Pedalen mit rechts. Zwangshaltungen für die untere Extremität wie Kauern, Kriechen
3.4.
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4.