Decision ID: b689132b-9018-4e2e-8a58-5f272e9c6e8f
Year: 2012
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

verändert hätten. Der Sachverhalt sei im Wesentlichen gleich geblieben. Es
liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor.
7. Im Einwandverfahren reichte der Beschwerdeführer ein weiteres ärztliches
Attest von Dr. med. ... vom 25. August 2011 zu den Akten. Aus dem Attest
geht hervor, dass beim Beschwerdeführer ein Schmerzsyndrom bestehe,
weshalb er im angestammten Beruf nicht mehr belastbar sei. Eine sonstige
Tätigkeit scheitere im Wesentlichen daran, dass eine bestimmte Haltung nur
über kurze Zeit eingenommen werden könne. Zusätzlich werde die Situation
durch den Tinnitus verschärft, der einen regulären Schlaf erheblich
beeinträchtige. Insgesamt liege die Arbeitsfähigkeit aus neurologisch-
psychiatrischer Sicht für leichte Tätigkeiten bei etwa 20 %.
8. Zum ärztlichen Attest vom 25. August 2011 brachte Andreas Jansen am 26.
September 2011 vor, dass Dr. med. ... weder eine neurologische noch eine
psychiatrische Diagnose gestellt habe. Er habe lediglich das
Schmerzsyndrom und den Tinnitus beschrieben. Es werde nichts Neues
berichtet, was nicht schon im ABI-Gutachten erwähnt worden sei. Die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. ... sei nur eine andere
Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes.
9. Mit Verfügung vom 27. September 2011 bestätigte die Beschwerdegegnerin
ihren Vorbescheid vom 15. Juli 2011 vollumfänglich, indem sie nicht auf das
Leistungsbegehren eintrat. Sie begründete dies damit, dass keine
Veränderung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit glaubhaft gemacht worden sei.
10. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 2. November 2011
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er
beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente
zu gewähren. Gemäss den Arztberichten von Dr. med. ... vom 28. März 2011
und 25. August 2011 werde eine erhebliche Verschlechterung des
gesundheitlichen Zustandes bestätigt. Die Arbeitsunfähigkeit liege auch in
anderen Tätigkeiten als dem angestammten Beruf bei mindestens 80 %. Es
sei nicht nachvollziehbar, warum nach fast zweijähriger Arbeitsunfähigkeit mit
einem Grad von 50-100 % eine wundersame Heilung dazu geführt haben
solle, dass nun eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Zudem seien seit der
letzten Verfügung vom 9. Juni 2010 neue Tatsachen aufgetreten. Der
Stellungnahme von Dr. ..., Nervenarzt, vom 26. Oktober 2011 sei zu
entnehmen, dass aufgrund jahrelanger Tätigkeit in der Gastronomie
Gesundheitsschäden entstanden seien, so dass nur noch eine sehr geringe
Arbeitsfähigkeit bestehe. Dies gelte nicht nur für die Tätigkeit in der
Gastronomie, sondern generell.
11. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung
der Beschwerde. Begründend führte sie aus, Streitgegenstand sei nur die
Eintretensfrage. Mit den Arztberichten von Dr. med. ... sei keine Veränderung
des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit geltend
gemacht worden. Der RAD habe aufgezeigt, dass im Vergleich zur ABI-
Begutachtung im Jahr 2009 keine neuen Elemente tatsächlicher Natur
festgehalten worden seien. Sowohl die Schmerzen in der Wirbelsäule als
auch der Tinnitus und der dadurch gestörte Schlaf seien bereits im ABI-
Gutachten gewürdigt worden. Weiter stellte die Beschwerdegegnerin fest,
dass im Arztbericht vom 28. März 2011 lediglich eine Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit attestiert und eine Umschulung befürwortet worden
sei. Am 25. August 2011 spreche sich Dr. med. ... nun aber plötzlich für eine
80%ige Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten aus, ohne dass sich die
Diagnose geändert habe. In diesem Zusammenhang dürfe und solle der
Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden. Der
Arztbericht von Dr. ... vom 26. Oktober 2011 sei sodann unbeachtlich, da er
spätestens im Rahmen des Vorbescheidverfahrens hätte eingereicht werden
müssen. Ohnehin würden aber auch in diesem Arztbericht keine neuen
Elemente tatsächlicher Natur vorgebracht. Schliesslich wies die
Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die Verfügung vom 9. Juni 2010
rechtskräftig sei.
12. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels anerkannte der
Beschwerdeführer, dass im Zeitpunkt der Neuanmeldung keine neuen
Erkrankungen vorgelegen haben und dass der Arztbericht von Dr. ... vom 26.
Oktober 2011 verspätet eingereicht worden sei. Zur Vermutung, dass der
behandelnde Arzt durch seine Vertrauensstellung befangen sei, brachte der
Beschwerdeführer vor, dass aus dem ärztlichen Attest vom 25. August 2011
hervorgehe, dass er weiterhin an einer Umschulung interessiert sei, aber
wegen seiner körperlichen Verfassung derzeit keine Möglichkeit für eine
solche Umschulung bestehe. Weiter wies der Beschwerdeführer darauf hin,
dass sein gesundheitlicher Zustand schon im Zeitpunkt der ersten Verfügung
zwischen 50 und 100 % geschwankt habe. Dies führe zum Schluss, dass die
Gesundheitsproblematik nicht stetig verlaufe, ihn aber in jedem Fall in Bezug
auf seine Erwerbsfähigkeit massiv behindere. Bereits im ABI-Gutachten sei
eine zweifelhafte Beurteilung abgegeben worden, an welcher die
Beschwerdegegnerin festhalte, obwohl inzwischen eine erhebliche
Verschlechterung der körperlichen und psychischen Verfassung zu
verzeichnen sei. Bei einer chronischen Krankheit mit degenerativen
Veränderungen würde die Erkrankung logischerweise fortschreiten und sich
der Gesundheitszustand des Betroffenen eher verschlechtern als verbessern.
Die Beschwerdegegnerin übergehe die Möglichkeit der Veränderung des
Sachverhaltes durch erhebliches Voranschreiten der chronischen
Erkrankung. Im konkreten Fall habe sich das chronische lumbospondylogene
Schmerzsyndrom verschlechtert.
13. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik und
verwies vollumfänglich auf ihre Vernehmlassung.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtschriften und auf den
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. September 2011. Streitig und zu
prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das neue
Leistungsbegehren eingetreten ist.
2. a) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei der
Neuanmeldung und der Rentenrevision zwar nicht um identische, aber um
ähnliche Rechtsinstitute, insoweit beide auf eine erneute Prüfung eines
Leistungsanspruchs aufgrund veränderter Verhältnisse zielen (BGE 133 V
108 E. 5.2 S. 111). Entsprechend knüpft das Gesetz das Eintreten auf eine
Neuanmeldung an dieselben Voraussetzungen, wie sie im Falle eines
Revisionsgesuchs gelten (aArt. 87 Abs. 4 in Verbindung mit aArt. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; in Kraft gestanden bis
31. Dezember 2011]). Danach ist im Gesuch glaubhaft zu machen, dass sich
der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert
hat. Dementsprechend hat die Verwaltung nach Eingang einer
Neuanmeldung bzw. einer Rentenrevision zunächst zu prüfen, ob die
Vorbringen sich überhaupt als glaubhaft erweisen. Wenn sie dies verneint,
wird das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten erledigt.
Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die
frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt und somit an
die Glaubhaftmachung höhere oder tiefere Anforderungen stellen. Insofern
steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht
grundsätzlich zu respektieren hat (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Nach der
Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachen kein Beweis nach dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Vielmehr sind die Beweisanforderungen
herabgesetzt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 294/98
vom 3. Januar 2000, E. 1).
b) Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teils des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) wird die Rente von Amtes wegen oder auf
Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich
der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich verändert hat. Anlass zu einer Rentenrevision bzw. einer
Neuanmeldung gibt somit jede wesentliche Änderung der tatsächlichen
Verhältnisse, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch der versicherten Person zu beeinflussen. Ob eine solche
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie
er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung bestanden hat, mit
demjenigen zur Zeit der angefochtenen Verfügung im Rentenrevisions- bzw.
Neuanmeldungsverfahren (BGE 133 V 108). Eine Revision kann nicht nur bei
einer Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch bei einer
Veränderung der erwerblichen Komponente erfolgen (BGE 105 V 29 E. 1b S.
30 mit Hinweisen; vgl. auch U. Müller, Die materiellen Voraussetzungen der
Rentenrevision in der Invalidenversicherung, Diss. Freiburg 2003, Rz. 486).
c) Bei der Beurteilung der Frage, ob eine Änderung des Gesundheitszustandes
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen Ärzte oder
allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte und
Befunde sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet
werden können (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261, 115 V 133 E. 2 S. 134, 114 V
310 E. 3c S. 314 f., 105 V 156 E. 1 S. 158 f.; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 640/02 vom 6. Mai 2003, E. 2.1). Es ist hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichtes entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.
Somit ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen
als Bericht oder Gutachten ausschlaggebend für den Beweiswert (BGE 125 V
351 E. 3a S. 352). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das
Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175 mit
Hinweisen).
3. a) In der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 9. Juni 2010 – welche vorliegend
den zeitlichen Ausgangspunkt darstellt – wurde dem Beschwerdeführer eine
ganze resp. halbe Invalidenrente vom 1. April 2008 bis 30. November 2009
zugesprochen. Ein Rentenanspruch ab dem 1. Dezember 2009 wurde
verneint, da der IV-Grad unter 40 % liege. Der Beschwerdeführer behauptet
bei der Neuanmeldung, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem Erlass
der erwähnten Verfügung verschlechtert habe. Unter den Parteien umstritten
ist somit die Frage, ob vorliegend eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes glaubhaft erscheint, welcher den IV-Grad
massgebend beeinflussen könnte. Nachfolgend ist deshalb unter
Berücksichtigung der in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen zu
prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem
9. Juni 2010 in einem für eine Neuanmeldung wesentlichen Ausmass
verändert hat.
b) Aus den beiden Arztberichten von Dr. med. ... vom 28. März 2011 und 25.
August 2011 geht keine neue Erkrankung hervor, was auch der
Beschwerdeführer in seiner Replik anerkennt. Stattdessen macht der
Beschwerdeführer eine reduzierte psycho-physische Belastbarkeit durch die
Verschlechterung des chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms
geltend. Wie der RAD in seinen Stellungnahmen vom 4. Juli 2011 und vom
26. September 2011 korrekt ausführt, weicht der von Dr. med. ...
beschriebene psychiatrische, neurologische und rheumatologische Zustand
nicht wesentlich vom ABI-Gutachten ab. Insbesondere hält Dr. med. ... in
seinen Arztberichten im Vergleich zur ABI-Begutachtung vom November 2009
keine neuen Elemente tatsächlicher Natur fest, welche nach der
rechtskräftigen Verfügung vom 9. Juni 2010 eingetreten und zum damals
gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert haben.
Er verweist auf das Druckgefühl in der Wirbelsäule, das auch zu einem
intermittierenden Taubheitsgefühl im Bereich der Beine führe. Dr. med. ...
diagnostiziert eine rezidivierende Schmerzsymptomatik sowie ein
bestehendes Wirbelgleiten. Im angestammten Beruf sei der
Beschwerdeführer nicht mehr belastbar. Eine sonstige Tätigkeit scheitere im
Wesentlichen daran, dass eine bestimmte Haltung nur über kurze Zeit
eingenommen werden könne. Die Schmerzen in der Wirbelsäule sind bereits
ausführlich im ABI-Gutachten auf S. 22 ff. berücksichtigt worden. Dort wird
festgehalten, dass die rheumatologische Untersuchung ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom ergeben habe. Es bestehe beim
Beschwerdeführer eine mechanisch bedingte Wirbelsäulenproblematik. Aus
rheumatologischer Sicht könne festgestellt werden, dass alle körperlich mittel
bis schwer belastenden beruflichen Tätigkeiten dem Beschwerdeführer
aufgrund der pathologischen Befunde am Bewegungsapparat nicht
zuzumuten seien. Für leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %, welche ganztags verwertet werden könne. Auch
der von Dr. med. ... aufgeführte Tinnitus und die dadurch verursachten
Schlafstörungen wurden bereits im ABI-Gutachten gewürdigt (vgl. ABI-
Gutachten vom 16. November 2009, S. 13, 25 und 30). Dr. med. ... weist im
Attest vom 25. August 2011 darauf hin, dass die Situation des
Beschwerdeführers durch den Tinnitus verschärft werde. Die Fachärzte des
ABI kamen hingegen zum Schluss, dass der Tinnitus keine Behinderung in
Bezug auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
darstelle.
c) In seinem Arztbericht vom 28. März 2011 wiederholt Dr. med. ... die bereits
vom ABI festgestellte und spätestens seit damals bekannte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Er äussert sich jedoch nicht
zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Dafür spricht er von einer
hohen Motivation des Beschwerdeführers für eine berufliche Umorientierung.
Erst im Arztbericht vom 25. August 2011 hält er fest, dass die psycho-
physische Belastbarkeit insgesamt so erheblich reduziert sei, dass vom
neurologisch-psychiatrischen Standpunkt her die Leistungsfähigkeit für
leichte Tätigkeiten bei etwa 20 % liege. Obwohl er keine psychiatrische oder
neurologische Diagnose stellt und von einem unveränderten Befund
gegenüber seinem Arztbericht vom 28. März 2011 ausgeht, attestiert Dr. med.
... eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten. Dabei darf und
soll der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass die
behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl. vorstehende Erwägung 2c).
d) Die Schlussfolgerung des RAD, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch Dr. med. ... vom 25. August 2011 lediglich eine andere Einschätzung
eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes darstelle, ist
somit nicht zu beanstanden. Wenn ein neuer Bericht von ärztlichen
Fachleuten vorliegt, genügt es für die Glaubhaftmachung einer erheblichen
Sachverhaltsänderung nicht, dass im fraglichen Bericht der bereits bekannte,
im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung gegebene Sachverhalt
anders beurteilt wird als im früheren Verwaltungs- und/oder
Beschwerdeverfahren. Es bedarf vielmehr einer Änderung der tatsächlichen
Verhältnisse (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 484/00 vom
21. März 2001, E. 1b/bb; Müller, a.a.O, Rz. 490). Vorliegend ist jedoch keine
Veränderung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit glaubhaft gemacht worden. Es genügt nicht, dass der
Beschwerdeführer darauf hinweist, dass bei chronischen Krankheiten
generell davon auszugehen sei, dass die Erkrankung fortschreite und sich der
Gesundheitszustand des Betroffenen eher verschlechtere als verbessere.
Das fortgeschrittene Stadium der Erkrankung muss im konkreten Fall mit
einem Arztbericht glaubhaft belegt werden, was im konkreten Fall nicht
geschehen ist.
4. Der mit der Beschwerde eingereichte Arztbericht von Dr. ... vom 26. Oktober
2011 ist vorliegend unbeachtlich, da er nach dem Erlass der angefochtenen
Verfügung eingereicht worden ist (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 f.). Dies
wird auch vom Beschwerdeführer anerkannt. In diesem Arztbericht werden
aber ohnehin keine neuen Elemente tatsächlicher Natur festgehalten. Dem
Bericht kann lediglich entnommen werden, dass der Beschwerdeführer
aufgrund jahrelanger Tätigkeit im Gastronomiebereich einen
Gesundheitsschaden erlitten habe, weshalb er nur noch zu einem kleinen Teil
seiner früheren möglichen Leistungen in der Lage sei.
5. Soweit der Beschwerdeführer eine zweifelhafte Beurteilung im ABI-Gutachten
rügt, ist darauf hinzuweisen, dass er dies im Rahmen des ersten
Verwaltungsverfahrens hätte vorbringen müssen. Die Rentenverfügung vom
9. Juni 2010, welche sich auf das ABI-Gutachten abstützt, ist indessen
unangefochten in Rechtskraft erwachsen, weshalb die entsprechenden
Rügen nicht zu hören sind.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass eine anspruchsrelevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund veränderter
tatsächlicher Verhältnisse nicht glaubhaft gemacht worden ist und die
Beschwerdegegnerin damit zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten
ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen
von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die
Kosten auf Fr. 700.-- fest. Entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens
werden die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer auferlegt. Eine
aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin nicht zu
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).