Decision ID: 6fd8b7db-3817-4cf2-a262-210a8c7773a7
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VB
Chamber: SG_VB_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A.
Die H._ AG ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 001, Grundbuch
Z._, an der Hauptstrasse in Z._. Das Grundstück liegt gemäss
geltendem Zonenplan der Gemeinde Z._ in der Kernzone K3 und ist
mit einem eingeschossigen Technikgebäude der G._ AG überbaut.
Nordöstlich des Technikgebäudes befindet sich ein 19,8 m hoher An-
tennenmast, welcher mit einer nicht mehr in Betrieb stehenden Richt-
strahlantenne ausgestattet ist. Südlich an das Grundstück grenzt das
Grundstück Nr. 002. Es befindet sich im Eigentum von B._ und ist
mit einem zweigeschossigen Wohnhaus überbaut. Das Haus wird von
A._, B._ und C._ bewohnt. Die Grundstücke von D._, E._
und F._ befinden sich in der weiteren Umgebung zum Grundstück
Nr. 001. Östlich des Grundstücks Nr. 001 verläuft ein Bahntrasse.
B.
a) Mit Baugesuch vom 5. März 2018 beantragte die G._ AG bei
der Gemeinde Z._ die Baubewilligung für den Abbruch des beste-
henden Antennenmasts und den Neubau einer 24,63 m hohen Mobil-
funkantenne am gleichen Standort. Der geplante Antennenmast soll
mit insgesamt neun Antennen mit einer Sendeleistung zwischen 150
und 900 Watt bestückt werden. Gemäss Standortdatenblatt für Mobil-
funk- und WLL-Basisstationen vom 5. Februar 2018 soll die geplante
Mobilfunkanlage nach Norden, Süden und Westen strahlen. Die Orte
mit empfindlicher Nutzung (abgekürzt OMEN) liegen auf den Grund-
stücken Nrn. 003 (OMEN Nr. 2), 004 (OMEN Nr. 3), 002 (OMEN Nr.
4), 005 (OMEN Nr. 5) und 006 (OMEN Nr. 6).
b) Das Baugesuch lag vom 13. April bis 26. April 2018 öffentlich
auf. Während der Auflagefrist wurden insgesamt 30 Einsprachen ein-
gereicht. So erhoben auch A._, B._, C._, D._, E._ sowie
F._ je einzeln Einsprache.
c) Die Baugesuchsunterlagen wurden von der Gemeinde Z._
dem Amt für Umwelt (AFU) zur Prüfung zugestellt. Mit Bericht vom
16. Mai 2018 beurteilte das AFU das Bauvorhaben positiv. Die im
Standortdatenblatt vom 5. Februar 2018 ausgewiesenen Berechnun-
gen seien korrekt und vollständig. Sowohl der Immissions- als auch
der Anlagegrenzwert seien an allen massgebenden Orten eingehal-
ten. Für die OMEN Nrn. 2, 4 und 5 werde der Anlagegrenzwert nach
der Berechnung zu 80% ausgeschöpft, so dass eine Abnahmemes-
sung verlangt werden könne.
d) Aufgrund einer Petition gegen die geplante Mobilfunkanlage er-
suchte die Gemeinde die G._ AG um Prüfung eines Alternativstand-
orts. Als Alternativstandort wurde eine ehemalige Fernsehumsetzer-
station vorgeschlagen. Mit Schreiben vom 17. Juli 2018 teilte die
G._ AG mit, dass das Versorgungsgebiet mit dem ersuchten Stand-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 3/15
ort wesentlich besser versorgt werden könne, als mit dem Alternativ-
standort. Sodann befinde sich der Alternativstandort ausserhalb der
Bauzone und sei somit nicht bewilligungsfähig.
e) Am 15. August 2018 führte die Gemeinde Z._ in Zusammen-
hang mit dem Baugesuch eine öffentliche Informationsveranstaltung
durch.
f) Mit Beschluss vom 13. Dezember 2018 erteilte die Baukommis-
sion Z._ die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und
wies die Einsprachen ab. Die Baukommission beurteilte die Mobilfunk-
anlage als zonenkonform, da sie vornehmlich der Versorgung von
Baugebieten diene. Den Einwand, dass die Mobilfunkanlage zu einer
Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbilds führe, wies die Bau-
kommission als unbegründet ab. Da sowohl der Immissionsgrenzwert
als auch der Anlagegrenzwert an allen massgebenden Orten einge-
halten sei, würden die Bestimmungen der eidgenössischen Verord-
nung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (SR 814.710;
abgekürzt NISV) erfüllt. Da jedoch an den OMEN Nrn. 2, 4 und 5 der
Anlagegrenzwert nach der Berechnung zu über 80% ausgeschöpft sei,
rechtfertige sich die Anordnung einer Abnahmemessung. Da keine im
öffentlichen Recht begründeten Hindernisse vorlägen, sei die Baube-
willigung zu erteilen. Dementsprechend bestünde auch keine Hand-
habe, die Gesuchstellerin zu verpflichten, die geplante Mobilfunkan-
lage an einem anderen Standort zu erstellen.
C.
Gegen diesen Beschluss erhoben A._, B._, C._, D._, E._
sowie F._, alle vertreten durch lic.iur. Joseph B. Koch, Rechtsan-
walt, Wil, mit Schreiben vom 20. Dezember 2018 Rekurs beim Baude-
partement. Es werden folgende Anträge gestellt:
1. Der Entscheid der Vorinstanz vom 13. Dezember 2018
in Sachen " Ersatz best. Telekommunikationsmast durch Neubau Mobilfunkanlage auf Grundstück Nr. 001 sei aufzuheben.
2. Die am 13. Dezember 2018 durch die Vorinstanz  Baubewilligung sei zu verweigern.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu  der Vorinstanz.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die geplante Mobilfunk-
anlage massgeblich Nichtbaugebiet abdecke und daher in der Kern-
zone nicht zonenkonform sei. Sodann seien die Regelbauvorschriften
nicht eingehalten und die geplante Anlage beeinträchtige das Ortsbild
in erheblichem Masse. Weiter rügen die Rekurrenten die Nichteinhal-
tung der Anlagegrenzwerte beim OMEN Nr. 4.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 4/15
D.
a) Mit Schreiben vom 29. Januar 2019 verzichtet die Vorinstanz auf
eine Vernehmlassung.
b) Mit Vernehmlassung vom 4. März 2019 beantragt die G._ AG,
vertreten durch MLaw Marco Rossetti, Rechtsanwalt, St.Gallen, den
Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung wird geltend
gemacht, dass mit der geplanten Mobilfunkanlage massgeblich Bau-
gebiet abgedeckt werde und die Zonenkonformität damit gegeben sei.
Die gerügten Regelbauvorschriften seien auf Mobilfunkanlagen nicht
anwendbar. Eine Beeinträchtigung des Ortsbilds liege nicht vor, so-
dann dürfe die Anwendung kommunaler Ästhetikvorschriften nicht die
Erfüllung des Versorgungsauftrags der Mobilfunkbetreiber vereiteln.
Die Anlagegrenzwerte seien eingehalten, dies habe das AFU auch be-
stätigt.
c) Mit Amtsbericht vom 18. April 2019 führt das AFU aus, dass sich
der OMEN Nr. 4 im zweiten Obergeschoss (OG) befinde. Bei der Er-
stellung des Standortdatenblatts sei jedoch ein Schreibfehler unterlau-
fen, so dass irrtümlicherweise das 1. OG vermerkt worden sei. Die Be-
rechnungen seien jedoch von einer Höhe von 5,9 m ausgegangen.
Dies entspreche der normalen Höhe eines 2. OG. Der Anlagegrenz-
wert könne somit auch beim OMEN Nr. 4 rechnerisch eingehalten wer-
den. Ein späteres, verdecktes und ferngesteuertes Hochfahren der
Sendeleistungen könne aufgrund des Qualitätssicherungssystems na-
hezu ausgeschlossen werden.
E.
Das Baudepartement führte am 8. Oktober 2019 in Anwesenheit der
Verfahrensbeteiligten sowie eines Vertreters des AFU einen Augen-
schein durch.
F.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 5/15
Erwägungen
1.
1.1
Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus Art. 43bis des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt
VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
1.3 Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz
(sGS 731.1; abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom
6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden
(Art. 172 Bst. a PBG). Gemäss Art. 173 PBG werden indessen die bei
Vollzugsbeginn dieses Erlasses hängigen Baubewilligungsverfahren
grundsätzlich nach jenem Recht beurteilt, das im Zeitpunkt des erstin-
stanzlichen Entscheids der Baubewilligungsbehörde Gültigkeit hat
(Art. 173 PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilli-
gungsentscheid erging am 13. Dezember 2018 und damit nach dem
Inkrafttreten des PBG. Auf das vorliegende Verfahren gelangt deshalb
grundsätzlich das PBG zur Anwendung, soweit dessen Bestimmungen
nicht erst im kommunalen Zonenplan und Baureglement umgesetzt
werden müssen und das bis 30. September 2017 gültige BauG vorerst
anwendbar bleibt (vgl. hierzu das Kreisschreiben "Übergangsrechtli-
che Bestimmungen im Planungs- und Baugesetz" vom 8. März 2017,
in: Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 2017/I/1).
2.
Die Rekurrenten machen geltend, dass es die Vorinstanz und die Re-
kursgegnerin unterlassen hätten, den angebotenen Alternativstandort
zu prüfen und in Erwägung zu ziehen. Damit machen die Rekurrenten
sinngemäss eine Ermessensunterschreitung geltend.
2.1 Die Rekursgegnerin hält dem entgegen, dass die Baubewilli-
gung zu erteilen sei, sofern keine im öffentlichen Recht begründeten
Hindernisse vorliegen. Daher sei sie auch nicht verpflichtet einen
Alternativstandort zu prüfen. Dennoch habe die Rekursgegnerin den
vorgeschlagenen Alternativstandort geprüft und der Vorinstanz mit
Schreiben vom 17. Juli 2018 mitgeteilt, dass dieser ungeeignet sei.
2.2 Die Baubewilligung ist zu erteilen, wenn keine im öffentlichen
Recht begründeten Hindernisse vorliegen (Art. 146 PBG). Sind die ge-
setzlichen Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt, besteht ein An-
spruch auf Erteilung einer Baubewilligung. Soweit die gesetzlichen
Vorschriften (insbesondere die Strahlengrenzwerte) eingehalten sind,
kann die Baubewilligung für eine Mobilfunkanlage somit grundsätzlich
nicht verweigert werden. Ohne entsprechende planungsrechtliche
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 6/15
Vorschriften des Kantons oder der Gemeinden ist auch nicht zu prü-
fen, ob bessere Alternativstandorte vorhanden sind. Weder die zwi-
schen den Mobilfunkbetreibern und der Vereinigung der st.gallischen
Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP) abgeschlossene
"Vereinbarung über die Standortevaluation und -koordination", noch
das zwischen Gemeinden und Mobilfunkbetreibern abgesprochene Di-
alogmodell stellen planungsrechtliche Vorschriften dar, aus welchen
sich ein klagbarer Anspruch auf einen Alternativstandort ableiten
liesse.
2.3 Da kein einklagbarer Anspruch auf einen Alternativstandort be-
steht, kann der Vorinstanz auch nicht Ermessensunterschreitung vor-
geworfen werden. Sodann erweist sich der Vorwurf ohnehin als unbe-
rechtigt. Die Rekursgegnerin hat mit E-Mail vom 16. Januar 2018 die
Vorinstanz über den geplanten Standort für den Bau der Mobilfunkan-
tenne informiert. Sodann hat die Rekursgegnerin den nach Einrei-
chung des Baugesuchs vorgeschlagenen Alternativstandort geprüft
und der Vorinstanz mit Schreiben vom 17. Juli 2018 mitgeteilt, dass
der geprüfte Standort ungeeignet sei. Der Vorwurf der Rekurrenten er-
weist sich somit als unbegründet.
3.
Die Rekurrenten beanstanden, dass die geplante Mobilfunkanlage die
Regelbauvorschriften in Bezug auf Höhe und Grenzabstände verlet-
zen würde.
3.1 Das Verwaltungsgericht hat bereits im Jahr 2004 entschieden,
dass Mobilfunkantennenanlagen keine Gebäude darstellten, die an die
Höhenbeschränkungen gemäss Art. 67 Abs. 1 BauG gebunden seien.
Bei einer Antennenanlage handelt es sich demnach um eine "eindi-
mensionale" technische Infrastruktureinrichtung bzw. um eine Anlage,
für welche die Vorschriften über die Gebäudehöhe nicht massgebend
sind. Da von einer feingliedrigen Antenne weder die Belichtung noch
die Fernsicht wesentlich tangiert wird, ist eine analoge Anwendung
von Vorschriften über die Gebäudehöhe grundsätzlich nicht gerecht-
fertigt. Dazu kommt, dass Mobilfunkanlagen technisch eine gewisse
Höhe aufweisen bzw. die umliegenden Gebäude überragen müssen,
damit sie ihre Funktion überhaupt erfüllen können (Baudepartement
SG, Juristische Mitteilungen 2004/IV/39 mit Hinweis; BGE 133 II 64
Erw. 5.2). Weiter hat das Verwaltungsgericht im Entscheid B 2013/134
vom 11. November 2014 entschieden, dass Technikbauten, die der
Mobilfunkanlage und nicht dem Betrieb des Hochhauses dienten, zwar
nicht als technisch bedingte Dachaufbauten, aber als gewöhnliche
Dachaufbauten zu qualifizieren seien. Als solche sind sie folglich ein-
zig den Beschränkungen für Dachaufbauten unterworfen, wie der
Antennenmast selbst müssen sie aber keine Höhenbestimmungen
einhalten (Erw. 5.1.2.; www.gerichte.sg.ch; bestätigt durch das Urteil
des Bundesgerichtes 1C_7/2015 vom 6. November 2015 Erw. 5 f.).
3.2 Nach dem Gesagten ist die geplante Mobilfunkanlage bau-
rechtskonform.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 7/15
4.
Die Rekurrenten machen geltend, dass die geplante Mobilfunkanlage
nicht dem Zweck der Nutzungszone entspreche. In Rz. 69 ihrer erstin-
stanzlichen Vernehmlassung vom 14. Juni 2018 beschreibe die Re-
kursgegnerin selber, dass mit der geplanten Anlage vorwiegend,
sprich zu 85%, Nichtbauland versorgt werden sollte. Damit könne we-
der von einer wesentlichen Abdeckung von Baugebiet ausgegangen
werden, noch liege eine funktionelle Beziehung zum geplanten Stand-
ort vor.
Die Rekursgegnerin bestreitet, dass aus der erwähnten Vernehmlas-
sung herausgelesen werden könne, die geplante Mobilfunkanlage
diene überwiegend Nichtbaugebiet. Die Mobilfunkanlage ermögliche
eine Versorgung des Siedlungsgebiets in und um das Dorf Z._ so-
wie der Verbindungsstrassen zu den umliegenden Dörfern und deren
Siedlungsgebiet. Die Mobilfunkanlage diene damit vornehmlich der
Versorgung von Baugebiet, welches um den geplanten Standort liege
und sei deshalb ohne weiteres zonenkonform.
4.1 Mobilfunkanlagen sind Infrastruktureinrichtungen, die der Ver-
sorgung der Bevölkerung mit Fernmeldediensten dienen. Infrastruktur-
anlagen gehören vergleichbar mit Strassen und anderen Versorgungs-
anlagen grundsätzlich in die Bauzone. Innerhalb der Bauzone können
sie nur als zonenkonform betrachtet werden, soweit sie hinsichtlich
Standort und Ausgestaltung in einer unmittelbaren funktionellen Be-
ziehung zum Ort stehen, beziehungsweise die Anlage der lokalen Ver-
sorgung dient, an dem sie errichtet werden soll, und im Wesentlichen
Bauzonenland abdeckt. Die Zonenkonformität einer Infrastrukturbaute
kann unter Umständen auch bejaht werden, wenn sie der Ausstattung
der Bauzone als Ganzem und nicht nur speziell dem in Frage stehen-
den Bauzonenteil dient (BGE 133 II 321; VerwGE B 2013/252 vom
28. Mai 2015 Erw. 2.1).
4.2 In der von den Rekurrenten erwähnten erstinstanzlichen Ver-
nehmlassung hat die Rekursgegnerin das versorgte Gebiet wie folgt
umschrieben:
Die Senderichtungen 10° und 170° zeigen in Richtung Y._ und X._, sodass neben dem südlichen und nördlichen Siedlungsgebiet von Z._ auch die  zu diesen zwei Dörfern versorgt werden können. Auf Grund der guten topografischen Verhältnisse in Richtung X._ kann sodann ein Teil dessen Siedlungsgebiets mitversorgt werden. Die dritte Senderichtung 275° zeigt in Richtung W._, so dass neben dem westlichen Siedlungsgebiet von Z._ auch die Verbindungsstrasse in W._ versorgt werden kann. Mit der geplanten Mobilfunkanlage wird entsprechend eine Versorgung des Gebiets in und um das Dorf Z._, der Verbindungsstrassen zu den  Dörfern sowie deren Siedlungsgebiet,  auf Grund der topografischen Verhältnisse , angestrebt.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 8/15
Inwiefern die Rekurrenten aus der zitierten Stellungnahme herausle-
sen wollen, dass die Mobilfunkanlage vorwiegend Nichtbaugebiet ab-
decke, ist unklar und wird auch nicht weiter dargelegt. Die Mobilfunk-
anlage ist im Zentrum des Dorfs Z._ geplant, wobei die Sendeleis-
tung in drei Richtungen (Azimut 10°, 170° und 275°) aufgeteilt wird.
Die Sendeleistung ist somit auf die Gemeinden Y._ (Azimut 10°),
X._ (Azimut 170°) und W._ (Azimut 225°) gerichtet. Die geplante
Mobilfunkanlage kann somit neben dem Dorf Z._ auch die entspre-
chenden Verbindungsstrassen sowie Teile der in Senderichtung ste-
hender Gemeinden abdecken. Die Rekursgegnerin möchte dem Be-
dürfnis der Wohnbevölkerung nach einer guten Vorsorgung mit Mobil-
funkdiensten nachkommen. Damit ist offensichtlich, dass im Wesentli-
chen der Bedarf in der Bauzone abgedeckt werden soll. Dies zeigt sich
auch deutlich durch die Abdeckungskarte, welche die Rekursgegnerin
in Zusammenhang mit der Prüfung des Alternativstandorts erstellt hat
(vgl. Schreiben der Rekursgegnerin vom 17. Juli 2018). Sodann ist es
in ländlichen Versorgungsgebieten unumgänglich, dass Mobilfunkan-
lagen oft neben Baugebieten auch verhältnismässig grosse Nichtbau-
gebiete erfassen. Befinden sich diese Anlagen im Baugebiet, bean-
spruchen sie kein Nichtbaugebiet und stehen daher im Einklang mit
dem Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet. Aus die-
sem Grundsatz kann daher nicht abgeleitet werden, dass Mobilfunk-
anlagen in der Bauzone nur der lokalen Versorgung des Baugebiets
dienen dürfen (BGE 141 II 245 Erw. 2.4). Der Einwand der Rekurren-
ten ist somit unbegründet.
5.
Die Rekurrenten machen weiter geltend, dass die geplante Mobilfunk-
anlage mitten in einem Einfamilienhausquartier mit ländlich dörflichem
Charakter erstellt werden soll. Dies störe das Ortsbild erheblich. Ent-
gegen der Behauptung der Vorinstanz befinde sich der Standort nicht
in der Nähe des Bahntrasses.
Die Rekursgegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass im vorliegen-
den Fall keine über das Verunstaltungsverbot hinausgehenden gestal-
terischen Anforderungen bestünden. Eine Mobilfunkanlage verstosse
nur dann gegen das Verunstaltungsverbot, wenn ästhetische Werte
schwerwiegend beeinträchtigt würden. Der geplante Antennenstand-
ort befinde sich bei einem kleinen Technikgebäude, an welchem die
Mobilfunkanlage unmittelbar angrenzend erstellt werde. Das
Bahntrasse führe nur wenige Meter östlich am geplanten Standort vor-
bei. Zudem stünden in unmittelbarer Nähe Strassenlaternen. Ange-
sichts dieser vorbestehenden vertikalen Infrastrukturelemente werde
der geplante Antennenmast nicht übermässig in Erscheinung treten.
Er führe aus praktisch allen Blickrichtungen, wenn überhaupt, zu einer
bloss marginalen Beeinträchtigung des Ortsbilds.
5.1 Das Verunstaltungsverbot ist in Art. 99 PBG geregelt und unmit-
telbar anwendbar. Inhaltlich deckt sich Art. 99 PBG im Wesentlichen
mit Art. 93 BauG (Botschaft und Entwurf der Regierung zum Pla-
nungs- und Baugesetz vom 11. August 2015, in: ABl 2015, S. 2489).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 9/15
Nach Art. 99 Abs. 1 PBG sind Bauten und Anlagen untersagt, die das
Orts- oder Landschaftsbild verunstalten oder Baudenkmäler beein-
trächtigen. Darüber hinaus steht es den Gemeinden frei, für Kern- und
Schutzzonen sowie für weitere konkret bezeichnete Gebiete vorzu-
schreiben, dass Bauten und Anlagen so gestaltet und eingeordnet
werden, dass mit der Umgebung zusammen eine gute Gesamtwirkung
entsteht (Art. 99 Abs. 2 PBG). Gestützt hierauf (bzw. auf Art. 93 Abs. 4
BauG) hat die Politische Gemeinde Z._ eine entsprechende Bestim-
mung erlassen. Gemäss Art. 10 des geltenden Baureglements (abge-
kürzt BauR) haben sich die zulässigen Bauten und Anlagen in der K3
gut in das Orts- und Strassenbild einzufügen. Damit sieht Art. 10 BauR
für die K3 ein Einordnungsgebot vor. Das Einordnungsgebot stellt im
Vergleich zum blossen Verunstaltungsverbot höhere Anforderungen
an die bauliche Gestaltung.
5.2 Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz begründet, wa-
rum die geplante Mobilfunkanlage nicht übermässig in Erscheinung
trete. Jedoch ging die Vorinstanz irrtümlicherweise davon aus, dass
keine über das Verunstaltungsverbot hinausgehenden gestalterischen
Anforderungen bestünden. Da die Rekursinstanz über volle Kognition
verfügt, ist die Frage der Einordnung im Rahmen des vorliegenden
Verfahrens zu prüfen.
5.3 Bei einem Einordnungsgebot muss das Bauvorhaben sowohl für
sich allein als auch in Zusammenhang mit der baulichen und land-
schaftlichen Umgebung beurteilt werden. Besonders zu berücksichti-
gen sind charakteristische Gestaltungselemente, die in der Umgebung
vorkommen, wie etwa die Materialien und Farben oder die Formge-
bung und Proportionen. Je heterogener sich die Umgebung in Bezug
auf die charakteristischen Merkmale präsentiert, umso weniger muss
ihnen ein Bauvorhaben Rechnung tragen. Die gestalterischen Anfor-
derungen an ein Bauvorhaben sind mit anderen Worten weniger hoch,
je heterogener sich die Umgebung präsentiert (Baudepartement SG,
Juristische Mitteilungen 2006/I/2). Obwohl scheinbar eine positive Ge-
staltung verlangt wird, wirkt das Einordnungsgebot negativ: Es soll ver-
hindern, dass Bauvorhaben das charakteristische Erscheinungsbild
durchbrechen oder stören. Die Vorschrift lässt nicht zu, dass positiv
eine bestimmte Gestaltung und architektonische Qualität verlangt
wird. Sie verlangt bloss, dass die Bauvorhaben in ausreichendem
Mass der Umgebung Rechnung tragen (B. ZUMSTEIN, Die Anwendung
der ästhetischen Generalklauseln des kantonalen Baurechts, St.Gal-
len 2001, S. 144). Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Prüfung der
Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild ist somit die Stärke des
Gegensatzes zwischen dem zu beurteilenden Objekt und der beste-
henden Umgebung (M. ZINGG, Naturschutz und Heimatschutz, insbe-
sondere nach St.Gallischem Recht, Diss. Zürich 1975, S. 89).
5.4 Das im vorliegenden Rekurs massgebliche Gebiet liegt in einem
Tal. Das Tal verläuft in Nord-Süd-Richtung, so dass die Topografie
westlich und östlich ansteigt. Östlich des Flusses V._ und parallel
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 10/15
zu diesem verläuft die Hauptstrasse. An der östlichen Talseite, in er-
höhter Lage, verläuft in Nord-Süd-Richtung das Bahntrasse. Die Dis-
tanz zum Baugrundstück beträgt Luftlinie etwa 180 m. Der geplante
Standort befindet sich in einer Ebene in der K3, welche lediglich
11 Grundstücke umfasst. Die Kernzone wird durch die mit Strassenla-
ternen bestückte Hauptstrasse in Nord-Süd-Richtung durchschnitten.
Das Baugrundstück Nr. 001 befindet sich im Zentrum der kleinen
Kernzone und ist derzeit mit einem kleineren eingeschossigen Tech-
nikgebäude und einer 19,6 m hohen Antenne überbaut. Das nördlich
angrenzende Grundstück Nr. 003 ist unüberbaut. Die angrenzenden
Grundstücke Nrn. 004 und 002 sind mit Wohnhäusern überbaut. Ge-
genüber dem Baugrundstück auf der anderen Strassenseite steht ein
grosser Wohn- und Gewerbekomplex (GS-Nr. 006). In etwas weiterer
Umgebung befinden sich Freiflächen, Wohngebäude, öffentliche Ge-
bäude und gewerbliche Gebäude. Etwa 50 m nördlich des Baugrund-
stücks befinden sich insgesamt fünf Wohnhäuser. Nordwestlich des
Baugrundstücks – auf der anderen Strassenseite – befindet sich eine
grössere Freifläche (Grundstück Nr. 007) sowie ein Wohnhaus. Nord-
östlich des Baugrundstücks befindet sich ein Schulhaus. Östlich bzw.
südöstlich befinden sich zahlreiche "Mobilhome Chalets" und ein Fit-
nesscenter mit Pool. Dabei kommt jedoch lediglich die Vorfahrt zu den
"Mobilhome Chalets" sowie das Fitnesscenter (nicht aber der Pool) in
der K3 zu liegen. Der Rest befindet sich in der Intensiverholungszone.
Sodann befindet sich etwa 85 m südöstlich vom Baugrundstück ent-
fernt ein dreigeschossiges Wohnhaus.
5.5 Am Augenschein hat sich gezeigt, dass in der zu beurteilenden
Kernzone keine charakteristischen Gestaltungselemente wie Materia-
lien und Farben oder Formgebung und Proportionen auszumachen
sind. Vielmehr zeigt sich, dass die Umgebung sehr heterogen bebaut
ist. So bestehen Wohnhäuser neben Mobilhomes, Technikgebäude
mit Antennenmast, Fitnesscenter und Wohn-/Gewerbegebäuden. Die
genannten Gebäude unterscheiden sich auch massgeblich hinsichtlich
ihrer Setzung und Gestaltung. Sodann ist die Kernzone durch zwei
grössere Freiflächen geprägt. Die Umgebung der geplanten Mobil-
funkanlage kann hinsichtlich des Ortsbilds nicht als einheitlich be-
zeichnet werden. Insgesamt ist weder das Ortsbild noch das Land-
schaftsbild von besonderer Qualität.
5.6 Die geplante Mobilfunkanlage war zum Zeitpunkt des Augen-
scheins visiert. Es zeigte sich, dass die geplante Antenne mit fast 25 m
Höhe die umliegende Dachlandschaft überragt und isoliert betrachtet
als störend in Erscheinung treten kann. Die Form von Mobilfunkanten-
nen ist jedoch mehr oder weniger vorgegeben; diesbezüglich besteht
kaum ein Gestaltungsspielraum. Überdies müssen Antennen, auf-
grund ihrer Funktion, die Dächer überragen und treten deshalb sicht-
bar in Erscheinung. Aufgrund der beschränkten gestalterischen Mög-
lichkeit sowie aufgrund der heterogenen Bebauung der Kernzone dür-
fen die Anforderungen für die Einordnung im vorliegenden Fall nicht
allzu hoch angesetzt werden. Hinzukommt, dass auf dem Baugrund-
stück bereits ein Antennenmast steht, welcher das Landschafts- und
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 11/15
Ortsbild prägt. In dem der bestehende Antennenmast abgebrochen
und durch eine etwas höhere Mobilfunkantenne ersetzt wird, ist die
Stärke des Gegensatzes zwischen dem zu beurteilenden Objekt und
der bestehenden Umgebung klein. Der Einwand der Rekurrenten, wo-
nach die geplante Mobilfunkanlage das Ortsbild erheblich beeinträch-
tige, ist somit unbegründet.
6.
Weiter wird vorgebracht, dass die Rekurrenten A._, B_ und C._
das Wohnhaus bewohnen würden, in welchem der OMEN Nr. 4 aus-
gewiesen sei. Gemäss dem Standortdatenblatt befinde sich der
OMEN Nr. 4 im 1. OG. Die Rekurrenten rügen, dass sich die Schlaf-
räume – und damit der massgebende OMEN – tatsächlich im 2. OG
befänden, also näher an der geplanten Antenne, als im Datenblatt aus-
gewiesen. In dieser Höhe bzw. Nähe zur Antenne müsse notgedrun-
gen mit markant höheren Strahlungswerten gerechnet werden.
Die Rekursgegnerin bringt vor, dass sich der OMEN Nr. 4 im obersten
Geschoss des Wohnhauses befinde. Dies gehe aus den Höhenanga-
ben des Zusatzblatts 4a des Standortdatenblatts hervor. Das Standort-
datenblatt sei sodann vom AFU geprüft und bestätigt worden.
6.1 Mit Amtsbericht vom 18. April 2019 führt das AFU aus, dass sich
der OMEN Nr. 4 im 2. OG befinde. Bei der Erstellung des Standortda-
tenblatts sei jedoch ein Schreibfehler unterlaufen, so dass irrtümlicher-
weise das 1. OG vermerkt worden sei. Die Berechnungen seien jedoch
von einer Höhe von 5,9 m ausgegangen. Dies entspreche der norma-
len Höhe eines 2. OG. Der Anlagegrenzwert könne somit auch beim
OMEN Nr. 4 rechnerisch eingehalten werden.
6.2 Der Schutz der Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung
wird im eidgenössischen Umweltschutzgesetz (SR 814.01; abgekürzt
USG) und in der NISV durch die festgelegten Grenzwerte abschlies-
send geregelt (BGE 126 II 399 Erw. 3). Dabei sollen Immissionsgrenz-
werte für die Hochfrequenzstrahlung insgesamt und Anlagegrenz-
werte für die einzelnen Anlagen die Menschen vor übermässiger elekt-
romagnetischer Strahlung schützen. Die Immissionsgrenzwerte gelten
für alle Orte, wo sich Menschen auch nur kurzfristig aufhalten können
(sog. Orte für den kurzfristigen Aufenthalt, OKA, Art. 13 Abs. 1 NISV).
Die im Vergleich zu den Immissionsgrenz-werten viel strengeren An-
lagegrenzwerte begrenzen die Emissionen vorsorglich. Sie gelten für
die Strahlung einer Mobilfunkanlage an Orten mit empfindlicher Nut-
zung (OMEN, Art. 3 Abs. 3 NISV). Die Immissionsgrenzwerte sind in
Ziff. 11 f. Anhang 2 NISV und die Anlagegrenzwerte in Ziff. 64 Anhang
1 NISV festgelegt.
6.3 Ist die Anlage noch nicht errichtet und in Betrieb genommen wor-
den, kann die Einhaltung der Immissions- und Anlagegrenzwerte nicht
gemessen werden, sondern sie wird berechnet. Grundlage der Be-
rechnung ist das vom Inhaber der geplanten Anlage gemäss Art. 11
NISV eingereichte Standortdatenblatt, das die für die Erzeugung von
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 12/15
Strahlung massgeblichen technischen und betrieblichen Daten der An-
lage, den massgebenden Betriebszustand sowie Angaben über die
von der Anlage erzeugte Strahlung an den nach der Verordnung mass-
gebenden Orten enthält (Urteil des Bundesgerichts 1A.116/2002 vom
17. November 2003 Erw. 3.1). Werden beim vorgesehenen Betrieb der
Anlage die in der NISV vorgeschriebenen Grenzwerte gemäss rech-
nerischer Prognose eingehalten, so ist die Baubewilligung – vorbehält-
lich anderweitiger im öffentlichen Recht begründeter Hindernisse und
allenfalls verbunden mit der Pflicht, nach Inbetriebnahme eine Abnah-
memessung durchzuführen – zu erteilen.
6.4 Gemäss dem Standortdatenblatt beträgt beim OMEN Nr. 4 die
berechnete elektrische Feldstärke 4,94 V/m. Damit ist der Anlage-
grenzwert von 5,0 V/m eingehalten. Es ist unbestritten, dass sich der
OMEN Nr. 4 im 2. OG befindet. Gemäss dem Standortdatenblatt wird
der OMEN Nr. 4 aber als "Hauptstrasse Nr._, 1. OG" bezeichnet. Da-
bei handelt es sich – wie das AFU richtig festgestellt hat – offensicht-
lich um einen Schreibfehler. So zeigt sich im Aufnahmedossier, dass
bei der Detailprojektaufnahme vor der Erstellung des Standortdaten-
blatts richtigerweise das 2. OG angekreuzt worden ist. Sodann wurde
beim OMEN Nr. 4 die elektrische Feldstärke anhand einer Höhe über
Boden von 6,37 m bzw. Höhe über Höhenkote 0 von 5,90 m berechnet.
Dies entspricht der üblichen Höhe eines zweiten Obergeschosses.
Nach den Berechnungen des AFU ist der Anlagegrenzwert gar bis zu
einer Höhe von 6,6 m eingehalten. Somit zeigt sich, dass beim OMEN
Nr. 4 der Anlagegrenzwert im 2. OG rechnerisch eingehalten ist. Der
Einwand der Rekurrenten ist somit unbegründet.
7.
Die Rekurrenten monieren, dass in der ländlichen Umgebung mit der
geplanten Sendeleistung kein vernünftiges Mobilfunknetz betrieben
werden könne. Es sei daher davon auszugehen, dass die Sendeleis-
tung später verdeckt, ferngesteuert hochgefahren werde. Das Quali-
tätssicherungssystem der Rekursgegnerin genüge sodann nicht den
Anforderungen an eine wirksame Überwachung der Sendeleistung.
7.1 Art. 12 Abs. 1 NISV schreibt vor, dass die Behörden die Einhal-
tung der Emissionsbegrenzungen zu überwachen haben. Die Verord-
nung schreibt jedoch nicht vor, auf welche Weise dies zu erfolgen hat.
Zur Gewährleistung der Kontrolle, dass die bewilligten Parameter
(Senderichtung) der Mobilfunkantennen im Betrieb eingehalten und
die Grenzwerte der NISV nicht überschritten werden, hat das Bundes-
amt für Umwelt (BAFU) am 16. Januar 2006 in einem Rundschreiben
die Einrichtung eines Qualitätssicherungssystems (QS-System) auf
den Steuerzentralen der Netzbetreiber empfohlen. Das QS-System
soll durch eine unabhängige Stelle periodisch überprüft und beglaubigt
werden. Das BAFU führt in seinem Rundschreiben (im Folgenden:
Rundschreiben BAFU; einsehbar unter: "www.bafu.ch") aus, gemäss
Bundesgericht könne die Einhaltung der bewilligten äquivalenten
Strahlungsleistung (ERP) und der bewilligten Senderichtung entweder
durch bauliche Begrenzungen oder durch eine verlässliche Kontrolle
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der NIS-relevanten Hardwarekomponenten und Einstellungen ge-
währleistet werden. Das BAFU empfiehlt, die zweite vom Bundesge-
richt genannte Option zu verfolgen und diese in Form eines QS-
Systems der Netzbetreiber umzusetzen. Zu diesem Zweck soll jeder
Netzbetreiber eine oder mehrere Datenbanken implementieren, in de-
nen für jede Sendeanlage sämtliche Hardware-Komponenten und Ge-
räteeinstellungen, welche die Sendeleistung und -richtung beeinflus-
sen, erfasst und laufend aktualisiert werden. Das QS-System muss
über eine automatisierte Überprüfungsroutine verfügen, die einmal je
Arbeitstag die effektiv eingestellten Sendeleistungen und -richtungen
sämtlicher Antennen des betreffenden Netzes mit den bewilligten Wer-
ten bzw. Winkelbereichen vergleicht. Festgestellte Überschreitungen
eines bewilligten Werts müssen innerhalb von 24 Stunden behoben
werden, falls dies durch Fernsteuerung möglich ist, andernfalls inner-
halb einer Arbeitswoche. Stellt das QS-System solche Überschreitun-
gen fest, wird automatisch ein Fehlerprotokoll erzeugt. Die Fehlerpro-
tokolle müssen der Vollzugsbehörde alle zwei Wochen zugestellt und
mindestens 12 Monate aufbewahrt werden. Das QS-System muss von
einer unabhängigen, externen Prüfstelle periodisch auditiert werden.
Die Netzbetreiber gewähren den Vollzugsbehörden uneingeschränkte
Akteneinsicht in ihre Datenbanken (Rundschreiben BAFU, Ziff. 3).
Sollte eine Netzbetreiberin ihre Verpflichtung zum Aufbau eines QS-
System nicht einhalten, würden künftig für die NIS-Beurteilung die ma-
ximale installierte Sendeleistung und der maximal durch Fernsteue-
rung einstellbare Winkelbereich zugrunde gelegt werden (Rundschrei-
ben BAFU, Ziff. 6). Für die Übergangszeit bis zur Inbetriebnahme der
Kontrollsysteme sieht das Rundschreiben vor, dass die anlageverant-
wortliche Firma im Standortdatenblatt bestätigen müsse, dass die ge-
plante Anlage in ihr QS-System eingebunden werde (Rundschreiben
BAFU, Ziff. 5).
7.2 Das Bundesgericht hat das QS-System in verschiedenen Ent-
scheiden als wirksames und ausreichendes Instrument zur Kontrolle
der Emissionsbegrenzungen bezeichnet (vgl. für viele: Urteil des Bun-
desgerichtes 1C_340/2013 vom 4. April 2014 Erw. 4 mit Hinweis; be-
stätigt in Urteil des Bundesgerichtes 1C_97/2018 vom 3. September
2019 Erw. 8.3). Im Standortdatenblatt bestätigt die Rekursgegnerin,
dass die Anlage die Anforderungen an die Qualitätssicherung gemäss
dem Rundschreiben des BAFU vom 16. Januar 2006 erfüllt. So verfügt
die Rekursgegnerin auch über ein am 15. Dezember 2019 ausgestell-
tes Zertifikat für ihr QS-System. Somit erweist sich die Rüge der Re-
kurrenten als unbegründet.
8.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Baubewilligung zu Recht er-
teilt worden ist. Der Rekurs erweist sich deshalb als unbegründet und
ist abzuweisen.
9.
9.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 12/2020), Seite 14/15
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die
Rekurrenten die amtlichen Kosten unter solidarischer Haftung zu
bezahlen (Art. 96bis VRP).
9.2 Der von den Rekurrenten am 10. Januar 2019 geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 1'000.– wird angerechnet.
10.
Die Rekurrenten sowie die Rekursgegnerin stellen ein Begehren um
Ersatz der ausseramtlichen Kosten.
10.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
10.2 Die Rekursgegnerin obsiegt mit ihren Anträgen. Da das Verfah-
ren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche
Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der
Honorarordnung (sGS 963.75) ermessensweise auf Fr. 3'250.– fest-
zulegen; sie ist von den Rekurrenten zu gleichen Teilen zu bezahlen.
Weil die zu entschädigende Rekursgegnerin selber mehrwertsteuer-
pflichtig ist, kann sie die der Honorarrechnung ihres Anwalts belastete
Mehrwertsteuer von ihrer eigenen Steuerschuld abziehen, ohne dass
ihr dadurch eine Mehrbelastung entsteht. Daher muss die Mehrwert-
steuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nicht
zusätzlich berücksichtigt werden (R. HIRT, Die Regelung der Kosten
nach st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen
2004, S. 194).
10.3 Da die Rekurrenten mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie
von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-
gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen.
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