Decision ID: bc91e153-738e-48a9-b6fc-cd0f56ba20bc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, meldete sich am 21. Juli 2009 bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
)
.
Diese klärte die erwerblichen (
vgl.
Urk. 7/
7, 7/8
,
7/
14
und 7/15
) und medizinischen (
vgl.
Urk. 7/
9
, 7/12
, 7/13
und 7/
20
-22
)
Verhältnisse
ab
.
Sie
gewährte der Versicherten Frühinterventionsmassnahmen in Form eines
Belast
barkeitstrainings
bei
der
Y._
AG
vom
4.
Januar bis zum 3
1.
März 20
10 (vgl.
Urk.
7/25), einer
externen
Berufsber
atung ab dem
9.
März 2010 (Urk.
7/36) und eines Aufbautrainings bei
der
Y._
AG
vom
1.
April bis zum 3
0.
Juni
2010
(Urk. 7/40).
Am 2
2.
Juli 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (
Urk.
7/47).
Die IV-Stelle
holte weitere medizinische Auskünfte
ein
(
Urk.
7/52 und 7/75)
und gab bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie
, ein psychiatris
ches Gutachten in Auftrag (Urk.
7/55), das am 1
5.
Januar 2011 erstattet wurde (vgl.
Urk.
7/57/5
ff.
). Mit Vorbescheid vom 2.
Februar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Invali
denrente in Aussicht (vgl. Urk.
7/64 und 7/67) und verpflichtete sie
im
Rahmen der Schadenminderungspflicht zur Fortführung der
psychiatrischen Therapie (Urk.
7/62). A
usgehend von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
,
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in
einer
behinderungs
angepasste
n
Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von
7
0 %
(vgl.
Urk.
7/61
, 7/70 und 7/72
)
,
sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom
8.
April 2011
ab dem 1.
März
20
10
eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 7/
76
).
Am
3.
Juni 2011
gewährte
die IV-Stelle
der Versicherten Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche während eines Jahres durch die
A._
AG
(Urk. 7/81).
Die Versicherte ersuchte
mit Schreiben vom
2
5.
April 2012 um
Übernahme der Kosten für den Erwerb des eidgenössischen Fachausweises für Erwachsenenbildung (
Urk.
7/86).
Im
Mai
20
12 leitete die IV-Stelle
von Amtes wegen eine Rentenüberprüfung ein
, indem sie der Versicherten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente zusandte,
der
am 1
6.
Mai 2012 ausgefüllt und mit Angab
en des behandelnden Psychiaters
med.
pract
.
B._
,
Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
, versehen retourniert
wurd
e
(Urk. 7/
87; vgl. auch das Aktenverzeichnis
). Die IV-Stelle
führte am 1
1.
Juli 2012 das Abschlussgespräch
bezüglich des Programms bei der
A._
AG
durch (
Urk.
7/89)
und
zog darauf einen aktuellen IK-Auszug bei (
vgl.
Urk. 7/
90
und 7/91
)
.
Am 2
1.
August 2012 trat die Versicherte eine teilzeitliche Anstellung
mit einem Pensum
von ca. sieben Stunden pro Monat als Spielgruppenleiterin
auf Abruf
an (vgl.
Urk.
7/89, 7/97 und 7/98).
Die IV-Stelle teilte der Versicherten
m
it Schreiben vom
28
.
September
20
12
mit, dass sich keine rentenrelevanten Änderungen ergeben hätten und sie weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente habe (Urk. 7/
94
).
Mit Vorbescheid vom selben Datum
stellte sie
der Versicherten
überdies
die Ablehnung der beantragten Kostenübernahme in Aussicht (vgl.
Urk.
7/93 und 7/95) und wies
die Kostengutsprache für den eid
genössischen Fachausweis für Erwachsenenbildung
hernach
mit Verfügung vom 8.
November 2012 ab (
Urk.
7/96).
Die Versicherte kündigte ihr Anste
llungs
-
verhältnis als Spielgrupp
enleiter
in per Ende Dezember 2013 (Urk.
7/113
/1
)
und absolvierte vom
1.
November
2013
bis zum 3
1.
Oktober 2014 mit einem Pen
sum von 60
%
ein befristetes Praktikum im Bereich Kommunikation beim
C._
(vgl. Urk.
7/109 und 7/111
), während welchem
sie
von der IV-Stelle
Beratung und Unterstützung bei der Arbeitsplatzerhaltung
durch einen Job Coach der
A._
AG
zugesprochen
erhielt
(
vgl.
Urk.
7/112).
Im
Januar 2014
leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren
zur Überprü
fung des Rentenanspruches
ein (Urk. 7/
120
).
Sie holte
einen ärztlichen
Ver
laufsbericht
ein (
Urk.
7/126) und nahm einen Arbeitsvertrag
der Versicherten
als Assistentin der
D._
AG
mit einem Pensum von
60
% ab dem 1
5.
September 2014 zu den Akten (Urk. 7/129)
.
In der Folge
gab sie bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiat
risches
Gutachten
in Auftrag (vgl
. Urk. 7/134 und 7/135). Am 18.
November 2014 teilte die IV-Stelle
der Versicherten
den erfolgreichen Abschluss der Arbeitsver
mittlung mit (
Urk.
7/136).
Dr.
E._
erstattete sein Gutachten
a
m
3
.
Dezember
201
4
(Urk. 7/
137
).
Mit
Vorbe
scheid vom
1
.
April 2015
stellte
die IV-Stelle der Versicherten
die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 7/
141
). Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (Urk. 7/
145
), der in
der Folge ergänzend begründet wurde (Urk. 7/1
48
).
Am 1
9.
Juni 2015 wurde der Abschlussbericht zum Job-Coaching erstattet (
Urk.
7/149).
Mit Verfügung vom
2
.
Juli
201
5
hob die IV-Stelle wie angekündigt die ganze Invalidenrente auf Ende des nach der Zustel
lung der Verfügung folgen
den Monats auf (Urk. 2 = 7/
152
). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S. 3).
2.
Gegen die Verfügung vom
2. Juli
2015
liess die Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Holger Hügel,
mit Eingabe vom
7
. Oktober 2014 (Urk. 1) Beschwerde erheben
mit dem Antrag
, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die
gesetzlichen Leistun
gen, mindestens eine halbe Invalidenrente, auszurichten
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Ferner wurde um
einen zweiten Schriftenwechsel
ersucht (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle
schloss am
6.
Okto
ber 201
5
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Verfü
gung vom 1
2.
Oktober 2015 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und de
m Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin Frist zur Einreichung einer Replik angesetzt (
Urk.
8).
Er verzichtete a
m 1
4.
Dezember 2015 unter Verweis auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
11). Davon wurde der Gegenpartei mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2015 Kenntnis gegeben
(
Urk.
12)
.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan
des, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sic
h allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung ode
r der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Bewe
iswürdigung und
Invaliditäts
b
emessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichs
zeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
In der angefochtenen Verfügung
vertrat die Beschwerdegegnerin
im Wesent
lichen
die Auffassung
,
dass sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin verbessert
habe
.
Das Gutachten von
Dr.
E._
vom
3.
Dezember 2014 führe lediglich Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf, die keinen invaliditätsrelevanten Gesundheitsschaden
zu begründen vermöchten
.
Eine Inva
lidität im Sinne des Gesetzes sei demnach nicht mehr ausgewiesen, weshalb
auch
kein Rentenanspruch mehr bestehe (Urk. 2).
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, dass
sich ihr Gesundheitszustand nicht wesentlich verbessert und
sie
weiterhin
Anspruch auf
mindestens eine halbe
Invalidenrente habe
(Urk. 1).
3.
3.1
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom
28. September 2012
abgeschlossen, mit
d
er keine rentenrelevanten Änderungen
und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente fest
g
estellt wurden (Urk. 7/94)
. Sie stützte sich in medizinischer Hinsicht auf den
am
5.
Juni 2012
bei der IV-Stelle
eingegangenen
Bericht von
med.
pract
.
B
._
(vgl. das Feststellungsblatt für
den Beschluss vom
28. September
20
12; Urk. 7/92
). Darin wurden eine
rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und akzentuierte
Persönlichkeits
züge
(ICD-10: Z73.1) als Diagnosen festgehalten
(Urk. 7/
87/3
).
Überdies wurde ausgeführt, dass eine der Behinderung angepasste Tätigkeit an zwei bis drei Tagen pro Woche während je ca. vier Stunden möglich sei, wobei es nötig sei, dass die Übernahme von Verantwortung langsam gesteigert werde (
Urk.
7/8
7
/3)
.
Darüber hinaus wurden
die
aktuellen erwerblichen Verhältnisse abgeklärt
(vgl.
Urk.
7/89 bis 7/91).
Dies genügt, um die Mitteilung vom
28. September 2012
als zeitliche Vergleichsbasis heranzuziehen für die Prüfung der Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2. Juli
2015
eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist.
3.2
Das von der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation eingeholte psychiatrische Gutachten von
Dr.
E._
vom
3.
Dezember 2014 (
Urk.
7/137)
nennt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (
Urk.
7/137/9):
-
Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert, leichte Episode ohne somatische Symptome (ICD-10: F33.0)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit zwanghaften und abhängigen Antei
len (ICD-10: Z73.1), DD kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61).
Dr.
E._
hielt fest, in den
Vorakten
, insbesondere im Gutachten von
Dr.
Z._
vom Januar 2011
,
sei die Entwicklung einer rezidivieren
den depressiven Störung auf dem Boden von akzentuierten
Persönlichkeits
zügen
gut dokumentiert, ausführlich geschildert und gründlich erwogen. Der weitere Verlauf,
die
Berichte des behandel
nden Psychiaters
med.
pract
.
B._
,
die
Beschreibungen aus dem beruflichen Unterstützungsumfeld, die Schilderungen der Explorandin in der Untersuchung und der aktuelle Befund stützten die
gestellten
Diagnosen und vor allem auch die prognostischen Ein
schätzungen und die Empfehlungen hinsichtlich medizinischer und beruflicher Massnahmen (
Urk.
7/137/9).
Insgesamt entstehe der Eindruck, dass die depressive Symptomatik deutlich rück
läufig, derzeit weitgehend, aber nicht vollständig remittiert sei. Es sei nach ICD-Kriterien aktuell von einer leichten depressiven Episode auszugehen, was allerdings nur mit Kenntnis der Anamnese zu diagnostizieren sei. Der aktuelle Befund sei weitgehend unauffällig, was den Diagnosen nicht widerspreche. Deutlich sei während der Untersuchung die Persönlichkeitsstruk
t
ur der Explo
randin geworden,
die
durch sehr hohe innere Ansprüche, Leistungsorientierung und strenge Regeln und Anforderungen geprägt sei. Eindrücklich und sehr differenziert habe
die Explorandin
die inneren Abläufe und Erlebnisse bis hin zur Unfähigkeit, auf die ihr bekannten Mechanismen reagieren zu können, geschildert. Mit Blick auf den Lebensverlauf werde sowohl aus den Akten als auch aus der Schilderung deutlich, dass ihre strukturellen Besonderheiten stö
rende Auswirkungen auf ihren Lebensverlauf und
ihre
berufliche und soziale Entwicklung gehabt hätten, insbesondere auf die Gestaltung und die Aufrecht
erhaltung von Beziehungen. Die Diagnose akzentuierter Persönlichkeitszüge sei auf jeden Fall zu stützen, die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung,
wozu ein
fliessender Übergang
bestehe
, sei zu erwägen und werde möglicherweise im weiteren Verlauf gestellt werden müssen (Urk. 7/137/9).
Ebenfalls
deutlich geworden sei, wie die
Grundstörung mit der Zeit die Entwick
lung einer depressiven Störung gefördert habe. Nachvollziehbar sei dabei die unverändert vorhandene Brüchigkeit, mit der sich die Explorandin im Alltag bewege, sowohl im beruflichen und privaten, vor allem
aber auch
im
Bezie
hungskontext
. Kleinste Schwierigkeiten könnten zu einem Zusammenbruch des Selbstwertgefühls oder
zur
Überforderung führen und ein depressives Syndrom, das Stunden oder gar Tage anhalte, auslösen, verbunden mit emotionaler Labi
lität, Antriebsstörung und Sinnentleerung. Das Problem der Explorandin sei nicht der aktuelle Zustand in der punktuellen Beobachtung einer Exploration, sondern die Stabilität im Längsschnitt, welche relativ gebessert, grundsätzlich jedoch gefährdet und brüchig sei. Für
die Explorandin
mit ihrer speziellen Thematik typische Belastungen, sei es beruflich (zu hoher Anspruch, inhaltlich, zeitlich, sozial) oder privat (zu grosse Nähe, zu viel, emotional fordernd)
,
könn
ten jederzeit wieder eine akute Verschlechterung im Sinne einer
höhergradigen
depressiven Reaktion auslösen (
Urk.
7/137/9).
I
n der angestammten Tätigkeit als
Ausbildnerin in
Kaderfunktion bestehe unver
ändert keine oder nur eine sehr geringe, nicht relevante Arbeitsfähigkeit. Die Anforderungen an eine Anstellung dieser Art würden rasch wieder zu einer Überforderung und
zur
Dekompensation führen und eine längere, eventuell völlige Arbeitsunfähigkeit wäre zu befürchten (
Urk.
7/137/10).
Die aktuelle Anstellung werde als angepasste Tätigkeit verstanden, wobei die Anpassung in einer wohlwollenden und akzeptierenden Führung bestehe, in der Reduktion des inhaltlichen Anspruchs an die Tätigkeit (
mit entsprechend tiefe
rem Lohn)
und
der Akzeptanz
eine
r
verminderte
n
Anp
assungslei
s
tung und Fle
xibilität
. Für eine in diesem Sinne angepasste Tätigkeit bestehe aktuell auf die Arbeitszeit bezogen eine Arbeitsfähigkeit von 50 bis 60
%
. Die zurückhaltende Einsc
hätzung,
50
%
bei aktuell 60
%
iger
Tätigkeit
,
resultiere aus der Schilderung mehrerer Ereignisse, welche bei der Explorandin bereits wieder zu Symptom
-
bil
dungen
geführt hätten,
die
sie
aber
(noch) habe kompensieren können. Es sei denkbar, dass
die Explorandin
im Verlauf feststelle
n werde
, dass die aktuelle Tätigkeit ihre Möglichkeiten überfordere, da sie dazu neige, sich zu über
schätzen. Bei einem guten Verlauf könnten sich die Symptombildungen als Zeichen der Anforderung in der Anfangszeit eines beruflichen Wiedereinstiegs herausstellen und zurückbilden, dann bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Explorandin in naher Zukunft das zeitliche Pensum erhöhen
könne oder höhere inhaltliche Anforderungen zu bewältigen vermöge. Vielmehr wäre angesichts der Vorge
schichte diesbezüglich ein sehr zurückhaltendes und vorsichtiges Regime hilf
reich, um den Erfolg des bisherigen Verlaufs nicht zu gefährden (Urk. 7/137/10).
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
E._
vom
3.
Dezember 2014 (
Urk.
7/137) wurde in Kennt
nis der medizinischen
Vorakten
erstellt und berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden angemessen. Es beantwortet die gestellten Fragen umfassend. Insbesondere setzt es sich detailliert mit dem Gut
achten von
Dr.
Z._
vom 1
5.
Januar 2011
,
das
zur
Rentenzuspra
che
geführt hatte
(vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom
2.
Februar 2011,
Urk.
7/61)
, und den
Bericht
en
des behandelnden Psychiaters
med.
pract
.
B._
auseinander.
Die zur Diskussion stehende Differentialdiagnose einer Persönlichkeitsstörung wurde geprüft
und
anschliessend
mangels der erforderli
chen Voraussetzungen
nicht gestellt
(
Urk.
7/137/9).
Letzteres steht im Einklang mit dem Gutachten von
Dr.
Z._
,
worin
die Kriterien für das Stel
len einer entsprechenden Diagnose ebenfalls als nicht
gegeben
beurteilt
worden waren
(Urk.
7/57/5).
Zu Recht
wird das Gutachten
von
Dr.
E._
auch
in der Beschwerdeschrift
als schlüssig, nachvollziehbar und eingehend begründet bezeichnet (
Urk.
1 S. 8). Es wurde weder etwas vorgebracht noch ist etwas
aus den Akten ersichtlich
,
das
es in Zweifel zu ziehen
ver
möchte
. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämtliche von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten
(vgl. BGE 134 V 2
31 E. 5
.1
und 125 V 351 E.
3a). Es ist daher nicht zu bean
standen, dass die Beschwerde
gegnerin
darauf abgestellt hat.
4.
2
Mit dem Gutachten von
Dr.
E._
ist ausgewiesen, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin insofern verbessert hat, als inzwi
schen
die
depressiven Symptome
weitgehend remittiert sind. Sie liegen lediglich noch in einem Ausmass vor, das die Diagnose
einer
leichten depressiven Epi
sode
im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung
erlaubt (vgl.
Urk.
7/137/9).
Im Gegensatz dazu hatte
Dr.
Z._
– wie offenbar auch med.
pract
.
B._
(vgl.
Urk.
7/13, 7/53 und 7/87/3) –
noch eine
aus
geprägtere
depressive Symptomatik (mit somatischem Syndrom) erhoben
.
Ins
besondere
bestätigte
Dr.
Z._
damals
auch
gestützt a
uf die vor
handenen Arztberichte
für den Zeitraum
vom
Frühjahr 2009
bis zu
seiner gut
achterlichen
Untersuchung
im Oktober 2010
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
(vgl.
Urk.
7/57/17 f.
, 7/57/22 und 7/57/24 f.
)
.
Die
im Zusammenhang mit der depressiven Störung
festgestellte
n
Beeinträchtigung
en
der Arbeitsfähigkeit
bezeichnete
Dr.
Z._
zudem
ausdrücklich
als reversibel
(Urk.
7/57/25).
Von einer lediglich anderslautenden Beurteilung einer unveränderten Situation,
wie sie in der Beschwerdeschrift behauptet
wird
(vgl.
Urk.
1 S. 7 f.), kann
beim Gutachten von
Dr.
E._
unter den geschilderten Um
ständen
nicht die Rede
sein.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des Rückgangs der depressiven Symptomatik durch die rezidivierende depressive Störung
,
aktuell
leichte Episode ohne soma
tische
s
Sy
ndrom
,
nicht mehr invaliditätsrelevant in ihrer Erwerbsfähigkeit ein
schränkt ist
,
da leichte Störungen aus dem depressiven Form
enkreis als
thera
pierbar
gelten
und
gemäss ständiger
bundesgerichtlicher
Rechtsprechung
inva
lidenversicherungsrechtlich
zu keiner Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit führen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_
89/2016
vom
1
2.
Mai 2016
E.
4.1
mit Hinweisen)
.
Lediglich der Vollständigkeit halber
bleibt zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenem Bekunden die antidepressive Medika
tion rund zwei Jahre vor ihr
er Begutachtung durch Dr.
E._
beendet hat (
Urk.
7/137/8)
, womit auch auszuschliessen ist, dass es sich um ein
therapiere
sistentes
Leiden handelt
.
4.3
Di
e von Dr.
E._
attestierten Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit
(von 100
%
in der zuletzt ausgeübten
und von 50-60
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit)
begründet er
(lediglich)
mit den akzentuierten Persönlichkeitszügen und der sich daraus ergebenden Gefahr
einer erneuten Überforderung und
des Wiederauftretens einer depressiven Störung
(vgl.
Urk.
7/137/9-11)
.
In der Beschwerdeschrift wurde zwar insoweit richtig erkannt,
dass nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
Urk.
1 S. 6 mit Hinweis auf BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit den dortigen Verweisen und das Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4).
Dies vermag indessen
nichts daran zu
ändern, dass
Dr.
E._
im Zeitpunkt der Begutachtung
am
3.
Dezember 2014
gar
keine
Beeinträchtigung der Ar
beitsfä
higkeit fest
gestellt hat
, die
(unmittelbar)
auf die akzentuierte
n
Persönlichkeits
züge
zurückzuführen wäre
.
Ebenso wenig war
seiner Einschätzung
zufolge
die Arbeitsfähigkeit wegen eines anderen psychischen Leidens in
einem
invalidi
täts
relevanten
Ausmass eingeschränkt
.
4.4
Eine nach der Begutachtung durch
Dr.
E._
eingetretene
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation, namentlich eine
Zunahme der depressiven Sympto
matik
,
wurde
von Seiten der Beschwerdeführerin
nicht geltend gemacht
(vgl. Urk. 1). Aus den vorhandenen Akten ergeben sich
auch
keinerlei Hinweise für eine Entwicklung in diese Richtung.
Es ist deshalb entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung
(
Urk.
1 S. 9)
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2. Juli
2015 von einer dauerhaften Verbesserung des psychischen Gesundheits
zustandes
und der damit verbundenen Arbeits-
beziehungsweise
Erwerbsfähig
keit
ausgegangen ist (vgl. Art.
88a Abs.
2 IVV).
Invaliditätsrelevante Einschrän
kungen
der Arbeitsfähigkeit
l
iegen
keine mehr vor.
Es kommt hinzu,
dass
Z-codierte Diagnosen (wie hier ICD-10: Z
7
3.1) gemäss ständiger
bundesgerichtli
cher
Rechtsprechung
ohnehin
keine rechtserhebliche
Gesundheitsbeeinträchti
gung
darstellen (vgl. anstatt vieler das Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_437/2012 vom 6.
November 2012 E. 3.3 mit Hinweis auf das Urteil 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.3 mit den dortigen Verweisen).
Der Beschwerdegegnerin ist daher
auch
insofern beizupflichten,
als
mit den akzentuierten
Persönlichkeits
zügen
kein invaliditätsrelevanter Gesundheits
-
schaden ausgewiesen ist. Sie gelangte
überdies
zum richtigen Schluss, dass (ab dem Zeitpunkt der Begutach
tung durch
Dr.
E._
) keine Invalidität im Sinne des Gesetzes mehr
ausgewiesen ist
. Dementsprechend hat sie auch zu Recht die Invalidenrente
mit der ange
fochtenen Verfügung
aufgehoben.
Daran vermögen auch die in der Beschwer
deschrift geäusserten (ökonomischen) Bedenken nichts zu ändern (vgl.
Urk.
1 S. 10 f.), zumal die Beschwerdeführerin unv
erändert dazu gehalten ist,
der
Gefahr einer erneuten Verschlechterung ihres psychischen Gesundheitszustandes mit geeigneten
psychiatrisch-psychotherapeutischen
Massnahmen
, zum Beispiel auch in Form einer antidepressiven Medikation,
zu begegnen
(vgl.
Urk.
7/140)
.
Die
Beschwerde
ist daher abzuweisen
.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- festzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.