Decision ID: 35a7f777-2d76-46ab-bd26-00e2b3779347
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Strafverfolgungsbehörden Brasiliens am 11. Mai 2017 das Bundesamt
für Justiz (nachfolgend «BJ») u. a. um die rechtshilfeweise Sperre der Ver-
mögenswerte auf verschiedenen auf die A. Ltd. lautenden Konten bei der
Bank B. SA ersuchten (act. 1.3);
- das BJ dieses Ersuchen am 19. Juli 2017 zur Ausführung an die Bundesan-
waltschaft weiterleitete (act. 1.3);
- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 21. Juli 2017 auf das Ersuchen
eintrat (act. 1.2);
- sie mit Verfügung vom selben Tag die Bank B. SA anwies, sofort sämtliche
in der Schweiz angelegten oder verwalteten Kontokorrent-Konten, Edelme-
tallkonten, Sparhefte, deponierte Wertschriften, Festgelder, Treuhandanla-
gen, Zutritt zu den Schliessfächern und dergleichen zu sperren, welche al-
leine, gemeinsam oder gemeinsam mit Dritten auf den Namen der A. Ltd.
lauten oder an denen diese wirtschaftlich berechtigt oder unterschrifts- oder
zugriffsberechtigt ist oder über welche sie als Kontrollinhaberin festgestellt
werde (act. 1.1);
- die A. Ltd. hiergegen am 3. August 2017 bei der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben liess (act. 1).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die
Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37
Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12
Abs. 1 IRSG);
- einer Schlussverfügung in Rechtshilfeangelegenheiten vorangehende Zwi-
schenverfügungen nur selbstständig angefochten werden können, sofern sie
durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen
(Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG) oder durch die Anwesenheit von Personen, die
am ausländischen Prozess beteiligt sind (Art. 80e Abs. 2 lit. b IRSG), einen
unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken;
- die beschwerdeführende Person diesfalls nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung mit konkreten Angaben glaubhaft machen muss, inwiefern
die rechtshilfeweise Beschlagnahme von Vermögenswerten bzw. die Ver-
weigerung einer (Teil-)Freigabe zu einem nicht wieder gutzumachenden
Nachteil führt;
- dabei insbesondere drohende Verletzungen von konkreten vertraglichen
Verpflichtungen, unmittelbar bevorstehende Betreibungsschritte, der dro-
hende Entzug von behördlichen Bewilligungen oder das Entgehen von kon-
kreten Geschäften in Betracht kommen;
- der drohende unmittelbare und nicht wieder gutzumachende Nachteil glaub-
haft gemacht werden muss und dessen blosse Behauptung nicht genügt
(zum Ganzen BGE 130 II 329 E. 2 S. 332; 128 II 353 E. 3 S. 354, je m.w.H.;
Urteile des Bundesgerichts 1C_575/2013 vom 30. August 2013, E. 1.2;
1B_285/2011 vom 18. November 2011, E. 2.3.2; TPF 2008 7 E. 2.2);
- die Beschwerdeführerin mit keinem Wort geltend macht und entsprechend
auch nicht dartut und belegt, die angeordnete Vermögenssperre würde zu
ihren Lasten einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil
im Sinne von Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG bewirken;
- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unzulässig er-
weist, weshalb auf diese ohne Durchführung eines Schriftenwechsels nicht
einzutreten ist (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario);
- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 1‘000.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG
i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. b des Reglements des
Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162], unter
Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in derselben Höhe (siehe
act. 3 und 4);