Decision ID: 0654577c-fa17-4b8c-9684-a4eb273add02
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Untersuchungsamt Uznach gegen A. wegen Fahrens ohne Berechti-
gung (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) etc. ein Strafverfahren führte (act. 2 und 5);
- die Staatsanwaltschaft March gegen A. ein Strafverfahren führt (act. 2);
- die Staatsanwaltschaft March mit Übernahmeverfügung vom 21. Juli 2017
das durch das Untersuchungsamt Uznach geführte Strafverfahren gegen A.
übernahm; sie zur Begründung ausführte, dass bei ihr bereits ein Verfahren
gegen A. hängig sei (act. 2);
- gegen die Übernahmeverfügung A. mit Schreiben vom 31. Juli 2017 Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhob
(act. 1); der Beschwerde nicht zu entnehmen war, dass und weshalb er mit
der Verfahrensübernahme durch die Staatsanwaltschaft March nicht einver-
standen war (s. act. 3);
- A. mit Schreiben vom 3. August 2017 aufgefordert wurde mitzuteilen, ob sich
die Beschwerde gegen die Verfahrensübernahme durch die Staatsanwalt-
schaft March richte und bejahendenfalls eine begründete Beschwerde ein-
zureichen (act. 3);
- A. mit Antwortschreiben vom 11. August 2017 an seiner Beschwerde festhielt
und zur Begründung erklärte, das Verfahren sei „inzwischen verjährt und von
der Staatsanwaltschaft March eingestellt“ worden; er abschliessend betonte,
er könne vom zuständigen Staatsanwalt nicht erwarten, unvoreingenommen
und/oder unparteiisch behandelt zu werden (act. 4);

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Partei, welche die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten
Behörde anfechten will, dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an
die zuständige Strafbehörde zu beantragen hat (Art. 41 Abs. 1 StPO);
- die mit einem solchen Antrag befasste Behörde gegebenenfalls einen Mei-
nungsaustausch im Sinne von Art. 39 Abs. 2 StPO einzuleiten oder direkt
eine ihre eigene Zuständigkeit bejahende Verfügung zu erlassen hat, welche
mit Beschwerde angefochten werden kann (Beschlüsse des Bundesstrafge-
richts BG.2012.42 vom 23. Januar 2013, E. 1.1; BG.2012.2 vom 16. März
2012, E. 1.1; BG.2011.50 vom 31. Januar 2012, E. 1.1; jeweils m.w.H.);
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- eine solche Verfügung bzw. die von den beteiligten Staatsanwaltschaften
verschiedener Kantone getroffene Entscheidung über den Gerichtsstand
durch die Parteien innert 10 Tagen bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts angefochten werden kann (Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO i.V.m.
Art. 40 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- im Falle einer Vereinbarung eines abweichenden Gerichtsstandes diese Be-
schwerdemöglichkeit nur jener Partei offen steht, deren Antrag nach Art. 41
Abs. 1 StPO abgewiesen worden ist (Art. 41 Abs. 2 Satz 2 StPO);
- dieser Satz nur so verstanden werden kann, dass mit dem Antrag der Partei
bei der verfahrensführenden Staatsanwaltschaft der vereinbarte Gerichts-
stand in Wiedererwägung gezogen werden soll, bevor die Partei ihren Ge-
richtsstandskonflikt durch die für den endgültigen Entscheid zuständige Be-
hörde – hier in concreto die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts –
festlegen lassen kann (KUHN, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014,
Art. 41 StPO N. 3);
- es sachgerecht ist und der Beschleunigung des Verfahrens dient, wenn sich
die verfahrensführende Behörde mit dem Antrag der Partei auseinander-
setzt, bevor sich eine höhere Instanz neu in das Verfahren einarbeiten muss,
um den Antrag der Partei beurteilen zu können (Beschlüsse des Bun-
desstrafgerichts BG.2016.8 vom 19. Mai 2016, BG.2013.19 vom 30. Juli
2013; KUHN, a.a.O.);
- der Beschwerdegegner 1 die angefochtene Übernahmeverfügung damit be-
gründete, dass bei ihm ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer hän-
gig sei (act. 2); damit der Beschwerdegegner 1 nicht aufgezeigt hat, aufgrund
welchen Sachverhalts und welcher Gesetzesbestimmung er die Übernahme
verfügte; insbesondere offen ist, ob die Beschwerdegegner einen abwei-
chenden Gerichtsstand vereinbart haben oder nicht;
- unter diesen Umständen der Beschwerdeführer zunächst beim Beschwerde-
gegner 1 die Überweisung der Strafverfahren an den Beschwerdegegner 2,
zum Teil als Wiedererwägungsgesuch zur Übernahmeverfügung vom
21. Juli 2017, zu beantragen hat (vgl. Art. 41 Abs. 1 StPO);
- bei dieser Ausgangslage die Übernahmeverfügung vom 21. Juli 2017 kein
Anfechtungsobjekt darstellt, welches auf dem Beschwerdeweg einer Prüfung
unterzogen werden könnte; auf die Beschwerde daher nicht eingetreten wer-
den kann;
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- angesichts der unvollständigen Begründung der angefochtenen Verfügung
und der damit bestehenden Unsicherheit betreffend den einzuschlagenden
Rechtsmittelweg keine Gerichtsgebühren zu erheben sind;
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