Decision ID: 1fb77508-f05b-5bed-a25c-f745109e891e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
M._ meldete sich am 28. Februar 2003 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung, Wiedereinschulung, Arbeitsvermittlung) an. Er legte ein
Zeugnis seines behandelnden Psychiaters Dr. med. A._ vom 18. Februar 2003 bei,
laut dem emotionale und kognitive Störungen bestanden, die trotz der
abgeschlossenen Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten eine Integration in der
Berufswelt verunmöglichten. Am 4. April 2003 berichtete Dr. med. A._, es bestehe
eine Entwicklungsstörung seit der Geburt mit ausgeprägter Einschränkung sozialer
Kompetenzen. Ein 1995 durchgeführter IST-70-Leistungstest habe einen IQ von 121
Punkten, also ein überdurchschnittliches Potential gezeigt. Leider verhinderten die
Grenzen im Verhalten und im sozialen Kontakt das Ausschöpfen dieses Potentials. Die
Arbeitsfähigkeit als kaufmännischer Angestellter sei nicht beurteilbar, da der der
Versicherte noch nie regulär gearbeitet habe. Die erfolglose Stellensuche habe ihre
Ursache nicht in der wirtschaftlichen Situation, sondern in der
Persönlichkeitsentwicklung und der eingeschränkten Kontakt-, Kommunikations- und
Interaktionsfähigkeit. Der Versicherte habe zwar eine kaufmännische Ausbildung in der
Schule B._ absolvieren können, aber nur weil seine Fähigkeiten im theoretischen, vor
allem sprachlichen Bereich gut seien. In der Praxis sei der Versicherte aber
eingeschränkt. Es müsse abgeklärt werden, in welchen Bereichen er als
kaufmännischer Angestellter einsetzbar und in welchem Grad er dort belastbar sei.
B.
Die Berufsberaterin der IV-Stelle hielt am 19. April 2005 fest, die bisherigen
Berufsabklärungen, Schnuppertage und Praktika seien erfolglos gewesen. Es sei
abzuklären, weshalb der Versicherte bisher in der Arbeitswelt nicht habe Fuss fassen
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können, obwohl er über eine abgeschlossene Berufslehre plus BMS verfüge. Sie
empfahl eine Abklärung in der Dreischiibe. Letztere berichtete am 17. Oktober 2005,
die Defizite des Versicherten verunmöglichten eine Eingliederung in der freien
Wirtschaft. Sie empfahl ein Arbeitstraining. Am 29. September 2006 berichtete die
Dreischiibe, der Versicherte habe Arbeitstechniken erlernt, die ihm
Kompensationsmöglichkeiten eröffneten. Er brauche nun Arbeitspraxis, um Erfahrung
mit dem neu erworbenen Methodenwissen zu sammeln. Der Versicherte begann
daraufhin eine Anlernphase bei der C._ AG. Diese Massnahme wurde am 30.
November 2007 abgebrochen, weil die Entwicklungsmöglichkeiten des Versicherten
ausgeschöpft waren und die C._ AG ihn aufgrund der nach wie vor bestehenden
Defizite nicht anstellen konnte. Die Berufsberaterin stellte am 25. März 2008 fest, dass
es sehr schwierig sei, eine angepasste Arbeitsstelle zu finden. Sie schlug die Prüfung
eines allfälligen Rentenanspruchs vor.
C.
Dr. med. A._ berichtete der IV-Stelle am 8. April 2008, der Versicherte leide an einer
Persönlichkeitsstörung schizoider Prägung (ICD-10 F60.1). Die Erwartungen an die
intensive Förderung des Versicherten hätten sich nicht erfüllt. Im Gegenteil habe sich
eine Persönlichkeitsstörung herausgebildet, welche die Arbeitsfähigkeit in
ausgeprägtem Ausmass einschränke. Weitere berufliche Massnahmen seien nicht
sinnvoll. Als kaufmännischer Angestellter sei der Versicherte zu 25% arbeitsfähig. Es
sei aber wenig wahrscheinlich, dass eine Stellensuche auf dem freien Arbeitsmarkt
Erfolg hätte. Sinnvoller wäre ein Einsatz in einer geschützten Werkstatt. Dr. med. D._
und Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz hielten am 15. Mai 2008 fest, seit dem 18.
Geburtstag liege eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für alle Tätigkeiten in der freien
Wirtschaft vor. Mit einem Vorbescheid vom 19. August 2008 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 100% ab dem 1. Dezember
2007 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Der Versicherte wandte am 2.
September 2008 ein, seine Invalidität sei auf ein Geburtsgebrechen zurückzuführen.
Deshalb habe bereits bei Erreichen des 18. Altersjahres ein Anspruch auf eine Rente
bestanden. Gemäss dem 2003 noch geltenden Art. 48 IVG seien rückwirkend für zwölf
Monate Rentenleistungen auszurichten, wenn das Ausmass der Behinderung nicht
früher habe festgestellt werden können, sogar noch weiter rückwirkend. Letzteres treffe
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auf ihn zu. Erst mit dem Beginn eines einjährigen Praktikums nach der
Vollzeithandelsschule im August 2008 hätten sich Schwierigkeiten bei der
Erwerbsarbeit gezeigt. Er habe sich nicht angemeldet, weil schlechte Erfahrungen mit
einzelnen Arbeitgebern für ihn kein Grund gewesen seien, an der eigenen
Leistungsfähigkeit zu zweifeln. Er beantrage die Ausrichtung einer ganzen Rente ab Juli
1998. Das Valideneinkommen sei höher anzusetzen, da er ohne Behinderung einen
Fachhochschul- oder Universitätsabschluss hätte erwerben können. Die mit der 5. IV-
Revision angeordnete Streichung des Karrierezuschlages komme auf seinen Fall nicht
zur Anwendung. Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 18. Dezember 2008
rückwirkend ab 1. März 2002 mit zwei Unterbrüchen (September 2005 bis Oktober
2006 und Januar bis November 2007) eine ganze Invalidenrente zu. In der
Verfügungsbegründung hielt die IV-Stelle fest, dass sie den Rentenbeginn nochmals
überprüft habe. Er habe im März 2003 ein Gesuch um IV-Leistungen eingereicht.
Infolge der gesetzlichen Bestimmungen könne die Rente ein Jahr rückwirkend, d.h. ab
1. März 2002 ausgerichtet werden.
D.
Der Versicherte erhob am 6. Januar 2009 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er
machte sinngemäss geltend, er habe ab dem 18. Geburtstag einen Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente. Das Valideneinkommen müsse mehr als Fr. 65'000.- betragen.
E.
Die IV-Stelle verlangte am 24. Februar 2009, dass dem Versicherten mit Wirkung erst
ab August 2002 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei. Im übrigen sei die
Beschwerde abzuweisen. Zur Begründung führte sie aus, der Versicherungsfall sei erst
im Sommer 2001 eingetreten, denn damals sei die Ausbildung zum kaufmännischen
Angestellten abgeschlossen worden. Bis dahin habe es keine rentenbegründende
Einschränkung in der Ausbildungsbetätigung gegeben. Der Versicherte habe sich im
März 2003, also acht Monate nach der Entstehung des Rentenanspruchs angemeldet.
Demnach liege keine verspätete Anmeldung im Sinne des früheren Art. 48 Abs. 2 Satz
2 IVG vor. Die Frage nach der Höhe des Valideneinkommens könne offen bleiben, da
der Invaliditätsgrad jedenfalls 100% betrage.
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F.
Der Versicherte hielt dem am 3. März 2009 entgegen, der schulische Teil der
Berufsausbildung (1998 bis 2000) habe kein unüberwindbares Problem dargestellt, da
sich seine Behinderung nur zu einem kleinen Teil auf schulische Belange erstreckt
habe. Deshalb habe er 2003/4 die BMS trotz 100%iger Behinderung absolvieren
können. Im Praxisteil der Berufsausbildung (2000/1) habe es grössere
krankheitsbedingte Probleme gegeben, so dass sogar kurz vor der
Lehrabschlussprüfung eine Kündigung gedroht habe. Sein Gesundheitszustand sei
zwischen 1998 und 2003 unverändert geblieben. Da die Ursache der Einschränkung
ein Geburtsgebrechen sei, habe er ab dem Monat, der auf den 18. Geburtstag gefolgt
sei, einen Anspruch auf eine ganze Rente. Er habe nicht erkennen können, dass er zu
100% erwerbsunfähig sei, denn er habe acht Stunden pro Tag wenigstens teilweise
erfolgreich arbeiten können. Die Frage nach der Höhe des Valideneinkommens sei zu
beurteilen, denn der entsprechende Betrag könne bei einer allfälligen späteren
Neubeurteilung einen Einfluss auf den neuen Invaliditätsgrad haben. Abschliessend
ersuchte der Versicherte darum, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu seinen Lasten
zu verzichten.
G.
Die IV-Stelle verzichtete am 10. März 2009 auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG sind Verfügungen zu begründen, sofern sie den
Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die Begründungspflicht ist nach
allgemeiner Auffassung ein Teilbereich des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 42
Satz 1 ATSG). "Die Begründung muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von
denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt [...] Dabei
muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen einer
Partei für unzutreffend bzw. unerheblich hielt oder ob sie es überhaupt in Betracht
gezogen hat" (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2.A., S. 620 N. 38 zu Art. 49 ATSG, vgl.
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auch S. 531 N. 5 zu Art. 42 ATSG). Der Beschwerdeführer hat in seiner Stellungnahme
vom 2. September 2008 zum Vorbescheid sowohl einen Rentenbeginn ab der
Vollendung des 18. Altersjahres verlangt und begründet als auch einen Fehler bei der
Invaliditätsbemessung (Höhe des Valideneinkommens) gerügt. Die
Beschwerdegegnerin hat zwar eine rückwirkende Rentenzusprache verfügt, aber sie
hat nicht begründet, weshalb sie dabei Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG (Nachzahlung für
zwölf Monate vor der Anmeldung) und nicht wie beantragt Art. 48 Abs.2 Satz 2 IVG
(mehr als zwölf Monate rückwirkend) angewendet hat. Zur Kritik an der Bemessung des
Valideneinkommens hat sie sich in der Verfügungsbegründung überhaupt nicht
geäussert. Eine Heraufsetzung des Valideneinkommens würde den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch nicht verändern. Das Fehlen einer Auseinandersetzung mit
der entsprechenden Rüge des Beschwerdeführers kann deshalb bei einer
grosszügigen Interpretation der Begründungspflicht als noch zulässig betrachtet
werden. Für das Begehren des Beschwerdeführers, ihm rückwirkend ab seinem 18.
Geburtstag eine ganze Rente ausrichten, trifft dies aber nicht zu. Dass die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht ausgeführt hat, warum sie
für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate und nicht für die Zeit ab dem 18.
Geburtstag des Beschwerdeführers eine Rente zugesprochen hat, stellte eine
erhebliche Verletzung der Begründungspflicht dar. Diese Missachtung des Anspruchs
auf rechtliches Gehör hat die Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügung zur Folge.
Praxisgemäss ist in solchen Fällen die Frage nach einer sogenannten "Heilung" der
Gehörsverletzung (vgl. dazu U. Kieser, a.a.O., N. 10 zu Art. 42 ATSG) zu stellen, d.h. es
ist zu prüfen, ob diese formale Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügung aus
Gründen der Verfahrensökonomie ausser Acht zu lassen ist, damit eine
materiellrechtliche Beurteilung erfolgen kann. Der Beschwerdeführer hat sich nicht über
die Verletzung der Begründungspflicht beschwert. Eine Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin zum Erlass einer korrekt begründeten Rentenverfügung würde
weder ihm noch der Beschwerdegegnerin dienen. Da das Gericht mit umfassender
Kognition ausgestattet ist, rechtfertigt sich die "Heilung", d.h. die angefochtene
Verfügung wird nicht aus formalen Gründen aufgehoben, sondern es ist eine materielle,
inhaltliche Beurteilung vorzunehmen. Damit kann offen bleiben, ob die
Begründungspflicht und ihre Erfüllung überhaupt als Aspekt des Anspruchs auf
rechtliches Gehör zu qualifizieren ist. Es könnte nämlich auch die Auffassung vertreten
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werden, das Fehlen einer Begründung unterscheide sich nicht von einer lückenhaften
oder falschen Begründung, d.h. sie bewirke auch eine materielle Rechtswidrigkeit der
begründungslosen Verfügung.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin
hat die angefochtene Verfügung am 18. Dezember 2008, also nach dem Inkrafttreten
und damit unter der Geltung des Rechts der 5. IV-Revision erlassen. Zu beurteilen ist
der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in die Zeit vor dem Inkrafttreten der
5. IV-Revision zurück. Damit stellt sich die typische intertemporalrechtliche Frage: Ist
auf den am 18. Dezember 2008 verfügten Fall das Recht der 5. IV-Revision (neues
Recht) oder jenes Recht anzuwenden, das vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision in
Geltung gestanden hat (altes Recht)? Für die Invaliditätsbemessung könnte diese Frage
an sich offen gelassen werden, weil die 5. IV-Revision diesbezüglich keine inhaltliche
Veränderung gebracht hat. Etwas anderes gilt für die Regelung des Zeitpunkts der
Entstehung des Rentenanspruchs. Während nach dem alten, ausser Kraft gesetzten
Recht auch für die Zeit vor dem Einreichen der Anmeldung eine Rente ausgerichtet
werden konnte (Art. 48 aIVG), lässt die geltende Fassung den Invalidenrentenanspruch
frühestens sechs Monate nach dem Einreichen der Anmeldung entstehen (Art. 29 Abs.
1 IVG). Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts ist der Beurteilung jenes Recht
zugrunde zu legen, das in Geltung gestanden hat, als sich der zu würdigende
Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. etwa BGE 127 V 467 Erw. 1 m.H.). Dabei handelt es
sich aber entgegen der Auffassung des Bundesgerichts nicht um einen allgemeinen
übergangsrechtlichen Grundsatz, sondern nur um die weitaus häufigste
Übergangslösung bei für die Versicherten nachteiligen Änderungen des
Leistungsrechts, weshalb sich die Anwendung dieses "Grundsatzes" in aller Regel als
richtig erweist (was aber insbesondere für aus Versichertensicht vorteilhafte
Änderungen des Leistungsrechts nicht zutrifft). Eine überzeugende Lösung jedes
Übergangsproblems setzt beim sogenannten Geltungsprinzip an (vgl. dazu Ralph Jöhl,
Übergangsrechtliche Probleme im Leistungsrecht der Sozialversicherung, S. 1 ff.). Das
Geltungsprinzip bringt eigentlich eine Selbstverständlichkeit zum Ausdruck, nämlich
dass nur jenes Recht anwendbar ist, das in Geltung steht. Ab dem 1. Januar 2008 kann
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also nur das IVG in der Fassung der 5. IV-Revision anwendbar sein. Ob sich der
massgebende Sachverhalt vor oder nach dem Inkrafttretenszeitpunkt abgespielt hat,
ist dabei irrelevant. Auf die angefochtene Verfügung kann also nur das seit dem 1.
Januar 2008 geltende Recht Anwendung finden, denn das IV-Recht in der Fassung vor
der 5. IV-Revision ist nicht mehr in Geltung. Es ist nicht mehr Recht, sondern nur noch
eine historische Tatsache. Soll nun auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht
Anwendung finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss das
mit dem Geltungsprinzip in Übereinstimmung gebracht werden. Das ist nur dadurch
möglich, dass eine geltende Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für
bestimmte Sachverhalte anordnet. Dadurch wird das aufgehobene Recht zu geltendem
materiellem Übergangsrecht. Die Anwendbarkeit alten, aufgehobenen Rechts muss
ausdrücklich angeordnet werden und es muss definiert werden, welches die
sogenannten Altfälle sind, auf die das alte, aufgehobene Recht weiter anwendbar
bleiben soll.
2.2 Die 5. IV-Revision enthält zwar eine übergangsrechtliche Bestimmung, aber diese
bezieht sich nicht auf die Invalidenrente, sondern auf das Taggeld. Trotzdem gehen die
Verwaltungsweisungen von der Existenz einer Übergangsnorm des geltenden Rechts
aus, die für gewisse alte Rentenfälle die weitere Anwendbarkeit des alten,
aufgehobenen Rentenrechts anordnet (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12.
Dezember 2007 des Bundesamtes für Sozialversicherungen, S. 1 f.). Damit unterstellt
die weisungsgebende Aufsichtsbehörde eine ausfüllungsbedürftige Lücke im
intertemporalen Recht der 5. IV-Revision. Diese Auffassung der Aufsichtsbehörde ist
richtig, denn eine aus Versichertensicht nachteilige Änderung des Leistungsrechts, die
auch auf alte, bei Inkrafttreten neuen Rechts aber noch nicht verfügte Sachverhalte zur
Anwendung käme, hätte eine stossende Ungleichbehandlung zur Folge. Die noch vor
dem Inkrafttreten des neuen Leistungsrechts verfügten Fälle blieben nämlich von
dessen Nachteilen verschont, während die wenigen mit Verspätung und damit nach
dem Inkrafttreten verfügten, aber zeitlich mit den bereits verfügten parallel laufenden
alten Fälle die Nachteile des neuen Rechts in Kauf zu nehmen hätten. Es würde also
vom Zufall, nämlich dem Zeitpunkt des Verfügungserlasses, abhängen, ob vorteilhaftes
altes oder nachteiliges neues Leistungsrecht zur Anwendung käme. Allenfalls bestünde
sogar die Gefahr einer Manipulation des anwendbaren Rechts durch eine
Beschleunigung/Verzögerung des Verfügungserlasses. In aller Regel ist davon
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auszugehen, dass der Gesetzgeber diese drohende Ungleichbehandlung durch eine
Übergangsnorm verhindert hätte, welche die Weiteranwendbarkeit des vorteilhaften
alten, ausser Kraft gesetzten Leistungsrechts auf alle noch nicht verfügten alten
Sachverhalte ausgedehnt hätte, wenn er sich dieses Gleichbehandlungsproblems
bewusst gewesen wäre. Aus der beinahe routinemässigen Anordnung der
Weiteranwendbarkeit alten, aufgehobenen Rechts auf alle noch nicht verfügten alten
Fälle ist im Ergebnis die bundesgerichtliche Praxis entstanden. Diese Praxis beruht also
nicht auf einem allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsatz oder "Maxime", sondern
nur auf einem bei praktisch allen aus Versichertensicht nachteiligen Änderungen des
Leistungsrechts auftretenden Übergangsproblem und der dazugehörigen Lösung, also
aus der am weitaus häufigsten Übergangslösung.
2.3 Wichtig bei der Ausfüllung dieser übergangsrechtlichen Gesetzeslücke ist die
Definition dessen, was den sogenannten alten Sachverhalt ausmacht, auf den das alte,
aufgehobene Recht weiter anwendbar bleiben soll. Das kann jedenfalls nicht der
Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung sein, denn das würde ja gerade zu der
stossenden Ungleichbehandlung führen, die es durch das Übergangsrecht zu
verhindern gilt. Das massgebende Tatbestandsmerkmal muss so gewählt werden, dass
dem Gleichbehandlungsgrundsatz übergangsrechtlich Rechnung getragen werden
kann. Es muss also jene Fälle definieren, für die altes, aufgehobenes Recht weiter
anwendbar sein muss. Dabei sollte es sich nicht um ein verfahrensrechtliches Merkmal
(z.B. das Datum der Anmeldung, dasjenige des Abschlusses der
Sachverhaltsabklärung usw.) handeln, denn dieses ist zeitlich betrachtet immer ein
zufälliges. Es muss sich also um ein materiellrechtliches Merkmal handeln, das
"gegeben" ist und keiner zufälligen oder bewussten Beeinflussung durch die
versicherte Person oder die IV-Stelle zugänglich ist. In aller Regel erweist sich der
Zeitpunkt der Entstehung des Leistungsanspruchs (definiert nach dem alten, ausser
Kraft getretenen Recht) als geeignete intertemporalrechtliche Anknüpfung. Die
Aufsichtsbehörde hat stattdessen den Eintritt des Versicherungsfalles gewählt.
Dahinter dürfte die Überlegung gestanden haben, dass der Versicherungsfall noch
objektiver vorgegeben sei als die Entstehung des Rentenanspruchs, weil letzterer bei
einer verspäteten Anmeldung selbst bei einer Anwendung des alten, aufgehobenen
Rechts allenfalls in die Zeit nach dem Inkrafttreten des geltenden, nachteiligen Rechts
der 5. IV-Revision fallen würde. Ob diese Befürchtung ernst zu nehmen und tatsächlich
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auf den Zeitpunkt der Eintritts des Versicherungsfalls abzustellen ist, um die nach dem
aufgehobenen Recht zu behandelnden alten Fälle zu definieren, kann im vorliegenden
Fall offen bleiben, denn sowohl das Abstellen auf den Zeitpunkt der Entstehung eines
allfälligen Rentenanspruchs (nach altem Recht) als auch das Abstellen auf den
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls ergeben einen Bedarf nach einer
Weiteranwendung des alten, aufgehobenen Rechts in der Fassung vor der 5. IV-
Revision. Die Frage, wie weit zurück dem Beschwerdeführer die ganze Invalidenrente
nachzuzahlen ist, muss also nach dem IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden
Fassung, d.h. gestützt auf Art. 48 Abs. 2 aIVG beurteilt werden.
3.
3.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Ausgangspunkt der Ermittlung
des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person.
Dr. med. A._ hat am 8. April 2008 eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als
kaufmännischer Angestellter von 25% angegeben. Er hat aber hinzugefügt, dass eine
Stellensuche auf dem freien Arbeitsmarkt kaum erfolgreich sein werde. Es wäre
deshalb sinnvoll, den Beschwerdeführer an einem geschützten Arbeitsplatz
einzusetzen. Die zuständigen Ärzte des RAD haben daraus auf eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers geschlossen. Das beruht auf eine
Fehlinterpretation der Angaben von Dr. med. A._. Dieser hat mit der Aussage, eine
Stellensuche auf dem freien Arbeitsmarkt werde kaum erfolgreich sein, nicht zum
Ausdruck bringen wollen, dass der Beschwerdeführer keinem Arbeitgeber zumutbar
und deshalb nicht mehr einsetzbar sei, sondern er hat seinen medizinischen
Fachbereich verlassen und seine Meinung über die Zahl der offenen Arbeitsstellen
geäussert, die für den Beschwerdeführer in Frage kämen. Er hat also eine – negative -
Antwort auf die ihm gar nicht gestellte Frage gegeben, ob eine Arbeitsvermittlung
erfolgreich wäre. Daraus kann nicht auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers geschlossen werden. Der Beschwerdeführer ist zu 25%
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arbeitsfähig und er könnte in der freien Wirtschaft in diesem Umfang tätig sein, wenn er
die für ihn geeignete, offene Stelle finden würde. Das wäre allerdings aufgrund der
krankheitsbedingten Defizite keine qualifizierte kaufmännische Tätigkeit, sondern eine
Hilfsarbeit im Bürobereich. Als sogenannte "Invalidenkarriere" ist somit diejenige als
Hilfsarbeiter anzunehmen. Das zumutbare Invalideneinkommen ist praxisgemäss
anhand statistischer Durchschnittslöhne zu ermitteln. Massgebend ist der Zentralwert
der Hilfsarbeiterlöhne aller Branchen gemäss der vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 2002 (Tabelle TA1, alle Branchen) von
Fr. 4557.-, umgerechnet von vierzig auf den schweizerischen Durchschnitt von 41,7
Wochenarbeitsstunden Fr. 4750.70 bzw. Fr. 57'008.-. Bei einem Beschäftigungsgrad
von 25% ergibt das Fr 14'252.-. Unter Berücksichtigung des statistisch ausgewiesenen
Lohnnachteils bei Teilzeitbeschäftigung (vgl. Lohnstrukturerhebung 2002 S. 28 Tabelle
T8*) und der ausgeprägten indirekt krankheitsbedingten Nachteile (wie z.B. der Gefahr
überdurchschnittlich vieler Krankheitsabsenzen, des Bedarfs nach besonderer
Rücksichtnahme, der fehlenden Flexibilität usw.) rechtfertigt sich ein zusätzlicher
Abzug von 20%. Damit resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 11'402.-.
3.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf Art.
26 IVV abgestellt und zwar nicht auf den für 2002 geltenden Ansatz von Fr. 55'200.-
(80% von Fr. 69'000.-), sondern fälschlicherweise auf den Ansatz des Jahres 2007 von
Fr. 65'250.- (90% von Fr. 72'500.-). Tatsächlich kommt Art. 26 IVV gar nicht zur
Anwendung, denn der Beschwerdeführer ist kein Versicherter, der wegen der Invalidität
keine zureichenden beruflichen Kenntnisse hat erwerben können. Er hat den Beruf des
kaufmännischen Angestellten erlernt und er hat die Berufsmittelschule abgeschlossen.
Daran vermag die Tatsache, dass er den erlernten Beruf aufgrund der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht ausüben kann, nichts zu ändern. Das
Valideneinkommen ist anhand jener beruflichen Entwicklung zu bemessen, die der
Beschwerdeführer ohne die Behinderung durchgemacht hätte. Der Beschwerdeführer
vertritt die Auffassung, dass er einen Fachhochschul- oder einen Universitätsabschluss
erreicht hätte. Angesichts seiner intellektuellen Begabung ist das durchaus plausibel.
Allerdings wäre das nicht bis zum 22. Altersjahr (2002) möglich gewesen. Da die
Invaliditätsbemessung die berufliche Weiterentwicklung einer versicherten Person
vorwegnehmen muss (vgl. Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, bearbeitet
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durch Ulrich Meyer-Blaser, S. 206), das Erklimmen einer neuen Stufe auf der
Karriereleiter und die damit verbundene Steigerung des (hypothetischen)
Valideneinkommens als keinen Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG darstellt,
muss die Validenkarriere des Beschwerdeführers zumindest den
Fachhochschulabschluss umfassen. Damit ist allerdings nicht automatisch das
Erreichen einer Spitzenposition verbunden. Deshalb ist es gerechtfertigt, das
Valideneinkommen anhand der Tabelle TA1 der Lohnstrukturerhebung 2002 zu
ermitteln. Dieses beläuft sich in den Anforderungsstufen 1 und 2 umgerechnet auf 41,7
Wochenarbeitsstunden auf Fr. 7819.- bzw. Fr. 93'828.-. Bei einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 11'402.- resultiert eine behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse von Fr. 82'426.-. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von 88%. Der
Beschwerdeführer hat somit einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
4.
4.1 Gemäss Art. 48 Abs. 2 Satz 2 aIVG werden weitergehende Nachzahlungen
erbracht, wenn die versicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht
kennen konnte und sie die Anmeldung innert zwölf Monaten nach der Kenntnisnahme
vornimmt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese Bestimmung eng zu
interpretieren: Mit der Kenntnis des anspruchsbegründenden Sachverhalts ist nicht das
subjektive Einsichtsvermögen gemeint, sondern es geht [...] darum, ob der
anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv feststellbar ist oder nicht" (ZAK 1984 S.
405). "La restitution du délai, au sens de la 2 phrase de l'alinéa 2 de l'article 48 LAI, ne
peut donc être accordée que dans des cas très rares, c'est-à-dire dans ceux où
l'atteinte à la santé du recourant ne pouvait être objectivement constaté en l'état de la
science médicale" (M. Valterio, Droit et pratique de l'assurance-invalidité, S. 306).
Massgebend wäre demnach nicht der Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdeführer
erstmals erkannt hat, dass er wegen einer Gefährdung/Einschränkung seiner
erwerblichen Leistungsfähigkeit Leistungen der Invalidenversicherung benötigte,
sondern der Zeitpunkt, in dem die später zu einem IV-Leistungsbedarf führende
Krankheit medizinisch objektiv erkennbar war. Diese Praxis ist allzu streng, denn es
kann von den Versicherten nicht verlangt werden, dass sie sich bereits dann zum
Bezug von IV-Leistungen anmelden, wenn eine Krankheit diagnostiziert wird, die später
einmal zu einem IV-Leistungsbedarf führen könnte. Eine IV-Anmeldung kann erst dann
e
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erwartet werden, wenn wahrscheinlich ist, dass eine Krankheit in nächster Zukunft
einen IV-Leistungsbedarf auslösen wird. Massgebend ist im vorliegenden Fall also
weder die während des Geburtsvorgangs eingetretene körperliche
Gesundheitsschädigung noch die später daraus entstandenen psychischen Probleme.
Abzustellen ist vielmehr auf den Zeitpunkt, in welchem erstmals objektiv erkennbar
war, dass die Krankheit einen IV-Leistungsbedarf bewirken würde. Das war spätestens
während des zur Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten absolvierten
Praktikums in den Jahren 2000 und 2001 der Fall. Dabei sind nämlich erhebliche
Schwierigkeiten bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit aufgetreten, die objektiv
nicht auf ein Fehlverhalten des Arbeitgebers, sondern auf die Folgen der
Gesundheitsbeeinträchtigung für die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers am
Arbeitsplatz zurückzuführen waren. Spätestens die Erfahrungen während des
Praktikums 2000 und 2001 waren also geeignet, um bei objektiver Betrachtung eine IV-
Anmeldung zu rechtfertigen. Der Beschwerdeführer hat somit am 28. Februar 2003 im
Sinne von Art. 48 Abs. 2 Satz 1 aIVG verspätet angemeldet. Er hat nur für die zwölf
dieser Anmeldung vorangehenden Monate einen Anspruch auf Rentenleistungen. Die
Beschwerdegegnerin hat ihm grundsätzlich zu Recht rückwirkend ab 1. März 2002 eine
Invalidenrente zugesprochen.
4.2 In ihrer Beschwerdeantwort macht die Beschwerdegegnerin sinngemäss geltend,
der Beschwerdeführer habe im Sommer 2001 die Ausbildung zum kaufmännischen
Angestellten innerhalb der regulären Zeit beendet. Da er während dieser Ausbildung
nicht in rentenbegründendem Ausmass ausbildungsunfähig gewesen sei, habe das
Wartejahr erst mit dem Ausbildungsabschluss im Sommer 2001 zu laufen begonnen.
Es sei demnach im Sommer 2002 erfüllt gewesen, weshalb erst ab August 2002 ein
Anspruch auf eine ganze Rente bestehen könne. Dieser Argumentation steht die
medizinische Feststellung entgegen, dass der Beschwerdeführer spätestens mit der
Vollendung des 18. Altersjahrs arbeitsunfähig sei. Art. 29 Abs. 1 lit. b aIVG setzt nicht
eine Ausbildungsunfähigkeit, sondern eine Arbeitsunfähigkeit voraus. Ob der
Beschwerdeführer in der Lage gewesen ist, trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung die
Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten zu absolvieren, ist demnach nicht
relevant. Entscheidend ist einzig, dass der Beschwerdeführer, hätte er die Ausbildung
nicht krankheitsbedingt mit Verspätung beginnen müssen, bereits vor dem Jahr 2001
die Lehrabschlussprüfung absolviert hätte. Am 1. März 2001 wäre er also bereits zu
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100% im erlernten und jedem anderen Beruf arbeitsunfähig gewesen. D.h. das
Wartejahr war am 1. März 2002 längst abgelaufen. Deshalb besteht – der Verfügung
entsprechend – ab März 2002 ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
5.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich
nach dem Verfahrensaufwand. Dieser rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von Fr. 500.-
(Art. 69 Abs. 1 IVG). Da der Beschwerdeführer Ergänzungsleistungen bezieht und da
er nur über ein geringes effektiv vorhandenes Vermögen verfügt, ist ihm die beantragte
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (Art. 99 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung der
Gerichtsgebühr wird deshalb verzichtet, der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-
dem Beschwerdeführer zurückerstattet. Der Beschwerdeführer ist aber darauf
hinzuweisen, dass er die Gerichtsgebühr von Fr. 500.- wird nachzahlen müssen, wenn
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse in Zukunft einmal gestatten sollten (Art. 99 Abs. 2
VRP i.V.m. Art. 288 Abs. 1 ZPG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG