Decision ID: ba82a897-1d07-4e6f-82c6-d7d0ed251c59
Year: 2005
Language: de
Court: CH_BGer
Chamber: CH_BGer_016
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: social_law

Sachverhalt:
Sachverhalt:
A. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2002 lehnte die IV-Stelle des Kantons Solothurn ein Gesuch von T._ (geboren am 31. Oktober 1993) um medizinische Massnahmen ab.
A. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2002 lehnte die IV-Stelle des Kantons Solothurn ein Gesuch von T._ (geboren am 31. Oktober 1993) um medizinische Massnahmen ab.
B. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 4. August 2003 in dem Sinne gut, dass es die Sache zu näheren Abklärungen an die Verwaltung zurückwies.
B. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 4. August 2003 in dem Sinne gut, dass es die Sache zu näheren Abklärungen an die Verwaltung zurückwies.
C. Mit Verfügung vom 23. April 2004 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um medizinische Massnahmen erneut ab. Diese Verfügung bestätigte die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 6. September 2004.
C. Mit Verfügung vom 23. April 2004 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um medizinische Massnahmen erneut ab. Diese Verfügung bestätigte die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 6. September 2004.
D. Auf Beschwerde hin erkannte das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 11. November 2004, dass T._ Anspruch auf medizinische Massnahmen habe.
D. Auf Beschwerde hin erkannte das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 11. November 2004, dass T._ Anspruch auf medizinische Massnahmen habe.
E. Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Begehren, der kantonale Entscheid sei aufzuheben.
Während T._ auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen lässt, beantragt die IV-Stelle deren Gutheissung.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1. Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen zum Anspruch von Personen bis zum vollendeten 20. Altersjahr auf medizinische Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG und Art. 13 IVG), zu den anerkannten Geburtsgebrechen (Art. 1 GgV), insbesondere zum angeborenen Psychoorganischen Syndrom (POS; Ziff. 404 GgV Anhang), und die dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 122 V 113) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
1. Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen zum Anspruch von Personen bis zum vollendeten 20. Altersjahr auf medizinische Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG und Art. 13 IVG), zu den anerkannten Geburtsgebrechen (Art. 1 GgV), insbesondere zum angeborenen Psychoorganischen Syndrom (POS; Ziff. 404 GgV Anhang), und die dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 122 V 113) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens nach Ziff. 404 GgV Anhang hat. Dies ist unbestrittenermassen nur dann der Fall, wenn sowohl die Diagnosestellung als auch der Behandlungsbeginn vor dem vollendeten 9. Altersjahr, somit vor Ende Oktober 2002, erfolgt sind.
2.1 Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Im Bericht vom 28. Mai 2001 hat das Spital X._ einen "Verdacht auf eine hyperkinetische Störung (HKS nach ICD-10, ADHD nach DSM-IV, POS nach IV-Kriterien)" geäussert. Am 22. Oktober 2002 diagnostiziert Dr. med. A._, Arzt FMH für Allgemeine Medizin, ein ADHD. Unter homöopathischer Behandlung und Verhaltenstraining gehe es gut. In einem weitern Bericht vom 2. Dezember 2002 nennt er ein Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivität. Im Bericht vom 18. Februar 2003 fügt er an, der Versicherte könne nur dank Ritalin den Schulunterricht besuchen. Frau Dr. med. F._, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, gibt im Bericht vom 3. Februar 2004 an, der Beschwerdegegner leide an einem frühkindlichen POS im Sinne des Geburtsgebrechens nach Ziff. 404 GgV Anhang.
2.2 Aus dieser Krankengeschichte erhellt, dass nur die Verdachtsdiagnose des Spitals X._ vom 28. Mai 2001 und die Diagnose eines ADHD von Dr. med. A._ vom 22. Oktober 2002 vor dem kritischen Datum des 31. Oktober 2002 liegen. Eine Verdachtsdiagnose genügt rechtsprechungsgemäss den Voraussetzungen von Ziff. 404 GgV Anhang nicht (Urteile C. vom 22. September 2004, I 200/04, und G. vom 5. September 2001, I 554/00). Aber auch die Angaben von Dr. A._ sind nicht ausreichend: Dieser Arzt gibt in allen seinen Berichten weder ausdrücklich ein POS noch ein Geburtsgebrechen an und verweist nie auf Ziff. 404 GgV Anhang. Zudem nennt er als Diagnose teilweise ein ADHD, dann ein ADS. Hinsichtlich des ADS hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil L. vom 15. März 2004, I 572/03, unter Hinweis auf die medizinische Fachliteratur festgehalten, dass es nicht einem kongenitalen POS im Sinne von Ziff. 404 GgV Anhang gleichgestellt werden darf. Zwar hat Frau Dr. med. F._ am 3. Februar 2004 ein POS diagnostiziert. Dies hilft dem Versicherten indessen nicht weiter. Wenn es an einer rechtzeitigen Diagnose mangelt, fehlt es an einer Voraussetzung für die Leistungspflicht der Invalidenversicherung. Einzig falls die Diagnose rechtzeitig gestellt wird, ist es denkbar, deren Richtigkeit mit nach dem 9. Altersjahr durchgeführten Erhebungen beweismässig zu untermauern. Nachträgliche Untersuchungen können aber aus einer fehlenden oder verspäteten Diagnose keine rechtzeitige machen (BGE 122 V 117 Erw. 2f). Daher ist die Invalidenversicherung vorliegend nicht leistungspflichtig.