Decision ID: 662d2f3e-5801-4d7e-972b-16e5337cc406
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S. ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 00 in W. .. .. Im östlichen Teil des
Grundstücks steht eine gemäss Schutzplan und Art. 25 des Baureglements (abgekürzt
BauR) geschützte Baumgruppe. Rund 75 m nördlich der geschützten Baumgruppe
stehen weitere markante Laubbäume, die ebenfalls durch den Schutzplan und
Art. 25 BauR geschützt sind. Das Grundstück Nr. 00 fällt nach Südwesten steil ab und
ist unüberbaut.
Am 4. August 2004 wurde für das Grundstück Nr. 00 ein Gestaltungsplan erlassen, der
vom Baudepartement am 8. November 2005 genehmigt wurde. Der Gestaltungsplan
legt die Grundfläche für zwei Bauten innerhalb der geschützten Baumgruppe fest. Um
diese Überbauung realisieren zu können, ist die Fällung von fünf Bäumen erforderlich.
Der Gestaltungsplan sieht für die zu fällenden Bäume genau bezeichnete
Ersatzstandorte vor. Die restlichen Einzelbäume innerhalb der geschützten
Baumgruppe sind gemäss Gestaltungsplan zu erhalten.
Am 19. August 2008 reichte S. ein Gesuch für die Fällung eines Nussbaums auf dem
Grundstück Nr. 00 ein. Der zu fällende Nussbaum ist der nördlichste der geschützten
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Baumgruppe von insgesamt acht Bäumen. Im Fällgesuch wurde vorgebracht, gemäss
Stadtförster sei der Nussbaum krank und nicht mehr zu retten.
Mit Entscheid vom 20. Oktober 2008 genehmigte die Baukommission das Fällgesuch
unter Bedingungen und Auflagen. In Ziff. 4 ihres Entscheids ordnete die
Baukommission an, dass die Ersatzpflanzung für den gefällten Nussbaum "A" in einem
Radius von maximal 2 m mit einem Nussbaum zu erfolgen habe und diese in der
Vegetationsphase 2008/2009 stattfinden müsse. Die Baukommission erwog, die
Fällung des Nussbaums sei durch dessen Gesundheitszustand bedingt. Der vom
Eigentümer vorgeschlagene Standort für die Ersatzpflanzung halte die Vorschriften des
Gestaltungsplans aber nicht ein. Der Nussbaum sei im Plan und in der Legende als
Einzelbaum innerhalb der geschützten Baumgruppe festgelegt und zu erhalten. Der
vom Eigentümer vorgeschlagene Standort widerspreche den öffentlichen Interessen an
der Respektierung des Baumschutzes. Eine Ersatzpflanzung an gleicher Stelle sei
zwingend erforderlich.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 10. November 2008 erhob S. Rekurs beim
Baudepartement mit dem Antrag, Ziff. 4 des Beschlusses der Baukommission vom
20. Oktober 2008 sei aufzuheben, auf die Anordnung einer Ersatzpflanzung sei zu
verzichten, eventuell sei der Standort und die Art der Ersatzpflanzung gemäss der
nachfolgenden Begründung und der beigeschlossenen Skizze festzulegen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Rekurrent machte geltend, der Gestaltungsplan
enthalte keine Bestimmungen über die Ersatzpflanzung, weshalb Art. 25 BauR
anwendbar sei. Angesichts der bedrängten Platzverhältnisse stelle er eine
Ersatzpflanzung in Frage. Werde an der Forderung der Ersatzpflanzung durch einen
Nussbaum festgehalten, dürfe diese nicht im Wurzelbereich des kranken Baumes
erfolgen, da diesfalls Krankheitserreger auf die Neupflanzung übertragen würden. Er
schlage für den Eventualfall eine Ersatzpflanzung im Bereich der Neupflanzungen
entlang der Ostgrenze des Grundstücks Nr. 00 vor.
Am 16. Februar 2009 führte das Baudepartement in Anwesenheit der
Verfahrensbeteiligten sowie des Stadtförsters an Ort und Stelle einen Augenschein
durch.
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Das Baudepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 8. Mai 2009 ab. Es erwog,
der kranke Nussbaum sei gemäss Gestaltungsplan zu erhalten. Der Plan treffe aber
keine Regelung für den Fall, dass ein als erhaltenswert bezeichneter Baum erkranke
und aus Sicherheitsgründen entfernt werden müsse. Die Bestimmung in Art. 8 Abs. 3
Satz 3 der besonderen Vorschriften zum Gestaltungsplan (abgekürzt besV), wonach die
zu fällenden Bäume gemäss Plan zu ersetzen seien, beziehe sich lediglich auf die fünf
in der Legende zum Gestaltungsplan mit "Einzelbaum zu fällen" bezeichneten Bäume.
Der Gestaltungsplan enthalte somit für die Ersatzpflanzung des kranken Nussbaums
entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Vorschriften. Zu prüfen sei im folgenden
eine Ersatzpflanzung nach Art. 25 BauR. Vorliegend sei unbestritten, dass der
Gesundheitszustand des Nussbaums die Fällung erfordere und ein
Ermessensspielraum der Baukommission insoweit bestehe, als diese darüber befinden
könne, ob die Verhältnisse eine Ersatzpflanzung zuliessen. Umstritten sei, ob der
Baukommission bezüglich der Frage des Standortes der Ersatzpflanzung ein
Ermessensspielraum zustehe. Aufgrund der "Kann"-Formulierung stehe der
Baukommission ein Ermessensspielraum offen, ob sie eine Ersatzpflanzung anordnen
wolle. Dieser Entscheid hänge davon ab, ob die tatsächlichen Verhältnisse eine
Ersatzpflanzung zuliessen, was wiederum eine Beurteilung insbesondere der konkreten
örtlichen Gegebenheiten sowie die Abklärung erfordere, ob überhaupt taugliche
Standorte für Ersatzpflanzungen vorhanden seien. Aus diesem Grund umfasse Art. 25
Abs. 2 Satz 3 BauR entgegen der Auffassung des Rekurrenten auch das Ermessen der
Baukommission, den Standort der Ersatzpflanzung festzulegen. Sinn und Zweck von
Art. 25 BauR sei es, den Bestand der geschützten Einzelbäume und Baumgruppen
möglichst integral zu erhalten. In der Regel seien der Standort eines Einzelbaums und
die Stellung der einzelnen Bäume in einer Baumgruppe entscheidende Gründe für die
Aufnahme in einen Schutzplan. Eine Ersatzpflanzung eines geschützten Baums an
einem neuen Standort würde den Anliegen des Naturschutzes in vielen Fällen nicht
gerecht werden. Zweck von Art. 25 Abs. 2 Satz 3 BauR könne somit nur sein, bei einer
Ersatzpflanzung von geschützten Einzelbäumen, Baumgruppen und
Kleinbestockungen auch deren Standort möglichst unverändert zu belassen. Indem die
Baukommission den Standort für die Ersatzpflanzung in einem Radius von höchstens
2 m verfügt habe, habe sie in Übereinstimmung mit Sinn und Zweck des Reglements
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entschieden und den Ermessensspielraum nicht überschritten. Auch habe sie ihr
Ermessen weder falsch noch unzweckmässig ausgeübt.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. Mai 2009 erhob S. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Baudepartements vom 8. Mai
2009 und Ziff. 4 des Beschlusses der Baukommission vom 20. Oktober 2008 seien
aufzuheben und es sei der Standort und die Art der Ersatzpflanzung gemäss
nachfolgender Begründung und dem seitens des Stadtförsters am Augenschein der
Vorinstanz unterbreiteten Vorschlag festzulegen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. In seiner Beschwerdeergänzung vom 19. Juni 2009 hält der
Beschwerdeführer an seinem Antrag fest. Zur Begründung macht er geltend, dem
Gestaltungsplan sei zu entnehmen, dass der Standort der als Ersatz für die zu
fällenden Bäume vorzunehmenden Neupflanzung an die nordöstliche Grenze des
Grundstücks Nr. 00 gelegt worden sei. Dies sei bewusst geschehen. Durch den Wegfall
der in den Baubereichen gelegenen Bäume entstehe eine neue Orientierung der
Baumgruppe. Zudem werde mit dieser Verschiebung nach Nordosten ein besserer
Bezug zur darüberliegenden, rund 100 m entfernten Baumgruppe erzielt. Massgebend
sei dabei insbesondere die Sicht aus der Altstadt in Richtung .. gewesen. Er sei zum
Schluss gekommen, dass der am Augenschein präsentierte Vorschlag der
Ersatzpflanzung den Überlegungen, wie sie beim Erlass des Gestaltungsplans gemacht
worden seien, besser entspreche als der ursprünglich vorgeschlagene Ersatzstandort.
Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sei nur mehr der Standort der
Ersatzpflanzung umstritten. Diesbezüglich halte er an dem bisher schon erhobenen
Vorwurf des Ermessensmissbrauchs fest. Da die Vorinstanz nicht korrigierend
eingegriffen habe, habe sie ihrerseits einen Ermessensmissbrauch bzw. eine materielle
Rechtsverweigerung begangen. Es sei unbestritten, dass der Gesundheitszustand des
fraglichen Nussbaums die Fällung erfordere und der Gestaltungsplan keine Vorschriften
für die Ersatzpflanzung enthalte, weshalb einzig Art. 25 BauR massgeblich sei. Diese
Bestimmung lasse einen Ermessensspielraum offen, ob eine Ersatzpflanzung
überhaupt anzuordnen sei, und, wenn solches verfügt werde, dass auch der Standort
der Ersatzpflanzung in sachgerechter Ermessensausübung festgelegt werden könne.
Im übrigen sei es unverhältnismässig, die auf seine Kosten auszuführende
Jungpflanzung zusätzlichen, grundsätzlich vermeidbaren Risiken auszusetzen,
insbesondere dem Risiko einer Krankheitsübertragung auf die Jungpflanze mit dem
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Resultat, dass die kostenverursachende Ersatzpflanzung mehrmals durchgeführt
werden müsste.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2009 die Abweisung
der Beschwerde.
Die Baukommission beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 9. Juli 2009 unter Hinweis
auf die Vernehmlassung des Baudepartements die Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen Stellung zu
nehmen. Dies tat er mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 31. August 2009. Darin
hält er an seinen Anträgen fest.
Vor seinem Entscheid hat das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort und Stelle
durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und erhielten
Gelegenheit zur Stellungnahme. Darauf sowie auf die weiteren Vorbringen der

Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 25. Mai und
19. Juni 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 99 Abs. 2 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG) können, wenn
ein Bedürfnis besteht, als Schutzmassnahmen Zonen-, Überbauungs- oder
Gestaltungspläne erlassen werden. Für grössere zusammenhängende Gebiete können
die Schutzmassnahmen durch Verordnung festgelegt werden (Art. 99 Abs. 3 BauG). In
Schutzverordnungen sowie in Zonen-, Überbauungs- oder Gestaltungsplänen können
Eigentumsbeschränkungen aller Art, wie Bauverbote, Baubeschränkungen oder
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Abbruchverbote, die zum Schutz erforderlich sind, angeordnet sowie Vorschriften über
Bepflanzung, Nutzung und Zutritt erlassen werden (Art. 99 Abs. 4 BauG).
2.1. Der Stadtrat hat am 4. August 2004 für das Grundstück Nr. 00 den
Gestaltungsplan erlassen. Dieser wurde vom Baudepartement am 8. November 2005
genehmigt. Nach den besonderen Vorschriften zum Gestaltungsplan (abgekürzt besV)
sind drei Bäume der Baumgruppe auf dem Grundstück Nr. 00 als Einzelbäume
qualifiziert, die zu erhalten sind, während fünf Bäume aufgrund der geplanten
Überbauung gefällt werden dürfen und gemäss Plan zu ersetzen sind.
Fest steht, dass der vorliegend betroffene kranke Nussbaum "A" gemäss den besV zu
jenen Bäumen gehört, die zu erhalten sind. Weiter ist unbestritten, dass der
Gestaltungsplan keine Regelung trifft für den Fall, dass einer der zu erhaltenden Bäume
erkrankt und aus Sicherheitsgründen entfernt werden muss. Art. 8 Abs. 3 Satz 3 besV
bezieht sich lediglich auf die fünf in der Legende zum Gestaltungsplan bezeichneten
Bäume, die gefällt werden dürfen. Die Rechtmässigkeit der Ersatzpflanzung ist daher
nach Art. 25 BauR zu prüfen, was im Beschwerdeverfahren nicht mehr streitig ist.
2.2. Art. 25 BauR bestimmt, dass die im Schutzplan bezeichneten Einzelbäume,
Baumgruppen, Hecken, Feld- und Ufergehölze geschützt sind. Ohne Bewilligung der
Baukommission dürfen Bäume nicht gefällt und die Kleinbestockungen nicht
vermindert oder beeinträchtigt werden. Die Bewilligung wird erteilt, wenn es der
Gesundheitszustand der Pflanzen erfordert oder wenn andere Interessen im Einzelfall
überwiegen. Wo die Verhältnisse es zulassen, kann die Baukommission die Bewilligung
von Ersatzbepflanzungen abhängig machen (Art. 25 Abs. 2 BauR).
Im Beschwerdeverfahren wird die Pflicht zur Ersatzpflanzung nicht mehr angefochten.
Der Beschwerdeführer stellt in seinem Rechtsbegehren ausdrücklich den Antrag, es sei
der Standort und die Art der Ersatzpflanzung in bestimmter Art und Weise festzulegen.
Der Entscheid, eine Ersatzpflanzung zu tätigen, wurde vom Eigentümer akzeptiert.
Darüber sind keine weiteren Ausführungen erforderlich.
2.3. Streitig sind einzig der Standort und die Art der Ersatzpflanzung. Die Vorinstanz
hält im angefochtenen Entscheid fest, es sei nur noch streitig, ob die
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Beschwerdegegnerin ihr Ermessen zweckmässig ausgeübt habe, indem sie eine
Ersatzpflanzung unter den vorliegenden Umständen in einem Radius von höchstens
2 m mit einem Nussbaum verfügt habe. Der Beschwerdeführer will die Ersatzpflanzung
näher an die östliche Grundstücksgrenze legen. Dagegen wendet die Vorinstanz ein,
aus dem Gestaltungsplan gehe "in keinster Weise" hervor, dass die gesamte
bestehende Baumgruppe an die nordöstliche Grenze des Grundstücks Nr. 00 verlegt
werden solle und zusätzliche Ersatzpflanzungen an der nordöstlichen Grenze des
Grundstücks als Verbesserung in der Gestaltung der geschützten Baumgruppe
erachtet würden. Im übrigen könne das Risiko einer Ansteckung auf die Jungpflanze
nicht abgeschätzt werden.
2.4. Die Vorinstanz legt in der Begründung ihres Entscheids grosses Gewicht auf den
Ermessensspielraum der Beschwerdegegnerin sowie auf ihre Zurückhaltung bei der
Beurteilung der Angemessenheit, da insbesondere örtliche Gegebenheiten zu
berücksichtigen seien, bei denen sich die Beschwerdegegnerin besser auskenne.
Indem sich die Beschwerdegegnerin mit den Argumenten der Beteiligten
auseinandergesetzt und den Ermessensspielraum zweckmässig ausgeübt habe, könne
nicht von einem Ermessensmissbrauch gesprochen werden.
Im Streitfall ist nicht allein die Ausübung des Ermessens bzw. der Umfang des
Ermessensspielraums von entscheidender Bedeutung. Fest steht, dass nach Art. 25
Abs. 2 BauR die Anordnung einer Ersatzpflanzung grundsätzlich im Ermessen der
Baubewilligungsbehörde steht. Namentlich sieht Art. 25 BauR keine Verpflichtung zu
Ersatzpflanzungen vor. Die Anordnung einer Ersatzpflanzung ist jedoch mit einer
Eigentumsbeschränkung verbunden, also mit einem Eingriff in ein
verfassungsmässiges Recht.
Eigentumsbeschränkungen sind, wie andere Grundrechtseinschränkungen, nur unter
bestimmten Voraussetzungen zulässig. Die Massnahme hat auf einer gesetzlichen
Grundlage zu beruhen, sie muss im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig
sein (Art. 36 Abs. 1 bis 3 der Bundesverfassung, SR 101, abgekürzt BV). Eine
gesetzliche Grundlage ist mit Art. 99 BauG und Art. 25 BauR gegeben. Auch wird das
öffentliche Interesse an der Erhaltung des rechtskräftig ausgeschiedenen
Schutzobjekts nicht in Frage gestellt. Zu prüfen ist allerdings die Verhältnismässigkeit
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im Sinn von Art. 36 Abs. 3 BV. Dieses Kriterium misst sich am Verhältnis des
Grundrechtseingriffs zum Zweck der Regelung, der dem öffentlichen Interesse (bzw.
dem Schutz der Grundrechte Dritter) dienen muss. Dabei müssen drei Aspekte der
Verhältnismässigkeit kumulativ erfüllt sein: die Eignung, die Erforderlichkeit und die
Verhältnismässigkeit von Eingriffszweck und Eingriffswirkung. Beim letztgenannten
Kriterium ist zu prüfen, ob das gesteckte Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu der zu
seiner Erlangung notwendigen Freiheitsbeschränkung steht (vgl. statt vieler
R.J. Schweizer, St. Galler Kommentar, 2. Aufl. 2008, Rz. 22 ff. zu Art. 36 BV mit
zahlreichen Hinweisen). Die Verhältnismässigkeit von Eingriffen in Grundrechte wird
vom Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren ungeachtet eines
Ermessensspielraums der Verwaltung frei geprüft, da es sich um eine Rechtsfrage
handelt.
2.5. Im vorliegenden Fall wird aufgrund des Gestaltungsplans die bestehende
Baumgruppe auf dem Grundstück Nr. 00 wesentlich verändert. Die beiden Häuser
kommen unmittelbar in den Bereich der Baumgruppe zu stehen. Von dieser
Baumgruppe werden fünf der acht Bäume gefällt, und vier Bäume werden an
Ersatzstandorten neu angepflanzt. Die Lage und Struktur der bisherigen Baumgruppe
wird durch die Überbauung und die Ersatzpflanzung erheblich verändert. Ungeachtet
der Ersatzpflanzung des streitigen Nussbaumes "A" wird die Lage und die Orientierung
der Baumgruppe neu gestaltet. Aus dem Gestaltungsplan geht entgegen den
Vorbringen in der Vernehmlassung der Vorinstanz durchaus hervor, dass die
bestehende Baumgruppe gegen die Grenze des Grundstücks Nr. 00 verlegt werden
soll. Dem kranken Nussbaum "A" kommt nach dem Überbauungsplan nicht mehr
dieselbe prägende Stellung zu wie in der bestehenden Baumgruppe. Bisher hatte die
Baumgruppe auch nicht die Funktion, ein bestehendes Gebäude zu umgeben. Soweit
der Nussbaum "A" nach den besonderen Vorschriften des Gestaltungsplans zu
erhalten ist, kann dies nicht gegen die Ersatzpflanzung an dem vom Beschwerdeführer
beantragten Standort ins Feld geführt werden. Der Baum ist krank und wird nicht für
die Zwecke der Überbauung bzw. des Gestaltungsplans gefällt. Mit der Verlegung der
Baumgruppe wird der Aspekt des Naturschutzes nicht beeinträchtigt. Auch ist es nicht
erforderlich, dass die Ersatzpflanzung die Gestaltung der bestehenden Baumgruppe
verbessert. Es ist nicht nachvollziehbar, dass den Anliegen des Naturschutzes mit einer
Ersatzpflanzung eines Baumes an dem vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen
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Standort weniger gerecht wird als mit einem Standort im Radius von höchstens 2 m um
den bestehenden Standort. Demgegenüber erachtet der Beschwerdeführer den von
ihm beantragten Ersatzstandort im Hinblick auf die geplante Überbauung als
vorteilhafter. Hinzu kommt, dass nicht geklärt ist, inwiefern die Krankheit des
bestehenden Baumes eine Ersatzpflanzung gefährdet und die Beschwerdegegnerin
nicht bereits ist, im Falle einer Erkrankung des als Ersatz zu pflanzenden Baumes eine
allfällige neuerliche Ersatzpflanzung durchzuführen oder allenfalls deren Kosten zu
übernehmen.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss,
dass die Notwendigkeit des von der Beschwerdegegnerin festgelegten
Ersatzstandortes nicht gegeben ist und überdies das Ziel der beabsichtigten
Massnahme nicht in einem vernünftigen Verhältnis zur Intensität der
Eigentumsbeschränkung steht. Kann ein Eingriff in das Eigentum weniger
einschneidend gestaltet werden und trotzdem der Zweck des Eingriffs ungeschmälert
erreicht werden, rechtfertigt es sich im Lichte des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes
nicht, die für den Eigentümer einschneidendere Lösung zu verfügen. Vielmehr soll auf
die Interessen des Eigentümers gebührend Rücksicht genommen und die schonende
Variante gewählt werden. Daher rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall, für die
Ersatzpflanzung den vom Beschwerdeführer beantragten Standort festzulegen.
2.6. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde gutzuheissen ist und der angefochtene Rekursentscheid des
Baudepartements vom 8. Mai 2009 sowie Ziff. 4 des Beschlusses der Baukommission
vom 20. Oktober 2008 aufzuheben sind. Die Ersatzpflanzung hat entsprechend dem
vom Stadtförster am vorinstanzlichen Augenschein gemachten Vorschlag in einer
Distanz von rund 8,5 m in einem Winkel von rund 77° zum Standort des kranken
Nussbaums "A" zu erfolgen, wobei allfällige Abstandsvorschriften zum
Verbindungsweg .. zu beachten sind. Als Ersatz kann gemäss den Ausführungen des
Stadtförsters am Augenschein der Vorinstanz auch eine Eiche oder ein Bergahorn
gepflanzt werden. Dies entspricht einer Gutheissung der Beschwerde.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdegegnerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
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Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--
zurückzuerstatten.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2 und
Art. 98bis VRP). Eine Entschädigung von Fr. 4'000.-- für das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75).
Demnach hat das Verwaltungsgericht