Decision ID: 9337bbab-3caa-508f-9e75-9b8e90252e6f
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 7. November 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 4.1). Der behandelnde Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im
Bericht vom 28. November 2005 u.a. ein chronisches Lumbovertebralsyndrom und eine
chronische Nephropathie mit anhaltender Proteinurie. Die Versicherte sei zur Zeit 100%
arbeitsunfähig, da sie auch die Arbeit im Haushalt nicht selbstständig erledigen könne.
Der Hausarzt befürwortete eine Berufsabklärung (act. G 4.9). RAD-Arzt Dr. med. C._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vertrat die Ansicht, dass "im
angestammten Beruf" der Versicherten als Hausfrau eine Einschränkung von unter
20% bestehe (Stellungnahme vom 16. Januar 2006, act. G 4.10). Am 26. Januar 2006
verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsgesuchs (act. G 4.13). Auf
Einsprache vom 20. Februar 2006 hin (act. G 4.17) widerrief die IV-Stelle am 14. März
2006 die angefochtene Verfügung und stellte weitere Abklärungen in Aussicht (act.
G 4.27).
A.b Im Verlaufsbericht vom 12. September 2006 gab Dr. B._ an, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der Zeit ab November 2005
verschlechtert (act. G 4.38). Der behandelnde Dr. med. D._, Innere Medizin FMH,
spez. Nephrologie, berichtete am 10. Oktober 2006, dass das Nierenleiden
(Nephrektomie links bei Schrumpfniere im Rahmen einer chronischen Pyelonephritis
2004; Niere rechts mit eingeschränkter Nierenfunktion und leichter Proteinurie) ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei (act. G 4.40).
A.c Im Abklärungsbericht Haushalt vom 16. Oktober 2006, der auf einer Abklärung vor
Ort vom 27. Juni 2006 beruht, führte die Abklärungsperson aus, die Versicherte wäre
ohne Behinderung weiterhin als Hausfrau und Mutter tätig gewesen. Ihre Anmeldung
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) im Mai 2006 sei aufgrund einer
Aufforderung der SVA St. Gallen, Abteilung Ergänzungsleistungen, erfolgt. Unter
Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht schätzte die Abklärungsperson die
Einschränkung auf 23.1% (act. G 4.41). RAD-Arzt C._ hielt die ermittelte
Einschränkung für plausibel (act. G 4.42). Mit Vorbescheid vom 24. Oktober 2006
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stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen
(act. G 4.45). Im dagegen erhobenen Einwand vom 8. November 2006 brachte die
Versicherte vor, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (act. G 4.46). Am
15. November 2006 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens (act.
G 4.48). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 2. Januar 2007 (act. G 4.53) hiess
das Versicherungsgericht im Entscheid vom 28. Mai 2008, IV 2007/1, gut. Es hob die
Verfügung vom 15. November 2006 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an
die Beschwerdegegnerin zurück. Die IV-Stelle habe die gesundheitlichen
Einschränkungen ausreichend abzuklären und, gegebenenfalls unter Beizug einer
neutralen übersetzenden Person, festzustellen, ob die Versicherte unter den
gegebenen Umständen ohne Gesundheitsschaden weiterhin als Hausfrau und Mutter
tätig wäre oder eine (Teil-)Erwerbstätigkeit aufnehmen würde (act. G 4.64).
A.d Die in der Psychiatrischen Klinik E._ seit 8. April 2008 behandelnden
medizinischen Fachpersonen berichteten am 3. Oktober 2008, die Versicherte leide an
einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11)
und der Entwicklung einer Somatisierungsstörung nach einer Nephrektomie links 2004
wegen Schrumpfniere (ICD-10: F45.0). Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(act. G 4.71).
A.e Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 11. März 2009 in der ABI
Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH polydisziplinär (internistisch, psychiatrisch
und rheumatologisch) untersucht. Die Experten diagnostizierten im Gutachten vom
4. Mai 2009 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere bis schwere
Niereninsuffizienz (ICD-10: N19) und ein multilokuläres Schmerzsyndrom unbestimmter
Signifikanz (ICD-10: R52.9). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien u.a. eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.00) und
ein metabolisches Syndrom. Seit 13. Dezember 2004 bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten. Für körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe eine zumutbare Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 70%, vollschichtig realisierbar. Bei freier Zeiteinteilung bestehe
für die häuslichen Tätigkeiten eine maximale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
20%. Diese könnten der Versicherten neben einer beruflichen Tätigkeit zugemutet
werden (act. G 4.82). RAD-Ärztin Dr. med. F._, Fachärztin für Physikalische Medizin
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und Rehabilitation, wies in der Stellungnahme vom 14. Juni 2009 darauf hin, die
Gutachter hätten zu Unrecht ausgeführt, dass keine früheren fachpsychiatrischen
Einschätzungen vorgelegen hätten. Denn am 3. Oktober 2008 sei von den
behandelnden psychiatrischen Fachpersonen ein Bericht verfasst worden (act. G 4.84).
In Ergänzung des ABI-Gutachtens äusserte sich der psychiatrische Gutachter in der
Stellungnahme vom 12. August 2009 (Datum Posteingang IV-Stelle) zum Bericht vom
3. Oktober 2008 und gelangte zum Schluss, dass dieser nichts an der gutachterlichen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ändere (act. G 4.89). Daraufhin hielt RAD-Ärztin
Dr. F._ die gutachterliche Beurteilung für beweiskräftig (Stellungnahme vom
13. August 2009, act. G 4.90). Gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 20%ige
Beeinträchtigung im Haushaltsbereich ermittelte die IV-Stelle einen 20%igen
Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 23. April 2010 die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (act. G 4.99).
A.f Mit dem Einwand vom 31. Mai 2010 (act. G 4.100) reichte die Versicherte einen
Bericht von Dr. D._ vom 4. Mai 2010 ein, worin dieser von einer deutlichen
Verschlechterung des Gesundheitszustands (schwere Niereninsuffizienz mit schwerer
Proteinurie) berichtete und aus renaler Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte (act. G 4.100-4 f.). Nach Rücksprache mit "RAD Internist" bestätigte RAD-
Ärztin Dr. F._ eine gesundheitliche Verschlechterung und eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2010 (Stellungnahme vom 17. Juni 2010, act. G 4.101). Im
Verlaufsbericht vom 6. September 2010 bezeichnete Dr. D._ den seit Mai 2010
eingetretenen Gesundheitsverlauf als stationär. Längerfristig sei mit einer
Verschlechterung zu rechnen (act. G 4.106). Im ärztlichen Zeugnis vom 5. Mai 2011
bescheinigte Dr. D._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit "ca. seit Sommer 2010". Es
werde in absehbarer Zeit die Hämodialyse nötig werden (act. G 4.115).
A.g Im Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Juli 2011, der sich auf eine Abklärung vor
Ort vom 14. Februar 2011 stützt, hielt die Abklärungsperson fest, gemäss Auskunft der
Versicherten würde sie heute einer 80%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Korrektur
des Rechtsvertreters auf 100% sei nicht zu berücksichtigen, weil er an der Abklärung
nicht anwesend gewesen sei und die Korrektur auch nicht begründet werde. Auf die
Frage, weshalb die Erwerbstätigkeit aufgenommen werden würde, habe die Antwort
gelautet: Weil dann kein hypothetisches Einkommen bei den Ergänzungsleistungen
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angerechnet würde. Abklärungen hätten ergeben, dass bei der Berechnung der
Ergänzungsleistungen seit 2000 kein hypothetisches Einkommen angerechnet werde.
Deshalb sei die Versicherte weiterhin als Hausfrau zu qualifizieren. Gemäss Auskunft
der SVA St. Gallen, Abteilung Ergänzungsleistungen, sei vorgesehen, ab November
2011 ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Eine allfällige
Qualifikationsänderung sei ab diesem Zeitpunkt zu prüfen. Im Haushaltsbereich
bestehe eine 26.36%ige Einschränkung (act. G 4.117). RAD-Ärztin Dr. F._ hielt die
von der Abklärungsperson ermittelte 26%ige Einschränkung aus medizinischer Sicht
für nachvollziehbar (Stellungnahme vom 29. September 2011, act. G 4.118).
A.h Mit Vorbescheid vom 30. Mai 2012 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht. Ausgehend von einer 100%igen Haushaltstätigkeit im
Gesundheitsfall ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 26% (act. G 4.124). Dagegen
erhob die Versicherte am 5. Juli 2012 Einwand (act. G 4.125). Am 27. September 2012
äusserte sich RAD-Ärztin Dr. F._ zum Einwand (act. G 4.126) und am 18. Oktober
2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.127).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 18. Oktober 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 19. November 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen
Rente rückwirkend ab November 2004. Zur Begründung bringt sie vor, das RAV
bestätige im Schreiben vom 9. November 2005, dass sie vom 13. September 2001 bis
zum 22. Juni 2004 zur Arbeitsvermittlung angemeldet gewesen sei, jedoch zufolge
Erschöpfung des Anspruchs keine Arbeitslosentschädigung erhalten habe. Es sei mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sie im Sommer 2005 eine
Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall aufgenommen hätte. Die Abklärungsberichte
Haushalt sowie das ABI-Gutachten seien nicht beweiskräftig (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, die
Beschwerdeführerin wäre im Gesundheitsfall zu 100% im Haushalt tätig. Das ABI-
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Gutachten sei wie die von der Abklärungsperson ermittelten Einschränkungen im
Haushaltsbereich beweiskräftig (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 11. März 2013 unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.
Zu klären ist vorab die umstrittene Qualifikation der Beschwerdeführerin hinsichtlich
des im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbs- und Haushaltspensums.
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2.1 Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Umfang eine in einem
Aufgabenbereich tätige versicherte Person (Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs. 3 ATSG) ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre (Statusfrage),
ergibt sich aus der Prüfung der Frage, was sie bei im Übrigen unveränderten
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten
Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie
hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 f. E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im
Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) sind die persönlichen, familiären, sozialen und
erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die
Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt haben, wobei für die
hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit
der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2; bestätigt in Urteil des
Bundesgerichts vom 28. August 2013, 9C_286/2013, E. 3.2 mit Hinweisen).
2.2 Der Ehegatte der Beschwerdeführerin bezieht seit 1994 eine halbe IV-Rente und
geht keiner Erwerbstätigkeit nach (act. G 4.117-11; vgl. auch act. G 4.41-3). Die
Beschwerdeführerin hat fünf Kinder (geboren 198_, 198_, 198_, 199_ und 199_, act.
G 4.1-2), wobei die ältesten zwei Kinder bereits im Zeitpunkt der ersten Abklärung vor
Ort vom 27. Juni 2006 nicht mehr im Haushalt der Beschwerdeführerin wohnten (act.
G 4.41-3) und das jüngste Kind bereits 9 Jahre alt war. Angesichts dessen, dass der
Ehegatte offenbar seit 1994 ganztägig zu Hause ist, ist davon auszugehen, dass er die
Betreuung der im Haushalt wohnenden Kinder, die keiner intensiven Beaufsichtigung
mehr bedürfen, während der Ausübung einer Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin
ohne weiteres zumindest teilweise zu gewährleisten vermöchte und gemäss
Abklärungsbericht vom 20. Juli 2011 hierzu auch bereit ist (act. G 4.117-4). Ohnehin
erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass angesichts der schlechten
Deutschkenntnisse nicht die Beschwerdeführerin, sondern ihr deutsch sprechender
Ehegatte die Kontrolle der Hausaufgaben übernimmt und im Wesentlichen seine Kinder
gegen aussen vertritt.
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2.3 Zu beachten gilt es weiter, dass der Ehegatte der Beschwerdeführerin tatsächlich
zum Teil den Haushalt besorgt ("Im Haushalt bin ich auf die Hilfe meines Mannes
angewiesen, welcher viele Tätigkeiten übernommen hat", act. G 4.117-1; Mithilfe bei
der Ernährung, der Wohnungspflege, dem Einkauf, weiteren Besorgungen und dem
Bettwäschewechsel; act. G 4.41-4 f.; vgl. auch act. G 4.117-6 f.).
2.4 Die Beschwerdeführerin begründete die hypothetische Aufnahme einer
Vollerwerbstätigkeit mit der (angedrohten) Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen (act. G 4.117-4).
2.4.1 Bis November 2011 wurde der Beschwerdeführerin bei der Berechnung der
Ergänzungsleistungen offenbar noch kein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet, indessen für die Zeit ab 1. November 2011 in Aussicht gestellt (vgl. E-Mail
der SVA St. Gallen vom 4. Juli 2011, act. G 4.116, und Schreiben der SVA St. Gallen
vom 5. August 2011, act. G 1.7).
2.4.2 Es ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten, dass die Einkünfte der
Familie der Beschwerdeführerin zu einem erheblichen Teil aus Ergänzungsleistungen
bestehen (vgl. gemäss Angaben der Beschwerdeführerin: monatliches
Ersatzeinkommen Renten Fr. 1'350.--, Ergänzungsleistungen Fr. 4'100.--, act.
G 4.109-3; vgl. zur finanziellen Situation auch act. G 4.117-11). Die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens stand bereits seit dem Jahr 2006 im Raum
(Schreiben der Ausgleichskasse vom 18. Januar 2006, act. G 1.4). Die
Beschwerdeführerin musste damit jederzeit mit einer Kürzung der
Ergänzungsleistungen rechnen. Die ausgewiesene Abhängigkeit von
Ergänzungsleistungen sowie der von den EL-Behörden ausgeübte Druck sprechen für
die hypothetische Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Dies hat umso mehr zu gelten, als
sich die Beschwerdeführerin in der Folge offenbar denn auch (erneut) beim RAV
anmeldete ("Die Anmeldung beim RAV im Mai 2006 erfolgte aufgrund einer
Aufforderung der SVA St. Gallen, Abteilung Ergänzungsleistungen", act. G 4.41-2).
2.4.3 Für die Annahme einer Erwerbstätigkeit sprechen des Weiteren die - vor der
IV-Anmeldung erfolgten - Einträge im individuellen Konto der Beschwerdeführerin. Von
November 1997 bis August 1998 bezog sie Arbeitslosenentschädigung und nahm vom
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September 1998 bis Februar 1999 an einem arbeitsmarktlichen Einsatzprogramm teil.
Von März bis August 1999 bezog sie Arbeitslosenentschädigung. In den Monaten
Februar, März und Mai 2000 erzielte die Versicherte einen Verdienst bei der G._ AG
(act. G 4.5). Vom 13. September 2001 bis 22. Juni 2004 war die Beschwerdeführerin
überdies beim RAV zur Vermittlung ("bei einer Vermittelbarkeit von 100%", act.
G 4.82-7) angemeldet. Die Abmeldung erfolgte "aufgrund eines Monats
Heimaturlaubes und anschliessender Operation und Arbeitsunfähigkeit" (act. G 1.5).
Damit geht einher, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der ABI-Begutachtung
glaubhaft angab, sie könne sich eine berufliche Tätigkeit aufgrund ihrer somatischen
Beschwerden nicht vorstellen. Sie würde gerne arbeiten, sollte dies aus finanziellen
Gründen, könne aber nicht (act. G 4.82-8). Angesichts dieser Umstände ist die
Bereitschaft für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan.
2.5 Die Beschwerdegegnerin wendet gegen die hypothetische Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ein, mit ihren schlechten Deutschkenntnissen hätte die
Beschwerdeführerin schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt gehabt (act. G 4, Rz 2).
Diese Sichtweise ist unbegründet und mit den Akten nicht zu vereinbaren, wurde doch
der Beschwerdeführerin aus arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sicht - soweit
ersichtlich - zu keinem Zeitpunkt wegen ihrer schlechten Bildung und der geringen
intellektuellen Ressourcen die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen. Vielmehr bezog die
Beschwerdeführerin phasenweise Arbeitslosenentschädigung (vgl. vorstehende
E. 2.4.3) und es wurde ihr eine uneingeschränkte Vermittlungsfähigkeit bescheinigt (act.
G 1.5).
2.6 Weitere konkrete Umstände, die gegen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch
die Beschwerdeführerin sprechen, werden von der Beschwerdegegnerin nicht ins Feld
geführt. Stattdessen erschöpft sich ihre weitere Argumentation in der pauschalen, nicht
näher belegten "Erfahrungstatsache", dass "H._-ische Frauen, die wie die
Beschwerdeführerin erst im Erwachsenenalter im Rahmen eines Familiennachzuges in
die Schweiz gekommen sind und zudem schon im relativ jungen Alter mehrere Kinder
hatten, in der überwiegenden Anzahl auch dann in der Rolle als Hausfrau verbleiben,
wenn die Kinder dem betreuungsintensiven Alter entwachsen sind", und im Hinweis auf
die "bekanntlich" "sehr patriarchalisch geprägte, gegen eine fortschrittliche Rolle der
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Frauen gerichtete Familienkultur" (act. G 4, Rz 2). Dabei verkennt die
Beschwerdegegnerin, dass die Statusfrage nicht aufgrund von "Erfahrungstatsachen",
sondern gestützt auf die konkreten Umstände zu beurteilen ist. Gerade die
tatsächlichen über Jahre geleisteten Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin (vgl.
vorstehende E. 2.4.3) und die tatsächlich von ihrem Ehegatten erbrachte Unterstützung
im Haushalt sowie dessen Bereitschaft, die allenfalls noch erforderliche Betreuung der
Kinder zu übernehmen (vgl. vorstehende E. 2.2) sprechen klar dafür, dass im
vorliegenden Fall kein traditionelles Rollenverständnis (mehr) besteht, das der
längerfristigen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin
entgegen stehen würde. Den Akten lässt sich ferner nicht entnehmen, der Ehegatte -
der bereits 1988 (act. G 4.1) in die Schweiz eingereist ist - hätte sich kritisch zur
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin geäussert.
2.7 Insgesamt ist gestützt auf die genannten tatsächlichen Verhältnisse mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
spätestens im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns (Dezember 2005; Eintritt
der längerdauernden Arbeitsunfähigkeit am 13. Dezember 2004, act. G 4.9-1)
entsprechend des von ihr damals vertretenen Standpunkts einem 50%igen Teilerwerb
(Beschwerde vom 2. Januar 2007, act. G 4.53-5; siehe auch die damit einhergehenden
Angaben der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 19. November 2012, act.
G 1, S. 8) im Gesundheitsfall nachgegangen wäre. Ab dem Zeitpunkt der
Haushaltsabklärung vom 14. Februar 2011 ist aufgrund der entsprechenden plausiblen
Auskunft der Beschwerdeführerin (act. G 4.117-4) und in Anbetracht des höheren
Alters der Kinder bzw. des geringeren Betreuungsaufwands (geboren 199_ und 199_;
act. G 4.117-5) von einer höheren, 80%igen Teilerwerbstätigkeit auszugehen, woran
die im Nachgang der Zustellung des Entwurfs des Abklärungsberichts an den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (act. G 4.112) ergangene Korrektur auf 100%
nichts ändert, da diese von versicherungstechnischen Überlegungen geprägt erscheint
(gleiches gilt bezüglich des dem Rechtsvertreter zugestellten und wohl von bzw.
zumindest mit ihm ausgefüllten Fragebogens vom 1. Oktober 2010, act. G 4.109).
Angesichts der angeschlagenen Gesundheit des eine halbe IV-Rente beziehenden
Ehegatten der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehende E. 2.2) erscheint es ferner
überwiegend wahrscheinlich, dass die Haushaltstätigkeit im Gesundheitsfall zu einem
wesentlichen Teil auch noch von der Beschwerdeführerin (mit)bewältigt worden wäre,
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was gegen die Aufnahme einer vollen Erwerbstätigkeit spricht. Weder dargetan noch
angesichts der finanziellen Verhältnisse (aus IV-Rente, BVG-Rente und
Ergänzungsleistungen resultiert ein Gesamtbetrag von Fr. 74'472.--, siehe act.
G 4.117-11) naheliegend ist, dass sich aus finanziellen Gründen einzig eine
Vollerwerbstätigkeit aufgedrängt hätte. Der Invaliditätsgrad ist deshalb für die Zeit ab
2005 bis 13. Februar 2011 ausgehend von einer 50%igen Teilerwerbstätigkeit und ab
14. Februar 2011 ausgehend von einer 80%igen Teilerwerbstätigkeit und der
entsprechend damit korrespondierenden 50%igen bzw. 20%igen Haushaltstätigkeit zu
ermitteln.
3.
Des Weiteren ist zu prüfen, ob die medizinischen Akten eine genügende Grundlage für
die Beurteilung des Rentenanspruchs bilden. Die Beschwerdeführerin hält den
psychiatrischen Teil des ABI-Gutachtens vom 4. Mai 2009 (act. G 4.82) für nicht
beweiskräftig (act. G 1, Rz 30).
3.1 In formeller Hinsicht rügt sie die finanzielle Abhängigkeit der ABI gegenüber den
IV-Stellen (act. G 1, Rz 32 am Schluss). Diesbezüglich gilt es zu beachten: Dem
Umstand, dass ein nach altem Standard (vor der Änderung gemäss BGE 137 V 210) in
Auftrag gegebenes Gutachten eine massgebende Entscheidungsgrundlage bildet, ist
bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. In dieser speziellen Übergangssituation
lässt sich die beweisrechtliche Situation der versicherten Person mit derjenigen bei
versicherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen vergleichen (dazu BGE
135 V 467 E. 4). In solchen Fällen genügen schon relativ geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine (neue)
Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012,
9C_148/2012, E. 1.4).
3.2 Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, bestehen erhebliche Zweifel an
der Sorgfältigkeit der Beurteilung durch den psychiatrischen Gutachter (act. G 1,
Rz 33). So führte er aus, frühere fachpsychiatrische Einschätzungen lägen bislang nicht
vor (act. G 4.82-12). Diese Aussage beruht indessen auf einem ungenauen
Aktenstudium, da in den Akten ein von der IV-Stelle eingeholter Bericht der im
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Ambulatorium I._ behandelnden medizinischen Fachpersonen vom 3. Oktober 2008
lag (act. G 4.71). Angesichts dessen, dass in der "Auflistung der vorhandenen Akten in
chronologischer Reihenfolge" der Bericht des Ambulatoriums I._ - wenn auch mit
dem Datum des Versands durch die Beschwerdegegnerin vom "24.9.2008" - sogar
zweimal aufgeführt wird (act. G 4.82-5), erscheint ferner fraglich, ob der psychiatrische
Gutachter das von ihm unterschriebene Gutachten überhaupt gänzlich durchgesehen
hat. Unverständlich ist weiter, dass die Beschwerdeführerin gegenüber dem
psychiatrischen Gutachter von einer ambulanten psychiatrischen Behandlung
berichtete (act. G 4.82-9) und die fallführende Gutachterin im Rahmen der
medizinischen Anamnese auf die laufende Psychotherapie hinwies (act. G 4.82-8), sich
der psychiatrische Gutachter - ausgehend von fehlenden entsprechenden Berichten -
indessen nicht veranlasst gesehen hat, weitere Abklärungen oder Auskünfte
hinsichtlich der Einschätzung der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen
einzuholen. Dass diese offensichtlichen Mängel der fallführenden Gutachterin nicht
aufgefallen sind, weckt auch an der Sorgfältigkeit der gesamtgutachterlichen
Beurteilung Bedenken, weshalb das ABI-Gutachten keine beweistaugliche Grundlage
darstellt, und es kann offen bleiben, ob die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin
stichhaltig sind.
3.3 Daran ändert nichts, dass sich der psychiatrische Gutachter in der ergänzenden,
knapp begründeten Stellungnahme vom 12. August 2009 (Datum Posteingang IV-
Stelle) zum Bericht vom 3. Oktober 2008 äusserte (act. G 4.89), bleibt doch die
Unsorgfältigkeit bei der Gutachtenserstellung davon unberührt. Entscheidend ist
weiter, dass der psychiatrische Gutachter das Festhalten an seiner bisherigen
Einschätzung einerseits durch die Befunderhebung während der Untersuchung
begründete (act. G 4.89). Allerdings bestehen zwischen den von ihm festgestellten (act.
G 4.82-10) und den von den behandelnden psychiatrischen Fachpersonen erwähnten
Befunden (act. G 4.71-2) keine erkennbaren Unterschiede, weshalb eine vertiefte
Auseinandersetzung hinsichtlich der abweichenden Diagnosestellung und
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung erforderlich gewesen wäre. Andererseits hält der
psychiatrische Gutachter an seiner bisherigen Einschätzung fest, weil im
Medikamentenspiegel keine Behandlung mit Sertralin nachgewiesen worden sei (act.
G 4.89). Hinsichtlich der antidepressiven Medikation führten die behandelnden
psychiatrischen Fachpersonen aus, dass jene fehl geschlagen sei. Die
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Beschwerdeführerin habe bei jedem Versuch der Behandlung mit einem
Antidepressivum ohne Rücksprache mit dem Arzt wegen Nebenwirkungen das
Medikament abgesetzt. Auch eine ganz langsame Aufdosierung von Cipralex Tropfen
habe sie nicht tolerieren können. Angesichts der Geschichte und
Krankheitsentwicklung wie auch der fehlenden eigenen Ressourcen der
Beschwerdeführerin seien die Behandlungsmöglichkeiten zur Zeit als inexistent zu
betrachten (act. G 4.71-2). Diesen Aspekt liess der psychiatrische Gutachter in der
Stellungnahme ausser Acht, was die Beschwerdeführerin zu Recht kritisiert hat (act.
G 1, Rz 32).
3.4 Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt als unzureichend polydisziplinär
abgeklärt und die Sache als nicht spruchreif. Da das im Verwaltungsverfahren
eingeholte Gutachten vor der Praxisänderung gemäss BGE 137 V 210 angefertigt
wurde, mithin die darin neu vom Bundesgericht formulierten Verfahrensgarantien
zugunsten der Versicherten nicht einbezog und nachträglich den ursprünglichen
Beweiswert zwar nicht ganz, aber doch in wesentlichem Umfang (Gleichstellung mit
versicherungsinternen Berichten; relativ geringe Zweifel führen zur fehlenden
Beweistauglichkeit; Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012, 9C_148/2012,
E. 1.3 f. mit Hinweisen) verlor, liegt aus beweisrechtlicher Sicht kein vollwertiges
versicherungsexternes Gutachten vor bzw. ein solches wurde bis anhin im
Verwaltungsverfahren nicht produziert. Des Weiteren ist in diesem Zusammenhang die
Ausführung des Bundesgerichts zu beachten, wonach sich die Einschränkung der
Befugnis der Sozialversicherungsgerichte, eine Streitsache zur neuen Begutachtung an
die Verwaltung zurückzuweisen, "komplementär zu den (gemäss geänderter
Rechtsprechung) bestehenden partizipativen Rechten der Versicherten im
Zusammenhang mit der Anordnung eines Administrativgutachten" verhalte (BGE 137 V
264 E. 4.4.1.3). Im Übrigen erscheint es weder naheliegend noch sachlich begründet,
dass das Bundesgericht die Absicht verfolgte, einerseits die nach altem
Verfahrensstand ergangenen Administrativgutachten rückwirkend in ihrer
Beweiswertigkeit erheblich zu beschränken, sie dann aber andererseits hinsichtlich der
Einschränkung der Sozialversicherungsgerichte betreffend Rückweisungsmöglichkeiten
den nach neuem Standard eingeholten Administrativgutachten gleichzustellen. Eine
Gleichbehandlung der beiden Varianten von Administrativgutachten rechtfertigt sich
allein schon wegen der wesentlich unterschiedlichen Beweiswertigkeit nicht. Da keine
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besonderen Umstände vorliegen, die ein Gerichtsgutachten erforderlich machen oder
welche die Beschwerdegegnerin für weitere Abklärungsmassnahmen als ungeeignet
erscheinen lassen, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme eines im
Rahmen des neuen Verfahrensstandards zu ergehenden polydisziplinären
Administrativgutachtens durch eine noch nicht mit dem Fall befasste, unabhängige
Gutachterstelle zurückzuweisen. Die Rückweisung rechtfertigt sich vorliegend umso
mehr, als sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen
nach der ABI-Begutachtung allein schon aus nephrologischer Sicht erheblich
verschlechtert hat (vgl. RAD-Stellungnahme vom 17. Juni 2010, act. G 4.101) und
darüber hinaus Hinweise bestehen, dass sich auch die übrigen Leiden verschlimmert
haben könnten ("Seit der Entwicklung der schweren Niereninsuffizienz ist im
Zusammenhang mit der Schmerzproblematik und der Depression von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen", act. G 4.115). Eine polydisziplinäre Verlaufsbeurteilung
wurde indessen bislang nicht vorgenommen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 18. Oktober 2012 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP