Decision ID: b37a082e-f93f-4328-abab-bc8cfe84b81f
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, geboren 1960, wohnt in C._ und war zuletzt als
Chauffeur tätig. Am 5. Juni 2021 meldete er einen Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggelder im Umfang von 100 % ab dem
selbigen Tag an.
2. Mit zwei Verfügungen vom jeweils 16. November 2021 teilte das Amt für
Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) A._ mit, dass
er in der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung für zwei
Mal je fünf Tage eingestellt werde. Begründend hielt das KIGA fest, er
habe seine Arbeitsbemühungen für die Kontrollperioden August 2021
sowie September 2021 verspätet eingereicht.
3. Dagegen erhob A._ am 2. Dezember 2021 Einsprache. Zur
Begründung wurde vorgebracht, sein Berater habe ihm erklärt, er müsse
keine Arbeitsbemühungen mehr einreichen, nachdem er einen
Arbeitsvertrag unterzeichnen konnte. Er habe am 1. Juli 2021 einen
Einzelarbeitsvertrag mit Vorbehalt unterschrieben. Daraufhin habe er sich
bei seinem RAV-Berater erkundigt, ob er weiterhin Arbeitsbemühungen
einreichen müsse, was dieser verneint habe. A._ habe seine
Eigenverantwortung wahrgenommen, sich weiter um Arbeit bemüht und
die Anweisung des RAV-Beraters befolgt. Die einzelnen Bemühungen
seien auf seiner Stellungnahme ersichtlich.
4. Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2021 wies das KIGA die
Einsprache ab. Begründend wurde festgehalten, dass der Versicherte im
letzten Monat vor einem Stellenantritt, der gleichzeitig auch zur
Abmeldung vom Bezug von Arbeitslosenversicherungstaggeld führe, von
Arbeitsbemühungen befreit sei. Der Arbeitsvertrag sei vom
Beschwerdeführer bereits Anfang Juli 2021 unterzeichnet worden, worin
betreffend Vertragsbeginn festgehalten sei, die Anstellung erfolge, sobald
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die nötige Führerausweiskategorie vorhanden sei. Dies sei in den
Monaten August und September 2021 offensichtlich noch nicht der Fall
gewesen.
5. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 17. Januar 2022 (Datum Poststempel)
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
dem Antrag um Aufhebung der total 10 Einstelltage und der im
Wesentlichen selben Begründung wie in der Einsprache vom 2. Dezember
2021. Auf die Frage, ob der Beschwerdeführer weiterhin
Arbeitsbemühungen einreichen müsse, habe dies der Personalberater
verneint.
6. In seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2022 wiederholte das KIGA
(nachfolgend Beschwerdegegner) ebenfalls im Wesentlichen die
Begründung seines Einspracheentscheids vom 14. Dezember 2021.
Zudem wies er darauf hin, der Beschwerdeführer könne nicht belegen,
dass er sich nach der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages am 7. Juli
2021 (Datum Unterschrift Arbeitgeber) und vor dem Beratungsgespräch
vom 10. August 2021, wie behauptet, telefonisch bei seinem
Personalberater gemeldet habe. Spätestens aber ab dem 10. August 2021
seien die Anweisungen des zuständigen Personalberaters klar gewesen.
7. Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht geführt.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners
vom 14. Dezember 2021, womit er die Einsprache des Beschwerdeführers
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vom 2. Dezember 2021 gegen die beiden Verfügungen vom 16. November
2021 abwies und an der Einstellung der Anspruchsberechtigung für je fünf
Tage festhielt. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden.
Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung
(AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen
Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom KIGA als kantonale
Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).
1.2. Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer
berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
oder Änderung auf, weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist
(vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht am 17.
Januar 2022 eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist
demnach einzutreten.
2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz,
wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet (Art. 43 Abs. 3 lit. a
VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) vorgeschrieben ist.
Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend der
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versicherte Verdienst (Art. 23 AVIG) des Beschwerdeführers von
CHF 2'515.-- (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1). Dieser
Verdienst wird zum Taggeldsatz von 80 % (Art. 22 Abs. 1 AVIG)
entschädigt (Bg-act. 1). Der Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf
ein Taggeld von CHF 92.70 (ermittelt aus CHF 2'515.-- x 0.8 : 21.7 Tage
[Art. 40a AVIV]). Aus der vom Beschwerdegegner verfügten, hier
angefochtenen Einstellungsdauer von zweimal je fünf Tagen in der
Anspruchsberechtigung ergibt sich ein Streitwert von insgesamt CHF
927.-- (10 x CHF 92.70). Da der Streitwert somit unter CHF 5'000.-- liegt
und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung entschieden werden muss,
ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.
3. Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdegegner im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2021 (vgl. Akten des
Beschwerdeführers [Bf-act.] 2) die Einsprache des Beschwerdeführers
vom 2. Dezember 2021 (Bf-act. 3) zu Recht abwies.
3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat der Versicherte alles Zumutbare zu
unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Satz
1). Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch
ausserhalb seines bisherigen Berufes (Satz 2). Er muss seine
Bemühungen nachweisen können (Satz 3). Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung laut Art. 30 AVIG dient dazu, die in Art. 17 Abs. 1
AVIG statuierte Schadenminderungspflicht des Versicherten
durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der
Versicherung für Schäden, welche der Versicherte hätte vermeiden oder
vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie
die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden,
den sie durch ihr Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter
Weise natürlich und adäquat kausal verursacht hat. Kern der Pflicht, alles
Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu
verkürzen, sind die persönlichen Arbeitsbemühungen der versicherten
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Person selbst (GERHARDS, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bern 1987, Bd. I [Art. 1-58], N.
12 zu Art. 17), welche in der Regel streng beurteilt werden. Es gilt
gewissermassen der Grundsatz, dass die Arbeitsbemühungen umso
intensiver sein müssen, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat,
eine Stelle zu finden. Dabei stehen sowohl Tatsache als auch Intensität,
nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vordergrund (GERHARDS,
a.a.O., N. 14 zu Art. 17; BGE 133 V 89 E.6.1.1). Nach Art. 26 Abs. 1 AVIV
muss der Versicherte sich gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form
einer ordentlichen Bewerbung. Diese Bemühungen müssen bei der
zuständigen Amtsstelle nachgewiesen werden können und zwar für jede
Kontrollperiode – d.h. für jeden Kalendermonat (Art. 27a AVIV) –
spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf
diesen Tag folgenden Werktag, wobei ohne entschuldbaren Grund
verspätet nachgewiesene Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt
werden (Art. 26 Abs. 2 AVIV). Wenn sich der Versicherte persönlich nicht
genügend um zumutbare Arbeit kümmert, so ist er nach Art. 30 Abs. 1 lit.
c AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen. Wie bereits einleitend
gesagt, handelt es sich bei den Art. 17 und Art. 30 AVIG um eine
gesetzliche Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht geltenden
Schadenminderungspflicht. Daraus schliesst die Praxis, dass der
Versicherte alle Anstrengungen zu unternehmen und jede zumutbare
Gelegenheit zu ergreifen hat, um seine Arbeitslosigkeit zu beenden
(KUPFER BUCHER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 30 Ziff.
2.3, S. 220 ff.; CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung,
Diss. 1998, S. 134; vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] S 20 13
vom 1. Juli 2020 E.2.1 und
S 19 141 vom 27. Mai 2020 E.2.1).
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3.2. Mit dem schriftlichen Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen soll die
Verwaltung in die Lage versetzt werden, Quantität und Qualität der
Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitslosigkeit umfassend
abzuklären und zu würdigen (BGE 120 V 74 E.3c; Urteil des
Bundesgerichts 8C_40/2016 vom 21. April 2016 E.4.2). Die
nachgewiesenen Arbeitsbemühungen müssen überprüfbar sein (AVIG-
Praxis ALE, Rz. B321). Sämtliche Bewerbungen sollten daher
dokumentiert sein (vgl. VGU S 16 48 vom 17. Mai 2016 E.3.e).
4.1. Vorliegend ist unbestritten, dass die notwendige Führerausweiskategorie
B mit Zusatz BPT (Berechtigung zum berufsmässigen Personentransport
mit Fahrzeugen der Kategorien B oder C, der Unterkategorien B1 oder C1
oder der Spezialkategorie F, vgl. Vereinigung der Strassenverkehrsämter,
https://fuehrerausweise.ch/ausweiskategorien/kategorie-bpt/#kat-bpt;
Stand am 24. März 2022) für die Arbeitsaufnahme bei der D._
AG, E._, in den Monaten August und September 2021 noch nicht
vorlag, weil der Beschwerdeführer die entsprechende Prüfung noch nicht
abgelegt hatte (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 6 und 7).
4.2. Am 1. Juli 2021 unterzeichnete der Beschwerdeführer bei der D._
AG einen Arbeitsvertrag für die Tätigkeit als Taxi- und Kleinbusfahrer mit
dem Vorbehalt, dass mindestens die Führerausweiskategorie B mit Zusatz
BPT (vgl. Erwägung 4.1. hiervor) vorhanden sein muss (vgl. Bf-act. 6 und
Bg-act. 5). Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid fest, der Beschwerdeführer habe dies anlässlich
eines Beratungsgesprächs vom 10. August 2021 mitgeteilt, was denn
auch dem entsprechenden Protokoll zu entnehmen ist. Ferner geht daraus
hervor, dass der Beschwerdeführer arbeiten könne, sobald er den
Taxifahrausweis gemacht habe und dass er "einen Monat vor Stellenantritt
keine Arbeitsbemühungen mehr nachweisen [muss], wenn die Abmeldung
von der Arbeitsvermittlung erfolgt" (vgl. Bg-act. 6).
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4.3. Am 3. September 2021 wurde ein weiteres Beratungsgespräch mit dem
Personalberater geführt. Darin teilte der Beschwerdeführer mit, er habe
die Taxifahrprüfung noch nicht absolvieren können. Bis zu diesem
Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer die Arbeitsbemühungen vom Juli
2021 nicht eingereicht, wobei festgehalten wurde, dass keine Meldung an
die KAST erfolge, sollte der Beschwerdeführer die Bemühungen
umgehend einreichen. Ferner wurde erneut ausdrücklich festgehalten:
"Einen Monat vor Stellenantritt, wenn die Abmeldung von der
Arbeitsvermittlung und dem Bezug von ALE erfolgt, müssen keine
Arbeitsbemühungen mehr eingereicht werden" (vgl. Bg-act. 7). In der
Folge wurde der Beschwerdeführer am 29. Oktober 2021 und 1.
November 2021 vom Beschwerdegegner zur Stellungnahme aufgefordert,
nachdem er für die Kontrollperioden August und September 2021 keine
persönlichen Arbeitsbemühungen vorgenommen habe (vgl. Bg-act. 8 und
9).
4.4. Zwar tätigte der Beschwerdeführer wohl auch nach der Unterzeichnung
seines Arbeitsvertrags mit der D._ AG am 1. Juli 2021 noch
weiterhin Arbeitsbemühungen, was seitens des Beschwerdegegners denn
auch nicht bestritten wurde. So nannte der Beschwerdeführer in seinen
beiden Stellungnahmen vom 3. November 2021 für die Monate August
und September 2021 jeweils drei Firmen, bei denen er sich beworben
haben will (vgl. Bf-act. 5; Bg-act. 10 und 11). Der Beschwerdeführer führt
aus, dass der Personalberater ihm telefonisch mitgeteilt habe, er müsse
keine weiteren Arbeitsbemühungen melden resp. einreichen, zumal er
einen Arbeitsvertrag unterzeichnen konnte, und er habe damit dessen
Anweisungen befolgt. Dem kann nicht gefolgt werden, zumal der
Beschwerdeführer sich damit auf eine so nicht dokumentierte bzw. nicht
belegte Aussage des Personalberaters beruft, ohne dies weiter zu
substanziieren. Vielmehr ist festzuhalten, dass die Ausführungen in den
Gesprächsprotokollen vom 10. August 2021 (vgl. Bg-act. 6) und 3.
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September 2021 (vgl. Bg-act. 7), der Versicherte sei im letzten Monat vor
einem Stellenantritt von Arbeitsbemühungen befreit, wenn die Abmeldung
von der Arbeitsvermittlung und dem Bezug von ALE erfolge,
unmissverständlich waren. Solange der Beschwerdeführer jedoch die
Prüfung für die Führerausweiskategorie B mit Zusatz BPT (noch) nicht
absolviert hatte, fand keine definitive Anstellung statt und konnte daraus
auch kein fixes Stellenantrittsdatum abgeleitet werden, was ihn – unter
zusätzlicher Abmeldung von der Arbeitsvermittlung und dem Bezug von
ALE – ab einem bestimmten Datum vom Nachweis von
Arbeitsbemühungen befreit hätte. Dem Beschwerdegegner ist zu folgen,
dass in den Monaten August und September 2021 offensichtlich und
unbestrittenermassen noch nicht die nötige Führerausweiskategorie
vorhanden war (vgl. angefochtener Einspracheentscheid S. 5) und die
Anweisungen spätestens ab dem Beratungsgespräch vom 10. August
2021 klar waren (Bg-act. 6; Beschwerdeantwort S. 7). Dem
Beschwerdeführer seinerseits misslingt der Nachweis für einen
entschuldbaren Grund für eine verspätete Einreichung der
Arbeitsbemühungen in den Monaten August und September 2021.
4.5. Die vom Beschwerdegegner sanktionierte verspätete Einreichung der
Arbeitsbemühungen in den Monaten August und September 2021 ist somit
rechtsgenüglich nachgewiesen. Die Einstellungen in der
Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG sind damit
zu Recht erfolgt.
5. Zu prüfen bleibt die Dauer der beiden verfügten Einstellungen in der
Anspruchsberechtigung.
5.1. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach
dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis
15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60
Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Vorliegend geht
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es konkret um die verfügte Einstellungsdauer von zweimal je fünf Tagen,
womit der Beschwerdegegner das Verschulden des Beschwerdeführers
offensichtlich als leicht qualifizierte. Da es sich bei der Einstellungsdauer
typischerweise um einen Ermessensentscheid handelt, bei dem den
Verfügungsinstanzen ein grosser Ermessensspielraum zusteht, ist für das
Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Einstellungsdauer
Zurückhaltung geboten (BGE 126 V 353 E.5d). Es darf sein Ermessen
nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen,
sondern muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abstützen
können, welche eine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (siehe BGE 137 V 71 E.5.2, 126 V 75
E.6, 126 V 353 E.5d; Urteile des Bundesgerichts 8C_332/2019 vom 18.
September 2019 E.3.3, 8C_302/2019 vom 22. August 2019 E.3.3.2).
5.2. Vorliegend hat der Beschwerdegegner für die beiden Monate August und
September 2021 auf eine Einstellung von jeweils fünf Tagen, d.h.
insgesamt 10 Tagen erkannt. Für zweimal zu spät eingereichte
Arbeitsbemühungen wird praxisgemäss gemäss Einstellraster des SECO
von einem leichten bis mittelschweren Verschulden ausgegangen und es
gilt ein Rahmen von 10 bis 19 Einstellungstagen (AVIG-Praxis ALE, Rz.
D79 1.E/2). Die erfolgte Einstellung entspricht damit dem Minimum der
anzuordnenden Massnahme gemäss Einstellraster des SECO. Mit der
gewählten Einstellungsdauer hat der Beschwerdegegner den
Ermessensspielraum des Einstellrasters des SECO berücksichtigt und
das Gericht kann in der Dauer von zweimal je fünf Einstellungstagen keine
Verletzung des Ermessensspielraums des Beschwerdegegners erkennen.
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die
getätigten Arbeitsbemühungen für die Kontrollperioden August 2021 sowie
September 2021 zu Unrecht nicht rechtzeitig eingereicht hat, sodass die
beiden Einstellungen in der Anspruchsberechtigung zu je fünf Tagen zu
Recht ergingen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 14.
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Dezember 2021 erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung
der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
7.1. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen
Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht
bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich
mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das
AVIG keine Kostenpflicht statuiert und Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht
vorliegen, sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen.
7.2. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
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