Decision ID: 2c6a451c-f4d1-5103-91a4-a31fa1f4eaea
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am (...) in der Schweiz um Asyl nach
und wurde in der Folge dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region
B._ zugewiesen.
A.b Am 12. Februar 2020 fand die Personalienaufnahme (PA) und am
25. Februar 2020 das persönliche Dublin-Gespräch nach Art. 5 der Verord-
nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz (Dublin-III-VO) statt. Ferner wurde dem Beschwerdefüh-
rer das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Rückkehr nach Griechenland
gewährt.
Dabei gab der Beschwerdeführer an, er sei im Jahre (...) von Nigeria nach
Griechenland gereist, wo er während (Nennung Dauer) gelebt und ein "Re-
sidence Permit" besessen habe, welches noch immer gültig sei. Ein Asyl-
gesuch habe er nicht gestellt. Er habe in C._ gewohnt und (Nen-
nung Tätigkeit) gearbeitet. Wegen gesundheitlicher Probleme, so insbe-
sondere mit seinem (Nennung Körperteil), habe er schliesslich mit seiner
Arbeit aufhören müssen. In Griechenland habe er seine gesundheitlichen
Beschwerden (Nennung Leiden) nicht behandeln lassen können, sei mittel-
und obdachlos geworden.
A.c Am 26. Februar 2020 stellte das SEM bei den griechischen Behörden
betreffend den Beschwerdeführer ein Informationsersuchen nach Art. 34
Dublin-III-VO.
A.d Am 26. Februar 2020, am 2. März 2020 und am 5. März 2020 reichte
die Rechtsvertretung medizinische Unterlagen betreffend den Beschwer-
deführer ein.
A.e Am 27. März 2020 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um
Aufnahme ("Request for taking charge") des Beschwerdeführers nach
Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO.
A.f Am 1. April 2020, am 8. April 2020, am 29. April 2020 und am 7. Mai
2020 legte die Rechtsvertretung zusätzliche medizinische Unterlagen zur
Gesundheit des Beschwerdeführers ins Recht.
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A.g Am X._ hiessen die griechischen Behörden das Aufnahmeer-
suchen des SEM gestützt auf Art. 12 Abs. 1 oder Abs. 3 Dublin-III-VO gut.
Sie teilten ferner mit, der Beschwerdeführer verfüge in Griechenland über
eine Langzeitaufenthaltsgenehmigung, gültig vom (...) bis (...). Er habe kein
Gesuch um Erhalt internationalen Schutzes gestellt. Der Beschwerdefüh-
rer werde sodann in Übereinstimmung mit der Aufnahme- und Verfahrens-
richtlinie eine Unterkunft und Zugang zum Asylverfahren erhalten.
A.h Am 20./22. Mai 2020 beendete das SEM – auch angesichts der ge-
sundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers – das Dublin-Verfah-
ren und nahm einen Selbsteintritt vor. Es führte in der Folge das nationale
Asyl- und Wegweisungsverfahren durch.
A.i Am 20. Mai 2020, am 1. Juli 2020, am 31. Juli 2020 und am 21. August
2020 reichte die Rechtsvertretung jeweils weitere medizinische Unterlagen
zur gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers ein.
A.j Am 26. August 2020 wurde der Beschwerdeführer zu seinen Asylgrün-
den angehört. Er führte dabei aus, er habe während seines (Nennung
Dauer) Aufenthalts in Griechenland im Jahr (...) bei (Nennung Grund)
schwere Verletzungen an (Nennung Körperteile) erlitten. Er habe deshalb
seine Arbeit in (Nennung Tätigkeit) aufgeben, in den folgenden Jahren in
Griechenland von der Hilfe von Freunden leben und zum Teil auch betteln
müssen. Als Folge des (Nennung Vorfall) leide er an (Nennung Leiden). Er
sei in diesem Zusammenhang in der Schweiz (Nennung Therapie).
A.k Mit Entscheid vom 2. September 2020 wies das SEM den Beschwer-
deführer für die Dauer seines Aufenthalts in der Schweiz dem Kanton
B._ zu.
A.l Mit Eingaben vom 11. September 2020, 27. November 2020, 24. De-
zember 2020 und 21. Mai 2021 liess die Rechtsvertretung dem SEM wei-
tere Informationen und Unterlagen zur gesundheitlichen Situation des Be-
schwerdeführers zukommen.
A.m Am 24. Juni 2021 erkundigte sich das SEM (Dublin-Office) per E-Mail
bei den griechischen Behörden über die Gültigkeit der in deren Schreiben
vom X._ erwähnten Langzeit-Aufenthaltsgenehmigung des Be-
schwerdeführers. Am 29. Juni 2021 teilten die griechischen Behörden in
ihrer Antwort mit, dass die Aufenthaltsgenehmigung unverändert bis am
(Nennung Zeitpunkt) gültig sei.
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B.
Mit Verfügung vom 6. Juli 2021 – gleichentags eröffnet – trat das SEM in
Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn aus der Schweiz weg und
forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu ver-
lassen, ansonsten er in Haft genommen und unter Zwang nach Griechen-
land zurückgeführt werden könnte. Ferner beauftragte das SEM den zu-
ständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte dem Be-
schwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis
aus.
C.
Der Beschwerdeführer focht die Verfügung des SEM vom 6. Juli 2021 mit
Beschwerde vom 13. Juli 2021 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er be-
antragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das SEM sei
anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die ange-
fochtene Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hin-
sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung
seiner Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin.
Der Beschwerde lag (Nennung Beweismittel) bei.
D.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
14. Juli 2021 vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
E.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 14. Juli 2021 den Eingang
der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Das Verfahren
richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
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1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1
VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten
Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weite-
rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1
und 2 AsylG).
4.
4.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die
Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz
zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2
m.w.H.).
4.2 Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs
hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem
Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt.
5.
Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Amtes we-
gen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der
Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den
geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE
2014/1 E. 2 m.w.H.).
6.
6.1 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Rechtsmitteleingabe in formeller
Hinsicht, das SEM habe das rechtliche Gehör verletzt und den Sachverhalt
in Verletzung ihrer Abklärungspflicht nicht rechtsgenüglich erstellt. Diese
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verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeig-
net wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
6.2 Das Verwaltungs- beziehungsweise Asylverfahren wird vom Untersu-
chungsgrundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach
die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren not-
wendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände
abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat
(BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die Behörde ist jedoch nicht verpflichtet,
zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustel-
len. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn
sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BIN-
DER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über
das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12).
6.3 Der Beschwerdeführer bringt zur Begründung seiner Rügen im We-
sentlichen vor, gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG trete das SEM auf ein
Asylgesuch nicht ein, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat nach
Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückreisen könnten. Voraussetzungen für den
Erlass eines solchen Entscheides seien der vorherige Aufenthalt in diesem
Staat, die Möglichkeit dort Schutz zu finden und die Einholung einer Rück-
übernahmezusicherung. Es liege zwar eine Zustimmung der griechischen
Behörden vor. Allerdings handle es sich dabei, wie aus deren Antwort-
schreiben vom X._ hervorgehe, um eine sogenannte "Take
Charge"-Zustimmung und nicht – wie erforderlich – um eine Rückübernah-
mezusicherung. Die angefochtene Verfügung stelle denn auch einen Nicht-
eintretensentscheid betreffend sicherer Drittstaat und nicht einen Dublin-
Nichteintretensentscheid dar. Entsprechend sei die im Schreiben der grie-
chischen Behörden vom X._ enthaltene Zustimmung vorliegend als
nicht tauglich zu erachten. Daran ändere nichts, dass anlässlich einer Aus-
kunft vom 29. Juni 2021 festgestellt worden sei, dass seine griechische
Aufenthaltsbewilligung bis am (Nennung Zeitpunkt) Gültigkeit habe. Zudem
stelle sich die Frage, was für einen Ausweis er bei der Ankunft in Griechen-
land vorweisen solle, da sich aus den Akten das Vorhandensein eines sol-
chen nicht ergebe.
6.4 Wie der Bundesrat bereits in seiner Botschaft zur Einführung des Nicht-
eintretenstatbestandes der Drittstaatenregelung festhielt (vgl. BBl 2002
6849 f. zu aArt. 34 AsylG), wird für die Anwendung der gesetzlichen Be-
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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stimmung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nebst dem – vorliegend unbe-
strittenen – Aufenthalt in einem sicheren Drittstaat vorausgesetzt, dass
eine Rückübernahmezusicherung des Drittstaates verlangt und ausgestellt
wurde (vgl. auch BVGE 2010/56 E. 5.2.2 und Urteile des BVGer
D-4988/2019 vom 3. Oktober 2019, D-2469/2020 vom 5. Juni 2020 E. 5.3).
So bildet die Frage der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs in den Dritt-
staat ein materielles Kriterium, welches erfüllt sein muss, damit ein Nicht-
eintretensentscheid auf das Asylgesuch überhaupt getroffen werden kann
(vgl. bspw. Urteil des BVGer D-878/2021 vom 18. Mai 2021 E. 7). Solches
ist indessen aus den vorliegenden Akten nicht ersichtlich. Zwar hat die Vor-
instanz bei den griechischen Behörden zunächst Informationen über den
Beschwerdeführer eingeholt und in einem weiteren Schritt ein Ersuchen
um Aufnahme ("Take Charge") gestellt (vgl. vorstehend Bstn. A.c und A.e).
Das letztere Ersuchen wurde jedoch – auch wenn dieses schliesslich von
den griechischen Behörden am X._ positiv beantwortet wurde (vgl.
vorstehend Bst. A.g) – im Rahmen eines Dublin-Verfahrens gestellt, wel-
ches notabene wenige Tage später seinen Abschluss fand, da das SEM
einen Selbsteintritt vornahm und in der Folge das nationale Asyl- und Weg-
weisungsverfahren durchführte. Im erwähnten Antwortschreiben wird denn
auch auf Bestimmungen der Dublin-III-VO (Art. 12 Abs. 1 oder 3) Bezug
genommen und auf die Modalitäten hinsichtlich des durchzuführenden
Asylverfahrens in Griechenland hingewiesen. Nach dem Selbsteintritt der
Schweizer Asylbehörden steht jedoch ein Asylverfahren in Griechenland
nicht mehr zur Debatte. Ohnehin wären die in Art. 29 Dublin-III-VO ange-
führten Überstellungsfristen mittlerweile längstens abgelaufen oder die
Voraussetzungen für entsprechende Fristverlängerungen nicht erfüllt. Das
entsprechende Antwortschreiben der griechischen Behörden vom
X._ kann deshalb nicht als Rückübernahmezusicherung, die sich
auf das Abkommen vom 28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen
Bundesrat und der Regierung der Hellenischen Republik über die Rück-
übernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729,
nachfolgend: Rückkehrabkommen) stützte, anerkannt werden. Ein solches
Ersuchen um Rückübernahme wurde offenbar bis anhin durch das SEM
nicht gestellt. Entsprechend fehlt es auch an einer Rückübernahmezusi-
cherung der griechischen Behörden. Dass der Beschwerdeführer über eine
gültige Aufenthaltsbewilligung in Griechenland verfügt und damit grund-
sätzlich zu Reisen innerhalb des Schengen-Raumes berechtigt ist, entbin-
det die Vorinstanz nicht davon, eine solche Rückübernahmezusicherung
einzuholen, da deren Vorliegen die Voraussetzung für die Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG bildet (vgl. dazu Urteil des BVGer D-2469/2020
vom 5. Juni 2020 E. 5.3.2) Im Übrigen ist weder aus den Akten ersichtlich
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noch wird vom SEM begründet, weshalb im vorliegenden Fall auf die Ein-
holung einer solchen Zusicherung verzichtet werden könnte. Damit wird es
dem Beschwerdeführer verunmöglicht, diese Begründung anzufechten,
ebenso dem Bundesverwaltungsgericht, die Begründung zu prüfen. Über-
dies ist aus den Akten ersichtlich, dass der Beschwerdeführer keinerlei
Identitätsdokumente zu den Akten gereicht hat, weshalb – ohne entspre-
chende Zusicherung – auch nicht feststeht, ob ihm die griechischen Behör-
den bei einer Rückkehr die Einreise überhaupt gestatten würden.
Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz keine Rückübernahmezusicherung
eingeholt und damit den Sachverhalt unvollständig erstellt, beziehungs-
weise einen Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a
AsylG ohne Vorliegen einer Rückübernahmezusicherung gefällt. Zudem
hat sie auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör
verletzt, indem sie ihrer Begründungspflicht nicht ausreichend nachgekom-
men ist. Eine Heilung der festgestellten Rechtsverletzung des SEM durch
das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen eines reformatorischen Urteils
fällt nicht in Betracht, zumal voraussichtlich weitere Instruktionsmassnah-
men durch das SEM vorzunehmen sind.
7.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, soweit die Aufhebung der Verfü-
gung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt wird.
8.
8.1 Mit dem Urteil in der Sache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb die Anträge um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung inklusive Rechtsverbeiständung gegen-
standslos geworden sind.
8.3 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die Rechts-
vertreterin reichte mit ihrer Beschwerdeschrift eine Kostennote ein. Dem-
nach beliefen sich ihre Bemühungen auf 11.25 Stunden; zusätzlich werden
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Auslagen in der Höhe von Fr. 15.50 aufgeführt. Der ausgewiesene Auf-
wand erscheint vorliegend als angemessen und der im Falle eines Obsie-
gens vermerkte Stundenansatz von Fr. 150.– ist für die Bemessung der
Parteientschädigung reglementskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Die
die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung ist demnach
auf insgesamt Fr. 1703.– (inkl. Auslagen, nicht mehrwertsteuerpflichtig)
festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
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