Decision ID: 67dc8085-2da7-552f-8c62-a120d3ec33ec
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 14. Juli 2007 verliess und auf dem Seeweg über Italien am 20. Juli 2007 in die Schweiz gelangte, wo er am 23. Juli 2007 um Asyl ,
dass er bei der Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel am 31. Juli 2007 im Wesentlichen geltend machte, er habe seit seiner Geburt in Tripolis, Libyen, als Einzelkind mit seinem Vater zusammen gelebt und als Fischer mit ihm gearbeitet,
dass ihn sein Vater, der alkoholabhängig sei, dauernd halbtot  habe, weshalb er nicht mehr habe dort leben können und sein Land verlassen habe,
dass er nachts vor Kälte auch nicht habe schlafen können,
dass er nie im Besitz eines Identitätspapiers gewesen sei,
dass er bei einer Rückkehr von seinem Vater getötet würde,
dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird,
dass am 6. August 2007 im Auftrag des BFM eine Analyse der  LINGUA (mit den Analysebereichen landeskundlich-kulturelle Analyse und linguistische Analyse) durchgeführt wurde, welche zum Schluss führte, aufgrund seines sprachlichen Hintergrundes und  mangelnden Ortskenntnisse habe die Sozialisierung des  eindeutig nicht in Libyen, hingegen eindeutig im  stattgefunden, wobei hauptsächlich tunesische Sprachmerkmale mit wenigen libyschen Sprachmerkmalen gemischt es als sehr  erscheinen liessen, dass er in einem tunesischen Milieu  worden sei,
dass eine vom BFM in Auftrag gegebene Knochenanalyse zur  vom 17. August 2007 ergeben hat, dass das  der Hand respektive des Handgelenkes abgeschlossen sei,
dass der Beschwerdeführer am 24. August 2007 vom BFM ergänzend zu seinem Alter befragt wurde und er im Wesentlichen aussagte, sein
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Vater habe ihm im Alter von fünf oder sechs Jahren gesagt, er sei am 9.9.1990 geboren und es existiere auch ein Familienbüchlein, das sich jedoch bei seinem Vater befinde, den er nicht kontaktieren könne,
dass das BFM im Anschluss an diese Befragung die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der Überprüfung der Altersangaben im Rahmen der Erhebungen zu den Personalien als unglaubhaft und ihn demnach als volljährig erachtete, weshalb ihm keine  benannt wurde,
dass dem Beschwerdeführer am 24. August 2007 in mündlicher Form das rechtliche Gehör im Hinblick auf einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) gewährt wurde und er dabei insbesondere zu den Erkenntnissen und Schlussfolgerungen aus der Analyse der Fachstelle LINGUA Stellung beziehen konnte,
dass der Beschwerdeführer zu den Erkenntnissen der Analyse der Fachstelle LINGUA im Wesentlichen ausführte, zu den  Fragen habe er gesagt, was er kenne und bezüglich der  Analyse entgegnete, er habe zwei Jahre in Zuwara gelebt, das in der Nähe von Tunesien liege,
dass das BFM mit Verfügung vom 31. August 2007 - gleichentags  - auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,
dass nach den Erkenntnissen der Analyse der Fachstelle LINGUA die Hauptsozialisierung des Beschwerdeführers eindeutig nicht in Libyen stattgefunden habe, sondern sehr wahrscheinlich in Tunesien,
dass der Beschwerdeführer anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs die im Gutachten gemachten Feststellungen nicht zu  vermocht habe,
dass es aufgrund der Analyse der Fachstelle LINGUA und der nicht stichhaltigen Stellungnahme im Rahmen des rechtlichen Gehörs , dass der Beschwerdeführer die Behörden über seine Identität getäuscht habe,
dass demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,
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dass gemäss gefestigter Praxis der schweizerischen Rechtssprechung die asylsuchende Person in materieller Hinsicht die Beweislast dafür trage, die behauptete Minderjährigkeit zumindest glaubhaft zu , da sie aus dieser Tatsache Rechte zu ihren Gunsten ableiten wolle (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] / EMARK 2000 Nr. 19 E. 8b, 2001 Nr. 22, 2001 Nr. 23) und die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe,
dass das BFM in seiner Verfügung im Weiteren feststellte, aufgrund  Gesamtwürdigung sei die Behauptung des Beschwerdeführers, minderjährig zu sein, als unglaubhaft einzuschätzen,
dass das Bundesamt daher von der Volljährigkeit des  ausgehe und ihm auch keine Vertrauensperson für das rechtliche Gehör im Hinblick auf einen Nichteintretensentscheid zur Seite gestellt habe,
dass der Vollzug der Wegweisung zulässig und zumutbar sei, da kein Grund zur Annahme allfälliger Hinweise auf die Flüchtlingseigenschaft bestehe und keine Gründe gegen die Zumutbarkeit seiner Rückkehr sprächen, da von ihm erwartet werden könne, für sich selbst ,
dass der Vollzug der Wegweisung auch technisch möglich und  durchführbar sei,
dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu verweisen ist,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. September 2007 (Poststempel) sinngemäss beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei erneut zu prüfen und auf das  einzutreten,
dass er im Wesentlichen vorbringt, für die Umstände, die ihn in die Schweiz geführt hätten, sei er unschuldig, in seiner Heimat habe er weder Unterkunft noch Familie und er sei auf den Schutz einer  wie die schweizerische angewiesen, weil er minderjährig sei und sich verloren fühle,
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer legitimiert ist, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108a und 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer Beweismittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG),
dass die Beurteilung von Beschwerden gegen  wegen Identitätstäuschung auf die Überprüfung der Frage  ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht  ist,
dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit  beschränkt ist, bei Begründetheit des Rechtsmittels die  Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen,
dass die Vorinstanz demgegenüber die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs materiell geprüft hat, weshalb dem  diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass die vorliegende Beschwerde - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, weshalb auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann und der  lediglich summarisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG; vereinfachtes Verfahren),
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dass der Begriff der Identität gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG , Vornamen, Staatsangehörigkeit, Ethnie, Geburtsdatum,  und Geschlecht des Asylsuchenden umfasst (vgl. Art. 1 Bst. a der Asylverordnung I über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV I, SR 142.311]),
dass der Nachweis der Täuschung unter anderem auch durch eine Herkunftsanalyse der Fachstelle LINGUA erbracht werden kann (vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 5 ff. S. 284 ff., 1999 Nr. 19 E. 3d S. 125 f.),
dass das BFM den Beschwerdeführer über die Fachstelle LINGUA  Analyse (in den Bereichen Herkunftsanalyse auf der Basis  Merkmale in der Sprechweise sowie Analyse -kultureller Anhaltspunkte) unterzogen und ihm das rechtliche  zu den Abklärungsergebnissen gewährt hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht in Anlehnung an die unverändert geltende Praxis der ARK die LINGUA-Analysen des BFM nicht als Sachverständigengutachten (im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG und Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den  [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern als schriftliche Auskünfte einer Drittperson (im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG  Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG) anerkennt, ihnen  - sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des Experten wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt werden -  Beweiswert zumisst (vgl. EMARK 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89, 1998 Nr. 34 S. 284 ff.),
dass die vorliegende, begründete Analyse einen nachvollziehbaren und überzeugenden Eindruck hinterlässt und zu keinen  Anlass gibt, weshalb ihr erhöhter Beweiswert zuzumessen ist,
dass zur Vermeidung von Wiederholungen für den wesentlichen Inhalt des Ergebnisses der Analysen auf die Begründung des BFM in der  Verfügung verwiesen werden kann,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs die in den Analysen enthaltenen Schlussfolgerungen offensichtlich nicht zu widerlegen vermochte,
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dass das BFM in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die  Analyse überzeugend dargelegt hat, weshalb es auf das  des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass auf diese Feststellungen verwiesen werden kann, zumal der  in seiner Beschwerde diesen Argumenten nichts  entgegenzusetzen vermag,
dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vielmehr bloss daran festhält, er stamme aus Libyen, sei minderjährig und ,
dass diese Vorbringen offenkundig nicht durchzudringen vermögen,
dass das BFM in Berücksichtigung der gesamten Aktenlage zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des  nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im  mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a AsylV1; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),
dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der  entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzumutbaren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den  des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 (ANAG, SR 142.20) über die  Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG),
dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der  keine Verfolgung oder begründete Furcht vor  darzulegen vermochte, welche geeignet wäre, die  zu begründen, und auch keine Anhaltspunkte für eine  menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die ihm in  Herkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 ANAG),
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dass den Akten auch keine Gründe entnommen werden können, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen (Art. 14a Abs. 4 ANAG),
dass die Vorinstanz rechts- und praxiskonform erwogen hat, wonach in materieller Hinsicht die Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit beim Beschwerdeführer liegt und in einer Gesamtbeurteilung aller relevanten Elemente zu Recht darauf geschlossen hat, dass nicht von einer Minderjährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist (vgl. EMARK 2001 Nr. 22),
dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine Hinweise auf das  technischer Vollzugshindernisse ergeben, weshalb der Vollzug auch möglich ist (Art. 14a Abs. 2 ANAG),
dass die Untersuchungspflicht der Asylbehörden hinsichtlich , Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 14a ANAG) nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der  der Beschwerde führenden Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es bei nicht belegter beziehungsweise zweifelhafter  oder Herkunft nicht Sache der Behörde sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen hypothetischer Natur zu forschen,
dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermag und die Akten  Grundlage bieten, inwiefern die angefochtene Verfügung  verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder  feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG),  die Beschwerde abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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