Decision ID: ceb26c0c-dbbd-5e54-8be5-45334889332b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
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A./ Die W. AG, ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch B.. Der
westliche Teil der Parzelle liegt in der Intensiverholungszone Tourismus, der östliche in
der Grünzone Freihaltung (Art. 14bis und Art. 15 des Baureglements der Politischen
Gemeinde B.). Gemäss kommunaler Schutzverordnung befindet sich das ganze
Grundstück im Baumschutzgebiet. Auf der Parzelle besteht seit langem der
gastgewerbliche Betrieb "S." mit Bootsvermietung und Bootsfahrschule, der sich im
Lauf der Zeit entwickelt hat. Im Jahr 1985 erteilte das Volkswirtschaftsdepartement
dafür erstmals eine gastwirtschaftsrechtliche Bewilligung.
a) Am 13. März 2006 erteilte der Gemeinderat B. B. S. "provisorisch" und bis
31. Dezember 2007 befristet ein Patent zur Ausübung gastgewerblicher Tätigkeiten im
"S.". Die Patenterteilung erfolgte mit folgenden Auflagen:
"1. Pro Jahr (Saison) dürfen maximal an 6 Tagen Live-Bands in der Gartenwirtschaft
auftreten.
2. Die Zahl möglicher Verlängerungen (Art. 18 des Gastwirtschaftsgesetzes [sGS 553.1;
abgekürzt GWG] wird pro Jahr (Saison) auf 12 beschränkt.
3. Ab 22 Uhr ist in der Gartenwirtschaft die Nachtruhe einzuhalten und durchzusetzen.
4. In Bezug auf den Gartengrill sind jegliche Geruchsimmissionen gegen
Nachbarliegenschaften zu vermeiden (Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[SR 210; abgekürzt ZGB].
5. An den gesetzlichen Feiertagen sind das Abspielen von Musik oder der Einsatz von
Live-Bands in der Gartenwirtschaft untersagt."
b) Am 4. Dezember 2006 erliess der Gemeinderat B. lärmschutzrechtliche
Anordnungen betreffend das "S.". Dagegen erhoben sowohl die W. AG als auch G. G.,
Eigentümer des benachbarten Grundstücks Nr. 622, Rekurs beim Baudepartement.
Der Gemeinderat B. hat den angefochtenen Entscheid vom 4. Dezember 2006 am 5.
Mai 2008 widerrufen. In der Folge, am 29. August 2008, wurden die Rekursverfahren
abgeschrieben.
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c) Am 10. Juli 2007 reichte die W. AG beim Gemeinderat B. ein Baugesuch
"Bewilligung der bestehenden Bauten und Anlagen" (Nr. 2007.0104) ein. Während der
Auflagefrist vom 14. bis 28. August 2007 erhoben G. G. Einsprache beim Gemeinderat
B.. Am 24. April 2008, als der nun angefochtene Entscheid des
Volkswirtschaftsdepartements erging, hatte der Gemeinderat B. diesbezüglich noch
nicht entschieden. Am 5. Mai 2008 fasste er indessen folgenden Beschluss, den er am
23. Juli 2008 ergänzte:
"1. Ueber das Baugesuch wird wie folgt entschieden:
a) Für das Restaurant im Gebäude, Assek.-Nr. 1991, liegt eine rechtsgültige
Baubewilligung vor.
b) Für die "Gedeckte Gartenwirtschaft" liegt keine Baubewilligung vor. Für eine
reduzierte "Gedeckte Gartenwirtschaft" - bis zum massgeblichen Gewässerabstand -
wird gestützt auf die Ausführungen eine Bewilligung erteilt.
c) Für die Gartenwirtschaft mit 100 Sitzplätzen auf einer Fläche von 200 m wird
nachträglich im Sinne der Ausführungen sowie der Bestandesgarantie die
Baubewilligung erteilt.
d) Der Gartengrill selbst kann als ursprüngliches Aussencheminee/Grillstelle
weitergenutzt werden.
e) Für die Faltstore liegt keine Baubewilligung vor; sie kann nachträglich nicht bewilligt
werden und muss entfernt werden.
f) Für den Kiosk, Assek-Nr. 2414 liegt eine rechtsgültige Baubewilligung vor. Für die
heutige Nutzung gilt die Bestandes-garantie. Die Getränkebox wird unter dem
Vorbehalt nachträglich bewilligt, dass die Ortsgemeinde A. ihr Einverständnis im Sinne
von Art. 29 Abs. 3 BauR erklärt.
g) Für das Abwaschhaus, Assek.Nr. 1866 liegt eine rechtsgültige Baubewilligung vor.
Für die heutige Nutzung gilt die Bestandesgarantie.
2
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h) Für das Gebäude der Bootsvermietung liegt keine Baubewilligung vor; sie kann
nachträglich nicht bewilligt werden und muss entfernt werden.
i) Für den Betrieb des "Rest. S." bestehen 30 Parkplätze auf dem Grundstück Nr. 446.
Für die 10 Parkplätze auf dem Vorplatz des Grundstücks-Nr. 2035 wird nachträglich im
Sinne der Ausführungen sowie der Bestandesgarantie die Bewilligung erteilt.
j) Für die Leuchtreklame (IV.a), die Benzin- und Dieselöltankanlage (IV.b / IV.d) sowie
die Leuchtreklame Gulf (IV.f) liegen rechtskräftige Baubewilligungen vor.
2. Die heute bestehenden, mit diesem Entscheid jedoch nicht bewilligten Bauten und
Anlagen sind bis 31. Dezember 2008 im Sinne der Wiederherstellung des
ursprünglichen Zustands zu entfernen, resp. zurückzubauen.
3. Der Beschluss des Gemeinderates vom 4. Dezember 2006 betreffend Bedingungen
und Auflagen für den Betrieb des Gastgewerbes wird widerrufen.
4. Für den Gastgewerbebetrieb werden folgende Bedingungen und Auflagen
festgelegt:
· Beschränkung der Platzzahl: Innerhalb Restaurant: 15 Sitzplätze;
Gartenwirtschaft 100 Sitzplätze;
· Oeffnungszeiten: So-Do: 05.00 - 24.00 Uhr / Fr und Sa: 05.00 - 01.00 Uhr;
· In der Gartenwirtschaft ist ab 22.00 Uhr in der Regel die Nachtruhe einzuhalten;
· Livemusik ist an insgesamt maximal 6 Anlässen/Tagen pro Kalenderjahr bis
längstens 24.00 Uhr zulässig;
· An den hohen Feiertagen ist keine Livemusik erlaubt.
5. Die öffentlich-rechtliche Einsprache wird im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BauG teilweise
gutgeheissen, muss jedoch - in Bezug auf jene Bauten und Anlagen, für welche eine
rechtskräftige Bewilligung vorliegt oder die Bestandesgarantie gilt - abgewiesen
werden.
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6. Die privat-rechtliche Einsprache wegen übermässigen Einwirkungen auf fremdes
Eigentum gemäss Art. 679 und 684 ZGB wird gestützt auf die Ausführungen im Sinne
von Art. 86 BauG abgewiesen.
7. Die privat-rechtliche Einsprache wird im Sinne von Art. 84 Abs. 3 BauG auf den
Zivilrechtsweg verwiesen. Der Einsprecherin wird die Gelegenheit eingeräumt, innert 10
Tagen ab Erhalt Klage beim Vermittler der Gemeinde B., Erwin Steger, Heidlerstrasse
10, 9425 B., einzureichen."
Gegen diesen Beschluss erhoben die W. AG sowie G. G. Rekurs beim
Baudepartement. Die Rekursverfahren sind noch hängig.
d) Am 17. Dezember 2007 teilte der Gemeinderat B. G. G. mit, er beabsichtige, B. S. für
das "S." erneut ein "provisorisches" Patent mit Bedingungen und Auflagen zu erteilen.
Am 24. Dezember 2007 wiesen diese auf das hängige Baubewilligungsverfahren hin
und erklärten sich damit einverstanden, dass die Patenterteilung unter folgenden
Bedingungen und Auflagen erfolge:
"1. Befristung bis 31. Mai 2008, allfällige Verlängerungsbeurteilung 30. April 2008.
2. Beschränkung der Aussenplätze auf die Zone ITE gemäss beiliegendem Plan max.
100 Plätze.
3. nicht bewilligte Bauten und Anlagen dürfen nicht genutzt werden, namentlich
möchten wir dabei die geruchsbelästigende Aussenkochstelle erwähnen.
4. die nicht bewilligte Parkplatzanlage auf Parzelle Nr. 446 Ortsgemeinde darf nicht
genutzt werden.
5. 2 Musikveranstaltungen bis Ende Mai 2008 (Berücksichtigung des laufenden
Rerkursverfahrens in Sachen Lärmschutz).
6. Die Nachtruhe im Garten ab 22.00 Uhr ist einzuhalten.
7. Die Nichtbeachtung dieser Auflagen soll den sofortigen Entzug des Patentes zur
Folge haben. Entsprechende Kontrollen müssten durch die Gemeinde erfolgen."
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Am 14. Januar 2008 erteilte der Gemeinderat B. B.S. für das Jahr 2008 ein
"provisorisches" Patent:
"2.
Der Gemeinderat beschliesst, Frau B. S., für das Jahr 2008
ein provisorisches Patent mit folgenden Bedingungen und Auflagen
zu erteilen:
1. Befristung bis 31. Juli 2008 mit Option bis 31. Dezember 2008, falls der Entscheid
des Kantons bis Juli 2008 nicht vorliegt.
2. Beschränkung der Aussenplätze auf 100 Einheiten. Der Bereich des
Gewässerabstands (Boden Kanton) darf nicht tangiert werden.
3. Einschränkung der Musikarrangements im Aussenbereich auf max. 6 Anlässe pro
Saison 2008 (Gesamtzahl; d.h. inkl. die freien Anlässe wie Fasnacht, 1. August,
Silvester etc.).
4. Die Aussenanlagen (insb. Aussenkochstelle) sind so zu betreiben, dass auf den
Nachbargrundstücken keine Immissionen zu verzeichnen sind."
B./ Am 25. Januar 2008 erhoben die W. AG (VD/G-08.03) sowie G. G. (VD/G-08.05),
nicht aber B.S., gegen den Entscheid des Gemeinderats B. vom 14. Januar 2008
Rekurs beim Volkswirtschaftsdepartement.
a) Am 15. Februar 2008 reichte die W. AG beim Volkswirtschaftsdepartement ein
Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme ein. Nachdem G. G. und der
Gemeinderat B. zur Stellungnahme aufgefordert worden waren, entsprach das
Volkswirtschaftsdepartement diesem Gesuch am 18. März 2008 wie folgt:
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"1. Das Gesuch der Rekurrentin um Erlass einer vorsorglichen Massnahme wird
teilweise gutgeheissen und der Patentinhaberin für die Dauer des Rekursverfahrens,
längstens aber bis 31. Mai 2008, ein Patent für das "S." erteilt, mit folgenden Auflagen:
a) Es gelten die ordentlichen Öffnungszeiten nach Art. 16 ff. GWG und kommunalem
Gastwirtschaftsreglement vom 29. Juli 1996. Die Politische Gemeinde B. kann maximal
3 Verlängerungen nach Art. 18 GWG bewilligen.
b) In der Gartenwirtschaft:
1. dürfen maximal an 2 Tagen Live-Bands auftreten;
2. sind das Abspielen von Musik und der Einsatz von Live-Bands an den gesetzlichen
Feiertagen verboten;
3. ist ab 22 Uhr die Nachtruhe einzuhalten und durchzusetzen.
c) In Bezug auf den Gartengrill sind jegliche Geruchsimmissionen gegen
Nachbarliegenschaften zu vermeiden (Art. 684 ZGB).
2. Die Kosten für diesen Zwischenentscheid werden ins Hauptverfahren verwiesen."
b) Am 27. Februar 2008 stellte die W. AG die Rechtsbegehren, der Entscheid des
Gemeinderats B. vom 14. Januar 2008 sei insoweit zu ändern, als ein Patent für das
Jahr 2008 zu erteilen sei. Demgemäss sei die Auflage gemäss Ziff. 1. aufzuheben
(Ziff. 1). Sodann seien die Auflagen gemäss Ziff. 2. bis 4. aufzuheben. G. G.
beantragten am 25. Januar 2008, der Beschluss des Gemeinderats B. vom 14. Januar
2008 sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Am 19. März 2008 räumte das Volkswirtschaftsdepartement B.S. als
betroffener Patentinhaberin die Möglichkeit ein, sich zum Rekurs der W. AG vernehmen
zu lassen. B.S. hat stillschweigend auf eine Stellungnahme verzichtet. Das
Volkswirtschaftsdepartement lehnte es am 24. April 2008 ab, die Rekursverfahren zu
vereinigen. Der Rekurs der W. AG wurde abgewiesen (VD/G-08.03). Zur Begründung
wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Gemeinderat B. hätte für das "S." kein Patent
erteilen dürfen. Dieser Entscheid wurde der Rekurrentin, G. G., dem Gemeinderat B.
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und dem Baudepartement eröffnet. Der Rekurs von G. G. wurde gutgeheissen und der
Entscheid des Gemeinderats B. vom 14. Januar 2008 wurde aufgehoben (VD/G-08.05).
Dieser Entscheid wurde den Rekurrenten, der W. AG, B. S., dem Gemeinderat B. und
dem Baudepartement eröffnet.
C./ Am 9. Mai 2008 erhob die W. AG beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den
Entscheid des Volkswirtschaftsdepartements vom 24. April 2008 (VD/G-08.03). Sie
beantragte innert erstreckter Frist am 5. Juni 2008, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben (Ziff. 1) und der Beschluss des Gemeinderats B. sei insofern abzuändern,
als ein Patent für das Jahr 2008 zu erteilen sei. Demgemäss seien die Bedingungen
und Auflagen gemäss Ziff. 1. bis 4. des Beschlusses des Gemeinderats B. vom
14. Januar 2008 aufzuheben (Ziff. 2). Eventuell seien die angefochtenen Beschlüsse
aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Durchführung eines koordinierten Verfahrens
- Baubewilligungsverfahren mit vorsorglichen Massnahmen über den während dieses
Verfahrens zulässigen Betrieb - an die Beschwerdebeteiligte 1 zurückzuweisen (Ziff. 3).
Das Volkswirtschaftsdepartement nahm am 8. Juli 2008 Stellung und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen. B. S. liess sich am 29. September 2008 vernehmen und
beantragte, die Beschwerde sei zu schützen. G. G. nahmen am 30. September 2008
Stellung und stellten die Rechtsbegehren, der Entscheid des
Volkswirtschaftsdepartements vom 24. April 2008 sei zu bestätigen und die
Beschwerde sei abzuweisen. Der Gemeinderat B. verzichtete darauf, sich vernehmen
zu lassen. Am 28. November 2008 machte die W. AG von der Möglichkeit Gebrauch,
sich zu neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten zu äussern.
D./ Am 9. Mai 2008 erhob B.S. beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den
Entscheid des Volkswirtschaftsdepartements vom 24. April 2008 (VD-G-08.05). Sie
beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Sodann stellte sie das
Rechtsbegehren, der Entscheid des Gemeinderats B. vom 14. Januar 2008 sei zu
bestätigen und es sei ihr im Sinn einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des
Beschwerdeverfahrens für das "S." ein Patent mit den vom Gemeinderat angeordneten
Auflagen zu erteilen. Am 29. Mai 2008 hat der Präsident des Verwaltungsgerichts
diesem Begehren entsprochen und festgestellt, der Beschluss des Gemeinderates B.
vom 14. Januar 2008 gelte als provisorische gastwirtschaftsrechtliche Bewilligung der
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Gesuchstellerin für das Restaurant "S." für die Dauer des Beschwerdeverfahrens. Die
Auflage unter Ziff. 2.4. wurde im Sinn der Erwägungen abgeändert.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs.
1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
wurden die Beschwerdeeingabe vom 9. Mai 2008 und ihre Ergänzung vom 5. Juni 2008
innert Frist eingereicht, und sie entsprechen formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP).
1.2. Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung der
Beschwerde berechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des
Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Vorausgesetzt wird, dass das
Anfechtungsinteresse aktuell ist. Fällt das Interesse im Verlauf des Verfahrens dahin, so
wird die Streitsache grundsätzlich gegenstandslos. Das ist typischerweise der Fall,
wenn der Zeitraum, für den die Bewilligung verlangt wurde, verstrichen ist. Es werden
indessen Ausnahmen von der Aktualität des Rechtsschutzinteresses anerkannt. Das
Verwaltungsgericht tritt auf eine Beschwerde ein, wenn wegen der Dauer des
Verfahrens sonst nie rechtzeitig ein endgültiger Entscheid in Grundsatzfragen
herbeizuführen wäre oder wenn die Entscheidung in der Sache aus anderen Gründen
als angebracht erscheint (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 400 und 401 je mit Hinweisen).
Gegenstand des von der Beschwerdeführerin eingeleiteten Rekursverfahrens war der
Beschluss der Beschwerdebeteiligten 1 vom 14. Januar 2008, mit welchem der
Beschwerdebeteiligten 2 ein bis 31. Juli 2008 befristetes "provisorisches Patent" mit
Auflagen und mit Option auf Verlängerung bis 31. Dezember 2008 für das Restaurant
"S." erteilt worden ist. Die Rekurrentin, in deren Eigentum sich das betreffende
Grundstück befindet, hatte verlangt, die mit der Patenterteilung verbundenen Auflagen
seien aufzuheben. Weil das Jahr 2008 verstrichen ist, fehlt es ihr am aktuellen Interesse
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an der Aufhebung des Rekursentscheids und an der beantragten Erteilung des Patents
ohne Auflagen für das Jahr 2008. Die Vorinstanz hat den Rekurs indessen mit der
Begründung abgewiesen, die Beschwerdebeteiligte 1 hätte der
Beschwerdebeteiligten 2 kein Patent erteilen dürfen, weil die Baubehörde die
gastgewerbliche Nutzung der zur Diskussion stehenden Flächen bisher weder durch
die Erteilung einer Baubewilligung noch im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens
provisorisch zugelassen habe. Strittig ist somit die Grundsatzfrage, ob das nach
Gastwirtschaftsgesetz (sGS 553.1, abgekürzt GWG) zuständige Vollzugsorgan
"provisorisch" d.h. im Sinn einer vorsorglichen Massnahme, eine Gewerbebewilligung
erteilen darf, wenn ein Baubewilligungsverfahren hängig ist, oder ob es in diesem Fall
in die Zuständigkeit der Baubehörde fällt, darüber zu entscheiden, ob und wenn ja wie
eine gastgewerbliche Nutzung der zur Diskussion stehenden Bauten und Anlagen bis
auf weiteres zugelassen werden kann. Weil die Bauentscheide der
Beschwerdebeteiligten 1 vom 5. Mai und 23. Juli 2008 mit Rekurs angefochten worden
sind und der Ausgang der Rechtsmittelverfahren ungewiss ist, ist anzunehmen, dass
die Beschwerdebeteiligte 1 der Beschwerdebeteiligten 2 nach Abschluss dieses
Beschwerdeverfahrens wiederum eine mit Rekurs und Beschwerde anfechtbare
"provisorische Gastro-Bewilligung" erteilt. Das Rechtsschutzinteresse der
Beschwerdeführerin an der Prüfung der Frage, ob ihr Rekurs mit Recht mit der
Begründung abgewiesen worden ist, es hätte kein Patent erteilt werden dürfen, ist
deshalb zu bejahen.
1.3. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Stellungnahme vom 28. November 2008
geltend, die Vernehmlassung der Beschwerdegegner vom 30. September 2008 müsse
aus dem Recht gewiesen werden, weil ihnen als Eigentümer eines Nachbargrundstücks
an einem Verfahren betreffend Erteilung eines Gastgewerbepatents keine Parteistellung
zukomme.
Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP werden Nachbarn nach
ständiger Rechtsprechung im Baubewilligungsverfahren zur Beschwerdeführung
zugelassen, wenn eine enge räumliche Beziehung zum Baugrundstück gegeben ist und
der Nachbar direkt und in höherem Mass als irgendjemand in den eigenen Interessen
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beeinträchtigt wird. Der Nachbar hat dieses Rechtsschutzinteresse nach der st.
gallischen Praxis für jede einzelne Rechtsbehauptung nachzuweisen (Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 414 und 416 je mit Hinweisen).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegner Eigentümer des Grundstücks Nr. 622
sind, das mit einem Haus
überbaut ist, in dem sie wohnen und dass die unmittelbare räumliche Beziehung dieses
Grundstücks zum Grundstück Nr. 2035 gegeben ist. Sodann ist davon auszugehen,
dass sie durch Immissionen, die durch die gastgewerbliche Nutzung des "S.", für die
ein Patent nach GWG benötigt wird, verursacht werden, in höherem Mass als Dritte
betroffen sind. Wie ausgeführt, ist im vorliegenden Verfahren sodann strittig, ob die
Beschwerdebeteiligte 1 der Beschwerdebeteiligten 2 eine Gewerbebewilligung hätte
erteilen dürfen, die sie berechtigt, sich dort gewerbsmässig gastgewerblich zu
betätigen, oder ob der Entscheid darüber im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens
von der Baubehörde oder vom Baudepartement als Rekursinstanz zu fällen (gewesen)
wäre. Demzufolge sind G. G. als Beschwerdegegner zuzulassen und der Antrag der
Beschwerdeführerin, ihre Eingabe vom 30. September 2008 sei unbeachtlich, wird
abgewiesen.
3. Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit Recht entschieden hat, die
Beschwerdebeteiligte 1 hätte der Beschwerdebeteiligten 2 für das "S." kein
Gastgewerbepatent erteilen dürfen. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den
Standpunkt, mit der Argumentation, weil keine rechtskräftige Baubewilligung für die
gastgewerbliche Nutzung vorliege, sei die Erteilung bzw. Erneuerung einer
Gewerbebewilligung grundsätzlich nicht möglich, verkenne die Vorinstanz den
massgebenden Sachverhalt und die massgebenden Rechtsgrundlagen. Diese
Auffassung sei zwar zutreffend, wenn eine gastgewerbliche Nutzung erstmals zur
Diskussion stehe, sei es, dass ein neues Gebäude erstellt werde, in welchem eine
Gastwirtschaft geführt werden solle, sei es, dass eine baubewilligungspflichtige
Zweckänderung (Umwandlung der bisherigen Nutzung in eine gastgewerbliche
Nutzung) erfolge. Im vorliegenden Fall gehe es indessen nicht um die erstmalige
Nutzung von Bauten und Anlagen zu gastgewerblichen Zwecken. Die Liegenschaft "S."
werde seit Jahren touristisch und somit auch gastgewerblich genutzt und diese
Nutzung sei als baubewilligt bzw. rechtmässig beurteilt worden.
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3.1. Sowohl bei der Baubewilligung als auch beim Gastgewerbepatent handelt es sich
um eine sogenannte Polizeierlaubnis. Die Polizeierlaubnis ist die Verfügung, welche auf
Gesuch hin eine aus polizeilichen Gründen unter Bewilligungspflicht stehende Tätigkeit
zulässt, weil die zum Schutz der Polizeigüter aufgestellten gesetzlichen
Voraussetzungen für die Ausübung dieser Tätigkeit erfüllt sind (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 2523; betreffend
Baubewilligung vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003,
Rz. 847 mit Hinweis auf GVP 1996 Nr. 104). Für die Polizeierlaubnis ist charakteristisch,
dass die darum ersuchende Person einen Rechtsanspruch auf Erteilung besitzt, wenn
sie die gesetzlich festgelegten Voraussetzungen erfüllt. Demzufolge liegt der Entscheid
darüber, ob die Erlaubnis erteilt wird oder nicht, in der Regel nicht im Ermessen der
Bewilligungsbehörde (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 2534).
3.2. Nach Art. 87 Abs. 1 des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG) ist die
Baubewilligung zu erteilen, wenn keine im öffentlichen Recht begründeten Hindernisse
entgegenstehen. Zum öffentlichen Recht gehören u.a. auch das gesamte
Umweltschutzrecht und die feuerpolizeilichen Vorschriften (Heer, a.a.O., Rz. 850 mit
Hinweis auf ZBl 2000 135 ff.). Bauten und Anlagen haben dem Zweck der jeweiligen
Nutzungszone zu entsprechen (Art. 22 Abs. 2 lit. a des Raumplanungsgesetzes
(SR 700, abgekürzt RPG). Die Zonenkonformität im Sinn des Bundesrechts setzt einen
funktionalen Zusammenhang zwischen Bauvorhaben und Zonenzweck voraus (Heer,
a.a.O., Rz. 360 mit Hinweisen). Seit dem Erlass des Bundesgesetzes über den
Umweltschutz (SR 814.01) und seiner Ausführungsvorschriften, namentlich auch der
Lärmschutzverordnung (SR 814.41), wird das in einer Zone konkret zulässige
Immissionsmass weitgehend durch öffentliches Bundesrecht bestimmt (GVP 2005
Nr. 26). Dabei ist namentlich zu prüfen, ob ein Betrieb Immissionen zur Folge hat, die
das zulässige Mass überschreiten. Die Baubewilligung kann nach Art. 87 Abs. 2 BauG
mit einschränkenden Bedingungen und Auflagen verbunden werden. Die zuständige
Gemeindebehörde hat das Baugesuch ohne Verzug zu behandeln. Sie hat es mit
anderen Bewilligungsverfahren zu verbinden, wenn dadurch eine Vereinfachung erzielt
werden kann (Art. 87 Abs. 3 BauG).
3.3. Gewerbsmässig ausgeübte gastgewerbliche Tätigkeiten in einem Betrieb sind
patentpflichtig (Art. 1 lit. a, Art. 3 lit. a und 4 lit. a GWG). Unter den Begriff des Betriebs
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fällt die Zusammenfassung personeller und sachlicher Mittel zu einem wirtschaftlichen
Zweck (GVP 2005 Nr. 25 mit Hinweis auf Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau,
2. Aufl., Aarau 1985, N 10 zu §§ 130-133 und Heer, a.a.O., Rz. 376). Ein Patent wird
nach GWG einer natürlichen Person für längstens fünf Kalenderjahre erteilt, wenn sie
konkrete persönliche Voraussetzungen erfüllt (Art. 7 und 8 und 10 GWG) und wenn
feststeht, dass der nachgesuchten gastgewerblichen Nutzung keine bau-, feuer- und
lebensmittelpolizeilichen Vorschriften entgegenstehen (Art. 9 GWG). Die Erteilung eines
Patentes fällt somit ausser Betracht, wenn eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt ist
bzw. wenn dieser Nachweis nicht erbracht ist. Sodann statuiert das GWG keine
Voraussetzungen räumlich-betrieblicher Natur, wie dies nach den Vorschriften des
Gastwirtschaftsgesetzes vom 1. Dezember 1983 (nGS 19-106; abgekürzt aGWG), das
mit Art. 31 GWG aufgehoben worden ist, der Fall war. Damals setzte die Ausübung
gastgewerblicher Tätigkeiten nicht nur die Erteilung eines Patentes, sondern auch die
Erteilung einer Betriebsbewilligung voraus. Letztere wurde neben dem Vorliegen eines
öffentlichen Bedürfnisses von bestimmten baulichen Voraussetzungen abhängig
gemacht (Art. 22 aGWG; vgl. auch Botschaft und Entwurf der Regierung zu einem
Gastwirtschaftsgesetz vom 25. Oktober 1994 in: ABl 1994/2447 ff.). Art. 9 GWG will
demgegenüber im öffentlichen Interesse sicherstellen, dass die gastgewerbliche
Nutzung von Flächen im Innen- und Aussenbereich einer Baute, für die um ein Patent
nachgesucht wird, nach den Vorgaben des Bau-, Feuer- und Lebensmittelpolizeirechts
zulässig ist (vgl. auch ABl 1994/2457). Die für die Patenterteilung zuständige Stelle (Art.
6 GWG) hat somit zu prüfen, ob dies im konkreten Fall zutrifft. Art. 9 GWG lässt offen,
unter welchen Voraussetzungen dieser Nachweis als erbracht gelten kann. Der
Vorinstanz ist indessen beizupflichten, dass rechtskräftige Verfügungen anderer
Behörden in diesem Zusammenhang nicht zu hinterfragen sind, sofern nicht triftige
Gründe dafür sprechen. Der Nachweis, dass eine gastgewerbliche Nutzung unter
räumlich-technischen Gesichtspunkten zulässig ist, erweist sich insbesondere dann als
schwierig, wenn die Erteilung eines Patentes für die Weiternutzung von Bauten und
Anlagen zur Diskussion steht, die seit längerem ganz oder teilweise der Ausübung
gastgewerblicher Tätigkeiten gedient haben. Im vorliegenden Fall steht aber fest, dass
am 14. Januar 2008, zum Zeitpunkt, als der Beschwerdebeteiligten 2 ein Patent mit
Auflagen erteilt wurde, ein Baugesuch der Beschwerdeführerin betreffend "Bewilligung
der bestehenden Bauten und Anlagen" hängig war. Bauten und Anlagen der
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Liegenschaft "S.", die seit mehr oder weniger langer Zeit zum gastgewerblich
genutzten Betrieb gehören, waren zu diesem Zeitpunkt somit Gegenstand eines
Baubewilligungsverfahrens. Demzufolge ist die Beschwerdebeteiligte 1 zu Unrecht
davon ausgegangen, die baurechtlichen Voraussetzungen im Sinn von Art. 9 GWG für
eine künftige gastgewerbliche Nutzung des "S." seien erfüllt und der Erneuerung des
Patentes der Beschwerdebeteiligten 2 für die Dauer von höchstens einem Jahr stehe
unter dem Gesichtspunkt des Gastwirtschaftsrechts nichts entgegen.
3.4. Nach Art. 18 Abs. 1 VRP kann die Behörde zur Erhaltung des Zustands oder zur
Sicherung bedrohter rechtlicher Interessen vorsorgliche Massnahmen treffen. Im
verwaltungsinternen Verfahren können vorsorgliche Massnahmen von Amtes wegen
angeordnet werden. In Betracht kommen kann die vorläufige Zulassung einer
bewilligungspflichtigen Berufsausübung, wenn sich für den Betroffenen aus der
Unmöglichkeit der Berufsausübung während der Dauer des Verfahrens eine aktuelle
und schwer wiedergutzumachende Beeinträchtigung seiner Interessen ergibt, ohne
dass dies durch ein erhebliches öffentliches Interesse gerechtfertigt wäre (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 1107 und 1108). Dementsprechend hat der Präsident des
Verwaltungsgerichts am 29. Mai 2008 angeordnet, der Beschluss der
Beschwerdebeteiligten 1 vom 14. Januar 2008 gelte für die Dauer des
Beschwerdeverfahrens als provisorische Bewilligung für B.S. zur Ausübung
gastgewerblicher Tätigkeiten im "S.", wobei Ziff. 4. im Sinn der Erwägungen geändert
worden ist.
Wie die Beschwerdeführerin ausführt, erfordern besondere Sachumstände während
der Dauer des baurechtlichen Verfahrens vorsorgliche Massnahmen. Die Entscheidung
darüber verpflichtet die Behörde zu einer sorgfältigen Abwägung der gegenläufigen
öffentlichen und privaten Interessen (Chr. Mäder, Das Baubewilligungsverfahren, Diss.
Zürich 1991, Rz. 311). Die Vorinstanz vertritt mit Recht den Standpunkt, eine
rechtskräftige Baubewilligung sei nicht in jedem Fall Voraussetzung für die Erteilung
eines Gastgewerbepatentes bzw. unter den gegebenen Umständen, weil ein
Baubewilligungsverfahren hängig sei, sei es Sache der Baubehörde bzw. zur Zeit des
Baudepartements als Rekursinstanz, im Sinn einer vorsorglichen Massnahme unter
Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit darüber zu befinden, in welchen
Bereichen der Bauten und Anlagen und unter Einhaltung welcher Bedingungen und
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Auflagen die gastgewerbliche Nutzung des "S." bis zum rechtskräftigen Abschluss des
Baubewilligungsverfahrens zulässig sei. Bis zum Zeitpunkt, wo diese vorsorgliche
Massnahme rechtskräftig ist, fällt die Erteilung einer Gewerbebewilligung gestützt auf
das GWG ausser Betracht. Die Beschwerde erweist sich demnach in diesem Punkt als
unbegründet.
4. Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür, die Argumentation der Vorinstanz sei aus
Gründen des Vertrauensschutzes nicht haltbar. Im Juni 1985, somit nach
Vollzugsbeginn des USG am 1. Januar 1985 (AS 1984/1122), habe ihr diese Behörde
eine gastwirtschaftsrechtliche Betriebsbewilligung für das "S." erteilt. Demnach sei die
gastgewerbliche Nutzung damals "baubewilligt" worden und es stehe fest, dass ihr das
Umweltrecht des Bundes nicht entgegenstehe.
4.1. Der Grundsatz des Vertrauensschutzes (Art. 9 der Bundesverfassung, SR 101)
bedeutet, dass die Privaten Anspruch darauf haben, in ihrem berechtigten Vertrauen in
behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Erwartungen begründendes
Verhalten der Behörden geschützt zu werden (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 627).
Nach den Vorgaben des aGWG wurde die Betriebsbewilligung in der Regel auf
unbestimmte Dauer erteilt und berechtigte den jeweiligen Eigentümer oder
Baurechtsberechtigten bestimmte Räume, Flächen im Freien und
Betriebseinrichtungen für gastgewerbliche Tätigkeiten zu verwenden (Art. 25 Abs. 1
und Art. 8 aGWG). Art. 27 Abs. 1 aGWG sah vor, dass die Betriebsbewilligung
entzogen wird, wenn die räumlich-betrieblichen Voraussetzungen für die Erteilung nicht
mehr bestehen.
4.2. Aktenkundig ist, dass die Vorinstanz dem Rechtsvorgänger der
Beschwerdeführerin, Hans-Rudolf Würth, am 17. Juli 1985 eine Betriebsbewilligung für
eine ausser-ordentliche Gastwirtschaft gemäss Art. 20 aGWG für den
damals "Gartenwirtschaft Würth" genannten Betrieb erteilt hat. Abgesehen davon, dass
der Betrieb gemäss Entscheid der Vorinstanz vom 15. März 1989 "ausschliesslich aus
einer Gartenwirtschaft mit 100 Plätzen bestand", wurde die gastgewerbliche Nutzung
kurz darauf auf einen Innenraum ausgedehnt. Am 15. März 1989 erteilte die Vorinstanz
für das "S." eine Betriebsbewilligung für eine Gastwirtschaft mit Berechtigung zum
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Alkoholausschank gemäss Art. 17 und Art. 21 Abs. 1 aGWG. Die Gültigkeit dieser
Bewilligung
wurde mit Recht davon abhängig gemacht, dass eine rechtskräftige Baubewilligung im
Sinn von Art. 78 Abs. 1 lit. o BauG vorliegt (vgl. dazu Ziff. 3.2. hievor).
Dementsprechend hat die Vorinstanz ausdrücklich festgehalten, "die Frage der
Parkplätze" sei im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens zu prüfen. Am 25. Mai 1989
erteilte die Beschwerdebeteiligte 1 eine Baubewilligung "mit den notwendigen
Bedingungen und Auflagen". Aus den Akten ist indessen nicht ersichtlich, welcher Art
diese Nebenbestimmungen sind. Sodann gilt die von der Vorinstanz am 15. März 1989
erteilte Betriebsbewilligung für eine Gaststube mit einer Fläche von 40 m und 15
Plätzen und für eine Gartenwirtschaft mit einer Fläche von 200 m und 100 Plätzen.
Aktenkundig ist indessen, dass das "S." offenbar seit Jahren nicht nach den Vorgaben
dieser Bewilligung, sondern erheblich intensiver genutzt wird. Entsprechende
rechtskräftige Baubewilligungen liegen aber nicht vor. Die Beschwerdebeteiligte 1 hat
am 5. Mai 2008 und am 23. Juli 2008 zwar über ein Baugesuch der
Beschwerdeführerin entschieden, die dagegen eingeleiteten Rekursverfahren sind
indessen noch hängig. Gemäss "Baubeschrieb" zum Baugesuch "Bewilligung der
bestehenden Bauten und Anlagen" der Beschwerdeführerin vom 10. Juli 2007 besteht
die Absicht, das "S." im gewohnten Rahmen weiterzuführen d.h. mit 130 Sitzplätzen im
Garten und 72 Sitzplätzen und 6 Stehplätzen im Gebäude. Aktenkundig ist weiter, dass
die Beschwerdebeteiligte 1 gestützt auf das seit 1. April 1996 in Vollzug stehende GWG
Patente erteilt hat, die zu einer gastgewerblichen Nutzung des "S." berechtigen, die
weit über das hinausgeht, was im Jahr 1989 von der Vorinstanz bewilligt worden ist
(1998: 255 Sitzplätze im Garten, 24 Sitzplätze im Gebäude; 2001: 255 Sitzplätze im
Garten, 24 Sitzplätze im Gebäude; 2004: 280 Sitzplätze im Garten, 24 Sitzplätze im
Gebäude; 2005: 280 Sitzplätze im Garten, 24 Sitzplätze im Gebäude;. 2007: 100
Sitzplätze im Garten, 30 Sitzplätze im Gebäude).
4.3. Die Beschwerdeführerin kann sich somit nicht mit Erfolg darauf berufen, die
gegenwärtige gastgewerbliche Nutzung des "S." sei im Jahr 1985 bewilligt worden und
es stehe deshalb fest, dass ihr keine im öffentlichen Recht, insbesondere im
Umweltrecht, begründeten Hindernisse entgegenstehen würden.
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5. Die Beschwerdeführerin beruft sich auch darauf, die Vorinstanz handle treuwidrig,
weil sie den Standpunkt vertrete, aus der Tatsache, dass die Beschwerdebeteiligte 1
einen möglicherweise baurechtswidrigen Zustand dulde, könne nicht gefolgert werden,
der gastgewerblichen Nutzung des "S." würden im Sinn von Art. 9 GWG keine
baupolizeilichen Vorschriften entgegenstehen. Sie begründet dies damit, von einem
baurechtswidrigen Zustand könnte selbst dann nicht gesprochen werden, wenn nie
eine Baubewilligung erteilt worden wäre. Für den Fall, dass ein nachträgliches
Baubewilligungsverfahren durchzuführen wäre, käme sodann das Recht zur
Anwendung, das im Zeitpunkt der Errichtung der Bauten und Anlagen gegolten habe
und es wäre nicht auf die heute geltenden strengeren Bestimmungen abzustellen. Weil
die Nutzung des "S." im Lauf der Jahre ausgedehnt worden sei, habe sie ein
Baugesuch "Bewilligung der bestehenden Bauten und Anlagen" eingereicht.
Wie ausgeführt, ergibt sich aus den Akten, dass der Betrieb des "S." im Lauf der Zeit
ausgebaut und erweitert worden ist und dass für die gastgewerbliche Nutzung in ihrer
heutigen Intensität keine rechtskräftige Baube-willigung vorliegt (vgl. auch Ziff. 4.2.
hievor). Die Beschwerdeführerin führt mit Recht aus, Sinn und Zweck des von ihr
eingeleiteten Baubewilligungsverfahrens sei es u.a. festzustellen, in welchem Ausmass
die gastgewerbliche
Nutzung des "S.", wie sie heute erfolgt, unter bau- und planungsrechtlichen
Gesichtspunkten zulässig sei. Sodann kann aus der Tatsache allein, dass die
Beschwerdebeteiligte 1 möglicherweise über längere Zeit hinweg einen
baurechtswidrigen Zustand toleriert hat, nicht geschlossen werden, der gewerblichen
Nutzung, wie sie heute erfolgt, würden keine baupolizeilichen Vorschriften
entgegenstehen bzw. es sei weiterhin möglich, dafür ein Gastgewerbepatent zu
erteilen. Zur Zeit steht nicht fest, in welcher zeitlichen und örtlichen Intensität eine
gastgewerbliche Nutzung des "S." unter diesem Gesichtspunkt rechtmässig erfolgt
bzw. in welchem Ausmass und unter welchen Gesichtspunkten der heutige Zustand als
baurechtswidrig bezeichnet werden muss. Dies ist erst dann der Fall, wenn das
Baubewilligungsverfahren rechtskräftig abgeschlossen sein wird. Wie unter Ziff. 3.4.
hievor ausgeführt, ist es deshalb geboten, dass das Baudepartement als Rekursinstanz
im Sinn einer vorsorglichen Massnahme unter bau- und planungsrechtlichen
Gesichtspunkten von Amtes wegen konkret darüber befindet, wie das "S." bis zu
diesem Zeitpunkt zur Ausübung gastgewerblicher Tätigkeiten genutzt werden darf.
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6. Die Beschwerdeführerin rügt sodann, das gastwirtschaftsrechtliche und das
baurechtliche Verfahren seien zu Unrecht inhaltlich nicht koordiniert worden. Dies habe
zur Folge gehabt, dass widersprüchliche Entscheide gefällt worden seien. Aus diesem
Grund sei nicht nur der angefochtene, sondern auch der Entscheid der
Beschwerdebeteiligten 1 vom 14. Januar 2008 aufzuheben und die Angelegenheit sei
zwecks Durchführung eines koordinierten Verfahrens an letztere zurückzuweisen. Die
Beschwerdeführerin beruft sich in diesem Zusammenhang auf einen Entscheid der
Vorinstanz vom 27. September 2001 (GVP 2001 Nr. 91).
6.1. Eine Pflicht zur Verfahrenskoordination besteht nach Art. 25a Abs. 1 RPG wenn die
Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden
erfordert. Nach Art. 1 des Gesetzes über die Verfahrenskoordination in Bausachen
(sGS 731.2) werden Verfahren nach diesem Gesetz koordiniert, wenn die Bewilligung
einer Baute oder einer Anlage die Mitwirkung von Stellen des Staates erfordert.
Die Koordinationspflicht nach Art. 25a RPG erstreckt sich grundsätzlich auf sämtliche
kantonalen und bundesrechtlichen Verfahren, die im Zusammenhang mit Bauvorhaben
durchgeführt werden müssen und die der Bewilligungszuständigkeit der Kantone
unterliegen (Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 25a N 21). Sie
kann indessen nur so weit reichen, als ein Koordinationsbedürfnis auch tatsächlich
besteht. Ein Bedürfnis ist grundsätzlich dann nachgewiesen, wenn ein Bauvorhaben
ausser der eigentlichen Baubewilligung noch weitere Bewilligungen, Konzessionen,
Zustimmungen oder Genehmigungen benötigt. Kann ein Projekt hingegen allein
aufgrund einer Baubewilligung ausgeführt werden, besteht kein Koordinationsbedarf,
selbst wenn gleichzeitig noch weitere Massnahmen getroffen werden sollen, die eigene
Bewilligungen erfordern. Wo kein Koordinationsbedarf besteht, sind weiterhin
Einzelverfügungen zulässig. Anders entscheiden hiesse, mittels der
Koordinationsbestimmungen beliebig viele, voneinander unabhängige Verfahren zu
einem einzigen zusammenzufassen und damit die ordentlichen Zuständigkeiten und
Verfahren ausser Kraft zu setzen (Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 25a RPG N 25).
6.2. Unter formeller Koordination wird eine verfahrensmässige Koordination
verschiedener Bewilligungsverfahren verstanden. Sind zur Beurteilung einzelner der
materiellen Koordination bedürftiger Rechtsfragen verschiedene erstinstanzliche
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Behörden zuständig, so müssen diese die Rechtsanwendung in einer Weise
aufeinander abstimmen, dass qualitativ ein gleichwertiges Koordinationsergebnis
erzielt wird (Rausch/(Keller, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2004, N 3a zu Art. 9). In einem Fall wie dem vorliegenden stehen indessen
keine der materiellen Koordination bedürftige Rechtsfragen zur Diskussion. Im
Zusammenhang mit einem Gesuch um Patenterteilung nach GWG ist im Sinn einer
Bewilligungsvoraussetzung zu prüfen, ob die bau-, feuer- und lebensmittel-
polizeilichen Vorgaben erfüllt sind, weil das Patent andernfalls nicht erteilt werden darf.
Auch aus dem Entscheid der Vorinstanz vom 27. September 2001, auf den sich die
Beschwerdeführerin beruft, ergibt sich im übrigen nichts anderes. Danach ist im
Rahmen von Art. 9 GWG einzig zu prüfen, ob die nachgesuchte gastgewerbliche
Nutzung durch eine rechtskräftige Baubewilligung oder für die Dauer des Bewilligungs-,
Rekurs- oder Beschwerdeverfahrens durch eine rechtskräftige vorsorgliche
Massnahme der zuständigen Bau- oder Rechtsmittelbehörde zugelassen werde, weil
das Gastwirtschaftspatent andernfalls nicht erteilt oder verlängert werden dürfe (vgl.
dazu GVP 2001 Nr. 91 E. 2. b dd). Die Beschwerde erweist sich somit auch in dieser
Hinsicht als unbegründet.
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Die Erteilung
eines Patents nach GWG für das "S." ist nicht möglich, solange die gastgewerbliche
Nutzung nicht durch eine rechtskräftige vorsorgliche Massnahme im Rahmen des
Baubewilligungsverfahren zugelassen ist. Damit ist festzulegen, wie und wo der Betrieb
bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens geführt werden darf.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie wird mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.
Die Beschwerdegegner haben Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art.
98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Ihr Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht.
Folglich ist die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen. Das Gericht erachtet eine
Entschädigung von Fr. 1'500.-- (inkl. Barauslagen, zuzüglich MWSt) für das
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Beschwerdeverfahren für angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75).
Demnach hat das Verwaltungsgericht