Decision ID: e797a0b0-4783-5307-b19c-750480759643
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie A seit dem 19. September 2001 und
denjenigen der Kategorie B seit dem 19. September 2006. Für die Fahrzeugkategorie
BE ist er seit dem 23. August 2012 fahrberechtigt. Wegen Drogenkonsums wurde X mit
Verfügung des Strassenverkehrsamts des Kantons St. Gallen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt) vom 25. März 2004 die Fahreignung abgesprochen und der
Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen. Das Strassenverkehrsamt hob diesen
Führerausweisentzug am 7. April 2006 unter Auflagen wieder auf. In der Folge wurde er
zweimal verwarnt, und zwar am 20. Februar 2007 (Führen eines Motorfahrzeugs in
angetrunkenem Zustand mit einer Atem-Alkoholkonzentration von umgerechnet
mindestens 0,75 Gewichtspromille) und 14. April 2008 (Überschreiten der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 21 km/h). Mit Verfügung des
Strassenverkehrsamts vom 8. Dezember 2008 wurde X der Führerausweis zudem für
vier Monate entzogen, weil er ein Fahrzeug in angetrunkenem Zustand mit einer
qualifizierten Blutalkoholkonzentration (BAK) von mindestens 1,01 Gewichtspromille
geführt hatte.
B. Am 22. Oktober 2019, 14.48 Uhr, fuhr X mit seinem Personenwagen in A auf der B
stadteinwärts. Er beabsichtigte, nach links in die C abzubiegen. Beim Abbiegemanöver
nach links übersah er zunächst ein auf der B stadtauswärts fahrendes Motorrad. X
bremste ab und lenkte sein Fahrzeug nach rechts. Der Motorradlenker wich, um eine
Kollision zu vermeiden, nach rechts aus, kam ins Rutschen und stürzte anschliessend.
Zwischen dem Personenwagen und dem Motorrad kam es zu keiner Kollision. Der
Motorradfahrer zog sich Prellungen und Schürfungen zu. Mit Strafbefehl des
Untersuchungsamts D vom 30. Januar 2020 wurde X wegen einfacher
Verkehrsregelverletzung zu einer Busse von Fr. 500.– verurteilt. Der Strafbefehl
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.- Am 9. März 2020 eröffnete das Strassenverkehrsamt ein
Administrativmassnahmeverfahren gegen X wegen des Vorfalls vom 22. Oktober 2019,
kündigte einen Führerausweisentzug für mindestens einen Monat an und gewährte
gleichzeitig das rechtliche Gehör. Mit Stellungnahme vom 1. April 2020 beantragte X,
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dass auf eine Administrativmassnahme zu verzichten sei. Eventualiter sei eine
Verwarnung auszusprechen. Mit Verfügung vom 3. April 2020 entzog das
Strassenverkehrsamt den Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer eines Monats.
D.- Gegen diese Verfügung lies X mit Eingabe vom 17. April 2020 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) erheben mit den
Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und von einer
Administrativmassnahme sei abzusehen. Eventualiter sei anstelle eines einmonatigen
Führerausweisentzugs eine Verwarnung auszusprechen. Die Vorinstanz verzichtete am
5. Mai 2020 auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 17. April 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt:
SVG) wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen
das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen
ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen.
Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b
SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit
anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
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Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes
vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4487).
b) Umstritten ist die rechtliche Qualifikation der Widerhandlung. Die Vorinstanz stufte
das Verhalten des Rekurrenten als mittelschwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16b
Abs. 1 lit. a SVG ein. Der Rekurrent habe trotz Sichtbehinderung durch das
vorausfahrende Fahrzeug ein Linksabbiegemanöver begonnen und demzufolge zu spät
das entgegenkommende Motorrad wahrnehmen können. Aufgrund dieser
Unaufmerksamkeit sei dem Rekurrenten zumindest ein mittelschweres Verschulden
vorzuwerfen. Infolge dieses Fehlverhaltens sei der vortrittsberechtigte Zweiradlenker zu
einem Bremsmanöver gezwungen worden; dabei sei dieser gestürzt und habe sich
verletzt. Somit könne nicht mehr von einer geringen Gefahr die Rede sein. Die
Voraussetzungen für eine mittelschwere Widerhandlung seien erfüllt.
Der Rekurrent hält dem entgegen, es sei unklar, ob und wie weit er beim Abbiegen auf
die Gegenfahrbahn geraten sei. Deshalb müsse zu seinen Gunsten angenommen
werden, dass er sich noch auf seiner (der rechten) Spur befunden hätte. Daraus
resultiere nur eine geringe Gefahr, was für eine leichte Widerhandlung spreche. Hinzu
komme, dass sich die Gefahr nur habe verwirklichen können, weil der Motorradfahrer
sein Motorrad nicht beherrscht habe und von selbst zu Fall gekommen sei. Dies könne
dem Rekurrenten nicht angerechnet werden. Der Rekurrent habe seinen Fehler
rechtzeitig bemerkt und dadurch eine Kollision verhindern können. Der Fall müsse
deshalb als besonders leicht gemäss Art. 16a Abs. 4 SVG betrachtet werden. Der
Rekurrent führt weiter aus, dass selbst, wenn die Administrativbehörde an die
Feststellungen der Strafbehörden gebunden sei, der strafrechtliche Grundsatz in
"dubio pro reo" für die Beweiswürdigung gelte.
c) Die Bestimmungen von Art. 16a bis 16c SVG ordnen der Gefährdung der Sicherheit
allgemein eine wesentliche und eigenständige Bedeutung zu. Der Gesetzgeber misst
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dem Gesichtspunkt der Verkehrsgefährdung – im Vergleich zur strafrechtlichen
Beurteilung einer Verkehrswiderhandlung – bewusst ein höheres Gewicht bei.
Insbesondere verselbständigte er das Recht des Warnungsentzugs und verschärfte die
Massnahmen im Hinblick auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit (Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.4).
Eine Gefahr für die Sicherheit anderer liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer
Person entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird zwischen der einfachen und der erhöhten abstrakten
Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahme nach sich (vgl.
Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann auszugehen, wenn
keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten betroffen werden können.
Führte dies hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts oder einer konkreten bzw.
einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen Integrität, hat dies eine
Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete
Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich daherkommenden
Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körperverletzung
oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12).
Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder eine abstrakte Gefährdung geschaffen
worden ist, kann nicht aufgrund der blossen Feststellung einer Verkehrsregelverletzung
beurteilt werden, sondern hängt von der konkreten Situation ab, in welcher sie
begangen wird (BGer 1C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.2 sowie
1C_266/2014 vom 17. Februar 2015 E. 3.4 mit Hinweisen).
Aufgrund des rechtskräftigen Strafbefehls vom 30. Januar 2020 steht fest, dass der
Rekurrent am 22. Oktober 2019 einem entgegenkommenden Fahrzeug beim
Linksabbiegen den Vortritt nicht gewährte und somit eine Verkehrsregelverletzung
beging. Im Strafverfahren wurde in tatsächlicher Hinsicht davon ausgegangen, dass
der Rekurrent beim Abbiegen nach links den ihm entgegenkommenden Motorradfahrer
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(zunächst) übersah, dann bremste und nach rechts auswich. Von diesem Sachverhalt
ist auch im Administrativmassnahmeverfahren auszugehen; er stimmt mit den
Aussagen der Unfallbeteiligten gegenüber der Polizei überein (zur Bindungswirkung der
Tatsachenfeststellungen des Strafverfahrens vgl. BGer 1C_564/2019 vom 28. Mai 2020
E. 3.2). Damit steht aber auch fest, dass der Rekurrent mit dem Abbiegemanöver
begonnen hatte und sich auf der Gegenfahrbahn befand. Andernfalls würde es keinen
Sinn machen, dass er abbremst und nach rechts lenkt. Namentlich gibt es in den Akten
nicht den geringsten Hinweis, dass sich der Motorradfahrer nicht auf seiner Fahrbahn
befunden haben könnte. Abwegig ist sodann, dass dem Motorradfahrer im Rekurs
vorgehalten wird, dass sich die Gefahr nur habe verwirklichen können, weil er
erschrocken sei, das Motorrad nicht beherrscht habe und von selbst zu Fall gekommen
sei. Namentlich musste der Motorradfahrer nicht damit rechnen, dass ihm der Vortritt
verweigert wird. Strafrechtlich wurde der Rekurrent wegen einfacher Verletzung von
Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG (Art. 34 Abs. 3 [Rücksichtnahme auf
den Gegenverkehr beim Ändern der Fahrtrichtung] und Art. 36 Abs. 3 SVG
[Vorteilsgewährung beim Linksabbiegen]) verurteilt. Diese Strafbestimmung umfasst
administrativrechtlich die leichte (Art. 16a SVG) und die mittelschwere Widerhandlung
(Art. 16b SVG). Das straf- und das administrativrechtliche Sanktionensystem sind
insoweit nicht deckungsgleich (BGer 1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4,
1C_282/2011 vom 27. September 2011 E. 2.4). Dass die Strafverfolgungsbehörde von
einer einfachen Verkehrsregelverletzung ausging, steht der Annahme einer
mittelschweren Widerhandlung im Administrativmassnahmeverfahren somit nicht
entgegen.
Gemäss dem Polizeirapport vom 11. November 2019 erlitt der Motorradfahrer beim
Sturz leichte Verletzungen (vgl. act. 11/90 und 11/100). Da die
Strassenverkehrsgesetzgebung die körperliche Integrität und die Gesundheit anderer
Personen schützt, genügt jede Gefährdung, welche eine Beeinträchtigung der
Gesundheit nach sich ziehen kann. Eine Verletzung dieser Rechtsgüter muss deshalb
nicht die Schwelle einer Körperverletzung im Sinn des Strafrechts erreichen (vgl. GVP
2006 Nr. 29). Durch die Verkehrsregelverletzung blieb es nicht bei einer abstrakten
Gefährdung. Aufgrund des Abbiegemanövers des Rekurrenten war der Motorradfahrer
gezwungen, abrupt abzubremsen und auszuweichen. Darauf stürzte er, rutschte
unkontrolliert dem Boden entlang und fügte sich dabei Prellungen und Schürfwunden
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zu (act. 10/100). Mit dem Sturz des Motorradfahrers konkretisierte sich die Gefahr, und
es zeigte sich, dass das Verhalten des Rekurrenten jedenfalls geeignet war, andere
Personen zu verletzen. Es kann daher nicht mehr von einem Bagatellfall bzw. einer
geringen Gefahr gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG gesprochen werden.
Der Einwand des Rekurrenten, dass unklar sei, inwieweit der Motorradfahrer auf die
Gegenfahrbahn geraten sei, ist nicht massgebend, weil die Gefährdungssituation
aufgrund der Nichtgewährung des Vortritts entstanden ist. Selbst wenn von einem
leichten Verschulden des Rekurrenten ausgegangen würde, müsste mangels geringer
Gefährdung von einer mittelschweren Widerhandlung ausgegangen werden (vgl. BGer
1C_3/2008 vom 18. Juli 2007 E. 5.1). Die konkreten Umstände sprechen jedoch eher
für ein mittelschweres Verschulden, da zum Unfallzeitpunkt gemäss Aussage des
Rekurrenten ein Fahrzeug vor ihm gefahren und deshalb die Sicht auf den
Gegenverkehr eingeschränkt gewesen sei. In einer solchen Situation ist bei einem
Abbiegemanöver besondere Vorsicht geboten. Die Frage des Verschuldens kann
jedoch offengelassen werden, weil die Annahme einer leichten Widerhandlung bereits
mangels geringer Gefährdung nicht in Frage kommt.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Verkehrsregelverletzung zu
Recht als mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
qualifizierte und den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG entzog.
3.- Zu prüfen bleibt die Dauer des Entzugs des Führerausweises. Bei der Festsetzung
der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG
die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf
jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG
nach einer mittelschweren Widerhandlung einen Monat.
Die vorinstanzlich verfügte Entzugsdauer von einem Monat entspricht der gesetzlichen
Mindestentzugsdauer, die nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 16
Abs. 3 SVG selbst bei einer beruflichen oder persönlichen Angewiesenheit des
Betroffenen auf den Führerausweis und bei einem ungetrübten automobilistischen
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Leumund nicht unterschritten werden darf (vgl. BGE 132 II 234 E. 2.3). Obwohl der
Leumund des Rekurrenten als Motorfahrzeuglenker getrübt ist, wirkt sich dieser nicht
mehr massnahmeerhöhend aus. Der von der Vorinstanz ausgesprochene
Warnungsentzug von einem Monat erweist sich als angemessen und ist nicht zu
beanstanden. Der Rekurs ist somit abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu verrechnen.