Decision ID: 17e3e0ed-47f4-584c-b078-3e66deb0fd0a
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 7. Juni 2006 ersuchte die indische Staatsangehörige C._, geboren am [...] 1977 (nachfolgend: Gesuchstellerin), bei der  Botschaft in Neu Delhi um eine Einreisebewilligung für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrem im Kanton Zürich wohnhaften Schwager. Die Auslandvertretung verweigerte das beantragte Visum  formlos und übermittelte anschliessend das Gesuch der Vorinstanz zum formellen Entscheid.
B. Nachdem die Vorinstanz beim Migrationsamt des Kantons Zürich  Auskünfte eingeholt hatte, lehnte sie das Einreisebegehren mit Verfügung vom 21. August 2006 ab. Zur Begründung wurde im  ausgeführt, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im , aber auch unter Berücksichtigung der persönlichen  nicht als gesichert betrachtet werden. Ausserdem würden keine Gründe vorliegen, welche eine Einreise trotzdem zwingend notwendig  liessen.
C. Mit Beschwerde vom 16. September 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beantragen der Schwager, A._, und dessen Ehefrau, B._, (nachfolgend: die Beschwerdeführer oder Rekurrenten) die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des Besuchervisums. Die Beschwerdeführer bringen zur Begründung vor, die Gesuchstellerin lebe in finanziell guten Verhältnissen in D._. Sie würde ein eigenes Haus besitzen und führe seit 15 Jahren ein erfolgreiches Geschäft. Zudem seien ihre Eltern von Alters wegen auf ihre Unterstützung angewiesen. Die Beschwerdeführer weisen ferner auf ihren Leumund sowie ihre eigenen Verhältnisse hin und versichern, die Gesuchstellerin werde fristgerecht aus der Schweiz ausreisen.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 8. November 2006 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und führt unter anderem aus, weder würde in der Beschwerde die Unterstützungsbedürftigkeit der Eltern näher , noch sei es nachvollziehbar, wie die Gesuchstellerin ihr gut  Geschäft und ihre Eltern ohne weiters für drei Monate verlassen könne. Die geltend gemachten Verpflichtungen würden daher die  nicht als gesichert erscheinen lassen. Diese Einschätzung könne durch die persönlichen Referenzen und Beteuerungen des Gastgebers nicht entkräftet werden, auch wenn kein Anlass bestehe, an dessen  zu zweifeln.
E. Die Beschwerdeführer liessen die dazu eingeräumte Replikfrist unbenutzt verstreichen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend  unterliegen der Beschwerde an das  (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über  und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20], Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Dessen Urteil ist entgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt die bei Inkrafttreten des  bei Eidgenössischen Rekurs- oder  oder bei Beschwerdediensten der Departemente hängigen Rechtsmittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 VGG). Demnach richtet sich das Verfahren nach den  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) soweit das  nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
1.3 Die Rekurrenten sind als Gastgeber gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG i.V.m. Art. 48 VwVG zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die frist- und  Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 49 – 52 VwVG).
2.
2.1 Ausländer/-innen sind zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzen oder wenn sie keiner solchen bedürfen (vgl. Art. 1a ANAG). Die Behörde entscheidet, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem , nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt oder  (Art. 4 ANAG). Daher räumt das schweizerische Recht weder einen Anspruch auf Einreise noch auf Erteilung eines Visums ein (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold, Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143). Dem behördlichen  steht somit im Falle der Erteilung einer Einreisebewilligung ein weiterer Spielraum offen als beispielsweise bei der Verlängerung einer  den Vertrauensschutz verfestigenden Anwesenheitserlaubnis. Dies gilt auch für die Beurteilung von Einreiseersuchen zur Anwesenheit von bis zu drei Monaten, die bewilligungsfrei, aber unter Umständen visumpflichtig sind (vgl. Art. 2 Abs. 1 ANAG i.V.m den nachstehenden ).
2.2 Das Visum wird verweigert, wenn die Ausländerin oder der Ausländer die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländer (VEA, SR 142.211) nicht erfüllt (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). So müssen Personen,
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die in die Schweiz reisen möchten, unter anderem Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA).
2.3 Die Gesuchstellerin kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen und unterliegt aufgrund ihrer Nationalität den Visumsbestimmungen (vgl. Art.  VEA). Für die Prüfung, ob das Kriterium der gesicherten Wiederausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich  machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten  zu würdigen.
3.
3.1 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise  Verhältnissen können darauf hindeuten, dass die persönliche  in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung im Einklang steht.
3.2 Indien gehört zu denjenigen Ländern, in denen breite  unter schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen leben. Trotz des anhaltenden Wirtschaftswachstums ist das Land geprägt von weit verbreiteter Armut und einer hohen Analphabetenrate. Etwa ein Viertel der über eine Milliarde Menschen in Indien lebt unter der  und muss mit weniger als einem US-Dollar täglich auskommen. Knapp 80% der Gesamtbevölkerung leben von bis zu zwei US-Dollar pro Tag (Länder- und Reiseinformationen auf der Website des Auswärtigen Amtes, Länder- und Reiseinformationen > Indien > Wirtschaft, <http://www.auswaertiges-amt.de>, besucht am 30. Juli 2007).
3.3 In Anbetracht dieser Situation und unter Berücksichtigung, dass die , das Heimatland zu verlassen, erfahrungsgemäss dort begünstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland leben, ist die  der Vorinstanz, die das Risiko einer nicht fristgerechten  als relativ hoch einschätzte, nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische , ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Die eben genannten Umstände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Namentlich können berufliche,  oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer  Wiederausreise begünstigen.
4.
4.1 Die 30-jährige, ledige Gesuchstellerin lebt in D._ im Bundesstaat Westbengalen. Nach Angaben der Beschwerdeführer betreibt sie  seit 15 Jahren ein Geschäft bzw. eine Boutique und besitzt ein  Haus. Zudem verweisen die Beschwerdeführer auf familiäre  im Heimatland, denn die Eltern der Gesuchstellerin seien auf
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deren Unterstützung angewiesen. Wie die Vorinstanz in ihrer  vom 8. November 2006 ausführt, begründen die Rekurrenten weder die beruflichen noch die familiären Verpflichtungen näher. Zwar schliesst ein dreimonatiger Besuchsaufenthalt allfällige berufliche oder familiäre Verpflichtungen der Gesuchstellerin in ihrem Heimatland nicht aus. Die beabsichtigte Aufenthaltsdauer lässt jedoch vorliegend darauf schliessen, dass Vertretungsmöglichkeiten bestehen, die auch eine längere Abwesenheit der Gesuchstellerin ermöglichen könnten.  hinsichtlich der Unterstützungsbedürftigkeit der Eltern ist zudem zu berücksichtigen, dass der Wunsch nach einer Emigration häufig mit der Hoffnung und Erwartung verbunden ist, nahe Angehörige später  zu können, oder zurückbleibende Familienangehörige aus dem Ausland effizienter unterstützen zu können. Daher scheint die  familiäre Verpflichtung die fristgerechte Wiederausreise der  nicht ausreichend zu gewährleisten, zumal auch ihre Schwester ins Ausland emigrierte. Dieses Risiko vermögen auch die  beruflichen Verpflichtungen nicht zu mindern. Selbst wenn die  bereits seit 15 Jahren ein Geschäft führen sollte und dadurch eine gewisse berufliche Verwurzelung in ihrem Heimatland vorhanden sein dürfte, so besteht die Tendenz zur Emigration insbesondere bei jüngeren und ungebundenen Personen. Das Alter der Gesuchstellerin und der , dass keine weiteren Verpflichtungen im Heimatland ersichtlich sind, sprechen daher nicht zugunsten der Prognose einer fristgerechten .
4.2 Die persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin lassen somit die fristgerechte Ausreise nach erfolgtem Besuchsaufenthalt nicht als  gesichert erscheinen. An diesem Ergebnis vermögen auch der Hinweis der Beschwerdeführer auf ihren Leumund und ihre am 20. Juli 2006 geleistete Garantieerklärung nichts zu ändern. Zwar haben sich die Beschwerdeführer mit der Garantieerklärung zur Übernahme sämtlicher Kosten für den Lebensunterhalt sowie der Rückreise der , bis zu einem Betrag von Fr. 20 000.-- verpflichtet. Die  können jedoch weder aufgrund der Garantieerklärung noch ihrer persönlichen Zusicherung dazu angehalten werden, die fristgerechte  der Beschwerdeführerin zu veranlassen, weshalb die Verhältnisse der Beschwerdeführerin ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten müssen (vgl. Urteile des  C-1000/2006 E. 4.5 vom 4. Juni 2007 sowie C-778/2006 E. 5 vom 9. Mai 2007).
5.
5.1 Aus diesen Gründen ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden  entsprechend gewichtete und der Gesuchstellerin die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt daher das Bundesrecht nicht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig , und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen  ausgeübt (vgl. 49 VwVG).
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5.2 Die Beschwerde ist somit abzuweisen und die Verfahrenskosten sind den Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 2 sowie Art. 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).