Decision ID: 38a483c9-aefe-447d-ab6d-705cae34ae4b
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953,
war vom
2.
Februar
2007
bis zum 3
1.
Januar 2008 (letzter effektiver Arbeitstag:
7.
September 2007) bei der
Temporärarbeits
firma
Y._
,
Z._
, angestellt
und arbeitete
für diese
als Mitarbeiter im Verkauf (
Teamleiter
Regalauffüller
)
beim
A._
in
B._
(
Urk.
6/13).
Am 8.
September 2007 geriet er auf dem Heimweg in alkoholi
siertem Zustand ins Stolpern, stürzte nach vorne und schlug dabei mit dem
Knie
auf dem Asphalt auf (
Urk.
6/9/
99
). Die Schweizerische
Unfall
ver
sicherungs
anstalt
(SUVA) erbrachte die obligatorischen Leistungen
für diesen Unfall (Urk.
6
/9).
Wegen den Folgen des Unfalles meld
ete sich der Versicherte am 20.
Mai 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk
.
6
/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der SUVA bei (
Urk.
6/9/1-141
,
Urk.
6/28/1-29
,
Urk.
6/37, Urk.
6/39/1-10
, Urk. 6/51/1-73
).
Ausserdem holte sie den Arbeitgeberbericht der
Y._
vom 6.
Juli 2008 (
Urk.
6/13) sowie die Arztberichte des Spitals
C._
vom 10.
Juli 2008 (
Urk.
6/17) und von Dr.
med.
D._
, Arzt für Allgemeine Innere Medizin,
C._
, vom 8. August 2008 (Urk.
6/18/1-8; unter Beilage diverser weiterer Arztberichte, Urk. 6/8/9-25)
ein. Am 1
0.
Oktober 2008 teilte die IV-Stelle
X._
mit, die Ab
klärungen hätten erge
ben, dass aufgrund seines Gesundheits
zustandes zurzeit keine beruf
lichen Ein
gliederungs
massnahmen möglich seien (
Urk.
6/31).
In der Folge holte die IV-Stelle weitere Arztberichte von
Dr.
med.
E._
, Ortho
pädische Chirurgie FMH,
C._
, vom 2
3.
Dezember 2008 (
Urk.
6/45) und vom 1
7.
März 2009 (
Urk.
6/57
/6),
von
Dr.
D._
vom 1
0.
März
2009 (Urk. 6/55) sowie vom
Ge
meindepsychiatrischen
Zentrum
C._
(GEZ, Assistenzär
ztin Dr.
med.
F._
;
Oberärztin
Dr.
med.
G._
) vom 27.
April 2009 (
Urk.
6/62) ein. Sodann liess die IV-Stelle das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
Q._
, vom 2
7.
September 2009
erstellen (
Urk.
6/71).
Mit Vorbescheid vom 3
0.
Dezember 2009 teilte sie dem Versicherten mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass er ab dem
1.
Dezember 2009 Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe
(
Urk.
6/80)
. Dagegen
erhob
X._
am 12.
Februar 2010 durch Rechtsanwalt Jürg
Le
imbacher
Einwand (Urk.
6/88).
Die IV-Stelle hielt an ihrem Standpunkt fest und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2010 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 48
%
eine
Viertelsrente
zu
(
Urk.
6/114). Die gegen diese Verfügung
am 1
6.
Juni 2010 erhobene Beschwerde (
Urk.
6/120/3-10) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
9.
Januar 2011 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurück
gewiesen wurde, damit sie,
nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Er
wägungen, über den Renten
anspruch von
X._
neu verfüge (Urk.
6/133).
1.2
Am
6.
Juni 2011 (
Urk.
6/145/1) reichte der Versicherte den Arztbericht des
m
edi
zinischen Zentrums
I._
,
J._
, vom 1
0.
Mai 2011 (
Urk.
6/145/2-4) zu den Akten. Die IV-Stelle holte das
bidisziplinäre
(neurologisch und psychi
atrisch) Gutachten von
Dr.
med.
K._
, FMH Neurologie, und Dr.
med.
L._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
M._
, vom 25
.
Juni 2011 ein (
Urk.
6
/147/1-21
).
Mit Schreiben vom 1
3.
September 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe im Rahmen seiner
Schaden
minderungspflicht
eine vollständige Alkoholabstinenz einzuhalten (Urk. 6/157) und mit Vorbe
scheid vom gleichen Datum stellte sie die Ausrichtung einer
Viertelsrente
für die Zeit vom
1.
September 2009 bis zum 31. September 2011 in Aussicht (
Urk.
6/159).
Gegen diesen Vorbescheid erhob
X._
durch Rechts
anwalt
Leimbacher
am 1
1.
Oktober 2011 Einwand (
Urk.
6/162). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1
0.
April 2012
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 55
%
für die Zeit vom
1.
September 2009 bis zum 3
0.
September 2011 eine halbe Invalidenrente zu und verneinte einen weiterge
henden Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Leimba
cher
am 1
5.
Mai 2012 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
0.
April 2012 aufzu
he
ben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab Dezember 2008 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt
) zulasten der
Be
schwerdegegnerin
.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ihm in der Person des Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernennen.“
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine ausführliche Stellungnahme zur Beschwerde und ersuch
te um deren Abweisung (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am
4.
Juli 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berück
sichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fassung).
1.2
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychi
scher, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine
Gesamtwür
digung
einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rech
nung zu tragen ist (Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und I 390/01 vom 19. Juni 2002 E. 2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausrei
chend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E. 1.2.2 mit Hinweis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete Teilursache handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts I 130/93 vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des
Krank
heitswerts
einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird ver
langt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 f. E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E.
3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden be
steht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der allfälligen psychiatrischen
Komorbidität
auf der andern Seite sowie über den allfälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden Aspekten angewiesen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidität BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99 V 28 E. 2; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; AHI 2002 S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b mit Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2 und 4.2 mit Hinweisen und des Bundesgerichts 8C_672/2010 vom 27.
September 2010 E. 2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Ren
te, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
ge
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztli
chen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseiti
gen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
die
sen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor
allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und ge
ge
benenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise be
gründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nach
vollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen er
schweren oder verun
mög
lichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechts
pflege in der Sozialver
si
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Freden
hagen
, Das ärztliche Gut
ach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Ren
ten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E.
4a, je
mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
2.
2.1
2.1.1
Laut dem Bericht des Spitals
C._
(
Dr.
med.
N._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie) vom 1
0.
Juli 2008 (
Urk.
6/17) leidet der Beschwerdeführer unter Adipositas,
Gonarthrose
links, einer Instabilität am vorderen Kreuzband links, einer Ruptur am hinteren Kreuzband links sowie einer Ruptur am media
len Seitenband links. Die Verletzungen am linken Knie seien auf einen Sturz in
aethylisiertem
Zustand am 7. September 2007 zurückzuführen. Der Beschwer
deführer sei in der bis anhin ausgeübten Tätigkeit seit dem 23. November 2007 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit könne er 15-20 Stunden pro Woche arbeiten.
2.1.2
Im Bericht vom 2
3.
Dezember 2008 (
Urk.
6/45/6-7) diagnostizierte das Spital
C._
(
Dr.
med.
E._
, Orthopädische Chirurgie FMH) eine instabile mediale
Gonarthrose
links sowie eine
Varusgonarthrose
rechts. Aus ortho
pädi
scher Sicht sei der Beschwerdeführe
r für eine geh- und stehbelastend
e Tätig
keit eindeutig eingeschränkt belastbar. Für die Arbeit als kaufmännischer Ange
stellter sei er zu mindestens 50
%
einsatzfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihm ebenfalls mindestens zu 50
%
zumutbar. Unklar sei, ob der Beschwerde
führer
an
psychischen Erkrankungen leide, welche die Arbeitsfähig
keit zusätzlich
ein
schränk
en
würden
.
An dieser Beurteilung hielt
Dr.
E._
am 1
7.
März 2009 (
Urk.
6
/57/6) fest.
2.2
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
D._
vom
8.
Au
gust 2008 (
Urk.
6/18) beste
hen beim Beschwerdeführer eine
Kniegelenksproblematik links bei
Gon
arthrose
,
ein
Status nach Meniskus-
Hinterhornverletzung
, hypertropher
Plica
mediopatellaris
, hypertrophe
m
Hoffa, vorderer Kreuzbandinstabilität, hinterer Kreuzbandruptur und medi
aler Seitenbandruptur sowie
eine
Gon
arthrose
rechts
bei Status nach zweimaliger
Arthrotomie
und Arthroskopie bei Meniskus
verlet
zungen.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden
ausser
dem ein Diabetes mellitus Typ II, eine Angsterkrankung mit Panikattacken, eine Adipo
sitas, ein Status nach C2-Abusus, dys
p
eptische Beschwerden sowie ein
Schul
terimpingement
links mit
Défilée
-Erweiterung. In seiner zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Verkäufer/Lagermitarbeiter sei der Beschwerdeführer sei
t
dem
8.
September 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig
, wä
h
rend in einer sitzenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab sofort bestehe
.
Es
seien weiterhin
belas
tungs
- und bewegungsabhängige Schmerzen im linken Knie vorhanden.
2.3
Das GEZ
C._
hielt im Bericht vom 2
7.
April 2009 (
Urk.
6/62) fest, der Be
schwerdeführer leide (1) unter eine
r
mittelgradig depressiven Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10: F32.11), (2) unter einer Alkoholabhängigkeit, seit September 2007 abstinent (ICD-10: F10.20)
,
sowie (3) unter rezidivierenden Drehschwindelepisoden unklarer Ursache
(
organisches Korrelat aus unserer Sicht bis jetzt nicht vollständig ausgeschlossen
)
. Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, welche auf längere Sicht gesteigert werden könne, wenn unter Therapie eine Reduktion der depressiven Symptomatik und der
Angst
symptomatik
erreicht werden könne. Die Drehschwindelepisoden würden den Beschwerdeführer zwingen, sich hinzulegen, was einen völligen Arbeitsausfall für mehrere Stunden bedeute. Ausserdem sei er sehr unkonzentriert, unruhig und ängstlich. Er ermüde rasch und die Aufmerksamkeit sei deutlich reduziert. Im Kontakt mit anderen sei er leicht kränk- und reizbar. Bei Forderungen oder Kritik reagiere der Beschwerdeführer leicht aufbrausend und ziehe sich schliess
lich ganz zurück.
2.4
Dr.
H._
diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 2
7.
September 2009 (
Urk.
6/71/13) einen chronischen Alkoholismus, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F10.20), eine
Dysthymie
(ICD-10: F34.1), ein neurasthenisches Syn
drom (ICD-10: F48.0), eine emotional impulsive Pe
rsönlichkeitsstörung (ICD-10: F
60.30) sowie Drehschwindelattacken,
migräniforme
Kopfschmerzen, Diabetes mellitus,
Gonarthrose
beidseits und Adipositas.
Die heutige Arbeits
fähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nur sehr grob einzuschätzen. Das neurasthenische Syndrom bedinge eine Arbeits
un
fähigkeit von ca. 40
%
. Die Gründe dafür lägen in der verminderten Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstö
rungen und reduziertem Arbeitstempo auf dem Boden von gewichtigen Ursa
chen und Belastungen, vor allem eine
r
psychovegetativen
Stress
sympto
matik
. Die Alkoholstörung und die depressive Störung hätten kei
nen Einf
luss auf die Arbeitsfähigkeit. Das Stellen e
ine
r
Prognose sei schwierig. Bei erfolg
reichem Verlauf von beruflichen Massnahmen könnte die Motivation wieder gesteigert werden. Diese habe bei der beruflichen Inaktivität grösseres Gewicht als die
Erwartungsangst, welche der Beschwerdeführer subjektiv an
gebe (er gehe ja durchaus eigenen Interessen nach).
Andererseits bestehe eine erhebliche
Rück
fallgefahr
in den
Alkoholabusus
, wenn der psychische Stress wieder zuneh
men würde.
2.5
Laut dem Bericht des medizinischen Zentrums
I._
vom 1
0.
Mai 2011 (
Urk.
6/145/2-4) beste
hen
beim Beschwerdeführer
psychiatrisch
(1)
eine mittel
gradige depressive
Episode (ICD-10: F32.1), (2) eine spezifische isolierte Phobie (ICD-10: F40.2), (3) eine Adipositas per magna (ICD-10: E66, BMI=35), (4) ein Status nach Alkoholabhängigkeit (ICD-10: F10.26), (5) ein Status nach zwei Suizidversuchen 1972, 1974 (ICD-10: X61, X79)
und
(6)
eine narzisstische
Per
sönlichkeitsstörung
(ICD-10: F60.80) (Diagnose Ambulatorium
C._
) sowie somatisch (1) ein Diabetes mellitus (ED 10/07), (2) eine Adipositas (BMI 32kg/m
2
), (3) eine
Gonarthrose
rechts (ED 1984), (4) eine
Gonarthrose
links, Status nach diversen Bandruptur
en (ED 10/07), (5) eine leichte
Dillatation
der Aorta
ascendens
(ED 10/08) und (6) Kopfschmerz-Schwindelattacken unklarer Genese. Subjektiv sei der Beschwerdeführer sei
t
dem
7.
September 2007 bis heute zu 100
%
arbeitsunfähig
,
auch für angepasste Tätigkeiten. Die Prognose der Arbeitsfähigkeit sei aufgrund des chronischen Verlaufs, den vorhandenen
Komorbiditäten
und den unbefriedigenden Behandlungsergebnissen trotz regel
mässig durchgeführter ambulanter Behandlungsmethoden bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung des Beschwerdeführers als negativ zu beur
teilen. Eine
„
objektivere
“
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
ergebe aufgrund der neuropsychologischen Einschränkungen, der Depression sowie des positiven und negativen Leistungsbildes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für ange
passte Tätigkeit
en
.
2.6
Dr.
K._
und
Dr.
L._
nannten
im neurologisch-psychiatrischen Gut
achten vom 2
5.
Juni 2011 (
Urk.
6/147)
als
neurologisch
e Diagnosen
mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit leicht ausgeprägte kognitive Störungen bei chronischem
Alkoholabusus
und intermittierende Drehschwindelattacken bei Verdacht auf periphere
Vestibulopathie
.
O
hne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
seien
eine leicht ausgeprägte Polyneuropathie bei Diabetes mellitus sowie chronischem
Alkoholabusus
, vasomotorische Kopfschmerzen und inter
mittierende
Knie
gelenksschmerzen
bei beginnender Arthrose und Status nach
Kniegelenks
verletzung
links am
7.
September 2007
(
Urk.
6/147/12).
Aus
psychi
atrisch
er Sicht nannten sie
(1) anamnestisch einen Status nach mittelgradig depressiver Episode, zurzeit remittiert (ICD-10: F32.1), Differentialdiagnose: Rezidivierende depressive Episoden, (2) ein Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.24/26) im Sinne von ständigem Substanzgebrauch mit kurz nacheinan
der folgenden Episoden von
Substanz
gebrauch
und (3) eine
Persönlichkeits
störung
vom impulsiven, etwas ent
hemmten, narzisstischen Typ (ICD-10: F61.0)
(
Urk.
6/147/18)
.
Aus neurologischer Sicht stehe die Notwendigkeit einer voll
kommenen Alkoholabstinenz im Vordergrund. Unter Abstinenz wären die kog
nitiven Störungen zumindest teilweise reversibel. Auch eine Besserung der Polyneuropathie und der Kopfschmerzen wäre
n
zu erwarten.
Aus rein neurolo
gischer Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Nicht geeignet seien Arbeiten mit Lage- und
Höhen
exposition
wegen der selten auftretenden Drehschwindelattacken wie auch Tätigkeiten mit erhöhten Anfor
derungen an die Gehfähigkeit sowie an die Konzentrationsfähigkeit und die Fä
higkeit, Inhalte aufzunehmen
(
Urk.
6/147/14)
.
Aus psychiatrischer Sicht müsse festgestellt werden, dass eine Persönlichkeitsstörung verbunden mit affektiven Dekompensationen im Sinne der rezidivierenden depressiven Episoden vorliege. Sekundär habe sich auch eine Alkoholsucht entwickelt. Diese sei hinsichtlich der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht relevant. Es sei dem Beschwer
deführer zumutbar, im Rahmen der
Schaden
minderungspflicht
auf den Alkohol zu verzichten. Der Beschwerdeführer habe bis heute praktisch jährlich seine Arbeitsstelle gewechselt, sei unstet, könne keine festen näheren Beziehungen eingehen, habe eine hohe
Frustrations
intoleranz
, Kritikunfähigkeit und Impulsi
vität. Im Rahmen der
Persönlichkeits
störung
und der rezidivierenden anamnes
tisch bekannten depressiven Episoden sei er unter Berücksichtigung auch der zumutbaren Willensanstrengung in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu ca. 20
%
beeinträchtigt. Es bleibe auch nach der erreichten Abstinenz eine 80%ige, in der freien Marktwirtschaft für Hilfsarbeiten zu realisierende Arbeits- und Leistungsfähigkeit zurück. Die Depression müsse aktuell als remittiert beurteilt werden. Die Akten wiesen darauf hin, dass es beim Beschwerdeführer immer wieder zu affektiv
en Einbrüchen komme. Diese führten
zu einer vermin
derten kognitiven Leistungs
fähigkeit, was in der gemi
ttelten Bemessung
der Arbeitsunfähigkeit von 20
%
mitberücksichtigt worden sei
(
Urk.
6/147/19
20)
.
Die Konsensbesprechung habe ergeben, dass insgesamt eine 20%ige Beein
trächti
gung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorliege und für eine höhere
Be
messung der Arbeits- und
Leistungs
(
un
)
fähigkeit
im Rahmen einer angepassten
Tätigkeit keine objektiven Gründe vorlägen, auch wenn der Beschwerdeführer in seiner Selbsteinschätzung von einer weitaus höheren Arbeitsunfähigkeit aus
gehe. Zudem sei dem Beschwerdeführer die Alkoholabstinenz zuzumuten
(Urk. 6/147/21)
.
2.7
2.7.1
Laut der Stellungnahme von
pract
. med.
O._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der
Beschwerde
geg
nerin
vom 1
3.
August 2008 (
Urk.
6/77/3) k
ann
zusammenfassend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in einer kniebelastenden Tätigkeit als ausgewiesen gelten.
In einer angepassten Tätigkeit (überwiegend sitzend mit nur seltener Belastung durch Heben und Tragen von max. 5 - 10 kg) könne von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Die Wartezeit könne im Leistungsfall am
8.
September 2007 eröffnet werden.
2.7.2
Gemäss der Stellungnahme von
RAD-Arzt
Dr.
med.
P._
, Facharzt Allge
meinmedizin,
vom 2
6.
Oktober 2009 (
Urk.
6/77/6) ist das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
H._
vollständig und schlüssig. Der zusätzliche psychiatrische Gesundheitsschaden bestehe vorwiegend in einem neurasthe
nischen Syndrom und in einer Persönlichkeitsstörung und begründe eine anhaltende Arbeitsun
fähigkeit von 40
%
, auch in körperlich leidensangepasster Tätigkeit. Dies aber erst ab dem Zeitpunkt des Gutachtens.
Im Übrigen könne von der RAD-Stel
lungnahme vom 1
3.
August 2008 ausgegangen werden.
2.7.3
Am
4.
Juli 2011 (
Urk.
6/156/2-3) führte
Dr.
P._
aus, das
bidisziplinäre
Gut
ach
ten von
Dr.
K._
und
Dr.
L._
sei ebenfalls vollständig und schlüs
sig. Ein relevanter Gesundheitsschaden sei ausgewiesen in Form einer
Persön
lich
keitsstörung
vor dem Hintergrund einer Alkoholabhängigkeit. Damit sei in jeder leidensangepassten Hilfstätigkeit in der freien Wirtschaft leistungsmässig aber nur eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
ausgewiesen. Die angestammte kniebelastende Tätigkeit bleibe weiterhin unzumutbar.
2.7.4
Am 2
2.
August 2011
(
Urk.
6/156/3)
hielt
Dr.
P._
fest, Einschränkungen von relevante
m
Ausmass seien erst seit dem ersten psychiatrischen Gutachten von
Dr.
H._
vom September 2009 ausgewiesen. Erst seit diesem Zeitpunkt sei gut
achterlich eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in jeder Erwerbstätigkeit nachvoll
ziehbar abgeleitet worden und erst ab dem Zeitpunkt des aktuellen
bidiszipli
nären
Gutachtens sei
eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
in jeder Erwerbstätigkeit ausgewiesen. Es sei keinem Gutachter möglich gewesen, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit vor September 2009 zu bestätigen.
2.7.5
In einer weiteren Stellungnahme vom 2
2.
November bzw.
1.
Dezember 2011 (
Urk.
6/169/2) gab
Dr.
P._
an, die vom Erstgutachter
Dr.
H._
diagnostizierte Neurasthenie könne durchaus im Rahmen des vom Zweitgutachter
Dr.
L._
ausgewiesenen Status nach depressiver Episode verstanden werden. Die
Persön
lichkeitsstörung
sei von beiden Gutachtern diagnostiziert worden. Eine solche bestehe zwar in ihren Ansätzen tatsächlich recht häufig seit der Jugend, werde aber in ihrem Ausmass oft erst mit fortgeschrittenem Alter relevant im Hinblick auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die von
Dr.
H._
ausgewiesene 40%ige Arbeitsunfähigkeit begründe sich primär mit der Persönlichkeitsstörung,
in Kombination mit der
Dysthymie
und dem neurasthenischen Syndrom, welche beide für sich alleine betrachtet keine
IV-
relevante Arbeitsunfähigkeit bewirken könnten. Dies habe
Dr.
H._
nicht ganz klar formuliert. Es gebe keine Hin
weise, dass
Dr.
L._
das Gutachten von
Dr.
H._
nicht in gebührender Weise berücksichtigt habe.
Somit seien aus medizinischer Sicht Befunde und Diagnosen in den beiden psychiatrischen Gutachten eigentlich übereinstimmend und klar, und es könne ohne weitere medizinische Abklärungen an den letzten RAD-Stellungnahmen vom
4.
Juli und 2
2.
August 2011 festgehalten werden.
3.
3.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten von Dr.
K._
und von
Dr.
L._
vom 25. Juni 2011 (Urk. 6/147) beantwortet die gestellten Fra
gen umfassend, be
rücksichtigt die vom Beschwer
deführer geklag
ten Beein
trächtigungen, wurde in Kenntnis und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
fol
gerun
gen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Das Gutachten wird damit den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medi
zini
sche Stellungnahme (BGE 125 V 352 E. 3a
E. 1.4
) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zuzuerkennen, falls keine konkreten Indizien gegen die Zu
verlässigkeit der Ex
pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
).
3.2
Der Beschwerdeführer bringt gegen das Gutachten vor, dass darin zu Unrecht davon ausgegangen werde, es sei ihm eine Alkohola
bstinenz zu
mut
bar
. Dieser Schluss sei insofern widersprüchlich, als im Gutachten festgestellt werde, der Be
schwerdeführer nehme den Alkohol im Sinne einer Selbstmedikation ein und könne daran trotz des Bewusstseins um die schädlichen Auswirkungen auf seine Gesundheit nichts ändern. Richtigerweise müsse die Alkoholabhängigkeit, wel
che seit dem 2
0.
Altersjahr bestehe, deshalb als Folge einer psychischen
Erkran
kung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers berück
sich
tigt
werden
(
Urk.
1)
.
Hierzu ist festzuhalten, dass
Dr.
L._
nach
voll
ziehbar zum Ergebnis gelangt
ist
, dass dem Beschwerdeführer aus objektiver Sicht eine
Alkoholabstinenz zumutbar ist. Soweit er ausführt
e
, der Beschwer
deführer könne
an seiner Verhaltensweise nichts ändern, bezieht sich das of
fen
sichtlich auf die subjektive
Sicht des Beschwerdeführers. Dieser sieht sich nicht in der Lage, gänzlich auf den Alkoholkonsum zu verzichten, wobei anzu
merken ist, dass er - soweit aus den Akten ersichtlich - bis anhin noch nie eine
länger dauernde
Sucht
therapie
durch
geführt hat.
Ausserdem ist
darauf hinzu
weisen
, dass der Beschwerdeführer seine letzte Arbeitsstelle nur indirekt wegen seines über
mäs
sigen
Alkoholkonsums (er ist im alkoholisierten Zustand
gestürzt und hat sich dabei am Knie verletzt
) verloren
und er
anlässlich früherer
Unter
su
chungs
ge
spräche
dargelegt
hat, er trinke sei
t dem Sturz im
Jah
re 2007 gar kei
nen Alko
hol mehr
(vgl.
Urk.
6
/39/2,
Urk.
6/62/3,
Urk.
6/71/6,
Urk.
6/145/2).
Ins
besondere wird dies im Bericht des den Beschwerdeführer seit Dezemb
er 2009 behandeln
den m
edizinischen Zentrums
I._
vom 1
0.
Mai 2011 noch so festgehalten (Urk. 6/145/2), während der Beschwerdeführer nur gut einen Monat danach in der Untersu
chung vom 21. Juni 2011 bei Dr.
L._
angab, er trinke schon morgens Rosé-Wein, nehme dann über den Tag verteilt mehrere Flaschen
,
zwi
schendurch auch Bier und spät abends noch Whisky und andere hochprozentige Alkoholika
zu sich
. Am liebsten trinke er Whisky-Cola und er fühle sich am best
en, wenn er betrunken sei (Urk.
6/147/15).
Folgt man den Anga
ben des m
e
di
zinischen Zentrums
I._
, ist es dem Beschwerdeführer zumindest gelun
gen, den
Alkohol
konsum
während mehr als drei Jahren zu sis
tieren. Jedenfalls ergibt sich aber, dass das Alkoholproblem des Beschwerde
führers in den ver
gan
genen Jahren nicht
hinreichend
behandelt worden ist
,
und es ist festzuhal
ten, dass es ihm
aus objektiver Sicht
zumutbar
ist
,
sich – allen
falls unter Durch
führung
eine
r
entsprechende
n
Therapie
– des Alkoholkonsums zu
enthal
ten
.
3.3
Der Beschwerdeführer lässt
im W
eiteren
beanstanden, das Gutachten
von Dr.
K._
und
Dr.
L._
mittle die Arbeitsfähigkeit einfach ein. Dem Um
stand, dass er nicht konstant über die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
verfüge, sondern immer wieder affektive Einbrüche mit e
iner Arbeitsunfähigkeit
von 100
% erleide, werde dabei zu wenig Rechnung getragen. Der psychiatri
sche
Gutachter
Dr.
L._
be
zeichne sodann die derart ermittelte Arbeits
fä
higkeit auf dem freien Arbeits
markt als verwertbar, womit er eine Frage beant
worte, für die er gar nicht zuständig sei. Dies sei vielmehr Aufgabe der
rechts
anwen
den
den
Stelle, somit also der Beschwerdegegnerin, welche jedoch fälschlicher
weise keine selb
ständige Prüfung dieser Frage vorgenommen, son
dern einfach die Ein
schätzung von
Dr.
L._
übernommen habe
(
Urk.
1)
.
Dr.
L._
hie
lt keineswegs fest
, dass der Beschwerdeführer während den depressiven Phasen zu 100
%
arbeitsunfähig sei, sondern
er führt
e
lediglich aus,
während den affektiven Einbrüchen leide der Beschwerdeführer an einer ver
min
derten kognitiv
en Leistungsfähigkeit (
Urk.
6/14
7/20 oben). Eine durch
schnitt
liche
Arbeitsfähigkeit von 80
%
erscheint unter diesen Umständen als nachvollzieh
bar.
Dies umso mehr, als die
Persönlichkeitsmerkmale wie Impul
si
vität,
Kritik
unfähigkeit
, Frustrationsintoleranz und
Teamunfähigkeit schon seit längerer Zeit bestehen, der Beschwerdeführer aber trotzdem auf dem freien
Ar
beitsmarkt tätig sein konnte.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht feststellt
e
, umfasst
der ausgeglichene Arbeit
smarkt auch Nischenarbeitsplätze
, bei welchen Behinderte
mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen kön
nen (
vgl. unter vielen:
Urteil
e
des Bun
desgerichts 9C_124/2010 vom 21.
September 2010 E. 2.2 mit Hinweis
,
9C_
95/2007 vom 29.
August 2007, E.
4.3).
Weil
für die Invaliditätsbemessung nicht die aktuelle
Arbeitsmarkt
si
tua
tion
, sondern ein hypothetisch ausgeglich
ener Arbeitsmarkt massgebend ist,
lässt sich sodann
auch nicht
mit dem Beschwerdeführer feststellen,
infolge der 6. IV-Revision
, wo
eine grössere Anzahl von bisherigen IV-Rentnerinnen und
Rentner in solchen Arbeitsplätzen eingegliedert werden soll
,
sei e
in
e solche Stelle
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt
nicht
vorh
anden.
Der ausge
glichene Arbeitsmarkt ist
vielmehr
ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (
BGE 134 V 64 E. 4.2.1
S.
71
,
BGE 110 V 273 E. 4b S. 276).
3.4
Zusammenfa
ssend ist die Beschwerdegegnerin
damit gestützt auf das Gutachten von
Dr.
L._
und
Dr.
K._
zu Recht davon ausgegangen, dass der Be
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit (ohne Arbeiten mit Lage- oder Höhenexposition, erhöhten Anforderungen
an die Gehfähigkeit sowie an die Konzentrationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, neue Inhalte aufzunehmen) zu 80 % arbeitsfähig ist.
3.5
Gestützt auf die Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
P._
vom 2
2.
August 2011 (
Urk.
6/156/3) hat die Beschwerdegegnerin ausserdem den Beginn der im Gut
achten
L._
/
K._
attestierten Arbeitsfähigkeit auf das Datum der Begut
achtung, den 2
1.
Juni 2011, festgelegt und ist für die Zeit davor von der gemäss Gutachten von
Dr.
H._
(
Urk.
6/71/15) bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in behinderungsangepassten Tätigkeiten ausgegangen.
Im Hinblick darauf, dass weder eine Neurasthenie (Urteil des Bundesgerichts I70/07 vom 1
4.
April 2008, E.
5) noch eine depressive Episode (Urteil 8C_80/2011 vom 1
4.
Juni 2011, E. 6.3.2) in der Regel eine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermag, erscheint dies
als eher grosszügig bemessen
und
ist die Beschwerdegegnerin jedenfalls
zu Recht
davon ausgegangen, dass für die Zeit vor der Begutachtung durch
Dr.
H._
in psy
chischer Hinsicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen und der
Beschwerdeführer
in behinderungsangepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfä
hig gewesen ist.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin ist bei der Berechnung des
Valideneinkommens
zu
nächst davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer aus
invaliditäts
fremden
Gründen vor Eintritt des Gesundheitsschadens keine besser
entlöhnte
Erwerbs
tätigkeit ausüben konnte als jene des
Regalauffüllers
in einem Selbstbedie
nungsladen, weshalb sie das
Valideneinkommen
basierend auf den Angaben der letzten Arbeitgeberin, der
Y._
vom
6.
Juli 2008 (
Urk.
6/13/3) festlegte. Nach Überprüfung des entsprechendes Einwandes des Beschwerdeführers
im
Vorbescheidverfahren
gelangte
die
Beschwerde
gegnerin
dagegen zum Ergebnis,
die häufigen Stellenwechsel stünden in einem Zusam
menhang mit der seit der Jugendzeit bestehenden Persönlichkeitsstörung und der Beschwerdeführer habe deshalb ein unterdurchschnittliches Einkommen er
zielt. Das
Valideneinkommen
sei somit nicht aufgrund des letzten Erwerbs
einkommens, sondern anhand der Tabellenlöhne festzulegen, wobei beim Be
schwerdeführer aufgrund seiner Ausbildung als Sportartikelverkäufer der
Durch
schnittslohn
im Dienstleistungssektor
auf dem Anforderungsniveau 3
(
Berufs- und Fachkenntnisse
vorausgesetzt)
massgebend sei
(
Urk.
2)
.
4.1.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer geltend machen, ohne
Gesundheits
schaden
hätte er
über längere Zeit im Bürobereich erwerbstätig sein können. Zumal er sehr gut französisch spreche, über fundierte EDV-Kenntnisse verfüge, seine Leistungen von vielen Arbeitgebern durchwegs positiv beurteilt worden seien und er (in ruhigen Phasen) einen guten Umgang pflegen könne,
sei
des
halb nicht der Durchschnittslohn auf dem Anforderungsniveau
3, sondern jener auf dem Anforderungsniveau 1 + 2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten bzw. Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbei
ten) heranzuziehen
(
Urk.
1 S. 10)
.
4.
1.3
Es ist
zwar möglich
, dass der Beschwerdeführer ohne die Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung eine besser
entlöhnte
Erwerbstätigkeit als die zuletzt ausgeübte als
Regal
auffüller
hätte ausüben können.
Es
lässt sich aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen
, dass sich die
Persönlichkeits
stö
rung
bereits bei der Berufswahl negativ ausgewirkt hat
,
und der Beschwer
de
fü
hrer ohne Gesundheitsschaden
zu einem
höher qualifi
zierten Berufs
abschluss gelangt wäre
als jene
m
des Sportartikelverkäufers.
Dass der Beschwerdeführer ohne kauf
männische Ausbildung im Bürobereich
einen hypothetischen
Berufs
aufstieg
hätte erreichen und schliesslich zumindest selbständige und qualifi
zierte Arbeiten hätte verrichten können, ist ebenso nicht überwiegend wahr
scheinlich.
4.
1.4
Die Beschwerdegegnerin hat damit das
Valideneinkommen
zu Recht auf der Basis des Durchschnittslohnes eines im Dienstleistungssektor beschäftigten Mannes auf dem Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse voraus
gesetzt) berechnet. Im Jahr 2008 betrug der Zentralwert
Fr.
5‘714
.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2008, Tabelle TA 1, S. 26), was unter Be
rücksichtigung einer
be
triebsüblichen
Arbeitszeit von 41,
7
Stunden pro Woche (vgl. Die Volkswirt
schaft
7/8
– 2013 Tabelle B9.2 S. 9
4
) ein hypothetisches Ein
kom
men von mo
natlich Fr.
5‘956.85
bzw. Fr.
71‘482.
1
0
pro Jahr (mal 12) ergibt.
Angepasst an den Nominallohnindex für Männe
r (vgl. Bundesamt für Statistik,
[
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index
/themen/03/04/blank/data/02.htm]
Tabel
le
T 1.93: 2008 = 120.0, 2009 = 122.5) beläuft sich das
V
alidenein
kommen
für das Jahr 2009 auf Fr.
72‘971.
35
.
Im Jahr 2010 betrug der Zentralwert sodann
Fr.
5‘804.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2010, Tabelle TA 1, S. 27), was unter Be
rücksichtigung einer
be
triebsüblichen
Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Die Volkswirt
schaft 7/8 – 2013 Tabelle B9.2 S. 94) ein hypothetisches Ein
kom
men von mo
natlich Fr.
6‘050.65
bzw. Fr.
7
2
‘607.80
pro Jahr (mal 12) ergibt.
Angepasst an den Nominallohnindex für Männer (vgl. Bundesamt für Statistik,
Tabel
le
T 1.93: 2010 = 123.4, 2011 = 124.5) beläuft sich das
Validenein
kommen
für das Jahr 2011 auf Fr. 73‘255.05.
4.
2
4.
2
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens
ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
men
t
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen
hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) her
an
gezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472
E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
di
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei
der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass
ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeits
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem
Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimm
ung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu be
grenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfäl
lige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverant
wort
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidensab
zuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
4.
2
.2
Weil der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine zu
mut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist für die Ermittlung des
In
va
li
deneinkommens
auf die oben erwähnte LSE abzustellen. Der Zentralwert für
die mit einfachen und repetitiven Aufgaben beschäftigten Männer betrug im Jahr
e 2008 im privaten Sektor Fr. 4'806.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2008, Tabelle TA 1, S. 26), was unter Be
rücksichtigung einer
betriebs
üblichen
Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche (vgl. Die Volkswirt
schaft 6 – 2013 Tabelle B9.2 S. 90) ein hypothetisches Ein
kom
men von mo
nat
lich Fr. 4‘
998.25
bzw. Fr. 59‘
979.--
pro Jahr (mal 12) ergibt.
Übereinstimmend mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Ablauf der Wartezeit (September 2008) bis am 26. September 2009 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (z.B. einfache Büroarbeiten, leichte Kontroll- und Montagetätigkeiten) zu 100
%
arbeitsfähig war. E
in
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeit
gebers
vermag
praxisgemäss keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug
zu
begründen
(vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_91/2013
vom 2
2.
August 2013 E.
3.3.4;
8C_176/2012 vom
3.
September 20
12 E. 8 und 9C_362/2008 vom 14.
November 2008 E. 3.2.4)
.
Gleiches gilt für
das
höhere Risiko, aus
krank
heitsbedingten
Gründen der Arbeit fernbleiben zu müssen (SVR 2010 IV Nr. 28 S. 87, 9C_708/2009 E. 2.3.2 in
fine
).
Auch
das fortgeschrittene Alter
wirkt sich
im Bereich der
Hilfs
arbeiten
auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeits
markt grund
sätzlich nicht zwi
ngend lohnsenkend aus (vgl.
Urteil
des Bundes
gerichts,
8C_372/2012
vom 13. Juni 2013 E. 4.2
).
Es ist der Beschwerdegegnerin
schliesslich
darin beizupflichten, dass eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Hilfsarbeitertätigkeiten vorhanden ist
. Der Beschwerdeführer verfügt ausserdem über Ressourcen, welche ihn nicht auf die Ausübung von körperlich schwerer Arbeit angewiesen erscheinen lassen.
Dementsprechend ist kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen.
Verglichen mit dem hypo
thetischen
Va
lidenein
kommen
für das Jahr 2008 von
Fr.
71‘482.
1
0
resultiert eine
Einkommens
ein
busse
von Fr. 11‘503.20 bzw. ein Invaliditätsgrad von rund 16 %, bei welchem kein An
spruch auf eine Invalidenrente besteht.
4.2.3
Angepasst an den Nominallohnindex für Männer (vgl. Bundesamt für Statistik
,
Tabel
le
T 1.93: 2008 = 120.0, 2009 = 122.5)
erhöht
sich das
unter
Ziff.
4.2.2
Abs.
1 berechnete Einkommen
für das Jahr 2009 auf
Fr.
61‘228.5
5.
Da ab September 2009 von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
in
behinderungs
angepasster
Tätigkeit auszu
gehen ist, reduz
iert sich das Einkommen auf Fr.
36‘737.1
5.
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leidensabzug von 10
%
erscheint als angemessen. Ein höherer Abzug rechtfertigt sich nicht (vgl.
Ziff.
4.2.2
Abs.
2). Es resultiert somit
ein Invalideneinkommen von Fr.
33‘063.4
5.
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 72‘971.
35
ergibt sich eine
Einkommens
einbusse
von
Fr.
39‘907.9
0
bzw. rund 55
%
. Der Be
schwerdeführer hat damit Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
4.2.4
I
m Jahr
e 2010 betrug der Zentralwert für
die mit einfachen und repetitiven Aufga
ben beschäftigten Männer
im privaten Sektor Fr. 4'901.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2010, Tabelle TA 1, S. 26), was unter Berücksichtigung einer
be
triebsüblichen
Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Die Volkswirt
schaft 6 – 2013 Tabelle B9.2 S. 90) ein hypothetisches Ein
kom
men von mo
natlich Fr.
5‘109.30
bzw. Fr.
61‘311.60 pro Jahr (mal 12) ergibt.
Angepasst an den Nominallohnindex für Männer (vgl. Bundesamt für Statistik,
Tabel
le
T 1.93: 2010 = 123.4, 2011 = 124.5) erhöht sich dieses Ein
kommen für das Jahr 2011 auf
Fr.
61‘858
.1
5.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
beträgt das Invalideneinkommen
Fr.
49‘486.5
0.
Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht keinen Leidensabzug vorgenommen, da die gesundheitlichen
Leistungs
einschränkungen
mit der Festsetzung einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
bereits genügend berücksichtigt worden sind. Der Vergleich mit dem
Vali
deneinkommen
von
Fr.
73‘255.05 ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 23‘
768.55 bzw.
einen Invaliditätsgrad von
rund 32
%
.
Somit hat der Be
schwerdeführer keinen An
spruch auf eine Invalidenrente mehr.
5.
Zusammenfassend ist
nicht
zu
beanstanden
, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Zeit vom
1.
September 2009 bis zum 30. September 2011 eine halbe Rente zugesprochen und einen weiteren Renten
anspruch verneint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Beim Beschwerdeführer sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege gemäss § 16 des Gesetzes über das
Sozial
versi
cherungs
gericht
(
GSVGer
) erfüllt. In Bewilligung des Gesuchs vom 1
5.
Mai 2012 (Urk. 1 S. 2) ist ihm deshalb für das vorliegende Verfahren die unentgeltli
che
Prozess
führung
zu gewähren und in der Person v
on Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.
7.
7.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht kostenpflich
tig. Die Kosten werden nach dem
Ver
fah
rensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Fran
ken
festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Ausgangsgemäss ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerde
führe
rs, Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
, aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Mit
Hono
rarnote
vom
2
5.
September
2013 hat Rechtsanwalt
Leimbacher
einen Auf
wand von
7.92
Stunden und Barauslagen von Fr.
51.--
geltend gemacht (Urk.
12
). Dies er
scheint
als den Umständen des Falles ange
messen. Die Ent
schä
digung ist da
mit auf Fr. 1‘768.50
(inkl.
Bar
auslagen
und
MWSt
) festzu
le
gen.
7.3
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche
Rechtspflege ver
pflichten (§ 16 Abs. 4
GSVGer
).