Decision ID: d1d668e1-b41a-40a6-af18-3a92a42bd9bc
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1963 und
zuletzt
von
März 2003
bis
November 2011
vollzeitlich
als Gartenarbeiter bei der
Y._
AG
angestellt
gewesen
(Urk. 6/
45/2
)
,
meldete sich a
m 21. April 2010
wegen
seit
ei
nem Unfall vom 4. Februar 2009 bestehende
r
rechtsseitige
r
Kniebeschwerden
zum
Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (Urk. 6/7). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Unfallakten (Urk. 6/13
, Urk. 6/30, Urk. 6/32, Urk. 6/34) und einen Auszug aus dem individu
ellen Konto des Versicherten (IK;
Urk. 6/14, Urk. 6/42) bei.
Überdies
holte sie
bei der
A
rbeit
geberin (Urk. 6/17) und den
behandelnden Ärzte
n
des
Z._
(Urk. 6/62)
je einen Bericht
ein. Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 6/66, Urk. 6/68) verneinte sie mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 (Urk. 2) einen
Leistungsanspruch des Versicherten
mangels In
va
lidität.
2.
Hiergegen erhob
X._
a
m
25. November 2013 Be
schwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 22. Oktober 2013 sei auf
zuheben und die IV-Stelle sei anzuweisen, ihm eine Rente basierend auf einem
In
validitätsgrad
von 100 % zu gewähren. Eventualiter sei gerichtlich ein mono-
oder
bidisziplinäres
Gutachten bei einer anerkannten Fachperson der Orthopä
die,
der Rheumatologie und der Psychiatrie in Auftrag zu geben. Die IV-Stelle schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2014 (Urk. 5) auf Abwei
sung der Be
schwerde. Mit Verfügung vom 16. Januar 2014 (Urk. 7) wurde ein zweiter
Schrif
ten
wechsel
angeordnet, worauf der Beschwerdeführer mit Replik vom 17. Feb
ru
ar 2014 (Urk. 10) an seinen Anträgen festhielt und die IV-Stelle
mit Zuschrift vom
28. Februar 2014 (Urk. 13)
erklärte,
dass sie
auf das Einrei
chen einer Duplik ver
zichte. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 3. März 2014 (Urk. 14) zur Kennt
nis gebracht.
3.
Mit Urteil vom 19. November 2013 (UV.2012.0012
) wies das hiesige Gericht die
Beschwerde
von
X._
gegen den
Einspracheent
scheid
der
für das Ereignis vom 4. Februar 2009 zuständigen
Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) vom 13. April 2012 (Urk. 6/39) betreffend Ein
stell
ung der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen per 30. November 2011
sowie
Ablehnung eines Anspruche
s auf weitere Geldleistungen (Invali
denrente,
Integri
täts
entschädigung
) ab. Dies wurde vom Bundesgericht mit Ur
teil 8C_86/2014 vom
24.
Juni 2014
bestätigt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Nach der Rechtsprechung vermögen
somatoforme
Schmerzstörungen und an
dere
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweis
bare organische Grundlage in der Regel keine lang dauernde, zu einer Inva
lidi
tät im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit zu bewirken (BGE 136 V 279 E. 3; 130 V 352 E. 2.2.2 und 2.2.3; 132 V 65; 131 V 49; 130 V 396). Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumut
bar
keit eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt das Vorliegen einer mit
wirkenden, psychisch ausgewiesenen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, In
ten
si
tät, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein an
derer qualifi
zierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien vo
raus wie chro
nische körperliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem
Krank
heitsverlauf
bei
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfris
tige Remission, ein
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Le
bens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Ver
lauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewälti
gung
(primärer
Krankheits
gew
inn
) oder schliesslich unbefriedigende
Behand
lungsergebnisse
trotz konse
qu
ent durchgeführter Behandlungsbemühungen (auch mit unter
schiedlichem thera
peutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabi
litationsmassnahmen
bei vorhan
de
ner Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE 130
V 352 E.
2.2.3). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu ver
neinen (BGE 137 V 64 E. 4.1; 131 V 49
E.
1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40
%
arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch, sofern die entspre
chen
den Anspruchsvoraussetzungen (Art. 28 Abs. 1 IVG) gegeben sind, frühes
tens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruches nach Art. 29 Abs. 1
ATSG.
2.
2.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
aus
gehend von einer mittelgradigen depressiven Episode und einer
somatoformen
Schmerzstörung eine Invalidität gänzlich verneint hatte
, stellte sie sich in ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2014 (Urk. 5) auf den Standpunkt, dass es le
diglich in psychischer Hinsicht, namentlich in Bezug auf die
somatoforme
Schmerzstörung, an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden mangle.
Von somatischer Seite
sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 100 % eingeschränkt.
In
einer
leidens
angepassten
, leichten, wechselbelastenden und nicht kniebelastenden
Tätigkeit
könne er
jedoch
ein 100 %-Pensum leisten und
damit
ein Invalideneinkommen erzielen, welches
nur
4 % unter dem
Vali
denlohn
liege
.
Insofern
bestehe kein Rentenanspruch und
sei die angefochtene Verfügung mit der Substitution der Motive zu schützen.
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer in seinen
Rechtsschriften
vom 25. November 2013
(Urk. 1) und 17. Februar 2014 (Urk. 10) im We
sentlichen entgegen,
dass
mit der
Ch
ondromalazie
respektive
Chondropathie
4. Grades ein somatisches Leiden
ausgewiesen
sei
,
welche
s
die
vom rechten Knie ausgehenden
Schmerzen vollständig
erkläre
.
Eine
somatoforme
Schmerzstörung liege nicht vor. Daher
gelange die
– von ihm in grundsätzlicher Hinsicht kritisierte –
Überwindbar
keitsrechtsprechung
gemäss
BGE
130 V 352 nicht zur Anwendung und sei der Invaliditätsgrad aufgrund der
tatsächlichen Arbeitsfähigkeit
zu bemessen.
Dabei sei zu berücksichtigen, dass sich
d
ie somatisch erklärbaren Schmerzen auch auf Konzentration und Psyche aus
wirkten
und eine ernstzunehmende Depre
ssion ausgelöst
hätten
, welche den Rentenanspruch mitbegründe.
Aus diesen Gründen sei er
nicht in der Lage, in einem leidensangepassten Tätigkeitsfeld eine
voll
schichtige
Arbeit zu leisten.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer verletzte sich am 4. Februar 2009 bei der Arbeit am rech
ten Knie (Urk. 6/13/40). In der Folge wurde er a
m 27. März 2009
im Spital
A._
operiert, wobei eine
anterio-
posteriore
Instabilität bei
Kreuzbandin
suffizienz
/Ruptur rechts, eine mediale Meniskushornläsion und eine
Chondropa
thie
medialer
Femurkondylus
III-IV diagnostiziert wurden (Urk. 6/13/29-30, vgl. auch
Urk. 6/13/27-28
). Nachdem der
Beschwerdeführer
vom 30. Mai bis 3. Juni 2009
wegen eines
Erysipels am rechten Kniegelenk stationär im Spital
A._
behandelt worden war (
Urk. 6/13/20-21
), erfolgte am 12. Juni 2009 gleichenorts
eine weitere Knieoperation rechts mit Exzision der Wundränder,
Débridieren
un
d primärem Hautverschluss (Urk. 6/13/18-19
).
Schliesslich
wurden ebenfalls im Spital
A._
am
4. Januar 2010 eine
valgisierende
Tibia-Osteotomie (
Urk. 6/13/5-6
) und am 3. Oktober 2010 ein
Wunddébridement
mit vorzeitiger Me
tallentfernung am
rechten
Unterschenkel
(Urk. 6/30/10-11, vgl. auch
Urk. 6/30/12-13
) durchgeführt.
3.
2
Im Bericht vom 25. Juli 2011 (Urk. 6/32/5-10) betreffend die Untersuchung glei
chen Datums führte d
er SUVA-Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
aus, es bestehe ein mit Unfallfolgen nicht erklärbares Schmerzsyndrom des gesamten rechten Beins nach den be
kannten operativen Eingriffen. In der aktuellen Untersuchung habe sich ein
ent
zündungs
- und ergussfreies sowie frei bewegliches rechtes Kniege
lenk gezeigt, dessen Stabilität
weitgehend gegeben zu sein scheine, wobei der Beschwerde
führer auch spontan nicht über Instabilitätszeichen berichtet habe. Die für die
sen im Vordergrund stehenden, auch im Ruhezustand empfundenen und nicht beeinflussbaren starken Schmerzen seien mit dem klinischen Befund und dem Röntgenverlauf nicht als Unfallfolge erklärbar. Auffallend gewesen seien einige
Selbstlimitierungen, welche er bei den Kraftprüfungen teilweise auch auf der
kon
tralateralen
Seite beobachtet habe, sowie ein
teilweise groteske Züge anneh
mendes
Gangbild
. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolge aufgrund der nach
vollziehbaren objektivierbaren Veränderungen und
Befunde, welche intra
o
perativ erhoben worden seien und in den Röntgenbildern eine
Wiederspiege
lung
fänden. Eine körperlich schwere Tätigkeit mit häufigem Knien oder Ein
nehmen einer hockenden Position, wie sie im Regelfall im Gar
tenbau typischer
weise ab
verlangt werde, sei für das rechte Kniegelenk nicht mehr
zumutbar. Da
gegen
könne der Beschwerdeführer eine mittelschwere, wechselbelastende Tä
tigkeit ganz
tags ausüben, wobei allerdings die sitzenden Tätigkeiten maximal einen Fünftel der täglichen Arbeitszeit in Anspruch nehmen und möglichst über den Tag verteilt sein sollten. Ein Tragen von Lasten über zehn Kilogramm über Treppen sowie ein Besteigen von Leitern und Gerüsten seien zu vermeiden. Gleiches gelte für Tätigkeiten, welche mit länger andauerndem oder repetitivem Einnehmen einer knienden oder hockenden Position einhergingen (S. 4 f.).
3.3
Die den Beschwerdeführer ab
dem 9. Juni 2012 behandelnden
Fachpersonen
des
Z._
stellten im Bericht vom 3. Mai 2013 (Urk. 6/62/
5
-7) an die Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen
:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Verhebetrauma
bei der Bearbeitung eines Weges am 04.02.09 mit/bei
Status nach VKB-Plastik mit
Semitendinosus
und
Mikrofracturing
medi
aler
Femorkondylus
bei
Chondropathie
IV Grades (Spital
A._
12.06.09)
drei Operationen in der Folge, zuletzt 04.01.10
Sie erklärten
, dass
aktuell
eine medikamentöse und einzel
psychotherapeutisch
e
Behandlung erfolge
und
der Beschwerdeführer
an einer interdiszipli
nären
Schmerz
therapie
teilnehme.
In
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
bestehe
seit dem
Ereignis vom 4. Februar 2009
eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von
100 %
.
E
ine Indikation für eine der Behinderung angepasste Tätigkeit bestehe
derzeit nicht
.
4.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin verwies zur Begründung
ihres
in
der
Beschwerdeant
wort
(Urk. 5) geäusserten Standpunktes auf die Stellungnahme
d
es Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 23. August 2011 (Urk. 6/64/3). Darin
wurde fest
gehalten
, dass
reine Unfallfolgen vorlägen und
aufgrund der rechtsseitigen
Knie
beschwerden
in der angestammten Tätigkeit seit dem Unfall vom Februar 2009
eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgewiesen sei.
Hinsicht
lich des
be
ruflichen Leistungsvermögen
s
in einer Verweisungstätigkeit äusserte sich der RAD-Arzt wie folgt: "In jeder leidensangepassten leichten
wechsel
be
lastenden
und nicht kniebelastenden Tätigkeit waren und sind aber 100 % Rest-AF aus
ge
wiesen, gemäss dem genauen Belastungsprofil der letzten
kreis
ärztli
chen
Unter
suchung im Juli 2011."
4
.2
Der
involvierte
RAD-Arzt und
mit ihm die Beschwerdegegnerin
stellte
bezüglich des
berufliche
n
Leistungsvermögen
s
des Beschwerdeführers massge
blich
auf die
Un
fallakten
, insbesondere auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht von
Dr.
B._
vom 25. Juli 2011 (
vgl.
E. 3.
2
hiervor
) ab
.
Im
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
UV.2012.00112 hat das hiesige Ge
richt mit
Urteil
vom 19. November 2013
(bestätigt durch Bundesgerichtsurteil 8C_86/2014 vom 24. Juni 2014)
die Auswirkungen des
Unfalle
reignisses vom
4. Februar 2009 auf den Gesundheitszustand und die Arbeits- respektive Er
werbs
fähigkeit des Beschwerdeführers umfassend geprüft. Dabei gelangte es insbe
son
dere gestützt auf den Untersuchungsbericht des SUVA-Kreisarztes
Dr.
B._
vom 25. Juli 2011 (
vgl.
E.
3.2
hiervor
) zum Schluss, dass dem Be
schwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch den
Unfallversi
cherer
per Ende November 2011 die angestammte Tätigkeit im Gartenbau nicht mehr zumutbar
sei, er jedoch eine angepasste, körperlich mittelschwere,
wech
selbelastende
Tätig
keit ganztags ausüben könne.
Dadurch verzeichne er eine un
fallbedingte
Er
werbs
einbusse
beziehungsweise einen Invaliditätsgrad von 6.65 %.
Soweit die ge
klagten Beschwerden psychischer Natur oder nicht hin
länglich einem (
unfall
be
dingten
) organischen Substrat zuzuordnen seien, seien sie nicht ad
äquat
un
fall
kausal
(E. 3.1-3.3 und
E. 4).
In den Akten bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür,
dass
beim
Beschwerde
führer
objektivierbare somatische Befunde vorliegen
, welche
sich auf
seine
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit
auswirken
und im unfallver
sicherungsrechtlichen Verfahren
keine Berücksichtigung fanden. Dies wurde
denn auch
von ihm
zu keinem Zeitpunkt
geltend gemacht. Insofern ist die kreisärztliche Einschätzung auch für die Belange der Invalidenversicherung von massgebender Bedeutung
.
4.3
4.3.1
In psychischer Hinsicht wurden
durch die behandelnden Ärzte des
Z._
eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung und eine mittelgradige depressive Episode
erhoben
(
vgl.
E.
3.3
hiervor
).
Inwiefern diese
Diag
nosestellung
unzutreffend sein soll,
vermochte der
Beschwerdeführer nicht
darzutun
.
Seine Darstellung,
wonach
das Schmerzbild durch
die
objekti
vier
ba
ren
Befunde vollumfänglich erklärt
werde
,
steht im Widerspruch zur
me
dizinischen Akten
lage, äusserten sich doch s
ämtliche der
mit
ihm
somatisch befassten
Fachä
rzte i
m
gegenteilige
n
Sinne.
Dies gilt nicht nur für den
SUVA-Kreisarzt Dr.
B._
(vgl. E.
3.2 hiervor)
, sondern
auch für Dr.
C._
(
Bericht vom
9. Juni 2011 [
Urk. 6/32/15
]
)
und den ebenfalls
im Spital
A._
tätige
n
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates (Bericht vom 16. Dezember 2011 [
vgl. E. 3.3 des Ur
teils
des hiesigen Gerichts
vom 19. November 2013
]
)
, welche ein unklares
Schmerz
syndrom
diagnostizierten beziehungsweise die anhaltend geklagten Beschwer
den nicht in vollem Ausmass als nachvollziehbar erachteten.
Vor die
sem Hin
tergrund gibt es zu keiner Kritik Anlass, dass die
Beschwerdegegnerin die ge
klagten
Beschwerden, soweit sie nicht auf einem objektivierbaren orga
nischen Substrat beruhen, im Rahmen eines
Schmerzgeschehens
ohne
nach
weisbare or
ga
nische Grundlage interpretierte und die mit BGE 130 V 352 be
gründete
bun
des
gerichtliche
Rechtsprechung zur Anwendung brachte.
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und
i
nsbesondere er
kannt,
dass sich die unklaren Beschwerden hinsichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbar
keit unterscheiden. Dabei hand
elt
es sich um ein sachliches Kriterium, das über
prüft werden kann. Die hinreichende Objektivierbarkeit der gesundheitlichen Be
einträchtigung
wird
für Ansprüche auf Sozialversicherungsleistungen seit je
her vorausgesetzt und ha
t
im Rahmen der 5.
IV-Re
vision auch Eingang in die Ge
setzgebung gefunden (Art.
7 Abs.
2 ATSG
; E. 5.6 in
fine
und E. 5.7
). Von ei
ner unbegründeten Schlechterstellung
beziehungsweise
einer Diskriminierung der be
troffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne
beziehungsweise
nach
Massgabe
der EMRK k
a
nn daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bun
des
gerichts
8C_142/2013 vom 20.
November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547
).
Damit ist die vom Beschwerdeführer in grundsätzlicher Hinsicht ge
übte
Kritik an der Rechtsprechung
gemäss
BGE 130 V 352 (und seitherige) im We
sent
lichen entkräftet.
4.3.2
Die
somatoforme
Schmerzstörung begründet
rechtsprechungs
gemäss (
vgl. E.
1.2
hiervor) als solche noch keine Invalidität. Es besteht vielmehr die Vermutung, dass
die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung übe
rwindbar sind.
Davon ist auch
im Falle des Beschwerde
führers
auszugehen.
Zum einen ist e
ine relevante psychische
Komorbidität
im Rechtssinne nicht ausgewiesen.
D
enn d
ie
von den behandelnden Fachpersonen des
Z._
diagnostizierte
m
ittelgradige depressive Episode
(vgl. E. 3.3 hiervor) stellt grundsätzlich
keine von depressiven
Verstim
mungszuständen
klar unter
scheidbare andauernde Dep
ression im Sinne eines
verselbständigten Gesundheitsschadens dar, welche es
dem Beschwerdeführer
ver
unmöglichte,
trotz
der Schmerzstörung zu
arbeiten
. Leichte bis höchstens
mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bun
des
gerichts 9C_266/2012
vom 29.
August 2012 E. 4.3.2).
Zum anderen
sind die übrigen
Morbiditäts
kri
te
rien
unbestrittenermassen
nicht in der geforderten Intensität und
Konstanz
er
füllt, um
ausnahmsweise
den Schluss
auf eine Unzumutbarkeit der willentlichen S
chmerzüberwindung
zuzulassen
.
Damit ist den Beschwerden, soweit sie nicht auf
einer nachweisbaren organischen Grundlage beruhen res
pektive psychischer Natur sind, kein invalidisierender Charakter zuzuschreiben.
4.4
4.4.1
Unter Berücksichtigung der einjährigen Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
(vgl. E. 1.
3
hiervor
) konnte im Falle des Beschwerdeführers ein etwaiger Renten
anspruch grundsätzlich per 1. Februar 2010,
ein Jahr nach
Eintritt
der
unfall
bedingten
Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Ereignisses vom 4. Februar 2009, ent
stehen. Angesichts dessen, dass sich der Beschwerdeführer erst am 21. April 201
0 (Urk
. 6/7) und damit verspätet zum Leistungsbezug angemeldet hat, kommt je
doch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E.
1.4
hiervor
) ein Renten
anspruch frü
hes
tens ab 1. Oktober 2010 in Betracht.
4.4.2
Nach Lage der medizinischen Akten war der Beschwerdeführer vom 30. Sep
tem
ber bis 9. Oktober 2010 im Spital
A._
hospitalisiert, wo Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates
, am 3. Oktober 2010 ein
Wunddébridement
und eine vorzeitige
Metallentfernung im Bereich des rechten Unterschenkel durchführte (
Operati
ons
bericht
vom 6. Oktober 2010 [Urk. 6/30/10-11]). Bei Austritt wurde der Be
schwer
deführer insbesondere angehalten, das rechte Bein so viel wie möglich
hochzu
lagern
und vorerst lediglich mit höchstens
dreissig
Kilogramm zu belas
ten. Nach
erfolgter Fadenentfernung 12-14 Tage nach Spitalentlassung könne unter physio
therapeutischer Anleitung mit einem kontinuierlichem
Belastung
s
aufbau
be
gonn
en werden (Austrittsbericht vom 9. Oktober 2010 [Urk. 6/30/12-13]).
Ab Januar 2011 unternahm der Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch bei der
bis
herigen Arbeitgeberin (50 %-Pensum vom 17. Januar bis 14. Februar 2011 und ab 4. April 2011 [Urk. 6/32/
1
8]), wobei das rechte Knie den Belastungen nicht standhielt und der Beschwerdeführer überlastungsbedingt zuweilen auch in
an
gepassten Tätigkeiten nicht einsatzfähig war (vgl. Berichte von Dr.
C._
vom 9. Dezember 2010 [Urk. 6/30/7], 15. Januar [Urk. 6/3
0/5], 10. Febru
ar
[Urk. 6/30/4]
, 31. März [Urk. 6/32/24],
29. Ap
ril [Urk. 6/32/21]
und 9. Juni 2011 [Urk. 6/32/15]).
Dementsprechend
ist
mit dem
massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 134 V 109 E.
9.5)
an
zunehmen
,
dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
erst
ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung
vom 25. Juli 2011
an
haltend
ver
bessert hat
und ihm seither
in einer den objektivierbaren Beschwer
den am rech
ten
Knie
angepassten Tätigkeit
gemäss dem von
Dr.
B._
fest
gelegten
Be
lastungsprofil
die erwerbliche Verwertung eines Vollzeitpensums
ohne Ein
schrän
kungen zumutbar ist.
Dagegen besteht in der angestammten Tätigkeit als Gartenarbeiter seit dem 4. Februar 2009 eine Arbeits
unfähigkeit von 100 %.
Es ist somit davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt
des frühestmöglichen Rentenbeginns (1. Oktober 2010) bis zur Untersuchung durch
den SUVA-Kreisarzt am 25. Juli 2011 für sämtliche
beruflichen
Tätigkei
ten
zu 100 %
arbeits
un
fähig
war.
Damit steht ihm vom 1. Oktober 2010 bis
31. Oktober 2011 (
drei Monate nach
Untersuchung
respektive
Ver
besserung der
Erwerbsfähigkeit; vgl. Art.
88a Abs.
1 der Verordnung
über die Invalidenversi
cherung [
IVV
]) eine ganze Rente
nach
Massgabe
eines Invaliditätsgrades von 100 %
zu.
4.5
Ab
25. Juli 2011
besteht in einer dem
kreisärztlich
festgelegten
Belastbar
keits
profil
entsprechenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
100 %.
Dies führt
laut
den Feststellungen im
unfallversicherungsrechtlichen
Prozess UV.2012.00112 zu eine
m
Invaliditätsgrad
von 6.65 %
. Da der rentenbegründende Grenzwert von 40 % (vgl. E. 1.3 hiervor)
unterschritten
wird, steht dem Beschwerdeführer
ab 1. November 2011 kein
e
R
ente
mehr
zu
.
Damit
erübrigen
sich eine Prüfung des
von der Beschwerdegegnerin (Urk. 5 S. 2) vorgenommenen
Einkommensver
gleichs
und der
dagegen
gerichteten
Kritik des Besc
hwerdeführers (Urk. 10 S. 3 f.
)
ebenso wie
Weiterungen zum medizinischen Sachverhalt, da dieser ent
gegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (Urk.
1 S. 2) mit den vorhandenen
ärztlichen Unterlagen
bereits
rechtsgenüglich
abgeklärt ist.
5.
5.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kos
ten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen
von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt.
Nach Massgabe des Obsiegens sind die Gerichtskosten
in Höhe von 700.--
den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens – teilweises Obsiegen –
ist dem anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mi
t § 34 Abs.
1 und 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
eine
reduzierte
Prozessentschädigung zuzu
spr
echen, wobei ein Betrag von
Fr. 900
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen er
scheint
.