Decision ID: a667e822-12be-4991-ba63-b4089c7cc388
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Beim 1957 geborenen
X._
wurde
Ende 2015 ein Hirntumor (
Häman
gio
blastom
) im Hirnstamm diagnostiziert, welcher im Februar 2016 operiert wurde (vgl.
Urk.
6/19/5-6
). Anlässlich der Operation erlitt der Versicherte eine Gehirn
blutung. Seither leidet er an einer Lähmung des Augenmuskels, unter massivem Schwindel sowie einer Gang-Ataxie mit Sturzgefahr (vgl.
Urk.
6/19/7-8).
Am 2
2.
Mai 2016 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/12).
Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Abklärungen in Bezug auf die beruflichen (
Urk.
6/18
,
Urk.
6/21
) und medizinischen Verhältnisse (
Urk.
6/
16,
Urk.
6/19,
Urk.
6/22-23,
Urk.
6/46,
Urk.
6/64,
Urk.
6/70)
getätigt hatte
, sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 1
6.
November 2016 Kostengutsprache für eine
n
Duschstuhl mit
Drehscheibe (
Urk.
6/62) sowie
mit Verfügung vom 1
1.
Januar 2017
einen Kosten
beitrag in der Höhe von
Fr.
11'091.60 an die invaliditätsbedingten baulichen Massnahmen für den Badezimmerumbau
(
Urk.
6/71
)
zu
.
Mit Verfügung vom
2
2.
März 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten sodann mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2017 eine ganze Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
zu (
Urk.
7/85-86).
Am 1
5.
August 2016 (
Urk.
6/27) beantragte der Versicherte
zudem die
Kosten
über
nahme für ein Elektro-Dreirad. Nachdem die IV-Stelle
eine Abklärung (
Urk.
6/64) veranlasst und das Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/
49,
Urk.
6/55-56,
Urk.
6/61-62,
Urk.
6/64
) durchgeführt hatte, wies sie das Begehren des Versi
cherten mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2017 ab (
Urk.
6/
79
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
März 2017 Beschwerde (
Urk.
1) g
egen die Verfügung vom 2
0.
Februar 2017 (
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für ein Elektrodreirad zu übernehmen (S. 2
Ziff.
1 und 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2017 (
Urk.
5) die
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
2.
Mai 201
7 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Gemäss
Art.
21
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der
Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen
einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbs
fähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausfüh
rung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne
Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs
. 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versicherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen
weiter verwenden
darf (Abs. 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
an das Eidgenössische Depar
tement des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufge
führter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbs
t
sorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Aus
bildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
1.3
Nach Ziffer 10 Anhang HVI werden Motorfahrzeuge und Invalidenfahrzeuge, unter anderem Automobile (Ziffer 10.04*), an Versicherte abgegeben, die vor
aussichtlich dauernd eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit ausüben und zur Überwindung des Arbeitsweges auf ein persönliches Motorfahrzeug angewiesen sind.
Als Hilfsmittel gelten laut Ziffer 10.05 Anhang HVI auch die invaliditätsbeding
ten Abänderungen von Motorfahrzeugen. Durch Verordnungsänderung vom 9. Ok
tober 1992, in Kraft seit 1. Januar 1993, ist die erwerbliche Eingliede
rungs
aus
richtung dieses Hilfsmittelanspruchs beseitigt worden. Das bedeutet, dass inva
liditätsbedingte Abänderungen von Motorfahrzeugen unter anderem auch von Versicherten verlangt werden können, die keine existenzsichernde Erwerbstätig
keit ausüben (vgl. Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum IVG, Zürich 1997, S. 170 mit Hinweisen). Gemäss Randziffer 10.05.2 KHMI können Abänderungskosten höchstens alle sechs Jahre einmal übernom
men werden.
1.4
Nach
Ziffer
9
Anhang HVI werden
Elektrorollstühle
(Ziffer
9.02)
an Versicherte abgegeben, die
einen gewöhnlichen Rollstuhl nicht bedienen und sich nur dank elektromotorischem Antrieb selbständig fortbewegen können
.
1.5
Im Hilfsmittelbereich der Invalidenversicherung hat das Bundesgericht folgen
den Grundsatz aufgestellt: Umfasst das von der versicherten Person selber ange
schaffte Hilfsmittel auch die Funktion eines ihr an sich zustehenden Hilfs
mit
tels, so steht einer Gewährung von Amortisations- oder Kostenbeiträgen nichts entgegen; diese sind alsdann auf der Basis der Anschaffungskosten des Hilfs
mittels zu berechnen, auf das die versicherte Person an sich Anspruch hat (Aus
tauschbefugnis; BGE 120 V 288 E. 3c, 111 V 209 E. 2b und 215, vgl. auch BGE 131 V 107 E. 3.2.1; ZAK 1988 S. 182 E. 2b, 1986 S. 527 E. 3a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 87 ff.). In der jüngeren Rechtsprechung hat das Bundesgericht die Aus
tauschbefugnis auch im Bereich weiterer Arten von Eingliederungsmassnahmen
(Art. 8, Art. 12 ff. IVG) zur Anwendung gebracht. Die Austauschbefugnis kommt
jedoch insbesondere nur zum Tragen, wenn zwei unterschiedliche, aber von der
Funktion her austauschbare Leistungen in Frage stehen. Vorausgesetzt wird mi
t
hin neben einem substitutionsfähigen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch auch die funktionelle Gleichartigkeit der Hilfsmittel (BGE 127 V 121 E. 2b, 120 V 280 E. 4; AHI 2000 S. 73 E. 2a und 1999 S. 176 f. E. 5). Schliesslich ist noch zu beachten, dass für die Bejahung der Austauschbefugnis massgeblich ist, dass das von der versicherten Person angeschaffte Hilfsmittel nicht nur unter den Vor
aussetzungen der unmittelbaren Gegenwart, sondern auch unter den Vor
aussetzungen, mit denen auf weitere Sicht gerechnet werden muss, die Funktion des ihr rechtens zustehenden Hilfsmittels erfüllt (BGE 111 V 209 E. 2c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus,
dass ein Elektrorollstuhl derzeit nicht medizinisch indiziert sei. Die selbständige Fortbewegung sei ohne Hilfsmittel grundsätzlich gewährleistet. Die Kosten für ein Elektrodreirad könnten daher nicht im Sinne der Austauschbefugnis über
nommen werden (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Versicherte auf den Standpunkt (Urk. 1), dass
die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon ausgehe, er könne sich ohne Hilfsmittel fortbewegen. Sie prüfe demnach zu Unrecht nicht, ob Anspruch auf einen Elek
tro
rollstuhl bestehen würde
. Er sei gemäss ärztlichen Berichten auch heute noch nicht in der Lage, sich ohne Hilfsmittel über längere Strecken fortzubewegen
. Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sei nur dann möglich, wenn der jeweilige Chauffeur entsprechend Rücksicht nehme. Tatsächlich könne er jedoch öffentliche Verkehrsmittel alleine nicht benutzen
. Verantwortlich dafür seien die massiven Gang- und Gleichgewichtsstörungen, der Schwindel mit Sturzgefahr und die Sehstörungen
(S. 4)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Übernahme der
Kosten für ein Elektrodreirad
durch die Invalidenver
siche
rung
.
3.
3.1
Die Ärzte des
Y._
, Klinik für Neurochirurgie, berichteten
erneut
am 1
1.
Mai 2016 (
Urk.
6/19/7-8)
und
nannten
als Diagnose einen Status nach mikro
chi
rur
gischer Grossteilresektion eines
Hämangioblastoms
am Hirnstamm linksbetont. Sie
führten aus, dass sich der Beschwerdeführer weiter deutlich erholt habe. Im Rahmen der laufenden Reha-Massnahmen sei er mit dem Rollator gut
gehfähig
. Eine Ataxie sei aber immer noch vorhanden. Er brauche sicherlich noch weiter
hin intensive Reha-Massnahmen (S. 1).
3.
2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
5.
Juni 2016 (
Urk.
6/19
/5-6
) und nannte als Diagnose einen Status nach mikrochirurgischer Grossteilresektion eines
Hämangioblastoms
am Hirnstamm am 1
2.
Februar 201
6.
Er führte aus, dass der Beschwerdeführer am Rollator gehe. Kleinere Strecken seien auch ohne Rollator möglich. Es bestehe weiterhin eine Ataxie, eine gestörte
Okulomotorik
und eine Schluckstörung. Es sei mit einer weiteren Verbesserung zu rechnen
(S. 1)
.
Es bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis auf weiteres. Mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden. Auch eine andere, dem Krankheitsverlauf ange
passte Tätigkeit sei nicht möglich (S. 2).
3.3
Die Ärzte der Rehak
lini
k
A._
berichteten am
8.
Juni 2016 (
Urk.
6/22), nannten die bekannte Diagnose und führten aus, dass
der Beschwerdeführer bei Eintritt über leichte Schluckbeschwerden und einen
Schwankschwindel
, insbe
son
dere beim Aufstehen, geklagt habe. Klinisch habe sich ein ataktisches Gang
bild gezeigt. Der Beschwerdeführer sei bei Eintritt mit dem Rollator auf der Station mobil gewesen. Ziele der physiotherapeutischen und ergotherapeu
ti
schen Behandlung seien die Verbesserung der muskulären Koordination und der Gleichgewichtsstörungen, die Steigerung der muskulären Kraft und Ausdauer und vor allem das Erreichen eines sicheren Gehens inklusive Treppensteigens gewesen, um dem Beschwerdeführer eine reibungslose Angliederung in den nor
malen Alltag und die häusliche Umgebung zu ermöglichen (S. 2).
Am Ende des Rehabilitationsprogrammes habe der Beschwerdeführer mit dem Rollator wie auch mit zwei Walking Stöcken
sicher gehen
können (S. 3).
3.4
Dr.
Z._
berichtete am 2
8.
Juni 2016 (
Urk.
6/23), nannte die bekannte Diagnose und führte aus, dass
nach der Operation die massive Gangstörung und die Beeinträchtigung des Sehens im Vordergrund der Problematik stünden. Der Beschwerdeführer könne praktisch nur am Rollator gehen. Es bestehe eine massive Ataxie. Als Hauswart werde er nicht mehr voll arbeiten können
(S. 2)
.
Am 1
5.
August 2016 (
Urk.
6/27) führe
Dr.
Z._
aus, dass der Beschwerde
führer mit dem gewünschten Dreirad einfach an den Arbeitsplatz gelangen könnte und auch sonst eine klar erhöhte Selbständigkeit bestehen würde. Bisher sei er weitgehend auf die Hilfe der Familienangehörigen angewiesen gewesen.
Am
4.
September 2016 (
Urk.
6/46) führte
Dr.
Z._
sodann aus, dass der Beschwerdeführer langfristig (mindestens ein Jahr) Hilfsmittel benötige. Die Ataxie werde bleiben (S. 1).
3.5
Dr.
Z._
nahm am 1
7.
November 2016 Stellung (
Urk.
6/64) zu den Fragen der IV-Stelle (vgl.
Urk.
6/61) und führte aus, dass die Arbeitsunfähigkeit als Hauswart weiterhin 100
%
betrage. Der Beschwerdeführer versuche sich seit dem
1.
August 2016 wieder in der Arbeit zurecht zu finden. Dies bedeute, dass er einen Arbeitsversuch bei weiterhin 100%iger Arbeitsunfähigkeit mache. Das Fortbewegen des Beschwerdeführers mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sei sehr grenzwertig. Beim Ein- und Aussteigen sei der Beschwerdeführer auf einen aufmerksamen Chauffeur angewiesen. Im öffentlichen Bereich könne de
r Beschwerdeführer einen
Rollstuhl/Elektrorollstuhl benutzen, ohne sich selber oder andere zu gefährden.
3.6
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
0.
Dezember
2016 Stellung (
Urk.
6/78/3-
4) und führte aus, dass die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für den
Beschwerdeführer möglich sei, allerdings mit deutlichen Schwierig
keiten. Die Benutzung eines Rollstuhls/Elektrorollstuhls sei möglich.
3.7
Dr.
Z._
berichtete am 2
7.
Dezember 2016 (
Urk.
6/70) und führte aus, dass weiterhin eine Gangataxie und Schwindel sowie Doppelbilder in gleichem Aus
mass bestünden (S. 1). Eine Besserung könne nicht erwartet werden (S. 2).
4.
4.1
Da der Beschwerdeführer keine existenzsichernde Erwerbstätigkeit ausübt und daher das mit einem Elektromotor ausgestattete Gefährt nicht zur Überwindung des Arbeitswegs be
nötigt (vgl. Ziff. 10 der Liste der Hilfsmittel gemäss HVI An
hang), und auch im Aufgabenbereich nicht notwendigerweise auf das Spezial
fahrrad angewiesen ist (Art. 2 Abs. 2 HVI), entfällt auch eine Übernahme der Kosten nach dem Grund
satz der Austauschbefugnis im Umfang der für ein Motorfahrrad anfallenden Kosten.
4.2
Gemäss
Art.
21
Abs.
2 IVG i.V. mit
Art.
2 HVI hat der Versicherte, der infolge seiner Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Aussenwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, ohne Rück
sicht auf die Erwerbstätigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel.
Unbestrittenermassen ist das zur Diskussion stehende
Elektrodreirad
nicht
explizit
in der Hilfs
mittelliste (HVI-Anhang) aufgeführt
.
Dreiräder mit Elektro-Hilfsan
trieb sind jedoch den Elektrorollstühlen gemäss Ziff. 9.02 des Anhangs zur HVI gleich
zustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2007 vom 6. März 2008 E. 8.1.1, wonach der Verwendungszweck eines Therapie-Dreirads mit Elektroan
trieb demjenigen eines manuellen Rollstuhls mit
Elektrohilfsantrieb
entspreche
).
Folgend i
st zu
prüfen, ob der Beschwerdeführer für die Fortbewegung, die Her
stellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge
einen
Roll
stuhl oder
Elektrorollstuhl
benötigt.
4.3
Der Beschwerdeführer
leidet gemäss den übereinstimmenden ärztlichen Stel
lungnahmen (vgl. vorstehend E. 3) seit der Operation am Gehirn
im Februar 2016
bis heute
an einer massiven Gangataxie, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel sowie Sehstörungen.
Auf
grund dieser Einschränkungen wurde die
selbständige
Fortbewegung des Beschwerdeführers sowohl von
Dr.
Z._
wie auch vom RAD-Arzt
– entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin –
als grenz
wertig beurteilt. D
ie Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Hilfs
personen oder Hilfsmittel
sei nur sehr eingeschränkt möglich, wobei der Be
schwer
deführer
insbesondere
auf einen aufmerksamen Chauffeur und Mitmenschen angewiesen sei.
Aus den medizinischen Berichten geht hervor,
dass die Benützung eines Rollstuhls beziehungsweise Elektrorollstuhls im öffentlichen
Bereich ohne Gefährdung
seiner selbst oder andere
r
Verkehrsteilnehmer
gewähr
leistet wäre.
Demzufolge ist
der Beschwerdeführer
sowohl zum Zeitpunkt der Gesuchstellung im August 201
6
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung
wie auch heute noch
täglich zumindest zeitweise auf einen Rollstuhl angewie
sen
,
der ihm erlaubt, sich wieder selbständig fortzubewegen und Konta
kte mit der Umwelt herzustellen, da seine Gehfähigkeit nach wie vor eingeschränkt ist.
Zumal b
eim
Beschwerdeführer gemäss Ausführungen der Ärzte der Rehaklinik
eine Muskelschwäche M2-M3 des
Musculus
branchioradialis
links sowie auch eine Schwäche der ganzen Muskulatur im Bereich der linken Hand klinisch ausgewiesen
ist
(vgl.
Urk.
6/22 S.
2)
, kommt vorliegend mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit kein handbetriebener Rollstuhl, sondern
nur
einer mit
elektromotorischem Antrieb
in Frage
. Dies erscheint insbesondere unter dem Aspekt der Förderung der selbständigen Fortbewegung des Beschwerdeführers als
geboten.
Es können ihm daher die Kosten nach dem Grundsatz der Aus
tauschbefugnis gutgeschrieben werden.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend die Verwendung eines Hilfs
mittels in Form eines Elektrodreirads für den Beschwerdeführer zweckmässig ist. Damit kann er sich
nicht nur mittels reinelektrischer Fahrfunktion fortbewegen, sondern
das Dreirad
auch durch
selbständiges
Treten
antreiben
. Dass dadurch
im
Alltag zusätzlich Trainingseffekte erzielt werden,
vermag nichts an seiner Zweckmässigkeit zu ändern.
Die angefochtene Verfügung vom 20. Februar 2017 (Urk. 2) ist nach dem Ge
sagten in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführerin im Sinne einer Austauschbefugnis Anspruch auf einen Beitrag an die Vergütung der Kosten für ein Elektrodreirad anstelle eines Elektro
rollstuhls nach Ziff. 9.02 HVI-Anhang hat.
5.
5.1
Die Kosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr. 5
00.
--
fest
zusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach § 34 Abs. 1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Der
Beschwerdeführer obsiegt im vorliegenden Verfahren vollständig, womi
t die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten ist, ih
m
eine Prozessentschädigung aus
zu
richten. Diese ist
beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) auf Fr.
1
'
700
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen.
Die
Einzelrichter
in
erkennt:
1.
In
G
utheissung der Beschwerde wird
die Verfügung der Sozialversiche
rungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
2
0.
Februar 2017
mit der Feststellung aufgehoben, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf einen Beitrag an die Vergütung der Kosten für das Elektrodreirad im Sinne der Erwä
gun
gen hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
5
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rechnung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem
Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1
‘
700
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Re
chtsanwältin Yolanda Schweri
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.