Decision ID: 8915080a-df6c-521b-9fc5-a981cc073d88
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der 1985 geborene srilankische Staatsangehörige M._ (: Gesuchsteller) beantragte am 21. Juni 2007 bei der  Botschaft in Colombo ein Visum für einen einmonatigen  bei seiner Schwester S._ und ihrer Familie (nachfolgend: Gastgeber) in X._.
B. Einem an die Schweizerische Botschaft in Colombo gerichteten  vom 7. Mai 2007 ist zu entnehmen, dass zur Feier  Tochter der Gastgeber auf den 25. August 2007 ein Fest (die  „puberty ceremony“) geplant war und an diesem Anlass auch die Grossmutter und der Onkel mütterlicherseits aus Sri Lanka teilnehmen sollten.
C. Nach formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an die Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen  weiter.
D. Nachdem das Amt für Migration des Kantons Luzern bei den  weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das  um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 15. August 2007 ab. Dies mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem .
E. Mit Beschwerde vom 11. September 2007 gelangte der Ehemann der Gastgeberin (nachfolgend: Beschwerdeführer) an das  und beantragte sinngemäss, die vorinstanzliche  sei aufzuheben und das Visum für einen Besuchsaufenthalt sei zu erteilen. Zur Begründung rügt er implizit, die Vorinstanz sei zu  davon ausgegangen, die Wiederausreise nach einem  wäre nicht gewährleistet. Der Gesuchsteller sei auch  eingeladen worden, weil er die Schwiegermutter bzw.  in die Schweiz und wieder zurück hätte begleiten sollen. Deren  Zustand sei reduziert und sie werde deshalb bereits im
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Heimatland vom Gesuchsteller betreut. Diese Aufgabe einem seiner Geschwister aufzutragen, sei aus persönlichen Gründen nicht optimal.
F. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2007 auf Abweisung der Beschwerde.
G. Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik.
H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss den Übergangsbestimmungen richtet sich das Verfahren nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AuG),  nach Art. 112 Abs. 1 AuG die allgemeinen Bestimmungen der  anwendbar sind.
1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der  unterliegen demnach der Beschwerde an das  (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. Das Urteil des  ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
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2. 2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die  von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale  als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit  werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den  gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publ. Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, aber das bisherige (materielle) Recht anwendbar.
2.2 Da das der Beschwerde zugrunde liegende Gesuch um Einreise am 21. Juni 2007 eingereicht wurde, erfolgt die Beurteilung noch nach dem alten Recht. Einschlägig sind demnach das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des  zum AuG) sowie die gestützt darauf erlassenen ; insbesondere die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).
3. 3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 Abs. 1 aVEA; PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax/Peter Münch/ Thomas Geiser/Martin Arnold (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und  der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la
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vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/Genf/ München 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 bis 5 aVEA). Der Gesuchsteller kann sich auf keine  berufen; er ist aufgrund seiner Staatsangehörigkeit .
3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen.  Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA haben sie unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz  dem Gesuchsteller die Erteilung eines solchen Visums mit der , seine fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als  gesichert.
3.4 3.4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wiederausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
3.5 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4% gewachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 1350 US-Dollar (USD), das  (BIP) 27 Mrd. USD. Für 2008 wird erneut ein hohes  von über 6% erwartet. Ein Problem für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist zunehmend die Inflation, die 2007 mit einer Jahresrate von deutlich über 15% nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist  grosse regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten  erbringt. Demgegenüber bleiben breite  vor allem im Norden und Osten des Landes von vergleichs-
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weise schwierigen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen.
Tritt hinzu, dass sich die Sicherheitslage im ganzen Land seit Anfang 2006 wieder verschlechtert hat, nachdem erneut Kämpfe zwischen dem Militär und der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)  sind. Davon besonders betroffen sind der Osten und Norden Sri Lankas, Anschläge kommen jedoch auch in der Hauptstadt Colombo vor. Seit die Regierung am 3. Januar 2008 das  mit der LTTE offiziell per 16. Januar 2008 gekündigt hat,  die Gefechte im Norden des Landes noch zugenommen; das  Klima ist sehr gespannt (Quellen: Länder- und  auf der Webseite des Auswärtigen Amtes Deutschlands <http:// www.auswaertiges-amt.de>, Stand: Januar 2008, besucht am 24. April 2008; Reisehinweise auf der Webseite des Eidgenössischen  für Auswärtige Angelegenheiten [EDA] <http://www.eda.admin. ch>, Stand: 7. Februar 2008, besucht am 24. April 2008; vgl. auch  des Bundesverwaltungsgerichts E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 E. 7.2-7.5).
3.6 3.6.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem  bzw. einer Gesuchstellerin im Heimat- oder ständigen  beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen.  muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen  abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das  eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt hoch eingeschätzt werden.
3.6.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 23-jährigen,  Mann. Obwohl die Vorinstanz in der angefochtenen  ausdrücklich auf die Bedeutung der persönlichen Verhältnisse und daraus allenfalls abzuleitender Verpflichtungen aufmerksam  hat, wurden diese Verhältnisse nicht offen gelegt. Demnach ist davon auszugehen, dass der Gesuchsteller im persönlichen und famili-
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ären Bereich nichts geltend machen kann, was ihn ernsthaft von einer Emigration abzuhalten vermöchte.
3.6.3 In gleicher Weise kann auch nicht auf wirtschaftliche  geschlossen werden, die besondere Gewähr für eine Rückkehr ins Heimatland bieten würden. Anlässlich der Antragsstellung hat der  unter der Formular-Rubrik „Beruf“ vermerkt, er sei . Als Arbeitgeber nannte er die „Ganesha Stationary and Fancy“ in Vavuniya. Einer vorliegenden Bestätigung lässt sich zwar entnehmen, dass der Gesuchsteller seit dem 15. Februar 2005 angestellt und die Arbeitgeberin mit einer dreimonatigen Abwesenheit einverstanden sei. Ohne besondere Erklärung dazu, weshalb sie in ein so langes  ihres Arbeitnehmers, der im Übrigen ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt beantragt hat, einwilligt bzw. wie diese Abwesenheit abgegolten wird, ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Bestätigung zumindest teilweise Gefälligkeitscharakter hat. Wie es sich damit genau verhält, kann aber offen bleiben. Denn selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der Gesuchsteller in einer unbefristeten Festanstellung tätig ist, so wäre damit noch nichts über seine - und Vermögensverhältnisse ausgesagt. Tatsache ist, dass er in Vavuniya in der Nordprovinz und damit in einer Region Sri Lankas lebt, die gesamthaft gesehen wirtschaftlich nicht besonders entwickelt ist und im Zentrum der aktuellen politischen Wirren liegt. Entsprechend kann auch nicht von der Vermutung ausgegangen werden, der  befinde sich in vorteilhaften und stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen, die verlässlich von einer Emigration abzuhalten .
3.7 Der Beschwerdeführer hat sich dazu bereit erklärt, für die  des Gesuchstellers während seines geplanten  aufzukommen. Weiter will er für seine anstandslose und fristgerechte Rückkehr ins Heimatland garantieren. Die Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen; dies zeigt sich bereits darin, dass der gleichzeitig beantragte Besuch der Schwiegermutter bewilligt wurde. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht  Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage,  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken
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Garantie leisten, nicht aber - mangels rechtlicher und faktischer  - für ein bestimmtes Verhalten des Gastes.
3.8 Gestützt auf vorstehende Erwägungen durfte die Vorinstanz davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). Daraus folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der  Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und  ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
(Dispositiv S. 9)
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