Decision ID: ea426e45-d2b7-54fb-bfb4-d9feb69c44df
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Raphael Kühne, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a S._, geboren 1955, meldete sich am 23. Februar 2005 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (Rente) an (IV-act. 1). Der gelernte Koch führte
zuletzt von April 2003 bis Juni 2005 eine Pizzeria, nachdem er zuvor als angestellter
Koch in verschiedenen Restaurants tätig gewesen und zwischendurch auch arbeitslos
war. Seither ist er keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen (IV-act. 9-1/5, 19 und
56). Dr. med. A._ führte in seinem Arztbericht vom 21. März 2005 als Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen ausgeprägten Trainingsmangel sowie ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom auf (IV-act. 8). Seit dem 22. November 2004 sei
er in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 50 % arbeitsunfähig. Es bestehe eine Diskrepanz
zwischen der subjektiven Beurteilung der Beschwerden und den objektiven Befunden.
Allenfalls sei trotzdem eine arbeitsmedizinische Abklärung durchzuführen (IV-act.
8-4/4). Dr. med. B._, der frühere Hausarzt des Versicherten, führte als Diagnosen
chronisches Kopfweh, Schwindel und Müdigkeit, chronische Nacken- und
Hinterkopfschmerzen, eine Lumbalgie sowie eine reaktive Depression auf (IV-act.
31-1/20). Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten noch während vier Stunden pro
Tag zumutbar. Andere, nicht kopflastige Arbeiten ohne langes Stehen seien halbtags
möglich (IV-act. 31-4/20). Dr. B._ empfahl eine arbeitsmedizinische Abklärung.
A.b Schliesslich wurde der Versicherte vom 11. bis 13. September 2006 durch die
MEDAS Zentralschweiz polydisziplinär begutachtet. Im Gutachten vom 21. November
2006 wurden als Diagnosen – mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit – ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits (rechtsbetont), ein
chronisches zervikothorakales Schmerzsyndrom, Coxarthrosen beidseits (rechtsbetont,
klinisch manifest, radiologisch mässiggradig), eine leichte depressive Episode sowie
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung aufgeführt (IV-act. 44-16/34). Sowohl
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Betreiber einer Pizzeria als auch im Beruf als
Koch werde die Arbeitsfähigkeit auf 50% geschätzt. Limitierend seien mehr die
rheumatologischen als die psychopathologischen Befunde. Für eine körperlich leichte,
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vorwiegend wechselbelastende Arbeit mit einem Sitzanteil zwischen 50% und 70%
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Limitierend seien dabei nur die
psychopathologischen Befunde.
A.c Vom 26. März bis 20. April 2007 hielt sich der Versicherte in der Abklärungsstelle
Appisberg in Männedorf auf. Im Schlussbericht der BEFAS Appisberg vom 16. Mai
2007 wird u.a. ausgeführt, dass zur Zeit von einer realisierbaren Tagesleistung von
60% in einer geeigneten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Beim Versicherten sei
wenig Interesse erkennbar gewesen, eine berufliche Massnahme in Angriff zu nehmen.
Es sei der Eindruck entstanden, dass er in erster Linie seinen Anspruch auf eine Rente
geklärt haben möchte. Vorläufig seien Rehabilitationsmassnahmen nicht angezeigt.
Eventuell sei der Versicherte im Anschluss an die Rentenklärung zu einer beruflichen
Massnahme bereit (IV-act. 67-9/12).
A.d Mit Vorbescheid vom 18. Juli 2007 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20% in Aussicht. Dagegen liess der
Versicherte mit Eingabe vom 13. September 2007 insbesondere einwenden, dass bei
der Invaliditätsbemessung nicht auf die MEDAS-Beurteilung, sondern auf das Ergebnis
der BEFAS-Abklärung abzustellen sei, wonach eine realisierbare Tagesarbeitsleistung
von 60% bei manuell-praktisch angepassten Tätigkeiten bei einem Tageszeitpensum
von 80% angenommen werde könne (IV-act. 89). Am 4. Oktober 2007 verfügte die IV-
Stelle im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 92).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 7. November 2007 mit dem Antrag, die
Verfügung vom 4. Oktober 2007 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers mindestens 46% betrage. Eventuell sei die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem
sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Der
Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, die medizinische Abklärung bei der
MEDAS sei mangelhaft gewesen. Es sei deshalb eine umfassende interdisziplinäre
Untersuchung bei einer IV-unabhängigen Stelle durchzuführen. Auf keinen Fall könne
einzig auf die MEDAS-Beurteilung abgestellt werden. Bis zu einer IV-unabhängigen und
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umfassend interdisziplinären Abklärung sei als Grundlage für die Prüfung des
Rentenanspruchs von der BEFAS-Beurteilung auszugehen, welche eine realisierbare
Tagesarbeitsleistung von 60% angenommen habe. Im Übrigen wären entgegen der
Ansicht der IV-Stelle sehr wohl Eingliederungsmassnahmen in Form von Unterstützung
bei der Arbeitssuche notwendig, nützlich und für den Beschwerdeführer sehr hilfreich.
Beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) habe er sich für die Stellensuche
gemeldet und in den letzten Monaten bei über 100 Firmen erfolglos beworben. Eine
Unterstützung durch die IV hätte in dieser Situation sehr viel früher einsetzen müssen.
In den nächsten Tagen werde nun die Eingliederungsberaterin der IV mit dem
Beschwerdeführer Verbindung aufnehmen. Es bleibe die Hoffnung, dass er die
Wiedereingliederung ins Erwerbsleben erreichen könne. Für die nicht mehr verwertbare
Arbeitsfähigkeit sei jedoch eine entsprechende Rentenleistung der IV zuzusprechen.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere
geltend, es sei die überzeugend begründete Arbeitsfähigkeitschätzung der MEDAS als
massgebend anzusehen, wonach dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste
Tätigkeit zu 80% zumutbar sei. Aufgrund der zuletzt im Auszug aus dem individuellen
Konto der Ausgleichskasse verbuchten Einkommen lasse sich das ohne Behinderung
mutmasslich erzielte Einkommen (Valideneinkommen) zu wenig genau bestimmen. Es
erscheine deshalb gerechtfertigt, Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom
selben Tabellenlohn zu berechnen. Dadurch erübrige sich die genaue Ermittlung der
Vergleichseinkommen und der Invaliditätsgrad entspreche dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn. Da sich
vorliegend ein höherer als ein 10%-iger Abzug nicht begründen lasse, betrage der
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers bei einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit für
angepasste Tätigkeiten höchstens 28%. Die angefochtene Verfügung, mit welcher der
Rentenanspruch bei einem IV-Grad von 20% abgewiesen worden sei, sei somit im
Ergebnis korrekt (act. G 5).
B.c In der Replik vom 14. Februar 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
und den Ausführungen in der Beschwerde fest. Zudem führt er aus, dass der
Beschwerdeführer auch beim Neurologen Dr. C._ in Behandlung sei. Es sei ein
entsprechender Arztbericht einzuholen und die aktuell zu beurteilenden Beschwerden
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seien im Rahmen einer umfassenden interdisziplinären Untersuchung in der
Gesamtbeurteilung zu würdigen (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat am 20. Februar 2008 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet (act. G 12).
B.e Mit Eingaben vom 25. Februar und 28. Mai 2008 reicht der Beschwerdeführer
Berichte der Schulthess Klinik vom 14. Februar bzw. 25. April 2008 an Dr. C._ nach
(act. G 14).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 28. August 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist die Invaliditätsbemessung des
Beschwerdeführers. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist ein allfälliger
Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen. Diesbezüglich bringt
der Beschwerdeführer vor, dass Eingliederungsmassnahmen in Form von
Unterstützung bei der Arbeitssuche notwendig und hilfreich wären. In den nächsten
Tagen werde sich nun die Eingliederungsberaterin der IV mit dem Beschwerdeführer in
Verbindung setzen (act. G 1, Ziff. 7 S. 5 f.). Da somit die Abklärungen im Hinblick auf
allfällige Eingliederungsmassnahmen offenbar noch nicht abgeschlossen sind und
diesbezüglich auch noch keine Verfügung ergangen ist, fehlt es diesbezüglich an einem
Anfechtungsgegenstand. Die Beschwerdegegnerin wird darüber nach erfolgten
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Abklärungen erst noch zu befinden haben, worauf sie in der angefochtenen Verfügung
denn auch ausdrücklich verweist.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28
Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
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geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c). Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche
Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach
Massgabe des anwendbaren Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser
beschränkten Bedeutung verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene
Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung
aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in
rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht
oder von der IV-Stelle förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag,
dass davon abzuweichen ist (AHI 2001 S. 112, 115).
In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125
V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc).
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine Oberexpertise für
angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f., E. 3b/aa
mit Hinweisen).
4.
Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf die
Einschätzungen im MEDAS-Gutachten vom 21. November 2006 ab. Der
Beschwerdeführer wendet sich gegen die Schlussfolgerungen im Gutachten in Bezug
auf die Restarbeitsfähigkeit. Es sei eine umfassende interdisziplinäre Untersuchung bei
einer IV-unabhängigen Stelle vorzunehmen. Zumindest bis dahin sei auf die Beurteilung
der BEFAS abzustellen und von einer realisierbaren Tagesarbeitsleistung von 60%
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auszugehen. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
der Einschätzung der MEDAS gefolgt ist.
4.1 Vom 11. bis 13. September 2006 wurde der Beschwerdeführer in der MEDAS
Zentralschweiz untersucht und einer polydisziplinären medizinischen Begutachtung
unterzogen. Der Rheumatologe diagnostizierte ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont bei leichter Fehlhaltung mit leichter Skoliose
sowie bei Chondrose L5/S1 mit medio-rechts-lateraler, nicht-neurokompressiver
Diskushernie L5/S1. Weiter stellte er ein chronisches zerviko-thorakales
Schmerzsyndrom bei fixierter, thorakaler Hyperkyphose und bei leicht- bis
mässiggradig degenerativen Veränderungen von Th10 bis L1 fest. Hinweise für eine
radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik hätten weder auf zervikalem noch auf
lumbalem Niveau erhoben werden können. Es hätten sich auch keine Anhaltspunkte für
eine Segmentinstabilität oder für eine Erkrankung aus dem entzündlich-rheumatischen
Formenkreis ergeben. Im Bereich des zerviko-thorakalen Übergangs sowie der
Brustwirbelsäule habe der Versicherte Zeichen einer segmentalen Dysfunktion
aufgewiesen mit entsprechenden transverso-costo-sternalen Reizzuständen. Die
Befunde im Bereich des Achsenorgans würden eine Minderbelastbarkeit desselben auf
hohe statische oder dynamische Krafteinwirkungen ausserhalb der Körperachse
bewirken. Zusätzlich stellte der Rheumatologe eine klinisch deutlich manifeste,
radiologisch mässiggradige Coxarthrose beidseits rechtsbetont mit erheblich und
schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit insbesondere des rechten Hüftgelenks und
begleitender myofaszialer Irritation fest (IV-act. 44-22ff./34). Bezüglich der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiter in einer Pizzeria sowie bezüglich des erlernten
Berufs als Koch bestehe aus rheumatologischer Sicht aufgrund der Befunde eine 50%-
ige Arbeitsunfähigkeit. Bezüglich einer der körperlichen Behinderung angepassten
Tätigkeit im Sinne einer ausschliesslich körperlich leichten, vorwiegend
wechselbelastenden Arbeit mit einem Sitzanteil zwischen 50% und 70% bestehe
jedoch aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 44-28/34). Zur
Verbesserung der Haltungsinsuffizienz und insbesondere der muskulären Dysbalance
wird eine intensive Physiotherapie empfohlen. Der Psychiater stellte eine leichte
depressive Episode fest. Zudem müsse angesichts der chronischen Schmerzen
differentialdiagnostisch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung erwogen
werden. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% für die
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bisherige oder eine angepasste Tätigkeit auszugehen. Da die Schmerzen die
Depression verstärken würden, sei eine körperlich schwer belastende Tätigkeit zu
vermeiden (IV-act. 44-34/34).
Zusammenfassend wurde im MEDAS-Gutachten die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betreiber einer
Pizzeria als auch im ursprünglichen Beruf als Koch auf 50% geschätzt, wobei mehr die
rheumatologischen als die psychologischen Befunde limitierend seien. Für eine
körperlich leichte, vorwiegend wechselbelastende Arbeit mit einem Sitzanteil zwischen
50% und 70% bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Limitierend dabei seien nur die
psychopathologischen Befunde (IV-act. 44-17/34).
4.2 Das MEDAS-Gutachten stützt seine Beurteilung auf die Vorakten, auf die eigene
persönliche Befragung des Beschwerdeführers und die eigenen internistischen,
rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 11. bis 13. September
2006. Das polydisziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen
Kriterien der Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation
einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgungen. Es sind keine Gründe
ersichtlich, weshalb nicht auf dieses Gutachten abgestellt werden sollte.
4.3 Daran vermögen auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Einwendungen nichts zu ändern. Wohl wird im Schlussbericht der BEFAS vom 16. Mai
2007 in Abweichung von der Feststellung im MEDAS-Gutachten in Bezug auf die
praktische Umsetzung der Arbeitsfähigkeit von einer Tagesarbeitsleistung von 60%
ausgegangen (IV-act. 67-9/12). Andererseits wird im Bericht verschiedentlich auf die
schwierige Zusammenarbeit mit dem Versicherten in der Abklärungsphase
hingewiesen. So wurde er als "recht bequem" erlebt und es sei wenig
Arbeitsbereitschaft aufgefallen. Der Klient habe eine dermassen bequem wirkende
Haltung am Arbeitsplatz eingenommen, dass gar keine echte Leistung möglich schien
(IV-act. 67-4/12 unten). Auf entsprechende Hinweise habe er sehr unwirsch reagiert.
Ein geplanter Einsatz in der Kantinenküche sei sistiert worden, nachdem er erklärt
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habe, dort nur mit einem Pensum von 50% zu arbeiten, obwohl ihm vorgängig
mitgeteilt worden sei, dass er dort ohne Leistungsdruck arbeiten könne. Die meisten
Arbeitsproben habe er mit wenig Interesse und wenig Arbeitswillen ausgeführt. Bei den
Fähigkeitstests seien Zweifel an einem echten Bemühen um gute Testresultate
angebracht (IV-act. 67-6/12). Die Ergebnisse aller vier Arbeitsproben des Programms
während der Basiswoche hätten als unbrauchbar bezeichnet werden müssen.
Andererseits habe er Tätigkeiten, die als Auftrag für konkrete Firmen ausgeführt
worden seien, mit kurzfristigen Leistungen zwischen 60% und 80% ausgeführt (IV-act.
67-7/12). Unter diesen Umständen und den Hinweisen auf eine mögliche
Selbstlimitierung und aggravatorisches Verhalten ist der Aussagewert der
Schlussfolgerungen im BEFAS-Bericht in Frage gestellt. Deshalb ist bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vorliegend auf die
Beurteilung im MEDAS-Gutachten abzustellen. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass sich
die Beurteilung des RAD-Arztes, wonach die Empfehlungen im MEDAS-Gutachten als
"wohl theoretisch plausibel", aber "schlichtweg nicht praktikabel" seien (IV-act. 49),
auch auf die Umschreibung einer möglichen Restarbeitsfähigkeit bezieht, wie dies der
Beschwerdeführer geltend macht (act. G 10 Ziff. 3). Vielmehr bezog sich diese
Einschätzung des RAD-Arztes lediglich auf die Umsetzung der empfohlenen
medizinischen Massnahmen im MEDAS-Gutachten (vgl. IV-act. 44-17/34) mit dem
eventuell möglichen Ziel, die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 80%
auf 100% zu steigern. Die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von 80% in einer
leidensangepassten Tätigkeit wird jedenfalls nicht in Frage gestellt.
Im Zusammenhang mit der Bestimmung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
durch psychische Faktoren ist auch darauf hinzuweisen, dass diesbezüglich auf die
Beurteilung durch den Facharzt abzustellen ist, wie dies im MEDAS-Gutachten auch
getan wurde. Zudem drängt es sich beim Vorliegen von somatischen und psychischen
Beschwerden auf, die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer interdisziplinären
Gesamtbeurteilung zu bestimmen, wie dies vorliegend geschehen ist.
Der Beschwerdeführer reichte zwei Arztberichte von Dr. med. D._ vom
Wirbelsäulenzentrum der Schulthess Klinik ein. Diese beziehen sich auf Konsultationen
des Beschwerdeführers vom 14. Februar und 24. April 2008 (act. G 14.1 und 16.2). In
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass für die richterliche Beurteilung
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grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des
Verwaltungsverfahrens (hier: Verfügung vom 4. Oktober 2007) massgebend sind (BGE
116 V 248 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Januar 2005, I 172/04, E. 5.2 und
vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). Die Arztberichte von Dr. D._ sind somit für
das vorliegende Verfahren grundsätzlich unbeachtlich. Die Berichte enthalten im
Übrigen auch keine Angaben zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers. Es wird auf die durchgeführte therapeutische Infiltration – wie sie
bereits früher vorgenommen wurde (vgl. IV-act. 44-4/34) hingewiesen und festgehalten,
dass der Patient auch danach über die bekannten Schmerzen geklagt habe. Aufgrund
des Infiltrationsresultates und der langjährigen Beschwerdesymptomatik wurde eine
operative Intervention für nicht indiziert erachtet. Dem Beschwerdeführer wurde ein
Versuch mit Osteopathie empfohlen (act. G 16.2). Hinweise auf einen wesentlich
anderen Gesundheitszustand, als er bis anhin der Verfügung zugrunde lag, ergeben
sich aus diesen neuen Berichten nicht. Sollte sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit dem Erlass der Verfügung vom 4. Oktober 2007 relevant
verschlechtert haben, so steht es ihm frei, ein neues Leistungsbegehren zu stellen. Im
Übrigen muss ihm zugemutet werden, unter ärztlicher Anleitung alle geeigneten und
nach dem Gutachten noch nicht ausgeschöpften Schmerzbekämpfungsmassnahmen
zu ergreifen.
4.4 Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und
aufgrund des polydisziplinären MEDAS-Gutachtens vom 21. November 2006 von einer
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Umfang von 80% in einer
leidensangepassten Tätigkeit, wie sie im Gutachten beschrieben wird (IV-act. 44-17/34,
Ziff. 5.2) auszugehen.
5.
5.1 Die Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades erfolgt
durch den Vergleich des Einkommens, das der Versicherte erzielen würde, wenn der
versicherte Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre, mit jenem, das er als Invalider
erzielen könnte.
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5.2 Die Festlegung des Valideneinkommens ist aufgrund des Umstandes, dass
diesbezüglich keine verlässliche Einkommensbasis zur Verfügung steht, gestützt auf
die schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE)
vorzunehmen, wie dies die Beschwerdegegnerin getan hat. Denn aufgrund des
Auszugs aus dem individuellen Konto der AHV ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
in den Jahren vor Eintritt der gesundheitlichen Beschwerden mehrheitlich kurze
Arbeitseinsätze bei verschiedenen Arbeitgebern hatte, welche zudem immer wieder
von Zeiten der Arbeitslosigkeit unterbrochen wurden (IV-act. 48-2/6). Zudem war das
zuletzt in den Jahren 2003 bis 2005 als Betreiber einer Pizzeria ausgewiesene
Einkommen als selbständig Erwerbender offensichtlich nicht existenzsichernd, sodass
auch darauf nicht abgestellt werden kann. Für die Berechnung des hypothetischen
Valideneinkommens ist daher nicht auf den zuletzt erzielten Verdienst, sondern auf die
Löhne gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen.
5.3 Das in Ausübung einer im erwähnten Sinne zumutbaren Tätigkeit erzielbare
Einkommen lässt sich praxisgemäss ebenfalls gestützt auf die der
Lohnstrukturerhebung zu entnehmenden Tabellenlöhne ermitteln (BGE 126 V 76 f. E.
3b/aa). Das Invalideneinkommen ist daher wie das Valideneinkommen anhand der
statistischen Werte zu ermitteln. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend
vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (sogenannter Prozentvergleich; SVR
1/2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4). Hinsichtlich der Bestimmung des Validen- und
Invalideneinkommens bestehen vorliegend insbesondere auch im Hinblick auf die Höhe
der im IK-Auszug ausgewiesenen Einkommen keine Anhaltspunkte, die ein Abstellen
auf unterschiedliche Tabellenlöhne rechtfertigen. Der Invaliditätsgrad ist somit anhand
eines Prozentvergleichs vorzunehmen.
5.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
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behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden
Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 10. Oktober 2007 noch
keinen Abzug vom Invalideneinkommen vorgenommen hat, kommt sie in der
Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2007 zum Schluss, dass sich vorliegend ein
höher als ein 10%-iger Abzug nicht begründen lässt. Dieser nun von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigte "Leidensabzug" von 10% ist im Rahmen des
Ermessens nicht zu beanstanden. Im Übrigen würde selbst bei einem höheren Abzug
von 15% kein IV-Grad im rentenrelevanten Ausmass resultieren.
5.5 Unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges und gestützt auf eine
Arbeitsfähigkeit von 80% resultiert in Anwendung eines Einkommensvergleichs gemäss
vorstehender E. 5.3 ein Invaliditätsgrad von 28% (100% - [80% x 0.9]). Es besteht
demnach kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
6.
6.1 Die angefochtene Verfügung vom 4. Oktober 2007 ist im Ergebnis nicht zu
beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 21. Dezember 2007 bewilligt (act. G 7). Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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6.3 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
6.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20%
reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.--
(80% von Fr. 3'500.--; inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG