Decision ID: e1e1f608-6a3b-4698-bbe9-571ea0e2170b
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 10. Juni 2004 zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Der in der Abteilung Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für
Neurochirurgie, berichtete am 9. August 2004, die Versicherte leide an einem Status
nach dorsaler Dekompression LWK5/SWK1 und transpedikulärer Verschraubung mit
Between-Interponation am 28. Januar 2004, an einer persistenten Lumbago und an
einem Beinschmerzsyndrom L5 links. Sowohl bezogen auf die angestammte Tätigkeit
als (angelernte) Sachbearbeiterin (siehe hierzu IV-act. 1-4) bzw. Verkäuferin (IV-act. 15)
als auch auf eine (andere) leidensangepasste Tätigkeit sei die Versicherte 4 bis
6 Stunden pro Tag einsetzbar mit einer 66%igen Leistungsfähigkeit. Die von der
Versicherten geschilderten Beinschmerzen seien nicht radikulär «zuordenbar» und
deshalb seien sie in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht miteingeflossen (IV-act. 11).
Dr. med. C._, Assistenzarzt am Departement Innere Medizin, D._ am KSSG, erhob
als Diagnose, welcher er eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass, ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Spondylodese L5/S1 bei
Spondylolisthesis im Dezember 2003. Leidensangepasste Tätigkeiten seien der
Versicherten zumutbar. Initial solle die Tätigkeit nicht über 50 % hinausgehen (IV-
act. 17-1 ff.). Der RAD-Arzt Dr. med. E._ führte in der Stellungnahme vom
7. Dezember 2004 aus, es könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für eine
rückenangepasste Tätigkeit ausgegangen werden (IV-act. 18). Nach einer
Materialentfernung bei Spondylodese LWK5/SWK1 am 27. Januar 2005 und einer
nochmaligen Revision bei Liquorleck am 7. Februar 2005 schlug Dr. B._ im Bericht
vom 21. März 2005 eine «IV-Berentung» zu 50 % vor (IV-act. 26; siehe auch den
Bericht von Dr. B._ vom 9. Juni 2005, worin er für leidensangepasste Tätigkeiten eine
A.a.
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50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte, IV-act. 30). Gestützt auf diese medizinische
Aktenlage und eine weitere RAD-Stellungnahme vom 16. Juni 2005 (IV-act. 31) sprach
die IV-Stelle der Versicherten ab 1. Juli 2004 bei einem 62%igen Invaliditätsgrad eine
Dreiviertelsrente zu (Verfügungen vom 25. August 2005 und vom 6. Oktober 2005, IV-
act. 40 f.; zur Begründung siehe IV-act. 36).
Spätere Revisionsverfahren ergaben jeweils einen unveränderten Gesundheits
zustand, weshalb die IV-Stelle auf die jeweiligen Rentenerhöhungsgesuche nicht eintrat
(siehe den Einspracheentscheid vom 24. Juli 2006, IV-act. 56, und die Verfügung vom
7. November 2016, IV-act. 92) bzw. die von Amtes wegen eingeleiteten
Revisionsverfahren folgenlos abschloss (Mitteilungen vom 23. November 2007, IV-
act. 75, und vom 25. September 2012, IV-act. 84).
A.b.
Am 27. Februar 2018 stellte die Versicherte erneut ein Revisionsgesuch und
brachte darin vor, sie fühle sich nicht mehr in der Lage, in einer leidensangepassten
Tätigkeit zu arbeiten (IV-act. 95). Bei der IV-Stelle ging am 14. Mai 2018 der Bericht der
behandelnden Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
11. Mai 2018 ein. Sie diagnostizierte eine Anpassungsstörung, längere depressive
Reaktion (ICD-10: F43.21), ein chronisches Schmerzsyndrom «mit nachweislich
vorliegenden Befunden sowie St. n. drei operativen Eingriffen», DD: rezidivierende
depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD-10: F33.11). Sie bescheinigte der
Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 97). In der Stellungnahme vom
6. Juni 2018 vertrat der RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt u.a. für Innere Medizin und
Rheumatologie, die Auffassung, eine signifikante und dauerhafte Verschlechterung des
Gesundheitszustands sei mit der Einschätzung von Dr. F._ nicht ausgewiesen (IV-
act. 98). Im an Dr. F._ adressierten Vorbescheid vom 11. Juni 2018 zeigte die IV-
Stelle an, dass auf das Leistungsbegehren der Versicherten nicht eingetreten werde, da
sie eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht glaubhaft dargelegt habe (IV-
act. 99; zur Beauftragung von Dr. F._ mit der Vertretung der Interessen der
Versicherten siehe IV-act. 94). Nachdem die Frist für einen Einwand unbenützt
verstrichen war, erliess die IV-Stelle am 27. August 2018 eine wiederum an Dr. F._
adressierte Verfügung, worin sie auf das neue Leistungsbegehren nicht eintrat (IV-
act. 100).
A.c.
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Am 28. August 2018 reichte die Versicherte ein mit «Nachtrag Revisionsgesuch»
betiteltes Schreiben ein (IV-act. 101), mit dem sie einen Bericht der Klinik für Radiologie
und Nuklearmedizin am KSSG über die MRI-Untersuchung der Wirbelsäule vom 4. Juni
2018 einreichte. Darin wurde im Vergleich zur Voruntersuchung vom 26. September
2011 eine progrediente diskal und ossär bedingte Einengung des Neuroforamens
HWK5/6 mit Kompression der Nervenwurzel C6 beidseits sowie eine progrediente
diskal und ossär bedingte Einengung des Neuroforamens HWK6/7 links mit
Kompression der Nervenwurzel C7 links festgestellt (IV-act. 102). Die Versicherte
ergänzte am 18. Februar 2019, dass sich ihr Gesundheitszustand noch weiter
verschlechtert habe. Im Dezember 2018 sei eine Lungenkrankheit festgestellt worden
(schwere COPD bei chronisch persistierendem Asthma bronchiale; IV-act. 104; zum
eingereichten Gesamtprotokoll der am 5. Dezember 2018 durchgeführten
Lungenfunktionsabklärung von Dr. med. H._, Facharzt für Pneumologie, siehe IV-
act. 104-2). Der RAD-Arzt Dr. G._ führte in der Stellungnahme vom 7. August 2019
aus, der Pneumologe beurteile die Obstruktion als mittelschwer. Aufgrund dieses
lungenfunktionellen Schweregrades bestehe keine zusätzliche Einschränkung der
bisherigen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten von über
50 %. Der Gesundheitszustand habe sich zwar verschlechtert, nicht jedoch das
Ausmass der bisherigen Arbeitsfähigkeit (IV-act. 105). Gestützt auf diese Einschätzung
zeigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 7. August 2019 an, dass auf
ihr neues Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (IV-act. 108).
A.d.
Zum in Aussicht gestellten Nichteintreten nahm die Versicherte, neu nicht mehr
durch Dr. F._, sondern durch Rechtsanwalt B. A. Hubatka, Wil, vertreten, am
23. September 2019 Stellung. Sie brachte vor, die Nichteintretensverfügung vom
27. August 2018 nie erhalten zu haben. Für sie sei daher immer klar gewesen, dass ihr
Gesuch vom 28. Februar 2018 noch pendent gewesen sei. Zudem kritisierte die
Versicherte, dass die Beurteilung des Gesundheits- und Arbeitsfähigkeitsverlaufs durch
den RAD nicht korrekt sei, und beantragte die Durchführung einer polydisziplinären
Begutachtung (IV-act. 112). Die IV-Stelle räumte der Versicherten mit Schreiben vom
1. Oktober 2019 Gelegenheit zur Einreichung weiterer Dokumente ein, weil sie bisher
eine wesentliche Veränderung des rechtserheblichen Sachverhalts noch nicht glaubhaft
gemacht habe (IV-act. 114). In der Folge erhielt die IV-Stelle zunächst einen Bericht von
A.e.
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Dr. F._ vom 17. Oktober 2019, worin sie als Diagnosen u.a. eine rezidivierende
depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD-10: F33.11), und eine kombinierte
Persönlichkeitsakzentuierung, abhängig/ängstlich vermeidend, erwähnte. Seit
1. Dezember 2017 sei die Versicherte 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 118). Am
8. November 2019 reichte die Versicherte weitere medizinische Berichte ein (IV-
act. 119; u.a. einen Bericht von Dr. med. I._, Facharzt für Dermatologie/Venerologie,
vom 28. Oktober 2019, der als Diagnosen eine therapieresistente Akne rosacea des
Gesichtes und eine neurodermitis atopica mit rezidivierenden Ekzemschüben sowie
einen Hinweis auf eine allergische Veranlagung enthält, IV-act. 119-5 f.; siehe auch den
Bericht von Dr. H._ vom 31. Juli 2019, worin er u.a. eine schwere COPD bei
chronisch persistierendem Asthma bronchiale und Status nach Nikotinabusus
diagnostizierte; IV-act. 119-14 ff.), woraufhin der RAD-Arzt Dr. G._ weitere
Abklärungen für erforderlich hielt (Stellungnahme vom 14. November 2019, IV-act. 120).
Nachdem die IV-Stelle noch weitere Akten von behandelnden medizinischen
Fachpersonen beigezogen hatte (IV-act. 121 ff.; zur weiteren RAD-Stellungnahme vom
13. Januar 2020 siehe IV-act. 134), beauftragte sie am 27. April 2020 die ABI
Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH mit einer polydisziplinären
(allgemeininternistischen, orthopädischen, psychiatrischen, pneumologischen,
dermatologischen und ophthalmologischen) Begutachtung der Versicherten (IV-
act. 136). Die ABI teilte der Versicherten am 28. Mai 2020 die Namen der
Sachverständigen mit, wobei anstelle einer psychiatrischen eine neurologische
Begutachtung erwähnt wurde (IV-act. 139-3). Die Versicherte kritisierte im Schreiben
vom 24. Juni 2020 diesen Disziplinenwechsel, akzeptierte ihn allerdings auf «Zusehen
hin» (IV-act. 157). Am 7. Juli und am 17. August 2020 fand die insgesamt 7 Disziplinen
(Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, Pneumologie, Dermatologie,
Ophthalmologie und Neurologie) umfassende Begutachtung statt. Die ABI-
Sachverständigen stellten folgende Diagnosen, denen sie einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beimassen: 1. ein Asthma-COPD Overlap Syndrom (ICD-10: J44),
2. eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41), 3. ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10:
M54.5/Z98.8), 4. ein chronisch intermittierendes zervikovertebrales Schmerzsyndrom
A.f.
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(ICD-10: M54.2); 5. eine Rosacea teleangiectatica (ICD-10: L71.8), eine chronisch
rezidivierende Blepharokonjunktivitis bei Rosacea (ICD-10: H10.5/L71) und eine
Migraine ophthalmique (ICD-10: H53.1). Bezogen auf ein 100%iges Pensum
bescheinigten die ABI-Sachverständigen der Versicherten, sowohl bezogen auf die
angestammte sowie eine (andere) leidensangepasste Tätigkeit, eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit. Die maximale Präsenz betrage 5 bis 6 Stunden täglich. Auch bei
reduzierter Stundenzahl bestehe ein erhöhter Pausenbedarf. Die seitens einzelner
Fachrichtungen bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten würden sich nur geringgradig im
Rahmen der Polymorbidität addieren, da die gleichen Zeitabschnitte, die
pneumologisch vorgegeben seien, für wegen der übrigen Leiden notwendige Pausen
und Erholung genutzt werden könnten. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung könne ab
Dezember 2018 bestätigt werden. Der Gesundheitszustand, wie er der Verfügung vom
25. August 2005 zugrunde gelegt worden sei, habe sich inzwischen verändert. In
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit habe sich «faktisch» nichts verändert, lediglich die
Begründung sei «anders gewichtet» worden. Führend sei inzwischen die
pneumologische Einschränkung. Aus den anderen Fachrichtungen würde nur noch
eine Einschränkung von unter 20 % resultieren (ABI-Gutachten vom 11. September
2020, IV-act. 143). Der RAD-Arzt Dr. G._ vertrat die Auffassung, das ABI-Gutachten
erfülle die geltenden Qualitätskriterien, weshalb darauf abgestellt werden könne. Ein
medizinischer Revisionsgrund der Rente sei nicht gegeben (Stellungnahme vom
30. September 2020, IV-act. 144).
Die IV-Stelle ermittelte gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der ABI-
Sachverständigen einen Invaliditätsgrad von 64 % und stellte der Versicherten mit
Vorbescheid vom 13. Oktober 2020 die Abweisung des Revisionsgesuchs in Aussicht
(IV-act. 147). Dagegen erhob die Versicherte am 3. Dezember 2020 Einwand. Darin
kritisierte sie die Beurteilung der ABI-Sachverständigen, u.a. gestützt auf verschiedene
aktuelle medizinische Berichte (IV-act. 153; zum Bericht von Dr. F._ vom
2. November «2019» [richtig: 2020; IV-act. 156] siehe IV-act. 153-8 f., zum Bericht von
PD Dr. med. J._, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Speicher, vom 17. November 2020, worin der Versicherten eine
70 bis 75%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte wurde,
siehe IV-act. 153-12 f., sowie zu demjenigen von Dr. H._ vom 30. Oktober 2020 siehe
A.g.
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B.
IV-act. 153-14 f.). Der RAD-Arzt Dr. G._ hielt diese Kritik nicht für geeignet, die
Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung in Zweifel zu ziehen (Stellungnahme vom
17. Dezember 2020, IV-act. 159). Die für die «Beratung Berufliche Integration»
zuständige Mitarbeiterin der IV-Stelle formulierte in der Stellungnahme vom 22. Februar
2021 folgende Tätigkeiten, die der Versicherten zumutbar seien: Konfektionieren,
Sortieren, Zusammenstecken, Endkontrolle, Bedienen von Maschinen, Montage von
Hand, Arbeiten im Reinraum, Annahme, Kontrolle und Kommissionierung von
Lieferungen. Solche Tätigkeiten gebe es zum Beispiel in der Kunststoff-, Elektro-,
Pharma- und Metallindustrie. Da auf die Einhaltung der Gewichtsgrenze von 10 kg
geachtet werden müsse, komme eher ein Arbeiten mit Kleinteilen in Frage (IV-act. 160).
Mit Verfügung vom 1. März 2021 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch ab (IV-
act. 161).
Die Beschwerdeführerin erhob gegen diese Verfügung am 15. April 2021
Beschwerde und beantragte darin deren Aufhebung und die Rückweisung der Sache
an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung. Eventualiter sei ihr eine ganze Rente
zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem ersuchte sie um
Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur Begründung brachte sie im
Wesentlichen vor, dass das ABI-Gutachten nicht beweiskräftig sei, weil es an
verschiedenen formellen und inhaltlichen Mängeln leide. Des Weiteren rügte die
Beschwerdeführerin die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ermittlung des
Invalideneinkommens und stellte sich auf den Standpunkt, dass ihr auf dem ersten
Arbeitsmarkt keine Arbeitsgelegenheiten mehr offen stünden (act. G 1; zur
eingereichten Stellungnahme von Dr. H._ vom 19. März 2021, von Dr. F._ vom
21. März 2021 und von Dr. J._ vom 25. März 2021 siehe act. G 1.1 ff.).
B.a.
In der Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, dass die
Beurteilung der ABI-Sachverständigen die Anforderungen an eine beweiskräftige
Expertise erfülle. Gestützt darauf sei zu Recht ein Revisionsgrund verneint worden. Die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt erscheine realistisch. Aufgrund der seit 2005
B.b.
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Erwägungen
1.
Das Revisionsgesuch vom 27. Februar 2018 (IV-act. 95) bildet nicht Gegenstand der
angefochtenen Verfügung vom 1. März 2021. Denn die Beschwerdegegnerin trat darauf
in der Verfügung vom 27. August 2018 (IV-act. 100) nicht ein. Wie die
Beschwerdeführerin zu Recht einräumt (IV-act. 112), wurde diese Verfügung, wie
bereits zuvor der Vorbescheid vom 11. Juni 2018 (IV-act. 99) und später auch das
Schreiben der Beschwerdeführerin vom 28. August 2018 (IV-act. 103), korrekt der
damaligen Vertreterin der Beschwerdeführerin, Dr. F._ (zur Vollmacht siehe IV-
act. 94), eröffnet bzw. zugestellt. Dabei spielt es keine Rolle, dass die
Nichteintretensverfügung vom 27. August 2018 der Beschwerdeführerin, wie sie
behauptet (IV-act. 112), allenfalls nicht zur Kenntnis gebracht worden war. Vielmehr hat
sie sich das Wissen ihrer damaligen Interessenvertreterin und deren allfällige
hinzugetretenen qualitativen Einschränkungen im Zumutbarkeitsprofil sei zu Recht ein
Tabellenlohnabzug von 10 % in der angefochtenen Verfügung gewährt worden, was zu
einem 67%igen Invaliditätsgrad führe, womit weiterhin eine Dreiviertelsrente
auszurichten sei (act. G 4).
Am 10. Juni 2021 wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht
entsprochen (act. G 5).
B.c.
In der Replik vom 15. Juli 2021 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an den
Beschwerdeanträgen fest (act. G 10).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 23. Juli 2021
unverändert an der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 12).
B.e.
Mit Schreiben datiert vom «12. Juli 2021» (Posteingang beim Versicherungsgericht
am 29. März 2022) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie auf eine öffentliche
mündliche Verhandlung verzichte (act. G 15). Gleichentags ging beim
Versicherungsgericht ein Schriftsatz ein, worin ein Anwaltshonorar von Fr. 4'500.--
zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer geltend gemacht wurde (act. G 16).
B.f.
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Versäumnisse anrechnen zu lassen (siehe etwa Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni
2020, 2C_361/2020, E. 4.3.1.). Fest steht, dass die Nichteintretensverfügung vom
27. August 2018 mangels Anfechtung in Rechtskraft erwuchs, woran das nach
Verfügungserlass ergangene Schreiben der Beschwerdeführerin vom 28. August 2018,
das bloss eine Aktenergänzung zum Inhalt hatte (IV-act. 101), nichts zu ändern vermag.
Die Beschwerdeführerin machte denn auch im Beschwerdeverfahren nichts
Gegenteiliges geltend. Diesbezüglich ist der Vollständigkeit halber anzufügen, dass erst
nach der Nichteintretensverfügung eingereichte Berichte im Fall eines dagegen
angehobenen Beschwerdeverfahrens nicht relevant sind, da dort der Sachverhalt zu
beurteilen ist, der sich der Verwaltung auf der Grundlage der Akten bei
Verfügungserlass dargeboten hatte (BGE 130 V 68 f. E. 5.2.5). Im Licht dieser
Umstände kann das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 28. August 2018 und nicht
erst das weitere Nachtragsschreiben vom 18. Februar 2019 (IV-act. 104) immerhin als
neuerliches Revisionsgesuch interpretiert werden. Es beinhaltet denn auch – wie das
von der Beschwerdegegnerin als Revisionsgesuch anerkannte Nachtragsschreiben
vom 18. Februar 2019 (siehe etwa IV-act. 108) – zumindest sinngemäss das Gesuch,
aufgrund einer erweiterten medizinischen Aktenlage eine nochmalige Anpassung des
Rentenanspruchs zu prüfen. Nachfolgend zu beurteilen ist folglich das
Rentenerhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 28. August 2018.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20; in der vorliegend anwendbaren bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung;
siehe Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2021, 8C_548/2021, E. 3.3) besteht
der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine
Viertelsrente.
1.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
1.2.
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der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die medizinische und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Zeitlicher Referenzpunkt für die
Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige
Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vorliegend: Verfügungen vom 25. August und
6. Oktober 2005, IV-act. 40 f.); vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur
Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit stellt für sich allein
1.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/20
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2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob der
medizinische Sachverhalt mit dem ABI-Gutachten vom 11. September 2020 als
spruchreif erstellt betrachtet werden kann. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen
verschiedene Mängel vor.
genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201). Sofern die versicherte
Person die Revision verlangt, erfolgt die Erhöhung der Renten von dem Monat an, in
dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV).
1.5.
bis
Ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten
(BGE 125 V 351 f. E. 3a und b) – wie das ABI-Gutachten (siehe nachstehende E. 2.7) –
kann nicht stets in Frage gestellt werden und Anlass zu weiteren Abklärungen bieten,
wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer
unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden
Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt
geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil
des Bundesgerichts vom 17. Februar 2016, 9C_668/2015, E. 3 mit Hinweisen). Ferner
kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei
erfolgen. Sie eröffnet einer psychiatrischen Fachperson – sei sie nun in therapeutischer
oder in begutachtender Funktion – daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern die Beurteilung des Experten oder der
Expertin die Beweisanforderungen erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. März
2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
2.1.
Die Beschwerdeführerin rügt zunächst den Ablauf der Begutachtung. Sie sei
dadurch, dass die Begutachtung nicht wie vorgängig angezeigt abgewickelt worden
sei, «extrem verunsichert» worden. Dadurch sei ihr faktisch in diverser Hinsicht
verunmöglicht worden, alle ihre Äusserungen in korrekter Weise gegenüber den
Sachverständigen zum Ausdruck zu bringen. Es habe sie auch völlig aus dem Konzept
gebracht, als ihr verboten worden sei, ihre persönlichen Handnotizen bei der
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/20
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Beantwortung zu konsultieren. Sie habe sich erniedrigt, nicht ernst genommen und wie
eine «gefährliche Person» behandelt gefühlt (act. G 1, III. lit. B Rz 1; zur Verunsicherung
siehe auch act. G 10 III. Rz 8 am Schluss).
Zwar trifft es zu, dass erst im Rahmen der Begutachtung für die
Beschwerdeführerin erkennbar wurde, insgesamt durch Sachverständige aus 7 anstatt
6 Fachdisziplinen untersucht zu werden, und dass im Vorfeld widersprüchliche
Angaben bezüglich des Einbezugs der Psychiatrie und Neurologie gemacht worden
waren (siehe hierzu vorstehende lit. A.f). Allerdings legt die Beschwerdeführerin weder
konkret dar noch ist erkennbar, dass sich dieser Umstand auf den Inhalt der
Begutachtung mangelhaft ausgewirkt hätte oder geeignet gewesen wäre, eine
«extreme» Verunsicherung auszulösen. Jedenfalls ergeben sich aus dem gesamten
Gutachten keine Hinweise auf die von der Beschwerdeführerin erst nach der
Ausfertigung des ABI-Gutachtens vorgebrachte «extreme» Verunsicherung (IV-
act. 153-2; siehe auch die Schilderungen gegenüber der behandelnden Psychiaterin in
IV-act. 153-8). Die Begutachtungstermine fanden ausserdem nicht alle am gleichen
Tag, sondern verteilt auf 2 Tage (7. Juli 2020 und 17. August 2020, IV-act. 143-5) statt,
zwischen denen mehrere Wochen lagen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin
im Schreiben vom 24. Juni 2020 das Fehlen der fachpsychiatrischen Begutachtung im
Aufgebot der ABI gerade gerügt hatte (IV-act. 157) und deren tatsächlicher Einbezug
folglich in ihrem Sinn war.
2.2.1.
Aus dem Gutachten ergeben sich ausserdem keine objektiven Gesichtspunkte,
die geeignet wären, den Vorwurf einer erniedrigenden Vorgehensweise seitens der ABI-
Sachverständigen zu begründen. Insbesondere geht etwa aus dem orthopädischen Teil
des Gutachtens hervor, dass die Beschwerdeführerin ihre Handnotizen zu konsultieren
vermochte («Auf die Frage nach weiteren Beschwerden erwähnt sie einsilbig "vieles"
und blickt auf ein mitgebrachtes Papier», IV-act. 143-38 unten). Von Bedeutung ist
ausserdem, dass die Beschwerdeführerin nicht konkret vorbringt und auch nicht
ersichtlich ist, dass ihr das Vortragen objektiv relevanter Aspekte erschwert worden sei.
2.2.2.
In pneumologischer Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, gestützt auf die
Einschätzung von Dr. H._ (siehe hierzu etwa dessen Stellungnahme vom 19. März
2021, act. G 1.1), die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. G._ (act. G 1, III. lit. B Rz 3).
Vorliegend kann offenbleiben, ob die Kritik von Dr. H._ zutreffend ist. Denn sie zielt,
wie erwähnt, hauptsächlich auf die in der Stellungnahme vom 17. Dezember 2020
gemachten Ausführungen des RAD-Arztes Dr. G._ (IV-act. 159-2) zum Bericht von
Dr. H._ vom 30. Oktober 2020 ab. Weder darin (IV-act. 153-14 f.) noch im Bericht
vom 19. März 2021 (act. G 1.1) benennt Dr. H._ objektive Gesichtspunkte, die der
2.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 13/20
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pneumologische ABI-Gutachter bei seiner Beurteilung ausser Acht gelassen hätte.
Vielmehr geht die pneumologische Beurteilung von Dr. H._ in einer anderen
Würdigung des Gesundheitsschadens und dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit auf. Überdies betrifft seine abweichende Beurteilung lediglich die
Arbeitsfähigkeit bezogen auf die letzte Tätigkeit der Beschwerdeführerin. Eine
leidensangepasste, d.h. aus seiner Sicht eine rein sitzende Tätigkeit ohne körperliche
Belastung, hielt er aus rein pneumologischer Sicht für zumutbar (IV-act. 153-15). Eine
schlüssig bescheinigte quantitative Arbeitsunfähigkeit bezogen auf eine für den
Rentenanspruch zentrale leidensangepasste Tätigkeit nannte er indes nicht und liegt
damit nicht vor.
Die Beschwerdeführerin bringt gegen die Überzeugungskraft des ABI-Gutachtens
ausserdem vor, dass dessen psychiatrischer Teil nicht auf umfassenden Abklärungen
beruhe und mit der Einschätzung der behandelnden Dr. F._ (siehe etwa die Berichte
vom 2. November 2020, IV-act. 153-8 f., und vom 21. März 2021, act. G 1.2) nicht zu
vereinbaren sei (act. G 1, III. lit. B Rz 4).
2.4.
Aus der (blossen) Empfehlung von Dr. F._, eine neuropsychologische Testung,
welche die Depressivität, Persönlichkeitsstörung bzw. -akzentuierung überprüfen
würde (IV-act. 153-9), kann nicht auf eine unvollständige Abklärung seitens des
psychiatrischen ABI-Gutachters geschlossen werden. Gemäss Anhang 4 der
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom 16. Juni 2016 ist eine
neuropsychologische Abklärung mit Beschwerde-/Symptomvalidierung bei Angaben
oder Hinweisen in Bezug auf kognitive Beschwerden/Symptome sinnvoll (S. 30 unten).
Weder aus dem vom psychiatrischen ABI-Gutachter erhobenen klinischen Befund (IV-
act. 143-42 f.) noch den festgehaltenen Alltagsaktivitäten (mit u.a. Autofahren und
selbstständiger Erledigung des Haushalts, IV-act. 143-31) ergeben sich Hinweise auf
relevante kognitive Beeinträchtigungen. Auch im Rahmen der klinischen Untersuchung
durch den neurologischen ABI-Gutachter zeigten sich keine Beeinträchtigungen der
Kognition (IV-act. 143-51 unten). Daher stellt es auch keinen Mangel dar, dass bei der
ABI-Begutachtung auf eine neuropsychologische Untersuchung verzichtet wurde,
zumal der psychiatrische ABI-Gutachter unter Berücksichtigung der Konsistenz und
Ressourcen ein umfassendes, schlüssiges Bild über die Affektlage der
Beschwerdeführerin zeichnete (IV-act. 143-32 ff.).
2.4.1.
Die Ausführungen von Dr. F._ bezüglich des auffallenden
Beziehungsverhaltens (IV-act. 153-9) erweisen sich insoweit als aktenwidrig, als die
2.4.2.
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Beschwerdeführerin gegenüber dem psychiatrischen ABI-Sachverständigen angab,
dass ihre letzte Beziehung 5 Jahre (IV-act. 143-31 Mitte) und nicht bloss 2 Jahre (IV-
act. 153-9 Mitte), wie von Dr. F._ angenommen, gedauert habe. Zudem telefoniert
die Beschwerdeführerin weiterhin zwei bis dreimal pro Woche mit ihrem ehemaligen
Freund (IV-act. 143-31 unten), was immerhin für das Fortbestehen einer kollegialen
Beziehung spricht. Diese Umstände wecken Zweifel an der von Dr. F._ vermuteten
Neigung zu unbeständigen Beziehungen, zumal die Beschwerdeführerin auch zu
weiteren Personen eine konstante Beziehung zu pflegen vermag (siehe ebenfalls IV-
act. 143-31 unten). Jedenfalls brachte Dr. F._ keine objektiv relevanten
Gesichtspunkte vor, die der psychiatrische ABI-Gutachter übersehen hätte. Sie legt
auch nicht dar und es ist auch nicht erkennbar, dass dieser das ihm zustehende
Ermessen bei der Würdigung des Leidensbilds und von dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit falsch ausgeübt hätte (siehe hierzu vorstehende E. 2.1). Schliesslich
spricht der Umstand, dass der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer diesbezüglich
negativen Einstellung keine antidepressive Medikation verschrieben wurde (IV-
act. 153-8), jedenfalls nicht für einen besonderen psychischen Leidensdruck.
Von Bedeutung ist ausserdem, dass das psychiatrische Teilgutachten eine
schlüssige Konsistenz- und Ressourcenbeurteilung (IV-act. 143-34 f.) enthält, mit der
die bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 143-35) zu vereinbaren ist.
Demgegenüber enthalten die verschiedenen Berichte von Dr. F._ keine erkennbare
objektiv-kritische Beurteilung der Angaben der Beschwerdeführerin. Auch weil
Dr. F._ zwischenzeitlich als Interessenvertreterin der Beschwerdeführerin aufgetreten
war (siehe vorstehende E. 1), ist bei der Würdigung ihrer Berichte zusätzlich der vom
Bundesgericht erkannten «Erfahrungstatsache» Rechnung zu tragen, dass
behandelnde medizinische Fachpersonen im Zweifel eher zugunsten ihrer Patientinnen
und Patienten aussagen (siehe etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2021,
8C_129/2021, E. 3 am Schluss mit Hinweis auf BGE 135 V 470 E. 4.5).
2.4.3.
Am orthopädischen Teil des ABI-Gutachtens bemängelt die Beschwerdeführerin,
die behandelnde Orthopädin (siehe die Berichte von Dr. J._ vom 25. März 2021, act.
G 1.3, und vom 17. November 2020, IV-act. 153-12 f.) sehe eine Teilarbeitsfähigkeit,
die jedoch bezüglich der möglichen Tätigkeit stark eingeschränkt sei und von der
Beurteilung des ABI-Orthopäden abweiche, sowohl was die Fähigkeit des Hebens von
Gewichten betreffe als auch die notwendigen Pausen, die wesentlich umfassender
seien, als dies in der gutachterlichen Beurteilung vorgenommen werde. Es sei von einer
Arbeitsunfähigkeit von über 50 % in diesem Teilbereich auszugehen. Zudem dürfe
auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass der orthopädische Gutachter die
2.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 15/20
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Angaben von der behandelnden Orthopädin auf der CD nicht habe lesen können und
keinen Ersatz angefordert habe (act. G 1, III. lit. B Rz 5, und act. G 10, III. Rz 11).
Die vom Gutachten abweichende Einschätzung von Dr. J._ geht in einer
blossen anderen Würdigung derselben Befundlage auf. Dabei beschränken sich die
Abweichungen im Wesentlichen auf die zumutbare Hebelimite und den Pausenbedarf.
Ausserdem enthalten die Beurteilungen von Dr. J._ – anders als das orthopädische
Teilgutachten (siehe zur Verrichtung der Haushaltsarbeiten und des Einkaufs IV-
act. 143 und zur Konsistenzprüfung nachstehende E. 2.6) – keine erkennbare
Konsistenz- und Ressourcenprüfung. Sie ist daher nicht geeignet, Zweifel am
orthopädischen Teil des ABI-Gutachtens zu begründen. Entgegen der Kritik von
Dr. J._ (IV-act. 153-13) kann keine Rede davon sein, der orthopädische ABI-
Gutachter habe sich bei seiner Beurteilung auf die Halswirbelsäule beschränkt. Wie der
RAD-Arzt Dr. G._ am 17. Dezember 2020 zutreffend ausführte (IV-act. 159-2), wurde
im Rahmen der orthopädischen Teilbegutachtung die gesamte Wirbelsäule umfassend
untersucht (siehe IV-act. 143-41). Die Sorgfältigkeit der Abklärungen zeigt sich u.a.
auch darin, dass im Rahmen der ABI-Begutachtung eine bildgebende Abklärung der
Lendenwirbelsäule durchgeführt wurde («LWS stehend ap/lateral» vom 7. Juli 2020, IV-
act. 143-43).
2.5.1.
Zwar trifft es zu, dass der orthopädische ABI-Gutachter wegen eines
technischen Problems beim Lesen des Datenträgers die Ergebnisse der bildgebenden
Abklärung vom 15. Juni 2018 («HWS ap/lateral») nicht selbst befunden konnte (IV-
act. 143-43 oben). Die medizinische Fachliteratur geht davon aus, dass Röntgenbilder
den Sachverständigen vorzuliegen haben und von ihnen selbst zu sichten und
befunden sind. Dies vor allem deshalb, weil den radiologischen Fachpersonen unter
Umständen Einzelheiten entgangen sein könnten, die dem versierten Kliniker vertraut
sind (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 11. März 2020, IV 2019/258, E. 2.3.2,
mit Hinweis auf H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Auflage, 1994, S. 100;
J. Meine, Die ärztliche Unfallbegutachtung in der Schweiz – Erfüllt sie die heutigen
Qualitätsanforderungen, in: Swiss Surg 1998; 4: 55). Vorliegend ist von Bedeutung,
dass der orthopädische ABI-Gutachter nicht nur die fachorthopädische Würdigung
dieser bildgebenden Abklärungsergebnisse durch Dr. J._ vom 16. Juni 2018
berücksichtigte (IV-act. 143-43 oben), sondern seiner Beurteilung u.a. eine schlüssige
Interpretation der wenige Tage zuvor erstellten bildgebenden Untersuchungsresultate
vom 4. Juni 2018 («MRI der HWS und oberen BWS») zugrunde liegt (IV-act. 143-42
unten). Die Beschwerdegegnerin weist zudem zutreffend darauf hin (act. G 4, III. Rz 9),
dass sich weder aus den Akten noch den Ausführungen der Beschwerdeführerin
2.5.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 16/20
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inhaltlich entscheidende Aspekte ergeben, die der orthopädische ABI-Gutachter ausser
Acht gelassen hätte.
Überdies hält die Beschwerdeführerin vor allem den orthopädischen Gutachter für
voreingenommen, da er diskutiert habe, ob sie aufgrund seiner Beurteilung überhaupt
einen Rentenanspruch habe (act. G 10, III. Rz 5; zur fehlenden «Sensibilität» und
Unvoreingenommenheit sämtlicher ABI-Sachverständigen siehe act. G 10, III. Rz 9; zur
Kritik bezüglich der Annahme von Verdeutlichungstendenzen siehe act. G 10, III.
Rz 10). Der orthopädische ABI-Gutachter diskutierte die einschlägigen Vorakten und
vertrat die Auffassung, dass die früher bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten aus objektiver Sicht nicht nachvollziehbar sei und im
Wesentlichen auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruhe (IV-
act. 143-45). Diese Einschätzung ist objektiv-kritisch begründet worden und kann
deshalb nicht als Zeichen einer Voreingenommenheit interpretiert werden. In der Tat
wecken die damaligen Abklärungsbemühungen aus heutiger Sicht durchaus Zweifel an
der früher allein aus somatischer Sicht bescheinigten 50%igen Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten. So beruht die ursprüngliche Rentenzusprache nicht auf
einem versicherungsexternen Gutachten, sondern hauptsächlich auf der Einschätzung
des damals behandelnden Dr. B._, welcher namentlich keine Konsistenz- und
Ressourcenprüfung zugrunde liegt. Eine einlässliche Darstellung der körperlichen
Funktionseinschränkungen und der daraus resultierenden Aktivitäts- und
Partizipationsdefizite fehlt. Dafür äusserte sich Dr. B._ immer wieder zur nicht in den
medizinischen Sachverstand fallenden Höhe des Rentenanspruchs («Ich schlage eine
IV-Berentung zu 50 % vor», siehe den Bericht vom 21. März 2005, IV-act. 26, oder
denjenigen vom 9. Juni 2005, IV-act. 30-2 unten: «Ich empfehle [...] eine
psychosomatische und eine rheumatologische Mitbeurteilung[,] da ich hierbei eine
weitere IV-Berentung aus diesem Fachgebiet nicht vornehmen kann.»). Die vom
orthopädischen ABI-Gutachter festgestellten Inkonsistenzen bzw.
Verdeutlichungstendenzen beruhen ausserdem auf einer nachvollziehbaren sachlichen
Erklärung, die sich wiederum auf klinische Beobachtungen stützt (IV-act. 143-44 f.),
und sind ebenso wenig geeignet, den Anschein einer Voreingenommenheit zu
begründen. Auch aus den übrigen Teilgutachten gehen keine Hinweise auf ein
sachfremdes Verhalten hervor. Die Kritik der Beschwerdeführerin geht denn auch nicht
über einen pauschalen Vorwurf hinaus (act. G 10, III. Rz 9). Nichts anderes gilt
hinsichtlich ihres Vorwurfs der fehlenden fachlichen Qualifikation der ABI-
Sachverständigen, die ausschliesslich aus «einer unüblich heftigen Reaktion eines
fachlich ausgewiesenen behandelnden Arztes» abgeleitet wird (act. G 10, III. Rz 10), die
2.6.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/20
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3.
Im nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom
8. Januar 2021, 8C_720/2020, E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 138 V 460 E. 3.1) für die
Frage nach der Verwertbarkeit einer Arbeitsfähigkeit bezogen auf den ausgeglichenen
Arbeitsmarkt massgebenden Zeitpunkt der gutachterlichen Beurteilung (vorliegend
11. September 2020, IV-act. 143) war die Beschwerdeführerin 5_ Jahre alt, womit ihr
damals noch eine knapp neunjährige Aktivitätsdauer bis zum ordentlichen AHV-
Rentenalter verblieb. Deshalb und angesichts der immerhin noch bescheinigten
50%igen Arbeitsfähigkeit sowie der ihr noch offenstehenden Tätigkeitsbereiche (siehe
zur berufsberaterischen Stellungnahme vom 22. Februar 2021 IV-act. 160) ist im Licht
der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit von Menschen im fortgeschrittenen Erwerbsalter errichtet hat
(Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2021, 8C_720/2020, E. 7.4 am Schluss), die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der
Beschwerdegegnerin zu bejahen. An dieser Betrachtung vermögen die auf dem
konkreten Arbeitsmarkt getätigten, erfolglos gebliebenen Stellenbemühungen der
Beschwerdeführerin nichts zu ändern (siehe etwa EL-act. 44-2 f.). Denn einerseits sah
sich die Beschwerdeführerin mehrmals und während mehrerer Monate gesundheitlich
ausser Stande, Stellenbemühungen vorzunehmen (siehe das nicht näher begründete
Arztzeugnis vom 13. April 2018 in EL-act. 43) und andererseits tätigte die
Beschwerdeführerin viele Blindbewerbungen (siehe etwa EL-act. 44-2 und EL-
act. 44-4) oder Bewerbungen für Stellen, die eine abgeschlossene kaufmännische
Ausbildung oder Weiterbildungen voraussetzten (siehe etwa EL-act. 44-5, -9 und -11),
ihrerseits vielmehr Zweifel an der Unvoreingenommenheit des behandelnden Arztes
weckt.
Bei der Würdigung des ABI-Gutachtens fällt des Weiteren ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen, polydisziplinären Abklärungen beruht und für die streitigen Belange
umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet, die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt und – u.a. im
Rahmen einer Konsistenz- und Ressourcenprüfung – gewürdigt. Zudem sind die mit
Blick auf den Gesundheitsschaden und die Arbeitsunfähigkeit gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar begründet worden und leuchten aus medizinischer Laiensicht ein.
Gestützt auf das ABI-Gutachten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten
bei einer maximalen Präsenz von 5 bis 6 Stunden täglich und auch dabei erhöhtem
Pausenbedarf über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 143-13).
2.7.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 18/20
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über welche sie nicht verfügt (zur fehlenden beruflichen Ausbildung siehe IV-act. 1-4).
Ausserdem bezogen sich die Stellenbemühungen teilweise auf Beschäftigungsgrade,
die unter dem zumutbaren Pensum lagen, was seitens der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen insoweit zu Recht kritisiert worden war (EL-act. 54).
4.
Zu prüfen bleibt damit noch die zwischen den Parteien umstrittene Höhe des
Tabellenlohnabzugs. Die Beschwerdegegnerin gewährte einen solchen von 10 % (IV-
act. 161), was die Beschwerdeführerin als zu niedrig erachtet. Aus ihrer knappen
Einlassung (act. G 1, III. Rz 6) geht weder ein konkreter Abzugsgrund noch die von ihr
für zutreffend erachtete Höhe des Tabellenlohnabzugs hervor. Sie fordert lediglich,
dass der Invaliditätsgrad über 70 % zu liegen habe, und verweist pauschal auf die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus pneumologischer, psychiatrischer und
orthopädischer Sicht. Die Beschwerdegegnerin begründete den von ihr gewährten
10%igen Tabellenlohnabzug mit den qualitativen Einschränkungen (act. G 4, III. Rz 11).
Vorliegend kann offenbleiben, ob überhaupt ein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt ist,
nachdem bereits sämtliche quantitativen und qualitativen Einschränkungen Eingang in
die gutachterliche Beurteilung fanden und sogar teiladditiv sich auswirkende
Beeinträchtigungen berücksichtigt wurden (IV-act. 143-13). Selbst wenn im
fortgeschrittenen Alter, den qualitativen Einschränkungen und der Teilarbeitsfähigkeit
bei reduzierter Präsenz je ein Abzugsgrund zu erblicken wäre, bestünde kein Anlass
den gewährten 10%igen Tabellenlohnabzug zu erhöhen. Damit resultiert weiterhin ein
Invaliditätsgrad von unter 70 % (vgl. den Einkommensvergleich der
Beschwerdegegnerin in IV-act. 145, wobei die Beschwerdegegnerin bei der
Bestimmung des Valideneinkommens zu Unrecht die Nominallohnentwicklung in den
Jahren 2017 und 2018 ausser Acht liess), womit die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine ganze Rente bzw. eine Rentenerhöhung hat.
5.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.-- erscheinen
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die vollständig
unterliegende Beschwerdeführerin hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu
5.2.
bis
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6.
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).