Decision ID: 34bdf4af-8f06-52c2-8e88-e378b32e004b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 19. Juni 2014 wegen psychischer Leiden bei der
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Sie war zufolge Unfalls
(Sturz auf Glatteis auf die Schulter [Fremdakten, act. 1-16]) vom 16. März bis 7. Juni
2013 zu 100%, wegen Krankheit vom 17. bis 28. Juni 2013 zu 50% und danach bis zur
Geburt ihrer Tochter am _ 2013 zu 100% und ab Beendigung des
Mutterschaftsurlaubs am 18. Dezember 2013 erneut zu 100% krank geschrieben
(Angaben Arbeitgeberin vom 16. Juli 2014, IV-act. 13-4 ff.; Bescheinigung Dr.med.
B._, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe FMF, vom 7. Oktober 2013,
Fremdakten, act. 1-17).
A.b Die die Versicherte behandelnde Dr.med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, hatte nach einer Medikamenten-Intoxikation am 28. Oktober 2012 als
Konsularärztin zunächst eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) sowie einen Zustand nach
Medikamenten-Intoxikation bei Neurasthenie-Erschöpfungssyndrom (ICD-10: F48.0)
diagnostiziert. Sie hatte ausgeführt, die andauernde emotionale Belastung, bei
vorliegender Dysthymia über Jahre, habe zu einem enormen Erschöpfungssyndrom
geführt. Aufgrund der zwanghaften Anteile in ihrer Persönlichkeit sei die Versicherte
beruflich und allgemein noch funktionsfähig geblieben. Sie habe sich während der
Schwangerschaft, auch nach dem Arbeitsunfall, gezwungen, in Schicht
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weiterzuarbeiten. Nach der Geburt der Tochter hätten sich die depressiven Symptome
stark verstärkt. Die weitere Arbeitsunfähigkeit sei durch die andauernde emotionale
Belastung im Arbeitsleben sowie durch die mangelnden Kompetenzen, diese zu
bewältigen, begründet. Die mangelnden Kompetenzen beruhten auf einem
Minderwertigkeitsgefühl sowie auf der mittel bis stark ausgeprägten depressiven
Symptomatik. Grundsätzlich sei von einer positiven Erwerbsprognose auszugehen. Die
andauernden familiären Belastungen bei dysthymischem Krankheitsbild und instabiler
Ichfunktion könnten jederzeit zu einer Verstärkung der depressiven Symptomatik und
möglicher suizidaler Ideen und Handlungen führen. Die Behandlung erfolge in 10- bis
14-täglichen Intervallen (Berichte zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 2.
und 3. Februar 2014, Fremdakten, act. 1-13 ff.). In einer vertrauensärztlichen
Untersuchung vom 27. Februar 2014 im Auftrag des Krankentaggeldversicherers war
Dr.med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zum Schluss
gekommen, es liege ein Zustandsbild vor, das mittlerweile als weitgehend remittiert
bezeichnet werden könne. Das klinische Bild sei mit einer mittelgradig ausgeprägten
Depression vereinbar, die inzwischen überwiegend abgeklungen sei. Im Moment
bestünden noch Restbeschwerden auf psychophysischer sowie kognitiver Ebene, vor
allem Konzentrationsdefizite, die sich in leichter Form auch im Befund objektivieren
liessen. Dr. C._ habe das Krankheitsbild einer Dysthymia bzw. Neurasthenie
zugeordnet, was nachvollziehbar sei angesichts wiederholt aufgetretener depressiver
Stimmungslagen, vorliegend offensichtlich im Zusammenhang mit psychosozialen
Belastungssituationen. Auf struktureller Ebene imponierten abhängige
Persönlichkeitsmerkmale. Eine adäquate antidepressive Arzneimittelbehandlung habe
bislang nicht eingeleitet werden können, da die Versicherte ihr Kind stille. Sobald dies
nicht mehr der Fall sei, könne auch eine angemessene Medikation eingesetzt werden.
Bis zum 31. Mai 2014 bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Ab 1. Juni 2014 sei
von einer 50%-igen und ab 1. August 2014 von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen (Bericht vom 10. März 2014, Fremdakten, act. 1-11). Am 11. Juni 2014
hatte Dr. C._ berichtet, es sei eine Dekompensation im Sinne von leicht wahnhaften
Elementen (Hören kommentierender Stimmen) eingetreten. Die geplante 50%-ige
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit anfangs Juni 2014 sei nicht zumutbar
gewesen (Fremdakten, act. 1-6 ff.).
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A.c Die E._ AG kündigte das seit dem 3. März 2003 bestehende Arbeitsverhältnis mit
der Versicherten auf den 19. September 2014 (Kündigung vom 16. Juni 2014, IV-act.
4-3).
A.d Dr. C._ diagnostizierte gemäss Arztbericht vom 27. August 2014 eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F33.2), DD Dysthymia (ICD-120: F34.1), Zustand nach
Suizidversuch am 28. Oktober 2012 (Misch-Medikamentenintoxikation mit
intensivmedizinischer Behandlung am KSSG), und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung, ängstlich vermeidend, selbstunsicher (ICD-10: F61.0), und
erhob den Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Bis auf
Weiteres sei die Versicherte in angestammter und adaptierter Tätigkeit zu 50%
arbeitsunfähig (IV-act. 17).
A.e Vom 11. August bis 7. November 2014 war die Versicherte in tagesklinischer
Behandlung im Psychiatriezentrum F._. Dabei wurden eine schwere depressive
Episode ohne psychotischen Symptome (ICD-10: F32.2) sowie eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen Zügen (ICD-10:
F61.0) diagnostiziert. Es wurde festgehalten, die Versicherte sei über lange Zeit als sehr
instabil, stark niedergestimmt, weinerlich und körperlich wenig belastbar erlebt worden.
Im Verlauf sei es zu einer leichten Verbesserung der Depressivität und körperlichen
Belastbarkeit gekommen. Sie habe die Kündigung als sehr schmerzhaft und kränkend
erlebt. Es bestünden Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung, deren
Vorliegen sei aber aufgrund des zurückhaltenden Kontaktverhaltens der Versicherten
nicht sicher beurteilbar (Bericht vom 26. November 2014, IV-act. 21). Am 17. Mai 2015
berichtete die behandelnde Psychiaterin, der Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert. Seit März 2015 seien im psychopathologischen Befund deutliche
paranoide Anteile zu erheben. Die Versicherte erlebe akustische Halluzinationen und
Flashbacks in Bezug auf Kindheitstraumata. Sie stehe in hochfrequenter ambulanter
Behandlung und sei aufgrund der bisherigen teilstationären Erfahrung und wegen
hochgradiger Scham- und Schuldgefühle für eine stationäre Behandlung schwer
motivierbar. Aufgrund der schweren Depression mit psychotischen Symptomen seien
zurzeit Eingliederungsmassnahmen schwerlich möglich. Es bestehe eine um 70%
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reduzierte Leistungsfähigkeit. Die Erfüllung von Alltagsaufgaben sei während zweier
Stunden täglich möglich (IV-act. 36).
A.f Die IV-Stelle entschied hierauf, zurzeit seien aufgrund des Gesundheitszustandes
keine beruflichen Massnahmen möglich (Mitteilung vom 20. August 2015, IV-act. 43).
A.g RAD-Arzt Dr.med. G._, u.a. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm
am 18. Januar 2016 Stellung, es bestünden ganz erhebliche Inkonsistenzen, was die
Diagnosen bei bis März 2013 vollzeitlicher Arbeitstätigkeit und dann schlagartig
einsetzender massiver Verschlechterung des insbesondere psychischen
Gesundheitszustands und bestehendem IV-fremdem psychosozialem Kontext betreffe.
Eine schwere Depression mit "psychotischen (akustischen!?!)" Symptomen nebst
Psychotherapie nur mit Lyrica, Valdoxan und Truxal zu behandeln, löse fachliches
Erstaunen aus. Inkonsistent sei auch der Verlauf der Arbeitsfähigkeit mit
zwischenzeitlich 50%-iger Arbeitsunfähigkeit im Juni 2013. Es sei eine polydisziplinäre
Begutachtung erforderlich (IV-act. 54).
A.h Die Begutachtung wurde der ZVMB GmbH (MEDAS) Bern zugeteilt (Gutachten
vom 23. September 2016; IV-act. 56; Dr.med. H._, Allgemeine Innere Medizin;
lic.phil. I._, Neuropsychologie; Dr.med. J._, Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates; Dr.med. K._, Psychiatrie und
Psychotherapie; Dr.med. L._, Neurologie; Untersuchungen 19. April, 4. Mai, 24. Mai
und 8. Juli 2016). Der psychiatrische Gutachter befand, es würden von der Versicherten
lebensbestimmende Konflikte und symptomauslösende krisenhafte Situationen aus
Gegenwart und Vergangenheit berichtet, welche sich durchaus auf die Stimmung der
Beschwerdeführerin und ihr Aktivitätsniveau situativ zeitweise auswirken könnten. Die
Ursachen der Störungen seien psychosozialen Ursprungs. Sie wirkten sich allenfalls
qualitativ auf die Arbeitsfähigkeit aus, hätten jedoch keine quantitativen Auswirkungen
aus rein psychiatrischer Sicht (IV-act. 63-18). Die von der Versicherten als regelmässig
eingenommen angegebenen Medikamente Lyrica (Pregabalin), Valdoxan (Agomelatin),
Zyprexa (Olanzapin), Truxal (Chloroprothixen) und Zolpidem konnten nicht in wirksamer
Konzentration nachgewiesen werden (vgl. IV-act. 63-13 f.). Die neuropsychologische
Untersuchung vom 24. Mai 2016 ergab klare Hinweise auf eine Verfälschung der
(neuropsychologischen) Befunde bzw. auf Aggravation (IV-act. 63-54, 55 f.). Der
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psychiatrische Gutachter folgerte, aus rein psychiatrischer Sicht erscheine auch die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit, insbesondere jedoch eine ideal angepasste berufliche
Aufgabe für die Versicherte geeignet, unberücksichtigt der somatischen Leiden. Die
Arbeitsfähigkeit liege bei 100% (IV-act. 63-19, 20 f.). Vom 16. Dezember 2013 bis 7.
Januar 2014 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, zwischen 7. Januar 2015 und Mai
2015 von 50% bestanden und seither bis dato betrage sie 0 % (IV-act. 63-21).
Schliesslich hielten die Gutachter fest, weder aus orthopädischer, internistischer noch
aus neurologischer Sicht seien Diagnosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz zu
stellen (IV-act. 63-22 f.).
A.i RAD-Arzt Dr. G._ nahm am 6. Oktober 2016 zum Gutachten Stellung, es lägen
keine die Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätigkeit
beeinträchtigenden Gesundheitsstörungen vor (IV-act. 64).
A.j Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 67). Mit
Einwand vom 28. Oktober 2016 (IV-act. 68) und dessen Ergänzung vom 30. November
2016 (IV-act. 71) machte die Versicherte im Wesentlichen geltend, die vorhandenen
Berichte von Dr. D._, Dr. C._ und Dr. M._ begründeten erhebliche Zweifel an der
Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit des Gutachtens. RAD-Arzt Dr. G._ kam in
seiner Stellungnahme zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin am 11. Januar 2017
zum Schluss, der Einwand enthalte keine neuen, dem psychiatrischen Gutachter nicht
bekannte, von ihm nicht detektierte oder nicht gewürdigte Tatsachen.
Medizintheoretisch sei an der bisherigen Einschätzung des Gutachtens festzuhalten
(IV-act. 72).
A.k Mit Verfügung vom 11. Januar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
hinsichtlich Rente ab. Zur Begründung verwies sie auf das Gutachten sowie die RAD-
Stellungnahme vom 11. Januar 2017 und auf den bei einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit
resultierenden Invaliditätsgrad von 7% (IV-act. 73).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 11. Januar 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin K. Herzog, M.A. HSG in Law, am 15. Februar 2017 Beschwerde
erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen
auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen bzw. ein Gerichtsgutachten
einzuholen. Aufgrund des sehr auffälligen und von mehreren traumatischen Erlebnissen
geprägten Lebenslaufs, des Suizidversuchs und der medizinischen Aktenlage sei nicht
nachvollziehbar, dass die MEDAS-Gutachter weder eine depressive Störung noch eine
posttraumatische Belastungsstörung erkennen konnten. Die Gutachter hätten sich
nicht mit den Diagnosen von Dr. D._, Dr. M._ und Dr. C._ auseinandergesetzt
und diese auch nicht nachvollziehbar verneint. Die Schlussfolgerungen beruhten mit
grosser Wahrscheinlichkeit einzig auf der von der Neuropsychologin angeblich
festgestellten Aggravation, welche die behandelnden Ärzte nicht festgestellt hätten. Die
ausschliesslich in der neuropsychologischen Testung festgestellte Aggravation könne
nicht nachvollzogen werden. Es fehle an einer Abgrenzung zu verdeutlichendem
Verhalten. Im Gutachten könne nicht erkannt werden, welches die psychiatrischen
Feststellungen seien und inwiefern diese bereits unter dem Einfluss der
neuropsychologischen Beurteilung stünden. Es fehle an einer psychiatrischen
Einschätzung, die sich mit den bisherigen Beurteilungen auseinandersetze. Das
Gutachten weise gravierende Mängel auf und sei unsorgfältig erstellt worden. Es
komme ihm kein Beweiswert zu. Gemäss Dr. C._ bestehe seit 2015 eine
Teilarbeitsfähigkeit von derzeit 50%. Die Beschwerdeführerin habe Anspruch auf
mindestens ein halbe Rente (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten entspreche den Anforderungen der
Rechtsprechung und es könne darauf abgestellt werden. Der psychiatrische Gutachter
habe sich mit den Diagnosen von Dr. C._ und der psychopharmakologischen
Behandlung eingehend auseinandergesetzt. Er sei auch eingehend auf die
psychosozialen Belastungen eingegangen und habe zu deren Auswirkung Stellung
genommen. Insgesamt könne auch gestützt auf die ausführlichen und
nachvollziehbaren Stellungnahmen von Dr. G._ auf die Beurteilung der MEDAS-
Gutachter abgestellt werden. Zusammenfassend lägen vorrangig psychosoziale
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Belastungsfaktoren vor, welche zeitweilig auch affektive Symptome begründeten, nicht
aber in versicherungspsychiatrischer Hinsicht Relevanz erlangten. Es bestehe für alle
Fachbereiche eine Arbeitsfähigkeit von angestammt und adaptiert 100% (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 15. Juni 2017 macht die Beschwerdeführerin geltend, die
Beschwerdegegnerin habe für die Beschwerdeantwort mehrheitlich die RAD-
Stellungnahme vom 11. Januar 2017 übernommen. Sie übersehe, dass das Gutachten
sowohl fehlerhaft als auch unvollständig sei. Es fehle an einer nachvollziehbaren
psychiatrischen Beurteilung; diese sei überlagert durch die im neuropsychologischen
Gutachten angeblich festgestellte Aggravation. Die neuropsychologische Testung sei
jedoch nicht einmal zu Ende geführt worden. Es fehle an einer nachvollziehbaren
Begründung, weshalb die erhobenen Befunde keine Einschränkungen verursachten
und keine Diagnose ermöglichten (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 29. Juni 2017 auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016,
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8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden
objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und
vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch
unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte
Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der
Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE
141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen
einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427, E. 6 a. E.).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit
Hinweisen).
2.
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Vorliegend ist die Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens vom 23. September
2016 umstritten, welches der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 100%
attestiert.
2.1 Die Beschwerdeführerin schildert zusammenfassend eine unschöne, auch
gewaltgeprägte Beziehung zu ihrer Stiefmutter ab ihrem etwa 5. Lebensjahr. Um dieser
zu entkommen, habe sie mit 16 Jahren ihren ersten Ehemann geheiratet. Dieser habe
sie misshandelt und in die später von Krieg beherrschte Heimat zurückgeschickt. Im
Jahr 2001 habe sie ihre in der Schweiz lebende leibliche Mutter kennengelernt, welche
ihr zu einer Rückkehr in die Schweiz verholfen habe. 2003 habe sie sich vom Ehemann
getrennt und in der E._ AG zu arbeiten begonnen. Im Jahr 2008 habe sie erneut
geheiratet. Auch diese Beziehung sei problematisch geworden. Im Jahr 2012 habe sie
20 Tabletten Dafalgan eingenommen, "um Ruhe zu haben". Am _ 2013 sei sie auf
dem Eis ausgerutscht und deswegen während drei Monaten arbeitsunfähig gewesen.
Bis dahin sei es ihr recht gut ergangen, danach sei sie vom Arbeitgeber immer mehr
unter Druck gesetzt worden. Man habe ihr nicht geglaubt, dass sie wirklich krank sei.
Dies habe sie enttäuscht und belastet, und ihr psychischer Zustand habe sich
zunehmend verschlechtert. Nach Ende der Schwangerschaft 2013 sei es zur
Depression mit Wahn- und Panikzuständen gekommen (IV-act. 63-8 ff., 17; vgl. auch
Assessment vom 16. April 2015, IV-act. 35; Bericht Haushaltabklärung vom 6.
November 2015, IV-act. 47-1, 7). Im Mai 2016 sagte sie aus, gegenwärtig fühle sie sich
psychisch nicht genesen, leide an Albträumen, dem Gefühl, auf der Strasse verfolgt zu
werden sowie Nervosität (IV-act. 63-14). Sie müsse manchmal weinen, fühle sich in
ihrer Ehe gefangen und habe nach dem Aufstehen Gelenkschmerzen (IV-act. 63-10).
2.2 Dr. C._ hielt im Verlaufsbericht vom 17. Mai 2015 als Diagnose u.a. eine
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen
(ICD-10: F33.22) fest. Seit März 2015 bestehe im Rahmen schwerer Depressivität eine
psychotische Symptomatik. Die Beschwerdeführerin erlebe akustische Halluzinationen
sowie oft Flashbacks der Kindheitstraumata (IV-act. 36-2). Gegenüber dem
psychiatrischen Gutachter führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei nervös, fühle sich
manchmal auf der Strasse verfolgt. Seit Januar 2016 erhalte sie Zyprexa. Bis dahin
habe sie manchmal das Gefühl gehabt, eine Stimme zu hören. Es sei eher ein Gefühl
als ein Erleben gewesen. Seit Januar 2016 sei das Gefühl, verfolgt zu werden, nur noch
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einmal aufgetreten (IV-act. 63-10). Der Gutachter hielt als objektiven Befund fest, das
Ich-Bewusstsein sei ungestört, die Ich-Grenzen schienen intakt. Die berichteten
Phänomene der "Verfolgung" entsprächen allenfalls Zwangsgedanken, jedoch bestehe
kein Wahn. Die auffälligen Gedanken seien der Beschwerdeführerin bewusst und somit
Ich-synton. Der Affekt sei nicht depressiv, gelegentlich aber etwas nachdenklich, wenn
die Beschwerdeführerin über ihre beiden Ehen berichte. Eine Antriebsschwäche oder
relevante Müdigkeit bestünden nicht. Realitätsorientierung und Realitätsbezug seien
grösstenteils adäquat (IV-act. 63-12 f.). Beurteilend erklärte der Gutachter, die von der
Beschwerdeführerin und ihrer behandelnden Psychiaterin geschilderte wahnhafte
Symptomatik müsse von anderen Denkstörungen abgegrenzt werden, speziell von
Zwangsgedanken. Letztere seien bewusst und würden nicht als von aussen oder von
einer anderen Person gemacht erlebt. Bei der Beschwerdeführerin bestünden keine
Wahneinfälle, Wahnwahrnehmungen und Wahnsysteme. Auch ergebe sich sonst keine
psychopathologisch definierte Dynamik, die für eine psychotische Störung sprechen
würde. Gegenwärtig könne eine relevante depressive Störung ausgeschlossen werden.
Es würden von der Beschwerdeführerin lebensbestimmende Konflikte und
symptomauslösende krisenhafte Situationen aus der Gegenwart und Vergangenheit
berichtet, welche sich durchaus situativ zeitweise auf ihre Stimmung und ihr
Aktivitätsniveau auswirken könnten. Die Ursachen seien jedoch psychosozialen
Ursprungs und wären in der Gegenwart durch entsprechende Veränderung der
Lebenssituation abzumildern (IV-act. 63-18). Die Beschwerdeführerin wendet ein, der
Gutachter übersehe, dass bewusste Gedanken als fremd wahrgenommen würden und
folglich ich-dyston seien. Die Verneinung von Wahn bzw. Halluzinationen sei nicht
nachvollziehbar (act. G 1, N 36). Sie belegt dies aber nicht mit einer fachärztlichen
Aussage, die sich hierzu und insbesondere zum Einfluss der Ich-Syntonie oder Ich-
Dystonie auf die Arbeitsfähigkeit äussert.
2.3 Mit Bezug auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
führt der psychiatrische Gutachter aus, die Beschwerdeführerin führe die auch
gegenwärtigen Beschwerden auf ihre Kindheitserfahrungen zurück. Sie berichte, das
Ganze habe sich später durch die Misshandlungen in ihren Ehen verstärkt. Sie habe
manchmal Albträume, tagsüber denke sie über diese nach. Die erste Scheidung habe
sie schwer getroffen, deshalb sei sie vorsichtig. Sie habe Angst, das alles noch einmal
durchzumachen (IV-act. 63-12). Der Gutachter führte aus, die Kindheitserlebnisse seien
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für die Beschwerdeführerin schwerwiegend gewesen und hätten ein konflikthaftes
Geschehen in Gang gesetzt. Es sei auch heute noch möglich, dass die
Beschwerdeführerin davon träume und sich erinnere und auch, dass die früheren
Erlebnisse durch bestimmte aktuelle Ereignisse aktualisiert würden. Ebenso erscheine
plausibel, dass die Beschwerdeführerin ihre partnerschaftlichen Beziehungen in
ähnlicher Weise gestalte, wie sie dies in den Beziehungsschwierigkeiten ihres Vaters
und im Verhältnis zu dessen Frauen beschreibe. Dies entspreche jedoch nicht einer
posttraumatischen Belastungsstörung, für diese fehlten schlicht die diagnostischen
Kriterien (IV-act. 63-18). Der RAD bestätigt aufgrund der Akten das Nichtvorliegen einer
PTBS (Stellungnahme vom 11. Januar 2017, IV-act. 72-2). Die behandelnde
Psychiaterin äusserte zunächst lediglich den Verdacht auf eine posttraumatische
Belastungsstörung (Arztbericht vom 27. August 2014, IV-act. 17-1). In der Tagesklinik
des Psychiatriezentrums F._ waren aufgrund des zurückhaltenden Kontaktverhaltens
der Beschwerdeführerin keine genügenden Hinweise erhebbar, um die Diagnose zu
bestätigen (Bericht vom 26. November 2014, IV-act. 21-4). Im Bericht vom 8. April 2015
bestätigte Dr. C._ die Diagnose, jedoch ohne sie anhand der einschlägigen Kriterien
zu begründen (vgl. IV-act. 32). Die medizinischen Akten enthalten keine objektiven
Gesichtspunkte dafür, dass entgegen dem Gutachten eine PTBS bestehe. Die
Beschwerdeführerin berichtet hinsichtlich der belastenden Erlebnisse über Albträume,
die ihren Schlaf unterbrechen und sie tagsüber beschäftigen. Schwerwiegendere, das
Befinden bzw. die Funktionalität dauerhaft tangierende Auswirkungen werden jedoch
nicht beschrieben. Das Gutachten ist somit im Ergebnis, wonach keine die
Arbeitsfähigkeit im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn einschränkende PTBS
vorliege, nachvollziehbar. Nachdem die Diagnose weder in einer dreimonatigen
tagesklinischen Behandlung noch anlässlich der dreistündigen gutachterlichen
Exploration (IV-act. 63-13) bestätigt werden konnte, ist nicht davon auszugehen, dass
eine weitere Begutachtung zu einem anderen Ergebnis führen würde.
2.4 Zur Persönlichkeit hält der psychiatrische Gutachter fest, die Beschwerdeführerin
wirke stellenweise selbstunsicher, verfüge jedoch auch über deutlich abhängige,
unreife sowie vermeidende Züge (IV-act. 63-13). Es sei allenfalls von einer
Persönlichkeitsakzentuierung auszugehen, wobei relevante Beeinträchtigungen der
Funktionsfähigkeit sowie pathologische Persönlichkeitszüge nicht bestünden, auch
wenn eine Akzentuierung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale offensichtlich sei. Die
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Ausdauer, mit der die Beschwerdeführerin langjährig auch widrige Umstände ertrage
und meistere, Kinder erziehe und für diese sorge, spreche jedoch eher gegen eine
defizitäre Ich-Stabilität (IV-act. 63-18). In Anbetracht der Diagnosekriterien einer
Persönlichkeitsstörung, wonach eine Abweichung in Kognition, Affektivität,
Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung oder im zwischenmenschlichen Umgang
stabil, von langer Dauer sein und in Kindesalter oder Adoleszenz begonnen haben
muss (vgl. H. DILLING/H.J. FREYBERGER, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation
psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S. 234 f.), erscheint nachvollziehbar, dass
diese Diagnose aufgrund des früheren Funktionsniveaus der Beschwerdeführerin vom
Gutachter ausgeschlossen wird.
2.5 Die Gutachter fanden erhebliche Inkonsistenzen. So hielt die neuropsychologische
Gutachterin fest, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entsprächen die gezeigten
Leistungen nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Dafür sprächen die Ergebnisse in
einem gut standardisierten Performanzvalidierungstest und die Inkonsistenzen
innerhalb von Testverfahren. Zudem fänden sich Inkonsistenzen zwischen den
Ergebnissen, dem gezeigten Verhalten und den subjektiven Angaben. Unter
Anwendung der Slick-Kriterien ergäben sich Hinweise auf Aggravation (IV-act. 63-54,
55 f.). Wären die gezeigten, deutlich ausgeprägten Defizite von Aufmerksamkeit,
Gedächtnis und der Exekutivfunktionen gültig, wäre die Versicherte deutlich
verlangsamt, könnte sich kaum neue Informationen merken, einem längeren Gespräch
folgen oder längere Handlungen aufrecht erhalten. Sie hätte Mühe, sich an neuen Orten
zu orientieren, selbständig Termine wahrzunehmen und wäre bereits in einfachen
Belangen auf Unterstützung angewiesen (IV-act. 63-54 f.). Die Auffälligkeiten im
Performance-Validierungsverfahren könnten im gezeigten Ausmass nicht durch eine
Depression oder eine posttraumatische Belastungsstörung oder die Fremdsprachigkeit
erklärt werden (IV-act. 63-56). Der psychiatrische Gutachter bestätigte dies und
ergänzte, die Auffälligkeiten erschienen aus psychiatrischer Sicht als bewusstseinsnah
(IV-act. 63-16 f., 24). Dazu passten auch die teilweise nicht detektierbaren oder
deutlich unter dem Referenzbereich liegenden Medikamentenspiegel trotz bewusster
anamnestischer Angabe und Beteuerung einer täglichen, regelmässigen
medikamentösen Einnahme (IV-act. 63-25).
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2.6 Die Ausführungen der Gutachter zu den geltend gemachten kognitiven
Einschränkungen scheinen plausibel: In der vor der neuropsychologischen Testung
durchgeführten psychiatrischen Exploration (4. und 24. Mai 2016, IV-act. 63-1)
erschienen Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis intakt (IV-act. 63-12).
Lediglich im Arztbericht vom 27. August 2014 hatte Dr. C._ vermerkt,
Aufmerksamkeitsdefizite seien klinisch eruierbar (IV-act. 17-2). Ihre späteren Berichte
vom 7. Januar 2015 und vom 13. Mai 2015 erwähnten vor allem mit der Affektivität,
den Erinnerungen und der Wahrnehmung zusammenhängende Befunde (vgl. IV-act.
22-3 und IV-act. 36-2). Auch Dr. D._ hatte vorbehältlich einer noch leicht
verminderten Konzentration im Rahmen der klinischen Prüfung intakte kognitive
Fähigkeiten festgestellt (Bericht vom 10. März 2014, Fremdakten, act. 1-10). Zudem
wurden die Auswirkungen durch ein angepasstes Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt.
Dieses beinhaltet im Wesentlichen einfache, eher manuelle Routinetätigkeiten ohne
höhere intellektuelle Anforderungen mit sich wiederholenden und vorgegebenen
Abläufen, ohne Verantwortung für andere Mitarbeiter, übermässigen Zeitdruck,
Multitasking, regelmässigen Publikumsverkehr und möglichst ohne Schichtarbeit (IV-
act. 63-17, 19)
2.7 Als verbleibende psychiatrische Beeinträchtigungen ohne Einfluss auf die
invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsfähigkeit erhob der psychiatrische
Gutachter (1.) Sonstige Reaktionen auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8), (2.) eine
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z73.1), (3.) Probleme mit Bezug auf
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73) sowie (4.) eine remittierte
postpartale Depression (IV-act. 63-20). Die orthopädische Gutachterin stellte im
Wesentlichen nebst Verkürzungen des Metacarpale IV, V beidseits, einem leicht
inkongruenten Gelenk metakarpophalangal sowie Verkürzungen des Os metarsale IV,
der Grund- Mittel- und Endphalanx IV, einer leichtgradigen Hammerzehe und einem
sehr diskreten Hallux valgus eine deutliche ventrale Spondylolyse C6/7 fest (IV-act.
63-36 f.). Relevante Probleme aus orthopädischer Sicht konnten nicht objektiviert
werden (IV-act. IV-act. 63-32 f., 37). Der neurologische Gutachter interpretierte die von
der Beschwerdeführerin beklagten Kopfschmerzen "eher" als Spannungsschmerzen
denn als klassische Migräne (IV-act. 63-48). Versicherungsmedizinisch seien sie nicht
quantitativ dauerhaft relevant. Sie seien eher im Zusammenhang mit der psychischen
Symptomatik zu bewerten und auch in der Arbeitsfähigkeitsbewertung dort zu
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subsumieren. Bezüglich der beklagten Gliederschmerzen lasse sich lediglich eine
Druckempfindlichkeit der Muskulatur beschreiben, jedoch ohne radikuläre oder
peripher-neurogene Schmerzkomponente, speziell ohne neurogene Schmerzanteile. Es
erscheine auch hier wahrscheinlich, dass ein Zusammenhang mit dem psychischen
Gesundheitsschaden bestehe (IV-act. 63-48). Somit könnten aus neurologischer Sicht
keine Diagnosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz gestellt werden. Auch aus
neurologischer Sicht finde sich keine Ursache für die in der neuropsychologischen
Begutachtung gezeigte Minderleistung (IV-act. 63-46). Aus somatischer Sicht erwähnt
die Beschwerdeführerin eine orthopädische und rheumatologische Abklärung ihrer
Gelenkschmerzen an Armen und Beinen vor längerer Zeit (IV-act. 63-10). Darüber
hinaus sind jedoch keine fachmedizinischen Abklärungen oder Behandlungen
aktenkundig. Zudem richtet sich die Beschwerde hauptsächlich gegen die Beurteilung
des psychiatrischen Gutachters. Es ist damit nachvollziehbar, dass - auch unter
Berücksichtigung der neurologisch schlüssig beurteilten Kopfschmerzen - keine sich in
relevanter Weise auswirkenden somatischen Erkrankungen bestehen.
2.8 Aus dem Gutachten geht somit schlüssig hervor, dass die geltend gemachten
Einschränkungen nicht auf objektivierbaren Gesundheitsschäden, sondern
hauptsächlich auf psychosozialen Belastungsfaktoren beruhen. In der Gesamtschau
seien - so der gutachterliche Konsens - deutliche psychosoziale Belastungsfaktoren
gegeben, insbesondere anhaltende Partnerschaftskonflikte, Schwierigkeiten mit dem
Sohn. Dadurch bestünden lebensbestimmende Konflikte und symptomauslösende
krisenhafte Situationen, welche die Stimmung und das Aktivitätsniveau der
Beschwerdeführerin situativ zeitweise beeinflussen könnten (IV-act. 63-25). Die
beklagten Einschränkungen sind auch nicht in der von der Beschwerdeführerin geltend
gemachten Schwere nachzuweisen. Vielmehr ergab die neuropsychologische
Begutachtung klare Hinweise auf eine Verfälschung der Befunde bzw. auf Aggravation.
Auch die offensichtlich fehlende Compliance bei der Medikamenteneinnahme spricht
gegen eine schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigung. Sodann verfügt die
Beschwerdeführerin als Ressourcen über eine durchschnittliche bis gute Flexibilität
und Umstellungsfähigkeit sowie Kompromissbereitschaft. Sie ist in der Lage, sich
einfaches Wissen anzueignen und in einer einfachen, ihrer beruflichen Qualifikation
entsprechenden Tätigkeit anzuwenden. Sie verfügt über ausreichende Kompetenz, ist
mobil und kann sich im Alltag selbst versorgen (IV-act. 63-19, 21). Gemäss Gutachten
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besteht keine wesentliche defizitäre Ich-Stabilität, vielmehr scheine auch das erweiterte
soziale Umfeld hinreichend stabil. Auch habe die Beschwerdeführerin von 2003 bis
2014 mit 100% Pensum gearbeitet und trotz Migration und Erlernen einer neuen
Sprache Durchhaltefähigkeit, Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit bewiesen und
eine insgesamt gute persönliche Ressourcenlage gezeigt (IV-act. 63-25). Andererseits
sind die Sprachkenntnisse gering und die Beschwerdeführerin verfügt über keine PC-
Kenntnisse (IV-act. 63-46).
2.9 Zusammenfassend berücksichtigt das Gutachten die geltend gemachten
Beschwerden und die medizinischen Akten. Es ist nachvollziehbar und schlüssig. Das
psychiatrische Hauptgutachten erörtert nach der Anamnese der Beschwerden die
Ergebnisse der neuropsychologischen Begutachtung (IV-act. 63-14 bis 63-17), woran
sich die Beurteilung unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Begutachtung
anschliesst (IV-act. 63-17 f., jeweils kursive Titel). Soweit das Gutachten ab dem
Zeitpunkt insbesondere der psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchung
der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert, ist darauf abzustellen.
3.
3.1 Rückwirkend lag gemäss Gutachten psychiatrisch und interdisziplinär betrachtet
lediglich vom 16. Dezember 2013 bis 7. Januar 2014 eine 100%-ige und vom 7. Januar
2015 bis Mai 2015 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit vor (IV-act. 63-27, 30). Seither
besteht eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit (IV-act. 63-21, 27). Die
Beschwerdeführerin selbst schilderte, nach der Entbindung im September 2013 sei sie
zunächst drei Monate im Erziehungsurlaub gewesen. Nach der Entbindung seien aber
Depressionen aufgetreten, weshalb ihr zunächst für einen Monat von der Hausärztin,
danach für weitere drei Monate von ihrer Psychiaterin Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden sei. Später sei sie zwei Monate lang ambulant psychiatrisch betreut worden. In
dieser Zeit sei sie noch zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Nach Auflösung des
Arbeitsverhältnisses im Juni 2014 sei sie weiter psychiatrisch zu 100% arbeitsunfähig
gewesen, dies auch, als sie im August/September/Oktober 2014 in die Tagesklinik
gekommen sei. Erst seit Dezember 2015 sei sie zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 63-8).
Seit Januar 2016 habe sie Zyprexa verschrieben erhalten. Das zuvor gehabte Gefühl,
auf der Strasse verfolgt zu werden, sei seither nur noch einmal aufgetreten. Das Gefühl,
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dass ihr jemand nachrufe, habe sich in letzter Zeit auch nicht mehr wiederholt (IV-act.
63-10).
3.2 Die erstgenannte Arbeitsunfähigkeitsperiode lässt sich zeitlich mit der postpartalen
Depression begründen (Geburt der Tochter am _ 2013, IV-act. 5-5). Eine
anschliessende durchgehende volle Arbeitsfähigkeit ab dem 8. Januar 2014 bis zu der
von den Gutachtern ab dem 7. Januar 2015 wiederum anerkannten Arbeitsunfähigkeit
von 50% erscheint indes nicht nachvollziehbar; dies bereits in Anbetracht der mit der
Behandlung in der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums F._ vom 11. August bis
7. November 2014 (vgl. IV-act. 21) einhergehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit.
Dr. D._, Vertrauensarzt des Krankentaggeldversicherers, attestierte zudem am 10.
März 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis 31. Mai 2014 und eine Arbeitsfähigkeit
von 50% ab 1. Juni 2014 (Fremdakten, act. 1-8 ff.). Die behandelnde Dr. C._ schrieb
die Beschwerdeführerin bis zum 30. Juni 2014 zu 100% arbeitsunfähig (Arztzeugnisse
vom 26. Mai und 13. Juni 2014, IV-act. 3-2 f.). Im Verlaufsbericht vom 11. Juni 2014
schilderte sie eine Dekompensation mit leicht wahnhaften Elementen. Die
(vorgesehene) Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50% sei nicht zumutbar gewesen (IV-
act. 17). Im Arztbericht vom 27. August 2014 schätzte sie die Arbeitsfähigkeit
quantitativ auf 50%, allerdings bis mindestens Februar 2015 noch mit verminderter
Leistungsfähigkeit (IV-act. 17-3). Die behandelnde Psychiaterin und Psychologin in der
Psychiatrischen Tagesklinik F._ attestierten der Beschwerdeführerin für die Dauer der
Behandlung vom 11. August bis 7. November 2014 nachvollziehbar eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Anschliessend war angedacht, den beruflichen Einstieg
am 24. November bzw. 1. Dezember 2014 mit einer Arbeitsfähigkeit von 20% zu
beginnen und mit 50% fortzusetzen (Bericht Psychiatrisches Zentrum F._ vom 26.
November 2014, IV-act. 21; Verlaufsbericht Dr. C._ vom 7. Januar 2015, IV-act. 22).
Im Gutachten fehlt betreffend die rückwirkende Festlegung der Arbeitsfähigkeit für das
Jahr 2014 eine Auseinandersetzung mit den genannten Arztberichten bzw. den
dortigen Arbeitsfähigkeitsschätzungen. In der "fachspezifischen Aktendiskussion" wird
zwar auf die "Ausführungen im psychiatrischen Text" verwiesen (IV-act. 63-20); eine
substantielle Auseinandersetzung des psychiatrischen Gutachters mit den durch Dr.
D._, Dr. C._ und das Psychiatrische Zentrum F._ attestierten
Arbeitsunfähigkeiten findet sich dort indessen nicht. Ab 7. Januar 2015 bestätigten Dr.
C._ sowie die Gutachter eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit, wobei die behandelnde Ärztin
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von einer Leistungsminderung von 50% bis 80% ausgeht, welche indes von den
Gutachtern nachvollziehbar nicht anerkannt wird (IV-act. 22-2 und 63-30).
3.3 Aufgrund der vorhandenen Beurteilungen ist gesamtbetrachtend davon
auszugehen, dass auch nach der Remission der postpartalen Depression im
Längsverlauf durchschnittlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50%, eventuell auch höher, bestand. Eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit ist während des Aufenthalts in der psychiatrischen Tagesklinik vom
11. August bis 7. November 2014 ausgewiesen. Ab dem 1. Dezember 2014 ist eine
höhere als 50%-ige Arbeitsunfähigkeit als beweislos zu bezeichnen und mit den
Gutachtern ist davon auszugehen, dass ab anfangs Juni 2015 wieder eine vollständige
Arbeitsfähigkeit vorlag.
4.
4.1 Nach dem Gesagten bestand in der bisherigen Tätigkeit gemäss Gutachten und
den weiteren medizinischen Akten ab 16. Dezember 2013 zunächst eine
vollumfängliche und ab Januar 2014 überwiegend wahrscheinlich eine zumindest 50%-
ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 63-27). Damit lag ab 16. Dezember 2013 durchwegs eine
mindestens 40%-ige Arbeitsunfähigkeit vor und war das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs.
1 lit. b IVG am 17. Dezember 2014 abgelaufen. Die Beschwerdeführerin meldete sich
am 19. Juni 2014 zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Somit besteht ein allfälliger
Rentenanspruch ab 1. Dezember 2014 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG i.V.m. Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG). Für den Einkommensvergleich massgebend ist somit das Jahr 2014 (BGE
129 V 222).
4.2 Bis zum Austritt aus der Tagesklinik am 7. November 2014 lag eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit und ab dem 1. Dezember 2014 gemäss vorstehenden Erwägungen
eine solche von 50% vor. Der Einkommensvergleich ist demnach auf Basis einer 50%-
igen Arbeitsfähigkeit vorzunehmen.
4.3 Im Jahr 2012 erzielte die Beschwerdeführerin ein Einkommen von Fr. 61'991.--,
wobei es in den Jahren davor tiefer ausgefallen war (vgl. Auszug aus dem individuellen
Konto [IK]; vgl. auch Lohnjournal, IV-act. 13-11). Unter Berücksichtigung der
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Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung, T 39, Indizes
Frauen: 2012: 2630, 2014: 2673) beläuft es sich auf Fr. 63'005.--. Dies entspricht dem
Valideneinkommen, da anzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt der
Depression nach dem Mutterschutzurlaub wieder vollzeitlich an den Arbeitsplatz
zurückgekehrt wäre. Das Durchschnittseinkommen gemäss Lohnstrukturerhebung
2014 betrug für Frauen, Kompetenzniveau 1, Fr. 53'793.-- (Informationsstelle AHV/IV,
IV, Ausgabe 2019, Bern 2019, Anhang 2). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% beträgt
das Invalideneinkommen Fr. 26'897.-- (Fr. 53'793.-- x 0,5). Ein Tabellenlohnabzug ist
nicht vorzunehmen, da die gesundheitlichen Einschränkungen bereits in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten sind. Somit beträgt der Invaliditätsgrad 57,3%
([Fr. 63'005.-- - Fr. 26'897.--] : Fr. 63'005.--).
4.4 Die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit dauerte gemäss Gutachten bis (31.) Mai 2015. Seit
1. Juni 2015 besteht laut Gutachten eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit (IV-act.
63-27). Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m.
Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog
anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 125 E. 4a), wenn - wie
vorliegend - noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende
Änderung eingetreten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2011, 9C_996/2010, E.
8 mit weiteren Hinweisen). In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV hat die
Beschwerdeführerin vom 1. Dezember 2014 bis 31. August 2015 Anspruch auf eine
halbe Rente. Danach besteht aufgrund 100%-iger Arbeitsfähigkeit auch in der
angestammten Tätigkeit kein Rentenanspruch mehr.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit befristeter Wirkung vom 1.
Dezember 2014 bis 31. August 2015 eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
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5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In Anbetracht der
Tatsache, dass der Beschwerdeführerin statt der beantragten unbefristeten Rente nur
eine befristete Rente für neun Monate zugesprochen wird, ist ermessensweise von
einem Obsiegen zu einem Viertel auszugehen. Entsprechend bezahlt die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 150.-- und die
Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 450.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 450.-- daran anzurechnen und im
Umfang von Fr. 150.-- zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat am 11. August 2017 eine Honorarnote
über Fr. 5'307.10 (inklusive pauschale Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht
und macht einen überdurchschnittlichen Aufwand geltend (act. G 11, 11.1). Dem kann
nicht gefolgt werden. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass nicht der geltend gemachte,
sondern nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (Urteil des Bundesgerichts
vom 25. Februar 2009, 8C_140/2008, E. 11.1 mit Hinweisen). Umstritten ist
hauptsächlich das psychiatrische und neuropsychologische Gutachten, und auch die
medizinischen Akten betreffen fast ausschliesslich das psychiatrische Fachgebiet. Sie
sind im Vergleich zu üblichen IV-Fällen auch nicht besonders umfangreich. In
vergleichbaren invalidenversicherungsrechtlichen Fällen wird praxisgemäss eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) gesprochen (vgl. etwa Entscheid des Versicherungsgerichts vom 18.
August 2014, IV 2012/222, E. 4.3.2). Aufgrund des teilweisen Obsiegens hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit einer Pauschale von Fr. 875.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.