Decision ID: 1452cb87-aecb-4a72-89a2-edf2e5caca1a
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
1. A. K._,
2. B. K._,
Beschwerdeführer,
Rekurrenten,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Rekursgegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Erlass der Rückerstattung
Sachverhalt:
A.
A.a A. K._, Jahrgang 1930, meldete sich am 28. Oktober 2004 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zur Altersrente an. Im Anmeldeformular gab er an, es
bestehe eine Anmeldung für eine Rente in Deutschland, aber man habe noch keinen
Betrag erhalten (EL-act. 36-3). Die Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen (SVA) als EL-Durchführungsstelle stellte am 11. November 2004
Rückfragen an die AHV-Gemeindezweigstelle C._. Unter anderem fragte sie an, ob
bereits ein Entscheid der deutschen Rente vorhanden sei (EL-act. 35-2). Die AHV-
Zweigstelle teilte der EL-Durchführungsstelle am 29. November 2004 mit, der
Rentenentscheid von Deutschland stehe noch aus (EL-act. 31-2). Mit Verfügung vom
16. Dezember 2004 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten rückwirkend
ab 1. Juli 2004 EL in der Höhe von monatlich Fr. 1'268.- zu (EL-act. 30). Weitere
Verfügungen und Mitteilungen erfolgten am 29. Dezember 2004, 29. Dezember 2005
und 29. Dezember 2006 (EL-act. 30; 29;27).
A.b Anlässlich einer von der EL-Durchführungsstelle im Mai 2007 eingeleiteten
periodischen Überprüfung teilte der Versicherte mit, seine Ehefrau erhalte aus
Deutschland eine monatliche Rente von ca. Fr. 953.- (EL-act. 22-3). Gemäss
beigelegtem Rentenbescheid der Landesversicherungsanstalt D._ vom
19. November 2004 war der Rentenbeginn am 1. Juli 2004 (EL-act. 23-3). Mit
Verfügung vom 5. Dezember 2007 forderte die EL-Durchführungsstelle daraufhin
zwischen Juli 2004 und November 2007 zu viel bezahlte ordentliche EL in der Höhe
von Fr. 25'696.- und ausserordentliche EL in der Höhe von Fr. 5'136.- zurück (EL-
act. 20). Gleichentags erliess sie eine EL-Abweisungs-Verfügung mit Wirkung ab
1. Dezember 2007 infolge Einnahmenüberschusses von Fr. 2'313.- (EL-act. 13).
A.c Der Versicherte stellte am 28. Dezember 2007 ein Erlassgesuch (EL-act. 12-1),
das die EL-Durchführungsstelle mit Verfügung vom 8. Februar 2008 abwies. Der
Versicherte habe den Bezug der ausländischen Rente erst anlässlich der Revision 2007
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mitgeteilt. Somit habe er die Meldepflicht verletzt, weshalb ihm der gute Glaube nicht
zugesprochen werden könne (EL-act. 6). Am selben Tag verfügte sie gegenüber dem
Versicherten und dessen Ehefrau getrennt die Verrechnung von monatlich je Fr. 325.-
mit deren AHV-Renten ab 1. März 2008 (EL-act. 7; 8).
A.d Gegen die Verfügung vom 8. Februar 2008 betreffend Erlass erhob der
Versicherte am 6. März 2008 Einsprache. Der gute Glaube sei zu bejahen, da er die EL-
Durchführungsstelle über die Existenz einer zukünftigen Rente bei der EL-Anmeldung
informiert habe (EL-act. 2). Mit Einspracheentscheid vom 14. April 2008 wies der
Rechtsdienst der SVA in Vertretung der EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab. Der
Versicherte habe trotz Meldepflicht über die Rentenzusprache und die effektive
Rentenhöhe nicht bzw. nicht rechtzeitig informiert. Allein vom Rentenbetrag her hätte
er nicht davon ausgehen dürfen, dass die deutsche Rente keine Rolle spiele. Auch
habe er nicht annehmen können, dass die EL-Durchführungsstelle von irgendeiner
anderen Seite über Beginn und Höhe der deutschen Rente informiert werde. Nach
Erhalt der ersten EL-Verfügung vom 16. Dezember 2004 hätte der Versicherte das
Berechnungsblatt kurz prüfen und die EL-Stelle informieren müssen. Hätte er die Rente
früher gemeldet, wäre es nicht zu einer Rückforderung gekommen. Da der gute Glaube
nicht gegeben sei, brauche das Vorliegen einer grossen Härte nicht geprüft zu werden
(act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
und seiner Ehefrau vom 13. Mai 2008. Sinngemäss beantragen sie die Aufhebung des
Entscheids. Im Zusammenhang mit der EL-Anmeldung hätten sie stets nur mit der
Gemeindeverwaltung C._ Kontakt gehabt. In den Folgejahren hätten sie jährlich von
der Gemeindeverwaltung bestätigen lassen müssen, dass die Ehefrau nach wie vor
lebe und in C._ gemeldet sei. Die Gemeindeverwaltung habe von diesen
Bestätigungen Fotokopien gemacht. Als Beweis dieser Rentenmeldungen/-
Bestätigungen an die Gemeindeverwaltung legten die Beschwerdeführer Kopien der
Bestätigungen vom 20. Juli 2005, 13. Juni 2006 und 27. Juli 2007 bei. Als fachlich nicht
versierte Privatpersonen dürften sie in gutem Glauben davon ausgehen, dass
insbesondere die jährliche Bestätigung der deutschen Rente von der
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Gemeindeverwaltung an die entsprechenden kantonalen Stellen weitergeleitet würde
(act G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 4. Juni 2008 die Abweisung der

Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
Erwägungen:
1.
Die Verfügung vom 8. Februar 2008, mit der das Erlassgesuch des Beschwerdeführers
1 abgewiesen wurde, wurde nur ihm eröffnet. Die Einsprache vom 6. März 2008 führte
er alleine. Der Einspracheentscheid wurde wiederum nur ihm eröffnet. Beschwerde
erhob neben dem Beschwerdeführer 1 jedoch auch seine Ehefrau. Gemäss Art. 59 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder
den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat. Auf die Beschwerde beider Ehegatten ist somit
einzutreten.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der Verfügung vom 5. Dezember 2007 den Erlass der
Rückforderung ordentlicher und ausserordentlicher EL verweigert (EL-act. 17). Als
Rechtsmittel hat sie in dieser Verfügung die Einsprache angegeben. Betreffend
ordentliche EL ergibt sich die Einsprachelegitimation innert 30 Tagen aus Art. 52 Abs. 1
ATSG. Für die ausserordentlichen, d.h. kantonalrechtlichen EL bildet seit Inkrafttreten
des V. Nachtrags vom 27. Januar 2007 zum st. gallischen Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) Art. 11 des st. gallischen
Ergänzungsleistungsgesetzes (sGS 351.5) die gesetzliche Grundlage. Dieser Artikel
sieht gegen Verfügungen der Sozialversicherungsanstalt ebenfalls die Einsprache innert
30 Tagen vor. Die Einspracheerhebung war also frist- und formgerecht. Der
Einspracheentscheid vom 14. April 2008 nannte nur die Beschwerde innert 30 Tagen
gemäss Art. 56 ATSG als Rechtsmittel. Betreffend Erlass der Rückerstattung der
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ordentlichen EL war dies korrekt. Gemäss Art. 42 Abs. 1 lit. a VRP kann gegen
Einspracheentscheide der Sozialversicherungsanstalt über ausserordentliche EL
hingegen beim Versicherungsgericht Rekurs erhoben werden. Die Rekursfrist beträgt
14 Tage (Art. 47 Abs. 1 VRP). Die als Beschwerde bezeichnete Eingabe der
Beschwerdeführer vom 13. Mai 2008 ist gleichzeitig als Rekurs entgegenzunehmen. Da