Decision ID: b0571013-84de-5d45-8f30-7068fb2bff8a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 11. September 2015 in der Schweiz um
Asyl nach. Am 23. September 2015 fand die Befragung zur Person (BzP),
am 5. April 2017 die Anhörung und am 12. April 2018 die ergänzende An-
hörung statt. Hierbei machte er geltend, er sei im Alter von (...) Jahren ei-
nem (...) anvertraut, von der Amal-Bewegung grossgezogen und militä-
risch ausgebildet worden. Im (...) 1998 sei er in Israel von der israelischen
Armee festgenommen und bis (...) 2000 inhaftiert worden. Nach der Haft-
entlassung habe er für (...) der Amal-Bewegung gearbeitet und dank guter
Beziehungen grosse Besitztümer aufgebaut. Im Jahr 2005 habe er unbe-
schadet einen Bombenanschlag auf sein Auto überlebt. Um zu verhindern,
dass er die Amal-Bewegung verlasse, sei er 2007 ungefähr (...) inhaftiert
worden. Die Bewegung habe ihn unter anderem beauftragt, Informationen
über die islamistischen Terrororganisationen zu sammeln. Mit einem (...)
habe er eine sexuelle Beziehung gehabt. Anfang (...) 2015 sei er festge-
nommen und inhaftiert worden. Als Grund der Verhaftung sei seine Homo-
sexualität angegeben worden. Am (...) 2015 sei er einer Richterin vorge-
führt worden. Sein (...) sei damals ebenfalls inhaftiert worden. Kurz nach
seiner Haftentlassung habe er sich einen Reisepass ausstellen lassen und
sei erneut inhaftiert worden. Während der (...) Haft sei er misshandelt, ge-
foltert und gezwungen worden, ein Dokument zu unterzeichnen, mit dem
er – so vermute er – sein Vermögen an eine andere Person überschrieben
habe. Am (...) 2015 sei ihm sodann aufgrund seiner sexuellen Orientierung
gekündigt worden, womit er aus der Bewegung ausgeschlossen worden
sei und deren politischen Schutz verloren habe. Deshalb sei er bei einem
Freund untergetaucht und habe schliesslich den Libanon legal auf dem
Luftweg verlassen; nach seiner Ausreise sei ein Haftbefehl gegen ihn er-
lassen worden.
B.
Mit Verfügung vom 31. August 2018 (zugestellt am 4. September 2018)
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der
Wegweisung.
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C.
Mit Eingabe vom 4. Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer unter Bei-
lage zweier Arztberichte (Arztzeugnis B._ und Arztbericht
C._) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und bean-
tragte, es sei die Verfügung vom 31. August 2018 aufzuheben und das
SEM anzuweisen, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu ge-
währen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und aufgrund der Un-
zulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige
Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Verfügung aufzuheben und
die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In pro-
zessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und der rubrizierte
Rechtsvertreter als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizuordnen.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2018 stellte der Instruktionsrichter
fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens einstwei-
len in der Schweiz abwarten, hiess die Gesuche um Erlass der Prozess-
kosten gut und setzte den rubrizierten Rechtsvertreter als amtlichen
Rechtsbeistand ein. Gleichzeitig lud er das SEM zur Vernehmlassung ein,
das der Aufforderung mit Eingabe vom 16. Oktober 2018 nachkam. Mit Ein-
gabe vom 1. November 2018 replizierte der Beschwerdeführer unter Bei-
lage eines libanesischen Urteils vom (...) (Ausstellungsdatum [...]) und ei-
ner Kostennote.
E.
Mit Eingabe vom 7. Dezember 2018 informierte der Beschwerdeführer un-
ter Beilage seines Partnerschaftsausweises in Kopie das Bundesverwal-
tungsgericht über seine am (...) vor dem Zivilstandsamt D._ einge-
tragene Partnerschaft mit einem Schweizer Bürger.
F.
Mit Instruktionsverfügung vom 13. Dezember 2018 lud der Instruktionsrich-
ter das SEM zur Einreichung einer Duplik ein, das der Aufforderung mit
Eingabe vom 19. Dezember 2018 nachkam. Nach gewährter Fristerstre-
ckung reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Januar 2019 un-
ter Beilage einer aktualisierten Kostennote hierzu eine Triplik ein.
G.
Mit Eingabe vom 10. Mai 2019 informierte der Beschwerdeführer das Bun-
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desverwaltungsgericht unter Beilage seines B-Ausweises in Kopie, der Be-
willigungskopie sowie eines bis (...) befristeten Arbeitsvertrages vom (...)
über das erfolgreich abgeschlossene kantonale Familiennachzugsgesuch.
H.
Mit Schreiben vom 8. November 2018 erkundigte sich der Beschwerdefüh-
rer nach dem Verfahrensstand. Mit Schreiben vom 13. November 2019 be-
antwortete der Instruktionsrichter dieses Schreiben.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende
Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmun-
gen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG, Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
3.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl.
BVGE 2014/26 E. 5).
3.2 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der
Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen oder Richtern (vgl. Art. 21
Abs. 1 VGG).
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Seite 5
4.
4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen
an die Flüchtlingseigenschaft noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit
stand. Zwischen der israelischen Gefangenschaft in den Jahren 1998 bis
2000 und der Ausreise im Jahr 2015 bestehe kein Kausalzusammenhang;
auch sei den Akten keine aktuelle Bedrohung zu entnehmen, die auf diese
zurückzuführen sei. Dasselbe treffe für das Attentat auf das Auto im Jahr
2005 und die kurze Haftdauer aufgrund von Divergenzen mit dem Arbeit-
geber im Jahr 2007 zu. Sodann würden finanzielle Probleme (Verlust des
Vermögens) keine Asylrelevanz entfalten. Was die Homosexualität anbe-
lange, führe diese im Libanon für sich alleine nicht zu asylrelevanter Ver-
folgung. Hinzu komme, dass seine Aussagen zur Inhaftierung und zum Ge-
richtsverfahren im (...) 2015 unglaubhaft ausgefallen seien. Dasselbe treffe
auf die zweite Festnahme durch die Sicherheitskommission zu, sei diese
doch nicht nur vage und oberflächlich ausgefallen, sondern bestünden
auch Widersprüche hierzu in den verschiedenen Befragungen. Schliesslich
könne der Beschwerdeführer die geltend gemachte Gefährdungslage auf-
grund der Kündigung weder widerspruchsfrei noch detailliert beschreiben,
was den Eindruck vermittle, er könne nicht auf eine tatsächlich existierende
Bedrohungslage zurückgreifen.
4.2 Der Beschwerdeführer stellt dem in seiner Beschwerde insbesondere
entgegen, die Vorinstanz werde seiner komplexen Lebensgeschichte nicht
gerecht und neige dazu, einzelne Ereignisse isoliert zu betrachten, womit
sie den Sachverhalt ungenügend festgestellt habe. Zudem habe sie Vor-
bringen nicht erwähnt oder falsch verstanden. So seien die Entführung der
Nonnen Ende 2013 (es geht um die Nonnen, die Ende 2013 von islamisti-
schen Milizen aus einem syrischen Kloster entführt worden sind, für die der
(...) des Beschwerdeführers im Gefängnis verantwortlich gemacht worden
sei) und das Beschlagnehmen des Mobiltelefons seines Partners nicht er-
wähnt worden. Zudem sei er am (...) 2015 nicht von staatlichen Behörden,
sondern von der Sicherheitskommission verhaftet worden. Es treffe zwar
zu, dass er die Inhaftierungen in den Befragungen insbesondere mit seiner
Homosexualität begründet habe. Es sei aber naheliegend, dass dieser
Grund für die Inhaftierungen nur vorgeschoben worden sei und der eigent-
liche Grund der Ausschluss aus der Bewegung gewesen sei, was auch die
Kündigung wiederspiegle. Zudem zeige sich an der Argumentation der Vo-
rinstanz, dass diese die Vorbringen nicht in einen Gesamtkontext gestellt
habe, auch wenn seine Vorbringen einzeln betrachtet vielleicht keine Asyl-
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relevanz entfalten würden. Er sei ein ehemaliges Mitglied in der Amal-Be-
wegung gewesen, von der er nun ausgeschlossen worden sei. Was seine
Homosexualität anbelange, sei das von der Vorinstanz hierzu zitierte Urteil
lediglich ein Einzelrichterentscheid. An der ersten Anhörung habe er zu kei-
nem Zeitpunkt die Möglichkeit erhalten, seine Asylgründe frei vorzutragen.
Zudem sei der Komplexität der Vorbringen an dieser Anhörung nicht genü-
gend Rechnung getragen worden. Im Übrigen seien die von der Vorinstanz
aufgeführten Widersprüche zu entkräften und es könne ihr nicht darin ge-
folgt werden, dass seine Vorbringen oberflächlich, vage und stereotyp aus-
gefallen seien, bestehe doch bei ihm ein hochgradiger Verdacht auf eine
posttraumatischen Belastungsstörung.
4.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, aufgrund der Un-
glaubhaftigkeit der Vorbringen sei nicht davon auszugehen, dass der in den
beiden neu ins Recht gelegten Arztberichten festgestellte Verdacht auf eine
posttraumatische Belastungsstörung sowie das festgestellte Suizidrisiko
auf eine Verfolgung im Libanon zurückzuführen sei. Eine ärztliche Diag-
nose sei gemäss Bundesverwaltungsgericht kein Beweis für die Glaubhaf-
tigkeit des durch einen Asylsuchenden geltend gemachten traumatisieren-
den Ereignisses (BVGE 2015/11 E. 7.2.1 f.). Angesichts der Biographie des
Beschwerdeführers seien physische Verletzungen und psychische Be-
schwerden plausibel. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Vorfälle, die letzt-
lich zur Ausreise im Jahr 2015 geführt hätten, sei jedoch davon auszuge-
hen, dass die gesundheitlichen Beschwerden nicht auf die Asylvorbringen,
sondern vielmehr auf andere Ereignisse zurückzuführen seien, die weder
in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht in einem Kausalzusammenhang mit
der Ausreise stünden.
4.4 Dem stellt der Beschwerdeführer in seiner Replik im Wesentlichen ent-
gegen, die Vorinstanz erachte seine ehemalige Zugehörigkeit zur Amal-
Bewegung als glaubhaft. Sie betrachte jedoch erneut fälschlicherweise ein-
zelne Ereignisse isoliert. Nachdem er in der Bewegung in Ungnade gefal-
len sei, sei er inhaftiert und gefoltert worden, dabei habe seine Homosexu-
alität lediglich als Vorwand gedient. Sein gesundheitlicher Zustand sei so-
mit auf seine gesamte Tätigkeit für die Bewegung und insbesondere auf
die Inhaftierungen im Jahr 2015 zurückzuführen. Zudem belege das neue
Beweismittel zusammen mit dem bereits eingereichten Polizeirapport die
Inhaftierung im (...) 2015 in einem staatlichen Gefängnis. Er habe das Ur-
teil von seinem Freund erhalten und bis vor kurzem nicht gewusst, dass
ein solches ausgestellt worden sei.
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4.5 Die Vorinstanz stellt dem in ihrer Duplik entgegen, das neu eingereichte
Gerichtsurteil sei nicht geeignet, die Unglaubhaftigkeit der geltend ge-
machten Verfolgung umzustossen. Zum einen handle es sich um eine Ko-
pie und zum anderen könnten entsprechende Dokumente leicht angefertigt
werden. Auch seien die auf dem Dokument angebrachten Marken erwerb-
bar.
4.6 Der Beschwerdeführer hält in seiner Triplik an der Echtheit des einge-
reichten Dokuments fest und führt aus, es sei üblich, dass nicht das Origi-
nal, sondern lediglich Kopien der Urteile – wie vorliegend mit Stempel und
Marken versehen – ausgehändigt würden.
5.
5.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, die vorab zu be-
urteilen sind, da sie zu einer Kassation der vorinstanzlichen Verfügung füh-
ren können.
5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 BVGE
2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die
Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü-
fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht
erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-
lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-
derlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver-
waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
2013, Rz. 1043).
5.3 Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe Sachverhaltsele-
mente, insbesondere die Nonnen und das Mobiltelefon, nicht erwähnt, sei
der Komplexität des Sachverhalts nicht gerecht geworden und er habe in
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der (ersten) Anhörung seine Asylgründe nicht frei darlegen können. Hierzu
ist festzuhalten, dass sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit
jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken kann (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). Der Umstand, dass
die Vorinstanz nicht jedes einzelne Detail der Asylvorbringen in der Verfü-
gung festgehalten oder in der Begründung berücksichtigt hat, ist ebenso
wenig als Verletzung der Begründungspflicht zu werten wie die Tatsache,
dass die Vorinstanz nach einer gesamtheitlichen Würdigung der aktenkun-
digen Parteivorbringen und Beweismittel zu einem anderen Schluss ge-
langt als der Beschwerdeführer. Hierin liegt auch keine unrichtige oder un-
vollständige Sachverhaltsfeststellung. Da der Beschwerdeführer sowohl in
der BzP als auch in der ergänzenden Anhörung die Möglichkeit erhalten
hat, frei über seine Asylgründe zu berichten und bestätigte, all seine
Gründe dargelegt zu haben, ist ferner nicht zu beanstanden, dass in der
(ersten) Anhörung einzig spezifische Fragen gestellt wurden. Wie bereits
in der Beschwerde angemerkt wurde, wurde mit der ergänzenden Anhö-
rung auch der Kritik der Hilfswerksvertretung im Anschluss an die (erste)
Anhörung ausreichend Rechnung getragen (vgl. SEM-Akten A21/32 S. 30
und A30/27 S. 27, Unterschriftenblatt der Hilfswerksvertretung, Be-
schwerde S. 11 Ziff. 33). Im Übrigen lassen die Befragungsprotokolle nicht
darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesund-
heitlichen Beeinträchtigung (vgl. Arztzeugnis B._ und Arztbericht
C._) nicht in der Lage gewesen wäre, den Befragungen zu folgen.
Was schliesslich seine Rüge anbelangt, am (...) 2015 (zweite Festnahme)
sei er nicht von den staatlichen Behörden, sondern von der Sicherheits-
kommission verhaftet worden (Beschwerde S. 7 Ziff. 23), geht diese eben-
falls ins Leere, hat die Vorinstanz ihren Erwägungen doch genau diesen
Sachverhalt zugrunde gelegt (vgl. angefochtene Verfügung S. 3 oben). Zu-
sammenfassend ist festzustellen, dass den Akten weder eine Verletzung
der Begründungs- noch der Abklärungspflicht zu entnehmen ist und der
Sachverhalt ausreichend festgestellt wurde. Die formellen Rügen erweisen
sich daher insgesamt als unbegründet, weshalb keine Veranlassung be-
steht, die Sache aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6.
6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft
machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die
Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-
dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in
sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge-
blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden
(Art. 7 AsylG).
7.
7.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit
der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers
weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft noch an das
Glaubhaftmachen standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die zutref-
fenden und ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist. Die
Rechtsmitteleingabe ist auch in materieller Hinsicht nicht geeignet, zu einer
anderen Einschätzung zu gelangen, da der Beschwerdeführer lediglich an
der Glaubhaftigkeit der gemachten Aussagen festhält, indem er entweder
das bereits bei den Befragungen Dargelegte wiederholt oder die von der
Vorinstanz aufgeführten Ungereimtheiten nicht nachvollziehbar zu erklären
vermag.
7.2 Es ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass es an einem zeitlichen
Kausalzusammenhang zwischen der Haft von 1998 bis 2000 und der Aus-
reise im Jahr 2015 fehlt. Zudem machte der Beschwerdeführer nach dieser
Haftentlassung keine Nachteile geltend, die auf seine damalige Inhaftie-
rung zurückzuführen wären. Im Übrigen fand diese Inhaftierung auf israe-
lischem Boden durch israelische Streitkräfte statt (vgl. zusammengefasst:
Beschwerde S. 4 Ziff. 9). Es trifft ebenfalls zu, dass zwischen dem An-
schlag auf den (...) im Jahr 2005 und der Ausreise 2015 kein Zusammen-
hang zu erkennen ist und der Beschwerdeführer keine weiteren Anschläge
geltend machte. Die hierzu im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten
Beweismittel (insb. Haftbestätigung vom [...] in Kopie, medizinische Be-
richte, Unterlagen inkl. Polizeirapport zum Bombenanschlag mit Fotos ei-
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nes (...) aus dem Jahre 2005) sind nicht geeignet, an dieser Schlussfolge-
rung etwas zu ändern, untermauern sie doch lediglich den dargelegten
Sachverhalt und lassen hiermit ebenfalls keinen Bezug zur Ausreise im
Jahr 2015 erkennen. Die kurze und nicht belegte Inhaftierung im Jahr 2007
– die ebenfalls einen Zusammenhang zur Ausreise vermissen lässt – soll
einzig aufgrund von Divergenzen mit dem Vorgesetzten angeordnet wor-
den sein, der eine Kündigung vonseiten des Beschwerdeführers verhin-
dern wollte (vgl. z. B. SEM-Akten A21 F187 f. oder Beschwerde S. 4 Ziff.
12). Was den angeblichen Verlust des Vermögens anbelangt, sind Nach-
teile finanzieller Natur nicht geeignet, Asylrelevanz zu entfalten. Auch die
Tätigkeit für die Amal-Bewegung lässt für sich alleine nicht auf staatliche
Verfolgung schliessen. Bei der Amal handelt es sich um eine legale Partei,
die seit 1992 den Parlamentspräsidenten stellt und kontinuierlich im liba-
nesischen Parlament vertreten ist (vgl. <https://www.chatham-
house.org/2021/06/how-hezbollah-holds-sway-over-lebanese-state/02-in-
fluence-through-state-institutions>, zuletzt besucht am 15. September
2021). Es ist zudem anzumerken, dass sich der Beschwerdeführer vor sei-
ner Ausreise einen Reisepass ausstellen lassen konnte und den Libanon
legal mit diesem auf dem Luftweg verlassen hat, was unter anderem der
Ausreisestempel vom (...) 2015 belegt (Reisepass S. 6, zur Ausstellung
des Reisepasses im [...] 2015 vgl. z. B. SEM-Akten A21 F35, F43 f. und
F88).
7.3 Was die Vorbringen betreffend Festnahmen und Inhaftierungen im Jahr
2015 anbelangt, ist zusammen mit der Vorinstanz festzustellen, dass diese
insgesamt unglaubhaft ausgefallen sind. So soll die zweite Festnahme ge-
mäss BzP am Tag nach der Passausstellung (vgl. SEM-Akten A4 Ziff. 7.02)
und gemäss Anhörung noch am selben Tag stattgefunden haben (vgl.
SEM-Akten A21 F85 und F196). Sodann will sich der Beschwerdeführer
gemäss Anhörung zum Zeitpunkt dieser Festnahme im Wohnzimmer des
Vorgesetzten aufgehalten haben und in ein Gefängnis in E._ ge-
bracht worden sein (vgl. SEM-Akten A21 F123 und F129 f.), gemäss er-
gänzender Anhörung will er sich indessen im Wartezimmer des Vorgesetz-
ten aufgehalten haben und dann in eine dunkle Zelle in F._ gebracht
worden sein (vgl. SEM-Akten A30 F104 und F106). Weiter lassen die Schil-
derung des Hergangs des Gerichtsverfahrens nicht ansatzweise auf eine
tatsächliche Teilnahme an einem Gerichtsverfahren schliessen (vgl. z. B.
SEM-Akten A21 F95 ff., A30 F73 ff.). Es kann auch nicht sein, dass die
Richterin in einer halben Stunde bis auf die Frage, was er denn gemacht
habe, nichts gesagt haben soll (vgl. SEM-Akten A30 F76 f., F79 und F84).
Dasselbe trifft für seine Schilderungen zur Haft zu, die insbesondere vor
https://www.chathamhouse.org/2021/06/how-hezbollah-holds-sway-over-lebanese-state/02-influence-through-state-institutions https://www.chathamhouse.org/2021/06/how-hezbollah-holds-sway-over-lebanese-state/02-influence-through-state-institutions https://www.chathamhouse.org/2021/06/how-hezbollah-holds-sway-over-lebanese-state/02-influence-through-state-institutions
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dem Hintergrund der angeblich wiederholten Inhaftierung und längeren
Haftdauer nicht zu überzeugen vermögen. Namentlich ist unglaubhaft,
dass es auch in Haft – wie bei den Festnahmen oder der Gerichtsverhand-
lung – zu keinem Dialog gekommen sein soll (vgl. SEM-Akten A21 F135,
A30 F7 und F46 ff.). Sodann will der Beschwerdeführer bei seiner ersten
Haftentlassung im Gefängnis einen Entlassungsschein erhalten haben,
was er in der ergänzenden Anhörung jedoch explizit verneinte (vgl. SEM-
Akten A21 F91 und A30 F99). Zum Hergang der Übertragung seines Ver-
mögens während seiner Gefangenschaft stellt er sowohl in den Befragun-
gen als auch auf Beschwerdeebene lediglich oberflächliche Vermutungen
an, die nicht überzeugen. Hinzu kommt, dass die zeitlichen Angaben zur
Entlassung aus der letzten Haft und der Ausreise in keiner der vorgetrage-
nen Versionen mit dem Ausreisestempel im Reisepass in Einklang stehen
(vgl. SEM-Akten A4 Ziff. 7.01 und A21 F30). Die Widersprüche konnte der
Beschwerdeführer weder im Rahmen des rechtlichen Gehörs noch auf Be-
schwerdeebene nachvollziehbar aufklären (vgl. z. B. SEM-Akten A21 F194
ff. und A30 F102). Die Erklärungsversuche auf Beschwerdeebene – na-
mentlich: die Missverständnisse seien auf Übersetzungsprobleme zurück-
zuführen oder er habe lediglich Daten durcheinandergebracht – vermögen
nicht zu überzeugen und finden auch keinen Rückhalt in den Befragungs-
protokollen, womit sie ins Leere gehen. Schliesslich trifft es zwar zu, dass
die Ausführungen des Beschwerdeführers teilweise durchaus wortreich
ausgefallen sind (vgl. hierzu auch die aufgelisteten Beispiele in der Be-
schwerde S. 12 f.), sie hinterlassen in Bezug auf die angeblichen Festnah-
men und Inhaftierungen im Jahre 2015 dennoch einen unsubstanziierten
und stereotypen Eindruck; ihnen ist auch aus diesem Grund die Glaubhaf-
tigkeit abzusprechen. Nach dem Gesagten sind die beiden im Jahr 2015
geltend gemachten Festnahmen und Inhaftierungen sowie das Gerichts-
verfahren nicht glaubhaft geworden. Es ist folglich davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 beziehungsweise vor seiner Aus-
reise die von ihm geltend gemachten Nachteile nicht erlitten hat. Hieran
vermögen die eingereichten Beweismittel (insb. Polizeirapport vom [...] in
Kopie, Haftbefehl vom [...], Kündigungsschreiben vom (...) in Kopie, Fotos,
Internetbericht, Bericht über die Befreiung der Nonnen, vom Beschwerde-
führer selbst und ohne Versandbelege verfasste Briefe an den Papst und
den libanesischen Präsidenten sowie eine Zusammenfassung seiner Vor-
bringen) und das auf Beschwerdeebene eingereichte Urteil vom (...) mit
Ausstellungsdatum (...) nichts zu ändern. In Bezug auf den Beweiswert
des Polizeirapports, des Haftbefehls, des Kündigungsschreibens und des
Urteils ist festzuhalten, dass diese nicht nur leicht fälschbar sind und er-
worben werden können, sondern Beweismitteln unter diesen Umständen
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nur dann eine relevante Beweiskraft beizumessen ist, wenn sie im Kontext
eines hinreichend schlüssigen Sachverhaltsvortrages eingereicht werden,
was vorliegend nicht der Fall ist. Nachdem sich – wie vorstehend dargelegt
wurde – die Inhaftierungen im Jahre 2015 als unglaubhaft erwiesen haben,
muss den Beweismitteln eine relevante Beweistauglichkeit abgesprochen
werden. Im Übrigen wurde namentlich der Polizeirapport lediglich in Kopie
eingereicht und es ist weder bei diesem noch beim Haftbefehl ersichtlich,
weshalb diese überhaupt in den Besitz des Beschwerdeführers gekommen
sein sollen. Zudem ist der Fahndungsgrund nicht differenziert und steht in
keiner Relation zum vorgetragenen Sachverhalt. Das Kündigungsschrei-
ben wurde einzig in Kopie eingereicht und soll vom libanesischen Parla-
mentspräsidenten unterzeichnet worden sein, weist aber keinerlei entspre-
chende Merkmale auf. Im Übrigen wären diesem – bis auf den Hinweis,
der Beschwerdeführer sei aus disziplinarischen Massnahmen entlassen
worden – auch keine weiteren Hinweise auf den Wahrheitsgehalt der Vor-
bringen zu entnehmen. Dem erst auf Beschwerdeebene ins Recht geleg-
ten Urteil zufolge, wurde dieses bereits am (...) 2015 erlassen sowie ver-
öffentlicht und es ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer in den
Befragungen hiervon nichts gewusst haben soll beziehungsweise dieses
erst im Rahmen seiner Replik im November 2018 einreichen konnte. Den
diesbezüglichen Erklärungsversuchen auf Beschwerdeebene ist nicht zu
folgen, ist doch nicht einmal dessen Postweg erstellt. Zudem stimmen we-
der das Datum noch der Ablauf der Gerichtsverhandlung mit den in den
Befragungen gemachten Aussagen des Beschwerdeführers überein (vgl.
das am (...) ausgestellte Urteil vom (...) insb. S. 1 der Übersetzung). In der
Beschwerde wird schliesslich gemutmasst, die Homosexualität sei womög-
lich nur ein Vorwand für die Festnahmen gewesen. Dieser nachgeschobe-
nen Erklärung ist ebenfalls nicht zu folgen, betonte der Beschwerdeführer
in den Befragungen doch wiederholt seine Homosexualität als Grund für
die damaligen Festnahmen und seine berufliche Entlassung (vgl. z. B.
SEM-Akten A21 F92, F96 und A30 F110). Andere Nachteile oder Befürch-
tungen machte er im Zusammenhang mit seiner sexuellen Orientierung
keine geltend. Hierzu bleibt anzumerken, dass im Libanon nicht von einer
Kollektivverfolgung homosexuell orientierter Männer auszugehen ist. Das
Gericht hat auch keine Veranlassung, seine diesbezügliche bisherige
Rechtspraxis in grundsätzlicher Hinsicht zu ändern. Dass sich die Vo-
rinstanz in der angefochtenen Verfügung auf diese beziehungsweise auf
das Urteil D-2271/2015 vom 6. Juni 2016 berufen hat, ist – ungeachtet der
Zusammensetzung dessen Spruchkörpers – nicht zu beanstanden (vgl. zur
Homosexualität im Libanon auch Urteil des BVGer E-2118/2018 vom
10. Juni 2020 insb. E. 6.4 f., m.w.H.). Hieran vermögen auch die in der
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Beschwerde zur Homosexualität gemachten knappen Ausführungen und
Verweise auf zwei Berichte nichts zu ändern (vgl. insb. Beschwerde
S. 10 f.).
7.4 Es ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,
einen flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachverhalt darzulegen. Die Fest-
stellung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, ist dementsprechend zu bestätigen. Die Vorinstanz hat das
Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Gemäss Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
(AsylV 1, SR 142.311) wird die Wegweisung aus der Schweiz nicht verfügt,
wenn die asylsuchende Person im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder
Niederlassungsbewilligung ist. Der Beschwerdeführer verfügt nach Eintra-
gung der Partnerschaft mit einem Schweizerbürger über eine gültige Auf-
enthaltsbewilligung (B-Bewilligung). Mit Erteilung der B-Bewilligung ist die
früher durch das SEM verfügte Wegweisung ohne Weiteres dahingefallen.
Damit ist das Beschwerdeverfahren im Wegweisungs- und Vollzugspunkt
infolge Wegfall des Anfechtungsobjekts (Dispositivziffern 3, 4 und 5 der an-
gefochtenen Verfügung) gegenstandslos geworden (vgl. BVGE 2013/37
E. 4.4 mit Verweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21 E. 11c).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit sie nicht
die Frage der angeordneten Wegweisung als solcher und deren Vollzug
betreffend als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. Nach dem Ge-
sagten besteht auch kein Grund zur Rückweisung der Sache an die
Vorinstanz; das Subeventualbegehren ist abzuweisen.
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10.
10.1 Die unterliegende Partei hat in der Regel die Kosten des Verfahrens
zu tragen. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten er-
mässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens
werden die Verfahrenskosten aufgrund der Sachlage vor dem Eintritt des
Erledigungsgrunds festgelegt, sofern die Gegenstandslosigkeit – wie vor-
liegend – ohne prozessuales Zutun der Parteien erfolgte (Art. 5 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
10.2 Die Frage, ob der im Asylpunkt unterlegene Beschwerdeführer auch
die Verfahrenskosten infolge Gegenstandslosigkeit der Beschwerde im
Wegweisungs- und Vollzugspunkt zu tragen hätte, ist vorliegend nicht zu
klären, da ihm mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2018 die unent-
geltliche Prozessführung gewährt wurde. Aufgrund der Akten ist nach wie
vor von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Es sind da-
her keine Verfahrenskosten zu erheben.
10.3 Mit derselben Zwischenverfügung wurde der rubrizierte Rechtsvertre-
ter als amtlicher Rechtsbeistand gemäss aArt. 110a Abs. 1 AsylG beige-
ordnet, weshalb diesem ein entsprechendes Honorar auszurichten ist. Die-
ser reichte am 28. Januar 2019 eine Ergänzung seiner Kostennote vom
1. November 2018 ein. Insgesamt wurde ein Vertretungsaufwand von
Fr. 4‘700.90 geltend gemacht, ausgehend von einem zeitlichen Aufwand
von 920 Minuten beziehungsweise 15.33 Stunden zu einem Stundenan-
satz von Fr. 300.–. Der zeitliche Aufwand erscheint angemessen, jedoch
geht das Bundesverwaltungsgericht bei der amtlichen Verbeiständung
durch Anwältinnen und Anwälte von einem Stundenansatz von Fr. 200.‒
bis Fr. 220.‒ aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Dem rubrizierten
Rechtsvertreter ist somit – unter Berücksichtigung der Eingaben nach dem
28. Januar 2019 – zu Lasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar in
Höhe von Fr. 3‘600.– (nicht Mehrwertsteuerpflichtig) auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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