Decision ID: e390d150-4ca9-5afe-a801-6d583762ecb6
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. A.a Der Beschwerdeführer, ein iranischer Staatsangehöriger schiitischen Glaubens aus B._ (C._), suchte in der Schweiz erstmals am 30. Januar 2000 um Asyl nach. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, sein Vater sei 1359 (1980) respektive 1360 (1981) wegen Zugehörigkeit zur Organisation "D._" verhaftet worden und kurz darauf verstorben. Er selber sei 1374 (1995) wegen eines Streits mit Angehörigen des paramilitärischen Sicherheitsorgans "E._" zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Ab 1375 (1996) habe er sich in Teheran für die "F._" engagiert, an Studentenprotesten und Demonstrationen teilgenommen, weshalb er unter der ständigen Kontrolle der Behörden gestanden habe und (...) festgenommen worden sei. Nachdem er unter Auferlegung einer Meldepflicht entlassen worden sei, habe er den Iran illegal über die grüne Grenze zur Türkei verlassen. Er befürchte, bei einer Rückkehr verhaftet zu werden, da er sich der Meldepflicht entzogen und das Land illegal verlassen habe.
A.b Mit Verfügung vom 6. Mai 2003 stellte das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: BFM) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug. Die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) wies die dagegen eingereichte Beschwerde vom 10. Juni 2003 mit Urteil vom 24. November 2003 ab und stellte fest, die Verfügung vom 6. Mai 2003 sei rechtskräftig und vollstreckbar.
A.c Mit Urteil vom 19. November 2004 trat die ARK auf das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers vom 10. November 2004 nicht ein.
A.d Mit Eingabe vom 26. November 2004 an die ARK, welche zuständigkeitshalber an das BFF überwiesen wurde, machte der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, aufgrund exilpolitischer  müsse er im Heimatstaat asylrelevante Verfolgung gewärtigen. Mit Eingabe vom 15. Februar 2005 ergänzte er seine Vorbringen und reichte verschiedene Beweismittel zu den Akten, wobei er im  ausführte, er habe sich in der Schweiz stark für die Einhaltung
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der Menschenrechte im Iran engagiert, wovon die iranischen Behörden Kenntnis erhalten hätten.
A.e Das BFM wies die als Wiedererwägungsgesuch  Eingaben vom 26. November 2004 und vom 15. Februar 2005 mit Verfügung vom 28. Juni 2005 ab und stellte fest, die Verfügung des BFF vom 6. Mai 2003 sei rechtskräftig und vollstreckbar.
A.f Mit Urteil vom 6. Februar 2006 hiess die ARK die gegen die Verfügung vom 28. Juni 2005 eingereichte Beschwerde unter  gut und wies die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurück. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, das BFM habe die Eingaben des Beschwerdeführers vom 26. November 2004 und vom 15. Februar 2005 zu Unrecht als Wiedererwägungsgesuch behandelt und damit Bundesrecht verletzt. Gemäss einhelliger Rechtsprechung sei das BFM verpflichtet, auf ein erneutes, mit exilpolitischen  begründetes Begehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft ein ordentliches Asylverfahren durchzuführen. Der ungerechtfertigte Verzicht auf eine Anhörung vor Ausfällung des Entscheides stelle eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar, welcher in jedem Fall zur Aufhebung des angefochtenen Hoheitsakts führe.
B. Nach der Durchführung einer ergänzenden Anhörung vom 26. Juni 2006 stellte das BFM mit Verfügung vom 30. Juni 2006 fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das zweite Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die  aus der Schweiz und deren Vollzug.
C. Mit Eingabe vom 31. Juli 2006 erhob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung Beschwerde bei der ARK.
D. Mit Zwischenverfügung vom 25. August 2006 wies die ARK das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) infolge fehlender prozessualer  ab, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und überwies die Akten zur Vernehmlassung an das BFM.
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E. In seiner Vernehmlassung vom 1. September 2006 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde.
F. Mit Eingabe an das nunmehr zuständige Bundesverwaltungsgericht vom 15. April 2008 reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen betreffend seine fortwährenden exilpolitischen Aktivitäten zu den Akten.
G. G.a Mit Schreiben vom 6. März 2009 an das BFM ersuchte das  der Stadt G._ um Zustellung verschiedener  (Befragungsprotokolle, Zivilstandsurkunden, Identitätspapiere) zwecks Einleitung eines Ehevorbereitungsverfahrens betreffend den Beschwerdeführer. Am 8. April 2009 kam das BFM diesem Ersuchen nach.
G.b Auf Anfrage vom 3. September 2009 teilte das Zivilstandsamt am 9. September 2009 mit, der letzte Kontakt mit dem Beschwerdeführer habe im Mai 2009 stattgefunden, seine mutmassliche Verlobte sei der Sachbearbeiterin nicht bekannt. Dem Schreiben lag eine Kopie eines Passes bei, welchen sich der Beschwerdeführer am (...) 2008 via iranische Botschaft in Bern habe ausstellen lassen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine  des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der  Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31];
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Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht; der  hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48, 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
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4. 4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden  im Wesentlichen aus, dass der Beschwerdeführer im  seines ersten Asylverfahrens in der Schweiz keine politisch motivierte Verfolgung durch die iranischen Behörden habe glaubhaft machen können, er mithin vor dem Verlassen seines Heimatlandes von den dortigen Behörden nicht als Regimegegner oder politischer Aktivist registriert worden sei.
Die dokumentierten Teilnahmen an Kundgebungen und Standaktionen vermöchten für sich keine konkrete Gefährdung des  zu begründen, auch wenn er auf entsprechenden, veröffentlichten Fotografien abgebildet worden sei. Gerade das eingereichte  zeige, dass allein in der Schweiz innert weniger Monate  exilpolitische Anlässe stattfinden würden, von denen  gestellte Gruppenaufnahmen von Hunderten von Teilnehmern in einschlägigen Internetseiten publiziert würden, so dass es den iranischen Behörden unmöglich sein dürfte, all diese, oftmals schlecht erkennbaren Gesichter konkreten Namen zuzuordnen. Selbst wenn die iranischen Behörden über die politischen Aktivitäten ihrer  im Ausland informiert wären, könnten sie angesichts der hohen Zahl der im Ausland lebenden iranischen Staatsangehörigen nicht jede einzelne Person überwachen und identifizieren. Zudem dürfte es den iranischen Behörden bekannt sein, dass viele iranische Emigranten aus vorwiegend wirtschaftlichen Gründen versuchen würden, sich in Europa ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu erwirken, indem sie  Aktivitäten jeglicher Art nachgehen würden.
Auch vermöge der Beschwerdeführer nicht darzulegen, wie er sich als Präsident eines (...) Mitglieder zählenden Vereins gegenüber einer breiten Öffentlichkeit exponiert und bekannt gemacht habe. Allein der Eintrag ins Handelsregister und die Organisation von zwei  liessen ihn nicht als politisch profilierte Persönlichkeit mit  für das iranische Regime erscheinen. Vor diesem Hintergrund sei nicht davon auszugehen, dass Letzteres von seinen exilpolitischen Aktivitäten Kenntnis erhalten habe, zumal die iranischen Behörden nur dann ein Interesse an der Identifizierung von Personen habe, wenn die Aktivitäten als konkrete Bedrohung für das politische System wahrgenommen werde. Das gegenteilige Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach seine (...) wegen seiner exilpolitischen Tätigkeiten keine Arbeit bekommen würden, decke sich nicht mit
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seinen früheren Aussagen, wo er den nämlichen Umstand mit seinen heimatlichen Aktivitäten begründet habe.
Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass der  über kein derartiges politisches Profil verfüge, das ihn bei der Rückkehr in den Iran einer konkreten Gefährdung aussetze, zumal auch keine Anhaltspunkte für die Annahme bestünden, im Iran wären diesbezüglich behördliche Massnahmen gegen ihn eingeleitet worden. Demzufolge würden die vorgebrachten subjektiven Nachfluchtgründe den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten, womit das Asylgesuch abzuweisen sei.
4.2 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer daran fest, er erfülle die Voraussetzungen zur Anerkennung als Flüchtling. Er sei seit Jahren unermüdlich politisch aktiv, sei Präsident eines öffentlich verzeichneten, gegen das iranische Regime gerichteten Vereins, habe an unzähligen Veranstaltungen teilgenommen und oftmals in eigenem Namen die hierfür notwendigen Bewilligungen eingeholt. Da er im  seiner Aktivitäten wiederholt exponiert aufgetreten sei und bei Anlässen als Ansprechperson für eine Vielzahl von Personen fungiert habe, sei er für iranische Spitzel jederzeit leicht zu identifizieren . Hierfür spreche ausserdem (...) und sein auch ansonsten  Erscheinungsbild.
Weiter sei er entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen bereits vor der Einreise in die Schweiz kein unbeschriebenes Blatt gewesen. Selbst wenn man seinen Ausführungen betreffend sein politisches Engagement im Iran keinen Glauben schenke, stamme er doch zumindest aus einer politisch aktiven Familie, deren Oberhaupt 1980 aus politischen Gründen hingerichtet worden sei.
Letztlich könne offen bleiben, seit wann die iranischen Behörden ihn im Visier hätten, ausschlaggebend sei einzig, dass mit grosser  davon auszugehen sei, diese hätten zum heutigen  Kenntnis von seinen Aktivitäten.
4.3 4.3.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der  aus dem Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die
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Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Die vom  bezweckte Bestimmung subjektiver Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. WALTER STÖCKLI in UEBERSAX/RUDIN/ HUGI YAR/GEISER, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, §11 Asyl, S. 542.
f., MINH SON NGUYEN , Droit public des étrangers, Bern 2003, S. 448 ff.).
4.3.2 Nach konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts stellt bei iranischen Asylgesuchstellern das blosse Einreichen eines  keinen subjektiven Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 54 AsylG dar. Indes riskieren iranische Asylsuchende, welche sich in der Schweiz exilpolitisch betätigen und dabei exponieren, nach den  des Bundesverwaltungsgerichts bei einer allfälligen  in den Heimatstaat eine strafrechtliche Verfolgung wegen  Aktivitäten, wobei bereits im Rahmen eines  staatlichen Ermittlungsverfahrens mit beachtlicher  gravierende Übergriffe zu befürchten sind.
4.3.3 Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts wird im Iran die politische Betätigung für staatsfeindliche Organisationen im Ausland seit der Neufassung des iranischen Strafrechts im Jahr 1996 unter Strafe gestellt. Namentlich wurden in der Vergangenheit bereits Personen verhaftet, angeklagt und verurteilt, welche sich unter  im Internet kritisch zum iranischen Staat geäussert hatten (vgl. die Auskunft der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] vom 4. April 2006 ["Iran: Rückkehrgefährdung für AktivistInnen und Mitglieder exilpolitischer Organisationen - Informationsgewinnung iranischer Behörden"], S. 3, mit weiteren Hinweisen). Zudem ist  bekannt und grundsätzlich unbestritten, dass die iranischen  die politischen Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen im Ausland überwachen und systematisch erfassen. Mittels Einsatz von moderner Software dürfte es den iranischen Behörden ohne weiteres möglich sein, die im Internet vorhandenen Daten ohne allzu grossen Aufwand gezielt und umfassend zu überwachen und gegebenenfalls nach  zu durchsuchen. Indes ist davon auszugehen, dass sich die iranischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrie-
ren, die über die massentypischen und niedrigprofilierten Erschei-
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nungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen wahrnehmen
oder Aktivitäten entwickeln, welche die jeweilige Person aus der Mas-
se der mit dem Regime Unzufriedener herausheben und als ernsthaf-
ten und gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Somit sind die
Mitgliedschaft in einer exilpolitischen Organisation, die Teilnahme an
regimekritischen Demonstrationen und das hierbei übliche Tragen von
Plakaten und Rufen von Parolen nicht für die Einschätzung einer
Verfolgungsgefahr von Bedeutung, sondern Positionen, Form und
Einfluss von Aktionen (vgl. SFH-Bericht, a.a.O. S. 7).
4.4 4.4.1 Im Rahmen des ersten Asylverfahrens hat das BFM mit Verfügung vom 6. Mai 2003 festgestellt, dass der Beschwerdeführer weder eine Vorverfolgung aufzuzeigen noch eine unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen vermochte. Diese  wurde von der ARK mit Urteil vom 24. November 2003 bestätigt. Mit dem Vorbringen, er sei den heimatlichen Behörden bereits vor seiner Ausreise aufgefallen, stützt sich der  damit auf einen bereits abschliessend beurteilten Sachverhalt, der nicht Gegenstand einer erneuten Beurteilung im Rahmen des  Verfahrens bilden kann (res iudicata; FRITZ GYGI, , 2. Aufl., Bern 1983, S. 322 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. Rz. 715).
Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer vor dem Verlassen des Heimatlandes, nicht als regimefeindliche Person ins Blickfeld der iranischen Behörden respektive der iranischen  geraten ist. Dies hat wiederum zur Folge, dass überaus  ist, dass er anlässlich seiner Teilnahmen an  und Standaktionen durch den iranischen Sicherheitsdienst identifiziert worden wäre. Dies nicht zuletzt, weil die Identifizierung  Person grundsätzlich deren vorgängige Registrierung vorausset-
zen dürfte. Der sinngemässen Mutmassung in der Rechtsmitteleinga-
be, wonach der Beschwerdeführer schon deshalb in geheimdienstli-
chen Verzeichnissen aufgeführt sei, weil er aus einer politisch aktiven
Familie stamme, deren Oberhaupt 1980, mithin vor fast 30 Jahren,
hingerichtet worden sei, kann klarerweise nicht gefolgt werden, zumal
eine Hinrichtung des Vaters im ersten Asylverfahren mit keinem Wort
erwähnt wurde (vgl. A8 S. 8, wo ein Gehirntumor als Todesursache ge-
nannt wurde). Selbst bei Wahrunterstellung dieser nachgeschobenen
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Sachverhaltsanpassung würde zudem eine Hinrichtung des Vaters kei-
neswegs zum Schluss führen, dass der Beschwerdeführer deshalb
den Sicherheitsbehörden bekannt sei, da im Iran in Folgejahren der is-
lamischen Revolution 1979 Tausende von Gegnern des Mullah-Regi-
mes hingerichtet wurden.
Die vom Beschwerdeführer dargelegte Beteiligung an exilpolitischen
Aktionen an sich geht nicht signifikant über diejenige hinaus, die
zahlreiche Exil-Iraner an den Tag legen. Auch die Tatsache, dass seine
Teilnahme an den von ihm angeführten Kundgebungen fotografisch
dokumentiert und im Internet publik gemacht wurde, kann nicht zur
Annahme einer relevanten Gefährdung des Beschwerdeführers
führen. Das Internet ist ein Massenmedium, welches heute von
Millionen von Privatpersonen sowie unterschiedlichsten Organisatio-
nen und Unternehmen zur freien Willenskundgebung wie auch zur
Publikation von Artikeln und Dokumentationen genutzt wird. Täglich
erscheinen Tausende von neuen Artikeln und Dokumenten auf
privaten Homepages. Dies verdeutlicht der auf Beschwerdeebene
eingereichte Link zur Internetseite www.daneshjooyan.org/images , auf welcher mehrere Tausend Bilddateien abgespeichert sind. Es er-
scheint wenig wahrscheinlich, dass der iranische Sicherheitsdienst
sämtliche dieser in riesigen Mengen anfallenden veröffentlichten Do-
kumente gezielt und umfassend überwachen könnte, so dass elektro-
nische Publikationen auch für zuvor unbekannte Aktivisten eine  Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu schaffen vermöchten.
4.4.2 Zu seinem politischen Engagement in der Schweiz macht der Beschwerdeführer weiter geltend, er sei Präsident des im Handelsre-
gister des Kantons (...) eingetragenen "H._". Als
Statutendatum wird im Handelsregister des Kantons (...) der (...) 2005,
als Zeitpunkt der Eintragung der (...) 2005 aufgeführt. Dies erhellt,
dass der Verein erst während des hängigen Beschwerdeverfahrens
gegründet wurde, mithin unmittelbar nachdem das BFM in seinem
Wiedererwägungsentscheid vom 28. Juni 2005 festgestellt hatte, der
Beschwerdeführer habe sich in der Schweiz durch sein Engagement
nicht besonders hervorgetan oder exponiert, sodass unwahrscheinlich
sei, dass die iranischen Behörden von seinen regimekritischen
Aktivitäten Kenntnis genommen hätten. Bezeichnenderweise sind dem
Registereintrag als hauptsächliche Zwecke (...) zu entnehmen.
Wenngleich die missbräuchliche Schaffung von subjektiven
Nachfluchtgründen an deren Berücksichtigung nichts ändert, so ist
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doch – unter dem Aspekt der Aussenwahrnehmung durch das
iranische Regime – bemerkenswert, dass die Vereinsgründung zu
einem Zeitpunkt erfolgte, da bereits ein Asyl-, ein Wiedererwägungs-
sowie ein Revisionsverfahren durchlaufen worden waren. Mittlerweile
dürften sich die iranischen Behörden sehr wohl bewusst sein, dass die
exilpolitische Betätigung vieler iranischer Asylbewerber nach der
Ablehnung ihrer Asylgesuche einsetzt oder, wie vorliegend, ab diesem
Zeitpunkt zunimmt beziehungsweise intensiviert wird, was das geltend
gemachte politische Engagement und Bewusstsein an sich in einem
zweifelhaften Licht erscheinen lässt. Es darf darüber hinaus ohne
weiteres davon ausgegangen werden, dass die iranischen Sicherheits-
behörden durchaus in der Lage sind, zwischen tatsächlich politisch en-
gagierten Regimekritikern und Exilaktivisten, die es geradezu darauf
anlegen, sich durch ihre Aktionen bekannt zu machen, zu unterschei-
den (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts vom 9. Juli 2009 i.S. D-3357/2006).
4.4.3 Die vorliegende Annahme, dass der Beschwerdeführer nicht ins
Blickfeld der heimatlichen Behörden geraten sei, wird durch den
Umstand bekräftigt, dass ihm die iranische Botschaft am (...) 2008
offenbar anstandslos einen Pass ausstellte, welcher dem Bundesver-
waltungsgericht in Kopie vorliegt. Es kann weitestgehend ausge-
schlossen werden, dass eine in den Verzeichnissen des iranischen Si-
cherheitsdienstes aufgeführte Person von den heimatlichen Behörden
auf Anfrage einen Pass ausgestellt erhalten würde.
4.4.4 Gesamthaft gesehen kann aufgrund der eingereichten  festgestellt werden, dass die oppositionelle Tätigkeit des  erst in der Schweiz eingesetzt und entsprechend dem Stand seiner Asylverfahren stufenweise zugenommen hat.  ist er in keiner hohen und in der Öffentlichkeit exponierten  einer Exilorganisation tätig, auch allein die Präsidentschaft eines (...) Mitglieder zählenden Vereins lässt ihn aus der Perspektive des iranischen Sicherheitsdienstes mit Sicherheit noch nicht als  und gefährlichen Regimegegner erscheinen. Auch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die iranischen Behörden wegen der  Aktivitäten ein Strafverfahren oder andere behördliche Schritte gegen den Beschwerdeführer eingeleitet hätten. Dies verdeutlicht die Erhältlichkeit eines heimatlichen Passes auf blosse Anfrage bei der iranischen Botschaft in Bern. Angesichts der umfangreichen  Aktivitäten von iranischen Staatsangehörigen im westlichen
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Ausland und angesichts der weiteren Tatsache, dass die zahlreichen, im übrigen friedlichen Propagandaaktionen iranischer  in westlichen Staaten von den iranischen Sicherheitsbehörden durchaus unter realistischer Einordnung des Interesses ihrer  interpretiert werden, im Gastland nach Möglichkeit ein  zu erhalten, besteht kein Anlass zur Vermutung, der  habe im Falle seiner Rückkehr in den Iran mit  Wahrscheinlichkeit mit flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen zu rechnen.
Das Bundesverwaltungsgericht geht deshalb davon aus, dass ins-
gesamt keine subjektiven Nachfluchtgründe vorliegen, die bei einer
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Iran zu einer für die Flücht-
lingseigenschaft relevanten Verfolgung führen. Der Beschwerdeführer
erfüllt somit die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft auch auf-
grund subjektiver Nachfluchtgründe nicht.
5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt
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klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
Im Iran herrscht zur Zeit weder Krieg, Bürgerkrieg noch liegt eine Situation allgemeiner Gewalt vor. Schliesslich sind keine individuellen Gründe ersichtlich, die gegen die Zumutbarkeit des  sprechen würden. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um  (...) Jahre jungen, gemäss Aktenlage gesunden Mann, der von Geburt an und bis zur Ausreise im Dorf B._ gelebt hat. (...)  (...) Geschwister lebten gemäss eigenen Aussagen zum Zeitpunkt der Ausreise immer noch dort (vgl. A2 S. 2), womit mangels anderslautender Informationen vom Bestehen eines familiären  in der Heimat auszugehen ist. Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
6.4 Schliesslich ist der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG), da der Beschwerdeführer über einen gültigen Reisepass verfügt.
6.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug zu bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine  der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
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8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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