Decision ID: 4d2e55d3-df32-56de-ba60-e65680d39cb7
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A.Y., geb. 1960, trennte sich im Jahr 2012 von seiner Ehefrau, zog aus dem
ehelichen Einfamilienhaus in K. aus und bezog auf den 15. Juni 2012 eine 3- bzw. 3 1⁄2-
Zimmerwohnung in L. Dort meldete er sich am 1. August 2013 als Wochenaufenthalter
an. Auf den 30. August 2013 meldete er sich in X./LU an (act. G 9.3), wo seine jetzige
Lebenspartnerin F.M. lebt. Diese bewohnt in ihrem Mehrfamilienhaus an der S.-strasse
0 zusammen mit ihren beiden Söhnen eine 8 1⁄2-Zimmerwohnung. Im Mietvertrag vom
29. Mai 2014 für ein Zimmer dieser Wohnung einschliesslich Mitbenützung der übrigen
Räume wurde eine monatliche Miete von Fr. 600.-- vereinbart (act. G 6/6 A6 Beilage).
Die Wohnung in L. gab A.Y. nicht auf.
b. A.Y. ist Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident der Q. AG. Diese verlegte
ihren Sitz im Mai 2015 von O. nach X., S.-strasse 0. Ebenfalls im Mai 2015 wurde die
Zweigniederlassung O. (bisheriger Arbeitsort von A.Y.) dieser Unternehmung nach P.
verlegt. F.M. ist Mitglied des Verwaltungsrats der Q. AG und operativ zuständig für die
Lohnbuchhaltung, das Controlling und die Geschäftsabschlüsse. Nach Durchführung
von Abklärungen stellte das Kantonale Steueramt mit Verfügung vom 18. Mai 2015
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fest, L. gelte für A.Y. als Lebensmittelpunkt. Er sei somit in der Zeit vom 1. Januar 2013
bis 31. Dezember 2014 in L. unbeschränkt steuerpflichtig (act. G 6/6 A23 Beilage). Die
dagegen erhobene Einsprache (act. G 6/6 A23) wies das Steueramt mit Entscheid vom
21. September 2015 ab (act. G 6/6 A25). Den hiergegen von Rechtsanwältin lic. iur.
F.M., X., erhobenen Rekurs (act. G 6/1) hiess die Verwaltungsrekurskommission des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 16. Februar 2016 gut. Sie hob den
Einspracheentscheid vom 21. September 2015 sowie die Feststellungsverfügung vom
18. Mai 2015 auf (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das Steueramt mit Eingabe vom 30. März 2016
Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und der
Einspracheentscheid vom 21. September 2015 sei zu bestätigen (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 4. April 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids und nahm ergänzend zu Vorbringen in der Beschwerde Stellung (act. G 5).
Rechtsanwältin F.M. nahm für den Beschwerdegegner mit Eingabe vom 15. April 2016
Stellung (act. G 8).
c. Von der ihm eingeräumten Möglichkeit zu einer Äusserung zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und des Beschwerdegegners machte der
Beschwerdeführer keinen Gebrauch (act. G 10 f.). Mit Eingabe vom 30. Oktober 2017
ersuchte der Beschwerdegegner um eine beförderliche Erledigung der Angelegenheit
(act. G 13).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
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2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht für 2013 und
2014 eine unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwerdegegners im Kanton St. Gallen
(Gemeinde L.) verneinte. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund
persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz
oder Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im interkantonalen Verhältnis steht
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum Doppelbesteuerungsverbot die
Besteuerung des Einkommens und Vermögens einer unselbständig erwerbstätigen
Person demjenigen Kanton zu, in dem die Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat.
Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton
St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn
sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen hier befindet (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1).
Diese Regelung entspricht den Vorgaben in Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG)
und lehnt sich weitgehend (vgl. BGE 138 II 300 E. 5.3) an den zivilrechtlichen
Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210).
2.2. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für
das ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende
der Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der
31. Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten zu einem
neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am
neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung des
Lebensmittelpunktes stattfindet. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der
Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen
(Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen
erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. In
Bezug auf die Beweislast gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der
Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern. Die Steuerbehörde hat
demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die persönliche steuerrechtliche
Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der Besteuerung nachzuweisen. Der
Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der von der Steuerbehörde
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angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint. Diesfalls obliegt es der
steuerpflichtigen Person, den Nachweis für den von ihr behaupteten Lebensmittelpunkt
ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005 E. 2.3).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr
wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit
unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der Nachweis der
Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als fortbestehend zu
betrachten (vgl. VerwGE B 2015/39 vom 26. Oktober 2016, E. 2.2, mit Hinweis auf
BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005, E. 2.3, BGer 2P.203/2006 vom 1. März 2007,
E. 2.3, und BGer 2C_827/2008 vom 16. Juni 2009, E. 4.3).
3.
3.1. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, auch wenn
das Konkubinat (als Wohn-,Tisch- und Bettgemeinschaft; BGE 138 III 97 E. 2.3.3)
zwischen dem Beschwerdegegner und seiner Lebenspartnerin (in den Jahren 2013 und
2014) noch nicht fünf Jahre gedauert habe, sei insbesondere aufgrund der
gegenseitigen Vorsorgeverfügungen davon auszugehen, dass sie bereit seien, sich
gegenseitig umfassend Beistand zu leisten. Vor diesem Hintergrund sei von einer auf
Dauer angelegten Lebensgemeinschaft und damit einer engen Bindung des
Beschwerdeführers zu X., wo das Konkubinat in den Jahren 2013 und 2014 gelebt
worden sei, auszugehen. Vorliegend würden die Beziehungen zu L. (mit Mietwohnung
des Beschwerdegegners in der Nähe des damaligen Arbeitsortes O.) nicht überwiegen.
Das Vorbringen des Beschwerdegegners, er habe nach der Trennung schnell eine
Wohnung finden müssen, diese in der Nähe des Arbeitsortes gesucht und
Kompromisse bei Grösse, Preis und Lage machen müssen, sei nachvollziehbar. Es sei
plausibel, dass die Wahl hauptsächlich aus beruflichen Gründen auf L. gefallen sei, und
zwar im Wissen um die Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach X. Angesichts der
Beziehung zu seiner dort ansässigen Lebenspartnerin sei nicht ersichtlich und sei auch
vom Beschwerdeführer nicht dargetan worden, weshalb der über 50jährige
Beschwerdegegner seinen Lebensmittelpunkt von K. nach L. hätte verlegen sollen. Den
Akten sei nichts zu entnehmen, was eine enge Beziehung zu L. zu belegen vermöchte.
Somit habe sich der Beschwerdegegner in den Jahren 2013 und 2014 nicht mit der
Absicht des dauernden Verbleibens in L. aufgehalten. Das Mieten einer Wohnung nach
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der Trennung sei angesichts der beruflichen Tätigkeit in O. nachvollziehbar, vermöge
jedoch in L. keinen Lebensmittelpunkt zu begründen, da der Beschwerdegegner in der
Wohnung seiner Lebenspartnerin in X. seit August 2013 wohnberechtigt gewesen sei
und seit Anfang 2014 ein förmlicher Mietvertrag bestanden habe (act. G 2).
3.2. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, die Vorinstanz verkenne, dass
der Beschwerdegegner zwar den Wohnort gewechselt habe, der neue Wohnort L.
jedoch weiterhin im Kanton St. Gallen und in der Nähe von K. und dem Arbeitsort O.
gelegen habe. Die beiden Kinder des Beschwerdegegners hätten in den Jahren 2013
und 2014 mit ihrer Mutter in K. gewohnt. Es erscheine unglaubwürdig, wenn der
Beschwerdegegner behauptet, er verfüge in der Region J. bzw. im Kanton St. Gallen
über keine persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen. Gegen eine Verschiebung
des Lebensmittelpunktes nach X. sprächen auch die Wohnverhältnisse des
Beschwerdegegners in den Jahren 2013 und 2014. Es sei aussergewöhnlich, dass ein
Wochenaufenthalter am angeblichen Wochenaufenthaltsort eine 3 1⁄2-Zimmerwohnung
für Fr. 1‘650.-- miete. Die Region J. sei bekannt für freien und günstigen Wohnraum.
Der Beschwerdegegner habe nicht plausibel erklären können, weshalb er keine kleinere
und günstigere Wohnung gemietet habe. Die grosszügigen Wohnverhältnisse seien als
Indiz für die Absicht des dauernden Verbleibs in L. zu werten. In beruflicher Hinsicht
habe sich beim Beschwerdegegner in den Jahren 2013 und 2014 nichts verändert. Der
Beschwerdegegner verbringe nur jedes zweite Wochenende mit seiner Lebenspartnerin
in X. Dies sei im vorinstanzlichen Entscheid nicht berücksichtigt worden. Das
Konkubinatsverhältnis zwischen dem Beschwerdegegner und F.M. bestehe offenbar
erst seit 2012. Entsprechend sei 2013 und 2014 nicht von einem gefestigten
Konkubinat auszugehen gewesen. Selbst wenn es sich um eine auf Dauer angelegte
Lebensgemeinschaft gehandelt hätte, so sei diese nicht ausschliesslich in X. gelebt
worden. Es seien keine weiteren gewichtigen Gründe angeführt worden, welche für
eine besonders enge Bindung zu X. sprechen würden. Der Beschwerdegegner habe
die natürliche Vermutung, wonach sich der Lebensmittelpunkt grundsätzlich am
Arbeitsort befinde, nicht entkräften können. Für die Steuerjahre 2013 und 2014 sei
davon auszugehen, dass sich der Lebensmittelpunkt in L. befunden habe (act. G 1).
3.3.
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3.3.1. Hinsichtlich des für die Wohnsitzbestimmung massgebenden Mittelpunktes der
Lebensinteressen kommt es auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes nicht an;
der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil,
wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden,
kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere
Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch
das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGer 2C_175/2008 vom 22. August
2008 E. 3.1). Hält sich eine Person abwechselnd an zwei Orten in der Schweiz auf, ist
für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie stärkere
Beziehungen unterhält (vgl. BGE 125 I 54, 132 I 29 E. 4.2; BGer 2C_26/2012 E. 3.1). Bei
Unselbständigerwerbenden ist der Lebensmittelpunkt in der Regel jener, von dem aus
während der Woche der täglichen Arbeit nachgegangen wird, ist doch der Zweck des
Lebensunterhaltes dauernder Natur (zum Ganzen statt vieler BGer 2C_178/2011 vom
2. November 2011 E. 2.2). Hinsichtlich der Beweisführung begründet der Umstand,
wonach ein unverheirateter Steuerpflichtiger vom Ort aus, an welchem er sich während
der Woche aufhält, einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, eine natürliche
Vermutung, dass er dort seinen Lebensmittelpunkt und mithin sein Hauptsteuerdomizil
hat. Diese Vermutung lässt sich entkräften, wenn er sich regelmässig an einem Ort
aufhält, mit welchem er aus bestimmten (vorab familiären) Gründen besonders eng
verbunden ist, und wo er persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt
dem Steuerpflichtigen der Nachweis solcher Beziehungen am betreffenden Ort, obliegt
es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts nachzuweisen, dass der
Betreffende gewichtige wirtschaftliche und allenfalls persönliche Beziehungen zu
diesem Ort unterhält. Dies entbindet den Steuerpflichtigen nicht von der üblichen
Mitwirkungs- und Auskunftserteilungspflicht bezüglich der für die Besteuerung
massgebenden Umstände (zum Ganzen BGer 2C_178/2011 vom 2. November 2011
E. 2.3; VerwG B 2012/25 vom 13. November 2012, E. 2.2).
3.3.2. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner, nachdem er sich per
1. August 2013 in L. als Wochenaufenthalter gemeldet hatte, sich auf den 30. August
2013 in X./LU anmeldete (act. G 9.3) und in der Wohnung seiner Lebenspartnerin ein
Zimmer mietete. Im Mietvertrag vom 29. Mai 2014 für das Zimmer einschliesslich
Mitbenützung der übrigen Räume wurde eine monatliche Miete von Fr. 600.--
vereinbart. Der Mietbeginn wurde auf den 1. Januar 2014 festgelegt und für die Zeit
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von August bis Dezember 2013 ein unentgeltliches Mietverhältnis vereinbart (act. G 6/6
A6 Beilage). Nach seinen Angaben im Rekursverfahren besteht seit 2012 ein
Konkubinatsverhältnis mit gegenseitigen Vorsorgeverfügungen. Eine Heirat sei nicht
möglich; das hochstrittige Scheidungsverfahren sei immer noch hängig. Er unterhalte
zu K. keinerlei familiäre oder gesellschaftliche Beziehungen. Seine volljährigen Kinder
würden sich mehrheitlich in R. (Ausbildungsort) aufhalten. Seine Freizeitaktivitäten
(Kirchenbesuche, Elternabende der Jungwacht usw.) fänden in X. und Umgebung statt.
Auch befinde sich der Hausarzt in X. (Ärztezentrum) und der Spezialarzt (Dr. med. Z.) in
S. In L., wo er nach dem Auszug aus dem ehelichen Einfamilienhaus eine Wohnung
gemietet habe, habe er keine sozialen Kontakte. Einzig sein Zahnarzt befinde sich dort,
weil der Erstkontakt wegen eines Notfalls erfolgt sei. Die Wohnung in L. sei nur
spartanisch eingerichtet. Ein Zimmer diene lediglich als Abstellkammer für Sachen aus
dem ehelichen Haus. Die Höhe der Miete hänge mit dem hängigen
Scheidungsverfahren zusammen. Die dortige Wohnungsgrösse habe sich zufällig
ergeben, weil er (der Beschwerdegegner) unter einem gewissen Zeitdruck eine
Unterkunft in der näheren Umgebung seines damaligen Arbeitsortes (O.) habe finden
müssen und zu diesem Zeitpunkt keine Zweizimmerwohnung angeboten worden sei.
Es sei ihm nicht zuzumuten gewesen, täglich von seinem (damaligen) Arbeitsort O. (seit
1. Mai 2015: P.) nach X. an seinen Lebensmittelpunkt zurückzukehren, weil der
Arbeitsweg zu lang gewesen wäre (pro Weg ca. 1.75 Stunden einschliesslich Staus)
und zudem die Arbeitszeiten länger als 8.8 Stunden seien. Zudem werde die
Bearbeitung des Geschäftsgebiets westlich von R. von X. (Hauptsitz der Q. AG) aus
abgewickelt. In diesem Gebiet befänden sich ein grosser Teil der wichtigsten Kunden.
In P. weise die Unternehmung des Beschwerdeführers Arbeitspensen von 420% auf
(act. G 6/1 S. 3-5).
Ein Anlass, diese unbestritten gebliebenen (vgl. act. G 1 und 11) tatsächlichen
Gegebenheiten in Frage zu stellen, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Angesichts des
bis August 2013 bestehenden Wohnsitzes der Beschwerdegegners im Kanton St.
Gallen ist zu prüfen, ob der Nachweis der Wohnsitzverlegung im Jahr 2013 als erbracht
zu gelten hat oder ob weiterhin das bisherige Domizil als fortbestehend zu betrachten
ist (vgl. vorstehende E. 2.2). Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach es
unglaubwürdig erscheine, dass der Beschwerdegegner in der Region J. bzw. im
Kanton St. Gallen über keine persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen verfüge
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(act. G 1 S. 4 oben), ist festzuhalten, dass es sich beim Wohnort nicht um eine Region
oder einen Kanton handelt, sondern um einen Ort bzw. eine Gemeinde. Konkret ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner 2013 und 2014 sowohl in L. (in der
Nähe des Arbeitsortes) als auch in X. über eine Wohnung zum persönlichen Gebrauch
verfügte. Der Aufenthalt in L. begründet dann keinen steuerrechtlichen Wohnsitz, wenn
die persönlichen Beziehungen zum anderen Ort stärker sind als zum Arbeitsort oder es
sich bei der steuerpflichtigen Person um einen Wochenaufenthalter handelt (Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Rz. 24 zu Art. 3
DBG). Bei der Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes bei getrenntem Arbeits-
und Familienort wird den ideellen Beziehungen zum Familienort in der Regel grössere
Bedeutung beigemessen als den materiellen Beziehungen zum Arbeitsort (vgl. Zigerlig/
Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Rz. 22).
3.3.3. Zutreffend ist, dass der Beschwerdegegner die von ihm per 15.Juni 2012
gemietete Wohnung in L. (Mietzins Fr. 1‘650.-- pro Monat inkl. NK; act. G 6/6 A6
Beilage) - Wohnungseigentümerin ist seine Lebenspartnerin (act. G 3.1) - auch in den
Jahren 2013 und 2014 beibehielt. Wie dargelegt (vorstehende E. 3.3.1) lässt sich die
natürliche Vermutung des Wohnsitzes (am Arbeitsort) entkräften, wenn jemand sich
regelmässig an einem Ort aufhält, mit welchem er aus bestimmten (vorab familiären)
Gründen besonders eng verbunden ist und wo er persönliche und gesellschaftliche
Beziehungen pflegt. Wenn der Beschwerdeführer die grosszügigen Wohnverhältnisse
in L. und den Kauf der Wohnung durch die Lebenspartnerin als Indizien für die Absicht
des dauernden dortigen Verbleibens wertet, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdegegner die Gründe für den Bezug dieser Wohnung nach dem Auszug aus
dem ehelichen Haus - wie im vorinstanzlichen Entscheid dargelegt (act. G 2 S. 5 unten)
- zureichend plausibel machen konnte. Der Beschwerdeführer belegte demgegenüber
seinen Standpunkt, wonach im J. günstigere (und kleinere) Wohnungen zur Verfügung
gestanden hätten (act. G 1 S. 4), nicht weiter. Der diesbezügliche Hinweis der
Vorinstanz, dass kleinere Wohnungen in den dörflichen Gebieten selten seien (act. G 5),
blieb unbestritten (act. G 11). Damit im Einklang steht das Vorbringen des
Beschwerdegegners, dass im Jahr 2013 in der näheren Umgebung des damaligen
Arbeitsortes O. keine kleineren Wohnungen auf dem Markt gewesen seien und sich der
Kauf einer Wohnung als die günstigste (Verzinsung von Fremd- und Eigenkapital:
Fr. 845.— pro Monat) und schnellste Variante erwiesen habe (act. G 8 Ziff. 7).
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Hinsichtlich des Vorwurfs der Nichtdeklaration der Mieteinnahmen für 2014 (act. G 1 S.
2 und S. 4, G 3.2) blieb im Übrigen - soweit vorliegend überhaupt relevant -
unbestritten, dass im Liegenschaftenverzeichnis 2014 die Selbstdeklaration von
Fr. 9‘600.-- für vermietete Räume vom Steueramt durchgestrichen und mit dem
niedrigeren Betrag von Fr. 2‘400.-- aus Geschäftsaufwand ersetzt worden war (act. G 8
Ziff. 7). Hieraus lässt sich für das vorliegende Verfahren nichts ableiten.
Mit der Vorinstanz (act. G 2 S. 6) ist festzuhalten, dass sich den Akten keinerlei
Anhaltspunkte entnehmen lassen, welche eine enge Beziehung des
Beschwerdegegners zu L. zu belegen vermöchten. Ein konkreter Grund, aus welchem
Beschwerdegegner seinen Lebensmittelpunkt nach der Trennung von seiner Frau von
K. nach L. hätte verlegen sollen, ist nicht erkennbar. Die einzig mit Blick auf die
Tätigkeit in O. erfolgte Wohnungsmiete in L. hatte für sich allein nicht die Begründung
des Lebensmittelpunktes zur Folge, zumal der Beschwerdegegner in der Wohnung
seiner Lebenspartnerin in X. seit August 2013 wohnberechtigt war. Auch aufgrund des
Umstandes, dass der Beschwerdegegner seinen früheren Wohnsitz in K. hatte und sein
Arbeitsort zum Teil (Kunden westlich von R. bearbeitete der Beschwerdeführer von X.
aus; act. G 8 Ziff. 8 und G 9.4) im Kanton St. Gallen (O.) lag, darf nicht unbesehen auf
einen st. gallischen Wohnsitz geschlossen werden. Eine natürliche Vermutung, dass
sich der Lebensmittelpunkt nach einer Trennung weiterhin im Kanton St. Gallen
befindet, besteht nicht. Im Fragebogen für Wochenaufenthalter hatte der
Beschwerdegegner angegeben, jedes zweite Wochenende nach X. zu fahren und
zudem einmal pro Woche in X. zu übernachten (act. G 9.4). Entgegen der offenbaren
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 3 f.) kann dabei nicht unterstellt
werden, die Beziehung des Beschwerdegegners zu seinen mündigen (im Jahr 2013 22-
und 23-jährigen) Kindern sei eine engere als diejenige zur Lebenspartnerin in X. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdegegner den Kontakt mit seinen Kindern an ihren
Ausbildungsorten (S., R.) pflegte (act. G 8 Ziff. 6). Diese Gegebenheiten sprechen
insgesamt gegen das Vorliegen eines Wohnsitzes in L.
3.3.4. In dem vom Beschwerdeführer zitierten BGE 116 II 394 wurde ein gefestigtes
Konkubinat insofern bejaht, als es mehr als fünf Jahre gedauert hatte und die Partner
willens waren, sich gegenseitig wie Ehegatten zu unterstützen und beizustehen. In
welchem Fall von einem qualifizierten Konkubinat gesprochen werden kann, beurteilt
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sich aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nach dem umfassenden
Beistand, den die Partner sich zu leisten bereit sind. Nicht vorausgesetzt ist, dass ein
Konkubinat mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist. M.a.W. kommt es auf die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des neuen Partners nicht an, sondern von Bedeutung
ist ausschliesslich seine Unterstützungsbereitschaft (vgl. (BGer 5C.93/2006 vom 23.
Oktober 2006, E. 2.3 mit Hinweisen). Vorliegend manifestiert sich diese
Unterstützungsbereitschaft vorab in den Vorsorgeaufträgen der Lebenspartner vom
16. Februar 2013 (act. G 9.1), aber auch im Umstand, dass die Lebenspartnerin (vorab
im Zusammenhang mit der Berufsausübung des Beschwerdegegners) eine
Eigentumswohnung in L. erwarb und in der Unternehmung des Beschwerdegegners
mitwirkt. Für die Frage des Lebensmittelpunktes erscheinen diese Aspekte
ausschlaggebend. Der Dauer des Konkubinats kann dabei - wie die Vorinstanz zu
Recht bemerkt (act. G 5) - für die Frage des Lebensmittelpunktes nicht das gleiche
Gewicht zukommen wie bei der Frage des Bestehens/Dahinfallens von finanziellen
Ansprüchen zwischen Ehegatten. Der Umstand, dass das Konkubinat seit 2012 (und
damit noch nicht seit fünf Jahren) bestand, bildet unter den geschilderten
Gegebenheiten keinen Anlass, einen Lebensmittelpunkt des Beschwerdegegners in X.
in Abrede zu stellen. In der Zwischenzeit besteht es jedoch seit fünf Jahren.
4.
4.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lässt sich die Schlussfolgerung im
vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz des
Beschwerdegegners in den Jahren 2013 und 2014 nicht im Kanton St. Gallen (L.)
befunden habe, nicht beanstanden. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2. (...).
(...).