Decision ID: 768d51a1-aa83-4755-bd86-04d0f1c43473
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 5. November 2022 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-
druck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 18. April 2022 in Polen und
am 28. April 2022 in Deutschland um Asyl nachgesucht hatte,
dass der Beschwerdeführer am 11. November 2022 die ihm zugewiesene
Rechtsvertretung bevollmächtigte,
dass am 15. November 2022 die Personalienaufnahme (PA) erfolgte,
dass am 29. November 2022 das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der
Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO)
stattfand,
dass der Beschwerdeführer dabei ausführte, er möchte nicht nach Polen
zurückkehren, da die dortigen Unterkünfte wie Gefängnisse seien, er krank
und auf medizinische Versorgung angewiesen sei und es ihm auch psy-
chisch nicht gut gehe,
dass die deutschen Behörden am 1. Dezember 2022 das Ersuchen der
Schweiz vom 29. November 2022 um Übernahme des Beschwerdeführers
gestützt auf gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO abwiesen,
dass die Vorinstanz die polnischen Behörden am 2. Dezember 2022 um
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO ersuchte und die polnischen Behörden das Gesuch gestützt
auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO guthiessen,
dass das SEM mit Verfügung vom 9. Dezember 2022 – eröffnet am 12. De-
zember 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach
Polen anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spä-
testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
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dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu und die Aushändigung der
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerde-
führer verfügte,
dass seine Rechtsvertretung am 12. Dezember 2022 das Mandatsverhält-
nis als beendet erklärte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Dezember 2022 gegen
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und
dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das
SEM sei anzuweisen, sein Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für
vorliegendes Asylverfahren für zuständig zu erklären, eventualiter sei der
Entscheid des SEM aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sach-
verhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen,
dass er ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei im Sinne
einer vorsorglichen Massnahme der vorliegenden Beschwerde die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzuwei-
sen, von einer Überstellung nach Polen abzusehen, bis das Bundesver-
waltungsgericht über seine Beschwerde entschieden habe, sei auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren,
dass der Beschwerdeführer zwei Arztberichte einreichte,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
20. Dezember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um
eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
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dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsüberprüfung
nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und
8.2.1 m.w.H.),
dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-
dac-Datenbank) feststeht, dass der Beschwerdeführer am (...) in Polen
und am (...) in Deutschland je ein Asylgesuch eingereicht hat,
dass das SEM am 29. November 2022 die deutschen Behörden und am
2. Dezember 2022 die polnischen Behörden um Übernahme des Be-
schwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO ersuchte,
dass nachdem die polnischen Behörden innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-
III-VO festgelegten Frist dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz zu-
gestimmt haben, die Zuständigkeit Polens grundsätzlich gegeben ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung davon
ausgeht, das polnische Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Asylsuchende würden keine systemischen Mängel aufweisen, die die Ge-
fahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des
Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C
326/02: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. etwa die Ur-
teile des BVGer F-3139/2022 vom 21. November 2022 E. 4.1 und
F-972/2022 vom 2. November 2022 E. 5.1),
dass für eine Änderung der Rechtsprechung auch in Würdigung der vom
Beschwerdeführer geltend gemachten schwierigen Verhältnisse bezüglich
seiner Behandlung und Unterbringung in Polen keine Veranlassung be-
steht,
dass zurzeit in Polen zwar über 1,5 Millionen ukrainische Schutzsuchende
registriert sind (vgl. UNHCR, Pesel Registration by Voivodeship and
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Povyat, <https://data.unhcr.org/en/situations/ukraine/location/10781>, ab-
gerufen am 21. Dezember 2022), aber zu berücksichtigen ist, dass diese
aufgrund des Durchführungsbeschlusses (EU) 2022/382 des Rates der
Europäischen Union vom 4. März 2022 zur Feststellung des Bestehens ei-
nes Massenzustroms von Vertriebenen aus der Ukraine im Sinne von Art. 5
der Richtlinie 2001/55/EG und zur Einführung eines vorübergehenden
Schutzes nicht das üblicherweise vorgesehene Asylverfahren durchlaufen
müssen, sondern in einem vereinfachten Verfahren einen europaweit gül-
tigen vorübergehenden Schutz erhalten können,
dass des Weiteren die Schutzsuchenden aus der Ukraine in Polen zu ei-
nem beachtlichen Teil in privat organisierten Unterkünften untergebracht
werden, was im März 2022 dazu führte, dass die von lokalen polnischen
Behörden eingerichteten Unterkunftszentren mit einer Kapazität für circa
280 000 Menschen weitgehend unbewohnt geblieben sind (vgl. UNHCR,
Situation in der Ukraine: Flash-Update Nr. 1 vom 8. März 2022, S. 4,
<https:data.unhcr.org/en/documents/details/91208>, abgerufen am
21. Dezember 2022),
dass dem Gericht keine Berichte vorliegen und vom Beschwerdeführer
auch nicht eingereicht wurden, aus denen hervorginge, dass aufgrund des
Zustroms von ukrainischen Flüchtlingen das polnische Asylsystem überfor-
dert wäre (vgl. Verwaltungsgericht Düsseldorf 12 L 1303/22.A, Beschluss
vom 10. August 2022, https://www.justiz.nrw.de/nrwe/ovgs/vg_duessel-
dorf/j2022/12_L_1303_22_A_Beschluss_20220810.html, abgerufen am
21. Dezember 2022),
dass zudem die polnischen Behörden mit Rundschreiben vom 23. Juni
2022 mitgeteilt haben, ab dem 1. August 2022 (Dublin-)Transfers nach Po-
len wiederaufzunehmen, was auf eine Verbesserung der Situation hindeu-
tet, dies umso mehr, als die polnischen Behörden bis heute nicht auf ihren
Entscheid vom 23. Juni 2022 zurückgekommen sind,
dass die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO folglich nicht gerecht-
fertigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
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dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-
für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass den Akten keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Polen
werde dem Beschwerdeführer gegenüber den Grundsatz des Non-Refou-
lement missachten und ihm zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein
Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1
AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein
solches Land gezwungen zu werden,
dass der Beschwerdeführer weiter kein konkretes und ernsthaftes Risiko
dargetan hat, das darauf hindeutet, die polnischen Behörden würden sich
weigern, ihn wiederaufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen
Schutz unter Einhaltung der Regeln der Richtlinie des Europäischen Par-
laments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen
Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen
Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) zu prüfen,
dass der Beschwerdeführer geltend macht, sein Gesundheitszustand
stehe einer Überstellung nach Polen entgegen, und er diesbezüglich aus-
führt, eine mangelhaft behandelte Oberschenkelfraktur und einen ausste-
henden Termin beim Orthopäden zu haben,
dass er zudem unter Angstzuständen leide, seine Symptome seit dem an-
gefochtenen Entscheid schlimmer geworden seien und er grossen Stress
und Sorge um seine Zukunft habe,
dass der Beschwerdeführer damit geltend macht, die Überstellung nach
Polen setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze damit
Art. 3 EMRK,
dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen
Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK
darstellen kann,
dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in
einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in
Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-
nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl.
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BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-
schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),
dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss Praxis des EGMR aber auch
vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Abschiebung –
mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-
nem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwie-
derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt
zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung
der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili ge-
gen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193
m.w.H.),
dass der Beschwerdeführer gemäss medizinischem Datenblatt für interne
Arztbesuche im Bundesasylzentrum (BAZ) B._ vom (...) mit Ver-
dacht auf Femurnagelreizung im Kniegelenk, Reizzustand im gesamten
Bein bis Ferse, ein Beugedefizit bis 80° habe und zur Orthopädie ins KSB
(Kantonsspital C._, Anmerkung BVGer) angemeldet worden sei
(vgl. SEM act. [...]-23/2), und dem ärztlichen Kurzbericht vom (...) nach
erfolgter Radiologie ein Zustand nach osteosynthetisch versorgter Ober-
schenkelschaftfraktur, mit Nagelung, vor circa 1 Jahr und störendes Im-
plantat im Kniegelenk links zu entnehmen ist (vgl. SEM act. [...]-25/1),
dass gemäss telefonischer Abklärung der Vorinstanz beim Gesundheits-
dienst des BAZ B._ kein Medikamentenblatt vorliege und der Be-
schwerdeführer nicht regelmässig Medikamente einnehme, er sich erstma-
lig am (...) beim Gesundheitsdienst zwecks Terminwunsch bei einem
Psychologen/Psychiater gemeldet habe, aber sich seither nicht mehr mit
der Bitte um psychologische Hilfe an den Gesundheitsdienst gewendet
habe (vgl. SEM act. [...]-27/1),
dass diese gesundheitlichen Leiden – ohne die aktenkundige gesundheit-
liche Situation des Beschwerdeführers zu bagatellisieren – sich nicht als
derart gravierend erweisen, dass er im Falle einer Überstellung nach Polen
mit dem Risiko einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-
schlechterung seines Gesundheitszustandes konfrontiert wäre, zumal Po-
len über eine ausreichende medizinische Infrastruktur zur Behandlung der
erwähnten gesundheitlichen Beschwerden verfügt und kein Grund zur An-
nahme besteht, dass ihm dort eine allenfalls erforderliche medizinische Be-
handlung verweigert würde,
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dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-
nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Be-
stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdefüh-
rers Rechnung tragen und die polnischen Behörden vorgängig in geeigne-
ter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren wer-
den (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), und dies vorliegend geschehen ist, sind
doch die Hauptdiagnosen, dies unter Hinweis auf den Zustand nach medi-
aler Oberschenkelfraktur und den Verdacht auf Femurnagelreizung im
Kniegelenk, bei den Überstellungsmodalitäten aufgeführt (vgl. SEM
act. [...]-28/1),
dass im Übrigen darauf hinzuweisen ist, dass die Mitgliedstaaten gemäss
Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die
Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankhei-
ten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen
müssen, und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforder-
liche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls
einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19
Abs. 2 der Aufnahmerichtlinie),
dass die Schweiz daher völkerrechtlich nicht verpflichtet ist, gestützt auf
Art. 17 Dublin-III-VO auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutre-
ten, und auch keine Anhaltspunkte vorliegen, die darauf hindeuten, dass
das SEM vom Selbsteintrittsrecht aus humanitären Gründen gemäss
Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 infolge einer gesetzeswidrigen Ermessensaus-
übung zu Unrecht keinen Gebrauch gemacht hat, weshalb diesbezüglich
auf weitere Erörterungen verzichtet werden kann (vgl. BVGE 2015/9
E. 7 f.),
dass sich die formelle Rüge (unvollständige Sachverhaltsfeststellung) zu-
dem als unbegründet erweist, weshalb keine Veranlassung besteht, die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
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– weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach
Polen angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass die Beschwerde daher abzuweisen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und
das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als
gegenstandslos erweisen,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-
zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Vorausset-
zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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