Decision ID: 9b5fdd88-c354-4fc0-936e-b171e05f0a58
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
meldete sich unter Hinweis auf Rückenschmerzen sowie
Beschwerden
im rechten Handgelenk und linken Knie am 7. März 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/6). Die IV-Stelle liess in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 8/8) erstellen, holte Er
kundigungen bei der
Y._
,
in der die Beschwerdeführerin
damals
als Näherin tätig war,
ein (
Bericht vom 18. April 2011,
Urk. 8/11) und zog unter anderem den Bericht von Dr. med.
Z._
,
FMH für Allgemeine Medizin, vom 22. März 2011 (Urk. 8/9) bei
. Am 10.
Juni 2011 liess sie die Versicherte von Dr. med.
A._
,
Spezialärztin FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, begutachten (Expertise vom 11. Oktober 2011, Urk. 8/16).
Nachdem d
ie Versicherte
im
Februar 2012 Dr. med
.
B._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
konsultiert hatte, holte
die IV-Stelle
von ihr
ebenfalls
einen Bericht ein (Bericht vom 3. Juni 2011, Urk. 8/24). Am 24. Mai 2012 führte sodann Dr.
med
C._
,
Oberärztin
am
Spital D._
,
bei der Versicherten eine Kniearthroskopie
links
mit
Teilmenis
kektomie
durch und erstattete der IV-Stelle
am 15.
August 2012 Bericht (Urk. 8/28).
Am 3.
Dezember 2012 liess die IV-Stelle die Versicherte
schliesslich
von Dr. med.
E._
,
Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Expertise vom 14. Dezember 2012, Urk. 8/35). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
reichte die Versicherte
das Schreiben
von Dr.
B._
vom 4. März 2013 (Urk. 8/44) ein. Mit Verfügung vom 14. Mai 2013 (Urk.
2
)
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch
.
2.
Hiergegen
erhob
X._
unter Beilage einer
Unterstützungs
be
stä
tigung
(Urk. 3/3) sowie eines
zusätzlichen Bericht
s
von Dr.
C._
vom 28. Mai 2013 (Urk. 3/6) am 7. Juni 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. September 201
1.
In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Mit Beschwerdeantwort vom 13. August 2013 (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-48) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 19. August 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid dafür,
gemäss ihren medizinischen Abklärungen
sei
der Beschwerdeführerin
eine angepasste Tätig
keit
mit leichten, wechselbelastenden, nicht repetitiven Tätigkeiten
,
ohne Heben der Arme über die Horizontale
,
zu einem Pensum von 80 % zumutbar. Durch diese Einschränkungen verringere sich das Invalideneinkommen um 10 %. Nach Einkommensvergleich liege ein Invaliditätsgrad von 28 % vor, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (Urk. 2).
1.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe bei der Einschätzung der somatischen Arbeitsunfähigkeit auf
das veraltete Gutachten von
Dr.
A._
vom 11. Oktober 2011 abgestellt
. Der Regional
e
Ärzt
liche Dienst (RAD) habe
sodann
eine dauerhafte zusätzliche Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Eingriffs vom 24. Mai 2012 verneint. Dabei
habe der RAD
jedoch de
n
Bericht von Dr.
C._
vom 15. August
2012
übersehen, in
welchem
der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % attestiert worden sei.
Gemäss neustem Bericht von Dr.
C._
vom 28. Mai 201
3
,
welcher
Fra
gen zum aktuellen Gesundheitszustand
beantworte
, sei die Beschwerdeführerin
nun
zu 50 % arbeitsfähig.
Die Beschwerdeführerin machte des Weiteren geltend,
Dr.
B._
habe
in ihrer Stellungnahme vom 4. März 2013 zum psychiatri
schen Gutachten von
Dr.
E._
längere Phasen der Arbeitsunfähigkeit festge
stellt
. Diese
Zeitperioden
habe
Dr.
E._
nicht beurteilen können, weshalb
sie
bei der Leistungsprüfung beachtet werden
müssten
. Zusammenf
assend sei
die Beschwerdeführerin wegen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen
zu
mindestens 20 % und wegen körperlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen
zu
mindestens 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Daraus resultiere ein Inval
iditätsgrad von mindestens 70 %, weshalb d
er Beschwerdeführerin eine ganze Rente zuzusprechen
sei
(Urk. 1
S.
3
4
)
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise
begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Mit Bericht vom 22. März 2011
(Urk. 8/9) teilte
Dr.
Z._
,
seit April 2002 behandelnde Ärztin der Beschwerdeführerin,
mit
, es bestünde
n ein
c
ervicospon
dylogenes
Schmerzsyndrom
links mit
Protrusion
der Bandscheibe
C5/6 ohne Nervenwurzelkompression, eine
Rhizarthrose
rechts,
eine rezidivierende chroni
sche
Epicondylopathia
radialis
, ein leichtes Carpaltunnelsyndrom rechts, ein
e
PHS links sowie eine psychosoziale Belastungssituation. Diese
Beschwerden
hätten
Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien hingegen d
er tägliche Nikotinkonsum sowie die mediale Meniskusläsion am linken Knie
(Urk. 8/9/6).
3.2
Die Gutachterin Dr.
A._
untersuchte die Beschwerdeführerin am
10. Juni 2011
und erstattete am
11. Oktober 2011 ihre
Expertise (Urk.
8
/
16
).
Gemäss Berufsanamnese arbeitete die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Begut
achtung
50 % von eine
m
80 %-Pensum
als Näherin und trug beim Arbeiten Gelenkschützen an der rechten Hand und am linken Knie sowie nachts eine Schiene zu
r Ruhigstellung der Hand (Urk. 8
/16/6).
Die Beschwerdeführerin gab an,
Beschwerden im Nacken,
im Kreuz,
der link
en Schulter, im linken Ellbogen,
im linken Knie sowie im rechten Handgelenk und im rechten Daumen zu haben. Bis
ins Jahr
1998
sei sie gesund gewesen, danach seien die Beschwerden
nach und nach
aufgetreten.
Trotz Therapien und Infiltrationen
hätten die Beschwer
den nie für längere Zeit gebessert (Urk. 8/16/6-7).
Dr.
A._
diagnostizierte ein
Cervikovertebralsyndrom
links mehr als rechts bei minimer
Unkovertebralarthrose
bei diskreten
Retrospondylophyten
mit diskreter
Protrusion
der Bandscheibe C5/6, ohne signifikante Enge (weder spinal noch
neuroforaminal
), ein
e
PHS
Tendopathica
links bei beginnender
AC-Gelenks
arth
rose
und bei chronischer Bursitis
subdeltoidea
, eine
beginnende
STT-Arth
rose beidseits, eine
Epicon
dylopathie
humeri
mediali
links
sowie ein anamnes
tisch leichtes Carpaltunnelsyndrom rechts, das jedoch aktuell klinisch nicht vorhan
den sei (Urk. 8/16/8).
Dr.
A._
führte die
vor allem links
s
eitigen
Beschwerden auf mechanische Ursa
chen zurück
und schloss eine entzündlich-rheumatische Erkrankung oder eine Stoffwechselstörung aus
. Es sei deshalb wichtig, dass die Patientin mög
lichst
wenig
Stereotyp
i
en im Alltag durchführen müsse.
Als Näherin erachtete
Dr.
A._
infolgedessen
lediglich eine Arbeitsfähigkeit
von 40 % als
gegeben
,
während
sie
für eine leichte, nicht repetitive Tätigkeit mit wechselnder Stellung eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestierte (Urk. 8/16/9)
.
3.
3
Dr.
B._
behandelte die Beschwerdeführerin
ambulant psychiatrisch
von
November 2006 bis Februar 2007 sowie erneut seit
Februar 201
2.
In
ihrem Be
richt vom
3. Juni 2012
(Urk. 8/24)
stellte
Dr.
B._
fest, die Beschwerdefüh
rerin leide unter
eine
r
längerdauernde
n
depressive
n
Reaktion (ICD
-10
F43.21) bestehend seit Sommer/Herbst 2011
sowie somatischen Beschwerden am linken Knie und am rechten Handgelenk. Diese Beschwerden hätten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Die schwer belastete Kindheit, die extrem problematische Bez
iehung zum Exmann, das
stalking
artige
Sabotieren und Verfolgen durch den Exmann, die existentiell finanziellen Sorgen sowie der Verdacht auf
ein
ADHS hätten hingegen
auf die Arbeitsfähigkeit
nur indirekte Auswirkungen (Urk. 8/24/5).
In der Anamnese wird ausgeführt,
die Beschwer
deführerin
habe
eine schwierige Kindheit und danach auch eine schwierige Ehe
gehabt
. Nach der Scheidung habe der Exmann sie terrorisiert, die Unterhalts
beiträge äusserst unregelmässig bezahlt und versucht, die Kinder zu beeinflus
sen. Im Jahr 2006 habe
die Beschwerdeführerin
erstmals eine Depression
infolge völliger Zermürbung
durch die permanente Geldknappheit
erlitten. In der Folge hätte sich die
Depression gebessert. Die Beschwerdeführerin habe
in
der Firma
Y._
gearbeitet, was ihr sehr gut gefallen habe.
Sie
habe
jedoch
Ende 2011/Anfangs 2012
infolge
Exacerbation
der sozialen Situation (finanzielle Probleme, Stellenverlust,
familiäre Probleme
)
eine erneute schwere depressive Reaktion mit Suizidalität
erlitten
(Urk. 8/24/5
6
).
Dr.
B._
hielt fest, die Prognose sei abhängig vom sozialen Umfeld und der finanziellen Situation. Wenn die Beschwerdeführerin finanziell das Existenzminimum hätte, wäre die Situation bereits entspannt
(Urk. 8/24/6)
.
Die Ärztin
attestierte
aus psychiatri
schen Gründen
von Dezember 2011 bis Ende April 2012
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
als Näherin
sowie
ab
diesem Zeitpunkt
noch eine Arbeits
unfähigkeit
zu 50 %.
Stellungnehmend zu den geistig
en
und psychischen Ein
schränkungen führte Dr.
B._
aus, in Tätigkeitsbereichen, die konkret und handwerklich seien und welche die Beschwerdeführerin begriffen habe
,
sei
en
selbständiges Arbeiten gut möglich
und der Einsatz gross
. A
llenfalls be
stehe jedoch
deswegen
die Gefahr, dass sich die Beschwerdeführerin am Hand
gelenk und am Knie überlaste.
Die Konzentration sei zeitweise schmerzbedingt
eingeschränkt. A
ufgrund der
Depression
bestehe
eine etwas eingeschränkte psy
chische Belastbarkeit, eine Einschränkung des abstrakten Denkens sowie der Auffassungsgabe
(Urk. 8/24/6-7).
Zusammenfassend notierte die behandelnde Ärztin, aufgrund der somatischen Be
schwerden und der psychischen Einschrän
kung durch die Depression erscheine eine 40%ige Leistungsfähigkeit in etwa 60
%
der Zeit als realistisch. Mittels Weiterführung der antidepressiven Medika
tion könnte die psychische Belastbar
keit längerfristig gesteigert werden, wobei sich die körperlichen Beschwerden limitierend auswirken dürften. Sobald aus rheumatologischer Sicht eine Ar
beitsfähigkeit bestehe, könne die berufliche Tätigkeit mit einem Pensum von 20 bis 30
%
wieder aufgenommen werden (
Urk.
8/24/7).
3.4
Nach der am 24. Mai 2012 erfolgten Kniearthroskopie mit
Teilmeniskektomie
sowie der Kontrolle vom 16. Juli 2012
diagnostizierte
die behandelnde
Oberärz
tin
Dr.
C._
in ihrem Bericht vom 15. August 2012 (Urk. 8/28/6-7)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
retropatelläre
und mediale Knieschmerzen links bei bekanntem Horizontalriss Pars
intermedia
medialer Meniskus links. Postoperativ
hätten
sich noch leichte Restbeschwerden
medialseits
gezeigt
.
Insgesamt sei d
ie Prognose gut
(Urk. 8/28/6)
. Dr.
C._
attestierte der Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als Hausfrau eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % von
Dezember 2011 bis
am 16.
Juli 2012 sowie eine Arbeitsunfähigkeit von 80 %
ab
diesem Zeitpunkt bis Ende September 201
2.
Es bestehe eine ver
minderte Leistungsfähigkeit, weil v
or allem kniende Tätigkeiten und viel Gehen für die
Beschwerdeführerin
im momentanen Zustand nicht zumutbar
seien
.
Bei der Konsultation im Juli
2012
habe ihr
die
Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass
s
ie eine Anstellung an zwei Halbtagen in einer Wäscherei in Aussicht habe.
Dr.
C._
führte aus, dass ihr d
iese Tätigkeit
als
zumutbar
erscheine
(Urk. 8/28/7).
3.5
Der Gutachter Dr.
E._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2012 und erstattete am 14. Dezember 2012 seine psychiatrische Expertise (Urk. 8/35).
Der Psychostatus war weitgehend unauffällig (Urk. 8/35/11).
Dr.
E._
diagnostizierte eine
Dysthy
mie
(
ICD-10
F34.1) und eine
selbstun
si
chere
Persönlichkeitsstörung (
ICD-10
F60.6).
Er führte aus, d
ie
Beschwerde
füh
rerin
habe ihr ganzes Leben unter psychischen Belastungen jeweils an einer verstärkten Depressivität gelitten, eigentliche depressive Phasen mit
Krank
heits
wert
und depressiv bedingter Arbeitsunfähigkeit seien aber
nicht
aufgetre
ten beziehungsweise diagnostiziert worden. Die andere psychische Problematik
bestehe in
eine
r
Selbstunsicherheit und Ängstlichkeit. Die Beschwerdeführerin habe sich in der Ehe schlecht wehren können und sei so wiederholt in über
mässige psychosoziale Stresssituationen geraten
, in denen sie jeweils Hilfe und
Betreuung gebraucht habe und eine vermehrte Ängstlichkeit mit somatischen Störungen wie Zittern, Herzrasen, Schweissausbrüchen und Schlafstörungen
ge
zeigt
habe
. Sie habe Ängste vor Autoritäten und den Männern. Jedoch hätten sich auch in diesem psychischen Bereich die Ängste nicht zu einer Störung mit Krankheitswert entwickelt (Urk. 8/35/12).
Die psychischen Belastungen hätten dann Ende 2011 wieder zugenommen (Kündigung, Rückkehr des Sohnes, Knie
schmerzen) und somit auch die Depressivität. Die vitalen Funktionen seien aber ungetrübt geblieben, die Beschwerdeführerin habe alle ihre Aufgaben weiter
er
füllt.
Heute stünden die Schmerzstörungen im Vordergrund und es mangle an relevanten psychopathologischen Aspekten, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit aus psychi
schen Gründen nicht mehr gegeben sei.
Retrospektiv müsse er die Bestätigung der von Dr.
B._
attestierten Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen offenlassen.
Weil aber m
it der von Dr.
B._
diagnostizierten länger dauernden depressiven Reaktion (
ICD-10
F43.21) kaum eine für die IV relevante anhaltende
höhergradige
Arbeits
un
fähigkeit
zu begründen sei, habe
mit grosser Wahrscheinlichkeit auch seit den letzten Monaten keine für die IV relevante Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen mehr bestanden (Urk. 8/35/
13-
14).
3.6
Mit Schreiben vom 4. März 2013 (Urk. 8/44) zu
Handen
der Beschwerdeführerin äussert
e sich Dr.
B._
nochmals zu deren
Gesundheitszustand und Arbeitsfä
higkeit.
Als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erachtete sie die Kniebeschwerden links als massgebend sowie
zusätzlich
die Ellbogen-, Schulter
- und Handgelenkschmerzen. Die R
estsymptomatik der depressiven
An
passungsstörung
(
ICD-10
F43.21
) im Zusammenhang mit dem
stalkingartigen
Sabotieren und Verfolgen durch den Exmann (
ICD-10
Z60.8) bei extrem belas
teter Beziehung zum Exmann und Misshandlung während der Ehe (
ICD-10
Z63.0,
ICD-10
Z63.5),
der Verdacht auf ADHS, die schwer belastete Kindheit
(
ICD-10
Z61)
, die existenziellen finanziellen Sorgen (
ICD-10
Z63.7)
sowie die selbstunsichere Persönlichkeit (
ICD-10
F60.6) hätten indirekte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Sie attestierte
aus psychiatrischer Sicht
eine
vollstän
dige
Arbeitsunfähigkeit als Näherin ab Dezember 2011 bis Ende April 2012, ab diesem Zeitpunkt bis
zum
20. Dezember 2012
eine Arbeitsunfähigkeit
zu 50 % und von da an
zu
20 %
(Urk. 8/44/1-3).
Hinsichtlich der im Bericht vom
3.
Juni 2012 in unterschiedlicher Höhe genannten Arbeitsfähigkeit erklärte
Dr.
B._
,
dass eine
Pensumssteigerung
nicht zu schnell erfolgen dürfe, um eine psychi
sche
Dekompensierung
der Beschwerde
führerin zu vermeiden (
Urk.
8/44/2). Schliesslich hielt die Ärztin fest, aus psy
chiatri
scher Sicht beurteile sie die Arbeitsfähigkeit ebenso wie
Dr.
E._
als leicht eingeschränkt, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von nicht mehr als 20
%
be
stehe (
Urk.
8/44/3).
3.7
Mit Schreiben vom 28. Mai 2013 (Urk.
8/48/19-20
) äusserte sich Dr.
C._
auf
Nach
frage der Beschwerdeführerin
erneut
zum Gesund
heitszustand und der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
. In ihrer angestammten Tätigkeit als Näherin sei die Beschwerdeführerin eingeschränkt. Problematisch seien längere sitzende Tätigkeiten sowie häufiges Herumgehen. Falls die Beschwerde
führerin ihre Körperposition regelmässig verändern könne, seien die Beschwer
den deutlich besser. Die Arbeitsfähigkeit als Näherin erachtete Dr.
C._
als etwa zu 50 % gegeben (Urk. 3/6
/1-2).
4.
4.1
Die von den
Dr
e
s
.
A._
und
E._
erstatteten Gutachten vermögen die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen
(E.
2.3
)
. So tätigten beide Gutachter eigene, umfassende Abk
lärungen, berücksichtigten die g
eklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzun
gen in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Mithin kann zur
Entscheidfindung
auf die Gutachten abgestellt werden, womit davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin aus psychi
atri
scher Sicht
vollumfänglich
arbeitsfähig
ist und
aus somatischer Sicht
für eine leichte, nicht repetitive Tätigkeit mit wechselnder Stellung
eine Arbeitsfähigkeit von 80 % besteht
(E. 3.
2
und 3.
5
)
.
4.2
Daran vermögen die Einwendungen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern.
D
ie Beschwerdeführerin
führte aus, es sei nicht nachvollziehbar
, weshalb bei der Einschätzung der somatischen Arbeitsfähigkeit
auf das veraltete Gutachten von Dr.
A._
vom 11. Oktober 2011 abgestellt worden sei und nicht auf den Bericht von Dr.
C._
vom 15. August 2012, in welchem
diese
eine
Arbeitsunfähigkeit von 80 %
a
ttestiert hatte
(
E. 1.2
)
. Wie
Dr. med.
F._
,
Facharzt Anästhesiologie FMH,
RAD,
in seiner Stellungnahme
vom 7. Mai 2013
(Urk.
8/46
/2
)
zu Recht
ausführte, bezog sich die von Dr.
C._
attestierte Arbeitsunfähigkeit auf Haushaltsarbeiten
,
insbesondere auf
kniende Tätigkeiten und viel Gehen
(E.
3.4
).
Hinsichtlich angepasster Tätigkeiten äusserte sich Dr.
C._
nicht.
Dr.
F._
führte
denn auch
aus, es sei nicht davon auszu
gehen, dass sich die zumutbare Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als Näherin und in angepasster, leichter Tätigkeit durch die Kniearthroskopie dau
erhaft geändert hätte (Stellungnahme vom 9. August 2012, Urk. 8/37/5).
Hatte schliesslich
Dr.
C._
die Prognose als gut bezeichnet und bereits im Juli 2012 eine Anstellung der Beschwerdeführerin in einer Wäscherei als zumutbar erachtet (E. 3.4), so ist mit Blick auf die gesamte Aktenlage davon auszugehen, dass die im
Mai 2012 erfolgte Knieoperation einzig zu einer kurz
fristigen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu führen vermochte.
Auch der von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerdeschrift zusätzlich einge
reichte Bericht von Dr.
C._
vom 28. Mai 2013 vermag
daran
nichts zu ändern.
D
ie in diesem Bericht genannte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
von 50 %
bezieht
sich
erneut bloss
auf den angestammten Beruf als Näherin
(E.
3.
7)
.
Hinsichtlich dieser Tätigkeit attestierte jedoch auch Dr.
A._
eine erhöhte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
, nämlich zu 60 %
(E. 3.2). Dr
.
C._
führte
sodann
explizit
aus, es
er
gäbe
sich
eine deutliche Ver
besserung, falls
die
Beschwerdeführerin ihre Körperposition regelmässig verän
dern könnte (E.
3.
7)
.
Zusammenfassend besteht
demnach keine Veranlassung, von der gemäss Dr.
A._
attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % in angepasster Tätigkeit (E. 3.2) abzuweichen
.
4.3
Was sodann den Einwand der Beschwerdeführerin betrifft, die von Dr.
B._
attestierten
Zeitspannen
der Arbeitsunfähigkeit hätten bei der Leistungsprüfung beachtet werden müssen (E.
1.
2), kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden.
Hin
sichtlich des
Zeitraum
s
ab Begutachtung durch Dr.
E._
gibt es keine Veran
lassung, von der gutachterlich
attestierten vollständigen Arbeitsfähigkeit
aus psychi
atri
scher Sicht
abzuweichen. Dr.
E._
setzte sich mit dem Bericht von Dr.
B._
vom 3. Juni 2012
auseinander und
legte
in nachvollziehbarer Art und Weise
dar, weshalb keine relevante Einschränkung bestehe
(E. 3.5).
Obwohl sich Dr.
E._
nicht abschliessend zur Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vor der Gutachtenserstellung äusserte,
verbietet sich bereits aus
invalidenversiche
rungs
rechtlicher
Sicht
, auf
den Bericht von Dr.
B._
abzustellen
.
Zur Annahme der Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Sub
strat, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesener
massen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Wo die begutachtende Person im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung fin
den, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer
Ge
sundheitsschaden
gegeben
(BGE 127 V 294 E.
5a
).
Wenn
Dr.
B._
ausführt
e
, die Prognose sei abhängig vom sozialen Umfeld und der finanziellen Situation und erklärt
e
,
dass
die Situation bereits entspannt wäre, wenn die Beschwerde
führerin finanziell das Existenzminimum hätte, offenbart sich, dass sich
ihre
Diagnose weitgehend in psychosozialen und sozia
lkulturellen Faktoren er
schöpft
. In diesem Fall kann
nicht von
einem
invalisierenden
psychischen Gesundheitsschaden ausgegangen werden
.
Des Weiteren
hielt
Dr.
B._
in ihrer Beurteilung der Arbeit
s
fähigkeit die soma
tischen und psychischen Gründe
nicht genügend auseinander.
Wenn
Dr.
B._
bei den psychischen Einschränkungen aus
führt
e
, es bestehe die Ge
fahr, dass sich die Beschwerdeführerin am K
nie und am Handgelenk über
laste,
und
die Konzentration zeitweise schmerzbedingt eingeschränkt
sei
(E. 3.3)
, ist es nicht ersicht
lich, zu welchen
Teilen die Einschränkungen auf psychischen
und zu welchen auf
somatischen Gründen beruhen
.
Auch
Dr.
F._
vom RAD
wies
in seiner Stellungnahme vom 9. September 2012
(Urk. 8/37/5)
darauf hin
,
dass
im Bericht von Dr.
B._
somatische und psychosoziale Faktoren nicht klar abgegrenzt
seien
.
Ferner
ändert auch
das
zusätzlich erstellte
Schreiben
von Dr.
B._
vom 4. März 2013 (E. 3.6)
,
in welchem weitgehend somatische Beschwerden beurteilt werden und die Ein
schränkung aus psychiatrischer Sicht - gleich wie von
Dr.
E._
beurteilt - als (bloss) leicht eingeschränkt bezeichnet wurde, nichts daran,
dass für die Zeit vor der Begutachtung nicht auf d
ie
Ein
schätzung
von Dr.
B._
abgestellt werden kann.
4.4
Zusammenfassend ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Beurteilung eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 80
%
in ei
ner angepassten Tätigkeit zugrunde gelegt hat.
4.5
Die - mittels
zweijähriger
Anl
ehre
zur Verkäuferin ausgebildete
–
Beschwer
de
füh
rerin übte während langer Zeit verschiedene Tätigkeiten mit unregelmässi
gen
Pensen
aus (vgl.
Urk.
8/35/
9-
10,
Urk.
8/8) und verlor die zuletzt als Näherin (
Urk.
8/11) aus
geübte Beschäftigung infolge Reorganisation (
Urk.
8/15/2). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin nicht nur für das In
validen- sondern auch für das
Valideneinkommen
auf die Tabellenwerte abge
stellt und in Be
rücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 28
%
ermittelt hat (
Urk.
8/36).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Weil d
ie prozessuale Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin
ausgewiesen ist (Urk. 3/3) und weil der Prozess nicht zum vornherein aussichtslos war, sind die Voraussetzungen der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt. Dem Gesuch vom 7. Juni 2013 ist daher zu entsprechen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin
ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozi
alversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Ge
richtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.