Decision ID: ddce8cdd-894a-44ca-8ec2-eb0a678814b1
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, absolvierte von 1988 bis 1991 eine Ausbildung zur Konditorin-
Confiseurin
(Urk. 8/1/4 Ziff. 6.2) und arbeitete in der Folge an verschiedenen Stellen auf diesem Beruf (vgl. Auszug aus dem indivi
duellen Konto, Urk. 8/3), wobei sie dies aufgrund ihrer Drogenab
hän
gigkeit nur in ein
geschränktem Mass tun konnte (Urk. 8/23/17). Wegen einer HIV-Infektion meldete sich die Versicherte am 20. Juni 1998 bei der Invali
denversicherung zum Rentenbezug an (Urk. 8/1). Die Sozialver
sicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm Abklärungen vor und sprach
X._
mit Ver
fügung vom 17. November 1999 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 90 % mit Wir
kung ab dem 1. März 1998 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 8/18).
1.2
Am 6. September 2002 (Urk. 8/26) heiratete die Versicherte und am 11. No
vember 2002 brachte sie den Sohn
Y._
zur Welt (Urk. 8/29). Die IV
Stelle holte die Arztberichte von Dr. med.
Z._
, Allgemeine Medi
zin FMH, vom 23. Dezember 2004 (U
rk. 8/32/3-4) und von Dr. med. A._
, Allgemeine Medizin FMH, vom 16. März 2005 (Urk. 8/35) ein. Am 21. Februar 2005 (Urk. 8/33) stellte sie
X._
schriftlich Fragen zum Umfang der mut
masslich ausgeübten Erwerbstätigkeit nach der Geburt ihres Kindes, worauf die Versicherte mitteilte, sie könne diese Fragen nicht beantworten (Urk. 8/36-37). Am 27. April 2005 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (vgl. Abklärungsbericht Haushalt vom 9. Mai 2005, Urk. 8/38). Mit Verfügung vom 20. Juni 2005 teilte die IV
Stelle
X._
mit, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass sie seit Oktober 2004 zu 100 % im Bereich Haushalt/Kinder
be
treuung tätig sei und auch ohne Gesundheitsschaden nicht mehr erwerbstätig wäre. Da in diesem Aufgabenbereich eine Einschränkung von lediglich 29 % bestehe, wel
che dem Invaliditätsgrad entspreche, müsse die Invalidenrente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgehoben werden (Urk. 8/41). Die IV-Stelle (
Einspracheentscheid
vom 26. August 2005, Urk. 8/55) und das hiesige Gericht (Urteil vom 15. September 2006, Urk. 8/61) bestätigten diesen Entscheid.
1.3
Am 13. Januar 2012 meldete sich
X._
erneut zum Leis
tungs
bezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 8/65). Die IV-Stelle holte die Arzt
berichte von Dr. med.
B._
, Innere Medizin FMH, vom 25. Januar 2012 (Urk. 8/69/1-4; unter Beilage weiterer Arztberichte, Urk. 8/69/5-13) und von der medizinischen Poliklinik des
C._
vom 27. Januar 2012 (Urk. 8/70) ein. Am 18. April 2012 führte sie eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (Abklärungsbericht vom 24. April 2012, Urk. 8/71). Mit Vorbescheid vom 8. Juni 2012 teilte die IV-Stelle
X._
mit, ihr Leistungsbegehren müsse abge
wiesen werden, da ihr Invaliditätsgrad lediglich 15,25 % betrage (Urk. 8/75). Gegen diesen Vor
bescheid erhob die Versicherte am 21. Juni 2012 (Urk. 8/77) bzw. am 23. August 2012 (Urk. 8/80) durch die Aids-Hilfe Schweiz Einwand. Die IV
Stelle hielt in der Folge an ihrem Entschei
d fest und wies das Leis
tungsbe
gehren mit Verfügung vom 6. September 2012 ab (Urk.
8/83
).
Die gegen diese Verfügung am
4.
Oktober 2012
erhobene Beschwerde
(
Urk.
8/84/3-8) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 11. Februar 2014 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfü
gung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu über den Leistungsanspruch der Versicherte
n verfüge (Urk.
8/92).
1.4
Die IV-Stelle holte in der Folge den Arztbericht von
Dr.
B._
vom
7.
Juli 2014 ein (
Urk.
8/102). Sodann liess sie das polydisziplinäre Gutachten des
D._
vom 1
2.
Januar 2015 er
stellen (Urk. 8/122/1-47). Am 1
6.
April 2015 beantworteten die Gutachter Zusatzfragen der IV-Stelle (
Urk.
8/128).
Am 1
9.
Mai 2015 führte die IV-Stelle eine weitere Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (Abklärungs
be
richt vom
3.
Juni 2015,
Urk.
8/132). Mit Vorbescheid vom 1
6
. Juni 2015 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass ihr Leistungsbegehren abgewiesen werde, da der Invaliditätsgrad lediglich 11,66 % betrage (Urk. 8/136), wogegen die Versicherte am 1
4.
Juli 2015 Einwand erhob (Urk. 8/144).
Am 1
6.
September 2015 nahm
pract
. med.
E._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle zum Einwand Stellung (
Urk.
8/147/2). Mit Verfügung vom 29. September 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch die Aids-Hilfe Schweiz am 2
7.
Oktober 2015 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
September 2015 sei auf
zuheben.
2.
Der IV-Grad sei zu erhöhen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am
3.
Dezember 2015 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdegegnerin am
9.
Dezember 2015 mit
geteilt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat
tin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemes
sung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbs
bereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswer
tes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachme
dizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administ
rativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei
terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
1.6
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter entwi
ckelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomati
sche Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumut
bar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entste
hungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesge
richtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Aus
nahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struk
turierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Stan
dardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungs
faktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargeleg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Ausschluss
gründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerde
bilder ohne nachweisbare organische Grundlage“ in invalidenversicherungs
rechtlicher Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderun
gen (Regel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bislang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesge
richts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und Empfin
dungsstörung: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und unfall
adäquate HWS-Verletzungen [Schleudertrauma] ohne organisch nachweis
bare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hypersomnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1).
Gemäss
BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.7
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Ein Revisionsgrund ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt, wobei allerdings nicht ohne zwingende Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditätsschätzung zugrunde gelegten Bemessungskriterien abgewichen werden soll. So hat das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung die künftige Rechtsstellung der versicherten Person nicht präjudiziert, son
dern dass die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit einerseits und der Unmöglichkeit der Betätigung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich anderseits im Einzelfall einander ablösen können (BGE 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.1).
1.8
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geän
dert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisi
onsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
2.1.1
Gemäss dem Bericht von Dr.
B._
vom 25. Januar 2012 (Urk. 8/69/1-4) besteht bei der Beschwerdeführerin eine HIV-Infektion (seit 1997), eine Hepatitis C (seit 1997), ein Status nach Hepatitis A + B sowie ein Verdacht auf Persönlichkeitsstörung. In ihrer angestammten Erwerbstätigkeit als Kon
dito
rin/
Confiseurin
sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Dies sei bereits bei Beginn der Behandlung im Jahr 2008 der Fall gewesen. Auch in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeits
unfähig. Sie sei kaum in der Lage, das Familienleben zu bewerk
stelligen.
2.1.2
Im Bericht vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
8/102) führte
Dr.
B._
aus,
die Tätig
keit als Konditorin/
Confiseurin
sei der Beschwerdeführerin weiterhin nicht zumutbar und es bestehe auch keine Arbeitsfähigkeit in einer behin
derungs
angepassten Tätigkeit.
2.2
2.2.1
Die Ärzte der medizinischen Poliklinik des
C._
diagnosti
zierten im an den Hausarzt Dr.
B._
gerichteten Bericht vom 28. Dezember 2011 (Urk. 8/69/5-13) (1
.
) eine HIV-Infektion CDC Stadium B3, Erstdiagnose im März 1997 bei Status nach
Candidastomatitis
im April 1997, Status nach
Koni
sation
bei pathologischem PAP-Abstrich 2001, Status nach Pankreatitis und Transaminasenerhöhung unter
Didanosin
/
Staduvin
im Januar 2000 mit wieder
holten Therapieabbrüchen bei subjektiven gastroin
testinalen Nebenwirkungen, (2
.
) einen Meteorismus und chronische Bauch
beschwerden unklarer
Aetiologie
seit 2009 bei Status nach
Helicobacter
positiver Gastritis,
Eradikationstherapie
mit
Clarithromycin
/
Amoxicillin
und
Pantozol
im Mai 2010, (3
.
) eine chronische Hepatitis C, Genotyp 1A, Erstdi
agnose im April 1997 bei Leberbiopsie im Januar 2010: minime Entzün
dungsaktivität und
Fibrose
(
Metavir
1, Ishak 1), (4
.
) mul
tiple Leber-Hämangi
ome, Erstdiagnose im Januar 2010, (5
.
) ein Abhängigkeits
syndrom bei Status nach IVDA mit Heroin und Kokain von 1992 bis 1997, Status nach Metha
donsubstitution, aktuell: Zigarettenrauchen, THC-Konsum, (6
.
) eine
Hyper
menorrhoe
mit Eisenmangel ohne Anämie bei Status nach fraktionierter
Cürettage
und
Endometriumablation
im April 2011, (7
.
) einen Status nach Hepatitis A und B sowie (8
.
) einen Verdacht auf Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ. Seit Mai 2010 seien keine HIV
assoziierten Erkrankungen aufgetreten. Die Durchführung einer konse
quenten antiretroviralen Therapie (ART) habe sich schwierig gestaltet. Die Beschwerde
führerin habe wiederholt über schwer fassbare, unspezifische
Abdo
minal
be
schwerden
mit Blähungen berichtet und habe dann am 1. August 2011 spontan beschlossen, die zuvor gut wirksame ART abzusetzen. Der Grund dafür sei nicht klar
eruierbar
gewesen, sicher habe auch eine gewisse psychosoziale Belastung wegen der Trennung von ihrem Ehemann eine Rolle gespielt. Ent
sprechend sei die Viruslast auf aktuell 54‘000 Kopien/ml angestiegen und die CD4-Zahl auf 186 μl (17 %) gesunken, was einer schwer eingeschränkten Immunlage mit einem Risiko für opportunistische Infektionen entspreche. Im Dezember 2011 habe sich die Beschwerdeführerin für den ART-Wiederbeginn entschieden, wo
bei man sich mit der neuen Medikation weniger gastro
intesti
nale Neben
wirkun
gen erhoffe. Bezüglich der schwer fassbaren Bauch
beschwer
den habe sich nichts Wesentliches verändert. Die Beschwerdeführerin habe trotz wie
derholter Auf
klärung daran festgehalten, dass ihre Beschwerden durch den Zwerchfell
bruch bedingt seien und zum Teil ultimativ nicht indizierte diag
nostische Abklä
rungen verlangt. Die Ärzte hielten sodann fest, es könnte bei der Beschwerde
führerin eine Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ vor
liegen, eine ent
sprechende psychiatrische Abklärung sei ihres Wissens aber nicht durchgeführt worden. Ausserdem bestehe eine psychosoziale Belas
tungs
situation. Die Beschwerde
führerin befinde sich in Trennung von ihrem Ehemann und fühle sich mit der Betreuung der Kinder überfordert.
2.2.2
Am 27. Januar 2012 (Urk. 8/70) gab die medizinische Poliklinik des
C._
(Dr. F._
) an, die Beschwerde
führerin leide unter einer HIV-Infektion CDC Stadium B3, einer chronischen Hepatitis C, einem Abhän
gigkeitssyndrom (Cannabis) sowie einer
Borderline
-Persönlich
keits
störung (ICD
10 F60.31). Seit 1998 stehe die Beschwerdeführerin inter
mit
tierend
unter anti
retroviraler Therapie. Aufgrund von Unverträglich
keitsre
aktionen sei die
Thera
pie
findung schwierig. Es bestehe eine mittelschwer ein
geschränkte
Immun
lage. Der Allgemeinzustand sei leicht reduziert.
Die Immunlage könne durch anti
retrovirale Therapie verbessert werden. Es müsse aber eine verträg
liche Therapie gefunden werden. In der Tätigkeit als Haus
frau sei die Beschwerde
führerin seit März 2010 bis auf weiteres zu 20 % ein
geschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerde
führerin bei vermin
derter Leistungs
fähigkeit in einem zeitlichen Rahmen von 80 % zumut
bar. Unter entsprechender Therapie sei eine Leistungs
steigerung möglich. Ob mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatz
fä
higkeit gerechnet werden könne, sei unklar.
2.3
Am 24. April 2012 führte die Beschwerdegegnerin im Haushalt der Beschwerde
führerin eine Abklärung durch (Urk. 8/71). Dabei gab die Beschwerdeführerin an, sie habe sich im letzten Herbst von ihrem Ehemann getrennt. Sie trage nun die Verantwortung für ihre zwei Kinder und den Haushalt mehrheitlich selbst, was sie kräftemässig vor neue Heraus
forderun
gen stelle. Die Kinder befänden sich jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater, wodurch die Beschwerdeführerin entlastet werde. Ansonsten sei es nicht einfach, bei der Kinderbetreuung Ent
lastung zu erhalten, da die Eltern und Schwiegereltern weit weg wohnen wür
den und die Nachbarn über ihre gesundheitliche Situation nicht im Bild seien. Die Beschwerdeführerin fühle sich seit ca. vier Jahren psychisch nicht stabil. Sie verspüre eine zunehmende Stressintoleranz und sei aufgrund des Eisenmangels immer müde und kraft
los. Sodann leide sie auch unter den Nebenwirkungen der Medikamente. Die Besch
werdeführerin habe trotz Drogen
abhängigkeit die Lehre zur
Confiseurin
erfolgreich abschliessen können. Wegen ihrer suchtbedingten Unzuverlässig
keit habe sie in ihrem Beruf nie richtig Fuss fassen können. Im Jahre 1997 habe sie dann die Diagnose (HIV-Infektion) bekommen und in der Folge von März 1998 bis Mai 2005 eine ganze
Invalidenrente bezogen. Im Sep
tember 2002 habe die Beschwerdeführerin geheiratet, im November 2002 seien ihr Sohn
Y._
und im Jahr 2006 ihre Tochter
G._
zur Welt gekommen. Den Wiedereinstieg in das Berufsleben habe die Beschwerdeführerin bereits vor der Trennung von ihrem Ehemann geplant, einerseits aus finanziellen Gründen, aber auch weil sie eine gewisse Eigenständigkeit habe anstreben wollen. Sie könne sich vorstellen, eine Aus
bildung zur Sterbebegleiterin zu absolvieren. Aufgrund der Trennung von ihrem Ehemann habe sie aber in den letzten Monaten keine Energie mehr aufbringen können, um sich um ihre berufliche Zukunft kümmern zu können. Aktuell sei sie aber wieder am Planen und Recherchieren. Bei guter Gesundheit würde sie mindestens einer 50%igen aus
serhäuslichen Erwerbs
tätigkeit nachgehen. Die Betreuung der Kinder könnte sie durch ausser
schulische Angebote in der Gemeinde und den Mittagstisch abde
cken (Urk. 8/71/1-3).
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin gelangte zum Ergebnis, es erscheine nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin seit der Trennung von ihrem Ehemann im November 2011 zu 50 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Im Haushalt erleide sie eine Einschränkung von 27,4 % (Haushalt
führung: Anteil 3 %, keine Einschränkung; Ernährung: Anteil 35 %, Ein
schrän
kung 40 %; Wohnungspflege: Anteil 18 %, Einschränkung 50 %; Einkauf und weitere Besorgungen: Anteil 8 %, keine Einschränkung; Wäsche und Kleider
pflege: Anteil 18 %, Einschränkung 20 %; Betreuung von Kin
dern oder ande
ren: Anteil 14 %, keine Einschränkung; Verschiedenes: Anteil 4 %, Einschrän
kung 20 %,
Urk.
8/71/3-7).
2.4
2.4.1
Laut der Stellungnahme von
pract
. med.
E._
, Facharzt für Arbeits
me
dizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 7. Februar 2012 (Urk. 8/73/2) ist der
Arzt
bericht des
C._
vom 2. Februar 2012 (Eingangsdatum bei der Beschwerdegegnerin des Berichts vom 27. Januar 2012, E. 2.2.2) plausibel, weshalb darauf abgestützt werden könne. Demnach bestehe nur eine
geringgradige
Einschränkung im Haushalt. Berufli
che Massnahmen würden sinnvoll erscheinen.
2.4.2
Am 30. Mai 2012 (Urk. 8/73/3) führte RAD-Arzt
E._
aus, laut dem
Arzt
bericht des
C._
bestehe eine 20%ige Arbeitsunfä
higkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hausfrau und die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht in einem zeitlichen Rahmen von 80 % zumutbar. Wei
tere Angaben zum Belastungsprofil fehlten. Es sei aus arbeitsmedizini
scher Sicht jedoch davon auszugehen, dass zumindest für leichte, überwie
gend sitzende oder wechselbelastende Tätigkeiten medi
zinisch-theoretisch ebenfalls von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Weitere medi
zinische Mass
nahmen oder Abklärungen seien nicht notwendig.
2.4.3
Am 4. September 2012 (Urk. 8/82/2) hielt RAD-Arzt
E._
schliesslich fest, der Vergleich der Haushaltsabklärungsberichte aus den Jahren 2005 und 2012 ergebe zumindest in funktioneller Hinsicht unveränderte Einschrän
kungen. Somit müsse aus versicherungsmedizinischer Sicht aktuell auch von einem im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen werden. Es sei auf die fachärztliche Einschätzung des
C._
abzustellen. Diese erscheine plausibel und decke sich im Wesentlichen mit dem Haushalts
abklärungsbericht. Aufgrund der bestehenden Erkrankun
gen mit verminderter Leistungsfähigkeit und eingeschränkter körperlicher Einsatzfähig
keit sei eine Arbeitsfähigkeit ausser Haus in einem ähnlichen Rahmen bei angepasster Tätig
keit (leichte wechselbelastende körperliche Tätigkeit, welche die funktionellen Anforderungen einer Haushaltstätigkeit nicht übersteige, mit der Möglichkeit bei Bedarf Pausen einzulegen) medizi
nisch-theoretisch durchaus zumutbar. Die von Dr.
B._
attestierte voll
ständige Arbeitsunfähigkeit für bisherige (Kon
ditorin) und angepasste Tätig
keiten könne nicht plausibel nachvollzogen wer
den. Es würden keine funkti
onellen Einschränkungen genannt, welche die 100%ige Arbeitsunfähigkeit untermauern könnten.
2.5
2.5.1
Laut dem
im Anschluss an das Urteil des hiesigen Gerichts vom 11. Februar 2014 (Urk. 8/92) eingeholten
Gutachten des
D._
vom 1
2.
Januar 2015
(
Urk.
8/122/39) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein HIV-Infekt Stadium B2 bei Status nach Candida-Stoma
titis 1997, Status nach
Konisation
bei pathologischem PAP-Abstrich (im Jahre 2000), anhaltender Virussuppression unter Arzttherapie und aktueller Kombinationstherapie
Kaletra-Combivir
bei halber Dosierung, eine chroni
sche Hepatitis C bei
Fibrose
Grad I (
Metavir
I, Ishak
scare
I), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich unsicheren narzisstischen Anteilen sowie eine Neurasthenie. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine
Bakerzyste
am Knie rechts, ein gefährlicher Gebrauch von Alkohol sowie eine Nikotinabhängig
keit.
Die Beschwerdeführerin sei ausgebildete Bäcke
rin/Konditorin, habe aber seit Jahren nicht mehr auf ihrem Beruf gearbeitet. Die ursprünglich gewährte IV-Rente sei im Jahr 2005 sistiert worden, nach
dem die Beschwerdeführerin seit 2002 als Hausfrau und Mutter tätig sei.
Aus
gastroenterologisch
-internistischer Sicht demonstriere sich seit 2000 ein stabiler Verlauf. Ihre Aufgaben als Hausfrau und Mutter habe die Beschwer
deführerin in den vergangenen Jahren mit leichten Einschränkungen bewäl
tigt. Im Jahr 2005 sei ihr in dieser Funktion eine Einschränkung von 29
%
attestiert worden. Unter Berücksichtigung des Grundmorbus HIV sowie des Co-Infekts der HCV-Infektion sei diese Einschränkung persistiert. Bezüglich schwerer körperlicher
Arbeiten
müsse von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit ausge
gangen werden.
Im Jahr 2012 sei der Beschwerdeführerin im Haushalt eine Einschränkung von 27,4
%
attestiert worden, welche aus medizinischer-somatischer Sicht nachvollzogen werden könne. Entspreche die Tätigkeit als Konditorin oder
Confiseurin
einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit, könne diese Beurteilung übernommen werden. Sollte diese Arbeit als mittel
schwer bis schwer taxiert werden, müsse von einer 70%igen Arbeitsunfähig
keit ausgegangen werden.
Psychia
trischerseits
bestehe eine 20%ige
Rende
ment-Verminderung sowohl in bisheriger als auch in adap
tier
ter Tätigkeit, in der Gesamtschau komme es aber zu keiner Addition der Arbeitsunfähigkei
ten.
Unter der aktuell etablierten Kombinationstherapie könne von einem weiteren stabilen Verlauf des HIV-Infektes ausgegangen werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass bezüglich des Grundmorbus in absehbarer Zeit die
ser Status sich ändern werde. Es sei von einem stabilen Verlauf auszugehen bei fortzusetzender ART-Medikation. Aus psychischer Sicht sei erwähnens
wert, dass es der Beschwerdeführerin doch möglich gewesen sei, das Sucht
geschehen weitgehend einzuschränken und wegen der Trennungssituation eine emotionale Betroffenheit bestehe. Entsprechend dürfe trotz jahrelangem Verlauf eine vorsichtig optimistische Prognose gestellt werden.
2.5.2
Ergänzend hielten die Ärzte des
D._
auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin am
1
6.
April 2015 (
Urk.
8/128)
fest, dass
der Beschwerdeführerin
im Gut
achten lediglich für schwere Tätigkeiten eine 70%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, wogegen mittelschwere Tätigkeiten nicht eingeschlossen seien. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seien sowohl die chronische Hepatitis C als auch der HIV-
Koinfekt
berücksichtigt worden. Beide chronischen Infektionskrankheiten gingen mit deutlichen Ein
schrän
kungen der Physis einher. Gleiches gelte für den HIV-Infekt, auch wenn die
ser gut kompensiert und unter einer adäquaten Therapie stabil verlaufe.
2.6
Am 1
9.
Mai 2014 führte die Beschwerdegegnerin eine weitere Abklärung im Haushalt der Beschwerdeführerin durch (
Urk.
8/132). Die Beschwerdeführerin habe dabei angegeben, dass sie in
den
letzten drei Jahren als alleinerziehende Mutter sehr an ihre physischen und psychischen Grenzen gestossen sei. Sie fühle sich oft müde und erschöpft, müsse sich tagsüber viel hinlegen und könne kaum die anfallenden Arbeiten im Haushalt erledigen. Vor allem die beiden oberen Stockwerke des Hauses könne sie kaum in Ordnung halten. Vom HIV-Virus her sei sie seit fünf Jahren stabil, sie nehme jedoch aufgrund der multiplen Nebenwirkungen nur die halbe Dosis der Medikation. Sehr belastend seien die massiven Existenzängste seit der Aufhebung der IV-Rente.
Letztmals sei sie im Jahre 1998 ausserhäuslich erwerbstätig gewesen. Sie fühle sich weiterhin nicht arbeitsfähig und habe deshalb auch keine Arbeitsbemühungen unternommen. Ihre verbliebene Energie habe sie in die Kinderbetreuung und die Haushaltarbeiten gesteckt und sei selbst mit diesen Aufgaben überfordert. Bei guter Gesundheit würde sie seit der Trennung von ihrem Ehemann im Jahre 2011 zu 50
%
arbeiten, dies schon aufgrund finan
zieller Aspekte. Aufgrund ihrer persönlichen Situation hätte sie dieses Pen
sum ab August 2014 auf 80
%
aufgestockt, denn sie habe einen neuen Lebenspartner, weshalb sich die Ehegattenunterhaltsbeiträge reduzieren wür
den. Bei guter Gesundheit würde sie in ihrem angestammten Beruf arbeiten, welchen sie sehr gerne ausgeübt habe. Die Kinderbetreuung wäre durch schu
lische und ausserschulische Angebote abgedeckt.
Bei der Erledigung der Aufgaben im Haushalt
erleide sie unverändert eine Einschränkung von 27,4 % (Urk. 8/132/4-7; vgl. auch E. 2.3).
2.7
RAD-Arzt
E._
führte in der Stellungnahme vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
8/147/2) aus,
es werde im
D._
-Gutachten festgehalten, dass eine orga
nisch bedingte Leistungsintoleranz oder chronische Müdigkeit nicht abgelei
tet werden könne (bei vollständig erhaltener Leberfunktion). Unter der anti
retroviralen Therapie werde ein stabiler Verlauf der HIV-Erkrankung beschrieben ohne relevante weitere somatische Faktoren.
Die durch die Beschwerdeführerin beschriebene vermehrte Ermüdbarkeit erfülle aufgrund der Beurteilung durch den Gutachter die Kriterien einer Neurasthenie, wobei auf die diskrepanten Angaben bezüglich der Einnahme von Schlafmitteln hinzuweisen sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne somit an der Diagnose Neurasthenie festgehalten werden.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin verneint in der angefochtenen Verfügung vom 29. September 2015 (
Urk.
2) den Anspruch auf eine Invalidenrente mit der Begründung, es sei der Beschwerdeführerin die Ausübung einer leichten bis mittelschweren
Erwerbst
ätigkeit im Umfang von 72
,6
%
zumutbar.
Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bis Juli 2014 zu 50
%
und ab August 2014 zu 80
%
erwerbstätig wäre. Im Haushalt betrage die Ein
schränkung 27,4
%
.
Bei einer 50%igen Erwerbstätigkeit erleide sie keine Ein
kommenseinbusse, bei einer 80%igen Erwerbstätigkeit belaufe sich die gesundheitsbedingte Einkommenseinbusse
auf 7,
72
%
. Insgesamt betrage der Invaliditätsgrad bis Juli 2014 13,7
%
und ab August 2014 11,66
%
.
3.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, obwohl im Gutachten des
D._
immer wieder ihre chronische
Fatigue
erwähnt werde und die Ärzte diese in einem direkten Zusammenhang zur HIV-Infektion bzw. deren Thera
pierung sähen, habe die Beschwerdegegnerin diese bei ihrer Beurteilung nicht berücksichtigt und keine fachspezifischen Beurteilung durch einen
Infektio
logen
eingeholt. Im Gutachten werde auch von einer Einschränkung im Haushalt von 29
%
statt von einer solchen von 27,4
%
gesprochen. Unge
reimtheiten bestünden sodann bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähig
keit für schwere, mittel
schwere und leichte Tätigkeiten. Die Gutachter hätten keine greifbare Beurteilung der Arbeitsfähigkeit innerhalb einer Erwerbstä
tigkeit abgegeben, sondern es sei die Tätigkeit im Haushalt herangezogen und diese auf die Erwerbstätigkeit übertragen worden. Es sei nicht korrekt, die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt gleichzusetzen mit derjenigen in einer Erwerbstätigkeit und noch weniger, die Einschränkung im Erwerbsbereich wesentlich tiefer anzusetzen als im Haushalt. Des
Weiteren
sei zu beachten, dass das Gutachten weder im allgemeinmedizinischen noch im
gastroentero
logischen
Teil eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit enthalte. Insgesamt sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wiederum nicht sauber abgeklärt worden und es bestünden diesbezüglich nach wie vor viele Unklarheiten, Ungereimtheiten und Widersprüchlich
keiten.
Die Beschwerde
führerin sei seit fast 20 Jahren HIV-positiv und leide an Hepatitis C. Diese Infektionen und deren Behandlung mittels starker Medikamente hätten deutliche Spuren hin
terlassen. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer Polymorbidität seit bei
nahe 20 Jahren arbeitsunfähig.
4.
4.1
Es ist vorliegend unstrittig, dass nicht länger davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens sich zu 100
%
dem Aufgabenbereich Haushalt widmen würde, sondern zu 50
%
bzw. ab August 2014 zu 80
%
erwerbstätig wäre.
Es ist damit seit dem rentenabwei
senden
Einspracheentscheid
vom 26. August 2005 (
Urk.
8/55) eine wesentli
che Veränderung der Verhältnisse eingetreten, womit ein Revisionsgrund gegeben ist (vgl. E. 1.7 und 1.8)
.
4.2
Das polydisziplinäre Gutachten des
D._
vom
1
2.
Januar 2015 (Urk. 8/122
) beant
wortet die gestellten Fragen um
fassend, berücksichtigt die von der Bes
chwerdeführerin geklagten Beeinträchti
gungen, wu
rde in Kenntnis und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Das Gut
achten wird damit den von der Rechtsprechung entwickelten Anfor
derungen an eine be
weis
kräftige medizinische Stellungnahme (E. 1.
5
) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zuzuerkennen, falls keine konkre
ten Indi
zien gegen die Zuverläs
sigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353
E.
3b/
bb
).
4.
3
Die Beschwerdeführerin wendet gegen das
D._
-Gutachten ein, es werde zwar erwähnt, dass sie an einer vermehrten Ermüdbarkeit leide, welche am ehesten mit einem
Chronic
fatigue
-Syndrom charakterisiert werden könne, deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei aber nicht berücksichtigt worden (
Urk.
1 S. 4). Hierzu ist festzuhalten, dass
die somatischen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit durch den HIV-Infekt sowie die chronische Hepatitis C
verursacht werden. Es besteht dabei nicht eine Einschränkung in dem Sinne, dass der Beschwerdeführerin die Verrichtung gewisser Tätigkeiten grund
sätz
lich nicht mehr möglich wäre, sondern es ist gerade die durch die Viruser
krankungen bedingte erhöhte Kraftlosigkeit und Ermüdbarkeit, welche eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit bewirkt und von den Gutachtern denn bei ihrer Einschätzung auch berücksichtigt worden ist.
4.
4
Die Beschwerdeführerin bringt weiter gegen das Gutachten vor, es fehle an einer klaren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, spreche es doch von einer Einschränku
ng im Haushalt von 29
%
un
d
nicht
von einer solchen von 27,4 %
.
Auch gebe es Ungereimtheiten betreffend Arbeitsunfähigkeit für schwere, mittelschwere und leichte Tätigkeiten. Hierzu ist festzuhalten, dass gemäss Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin vom
9.
Mai 2005 (Urk. 8/38)
im Haushalt
eine Einschrän
kung von 29
%
und
g
emäss Abklä
rungsbericht der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
April 2012 (
Urk.
8/71) eine solche von 27,4
%
besteht.
Im Gutachten werden diese beiden Zahlen korrekt festgehalten (
Urk.
8/122/43). Wenn die Gutachter angesichts dieser geringfü
gigen
Differenz
von einer im Wesentlichen unveränderten Ein
schränkung im Haushalt seit 2005 ausgehen, ist dies nicht zu beanstan
den.
Es ergibt sich auch aus dem Gutachten (
Urk.
8/122/43) sowie dessen Ergänzung (
Urk.
8/128), dass die Gutachter der Beschwerdeführerin für leichte bis mit
telschwere Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit im gleichen Ausmass attestieren. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin erscheint es jedoch als angemessen,
vom höheren Wert von 29
%
auszugehen. Da im Erwerbs
bereich üblicherwe
ise die Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
in 5
%
-Schritten
erfolgen
, ist dieser Wert sodann auf 30
%
aufzurunden. Die von den Gutachtern auf 70
%
fest
gelegte Arbeitsunfähigkeit gilt nur für schwere Tätigkeiten, wogegen maxi
mal mittelschwere Tätigkeiten ausgeschlossen worden sind (
Urk.
8/128/2).
Eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit ist dagegen nicht nur mittelschwer und es erscheint nicht als widersprüchlich, wenn der Beschwerdeführerin für eine solche ebenfalls eine Einschränkung von 70
%
attestiert wird.
4.
5
Zutreffend ist auch die Aussage im Gutachten, dass die Beschwerdeführerin seit 2002 als
Mutter und Hausfrau tätig ist (
Urk.
8/122/43). Dies bezieht sich offensichtlich auf die effektiv bestehenden Verhältnisse und verneint die Annahme der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin nach der Trennung von ihrem Ehemann zu 50
%
und ab August 2014 zu 80
%
erwerbstätig wäre, nicht.
Die Gutachter halten mit der erforderlichen Klarheit
fest, dass sich ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf eine Erwerbs
tätig
keit bezieht.
Es fehlt sodann zwar an einer expliziten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl im internistischen als auch im
gastroenterologischen
Teil des Gutachtens. Der diese beiden Fachrichtungen abdeckende Gutachter
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Innere Medizin, hält aber die Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit aus
gastroenterologischer
-internisti
scher Sicht in der zusammenf
assenden Beurteilung fest (Urk.
8/122/43).
Ebenso wird im Gutachten festgehalten, dass sich die auf 20
%
eingeschätzte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht kumulativ zur Einschrän
kung aus
gastroentero
logisch-internistischer
Sicht auswirkt (
Urk.
8/122/44).
4.
6
Zusammenfassend ist damit gestützt auf das
D._
-Gutachten davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin für körperlich schwere Tätigkeiten zu 70
%
und für körperlich leichte bis mitte
l
schwere Tätigkeiten zu 30
%
arbeitsunfä
hig ist.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden in ihrem erlernten Beruf als
Konditorin-Confi
seu
rin
arbeiten würde. Da die Beschwerdeführerin nie während längerer Zeit in diesem Beruf gearbeitet hat (vgl. IK-Auszug vom 3
1.
Juli 1998, Urk. 8/3), hat die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
zu Recht basierend auf den vom Bundesamt für Statistik ermittelten Durchschnitts
löhnen berechnet
(
Urk.
8/133/1)
.
Jedoch erscheint es als gerechtfertigt, das Einkommen nicht basierend auf dem Einkommen im Bereich Gastgewerbe/
Beherbung
und Gastronomie, sondern jenen im Bereich
Herstellung von Nahrungsmitteln, Getränkeherstellung zu berechnen.
Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bun
desamtes für Statistik (LSE) betrug der Durchschnittslohn
für auf dem Anfor
derungsniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege, Datenver
arbei
tung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicher
heitsdienst/Fahrdienst)
beschä
ftigten Frauen im Jahr 2012 Fr.
4‘487.-- pro Monat (LSE 2012 TA1 S. 35) bzw.
Fr.
53‘844.-- pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 in diesem Tätig
keitsbereich von 42,2 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche
[T 03.02.03.01.04.01]) resultiert ein mutmassliches E
inkommen von Fr.
56‘805.40
pro Jahr. Bei einem Pensum von
50
%
beläuft sich das Ein
kommen auf
Fr 28‘402.70 und be
i einem Pensum von 80
%
auf Fr.
45‘444.30
.
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126
V
75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3
Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) betrug der Durchschnittslohn für die mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art beschäftigten Frauen im Jahr 2012 pro Monat Fr. 4‘112.
(LSE 2012 TA 1 S.
3
5) bzw.
Fr.
49‘344.-- (
Fr.
4‘112.-- x 12) pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche [T 03.02.03.01.04.01]) resultiert ein mut
massliches Einkommen von
Fr.
51‘441.10 pro Jahr. Bei einem Pensum von 50
%
, welches der Beschwerdeführerin vollumfänglich zumutbar ist,
beläuft sich das Ein
kommen auf Fr 25‘720.55
(0,5 x Fr. 51‘441.10). Aufgrund der auf 70
%
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit kann die Beschwerdeführerin maxi
mal ein Einkommen von
Fr.
36‘008.75 (0,7 x Fr. 51‘441.10) erzielen.
Vergli
chen mit dem ermittelten
Valideneinkommen
von Fr 28‘402.70 ergibt sich bei einem Pensum von 50
%
eine Einkommenseinbusse von
Fr.
2‘682.15 bzw. für den Erwerbsbereich ein
ungewichteter
Invaliditätsgrad von rund 9
%
. Bei einem Pensum von 80
%
beträgt das
Valideneinkommen
Fr. 45‘444.30, womit sich eine Einkommenseinbusse von
Fr.
9‘435.55 bzw. für den Erwerbsbereich ein
ungewichteter
Invaliditätsgrad von rund 21
%
ergibt.
5
.4
Ginge man davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre, so beliefe sich das
Valideneinkommen
auf
Fr. 56‘805.4
0.
Verglichen mit dem
Invaliden
einkommen von
Fr.
36‘008.75
ergäbe sich damit eine Einkommenseinbusse von
Fr.
20‘796.65
bzw. ein Invaliditätsgrad von rund 3
7
%.
5.5
Im Haushalt besteht gemäss dem Haushaltabklärungsbericht vom
3.
Juni 2015 (
Urk.
8/132) ein
ungewichteter
Invaliditätsgrad von 27,4
%
. Insgesamt resultiert bei mutmasslicher 50%iger Erwerbstätigkeit ein Invaliditätsgrad von 18 % (9
%
von 50
%
= 4,5
%
im Erwerbsbereich und 27,4
%
von 50
%
= 13,7
%
im Haushalt) und bei mutmasslicher 80%iger Erwerbstätigkeit ein Invaliditätsgrad von 22 % (21
%
von 80
%
= 16,8
%
im Erwerbsbereich und 27,4
%
von 20
%
= 5,5
%
im Haushalt), womit kein Anspruch auf eine Inva
lidenrente besteht. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berück
sichti
gung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.--
bis
Fr.
1'000.--) auf Fr. 600.
festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.