Decision ID: ea944575-bcfb-4c4e-942b-2719adefa373
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

des rechtserheblichen Sachverhalts, falsche psychopathologische
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Befunde, unterbliebene radiologische Untersuchungen) und dass deshalb
ein neutrales psychiatrisches und rheumatologisches Gutachten
einzuholen sei. Überdies bemängelte sie die gutachterlich geschätzte
Einschränkung im Haushaltsbereich und legte dar, inwiefern diese mehr
als 10 % betrage resp. weshalb diesbezüglich eine neue
Haushaltsabklärung durchzuführen oder auf die Ergebnisse der
Haushaltsabklärung aus dem Jahre 2008 abzustellen sei.
8. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Juli 2015 beantragte die IV-Stelle die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verzichtete unter Verweis
auf die angefochtene Verfügung auf weitere Ausführungen.
9. Am 29. Juli 2015 verzichtete die Beschwerdeführerin explizit auf das
Einreichen einer Replik und liess dem Gericht die Honorarnote ihres
Rechtsvertreters zukommen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
in der angefochtenen Verfügung sowie die im Recht liegenden
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 2. Juni 2015. Eine solche
Anordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt (Art. 69 Abs. 1 lit. a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]),
kann beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als kantonales
Versicherungsgericht angefochten werden (Art. 49 Abs. 2 lit. a des
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kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100]). Als formelle und materielle Verfügungsadressatin ist die
Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung unmittelbar
betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher
Überprüfung, womit sie zur Beschwerdeführung legitimiert ist (Art. 1
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Da die Beschwerde
dem Verwaltungsgericht überdies form- und fristgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.Vm. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) eingereicht wurde, ist darauf
einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die IV-Stelle mit ihrer
Verfügung vom 2. Juni 2015 die bisherige Rente der Beschwerdeführerin
zu Recht per Ende Juli 2015 aufgehoben hat. Dabei wird insbesondere zu
prüfen sein, ob ein Revisionsgrund gegeben ist und zum Erlasszeitpunkt
der angefochtenen Verfügung ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad
vorgelegen hat.
2. a) Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen
Versicherten ist der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16
ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, welches die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung sowie allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum
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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen auf zeitidentischer Basis ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf aus der
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu bestimmen ist (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 141 V 15
E.3.2, 128 V 29 E.1). Abweichend von dieser Methode der
Invaliditätsbemessung wird der rentenbegründende Invaliditätsgrad bei
nicht erwerbstätigen Versicherten festgelegt, die im Aufgabenbereich tätig
sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet
werden kann. Bei diesen ist entscheidend, in welchem Masse sie unfähig
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (sog. Betätigungsvergleich;
Art. 28a Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG). Bei Versicherten, die nur
zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des
Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
Aufgabenbereich tätig, so ist die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art. 28a Abs. 2 IVG zu bestimmen. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des
Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
Hierbei handelt es sich um die gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E.3.2 m.w.H.).
b) Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin erheblich, wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche
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Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann
revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben
oder eine andere Art der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt
(vgl. BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom
25. Juli 2013 E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen
bildet die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich
allein genommen keinen Revisionsgrund (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2).
c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE
133 V 108 E.5 sowie Urteile des Bundesgerichts 9C_646/2014 vom
17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2 und
9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei dieser
Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur
Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die
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zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten
Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. zum Ganzen MEYER/REICH-
MUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31
Rz. 10 ff.).
d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einer Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet
werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des
Arztes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und – wenn nötig –
seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln
fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der
subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine
Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür
die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit
Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so
substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden
können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).
e) Die Dreiviertelsrente, welche die Beschwerdeführerin seit dem 1. Juli
2004 bezogen hatte, wurde rückwirkend mit Verfügung vom 11. Februar
2009 zugesprochen (vgl. Beilage der IV-Stelle [IV-act.] 71). Im Rahmen
eines per 1. August 2009 von Amtes wegen eingeleiteten
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Revisionsverfahrens kam die IV-Stelle zum Schluss, dass keine
rentenrelevanten Veränderungen eingetreten seien und bestätigte die
bisherige Rente mit Mitteilung vom 25. Februar 2010 (vgl. IV-act. 89).
Diese formlos ergangene Bestätigung des Rentenanspruchs ist
revisionsrechtlich jedoch nicht von Relevanz, zumal sie nicht gestützt auf
eine umfassende materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs erfolgt ist. Ob der
Gesundheitszustand resp. der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin –
wie in der angefochtenen Verfügung vom 2. Juni 2015 angenommen –
eine rentenrelevante Änderung erfahren hat, beurteilt sich demnach
anhand eines Vergleichs zwischen dem Sachverhalt, welcher der
rentenzusprechenden Verfügung vom 11. Februar 2009 zugrunde lag,
und jenem, der sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2. Juni 2015 verwirklicht hat (vgl. hierzu KIESER, ATSG-Kommentar,
3. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2015, Art. 17 Rz. 37).
3. a) Die rentenzusprechende Verfügung vom 11. Februar 2009 beruhte –
nebst einem RAD-Bericht vom 19. Dezember 2006, Verlaufsberichten der
behandelnden Psychiaterin Dr. med. E._ sowie einer
Haushaltsabklärung vom 8. Mai 2008 (vgl. IV-act. 25, 36, 42 und 60) –
offenbar in erster Linie auf einer rheumatologisch-psychiatrischen
Begutachtung in der Klinik vom 3. Januar 2008 inkl. einer Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), anlässlich welcher die Gutachter
Dres. med. F._ und G._ ein chronifiziertes lumbospondylogenes
Syndrom, ein Impingementsyndrom des rechten Schultergelenks sowie
eine "nicht näher bezeichnete affektive Störung" diagnostiziert hatten,
wobei diese psychopathologisch als "leicht- bis mittelgradige depressive
Symptomatik" beschrieben wurde (vgl. IV-act. 52 f.). In der
Haushaltsabklärung vom 8. Mai 2008 wurde die Arbeitsunfähigkeit im
Haushalt auf 71.8 % beziffert und festgehalten, dass Arbeiten, welche die
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Versicherte nicht ausführen könne, durch den Ehemann und die Kinder
erledigt würden (vgl. IV-act. 60). Gestützt darauf ging die IV-Stelle in der
rentenzusprechenden Verfügung von einer Einschränkung im Erwerb von
100 % und – einer vormaligen Haushaltsabklärung vom 26. August 2002
folgend (vgl. IV-act. 3 sowie Beurteilung von RAD-Ärztin Dr. med.
H._ vom 4. August 2008 im Case Report in IV-act. 72 S. 6 f.) – im
Haushalt von 31.1 % aus und setzte den Invaliditätsgrad – ausgehend
von einer 50/50-Gewichtung von Erwerb und Haushalt sowie einem
Valideneinkommen von Fr. 37'237.75 – auf 65.55 % fest (vgl. IV-act. 70).
b) In Bezug auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zum
Erlasszeitpunkt der angefochtenen Verfügung (2. Juni 2015) resp. die
streitgegenständliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes lagen
der IV-Stelle verschiedene medizinische Berichte und Einschätzungen
vor, deren Inhalt im Folgenden – zumindest im Wesentlichen – in
chronologischer Reihenfolge kurz wiedergegeben wird:
 Im Revisionsfragebogen vom 29. August 2009 (IV-act. 83) gab die Beschwerdeführerin an, dass sich ihr Gesundheitszustand seit einem Jahr
verschlimmert habe, und zwar hinsichtlich der Rücken-, Schulter- und
Hüftschmerzen.
 In seinem Verlaufsbericht vom 22. September 2009 (IV-act. 85) hielt der behandelnde Dr. med. I._, Facharzt für Innere Medizin und spezialisiert auf Rheumaerkrankungen, fest, dass sich die Diagnose aus rheumatologischer Sicht
nicht geändert habe. Über den Verlauf in psychiatrischer Hinsicht sei er nicht
orientiert. Bei ihm würden derzeit keine therapeutischen Massnahmen stattfinden
und ergänzende medizinische Abklärungen halte er nicht für angezeigt.
 In ihrem Verlaufsbericht vom 4. November 2009 (IV-act. 86) hielt die behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, fest, dass der Gesundheitszustand seit Mai 2009 stationär sei und sich die Diagnose
nicht verändert habe. Die depressive Symptomatik im Sinne von Fühllosigkeit,
Schweregefühle und Depressivität habe sich deutlich gebessert und einer
emotionalen Entwicklung Platz gemacht. Dadurch seien jedoch die traumatische
Reaktivierung resp. die traumatischen Symptome stärker in den Vordergrund
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getreten. Insgesamt habe folglich eine Entwicklung stattgefunden, d.h. der
Gesundheitszustand habe sich zwar verändert, nicht aber verbessert. Das Trauma
werde zunehmend bearbeitbar, weshalb langfristig sicher mit einer Verbesserung
des Gesundheitszustandes gerechnet werden könne.
 In einem Abklärungsbericht Haushalt vom 11. Januar 2010 (IV-act. 88) wurde die Einschränkung im Haushalt mit 66.9 % beziffert. Die Schwägerin helfe der
Versicherten zweimal pro Woche bei den gründlichen Reinigungsarbeiten.
Hinsichtlich der Mithilfe des Ehemannes sowie der Kinder sei keine Zeitangabe
möglich.
 Im Fragebogen zur neuerlichen Rentenrevision vom 25. September 2013 (. 97) gab die Beschwerdeführerin an, ihr Gesundheitszustand sei gleich
geblieben. Im entsprechenden Zusatzfragebogen berichtete sie von ihren
Schmerzen und dem sozialen Rückzug und führte aus, dass sie sich vorstellen
könne – sofern es ihr psychischer Zustand zulasse –, 1-2 Stunden pro Tag zu
arbeiten.
 Im Verlaufsbericht vom 11. Oktober 2013 (IV-act. 99) berichtete Dr. med. K._, Fachärztin für Innere Medizin, bei der sich die Beschwerdeführerin seit August 2013 in Behandlung befand, von einem stationären/verschlechterten
Gesundheitszustand. Als arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnosen nannte sie eine
Depression sowie ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit Status nach
Diskushernie. Neu seien Gonarthrosen sowie ein Eisenmangel hinzugekommen,
welche jedoch wie die Adipositas keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
Die Patientin arbeite stundenweise als Übersetzerin (in wechselnden Positionen, da
sie höchstens eine Stunde sitzen könne), müsse wegen ihres psychischen
Zustandes aber oft Aufträge absagen. Sie sei motiviert, durch ihre Psyche jedoch
eingeschränkt.
 Dem Verlaufsbericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. E._ vom 6. Januar 2014 (IV-act. 102) lässt sich entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand tendenziell eher verschlechtert habe und dass nebst einer
chronischen depressiven Störung nach Reaktivierung alter Traumatisierungen nach
Krankheit und Berufsverlust mehrere rheumatologische Diagnosen bestünden. Seit
einiger Zeit verleugne die Patientin ihren eigenen Zustand, weshalb von einer
Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung resp. nach psychischer Krankheit
gesprochen werden müsse. Nach zunehmendem sozialen Rückzug und verstärkter
Depressivität seit dem Jahre 2012 fange sie sich jetzt wieder etwas auf. Eine
Arbeitsfähigkeit sei aufgrund ihrer Probleme nicht gegeben, obschon sie dringend
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arbeiten wolle. Zu ihren besten Zeiten habe die Patientin maximal drei Stunden pro
Woche als Dolmetscherin arbeiten können. Da sie ihre innere Abwehr nicht
aufgeben könne, sei auch langfristig keine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu
erwarten.
 In ihrem Bericht vom 5. September 2014 zur psychiatrischen Begutachtung vom 17. Februar 2014 (IV-act. 121) hielt pract. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, fest, dass die
beabsichtigte Begutachtung nicht auftragsgemäss habe durchgeführt werden
können, da die Untersuchung wegen mangelnder Kooperation und fehlender
Auskunftsbereitschaft der Versicherten nach etwa 70 Minuten und mehreren
vergeblichen Versuchen, diese zur konstruktiven Mitarbeit zu bewegen, habe
abgebrochen werden müssen. Dennoch diagnostizierte pract. med. C._ eine
rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig weitestgehend bis vollständig
remittiert), einen Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie
differentialdiagnostisch psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei
andernorts klassifizierten Erkrankungen und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
narzisstischen und histrionischen Anteilen. Es hätten jedoch keine wesentlichen
psychischen Symptome festgestellt werden können, welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken könnten. In Bezug auf den unbegründeten Abbruch der
Untersuchung durch die Versicherte hätten bei dieser keine krankheitsbedingten
Gründe für die mangelnde Mitarbeit, Kooperationsbereitschaft und
Auskunftsbereitschaft festgestellt werden können resp. wäre eine reguläre
psychiatrische Begutachtung aufgrund der aktuell vorliegenden, nur sehr leichten
psychischen/psychosomatischen Problematik uneingeschränkt zumutbar gewesen.
 Im rheumatologischen Teilgutachten mit EFL vom 5. November 2014 (. 124) diagnostizierte pract. med. D._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, Manuelle Medizin SAMM und zertifizierter medizinischer Gutachter
SIM, als rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, belastungsabhängige
Knieschmerzen und ein chronisches zervikovertebrales und zervikobrachiales
Schmerzsyndrom, jeweils beidseits linksbetont. Aus rheumatologischer Sicht
bestehe in der angestammten Tätigkeit als Krankenschwester eine deutlich
reduzierte Belastbarkeit. Tätigkeiten mit Bedarf der Patientenmobilisation seien der
Explorandin nicht mehr zumutbar. Überwachungs- oder Dokumentationstätigkeiten
seien zumutbar, wobei aufgrund der multilokulären Schmerzsymptomatik Bedarf für
vermehrte Pausen im Ausmass von ca. 20-30 % bestehe. Im Haushalt bestehe aus
rheumatologischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 % für
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schwere Haushaltstätigkeiten. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt solle aufgrund der
langen Abwesenheit schrittweise über 3-4 Monate erfolgen. Zur durchgeführten EFL
(vgl. den entsprechenden Bericht vom 25. April 2014 in IV-act. 125) wurde
festgehalten, dass eine Beurteilung der effektiven Leistungsgrenze infolge
Selbstlimitierung bei den Tests nicht möglich gewesen sei. Das Ausmass der
demonstrierten psychischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren
pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären.
 In ihrer bidisziplinären Zusammenfassung vom 22. November 2014 (IV-act. 127) hielten die Gutachter C._ und D._ fest, dass die Explorandin in der angestammten Tätigkeit als Krankenschwester mit Betreuung von Pflegebedürftigen
voll arbeitsunfähig sei, bei Anpassung der angestammten Tätigkeit – mithin ohne
Betreuung von Pflegebedürftigen – jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 70-80 %
bestehe. Im Haushalt bestehe eine 90%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Einschätzungen
würden möglicherweise schon länger, mit Sicherheit aber ab dem
Begutachtungszeitpunkt im Jahre 2014 bestehen.
 In einer Zwischenbeurteilung vom 12. November 2014 (Case Report in GerichtsBeilage C1 S. 15 ff.) stellte RAD-Arzt Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Würdigung der medizinischen Aktenlage
erhebliche Inkonsistenzen fest, welche geeignet seien, Zweifel an der
Schweregradeinschätzung der Depression durch die behandelnde Dr. med. E._
zu wecken und die Beurteilung von pract. med. C._ (keine wesentlichen
psychischen Beschwerden verifizierbar, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken könnten) zu untermauern. Zudem beweise auch die Tatsache, dass die
Versicherte Übersetzungsaufträge angenommen habe (unter anderem bei einer von
ihm am 24. Oktober 2014 durchgeführten RAD-Abklärung), dass diese sich selbst für
psychisch wieder stabil und für in guter psychischer Verfassung halte.
 In seiner Abschlussbeurteilung vom 2. Dezember 2014 (Case Report in  C1 S. 17 f.) hielt der fallführende RAD-Arzt pract. med. L._ sodann fest, dass die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten eine ordnungsgemässe
Bestimmung ihres Gesundheitszustandes aktiv verhindert habe. Sowohl aus dem
Gutachten als auch aus der EFL ergebe sich völlig unzweifelhaft eine ausgeprägte
Selbstlimitierung. Zusammenfassend hielt er fest, dass sich der Gesundheitszustand
verbessert habe, dass die genaue Einschätzung desselben durch die Versicherte
durch Aggravation oder Simulation massiv behindert worden sei und dass die
Arbeitsfähigkeit deswegen von Amtes wegen durch die IV-Stelle festzustellen sei.
Die Besserung der Arbeitsfähigkeit/Leistungsfähigkeit sei mit überwiegender
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Wahrscheinlichkeit bewiesen und könne gemäss dem rheumatologischen Gutachten
auf Anfang 2013 datiert werden.
 In einer Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit vom 21. März 2015 zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (IV-act. 136 S. 3 ff.) berichtete Dr. med. E._ vom Verlauf eines Arbeitsversuches von Mai bis September 2014 bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden und legte dar, inwiefern die Versicherte
sicher im Rahmen ihrer bisherigen Rente zu 66 %, ihrer Ansicht nach sogar zu
einem deutliche höheren Grad arbeitsunfähig sei.
4. a) In der angefochtenen Verfügung hat die IV-Stelle vollumfänglich auf die
bidisziplinäre Begutachtung durch pract. med. C._ und D._
abgestellt und ist deshalb von einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit Februar 2009
ausgegangen. Im Folgenden ist deshalb zu prüfen, ob die IV-Stelle zu
Recht auf diese Gutachten abgestellt hat, mithin ob diese hinsichtlich
ihres Beweiswertes den an sie gestellten Anforderungen zu genügen
vermögen oder ob die übrige Aktenlage – insbesondere die
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte – diese in Zweifel zu ziehen
vermögen und allenfalls weitere Abklärungen erforderlich machen.
b) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
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zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a m.w.H.). Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE
125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.w.H.). Dennoch hat es die
Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b sowie 112 V 30 E.1a m.w.H.).
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten
und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4 und 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug
auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2,
4.4 und 4.5 sowie 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
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sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen
BGE 125 V 351 E.3b und 122 V 157 E.1c m.w.H.). Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil
des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).
c) In Revisionsfällen im Sinne von Art. 17 ATSG gilt es bei der Erhebung
und Würdigung des medizinischen Sachverhalts darüber hinaus noch
Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisionsbegründenden
Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des
aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das
Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den − den
medizinischen Gutachten zu entnehmenden − Tatsachen. Die
Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner
funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie
erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich,
soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Seinsebene zum
früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks
Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab,
ob es sich ausreichend auf das Beweisthema − erhebliche Änderung(en)
des Sachverhalts − bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen,
nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im
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Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung
beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 231 E.5.1 und 125 V 351 E.3a),
mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert,
wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung
nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive
Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten
bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass sich die
gesundheitlichen Verhältnisse verändert haben (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E.2.2,
8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.6.1.2 und 9C_418/2010 vom
29. August 2011 E.4.2).
5. a) Zum bidisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten ist
zunächst festzuhalten, dass die darin gemachten Ausführungen von
pract. med. C._ und D._ auf einer eingehenden Anamnese, den
bisherigen Akten sowie persönlichen Explorationen der
Beschwerdeführerin beruhen und die Ergebnisse schlüssig,
nachvollziehbar und widerspruchsfrei erscheinen. In Bezug auf die
Begutachtungssituation bei pract. med. C._ ist zwar festzuhalten,
dass die Untersuchung in der Tat nicht wie geplant hat durchgeführt
werden können. So berichtet die Gutachterin von einer mangelnden
Kooperations- und Auskunftsbereitschaft der Beschwerdeführerin, von
diversen Zwangspausen und energischen Wortwechseln sowie dem
Abbruch der Exploration durch die Beschwerdeführerin, indem diese die
Praxis schlussendlich einfach verlassen habe (vgl. psychiatrisches
Teilgutachten von pract. med. C._ vom 5. September 2014 in IV-act.
121). Damit stellt sich nun die Frage, welche Auswirkungen das Verhalten
der Beschwerdeführerin resp. diese suboptimale Begutachtungssituation
auf die beweisrechtliche Verwertbarkeit resp. die Aussagekraft der
Ausführungen der Gutachterin pract. med. C._ haben.
- 18 -
b) Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass es für die Aussagekraft eines
Arztberichtes gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich
nicht auf die Dauer der Untersuchung – welche hier trotz vorzeitigem
Abbruch immerhin ca. 70 Minuten betragen hat – ankommen kann.
Vielmehr ist massgeblich, ob der entsprechende Bericht inhaltlich
vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_925/2008 vom 30. Juli 2009 E.3.3 m.w.H.). Gemäss Art. 43 Abs. 3
ATSG kann eine Verletzung der Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht nach
Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens damit sanktioniert
werden, dass aufgrund der Akten verfügt oder die Erhebungen eingestellt
und Nichteintreten beschlossen wird (vgl. hierzu KIESER, a.a.O:, Art. 43 N
86 ff.). Vorliegend handelt es sich jedoch nicht um einen Anwendungsfall
dieser Bestimmung, zumal gestützt auf das Verhalten der
Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung weder die Erhebungen
eingestellt und Nichteintreten beschlossen noch aufgrund der Akten
verfügt wurde. Vielmehr sah sich die Gutachterin trotz des verkürzten
Begutachtungsgesprächs in der Lage, den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin zu beurteilen und zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu
nehmen. Wie die nachvollziehbaren und schlüssigen Ausführungen im
Teilgutachten zeigen, war es – entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin – sehr wohl möglich, gestützt auf die vorhandenen
Akten, das bis zum Abbruch der Untersuchung geführte Gespräch sowie
das Verhalten und Auftreten der Beschwerdeführerin während der
Untersuchung deren Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit
hinreichend – wenn auch diagnostisch nicht ganz abschliessend – zu
beurteilen. Gerade aus dem auffälligen Verhalten der Beschwerdeführerin
sowie den meist kurzen und vagen Antworten haben – insbesondere
hinsichtlich der geltend gemachten depressiven Symptomatik sowie der
Inkonsistenzen – überzeugende Schlussfolgerungen gezogen werden
können. So hat die Gutachterin in nachvollziehbarer Weise ausgeführt,
dass bei der Beschwerdeführerin keine wesentlichen psychischen
- 19 -
Symptome hätten festgestellt werden können, welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken könnten. Eine relevante depressive
Symptomatik könne aktuell nicht festgestellt werden, und die von der
Beschwerdeführerin präsentierte Distanzminderung und Aggressivität
liessen sich nicht mit einer depressiven Gehemmtheit resp. einer
depressiven Aggressionshemmung vereinbaren. Sodann hat sie
ausgeführt, inwiefern keine Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung und/oder nach einer psychischen Krankheit habe
festgestellt werden können und dass die Beschwerdeführerin bei einer
schweren depressiven Episode – wie sie von der behandelnden
Psychiaterin diagnostiziert worden sei – wohl nicht in der Lage gewesen
wäre, auch nur stundenweise Aufträge als Dolmetscherin auszuführen
(vgl. psychiatrisches Teilgutachten von pract. med. C._ vom
5. September 2014 in IV-act. 121 S. 14 ff.). Insofern kann entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin auch nicht von einem ungenügend
abgeklärten Sachverhalt resp. von einer Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes die Rede sein.
c) Wenn die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Begutachtungssituation
vorbringt, sie sei schlecht und erniedrigend behandelt worden und die
Schwierigkeiten sowie den Abbruch der Begutachtung in den
Verantwortungsbereich der Gutachterin schiebt, ist ihr nicht zu folgen
resp. sind diese Ausführungen als Schutzbehauptung abzutun. Vielmehr
ist – insbesondere in Anbetracht der auch andernorts festgestellten
Inkonsistenzen (vgl. hierzu sogleich Erwägung 5d) sowie früherer
Berichte über mangelnde Kooperationsbereitschaft in einer
Begutachtungssituation (vgl. Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. M._
vom 19. Dezember 2006 in IV-act. 42 S. 8) – davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin eine ordnungsgemässe Bestimmung des
Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit durch ihr Verhalten
aktiv verhindert hat. Während die Gutachterin keine krankheitsbedingten
- 20 -
Gründe für die mangelnde Kooperations- und Auskunftsbereitschaft
erörtern konnte, mithin eine reguläre psychiatrische Begutachtung aus
medizinischer Sicht für uneingeschränkt zumutbar erachtete (vgl.
psychiatrisches Teilgutachten von pract. med. C._ vom 5. September
2014 in IV-act. 121 S. 15), hat die behandelnde Psychiaterin Dr. med.
E._ schon früher zu bedenken gegeben, dass sich eine
Begutachtung der Beschwerdeführern – wohl wegen ihrer psychischer
Probleme und den damit zusammenhängenden Schamgefühlen –
schwierig gestalten könnte (vgl. Schreiben von Dr. med. E._ vom
12. Juli 2006 in IV-act. 36). Da es sich vorliegend jedoch wie erwähnt
nicht um einen Anwendungsfall von Art. 43 Abs. 3 ATSG handelt, braucht
an dieser Stelle nicht abschliessend geklärt zu werden, ob das
unkooperative Verhalten der Beschwerdeführerin resp. der vorzeigte
Abbruch in unentschuldbarer Weise erfolgt ist. Aus diesem Grunde war
die Gutachterin entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch
nicht gehalten, sie unter Androhung der vorerwähnten
Sanktionsmöglichkeiten zur Mitwirkung bei der psychiatrischen
Begutachtung zu mahnen.
d) An diesen gutachterlichen Einschätzungen vermögen nach Auffassung
des Verwaltungsgerichts auch die Verlaufsberichte der behandelnden
Psychiaterin Dr. med. E._ vom 4. November 2009 resp. 6. Januar
2014 sowie das Schreiben vom 21. März 2015 (vgl. vorstehend Erwägung
3b) keine Zweifel zu begründen. Abgesehen davon, dass es sich dabei
um die Einschätzungen der behandelnden Ärztin handelt (vgl. zum
eingeschränkten Beweiswert von solchen Berichten vorstehend
Erwägung 4b), weist pract. med. C._ diesbezüglich zu Recht darauf
hin, dass die behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._ ihre
Einschätzungen weitgehend, wenn nicht vollständig auf die von der
Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden und Klagen abgestellt
habe (vgl. psychiatrisches Teilgutachten von pract. med. C._ vom
- 21 -
5. September 2014 in IV-act. 121 S. 15). In diesem Zusammenhang ist
festzuhalten, dass von verschiedenen Seiten festgestellt worden ist, dass
das Verhalten der Beschwerdeführerin resp. ihre Leidensdarstellung
gegenüber den Behandlern und Gutachtern durch teilweise erhebliche
Inkonsistenzen geprägt ist (vgl. etwa Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
med. B._ vom 12. November 2014 mit detaillierter Konsistenzprüfung
im Case Report in Gerichts-Beilage C1 S. 15 ff., EFL-Bericht vom
25. April 2014 in IV-act. 125 S. 4 sowie Abschlussbeurteilung von RAD-
Arzt pract. med. L._ vom 2. Dezember 2014 im Case Report in
Gerichts-Beilage C1 S. 17 f.), was die Schweregradeinschätzung des
psychischen Leidens durch Dr. med. E._ erheblich relativiert. Die
Aussagekraft der Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit vom 21. März 2015
(IV-act. 136) ist insbesondere auch deshalb eingeschränkt, weil sich Dr.
med. E._ darin mit keinem Wort zur im Jahre 2014 erfolgten
bidisziplinären Begutachtung resp. zu den entsprechenden
Stellungnahmen des RAD äussert. Demgegenüber setzt sich pract. med.
C._ in ihrem Gutachten detailliert mit der Anamnese sowie
insbesondere mit den Einschätzungen von Dr. med. E._ auseinander
und legt dar, inwiefern die damals festgestellten Beschwerden heute nicht
mehr resp. nicht mehr in arbeitsfähigkeitsrelevantem Ausmass vorliegen
würden (vgl. psychiatrisches Teilgutachten von pract. med. C._ vom
5. September 2014 in IV-act. 121 S. 14 f.), was die volle Beweiswertigkeit
des psychiatrischen Teilgutachtens insbesondere vor dem Hintergrund
der beweismässigen Anforderungen an ein revisionsrechtlich relevantes
Gutachten (vgl. hierzu vorstehend Erwägung 4c) unterstreicht. Bestätigt
wird die darin festgestellte Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustandes auch durch das rheumatologische Teilgutachten,
gemäss welchem die Beschwerdeführerin gegenüber dem Gutachter
ausgeführt habe, "es gehe ihr psychisch relativ gut seit Anfang Jahr
letztes Jahr" und "allgemein gehe es eher besser" (vgl.
rheumatologisches Teilgutachten von pract. med. D._ vom
- 22 -
5. November 2014 in IV-act. 125 S. 14 f.). Aus diesem Grunde sind die
Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin Dr. med. E._ in
ihren Verlaufsberichten (und insbesondere die von ihr diagnostizierte
chronische depressive Erkrankung als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit, vgl. den Verlaufsbericht vom 6. Januar 2014 in IV-act.
102) denn auch nicht geeignet, die schlüssigen und nachvollziehbaren
Einschätzungen von pract. med. C._ hinreichend in Zweifel zu
ziehen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin tut es der
Aussagekraft des psychiatrischen Teilgutachtens auch keinen Abbruch,
dass die Gutachterin nicht abschliessend hat beurteilen können resp. die
Frage offen gelassen hat, ob es sich bei den angegebenen Beschwerden
um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder um
psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Erkrankungen handle. Gestützt auf die wie erwähnt
nachvollziehbare Feststellung, wonach keine wesentlichen psychischen
Symptome und insbesondere keine depressive Symptomatik vorliege, hat
sich eine abschliessende Klärung der als nicht erheblich eingestuften
Symptomatik – sei es nun aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung
oder einer Differentialdiagnose – erübrigt. Diesbezüglich liegt demnach
keine unzureichende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
vor, welche weitere Abklärungen erforderlich machen würde.
e) In Würdigung sämtlicher Umstände ist demnach festzuhalten, dass dem
psychiatrischen Teilgutachten voller Beweiswert zuzuerkennen ist.
Gestützt darauf sind der RAD sowie schliesslich die IV-Stelle folglich zu
Recht davon ausgegangen, dass der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der rentenzusprechenden Verfügung im Jahre
2009 eine wesentliche Verbesserung erfahren hat. Dementsprechend
erscheint es auch nicht als angezeigt, entsprechend dem Antrag der
Beschwerdeführerin ein neutrales psychiatrisches Gutachten einzuholen.
- 23 -
f) Auch in somatischer Hinsicht kann vollumfänglich auf die schlüssige,
umfassende und nachvollziehbare Einschätzung des rheumatologischen
Teilgutachtens von pract. med. D._ abgestellt werden. Diesbezüglich
bringt die Beschwerdeführerin zwar vor, dass seit der Begutachtung in der
Klinik im Jahre 2007 neue Beschwerden dazugekommen seien (mithin ein
chronisches zervikovertebrales und zervikobrachiales Schmerzsyndrom
beidseits sowie Kniebeschwerden beidseits linksbetont) und dass
diesbezüglich genauere Abklärungen sowie die Erstellung von
Röntgenbildern oder eine MRI-Untersuchung nötig gewesen seien (vgl.
Beschwerde S. 12 f.). Wie die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung
zutreffend ausführt, war der rheumatologische Gutachter indes nicht
gehalten, derartige Abklärungen vorzunehmen. Denn auch wenn dieser
die erwähnten Diagnosen in seinem Gutachten als "mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit" bezeichnet, hat er das intermittierende
zervikospondylogene bis zervikobrachiale Schmerzsyndrom aufgrund der
Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführerin als leicht bis
mässiggradigen Ausmasses ohne Hinweise für eine zervikoradikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik und die Kniegelenkschmerzen beidseits
als mässiggradig beurteilt (vgl. rheumatologisches Teilgutachten von
pract. med. D._ vom 5. November 2014 in IV-act. 125 S. 14 ff. und
28). Diese fachärztliche Würdigung des Gutachters, welche gestützt auf
die durchgeführten Untersuchungen sowie die Anamnese erfolgt ist, ist
nicht zu beanstanden. Überdies ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass die
behandelnde Hausärztin Dr. med. K._ die Nackenbeschwerden
(zervikovertebral und zervikobrachial) gar nicht und die Kniebeschwerden
(Gonarthrosen beidseits) nur bei den Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit aufgeführt hat (vgl. Verlaufsbericht von Dr. med. K._
vom 11. Oktober 2013 in IV-act. 99). Damit ist auch dem
beschwerdeführerischen Antrag auf Einholung eines rheumatologischen
Zusatzgutachtens nicht stattzugeben.
- 24 -
g) In Würdigung der gesamten Aktenlage gelangt das Verwaltungsgericht
deshalb zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom 11. Februar 2009 bis zum
2. Juni 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wesentlich gebessert
hat. Bei dieser Sachlage ist die IV-Stelle deshalb zu Recht vom Vorliegen
eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG ausgegangen.
6. a) Liegt ein Revisionsgrund vor, hat die IV-Stelle und im Beschwerdefall das
angerufene Sozialversicherungsgericht ohne Bindung an frühere
Beurteilungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei zu prüfen, ob
eine versicherte Person im Zeitpunkt der Revisionsverfügung in
rentenbegründendem Umfang invalid ist (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3 und 6.1
sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2015 vom 17. August 2015
E.6.3). Da die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall
unbestrittenermassen zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig
wäre, sind im Folgenden die gesundheitsbedingten Einschränkungen im
Erwerbsbereich einerseits sowie im Haushalt andererseits zu prüfen.
Ausserdem wird in Anwendung der gemischten Methode zu prüfen sein,
ob bei der Beschwerdeführerin ein rentenbegründender Invaliditätsgrad
vorliegt (vgl. vorstehend Erwägung 2a). Dabei ist zu erwähnen, dass die
jüngste EGMR-Rechtsprechung der Anwendbarkeit der gemischten
Methode vorliegend nicht entgegensteht (vgl. hierzu IV-Rundschreiben
Nr. 355 vom 31. Oktober 2016). Die Beschwerdeführerin hat zwar drei
Kinder (vgl. IV-act. 1 S. 2), doch befinden sich diese mittlerweile allesamt
im Erwachsenenalter, weshalb nicht von einer familiär bedingten
Reduktion der Arbeitszeit die Rede sein kann. Ausserdem war die
Beschwerdeführerin bereits vor dem Eintritt des
gesundheitsschädigenden Ereignisses im Jahre 2000 lediglich zu 50 %
arbeitstätig. Mit anderen Worten erfolgt die vorliegende Revision infolge
einer Veränderung des Gesundheitszustandes und nicht gestützt auf eine
- 25 -
familiär bedingte Reduktion der Arbeitszeit, weshalb die Bemessung des
Invaliditätsgrades nach der gemischten Methode hier zulässig ist.
b) In Bezug auf die Einschränkungen im Erwerbsbereich kann auf das voll
beweiswertige bidisziplinäre Gutachten von pract. med. C._ und
D._ abgestellt werden. Wie diese in ihrer bidisziplinären
Zusammenfassung vom 22. November 2014 festhalten, erachten sie die
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Krankenschwester
mit Betreuung von Pflegebedürftigen als voll arbeitsunfähig. Bei
Anpassung der angestammten Tätigkeit – mithin ohne die Betreuung von
Pflegebedürftigen – bestehe jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 70-80 %
und betrage die Leistungsfähigkeit im Haushalt 90 % (vgl. IV-act. 127
S. 5). Bemerkenswerterweise hat der fallführende RAD-Arzt pract. med.
L._ diese gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in seiner
Abschlussbeurteilung nicht übernommen, sondern festgehalten, dass die
genaue Einschätzung des Gesundheitszustandes durch die
Beschwerdeführerin massiv behindert worden sei (durch Aggravation,
Simulation oder ähnliche Umstände). Aus diesem Grunde hat er der IV-
Stelle abschliessend empfohlen, die Arbeitsfähigkeit von Amtes wegen
festzulegen (vgl. Abschlussbeurteilung von RAD-Arzt pract. med. L._
vom 2. Dezember 2014 im Case Report in Gerichts-Beilage C1 S. 18).
Dennoch ist es selbstredend nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle
ihrerseits auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
abgestellt hat und in der angefochtenen Verfügung von einer adaptierten
Arbeitsfähigkeit von 75 % ausgegangen ist. Dementsprechend hat die IV-
Stelle den Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich – ausgehend von der
unbestrittenen 50/50-Gewichtung sowie einem Invalideneinkommen von
Fr. 41'280.95 – zu Recht auf 17 % festgesetzt.
c) Zur Bestimmung der gesundheitsbedingten Einschränkungen im Haushalt
hat die IV-Stelle ebenfalls auf das bidisziplinäre Gutachten abgestellt und
- 26 -
ist von einer Arbeitsfähigkeit im Haushalt von 90 % ausgegangen.
Diesbezüglich bringt die Beschwerdeführerin unter Verweis auf ihre 70-
80%ige Arbeitsfähigkeit für maximal leicht bis mittelschwere Arbeiten vor,
die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten müssten zu einem Viertel als
mittelschwer und zu einem Viertel als schwer bezeichnet werden (so etwa
Teppiche saugen, Bodenpflege, Grossreinigung, Fensterputz,
Grosseinkauf oder Wäschearbeiten). Ausserdem sei unter dem Aspekt
der Schadenminderungspflicht der Umstand zu berücksichtigen, dass ihr
Ehemann und die drei Kinder lediglich noch teilweise für die Erledigung
der Haushaltarbeiten beigezogen werden könnten (vgl. Beschwerde
S. 14 ff.). Dem hält die IV-Stelle aber nachvollziehbarerweise entgegen,
dass im Haushalt praktisch keine schweren Arbeiten anfielen, mithin
weder beim Teppichsaugen noch bei der Bodenpflege oder bei weiteren
Reinigungs- und Wäschearbeiten Gewichte von mehr als 10-12 kg
gehoben werden müssten, und dass ein allfälliger schwerer Grosseinkauf
auf mehrere Taschen aufgeteilt werden könne. Ausserdem könnten all
diese Arbeiten im Haushalt zeitlich frei eingeteilt werden. Insofern leuchtet
es in Anbetracht der Gewichtslimite von 12.5 kg sowie der gebotenen
Wechselbelastung in der Tat nicht ein, inwiefern mittelschwere Tätigkeiten
im Haushalt nicht mehr zumutbar sein sollten. Ebenfalls ist –
insbesondere vor dem Hintergrund der relativ weit reichenden
Schadenminderungspflicht durch Familienmitglieder (vgl. BGE 133 V 504
E.4) – nicht nachvollziehbar, warum der Ehemann und die Kinder –
zumindest die beiden jüngeren, welche offenbar noch zu Hause wohnen –
nicht mehr im Haushalt mithelfen könnten. Soweit die Beschwerdeführerin
zufolge einer Änderung der zumutbaren Mithilfe von Drittpersonen die
Durchführung einer neuen Haushaltsabklärung oder das Abstellen auf die
Haushaltsabklärung aus dem Jahre 2008 beantragt, ist ihr deshalb nicht
zu folgen. Damit ist festzuhalten, dass die IV-Stelle bezüglich der
Einschränkungen im Haushalt zu Recht auf die gutachterliche
Einschätzung abgestellt und diese auf 10 % festgesetzt hat. Vor dem
- 27 -
Hintergrund der unbestrittenen 50%igen Gewichtung des
Haushaltsbereichs ist demnach von einem entsprechenden
Teilinvaliditätsgrad von 5 % auszugehen. In Anbetracht des
Gesamtinvaliditätsgrades von 22 % ist den beschwerdeführerischen
Einwänden gegen die Festlegung der Einschränkung im Haushaltsbereich
überdies entgegenzuhalten, dass selbst dann kein rentenbegründender
IV-Grad gegeben wäre, wenn wie bisher von einer Einschränkung von
31 % ausgegangen würde (diesfalls würde der Gesamtinvaliditätsgrad
32 % betragen). In Anbetracht der nachvollziehbaren Ausführungen der
Gutachter zur Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist deshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine erneute
Haushaltsabklärung keine rentenerhebliche Änderung des IV-Grades
ergeben würde.
d) Daraus ergibt sich, dass die Festlegung der Teilinvaliditätsgrade im
Erwerbs- und im Haushaltsbereich durch die IV-Stelle nicht zu
beanstanden ist. In Anbetracht des daraus resultierenden, nicht
rentenbegründenden Gesamtinvaliditätsgrades von 22 % hat die IV-Stelle
die bisherige Dreiviertelsrente der Beschwerdeführerin zu Recht per Ende
Juli 2015 aufgehoben. Damit ist die angefochtene Verfügung vom 2. Juni
2015 zu bestätigen und die vorliegende Beschwerde abzuweisen.
7. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.--bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des
Verfahrens sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- gestützt auf Art. 73
Abs. 1 VRG der unterliegenden Beschwerdeführerin zu überbinden. Eine
aussergerichtliche Parteientschädigung steht der obsiegenden IV-Stelle
jedoch nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
- 28 -