Decision ID: 10b05722-0457-4ffe-8b8a-c38e872a29d3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1975 geborene
X._
, Mutter dreier Kinder (geboren 2012, 2013 und 2015), meldete sich am 8. November 2016 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf ein
Fatigue
Syndrom bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3).
Diese tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen.
Mit Mitteilung vom
20. Februar 2017 schloss sie die
im Rahmen der Frühintervention an Hand genommene
Arbeitsvermittlung ab (Urk. 7/13
, 7/15
).
Die IV-Stelle führte sodann eine Haushaltsabklärung durch (Bericht vom 30. September 2017/11. April 2018, Urk. 7/42) und veranlasste
eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten durch das
Y._
, welche
s
am 13. März 2018 das Gutachten
erstattete (Urk.
7/39). Zu den
von der IV-S
telle gestellten Rückfragen
(Urk. 7/56)
nahm
das
Y._
mit Schreiben vom 17. August 2018 Stellung (Urk. 7/60). Mit Vorbescheid vom 2. November 2018 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbegehren abzu
weisen (Urk. 7/
77), wogegen die Versicherte mit Schreiben vom 13. November 2018 Einwand erhob (Urk. 7/79).
Am
7. Januar 2019 begründete die Versicherte ihren Einwand (Urk. 7/83). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 7. März 2019 einen A
nspruch auf eine Rente (Urk. 2
[
=
7/90
]
)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 10. April 2019 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte,
es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 7. März 2019 aufzuheben, es sei ein Gerichtsgutachten zu veranlassen, um den Umfang einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit der Versicherten sowie das Zumutbarkeitsprofil beurteilen zu können, eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Des Weiter
e
n beantragte die Versicherte, die IV-Stelle sei zu verpflichten, den Invaliditätsgrad der Versicherten neu festzulegen und gestützt darauf die entsprechenden Leis
tungen zu erbringen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Versicherten mit Verfügung vom 22. Mai 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den A
llge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und
4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
li
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die
Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, d
ass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergeben
den Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
tei
ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versi
cherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Beschwer
deführerin wäre ohne gesundheitliche Einschränkungen in einem Pensum von 80
%
tätig, die restlichen 20
% würden auf
die Haushaltführung entfallen. In der Haushaltführung sei sie zu 24 % eingeschränkt. Aus medizinischer Sicht sei ihr die Ausübung einer Tätigkeit seit März 2017 zu 60 % zumutbar
. Im Erwerbs
be
reich liege
damit
eine Einschränkung von 40 % vor.
Dies e
rgebe einen Gesamt
i
nvaliditätsgrad von 37 %. In Bezug auf den Einwand der Beschwerdeführerin, die Einschränkungen im Haushalt seien erneut zu prüfen, könne festgehalten werden, dass
die Eins
chränkungen im Haushaltsbereich
im Grossen und Ganzen der festgelegten
Einschränkung gemäss Gutachten ents
prächen (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
das Gutachten des
Y._
sei nicht überzeugend. So habe
zum einen
die
psychiatrische
Untersuchung
höchstens 20 Minuten gedauert.
Zum andern habe der Psychiater
in keine
r Weise schlüssig begründet,
aufgrund welcher Ursache eine Anpassungsstörung vorlie
ge
n
solle
, während die
behandelnden Therapeuten
ausf
ührlich begründet hätten, dass
von einer mittelgradigen depressiven Episode aus
zugehen sei
.
Die vom
psy
chiatrischen Gutachter
vorgenommene
Indikatorenprüf
u
ng
sei
sodann
äusserst knapp, spekulativ und auf dem Boden einer falschen Diagnose erfolgt.
Auf
das psychiatrische Gutachten
könne
nicht abgestellt werden
(Urk. 1 S. 5)
.
Zum neuro
psychologischen Teilgutachten führte sie aus, dass der Gutachter die Arbeits
fähigkeit als nicht beeinträchtigt erachtet habe. Es sei aber unklar, ob sich dies auch auf eine anspruchsvollere kaufmännische Tätigkeit beziehe
, bei der höhere Anforderungen an Konzentr
ation und Aufmerksamkeit bestünden
. Im Kontrast zu den Feststellungen des
Y._
-Gutachtens
habe
eine neu
durchgeführte neuro
psychologische Testung ein leicht bis mittelschwer beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil
ergeben
(Urk. 1 S. 6).
In Bezug auf das neurologische Teilgut
achten sei festzuhalten, dass der Gutachter
zwar
d
as Vorliegen einer
Multiplen
Sklerose (MS)
bestätigt
und den Zustand seit der Installation der medikamentösen Therapie als stabil bezeich
net habe. Auch habe er aufgezeigt,
dass das aus
ge
prägte
Fatigue
-Syndrom MS-induziert sei
.
Indes habe er es unterlassen, eine aus
führliche neurologische Untersuchung durchzuführen, weshalb denn auch die weiteren neurologischen Symptome, welche durch die behandelnde Neurologin hätten objektiviert werden können, unerkannt geblieben seien (Urk. 1 S. 6). Mit
hin gehe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon aus, dass eine Arbeits
fähig
keit von 60 % in jeglicher Tätigkeit bestehe. Gegenteils bestehe inzwischen weder in der Tätigkeit als
Securitas
-Mitarbeiterin noch in einer anspruchsvolleren kauf
männischen Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit. Inwiefern in einer einfachen Büro
tätigkeit oder einer anderen einfachen, angepassten Beschäftigung eine Arbeits
fähigkeit bestehe, sei interdisziplinär abzuklären (Urk. 1 S. 7).
In Sachen Einkommensvergleich sei beim
Valideneinkommen
auf eine kauf
männi
sche Tätigkeit abzustellen, die der Ausbildung und den früheren Stellen
profilen der Beschwerdeführerin entspreche.
Es sei gemäss Lohnabrechnung der
Z._
vom April
2012 von einem Jahreslohn von F
r. 92'265.--
auszugehen. Auch sei ein leidensbedingter Abzug zu prüfen (Urk. 1 S. 8).
In Bezug auf
die Haushaltabklärung
sei zu monieren, dass den
Einschränku
ngen im Bereich
Wohnungspflege
und Kinderbetreuung
nicht korrekt Rechnung getra
gen worden sei
(Urk. 1 S. 8).
3.
3.1
Das interdisziplinäre Gutachten des
Y._
vom 13. März 2018 basiert auf
den
psy
chiatrischen, neurologischen, neuropsychologischen und
allgemein
-
internisti
sch
en Untersuchungen
vom 22.
und 24. Januar
2018
(Urk. 7/39). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die fol
genden aufgeführt (Urk.
7/39/
21)
:
-
Anpassungsstörung gemischt (ICD-10 F43.22)
-
Fatigue
(ICD-10 G93) bei langjähriger Multipler Sklerose (ICD-10 G35) mit schubförmigem Verlauf und erstmaliger
Optikusneuritis
(ICD-10 H46) 1993
Die Gutachter hielten fest, dass
für körperlich leichte Tätigkeiten und somit auch für die angestammte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 60 %
bestehe.
Die Einsch
ätzung der Arbeitsfähigkeit könne
seit März 2017 bestätigt werden (Eintritt in
s
A._
,
Urk. 7/39/22).
Der begutacht
ende Internist führte aus,
aufgrund der Aktenlage
könnten
eine
MS
sowie aufgrund der anamnestischen Angaben ein chronisches
Zervikalsyn
drom
diagnostiziert werden
. Gemäss anamnestischen Angaben habe im Verlauf der Jahre ein wiederholt gesteigerter Alkoholkon
sum bestanden. Mittlerweile
sei
die Beschwerdeführerin aber seit zwei Wochen alkoholabstinent.
Aus internistischer Sicht bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/39/8).
Nach Angaben des begutachtenden Psychia
ters sind
die kognitiven Funktionen wie Wahrnehmung, Auffassung und Gedächtnis nicht beeinträchtigt. Auch die Konzentrat
ion und die Aufmerksamkeit habe
die Beschwerdeführerin während der gesamten Untersuchung aufrechterhalten
können
. Im Affekt
habe
sie einen leicht verunsicherten und besorgten Eindruck
gemacht
. Sie
habe
von
Ängsten
, Depressionen und einer insgesamt labilen Verfassung
berichtet
. Hinweise für
schwer depressive Merkmale mit vitaler Traurigkeit, Antriebsstörung oder Suizid
gedanken
hätten
nicht vor
gelegen
. Während des Gesprächs seien keine Stim
mungseinbrüche oder affektive Blockierungen aufgetreten. Die Beschwerde
füh
rerin sei in belasteten Familienverhältnissen aufgewachsen. Die Mutter habe unter einer progredienten MS gelitten, der Vater sei Alkoholiker gewesen, beides Krankheiten, die die Beschwerdeführerin aufweise. Sie leide unter einer MS
mit stabilisiertem Verlauf seit
2015. Hauptsymptom der MS scheine ein
Chronic
Fatigue
Syndrom zu sein. Deswegen sei sie im Frühling 2017 im
A._
stationär behandelt worden. Die psychischen Auswirkungen der MS würden sich durch eine emotionale Labilität mit leichten
Ängsten
und leichten de
pressiven Verstimmungen äussern.
Angesichts ihrer drei kleinen Kinder fühle sich d
ie Beschwerdeführerin stets überfordert
.
Psychiatrischerseits
könne die Diag
nose einer Anpassungsstörung gemischt diagnostiziert werden. Sodann be
stehe seit Jahren (2007) eine Alkoholabhängigkeit. Die beklagte Erschöpfung sei neurologisch zu beurteilen (Urk. 7/39/11). Der Verlauf der MS führe bei der Beschwerdeführerin zu verstärkten emotionalen Reaktionen mit
Ängsten
und Depressionen leichteren Ausmasses, also einer insgesamt instabilen psychischen
Verfassung. Unangenehme Gefühle würden verdrängt und mit Alkohol zuge
deckt
. Aufgrund der Anpassung
s
störung könne der Beschwerdeführerin eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 10 % attestiert werden.
De
r neurologische Gutachter hielt fest
, dass er die Diagnose einer
Fatigue
bei langjähriger MS stellen könne. Der klinisch-neurologische Befund sei in objek
ti
ver Hinsicht in den letzten Jahren stabil geblieben und falle auch bei der
aktuellen
Untersu
chung regelrecht aus. Es stehe
einer relativ
blanden
Klinik und wohl vorhandenen, aber stabil bleibenden MRI-Veränderungen eine ausgeprägte Klage über Erschöpfung und Ermüdung entgegen.
Die
Fatigue
könne auch als alleiniges Symptom durch die MS erklärt werden; allerdings komme als konfundierender Faktor die familiäre Situation mit drei kleinen Kindern sowie der Alkohol
miss
brauch für die letzten zwei Jahre dazu. Der zuletzt betrieben
e
Alkoholüber
ge
brauch könne gleichfalls Symptome wie Erschöpfung und Gedächtnisstörungen bedingen.
G
leichwohl
sei
der überwiegende Anteil der MS zuzuschreiben.
Tätig
keiten mit besonderen Anforderungen an das Gleichgewichtsvermögen und Tätigkeiten mit ständig wechselnden Arbeitszeiten s
eien zu vermeiden. Büroar
beiten
wie allgemein körperlich leichte Arbeiten in sitzender oder stehender Stellung könnten verrichtet werden.
Unter Berücksichtigung des
organisch be
dingten
Fatigue
-Anteil
s bestehe
auch für solche mö
glichen Tätigkeiten nur eine 60
%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/39/17).
Nach Angaben des neuropsychologischen Gutachters
zeig
t
e das neuropsy
cholo
gische Testprofil eine im Bereich der Intelligenz durchschnittliche Leistungs
fähigkeit. Die Merkfähigkeit sei für Bewegungsabläufe, Zahlen, Wörter, Texte, figurales Material, Gegenstände, Symbole und Testinstruktionen nicht beein
trächtigt. Die Aufmerksamkeitsfunktionen seien als geteilte Aufmerksamkeit, selektive
Aufmerksamkeit
und kognitive Interferenzstabili
tät erhalten. Unter ge
teilten
Aufmerksamkeitsbedingungen
sei die Reaktionszeit verlängert.
Somit fänden sich lediglich im Bereich der geteilten Aufmerksamkeit eine verlängerte Reaktionszeit bei ansonsten vollständig erhaltenen neuropsychologischen Funk
tionen. Die Arbeitsfähigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht nicht beein
trächtigt (Urk. 7/39/21).
3.2
Gemäss Hau
s
haltsabklärungsbericht vom 13. September 2017
/11. April 2018
(Urk. 7/42)
schätz
t
e die Abklärungsperson die Einschränkungen der Beschwerde
führerin im Haushalt wie folgt ein:
-
Haushaltführung: 0 %
-
Ernährung: 20 %
-
Wohnungspflege: 30 %
-
Einkauf und weitere Besorgungen: 0 %
-
Wäsche und Kleiderpflege: 30 %
-
Betreuung von Kindern: 25 %
-
Verschiedenes: 50 %
Unter Berücksichtigung der Gewichtung der einzelnen Bereiche resultiere im Haushaltbereich eine Einschränkung von 23.8 %. Insbesondere führte die Abklä
rungsperson
in Sachen Wohnungspflege
aus, dass
gemäss Angaben der Be
schwer
deführerin
deren
Tante anlässlich ihres Besuches
alle gründlichen Reinigungs
arbeiten erledigt habe.
Die Bodenpflege übernehme in der Regel der Ehemann oder ihre Freundin. Der Ehemann beziehe die Betten. Bei der Reinigung der Nass
zellen wechsle sich
die Beschwerdeführerin
mit ihrem Ehemann ab. Ab
stauben sowie der tägliche Kehr könne sie zwischendurch
selber
erledigen. Den Abfall entsorge ihr Ehe
mann. Die Abklärungsperson kam
zum Schluss, dass die
genann
ten
Arbeiten dem Ehemann zugemutet werden könn
t
en (Urk. 7/42/8).
Was die Betreuung der Kinder betrifft, führte die Abklärungsperson aus,
die Beschwerde
führerin habe erklärt, dass
die Betreuung der Kinder zwischen den Ehegatten aufgeteilt werde. Der Ehemann betreue die Kinder auch abends, wenn er zu Hause sei.
Die Kinder seien grundsätzlich an vier Tagen pro Woche in einer Krippe.
Auch komme alle zwei Wochen eine Freundin, die sie bei der Kinderbetreuung unter
stütze. Die Abklärungsperson
hielt fest,
dem Ehemann
könne
eine Mithilfe bei der Kinder
betreuung zugemutet werden
. Eine Einschränkung in diesem Bereich könne jedoch nachvollzogen werden. Insbesondere aufgrund des Alters müssten die Kinder intensiv betreut werden (Urk. 7/42/9).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten
des
Y._
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vo
llumfänglich zu erfüllen (E. 1.4
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigte
n
die geklagten Beschwerden und begründeten
ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Was die
Beschwerdeführerin
gegen das Gutachten vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. So kommt es nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an. Massgebend ist vielmehr, ob die darauf basie
renden ärztlichen Folgerungen inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sind (Urteile des Bundesgerichts
8C_848/2012 vom 16. April 2013 E. 3.2.2 und
9C_252/20
12 vom 7. September 2012 E. 8.2
), was vorliegend der Fall ist.
Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf Dr. med.
B._
und
lic
. phil.
C._
eine andere
Diagnose unterstellt
(
vgl.
Urk. 3/3)
, gilt es festzuhalten, dass sich
der psychiatrische
Gutachter
mit der von den Behandlern genannten Diag
nose einer rezidivierenden Störung auseinandersetzte und darlegte, gestützt auf die aktuelle Untersuchung liege keine depressive Störung vor. Vielmehr stehe die hohe Erschöpfbarkeit, welche aber der MS zuzuordnen sei, im Vordergrund (Urk.
7/39/2). Mit Blick darauf, dass der Gutachter einen weitgehend unauf
fälligen Befund erhob, sich Anhaltspunkte für eine schwer depressive Pathologie nicht erheben liessen, die Beschwerdeführerin vielmehr zu einem lebhaften affek
tiven Rapport in der Lage war und Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung fehlten (Urk. 7/39/11, 14), vermag dessen Einschätzung zu überzeugen. Im Übri
gen ist daran zu erinnern, dass nicht die Diagnose, sondern deren funktionelle Ausprägung ausschlaggebend ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2017 vom 13. Februar 2018 E.
3.3 mit Hinweis). Eine andere diagnos
tische Einordnung alleine ist mithin nicht geeignet, das Gutachten in Frage zu stellen, zumal die von den behandelnden Fachpersonen genannten Beschwerden wie etwa Traurigkeit, Ängste und Erschöpfung auch im Gutachten Berück
sich
tigung fanden (E. 3.1). Was ferner die von der Beschwerdeführerin erhobene Rüge betrifft, die
Indikatorenprüfung
sei äusserst knapp, spekulativ und auf dem Boden einer falschen psychiatrischen Diagnose erfolgt, vermag sie ebenfalls nicht durch
zudringen, wurden doch die
normativen Vorgaben hinsichtlich des strukturierten Beweisverfahrens ordnungsgemäss eingehalten (Urk. 7/39/12-14).
Ferner findet d
er Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe sie die je
weiligen neuropsychologischen Tests mehrfach machen lassen und habe ihr auch dabei geholfen, bis die Resultate gestimmt hätte
n
(Urk. 1 S. 5-6), in den Akten keine
r
lei
Stütze (vgl. Urk. 7/39/18-21).
Ebenso
wenig ist der Bericht
über die neuropsychologische Abklärung vom 4. Dezember 2018
(Urk.
3/4
)
geeignet, das Gutachten in Frage zu stellen. Der Bericht enthält
nichts
,
was
nicht bereits im Guta
chten berücksichtigt worden wäre. So wurde d
e
n
im Bericht von M. Sc.
D._
und Dr.
E._
genann
ten Einschränkungen wie starke Müdigkeit und erhöhte Erschöpfbarkeit, welche zu kognitiven Einbussen führten, vom neurolo
gischen Gutachter
als leistungseinschränkend Rechnung getragen.
Schliesslich gilt es anzufügen, dass neuropsychologische Abklärungen lediglich Zusatzunter
suchungen darstellen, und es grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen
- oder allenfalls des neurologischen – Facharztes bleibt, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsycholog
is
cher Defizite einzuschätzen (Urteile des Bundesgerichts 9C_299/2019 vom 27. Juni 2019
E. 4
und
9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3 mit Hinweisen).
Alsdann
geht auch der Vorwurf fehl, es mangle an einer ausführlichen neuro
lo
gischen Untersuchung
, namentlich habe eine Untersuchung mit elektro
phy
sio
logischen Testungen nicht stattgefunden
(Urk. 1 S. 6
-7), weshalb
die multiplen Parästhesien sowie die brennenden Schmerzen am ganzen Körper im Gutachten nicht beachtet worden
seien
.
Bei der Begutachtung steht der klinische Befund im Vordergrund, ist es doch Aufgabe des Gutachters, die bei der Bildgebung erho
benen Befunde anhand der Klinik zu überprüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_470/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.2). Anlässlich der aktuellen Untersuchung wurde ein unauffälliger Neurostatus erhoben und blieb gemäss Einschätzung des Gutachters der klinisch-neurologische Befund in den letzten Jahren stabil
(Urk.
7/39/17, 7/60), was sich mit den Angaben der behandelnden Neurologin deckt
, wonach klinisch und radiologisch ein stabiler Zustand vorliege (Urk.
7/24/3-6). Damit übereinstimmend zeigte die neurologische Verlaufsunter
suchung gemäss Bericht vom 15. März 2019 einen stabilen Verlauf ohne Hinweise auf eine Krankheitsaktivität (Urk. 3/5). Nachdem der Gutachter den von der Beschwerdeführerin geklagten Missempfindungen im Rahmen des Anforderungs
profils Rechnung trug (E.
3.1), besteht weder Anlass, dessen Einschätzung in Frage zu stellen, noch Raum für weitere Abklärungen.
Sodann ist nicht zu beanstanden, dass der neurologische Gutachter auf die familiäre Belastung durch die drei kleinen Kinder hingewiesen hat
(Urk. 7/39/17)
,
zumal
b
ereits im Bericht des
A._
vom 23. Juni 2017
fest
ge
halten
worden war
, dass die Beschwerdeführerin von einer schweren Erschöpfung aufgrund d
er familiären Situation
und dem fehlenden
beruflichen Ausgleich berichtet hatte (Urk. 7/22/2) und
der Gutachte
r die Müdigkeit alleine durch die MS erklärt
e (Urk. 7/39/17)
.
Endlich
ist darauf hinzuweisen, dass ein Administrativgutachten nicht stets in Frage zu stellen ist,
bloss
weil es zu einer anderen Einschätzung als die behan
delnden
Ärzte
gelangt; vorbehalten bleiben Fälle, in welchen sich eine klärende Ergänzung oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be
handelnden
Ärzte
wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent
springende Aspekte benennen (Urteil des Bundesgerichts 8C_820/2016
vom 27.
September 2017
E. 5.3). Solche Gesichtspunkte sind vorliegend
wie dargelegt
nicht gegeben.
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen damit nichts an der Be
weiskra
ft des
Y._
-Gutachtens zu ändern,
womit auch das von den Gutachtern formulierte Anforderungsprofil nicht zu beanstanden ist. Danach sind der Be
schwerdeführerin leichte Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an das Gleichgewichtsvermögen zumutbar, was - entgegen der Ansicht der Beschwer
deführerin - insbesondere einer Beschäftigung im gelernten Beruf als kauf
män
nische Angestellte nicht entgegensteht, wurde doch der geklagten
Fatigue
-Symp
tomatik ausdrücklich durch eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (Urk. 7/39/17).
4.3
Das Gutachten des
Y._
enthält eine hinreichende Auseinandersetzung mit den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281. Die Gutachter begründe
te
n unter ausdrücklich
er Bezugnahme auf die einschlägigen Indikatoren auf nachvoll
ziehbare Weise das Ausmass der L
eistungsminderung. Namentlich na
hmen sie Bezug auf den Schweregrad des Leidens und äusser
te
n sich zu
den Behandlungen und Therapie
optione
n
.
Sie tru
gen den vorhandenen Ressourcen der Beschwerde
f
ührerin sowie
ihren lebensgeschichtlich bedingten Belastungsfaktoren und ihrem sozialen Kontext Rechnung
. Sie bejah
t
en ein konsistentes Verhalten der Be
schwerde
füh
rerin in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Es ergibt sich gesamt
haft, dass sowohl eine gesundheitliche Beeinträchtigung als auch deren funktio
nelle Aus
wirkung in erwerblicher Sicht objektiv kohärent und widerspruchsfrei mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind.
Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten des
Y._
vom 13. März 2018 erschliesst sich
somit
, dass mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
von einer Arbeitsfähigkeit von 60 %
gemäss dem von den Gutachtern formulierten Anforderungsprofil
auszugehen ist.
4.4
Entgegen den weiteren Vorbringe
n der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 8
) erfüllt auch der Haushaltabklärungsbericht vom
13. September 2017
bzw. 11. April 2018
die von der Rechtsprechung form
ulierten
Voraussetzungen (E. 1.5
).
Er stützt sich auf umfassende Abklärungen bei der Beschwerdeführerin zu Hause und ist de
tailliert und sorgfältig abgefasst.
D
ie von der Abklärungspe
rson berücksichtigten
Einschränkungen bei den im Haushalt anfallenden Tätigkeiten
erscheinen
als
angemessen
, namentlich
auch
in den
Bereichen
«
Wohnungspflege
»
sowie
«
Kinder
betreuung
»
(Urk.
7/42
). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin wird dem
Ehemann nicht zu
viel Mithilfe im Haushalt zugemutet. Aufgrund der Schaden
minderungspflicht sind die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Ein
satzfähigkeit durch geeignete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe der Familienangehörigen - denen dadurch keine unverhältnismässige Belastung ent
stehen darf - möglichst zu mindern. Diese Mithilfe geht weiter als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist stets danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, sofern keine Versicherungsleis
tungen zu erwarten wären (BGE 141 V 642 E. 4.3.2).
Die Beschwerdeführerin wird ab und zu von ihrer Tante und vor
allem
von ihrem
Ehemann bei der Haus
halt
arbeit unterstützt
, was erwartet werden darf.
Selbst
wenn man davon ausgeht, dass der Ehemann die Haushaltsaufgaben
zusätzlich zu seiner vollzeitlichen Erwerbstätigkeit übernimmt, ist ihm dies angesichts der geltenden Schaden
min
derungspflicht zumutbar
.
Gemäss Haushaltsbericht verbringen die drei Kinder
grundsätzlich
vier
Tag
e
in der Woche in der Krippe (Urk. 7/42/4).
Die Be
schwerdeführerin gab an, dass sie bei guter Gesundheit sicherlich in einem hohen Pensum
erwerbs
tätig wäre. Arbeit und Karriere sei immer wichtig gewesen, denn die berufliche Anerkennung sei ihr wichtig (Urk. 7/42/3).
Weder aus den Akten
noch
den Vorbringen
der Beschwerdeführerin ergeben sich Anhaltspunkte, dass die
im Haushaltabklärungsbericht
dargelegten
, nachvollziehbar begründeten Ein
schränkungen in den Bereichen Wohnungspflege und Betreuung von Kindern unzutreffend ermittelt worden wäre
n
.
Im Speziellen ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin von einem Erwerbsanteil von 80 % ausging, mithin die Kinder der Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit während vier Tagen fremdbetreut
wären, wie sie denn auch selber vorbringen lässt (Urk. 1 S. 9). Zu Recht hat die Abklärungsperson damit diesen Anteil der Kinderbetreuung im Rahmen der Einschränkung nicht berücksichtigt.
Die von der Abklärungsperson
ermittelte Einschränkung von 23.8
% im Haushaltsbereich ist schlüssig und nachvollziehbar begründet
(vgl. E. 3.2)
.
Dies entspricht auch
ungefähr
der Einschätzung der Gutachter (Urk. 7/39 S. 22).
5
.
5
.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen
der auf 60 % eingeschränkten Restarbeitsfähigkeit
zu prüfen.
5
.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tä
ti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126
V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
5.3
Es kann offenbleiben
, ob das Wartejahr per März 2017 (vgl. Urk. 7/12, 7/64/11 und 7/54/7) oder bereits früher zu eröffnen wäre, ergibt sich doch auch in An
wendung des
für die Beschwerdeführerin günstigeren neuen Berechnungsmodells zur gemischten Methode kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. nach
stehend)
5
.4
5
.4.1
Für den Einkommensvergleich sin
d
Validen- un
d
Invalideneinkommen
auf
zeit
identischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt w
erden (BGE 129 V 222 E. 4.1 un
d
4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
5
.4.2
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeit
punkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst ange
knüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_327/2018 vom 31. August 2018 E. 4.2).
Die IV-Stelle hat
zur F
estsetzung des
Valideneinkommens
auf den Lohn abges
t
ellt
, den die Beschwerdeführerin
zuletzt als
Sec
uritas
-Mitarbeiterin erzielte
(Urk. 7/88). Die Beschwerdeführerin hingegen macht geltend, es
sei
beim
Valideneinkommen
auf
das
bei der
Z._
im 2012 erzielte Einkommen abzustellen. Dieser Argumentationsweise kann nicht gefolgt werden.
Von der durch die Rechtsprechung gefestigten Vermutung der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses im Gesundheitsfall ist nicht abzuweichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_224/2019 vom 18. September 2019).
Entgegen ihren Vorbringen lässt sich aus der Aktenlage nicht schliessen, dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit bei der
Z._
krankhe
itsbedingt aufgegeben hätte.
Im Gegenteil erhellt, dass
sie ihr Pen
sum
per November 2009
von 80 auf 100 % erhöht
e
,
welches Pensum bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses im November 2012 unverändert bestehen blieb (Urk. 7/2/3).
Es ist
deshalb
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin bei der
F._
als
Sec
uritas
-Mitarbeiterin
e
rwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin übte diese Tätigkeit bereits seit
eini
gen Jahren
aus,
als
ihr im
Januar 2018
, n
ach längerer krankheitsbedingter
Ab
wesenheit gekündigt wurde
(Urk. 7/54/
7,
9)
. Dass eine berufliche Veränderung geplant gewesen wäre
,
geht weder aus den Akten hervor, noch wird dies geltend
gemacht. Das
Valideneinkommen
ist daher anhand des zuletzt in dieser Tätigkeit erzielten Einkommens zu bestimmen.
G
emäss Arbeitgeber-Fragebogen
betrug der
Stundenlohn
im Jahr 2018
F
r. 25.17
(Urk. 7/54/4)
. Hochgerechnet auf ein Jahres
einkom
men im 100 % Pensum ergibt das Fr
. 54‘971.-- (Fr. 25.17 x 42 x 52).
5
.4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5
.4.4
Die Beschwerdeführerin
schöpft die ihr zumutbare Restarbeitsfähigkeit nicht aus,
weshalb für die Ermittlung des
Invalideneinkommens
die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016
heranzuziehen ist
(TOTAL in der
Tabelle T
A1).
Auf Grund der lang
jährigen Berufserfahrung der Beschwerdeführerin im kaufmännischen und
admi
ni
strativen Bereich ist vo
m Kompetenzniveau 2
auszugehen
,
was einem von Frauen im Jahr 2016 erzielten Lohn von
monatlich
Fr. 4‘832.
--
entspricht.
Dieses
monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbei
ts
zeit im Jahr 2018 von
41.7
pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008]
, in Stunden pro Woche, 2004-2018, A-S 01-96) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2018 (Indexstand
2709
[2016]
auf
2732
[2018]
; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T39, Entwick
lung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, Nominallöhne Frauen) auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen. Es resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr.
36‘577.--
be
i einem 60 %
-
Pensum (Fr.
4‘832.--
x
12 :
40 x
41.7 :
2709 x 2732 x 0.6).
5
.4.5
Den leidensbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin wurde im Gut
achten bereits Rechnung getragen, weshalb sich ein Abzug nicht rechtfertigt (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E. 5.2.2, 9C_846/2014 vom 22. Januar 20
15 E. 4.1.1
).
5
.4.6
Stellt man das
Valideneinkommen
in Höhe von Fr.
54
‘
971
.--
dem Invaliden
ei
n
kommen in Höhe von Fr. 36‘577.--
gegenüber, resultiert eine Einkommensbusse von
18‘
394
.--, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 3
3
% entspricht. Es blieb unbestritten und ist ausgewiesen, dass
die Beschwerdeführerin
gemäss
Haushaltsbericht
im Umfang von
80 %
als Erwerbstätige und im U
mfang von 20
%
als im Haushalt T
ätige zu qualifizieren ist
(Urk. 7/42/4).
Gemäss Haushalt
s
bericht beträgt die Einschränkung im Bereich Haushalt 23.8 % (Urk. 7/42/9
; E.
3.2
)
.
Daraus resultiert somit ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsber
eich von 2
6
.
4 % (33 x 0.8
), wogegen der
Teilinvalid
itätsgrad im Haushaltbereich 4.76
%
(2
3.8 x 0.2
)
beträgt
. Somit ergibt sich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 3
1
%.
Damit wird ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Inva
liditätsgrad von mindestens 40 % nicht erreicht
.
Selbst wenn das Invaliden
ein
kommen gestützt auf den Tabellenwert im Kompetenzniveau 1 festgesetzt würde, resultierte kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Das Invalideneinkommen beliefe sich
diesfalls
auf Fr. 33'027.-- (Fr. 4'363.-- x
12 :
40 x 41.7
: 2709 x 2732 x 0.6), was eine
Einschränkung
im Erwerbsbereich von 40 % ergäbe (
Validen
einkommen
: Fr. 54'971.--, Invalideneinkommen: Fr. 33'027.--, Einkommens
ein
busse: Fr. 21'944.--). Damit würde im Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 32 % (40 x 0.8) und addiert mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von 4.76 % ein Gesamtinvaliditätsgrad von rund 37 % resultieren, was ebenso wenig Anspruch auf eine Rente begründete.
6
.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie
abzuweisen ist.
7
.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).