Decision ID: 28ce09ac-bb04-4594-8ef5-92a3a074c3f5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
I.
Am 5. Juli 2013 erhoben A und B beim Bauamt der Gemeinde Bäretswil eine "Baueinsprache mit anfechtbarer Verfügung und Erwirkung eines Baustopps". Mit Schreiben vom 19. Juli 2013 teilte ihnen das Bauamt Bäretswil mit, bei den Bauarbeiten handle es sich "um die Erfüllung der feuerpolizeilichen Auflagen des Beschlusses des Bauausschusses vom 22. Juni 2012 resp. des Beschlusses des Bauausschusses vom 24. April 2007".
II.
Am 1. August 2013 rekurrierten A und B dagegen an das Baurekursgericht des Kantons Zürich. Sie beantragten, einen Baustopp zu erlassen, die Verfügung vom 19. Juli 2013 aufzuheben und das Bauamt der Gemeinde Bäretswil anzuweisen, ein ordentliches Baubewilligungsverfahren eventualiter ein Anzeigeverfahren betreffend Auflagenerfüllung durchzuführen. Mit Entscheid vom 4. Dezember 2013 wies das Baurekursgericht dieses Rechtsmittel in der Hauptsache – nämlich soweit es darauf eintrat – ab.
III.
Am 15. Januar 2014 führten A und B Beschwerde beim Verwaltungsgericht und stellten folgende Anträge:
"1. Der angefochtene Entscheid und mit ihm die Verfügung des Ressortleiters Hochbau vom 19. Juli 2013 und mit dieser der Beschluss des Bauausschusses Bäretswil vom 22. Juni 2012 seien aufzuheben.
2. Der Bauausschuss der Gemeinde Bäretswil sei einzuladen, bezüglich der umstrittenen baulichen Vorkehren (nachträgliche Erstellung eines Fluchtweges aus dem Untergeschoss der Terrassenüberbauung K mit überdecktem Ausgang an der Grenze zwischen den Liegenschaften Kt.-Nr. 01 und 02) nachträglich ein den gesetzlichen Erfordernissen genügendes Baubewilligungsverfahren durchzuführen, nämlich ein ordentliches Baubewilligungsverfahren mit Aussteckung, Ausschreibung, Einholung der ausdrücklichen Zustimmung der Eigentümer der Baugrundstücke (Kat.-Nr. 01 und 03), materieller Prüfung des Baugesuches und ordnungsgemässer Zustellung des entsprechenden Beschlusses an die Gesuchsteller, die Eigentümer der Baugrundstücke und Nachbarn die den baurechtlichen Entscheid rechtzeitig anfordern.
3. Eventuell: die Akten seien an das Baurekursgericht zurückzuweisen verbunden mit der Einladung, den Rekurs der durch Frau Kollegin C vertretenen Beschwerdeführer vom 1. August 2013, eventuell und mindestens aber die Eingabe der Beschwerdeführer vom 5. Juli 2013 an die Gemeinde Bäretswil als Einsprache bzw. Rekurs gegen die umstrittenen baulichen Massnahmen bzw. den angeblich eine Bewilligung darstellenden Beschluss des Bauausschusses Bäretswil vom 22. Juni 2012 materiell zu prüfen.
4. Das  Entschädigungsdispositiv (Ziff. II und III des angefochtenen Entscheides) sei auch im Falle einer Abweisung der vorliegenden Beschwerde angemessen zugunsten der Beschwerdeführer zu ändern.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner."
Der Bauherr und Nachbar E beantragte am 18. Februar 2014, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen. Der Bauausschuss der Gemeinde Bäretswil liess sich am 11. März 2014 ebenfalls mit dem Schluss auf Abweisung der Beschwerde vernehmen.
Die Kammer

erwägt:
1.
1.1
Am 24. April 2007 erteilte die lokale Baubehörde dem privaten Beschwerdegegner die Bewilligung für den Neubau dreier Einfamilienhäuser, eines Landhauses, eines Zwei- und eines Vierfamilienterrassenhauses sowie zweier Tiefgaragen auf der Parzelle aKat.-Nr. 04. In Dispositiv-Ziff. 5.16 des baurechtlichen Entscheides hielt die lokale Baubehörde fest, dass der Fluchtweg aus den beiden Terrassenhäusern ungenügend sei. Vor Baufreigabe sei deshalb die Fluchtwegsituation anzupassen und es seien revidierte Pläne zur Bewilligung einzureichen.
1.2
Aus nicht näher bekannten Gründen wurde in der Folge die Baufreigabe trotz fehlender angepasster Pläne erteilt, worauf der Beschwerdegegner die vorgenannten Bauten erstellte und das ursprüngliche Baugrundstück aKat.-Nr. 04 in die Parzellen Kat.-Nrn. 01, 05, 02, 06, 07 und 03 unterteilte. Auf den Parzellen Kat.-Nr. 02, 06 und 07 stehen die drei Einfamilienhäuser. Die Parzelle Kat.-Nr. 01 ist mit dem Zweifamilienterrassenhaus, die Parzelle Kat.-Nr. 05 mit dem Vierfamilienterrassenhaus überbaut. Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer der Parzelle Kat.-Nr. 02. An einer weiteren Parzelle Kat.-Nr. 03 besteht Miteigentum der Anstösser; sie dient der gemeinsamen Tiefgaragenerschliessung.
1.3
Mit Präsidialverfügung vom 19. November 2009 ordnete der Ressortleiter Hochbau der Gemeinde Bäretswil an, dass die Untergeschosse der Terrassenhäuser aufgrund fehlender sicherer Fluchtwege bis zur Behebung dieses Mangels nicht mehr benutzt werden dürften. Zugleich wurde dem privaten Beschwerdegegner eine Frist bis zum 18. Dezember 2009 angesetzt, um die entsprechenden baulichen Sicherheitsvorkehrungen zu planen und bewilligen zu lassen. Mit Präsidialverfügung vom 11. Januar 2011 erteilte der Ressortleiter Hochbau dem Beschwerdegegner unter Auflagen und Bedingungen die Bewilligung für den Bau der Fluchtwege für die zwei Terrassenhäuser. Einen vom Beschwerdegegner hiergegen erhobenen Rekurs hiess die Vorinstanz mit Entscheid vom 9. Mai 2012 infolge sachlicher Unzuständigkeit des Ressortleiters gut und hob die Präsidialverfügung auf. Der zuständige Bauausschuss bewilligte am 22. Juni 2012 ebenfalls unter Auflagen und Bedingungen die Projektänderung. Dieser Beschluss wurde vom Beschwerdegegner nicht angefochten. Er sieht in Bezug auf das Zweifamilienterrassenhaus folgende feuerpolizeiliche Vorkehrungen vor: Die Kellerräume des Terrassenhauses sollen mittels eines verlängerten Korridors, der durch die Tiefgarage verläuft, aber gegenüber dieser abgeschlossen ist, direkt ins Freie geführt werden. Weiter soll der überdachte Notausgang gegenüber der Parzelle der Beschwerdeführenden einen Abstand von 1,6 Metern aufweisen. Dieses Bauvorhaben wurde weder publiziert noch mittels eines Baugespannes ausgesteckt.
2.
2.1