Decision ID: c9786f67-587f-5bd9-a5c5-701a2800edca
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 16. September 2005 veräusserten die
Mitglieder der Erbengemeinschaft U B sel. die Liegenschaft "H" in K mit den
landwirtschaftlichen Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003, Grundbuch G, zum Preis
von Fr. 897'793.-- an C D. Das Landwirtschaftsamt des Kantons St. Gallen bewilligte
den Erwerb am 23. Januar 2007. Die von E F, dem Pächter der Grundstücke, gegen die
Erwerbsbewilligung erhobene Beschwerde wies die Verwaltungsrekurskommission am
29. Oktober 2007 ab (Verfahren II/1-2007/2). Der Entscheid wurde unangefochten
rechtskräftig. Die Eigentumsübertragung im Grundbuch kam jedoch nicht zustande,
weil A B, der Mitglied der Erbengemeinschaft U B sel. ist, sich weigerte, die
Grundbuchanmeldung zu unterzeichnen. Das Kantonsgericht St. Gallen setzte mit
Entscheid vom 2. September 2010 einen Erbenvertreter ein. Eine dagegen erhobene
subsidiäre Verfassungsbeschwerde, der aufschiebende Wirkung erteilt wurde, wies das
Bundesgericht ab, soweit darauf einzutreten war (Urteil 5D_133/2010 vom 12. Januar
2011). Zudem sind beim Kantonsgericht eine Klage von C D gegen die fünf Erben auf
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Übertragung des Eigentums an den drei Grundstücken gemäss Kaufvertrag vom
16. September 2005 und eine von A B erwirkte superprovisorische Grundbuchsperre
hängig.
B.- Mit Eingabe vom 3. Dezember 2010 gelangte A B durch seinen Rechtsvertreter an
das Landwirtschaftsamt mit dem Antrag, die Erwerbsbewilligung sei zu überprüfen und
zu widerrufen. In der Stellungnahme seines Rechtsvertreters vom 21. Januar 2010
beantragte C D, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten von A B sei auf das
Begehren nicht einzutreten, eventualiter die Erwerbsbewilligung nicht zu widerrufen.
Das Landwirtschaftsamt überwies die Eingaben am 22. Februar 2011
zuständigkeitshalber an die Verwaltungsrekurskommission, welche die Angelegenheit
am 25. Februar 2011 als Begehren um Wiederaufnahme des mit dem Entscheid vom
29. Oktober 2007 abgeschlossenen Verfahrens in das Geschäftsverzeichnis aufnahm.
A B liess sein Gesuch am 29. März 2011 ergänzen. Das Landwirtschaftsamt beantragte
am 5. April 2011 die Abweisung des Begehrens unter Kostenfolge. Der Pächter der
Grundstücke schloss sich mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 13. April 2011 den
Ausführungen des Gesuchstellers an. Der Erwerber der Grundstücke beantragte durch
seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 30. Mai 2011, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuchstellers sei auf das Begehren um
Wiederaufnahme mangels Aktivlegitimation nicht einzutreten, eventualiter seien der
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 29. Oktober 2007 und die vom
Landwirtschaftsamt erteilte Erwerbsbewilligung nicht aufzuheben. Der Erbenvertreter
schloss sich in der Stellungnahme vom 30. Juni 2011 den Anträgen und Ausführungen
des Erwerbers der Grundstücke an. Der Gesuchsteller reichte am 27. Juli 2011 eine
weitere Eingabe ein; darin hielt er an seiner Aktivlegitimation fest. Es wurde darauf
verzichtet, das fragliche Schreiben den übrigen Verfahrensbeteiligten zur
Stellungnahme zuzustellen. Auf die Ausführungen der Beteiligten zur Begründung ihrer
Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Gemäss Art. 61 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (SR
211.412.11, abgekürzt: BGBB) braucht, wer ein landwirtschaftliches Gewerbe oder
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Grundstück erwerben will, eine Bewilligung. Gegen die Verfügung der kantonalen
Bewilligungsbehörde kann gemäss Art. 83 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 88 Abs. 1
BGBB innert 30 Tagen bei der kantonalen Beschwerdebehörde Beschwerde erhoben
werden. Gemäss Art. 71 Abs. 1 BGBB widerruft die Bewilligungsbehörde ihren
Entscheid, wenn der Erwerber ihn durch falsche Angaben erschlichen hat.
Grundsätzlich unzulässig ist der Widerruf von Verfügungen, über welche ein Gericht
materiell entschieden hat, da Entscheidungen von Verwaltungsgerichten und
verwaltungsunabhängigen Rekurskommissionen in dem Sinn materiell rechtskräftig
sind, als das Verfahren unter Vorbehalt der Revision nicht wieder aufgenommen
werden kann (vgl. BGE 120 Ib 42; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1025 f.).
Das Landwirtschaftsamt hat am 23. Januar 2007 den Erwerb der Grundstücke
Nrn. 001, 002 und 003, Grundbuch G, bewilligt. Die Verwaltungsrekurskommission hat
eine dagegen erhobene Beschwerde nach materieller Prüfung am 29. Oktober 2007
abgewiesen. Der Entscheid wurde unangefochten rechtskräftig. Soweit mit dem
Begehren um Aufhebung der Erwerbsbewilligung nicht neu entstandene tatsächliche
Verhältnisse geltend gemacht werden, ist das Gesuch deshalb als Revisionsbegehren
gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission zu behandeln.
Soweit im Gesuch vorgebracht wird, der Erwerber habe "sich bis heute nicht mal
bemüht", ein Baugesuch für den in Aussicht gestellten Neubau eines
Mastschweinstalles einzureichen, betreibe "heute mehr ein Konglomerat
verschiedenster nichtlandwirtschaftlicher Firmen denn einen Landwirtschaftsbetrieb in
H", was "die landwirtschaftliche Selbstbewirtschaftung faktisch ausschliesse", und
habe "schon kurze Zeit nach Erteilung der Erwerbsbewilligung Handels- und
Gastroaktivitäten auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb H" ausgeübt, werden nach
dem Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 29. Oktober 2007 eingetretene
neue tatsächliche Verhältnisse behauptet, die – selbst wenn sie tatsächlich eingetreten
sein sollten – einen Widerruf nach Art. 71 BGBB grundsätzlich ausschliessen würden.
Eine einmal erteilte Bewilligung kann nicht gestützt auf diese Bestimmung widerrufen
werden, wenn sich der Sachverhalt nach dem Erwerb anders entwickelt, als Erwerber
und Bewilligungsbehörde im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung in guten Treuen
annehmen durften (vgl. B. Stalder, in: Das bäuerliche Bodenrecht, in: Kommentar zum
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BGBB, Brugg 1995, N 5 zu Art. 71 BGBB). Die Frage kann indessen offen bleiben, da
die Prüfung des Widerrufs aus nachträglich eingetretenen Gründen vorab in die
Zuständigkeit der Bewilligungsbehörde und damit der Vorinstanz fällt, selbst wenn die
Verfügung von einer Rechtsmittelbehörde geschützt wurde (vgl. Y. Hangartner,
Widerruf und Änderung von Verwaltungsakten aus nachträglich eingetretenen Gründen,
Zürich und St. Gallen 1959, S. 177 f.).
Soweit im Gesuch die Verletzung raumplanungs- und baurechtlicher Vorschriften und
von Regeln weiterer Rechtsgebiete behauptet wird, ist damit nicht die
Erwerbsbewilligung nach dem bäuerlichen Bodenrecht betroffen. Diese Fragen sind
nach den verfahrensrechtlichen und sachlichen Regelungen der jeweiligen
Rechtsgebiete zu klären.
2.- Der Gesuchsteller verlangt die Revision des unangefochten rechtskräftig
gewordenen Entscheides der Verwaltungsrekurskommission vom 29. Oktober 2007,
mit welchem eine Beschwerde gegen die Erteilung der Erwerbsbewilligung durch das
Landwirtschaftsamt für die Grundstücke Nrn. 001, 002 und 003 abgewiesen wurde
(Verfahren II/1-2007/2).
a) Gegen Entscheide der Verwaltungsrekurskommission kann gemäss Art. 81 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (SR 951.1, abgekürzt: VRP) die
Wiederaufnahme des Verfahrens mit der Begründung verlangt werden, der Entscheid
sei durch Arglist oder strafbare Handlung beeinflusst gewesen (lit. a), die Behörde habe
sich in einem offenkundigen Irrtum über entscheidende Tatsachen befunden (lit. b) oder
die Behörde habe wesentliche Tatsachen oder Beweismittel, die zur Zeit des Erlasses
der Verfügung oder Entscheides bestanden hätten, nicht gekannt (lit. c). Auf
Wiederaufnahmebegehren wird nur eingetreten, wenn die Gründe mit einem
ordentlichen Rechtsmittel nicht geltend gemacht werden können und das auch bei
zumutbarer Sorgfalt unmöglich war (Art. 81 Abs. 2 VRP). Das Begehren kann innert drei
Monaten eingereicht werden, nachdem der Betroffene vom Wiederaufnahmegrund
Kenntnis erhalten hat, spätestens aber innert zehn Jahren seit der Eröffnung des
Entscheids (Art. 83 Abs. 1 VRP); es ist an keine Frist gebunden, wenn geltend gemacht
wird, der Entscheid sei durch Arglist oder strafbare Handlung beeinflusst gewesen
(Art. 83 Abs. 2 VRP). Wer zur Einreichung eines Begehrens zur Wiederaufnahme befugt
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ist und welchen Anforderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht es zu genügen hat,
regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Soweit der Abschnitt über das Begehren um
Wiederaufnahme des Verfahrens nichts anderes bestimmt, finden die Vorschriften über
den Rekurs bzw. über die Beschwerde sachgemässe Anwendung (vgl. Art. 86 VRP).
Eine Revision von Amtes wegen ist nicht vorgesehen.
b) aa) Am Beschwerdeverfahren war der Gesuchsteller als Mitglied der
Erbengemeinschaft U B sel. beteiligt, welche die Grundstücke mit öffentlich
beurkundetem Kaufvertrag vom 16. September 2005 veräusserte. Der Erwerber
bestreitet die Befugnis des Gesuchstellers zur Einreichung des
Wiederaufnahmebegehrens mit der Begründung, die Erbengemeinschaft bilde als
Gemeinschaft zur gesamten Hand eine notwendige Streitgenossenschaft. Weder der
Erbenvertreter noch die übrigen Erben, die den Verkauf der Grundstücke an den
Erwerber beabsichtigten, hätten sich dem Begehren angeschlossen. Ein einzelner Erbe
könne aber weder den Entscheid anfechten noch die Wiederaufnahme verlangen. Der
Gesuchsteller hält dem entgegen, das Gesuch sei am 7. Dezember 2010 und damit vor
der Einsetzung eines Erbenvertreters eingereicht worden. Ausserdem handle es sich
nicht um einen gegen die Erbengemeinschaft gerichteten Prozess. Vielmehr sei der
Erbenvertreter nicht befugt, für die Erbengemeinschaft aktiv am Prozess teilzunehmen.
Seine Kompetenz sei auf die notwendigerweise mit der Verwaltung des Nachlasses
zusammenhängenden Handlungen beschränkt.
bb) Zur Erhebung eines Revisionsverfahrens legitimiert sind – allgemein gesprochen –
all diejenigen, die an der Änderung oder Aufhebung des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartun können (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1202).
Gesamthandverhältnisse wie unter anderem die Erbengemeinschaft sind nicht
beteiligtenfähig. Hier treten grundsätzlich die die entsprechende Verbindung bildenden
Personen als Verfahrensbeteiligte auf und bilden eine notwendige
Streitgenossenschaft. Ausnahmsweise sind bei solchen Verhältnissen auch Einzelne
zur Verfahrensbeteiligung befugt, wenn ihre Legitimation zum selbständigen Ausüben
von Verfahrensrechten zu bejahen ist (vgl. Cavelti/Vögeli, Die Verwaltungsrechtspflege
im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 331).
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Entsprechend der Ausgestaltung der Erbengemeinschaft als Gesamthandgemeinschaft
haben die Erben sämtliche Verfügungs- und Verwaltungshandlungen bezüglich der
Erbschaftsaktiven und –passiven gemeinsam wahrzunehmen. Dies verlangt
grundsätzlich Einstimmigkeit. Sämtliche Rechtsgeschäfte, aber auch jedes faktische
Handeln, das Erbschaftsgegenstände betrifft, bedürfen einer Einigung sowie des
gemeinsamen Vorgehens sämtlicher Erben. Das Einstimmigkeitserfordernis bezweckt
den Schutz der Gemeinschaft gegen schädliche Sonderaktionen einzelner Erben. Da es
allerdings auch sehr rasch zur Handlungsunfähigkeit führen kann, wenn sich die Erben
insbesondere über die Art und Weise der Verwaltung der Erbschaft uneinig sind, sieht
das Gesetz das Institut des Erbenvertreters vor (vgl. Th. Weibel, in: Praxiskommentar
Erbrecht, Basel 2011, N 20 ff. zu Art. 602 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR
210, abgekürzt: ZGB). Jeder einzelne Erbe kann bestimmte Handlungen allein
vornehmen, die nicht als Handlungen in Bezug auf den Nachlass gelten. Darunter fallen
etwa das Einholen von Auskünften, die Begehren um Einsetzung eines Erbenvertreters
und um Erstellen eines amtlichen oder öffentlichen Inventars und
Sicherstellungsbegehren (vgl. J.N. Druey, Grundriss des Erbrechts, 5. Aufl. 2002, § 14
Rz. 32; Schaufelberger/Keller, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht,
ZGB II, N 20 f. zu Art. 602 ZGB).
cc) Der Gesuchsteller hat am 3. Dezember 2010 – und damit vor Einsetzung des
Erbenvertreters nach dem Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2011 – um
Widerruf der Erwerbsbewilligung ersucht. Das Gesuch wird als Begehren um
Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens vor der Verwaltungsrekurskommission
behandelt. Der Gesuchsteller beabsichtigt damit, das Verfügungsgeschäft – d.h. die
Übertragung des Eigentums an den sich im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft U
B sel. befindlichen Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003, Grundbuch G, durch einen
entsprechenden Grundbucheintrag – zum öffentlich beurkundeten Kaufvertrag vom
16. September 2005, der im Übrigen auch von seinem Rechtsvertreter unterzeichnet
wurde, zu verhindern. Der Gesuchsteller hat das Begehren ohne Mitwirkung oder
Vollmacht der übrigen Erben gestellt. Das Ersuchen um Rückgängigmachung der
Erwerbsbewilligung für die landwirtschaftlichen Grundstücke betrifft die Verfügung über
Vermögenswerte der Erbschaft und setzt deshalb die Mitwirkung sämtlicher Mitglieder
der Erbengemeinschaft voraus. Auf das Begehren des Gesuchstellers um
Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens kann deshalb nicht eingetreten werden.
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dd) Der Gesuchsteller hat an seinem Begehren nach der Überweisung an die
Verwaltungsrekurskommission festgehalten und es am 29. März 2011 – und damit
nach der Einsetzung des Erbenvertreters nach dem Urteil des Bundesgerichts vom
12. Januar 2011 – ergänzt. Die Einsetzung des Erbenvertreters geht darauf zurück,
dass der Gesuchsteller sich weigerte, die für die Eintragung der Handänderung
erforderliche Grundbuchanmeldung zu unterzeichnen. Eine Klage der übrigen Erben auf
Vollziehung der Eigentumsübertragung wies das Kantonsgericht wegen fehlender
Aktivlegitimation ab. Verweigere einer der Erben die Zustimmung zur
Eigentumsübertragung, bleibe den übrigen Erben nur der Weg über ein Begehren um
Einsetzung eines Erbenvertreters. Auf das entsprechende Begehren hin setzte das
Kantonsgericht St. Gallen mit Urteil vom 2. September 2010 im Rechtsmittelverfahren
einen Erbenvertreter ein. Die dagegen vom Gesuchsteller erhobene subsidiäre
Verfassungsbeschwerde, der die aufschiebende Wirkung erteilt wurde, wies das
Bundesgericht am 12. Januar 2011 ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5D_133/2010).
Der Erbenvertreter hat dieselben Aufgaben und Befugnisse wie der Willensvollstrecker
und der amtliche Erbschaftsverwalter. Er hat gegenüber Erben und Dritten Anspruch
auf Besitznahme an den Erbschaftssachen, was bei Grundstücken als Bemerkung
unter der Rubrik "Eigentum" im Grundbuch angeführt werden kann. Der Erbenvertreter
ist anstelle der Erben zur Verwaltung der Erbschaft, zur Besorgung der laufenden
Geschäfte, zur Erhaltung und (vorsichtigen) Vermehrung der Erbschaftswerte, zur
Bezahlung der Erbschaftsschulden, zur Ausrichtung der Vermächtnisse und zur
Vorbereitung, nicht jedoch zur Durchführung der Teilung befugt. Er darf dabei über
Erbschaftswerte verfügen und diese – auch gegen den Willen der Erben –
gegebenenfalls auch freihändig veräussern, um sich die erforderlichen Mittel zur
Zahlung von Erbschaftsschulden oder zur Ausrichtung der Vermächtnisse zu
verschaffen (vgl. Weibel, a.a.O., N 71 ff. zu Art. 602 ZGB).
Die Erben konnten sich bereits über die Teilung des Nachlasses nicht einigen. Das
Bezirksgericht Z stellte mit Entscheid vom 13. September 2000 auf Erbteilungsklage
hin den Wert des Nachlasses (Aktiven einschliesslich der Grundstücke zum Ertragswert
von Fr. 223'832.25 und Passiven von Fr. 138'000.-- per 30. Juni 2000), die Erbanteile
von je einem Fünftel und die anzurechnenden Beträge für verteilte Möbel und anderen
Hausrat fest. Es ordnete an, die drei landwirtschaftlichen Grundstücke seien zu
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verkaufen und der Verkaufserlös sei unter den Erben gleichmässig zu verteilen. Die
vom Gesuchsteller dagegen eingelegte Berufung wies das Kantonsgericht mit
Entscheid vom 4. März 2003 ab. Die Erfüllung des von sämtlichen Erben
unterzeichneten und öffentlich beurkundeten Kaufvertrags vom 16. September 2005
über die Teil des Nachlasses bildenden Grundstücke Nrn. 001, 002 und 003 stellt auf
dem Weg hin zur tatsächlichen Teilung des Nachlasses einen wesentlichen Schritt dar,
der gemäss dem bezirksgerichtlichen Urteil vom 13. September 2000 in den
Auftragsbereich des Erbenvertreters fällt und den dieser insbesondere auch gegen den
Willen des Gesuchstellers vornehmen kann.
Dem steht nicht entgegen, dass das Bundesgericht im Zusammenhang mit der
Einsetzung des Erbenvertreters festhielt, für die Regelung rein interner Zwistigkeiten sei
die Erbenvertretung nicht geeignet und auch nicht vorgesehen. Doch könne sie dafür
sorgen, dass die Erbschaft im Interesse aller Erben verwaltet werde und
Eigenmächtigkeiten einzelner Erben unterbunden würden. Das Kantonsgericht habe
zutreffend festgehalten, die Erbenvertretung habe weder Erbschaftssachen zu
liquidieren noch die Erbteilung durchzuführen oder die Auflösung der
Erbengemeinschaft zu beschleunigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5D_133/2010
vom 12. Januar 2011 E. 5.2.2 mit Hinweis auf BGE 113 II 121 E. 3c). Vorliegend geht es
einzig um die Erfüllung eines von den Mitgliedern der Erbengemeinschaft und
insbesondere auch vom Rechtsvertreter des Gesuchstellers unterzeichneten
Verpflichtungsgeschäfts, nämlich des öffentlich beurkundeten Kaufvertrags vom
16. September 2005 über die Veräusserung der landwirtschaftlichen Grundstücke Nrn.
001, 002 und 003, Grundbuch G. Das Bezirksgericht Z hat mit Urteil vom 13.
September 2000 auf Erbteilungsklage hin den Verkauf der Grundstücke und die Teilung
des Erlöses angeordnet. Mit dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäfts vom 16.
September 2005 waren die Erbschaftssachen liquidiert. In die Zuständigkeit des
Erbenvertreters kann deshalb ausschliesslich noch die Erfüllung des gültig zustande
gekommenen Verpflichtungsgeschäfts fallen. Inwieweit der Erbenvertreter verpflichtet
ist, auf die Rückgängigmachung dieses Geschäfts hinzuwirken, kann offen bleiben.
Jedenfalls ist dazu nicht der einzelne Erbe befugt (vgl. dazu oben E. 2b/cc).
ee) Der Gesuchsteller war deshalb weder zur Einreichung des Gesuchs um Widerruf
der Erwerbsbewilligung am 3. Dezember 2010 bei der Vorinstanz noch – nach der
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Bestätigung der Einsetzung des Erbenvertreters durch das Kantonsgericht mit dem
bundesgerichtlichen Urteil vom 12. Januar 2011 – zur Stellung eines Begehrens um
Wiederaufnahme des Verfahrens vor der Verwaltungsrekurskommission befugt. Auf
sein Gesuch ist dementsprechend nicht einzutreten.
c) Das Begehren um Wiederaufnahme muss – in sachgemässer Anwendung von Art. 48
Abs. 1 VRP – einen Antrag enthalten. Einen solchen Antrag enthält die Eingabe des
Rechtsvertreters des Pächters vom 13. April 2011 nicht. Der Pächter "schliesst sich
vollumfänglich den Ausführungen des Gesuchstellers in seinen Eingaben vom
3. Dezember 2010 ... und vom 29. März 2011 ... an", ohne einen formellen Antrag auf
Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens zu stellen. Der Rechtsvertreter nimmt
zudem ausdrücklich lediglich "Stellung" zum Begehren um Wiederaufnahme des
Gesuchstellers. Deshalb kann das Schreiben vom 13. April 2011 des Rechtsvertreters
des Pächters nicht als eigenständiges Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens
behandelt werden.
3.- Zusammenfassend ergibt sich damit, dass auf das Begehren des Gesuchstellers
um Wiederaufnahme des Verfahrens nicht einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 86 in
Verbindung mit 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist angemessen
(vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss
von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.
Für die Parteientschädigung gemäss Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 95 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272) gilt der Dispositionsgrundsatz. Sie ist
dementsprechend von der Partei zu beantragen ist (vgl. Suter/von Holzen, in:
Kommentar zur ZPO, Zürich/Basel/Genf 2010, N 30 zu Art. 95 ZPO). Nach den früheren
kantonalen Zivilprozessordnungen war lediglich – aber immerhin – eine Formulierung
wie "unter Kosten- und Entschädigungsfolge" erforderlich (vgl. Suter/von Holzen,
a.a.O., N 11 zu Art. 95 ZPO; Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur
Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Bern 1999, N 6 zu Art. 264 ZPO-SG). Das
Begehren konnte zudem sinngemäss durch Beifügen einer entsprechenden Rechnung
oder Kostennote gestellt werden (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 820). Der
Erbenvertreter hat sich "den Anträgen und den Ausführungen des Gesuchsgegners"
ter
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angeschlossen. Dieser Verweis vermag den Anforderungen, wie sie sich aus der
Dispositionsmaxime ergeben, nicht zu genügen. Über die Entschädigung
ausseramtlicher Kosten für den Erbenvertreter, der im Übrigen in eigener Sache auftritt,
ist dementsprechend nicht zu befinden.
Der Erwerber und Gesuchsgegner hat das Nichteintreten auf das Gesuch unter
Entschädigungsfolge beantragt. Im Verfahren über die Wiederaufnahme eines
Verfahrens vor der Verwaltungsrekurskommission sind ausseramtliche Kosten zu
entschädigen, soweit sie aufgrund der Sach- oder Rechtslage als notwendig und
angemessen erscheinen (vgl. Art. 86 in Verbindung mit Art. 98 Abs. 2 VRP). Da sich
nicht bloss Fragen der Zulässigkeit des Begehrens um Wiederaufnahme an sich,
sondern im Zusammenhang mit der Legitimation des Gesuchstellers vorab Fragen der
Vertretung der Erbengemeinschaft stellten, war der Verzicht auf den Beizug eines
Rechtsvertreters im Verfahren der gerichtlichen Beurteilung nicht zumutbar. Der
Vertreter hat eine Kostennote über Fr. 5'054.40, umfassend ein pauschales Honorar
von Fr. 4'500.-- und ebenfalls pauschale Barauslagen von 4% des Honorars, nämlich
Fr. 180.--, zuzüglich 8% Mehrwertsteuer auf beiden Beträgen, nämlich Fr. 374.40,
eingereicht. Angesichts des Umfangs der Akten, des Aufwands für die Stellungnahme
zum Gesuch und des Umstandes, dass sich das Prozessthema vorab auf die Frage der
Legitimation beschränkte, erscheint eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen (Art. 19, 22 Abs. 1 lit. b, 28 und
29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75). Die
ausseramtliche Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und
Unterliegen auferlegt (Art. 98 VRP). Angesichts des Nichteintretens auf das Gesuch
und der Verlegung der amtlichen Kosten sind dem Gesuchsgegner die ausseramtlichen
Kosten vollumfänglich zu entschädigen (Art. 98 VRP). Kostenpflichtig ist der
Gesuchsteller.