Decision ID: 84a1f2cd-9286-5552-b12a-c26dfb0c5337
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, meldete sich am 17. Dezember 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 9, vgl. IV-act. 1). Dr. med. B._, Hochgebirgsklinik
Davos, wo sich die Versicherte vom 2. bis 23. Mai 2007 stationär befunden hatte, hatte
mit Bericht vom 23. Mai 2007 unter anderem eine Neurodermitis constitutionalis
atopica und eine chronische depressive Störung als Diagnosen aufgeführt (IV-act.
8-10). Nachdem am 1. Oktober 2004 infolge eines Carpaltunnelsyndroms eine
Carpaldachspaltung rechts durchgeführt worden war, hatte sich die Versicherte am 10.
September 2008 einer solchen links unterzogen (IV-act. 8-5 ff.). Aufgrund von
Hämorrhoiden II.-III. Grades und Coccygodynie war die Versicherte am 22. Juni 2009
operiert worden (IV-act. 28-18 ff.).
A.b Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin, listete mit Bericht vom 18. Januar 2010
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Neurodermitis, ein
Lumbovertebralsyndrom, eine Gonarthrose rechts und Restbeschwerden bei Status
nach Karpaltunneloperation links auf. In einer adaptierten Tätigkeit könne die
Versicherte voll arbeiten. Allfällige psychische Probleme habe er bei seiner Beurteilung
nicht berücksichtigt (IV-act. 28-1 ff.). RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, diagnostizierte nach einer Abklärung vom 29. November 2010
eine Persönlichkeitsstörung mit psychasthenischen, selbstunwerten, abhängigen und
passiv aggressiven Anteilen (ICD-10: F61) und eine Dysthymie, differenzialdiagnostisch
mögliche Überlagerung durch depressive Episoden (IV-act. 49).
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A.c Am 28. Januar 2011 führte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, im
Spital Herisau eine Diskektomie und interkorporelle Cage-Einlage L5/S1 sowie eine
dorsolaterale semirigide Stabilisation L3-S1 durch (IV-act. 58-13 ff.). Dr. E._
attestierte der Versicherten vom 27. Januar bis 31. März 2011 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100%. Ab 1. April 2011 seien leichte Arbeiten zu 50%, ab 1. Mai 2011 zu 100%
möglich (IV-act. 58-19, 59-4). Mit Verfügung vom 18. Februar 2011 schloss die IV-Stelle
die Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 55).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 61) wurde die Versicherte im Oktober 2011
durch medizinische Sachverständige der Medas Ostschweiz polydisziplinär
(physikalische Medizin, Psychiatrie) abgeklärt. Diese nannten in ihrem Gutachten vom
7. Februar 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, eine unreife Persönlichkeitsstörung (ICD-10:
F60.8) und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus
(ICD-10: F60.31). Für die von der Versicherten zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Haushaltshilfe bestehe seit dem 27. Januar 2011 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer
adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 64).
A.e Mit Verfügung vom 30. Mai 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren im
Wesentlichen gestützt auf das Medas Gutachten bei einem Invaliditätsgrad von 0% ab
(IV-act. 69).
A.f Nachdem Dr. med. F._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie, am 1. Februar 2013 eine Spondylose mit Spondylarthrose C5/6 und
C6/7 sowie einen Status nach semirigider Spondylodese L3-S1 diagnostiziert hatte
(vgl. IV-act. 89-24 f.), führte Dr. E._ am 13. März 2013 eine ventrale Mikrodiskektomie
mit Prothesen-Implantation C5/6 und C6/7 durch (vgl. IV-act. 89-29 f.). Am 13.
September 2013 unterzog sich die Versicherte einer Pfannenstiellaparotomie mit
Salpingektomie rechts, Kolposuspension nach Cowan, paravaginales Repair,
Zystoskopie und Zystofix-Einlage (IV-act. 89-21 ff.). Dr. E._ befand am 24. April 2014,
die Versicherte sei für eine körperlich leichte bis mittlere Tätigkeit arbeitsfähig (IV-act.
89-5)
A.g Am 8. April 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 73).
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A.h Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 31. Juli 2015, er
habe folgende Diagnosen erhoben: Verdacht auf eine Anpassungsstörung in Form
einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F43.21), spezifische Phobie (ICD-10:
F40.2) sowie Verdacht auf emotional instabile und histrionische Persönlichkeitszüge
(ICD-10: Z73.1) (IV-act. 102). Am 10. Oktober 2015 äusserte Dr. G._ zusätzlich einen
Verdacht auf unterdurchschnittliche Intelligenz/Intelligenzminderung (IV-act. 114). Eine
Krankschreibung hielt er aus psychiatrischer Sicht für nicht indiziert (IV-act. 104,
114-2).
A.i Mit Verfügungen vom 30. November 2015 wies die IV-Stelle die Begehren um eine
Invalidenrente und berufliche Massnahmen ab, da keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 30. Mai 2012 ausgewiesen und eine
adaptierte Tätigkeit in einem Pensum von 100% zumutbar sei. Die Versicherte habe
sich klar gegen eine Arbeitsvermittlung entschieden (IV-act. 117 f., vgl. bezüglich
Verzicht auf Arbeitsvermittlung auch IV-act. 122 f., 127, 129).
A.j Dr. med. H._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dipl.-Psych. S.
Fries, Fachpsychologin für Neuropsychologie, Abklärungs- und Aufnahmezentrum
(AAZ), Psychiatrische Dienste Spital Z._, hatten am 25. November 2015 eine
testpsychologische Abklärung der Versicherten vorgenommen. Am 8. Dezember 2015
berichteten sie über eine diagnostizierte kombinierte Entwicklungsstörung im Sinne
einer Lernbehinderung mit ausgeprägter Leistungsdissoziation zwischen einem weit
reduzierten Sprachverständnis und einem durchschnittlich ausgeprägten
wahrnehmungsgebundenen logischen Denken (ICD-10: F83). Die Versicherte sollte
einfache angelernte Tätigkeiten mit wenig sprachlichen Anforderungen ausführen
können. Sehr wahrscheinlich benötige sie jedoch Unterstützung und Begleitung mit
regelmässiger Kontrolle, inwieweit sie Anforderungen verstanden habe und folgerichtig
umsetze (IV-act. 121).
A.k Dr. G._ hielt mit Bericht vom 24. Dezember 2015 als Diagnosen eine kombinierte
Entwicklungsstörung im Sinne einer Lernbehinderung (ICD-10: F83), rezidivierende
Anpassungsstörungen (ICD-10: F43.2), einen Verdacht auf histrionische
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), eine spezifische Phobie (ICD-10: F40.2) sowie
einen Status nach Suizidversuch ca. 1990 fest (IV-act. 128).
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A.l Med. pract. I._, Oberärztin am AAZ, hatte die Versicherte am 16. Oktober 2015
untersucht. Sie berichtete am 26. Januar 2016, sie habe folgende Diagnosen erhoben:
Kombinierte Entwicklungsstörungen im Sinne einer Lernbehinderung (ICD-10: F83),
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1), Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (histrionisch, ICD-10: Z73)
und Höhenangst (ICD-10: F40.2) (IV-act. 131).
A.m Am 13. Januar 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 136). Sie reichte einen Bericht von Dr.
E._ vom 9. November 2016 ein, in welchem dieser als Diagnosen chronische
Schmerzen, dominant Rücken- und Nackenschmerzen, eine Depression und eine
Neurodermitis mit rezidivierenden Hautproblemen festgehalten hatte. Er hatte
befunden, die Versicherte sei auf Dauer nicht arbeitsfähig (IV-act. 137).
A.n Mit einem Vorbescheid vom 11. April 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten das
Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht. Sie führte zur Begründung an,
die Versicherte habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse
seit der letzten Abweisung des Leistungsbegehrens am 30. November 2015 wesentlich
verändert hätten (IV-act. 155). Am 9. Juni 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend
dem Vor¬bescheid (IV-act. 156).
A.o Dagegen liess die Versicherte am 12. Juli 2017 Beschwerde erheben und unter
anderem beantragen, die Verfügung vom 9. Juni 2017 sei aufzuheben und ihr sei das
rechtliche Gehör im Vorbescheidverfahren zu gewähren. Seit der ablehnenden
Verfügung vom 30. November 2015 sei eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten und sie habe den Vorbescheid nie erhalten (IV-act.
162). Da sie die Zustellung des Vorbescheids nicht nachweisen konnte, widerrief die IV-
Stelle ihre Verfügung vom 9. Juni 2017 (IV-act. 175 f.) und das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen schrieb das Beschwerdeverfahren am 27. November 2017 ab
(IV-act. 183).
A.p Mit einem Vorbescheid vom 17. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten
erneut ein Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (IV-act. 182). Am 5.
Dezember 2017 verfügte sie entsprechend (IV-act. 185).
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B.
B.a Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 11. Dezember 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2017. Sie beantragte darin, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, auf das Leistungsgesuch vom 30. Januar
2017 einzutreten. Weiter sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu
gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit dem Referenzzeitpunkt vom 30. November 2015
mit grosser Wahrscheinlichkeit verschlechtert. Zu berücksichtigen seien dabei neben
der von Dr. E._ inzwischen attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
neurologischer Sicht auch die Ergebnisse der psychiatrischen Abklärungen im Oktober
und November 2015 (act. G1).
B.b Am 13. Dezember 2017 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G2).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie brachte vor, der Bericht von Dr. E._ vom 9.
November 2016 sei nicht geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
glaubhaft zu machen. Die Berichte der psychiatrischen Dienste Z._ bezögen sich auf
die Abklärungen vom 16. Oktober bzw. 25. November 2015 und somit auf den
Zeitraum vor der Abweisungsverfügung vom 30. November 2015 (act. G4).
B.d In ihrer Replik vom 5. März 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Sie führte aus, Dr. E._ habe bei den gleichen Diagnosen wie im Jahr 2014 eine
deutlich höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Berichte der psychiatrischen Dienste
seien der Beschwerdegegnerin bei Verfügungserlass nicht bekannt gewesen, weshalb
sie für die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu
berücksichtigen seien (act. G6).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G8).

Erwägungen
1.
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1.1 Umstritten und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die
Wiederanmeldung der Beschwerdeführerin vom 13. Januar 2017 hätte eintreten
müssen.
1.2 Ist ein Rentengesuch wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades abgewiesen
worden, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise
geändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Da es sich beim Invaliditätsgrad nicht um ein
Sachverhaltselement, sondern um das Ergebnis einer Rechtsanwendung handelt, kann
er nicht direkt glaubhaft gemacht werden. Die Glaubhaftmachung einer relevanten
Veränderung muss sich deshalb - entgegen dem Wortlaut der genannten Bestimmung
- auf jene Sachverhaltselemente beziehen, die für die Invaliditätsbemessung relevant
sind. Die glaubhaft gemachte Veränderung eines solchen Sachverhaltselements muss
so erheblich sein, dass mit der Entstehung eines anspruchsbegründenden
Invaliditätsgrades zu rechnen ist, falls sich die Veränderung in einem anschliessenden
umfassenden Verwaltungsverfahren nachweisen lassen sollte. Die in Art. 87 Abs. 3 IVV
aufgestellte "Prüfungs-" bzw. Eintretenshürde ist also u.a. dann überwunden, wenn die
sich neu anmeldende versicherte Person glaubhaft machen kann, dass sich ihr
Gesundheitszustand verschlechtert hat und dass damit ihr Arbeitsunfähigkeitsgrad in
einem erheblichen Ausmass angestiegen ist. Da das Beweismass nur im
Glaubhaftmachen besteht, muss es genügen, wenn die Indizien auf den Eintritt einer
solchen Verschlechterung des Gesundheitszustandes hindeuten.
1.3 Die damals zuständige IV-Stelle Thurgau hat das Leistungsbegehren der
Beschwerdeführerin am 30. November 2015 nach einer materiellen Prüfung des
Leistungsgesuchs vom 8. April 2015 abgewiesen. Sie hat das damit begründet, dass
weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der letzten Verfügung vom 30. Mai 2012 ausgewiesen sei.
Diese Verfügung hatte sich primär auf das Medas Gutachten vom 7. Februar 2012
gestützt, in welchem die medizinischen Sachverständigen als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine unreife Persönlichkeitsstörung sowie eine emotional instabile
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus genannt und die Beschwerdeführerin in
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einer adaptierten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig gehalten hatten (vgl. IV-act. 64, 69).
Weiter führte die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 30. Novem¬ber 2015 aus, die
behandelnden Ärzte (vgl. Dr. G._ IV-act. 114, 104; Dr. E._ IV-act. 89-5) attestierten
weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten. Die angegebenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen plausibilisierten keine dauerhafte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 118).
2.
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin mithilfe der seit 30. November 2015 neu
eingereichten Akten eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes hat glaubhaft
machen können.
2.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich dabei primär auf den Bericht von Dr. E._ vom
9. November 2016 (IV-act. 137). Diesem sind als Diagnosen chronische Schmerzen,
dominant im Rücken und Nacken, eine “bekannte“ Depression sowie eine
Neurodermitis mit rezidivierenden Hautproblemen zu entnehmen. Dr. E._ befand, die
Beschwerdeführerin sei aufgrund der chronischen Rückenschmerzen und vor allem
aufgrund ihres psychischen Leidens seit Längerem und auf Dauer nicht arbeitsfähig.
Sie sei regelmässig auf Analgetika angewiesen, intermittierend seien peridurale
Infiltrationen notwendig. Er empfehle eine 100%ige IV-Rente mit Neubeurteilung in zwei
Jahren (IV-act. 137). Eine Verschlechterung der bereits bei der letzten Verfügung vom
30. November 2015 bekannten Schmerzen (vgl. IV-act. 64-19, 64-35, 89-24 ff., 89-29
f.) lässt sich diesem Bericht nicht entnehmen, zumal Dr. E._ weder ausführt, wie er zu
seiner Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung kommt, noch ab wann diese gilt. Zudem ist auch
nicht klar, für welche Art von Tätigkeiten er die Beschwerdeführerin für arbeitsunfähig
hält. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass für Dr. E._ bei seiner Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit offenbar nicht die somatischen, sondern die psychischen
Einschränkungen im Vordergrund standen. Als Facharzt FMH für Neurochirurgie ist er
zur Einschätzung letzterer jedoch nur beschränkt kompetent. Es ist folglich lediglich
von einer anderen Einschätzung eines seit der Verfügung vom 30. November 2015
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes auszugehen.
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2.2 Weiter verweist die Beschwerdeführerin auf die Abklärungen des AAZ vom 16.
Oktober und 25. November 2015 (IV-act. 121, 131). Die entsprechenden
Abklärungsberichte wurden erst am 8. Dezember 2015 bzw. 26. Januar 2016, also
nach der Verfügung vom 30. November 2015 erstellt. Sie bezogen sich jedoch auf die
vor der Verfügung durchgeführten Abklärungen und demzufolge den damaligen
Gesundheitszustand. Die Abklärungsberichte des AAZ sind damit nicht geeignet, eine
nach dem 30. November 2015 eingetretene Veränderung des Gesundheitszustandes
glaubhaft zu machen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht (act. G1),
hat die damals verfügende IV-Stelle Thurgau die ihr von Dr. G._ in Aussicht gestellten
Abklärungsberichte nicht abgewartet (vgl. IV-act. 113). Sofern die Beschwerdeführerin
der Ansicht gewesen ist, die Abklärungsberichte hätten berücksichtigt werden müssen,
hätte sie sich gegen die Verfügung vom 30. November 2015 zur Wehr setzen müssen.
Die gestützt auf die am 30. November 2015 vorliegenden Akten erlassene ablehnende
Verfügung ist jedoch unangefochten in Rechtskraft erwachsen und kann vorliegend
nicht überprüft werden.
2.3 Ebenfalls zwischen den beiden relevanten Verfügungen entstanden ist der
Schlussbericht von Dr. G._ vom 24. Dezember 2015 (IV-act. 128). Dieser bezieht sich
jedoch auf den gesamten Behandlungszeitraum bei ihm vom 28. Juli bis 24. Dezember
2015. Eine seit dem 30. November 2015 eingetretene Verschlechterung des
Gesundheitszustandes lässt sich dem Bericht nicht entnehmen. Im Gegenteil führte Dr.
G._ aus, bei psychisch kompensiertem Zustand erfolge mit Berichterstattung der
Behandlungsabschluss. Bezüglich Arbeitsfähigkeit verwies er auf die Abklärungen des
AAZ und führte aus, die Beschwerdeführerin fühle sich nicht eingliederungsfähig.
Hinweise auf eine Veränderung der Arbeitsfähigkeit bestehen nicht. Die von Dr. G._
aufgeführten Diagnosen waren zudem schon vor der Verfügung vom 30. November
2015 erhoben worden. So wurden die kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung
im Sinne einer Lernbehinderung (ICD-10: F83), die histrionische Akzentuierung von
Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73) und die spezifische Phobie im Sinne einer
Höhenangst (ICD-10: F40.2) bereits bei den Abklärungen des AAZ festgestellt (IV-act.
121, 131). Die von Dr. G._ am 24. Dezember 2015 diagnostizierten rezidivierenden
Anpassungsstörungen in Form von vor¬wiegend kürzeren depressiven Reaktionen
(ICD-10: F43.2) waren von demselben bereits am 31. Juli 2015 als Verdachtsdiagnose
geäussert worden (vgl. IV-act. 102). Die von Dr. G._ am 24. Dezember 2015
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genannten gesundheitlichen Einschränkungen bestanden demnach bereits vor der
Verfügung vom 30. November 2015.
2.4 Zusammenfassend ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, eine IV-relevante
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit der letzten Abweisung des
Rentengesuchs vom 30. November 2015 glaubhaft zu machen. Die
Beschwerdegegnerin ist damit zu Recht nicht auf die Wiederanmeldung eingetreten.
Somit ist die Beschwerde abzuweisen.
3.
3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver-
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit mit unterdurchschnittlichem Aufwand
als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (vgl. act. G2) ist die Beschwerdeführerin aber von der Bezahlung zu
befreien.
3.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte am 22. März 2018 eine
Honorarnote im Umfang von Fr. 1'356.30 (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer), wovon Fr. 1'210.-- Aufwand für 4.84 Stunden à Fr. 250.-- sowie Fr.
48.40 Barauslagen und Fr. 97.90 Mehrwertsteuer, ein (act. G10). Mit Blick auf
vergleichbare Fälle erscheint der geltend gemachte Aufwand als angemessen. Es ist
jedoch zu berücksichtigen, dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um
20% reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS
963.70), weshalb eine Kürzung auf Fr. 1'087.25 ([4.84 x Fr. 200.--] + 4.0% + 8.0%) zu
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erfolgen hat. Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Fr.
1'087.25 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
3.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).