Decision ID: 1e2986d3-698c-4325-84e4-342bc395eacf
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ R. H., geboren am 11. Oktober 1977, ist Staatsangehöriger von Serbien und
Montenegro. Er reiste am 1. Dezember 1996 im Rahmen des Familiennachzugs in die
Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Am 24. Dezember 2003 heiratete
er in seinem Heimatland G. J., geboren am 7. November 1981, welche seit 1995 in der
Schweiz lebt. Sie haben zwei gemeinsame Kinder, Q., geboren am 9. Mai 2004, I.,
geboren am 4. Januar 2007. Die Ehefrau und die beiden Kinder verfügen ebenfalls über
Aufenthaltsbewilligungen.
B./ R. H. wurde wiederholt straffällig. Es wurden mehrere Bussen gegenüber ihm
ausgesprochen. Das Untersuchungsamt St. Gallen verurteilte ihn sodann mit
Strafbescheid vom 5. Juli 2004 wegen Raufhandels zu einer Gefängnisstrafe von zwei
Monaten und einer Busse von Fr. 300.-; die Freiheitsstrafe wurde bedingt
aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
C./ Ein Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung wies das Ausländeramt mit
Verfügung vom 9. Oktober 2006 unter Hinweis auf die strafrechtlichen Verfehlungen ab.
Die Aufenthaltsbewilligung wurde zudem nur unter folgenden Bedingungen bis 23.
November 2007 verlängert: keine neuen Betreibungen, Tilgung der bestehenden
Schulden, keine strafrechtlichen Klagen mehr.
D./ Das Kreisgericht St. Gallen sprach R. H. am 2. September 2010 der Gehilfenschaft
zu mehrfachem Diebstahl, der Gehilfenschaft zu mehrfachem versuchtem Diebstahl,
der Gehilfenschaft zu mehrfacher Sachbeschädigung, der Gehilfenschaft zu
mehrfachem Hausfriedensbruch, der Hehlerei und der Widerhandlung gegen das
Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer im Fall der
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Beherbergung von F. J. schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 20
Monaten und einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je Fr. 50.--. Der Vollzug der
Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von drei
Jahren aufgeschoben.
E./ Am 1. Oktober 2010 stellte R. H. das Gesuch um Verlängerung seiner bis
23. November 2009 gültigen Aufenthaltsbewilligung. Das Ausländeramt (heute:
Migrationsamt) teilte ihm daraufhin mit Brief vom 8. Oktober 2010 mit, es sei in
Erfahrung gebracht worden, dass eine Strafuntersuchung gegen ihn im Gang sei; es
werde das entsprechende Urteil abgewartet, bis ein Entscheid über die Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung ergehe.
Mit Schreiben vom 3. Dezember 2010 gewährte ihm das Ausländeramt das rechtliche
Gehör betreffend der in Aussicht gestellten Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. R. H. liess sich am 5. Januar 2011 vernehmen. Mit Verfügung
vom 24. Januar 2011 verweigerte das Ausländeramt die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Es wurde R. H. eine Frist bis 25. März 2011 zur Ausreise aus
der Schweiz angesetzt. Gegen diese Verfügung liess R. H. erfolglos Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen führen.
F./ Gegen den Rekursentscheid erhob R. H. über seinen Rechtsvertreter mit Eingabe
vom 27. September 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, in
Gutheissung der Beschwerde sei der Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 9. September 2011 aufzuheben, und es sei dem
Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte in seiner Vernehmlassung vom
23. November 2011 Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies es auf den
angefochtenen Entscheid.
Auf die Begründung des Beschwerdeführers sowie auf die Ausführungen im

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen
eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Gemäss Art. 33 Abs. 1 des Ausländergesetzes (SR 142.20, abgekürzt AuG) wird die
Aufenthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt.
Aufgrund von Abs. 3 der gleichen Bestimmung ist die Aufenthaltsbewilligung befristet
und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 vorliegen.
Die Verlängerung oder Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung wird damit ins
Ermessen der Behörde gestellt. Anders verhält es sich nur dann, wenn ein gesetzlicher
oder völkerrechtlicher Bewilligungsanspruch besteht. Gemäss Art. 96 AuG sind bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie der Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen.
Verlangt ist somit eine umfassende Abwägung der auf dem Spiel stehenden Interessen.
Liegt ein Widerrufsgrund im Sinn von Art. 62 AuG vor, führt dies nicht automatisch zur
Nichtverlängerung der Bewilligung. Denn auch eine Verweigerung der Verlängerung
muss vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhalten. Ein Widerrufsgrund ist
aber immerhin Ausdruck dafür, dass ein gewichtiges öffentliches Interesse an der
Wegweisung besteht (zum Ganzen: T. Nüssle, in: Caroni/Gächter/Thurnheer [Hrsg.],
Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, N 33 zu
Art. 33; T. Bolzli, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Migrationsrecht, N 8 zu Art. 33).
3. Vorliegend hat der Beschwerdeführer unbestrittenermassen (zumindest) einen
Widerrufsgrund gesetzt. Er wurde vom Kreisgericht St. Gallen mit Entscheid vom
2. September 2010 zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, was gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine längerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von
Art. 62 lit. b AuG darstellt (vgl. BGE 135 II 377, E. 4.2). Wie bereits erwähnt, besteht an
der Wegweisung von solchermassen straffälligen Ausländern ein gewichtiges
öffentliches Interesse. Zudem überwiegt dieses Interesse gegenüber dem Interesse des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Verweigerung der
Aufenthaltsbewilligung erweist sich nur schon deshalb als verhältnismässig, weil
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bereits die am 9. Oktober 2006 erteilte Verlängerung unter die Bedingung gestellt
worden war, dass sich der Beschwerdeführer inskünftig klaglos verhält. Dies hielt ihn
nicht davon ab, im Jahr 2007 weiter und noch schwerer zu delinquieren. Von daher ist
nur verständlich, dass das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung nun nicht mehr
verlängert hat. Daran ändert auch nichts, dass zwischenzeitlich die
Aufenthaltsbewilligung noch zweimal (ohne Bedingungen) verlängert wurde. Das
Migrationsamt erhielt offensichtlich erst nach Einreichung des Verlängerungsgesuchs
am 1. Oktober 2010 Kenntnis davon, dass der Beschwerdeführer wiederum straffällig
wurde.
Dem Beschwerdeführer hilft es auch nicht weiter, wenn er gegen die Wegweisung
anführt, die Familie werde dadurch auseinandergerissen. Zum Einen hat er sich dies
selbst zuzuschreiben. Zum Anderen steht es seiner Ehefrau frei, ihm ins Heimatland zu
folgen. Dies ist ihr durchaus zumutbar. Sowohl der Beschwerdeführer als auch seine
Ehefrau sind mit den Verhältnissen im Heimatland bestens vertraut. Beide haben einen
Grossteil ihrer Jugend dort verbracht und verfügen über Angehörige im Heimatland.
Auch die beiden sieben- und vierjährigen Kinder sind in einem noch
anpassungsfähigen Alter, sodass eine Rückkehr auch unter diesem Gesichtspunkt sich
als verhältnismässig erweist. Zudem trifft es nicht zu, dass der Beschwerdeführer seit
2007 eine Kehrtwende vollzogen hat. So musste er seither mehrfach betrieben werden
(Akten Migrationsamt, Blatt 408 ff.). Auch verfügt er erst seit dem 1. Oktober 2010
wieder über eine feste Arbeitsstelle (a.a.O., Blatt 426 f.).
4. Zusammenfassend erweist sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als
verhältnismässig. Dementsprechend ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht