Decision ID: e2073e79-310d-4ea4-8ccc-93d005651816
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Scheidungsurteil / Rückweisung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Winterthur vom 30. September 2011; Proz. FP100043
Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 15. Juni 2012; Proz. LC110069
Urteil Bundesgericht vom 23. November 2012; Proz. 5A_490/2012
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Rechtsbegehren: (act. 27 und act. 15)
"1. Das Ehescheidungsurteil des Einzelrichters im ordentlichen  des Bezirksgerichtes Winterthur vom 4. Februar 2003, erstmals abgeändert durch das Urteil des gleichen  vom 27. Februar 2007, sei in Bezug auf Disp. Ziff. 4  abzuändern, dass die geschuldeten Unterhaltsbeiträge für den Sohn C._ ab 1. August 2010 auf Fr. 1'100.– pro  [Stand 1. August 2010] zuzüglich Kinderzulagen festgelegt werden.
2. Es sei anzuordnen, dass der gemäss Disp. Ziff. 5.a) des  Urteils geschuldete nacheheliche Unterhalt ab dem 1. August 2010 dahinfällt.
3. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien ausgangsgemäss zu regeln.
4. Dem Kläger seien die unentgeltliche Prozessführung und die  Prozessvertretung – wie mit der Abänderungsklage beantragt – zu gewähren."
Widerklagebegehren:
(Prot. S. 7) 1. Die neue Arbeitgeberin des Klägers sei anzuweisen, von dessen
Gehalt die gemäss Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht Winterthur vom 27. Februar 2007 festgelegten Unterhaltsbeiträge direkt an die Beklagte zu überweisen, unter Androhung der  Nachzahlungspflicht im Unterlassungsfalle.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inklusive  zulasten des Klägers.
Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 30. September 2011:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. In Gutheissung der Widerklage wird die Arbeitgeberin des Klägers, die
D._ AG, ... [Adresse], angewiesen, ab Erhalt dieses Urteilsauszuges
vom jeweiligen monatlichen Gehalt des Klägers A._ den Betrag von
Fr. 3'000.– direkt auf das Konto der Beklagten B._ bei der E._
(IBAN CH ...) zu überweisen, unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im
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Unterlassungsfalle.
Diese Anweisung gilt solange, als der Kläger von der D._ AG ein Salär
erhält oder kein anderslautender gerichtlicher Entscheid ergeht.
3. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–.
4. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genom-
men.
Die in § 92 ZPO/ZH umschriebene Nachzahlungspflicht für die Gerichtskos-
ten und Anwaltskosten bleibt vorbehalten.
5. Der Kläger wird verpflichtet, dem Rechtsvertreter der Beklagten, Rechtsan-
walt lic. iur. Y._, eine Prozessentschädigung von Fr. 6'500.– inkl.
MWST zu entrichten. Die Prozessentschädigung wird Rechtsanwalt lic. iur.
Y._ direkt aus der Gerichtskasse ausbezahlt; der Anspruch geht auf die
Gerichtskasse über.
6./7. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung
(act. 47 S. 27 ff.)
Berufungsanträge:
Des Klägers und Berufungsklägers (act. 45 S. 2):
"1. In Abänderung des Ehescheidungsurteils des Einzelrichters des Bezirksge-
richtes Winterthur vom 4. Februar 2003, Disp. Ziff. 4 und des  desselben Einzelrichters vom 27. Februar 2007, Disp. Ziff. 1, seien die der Beklagten vom Kläger für den Sohn C._ geschuldeten  ab 1. August 2010 auf Fr. 1'100.00 pro Monat zuzüglich  festzusetzen
2. In Abänderung des Ehescheidungsurteils des Einzelrichters des  Winterthur vom 4. Februar 2003, Disp. Ziff. 5.a) und des  desselben Einzelrichters vom 27. Februar 2007, Disp. Ziff. 2, seien die der Beklagten vom Kläger für sich selber geschuldeten  per 1. August 2010 aufzuheben,
3. Allenfalls seien sie angemessen zu reduzieren
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4. Die Widerklage betreffend Anweisung an den Schuldner sei abzuweisen, soweit sie die der Ehefrau für diese persönlich geschuldeten nachehelichen Unterhaltszahlungen betrifft und nicht gegenstandslos wird
5. Das Urteil des Einzelrichters vom 30. September 2011 sei hinsichtlich der angefochtenen Punkte aufzuheben
6. Es seien die schon vor dem Einzelgericht am 15. September 2010  vorsorglichen Massnahmen anzuordnen
7. Dem Kläger seien die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Prozessvertretung für das Berufungsverfahren zu erhalten
8. Die Kosten- und Entschädigungsregelung sei gemäss dem Prozessausgang - allenfalls unter Anpassung der entsprechenden Regelung durch die erste Instanz - vorzunehmen."
Der Beklagten und Berufungsbeklagten (act. 58 S. 2):
"Die Anträge des Klägers in der Berufungsschrift vom 9. November 2011 seien in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten sei. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.) zulasten des Klägers."

Erwägungen:
1. Sachverhalt
1.1. Die Parteien heirateten am tt.mm.1987 in F._. Aus der Ehe hervorge-
gangen sind die beiden Kinder G._, geb. tt.mm.1989 und C._, geb.
tt.mm.1995 (act. 38/4).
1.2. Mit Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Win-
terthur vom 4. Februar 2003 wurde die Ehe geschieden (act. 38/35 = act. 3). Die
Kinder wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt und der Vater wurde
zur Zahlung von Kinderunterhaltsbeiträgen in der Höhe von monatlich je
Fr. 1'700.-- (zuzüglich Kinderzulagen) verpflichtet sowie zur Zahlung eines monat-
lichen Ehegattenunterhaltsbeitrages von Fr. 2'600.-- bis zum 31. Juli 2005, von
Fr. 2'400.-- bis am 31. Juli 2011 sowie von Fr. 2'000.-- bis zum Eintritt in die AHV-
Berechtigung der Kindsmutter (act. 3, Dispositiv Ziffern 2, 4 und 5 lit. a).
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1.3. Mit Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Win-
terthur vom 27. Februar 2007 wurden die Unterhaltsbeiträge auf Ersuchen von
A._ abgeändert. Dieser wurde mit Wirkung ab 15. September 2005 verpflich-
tet, B._ monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von je Fr. 1'300.-- sowie bis zu
deren Eintritt in die AHV-Berechtigung einen monatlichen Ehegattenunterhaltsbei-
trag von Fr. 1'700.-- zu entrichten (act. 4 = act. 39/26, Dispositiv Ziffern 1 und 2).
1.4. Mit Eingabe vom 30. Mai 2010 (act. 1) erhob der Kläger beim Einzelgericht
im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Winterthur erneut Klage auf Abänderung
des mit Urteil vom 27. Februar 2007 abgeänderten Scheidungsurteils vom 4. Feb-
ruar 2003. Er beantragte im Wesentlichen, der für den Sohn C._ monatlich
geschuldete Kinderunterhaltsbeitrag sei ab 1. August 2010 auf Fr. 1'100.-- festzu-
setzen, ausserdem sei ab 1. August 2010 kein Ehegattenunterhalt mehr geschul-
det. Die Beklagte erhob Widerklage mit dem Begehren, die neue Arbeitgeberin
des Klägers sei anzuweisen, von dessen Gehalt die gemäss Urteil des Einzelrich-
ters am Bezirksgericht Winterthur vom 27. Februar 2007 festgelegten Unterhalts-
beiträge von Fr. 3'000.-- direkt an die Beklagte zu überweisen, unter Androhung
doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfalle (Prot. I S. 4 bzw. 7). Der Einzel-
richter fällte am 30. September 2011 das eingangs aufgeführte Urteil, mit wel-
chem er die Klage abwies und die Widerklage guthiess (act. 47 S. 27 ff.).
1.5. Gegen dieses Urteil erhob der Kläger mit Eingabe vom 9. November 2011
rechtzeitig Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (act. 45). Mit
Beschluss vom 5. Dezember 2011 trat die Kammer auf den (vorsorglichen) pro-
zessualen Antrag auf Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung sowie auf
eine allfällige Berufung gegen die Abschreibungsverfügung vom 30. September
2011 nicht ein und bewilligte dem Kläger die unentgeltliche Rechtspflege unter
Bestellung von Rechtsanwalt X._ als unentgeltlichem Rechtsvertreter. Ein
Fristerstreckungsgesuch der Beklagten für die Berufungsantwort
(act. 53) wurde mit Verfügung vom 31. Januar 2012 abgewiesen. Mit derselben
Verfügung wurde der Beklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt und Rechtsanwalt lic. iur. Y._ als unentgeltlicher
Rechtsbeistand bestellt (act. 55). Mit Schreiben vom 1. Februar 2012 zog der
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Kläger das Begehren um Anordnung vorsorglicher Massnahmen zurück
(act. 59A), wovon mit Verfügung vom 2. Februar 2012 Vormerk genommen wur-
de. Mit Urteil vom 15. Juni 2012 bestätigte die Kammer den erstinstanzlichen Ent-
scheid (act. = act. 88).
1.6. Auf die dagegen erhobene subsidiäre Verfassungsbeschwerde trat das
Bundesgericht mit Urteil vom 23. November 2012 nicht ein. Die erhobene Be-
schwerde in Zivilsachen hiess das Bundesgericht mit Urteil selben Datums hinge-
gen teilweise gut, hob die Ziffern 2-5 des Urteils des Obergerichts des Kantons
Zürich vom 15. Juni 2012 auf und wies die Angelegenheit zur neuen Entschei-
dung an die Kammer zurück (act. 89). Zur Behandlung der Rückweisung wurde
ein neues Verfahren eröffnet (Geschäfts-Nr. LC120052). Auf die Einholung von
Stellungnahmen wurde verzichtet.
2. Neuer Entscheid
2.1. Die Kammer hat mit Dispositiv-Ziffer 1 seines Urteils vom 15. Juni 2012 die
Klage des Klägers und Berufungsklägers abgewiesen (act. 88 S. 31). Diese Dis-
positiv-Ziffer wurde vom Bundesgericht nicht aufgehoben und ist somit in Rechts-
kraft erwachsen.
2.2. Bezüglich der Widerklage der Beklagten kann vorab auf die Erwägungen der
Kammer in ihrem Urteil vom 15. Juni 2012 verwiesen werden (act. 88 S. 27ff.).
Beanstandet hat das Bundesgericht einzig, dass die Kammer im Rahmen der
Schuldneranweisung gemäss Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils vom 15. Juni 2012
(act. 88 S. 31) auf ein hypothetisches Einkommen abgestellt habe. Das Gericht
habe bei der Schuldneranweisung die für das Betreibungsamt geltenden Normen
betreffend das pfändbare Einkommen und den Schutz des Existenzminimums zu
beachten. Genauso wie das Betreibungsamt kein hypothetisches Einkommen
pfänden bzw. die pfändbare Quote nicht auf der Basis eines hypothetischen Ein-
kommens ermitteln dürfe, gehe es nicht an, bei der Anwendung von Art. 291 ZGB
auf ein hypothetisches Einkommen des Schuldners abzustellen, wenn bei Zu-
grundelegung des effektiven Einkommens ein (unzulässiger) Eingriff in dessen
Existenzminimum resultiere. Soweit von gewissen Autoren eine abweichende
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Meinung vertreten werde, werde nicht begründet, warum ein Eingriff in das Exis-
tenzminimum des Unterhaltsschuldners gerechtfertigt sein soll (act. 89 S. 9). Die
Erwägungen des Bundesgerichts sind für die Kammer verbindlich (BGE 135 III
334 E. 2).
2.3. Der Berufungskläger erzielt ein effektives Einkommen von monatlich
Fr. 5'376.-- netto (act. 88 S. 12). Davon abgezogen werden gemäss Schuld-
neranweisung (vgl. act. 28/12 Dispositiv-Ziff. 3) die Unterhaltsbeiträge in Höhe
von Fr. 1'100.-- für die Tochter H._ aus zweiter Ehe (vgl. act. 64/4). Das Exis-
tenzminimum des Berufungsklägers beträgt ohne Zahlung für seine Tochter
H._ ab Mai 2012 gerundet Fr. 2'420.-- (act. 88 S. 24 f.). Nachdem gemäss
den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts bei der Schuldneranweisung
die für das Betreibungsamt geltenden Normen betreffend das pfändbare Einkom-
men und den Schutz des Existenzminimums zu beachten sind, ist die tatsächlich
erfüllte Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Tochter H._ − wie dies im be-
treibungsrechtlichen Verfahren der Fall ist (vgl. Ziff. 4 der Richtlinien für die Be-
rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September
2009) − für die Frage der Schuldneranweisung ins Existenzminimum des Beru-
fungsklägers miteinzubeziehen. Dieses beträgt einschliesslich die Unterhaltsbei-
träge für die Tochter H._ Fr. 3'520.--, und es verbleiben damit vom effektiven
Einkommen des Berufungsklägers Fr. 1'856.--, die für die Deckung des Unter-
haltsbeitrages für Sohn C._ (Fr. 1'300.--) sowie des Ehegattenunterhaltes
(Fr. 1'700.--) in Höhe von insgesamt Fr. 3'000.-- herangezogen werden können.
Dementsprechend ist in teilweiser Gutheissung der Widerklage die Arbeitgeberin
des Klägers und Berufungsklägers, die D._ AG anzuweisen, ab Erhalt des
Urteilsauszuges vom jeweiligen monatlichen Gehalt des Klägers und Berufungs-
klägers den Betrag von Fr. 1'856.-- direkt auf das Konto der Beklagten und Beru-
fungsbeklagten zu überweisen, unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Un-
terlassungsfall.
2.4. Der Vollständigkeit halber festzuhalten bleibt, dass das Bundesgericht der
Beschwerde gegen das Urteil der Kammer vom 15. Juni 2012 mit Bezug auf Dis-
positiv-Ziffer 2 aufschiebende Wirkung in dem Sinne zuerkannt hatte, als (bis zum
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bundesgerichtlichen Beschwerdeentscheid) die Arbeitgeberin des Beschwerde-
führers (Berufungsklägers) von dessen Lohn lediglich den Kinderunterhaltsbeitrag
(Fr. 1'300.--) auf das Konto der Beschwerdegegnerin (Berufungsbeklagte) zu
überweisen hatte (act. 80). Das Urteil des Bundesgerichts datiert vom 23. No-
vember 2012 und ist bei der Kammer am 3. Dezember 2012 eingetroffen (act. 86
= act. 89). Für den Monat November 2012 dürften daher von der Arbeitgeberin
des Berufungsklägers noch Fr. 1'300.-- an die Berufungsbeklagte überwiesen
worden sein. Die neue Regelung sollte damit ab Dezember 2012 greifen.
3. Kosten- und Entschädigungsfolgen
3.1. Das Bundesgericht hat mit seinem Urteil vom 23. November 2012 auch die
Dispositiv-Ziffern 3-5 des Urteils vom 15. Juni 2012 aufgehoben (act. 89 S. 10).
Der neue Ausgang des Verfahrens erfordert denn auch ein Überprüfung der erst-
und zweitinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsregelung.
3.2. Mit Urteil vom 15. Juni 2012 wurde die erstinstanzliche Kosten- und Ent-
schädigungsregelung bestätigt (act. 88 Dispositiv-Ziff. 3). Die Kosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens waren ausgangsgemäss dem Kläger auferlegt, jedoch zu-
folge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen worden. Ferner war der Kläger verpflichtet worden, dem
Rechtsvertreter der Beklagten eine Prozessentschädigung von Fr. 6'500.-- inkl.
MWST zu bezahlen, welche Rechtsanwalt lic. iur. Y._ direkt aus der Ge-
richtskasse ausbezahlt werde (act. 47 S. 27 ff.). Auch die zweitinstanzliche Ge-
richtsgebühr wurde dem Kläger auferlegt, unter einstweiliger Übernahme auf die
Gerichtskasse, und dieser wurde verpflichtet, dem Rechtsvertreter der Beklagten
eine Prozessentschädigung von Fr. 4'320.-- (inkl. MWST) zu bezahlen, welche
Rechtsanwalt lic. iur. Y._ ebenfalls direkt aus der Gerichtskasse ausbezahlt
werden sollte (act. 88 S. 30 f. und Dispositiv-Ziff. 4+5). Der Streitwert wurde so-
wohl für das erst- wie das zweitinstanzlichen Verfahren mit ca. Fr. 194'000.-- be-
ziffert (vgl. act. 47 S. 27 und act. 88 S. 30).
3.3. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem
Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Der Kläger ist mit seiner
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Klage vollumfänglich unterlegen. Die Widerklage hat er im Umfang von Unter-
haltsbeiträgen für den Sohn in Höhe von Fr. 1'100.-- anerkannt. Insgesamt ob-
siegt die Beklagte mit ihrer Widerklage damit zu gut 60%. Zu berücksichtigen ist,
dass der Hauptklage in der Sache ein viel grösseres Gewicht zukommt als der
Widerklage, bei welcher es sich lediglich um eine privilegierte Zwangsvollstre-
ckungsmassnahme eigener Art handelt; die Hauptklage ist mit rund 4/5, die Wi-
derklage mit rund 1/5 zu gewichten. Das Unterliegen der Beklagten ist somit ins-
gesamt auf knapp 1/10 zu veranschlagen. Dementsprechend sind die Kosten für
beide Instanzen zu 9/10 dem Kläger und zu 1/10 der Beklagten aufzuerlegen und
ist der Kläger zu verpflichten, der Beklagten für beide Instanzen eine auf 8/10 re-
duzierte Prozessentschädigung zu bezahlen.
3.4. Die von der Vorinstanz für das erstinstanzliche Verfahren festgesetzte Ge-
richtsgebühr von Fr. 1'500.- wie auch die festgesetzte volle Prozessentschädi-
gung von Fr. 6'500.-- inkl. MWST (act. 47 S. 28) sind zu bestätigen. Für das zweit-
instanzliche Verfahren ist die Entscheidgebühr auf Fr. 4'500.-- und die volle Par-
teientschädigung auf Fr. 4'320.-- inkl. MWST festzusetzen. Es kann dazu auf das
Urteil vom 15. Juni 2012 verwiesen werden (act. 88 S. 30f.). Die Gerichtskosten
für beide Verfahren sind dem Kläger zu 9/10 und der Beklagten zu 1/10 aufzuer-
legen, wobei die Kosten beider Parteien zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung (act. 47 S. 27, act. 48 und act. 55) einstweilen auf die Gerichts-
kasse zu nehmen sind, unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123
ZPO). Ferner ist der Kläger zu verpflichten, dem Rechtsvertreter der Beklagten
eine auf 8/10 reduzierte Parteientschädigung von Fr. 8'656.-- zu bezahlen. Die
Parteientschädigung ist Rechtsanwalt lic. iur. Y._ direkt aus der Gerichtskas-
se auszubezahlen, unter Übergang des Anspruchs auf die Gerichtskasse
(Art. 122 Abs. 2 ZPO).
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