Decision ID: c70656b1-25b6-523e-b158-8a6537ffeaa8
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ leidet an einer angeborenen cerebralen Lähmung (Geburtsgebrechen Nr.
390 der Liste im Anhang zur Verordnung über Geburtsgebrechen, GgV). Seine Eltern
meldeten ihn im Geburtsjahr zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV)
für Minderjährige an (IV-act. 11), woraufhin das Geburtsgebrechen anerkannt und
medizinische Massnahmen finanziert wurden (vgl. IV-act. 19 bis 21).
A.b Mit Schreiben vom 6. Mai 2005 (IV-act. 65) wandte sich die Mutter des
Versicherten an die IV-Stelle und bat um Unterstützung ihres Sohnes bei der
Berufswahl. Aufgrund der Behinderung sei es sehr schwer für ihn, eine Lehrstelle zu
finden. Zurzeit besuche er die Schule B._. Dr.med. C._, leitender Arzt der
pädiatrischen Klinik am Ostschweizer Kinderspital, erwähnte im Bericht vom 6. Juni
2005 (IV-act. 81-5 ff.) die spastische Hemiparese rechts. Zahlreiche Bewerbungen für
eine kaufmännische Berufsausbildung seien negativ verlaufen. Als Schüler habe der
Versicherte keine wesentlichen Einschränkungen. Zeitlich sei eine 100%-ige Tätigkeit
möglich, wahrscheinlich sei aber leistungsmässig mit gewissen Einschränkungen zu
rechnen. Ob die Leistungsfähigkeit unter 80% liege, sei ohne Arbeitsversuch nicht fest
zulegen.
A.c Am 15. November 2005 (IV-act. 99) teile die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie
übernehme die Kosten für eine berufliche Abklärung in der Institution D._ für die
Dauer vom 7. November 2005 bis 10. Februar 2006. Im Zwischenbericht vom 6. März
2006 (IV-act. 104) hielt der zuständige IV-Berufsberater fest, der Versicherte habe die
Abklärung erfolgreich absolviert. Er werde in einem büronahen Bereich am ehesten ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielen können. Behinderungsbedingt sei er
während der Ausbildung auf einen geschützten Rahmen angewiesen. Nötig sei ein
Büropraktikum (Vorlehrjahr). Mit Verfügung vom 23. März 2006 (IV-act. 109) erteilte die
IV-Stelle dem Versicherten für den Zeitraum 11. Februar bis 30. Juni 2006
Kostengutsprache für das Praktikum (inkl. kleines Taggeld; Verfügung vom 31. März
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2006, IV-act. 112). Am 5. Juli 2006 (IV-act. 120) verfügte sie die Ausbildung zum
Kaufmann Profil B für den Zeitraum 1. August 2006 bis 31. Juli 2009 (inkl. kleines
Taggeld; Höchstansatz ab 1. August 2008; vgl. IV-act. 148; 150 f.).
A.d Nach Ausbildungsabschluss hielt das D._ im Schlussbericht vom 15. Januar
2010 (IV-act. 156) fest, der Versicherte habe sein Praktikum vom 28. Januar bis 31. Juli
2008 sowie das anschliessende 3. Lehrjahr bei der Firma E._ absolviert. Während der
gesamten Lehrzeit habe er die Präsenzzeit von 100% erfüllt, dies könne er auch in
einer Anstellung im ersten Arbeitsmarkt erreichen. Die Leistungsfähigkeit liege bei einer
wechselnden Tätigkeit (z.B. AVOR) bei 50% und werde bei einer spezialisierten
Tätigkeit (z.B. Telefondienst) höher sein. Nach der Ausbildung habe der Versicherte bei
der Firma E._ eine Festanstellung erhalten. Er sei mit einem Pensum von 100% und
einem Leistungslohn (50%) von Fr. 2'000.-- (x 13) angestellt. Im Rahmen einer internen
Notiz wurde seitens der IV-Stelle am 16. Februar 2010 (IV-act. 159) festgehalten, der
Versicherte sei aus Sicht der Berufsberatung optimal eingegliedert. Nach Rückfrage
beim IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in Bezug auf die Einschränkung
der Leistungsfähigkeit (IV-act. 160) teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 12. März
2010 (IV-act. 162) mit, die beruflichen Massnahmen seien erfolgreich abgeschlossen.
A.e Im Fragebogen vom 13. April 2010 (IV-act. 166) hielt die Arbeitgeberin des Ver
sicherten fest, seit 1. September 2009 betrage das Einkommen des Versicherten
Fr. 54'600.--. Der Arbeitsleistung würde ein Monatslohn von Fr. 2'300.-- entsprechen;
der diesen Betrag übersteigende Anteil von Fr. 1'900.-- sei Soziallohn. Durch seine Be
hinderung brauche der Versicherte für jede Arbeit viel länger.
A.f Mit Vorbescheid vom 3. Mai 2010 (IV-act. 171) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. August 2009 bei einem IV-Grad
von 40% an. In der freien Wirtschaft könnte der Versicherte ein Jahreseinkommen
von Fr. 49'432.-- erzielen. Aktuell erziele er (ohne Soziallohnanteil) Fr. 29'900.--. Am
6. Oktober 2010 (act. G 1.1) verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr.iur. Duri Poltera für
den Versicherten am 4. November 2010 (act. G 1) erhobene Beschwerde. Er beantragt
unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer
halben Invalidenrente mit Beginn spätestens ab 1. August 2009, wobei auch die
Rentenhöhe zu überprüfen sei. Das der Verfügung zugrunde liegende Validenein
kommen sei zu tief. Eine gleich alte, gesunde Person würde an derselben Stelle (AVOR-
Bereich) einen Bruttolohn von Fr. 59'800.-- erzielen. Dieser Lohn sei doppelt so hoch
wie die Leistungslohnkomponente des Versicherten, was mit der Einschätzung des
D._ übereinstimme, dass der Versicherte etwa eine Leistung von 50% erbringe. Er
müsse wegen seiner Behinderung alles mit der linken Hand erledigen (inkl. Tastatur
schreiben), wodurch er deutlich langsamer sei. Zudem könne er nicht den gesamten
Aufgabenbereich erledigen. Auch hektische und komplexe Situationen könnten ihn
überfordern. Die Beschwerdegegnerin stelle betreffend Valideneinkommen offenbar auf
eine Lohnauskunft des kaufmännischen Verbands ab. Diese sei nicht im Detail über
prüfbar. Der Versicherte sei behinderungsbedingt später ins Berufsleben eingestiegen
als eine gesunde Person. Daher sei für das Valideneinkommen auf den Lohn eines
Gleichaltrigen mit Berufserfahrung an der aktuellen Arbeitsstelle des Versicherten bzw.
mindestens in dessen Branche abzustellen. Vorsorglich müsse auch die Rentenhöhe
bestritten werden. Sie sei anhand der Angaben in der angefochtenen Verfügung jedoch
nicht überprüfbar.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 13. Dezember
2010 (act. G 4) die Abweisung der Beschwerde. Das verwendete Valideneinkommen
von Fr. 49'432.-- entspreche einem mittleren Jahressalär eines Lehrabgängers der
Stufe B gemäss den Angaben des kaufmännischen Verbands. Die IV-Stelle habe dabei
noch einen Abzug von 2.5% (Region Ostschweiz) vorgenommen. Ginge man
stattdessen von dem Lohn aus, den gemäss Angaben des kaufmännischen Verbands
ein 23-Jähriger im Durchschnitt erziele, so wäre (ohne Abzug der 2.5%) von einem
Valideneinkommen von Fr. 55'550.-- auszugehen. Es würde ein Invaliditätsgrad von
46% resultieren. Nach wie vor bestünde nur Anspruch auf eine Viertelsrente. Nicht zur
Anwendung gelangen könne der Lohn, den eine gleichalte gesunde Person für die
gleiche Arbeit beim gleichen Arbeitgeber verdienen würde. Mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit hätte der Beschwerdeführer ohne seine
Behinderung nicht bei seiner aktuellen Arbeitgeberin gearbeitet, da die momentane
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Anstellung nur aufgrund der von der IV-Stelle durchgeführten
Eingliederungsmassnahmen zustande gekommen sei.
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (vgl. act. G 5;
6).
B.d Am 24. August 2012 (act. G 7) kündigte die zuständige Verfahrensleiterin des
Gerichts dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine mögliche
Schlechterstellung (reformatio in peius) an und bot ihm Gelegenheit zum
Beschwerderückzug. Davon machte der Beschwerdeführer keinen Gebrauch
(Schreiben vom 18. September 2012, act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbs
unfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Anspruch auf eine Invalidenrente besteht, wenn die versicherte Person u.a.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Es besteht ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70% und auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 2
IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer in zeit
licher Hinsicht ein volles Arbeitspensum absolviert. Dies war bereits während der Lehre
der Fall und ist nun auch bei der aktuellen Arbeitgeberin möglich. Ebenso erscheint
ausgewiesen und plausibel, dass eine gewisse Einschränkung der Leistungsfähigkeit
besteht. Zu prüfen ist das Ausmass der Einschränkung.
2.1.1 Aktuelle medizinische Stellungnahmen zur Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers sind nicht aktenkundig. Dr. C._ vom Ostschweizer Kinderspital
hatte am 6. Juni 2005 (IV-act. 81-7) festgehalten, ob die Leistungsfähigkeit unter 80%
liege, sei ohne Arbeitsversuch nicht festzulegen. Aus medizinischer Sicht äusserte sich
nach diesem Datum nach einer reinen Aktenbeurteilung nur noch der von der Sachbe
arbeiterin angefragte RAD-Arzt. Am 8. März 2010 (IV-act. 160) hielt er fest, beim
Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers handle es sich um eine direkt im Gehirn
vorhandene, komplexe Störung, die sicher (neben den körperlichen Störungen) eine
Auswirkung auf die kognitiven Fähigkeiten habe. Nach Rücksprache mit einer RAD-
Ärztin aus dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation könne eine 50%-ige
Leistungseinbusse nachvollzogen werden. Bezüglich der früheren Schulleistungen
seien bislang aus medizinischer Sicht Defizite in Rechnen, Geometrie und Wirtschaft
bekannt gewesen. Die persönlichen Stärken lägen hingegen offenbar im sprachlichen
Bereich. Dies allein reiche nun offenbar nicht aus, um die Defizite zu kompensieren.
2.1.2 Der Beschwerdeführer hatte vom 7. November 2005 bis 30. Juni 2006 die
berufliche Abklärung und die Vorbereitungszeit beim D._ absolviert und ab 1. August
2006 während dreier Jahre ohne weitere Verzögerung die Lehre zum Kaufmann Profil B
bewältigt (vgl. IV-act. 115). Im Schlussbericht vom 13. März 2006 über die Abklärungs
phase (IV-act. 105-6) wurde festgehalten, bei möglicher Präsenzzeit von 100% könne
ein Leistungsgrad von 80% bis 100% erzielt werden. Während der Lehre erreichte der
Beschwerdeführer genügende bis gute Schulnoten (vgl. etwa die Zeugnisübersicht vom
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16. Januar 2009 für die ersten zweieinhalb Lehrjahre; IV-act. 144-2), die detaillierten
Ausbildungsberichte enthalten gute Gesamtergebnisse (IV-act. 140-3 ff.; 128-3 ff.;
126). Seitens des D._ wurde im Schlussbericht vom 15. Januar 2010 (IV-act. 156)
festgehalten, durch die rechtsseitige Lähmung könne der Versicherte die rechte Hand
nur unterstützend einsetzen, was sich auf das Arbeitstempo auswirke. Während der
Ausbildungszeit habe er sich Techniken angeeignet, die es ihm ermöglichten, alle
Arbeiten auszuführen, nur nicht im gleichen Tempo wie jemand, der beide Hände
einsetzen könne. Die Begabungen des Beschwerdeführers lägen eher im sprachlichen
Bereich. Das habe sich beim Telefondienst gezeigt, diese Aufgabe habe er sehr gut
erledigt. Dabei seien seine kommunikativen Fähigkeiten und seine guten
Umgangsformen zum Tragen gekommen. Dass in der AVOR immer verschiedene
Aufgaben nebeneinander gelaufen seien, habe dem Beschwerdeführer Mühe gemacht.
Das schnelle Umschalten vom einen zum anderen sei schwierig für ihn gewesen. Er
habe daran gearbeitet und eine Verbesserung erreicht, sei jedoch noch nicht den
Anforderungen entsprechend. Auch der Umgang mit Druck und hektischen Situationen
sei für ihn eher schwierig. Dabei werde er nervös und mache vermehrt Fehler. Bei voller
Präsenzzeit wurde die Leistungsfähigkeit bei wechselnder Tätigkeit (z.B. AVOR) auf
50% geschätzt. Bei einer spezialisierten Tätigkeit (z.B. Telefondienst) werde sie höher
sein. – Für die IV-Sachbearbeitung war dieses Ausmass der Einschränkung der
Leistungsfähigkeit gemäss Notiz vom 10. Februar 2010 (IV-act. 158) nicht ganz
nachvollziehbar. Eine daher am 5. Februar 2010 (IV-act. 159) erfolgte telefonische
Nachfrage beim D._ ergab, dass eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers im weiteren Verlauf "sicher möglich" sei, es dafür aber mehr Zeit
bedürfe, als im Rahmen einer Einarbeitung möglich wäre (eher Jahre als Monate).
2.1.3 Im Arbeitgeberfragebogen vom 13. April 2010 (IV-act. 166) wurde
festgehalten, die im Bereich AVOR vom Beschwerdeführer ausgeführte Arbeit sei sehr
hektisch. Der Beschwerdeführer könne grundsätzlich nicht 30 Minuten an der gleichen
Arbeit bleiben. Viele Tätigkeiten des täglichen Ablaufs benötigten zwei gesunde Hände.
Die Frage, was der Mitarbeiter nach Meinung der Arbeitgeberin arbeiten könnte, wurde
folgendermassen beantwortet: "In einem sozialen Bereich, wo er Menschen betreuen,
begleiten kann (ihm fehlt bei der jetzigen Arbeit der persönliche Kontakt)." Ideal wäre
eine Kombination von Begleitung und administrativen Aufgaben, damit er seine
kaufmännischen Fähigkeiten auch einsetzen könnte, so die Arbeitgeberin.
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2.2 Die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 71-2), bei der sein Vater
Geschäftsführer und Verwaltungsratsmitglied ist, richtet dem Beschwerdeführer einen
Leistungslohnanteil von Fr. 2'300.-- und einen Soziallohnanteil von Fr. 1'900.--
monatlich aus. Die Gründe für die Ausrichtung des – mit einem Anteil von über 80%
des Leistungslohns sehr hohen – Soziallohns hat die Beschwerdegegnerin nicht
abgeklärt; der Nachweis von Soziallohn unterliegt jedoch strengen Anforderungen, weil
erfahrungsgemäss der ausbezahlte Lohn normalerweise das Äquivalent einer ent
sprechenden erbrachten Arbeitsleistung darstellt (m.w.H. auf die Rechtsprechung
Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl. 2010, S. 293).
Weitere Erhebungen dazu können allerdings unterbleiben, da die Aktenlage mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit belegt, dass die Tätigkeit bei der aktuellen Arbeitgeberin
nicht ideal den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers adaptiert
ist. Sowohl die Arbeitgeberin als auch das D._ können sich besser angepasste
Arbeiten vorstellen, insbesondere eine weniger hektische Tätigkeit mit höheren
kommunikativen Anteilen. Auch die erwähnten Stellungnahmen des D._ im
Schlussbericht vom 13. März 2006 über die berufliche Abklärung und von Dr. C._
vom 6. Juni 2005 deuten darauf hin, dass in einer solchen Arbeit die Leistungsfähigkeit
deutlich über 50% liegen könnte. Freilich reichen diese alten Aktenstücke für eine
abschliessende, überwiegend wahrscheinlich zutreffende Bestimmung der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht aus. Die Beschwerdegegnerin wird
daher entsprechende Abklärungen – nötigenfalls sogar unter Veranlassung einer
beruflichen Abklärung durch eine Berufliche Abklärungsstelle (BEFAS) – vorzunehmen
haben. Allenfalls wird eine medizinische Stellungnahme einzuholen bzw. eine
entsprechende Testung vorzunehmen sein. Die erwähnte Einschätzung des RAD-
Arztes, die Leistungseinbusse um 50% sei nachvollziehbar, erscheint als zu wenig
begründet bzw. zu wenig abgestützt. Sein Hinweis auf "Defizite" in Rechnen,
Geometrie und Wirtschaft ist nicht belegt und lässt überdies keine klaren
Schlussfolgerungen zu; auch wenn verschiedentlich festgehalten wurde, die Stärken
des Beschwerdeführers lägen im sprachlich-kommunikativen Bereich, so sind
eigentliche Defizite in den erwähnten Fächern doch nicht ausgewiesen, und der
Beschwerdeführer konnte die Ausbildung (inkl. schulische Bildung vor der Lehre) in der
Regelzeit absolvieren (vgl. IV-act 71-7 ff.). Die Verzögerung von einem Jahr ergab sich
insbesondere, weil der Beschwerdeführer nach Abschluss der ordentlichen Schulzeit
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keine Lehrstelle finden konnte, und nicht etwa wegen schulischer Defizite. – Selbst
wenn sich herausstellen sollte, dass die Tätigkeit bei der aktuellen Arbeitgeberin der
Behinderung des Beschwerdeführers ideal angepasst ist, würde sich schliesslich noch
die Frage stellen, ob sich die seitens des D._ prognostizierte Steigerung der
Leistungsfähigkeit nach längerer Einarbeitungszeit realisieren liess (der
Arbeitgeberbericht wurde am 13. April 2010 erstattet, die angefochtene Verfügung er
ging im Oktober 2010, ohne dass vor Erlass Erhebungen zu allfälligen weiteren Fort
schritten des Beschwerdeführers getätigt worden wären).
3.
Betreffend Valideneinkommen ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen, dass
grundsätzlich nicht jenes Einkommen massgebend sein kann, dass der Beschwerde
führer bei der Firma E._ ohne Gesundheitsschaden erzielen könnte, da die
Hypothese, der Beschwerdeführer würde ohne Gesundheitsschaden dieselbe Tätigkeit
bei dieser Arbeitgeberin ausführen, zwar nicht ausgeschlossen, aber nicht überwiegend
wahrscheinlich ist. Das Abstellen auf Durchschnittslöhne kaufmännischer Angestellter
gleichen Alters erscheint daher als sachgerecht. Die geringfügige zeitliche Verzögerung
des Berufsabschlusses geht auf die behinderungsbedingten Probleme bei der Lehr
stellensuche zurück und hat daher beim Valideneinkommen unberücksichtigt zu
bleiben.
4.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rügte in der Beschwerde, die Renten
berechnung nicht nachvollziehen zu können. Der angefochtenen Verfügung lässt sich
entnehmen, dass die zugesprochene Viertelsrente der ordentlichen Rente von Früh
invaliden mit erhöhtem Mindestbetrag entspricht. Folglich hat die Beschwerdegegnerin
die Rente offensichtlich in Anwendung von Art. 37 Abs. 2 IVG berechnet, was beim
durch ein Geburtsgebrechen invalidisierten Versicherten (Eintritt der Invalidität vor
Vollendung des 25. Altersjahrs) und in Berücksichtigung der Rentenstufe grundsätzlich
nicht zu beanstanden ist.
5.
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5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2010 teilweise gutzuheissen und die Sache
zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung über
den Rentenanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2 S. 235). Somit unterliegt die Beschwerde
gegnerin vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Gerichtskostenvorschuss von
Fr. 600.-- zurückerstattet.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In Berücksichtigung
des mutmasslichen Aufwands mit einfachem Schriftenwechsel und kurzer
Beschwerdeschrift angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal
Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP