Decision ID: 68a427c5-fcf0-510d-a896-c00f9b17c53a
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, angelernter Restaurationsangestellter/Küche (vgl. UV-act. K54), war ab 1.
September 2010 bei der B._ GmbH als Koch tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen
die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 5. Oktober
2011 meldete der Versicherte der Mobiliar eine Berufskrankheit. Er leide wegen
Dämpfen, Grillgerüchen und so weiter an Atemproblemen. Sein Arbeitsverhältnis habe
am 31. August 2011 geendet (UV-act. S).
A.a.
Der Versicherte war vom 1. Mai 2000 bis 31. Juli 2003 bei der C._ AG als
Hilfsverchromer beschäftigt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen und Berufskrankheiten versichert gewesen (vgl. Suva-act. II/16, II/40). Mit
Verfügung vom 2. Juni 2003 hatte ihn die Suva aufgrund einer vasomotorischen
Rhinopathie bzw. einer richtungsgebenden Verschlimmerung derselben (vgl. UV-act.
K4 f., Suva-act. II/37) als nicht geeignet für alle Arbeiten mit Exposition zu Chromsäure
und Tensiden erklärt (UV-act. K10 f.). Die Suva hatte ihm vom 1. Juni bis 30.
September 2003 ein Übergangstaggeld und vom 1. Oktober 2003 bis 30. September
2007 eine Übergangsentschädigung ausgerichtet (UV-act. K19, K457 f., Suva-act. II/
156 ff., II/182 f., II/230 f., II/312 f., II/317). Aufgrund einer mit der Berufskrankheit in
Kausalzusammenhang stehenden Hyposmie (vgl. Suva-act. II/114 ff.) hatte die Suva
A.b.
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dem Versicherten eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10%
zugesprochen (Suva-act. II/124 f., vgl. Suva-act. II/159 f., II/176 f., II/266 f.).
Der Versicherte hatte im November 2006 damit begonnen, Koch- und
Küchentätigkeiten auszuüben. Zwischendurch war er wiederholt arbeitslos gewesen
(vgl. UV-act. K64 f., Suva-act. II/317, act. G12.4 f.).
A.c.
Der Versicherte hatte der Suva am 14. Juni 2011 die während seiner Tätigkeit als
Koch bei der B._ GmbH eingetretenen Beschwerden gemeldet (Suva-act. I). Dr. med.
D._, Fachärztin für Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin der Suva, hatte am 6.
Juli 2011 beurteilt, die Übernahme von 2004 (Anerkennung des Kausalzusammenhangs
einer beidseitigen Hyposmie mit der früheren beruflichen Exposition zu Chromsäure)
habe keine primäre Berufskrankheit betroffen, sondern die vorübergehende
Verschlimmerung einer vorbestehenden Rhinopathie durch Chromsäureexposition. Der
Vorzustand sei wieder erreicht worden. Es liege kein Rückfall vor, der Versicherte sei
seit Erlass der Nichteignungsverfügung nicht mehr chromsäureexponiert gewesen.
Soweit bekannt, sei der Versicherte derzeit gegenüber Grillgerüchen exponiert. Solche
unspezifischen Expositionen könnten die vorhandene Symptomatik verstärken, aber
nur für die Dauer der Exposition (Suva-act. I).
A.d.
Im Auftrag der Suva war der Versicherte am 27. September 2011 durch Dr. med.
E._, Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten (ORL), Suva Arbeitsmedizin,
untersucht worden. Dieser führte am 25. Oktober 2011 aus, der Versicherte habe seit
Beginn der Aufnahme der Tätigkeit als Koch im Jahr 2006 zunehmende Beschwerden
von Seiten der oberen Luftwege mit Nasenlaufen, Niesattacken und zunehmend
verstopfter Nase bemerkt. Mit der Zeit seien die Beschwerden chronisch geworden,
seit dem 17. August 2011 sei er voll arbeitsunfähig geschrieben. Der zytologische
Befund widerspiegle typische Schleimhautschäden nach Exposition gegenüber
Chromsäuredämpfen. Toxische Epitheldysplasien seien leider nur zu einem Teil
reversibel. Bei Fortsetzung der Tätigkeit als Koch mit Exposition gegenüber Dämpfen
und Rauch wäre in Anbetracht des Vorzustandes schon kurzfristig mit einem erhöhten
gesundheitlichen Risiko zu rechnen. Aus ORL-ärztlicher Sicht seien die
Voraussetzungen einer Nichteignungsverfügung gegeben und es bestehe kein Zweifel,
dass die Beschwerden von Seiten der oberen Luftwege mit hoher Wahrscheinlichkeit in
A.e.
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kausalem Zusammenhang mit der am 23. April 2003 anerkannten Berufskrankheit
stünden. Der Versicherte sollte Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Rauch, Dämpfen
und Aerosolen vermeiden (UV-act. M7).
Die Suva hatte dem Versicherten am 29. September 2011 mitgeteilt, da er bei der
B._ GmbH während seiner Arbeitslosigkeit einen Zwischenverdienst erzielt habe und
sich der gemeldete Vorfall während der Arbeit ereignet habe, müsse die Anmeldung bei
der Unfallversicherung der Arbeitgeberin (der Mobiliar) erfolgen. Die Suva könne keine
Versicherungsleistungen erbringen (UV-act. K27 f.).
A.f.
Mit Schreiben vom 31. Oktober 2011 teilte die Mobiliar dem Versicherten mit, die
gemeldeten Beschwerden der störenden Nasenatmungsbehinderung hätten bereits vor
Antritt der Arbeitsstelle bei der B._ GmbH bestanden. Sie müsse daher einen
Anspruch auf Versicherungsleistungen ablehnen (UV-act. K29 f.). Am 24. November
2011 verfügte die Mobiliar entsprechend (UV-act. K57 f.).
A.g.
Mit Verfügung vom 14. November 2011 hatte die Suva den Versicherten
rückwirkend per 17. August 2011 als nicht geeignet für die Tätigkeit als Koch erklärt
(Suva-act. I).
A.h.
Die Suva hatte dem Versicherten am 17. November 2011 mitgeteilt, sie betrachte
ihn im Rahmen der Nichteignungsverfügung ab dem 17. August 2011 als voll
arbeitsfähig. Ab 24. August 2011 sei er bei der Arbeitslosenkasse ausgesteuert und
habe derzeit keinen Arbeitgeber. Die Suva werde ihm vom 17. bis 31. August 2011 ein
gesetzliches Taggeld und vom 1. September bis 31. Dezember 2011 ein
Übergangstaggeld entrichten (Suva-act. I). Am 4. April 2012 teilte die Suva dem
Versicherten mit, sie habe zwar die Nichteignungsverfügung für den Beruf als Koch
ausgesprochen, die Mobiliar sei jedoch für das Übergangstaggeld und die
Übergangsentschädigung zuständig. Sie bitte die Mobiliar um Prüfung eines allfälligen
Anspruchs auf Übergangstaggeld und Übergangsentschädigung. Die Suva habe schon
vorschusshalber vom 1. September bis 31. Dezember 2011 ein Übergangstaggeld
bezahlt. Sie fordere die Mobiliar auf, ihr dies zurückzuvergüten (UV-act. K62 f.).
A.i.
Die Mobiliar führte am 30. April 2012 in einem Schreiben an die Suva aus, diese sei
zuständig für die Ausrichtung einer Übergangsentschädigung. Sie eröffne der Suva
A.j.
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nachträglich ihre Verfügung vom 24. November 2011 (UV-act. K83 ff.). Die Suva
machte am 1. Juni 2012 geltend, die Mobiliar sei für die Folgen der
Nichteignungsverfügung zuständig. Die Ausrichtung des Übergangstaggeldes durch
die Suva sei zu Unrecht erfolgt, es bestehe diesbezüglich ein Wiedererwägungsgrund
(UV-act. K109 ff.). In weiteren Schreiben vom 5. bzw. 11. Juni 2012 hielten die Mobiliar
bzw. die Suva an ihren jeweiligen Standpunkten fest (UV-act. K113 f., K117 f.).
Nachdem der Versicherte die Ausführungen der Mobiliar in Frage gestellt hatte
(UV-act. K93), führte diese am 12. Mai 2012 aus, die erneut aufgetretenen
Beschwerden stünden mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang
mit der bereits am 23. April 2003 anerkannten Berufskrankheit. Bereits seit Beginn der
Tätigkeit als Koch im Jahr 2006 hätten wieder gesundheitliche Probleme bestanden.
Daher sei die Suva zuständig, welche den Rückfall faktisch anerkannt habe (UV-act.
K98 f.).
A.k.
Der Versicherte ersuchte die Suva am 2. Mai 2012 um Ausrichtung einer
Übergangsentschädigung und erhob gegen die Schreiben vom 20. März und 4. April
2012 vorsorglich Einsprache, soweit es sich dabei um faktische Verfügungen handeln
sollte (UV-act. K103 f.).
A.l.
Die Suva führte am 19. Juni 2012 aus, der Versicherte sei bezogen auf die
Berufskrankheit ab dem 15. Dezember 2011 im Rahmen der Nichteignungsverfügung
voll arbeitsfähig. Für die Dauer der vollen Arbeitsunfähigkeit vom 1. September bis 14.
Dezember 2011 habe der Versicherte Anspruch auf ein Taggeld der Suva. Da sie vom
1. September bis 31. Dezember 2011 bereits ein Übergangstaggeld geleistet habe,
entfalle eine Zahlung. Sie verzichte entgegenkommenderweise auf die Rückforderung
des zu viel bezahlten Betrages (UV-act. K124 f.). Die Mobiliar teilte der Suva am 3. Juli
2012 mit, sie gehe davon aus, dass damit auch die gegenüber ihr erhobene Forderung
entfalle (UV-act. K128).
A.m.
Mit Verfügung vom 23. Juli 2012 verneinte die Suva einen Rentenanspruch. Für
Leistungen im Zusammenhang mit der Nichteignungsverfügung vom 14. November
2011 sei die Suva nicht zuständig (UV-act. K133 f.). Dagegen erhob die Mobiliar am 28.
August 2012 Einsprache und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es seien
A.n.
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über den 14. November 2011 hinaus ein Rückfall oder Spätfolgen der 2003
festgestellten Berufskrankheit anzuerkennen (UV-act. K137 ff.). Die Suva teilte der
Mobiliar am 24. Januar 2013 mit, die Mobiliar sei für die Folgen der
Nichteignungsverfügung zuständig (UV-act. K144 f.). Nach weiterer Korrespondenz
(vgl. UV-act. K146 f., K151, K169 f.) zog die Suva am 5. März 2013 ihre Verfügung vom
23. Juli 2012 insofern zurück, als diese das Thema der Zuständigkeit für Leistungen in
Zusammenhang mit der Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 betraf (UV-
act. K175 f., vgl. die Stellungnahme und Telefonnotiz der Mobiliar vom 11. und 12.
März 2013; UV-act. K177 f., K189 f.).
Mit Entscheid vom 6. März 2013 wies die Suva die Einsprache des Versicherten
gegen ihre Verfügung vom 23. Juli 2012 ab (UV-act. K182 ff.). Dagegen erhob der
Versicherte am 22. April 2013 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen (UV-act. K201 ff.). Die Verfahrensleitung lud die Mobiliar zum Verfahren bei (UV-
act. K213). Mit Entscheid vom 10. Dezember 2014 wies das Versicherungsgericht die
Beschwerde ab, soweit sie das Gesuch des Versicherten um Ausrichtung einer
Invalidenrente betraf. Soweit sie die Rechtsverweigerung betraf, als welche die
Geltendmachung einer Übergangsentschädigung gegenüber der Suva zu verstehen
sei, hiess es die Beschwerde gut und verpflichtete die Suva, umgehend über den
Anspruch auf eine Übergangsentschädigung zu verfügen (UV 2013/28, UV-act. K250
ff.).
A.o.
Mit einer Mitteilung vom 2. April 2014 hatte die IV-Stelle die Kosten für eine
Umschulung zum Logistiker EBA mit einer Vorbereitung ab 1. Mai bis 31. Juli 2014 und
der Ausbildung ab 1. August 2014 bis 31. Juli 2016 bei der F._ AG übernommen. Für
die Dauer der Umschulung hatte sie dem Versicherten ein Taggeld zugesprochen (UV-
act. K245 ff., vgl. UV-act. K436 ff., K443, vgl. zum vorangehenden Arbeitstraining UV-
act. K193, K198).
A.p.
Mit Verfügung vom 21. April 2015 verneinte die Suva einen Anspruch auf eine
(weitere) Übergangsentschädigung (UV-act. K269 f.). Dagegen erhob der Versicherte
am 5. Mai 2015 Einsprache (UV-act. K271 ff., vgl. die diesbezügliche Stellungnahme
der Mobiliar; UV-act. K276 ff.). Am 29. Mai 2015 wies die Suva die Einsprache ab (UV-
act. K280 ff.). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wies das
A.q.
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Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 7. Juli 2017 ab (UV
2015/38; UV-act. K289 ff.).
Mit Schreiben vom 21. August 2017 ersuchte der Versicherte die Mobiliar, den
Anspruch auf eine Übergangsentschädigung zu prüfen (UV-act. K303 f.). Die Mobiliar
hielt am 23. August 2017 fest, selbst wenn entgegen ihrer Ansicht ein Revisionsgrund
zu bejahen wäre, müsste sie einen Anspruch auf eine Übergangsentschädigung
ablehnen (UV-act. K305 ff.). Der Versicherte führte am 1. Dezember 2017 aus, die
Verfügung der Mobiliar vom 24. November 2011 müsse wiedererwägungs- oder
revisionsweise aufgehoben werden, nachdem das Versicherungsgericht die
Zuständigkeiten geregelt habe (UV-act. K310 ff.). Am 5. Februar 2018 teilte die Mobiliar
dem Versicherten mit, sie sehe keinen Grund für eine Wiedererwägung oder Revision
ihrer ablehnenden Verfügung. Allfällige Ansprüche wären zudem ohnehin längst
verwirkt (UV-act. K315). Der Versicherte bat am 3. Mai 2018 um die Zustellung einer
beschwerdefähigen Verfügung (UV-act. K319). Am 4. Mai 2018 ersuchte er die Mobiliar
zudem um eine Verjährungsverzichtserklärung, welche ihm die Mobiliar am 7. Mai 2018
zustellte (UV-act. K322 f.). Am 14. Mai 2018 teilte die Mobiliar dem Versicherten mit,
ihre ablehnende Verfügung vom 24. November 2011 sei in Rechtskraft erwachsen. Auf
ein sinngemässes Wiedererwägungsgesuch sei sie am 5. Februar 2018 nicht
eingetreten. Ferner sehe sie auch keinen Revisionsgrund und im Übrigen seien allfällige
Ansprüche bereits vor dem verlangten Verjährungsverzicht längst verwirkt gewesen
(UV-act. K324).
A.r.
Der Versicherte erhob am 30. Mai 2018 beim Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen Beschwerde betreffend Rechtsverweigerung. Er beantragte, die Mobiliar sei
anzuweisen, sein Leistungsbegehren zu bearbeiten und über die geltend gemachten
Leistungsansprüche zu befinden (UV-act. K377 ff.). Mit Entscheid vom 29. März 2019
hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde insofern gut, als es die Mobiliar
anwies, über das Revisionsgesuch des Versicherten zu verfügen (UV 2018/40; UV-act.
K417 ff.).
A.s.
Auf Wunsch des Versicherten bestätigte die Mobiliar am 30. Oktober 2018, dass
sie bis zum 31. Dezember 2019 unter Vorbehalten auf die Einrede der Verjährung
verzichte (UV-act. K412).
A.t.
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B.
C.
Auf Nachfrage der Mobiliar (vgl. UV-act. K429) bezifferte der Versicherte am 18.
April 2019 sein Begehren um eine Übergangsentschädigung mit Fr. 123'468.80 für den
Zeitraum von 2012 bis 2015 (UV-act. K459 f.).
A.u.
Mit Verfügung vom 21. Mai 2019 trat die Mobiliar auf das am 21. August 2017
gestellte und am 18. April 2019 ergänzte Revisionsbegehren nicht ein. Eventualiter
stellte sie fest, dass ein erneuter Anspruch auf Übergangsentschädigung, soweit auf
das Begehren dennoch einzutreten wäre, abzuweisen wäre (UV-act. K461 ff.).
A.v.
Dagegen erhob der Versicherte am 21. Juni 2019 "Beschwerde" beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, welche dieses zuständigkeitshalber zur
Durchführung des Einspracheverfahrens an die Mobiliar überwies (UV-act. K563 ff.,
K574).
B.a.
Mit Entscheid vom 14. August 2019 wies die Mobiliar die Einsprache ab (UV-act.
K575 ff.).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 14. August 2019 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 16. September 2019 die vorliegende
Beschwerde. Er beantragte darin dessen Aufhebung und es sei festzustellen, dass ein
Revisionsgrund vorliege. Weiter sei die Mobiliar (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu
verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine
Übergangsentschädigung in der Höhe von Fr. 98'775.--, nebst Zins von 5%,
auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die ausseramtliche
Entschädigung sei seinem Rechtsvertreter zuzusprechen (act. G1).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Oktober 2019 die vollumfängliche
Abweisung der Beschwerde. Sie machte geltend, es sei kein Revisionsgrund gegeben,
um auf ihre Verfügung vom 24. November 2011 zurückzukommen. Selbst wenn ein
Revisionsgrund gegeben wäre, wäre sie für die Ausrichtung einer
Übergangsentschädigung nicht zuständig und es bestehe gar kein Anspruch auf eine
solche. Ansprüche bis Oktober 2014 wären zudem verwirkt (act. G3).
C.b.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist primär, ob die
Voraussetzungen für eine Revision der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24.
November 2011 gegeben sind. Die Beschwerdegegnerin verneinte mit der genannten
Verfügung einen Anspruch auf Versicherungsleistungen für die im Oktober 2011
gemeldete Berufskrankheit (UV-act. K57 f., vgl. UV-act. S). Am 30. April 2012 eröffnete
die Beschwerdegegnerin die Verfügung der Suva nachträglich förmlich (UV-act. K83
ff.). Die Verfügung vom 24. November 2011 erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Wie
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bereits im Entscheid vom 29. März
2019 erwog, ist davon auszugehen, dass die rechtskräftige Verfügung vom 24.
November 2011 auch die Übergangsleistungen erfasste und die Beschwerdegegnerin
diesbezüglich keine separate Verfügung erlassen musste (UV-act. K422). Auf ein
sinngemässes Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers (vgl. UV-act. K310 ff.)
trat die Beschwerdegegnerin am 5. Februar 2018 nicht ein (UV-act. K315, vgl. UV-act.
K324). Wie im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29.
März 2019 ausgeführt, ist dies nicht zu beanstanden (vgl. UV-act. K419 ff.). Als
Rückkommenstitel kommt daher einzig eine (prozessuale) Revision in Betracht.
Mit Replik vom 16. März 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest.
Er führte aus, im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7.
Juli 2017 sei festgehalten, dass derjenige Unfallversicherer für die
Übergangsentschädigung zuständig sei, bei dem ein Versicherter zum Zeitpunkt der
erheblichen Gefährdung bzw. bei der letztmaligen Gefährdung durch schädigende
Stoffe oder bestimmte Arbeiten oder berufliche Tätigkeiten versichert gewesen sei,
vorliegend also die Beschwerdegegnerin. Dies stelle eine neue Tatsache dar und ein
Revisionsgrund sei gegeben (act. G12).
C.c.
In ihrer Duplik vom 5. Mai 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und
ihren Ausführungen fest (act. G14).
C.d.
Gemäss Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) müssen formell rechtskräftige
Verfügungen und Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die
versicherte Person oder der Versicherungsträger nach dem Erlass erhebliche neue
1.1.
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Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht
möglich war (prozessuale Revision). Die Einwirkung durch Verbrechen und Vergehen ist
- über den Wortlaut von Art. 53 Abs. 1 ATSG hinaus - ebenfalls als Revisionsgrund zu
qualifizieren (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 22 f. zu Art. 53). Im
Gegensatz zu einer Wiedererwägung ist eine Revision aufgrund einer unrichtigen
Rechtsanwendung beim ursprünglichen Entscheid der Verwaltung nicht zulässig. Das
Revisionsverfahren ist beim Vorliegen eines Revisionsgrunds von Amtes wegen
einzuleiten, ohne dass dem Versicherungsträger diesbezüglich ein Ermessen zusteht
(Kieser, a.a.O., N 36, 46 und 49 zu Art. 53 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts
vom 26. Juni 2009, 8C_121/2009, E. 3; Miriam Lendfers, Möglichkeiten und Grenzen
der Korrektur von Dauerleistungen mittels prozessualer Revision, in:
Sozialversicherungsrechtstagung 2011, Kieser/Lendfers [Hrsg.], 2012, S. 183 ff., BGE
127 V 14).
Das Revisionsverfahren beginnt zunächst mit einer Eintretensprüfung, wobei die
Frage zu prüfen ist, ob eine neu entdeckte erhebliche Tatsache oder ein neues
Beweismittel grundsätzlich geeignet ist, ex tunc zu einem anderen Ergebnis zu führen.
Wird diese grundsätzliche Eignung bejaht, so wird anschliessend das eigentliche
materielle Verfahren der prozessualen Revision durchgeführt. Dies in Analogie zur
Regelung in Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201), wonach bei Einreichung eines Revisionsgesuchs darin glaubhaft zu machen
ist, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit etc. in einer für den
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Lendfers, a.a.O., S. 206). Prüft ein
Versicherungsträger - wie die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 21. Mai 2019,
welche dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 14. August 2019 zugrunde liegt
(UV-act. K461 ff., K575 ff.) - die Revisionsvoraussetzungen bzw. das Vorliegen
erheblicher neuer Tatsachen oder Beweismittel, ist er verfahrenslogisch auf das
Revisionsbegehren eingetreten. Die Beschwerdegegnerin versteht mithin ihr
Nichteintreten auf das Revisionsgesuch (vgl. UV-act. K461 ff., K575 ff.) als Verneinung
der Revisionsvoraussetzungen im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG. Die Verfügung vom
21. Mai 2019 ist damit entgegen dem Wortlaut des Dispositivs als auf Abweisung
lautend zu interpretieren (zur Auslegung eines Dispositivs vgl. Philipp Geertsen, Zur
Mündigkeit der Urteilsbegründung von Rückweisungsentscheiden in der
sozialversicherungsrechtlichen Rechtsprechung, SZS 2018, S. 505 f.). Mit dem
angefochtenen Einspracheentscheid bestätigte die Beschwerdegegnerin ihre
Abweisung.
1.2.
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2.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Revisionsvoraussetzungen erfüllt sind. Der
Beschwerdeführer macht geltend, der Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2017 enthalte neue Tatsachen, weshalb ein
Revisionsgrund gegeben sei. Das Gericht habe entschieden, dass nicht die Suva,
sondern die Beschwerdegegnerin zuständig sei, die Ansprüche gemäss der
Die prozessuale Revision betrifft die Ausgangslage, dass ein Entscheid von Anfang
an auf fehlerhaften tatsächlichen Grundlagen beruhen muss (BGE 115 V 313 E. 4a/aa).
Als neu gelten Tatsachen, wenn das betreffende Sachverhaltselement im Zeitpunkt der
Entscheidfällung nicht bekannt war. Demgegenüber bilden neue Tatsachen, die erst
nach diesem Zeitpunkt eintraten, keinen Revisionsgrund. Nicht als neu wird eine
Tatsache dann betrachtet, wenn das im Revisionsverfahren vorgebrachte Element
lediglich eine neue Würdigung einer bereits bekannten Tatsache in sich schliesst. Nach
dem Wortlaut von Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen die neuen Tatsachen ferner erheblich
sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage der Verfügung
dahingehend zu ändern, dass bei erneuter Entscheidfällung ein anderer Entscheid
resultiert (Kieser, a.a.O., 24 ff. zu Art. 53). Neue Beweismittel müssen sich ebenfalls auf
vorbestehende Tatsachen beziehen. Sie haben entweder dem Beweis der die Revision
begründenden neuen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachenbehauptungen zu
dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der
gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte
Tatsachen mit neuen Mitteln bewiesen werden, so hat der Gesuchsteller darzutun,
dass er die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Damit können -
wie bei den neuen Tatsachen - nur diejenigen Beweismittel angerufen werden, die trotz
hinreichender Sorgfalt bisher nicht bekannt waren bzw. nicht in das Verfahren
eingebracht werden konnten (vgl. dazu BGE 122 V 273 E. 4). Eine Revision ist mithin
zum vornherein ausgeschlossen, wenn die vorgebrachten neuen Tatsachen und
Beweismittel bereits im Rahmen des vorangehenden Verfahrens oder auf dem Weg der
Beschwerde hätten geltend gemacht werden können (BGE 110 V 141 E. 2; RKUV 2001
Nr. KV 150 S. 68, 1991 Nr. K 855 S. 16, je mit Hinweisen; SVR 1997 IV Nr. 104 S. 319;
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
2014, § 72 N 3; Kieser, a.a.O., N 32 f. zu Art. 53). Auch ist ein Revisionsgrund nicht
schon gegeben, wenn die Verwaltung bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen
möglicherweise unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige
Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren
oder unbewiesen blieben (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom
20. Juli 2005, U 34/05, E. 2.2.2; BGE 110 V 141 E. 2, 293 E. 2a, 108 V 171 E. 1).
1.3.
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Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30)
aus der Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 (vgl. Suva-act. I) zu
beurteilen (act. G1). Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines
Revisionsgrundes (act. G3).
Gemäss Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) können die Durchführungsorgane Versicherte, die hinsichtlich Berufsunfällen
oder Berufskrankheiten durch bestimmte Arbeiten besonders gefährdet sind, von
diesen Arbeiten ausschliessen. Der Bundesrat ordnet die Entschädigung für
Versicherte, die durch den Ausschluss von ihrer bisherigen Arbeit im Fortkommen
erheblich beeinträchtigt sind und keinen Anspruch auf andere Versicherungsleistungen
haben. Unter “andere Versicherungsleistungen“ im Sinn dieser Bestimmung sind
andere Leistungen der Unfallversicherung zu verstehen (Urteil des Bundesgerichts vom
29. April 2009, 8C_1031/2008 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 130 V 438 E. 4.3). Gestützt
auf Art. 84 Abs. 2 UVG hat der Bundesrat in den Art. 82 ff. VUV die Ansprüche der
Arbeitnehmenden geordnet, die von einer befristeten oder dauernden
Nichteignungsverfügung betroffen sind. Dazu gehört unter anderem die
Übergangsentschädigung gemäss den Art. 86 ff. VUV. Eine arbeitnehmende Person,
die von einer Arbeit befristet oder dauernd ausgeschlossen oder nur als bedingt
geeignet erklärt worden ist, erhält vom Unfallversicherer eine
Übergangsentschädigung, wenn die Voraussetzungen von Art. 86 Abs. 1 VUV
kumulativ erfüllt sind. Die Übergangsentschädigung wird während höchstens vier
Jahren ausgerichtet (Art. 87 Abs. 3 VUV). Bei der Übergangsentschädigung handelt es
sich nicht um Versicherungsleistungen im engeren Sinne, sondern um Leistungen,
welche im Zusammenhang mit der Verhütung von Berufsunfällen und
Berufskrankheiten erbracht werden. Mit ihnen soll die versicherte Person einen
teilweisen finanziellen Ausgleich von wirtschaftlichen Nachteilen erhalten, die sie im
Voraus zur Verhütung einer Schädigung in Kauf nehmen muss bzw. die sie durch den
mit der Nichteignungsverfügung verbundenen Eingriff in die persönliche Freiheit
erleidet. Sie soll die berufliche Neuorientierung erleichtern (Suche einer anderen Stelle,
Erwerb neuer beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten). Der Übergangsentschädigung
und der Unfallinvalidenrente liegen somit unterschiedliche leistungsbegründende
Tatbestände, d.h. verschiedene Risiken zugrunde. Die Übergangsentschädigung setzt
denn auch weder Arbeitsunfähigkeit noch Invalidität voraus (BGE 138 V 41 E. 4.2 mit
weiteren Hinweisen).
2.1.
Der genannte Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7.
Juli 2017 betraf eine Beschwerde des Versicherten gegen den Einspracheentscheid der
2.2.
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Suva vom 29. Mai 2015. Mit diesem hatte die Suva einen Anspruch auf eine (weitere)
Übergangsentschädigung abgewiesen (vgl. UV-act. K280 ff.). Die Beschwerdegegnerin
wurde zum Beschwerdeverfahren beigeladen. Das Gericht erwog, die Suva sei nicht
zuständig für die Leistung einer Übergangsentschädigung, und wies die Beschwerde
dementsprechend ab (UV-act. K289 ff.). Die Rechtskraft des Urteils wurde mit der
Beiladung der Beschwerdegegnerin zwar auf sie ausgedehnt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_245/2017 vom 11. Dezember 2017 E. 3.2 ff.), die
Beschwerdegegnerin konnte vom Versicherungsgericht jedoch zu nichts verpflichtet
werden (BGE 130 V 501 E. 1.2). Das Versicherungsgericht stützte sich in seinem
Entscheid unter anderem auf die Empfehlung der Ad-hoc Kommission Schaden UVG
vom 3. September 1985 (Nr. 12/85: Übergangsentschädigungen; abrufbar unter:
https://www.svv.ch/de/branche/regelwerke/empfehlungen-der-ad-hoc-kommission-
schaden-uvg, zuletzt abgerufen am 26. Januar 2021). Gemäss dieser ist für die
Übergangsentschädigung derjenige Versicherer leistungspflichtig, bei dem der
Versicherte zur Zeit der erheblichen Gefährdung versichert war. Laut der Empfehlung
vom 1. Juli 1989/Totalrevision vom 26. Oktober 2009 (Nr. 3/89: Leistungspflicht bei
negativem Kompetenzkonflikt, abrufbar unter: https://www.koordination.ch/ fileadmin/
files/ad-hoc/1989/03-89-neu.pdf, zuletzt abgerufen am 26. Januar 2021) erbringt der
Versicherer gegenüber dem Versicherten die vollen Leistungen, der dem Ereignis in
zeitlicher Hinsicht am nächsten ist. Das Versicherungsgericht erwog weiter, diese
Empfehlungen seien zwar für Verwaltung und Gerichte nicht verbindlich, jedoch
geeignet, eine rechtsgleiche Praxis herzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24.
März 2011, 8C_758/2010, E. 4.2.2 mit Hinweisen). Im Ergebnis entsprächen die
Empfehlungen zudem dem mindestens analog anwendbaren Art. 77 Abs. 1 UVG und
auch Art. 86 Abs. 1 lit. c VUV spreche für diese Lösung (vgl. UV-act. K291 f., E. 3.1).
Die Anwendung der erwähnten Empfehlungen bzw. die Auslegung der rechtlichen
Bestimmungen durch das Versicherungsgericht stellen - wie die Beschwerdegegnerin
zu Recht geltend macht (vgl. act. G14) - für sich alleine keine neuen Tatsachen dar. Die
Empfehlungen und die genannten gesetzlichen Bestimmungen waren im Zeitpunkt des
ursprünglichen Entscheids der Beschwerdegegnerin vom 24. November 2011 (vgl. UV-
act. K57 f.) in Kraft. Eine allfällige unrichtige Rechtsanwendung bei der ursprünglichen
Verfügung durch die Beschwerdegegnerin stellt zudem keinen Revisionsgrund dar.
Deshalb ist auch nicht weiter auf die Einwendungen der Beschwerdegegnerin
einzugehen, die geltend macht, die erwähnten Empfehlungen der Ad-hoc-Kommission
Schaden UVG seien bei einem Rückfall der Berufskrankheit, wie er beim
Beschwerdeführer vorliege, nicht anwendbar (act. G3, G14).
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Das Versicherungsgericht führte in seinem Entscheid vom 17. Juli 2017 weiter aus,
derjenige Unfallversicherer sei für die Leistung einer Übergangsentschädigung
zuständig, bei dem ein Versicherter zum Zeitpunkt der erheblichen Gefährdung bzw.
bei der letztmaligen Gefährdung durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten
oder berufliche Tätigkeiten versichert gewesen sei. Vor dem Rückfall, welcher
schliesslich zur zweiten Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 geführt
habe, sei der Beschwerdeführer zuletzt als Arbeitnehmer der B._ GmbH
schädigenden Stoffen ausgesetzt gewesen. Für die dortige Tätigkeit als Koch sei er
nicht bei der Suva versichert gewesen. Selbst wenn man davon ausginge, dass die
Nichteignungsverfügung auf einen früheren Zeitpunkt hin, namentlich den Beginn der
Tätigkeit in der Küche im Jahr 2007, als gemäss Angaben des Beschwerdeführers
erneut Beschwerden aufgetreten seien (vgl. Suva-act. II/317, Gespräch vom 12. Juli
2011; vgl. Suva-act. I, UV-act. M7), hätte ausgesprochen werden müssen, wäre der
Beschwerdeführer damals nicht bei der Suva versichert gewesen (UV-act. K291, E.
3.2). Aus diesen Erwägungen lässt sich einzig schliessen, dass das
Versicherungsgericht der Ansicht war, die Suva sei nicht zuständig für allfällige
Übergangsleistungen. Ob die Beschwerdegegnerin zuständig ist, liess es wie erwähnt
insofern offen, als es ausführte, selbst, wenn die Nichteignungsverfügung rückwirkend
per 2007 hätte erlassen werden müssen, wäre die Suva nicht zuständig. Das Gericht
äusserte sich nicht abschliessend zur Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin und
hätte sie - wie erwähnt (vgl. E. 2.2) - als Beigeladene auch zu nichts verpflichten
können. Aus den genannten Ausführungen des Versicherungsgerichts lassen sich im
Vergleich zum Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24. November
2011 (UV-act. K57 f.) keine neuen erheblichen Tatsachen entnehmen.
2.3.
Auch die weiteren Erwägungen des Entscheids vom 17. Juli 2017 erbrachten keine
neuen erheblichen Tatsachen. Dies gilt insbesondere für die Feststellung, dass die
Suva entsprechend der Empfehlung Nr. 3/89 der Ad-hoc-Kommission UVG beim
vorliegenden negativen Kompetenzkonflikt Leistungen im Sinne von Vorleistungen
(Übergangstaggelder) erbracht habe. Die Suva habe damit ihre Zuständigkeit für eine
allfällige Übergangsentschädigung nicht anerkannt. Selbst wenn sie mit ihrem
formlosen Schreiben vom 17. November 2011 (Suva-act. I) faktisch darüber verfügt
hätte, hätte sie infolge der offensichtlichen Unrichtigkeit des Entscheids darauf
zurückkommen dürfen (UV-act. K290 f., E. 3.3).
2.4.
Zusammenfassend stellt der Entscheid des Versicherungsgerichts vom 17. Juli
2017 keine erhebliche neue Tatsache und unbestritten auch kein neues Beweismittel
dar. Ebenfalls liegen keine anderen neuen Tatsachen oder Beweismittel vor, welche
2.5.
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3.
4.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39ter Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).