Decision ID: 89a357a3-745f-57d7-a865-105d16206db4
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im März 2010 wegen eines Burnouts bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, zuletzt
zu 100 % als Produktionsmitarbeiterin gearbeitet zu haben. Am 24. Februar 2010 hatte
Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtet, dass die Versicherte
das Arbeitspensum wegen ihrer eingeschränkten Belastbarkeit auf 80 % reduziert habe
(Fremdakten, nicht nummeriert). Als Diagnose hatte er Angst und Depression, gemischt
(ICD-10: F41.2), bei Persönlichkeit mit anankastischen Zügen und Burnout-
Symptomatik (Z73.0) angegeben. Am 7. April 2010 teilte die Versicherte der
Eingliederungsverantwortlichen mit, dass sie ihr Arbeitspensum per 1. April 2010 auf 80
% reduziert habe. Sie habe das Pensum aus freiem Entschluss reduziert, weil sie mit
einem Vollpensum nicht klarkomme und auch zu Hause alles perfekt machen wolle (IV-
act. 17). Mit Verfügung vom 25. Juni 2010 (IV-act. 21) wurden die beruflichen
Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen. Zur Begründung führte die IV-Stelle an,
dass die Versicherte seit April 2010 in ihrer angestammten Tätigkeit wieder zu 80 %
arbeite und eine Erhöhung des Pensums aus persönlichen Gründen nicht in Betracht
ziehe. Sie sei somit wieder angemessen und rentenausschliessend eingegliedert.
A.b Am 13. Januar 2012 erkundigte sich die Versicherte bei der IV-Stelle telefonisch,
ob ihre Anmeldung eingegangen sei. Sie habe diese bereits im Oktober 2011 an die
AXA Winterthur gesendet (IV-act. 22). Am 16. Januar 2012 ging die Anmeldung bei der
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IV-Stelle ein (IV-act. 23). Die Versicherte gab an, seit dem Jahr 2009 an einem Burnout/
einer Depression zu leiden. Seit dem 11. Mai 2011 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig.
A.c Am 17. Januar 2012 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, Nachweise für eine
relevante Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts seit der Verfügung vom 25.
Juni 2010 einzureichen (IV-act. 27). Am 8. Februar 2012 reichte Dr. med. C._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, aktuelle Arztberichte ein (IV-act. 28).
Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik D._ vom 23. September 2011 (IV-act. 29-1 ff.)
war die Versicherte vom 14. August bis 8. September 2011 stationär behandelt
worden. Die Psychologinnen der Klinik hatten die folgenden Diagnosen angegeben:
Angst und Depression, gemischt (F41.2), vor dem Hintergrund einer Persönlichkeit mit
anankastischen, leistungsorientierten Zügen und Verdacht auf Agoraphobie mit
Panikstörung (F40.01). Zum Hospitalisationsverlauf erklärten die Psychologinnen, dass
die Versicherte von Beginn an sehr vorsichtig und abtastend und vom angebotenen
Therapieprogramm schnell überfordert gewesen sei. Sie habe immer wieder eine
grosse Anspannung und innere Unruhe gezeigt, welche sich in der Folge als Angst vor
Menschen herauskristallisiert habe. Auch habe sie aufgrund ihres hohen
Perfektionsanspruchs immer wieder ihre Grenzen missachtet. Vorerst habe sich eine
leichte Stabilisierung der Situation gezeigt. Die Versicherte habe sich dennoch nicht auf
das Therapieangebot einlassen können. Der Grund für den Therapieabbruch sei wohl
ihre grosse Angst davor gewesen, sich in der Patientengruppe aufzuhalten. Zum
Zeitpunkt des Klinikaustritts sei die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Dr.
C._ hatte dem Vertrauensarzt der AXA Winterthur am 10. Oktober 2011 berichtet (IV-
act. 29-7 ff.), dass sich die Versicherte seit dem 14. September 2011 in seiner
Behandlung befinde. Er gehe wie Dr. B._ davon aus, dass die Versicherte an einer
Angst und Depression, gemischt (F41.2), bei einer Persönlichkeit mit anankastischen
Zügen und Burnout-Symptomatik (Z73.0) leide. Die Versicherte habe sich am 14.
September 2011 in einem schlechten psychopathologischen Zustand präsentiert. Sie
habe von ihrem Aufenthalt in der Klinik D._ berichtet, welchen sie als überaus
anstrengend und stressig erlebt habe. Seit dem Klinikaustritt sei sie zu 100 %
arbeitsunfähig. Derzeit lasse sich kaum eine Prognose zur Arbeitsfähigkeit machen. Der
Versicherten sei nun auch noch gekündigt worden, weshalb eine Wiedereingliederung
an ihren bisherigen Arbeitsplatz nicht möglich sei. Er gehe davon aus, dass in den
nächsten drei bis vier Monaten eine Verbesserung der Gesamtsymptomatik eintrete
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und zumindest eine Arbeitsfähigkeit von 30-40 % erreicht werde. Am 8. Februar 2012
hatte Dr. C._ dem Vertrauensarzt der AXA Winterthur mitgeteilt (IV-act. 29-4 ff.), dass
sich der Verlauf zäh gestalte und sich die Situation nur langsam verbessere. Die
Versicherte leide unter sehr schneller Erschöpfung, Müdigkeit und Schwindel. Wenn zu
viele Leute um sie seien, wenn sie einen Termin habe oder sich jemand mit ihr
verabreden möchte, bekomme sie Angst und werde nervös. Darüber hinaus grüble sie
viel und weine häufig. Sie habe Angst vor Rückschlägen und habe über Panikattacken
berichtet. Es finde weiterhin eine integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung in derzeit zweiwöchentlichem Rhythmus statt. Die depressive Medikation
erfolge mittels Remeron, Insidon und Seroquel. Leider sei die Verbesserung noch nicht
so gut fortgeschritten wie erhofft. Ab wann von einer Teilarbeitsfähigkeit ausgegangen
werden könne, sei noch nicht absehbar. Eine Prognose zu stellen sei sehr schwierig. Er
hoffe, dass der langsame Besserungsprozess weitergehe und die Versicherte in 4-5
Monaten wieder zu 20 % arbeitsfähig sei.
A.d Am 29. März 2012 teilte Dr. C._ RAD-Arzt Dr. med. E._ telefonisch mit, dass
die Versicherte weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Es bestehe weiterhin eine sehr
rasche Erschöpfbarkeit und Müdigkeit mit einer rasch einsetzenden inneren Unruhe.
Zudem imponiere die Versicherte weiterhin affektlabil und freudlos. Sie wirke allerdings
nicht ausgeprägt depressiv und sei durchaus schwingungsfähig. Insgesamt sei die
Versicherte aktuell jedoch noch nicht belastbar. Der Gesundheitszustand sei instabil
(IV-act. 31, von Dr. C._ und Dr. E._ nicht unterzeichnet).
A.e RAD-Arzt Dr. E._ hielt gleichentags fest, dass aufgrund der vorliegenden
medizinischen Unterlagen bei der Versicherten von einer zweiten Episode einer
psychiatrischen Störung auszugehen sei. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit dem 25. Juni 2010 sei plausibel (IV-act. 32). Am 1. Juni
2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund ihres
Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
(IV-act. 39).
A.f Dr. C._ gab in seinem Bericht vom 1. November 2012 (IV-act. 42) zuhanden der
IV-Stelle neu als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), an. Keine Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit hätten die übergewissenhaften, anankastischen
Persönlichkeitszüge. Er erklärte ausserdem, dass die arbeitsbezogene Prognose
ungünstig sei. Im Laufe des letzten Jahres sei es zwar zu einer steten Verbesserung
gekommen, dies aber in sehr kleinen Schritten (von 0 % auf 10 %). Die Versicherte sei
motiviert und arbeite gut mit. Für ihn bestehe kein Anlass, an ihren Aussagen zu
zweifeln, sie staple eher tief, als dass sie verdeutliche oder aggraviere. Bei einer
weiteren Entwicklung im bisherigen Tempo könne er sich vorstellen, dass die
Versicherte in einer geschützten Umgebung in etwa einem Jahr wieder zu 30-40 %
arbeitsfähig sei. In ihrer bisherigen Tätigkeit sei sie wegen eines verminderten Antriebs,
Konzentrationsstörungen, einer geringen geistigen und körperlichen Belastbarkeit,
einer schnellen Erschöpfung, einer inneren Unruhe sowie „Weinen“ eingeschränkt. Die
Einschränkungen wirkten sich bei der Arbeit durch eine innere Blockade, eine innere
Unruhe und Nervosität und Zittern aus. Dr. C._ hielt sodann fest, dass er sich in
seinen bisherigen Berichten an die Diagnosen seines Vorgängers Dr. B._ gehalten
habe. Nach einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Verlauf, den geklagten
Beschwerden und Symptomen und seinen Beobachtungen während der mittlerweile
26 Sitzungen sei er jedoch zum Schluss gekommen, dass die Diagnose der Angst und
Depression, gemischt, sowie auch die Diagnose eines Burnouts der Krankheit der
Versicherten nicht gerecht würden. Am 20. November 2012 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 47).
A.g Die F._ AG berichtete am 7. Januar 2013, dass sie die Versicherte vom 1. August
2008 bis 31. Oktober 2011 als Produktionsmitarbeiterin (Stanzen von Membranen)
beschäftigt habe. Die Pensumsreduktion von 100 auf 80 % per 1. April 2010 sei
aufgrund der Ansicht, dass es der Versicherten dadurch besser gehen würde, erfolgt
(IV-act. 51).
A.h RAD-Arzt Dr. E._ notierte am 8. März 2013, dass die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten aufgrund der Diagnosen und der angegebenen Funktionseinschränkungen
unklar sei. Es müsse eine psychiatrische Begutachtung in Auftrag gegeben werden (IV-
act. 54). Am 2. April 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine
medizinische Abklärung notwendig sei. Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, werde mit dieser Abklärung beauftragt (IV-act. 55). Am 5. Juni
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2013 informierte die Versicherte die IV-Stelle darüber, dass die Begutachtung eine
Stunde gedauert habe. Sie habe erwartet, dass die Untersuchung länger dauere, damit
sie ihren Gesundheitszustand besser erklären könne (IV-act. 58).
A.i Das Gutachten über die am 24. Mai 2013 durchgeführte psychiatrische
Untersuchung lag am 19. Juli 2013 vor (IV-act. 59). Dr. G._ notierte, dass die
psychiatrische Untersuchung ca. eineinhalb Stunden gedauert habe. Die Versicherte
habe anlässlich der Begutachtung angegeben, dass es ihr drei bis vier Monate nach
dem Aufenthalt in der Klinik D._ schlecht gegangen sei; sie habe insbesondere eine
starke innere Unruhe verspürt. Diese Symptomatik sei nun seit fast zwei Monaten
verschwunden. Sie sei nicht zufrieden mit ihrer Situation und schäme sich oft. Sie habe
das Gefühl, dass ihr niemand glaube. Dr. G._ nannte keine Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er
eine Angst und depressive Störung, gemischt (F41.2), an. Er erklärte, dass zum
Zeitpunkt der Untersuchung verschiedene depressive Symptome bestanden hätten.
Die Grundstimmung sei etwas zum depressiven Pol hin verschoben gewesen und es
habe eine affektive Labilität bestanden. Die Versicherte habe über Insuffizienzgefühle,
Ängste, Stimmungsschwankungen und eine Minderung der Vitalgefühle geklagt. In der
Hamilton Depressionsskala habe sie insgesamt 11 Punkte erreicht. Damit könne trotz
der vorhandenen depressiven Symptomatik die Diagnose einer eigentlichen
depressiven Episode (leicht, mittelgradig oder schwer) aktuell nicht gestellt werden. Die
Diagnose einer leichten depressiven Episode sei nur einmal gestellt worden, und zwar
durch die Klinik H._. Danach sei jeweils die Diagnose Angst und Depression,
gemischt, gestellt worden. Nur Dr. C._ habe nach langer Zeit plötzlich rückwirkend
seine Diagnostik revidiert und die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung
gestellt, was nicht plausibel sei. Mit der Diagnose Angst und Depression, gemischt,
lasse sich keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im IV-rechtlichen Sinne
begründen. Dr. G._ gab weiter an, dass die Einschätzung der Versicherten selbst
offensichtlich eine wesentliche Rolle bei den jeweils attestierten Arbeitsunfähigkeiten
gespielt habe. Deren Einschätzung werde aber auch durch psychosoziale Faktoren
(beispielsweise der Stellenverlust) beeinflusst, d.h. es handle sich nicht um eine
medizinisch-theoretische Einschätzung. Immer wieder hätten die behandelnden Ärzte
mit einer wenig gravierenden psychiatrischen Diagnose eine 100 %ige Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit begründet. Dr. C._ habe nach 26 Sitzungen die von ihm gestellte
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Diagnose plötzlich geändert und dies mit einer vertieften Auseinandersetzung mit der
Symptomatik und der Anamnese begründet. Beides sei aber nicht wirklich plausibel.
Offensichtlich sei Dr. C._ bewusst gewesen, dass sich im IV-rechtlichen Sinne eine
anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit der Diagnose Angst und
Depression, gemischt, nicht begründen lasse und er habe deshalb die Diagnose
geändert. Dies lasse sich nur damit erklären, dass die Versicherte die auch von Dr.
C._ erwartete Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit nicht umgesetzt habe und dass er
darum seine Argumentation (der IV gegenüber) habe ändern müssen. Er (Dr. G._)
könne sich nicht vorstellen, dass es Dr. C._ in den vorangegangenen 25 Sitzungen
entgangen sei, dass die Versicherte tatsächlich depressiv gewesen sei. Abgesehen
davon lasse sich natürlich mit einer mittelgradigen depressiven Episode keine
anhaltende 100 %ige Arbeitsunfähigkeit im IV-rechtlichen Sinn begründen.
A.j RAD-Arzt Dr. E._ hielt am 24. Juli 2013 fest (IV-act. 60), dass das psychiatrische
Gutachten den versicherungsmedizinischen Anforderungen genüge. Die
Einschätzungen von Dr. G._ seien plausibel.
A.k Mit Vorbescheid vom 15. August 2013 (IV-act. 64) kündigte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur Begründung wies sie darauf
hin, dass Dr. G._ keine Diagnose mit wesentlicher Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt habe, weshalb keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
bestehe. Dagegen liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am 4. Oktober 2013
einwenden (IV-act. 73), dass der behandelnde Psychiater Dr. C._ als zertifizierter
Gutachter etwa über die gleiche Ausbildung verfüge wie Dr. G._. Es sei
verwunderlich, dass sich Dr. G._ nach einer lediglich halbstündigen Befragung zur
Krankheitsgeschichte der Versicherten in der Lage fühle, die Beurteilung von Dr. C._
als falsch abzutun. Die Versicherte habe kein Vertrauen zu Dr. G._ aufbauen können
und habe ihn als gefühllos und gefühlskalt empfunden. Zudem habe das Gutachten
von Dr. G._ wegen der einseitigen Beauftragung durch die IV-Stelle und wegen des
fehlenden gerichtlichen Hinweises auf die Straffolgen von Art. 307 StGB nicht den
Stellenwert eines Gerichtsgutachtens, sondern lediglich eines Privatgutachtens. Eine
erneute Begutachtung sei unumgänglich.
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A.l Mit Verfügung vom 7. November 2013 (IV-act. 74) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab. Betreffend die
Einwände merkte sie an, dass das Gutachten gemäss dem RAD den
versicherungsmedizinischen Anforderungen genüge und eine erneute Begutachtung
deshalb nicht angezeigt sei. Die Gutachterwahl erfolge im Übrigen nach dem
Zufallsprinzip.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 6. Dezember 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Anordnung einer psychiatrischen Oberexpertise.
In Ergänzung zur Einwandbegründung im Vorbescheidsverfahren führte er aus, die IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe ihre Begründungspflicht verletzt,
indem sie nicht auf die Einwände bezüglich des Ablaufs der Begutachtung und der
unterschiedlichen psychiatrischen Beurteilungen eingegangen sei. Die
Beschwerdegegnerin habe der halbstündigen gutachterlichen Untersuchung mehr
Beweiswert beigemessen als der Beurteilung eines gleichrangigen Psychiaters, der
seine Erkenntnisse anhand von 26 Sitzungen gewonnen habe. Dr. G._ habe gestützt
auf die Hamilton Depressionsskala selbst eine leichte depressive Episode verneint, weil
die Beschwerdeführerin insgesamt lediglich 11 Punkte erreicht habe. Allerdings
bestehe bei einem HASM-D17-Wert von 11 Punkten ein klarer Hinweis auf eine leichte
Depression. Die Diagnose von Dr. G._ sei daher falsch. Die lediglich halbstündige
Untersuchung für die erstmalige Begutachtung der recht nervösen und deswegen sehr
unsicheren Beschwerdeführerin, deren Muttersprache Kroatisch und nicht Deutsch sei,
sei nicht angemessen gewesen. Zudem wecke auch das Privatgutachten von Dr. C._
erhebliche Zweifel an der Aussagekraft des Gutachtens von Dr. G._, weshalb die
Voraussetzungen gegeben seien, ein Gerichtsgutachten anzuordnen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Februar 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, dass der behandelnde
Psychiater keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vorgebracht habe, die im
Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen. Berichte von behandelnden Ärzten seien zudem
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aufgrund von deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt
zu würdigen, da behandelnde Ärzte im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihres Patienten
aussagten. Ausserdem habe Dr. G._ einleuchtend erklärt, weshalb auf den Bericht
von Dr. C._ nicht abgestellt werden könne. Der Vorwurf, die Begutachtung habe
lediglich eine halbe Stunde gedauert, sei in Anbetracht des Umfangs des Gutachtens
und aufgrund des Umstandes, dass der Gutachter explizit erklärt habe, dass die
Begutachtung ca. eineinhalb Stunden gedauert habe, unhaltbar. Des Weiteren dürften
psychodiagnostische Testungen nur im Gesamtkontext der Untersuchungsergebnisse
gelesen und ausgewertet werden. Auch die Hamilton-Skala könne höchstens als
Hilfsmittel dienen und sei mit den anderen Untersuchungsbeobachtungen
abzugleichen. Im vorliegenden Fall liege der Hamilton-Punktewert im unteren Bereich
leichter Depressionen, was die Einschätzung von Dr. G._ nicht als widersprüchlich
erscheinen lasse. Auch das Argument, die Begutachtung sei eine Momentaufnahme
und deshalb nicht geeignet, ein vollständiges Bild des Gesundheitszustandes zu
liefern, sei nicht geeignet, die Überzeugungskraft des Gutachtens von Dr. G._ zu
schmälern. Denn zum einen habe Dr. G._ über die medizinischen Vorakten verfügt,
welche ihm die durch die Langzeitbeobachtung gewonnenen Erkenntnisse vermittelt
hätten. Zum anderen lasse eine Langzeitbeobachtung die Gefahr entstehen, dass die
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der versicherten Person den behandelnden Arzt dazu
bringe, diese Überzeugung zu teilen und damit als objektiv zu betrachten. Das
Gutachten von Dr. G._ erfülle sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweistauglichkeit, weshalb darauf abzustellen sei.
B.c Mit Replik vom 27. März 2014 (act. G 8) brachte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ergänzend vor, Dr. C._ bezweifle aufgrund des Ablaufs der
Begutachtung, dass überhaupt eine umfassende Abklärung möglich gewesen sei. Dies
könne auch daran gelegen haben, dass kein Dolmetscher verlangt worden sei. Hätte
die Beschwerdeführerin nämlich gewusst, was bei der Untersuchung auf sie zukomme
und dass sie ihren Gesundheitszustand nur oberflächlich und für sie nicht ausreichend
erklären könne, hätte sie einen Dolmetscher verlangt. Die eigentliche Begutachtung
habe nur 30 Minuten gedauert, was eindeutig zu wenig sei. Gemäss Dr. C._ hätten
aber auch eineinhalb Stunden kaum genügt, um die Problematik umfassend erfassen
und verstehen zu können. Der der Replik beigelegten Stellungnahme von Dr. C._
vom 6. Februar 2014 (act. G 8.1) war zu entnehmen, dass die Begutachtung gemäss
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der Beschwerdeführerin insgesamt eine Stunde gedauert habe. Die
Beschwerdeführerin habe eine Frage nach der anderen beantworten müssen und sich
dabei nicht wirklich ausdrücken können. Die Hamilton-Skala sei tatsächlich nur ein
Hilfsmittel. Allerdings habe es der Gutachter unterlassen, seine Beurteilung zu
erläutern, zumal ein Wert von 11 bedeute, dass Hinweise auf eine leichte Depression
vorlägen. Zudem habe Dr. G._ auf die von ihm erwähnten Symptome, die für die
Diagnose einer mittelgradigen Depression sprächen, keinen Bezug genommen. Eine
differentialdiagnostische Diskussion sei nicht erfolgt. Aus diesem Grund sei die
Herleitung der Diagnose im Gutachten oberflächlich begründet und nicht
nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin habe eine lange Leidensgeschichte, die nur
schwer in ein- bis eineinhalb Stunden zu erfassen und zu verstehen sei. Da es sich bei
ihr um eine differenzierte Person handle, brauche auch ein erfahrener Gutachter wie
Dr. G._ mit Sicherheit mehr Zeit, um die Problematik umfassend zu erfassen und zu
verstehen.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10).

Erwägungen
1.
1.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht verletzt habe, indem sie nicht auf die
Einwände bezüglich des Ablaufs der Begutachtung und der unterschiedlichen
psychiatrischen Beurteilungen eingegangen sei.
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Die Begründungspflicht ist ein
wesentlicher Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101)
verfassungsrechtlich verankerten Anspruchs auf rechtliches Gehör. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung soll die Begründungspflicht zum einen
verhindern, dass sich die Verwaltungsbehörde von unsachlichen Motiven leiten lässt.
Zum anderen soll sie es der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung
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gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. In der Entscheidbegründung müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann
sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124
V 180 E. 1a mit Hinweisen).
1.3 Der angefochtenen Verfügung ist zu entnehmen, dass der Rentenentscheid auf
dem Gutachten von Dr. G._ basiert und die Beschwerdegegnerin eine erneute
psychiatrische Begutachtung als nicht notwendig erachtet hat. Diese Informationen
haben ausgereicht, um den Rentenentscheid sachgerecht anfechten zu können. Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Begründungspflicht somit nicht verletzt.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat sich erstmals im März 2010 wegen eines Burnouts
zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Das Verfahren war im Juni 2010
abgeschlossen worden, da die Beschwerdeführerin ab April 2010 wieder zu 80 % in
ihrer angestammten Tätigkeit gearbeitet hatte. Im Januar 2012 hat sich die
Beschwerdeführerin erneut bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug
angemeldet. Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft
gemacht wird, das sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen
Weise geändert hat. Die Beschwerdeführerin war vom 14. August bis 8. September
2011 in stationärer Behandlung in der Klinik D._. Die Psychologinnen der Klinik
hatten erklärt, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt des Klinikaustritts weiterhin
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Dr. C._ hatte diese Einschätzung am 10.
Oktober 2011 bestätigt. Am 29. März 2012 hatte er dem RAD telefonisch mitgeteilt,
dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin instabil sei und die volle
Arbeitsunfähigkeit weiterhin anhalte. Durch den Austrittsbericht der Klinik D._ und
insbesondere die Berichte von Dr. C._ hat die Beschwerdeführerin eine
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit der Abweisung des
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Leistungsbegehrens am 25. Juni 2010 glaubhaft gemacht, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Wiederanmeldung eingetreten ist.
2.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 7. November 2013 hat die
Beschwerdegegnerin eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes verneint und
das Rentengesuch abgewiesen. Nach Art. 29 Abs. 1 ATSG hat sich jede Person, die
eine Versicherungsleistung beansprucht, beim zuständigen Versicherungsträger
anzumelden. Der Wortlaut dieser Bestimmung unterschiedet nicht zwischen
erstmaligen Anmeldungen und Neu- bzw. Wiederanmeldungen, d.h. Anmeldungen von
Personen, die bereits früher eine Anmeldung eingereicht haben, deren
Leistungsgesuch damals aber formell rechtskräftig abgewiesen worden ist. Dies
erscheint vor dem Hintergrund, dass es generell die Aufgabe des
Verwaltungsverfahrensrechts ist, möglichst allen Personen diejenigen Leistungen zu
verschaffen, auf die sie materiell-rechtlich einen Anspruch haben, korrekt. Der
Sozialversicherungsträger ist somit gezwungen, eine Neuanmeldung zu prüfen, auch
wenn ein Leistungsanspruch bereits früher rechtskräftig verneint worden ist. Dabei soll
Art. 87 Abs. 3 IVV verhindern, dass sich der Sozialversicherungsträger nach
vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit
gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des
Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 117 V 198 E. 4a mit
Hinweis). Tritt der Versicherungsträger also auf eine Neuanmeldung ein, hat er das
Gesuch materiell wie eine erstmalige Anmeldung umfassend zu prüfen (vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2015, IV 2012/430 E.
1). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin das Rentengesuch zu Recht abgewiesen hat. Für die
Beantwortung dieser Frage ist folglich nicht relevant, ob sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin seit der Abweisungsverfügung vom 25. Juni 2010 tatsächlich
verändert hat.
2.3 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
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dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.4 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.5 Bei nichterwerbstätigen versicherten Personen im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG –
namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird für die Bemessung der Invalidität
darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im bisherigen
Aufgabenbereich zu betätigen (spezifische Methode des Betätigungsvergleichs; Art.
28a Abs. 2 IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen
gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder
(Art. 27 IVV). Bei versicherten Personen, die teilweise erwerbstätig sind, erfolgt die
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. Dabei sind die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzustellen und der
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen
(Art. 28a Abs. 3 IVG).
3.
3.1 Vorab ist zu klären, anhand welcher Methode (Einkommensvergleich, gemischte
Methode oder Betätigungsvergleich) die Invaliditätsbemessung im vorliegenden Fall
vorzunehmen ist.
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3.2 Die Beschwerdeführerin ist ab dem 1. August 2009 zu 100 % als
Produktionsmitarbeiterin tätig gewesen. Per 1. April 2010 hat sie das Pensum auf 80 %
reduziert. Begründet hat sie dies damit, dass sie mit dem Vollpensum nicht
klargekommen sei und auch zu Hause alles perfekt machen wolle. Der ehemalige
Psychiater der Beschwerdeführerin, Dr. B._, hat angegeben, dass die
Pensumsreduktion wegen der eingeschränkten Belastbarkeit der Beschwerdeführerin
erfolgt sei. Er hat die Reduktion der Erwerbstätigkeit somit ausschliesslich auf die
gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin zurückgeführt. Dafür, dass die
Pensumsreduktion aus gesundheitlichen Gründen erfolgt ist, spricht auch, dass sie
kurz nach der ersten Anmeldung bei der Invalidenversicherung erfolgt ist. Es ist daher
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Probleme im
Verfügungszeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 % erwerbstätig
gewesen wäre. Der IV-Grad ist daher anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu
ermitteln.
4.
4.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdeführerin
hat psychische Beeinträchtigungen geltend gemacht.
4.2 Der psychiatrische Gutachter Dr. G._ hat bei der Beschwerdeführerin eine Angst
und depressive Störung, gemischt, diagnostiziert und erklärt, dass sich mit dieser
Diagnose keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im IV-rechtlichen Sinne
begründen lasse. Das Bundesgericht hat in seiner jüngeren Rechtsprechung den
funktionellen Auswirkungen einer gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die
Arbeitsfähigkeit sowie den persönlichen Ressourcen der betroffenen Person mehr
Gewicht beigemessen (vgl. BGE 141 V 281). Diese Praxisänderung hat zur Folge, dass
aus den medizinischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche
funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den Gesundheitsschäden resultieren. Die
Diagnosestellung hat somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der
diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig
begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter
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Zumutbarkeitsbeurteilung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt (vgl. BGE 141
V 574 E. 4.2). Dr. G._ ist nicht auf die gesundheitsbedingten funktionellen
Einschränkungen der Beschwerdeführerin auf ihre Arbeitsfähigkeit eingegangen,
sondern hat einfach aufgrund der von ihm gestellten Diagnose geschlossen, dass keine
Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Sein Gutachten erweist sich insofern als unvollständig. Zwar
bestünde in einem solchen Fall die Möglichkeit, das Gutachten durch Dr. G._
ergänzen zu lassen. Vor dem Hintergrund, dass der behandelnde Psychiater Dr. C._
in seinem Bericht vom 1. November 2012 der Beschwerdeführerin eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert hat und die
Arbeitsfähigkeit auf 0 % geschätzt hat, erscheint jedoch eine neue psychiatrische
Begutachtung als angezeigt. Der noch zu beauftragende Gutachter wird dabei die
Krankheitsgeschichte der Beschwerdeführerin bei Dr. B._ bzw. Dr. C._ einholen
müssen.
4.3 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin oder das Gericht die psychiatrische
Neubegutachtung in Auftrag gegeben muss, d.h. ob die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder ein Gerichtsgutachten zu veranlassen ist.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung holt ein kantonales
Versicherungsgericht in der Regel dann ein Gerichtsgutachten ein, wenn es im Rahmen
der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer
Sachverhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt
werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht
beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es
darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen.
Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn
allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen
erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014
E. 3.2; BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Im vorliegenden Fall liegt ein nicht beweiskräftiges
psychiatrisches Administrativgutachten im Recht. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung müsste in diesem Fall ein Gerichtsgutachten eingeholt werden. Die
bundesgerichtliche Praxis leuchtet jedoch nicht ein: Die Beschwerdegegnerin ist
gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes
wegen vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin hat somit u.a. den medizinischen
Sachverhalt soweit abzuklären, dass die Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person mit
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dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Die
Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsunfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht nur
ungenügend abgeklärt. Würde das Versicherungsgericht nun ein Gerichtsgutachten in
Auftrag geben, würde es eine der Beschwerdegegnerin obliegende Aufgabe sozusagen
„übernehmen“. Dies wäre jedoch rechtswidrig, da der Gesetzgeber diese Aufgabe, d.h.
die rechtsgenügliche Ermittlung des Sachverhalts, der Beschwerdegegnerin
zugewiesen hat. Eine solche Rechtsverletzung kann durch die vom Bundesgericht
angeführten Vorteile von Gerichtsgutachten, namentlich der Straffung des
Gesamtverfahrens und der beschleunigten Rechtsgewährung (siehe BGE 137 V 210
E. 4.4.1.2), nicht „geheilt“ werden. Zu beachten ist auch, dass einer versicherten
Person durch die Einholung eines Gerichtsgutachtens die Möglichkeit genommen wird,
den Rentenentscheid von zwei Instanzen überprüfen zu lassen. Dies ist insbesondere
auch deshalb problematisch, weil das Bundesgericht nur über eine eingeschränkte
Kognition verfügt, d.h. es kann den vom kantonalen Versicherungsgericht festgestellten
Sachverhalt nur eingeschränkt überprüfen (siehe Art. 97 des Bundesgerichtsgesetzes,
SR 173.110). Die Einholung eines Gerichtsgutachtens ist deshalb nur in jenen Fällen
angezeigt, in denen die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt zwar rechtsgenüglich
abgeklärt hat, für die rechtliche Würdigung aber trotzdem die Einholung eines weiteren
Gutachtens notwendig ist, namentlich weil zwei (oder mehr) überzeugende, sich jedoch
widersprechende Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Recht liegen. Dies ist vorliegend
nicht der Fall. Demnach ist die angefochtene Verfügung gestützt auf Art. 43 Abs. 1
ATSG aufzuheben und die Sache zur neuen psychiatrischen Begutachtung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V
215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
bis
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Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird
der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine
Honorarnote eingereicht. In einem Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad
wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Der
Aufwand ist im vorliegenden Fall wegen des dünnen Aktendossiers
unterdurchschnittlich gewesen. Zudem sind die Beschwerdeschrift und die Replik
vergleichsweise kurz ausgefallen. Eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint daher als angemessen.