Decision ID: 914c030a-039f-4b37-b091-f96382e3303c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geboren am 3. Juni 1984 in Santiago) ist Bürger der Dominikanischen
Republik. Auch seine Eltern stammen aus diesem Land. Am 11. November 1995 reiste
er zu seiner Mutter in die Schweiz ein. Hier ist er niederlassungsberechtigt. Vom 1. Juli
2001 bis 30. Juni 2002 hielt er sich bei seinem Vater in den Vereinigten Staaten von
Amerika auf. X.Y. ist der Vater von A., die am 3. April 2003 zur Welt kam und – wie ihre
Mutter, bei der sie lebt – Schweizerin ist. Seiner Verpflichtung, Unterhalt zu leisten, kam
er nicht nach. Seit Dezember 2006 bevorschusst das Sozialamt der Stadt St. Gallen die
Unterhaltsbeiträge. X.Y. hat die Realschule, aber keine weitere Ausbildung absolviert
und war nur in geringem Ausmass erwerbstätig. Zurzeit lebt er bei seiner Mutter. Am
Wochenende besteht ein regelmässiger Kontakt zu seiner Tochter A.
In den Jahren 2005, 2006 und 2007 wurde X.Y. fünfmal wegen Widerhandlungen gegen
das Transportgesetz gebüsst. Im Februar und März 2004 waren im Zusammenhang mit
seiner Beziehung zur Mutter von A. zwei polizeiliche Interventionen im häuslichen
Bereich erforderlich. Nach dem zweiten Vorfall wurde er wegen Tätlichkeit und
mutwilliger Belästigung mit 700 Franken gebüsst. Wegen eines Einbruchdiebstahls – er
entwendete einer Bekannten deren Casinogewinn von über 80'000 Franken, liess ihn
aber am folgenden Tag der Polizei aushändigen – wurde er am 11. August 2006 zu
einer bedingten Gefängnisstrafe von drei Monaten und einer Busse von 1'000 Franken
verurteilt. Am 18. März 2010 wurde er wegen eines bewaffneten Raubüberfalls – er
hatte die Kassierin eines Tankstellenshops mit einem Messer bedroht und rund 1'800
Franken erbeutet – zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Wegen
eines unbewaffneten Raubes – zusammen mit einem Mittäter zwang er eine ihm nicht
bekannte Person, welche nach dem Weg fragte, unter Einsatz körperlicher Gewalt zur
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Herausgabe ihrer Wertgegenstände - wurde er am 10. Oktober 2011 mit zwölf Monaten
Gefängnis und wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes – er
hatte am Vortag der Tat zwei bis drei Joints geraucht und zweimal Kokain konsumiert –
mit einer Busse von 150 Franken bestraft. Die Strafe wurde zusammen mit einer
Ersatzfreiheitsstrafe unter Anrechnung der Untersuchungshaft ab 21. März 2012
vollzogen. Nachdem X.Y. per 1. November 2012 bei der Q. AG mit einem Pensum von
50 Prozent auf Abruf im Stundenlohn angestellt worden war, wurde er aus dem
Strafvollzug vorzeitig bedingt entlassen.
B./ Das kantonale Migrationsamt widerrief am 23. Mai 2012 die
Niederlassungsbewilligung von X.Y. und wies ihn an, die Schweiz nach der Entlassung
aus dem Strafvollzug zu verlassen. Das Sicherheits– und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen (nachfolgend Vorinstanz) wies am 10. Dezember 2012 den dagegen
erhobenen Rekurs ab und lud das Migrationsamt ein, eine neue Ausreisefrist
anzusetzen (Ziffern 1 und 2). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege trug
der Kanton St. Gallen die Entscheidgebühr von 1'000 Franken und entschädigte den
Rechtsvertreter von X.Y. mit 1'600 Franken zuzüglich Mehrwertsteuer (Ziffern 3 und 4).
C./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob gegen den am 12. Dezember 2012
versandten Rekursentscheid mit Eingabe seines Vertreters vom 19. Dezember 2012
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge und Gewährung der aufschiebenden Wirkung seien die Ziffern 1
und 2 des angefochtenen Entscheides aufzuheben und die Niederlassungsbewilligung
unter angemessenen Auflagen "fortzuschreiben". Auf die Ausführungen zur

Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung entsprach der Präsident des Verwaltungsgerichts mit Verfügung
vom 21. Januar 2013.
Unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid und die Akten beantragte die
Vorinstanz am 25. Januar 2013, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Mit
Strafbefehl vom 17. Juli 2013 wurde der Beschwerdeführer wegen Widerhandlung
gegen das Personenbeförderungsgesetz mit 80 Franken gebüsst.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. (...).
2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers.
2.1. Nach Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62 Ingress und lit. b des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20,
abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr
als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufgehalten haben,
widerrufen werden, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt
wurde. Das Erfordernis der "Längerfristigkeit", wie es die bundesgerichtliche
Rechtsprechung umschreibt (vgl. BGer 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 2.1 mit
Hinweis auf BGE 135 II 377 E. 4.1 und 137 II 297 E. 2), ist mit der rechtskräftigen
Verurteilung vom 18. März 2010 zu einer – bedingten – Freiheitsstrafe von 14 Monaten
unbestrittenermassen erfüllt. Da die in Art. 63 Abs. 2 AuG genannten Gründe für den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch bei einer kürzeren Anwesenheit gelten,
kann offen bleiben, ob sich der Beschwerdeführer trotz seines einjährigen Aufenthalts
in den Vereinigten Staaten von Amerika seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und
ordnungsgemäss in der Schweiz aufgehalten hat (vgl. dazu BGer 2C_958/2011 vom 18.
Februar 2013 E. 2.2).
2.2. Sowohl Art. 63 Abs. 2 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als
"Kann-"Bestimmung formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen gewissen
Ermessensspielraum ein.
2.2.1. Gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG ist eine Interessenabwägung vorzunehmen, wobei
die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und
die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und
Ausländer berücksichtigt. Dabei fallen namentlich die Schwere des Verschuldens bei
Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit, sowie die dem Betroffenen und
seiner Familie drohenden Nachteile in Betracht (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 mit
Hinweisen).
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An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je
länger der Betroffene in der Schweiz gelebt hat. Selbst bei einem Ausländer, der
bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat
(Ausländer der zweiten Generation), sind fremdenpolizeiliche Massnahmen aber nicht
ausgeschlossen; bei schweren bzw. wiederholten Straftaten, insbesondere bei Gewalt-
und Betäubungsmitteldelikten, besteht hieran ein wesentliches öffentliches Interesse
(BGer 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 mit Hinweis auf BGE 122 II 433 E. 2c und
130 II 176 E. 4.4.2.). Neben dem strafrechtlichen Verschulden sind insbesondere die Art
und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat verletzten Rechtsgüter, die Art und
Umstände der Tatbegehung (einfache oder mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten
nach der Tat zu berücksichtigen. Dem strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist
zwar im Rahmen der umfassenden Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die
Prognose über das Wohlverhalten ist jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht
der Ausländerbehörden das Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im
Vordergrund steht. Aus ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person
begangen hat (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis
Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63 AuG mit Hinweisen auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung). Im Zusammenhang mit Gewaltdelikten muss
selbst ein relativ geringes Restrisiko nicht hingenommen werden (vgl. BGer
2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 3.2.4 mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung). Was das Interesse an der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen
Personen, die nicht unter das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft
und ihren Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681) fallen,
im Rahmen der Interessenabwägung auch generalpräventiven Gesichtspunkten
Rechnung getragen werden (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit
Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
2.2.2. Der Beschwerdeführer wurde zweimal wegen Raubes – im ersten Fall bewaffnet,
im zweiten Fall unbewaffnet – zu Freiheitsstrafen von 14 und 12 Monaten – im ersten
Fall bedingt erlassen bei einer Probezeit von drei Jahren, mit der zweiten Verurteilung
verlängert auf viereinhalb Jahre, im zweiten Fall vollziehbar – verurteilt. Er wurde mithin
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wegen Gewaltdelikten insgesamt zu Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren
verurteilt.
Bei der Strafzumessung im Entscheid vom 18. März 2010 wird von einer
"Einsatzstrafe" von 20 Monaten ausgegangen. Zufolge Begründungsverzichts wird das
Tatverschulden nicht weiter gewürdigt. Aus der Schilderung der Tat ergibt sich, dass
der Beschwerdeführer an einem späten Werktagabend in einem Tankstellenshop
vorgab, ein Getränk bezahlen zu wollen, die Kassierin, nachdem diese die Kasse
geöffnet hatte, mit einem Küchenmesser mit einer neun Zentimeter langen Klinge
bedrohte und so 1'800 Franken erbeutete. Die Höhe der "Einsatzstrafe" – verglichen
mit jener im Entscheid vom 10. Oktober 2011 von zwölf Monaten – weist darauf hin,
dass der Strafrichter das Verschulden als schwer beurteilte. Strafmildernd wurden das
umfassende Geständnis und die schwierige Kindheit berücksichtigt.
Im Entscheid vom 10. Oktober 2011 wird zur Würdigung des Verschuldens ausgeführt,
das Opfer habe den beiden Tätern, indem es sie nach dem Weg gefragt habe, ein
gewisses Vertrauen entgegen gebracht. Das Opfer sei beengt, festgehalten, mehrfach
gegen den Kopf geschlagen und ausgeraubt worden. Die Tat sei gemein, brutal,
vollkommen sinnlos, verwerflich und durch nichts zu rechtfertigen gewesen. Der
Beschwerdeführer habe - indem er das Opfer lediglich einmal geschlagen und im
Übrigen festgehalten habe - im Vergleich zum Mittäter eine weniger aktive Rolle
übernommen, aber doch wesentlich zur gemeinen und brutalen Tatausführung
beigetragen. Es wäre ihm möglich gewesen, den Raub zu vermeiden. Alkoholbedingt
sei seine Steuerungsfähigkeit leicht eingeschränkt gewesen. Sein Verschulden sei als
mittelschwer bis schwer einzustufen. Die "Einsatzstrafe" wurde entsprechend auf zwölf
Monate festgesetzt. Straferhöhend wurden die einschlägige Vorstrafe und der
Umstand, dass der Beschwerdeführer noch während der Probezeit handelte,
berücksichtigt. Strafmindernd fiel ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer geständig
war.
Aus fremdenpolizeilicher Sicht fällt neben dem strafrechtlichen Verschulden ins
Gewicht, dass der Beschwerdeführer nicht nur zweimal wegen Raubes zu längeren
Freiheitsstrafen verurteilt worden ist, sondern bereits früher insbesondere wegen eines
Einbruchdiebstahls, bei dem er 80'000 Franken entwendete und in der Folge zu einer
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bedingten Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden war, strafrechtlich auffiel
und seine Gewaltbereitschaft im Lauf der Zeit tendenziell zunahm. Seine Straftaten
standen hauptsächlich im Zusammenhang mit seinen beengten wirtschaftlichen
Verhältnissen. Konkrete Hinweise dafür, dass sich an diesen Verhältnissen in
absehbarer Zeit etwas ändern wird, sind zurzeit nicht erkennbar. Einerseits erzielt er mit
seiner derzeitigen Anstellung auf Abruf nur ein äusserst geringes Einkommen.
Anderseits legt er in der Beschwerde aber auch keine Bemühungen zur Verbesserung
seiner Einkommenssituation dar. Insbesondere belegt er weder eine aktive
Stellensuche noch das Bestreben, eine Ausbildung nachzuholen. Unter diesen
Umständen ist fremdenpolizeilich von einer erheblichen Rückfallgefahr auszugehen.
Unter Berücksichtigung des Verschuldens und der Rückfallgefahr besteht ein
erhebliches öffentliches Interesse an der Beendigung der Anwesenheit des
Beschwerdeführers in der Schweiz.
2.2.3. Wann der Beschwerdeführer als Kind und Jugendlicher in welchem Land und
unter wessen Obhut lebte, lässt sich anhand der vorliegenden Akten nicht lückenlos
ermitteln. Unbestritten ist, dass er am 3. Juni 1984 in der Dominikanischen Republik
geboren wurde. Gemäss den Strafurteilen vom 18. März 2010 und vom 10. Oktober
2011 reiste er erstmals 1991 zu seiner Mutter in die Schweiz ein, lebte zunächst
monateweise und später während rund sechs Jahren bei seinem Vater in New York
und kam "ca. 1998" wieder in die Schweiz zurück. In der Niederlassungsbewilligung
wird eine Einreise in die Schweiz am 11. November 1995 genannt. Zu welchem Zweck
und für welche Dauer er damals in die Schweiz einreiste, ist anhand der Akten nicht
festzustellen. Sein 17. Lebensjahr verbrachte der Beschwerdeführer wiederum bei
seinem Vater in den Vereinigten Staaten. Seit seiner Rückkehr im Juni 2002 lebt er in
der Schweiz. In der Beschwerde wird ausgeführt, die Mutter des Beschwerdeführers
lebe seit 23 Jahren - mithin seit 1990 - in der Schweiz. Der Beschwerdeführer sei
bereits im Alter von vier Jahren – mithin 1988 - in die Schweiz eingereist, wobei es sich
angesichts der formellen Einreise im Jahr 1995 zum Verbleib bei der ebenfalls aus der
Dominikanischen Republik stammenden Mutter bei seinen Aufenthalten in der Schweiz
um Besuche ferienhalber gehandelt haben dürfte. Er sei auch immer wieder zu seinem
Vater in die Vereinigten Staaten gereist.
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Aus den Akten und den unwidersprochenen Ausführungen in der Beschwerde ist zu
schliessen, dass der Beschwerdeführer während seiner ersten sechs Lebensjahre
mehrheitlich in der Dominikanischen Republik, bis zu deren Ausreise in die Schweiz im
Jahr 1990 unter der Obhut der Mutter, anschliessend unter unbekannter Obhut
verbracht hat. Wann sein Vater die Dominikanische Republik verlassen hat, lässt sich
den Akten nicht entnehmen. Ab 1991 hat der Beschwerdeführer sich jeweils
besuchsweise bei seiner Mutter in der Schweiz, möglicherweise auch bei seinem Vater
in den Vereinigten Staaten aufgehalten. Ob er sich bereits seit 1984 für kürzere
Aufenthalte zusammen mit seiner Mutter in der Schweiz aufgehalten hat, ist unklar. Den
der Primarschule entsprechenden Unterricht besuchte er im Wesentlichen in den
Vereinigten Staaten. Seit seinem 14. Lebensjahr hält er sich dauerhaft in der Schweiz
auf, wobei er – wohl nach Abschluss der Realschule in Rorschach - sein 17. Lebensjahr
wiederum bei seinem Vater in den Vereinigten Staaten verbrachte. Jedenfalls in den
vergangenen rund fünfzehn Jahren hat der Beschwerdeführer – mit Ausnahme eines
Jahres – in der Schweiz gelebt. Seit der Entlassung aus dem Strafvollzug wohnt er bei
seiner Mutter. Aus den unwidersprochen gebliebenen Darstellungen in der Beschwerde
ist zu schliessen, dass er sodann am Wochenende den Kontakt zu seiner Tochter und
deren Mutter pflegt. In familiärer Hinsicht ist der Beschwerdeführer damit in der
Schweiz integriert, ohne dass die konkreten Lebensumstände es ihm aber erlaubt
hätten, hier auch Wurzeln zu schlagen.
Die berufliche Integration des Beschwerdeführers korrespondiert nicht mit der Dauer
seines Aufenthalts in der Schweiz. Er hat zwar die Realschule abgeschlossen, jedoch
eine Berufsausbildung weder aufgenommen noch gar abgeschlossen und war – soweit
aktenkundig - lediglich im Zusammenhang mit Bestrebungen zu seiner beruflichen
Integration in den primären Arbeitsmarkt erwerbstätig. Dies trifft auch auf die
stundenweise Beschäftigung auf Abruf, der er seit 1. November 2012 nachgeht, zu.
Aktuelle Bemühungen um eine weitergehende wirtschaftliche Integration werden in der
Beschwerde nicht dargelegt.
2.2.4. Der Aufbau einer eigenständigen Existenz ist für den Beschwerdeführer sowohl
in seinem Heimatland als auch in der Schweiz – wo eine erhebliche Gefahr besteht,
dass er sich in den bekannten früheren Bahnen bewegen wird - mit Schwierigkeiten
verbunden. In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe
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keinerlei persönliche Beziehungen zu seinem Heimatland. Dass er in der
Dominikanischen Republik nicht auf das geringste soziale Netz zurückgreifen könnte,
erscheint angesichts der konkreten Umstände unwahrscheinlich. Sowohl seine Mutter
als auch sein Vater stammen aus diesem Land. Der Beschwerdeführer hat seine ersten
Lebensjahre zumindest teilweise dort – allenfalls zusammen mit seiner Mutter –
verbracht. Es ist davon auszugehen, dass entweder er selbst oder zumindest aber
seine Eltern in der Dominikanischen Republik wenigstens noch über minimale
verwandtschaftliche oder andere persönliche Kontakte verfügen. In der Beschwerde
wird schliesslich nicht vorgebracht, der Beschwerdeführer sei der spanischen Sprache
nicht mächtig. Selbst wenn der Beschwerdeführer nie in der Dominikanischen Republik
gelebt hätte, werden ihm sein Alter und insbesondere seine Sprachkenntnisse –
angesichts seiner Biographie liegt es nahe, dass er in der Lage ist, sich auf Deutsch,
Englisch und Spanisch zu verständigen – den Aufbau einer Existenz in einem Land,
welches einen erheblichen Anteil des Volkseinkommens aus dem Tourismus erzielt,
erleichtern.
2.2.5. Zu berücksichtigen sind auch die Interessen eigener Kinder, soweit zu ihnen eine
enge Beziehung besteht und sie in der Schweiz gut integriert sind. Dabei ist den
verfassungsrechtlichen bzw. staatsvertraglichen Ansprüchen (Art. 13 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, abgekürzt BV;
Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten, SR 0.101, abgekürzt EMRK) Rechnung zu tragen. Der Schutz des
Kindeswohls gemäss Art. 11 BV und Art. 3 des Übereinkommens über die Rechte des
Kindes (SR 0.107) führt zu keinen über Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 EMRK
hinausgehenden Ansprüchen auf Bewilligung (vgl. BGer 2C_828/2012 vom 26. März
2013 E. 2.3.2, BGer 2C_339/2013 vom 18. Juli 2013 E. 2.9 mit Hinweis auf BGE 124 II
361 E. 3b).
Da Art. 8 EMRK ein intaktes und tatsächlich gelebtes Familienleben schützt, setzt der
Anspruch voraus, dass die Beziehung zum Kind intakt und bereits bisher sachgerecht
gelebt worden ist. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte Elternteil kann die familiäre
Beziehung mit seinen Kindern schon aus zivilrechtlichen Gründen von vornherein nur in
einem beschränkten Rahmen pflegen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten
Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht
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erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind
lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtspunkt des
Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV) ist es
grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten
vom Ausland her oder aber im Ausland selbst ausgeübt werden kann, wobei allenfalls
die Modalitäten des Besuchsrechts entsprechend auszugestalten sind. Gemäss der
ständigen bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichts kann ein weitergehender
Anspruch nur dann in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht
eine besonders enge Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz
zum Heimatland des Ausländers praktisch nicht aufrecht erhalten werden könnte und
das bisherige Verhalten des Ausländers in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass
gegeben hat (sog. tadelloses Verhalten; BGE 120 Ib 1 E. 3c; 120 Ib 22 E. 4; BGer
2C_1231/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 3.3; 2C_858/2012 vom 8. November 2012
E. 2.2; 2C_751/2012 vom 16. August 2012 E. 2.3).
Bei nicht sorgeberechtigten ausländischen Elternteilen eines hier
aufenthaltsberechtigten Kindes, die in der Schweiz bereits anwesenheitsberechtigt
waren, ist das Erfordernis der besonderen Intensität der affektiven Beziehung dann
erfüllt, wenn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab
üblichen Besuchsrechts kontinuierlich und reibungslos ausgeübt wird. Das formelle
Ausmass des Besuchsrechts ist mit anderen Worten nur insoweit massgeblich, als
dieses auch tatsächlich wahrgenommen wird. Die faktische Ausübung des
persönlichen Kontakts muss daher von der zuständigen Behörde notwendigerweise mit
geeigneten Massnahmen abgeklärt werden. Festzuhalten ist zudem an den übrigen
Voraussetzungen einer Bewilligungsverlängerung: Nach wie vor bleibt es erforderlich,
dass auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders intensive Beziehung zwischen
dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elternteil besteht und dass letzterer sich
tadellos verhalten hat (vgl. BGer 2C_1112/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.5, zur
Publikation bestimmt).
Eine verbindliche Regelung des Besuchsrechts des Beschwerdeführers gegenüber
seiner 2003 geborenen Tochter ist nicht dokumentiert. Den Akten lässt sich
entnehmen, dass er bis zu seiner Entlassung aus dem Strafvollzug zumindest
sporadisch Kontakt zu ihr und zur Kindsmutter pflegte. Regelmässigere Beziehungen
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bestanden zwischen dem Kind und der Mutter des Beschwerdeführers. Seit der
vorzeitigen bedingten Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug
verbringt das Kind entsprechend der Darstellung in der Beschwerde die Wochenenden
von Freitagabend bis Montagmorgen bei seinem Vater und seiner Grossmutter
väterlicherseits. Die Kindsmutter bestätigt, dass sie fast jedes Wochenende zusammen
seien. Jedenfalls seit der Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug
kann unter den dargestellten unwidersprochen gebliebenen Umständen von einer
tatsächlich gelebten, engen affektiven Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und
seiner Tochter ausgegangen werden. Daran ändert nichts, dass das Besuchsrecht des
Beschwerdeführers nicht formell geregelt ist.
Indessen ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer selbst bisher nicht in der Lage
war, zum Unterhalt des Kindes beizutragen. Selbst wenn ihm die – behauptete –
finanzielle Unterstützung seiner Mutter zugerechnet würde, könnte nicht von einer in
wirtschaftlicher Hinsicht besonders intensiven Beziehung gesprochen werden.
Ebensowenig kann von einem tadellosen Verhalten des Beschwerdeführers in der
Schweiz ausgegangen werden. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Sachverhalt
wesentlich von jenem der Angelegenheit Udeh gegen die Schweiz, in welcher der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung als Verletzung von Art. 8 EMRK beurteilte (Nr. 12020/09 vom 16.
April 2013). Jener Beschwerdeführer hatte sich in der Schweiz nicht das geringste
Delikt zuschulden kommen lassen ("n'a jamais commis le moindre délit en Suisse") und
sein Verhalten nach der vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug in Deutschland im
Mai 2008 war tadellos ("son comportement après avoir été remis en liberté était
également irréprochable").
Die familiären Beziehungen in der Schweiz hielten den Beschwerdeführer nicht von
seiner Straffälligkeit ab. Es ist unter diesen Umständen nicht erforderlich, dass er sich
im gleichen Land wie seine Tochter aufhält. Die Beziehung kann brieflich und – zumal
es sich bei der Dominikanischen Republik um eine beliebte und entsprechend
erschlossene Feriendestination handelt – wohl auch über elektronische
Kommunikationsmittel, allenfalls besuchsweise, aufrechterhalten werden (vgl.
beispielsweise BGer 2C_205/2013 vom 7. März 2013 E. 3.2.2).
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2.3. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass dem in der Straffälligkeit des
Beschwerdeführers und der Rückfallgefahr begründeten erheblichen öffentlichen
Interesse an der Beendigung seiner Anwesenheit in der Schweiz keine überwiegenden
privaten Interessen entgegen stehen. Der Beschwerdeführer lebt zwar seit rund 15
Jahren in der Schweiz und ist hier familiär integriert. Seine berufliche Integration
korrespondiert jedoch in keiner Weise mit der Dauer seiner Anwesenheit in der
Schweiz. Der Aufbau einer eigenständigen Existenz ist nicht nur in seinem Heimatland,
sondern auch in der Schweiz mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Die
konkreten Umstände und die Vorbringen in der Beschwerde lassen darauf schliessen,
dass er sich in seinem Heimatland verständigen und dort zumindest auf ein minimales
soziales Netz zurückgreifen kann. Selbst wenn der Beschwerdeführer in affektiver
Hinsicht eine intakte Beziehung zu seiner Schweizer Tochter pflegt, vermag dies
angesichts der kaum bestehenden wirtschaftlichen Beziehung und seines strafrechtlich
relevanten Verhaltens in der Schweiz an der Interessenabwägung nichts zu ändern.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht