Decision ID: 56a56554-616d-40a6-93a2-b8e619a61dde
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, war seit 1982 bei der
Y._
AG als Betriebsmitarbeiterin tätig und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3
0.
Oktober 2015 wurde der Suva ange
zeigt, dass die Versicherte am 2
0.
Januar 2015 beim Rückwärtsgehen und Ziehen
eines Rollwagens über einen Stapel gestü
r
zt und auf dem Boden aufgeprallt sei (
Urk.
7/1).
Die Beschwerdeführerin konsultierte am 1
0.
Februar 2015
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
welcher festhielt, dass die Abduktion der rechten Schulter nur bis 60° möglich sei
(Bericht vom 2
8.
März 2016,
Urk.
7/20
)
.
Mit Verfügung vom 1
7.
Mai 2016 teilte die Suva der Versi
cher
ten mit, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen kein sicherer oder wahr
scheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 2
0.
Januar 2015
und den gemeldeten Beschwerden bestehe. Sie könne daher keine Versiche
rungs
leistungen erbringen (
Urk.
7/34). Hiergegen erhob die Versicherte am 1
5.
Juni
2016 Einsprache (
Urk.
7/35; ergänzende
Einsprachebegründung
vom 1
3.
Juli 2016,
Urk.
7/39)
, welche die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
9.
November 2016
abwies (
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob hiergegen am
9.
Dezember 2016 Beschwerde und bean
tragte, die Suva habe die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilbehand
lungs
kosten und Taggeld, zu erbringen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Janu
ar
2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-48), was der Beschwerdeführerin am
1.
Febru
ar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt
im angefochtenen
Einspracheentscheid
dafür, da
ss
die Beschwerdeführerin erstmals nach neun Monaten über ein Unfaller
eignis
berichtet habe - dies trotz vorgängiger diverser ärztlicher Abklärungen und über 40 Physiotherapiesitzungen. Im Weiteren lägen widersprüchliche Angaben zum Unfallgeschehen vor, so dass nicht vom Vorliegen eines Unfallereignisse
s aus
ge
gangen werden könne. Im Ü
brigen sei auch aus medizinischer Sicht nicht von einem überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen dem geschil
derten Schadensereignis und dem gemeldeten Schaden auszugehen. Kreisarzt Prof.
Dr.
me
d.
Z._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie
, habe schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass Zeichen einer traumatischen Verursachung fehl
ten. Der gegenteilige Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
ortho
pädische Chirurgie
, vom 2
9.
Oktober 2015 vermöge nur einen möglichen, nicht aber überwiegend kausalen Zusammenhang zum Ausdruck zu bringen (
Urk.
2).
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor
(
Urk.
1)
,
dass sie beim Sturz am 2
0.
Januar 2015 einen stechenden Schmerz in der Schul
ter gespürt habe, welcher dauerhaft angehalten habe. Da sie auf die Palette und wenige Fliessresten gefallen sei, gebe es keine signifikanten Anzeiche
n einer
Bone
Bruise
. Es sei
entsprechend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Ruptur der Supraspinatussehne gekommen, die über lange Zeit falsch be
handelt worden sei und zusammen mit der Belastung am Arbeitsplatz an der
Rotatorenmanschette
und am Bizeps weiteren Schaden verursacht habe.
Falls die Beschwerdegegnerin di
e Kausalität oder
das Unfallereignis in Frage stelle, komme nur eine Berufskrankheit als Ursache in Betracht.
1.3
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass es am neu vor
g
ebrachten Vorliegen einer Berufskrankheit und von unfallkausalen psychi
schen
Beschwerden jeglicher Grundlage entbehre, womit diese Begehren ebenfalls ab
zu
weisen seien (
Urk.
6).
2.
2.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber
2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Ereignis
hat sich
gemäss den Angaben der Beschwer
deführerin am 2
0.
Januar 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (
Art.
3 ATSG),
die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädi
gende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkran
kungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 UVV hat er in An
hang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt.
Nach der Rechtsprechung ist eine „vorwiegende" Ver
ur
sachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursa
chen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. „Aus
schliess
liche" Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrank
heit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach
Art.
9
Abs.
2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel be
zweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des „ausschliesslichen oder stark über
wie
genden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufs
krankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407).
Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind gemäss
Art.
9
Abs.
3 UVG Berufs
krank
heiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gelten als ausgebrochen, sobald die betroffene Person erstmals ärztlicher Behandlung be
darf oder arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) ist.
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozial
versicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen folgendermassen dar:
3.1
Die Erstkonsultation erfolgte am 1
0.
Februar 2015 bei
Dr.
B._
. In seinem Bericht vom 2
8.
März 2016 hielt er fest, dass die Abduktion der Schulter rechts nur bis 60° möglich sei. Zur Diagnose sei der Bericht von
Dr.
A._
vom 2
9.
Oktober 2015 heranzuziehen (
Urk.
7/20).
3.2
Am 2
4.
August 2015 erfolgte ein
e Röntgenaufnahme
des rechten Schulterge
lenk
es am Spital
C._
(
Urk.
7/
9).
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Radio
logie, notierte, dass keine Voruntersuchungen zum Vergleich vorlägen. Es bestünden wenig ausgeprägte degenerative Veränderungen im Schultergelenk rechts. Die Artikulation
genohumeral
und
acromioklavikulär
sei regelrecht. Es lägen diskrete
subakromiale
ossäre Appositionen sowie ein
Acromion
-Typ II nach
Bigliani
vor.
Periartikuläre
Verkalkungen bestünden ebenso wie umschrie
be
ne
Osteolysen
nicht und eine Fraktur könne nicht nachgewiesen werden.
3.3
Am 2
1.
Septem
b
er 2015 erfolgte am Spital
C._
eine MRI
Arthrographie
der Schulter rechts und eine RF
Arthrographie
des rechten Schultergelenkes. Die Ärzte hielten fest, dass eine transmurale Ruptur der anterioren Supra
spinatus
sehne wie beschrieben vorliege. Des Weiteren sei eine AC-Gelenksarthrose sowie prominente
subakromiale
ossäre Appositionen, differentialdiagnostisch ein
Impin
gement
bedingend festzustellen. De
s Weiteren liege eine
Tendinopa
t
h
ie
der Sehne des M. infraspinatus und subscapularis vor und in der Muskulatur der
Rotatorenmanschette
seien einzelne Fettstreifen ersichtlich (
Urk.
7/10).
3.4
3.4.1
Dr.
A._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 2
9.
Oktober 2015 und diag
nostizierte ein posttraumatisches subacromiales
Impingement
bei grossem
Acro
mion
sporn
mit kleiner
Supraspinatussehnenruptur
rechts. Die Beschwerde
füh
rerin sei am 2
0.
Januar 2015 bei der Arbeit rückwärts über eine Kiste direkt auf die rechte Schulter gefallen. Seither bestünden Schmerzen dauernd bei Belas
tung aber auch nachts. Über 40 Physiotherapiesitzungen hätten keine Besserung gebracht.
Vorher habe sie keine Schulterbeschwerden gehabt. Sie sei Rechtshän
derin. Obwohl die Beschwerdeführerin immer gearbeitet habe, sei ihr auf Ende Jahr gekündigt worden
.
Klinisch finde sich auch eine gewisse
Kapsulitiskomponente
, so dass er in einem ersten Schritt eine subacromiale Infiltration durchgeführt habe. Er erlaube sich eine Kontrolle in 4 Wochen. Bei Beschwerdepersistenz müsse dann evtl. doch eine Rekonstruktion der Supraspinatussehne mit subacromialer Dekompression erwogen werden. Die Beschwerden könnten auf das Ereignis im Januar zurück
geführt werden, deshalb sei eine UVG-Anmeldung sinnvoll
(
Urk.
7/11).
3.4.2
Die Nachuntersuchung bei
Dr.
A._
fand am 2
6.
November
2015 statt.
Dr.
A._
konstatierte, dass nach der Infiltration funktionell eine deutliche Besserung eingetreten sei. Es bestünden noch Restbeschwerden, aber nicht nur in der Schulter sondern auch in der Halswirbelsäule. Die Beschwerdeführerin arbeite nun nicht mehr, dies werde sicher auch eine Entlastung bezüglich Schulter und Nacken geben und es sollte deshalb noch zugewartet werden. Ein Kontrolltermin sei nicht geplant, sie würde sich bei persistierenden Beschwerden Anfang Jahr wieder bei ihm melden (
Urk.
7/12).
3.4.3
Die Beschwerdeführerin stellte sich am 1
1.
Januar 2016 wieder bei
Dr.
A._
vor. Dieser führte aus, dass nach vorübergehender Besserung wieder starke Schmerzen in der rechten Schulter aufgetreten seien. Es bestehe nun ein Dauerschmerz auch nachts. Ebenso bestünden weiterhin Nackenbeschwerden. Motorische oder sensible Ausfälle würden aber nicht beschrieben. Die Befunde seien gegenüber der Voruntersuchung unverändert. Er habe eine zweite suba
cromiale Infiltration rechts durchgeführt. Ein Kontrollter
m
in bei ihm sei nicht geplant. Bei persistierenden Beschwerden müsse dann doch die subacromiale Dekompression und
Supraspinatussehnenrekonstruktion
diskutiert werden. Die Beschwerdeführerin werde sich bei Bedarf wieder melden (
Urk.
7/7).
3.4.4
Dr.
A._
hielt über die Konsultation am
1.
Februar 2016 fest, dass die zweite subacromiale Infiltration nur noch kurze Ze
it eine Besserung gebracht habe
.
Die
Beschwerdeführeri
n
berichte
über persistierende Schmerzen vor allem auch nachts
. Die konservativen Massnahmen seien ausgeschöpft. Er habe ihr eine
Supra
spinatussehnenrekonstruktion
mit
Acromioplastik
und AC-Gelenksresek
tion vorgeschlagen und ihr den Eingriff genau erklärt und auch Risiken und Komplikationen dargelegt. Sie sei mit dem Vorgehen einverstanden. Die Operation werde auf den 1
5.
März 2016 im Spital
C._
geplant (
Urk.
7/8).
3.4.5
Am 1
5.
März 2016 führte
Dr.
A._
eine diagnostische Schulterarthroskopie rechts, eine transossäre
Reinsertion
der Supraspinatussehne, eine Tenotomie der langen Bizepssehne und ein
e AC-Gelenksresektion und
Acrom
i
o
plastik
rechts durch (Operationsbericht vom 1
7.
März 2016,
Urk.
7/13). Im Austrittsbericht über den stationären Aufenthalt vom 1
5.
- 1
9.
März 2016 hielt
Dr.
A._
fest,
dass die Beschwerdeführerin ein Abduktionskissen für 6 Wochen erhalte. Es könne eine passive Mobilisation ab sofort innerhalb der Schmerzgrenze durch
g
e
führt werden. Die aktive Abduktion, Flexion und Aussenrotation könne erst
ab 6 Wochen erfolgen. Die Klammeren
tfernung erfolge nach 12 Tagen (
Urk.
7/
24).
3.5
Die Beschwerdegegnerin bat den Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, um eine ärztliche Beurteilung, welche er am
4.
Mai 2016 erstattete. Prof.
Z._
notierte
,
ihm falle
als erstes auf
, dass der konkrete Schadenver
lauf zumindest aus den medizinisc
hen Unterlagen nicht plausibel erschein
e
. Die
Beschwerdeführerin
sei
laut Untersuchungsbericht de
s Hausarztes erstmalig am 1
0.
Februar
2015 wegen dieses Ereignisses unter
sucht
worden. Leider entha
lt
e der Beric
ht keine bzw. nur sehr dürftige medi
zinische Angaben, die eine kausale Beurteilung nicht zuliessen. Der weitere Hei
l
verlauf entz
iehe sich
der kreisär
ztlichen Kenntnis bis zum 2
4.
August
2015, an dem eine Röntgenaufnahme des rechte
n Schultergelenkes und am 2
1.
Septem
ber
2015, an dem ein MRI des rechten S
chultergelenkes durchgeführt worden sei
en
. Im MRI w
ü
rden neben degenerativen Veränderungen des AC-Gelenkes sowie der
Rotatorenmanschette
auch eine trans
murale Ruptur der Supraspina
tus
sehne beschrieben. Die Indika
tion, die zur Untersuchung führe, laute
"seit Monaten Schmerzen an der Schulter rechts, Abduktionsdefizit ab 90°, Physio
the
rapie ohne Gewinn,
Im
pingementsyndrom
?". Es erstaune
doch sehr, dass unter der Indikation kein Unfallereignis angegeben w
e
rd
e. Im Übrigen laute auch das Ü
berweisungsschreiben des Hausarztes an d
en Radiologen ähnlich. Hier sei
k
eine Rede von einem Ereignis am 2
0.
Januar
2015, sodass aus kreis
ärztlicher Sicht doch erhebliche Zweifel an
einem Unfallereignis vom 2
0.
Januar 2015 bestünden
. Ein weiterer Grund
,
der gegen einen kausalen Zusammenhang der
Supraspinatussehnenruptur
u
nd
ein
em Unfallereignis vom 2
0.
Januar 2015 spreche
,
sei
das
MRI vom 2
1.
September
201
5.
Ihm fehl
t
en Zeic
hen einer trau
ma
tischen Verursachung, wie zum Beispiel ein
bone
bruise
, das auch acht
Monate nach einem Unfallereignis noch n
achweisbar sein sollte. Somit we
rd
e
aus medizinischer Sicht von einer Kontusion des rechten Schultergel
enkes ohne struktu
rell-traumatische Läsion ausg
egangen. Der Status quo sine sei
vier Wochen nach Unfallereignis er
reicht
gewesen
.
Darüber hinaus sei nochmals auf die
obgenannten Zweifel bezüglich des Unfallereignisses vom 2
0.
Januar 2015 erinnert (
Urk.
7/33).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte die Kausalität zwischen
den
Schulterbe
sc
hwer
den und dem
geltend gemachten
Ereigniss
vom 2
0.
Januar 2015
gestützt auf die Beurteilung von
Prof.
Z._
(vgl. E. 3.5).
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die Beurteilung von
Prof.
Z._
in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situation Rechnung trägt. Die
Beurtei
lung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin werden hinreichend begründet.
So zeigte
Prof.
Z._
nachvollziehbar
auf, dass der Kausalzusammenhang
insbesondere aufgrund der fehlenden
Zeichen
einer traumatischen Verursachung wie zum Beispiel eines
bone
bruise
im MRI
vom 2
1.
September 2015
lediglich möglich, nicht aber überwiegend
wahr
schein
lich ist (
Urk.
7/33; E. 3.5
).
Der Bericht erfüllt damit die
praxisgemässen
K
riterien (vgl. vorstehend E. 2.4
)
vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann
.
4.2
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin vermögen auch die im Recht
liegenden ärztlichen Berichte die Unfallkausalität nicht mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit zu erstellen:
4.2.1
Dr.
B._
hielt im Bericht
vom 2
8.
März 2016
über die Erstkonsultation vom 1
0.
Februar 2015 lediglich eine Abduktion der Schulter rechts nur bis 60° als obj
ektiven Befund fest, was
auf das
Ereignis
im Januar 2015
zurückzuführen sei. Bezüglich der Diagnose verwies er auf den Bericht von
Dr.
A._
vom 2
9.
Oktober 2015 (E. 3.1;
Urk.
7/20).
Dem steht allerdings entgegen, dass
Dr.
B._
in der Anmeldung zum
Arthro
-MRI vom
7.
September 2015 keine Angaben zu einem allfälligen Unfallereignis machte sondern notierte, dass seit Monaten Schmerzen an der rechten Schulter bestünden, ein Abduktionsdefizit von 90° vorliege und Physiotherapie ohne Ge
winn durchgeführt worden sei. Ein
Impingementsyndrom
sei fraglich (
Urk.
7/26)
.
Dem entsprechen auch seine Angaben in den Physiotherapieverordnungen:
Dr.
B._
vermerkte in der Verordnung zur Physiotherapie
vom 1
6.
Februar 2015
nebst der
Periarthropathie
Schulter rechts auch ein
Cervikalsyndrom
als
Diagnose infolge Krankheit
. In
der Physiotherapieverordnung vom 1
3.
April 2015
wurde lediglich noch das
Cervikalsyndrom
vermerkt, wobei in der Verordnung vom 2
0.
August 2015 dann wieder aufgrund der
Periathropathie
Sc
h
ulter rechts infolge Krankheit Physiotherapie verordnet wurde (
Urk.
3/19).
4.2.2
Anlässlich des Röntgens vom 2
4.
August 2015 und dem MRI am 2
1.
September 2015 im Spital
C._
war jeweils keine Rede von einem Unfallereignis (
Urk.
7/9-10; E. 3.2 und E. 3.3).
4.2.3
Dr.
A._
seinerseits hielt in seinem Bericht vom 2
9.
Oktober 2015 - ohne
weitere Begründung fest - dass die Beschwerden auf das Ereignis im Januar
2015
zurückgeführt werden könnten (
Urk.
7/11; E.
3.4.1). Daraus lässt sich allerdings - auch unter Berücksichtigung einer mangelnden Begründung anhand objek
tiver Befunde - nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellen, dass die geklagten Beschwerden effektiv auf das Ereignis vom 2
0.
Januar 2015 zurück
zu
führen sind. Die Ausführungen von
Dr.
A._
lassen eine Unfallkausalität lediglich möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich erscheinen.
In den weiteren Berichten vom 3
0.
Nove
mber 2015 (
Urk.
7/12; E. 3.4.2), vom
1
2.
Januar und vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
7/7, E. 3.4.3;
Urk.
7/8, E.
3.4.4;
Urk.
7/8)
erfolgten keine
Ausführungen
zur Unfallkausalität
. Im Operations
bericht wurde unter Indika
tion angeführt, dass die Beschwerdeführerin
seit dem 2
0.
Januar
2015, an welchem sie bei der Arbeit rückwärts über eine Kiste ge
fallen sei, persistierende, therapieresistente Schmerzen bei Belastung aber auch nachts habe. 40 Physiotherapiesitzungen hätten keine Besserung gebracht und im MRI sei eine transmurale
Supraspinatussehnenruptur
rechts ersichtlich (
Urk.
7/13
; vgl. auch Austrittsbericht vom 2
1.
März
2016,
Urk.
7/24
).
Die Argu
mentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist
allerdings
beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
4.2.4
Auch
im
Überweisungsschreiben vom 2
6.
September 2015 von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin,
an
Dr.
A._
ist keine Rede von einem Unfallereignis bzw. einer unfallkausalen Verursachung
, sondern von Be
schwerden seit Februar 2015
. Erst am 2
3.
Oktober 2015 wurde handschriftlich
ergänzt, dass
die Beschwerdeführerin am 2
0.
Januar 2015 auf die rechte Schulter
gestürzt sei mit der Fragestellung, ob eine UVG-Leistungspflicht bestehe (
Urk.
3
/4).
4.3
Der Vollständigkeit wegen
ist festzuhalten, dass klarerweise auch keine Berufs
krankheit im Sinne des Gesetzes vorliegt (vgl. E.
2.3), da die Gesund
heits
schä
digung nicht ausschliesslich oder vorwiegend durch
bei der beruflichen Tätig
keit schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden
ist (
Art.
9
Abs.
1 UVG
i.V.m
.
Art.
14 UVV
i.V.m
. Anhang I UVV, vgl. E. 2.3) und nicht erstellt ist, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde (
Art.
9
Abs.
2 UVG).
Auch die geklagten psychischen Beschwerden sind klarerweise nicht unfall
kau
sal und
damit vorliegend unbeachtlich (vgl. hierzu Zwischenbericht vom
5.
Januar 2016 der
F._
AG,
Urk.
3/9).
4.4
Damit
sind die geklagten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf das geltend gemachte Ereignis vom 2
0.
Januar 2015 zurückzu
füh
ren. Der
Einspracheentscheid
erweist sich
somit
als rechtens und die Be
schwer
de ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.