Decision ID: 52286b63-ff70-42e6-b92e-1b08b4d26a34
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1964 geborene
X._
war als Hausdienstangestellte in einem
Alters
zentrum
tätig und
deshalb
bei der CSS Versicherung
AG
für
die
Folgen von
Unfällen versichert
(Urk. 6/1)
.
A
m 30. September 2010
wurde sie
beim Überque
ren
eines
Fussgängerstreifens
vom
Fahrer eines Lieferwagens beim Verlassen des Kreisels zu spät
wahr
genommen
. Dabei wurde sie
von der rechten
Liefer
wagenfro
nt
erfasst und zu Boden geworfen
(Urk. 6/1
,
6/77
/4
).
Die Versi
cherte
wurde
vom Rettungsdienst
ins Spital
Y._
gebracht
(Urk. 6/77/3 f.). Dort
wurde
n
kleine
Subarachnoidalblutungen
bifrontal
beidseits und eine
Felsen
bein
längsfraktur
links diagnostiziert (Urk. 6/12/1). Die Versi
cherte blieb
zur neu
ro
logischen Überwachung, zur intravenösen
Antibiotika
therapie
sowie weiteren
medi
zinischen Abklärungen
bis am 13. Oktober
20
10 hospitalisiert (Urk. 6/12/1
).
Daran anschliessend
hielt
sie
sich bis am 16. November 2010 stationär
in der Rehabilitationsklinik
Z._
auf
(Urk. 6/36)
.
Im weiteren Verlauf
begab sich
die Versicherte
zur
psychiatrische
n
Behandlung in die
A._
AG
(Urk. 6/
53/2, 6/92
)
sowie
zur Be
handlung der Kopfschmerzen zu
Dr. med.
B._
, Kopfwehzentrum der Klinik
C._
(Ur
k. 6/58
)
und absolvierte Phy
siotherapie (Urk.
6/28
,
6/53/2
)
.
Die CSS Versicherung AG, welche den
Schaden
fall
durch die SUVA abwickeln liess, anerkannte ihre Leistungspflicht und rich
tete Taggelder und Heilbehandlungsleistungen aus.
Am 18
.
Juli 2011 fand eine Untersuchung
durch Kreisarzt Dr.
med.
D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
statt. Diese
r
kam
zum
Schluss
,
dass die verschiedenen Abklärungen keine
ver
bleibenden
ei
gentlichen Unfallfolgen
für die beklagten Beschwerden im Bereich des Kopfes
ergeben hätten und
empfahl,
die medizinischen Abklärungen
lang
sam
zu been
den
, wobei die Weiterführung der Psycho- und Physiotherapie emp
fohlen wurde
(Urk.
6/105
)
.
Da die Versicherte infolge des erlittenen Unfalles die Arbeit im Alterszentrum
nicht wieder aufgenommen hatte, wurde das Arbeitsverhältnis im September 201
1
durch die Arbeitgeberin per Ende Dezember 2011 aufgelöst (Urk. 6/139, vgl. auch Urk. 6/111).
V
om 1
6.
b
is 23. August 2012
befand sich die Versicherte
zum
Analgetikaentzug
im Spital
E._
(Urk. 6/
220
)
sowie
daran anschliessend bis am 16. Septem
ber 2012 zur psychosomatischen Rehabilitation
in
der
F._
(Urk. 6/176)
.
Dr.
B._
berichtete nach Abschluss der statio
nären Be
handlungen über einen
unverä
nderten Zustand
(Urk. 6/184). Daraufhin
wurde das Dossier
dem für das
Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der SUVA tätigen
Dr. med.
G._
, Facharzt
FMH für Neurologie
,
unter
breitet, welcher dazu am
24. Juli 2013
Stellung nahm
(Urk. 6/205).
Mit Verfü
gung vom
7. Oktober 2013
stellte
der Unfallversicherer die L
eistungen mangels Vorliegen
s
adäquater Unfallfolgen per 31.
Oktober 2013
ein
(Urk. 6/210)
.
1.2
Die dagegen gerichtete Einsprache der Versicherten vom 21. Oktober
2013
(Urk. 6/222)
wurde mit Entscheid vom 18. Juli
2014 abgewiesen (Urk. 2 [=
6/231
])
. Der
zuständige Krankenversicherer
hatte seine
am 24. Oktober 2013
er
hobene Einsprache (Urk. 6/223) mit Schreiben vom 5. Dezember 2013 (Urk. 6/226
)
zurückgezogen.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 18. Juli 2014
erhob
X._
am
15. September
2014 Besc
hwerde (Urk. 1) und beantragte, der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben und
der Unfallversicherer sei zu verpflichten, ihr die ge
setzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere
eine Rente und eine
Integri
täts
entschädigung
, sowie eventuell
Taggelder über den verfüg
ten
Einstellungs
zeitpunkt
hinaus und Behandlungskosten
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
23
.
Oktober
2014 (Urk.
5
) schloss die Beschwerdegegnerin auf A
bweisung der Beschwerde
. Das Doppel der Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdefüh
rerin mit Schreiben vom
31. Oktober
2014
zugestellt
(Urk.
7
).
Mit
Eingabe
vom 7. Juli 2015
zeigte
Rechtsanwältin
Ursula Reger-
Wyttenbach
dem Gericht die Vertretung der Interessen der Beschwerdeführerin an und
er
suchte
um Ansetzung einer Frist zu einer ergänzenden Beschwerdebegründung sowie
um Zustellung der Verfahrensakten
(Urk. 8).
Am
21. Juli 2015 wurde
n
Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
di
e Akten zur Einsicht zugestellt. Gleichzeitig
wurde ihr
mitgeteilt, dass
die Beschwerdeantwort dem früheren Rechtsvertreter bereits am 31. Oktober 2014
zu
gestellt worden sei, weshalb sich die
Ansetzung einer Frist zur ergänzenden Beschwerdebegründung
erübrige
(Urk. 10).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, verneinte mit Verfü
gung vom
23
.
September 2015
einen L
eistungsanspruch der Beschwerde
füh
rerin. Die von der Versicherten
da
gegen am 23.
Oktober 2015
erhobene Beschwer
de wurde mit heutigem Urteil abgewiesen (Prozess-Nr. IV.201
5
.0
1118
).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Inva
li
den
rente (
Art.
18
Abs.
1
UVG)
. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fort
set
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zu
standes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
In
validenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Hei
l
behandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.
2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität er
leidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
dienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Inte
gritäts
schadens
a
bge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann
. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
1.4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
4
.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem
Un
fall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
h
ungs
weise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine ge
wisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je
nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur
tei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleuder
trau
ma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur be
zeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341
S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.
4
.4
Die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Bundesge
richt sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 369 E. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
1.5
1.5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1
.5
.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefoc
htenen Entscheid wurde erwogen, dass die von der Versicherten
noch geklagten Beschwerden nicht auf einem objektivierbaren organischen Sub
strat beruhen würden. Es könne
offen bleiben,
ob zwischen
diesen
Be
schwerden und dem Unfall vom 30. September 2010
ein natürlicher Kausalzu
sammenhang
bestehe, da die Adäquanz eines
allfälligen
Kausalzusammenhangs zu verneinen wäre.
Mit Blick auf den Geschehensablauf sei von einem mittel
schweren Unfall auszugehen.
Ohne dem Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit abzusprechen, sei dieser gesamthaft betrachtet weder besonders eindrücklich gewesen noch unter besonders dramatischen Begleitumständen abgelaufen.
Zu verneinen seien so
dann die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der er
littenen Verletzung, der fortgesetzten spezifischen belastenden ärztlichen Be
handlung, der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Kompli
kationen wie auch d
as Kriterium
der erheblichen Ar
beitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstrengungen
. Das Kriterium der erhebli
chen Beschwerden sei erfüllt,
wenn auch nicht in auffallender Weise. Somit seien weder drei erforderliche Kriterien noch einzelne davon in besonders aus
geprägter Weise erfüllt, weshalb es am adäquaten Kausalzusammenhang fehle
und somit zu Recht eine weitere Leistungspflicht des Unfallversicherers verneint worden sei
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
demgegenüber
vor
,
aus den
Berichte
n
ihrer
behandelnden Ärzte Dr.
B._
und Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psy
chi
atrie und Psychotherapie FMH, von der
A._
AG
,
ergebe sich
, dass
sie an
gesundheitlichen Beschwerden
leide, die
durch den Unfall vom 30. Septemb
er 2010 verursacht worden seien
(Urk. 1
).
3.
3.
1
Dr.
G._
, Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der SUVA,
nahm am
24
.
Juli 2013
eine neurologische Beurteilung vor
(Urk. 6/205)
.
Er führte aus, anlässlich der Erstversorgung im Spital
Y._
sei
en
eine im Anschluss an den Unfall vom 30. September 2010 aufgetretene
Bewusstlosigkeit und eine Amnesie, jeweils ohne Angabe
n
zur
Dauer, eine wechselnde Vigilanz sowie
eine
Desorientierung beschrieben worden.
Nach
eigener
Beurteilung der
kra
niale
n
Computertomographie vom 1. Oktober 2010 habe sich die Versicherte durch den Unfall überwiegend wahrscheinlich ein offenes Schädeltrauma mit trauma
tischer
Subarachnoidalblutung
mit mehreren kleinen Blutansammlungen vor allem links temporal und frontal sowie eine Felsenbein-Längsfraktur zugezogen. Die Verlaufskontrolle vom 6. Oktober 2010 habe eine begonnene Resorption der kleinen
Subarachnoidalblutungen
ohne Hinweise auf eine darüber hinaus er
littene traumatische Hirnverletzung
gezeigt
. Die klinische Symptomatik ohne
an
dere fokale neurologische Defizite sei durch die traumatische
Suba
rach
noid
al
blutung
erklärbar.
Anlässlich der Akutbehandlung
habe
die Versicherte über starke Kopfschmerzen
ge
klagt und depressiv gewirkt
. Ursächlich sei diesbe
züglich neben dem Unfall auf andere Schicksalsschläge verwiesen worden. Schliess
lich sei
auf den
Vorzustand mit einer chronischen Hepatitis C und einer subs
t
ituierten Hypothyreose
hinzuweisen
. Aus dem Bericht von Dr.
B._
vom 5. Januar 2011 gehe ferner hervor, dass die Versicherte bereits vor dem Unfall regelmässig
unter
Kopfschmerzen gelitten habe. In der direkt im An
schluss an die Akutversorgung erfolgten stationären Rehabilitation in
der
Reha
bilitations
klinik
Z._
habe sich die Versicherte unverändert mit einer niedergedrückten Stimmung präsentiert. Im Verlaufe des Aufenthaltes habe sich die Stimmung etwas gebessert und die Kopfschmerzen hätten erfolgreich mit
Pregabalin
als Basistherapie behandelt werden können. Erwähnenswert sei die Angabe im Austrittsbericht, wonach die Versicherte neben den Kopfschmerzen über diffuse
Körperschmerzen an wechselnden Stellen geklagt habe. Hinweise für eine Symptomausweitung und Inkonsistenzen
ergäben
sich zudem auch
aus
dem Bericht von Dr.
J._
vom 15. Septemb
er 2011 über die ORL-Abklä
rung
. Eine eigenständige Kopfschmerzdiagnose sei anlässlich der stationären Rehabi
litation nicht gestellt worden. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei eine erheb
liche psychische Komponente der Beschwerden angesprochen und eine psycho
the
ra
peutische Begleitung zur Prävention einer
Chronifizierung
der Beschwer
den empfohlen worden. Der erste
ausführliche
neurologische Befund stamme von Dr.
B._
, welcher die Versicherte drei Monate nach dem Unfall unter
sucht habe.
Gegenüber Dr.
B._
habe die Versicherte eine
Hemihypästhesie
im Gesicht links
angegeben
. Bei einem erhaltenen
Kornealreflex
ohne weitere ob
jektivierbare Defizite und den Befunden der kranialen
Magnetresonanztomo
gra
phie
könne der Einschätzung von Dr.
B._
nicht gefolgt und ein kausaler Zusammenhang zum Unfall nicht ohne erhebliche Zweifel angenommen wer
den. Auffällig sei zudem die in der Kopfschmerzanamnese von der Versicherten beschriebene kontinuierlich vorhandene mittelschwere Kopfschmerzintensität von VAS 7/1
0.
Kopfschmerzen mit einer derart starren Schmerzintensität seien aus neurologischer Perspektive praktisch nicht bekannt. Es entstehe der Ein
druck, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt unfallfremde Faktoren und eine Depression für die Entwicklung der Beschwerden massgeblich gewesen seien. Dr.
B._
habe zudem lediglich die Verdachtsdiagnose chronisch posttrau
matischer Kopfschmerzen gestellt.
Die von
diesem Arzt
genannte Differenzial
diag
no
se eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch sei rein spekula
tiv und weder durch eine eingehende Medi
k
amentenanamnese noch durch die Er
hebung
eines
Medikamentenspiegel
s
überprüft worden. Eine ausreichend zu
verlässige Abklärung dieser Differenzialdiagnose sei auch im weiteren Verlauf nicht erfolgt, so dass die Indikation zum später durchgeführten
Schmerzmittel
entzug
im Spital
E._
äusserst fraglich sei. Gegen diese Diagnose spre
che schliesslich der nicht erfolgreiche Ausgang des
„
Schmerzmittelen
t
zuges
“
.
Unverständlich sei
,
weshalb
im Anschluss an den „Schmerzmittelentzug“ im Spital
E._
während des Aufenthaltes in der
F._
wieder ein Schmerzmittel (
Tramal
retard
) mit hohem Risiko für die Entwicklung eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch als Dauermedikation an
gesetzt worden sei (Urk. 6/205/7 f.).
Dr.
G._
fuhr fort, ergänzende spezialärztliche Abklärungen hätten auf oph
thalmologischem und ORL-ärztlichem Fachgebiet keine unfallbedingte Ursache der Beschwerden nachweisen können. Die Angabe einer verminderten
Horn
hautsensibilität
am linken Auge sowie aller fazialen Trigeminusäste links anlässlich der Abklärungen am
I._
sei nicht objektiviert worden. Die kraniale
Magnetresonanztomographie vom 11. April 2011 habe
gemäss
schriftlichem Befund in Übereinstimmung mit der Untersuchung vom 22. November 2010 keine Hinweise für eine intrakraniell unfallbedingte Patho
logie ergeben und eine regelhafte Darstellung des
K
leinhirnbrückenwinkels sowie des
Nervus
trigeminus
gezeigt. Der ORL-Arzt Dr.
J._
habe Inkon
sistenzen dokumentiert und sei von einem phobischen Schwindel ausgegangen. Eine Ursache der Schmerzen im
Bereich
der Facettengelenke der Halswirbel
sä
ule habe durch die Abklärungen bei Dr.
K._
im November 201
1 ausge
schlossen werden können. Wiederholt gehe aus den Berichten der behandelnden Psychiater die Diagnose einer rezid
ivierenden depressiven Störung, mittelgra
dige
Episode mit somatischem Syndrom, hervor. Die psychi
schen
Beschwerden
, über welche
bereits
im
Zeit
punkt des Unfalls berichtet worden
sei
und die somit durchgehend
, allenfalls in unterschiedlichem Ausprägungsgrad, vorhanden
ge
wesen seien,
seien
als
ursächlich für die
Chronifizierung
der Beschwerden zu berücksichtigen (Urk. 6/205/8).
Nachdem die traumatische
Subarachnoidalblutung
mit mehreren kleinen
Blutan
sammlungen
unter
konservativer
Therapie ohne nachweisbares Residuum abge
heilt sei, sei h
ervorzuheben, dass diagnostisch
ein akuter posttraumatischer Kopfschmerz vorgelegen habe.
Gemäss Literatur sei e
in überdauernder Kopf
schmerz als Verletzungsfolge
ohne
Hirnhautnarbe und Fehlen einer pathophysi
ologischen Grundlage im gutachterlichen Kontext nicht erklärbar. Unter Be
rücksichtigung eines typischerweise zu erwartenden
regredienten
Verlaufs post
traumatischer Kopfschmerzen bei fehle
ndem organischem
Korrelat
müsse
ab dem dritten Monat nach dem Unfall
als Ursache für die nun über einen länge
ren Zeitraum therapieresistenten Kopfschmerzen
zunehmend unfallfremde Fak
toren und die Depression
in den Vordergrund getreten sein
, so dass ein kausaler Zusammenhang
zwischen den
Kopfschmerzen
und dem
Unfall vom 30. Septem
ber 2010 ab dem 5. Januar 2011 nicht mehr mit dem
versicherungs
medizinisch
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen
werden könne. Versicherungsmedizinisch könne deshalb höchs
tens eine vorüber
gehende Verschlimmerung des Vorzustandes mit den
vorbe
kannten
Kopf
schmer
zen angenommen werden (Urk. 6/205/8 f.).
Ein Kausalzu
sammenhang zwischen den nach dem 5. Januar 2011 beklagten Beschwerden und dem Unfall sei aus neurologischer Sicht aufgrund des Verlaufes, der be
kannten Depression und der regelrecht und ohne Residuum abgeheilten
unfall
bedingten
Subara
chnoidal
blutung
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit erklärbar. Für die von der Beschwerdeführerin angegebene
Hemihypästhesie
im Gesicht links liege kein unfallbedingtes organisches Korre
lat vor. Eine
unfallbedingte organische Grundlage einer Depression könne schliesslich nicht bestätigt werden (Urk. 6/205/9).
3.2
3.2.1
Soweit mit der Beschwerde Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen über den 31. Oktober 2013 hinaus verlangt werden, wirft dies die Frage auf, ob die
Be
schwerdegegnerin
den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat
(E. 1.1)
.
3.2.2
Nach Art. 19 Abs. 1 UVG und der dazu ergangenen Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall – unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld
sowie Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsent
schä
digung
– abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche
rung abgeschlossen sind (BGE 134 V 109 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung
des Gesundheitszustandes in diesem Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich nament
lich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wieder
herstellung der Arbeitsfähigkeit, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende
Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht
(BGE 134 V 109 E. 4.3).
3.2.3
Bereits eine am 22. November 2010 durchgeführte MRI-Untersuchung des Schä
dels brachte unauffällige Befunde zur Darstellung (Urk. 6/68), was bei einer weiteren MRI-Untersuchung am 11. April 2011 bestätigt wurde, bei welcher sich intrakraniell unauffällige Befunde ohne Nachweis von
Traumafolgen
zeigten (Urk. 6/71).
Im weiteren Verlauf war die Beschwerdeführerin hauptsächlich bei Dr.
B._
zur Behandlung der beklagten Kopfschmerzen
sowie zur
psycho
the
rapeutischen
Behandlung in der
A._
AG (Sachverhalt E. 1.1). Da gemäss Dr.
B._
sämtliche
Behandlungen ungenügend wirksam waren (Urk. 6/121,
6/145, 6/147),
befand sich
die Beschwerdeführerin
in der Folge
auf sein Ersuchen hin vom 1
6.
bis 23. August 2012
zum
Analgetikaent
zug
im Spital
E._
sowie daran anschliessend bis am 16. September 2012 zur psy
cho
somatischen Rehabilitation in der
F._
.
Nach Abschluss
dieser
stationären
Behandlungen berichtete Dr.
B._
, der Gesundheitszu
stand
der Beschwerdeführerin
präsentiere sich
faktisch unverän
dert
(Sachverhalt E. 1.1)
.
Nachdem die Beschwerdegegnerin
in der Folge
am 7. Oktober 2013
den
Fall
ab
schluss
per 31
. Oktober 2013 verfügt hatte (Sachverhalt E. 1.1), teil
t
e
n
Dr.
B._
sowie die Ärzte der
A._
AG auf Nachfrage der Beschwerdeführerin
hin zwar mit, ihres Erachtens seien weitere ärztliche Be
handlun
gen infolge des Unfalls vom 30.
September 2010 medizinisch
indiziert
. Dass solche aber zu einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit führen könnten, hielten sie für unwahrscheinlich resp. verneinten sie (Urk. 6/230, Urk. 6/227).
Es ist somit nicht ersichtlich, inwiefern von weiteren Behandlungen
noch eine namhafte Verbesserung
des Gesundheitszustandes im Sinne der
bundesgericht
lichen
Rechtsprechung hätte erwartet werden könne
n
. Diesbezüglich ist im Übri
gen darauf hinzuweisen, dass
das hiesige Gericht mit Urteil vom heutigen Da
tum
gestützt auf
eine von der IV-Stelle veranlasste und im Oktober 2014 durch
geführte poly
disziplinäre
Begutachtung
als erstellt erachtete, dass die Beschwer
deführerin in der angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist
(Prozess-Nr. IV.2015.01118).
Da die Invalidenversicherung keine Eingliederungs
mas
s
nahmen durchführte
(vgl. Prozess-Nr. IV.2015.01118)
, stand einem
Fallab
schluss
auf den
31
. Oktober 2013
daher nichts im Wege. Weitere Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen waren somit nicht geschuldet.
3.3
3.3.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung.
Dr.
G._
setzte sich mit den zahlreich durchgeführten Untersuchungen
aus
führlich
auseinander und
kam
in nachvollziehbarer Weise zum Schluss
, dass den
noch beklagten Beschwerden kein unfallbedingtes organisches Korrelat
mehr
zugrunde liege. Etwas anderes
geht auch aus den Arztberichten, auf wel
che in der Beschwerde verwiesen wurde, nicht hervor
.
So erhob auch
Dr.
B._
vom
Kopfwehzentrum
C._
, welcher als Diagnose einen Ver
dacht auf chroni
sche posttraumatische Kopfschmerzen bei mittlerer bzw. schwerer Kopf
verlet
zung,
DD
chronische Migräne ohne Au
ra, sowie einen Ver
dacht auf
Me
dika
men
ten
übergebrauchskopfschmerz
gestellt hatte (Urk. 6/221),
keine objek
tivier
baren
organischen
Befunde.
Es ist somit nicht zu beanstanden, dass
die
Be
schwerdegegnerin
das Vorliegen
eines
relevanten
u
nfallbedingten organi
schen
S
ubstrats
vern
einte (vgl. E. 2.1).
3.3
.2
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach dem Gesagten kein klar fassbares organisches Korrelat zugrunde liegt, in einem natürlichen Kausal
zusammenhang zum Unfall stehen
, wie Dr.
B._
annimmt (Urk. 6/221),
kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich ist - anders als bei
Gesundheitsschä
digungen
mit einem klaren unfallbedingten organischen Substrat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) - eine besondere
Adä
quanzprüfung
vorzunehmen.
Ob diese nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines Schleudertraumas
der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Regeln zu erfolgen hat
– wie dies die Beschwerdegegnerin annahm -
, kann of
fen
bleiben
. Denn es zeigt sich, dass die Adäquanzkriterien selbst unter An
nahme der für die Versicherte günstigeren Variante nach BGE 134 V 109 nicht erfüllt sind.
3.3.3
Die Beschwerdegegnerin ging in Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) im Rahmen der Adäquanzprüfung von einem Unfall im mittel
schweren Bereich aus (E.
2.1).
Die Bestimmung des Schweregrades eines
Unfal
l
ereignisses
erfolgt aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften, wobei eine objektivierte Betrachtungsweise anzu
wenden ist. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitum
stände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Der
artigen, dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verl
etzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todesfolgen,
die der Unfall für andere Perso
nen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 [U 2/07] E. 5.3.1).
Vorliegend wurde die Versicherte auf dem Fussgängerstreifen angefahren.
Ge
mäss Angaben des
Fahrzeuglenkers
des Lieferfahrzeuges
fuhr
er
mit einer Ge
schwindigkeit von ungefähr 20 km/h aus dem Kreisel, als er den Schatten der Versicherten wahr
nahm. Er habe so
fort
abgebremst, a
ufgrund der kurzen Dis
tanz von der Einmündung in die Strasse bis zum Fussgängerstreifen
jedoch
nicht rechtzeitig anhalten können. Die Versicherte sei von der rechten
Fahr
zeugfront
erfasst und zu Bode
n geworfen worden (Urk. 6/77/
5; siehe auch Strafbefehl vom 24. August 2011 im Verfahren IV.2015.01118
,
Urk. 12/37, wel
cher sich auf diesen Sachverhalt stützt).
Mit dem vorliegenden Ereignis vergleichbare oder gar schwerere Kollisionen zwischen Motorfahrzeugen und Fussgängern wurden von der Rechtsprechung als mittelschwer qualifiziert, ohne sie dem
Grenzbereich zu den schweren Un
fällen zuzuordnen. So wurde ein Unfall, bei dem der Versicherte nachts als Fussgänger von einem von hinten mit einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h herannahenden Personenwagen angefahren und rund 2,5 m weggeschleudert worden war, als mittelschwer qualifiziert und dem mittleren Bereich zugeordnet
(Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 61/01
vom 28. Ma
i
2002
E
. 3a). Gleich beurte
ilt wurde ein Ereignis, bei wel
chem eine Versicherte auf einem Fussgängerstreifen angefahren worden war (Urteil des
damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 435/04
vom 20. Oktober 2005
Sach
ver
halt und E
. 3.2). Damit rechtfertigt es sich, auch die vorliegende Kollision zwischen
dem Lieferfahrzeug
und
der Beschwerde
führerin
als mittel
schweres Ereignis im mittleren Bereich zu qualifizieren. Die Adäquanz des Kausal
zu
sammenhangs ist d
eshalb zu bejahen, wenn ein ein
zel
nes der rele
vanten Krite
rien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder wenn
drei der
massgeblichen
Kriterien erfüllt sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom
29. Januar 2010
,
E. 4.5)
.
Eine Kollision zwischen einem Fussgänger und einem
Lieferfahrzeug
ist zwar für den Betroffenen eindrücklich, es kann aber, so wie es sich vorliegend zuge
tragen hatte, nicht als besonders dramatisch oder eindrücklich im Sinne
der Rechtsprechung
bezeichnet werden,
zumal jedem mittelschweren Unfall eine ge
wisse Eindrücklichkeit eigen ist.
Zudem hat die Beschwerdeführerin angege
ben, dass sie sich an das Unfallereignis nicht erinnern könne. Sie wisse nur noch, dass sie zu Fuss von zu Hause losgelaufen sei und könne nicht sagen, wo und wie es zum Unfall gekommen sei. Sie könne sich erst wieder
ab dem Zeit
punkt erinnern
,
als
ein Sanitäter zu ihr gesagt habe,
es komme wieder alles gut
(Urk. 6/77/6). Die Beschwerdeführerin hätte also eine besondere Dramatik oder Eindrücklichkeit, wenn sie denn vorhanden gewesen wären, nicht wahrnehmen können bzw. hätte
sie
sich an diese nicht mehr erinnern können. Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklich
keit des Unfalls ist daher auf jeden Fall zu verneinen
(
vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8C_358/2014 vom 14. August 2014, E. 2.4.3
, wonach eine besondere Ein
drücklichkeit zu verneinen ist, wenn eine Amnesie für das Unfallereignis
vor
liegt
)
.
Auch das Kriterium
der
Schwere und besondere
n
Art der erlittenen Verletzung kann nicht als erfüllt gelten, genügt doch die Diagnose eines
Schädelhirn
traumas
für sich allein nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma, die äqui
va
lente Verletzung der HWS oder das Schädelhirntrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Solche liegen hier aber ebenso wenig vor wie erhebliche Verletzungen, welche sich die Beschwer
deführerin nebst dem Schädelhirntrauma zugezogen hätte. Diesbezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass
der Glasgow
coma
scale
(GCS)
bei der neurologischen Überwachung im Spital
Y._
, wo die Beschwerdeführe
rin
im Anschluss an den Unfall
notfallmässig hospitalisiert worden war,
bereits
als
unauffällig
beschrieben
wurde
(Urk. 6/12) und die Schädelfraktur ohne ope
rativen Eingriff folgenlos abheilte (E. 3.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vo
m 11. September 2013, wo das Kriterium
der Schwere oder be
sondere
n
Art der erlittenen Verletzungen
verneint
wurde
bei schwerem
Schä
delhirntrauma
mit Schädelfrakturen
unter Hinweis darauf, dass die Schädel
frakturen ohne operativ
e Eingriffe folgenlos ausheilten
).
D
ie Beschwerdegegnerin
erwog, dass das Kriterium der erheblichen Schmerzen erfüllt sei (E. 2.1)
.
Adäquanzrelevant können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich deren Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung beurteilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). V
on den un
ter
suchenden Ärzten
wurde
teilweise
auf
schlechte Kooperation
/mangelnde Com
pliance (Urk. 6/31
/3, 6/36/5, 6/86), Selbstlimitierung (Urk. 6/36/5 f.) sowie demon
stratives Verhalten (Urk. 6/36/6)
hingewiesen
.
Ob angesichts dessen das Kriterium als erfüllt erachtet werden kann, kann vorliegend offen bleiben, da selbst bei Bejahung dieses Kriteriums die Adäquanz zu verneinen wäre.
Zu prüfen ist weiter das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärzt
li
chen Behandlung
. Die Beschwerdeführerin
war neben den stationären Auf
ent
halten im Anschluss an den Unfall sowie von Mitte August bis Mitte Sep
tember 2012
hauptsächlich
in
sporadischen
K
ontrolluntersuchungen bei Dr.
B._
(Urk. 6/58, 6/75, 6/89, 6/109, 6/113, 6/124, 6/141, 6/147, 6/184, 6/200, 6/211),
in
monatlich stattfindenden psychotherapeutischen Gesprä
che
n
in der
A._
AG (Urk. 6/202),
und unterzog sich einer
TCM
(
traditionelle chine
sische Medizin
)-Behandlung (Urk. 6/81 f.)
sowie
Physi
otherapie
behandlungen
(Urk. 6/28, 6/36/3, 6/53/2)
.
Operativen Eingriffen musste sich die Versicherte nicht unterziehen.
Von einer fortgesetzt spezifi
schen, belastenden ärztlichen Behandlung kann angesichts dessen nicht gespro
chen werden.
Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen in erheblichem Ausmass verschlimmert hätte,
lassen
sich keine
finden
.
Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplika
tionen ist ebenfalls nicht erfüllt. So berichteten bereits die Ärzte des Spital
s
Y._
über eine beginnende Resorption der Blutung und eine positive Ent
wicklung der Felsenbeinfraktur (Urk. 6/12).
Eine
MRI-Untersuchung des Schädels
vom
22. November 2010
brachte
bereits
unauffällige Befunde
zur Darstellung
(Urk. 6/68), was
bei
einer
weiteren MRI
-Untersuchung
am
11. April 2011 bestätigt wurde,
bei welcher sich
intrakraniell unauffällige Befunde ohne Nachweis von
Traumafolgen
zeigten
(Urk. 6/71).
Der Umstand, dass trotz ver
schiedenen Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, reicht allein zur Bejahung dieses Kriteriums nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_
62/2013 vom 11. September 2013,
E.
8.6
).
Dass eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen vorgelegen hätte, kann
schliesslich
nicht bejaht werden. So
sind
zu wenig
Anstrengungen der Beschwerdeführerin ersichtlich, wieder eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen, obwohl dies bereits von Dr.
D._
im Juli 2011
explizit
emp
foh
len worden war (Urk. 6/105/4
).
3.4
Nach dem Gesagten ist
höchstens
eines der massgebenden Adäquanzkriterien erfüllt
, jedoch nicht in ausgeprägter Weise
, weshalb die Adäquanz eines etwai
gen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 30. September 2010 und den über den 30. Oktober 2013 hinaus geklagten Beschwerden zu verneinen ist.
Somit ist die Beschwerdegegnerin nicht mehr
leis
tungspflichtig
, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.