Decision ID: f1e82af0-cc61-41da-9eab-7570eae62850
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Koller, Landstrasse 4, 9606 Bütschwil,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1984 geborene P._ war bei der A._ als Tierpflegerin tätig und dadurch bei
der Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie mit Schadenmeldung vom 24. Juni 2008 einen Unfall melden
liess. Sie habe am 16. Juni 2008 beim Füttern der Tiere eine ungeschickte Bewegung
gemacht als sie plötzlich einen Schmerz im Knie verspürt habe (act. G 5.2/Z 1). Dr.
med. B._, FMH Allg. Medizin, der die Versicherte am 17. Juni 2008 untersuchte,
diagnostizierte mit Zeugnis vom 19. Juli 2008 einen Status nach Patellaluxation des
Kniegelenks rechts (richtig: links). Zur Anamnese hielt er fest, dass es bei der Arbeit als
Tierpflegerin zu einer Blockierung im Kniegelenk mit Schmerzen gekommen sei, welche
nach Reiben des Gelenks wieder verschwunden seien. Er attestierte ihr ab 16. Juni
2008 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (act. G 5.1/ZM 1).
A.b Am 30. Juni und 15. Juli 2008 wurde die Versicherte im Spital Linth von Dr. med.
C._, Leitender Arzt der Orthopädie, untersucht. Dieser diagnostizierte im Bericht vom
25. Juli 2008 rezidivierende Patellaluxationen links (act. G 5.1/ZM 2). Dr. med. D._,
Leitender Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen,
hielt im Bericht vom 2. September 2008 zur Untersuchung der Versicherten vom
1. September 2008 als Diagnose eine habituelle Patellaluxation links mehr als rechts
bei Patella alta und Trochleadysplasie sowie eine
Unterschenkelaussenrotationsfehlstellung von 20° beidseits fest (act. G 5.1/ZM 7).
A.c Mit Verfügung vom 10. November 2008 lehnte die Zürich ihre Leistungspflicht für
das Ereignis vom 16. Juni 2008 ab. Es liege weder ein Unfall noch eine unfallähnliche
Körperschädigung vor (act. G 5.2/Z 33).
A.d Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Koller, Bütschwil, für
die Versicherte am 25. November 2008 Einsprache (act. G 5.2/Z 35).
A.e Die Versicherte wurde am 8. Dezember 2008 im Kantonsspital St. Gallen operiert
(act. G 5.2/Z 22). Am 12. Februar 2009 nahm der beratende Arzt der Zürich, Dr. med.
E._, FMH Orthopädische Chirurgie, zum Ereignis vom 16. Juni 2008 Stellung.
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Gemäss seiner Beurteilung handle es sich viel eher lediglich um eine Subluxation als
um eine Luxation. Dabei sei eine solche auf Grund der deutlichen Disposition zur
Luxation schon durch die geringste Drehfunktion (Knieflexion etc.) verursachbar (act.
G 5.1/ZM 10).
B.
Mit Einspracheentscheid vom 13. Februar 2009 wies die Zürich die Einsprache ab (act.
G 5.2/Z 41).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Rechtsvertreter für die
Versicherte erhobene Beschwerde vom 18. März 2009 mit dem Antrag, die Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 10. November 2008 sowie der Einspracheentscheid vom
13. Februar 2009 seien aufzuheben und es sei festzustellen, dass das Ereignis vom
16. Juni 2008 als Unfall zu qualifizieren sei. Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin
zur Erbringung der vertragsgemässen Versicherungsleistungen zu verpflichten.
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Ausserdem habe die Beschwerdegegnerin die Vorakten zu edieren;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Mit Schreiben vom 7. April 2009 (act. G 3)
reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Stellungnahme von Dr. D._
vom 24. März 2009 ein (act. G 3.1). Danach ging dieser Arzt davon aus, dass für die
Auslösung der Kniescheibenluxation bei der Beschwerdeführerin zusätzlich zur
Trochleadysplasie ein äusserer Faktor in Form eines grösseren direkten Schlags oder
einer Valgisation des Kniegelenks (Einknicken nach innen durch einen Schlag oder
Trauma) dazugekommen sein musste.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde.
C.c Am 27. Mai 2009 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Replik
ein (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (act.
G 10).
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C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beanstandete vorweg eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs. Nach Einsicht in die Akten im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens
erachtete er diese Verletzung mit Replik vom 27. Mai 2009 jedoch als geheilt. Das
Verfahren zur Akteneinsicht setzt grundsätzlich mit einem entsprechenden Gesuch der
betreffenden Person ein (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009,
Art. 47 N 21). Mit Schreiben vom 30. September 2009 zeigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin zwar seine Mandatierung an, eine
Einsicht in die Akten verlangte er zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht. Dennoch hat der
Versicherer Abklärungen während des Einspracheverfahrens bzw. nach Erlass einer
Verfügung der versicherten Person oder ihrem Vertreter zur Kenntnis und allfälligen
Stellungnahme zuzustellen. Das rechtliche Gehör ist sowohl bei der Einholung
ärztlicher Gutachten wie auch bei eigener Exploration bzw. blosser interner ärztlicher
Beratung zu gewähren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2008 i/S H.
[8C_424/2008] E. 2.2). Nichts anderes kann daher für die Stellungnahme des die
Beschwerdegegnerin beratenden Arztes Dr. E._ vom 12. Februar 2009 gelten.
Konkret nahm dieser zu den Fragen Stellung, ob bei dem bei der Beschwerdeführerin
dokumentierten Vorzustand auch eine alltägliche Bewegung geeignet war, eine
(Sub-)luxation der Patella zu verursachen, und ob von einer Luxation oder einer
Subluxation auszugehen sei. Diese Stellungnahme stellt eine zusätzliche gutachterliche
Würdigung dar. Indem sich die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid
auch auf dieses neue Aktenstück abgestützt hat, ohne der Beschwerdeführerin
vorgängig darin Einsicht zu gewähren, hat sie deren rechtliches Gehör verletzt. Die
Gehörsverletzung wiegt konkret allerdings nicht so schwer, dass sie die Rückweisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin erfordern würde. Eine - nicht besonders
schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten,
wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 115
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V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 2e). Diese Voraussetzung ist im Fall des
Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 46 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Somit ist nachfolgend
zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom 16. Juni 2008 zu Recht
eine Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) abgelehnt hat.
2.
2.1 Als Anfechtungsgegenstand gilt grundsätzlich das Objekt des angefochtenen
Einspracheentscheids. Dieses ist abzugrenzen gegenüber Gegenständen, über welche
im strittigen Entscheid nicht entschieden wurde. Die Frage nach der Festlegung des
Anfechtungsgegenstandes beurteilt sich aber nicht ausschliesslich auf Grund des
effektiven Inhalts der Verfügung. Wohl bilden zunächst diejenigen Rechtsverhältnisse
Teil des Anfechtungsgegenstandes, über welche die Verwaltung in der Verfügung
tatsächlich eine Anordnung getroffen hat. Zum beschwerdeweise anfechtbaren
Verfügungsgegenstand gehören aber auch jene Rechtsverhältnisse, hinsichtlich deren
es die Verwaltung zu Unrecht unterlassen hat, verfügungsweise zu befinden. Dies
ergibt sich aus dem Untersuchungsgrundsatz und dem Prinzip der Rechtsanwendung
von Amtes wegen, welche für das Verwaltungsverfahren in der Unfallversicherung
massgeblich sind (BGE 116 V 26 E. 3c mit Hinweis; unveröffentlichtes Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 28. November 1994 i/S H. [U 150/94] E. 2b). Die
Abklärungspflicht des Sozialversicherers erstreckt sich auf die nach dem Sachverhalt
und der Aktenlage im Bereich des Möglichen liegenden Leistungen. Insoweit trifft ihn
auch eine Verfügungspflicht (EVG-Urteil vom 23. Dezember 2003 i/S M., C., E., F. und
R. [U 105/03] mit Hinweisen).
2.2 Der Einspracheentscheid vom 13. Februar 2009 begrenzt den möglichen
Streitgegenstand auf die Prüfung der Frage, ob es sich beim Vorfall vom 16. Juni 2008
um einen Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG oder eine unfallähnliche Körperschädigung
nach Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
handelte. Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erstmals mit der
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Beschwerde geltend gemachte Anspruchsgrundlage einer Berufskrankheit nach Art. 9
Abs. 1 UVG war demgegenüber nicht Thema des Einspracheentscheids. In den Akten
finden sich jedoch keinerlei Hinweise, die auf eine Berufskrankheit der
Beschwerdeführerin (im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG) schliessen liessen und nähere
Abklärungen gerechtfertigt hätten. Deshalb war die Beschwerdegegnerin nicht
gehalten, eine allfällige Berufskrankheit zu prüfen und darüber zu verfügen. Die Frage
eines Anspruchs auf Leistungen aus Berufskrankheit gehört demnach nicht zum
Anfechtungsgegenstand, weshalb im vorliegenden Verfahren nicht darauf einzutreten
ist.
3.
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1] definiert einen Unfall als die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur
Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die
Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die
Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist
aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen
oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei
grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S.
99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für
den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann
nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen
(RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Bei
unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in
der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung
gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn
die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder
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wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt
oder auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1). Dass es tatsächlich zu
einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Immerhin ist festzuhalten, dass
der Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere
beschränken, insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache
der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn
ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren
Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein
krankheitsbedingter Ursachen besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).
3.2 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die
Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach,
indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das
Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen,
besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es dem
Gericht, zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind.
Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen
Beweise zu erheben und kann zu diesem Zweck auch die Parteien heranziehen. Wird
auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens
mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht - so hat dieses als
unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person
auswirkt (BGE 116 V 140 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei sich widersprechenden
Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die
Beweismaxime abgestellt werden, wonach die so genannten spontanen "Aussagen der
ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die
versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die
sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen
nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit
Hinweisen). Das Gericht stellt dabei auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von
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allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Diese Beweisregel kommt zur
Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher
Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 2b).
3.3 In den Akten finden sich unterschiedliche Versionen des Vorfalls vom 16. Juni
2008. In der Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 24. Juni 2008 wurde zum
Sachverhalt festgehalten, dass die Beschwerdeführerin während des Fütterns der Tiere
eine ungeschickte Bewegung machte als sie plötzlich einen Schmerz im Knie verspürt
habe (act. G 5.2/Z 1). Im Fragebogen zur "Hergangs-Schilderung" vom 11. August
2008 (act. G 5.2/Z 8) beantwortete die Beschwerdeführerin die Frage, wie sich das
Ereignis im Einzelnen abgespielt habe, folgendermassen: "Bei der Arbeit im Pferdestall
hatte ich plötzliche krampfartige Schmerzen im Knie. Ich konnte kaum stehen und
laufen. Durch eine ca. 30-minütige Massage des Knies haben die Beschwerden
nachgelassen. Dadurch habe ich heute Probleme beim Gehen, seit dem
Unfall." (grammatikalische Anpassungen ohne Sinnveränderung durch die Verfasserin.)
Die dazugehörende Fragestellung war mit der Anmerkung versehen, den Vorgang, der
zur Körperschädigung geführt hatte, im Detail, präzis und vollständig auszuführen. Auf
die Frage, ob sich im Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 16. Juni 2008
etwas Ungewöhnliches zugetragen habe, antwortete die Beschwerdeführerin mit den
Worten "Ja, ein geschwollenes Knie und deformiert". Von einem Sturz und vom
Kleben-Bleiben am Boden, wie es in späteren Berichten erwähnt wird, war keine Rede.
Auch im ärztlichen Zeugnis von Dr. B._ vom 19. Juli 2008 (act. G 5.1/ZM 1) wurde
lediglich ausgeführt, dass es bei der Arbeit als Tierpflegerin am 16. Juni 2008 zu einer
Blockierung im Kniegelenk mit Schmerzen gekommen sei, welche nach Reiben des
Gelenks wieder verschwunden seien. Erst nachdem die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht abgelehnt und dies dem Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. B._,
während eines Telefongesprächs am 25. September 2008 mitgeteilt hatte (act. G 5.2/
Z 15), kam die Beschwerdeführerin gleichentags telefonisch gegenüber der
Beschwerdegegnerin auf den Ereignisverlauf zurück. Gemäss Telefonnotiz vom
25. September 2008 (act. G 5.2/Z 16) erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie mit
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dem Schuh auf dem Boden kleben geblieben sei und sie dann auf dem Boden gelegen
habe. Dies habe sie der Beschwerdegegnerin aber nicht geschrieben. Im Übrigen
bestätigte sie, soeben von ihrem Hausarzt kontaktiert worden zu sein. Mit Schreiben
vom 7. Oktober 2008 (act. G 5.2/Z 20) schilderte die Beschwerdeführerin den
Sachverhalt - unter dem Titel "Rekurs gegen die Beurteilung der Zürich Versicherung
(Ergänzung)" - wie folgt: "Während der Arbeit beim Ausmisten habe beim Drehen zur
Schubkarre das linke Knie belastet und bin am Boden kleben geblieben. Als ich mit
dem Knie auf den Boden geflogen bin, schlug es mir dadurch die Kniescheibe raus.
Durch das Kärcheren ist der Boden, wenn er trocken ist, klebrig. Mit diesem Schreiben
habe ich jetzt eine klare Beschreibung abgegeben, die offen und ehrlich ist. Der
Hausarzt Dr. med. B._, ..., hat das Schreiben begutachtet und bestätigt, dass es sich
um einen Arbeitsunfall handelt." (grammatikalische Anpassungen ohne
Sinnveränderung durch die Verfasserin.) Während des Gesprächs mit dem zuständigen
Schadeninspektor der Beschwerdegegnerin vom 20. Oktober 2008 schilderte die
Beschwerdeführerin den Vorfall erneut. Sie sei mit der Karrette und der Schaufel beim
Ausmisten der Pferdeboxen beschäftigt gewesen. Als sie sich mit der beladenen
Schaufel zur Karrette habe drehen wollen, sei ihr linker Fuss auf dem Boden kleben
geblieben. Durch das Gewicht der Schaufel und der Kehrbewegung im Oberkörper
habe sie das Gleichgewicht verloren und sei zu Boden gefallen. Dabei sei sie auf das
linke Knie gefallen. Anlässlich dieses Sturzes sei die Kniescheibe aus dem Kniegelenk
"rausgeschlagen" worden. Ihres Erachtens sei damit der Unfallbegriff erfüllt (act. G 5.2/
Z 26, S. 2).
3.4 Die Beschwerdegegnerin wendet ein, bezüglich des Unfallhergangs sei von der
Aussage der ersten Stunde und somit von den Sachverhaltsschilderungen vor der
ersten Leistungsablehnung (act. G 5.2/Z 1, Z 8, 5.1/ZM 1) auszugehen. Der Anwalt der
Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, die Schilderung der
Beschwerdeführerin vom 7. Oktober 2008 sei die einzige, welche überhaupt den Ablauf
des Vorfalles wiedergebe, da die früheren Angaben lediglich Angaben zu den Folgen
(sie habe kaum mehr stehen und laufen können) gewesen seien. Damit würden die
Ergänzungen den früheren Angaben nicht widersprechen. Zudem habe die
Beschwerdeführerin die Frage nach etwas Ungewöhnlichem im Ablauf auch mit "Ja"
beantwortet. Hierzu fällt jedoch auf, dass die Beschwerdeführerin am 11. August 2008
bei der Frage nach einer Ungewöhnlichkeit in ihrem Bewegungsablauf das Kleben-
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Bleiben sowie den Sturz nicht erwähnte. Vielmehr habe sie "plötzliche krampfartige
Schmerzen im Knie" gehabt und danach kaum mehr stehen und laufen können.
Dagegen würden Schmerzen infolge eines Sturzes wohl kaum als "plötzliche
krampfartige Schmerzen" bezeichnet. Es liegt viel eher nahe, dass ein Sturz mit den
oben beschriebenen Auswirkungen auf die Kniescheibe als Ursache der aufgetretenen
Schmerzen auf einem Fragebogen, bei welchem im Übrigen unbestrittenermassen
genügend Platz zur Formulierung bestand, nicht vergessen geht. Nachdem die
Ergänzung des Ereignisablaufs erst im Nachgang an die Leistungsablehnung der
Beschwerdegegnerin erfolgte, kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass die neue
Darstellung des Ereignisses von versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst ist,
was diese wenig glaubwürdig macht. Die Aussagen in der Unfallmeldung, der Schmerz
sei infolge einer "ungeschickten Bewegung" entstanden, sowie jene auf dem
Fragebogen, er sei plötzlich während der Arbeit im Pferdestall aufgetreten, beschreiben
zwar einen äusseren Faktor ("ungeschickte Bewegung" oder Bewegung während der
Arbeit im Pferdestall), sie implizieren aber weder ein "Kleben-Bleiben" noch einen
Sturz, wäre ein solcher Vorfall doch als viel eindrücklicheres Ereignis in Erinnerung
geblieben und in der Unfallmeldung erwähnt worden. Im Folgenden ist damit von den
spontanen Sachverhaltsschilderungen in der Unfallmeldung und dem Fragebogen zur
"Hergangs-Schilderung" vom 11. August 2008 auszugehen (act. 5.2/Z 1 und Z 8).
3.5 Darin wird jedoch gerade nicht auf ein ungewöhnliches Ereignis oder ebensolche
Umstände, welche den plötzlichen krampfartigen Schmerz ausgelöst haben könnten,
wie ein Sturz, eine konkrete spezielle Bewegung oder ähnliches hingewiesen. Die
Arbeit einer Tierpflegerin wird hauptsächlich stehend und gehend verrichtet und
beinhaltet diesbezüglich den Einsatz der Beine sowie deren Gelenke. Damit die
körpereigene Bewegung der Verdrehung des Knies das gemäss Art. 4 ATSG
erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich
aus einer eindeutig programmwidrigen Bewegung im Sinn der Erwägung 3.1
hervorgegangen sein. Inwiefern die von der Beschwerdeführerin erwähnte
Kniescheibenverdrehung beim alltäglichen Füttern oder Ausmisten der Pferde nicht im
Rahmen des üblichen Bewegungsablaufs passiert ist, wird vorliegend aber nicht
bestimmbar ausgeführt. Eine Programmwidrigkeit in der Körperbewegung ist somit
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
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3.6 Einer solchen Beurteilung stehen auch die medizinischen Akten nicht entgegen.
Es ist zunächst allgemein festzuhalten, dass sich der mangelnde Nachweis eines die
Merkmale des Unfalls erfüllenden Ereignisses nur selten durch medizinische
Feststellungen ersetzen lässt. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder
gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung
von Indizien zu (RKUV 1990 NR. U 86 S. 51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der
medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches
Ereignis schliesst zwar eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem
eigentlichen Unfall im Rechtssinn auch Ereignisse, denen der Charakter der
Ungewöhnlichkeit und/oder der Plötzlichkeit abgeht (EVG-Urteil vom 3. Januar 2000 i/S
S. [U 236/98] E. 2d; Maurer, a.a.O., S. 175 f.). Gemäss dem Bericht des Spitals Linth
vom 25. Juli 2008 (act. G 5.1/ZM 2) diagnostizierte Dr. C._ rezidivierende
Patellaluxationen links und hielt als Anamnese fest, dass die Beschwerdeführerin
rezidivierende Patellaluxationen beidseits, wobei linksbetont, beschreibe. Die letzte
Luxation habe Mitte Juni 2008 stattgefunden, seither bestünden persistierende
Beschwerden. Auf Grund der Luxationen sei bereits eine Beurteilung an der Uniklinik
Balgrist 2003 erfolgt, wobei damals kein operatives Vorgehen vorgeschlagen worden
sei. Ein MRI vom 3. Juli 2008 ergab eine leichtgradige Inkongruenz bei flachem
Patellagleitlager, Lateralisation resp. beinahe laterale Subluxationsstellung der Patella,
die ansonsten normal konfiguriert sei (nicht dysplastisch). Zudem war eine
Reizerscheinung des lateralen Retinaculum patellae auszumachen (act. G 5.1/ZM 5).
Auch Dr. D._ ging gemäss Bericht vom 2. September 2008 von einer habituellen
Patellaluxation links mehr als rechts bei Patella alta und Trochleadysplasie aus. Zudem
hielt er eine Unterschenkelaussenrotationsfehlstellung von 20° beidseits fest (act.
G 5.1./ZM7). Der versicherungsinterne Arzt Dr. E._ kam dagegen zur Beurteilung,
dass es sich beim Ereignis vom 16. Juni 2008 nicht um eine totale Luxation, sondern
lediglich um eine Subluxation, welche die Beschwerdeführerin spontan reponierte,
gehandelt haben dürfte (act. G 5.1/ZM 10). Nach der medizinischen Literatur luxiert
eine normale Patella selten und nur bei massivem Trauma. Bei der habituellen,
rezidivierenden Patellaluxation ist jedoch eine Anlage dazu angeboren: eine Dysplasie,
vor allem der Patella selbst und des lateralen Femurkondylus, der mehr oder weniger
stark abgeflacht ist. Oft findet sich auch eine Dystopie der Patella, ein Hochstand
(Patella alta) und eine Verschiebung nach lateral. Häufig kommt ein Genu valgum,
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manchmal auch eine Abnormität im Kniestreckapparat dazu. Typisch ist eine Atrophie
des Vastus medialis. Die Veränderungen können verschieden stark ausgeprägt sein.
Oft findet man sie, entsprechend der angeborenen Anlage, an beiden Knien. Das
Krankheitsbild der habituellen Patellaluxation lässt sich derart umschreiben, dass ohne
eigentliches Trauma, bei irgendeiner brüsken Bewegung, das Knie plötzlich unter
einem scharfen Schmerz einknickt. Der Patient, in der Regel ein Kind oder
Jugendlicher, häufiger ein Mädchen als ein Knabe, stürzt unvermittelt und kann nicht
mehr aufstehen. Manchmal findet man die Kniescheibe noch luxiert. Sie liegt auf der
Aussenseite des Knies, die normale Kniekontur ist verändert. Die Patella ist meistens
leicht zu reponieren (in Streckstellung). In vielen Fällen springt sie aber auch sofort
wieder in ihre normale Lage zurück, so dass der Arzt nur noch ein schmerzhaftes Knie
mit einem grossen blutigen Erguss findet und die Diagnose leicht verpasst, wenn er
nicht durch die Anamnese auf die Patellaluxation hingewiesen wird: Die Patienten
schreiben den Sturz und die Knieschmerzen einem Unfall zu und sprechen von einer
Knieverrenkung. Auf genaueres Befragen geben sie aber oft eine Knieschwäche, ein
plötzliches "Nachgeben" und "Einsinken" des Knies an. In der Regel luxiert die Patella
erstmals in der Kindheit oder Adoleszenz, in den meisten Fällen nur ein oder wenige
Male, in anderen folgen sich die Luxationen in immer kürzeren Abständen. Der Vorgang
kann sich jederzeit wiederholen (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1045). Als Subluxation wird schliesslich eine
unvollständige Luxation beschrieben, eine Vorstufe der Luxation als momentane
"Verrenkung" oder chronisch, wenn die Gelenkkörper noch Kontakt haben, aber nicht
mehr formschlüssig (kongruent) sind (Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 635). Auf Grund
der vorliegenden Diagnosen, des Vorzustands und des beschriebenen
Geschehensablaufs ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass sich die Luxation (allenfalls lediglich die Subluxation) bei der
Beschwerdeführerin bei normaler alltäglicher Bewegung bzw. ohne eine
Programmwidrigkeit in der Körperbewegung ereignet hat. Somit hat die
Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Unfalls mangels Vorliegens eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors zu Recht verneint.
4.
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4.1 In Art. 6 Abs. 2 UVG wird der Bundesrat ermächtigt, Körperschädigungen, die
den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einzubeziehen. Von dieser
Befugnis hat der Bundesrat in Art. 9 UVV Gebrauch gemacht. Als sogenannte
unfallähnliche Körperschädigungen sind die in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV
aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder
eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung
Unfällen gleichgestellt. Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorausgesetzte
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen also nicht erforderlich. Hingegen hat das EVG in BGE 129 V 467
E. 2.2 seine Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach mit Ausnahme
der Ungewöhnlichkeit auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen
Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer Faktor,
Plötzlichkeit, Schädigung (Art. 4 ATSG) - erfüllt sein müssen. Laut EVG-
Rechtsprechung kommt hierbei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses, d.h.
eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben
unfallähnlichen Vorfalls, besondere Bedeutung zu. Wo kein solches Ereignis mit
Einwirkung auf den Körper stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser eines in
Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig
krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Ist demgegenüber
ein äusseres Ereignis, und sei es auch nur als Auslöser, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, ergibt sich daraus umgehend die Leistungspflicht
der Unfallversicherung. Der Gegenbeweis, dass die Schädigung eindeutig auf
Krankheit oder Degeneration zurückzuführen ist, steht der Unfallversicherung dann
nicht mehr offen (RKUV 2001 Nr. U 435, S. 332 ff. E. 2c = SVR 2002 UV Nr. 3 S. 5 f.
E. 2c; vgl. die Besprechung dieses Entscheides von Christoph Kieser/Ueli Kieser, SZS
2001, S. 580 ff., 582; ferner Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, Art. 4
Rz. 72). Kein unfallähnliches Ereignis liegt insbesondere in all jenen Fällen vor, in denen
der äussere Faktor mit den Schmerzen gleichgesetzt wird, wie sie anfänglich bei den in
Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschäden typischerweise in
Erscheinung treten. Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer
(schädigender) Faktor im Sinn der Rechtsprechung. Entsprechend kann dort nicht von
einem äusseren schädigenden Faktor gesprochen werden, wo die versicherte Person
nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag.
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Ebenfalls nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das
(erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht,
denn für die Bejahung eines äusseren Faktors ist nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes
Gefährdungspotential innewohnt (BGE 129 V 466 E. 4.2.2). Das ist zu bejahen, wenn
die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein
gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche
Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der
Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz erleidet,
welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann
sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen. Die
physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und
Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungewöhnliches, jedoch
gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefährdungspotential
innewohnen muss. Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren
schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer
Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, also im Sinn der bisherigen
Rechtsprechung das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder
belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der
Körperlage im Sinn der von der Rechtsprechung positiv beurteilten Sachverhalte (ZBJV
2003 S. 918 f.; BGE 129 V 470 E. 4.2.1, 4.2.2). Erforderlich für die Bejahung eines
äusseren Faktors ist demzufolge ein gesteigertes Schädigungspotential, sei es zufolge
einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur
Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden
Faktors (vgl. BGE 129 V 471 E. 4.3).
4.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Ablehnung auf die Beurteilung von
Dr. E._, dass es sich beim Vorfall vom 16. Juni 2008 lediglich um eine Subluxation
und nicht um eine Luxation gehandelt habe. Nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung (vgl. EVG-Urteil vom 12. April 2000 i/S N. [U 110/99] E. 4) sind von Art.
9 Abs. 2 lit. b UVV nur eigentliche Gelenksverrenkungen, d.h. Luxationen, erfasst, nicht
aber unvollständige Verrenkungen, also Subluxationen oder Distorsionen, welche durch
gewaltsame übermässige Bewegungen zu einer Zerrung der Gelenkskapselbänder
führen. Vorliegend werden weitere Abklärungen zur genauen Diagnose Luxation/
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Subluxation jedoch hinfällig, da - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - das Vorliegen
einer unfallähnlichen Körperschädigung selbst bei einer vollständigen
Gelenksverrenkung verneint werden muss.
4.3 Das Kriterium der schädigenden äusseren Einwirkung wurde vom EVG
beispielsweise bei körpereigenen Bewegungen wie dem plötzlichen Aufstehen aus der
Hocke (BGE 116 V 148 E. 2c mit Hinweisen), dem Ausführen einer ruckartigen
Bewegung und Verdrehung des rechten Knies (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267), einem
Sprung von einer Verpackungskiste (RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332) und einem brüsken
Umdrehen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit einschiessenden Schmerzen
im Knie (EVG-Urteil vom 21. Oktober 2002 i/S B. [U 5/02]) bejaht. Hingegen hat es den
äusseren schädigenden Faktor bei vermehrter Arbeitsbelastung, welche zu
kontinuierlicher Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden führte (EVG-
Urteil vom 30. August 2001 i/S K. [U 198/00]) und bei wiederholten Anstrengungen wie
bei Arbeiten mit Hammer oder Bohrer (erwähnt in der nicht publizierten E. 3b von BGE
123 V 43) verneint; ebenso verneinte es den äusseren Faktor beim Auftreten von
Schmerzen "nachts bei Drehbewegungen und nach längerem Gehen" (EVG-Urteil vom
24. Oktober 2001 i/S A. [U 458/00]) sowie beim Weggehen und Abdrehen mit
Schmerzen nach dem Verschliessen einer Tür, sofern das Ab- und Umdrehen nicht
brüsk erfolgt sei (BGE 129 V 471 E. 4.3 lit. i). Angesichts der vorliegend massgebenden
Ereignisschilderung traten die Schmerzen bei der Beschwerdeführerin plötzlich und
krampfartig auf. Die Unfallmeldung enthielt zwar den Hinweis auf eine ungeschickte
Bewegung, jedoch ist damit nach dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht erstellt, dass es sich
tatsächlich um eine brüske Bewegung gehandelt hat. So konnte keine klar abgegrenzte
"Belastungssituation" glaubhaft gemacht werden. Selbst eine normale Drehbewegung
mit einem Körperteil würde lediglich eine alltägliche Lebensverrichtung darstellen. Die
Intensität eines schädigenden äusseren Faktors könnte auch in einem solchen Fall erst
durch eine beigefügte Zusatzkomponente, welche von einer heftigen und/oder
belastenden Bewegung sprechen liesse, erreicht werden. Die Aussage der
Beschwerdeführerin, dass sie plötzliche krampfartige Schmerzen hatte, bezieht sich
lediglich auf die Wirkung. Dass auch eine spezielle Ursache, d.h. ein plötzliches
schädigendes "sinnfälliges" Ereignis vorlag, ergibt sich aus ihrer
Sachverhaltsschilderung nicht. Aus der blossen Feststellung, der Schmerz sei bei der
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Arbeit bzw. gemäss Unfallmeldung nach einer ungeschickten Bewegung eingetreten,
ist in Abgrenzung zu jenen Gesundheitsschäden, welche auf wiederholten oder
kontinuierlichen Einwirkungen beruhen (vgl. A. Bühler, Die unfallähnliche
Körperschädigung, in: SZS 1996, 88), noch kein Vorliegen eines abgeschlossenen
schädigenden Vorgangs erstellt. Bei diesem Sachverhalt lässt sich eine unfallähnliche
Körperschädigung somit nicht bejahen, weshalb die Beschwerdegegnerin das
Vorliegen einer solchen zu Recht verneint hat.
5.
Damit besteht kein Raum für nähere medizinische Abklärungen. Dem
Eventualbegehren, es sei ein ergänzendes Gutachten einzuholen, ist nicht
stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die
Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann
darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157,
124 V 90 E. 4b S.94; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3
S. 212f.).
6.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin unter den gegebenen Umständen
die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors und damit die Erfüllung des Unfallbegriffs
zu Recht verneint. Der Vorfall vom 16. Juni 2008 ist weder als Unfall im Sinn von Art. 4
ATSG noch als unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV zu
qualifizieren. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nach UVG ist daher
abzulehnen und die gegen den Einspracheentscheid vom 13. Februar 2009 erhobene
Beschwerde entsprechend abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG). Eine Parteientschädigung für das faktische "Obsiegen" der
Beschwerdeführerin in der Frage der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht
zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG