Decision ID: e418e119-f4ec-4abd-9f46-b1098e563ea2
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominique Chopard, Werdstrasse 36,
8004 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a D._ war als Maurer bei der A._ tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als er am 13. Juli 1991 in Frankreich als Lenker eines Personenwagens
mit einem entgegenkommenden Fahrzeug frontal kollidierte (UV-act. I/1, 8, 12). Er zog
sich dabei ein Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri, eine Orbitadachfraktur links,
eine Fraktur des Os frontale mit frontal-linker Rissquetschwunde, eine Luxation im
calcaneo-talaren Gelenk sowie diverse Schürfungen zu. Es bestand während zwei
Tagen ein komatöser Zustand (Bewusstlosigkeit) und eine völlige Amnesie für das
Unfallereignis (UV-act. I/3, 4, 9, 10). Nach Durchführung von Therapiemassnahmen und
im Nachgang zu einem Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon attestierte der Hausarzt Dr.
med. B._ eine vollständige Arbeitsfähigkeit ab 12. Mai 1992 (UV-act. I/23, 30). Wegen
belastungsabhängiger Schmerzen im oberen Sprunggelenk trat der Versicherte am 30.
März 1993 erneut in die Rehaklinik Bellikon ein, wo er sich bis zum 23. April 1993
aufhielt (UV-act. I/40). Am 31. Juli 1993 erklärte der Versicherte, dass die ärztliche
Behandlung beendet sei (UV-act. I/42).
A.b Am 9. Mai 2005 meldete die nunmehrige Arbeitgeberin, die C._ einen Rückfall
zum Unfall vom 13. Juli 1991 (UV-act. II/1). Nach Durchführung von ärztlichen
Behandlungen und Abklärungen sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom
23. Oktober 2007 für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 13. Juli
1991 eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von 15%
zu (UV-act. 112). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter Einsprache erheben (UV-act. 114, 119). Am 16. Februar 2008 eröffnete
die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten, dass dieser ab 1. April 2008 Anspruch
auf eine Rente auf der Basis eines IV-Grads von 34% (Valideneinkommen von
Fr. 81'718.-- und Invalideneinkommen von Fr. 53'797.--) und eines versicherten
Verdienstes von Fr. 68'028.-- habe (UV-act. 129). Auch gegen diese Verfügung liess
der Versicherte Einsprache erheben mit dem Antrag, es sei ihm eine Invalidenrente auf
Grundlage eines Invaliditätsgrads von 70% und eines versicherten Verdienstes von
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Fr. 81'718.-- auszurichten (UV-act. 136). Der Krankenversicherer hatte eine vorsorglich
erhobene Einsprache wieder zurückgezogen (UV-act. 141, 145). Nach weiteren
Abklärungen (UV-act. 147, 148) vereinigte die Suva die beiden hängigen
Einspracheverfahren und wies die Einsprachen mit Entscheid vom 17. September 2008
ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt lic.
iur. D. Chopard, Zürich, mit Eingabe vom 20. Oktober 2008 Beschwerde erheben mit
den Anträgen, der Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben, es sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auf Grundlage eines
Invaliditätsgrads von mindestens 70 % und eines versicherten Verdienstes von
mindestens Fr. 81'718.-- auszurichten, und es sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, die Integritätsentschädigung angemessen zu erhöhen. Zur Begründung
führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, es sei anerkannt, dass ein
Schädelhirntrauma zu Spätfolgen führen könne; dies selbst dann, wenn die
ursprüngliche Tätigkeit vorerst wieder ausgeübt werde. Es sei verfehlt, einerseits
neurologisch eine mittelschwere traumatische Hirnverletzung aufgrund des Unfalls vom
13. Juli 1991 festzustellen, anderseits mit Hinweis auf die zehnjährige Berufstätigkeit
des Beschwerdeführers einen Kausalzusammenhang zum klinischen Verlauf zu
verneinen. Dass die erlittene Hirnverletzung am aktuellen Beschwerdebild nur von
untergeordneter Bedeutung sein solle, sei nicht schlüssig dargetan. Selbst wenn hier
eine nicht-organische, rein psychische Ursache vorläge, wäre die Beschwerdegegnerin
hierfür gleichwohl leistungspflichtig. Denn die Adäquanz wäre zu bejahen. Dass zur Zeit
eine Arbeitsfähigkeit bestehen solle, werde bestritten. Selbst wenn eine Arbeitsfähigkeit
von 60 % - wie von der Beschwerdegegnerin postuliert - angenommen würde, ergäbe
dies eine Erwerbseinbusse von mehr als 70 %. Bei der Berechnung des versicherten
Verdienstes sei verkannt worden, dass vorliegend ein Rückfall zu beurteilen sei. Der im
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) als entscheidend hervorgehobene
Gleichlauf von Taggeld- und Rentengrundlage führe vorliegend klar dazu, dass der im
Rückfall erzielte Lohn als versicherter Verdienst heranzuziehen sei. Die
Rentenverfügung erweise sich daher als unzutreffend. Der Beschwerdeführer sei
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interdisziplinär zu begutachten, lägen doch bislang nur ärztliche Einzelmeinungen vor.
Die kognitive Beeinträchtigung sei auch bei der Integritätsentschädigung zu
berücksichtigen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 20. November 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Entscheids. Sie verwies zur Begründung auf die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid und legte unter anderem dar, es stehe fest, dass der Beschwerdeführer
anlässlich des Unfalls vom 13. Juli 1991 eine mittelschwere traumatische
Hirnverletzung erlitten habe. Nach der neurologischen Begutachtung in der Rehaklinik
Bellikon würden jedoch unfallkausale strukturelle Hirnschädigungen sowohl im Hinblick
auf das Beweismass (nur möglich) als auch aufgrund ihres kausalen Anteils (bloss
untergeordnete, ganz im Hintergrund stehende Teilursache) jeglicher Bedeutung
entbehren. Die Psychiatrie und die Neuropsychologie vermöchten nicht, schlüssige
Urteile über die Organizität von (psychischen/neuropsychologischen) Beschwerden
abzugeben. Solches obliege dem Neurologen. Nachdem die Organizität der
psychischen/neuropsychologischen Störungen nicht erstellt sei, sei die Adäquanz nach
der Praxis gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen. Die adäquate Unfallkausalität sei in
Bezug auf die psychischen/neuropsychologischen Probleme des Beschwerdeführers
zu verneinen.
B.c Mit Replik vom 30. Januar 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen.

Erwägungen:
1.
Streitig sind vorliegend die Höhe des versicherten Verdienstes und der Invaliditätsgrad
als Grundlagen der ab 1. April 2008 laufenden Unfallrente des Beschwerdeführers. Zu
prüfen ist sodann die Bemessung des Integritätsschadens. Die Beschwerdegegnerin
legte die rechtlichen Voraussetzungen der Unfallkausalität von Gesundheitsschäden
(bei Rückfällen und Spätfolgen) sowie der Festlegung des versicherten Verdienstes,
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des Invaliditätsgrades und des Integritätsschadens im angefochtenen Entscheid (Erw.
2, 5a, 6a, 7, 9a, 10a, 11) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.
2.
2.1 Im Nachgang zur Rückfallmeldung vom Mai 2005 klagte der Beschwerdeführer
über Dauerschmerzen im linken Rückfuss, weshalb in der Universitätsklinik Balgrist
aufgrund der dort festgestellten subtalaren Arthrose links Infiltrationen vorgenommen
wurden. Ab dem 20. September 2005 bestand eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine
weitere Tätigkeit als Bauarbeiter sei aufgrund der Schmerzsymptomatik nicht mehr
möglich (UV-act. II/6, II/10). Eine kreisärztliche Untersuchung ergab gemäss Bericht
von Dr. med. D._ vom 7. November 2005, dass der Patient zusätzlich (neben den
Fussbeschwerden) über erhebliche Rückenbeschwerden im Zusammenhang mit einer
nicht unfallbedingten degenerativen LWS-Problematik klage. Es seien
Umschulungsmassnahmen zu planen (UV-act. II/15). Eine am 25. November 2005 bei
Dr. med. E._ durchgeführte neurologische Untersuchung ergab laut Bericht vom 28.
November 2005 keine Hinweise für eine lumboradikuläre Symptomatik bzw. eine
Nervenläsion (UV-act. II/19). Dr. med. F._, Facharzt für physikalische Medizin,
diagnostizierte im Bericht vom 23. November 2005 chronische Rückenschmerzen mit
Ausprägung eines Cerviko- und Lumbovertebralsyndroms (UV-act. II/37). Im März 2006
wurden in der Universitätsklinik Balgrist eine USG-Arthrodese links sowie eine
Rekonstruktion des Retinaculum peroneale superior links vorgenommen (UV-act. II/29,
II/31). Da nach der Operation und der Metallentfernung (UV-act. II/54) weiterhin
Schmerzen im linken Fuss bestanden, erfolgte eine weitere neurologische
Untersuchung durch Dr. med. G._. Die Neurologin stellte im Bericht 20. Juli 2006
keine neurologischen Auffälligkeiten fest. Im Vordergrund zu stehen scheine die
Wirbelsäulenproblematik (UV-act. II/55). Dr. med. H._, Allgemeinmedizin FMH,
berichtete am 12. September 2006, zwischenzeitlich habe sich der Verlauf aufgrund
einer psychischen Dekompensation problematisch gestaltet. Es liege ein deutlich
depressives Zustandsbild mit psychotischen Anteilen vor. Zusätzlich zeige sich eine
Akzentuierung des Rückenproblems (UV-act. II/57). Seit 20. September 2006 hielt sich
der Beschwerdeführer stationär in der Klinik St. Pirminsberg, Pfäfers, auf. Diese stellte
in den Berichten vom 19. Oktober und 1. Dezember 2006 in allen untersuchten
Teilbereichen der kognitiven Leistungsfähigkeit Beeinträchtigungen fest. Es bestünden
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deutliche Hinweise für eine diffuse Hirnschädigung. Ziel der weiteren stationären
Behandlung sei die psychische Stabilisierung und die Reduktion der
Schmerzsymptomatik (UV-act. II/61a, 64, 67, 75). Kreisarzt Dr. D._ hielt im Bericht
vom 1. Dezember 2006 unter anderem fest, im linken Fuss bestünden
Restbeschwerden. Therapeutisch lasse sich die Situation jetzt nicht mehr verbessern.
Hinsichtlich der lumbalen Rückenschmerzen sei ein Unfallkausalzusammenhang nicht
anzunehmen. Die Folgen des Schädel-Hirn-Traumas müssten noch genauer abgeklärt
werden (UV-act. II/74).
2.2 Eine interdisziplinäre (neurologische, psychische und neuropsychologische)
Abklärung in der Rehaklinik Bellikon ergab gemäss Bericht vom 21. August 2007, dass
aus neurologischer Sicht das in Rede stehende Unfallereignis mit Wahrscheinlichkeit
eine mittelschwere Hirnverletzung hervorgerufen habe. Trotz dieser Hirnverletzung
habe der Beschwerdeführer über viele Jahre am Alltag und am Berufsleben teilnehmen
können. Im Verlauf der sich entwickelnden psychiatrischen Störung sei es zu einer
deutlichen Veränderung der Persönlichkeit mit Reizbarkeit und kognitiven
Beeinträchtigungen gekommen. Aus der Sicht des Neurologen sei hierfür nicht die
primär somatisch-organisch bedingte Hirnverletzung massgebend. Vielmehr müsse es
als typisch angesehen werden, dass derartige somatisch-organisch bedingte
Unfallfolgen im Verlauf eher eine Verbesserung als eine Verschlechterung zeigen
würden. Neuropsychologischerseits liege ein mittelschweres Zustandsbild vor. Im
Vordergrund stünden deutlich gestörte Aufmerksamkeitsfunktionen sowie
Umstellprobleme und Leistungsblockaden. Beim Unfall vom 13. Juli 1991 habe der
Patient eine traumatische Hirnverletzung erlitten, welche geeignet gewesen sei,
bleibende neuropsychologische Funktionsstörungen nach sich zu ziehen. Das heutige
neuropsychologische Zustandsbild sei wahrscheinlich überwiegend durch die
Schmerzeinwirkung und die psychopathologische Entwicklung verursacht. Der Anteil
der primär somatisch-organisch bedingten Störungen am aktuellen Beschwerdebild
resp. der aktuellen Arbeitsfähigkeit sei gegenüber dem psychiatrischen
Beschwerdebild nur von untergeordneter Bedeutung. Aus psychiatrischer Sicht sei von
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig, zu sprechen. Das
Zustandsbild entspreche im Wesentlichen einer depressiven Symptomatik, welche
allenfalls vorhandene organische Veränderungen jetzt überdecken möge. Ein
langsamer Wiedereinstieg unter geschützten Verhältnissen sei indiziert. Aus
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psychiatrischer Sicht sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 40% realistisch
und angemessen. Hinsichtlich der Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit sei das
chirurgische Fachgebiet separat durch den Kreisarzt zu beurteilen. Seitens des
Nervensystems begründe sich auf somatisch-organischer Grundlage keine über die
obengenannte Arbeitsunfähigkeit hinausgehende Arbeitsunfähigkeit. Es sei davon
auszugehen, dass das psychiatrische Störungsbild seit September 2005 die
Arbeitsfähigkeit im erwähnten Ausmass reduziere. Aus Sicht der Neurologie,
Neuropsychologie und Psychiatrie sei ein langsamer Wiedereinstieg, beginnend mit
einer Arbeitsfähigkeit von 20% und einer Steigerung um jeweils 20% nach zwei und
vier Monaten notwendig und angemessen (UV-act. II/100). Kreisarzt Dr. med. I._ kam
im Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 4. Oktober 2007 unter anderem
zum Schluss, aufgrund der USG-Arthrose und der verminderten Beweglichkeit sei die
Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr zumutbar. Es sei im jetzigen Zeitpunkt der
Endzustand erreicht. Weitere Therapien würden nicht mehr durchgeführt. Es sei eine
leichte, wechselbelastende Tätigkeit vollschichtig zumutbar (UV-act. II/109).
3.
3.1 Unbestritten und durch die medizinischen Akten belegt ist, dass die
Restbeschwerden im linken Fuss des Beschwerdeführers natürlich und adäquat
kausale Folge des Unfalls vom 13. Juli 1991 darstellen. Hinsichtlich der lumbalen
Rückenschmerzen kam Kreisarzt Dr. D._ zum Schluss, ein
Unfallkausalzusammenhang sei nicht anzunehmen, weil eine mehrsegmentäre
Degeneration nicht typisch sei für einen posttraumatischen Zustand, und weil eine
posttraumatische Dauerschädigung sich durch eine rasch progrediente
Segmentdegeneration gezeigt hätte, was hier nicht zutreffe. Zudem sei initial keine
LWS-Verletzung dokumentiert worden, die in der Lage gewesen wäre, die bestehende
LWS-Degeneration kausal zu verursachen (UV-act. II/74). Diese Feststellungen
erscheinen begründet und blieben auch unbestritten. In diesem Zusammenhang ist
auch festzuhalten, dass die signifikante und dauernde Verschlimmerung einer
vorbestandenen degenerativen Schädigung der Wirbelsäule, hervorgerufen durch einen
Unfall, nur dann bewiesen ist, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken
der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verletzungen aufgrund eines
Traumas aufzeigt (RKUV 2000, Nr. U 363, 45). Nach der Rechtsprechung entspricht es
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einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts,
dass praktisch alle Diskushernien durch degenerative Bandscheibenveränderungen
entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen
Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend
unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Unfallereignis
von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe
herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. Wird die
Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitgehend) verursacht,
übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten
Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome
gegeben sind (vgl. Urteil des EVG vom 3. Januar 2005 [U 332/03] Erw. 1 mit Hinweisen;
ZBJV 1996 S. 489f; vgl. auch Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von
Rückenschäden, Bern 1990, S. 54 ff., insbesondere S. 56). Gemäss der einschlägigen
Literatur (Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule,
Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff) ist nach einem Unfall mit fehlenden
strukturellen Schädigungen der Wirbelsäule eine vorübergehende Verschlimmerung
nach spätestens einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten. - Eine eigentliche
Verursachung bzw. eine richtunggebende (dauernde) Verschlimmerung der
Wirbelsäulenschädigung durch das in Frage stehende Unfallereignis fällt angesichts der
geschilderten medizinischen Gegebenheiten sowie des Sachverhalts im Unfallzeitpunkt
und danach ausser Betracht. Eine allfällige vorübergehende unfallbedingte
Verschlimmerung wäre längst als abgeheilt anzusehen. Von einer Unfallkausalität der
lumbalen Rückenbeschwerden kann dementsprechend nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden.
3.2 Im Weiteren ist aufgrund des Gutachtens der Rehaklinik Bellikon sowie der
ergänzenden (bestätigenden) Stellungnahme der Gutachter vom 4. August 2008 davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer anlässlich des streitigen Unfalls eine
mittelschwere Hirnverletzung erlitt, die mit strukturellen Hirnschäden einhergeht. Die
Gutachter legten mit einlässlicher Begründung dar, dass unabhängig von der
traumatischen Hirnverletzung Faktoren vorliegen würden, die das Auftreten einer
Depression für sich genommen begründen würden und in diesem Sinn die psychische
Störung des Beschwerdeführers nicht als Spätfolge des Unfalls zu klassifizieren sei.
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Die somatisch-strukturellen Verletzungen würden möglicherweise einen
untergeordneten Teilfaktor darstellen, der nicht notwendig sei, um das Auftreten der
Depression zu erklären. Offensichtlich handle es sich bei den festgestellten
Verhaltensänderungen um eine Symptomatik, welche sich erst im Verlauf der Jahre
eingestellt habe. Auch sei der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, viele Jahre
erfolgreich der Berufstätigkeit nachzugehen. Massive Verhaltensauffälligkeiten oder
kognitive Beeinträchtigungen hätten in dieser Zeit nicht vorgelegen haben können. Die
Depression habe die neuropsychologische Funktionsstörung, die im Oktober 2006
festgestellt worden sei, erklärt. Trotz der Hirnverletzung habe der Beschwerdeführer
wenig kognitive Veränderungen respektive Persönlichkeitsänderungen aufgewiesen.
Diese geringen Veränderungen seien auch nicht geeignet, die depressive Entwicklung
zu erklären. Vielmehr habe er im Verlauf der Jahre nach dem Unfall eine erhebliche
Schmerzproblematik entwickelt. Die Schmerzproblematik sei für sich genommen ein
Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression. Darüber hinaus würden
Kindheitstraumata den Beschwerdeführer auch aktuell stark belasten. Der Anteil der
primär somatisch-strukturellen Hirnschädigung stehe in der Genese der depressiven
Symptomatik mindestens ganz im Hintergrund der Beschwerdesymptomatik, falls er
überhaupt eine Rolle spiele (UV-act. II/100, II/148).
Für die Zeit von Mitte 1993 (Abschluss des Grundfalles) bis Mai 2005 (Rückfallmeldung)
sind keine medizinischen Unterlagen verfügbar (vgl. UV-act. II/99 S. 15 unten sowie zu
den daraus resultierenden Beweisproblemen Max Berger, Das Risiko
posttraumatischer Spätfolgen nach Hirnverletzung, in: HAVE 1/2007, Beilage zu UV-
act. II/136, S. 15f). Nach der Rechtsprechung sind die Anforderungen an den Beweis
des natürlichen Kausalzusammenhangs im Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit umso strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem
Unfall und dem (erneuten) Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (RKUV 1997, 188
Erw. 1c). Bei der geschilderten Aktenlage - insbesondere mit Blick auf die rund
14jährige Latenzzeit zwischen der unfallbedingten Hirnschädigung und dem Auftreten
von psychischen bzw. kognitiven Problemen - kann nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als belegt gelten, dass die strukturelle Hirnschädigung adäquat-
kausale Ursache der psychischen/neuropsychologischen Gesundheitsprobleme bildet
bzw. für sich allein Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat
und eine Behandlungsbedürftigkeit bewirkt.
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Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden
neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov
(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-
Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die
eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu
beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer
und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S.
475). - Angesichts der von den Gutachtern der Rehaklinik Bellikon dargelegten
medizinischen Umstände ist davon auszugehen, dass kognitive Funktionen beim
Beschwerdeführer im Wesentlichen durch den psychischen Befund beeinflusst wurden.
Der psychische Befund vermochte m.a.W. die neuropsychologischen Einschränkungen
im Wesentlichen zu erklären. Damit können neuropsychologische Unfall-Restfolgen,
welche vom psychischen Befund unabhängig sind, nicht als nachgewiesen gelten (vgl.
dazu auch Ruben Echemendia, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 78, S. 82ff).
Neuropsychologische Einschränkungen können hingegen Teil des typischen
Beschwerdebilds nach schleudertraumaähnlicher Verletzung bilden. Wenn der
Beschwerdeführer eine interdisziplinäre Begutachtung verlangt mit dem Hinweis, es
lägen bislang nur ärztliche Einzelmeinungen vor, ist festzuhalten, dass das Gutachten
der Rehaklinik Bellikon auf interdisziplinärer Grundlage erstellt wurde. Ein Anlass für
weitere Abklärungen ist auch aus den vorstehend dargelegten Gegebenheiten nicht
ersichtlich.
4.
4.1 Sind Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die
versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. keine
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schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das
Vorliegen eines Schleudertraumas oder diesen ähnlichen Verletzung, muss geprüft
werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134
V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS sowie bei äquivalenten
Verletzungen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall
hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das
Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000
Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b). Die Schleudertrauma-Rechtsprechung ist auch bei
Schädelhirn-Traumata anwendbar (BGE 117 V 369; 134 V 109 Erw. 3 und 4).
4.2 Die Frage, ob bzw. inwiefern ein typisches Beschwerdebild im Sinn der
Rechtsprechung im Nachgang zum Unfall vom 13. Juli 1991 gegeben war, braucht
dann nicht näher geklärt zu werden, wenn die adäquate Unfallkausalität zu verneinen
ist. Diese ist daher vorweg zu prüfen. Dabei steht auch bei Vorliegen einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung der Nachweis offen, dass es sich bei den nach
einem Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine unfallkausale
psychische Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine ausgeprägte
psychische Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 Erw. 3b). -
Nachdem der Beschwerdeführer die ärztliche Behandlung am 31. Juli 1993 als beendet
erklärt hatte (UV-act. I/42) und zwölf Jahre später - im Mai 2005 - Fuss- und LWS-
Rückenbeschwerden rückfallweise gemeldet worden waren (UV-act. II/6, 10, 15),
bestätigte Dr. E._ das Vorliegen eines posttraumatischen Schmerzsyndromes ohne
Hinweise für eine neurologische Problematik (UV-act. II/19). Die Neurologin Dr. G._
hielt am 20. Juli 2006 fest, für sie bleibe schwer einzuschätzen, inwieweit die geklagte
Konzentrations- und Gedächtnisproblematik durch die Schlafstörung und die
Depression erklärbar und überhaupt objektivierbar sei (UV-act. II/55). Dr. H._
berichtete daraufhin am 12. September 2006 von einer psychischen Dekompensation
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bzw. einem depressiven Zustand mit psychotischen Anteilen (UV-act. II/57). Die Ärzte
der Klinik St. Pirminsberg hielten am 1. Dezember 2006 ein deutlich depressives
Zustandsbild mit Suizidgedanken, Einengung des formalen Denkens,
Insuffizienzgefühle, akustische Halluzinationen und eine schwierige psychosoziale
Gesamtsituation fest (UV-act. II/75). Kreisarzt Dr. D._ erachtete im Bericht vom 1.
Dezember 2006 den Endzustand hinsichtlich des linken Fusses aus therapeutischer
Sicht als erreicht (UV-act. II/74). Die Gutachter der Rehaklinik Bellikon kamen im
August 2007 zum Schluss, der Anteil der primär somatisch-organisch bedingten
Störungen (strukturelle Hirnschädigung) am aktuellen Beschwerdebild resp. der
aktuellen Arbeitsfähigkeit sei gegenüber dem psychiatrischen Beschwerdebild nur von
untergeordneter Bedeutung. Das Zustandsbild entspreche im Wesentlichen einer
depressiven Symptomatik, welche allenfalls vorhandene organische Veränderungen
jetzt überdecken möge (UV-act. II/100). Die Depression habe die neuropsychologische
Funktionsstörung, welche im Oktober 2006 festgestellt worden sei, erklärt (UV-act. II/
148). Die Gutachter der Rehaklinik Bellikon nahmen in diesem Zusammenhang auch zu
dem vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingereichten Artikel (Berger, a.a.O.,
13ff) Stellung und bestätigten ihren Standpunkt mit einlässlicher Begründung (UV-act.
II/148). Im Übrigen wird der neurologischen Beurteilung (UV-act. II/100) auch in diesem
Aufsatz ausschlaggebende Bedeutung eingeräumt (vgl. Beilage zu UV-act. II/136 S.
16f). Bei der geschilderten Aktenlage ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass jedenfalls seit der Begutachtung in der Rehaklinik Bellikon eine
psychische Problematik ganz im Vordergrund stand und allfällige somatische Aspekte
überdeckte.
In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise
gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz
in den Hintergrund treten, ist die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt
einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 Erw. 2a
mit Hinweisen). Die Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität
zwischen psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird
(RKUV 1999, 407 Erw. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung. Vorliegend kann nach
Lage der Akten ein natürlicher (teilweiser) Kausalzusammenhang zwischen den
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfall nicht ohne weiteres
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angenommen werden, nachdem die Gutachter der Rehaklinik Bellikon die psychische
Störung nicht als Spätfolge des Unfalls klassifizierten (UV-act. II/148 S. 4 Ziffer 2). Eine
abschliessende Klärung der natürlichen Unfallkausalität dieser gesundheitlichen
Störung kann jedoch unterbleiben, falls der adäquat-kausale Zusammenhang zu
verneinen ist.
4.3 Beim Ereignis vom 13. Juli 1991 mit frontaler Kollision ist in Anbetracht der
Unfallumstände sowie der dokumentierten Fahrzeugschäden (UV-act. I/8, I/12) von
einem mittelschweren Unfall auszugehen (vgl. die vergleichbaren Sachverhalte in den
Urteilen des EVG vom 14. April 2000 i/S S. [U 257/99]) und vom 24. August 2007 i/S K.
[U 497/06] Erw. 4.2). Der Unfall hatte beim Beschwerdeführer eine Bewusstlosigkeit
bewirkt (UV-act. I/3, I/4, I/9, I/10). Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische
Begleitumstände sind nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen massgebend
ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S
B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). Die nach
dem Unfall bestehende Amnesie dürfte zudem zur Folge gehabt haben, dass der
Beschwerdeführer das Unfallgeschehen nicht nachhaltig wahrnahm (vgl. Urteil des EVG
vom 15. November 2004 [U 334/03] Erw. 3.2). Das erlittene Schädelhirntrauma mit
Commotio cerebri, die unfallbedingten Frakturen und die Luxation im calcaneo-talaren
Gelenk können nicht als leichte Verletzungen bezeichnet werden (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 17. August 2007 i/S N. [8C_101/2007] Erw. 5.2 und 5.3, und vom
21. Dezember 2007 i/S M. [U 558/06], Erw. 4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August
2004 i/S J. [U 116/04]). In der Gesamtschau lässt sich die Schwere bzw. Erheblichkeit
der Verletzung insofern nicht Abrede stellen, als das hier in Frage stehenden
Schädelhirntrauma schon für sich allein geeignet war, psychische Beschwerden im
Sinn eines postcommotionellen Syndroms auszulösen (vgl. MSD-Manual, 6. Auflage, S.
1730 und 1733). Dieses Kriterium ist somit - wenn auch in nicht sehr ausgeprägter
Form - als erfüllt zu erachten.
Hinsichtlich der Länge der Behandlungsdauer ist festzuhalten, dass die ärztliche
Behandlung rund zwei Jahre nach dem Unfall vom 13. Juli 1991 abgeschlossen wurde
(UV-act. I/40, I/42). Im Nachgang zur Rückfallmeldung vom Mai 2005 bestätigte
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Kreisarzt Dr. D._ am 1. Dezember 2006, dass sich die Situation im linken Fuss
therapeutisch nicht mehr verbessern lasse (UV-act. II/74). Die versicherte Person hat
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für
so lange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Aufgrund der dargelegten
Umstände kann die Notwendigkeit einer eigentlichen Behandlung von somatischen
Unfallfolgen jedenfalls über den 1. Dezember 2006 hinaus nicht bejaht werden. Die
Behandlung dauerte somit nach dem Unfall rund zwei Jahre und - nach einem Intervall
von 12 Jahren - zusätzlich rund eineinhalb Jahre. Wenn diese Behandlungszeiträume
addiert werden, liesse sich eine lange Behandlungsdauer nicht ohne weiteres in Abrede
stellen. Hingegen sind ein schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen zu
verneinen, zumal eine Arthrodese nach einer Luxation des Sprunggelenks als Spätfolge
nicht unüblich ist. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung ist ebenfalls nicht auszugehen.
Nach dem Unfall war der Beschwerdeführer ab April bzw. Mai 1992 und nach einem
Unterbruch durch einen Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon ab Mai 1993 wieder voll
arbeitsfähig (UV-act. I/23, I/30, I/40 S. 2). Dies blieb er bis zur Rückfallmeldung vom
Mai 2005, wobei während der zwölf Jahre nach Lage der Akten keinerlei psychischen
Beschwerden oder kognitive Einschränkungen bzw. für ein Schädelhirntrauma typische
Beschwerden belegt sind (UV-act. II/100 S. 10-13 sowie II/115). Bei der in der Folge ab
September 2005 bescheinigten vollen Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter bildete -
neben den Fussbeschwerden - auch die unfallfremde LWS-Problematik eine erhebliche
Ursache (vgl. UV-act. II/15, II/37, II/55, II/57). Die Gutachter der Rehaklinik Bellikon
gingen in der Folge davon aus, dass das psychiatrische Störungsbild die
Arbeitsfähigkeit seit September 2005 (um 40%) reduziere (UV-act. II/100). Die
Exploration lässt einem Gutachter immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. die Leitlinien der
Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung
psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050f). Daher und unter Beachtung der
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175
Erw. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001 i/S P., [I 506/00]) ist es nicht angezeigt, eine
medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher
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zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind,
zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des EVG vom 13. März 2005 i/S G.
[I 676/05] Erw. 2.4). Solche Gesichtspunkte sind hinsichtlich des vollständigen,
schlüssigen und gut begründeten Gutachtens der Rehaklinik Bellikon nicht ersichtlich.
Aus rein somatisch-unfallbedingter Sicht kam Kreisarzt Dr. I._ am 4. Oktober 2007
zum Schluss, dass eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit dem Beschwerdeführer
vollschichtig zumutbar sei (UV-act. 109). Nachdem die Arbeitsunfähigkeit durch
unfallfremde (LWS-)Probleme und bzw. ab September 2005 durch psychische
Gegebenheiten beeinflusst war, kann eine lang dauernde (somatisch begründete)
Arbeitsunfähigkeit im Sinn der Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im
Urteil des EVG vom 30. August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) nicht als nachgewiesen gelten.
In den nach dem Unfall erstellten medizinischen Akten werden die Fussschmerzen des
Beschwerdeführers als belastungsabhängig geschildert (UV-act. I/40). Er selbst gibt
zwar für den Zeitraum von 1993 bis 2005 (Rückfall) ebenfalls Beschwerden im linken
Fuss an. Diese sind jedoch nicht anhand von medizinischen Akten dokumentiert und
wurden im erwähnten Zeitraum offenbar auch nicht ärztlich behandelt. Im
kreisärztlichen Bericht vom 7. November 2005 wurden belastungs- und
bewegungsabhängige Schmerzen im Sprunggelenksbereich vermerkt (UV-act. II/15).
Gegenüber den Gutachtern der Rehaklinik Bellikon gab der Beschwerdeführer an, die
Hauptbeschwerdesymptomatik liege jetzt in den (unfallfremden) Rückenschmerzen.
Wegen des Rückens müsse er zwei bis drei Mal pro Nacht aufstehen. Im linken Fuss
habe er Schmerzen und könne ohne Gehstöcke nicht richtig laufen (vgl. UV-act. II/99 S.
6 oben und II/100 S. 7). Spätestens ab September 2006 war zudem die
Beschwerdesymptomatik durch die psychischen Probleme beeinflusst (vgl. UV-act. I/
57). Das Ausmass der (somatischen unfallbedingten) Dauerschmerzen im linken Fuss
bleibt mangels entsprechender medizinischer Stellungnahmen unklar, wobei der
Beschwerdeführer jedoch während immerhin rund einem Jahrzehnt im (strengen)
Arbeitsprozess bestehen konnte. Damit lässt sich das erwähnte Kriterium gestützt auf
die Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen. Wenn somit
bezüglich des streitigen mittelschweren Unfalls nur zwei Adäquanzkriterien - in nicht
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sehr ausgeprägtem Umfang - zu bejahen sind, lässt es sich nicht beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität der psychischen Beschwerden
verneinte.
5.
5.1 Für die Rentenbemessung hat somit die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit,
welche gemäss Beurteilung der Rehaklinik Bellikon mit 40% zu veranschlagen ist,
ausser Betracht zu bleiben. Auszugehen ist von dem von Kreisarzt Dr. I._ gemäss
Bericht vom 4. Oktober 2007 ermittelten Zumutbarkeitsprofil, wonach in
Berücksichtigung der unfallkausalen Einschränkungen am linken Fuss dem
Beschwerdeführer eine wechselbelastende Tätigkeit mit sitzendem Anteil von
mindestens zwei Dritteln vollschichtig zumutbar ist, wobei das Gehen auf unebenem
Gelände sowie Zwangshaltungen wie Knien und Kauern und Treppen- bzw.
Leiternsteigen zu vermeiden sind (UV-act. II/109).
5.2 Das Valideneinkommen 2007 des Beschwerdeführers von Fr. 81'718.-- (UV-
act. II/118) blieb als solches unbestritten und erscheint aufgrund der Akten
ausgewiesen. Die Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt auf
DAP-Zahlen mit Fr. 53'797.-- fest. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der
DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin
nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern,
Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in
Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil
entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen
Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen,
gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-
Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 28. August 2003 i/S C. [U 35/00] Erw.
4.2.2). Konkret liegen die erforderlichen Angaben vor (UV-act. II/126). Die von der
Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den
behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst, weshalb
sie zu Recht als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens verwendet
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wurden. Im Rahmen des DAP-Systems sind leidensbedingte Abzüge grundsätzlich
nicht sachgerecht und damit nicht zulässig (BGE 129 V 472 Erw. 4.2.3.; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2004 i/S H.M. [U 208/02]).
Zum Vergleich kann das zumutbare Invalideneinkommen anhand der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermittelt und dabei auf
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abgestellt
werden. Zugrunde zu legen wären - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des
Jahres 2007. Der Beschwerdeführer ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten beschränkt, aber
er wäre in der Lage, seine Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl
im Sektor Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb
vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen. Aus der LSE 2006 TA 1 Niveau 4
ist für Männer ein Monatssalär von Fr. 4'732.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete
Jahressalär von Fr. 56'784.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2006, d.h. auf 41.6 Stunden,
aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 59'055.-- ergibt. Im Jahr 2007 stiegen die
Nominallöhne um 1.6%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 60'000.-- resultiert.
Unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 10% ergäbe sich ein solcher von
Fr. 54'000.--. Auf den um rund 200.-- Franken tieferen DAP-Wert kann somit ohne
weiteres abgestellt werden. Der von der Beschwerdegegnerin errechnete IV-Grad von
34% lässt sich unter diesen Gegebenheiten nicht beanstanden.
5.3 Hinsichtlich der Bemessung des der Rente zugrunde zu legenden versicherten
Verdienstes ist festzuhalten, dass Art. 24 Abs. 2 UVV einzig allfällige Nachteile als Folge
der Verzögerung in der Rentenfestsetzung ausgleichen will (BGE 127 V 173 Erw. 3b).
Dagegen sollen die Versicherten nicht so gestellt werden, wie wenn sich der Unfall
unmittelbar vor diesem Zeitpunkt ereignet hätte (RKUV 1999 Nr. U 327 S. 112 Erw. 3d
am Anfang). Nach der Rechtsprechung sprechen Sinn und Zweck des Art. 24 Abs. 2
UVV sowie die Taggeldordnung, aber auch Gründe der Praktikabilität dafür, bei mehr
als fünf Jahre nach dem Unfall beginnenden Renten bei der Bemessung des
versicherten Verdienstes auf die allgemeine statistische Nominallohnentwicklung im
angestammten Tätigkeitsbereich und nicht auf die Lohnentwicklung beim konkreten
Arbeitgeber abzustellen. In diesem Sinn präzisierte das EVG im Urteil vom 19.
September 2006 i/S B. [U 79/06], Erw. 4.2, seine Rechtsprechung.
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5.4 Der Beschwerdeführer erzielte im Unfalljahr 1991 bei der A._ einen monatlichen
Bruttolohn von Fr. 4'100.-- (13 x) bzw. ein Jahresbetreffnis von Fr. 53'300.-- (UV-act. I/
1). Da die Rente erst ab April 2008 läuft, ist der vorerwähnte Jahreslohn in Anwendung
von Art. 24 Abs. 2 UVV an die Nominallohnentwicklung seit 1991 anzupassen, woraus
ein Betrag von Fr. 68'572.-- resultiert (Anwendung der allgemeinen Indizes Männer
1991 [1619] und 1993 [1743] sowie der Indizes Baugewerbe 1993 [100] und 2008
[119.5] gemäss Schweizerischem Lohnindex/Landesindex der Konsumentenpreise des
Bundesamtes für Statistik). Der von der Beschwerdegegnerin mit Fr. 68'028.--
errechnete versicherte Verdienst (UV-act. II/125) beruht offenbar für 2007 und 2008 auf
anderen Indizes, auf welche hier nicht abzustellen ist. Zu den Einwänden des
Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass angesichts des Wortlauts von Art. 24 Abs. 2
UVV und des Zwecks dieser Bestimmung - Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung im angestammten Tätigkeitsbereich seit dem Unfall, nicht
jedoch von Karriereschritten und Stellenwechseln - das im Zeitpunkt des Rückfalls (Mai
2005) effektiv erzielte Einkommen nicht Grundlage des versicherten Verdienstes bilden
kann. So soll die versicherte Person durch die Anwendung von Art. 24 Abs. 2 UVV wie
erwähnt nicht so gestellt werden, wie wenn sich der Unfall unmittelbar vor dem
Zeitpunkt der Rentenfestsetzung ereignet hätte (Urteil des EVG [U 79/06] a.a.O., Erw.
4.2 mit Hinweisen). Eine rechtliche Grundlage, welche es erlauben würde, den
versicherten Verdienst für die Rentenbemessung auf derselben Basis festzulegen wie
das vor Rentenbeginn ausgerichtete Taggeld, lässt sich auch aus dem vorerwähnten
Urteil U 79/06 (insbesondere Erw. 4.2.2) nicht ableiten. Der Gleichlauf von Taggeld-
und Rentengrundlage (act. G 1 S. 9 unten) bzw. die Feststellung, dass Taggeld und
Rente auf im Wesentlichen gleichen Bemessungsgrundlagen festgesetzt werden, zeigt
lediglich die Regel auf, befasst sich jedoch nicht mit den dazugehörigen Ausnahmen.
So können die versicherten Verdienste für Taggeld und für Rente unter anderem bei
Anwendung von Art. 23 Abs. 7 UVV (Neubestimmung des massgebenden Lohns bei
über dreimonatiger Heilbehandlung und mindestens 10%iger zwischenzeitlicher
Lohnerhöhung) und lang zurückliegendem Unfallereignis sehr wohl auseinanderfallen.
Der versicherte Verdienst ist damit auf Fr. 68'572.-- festzusetzen.
6.
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Der Beschwerdeführer lässt beantragen, es sei ihm eine höhere
Integritätsentschädigung als aufgrund einer Integritätseinbusse von 15%
zuzusprechen. - Kreisarzt Dr. I._ legte in der Beurteilung des Integritätsschadens
vom 17. Oktober 2007 dar, die neu durchgeführten Röntgenbilder würden eine
vollständig konsolidierte USG-Arthrodese zeigen. Das OSG sei weitgehend unauffällig.
Hier fänden sich keine wesentlichen arthrotischen Veränderungen. Ebenso im Bereich
des Chopart- und Lisfranc-Gelenkes. Insofern könne gemäss Feinrastertabelle 5.2 der
Integritätsschaden für eine USG-Arthrodese ohne weitere Anpassungen somatisch
strukturell übernommen werden. Für das obere Sprunggelenk seien keine weiteren
Anpassungen notwendig, da das Röntgen keine zusätzliche Arthrose zeige. Insofern sei
für die Fussverletzung eine Integritätsentschädigung von 15% gerechtfertigt (UV-act. II/
110). Die unfallfremden Rückenbeschwerden und psychischen Einschränkungen
vermögen eine durch die Beschwerdegegnerin zu entschädigende Integritätseinbusse
nicht zu begründen. Es muss deshalb bei der Einschätzung von Dr. I._ sein
Bewenden haben.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass der versicherte Verdienst auf Fr. 68'572.-- festgelegt wird; der
angefochtene Einspracheentscheid ist in diesem Punkt aufzuheben. Im Übrigen ist die
Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Angesichts des Obsiegens (in geringem Umfang) besteht Anspruch auf
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr.
1'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG