Decision ID: 47bc43f8-5980-4a17-9cb7-6c274d02de6e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, diplomierte Kinderkrankenschwester (
Urk.
6/1),
erlitt am 2
8.
April 2000 einen Verkehrsunfall
mit HWS-Distorsion
, als sie aus einem Kreisel fahrend das vor ihr stehende Auto zu spät wahrnahm und trotz Vollbremsung mit diesem kollidierte (Delta-v 11-17 km/h).
Zum Zeitpunkt des Unfalles arbeitete sie in einem Vollpensum in der
Y._
.
Die zuständige Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen UVG-Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) und stellte diese
per
3.
September 2009
gestützt auf das Gutachten der
Z._
,
A._
(
Urk.
6/76/4-139)
ein
(
Urk.
6/
76/2-3), was durch das Bundesgericht
am
9.
Dezember 2011
mit Urteil 8C_730/2011 mit der Begrün
dung bestätigt wurde, dass der Auffahrkollision vom 2
8.
April 2000 für die noch bestehenden Beschwerden keine rechtserhebliche Bedeutung zukomme
(
Urk.
6/172).
Am 2
2.
November 2000 meldete
sich die Versicherte
unter Angabe einer HWS-Distorsions-Symptomatik bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Umschulung, Rente) an (
Urk.
6/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte berufliche und erwerbliche Abklärungen und
nahm in der Folge die berufliche Eingliederung an die Hand.
Nachdem die Versicherte nach
dem Un
fall zuerst voll arbeitsunfä
hig war, steigerte sie ihr Arbeitspensum von 25
%
auf 60
%
und ab August 2001 auf 70
%
(
Urk.
6/16)
. Die IV-Stelle
übernahm im Rahmen einer Umschu
lung die Kosten für eine berufsbegleitende Ausbildung in Bewegungsanalyse
sowie drei Einzelseminare in Integrativer Bewegungs- und Tanz
therapie mit Kindern (Verfügung vom
6.
November 2002,
Urk.
6/3
3
). Mit Verfügung vom 1
0.
August 2004 wurden die beruflichen Massnahmen aufgehoben, da die Ver
sicherte die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste (
Urk.
6/50).
Am 2
1.
Dezember 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Kosten für ein Belastbarkeitstraining bei der
B._
über
nehmen werde (
Urk.
6/89). Am 1
6.
Februar 2010 brach die Versicherte die Mass
nahme aufgrund ihres Gesundheitszust
ands ab (Schlussbericht B._
, 1
7.
Februar 2010,
Urk.
6/102), worauf die IV-Stelle die berufliche Massnahme am
9.
März 2010 aufhob (
Urk.
6/105).
Mit Vorbescheid vom 2
2.
April 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten ab April 2001 eine
Viertelsrente
, ab
1.
Juli 2002 eine ganze und ab
1.
April 2003 eine
Dreiviertelsrente
in Aussicht (
Urk.
6/111).
In ihrer Stellungnahme
vom 2
5.
Mai 2010 beantragte die Versicherte, es sei ihr ab April 2001 eine ganze Rente auszurichten
(
Urk.
6/116).
Mit Verfügung vom
2
1.
September
2010 bestä
tigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid vom 2
2.
April 2010 (
Urk.
6/120
;
Urk.
6/122
).
Nachdem di
e Versicherte am
8.
Februar 2011
der IV-Stelle ein Schreiben mit Ausführungen zum
Valideneinkommen
zugestellt hatte
(
Urk.
6/137)
, hob diese am
3.
März 2011 die Verfügung vom 2
1.
September 2010 wiedererwägungswei
se auf (
Urk.
6/138) und sprach
der Versicherten
mit Verfügung vom 1
4.
März 2011 ab April 2001 eine
Viertelsrente
und ab Juli 2002 eine ganze Rente zu (
Urk.
6/143).
Infolge der
6.
IV-Revision prüfte die IV-Stelle die laufende Rente der Versicher
ten gestützt
auf die
am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmun
gen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
;
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
SchlB
IVG
)
und stellte mit Vorbescheid vom
6.
Mai 2014 die Aufhebung der Rente
mit der Begründung
in Aussicht
, dass die Beschwerden überwindbar seien und keine Arbeitsunfähigkeit im gesetzlichen Sinn vorliegen könne
(
Urk.
6/1
85
).
Mit den Einwänden vom 2
4.
April 2014 (
Urk.
6/187) und
3.
Juni 2014 (
Urk.
6/192) beantragte die Versicherte die Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen. Am
7.
Oktober 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine umfassende medizi
nische Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie) als notwendig erachte und eine Begutachtung veranlassen werde (
Urk.
6/199).
Am 2
6.
März 2015 informierte die IV-Stelle, dass die Begutach
tung bei der
C._
, Bern, durchgeführt werde und gab die involvierten Disziplinen und
ä
rzte bekannt (
Urk.
6/216)
Nachdem die Versicherte verschiedentlich Einwände gegen die Begutachtung selber, die Auswahl der Disziplinen sowie den Fragekatalog vor
gebracht hatte
(
Urk.
6/203;
Urk.
6/205;
Urk.
6/218
),
erliess die IV-Stelle am 2
2.
April 2015 eine Zwischenverfügung, mit welcher sie die Begutachtung um die
ophtalmologische
Disziplin ergänzte, im Übrigen aber daran festhielt (
Urk.
6/219).
Die dagegen am 2
1.
Mai 2015 e
rhobene Beschwerde (
Urk.
6/222)
wurde durch das hiesige Gericht am 2
2.
September 2015 mit Urteil IV.2015.00569 abgewiesen (
Urk.
6/226). Nachdem die Versicherte
am
8.
Dezember 2015 erneut den Wunsch geäussert hatte
, weitere
Disziplinen zu berücksichtigen und zum Fragekatalog Stellung zu nehmen
(
Urk.
6/232), und am 1
2.
Januar 2016
um
die Verschiebung des Gutachtens ersucht hatte (
Urk.
6/236), teilte die IV-Stelle am 2
7.
Januar 2016 mit, dass an den geplanten Begutachtungsterminen festgehalten werde (
Urk.
6/238).
Gestützt auf das
C._
-Gutachten vom 3
0.
März 2016
(
Urk.
6/24
2
)
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 3
0.
August 2016 die Aufhebung der Rente in Aussicht (
Urk.
6/247). Nachdem die Versicherte dagegen Einwände erhoben hat
te (
Urk.
6/248;
Urk.
6/255)
,
bestätigte die IV-Stelle die Einstellung der Rente mit Verfügung vom 1
6.
November 2016 (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
5.
Dezember 2016 Beschwerde und beantrag
te, es seien die angefochtene Verfügung aufzuheben und die gesetzlichen Leis
tungen, insbesondere eine Invalidenrente weiterhin auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2017 die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am
3.
Februar 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
7)
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die Akten ist, soweit für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Da
die Beschwerdegegnerin
die Auffassung vertritt, dass die
Diagnosen, welche zur ursprünglichen
Rentenzusprache
geführt hatten, zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grundlage gehören, hat sie
die laufende Invalidenrente
der Beschwerdeführerin
unter dem
Rückkommenstitel
der
SchlB
IVG
6.
IV-Revision überprüft
.
Gestützt
auf das
C._
-Gutachten vom 3
0.
März 2016 (
Urk.
6/24
2
) hat sie festgestellt, dass die Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten Tätigkeit als Kinderkrankenschwester wie auch in einer Verweistätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig
sei
, weshalb kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad bestehe und die laufende Rente aufzuheben sei. Demgegenüber stellt sich die Beschwer
deführerin auf den Standpunkt, dass ein Rückkommen gestützt auf die
SchlB
IVG
6.
IV-Revision unzulässig sei, da ihr die Rente nicht einzig
aufgrund
ein
es unklaren
Beschwerdebild
s
zugesprochen worden
sei
. Zudem liege auch zum Zeitpunkt der
ü
berprüfung nicht ausschliesslich ein unklares Beschwerdebild vor. Ausserdem stellt die Beschwerdeführerin ausführlich die Beweiswertigkeit des
C._
-Gutachtens in
Frage und hält schliesslich fest, dass auch der Revisi
onsgrund nach
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
zu verneinen sei.
1
.2
Zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin die laufende Rente mit ange
fochtener Verfügung zu Recht aufgehoben hat.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG
).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestim
mungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Mass
nahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Vorausset
zungen nach Art
.
7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder auf
gehoben, auch wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
2
.
4
Damit eine Rente nach Massgabe der
SchlB
IVG aufgehoben oder herabgesetzt werden kann, bedarf es zwar keiner erheblichen Veränderung des Gesundheits
zustandes im Sinne von
Art.
17 ATSG. Indessen ist die Revision namentlich an die folgenden Voraussetzungen geknüpft:
2
.4.1
Die Rente wurde ausschliesslich auf Grund der Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organi
sche Grundlage zugesprochen. Nur unter dieser Bedingung kann die Überprü
fung der Rente nach den
SchlB
IVG eingeleitet werden (BGE 139 V 547
E.
10.1.1). Nach BGE 140 V 197 E. 6.2.3 sind vom Anwendungsbereich von
lit
.
a
Abs.
1
SchlB
IVG laufende Renten jedoch nur auszunehmen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden beruhen.
Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von BGE 139 V 547 E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schlussbestimmung bei kombi
nierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Fol
gen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter Teil der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nur neu beur
teilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestimmung vom Grund
satz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten B
eschwerden bei der Rentenzuspre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer integralen Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon
ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesund
heitsschädigung die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverur
sacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenan
spruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerde
bildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel mög
lich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
2
.4.2
Schliesslich durfte die
fragliche
Rentenzusprache
nicht schon in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
erfolgt sein, denn
diesfalls
bliebe kein Raum mehr für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbes
timmung (BGE 140 V 8 E. 2.2.2).
2.
5
Sind die genannten Voraussetzungen erfüllt, ist unter dem Titel der
SchlB
IVG neu zu prüfen,
wie es sich zum Zeitpunkt der Überprüfung unter Massgabe von
Art.
7 ATSG mit
dem
Rentenanspruch
verhält
.
2.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122
V
157 E. 1c; U. Meyer-Blaser,
Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.7
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indi
katoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belas
tungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande
rerseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.8
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
3
.
3
.1
Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin die strittige Rente
aufg
rund der Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage zugesprochen
wor
den war
, so dass die Beschwerdegegnerin diese gestützt auf die
SchlB
IVG über
prüfen durfte.
3.2
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom
8.
Dezember 2009 (
Urk.
6/109). Dieser
gab an, dass die Beschwerde
führerin gemäss
Z._
-Gutachten im weitesten Sinn an den Folgen eines HWS-Distorsionstraumas im Jahr 2000 leide. Der Gesundheitszustand sei aber unter
dessen weitgehend unfallfremd und bestehe im Wesentlichen in einer somato
formen Schmerzstörung mit Symptomausweitung und verminderter Leistungs
fähigkeit. In der angestammten Tätigkeit
als Kinderkrankenschwester
sei die Beschwerdeführerin versicherungsmedizinisch-theoretisch zu 50
%
arbeitsfähig, wobei die Wiedereingliederungswahrscheinlichkeit gering sei. Für eine leidens
angepasste, leichte, wechselbelastende, ruhige und geordnete Tätigkeit ohne viel Kundenkontakt (zum Beispiel Büro) sei zurzeit auch erst eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgewiesen, aber bei guter Prognose für eine weitere Steigerung.
Diese Einschätzung führte aufgrund des mit Verfügung vom
1
4.
März 2011 (
Urk.
6/143) korrigierten Einkommensvergleichs zur
Zusprache
einer ganzen Rente ab Juli 2002.
3.3
Der RAD stützt
e
sich bei
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
massgeblich auf das polydisziplinäre
Z._
-
Gutachten
zu
handen
des Unfallversicherers
vom
3.
Se
ptember 2009 (
Urk.
6/76/4-139). In diesem
Rahmen
wurde
die Beschwerde
führerin
im Juni 2006
internistisch, rheumatologisch, neurologisch, neuropsy
chologisch und psychiatrisch untersucht.
In der daraufhin erstatteten Expertise
wurden insbesondere folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt:
-
Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.6)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Minimale neuropsychologische Störung (v.a. bei somatoformer Schmerz
störung bei ausgeprägter Phono- und Photophobie, unklaren Sehstörun
gen und reduzierter Belastbarkeit)
-
Chronische Migräne mit Aura (ICD-10 G43.1)
-
Chronisches zervikales und
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54)
-
Keine Anhaltspunkte für zervikales
radikuläres
sensibles oder motori
sches Reiz- oder Ausfallsyndrom
-
Chronische Schmerzausstrahlungen in den Hinterkopf
-
Ossäre
Segmentationsstörungen der HWS C2/3 mit kongenitaler
(Teil-)Wirbelkörperfusion
In ihrer Gesamtbeurteilung
gaben die Gutachter an,
dass der Beschwerdeführe
rin
rein theoretisch aus IV-technischer Sicht psychiatrisch eine Arbeitsfähigkeit von doch mindestens 70
%
zumutbar sei, auch
wenn
sie
einen hohen Leidens
druck
habe
. Aufgrund der wiederholten Beobachtung von hochgradigen Ener
gieeinbrüchen während der neuropsychologischen Testung erachteten die Gut
achter jedoch einen Einstieg zu 50
%
für geeignet, hielten aber fest, dass die Arbeitsfähigkeit unter intensiver Psychotherapie im Verlauf sicher gesteigert werden könne. Bei der Beschwerdeführerin liege ein eigenständiges psychisches Krankheitsbild mit einer schwer fassbaren, aber über alle Untersuchungen sich kon
sist
ent manifestierenden Psychodynamik vor. Auffallend sei die unglaublich hohe und auch spürbare Energie der Beschwerdeführerin, die aktuelle Dynamik aufrechtzuerhalten, auch wenn diese für die Lebensgestaltung einer jungen Frau hochgradig dysfunktional erscheine.
Im
psychiatrischen Gutachten wurde
dazu
aus
ge
führt, dass sich bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall im Jahr 2000 ein Syndrom entwickelt habe und bis heute bestehe, das hauptsächlich geprägt sei von chronischen Schmerzen, sowie
von
Sensibilitäts- und Wahrnehmungsstörungen, vorüberge
hend auch
von
Bewegungsstörungen. Dazu gesellten sich Elemente, welche an hypochondrische Befürchtungen und Ängste erinnern würden. Das Ganz gehe mit einem erheblichen Leidensdruck einher. Bemerkenswert sei, dass die Beschwerdeführerin subjektiv ein somatisches Krankheitsbild habe und implizit das ganze Leben in seiner Komplexität auf den Unfall zurückführe. Der
9-jährige Leidensweg bzw. die «medizinische Odyssee» seien geprägt von vielfäl
tigsten somatischen, alternativ- und paramedizinischen Abklärungen, Beratun
gen und Therapien, welche aber alle insgesamt bis jetzt nicht nachhaltig erfolg
reich gewesen seien. Auch psychologische Unterstützung sei beansprucht wor
den. Es habe aber keine längerfristige therapeutische Bemühung bestanden, die in einem unverrückbaren und konsequenten Setting stattgefunden hätte. Dies gebe Anlass zur Vermutung, dass die ganzen therapeutischen Bemühungen nicht zuletzt auch dazu dienten, eine Problematik zu externalisieren, was einer Form von Abwehr entspreche.
Die Gutachter äusserten weiter die Vermutung, dass sich diese erhebliche seelische Störung, die sich hauptsächlich psychoso
matisch manifestiere, unbewusst wahrscheinlich den Unfall als Auslöser oder als Kristallisationspunkt «gewählt» habe, um ihren Lauf zu nehmen.
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde angeführt, dass das Ausmass der von der Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzintensität, der in der Unter
suchungssituation fassbaren muskulären ausgeprägten Beweglichkeitsein
schränkung der Halswirbelsäule (HWS) und der daraus geltend gemachten de facto-Behinderung im Alltag mit den erhobenen Befunden aus rheumatologi
scher und biomechanisch-
muskuloskelettärer
S
icht nicht befriedigend erklärt werden könnten
. Rein aus rheumatologischer Sicht gäbe es keine Massnahmen, um die Arbeitsfähigkeit zu erhöhen. Die Tätigkeit als Kinderkrankenschwester sei in einem Pensum von 80
%
zumutbar, wobei sich die Reduktion gegenüber einem Vollpensum mit der vermehrten Erholungszeit von den repetitiven Hebe
tätigkeiten begründe. Für optimal angepasste Tätigkeiten körperlich leichter Natur sei keine Einschränkung vorhanden.
Im neurologischen Teilgutachten wurde angegeben, dass die im Verlauf nach dem Unfall sukzessive erfolgte berufliche Desintegration mit subjektiv persistie
render Verschlechterung sowohl der zervikalen wie auch der multimodalen Kopfschmerzsymptomatik, welche subjektiv eine Arbeitsaufnahme initial sogar stundenweise komplett verunmöglichte, rein somatisch-neurologisch nicht nachvollziehbar
sei
. Die Gutachter äusserten dazu den Verdacht auf eine Schmerzstörung sowie auf eine undifferenzierte Somatisierungsstörung und verwiesen diesbezüglich auf das fachpsychiatrische Gutachten. Die Arbeitsfä
higkeit wurde aus neurologischer Sicht auf 70
%
geschätzt, einerseits wegen
des
chronischen zervikalen und
thorakovertebralen
Schmerzsyndrom
s
und ander
seits wegen der chronischen multimodalen Kopfschmerzen und einer schmerz
bedingt
erklärbaren kognitiven Minderbelastbarkeit. Aus neuropsychologischer Sicht wurde eine minime Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit von 10-20
%
angegeben und mit der leicht erhöhten Störanfälligkeit und ebenfalls dem schmerzbedingt erhöhten Pausenbedarf begründet. Trage man der zusätz
lic
h reduzierten Belastbarkeit inf
olge der erlebten körperlichen Beschwerden Rechnung, erscheine eine Arbeitsfähigkeit von ca. 40
%
realisierbar in einer Tätigkeit ohne Bildschirmarbeit, ohne parallele Beanspruchung, mit Möglichkeit zu flexiblen Pausen und ohne schmerzverstärkende Bedingungen (Lärm, Licht).
3.4
Aus den medizinischen Unterlagen geht hervor, dass neben der dissoziativen Sensibilitäts- und Bewegungsstörung die somatoforme Schmerzstörung zur Ausrichtung der ganzen Rente geführt hat. Zwar werden im
Z._
-Gutachten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht samt und sonders uner
klärbare Beschwerden genannt. So erwähnten die
Z._
-Gutachtern auch die Kopfschmerzen und die muskulären Beschwerden bei der Beurteilung der Leis
tungseinschränkung. Die hohe und damit rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit wurde aber klar psychiatrisch durch die organisch unklaren Beschwerden begründet.
Dementsprechend hat der RAD auch explizit angeführt, dass die gesundheitliche Problematik der Beschwerdeführerin
im Wesentlichen in einer somatoformen Schmerzstörung mit Symptomausweitung und verminderter Leis
tungsfähigkeit
liege.
Es steht daher fest, dass die Beschwerdeführerin zum Zeit
punkt der
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
1
4.
März 2011 (
Urk.
6/143)
unter einer d
issoziative
n
Sensibilitäts- und Empfindungsstörung
und unter einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und damit unter einem
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage litt. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG die Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG prüfte.
4.
4.1
Weiter stellt sich die Frage, ob
bei der
Rentenzusprache
nicht schon
die
damals
relevante
Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndro
malen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
bei der B
eurteilung berücksichtigt wurde
, so dass kein Raum mehr für ein Rückkommen gemäss
SchlB
IVG
bliebe.
4.2
D
ie
Z._
-Gutachter
kamen
zum Schluss, dass sowohl die
d
issoziative
Sensibili
täts
- und Empfindungsstörung
wie auch die somatoforme Schmerzstörung
aus medizinischer Sicht
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevant seien
; dabei nahmen sie aber
weder explizit noch implizit
Bezug auf die damals gel
tenden Foerster-Kriterien, um die in Anbetracht der gestellten Diagnosen recht hoch geschätzte Leistungseinschränkung zu plausibilisieren
.
Die Gutachter führ
ten zu dieser Einschränkung aber ausdrücklich an, dass die Arbeitsfähigkeit zwar 70
%
betrage, sie aber einen Wiedereinstieg zu 50
%
empfehlen würden.
Der RAD übernahm das von den Gutachtern
lediglich
für den
Wiedereinstieg
empfohlene Pensum von 50
%
als für die Invaliditätsbemessung relevante Arbeitsfähigkeit. Als nächstes wäre von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Rechtsanwendung zu prüfen gewesen, wie es um die versicherungsrechtliche Erheblichkeit der attestierten Einschränkungen bestellt war, insbesondere wie es sich im Lichte der damals geltenden Foerster-Kriterien mit den genannten Diag
nosen verhielt. Nich
ts dergleichen ist aktenkundig; vielmehr übernahm
die Beschwerdegegnerin die medizinische Beurteilung durch die
Z._
-Gutachter und durch den RAD ohne eigenständige Prüfung der massgebenden Kriterien. Somit erfolgte die
Rentenzusprache
vom 1
4.
März 2011 entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht in Beachtung der relevanten Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, weshalb ein Zurückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmungen vorliegend rechtens und geboten war.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt demnach, wie es sich mit dem Rentenanspruch der Beschwer
deführerin
im Zeitpunkt
der Überprüfung unter Massgabe von
Art.
7 ATSG
ver
hält
.
5.2
Zu diesem Zweck
liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bei der
C._
polydisziplinär begutachten, wobei die
Fachrichtungen
Psychiatrie,
Oph
tamologie
, Neurologie, Innere Medizin und Rheumatologie berücksichtigt wur
den.
Der versicherungsmedizinischen Beurteilung der
Expertise vom 3
0.
März 2016 (
Urk.
6/242)
ist zu entnehmen, dass einzig aus neurologischer Sicht eine Diag
nose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt werden konnte. Es wurde ein Kombinations-Kopfschmerz im Sinne eines chronisch-täglichen Kopfwehs (Mig
räne und Spannungskopfschmerz
gemischt
) diagnostiziert. Zu den von der
Beschwerdeführerin ausführlich geltend gemachten visuellen Beschwerden gaben die Gutachter
unter Verweis auf das neurologische Teilgutachten
an, dass eine ausgeprägte Lichtempfindlichkeit im Rahmen einer Migräne fast regelmäs
sig vorkomme und nachvollziehbar sei, weshalb bei der Gestaltung jedes Arbeitsplatzes darauf Rücksicht genommen werden muss. Davon unabhängig lägen bei der Beschwerdeführerin subjektive visuelle Bewegungswahrneh
mungsstörungen vor. Eine
Akinetopsie
sei aber auszuschliessen, da eine solche auf einer beidseitigen Läsion im Hinterhauptslappen des Gehirns (zum Beispiel nach Infarkten der hirnzuführenden Arterien) beruhen, was aber bei der Beschwerdeführerin nicht
vorliege
, da sie nie eine strukturelle Läsion oder organische Schädigung des Gehirns erlitten habe.
Aus neurologischer Sicht sei die Belastbarkeit insofern reduziert, als während der Arbeit vermehrt Pausen eingeschaltet werden müssten. Auch sei mit tageweisen Arbeitsausfällen bei den Migräneattacken zu rechnen. In angestammter und in Verweistätigkeiten wurde die Arbeitsfähigkeit mit 80
%
beziffert.
Aus augenärztlicher Sicht stellten die Gutachter abgesehen von einem leichten Schielen und einem leichten Astigmatismus keine Auffälligkeiten. Bei optisch anspruchsvollen Tätigkeiten empfahlen sie eine Entlastungsbrille.
Im rheumatologischen Teilgutachten wurden die bekannten Befunde (Blockwir
bel C2/3 sowie eine eingeschränkte Rotation) angeführt und angemerkt, dass sich bildgebend keine grösseren pathologischen Befunde ergeben. Es habe sich eine gewisse Diskrepanz
gezeigt
zwischen den subjektiven Angaben und dem objektiven Befund. Zwar sei die Beweglichkeit der HWS nicht schmerzfrei gewe
sen, es sei aber der Eindruck entstanden, dass diese Beeinträchtigung eher auf
grund von Angst vor Schmerzen bestehe und es sich nicht um eine objektive Störung der
angulären
Beweglichkeit handle. Auch die Überempfindlichkeit bei leisester Berührung lasse vermuten, dass eine gestörte Schmerzwahrnehmung oder Angst vor Schmerzen vorliege. Für eine leichtere Arbeit entsprechend der körperlichen Konstitution sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig.
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde schliesslich angeführt, dass bei der
Be
-
schwerdeführerin
eine leicht ausgeprägte Neurasthenie bestehe. Die
Beschwer
-
deführerin
klage
über abnehmende Leistungsfähigkeit und über bereits bei geringen Anstrengungen auftretende Erschöpfung sowie Konzentrations
schwäche. Ferner werde von Schmerzen
berichtet
, insbesondere von migränear
tigen Kopfschmerzen verknüpft mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Sehstörun
gen und Drehschwindel. Einzelne Merkmale eines depressiven Zustandsbildes seien erkennbar, erfüllten aber
nicht den Ausprägungsgrad einer depressiven Episode. Eine mittelschwere bis schwere Depression könne ausgeschlossen wer
den. Hinweise auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung seien in der Vergangenheit geäussert worden. Diese Diagnose lasse sich nicht bestätigen. Einerseits liege zwar ein angegebener Schmerz vor, der nicht durch physiologi
sche Prozesse oder eine körperliche Störung hinreichend erklärt werden könne, anderseits lasse sich aber eine Verbindung der Entstehung und Aufrechterhal
tung der Schmerzen mit schwerwiegenden emotionalen Konflikten oder gravie
renden psychosozialen Belastungen nicht explorieren. Darüber hinaus sei fest
zuhalten, dass die Beschwerdeführerin zwar subjektiv den Schmerz
als schwer und quälend vortrage
, jedoch die Freizeitaktivitäten, die sozialen Kontakte, Besuche von Kunstausstellungen, gemeinsames Essengehen, aber auch die Fähigkeit Auto zu fahren mit den geklagten Schmerzen sowie den berichteten Beschwerden nicht vereinbar seien. Gleiches gelte für die im Rahmen der
Z._
-Begutachtung diagnostizierte dissoziative Störung. Auch hier mangle es an einer engen Verknüpfung zwischen dem Auftreten von körperbezogenen Symp
tomen
einerseits sowie schwerwiegenden innerseelischen Konflikten anderseits.
Vielmehr sei davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin eine Fehlver
arbeitung vorliege, einhergehend mit einer vermehrt nach innen gerichteten Selbstwahrnehmung, verstärkt durch dysfunktionale Empfindung von Schmer
zen und einer Selbstlimitierung sowie einer sekundären Symptomausweitung. Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit resultiere daraus keinesfalls. Die Beschwerdeführerin verfüge durchaus über gute Ressourcen in den komplexen Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung und Urteilsbildung, Beziehungsfähigkeit und Interaktionskompetenz sowie Kontaktgestaltung. Auch habe die Beschwer
deführerin ausreichende Ressourcen in der Affektsteuerung und der Impulskon
trolle; die Antriebslage sei nur diskret reduziert, die Intentionalität durchaus erhalten. Die Beschwerdeführerin zeige zudem nur geringe Einschränkungen in der Selbstwertregulation und Regressionsfähigkeit. Die psychischen Grundfunk
tionen des Erlebens, Handelns, Gestaltens und Wollens seien somit hinlänglich erhalten und ermöglichten es ihr, Willenskräfte zu mobilisieren. Aus psychiatri
scher Sicht sei die Beschwerdeführerin daher in allen ihrem Ausbildungs- und Kenntnisstand angepassten Tätigkeiten, die auch dem körperlichen Belastungs
profil entspr
ä
chen, voll arbeitsfähig. Es bestehe keinerlei Minderung der Leis
tungsfähigkeit.
5.3
Bei der erstmaligen
Rentenzusprache
erfolgte die Invaliditätsbemessung gestützt auf die
hohe, aber als Einstiegspensum gedachte
Arbeitsunfähigkeitsschätzung der
Z._
-Gutachter und des RAD, die sich
beide
nicht zur Frage der
ü
berwind
barkeit der Schmerzen
geäussert
hatten. Demgegenüber haben sich die
C._
-Gutachter zum Zeitpunkt der Überprüfung des Rentenanspruchs gestützt auf die
SchlB
IVG ausführlich mit den mobilisierbaren Ressourcen der Beschwerdefüh
rerin
sowie
mit den Defiziten auseinandergesetzt.
Einerseits wurde dargelegt, dass aus rheumatologischer Sicht keine relevanten Leistungseinschränkungen vorhanden sind.
Aus dem psychiatrischen Teilgutachten geht
anderseits
klar hervor, dass
auch
aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin trotz der erlebten Schmerzen nicht beeinträchtigt ist. Die Gutachter haben anhand des geschilderten Alltags und aufgrund der Beobachtungen in der Begutachtungssituation nachvollziehbar aufgezeigt, dass die Beschwerde
führerin über gute Ressourcen in den komplexen Ich-Funktionen verfügt und insbesondere auch die psychischen Grundfunktionen (Erleben, Handeln, Gestal
ten und Wollen) hinlänglich erhalten sind, so dass es der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht trotz ihrer Beschwerden
un
eingeschränkt möglich ist
,
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Da
nach den plausiblen Ausführungen der Gutachter
keine enge Verknüpfung zwischen dem Auftreten von körperbe
zogenen Symptomen einerseits und schwerwiegenden innerseelischen Konflik
ten anderseits
feststellbar war
,
konnten sie
nicht einmal
die ursprünglichen psy
chiatrischen Diagnosen bestätigen.
Die im Gutachten attestierte
minimal
e
Leis
tungs
un
fähigkeit
-
die
im Übrigen auch
der
früheren Einschätzun
g der
Z._
-Gutachter entspricht -
wird mit dem Kombinationskopfschmerz begründet
, auf
grund
dessen die Beschwerdeführerin einerseits vermehrte Pausen benötige und anderseits tageweise Arbeitsausfälle zu gewärtigen habe. Aus augenärztlicher Sicht konnte trotz der geklagten Beschwerden
mangels struktureller Hirnverlet
zungen
einzig
eine leichte Hornhautverkrümmung und ein leichtes Schielen objektiviert werden.
Aufgrund der migränebedingten Lichtempfindlichkeit gaben die Gutachter an, dass eine reine Bildschirmtätigkeit nicht zu empfehlen sei
, was
zwar
nachvollziehbar, aber vorliegend nicht relevant ist, da die Beschwerdeführerin eine
solche ohnehin nie ausgeübt oder ins Auge gefasst
hatte
.
Dem
C._
-Gutachten liegt eine ausführliche Auseinandersetzung mit den
Vorakten
zugrunde und es beruht auf
allen
erforderlichen Untersuchungen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin besteht kein Anlass für eine neuropsychologische Abklärung, wenn die
mit der Begutachtung
beauftragten
Fachärzte es
aus medizinischer Sicht
nicht für erforderlich halten
, dass
noch Fachärzte mit einer weitergehenden Spezialisierung beigezogen werden
.
Die Gutachter haben s
owohl die
gesundheitliche
Situation
der Beschwerdeführerin als auch ihr
Leistungspotential den rechtsprechungsmässigen Anforderungen entsprechend
(
E.
2.6-2.8
)
und
insbesondere
unter Berücksichtigung
der
psychi
schen
Ressourcen für die hier strittige Frage
nachvollziehbar
und umfassend
aufgezeigt und begründet.
Somit ist
rechtsgenüglich
nachgewiesen,
dass die Beschwerdeführerin in Tätigkeiten, die
ihrem Ausbildungs- und Interessensport
folio
entsprechen,
nicht rente
nrelevant eingeschränkt ist, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) Bei diesem Verfahrens
ausgang sind die Gerichts
kosten in der Höhe von Fr. 600.--
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Kaspar Gehring
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.