Decision ID: 81ec09db-b306-4844-a668-8a23e06f4653
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren
1960 (Urk. 6/10)
, war zuletzt von Februar 1990 bis Ende Mai 2010 als Betriebsangestellter in der Wagenreinigung für die Y._ tätig (Urk. 6/1/1-2). Am 26. Oktober 2010 meldete er sich wegen Rückenbe
schwerden und psychischen Beschwerden bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3). Die Sozialversiche
rungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse ab und holte das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. Z._, Fachärztin für Innere Medi
zin, speziell Rheumaerkrankungen, und von Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Mai 2011 ein (Urk. 6/22, Urk. 6/25). Gestützt darauf sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 18. August und vom 20. September 2011 eine ganze Rente ab dem 1. Mai 2011 zu (Urk. 6/37, Urk. 6/42, Urk. 6/51). Im darauffolgenden Rentenrevi
sionsverfahren (Urk. 6/57) wurde der An
spruch auf eine ganze Rente be
stä
tigt (Mitteilung vom 23. November 2012, Urk. 6/64).
1.2
Im Dezember 2013 leitete die IV-Stelle ein weiteres Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 6/65) und holte unter anderem das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. B._, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und von Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, vom 14. August 2014 ein (Urk. 6/72). Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2014 die Einstellung der bis
herigen ganzen Rente an (Urk. 6/74). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 30. Oktober 2014, ergänzt mit Schreiben vom 4. Dezember 2014, 5. und 29. Januar 2015, Einwände (Urk. 6/77, Urk. 6/83, Urk. 6/91, Urk. 6/94). Mit Verfügung vom 20. April 2015 hob die IV-Stelle die bisherige ganze Rente wie ange
kün
digt auf Ende des der Verfügung fol
genden Monats auf und ent
zog einer dage
gen erhobenen Be
schwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 12. Mai 2015 Beschwerde und
beantragte,
die Verfügung vom 20. April 2015 sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin die bisherige ganze Rente der Invalidenversicherung auszu
richten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerde
ant
wort vom 19. Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). In der Rep
lik vom 23. September 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 10 S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Ein
gabe vom 26. Oktober 2015 auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
set
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderba
ren wird dabei weit
gehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesund
heitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsun
fä
higkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein An
spruch auf eine Viertelsrente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
-
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
h
o
ben (Art. 17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
derung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Inva
lidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb
lich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeits
-
fähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Ar
beits
fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
ons
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil
den die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
sprache
entscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Im Rahmen einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Verwaltung ver
pflichtet, das neue Leistungsbegehren in tat
sächlicher und rechtlicher Hin
sicht allseitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sach
verhaltssegment, in wel
chem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prüfen. Dem
ent
spre
chend ist das Sozialversicherungsgericht befugt (und ver
pflichtet), bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in der früheren rechtskräftigen Ver
fügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führt
e
zur Begründung der
A
ufhebung
der ganzen Rente in der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
aus
,
gestützt auf das Gutachten von Dr. B._ und Dr. C._ sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einem somatoformen Schmerzsyndrom und an einer rezidivierenden depressiven Störung leide, welche seit Januar 2014 als leichte bis mittelgradige depressive Episode vorliege. Dies entspreche keiner psychischen Komorbidität im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne. Die Beschwerden seien aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht daher über
windbar. Da kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheits
schaden mehr vorhanden sei, bestehe kein Rentenanspruch mehr (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
,
auf das Gutachten von Dr. B._ und Dr. C._ könne nicht abgestellt werden. Denn bei der Begutachtung durch Dr. B._ sei die beauftragte Dolmetscherin nicht erschienen. Stattdessen habe seine Tochter übersetzt. Eine Mitwirkung von Familienangehörigen als Dolmetscher(in) verstosse jedoch gegen Art. 36 Abs. 1 ATSG, wobei dies in Bezug auf die somatischen Beschwerden in Aus
nahmefällen als genügend erachtet werden könne, was gerichtlich zu prüfen sei. Bei der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. C._ sei kurzfristig die Mutter der aufgebotenen Dolmetscherin beigezogen worden, die dieser kurz zuvor zufällig auf der Strasse getroffen habe, die jedoch nur 20 Minuten Zeit gehabt habe. Danach habe wieder seine Tochter übersetzt. Dies sei im Gutachten nicht korrekt auf
geführt worden, was gegen die Richtlinien seines Berufstandes verstosse. Auch habe die Dolmetscherin ihm, dem Beschwerdeführer, die Angaben des Gutachters nicht übersetzt. Er habe den Eindruck gehabt, dass er kaum ein
bezogen worden sei, und habe sich nicht in der Lage gesehen, seine Trau
mata aus der Vergangenheit und seine Beschwerden zu schildern. Zudem sei eine Über
setzung des psychiatrischen Begutachtungsgesprächs durch Fami
lienan
gehö
rige weder sinnvoll noch zulässig, zumal die Anwesenheit von Angehörigen verfälschend wirken könne und die erforderliche sprachliche Übersetzungsqualität damit nicht gewährleistet sei. Die Mängel der Begut
achtung durch Dr. C._ würden sich in der mangelhaften Aufnahme der Ananmese im psychiatrischen Bereich zeigen. Die nach wie vor bestehenden psychischen Beschwerden, so die sehr aus
geprägt vorhandenen Flashbacks und Ängste sowie Suizid- und Selbst
verletzungsgedanken seien kaum erfasst und nicht thematisiert worden. Dr. C._ habe die Situation in der Ver
gangenheit und die aktuelle Situation nicht genügend erfragt. Sein Zustand erscheine im Gutachten zu Unrecht viel zu positiv. Das Gutachten von Dr. C._ erfülle die von der Recht
sprechung definierten Qualitätsanfor
derungen und die An
forderungen an ein Revisionsgutachten nicht. Dies werde in den Stellung
nahmen zum Gutachten von den Ärzten des Medizi
nischen Zentrums D._ vom 12. Januar 2015 (Urk. 6/94/5-9) und von Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Januar 2015 (Urk. 6/94/10-13) deutlich aufgezeigt. Gestützt auf die Angaben von Dr. E._ sei davon auszugehen, dass sich die gesund
heitliche Situation seit der Beurteilung durch Dr. A._ im Jahr 2011 nicht gebessert habe. Das Gutachten von Dr. C._ stelle im Ergebnis lediglich eine andere Beur
teilung eines gleichgebliebenen Sachverhaltes dar. Sodann habe die Beschwerdegegnerin trotz seines entsprechenden Antrages im Vor
bescheidverfahren keine Abklärungen bezüglich der ungenügenden Über
set
zungen und insbesondere der Dauer der An
wesenheit der Dolmetscherin bei Dr. C._ getätigt sowie sich in der an
gefochtenen Verfügung nicht zu der nur teilweise durch eine profes
sionelle Übersetzerin und ansonsten durch die Tochter erfolgte Übersetzung ge
äussert, womit sie ihre Abklärungs- und Begründungspflicht verletzt habe. Des Weiteren wäre eine Verlaufsbegut
achtung bei den im Jahr 2011 mit der Sache befasst gewesenen Gutachtern sinnvoll gewesen. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) sei zu
dem zuerst von einem unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen. Erst nach den Aus
führungen der Kun
denberatung und des Rechtsdienstes zur Überwindbarkeit und Wieder
erwägung sei vom RAD ein Gutachten in Auftrag gegeben wor
den. Dies widerspreche dem Untersuchungsgrundsatz und dem Anspruch auf ein faires Verfahren, da die Voraussetzungen für eine Wiederwägung im Revisions
zeitpunkt keineswegs gegeben gewesen seien (Urk. 1 S. 4 ff., Urk. 10 S. 2 ff.).
2.3
Bezüglich der formellen Rüge des Beschwerdeführers kann - wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt - ausgangsgemäss offen bleiben, ob die
Be
schwerdegegnerin mangels Stellungnahme zu den Einwänden gegen den Vorbescheid die Begründungspflicht und damit den An
spruch auf rechtliches Gehör
(
Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 der Bundes
verfas
sung, BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a) verletzt hat
.
E
ine
schwere, die Heilung des Verfahrensmangels
aus
schlies
sende
Gehörs
verletzung, welche von Amtes wegen zur Auf
hebung der mit dem Ver
fah
rensfehler behafteten Verfügung führen würde (vgl.
BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen)
, liegt jedenfalls nicht vor, zumal
sich die Verwaltung recht
spre
chungsgemäss
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts
punkte be
schrän
ken kann und sich nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behaup
tung und jedem recht
lichen Einwand auseinan
dersetzen muss (BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b, 126 V 75 E. 5b/dd; Urteil des Bundes
gerichts
8C_30/2016 vom 8.
März 2016
E.
2
mit Hinweisen)
. Aus dem angefochtenen Entscheid geht im Übrigen zumindest hervor, dass und weshalb die
Be
schwerde
gegnerin
auf das
Gutachten von Dr. B._ und Dr. C._ abstellte (Urk. 2). Auch konnte d
er Be
schwerde
führer sein Anliegen in voller Kenntnis der Sache in diesem Verfahren sachgerecht vor einer Be
schwerde
instanz vor
tra
gen, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/aa).
2.4
In materieller Hinsicht ist strittig und zu prüfen, ob und gegebenenfalls in
wie
fern sich der Invaliditätsgrad seit den Rentenverfügungen vom 18. August und 20. September 2011 (Urk. 6/37, Urk. 6/42, Urk. 6/51) bis zum Erlass der ange
fochtenen Ver
fügung vom 20. April 2015 (Urk. 2), die recht
spre
chungsgemäss die zeit
liche Grenze der richterlichen Überprüfungs
befug
nis bil
det (BGE 122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis), in rentenerheblichem Aus
mass verändert hat.
3.
3.1
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache
mit den Verfügungen vom 18. August und 20. September 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % (Urk. 6/37, Urk. 6/42, Urk. 6/51) stellte die Beschwerdegegnerin
auf
das bidisziplinäre Gutachten von Dr. Z._ und Dr. A._ vom 3. Mai 2011 (Urk. 6/22, Urk. 6/25) ab (Urk. 6/29/5). Die Gutachter hatten im Wesentlichen die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit einer schweren depres
si
ven Episode mit somatischen Symp
tomen (ICD-10 F32.2) und eines lum
bovertebralen bis linksbetonten lumbo
spon
dylogenen Syn
droms gestellt und aufgrund des psychischen Leidens eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 6/25/8-10).
Im darauffolgenden Revisionsverfahren im Jahr 2012 (Urk. 6/57) wurden unveränderte Ver
hält
nisse und insbesondere ein un
ver
änderter psychischer Ge
sund
heits
zustand trotz regelmässigen psychiatrischen Behandlungen fest
gestellt (vgl. Feststellungsblatt vom 23. November 2012, Urk. 6/62/3, und Mitteilung vom 23. November 2012, Urk. 6/64). So stellte die Psychiaterin Dr. E._, welche den Be
schwerdeführer gemäss ihrem Bericht vom 4. Juni 2012 alle zwei bis vier Wochen behandelte, weiterhin die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (Urk. 6/57/4). Im Bericht vom 27. Juni 2012 führte sie zusätzlich die Diag
nosen einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1), manifest seit zirka Anfang 2011, und einer wahrscheinlichen posttraumatischen Belastungs
stö
rung (PTBS; ICD-10 F43.1) auf (Urk. 6/60/1).
Dr. med. F._, Spezialarzt für Rheumatologie und Physikalische Medi
zin, hielt im Bericht vom 12. Juli 2012 fest, aus somatischer Sicht sei eine Arbeitsfähigkeit gegeben. Die Beschwerden im Bereich der Lenden
wirbelsäule (LWS) mit Ausstrahlung in die Beine seien gleichbleibend. Neu hinzu
gekom
men sei ein Karpaltunnelsyndrom sensibel beidseits und ein Sulcus ulnaris-Syndrom beidseits. Diese seien jedoch nicht relevant arbeits
behin
dernd (Urk. 6/61).
Von dieser Vergleichsbasis ist auszugehen.
3.2
3.2.1
Der ab Einleitung der Revision im Dezember 2013 bestehende Gesund
heits
zustand wurde von den behandelnden Ärzten im Wesentlichen als weiterhin stationär eingeschätzt.
Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt im Bericht vom 20. Dezember 2013 weiterhin die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einer depressiven Störung mit Angst und somatischen Symptomen, einer PTBS und eines chronischen lumbovertebralen Syndroms fest. Der Gesundheitszustand sei stationär (Urk. 6/67/6-7).
Auch Dr. E._ führte im Bericht vom 21. Januar 2014 dieselben Diag
nosen einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1), manifest seit zirka Anfang 2011, und den Verdacht auf eine posttraumatische Be
las
tungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) bei stationärem Gesundheitszustand und mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf (Urk. 6/68/1-3).
3.2.2
Dagegen schlossen die Gutachter Dr. B._ und Dr. C._ gemäss ihrem Gutachten vom 14. August 2014 (Urk. 6/72) nach rheumatologischer und psychiatrischer Untersuchung vom 7. August 2014 auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes insbesondere in psychischer Hinsicht ab Januar 2014. Und zwar bestehe die rezidivierende depressive Störung seit Anfang 2014 nur noch in der Schwere einer leichten bis mittelgradigen Episode (ICD-10 F33.0/1). Ausserdem sei die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) zu stellen. Von den gemäss den Leitent
schei
den BGE 131 V 49 und 131 V 352 verlangten Kriterien seien zwar zwei erfüllt, jedoch nicht in dem Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit zu mehr als 20 % eingeschränkt sei. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die gebes
serte psychische Komorbidität (Urk. 6/72/32-35). Aus rein somatisch-rheu
matologischer Sicht bestehe seit spätestens Herbst 2011 keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit mehr (Urk. 6/72/17, Urk. 6/72/21-22). Die aus somatischer Sicht gestellten Diag
nosen, insbeson
dere das chronische, generalisierte Schmerzsyndrom, nicht ausreichend somatisch abstützbar, mit/bei primärem Fibromyalgie-Syndrom und Poly
arthralgien axialer sowie vieler peripherer Gelenke, und das lum
balbetonte Panvertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung in den Kopf und in alle Extremitäten mit/bei leichtgradiger Osteochondrose von LWK4/5 und Hernisakralisation links, sowie die radiologisch festgestellte Fingerpolyarth
rose seien als Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit zu beurteilen (Urk. 6/72/6).
3.3
3.3.1
Der Be
schwerdeführer sieht den Beweiswert des Gutachtens von Dr. B._ und Dr. C._ vom 14. August 2014 (Urk. 6/72) dadurch in Frage gestellt, dass die ursprünglich beauftragte Dolmetscherin zur Unter
suchung nicht erschie
nen war, seine Tochter bei der Begutachtung anwesend war und zum Teil die Übersetzung über
nahm.
3.3.2
Gemäss dem rheumatologischen-internistischen Teil
gutachten von Dr. B._ erschien die aufgebotene Dol
metscherin nicht zu seiner Be
gutachtung, da sie den Termin vergessen und in den Flitterwochen geweilt habe. Die Tochter des Beschwerdeführers sei daher bereit gewesen, die Übersetzung durchzuführen. Weil er sich habe vorstellen können, dass gewisse der in den Vorakten erwähnten Beschwerden ihr nicht bekannt seien, habe er diese mit dem Beschwerdeführer diskutiert, als die Tochter nicht anwesend gewesen sei. Damit sei sichergestellt, dass sie Be
schwerden, die ihr offensichtlich nicht bekannt seien, nicht erfahre (Urk. 6/72/2-3).
Im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C._ wurde aufgeführt, dass bei der gleichentags stattgehabten, vom 11.15 bis 12.25 Uhr dauernden (Urk. 6/72/25) psychia
trischen Unter
suchung die mündliche Übersetzung durch das Übersetzungsbüro H._ erfolgt sei und während der Besprechung die Tochter des Beschwerdeführers meist anwesend gewesen sei, wie dies vom Beschwerdeführer gewünscht worden sei. Er habe erklärt, dass er sich durch deren Anwesenheit nicht gestört fühle (Urk. 6/72/26). In der Stellung
nahme vom 16. Februar 2015 erklärte
Dr. C._ ausserdem, die Über
setzerin sei mit leichter Verspätung erschienen. In dieser Zeit seien mit „der Versicherten und deren Tochter“ (gemeint wohl: dem Versicherten und dessen Tochter) vor allem eher administrative und ähnliche Fakten be
sprochen worden. Das Kernstück der Begutachtung, näm
lich die psychiatrische Anamnese sei unter vollem Beizug der Übersetzerin erfolgt. Zusam
menfassend könne er darauf hinweisen, dass die Befragung „der Ver
sicher
ten“ (gemeint wohl: des Versicherten) insgesamt ausreichend und korrekt ge
wesen sei (Urk. 6/96/2).
Aus dem Schreiben der Tochter des Beschwerdeführers vom 16. Dezember 2014, das im Einwandverfahren eingereicht wurde, geht hervor, Dr. C._ habe ihnen bei ihrer Ankunft zum Termin um 11.30 Uhr (Urk. 6/71) gesagt, dass er spontan jemanden zum Übersetzen habe organisieren können, die bis um 12 Uhr werde bleiben könne. Es habe sich um die Mutter der (aufgebote
nen) Dolmetscherin gehandelt, die er gerade per Zufall auf der Strasse in der Nähe der Praxis getroffen habe. Grösstenteils habe sie, die Tochter des Beschwerdeführers, dann übersetzt. Es sei ihr unangenehm gewesen, ihren Vater in dieser Situation zu erleben. Ihr Vater habe dieser nicht professionell auftretenden Übersetzerin während der kurzen Zeit (maximal 30 Minuten) seine Geschichte nicht schildern können (Urk. 6/90).
3.3.3
Nach der Rechtsprechung ist bei psychiatrischen Begutachtungen eine Über
setzungshilfe beizuziehen, sofern
- wie hier -
sprachliche Schwierigkeiten bestehen und das Untersuchungsgespräch nicht in der Muttersprache des Exploranden geführt werden kann. Der Beizug zur Übersetzung setzt vertiefte Sprachkenntnisse, nicht aber ein (Dolmetscher-)Diplom voraus
.
Bedeutsam sind nicht nur die Sprachkompetenzen sowie die Unabhängigkeit und Un
parteilichkeit der übersetzenden Person; auch Kenntnisse über kultur
spezi
fische Besonderheiten, etwa des Krankheitsverständnisses, spielen eine Rolle
.
Deren Bewertung bleibt in der ausschliesslichen Verantwortung des Gutach
ters
(BGE 140 V 260 E. 3.2.1)
.
Gemäss den von der Rechtsprechung als Standard für eine sachgerechte und rechtsgleiche (versicherungs-)psychiatrische Begutachtung anerkannten "Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung" der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 sollen in der Regel keine Dritten anwesend sein, es sei denn, der Gutachter erachte dies als notwendig (dazu
BGE 132 V 443
; Urteil
des Bundesgerichts
I 42/06 vom 2
6.
Juni 2007 E. 4.5, in: SVR 2008 IV Nr. 18 S. 55). Insbesondere die Anwesenheit Angehöriger kann verfälschend wirken. Erscheint es ausnahmsweise sinnvoll, zumindest einen Teil der Exploration in Anwesenheit bzw. unter Einbeziehung eines Angehörigen durchzuführen, muss aus dem Gutachten klar hervorgehen, welche Angaben vom Exploranden selber und welche vom Angehörigen stammen (
BGE 140 V 260 E. 3.2-3)
.
Die Regel, dass das Gespräch zwischen psychiatrischem Sachverständigen und zu untersuchender Person nicht von einem Familienmitglied übersetzt werden soll, deckt sich mit der einhelligen medizinischen und juristischen Lehre. Danach eignen sich Angehörige (sinngemäss auch Freunde und Bekannte) nicht als Dolmetscher, weil sie infolge mangelnder Distanz zum Exploranden und (beiderseitigem) Zwang zu "familienrollenkonformem" Verhalten befangen sind
.
Befangenheit in der Untersuchungssituation kann auch auf Seiten des Exploranden bestehen. Sodann gewährleisten Angehö
rige nicht die für die Begutachtung erforderliche sprachliche Über
setzungs
qualität
(BGE 140 V 260 E. 3.2.4)
.
D
er Beizug Angehöriger zur Übersetzung des psychia
trischen Untersuchungsgesprächs
ist daher
prinzi
piell ausge
schlossen.
Das gilt indes nicht absolut: So kann es bei einer mässig deutsch sprechenden Person sachgerecht sein, dass der Sachver
ständige zunächst versucht, die Untersuchung alleine durchzuführen, um sich ein (möglichst unverfälschtes) Bild von ihrem Verhalten zu machen, dann aber zur Klärung von unklaren Fragen Familienangehörige beizieht
(BGE 140 V 260 E. 3.3.1)
Der
Beweiswert
ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
dann nicht geschmälert, wenn den Umständen nach auszuschliessen ist, dass sich die Übersetzung durch Familienangehörige wesentlich auf die gutacht
liche Beurteilung ausgewirkt hat. Die
möglichen
Nachteile (vgl.
dazu BGE 140 V 260
E. 3.2.4) können wegen anderer Kommunikationshindernisse, welche auch mit einer professionellen Übersetzung nicht überwindbar wären, in den Hintergrund treten, zumal wenn sich die Untersuchung ohnehin vermehrt auf nonverbale Elemente (z.B. Verhaltensbeobachtung: Mimik, Gestik, Tonfall) konzentrieren muss (vgl. Urteil
des Bundesgerichts I 77/07 E.
5.1.1 mit Hin
weis).
3.3.4
Hier steht fest, dass bei den beiden gutachterlichen Untersuchungen am 7. August 2014 die aufgebotene Dolmetscherin nicht anwesend war und (aufgrund ihrer Flitterwochen) auch nicht anwesend sein konnte. Insofern sind die Ausführungen von Dr. C._ betreffend die psychiatrische Un
tersuchung nicht ganz transparent und es ist fraglich, ob die als Übersetzerin in der psychiatrischen Untersuchung - nebst der Tochter des Be
schwerde
führers - kurzfristig beigezogene Person dafür ausreichend qualifi
ziert war. Allerdings bleibt d
eren Bewertung
letztlich
in der ausschliesslichen Ver
ant
wortung des Gutachters
(BGE 140 V 260 E. 3.2.1) und Dr. C._ hat sie als hinreichend eingeschätzt.
Ob der Umstand, dass die Tochter des Beschwerdeführers bei der psychiatri
schen Untersuchung anwesend war und teilweise übersetzt hat, als erheb
licher formaler Mangel im Sinne der hiervor zitierten Rechtsprechung zu qualifizieren ist, kann offenbleiben. Da ihre Anwesenheit auf Wunsch des Beschwerdeführers erfolgte und er dem Gutachter gegenüber ausdrücklich erklärte, dass er sich nicht gestört fühle (Urk. 6/72/26), erscheint es zumin
dest widersprüchlich, wenn er in einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens, wenn das Gutachten nicht zu seinen Gunsten ausgefallen ist, das Gegenteil behauptet und daraus den Anspruch auf eine neue Begutachtung ableitet.
3.3.5
Indes kann auf das Gutachten von Dr. C._ aus inhaltlichen Gründen nicht abgestellt werden.
Der Vergleich der von ihm erfassten Angaben des Beschwerdeführers mit jenen in den Berichten der behan
delnden Psychiaterin zeigt ungeklärte Widersprüche auf. So hat der Be
schwerde
führer gemäss dem Gutachten von Dr. C._ diesem gegenüber ange
geben, er erledige die Einkäufe selbstän
dig oder zusammen mit den Kindern. Er fahre Auto. Es sei seit längerem nicht mehr zu deutlichen Ängsten be
ziehungs
weise zu Selbstmordimpulsen gekommen. Sich selber verletzt habe er ebenfalls nicht mehr. Er habe mehr
mals längere Aufenthalte in der I._ machen können, unter anderem ein
einhalb Monate im Jahr 2014. Die psychische Situation habe sich in der I._ zusätzlich gebessert, die Schmerzen hätten sich dagegen nicht zurück
gebildet (Urk. 6/72/28-30).
Dr. E._ hielt im Bericht vom 15. Januar 2015 dagegen fest, der Beschwerdeführer gehe nicht einkaufen und fahre nicht Auto, sondern werde regelmässig von seiner Ehefrau oder einem Kollegen gebracht. Suizidgedan
ken seien praktisch immer vorhanden. Er frage sich immer wieder, ob und wie er sich umbringen solle. Als im Sommer 2013 ein Bekannter sich um
ge
bracht habe, seien seine Suizidgedanken wieder hochaktuell geworden. Auch seien die Gedanken an Selbstverletzung mit dem Ziel einer psychischen Entspannung häufig da. Zudem habe er ununterbrochene Angstgedanken in Bezug auf alles. Angst sei ein Hauptthema in den Therapiegesprächen. Seine Rolle zuhause habe sich infolge seiner immer noch ausgeprägten Reizbarkeit und Freudlosigkeit auf die Störung des Familienlebens reduziert. Die Ehefrau bitte ihn immer wieder, in die I._ zu reisen, damit sie und die Kinder sich erholen könnten. In der I._ sei er häufig begleitet von einem seiner
Brü
der oder er sei bei seiner Mutter und den kranken Schwestern, wobei er sich durch dieses Zusammensein noch mehr beeinträchtigt fühle (Urk. 6/94/11-13).
3.4
3.4.1
Vor dem Hintergrund dieser widersprüchlichen Sachverhaltsdarstellungen im Gutachten von Dr. C._ einerseits und im Bericht von Dr. E._ andererseits ist das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C._ beweis
rechtlich als nicht ver
wertbar zu beurteilen. Da es sich beim Gutachten vom 14. August 2014 um ein bidisziplinäres Gesamtgutachten mit interdiszi
pli
närer Konsensbesprechung des rheumatologisch-internistischen und des psychiatrischen Experten handelt (Urk. 6/72/21), kommt dem somatischen Teilgutachten von Dr. B._ kein gesonderter, eigenständiger Beweiswert zu.
3.4.2
Hinzu kommt, dass es sich bei den von den Gutachtern gestellten Diagnosen - aus somatischer Sicht - eines primären Fibromyalgie-Syndroms respek
tive eines chronischen, generalisierten Schmerzsyndroms und - aus psychia
t
rischer Sicht - einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (Urk. 6/72/9) um ein pathogenetisch-ätiologisch unklares syn
dromales Beschwerdebild (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3)
handelt, welches unter Berück
sich
tigung des mit dem Leitentscheid
BGE 141 V 281
(Urteil des Bun
desgerichts vom 3. Juni 2015) prä
zisierten
struk
turierten
,
nor
mativen Prü
fungsrasters zu beurteilen
ist. Dasselbe gilt in Bezug auf die von Dr. E._ (Bericht vom 22. Januar 2015; Urk. 7/94/10) und der J._ (Bericht der Akutstation Zentrum K._ vom 24. Februar 2011; Urk. 6/49/13), gestellte Verdachts
diagnose respektive von Dr. G._ (Bericht vom 20. Dezember 2013, Urk. 6/67/6) gestellte Diag
nose einer PTBS (vgl. BGE 142 V 342 E. 5.2).
Im bisdisziplinären Gutachten von Dr. C._ und Dr. B._ wurde die Ein
schätzung der Arbeits
fähig
keit dagegen noch mit Bezug auf die Kriterien zur damals geltenden Recht
sprechung (
BGE 130 V 352
,
vgl. auch BGE 136 V 279 E.
3.2
) vor
genommen und als weitgehend überwindbar eingestuft (Urk. 6/72/34-35). Eine Stellungnahme zu den Standardindikatoren gemäss der
neuen Recht
sprechung nach
BGE 141 V 281
(E. 4) ist dem Gutachten - und im Übrigen auch den Berichten der behandelnden Ärzte - nicht zu ent
nehmen.
3.4.3
Zwar ist
nach BGE 141 V 281
nicht in jedem Fall eine weitere Begutachtung ange
zeigt. Danach ver
lieren gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutach
ten nicht per se ihren Beweiswert, sofern eine schlüs
sige Be
urteilung der massgeblichen Indi
katoren möglich ist
(BGE 141 V 281 E. 8). Dies ist hier angesichts der ungeklärten Sachverhaltswidersprüche indes nicht der Fall.
4.
4.1
B
ei gegebener Akten- und Rechtslage
kann somit
entgegen der Ansicht der
B
eschwerdegegnerin nicht
abschliessend auf eine Verbesserung des Gesund
heitszustandes seit 2011 und das Fehlen eines invalidenversicherungs
recht
lich relevanten Gesundheitsschadens geschlossen werden. Aber auch der Standpunkt des Beschwerdeführers, es liege ein unveränderter Gesund
heits
zustand vor, ist nicht ohne Weiteres gestützt auf die Berichte der behan
deln
den Ärzte anzunehmen.
Es fehlt nach dem Gesagten an einer beweisrechtlich verwertbaren,
min
des
tens bidisziplinären Begutachtung zu sämtlichen Beschwerden des Be
schwer
deführers auf einer verlässlichen Sachverhaltsgrundlage mit einer Stellung
nahme zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten sowie in einer leidensangepassten Tätigkeit im chronolo
gischen Verlauf seit der Rentenzusprache im Jahr 2011
und im Vergleich mit
dem Gesundheitszustand vor den rentengewährenden Verfügungen vom 18. August und 20. September 2011. Dabei sind den gutachterlichen Exper
ten auch die neu eingereichten Berichte, namentlich der behandelnden Psy
chia
terin Dr. E._ vom 15. Januar 2015 (Urk. 6/94/10-13) vorzulegen.
Die Gutachter werden (bei entsprechender Diagnosestellung) auch
zu den Standardindikatoren gemäss der
neuen Recht
sprechung nach
BGE 141 V 281
Stellung zu nehmen haben
, wobei ihnen der von einer interdisziplinären Arbeits
gruppe aus
ge
arbeitete Fragekatalog gemäss
Anhang zum IV-Rund
schreiben Nr.
339 als Leit
linie dienen mag (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_421/2015 vom 23. Sep
tember 2015 E. 5).
4.2
Die an
gefochtene Verfügung vom 20. April 2015 (Urk. 2) ist daher aufzu
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizi
ni
schen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum her
nach neuen Ent
scheid über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab Juni 2015 zurück
zuweisen.
Da die Rückweisung in der notwendigen Erhebung bisher ungeklärte
r
Frage
n und in der Notwendigkeit der Ergänzung gutachterlicher Ausführungen
be
-
gründet ist, steht sie im Einklang mit der bundesgerichtlichen Recht
sprech
ung (BGE 137 V 210, E. 4.4.1.4), weshalb entgegen dem prozessualen Antrag des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 2 und S. 15) von der Einholung eines Gerichtsgutachtens abzusehen ist.
Sodann liegt es im Ermessen der Beschwerdegegnerin, ob sie - wie vom Be
schwerdeführer beantragt - ein bisdisziplinäres Verlaufsgutachten von Dr. A._ und Dr. Z._ oder von neuen fachlich qualifizierten Gut
achtern oder ein polydisziplinäres MEDAS-Gutachten einholt.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegen
stand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr. 800.-- anzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzu
erlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf
Fr.
2‘
7
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.