Decision ID: 06924398-32ee-5c3a-9bf5-ca2ccdd30880
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Ausgleichskasse B._,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Schadenersatzforderung (i.S. C._ AG in Liquidation)
Sachverhalt:
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A.
A.a Die C._ AG mit war seit dem 1. Januar 2000 bei der Ausgleichskasse B._
(nachfolgend: Ausgleichskasse) als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen (vgl.
act. G 5.1). A._ war während der Zeit vom August 2005 bis Juli 2007 als Mitglied des
Verwaltungsrats der Gesellschaft mit Kollektivunterschrift zu zweien im Handelsregister
eingetragen. Über die Gesellschaft wurde mit Wirkung ab 2009 der Konkurs eröffnet.
Mit Verfügung des Konkursrichters von 2009 wurde das Konkursverfahren mangels
Aktiven eingestellt (Handelsregisterauszug, act. G 5.6).
A.b Mit Verfügung vom 23. Mai 2011 forderte die Ausgleichskasse von A._
Schadenersatz für entgangene Beiträge (einschliesslich Verwaltungskosten,
Mahngebühren, Verzugszinsen und Betreibungsspesen) der Abrechnungsjahre 2006
und 2007 in der Höhe von Fr. 45'211.05 (für entgangene bundesrechtliche Beiträge:
Fr. 35'664.15; für kantonalrechtliche Beiträge: Fr. 2'272.45; für Nebenkosten:
Fr. 7'274.45) zurück (act. G 5.1).
A.c Dagegen erhob A._ am 26. Mai 2011 Einsprache. Darin brachte er vor, er habe
die Ausgleichskasse im Jahr 2006 mehrmals bezüglich des Verhaltens von D._, seit
August 2005 Verwaltungsratspräsident der C._ AG mit Einzelunterschrift (act. G 5.6;
seit Juli 2007 einziges Mitglied des Verwaltungsrates der Gesellschaft), telefonisch
gewarnt. Die Ausgleichskasse habe ihre Pflicht verletzt, da sie D._ trotz dieser
Warnungen immer wieder geglaubt und neue Konditionen eingeräumt habe. Er werde
die geforderte Geldsumme nicht bezahlen, da die Ausgleichskasse bis zum Konkurs
genügend Zeit gehabt hätte, die fragliche Forderung einzutreiben (act. G 5.2). Die
Ausgleichskasse teilte A._ am 21. Juni 2011 mit, sie habe seine Vorbringen intern
überprüft. Seinen Anfragen für einen Auszug aus dem individuellen Konto vom
15. März 2007 und vom 1. März 2010 seien keine Hinweise zu entnehmen, dass er die
Ausgleichskasse auf ein Fehlverhalten von D._ aufmerksam gemacht hätte. Er werde
deshalb ersucht, entsprechende Beweise einzureichen (act. G 5.3). A._ entgegnete
der Ausgleichskasse am 29. Juni 2011, sie wisse ganz genau, dass er sie damals
telefonisch auf das Verhalten von D._ aufmerksam gemacht habe und dies
mehrmals. Ansonsten hätte sie ihn doch damals schon telefonisch oder schriftlich über
diese Situation informiert. Er sei ferner lediglich für vier Monate im Verwaltungsrat
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gewesen. Die einzige Verwaltungsratssitzung sei im August 2005 gewesen. Des
Weiteren forderte er diverse Unterlagen von der Ausgleichskasse vor allem betreffend
den Zahlungsverkehr zwischen der C._ AG und der Ausgleichskasse (act. G 5.4).
A.d Die Ausgleichskasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 5. Oktober 2012 ab
(act. G 5.5).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 25. Oktober 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin
sinngemäss dessen Aufhebung. Zunächst stellt er sich auf den Standpunkt, dass die
fragliche Forderung nicht bloss von ihm, sondern auch von den damaligen zwei
anderen Mitgliedern des Verwaltungsrats beglichen werden müsse, er davon ohnehin
bloss einen Drittel zu bezahlen hätte. Er weist erneut darauf hin, dass es nur eine
einzige Verwaltungsratssitzung im August 2005 gegeben habe. Ferner sei er lediglich
zu zweien unterschriftsberechtigt gewesen. Es sei das Problem der
Beschwerdegegnerin, dass sie sich an seine telefonischen Informationen nicht mehr
erinnere. Sie trage daher am Zahlungsausfall der Beitragsforderung ebenfalls eine
Schuld. Es sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin ihm
bezüglich der Beitragsforderungen kein Einschreiben an seine Privatadresse geschickt
habe. Das an die Geschäftsadresse gesandte persönliche Einschreiben sei vom
Verwaltungsratspräsidenten unterschlagen worden (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2012 beantragt die Beschwerdege
gnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie legt dar, sofern die
Haftungsvoraussetzungen bei allen Verwaltungsratsmitgliedern gegeben seien, würden
diese solidarisch für ausstehende Sozialversicherungsbeiträge haften. Die
Schadenersatzforderung gegenüber D._ sei in Rechtskraft erwachsen. Sie versuche,
den Betrag auf dem Betreibungsweg erhältlich zu machen. Die Tatsache, dass lediglich
eine einzige Verwaltungsratssitzung zum Zeitpunkt der Mandatsübernahme
stattgefunden habe, ändere nichts an der vom August 2005 bis Juli 2007 inne
gehabten Organstellung des Beschwerdeführers. Hätte er die ihm von Gesetzes wegen
obliegenden Pflichten nicht wahrnehmen wollen oder können, wäre ihm nur der
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Rücktritt vom Amt als Verwaltungsratsmitglied geblieben, um einer finanziellen
Verantwortung wie der vorliegenden zu entgehen. Entsprechend der Dauer der
Organstellung sei auch der Schadensbetrag ermittelt worden, dessen Höhe vom
Beschwerdeführer nicht bestritten worden sei. Die Voraussetzungen der
Widerrechtlichkeit und des Verschuldens des Beschwerdeführers seien zu bejahen.
Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe bestünden keine. Die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten telefonischen Anrufe liessen sich nicht mehr
bestätigen. Es hätte dem Beschwerdeführer bewusst sein müssen, dass es nicht
ausreiche, solche Informationen telefonisch weiterzugeben. Ein grobes Mitverschulden
ihrerseits am Zustandekommen der Beitragsausstände sei nicht erkennbar.
Insbesondere sei das Beitragsinkasso den Vorschriften entsprechend und zügig
vorangetrieben worden. Daran änderten auch die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten telefonischen Hinweise über Missstände nichts. Die Verjährungsfristen
seien eingehalten worden (act. G 5).
B.c Der Beschwerdeführer wendet in der Replik vom 25. Januar 2013 ein, entgegen
der anderslautenden Auffassung der Beschwerdegegnerin habe er den
Schadensbetrag bestritten. Hätte die Beschwerdegegnerin korrekt gehandelt, wären
alle Beiträge vollständig bezahlt worden. Ferner rügt er, dass die Beschwerdegegnerin
bei einem weiteren Mitglied des Verwaltungsrats aufgrund dessen Krankheit auf eine
Geltendmachung der Schadenersatzforderung verzichtet habe. Schliesslich kritisiert
der Beschwerdeführer, er hätte nicht Einblick in sämtliche Unterlagen der
Beschwerdegegnerin erhalten (act. G 8).
B.d In der Duplik vom 28. Februar 2013 hält die Beschwerdegegnerin an der
Beschwerdeantwort fest. Sie führt darin aus, aufgrund der in den Akten liegenden
Aufstellung des Schadensbetrags und der dazugehörigen Belege sei die Berechnung
der Schadenssumme zweifelsfrei dargestellt worden. Was die Zahlungseingänge anbe
lange, so seien diese jeweils nach den Regeln der Anrechnung gemäss Art. 86 f. OR
mit den ausstehenden Beiträgen verrechnet worden (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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Da die Verfahren AHV 2012/8 und KZL 2012/1 den gleichen Sachverhalt betreffen und
gestützt auf dieselben bzw. analogen rechtlichen Erwägungen zu entscheiden sind,
sind sie zu vereinigen (vgl. BGE 123 V 215 E. 1).
2.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass Art. 1 des auf den
1. Januar 2009 in Kraft getretenen Bundesgesetzes über die Familienzulagen (FamZG;
SR 836.2) die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) von hier nicht massgeblichen Ausnahmen
abgesehen für anwendbar erklärt. Die ATSG-Verfahrensordnung gilt seit 1. Januar 2009
deshalb auch im Bereich des kantonalen Familienzulagenrechts, ist mithin mit dem Tag
des Inkrafttretens des FamZG sofort und in vollem Umfang wirksam (so Urteil des
Bundesgerichts vom 2. November 2012, 9C_369/2012).
3.
Im vorliegenden Verfahren ist die Schadenersatzpflicht des Beschwerdeführers für
offen gebliebene bundes- und kantonalrechtliche Beitragsforderungen gegen die C._
AG betreffend die Beitragsjahre 2006 und 2007 (Januar bis und mit Juni 2007)
umstritten und zu prüfen.
4.
Die Haftung des Arbeitgebers für Schäden der Ausgleichskasse aufgrund absichtlicher
oder grobfahrlässiger Missachtung von Vorschriften ist in Art. 52 des Bundesgesetzes
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) geregelt. Die
Familienzulagen ausserhalb der Landwirtschaft richten sich für den hier streitigen
Zeitraum (2006 und 2007) nach kantonalem Recht, nämlich nach dem
Kinderzulagengesetz des Kantons St. Gallen (KZG; sGS 371.1). Art. 47 Abs. 1 lit. d
aKZG (in der bis 31. Dezember 2008 gültigen, vorliegend anwendbaren Fassung)
verweist bezüglich der Arbeitgeberhaftung und der Schadenersatzpflicht für
kantonalrechtliche Beiträge auf die AHV-rechtliche Haftungsbestimmung des Art. 52
AHVG (vgl. hierzu Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
15. Dezember 2010, AHV 2010/9 und KZL 2010/6).
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4.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder
grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden ver
ursacht, diesen zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so können
subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe belangt werden (BGE 123 V 15
E. 5b, 122 V 66 E. 4a, 119 V 405 E. 2, je mit Hinweisen; SVR 2003 AHV Nr. 1 S. 1).
4.2 Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige
Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, jedenfalls fünf Jahre nach Eintritt
des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden (Art. 52 Abs. 3 Satz 1 und 2
AHVG). Der fristauslösende Zeitpunkt für die zweijährige Frist gemäss Art. 52 Abs. 3
AHVG fällt praxisgemäss in der Regel mit der Ausstellung des definitiven
Pfändungsverlustscheins im Fall der Betreibung auf Pfändung (BGE 113 V 258 E. 3c
mit Hinweisen) oder im Fall der Betreibung auf Konkurs mit der Auflage des
Kollokationsplans (und des Inventars; BGE 126 V 443) bzw. bei einer Einstellung des
Konkursverfahrens mangels Aktiven mit dem Zeitpunkt der Publikation der
Verfahrenseinstellung zusammen (BGE 129 V 193). Im vorliegend zu beurteilenden Fall
ist der Konkurs 2009 eröffnet und mangels Aktiven im gleichen Jahr wieder eingestellt
worden (act. G 5.6). Da die Beschwerdegegnerin die Schadenersatzverfügung am
23. Mai 2011 (act. G 5.1) erliess, ist die zweijährige Verjährungsfrist
unbestrittenermassen gewahrt. Gleiches gilt für die fünfjährige Frist.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung dauert die Verantwortlichkeit eines
Verwaltungsratsmitglieds in der Regel längstens bis zum Moment seines tatsächlichen
Austritts aus dem Verwaltungsrat, also bis zum Zeitpunkt, in dem es keinen
massgeblichen Einfluss mehr auf den Geschäftsgang hat (BGE 123 V 173 E. 3a). In
Bezug auf die geschuldeten Beiträge bedeutet das, dass das Organ für die zwischen
seinem tatsächlichen Eintritt und tatsächlichen Austritt aus der Arbeitgeberfirma fällig
gewordenen sowie für die beim Eintritt bereits fällig gewesenen Beiträge haftet. Die
Haftung erstreckt sich daher grundsätzlich nur auf unbezahlt gebliebene
Sozialversicherungsbeiträge, die während der Zeitspanne zwischen dem tatsächlichen
Eintritt und tatsächlichen Austritt aus der Arbeitgeberfirma, also während der Dauer der
tatsächlichen Einflussnahme auf die Geschäftsführung fällig werden und hätten
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entrichtet werden müssen (AHI 2002 S. 54). Werden nach dem Austritt aus der
Gesellschaft oder nach der Konkurseröffnung nicht abgerechnete Lohnzahlungen
festgestellt, die diese Zeitspanne beschlagen, so besteht demnach auch noch eine
Haftung des bereits ausgeschiedenen Organs (BGE 126 V 61 und 134, 123 V 172).
Keine Haftung besteht für nach dem tatsächlichen Austritt fällig gewordene Beiträge,
es sei denn, der Schaden gehe auf Handlungen des ehemaligen Organs zurück, die
sich erst nach dessen Ausscheiden ausgewirkt haben (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 6. Februar 2003, H 263/02, E. 3.2).
5.1 Der Beschwerdeführer war vom August 2005 bis Juli 2007 als
Verwaltungsratsmitglied der Gesellschaft mit Kollektivunterschrift zu zweien im
Handelsregister eingetragen (act. G 5.6). Nach der Darstellung des Beschwerdeführers
sei er aufgrund seiner Bemühungen (mehrmalige Information der Ausgleichskasse über
das Verhalten von D._ sowie wiederholte Aufforderung zum Handeln im Februar
2007) aus dem Verwaltungsrat "geworfen" worden (act. G 5.2). Demgegenüber gab er
in der Einspracheergänzung vom 29. Juni 2011 sowie in der Beschwerde vom 25.
Oktober 2012 an, er sei lediglich für vier Monate im Verwaltungsrat gewesen (act. G 5.4
und G 1, S. 1).
5.2 Aufgrund dieser - teils widersprüchlichen - Angaben stellt sich die Frage, ob der
Beschwerdeführer während der gesamten Dauer vom August 2005 bis Juli 2007
tatsächlich als Verwaltungsratsmitglied zu betrachten ist. Entscheidend ist dabei, dass
der Beschwerdeführer keine Belege oder Umstände benennt, die gegen die im
Handelsregister eingetragene Amtsdauer sprechen. Im Übrigen hätte es der
Beschwerdeführer auch selbst in der Hand gehabt, den ihn betreffenden Eintrag im
Handelsregister löschen zu lassen (vgl. Art. 17 Abs. 2 lit. a der
Handelsregisterverordnung [SR 221.411]). Des Weiteren fällt ins Gewicht, dass der
Beschwerdeführer in der Replik vom 25. Januar 2013 selbst einräumte, er sei am
"17. Juli 2007 aus dem Verwaltungsrat ausgetreten" (act. G 8, S. 4). Im Licht dieser
Umstände ist daher mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer während der Dauer vom August 2005 bis Juli 2007 als
(mit-)verantwortliches Verwaltungsratsmitglied der Gesellschaft zu betrachten ist.
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5.3 Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang das Verhalten und
teilweise den beruflichen Hintergrund der beiden anderen Mitglieder des
Verwaltungsrats ins Feld führt (vgl. insbesondere act. G 8, S. 1 f.), übersieht er, dass im
vorliegenden Verfahren einzig über sein eigenes Verhalten bzw. seine
Verantwortlichkeit zu entscheiden ist, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
6.
Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor.
Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle
Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein,
der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs
zurückzuführen ist. Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen.
6.1
6.1.1 Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers bzw. des verantwortlichen
Organs setzt zunächst den Eintritt eines Schadens bei der Ausgleichskasse voraus.
Nach der Rechtsprechung gilt der Schadeneintritt als erfolgt, sobald die Beiträge
wegen
Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordentlichen Verfahren erhoben
werden können, mithin bei Konkurseröffnung über eine juristische Person (BGE 123 V
16 E. 5b). Der Schaden kann unbezahlt gebliebene paritätische AHV/IV/EO- und ALV-
Beiträge, Verwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Veranlagungs- und
Betreibungskosten sowie Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (Thomas
Nussbaumer, Das Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: Schaffhauser/Kieser
[Hrsg.], Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 100).
Zeitliche Grenze des zu berücksichtigenden Schadens bildet grundsätzlich die
Konkurseröffnung bzw. im Fall des Beschwerdeführers das Ausscheiden als
Verwaltungsratsmitglied am 17. Juli 2007. Die schadenersatzpflichtige Person hat
aufgrund ihrer Mitwirkungspflichten den Schadensbetrag substantiiert zu bestreiten,
soweit die Forderung - wie vorliegend - nicht auf rechtskräftigen Verfügungen beruht
(SVR 2001 AHV S. 51 Nr. 15; Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
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vom 15. Dezember 2010, AHV 2010/9 und KZL 2010/6, E. 5.2.1 mit weiteren
Hinweisen).
6.1.2 Zwar wird der Schadensbetrag vom Beschwerdeführer bestritten (act. G 8,
S. 2). Allerdings benennt er keine konkreten Mängel an der betraglichen Ermittlung
durch die Beschwerdegegnerin. Aus deren Berechnung geht überdies hervor, dass sie
sämtliche von der Gesellschaft für das Jahr 2006 (im Betrag von Fr. 158'635.80, act.
G 5.1) und für das Jahr 2007 (im Betrag von Fr. 62'373.80, act. G 5.7; in der
individuellen Zusammenstellung werden dem Beschwerdeführer lediglich die offenen
Zahlungen für zwei Monate [März und Juni 2007] zur Last gelegt, act. G 5.1) geleisteten
Zahlungen zugunsten des Beschwerdeführers berücksichtigte. Für das Gericht besteht
daher kein Anlass für eine Korrektur.
6.1.3 Daran vermag auch das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu
ändern, er habe die von ihm angeforderten Unterlagen zur Überprüfung der
Schadenssumme nicht erhalten (act. G 8, S. 2; vgl. auch Schreiben des
Beschwerdeführers vom 29. Juni 2011, act. G 5.4). Denn der Beschwerdeführer hat mit
der Verfügung vom 23. Mai 2011 (act. G 5.1) sämtliche relevanten Unterlagen erhalten.
Des Weiteren nahm er am 23. Januar 2013 Einsicht in die von der Beschwerdegegnerin
dem Gericht eingereichten Akten (act. G 7). Es wäre ihm daher ohne weiteres möglich
gewesen, den Schadensbetrag zu überprüfen und allfällige von ihm erkannte Mängel
bei dessen Berechnung inhaltlich und substanziiert zu rügen, was er jedoch unterliess.
6.1.4 Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, dass auch die anderen
beiden Mitglieder des Verwaltungsrats der Gesellschaft den Schaden mitzutragen
hätten und nicht bloss er für die Begleichung verantwortlich sei (act. G 1, S. 1). Nach
der Rechtsprechung haften mehrere nach Art. 52 AHVG Schadenersatzpflichtige
solidarisch. Die solidarische Haftung erlaubt der Ausgleichskasse, gegen alle oder
lediglich einige von ihnen, allenfalls nur einen einzelnen, vorzugehen. Die Haftung
mehrerer ändert zwar nichts daran, dass der einzelne gegenüber der Ausgleichskasse
den ganzen von ihm zu verantwortenden Betrag schuldet. Die rechtliche und
tatsächliche Stellung eines Schadenersatzpflichtigen wird aber dadurch verändert,
dass er gegebenenfalls gegen allfällige Mithaftende regressieren kann oder die
Ausgleichskasse möglicherweise die Forderung zuerst gegen andere Mithaftende
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vollstreckt (BGE 134 V 308 f. E. 3.1). Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die für
den betroffenen Zeitraum entstandene Schadenersatzforderung im vollen Umfang
(auch) beim Beschwerdeführer geltend zu machen, ist damit zulässig. Er ist gegenüber
der Beschwerdegegnerin nicht bloss für die Bezahlung eines pro Kopf-Anteils der
Forderung verantwortlich.
6.2 Weitere Haftungsvoraussetzung für die vorliegend massgebliche
Schadenersatzforderung ist die Widerrechtlichkeit.
6.2.1 Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der Verordnung über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) schreibt vor, dass der
Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmendenbeiträge in Abzug zu bringen
und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat.
Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich
vorgeschriebene öffentlichrechtliche Aufgabe. Dazu hat die Rechtsprechung
festgehalten, dass die Nichterfüllung dieser öffentlichrechtlichen Aufgabe eine
Missachtung von Vorschriften im Sinn von Art. 52 Abs. 1 AHVG bedeute und
grundsätzlich die volle Schadensdeckung nach sich ziehe (BGE 118 V 195 E. 2a mit
Hinweisen).
6.2.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Gesellschaft nicht vollumfänglich der
Beitragspflicht nachgekommen ist, was zum Schaden der Beschwerdegegnerin geführt
hat. Die Gesellschaft bzw. deren Organe haben damit die Beitragszahlungspflicht
betreffend die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Ausstände missachtet
bzw. sich nicht darum gekümmert, womit die Widerrechtlichkeit als
Haftungsvoraussetzung zu bejahen ist. Ein Rechtfertigungsgrund ist nicht ersichtlich
und wird vom Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht.
6.3 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vorschriften absichtlich oder grobfahrlässig
missachtet wurden.
6.3.1 Bei der Prüfung der Verschuldensfrage ist zu berücksichtigen, dass sowohl
ein Verschulden des Arbeitgebers wie des verantwortlichen Organs vorliegen muss.
Nach der Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der öffentlichrechtlichen Aufgaben
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durch den Arbeitgeber ohne weiteres einem qualifizierten Verschulden seiner Organe
gleichzusetzen. Vorausgesetzt ist vielmehr ein Normverstoss von einer gewissen
Schwere. Eine Nichtabrechnung oder Nichtbezahlung der Beiträge genügt noch nicht,
um ein qualifiziertes Verschulden anzunehmen. Vielmehr sind die gesamten Umstände
zu würdigen. Die Frage der Dauer des Normverstosses ist dabei ein
Beurteilungskriterium, das im Rahmen der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist
und im Sinn der Rechtsprechung zu den Entlastungsgründen zur Verneinung einer
Schadenersatzpflicht führen kann. Von einem qualifizierten Verschulden ist in der Regel
auszugehen, wenn beispielsweise ein Arbeitgeber über längere Zeit seine
Abrechnungs- und/oder Ablieferungspflichten nur schleppend oder bloss teilweise
erfüllt. Gegen ein qualifiziertes Verschulden kann beispielsweise eine relativ kurze
Dauer des Beitragsausstands sprechen (BGE 121 V 244 E. 4b mit Hinweis). Bei der
Verschuldensbeurteilung gilt ein objektiver Verschuldensmassstab, weshalb subjektive
Entschuldbarkeit oder die Gründe der Mandatsübernahme unbeachtlich sind (Urteil des
EVG vom 11. Juli 2006, H 67/2006, E. 5.2).
6.3.2 Gemäss Art. 716 Abs. 2 des Obligationenrechts (OR; SR 220) führt der
Verwaltungsrat die Geschäfte der Gesellschaft, soweit er die Geschäftsführung nicht
übertragen hat. Art. 716a Abs. 1 OR enthält sodann einen Katalog unübertragbarer und
unentziehbarer Aufgaben. So obliegt dem Verwaltungsrat insbesondere die Oberleitung
der Gesellschaft und die Erteilung der nötigen Weisungen (Ziffer 1), die Ausgestaltung
des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung (Ziffer 3) und die
Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im
Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen
(Ziffer 5). Der Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft hat die mit der Geschäftsführung
betrauten Personen zu überwachen und sich regelmässig über den Geschäftsgang
unterrichten zu lassen. Das Gesetz verbietet zwar nicht die Vornahme einer bestimmten
Arbeits- und Kompetenzaufteilung, doch die Überwachungs- und Kontrollpflichten
verbleiben auch dann beim Verwaltungsrat. Deshalb hat jedes Mitglied des
Verwaltungsrats sich periodisch über den Geschäftsgang und die wichtigsten
Geschäfte, die nicht zu seinem primären Aufgabenbereich gehören, zu orientieren,
Rapporte zu verlangen, diese sorgfältig zu studieren und nötigenfalls ergänzende
Auskünfte einzuholen, Irrtümer abzuklären und bei Unregelmässigkeiten einzugreifen
(vgl. BGE 114 V 223 E. 4a).
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6.3.3 Die Beschwerdegegnerin lastet dem Beschwerdeführer als grobe
Fahrlässigkeit an, dass er als Verwaltungsratsmitglied nicht für die korrekte
Beitragsabrechnung und pünktliche Ablieferung gesorgt habe (act. G 5.5).
6.3.4 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, es habe nur eine einzige
Verwaltungsratssitzung gegeben, nämlich im August 2005. Ferner sei er - im
Gegensatz zum Verwaltungsratspräsidenten - nicht einzelzeichnungsberechtigt
gewesen (act. G 1, S. 1). Er habe keine Chance gegen die beiden anderen
Verwaltungsratsmitglieder gehabt (act. G 8, S. 3). Diese Argumentation hält indessen
nicht Stich. Zunächst stellt der Beschwerdeführer nicht in Abrede und es ergibt sich
aus den Akten (vgl. act. G 5.2 und G 5.4), zumindest von der Gefahr von Ausständen
gegenüber der Beschwerdegegnerin gewusst zu haben. Unter diesen Umständen hätte
es zu seinen vordringlichsten Aufgaben gehört, dafür zu sorgen, dass Löhne nur unter
gleichzeitiger Abrechnung und Einzahlung oder Sicherstellung der darauf anfallenden
Sozialversicherungsbeiträge ausgerichtet worden wären, oder nur so viel Lohn
ausbezahlt worden wäre, wie darauf auch Sozialversicherungsbeiträge hätten entrichtet
werden können. Der Beschwerdeführer hätte allen Grund gehabt, seine Kontroll- und
Aufsichtspflichten (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR) besonders sorgfältig und umsichtig
wahrzunehmen und auf eine signifikante Reduktion der ausstehenden Beiträge sowie
weiterer Lohnzahlungen - vor allem auch an sich selbst (zu dem vom Beschwerdeführer
bezogenen Jahreslohn von Fr. 182'000.-- vgl. die AHV-Lohnbescheinigungen der Jahre
2006 und 2007 in act. G 5.9.4 und G 5.9.9) - hinzuwirken (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Dezember 2012, 9C_328/2012, E. 5.1). Er legt nicht dar und
es ist auch nicht ersichtlich, dass er gesellschaftsinterne Massnahmen angestrebt
hätte, die diesem Ziel gedient hätten. Der Beschwerdeführer hätte sich allerdings nur
dann seiner Verantwortung entledigen können, wenn er entweder selbst unverzüglich
zweckdienliche Handlungen veranlasst oder als Verwaltungsratsmitglied demissioniert
hätte. Hinzu kommt, dass die Abrechnungs- und Ablieferungspflichten über einen
längeren Zeitraum nur schleppend und bloss teilweise erfüllt wurden.
6.3.5 Aus der Sicht des Beschwerdeführers habe die Beschwerdegegnerin den
Beitragsausfall selbst verschuldet, zumal er sie wiederholt über die Missstände
telefonisch orientiert habe (act. G 1, vgl. auch act. G 5.4). Der hierfür beweisbelastete
Beschwerdeführer vermag die von ihm geltend gemachten Telefonate indessen nicht
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nachzuweisen. Selbst wenn die von ihm genannte Darstellung zuträfe, vermöchte er
sich dadurch nicht zu entlasten. Denn im vorliegenden Kontext ist vorweg von Belang,
dass die Beschwerdegegnerin, die - im Gegensatz zu anderen Gläubigern - öffentliche
Aufgaben wahrnimmt, stets auch das Prinzip der Verhältnismässigkeit zu
berücksichtigen hat, weshalb es ihr nicht ohne Weiteres zum Verschulden gereicht,
wenn sie - etwa um einer in Schwierigkeiten befindlichen Gesellschaft noch eine
Chance zu geben - nicht mit aller Härte gegen sie vorgeht. Allein daraus ein
Selbstverschulden der Beschwerdegegnerin ableiten zu wollen, ist der Sache nicht
angemessen. Dass die Rüge des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin sei
untätig geblieben, im vorliegenden Fall auch inhaltlich nicht begründet ist, belegen
allein schon die in den Akten liegenden Mahnungen (vgl. etwa vom 25. Oktober 2006,
act. G 5.9.1, vom 20. Februar 2007, act. G 5.9.4, vom 26. Februar 2007, act. G 5.9.6,
und vom 25. April 2007, act. G 5.9.7) sowie Betreibungsbegehren (vgl. etwa
Zahlungsbefehl vom 1. Juni 2007, act. G 5.12). Weil weiterhin Löhne ausbezahlt
wurden, ohne die entsprechenden vollständigen Sozialversicherungsbeiträge
abzuführen, entlastet es den Beschwerdeführer nicht, selbst wenn er das Gespräch mit
der Beschwerdegegnerin gesucht hätte. Der Beschwerdeführer lässt ferner ausser
Acht, dass die Beschwerdegegnerin - im Gegensatz zu den Mitgliedern des
Verwaltungsrats - keine Möglichkeit hat, in die Geschäftshandlungen einzugreifen,
sondern lediglich betreibungsrechtliche Schritte einleiten kann, was sie vorliegend auch
tat. Gerade deshalb ist die Beschwerdegegnerin darauf angewiesen, dass die Organe
einer Gesellschaft durch interne Massnahmen für eine vollständige Abrechnung und
Ablieferung der Sozialversicherungsbeiträge sorgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 11. Dezember 2012, 9C_328/2012, E. 5.2 f.).
6.3.6 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer als Organ der Gesellschaft
nicht dafür gesorgt, dass die während seiner Zeit als Mitglied des Verwaltungsrats
geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge ordnungsgemäss abgerechnet und bezahlt
wurden. Der Beschwerdeführer hat damit als verantwortliches Organ in erheblicher
Weise und über einen längeren Zeitraum gegen elementare Vorschriften der
Beitragsablieferungspflicht verstossen und in Kauf genommen, dass der
Beschwerdegegnerin im Fall der Uneinbringlichkeit ihrer Forderungen ein Schaden
entsteht, so dass sein Verhalten grobfahrlässig im Sinn von Art. 52 AHVG war. Er
benennt keine überzeugenden Gründe, die sein Verhalten als nicht grobfahrlässig
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erscheinen lassen oder ein Selbst- oder wesentliches Mitverschulden der
Beschwerdegegnerin belegen würden. Solche ergeben sich auch nicht aus den Akten.
6.4 Schliesslich muss zwischen der schuldhaften Verletzung von Vorschriften und
dem Eintritt des Schadens ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ein
Ergebnis hat dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn es nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Lebenserfahrung an sich geeignet
ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs
durch das Ereignis also allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 E. 5a und
119 V 406 E. 4a, je mit Hinweisen). Vorliegend ist ein adäquater Kausalzusammenhang
zwischen den Unterlassungen des Beschwerdeführers und dem eingetretenen
Schaden gegeben. Hätte der Beschwerdeführer dafür gesorgt, dass die Gesellschaft
ihren Beitragsabrechnungs- und Ablieferungspflichten nachkommt, wäre kein Schaden
in dieser Höhe entstanden. Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, der diesen
Kausalzusammenhang zu unterbrechen vermöchte (vgl. zur entsprechenden
restriktiven Rechtsprechung das Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2012,
9C_328/2012, E. 2.3, worin von einer "bloss als eher theoretischen Möglichkeit" die
Rede ist, "die, wenn überhaupt, nur bei einer ausgesprochen exzeptionellen Sachlage
von praktischer Bedeutung" sei.), zumal der Beschwerdeführer trotz allenfalls
fragwürdiger Geschäftsmethoden des Verwaltungsratspräsidenten von den
Missständen Kenntnis besass (vgl. hierzu vorstehende E. 6.3.4).
6.5 Nach dem Gesagten sind somit die Voraussetzungen für die Leistung von
Schadenersatz erfüllt. Exkulpations- und Rechtfertigungsgründe liegen keine vor. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach den Beschwerdeführer zu Recht verpflichtet,
Schadenersatz für entgangene bundesrechtliche und kantonalrechtliche Beiträge samt
Nebenkosten von Fr. 45'211.05 (act. G 5.1) zu bezahlen.
7.
7.1 Die Beschwerden betreffend die bundesrechtlichen Beiträge und die
kantonalrechtlichen Beiträge sind abzuweisen.
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7.2 Das Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 61 lit. a ATSG kostenlos. Die
obsiegende Beschwerdegegnerin beantragt die Ausrichtung einer Parteientschädigung
(act. G 5). Als Ausgleichskasse hat sie praxisgemäss keinen diesbezüglichen Anspruch,
soweit - wie vorliegend - die Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder
leichtsinnig zu bezeichnen ist (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich
2009, Rz 114 zu Art. 61). Ihr Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung ist
deshalb abzuweisen.
8.
Mit Blick auf eine allfällige Rechtsmittelerhebung ist darauf hinzuweisen, dass seit
1. Januar 2009 auch betreffend den kantonalrechtlichen Teil der
Schadenersatzforderung Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim
Bundesgericht und nicht mehr Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
St. Gallen zu erheben ist (vgl. vorstehende E. 2). Diesbezüglich gilt eine qualifizierte
Rügepflicht (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 2012,
9C_369/2012, E. 3).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP