Decision ID: 1e71334a-071c-46d4-8a35-7f2e2c0c317b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1972 geborene B._ meldete sich am 16. September 1997 zum
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (Umschulung, Rente) an. Nach Einholung
eines Gutachtens der Medizinischen Abklärungsstelle (Medas) am Kantonsspital St.
Gallen vom 8. Juli 1998, welchem ein psychiatrisches Konsilium von Dr. med. A._
beilag (IV-act. 17), sowie einer beruflichen Abklärung bei der BEFAS in Horw mit
Bericht vom 28. Oktober 1999 (IV-act. 31) sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
dem Versicherten berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung zum
Metallbearbeiter zu, welche im Jahre 2002 abgeschlossen werden konnte (IV-act. 56,
62 und 77). Nachdem der behandelnde Psychiater Dr. med. C._ geltend gemacht
hatte, der Versicherte sei nur in geschütztem Rahmen arbeitsfähig, ordnete die IV-
Stelle eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. A._ an, welche am 18.
September 2002 erfolgte und eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestierte (IV-act. 73). Mit
Verfügung vom 12. November 2002 stellte die IV-Stelle fest, dass der Versicherte
rentenausschliessend eingegliedert sei (IV-act. 77).
A.b Da die Arbeitsvermittlung erfolglos blieb und der Hausarzt Dr. med. D._ ab 11.
April 2003 eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % bescheinigte (IV-act. 80), stellte
B._ am 20. Mai 2003 ein Gesuch um Überprüfung der Situation (IV-act. 81). Die IV-
Stelle teilte dem Versicherten am 2. Juli 2003 nach Rücksprache mit dem regionalen
ärztlichen Dienst (RAD) mit, es sei eine erneute medizinische Abklärung durch Dr. med.
A._ vorgesehen (IV-act. 84 und 84). Nachdem sich der Versicherte gegen eine
Begutachtung durch Dr. A._ stellte und das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 18. November 2003 die Begutachtung durch Dr. A._
aufgrund des Anscheins der Befangenheit für unzulässig erklärte (IV-act. 102), hiess
das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil vom 8. Februar 2006 eine dagegen
erhobene Beschwerde der IV-Stelle gut und hob den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen auf (IV-act. 124). Aufgrund des vom
Versicherten am 10. Juni 2004 bei einem Auffahrunfall erlittenen Schleudertraumas
ordnete die IV-Stelle nach Rücksprache mit dem RAD schliesslich am 30. März 2006
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eine polydisziplinäre Begutachtung an, welche am 15. Januar 2007 beim ABI Basel
durchgeführt worden ist (IV-act. 127 und 129).
A.c Im Gutachten des ABI Basel vom 26. März 2007 wurde – mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit – eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) mit abhängig
asthenischen (F60.7) und ängstlich vermeidenden (F60.6) Anteilen, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (F45.4) sowie ein rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom (M54.5) diagnostiziert. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit wurde ein chronisches Spannungstyp-Kopfweh, ein Status nach
Autounfall am 10. Juni 2004 mit HWS-Distorsionstrauma, eine Adipositas sowie eine
Medikamenten-Malcompliance festgestellt (IV-act. 134-19f./64). Körperlich schwer
belastende Tätigkeiten seien für den Versicherten aufgrund des rezidivierenden
Lumbovertebralsyndroms ungeeignet. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
seien dem Exploranden hingegen ganztägig zumutbar mit einer Leistungseinbusse von
20% aufgrund der psychiatrischen Komorbidität. Diese Einschränkung aus
psychiatrischer Sicht bestehe schon seit vielen Jahren. Im MEDAS-Gutachten im
Kantonsspital St. Gallen sei eine solche ab 1997 angenommen worden (IV-act.
134-21/64). Medizinische Massnahmen könnten der Erhaltung und theoretisch der
Verbesserung des Gesundheitszustandes und indirekt sogar der Arbeitsfähigkeit
dienen, sofern sie umgesetzt würden. Berufliche Massnahmen könnten bis auf weiteres
nicht empfohlen werden. Die Prognose sei aufgrund der erheblichen krankheitsfremden
Limitierungen und der passiven Haltung des Exploranden ungünstig (IV-act.
134-22/64).
A.d Mit Vorbescheid vom 18. September 2007 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20% in Aussicht (IV-act. 142).
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 4. Oktober und Begründung vom 19.
November 2007 Einwände erheben. Das ABI-Gutachten sei nicht schlüssig. Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liege wahrscheinlich in der Zwischenzeit bei über
60% (IV-act. 142 und 147). Nach Einholung einer Stellungnahme beim RAD verfügte
die IV-Stelle am 6. Dezember 2007 im Sinne des Vorbescheids und wies das
Rentengesuch ab (IV-act. 148 und 149).
B.
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B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 17. Januar 2008 mit dem sinngemässen
Antrag, die Verfügung vom 6. Dezember 2007 sei aufzuheben und es sei der
Invaliditätsgrad neu zu überprüfen. Es seien dem Beschwerdeführer zumindest
berufliche Massnahmen zuzusprechen. Er sei bereit, in einer leichten Tätigkeit zu
arbeiten, wenn ihm die IV-Stelle dabei helfe (erneute Umschulung, Praktikum,
Arbeitstraining usw.). Mit der Einschätzung im ABI-Gutachten sei er jedoch nicht
einverstanden, da sich dieses im psychiatrischen Teil hauptsächlich auf die Aussagen
von Dr. A._ stütze. Gemäss Urteil des Bundesgerichts müsse die IV-Stelle seine
psychischen Beschwerden jedoch neu durch einen anderen Psychiater beurteilen
lassen. Da sich das neue ABI-Gutachten weiterhin nur auf die Aussagen von Dr. A._
stütze, sei das Gutachten nicht glaubwürdig (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom
14. Februar 2008 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er einen Bericht eines
unabhängigen Psychiaters einholen werde. Er ersuchte um Fristerstreckung bis Ende
März 2008 für eine allfällige Ergänzung zur Beschwerde (act. G 4). Mit Eingabe vom 31.
März 2008 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er erst am 28. April 2008 einen Termin
bei Dr. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, habe. Dieser sei bereit, eine
Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. Er ersuche daher um eine
nochmalige Fristerstreckung bis Ende Mai 2008 (act. G 8). Der Beschwerdeführer
reichte im vorliegenden Verfahren weder einen Arztbericht noch eine
Beschwerdeergänzung nach.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, es könne ohne weiteres
auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Das Gutachten stütze sich auch nicht auf die
Aussagen von Dr. A._, sondern es sei eine neue unabhängige psychiatrische
Begutachtung durch Dr. F._ vorgenommen worden. Die frühere Beurteilung durch Dr.
A._ sei im Sinne der vorhandenen Vorakten gewürdigt worden. Der
Beschwerdeführer habe keine weiteren medizinischen Akten eingereicht. Es bestehe
deshalb kein Grund, von der Einschätzung der ABI-Gutachter abzuweichen. Mit der
angefochtenen abweisendenden Rentenverfügung sei implizit auch der Anspruch auf
berufliche Massnahmen abgelehnt worden. Einerseits seien im Gutachten weitere
berufliche Massnahmen aufgrund der ungünstigen Prognose nicht empfohlen worden.
Andererseits seien – bei denselben Befunden und derselben Einschränkung der
adaptierten Arbeitsfähigkeit – bereits berufliche Massnahmen durchgeführt und
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erfolgreich abgeschlossen worden. Da dem Beschwerdeführer weiterhin leichte bis
mittelschwere Arbeiten zugemutet werden können, sei nicht einzusehen, weshalb er
nicht als Metallbearbeiter oder in einem ähnlichen Beruf oder auch als Hilfsarbeiter eine
Stelle finden könnte. Für berufliche Massnahmen bleibe demnach kein Raum. Sollte
der Beschwerdeführer Massnahmen wie Arbeitsvermittlung oder
Einarbeitungszuschüsse benötigen, sei es ihm unbenommen, einen entsprechenden
Antrag zu stellen. Im Übrigen sei die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen
sogar steigerbar. Der Beschwerdeführer nehme jedoch die ihm verschriebenen
Medikamente nicht oder nur punktuell ein. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht
sei er jedoch gehalten, alles ihm Mögliche zu unternehmen, um seinen
Gesundheitszustand und damit auch seine Arbeitsfähigkeit zu verbessern (act. G 11).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 6. Dezember 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist insbesondere die
Invaliditätsbemessung und mithin die Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens sowie ein
allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen. Diesbezüglich
ersucht der Beschwerdeführer um eine erneute Umschulung, ein Praktikum oder ein
Arbeitstraining durch die IV.
3.
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3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28
Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
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das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c). Daraus folgt indessen nicht, dass eine solche
Expertise den gleichen Rang besitzt wie ein vom Gericht oder von der IV-Stelle nach
Massgabe des anwendbaren Verfahrensrechts eingeholtes Gutachten. Trotz dieser
beschränkten Bedeutung verpflichtet es indessen, wie jede substantiiert vorgetragene
Einwendung gegen eine solche Expertise, das Gericht, den von der Rechtsprechung
aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in
rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht
oder von der IV-Stelle förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag,
dass davon abzuweichen ist (AHI 2001 S. 112, 115).
In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125
V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf die
Einschätzungen im ABI-Gutachten vom 26. März 2007 ab. Der Beschwerdeführer
wendet sich gegen die Schlussfolgerungen im Gutachten in Bezug auf die
Restarbeitsfähigkeit. Die Beurteilung aus psychiatrischer Sicht sei nicht glaubwürdig,
da sich diese auf die Aussagen von Dr. A._ stützte. Nachfolgend ist daher zu prüfen,
ob die Beschwerdegegnerin zu Recht der Einschätzung des ABI gefolgt ist.
4.2 Am 15. Januar 2007 wurde der Beschwerdeführer im ABI Basel untersucht und
einer polydisziplinären medizinischen Begutachtung unterzogen. Der Psychiater Dr.
F._ diagnostizierte dabei eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängig
asthenischen und ängstlich vermeidenden Anteilen sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung. Die vorliegenden Befunde würden sowohl zu einer
ängstlich-vermeidenden als auch zu einer abhängigen-asthenischen
Persönlichkeitsstörung passen. Im Rahmen dieser Störung scheine der Explorand auf
eine frühe Stufe regrediert zu sein, wo er die Verantwortung an andere abgebe. Er lebe
unter dem Schutzschild seiner Ehefrau und seiner Eltern. Er getraue sich immer
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weniger, das Leben aktiv anzugehen, sondern entwickle im Rahmen der
Persönlichkeitsstörung Symptome einer somatoformen Schmerzstörung. Die Prognose
erscheine aus psychiatrischer Sicht ungünstig, insbesondere auch, weil keine effektive
pharmakologische Behandlung stattfinde. Insofern seien die
Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft (IV-act. 134-14/64). Aus
psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
begleitender somatoformer Schmerzstörung eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die
geschilderte psychiatrische Störung sei grundsätzlich behandelbar und reversibel.
Solang das Umfeld des Exploranden ihn allerdings so akzeptiere, werde sich
wahrscheinlich kaum etwas ändern. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stimme mit der
früheren Einschätzung von Dr. A._ überein. Hingegen könne aufgrund der heutigen
Befunde die vom behandelnden Psychiater Dr. C._ früher angegebene
Arbeitsunfähigkeit von 70% nicht bestätigt werden (IV-act. 134-15/64). Im
neurologischen Teilgutachten wurden ein chronisches Spannungstyp-Kopfweh (aktuell
zusätzlich Analgetika-induziert), ein Status nach Autounfall am 10. Juni 2004 mit HWS-
Distorsionstrauma sowie unspezifische Kreuzschmerzen diagnostiziert. Aktuell könne
kein Cervicalsyndrom nachgewiesen werden, die paravertebrale Muskulatur sei
beidseits völlig weich. Auch hätten die Röntgenaufnahmen der HWS keine
Auffälligkeiten und auch keine relevanten degenerativen Veränderungen ergeben. Seit
Jahren seien beim Exploranden Kreuzschmerzen bekannt. Klinisch sei die aktive
Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Ein relevanter Hartspann habe palpatorisch nicht
objektiviert werden können. Auch hätten die bisherigen neuroradiologischen
Abklärungen durchwegs normale Befunde ergeben. Ein eindeutiges lumbovertebrales
bzw. spondylogenes Syndrom könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht objektiviert werden.
Deskriptiv lägen unspezifische Kreuzschmerzen vor. Auch wenn zum aktuellen
Zeitpunkt keine relevante Pathologie im Bereich der LWS objektiviert werden könne,
schliesse dies das intermittierende Vorhandensein eines Lumbovertebralsyndrom nicht
aus. Körperlich schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 20kg sowie
dem Verharren in Zwangshaltungen und der Unmöglichkeit eines Positionswechsels
seien nicht zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aus somatischer Sicht
keine Einschränkung (IV-act. 134-18f./64).
In der Gesamtbeurteilung wurde im ABI-Gutachten festgehalten, dass aufgrund des
anamnestisch anzunehmenden rezidivierenden Lumbovertebralsyndroms körperlich
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schwer belastende Tätigkeiten ungeeignet seien. Körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten seien aus somatischer Sicht uneingeschränkt zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht manifestiere sich die Situation vordergründig mit einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Sinne der Angabe von Schmerzen und
Beschwerden, die somatisch nicht oder nicht ausreichend erklärbar seien. Aufgrund
der psychiatrischen Komorbidität bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
20%. Die vorliegende kombinierte Persönlichkeitsstörung sei grundsätzlich
behandelbar und reversibel. Der Explorand führe die medikamentöse Behandlung, wie
dies in den vorgenommenen Serumspiegeluntersuchungen nachgewiesen werden
konnte, nicht durch. Zusammenfassend ergebe sich, dass dem Exploranden jede
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztägig zumutbar sei bei einer
Leistungseinbusse von 20% (IV-act. 134-21/64).
4.3 Das ABI-Gutachten stützt seine Beurteilung auf die Vorakten, auf die eigene
persönliche Befragung des Beschwerdeführers und die eigenen internistischen,
neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 15. Januar 2007. Das
interdisziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der
Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und
beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Es wird auch ausdrücklich Stellung
genommen zu früheren ärztlichen – teilweise abweichenden – Einschätzungen in Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 134-15/64 Ziff. 4.1.7, 134-19/64 Ziff. 4.2.6 sowie
134-21/64 Ziff. 6.5). Schliesslich ist im Zusammenhang mit der Bestimmung der
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch psychische Faktoren und im Hinblick auf
die Einschätzungen des Hausarztes Dr. D._ sowie von Dr. E._ (vgl. IV-act. 81-4ff./7)
auch darauf hinzuweisen, dass diesbezüglich auf die Beurteilung durch den Facharzt
abzustellen ist, wie dies im ABI-Gutachten auch getan wurde. Zudem drängt es sich
beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden auf, die
Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer multidisziplinären Gesamtbeurteilung zu bestimmen,
wie dies vorliegend geschehen ist. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf
dieses Gutachten abgestellt werden sollte. Im Übrigen muss dem Beschwerdeführer
zugemutet werden, unter ärztlicher Anleitung alle geeigneten und nach dem Gutachten
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noch nicht ausgeschöpften Schmerzbekämpfungsmassnahmen zu ergreifen (vgl. IV-
act. 134-22/64 Ziff. 6.6). In Bezug auf die pharmakologische Behandlung führte der
Beschwerdeführer aus, dass er die Einnahme der vom Psychiater erhaltenen
Medikamente (Saroten und Truxaletten) auch oft vergesse (IV-act. 134-13/64). Dies
erklärt auch den anlässlich der Begutachtung nicht bzw. kaum nachweisbaren
Serumspiegel für die genannten Medikamente (IV-act. 134-12/64 Ziff. 3.3.1.1).
4.4 Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und
aufgrund des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 26. März 2007 von einer
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Umfang von 80% in einer leichten bis
mittelschweren Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1 Der Einkommensvergleich der angefochtenen Verfügung wurde zu Recht nicht
beanstandet. Die Beschwerdegegnerin legte dabei sowohl das Validen- als auch das
Invalideneinkommen vorliegend zulässigerweise gestützt auf die der
Lohnstrukturerhebung zu entnehmenden Tabellenlöhne fest (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa).
Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (sogenannter
Prozentvergleich; SVR 1/2008 IV Nr. 2 S. 3 E.5.4). Bei einem Invaliditätsgrad von 20%
besteht kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
5.2 Gemäss aArt. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung invaliditätsbedingt notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) gelten als Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die
Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer
Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine
Invalidität im Sinne des aArt. 17 Abs. 1 IVG liegt nach der Praxis vor, wenn eine
versicherte Person eine Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (ZAK 1984, 91).
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Die Beschwerdegegnerin hat im Ergebnis zu Recht ausgeführt, dass kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen im Sinne der vom Beschwerdeführer beantragten erneuten
Umschulung, eines Praktikums oder eines Arbeitstrainings besteht. Denn die
psychische Störung würde sich bei sämtlichen zumutbaren Tätigkeiten gleichermassen
einschränkend auswirken, sodass sich die Erwerbsfähigkeit durch solche beruflichen
Massnahmen nicht verbessern lässt (vgl. Art. 17 Abs. 1 IVG). Ein Anspruch auf
Umschulung besteht jedoch nur, wenn die erwerblichen Auswirkungen des
Gesundheitsschadens sich nur auf diese Weise beheben lassen, was vorliegend nicht
zutrifft. Im Übrigen ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass es dem
Beschwerdeführer möglich sein sollte, als (bereits umgeschulter) Metallbearbeiter oder
in einer ähnlichen leichten bis mittelschweren Tätigkeit eine Arbeitsstelle im Umfang
von 80% zu finden, und damit die verbleibende Leistungsfähigkeit angemessen zu
verwerten und den Schaden zu decken. Sollte der Beschwerdeführer bei der Suche
eines geeigneten Arbeitsplatzes die Unterstützung der IV-Stelle benötigen, steht es ihm
frei, diesbezüglich ein Gesuch um Arbeitsvermittlung zu stellen (Art. 18 IVG), wie dies
die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort ebenfalls ausgeführt hat (act. G
11 S. 4 Ziff 5).
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. Dezember 2007 nicht
zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- kommt zur
Anrechnung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG