Decision ID: cd498c27-3df8-546f-8c54-7834746c127e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter, Im Forum, Bahnhofstrasse 24,
Postfach 142, 9443 Widnau,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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Sachverhalt:
A.a Der 1941 geborene S._ war als Inhaber der A._ in der Funktion des
Geschäftsführers tätig. Gestützt auf den mit der Suva am 11. Oktober 2000
abgeschlossenen Vertrag zur Versicherung von Familienangehörigen des
Betriebsinhabers sowie von Aktionären, Gesellschaftern und Genossenschaftern war er
ab 1. Januar 2001 gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1). Am
28. Februar 2002 wurde beim Versicherten am rechten Unterschenkel ein Liposarkom
entfernt (Suva-act. 153 S. 4). Am 16. Juni 2003 weilte er ferienhalber auf seinem
Grundstück in B._. Beim Bodenbearbeiten mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug
übersah er ein mit Gras überwachsenes Loch, worauf das Fahrzeug zur Seite kippte.
Der Versicherte stürzte zu Boden und geriet unter die Maschine (Suva-act. 5). Nach der
Erstversorgung im Regionalspital Acqui Terme in B._ wurde der Versicherte ins
Kantonale Spital Walenstadt transportiert, wo die Ärzte eine instabile
Beckenringfraktur, einen Hämatothorax bei Rippenserienfrakturen, eine Tibiafraktur
rechts und eine wenig dislozierte Scapulakörperfraktur rechts diagnostizierten (Suva-
act. 22). Die Beckenringfraktur wurde am 9. Juli 2003 im Rätischen Kantons- und
Regionalspital Chur operativ versorgt (Suva-act. 23). Vom 23. Juli bis 9. August 2003
war der Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Klinik Valens hospitalisiert
(Suva-act. 21).
A.b Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen hatte dem Versicherten zwischenzeitlich mit
Verfügung vom 4. September 2002 rückwirkend ab 1. August 2001 wegen krankhaften
Veränderungen der Wirbelsäule und Beschwerden am rechten Fussgelenk eine halbe
Invalidenrente bei einem IV-Grad von 50 % zugesprochen (IV-act. 7). Mit Verfügungen
vom 4. März und 13. April 2004 erhöhte sie den IV-Grad rückwirkend ab 1. November
2002 von 50 % auf 100 % und sprach ihm eine ganze Rente zu (IV-act. 92, 94 und 95).
A.c Zuvor war der Versicherte am 18. Februar 2004 von Kreisarzt-Stellvertreter
Dr. med. C._ untersucht worden (Suva-act. 57). Nach einem Marknagelwechsel am
26. Februar 2004 hielt Dr. med. D._, Co-Chefarzt, Leiter Unfallchirurgie des
Rätischen Kantons- und Regionalspitals, im Bericht vom 20. April 2004 fest, dass sich
klinisch wie auch radiologisch langsam eine zunehmende Konsolidierung der
Pseudarthrose am Tibiaschaft rechts zeige (Suva-act. 70).
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A.d Am 17. August 2004 untersuchte Dr. C._ den Versicherten erneut. Im
gleichentags erstellten Kreisarztbericht führte er aus, der Versicherte könne den
operierten Unterschenkel seit ca. April wieder voll belasten und seit zwei Monaten
stockfrei gehen. Er verspüre jedoch immer noch gewisse Schmerzen. Eine
Bürotätigkeit von täglich zwei bis drei Stunden sei zumutbar, jedoch ohne längeres
Autofahren oder Begehen von unebenem Gelände und Baustellen (Suva-act. 75).
Gestützt darauf legte die Suva ab 1. September 2004 eine Arbeitsfähigkeit von 25 %
fest (Suva-act. 78). Am 23. November 2004 hielt Dr. D._ auf Grund einer
Nachuntersuchung verschiedene Unfallrestbeschwerden fest (Suva-act. 75). Kreisarzt
Dr. med. E._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, untersuchte den
Versicherten am 13. Januar 2005 und schätzte die Arbeitsfähigkeit im Bericht vom
14. Januar 2005 auf 25 %. Er setzte die Funktionsstörung des Iliosacralgelenks (ISG)
einer mässiggradigen Coxarthrose gleich und schätzte den Integritätsschaden in
Anlehnung an die Suva-Tabelle 5 zur Integritätsentschädigung gemäss Bundesgesetz
über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) auf 20 %. Weiter hielt er eine
medizinisch-theoretische Invalidität von 20 % fest (Suva-act. 90). Mit Bericht vom
30. Mai 2005 über eine neurologische Untersuchung vom 9. Mai 2005 (Suva-act. 99)
gab Dr. med. F._, Leitender Arzt Neurologie FMH, Klinik I._, an, der Versicherte sei
im Beruf als Immobilienkaufmann zu maximal 20 % arbeitsfähig (Suva-act. 104).
A.e Nachdem Dr. E._ die Rückenprobleme als bloss mögliche Unfallfolgen
eingeschätzt hatte (Suva-act. 105a), wies die Suva das Gesuch des Versicherten um
eine Invalidenrente mit Verfügung vom 5. August 2005 ab (Suva-act. 115). Die dagegen
erhobene Einsprache (Suva-act. 117 und 127) hiess die Suva mit Entscheid vom
18. November 2005 teilweise gut, indem sie die Abteilung Versicherungsleistungen mit
der Prüfung eines Rentenanspruchs gestützt auf Art. 28 Abs. 3 der Verordnung über
die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) beauftragte. Das Begehren um Erhöhung der
Integritätsentschädigung wies sie ab (Suva-act. 128).
A.f Hausarzt Dr. med. G._, Spezialarzt für Chirurgie FMH, berichtete am
21. November 2006, dass der Versicherte nach wie vor über Rückenbeschwerden
klage, besonders nach Belastung, und deshalb auch ständig Schmerzmittel sowie
zwischendurch Physiotherapie benötige. Bezüglich des Liposarkoms gehe es ihm aber
gut (Suva-act. 145). Am 2. April 2007 wurde der Versicherte von Dr. D._ untersucht.
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Dieser hielt als Röntgenbefund u.a. eine vollständige Konsolidierung der bilateralen
vorderen Beckenringfraktur sowie eine korrekte Position der Sakrumfraktur rechts fest
(Suva-act. 158).
A.g Mit Verfügung vom 13. April 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass nach
zusätzlichen Abklärungen und nochmaliger Durchsicht der gesamten Aktenlage die
Voraussetzungen für Rentenleistungen der Unfallversicherung nicht gegeben seien;
eine Invalidenrente werde daher nicht ausgerichtet (Suva-act. 159).
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom
12. Juni 2008 ab (Suva-act. 173).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 18. August
2008. Der Beschwerdeführer lässt damit die Aufhebung des Einspracheentscheids vom
12. Juni 2008 und die Zusprache einer Invalidenrente gemäss dem Ergebnis des
Beweisverfahrens beantragen. Eventualiter sei eine Invalidenrente auf der Grundlage
einer unfallbedingten Invalidität von 50 % zuzusprechen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. In verfahrensmässiger Hinsicht werden eine öffentliche
Verhandlung sowie die Einholung eines medizinischen Gutachtens zur Frage, welcher
Anteil der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers krankheitsbedingt und welcher
Anteil die Folge des Unfalls vom 16. Juni 2003 sei, verlangt. Zur Begründung bringt der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen vor, dass sich ein erheblicher
Teil der Erwerbsunfähigkeit aus dem Unfall vom 16. Juni 2003 ergebe. Wie aus den
Akten ersichtlich sei und ein Gutachten beweisen werde, habe sich das Krebsleiden,
welches ursprünglich zur Invalidität geführt habe, derart verbessert, dass davon
ausgegangen werden könne, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit ohne
den Unfall noch vor Frühling/Sommer 2005 mindestens zu einem erheblichen Teil,
möglicherweise zu 50 %, wieder erlangt hätte. Aus diesem Grund hätte die
Invalidenrente der IV ohne das Unfallereignis revidiert und reduziert werden müssen.
Da der Beschwerdeführer somit ohne den Unfall aller Voraussicht nach nur noch eine
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halbe Invalidenrente der IV erhalten hätte, habe er auf Grund des Unfalleintritts
Anspruch auf Versicherungsleistungen der Unfallversicherung.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 17. September 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nahm mit Replik vom 15. Dezember
2008 zu den Einwänden der Beschwerdegegnerin Stellung (act. G 11). Diese
verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 15).
C.d Das Versicherungsgericht zog die Akten der Invalidenversicherung (IV-act.)
betreffend den Beschwerdeführer bei (act. G 17). Mit Eingabe vom 1. April 2009 nahm
die Beschwerdegegnerin zu diesen Akten Stellung (act. G 21.2).
C.e Mit Schreiben vom 4. November 2009 verzichtete der Beschwerdeführer auf die
ursprünglich verlangte mündliche Verhandlung (act. G 27).
C.f Auf die einzelnen Vorbringen in den Rechtsschriften und die medizinischen Akten
wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitpunkt des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Beschwerdeführer auf
Grund unfallbedingter gesundheitlicher Störungen Anspruch auf Rentenleistungen der
Beschwerdegegnerin hat. Unbestritten ist, dass diese den Unfall vom 16. Juni 2003
anerkannt und für dessen Folgen Taggelder und Heilbehandlungen erbracht hat.
2.
2.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
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Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Dieser verlangt, dass Versicherungsträger
und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen haben. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass
genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988
Nr. U 56 S. 371). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen
tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung somit als
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schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Beizug eines
Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung
jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
3.
3.1 Im ersten Einspracheentscheid vom 18. November 2005 (Suva-act. 128) war die
Beschwerdegegnerin noch davon ausgegangen, dass per 1. September 2005
Unfallrestfolgen beständen und aus der rückwirkenden Zusprache einer ganzen Rente
der Invalidenversicherung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % nichts
Entscheidendes in Bezug auf ihre Leistungspflicht abgeleitet werden könne. Dagegen
verneinte sie im Einspracheentscheid vom 12. Juni 2008 eine Rentenleistungspflicht
sinngemäss mit der Begründung, dass die Invalidenversicherung ihre Rente gestützt
auf die krankheitsbedingten Leiden von 50 % auf 100 % erhöht habe, weshalb kein
Raum mehr für eine Invalidenrente der Unfallversicherung bleibe.
3.2 Beim Beschwerdeführer wurde in den Jahren 1985 und 1999 in der
Knöchelgegend rechts ein Lipom operativ entfernt (Suva-act. 153 S. 2). Das
Medizinische Zentrum Bad Ragaz attestierte ihm im März 2001 wegen eines
chronifizierten Schmerzsyndroms bei deutlicher Bewegungseinschränkung und
fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der HWS, eines mässigen
lumbovertebralen Schmerzsyndroms bei computertomographisch gesicherter medio-
linkslateraler Diskusprotrusion/Diskushernie und mittelgradigen degenerativen
Veränderungen im Bereich der unteren LWS sowie eines rezidivierenden venösen
Angioleiomyoms im Bereich des Malleolus lateralis rechts eine Arbeitsfähigkeit von
maximal 50 % (IV-act. 13). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach ihm mit
Verfügung vom 4. September 2002 rückwirkend ab 1. August 2001 eine halbe
Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % zu (IV-act. 7). Nach erneuter
Unterschenkeloperation vom 28. Februar 2002 und der Diagnose eines Liposarkoms
(Suva-act. 153 S. 2) musste sich der Beschwerdeführer von Mai bis Anfang Juli 2002
einer ambulanten Radiotherapie unterziehen (Suva-act. 150). Mit Gesuch vom
18. November 2002 beantragte er eine Erhöhung der halben auf eine ganze Rente
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wegen zunehmender Rückenbeschwerden, der Entfernung des Liposarkoms, der
Bestrahlungstherapie sowie wegen Dauerschmerzen (IV-act. 45 und 41). Auf die
Anfrage der IV-Stelle zur Entwicklung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von Februar
2002 bis zum Unfall vom 16. Juni 2003 (IV-act. 79) teilte der Hausarzt Dr. G._ am
17. Februar 2004 mit, dass der Beschwerdeführer seit dem 27. Februar 2002 wegen
der Diskusprotrusion L4/5, der degenerativen Veränderung des lumbosacralen
Übergangs und des rezidivierenden Liposarkoms am Knöchel zu 100 % arbeitsunfähig
sei (IV-act. 86). Gestützt hierauf ging die IV-Stelle von einer durchgehenden
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 27. Februar 2002 aus und erhöhte den
Invaliditätsgrad durch Verfügungen vom März bzw. April 2004 rückwirkend ab
1. November 2002 auf 100 % (vgl. Art. 88bis Abs. 1 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Für die Leistungspflicht der
Unfallversicherung lässt sich aus diesen Verfügungen indessen nichts ableiten. Denn
die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung entfaltet gegenüber der
Unfallversicherung keine Bindungswirkung, auch nicht im Sinn einer
Richtigkeitsvermutung (BGE 131 V 367 E. 2.2.1 f.), da es für die IV-Stelle vollkommen
unerheblich ist, ob die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers durch Krankheit oder
Unfall begründet ist. Zudem bestätigte auch Dr. G._ eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
wegen Krankheit lediglich bis zum Unfallereignis. In seinem Schreiben vom 17. Februar
2006 verweist er für die weiterhin gleichbleibende Arbeitsunfähigkeit dagegen ebenfalls
auf Unfallfolgen (vgl. Suva-act. 133).
3.3 Die von der Beschwerdegegnerin gegen einen Rentenanspruch für Unfallfolgen
angeführte Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts ([EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 24. November
2006 i/S E., M., S., C. [U 97/06] E. 2.2; vgl. auch RKUV 2006 Nr. U 570 S. 81 E. 2.4 mit
Hinweisen = EVG-Urteil vom 22. September 2005 i/S I. [U 357/04]), wonach kein Raum
mehr für eine (zusätzliche) unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsunfähigkeit
besteht, sofern ein Versicherter im Zeitpunkt des Schadeneintritts bereits aus
unfallfremden Gründen vollständig invalid sei, erscheint vorliegend unbehelflich. Zum
einen, weil jenen Fällen ein anderer Sachverhalt zu Grunde lag, und zum andern, weil
die Rentenzusprache der IV-Stelle auf Grund der IV-Akten vorliegend wohl gerade auf
Grund des Unfalls nicht auf einer umfassenden Sachverhaltsabklärung zu beruhen
scheint. Damit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer auf Grund von
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unfallbedingten Behinderungen Anspruch auf Rentenleistungen der
Beschwerdegegnerin hat.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Bestimmungen über die Leistungspflicht des
Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG und den Anspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1 UVG) im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargelegt. Auf
diese Ausführungen kann verwiesen werden.
4.2 Der Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung entsteht nach Art. 19
Abs. 1 UVG, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin. Vorliegend hielt Dr. E._ auf Grund der kreisärztlichen
Untersuchung vom 13. Januar 2005 fest, dass die Unfallverletzungen des
Beschwerdeführers im Bereich des Schultergürtels links und der Tibia rechts ausgeheilt
und praktisch folgenfrei geblieben seien. Restbeschwerden bestünden aber nach wie
vor von Seiten des Beckengürtels. Sofern von Seiten der neurogenen
Schmerzsymptomatik keine Behandlungsoption mehr vorliege, sei der jetzige Zustand
als stationär zu betrachten (Suva-act. 90). Nachdem der Neurologe Dr. F._ lediglich
eine vorübergehende Verbesserung des Gesundheitszustands durch eine
Infiltrationsbehandlung in Betracht gezogen hatte (Suva-act. 104), befand Dr. E._ den
definitiven Fallabschluss am 7. Juni 2005 für durchführbar (Suva-act. 105a). Mit
Schreiben vom 28. Juli 2005 informierte die Beschwerdegegnerin über die Einstellung
der Taggeldleistungen per 1. September 2005 (Suva-act. 112). Dass von weiteren
ärztlichen Behandlungen über den 1. September 2005 hinaus eine namhafte
gesundheitliche Besserung (vgl. zum Begriff der "namhaften Besserung des
Gesundheitszustands": BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen) im Sinn von Art. 19 Abs. 1
UVG hätte erwartet werden können, wird vorliegend somit zu Recht nicht geltend
gemacht. Damit ist der Zeitpunkt, in welchem die Beschwerdegegnerin den
Fallabschluss vorgenommen hat bzw. auf welchen der Schadeneintritt und damit ein
allfälliger Rentenbeginn festzulegen wäre, nicht zu beanstanden.
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4.3 Nachdem für einen allfälligen Rentenbeginn der 1. September 2005 massgebend
ist, muss nachfolgend geprüft werden, ob der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit krankheitsbedingt zu
100 % arbeitsunfähig war oder ob Raum für eine Rente der Unfallversicherung blieb
und bei Bejahung, in welchem Umfang.
5.
5.1 Mit Bezug auf die gesundheitlichen Beschwerden durch das Liposarkom kann
nach der erfolgreich durchgeführten Operation sowie der insgesamt gut verlaufenen
Strahlentherapie (vgl. Suva-act. 150 und 153) von einer bedeutenden Besserung
ausgegangen werden, was sich auch auf die Arbeitsfähigkeit positiv ausgewirkt haben
dürfte. Dr. F._ hielt im Bericht vom 15. Oktober 2003 nach konsiliarischer
Untersuchung fest, dass der Beschwerdeführer bezüglich des Liposarkoms sowohl vor
dem Unfall als auch aktuell beschwerdefrei gewesen sei bzw. sei (Suva-act. 39 S. 2
und 5). Auch die MRI des OSG rechts vom 4. November 2003 und 21. August 2006
(Suva-act. 45 und 145) ergaben unveränderte postoperative Verhältnisse. Insbesondere
konnten weder eine Grössenänderung noch neu aufgetretene rezidiv-tumorverdächtige
Veränderungen festgestellt werden, weshalb davon auszugehen ist, dass die mit dem
Liposarkom in Zusammenhang stehende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
spätestens im Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns am 1. September 2005
dahingefallen war. Dies wird im Übrigen auch vom Beschwerdeführer selbst geltend
gemacht (vgl. G 1 Ziff. V 8). Somit ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt des
Schadeneintritts eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit möglich war. Zudem ging der
Beschwerdeführer sogar nach dem Unfall vom 16. Juni 2003 gemäss eigenen
Aussagen (vgl. Suva-act. 79, 91, 95) und ärztlichen Berichten (vgl. Suva-act. 75 S. 3,
80, 90, 104 S. 2) zumindest teilweise wieder einer Arbeitstätigkeit nach. Damit ist mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entgegen der Beurteilung von
Dr. G._, der eine seit dem 27. Februar 2002 durchgehende 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 86), erstellt, dass beim Beschwerdeführer am
1. September 2005 keine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit aus Krankheit mehr vorlag.
5.2 In den medizinischen Akten sind Unfallrestfolgen belegt. So hielt Dr. D._ im
Bericht vom 23. November 2004 verschiedene anhaltende Restbeschwerden fest.
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Parasakral beständen noch ausstrahlende Schmerzen nach transforaminaler
Sakrumfraktur, die möglicherweise durch eine gewisse degenerative Veränderung der
unteren LWS überlagert seien. Die Beschwerden im Bereich der rechten Leiste seien
vermutlich noch Folgebeschwerden nach der vorderen Beckenringfraktur mit
entsprechender Kallusbildung und liegender ventraler Platte. Dies führe möglicherweise
zu einer gewissen Einengung der Durchtrittsstelle des Musculus psoas unter dem
Leistenband, was dann zu einem gewissen Impingement mit entsprechenden
Beschwerden führen könnte. Nicht ganz ausgeschlossen sei auch hier eine gewisse
Überlagerung mit einer möglicherweise beginnenden Coxarthrose rechts. Die
Schulterbeschwerden links seien demgegenüber von geringer Natur. Sie seien sicher
auch die Folge der durchgemachten Skapulafraktur und der darunter liegenden
Rippenfrakturen. Möglicherweise bestehe ein gewisses Impingement zwischen der
leicht fehlverheilten Skapulaspitze und dem Thorax.
Dr. E._ befand im Kreisarztbericht vom 14. Januar 2005, dass von Seiten des
Beckengürtels nach wie vor Restbeschwerden beständen, wobei es sich einerseits um
einen bandförmigen Schmerz, der zum Teil einer ISG-Funktionsstörung zugeordnet
werden könne, und andererseits um die neurogenen Beschwerden von Seite des
Nervus cutaneus femoris lateralis handle. Im Weiteren liege ein Intrapment (wohl
Entrapment gemeint) des Nervus cutaneus femoris lateralis rechts, eine
Funktionseinbusse der rechten Hüfte sowie eine Kraftverminderung der
Hüftbeugemuskulatur rechts vor. Dr. E._ beurteilte die Unfallfolgen als dauernd und
erheblich. Er schätzte den Integritätsschaden auf 20 %, indem er die ISG-
Funktionsstörung einer mässiggradigen Coxarthrose gleichsetzte. Als krankhaften
Vorzustand hielt er das lumbale Schmerzsyndrom im Rahmen der degenerativen
Veränderungen und den Zustand nach operativer und radiotherapeutischer
Behandlung des Liposarkoms im Bereich des rechten Unterschenkels fest.
Laut neurologischem Untersuchungsbericht von Dr. F._ vom 30. Mai 2005 hatte sich
das primär neuropathische Schmerzsyndrom infolge der Läsion des Nervus cutaneus
femoris lateralis rechts im Mai 2005 zurückgebildet mit Persistenz eines sensiblen
Ausfallsyndroms, das funktionell jedoch nicht relevant sei. Als Hauptproblem
beständen belastungsabhängige wie auch in Ruhe vorhandene Schmerzen im
Becken-/LWS-Bereich, die mindestens teilweise als unfallbedingt anzusehen seien.
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Zwar sei zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer bereits 1999 wegen chronischen
lumbovertebralen Schmerzen abgeklärt worden sei, jedoch habe sich diese
Problematik durch die unphysiologische Belastung infolge Gehens mit zwei Stöcken
während acht Monaten sicherlich verstärkt. Als Ursache müsste neben einer rein
mechanischen spondylogenen auch an die Möglichkeit einer lumboradikulären
Claudicatio (sekundäre Spinalkanalstenose?) gedacht werden. In diesem
Zusammenhang sei vor allem auch das deutlich positive Trendelenburgzeichen rechts
mit Schwäche und Atrophie der Glutaealmuskulatur rechts zu erwähnen, was den
Verdacht auf eine L5-Läsion rechts erwecke. Differentialdiagnostisch käme jedoch
auch eine direkte Läsion der glutealen Nervenäste durch die Sacrumfraktur in Frage.
Somit dürfe das primär schmerzbedingte Hinken mindestens teilweise auf eine
neurogene Dysfunktion zurückzuführen sein. Damit persistiere eine gewisse
Fehlbelastung im Stehen und beim Gehen, was zu einer sekundären Fehlbelastung
auch im Wirbelsäulenbereich führe (Suva-act. 104).
Trotz dieser Beurteilung des Neurologen hielt Dr. E._ eine Kausalität zwischen der
lumbalen Rückenproblematik und dem Unfall vom 16. Juni 2003 lediglich für möglich
(Suva-act. 105a). Dies scheint jedoch - auch vor dem Hintergrund der rein auf die
krankheitsbedingten Beschwerden gerichteten Begutachtungsergebnisse vom
14. Februar 2001 - nicht ganz nachvollziehbar. Im Bericht vom 7. März 2001 (IV-act. 13)
hielt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin, Rehabilitation und
Rheumatologie, Sportmedizin (SGSM), als aktuelle Beschwerden eine Schwellung im
Bereich des rechten Malleolus mit Hypästhesie im Bereich der rechten Ferse, sowie
von Seiten der Lendenwirbelsäule Schmerzen auch nachts verstärkt bei Belastung wie
längerem Sitzen oder bei Gartenarbeiten fest. Weiter bestehe eine Ausstrahlung von
lumbal dorso-lateral links mehr als rechts. Zudem fühle sich das linke Bein kühler an.
Auch Nackenbeschwerden würden bei einer Tätigkeit von mehr als 30min am
Computer deutlich zunehmen. Diese Beschwerden würden vom oberen Nackenbereich
aus bis suboccipital ausstrahlen, wobei hauptsächlich die Cephalea (Kopfschmerzen)
auch nachts störend sei. Eine weitere Ausstrahlung gehe zum Schultergürtel bis in den
proximalen Armbereich sowie die obere BWS. Die Beschwerden seien hauptsächlich
verursacht durch die fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen vorwiegend der
Halswirbelsäule, sekundär auch der Lendenwirbelsäule. Diese seien glaubhaft und
genügend erklärbar durch diese überraschend massiven Veränderungen. Dr. H._
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schätzte damals die fortgeschrittenen Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule
prognostisch zwar als ungünstig ein. Dennoch begründete Dr. E._ nicht, weshalb der
Einschätzung von Dr. F._ bezüglich einer teilweisen Unfallkausalität der LWS-
Beschwerden durch eine zusätzliche Fehlbelastung nicht gefolgt werden kann. Zur
Kausalitätsfrage bezüglich der Beckenbeschwerden, der Funktionseinbusse der
rechten Hüfte sowie zur Kraftverminderung der Hüftbeugemuskulatur rechts nahm
Dr. E._ nicht noch einmal Stellung (vgl. Suva-act. 105a). Damit ist festzuhalten, dass
in Bezug auf die lumbalen Rückenbeschwerden gestützt auf die vorliegenden Akten
eine zumindest teilweise bestehende Unfallkausalität nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden kann. Auch wenn sich die Klärung
der Unfallkausalitätsfrage angesichts der nur schwer voneinander abgrenzbaren LWS-/
Beckenbeschwerden als schwierig erweisen mag, ist diese Frage angesichts der
widersprüchlichen ärztlichen Aussagen durch einen unabhängigen Experten klären zu
lassen. Bei den Beschwerden auf Grund der ISG-Funktionsstörung, der
Funktionseinbusse der rechten Hüfte sowie der Kraftverminderung der
Hüftbeugemuskulatur rechts ist demgegenüber von Unfallfolgen auszugehen, womit
auch die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem Unfall vom 16. Juni 2003
und mindestens diesen Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit gegeben ist.
5.3 Nach Klärung der oben ausgeführten Kausalitätsfrage wird der beigezogene
Experte weiter zu prüfen haben, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Leistungsprüfung per 1. September 2005 einerseits ohne den Unfall und
andererseits auf Grund der Unfallfolgen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war.
Auch diesbezüglich ist auf mehrere Unklarheiten in den Akten zu verweisen: So befand
der Kreisarzt Dr. E._ den Beschwerdeführer im Bericht vom 14. Januar 2005 als
aktuell zu 25 % arbeitsfähig und führte bestimmte Einschränkungen für eine zumutbare
Arbeitstätigkeit auf. Ob sich diese Arbeitsunfähigkeit von 75 % aber lediglich auf die
Unfallfolgen bezog, wie es grundsätzlich von einer kreisärztlichen Beurteilung zu
erwarten wäre, oder ob sie auch den unfallfremden Vorzustand einschloss, geht aus
den kreisärztlichen Ausführungen nicht klar hervor. Unklar ist ebenfalls, was Dr. E._ in
seinem Bericht mit der medizinisch-theoretischen Invalidität von 20 % meinte. Bei der
Beurteilung des Neurologen Dr. F._ vom 30. Mai 2005 ist schliesslich von einer
Einschätzung sowohl auf Grund von Unfall- als auch von Krankheitsfolgen auszugehen.
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Gemäss Dr. F._ war beim Beschwerdeführer im Beruf als Immobilienkaufmann
gesamthaft noch von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 20 % auszugehen. In dieser
Situation lässt sich aktuell abschliessend festlegen, wie hoch die lediglich durch den
Unfall verursachte Arbeitsunfähigkeit konkret war, da eine differenzierte
Unterscheidung zwischen der Arbeitsunfähigkeit aus den vorbestandenen und den
unfallkausalen Beschwerden fehlt.
5.4 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die vorhandenen medizinischen
Akten mit Bezug auf die für die Beurteilung der Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin massgebenden Fragen keine auf überwiegender
Wahrscheinlichkeit beruhende Beurteilung zulassen. Hinsichtlich einer
Rentenleistungspflicht gestützt auf Art. 18 Abs. 1 UVG ist zunächst offen, ob das
Unfallereignis für die lumbalen Rückenbeschwerden zumindest teilweise kausal war. Im
Weiteren wird abzuklären sein, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer am
1. September 2005 auch ohne den Unfall vom 16. Juni 2003 arbeitsunfähig gewesen
wäre und wie hoch die gesamte Arbeitsunfähigkeit per gleichem Datum war. Erst nach
Klärung dieser Fragen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
durch einen unabhängigen Experten kann abschliessend über die Höhe eines allfälligen
Rentenanspruchs entschieden werden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 12. Juni 2008 teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit
zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinn der vorstehenden Erwägungen und neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat der Beschwerdeführer bei
diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g
ATSG). Angesichts der Schwierigkeit des Falles sowie der Art und des Umfangs der
Bemühungen erscheint eine Parteientschädigung, wie in vergleichbaren Fällen üblich,
von Fr. 4'000.-- einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG