Decision ID: c825d6bf-be76-4996-a99e-fc67b124a490
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
76
,
bezog ab Januar 2012 im Rahmen beruflicher Massnahmen
bei der Sozialversicherungsanstalt
(SVA)
des Kantons Zürich, IV
Stelle (nachfolgend: IV-Stelle),
Taggelder der Invalidenversicherung (Urk. 8/20, Urk. 8/45
, Urk. 8/59/7-8, Urk. 8/59/15-16
, Urk. 8/60
).
An
fang Feb
ruar meldete er sich bei der Durchführungsstelle
für Zusatzleistun
gen zur AHV/IV
der Gemeinde
O._
(nachfolgend: Durch
führungsstelle) zum Leistungs
bezug an (Aktenverzeichnis Ziff. 1, Urk. 8/1). Die Durchführungsstelle sandte ihm mit Schreiben vom 1
3.
Februar 2012 die Gesuchs
unterlagen zu
und setzte ihm Frist bis am 15.
März 2012 an, um das Gesuch mit den vollständigen Unterlagen
einzureichen
(Urk. 8/2).
X._
sandte der Durchfüh
rungsstelle die Erklärung zu seinen finanziellen Ver
hältnissen vom 12. März 2012 (Urk.
8/7)
, ein undatiertes, teilweise ausge
fülltes Anmel
defor
mular
(Urk. 8/33a)
und verschiedene Unter
lagen (Urk. 8/9-11, Urk. 8/15-
20
) zu.
Mit Schreiben vom 4. April 2012 forderte ihn die Durchführungsstelle auf, bis Ende April 2012 weitere Unter
lagen ein
zureichen, und wies ihn darauf hin, dass ohne diese Unterlagen der An
spruch nicht geprüft werden könne und das Leistungs
gesuch abgelehnt werden müsse (Urk. 8/21). Mit Schreiben vom 3. Mai 2012 mahnte die Durchführungsstelle
X._
nochmals, die
ver
langten Unterlagen
einzu
reichen,
und wies ihn auf die Säumnisfolgen hin (Urk. 8/23).
1.2
Mit Verfügung vom 30. Mai
2012
trat die Durchführungsstelle auf das Gesuch um Zusatzleistungen nicht ein (Urk. 2). Am 2. Juli 2012
, ergänzt mit Schreiben vom 17. August 2012,
erhob
X._
Einsprache dagegen (Urk. 8/26, Urk. 8/31).
Mit Schreiben vom 22. August 2012 teilte die Durchführungsstelle
diesem
mit, dass sie die
angefochtene
Nichteintretensverfügung
vom 30. Mai 2012
in Wiedererwägung ziehe (Urk. 8/32).
Mit
weiterem Schreiben gleichen Datums forderte sie ihn auf, das bereits eingereichte Anmeldeformular voll
stän
dig aus
zufüllen
und bis zum 6.
September 2012
zurückzusenden (Urk. 8/33). Aus
serdem
holte
die
Durchführungsstelle bei der
IV-Stelle
(Urk. 8/34)
,
bei
der Ab
teilung Prämien
verbilligung der SVA (Urk. 8/37)
und
bei
der Sozialhilfe der Ge
meinde
O._
(Urk. 8/35)
diverse
Auskünfte
und Unterlagen
betreffend
X._
und dessen Lebenspartnerin Frau
Y._
sowie
das
gemeinsame Kind
Z._
, geboren 2009, ein (
Urk.
8/36-
49, Urk. 8/51-52
, Urk. 8/57, Urk. 8/60
)
.
Mit Schreiben vom 6. Sep
tember 2012 liess
X._
die Frist zur Zustellung von Unter
lagen erstrecken
(Urk. 8/50
). Die Durch
führungsstelle informierte ihn mit
Schreiben vom 1. Oktober 2012
über den Stand der Abklärungen und forderte ihn zur Ein
reichung der fehlenden Unter
lagen
bis
am
15.
Oktober 2012 auf
(Urk. 8/53). Mit Schreiben vom 18. Oktober 2012
mahnte ihn die Durchführungsstelle unter Hinweis auf die Säumnisfolgen erneut zum Ein
reichen der Unterlagen spä
testens bis am 16. November 2012 (Urk. 8/54).
Am 19. November 2012 über
brachte
X._
der Durch
führungsstelle verschiedene Unter
lagen (Urk.
8/59/2-16
).
Mit Schreiben vom 20. November 2012 teilte
ihm
die Durchführungsstelle mit, welche Angaben und Unterlagen noch ausstehend
und nachzureichen seien
(Urk. 8/59/1).
Mit Schreiben vom 12
.
Dezember 2012
mit dem Titel „letzte Aufforderung“
mahnte ihn die Durc
hführungsstelle unter Hinweis auf die Säum
nisfolgen zum Einrei
chen der fehlenden Unterlagen und Angab
en bis am 17.
Januar 2013 (Urk. 8/61).
Am 2
3.
Januar 2013 wies die Durchführungsstelle die
Einsprache gegen die Verfügung vom
30. Mai 2012
ab
(Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
mit Ein
gabe vom
22. Februar 2013
Be
schwerde und beantragt
, der Einspracheentscheid
vom
23. Januar 2013 sei
auf
zuheben und es sei
ihm der Anspruch auf Ergänzungsleistungen zuzu
sprechen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Bestellung eines unent
geltlichen Rechts
vertreters in der Person von Rechts
anwalt Sebastian Lorentz (Urk. 1 S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerde
antwort vom
15. April 2013
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
S.
4
).
Mit Eingabe vom 2
2.
August 2013 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine Replik (Urk. 13). Nach Abklärung des Gerichts bei der
Fürsorgebehörde
der Gemeinde
O._
, welche mit E-Mail vom 5. August 2014 bestätigte, dass dem Be
schwerde
führer seit Dezember 2012 keine Fürsorgeleistungen mehr
aus
gerichtet
worden seien (Urk. 16), wurde dem Beschwerde
führer mit Verfügung vom 5. August 2014 Frist zur ergänzenden Substan
tiierung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtsvertretung und zum Nachweis seiner Bedürftigkeit angesetzt (Urk. 17 S. 2). Mit Eingabe vom 3. September 2014 orientierte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Gericht darüber, dass dieser für ihn weder telefonisch noch postalisch erreichbar sei
,
und
hielt am Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in seiner Person fest (Urk. 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Vor
aussetzungen nach Art. 4-6 des seit dem 1. Januar 2008 gültigen Bundes
geset
zes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versi
cherung vom 6. Oktober 2006 (ELG) erfüllen, Zusatzleis
tungen bestehend aus Ergänzungsleistungen, Beihilfen und Zuschüssen zur Deckung ihres Existenz
be
darfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Zusatz
leistungen zur eidgenös
sischen Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung, ZLG).
1.2
Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung, wel
che monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG), sowie aus der Vergü
tung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1 lit. b ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die aner
kannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Ergänzungsleistungen werden ausgerichtet, um Bezügerinnen und Bezü
gern von Renten der Alters- und Hinterlassenen- oder der Invaliden
ver
siche
rung das Existenzminimum zu gewährleisten, ohne dass die Ver
sicherten Sozial
hilfe beziehen müssen; mit ihnen soll der Grundbedarf gedeckt werden. Dabei besteht kein Anspruch auf volle Vergütung aller effektiv anfallenden Auslagen (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_787/2011
vom 2
0.
April 2012
E. 4.2)
.
1.3
Der
im Sozialversicherungsrecht geltende
Untersuchungsgrundsatz besagt, dass der Sozialver
sicherungsträger aus eigener Initiative die notwendigen Abklä
rungen zu tätigen hat.
Gemäss
Art. 43 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozial
versicherungsrechts
(ATSG)
prüft er
die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein.
Bei der Ermittlung des Sach
verhalts hat allerdings auch die versicherte Person mitzuwirken, weil sie den zur Festlegung sozial
ver
sicherungsrechtlicher Rechte und Pflichten massgebenden Sachverhalt am bes
ten kennt. Insofern bilden die Mitwirkungspflichten eine gewisse Ergän
zung und Einschränkung des Untersuchungsgrundsatzes (
BGE 125 V 193
E. 2
, 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_567/2007 vom
2.
Juli 2008 E. 6.3).
Und zwar haben laut Art. 28 Abs.
2
ATSG
Personen, die Versicherungs
leistun
gen bean
spruchen, unentgeltlich alle Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des An
spruches und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind. Kommen sie ihren Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unent
schuld
barer Weise nicht nach, kann der Versicherungsträger, nach Durch
führung eines
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, aufgrund der Akten verfügen oder die Erhe
bungen einstellen und Nichteintreten beschliessen
. Er muss diese Personen vor
her schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen
(
Art.
43
Abs.
3 ATSG). Die Mitwirkungs
pflicht - als Korrelat zum Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 193 E. 2) - hat allgemeine Bedeutung und gilt auch im Gebiet der Ergänzungs
leistungen (
Art.
1
Abs.
1
ELG;
Urteil des Bundesgerichts 9C_180/2009
vom 9.
September 2009
E.
4.2.1).
2.
2.1
In formeller Hinsicht ist unstrittig
(Urk. 1 S. 2, Urk. 7 S. 3)
, dass der ange
foch
tene Entscheid trotz der anderslautenden Rechtsmittelbelehrung und der sinn
gemässen Be
zeichnung als Wiedererwägungsverfügung (
Urk.
2) als Ein
sprache
entscheid im Sinne von
Art.
56
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
52
Abs.
2 ATSG
zu gelten hat
und auf die B
eschwerde daher einzutreten ist.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf das Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers aufgrund einer
unentschuldbaren
Verletzung von Aus
kunfts- und Mitwirkungspflichten nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG zu Recht nicht eingetreten ist (Urk. 8/24).
2.2
2.2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich
im angefochtenen Einsprache
entscheid auf den Standpunkt,
nachdem Unterlagen von diversen Stellen eingeholt worden seien, habe sich ergeben, dass gewisse Unterlagen nicht hätten beschafft werden können und daher vom Beschwerdeführer hätten verlangt werden müssen. Dies sei ihm, unter der Angabe, welche Unterlagen dies seien, wiederholt schriftlich mitgeteilt worden. Es fehle nebst dem vollständig ausgefüllten Gesuch der Arbeitsvertrag, gültig ab Mai 2012
nach dem Wechsel des Praktikums (im Rah
men der beruflichen Massnahmen)
, die Lohn
abrech
nungen, der Bescheid über die Kinderzulagen oder das IV-Kindertaggeld.
Insbesondere seien der Arbeits
vertrag, di
e Lohnabrechnungen und das voll
ständig ausgefüllte Gesuchsfor
mu
lar unabdingbar.
Es sei daher nicht
möglich, aufgrund der Akten einen korrek
ten Entscheid über einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen zu prüfen und zu berechnen
(
Urk.
2 S. 1)
.
2.2
.2
Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein,
er sei langjähriger Bezüger von Sozial
hilfeleistungen, weshalb davon auszugehen sei, dass
seine
finanziellen Verhältnisse der
Abteilung Sozia
les der Gemeinde
O._
,
welcher die
Sozi
alhilfebehörde
und auch die Durchführungsstelle
zugeordnet sei
, bestens
bekannt seien.
Durch den Sozialhilfebezug seien
die mass
geblichen finanziellen Verhältnisse daher
auch
ausreichend bekannt, um einen Ergänzungsleistungs
anspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin zu bejahen.
Es sei zudem unver
ständlich, inwiefern diese Unterlagen nicht im Rahmen der Amts- u
nd Ver
wal
tungshilfe gemäss Art.
32 ATSG einholbar seien. Er
sei
bei diese
r Sachlage daher der Auffassung, dass kein Mitwirkungsbedarf bestehe, weshalb Nicht
ein
treten beziehungsweise Leistungsablehnung aufgrund der Ver
letzung der Mit
wirkungspflicht per se unzulässig sei.
Eine allfällige
Verletzung einer Mit
wir
kungspflicht wäre
zudem jedenfalls
entschuldbar. Denn eine solche wäre klarerweise in den bei ihm vorliegenden medizinischen Diag
nosen be
gründet. Und zwar leide er unter einem Frontalhirnsyndrom
, für
welches ungenügende Regel
beachtung und -verstösse auch im
s
ozialen Ver
halten
typisch seien
(Urk. 1 S. 3
ff.
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin hat mit ihren Abklärungen bei der
IV-Stelle (Urk. 8/34), bei der Ab
teilung Prämien
verbilligung der SVA (Urk. 8/37) und bei der Sozialhilfe der Ge
meinde
O._
(Urk. 8/35) den Untersuchungsgrund
satz hinlänglich erfüllt.
Auch hat sie den Beschwerdeführer mehrfach schriftlich gemahnt
, bestimmte Unterlagen einzureichen,
und ihn auf die Rechtsfolgen
im Unterlassungsfall
hingewiesen (Schreiben vom
22.
August 2012
, Urk. 8/33;
Schreiben
vom 1. Oktober 2012
,
Urk. 8/53
, Schreiben vom
18. Oktober 2012
, Urk. 8/54
; Schrei
ben vom
20. November 2012, Urk. 8/59/1; Schreiben vom 12. Dezember 2012, Urk. 8/61
)
. Die Beschwerdegegnerin hat damit sämtliche gesetzlichen Vorgaben nach
Art.
4
3
Abs.
1
und Abs. 3
ATSG eingehalten.
3.2
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers besteht die Mitwirkungspflicht
zudem
nicht erst, wenn der Versicherungsträger
ausnahmslos
alles
unter
nom
men hat, um den Sachverhalt selbständig abzuklären.
Die Mitwirkungspflicht einer Partei erstreckt sich insbesondere auf Tatsachen, welche diese besser kennt als die Verwaltung und welche diese ohne Mitwirkung der Be
troffenen gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand
erheben kann (BGE
130 II 482 E.
3.2;
126 II 97 E. 2e; 124 II 361 E.
2b
;
Urteil
e des Bun
desgerichts
2C_222/2011 vom 3.
Juli 2012 E. 4.6.4
und
8C_110/2012
vom 16.
November 2012
E. 5.2).
So war es zulässig, vom Beschwerdeführer unter Androhung von Rechtsnachteilen im Unterlassungsfall das Einreichen
der vollständigen
Unter
lagen zu seinem neuen Er
werbs
einkommen ab Mai 2012
zu verlangen, zumal diese weder der Sozial
hilfebehörde
(Urk. 8/48)
noch der IV-Stelle vorgelegen hatten. Daran
ändert auch die organisatorische Zuordnung der Sozialhilfebehörde und der Durch
führungsstelle zur Abteilung Soziales der Gemeinde
O._
nichts. Eben
falls nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin den Be
schwerde
führer auf
forderte
,
d
as
vorgedruckte An
trags
formular vollständig
auszufüllen
(Urk. 8/33)
, da die Ermittlung dieser Angaben durch die Beschwerdegegnerin hierzu
(den Namen seiner Pensionskasse, Angaben über den Erhalt einer Rente der beruflichen Vorsorge, den Zeitraum des Arbeitseinsatzes im Ausland)
soweit überhaupt möglich -
nicht ohne erheblichen Aufwand hätte erfolgen können.
Die Beschwerdegegnerin ist
somit
zu Recht von einer Verletzung der Ab
klä
rungs- und Mitwirkungspflicht im Sinne von
Art.
43
Abs.
3 in Ver
bin
dung mit
Art.
28
Abs.
2 ATSG ausgegangen.
3.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers war die Verletzung der Mit
wirkungs
pflicht aufgrund seines Gesundheitszustandes
zudem
nicht
ent
schuld
bar.
Zwar
ergab die neur
opsychologische Untersuchung vom 9. Novem
ber 2009
und die Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels
g
emäss dem Bericht von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie, und der
P
sycho
login
B._
vom 4. Dezember 2009 sprachliche Funktions
schwächen im Ler
nen,
Gedächtnis, der Rechtschreibung und im sprachlichen Konzeptden
ken, welche
zusammen mit der Linkshändigkeit und den akten
kundigen Ver
haltensauffälligkeiten mit Impulskontrollschwäche
im Rahmen eines Frontal
hirnsyndroms
Indikatoren einer früh
kindlich erworbenen zere
bralen Dys
funk
tion
darstellen würden (Urk. 3/8).
Auch kamen
Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psyc
hotherapie, und von Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
gemäss ihrem Gutachten
vom 13. Juni 2010
zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer leichte bis mässig
e
kognitive Störungen mit insbesondere Beeinträchtigung der Frontalhirnfunktion bei Stat
us nach Contusio cerebri am 31.
August 2002, einer Anosmie und einem leicht aus
geprägten Lumbover
tebralsyndrom sowie der Verdacht auf eine organisch bedingte Persönlichkeits
änderung im Sinne einer Frontalhirn
problematik bei vorbestehenden akzen
tuierten Persönlichkeitszügen vom emotional instabilen Typ Z73.1 bestünden
(Urk. 3/9 S. 14 f.)
.
D
ie gesund
heitlichen Beein
träch
tigungen sind
indes
nicht derart einschlägig, dass das Einreichen eines Arbeits
vertrages und von Lohn
ab
rech
nungen sowie das vollständige Ausfüllen des Antrags
formulars ihm nicht
zumutbar
gewesen wäre, zumal
gemäss den Befunden von
Dr.
D._
nur ein leichtes Planungsdefizit, eine leichte Störung der Supressionsfähigkeit (Urk. 3/9 S. 10) und im Rahmen der Verhaltens
beobachtungen das Denken logisch orga
nisiert sowie das intellektuelle Funk
tionieren nicht eingeschränkt gewesen sei
en
(Urk. 3/9 S. 7). Ausserdem war der Beschwerdeführer
im Einsprachever
fahren
anwaltlich vertreten
.
3.4
Der angefochtene Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
Januar 2013 (
Urk.
2) ist im Ergebnis somit nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
4.
4.1
Das Verfahren ist kostenlos.
4.2
Abschliessend
ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters (Urk. 1 S. 2) zu prüfen.
Jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, hat Anspruch auf un
entgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (
Art.
29
Abs.
3
der Bundes
verfassung,
BV;
Art.
61 lit. f ATSG). Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (
BGE
128 I 225
E. 2.5.1 S. 232;
127 I 202
E. 3b S. 205 mit weiteren Hinweisen
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_606/2013 vom
7.
März 2014 E. 2.1.1).
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre Ein
kommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen. Insoweit trifft den Ge
such
steller eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit. Er hat sowohl seine Ein
kom
mens- und Vermögensverhältnisse als auch sämtliche finanziellen Ver
pflich
tungen vollständig anzugeben und soweit möglich zu belegen. Überdies muss er nachweisen, dass er den behaupteten Verpflichtungen auch tatsächlich nach
kommt (BGE 135 I 221 E. 5.1 mit Hinweis). An die klare und gründliche Dar
stellung der finanziellen Situation durch den Gesuchsteller selbst dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer diese Verhältnisse sind (BGE 120 Ia 179 E. 3a). Verweigert ein Gesuchsteller die zur Beurteilung seiner aktuellen Gesamtsituation erforderlichen Angaben oder Belege, so kann die Bedürftigkeit ohne Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs verneint werden (BGE 120 Ia 179 E. 3a
). Die
mit dem Gesuch befasste Behörde
ist
weder verpflichtet, den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch muss sie unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen über
prüfen. Ebenso wenig
kann
aus dem Umstand, dass
der Gesuchsteller
Sozialhilfe bezieht, ohne die erforderlichen Angaben und Unter
lagen direkt auf die Bedürf
tigkeit geschlossen werden.
Auch
steht es den Ge
richten frei, für die Abklärung der finanziellen Voraussetzungen einen Frage
bogen einzuverlange
n (
zum Gan
zen:
Urteil des Bundesgerichts 9C_60
6/2013 vom
7.
März 2014 E. 2.1.
3
).
4.2
Der Beschwerdeführer
begründete sein Gesuch damit, dass er langjähriger Bezü
ger von Sozialhilfeleistungen sei (Urk. 1 S. 3) und sich die prozessuale
Bedürf
tigkeit aus der Streitsache selbst ergebe (Urk. 1 S. 6).
Gemäss Auskunft der Sozialhilfebehörde vom 5. August 2014 werden dem Beschwerdeführer seit Dezember 2012 keine Fürsorgeleistungen mehr ausge
richtet (Urk. 16). Mit
Verfügung vom 5.
August 2014 wurde der Beschwerde
führer
daher
aufgefordert,
innert einer Frist von 30 Tagen
das beigelegte For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit auszufüllen und
dieses
dem Gericht zusammen
mit
sämtlichen Belegen zur finanziellen Situation zu
zustel
len.
Für den Fall einer ungenügenden
Substantiierung oder fehlende
r
oder unge
nügende
r
Belege zur finanziellen Situation
wurde zudem angedroht, dass
davon ausgegangen
werde
, dass keine prozes
suale Bedürftigkeit bestehe (Urk. 17 S. 2).
Da der Beschwerdeführer in der Folge weder das aus
gefüllte For
mular noch Belege zu seiner finanziellen Situation eingereicht hat und auch aufgrund der Akten
die
aktuelle Bedürftigkeit nicht hinreichend ausgewiesen ist, ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass
keine pro
zessuale Bedürftig
keit besteh
t
. D
as Gesuch um
Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Sebastian Lorentz ist daher abzuweisen.