Decision ID: 1ed49923-f130-45f9-a3bd-51434df32707
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1982 geborene
X._
,
ohne Berufsabschluss,
verheiratet und Mut
ter zweier K
inder (Jahrgang 2007 und 2010), war ab
10. April 2012
vollzeitlich
als Servicemitarbeiterin
bei der
Y._
angestellt
und
wurde von dieser
in der
Z._
eingesetzt
(Urk. 6/21)
. Nach
im
Mai 2013
erfolgter Krankschreibung
(Urk. 6/29/28-47)
wurde das Ar
beitsverhältnis per 31. März 2014 aufgelöst (Urk. 6/29/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, bei welcher sich
X._
am 15. September 2013 unter
dem
Hinweis auf seit Mai 2013 bestehende Schulterschmerzen zum
Leistungsbezug
angemeldet hatte (Urk. 6/5)
,
stellte mit Vorbescheid vom 25. Juni 2014 (Urk. 6/31) die
Abweisung
eines Leistungsanspruchs in Aussicht und
verfügte
am 5. September 2014 (Urk. 2)
in diesem Sinne
, indem sie den Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine I
nvalidenr
ente verneinte.
2.
Hiergegen
erhob
X._
a
m
10. September 2014
Beschwerde
(Urk. 1) und beantragte sinngemäss die Aufhebung der
angefochtenen
Verfügung vom 5. September 2014 und die
Zusprache
der gesetzlichen Leistungen.
Die IV-Stelle schloss
in ihrer
Beschwerdeantwort vom
14. Oktober 2014
(Urk.
5
) auf Abwei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin
am darauffolgenden Tag
(Urk.
7
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des
Gesund
heitsschadens
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Bei medizinisch unklaren Beschwerdebildern nimmt die Plausibilitätsprüfung naturgemäss einen besonderen Stellenwert ein
(BGE 140 V 290 E. 3.3.2).
Die medizinischen Exper
ten, denen eine entscheidende Rolle zukommt, haben daher im Einzelnen zu be
gründen und mittels ihrer Feststellungen und Einschätzungen zu Leidensdruck, psychischen Ressourcen oder funktionellen Defiziten darzulegen, in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, oder aber festzuhalten, dass die Beantwortung dieser Frage
–
trotz Ausschöpfung aller Möglichkeiten fachge
rechter Exploration
–
nicht oder nicht sicher genug möglich ist (vgl. Ulrich Meyer, Die psychiatrische Begutachtung als Angelpunkt der juristischen Beur
teilung: Entwicklung und Perspektiven, in:
Gächter
/
Mosimann
[Hrsg.], Berufli
che Vorsorge, Stellwerk der Sozialen Sicherheit,
2013, S.
136). Bleiben die Aus
wirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz in Nachachtung des
Untersuchungsgrund
satzes
sorgfältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der der versicherten Person obliegende Beweis für die Anspruchsgrundlage nicht ge
leistet und nicht zu erbringen und besteht kein Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte
Gesundheits
schaden
nich
t invalidisierend auswirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1, 139 V 547 E.
8.1).
1.3
1.3.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.3.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich auf den Standpunkt
(Urk. 2
, Urk. 5)
,
es liege
kein IV-relevanter Gesundheitsschaden
vor
, welcher eine längerfristige, dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit begründen würde.
Es
sei der Beschwerdeführerin
aus versicherungsmedizinischer Sicht
zumutbar
, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zu
ständig, da diesbezüglich keine gesundheitlich bedingte Einschränkung bestehe.
2.2
Dagegen brachte
die
Beschwerdeführerin
vor (Urk. 1)
, sie
sei
seit 1. April 2014 beim RAV
A._
angemeldet und
habe
aufgrund des bis auf weiteres sehr begrenzten Zeugnisses noch keine Stelle gefunden
. Es sei schwie
rig, mit dieser Krankheit zu leben. Es gebe Tage, an denen sie sich wegen der starken Schmerzen nicht bewegen könne und sehr nervös sei, sich auf nichts konzentrieren und
nicht
ohne Medikamente
sein
könne.
D
as schlimmste sei, dass sie nicht schlafen könne, da sie keine Position
dafür
finde.
Zu
dem
könne
sie
sich
weder
selber anziehen
noch
um ihre Haar
e kümmern
.
3.
3.
1
Die medizinischen Akten zeigen folgendes Bild über den Gesundheitszustand und die Arbeit
sfähigkeit der Beschwerdeführerin:
Von Februar bis Juli 2013 fanden i
m Institut für Radiologie des
B._
diverse
bildgebende
Abklärungen statt,
konkret
eine Röntgenuntersu
chung der
Schulter a.-p./
transscap
ulär
links vom 2. Februar 2013 (
Urk. 6/13/5
)
,
ein
Schulterpanorama ohne Belastung vom 27. Juni 2013
(
Urk. 6/13/4
) und eine
Dreiphasen-Skelett
szintigraphie vom 4. Juli 2013 (
Urk. 6/
23/11
)
.
Gemäss den entsprechenden Berichten
konnte
dabei
keine Ursache für die Beschwerden im Bereich der Schulter/Clavicula
links gefunden
werden
.
Überdies wurde
am
24. Juni 2013
(Urk. 6/13/6) im Zentrum für medizinische Radiologie, Röntgeninstitut
C._
,
wegen
Parästhesien
am linken Arm
ein
MRI
der Halswirbelsäule
angefertigt. Darauf war
bis auf kleine
Wur
zeltaschenzysten
C6-Th1 links kein pathologischer Befund erkennbar
,
i
nsbeson
dere zeigte sich keine Diskushernie, Spinalkanalstenose, Neurokompression oder
ossäre
Läsion.
3.
2
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
hielt
am Tag der Konsultation vom 12. Juni 2013
fest
(Urk. 6/23/6-7
, vgl. auch Urk. 6/27/1-2
)
,
eigenen Angaben
zufolge
führe
die
Beschwerdeführerin
ihr
en Haushalt perfektionistisch,
arbeite
daneben
– obwohl
ihr Ehemann genug ver
diene
– zu
100 % als Servierto
chter in der
Z._
und
schlafe
aus Gründen des Stundenplans
nur zirka
drei bis fünf
Stun
den pro Nacht
.
Sie
be
klage Trauer und
Angst beim Träumen von der im Sep
tember 2012 verstorbenen Grossmutter
(diese habe
fünf Kinder
aufgezog
en und daneben nicht gearbeitet)
, Kopf- und
unklare Schulterschmerzen mit
Kraftlosig
keit im linken Arm,
welche sich
aber
– auch gemäss
Einschätzung des
Physio
therapeut
en
– möglicherweise zwanglos als Folge der massiven muskulären
nuchalen
Verkrampfung verstehen liessen, rezidivierende Anginen
sowie Reiz
barkeit, Trauer und Weinen, weil sie ihre Kinder nie sehe,
die
schon gross seien.
B
isweilen
habe sie
unregelmässig
Deanxi
t
/
Temesta
eingenommen, welches ih
r
em Ehemann früher verschrieben worden und noch im Haushalt vorhanden gewesen sei.
Sie wolle
aber
keine Medikation.
Dr.
D._
beschrieb die Beschwerdeführerin als etwas
unabgegrenzte
, intelligente Frau, welche sehr introspektiv und direkt sei, mitdenke und sich nach der Konsultation erleichtert
ge
fühl
t hab
e. Er stellte die Diagnose eines
Erschöpfungssyndrom
s
(mittel
schwere bis schwere depressive Episode) bei
anankastischen
(perfektionis
tischen, übermässig
leistungsb
etonenden) Persönlichkeitszügen und
empfahl nebst
einem
Überdenken der beruflichen Situation e
ine Betonung der
Schlaf
hygiene
mit
regelmässig
acht bis neun Stunden
Schlaf
pro Nacht
.
Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin
führte
Dr.
D._
am 26. Mai 2014 (Urk. 6/26)
ergänzend
aus,
er könne keine
weiter
gehenden
Angaben machen, da die Beschwerdeführer
in dem vereinbarten Folgetermin
ohne Abmeldung fernge
blie
ben
sei
und sich nicht mehr
bei ihm
gemeldet
habe
.
Anlässlich der einzigen Konsultation
(
12. Juni 2013
)
hätten eine Überarbeitung und ein Schlafmanko sowie
daraus resultierende
körperliche Verspannun
gen und deren Folgen impo
niert, wobei
ihm
bei entsprechender Anpassung
– mithin
gesunde
r
Lebens
führung mit sinnvollem
Stundenplan
und genügend Schlaf –
eine
Restitutio
ad
integrum
durchaus
als
möglich
erscheine
.
3.
3
Vom 14. bis 16. August 2013 war die Beschwerdeführerin
im
B._
,
Klinik für Rheumatologie
,
hospitalisiert, wo
nebst einer leichten depressiven Episode und einem persistierenden Nikotinkonsum ein Schulter-Arm-Syndrom links bei Verdacht auf
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert und eine konservative Schmerztherapie
(Gabe von
NSAR und
Amitryptilin
)
begonnen wurde
.
Die Ärzte
erklärten
im Bericht vom 21. August 2013 (Urk. 6/23/10)
,
es sei
ein mindestens 14-tägiger stationärer Aufenthalt zur Durchführung einer rheumatologischen Komplexbehandlung geplant gewesen
.
Davon habe jedoch
abgesehen werden müssen, da
die Beschwerdeführerin wegen der
Betreuung
ihrer beiden
kleinen
Kinder auf eine
n raschen Klinika
ustritt gedrängt habe.
Die Ärzte
attestierten
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % für die Dauer des statio
nären Aufenthalts (Urk. 6/13/2
).
3.
4
Gemäss
Bericht
der
E._
vom 14. November 2013 (Urk. 6/23/8-9) klagte die Beschwerdeführerin a
nlässlich der Untersuchung in der Schulter-/
Ell
bogensprechstunde
vom
11. November 2013
über stark belastungsabhängige Schulterschmerzen links, derentwegen
sie
allerdings
aktuell
keine Analgetika
einnehme
.
Der zuständige Oberarzt
erwähnte eine unauffällige radiologische Bildgebung der
linken
Schulter ohne Anzeichen für eine
Glenohumeralarthrose
und ohne Spornbildung im Bereich des
Acromioclavicular
(AC)-
Gelenks.
I
n der klinischen Untersuchung dominiere eindeutig eine
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk
. E
s zeige sich auch ein leicht positiver O’Brien-Test, was
aber
überlagert sein könne.
Der Oberarzt
nannte als Diagnosen
eine AC-
Gelenksarthropathie
und einen Verdacht auf SLAP
(
superior
labrum
anterior
to
posterior
)
-Läsion
der
Schulter links.
Da die Beschwerdeführerin etwas
klaustrophob
sei, habe er auf ein
Arthro
-MRI verzichtet und stattdessen eine lokale Infiltration in
da
s AC-Gelenk vorgenommen.
Falls damit die Probleme nicht zufriedenstellend gelöst werden könnten, solle eine erneute Vorstellung erfolgen.
3.
5
Dr. med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin und
Nephrologie
FMH, welcher am 4. Juli 2013 (Urk. 6/13/7)
in
diagnostisch
er Hinsicht
noch von einem Schmerzsyndrom beziehungsweise einer Schmerzverarbeitungsstörung mit depressiver Begleitsymptomatik ausgegangen w
ar, wiederholte im Bericht vom
26. November 2013
(Urk. 6/29/4) die
von den Ärzten
der
E._
ge
stellte
n
Diagnose
n
einer AC-
Gelenksarthropathie
und eines Verdachts auf SLAP-Läsion der
linken
Schulter
. Er
bescheinigte
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % für die angestammte Tätigkeit
bis
am
31. Dezember 2013
und
erachtete
eine
angepasste
, das heisst sitzende und körperlich leichte Tätigkeit
als
zu 100 % möglich.
Die in der Praxis von Dr.
F._
tätige
Dr. med.
G._
diagnostizierte in
dem am 24. März 2014 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen Bericht
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Erschöpfungssyndrom (mit mittelschweren bis schweren depressiven Episoden), unklare Kopfschmerzen, eine
AC-Gelenks
arthropathie
, einen Verdacht auf SLAP-Läsion
der
Schulter links
,
eine
Chond
rose
und Diskushernien C5/6 und Th6/7 (
Urk. 6/23/1
-5
S. 1 Ziff. 1.1).
Sie attes
tierte
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 15. Mai 2013 bi
s auf weiteres (S. 2 Ziff. 1.6) und erklärte, diesbezüglich
bestün
den Einschränkungen beim Heben und Tragen von schweren Objekten sowie in Stresssituationen (S. 2 Ziff. 1.7).
Mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit könne gerechnet werden
im Umfang von 50 %
(S. 3 Ziff. 1.9).
Wechsel
belastende und vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten
ohne Bücken, Überkopfarbeiten, Kauern und Knien sowie ohne Besteigen von Leitern/Gerüsten
seien der Beschwerdeführerin
zumutbar
,
wobei das
Heben und Tragen von Gewichten
auf
fünf Kilogramm
limitiert
und die Be
lastbarkeit eingeschränkt (Stress)
sei
.
Sie
empf
e
hl
e eine
schrittweise Steigerung der A
rbeitsfähigkeit
und einen ruhigen Arbeitsplatz (S. 4).
3.
6
W
egen Kopf
-,
Schulter- und Rückenschmerzen
erfolgten
am 18. März 2014
im Zentrum für medizinische Radiologie, Röntgeninstitut
C._
, MR-Untersuchungen des Schädels und der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
(Urk. 6/23/13-14)
.
Der zuständige Radiologe schilderte
eine unauffällige Dar
stellung der Hirnstrukturen ohne Hinweis auf eine Gefässanomalie, einen Tumor oder eine sonstige intrazerebrale Pathologie.
Die Wirbelsäule präsentiere sich bis auf gering ausgeprägte
Chondrosen
und millimeterkleine, nicht komprimierende Diskushernien C5/6, Th6/7 und L5/S1 regelrecht, namentlich zeige sich keine Beeinträchtigung neuraler Strukturen. Somit finde sich bildgebend
– so der Radiologe –
auch keine überzeugende Erklärung für die geklagten Schulter- und Rückenschmerzen.
3.
7
Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, führte im Bericht des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD)
der Beschwerdegegnerin
vom 25. Juni 2014 (Urk. 6/30 S. 3 f.) aus, unter Berücksichtigung der vorliegen
den Arztberichte lägen bei der Beschwerdeführerin
verschiedene Diagnosen vor, welche jedoch nicht geeignet seien, eine längerdauernde oder gar dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Insofern sei kein IV-relevanter
Gesundheits
schaden
ausgewiesen. Dies werde auch durch
den Entscheid
des
Krankentag
geldversicherers
bestätigt, welcher seine Leistungen per 8. April
2014 eingestellt habe
(vgl. dazu Urk. 6/29/2
, wonach die Arbeitsunfähigkeit
m
edizinisch nicht ausgewiesen beziehungsweise nicht nachvollziehbar sei
)
.
4.
4.1
Aus der dargelegten medizinischen Aktenlage erhellt, dass
in organischer
Hin
sicht
trotz eingehender bildgebender Untersuchungen kein pathol
ogisch-
anato
misches Substrat objektiviert werden
konnte
, welches die
von der Beschwerde
führerin
geklagten Schmerzen zu erklären vermöchte
(vgl. E. 3.1, E. 3.4 und E. 3.6 hiervor)
.
Insofern
können die Beeinträchtigungen nicht
auf
eine somati
sch
e Diagnose zurückgeführt werden
.
Dies gilt auch unter Berücksichtigung der von den
Ärzte
n
der
E._
diagnostizierten
Arthropathie
des
AC-Gelenks
,
welche sie – bei unauffälliger radiologischer Bildgebung – mit einer
Druckdolenz
über dem entsprechenden Gelenk und einem positiv ausgefallenen O’Brien-Test begründeten, wobei sie
indes
zugleich eine (psychische) Überlage
rung in Betracht zogen.
Bei der von den nämlichen Ärzten geäusserten
SLAP-Läsion der
linken
Schulter
handelt es sich sodann lediglich um eine
Verdachts
diagnose
,
welche
auch durch die übrigen Akten
nicht
hinreichend gefestigt ist.
Damit ist nicht erstellt, dass
die zumutbare Leistungsfähigkeit
der Beschwerde
führerin durch
organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden ein
ge
schränk
t wird.
4.2
Der Umstand, dass
die
von
de
r
Beschwerdeführer
in
geklagten
Schmerzen
aus somatischer S
icht nicht hinreichend erklärt werden können
,
rechtfertigt
für sich alleine
nicht die Anwendung der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281
zur invalidisierenden Wirkung psychosomatischer Leiden
.
Voraussetzung hierfür
ist viel
mehr
eine
fachärztlich (psychiatrisch) nach einem
wissenschaftlich aner
kannten Klassifikationssystem
schlüssig ausgewiesene
somatoforme
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.4) oder ein
damit
vergleichbares psychosomatischen Leiden (vgl.
dazu
BGE 141 V 281 E. 2.1
mit
Hinweis auf BGE
130 V 396)
.
Hieran fehlt
es
i
m Falle der Beschwerdeführerin.
Soweit
die Ärzte der Klinik für Rheumato
logie des
B._
(vgl. E. 3.3 hiervor)
und Dr.
F._
(vgl. E. 3.5 hiervor)
mangels eines
(ausreichende
n
) organische
n
Korrelat
s
als Ursache für die Beschwerden
(verdachtsweise) eine
somatoforme
Schmerzstörung
nannten
,
handelt es sich um eine fachfremd
e
und ohne nachvollziehbare Begründung gestellte Diagnose.
Demgegenüber
diagnostizierte
d
er
psychiatrische
Facharzt Dr.
D._
(vgl. E. 3.2 hiervor)
kein Leiden
,
dess
en
allfällige
invalidisierende
Wirkung
nach der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 zu prüfen wäre. Er
ging von
ein
em
Er
schöpfungssyndrom
(mittelschwere bis schwere de
pressive Episode)
bei
anan
kastischen
(perfektionistischen, übermässig leistungsbetonenden)
Persönlich
keitszügen
aus
.
Bei diesen
Z-Kodierungen
(ICD-10
Z73.0
und Z73.1)
handelt es sich um Faktoren
, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inan
spruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-Z99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" an
gegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Solche fal
len nicht unter den Be
griff der rechts
erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen und stellen grund
sätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundes
gerichts
9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012
E. 3.1 mit Hinweisen).
D
ie
von Dr.
D._
festgestellte depressive
Symptomatik
wurde von ihm im Rahmen der Erschöpfungsdepression interpretiert, womit ihr ebenfalls keine invalidenversicherungsrechtliche Relevanz zukommt.
Selbst wenn sie indes als eigenständige Diagnose (und selbständiges,
von den Schmerzen
losgelöstes Lei
den) zu fassen wäre, könnte die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn abgesehen davon, dass sich
das Vorliegen
eines depres
siven Geschehens mittel- bis
gar
schwergradiger
Ausprägung anhand der be
schriebenen Befunde nicht nachvollziehen lässt,
fehlt es an einer
konsequente
n
Depressionstherapie
, deren Scheitern d
as Leiden als resistent ausweisen würde.
Diesfalls
ist in der Regel keine
invalidisierende Wirkung des
Gesundheits
schadens
anzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom
8.
Okto
ber 2015 E. 4.4 mit Hinweisen).
Dr.
D._
ging denn auch davon aus, dass sich mit einer
gesunde
n
Le
bensführung
–
beinhaltend einen
sinnvolle
n
Stundenplan und genügend
Schlaf
–
eine
Restitutio
ad
integrum
erreichen
lasse
.
4.
3
Nach dem Ausgeführten mangelt
es
sowohl in somatischer als auch
in psychi
scher Hinsicht an einem
Gesundheitsscha
den, welche
r
auf eine
relevante
Ein
schränkung der
Arbeits
fähigkeit schliessen liesse.
Demzufolge erweist sich d
ie
leistungsverweigernde
Verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom 5. September 2014 (Urk. 2)
als rechtens,
was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
5.
Die Ko
sten des Verfahrens gemäss Art.
69
Abs. 1
bis
IVG sind
ermessenweise
auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.