Decision ID: 0f05f165-95d5-4c49-b873-570e8f4bcda9
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der Schützenverein Z. betreibt nordöstlich des Dorfkerns von Z. eine 1872 erstellte
300-Meter-Schiessanlage mit dem Schützenhaus mit sechs Lägern auf dem
Grundstück Nr. 000 und dem Scheibenstand mit sechs Scheiben – seit 1986 mit
automatischer Trefferanzeige - auf dem Grundstück Nr. 001, beide Grundbuch Z. Die
Grundstücke liegen in der Landwirtschaftszone. Das Schützenhaus wird
strassenmässig über die A.-strasse und den B.-weg erschlossen und ist nur wenige
Meter von der Wohnzone WE entfernt. Der Scheibenstand grenzt östlich unmittelbar an
den Wald im Gebiet "C.".
B./ Ein Gutachten zum Schiesslärm stellte 1990 die Überschreitung der
Immissionsgrenzwerte bei zahlreichen Liegenschaften in der Umgebung des
Schiessstandes fest (act. 9/9). Im Jahr 2001 gewährte der Gemeinderat befristete
Sanierungserleichterungen. Nach einem Schiesslärmkataster aus dem Jahr 2008 wird
der Immissionsgrenzwert bei insgesamt 17 Wohnliegenschaften überschritten (act.
9/7). Nachdem eine ausserordentliche Bürgerversammlung am 22. September 2009
den Einkauf in die regionale Schiessanlage "O." zum Preis von CHF 525'000 abgelehnt
hatte, verfügte der Gemeinderat im Rahmen der lärmschutzrechtlichen Sanierung der
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Schiessanlage am 16. November 2009 Erleichterungen. Er beschränkte die Anzahl der
Schiesshalbtage, die Schiesszeiten sowie die Schusszahlen und ordnete zwecks
Lärmreduktion bauliche Massnahmen an den Seiten- und Tiefblenden an. Das
Baudepartement hiess einen dagegen erhobenen Rekurs am 12. Juli 2010 gut und wies
die Angelegenheit zur koordinierten Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens
und zu neuer Entscheidung an den Gemeinderat zurück (act. 9/9).
C./ Der Gemeinderat beschloss am 13. Dezember 2010 eine neue
Sanierungsverfügung, die er vom 17. bis 31. Januar 2011 öffentlich auflegte. Sie sah
eine Beschränkung des Betriebs auf 12,5 Schiesshalbtage – ausgeschlossen Sonntage
mit Ausnahme von maximal zwei Schiesshalbtagen für das Feldschiessen höchstens
alle vier Jahre – und eine Begrenzung der Schusszahl pro Saison auf 20'000 sowie
Verlängerungen und absorbierende Verkleidungen der Seiten- und Tiefblenden zwecks
Lärmreduktion vor. Der eidgenössische Schiessoffizier nahm am 8. Februar 2011
Kenntnis vom Projekt und brachte bauliche Korrekturen an. Das Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation stimmte am 24. Mai 2011 der Baubewilligung im

Sinn der Erwägungen und der Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung des
gesetzlichen Waldabstandes zu. Am 6. Juni 2011 erteilte der Gemeinderat Z. die
Baubewilligung und wies eine von X.Y. erhobene öffentlich-rechtliche Einsprache ab.
Das Baudepartement hiess den von X.Y. erhobenen Rekurs am 11. Dezember 2012,
soweit es auf ihn eintrat, teilweise gut und begrenzte die Schusszahl pro Saison auf
15'000. Die Entscheidgebühr von CHF 3'000 auferlegte es zu fünf Sechsteln X.Y. und
zu einem Sechstel dem Schützenverein Z. Die Begehren um ausseramtliche
Entschädigungen wies es ab.
D./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des
Baudepartements (nachfolgend Vorinstanz) vom 11. Dezember 2012 mit Eingabe vom
23. Dezember 2012 (Postaufgabe: 24.12.12) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
dem Antrag, unter Entschädigung seiner Aufwendungen seien keine
lärmschutzrechtlichen Erleichterungen zu gewähren und der Schiessbetrieb der
Regionalanlage T. zuzuteilen, eventuell sei die Bauherrschaft zu verpflichten, innerhalb
von 200 Metern Distanz zum Schützenhaus mindestens 30 Autoabstellplätze zu
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erstellen. Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich,
in den Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte am 23. Januar 2013 unter Verzicht auf eine Vernehmlassung,
die Beschwerde sei abzuweisen. Der Schützenverein Z. (nachfolgend
Beschwerdegegner) und die Politische Gemeinde Z. (nachfolgend
Beschwerdebeteiligte) verzichteten stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Gegenstand ist der Rekursentscheid der Vorinstanz vom 11. Dezember 2012. Ihm liegt
die Baubewilligung des Gemeinderates vom 6. Juni 2011 zugrunde, deren
integrierender Bestandteil die Sanierungsverfügung vom 13. Dezember 2010 bildet. In
dieser Verfügung werden im Rahmen der Gewährung von Erleichterungen bei der
lärmschutzrechtlichen Sanierung der Schiessanlage Schiesszeiten und Schusszahl
begrenzt (act. 9/5-1). Für die Zuweisung einer Gemeinde an eine fremde
Gemeindeschiessanlage, wie sie der Beschwerdeführer beantragt, ist gemäss Art. 29
Abs. 1 Ingress und lit. a der Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst
(Schiessverordnung; SR 512.31, abgekürzt SchV) nach Anhören des zuständigen
eidgenössischen Schiessoffiziers die kantonale Militärbehörde zuständig. Über ein
solches Begehren hat das Sicherheits- und Justizdepartement, in dessen
Geschäftskreis die Militärverwaltung gemäss Art. 26 Ingress und lit. d des
Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei (sGS 141.3) fällt, bisher
nicht befunden. Mangels eines Anfechtungsgegenstandes kann das
Verwaltungsgericht deshalb auf den entsprechenden Antrag in der Beschwerde nicht
eintreten.
Die weiteren Beschwerdevoraussetzungen sind erfüllt: Der Beschwerdeführer, der
Adressat des angefochtenen Entscheides ist und rund 100 Meter südwestlich des
Schiessstandes wohnt, ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP; vgl. BGE 133 II 181 E. 3.2.2). Die Beschwerde wurde mit
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Eingabe vom 23. Dezember 2012 (Postaufgabe 24.12.12) rechtzeitig erhoben und
erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf das Rechtsmittel ist unter
dem angeführten Vorbehalt einzutreten.
2./ Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz "unter Leitung von Willi Haag
(höherer militärischer Dienstgrad)" sei "nicht gewillt ..., gegen seine Schützenkollegen
zu entscheiden". Personen in der Exekutive müssten in solchen Situationen wenigstens
in den Ausstand treten. Gemäss Art. 7 Abs. 1 Ingress und lit. c VRP haben
Behördemitglieder in den Ausstand zu treten, wenn sie aus anderen Gründen befangen
erscheinen. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer den militärischen Rang des
Vorstehers der Vorinstanz nicht benennt, ist in einer Milizarmee mit allgemeiner
Militärdienstpflicht der Dienstgrad für sich allein nicht geeignet, den Anschein der
Befangenheit zu erwecken. Sodann zieht das System der verwaltungsinternen
Rechtspflege, welches die Departemente als Rekursinstanzen vorsieht (vgl. Art. 43bis
VRP), unvermeidlich die Zuständigkeit der Regierungsmitglieder, denen gleichzeitig die
Leitung jeweils eines Departements obliegt (vgl. Art. 15 des
Staatsverwaltungsgesetzes, sGS 140.1), nach sich. Die Rüge, der Vorsteher hätte in
den Ausstand treten müssen, erweist sich deshalb als unbegründet.
3./ Der Beschwerdeführer rügt zumindest sinngemäss eine unvollständige Feststellung
des Sachverhalts. Er macht geltend, es werde verschwiegen, dass die Schusslinie nicht
nur über die D.-, sondern auch über die C.-strasse führt. Die Feststellung des
Beschwerdeführers trifft zwar zu, ist aber für die lärmschutzrechtliche Sanierung und
die Zahl der erforderlichen Parkplätze nicht von Belang. Sodann führt der
Beschwerdeführer an, an der ausserordentlichen Bürgerversammlung vom 22.
September 2009 sei über den mit CHF 412'500 günstigeren Anschluss an die regionale
Schiessanlage T. nicht abgestimmt worden. Auch diese Feststellung ist richtig.
Indessen wurde an der Bürgerversammlung über diese Möglichkeit informiert, ohne
dass eine Abstimmung oder eine Rückstellung des Geschäfts beantragt worden wären.
Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, er habe auf dem Kinderspielplatz in der
Grünzone während des Schiessbetriebs am 2. April 2011 bei einem Alarmwert von 60
dB(A) Werte von 64-68 dB(A) gemessen (act. 9/9). Die Bürger seien über diese
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gesundheitsgefährdenden Lärmwerte nicht aufgeklärt worden. Der Beschwerdeführer
stellt nicht dar, wie seine Messergebnisse zustande gekommen sind. Insbesondere ist
nicht ersichtlich, ob der Beurteilungspegel nach den Grundsätzen und
Pegelkorrekturen, wie sie in Anhang 7 der Lärmschutz-Verordnung (SR 814.41,
abgekürzt LSV) zu den Belastungsgrenzwerten für den Lärm ziviler Schiessanlagen
vorgegeben sind, berechnet worden ist. Abgesehen davon beträgt der Alarmwert
gemäss Ziffer 2 dieses Anhangs selbst in der Empfindlichkeitsstufe I 65 dB(A) und nicht
60 dB(A). Ob die Zuordnung der Grünzone zur Empfindlichkeitsstufe II (Art. 7 des
Baureglements der Gemeinde Z.), in welcher ein Alarmwert von 75 dB(A) gilt,
sachgerecht ist, kann offen bleiben (vgl. Art. 32 Abs. 1 und 2 des Einführungsgesetzes
zur eidgenössischen Umweltschutzgesetzgebung, sGS 672.1). Aus dem
Schiesslärmkataster vom September 2008 sind keine Messergebnisse für das Gebiet
der fraglichen Grünzone ersichtlich. Die auf einem dem Spielplatz gegenüber liegenden
Grundstück gemessenen Werte bewegten sich nach Abzug einer Pegelkorrektur
unterhalb des Immissionsgrenzwertes (act. 9/7). Die Lärmmessungen des
Beschwerdeführers sind deshalb nicht geeignet, eine Überschreitung des Alarmwertes
im Bereich des Kinderspielplatzes zu belegen. Insbesondere bestehen keine
ausreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die tatsächliche Feststellung der Vorinstanz,
auch im Bereich des Kinderspielplatzes werde der Wert von 65 dB(A) nicht
überschritten, unzutreffend wäre.
Mit Blick auf die tatsächlichen Feststellungen kann zudem offen bleiben, ob die WC-
Anlage im Gebäude auf dem Kinderspielplatz als lärmempfindlicher Raum zu gelten
hat. Nicht zu beurteilen ist im vorliegenden Verfahren sodann, ob die demokratischen
Mitwirkungsrechte der Bürgerinnen und Bürger verletzt wurden und ob die
Stimmberechtigten einen Einkauf in die regionale Schiessanlage T. – wie der
Beschwerdeführer geltend macht – befürwortet oder – wie der Beschwerdegegner
geltend macht – abgelehnt hätten.
4. Die Verfahrensbeteiligten gehen übereinstimmend davon aus, dass die
Schiessanlage Z. einer lärmschutzrechtlichen Sanierung bedarf.
4.1. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz; SR 714.01, abgekürzt USG) müssen Anlagen, die den
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Vorschriften des Gesetzes oder den Umweltvorschriften anderer Bundesgesetze nicht
genügen, saniert werden (Abs. 1), wobei der Bundesrat Vorschriften über die Anlagen,
den Umfang der zu treffenden Massnahmen, die Fristen und das Verfahren erlässt
(Abs. 2). Ist eine Sanierung nach Art. 16 Abs. 2 USG im Einzelfall unverhältnismässig,
gewähren die Behörden gemäss Art. 17 USG Erleichterungen (Abs. 1), wobei der
Alarmwert für Lärmimmissionen nicht überschritten werden darf (Abs. 2). Eine
sanierungsbedürftige Anlage darf nach Art. 18 USG nur umgebaut oder erweitert
werden, wenn sie gleichzeitig saniert wird (Abs. 1); allfällige Erleichterungen im Sinn
von Art. 17 USG können eingeschränkt oder aufgehoben werden (Abs. 2).
Gemäss Art. 13 Abs. 2 LSV sind Anlagen grundsätzlich derart zu sanieren, dass die
Immissionsgrenzwerte nicht mehr überschritten werden. Kann die Einhaltung der
Immissionsgrenzwerte mit Massnahmen, die technisch und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar sind, nicht erreicht werden, kann die Vollzugsbehörde
Erleichterungen gewähren, soweit die Sanierung unverhältnismässige
Betriebseinschränkungen oder Kosten verursachen würde (Art. 14 Abs. 1 Ingress und
lit. a LSV) oder soweit überwiegende Interessen, namentlich der Gesamtverteidigung,
der Sanierung entgegenstehen (Art. 14 Abs. 1 Ingress und lit. b LSV).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht an der Sicherstellung des der
Landesverteidigung dienenden Schiesswesens und insbesondere an der Durchführung
der Bundesschiessübungen ein gewichtiges öffentliches Interesse. Die
Landesverteidigung ist zwar nicht generell von den Anforderungen des
Umweltschutzrechts ausgenommen, doch darf die Umweltschutzgesetzgebung das
Schiesswesen ausser Dienst nicht verunmöglichen oder unverhältnismässig
erschweren. Nach der Praxis des Bundesgerichts sind daher Überschreitungen der
Immissionsgrenzwerte oder allenfalls sogar der Alarmwerte unter Gewährung
entsprechender Sanierungserleichterungen grundsätzlich hinzunehmen, damit die
obligatorische Schiesspflicht erfüllt werden kann (vgl. BGer 1A.101/2002 vom 24. April
2003 E. 4.3; 1A.80/2005 vom 4. November 2005 E. 3 je mit Hinweisen). Dagegen liegen
die rein zivilen, sportlichen Schiessen nicht im öffentlichen Interesse und fallen daher
Sanierungserleichterungen gemäss Art. 14 Abs. 1 Ingress und lit. b LSV von vornherein
ausser Betracht. Bei zivilen Schiessveranstaltungen ist demnach der
Immissionsgrenzwert regelmässig einzuhalten. Erleichterungen im Sinn von Art. 14
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Abs. 1 Ingress und lit. a LSV sind vom Bundesgericht für sportliche
Wettkampfschiessen lediglich in einem einzigen Fall zugebilligt worden, weil sich die
Verlegung der Schiessveranstaltungen auf eine andere Anlage als zurzeit nicht möglich
erwies und dem Kanton vor Ablauf der in Art. 17 Abs. 3 LSV festgelegten
Sanierungsfrist genügend Zeit verblieb, um gemeinsam mit den Gemeinden nach
besseren (Sanierungs-)Lösungen zu suchen (vgl. BGer 1A.80/2005 vom 4. November
2005 E. 3).
4.2. Die Gewährung der Sanierungserleichterungen in dem Sinn, dass eine
Überschreitung der Immissionsgrenzwerte hinzunehmen ist, muss sich als
verhältnismässig, das heisst erforderlich (vgl. dazu nachfolgend E. 4.2.1), geeignet (vgl.
dazu nachfolgend E. 4.2.2) und verhältnismässig im engeren Sinn (vgl. dazu
nachfolgend E. 4.2.3) erweisen.
4.2.1. Der Beschwerdeführer erachtet die Sanierungserleichterungen als nicht
erforderlich, da er davon ausgeht, der Beschwerdegegner könne auf andere Anlagen
ausweichen.
Gemäss Art. 133 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Armee und die
Militärverwaltung (Militärgesetz; SR 510.10, abgekürzt MG) sorgen die Gemeinden
dafür, dass die Schiessanlagen, die für die ausserdienstlichen militärischen
Schiessübungen sowie die entsprechende Tätigkeit der Schiessvereine benötigt
werden, unentgeltlich zur Verfügung stehen. Gemäss Art. 3 Abs. 2 der Verordnung über
die Schiessanlagen für das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessanlagen-Verordnung;
SR 510.512, abgekürzt SchAV) sind bei bestehenden Schiessanlagen
Gemeinschaftsnutzungen anzustreben.
Bereits 1993 hatte der Gemeinderat der Gemeinde U. ein Gesuch der
Beschwerdebeteiligten um Einkauf in die Schiessanlage "P." abschlägig beantwortet.
Im Jahr 2009 klärte die Beschwerdebeteiligte mögliche Einkäufe in die Schiessanlage
"O." und in den Zweckverband "Regionale Schiessanlage Q." (T.) ab. Das Angebot,
sich in "Q." zum Preis von CHF 415'500 zuzüglich einen Investitionsanteil von CHF
30'000 einzukaufen, wurde angesichts der ungünstigeren Lage nicht weiter verfolgt.
Nach längeren Verhandlungen konnte der Preis für den Einkauf in die Anlage "O." von
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CHF 745'000 auf CHF 525'000 reduziert werden. Dieses Angebot lehnte die
Beschwerdebeteiligte indessen an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung am
22. September 2009 ab. Ebensowenig wurde an dieser Versammlung der Wunsch
geäussert, einen Einkauf in den Zweckverband "Q.", über dessen Angebot die
Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit der Einladung zur ausserordentlichen
Bürgerversammlung ebenfalls in Kenntnis gesetzt worden waren, weiter zu verfolgen.
Die Beschwerdebeteiligte ist damit ihrer Verpflichtung, vor der Gewährung von
Sanierungserleichterungen die Verlegung des Schiessbetriebs auf eine andere Anlage –
wobei keine absolute Pflicht besteht, sich einer Gemeinschaftsanlage anzuschliessen -
zu prüfen (vgl. VerwGE B 2003/195 und 196 vom 23. April 2004 E. 3b),
nachgekommen. Die ausserdienstlichen militärischen Schiessübungen sind deshalb
grundsätzlich auf der Schiessanlage des Beschwerdegegners durchzuführen.
Der Beschwerdegegner ist unbestrittenermassen als Schiessverein im Sinn von Art. 19
SchV anerkannt. Als solcher führt er gemäss Art. 3 Abs. 1 SchV die obligatorischen und
freiwilligen ausserdienstlichen Schiessübungen durch und ist gemäss Art. 21 Abs. 1
und 2 SchV grundsätzlich verpflichtet, die Angehörigen der Armee, insbesondere die
Schiesspflichtigen mit Wohnsitz in der Gemeinde, an den Bundesübungen kostenlos
teilnehmen zu lassen. Um die Immissionsgrenzwerte bei allen Gebäuden einzuhalten,
müsste der Betrieb auf der Schiessanlage des Beschwerdegegners auf einen halben
Schiesshalbtag bei jährlich 3'500 Schuss oder einen Schiesshalbtag bei jährlich 350
Schuss eingeschränkt werden (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.7). Muss auf der
Anlage zumindest ein Teil der als im Interesse der Landesverteidigung geltenden
Schiessübungen und Ausbildungskurse durchgeführt werden, zu denen gemäss Art. 4
SchV die Bundesübungen, nämlich die obligatorischen Übungen und das
Feldschiessen, die freiwilligen Schiessübungen, wie Vereinstrainings und
Schiesswettkämpfe der militärischen Verbände und Vereine, sowie Schiesskurse,
namentlich Schützenmeister- und Jungschützenkurse, gehören, sind deshalb
Sanierungserleichterungen erforderlich.
4.2.2. Die Gewährung von Sanierungserleichterungen im Sinn der Zulassung von
Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte durch den Betrieb der Schiessanlage ist
geeignet, dem Beschwerdegegner die Durchführung der im Interesse der
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Landesverteidigung stehenden Schiessübungen und Ausbildungskurse zu
ermöglichen.
4.2.3. / 4.2.3.1. Das Ausmass der Überschreitung der Immissionsgrenzwerte lässt sich
durch bauliche Massnahmen einerseits und die Einschränkung des Betriebs des
Schiessstandes anderseits reduzieren. Mit den geplanten baulichen Massnahmen ist
mit einer zusätzlichen, allerdings schwer quantifizierbaren Entlastung der Gebäude an
der A.- und der D.-strasse und beim Haus an der A.-strasse 02 allenfalls mit der
Einhaltung des Immissionsgrenzwertes zu rechnen. Der Beschwerdeführer nennt keine
weiteren baulichen Massnahmen, welche technisch und betrieblich möglich und
wirtschaftlich tragbar wären und zu einer weiteren signifikanten Reduktion der
Lärmemissionen durch Mündungs- und Geschossknall führen würden. Insbesondere
macht er – zu Recht – nicht geltend, mit dem zusätzlichen Einbau von
Lärmschutztunnels wäre eine weitere relevante Reduktion der Emissionen zu erzielen.
Weitere Senkungen der Immissionen lassen sich damit lediglich mit Einschränkungen
des Betriebs der Schiessanlage erreichen.
4.2.3.2. Der Beschwerdegegner ging im Jahr 2001 davon aus, er könne seine
gesetzlichen Aufgaben als anerkannter Schiessverein nur erfüllen, wenn ihm
wenigstens 15,5 Schiesshalbtage zur Verfügung stünden (vgl. act. 9/13, Einsprache
vom 19. November 2001, S. 5). Der zuständige eidgenössische Schiessoffizier ging
damals von 145 Schützen und einer Schusszahl von knapp 15'000 aus (vgl. act. 9/13,
Entscheid des Gemeinderates vom 7. Januar 2002, II. Erwägungen/Materielles). Im
Zusammenhang mit der Erneuerung der elektronischen Trefferanzeige ermittelte der
eidgenössische Schiessoffizier im Juli 2006 bei sechs Scheiben einen Bedarf von 14
Schiesshalbtagen für die Erfüllung der Schiessübungen und Ausbildungskurse im Sinn
von Art. 4 SchV, nämlich 1,5 Schiesshalbtage für 145 Bundesübungen bei einer
Auslastung von 80 Prozent, 11 Schiesshalbtage für Vereinstrainings und Vorübungen
zu den Bundesübungen bei einer mittleren Schiessanlage und kritischer
Lärmbelastung, sowie 1,5 Schiesshalbtage für Jungschützenkurse mit 26 Teilnehmern.
Er kam zum Ergebnis, dass die Gemeinde unter diesen Umständen den Ersatz aller
sechs Scheiben finanzieren müsse (vgl. act. 9/13, Schreiben vom 26. Juli 2006). Die
Beschwerdebeteiligte hat im Einspracheentscheid vom 25. Januar 2010 festgehalten,
an der damaligen Situation, das heisst seit 2001, habe sich nichts verändert (act. 8/1).
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Der Beschwerdegegner hielt im Rekursverfahren vor Vorinstanz in der Stellungnahme
vom 17. März 2011 fest, bei maximal 12,5 Schiesshalbtagen seien "nur noch sehr
wenige private Schiessanlässe möglich".
Bei den von der Vorinstanz bestätigten – 12,5 Schiesshalbtage an Werktagen - und
zusätzlich angeordneten – Reduktion der jährlichen Schusszahl von 20'000 auf 15'000
– Beschränkungen des Schiessbetriebs werden die Immissionsgrenzwerte bei 17
Liegenschaften um 3,6 bis 15,6 dB(A) überschritten. In diesem Umfang erachtet die
Vorinstanz Sanierungserleichterungen, um die in Art. 4 Abs. 1 SchV als
Schiessübungen und Ausbildungskurse im Interesse der Landesverteidigung
aufgeführten Schiessübungen, Schiesswettkämpfe und Schiesskurse durchführen zu
können, als erforderlich und damit offenbar auch als verhältnismässig im engeren Sinn.
Die Abwägung zwischen zusätzlichen Beschränkungen einerseits und dadurch
bewirkter zusätzlicher Reduktion der Immissionen hängt in erster Linie vom Umfang der
Schiessübungen und Ausbildungskurse ab, welche der Beschwerdegegner in Erfüllung
seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Durchführung des ausserdienstlichen
Schiesswesens erfüllen muss. In dieser Hinsicht kommt der Beschwerdebeteiligten und
der Vorinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu. Das Verwaltungsgericht, das auf
eine Rechtsüberprüfung beschränkt ist, schreitet deshalb erst ein, wenn die Vorinstanz
ihr Ermessen nicht oder missbräuchlich ausgeübt hat. Dazu gehört, dass der
Sachverhalt so geklärt ist, dass die Handhabung des Ermessens für die
Beschwerdeinstanz nachvollziehbar ist.
Der Beschwerdeführer setzt sich mit der vorinstanzlichen Interessenabwägung nicht
auseinander. Beschwerdebeteiligte und Vorinstanz haben den Betrieb der
Schiessanlage des Beschwerdegegners in einem Umfang eingeschränkt, der nach den
Vorgaben der Lärmschutzverordnung zu einer Einhaltung der Alarmwerte führt. Die
Festlegung der Anzahl Schiesshalbtage bezieht sich auf die Durchführung der
Schiessübungen und Ausbildungskurse im Interesse der Landesverteidigung im Sinn
von Art. 4 Abs. 1 SchV. Für die obligatorischen Programme der Bundesübungen
wurden 1,5 Schiesshalbtage veranschlagt (lit. a Ziff. 1). Für Jungschützenkurse wurden
weitere 1,5 Schiesshalbtage berechnet (lit. c Ziff. 4). Art. 4 Abs. 1 Ingress lit. b Ingress
und Ziff. 1 SchV geht für die freiwilligen Schiessübungen – nach Massgabe der Grösse
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der Schiessanlage, der Anzahl sie benützender Schützen, der Mitgliederzahl der darauf
trainierenden Schiessvereine sowie der Lärmbelastung - von jährlich sieben
Schiesshalbtagen für die Vereinstrainings und die Schiesswettkämpfe sowie vier
Schiesshalbtagen für die Vorübungen zu den Bundesübungen aus. Der eidgenössische
Schiessoffizier hat dementsprechend im Jahr 2006 einen Bedarf zur Durchführung der
im Interesse der Landesverteidigung liegenden Veranstaltungen im Sinn von Art. 4 Abs.
1 SchV von jährlich 14 Schiesshalbtagen ermittelt. Mit 12,5 Schiesshalbtagen wurden
die freiwilligen Schiessübungen gegenüber der Regel gemäss Art. 4 Abs. 1 Ingress lit. b
Ingress und Ziff. 1 SchV um 1,5 Schiesshalbtage reduziert. Damit wurde der
Lärmproblematik Rechnung getragen. Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte haben
dementsprechend nicht auf die Ausübung ihres Ermessens verzichtet. Unter
Berücksichtigung der geringfügigen und zudem rein rechnerischen Verbesserung,
welche eine weitere Reduktion des Betriebes beispielsweise auf zehn Schiesshalbtage
nach sich ziehen würde (vgl. Schiesslärmkataster vom 12. September 2008, S. 11 f.;
act. 9/7) erscheint die Handhabung des Ermessens durch Beschwerdebeteiligte und
Vorinstanz auch nicht als rechtsfehlerhaft.
5. Der Beschwerdeführer erachtet die strassenmässige Erschliessung des
Schützenhauses (vgl. dazu nachfolgend E. 5.1) und die Zahl der Parkplätze als
unzureichend (vgl. dazu nachfolgend E. 5.2).
5.1. / 5.1.1. Die Vorinstanz hat die strassenmässige Erschliessung gemessen an den
besonderen Bedürfnissen – nämlich der Benützung an nur wenigen Tagen im Jahr – als
hinreichend bezeichnet. Ein gefahrloses Kreuzen von Fahrzeugen sei möglich. Es
bleibe genügend Raum für Fussgänger und Radfahrer. Für die Fahrzeuge der
öffentlichen Rettungsdienste genüge die Zufahrtsmöglichkeit in unmittelbare Nähe. Das
geplante Bauvorhaben wirke sich zudem auf die Nutzung und die
Erschliessungsanforderungen nicht aus.
5.1.2. Gemäss Art. 19 Abs. 1 RPG ist Land erschlossen, wenn die für die betreffende
Nutzung hinreichende Zufahrt besteht. Nach Art. 49 Abs. 2 Ingress und lit. a des
Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1,
abgekürzt BauG) ist Land erschlossen, wenn es über hinreichende Zu- und Wegfahrten
verfügt. Die Begriffe erschlossen und nicht erschlossen sind bei überbauten
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Grundstücken nicht absolut, sondern immer relativ in Bezug auf ein bestimmtes
Gebäude und dessen Nutzung zu verstehen. Dort, wo die vorhandenen
Erschliessungsanlagen dem bisherigen Gebäude und seiner Nutzung – wenn vielleicht
auch nur schlecht und recht – genügt haben, gilt wohl Gleiches meist auch noch nach
der Vornahme von baulichen und/oder nutzungsmässigen Änderungen (nicht
sekundäre Neubauten oder Neunutzungen; vgl. R. Kappeler, Die baurechtliche
Regelung bestehender Gebäude, Zürich 2001, Rz. 2054).
5.1.3. Unabhängig davon, ob sich die Baubewilligung für die Lärmschutzmassnahmen
auf Art. 24 RPG – den Grundtatbestand für die Bewilligung von Bauten ausserhalb der
Bauzone – oder aber auf Art. 24c RPG – den Sondertatbestand für die Änderungen an
zonenwidrigen Bauten – stützt, erweist sich die Rüge des Beschwerdeführers als
unbegründet. Die bewilligten baulichen Massnahmen wirken sich auf den Umfang der
Nutzung des Schützenhauses offensichtlich nicht aus. Sollte die strassenmässige
Erschliessung der bisherigen Nutzung nicht gerecht geworden sein, verlangt die
Bewilligung dieser auf den Umfang der Nutzung sich nicht auswirkenden baulichen
Massnahmen keine neue Beurteilung der ausreichenden strassenmässigen
Erschliessung.
5.2. Gemäss Art. 72 Abs. 1 BauG kann der Bauherr bei Neuerstellung, Zweckänderung
oder Erweiterung von Bauten und Anlagen verpflichtet werden, auf privatem Grund
Abstellflächen für Motorfahrzeuge der Benützer oder Besucher zu schaffen, soweit die
örtlichen Verhältnisse es zulassen und die Kosten zumutbar sind. In vergleichbarer
Weise setzt die Pflicht zur Erstellung von Abstellflächen oder Garagenplätzen für
Motorfahrzeuge gemäss Art. 14 Abs. 1 des Baureglements der Beschwerdebeteiligten
eine Neubaute, eine Umbaute mit Nutzungsänderung oder eine Erweiterung von
Bauten und Anlagen voraus. Die bauliche Veränderung am Schiessstand zur Reduktion
der Lärmemissionen führt weder zu einer Nutzungsänderung noch bewirkt sie eine
Erhöhung der Kapazität der Anlage. Die Vorinstanz ist deshalb zu Recht zum Schluss
gekommen, das Bauvorhaben löse keine Pflicht zur Erstellung von Abstellflächen für
Motorfahrzeuge aus.
6. (...).