Decision ID: ee76e005-752a-5cda-a009-264de45c7f39
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 19. April 2012 wegen Rückenproblemen "usw." zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Anlässlich des
Frühinterventions-Gesprächs vom 30. Mai 2012 gab der behandelnde Dr. med. B._,
Facharzt für Innere Medizin, gegenüber der RAD-Ärztin Dr. med. C._, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin, an, der Versicherte leide seit Oktober 2011 an heftigen
Rückenschmerzen. Er diagnostizierte ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom (bei:
Osteochondrose L2/3 sowie L4/5 mit begleitender Spondylose lumbal und
Spondylarthrosen L1 bis S1), einen Status nach Bursitis tronchanterica links sowie
diverse psychosoziale Probleme. Für die angestammte Tätigkeit als Plattenleger
bescheinigte er dem Versicherten seit 31. Oktober 2011 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Protokoll vom 7. /17. Juni 2012, IV-act. 36). Dr. B._ berichtete am
25. November 2013, der Versicherte sei für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig (IV-act. 61).
A.a.
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 3. Oktober 2014 einen Arbeitsversuch
im Betrieb D._ für den Zeitraum vom 22. September bis 21. Dezember 2014 zu (IV-
act. 81). Am 11. August 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass es trotz
ihrer Bemühungen und Unterstützung nicht gelungen sei, ihn in den Arbeitsmarkt zu
integrieren. Die Unterstützung bei der Stellensuche werde beendet und es seien keine
weiteren beruflichen Massnahmen angezeigt (IV-act. 90).
A.b.
Im Verlaufsbericht vom 18. Oktober 2015 gab Dr. B._ an, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär (IV-act. 91). Der RAD-Arzt Dr. med.
E._, Facharzt für Chirurgie, vertrat in der Stellungnahme vom 28. Dezember 2015 die
Ansicht, der Versicherte verfüge bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit über
A.c.
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eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92). Nach durchgeführtem
Vorbescheidsverfahren (IV-act. 95) verfügte die IV-Stelle am 19. Februar 2016 die
Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 96). Dagegen erhob der Versicherte am 5. April
2016 Beschwerde (IV-act. 104). In der Folge widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom
19. Februar 2016 und stellte die Vornahme weiterer Abklärungen in Aussicht
(Verfügung vom 28. Juni 2016, IV-act. 114; zum Abschreibungsbeschluss des
Versicherungsgerichts siehe die Verfügung vom 21. Juli 2016, IV 2016/110, IV-
act. 121).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 15. und 16. November 2016
polydisziplinär (psychiatrisch, orthopädisch und neurologisch) in der MEDAS asim
Begutachtung, Universitätsspital Basel, begutachtet. Die asim-Experten erhoben
folgende Diagnosen, denen sie eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten zumassen: chronische tieflumbale und lumbosakrale Rückenschmerzen
bei altersentsprechend degenerativen Veränderungen der LWS, klinisch-neurologisch
ohne sichere radikuläre Reiz- bzw. sensomotorische Ausfallssymptomatik bei
überwiegend pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung sowie bildgebend mit leichter
Facettengelenksarthrose LWK 4/5 beidseits und multisegmentaler Osteochondrose mit
Spondylophyten. Seit November 2011 sei der Versicherte bezogen auf die
angestammte körperlich belastende Tätigkeit als Plattenleger nicht mehr arbeitsfähig.
Für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte ihm der orthopädische Gutachter eine
20%ige Arbeitsunfähigkeit bzw. eine Arbeitsfähigkeit während insgesamt 6,4 Stunden
täglich. Die Reduktion gegenüber einem Vollpensum ergebe sich aus einem
schmerzbedingt erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf (Gutachten vom 10. Februar
2017, IV-act. 132, insbesondere S. 12, 14 und 61). Der RAD-Arzt Dr. E._ hielt die
gutachterliche Beurteilung aus versicherungsmedizinischer Sicht für überzeugend
(Stellungnahme vom 14. Februar 2017, IV-act. 133).
A.d.
Auf der Grundlage einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 33% und stellte dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 4. Mai 2017 die Abweisung des Rentengesuchs in
Aussicht (IV-act. 141). Dagegen erhob der Versicherte am 7. Juni 2017 Einwand, worin
er u.a. vorbrachte, die Lähmungserscheinungen im linken Bein seien zu wenig
abgeklärt worden (IV-act. 144). Die IV-Stelle beauftragte daraufhin die asim mit einer
A.e.
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B.
ergänzenden angiologischen Begutachtung (siehe E-Mail vom 13. Oktober 2017, IV-
act. 149). Diese fand am 27. November 2017 statt. Die angiologischen Experten
diagnostizierten eine periphere arterielle Verschlusskrankheit Stadium IIa links. Die
belastungsabhängigen Schmerzen des Versicherten im Bereich des Ober- und
Unterschenkels links seien dadurch eindeutig erklärt. Die von ihm geschilderten
Rückenschmerzen, die vom Rücken ins Bein links ausstrahlen würden, seien allerdings
eindeutig nicht durch die anlässlich der angiologischen Begutachtung erhobenen
Befunde zu erklären. Vom Charakter würden die Ruhebeschwerden
lumboischialgieform anmuten. Aus angiologischer Sicht seien dem Versicherten aktuell
aufgrund der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit keine Arbeiten zuzumuten, die
das regelmässige Zurücklegen von Gehstrecken über 100 bis 200 m am Stück
erfordern würden. Eine Tätigkeit, die sitzend durchgeführt werden könne, sei ihm aus
angiologischer Sicht zu 100% zumutbar (angiologisches Monogutachten vom
14. Dezember 2017, IV-act. 152). In der Stellungnahme vom 18. Dezember 2017
gelangte der RAD-Arzt Dr. E._ zur Auffassung, es könne weiterhin von einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit des Versicherten für leidensangepasste Tätigkeiten ausgegangen
werden (IV-act. 153). Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs (siehe Schreiben
der IV-Stelle vom 26. Januar 2018, IV-act. 156; zur Stellungnahme des Versicherten
vom 6. Februar 2018 siehe IV-act. 157) verfügte die IV-Stelle am 19. Februar 2018 die
Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 158).
Gegen die Verfügung vom 19. Februar 2018 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 22. März 2018. Der Beschwerdeführer beantragte darin deren
Aufhebung und die Zusprache einer halben Rente ab 1. Oktober 2012. Im Wesentlichen
bemängelte er die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ermittlung der
Vergleichseinkommen. Sie habe ein zu tiefes Valideneinkommen berücksichtigt und bei
der Bestimmung des Invalideneinkommens habe sie zu Unrecht keinen Leidensabzug
vorgenommen (act. G 1).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2018
die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt sowohl an dem in der angefochtenen
B.b.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
Verfügung berücksichtigten Validen- als auch Invalideneinkommen fest. Gründe, die
einen Leidensabzug rechtfertigen würden, verneinte sie (act. G 5).
In der Replik vom 5. Juli 2018 hielt der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 8).
B.c.
Mit Verfügung vom 18. September 2018 wurde dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das
Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 12).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf eine Duplik (act. G 13).B.e.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.1.
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2.
Sowohl die Beschwerdegegnerin als auch der Beschwerdeführer erachten die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der asim-Experten für beweiskräftig. Bei der Würdigung der
gutachterlichen Beurteilung vom 10. Februar 2017 (IV-act. 132) und vom 14. Dezember
2017 (IV-act. 152) fällt ins Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.2.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.3.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4.
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und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden
verwertet und diskutiert. Die vom Beschwerdeführer geklagten Leiden wurden
umfassend sowie interdisziplinär berücksichtigt und namentlich im Rahmen einer
Konsistenzprüfung gewürdigt (IV-act. 132-13 unten, 132-51 und 132-76 unten). Die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen sowohl für die angestammte als auch für eine
leidensangepasste Tätigkeit leuchten in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung wurde
vom RAD-Arzt Dr. E._ bestätigt (siehe Stellungnahmen vom 14. Februar 2017, IV-
act. 133, und vom 18. Dezember 2017, IV-act. 153). Im Vordergrund der
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten steht die
orthopädische Sicht. Der orthopädische asim-Gutachter bescheinigte dem
Beschwerdeführer eine Restarbeitsfähigkeit entsprechend 6.4 Stunden täglich (IV-
act. 132-61). Hochgerechnet auf eine fünftägige Arbeitswoche resultiert eine
Arbeitsfähigkeit von wöchentlich 32 Stunden. Im Vergleich mit einer betriebsüblichen
Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2012 (siehe hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung
IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019) ergibt sich
deshalb nicht eine 80%ige, sondern lediglich eine (aufgerundet) 77%ige
Restarbeitsfähigkeit (100% x 32 / 41.7).
3.
Zu bestimmen bleibt die Erwerbsunfähigkeit.
Jahr
Bei der Bestimmung des Valideneinkommens bzw. desjenigen Einkommens, das
der Beschwerdeführer erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Art. 16
ATSG), haben die Parteien zu Recht auf das langjährige Arbeitsverhältnis mit der F._
AG abgestellt. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass das dort erzielte
Einkommen den Erwerbsmöglichkeiten des Beschwerdeführers im Sinn von Art. 7
Abs. 1 ATSG nicht entsprochen hätte. Zu beachten ist allerdings, dass der
Beschwerdeführer während seiner Anstellung seit Juli 1994 (IV-act. 11-3) bzw. Oktober
1994 (IV-act. 5-1 und -2) erheblich schwankende Einkommen erzielte (IV-act. 11). Zur
besseren Repräsentativität ist auf die seit 1995 erzielten Jahreslöhne abzustellen (siehe
etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 2017, 8C_529/2017, E. 2.2 am
Schluss). Wie sich aus der nachstehenden Berechnung ergibt, resultiert ein bis zum
Rentenbeginn im Jahr 2012 (siehe hierzu nachstehende E. 3.4) an die
Nominallohnentwicklung angepasstes Valideneinkommen von Fr. 84'854.--:
3.1.
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Bruttolohn
Index (2012: 2188)
Bruttolohn der Nominallohnentwicklung bis 2012 angepasst
1995
Fr. 66'802.-- (Fr. 65'572.-- + Fr. 1'230)
1789
Fr. 81'701.--
1996
Fr. 82'279.--
1811
Fr. 99'407.--
1997
Fr. 66'139.-- (Fr. 800 + Fr. 65'339.--)
1818
Fr. 79'600.--
1998
Fr. 76'146.--
1832
Fr. 90'943.--
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1999
Fr. 74'126.-- (Fr. 3'178.-- + Fr. 70'948.--)
1835
Fr. 88'386.--
2000
Fr. 77'130.--
1856
Fr. 90'927.--
2001
Fr. 77'979.--
1902
Fr. 89'705.--
2002
Fr. 75'246.--
1933
Fr. 85'172.--
2003
Fr. 54'836.-- (Fr. 57'336.-- - Fr. 2'500.--)
1958
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Fr. 61'277.--
2004
Fr. 81'158.--
1975
Fr. 89'911.--
2005
Fr. 78'163.--
1992
Fr. 85'854.--
2006
Fr. 73'672.--
2014
Fr. 80'037.--
2007
Fr. 75'010.--
2047
Fr. 80'177.--
Summe
Fr. 1'103'097
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Durchschnitt
Fr. 84'854.--
3.2. Wird das Valideneinkommen auf der Grundlage des Jahres 2012 von Fr. 84'854.--
dem an die 77%ige Restarbeitsfähigkeit angepassten LSE-Hilfsarbeiterlohn des Jahres
2012 von Fr. 50'186.-- (Fr. 65'177.-- x 0,77; siehe hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung
IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019)
gegenübergestellt, resultiert auch ohne einen Tabellenlohnabzug ein Verlust an
Erwerbsmöglichkeiten von Fr. 34'668.-- (Fr. 84'854.-- - Fr. 50'186.--) bzw. ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet 41% (Fr. 34'668.-- /
Fr. 84'854.--).
3.3. Mit Blick auf die Bestimmung des Invalideneinkommens bleibt der zwischen den
Parteien umstrittene Tabellenlohnabzug zu prüfen.
3.3.1. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt,
wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die
gesundheitsbedingt selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer
Leistungsfähigkeit behindert ist, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend
einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt ist und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen muss. Sodann wird mit dem
Tabellenlohnabzug dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und
berufliche Merkmale einer Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Als
letztere kommen Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad in Betracht (BGE 126 V 75 E. 5a mit
Hinweisen). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens
25% zu begrenzen ist (BGE 129 V 481, E. 4.3.2, BGE 126 V 78 ff.).
3.3.2. Vorliegend ist zunächst von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer während
Jahrzehnten körperlich belastende Hilfsarbeitertätigkeiten auf dem Bau verrichtete (IV-
act. 5-1 f., 132-14 oben und 134-61 oben) und nach Eintritt des Gesundheitsschadens
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bloss noch körperlich leichte bis maximal punktuell mittelschwere Arbeiten auszuüben
vermag (IV-act. 132-14) und auch diese bloss noch mit einer eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit während 6,4 Stunden pro Tag. Ein Wechsel in eine körperlich leichte
leidensangepasste Tätigkeit wird deshalb mit erheblichen Anpassungsschwierigkeiten
verbunden sein. Diese Schwierigkeiten fallen vorliegend umso mehr ins Gewicht, als
der Beschwerdeführer über keine berufliche Ausbildung (IV-act. 5) verfügt und
erhebliche Kommunikationsprobleme bestehen (zu den von der
Eingliederungsverantwortlichen als "gering" eingeschätzten Ressourcen und zu den
von ihr beschriebenen Verständigungsproblemen siehe IV-act. 46-3; siehe auch
bezüglich der Verständigungsschwierigkeiten die Aussagen von Dr. B._ in IV-
act. 61-2 und -5). Hinzu kommen weitere qualitative Einschränkungen (Limitation
bezüglich Handhabe von Gewichten und Gehstrecke, IV-act. 132-14 und IV-
act. 152-4), die das noch offenstehende zumutbare Arbeitsspektrum zusätzlich
erheblich reduzieren. Im Übrigen steht der Beschwerdeführer, geboren 1956 (IV-act. 1),
im fortgeschrittenen Alter und ist mit einem ihm fremden Arbeitsspektrum zumutbarer
Tätigkeiten konfrontiert. Er verfügt für das ihm noch offenstehende Spektrum über
keine Berufserfahrung, die sich lohnerhöhend auswirken könnte. Allein schon in
Anbetracht der zusätzlichen Ferienansprüche und bedeutend höheren
sozialversicherungsrechtlichen Abgaben erscheint er zudem gegenüber jüngeren,
gesunden und voll leistungsfähigen Hilfsarbeitern aus Arbeitgebersicht bedeutend
weniger attraktiv. Im Licht dieser Umstände ist ein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt.
Bei der Ermittlung von dessen Höhe ist allerdings auch den noch verbliebenen
Ressourcen des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen. So verfügt er nach eigenen
Angaben glaubhaft über handwerkliches Geschick und technisches Verständnis (IV-
act. 63-6), ist bezüglich Termineinhaltung und Arbeitserledigung zuverlässig (IV-
act. 87-1). Des Weiteren verhielt er sich anlässlich des Arbeitsversuchs tadellos (IV-
act. 87-1). Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10% angemessen.
3.4. Bei einem 10%igen Tabellenlohnabzug resultieren ein Invalideneinkommen von
Fr. 45'168.-- (Fr. 65'177.-- x 0,77 x 0,9) und ein rentenbegründender Invaliditätsgrad
von aufgerundet 47% ([Fr. 84'854.-- - Fr. 45'168.--] / Fr. 84'854.--). Damit hat der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Die asim-
Gutachter bescheinigten dem Beschwerdeführer gestützt auf die Aktenlage ab
November 2011 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit (IV-
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act. 132-14). Dies ist insoweit ungenau, als Dr. B._ bereits am 31. Oktober 2011 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (Bericht vom 25. November 2013, IV-
act. 61-2; siehe auch IV-act. 1-6 und IV-act. 36-1). Der Eintritt der langandauernden
Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfolgte damit bereits im Oktober
2011. Deshalb und da sich der Beschwerdeführer im April 2012 zum Leistungsbezug
bei der Beschwerdegegnerin anmeldete (IV-act. 1; siehe Art. 29 Abs. 1 IVG), ist ihm ab
1. Oktober 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen.
4.
4.1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 19. Februar 2018
aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist ab 1. Oktober 2012 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung etwa das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. April 2017, IV 2015/77, E. 4.2).
4.3. Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte keine Honorarnote
ein. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint angesichts der eingeschränkten Streitfrage
eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen. Bei diesem Ausgang erübrigt sich die Festsetzung einer
Entschädigung für die gewährte unentgeltliche Rechtsverbeiständung.
bis
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