Decision ID: 2c4d95cc-7c6d-412b-a0c3-a99a1d130403
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, Mutter von zwei Kindern, meldete sich am
1
7.
Februar 2001
unter Hinweis auf
psychische B
eschwerden
und einen gebro
chenen Fuss
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Aargau
, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
4.
Juli 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab
1.
August 2001 zu (Urk. 7/23).
Mit
Mitteil
ung
vom
1
9.
Juni 2003 (
Urk.
7/32) hielt
die IV-Stelle
Aargau
fest
, der Rentenan
spruch sei unverändert
.
Im November 2004 wurde erneut eine Renten
revision eingeleitet (vgl.
Urk.
7/36/2).
Am 1
5.
Januar 20
08 teilte die IV-Stelle Aargau der
Versicher
ten
mit, dass
ihr
Anspruch auf
eine Invalidenr
ente unverändert sei
(
Urk.
7/59)
. N
ach der Geburt des dritten Kindes im November 2004 (vgl.
Urk.
7/38)
wurde die Versicherte
neu
als zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig qualifiziert und es wurde ein Invaliditätsgrad von
70
%
berechnet
.
1.2
Nach Eingang eines am
1
0.
Mai 2011
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
7/75
) holte die
nunmehr zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons
Zürich,
IV-Stelle
,
bei
Dr.
med.
Z._
ein
psychiatrisch
es Gut
achten ein, das am
1
9.
Januar 2012
erstattet wurde (Urk.
7/81; vgl. auch ergän
zende Stellungnahme vom
9.
Februar 2012,
Urk.
7/83
). Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/86
;
Urk.
7/87
)
hob die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
8.
Mai 2012
die bisher ausgerich
tete Rente
wiedererwägungsweise
auf (Urk. 7/89
).
1.3
Unter Hinweis auf
Rückenschmerzen, Skol
i
ose,
Versteifung des linken
Sprung
gelenk
s, Deformation der inneren Organe und psychische
Störungen
(
wie Angstzustände, Panikattacke und Depression
)
meldete sich
die Versicherte
am 1
9.
November 2012 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/97).
Mit Vorbescheid vom 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
7/112) stellte die IV
Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da keine Ver
änderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei.
Nach Einwand der Ver
sicher
ten (Urk. 7/113 und
Urk.
7/118)
holte
die IV-Stelle
bei
Dr.
med.
A._
und med.
pract
.
B._
ein
bi
disziplinäres
Gutachten
(psychiatrisch und rheumatologisch)
ein, das am
6.
Juni 2014
erstattet wurde (
Urk.
7/125
).
Nach verschiedenen RAD-Stellungnahmen (vgl.
Urk.
7/170/4-6;
Urk.
7/139-140) holte die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten der Ärzte des
C._
ein, welches am 1
7.
Februar 2017 erstattet wurde (
Urk.
7/162/1-65).
Mit Vorbescheid vom
7.
Juni 2017 (
Urk.
7/166) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aus
sicht. Gleichentags auferlegte sie der Versicherten eine Scha
den
minde
rungs
pflicht betreffend Gewichtsreduktion, Physiotherapie, psychia
trisch-psycho
therapeutische Behandlung, Medikamentenoptimierung und tages
klini
sche Behandlung (
Urk.
7
/165).
Nach
Einwand der Versicherten (Urk.
7
/167;
Urk.
7
/173)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
3.
Sep
tember 2017
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/175 = Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2
8.
September 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
3.
September 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr eine Rente der Invalidenversicherung zu gewähren
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 und 2
).
Die Verfügung vom Mai 2012 sei wiedererwägungsweise aufzuheben (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2017
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Ger
ichtsverfügung vom 2
2.
Dezember 2017 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
Ziff.
4
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerde
führerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vor
aussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände
rung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
trags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einer
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper
ten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
und nicht rein subjektiver Interpretation ent
springende
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder unge
würdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E.
2.2.1 [I 514/06]
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob seit der
Rentenaufhebung vom Mai 2012
eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin respektive eine relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest, dass bei der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung aller Einschränkungen eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestehe
(S. 2 Mitte)
.
Infolge Selbstlimitierung seien die Resultate der physischen Leistungstests nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung hätte erbracht werden können (S. 2 f.).
Von einem leidensbedingten Abzug werde abgesehen, da der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiterin wie auch eine optimal angepasste Tätigkeit zu 70 % zumutbar sei (S. 3 oben).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte in der Beschwerde (
Urk.
1) geltend, die Beschwerdegegnerin habe im Vorbescheid vom
7.
Juni 2017 ausgeführt, dass sich keine neuen Aspekte ergeben hätten und ihr die bisherige wie auch jede andere Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Dies sei nicht nachvollziehbar und stehe in argem Widerspruch zu den eingeholten medizinischen Berichten und Gutachten, welche durchwegs eine Arbeitsunfähigkeit festhalten und eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes seit der letzten Verfügung ausweisen
würden. Es werde sogar festgehalten, dass wohl der Entscheid vom Mai 2012 an sich unrichtig sei und wiedererwägungsweise aufgehoben werden müsste, da dieser aufgrund eines nicht verwertbaren Gutachtens erlassen worden sei (S. 4 unten). Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb keine Rentenprüfung vorgenom
men worden sei. Vorliegend müsste auch ein leidensangepasster Abzug beachtet werden (S. 5 oben).
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
im Juli 2002
(
Urk.
7/23)
erfolgte insbesondere gestützt
auf den Untersuc
hungsbericht des Regionalen Ärzt
lich
en Dienstes
(RAD)
D._
vom
7.
Dezember 20
01 (
Urk.
7/14).
In d
ies
e
m Bericht
ist
k
eine eindeu
tige Diag
nose
aufgeführt
.
D
en
darin
zitierten Berichten sind die Diagnosen eines Ve
r
dachts auf
eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reak
tion (F32.21)
beziehungsweise
einer mittel
gradigen
depressiven Episode ohne somatisches
Syndrom (F32.10) nach Suizidversuch
sowie einige
Z-Diagnosen zu entnehmen (vgl. hierzu Austrittsbericht der
E._
vom 1
8.
September 20
01 mit Diagnose eines Verdachts auf Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
[
F32.21
]
und Austrittsbericht vom 2
1.
November 20
01 mit Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
[
F32.10
]
;
Urk.
7/
17). Daneben wird von einem Sta
tus nach
Arthrodese
des oberen Sprunggelenkes (OSG)
wegen
OSG
-Arthrose n
ach
medialseitiger
Talustrümmer
fraktur
und
Chopard
-Luxation im August 2000 gesp
rochen.
Es wurde
lediglich
eine allge
meine Untersuchung durch den RAD vorgenommen. Betreffend A
rbeitsfähigkeit
wurde festgehalten, dass diese vor allem durch den jetzigen psychischen Zustand eingeschränkt sei. Vom Somatischen her sei
der Beschwerdeführerin
in
vorwiegend sitzenden
Tätigkeit
en
eine Arbeitsfähigkeit
von 50
-75
% zumutbar.
Insgesamt könne zum jetzigen Zeitpunkt eine
Arbeitsunfähigkeit
von über 70
% in allen Tätigkeiten
attestiert werden (S. 5 oben)
.
Angesichts der möglichen Verbesserung sei
in
einem
Jahr
eine Revision
vorzunehmen
(S. 5 Mitte)
.
3.2
Bei der
Rentenaufhebung im Mai 2012
(
Urk.
7/89)
stützte sich
die Beschwerde
gegnerin
auf ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie
, vom 1
9.
Januar 2012 (Urk. 7/81).
Dr.
Z._
führte aus
, dass die depressiven Episoden der Jahre 2000 bis 2002 remittiert seien. Die Kriterien einer depressiven Episode seien bei der aktuellen Untersuchung klar nicht erfüllt
(S. 11 Mitte)
. Mit überwiegender Wahrschein
lichkeit sei als Hauptdiagnose eine
Dysthymia
(F34.1) anzunehmen, die auf der Grundlage einer rezidivierenden depressiven Störung, die gegenwärtig remittiert sei, entstanden sei
(S. 11 oben)
. Die Berichte zwischen 2002 und heute liessen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen, dass die
Dysthymia
bereits seit 2002 vorliege
(S. 11 Mitte)
. Diese begründe keine längerfristige,
invaliden
versicherungsrechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit
(S. 18 oben)
.
Es
handle sich um einen seit 2002 im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand, der durch
ihn
anders beurteilt werde als in den Vorberichten
(S. 19 Mitte)
.
Die
viel
fältige
n
psychosoziale
n
Faktoren
wirkten deutlich gegen eine Motivation zur beruflichen Reintegration und zur (zumutbaren) Überwindung der
dysthymen
Verstimmung (S. 18 Mitte)
.
Mit ergänzender
Stellungnahme
vom
9.
Februar 2012
(
Urk.
7/83)
hielt
Dr.
Z._
fest, dass bereits 2001 bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
die Beurteilung der A
rbeitsfähigkeit
inadäquat gewesen sei, da keine nachvollziehbaren objektiven tatsächlichen
De
fizite vorgelegen seien, die eine relevante
Arbeitsunfähigkeit
hätten begründen können
(S. 1 unten)
.
4.
4.1
Die im Rahmen der Neuanmeldung eingegangenen Arztberichte ergeben über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin folgendes Bild:
4.2
Mit Bericht vom 1
3.
März 2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/104)
diagnostizierten
die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
F._
und
der
Fachpsychologe
lic
. phil.
G._
eine rezidivierende depressive Störung (F33.1), gegenwärtig mittelgradiger Episode,
bestehend seit 1998 (
Ziff.
1.1)
.
Die Beschwerdeführerin
leide an depressiven und Angstsymptomen
(
Ziff.
1.4)
.
Sie attestierten ihr eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit als Verkäuferin seit
dem
2
2.
August 20
12
(
Ziff.
1.6)
.
4.3
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, gab im Bericht vom 2
4.
April 2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/106)
an, dass sie d
ie Einschränkung
en
nicht wirklich beurteilen
könne;
die Beschwerde
führerin
sei
seit
dem Jahr
2000 keiner Arb
eitstätigkeit mehr nachgegangen
. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin könne sie den Alltag nicht alleine bewältigen
. Wege ausserhalb der Wohnung lege sie nur in Begleitung zurück. Nach 30 Minuten müsse sie wieder abliegen. Sie brauche einen ständigen Rück
zugsraum. Somit sei aktuell überhaupt keine Tätigkeit zumutbar (
Ziff.
1.7)
.
4.4
RAD-Arzt
med.
pract
.
I._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie
, hielt
mit Stellungnahme vo
m
3.
Juli 2013
(Urk. 7/110/3)
fest, dass kei
ne neuen Aspekte vorlägen, die eine Verschlechterung
des Gesundheitszu
standes
ausweisen würden.
4.5
Dr.
F._
und
lic
. phil.
G._
diagnostizierten im Bericht vom 2
3
.
September 2013 (
Urk.
7/116) eine Double Depression mit Phasen einer rezidivierenden
depressiven Störung und
Dysthymia
sowie eine emotional instabile und selbst
unsichere Persönlichkeitsstörung. Insgesamt wurde über eine Verbesserung der depressiven Symptomatik berichtet (S. 1 unten).
4.6
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, führte
im Bericht vom 2
3
.
September 2013
(
Urk.
7/117
)
aus, dass die Beschwerdeführerin wegen ausgeprägten
lumboischialgieforme
n
Beschwerden bei ihm in Behand
lung stehe
. Er attestierte der Beschwerdeführerin
eine 100%ige
Arbeits
unfähigkeit
für
die Tätigkeit als Verkäuferin, aber auch für andere
mittelschwe
re und körperlich schwere Tätigkeiten
.
4.7
Dr.
med.
A._
, Facha
rzt für Rheumatologie und Inner
e Medizin, und med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannten im
bidisziplinären
Gutachten vom
6.
Juni 2014 (
Urk.
7/125) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 15 Mitte/unten):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell im Ausmass einer schweren depressiven Episode (F33.2), aktuell nicht medikamentös behandelt
-
Agoraphobie
-
akzentuierte Persönlichkeit mit emotional instabilen und selbstunsiche
ren Zügen
-
anamnestisch Kleptomanie
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei radiologisch leichten
Spondyl
arthrosen
L4/5 und L5/S1 mit Aktivierungszeichen L5/S1
-
Status nach
Arthrodese
des oberen und unteren Sprunggelenkes lin
k
s
-
r
esiduelle
Peritendinitis
der Achillessehne und
Tibialis
posterior
-Sehne
Der Psychiater
med.
pract
.
B._
hielt fest, dass die Bes
chwerdeführerin ein ausgeprägt
depressives Zustandsbild zeige
(S. 11 f.)
.
Sie zeige eine deutlich depressiv-ängstlich ausgelenkte Grundstimmung, einen verminderten Antrieb, eine ausgeprägte motorische Unruhe, eine durchgängige emotionale Labilität und fehlende Belastbarkeit und ein durchgängig ausgeprägtes Angsterleben mit massiv gestörter Interaktion.
Dies korrespondiere mit der Aktenlage und der berichteten persönlichen Situation mit völligem soziale
n
Rückzug
und als uner
träglich erlebten Kontakten mit Anderen
.
Gemäss Laboruntersuchung werde das Antidepressivum
aktuell nicht eingenommen
(S. 12 oben)
.
Formal bedeute
die aktuelle Beurteilung eine Verschlecht
erung gegenüber der Beurteilung respek
tive
dem Befund durc
h
Dr.
Z._
(S. 13 oben)
. Aus psychiatrischer
Sicht sei die Beschwerdeführerin
aufgrund der ausgeprägten Psychopathologie mit deutlich eingeschränkter Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Inter
aktions
fähigkeit und Flexibilität sowie massiv reduzierter emotionaler Belast
barkeit als
nicht arbeitsfähig in der freien Wirtschaft
zu qualifizieren (S. 13 Mit
te)
. Da
die Medikamente aktuell nicht eingenommen würden, sei
theore
tisch eine Verbesserung möglich,
prognostisch
aber kaum zu erwarten (S. 13 unten)
. Retrospektiv sei die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
bis zur Begutachtung durch
Dr.
Z._
vom Dezember 2011
ausgewiesen. Ab Juni
20
12 sei formal
aufgrund der vorliegenden psychiatrischen
Aktenlage und aktueller Untersu
chungs
ergebnisse wieder von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit
auszugehen
. Damit stünden Befund und Beurteilung durch
Dr.
Z._
im Widerspruch zum psychiatri
schen Längsverlauf (S. 14 Mitte)
. Ein erfolgsversprechend umsetzbares Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit könne aktuell nicht formuliert wer
den (S. 14 unten). Auch wenn eine langfristig
stabile Besserung wenig wahrscheinlich sei, werde e
ine psychiatrische
Verlaufsbeurteilung nach
einem
Jahr nach zuvor konsequent durchgeführter und kontrollierter antidepressiver Therapie empfohlen
(S. 15 oben)
.
Im r
heumatologische
n Gutachten
(
Urk.
7/126)
wurde ausgeführt, die Beschwer
deführerin sei im Jahr 2000 in suizidaler Absicht von einem Balkon gesprungen und habe sich dabei eine schwere Talus-Trümmerfraktur sowie eine
Chopart
-Luxation zugezogen (S. 10 unten). Aktuell beklage sie einerseits Rückenschmer
zen lumbal seit einigen Jahren, die nun ständig vorhanden seien, andererseits weiterhin Beschwerden am linken Fuss (S. 11 Mitte).
Von Seiten des Fusses sei insbesondere die Gehfähigkeit betroffen (S. 12 unten).
Aus r
ein rheumatologi
s
ch
er Sicht
betrage die Rest-Arbeitsfähigkeit
als Verkäuferin
maximal 2 mal
2
Stunden
pro Tag. In
einer
angepasste
n
, vorwiegend sitzenden
Tätigkeit
mit Wechselbelastung, ohne repetitives Heben oder Hantieren von Lasten über 5 kg oder von Einzellasten über 12.5 kg und ohne häufige Gehstrecken über 50 bis maximal 100 Meter sei eine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von etwa 80 % anzunehmen (S. 13 Mitte).
4.8
Die RAD-Ärzte
Dr.
med.
K._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, sowie
med. prakt.
L._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielten in ihren Stellungnahmen vom 1
6.
respektive
1
7.
Juni 20
14 (Urk. 7/170/4-6) fest, dass a
uf
das
bidisziplinäre
Gutachten
abzu
stellen
sei
. Aus versicherungspsychiatrischer
Sicht liege kein veränderter G
esundheitszustand
seit der letzten Verfügung von
2008
vor.
4.9
Am
1
9.
September 20
14
wurde die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt abgeklärt. Im entsprechenden
Bericht vom
4.
Juli 20
17 (
Urk.
7/169
) wurde
die Beschwerdeführerin neu als zu 100 % erwerbstätig ab 2008 qualifi
ziert
(S. 3
Ziff.
2.6).
4.10
Mit Schreiben vom
8.
November 20
14 (
Urk.
7/138) nahm
die
behandelnde Psychiater
in
Dr.
F._
Stellung
zur Pharmakotherapie
.
Sie hielt fest, dass die
Beschwerdeführer
in
auch unter antidepressiver Medikation
gegenwärtig und bis auf weiteres
zu
100
%
arbeitsunfähig
sei
.
4.11
RAD-
Psychiater med. prakt.
L._
nahm mit E-Mail vom
2
9.
Juli 20
15
(Urk. 7/139) erneut Stellung zum Gutachten. Er gab an, dass sich bei vertiefter Durchsicht Inkonsistenzen und Differenzen fänden. So passe d
ie Hochzeit
vo
m 1
5.
Juni 20
12 nicht zu einer gravierenden Depression, wegen der
die Beschwer
deführerin
ab
dem
2
9.
Dezember
bei
Dr.
F._
behandel
t worden sei
. Der Ehe
mann sei erst 2012 in die Schweiz einge
reist. Auch habe
die Beschwerdeführe
rin
Benzodiazepine besorgen und einen Doppelumzug in den Monaten August und September 2014 bewerkstelligen können
(S. 1 unten
)
.
Mit E-Mail vom
1
8.
September 20
15
(
Urk.
7/140)
ergänzte med. prakt.
L._
,
dass sich der
Gutachter nicht nach den zumindest vo
n
früher bekannten psychosozialen Belastu
ngen
erkundigt habe
und
keine neue
Hospi
talisation
erörtere
, obwohl eine solche angesichts früherer Aufenthalte ei
n baldiges Auf
blühen erwarten liesse
.
4.12
Die behandelnde Psyc
hiaterin
Dr.
F._
hielt
im Bericht vom
2
7.
August 20
1
6
(
Urk.
7/147)
fest, dass die Beschwerdeführerin nun zusätzlich
das Vollbild einer posttraumatischen
Bel
astungsstörung
(PTBS)
mit täglichen in
trusiven Erinne
rungen an die Gewalt des Ex-Mannes gegen sie
, sehr hohem emotionalen Erre
gungsniveau, Vermeidung von
Traumaerinnerungen
,
traumabezogenen
negati
ven Veränderungen von Kognitionen und Schemata und einer signifikanten Einschränkung ihres Funktionsniveaus zeige (S. 4 unten)
.
Es bestehe eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Erwerbstätigkeit (S. 5 Mitte)
.
4.13
Das
polydisziplinäre Gutachten der Ärzte des
C._
vom 1
7.
Februar 20
17 (
Urk.
7/162/1-65)
basiert auf einer orthopädischen, einer psychiatrischen und einer internistischen Untersuchung, einem MRI der LWS, einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 2 oben)
.
Die Ärzte des
C._
nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
62
Ziff.
12.1
):
-
Pseudolumbofemoralgie
rechts bei leichten Facettengelenksarthrosen L4/5 sowie L5/S1 mit leichter
Retrolisthesis
von L5 gegenüber S1 Grad I nach
Meyerding
ohne neurale Kompression
-
Schmerzpersistenz nach
OSG-Arthrodese
links im März 2001 und
sub
talarer
Arthrodese
sowie
Arthrodese
im
Talonavicular
-Gelenk im März 2002 bei leichtem Senkfuss und Beinverkürzung
-
rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episo
den (F33.1)
-
Agoraphobie (F40.0)
Des Weiteren wurden
im Wesentlichen
folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 62 f.
Ziff.
12.2):
-
Akzentuierte kombinierte Persönlichkeitszüge mit emotional instabilen und ängstlichen selbstunsicheren Zügen (Z73.1)
-
Dissoziative Störungen mit dissoziativer Fuge (F44.1)
Aus internistischer Sicht bestünden keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 57
Ziff.
3.1).
Aus o
rthopädisch
er Sicht wurde ausgeführt, die Schmerzen in der Lenden
wirbelsäule (LWS) könnten nur teilweise auf die im MRI sichtbaren leichten Facettengelenksarthrosen zurückgeführt werden. Das Ausmass der demon
strierten abnormen Untersuchungsbefunde der LWS sowie der subjektiven Ein
schränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit könne aufgrund des MRI
Befunds nur unvollständig nachvollzogen werden (S. 58 oben).
Aufgrund der Beschwerden im linken oberen Sprunggelenk sei das Laufen auf dreihundert Meter beschränkt (S. 58 Mitte).
Die Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit habe eine Selbstlimitierung bei gewissen Funktionen ergeben. Infolge
dessen seien die Resultate der physischen Leistungstests nur teilweise verwert
bar und die Beurteilung stütze sich primär auf medizinisch-theoretische Überle
gungen.
Ganztags stehende und gehende Tä
tigkeiten seien nicht zumutbar, aber l
eichte bis mittelschwere, wechselbe
lastende Arbeit
(S. 21 unten)
. Die
Arbeitsfä
higkeit der
Beschwerdeführer
in
in der
a
ngestammte
n
Tätigkeit als Hilfsarbeite
rin beim Herstellen von Katalogen
, vorwiegend stehend, zwischendurch auch gehend, körperlich leicht
und in temperierten Räumen betrage seit März 2013 60 %
.
In einer
angepasst
en
Tätigkeit in temperierten Räumen, abwechslungs
weise sitzend und stehend,
ohne Gehen (insbesondere auf Treppen
,
Leitern und schrägen Ebenen),
ohne häufige inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhal
tungen, ohne Heben von Lasten vom Boden über 10 kg, Tragen vorne über 12.5
kg, einhändigem Tragen rechts über 10 kg und links über 7.5 kg,
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
seit März
20
13
(S. 23)
.
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt,
dass sich
t
rotz ungünstiger Kind
heitsentwicklung
und traumatisierenden Ereignissen in Kroatien
erst
im Zusammenhang mit
zunehmenden Partnerpro
blemen während
der
erste
n
Ehe
eine
zuneh
mende emotionale Instabilität mit depressiven Stimmungs
schwankungen
entwickelt habe (S. 43 unten)
.
Gegenwärtig
fänden sich
Symp
tome einer mittelgradigen depressiven Episode mi
t
bedrückter Stimmung,
affektlabilem, überwiegend weinerlichem,
klagsame
m
Verhalten mit Stöhnen, wechselnd mit kurzen Stimmungsaufhellungen mit nahezu überschiessendem Lachen und es bestünden damit deutliche psychogene
Verhal
tensweisen
. Die Beschwerdeführerin wirke psychomotorisch unruhig mit Nesteln der Hände und im Antrieb reduziert. Sie wirke im Denken
negativistisch
auf ihre soziale Situa
tion und die durchgemachten Erlebnisse eingeengt und äussere Zukunftsängste und Existenzängste. Es liessen sich Suizidgedanken erheben. Die Motivation und Interessen erschienen vermindert
(S. 59 f.).
Daneben fänden sich Hinweise für eine Agoraphobie mit Meidung von Menschenansammlungen und sozialem Rückzugsverhalten
. Damit könne sie nicht alleine einkaufen, meide öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und reagiere bei Anwesenheit vieler Menschen mit thorakalem Druckgefühl und Atemnot sowie Fluchtverhalten. Auch fänden sich Hinweise für dissoziative Störungen mit Hinweisen auf eine dissoziative
Fugue
, indem sie wiederholt nicht mehr wisse, wo sie sich örtlich aufhalte.
Es
fänden sich
akzentuierte Persönlichkeitszüge
(S. 60 Mitte)
, jedoch
k
eine eindeutigen Hinweise für eine
bereits bestehende
Persönlichkeitsstörung.
Auch gebe es k
eine eindeutigen Hinweise für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
. Die körperlichen Beschwerden dürften zumindest teilweise organisch erklärbar sein und hinzu komme eine psychogene Überlagerung
der körperlichen Beschwerden im
Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven Störung (S. 60 unten)
.
Trotz der zu erhebenden traumatisierenden Erlebnisse fänden sich keine eindeu
tigen Hinweise
für eine
posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS
; S. 44 unten)
.
Es liege ein psychisches Leiden mit
Krankheitswert vor;
ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei nicht anzunehmen (S. 54
Ziff.
8.5).
Aus psychiatrischer Sicht sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Mai 2012 anzunehmen (S. 54
Ziff.
8.6).
Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung und der Agoraphobie sei in der angestammten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine 60%ige Arbeitsfähig
keit seit Mai 2012 anzunehmen (S. 51 unten). In einer angepassten, geistig ein
fachen Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung mit klar strukturierten Aufgaben sowie ohne Unter- oder Überforderung, sei seit mindestens Mai 2012 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen (S. 52 f.).
Die Beschwerdeführer
in bedürfe einer regel
mässigen psychiatrischen
und medi
kamentösen Therapie, die durchaus noch intensiviert werden könnte.
Darüber hinaus seien auch tagesklinische Behandlungen mit Tagesstrukturierung
zu empfehlen
. Die Prognose erscheine nur begrenzt günstig. Unter den aufgezeig
ten Behandlungsmassnahmen sei innerhalb eines Jahres eine allmähliche Besse
rung des psychischen Zustandsbildes und eine etwa 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu erwarten (S. 53 Ziff. 8.4)
.
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe in der
angestammte
n Tätigkeit eine 60
%
ige Arbeitsfähigkeit
und
in angepassten Tätigkeiten
eine 70
%
ige Arbeitsfähigkeit, je seit mindestens
Mai
20
12
(S. 63
Ziff.
13)
.
4.14
RAD-
Arzt
Dr.
med.
M._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
führte mit Stellungnahme vom
2
8.
März 20
17
(
Urk.
7/170/8-9) aus, dass a
uf
das
Gutachten abgestellt werden
könne
. Ein Jahr nach Behandlungsanpassung
sei eine
medizinische
Reevaluation
vorzunehmen
.
5.
5.1
D
ie Beschwerdeführerin machte
geltend
, dass der Entscheid vom Mai 2012 wiedererwägungsweise auf
zuhe
ben
sei
(
Urk.
1 S.
2
Ziff.
3
).
In den medizinischen Berichten und Gutachten werde festgehalten, dass der Entscheid vom Mai 2012 wohl an sich unrichtig sei, da er aufgrund eines nicht verwertbaren Gutachtens erlassen worden sei (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
8).
Gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG
kann der Versicherungsträger auf
formell rechts
kräftige Verfügung
en zurückkommen
, wenn
diese
zweifellos unrichtig
sind
und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Die
am
8.
Mai 2012 verfügte
Rentenaufhebung
(Urk. 7/89) stützte sich auf
das ausführliche psychiatrische
Guta
chten
von
Dr.
Z._
vom Januar 2012 und erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Der psychiatrische Gutachter med.
pract
.
B._
hielt im Juni 2014
zwar
fest, dass die Beurteilung durch
Dr.
Z._
im Widerspruch zum psychiatrischen Längsverlauf stehe. Im
C._
-Gutachten
vom Februar 2017
wurde
demgegenüber
ausgeführt, dass dem psychiatrischen Gut
achten von
Dr.
Z._
weitgehend zugestimmt werden könne (
Urk.
7/162
/1-65 S. 51 oben). Vor diesem Hintergrund kann jedenfalls nicht von einer zweifel
losen Unrichtigkeit des Gutachtens von
Dr.
Z._
und der darauf basierenden Rentenaufhebung ausgegangen werden.
5.2
In Bezug auf den aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin kann auf das Gutachten der Ärzte des
C._
vom 1
7.
Februar 2017 abgestellt wer
den. Dieses
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorstehende E. 1.
4
) vollumfänglich. Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinander und berücksichtigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztli
chen Untersuchungsberichte. Insgesamt ist das
G
utachten umfassend und ver
mag zu überzeugen.
Zum
bidisziplinären
Gutachten
vom Juni 2014
führten die Ärzte des
C._
aus, dass die Diagnose des Rheumatologen
Dr.
A._
nicht präzis sei und seine Kriterien für eine adaptierte Tätigkeit willkürlich und durch die jetzt durchge
führte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit widerlegt worden seien. Entsprechend sei dieses Gutachten nicht verwertbar (
Urk.
7/162/1-65
S.
24
Ziff.
8.5). Dem psychiatrischen Gutachten von med.
pract
.
B._
könne nur teilweise zugestimmt werden. Für eine schwere depressive Episode fänden sich nach den ungenauen anamnestischen Angaben keine eindeutigen Hinweise (
Urk.
7/162/1-65
S. 51 oben).
Damit ist gestützt auf das Gutachten der
Ärzte
des
C._
davon auszugehen, dass d
ie Beschwerdeführerin
in psychischer Hinsicht an
einer rezidivierenden
depressiven
Störung und einer Agoraphobie
leidet
, welche
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit respektive von 30 % in einer angepassten Tätigkeit
bewirk
en
.
In somatischer Hinsicht ist im Wesentlichen von einer
Pseudolumbofemoralgie
rechts sowie einer Schmerz
persistenz nach
OSG-Arthrodese
links auszugehen, welche
ebenfalls eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
bewirken,
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
jedoch
nicht beein
flussen.
Soweit
die behandelnde Psychiaterin
Dr.
F._
–
bei welche
r
d
ie Beschwerde
führerin
seit
Juni 2012
in Behandlung steht (vgl.
Urk.
7/104 Ziff. 1.2
)
–
von einer
100%igen
Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit ausgeht, vermag dies das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen,
zumal
zwischen ih
r
und de
r Beschwerdeführerin
eine vergleichbare Vertrauenskonstellation besteht wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten
(vgl. E.
1.5
).
Nach dem Gesagten kann
auf das Gutachten der Ärzte des
C._
vom 1
7.
Februar 2017 abgestellt werden
, wonach bei
der Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit und in angepassten Tätig
keiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
besteht.
6.
6.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
matische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
6.2
Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
E
ine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren
ist gestützt auf das
Gutachten
der Ärzte des
C._
sowie die übrigen m
edizinischen Akten möglich. W
eitere medizinische Abklärungen sind
demnach
nicht erforderlich.
6.3
Mit Bezug auf den ersten Indikator („Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome") ergibt sich aus dem
C._
-Gutachten, dass
sich
die
mittelgradige
depressive
Episode
in einer bedrückten Stimmung, affektlabilem, überwiegend weinerlichem,
klagsame
m
Verhalten
äussere
, wechselnd mit kur
zen Stimmungsaufhellungen mit nahezu überschiessendem Lachen.
Die Beschwer
deführerin sei psychomotorisch unruhig, im Antrieb reduziert und im Denken eingeengt.
Aufgrund der Agoraphobie könne
sie
nicht alleine einkau
fen, meide öffentliche Verkehrsmittel und reagiere bei Anwesenheit vieler Menschen mit thorakalem Druckgefühl und Atemnot.
Betreffend Funktions
einschränkungen wurde im
C._
-Gutachten festgehalten, dass die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen,
die
Moti
vation,
die
Anpassungsfähigkeit,
die
Kontaktfähigkeit und
die
Dauerbelast
barkeit erheblich
beeinträchtigt seien
(
Urk.
7/162/1-65 S. 50 Ziff.
7.3).
Zum T
agesablauf ist bekannt, dass die
Beschwerdeführer
in gegen 6.00 Uhr auf
stehe, einen Kaffee trinke und um 7.00 Uhr den Sohn wecke. Nachdem dieser zur Schule gegangen sei, mache sie etwas im Haushalt, wobei sie nicht staub
saugen oder kochen könne, da sie immer etwas vergesse. Nachmittags gegen 14
.00
oder 15
.00 Uhr
trinke sie Kaffee und mache Vorbereitungen für das Abendessen, das sie meist zusammen mit dem Ehemann koche. Dann sei sie mit
den Kindern zusammen und gehe anschliessend in ihr Zimmer und geniesse die Stille
.
Gegen 20.00 Uhr oder 20.30 Uhr nehme sie die Abendmedikamente ein, sehe fern und gehe meist zwischen 22.00 Uhr und 22.30 Uhr zu Bett. Ein Hobby habe sie seit 2000 nicht mehr; früher habe sie Aktivitäten mit den Kindern unternommen
(
Urk.
7/162/1-65 S. 38
Ziff.
3.2.6)
.
Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich aus dem
C._
-Gutachten, dass
die therapeutischen Optionen bisher nicht ausge
nützt seien. So könne die psychiatrische und medikamentöse Therapie durchaus noch intensiviert werden. Darüber hinaus seien auch tagesklinische Behandlun
gen mit Tagesstrukturierung zu empfehlen
(Urk. 7/162/1-65 S
.
49).
Als Komorbiditäten sind die
Pseudolumbofemoralgie
rechts sowie die Schmerz
persistenz nach
OSG-Arthrodese
zu erwähnen.
Bezüglich Persönlichkeit
wurden akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emo
tional instabilen und ängstlichen, selbstunsicheren Persönlichkeitszügen (mit Meidung von sozialen und beruflichen Kontakten mit sozialem Rückzugsverhal
ten) sowie
histronischen
Persönlichkeitszügen (mit deutlichen Verhaltensauffäl
ligkeiten, theatralischem Verhalten, übertriebenem Ausdruck von Gefühlen, labiler Affektivität und
appellativem
Verhalten) genannt
(Urk.
7/162/1-65 S. 47 Mitte). Die Beschwerdeführerin wirke trotz der Affektlabilität relativ gut kommunikationsfähig und gut kontaktfähig
(Urk.
7/162/1-65 S. 50
Ziff.
7.3).
Betreffend den sozialen
Kontext ist
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann und den Kindern zusammenlebt und zumindest einige Aktivitäten im Tagesablauf mit Versorgung der Kinder und teilweiser Versor
gung des Haushaltes zeigt (vgl. Urk. 7/162/1-65 S. 50
Ziff.
7.3).
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
Die Einschränkungen im Erwerbs
bereich stimmen im Wesentlichen mit denjenigen in den sonstigen Lebensberei
chen überein. So beteiligt sich
die
Beschwerdeführer
in nur teilweise
an der Haushaltsführung und nimmt –
auch mit den Kindern – keine
ausserhäuslichen
Aktivitäten
mehr
wahr
.
Es besteht ein gewisser sozialer Rückzug.
Als vorhande
ne Ressourcen sind
die
intakte
Partnersituation, die gute Beziehung zu den Kindern
und die gute Kommunikations- und Kontaktfähigkeit
zu erwähnen.
Die
Beschwerdeführer
in
steht in
regelmässiger
psychiatrischer Behandlung
,
was auf einen ausgewiesenen Leidensdruck hindeutet.
Ob die Psychotherapie zu intensi
vieren ist,
ist grundsätzlich Sache des behandelnden Psychiaters (vgl. Michael E.
Meier, Zwei Jahre neue Schmerzrechtsprechung, in Riemer-Kafka/
Hürzeler
, Das
indikatorenorientierte
Abklärungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2017, S.
145).
6.
4
Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standard
indika
toren ergibt, dass auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus dem
C._
-
Gutachten ergibt, abgestellt werden kann.
Entsprechend besteht in der angestammten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit und in angepassten Tätigkeiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit.
Gestützt auf das Gutachten der Ärzte des
C._
ist
somit
ausgewiesen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Mai 2012 in psychiatri
scher Hinsicht verschlechtert hat.
Z
u prüfen
bleibt
, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität
zu begründen.
7.
7.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführerin auch die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiterin zu 70 % zumutbar sei (S. 3 oben) und führte keinen Einkommensvergleich durch. Dies ist angesichts der Aktenlage nicht richtig, wurde der Beschwerde
führerin im
C._
-Gutachten doch eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit attestiert. Angesichts der 60%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und der 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit diversen Einschränkungen und Anforderungen
sowohl aus orthopädischer als auch aus psychiatrischer Sicht (vgl. vorstehende E. 4.13)
, ist ein Einkommens
vergleich
erforderlich
.
7.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesge
richts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
7.3
Die Sache ist zur
Durchführung eines Einkommensvergleichs
an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen. Gestützt
dar
auf wird sie über den
Rentena
nspruch de
r Beschwerdeführerin
neu zu entscheiden haben.
Im Falle eines Rentenan
spruchs ist
wohl eine baldige Revision vorzusehen,
zumal die
Ärzte des
C._
ausführten, dass
unter den aufgezeigten Behandlungsmassnahmen innerhalb eines Jahres eine allmähliche Besserung des psychischen Zustandsbildes und eine etwa 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu erwarten
sei
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
1
3.
September 2017
gutzuheissen.
8.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 9
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.