Decision ID: 866abd0b-3a2d-4bd5-a5fa-af37a0639838
Year: 2020
Language: de
Court: AG_VB
Chamber: AG_VB_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Der Präsident entnimmt den Akten:
1. Anfang 2019 wurde A. (nachfolgend Angeklagter) die Steuererklärung 2018 zugestellt. Nachdem diese nicht eingegangen war, wurde der Angeklagte am 8. August 2019 erstmals gemahnt. Am 8. Oktober 2019 erfolgte eine zweite, per A-Post Plus versandte Mahnung unter Ansetzung einer Frist von 20 Tagen zur Einreichung der Steuererklärung 2018  aller Beilagen. Des Weiteren wurde der Angeklagte auf die Folgen im Unterlassungsfall (insbesondere Busse) hingewiesen.
2. Da dem zuständigen Steueramt innert der Mahnfrist keine Steuererklärung zuging, wurde beim Steueramt des Kantons Aargau (KStA), Sektion Bezug, ein Bussenantrag gestellt.
3. Mit Strafbefehl des KStA, Sektion Bezug, vom 13. November 2019 wurde dem Angeklagten eine Busse von CHF 6'000.00 (zuzüglich Staatsgebühr/ Auslagen von CHF 200.00) auferlegt.
4. Gegen diesen Strafbefehl erhob der Angeklagte mit Schreiben vom 12.  2019 Einsprache.
5. In seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2020 beantragte das  Q. die Abweisung der Einsprache.
6. Am 12. Mai 2020 erhob das KStA beim Spezialverwaltungsgericht gegen den Angeklagten folgende Anklage:
"1. Gestützt auf den angefochtenen Strafbefehl sei das Verfahren vor , Abteilung Steuern gemäss § 249 ff. des  vom 15. Dezember 1998 durchzuführen.
2. Die angeklagte Person sei im Sinne des Strafbefehls zu bestrafen."
7. Mit Verfügung vom 18. Mai 2020 wurden der Angeklagte und sein Vertreter auf den 9. Juni 2020 vorgeladen. Gleichzeitig wurde die Anklage zugestellt.
8. Das Spezialverwaltungsgericht hat beim Gemeindesteueramt Q. weitere Abklärungen getroffen (E-Mails vom 2. Juni 2020).
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9. Weder der Angeklagte noch dessen Vertreter sind zur Verhandlung vom 9. Juni 2020 erschienen.
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Der Präsident zieht in Erwägung:
I. 1. Massgebend für die Beurteilung der vorliegenden Anklage ist das  vom 15. Dezember 1998 (StG).
2. 2.1. Im Steuerstrafverfahren ist das KStA für Ermittlung, Untersuchung und Strafbefehl (§ 242 StG) zuständig. Nach Abschluss der Untersuchung wird ein Strafbefehl erlassen oder das Verfahren eingestellt (§ 245 Abs. 1 StG). Die angeschuldigte Person und der Gemeinderat können innert 30 Tagen nach Zustellung des Strafbefehls beim KStA schriftlich Einsprache ; diese bewirkt die Aufhebung des Strafbefehls (§ 247 Abs. 1 StG). Ist Einsprache erhoben worden, kann das KStA weitere Untersuchungen durchführen und bei veränderter Sach- oder Rechtslage einen neuen  erlassen (§ 247 Abs. 2 StG). Erachtet das KStA den Erlass eines neuen Strafbefehls nicht als geboten, stellt es das Verfahren ein oder  Anklage beim Spezialverwaltungsgericht (§ 247 Abs. 3 StG). Der  Strafbefehl gilt als Anklageschrift (§ 247 Abs. 4 StG).
2.2. Das KStA hat gegenüber dem Angeklagten einen Strafbefehl erlassen. Dieser gilt aufgrund der eingereichten Einsprache als aufgehoben. Gestützt auf die vorstehend zitierten Gesetzesbestimmungen ist das KStA befugt, Anklage zu erheben und das Spezialverwaltungsgericht ist zuständig für deren Beurteilung. Auf die Anklage ist dementsprechend einzutreten.
3. Erscheint der Angeklagte bzw. dessen Vertreter - wie im vorliegenden  - trotz Vorladung nicht zur Verhandlung und wurde vorgängig nicht ausdrücklich um die Ansetzung eines neuen Gerichtstermins ersucht, geht das Spezialverwaltungsgericht davon aus, dass das Gericht ermächtigt wird, das Urteil in Abwesenheit aufgrund der Akten zu fällen (§ 250 Abs. 2 lit. c StG, Hinweis in der Vorladung).
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II. 1. 1.1. Eine Bestrafung nach § 235 Abs. 1 StG setzt drei Tatbestandselemente voraus: Eine Verfahrenspflicht nach Massgabe des Steuergesetzes, eine fruchtlos erfolgte Mahnung sowie die vorsätzliche oder fahrlässige  dieser gesetzlichen Verfahrenspflicht.
Zu den Verfahrenspflichten nach Steuergesetz gehört das Einreichen der Steuererklärung (§ 180 Abs. 2 StG). Die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung trifft denjenigen unmittelbar, der kraft persönlicher oder wirtschaftlicher Zugehörigkeit im Kanton und in der in Frage stehenden  eine Steuerpflicht begründet (§§ 16 f. StG).
1.2. Der Angeklagte hatte am 31. Dezember 2018 unbestrittenermassen  in Q.. Somit war er verpflichtet, dem zuständigen Steueramt die Steuererklärung 2018 einzureichen.
1.3. Der Angeklagte wurde mehrfach gemahnt. Trotz rechtsgenüglicher  der zweiten, per A-Post Plus versandten Mahnung vom 8. Oktober 2019 reichte er innert der gesetzten Frist keine Steuererklärung ein. Das wird vom Angeklagten auch nicht bestritten.
Gründe, welche dem Angeklagten die fristgerechte Einreichung der  2018 oder zumindest eines Fristerstreckungsgesuches  hätten, werden weder geltend gemacht noch sind solche .
Der Angeklagte hat damit seine Pflicht zur fristgerechten Einreichung der Steuererklärung 2018 verletzt.
1.4. Zu prüfen bleibt der subjektive Tatbestand. Ob dieser erfüllt ist, beurteilt sich aufgrund strafrechtlicher Grundsätze. In diesem Zusammenhang  gemäss ständiger Rechtsprechung des Spezialverwaltungsgerichts die allgemeinen Bestimmungen des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) Anwendung (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 236 StG N 10, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Vorsatz (Art. 12 Abs. 2 StGB) setzt ein Wissen und Wollen des Pflichtigen voraus. Fahrlässig begeht gemäss Art. 12 Abs. 3 StGB eine Tat, wer die Folge seines Verhaltens aus  Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht  hat.
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Dem Angeklagten musste aufgrund der allgemein bekannten Verpflichtung zur jährlichen Abgabe der Steuererklärung, der öffentlichen  im Sinne von § 180 Abs. 1 StG, der Zustellung des Formulars zur Einreichung der Steuererklärung, der früher ausgefällten Bussen sowie der Mahnungen bewusst gewesen sein, dass er die ausgefüllte  bis zur angesetzten Frist hätte einreichen müssen. Dennoch hat er dies unterlassen, womit er zumindest fahrlässig handelte. Folglich erweist sich auch der subjektive Tatbestand von § 235 Abs. 1 StG als erfüllt.
1.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Angeklagte gegen § 235 Abs. 1 StG verstossen hat und dementsprechend zu bestrafen ist.
2. Es liegen weder Rechtfertigungsgründe noch  -milderungsgründe vor.
3. 3.1. Liegt eine Verfahrenspflichtverletzung vor, ist eine Busse auszufällen (§ 235 Abs. 1 StG, letzter Teilsatz). Diese beträgt in leichten Fällen  CHF 1'000.00, in schweren Fällen oder bei Rückfall maximal CHF 10'000.00. Gemäss konstanter Praxis des KStA sowie des  richtet sich die Stufung der Busse in der Regel nach der Höhe des letzten rechtskräftig veranlagten steuerbaren Einkommens und nach der Anzahl früherer Ordnungsbussen. Diesbezüglich hat das KStA einen nicht zu beanstandenden Bussentarif ausgearbeitet. Das KStA beantragt eine Busse in der Höhe des Strafbefehls, also von CHF 6'000.00 (zuzüglich Staatsgebühr/Auslagen von CHF 200.00).
3.2. Die Anklage geht von einem für die Busse relevanten Einkommen des  von CHF 70'413.00 (rechtskräftige Steuerveranlagung 2017 []) aus. Dies wurde dem Angeklagten mit Zustellung der Anklageschrift mitgeteilt. In der Zwischenzeit ist die Steuerveranlagung 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 65'200.00 in Rechtskraft erwachsen (E-Mail vom 2. Juni 2020).
Der Angeklagte musste gemäss Anklageschrift innerhalb der letzten fünf Steuerperioden (d.h. bezüglich der Steuerveranlagungen der Jahre 2013 bis 2017) wegen Verletzung von Verfahrenspflichten bereits fünf Mal  werden (2013, 2014, 2015, 2016, 2017).
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3.3. In seiner Einsprache vom 12. Dezember 2019 lässt der Angeklagte , das steuerbare Einkommen sei gemäss eingereichter  2018 auf CHF 56'600.00 zu reduzieren und die Busse entsprechend anzupassen.
3.4. 3.4.1. Bei der sechsten Widerhandlung ist die Busse gemäss aktuellem  verschuldensabhängig bis CHF 10'000.00 festzulegen. Auf die  resp. das Verschulden des Angeklagten ist nachfolgend einzugehen.
3.4.2. Der Angeklagte hat trotz fünf Vorstrafen die Steuererklärung ein weiteres Mal nicht fristgerecht eingereicht. Aufgrund der Vorstrafen musste dem  klar sein, dass eine weitere Säumnis erneut zu einer Strafe  muss. Dessen ungeachtet hat er sich nicht im erforderlichen Masse um die Steuererklärung gekümmert, was eine erhebliche Renitenz zum  bringt. Es ist absolut unverständlich, dass er trotz drohender  strafrechtlicher Konsequenzen keine Steuererklärung einreichte. Der Angeklagte ist seit Jahren säumig, ohne Massnahmen zu treffen, um der Pflicht zur Einreichung der Steuererklärung nachzukommen. Dies ist strafschärfend zu gewichten.
3.5. 3.5.1. Der Angeklagte reichte die Steuererklärung 2018 am 19. November 2019 und damit verspätet ein. Die letzte Frist, um die Steuererklärung 2018 , war am 29. Oktober 2019 abgelaufen. Zu überprüfen ist, ob die nachträgliche Einreichung der Steuererklärung 2018 einen  darstellt.
3.5.2. Bei Bussen nach § 182 StG handelt es sich ungeachtet der geläufigen  als Ordnungsbusse um echte Strafen (vgl. den Titel des 10. Teils des StG "Steuerstrafrecht" sowie § 99 Kantonsverfassung und §§ 242 ff. StG; Kurt Eichenberger, Verfassung des Kantons Aargau,  mit Kommentar, Aarau 1986, § 99 N 2). Folglich gelten die  Grundsätze des Straf- und Strafverfahrensrechts.
Der Richter kann Milderungsgründe auch im Rahmen von Art. 47 StGB Rechnung tragen (Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, vor Art. 48 StG N 2, mit Hinweisen). Das verspätete Einreichen der Steuererklärung könnte allenfalls den  der Betätigung aufrichtiger Reue erfüllen (Art. 48 lit. d StGB).
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Für die Annahme eines solchen wird gefordert, dass Einsicht in die Schwere der Verfehlung besteht. Es müssen zudem aktive Anstrengungen unternommen werden, um deren negativen Folgen entgegenzuwirken.  gelten in der Praxis strenge Anforderungen (Schweizerisches  Praxiskommentar, a.a.O., Art. 48 StGB N 20 ff.; Basler , Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 64 aStGB N 25 ff.).
Demgemäss kann allein die nachträgliche (verspätete) Einreichung der Steuererklärung nicht zu einer Bussenreduktion führen. Es müssen darüberhinausgehende Anstrengungen erkennbar sein, welche vom  zeugen, die Pflichtverletzung aufzuwiegen. Dass in der Praxis beim Einreichen der Steuererklärung nach Fristablauf generell auf die Strafe  (vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 235 StG N 49) oder diese reduziert wird, trifft nicht zu (vgl. etwa RGE vom 29. April 2013 [3-BU.2013.29]; RGE vom 15. Juli 2013 [3-BU.2013.44]).
3.5.3. Vorliegend fällt auf, dass die Steuererklärung 2018 drei Wochen nach  der letzten Frist eingereicht wurde. Damit ist nicht ersichtlich, inwiefern der Angeklagte besondere Anstrengungen unternommen hätte, um die  Folgen der Pflichtverletzung zu verhindern. Dafür wäre mindestens sofortiges Handeln nach Ablauf der Frist zu fordern. Daran fehlt es . Zudem ist er auch der letzten Mahnung zur Aktenergänzung im Veranlagungsverfahren 2018 vom 7. Februar 2020 trotz erneuten  nicht nachgekommen (E-Mail vom 2. Juni 2020).
3.5.4. Unter diesen Umständen kommt eine Strafmilderung, aber auch eine , nicht in Frage.
3.6. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der angeklagten Person sind zu . Dabei ist der wirtschaftlich leistungsfähigeren Person bei  Verschulden eine höhere Busse aufzuerlegen, als einer weniger , denn nur so werden beide gleich stark betroffen (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 236 StG N 95).
Aufgrund der jahrelangen Säumnis des Angeklagten, bestehen seitens der Steuerbehörden keine genauen Kenntnisse über seine tatsächlichen  Verhältnisse. Auch im vorliegenden Verfahren hat er weder  noch substantiierte Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen gemacht. Er lässt lediglich mit Verweis auf die nachträglich eingereichte Steuererklärung 2018 vorbringen, sein Einkommen sei auf CHF 56'600.00 zu reduzieren. Gemäss Gemeindesteueramt Q. beträgt jedoch das rechtskräftig veranlagte steuerbare Einkommen für das Steuerjahr 2018
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CHF 65'200.00. Somit liegen keine Anhaltspunkte für eine erhöhte Strafempfindlichkeit des Anklagten vor.
3.7. Das Verschulden wiegt insgesamt schwer. Nachdem bei der fünften  sowie beim letzten rechtskräftig veranlagten steuerbaren  von CHF 65'200.00 die Busse gemäss aktuellem Bussentarif  CHF 5'000.00 beträgt, muss die Busse diesen Betrag bei der sechsten Widerhandlung überschreiten. Aufgrund der vorangehenden Ausführungen zur Gewichtung des Verschuldens ist die von der Vorinstanz ausgefällte Busse von CHF 6'000.00 nicht zu beanstanden und zu bestätigen.
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III. 1. Soweit die §§ 249 ff. StG betreffend das Strafverfahren vor  keine abweichenden Vorschriften enthalten, gelten die  über das Rekursverfahren bei ordentlichen Veranlagungen sinngemäss (§ 251 StG). Gemäss § 189 Abs. 1 StG werden die amtlichen Kosten grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt; bei teilweisem Obsiegen/Unterliegen sind die Kosten anteilsmässig zu verteilen.
2. 2.1. Das KStA hat dem Angeklagten eine Gebühr von CHF 200.00 auferlegt. Es beantragt die Bestrafung der angeklagten Person "im Sinne des ."
2.2. Im Strafbefehlsverfahren werden gemäss § 245 Abs. 2 StG Kosten und Entschädigung nach den Bestimmungen der Schweizerischen  vom 5. Oktober 2007 (StPO) festgelegt. Das ist insoweit , als das steuerliche Strafbefehlsverfahren demjenigen in den  Strafverfahren nachgebildet worden ist.
Mit der Einsprache wird der Strafbefehl aufgehoben (§ 247 Abs. 1 StG). Es erfolgt auf Anklage des KStA eine gerichtliche Beurteilung (§ 247 Abs. 3 StG und § 249 StG). Soweit die Verfahrensbestimmungen der §§ 242 ff. StG nichts Anderes vorschreiben, gelten die Bestimmungen über das  bei ordentlichen Veranlagungen sinngemäss (§ 251 Abs. 1 StG).
Nach dem Gesagten sind die Kosten des KStA nach den (besonderen) Bestimmungen der Strafprozessordnung festzusetzen. Der Verweis auf die Bestimmungen des Rekursverfahrens bei ordentlichen Veranlagungen kommt nicht zum Tragen, ebensowenig – aufgrund des ausdrücklichen Verweises auf die StPO – der Vorbehalt in § 1 Abs. 2 des  zur schweizerischen Strafprozessordnung vom 16. März 2010 (EG StPO).
2.3. Nach Art. 353 Abs. 1 lit. g StPO enthält der Strafbefehl die Kosten- und Entschädigungsfolgen. Erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage – im  kommt die Funktion der Staatsanwaltschaft dem KStA zu – hat das erstinstanzliche Gericht auch über die Kostenfolgen zu  (e contrario Art. 356 Abs. 6 StPO; Art. 351 StPO). Nach Art. 426 Abs. 1 StPO hat die verurteilte Person die Verfahrenskosten zu tragen. Die  setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall. Daraus ergibt sich,
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dass der Einzelrichter auch im gerichtlichen Verfahren über die im  auferlegten Kosten zu befinden hat, insbesondere in  Umfang diese bei einer Verurteilung zu tragen sind.
2.4. Das KStA hat dem Angeklagten im Strafbefehlsverfahren – wie ausgeführt – eine Gebühr von CHF 200.00 auferlegt. Es stützt sich dabei auf das  über die Verfahrenskosten vom 24. November 1987 (VKD). Nach § 15 Abs. 1 VKD beträgt die Gebühr für das Strafbefehlsverfahren  des Vorverfahrens inklusive der Kanzleiaufwendungen CHF 200.00 bis CHF 10'000.00. Die Gebühr für Anklagen einschliesslich des Vorverfahrens und inklusive der Kanzleiaufwendungen beträgt CHF 300.00 bis CHF 15'000.00 (§ 15 Abs. 1bis VKD).
2.5. Vorerst ist davon auszugehen, dass sich die Gerichtsgebühren im  vor dem Einzelrichter des Spezialverwaltungsgerichtes nach den für das Spezialverwaltungsgericht aufgestellten Grundsätzen, konkret § 22 Abs. 1 lit. b VKD, bemessen. Zu prüfen ist somit, ob die im  auferlegte Gebühr von CHF 200.00 angemessen ist bzw. ob eine Anklagegebühr von mindestens CHF 300.00 erhoben werden könnte.
2.6. Bis zum 30. Juni 2019 hat das KStA eine Strafbefehlsgebühr von CHF 65.00 erhoben. Dieser Betrag basiert auf einem detaillierten  des KStA (Berechnung KStA vom 16. Oktober 2011). Nach der Erhöhung der Strafbefehlsgebühr auf CHF 200.00 wurde das KStA , den Nachweis des (erhöhten) Aufwandes des KStA zu erbringen. In einer ersten Eingabe vom 24. Oktober 2019 wurde ein Aufwand von rund CHF 60.00 ausgewiesen. In einer weiteren Stellungnahme wurde geltend gemacht, dass bisher nicht ausgewiesene allgemeine Kosten ( Kostenrechnung) wie angemessener Anteil an Miet- und , Gebäude- und Mobiliarunterhalt, Support durch andere Stellen wie HR, IT und Rechtsdienst sowie weitere anteilige Personalkosten zu  seien. Ebenso seien bei den Gemeindesteuerämtern anfallende allgemeine Kosten zu berücksichtigen. Insgesamt wurde eine Gebühr von CHF 100.00 als vertretbar erachtet.
2.7. Bei der Festsetzung von Gebühren als Entschädigung für staatliche  sind das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip zu beachten (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 245 StG N 6; Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, N 2762; AGVE 1998 S. 181). Das  bedeutet, dass der Gesamtertrag der Gebühren die gesam-
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ten Kosten des betreffenden Verwaltungszweiges nicht oder nur  übersteigen darf (Ulrich Häfelin / Georg Müller / Felix Uhlmann,  Verwaltungsrecht, a.a.O., N 2778). Das Äquivalenzprinzip  das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie das Willkürverbot. Demnach muss die Höhe der Gebühr im Einzelfall in einem vernünftigen Verhältnis stehen zum Wert, den die staatliche Leistung für die Abgabepflichtigen hat (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines , a.a.O., N 2786 ff.).
2.8. Bei Anwendung der genannten Grundsätze ist leicht erkennbar, dass sich bei noch glaubhaften Kosten von CHF 100.00 weder eine Gebühr von CHF 300.00 (Anklagegebühr gemäss § 15 Abs. 1bis VKD), noch eine  von CHF 200.00 (Strafbefehlsgebühr gemäss § 15 Abs. 1 VKD) halten lassen. Es liegt offensichtlich eine Verletzung des Kostendeckungsprinzips vor.
Ebenso wird das Äquivalenzprinzip verletzt. Die Ordnungsbussenverfahren sind im Regelfall aufgrund des weitgehend systematisierten Verfahrens und des in der Praxis entwickelten Ordnungsbussentarifs mit einem  Aufwand verbunden. Das zeigt sich geradezu exemplarisch, wenn bei Bussen von CHF 40.00 (Verletzung der Mitwirkungspflicht bei ) oder minimalen Bussen von CHF 50.00 Gebühren von CHF 200.00 erhoben werden.
2.9. Das VKD ist in Ordnungsbussenverfahren damit nur insoweit anwendbar, als die im Sinne der §§ 15 Abs. 1 und 1bis VKD angemessene Gebühr auf CHF 100.00 festzusetzen ist.
2.10. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat der Angeklagte eine  von CHF 100.00 zu tragen. Diese ist vom KStA zusammen mit der Busse zu beziehen.
3. Zusammenfassend wird die vom KStA beantragte Busse von CHF 6'000.00 bestätigt. Die Gebühr ist von CHF 200.00 auf CHF 100.00 zu kürzen. Damit unterliegt der Angeklagte nahezu vollständig. Er hat daher die  vollumfänglich zu tragen. Es ist keine Parteientschädigung  (§ 189 Abs. 2 StG).
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