Decision ID: b8d71065-cec1-5bd1-864e-e8a944231279
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 16. Februar 2020 in der Schweiz zusam-
men mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern um Asyl nachsuchte,
dass das SEM mit Verfügung vom 27. März 2020 – gleichentags eröffnet –
in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf sein Asyl-
gesuch nicht eintrat, die Überstellung aus der Schweiz nach Finnland an-
ordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass das SEM mit einer separaten Verfügung vom 27. März 2020 – in An-
wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auch auf die Asylgesuche seiner
Angehörigen nicht eintrat und deren Wegweisung nach Finnland anord-
nete,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1. April 2020 (Datum Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei inhaltlich sinngemäss beantragte, der Nichtein-
tretensentscheid sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr
Selbsteintrittsrecht wahrzunehmen und ihre Zuständigkeit für das vorlie-
gende Asylverfahren zu erklären,
dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG einschliesslich Verzichts auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses und um Herstellung der aufschieben-
den Wirkung der Beschwerde ersuchte,
dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstellung mit Verfügung
vom 2. April 2020 provisorisch aussetzte (Art. 56 VwVG),
dass die Angehörigen des Beschwerdeführers die sie betreffende SEM-
Verfügung mit einer separaten Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt anfochten und dieses Beschwerdeverfahren (E-1839/2020) koordi-
niert und gleichzeitig mit dem vorliegenden behandelt wird,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 2. Ap-
ril 2020 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
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und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung,
dass es auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend –
endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt,
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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach
Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.w.H.),
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-
gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der
Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden
kann,
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt
wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat
oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-
haltstitel aufhält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzu-
nehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO),
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dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
dass seine Ehefrau und die Kinder einen positiven Asylentscheid erhalten
hätten, sein Gesuch jedoch dreimal abgelehnt worden sei,
dass ein entsprechendes Informationsersuchen der Vorinstanz vom
25.Februar 2020 mit Schreiben der finnischen Behörden vom 27. Februar
2020 beantwortet wurde, wobei die Ausführungen des Beschwerdeführers
hinsichtlich dessen Asylgesuch in Finnland vom 9. August 2015 bestätigt
wurden,
dass den entsprechenden Akten überdies zu entnehmen ist, dass der Be-
schwerdeführer durch Finnland am (...) 2017 ein Aufenthaltstitel ohne
Schutzstatus erhalten hat,
dass dieser Aufenthaltstitel für ein Jahr gültig war und seither zweimal je-
weils um ein weiteres Jahr erneuert wurde, wobei der aktuelle Aufenthalts-
titel im Besitz des Beschwerdeführers bis zum (...) gültig ist und dieser
überdies über einen finnischen Pass für ausländische Personen mit der-
selben Gültigkeitsdauer verfügt,
dass das SEM die finnischen Behörden am 6. März 2020 um Wiederauf-
nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-
VO ersuchte,
dass die finnischen Behörden dem Gesuch um Übernahme des Beschwer-
deführers am 10. März 2020 zustimmten,
dass die unbestrittene grundsätzliche Zuständigkeit Finnlands somit gege-
ben ist,
dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Finnland würden
systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-
lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-
Grundrechtecharta mit sich bringen,
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dass Finnland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkommt (vgl. hierzu und zum Folgenden etwa die Urteile BVGer
F-5272/2019 vom 17. Oktober 2019 S. 7 ff. oder D-2169/2019 vom 23. Mai
2019 S. 7 f.),
dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass der Beschwerdeführer bei seiner Befragung vom 24. Februar 2020 im
Wesentlichen geltend machte, er könne nicht zurück nach Finnland, weil
er aufgrund fehlenden Aufenthaltsrechts fürchte, von seiner Familie ge-
trennt zu werden und nach Afghanistan zurückkehren zu müssen, wohin er
im Übrigen aufgrund seiner dortigen Probleme nicht zurückkehren könne,
dass die ursprünglichen Asylgründe im Wesentlichen ihn betroffen hätten
und lediglich seine Ehefrau und die Kinder einen positiven Asylentscheid
erhalten hätten, sei Gesuch jedoch abgelehnt worden sei,
dass es seinen Angaben zufolge der finnischen Praxis entspreche, Flücht-
lingsfamilien auseinanderzureissen und Ehen zu scheiden, wobei diesbe-
züglich aufgrund des soziokulturellen Kontexts speziell auf das Wohlerge-
hen der Frauen geachtet werde,
dass diese Vorbringen in der Beschwerde im Wesentlichen nochmals be-
kräftigt werden und der Beschwerdeführer überdies angab, er befürchte,
im Falle einer Rückkehr nach Finnland wohl erneut suizidale Gedanken zu
haben,
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dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen implizit die Anwendung
der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das
Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von
Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR
142.311) fordert, gemäss welcher das SEM das Asylgesuch "aus humani-
tären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-
VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass Finnland wie bereits dargelegt Signatarstaat der EMRK ist und sich
trotz der unbelegten Parteibehauptung, wonach in Finnland regelmässig
Familien getrennt würden, keine Anhaltspunkte für die Annahme bestehen,
Finnland würde das Gebot der Einheit der Familie nach Art. 8 EMRK ver-
letzen,
dass daran auch die wenig substanziierten Ausführungen in der Beschwer-
deschrift, wonach es Flüchtlingen erschwert sei, die ihnen in Europa zu-
stehenden Rechte einzufordern, nichts zu ändern vermögen,
dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-
tan hat, die finnischen Behörden würden sich weigern ihn wieder aufzu-
nehmen oder würden oder die Auflösung der Familie herbeiführen,
dass den Akten überdies keine Gründe für die Annahme zu entnehmen
sind, Finnland werde in seinem Fall den Grundsatz des (flüchtlings- und
menschenrechtlichen) Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise
in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr
laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden,
dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahme
dargetan hat, Finnland würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahme-
richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er
sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an
die finnischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebe-
dingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahme-
richtlinie),
dass auch die aus den Akten ersichtlichen Gesundheitsbeschwerden des
Beschwerdeführers (vgl. angefochtene Verfügung S. 3 f.) einer Überstel-
lung nach Finnland nicht entgegenstehen, zumal bekannt ist, dass dieses
Land auch über eine mit der Schweiz vergleichbare medizinische Infra-
struktur verfügt und sich völkerrechtlich verpflichtet hat, Asylsuchenden die
erforderliche medizinische Versorgung zugänglich zu machen (vgl. Art. 19
Abs. 1 Aufnahmerichtlinie),
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dass der Beschwerdeführer überdies über einen Aufenthaltstitel verfügt,
womit sein Zugang zur Gesundheitsversorgung sichergestellt ist,
dass er sich eigenen Angaben zufolge in Finnland bereits während zwei
Jahren in psychologischer Behandlung befand (vgl. act. [...]-27/2) und eine
weitere Behandlung gemäss Berichts des psychiatrischen Konsiliums vom
(...) 2020 (vgl. act. [...]-52/2) angestrebt werden könne, sobald der weitere
Aufenthaltsort des Beschwerdeführers feststehe,
dass sich aus dem Bericht kein dringender Handlungsbedarf ergibt und die
weitere Behandlung auch in Finnland durchgeführt werden kann,
dass in den bisher bei den Akten liegenden medizinischen Berichten Suizi-
dalität als solche nicht diagnostiziert worden ist und der Beschwerdeführer
sich in seinem Rechtsmittel diesbezüglich auch nur vage äussert (vgl. Be-
schwerde S. 2: "Meine suiziden Gedanken werden wohl zurückkehren,
wenn ich nach Finnland zurück muss. Dort habe ich mir oft überlegt, mir
das Leben zu nehmen"),
dass gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bundesver-
waltungsgerichts Suizidalität für sich alleine kein Vollzugshindernis darstellt
(vgl. hierzu etwa die Urteile D-1519/2020 vom 20. März 2020 S. 11 und
E-829/2020 vom 11. März 2020 E. 5.3.2, je m.w.H.),
dass zudem einer allfälligen Suizidalität mit geeigneten Massnahmen der
Vollzugsbehörden hinreichend Rechnung getragen werden kann,
dass nach dem Gesagten nicht davon auszugehen ist, dass die Überstel-
lung nach Finnland den Beschwerdeführer einer konkreten Gefahr für
seine Gesundheit aussetzen und damit Art. 3 EMRK verletzen würde,
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten
Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-
mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-
den Rechnung tragen und die finnischen Behörden bei Bedarf vorgängig
in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände infor-
mieren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), wie dies das SEM in seiner
Verfügung im Übrigen bereits angekündigt hat (vgl. Verfügung S. 8),
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dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-
ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Finnland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass diesbezüglich anzumerken ist, dass auch die Beschwerde gegen den
Nichteintretensentscheid auf das Asylgesuch seiner Ehefrau und Kinder
vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1839/20 vom heutigen Tag ab-
gewiesen und deren Wegweisung nach Finnland bestätigt wird, wobei im
Rahmen der Koordination des Wegweisungsvollzugs wiederum die Einheit
der Familie zu beachten sein wird,
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheids gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und
auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht als gegenstandslos erwei-
sen,
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dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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