Decision ID: 01fdf019-b6ec-4377-b7ed-c47e2a9a2533
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
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A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war seit Januar 2007 mit einem Pensum von
100% als Geschäftsführerin bei der B._ GmbH tätig und dadurch bei der ÖKK
Kranken- und Unfallversicherungen AG (nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 18. November 2014 liess sie dieser melden, sie sei am 17.
November 2014 beim Betreten des Geschäftshauses der Länge nach und mit voller
Wucht zu Boden gefallen (UV-act. 1).
A.b Zur Erstbehandlung begab sich die Versicherte am 17. November 2014 zu ihrem
Hausarzt Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH (UV-act. 4). Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Orthopädie E._, in dessen Behandlung sich die Versicherte in
der Folge begab, diagnostizierte mit Bericht vom 1. Dezember 2014 nach
durchgeführtem MRI (UV-act. 6) eine Kniegelenksluxation mit Fraktur des proximalen
Fibulaköpfchens rechts, eine vordere (VKB) und hintere (HKB) Kreuzband-Läsion, eine
posterolaterale Läsion sowie Handgelenksdistorsionen beidseits (UV-act. 3). Am 4.
Dezember 2014 wurde die Versicherte durch Dr. D._ am rechten Knie operiert (1.
Kniegelenksarthroskopie, 2. Offene Zuggurtungsosteosynthese der proximalen Fibula
mit langstreckiger Neurolyse des N. peroneus, 3. Offene transossäre HKB-Refixation;
UV-act. 5).
A.c Mit Verlaufsbericht vom 22. April 2015 attestierte Dr. D._ der Versicherten bis 26.
März 2015 eine 100%-ige und danach eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit. Die
Behandlung der Verletzung werde rund sechs bis neun Monate dauern (UV-act. 19). Ab
dem 26. Mai 2015 bescheinigte er mit Bericht vom 14. Juli 2015 eine Arbeitsunfähigkeit
von 20% (UV-act. 20). Diese erkläre sich durch die Unfähigkeit, kontinuierlich über
längere Zeit am Schreibtisch zu sitzen. Die Versicherte müsse immer wieder aufstehen
und sich bewegen (UV-act. 33).
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A.d Dr. med. F._ vom vertrauensärztlichen Dienst der ÖKK bestätigte am 11.
November 2015 die Unfallkausalität der Knieproblematik. Es bestünden eine
Bewegungseinschränkung und Instabilität und von weiteren medizinischen
Massnahmen sei eine namhafte Besserung zu erwarten. Aufgrund der Beschwerden sei
eine Bürotätigkeit aber seit 26. Mai 2015 vollumfänglich zumutbar (UV-act. 34).
A.e Am 1. Dezember 2015 verfügte die ÖKK, dass die Arbeitsunfähigkeit zwischen
dem 23. Januar und 26. März 2015 auf 50% angepasst werde und ab 26. Mai 2015
keine weiteren Taggeldleistungen mehr erbracht würden (UV-act. 30). Die dagegen
erhobene Einsprache (UV-act. 37, 40, 42) wies die ÖKK mit Entscheid vom 29. Februar
2016 ab (UV-act. 45). Am 15. April 2016 liess die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Bruno A. Hubatka, Wil, mitteilen, dass ohne
tatsächliches Einverständnis auf das Ergreifen eines Rechtsmittels verzichtet werde.
Selbst wenn von nicht mehr unfallkausalen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werde, blieben die aktuellen Probleme zum Gesundheitszustand der
Versicherten unfallkausal (UV-act. 46).
B.
B.a Mit Bericht vom 24. August 2016 führte Dr. D._ aus, dass die Arbeitsunfähigkeit
der Versicherten nach wie vor 20% betrage. Weiter verordnete er ihr nochmals
Physiotherapie zum Muskelaufbau und Propriozeptionstraining (UV-act. 47). Am 2.
November 2016 berichtete der behandelnde Arzt von einer erfreulichen Entwicklung
unter erneut forcierter physiotherapeutischer Behandlung. Diese müsse jedoch
zwingend fortgeführt werden. Der Versicherten sei nochmals eine Verordnung zum
Propriozeptionstraining wie auch zur Lymphdrainage ausgestellt worden (UV-act. 48).
B.b In der Folge wurde der Fall von der Solida Versicherung AG (Partnerin der ÖKK
Landquart [zuständig für die langfristigen Leistungen]; nachfolgend: Solida) Dr. med.
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G._, Praktischer Arzt FMH, FA manuelle Medizin FMH, FA Vertrauensarzt FMH,
vorgelegt. Dieser untersuchte die Versicherte und kam mit Bericht vom 1. Dezember
2016 zum Schluss, dass die bescheinigte 20%-ige Arbeitsunfähigkeit durch die
häufigen schmerzbedingten Unterbrechungen der Arbeit bedingt sei. Im Moment könne
er aufgrund des aktuellen klinischen Befundes diese Restarbeitsunfähigkeit
nachvollziehen. Die Versicherte habe mit dem etwas ganzheitlicheren Zugang einer
neuen Physiotherapie eine Besserungstendenz festgestellt. Diese Therapie sollte noch
während ca. zwei Monaten, bis Anfang Februar 2017, beibehalten werden. Trotz
danach allenfalls anhaltender Probleme müsse dann ein stabiler Gesundheitszustand
angenommen werden. Das Ereignis liege über zwei Jahre zurück, so dass mit einer
namhaften Besserung ab dann nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
rechnen sei. Ziel wäre es aber, ab der nächsten Kontrolle bei Dr. D._ Anfang Februar
2017 wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit zu wagen. Ein Restschaden könne aktuell
nicht sicher ausgeschlossen werden. Diesbezüglich werde der nächste Verlaufsbericht
von Dr. D._ die Schätzungsunterlagen liefern können (UV-act. 49).
B.c Mit Bericht vom 8. Februar 2017 führte Dr. D._ aus, dass bei der doch schweren
Kniegelenksverletzung klinisch eine gewisse ligamentäre Instabilität und eine daraus
resultierende unphysiologische Belastung persistiere. Er empfehle unter
kontinuierlichem Eigentraining und bei Bedarf physiotherapeutischer Behandlung den
Verlauf abzuwarten. Insgesamt handle es sich in Würdigung des erlittenen erheblichen
Traumas um einen ordentlichen Heilverlauf. Das Knie sei aber dauerhaft vorgeschädigt
und es sei mit einer Progredienz der Abnutzung zu rechnen (UV-act. 50).
B.d Am 2. März 2017 verfügte die ÖKK, dass gestützt auf die Beurteilung von Dr.
G._ aus der obligatorischen Unfallversicherung ab 1. März 2017 keine weiteren
Leistungen erbracht würden (UV-act. 51). Mit Verfügung vom 7. März 2017 sprach die
Solida der Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 10% eine
Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.-- zu (UV-act. 54).
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C.
C.a Gegen die Verfügung vom 7. März 2017 liess die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter am 7. April 2017 eine Einsprache anhängig machen (act. G 5.16).
C.b Gegen die vorliegend relevante Verfügung vom 2. März 2017 hatte der
Rechtsvertreter der Versicherten bereits am 28. März 2017 Einsprache erhoben. Es sei
die fortgesetzte Leistungspflicht des Unfallversicherers festzustellen (UV-act. 59). Mit
Entscheid vom 26. Juli 2017 wies die ÖKK diese Einsprache ab (UV-act. 64).
D.
D.a Gegen den Einspracheentscheid vom 26. Juli 2017 liess die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am 13. September
2017 Beschwerde erheben. Es sei der Einspracheentscheid der ÖKK (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) aufzuheben und festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin
weiterhin für die Folgen des Leistungsereignisses vom 17. November 2014
leistungspflichtig sei. Eventualiter sei die Beschwerde zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
D.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Schmid, Chur, die
Abweisung der Beschwerde, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G 3).
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D.c Am 14. November 2017 liess die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter
die Replik einreichen und vollumfänglich an ihren Anträgen sowie deren Begründungen
festhalten (act. G 5). Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin reichte am 28.
November 2017 eine Duplik ein, wobei er am Antrag auf Beschwerdeabweisung
festhielt (act. G 7).
D.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Folgen eines Unfalls vom 17. November
2014 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands ist zu beachten, dass im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich lediglich
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Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung bzw. eines
Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmen die Entscheide
der Beschwerdegegnerin den beschwerdeweise weiterziehbaren
Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und
somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit kein Entscheid ergangen
ist (BGE 131 V 164 f. E. 2.1).
2.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 26. Juli 2017 (UV-act. 64). Diesem liegt die Verfügung vom 2.
März 2017 zugrunde (UV-act. 51). Gemäss dem jeweiligen Dispositiv dieser Entscheide
werden aus der obligatorischen Unfallversicherung ab 1. März 2017 keine weiteren
Leistungen mehr erbracht (UV-act. 51 S. 2 bzw. 64 S. 4). Dies allein liesse darauf
schliessen, dass die Beschwerdegegnerin Leistungsansprüche betreffend sämtlicher
Leistungsarten der obligatorischen Unfallversicherung, herrührend aus dem Unfall vom
17. November 2014, per 1. März 2017 abgelehnt hätte. Dies ist indes nicht der Fall. Die
Beschwerdegegnerin hat lediglich über einen Anspruch auf Heilbehandlung nach Art.
10 Abs. 1 UVG (sogenannte vorübergehende Leistungen während der instabilen
Schadensphase bis zum Fallabschluss bzw. bis zum medizinischen Endzustand; vgl.
dazu nachfolgende E. 3.1) befunden. Allein dazu hat sie in den Entscheiden verbindlich
Stellung genommen, womit auch nur ein diesbezüglicher Leistungsanspruch
Streitgegenstand bildet.
2.3 Soweit in der Beschwerdeschrift vom 13. September 2017 ein Anspruch auf
Heilbehandlung gestützt auf Art. 21 UVG geltend gemacht wird (vgl. dazu act. G 1 S.
12 Rz. 36), kann darauf nicht eingetreten werden. Die Beschwerdegegnerin hat in der
Verfügung vom 2. März 2017 zwar auf diesen Artikel in einem Textbaustein zu den
rechtlichen Grundlagen verwiesen. Eine materielle Prüfung der leistungsspezifischen
Anspruchsvoraussetzungen von Art. 21 UVG, welche nicht denjenigen für
Heilbehandlung nach Art. 10 UVG während der instabilen Schadensphase
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entsprechen, erfolgte aber nicht. Zu ergänzen bleibt, dass es sich bei Ansprüchen nach
Art. 21 UVG um Dauerleistungen (nach der instabilen Schadensphase) handelt (BGE
144 V 418), für deren Beurteilung gemäss Aktenklage (UV-act. 54) die Solida – und
nicht die Beschwerdegegnerin – zuständig ist.
3.
Zu prüfen ist damit nachfolgend einzig die Rechtmässigkeit der Einstellung der
Heilbehandlung nach Art. 10 Abs. 1 UVG per 1. März 2017.
3.1 Die Unfallversicherer haben während der medizinisch instabilen Schadensphase
vorübergehende Leistungen zu erbringen. Darunter fällt auch die Heilbehandlung
gemäss Art. 10 UVG. Die Bestimmungen, welche den vorübergehenden Leistungen
zugrunde liegen, legen indes nicht fest, wann die medizinisch instabile Schadensphase
bzw. der Anspruch auf vorübergehende Leistungen endet. Das Ende der medizinisch
instabilen Schadensphase wird in Art. 19 Abs. 1 UVG geregelt. Dieser Zeitpunkt ist
erreicht und die bisherigen Ansprüche auf vorübergehende Leistungen erlöschen, wenn
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs.
1 UVG; vgl. anstatt vieler das Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2012,
8C_425/2012, E. 4.2). Rechtsprechungsgemäss ist zu diesem Zeitpunkt der
sogenannte "Fallabschluss" mit – wie erwähnt – Einstellung der Heilbehandlung und
der Taggeldleistungen sowie Prüfung eines Anspruchs auf Invalidenrente und
Integritätsentschädigung vorzunehmen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 143). Ob
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands noch erwartet werden kann,
bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeits- (BGE 134 V 115 E. 4.3) bzw. Funktionsfähigkeit (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2014, 8C_354/2014, E. 3.2), soweit diese
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unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffs „namhaft“ in Art. 19 Abs.
1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinn
von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (vgl. wiederum
BGE 134 V 115 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats
einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu
erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen einen Anspruch auf
deren Durchführung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1,
mit Hinweisen). Eine allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur
kurzfristige Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit oder dass die
versicherte Person etwa von Physiotherapie profitieren kann, genügen nicht (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, mit Hinweisen). Auch
ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie
manualtherapeutische Behandlungen gelten für sich allein noch nicht als
kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts und 5. Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3).
3.2 Die Frage, ob von einer ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann, beurteilt sich gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nach dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli
2010, 8C_346/2010, E. 2.2). Es handelt sich um die Einschätzung einer zukünftigen
Sachverhaltsentwicklung, weshalb eine prospektive Beurteilung dieser Rechtsfrage zu
erfolgen hat. Entscheidgrundlagen bilden in erster Linie die Auskünfte medizinischer
Fachpersonen zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Gesundheitsentwicklung
(Urteil des Bundesgerichts vom 15. Dezember 2016, 8C_651/2016, E. 4.1).
3.3 Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
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abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweisen). Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen – zu denen gehören
auch die beratenden Ärzte bzw. Vertrauensärzte der Beschwerdegegnerin – einholen,
können beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt
in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).
4.
Die Beschwerdegegnerin verneint eine über den 28. Februar 2017 hinaus bestehende
Leistungspflicht für Heilbehandlung damit, dass per Ende Februar 2017 gemäss
Beurteilung von Dr. G._ vom 1. Dezember 2016 (UV-act. 49) von einem stabilen
Gesundheitszustand auszugehen und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab diesem
Zeitpunkt nicht mehr mit einer namhaften Besserung zu rechnen sei. Damit seien keine
Leistungen für Heilbehandlung mehr zu gewähren. Die Beschwerdeführerin erachtet in
Anlehnung an die (Verlaufs-)Berichte von Dr. D._ den medizinischen Endzustand als
noch nicht erreicht. Eine namhafte Besserung sei noch zu erwarten, weshalb die
Beschwerdegegnerin auch nach Februar 2017 leistungspflichtig sei.
4.1 Dr. D._ attestierte der Beschwerdeführerin ab dem 26. Mai 2015 eine
Arbeitsunfähigkeit von 20% (UV-act. 20), begründete diese damit, dass die
Beschwerdeführerin nicht kontinuierlich längere Zeit am Schreibtisch sitzen könne (UV-
act. 33) und bestätigte seine Einschätzung auch mit Bericht vom 24. August 2016 (UV-
act. 47). Mit Bericht vom 2. November 2016 sprach er von einer erfreulichen
Entwicklung bei forcierter physiotherapeutischer Behandlung, wobei diese fortgeführt
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werden müsse (UV-act. 48). Dr. G._ bestätigte in seiner Beurteilung vom 1.
Dezember 2016, welche auf einer persönlichen Untersuchung beruhte, in Kenntnis und
Würdigung sämtlicher Vorakten abgegeben worden ist und die geklagten Beschwerden
berücksichtigte, die echtzeitlichen Beurteilungen von Dr. D._ (gesundheitliche
Einschränkungen, aktuelle 20%-ige Arbeitsunfähigkeit, Zweckmässigkeit von
Physiotherapie) und gab eine prognostische Beurteilung für die Zeit rund zwei Monate
nach seinem Untersuch der Beschwerdeführerin ab. Er erachtete dabei per Februar
2017 trotz allenfalls anhaltender Probleme einen stabilen Gesundheitszustand als
erreicht. Bei über zwei Jahre zurückliegendem Ereignis sei dann nicht mehr mit einer
namhaften Besserung zu rechnen (UV-act. 49). Am 7. Februar 2017 fand eine erneute
Verlaufsuntersuchung durch Dr. D._ statt. Mit Bericht vom 8. Februar 2017 empfahl
dieser bei kontinuierlichem Eigentraining und bei Bedarf physiotherapeutischer
Behandlung den Verlauf der Chondropathie abzuwarten. Insgesamt handle es sich
indes um einen ordentlichen Verlauf für das erhebliche Trauma (UV-act. 50).
4.2 Gestützt auf die ärztlichen Berichte des durchgehend behandelnden Facharztes
Dr. D._ hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, auch in Beachtung
der drohenden Progredienz der Abnutzung, dem ordentlichen Verlauf entsprechend
kontinuierlich verbessert (UV-act. 20, 48). Seine Einschätzung vom 22. April 2015,
wonach die Behandlung der Verletzung rund sechs bis neun Monate dauern werde
(UV-act. 19), hat sich zumindest in groben Zügen bewahrheitet (ordentliche
Verbesserung bis 26. Mai 2015, danach schrittweise Verbesserung durch insbesondere
Eigentraining und Physiotherapie verschiedener Art). Entsprechend fanden sechs
Monate nach der Knieoperation lediglich noch ärztliche Verlaufskontrollen statt. Eine
Operation, Infiltration oder OSME, welche indiziert gewesen wäre und auf eine
namhafte Besserung abgezielt hätte, standen bis und mit Zeitpunkt der
Leistungseinstellung (28. Februar 2017) nicht zur Diskussion (UV-act. 35, 43, 47, 50).
Bezüglich der physiotherapeutischen Behandlung (inkl. Propriozeptionstraining und
Lymphdrainage) führte Dr. D._ mit Bericht vom 2. November 2016 noch aus, dass
diese zwingend fortzuführen seien (UV-act. 48). Nach dem Untersuch vom 7. Februar
2017 empfahl er lediglich noch kontinuierliches Eigentraining und bei Bedarf
physiotherapeutische Behandlung (UV-act. 50). Damit schien auch Dr. D._ ab diesem
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Zeitpunkt nicht mehr von einer namhaften Besserung im Sinne der Erwägung 3.1 (von
Physiotherapie profitieren genügt, wie erwähnt, nicht; verbessernde Optionen zeigt er
nicht auf) bzw. von einem medizinischen Endzustand (exklusive allenfalls unfallkausaler
Abnutzung, welche gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt wieder zum Thema
werden könnte) auszugehen. Dies leuchtet in Übereinstimmung mit der Beurteilung von
Dr. G._ und in Würdigung der Gesundheitsentwicklung bei über zwei Jahre
zurückliegender Knieoperation mit grundsätzlich ordentlichem Verlauf, unabhängig von
einer allenfalls verbleibenden Arbeitsunfähigkeit per Einstellungsdatum, ein. Die
Einschätzungen von Dr. D._ und Dr. G._ widersprechen sich nicht. Gegenteils
stützt der Bericht von Dr. D._ vom 8. Februar 2017 die prognostisch abgegebene
Beurteilung von Dr. G._ vom 1. Dezember 2016 bezüglich namhafter Besserung ab 1.
März 2017, womit die vertrauensärztliche Einschätzung durch die Berichte des
behandelnden Facharztes nicht in Zweifel gezogen wird. Bei diesem Resultat erübrigt
sich auch eine eingehende Prüfung der geltend gemachten fehlenden Qualifikation von
Dr. G._.
4.3 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass gestützt auf die medizinische Aktenlage
per Einstellung der Heilbehandlungsleistungen (28. Februar 2017) von einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des unfallkausalen
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich zu
erwarten war. Der Fallabschluss mit Einstellung der Heilbehandlung nach Art. 19 Abs. 1
UVG erfolgte damit zu Recht.
5.
Gestützt auf vorstehende Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 26. Juli 2017
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
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830.1]). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.