Decision ID: 5780224f-19dd-4b24-92ef-18a357079298
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Es sei das zuständige Grundbuchamt D._ im Sinne von Art. 961 ZGB sofort und ohne Anhörung der Gegenpartei einstweilen anzuweisen, zugunsten der Gesuchstellerin und zu Lasten des Grundstücks der Gesuchsgegnerin in der Gemeinde E._, Grundblatt-Nr. ..., Kataster-Nr. ... (F._), an der ...-Strasse 1, E._, ein (Bauhandwerker-)Pfandrecht für die Pfandsumme von CHF 72'219.35 nebst Zins zu 5% seit dem 11. Oktober 2013 vorläufig als Vormerkung einzutragen.
2. Die Anweisung gemäss Ziffer 1 sei superprovisorisch (d.h. sofort nach Eingang des Gesuches ohne Anhörung der Gegenpartei) zu verfügen und dem Grundbuchamt unverzüglich zur vorläufigen Eintragung im Grundbuch mitzuteilen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.)  der Gesuchgegnerin."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Prozessverlauf
Die Klägerin machte ihr Gesuch am 10. April 2015 hierorts anhängig (act. 1). Mit
Verfügung vom 13. April 2015 ordnete das Einzelgericht des Handelsgerichts des
Kantons Zürich die antragsgemässe vorläufige Eintragung des Pfandrechts im
Grundbuch an. Gleichzeitig setzte es der Beklagten Frist zur schriftlichen Stel-
lungnahme zum klägerischen Begehren (act. 4). Mit Eingabe vom 24. April 2015
teilte die Beklagte dem Einzelgericht des Handelsgerichts mit, dass sie der
C._ AG den Streit gemäss Art. 79 Abs. 1 lit. b ZPO verkündet habe; im Wei-
teren ersuche sie um Kenntnisnahme, dass sie sich ausdrücklich damit einver-
standen erkläre, dass die C._ AG an ihrer Stelle in den Prozess eintrete und
den Prozess führe (act. 8). Mit Eingabe vom 24. April 2015 reichte die C._
AG die Bankgarantie Nr. ... der G._bank vom 23. April 2015 ein (act. 11;
Farbkopie) und erklärte, anstelle der Beklagten in den Prozess einzutreten und
diesen an deren Stelle zu führen (act. 9). Mit Verfügung vom 27. April 2015 wurde
von der Prozessstandschaft der streitberufenen C._ AG als prozessführende
Streitberufene Vormerk genommen. Ferner wurde der prozessführenden Streitbe-
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rufenen Frist angesetzt, um die Bankgarantie im Original einzureichen. Schliess-
lich wurde der prozessführenden Streitberufenen die der Beklagten mit Verfügung
vom 13. April 2015 angesetzte Frist antragsgemäss erstreckt (act. 12). Mit Einga-
be vom 29. April 2015 (act. 14) reichte die prozessführende Streitberufene die
Bankgarantie im Original nach (act. 15). Mit Eingabe vom 19. Mai 2015 reichte die
prozessführende Streitberufene ihre Stellungnahme ein (act. 17). Mit Verfügung
vom 21. Mai 2015 wurde der Klägerin und der Beklagten je eine Kopie der Bank-
garantie der G._bank vom 23. April 2015 (act. 15) sowie ein Doppel der Ein-
gabe der prozessführenden Streitberufenen vom 19. Mai 2015 (act. 17) zugestellt.
Der Klägerin wurde weiter Frist angesetzt, um im Sinne der Erwägungen zu den
Eingaben der prozessführenden Streitberufenen (act. 9 und 17) und zur angebo-
tenen Sicherheit (act. 15) Stellung zu nehmen (act. 19). Mit Eingabe vom 29. Mai
2015 anerkannte die Klägerin die von der prozessführenden Streitberufenen an-
gebotene Sicherheit – bei Übergabe des Originals der Bankgarantie – als genü-
gende Sicherheit. Weiter erklärte sich die Klägerin mit dem Antrag der prozess-
führenden Streitberufenen einig, dass die bisherigen Gerichtskosten hälftig von
der Klägerin und der prozessführenden Streitberufenen zu tragen und die Partei-
kosten wettzuschlagen seien; es sei auch der Beklagten – mangels Aufwendun-
gen – keine Parteientschädigung auszurichten (act. 21).
2. Hinreichende Sicherheit
2.1. Gemäss Art. 839 Abs. 3 ZGB kann die Eintragung eines Bauhandwerker-
pfandrechts nicht verlangt werden, wenn der Eigentümer oder ein Dritter für die
angemeldete Forderung hinreichende Sicherheit leistet. Ein bereits eingetragenes
Pfandrecht ist in diesem Fall zu löschen. Sofern der Unternehmer die Sicherheit
nicht als genügend anerkennt, stellt das Gericht fest, ob die Sicherheit für die an-
gemeldete Forderung hinreichend im Sinne von Art. 839 Abs. 3 ZGB ist (vgl.
SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht, 3. Aufl., N 1314 f.).
2.2. Die Klägerin anerkennt die zu ihren Gunsten von der prozessführenden
Streitberufenen eingereichte Sicherheit (Bankgarantie Nr. ... der G._bank
vom 23. April 2015, act. 15) als hinreichend (act. 21). Da die Klägerin die Sicher-
heit somit als genügend erachtet, kann eine entsprechende Prüfung der Sicher-
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heit bzw. der die Sicherheit leistenden Person durch das Gericht unterbleiben.
Demnach ist die Löschung des vorläufig eingetragenen Bauhandwerkerpfand-
rechts anzuordnen, und es ist das Grundbuchamt D._ anzuweisen, das vor-
läufig eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht zu löschen.
3. Folgen der Sicherheitsleistung
3.1. Mit Leistung einer hinreichenden Sicherheit wird der Streit nur dann been-
det, wenn die Sicherheit definitiv bestellt wird. Im vorliegenden Fall leistete die
prozessführende Streitberufene die Sicherheit nur zur Ablösung des vorläufig ein-
getragenen Bauhandwerkerpfandrechts, was sich bereits aus dem einleitenden
Wortlaut der vorliegend eingereichten Bankgarantie ergibt ("[...] wird zur Löschung der vorläufigen Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts [...]"; act. 15). Der definitive An-
spruch auf Eintragung des Pfandrechts bzw. nunmehr auf Inanspruchnahme der
Sicherheit gilt deshalb als bestritten. Demgemäss ist der Klägerin Frist anzuset-
zen, um beim zuständigen Gericht auf definitive Bestellung der Sicherheit zu kla-
gen. Es liegt dabei in der Verantwortung der Klägerin, ob sie die Klage gegen die
Sicherheit leistende prozessführende Streitberufene und / oder die Beklagte (als
Grundeigentümerin) einreicht.
3.2. Die Prosequierungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei all-
fällige Gerichtsferien zu berücksichtigen sind. Eine Verlängerung dieser Frist ist
möglich, bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144
Abs. 2 ZPO); dieses wird in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt. Als
zureichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO wer-
den nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht vor-
hersehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
3.3. Die Bankgarantie Nr. ... der G._bank vom 23. April 2015 (act. 15) wur-
de zugunsten der Klägerin ausgestellt und ist demzufolge nach unbenutztem Ab-
lauf der Rechtsmittelfrist im Original an die Klägerin herauszugeben.
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4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des Oberge-
richts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster
Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1
lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von CHF 72'219.35 auszugehen, wo-
bei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8 Abs. 1
GebV OG auf CHF 2'500.– festzusetzen ist.
Die Klägerin und die prozessführende Streitberufene beantragen dem Einzelge-
richt des Handelsgerichts übereinstimmend, die Gerichtskosten seien hälftig von
der Klägerin und der prozessführenden Streitberufenen zu tragen und die Partei-
kosten seien wettzuschlagen (act. 17 und 21).
Da über den Pfand- bzw. Sicherstellungsanspruch der Klägerin im vorliegenden
summarischen Verfahren noch nicht definitiv zu entscheiden ist, würde es sich in
Verfahren wie dem vorliegenden grundsätzlich rechtfertigen, lediglich eine einst-
weilige Kostenregelung zu treffen. Im vorliegenden Fall liegt jedoch ein überein-
stimmender Antrag der Klägerin und der prozessführenden Streitberufenen vor,
weshalb ihnen die Gerichtsgebühr antragsgemäss je zur Hälfte aufzuerlegen ist;
auf die Zusprechung einer Parteientschädigung haben die Klägerin und die pro-
zessführende Streitberufene gegenseitig verzichtet. Der Beklagten ist mangels
Umtrieben keine Parteientschädigung zuzusprechen; sie hätte im Übrigen auch
keinen entsprechenden Antrag gestellt.