Decision ID: 2a0ea206-b4fc-4478-a5fe-d54d7f300e27
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
Am 20. Mai 2003 meldete sich die 1965 geborene P._ ein erstes Mal bei der
Invalidenversicherung an und beantragte wegen Nacken- und Rückenschmerzen
Hilfsmittel, konkret ein Steh-/Sitzpult und einen Bürostuhl (act. G 4.1/1). Mit Verfügung
vom 14. Juli 2003 (act. G 4.1/12) erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für einen
speziellen Bürotisch mit Höhenverstellung im Betrag von Fr. 4'422.35.
B.
B.a Im September 2004 meldete sich P._ erneut bei der Invalidenversicherung an
und beantragte namentlich besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen und
eine Rente. Sie gab an, nach dem Besuch der Primar- und Realschule bei der
Gemeindeverwaltung A._ eine Lehre als Kauffrau gemacht zu haben. Seit 1983
arbeite sie bei der B._-Versicherung in A._. Sie leide seit Februar 2003 an
ständigen Schmerzen im Nackenbereich, an der Wirbelsäule auf der Höhe des
Brustkorbs und über dem Gesäss. Sie sei deswegen seit Februar 2003 in Behandlung
bei Dr. med. C._, A._. Im Februar 2004 habe sie sich im Spital Stephanshorn einer
Bandscheibenoperation unterzogen, dennoch leide sie unter Schmerzen (act. G
4.1/13).
B.b Im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 7. Oktober 2004 (act. G 4.1/22) gab die
B._ Versicherung, Spezialagentur, A._, an, die Versicherte sei seit dem 23. Mai
1983 als Kauffrau, vor Eintritt des Gesundheitsschadens mit einem 50%-Pensum,
beschäftigt gewesen. Sie arbeite weiterhin, je nach Zustand stundenweise. Der AHV-
beitragspflichtige Jahreslohn betrage bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20
Stunden seit dem 1. Januar 2004 Fr. 41'990.--.
B.c Dr. med. D._, Neurochirurgie FMH, Klinik Stephanshorn, St. Gallen, berichtete
am 11. Oktober 2004 (act. G 4.1/23) über ein persistierendes cervikocephales
Schmerzsyndrom unklarer Genese, St. n. HWS-Distorsionstrauma vor Jahren und St. n.
cervikaler Diskektomie und Spondylodese HWK 5/6 am 12. Februar 2004. Diese
Diagnosen hätten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit sei eine depressive Phase. Vom 11. Februar bis 30. April 2004 sei die
Versicherte als Büroangestellte zu 100%, seit dem 1. Mai und bis auf Weiteres zu 50%
arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei stationär, die bisherige Tätigkeit sei im
Rahmen von vier Stunden pro Tag noch zumutbar, eine verminderte Leistungsfähigkeit
bestehe dabei nicht. Andere, körperlich leichte Tätigkeiten bei ergonomischer
Arbeitsplatzgestaltung und in wechselnden Körperpositionen seien der Versicherten zu
50% in Teilzeit mit voller Leistung zumutbar. Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
C._, allgemeine Medizin FMH, A._, berichtete am 18. Oktober 2004 (act. G 4.1/24)
über ein persistierendes cervicales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer
Ausstrahlung in den linken Arm sowie neuralgieforme Schmerzen in den linken
Hinterkopf bis zur Hemikranie bei HWS-Distorsionstrauma 1986, St. n. stationärer
Rehabilitation in Valens 27. März bis 16. April 2003, St. n. ventraler Diskektomie C5/C6
und Cage-Spondylodese durch Dr. med. D._, Klinik Stephanshorn, sowie über
Migräne mit Aura und temporärem sensiblem Hemisyndrom links. Diese Diagnosen
hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien ein rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Osteochondrose
L5/S1 und eine linksbetonte ISG-Arthrose. Der Gesundheitszustand der Versicherten
verschlechtere sich. Sie habe bei ihrer Arbeit als Sekretärin deutlich an Konzentration
und Geschwindigkeit abgenommen und mache sehr viele Fehler. Nach maximal zwei
Stunden Arbeit habe sie so starke Kopf- und Nackenschmerzen, dass sie mit der Arbeit
aufhören müsse. Aktuell sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar, sie sei zur Zeit
100% arbeitsunfähig, da es wegen der chronischen Schmerzen zusätzlich zu einer
depressiven Entwicklung gekommen sei und die Versicherte an Frau Dr. med. E._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, A._, zur Mitbehandlung überwiesen
worden sei. Andere Tätigkeiten seien der Versicherten nur schwer zumutbar, da sie
nicht einmal als Sekretärin arbeiten könne. Nach einer Rehabilitation in einer
geschützten Werkstatt könne eventuell langsam eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
bis zu insgesamt 50% erfolgen. Dr. med. E._ ihrerseits berichtete am 10. November
2004 (act. G 4.1/25), die Versicherte sei seit dem 20. Oktober 2004 bei ihr in
Behandlung. Die Versicherte sei ihr Ende Oktober 2004 zur Gesprächstherapie
zugewiesen worden. Seither habe sie sie zwei Mal gesehen und psychiatrisch
exploriert. Dr. med. E._ diagnostizierte bei der Versicherten eine langdauernde (seit
September 2003) depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit
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somatischem Syndrom (reaktiv; ICD-10: F32.11) sowie eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Der Gesundheitszustand sei stationär, die
Prognose sei ungewiss. Die Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100%
arbeitsunfähig, andere Tätigkeiten seien ihr nicht zumutbar.
B.d Am 11. November 2005 wurde eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle
durchgeführt. Dem Abklärungsbericht Haushalt (act. G 4.1/42) ist zu entnehmen, dass
die Versicherte seit dem 11. Februar 2003 arbeitsunfähig sei. Ohne
Gesundheitsschaden würde sie wie bisher zu 50% als Kauffrau arbeiten. Sie könne
keine schweren Gegenstände mehr heben und nicht mehr längere Zeit in der Küche
stehen, so dass sie nicht mehr ein Menü kochen, den Grosseinkauf erledigen oder die
Wäsche besorgen könne. Dabei müsse ihr nun der Ehemann helfen, auch bei der
Wohnungspflege. Einmal pro Woche komme ihre Schwägerin und mache eine
gründliche Reinigung. Beim Bügeln helfe ihr eine Kollegin. Die Abklärungsperson
ermittelte im Haushalt eine Einschränkung von 46%.
B.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt am 31. Januar 2006 (act. G 4.1/51) fest,
aus medizinischer Sicht sei ein Schmerz vorhanden, der aufgrund der somatischen
Befunde nicht erklärbar sei, und es liege eine psychische Diagnose vor, deren
Auswirkung auf die Wiedereingliederungsfähigkeit und die Schmerzüberwindung nicht
vollständig geklärt sei. Der RAD hielt daher eine MEDAS-Begutachtung für angezeigt.
Diese Begutachtung wurde am 24. April 2006 im Ärztlichen Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI) in Basel durchgeführt. Dem Gutachten vom 24. Mai 2006 (act. G 4.1/61) ist
zu entnehmen, dass die Versicherte an einem chronischen cervikocephalen
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M53.0) und an einem
chronischen thorakolumbovertebralen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik
(ICD-10: M54.80) leide. Diese Diagnosen hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine leichte reaktive depressive Störung (ICD-10:
F32.0), eine Medikamenten-Malcompliance (ICD-10: Z91.1) sowie der Verdacht auf
eine Schmerzverarbeitungsproblematik. Die angegebenen ausgeprägten Schmerzen im
Bereich der gesamten Wirbelsäule liessen sich durch die objektivierbaren Befunde auf
somatischer Ebene nur höchst unvollständig erklären. Das Gangbild auf Treppe und
ebenem Terrain sei unauffällig, bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich eine
etwas eingeschränkte Beweglichkeit im lumbalen Abschnitt gezeigt. Bei der Prüfung
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der Halswirbelsäule sei bei der initialen Aufforderung zur Kopfdrehung nur ein
Bewegungsumfang von knapp 10 Grad erreicht worden, bei der Wiederholung mit
leichtester Unterstützung durch den Gutachter jedoch eine praktisch freie
Kopfbeweglichkeit in alle Richtungen gelungen, die auch aktiv mehrfach habe
reproduziert werden können. Im Liegen hätten sich keinerlei Verspannungen der
paravertebralen oder der Nackenmuskulatur palpieren lassen und auch bei ausgiebiger
Palpation seien nach Ablenkung keine Schmerzen angegeben worden. An den unteren
Extremitäten habe sich eine freie und praktisch schmerzlose Beweglichkeit sämtlicher
Gelenke bei guter Kraftentfaltung gezeigt. An den oberen Extremitäten sei zuerst nur
ein zögerlicher Einsatz im Schulterbereich erfolgt, indem die Arme unvollständig
hochgeführt worden seien. Nach aktiv-assistierter Vordehnung durch die
Beschwerdeführerin selbst sei sowohl bei der Abduktion als auch bei der Flexion eine
freie Beweglichkeit gelungen, auch die Kraftentfaltung sei gut gewesen. An den
peripheren Gelenken sei von Anfang an eine freie und schmerzlose Beweglichkeit bei
guter Kraftentfaltung möglich gewesen. Auf neurologischer Ebene hätten sich keine
Hinweise für das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystms
gezeigt, so dass insbesondere eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion
eines grösseren peripheren Nervs klinisch weitgehend ausgeschlossen werden
könnten. Aus orthopädischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit im Büro eine
Arbeitsfähigkeit von 80% bei vollzeitigem Pensum mit 20% reduzierter Leistung
aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs. Die Beschwerdeführerin müsste stündlich die
Gelegenheit haben, während einiger Minuten ein Lockerungs- und
Entspannungsprogramm für die Muskulatur von Nacken und Rücken durchzuführen,
wodurch eine entsprechende Leistungseinbusse entstehe. Mögliche Therapien sollten
in erster Linie in Form von Entspannungsmassnahmen durchgeführt werden, da sich
die Beschwerdeführerin im Laufe der Zeit ein teilweise sehr unphysiologisches
Bewegungsmuster angewöhnt habe. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, da lediglich eine leichte reaktive depressive
Störung vorliege. Die Beschwerdeführerin stehe in einer psychiatrischen Therapie, die
weitergeführt werde, weitere Massnahmen seien nicht indiziert. Das Gutachten hält
zusammenfassend fest, dass in der angestammten sowie jeder anderen körperlich
leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit gelegentlichen Positionswechseln und ohne
Zwangshaltungen von Kopf oder Wirbelsäule sowie ohne repetitive Bewegungen der
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Arme oberhalb der Horizontale eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% bei
ganztägiger Präsenz mit um 20% reduzierter Leistung aufgrund eines erhöhten
Pausenbedarfs bestehe. Es sei der Beschwerdeführerin somit ein mögliches
Erwerbspensum bis 80% uneingeschränkt zumutbar. Erst bei einem über 80%
hinausgehenden Pensum würde es bei der 80%-igen Zumutbarkeit bleiben. Bei der
Hausarbeit seien der Beschwerdeführerin die gleichen körperlichen Belastungen
zumutbar wie bei ausserhäuslichen Tätigkeiten, wodurch sich eine Einschränkung von
15% ergebe. Tätigkeiten mit übermässiger Belastung von Halswirbelsäule oder
Schultern könnten fraktioniert ausgeführt werden, so dass der erhöhte Pausenbedarf
nur zu einer geringen Leistungseinbusse führe.
B.f Gestützt auf dieses Gutachten erliess die IV-Stelle am 4. Juli 2006 (act. G 4.1/68)
den Vorbescheid, mit dem sie das Begehren abwies, da lediglich ein Invaliditätsgrad
von 7.5% vorliege.
B.g Mit Schreiben vom 22. August 2006 (act. G 4.1/77) nahm die Beschwerdeführerin
Stellung zum Vorbescheid. Sie führte aus, der Inhalt des Gutachtens stimme nicht mit
ihrem tatsächlichen Zustand überein, es sei widersprüchlich, teilweise unvollständig
und mit Sicherheit nicht fachgerecht. Die Schlussfolgerungen seien praktisch nicht
umsetzbar und gingen somit völlig an der Realität vorbei. Beide Ärzte seien nicht auf
ihre Schilderungen eingegangen. Das Gutachten greife die behandelnden Ärzte in
übelster Art an und stelle die Kollektiv-Krankentaggeld-Versicherung in ein schlechtes
Licht. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin von Februar 2005 bis Februar 2006
einen Arbeitsversuch mit stundenweisem Einsatz durchgeführt, wobei kein
befriedigendes Arbeitsresultat habe erzielt werden können. Die Schlussfolgerungen
seien völlig neben der Realität. Sie betrachte sich als Hausfrau zu 20-25% arbeitsfähig,
als Büroangestellte zu 25-30%, wenn sie ihren Willen auf weit über 100% einfahren
lasse. Schliesslich beantrage sie eine Begutachtung bei der BEFAS.
B.h Die IV-Stelle hielt nach Anfrage beim RAD, der die Einwände der
Beschwerdeführerin gegen das Gutachten als nicht haltbar beurteilte (act. G 4.1/78), an
ihrem Entscheid fest und erliess am 13. September 2006 die entsprechende Verfügung
(act. G 4.1/79).
C.
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Gegen diese Verfügung erhebt die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 30.
September 2006 (act. G 1) Beschwerde beim Versicherungsgericht mit dem Antrag, es
sei ihr rückwirkend eine Invalidenrente auszurichten. Zur Begründung bringt die
Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie sei seit Jahren als kaufmännische
Angestellte/Sekretärin erwerbsunfähig. Aus den medizinischen Akten gehe deutlich
hervor, dass sie mehrheitlich zu 100% erwerbsunfähig gewesen sei, den Haushalt
könne sie nur zu einem geringen Teil führen und sie sei auf fremde Hilfe angewiesen.
Die Begutachtung durch das ABI sei sehr unsorgfältig durchgeführt worden. Der
Gutachter greife in seiner Begründung die behandelnden Ärzte an und die ganze
Ärzteschaft werde in ein schlechtes Licht gestellt. Die Gutachterstelle in Basel geniesse
bekanntlich einen sehr schlechten Ruf und sei sowohl im Fernsehen als auch in der
Presse angegriffen worden. Sie akzeptiere diese Gutachterstelle nicht. Im Übrigen fehle
in den Akten der IV-Stelle ein Bericht von Dr. med. F._, Bethanienklinik. Sie habe
einen solchen Bericht verlangt und der Beschwerde beigelegt (act. G 1.44).
D.
Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen
beantragt in der Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2006 (act. G 4) Abweisung der
Beschwerde. Er führt aus, der Umstand, ob eine Gutachterstelle bei der Presse oder
beim Fernsehen einen guten oder schlechten "Ruf" habe, sei für die Beurteilung des
Gutachtens nicht entscheidend. Der Einschätzung des ABI komme ein grosses
Gewicht zu, weil es sich um eine eigens für die IV geschaffene spezialisierte
Gutachterstelle handle. Die Beschwerdeführerin sei dort am 24. April 2006 umfassend
polydisziplinär untersucht worden. Die Arztberichte der Dres. med. C._ und E._
enthielten keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, die im Rahmen der
Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen. Es sei deshalb ohne Abstriche auf das Gutachten abzustellen,
zumal die Beschwerdeführerin keine konkreten Einwände dagegen vorbringe. Der
Bericht der Schmerzklinik Bethanien ändere nichts an dieser Beurteilung, da die dort
bei der Beschwerdeführerin durchgeführte medizinische Behandlung einzig der
Schmerzreduktion gedient habe. Der Bericht enthalte keine Arbeitsfähigkeitsschätzung
und sei daher für die Belange der IV nicht verwendbar. Angesichts des überzeugenden
Gutachtens seien keine weiteren medizinischen Abklärungen mehr vorzunehmen.
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Festzuhalten sei, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten von 85% für den
Haushalt aufgrund der Befundlage überzeugender sei als die anlässlich der
Haushaltsabklärung festgelegte Arbeitsfähigkeit von lediglich 54%. Die
Abklärungsperson habe sich bei der Beurteilung des Haushalts offenbar von der
präsentierten Symptomatik der Beschwerdeführerin beeinflussen lassen. Die
angefochtene Verfügung stelle somit zu Recht ausschliesslich auf das Gutachten ab.
E.
Mit Replik vom 10. November 2006 (act. G 6) hält die Beschwerdeführerin an ihrer
Beschwerde fest. Sie führt aus, die Gutachterstelle werde von der IV finanziert und
habe daher keinen neutralen Anstrich. Das Gutachten sei nicht vollständig, die
Widersprüche habe sie bereits dargelegt und diese seien ziemlich gravierend. Die
Argumentation der IV überzeuge nicht. Die Abklärungsperson habe ohne jegliche
Beeinflussung gearbeitet und ein Protokoll erstellt, um die hausfrauliche Tätigkeit zu
beurteilen. Der Arbeitsplatz sei nicht beurteilt worden. Zusammenfassend sei den
behandelnden Ärzten und den Fachkräften der Schadenabteilung der Kollektiv-
Krankentaggeldversicherung und deren Berichten ein grösseres Gewicht zu schenken
als dem Gutachten. Nach ihrer Berechnung bestehe ein Invaliditätsgrad von 74.20%,
weshalb sie Anspruch auf eine ganze IV-Rente habe.
F.
Am 17. November 2006 (act. G 8) erklärte die Beschwerdegegnerin den Duplikverzicht.

Erwägungen:
1.
Im Streit liegt vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente, der
von der Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 13. September
2006 abgewiesen wurde. Nicht zu entscheiden ist hingegen, ob die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf berufliche Massnahmen nach Art. 15 ff. IVG
hätte.
2.
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2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
3.
3.1 Vorliegend ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin strittig. Die
Beschwerdegegnerin geht gestützt auf das Gutachten des ABI davon aus, dass die
Beschwerdeführerin in einem 50%-Pensum voll arbeitsfähig ist. Die
Beschwerdeführerin macht hingegen geltend, aus den medizinischen Akten gehe klar
hervor, dass sie in ihrer bisherigen Tätigkeit seit Jahren zu 100% arbeitsunfähig sei. Die
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Begutachtung durch das ABI sei sehr unsorgfältig durchgeführt worden und das
Gutachten entspreche nicht den Tatsachen. Beispielsweise sei in den IV-Akten der
Bericht von Dr. med. F._, Privatklinik Bethanien, nicht vorhanden gewesen und somit
von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden. Im Übrigen habe das ABI einen sehr
schlechten Ruf. Die behandelnden Ärzte seien der Meinung, dass ihr eine volle IV-
Rente zustünde.
3.2 Gemäss Gutachten leidet die Beschwerdeführerin an einem chronischen
cervicocephalen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik und einem
chronischen thorakolumbovertebralen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik.
Diese Diagnosen führten zu einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie in einer
adaptierten Tätigkeit von 20%. Dr. med. C._ hingegen attestiert der
Beschwerdeführerin sowohl im Bericht vom 18. Oktober 2004 (act. G 4.1/24) als auch
im Verlaufsbericht vom 7. Dezember 2005 (act. G 4.1/46) eine Arbeitsunfähigkeit von
100%. Dr. med. D._ geht in seinem Bericht vom 11. Oktober 2004 (act. G 4.1/23) von
einer Arbeitsfähigkeit von 50% in der bisherigen wie auch in einer adaptierten Tätigkeit
aus. Weder Dr. med. D._ noch Dr. med. C._ begründen ihre Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit. Sie führen lediglich aus, die Beschwerdeführerin leide bei der Arbeit
vermehrt an Kopf- und Nackenschmerzen. In seinen Berichten an Dr. med. C._ vom
17. August und 7. September 2004 (act. G 4.1/24/19 und 20) teilt Dr. med. D._ im
Übrigen mit, eine organische Ursache für die von der Beschwerdeführerin
angegebenen Schmerzen fehle. Das Gutachten hält fest, die von der
Beschwerdeführerin angegebenen ausgeprägten Schmerzen im Bereich der gesamten
Wirbelsäule liessen sich durch die objektivierbaren Befunde auf somatischer Ebene nur
höchst unvollständig erklären. Es bestünden Anzeichen einer Selbstlimitation, indem
die Beschwerdeführerin auf die erste Aufforderung zur Bewegung von Kopf und
Schultern zurückhaltend reagiert habe, nach leichtester Unterstützung durch den
Gutachter bzw. aktiv-assistierter Vordehnung durch die Beschwerdeführerin selbst
jedoch ein praktisch freier Bewegungsumfang möglich gewesen sei. Im Liegen hätten
sich ausserdem keinerlei Verspannungen der paravertebralen oder der
Nackenmuskulatur palpieren lassen und auch bei ausgiebiger Palpation seien nach
Ablenkung keine Schmerzen angegeben worden. Bei den von der Beschwerdeführerin
angegebenen Beschwerden handle es sich im Wesentlichen um funktionelle
Beschwerden, die nur zu einem geringen Teil auf strukturelle Alterationen zurückgeführt
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werden könnten, so dass dadurch auch nur eine leichtgradige Reduktion der
Arbeitsfähigkeit begründet werden könne. Die Beschwerdeführerin müsse stündlich die
Gelegenheit haben, während etwa zehn Minuten ein Lockerungs- und
Entspannungsprogramm für die Muskulatur von Nacken und Rücken durchzuführen.
Aufgrund dieses erhöhten Pausenbedarfs geht das Gutachten von einer
Arbeitsunfähigkeit von 20% in der Erwerbstätigkeit aus. Im Haushaltsbereich wirke sich
der erhöhte Pausenbedarf bei freier Zeiteinteilung geringer aus, weshalb nur eine
Einschränkung von 15% bestehe. In psychiatrischer Hinsicht diagnostiziert das
Gutachten eine leichte reaktive depressive Störung. Es hält fest, die psychische
Symptomatik sei zu gering, um damit eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründen zu können. Dr. med. E._ diagnostiziert in ihrem Bericht vom 10.
November 2004 (act. G 4.1/25) eine langdauernde depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (reaktiv) sowie eine
posttraumatische Belastungsstörung. Zur Arbeitsfähigkeit macht sie keine Angaben.
Das Gutachten führt aus, zum Zeitpunkt der Begutachtung bestehe nur noch eine
leichtgradige depressive Verstimmung, was wohl als Erfolg der nach wie vor
durchgeführten psychiatrischen Gesprächstherapie anzusehen sei. Eine Fortführung
dieser Therapie erscheine sinnvoll. Die erwähnte posttraumatische Belastungsstörung
werde von Dr. med. E._ in ihrem Bericht nicht näher umschrieben und lasse sich
gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin nicht rekonstruieren. Sie könne daher
nicht bestätigt werden. Im Übrigen fühle sich die Beschwerdeführerin selbst vor allem
aufgrund der körperlichen Beschwerden eingeschränkt, nicht wegen der psychischen
Beschwerden. Dies werde auch dadurch bestätigt, dass sich in den Serumspiegel-
Messungen die verordneten Antidepressiva nicht hätten nachweisen lassen, die
Beschwerdeführerin die Medikamente also offenbar nicht einnehme.
3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten vom 24. Mai 2006 die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf Grund objektiver Befunde aus somatischer
und aus psychiatrischer Sicht feststellt. Es ist für die streitigen Belange umfassend,
beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist
in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, ist in Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und
in den Schlussfolgerungen begründet (vgl. BGE 122 V 160 E. 1c; BGE 125 V 352 E. 3a).
Demgegenüber begründen weder Dr. med. C._ noch Dr. med. D._ ihre
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Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit von 100% bzw. 50%. Dr. med. E._ gibt keine
eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, sie verweist lediglich auf den Arztbericht von Dr.
med. C._. Nach ständiger Rechtsprechung des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) ist überdies stets der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung
in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 17. August 2005 [I 212/05]). Die
Berichte der Dres. med. C._, D._ und E._ sind daher nicht geeignet, das
Gutachten ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Der in den IV-Akten fehlende und von der
Beschwerdeführerin mit der Beschwerde eingereichte Bericht (act. G 1.44) von Dr.
med. F._, Privatklinik Bethanien, vom 28. September 2006 bringt keine weiteren
Erkenntnisse, da er lediglich den Hausarzt der Beschwerdeführerin über die
durchgeführte Schmerzbehandlung im Juli und Oktober 2003 informiert. Aus ihrer in
allgemeiner Form vorgetragenen Kritik am ABI vermag die Beschwerdeführerin
ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Demzufolge ist davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin in Bezug auf ein volles Pensum zumutbarerweise eine
Arbeitsfähigkeit von 80% verwerten könnte.
4.
Bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2003 war die Beschwerdeführerin zu
50% erwerbstätig. Laut eigenen Aussagen wäre sie ohne Gesundheitsschaden auch
weiterhin in diesem Ausmass erwerbstätig. Vorliegend ist daher zur Ermittlung des
Invaliditäsgrades die gemischte Methode anwendbar. Gemäss Gutachten vom 24. Mai
2006 besteht im Erwerbsbereich eine effektive Arbeitsfähigkeit von 80%. Ob im
Haushaltsbereich eine Einschränkung von 46% gemäss Abklärungsbericht oder eine
solche von lediglich 15% gemäss Gutachten besteht, kann vorliegend offen bleiben.
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40% wird jedenfalls nicht erreicht. Auch
nach der vom Bundesgericht verworfenen Methode des Versicherungsgerichts St.
Gallen, wonach, zusätzlich zur Arbeitsunfähigkeit von maximal 23% im
Haushaltsbereich, bei einem 50%-Pensum eine Arbeitsunfähigkeit von 10% in der
Erwerbstätigkeit mit zu berücksichtigen wäre, ergibt sich kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad.
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5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen. Dem Ausgang des Verfahrens gemäss
sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG