Decision ID: 8a20e989-0f09-4dec-9414-61eb0d48df9c
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- am 22. Dezember 2014 der ehemalige Schweizer Honorarkonsul in Hono-
lulu, D., mit einem Bericht von C. vom 7. Dezember 2014 an die Bundesan-
waltschaft gelangte und geltend machte, auf Hawaii seien Kriegsverbrechen
begangen worden;
- gemäss diesem Bericht C. die US-amerikanischen Behörden der Begehung
des Kriegsverbrechens und der Plünderung durch ungerechtfertigte Erhe-
bung von Steuern verdächtigt, da sämtliche vor Ort errichteten Behörden
nach dem Recht des Hawaiischen Königreichs verfassungswidrig seien;
- mit Schreiben vom 21. Januar 2015 B. und dessen Vertreter C. Strafanzeige
bei der Bundesanwaltschaft erhoben und geltend machten, B. sei Geschä-
digter eines Kriegsverbrechens im Sinne von Art. 115 StPO, weil er in den
Jahren 2006-2007 und 2011-2013 ungerechtfertigterweise Steuerabgaben
an die US-amerikanischen Behörden auf Hawaii geleistet habe; B. zudem
Opfer eines Betrugs, begangen durch den Staat Hawaii, sei, indem er ge-
meinsam mit seiner Ehefrau eine Immobilie habe erwerben wollen, was aber
aufgrund der fehlenden Legitimität der staatlichen Behörden Hawaiis zur
Übertragung des Eigentumstitels nicht möglich sei; daher seien die Organe
des Staates von Hawaii, E., F., G. und H. wegen Plünderung des privaten
Eigentums von B. und wegen Betrugs strafrechtlich zur Verantwortung zu
ziehen;
- mit Schreiben vom 22. Januar 2015 zudem C. namens A. an die Bundesan-
waltschaft gelangte und diese aufforderte, ein Strafverfahren gegen I., ehe-
maliger Vorsitzender der Bank J., zu eröffnen und dabei Rechte aus Art. 1
des ungekündigten Freundschaftsvertrages zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und dem damaligen Hawaiischen König vom 20. Juli
1864 geltend machte; diese Anschuldigung aus einer zivilrechtlichen Strei-
tigkeit zwischen A. und der Bank J. herrühren würde; A. Eigentümer eines
Grundstücks auf Hawaii und Hypothekarkreditschuldner der Bank J. gewe-
sen sei; der Eigentumserwerbstitel infolge der illegalen Annexion des König-
reichs Hawaii jedoch nichtig sei, da die örtlichen US-amerikanischen Notare
gar nicht zur Eigentumsübertragung legitimiert gewesen seien; die Bank J.
diesen Umstand nicht erkannt habe und das Haus von A. zur Deckung der
Hypothekarforderung liquidiert hätte, anstatt ihre Rechte aus einer "title in-
surance" geltend zu machen; die Bank daher das Haus von A. geplündert
habe im Sinne des Kriegsvölkerrechts (Verfahrensakten Ordner Lasche 3
und 5);
- 3 -
- die Bundesanwaltschaft am 3. Februar 2015 die Nichtanhandnahme der
Strafanzeigen und Privatklagen gegen I., E., F., G. und H. wegen Kriegsver-
brechen, angeblich begangen auf Hawaii zwischen 2006 und 2013, verfügte
(Verfahrensakten Ordner Lasche 3 = act. 1.1);
- dagegen A. und B. mit Beschwerde vom 31. März 2015 an die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts gelangten und sinngemäss die Aufhebung
der Nichtannahmeverfügung und die Durchführung eines Strafverfahrens
gegen die von ihnen Angezeigten verlangen (act. 1).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-
schwerde nach den Vorschriften der Art. 393 ff. StPO an die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322
Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwer-
deinstanz einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO);
- die Beschwerdefrist bei Beschlüssen oder Verfügungen mit deren Zustellung
an den Adressaten zu laufen beginnt (Art. 384 lit. b StPO);
- die angefochtene Verfügung am 23. März 2015 an den von den Beschwer-
deführern genannten Zustellempfänger zugestellt worden ist (Verfahrensak-
ten Ordner Lasche 3), was von den Beschwerdeführern selbst geltend ge-
macht wird (act. 1 S. 2);
- die zehntägige Frist zur Beschwerdeerhebung mithin am 2. April 2015 abge-
laufen ist;
- die Frist gewahrt ist, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der
Frist der Beschwerdeinstanz, der Schweizerischen Post, einer schweizeri-
schen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder im Falle von in-
haftierten Personen der Anstaltsleitung übergeben worden ist (Art. 91
Abs. 2 StPO);
- bei Benutzung eines privaten Post- oder Kurierdienstes der Zeitpunkt mass-
gebend ist, in dem dieser die Eingabe der Beschwerdeinstanz abgibt (Ent-
scheid des Bundesstrafgerichts BB.2012.155-156 vom 31. Oktober 2012);
- 4 -
- die Zustellung der Beschwerde vorliegend von Honolulu an die Beschwerde-
kammer mit dem privaten Kurierdienst FedEx erfolgte; diese dem Gericht am
8. April 2015 und somit nach Ablauf der zehntägigen Beschwerdefrist über-
geben worden ist (act. 4);
- die Beschwerde daher verspätet eingereicht worden ist, weshalb darauf nicht
einzutreten ist;
- aus diesem Grund auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet
worden ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario);
- bei diesem Ausgang die Beschwerdeführer unter solidarischer Haftung die
Gerichtskosten zu tragen haben (Art. 428 Abs. 1 StPO), wobei die Gerichts-
gebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8
Abs. 1 BStKR).
- 5 -