Decision ID: 550475fc-b139-44f3-91b3-c95f7932ea85
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Dr. iur. Claudia Oesch, c/o Schwager Mätzler Schneider,
Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1944 geborene W._ meldete sich am 22. März 2005 bei der
Invalidenversicherung an. Er gab an, eine Lehre als Verkäufer gemacht und zuletzt als
Betriebssanitäter bei der A._ gearbeitet zu haben. Seit dem 23. September 2002 und
bis auf Weiteres sei er zu 100% arbeitsunfähig. Seit seiner Geburt leide er an
Schwerhörigkeit auf dem linken Ohr, seit ca. fünf Jahren an Schwerhörigkeit auf dem
rechten Ohr und seit ca. zehn Jahren an Rückenproblemen. Seit 1992 und bis heute sei
er wegen all dieser Beschwerden in Behandlung bei Dr. med. B._, ungefähr 1987 sei
er wegen der Schwerhörigkeit von Prof. C._im Kantonsspital St. Gallen behandelt
worden. Zurzeit werde ihm bei der D._ ein Hörgerät angepasst (act. G 9.1/18).
A.b Dr. med. E._, HNO-Klinik, Hals- und Gesichtschirurgie, Kantonsspital St. Gallen,
teilte in der Hörgeräte-Schlussexpertise vom 16. Februar 2006 (act. G 9.1/28) mit, eine
binaurale Versorgung stelle eine adäquatere und suffizientere Versorgung dar, da mit
den binauralen HdO-Geräten nur noch ein Sprachhörverlust von 25db HL bestehe. Auf
Nachfrage der IV-Stelle hielt Dr. med. E._ im Schreiben vom 14. März 2006
(act. G 9.1/33) fest, es würden zwar nicht alle offiziellen Kriterien für eine binaurale
Versorgung erfüllt, er erachte jedoch nur eine binaurale Versorgung als sinnvoll und
gewinnbringend für den Versicherten. Der deutliche Hörgewinn mit der binauralen
Versorgung bestätige diese Einschätzung.
A.c Mit Verfügung vom 22. März 2006 (act. G 9.1/34) erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für ein Hörgerät für das linke Ohr.
A.d Mit Telefonat vom 24. März 2006 teilte der Versicherte mit, er sei mit der
Kostengutsprache nur für ein Hörgerät nicht einverstanden, werde aber noch mit Prof.
C._ vom Kantonsspital St. Gallen Rücksprache nehmen (act. G 9.1/36). Am 19. April
2006 (act. G 9.1/43) erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom
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22. März 2006. Zur Begründung führte er aus, mit einer monauralen Versorgung habe
er grosse Mühe mit dem räumlichen Hören und dem Verstehen und Aufnehmen von
Gesprächen und Geräuschen. Mit der monauralen Versorgung sei er ungenügend
versorgt, nur eine binaurale Versorgung bringe eine einigermassen akzeptable Lösung.
A.e Mit Einspracheentscheid vom 29. September 2006 (act. G 9.1/55) wies der
Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt (SVA) St. Gallen die Einsprache ab. Er
führte aus, die Tatsache, dass die Versorgung mit zwei Geräten statt nur einem für den
Versicherten sinnvoll und gewinnbringend sei, heisse nicht, dass die
Invalidenversicherung diese bestmögliche Versorgung finanzieren müsse. Aufgrund der
Angaben von Prof. C._ stehe fest, dass nicht alle offiziellen Kriterien für eine
binaurale Versorgung erfüllt seien. Die binaurale Versorgung stelle somit keine einfache
und zweckmässige Versorgung dar. Da der Versicherte keiner Erwerbstätigkeit mehr
nachgehe, müsse nicht geprüft werden, ob er beruflich auf eine spezielle Versorgung
angewiesen sei. Dieser Einspracheentscheid erwuchs in Rechtskraft.
B.
B.a Mit Telefonat vom 24. März 2006 erkundigte sich der Versicherte auch nach dem
Stand der Rentenabklärung. Diese war noch nicht erfolgt, da die Anmeldung vom
22. März 2005 als Doppelanmeldung für das Hörgerät missverstanden worden war
(act. G 9.1/36).
B.b Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, teilte mit Arztbericht vom 15. April 2006
(act. G 9.1/42) mit, der Versicherte leide an einem Hörsturz rechts bei bekannter
Ertaubung links bei St. n. Mod. Rad. Operation bei Cholesteatom 1989, an
Diskushernien C3/4 und C4/5, an arterieller Hypertonie bei Dyslipidämie und familiärer
Belastung sowie an einer Depression. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien das seborrhoische
Ekzem, das Ganglion Dip Zehe II rechts und der Nikotinabusus. Seit dem
23. September 2002 sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Der
Gesundheitszustand verschlechtere sich. Das grosse Problem des Versicherten sei,
dass er nicht mehr gut höre, weswegen er stark isoliert sei und auch grosse
Schwierigkeiten am Arbeitsplatz gehabt habe. Hinzugekommen seien Schmerzen im
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HWS-Bereich. Die zunehmende Verschlechterung des Gehörs habe der Versicherte
psychisch nicht ertragen können und sei in eine Depression gefallen. Die Prognose sei
sehr schlecht, das Gehör werde nicht mehr verbessert werden können. Von Seiten der
Depression werde sich zeigen, ob der Versicherte dies akzeptieren könne. Die HWS sei
zurzeit stabil, der Versicherte benötige viel Physiotherapie. Weder die bisherige noch
eine andere Tätigkeit seien dem Versicherten zumutbar, er sei zu 100% arbeitsunfähig.
Dem beigelegten Austrittsbericht der HNO-Klinik, Hals- und Gesichtschirurgie, des
Kantonsspitals St. Gallen ist zu entnehmen, dass der Versicherte vom 24. September
bis 1. Oktober 2004 wegen eines Hörsturzes rechts hospitalisiert war. Trotz
rheologischer Infusionstherapie nach Stennert habe sich keine Verbesserung der
Hörschwelle gezeigt. Der Versicherte sei am rechten Ohr mit einem Im-Ohr-Hörgerät
versorgt gewesen und es sei ihm eine Anpassung des Hörgerätes beim
Hörgeräteakustiker empfohlen worden. Vom 24. September bis 8. Oktober 2004 wurde
dem Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
B.c Die A._ führte im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 3. Mai 2006
(act. G 9.1/47) aus, der Versicherte sei vom 1. Dezember 1987 bis 31. März 2003 als
Betriebssanitäter bei ihr beschäftigt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei vom
Arbeitgeber mittels vorzeitiger Pensionierung aufgelöst worden. Bei einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 41 Stunden habe der Versicherte seit dem 1. Januar
2003 Fr. 78'520.-- pro Jahr verdient, ohne Gesundheitsschaden würde der Jahreslohn
zum aktuellen Zeitpunkt Fr. 82'185.-- betragen.
B.d Gemäss Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 23. Juni 2006
(act. G 9.1/51) geht der Versicherte keiner wirtschaftlichen Tätigkeit mehr nach und hat
auch keinen Aufgabenbereich. Bei der A._ sei er aus reinem Mobbing entlassen
worden, weil er die Intrigenspiele der Mitarbeitenden nicht verstanden und nicht
mitgemacht habe. Die Entlassung hänge auch mit seiner Schwerhörigkeit zusammen,
ihm sei vorgeworfen worden, dass er nicht teamfähig sei. Seine Aufgaben als Sanitäter
habe er all die Jahre ohne Schwierigkeiten und ohne Reklamationen zur Zufriedenheit
aller ausgeübt und könnte dies heute noch. Eine andere Tätigkeit komme nicht in
Frage, weil er in den letzten Jahrzehnten nichts anderes mehr gearbeitet habe.
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B.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz hielt in seiner Stellungnahme vom
6. Oktober 2006 (act. G 9.1/56) fest, schweres Heben, Tragen und Transportieren von
Lasten sowie das Verharren in Zwangshaltungen sollten vermieden werden. Zudem
könnten aufgrund der Hörminderung keine Anforderungen an komplexe kommunikative
Tätigkeiten gestellt werden. Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne
Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, ohne Verharren in Zwangshaltungen,
ohne Armvorhalte und Überkopfarbeiten und ohne Anforderung an erfolgsorientierte
Tätigkeiten mit hohem Kommunikationsbedarf wären dem Versicherten medizinisch
theoretisch noch zumutbar.
B.f Gestützt auf diese Stellungnahme und den Abklärungsbericht wies die IV-Stelle mit
Verfügung vom 1. Dezember 2006 (act. G 9.1/61) den Rentenanspruch ab. Zur
Begründung führte die IV-Stelle aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass die A._
den Versicherten auf den 31. März 2003 vorzeitig pensioniert habe. Diese
Pensionierung sei aus invaliditätsfremden Gründen erfolgt und es wäre dem
Versicherten daher weiterhin zumutbar, als Betriebssanitäter tätig zu sein. Dabei würde
er keine Erwerbseinbusse erleiden.
C.
Gegen diese Verfügung erhebt W._ mit Schreiben vom 13. Januar 2007 (act. G 1)
Beschwerde. Zur Begründung führt er aus, die frühzeitige Pensionierung sei aufgrund
der Kündigung wegen mangelnder Teamfähigkeit per 31. Dezember 2002 erfolgt, da es
wegen des sich mehr und mehr verschlechternden Gehörs für ihn immer schwieriger
geworden sei, mit den Leuten zu kommunizieren. Hätte er der vorzeitigen
Pensionierung nicht zugestimmt, wären seine finanziellen Verhältnisse in dieser Zeit
noch prekärer geworden. Es lägen sehr wohl Invaliditätsgründe vor und seit dem
23. September 2002 bestehe eine ärztlich ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit. Die
Abklärungen der IV-Stelle seien nie in medizinischen Belangen geführt worden,
weshalb die Einschätzung, eine weitere Tätigkeit als Betriebssanitäter wäre zumutbar,
eine krasse Fehleinschätzung sei. Mit Beschwerdeergänzung vom 15. Februar 2007
(act. G 6) beantragt Rechtsanwalt lic. iur. Philipp Geertsen für den Betroffenen, die
Verfügung vom 1. Dezember 2006 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht davon
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aus, dass die vorzeitige Pensionierung aus invaliditätsfremden Gründen erfolgt und
dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Betriebssanitäter weiterhin zumutbar sei.
Bereits in den Jahren 1999 bis 2003 sei der Beschwerdeführer infolge seiner
gesundheitlichen Beeinträchtigungen oft krank und in seiner Leistungsfähigkeit
beeinträchtigt gewesen. Ab dem 23. September 2002 sei er krankheitsbedingt nicht
mehr in der Lage gewesen, seiner bisherigen Tätigkeit nachzugehen. In den Jahren
2002 und 2003 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter
verschlechtert. Da der Beschwerdeführer krankheitsbedingt seinen Arbeitspflichten und
der geforderten Leistungsfähigkeit nicht mehr habe gerecht werden können, habe ihm
die Arbeitgeberin per Mai 2002 den Jahreslohn gekürzt und schliesslich per
31. Dezember 2002 gekündigt. Der Beschwerdeführer habe schliesslich wenigstens
noch erreichen können, dass die Arbeitgeberin auf eine Kündigung verzichtete und die
Auflösung des Arbeitsverhältnisses mittels vorzeitiger Pensionierung vorgenommen
worden sei. Diese sei somit nicht aus invaliditätsfremden Gründen, sondern
krankheitsbedingt erfolgt. Aufgrund des bestehenden Krankheitsbildes sei dem
Beschwerdeführer die Tätigkeit als Betriebssanitäter nicht mehr möglich gewesen. Die
Auffassung der Beschwerdegegnerin, die Tätigkeit als Betriebssanitäter sei dem
Beschwerdeführer weiterhin zumutbar, sei völlig unverständlich und stehe im klaren
Widerspruch zur medizinischen Aktenlage, insbesondere auch zu den Feststellungen
des RAD. Da die vorzeitige Pensionierung invaliditätsbedingt erfolgt sei, sei für den
Einkommensvergleich der zuletzt erzielte Verdienst für die Bestimmung des
Valideneinkommens massgeblich. Dabei sei zu berücksichtigen, dass dem
Beschwerdeführer infolge seiner gesundheitlichen Beschwerden ab Mai 2002 der Lohn
gekürzt worden sei. Massgeblich sei somit das ohne gesundheitliche Beschwerden
erzielbare Einkommen von Fr. 84'499.80. In Bezug auf das Invalideneinkommen sei
festzuhalten, dass im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdegegnerin keine
wirtschaftlich verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr bestehe, sondern eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vorliege, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente habe.
D.
Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2007
(act. G 9) Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, die Kündigung bei der A._ sei
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offensichtlich aus disziplinären und nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Der
Beschwerdeführer sei erst einen Monat nach der Kündigung von seinem Hausarzt
100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Es sei nicht davon auszugehen, dass eine
Person, welche zu viele Schwatzpausen halte, in der Kommunikation eingeschränkt sei.
Zudem habe er sich erst ein Jahr nach der Kündigung ein Hörgerät anpassen lassen.
Der Beschwerdeführer sei als nicht erwerbstätig zu betrachten, da er eine frühzeitige
Pensionierung gewünscht und sich nicht beim RAV gemeldet bzw. keine Arbeitsstelle
mehr gesucht habe. Zudem habe er erst im März 2006 ein ausdrückliches
Rentengesuch gestellt. Dies sei ein weiteres Indiz dafür, dass in den Jahren 2002 und
2003 keine Invalidität vorgelegen habe. Da der Beschwerdeführer seit bald fünf Jahren,
also im Zeitpunkt des Eintritts einer allfälligen Invalidität, nicht mehr erwerbstätig sei,
sei für die Bemessung der Invalidität darauf abzustellen, in welchem Masse er
behindert sei, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Aus dem
Abklärungsbericht gehe hervor, dass der Beschwerdeführer in seinem Tagesablauf
nicht gross eingeschränkt sei. Eine Invalidität liege offensichtlich nicht vor. Im Übrigen
hätte der Beschwerdeführer auch dann keinen Anspruch auf eine Rente, wenn er als
Erwerbstätiger zu betrachten wäre. Die bis 2002 ausgeübte Tätigkeit bei der A._ sei
keine schwere Tätigkeit gewesen, ein Betriebssanitäter versorge nur kleinere
Verletzungen eigenständig, für ernsthafte Fälle sei der normale Rettungsdienst
zuständig. Alle Aufgaben eines Betriebssanitäters, wie die Säuberung betrieblicher
Rettungsmittel, Desinfektion und Kontrolle der sachgerechten Aufbewahrung des
Erste-Hilfe-Materials, seien dem Beschwerdeführer auch jetzt noch uneingeschränkt
zumutbar. Da die Auslastung des Betriebssanitäters allgemein gering sei, weil Unfälle
und Erkrankungen glücklicherweise selten seien, müsse der Betriebssanitäter auch
andere Aufgaben übernehmen. Der Beschwerdeführer habe neben administrativen
Arbeiten am PC noch verschiedene Aufgaben wie Pensioniertenbetreuung, Kontrolle
der Schliesssysteme etc. gehabt. Auch diese Aufgaben wären ihm jetzt noch
vollumfänglich zumutbar.
E.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hält mit Replik vom 3. Mai 2007 (act. G 12)
an seinen Anträgen fest. Der Beschwerdeführer habe bereits vor dem 23. September
2002 an einem Hörsturz rechts bei Ertaubung links, an Schmerzen im HWS-Bereich,
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Kopfschmerzen sowie an Depressionen gelitten. Nach ärztlichen Angaben sei der
Beschwerdeführer namentlich wegen der schweren Hörbeeinträchtigung bei seiner
Arbeit stark isoliert gewesen. Trotz seines Hörgerätes sei der Beschwerdeführer
erheblich in seiner Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt und habe nicht mehr als
Betriebssanitäter arbeiten können. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei
nachweislich aus krankheitsbedingten Gründen erfolgt, was auch aus der Verwarnung
des Arbeitgebers vom 12. November 2001 hervorgehe, worin vor allem die
gesundheitlich bedingte beeinträchtigte Kommunikationsfähigkeit kritisiert worden sei.
Im Übrigen sei auch die Pensionskasse von A._in ihrem Schreiben vom 2. Mai 2003
(act. G 6.1) davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer invalid sei. Entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin seien die schweren Rückenbeschwerden und die
dadurch erheblich beeinträchtigte Leistung klar ausgewiesen. Selbst die
Stellungnahme des RAD bestätige diese Auffassung. Die Beschwerdegegnerin gehe im
Widerspruch zur vorhandenen Aktenlage davon aus, dass der Beschwerdeführer die
Tätigkeit als Betriebssanitäter hätte weiterführen können und behaupte, das Gehör
spiele dabei keine Rolle. Dem Beschwerdeführer sei aufgrund seiner gesundheitlichen
Beeinträchtigungen jedoch nicht nur die verbale Kommunikation mit dem Patienten,
sondern auch die Benützung wichtiger medizinischer Geräte nicht mehr möglich
gewesen. Auch an Aus- und Weiterbildungen habe er wegen der gesundheitlichen
Probleme nicht mehr teilnehmen können. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass
sich die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auf behauptete Indizien
stütze, die weder aktenkundig oder IV-rechtlich für die Bestimmung des
Rentenanspruchs relevant seien. Ihrer Auffassung könne deshalb nicht gefolgt werden.
F.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Mitteilung vom 9. Mai 2007 (act. G 14) auf eine
Duplik.
G.
Mit Schreiben vom 26. September 2007 (act. G 17) reicht RA lic. iur. Philipp Geertsen
für den Beschwerdeführer ein Schreiben von Dr. med. F._, Leitender Arzt am Institut
für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen, vom 22. August 2007 (act. G 17.1), sowie
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einen ärztlichen Bericht des Royal Cornwall Hospitals vom 19. Juni 2007 (act. G 17.2)
ein. Dr. med. F._ bestätige, dass der Beschwerdeführer an erheblichen
gesundheitlichen Beschwerden im Rücken- und Wirbelsäulenbereich leide und
insbesondere durch die Parästhesien links in seinem Leistungsvermögen beeinträchtigt
sei. Die Ärzte des Royal Cornwall Hospital hätten beim Beschwerdeführer eine
Crescendo Angina diagnostiziert, die schon länger bestehe. Die Häufigkeit der
entsprechenden Anfälle, ihre Dauer und Schmerzstärke nehme zu, womit es sich um
eine schwerere Variante der Angina pectoris handle. Diese Krankheit beeinträchtige
das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers zusätzlich und es seien ihm deshalb
keine körperlichen Anstrengungen, wie sie im Rahmen einer Tätigkeit als
Betriebssanitäter regelmässig anfielen, mehr zumutbar.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 1. Dezember 2006, mithin vor dem
1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE 121 V 366 E. 1b).
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Ist die versicherte Person vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, gilt nach Art. 8 Abs. 3 ATSG
die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität.
2.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
3.
3.1 Strittig sind vorliegend die Arbeitsfähigkeit und der Status des Beschwerdeführers.
Die Beschwerdegegnerin geht in ihrer Verfügung vom 1. Dezember 2006 (act. G 9.1/61)
davon aus, der Beschwerdeführer wäre als Betriebssanitäter weiterhin zu 100%
arbeitsfähig. Als Pensionär sei er in seinem Aufgabenbereich nicht rentenbegründend
eingeschränkt. Sie stützt sich dabei auf den Abklärungsbericht vom 23. Juni 2006
(act. G 9.1/51), den der Beschwerdeführer am 24. Juli 2006 unterschriftlich bestätigt
hat, und auf die Stellungnahme des RAD vom 6. Oktober 2006 (act. G 9.1/56), wonach
dem Beschwerdeführer leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne
Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, ohne Verharren in Zwangshaltungen,
ohne Armvorhalte und Überkopfarbeiten und ohne Anforderung an erfolgsorientierte
Tätigkeiten mit hohem Kommunikationsbedarf dem Beschwerdeführer noch zumutbar
wären.
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3.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber, insbesondere gestützt auf die
Arztberichte von Dr. med. B._ vom 15. April 2006 (act. G 9.1/42) und 17. Januar 2007
(act. G 1.2), geltend, er sei seit dem 23. September 2002 zu 100% arbeitsunfähig.
3.3 Dr. med. B._ attestiert dem Beschwerdeführer in den Arztberichten vom 15. April
2006 und 17. Januar 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% wegen Schwerhörigkeit,
Rückenproblemen, arterieller Hypertonie und Depression. In den mit Schreiben vom
26. September 2007 (act. G 17) nachgereichten ärztlichen Berichten von Dr. med. F._
(act. G 17.1) und der Royal Cornwall Hospitals (act. G 17.2) werden dem
Beschwerdeführer Rückenprobleme sowie eine seit längerem bestehende Crescendo
Angina attestiert. Zu Auswirkungen dieser Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers äussern sich diese nachgereichten Berichte nicht. Eine
überzeugende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner
angestammten sowie in einer adaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung aller geltend
gemachten gesundheitlichen Einschränkungen, auch der gemäss Bericht der Royal
Cornwall Hospitals seit längerem bestehenden Crescendo Angina, liegt somit nicht vor.
Die Stellungnahme des RAD kann diesem Mangel nicht abhelfen, zumal seine
Beschreibung einer adaptierten Tätigkeit so viele Einschränkungen enthält, dass nicht
klar ist, ob auf dem für die Invaliditätsbemessung massgeblichen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt eine solche Tätigkeit überhaupt vorhanden wäre. Die
Beschwerdegegnerin hat daher entsprechende polydisziplinäre medizinische
Abklärungen nachzuholen.
3.4 Ebenfalls abzuklären hat die Beschwerdegegnerin sodann den Status des
Beschwerdeführers. Allein die Tatsache, dass die Kündigung auf Wunsch des
Beschwerdeführers in eine vorzeitige Pensionierung umgewandelt wurde, rechtfertigt
nicht die Einstufung als Nichterwerbstätiger. Das Anstellungsverhältnis wurde nach der
Krankschreibung im September 2002 immerhin bis 31. März 2003 für sechs Monate
erstreckt (vgl. IV-act. 47). Die Begründung des Beschwerdeführers, dass er aus
wirtschaftlichen Gründen die Umwandlung der Kündigung in eine vorzeitige
Pensionierung wünschte, ist angesichts der Lage auf dem realen Arbeitsmarkt
nachvollziehbar. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer seither keine
Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat, rechtfertigt eine Einstufung als
Nichterwerbstätiger nicht, zumal sich der Beschwerdeführer offensichtlich subjektiv
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nicht arbeitsfähig fühlte. Wesentlich für die Qualifikation als Erwerbstätiger oder
Nichterwerbstätiger ist, ob der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden noch
erwerbstätig wäre oder nicht. Gemäss eigenen Angaben ginge der Beschwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden weiterhin der Tätigkeit als Betriebssanitäter nach. Es
erscheint nicht von vornherein unplausibel, dass der Beschwerdeführer bis zum
ordentlichen Rentenalter weitergearbeitet hätte. Dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers bereits seit 2001 eine AHV-Rente bezieht, widerlegt die Angaben
des Beschwerdeführers nicht. Es kommt allein schon aufgrund des noch tieferen AHV-
Rentenalters der Frauen öfter vor, dass eine Frau bereits eine AHV-Rente bezieht,
während ihr Ehemann noch erwerbstätig ist. Konkret ist die Ehefrau zudem erheblich
älter als der Beschwerdeführer. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer erst im März
2006 ein ausdrückliches Rentengesuch stellte, lässt ebenfalls nicht den Schluss zu,
dass er im Gesundheitsfall nicht mehr erwerbstätig wäre.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 1. Dezember 2006
aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es wird zweckdienlich sein,
vor allem beim Personaldienst des ehemaligen Arbeitgebers zusätzlich Informationen
einzuholen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr
von
Fr. 600.-- als angemessen. Da die Rückweisung zur Neubeurteilung praxisgemäss als
volles Obsiegen gilt (ZAK 1987 S. 268 E. 5a), ist die Gerichtsgebühr der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG erscheint eine
bis
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Entschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG