Decision ID: 0038f6a6-7ad0-4879-abf9-4840f24509df
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1968 geborene X._ war seit 1. Mai 2013 bei der Y._ als Hauswart angestellt und damit bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Unfallmeldung vom
13. August 2015 wurde der Suva angezeigt, dass
X._
am 1. Oktober 2014
einen Zeckenbiss erlitten habe (Urk. 8/1). Die Suva holte einen Formular
bericht des behandelnden Dr. med.
Z._
, Arzt für Allgemeinmedizin, ein (Urk. 8/
7) und legte das Zeugnis ihrem Arbeitsmediziner Dr. med. A._,
Facharzt Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin FMH, vor (Urk. 8/9). Mit Schrei
ben vom 21. Oktober 2015 verneinte sie einen Anspruch auf Versicherungs
leis
tungen mit der Begründung, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kau
sal
zusammenhang zwischen Zeckenbiss und den Beschwerden bestehe (Urk. 8/11). Am 17. November 2015 erliess sie eine entsprechende Verfügung (Urk. 8/23). Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 24. Novem
ber 2015 (Urk. 8/25) sowie die vorsorgliche Einsprache der Helsana Versicherungen AG
(Urk. 8/27) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 5. April 2016 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 3. Mai 2016 Beschwerde mit folgenden An
trägen (Urk. 1 S. 2):
„1.
Der Einspracheentscheid vom 5. April 2016 und die SUVA-Verfügung vom 17. November 2015 seien aufzuheben, die Sache sei zur ergänzenden Sachverhaltsdarstellung und neuen Entscheiden an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.
Der Einspracheentscheid vom 5. April 2016 und die SUVA-Verfügung vom 17. November 2015 seien aufzuheben und es seien dem Versicherten die gesetzlichen Leistungen zu gewähren.
3.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Verfahrensanträge:
4.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
“
Die Suva schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2016 (Urk. 7) auf Ab
weisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 16. Juni 2016 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Mit Eingabe vom 23. November 2016 (Urk. 10)
äusserte sich der Beschwerdeführer unaufgefordert erneut zur Sache und reichte einen Bericht von Dr. Z._ vom 2. November 2016 (Urk. 11) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber
2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das
hier zu be
urteilende Ereignis datiert vom 1. Oktober 2014
, weshalb die bis
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung erfüllt der Zeckenbiss sämtliche Merkmale des Unfall
begriffs gemäss Art. 4 ATSG, wobei m
assgebend ist, ob aufgrund der fach
ärztlichen Stellungnahmen darauf geschlossen werden kann, dass im Zeitpunkt der vorhandenen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die Gesundheitsschädigung bewirkt hat
.
Der erfolgte Kontakt mit dem Borreliose-Erreger kann mit serologischen Unter
such
ungen belegt werden; indessen genügen diese nicht für den Schluss auf eine daraus entstandene Lyme-Borreliose. Deren Diagnose - gleich welchen Stadiums - setzt ein entsprechendes klinisches Beschwerdebild
(Müdigkeit, Malaise, Kopf
schmerzen, Schlafstörungen, Fieber, Arthralgien, Myalgien, Heiserkeit, Nausea, Erbrechen, Konjunktivitis, Gewichtsverlust, Diarrhöe)
und den Ausschluss von Differentialdiagnosen voraus, wobei je nach Krankheitsstadium ein patholo
gi
scher laborchemischer Test die Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöhen kann. Ebenso hilfreich können bei rückblickender Einschätzung der Verlauf und die Ergebnisse einer Therapie sein. Weitere Indizien sind denkbar (Urteil
des Bun
des
gerichts 8C_831/2016 vom 7. März 2017 E. 2.2 mit Hinweisen).
E
ine Neuroborreliose
gilt
als wahrscheinlich, wenn neben dem typischen klini
schen Bild Borrelien-spezifische IgG- und/oder IgM-Antikörper im Serum und
ein positiver Liquorbefund mit lymphozytärer Pleozytose, Blut/Liquorschran
ken
störung und/oder intrathekaler Immunglobulinsynthese vorhanden sind; zudem müssen andere Ursachen für die Symptomati
k ausgeschlossen werden können
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 77/05 vom 22. August 2005
E. 3.2 mit Verweis auf
die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur Neuroborreliose der Wissenschaftlichen Me
dizinischen Fachgesellschaften AWMF).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2
)
die Verweigerung von Leistungen aus der obligatorischen Unfallver
si
cherung damit, dass
die Unfallkausalität in Bezug auf die Diagnose einer Lyme- bzw. Neuroborreliose als wahrscheinlich zu sehen sei, wenn neben dem typi
schen klinischen Bild borrelienspezifische IgG- und/oder IgM-Antikörper im Serum und ein positiver Liquorbefund mit lymphzytärer Pleozytose, Blut/
Liquorschrankenstörung und/oder intrathekaler Immunglobulinsynthese vor
handen
seien. Zudem müssten andere Ursachen für die Symptomatik ausge
schlossen werden können (S. 3). Vorliegend seien weder die Umstände noch der genaue Zeitpunkt des nachträglich geltend gemachten Zeckenbisses näher doku
mentiert, weshalb es sich dabei um eine blosse Vermutung handle. Da das Arztzeugnis vom 13. Oktober 2015 das einzige medizinische Dokument dar
stelle, worin ein Zeckenbiss erwähnt und eine Lyme-Borreliose diagnostiziert werde, sei davon auszugehen sei, dass sich der Beschwerdeführer neun Monate nach dem fraglichen Ereignis zum ersten Mal überhaupt in ärztliche Behand
lung begeben habe (S. 5). Die vom behandelnden Arzt erhobenen Befunde
„Schwächezustand und Schmerzustand“ seien unspezifische Beschwerden, welche
keine Lyme-Borreliose nachzuweisen vermöchten. Der natürliche Kausalzu
sammen
hang zwischen den gemeldeten Körperbeschwerden und dem zeitlich nicht genau bestimmbaren Ereignis sei mit überwiegender Wahrscheinlich nicht ausgewiesen, weshalb die Leistungspflicht zu verneinen sei (S. 6).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen (Urk. 1), er betreibe in seiner Freizeit intensiv Langstreckenlauf mit Wettkämpfen (5-6 Trainings pro Woche und 1-2 Wettkämpfe pro Monat). Nach einem Training habe er eine Zecke in der Leis
tengegend gefunden, die er entfernt habe. Im Frühjahr 2015 seien dann starke Grippesymptome mit Gelenksschmerzen in den Hüften und starker Kopf
schmerz
druck im Hinterkopf aufgetreten (S. 2). Er sei sehr geschwächt gewe
sen und habe nur mit Mühe seiner Arbeitstätigkeit nachgehen können. Aus diesem Grund habe er seinen Sportarzt Dr. B._ aufgesucht, der nach Unter
suchungen eine dreimonatige Schonung ohne Training empfohlen habe. Nach
dem die Beschwerden persistiert hätten, habe er Dr. Z._ aufgesucht, welcher eine Lyme-Borreliose sowie ein postinfektiöses Burn-out diagnostiziert und ihn während mehreren Monaten behandelt habe. Unterdessen sei er beschwerdefrei (S. 3 f.).
Die Abklärungspflicht sei durch die Beschwerdegegnerin verletzt worden, da sie sich einzig auf die Einholung eines handschriftlich ausgefüllten Formularzeug
nisses von Dr. Z._ beschränkt habe. Zumindest hätte sie ausführliche Berichte von Dr. B._ und Dr. Z._ mit Angaben zu den Befunden, einen aus
führ
li
chen Beschwerdebeschrieb und auch die Laborergebnisse der von beiden
Ärzten getätigten Untersuchungen beiziehen müssen. Die Akteneinschätzung de
s Suva-Arztes Dr. A._ sei damit gestützt auf einen ungenügend erhobe
nen Sach
verhalt erfolgt, und damit nicht verwertbar (S. 4; vgl. auch Urk. 10).
3.
Streitig und zu prüfen ist, ob
der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2014
einen Zeckenstich erlitten hat, auf den
seine
gesundheitlichen Beschwerden natürlich und
bejahendenfalls
adäquat kausal zurückzuführen sind
.
3.1
Dem Arztzeugnis UVG des erstbehandelnden Dr.
Z._
(vgl. Schadenmeldung Urk. 8/1
Ziff. 11) vom 13. Oktober 2015 kann entnommen werden, dass die Erstbehandlung am 21. Juli 2015 stattgefunden hat. Als Erstbefund führte er einen Schwächezustand und einen Schmerzustand auf. Unter Angaben des Patienten zu Unfallhergang und Beschwerden wies der Arzt auf Schmerzen, Leistungsverlust und neurologische Störungen hin und hielt fest, es bestünden keine Informationen über den genauen (Unfall-) Zeitpunkt. Als objektiver Befund nach erfolgter Laboruntersuchung bestehe der Verdacht auf eine neu
rologische Störung durch eine Borrelien-Infektion bei positivem IgM und IgG (Immunglobulin). Als Diagnose nannte er eine Lyme-Borreliose und ein postin
fektiöses Burnout und erwähnte eine komplementärmedizinische Behandlung mittels Hormontherapie, initial eine antibiotische Behandlung. Es wurde ange
geben, ein Behandlungsabschluss sei nicht absehbar und eine Arbeitsun
fähig
keit bestehe nicht (Urk. 8/7).
3.2
Der Arbeitsmediziner der Beschwerdegegnerin, Dr. A._, befand im Bericht vom 31. März 2015 gemäss Arztzeugnis UVG seien Beschwerden vorliegend, bei denen eine Borreliose als Ursache auch bei einer positiven Serologie (gemäss Arztzeugnis positives Resultat für IgG und IgM) nicht wahrscheinlich sei. Positive Laborresultate seien in der Allgemeinbevölkerung relativ häufig zu finden und reichten nicht aus, um eine Borreliose als Ursache der hier aufge
führten, unspezifischen Beschwerden wahrscheinlich zu machen (Urk. 8/9).
3.3
Dr. Z._ berichtete am 2. November 2016 zu Händen der Rechtsvertreterin, der Beschwerdeführer habe ihn erstmals am 21. Juli 2015 in seiner Praxis aufge
sucht. Damals habe er folgende Vorgeschichte angegeben: Er habe immer viel Sport betrieben, auch Fitnesstraining zum Muskelaufbau. Seit dem Jahr 2008 bestehe ein deutlicher Leistungseinbruch mit vorzeitiger körperlicher und geisti
ger Erschöpfung. Es bestünden muskuläre Schmerzen und eine Einschränkung der mentalen Leistungsfähigkeit.
Es seien ihm (Dr. Z._) Vorbefunde des Kollegen Dr. B._ aus den Jahren 2011 bis 2015 vorgelegt worden. Auffälliger Befund hierin sei die Dokumen
ta
tion eines körperlichen Belastungstests mit Abbruch wegen vorzeitiger körper
licher Erschöpfung vom 23. September 2011. Die — aktuelle —Konsultation sei mit der Fragestellung einer weiteren ganzheitlichen allgemeinmedizinischen Abklärung erfolgt, nachdem die diagnostischen und therapeutischen Mass
nah
men nicht zu einer nennenswerten Verbesserung der Krankheitserscheinungen geführt hätten.
Dr. Z._ hielt fest, dass Erkrankungen mit chronifiziertem Verlauf in aller Regel multikausal verursacht seien. Es habe eine Beurteilung unter der Summation der Wechselwirkungen einzelner Ursachen zum momentanen Gesamtzustand des Patienten zu erfolgen.
Anhand der vorliegenden Befunde könnten folgende Fakten als mitursächlich für das zum damaligen Zeitpunkt bestehende Krankheitsbild angesehen werden:
-
Hormonelle Dysfunktion mit starkem Testosteron-Mangel
-
Chronische bakterielle Kieferostitis bei sanierungsbedürftiger Zahnsituation
-
Zustand nach Borrelia-burgdorferi-lnfektion nach Zeckenbiss im Oktober 2014.
Eine Borrelien-Infektion durch Zeckenbiss im
Oktober 2014 könne als gesichert
gelten
und die Behandlungs- und Folgekosten seien durch die Suva versichert (Urk. 11).
4.
4.1
Nach Lage der Akten leidet der Beschwerdeführer bereits seit dem Jahr 2008 unter einer deutlichen Leistungseinbusse mit vorzeitiger körperlicher und geistiger Erschöpfung, muskulären Schmerzen und Einschränkungen der men
talen Leistungsfähigkeit, wobei in diesem Zusammenhang auch auf einen körper
lichen Belastungstest vom 23. September 2011 mit Abbruch wegen vor
zei
tiger körperlicher Erschöpfung hingewiesen wurde (E. 3.3 hiervor). Den An
ga
ben des Beschwerdeführers zufolge bemerkte er den Zeckenstich am 1. Okto
ber
2014, als er nach einem Training eine
Zecke in der Leistengegend
entfernte. Im
Frühjahr 2015 habe er dann starke Grippesymptome mit Gelenksschmerzen in de
n Hüften und
einen starken
Kopfschmerzdruck im Hinterkopf
verspürt (E. 2.2). Als erstbehandelnder Arzt wurde Dr. Z._ angegeben (Urk. 8/1 Ziff. 4 und Ziff. 11), welcher den Beschwerdeführer erstmals am 7. Juli 2015, mithin mehr als neun Monate nach dem fraglichen Ereignis behandelte (E. 3.3). Weitere Angaben zum Vorfall sind nicht aktenkundig und es liegen insbesondere auch keine echtzeitlichen Arztberichte oder anderweitige Unterlagen vor, die den Ereignishergang bestätigen könnten. Die im Bericht von Dr. Z._ vom
2. November 2016 erwähnten und in Kopie beigefügten „aussagekräftigen med
i
zinischen Befunde“ sowie die zugestellten Vorbefunde von Dr. B._ reichte der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer nicht ein. Dies schadet jedoch nicht, wie sich im Folgenden zeigt.
4.2
Auch wenn die von Dr. Z._ erwähnten „aussagekräftigen medizinischen Be
funde“ (vgl. Urk. 11 S. 2) nicht aktenkundig sind, darf aufgrund der von ihm
geschilderten serologischen Erhebungen angenommen werden, dass der Beschwer
deführer in Kontakt kam mit Borreliose-Erregern. Dies allein genügt rechtsprechungsgemäss jedoch nicht, um auf eine daraus entstandene Lyme-Borreliose zu schliessen (E. 1.4 hievor).
Der behandelnde Dr. Z._ äusserte zunächst lediglich einen Verdacht auf eine Störung durch Borreliose-Infektion und erwähnte daneben ein postinfektiöses Burn-Out (E. 3.1). Im Bericht vom 2. November 2016 nannte er einen Zustand
nach Borrelia-burgdorferi-Infektionen nach Zeckenbiss im Oktober 2014, welche
Formulierung für sich allein
keine hinreichende
Aussage zur Frage der Kau
sa
lität, sondern
nur eine anamnestische Feststellung liefer
t (Urteil des Bundes
ge
richts
U 263/06
vom
23. Juli 2007
E. 4.2
). Dr. Z._ legte nicht nachvollziehbar dar, welche Erkenntnisse seine anfängliche Verdachtsdiagnose ausräumten und weshalb er später die Borrelien-Infektion als gesichert erachtete. Im Weiteren ging er selbst davon aus, dass Erkrankungen mit chronifiziertem Verlauf, worun
ter er offenbar die vom Beschwerdeführer geklagten fasste, in der Regel multi
kausal verursacht seien. Dementsprechend führte er neben der Borreliose-Infektion auch eine hormonelle Dysfunktion mit starkem Testosteron-Mangel und eine chronische bakterielle Kieferostitis bei sanierungsbedürftiger Zahnsi
tua
tion als Fakt für das bestehende Krankheitsbild an. Mithin schliesst er eine mögliche Differenzialdiagnose ausdrücklich nicht aus, was rechtsprechungs
ge
mäss Voraussetzung zur Bejahung der Kausalität wäre (E. 1.4 hievor).
Im Weiteren fällt ins Gewicht, dass sich Dr. Z._ auf eine anfängliche Behand
lung mit Antibiotika, wie sie für die Borreliose üblich ist, beschränkte. Hernach therapierte er den Beschwerdeführer - erfolgreich, wie dieser darlegte, so dass er die fast täglichen Trainings für Langstreckenlauf und entsprechende Wettkämp
fen wieder aufnehmen konnte (Urk. 1 S. 2 unten und S. 3 oben) - mit Hor
mo
nen und einer komplementär-medizinischen Behandlung weiter (E. 3.1). Dies
lässt unwahrscheinlich erscheinen, dass die beklagten Beschwerden auf die Lyme-
Borreliose zurückzuführen sind.
4.3
Bei gegebener Aktenlage ist damit zu schliessen, dass der Beschwerdeführer bei positiver serologischem Befund zwar zu irgend einem Zeitpunkt
eine B
orrelien-Infektion erworben hat, sich aber der Zeitpunkt mangels echtzeitlicher klini
scher Befunderhebungen nicht mehr bestimmen lässt. Sodann beklagte er sich bereits im Jahr 2008 — mithin Jahre vor der Aufnahme der Tätigkeit als Haus
wart bei der Y._ am 1. Mai 2013 und vor dem fraglichen Ereignis vom 1. Oktober 2014 — über körperliche und geistige
Erschöpfung
szustände
,
sowie muskuläre
Schmerzen und Einschränkungen der mentalen Leistungsfähigkeit
, wie sie auch gegenüber Dr. Z._ anlässlich seiner Erstbehandlung geschildert wurden. Im Weiteren vermögen solche
unspezifische
n
Beschwerden,
die
nach einer Lyme-Borreliose nicht häufiger auftreten als bei
anderen Personen, keinen Kausalitätsnachweis zwischen
festgestellten
Borrelien-spezifische
n
Antikörper
n und den Beschwerden zu erbringen, worauf Dr. A._ nachvollziehbar hinge
wiesen hat (E. 3.2, vgl. auch E. 4.2 hiervor).
Insgesamt besteht daher kein stichhaltiger Grund, von der Schlussfolgerung
von Dr. A._
abzugehen, wonach ein Kausalzusammenhang zwischen den be
steh
enden Beschwerden und einer Borreliose zwar möglich, nicht aber überwie
gend wahrscheinlich ist.
In Anbetracht der vom Beschwerdeführer geschilderten unspezifischen Symptomatik, die nur am Rande dem vom Bundesgericht be
schriebenen Beschwerdebild (E. 1.4 hievor) entspricht,
besteht auch kein Anlass zur An
ordnung ergänzender Abklärungen, da davon keine anderen Erkennt
nisse zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b)
. Demzufolge erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 5. April 2016 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.