Decision ID: 3d9d8286-9871-4058-9034-4f01a3c601f5
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A., ein in der Schweiz niedergelassener italienischer Staatsangehöriger, geboren am
00. Mai 0000, wurde seit September 0000 vom Sozialamt B. unterstützt. Am 1. Oktober
0000 bezog er in B. eine Wohnung. Am 16. Juni 2006 wurde ihm diese Wohnung auf
den 30. September 2006 gekündigt. In der Folge wurde die Kündigungsfrist bis
31. Oktober 2006 erstreckt. In der Zeit vom 1. November 2006 bis 20. Februar 2007
wohnte A. in einem Zimmer des Hotels K. in X.. In der Zeit vom 21. Februar bis 14.
November 2007 hatte er sich in einem Zimmer des Hotels D. in S. eingemietet, bevor er
nach Z. zog. Sein Mobiliar wurde am 27. Oktober 2006 in einem Lager in B. eingestellt.
Wegen seines Wegzugs nach X. konnten sich das Sozialamt B. und die
Sozialhilfekommission X. über die Zuständigkeit für Sozialhilfe für A. nicht einigen. Am
19. April 2007 stellte das Sozialamt B. bei der Sozialhilfekommission X. ein Begehren
um Richtigstellung der Zuständigkeit und forderte die Sozialhilfeleistungen zurück, die
ab 1. Februar 2007 für A. geleistet worden waren. Am 12. Juni 2007 stellte die
Sozialhilfekommission X. fest, die Unterstützung für A. sei mit Recht Ende Februar
2007 wieder eingestellt worden, weil er sich seither im Hotel D. in S. aufhalte. A. sei
zwar in X. angemeldet gewesen, er habe sich aber mehrheitlich in B. aufgehalten,
weshalb der Unterstützungswohnsitz dort nicht untergegangen sei. Das Begehren des
Sozialamtes B. um Richtigstellung der Zuständigkeit werde deshalb abgewiesen. Am
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10. Juli 2007 teilte das Sozialamt B. der Sozialhilfekommission X. mit, die
Angelegenheit werde als erledigt betrachtet, weil sie die Zuständigkeit für die
Unterstützung von A. faktisch anerkannt habe. Das Sozialamt B. wies zudem den
Verdacht zurück, A. abgeschoben zu haben und hielt fest, er habe sich die Unterkunft
im Hotel K. in X. selber gesucht.
B./ Am 23. April 2007 versuchte A. erfolglos, sich in der Politischen Gemeinde S.
anzumelden. Am 24. April 2007 informierte das Sozialamt S. das Sozialamt B. darüber
und ersuchte darum, A. sei weiterhin mit Sozialhilfe zu unterstützen. Das Amt hielt fest,
die Miete eines Hotelzimmers vermöge für sich allein keinen Unterstützungswohnsitz zu
begründen. A. mangle es an der Absicht des dauernden Verbleibens in S..
a) Am 23. Mai 2007 richtete das Sozialamt S. eine "Unterstützungsanzeige für Notfall"
im Sinn von Art. 30 des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung
Bedürftiger (SR 851.1, abgekürzt ZUG) an die "ersatzpflichtige Wohngemeinde" B. und
machte einen Kostenersatzanspruch für Notfallunterstützung gemäss Art. 13 ZUG per
sofort und bis auf weiteres geltend (Grundbedarf: Fr. 960.--, Zimmermiete Fr. 800.--,
Krankenkasse: Fr. 281.-- zuzüglich situationsbedingte Leistungen). Gemäss dieser
Anzeige hat das Sozialamt B. A. bis zum 20. Mai 2007 mit Fr. 150.-- unterstützt.
Sodann sind die Zimmermiete bis 31. Mai 2007 im Hotel D., S., und eine Kaution von
Fr. 800.-- vom Sozialamt B. bezahlt worden. Im weiteren wird festgehalten, für A. sei
der Aufenthalt im Hotel D. in S. eine Notlösung. Er halte sich tagsüber in B. auf und er
möchte nach B. zurück.
b) Am 4. Juni 2007 erhob das Sozialamt B. beim Sozialamt S. Einsprache gegen die
"Unterstützungsanzeige für Notfall" vom 23. Mai 2007 und lehnte eine
Kostenersatzpflicht als Wohngemeinde ab (Art. 33 Abs. 1 ZUG). Mit der Einsprache
wird geltend gemacht, A. habe seinen Unterstützungswohnsitz in B. per 31. Oktober
2006 definitiv beendet und mit seinem Umzug ins Hotel D. in S. am 21. Februar 2007
Aufenthalt in S. begründet (Art. 11 ZUG).
c) Am 25. Juni 2007 wies der Gemeinderat S. die Einsprache des Sozialamtes B. ab
(Art. 34 Abs. 1 ZUG). Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, A. habe in S.
keinen Unterstützungswohnsitz begründet. Sodann würden die konkreten Umstände
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darauf hinweisen, dass das Sozialamt B. den "Gemeindewechsel" zumindest
unterstützt habe.
Mit "Nachtragsmeldung" an die "ersatzpflichtige Wohngemeinde" B. vom 6. Juli 2007
machte das Sozialamt S. sodann den Anspruch auf Ersatz von Kosten für die Lagerung
der Möbel von A. sowie für die Prämien für seine Hausrat- und
Privathaftpflichtversicherung geltend.
C./ Am 10. Juli 2007 erhob die politische Gemeinde B. beim Departement des Innern
Beschwerde gegen den Beschluss des Gemeinderates S. vom 25. Juni 2007 (Art. 34
Abs. 2 ZUG). Sie stellte den Antrag, der Gemeinderat S. sei zu verpflichten, die
Zuständigkeit für die persönliche Sozialhilfe von A. zumindest als Aufenthaltsgemeinde
im Sinn von Art. 11 ZUG rückwirkend per 21. Februar 2007 zu übernehmen und die als
Vorschuss geleistete Sozialhilfe zurückzuerstatten.
Das Departement des Innern wies die Beschwerde am 14. Mai 2008 ab und
verpflichtete die Politische Gemeinde B., der Politischen Gemeinde S. die von ihr
geleistete sozialhilferechtliche Unterstützung von A. in der Höhe von Fr. 13'681.25
zurückzuerstatten (Ziff. 1). Der Entscheid wird im Wesentlichen damit begründet, A.
habe seinen Unterstützungswohnsitz nach wie vor in B., weil er durch ungenügende
Betreuung durch das Sozialamt B., insbesondere bei der Wohnungssuche,
abgeschoben worden sei.
D./ Am 27. Mai 2008 erhob die Politische Gemeinde B. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht und beantragte innert erstreckter Frist am 16. Juni 2008, der
angefochtene Entscheid des Departements des Innern vom 14. Mai 2008 sei
aufzuheben (Ziff. 1) und die Politische Gemeinde S. sei zu verpflichten, die seit dem
Zuzug von A. in S. geleistete Sozialhilfe zurückzuerstatten (Ziff. 2). Zur Begründung
wird im Wesentlichen geltend gemacht, A. habe mit seinem Wegzug per 31. Oktober
2006 seinen Unterstützungswohnsitz in B. freiwillig aufgegeben und es treffe nicht zu,
dass er aus B. abgeschoben worden sei.
Das Departement des Innern nahm am 8. Juli 2008 Stellung und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen. Der Gemeinderat S. liess sich am 28. Juli 2008
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vernehmen und beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben und die
Politische Gemeinde B. sei zu verpflichten, auf dem Betrag von Fr. 13'681.25 ab dem
1. November 2006 5 % Zins zu bezahlen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache befugt (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann ist
die Politische Gemeinde B. zur Beschwerde legitimiert (vgl. GVP 2006 Nr. 24 mit
Hinweis auf GVP 2003 Nr. 12). Weiter entsprechen die Beschwerdeeingabe vom
27. Mai 2008 und ihre Ergänzung vom 16. Juni 2008 in zeitlicher, formaler und
inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin sind sich einig, dass A. seinen
Unterstützungswohnsitz bis 31. Oktober 2006 in B. hatte. Strittig ist, ob dieser im
Zeitraum vom 1. November 2006 bis 14. November 2007 dort bestehen blieb bzw. ob
die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin die im Jahr 2007 geleistete
sozialhilferechtliche Unterstützung zurückzuerstatten hat.
2.1. Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz werden vom Wohnkanton unterstützt,
soweit es dessen Gesetzgebung, das Bundesrecht oder völkerrechtliche Verträge
vorsehen (Art. 20 Abs. 1 ZUG). Ist ein Ausländer ausserhalb seines Wohnkantons auf
sofortige Hilfe angewiesen, so gilt Art. 13 ZUG sinngemäss. Danach hat der
Aufenthaltskanton sofortige Hilfe zu leisten, wenn ein Schweizer Bürger ausserhalb des
Wohnkantons darauf angewiesen ist.
Bei Schweizern wie bei Ausländern bestimmt sich der Wohnkanton nach Art. 4 bis Art.
10 ZUG (vgl. W. Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die
Unterstützung Bedürftiger, 2. Aufl., Zürich 1994, Rz. 225). Nach Art. 4 Abs. 1 ZUG hat
der Bedürftige seinen Unterstützungswohnsitz in dem Kanton, in dem er sich mit der
Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Die Wendung "mit der Absicht dauernden
Verbleibens" stimmt mit dem Wohnsitzbegriff von Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen
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Zivilgesetzbuches (SR 210) überein und bedeutet, dass sich der Wohnsitz dort
befindet, wo jemand sich tatsächlich niedergelassen und sich in der erkennbaren
Absicht eingerichtet hat, hier seinen Lebensmittelpunkt zu haben. Aus diesem Grund
kann bei der Beurteilung der Frage, ob ein Unterstützungswohnsitz begründet worden
sei, grundsätzlich auf Lehre und Rechtsprechung zum zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff
abgestellt werden (Thomet, a.a.O., Rz. 95 mit Hinweisen).
2.1.1. Der Unterstützungswohnsitz beginnt mit der tatsächlichen Niederlassung, wobei
weder an die Absicht noch an die Dauer des Verbleibens zu strenge Anforderungen
gestellt werden; massgebend ist vielmehr, dass sich der
Lebensmittelpunkt wirklich am neuen Ort befindet und zwar auch dann, wenn der
Aufenthalt nur von kurzer Dauer ist (Thomet, a.a.O., Rz. 100 mit Hinweisen). Unterhält
eine bedürftige Person zu mehreren Orten gleichzeitig persönliche Beziehungen, so ist
der Ort der intensivsten Beziehungen zu ermitteln und massgebend, d.h. der Mittel-
und Schwerpunkt der Lebensbeziehungen (Thomet, a.a.O., Rz. 98 mit Hinweis). Ein
Indiz für die Wohnsitzbegründung von unsteten Personen ist der länger andauernde
Aufenthalt. In der Praxis wird oft eine Dauer von sechs und mehr Monaten verlangt.
Eine kürzere Dauer genügt jedoch, wenn andere Elemente auf Stabilität hinweisen
(Thomet, a.a.O., Rz. 108 mit Hinweis auf BGE 92 I 221).
Bei Ausländern gilt die Ausstellung einer Anwesenheitsbewilligung nach Art. 4 Abs. 2
ZUG als Wohnsitzbegründung, wenn nicht nachgewiesen ist, dass der Aufenthalt
schon früher oder erst später begonnen hat oder nur vorübergehender Natur ist. Diese
Vorschrift besagt, dass bei der Ausstellung einer Anwesenheitsbewilligung für
Ausländer die Wohnsitzbegründung vermutet wird. Es muss indessen in jedem Fall
geprüft werden, ob die beiden Wohnsitzvoraussetzungen, der tatsächliche Aufenthalt
und die Absicht dauernden Verbleibens, gegeben sind. In diesem Sinn kann der Besitz
einer fremdenpolizeilichen Anwesenheitsbewilligung nur als Indiz für einen
bestehenden Wohnsitz betrachtet werden. Bei Ausländern, die im Besitz einer
Niederlassungsbewilligung sind, kann am ehesten von der Absicht dauernden
Verbleibens und damit von der Wohnsitzbegründung ausgegangen werden, wenn auch
der tatsächliche Aufenthalt gegeben ist (Thomet, a.a.O., Rz. 107).
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Im Gegensatz zum zivilrechtlichen Wohnsitz bleibt der einmal begründete
Unterstützungswohnsitz nicht bis zum Erwerb eines neuen bestehen (BBl 1990 I 49 ff.).
Der Bedürftige verliert seinen bisherigen Unterstützungswohnsitz nach Art. 9 Abs. 1
ZUG, wenn er aus dem Wohnkanton wegzieht (vgl. auch BGE vom 23. September
2003, 2A.253/2003). "Wegziehen" bedeutet, dass er dort nicht mehr wohnhaft oder
niedergelassen sein will und den Ort nach Aufgabe der Unterkunft mit dem Gepäck
oder mit dem gesamten Hausrat verlässt (Thomet, a.a.O., Rz. 146). Sodann ist von
"wegziehen" auszugehen, wenn sich der Bedürftige an einem anderen Ort oder an
wechselnden Orten im bisherigen Wohnkanton aufhält, ohne sich mit der Absicht
dauernden Verbleibens niederzulassen (Thomet, a.a.O., Rz. 148 mit Hinweis auf
Rz. 103). In der Praxis stellt sich zunehmend die Frage, ob der Wohnsitz des
Bedürftigen im Kanton bestehen bleibt, wenn er seine "feste Unterkunft" aufgibt und
sich fortan in wechselnden Unterkünften am bisherigen Wohnort oder an wechselnden
Orten im Kanton aufhält, z.B. bei wechselnden Bekannten logiert oder auf der Gasse
lebt. Gestützt auf den Wortlaut sowie den Sinn und Zweck von Art. 4 und 9 ZUG geht
Thomet davon aus, dass der Wohnsitz weiter bestehen bleibt, sofern der Bedürftige
bisher im Kanton einen Unterstützungswohnsitz im Sinn von Art. 4 ZUG gehabt hat und
er den bisherigen Wohnort nicht verlässt (Thomet, a.a.O., Rz. 148).
2.1.2. Solange die betreffende Person weder in einem anderen Kanton noch im
bisherigen Wohnkanton einen neuen Wohnsitz begründet, besitzt sie in der Regel
keinen Unterstützungswohnsitz mehr (BGE vom 2. Mai 2000, 2A.420/
1999 mit Hinweis auf Thomet, a.a.O., Rz. 144 und 148). Dass eine Person auf die Dauer
keinen Unterstützungswohnsitz hat, ist nach der Konzeption des ZUG zwar
grundsätzlich möglich, darf aber nicht leichthin angenommen werden. Dies würde nicht
nur Sinn und Zweck der Sozialhilfegesetzgebung, sondern auch den richtig
verstandenen Interessen der betroffenen Gemeinwesen widersprechen (BGE vom
2. Mai 2000, 2A.240/1999). Ist der Zeitpunkt des Wegzugs zweifelhaft, so gilt nach Art.
9 Abs. 2 ZUG derjenige der polizeilichen Abmeldung. Sodann beenden der Eintritt in
ein Heim, ein
Spital oder eine andere Anstalt sowie die behördliche oder vormundschaftliche
Versorgung einer mündigen oder entmündigten Person in Familienpflege einen
bestehenden Unterstützungswohnsitz nicht (Art. 9 Abs. 3 ZUG).
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2.1.3. Hat ein bedürftiger Schweizer Bürger keinen Unterstützungswohnsitz, so wird er
vom Aufenthaltskanton unterstützt (Art. 12 Abs. 2 ZUG). Diese Regelung, in Vollzug seit
dem 1. Juli 1992 (AS 1991 1328, 1332, BBl 1990 I 49), hat sich als notwendig erwiesen,
weil die Zahl der Bedürftigen, die umherziehen und keinen festen Wohnsitz haben,
zugenommen hat. Sie wurde vor allem mit Rücksicht auf die Sucht- und Aidskranken
geschaffen, die in vielen Fällen keinen Unterstützungswohnsitz haben und denen mit
einer notdürftigen Unterstützung im allgemeinen nicht geholfen ist (Thomet, a.a.O.,
Rz. 178). Art. 12 Abs. 2 ZUG bedeutet nicht nur eine klare Verantwortlichkeit des
Aufenthaltskantons für Personen ohne Wohnsitz, sondern auch eine Erweiterung des
Hilfsangebots (Thomet, a.a.O., Rz. 177). Nach Art. 11 Abs. 1 ZUG gilt die tatsächliche
Anwesenheit in einem Kanton als Aufenthalt; dieser gilt als Aufenthaltskanton. Als
unterstützungsrechtlicher Aufenthalt gilt u.a. die Anwesenheit ohne
Niederlassungsabsicht, sei es die blosse Durchreise oder die vorübergehende
Anwesenheit zu einem bestimmten Zweck (Thomet, a.a.O., Rz. 167 mit Hinweis auf Rz.
168 und 170).
Ist ein Schweizer Bürger ausserhalb seines Wohnkantons auf sofortige Hilfe
angewiesen, so muss ihm der Aufenthaltskanton diese nach Art. 13 Abs. 1 ZUG leisten.
Nach Art. 14 Abs. 1 ZUG vergütet der Wohnkanton dem Aufenthaltskanton, der einen
Bedürftigen im Notfall unterstützt, die Kosten der notwendigen und der in seinem
Auftrag ausgerichteten weiteren Unterstützung sowie die Kosten der Rückkehr des
Unterstützten an den Wohnort.
2.2. Die Vorinstanz geht davon aus, die Beschwerdeführerin habe A. abgeschoben,
indem sie ihrem Betreuungsauftrag, insbesondere bezüglich der Unterstützung bei der
Suche von Wohnraum, nicht genügend nachgekommen sei.
2.2.1. Nach Art. 10 Abs. 1 ZUG dürfen Behörden einen Bedürftigen nicht veranlassen,
aus dem Wohnkanton wegzuziehen, auch nicht durch Umzugsunterstützungen oder
andere Begünstigungen, wenn dies nicht in seinem Interesse liegt. Dass es im
Interesse des Bedürftigen lag, dessen Wegzug zu veranlassen, hat der bisherige
Wohnkanton zu beweisen (Thomet, a.a.O., Rz. 158). Bei Widerhandlungen gegen
dieses Verbot bleibt der Unterstützungswohnsitz des Bedürftigen nach Art. 10 Abs. 2
ZUG am bisherigen Wohnsitz so lange bestehen, als er ihn ohne den behördlichen
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Einfluss voraussichtlich nicht verlassen hätte, längstens aber während fünf Jahren. Bei
Ausländern bleiben die Bestimmungen über den Widerruf von
Anwesenheitsbewilligungen sowie über die Aus- oder Wegweisung und die
Heimschaffung vorbehalten (Art. 10 Abs. 3 ZUG). Somit ist es verboten, einen
Bedürftigen aus dem Kanton auszuweisen oder ihn durch behördliche Schikanen zum
Wegzug zu veranlassen. Aber auch behördliche Interventionen bei Arbeitgebern oder
Vermietern mit dem Zweck, sie zur Auflösung eines Arbeits- oder Mietvertrages mit
dem Bedürftigen zu veranlassen, sind unzulässig. Sodann ist das Angebot einer
Umzugsunterstützung, um den Bedürftigen zu einem Wegzug zu veranlassen,
untersagt (Thomet, a.a.O., Rz. 157).
Nach Art. 25 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, abgekürzt SHG) darf die
politische Gemeinde eine Person, die um finanzielle Sozialhilfe nachsucht oder solche
bezieht, nicht veranlassen, aus der Gemeinde wegzuziehen, auch nicht durch
Umzugsunterstützungen oder andere Begünstigungen, wenn dies nicht im Interesse
dieser Person liegt. Bei Widerhandlungen gegen dieses Verbot bleibt der
Unterstützungswohnsitz nach Art. 25 Abs. 2 SHG am bisherigen Wohnort so lange
bestehen, als die betroffene Person ihn ohne behördlichen Einfluss voraussichtlich
nicht verlassen hätte, längstens aber während fünf Jahren.
Diese Regelung entspricht inhaltlich derjenigen, die nach Art. 10 ZUG im
interkantonalen Verhältnis gilt. Einen freiwilligen Wegzug begünstigen dürfen die
Behörden nach ihren eigenen fürsorgerechtlichen Vorschriften und Grundsätzen nur
dann, wenn sie sich davon überzeugt haben, dass der Wegzug fürsorgerisch
zweckmässig ist (Thomet, a.a.O., Rz. 158).
Nach Art. 3 Abs. 1 SHG leistet die politische Gemeinde persönliche (betreuende und
finanzielle) Sozialhilfe durch fachlich geeignetes Personal. Nach Art. 4 Abs. 1 SHG kann
die politische Gemeinde Aufgaben der persönlichen Sozialhilfe: gemeinsam mit
anderen politischen Gemeinden erfüllen (lit. a); mit Leistungsvereinbarung einer
privaten Sozialhilfeinstitution übertragen (lit. b). Sodann arbeitet sie mit privaten und
kirchlichen Institutionen der Sozialhilfe zusammen (Art. 4 Abs. 2 SHG). Nach Art. 7 SHG
erhält betreuende Sozialhilfe, wer in einer persönlichen Notlage, deren Behebung
weder durch eigene Bemühungen noch durch den Beizug Dritter möglich ist, der Hilfe
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bedarf. Nach Art. 8 SHG wird betreuende Sozialhilfe insbesondere geleistet durch:
Beratung und persönliche Betreuung (lit. a); Mithilfe bei der Suche nach Arbeit und
Wohnraum (lit. b); Vermittlung von Dienstleistungen anderer Stellen (lit. c).
2.2.2. Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, der Vorwurf, sie habe A.
abgeschoben, sei unberechtigt. Er habe seinen Unterstützungswohnsitz in B. am
31. Oktober 2006 aufgegeben. Demzufolge bestehe kein Anspruch auf Kostenersatz.
Sie begründet dies damit, die Vorinstanz verletze Recht, wenn sie davon ausgehe, eine
Abschiebung liege bereits dann vor, wenn die unterstützungspflichtige Gemeinde eine
bedürftige Person bei der Wohnungssuche ungenügend unterstütze. Es komme immer
wieder vor, dass eine bedürftige Person in der Gemeinde keine kostengünstige
Wohnung finden könne, weil kein entsprechendes Angebot bestehe. In solchen Fällen
werde es nach der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte der Kantone Zürich und
Bern als zulässig erachtet, bedürftige Personen anzuweisen, sich auch in umliegenden
Gemeinden nach kostengünstigen Wohnungen umzusehen und diese nach Möglichkeit
zu mieten. Dies liege im Interesse dieser Menschen, weil damit Obdachlosigkeit
verhindert und das Anwachsen von Rückerstattungsforderungen infolge Finanzierung
übersetzter Wohnkosten vermieden werden könne. Hinzu komme, dass es bedürftige
Personen gebe, die aufgrund ihres untragbaren Verhaltens unter den Vermietern in der
Gemeinde einen derart schlechten Ruf hätten, dass es ihnen nicht mehr möglich sei,
eine Wohnung zu finden. Um Obdachlosigkeit und die Zuweisung einer bescheidenen
Notunterkunft zu vermeiden, bleibe in solchen Fällen nichts anderes übrig, als die
Empfehlung, die Suche auf andere Gemeinden auszudehnen. A. habe seine Wohnung
nicht wegen Mietzinsschulden, sondern wegen seines Verhaltens verloren, weshalb die
Wohnungssuche trotz Mietzinsgarantien schwierig gewesen sei. Das Sozialamt B. und
später die Sozialen Dienste hätten ihn beraten und ihm Hilfe für den Fall angeboten,
dass er auf eine Fürsprache angewiesen sei. Ziel der Unterstützung sei die Hilfe zur
Selbsthilfe bzw. die Förderung der Eigenkompetenz gewesen. Der Grundsatz der
Selbsthilfe sei Teil des Subsidiaritätsprinzips und verpflichte die hilfesuchende Person,
alles Zumutbare zu unternehmen, um eine Notlage aus eigenen Kräften abzuwenden.
Hilfe zur Selbsthilfe sei ein anerkanntes Prinzip der öffentlichen Sozialhilfe und sei in
Bezug auf die soziale Integration nachhaltiger als die Präsentation einer Lösung. Die
Hilfestellung sei im Fall von A. insofern erfolgreich und lösungsorientiert gewesen, als
es ihm gelungen sei, sich innerhalb der Kündigungsfrist ein Zimmer in X. und später ein
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solches in S. zu beschaffen. Zudem habe er im November 2007 in Z. Wohnraum mieten
können, der ihm zusage.
2.2.2.1. Nach Sinn und Zweck von Art. 10 ZUG und Art. 25 SHG ist unter "Abschieben"
ein behördliches Verhalten zu verstehen, das darauf ausgerichtet ist, den Wegzug des
Bedürftigen zu bewirken, obschon dieser nicht in dessen Interesse liegt. Der
Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass dieses Verhalten in der Regel darin
besteht, dass die Behörde im eigenen Interesse auf unfaire Weise aktiv wird, sei es,
dass sie auf den Vermieter oder den Arbeitgeber des Bedürftigen Einfluss nimmt, sei
es, dass sie dem Bedürftigen für den Fall, dass er wegzieht, finanzielle oder andere
Vorteile in Aussicht stellt (vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
vom 5. Dezember 2002, VB.2002.00309 [Leitsatz in RB 2002 Nr. 63] in: www.vgrzh.ch).
Möglich ist auch, dass die Behörde dem Bedürftigen mit Nachteilen droht für den Fall,
dass er den Unterstützungswohnsitz nicht aufzugeben gedenkt. Auch die pflichtwidrige
Verweigerung betreuender
Sozialhilfe kann den Zweck haben, einen Bedürftigen zu zermürben und ihn dadurch
zum Wegzug zu veranlassen. Denkbar ist, dass die Verweigerung der Mithilfe bei der
Suche nach einer Unterkunft dazu führt, dass sich eine bedürftige Person, die ihren
Wohnraum vor Ort verloren hat, veranlasst sieht, in eine (Nachbar)gemeinde zu ziehen,
wo sie Wohnraum findet und wo sie sich eine bessere Betreuung erhofft. In Betracht
fällt indessen, dass die Behörde betreuende Sozialhilfe nach Art. 7 SHG im Sinn des
Grundsatzes der Subsidiarität erst leisten muss, wenn die persönliche Notlage weder
durch eigene Bemühungen noch durch Beizug Dritter behoben werden kann (vgl. dazu
Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe, Richtlinien für die Ausgestaltung und
Bemessung der Sozialhilfe, [SKOS-Richtlinien], 4. Ausgabe 2005, A.4; F. Wolffers,
Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl., Bern 1999, S. 71 f. und Botschaft der
Regierung zum Sozialhilfegesetz vom 5. August 1997 in: ABl 1997/1792). Sodann ist
die Behörde nach Art. 8 lit. b SHG nicht verpflichtet, Personen, die sich in einer
persönlichen Notlage befinden, vor Ort zu neuem Wohnraum zu verhelfen. Sie ist
lediglich gehalten, diesen Menschen bei der Suche nach einer (neuen) Unterkunft Hilfe
zur Selbsthilfe zu leisten. Dies schliesst nicht aus, dass die behördliche Unterstützung
auf den konkreten Fall bezogen, d.h. entsprechend den persönlichen Möglichkeiten der
bedürftigen Person und den konkreten Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt zu
erfolgen hat.
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Wie die Beschwerdeführerin glaubhaft versichert, kann es sich aus verschiedenen
Gründen als äussert schwierig oder gar unmöglich erweisen, innerhalb des
Gemeindegebiets Wohnraum zu finden, der für die bedürftige Person in Frage kommt.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat entschieden, es verstosse nicht gegen
das Abschiebungsverbot, von einer unterstützungsbedürftigen Person zu erwarten,
dass sie den Wegzug in eine andere Gemeinde der gleichen Region in Kauf nehme,
wenn es sich als unmöglich erweise, auf dem Gebiet der betreffenden Gemeinde innert
nützlicher Frist eine geeignete Unterkunft zu finden, und wenn ein entsprechendes
Angebot in anderen Gemeinden des Gebiets vorhanden sei (Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 10. Juli 2003, VB.2003.00119 mit
Hinweis auf VB.2002.00309). Die behördliche Hilfeleistung nach Art. 8 lit. b SHG kann
sich somit unter Umständen sogar auch auf den Wohnungsmarkt umliegender
Gemeinden beziehen, wenn dies im Interesse der bedürftigen Person liegt.
2.2.2.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass A. in der Zeit vom 1. Oktober
2002 bis 31. Oktober 2006, somit während gut vier Jahren, in einer von ihr finanzierten
Wohnung in B. gelebt hat. Fest steht, dass er dort nicht freiwillig ausgezogen ist. Das
Mietverhältnis wurde am 16. Juni 2006 (wegen Lärmimmissionen) auf den
30. September 2006 aufgelöst, wobei die Erstreckung der Kündigungsfrist bis
31. Oktober 2006 erwirkt werden konnte. Gemäss Gesprächsnotizen der zuständigen
Mitarbeiterin des Sozialamtes der Beschwerdeführerin stand A. ab dem 26. Juni 2006
bis zum 31. Oktober 2006 mit ihr (auch) betreffend "Wohnsituation" in Kontakt.
2.2.2.3. Die Vorinstanz vertritt den Standpunkt, die Beschwerdeführerin habe A.
abgeschoben, weil er mangels genügender Unterstützung genötigt worden sei, ein
Zimmer in einem Hotel zu beziehen, das sich ausserhalb des Gemeindegebiets der
Beschwerdeführerin befinde. Die Vorinstanz begründet dies damit, das Sozialamt der
Beschwerdeführerin sei am 16. Juni 2006 davon in Kenntnis gesetzt worden, dass A.
die Kündigung für seine Wohnung in B. erhalten habe. Anlässlich einer Besprechung
vom 26. Juni 2006 habe ihn die zuständige Mitarbeiterin dieses Amtes aufgefordert,
Inserate zu sammeln und sich im Anschluss daran bei ihr zu melden, damit sie ihn bei
der Wohnungssuche unterstützen könne. Am 11. Juli 2006 habe ihr A. ein Inserat
vorgelegt. Die Rücksprache der Mitarbeiterin des Sozialamtes mit dem Vermieter habe
indessen ergeben, dass A. kaum Chancen habe, dort einziehen zu können. Anlässlich
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der nächsten Besprechung vom 21. August 2006, rund fünf Wochen vor dem
ursprünglichen Kündigungstermin, habe das Sozialamt der Beschwerdeführerin A. an
die S. verwiesen. Im Verlauf von zwei weitern Besprechungen zwischen A. und der
Mitarbeiterin des Sozialamtes vom 7. und 25. September 2006 habe sich ergeben,
dass dieser weder eine Wohnung noch ein Hotelzimmer gefunden habe. Dennoch habe
es die zuständige Mitarbeiterin unterlassen, A. aktiv bei der Suche nach einer
Unterkunft zu unterstützen. Vielmehr habe sie dem S. am 25. September 2006 die
Adressen der Notschlafstellen in St. Gallen und Chur zukommen lassen. Demzufolge
sei das Sozialamt der Beschwerdeführerin davon ausgegangen oder habe zumindest in
Kauf genommen, dass A. bald keine Unterkunft mehr haben werde. Sodann habe die
Mitarbeiterin dieses Amtes A. am 16. Oktober 2006, somit zwei Wochen vor dem
Zeitpunkt, als dieser seine Wohnung in B. verlassen musste, mitgeteilt, wenn es ihm
gelinge, bis kommenden Freitag, dem 20. Oktober 2006, eine Unterkunft zu finden,
solle er sich melden. Andernfalls werde ihn die Vormundschaftsbehörde B. bei der
Psychiatrischen Klinik F. für eine Begutachtung anmelden. Gemäss Gesprächsnotiz
habe A. zudem erklärt, er habe vor kurzem Heroin konsumiert und er werde ab und zu
rückfällig. Offenbar sei bereits am 5. Oktober 2006 beabsichtigt gewesen, A.
medizinisch begutachten zu lassen, falls er bis zum 16. Oktober 2006 keine Unterkunft
gefunden habe. Hinzu komme, dass das Sozialamt der Beschwerdeführerin keine
weiteren Schritte unternommen und am 31. Oktober 2006 lediglich vermerkt habe, A.
habe im Hotel K. in X. ein "Monatszimmer" gefunden, ohne indessen bekanntzugeben,
dass er vom Sozialamt B. abhängig sei.
2.2.2.4. Aufgrund der Aktenlage bestehen keine Anhaltspunkte, wonach das Vorgehen
des Sozialamtes der Beschwerdeführerin seit Bekanntwerden der Kündigung der
Wohnung in B. darauf ausgerichtet gewesen sein könnte, A. durch systematische
Verweigerung einer zweckdienlichen Hilfe zur Selbsthilfe bei der Wohnungssuche aus
dem Gemeindegebiet wegzuweisen. Zehn Tage nachdem dieses Amt von der
Kündigung der Wohnung Kenntnis erhalten hatte, am 26. Juni 2006, wurde die
Angelegenheit mit A. besprochen, und es wurde vereinbart, dass er Inserate sammle
und dass er sich anschliessend zwecks Unterstützung bei der Wohnungssuche beim
Sozialamt melde. Der Gesprächsnotiz zu dieser Besprechung kann zudem entnommen
werden, dass A. damals zugesichert worden ist, eine Bruttomiete von höchstens
Fr. 850.-- werde vom Sozialamt übernommen, solange er Sozialhilfe beziehe. Auch aus
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der Tatsache, dass die Mitarbeiterin dieses Amtes A. weitersuchen liess, obschon er
am 11. Juli 2006 lediglich ein einziges Inserat vorgelegt hatte, und dass sich zudem
ergab, dass er die betreffende Wohnung nicht bekommen würde, kann nicht
geschlossen werden, man habe ihn durch schikanöses Verhalten zum Wegzug aus
dem Gemeindegebiet veranlassen wollen. Hinzu kommt, dass die nächste
Besprechung nicht wie von der Vorinstanz angenommen erst am 21. August 2006
stattgefunden hat. Gemäss Gesprächsnotiz hat A. bereits am 24. Juli 2006 erneut beim
Sozialamt der Beschwerdeführerin vorgesprochen und mehrere Inserate präsentiert.
Allerdings konnte die zuständige Mitarbeiterin dieses Amtes mit den Inserenten
telefonisch keinen Kontakt aufnehmen. Gleichentags, und nicht erst am 21. August
2006, wie die Vorinstanz ausführt, wurde vereinbart, die S. würden A. bei der
Wohnungssuche unterstützen. Fest steht, dass das Sozialamt B. für ihn mit den S.
kurzfristig einen Termin vereinbart hat. Dieses Vorgehen war zum damaligen Zeitpunkt,
am 24. Juli 2006, sachgerecht, zumal verschiedene Gesprächsnotizen belegen, dass A.
mit der Mitarbeiterin des Sozialamtes der Beschwerdeführerin weiterhin in Kontakt
blieb. Am 21. August 2006 sprach er dort wiederum vor und teilte gemäss
Gesprächsnotiz mit, er erhalte von den S. Unterstützung beim Ausfüllen von
Bewerbungsformularen und beim Suchen von Inseraten. Auch aus dem Umstand, dass
A. damals bekannt gab, er habe auch ausserhalb von B. (in der Region) Wohnungen
angeschaut und sich dafür beworben bzw. mehrere Bewerbungen seien noch
unbeantwortet geblieben, kann nicht geschlossen werden, das Sozialamt der
Beschwerdeführerin habe ihn auf unfaire Weise zum Wegzug aus der Gemeinde
gedrängt. Zudem dufte dieses Amt davon ausgehen, die Wohnungssuche von A.
könnte in seinem Interesse erfolgreich enden. Am 7. September 2006 teilte dieser
indessen erneut mit, er suche mit den S. weiter, weil er immer noch keine Unterkunft
gefunden habe. Das Sozialamt der Beschwerdeführerin durfte A. deshalb bekannt
geben, er könne "im Notfall" ein Hotelzimmer für höchstens Fr. 850.-- je Monat
beziehen, auch wenn sich diese Zusicherung auf Beherbergungsbetriebe ausserhalb
des Gemeindegebiets bezogen haben sollte. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass
A. das Sozialamt der Beschwerdeführerin gleichzeitig davon in Kenntnis setzte, er sei
im September 2006 von der Polizei in die Psychiatrische Klinik F. eingeliefert worden,
weil er unter Einfluss von Alkohol in B. Abschrankungen beschädigt habe. Die
Mitarbeiterin dieses Amtes hat die Suchtproblematik von A. thematisiert und ihm in
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Aussicht gestellt, sie werde im Team nach Lösungen suchen und das weitere Vorgehen
anlässlich des nächsten Treffens zur Sprache bringen. In der Folge nahm sie mit dem
ehemaligen Suchtberater von A. und dem zuständigen Arzt in der Klinik F. Kontakt auf,
der ihr gemäss Gesprächsnotiz den Vorschlag machte, A. eventuell im Rahmen eines
Fürsorgerischen Freiheitsentzugs (FFE) dort einzuweisen, wenn sich ein weiterer Vorfall
ereignen sollte. Am 18. September 2006 gab A. der Mitarbeiterin des Sozialamtes der
Beschwerdeführerin bekannt, er suche nach wie vor nach einer Wohnung und er habe
am folgenden Tag einen Termin bei der S. Sodann werde er eine Offerte betreffend
Lagerkosten für seine Möbel einreichen. Auch wenn man von Seiten des Sozialamtes
der Beschwerdeführerin zum damaligen Zeitpunkt in Betracht zog, A. finde, wenn
überhaupt, nur eine provisorische Bleibe und er müsse möglicherweise in einer
Notschlafstelle untergebracht werden, kann daraus nicht geschlossen werden, er sei
genötigt worden, aus dem Gebiet der Beschwerdeführerin wegzuziehen.
Einer Notiz über ein Gespräch zwischen der zuständigen Mitarbeiterin des Sozialamtes
der Beschwerdeführerin und A. vom 16. Oktober 2006 kann entnommen werden, die
Wohnungssuche verlaufe nach wie vor erfolglos. A. wurde mitgeteilt, falls er bis
nächsten Freitag, den 20. Oktober 2006, keine Bleibe finde, werde ihn die
Vormundschaftsbehörde B. vereinbarungsgemäss für eine Begutachtung in der
Psychiatrischen Klinik F. anmelden. Die Mitarbeiterin des Sozialamtes der
Beschwerdeführerin hielt zudem fest, A. habe erzählt, er habe vor rund zwei Wochen
Heroin konsumiert und er werde ab und zu rückfällig. Aktenkundig ist weiter, dass
zwischen dem Sozialamt der Beschwerdeführerin und den S. bereits am 5. Oktober
2006 Einigkeit darüber bestand, A. stationär psychiatrisch begutachten zu lassen,
wenn er bis zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Wohnung finde. Zutreffend ist, dass
ein Auftrag für eine stationäre medizinische Begutachtung nicht davon abhängig
gemacht werden darf, ob jemand eine Unterkunft findet oder nicht. Sie ist anzuordnen,
wenn sie medizinisch indiziert ist. Unbestritten ist, dass A. seit langem eine
Suchtproblematik aufweist, weshalb eine stationäre Abklärung medizinisch begründet
sein kann. Davon ist vorliegend auszugehen. Das Vorgehen der Mitarbeiterin des
Sozialamtes der Beschwerdeführerin ab dem 7. September 2006 ist auf das Verhalten
von A. zurückzuführen, insbesondere auf den Vorfall vom 5. September 2006, auf
Grund dessen der Bezirksarzt diesen in stark erregtem Zustand durch die Polizei in die
Psychiatrische Klinik F. einliefern lassen musste. A. hatte in B. unter Alkoholeinfluss
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Sachbeschädigungen begangen, was zur Einleitung eines zweiten Strafverfahrens seit
Mai 2006 führte. Gemäss Gesprächsnotiz der Mitarbeiterin des Sozialamtes der
Beschwerdeführerin hatte dieses Vorkommnis am 7. September 2006 eine längere
Diskussion darüber zur Folge, wie A. sein Verhalten bzw. seine Suchtproblematik in
den Griff bekommen könnte. In deren Verlauf habe sich A. damit einverstanden erklärt,
dass das Sozialamt der Beschwerdeführerin mit seinem früheren Suchtberater und
dem zuständigen Arzt der Klinik F. Kontakt aufnehme und nach einer Lösung suche. Im
Verlauf dieser Abklärungen hat der zuständige Klinikarzt gemäss Gesprächsnotiz der
Mitarbeiterin des Sozialamtes der Beschwerdeführerin am 12. September 2006 den
Vorschlag gemacht, A. könnte zwecks Begutachtung in die Suchtstation eingewiesen
werden. Aus dem Umstand, dass die zuständige Mitarbeiterin des Sozialamtes der
Beschwerdeführerin A. am 16. Oktober 2006 mitgeteilt hat, für den Fall, dass er (in B.
und Umgebung) weder eine Wohnung noch ein Hotelzimmer finde, sei ein stationärer
Klinikaufenthalt geplant, kann deshalb nicht gefolgert werden, er sei unter Druck
gesetzt worden, den Mittelpunkt seiner Lebensbeziehungen ausserhalb des Gebiets
der Beschwerdeführerin zu verlegen. Der Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe A.
durch ungenügende Betreuung bei der Wohnungssuche abgeschoben, weshalb sein
Unterstützungswohnsitz mindestens bis zum 15. November 2007 in B. bestehen
geblieben sei, erweist sich demnach als unbegründet.
Unbestritten ist, dass A. am 1. November 2006 im Hotel K. in X. ein Zimmer bezogen
hat. Sodann hat er sich in B. ab- und in X. im November 2006 angemeldet. Der
Beschwerdeführerin ist demzufolge beizupflichten, dass A. seinen
Unterstützungswohnsitz in B. am 31. Oktober 2006 aufgegeben hat. Dies hat zur Folge,
dass die Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 30
ZUG keinen Anspruch auf Kostenersatz hat. Die Beschwerde ist in dieser Hinsicht
gutzuheissen und Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids vom 14. Mai 2008 sowie der
Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 25. Mai 2007 werden aufgehoben.
3. Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin entsprechend dem Antrag der
Beschwerdeführerin zu verpflichten ist, der Beschwerdeführerin ab dem Zuzug von A.
nach S. am 21. Februar 2007 geleistete finanzielle Sozialhilfe zurückzuerstatten. Die
Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin sei seit
diesem Zeitpunkt zumindest als Aufenthaltsgemeinde im Sinn von Art. 11 ZUG
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verpflichtet gewesen, für A. finanzielle Sozialhilfe zu leisten. Sie habe ihm die
polizeiliche Anmeldung am 23. April 2007 zu Unrecht mit der Begründung verweigert,
sein Unterstützungswohnsitz befinde sich nach wie vor in B. und die Miete eine
Hotelzimmers in S. habe nicht zur Folge, dass ein neuer Unterstützungswohnsitz
begründet werde. Um zu verhindern, dass A. mittellos und demzufolge obdachlos
geworden wäre, habe man - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht - zu dieser Zeit den
Grundbedarf undden Mietzins für einen Monat von Fr. 800.-- als eine Art
Notfallunterstützung bezahlt.
Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, sie habe A. auf Grund seines
Aufenthalts in einem Zimmer des Hotels D. in S. am 23. Mai 2007 "Notfall- bzw.
Aufenthaltsunterstützung" geleistet und ihren Kostenersatzanspruch gegenüber der
Beschwerdeführerin als Wohngemeinde gleichentags geltend gemacht.
3.1. Wie ausgeführt steht fest, dass A. seinen Unterstützungswohnsitz in B. entgegen
der Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin am 31. Oktober 2006
aufgegeben hat und dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin
deshalb nicht kostenersatzpflichtig ist. Auf Grund der Akten ist sodann davon
auszugehen, dass A. in der Zeit vom 21. Februar bis 14. November 2007, als er in
einem Hotelzimmer in S. wohnte, in S. wenn nicht Unterstützungswohnsitz so doch
unterstützungsrechtlichen Aufenthalt hatte.
3.2. Für einen Fall wie den vorliegenden, wo eine politische Gemeinde, die früher
Unterstützungswohnsitz einer bedürftigen Person war, in deren Interesse über diesen
Zeitpunkt hinaus finanzielle Unterstützung leistet, weil zufolge eines
Zuständigkeitskonflikts andernfalls die Gefahr einer "Unerstützungslücke" besteht,
enthält das ZUG keine ausdrückliche Regelung.
Zuständigkeitskonflikte sind dem Wohl der bedürftigen Personen abträglich. Es ist
daher Pflicht der Behörden, negative Zuständigkeitskonflikte möglichst zu vermeiden
oder nötigenfalls auf eine schnelle Entscheidung hinzuwirken. Es widerspricht dem
Sinn und Zweck des Sozialhilferechts, dass für bedürftige Personen auf der "Suche"
nach dem zuständigen Wohn- oder Aufenthaltskanton "Unterstützungslücken"
entstehen. Besteht wie im vorliegenden Fall der Konflikt zwischen zwei Gemeinden, die
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beide die andere Gemeinde als zuständige Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde
bezeichnen, drängt sich in der Regel eine Vereinbarung über die vorläufige und
unpräjudizielle Gewährung von finanzieller Unterstützung auf. Damit kann verhindert
werden, dass bedürftigen Personen - nur wegen des Zuständigkeitskonflikts - die
erforderliche Unterstützung vorenthalten wird und sie einer existenziellen Notlage
ausgesetzt bleibt (Thomet, a.a.O., Rz. 184).
Im vorliegenden Fall hat die ehemalige Wohngemeinde B. A. trotz
Zuständigkeitskonflikt ohne vertragliche Abmachung mit der neuen Wohn- oder
Aufenthaltsgemeinde S. weiterhin finanziell unterstützt, um ihn vor einer finanziellen
Notlage zu bewahren. Im nachhinein hat sich herausgestellt, dass sie dazu nicht
verpflichtet gewesen wäre, weil sie ab dem 1. November 2006 weder Wohn- noch
Aufenthaltsgemeinde war. Es entspricht Sinn und Zweck des ZUG, dass die ehemalige
Wohngemeinde in derartigen Fällen die finanzielle Unterstützung, die sie geleistet hat,
bei der neuen Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde zurückfordern kann. Andernfalls
würden bedürftige Personen, im Fall eines Zuständigkeitskonflikts wie dem
vorliegenden, wo keine vertragliche Einigung über die vorläufige Gewährung von
Unterstützung vorliegt, unzumutbaren Härten ausgesetzt bzw. es bestünde die Gefahr,
dass sie mittel- und sogar obdachlos würden. Demzufolge ist es angezeigt, dass
politische Gemeinden, die Unterstützungswohnsitz eines Bedürftigen waren und
zufolge eines Zuständigkeitskonflikts auch im Anschluss daran finanzielle
Unterstützung leisten, gegenüber der neuen Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde einen
Anspruch auf Kostenersatz für geleistete notwendige Unterstützung haben. Die
Beschwerde erweist sich demzufolge ebenfalls als begründet, soweit die
Beschwerdeführerin das Rechtsbegehren stellt, die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, ihr die für A. ab 21. Februar 2007 geleistete finanzielle Sozialhilfe
zurückzuerstatten.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist. Ziff. 1 des
angefochtenen Entscheids vom 14. Mai 2008 und der Entscheid der
Beschwerdegegnerin vom 25. Juni 2007 werden aufgehoben. Sodann wird die
Beschwerdegegnerin verpflichtet, der Beschwerdeführerin die für A. ab 21. Februar
2007 geleistete finanzielle Sozialhilfe zurückzuerstatten.
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Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten wird nicht verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- wird der
Beschwerdeführerin zurückerstattet.
Bei vollständiger oder teilweiser Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von
Amtes wegen über die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu
entscheiden. In der Regel wird die Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und
ihre Anteile analog dem Rechtsmittelentscheid vorgenommen (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004,
S. 103). Dementsprechend ist Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und
die amtlichen
Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens im Betrag von Fr. 1'000.-- werden der
Beschwerdegegnerin auferlegt.
3.2. Ausseramtliche Entschädigungen werden nicht zugesprochen, da Politische
Gemeinden grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten
haben.
Demnach hat das Verwaltungsgericht