Decision ID: 67682a0b-84f8-460a-bfb4-f2d4a17c8c27
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, arbeitete
ab
dem
1.
Mai 1999
zu 100
%
als Ange
stellter
in der Wagenreinigung
bei der
Y._
(Urk. 6/3/4)
.
Seit dem 25.
Juni
2012 ist er in unterschiedlichem Ausmass arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 6/3/5
,
Urk. 6/18/1
).
Laut
der Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
)
,
betrug die Arbeitsunfähigkeit vom 29.
Juni
2012 bis zum 22.
September
2013 100
%
und s
eit dem 23. September
2013
50
% (Urk. 6/28/4).
Am 21.
Dezember
201
2
meldete sich
der Versicherte
bei
der Invaliden
versiche
rung
zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/3)
.
Die
Sozial
versicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich,
IV-Stelle
,
liess in der Folge Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszüge, Urk.
6/15-16) erstellen und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 6/17/5, Urk. 6/18, Urk. 6/21, Urk. 6/24/6
,
Urk. 6/26). Mit
Vorbescheid
vom 29. April 2014 teilte die IV-Stelle de
m
Versicherten mit, dass
kein An
spruch
auf eine Invalidenrente bestehe
(Urk. 6/30).
Hiergegen erhob d
er Versicherte, vertreten durch die
Y._
,
mit Eingabe
n
vom
12. Mai 2014 sowie vom
17. Juni
2014
Einwand (
Urk.
6/
31
,
Urk. 6/34).
Mit Verfügung vom 1.
Juli
2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (Urk. 6/36 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1.
Juli
2014
liess
der Versicherte am 26.
August
2014 Beschwerde erheben
. Er
beantragte, der angefochtene
E
ntscheid sei aufzuheben und das Verfahren sei an die Beschwerdegegnerin zur Verfügung einer
Drei
vier
tels
r
ente
ab 1.
Juni
2013 zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit
Beschwerde
ant
wort
vom 6.
Oktober
2014
schloss die IV-Stelle
auf
Abweisung
der Beschwerde
(Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 10. Oktober 2014
mitgeteilt wurde
(Urk. 7).
Auf die Ausführungen
in den Rechtsschriften
und die eingereichten Unterlage
n
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgende
n
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
.
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung
vom 1. Juli
2014
auf den Standpunkt,
der Beschwerdeführer sei in seiner an
ge
stam
mten Tätigkeit als
Reinigungsspezialist
bei der
Y._
zu 100
% arbeits
unfä
hig, jedoch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig.
Sie nahm einen
Leidensabzug von 10
% vor und errechnete
einen
Invaliditätsgra
d
von 30 %
, wes
halb sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente ver
neinte
(Urk.
2
).
In der Beschwerdeantwort beantragte
sie
die Abweisung der
Beschwerde und verwies auf die Stellungnahmen des RAD vom 2. Dezem
ber
2013 und vom 25. März 2014 (Urk. 6/28/3-5)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
liess
in der Beschwerdeschrift vom 26. August 2014 ins
besondere vorbringen, in einer leidensangepassten Tätigkeit betrage die maxi
ma
le
Arbeitsfähigkeit
lediglich
50
%. Dazu liess er auf die
Feststellungen der
durch
geführten Arbeitsversuche ab dem 23.
September
2013 in der
ange
stam
m
ten
Tätigkeit und im
Z._
sowie ab dem 18.
November
2013 im
A._
verweisen.
Auch liess er diverse Aussagen zu seiner medi
zi
ni
schen Situation anführen (Urk. 1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Das Spital
B._
hielt im Austrittsbericht vom
6.
Dezember
2012
die Diagnose
einer
Gonarthrose
im rechten
Knie
bei
S
t
atus
n
ach
Innenmeniskusteilresektion
fest
.
Am 30. November 2012
sei die
Implantation einer Knietotalprothese rechts vor
genommen
worden
.
Das Röntgenbild
des
Kni
es
vom 2.
Dezember
2012
habe
eine
regelrechte Situation
mit
eine
r
regelrechte
n
Positionierung
der
Totalendo
pro
these
und achsengerechte
r
Stellung
ergeben
(Urk.
6/21/5).
Die Arbeitsun
fähig
keit
betrage
bis zum 6.
Januar
2013 100
% (Urk.
6/21/6).
In einem wei
tere
n
Schreiben vom 25. Februar
2013 an die IV-Stelle teilte
das Spital
mit, dass ein akuter
Zustand nach
der
Knie-
Totalendoprothese
n
-I
mplantation
bestehe
.
Der Be
schwerdeführer sei daher
bis dato zu 100
% arbeitsunfähig. Langfristige Prognosen könnten noch nicht getroffen werden (
Urk.
6/17/5).
3.2
L
aut dem Operationsbericht des Spital
s
B._
vom 16.
April
2013
wurde wegen
l
ater
al
-ventraler Kniegelenksschmerz
en
gleichentags
eine intraartiku
läre Infil
tra
tion
vorgenommen
(Urk.
6/21/7).
3.3
Dr.
med.
C._
berichtete am
9.
Juli
2013 (
Urk.
6/
21/1)
von einem schlech
ten Verlauf
.
D
er
Beschwerdeführer
habe starke, per
sistierende Schmerzen. Er komme regelmässig zu
ihm
und werde medikamentös behandelt. Er gehe an Krücken
und sei
bis auf
W
eiteres
arbeitsunfähig (
Urk.
6/21/2).
3.4
Das
Spital
B._
teilte
der Beschwerdegegnerin
mit
Schreiben vom
19.
Dezem
ber
2013
mit, dass der Beschwerdeführer seit dem 16.
April
2013 nicht mehr
in Behandlung gewesen sei
.
Den Kontrolltermin vier Wochen nach der Operation habe der Beschwerdeführer nicht wahrgenommen.
Deshalb sei
der aktuelle Ver
lauf nicht bekannt (Urk.
6/22/5).
3.5
Laut
Bericht
von Dr.
C._
vom
16.
Januar
2014
ging
es
dem
Beschwerdeführer
seit
seinem
letzten Bericht vom 9.
Juli
2013 tendenziell besser. Er sei nicht mehr auf Krücken angewiesen. Er habe jedoch noch persistierende, zum Teil auch sehr starke Schmerzen, so dass er weiterhin fast rege
l
mässig zu
ihm
komme und medikamentös behandelt werde. Aktuell arbeite er zu 50
% (Urk.
6/24/6).
In ei
nem weiteren Schreiben vom 10. Februar 2014 führt
e
Dr.
C._
aus, der Be
schwerdeführer arbeite
seit dem 23. September
2013 und bis auf
W
eiteres
zu 50 %
.
Mit einer weiteren Erhöhung
der Arbeitsfähigkeit
sei aktuell nicht zu rechnen, da er angeblich noch weiterhin persistierende Belastungsschmerzen habe. Eine wechselnde Arbeit (sitzend/stehend) sei jedoch zu empfehlen
,
um eine
eventuelle
Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu fördern (Urk.
6/26/1).
3.6
M
ed.
pract
.
D._
,
Fachärztin für
orthopädische Chirurgie und Trau
matologie FMH
vom RAD
, hielt in
ihrer
Stellungnahme
vom 25.
März
2014
unter
den
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
den
Status nach
Knie-
Totalendoprothese
rechts
fest
.
Unter den
Diagnose
n
ohne dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ver
merkte
sie
, dass keine be
stünden
(Urk. 6/28/4)
.
Zu den Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als
Reinigungs
fachmann
Y._
führte
sie
aus
,
aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehe
bei prothetischem Ersatz des Kniegelenks eine verminderte Belastbarkeit
. Dies gelte für
rege
l
mässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Trans
por
tieren von Lasten, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten An
forderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund
(Urk. 6/28/4)
.
De
m
Beschwerdeführer könne
eine angepasste Tätigkeit, eine überwiegend sit
zend
aus
zu
übe
nde
Arbeit mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils eben
er
dig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15
Kilo
gramm
körpernah medizinisch-theoretisch weiterhin zugemutet
werden.
Die
Ar
beitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungs
fachmann
der
Y._
habe
vom 29.
Juni
2012 bis zum 22.
September
2013
100
%
betragen
.
Seit dem
23
.
September
2013
betrage
sie 50
%.
G
emäss Belastungsprofil
betrage
d
ie Arbeitsunfähigkeit in
einer
angepasste
n
Tätigkeit 0
% (= 100
% Arbeitsfä
hig
keit)
. Medizinisch-theoretisch
sei
die Arbeitsfähigkeit
ab
September 20
13 (Be
gin
n der 50%
-
Arbeitsfähigkeit angestammt)
gegeben
.
In Zukunft sei e
ine Besserung auf
grund des de
generativen Charakters des Gesundheitsschadens nicht wahr
scheinlich
(Urk. 6/28/4)
.
4.
4.1
Den Arztberichten ist übereinstimmend die Diagnose
einer
Gonarthrose
im rech
ten
Knie
bei
Status nach Innenmeniskusteilresektion zu entnehmen
(Urk. 6/21/5
, Urk. 6/21/1, Urk. 6/21/7).
Strittig ist
einzig
, in welchem Umfang dem Beschwer
deführer eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar ist.
4.2
Die Angaben des RAD zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in
einer
an
gepasste
n
Tätigkeit, auf welche sich die Beschwerdegegnerin in der angefochte
nen Verfügung stützte, basieren auf
der
obgenannte
n
Diagnose
und
den bei den Akten liegenden
Arztberichten
(Urk. 6/28/4),
wobei diese
Arztberichte
l
e
diglich
Auskunft
zur Arbeitsfähigkeit in der
angestammten
Tätigkeit
geben
.
Die medizinisch-theoretische Beurteilung der RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
als Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie überzeugt. Daran
ändern die gescheiterten Arbeitsversuche nichts. Der erste
Arbeits
versuch
ab dem
23. September 2013
im Umfang von 50 %
fand
offensichtlich in der ange
stam
m
ten
Tätigkeit statt
(vgl. Urk.
1 S.
4)
.
Da
her ist er nicht geeignet, einen Rück
schluss auf die verbleibende Arbeitsfähig
keit in einer leidensangepassten Tätig
keit zu geben. Unerheblich sind daher auch die vom Beschwerdeführer
gemach
te
n Ausführungen zu seinem Befinden
während des Arbeitsversuchs wie beispiels
weise
,
er habe nur unter persistieren
den Schmerzen arbeiten können oder die Knie
gelenke hätten bei starken Rotati
onsbewegungen geschmerzt. Auch die während des Arbeitsversuchs gemachten Feststellungen
zum Heben, Sitzen und Gehen sind für die Beurteilung des Um
fanges der
zumutbaren
leidensan
ge
passten
Tätigkeit ohne Belang
.
D
er zweite Arbeitsversuch ab dem 18. November 2013 fand im
A._
in
E._
statt. Dabei wurde der Beschwerdeführer mit der
Bestückung von Sanitäranlagen und dem Leeren von Abfallkübeln betraut.
Auch
bei diesem Arbeitsversuch arbeitete er zu 50 %
(Urk. 1 S. 5)
.
Die
genannten
Tätigkeiten entsprechen nicht
jenen
, welche die
RAD-Ärztin
als
leidensangepasste Tätigkeiten
beschrieb (Urk. 6/28/4)
. Demnach liegt eine
lei
dens
angepasste
Tätigkeit dann vor, wenn sie vorwiegend sitzend mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15
Kilo
gramm
ausgeübt werden kann
. Dies ist beispielsweise bei Kontroll- und Über
wachungsaufgaben oder leichten
Betriebs
arbeiten
der Fall (
vgl.
Urk.
2).
Es ist nachvollziehbar, dass dem Beschwerde
führer solche Tätigkeiten, die das defekte Knie kaum belasten, uneingeschränkt zumutbar sind. Es ist deshalb mit der Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung der RAD-Ärztin abzustellen und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, wie sie med.
pract
.
D._
umschrieb, auszu
gehen.
Anzufügen bleibt, dass d
ie in der Beschwerdeschrift genannten, aber in den Ak
ten nicht vorhandenen Arztberichte
des
F._
vom 22
.
Oktober
2013 und vom 3.
Juni
2014
sowie
von Dr.
C._
kein anderes Bild
ergeben
.
Gemäss Aus
führungen in der Beschwerdeschrift wurde
seit
dem 22.
Oktober
2013
stets
mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Urk. 1 S. 4 ff.).
Dies
stimm
t mit den Ausführungen des RAD überein
(Urk. 6/28/4)
.
4.3
Für den Beginn der 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit stellte
med.
pract
.
D._
auf den Bericht von Dr.
C._
vom 10. Februar 2014 (Urk.
6/26)
ab, worin dieser dem Beschwerdeführer ab dem 23. September 2013, dem Beginn des ersten Arbeitsversuchs, wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit attestiert hatte (Urk. 6/28/4).
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten habe bereits im Juni 2013
vorgelegen (Urk. 6/28/5). Sie stützte sich auf die Aussage des RAD vom 2.
Dezem
ber 2013 (Urk. 6/28/3), aus medizinischer Sicht wäre zu erwarten, dass der Versicherte sechs Monate nach der Operation für angepasste Tätigkeiten wieder arbeitsfähig sei. Diese Aussage war jedoch bewusst theoretisch gehalten
und wurde nach Eingang der Berichte des Spitals
B._
vom 19. Dezember 2013
(Urk. 6/22/5) und von Dr.
C._
vom 10. Februar 2014 (Urk. 6/26) revidiert, in
dem med.
pract
.
D._
nun erst ab dem 23. September 2013, nach dem Weg
fall der 100%igen Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf, von einer unein
ge
schränkten Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ausging.
Der einzige echtzeitliche Bericht, der sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers im Sommer 2013 äussert, ist jener von Dr.
C._
vom 9. Juli 2013 (Urk.
6/21/1-4). Darin beschrieb Dr.
C._
nach einer letzten Kontrolle des Be
schwerdeführers vom 28. Juni 2013 (Urk. 6/21/1) einen schlechten
behand
lungs
bedürftigen
Zustand mit starken Schmerzen und attestierte immer noch eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Gestützt auf diesen Bericht kann nicht auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit geschlossen werden. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer nach der Infiltration vom April 2013 nicht mehr im Spital
B._
war (Urk. 6/22/5), da er sich durch Dr.
C._
behandeln liess.
Für die Zeit bis zum 22. September 2013 ist daher von einer 100%igen Ar
beits
unfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten auszugehen, und ab dem 23. Septem
ber 2013 ist von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für angepasste, leich
te
und wechselbelastende Tätigkeiten auszugehen.
4.4
Eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
ist gemäss der Stellungnahme des RAD ab dem
29.
Juni 2012 ausgewiesen
(Urk. 6/28/4)
.
Somit gilt die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG als ab dem 29. Juni 2012 eröffnet.
Sie
endete ein Jahr später,
im Juni 201
3
.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 21. Dezember 2012 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3).
Der Rentenanspruch entsteht ge
mäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma
chung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1).
Die Rente
wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch ent
steht
(
Abs.
3).
Somit
konnte
frühestens im
Juni
2013
ein
Rentenanspruch
ent
stehen
.
Im
Juni 2013
erfüllte der Beschwerdeführer
sowohl
die Wartezeit im Sinne von Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
als auch
die
Frist
nach
Art.
29
Abs.1
IVG
.
Daher
ent
stand der
Rentenanspruch
im Juni 2013
und
der Beschwerdeführer
hat
ab dem
1.
Juni 2013 Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.
5.1
Für die Periode vollständiger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten be
darf es zur Invaliditätsbemessung keines Einkommensvergleichs; der
Invalidi
täts
grad
beträgt dann 100
%.
A
b dem 23.
September 2013
ist von einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit für angepasste
, leichte und wechselbelastende
Tätig
keiten
aus
zu
gehen
.
Für die Zeit ab
dem
23.
September 2013 ist daher ein
Einkommens
vergleich
durchzuführen. Der von der IV-Stelle durchgeführte
Einkommensver
gleich
wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten
(
Urk. 1
S.
6
,
Urk. 2
, Urk. 6/28/5
).
5.2
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist jenes Einkommen massgeblich, das der Beschwerdeführer im Jahr 2013 ohne Gesundheitsschädigung tatsächlich er
zielt hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1)
.
Die
IV-Stelle stützte sich
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
auf das als Reinigungsspezialist bei der
Y._
erzielte Einkommen 2011 ab
.
Dieses Einkommen ist unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnentwicklung
(Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer [T1.1.10]
;
Total
;
201
0
:
100; 2013: 102.5
) auf das Jahr 2013 aufzurechnen, was Fr.
80‘
951.
45
ergibt (Fr. 7
8
‘
977
.
--
:
100
x
1
02.5
).
Von diesem
Valideneinkom
men
ist auszugehen.
Die IV-Stelle hat zur Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht auf die Tabelle TA 1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010 abgestellt. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeit äqui
va
lent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repe
ti
tive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) für Männer betrug Fr. 4‘901.--. Für den
Einkommensvergleich
sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti
schen) Beginns des Rentenanspruchs
massgebend
,
die Tabellenwerte
sind somit
auf das Jahr 201
3
aufzurechnen. Der Tabellenlohn ist auf die im Jahr 201
3
über alle Sektoren durchschnittliche betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden hochzurechnen (
Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, Tabelle B9.2
)
so
wie an die
Nominallohnentwicklung anzupassen (BFS, Schweizerischer
Lohnin
dex
nach
Branche [2010 = 100, im Internet abrufbar], Nominallohnindex Män
ner [T1.1.10]
,
Total; 2010: 100; 2013: 102.5
). Daraus resultiert ein jährliches Bruttoein
kom
men in der Höhe von 6
2‘844.30
(Fr. 4‘901.-- x
12 :
40 x 41,7
: 100
x
102.5
).
Weiter ist der von der IV-Stelle anerkannte leidensbedingte Abzug von 10
% zu
berücksichtigen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 56
‘
560.
--
ergibt.
Ver
glich
en
mit dem
Valideneinkommen
ergibt sich ein invaliditätsbedingter
Minder
ver
dienst
von Fr. 2
4
‘
391.
4
5
und somit ein Invaliditätsgrad von 30
,
1
%.
Selbst wenn d
em Beschwerdeführer
ein höherer leidensbedingter Abzug von maximal 20
% gewährt
würde, würde bei
einem
Valideneinkommen
von Fr.
80‘951.45
und einem
Invaliden
einkommen
von
Fr.
50‘275.45
eine
Erwerbs
ein
busse
von Fr.
30‘676.--
und somit ein
Invaliditätsgrad von 37
,
9
%
resultie
ren
,
was zu
keiner Rente
führt
.
5.3
Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invaliden
rente
ist nebst der Revisionsbestimmung des
Art.
17
Abs.
1 ATSG die Bestim
mung über die Änderung des Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) analog anzuwenden, weil noch vor Er
lass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung ein
getreten ist mit der Folge, dass gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird (Urteile
9C_233/2009 vom 6.
Mai 2009 und 8C_87/2009 vom 16.
Juni 2009). Verbind
lich
festgestellt ist eine Verbesserung des Leistungsvermögens ab dem 23.
Septem
ber 2013, wobei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste, leichte und wechselbelast
ende Tätigkeiten auszugehen ist
. Diese Ein
schränkung begründet
einen
Invaliditätsgrad von
maximal
3
7
,
9
% (E
.
5.
2
),
weshalb bis 3
1.
Dezember 2013 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung besteht
.
Ab
1.
Januar 2014 ist hingegen keine Inva
lidenrente mehr geschuldet (
Art.
28
Abs.
2
IVG).
Die
angefochtene
Verfügung vom 1. Juli 2014
ist in teilweiser Gut
heissung der Beschwerde in dem Sinne abzuändern
, dass de
m
Beschwerde
führer für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis zum 31. Dezember 2013 eine befristete ganze Invalidenrente zuzusprechen ist.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzu
weisen.
6
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind auf Fr.
8
00.
--
festzu
setzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem mehr
heitlich unter
liegenden Beschwerdeführer zu
drei Vierteln
und der mehrheitlich obsie
gen
den Beschwerdegegnerin zu einem Viertel aufzuerlegen.