Decision ID: c4901047-e9d1-4bac-afd7-39f835d8cee2
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, ist gelernte Verkäuferin. Seit Oktober 2000 arbeitete
sie bei
Y._
und war seit dem 1
1.
März 2014 krankgeschrieben (
Urk.
7/31,
Urk.
7/38
/2
).
Sie erlitt (ohne Unfallereignis) eine Insuffizienzfraktur des rechten Mittelfusses mit Entwicklung einer Ps
eudoarthrose (
Urk.
7/33
/1
,
Urk.
7/38/1
Urk.
7/127/5+7
).
Am
4.
September 2014 meldete sie sich bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/13
). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen
, un
ter anderem liess sie
die Versicherte durch den RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, untersuchen
(
Urk.
7/31,
Urk.
7/33,
Urk.
7/35,
Urk.
7/38,
Urk.
7/41,
Urk.
7/44,
Urk.
7/49
,
Urk.
7/55,
Urk.
7/62,
Urk.
7/67,
Urk.
7/69
,
Urk.
7/77,
Urk.
7/82,
Urk.
7/88,
Urk.
7/91,
Urk.
7/92)
.
Die Beschwerdeführerin hatte
sich ein erstes Mal am 2
3.
August 2014 einer Fussoperation unterziehen
müssen
.
Während der Dauer der
Abklärungen
kamen drei weitere Fussopera
tio
nen dazu
(
Urk.
7/38/7,
Urk.
7/41/5,
Urk.
7/52+55,
Urk.
7/77
).
Mit Vorbescheid vom
1.
Juni 2018 kündigte die IV-Stelle die Zusprache einer befristeten Inva
lidenrente an (
Urk.
7/98). Dagegen erhob die Versicherte Einwand (
Einwand vom
16. Juni und
3.
September 2018,
Urk. 9/99,
Urk.
9/107), worauf die IV-S
telle das bidisziplinäre
(internistisch-orthopädische
) Gutachten
beim
A._
,
vom 1
6.
April
2019 veranlasste
(
Urk.
7/127
, vgl. auch
Urk.
7/118
).
Nach Erlass eines neuerlichen Vorbescheids (
Vorbescheid vom 2
7.
Mai
2020,
Urk.
7/140), wogegen die Versicherte Einwand (
Einwand vom 3
1.
August 2020,
Urk.
7/144) erhob, teilte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2021 der Versicherten mit, dass sie
vom
1.
März 2015 bis 3
0.
Juni 2016 Anspruch auf eine ganze Rente habe, vom
1.
Juli 2016 bis 3
1.
August 2016 bestehe kein Ren
tenanspruch, vom
1.
September 2016 bis 3
0.
Juni 2017 bestehe erneut Anspruch auf eine ganze Rente, vom
1.
Juli 2017 bis 3
0.
September 2017
bestehe
Anspruch
auf eine halbe Rente, danach sei kein Rentenanspruch mehr gegeben (
Urk.
2
/1-3
).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Januar 2021 liess die Versicherte
mit Eingabe vom 2
5.
Februar 2021
Beschwerde
erheben und beantragen, ihr sei vom
1.
März 2015
bis 3
0.
September 2017 durchwegs eine ganze Invalidenrente auszurichten. Weiter
sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie nach ergänzenden Ab
klärungen über den weiteren Rentenanspruch ab
1.
Oktober 2017 neu befinde (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
9.
April 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6),
was der Beschwerde
führerin zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
digen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).
1.4
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte
zur Begründung ihres Entscheids
,
gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten sei davon auszugehen, dass
der
Beschwerdeführerin
die Ausübung
der bisherigen Tätigk
eit als
Rayonleite
rin
Food nicht mehr möglich
sei. Bis Ende Februar 2016 habe auch keine Arbeitsfähigkeit in
einer leidens
an
gepassten
Tätigkeit bestanden.
Von März bis
September
2016 sei der Beschwer
deführerin
dann
eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar gewesen. Im September 2016 habe sich ihr Gesundhe
itszustand verschlechtert, weshalb vor
übergehend, bis zum
9.
März 2017,
auch die Ausübung einer leidensan
ge
passten Tätigkeit nicht möglich gewesen sei. Vom 1
0.
März 2017 bis 3
0.
Juni 2017 habe für eine leidensangepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
be
standen. Seit
1.
Juli 2017 sei die Beschwerdeführerin nunmehr in einer leidens
an
gepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig.
Soweit die Beschwerdeführerin rüge, dass
keine psychiatrische Begutachtung erfolgt sei, könne ihr nicht gefolgt werden.
Zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe des Gutachtens habe es keine Hin
weise auf einen psychischen Gesundheitsschaden gegeben. Erst nach Erstellung des Gutachtens sei der Bericht des Psychologen lic. phil.
B._
einge
troffen. Dieser beschreibe aber bloss eine subjektive Anamnese und enthalte eine polemische, fachfremde Beurteilung, weshalb sich eine zusätzliche
,
psychiatrische Abklärung nach wie vor nicht aufdränge.
Zwar bemerke die Beschwerdeführerin zu Recht, dass im Rahmen der
bidisziplinären
Begutachtung
bloss eine kleine, aber keine grosse Lungenfunktionsprüfung vorgenommen worden
sei
. Dieser Um
stand sei jedoch für die Beurteilung der bestehenden funktionellen Einschrän
kungen nicht relevant.
Im Rahmen des Einkommensvergleichs rechtfertige sich sodann bei der Bemessung des Invalideneinkomm
ens kein Abzug vom Tabellen
lohn
(
Urk.
2/1,
Urk.
6)
.
2.2
Die Beschwerde
führerin brachte dagegen
vor, das
bidisziplinäre Gutachten erweise
sich als nicht beweiskräftig. Bei
Y._
habe sie wegen ihrer Hustenanfälle nicht meh
r an der Kasse arbeiten können, da die Kunden verunsichert darauf reagiert hätten
. Der internistische
A._
-Gutachter habe ausgeführt, dass die unklaren
Hustenanfälle ihr Tätigke
itsfeld einschränken würden. Laut seinen Aussagen habe er
für di
e Hustenanfälle in der kleinen und grosse
n Lungenfunktionsprüfung
kein organisches
Korrelat
finden können. Tatsache sei jedoch, dass anlässlich der Be
gutachtung gar keine grosse Lungenprüfung stattgefunden habe.
Weiter hätten die Gutachter einen
Bericht des vormals behandelnden P
sychotherapeuten ange
fordert, d
iesen dann aber nicht abgewartet. Spätestens seit Vorliegens dieses Be
richts sei klar, dass eine psychiatrische Abklär
ung erfolgen müsse. Sodann
ver
möge die von den Gutachtern abgegebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht
zu überzeugen. Die bildgebenden Untersuchungen des rechten Fusses im Juni 201
6 hätten ergeben, dass nebst der
f
ehlenden knöchernen
Durchbau
ung
ein
hochgradiger Verdacht auf einen materialassoziierten Infekt bestanden habe und dass die in der vorangehenden Operation verwendeten Schrauben zu lang ge
we
sen seien, weshalb es Anfang September 2016 zu einer vierten Operation ge
kom
men sei.
Vor diesem Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, dass zwischen März 2016 und de
r erneuten Operation vom
1
4.
September 2016 eine volle Arbeits
fähigkeit bestanden haben soll. Auch der weitere Verlauf der Arbeits
fähigkeit werde nicht begründet
.
Es sei offensichtlich, dass sich die
A._
-Gut
achter
dabei auf die Beurteilung des RAD-A
rzt
e
s
Dr.
Z._
gestützt hätten.
Dieser habe im März 2017 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ab Juli 2017 prognos
tiziert.
Dessen Beurtei
lung sei also prospektiv
und insofern spekulativ
erfolgt.
Schliesslich sei bei der Festlegung des Invalideneinkommens ein leidensbedingter Abzug vorzu
nehmen. Ausserdem werde die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeits
fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu prüfen sein (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Februar 2014 traten bei der Beschwerdeführerin ohne Trauma spontane Fuss
schmerzen im rechten Fussgelenk auf (
Urk.
7/49/5).
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, stellte
eine Insuffizienzfraktur des Os
naviculare
rechts
fest
(
Urk.
7/49/9). Nach Scheitern der konservativen Therapie und Veranlassung einer CT-Untersuchung, die eine Pseudoarthrose zeigte, erfolgte am
2
7.
August 2
014 operativ eine
Pseudoarthrosen-Revision und
Osteosynthese
(
Urk.
7/41/5,
Urk.
7/
49/10-12). Die
in der Folge
aufgrund
persistierender belastungsabhängiger Schmerzen im rech
t
en Mittelfuss
eingeleiteten Abklärung
en
zeigten eine
fehlende
ossäre
Fusion der
debridierten
Pseudoarthrose. Am 1
8.
März 2015
kam es deshalb zu einer
operativen Re
-O
steosynthese (
Urk.
7/38/7)
.
In der Folge litt die Be
schwerdeführerin an sekundären Beschwerden infolge Schraubenüberlänge im Bereich des
calc
ane
onaviculären
und
cuboidnavikulären
Gelenkspalts rechts
(
Urk.
7/62/4)
.
Ihr wurden v
o
m Operateur
Dr.
C._
und
vom
Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Fa
charzt für Innere Medizin,
eine anhaltende
gänzliche Arbeitsunfähigkeit attestiert (Bericht
e
vom
4.
August
2015 resp.
1
0.
O
ktober
2015;
Urk.
7/44,
Urk.
7/49). Schliesslich erfolgte am
3
1.
Januar 2016 ein dritter operativer E
ingriff
(
Urk.
7/52,
Urk.
7/55,
Urk.
7/62/4).
3.2
Dr.
C._
hielt im Bericht vom 1
7.
März 2016
unter V
erweis auf die
Operation
vom 1
3.
Januar 2016
fest, dass
die Fussschmerzen persistieren würden. Zudem äusserte er einen Verdacht auf eine
Fasziitis
plantaris
rechts. Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit beantwortete er dahingehend,
dass
eine sitzende Tätigkeit
mög
lich
sei
. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei zu 100
%
vermindert. Auf die Frage,
ob eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliede
rung im Um
fang von mindestens zwei
Stunden pro Tag bestehe, erklärte er, dass eine sitzende Tät
igkeit möglich sei (
Urk.
7/55).
Im Bericht zuh
anden des Hausar
ztes
Dr.
D._
vom 1
1.
April 2016 diagnos
ti
zierte
Dr.
C._
einen Belastungsschmerz am rechten
Vorfuss
bei einem Ver
dacht auf
Transfermet
atarsalgie
, differentialdiagnostisch eine
Fasziitis
plantaris
,
sowie einen schmerzfreien Mittelfuss rechts bei Status nach Osteosynthese Os
navicul
ae
. Er führte aus
, klinisch müsse
davon ausgegangen werden, dass die Pathologie im Bereich des Os
naviculare
nicht mehr symptomatis
ch sei. Vielmehr bestehe nun ein
Verdacht
einer
Transfermet
atarsalgie
oder einer
Fasziitis
plan
taris
(
Urk.
7/62/5).
Eine 3-Phasen-
Skelettszintigraphie
einschliesslich SPECT/CT der Füsse
vom
2.
Juni 2016 zeigte sodann, dass die Fraktur bisher noch nicht konsolidiert war,
die
medialste
sowie die
lateralste
Schraube
zu lang war
en
und ein Verdacht auf einen materialassoziierten Infekt bestand (
Urk.
7/85/1). Im
weiteren
Bericht vom
1
5.
Juli 2016
zu Handen von
Dr.
D._
d
iagnostizierte
Dr.
C._
eine Pseudo
arthrose Os
naviculare
rechter Mittelfuss sowie ein
en
Status nach zweimaliger Osteosynthese
. Er erklärte
, die
Beschwerdeführerin klag
e weiterhin über belas
tung
s
abhängige diffuse Schmerzen im Ber
eich der Fusssohle. Eine erneute CT-U
ntersuchung habe
die fehlende
Durchbauung
der revidierten und mit Eigen
knochen angelagerten Pseudoarthrose
gezeigt
.
Dementsprechend gelangte
Dr.
C._
zum Schluss, dass die Indikation für einen weiteren Eingriff gegeben sei, was nun die
Arthrodese
des
talonavikulären
Gelenks zur Folge haben werde. Der Eingriff erfolge am
7.
September 2016 (
Urk.
7/67/1).
3.3
Am 1
6.
August
2016 untersuchte d
er
RAD-Arzt
Dr.
Z._
die Beschwerde
führerin. Er hielt mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Insuffizienzfraktur
des Os
naviculare
rechts
(bei zunächst konservativer Behandlung,
arthrophe
Pseu
doarthrose Os
neviculare
bei Osteosynthese rechts
Os
neviculare
am 2
7.
August
2014,
postoperative Pseudoarthrose rechts
Os
neviculare
bei
Spongioplastik
, Re-
Osteosynthese
am 1
8.
März 2015) sowie persistierende Fussschmerzen rechts (bei Status nach Re-Osteosynthese Os
naviculare
mit überlangen Schrauben, Revision
Osteosynthesematerial
und Schraubenwechsel am 1
3.
Januar 2016, anhaltender Pseudoarthrose Os
naviculare
rechter Fuss)
fest
.
Keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit mass er d
em Belastungsschmerz rechter
Vorfuss
(
bei Verdacht auf
Tr
ansfermetatarsalgie
, Differentialdiagnose
Fasziitis
plantaris
)
, dem D
iabete
s
meli
tus
, Asthma Bronchiale, Adipositas
permagna
und der beginnenden
Varus
gonarthrose
links bei. Im Rahmen der
Würdigung der Aktenlage wies er darau
f
hin, dass
Dr.
C._
ab dem 1
7.
März 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer rein sitzenden Tätigkeit attestiere. Am
7.
September 2016 sei eine
Arthro
dese
geplant
. Zur Arbeitsfähigkeit erklärte er,
dass in der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin keine Arbeitsfähigkeit
mehr
seit 1
1.
März 2014 bestehe.
Für eine rein sitzende Tätigkeit bestehe ab 1
7.
März 2016 bis zur erneuten Operation eine volle Arbeitsfähigkeit. Ab dem Zeitpunkt der erneuten Operation, die für den
7.
September 2016 geplant sei, bestehe dann auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine endgültige Beurteilung könne so
dann voraussichtlich erst sechs Monate postoperativ erfolgen (
Urk.
7/69).
3.4
Die geplante
vierte Operation fand schliesslich nicht am 7., sondern am 1
4.
Septem
ber
2016 statt (
Urk.
7/77, vgl. auch
Urk.
7/74).
Dr.
C._
bescheinigte im Bericht vom
6.
Februar 2017 eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit.
Allen
falls sei ab Juni 2017 eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wieder
ein
gliederung gegeben (
Urk.
7/82).
3.5
Am
9.
März 2017 erfolgte eine neuerliche Untersuchung der Beschwerde
führer
in
durch
Dr.
Z._
. Der RAD-Arzt hielt fest, es bestehe ein anhaltender Be
lastungsschmerz rechter Mittelfuss bei Status nach komplexer Revisions-
Arthrodese
am 1
4.
September 201
6.
Die bisherige Tätigkeit als Verkäuferin sei nicht mehr möglich. In angepasster Tätigkeit habe vom 1
1.
März 2014 bis 1
6.
März 2016 eine
gänzliche
A
rbeitsunfähigkeit, v
om 1
7.
März 2016 bis 1
3.
September
2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit und vom 1
7.
September 2016 bis
9.
März 2017 wieder eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab 1
0.
März 2017 bis 3
0.
Juni 2017 sei von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit und ab
1.
Juni 2017 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen (
Urk.
7/88).
3.6
Im Bericht vom 2
1.
November 2017 teilte
Dr.
C._
m
it, die
talo
navik
ulare
Arthrodese
sei verheilt. E
s bestehe ein Knickfuss rechts sowie ein Verdacht auf Osteopenie rechter Fuss. Orthopädisch sei die Behandlung nun
abgeschlossen. Es
empfehle sich, mit der Beschwerdeführerin ein von der IV unterstütztes
Be
schäfti
gungsprogramm
in einem 50
%
-Pensum durchzuführen (
Urk.
7/92
).
3.7
3.7.1
Im
bidisziplinären
A._
-Gutachten vom 1
6.
April 2019 wurde aus internistischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (
Urk.
7/127/6-7,
Urk.
7/127/40). Aus orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnose gestellt
(
Urk.
7/127/6-7,
Urk.
7/127/56):
Nach Insuffizienzfraktur des Os
naviculare
Fuss rechts und
atropher
Pseudo
arthrose des Os
naviculare
mit
•
Anbohrung
der Pseudoarthrose und Revision sowie Osteosynthese am 2
7.
August 2014
•
Re-Osteosynthese und
Spongio
sa
plastik
des Os
ped
i
s
am 1
8.
März 2015
•
Schraubenwechsel und Revisions
o
s
teos
ynthese am 1
3.
Januar 2016
•
komplexer
Arthrodese
am 1
4.
September 2016: Versteifung des rechten medialen Mittelfusses (
Chopart
-Gelenk)
•
radiologisch
sichtbare Gelenkflächen und Veränderungen ohne Zeichen des vollständigen Durchbaus. Reizlos einliegendes
Osteosynthesematerial
, noch einsehbare Gelenkspalte nach stattgehabter
Arthrodese
:
- Teilversteifung des rechten Mittelfusses
-
Metatarsalgie
rechts
- Belastungsminderung rechter Fuss
Den weiteren orthopädischen Diagnosen einer Gonarthrose beidseits, einer Cox
arthrose beidseits, eines Lumbalsyndroms beidseits bei rechtskonvexer
thorax
lum
baler
Wirbelsäulenskoliose sowie Osteochondrose und
Spondylarthrose
der Lendenwirbelsäule und Senkspreizfüssen beidseits wurden keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (
Urk.
7/127/6-7,
Urk.
7/127/56).
Aus internistischer Sicht wurde festgehalten, die Untersuchung habe bis auf die
Onychomykose
der Füsse beidseits sowie
die
Interdigitalmykose an den Zehen links III
/
IV und
rechts
IV/V
das Bild einer 51jäh
rigen adipösen, kardiopulmonal
kompensierten Versicherten in unauffälligem A
llgemeinzustand ergeben. Die klinische Untersuchung sei altersentsprechend normal, ohne Hinweise für eine Links- oder Rechtsherzinsuffizienz oder für eine Lungenerkrankung. Abdominal bestehe eine
H
e
patomegalie
, neurologisch ein verminderter Vibrationssinn an den
Grosszehen und
Malleolen
beidseits, am ehesten einer diabetischen Neuro
pathie entsprechend bei einem 2005 diagnostizierten Diabetes mellitus Typ
2.
Im Labor vom
6.
März 2019 fänden sich eine leichte
Polyglobulie
, eine Leukozytose mit leichter Linksverschiebung und ein HbA1c von 7,4
%
. Die übrigen Laborwerte seien unauffällig. Das EKG zeige einen unauffälligen Erregungsablauf und die Spirometrie liefere keine Hinweise für eine obstruktive oder
restriktive Ventila
tionsstörung.
Betreffend die intermittierend auftretenden Hustenanfälle lasse sich kein organisches Korrelat in der kleinen oder grossen Lungenfunktionsprüfung nachweisen.
Wegen der Verdachtsdiagnose eines
metallassozierten
Infekts im Be
reich der Osteosynthesen des Os
naviculare
sei am 1
8.
März 2019 eine Skeletts
zintigraphie einschliesslich SPECT-CT Fuss rechts durchgeführt worden. Dies habe den Befund eines mangelnden
Knochendurchbaus
in den
Arthrodesen
des
Chopart
-Gelenks
und Os
cuneiforme
mediale mit dem Os
naviculare
ohne An
haltspunkte für einen Infekt ergeben.
Der seit 2005 bekannte Diabetes mellitus Typ 2 sei mässig gut eingestellt. Aus internistischer Sicht
bestünden keine funk
tio
nellen Einschränkungen der A
rbeitsfähigkeit (
Urk.
7/
127/40-41).
Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, die aktuelle Beschwerdesymptomatik sei erstmals am 1
1.
März 2014 festgestellt worden. Seither bestünden anhaltende Schmerzen des rechten Fusses. Insgesamt seien wegen der Pseudo
a
rthrose des Os
navicula
r
e
vier operative Behandlungen erforderlich gewesen. Die zuletzt durch
geführte Operation vom 1
4.
September 2016 habe
zur klinisch stabilen
Arthro
dese
d
es Mittelfusses geführt. Radiologisch sei zum heutigen Zeitpunkt der Ge
lenkspalt einsehbar. Die Lage des eingebrachten
O
steosynthesematerials
sei
im Vergleich zu den radiologischen Voruntersuchungen vom
3.
April 2016 unverän
dert, so dass von einer straffen fibrösen Überbrückung nach
Arthrodese
ausge
gan
gen werden könne.
Die klinische Untersuchung
zeige im Bereich der oberen Glied
massen eine freie Beweglichkeit der Schulter-, Ellbogen und Handgelenke; nach CTS-Operationen beidseits liege eine reizlose Narbe beidseits vor. Im Bereich der Wirbelsäule finde sich eine leichte Funktionseinschränkung der Lenden
wir
belsäule mit
Schober’schem
Mass von 10/12,5 cm, ein segmentaler Provoka
tions
schmerz im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule und im
Kreuzbein-Darm
bein-Gelenk
(ISG). Radiologisch seien eine rechtskonvexe
thorak
o
lumbale
Wirbelsäu
lenskoliose von 15° sowie fortgeschrittene degenerative Veränderungen L1-L5 ersichtlich. Die Hüftgelenke seien frei beweglich. Radiologisch finde sich eine initiale Coxarthrose beidseits. Im Bereich der Kniegelenke liege bei leichtem
Genu
varum
und stattgehabter Innenmenisk
usteilresektion eine beginnende
Gonar
throse vor, die klinisch reizlos sei
. Das obere Sprunggelenk (OSG) weise rechts eine leichte Fun
ktionseinschrä
nkung mit Heben und Senken von 15-0-50° auf.
Radiologisch sei eine beginnende
Arthrosis
deformans
festzustellen. Im Röntgen
bild finde sich ein klinisch asymptoma
tischer Fersen
s
porn. Der untere
Mittelfuss sei operativ teilweise versteift. Die Weichteilverhältnisse seien gut und die Narbe stabil. Der Fuss sei beim Barfussgang schmerzfrei und zumindest für kurze Strecken belastbar. Die Funktionseinschränkungen ergäben sich aus den erho
benen Befunden der stattgehabten operativen Behandlun
gen d
er Os
naviculare
pedis
-Pseudoarthrose rechts. Aufgrund der festgestellten Gesundheitsstörungen, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten, seien Tätigkeiten im Stehen und Gehen nicht mehr durchführbar. Dazu gehöre auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepass
t
en
Tätigkeit sei wie folgt einzuschätzen: 0
%
vom 1
1.
März 2014 bis 1
6.
März 2016, 100
%
vom 1
7.
März 2016 bis 1
3.
September 2016, 0
%
vom
1
4.
September 2016 bis
9.
März
2017, 50
%
vom 1
0.
März 2017 bis 3
0.
Juni 2017 und 80
%
vom
1.
Juli 2017 bis auf Weiteres
(
Urk.
7/127/7-8,
Urk.
7/127/57-59).
3.7.2
D
as
A._
führte in einem Mail zuh
anden der
IV-Stelle
vom
6.
März 2019 aus
, dass die Beschwerdeführerin heute begutachtet worden sei. Der internistische Teilgutachter erachte die Durchführung einer grossen Lungenfunktionsprüfung für notwendig. Diese werde bei
Dr. E._
, FMH Innere Medizin Pneumologie, stattfinden. Weiter habe die IV-Stelle einen B
ericht von
B._
, Psy
chotherapeut, zu organisieren (
Urk.
7/124).
Einer Telefonnotiz der zuständigen
IV-Sach
bearbeiterin
vom
7.
März 2019
ist zu entnehmen, dass die IV-Stelle dem
A._
gegenüber bestätigte, dass sie einen Bericht bei
B._
einholen werde. Weiter sei das
A._
informiert worden, dass die IV-Stelle laufende Fristen zum Gutachten nicht stoppen könne. Die Frist werde eingegeben und die Mahnu
ng automatisch ausgelöst. Die Gut
achter
seien gebeten worden, frühzeitig zu informieren, falls mehr Zeit für die Erstellung des Gutachtens benötigt werde. Die Mahnfrist werde dann angepasst (
Urk.
7/123).
3.8
Lic. phil.
B._
, diagnostizierte im Bericht vom 2
6.
November 2019 ei
n Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z
73.0), hervorgerufen durch eine Persönlichkeits
änderung bei chronischem Schmerzsyndrom mit einer Einschränkung sozialer Aktivitäten (ICD-10 F62.80) bzw. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.5)
,
und eine nicht näher bezeichnete organische oder symptoma
tische psychische Störung (ICD-10 F09). Dazu komme eine chronische Bronchitis, nicht näher bezeichnet, und Rauchen. Damit verbunden sei eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine Somatisierungsstörung des respiratorischen Systems (ICD-10 F45.33) bzw. eine
Störung des Schlaf-Wachrhythmus
(ev. Schlafapnoe). Ausserdem bestehe eine Familienzerrüttung durch Trennung und Scheidung so
wie ein Mangel an körperlicher Bewegung
. Dazu führte er aus, die Beschwerde
führerin sei am
9.
Dezember 2015 das erste Mal
zu ihm
in
die Behandlung ge
kommen. Ihr Hausarzt
Dr.
D._
habe
sie überwiesen
. Er selber habe sie ungefähr ein Jahr lang begleitet. Nach ihrer ungefähr dritten Fussoperation habe sie sich nicht mehr gemeldet. Die Beschwerdeführerin leide an einer Chronifizierung ihrer Schmerzsyndrome. Eine Arbeitsfähigkeit, auch in einer reduzierten, k
örperlich angepassten Tätigkeit
, sei nicht mehr gegeben
. Im Übrigen äusserte sich lic. phil.
B._
in seinem Bericht zum
bidisziplären
A._
-Gutachten, welches er al
s nicht beweistauglich einstufte
(
Urk.
7/136).
3.9
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, hielt in der Stellungnahme vom 3
0.
Januar 2020 fest,
es sei richtig, dass mit einer zusätzlichen
Bodylethsysmographie
(grosse Lungenfunktionsprüfung) in kurativer Hinsicht weitere Erkenntnisse gewonnen werden könnten. Dies gelte jedoch nicht in Hinblick auf die Beurteilung allenfalls bestehender funktioneller Einschränkungen, da zuvor eine Spirometrie (kleine Lungenfunktionsprüfung) durchgeführt worden sei (
Urk.
7/139/9).
In der Stellungnahme vom
8.
September 2020 konkretisierte
Dr.
F._
das Zumut
barkeitsprofil und hielt fest, dass als angepasste Tätigkeit eine ausschliesslich sitzend ausgeübte Tätigkeit mit gelegentlicher, leichter Wechselbelastung, eben
erdig gehend, ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 5 kg zu verstehen sei (
Urk.
7/148/3).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin moniert im Wesentlichen die von den
A._
-Gutachtern abgegebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowie aufgrund der unterbliebe
nen grossen Lungenfunktionsprüfung und fehlenden psychiatrischen Untersu
chung eine ungenügende Abklärung des Sachverhalts.
4.2
Die
A._
-Gutachter
begründeten ihre
Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht näher (
Urk.
7/127/9,
Urk.
7/127/59). Offen
sicht
lich übernahmen sie dabei die Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
Z._
. Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass dessen Einschätzung, wonach (zwischenzeitlich) vom 1
7.
März 2016 bis 1
3.
September 2016 eine volle Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestand, nicht einleuchtet.
Dr.
Z._
stützte sich
für seine Einschätzung
auf den Bericht vo
n
Dr.
C._
vom 1
7.
März 2016 (
Urk.
7/69/8).
Die Aussagen von
Dr.
C._
zur Arbeitsfähigkeit
in diesem Bericht
sind nicht eindeutig. Er
vermerkte zwar, dass eine sitzende Tätigkeit möglich sei. Gleich
zeitig sprach er davon, dass die körperliche Leistungsfähigkeit um 100
%
ver
mindert sei.
Die Frage nach der Belastbarkeit für Massnahmen der Wiederein
gliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag beantwortete er schliesslich dahingehend, dass sitzende Tätigkeiten möglich sei
en (
Urk.
7/55). Wie diese Angaben nun genau zu verstehen sind, kann offenbleiben
,
da
aus dem
(spä
teren) Bericht vom 1
1.
April 2016
zu schliessen
ist, dass er bei dieser Beur
teilung
von einer medizinischen Grundlage ausging, die er spät
er revidieren musste. Im Bericht vom 1
1.
April 2016
führte er aus, dass
aufgrund der operativen Therapie - also der Operation vom 1
3.
Januar 2016 - die Beschwerden auf der Höhe des Mittelfusses rückläufig seien. Es müsse davon ausgegangen werden
, dass die Pathologie im Bereich des Os
naviculare
nicht mehr symptomatisch sei. Vielmehr bestehe nun ein Verdacht einer
Transfermetatarsalgie
oder eines
Faszitiis
plan
taris
(
Urk.
7/62/5).
Jedoch
ergaben die weiteren bildgebenden Abklärungen vom
2.
Juni 2016 eine (nach wie vor) fehlende
ossäre
Durchbauung
des Os
naviculare
. Gestützt darauf diagnostizierte
Dr.
C._
im Bericht vom 1
5.
Juli 2016 eine Pseudoarthrose Os
naviculare
und sah die Indikation für eine
Arthrodese
gegeben (
Urk.
7/67/1; E. 3.2 hiervor). Damit erweist sich der Bericht vom 1
7.
Mär
z 2016 als überholt. Darauf gehen
der RAD-Arzt
Dr.
Z._
und auch die
A._
-Gutachter indessen nicht ein.
Es fehlt damit an einer nachvollziehbaren Erklärung
für die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit vom 1
3.
März 2016 bis 1
3.
Septe
m
ber 201
6.
4.3
Der RAD
-Arzt
Dr.
Z._
untersuchte die Beschwerdeführerin ein zweites Mal
am
9.
März 201
7.
Ab 1
0.
März
2017
attestierte er ihr für eine leidens
an
gepasste Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bis 3
0.
Juni 2017, ab
1.
Juli 2017 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Einschätzung übernahmen die
A._
-Gutach
ter. Eine nähere Begründung dazu gaben sie nicht ab, was insbesondere
an
ge
sichts
dessen, dass es sich bei der Beurteilung von
Dr.
Z._
um eine Prog
nose gehandelt hatte, jedoch angezeigt gewesen wäre.
4.4
Die IV-Stelle begegnet dem Vorwurf der unterbliebenen grossen Lungenfunk
tionsstörung mit dem Hinweis, dass
ein Gutachter selbst entscheide, welche tech
nischen Zusatzuntersuchungen benötige
. Überdies sei
eine kleine Lungenfunk
tions
prüfung durchgeführt worden. Von einer grossen Lungenfunktionsprüfung seien in Bezug auf die funktionelle Leistungsfähigkeit keine weiteren Erkennt
nisse zu erwarten (
Urk.
2,
Urk.
7). Es trifft zu, dass es
im Ermessen der begut
achtenden Ärzte
liegt
, zu entscheiden, ob zusätzliche
Abklärungen erforderlich sind, um den Gesundheitszustand einer versicherten Person beu
rteilen zu können
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2014 vom
2.
Juni 2014 E. 3.3
)
. Der Argu
mentation der IV-Stelle ist aber entgegen zu halten, dass der internistische Teil
gutachter die Durchführung einer
grossen
Lungenfunktionsprüfung für notwen
dig erachtet hatte
, und dies
nachdem
im
Rahmen
der Begutachtung eine kleine Lungenfunktionsprüfung
(
mit und ohne
Ventolin
)
durchgef
ührt worden war
(
Urk.
7/124
,
Urk.
7/127/38-39
). Warum letztlich davon abgesehen wurde, ergibt sich weder aus dem Gutachten noch aus den weiteren Akten. Zu vermuten ist, dass der Frist
endruck dabei eine Rolle spielte (vgl.
Urk.
7/123).
Wie dem auch sei, das
A._
-Gutachten erweist sich in diesem Punkt als aktenwidrig, wird doch darin explizit ausgeführt, dass sich für die Hustenanfälle kein organisches Korrelat in der kleinen und grossen Lungenfunktionsprüfung
habe nachweisen lassen (
Urk.
7/127/4;
Urk.
7/127/40
; E.
3.7.1
hiervor). Vor diesem Hintergrund hätte die Beschwerdegegnerin zumindest mit dem internistischen Teilgutachter Rück
sprache nehmen müssen, was die Beschw
erdeführerin
in ihrem
Einwand vom 3
1.
August 2020 übrigens
beantragt hatte (
Urk.
7/144).
Die Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 3
0.
Januar 2020 (E. 3.9 hiervor) als Facharzt für Chirurgie vermag jedenfalls die Stellungnahme eines
Pneumologen
nicht zu ersetzen.
4.5
4.5.1
Die Beschwerdeführer
in hatte im Einwand vom
3.
September 2018 zum Vor
bescheid vom
1.
Juni 2018 ergänzende medizinische (orthopädische,
pneumolo
gische
und psychiatrische) Abklärungen beantragt. Indessen mach
t
e sie in der
Einwandbegründung
keine Ausführungen zu allfälligen psychischen Problemen (
Urk.
7/107).
Dr.
D._
hatte im Bericht vom 2
8.
April 2016 auf eine depressive Entwicklung hingewiesen (
Urk.
7/64/1). S
eine
weiteren Berichte wie auch die weiteren bis zur
bidisziplinären
Begutachtung vorliegenden Akten enthielten jedoch
keine Hinweise auf ein relevantes psychisches Leiden.
Seitens der IV-Stelle obliegt es grundsätzlich
dem RAD, eine umfassende Einord
nung vorzunehmen, welche Fachdisziplinen a
n einer erforderlichen Begutach
tung zu beteiligen sind (
Urteil des Bundesg
erichts 9C_296/2018 vom 24. Feb
ruar 2019 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Angesichts der damals bestehenden Akten
lage ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle ein
bid
isziplinäres
(internis
tisches-o
rthopädisches) Gutachten ins Auge
fasste. Gegen die beabsichtigte
,
bloss
bidisziplinäre Untersuchung opponierte die Beschwerdeführerin denn auch nicht
(
Urk.
7/110, 7/114,
Urk.
7/115
).
4.5.2
Den Gutachtern muss es frei
stehen, die von der IV-Stelle bzw. dem RAD (oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichneten Disziplinen gegenüber der Auf
traggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig
sind (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_474/2013 vom
20. Februar 2014 E. 5.2.1).
Dies taten die
A._
-Gutachtern nicht, jedoch verlang
te
n sie von der IV-Stelle, dass diese einen Bericht beim behandelnden Psychologen lic. phil.
B._
einhole (
Urk.
7/124).
Lic. phil.
B._
reichte seinen Bericht
schliesslich
erst am
2
6.
November 2019 ein, also
einige Zeit nach der Erstatt
ung des Gutachtens am 1
6.
April 2019 (
Urk.
7/136).
Diesem Bericht sind keine (fachärztlich) gestellten psychiatrischen Diagnosen (BGE
140 V 193 E. 3.2, Urteil des Bundes
gerichts vom
8C_398
/2018 vom 5.
Dezember 2018 E. 5.1) oder die hierfür notwendigen klinischen Befunde zu entnehmen, die sich ausserdem lediglich auf den kurzen Zeitraum seiner therapeutischen Behand
lung von Dezember 2015 bis August 2016 beziehen könnten. Auch ist lic. phil.
B._
nicht berufen, zu den Schlussfolgerungen der somatischen Gutachter Stellung zu nehmen. Angesichts des Umstandes, dass die Gutachter jedoch einen solchen Bericht einforderten und sie im Nachhinein nicht dazu Stellung nahmen, mangelt es ihrer Einschätzung an der für die Beweiskraft eines Gutachtens not
wendigen umfassenden Aktenkenntnis. Ferner ist nicht auszuschliessen, dass je nach Ergebnis der
pneumologischen
Abklärung (E. 4.4) die asthmatischen Hus
ten
anfälle mit hierbei geklagten Panikanfällen allenfalls auch einer psychiatri
schen Abklärung bedürfen.
4.6
Nach dem Gesagten ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, damit sie
weitere Abklärungen tätige
und anschliessend über den Leistungs
an
spruch neu verfüge. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen.
5.
5
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen
von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt. Vor
liegend sind sie auf
Fr.
700.
--
festzu
setzen.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach st
ändiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), we
shalb die Gerichtskosten der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5
.2
Die
vertretene Beschwerdeführer
in
hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer). Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der
Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemess
en (
§
34
Abs.
3 GSVGer). Die der
Beschwerdeführer
in
von der Beschwerdegegnerin auszurich
tende Prozessent
schädigung ist unter Berücksich
tigung der genannten Krit
erien ermessensweise auf
Fr.
2’3
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.