Decision ID: 8f2ea76d-cb76-5db4-9784-eae2cde86bb6
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin,
Hanfländerstrasse 67, Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. April 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Er gab an,
dass er in seinem Herkunftsland eine Detailhandelsausbildung abgeschlossen habe.
Seit Juli 2005 arbeite er als Geschäftsführer für sein Armierungsunternehmen. Seit
spätestens August 2010 behinderten ihn starke Knieschmerzen bei der Arbeit. Am
19. Mai 2011 ging der IV-Stelle ein Bericht der Klinik B._ vom 26. April 2011 zu (IV-
act. 9). Die Ärzte hatten ein beidseitiges, chronisch rezidivierendes femoro-patelläres
Schmerzsyndrom diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für die vom
Versicherten ausgeübte Tätigkeit als Eisenleger attestiert. Sie hatten ausgeführt, dass
der Versicherte sein Pensum bereits im März 2011 wieder auf 60 Prozent gesteigert
habe und ein Pensum in diesem Umfang ab dem Zeitpunkt der Untersuchung
zumutbar sei. Für eine dem Knieleiden angepasste Tätigkeit mit Wechselbelastung
hatten die Ärzte eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Der Versicherte gab
der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle am 24. Mai 2011 an, dass er sein gut
laufendes Geschäft nicht aufgeben wolle und deshalb nicht an beruflichen
Eingliederungsmassnahmen interessiert sei (IV-act. 12 f.). Der orthopädische Chirurg
Dr. med. C._ gab am 19. Mai 2011 telefonisch an (IV-act. 18), dass der Versicherte
durch die seit zwei Jahren zunehmenden Kniebeschwerden in seiner angestammten,
schweren Tätigkeit als Eisenleger funktionell eingeschränkt sei. Eine dem Knieleiden
angepasste, wechselbelastende Tätigkeit sei uneingeschränkt zumutbar. Der
Versicherte habe die angestammte Tätigkeit am 17. März 2011 wieder aufgenommen.
Am 22. August 2011 und am 4. Januar 2012 berichtete Dr. C._ schriftlich über einen
unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 28 und 31). Am 11. Januar 2012 fand eine
Abklärung im Betrieb des Versicherten statt (IV-act. 42). Der Abklärungsbeauftragte
hielt fest, dass der Versicherte vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens in einem
Pensum von 20 Prozent administrative Arbeiten verrichtet habe. Zu 80 Prozent sei er
als Eisenleger tätig gewesen. Die administrativen Tätigkeiten könnten dem Versicherten
noch uneingeschränkt zugemutet werden. Er könne das entsprechende Pensum auf 50
Prozent ausdehnen. Die Tätigkeit als Eisenleger sei ihm dagegen nicht mehr zumutbar.
Der Versicherte beschäftige vier fest angestellte Eisenleger und einen, der auf Abruf
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arbeite. Je nach Geschäftslast beschäftige er aushilfsweise bis zu zehn weitere
Eisenleger. Er richte seinen Angestellten einen angemessenen Lohn von
durchschnittlich 6’000 Franken pro Monat aus. Sein eigener Lohn betrage 13 × 7’000
Franken pro Jahr. Im individuellen AHV-Konto sei für das Jahr 2008 ein Einkommen
von 70’997 Franken und für das Jahr 2009 ein solches von 87’758 Franken verbucht
worden. Der statistische Durchschnittslohn für qualifizierte Arbeiten auf dem Bau
betrage 90’818 Franken, was ziemlich genau dem vom Versicherten angegebenen
Lohn entspreche. Für die Bezifferung des Valideneinkommens sei deshalb auf die
Angabe des Versicherten abzustellen. Für die Bezifferung des Invalideneinkommens
seien die vom Versicherten erworbenen beruflichen Fertigkeiten auf dem Bau zu
berücksichtigen. Folglich sei das Mittel der statistischen Löhne für gelernte Bauarbeiter
und Hilfsarbeiter als Invalideneinkommen heranzuziehen. Dieses betrage 71’621
Franken. Mit der ausserordentlichen Bemessungsmethode erhalte man ein
Invalideneinkommen von 76’297 Franken, wenn man für die vom Versicherten nach wie
vor verrichteten Arbeiten (Betriebsführung, Personalführung, Offerten- und
Rechnungswessen, Baustellenkontrollen und Büroarbeiten) den statistischen
Durchschnittslohn für Tätigkeiten im Baugewerbe mit dem höchsten
Anforderungsniveau und für die verbleibende medizinisch-theoretische
Restarbeitsfähigkeit den statistischen Hilfsarbeiterlohn berücksichtige und die beiden
Anteile mit je 50 Prozent gewichte.
A.b Mit einem Vorbescheid vom 29. November 2012 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit (IV-act. 46), dass sie plane, sein Rentengesuch abzuweisen. Bei einem
Valideneinkommen von 91’000 Franken und einem Invalideneinkommen von 76’297
Franken resultiere ein nicht zum Bezug einer Rente berechtigender Invaliditätsgrad von
16 Prozent, weshalb kein Rentenanspruch bestehe. Dagegen liess der Versicherte am
12. März 2013 einwenden (IV-act. 53), für die Festlegung des Valideneinkommens dürfe
nicht nur der abgerechnete Lohn berücksichtigt werden. Vielmehr müsse der
Unternehmensgewinn dazu addiert werden. Im Zeitraum von Juli 2005 bis Dezember
2009 habe der Versicherte durchschnittlich ein jährliches Einkommen von 119’023
Franken erzielt. Für die Geschäftsführung könne bei einem so kleinen Betrieb nicht ein
Pensum von 50 Prozent angenommen werden. Das vom Versicherten angegebene
Pensum von 50 Prozent beinhalte nebst administrativen Aufgaben auch körperlich
adaptierte Hilfsarbeiten. Bei einer Berücksichtigung eines Pensums von 20 Prozent für
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administrative Aufgaben ergebe sich ein entsprechender anteiliger Lohn von 16’155
Franken. Für das restliche Pensum von 80 Prozent müsse ein Hilfsarbeiterlohn
berücksichtigt werden, was einen entsprechenden anteiligen Lohn von 49’048 Franken
ergebe. Das Invalideneinkommen betrage folglich 65’203 Franken. Unter
Berücksichtigung dieser Werte betrage der Invaliditätsgrad 45,2 Prozent, womit ein
Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe. Mit einer Verfügung vom 14. März 2013 wies
die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten ab (IV-act. 54). Bezugnehmend auf
die Einwendungen des Versicherten führte sie aus, das Valideneinkommen von 91’000
Franken stimme mit den Buchungen im individuellen AHV-Konto, den
Geschäftserfolgen in den Jahren 2008 und 2009 und dem angegebenen Lohn überein.
Für die Bezifferung des Invalideneinkommens sei zu berücksichtigen, dass der
Versicherte seine Tätigkeit zwischenzeitlich erheblich umgestellt habe. Er verrichte nun
in einem Pensum von 50 Prozent verschiedene Arbeiten im Baugewerbe, die
Berufskenntnisse und Erfahrungen voraussetzten. Dem Versicherten sei es zumutbar,
zusätzlich in einem Pensum von 50 Prozent Arbeiten auf dem Bau zu verrichten,
dieBerufskenntnisse voraussetzten. Das so erzielbare Invalideneinkommen betrage
gesamthaft 83’746 Franken, womit ein Invaliditätsgrad von weniger als zehn Prozent
resultiere.
B.
B.a Am 29. April 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 14. März 2013 und die Zusprache einer Viertelsrente ab dem Beginn
der Leistungspflicht. Zur Begründung führte er aus, für die Ermittlung des
Valideneinkommens müsse das gesamte Betriebsergebnis berücksichtigt werden, da
der Beschwerdeführer seinen Betrieb alleine führe. Der Jahresdurchschnitt der
Betriebsergebnisse 2005–2011 belaufe sich auf 119’023 Franken. Der Verlauf des
Betriebsergebnisses zeige auch, dass das Ergebnis im Jahr 2008 aussergewöhnlich
schlecht gewesen sei. Indem die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) auf
den Durchschnitt dieses Jahres und des Jahres 2009 abgestellt habe, habe sie ein
verfälschtes Ergebnis erhalten. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens dürfe nur
ein Anteil von 20 Prozent für qualifizierte Arbeiten (Niveau 1+2 gemäss der
Lohnstrukturerhebung) berücksichtigt werden, denn der Beschwerdeführer könne als
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Geschäftsführer nicht mehr als ein Pensum von 20 Prozent verrichten. Der restliche Teil
des von ihm ausgeübten Pensums von 50 Prozent, also 30 Prozent, betreffe
Hilfsarbeiten. Das gesamte im eigenen Betrieb erzielbare Einkommen belaufe sich
ausgehend von den statistischen Werten auf 37’302 Franken. Dem Beschwerdeführer
könne die Aufnahme einer Hilfsarbeit im Umfang von 50 Prozent zugemutet werden,
womit er zusätzlich 31’275 Franken verdienen könnte. Das gesamte zumutbarerweise
erzielbare Invalideneinkommen belaufe sich folglich auf 68’577 Franken, womit sich ein
Invaliditätsgrad von 42,5 Prozent ergebe. Folglich habe der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf eine Viertelsrente.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Juni 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, dass für die Ermittlung des
Valideneinkommens nur die der AHV-Beitragspflicht unterliegenden Einkünfte zu
berücksichtigen seien. Die im individuellen AHV-Konto verbuchten Einkommen, die
zudem den Angaben des Beschwerdeführers entsprächen, bildeten folglich das
Valideneinkommen. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens sei zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nicht bloss Hilfsarbeiten verrichte.
Angesichts seiner beruflichen Erfahrungen auf dem Bau und seiner Stellung als
Geschäftsführer sei vom Lohnniveau eines gelernten Bauarbeiters auszugehen.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 2. September 2013 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1. Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können, die während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und
die nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind, haben einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die
Bemessung der Invalidität eines erwerbstätigen Versicherten wird das
Erwerbseinkommen, das dieser nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum Erwerbseinkommen gesetzt, das
er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 16 ATSG).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist ein Arbeitnehmer der GmbH, die ihm und mit einem
Stammanteil von fünf Prozent seiner Ehefrau gehört. Da er - wirtschaftlich betrachtet -
der Inhaber der GmbH und damit faktisch sein eigener Arbeitgeber ist, kann zur
Ermittlung des Validen- und des Invalideneinkommens nicht auf die verbuchten Löhne
des Beschwerdeführers abgestellt werde. Deshalb muss der Beschwerdeführer im
Rahmen der Bemessung seines Invaliditätsgrades als selbständig erwerbstätig
betrachtet werden. Das Bundesgericht hat für die Berechnung des Invaliditätsgrades
von selbständig erwerbstätigen Versicherten eine eigene Methode geschaffen, nämlich
jene des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs (so genannte ausserordentliche
Methode; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30 mit Hinweisen). Diese Methode trägt dem Umstand
Rechnung, dass ein selbständig Erwerbstätiger in der Regel im eigenen Unternehmen
verschiedene Arten von Tätigkeiten ausführt, die unterschiedliche Anforderungen an
die berufliche Qualifikation stellen und deshalb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
unterschiedlich entlöhnt würden. Müsste ein (wirtschaftlich betrachtet) selbständig
Erwerbstätiger Arbeitskräfte anstellen, die die verschiedenen von ihm verrichteten
Arbeiten gegen Bezahlung übernähmen, müsste er diesen Arbeitskräften entsprechend
der Art der Arbeit also unterschiedliche Löhne ausrichten. Da der Zweck der
Bemessung des Valideneinkommens darin besteht, die Erwerbsfähigkeit des
Versicherten zu ermitteln, muss massgebend sein, welches objektive
Einkommenspotential die verschiedenen von ihm für sein Unternehmen verrichteten
Arbeiten haben, das heisst welchen Lohn er auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt für die einzelne Arbeit jeweils erzielen könnte. Nicht massgebend können
dagegen die effektiven Einkünfte bestehend aus dem ausbezahlten Lohn und dem
Reingewinn sein, denn die Summe dieser beiden Einkünfte hängt nicht allein von der
Erwerbsfähigkeit des selbständig Erwerbenden ab, sondern ist in aller Regel durch
strukturelle und konjunkturelle Einflüsse verfälscht. Bei guter Wirtschaftslage kann
diese Summe über das objektive Einkommenspotential der vom selbständig
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Erwerbenden geleisteten Arbeiten hinaus ansteigen, bei schlechter Wirtschaftslage
kann sie weit unter dieses Einkommenspotential sinken. Ein sich noch im Aufbau
befindliches Unternehmen wirft unter Umständen nur einen Ertrag ab, der nicht
ausreicht, um die vom selbständig Erwerbenden geleisteten Arbeiten marktüblich, das
heisst dem objektiven Einkommenspotential entsprechend zu entschädigen. Ein sehr
gut laufendes Unternehmen kann es sich dagegen leisten, dem selbständig
Erwerbenden Einkünfte auszurichten, die weit über dem objektiven
Einkommenspotential für die geleisteten Arbeiten liegen. Ausserdem hat der
(wirtschaftlich betrachtet) selbständig Erwerbstätige in aller Regel Investitionen in das
Unternehmen getätigt, die einen indirekten Beitrag an den Unternehmensertrag leisten,
der mit dem objektiven Einkommenspotential der vom selbständig Erwerbstätigen für
das Unternehmen geleisteten Arbeiten naturgemäss nichts zu tun haben kann. Bei
einem hochrentablen Unternehmen könnte ein selbständig Erwerbstätiger seine
Arbeitsfähigkeit vollständig verlieren, also gar keine Arbeitsleistung für das
Unternehmen mehr erbringen, und sich dennoch weiterhin denselben Lohn wie zuvor
auszahlen. All dies spricht gegen ein Abstellen auf den Reingewinn eines selbständig
Erwerbstätigen oder auf den von einem (wirtschaftlich betrachtet) selbständig
Erwerbstätigen sich selbst ausgerichteten Lohn und für ein Abstellen auf das objektive
Einkommenspotential der einzelnen Arten von Arbeit, die der selbständig Erwerbstätige
für sein Unternehmen verrichtet (vgl. zum Ganzen auch Ralph Jöhl, Die
Invaliditätsbemessung bei Selbständigerwerbenden in der IV, in: JaSo 2014, S. 159 ff.).
2.2 Der Beschwerdeführer hat angegeben, er sei in der eigenen GmbH zu 20 Prozent
als Geschäftsführer und zu 80 Prozent als Eisenleger tätig gewesen. Diese unbestritten
gebliebene Angabe erscheint angesichts der Art der von der GmbH erbrachten
Leistungen und angesichts der Betriebsgrösse als plausibel. Der Beschwerdeführer hat
zwar ein Treuhandbüro mit der Erstellung der Jahresabschlüsse betraut, die übrigen
administrativen Arbeiten wie die Akquisition von Aufträgen, die Planung der Einsätze,
die Personalausleihe, die Kontrolle der Arbeiten und die Rapporte der geleisteten
Stunden und des verarbeiteten Materials jedoch selbst übernommen und sein
Unternehmen erfolgreich selbst geführt, sodass es ihm möglich gewesen ist, einen
höheren Lohn als die angestellten Eisenleger zu beziehen und überdies einen
Reingewinn zu erwirtschaften. Gewisse Kenntnisse und Fertigkeiten zur Verrichtung der
administrativen Aufgaben dürfte sich der Beschwerdeführer im Rahmen der im
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Herkunftsland absolvierten (Hoch-) Schulausbildung im Detailhandel angeeignet haben.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist folglich von einer Kombination aus der
Geschäftsführertätigkeit im Pensum von 20 Prozent und aus der Tätigkeit als
Eisenleger im Pensum von 80 Prozent auszugehen. Der Beschwerdeführer verfügt zwar
nicht über eine Ausbildung als Eisenleger, hat sich aber in den vergangenen Jahren die
entsprechenden beruflichen Kenntnisse angeeignet. Deshalb hätte er den Lohn eines
gelernten Eisenlegers erzielen können. Der Beschwerdeführer hat seinen angestellten
Eisenlegern einen Monatslohn von 6’000 Franken ausgerichtet. Dies entspricht dem
statistischen mittleren Lohn für einen gelernten Arbeiter im Hochbaugewerbe. Dieser
beträgt nämlich 5’944 Franken pro Monat (LSE 2010, TA1, Wirtschaftsabteilung 41,
Niveau 3) bzw. – unter Berücksichtigung der effektiven betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41,6 Stunden – 74’181 Franken pro Jahr (= 5’944 ÷ 40 × 41,6 × 12
Franken). Für die Haupttätigkeit als Eisenleger ist dieser statistische Lohn zu
berücksichtigen, womit sich für das entsprechende Pensum von 80 Prozent ein
Einkommenspotential von 59’345 Franken ergibt. Der Beschwerdeführer hat sich einen
Lohn von insgesamt 7’000 Franken pro Monat beziehungsweise 91’000 Franken pro
Jahr ausgerichtet. Wenn man von diesem „Mischlohn“ für einen Eisenleger (80 Prozent)
und einen Geschäftsführer (20 Prozent) ausgeht und für das Teilpensum des
Eisenlegers den oben ermittelten Lohn von 59’345 Franken einsetzt, ergibt sich ein
Lohn von 31’655 Franken für das Teilpensum von 20 Prozentals Geschäftsführer (=
91’000 – 59’345 Franken). Das Einkommenspotential des Beschwerdeführers als
Geschäftsführer seiner GmbH würde demnach für ein Vollpensum 158’275 Franken
betragen, was aber angesichts der dazu notwendigen, nicht allzu hohen Anforderungen
an die konkrete Geschäftsführung als zu hoch zu betrachten ist. Angemessener dürfte
ein Geschäftsführerlohn von 100’000 Franken sein, womit sich ein Valideneinkommen
von 79’345 Franken (= 59’345 + 0,2 × 100’000 Franken) ergäbe. Wie die folgenden
Erwägungen zeigen werden, kommt der Höhe des Geschäftsführerlohns allerdings
keine entscheidende Bedeutung zu, weshalb der genaue Betrag offen bleiben kann.
3.
3.1 Dem Valideneinkommen ist das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen
gegenüber zu stellen. Dem Beschwerdeführer kann die Tätigkeit als Eisenleger
gesundheitsbedingt nicht mehr zugemutet werden. Das bedeutet indessen nicht, dass
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er im Umfang von 80% invalid ist, denn gemäss dem Art. 8 Abs. 1 ATSG ist eine
Invalidität nicht eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Berufsunfähigkeit, sondern eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit. Als Erwerbsunfähigkeit gilt laut dem Art. 7 Abs. 1 ATSG der Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Wenn eine versicherte Person berufsunfähig wird, ist sie also verpflichtet, ein allfällig
noch vorhandenes Einkommenspotential in einem anderen Beruf zu verwerten. Soweit
ein Rentenanspruch durch eine berufliche Eingliederung verhindert bzw. klein gehalten
werden kann, besteht eine Eingliederungspflicht. Dieser Grundsatz – „Eingliederung vor
Rente“ – wird in den Art. 7 f. ATSG und Art. 28 IVG als selbstverständlich
vorausgesetzt; es handelt sich dabei um ein allgemeines
sozialversicherungsrechtliches Prinzip (vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.
2009, Vorbemerkungen, N 47 f.). Bei selbständig erwerbstätigen Versicherten kann die
Eingliederungspflicht die Aufgabe des Betriebes und die Aufnahme einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit erfordern. Dies ist in aller Regel der Fall, wenn das
Einkommenspotential im eigenen Betrieb tiefer ist als das Einkommenspotential in einer
leidensadaptierten Tätigkeit. Würde nämlich das im eigenen Betrieb noch erzielbare
Einkommen als das zumutbarerweise noch erzielbare Invalideneinkommen qualifiziert,
würde im Einkommensvergleich eine „Arbeitsplatzinvalidität“ ermittelt, weil damit der
„Invaliditätsgrad“ für einen ganz bestimmten Arbeitsplatz berechnet würde.
Massgebend für die Beurteilung eines Rentengesuchs kann aber nicht eine
solche „Arbeitsplatzinvalidität“ oder eine „Berufsinvalidität“ sein. Entscheidend ist
vielmehr der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem gesamten noch offen
stehenden Arbeitsmarkt. Eine Pflicht zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem
eigenen Unternehmen als konkrete Ausprägung der Eingliederungspflicht besteht also,
wenn die (wirtschaftlich betrachtet) selbständig erwerbende Person ihr verbleibendes
Einkommenspotential nur bestmöglich ausschöpfen kann, indem sie ihren Beruf oder
Arbeitsplatz wechselt. Diese besondere Eingliederungspflicht trifft den
Beschwerdeführer nur im Umfang von 50 Prozent. Mangels einer anderweitigen
Ausbildung und infolge der Unzumutbarkeit der Tätigkeit als Eisenleger stehen ihm
zwar nur noch Hilfsarbeiterstellen zur Verfügung. Die eigene GmbH kann ihm aber
solche Hilfsarbeiten und die nach wie vor zumutbare Tätigkeit als Geschäftsführer im
Rahmen eines Beschäftigungsgrades von insgesamt 50 Prozent zur Verfügung stellen.
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Der Beschwerdeführer kann also die Tätigkeit als Geschäftsführer seiner GmbH
weiterhin im bisherigen Pensum von 20 Prozent ausüben und daneben kann er zu 30
Prozent in seiner GmbH als Hilfsarbeiter die dort anfallenden behinderungsadaptierte
Tätigkeiten erledigen. Ausserhalb seiner GmbH kann der Beschwerdeführer, wie sein
Rechtsvertreter eingeräumt hat, zusätzlich eine weitere Hilfsarbeiterstelle annehmen,
um sein restliches objektives Einkommenspotential von 50 Prozent in einer
behinderungsadaptierten Tätigkeit voll auszuschöpfen. Durch eine vollständige
Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit seiner GmbH und der anschliessenden
Annahme einer vollzeitigen Hilfsarbeiterstelle in einem anderen Unternehmen könnte
der Beschwerdeführer also kein höheres Einkommen erzielen. Vielmehr würde er
dadurch die Geschäftsführertätigkeit verlieren, was eine entsprechende
Erwerbseinbusse zur Folge hätte. Deshalb besteht keine Schadenminderungspflicht in
der Form einer vollständigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der eigenen
GmbH.
3.2 Die Invalidenkarriere besteht folglich in der Verrichtung der Geschäftsführertätig
keiten im Umfang von 20 Prozent und von adaptierten Hilfsarbeiten im Umfang von
30 Prozent für die eigene GmbH sowie in der Annahme einer adaptierten
Hilfsarbeiterstelle in einem Pensum von 50 Prozent bei einem anderen Unternehmen.
Gemäss der LSE 2010 beträgt der statistische mittlere Lohn für einen Hilfsarbeiter
4’901 Franken pro Monat, was unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden einem Jahreslohn von 61’164 Franken
entspricht. Das im Teilpensum von insgesamt 80 Prozent (30 Prozent in der eigenen
GmbH, 50 Prozent ausserbetrieblich) erzielbare Invalideneinkommen als Hilfsarbeiter
beträgt also 48’931 Franken. Bei einem Geschäftsführerlohn von 100’000 Franken
betrüge das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen folglich 68’931 Franken
(= 48’931 + 0,2 × 100’000 Franken), womit sich angesichts des entsprechenden
Valideneinkommens von 79’345 Franken ein Invaliditätsgrad von 13 Prozent ergäbe. Je
höher der – nach wie vor erzielbare – Geschäftsführerlohn eingeschätzt wird, desto
tiefer fällt der Invaliditätsgrad aus. Bei einem Geschäftsführerlohn von 158’275 Franken
betrüge das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen 80’586 Franken (= 48’931
+ 0,2 × 158’275 Franken), womit sich angesichts des entsprechenden
Valideneinkommens von 91’000 Franken ein Invaliditätsgrad von elf Prozent ergäbe.
Bei einem Geschäftsführerlohn von 200’000 Franken betrüge das zumutbarerweise
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erzielbare Invalideneinkommen 88’931 Franken (= 48’931 + 0,2 × 200’000 Franken),
womit sich angesichts des entsprechenden Valideneinkommens von 99’345 Franken (=
59’345 + 0,2 × 200’000 Franken) ein Invaliditätsgrad von zehn Prozent ergäbe. Diese
Berechnungsbeispiele zeigen, dass der Beschwerdeführer unabhängig von der Höhe
des objektiven Einkommens für die Tätigkeit als Geschäftsführer keinen
rentenbegründenden Invaliditätsgrad erreichen kann.
4. Die angefochtene Verfügung, mit der die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch
des Beschwerdeführers abgewiesen hat, erweist sich folglich im Ergebnis als korrekt,
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Diese Gebühr ist durch den von
ihm geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Der vollumfänglich unterliegende
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht