Decision ID: fa618690-da4c-5a30-be69-2343c3f10f2d
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden suchten am (...) Oktober 2019 in der Schweiz
um Asyl nach. Anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 30. Oktober
2019 und der Anhörungen vom 18. November 2019, vom 20. Juli 2020 und
vom 16. Februar 2021 machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen
Folgendes geltend:
Sie sei syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie und in C._ in
der Provinz D._ geboren und aufgewachsen. Ihr Ex-Mann habe
sich im Jahr 2018 von ihr scheiden lassen. Danach sei sie bei ihrem Onkel
in E._ wohnhaft gewesen. Ihr Ex-Mann habe den gemeinsamen
Sohn die ganze Zeit bei sich haben wollen und ihr verweigert, ihn zu sehen.
Deshalb habe sie ihren Sohn nur noch selten (alle drei, vier oder zehn
Tage) beziehungsweise einmal gesehen bis zur Ausreise. Sie habe ihren
Ex-Mann deshalb einmal bei den syrischen Behörden sowie viermal bei
den Apoci-Leuten angezeigt. Ihr sei jedoch nicht geholfen worden. Statt-
dessen hätten die Apoci-Leute von ihr verlangt, sich ihnen anzuschliessen.
Eines Tages habe sie sich zum Haus ihres Ex-Mannes begeben, um ihren
Sohn zu sehen. Der Ex-Mann habe sie beleidigt und weggeschickt. Sie
habe aber mit ihm weiterdiskutiert, woraufhin er eine Waffe gezogen und
sechs Schüsse auf sie abgefeuert habe. Ihr sei es gelungen, zu entkom-
men, wobei sie nicht von den Schüssen getroffen worden sei. Nach diesem
Vorfall habe sie die Apoci-Leute erneut erfolglos um Unterstützung gebe-
ten. Im Juli 2019 habe sie einen älteren Mann um Hilfe gebeten, der in der
Gegend respektiert werde. Dieser habe die Familie ihres Ex-Mannes über-
zeugen können, dass der Sohn eine Nacht bei der Beschwerdeführerin
verbringen könne. Im Vorfeld habe sie ihre illegale Ausreise aus Syrien or-
ganisiert, weil sie nicht mehr habe mit der Situation leben können, dass ihr
Sohn ihr vorenthalten werde. Nach ihrer Ausreise habe sie von ihren Ge-
schwistern erfahren, dass ihr Ex-Mann damit gedroht habe, sie zu töten.
Ihr Onkel sei verdächtigt worden, dass er ihr bei der Ausreise mit dem Sohn
geholfen habe, weshalb er drei bis vier Tage lang inhaftiert worden sei.
Als Identitätsnachweis reichte die Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte
im Original zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 25. Februar 2021 – eröffnet am 1. März 2021 – ver-
neinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden
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und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig ordnete sie wegen Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs ihre vorläufige Aufnahme an.
C.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführenden am 29. März
2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten die
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flücht-
lingseigenschaft sowie die Gewährung von Asyl. In prozessualer Hinsicht
ersuchten sie um unentgeltliche Prozessführung unter Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses.
D.
Mit Instruktionsverfügung vom 31. März 2021 bestätigte das Bundesver-
waltungsgericht den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-
gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung
eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin moniert in der Beschwerdeschrift, das SEM
habe sie dreimal befragt, wobei jedes Mal eine andere Person die Befra-
gung durchgeführt habe. Teilweise habe sie Mühe gehabt zu verstehen,
was die befragende Person genau habe wissen wollen. Sie habe das Ge-
fühl gehabt, dass nicht verstanden worden sei, wie die Gesellschaft, in wel-
cher sie aufgewachsen sei, mit jungen Frauen umgehe, und dass diese
kaum Schutz erhielten. Damit rügt sie sinngemäss eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrundsatzes. Diese formellen
Rügen sind vorab zu behandeln, da deren Gutheissung gegebenenfalls
eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung bewirken könnten (vgl.
BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.).
4.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs
wird für das Verwaltungsverfahren in Art. 26–33 VwVG konkretisiert. Dem
verfassungsmässigen Grundsatz des rechtlichen Gehörs erwachsen be-
hördliche Pflichten, wie insbesondere die Untersuchungspflicht. Das AsylG
als lex specialis zum VwVG sieht für das Asylverfahren besondere Verfah-
rensbestimmungen vor (Art. 6–17 AsylG).
Die behördliche Untersuchungspflicht beinhaltet die richtige und vollstän-
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes, die Beschaffung der
für das Verfahren notwendigen Unterlagen, die Abklärung der rechtlich re-
levanten Umstände sowie die entsprechende, ordnungsgemässe Beweis-
führung. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein
falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder wenn
die Vorinstanz nicht alle entscheidwesentlichen Gesichtspunkte des Sach-
verhalts prüfte, etwa weil sie die Rechtserheblichkeit einer Tatsache zu Un-
recht verneinte. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn nicht
alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände berücksichtigt wur-
den (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043). Im Asylverfahren wird
der Untersuchungsgrundsatz durch Art. 13 VwVG in Verbindung mit Art. 8
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AsylG beschränkt, weil diese Bestimmungen im Asylverfahren eine Mitwir-
kungspflicht der asylsuchenden Person bei der Sachverhaltsermittlung ver-
langen.
4.3 Die in der Beschwerdeschrift sinngemäss erhobene Rüge der Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs findet in den Akten keinen Niederschlag. Den
Befragungsprotokollen ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
teilweise die Fragen zuerst nicht zu verstehen schien. Auf Nachfrage wur-
den ihr diese auf eine verständliche Art erklärt (vgl. etwa SEM-Akten
1054773-21/13, nachfolgend A21/13 F21 ff., F97 f.; Akte 1054773-32/20,
nachfolgend A32/20 F22 ff., F39 ff.). Die an den Anhörungen anwesenden
Rechtsvertreterinnen haben sodann keine entsprechenden Bedenken ge-
äussert. Den Akten sind auch sonst keine Hinweise dafür zu entnehmen,
dass während der Anhörung Verständigungsprobleme bestanden hätten
oder der Sachverhalt nicht richtig erstellt worden sei. Die Beschwerdefüh-
rerin hat jeweils angegeben, den/die Dolmetscher/in gut zu verstehen, und
die Richtigkeit der Rückübersetzung mit ihrer Unterschrift bestätigt (vgl.
SEM-Akten 1054773-16/1; A21/13 F1; A32/20 F1 und S. 20; 1054773-
41/19, nachfolgend A41/19 F1, F118 und S. 19).
Unbegründet ist ferner der Einwand, die Befragungen seien von drei ver-
schiedenen Personen durchgeführt worden. Gemäss Art. 30 Abs. 1 VwVG
hört die Behörde die Parteien an, bevor sie verfügt. Daraus entsteht jedoch
kein Anspruch der Betroffenen, bei mehreren Befragungen jeweils von der-
selben Person angehört zu werden.
Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz weder den Anspruch auf rechtli-
ches Gehör noch den Untersuchungsgrundsatz verletzt.
4.4 Die formellen Rügen erweisen sich damit als unbegründet, weshalb
keine Veranlassung besteht, die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben
und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das Gericht hat folglich
in der Sache zu entscheiden (Art. 61 Abs. 1 VwVG).
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
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Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der gesuchsbegründenen Aussagen in verschiedenen Entschei-
den dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen
werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2).
6.
6.1 Das SEM begründet seinen ablehnenden Entscheid damit, dass die
Vorbringen der Beschwerdeführerin unglaubhaft seien. Sie habe die Ereig-
nisse vage, wenig substantiiert und teilweise widersprüchlich geschildert.
An einer Stelle habe sie ausgesagt, dass bei der Scheidung ein Imam be-
ziehungsweise ein Freund anwesend gewesen sei. An einer anderen Stelle
habe sie hingegen dargelegt, dass keine dritte Person dabei gewesen sei.
Auch sonst habe sie den Ablauf der Scheidung vage und substanzlos be-
schrieben. Die Angaben zum Verhältnis zu ihrem Ex-Mann seien oberfläch-
lich und unsubstanziiert ausgefallen, obwohl ihr mehrfach die Gelegenheit
geboten worden sei, dieses ausführlich zu schildern. Sie habe nicht darle-
gen können, wie oft sie ihn nach der Scheidung gesehen habe. Das an-
lässlich der dritten Anhörung erstmals erwähnte Vorbringen, ihr Mann habe
sie geschlagen, sei nachgeschoben und somit unglaubhaft. Ihre Schilde-
rung zum angeblichen Angriff mit der Waffe sei widersprüchlich gewesen.
Bei ihrer zweiten Anhörung habe sie ausgesagt, dass sich bei diesem Vor-
fall zwei Brüder ihres Ex-Mannes im Zimmer befunden hätten, wobei der
eine das Zimmer verlassen habe, als ihr Ex-Mann die Waffe gezogen habe.
Anlässlich der dritten Anhörung habe sie demgegenüber dargelegt, nur ein
Bruder ihres Ex-Mannes sei im Zimmer gewesen. Den anderen Bruder
habe sie erst beim Verlassen des Hauses gesehen. Ihre Angaben zum Ab-
lauf der Auseinandersetzung sowie zur Flucht seien vage und weitgehend
ohne subjektiven Bezug geblieben. Einmal habe sie angegeben, ihren
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Sohn nach der Scheidung nur einmal gesehen zu haben, bis sie mit ihm
ausgereist sei. In der ersten Anhörung habe sie demgegenüber zu Proto-
koll gegeben, ihren Sohn alle drei, vier oder zehn Tage für ungefähr fünf
Minuten gesehen zu haben. Überdies habe sie nicht nachvollziehbar dar-
legen können, weshalb ihr Ex-Mann – nachdem er ihr stets verweigert
habe, ihren Sohn zu sehen – dann plötzlich bereit gewesen sei, dass dieser
bei ihr übernachte.
6.2 Dem entgegnet die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde, sie ver-
stehe nicht, weshalb die Vorinstanz ihr nicht glaube. Sie sei mit vierzehn
oder fünfzehn Jahren gegen ihren Willen verheiratet worden. Ihr Ex-Mann
habe – auch aufgrund des Einflusses seiner Mutter – die Scheidung ver-
langt und sie weggeschickt. Danach habe sie ihren Sohn nicht mehr sehen
dürfen. Sie habe keinerlei Rechte gehabt und insbesondere keine Hilfe von
den Behörden erhalten. Sie habe sich nicht wehren können, als ihr Ex-
Mann beschlossen habe, sich von ihr scheiden zu lassen und ihr das Kind
wegzunehmen. Die Scheidung sei schon im Jahre 2018 erfolgt und für ih-
ren Ex-Mann einfach durchzuführen gewesen. Er habe bloss dreimal die
Wörter "ich lasse mich scheiden" aussprechen müssen. Er und seine Fa-
milie wollten sie nun töten, weshalb sie hier um Asyl ersuche.
7.
7.1 Das Gericht teilt die vorinstanzliche Einschätzung, dass die Vorbringen
der Beschwerdeführenden unglaubhaft sind. Mit den nachfolgenden Er-
gänzungen kann daher zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung
verwiesen werden. Diese sind nicht zu beanstanden.
7.2 Die Beschwerdeführerin konnte nicht schlüssig darlegen, wie oft sie ih-
ren Sohn nach der Scheidung gesehen habe. In der Anhörung vom 18. No-
vember 2019 schilderte sie an zwei Stellen, dass sie ihren Sohn alle drei,
vier oder zehn Tage während fünf Minuten habe sehen können (A21/13
F49 und F59). Vor dem Hintergrund, dass gemäss den Angaben der Be-
schwerdeführerin die Ausreise ungefähr ein Jahr nach der Scheidung er-
folgte, würde dies bedeuten, dass sie ihren Sohn in der Zwischenzeit zwi-
schen 30 und 100 Mal gesehen hätte. Demgegenüber gab sie in der er-
gänzenden Anhörung vom 16. Februar 2021 zu Protokoll, sie habe ihn bis
zur Ausreise nur ein einziges Mal gesehen (vgl. A41/19 F81–89). Zweifel-
haft erscheint vor diesem Hintergrund auch die Angabe, dass der Ex-Mann
ausgerechnet nach der behaupteten Zuspitzung der Probleme plötzlich be-
reit gewesen sei, den Sohn bei der Beschwerdeführerin übernachten zu
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lassen. Auch der geltend gemachte Angriff ihres Ex-Mannes mit der Waffe
ist unglaubhaft. Wie vom SEM zutreffend festgestellt, hat sich die Be-
schwerdeführerin in Bezug auf die Frage, wer bei dem Vorfall anwesend
gewesen sei, mehrmals widersprochen (vgl. A21/13 F49; A32/20 F52–53;
A41/19 F22). Vor allem im Hinblick auf die Schwere und die Tragweite des
geltend gemachten Ereignisses wäre zu erwarten gewesen, dass sie sich
im Detail daran erinnern und insbesondere kongruent darlegen könnte, wer
bei dem Vorfall zugegen gewesen sei. Es gelingt ihr weder in der Befra-
gung noch in der Beschwerdeschrift, diese Widersprüche aufzulösen. Des
Weiteren fällt auf, dass sie auch auf mehrere Nachfragen hin den Ablauf
der Scheidung nicht detailliert schildern konnte (vgl. A32/20 F51 ff.; A41/19
F12–26).
7.3 Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin nichts vorgebracht,
was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumin-
dest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat daher die Asylgesuche der
Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu
Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Da das SEM in seiner Verfügung vom 25. Februar 2021 die vorläufige Auf-
nahme der Beschwerdeführenden angeordnet hat, erübrigen sich praxis-
gemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des
Wegweisungsvollzugs.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.
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11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da sich die
Rechtsbegehren vorliegend nicht als aussichtslos erwiesen haben und auf-
grund der Akten von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden auszuge-
hen ist, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Art 65 Abs. 1 VwVG) gutzuheissen. Es sind demnach keine Verfahrens-
kosten aufzuerlegen.
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