Decision ID: bcbc510d-7b65-4523-b4c8-24b313cb54f3
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Nach dem Bergsturz am 23. August 2017 am E._, welcher einen
Schuttstrom und mehrere Murgänge auslöste und insgesamt 500'000
Kubikmeter Gesteinsmaterial bis nach D._ führte, erwies sich das
damals bereits realisierte wasserbauliche Projekt "D._ I" als
ungenügend, um die Sicherheit der Sachwerte und Menschen im Umfeld
der B._ und C._ zu gewährleisten. Die Gemeinde A._ liess
in der Folge ein zweites Verbauungsprojekt "D._ II" ausarbeiten,
dessen Trägerschaft sie übernahm. Das Projekt sieht namentlich vor, das
Flussgerinne der B._ zu verbreitern und an seinen Ufern mit
Erddämmen und Mauern um rund zwei bis drei Meter zu erhöhen. Der
Querschnitt des Flusslaufs wird mit unterschiedlich breiten Bermen
gegliedert; Terrassengärten und ummauerte Haine gestalten den
Übergang zum umliegenden Siedlungsgebiet.
2. Im Rahmen der öffentlichen Auflage vom 27. November 2020 bis zum
27. Dezember 2020 gingen drei Einsprachen gegen das
Wasserbauprojekt ein, darunter jene von Pro Infirmis Graubünden,
Fachstelle Hindernisfreies Bauen, vom 18. Dezember 2020. Diese
bemängelte darin im Wesentlichen, dass Menschen mit einer
Mobilitätsbehinderung durch das Projekt benachteiligt bzw.
ausgeschlossen würden. Es sei kein Konzept ersichtlich, welches die
hindernisfreie Nutzung des Dammweges, welcher als wichtige
Fussgängerverbindung zwischen der Bushaltestelle und dem
Mehrzweckgebäude geplant sei, gewährleiste.
3. Mit Beschluss vom 18. Mai 2021, mitgeteilt am 21. Mai 2021, genehmigte
die Regierung das Projekt für die Verbauung der B._ und C._
gemäss den Auflageprojektplänen unter Auflagen und Bedingungen.
Dabei hiess sie die Einsprache von Pro Infirmis Graubünden teilweise gut
und führte dazu aus, ein bis zwei Terrassengärten würden hindernisfrei
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zugänglich gestaltet. Zudem würden dort, wo Menschen mit Behinderung
Strassen- und Weganlagen querten, niedere Randsteine in Form von
ertastbaren Randabschlüssen gemäss VSS-Norm SN 640 075 eingesetzt.
Diese Norm sei ferner bei der Detailprojektierung der Ein- und
Aussteigebereiche der Postautohaltestelle zu berücksichtigen. Im Übrigen
wies die Regierung die Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat.
4. Gegen diesen Projektgenehmigungsentscheid erhob die Pro Infirmis
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 24. Juni 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht und beantragte, der Beschluss der Regierung vom
18. Mai 2021 sei insoweit aufzuheben, als damit die Einsprache der Pro
Infirmis Graubünden hinsichtlich des Antrages auf eine hindernisfreie,
stufenlose Fussgängerverbindung zwischen der Postautohaltestelle
D._ zum Damm und weiter entlang dem Damm in den Bereich der
Brücke Punt und zur Mehrzweckhalle abgewiesen worden sei. Die
Bauherrschaft sei zu verpflichten, die Fussgängerverbindung hindernisfrei
und ohne Stufen und gemäss den Anforderungen der VSS-Norm SN 640
075 "Fussgängerverkehr/Hindernisfreier Verkehrsraum" auszuführen. Die
Beschwerdeführerin bemängelte im Wesentlichen, dass die geplante
Fussgängerwegverbindung im Bereich der Rampe zwischen der
Postautohaltestelle D._ und dem Damm 4 x 3 Stufen aufweise und
somit nicht hindernisfrei zugänglich sei, weshalb sie gegen die
einschlägigen Vorschriften über das behindertengerechte Bauen
verstosse. Die von ihr ausgearbeiteten Varianten zeigten, dass eine
gesetzeskonforme Wegführung ohne Weiteres und mit verhältnismässig
geringem Aufwand möglich sei.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 10. August 2021 schloss die Regierung
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) mangels Fristwahrung auf
Nichteintreten auf die Beschwerde; eventualiter sei sie abzuweisen. In
materieller Hinsicht trug sie insbesondere vor, Fusswege seien selber
keine öffentlich zugänglichen Bauten und Anlagen, die unter den
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Geltungsbereich des Behindertengleichstellungsgesetzes fielen. Auch die
Gemeinde A._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) zweifelte in
ihrer Vernehmlassung vom 17. August 2021 am fristgerechten Einreichen
der Beschwerde. Zudem führte sie aus, die Schaffung einer stufenlosen
Wegverbindung auf der Krone des Hochwasserschutzdamms sei nicht
verhältnismässig.
6. Die Beschwerdeführerin replizierte am 20. September 2021 bei
unverändertem Rechtsbegehren und stellte sich auf den Standpunkt, der
angefochtene Beschluss sei erst im Laufe des Dienstags nach Pfingsten,
den 25. Mai 2021, bei ihr eingegangen, weshalb die Beschwerdeerhebung
rechtzeitig erfolgt sei. Zudem führte sie aus, dass die geplante
Fusswegverbindung klarerweise als öffentlich zugängliche Baute und
Anlage zu qualifizieren sei.
7. Die Beschwerdegegnerinnen duplizierten am 5. bzw. 18. Oktober 2021
und vertieften ihre Argumentation punktuell.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht müssen die
Prozessvoraussetzungen – darunter auch die Fristwahrung – erfüllt sein,
damit das Gericht auf eine Beschwerde eintritt, die Sache materiell prüft
und einen Sachentscheid fällt. Die angerufene Behörde prüft von Amtes
wegen, ob die Prozessvoraussetzungen gegeben sind, was die
Rechtssuchenden jedoch nicht entbindet, diese zu substanziieren. Die
Prozessvoraussetzungen müssen sowohl im Zeitpunkt der
Beschwerdeeinreichung als auch im Zeitpunkt der Entscheidfällung noch
gegeben sein. Fehlt es an einer dieser Voraussetzungen, führt dies zu
einem Nichteintretensentscheid (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden [VGU] R 20 77 vom 14. September 2021 E.1.1 und
R 17 65 vom 3. Mai 2018 E.1b und 1c).
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2. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den
Projektgenehmigungsbeschluss der Beschwerdegegnerin 1 vom 18.,
mitgeteilt am 21. Mai 2021, worin die von der Beschwerdeführerin
erhobene Einsprache teilweise gutgeheissen wurde. Gemäss Art. 49
Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100) können Entscheide der Regierung über öffentlich-rechtliche
Streitigkeiten mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht weitergezogen
werden, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht
endgültig sind. Dies ist hier nicht der Fall, weshalb das angerufene
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zur Beurteilung der
vorliegenden Angelebenheit örtlich und sachlich zuständig ist. Über die
vorliegende Beschwerde gegen einen Entscheid der Regierung
entscheidet das Gericht in Fünferbesetzung (vgl. Art. 43 Abs. 2 lit. a VRG).
3.1. Gemäss Art. 52 Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen
seit Mitteilung des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht
einzureichen. Fristen, die namentlich durch eine Mitteilung ausgelöst
werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen (Art. 7 Abs. 1 VRG). Ist der
letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein staatlich
anerkannter Feiertag, endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 7 Abs.
2 VRG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist einer
schweizerischen Poststelle, einer schweizerischen diplomatischen oder
konsularischen Vertretung oder innerhalb der Bürozeit der zuständigen
Behörde übergeben werden (Art. 8 Abs. 1 VRG).
3.2. Vorliegend ist umstritten, ob die Beschwerdeführerin den
Regierungsbeschluss am Samstag, den 22. Mai 2021, oder erst nach
Pfingsten am Dienstag, den 25. Mai 2021, erhalten hat. Dies ist für die
Einhaltung der Beschwerdefrist entscheidend, denn sie wäre nur in
letzterem Falle erfüllt.
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Wie dem von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Briefumschlag
zu entnehmen ist, erfolgte der Versand des angefochtenen
Regierungsbeschlusses vom 18., mitgeteilt am 21. Mai 2021, durch die
Schweizerische Post als sogenannte "A-Post Plus". Bei dieser
Versandmethode werden Briefe konventionell in uneingeschriebener
Form (A-Post) befördert, d.h. die Zustellung erfolgt direkt in den
Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten, ohne dass dieser den
Empfang unterschriftlich bestätigen müsste; entsprechend wird der
Adressat im Falle seiner Abwesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer
Abholungseinladung avisiert. Im Unterschied zu herkömmlichen
Postsendungen sind "A-Post Plus"-Sendungen jedoch mit einer Nummer
versehen, welche die elektronische Sendungsverfolgung im Internet
("Track & Trace") ermöglicht. Daraus ist u.a. ersichtlich, wann dem
Empfänger die Sendung durch die Post zugestellt wurde (zum Ganzen s.
BGE 142 III 599 E. 2.2). Dies geschah im hier zu beurteilenden Fall
ausweislich der Akten am 22. Mai 2021 (vgl. Bg1-act. 1). Dass die
Zustellung der Sendung somit an einem Samstag erfolgt ist, ändert
rechtsprechungsgemäss am fristauslösenden Moment genauso wenig wie
der Umstand, dass die betroffene Adressatin der Sendung diese erst zu
einem späteren Zeitpunkt, meist am darauf folgenden Montag bzw. wie
hier am Dienstag nach Pfingsten, aus dem Briefkasten bzw. dem Postfach
holt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_1032/2019 vom 11. März 2020 E.
3.3, 2C_882/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 4.1, 2C_1126/2014 vom 20.
Februar 2015 E. 2.2, 8C_573/2014 vom 26. November 2014 E. 3.1).
Vorliegend hat somit die 30-tägige Rechtsmittelfrist am Sonntag, den 23.
Mai 2021, zu laufen begonnen und am 21. Juni 2021 geendet. Indem die
Beschwerde an das streitberufene Gericht erst am 24. Juni 2021 der
Schweizerischen Post übergeben worden ist, ist die Beschwerdefrist nicht
eingehalten worden.
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3.3. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. Soweit sie
sich auf das von ihr beigebrachte Couvert mit Eingangsstempel beruft, um
zu belegen, dass der angefochtene Beschluss erst im Laufe des
Dienstags, den 25. Mai 2021, bei ihr eingegangen sei, kann ihr nicht
gefolgt werden. Zwar wurde der entsprechende Briefumschlag mit einem
Stempel mit dem Datum "25. Mai" versehen (vgl. Bf-act. 3). Mit der
Beschwerdegegnerin 1 ist jedoch anzumerken, dass sich dieser Stempel
nicht als Beweis eignet, um das für die Zustellung massgebende, beim "A-
Post Plus"-Versand mittels "Track & Trace" eindeutig feststellbare Datum
in Zweifel zu ziehen, handelt es sich dabei doch um einen von der
Beschwerdeführerin von Hand angebrachten Stempel, mit welchem der
Briefumschlag bei der Postaufbereitung nach Pfingsten versehen wurde,
was jedoch die Möglichkeit nicht ausschliesst, dass die streitbetroffene
Sendung bereits am 22. Mai 2021 zugestellt worden ist (vgl. dazu Urteil
des Bundesgerichts 1C_40/2021 vom 22. April 2021 E. 5.3.1). Im
Gegensatz zur Beschwerdeführerin mit dem von ihr angebrachten
Eingangsstempel hatte die Beschwerdegegnerin 1 auf das im "Track &
Trace" ausgewiesene Datum keinen Einfluss. Sie braucht sich daher auch
nicht entgegenhalten zu lassen, dass ihre Sendung entgegen der
Sendungsverfolgung erst später bei der Beschwerdeführerin eingetroffen
sein soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2019 vom 11. Juni 2019
E. 6.2). Zwar weist die Beschwerdeführerin richtigerweise darauf hin, dass
mit einem "Track & Trace"-Auszug der Post nicht direkt bewiesen wird,
dass die Sendung tatsächlich in den Empfangsbereich des Empfängers
gelangt ist, sondern bloss, dass durch die Post ein entsprechender Eintrag
in ihrem Erfassungssystem gemacht wurde. Im Sinne eines Indizes lässt
sich rechtsprechungsgemäss aus diesem Eintrag aber darauf schliessen,
dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten
gelegt wurde. Es besteht mithin eine natürliche Vermutung, dass die
Sendung in Übereinstimmung mit den Angaben im "Track & Trace"-
Auszug in das Postfach oder den Briefkasten des Empfängers gelegt
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wurde. Die nie auszuschliessende Möglichkeit von Zustellfehlern genügt
für sich allein nicht, um diese Vermutung umzustossen. Vielmehr müssen
konkrete Anzeichen für einen Fehler vorhanden sein, sodass dieser
aufgrund der Umstände als plausibel erscheint (zum Ganzen: Urteil des
Bundesgerichts 1C_40/2021 vom 22. April 2021 E. 5.2, vgl. ferner BGE
142 IV 201 E. 2.3, BGE 142 III 599 E. 2.2 und E. 2.4.1; Urteil des
Bundesgerichts 1C_31/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.3). Entsprechende
Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Postzustellung vermag die
Beschwerdeführerin vorliegend nicht aufzuzeigen und sind auch nicht
ersichtlich. Es ist entsprechend der Vermutung von einer korrekten
Postzustellung am 22. Mai 2021 auszugehen.
3.4. Soweit die Beschwerdeführerin überdies vorbringt, selbst wenn der
angefochtene Beschluss bereits früher eingegangen sein sollte, wäre zu
bedenken, dass ihre Geschäftsstelle am Wochenende genauso wie am
Pfingstmontag geschlossen sei, vermag sie daraus nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Denn ein Grund für eine Wiederherstellung der Frist
nach Art. 10 Abs. 1 VRG, welcher ein unverschuldetes Hindernis für ein
Handeln während der Frist voraussetzt, ist darin nicht zu erblicken (vgl.
BGE 119 II 86 E. 2, BGE 112 V 255 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts
2C_1076/2019 vom 7. Januar 2020 E. 2.1). Zudem verkennt sie, dass die
Zustellung einer uneingeschriebenen Sendung gemäss ständiger
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits dadurch erfolgt, dass sie in
den Briefkasten oder in das Postfach der Adressatin gelegt wird und sich
damit in dessen Verfügungsbereich befindet. Für die Zustellung nicht
erforderlich ist, dass die Adressatin die Sendung tatsächlich in Empfang
nimmt; es genügt, wenn sie in ihren Machtbereich gelangt und sie
demzufolge von ihr Kenntnis nehmen kann (Urteil des Bundesgerichts
1C_40/2021 vom 22. April 2021 E. 3.2). Dies hat zur Folge, dass Fristen
bereits im Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung und nicht erst bei
tatsächlicher Kenntnisnahme durch die Adressatin zu laufen beginnen
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(Urteile des Bundesgerichts 2C_1032/2019 vom 11. März 2020 E. 3.2,
2C_587/2018 vom 8. März 2019 E. 3.1, 2C_1038/2017 vom 18. Juli 2018
E. 3.2). So hat das Bundesgericht denn auch dem
beschwerdeführerischen Einwand, wonach die Lokalitäten am
Wochenende geschlossen seien, entgegengehalten, dass ein Empfänger
grundsätzlich jederzeit faktischen Zugang zu seinem Briefkasten oder
Postfach hat, wobei es in seinem Verantwortungsbereich liegt, wie diese
Zugriffsmöglichkeit ausgeübt wird (Urteile des Bundesgerichts
2C_1032/2019 vom 11. März 2020 E. 5.3.3, 8C_124/2019 vom 23. April
2019 E. 8.2.3, 2C_1126/2014 vom 20. Februar 2014 E. 2.4).
3.5. Als unbehelflich erweist sich schliesslich das Vorbringen der
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, wonach sie in ihrer bald 30-
jährigen Tätigkeit noch nie erlebt habe, dass Baubewilligungen oder
Projektgenehmigungen in einer anderen Form als mit eingeschriebener
Post zugestellt worden wären, weshalb es die Beschwerdegegnerin 1
selber zu verantworten habe, wenn sie – in krasser Abweichung von den
üblichen Gepflogenheiten – auf die Zustellung mit eingeschriebener Post
oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung verzichtet habe. Dem
hält die Beschwerdegegnerin 1 in der Duplik entgegen, dass
Regierungsbeschlüsse über Projektgenehmigungen bereits seit Mitte des
Jahres 2016 in konstanter Praxis mit "A-Post Plus" mitgeteilt würden.
Gemäss Art. 23 Abs. 1 VRG sind Entscheide den Parteien schriftlich
mitzuteilen. Der Gesetzgeber hat demnach keine besonderen
Zustellvorschriften – im Sinne einer Zustellung durch eingeschriebene
Post oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung – aufgestellt
(vgl. dazu BGE 144 IV 54 E. 2.3; Botschaft der Regierung an den Grossen
Rat vom 30. Mai 2006, Heft Nr. 6/2006 –2007, S. 544). Insofern durfte die
Beschwerdegegnerin 1 ihren verfahrensabschliessenden Entscheid
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin namentlich per "A-Post
Plus" mitteilen (vgl. BGE 142 III 599 E. 2.4.1 und Urteile des
- 10 -
Bundesgerichts 5A_305/2021 vom 4. Oktober 2021 E. 4.4.1.2,
1C_40/2021 vom 22. April 2021 E. 4.1).
3.6. Insgesamt erweist sich somit die Beschwerde vom 24. Juni 2021 als
verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten ist.
4. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat im Rechtsmittelverfahren in der Regel die
unterliegende Partei die Kosten zu tragen. Im hier zu beurteilenden
Einzelfall verzichtet das Gericht aufgrund der konkreten Umstände, dass
das vorliegende, von einer Behindertenorganisation veranlasste
Verfahren weder umfangreich noch schwierig war, auf die Auferlegung von
Kosten. Den Beschwerdegegnerinnen steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG
keine aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen.