Decision ID: 3cc45630-14c8-54e6-ae83-4de28dcfcdcd
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis für die Fahrzeugkategorien B und BE sowie die
Unterkategorien D1 und D1E am 2. Dezember 1974 sowie jenen für die Kategorie A am
1. April 2003. Am Donnerstag, 10. Dezember 2015, um 08.20 Uhr, verursachte er in
Niederuzwil einen Verkehrsunfall, als er beim Rechtsabbiegen einem Mofafahrer, der
auf dem Radweg in dieselbe Richtung unterwegs war, den Weg abschnitt. Für diesen
Vorfall wurde X mit Strafbefehl vom 3. Februar 2016 wegen Verursachens eines
Verkehrsunfalles der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gesprochen
und zu einer Busse von Fr. 300.– verurteilt. Im anschliessenden
Administrativmassnahmeverfahren entzog ihm das Strassenverkehrsamt mit Verfügung
vom 8. März 2016 den Führerausweis für sämtliche Kategorien, mit Ausnahme der
Spezialkategorien G und M, für die Dauer eines Monats. X beteuerte konstant seine
Unschuld und vertrat die Auffassung, der Unfallgegner könne sich unsichtbar machen
und habe so schon mehrere Unfälle verursacht. Die von X dagegen erhobenen
Rechtsmittel wurden in der Folge allesamt abgewiesen oder durch Nichteintreten
erledigt (Entscheid der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen [VRKE]
IV-2016/42 vom 4. Juli 2016, Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons
St. Gallen [VerwGE] B 2016/163 vom 18. Oktober 2017, Urteil des Bundesgerichts
[BGer] 1C_625/2017 vom 24. November 2017).
B.- Aufgrund seiner Schilderungen in der Beschwerde an das Bundesgericht vom
15. November 2017 ordnete das Strassenverkehrsamt am 22. Januar 2018 eine
verkehrsmedizinische Untersuchung beim Institut für Rechtsmedizin (IRM) am
Kantonsspital St. Gallen an. Auch diesmal unterlag X in den Rechtsmittelverfahren vor
der VRK (IV-2018/26 vom 31. Mai 2018) und anschliessend vor dem
Verwaltungsgericht (B 2018/141 vom 16. Juli 2018). Zu einer Beschwerde an das
Bundesgericht kam es in der Folge nicht; stattdessen erfolgte am 20. Juli 2018
aufgrund des Verdachts suizidaler Absichten eine polizeiliche Intervention in seiner
Wohnung, woraufhin er mittels amtsärztlich verfügter fürsorgerischer Unterbringung in
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die Psychiatrie St. Gallen Nord, Klinik Wil, eingewiesen wurde. Unter Verweis auf jenes
Ereignis entzog ihm das Strassenverkehrsamt den Führerausweis wegen des
Verdachts auf Schizophrenie am 7. August 2018 vorsorglich ab sofort für alle
Kategorien; einem allfälligen Rekurs entzog es die aufschiebende Wirkung. Den
dagegen erhobenen Rekurs wies der Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission (VRK) am 14. September 2018 ab (IV-2018/127 P); das
Verwaltungsgericht und das Bundesgericht traten auf die jeweilige Beschwerde nicht
ein (VerwGE B 2018/211 vom 8. Oktober 2018, BGer 1C_575/2018 vom 2. November
2018). Am 4. März 2019 unterzog sich X der angeordneten verkehrsmedizinischen
Untersuchung. Das Gutachten wurde am 2. Juli 2019 erstattet.
C.- Gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen stellte das Strassenverkehrsamt X
am 3. Juli 2019 einen Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit für sämtliche
Kategorien in Aussicht und gewährte ihm das rechtliche Gehör. Mit Verfügung vom
17. Juli 2019 entzog es ihm den Führerausweis aller Kategorien sowie aller Unter- und
Spezialkategorien auf unbestimmte Zeit. Dazu führte das Strassenverkehrsamt aus,
dass einem Gesuch um Wiederzulassung als Motorfahrzeugführer erst entsprochen
werden könne, wenn die Fahreignung aus Sicht einer Ärztin oder eines Arztes der
Stufe 4 wieder gegeben sei. Als Kriterien für die Aufhebung des Entzugs wurden
folgende Bedingungen genannt:
- regelmässige fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutische Kontrolle und
Behandlung
von mindestens sechs Monaten;
- Einreichen eines ausführlichen psychiatrischen Verlaufsberichtes (inkl. Diagnosen,
AMDP-Psychostatus, aktuelle Medikation, inkl. aktueller Bestimmung des
Medikamentenspiegels hinsichtlich Clozapin, Angaben zum Therapieverlauf, zur
Prognose
und kognitiven Situation);
- Einreichen eines hausärztlichen Verlaufsberichts betreffend allenfalls anderweitig
verkehrsrelevanten Erkrankungen;
- verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung im Rahmen eines Aktengutachtens.
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Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 22. Juli 2019 Rekurs bei der VRK
mit dem sinngemässen Antrag, die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 17. Juli
2019 sei aufzuheben und dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Mit
Zwischenverfügung vom 13. August 2019 wies der Abteilungspräsident der VRK das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab (ZV-2018/67). Das
Strassenverkehrsamt verzichtete am 8. August 2019 auf eine Vernehmlassung zum
Rekurs.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der
Rekurs vom 22. Juli 2019 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Streitig ist, ob die Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis zu Recht auf
unbestimmte Zeit entzog und die Wiederzulassung als Motorfahrzeugführer an
bestimmte Bedingungen knüpfte.
a) aa) Führerausweise sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Der Führerausweis wird einer
Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn ihre körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug sicher zu führen
(Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG). Ein Fahrzeuglenker muss über Fahreignung und
Fahrkompetenz verfügen (Art. 14 Abs. 1 SVG). Über Fahrkompetenz verfügt, wer die
Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher
führen kann (Art. 14 Abs. 3 SVG). Unter Fahreignung werden die körperlichen und
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geistigen Voraussetzungen des Individuums umschrieben, um ein Fahrzeug im
Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss grundsätzlich
dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Der Entzug des Führerausweises mangels
Fahrkompetenz oder Fahreignung dient der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten
Fahrzeugführern und wird daher als Sicherungsentzug bezeichnet. Dazu wird keine
schuldhafte Widerhandlung im Strassenverkehr vorausgesetzt (BGE 133 II 331 E. 9.1).
bb) Während der akuten Episode einer schizophrenen Störung ist die Fahreignung
grundsätzlich nicht gegeben. Schizoaffektive Störungen werden in der
verkehrsmedizinischen Beurteilung wie rein schizophrene Psychosen behandelt.
Isolierte, wahnhafte Störungen und schizophrene Residualzustände sind
verkehrsmedizinisch nur dann günstig zu beurteilen, wenn der Wahn hinsichtlich
Thematik und Dynamik beziehungsweise der Residualzustand hinsichtlich einer
vorhandenen Negativ-Symptomatik als nicht verkehrsrelevant beurteilt werden können
(Afflerbach/Ebner/Dittmann, Fahreignung und psychische Störungen, in: Schweiz Med
Forum 2004, S. 704 f.). In kognitiver Hinsicht dürfen aus verkehrspsychologischer Sicht
zudem keine Hirnleistungsdefizite vorliegen, wie Beeinträchtigungen in den Bereichen
optische Orientierung, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit
und Belastbarkeit; denn eine Teilnahme am Strassenverkehr würde hier mit hoher
Wahrscheinlichkeit eine Überforderung darstellen (Ph. Weissenberger, Kommentar SVG
und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 16d N 23).
b) Die Vorinstanz stützte sich bei der Verfügung des Sicherungsentzugs auf das
verkehrsmedizinische Gutachten vom 2. Juli 2019 (act. 8/164 ff.), wonach die
Fahreignung des Rekurrenten aufgrund einer verkehrsmedizinisch relevanten
psychischen Problematik in Form einer unvollständig remittierten paranoiden
Schizophrenie mit anhaltenden Wahnideen nicht befürwortet werden könne. Sie
beurteilte das verkehrsmedizinische Gutachten als schlüssig sowie nachvollziehbar
begründet und erkannte keine offenkundigen Mängel oder Indizien, die gegen dessen
Zuverlässigkeit sprechen würden.
c) Der Rekurrent hält dem zusammengefasst entgegen, dass er nie schizophren
gewesen sei. Er nehme zwar Leponex, dadurch werde seine Fahrtüchtigkeit jedoch
nicht beeinträchtigt. Er sei ein sicherer Autofahrer und die letzten 15 Jahre nie an einem
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Autounfall beteiligt gewesen; derjenige vom 10. Dezember 2015 sei "kein echter Unfall"
gewesen. Die verkehrsmedizinischen Tests vom 4. März 2019 habe er mit gut bis sehr
gut bestanden. Somit bestehe bei ihm insgesamt keine Einschränkung der
Fahrtüchtigkeit. Ohne Auto zu leben, sei für ihn zudem auch aufgrund der bereits seit
über 55 Jahre andauernden medialen Hetzjagd gegen ihn lebensgefährlich. In einem
separaten 13-seitigen "Detailkommentar" (act. 2/4) kritisiert der Rekurrent das
Gutachten als nicht der Wahrheit entsprechend. Grund dafür sei (sinngemäss; vgl.
act. 2/4 S. 12 f.), dass im Ambulatorium und in der stationären Psychiatrie eine
"Horrormenge Doppelgänger [...] und Maskierte" beauftragt worden seien, gegen ein
Entgelt in Millionenhöhe X zu spielen; dabei sei nicht auszuschliessen, dass diese für
den echten X gehalten worden seien (Ziffer 1 und 6). Solche Doppelgänger und
Maskierte würden sich in seiner Abwesenheit auch in seiner Wohnung aufhalten und
Lug und Trug produzieren (Ziffer 4). Sodann hätten neben dem Hexenkult und den
Atheisten auch Kobolde und andere böse Menschen ein grosses Interesse daran, ihn
ins Grab zu lügen (Ziffer 2). Selbst in der Armee seien Armeeangehörige wegen ihm fast
zu Tode gehetzt worden und würden ihm nun "uferlos böse" wollen (Ziffer 3). Er sei der
Sohn des alttestamentlichen Propheten Elia und von ihm sei schon geredet worden,
bevor er auf der Welt gewesen sei (Ziffer 5). Offenbar werde von vielen einflussreichen
Menschen verlangt, bei X eine paranoide Schizophrenie und Wahnideen zu bejahen
(Ziffer 7). Abschliessend hält der Rekurrent fest, dass sein Text von bösen Menschen
"übersteuert" werden und "in der wahrscheinlichsten Variante" nicht in der Originalform
erhalten bleiben" dürfte.
d) Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 2. Juli 2019 wird festgehalten, dass beim
Rekurrenten eine verkehrsmedizinisch relevante, unvollständig remittierte paranoide
Schizophrenie (F20.04 nach dem weltweit anerkannten Diagnoseklassifikationssystem
ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation [WHO]; Kapitel V, mit den Klassen F00 bis
F99; Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter
Gesundheitsprobleme [engl. The International Classification of Diseases (ICD)], Kapitel
V: Mental and Behavioural Disorders; aktuelle Klassifikation unter: Deutsches Institut
für Medizinische Dokumentation und Information [DMDI], www.dimdi.de/static/de/
klassifikationen/icd/icd-10-who/kode-suche/) bestehe. Er habe sich in auffallend
psychisch instabilem Zustand mit inhaltlichen Denkstörungen im Sinne von
persistierenden Gedankenbeschüssen präsentiert. Das Denken sei stark eingeengt
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gewesen und er sei an der Erstellung seiner Lebensgeschichte verhaftet. Affektiv habe
ein stark depressiv anmutendes Zustandsbild mit grösstenteils fehlender
Schwingungsfähigkeit bei deutlich reduzierter Mimik und sozialem Rückzug imponiert.
Im Hinblick auf die persistierende paranoide Schizophrenie mit anhaltenden Wahnideen
könne aktuell nicht davon ausgegangen werden, dass der Rekurrent über eine stabil
vorhandene Leistungsfähigkeit und ausreichende Leistungsreserven zum sicheren
Lenken von Motorfahrzeugen verfüge (vgl. act. 6/175 f.).
Die Hauptproblematik liegt damit im vorliegenden Fall insbesondere in der psychischen
Gesundheit des Rekurrenten, während seine kognitive Leistungsfähigkeit insgesamt als
unauffällig beurteilt wurde. Darauf beruft sich auch der Rekurrent, indem er geltend
macht, er habe jene Tests mit guten bis sehr guten Leistungen bestanden. Aus dem
Vorliegen der kognitiven Voraussetzungen darf indes nicht leichthin auf eine genügende
psychische Gesundheit geschlossen werden. Zwar kann die psychische Gesundheit
die kognitiven Leistungen beeinflussen; dies geschieht aber nicht notwendigerweise.
Ein Umkehrschluss von den kognitiven Leistungen auf die psychische Gesundheit wäre
daher verfehlt und der Rekurrent vermag mit dem Hinweis auf seine Ergebnisse in den
verkehrsmedizinischen Tests nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
e) Entgegen der Auffassung des Rekurrenten ist vorliegend rechtsgenüglich
ausgewiesen, dass er seit Jahren an einer Krankheit aus dem schizophrenen
Formenkreis leidet. Dies wird im Gutachten vom 2. Juli 2019 hinreichend dargetan und
auch fremdanamnetisch bestätigt (vgl. act. 8/170 ff.). Aufgrund des dokumentierten
Krankheitsverlaufs und insbesondere auch der eigenen Äusserungen des Rekurrenten
im Rahmen der medizinischen Untersuchungen und in den diversen
Rechtsmittelverfahren kann zudem nicht mehr nur von einer einmaligen psychotischen
Episode gesprochen werden; vielmehr zieht sich diese bereits über Jahre dahin.
Leponex, welches der Rekurrent nach eigenen Angaben seit November 1996 einnimmt
(vgl. act. 2/2), enthält den Wirkstoff Clozapin, welcher als Neuroleptikum insbesondere
bei therapieresistenter Schizophrenie oder wiederholt suizidalem Verhalten bei
Schizophrenie oder schizoaffektiven Störungen indiziert ist (vgl. www.compendium.ch).
Auch dies bestätigt die fachärztlich mehrfach gestellte Diagnose einer paranoiden
Schizophrenie: unvollständige Remission (ICD 10: F20.04). Daran ändert nichts, wenn
der Rekurrent das Medikament einzig "wegen dem Beschuss mit Lügengedanken"
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einnehmen zu müssen wähnt. Dies widerspräche zudem seiner Erklärung, bereits seit
dem 5. Februar 1983 Neuroleptika zu nehmen (act. 2/4 S. 3). Abgesehen davon hat
sich als falsche Behauptung erwiesen, dass sich der Rekurrent bereits heute in
regelmässige Behandlung zu seiner Hausärztin begebe und dort unter anderem auch
Leponex beziehe: Die letzte ärztliche Konsultation hat vor dem Zeitpunkt des
Gutachtens im November 2016 stattgefunden (vgl. act. 8/176). Insofern ist ungewiss,
ob der Rekurrent die erforderlichen Medikamente überhaupt einnimmt. Nach
verkehrsmedizinischen Gesichtspunkten erscheint somit ein Sicherungsentzug als
angezeigt und ist nicht zuletzt in Anbetracht der von der bestehenden psychischen
Störung ausgehenden Gefährdung auch der übrigen Verkehrsteilnehmer nicht zu
beanstanden. Die von der Vorinstanz aufgestellten Bedingungen zur Aufhebung des
Entzugs scheinen mit Blick auf die langjährige Symptomatik als angemessen. Eine
pharmakologische Prophylaxe und eine regelmässige Betreuung ist geeignet, die
Fahreignung positiv zu beeinflussen, wenngleich eine Wiederzulassung erst empfohlen
wird, wenn die Realitätsbeurteilung unbeeinträchtigt ist und über mindestens
12 Monate hinweg keine psychotischen Symptome mehr nachweisbar waren
(Afflerbach/Ebner/Dittmann, a.a.O., S. 704). Insofern erscheint die von der Vorinstanz
vorgesehene Karenzfrist von sechs Monaten eher tief bemessen.
f) Die vom Rekurrenten angeführten Argumente sind allesamt unbehelflich, soweit diese
überhaupt nachvollzogen werden können. Namentlich trifft nicht zu, dass er
lebenslänglich nie schizophren gewesen wäre – das Gutachten vom 2. Juli 2019 enthält
dazu eindeutige Angaben und berücksichtigt Einschätzungen von mehreren
Fachpersonen auch aus früheren Konsultationen. Sodann ist widerlegt, dass er die
letzten 15 Jahre nie an einem Autounfall beteiligt gewesen sei – dem steht die
rechtskräftige Verurteilung wegen Verursachens eines Verkehrsunfalls vom 3. Februar
2016 entgegen (vgl. act. 8/9). Selbst aus einem unbelasteten automobilistischen
Leumund hätte der Rekurrent nichts zu seinen Gunsten ableiten können, wird doch für
einen Sicherungsentzug gerade kein schuldhaftes Verhalten im Strassenverkehr
verlangt. Inwiefern sich schliesslich die von ihm angeblich eingehaltene Dosis von
125 mg Leponex pro Tag auf seine Fahrtüchtigkeit auswirkt, wird zu gegebener Zeit
anlässlich eines allfälligen Wiedererteilungsverfahrens zu prüfen sein.
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g) Zusammenfassend überzeugen die Erwägungen der Vorinstanz; sie sind ohne
Weiteres nachvollziehbar. Beim Rekurrenten ist von einer die Fahreignung
beeinträchtigenden psychischen Störung auszugehen. Diese wird durch die kognitiven
Fähigkeiten des Rekurrenten nicht aufgewogen, zumal die durchgeführten Tests für
den Nachweis der Daueraufmerksamkeit inkl. Leistungsreserve nicht ausreichen (vgl.
act. 8/175). Die Vorinstanz verneinte die Fahreignung des Rekurrenten somit zu Recht.
Die verfügten Bedingungen hinsichtlich der Wiedererteilung sind verhältnismässig;
diese wurden vom Rekurrenten auch nicht substantiiert angefochten. Der Rekurs ist
daher abzuweisen.
3.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines allfälligen
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 und Art. 51 VRP).
4.- Die Kosten des Rekursverfahrens haben die Beteiligten nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Der Rekurrent dringt mit
seinen Anträgen und Rügen nicht durch; er hat als Unterliegender die amtlichen Kosten
zu tragen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.–, worunter die Kosten von Fr. 200.– für
die Zwischenverfügung zur aufschiebenden Wirkung vom 13. August 2019, erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist damit zu verrechnen.