Decision ID: 41b106d6-51c1-57c5-9675-7ecf0aa688a3
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer tibetischer Ethnie aus dem osttibetischen Dorf
B._ (Bezirk C._, Region D._) verliess seinen
Heimatstaat eigenen Angaben zufolge im August 2005 und sei nach
einem etwa dreimonatigen Aufenthalt in Nepal am 1. Dezember 2005
auf dem Luftweg in die Schweiz gelangt, wo er gleichentags ein
Asylgesuch stellte. Am 14. Dezember 2005 wurde er im E._
summarisch zu seinen Personalien und Asylgründen befragt. Am 17.
Januar 2006 fand eine direkte Bundesanhörung statt.
Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der in seiner Heimat als Händler tätige Beschwerdeführer vor, er habe am 27. Mai 2004 an  Fest im sich in der Nähe seines Wohnortes befindenden Kloster F._ teilgenommen. Es sei ein besonderes Fest gewesen, an dem neben den Mönchen viele Personen aus der Gegend teilgenommen hätten. Sein Onkel sei Lama dieses Kosters. Plötzlich seien drei chinesische Funktionäre erschienen, die von seinem Onkel die Herausgabe der sich in diesem Kloster befindenden alten Wandbilder und religiösen Kultgegenstände verlangt hätten. Sein Onkel habe die Herausgabe wegen der grossen Bedeutung dieser Gegenstände für das Kloster verweigert, woraufhin einer der Funktionäre seinen Onkel zu Boden gestossen habe. Der Beschwerdeführer habe seinem Onkel aufgeholfen und den Beamten vorgehalten, die Tibeter hätten unter den Chinesen keine Freiheit und dürften nicht nach ihrer Vorstellung leben. Dann sei er aus dem Kloster gestürmt und habe Parolen wie „Freiheit für Tibet“ gerufen. Vor dem Kloster hätten sich viele Menschen befunden und es habe einen Aufruhr gegeben. Die Umstehenden hätten ihm geraten zu fliehen und die ihn anfänglich noch verfolgenden Beamten aufgehalten. Er sei in die Berge zu Nomaden geflohen und habe sich dort etwa drei Monate versteckt. Danach habe er bei einem Freund in G._ Unterschlupf gefunden. Dieser Freund habe ihn ermuntert, sich weiterhin für die Freiheit Tibets einzusetzen. Sie hätten am 23. Dezember 2004 nachts das Konferenzgebäude in G._, in dem eine wichtige Regierungskonferenz habe stattfinden sollen, in Brand gesetzt, um auf diese Art für die Freiheit Tibets zu demonstrieren.  seien sie sofort nach H._ (Provinz I._) geflüchtet und dort etwa einen Monat geblieben. Sein Freund sei im Januar 2005 in das Heimatdorf des Beschwerdeführers gegangen, um in Erfahrung
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zu bringen, ob der Beschwerdeführer gesucht werde. Die Eltern des Beschwerdeführers hätten ihm ein polizeiliches Dokument ausgehändigt, wonach der Beschwerdeführer auszuliefern sei. Im gleichen Monat sei der Freund des Beschwerdeführers auf dessen Wunsch auch zum Kloster F._ gegangen, um für ihn (Beschwerdeführer) ein Bestätigungsschreiben über den Vorfall von Mai 2004 zu erhalten. Der Beschwerdeführer und sein Freund hätten keine Möglichkeit gesehen, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren und in Tibet zu bleiben. Er habe sich noch mehrere Monate in J._ aufgehalten, bevor er im August 2005 über Nepal ausgereist sei.
Der Beschwerdeführer reichte als unübersetzte Originale folgende  zu den Akten: ein Bestätigungsschreiben des Klosters F._ vom 25. Januar 2005 und ein Schreiben der Polizei vom 20. Juli 2004, wonach der Beschwerdeführer auszuliefern sei.
B. Am 18. Januar 2006 wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Ge-
hör zu der am 23. Dezember 2005 telefonisch stattgefundenen landes-
kundlich-kulturellen und sprachlichen Analyse (durch die Fachstelle
Lingua) gewährt. In seinem Bericht kam der Experte aufgrund der
geographischen und landeskundlichen Kenntnisse des Beschwerde-
führers zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer sehr wahrschein-
lich hauptsächlich in Tibet sozialisiert worden sei. Wegen der Chinesi-
schkenntnisse wurde aber zugleich der Schluss gezogen, dass der
Beschwerdeführer seit einiger Zeit ausserhalb Tibets lebe. Zu letzte-
rem Punkt entgegnete der Beschwerdeführer, er habe sich öfters in
China aufgehalten, betrachte China aber nicht als Ausland.
C. Mit Verfügung vom 20. Januar 2006 - gleichentags eröffnet - verneinte das BFM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an. Mit gleicher Verfügung wurde die vorläufige Aufnahme des  in der Schweiz infolge Unzumutbarkeit des  angeordnet.
D. Mit Eingabe vom 9. Februar 2006 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid des BFM bei der damals zuständigen  Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde. Er beantragte die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl unter
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Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. In formeller Hinsicht ersuchte er unter Beilage einer Fürsorgebestätigung vom 25. Januar 2006 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
E. Mit Verfügung vom 15. Februar 2006 verzichtete die ARK auf die  eines Kostenvorschusses und verschob den Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt.
F. In der Vernehmlassung vom 21. Juli 2006 hielt die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das BFM führte unter Hinweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 1 aus, die Rechtsprechungskriterien zur Bejahung subjektiver Nachfluchtgründe für den illegal ausgereisten tibetischen Beschwerdeführer seien nicht erfüllt, da er sich noch nicht seit längerer Zeit in der Schweiz aufhalte.
G. Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 27. Juli 2006 zur  einer Replik bis zum 11. August 2006 eingeladen.
H. Mit einer als Wiedererwägungsgesuch bezeichneten Eingabe vom 30. Juli 2006, die der Beschwerdeführer am 8. August 2006 () zuerst ans BFM schickte und anschliessend am 9. August 2006 (Poststempel) an die ARK, nahm der Beschwerdeführer zur  Vernehmlassung Stellung. Er beantragte, ihm sei wegen des Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe wiedererwägungsweise die Flüchtlingseigenschaft zuzusprechen mit der Folge der vorläufigen Aufnahme als Flüchtling. Eventualiter sei wiedererwägungsweise die Unmöglichkeit, Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des  festzustellen mit der Folge der vorläufigen Aufnahme.  ersuchte er um die Anordnung vorsorglicher Massnahmen zur Abwendung von Vollzugshandlungen. In dem Schreiben wird auf die längere Abwesenheit des die chinesische Staatsangehörigkeit  Beschwerdeführers und die Rechtsprechung aus EMARK 2005 Nr. 1 und 2006 Nr. 1 eingegangen.
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I. Mit Schreiben vom 17. August 2006 informierte die ARK den , dass sie die Eingabe vom 30. Juli 2006 als Replik im hängigen Beschwerdeverfahren entgegennehme und hielt fest, dass das Ersuchen um Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges als gegenstandslos  werde, da der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 20. Januar 2006 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges in der Schweiz vorläufig aufgenommen worden sei. Auch vorsorgliche  zur Verhinderung des Wegweisungsvollzuges seien deshalb nicht angezeigt.
J. Im Rahmen eines zweiten vom Bundesverwaltungsgericht  Vernehmlassungsverfahrens hob das BFM mit Verfügung vom 8. Mai 2008 wiedererwägungsweise die Ziffern 1, 4 und 5 der Verfügung vom 20. Januar 2006 auf. Der Beschwerdeführer wurde wegen  Nachfluchtgründe als Flüchtling anerkannt und vorläufig in der Schweiz aufgenommen.
K. Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 15. Mai 2008 , ob er die Beschwerde unter diesen Umständen zurückziehen wolle.
L. Die entsprechende Anfrage blieb unbeantwortet; die Beschwerde  innert gesetzter Frist nicht zurückgezogen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der
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vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der Beschwerde besonders legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Das BFM hat im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens mit  vom 8. Mai 2008 die Ziffern 1, 4 und 5 der Verfügung vom 20.  2006 wiedererwägungsweise aufgehoben und die  des Beschwerdeführers aufgrund des Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe festgestellt sowie dessen vorläufige Aufnahme in der Schweiz als Flüchtling angeordnet. Wie bereits in der Verfügung vom 15. Mai 2008 ausgeführt, ist somit der Gegenstand des jetzigen Beschwerdeverfahrens bei dieser Sachlage nur noch die Frage, ob die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht wegen fehlender Vorfluchtgründe abgelehnt und dessen Wegweisung angeordnet hat.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete
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Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Zur Begründung ihres Entscheides führte die Vorinstanz im  aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Ergebnisses der Lingua-Analyse wegen seiner Chinesischkenntnisse und seiner geographischen und landeskundlichen Kenntnisse wahrscheinlich seit einiger Zeit nicht mehr in Tibet gelebt habe.
Die Vorbringen des Beschwerdeführers seien aufgrund stereotyper, konstruierter und undetaillierter Angaben als unglaubhaft gemäss Art. 7 AsylG zu werten, zumal es auch an subjektiv geprägter  fehle.
So bleibe angesichts der sehr allgemeinen Schilderungen des  unklar, weshalb sich der Beschwerdeführer durch das Ausrufen der Slogans bewusst in eine Gefahrensituation begeben  wolle. Die Reaktion der Menge vor dem Kloster habe er nicht  realitätsnah beschreiben können. Auch die Beschreibung der Flucht vor den Beamten sei sehr oberflächlich ausgefallen. Sehr  und viel zu wenig fundiert habe der Beschwerdeführer erklärt, wie er mit seinem Freund das Konferenzgebäude in Brand gesteckt habe. Zudem habe er in der Erstbefragung angegeben, dass den  seine Teilnahme an dem Anschlag nicht bekannt gewesen sei, so dass dies nicht der Grund für seine Ausreise gewesen sein könne.
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Die eingereichten Beweismittel würden diese Erwägungen nicht , zumal deren Beweiswert aufgrund ihrer Qualität und der , dass Fälschungen leicht zu beschaffen seien, sehr gering sei.
5.2 Der Beschwerdeführer führte zum Ergebnis der Lingua-Analyse aus, er sei der Meinung, dass er auf alle Fragen zur Geographie und Landeskunde korrekt geantwortet habe und nur ein  Chinesisch beherrsche.
Hinsichtlich des Vorwurfes des BFM, seine Angaben seien konstruiert, stereotyp und wenig detalliert, führte er zu seinem Beweggrund für das Rufen der Unabhängigkeits-Parolen aus, seine Reaktion sei aus einem inneren Impuls heraus erfolgt. Er sei sich der Gefahr durchaus bewusst gewesen, aber habe aus einer Kurzschlussreaktion heraus gehandelt, da er so wütend und aufgewühlt gewesen sei über die , dass sein Onkel zu Boden gestossen worden sei und über die Forderung der Beamten, die wertvollen Gegenstände des Klosters herauszugeben. Ihm sei unerklärlich, weshalb in der Verfügung nicht auf die beiden von ihm eingereichten Dokumente, das Schreiben der Sicherheitskräfte und das Bestätigungsschreiben des Kosters,  werde. Es sei gesondert auf diese beiden Schriftstücke .
Die Reaktion der Menge könne er deshalb nicht detailliert , weil er zu aufgeregt gewesen sei angesichts der grossen Gefahr, in der er sich durch das Skandieren der Parolen befunden habe. Auch wenn die Sicherheitskräfte seines Wissens zum damaligen Zeitpunkt keine Kenntnisse über seine Mitwirkung bei der Inbrandsetzung gehabt hätten, sei es nicht auszuschliessen, dass die Behörden dann, wenn er länger in Tibet geblieben wäre, die Tat hätten aufklären .
6.
6.1 Nach Durchsicht der Akten ist die Feststellung des BFM, wonach die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht standhielten, im Ergebnis zu bestätigen.
Zunächst fällt bei der Schilderung der Zeitabfolge der Ereignisse auf, dass der Beschwerdeführer zwar konkrete Daten der für seine Flucht aus dem Heimatland entscheidwesentlichen Ereignisse zu nennen ver-
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mochte, nämlich den 27. Mai 2004 für das Fest im Kloster mit dem  Aufruhr und das Datum des 23. Dezember 2004 für die Inbrandsetzung des Konferenzgebäudes. Die Angaben der Zeiträume, wann er sich an welchen Orten und wie lange jeweils aufgehalten  will, sind demgegenüber jedoch sehr vage. Nach Angaben des Beschwerdeführers will er sich vor seiner Ausreise im August 2005 etwa vier Monate in J._ aufgehalten haben, was etwa ab Mai 2005 wäre. Auf die entsprechende Nachfrage in der Erstbefragung, wo er sich nach seinem etwa einmonatigem Aufenthalt in H._ im Januar/Februar 2009 und vor dem Aufenthalt in J._ aufgehalten haben will, antwortete er, er könne die Daten nicht genau angeben (vgl. act. A2, S. 6). Dies verwundert zum einen angesichts der teilweise sehr genauen Angabe der Daten (Daten des Kloster-Festes und der Brandstiftung), zum anderen, weil es sich um einen Zeitraum von  Monaten handelt, für den er keinen Aufenthaltsort anzugeben vermochte.
Hinsichtlich der Schilderung des Vorfalles im Koster ist sodann  auffällig: Zunächst widerspricht die Schilderung in der , der Onkel des Beschwerdeführers sei von einem Chinesen  worden (vgl. act. A2, S. 5), der in der Bundesanhörung  Aussage, wonach alle drei chinesischen Beamten den Onkel zu Boden gestossen hätten (vgl. act. A12, S. 4). Später sagte er  auf konkrete Nachfrage wieder aus, nur einer der Beamten sei  seinen Onkel gewalttätig geworden (vgl. act. A12, S. 5). Auch ist die Schilderung des Übergriffes der Chinesen und der darauffolgenden Reaktionen des Beschwerdeführers wenig substantiiert (vgl. act. A12, S. 3-5). Dem BFM ist Recht zu geben, dass sich aus den allgemeinen Schilderungen nicht ergibt, weshalb sich der Beschwerdeführer durch das Ausrufen der Slogans bewusst in eine derartige Gefahrensituation habe begeben wollen. Auch wenn er angeblich seinem Onkel mit  Eingreifen habe helfen wollen, wobei er diesen durch die Ausrufe eher in Gefahr gebracht haben dürfte, erklärt dies nicht die impulsive und gefahrenträchtige Reaktion des Beschwerdeführers und wie er dazu gebracht worden sein will, vor einer Menge von über 5000  derartige Slogans zur Freiheit Tibets zu rufen. Er behauptete auf Nachfrage, seine vergangenen Erfahrungen hätten ihn zusammen mit dem konkreten Übergriff auf seinen Onkel dazu bewegt (vgl. act. A12, S. 4). Dies ist insofern wenig verständlich, als dass der  bis zu diesem Ereignis in keiner Weise politisch (vgl. act A2, S. 3) und zudem in China laut den Ausführungen in der Anhö-
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rung zum rechtlichen Gehör zur Lingua-Analyse öfters geschäftlich  gewesen sein will (vgl. act. A15). Auch hatte er anscheinend keinen besonderen Bezug zum Kloster, aus dem die Kultgegenstände  werden sollten, sondern nahm lediglich an dem grossen  stattfindenden Fest teil (vgl. act. A2, S. 5).
Auch die Schilderung der Reaktion der Beamten auf die Ausrufe des Beschwerdeführers, die sehr wütend geworden und ihm nachgerannt seien, fiel sehr allgemein und realitätsfremd aus (vgl. act. A12, S. 5). Eher oberflächlich mutet beispielsweise die Schilderung der Reaktion der Menge an, wie sie die Beamten an der Ergreifung des  gehindert habe und ihm zur Flucht geraten habe (vgl. act. A12, S. 5). Aus der Schilderung ergibt sich nicht, ob er sich  von den Beamten habe losreissen müssen bzw. wie nahe ihm diese kamen, wann sich die Menge zwischen ihn und die Beamten geschoben haben soll und wie lange sie ihm hinterhergelaufen seien. Auch die Motivation des bis zu dem Ereignis im Kloster völlig  Beschwerdeführers, das Konferenzgebäude zusammen mit  Freund in Brand zu stecken, wird nicht klar (vgl. act. A12, S. 3). Die Schilderung der Inbrandsetzung fiel sehr stereotyp aus (vgl. act. A12, S. 6).
Unklar ist, weshalb der Beschwerdeführer meint, er würde nicht nur wegen des Ereignisses im Koster gesucht, sondern auch wegen des Brandanschlages auf das Konferenzgebäude. Nach seinen Aussagen habe sie wahrscheinlich niemand bei der Aktion beobachtet (vgl. act.12, S. 6).
Bei der Angabe, dass sich seine Frau und Kinder noch immer in Tibet befänden und er seit dem Zeitpunkt, als er seine Heimatstadt  habe, keinen Kontakt mehr habe, fehlt es seinen Aussagen an  Betroffenheit (vgl. act. A12, S. 4). Auch scheint er sich keine  zu machen, ob seine Familie aufgrund seiner Aktivitäten Probleme mit den Behörden bekommen haben könnte (vgl. act. A12, S. 4).
Hinsichtlich der eingereichten Beweismittel ist festzuhalten, dass es sich beim Schreiben des Klosters um ein reines Gefälligkeitsschreiben handeln könnte, dessen Echtheit zudem nicht überprüft werden kann, weshalb von einer Übersetzung des Dokumentes und einer  Abstand genommen wird. Auch von einer Übersetzung und Dokumentenüberprüfung des angeblichen Polizeischreibens kann wegen der leichten Erhältlichkeit von Fälschungen von Amtsdokumen-
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ten im Heimatland abgesehen werden. Zudem verwundert, dass  weder auf einem offiziellen Briefpapier geschrieben wurde noch einen Briefkopf trägt. Die Beweismittel vermögen insgesamt nicht die Unglaubhaftigkeit des vorgetragenen Sachverhaltes umzustossen.
6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen des  in Bezug auf eine Verfolgungssituation im Zeitpunkt der Ausreise den Anforderungen an die Glaubhaftmachung der  nach Art. 7 AsylG nicht genügen, weshalb deren  nicht zu prüfen ist. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch  zu Recht abgelehnt.
Nach den vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers einzugehen, da sie zu keinem anderen Ergebnis führen können.
7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).
8. Das BFM hat den Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung vom 20. Januar 2006 wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der  vorläufig aufgenommen. Mit Verfügung vom 8. Mai 2008  überdies wiedererwägungsweise die Flüchtlingseigenschaft  von subjektiven Nachfluchtgründen und demzufolge die  des Wegweisungsvollzuges festgestellt. Demnach ist die  soweit sie die Flüchtlingseigenschaft betrifft gegenstandslos geworden.
9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung - soweit nicht gegenstandslos geworden - Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und
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angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem  abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.
10.
10.1 Das im Beschwerdeverfahren gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da der Beschwerdeführer mittlerweile einer beruflichen Tätigkeit nachgeht und aus den Akten nichts hervorgeht, aus dem sich trotz des bestehenden Arbeitsverhältnisses eine aktuelle Bedürftigkeit ergeben würde.
10.2 Beim Ausgang des Beschwerdeverfahrens aufgrund des  Unterliegens sind dem Beschwerdeführer reduzierte  im Umfang von Fr. 300.-- aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE; SR 173.320.2]).
10.3 Dem Beschwerdeführer wäre infolge der teilweisen , wobei diese durch das Verhalten des BFM bewirkt wurde, zu Lasten des BFM eine Parteientschädigung für die ihm  notwendigen Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 sowie Art. 15 VGKE), welche entsprechend dem Grad des Durchdringens auf die Hälfte zu  wäre. Da der Beschwerdeführer aber im Verfahren nicht vertreten wurde, ist davon auszugehen, dass ihm keine Kosten im erwähnten Sinne entstanden sind. Es ist ihm somit keine Parteientschädigung .
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