Decision ID: 412e1540-c825-4855-8062-7bd4b38a6b1a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit unbegründetem Urteil des hiesigen Gerichts im Verfahren Nr. IV.2015.00410 vom 29. September 2015 wurde die am 14. April 2015 von X._, geboren 1982,
erhobene Beschwerde (Urk. 10/46/3) gegen die leistungsanspruchsvernei
nende Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 16. März 2015 (Urk. 10/33) in dem Sinne gutgeheissen, dass diese aufgeho
ben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach er
gänzenden Abklärungen über den Leistungsanspruch der Versicherten neu ver
füge (Urk. 10/60/1-2 Dispositiv Ziff. 1).
Die IV-Stelle holte in der Folge weitere Akten des Unfallversicherers (Urk. 10/65, Urk. 10/107, Urk. 10/110) ein und gewährte ab dem 1. April 2016 berufliche Ein
gliederungsmassnahmen, welche am 28. November 2016 abgeschlossen wurden (vgl. Urk. 10/80, Urk. 10/82, Urk. 10/103).
Sodann holte sie beim Zentrum Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
12. Dezember 2017
erstattet wurde (Urk.
10/142
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk. 10/145
;
Urk. 10/156
)
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
8. November 2018
eine
n Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk.
10/163
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
11. Dezember 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
8. November 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, um sie zumindest aus or
thopädischer und psychiatrischer Sicht nochmals abzuklären, zu überprüfen und neu zu beurteilen. Eventuell sei ihr spätestens mit Wirkung ab 1. November 2016 eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
31. Januar 2019
(
Urk. 9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
25. Februar 2019
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk. 11
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen
im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Be
schwerdeführerin vom 9. Juni 2014 bis 31. Oktober 2015 erheblich in ihrer Er
werbsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Ab dem 1. Mai 2016 habe in der bis
herigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % und in einer körperlich leichten Tätigkeit keine Einschränkung mehr bestanden. Auf das MEDAS-Gutachten könne abgestellt werden. Daran ändere der Bericht des Hausarztes nichts, zumal dieser lediglich die subjektiven Vorstellungen seiner Patientin referiere. Da sie vom 24. Mai bis 23. November 2016 aufgrund der Durchführung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen ein IV-Taggeld erhalten habe, werde der Anspruch erst per 1. November 2016 geprüft. Zu diesem Zeitpunkt hätten keine Einschrän
kungen mehr in einer körperlich leichten Tätigkeit bestanden. In ihrer bisherigen Tätigkeit bestünden die gleichen Verdienstmöglichkeiten wie in einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit, weshalb keine Erwerbseinbusse ausgewiesen sei
(S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, für ihren Hausarzt sei es offensichtlich, dass sie immer an einer reduzierten Belast
barkeit des Rückens leiden werde, was sich immer wieder auf die Psyche aus
wirke. Eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustandes sei verneint worden (S. 3 unten Ziff. 2, S. 8 oben). Das Pensum von 50 % in der angepassten Tätigkeit im Verkauf (im Vergleich zur Tätigkeit im Service) sei für sie tragbar gewesen,
jedoch sei das Arbeitsverhältnis aus privaten Gründen per 3
0.
September 2018 aufgelöst worden (S. 4 Mitte).
Auf das Y._-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Die jahrelange verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule sei nirgends wirklich fundiert geprüft worden, sondern einzig auf deren Beweglichkeit und auf die bildgebenden Darstellungen abgestellt worden. Sie habe nie eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in ihrer Verkaufstätigkeit erreichen können. Zudem widerspreche das Y._-Gutachten dem Bericht der Rehaklinik Z._ und der Einschätzung des Hausarztes (S. 5 unten, S. 7 Mitte). Die von den Y._-Gutachtern attestierte uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer noch
angepassteren
Tätigkeit als jener im
Töffgeschäft
werde bestritten (S. 7 Mitte). Weiter sei unzutreffend, dass seit Frühjahr 2016 aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkungen mehr bestünden. Es sei völlig unberücksichtigt geblieben, dass sie unter einer Vertretungsbeistand
schaft unter anderem mit Vermögensverwaltung stehe, was deutlich mache,
dass Probleme vorhanden seien, die auch invalidenversicherungsrelevant seien
(S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
3.
3.1
Die Fachpersonen der
Rehaklinik
Z._
nannten in ihrem Bericht vom 1
0.
Ap
ril 2015 (
Urk.
10/41) nach am 1
2.
März 2015 durchgeführtem psychosomatischen Konsilium
als Diagnose eine depressive Episode zumindest mittelgradiger Aus
prägung (ICD-10 F32.1) sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeits
störung (ICD-10 F90.0; S. 1).
Die Fachpersonen führten aus, die Beschwerdeführerin habe sich gut von einem Snowboardunfall im Jahr 2008 und einer schweren Depression seit November 2013 erholt, bis sie am 9. Juni 2014 einen Velosturz mit Wirbelfrakturen erlitten und sich danach ihr psychophysischer Gesundheitszustand wieder deutlich ver
schlechtert habe. Biographisch seien mehrere psychosoziale Belastungen bekannt, was zu einer erhöhten Vulnerabilität für psychische Auslenkungen geführt habe. Der letzte Unfall und der protrahierte Heilungsverlauf hätten die Beschwerdefüh
rerin sehr verunsichert, und die vormalige depressive Symptomatik habe sich wieder akzentuiert (Affektlabilität, Traurigkeit, Reizbarkeit, Verzweiflung). Ohne Sport und ohne ihre geschätzte Arbeit im Gastgewerbe habe sie kaum mehr Freude am Leben, was mitunter zu flüchtigen Suizidgedanken führe, von welchen sie sich aber aktuell glaubhaft distanzieren könne (S. 1 unten).
Die Fachpersonen führten zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und zur Zumutbarkeit aus, die festgestellte psychische Störung begründe aktuell eine mindestens mittelschwere arbeitsrelevante Leistungsminderung, zusätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen. Bei der Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit seien die reduzierte psychophysische Belastbarkeit und die er
höhte psychische Vulnerabilität zu berücksichtigen. Höhere Anforderungen und Stressbelastungen führten zu einer schnellen Überforderung und einer damit ver
bundenen Verschlechterung der psychischen Verfassung. Eine Unterstützung sei
tens der Invalidenversicherung für ein vorgängiges Arbeitstraining wäre sinnvoll (S. 2 Mitte).
3.2
Die Ärztinnen der
Rehaklinik
Z._
stellten in ihrem Austrittsbericht vom 1
6.
April 2015
(Urk. 10/43/5-12) in der Hauptsache folgende Diagnosen (S. 1):
-
Brustwirbelkörper (BWK) 12 und Lendenwirbelkörper (LWK) 1-Fraktur nach Unfall vom 9. Juni 2014, Velosturz
-
Status nach Fraktur von BWK 3-6 im Jahr 2008
-
psychiatrische Diagnosen gemäss psychosomatischem Konsilium vom Ap
ril 2015:
-
depressive Episode zumindest mittelgradiger Ausprägung (ICD-10 F32.1)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
Status nach Nervenzusammenbruch im November 2013
-
leichter Vitamin D-Mangel
Die Ärztinnen führten aus, die Beschwerdeführerin sei vom 9. März bis 14. April 2015 bei ihnen in der Klinik gewesen (S. 1 Mitte). Als Probleme beim Austritt hätten belastungsabhängige Rückenschmerzen und Verspannungen der Rücken
muskulatur bestanden (S. 1 unten).
Die festgestellte psychische Störung begründe aktuell eine mindestens mittel
schwere arbeitsrelevante Leistungsminderung (zusätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen). Bei Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit seien die reduzierte psychische Belastbarkeit und die erhöhte psychische Vulnerabilität zu berücksichtigen. Höhere Anforderungen und Stressbelastungen führten zu einer schnellen Überforderung und damit verbundenen Verschlechterung der psychi
schen Verfassung. Eine Unterstützung seitens der Invalidenversicherung für ein vorgängiges Arbeitstraining wäre sinnvoll (S. 2 Mitte).
Hinsichtlich der Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Serviceangestellte im Gastgewerbe seien aktuell die Anforderungen ganztags zu hoch. Es bestünden hohe psychische Anforderungen im Umgang mit Menschen über einen ganzen Arbeitstag. Ab dem 15. April 2015 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Zur Zumutbarkeit in einer anderen beruflichen Tätigkeit führten die Ärztinnen aus, eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei halbtags möglich. Hinsichtlich des Rü
ckens müsste die Tätigkeit ohne längere Zwangshaltungen sein. Zusätzlich seien die beschriebenen psychischen Einschränkungen zu beachten (S. 2 unten).
Die Ärztinnen führten aus, schon rein aufgrund der psychischen Problematik sei ein länger dauerndes Arbeitsprogramm in einem geschützten Rahmen empfeh
lenswert, wo die Beschwerdeführerin dann als Nebeneffekt ihre körperliche Be
lastbarkeit erproben und trainieren könnte. Bei positiver Entwicklung benötige die Beschwerdeführerin danach eine angepasste Arbeitsstelle. Sie wolle wieder im Gastgewerbe arbeiten, was von der körperlichen Belastbarkeit her nur grenzwer
tig möglich beziehungsweise nur an einem angepassten Nischenarbeitsplatz zu
realisieren sei (S. 3 oben). Zusammenfassend habe keine wesentliche Verbesse
rung der Schmerzproblematik erreicht werden können (S. 4 Mitte).
3.3
Die Ärzte des
Spitals
A._
stellten in ihrem Austrittsbericht
vom
3.
Oktober 2015 (
Urk.
10/65/2-3) nach stationärem Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 2
9.
September bis
3.
Oktober 2015 folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Rückenschmerzen
-
aktuell:
Exazerbiert
im Rahmen körperlicher Überbelastung
-
Status nach Velosturz Juni 2014 mit BWK 12 und L 1-Deckplatten
kompressionsfraktur
-
Status nach BWK 3-5 Fraktur nach Snowboardsturz
-
k
leine Läsion
Adenohypophyse
(MRI Schädel Februar 2015)
-
Differenzialdiagnose Mikroadenom
Die Ärzte führten aus, es sei eine notfallmässige Selbstzuweisung bei Exazerba
tion chronischer Rückenschmerzen seit der 50%igen Wiederaufnahme der beruf
lichen Tätigkeit im Gastgewerbe im August 2015 erfolgt.
Bei unauffälliger neurologischer Untersuchung und anamnestisch schleichender Schmerzexazerbation würden die Beschwerden im Rahmen einer körperlichen Überbelastung interpretiert. Die analgetische Therapie sei ausgebaut worden, wo
runter die Patientin stets schmerzkompensiert gewesen sei. Die konsiliarisch bei
gezogenen Kollegen des Psychiatriezentrums Klinik B._ hätten
keinen Bedarf für einen ergänzenden Einsatz eines Antidepressivums gesehen. Die emp
fohlene regelmässige ambulante Psychotherapie habe die Beschwerdeführerin ab
gelehnt
(S. 1 Mitte).
Die Ärzte führten aus, bis und mit 11. Oktober 2015 sei eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden. In der Woche vom 12. bis 15. Oktober 2015 solle der Versuch einer 25%igen Arbeitswiederaufnahme mit anschliessender Steigerung auf 50 % in den darauffolgenden Wochen erfolgen (S. 1 unten).
3.4
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 (Urk. 10/67/6-7)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronisches Schmerzsyndrom (Dorsalgien, Lumbalgie)
-
eingeschränkte Leistungsfähigkeit
-
täglicher
Analgetikagebrauch
-
Velosturz vom 9. Juni 2014
-
BWK 12 und LWK 1 Frakturen
-
BWK Frakturen (Deckplattenimpressionen) BWK 3-6 (2008)
-
Depressionen, 2015
-
Mikroadenom der
Adenohypophyse
Dr. C._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 6. November 2013 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 19. Januar 2016 erfolgt (Ziff. 1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Eine Arbeit in einem weniger belastenden Beruf als im Service sei sicher sinnvoll. Es bestehe eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit, was das Tragen von Sachen, langes Stehen und längeres Sitzen anbelange (Ziff. 1.6-7). Ein Erhalt einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sei anzustreben (Ziff. 1.8). Es werde eine 50%ige Rente beantragt (Ziff. 1.11).
3.5
Dr. C._
stellte in seinem Bericht vom 2
9.
Dezember 2016
(Urk. 10/111/4-6) die gleichen Diagnosen wie in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 (vgl. Ziff. 1.2 und vorstehend E. 3.4).
Dr. C._ führte aus, die letzte Kontrolle der Beschwerdeführerin sei am 2. November 2016 erfolgt (Ziff. 3.1). Es habe sich im Verlauf gezeigt, dass mit der Integration in einem
Töffgeschäft
, wo die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeite, eine Stabilisierung der Beschwerden soweit eingetreten sei, dass sie ihr Pensum erfüllen könne. Dies sei bei der Arbeit im Service, wo sie auch maximal zu 50 % gearbeitet habe, nicht der Fall. Es komme zwar immer wieder zu Exazerbationen, und es bestehe ein erheblicher Gebrauch von
nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR), die Patientin
fühle sich jedoch knapp fähig, einen 50
%
Job regelmässig zu absolvieren
(Ziff. 1.3). In
einer behinderungsangepassten Tätigkeit
bestehe
eine maximale
Leistungsfähigkeit
von 50
% (Ziff. 2.2). Das Ziel sei, die 50%ige Arbeitsfähigkeit erhalten zu können.
Weiter solle der NSAR-Konsum sukzessive
reduziert werden. Bezüglich der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei die Prog
nose nicht sehr günstig (Ziff. 3.3). Die Patientin sei nach
O._
umgezogen, wo der neue Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, die zukünftige Behandlung übernehmen werde (Ziff. 3.4).
3.6
Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in sei
nem Bericht vom 28. Juni 2017 (Urk. 10/125) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronisches
Thorakovertebralsyndrom
-
Status nach BWK 12/LWK 1 Fraktur Juni 2014
-
Status nach Frakturen BWK 3-5 2008
-
Knochendichtemessung 1. September 2014 unauffällig
-
Status nach psychiatrischer Tagesklinik in B._ vom 9. Januar bis 17. April 2014
-
rezidivierende depressive Störungen mit mittelschweren bis schweren Episoden
-
Verdacht auf
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
(ADHS) im Erwachsenenalter
-
schädlicher Gebrauch von Cannabis
-
Status nach Kokainabhängigkeit
-
Status nach «Nervenzusammenbruch» November 2013
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (Psychosomatisches Konsilium, Rehaklinik Z._ März 2015)
-
depressive Episoden zumindest mittelgradig, März 2015
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. D._ einen Eisenmangel, Allergien auf Tramadol,
Diclofenac
, Erdbeeren und Pflaster, einen Nikotinkonsum, einen leichten Vitamin D-Mangel, eine Hypermobilität und eine kleine Läsion der
Adenohypophyse
, Differenzialdiagnose Mikroadenom (Ziff. 1.1).
Dr. D._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 12. Dezember 2016 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 15. Juni 2017 erfolgt (Ziff. 1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin in einem Motorrad
laden bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Je nach Haltung respektive Ar
beitsposition komme es zu Rückenschmerzen, welche die Patientin physisch und dann auch allmählich psychisch einschränkten, wodurch die Konzentration ab
nehme und Fehler entstünden. Es bestehe jeweils am Nachmittag eine limitierte Belastbarkeit. Am Vormittag sei der Antrieb schlecht. Dr. D._ führte aus, die bisherige Tätigkeit als Serviceangestellte sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Schätzungsweise bestehe nur eine minime Arbeitsfähigkeit von 10 %. Zur Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit führte Dr. D._ aus, beim Praktikum im Sportgeschäft habe sich gezeigt, dass eine 50%ige Arbeitsleistung jeweils halbtags am Nachmittag möglich sei. Der Patien
tin gefalle die Arbeit, und sie habe ab dem 24. November 2016 eine feste Anstel
lung zu 50 % bekommen. Somit bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Ziff. 1.6-7).
Zum ärztlichen Befund führte Dr. D._ aus, spezielle Befunde bezüglich des Rückens seien nicht mehr erhoben worden. Die Patientin habe angegeben, dass sie je nach Haltung zum Beispiel beim Abwaschen und beim Wäschefalten Rü
ckenschmerzen bekomme. Wenn sie sich bücke, müsse sie sich dabei abstützen. Die Rückenschmerzen machten ihr auch psychische Probleme. Sie habe am 8. Mai 2017 berichtet, dass sie immer noch wenig belastbar sei und schnell müde werde. Sie schlafe jeweils vor dem TV ein. Sie habe keinen Antrieb. Sie könne sich nicht vorstellen, mehr als 50 % zu arbeiten, primär vor allem wegen des Rückens und sekundär auch wegen der vermehrten Schmerzen, die dann zu Problemen führten.
Sie brauche keine psychiatrische Behandlung. Wegen ihrer Arbeit im Motorrad
geschäft wolle sie nun den Motorradführerschein machen. Dies sei im Moment unterbrochen, weil sie am 21. Mai 2017 einen Unfall mit Distorsion des linken Ellbogens und Fraktur des Radiusköpfchens erlitten habe (Ziff. 1.4). Für die Pati
entin stimme es so mit der 50%igen Beschäftigung im Motorradgeschäft und dem Freiraum in der ersten Tageshälfte. Eine Psychotherapie bringe ihr nichts und verschlechtere jeweils die Situation. Dr. D._ hielt abschliessend fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem Praktikum im Motorradgeschäft aus seiner Sicht erfolgreich habe
reintegriert
werden können, auch wenn es nur ein Arbeitspen
sum von 50 % sei (Ziff. 1.11).
3.7
Am 12. Dezember 2017 erstatteten Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Y._, das von der Be
schwerdegegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (Urk. 10/142/1-45).
Sie nannten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 42 f. Ziff. 12.1):
-
Status nach Fraktur Th3-6 im Januar 2008 und Deckplatteneindellung Th4 und 6
-
Status nach Fraktur Th12 und L1 im Juni 2014 mit leichter Keilwirbelbil
dung, intraspongiöser Hernie durch die Deckplatte Th12, minimer
Dis
kusprotrusion
L4/5 sowie Diskushernie L5/S1 ohne neurale Kompression
-
rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger Episode bestehend von etwa Juni 2014 bis Oktober 2015 und leichter Episode bestehend von November 2015 bis April 2016, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.1, F33.0, F33.4)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1), einen Zustand nach psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F14.1), aktenanamnestisch eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0), eine Allergie auf Erd
beeren,
Diclofenac
und Heftpflaster sowie einen Nikotinabusus (S. 43 Ziff. 12.2).
Die Gutachter führten zur Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit
aus, im Rahmen der posttraumatischen Rehabilitation von Juni bis September 2014 habe bezogen auf ein Vollzeitpensum eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Verkäu
ferin in einem Motorradgeschäft bestanden. Aufgrund
der rezidivierenden de
pressiven Störung
mit mittelgradiger Episode habe von Oktober 2014 bis Oktober
2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden. Von November 2015 bis April 2016 habe bei leichter Episode die Arbeitsfähigkeit 70 % betragen.
Ab
Mai 2016 betrage
die Arbeitsfähigkeit als Verkäuferin in einem Motorradge
schäft - entsprechend einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelas
tenden Tätigkeit, mit nicht selten inklinierten Körperhaltungen - aufgrund der Befunde an der Wirbelsäule 80 % (S. 43 Ziff. 13.1).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit führten die Gutachter aus, dass im Rahmen der
posttraumatischen Rehabilitation vom Juni bis Septem
ber 2014 keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe
. Körperlich leichte Tätigkeiten, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufig inklinierte,
reklinierte
und rotierte Körperhaltungen, sowie Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung und ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastungen hätten von Oktober 2014 bis Oktober 2015 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 60 % ausgeführt werden können. Von November 2015 bis April 2016 habe eine Ar
beitsfähigkeit von 80 % und ab Mai 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % be
standen (S. 43 f. Ziff. 13.1).
Die Gutachter führten aus, bei der Suchtstörung handle es sich um eine primäre Sucht, welche zu keinen irreversiblen Gesundheitsstörungen geführt habe. Auf
grund des
Cannabisabusus
sei eine Drogenabstinenz zu fordern, da auch ein ge
legentlicher weiterhin bestehender Cannabiskonsum unter anderem zu Stim
mungsschwankungen mit Leistungsminderung führten könne. Dabei dürften keine suchttherapeutischen Massnahmen erforderlich sein, und die Beschwerde
führerin könne die notwendige Willensanstrengung zu einer Drogenabstinenz aufbringen (S. 44 f. Ziff. 13.5).
3.8
Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 18. Januar 2018 (Urk. 10/143/8-10) aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht dem Gutachten vom 12. Dezember 2017 gefolgt werden könne. Es sei schlüssig und nachvollziehbar. Die vorbestehenden Berichte hätten den Gutachtern vorgelegen und seien gewürdigt worden. Auf die Klagen der Versicherten sei eingegangen worden. Die Anamnese und die Unter
suchungen seien fachgerecht durchgeführt und die erhobenen Befunde nachvoll
ziehbar dargestellt worden. Die Schlussfolgerungen, insbesondere zur Arbeitsfä
higkeit, seien plausibel. Dr. H._
führte aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin sei durch eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts für mit
tel
schwere und schwere Arbeiten
sowie
für
Tätigkeiten in Zwangshaltungen einge
schränkt
. In der letzten Tätigkeit als Verkäuferin bestehe seit Mai 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit sei zu 100 % zumutbar.
3.9
Dr. H._, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2018 (Urk. 10/162/3) aus, Dr. D._ referiere in seinem Bericht vom 28. Juni 2017 die subjektiven Vorstellungen seiner Patientin. Seine Beurteilung beruhe nicht auf einer umfassenden Untersuchung. Aus den Ausführungen werde deutlich, dass die Rückenschmerzen eindeutig belastungsabhängig seien und bei vornüber
gebeugten Tätigkeiten mit Armvorhalten aufträten. Im Umkehrschluss könne man davon ausgehen, dass eine Tätigkeit ohne derartige Zwangshaltungen zumutbar sei. Dr. D._ sage im Hinblick auf seine Vertrauensstellung als Hausarzt im Interesse seiner Patientin aus. Der im Einwand vorgebrachte Bericht der Rehakli
nik Z._ stamme aus dem Mai 2015 und beziehe sich in seiner Einschätzung auf den Eingliederungsprozess. Zum Zeitpunkt des Gutachtens sei der Eingliede
rungsprozess längst abgeschlossen gewesen. Das Gutachten sei schlüssig und nachvollziehbar, und es werde empfohlen, weiterhin darauf abzustellen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
Y._-
Gutachten vom
Dezember 2017 (vgl. vorstehend E. 3.7
)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin vom 9. Juni 2014 bis 31. Oktober 2015 erheblich in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ge
wesen sei, jedoch ab dem 1. Mai 2016 in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfä
higkeit von 80 % und in einer körperlich leichten Tätigkeit keine Einschränkun
gen mehr bestanden hätten
(vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Das
Y._
-Gutachten vom
Dezember
2017 erfüllt die formalen Beweiswert-
An
forderungen (vorstehend E. 1.7
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Be
lange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Bes
chwerden sowie das Verhalten der Beschwerdeführerin
und wurde in Kenntnis der
wesentlichen
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nach
vollziehbar begründete Schlussfolgerungen
.
4.3
In somatischer Hinsicht basierte die Einschätzung von Dr. E._ auf den er
gänzend von ihm veranlassten bildgebenden Abklärungen (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 7 Ziff. 5.3) sowie auf der von ihm vorgenommen Untersuchung der Be
schwerdeführerin. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach Fraktur Th3-6 im Januar 2008 und Deckplatteneindellung Th4 und 6 sowie einen Status nach Fraktur Th12 und L1 im Juni 2014 mit leichter Keilwirbelbildung, intraspongiöser Hernie durch die Deckplatte Th12, minimer
Diskusprotrusion
L4/5 sowie eine Diskushernie L5/S1 ohne neurale Kompression (vgl. vorstehend E. 3.7).
Daraus schloss Dr. E._, dass nach Abschluss der posttraumatischen Reha
bilitation im Oktober 2014 in der ausgeführten Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Verkäuferin in einem Motoradcenter, entsprechend einer körperlich leichten bis maximal mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit mit nicht seltener in
klinierter Körperhaltung, eine Arbeitsfähigkeit von 80 % und in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne inklinierte,
reklinierte
und rotierende Körperhaltungen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestanden habe (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 9 Ziff. 8.1-3).
Dr. E._ hielt weiter fest, dass die angegebenen Schmerzen in der Wirbel
säule bei unauffälligem Untersuchungsbefund derselben und nur geringen patho
logischen Befunden im MRI nur teilweise hätten objektiviert werden können (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 8 Ziff. 7.2).
Die übrige medizinische Aktenlage
ergab sodann
keine Hinweise
darauf,
welche an der somatischen Einschätzung
von Dr. E._
zweifeln
liessen
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin steht der Austrittsbericht respek
tive die Einschätzung der Ärztinnen der Rehaklinik Z._ vom April 2015 (vgl. vorstehend E. 3.2) nicht im Widerspruch zum Y._-Gutachten. So betraf diese einen ganz anderen Zeitraum und wurde vor den dann erfolgreich absolvierten Eingliederungsmassnahmen erstattet, wobei das somatische Beschwerdebild durch die psychischen Beeinträchtigungen überlagert war (vgl. vorstehend E. 3.1).
Was die im Austrittsbericht des Spitals A._ vom 3. Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 3.3) dokumentierte Schmerzexazerbation anbelangt, so war diese Folge der nicht angepassten, zu schweren Tätigkeit im Service. Soweit Dr. C._ in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4) selbst in der zu schweren und von ihm selbst als belastend beschriebenen Tätigkeit im Service eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert, lässt sich daraus ohne weiteres in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine wesentlich höhere Arbeitsfähigkeit ableiten. Für nicht nachvollziehbar erweist sich sodann der Umstand, dass Dr. C._ sowohl in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4) als auch in seinem Bericht vom 29. Dezember 2016 (vgl. vorstehend E. 3.5) keine
Differenzierung zur möglichen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit vornahm. In seinem Bericht vom 29. Dezember 2016 gab er dann im Wesentlichen die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin wie
der.
Auch der Bericht des nachfolgend behandelnden Hausarztes Dr. D._ vom 28. Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6) basiert im Wesentlichen auf den subjekti
ven Angaben der Beschwerdeführerin und vermag demnach nichts an den Schlussfolgerungen von Dr. E._ zu ändern. Wie RAD-Arzt Dr. H._ in seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2018 (vgl. vorstehend E. 3.9) ausführte, bestätigte Dr. D._ jedoch, dass vorwiegend in vorgebeugten Haltungen Schmerzen aufträten, was im Belastungsprofil der Y._-Gutachter jedoch be
rücksichtigt wurde. Zudem führte Dr. D._ aus, dass bezüglich des Rückens keine speziellen Befunde mehr erhoben worden seien.
Mit der von Dr. E._ getroffenen Einschätzung geht im Übrigen auch ein
her, dass die Beschwerdeführerin, wie sie anlässlich der psychiatrischen Begut
achtung bei Dr. F._ ausführte, in der Lage ist, Velo und Töff zu fahren (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 20 Ziff. 3.2.6), welche Aktivitäten eine gewisse Funktionali
tät der Wirbelsäule auch in Zwangshaltungen voraussetzen.
4.4
In
psychiatrischer Hinsicht
nannte Dr.
F._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Stör
ung mit mittelgradiger Episode (
ICD-10 F33.1
)
, bestehend von etwa Juni 2014 bis Oktober 2015, sow
ie mit einer leichten Episode
(
ICD-10 F33.0
)
, bestehend von November 2015 bis Ap
ril
2016, gegenwärtig remittiert (
ICD-10 F33.4
).
Daneben nannte er als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1), einen Zustand nach psychischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F14.1) sowie aktenanamnestisch eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksam
keitsstörung (ICD-10 F90.0; vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 24 Ziff. 6.1-2).
Daraus leitete Dr.
F._
in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin so
wie in einer leidensadaptierten Tätigkeit ab Mai 2016 eine 100%ige Arbeitsfähig
keit ab. Zuvor, von Juni 2014 bis Oktober 2015, attestierte er in der Tätigkeit als Verkäuferin eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und in einer leidensangepassten Tä
tigkeit aufgrund der mittelgradigen Episode eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Von November 2015 bis April 2016 ging Dr. F._ in der Tätigkeit als Verkäuferin von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit und in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 32 Ziff. 8.1, S. 33 Ziff. 8.2).
Grundsätzlich erfüllt auch das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
F._
die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E.
1.7
). Es wurde jedoch
am
9.
November 2017
und demnach vor der Rechtsprechungsän
derung des Bundesgerichts mit
BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418
vom
30. No
vember 2017
erstattet.
Damit verliert es seinen Beweis
wert indes nicht per se. Zu prüfen ist vielmehr
, ob das psychiatrische Teilgut
achten von Dr.
F._
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
massgeblichen
Indikatoren erlaubt od
er nicht (vgl. vorstehend E. 1.3-4
, BGE 141 V 281 E. 8).
Dr. F._ hielt fest, dass nach der Remission der depressiven Störungen keine relevanten, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Funktionsdefizite zu erheben gewesen seien (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 32 Ziff. 8.1.1).
Namentlich hielt er zum psychischen Status der Beschwerdeführerin fest, sie habe in der Stimmung ausgeglichen, gut gelaunt, affektiv gut mittschwingend, wie
derholt adäquat lachend und psychomotorisch sowie im Antrieb unauffällig ge
wirkt. Es hätten sich keine Einschränkungen der Auffassung, der Aufmerksam
keit, der Konzentrationsfähigkeit oder Hinweise für eine Gedächtnisstörung ge
zeigt (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 23 Ziff. 5.2).
Anlässlich der Begutachtung bei Dr. F._ berichtete die Beschwerdeführerin davon, dass sie schaue, dass es ihr trotz der somatischen Einschränkungen relativ gut gehe. Sie mache ihren Tagesablauf. Motivation und Interessen seien vorhan
den. Schlafstörungen wurden verneint. Weiter führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei tagsüber nicht vermehrt müde. Seit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit seit etwa Mai 2016 habe sich ihr psychisches Zustandsbild gebessert, und die depressiven Verstimmungen seien weitgehend abgeklungen (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 16 f. Ziff. 3.2.1). Soweit die Beschwerdeführerin angab, durch Zukunfts- und Existenzängste sowie durch die Abhängigkeit von der So
zialhilfe belastet zu sein (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 16 f. Ziff. 3.2.1, S. 23 Ziff. 5.2, S. 35 Ziff. 8.5
lit
. a), handelt es sich um psychosoziale Belastungsfaktoren, welche als nicht
invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden
sind
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 E. 4.3 mit Verweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1).
Was den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz anbe
langt, fällt ins Gewicht, dass es nach der erstmaligen stationären respektive teil
stationären Behandlung im Psychiatriezentrum B._ vom November 2013 bis April 2014 soweit zu einer Besserung der depressiven Symptomatik kam, dass die Beschwerdeführerin ab Mai 2014 wieder im Service in einem 80%-Pensum
arbeiten konnte, und sich seither in keiner psychotherapeutischen Behandlung mehr befand (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 17 f. Ziff. 3.2.2, S. 21 Ziff. 3.2.9). Eine solche erachtete Dr. F._ auch nicht für erforderlich (vgl. Urk. 10/142/1-45
S. 29 unten, S. 30 Mitte).
Zusammenfassend kann in Anbetracht des anhaltenden Therapieerfolges vorliegend nicht von
einer therapeutisch nicht mehr angehbaren Störung ausgegangen werden.
Die Beschwerdeführerin war überdies im Stande, die beruflichen
Eingliederungsmassnahmen
im Motoradgeschäft in einem Pen
sum von 50 % zu absolvieren und erreichte eine
anschliessende
Festanstellung
, welche aus persönlichen und nicht aus gesundheitlichen Gründen per 30. Sep
tember 2018 beendet wurde (Urk. 10/142/1-45 S. 30 oben, vgl. vorstehend E. 2.2).
Hinsichtlich des Indikators Komorbiditäten
sind
vorliegend die von
Dr. E._
gestellten somatischen Diagnosen
und die daraus abgeleiteten Einschränkungen zu beachten
(vgl. vorstehend E.
3.7 und E. 4.3
).
Was die zu prüfenden strukturellen Defizite im Sinne einer Persönlichkeitsprob
lematik (Komplex der Persönlichkeit) anb
elangt, welche im Rahmen der um
fas
senden Ressourcenprüfung negativ
e Auswirkungen zeitigen könnte
,
verneinte Dr. F._ das Vorliegen von allfälligen Hinweisen für eine Persönlichkeitsstö
rung. Jedoch erwähnte er eine Suchtstörung mit rezidivierendem Cannabiskon
sum etwa einmal pro Woche, welche er jedoch als primäre Suchterkrankung ein
stufte (vgl. Urk. 10/142/1-45 S. 26 Mitte, S. 28 oben). Dr. F._ erachtete die Beschwerdeführerin für fähig, die notwendige Willensanstrengung für eine Dro
genabstinenz aufzubringen (Urk. 10/142/1-45 S. 28 Mitte).
Als mobilisierende Ressourcen nannte Dr. F._ den Umstand, dass die Be
schwerdeführerin selbständig wohnt, einer Teilzeitarbeit nachgehe und gute so
ziale Kontakte pflege. Sie wirke gut kommunikationsfähig, gut kontaktfähig und zeige ausreichende Motivation und Interessen (Urk. 10/142/1-45 S. 29 Mitte).
In Bezug auf den Indikator des sozialen Kontextes fällt ins Gewicht, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
ausführte, über gute soziale Kontakte mit Bekannten, Freun
den und Kollegen zu verfügen
(vgl. Urk.
10/142/1-45 S. 20 Ziff. 3.2.5
), weshalb davon auszugehen ist, dass
sie
sozial gut integriert ist, was sich potenziell günstig auf
ihre
Ressourcen auswirken dürfte. Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex sozialer Kontext; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) aus invalidenversiche
rungsrechtlicher Sicht keine ressourcenhemmenden Aspekte.
Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz, insbesondere in Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1).
Vorliegend ver
fügt
die Beschwerdeführerin über einen relativ aktiven und
regelmässigen
Tages
ablauf.
So führte sie anlässlich der Begutachtung bei Dr. F._ aus, sie stehe zwischen 8.30 Uhr und 9.00 Uhr auf, verrichte die Toilette, trinke
Red
Bull und mache ihre Bewegungsübungen.
Anschliessend
mache sie den Haushalt und be
reite eine Kleinigkeit zum Mittagessen vor. Danach würde sie von 13.30 bis 18.30 Uhr arbeiten. Wieder zu Hause schaue sie TV und gehe zwischen 22.30 Uhr und 23.00 Uhr ins Bett. Am Wochenende besuche sie Kollegen, fahre Velo oder Töff oder gehe wandern oder laufen (Urk. 10/142/1-45 S. 20 Ziff. 3.2.6, S. 31 oben). Weiter führte sie aus, unternehmungslustig zu sein und bei Schönwetter oft zu spazieren (Urk. 10/142/1-45 S. 16 f. Ziff. 3.2.1).
Eine Einschränkung der Beschwerdeführerin
bei den Alltagsa
ktivi
täten, insbeson
dere bei den
ausserhäuslichen
und
sozialen Interaktionen, lässt sich damit nicht eruieren. Weiter
lässt der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Motorrad
prüfung absolviert hat und Motorrad fährt
(vgl.
1 S. 7 unten
), auf physische und kognitive Ressourcen
schliessen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 4.1.3).
Hinsichtlich des Leidensdruckes gilt es zu erwä
hnen, dass die Beschwerdeführerin seit Frühjahr 2014
keine Therapien
mehr
wahrgenommen hatte, was auf einen fehlenden Leidensdruck
schliessen
lässt (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 6.2).
Zusammenfassend erweist sich damit die Einsc
hätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
durch Dr.
F._
auch nach Prüfung der Standardindikato
ren als schlüssig, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.5
Soweit die Beschwerdeführerin beschwerdeweise vorbringt, dass der Umstand, dass eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung bestehe, das Vor
liegen einer invalidisierenden psychischen Krankheit impliziere (vgl. vorstehend E. 2.2), kann ihr nicht gefolgt werden.
So führte der vor dem Umzug nach
O._
amtierende Beistand im Rahmen der getätigten Abklärungen im Zusammenhang mit der Arbeitsvermittlung
aus, dass die Beschwerdeführerin gewisse Einschränkungen habe und sie vor allem in der Administration und mit den Finanzen überfordert sei.
Der damalige Beistand empfahl daher als weiterführende Tätigkeit keine administrativen Tätigkeiten. Ihre Tätigkeit im Service und im Detailhandel mache sie sicher gut, auch in der Beratung sehe er sie. Sie habe gute Umgangsformen, könne sich sprachlich gut ausdrücken und sei zugewandt (vgl. Urk. 10/88 S. 3 oben).
Abgesehen davon lassen sich auch dem Abschlussbericht der Arbeitsvermittlung vom 30. November 2016 (vgl. Urk. 10/109) keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung entnehmen. Vielmehr wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin vor allem im Verkauf von Motorradbekleidung und -helmen gearbeitet habe und auch - dies entgegen der vom Beistand genannten Einschränkungen - anfallende administrative Arbeiten wie Emailverkehr, Offerten schreiben, Miet- und Test
fahrzeuge herausgeben, erledigt habe. Die Arbeit habe ihr grossen Spass gemacht, und sie fühle sich wohl. Der Vorgesetzte sei begeistert von der Beschwerdeführe
rin. Sie sei eine gute Verkäuferin, setze sich ein und arbeite selbständig. Von ihren Einschränkungen und Schmerzen bekomme er nichts mit. Sie sei fröhlich und stets motiviert. Er habe die Beschwerdeführerin per 24. November 2016 zu 50 % eingestellt. Sie habe gesagt, dass 50 % das höchstmöglich Pensum sei, das sie leisten könne, was Dr. C._ ebenfalls bestätigt habe. Ihre Tätigkeit sei wechselbelastend, und die Arbeitskollegen nähmen ihr diejenigen Arbeiten, die den Rücken belasten würden, ab (vgl. Urk. 10/109 S. 1 Mitte).
Auch dem Bericht von Dr. D._ vom Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6) las
sen sich keine Hinweise auf eine relevante psychische Störung entnehmen. So reicht der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin entgegen den gegenüber Dr. F._ gemachten Aussagen (vgl. vorstehend E. 4.4) generell als antriebslos und müde beschreibt, namentlich vor dem TV einschläft, hierfür nicht aus.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen (Urk. 1 S. 2), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen) verzichtet werden. Der Gesundheitszustand und die me
dizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Er
kenntnisse zu erwarten.
4.6
Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf das
Y._
-Gutachten vom
Dezember
2017
der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten,
dass d
ie
Beschwerdeführerin
in ihrer zum Zeitpunkt der Begutachtung noch ausgeübten Verkaufstätigkeit im rentenanspruchsrelevanten Zeitraum ab November 2016 (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3, Urk. 2 S. 2 oben) in einem Pensum von 80 % und in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
5.
Da die Beschwerdeführerin keinen Beruf erlernt
(vgl. Urk. 10/2 Ziff. 5.3, Urk. 10/9 Ziff. 3)
und in zahlreichen Anstellungen im Gastgewerbe in Restaurants und in Bars, im Verkauf sowie in der Industrie gearbeitet hat (vgl. Auszug aus dem in
dividuellen Konto; IK-Auszug, Urk. 10/63 sowie Urk. 10/70-71),
hat die Be
schwerdegegnerin zu Recht zur Ermittlung des Validen- und Invalideneinkom
mens
ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit die gleichen Verdienstmöglichkeiten habe, wie in einer körperlich leichten Hilfsar
beitertätigkeit
. Da sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen vom
gleiche
n
Tabellenlohn
für Hilfsarbeiten für Fr
auen für das Jahr 2016 (
LSE
2014
, Tabellengruppe TA1, Total
Frauen
, Komp
etenzniveau 1, www.bfs.admin.ch
) aus
zugehen ist, resultiert bei einer noch möglichen Arbeitsfähigkeit von
100
%
(vgl. vorstehend E. 4.6)
ein
rentenanspruchsauschliessender
Invaliditätsgrad von 0 %.
Die angefochte
ne
Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdefüh
rerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung je
doch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Ob
siegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen
Aufwand
kein Ersatz gewährt.
6
.3
Der von Rechtsanwältin
Ladina
Sturzenegger mit Eingabe vom 19. März 2019 (Urk. 13)
geltend gemachte
Aufwand
vo
n 18.75 Stunden (Urk. 14
) ist der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
nicht
angemessen
, ins
besondere auf
grund der Tatsache, dass sie die
Beschwerdeführer
in
schon im
Vor
bescheidverfahren
vertrat und ihr die Akten somit bekannt waren.
Sodann entspricht die Beschwerdeschrift
in weiten Teilen der Eingabe vom 14. September 2018 (vgl. Urk. 10/156), weshalb der geltend gemachte Aufwand von rund 10 Stunden für die Beschwer
deschrift als überhöht
erscheint
.
Auch der durchgehend aufgeführte E-Mail- und Korrespondenzaufwand mit der Beschwerdeführerin sowie mit der Beiständin erscheint als
übermässig
.
Angesichts der zu studierenden Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, dem anre
chenbaren
Aufwand
für die Beschwerde, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unen
tgeltliche Rechtsvertretung, den besonderen Gegeben
heiten im Zusammenhang mit der
Verbeiständung
sowie mit Blick auf die in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung von Rechtsan
wältin
Ladina
Sturzenegger
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansat
zes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) auf Fr. 2'9
00.-- (inklusive Spesen
pauschale von 3 % zuzüglich Mehrwertsteuer) festzusetzen.
6
.4
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.