Decision ID: fb47aa06-ffe6-526b-a576-0d572a95f8cc
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Juli 2007 (Eingang SVA am 4. September 2007) zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Der Versicherte hatte zuletzt ab
dem Jahr 2000 in selbständiger Tätigkeit zusammen mit seiner damaligen Ehefrau eine
Filiale einer Ladenkette geleitet. Seit Juli 2006 stand er in einem Angestelltenverhältnis
zur Ex-Frau (IV-act. 36, 39-9). Der Versicherte befand sich vom 5. Juni bis 8. August
2007 in einem stationären Aufenthalt in der Klinik B._. Die Klinik stellte in ihrem
Bericht vom 25. Oktober 2007 zuhanden der IV-Stelle folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom, Spielsucht, akzentuierte Persönlichkeitszüge. Unter den
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ist eine Psoriasis genannt. Vom
5. Juni bis 8. August 2007 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act.
23). Dr. med. C._, Allg. Medizin FMH, hielt in seinem Arztbericht vom 5. November
2007 folgende Befunde fest: Chronische Depression mit Körperstörungen; schwere
Psoriasis; PAVK untere Extremitäten/Nikotinabusus. Es sei seit dem 12. März 2007 in
der angestammten Tätigkeit (Geschäftsinhaber mit Verantwortungsbereich Lager und
Magazin) bis auf weiteres von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act.
24). Am 17. und 24. Oktober 2007 wurde der Versicherte in der Psychiatrischen Klinik
D._ einer testpsychologischen Untersuchung unterzogen. Der Bericht vom 30.
Oktober 2007 gelangt zum Schluss, insgesamt zeige sich eine aktuell reduzierte
allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit mit multiplen Funktionsbeeinträchtigungen in
fast allen wichtigen neuropsychologischen Funktionsbereichen. Eine berufliche
Tätigkeit scheine nur in einem stark eingeschränkten Masse möglich zu sein. Eine
Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt würde den Patienten in Anbetracht der aktuellen
reduzierten kognitiven wie auch psychischen Ressourcen überfordern (IV-act. 28-12ff.).
Das Psychiatrische Zentrum E._ führte in seinem Arztbericht vom 14. November
2007 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom;
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und abhängigen Anteilen. Als
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Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden genannt: pathologisches
Glücksspiel; Störung durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom mit ständigem
Substanzgebrauch. Seit dem 5. Juni 2007 sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen (IV-act. 28). Der Regionale ärztliche Dienst (in der Folge RAD) erwähnte in
seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2008, es liege ein Gesundheitsschaden mit für die
Arbeitsfähigkeit relevanten psychischen Einschränkungen vor. Die Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit würden dabei vor allem durch die depressive Symptomatik mit
kognitiven Defiziten und Erschöpfungszuständen bei Stressintoleranz und chronischer
Überforderung bestimmt. Zwecks weiterer Abklärungen sei die Einholung eines
Verlaufsberichts beim Psychiatrischen Zentrum D._ und beim Hausarzt Dr. C._
erforderlich (IV-act 31). Dr. C._ hielt in seinem Verlaufsbericht vom 31. Januar 2008
fest, der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär (IV-act. 35). Das
Psychiatrische Zentrum D._ ging in seinem Verlaufsbericht vom 26. März 2008
ebenfalls von einem stationären Gesundheitszustand aus (IV-act. 40). Am 7. März 2008
führte die IV-Stelle am Arbeitsplatz des Versicherten einen Betätigungsvergleich durch.
Dabei ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 72% (IV-act. 39). Der RAD empfahl am
15. April 2008 die Einholung weiterer Verlaufsberichte nach zwei Monaten (IV-act. 42).
Die Psychiatrische Klinik D._ ging am 16. Juli 2008 nach wie vor von einem
stationären Gesundheitszustand aus (IV-act. 46). Der Hausarzt Dr. C._ stellte in
seinem Arztbericht vom 1. September 2008 fest, der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich verschlechtert. Als Diagnosen werden in dem Bericht
aufgeführt: Psoriasis vulgaris mit schwerem Verlauf (Verdacht auf Gelenkbefall/
Nagelbefall); PAVK; Status nach distaler Radiusfraktur links 2006. Die zusätzlichen
Krankheitsbilder seien immer zusammen mit der psychiatrischen Konstellation zu
sehen. Die Beschwerden seien im Verlauf schwankend, würden den Versicherten in
seiner Arbeitsfähigkeit jedoch dauernd einschränken. Nur auf somatische Bilder
fokussiert, sei von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 48).
A.b Die IV-Stelle veranlasste am 7. Oktober 2008 gemäss Empfehlung des RAD eine
medizinische Abklärung (IV-act. 51 ff.). Am 29. April 2009 erfolgte eine internistische/
rheumatologische Untersuchung sowie eine psychiatrische Untersuchung durch die
Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH Basel (ABI). Das Gutachten gelangt zum Er
gebnis, beim Exploranden könne eine Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit von 80 % für
körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten festgestellt werden. Körperlich mittelschwer
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oder schwer belastende Tätigkeiten seien dem Exploranden nicht mehr zumutbar.
Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könnten keine
vorgeschlagen werden. Berufliche Massnahmen seien angezeigt und dem Versicherten
auch zumutbar (IV-act. 61-1ff.). Der RAD erklärte am 27. Juni 2009, auf das Gutachten
könne abgestellt werden (IV-act. 66).
A.c Am 23. November 2009 fand ein Assessmentgespräch bei der IV-Stelle statt. Die
Eingliederungsverantwortliche vermerkte in der Situationsbeurteilung, der Versicherte
wirke depressiv und lege mangelnde Motivation im Eingliederungsprozess an den Tag
(IV-act. 79). Am 29. Dezember 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zurzeit
seien keine beruflichen Massnahmen möglich (IV-act. 85).
A.d Mit Vorbescheid vom 18. Mai 2010 stellte die kantonale IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, sein Leistungsbegehren werde abgewiesen. Die Abklärungen
hätten ergeben, dass in der angestammten Tätigkeit im Verkauf weiterhin eine
vollschichtige Arbeitsfähigkeit bestehe. Durch den vermehrten Pausenbedarf entstehe
eine Leistungseinschränkung von 20 %. Gesamthaft resultiere damit eine
Arbeitsfähigkeit von 80 % (IV-act. 89).
A.e Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Studer, erhob mit Schreiben
vom 16. Juni 2010 Einwand. Er machte geltend, die von den Vorakten deutlich
abweichende Begründung des ABI sei nicht hinreichend begründet. Das Gutachten
setze sich nicht genügend mit den früheren ärztlichen Befunden und Einschätzungen
auseinander. Die Behauptung, die depressive Störung habe sich gebessert, vermöge
nicht zu überzeugen. Sodann treffe die Begründung des Vorbescheids nicht zu,
wonach in der angestammten Tätigkeit eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit bestehe;
dies könne auch dem Gutachten nicht entnommen werden. Die Vorakten hielten fest,
es komme nur noch eine angepasste Tätigkeit in einem geschützten Rahmen in Frage.
Schliesslich seien das Validen- und das Invalideneinkommen falsch berechnet worden.
Soweit nicht auf Einkommenszahlen abgestellt werden könne, gelte bei
Selbständigerwerbenden der Betätigungsvergleich. Dieser habe einen Invaliditätsgrad
von 73 % ergeben (IV-act. 107-3ff.).
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A.f Am 18. November 2010 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids. Dabei
führte sie unter anderem aus, der Versicherte sei zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht
mehr als Selbständigerwerbender tätig gewesen, sondern habe in einer Anstellung als
Arbeitnehmer bei seiner Ehefrau gestanden. Es sei deshalb auf dieses Einkommen
abzustellen (IV-act. 105-1ff.).
A.g Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Studer im Namen des
Versicherten eingereichte Beschwerde vom 4. Januar 2011. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge wird beantragt, dem Beschwerdeführer sei mit Wirkung ab 1. Mai
2008 eine Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur Vornahme
ergänzender Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die Verwaltung
zurückzuweisen; dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Studer zu bewilligen. Zur Begründung führt
der Beschwerdeführer zunächst aus, aufgrund der Akten sei erstellt, dass das der
Verfügung zugrunde gelegte Einkommen von Fr. 48'960.-- nicht als Validenbasis tauge.
Er sei seit Ende der 1990er-Jahre gesundheitlich angeschlagen und nicht mehr voll
leistungsfähig gewesen. Die Aufgabe der Selbständigkeit bzw. die Anstellung bei der
Ehefrau sei eine klare Folge der krankheitsbedingten Leistungseinbusse gewesen.
Aufgrund des IK-Auszugs und seines beruflichen Werdegangs sei von einer
Grössenordnung des Valideneinkommens von Fr. 80'000.-- bis 95'000.-- auszugehen.
Dies entspreche auch den Angaben zum Betriebseinkommen im Abklärungsbericht
vom 28. März 2008. Sodann sei festzuhalten, dass selbst der RAD den
Gesundheitsschaden im Sinn eines chronifizierten Leidens klar anerkannt habe. Der
invalidisierende Gesundheitsschaden habe an sich schon vor der Begutachtung
festgestanden. Es frage sich, ob die Einholung des Gutachtens überhaupt nötig
gewesen wäre. Was die Ausführungen des psychiatrischen Teilgutachters betreffe,
beantworte dieser die zu prüfenden Fragen nicht schlüssig. Hätte der Gutachter die
Aktenlage gekannt und ernst genommen, hätte er den Sachverhalt gezielter untersucht
und neuropsychologische oder psychiatrische Tests vorgenommen. Die Stellungnahme
des psychiatrischen Gutachters zu früheren ärztlichen Ein-schätzungen greife zu kurz
und überzeuge ebenfalls nicht. Es würde behauptet, alle Fragebögen, die zur Erfassung
von psychischen Störungen verwendet werden könnten, seien für den klinischen Alltag
entwickelt und keines dieser Verfahren sei geeignet, im gutachterlichen Kontext die
Beschwerden des Versicherten zu objektivieren. Dies widerspreche den Leitlinien der
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Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung
psychischer Störungen. Das Gutachten entspreche insgesamt nicht den von der
Rechtsprechung entwickelten Kriterien für den Beweiswert eines Gutachtens. Es könne
darauf nicht abgestellt werden. Was die Berechnung des Invalideneinkommens
angehe, habe die Verwaltung ihr Ermessen bei der Nichtgewährung eines
leidensbedingten Abzugs klar unterschritten. Selbst unter Berücksichtigung
ausschliesslich der Angaben des ABI-Gutachtens sei klar, dass auch in einer
angepassten Tätigkeit eine Benachteiligung gegenüber gesunden Konkurrenten
bestehe, was eine Lohnreduktion zur Folge habe. Gesamthaft sei der invalidisierende
Gesundheitsschaden klar ausgewiesen und deshalb eine ganze Rente ab Ablauf des
Wartejahres, mithin ab 1. Mai 2008 geschuldet (act. G 1).
A.h Am 9. Februar 2011 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort ein.
Darin beantragt sie, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung legt sie dar, das
Gutachten sei ausführlich abgefasst und dessen Schlussfolgerungen würden
einleuchten. Der Beschwerdeführer berufe sich zu Unrecht auf den Arztbericht der
Klinik B._. Dieser attestiere lediglich für den Zeitraum von zwei Monaten eine
Arbeitsunfähigkeit; daraus lasse sich von vornherein kein Rentenanspruch ableiten.
Auch die Einschätzungen des Psychiatrischen Zentrums würden gemäss
Rechtsprechung keine verwertbaren Ergebnisse liefern. Die Einwände im ABI-
Gutachten gegen die Objektivität solcher Testungen stünden somit im Einklang mit der
Rechtsprechung des Bundesgerichts. Das ABI habe auch zu Recht keine
neuropsychologischen Abklärungen durchgeführt. Solche Untersuchungen seien von
allen Disziplinen am wenigsten geeignet zur Objektivierung der geklagten
Beschwerden. Gemäss Bundesgericht könnten neuropsychologische Untersuchungen
nur insofern von Bedeutung sein, als sich ihre Aussagen schlüssig zu den anderen
interdisziplinären Abklärungsergebnissen einfügten. Aufgrund des harmlosen vom
Psychiatrischen Zentrum erhobenen psychopathologischen Befunds sei nicht
nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer voll arbeitsunfähig sein sollte. Es gebe
keine Hinweise, dass das ABI beim Beschwerdeführer den psychiatrischen Befund
nicht korrekt erhoben hätte. Auch könne nicht gesagt werden, der Beschwerdeführer
habe sich sozial dermassen zurück gezogen, dass damit ein mit einer psychischen
Komorbidität vergleichbarer Faktor vorliege. Sämtliche Einwände des
Beschwerdeführers gegen das Gutachten seien nicht stichhaltig. Es sei jedoch insofern
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vom Gutachten abzuweichen, als von einer vollen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus psychischen Gründen auszugehen sei; die leichte depressive
Störung sei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht invalidisierend. In
einer adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer demnach voll arbeitsfähig.
Sodann sei entgegen dessen Behauptung nicht ausgewiesen, dass seine
Arbeitsfähigkeit bereits vor 2007 beeinträchtigt gewesen sei. Er habe im Übrigen selber
in seiner IV-Anmeldung von einer Arbeitsunfähigkeit ab 12. März 2007 gesprochen. Er
sei vor diesem Zeitpunkt auch nicht in psychiatrischer Behandlung gewesen. Bei der
Bestimmung des Valideneinkommens sei somit darauf abzustellen, was der
Beschwerdeführer vor 2007 verdient habe. Aufgrund seiner Einkünfte in den Jahren
2004 bis 2006 sei von einem durchschnittlichen Einkommen von Fr. 41'500.--
auszugehen. Die Bemessung des Invalideneinkommens richte sich nach der
einschlägigen LSE-Tabelle, es betrage hier Fr. 59'197.--. Weil das Invalideneinkommen
höher sei als das Valideneinkommen, sei der entsprechende Wert bis zu einer positiven
Differenz von 5 % zu kürzen, weil nicht davon auszugehen sei, dass der
Beschwerdeführer sich freiwillig mit diesem bescheidenen Einkommen habe begnügen
wollen. Ausserdem rechtfertige sich ein Leidensabzug von 15 %. Im Ergebnis resultiere
ein Invaliditätsgrad von 10 %, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
(act. G 5).
A.i Mit Präsidialverfügung vom 11. Februar 2011 wurde dem Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch
Rechtsanwalt Studer) für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G
6).
A.j Mit Replik vom 10. März 2011 machte der Beschwerdeführer geltend, die
allgemeinen Kritikpunkte der Beschwerdegegnerin gegenüber einer
neuropsychologischen Untersuchung brächten nichts zu deren Gunsten hervor.
Vorliegend decke sich nämlich das Ergebnis der testpsychologischen Untersuchung
mit den übrigen medizinischen Akten und sei deshalb ein vollwertiges Beweismittel.
Auch sei der soziale Rückzug von den behandelnden Ärzten mehrfach bestätigt
worden. Die medizinischen Vorakten inkl. Beurteilung des RAD würden den
invalidisierenden Gesundheitsschaden bestätigen. Es könne demnach auch nicht eine
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volle Arbeitsfähigkeit angenommen werden, wie dies von der Beschwerdegegnerin neu
postuliert werde. Zudem sei deren Bestimmung des Invalideneinkommens willkürlich.
Es sei zu berücksichtigen, dass der von der IV-Stelle durchgeführte
Betätigungsvergleich eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 73 % ergeben
habe (act. G 8).
A.k Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers streitig.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E.
1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen,
danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht
von Bedeutung.
1.3 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem
die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit.
a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008
geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28
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Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung
bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Bei der Würdigung von Berichten der
behandelnden Ärzte ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass es ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung wegen mitunter vorkommt, dass sie in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen (so etwa der Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 6. Dezember 2006, I 329/06; BGE 125 V 353 E. 3b/
cc; vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 229 f.). Der
Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf
aber nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S B. vom 27. Mai 2008, 9C_24/08).
1.5 Die Verfügung vom 18. November 2010 basiert in medizinischer Hinsicht auf dem
Gutachten des ABI vom 18. Mai 2009. Darin werden folgende Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichte Episode (ICD-10 F33.0); Status nach distaler Radiusfraktur links 2006 (ICD-10
S52.5); chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5). Unter den
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind genannt: Psoriasis vulgaris
(ICD-10 L40.0); periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK; ICD-10 I70.2);
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fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch, ca. 50py (ICD-10 F17.1);
intermittierende Periarthropathia coxae beidseits linksbetont (ICD-10 M24.8). Aus
rheumatologischer Sicht könnten dem Exploranden aufgrund der objektivierbaren
Befunde im Bereich des Bewegungsapparates jegliche regelmässig mittelschwer bis
schwer belastenden beruflichen Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden. Vor allem
die Belastbarkeit der linken Hand sei deutlich eingeschränkt. In einer
leidensangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht
jedoch zu 100 % arbeitsfähig. Was die rein psychiatrische Beurteilung betreffe,
bestehe aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, die derzeit leichtgradig
ausgeprägt sei, eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %. Insgesamt könne somit aus
polydisziplinärer Sicht eine Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit von 80 % für körperlich
leichte, adaptierte Tätigkeiten attestiert werden. Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit
führt das Gutachten bei der Gesamtbeurteilung aus, retrospektiv könne ab März 2007
bis März 2009 über die Zeit gemittelt eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
von 50 % attestiert werden, ab April 2009 bestehe aus psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von 20 %. Vor März 2007 hätten keine lang andauernden,
höhergradigen Arbeitsunfähigkeiten bestanden (IV-act. 58-15ff.). In Bezug auf den
Beweiswert des Gutachtens kann festgehalten werden, dass dieses umfassend ist und
ausserdem schlüssig und nachvollziehbar erscheint. Der RAD hat zwar zutreffend auf
eine Abweichung in der Gesamtbeurteilung (Ziff. 6) im Vergleich zum Teilbereich der
psychiatrischen Untersuchung (Ziff. 4.1) hingewiesen: Demnach gelangte der
psychiatrische Gutachter zum Ergebnis, von März 2007 bis März 2009 habe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, während das Gutachten in der
Gesamtbetrachtung wie erwähnt zum Ergebnis gelangt, "über die Zeit gemittelt"
betrage die Arbeitsunfähigkeit für den betreffenden Zeitraum 50%. Zwar fehlt eine
ausführliche Begründung für diese Abweichung. Die multidisziplinäre Übereinstimmung
hat indes grundsätzlich Vorrang vor der Einzeldisziplin, da es ja gerade auf eine
Gesamtschau ankommt. Von daher hat die Differenz keinen ausschlaggebenden
Einfluss auf die Qualität des Gutachtens insgesamt. Der Beschwerdeführer hält die
Gutachterergebnisse indessen nicht für beweiskräftig. So bringt er zum einen vor, die
Gutachter hätten gezielter untersuchen müssen und neuropsychologische oder
psychiatrische Tests durchführen müssen. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kommt bei der psychiatrischen Exploration dem schematischen,
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testmässigen Erfassen der Psychopathologie nach bestimmten Skalen, die auf den
Angaben und Einschätzungen der versicherten Person selbst beruhen, höchstens
ergänzende Funktion zu; entscheidend ist die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des
eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 9. August 2006; I391/06). Diese Praxis stützt
sich auf die Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie
für die Begutachtung psychischer Störungen, in: Schweiz. Ärztezeitung 2004 S. 1049 f.
Ein Verstoss gegen diese Richtlinien liegt insoweit nicht vor, auch wenn die generelle
Verneinung solcher Testverfahren durch den psychiatrischen Gutachter fragwürdig sein
mag. Die weiteren Einwendungen des Beschwerdeführers sind ebenfalls nicht
stichhaltig. So kann nicht gesagt werden, das Gutachten spiele den
Gesundheitsschaden gegenüber den Vorakten ohne hinreichende Begründung
herunter; inwieweit keine hinreichende Begründung vorliege, wird vom
Beschwerdeführer nicht dargetan und im übrigen ist nochmals darauf hinzuweisen,
dass einem umfassenden Gutachten rechtsprechungsgemäss Priorität gegenüber den
Berichten der behandelnden Ärzte zukommt. Irrelevant im vorliegenden
Zusammenhang ist schliesslich auch, dass der RAD den Gesundheitsschaden im Sinn
eines chronifizierten Leidens klar anerkannt habe. Der RAD stellte im Rahmen der
betreffenden Stellungnahme auch fest, dass nicht alle Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit definitiv geklärt seien, weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung
erforderlich sei. Insofern ist damit auch nicht angebracht, die Einholung eines externen
Gutachtens in Frage zu stellen.
1.6 Zusammenfassend gibt es keine ausreichenden Anhaltspunkte, welche gegen die
Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen. Es kommt diesem gemäss der
Rechtsprechung mithin voller Beweiswert zu. Bei der Beurteilung des Rentenanspruchs
für den Zeitraum März 2007 bis März 2009 sind die Einschätzungen in der
Gesamtbeurteilung (Ziff. 6) als massgebend zu erachten. Es ist folglich von einer "über
die Zeit gemittelten" 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ab April 2009 besteht eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort ist auch hier das Gutachten für massgebend zu erklären, gemäss
welchem die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, eine
Arbeitsunfähigkeit von 20 % zur Folge hat. Im Vordergrund steht nicht der Charakter
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der gegenwärtig leichten Episode, sondern die rezidivierende depressive Störung, wie
sie in den Vorakten klar zu Tage getreten ist und wie sie auch im Assessmentgespräch
im November 2009 sichtbar wurde.
2.
2.1 Im Folgenden ist der konkrete Invaliditätsgrad zu bestimmen. Gemäss Art. 16
ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrads das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2
2.2.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16.
Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung
begründet, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt
worden wäre (Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00). Die Beschwerdegegnerin
legte der Rentenverfügung vom 18. November 2010 jenen Verdienst zugrunde,
welchen der Beschwerdeführer als Angestellter seiner damaligen Ehefrau erzielt habe,
konkret Fr. 48'960.--. Davon abweichend ging sie in ihrer Beschwerdeantwort von dem
(durchschnittlichen) Einkommen aus, das dem Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbenden in den Jahren 2004 bis 2006 zugeflossen sei. Der
Beschwerdeführer beruft sich darauf, seine gesundheitlichen Beschwerden hätten
bereits Ende der 1990er-Jahre eingesetzt; gemäss IK-Auszug bewege sich das
Valideneinkommen in einer Höhe von Fr. 80'000.-- bis Fr. 95'000.--.
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2.2.2 Laut Gutachten war beim Beschwerdeführer ab März 2007 über die Zeit
gemittelt eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben. Zuvor hätten keine
langandauernden Arbeitsunfähigkeiten bestanden. Es ist medizinisch nicht
ausgewiesen, dass beim Beschwerdeführer bereits Ende der 1990er-Jahre eine
erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat, wie sein Rechtsvertreter
behauptet. Die Bemessung des Valideneinkommens richtet sich vorliegend nach der
Höhe der letzten Lohnzuflüsse vor dem Jahr 2006. Das Jahr 2006 selbst erscheint nicht
aussagekräftig; dem Beschwerdeführer waren damals Taggelder von rund Fr. 30'000.--
zugeflossen (vgl. IV-act. 16-6), wohl als Folge der in jenem Jahr erlittenen Radiusfraktur
(ABI-Gutachten, S. 13). Ausserdem fand mitte Jahr der Statuswechsel vom
Selbständigerwerbenden zum Angestellten statt (vgl. IV-act. 39-9). Wie aus dem
"Abklärungsbericht Selbständigerwerbende" vom 28. März 2008 hervorgeht, hatten der
Beschwerdeführer und seine damalige Ehefrau ab dem Jahr 2000 in selbständiger
Tätigkeit eine Filiale einer Ladenkette geleitet. Der Beschwerdeführer hatte bereits
zuvor selbständige Erwerbstätigkeiten ausgeübt, unter anderem hatte er ab 1994
während fünf Jahren ein Lebensmittelgeschäft geführt. Die ab dem Jahr 1986 nach
Erwerb eines kaufmännischen Diploms im Detailhandel ausgeübten selbständigen
Tätigkeiten seien nur unterbrochen gewesen durch kürzere Anstellungen im
Aussendienst sowie als Fahrer. Die selbständige Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers bei der Filiale einer Ladenkette habe im Juli 2006 geendet; er sei in
der Folge in einem Anstellungsverhältnis zur Ex-Frau gestanden (IV-act. 39). Da
gemäss dieser Abklärung der Beschwerdeführer ab 1986 zur Hauptsache selbständige
Erwerbstätigkeiten ausübte, rechtfertigt es sich, zur Bestimmung des
Valideneinkommens auf die zuletzt erzielten Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit
abzustellen. Bei der Bestimmung des selbständigen Erwerbseinkommens ist zunächst
festzuhalten, dass der von der IV-Stelle vorgenommene Betätigungsvergleich
vorliegend nicht als Beurteilungsgrundlage geeignet ist, da die dort getroffenen
Annahmen bezüglich einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht medizinisch
belegt sind. Zur Einkommensbestimmung sind vielmehr die erzielten
Erwerbseinkommen heranzuziehen. Gemäss IK-Auszug vom 17. August 2009 waren
dem Beschwerdeführer in den Jahren 2000 bis 2005 folgende Einkünfte zugeflossen:
Jahr 2000: Fr. 92'500.--; Jahr 2001: Fr. 57'200.--; Jahr 2002: Fr. 64'500.--; Jahr 2003:
Fr. 55'600.--; Jahr 2004: Fr. 44'800.--; Jahr 2005: Fr. 51'000.-- (vgl. IV-act. 71). Diese
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Zahlen erscheinen als eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage. Die Behauptung des
Rechtsvertreters, wonach aufgrund des IK-Auszugs und des beruflichen Werdegangs
ein Valideneinkommen von Fr. 80'000.-- bis 95'000.-- anzunehmen sei, ist
unbegründet. Der Rechtsvertreter scheint zu übersehen, dass der Beschwerdeführer
zusammen mit seiner Ex-Frau die selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt hat. In der
Buchhaltung werden denn auch die Reingewinne je hälftig auf die beiden Inhaber
aufgeteilt (vgl. IV-act. 16 ff.). Schwankte das vor Eintritt der Invalidität erzielte
Einkommen - wie dies auch vorliegend der Fall war - verhältnismässig stark, ist für die
Berechnung des Valideneinkommens vom Durchschnittsverdienst während einer
mehrjährigen Zeitperiode auszugehen (ZAK 1985, 466). Zudem ist die
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2008 zu berücksichtigen (dieses Jahr ist auch für
die Bestimmung des Invalideneinkommens massgebend, vgl. dazu nachfolgend E. 2.3).
Der Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2005 dürfte ein zureichend ausgewogenes
Resultat ergeben. Der Durchschnitt der (je einzeln) auf die Nominallohnverhältnisse von
2008 (vgl. Tabelle "Entwicklung der Nominallöhne, Konsumentenpreise und der
Reallöhne, 1976-2008", Bundesamt für Statistik) aufgerechneten IK-Einkommen 2000
(Fr. 104'291.--), 2001 (Fr. 62'918.--), 2002 (Fr. 69'830.--), 2003 (Fr. 59'422.--), 2004 (Fr.
47'453.--) und 2005 (Fr. 53'643.--) beträgt Fr. 66'260.-- (Fr. 397'557.-- / 6). Nach
diesem Betrag richtet sich die Bemessung des Invaliditätsgrads.
2.3
2.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht oder
stand. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder
jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf
Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person (nach zumutbarer
Behandlung und allfälliger Eingliederung) angesichts ihrer Ausbildung und ihrer
physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss
werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475 E.
4.2.1 mit Hinweisen). Zu prüfen ist, welcher Tabellenlohn konkret anwendbar ist. Der
Beschwerdeführer hatte ursprünglich eine Verkäuferlehre absolviert und er war bis auf
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wenige Ausnahmen immer im Bereich des Detailhandels tätig gewesen. Zudem hatte er
1986 ein kaufmännisches Diplom im Detailhandel erworben. Um dem zumutbaren
Resterwerbspotenzial gerecht zu werden, erscheint nach dem Gesagten das Abstellen
auf den Tätigkeitsbereich "Detailhandel u. Reparatur" der Tabelle TA1,
Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) angemessen. Im
Jahr 2008 lag der Durchschnittslohn für einen Mann bei einer wöchentlichen Arbeitszeit
von 40 Stunden bei Fr. 4'983.--. Umgerechnet auf ein Jahr und unter Berücksichtigung
der im Jahr 2008 betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche ergibt dies
ein Invalideneinkommen von Fr. 62'188.--.
2.3.2 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25%
gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit
einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau
nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg
zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - insbesondere auch von
invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in
AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
billigt dem Beschwerdeführer in ihrer Beschwerdeantwort einen Leidensabzug von 15
% zu. Vorliegend ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer nur noch leichte
Tätigkeiten ausführen kann und er ausserdem mit seiner linken dominanten Hand
deutlich eingeschränkt ist. Auswirkungen auf das Lohnniveau könnte zudem auch die
beim Beschwerdeführer seit Jahrzehnten bestehende Psoriasis haben. Gesamthaft ist
ein Leidensabzug von 15 % nicht zu beanstanden.
2.3.3 Unter Berücksichtigung der erwähnten Abzüge errechnet sich damit ein
Invalideneinkommen von Fr. 42'288.-- (Fr. 62'188.-- x 0.8 x 0.85). Bei einem
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Valideneinkommen von Fr. 66'260.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 42'288.--
resultiert ein Erwerbsausfall von Fr. 23'972.-- (Fr. 66'260.-- abzüglich Fr. 42'288.--) und
ein Invaliditätsgrad von abgerundet 36 % ([Fr. 23'972.-- / Fr. 66'260.--] x 100).
2.3.4 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer allenfalls rückwirkend eine
befristete Rente zusteht. Es ist wie erwähnt mit dem polydisziplinären Gutachten davon
auszugehen, dass beim Beschwerdeführer im Zeitraum März 2007 bis März 2009 eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Demgemäss beträgt das Invalideneinkommen hier
Fr. 26'430.--. (Fr. 62'188.-- x 0.5 x 0.85) und der Erwerbsausfall Fr. 39'830.--. Es
errechnet sich ein Invaliditätsgrad von abgerundet 60 % ([Fr. 39'830.-- / Fr. 66'260.--] x
100), was einer Dreiviertelsrente entspricht. Bei der Bestimmung des Rentenbeginns ist
zu beachten, dass nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung)
der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Die
Regelung des Art. 29 Abs. 1 ATSG ist gemäss der Rechtsprechung des
Bundesgerichts auch in jenen Fällen anwendbar, in denen zwar - wie vorliegend - das
Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann, indes erst im Jahr 2008 erfüllt
wurde (Urteil 9C_562/2012). Die gesundheitliche Verbesserung ist gemäss Art. 88a
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zu
berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Art. 19 Abs. 3 ATSG sieht vor, dass
Renten für den ganzen Kalendermonat im Voraus ausbezahlt werden. Vorliegend
bestand beim Beschwerdeführer ab März 2007 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Die
Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte im September 2007. Im Ergebnis hat der
Beschwerdeführer somit von März 2008 bis Ende Juni 2009 einen befristeten Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente.
3.
3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
18. November 2010 aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist rückwirkend für die
Zeit von März 2008 bis Ende Juni 2009 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache
ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
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3.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Sie sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen.
3.3 Der Beschwerdeführer obsiegt nur teilweise. Es rechtfertigt sich eine hälftige Auf
teilung der Gerichtskosten. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit
Präsidialverfügung vom 11. Februar 2011 ist der Beschwerdeführer von der Bezahlung
seines Teils der Gerichtsgebühr zu befreien. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse
es ihm gestatten, kann er allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet
werden; Gleiches gilt für die Auslagen für die Vertretung (Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
3.4 Der Beschwerdeführer hat bei teilweisem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote
eingereicht. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- angemessen. Es rechtfertigt sich, die Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung
einer (anteilsmässigen) Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (die Hälfte der
Gesamtentschädigung) zu verpflichten. Für die restlichen Kosten hat zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Staat den Rechtsbeistand
des Beschwerdeführers zu entschädigen, wobei das Honorar um einen Fünftel
herabgesetzt wird (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG/SG; sGS 963.70). Der Staat hat somit eine
Entschädigung von Fr. 1'400.-- zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP