Decision ID: d735786b-d01e-45bc-ae0f-c378178d87bd
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt
Berufung gegen ein Teilurteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 6. Dezember 2019 (FP180104-L)
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Rechtsbegehren der Klägerinnen 1 und 2: (Urk. 13 S. 2)
1. (...). 2. (...). 3. Es sei der Beklagte zu verpflichten, rückwirkend ab April 2018 an-
gemessene Unterhaltsbeiträge zugunsten von C._ zu bezahlen. 4. (...). 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.
Präzisiertes Rechtsbegehren Ziff. 3 der Klägerinnen 1 und 2: (Prot. I S. 21)
Es sei der Beklagte zu verpflichten, monatliche Unterhaltsbeiträge für C._ in der Höhe von Fr. 1'200.–, rückwirkend ab Geburt resp. ab tt.mm.2016, zzgl. allfälliger Kinderzulagen, zu bezahlen.
Rechtsbegehren des Beklagten: (Urk. 11 S. 2)
1. (...). 2. (...). 3. (...). 4. Im Übrigen seien die Anträge der Klägerinnen abzuweisen soweit
darauf einzutreten ist. 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Las-
ten der Klägerinnen.
Ergänztes Rechtsbegehren Ziff. 4 des Beklagten: (Prot. I S. 27 und 30; sinngemäss)
Der Unterhaltsbeitrag für die Tochter C._ sei auf monatlich  Fr. 400.– festzusetzen, beginnend ab dem Zeitpunkt, in welchem der Beklagte einen monatlichen Verdienst von ca. Fr. 4‘500.– erzielen kann, frühestens jedoch ab Mai oder Juni 2019.
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Teilurteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 6. Dezember 2019:
(Urk. 81 = Urk. 86)
1. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 an den Unterhalt und die Er-
ziehung der Tochter C._ (Klägerin 2) folgende Kinderunterhaltsbeiträge,
zuzüglich allfällige Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu be-
zahlen:
– 1. April 2018 - 31. August 2018: Fr. 1'440.– (davon Fr. 813.– Betreuungsunterhalt)
– 1. September 2018 bis 31. März 2019: Fr. 1'440.– (davon Fr. 418.– Betreuungsunterhalt)
– 1. April 2019 - 31. August 2021: Fr. 1'340.– (davon Fr. 267.– Betreuungsunterhalt)
– 1. September 2021 - 30. September 2026: Fr. 1'540.– (davon Fr. 587.– Betreuungsunterhalt)
– 1. Oktober 2026 - 30. September 2028: Fr. 2'035.– (davon Fr. 842.– Betreuungsunterhalt)
– 1. Oktober 2028 - 31. August 2029: Fr. 2'030.– (davon Fr. 887.– Betreuungsunterhalt)
– Ab 1. September 2029: Fr. 1'367.–
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 zahlbar, und zwar monatlich im
Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 1. April
2018. Die Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange
das Kind im Haushalt der Klägerin 1 lebt und keine eigenen Ansprüche ge-
genüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger be-
zeichnet.
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Mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt der
Tochter C._ nicht gedeckt. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts
fehlen in folgenden Zeitperioden monatlich die folgenden Beträge:
– 1. April 2018 - 31. August 2018: Fr. 1'805.– Betreuungsunterhalt
– 1. April 2019 - 31. August 2021: Fr. 620.– Betreuungsunterhalt
– 1. September 2021 - 30. September 2026: Fr. 300.– Betreuungsunterhalt
– 1. Oktober 2026 - 30. September 2028: Fr. 45.– Betreuungsunterhalt
2. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 vorstehend basiert
auf folgenden Grundlagen:
Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat:
– Erwerbseinkommen Beklagter: Fr. 6'340.– (selbstständig)
– Erwerbseinkommen Klägerin 1: - 1. September 2018 bis 31. August 2029: Fr. 2'200.– netto
(50%-Pensum) - Ab 1. September 2029: Fr. 3'520.– netto
(80%-Pensum, hypothetisch)
– Einkommen der Tochter C._ (Familienzulagen): - bis 30. September 2028: Fr. 200.– - ab 1. Oktober 2028: Fr. 250.–
– Familienrechtlicher Bedarf der Klägerin 1: - Fr. 2'618.– (1. April 2018 - 31. März 2019) - Fr. 3'087.– (1. April 2019 - 31. August 2029) - Fr. 3'402.– (Ab 1. September 2029)
– Familienrechtlicher Bedarf der Tochter C._: - Fr. 827.– (1. April 2018 - 31. August 2018) - Fr. 977.– (1. September 2018 bis 31. März 2019) - Fr. 1'273.– (1. April 2019 - 31. August 2021) - Fr. 1'153.– (1. September 2021 - 30. September 2026) - Fr. 1'393.– (1. Oktober 2026 - 30. September 2028) - Fr. 1'393.– (1. Oktober 2028 - 31. August 2029) - Fr. 1'183.– (Ab 1. September 2029)
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- Familienrechtlicher Bedarf des Beklagten: - Fr. 3'423.– (1. April 2018 bis 31. März 2019) - Fr. 3'613.– (ab 1. April 2019)
3. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 basieren auf dem Landesindex der
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende November
2019 von 101.7 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind je-
weils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar
2021, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupas-
sen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
101.7
Fällt der Index unter den Stand von Ende November 2019, berechtigt dies
nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.– die weiteren Gerichtskosten betragen
Fr. 1'256.25 Dolmetscherkosten
5. Die Kosten werden den Klägerinnen je zu einem Viertel und dem Beklagten
zur Hälfte auferlegt, hinsichtlich der Klägerinnen aufgrund der mit Verfügung
vom 15. Januar 2019 ab 21. November 2018 gewährten unentgeltlichen
Rechtspflege im Umfang von je einem Achtel jedoch einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Der nicht von der unentgeltlichen Rechtspflege um-
fasste Anteil der Klägerin 2 fällt ausser Ansatz. Die Klägerin 1 wird auf die
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
6. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
7. (Mitteilungen).
8. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist: 30 Tage).
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Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 85 S. 2 ff.): " 1. Es seien die Urteilsdispositiv-Ziffern 1 und 2 des Teilurteils des Bezirksge-
richts Zürich vom 06. Dezember 2019 (Geschäfts-Nr. FP180104)  und wie folgt zu ersetzen: 1. Es sei der Berufungskläger zu verpflichten, der Klägerin 1 und Berufungsbeklagten 1
an den Unterhalt und die Erziehung der Tochter C._ (Klägerin 2 und  2) folgende Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen: – 01. April 2018 bis voraussichtlich Februar 2020: CHF 0.– – Frühestens ab März 2020: max. CHF 280.–
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 und Berufungsbeklagte 1 zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals ab dem 01. März 2020. Die Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klägerin 1 und Berufungsbeklagten 1 lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten und Berufungskläger stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
Mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt der Tochter C._ nicht gedeckt. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen in den  Zeitperioden monatlich die folgenden Beträge: – April bis August 2018: CHF 597.40 – September 2018 bis März 2019: CHF 747.40 – April 2019 bis Februar 2020: CHF 863.40 – März 2020 bis September 2026: CHF 583.40 – Oktober 2026 bis September 2028: CHF 633.40 – Oktober 2028 bis Volljährigkeit bzw. Abschluss einer angemessenen Erstausbildung: CHF 583.40
2. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 vorstehend basiert auf  Grundlagen:
Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat:
– Erwerbseinkommen Beklagter und Berufungskläger:
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ab September 2029: mind. CHF 3'520.– (mind. 80% Pensum) ab November 2032: mind. CHF 4'400.– (100% Pensum)
– Erwerbseinkommen Tochter C._ (Familienzulage): bis September 2028: CHF 200.– ab Oktober 2028: CHF 250.–
– Bedarf Beklagter und Berufungskläger: 2018: mind. CHF 2'407.10 2019: mind. CHF 2'351.55 Nach Umzug nach D._ (ca. März/April 2020): ca. CHF 1'000.–
– Bedarf Klägerin 1 und Berufungsbeklagte 1: April bis August 2018: CHF 2'316.– September 2018 bis März 2019: CHF 2'516.85 Ab April 2019: CHF 2'750.85
– Bedarf Tochter C._: April bis August 2018: CHF 797.40 September 2018 bis März 2019: CHF 947.40 April 2019 bis September 2026: CHF 1'063.40 Ab Oktober 2026 bis Volljährigkeit bzw. Abschluss einer angemessenen Erstausbildung: CHF 1'113.40
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Staatskasse, eventualiter der Klägerinnen und Berufungsbeklagten 1 und 2 bzw. 1 und 2."
Prozessuale Anträge (Urk. 85 S. 4): " 1. Es seien die vorinstanzlichen Akten im Verfahren mit der Geschäfts-
Nr. FP180104 beim Bezirksgericht Zürich beizuziehen; 2. Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren (inkl. Vorberei-
tung seit 09. Januar 2020) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ihm in der Person von RAin X._, ... AG, ... [Adresse], eine  Rechtsbeiständin zu bestellen."
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Erwägungen:
I. (Parteien und Prozessgeschichte)
1. Die Klägerin 1 und Berufungsbeklagte 1 (fortan Klägerin 1) und der Beklagte
und Berufungskläger (fortan Beklagter) sind die unverheirateten Eltern der am
tt.mm.2016 geborenen Klägerin 2 und Berufungsbeklagten 2 (fortan Klägerin 2).
Nebst der Klägerin 2 hat der Beklagte zwei weitere Kinder, E._, geboren am
tt.mm.2003, und F._, geboren am tt.mm.2009, die in D._ leben (Urk. 11
S. 3). Ende 2016 machte sich der Beklagte mit einer Einzelunternehmung selb-
ständig. Bis zur Trennung zwischen der Klägerin 1 und dem Beklagten im April
2018 (vgl. Urk. 86 S. 18 und 25) lebten die Parteien zusammen. Die Klägerin 2
lebt seither bei ihrer Mutter, welche seit 1. September 2018 zu 50% als Coiffeuse
arbeitet.
2. Mit Eingabe vom 19. Mai 2018 reichte die Klägerin 1 bei der Vorinstanz Kla-
ge auf Festsetzung eines Kindesunterhaltsbeitrages und Regelung der weiteren
Kinderbelange ein (Urk. 1 und 2). Zur Vermeidung von Wiederholungen sei auf
die vorinstanzliche Darstellung des Prozessverlaufs in deren Urteil verwiesen
(vgl. Urk. 86 S. 3 ff.). Hervorzuheben ist Folgendes: Anlässlich der Verhandlung
vom 21. August 2018 schlossen die Parteien unter Mitwirkung der Vorinstanz eine
Teilvereinbarung, mit welcher sie die Zuteilung der elterlichen Sorge, die Obhut,
die Betreuungsanteile und die Besuchsbeistandschaft regelten (Prot. I S. 5;
Urk. 16). Am 22. August 2018 erging das Teilurteil hierzu, welches in Rechtskraft
erwachsen ist (Urk. 18). Entsprechend waren nur noch die eingangs aufgeführten
Rechtsbegehren betreffend die Unterhaltsbeiträge für die Klägerin 2 zu beurteilen.
Nach erfolgter Hauptverhandlung vom 5. Februar 2019, mehreren Eingaben der
Parteien und weiteren Vergleichsbemühungen erliess die Vorinstanz das vorste-
hend zitierte Teilurteil vom 6. Dezember 2019 (Urk. 86).
3. Mit Eingabe vom 30. Januar 2020 erhob der Beklagte rechtzeitig (vgl.
Urk. 83) Berufung gegen das erwähnte Teilurteil vom 6. Dezember 2019 mit den
vorgenannten Anträgen (Urk. 85). In der Folge wurde den Klägerinnen 1 und 2 mit
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Verfügung vom 6. März 2020 Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt un-
ter Androhung der Säumnisfolgen nach Art. 147 ZPO. Die Verfügung wurde den
Klägerinnen 1 und 2 am 10. März 2020 zugestellt (Urk. 92; mit angehefteter Sen-
dungsnachverfolgung). Sie liessen sich nicht vernehmen. Es folgten auch keine
weiteren Eingaben der Parteien.
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-84). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif. Auf die Parteivorbringen ist nur insoweit einzugehen,
als sie entscheidrelevant sind.
II. (Prozessuale Vorbemerkungen)
1. Berufungsgegenstand
Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die Kinderunter-
haltsbeiträge an die Klägerin 2, die der Beklagte als zu hoch beanstandet. Unan-
gefochten blieb die Dispositiv-Ziffer 3 (Indexierung), weshalb sie in Rechtskraft
erwachsen ist (vgl. Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Ebenfalls unange-
fochten blieben die Dispositiv-Ziffern 4 bis 6 (erstinstanzliche Entscheidgebühr
sowie Kosten- und Entschädigungsfolgen). Eine Vormerknahme der Rechtskraft
hinsichtlich der Kostenfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens erfolgt indessen
nicht (vgl. Art. 318 Abs. 3 ZPO).
2. Berufungsvoraussetzungen und geltende Maximen
2.1. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-
fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges
Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1). Mit der Berufung kann eine un-
richtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts gel-
tend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbe-
schränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage
richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013
vom 26. April 2013, E. 3.1), welcher insbesondere bei Entscheiden bezüglich Un-
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terhalt erhebliche Bedeutung zukommt (BGer 5A_797/2012 vom 18. März 2013,
E. 3.2.3).
2.2. Bei Verfahren, deren Gegenstand Kinderbelange beinhalten, gelten die Of-
fizial- und Untersuchungsmaxime (Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO;
Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Dies hat zur Folge, dass das Gericht den Sachverhalt
von Amtes wegen zu erforschen hat und nicht an die Anträge und tatsächlichen
Vorbringen der Parteien gebunden ist (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 280 N 5; vgl.
auch BGE 128 III 411 E. 3.2.1). Die Untersuchungsmaxime wirkt dabei umfas-
send, d.h. zugunsten sämtlicher Parteien (BGer 5A_745/2014 vom 16. März
2015, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Ausserdem führt sie dazu, dass die Partei-
en auch dann neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren vorbrin-
gen können, wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt
sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Die Geltung der Offizialmaxime bewirkt zusätz-
lich, dass das Verbot der reformatio in peius (Verschlechterungsverbot) nicht zum
Tragen kommt (BGE 129 III 417 E. 2.1.1).
2.3. Trotz Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Parteien aber das
Tatsächliche vorzutragen und bei der Sammlung des massgebenden Prozess-
stoffs mitzuwirken (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015,
E. 4.2; ; publ. in: ZR 110
Nr. 80; FamKomm Scheidung/Schweighauser, Anh. ZPO Art. 296 N 10 f.). Diese
Pflicht drängt sich umso mehr auf, wenn der Schuldner eine Herabsetzung des
von ihm geschuldeten Unterhaltsbeitrages erreichen will (BGE 128 III 411
E. 3.2.1) sowie bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (
; vgl. auch BGE 141 III 569 E. 2.3.1 f.). Entsprechend ist
in der Berufungsbegründung hinreichend genau darzulegen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
sei bzw. an einem der genannten Mängel leide und deshalb abgeändert werden
müsste. Das setzt voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwä-
gungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt
und mittels genügend präzisen Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
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ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-
fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder
deren blosse Wiederholung genügen nicht (Begründungslast; BGE 142 I 93
E. 8.2; BGE 138 III 374 E. 4.3.1.). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen
Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von
der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. Die Rechtsmittelinstanz hat
sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-
lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Begründung formgerecht
gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413
E. 2.2.4 m.w.H.). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im
Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.;
Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22).
3. Spezifizierung der Rechtsbegehren
3.1. Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet
einzureichen. In der Berufungseingabe hat die Partei Rechtsbegehren zu stellen,
mit welchen sie zum Ausdruck bringt, welche Rechtsfolgen sie im Berufungsver-
fahren anstrebt (Rechtsfolgebehauptung) und inwiefern sie das Gericht hierzu um
Rechtsschutz ersucht (Rechtsschutzantrag) (BGer 5A_775/2018 vom 15. April
2019, E. 3.4.). Ausserdem ist die Berufung innerhalb der gesetzlichen und damit
nicht erstreckbaren Frist (vgl. Art. 311 Abs. 1 und Art. 314 Abs. 1 ZPO i.V.m.
Art. 144 Abs. 1 ZPO) einzureichen. Mangelhafte Berufungsschriften sind nach
den allgemeinen Vorschriften von Art. 132 ZPO zur Verbesserung zurückzuschi-
cken. Da die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid aber innerhalb der
Berufungsfrist vollständig vorzutragen sind, ist eine Ergänzung oder Vervollstän-
digung der Berufung nach Ablauf der Rechtsmittelfrist nicht möglich (BK ZPO-
Sterchi, Art. 311 N 21). Ein zweiter Schriftenwechsel, die Ausübung des soge-
nannten freiwilligen Replikrechts oder eine Berufungsverhandlung dienen nicht
dazu, die bisherige Kritik am angefochtenen Entscheid zu vervollständigen (BGE
142 III 413 E. 2.2.4).
3.2. Nach dem Gesagten ist auf den mehrfach vorgebrachten Vorbehalt des
Beklagten, nach Offenlegung der relevanten Zahlen zur Unterhaltsberechnung
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der Klägerin 1 seine Rechtsbegehren und seine Begründung anzupassen resp. zu
spezifizieren und weiter zu erläutern (vgl. u.a. Urk. 85 S. 8 und S. 12), nicht näher
einzugehen.
III. (Materielle Beurteilung)
1. Allgemein
1.1. Der Beklagte rügt zusammengefasst, die Vorinstanz habe ihm in der Un-
terhaltsberechnung für die Klägerin 2 ein zu hohes und der Klägerin 1 ein zu tie-
fes Einkommen angerechnet. Ausserdem habe sie den Bedarf aller Parteien
falsch festgesetzt, indem sie nicht – wie dies bei Mankofällen zu erfolgen hätte –
auf den familienrechtlichen Notbedarf abgestellt, sondern weitere Bedarfspositio-
nen berücksichtigt habe (Urk. 85 S. 12 ff.).
1.2. Für die grundsätzlichen Prämissen zum Kindesunterhalt – unverheirateter
Eltern – und dessen Berechnung kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Aus-
führungen und die dort aufgeführten Zitate aus Lehre und Rechtsprechung ver-
wiesen werden (Urk. 86 S. 7 ff.).
2. Einkommen des Beklagten in den Jahren 2017 und 2018
2.1. Die Vorinstanz ging für die Berechnung der Unterhaltsbeiträge an die Klä-
gerin 2 beim Beklagten von einem Erwerbseinkommen aus unselbständiger Er-
werbstätigkeit von Fr. 6'340.– netto aus. Dabei stellte sie nicht auf die eingereich-
ten Buchhaltungsunterlagen seiner Einzelfirma für die Jahre 2017 und 2018 und
seine Steuerunterlagen für das Jahr 2018 ab (Urk. 12/8; Urk. 53/1 und Urk. 73/1),
sondern auf seine Bankunterlagen für die Zeit vom 1. Januar 2017 bis zum
30. November 2018 (Urk. 44/3 und 4; Urk. 70/1 und 2) resp. die darin ausgewie-
senen Kontobezüge für private Bedürfnisse. Ihr Vorgehen begründete sie damit,
dass die eingereichte Buchhaltung nicht nachvollziehbar und "zumindest nicht
vollständig ordnungsgemäss" sei. Ausserdem habe es der Beklagte trotz mehrfa-
cher Aufforderung unterlassen, sachdienliche Unterlagen zu liefern (Urk. 86
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S. 14 ff.). Dem vorinstanzlichen Urteil sind folgende Bemängelungen zu den ein-
gereichten Buchhaltungsunterlagen zu entnehmen:
– Mit den ausgewiesenen monatlichen Beträgen von Fr. 2'603.– für das
Jahr 2017 resp. Fr. 1'455.– für das Jahr 2018 habe der Beklagte seine
Lebenshaltungskosten kaum resp. nicht bestreiten können (Urk. 86
S. 14).
– In der Erfolgsrechnung für das Jahr 2017 werde im Verhältnis zum Um-
satz (rund Fr. 182'500.–) ein überhöhter und nicht spezifizierter Verwal-
tungsaufwand (rund Fr. 35'000.–) sowie ein überhöhter Reiseaufwand
(Fr. 17'000.–) ausgewiesen. Zudem könne die Position für "Materialauf-
wand Produktion" (Fr. 73'150.–) nicht nachvollzogen werden, da die Tä-
tigkeit des Beklagten nach eigener Darstellung zur Hauptsache im Vermit-
teln von Arbeiten und Arbeitern bestehe (Urk. 86 S. 15).
– Bei der Buchhaltung für das Jahr 2018 ergäben sich erhebliche Missver-
hältnisse. So sei z.B. unklar, weshalb sich neu ein hoher Posten "Be-
triebsstoffe" (2017: Fr. 0.–; 2018: rund Fr. 9'300.–) ergebe und sich die
Positionen "Versicherungen" (2017: Fr. 0.–; 2018: rund Fr. 5'700.–) sowie
"Telefon, Internet und Porti" (2017: rund Fr. 1'650.–; 2018: rund
Fr. 6'290.–) im Vergleich zum Vorjahr stark erhöhten (Urk. 86 S. 15).
– Zudem könnten die Abschreibungen (2017: rund Fr. 660.–; 2018:
Fr. 8'920.–) ohnehin nicht berücksichtigt werden (Urk. 86 S. 15).
2.2. Der Beklagte kritisiert in seiner Berufungsschrift die Hochrechnung seines
Einkommens anhand der Bankunterlagen und verlangt, es sei ihm ein monatli-
ches Einkommen für das Jahr 2017 von Fr. 2'603.– und für das Jahr 2018 von
Fr. 1'455.– anzurechnen. Schliesslich sei den eingereichten Buchhaltungsunterla-
gen für das Jahr 2017 ein Jahresgewinn von Fr. 31'238.– und für das Jahr 2018
ein solcher von Fr. 17'461.– zu entnehmen. Indem die Vorinstanz ohne weitere
Abklärungen und ohne dies in nachvollziehbarer Weise zu begründen, davon
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ausgegangen sei, die Buchhaltungsunterlagen seien nicht korrekt, habe sie ihr
Ermessen überschritten (Urk. 85 S. 12 f.).
2.3. Grundsätzlich ist bei Selbständigerwerbstätigen das Einkommen gestützt
auf die Bilanz- und Erfolgsrechnung sowie die Steuerunterlagen zu bestimmen.
Sollten aber Indizien bestehen, dass das ausgewiesene nicht mit dem tatsächli-
chen Einkommen übereinstimmt, kann das massgebende Einkommen auch an-
hand der Lebenshaltungskosten resp. den getätigten Privatbezügen ermittelt wer-
den (BGE 143 III 617 E. 5.4.2 m.w.H.; FamKomm Scheidung/Schweighauser,
Art. 285 ZGB N 128). Entgegen der Ansicht des Beklagten setzte sich die Vor-
instanz eingehend mit den eingereichten Bilanzen und Erfolgsrechnungen der
Jahre 2017 und 2018 für die Einzelunternehmung des Beklagten auseinander und
legte nachvollziehbar dar, weshalb sie zur Ermittlung seiner finanziellen Verhält-
nisse auf die von ihm eingereichten Bankunterlagen zurückgriff. Anders verhält es
sich mit dem Einwand des Beklagten. Eine substantiierte Auseinandersetzung mit
den Bemängelungen der Vorinstanz an den eingereichten Buchhaltungsunterla-
gen erfolgte nicht. Ebenso wenig sind der Berufungsschrift begründete Rügen zur
vorinstanzlichen Einkommenshochrechnung resp. zur Schlussfolgerung der Vor-
instanz, der Beklagte habe Fr. 164'842.– innerhalb von 26 Monaten für private
Bedürfnisse verwendet (vgl. Urk. 86 S. 16 f.), zu entnehmen. Der Einwand des
Beklagten, von der Steuerbehörde seien die Unterlagen akzeptiert worden
(Urk. 85 S. 13), vermag nicht zu greifen. Einerseits hat er seine Behauptung nicht
belegt und andererseits ist das Gericht nicht an Feststellungen oder Würdigun-
gen, welche die Steuerbehörde zu eingereichten Steuerunterlagen macht, gebun-
den. Darüber hinaus hat der Beklagte in seiner Berufungsschrift auch nicht näher
dargelegt, welche weitergehenden Abklärungen oder Würdigungen die Vorinstanz
zu den Buchhaltungsunterlagen hätte tätigen sollen.
2.4. Die Rüge, die Vorinstanz habe bei der Festsetzung des Einkommens des
Beklagten ihr Ermessen überschritten (Urk. 85 S. 13), ist nach dem Gesagten un-
begründet. Ebenso konnte der Beklagte nicht darlegen, die Vorinstanz habe den
Sachverhalt in Bezug auf sein Einkommen für die Jahre 2017 und 2018 falsch
festgestellt.
- 15 -
3. Einkommen des Beklagten für das Jahr 2019
3.1. Für das Jahr 2019 bringt der Beklagte erstmals (infolge des Zeitablaufs)
mit seiner Berufungsschrift vor, sein monatliches Einkommen sei nach Erstellung
des Jahresabschlusses 2019 zu berechnen. Die entsprechende Bilanz und die Er-
folgsrechnung lägen noch nicht vor, würden jedoch nach Erstellung umgehend ins
Recht gelegt. Es werde sich zeigen, dass die Geschäfte im Jahr 2019 nicht bes-
ser als im Vorjahr ausgefallen seien (Urk. 85 S. 10 und S. 13 f.).
3.2. Bislang hat der Beklagte die Bilanz und Erfolgsrechnung 2019 für seine
Einzelunternehmung nicht eingereicht. Gründe hierfür sind nicht ersichtlich. Ein
weiteres Zuwarten erscheint unter Hinweis auf die Bemerkungen zu den vorange-
gangenen Jahresabschlüssen nicht angebracht. Entsprechend ist auf die vorlie-
genden Akten abzustellen.
3.3. Der Beklagte mutmasst in seiner Berufungsschrift, für das Jahr 2019 sei
kein besserer Geschäftsabschluss zu erwarten. Dass ein schlechterer vorliege,
bringt er aber auch nicht vor (Urk. 85 S. 13). Dies reicht jedoch nicht aus, um die
Erwägung der Vorinstanz umzustossen, es seien keine Anhaltspunkte auszu-
machen, wonach sich die Einkommenssituation des Beklagten für das Jahr 2019
verändert hätte und für die künftige Entwicklung verändern würde (Urk. 86 S. 17).
Entsprechend ist es dabei zu belassen.
4. Einkommen des Beklagten ab März/April 2020
4.1. Zusätzlich wendet der Beklagte ein, dass er sich entschlossen habe, nach
D._ zu ziehen, wo ihm bereits eine Arbeit in Aussicht gestellt worden sei.
Hierbei handle es sich um einen Job als Elektriker mit einem monatlichen Ver-
dienst von ca. EUR 1'400.–. Entsprechend sei für die Zeit ab März/April 2020 von
diesem Einkommen auszugehen, was umgerechnet ca. Fr. 1'500.– entspreche.
Als Grund für seinen Wegzug nach D._ bringt der Beklagte die schlechte
wirtschaftliche Entwicklung seiner Einzelunternehmung sowie die Pflegebedürftig-
keit seiner in D._ lebenden und seit dem tt.mm.2019 verwitweten Mutter vor
(Urk. 85 S. 9).
- 16 -
4.2. Die Pflege- und Unterstützungsbedürftigkeit seiner Mutter mögen dafür
sprechen, dass der Beklagte beabsichtigt, nach D._ auszuwandern. Ob und
wann dies aber konkret der Fall sein wird, ist der Berufungsschrift nicht zu ent-
nehmen. Der Beklagte ging für die Zeit ab März/April 2020 von einem Einkommen
von ca. EUR 1'400.– aus (Urk. 85 S. 14). Aufgrund der gegenwärtigen besonde-
ren Situation in D._ bedingt durch die Covid-19-Pandemie ist es jedoch frag-
lich, ob der Beklagte den behaupteten Stellenantritt im März oder April 2020 reali-
sieren konnte und seither in D._ lebt. Allfällige Unterlagen, welche für den
Umzug nach D._ und insbesondere das behauptete Anstellungsverhältnis in
D._ sowie den vorgebrachten Lohn sprechen, reichte der Beklagte weder ein
noch legte er dar, weshalb ihm dies nicht möglich gewesen sei. Der Berufungs-
schrift ist noch nicht einmal der Name und die Adresse seines zukünftigen Arbeit-
gebers zu entnehmen, weshalb seine Behauptungen betreffend die in Aussicht
gestellte Anstellung keiner Überprüfung zugänglich sind. Daraus folgt, dass der
Beklagte seine veränderten Verhältnisse ab März/April 2020 nicht hinreichend
substantiiert vorgebracht und zudem nicht belegt hat, weshalb nicht auf sie abge-
stellt werden kann.
5. Einkommen der Klägerin 1
5.1. Zu den Einkommensverhältnissen der Klägerin 1 erwog die Vorinstanz zu-
sammengefasst, dass sie seit dem 4. September 2018 als Damen-Coiffeuse mit
einem wöchentlichen Arbeitspensum von 22.5 Stunden erwerbstätig sei. Anhalts-
punkte, wonach sie in der Zeit davor mehr gearbeitet hätte, lägen nicht vor. Aus-
gehend von der Lohnabrechnung für den Monat Oktober 2018 (Urk. 42/2) und
nach Abzug des darin enthaltenen Feriengelds ergebe sich ein monatliches Net-
toeinkommen von Fr. 2'082.–. Da die Provisionen und Trinkgelder unklar seien,
solche in geringen Ausmass aber hinzukämen (Notorietät), sei der Betrag auf
Fr. 2'200.– aufzurunden (Urk. 86 S. 10).
5.2. Hiergegen wendet der Beklagte ein, die Unterlagen über die Einkommens-
verhältnisse der Klägerin 1 seien weder vollständig noch aktuell. So verneine die
Vorinstanz für die Zeit von April 2018 bis August 2018 ohne entsprechende Bele-
ge ein Erwerbseinkommen der Klägerin 1. Weiter kritisiert er, die Vorinstanz habe
- 17 -
die Lohnabrechnung vom Oktober 2018 als massgebendes Dokument angese-
hen, um das Einkommen der Klägerin 1 für die Zeit ab September 2018 zu be-
rechnen. Zwischen der Lohnabrechnung und dem Entscheid der Vorinstanz sei
aber mehr als ein Jahr vergangen, wobei in dieser Zeit sich sehr viel in Bezug auf
die berufliche Situation und die Einkommensverhältnisse ändern könne. Die
Lohnabrechnung sei auch nicht repräsentativ für die tatsächlichen Einkommens-
verhältnisse der Klägerin 1, da sie ihre Stelle erst im September 2018 angetreten
habe. Ausserdem sei sie im Stundenlohn angestellt und somit würde jede einzel-
ne Stunde resp. Überstunde vergütet. Hinzu komme, dass die Klägerin 1 gemäss
Arbeitsvertrag Anspruch auf eine Umsatzbeteiligung an den Dienstleistungen und
dem Verkauf habe, wobei es der allgemeinen Lebenserfahrung entspreche, dass
die Dienstleistungen und Verkäufe mit der Dauer der Anstellung zunähmen. In-
dem die Vorinstanz vor Erlass des Urteils keine aktuellen Unterlagen zu den Ein-
kommensverhältnissen der Klägerin 1 eingefordert habe, sei sie ihrer Pflicht zur
Feststellung des Sachverhalts nicht nachgekommen und habe diesen mutmass-
lich falsch festgestellt. Es sei nunmehr im Berufungsverfahren die Klägerin 1 zu
verpflichten, ihre Einkommensverhältnisse offenzulegen (Urk. 85 S. 14 ff.).
5.3. a) Die Beanstandung zum Einkommen der Klägerin inklusive der damit im
Zusammenhang stehenden Editionsbegehren basiert ausschliesslich auf Mut-
massungen und genügt insofern den Anforderungen an eine Berufungsschrift
nicht. Selbst unter Beachtung der Untersuchungsmaxime besteht aus folgenden
Gründen kein Anlass zu Weiterungen.
b) Der Beklagte vermutet eine Arbeitstätigkeit der Klägerin 1 ab April 2018.
Letztere hat indes die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit als Coiffeuse zu 50 % ab
September 2018 behauptet und dokumentiert (Urk. 42/1). Damit korrespondiert
auch der eingereichte Vertrag zu einem Krippenplatz für die Klägerin 2 vom
10. September 2018 (Urk. 40/2). Die Klägerin 1 hat ihre Arbeitskraft mithin noch
vor dem 2. Geburtstag der unter ihrer alleinigen Obhut stehenden Tochter zur
Hälfte ausgenutzt. Der Beklagte setzt sich ferner nicht konkret mit dem von der
Vorinstanz bereits im Einkommen der Klägerin 1 berücksichtigten und angemes-
sen erscheinenden Zuschlag für Provisionen und Verkäufe von Fr. 118.– (Urk. 86
- 18 -
S. 10) auseinander. Anhaltspunkte, dass sich etwas am Anstellungsverhältnis der
Klägerin 1 geändert hat, sind damit weder der Berufungsschrift noch den weiteren
Akten zu entnehmen.
c) Damit bleibt es bei der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung.
6. Bedarf der Parteien
6.1. Vorinstanzliche Bedarfsberechnung
Die Vorinstanz ging von folgenden Bedarfspositionen aus.
Für die Klägerin 1 (Urk. 86 S. 19): Beträge in Fr. 1.4.18 bis
31.8.18 1.9.18 bis 31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
1) Grundbetrag 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.–
2) Wohnkosten 766.– 766.– 1'000.– 1'000.– 1'000.– 1'000.– 1'000.–
3) Krankenkasse 262.– 262.– 262.– 262.– 262.– 262.– 262.–
4) Versicherung 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.–
5) Billag/Serafe 38.– 38.– 30.– 30.– 30.– 30.– 30.–
6) Kommunikation 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.–
7)Transportkosten 85.– 125.– 125.– 125.– 125.– 125.– 125.–
8) Verpflegung 0.– 105.– 105.– 105.– 105.– 105.– 170.–
9) Steuern 2.– 2.– 100.– 100.– 100.– 100.– 350.–
1) recte: 2'763.–
- 19 -
Für die Klägerin 2 (Urk. 86 S. 21): Beträge in Fr. 1.4.18
bis 31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
1) Grundbetrag 400.– 400.– 400.– 400.– 600.– 600.– 600.–
2) Wohnkosten 384.– 384.– 500.– 500.– 500.– 500.– 500.–
3) Krankenkasse 33.– 33.– 33.– 33.– 33.– 33.– 33.– 9) Ungedeckte Ge- sundheitskosten 10.– 10.– 10.– 10.– 10.– 10.– 10.– 5) Fremdbetreu- ungskosten 0.– 150.– 330.– 210.– 210.– 210.– --
6) Kommunikation 0.– 0.– 0.– 0.– 40.– 40.– 40.–
Für den Beklagten (Urk. 86 S. 23): Beträge in Fr. 1.4.18
bis 31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis 31.8.29
Ab 1.9.29
1) Grundbetrag 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.–
2) Wohnkosten 820.– 820.– 820.– 820.– 820.– 1'200.–1) 1'200.–1)
3) Krankenkasse 423.– 423.– 423.– 423.– 423.– 1'200.–2) 1'200.–2)
4) Versicherung 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.–
5) Billag/Serafe 38.– 38.– 30.– 30.– 30.– 30.– 30.–
6) Kommunikation 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.–
7)Transportkosten 175.– 175.– 175.– 175.– 175.– 175.– 175.– 8) auswärt. Ver- pflegung 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 9) Kosten Besuchs- rechtsausübung 450.– 450.– 450.– 450.– 450.– 450.– 450.–
10) Steuern 2.– 2.– 200.– 200.– 200.– 200.– 200.–
1) recte: 820.– 2) recte: 423.–
6.2. Bedarf nach Umzug nach D._
a) Vorab ist über den Einwand des Beklagten zu befinden, wonach ihm
nach dem Umzug nach D._ ein Bedarf von Fr. 1'000.– (ohne Berücksichti-
- 20 -
gung der Alimente und der Kosten für die Ausübung des Besuchsrechts der Klä-
gerin 2) anzurechnen sei, was 40 Prozent seines Bedarfes in der Schweiz ent-
spreche. Die effektiven Zahlen werde er noch anhand von Dokumenten ins Recht
legen, sobald er hierüber verfüge (Urk. 85 S. 19).
b) Bis anhin reichte der Beklagte keine Belege zu seinem Umzug nach
D._ im März/April 2020 ein. Wie bereits im Zusammenhang mit seinem Ein-
kommen ausgeführt wurde (vgl. E. III.4.2.), vermag er auch in Bezug auf seinen
Bedarf nicht hinreichend darzutun, dass ein Umzug erfolgte, weshalb die von ihm
behaupteten veränderten Verhältnisse bei seiner Bedarfsberechnung nicht zu be-
rücksichtigen sind.
6.3. Anwendung des familienrechtlichen Notbedarfs bei Mankosituationen
a) An der vorinstanzlichen Bedarfsberechnung bemängelt der Beklagte,
dass bei schlechten finanziellen Verhältnissen, wie sie vorliegend bei den Partei-
en bestünden, lediglich der betreibungsrechtliche Grundbetrag, die Wohnkosten,
die Grundversicherung der Krankenkasse sowie berufsbedingte Kosten für
Transport und auswärtige Verpflegung in der Unterhaltsberechnung berücksichtigt
werden dürften. Die weiteren Kosten seien im betreibungsrechtlichen Grundbe-
trag enthalten und hätten entsprechend von der Vorinstanz nicht angerechnet
werden dürfen (Urk. 85 S. 12).
b) Wie die Vorinstanz bereits darlegte, hat der Unterhaltsbeitrag nach
Art. 285 Abs. 1 ZGB den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und
Leistungsfähigkeit der Eltern zu entsprechen (vgl. Urk. 86 S. 7). Reichen die vor-
handenen Mittel aber offensichtlich nicht aus, um den familienrechtlichen Notbe-
darf aller Parteien zu decken, liegt eine Mangellage vor. Je knapper die finanziel-
len Verhältnisse sind, desto mehr haben sich die zu berücksichtigenden Bedarfs-
positionen der Parteien dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum anzunä-
hern. Demgegenüber können sie grosszügiger bestückt werden, je mehr Mittel
vorhanden sind (Philip Maier, Die konkrete Berechnung von Kinderunterhaltsbei-
trägen, FamPra 2020, S. 334 f.). Daraus kann jedoch nicht per se geschlossen
werden, dass starr sämtliche Bedarfspositionen, welche im betreibungsrechtlichen
- 21 -
Existenzminimum nicht anerkannt sind, aus der Bedarfsberechnung der Parteien
zu streichen sind, insbesondere wenn das Manko sich lediglich im Betreuungsun-
terhalt niederschlägt. Dennoch ist dem Beklagten beizupflichten, dass, solange
die Mankosituation besteht, eine Berücksichtigung weiterer Bedarfspositionen als
der betreibungsrechtliche Grundbetrag, die Wohnkosten, die Grundversicherung
der Krankenkasse sowie berufsbedingte Kosten für Transport und auswärtige
Verpflegung nur ausnahmsweise und in begründeten Fällen gerechtfertigt er-
scheint.
c) Ergänzend ist anzufügen, dass sich die Bedarfsbestimmung der Parteien
trotz der zahlreichen Positionen und Phasen einer exakten Berechnung entzieht
und zu einem erheblichen Teil auch vom gerichtlichen Ermessen abhängt. Auf-
grund der zahlreichen Ungenauigkeiten und Pauschalisierungen rechtfertigt es
sich auch, die einzelnen Posten auf Frankenbeträge zu runden.
6.4. Wohnkosten des Beklagten
a) In Bezug auf seine Miete bringt der Beklagte vor, sie habe im Jahr 2019
Fr. 830.– betragen (Urk. 85 S. 18).
b) Dem Mietvertrag vom 15. März 2018 ist zu entnehmen, dass der monat-
liche Mietzins im ersten Jahr Fr. 600.–, im zweiten Fr. 610.– und im dritten
Fr. 620.– betrug. Hinzu kommen die Nebenkosten von monatlich Fr. 120.– sowie
die monatliche Miete für den Parkplatz von Fr. 100.– (Urk. 12/6). Da der Beklagte
nachgewiesen hat, dass er für seine Arbeit ein Auto braucht, ist auch die Anrech-
nung der Miete für den Parkplatz angebracht (vgl. Urk. 85 S. 17).
c) Die Abstufungen des Mietvertrages des Beklagten überschneiden sich
nicht exakt mit den von der Vorinstanz für die Unterhaltsberechnung herangezo-
genen Phasen. Eine Berücksichtigung von weiteren Phasen erscheint aufgrund
der geringen Differenz von jeweils Fr. 10.– pro Jahr resp. Fr. 20.– innerhalb von
drei Jahren nicht angezeigt. Trotzdem ist soweit als möglich auf die tatsächlichen
Verhältnisse abzustellen, wo diese bekannt sind. Entsprechend erscheint es an-
gebracht, in Abweichung von der vorinstanzlichen Berechnung dem Bedarf des
- 22 -
Beklagten für die Phase ab dem 1. September 2018 bis 31. März 2019 einen
Mietzins von Fr. 830.– und ab dem 1. April 2019 einen solchen von Fr. 840.– an-
zurechnen.
6.5. Krankenkassenkosten der Klägerin 1
a) Zu den Krankenkassenkosten der Klägerin 1 macht der Beklagte gel-
tend, der Betrag für die Grundversicherung könne nicht aus den eingereichten
Unterlagen eruiert werden. Aufgrund der Krankenkassenpolice der Klägerin 2 sei
aber zu vermuten, dass auch die Klägerin 1 über diverse Zusatzversicherungen
verfüge, weshalb der ihr anzurechnende Betrag tiefer als Fr. 262.– liegen dürfte
und er von einem mutmasslichen Betrag von Fr. 200.– ausgehe (Urk. 85 S. 20).
b) Dem Beklagten ist beizupflichten, dass bei knappen Verhältnissen
grundsätzlich lediglich die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung, ab-
züglich einer allfälligen Prämienverbilligung, im Bedarf zu berücksichtigen sind
(BGE 134 III 323 E. 3; OGer ZH LC110043 vom 29. März 2012, E. 7.4; vgl. zu-
dem Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons
Zürich zu den Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums vom 16. September 2009 [fortan Kreisschreiben] Ziff. III. 2.). Die
Vorinstanz hielt zur Krankenkassenprämie der Klägerin 1 fest, dass diese abzüg-
lich der individuellen Prämienverbilligung (Urk. 14/4) und entsprechend dem ein-
gereichten Beleg vom tt. Oktober 2017 (Urk. 14/2) monatlich Fr. 262.– betrage
(Urk. 86 S. 20). Dabei liess sie aber unerwähnt, dass in der Kostenzusammenstel-
lung für das Jahr 2017 monatliche Kosten für Zusatzversicherungen der Kläge-
rin 2 von Fr. 46.– ausgewiesen wurden (Urk. 5/12). Dem Einwand des Beklagten
ist zu folgen. Die Kosten für die Zusatzversicherungen der Klägerin 1 sind von
den vorinstanzlichen Krankenkassenkosten abzuziehen und lediglich Fr. 216.– in
allen Phasen bis auf diejenige vom 1. September 2018 bis 31. März 2019 – in
welcher ein hinreichender Überschuss ausgewiesen wird (vgl. E. III. 7.3.) – anzu-
rechnen.
- 23 -
6.6. Krankenkassenkosten der Klägerin 2
a) Gegen die von der Vorinstanz im Bedarf der Klägerin 2 berücksichtigten
Krankenkassenkosten wendet der Beklagte ebenfalls ein, die Vorinstanz habe die
Zusatzversicherungen miteingerechnet, was bei schlechten finanziellen Verhält-
nissen unzulässig sei. Entsprechend sei nur ein monatlicher Betrag von Fr. 13.40
zu berücksichtigen (Urk. 85 S. 23 f.).
b) Die Vorinstanz rechnete dem Bedarf der Klägerin 2 ohne nähere Be-
gründung nebst den Krankenkassenbeiträgen für die obligatorische Krankenversi-
cherung auch noch die Kosten mehrerer überobligatorischer Zusatzversicherun-
gen in der Höhe von monatlich Fr. 19.– an (Urk. 86 S. 21; Urk. 14/2).
c) Der überobligatorische Schutz für die Klägerin 2 gemäss Versicherungs-
police vom tt. Oktober 2017 (Urk. 14/2) betreffend Unfall, Invalidität, Tod, Präven-
tion und Hospitalisierung im Umfang von Fr. 12.– ist in Phasen, in denen eine
Mankosituation besteht, aus ihrem Grundbedarf zu begleichen. Demgegenüber
erscheint es angebracht, der Klägerin 2 die Zusatzversicherung für Brillen, Zahn-
behandlungen, Medikamente und weitere Leistungen von monatlich Fr. 7.– in al-
len Phasen anzurechnen, zumal es sich hierbei um wahrscheinliche Kostenrisiken
handelt, mit welchen ein heranwachsendes Kind und seine Eltern konfrontiert sind
und die insbesondere bei schlechten finanziellen Verhältnissen das Budget
sprengen können. Entsprechend sind in Abweichung zur vorinstanzlichen Be-
rechnung im Bedarf der Klägerin 2 für die Mankophasen vom 1. April 2018 bis
31. August 2018 sowie vom 1. April 2019 bis 30. September 2026 lediglich Kosten
für die Krankenkasse im Umfang von Fr. 20.– zu berücksichtigen.
6.7. Krankenkassenkosten des Beklagten
In Bezug auf seine eigenen Krankenkassenkosten macht der Beklagte für
das Jahr 2018 einen Betrag von Fr. 387.– und für das Jahr 2019 einen von
Fr. 322.– geltend, welche ausgewiesen (Urk. 85 S. 17 f.; Urk. 12/11; Urk. 89/2)
und entsprechend in seiner Bedarfsberechnung zu berücksichtigen sind.
- 24 -
6.8. Ungedeckte Gesundheitskosten der Klägerin 2
a) Auch gegen die Berücksichtigung der ungedeckten Gesundheitskosten
im Bedarf der Klägerin 2 macht der Beklagte geltend, diese seien bei schlechten
finanziellen Verhältnissen nicht anzurechnen (Urk. 85 S. 23).
b) Die Vorinstanz erwog hierzu, es sei gerichtsnotorisch, dass ein kleines
Kind immer wieder zum Arzt gehen müsse, weshalb vorliegend ein üblicher Be-
trag für ungedeckte Gesundheitskosten in die Berechnung aufzunehmen sei
(Urk. 86 S. 22).
c) Da zusätzlichen Gesundheitskosten der Klägerin 2 bereits mit der Be-
rücksichtigung der überobligatorischen Zusatzversicherung bei ihren Krankenkas-
senkosten Rechnung getragen wurde (vgl. E. III.6.5.), ist die Berücksichtigung ei-
nes zusätzlichen Betrags nicht angebracht und entsprechend aus ihrem Bedarf in
den Mankophasen vom 1. April 2018 bis 31. August 2018 sowie vom 1. April 2019
bis 30. September 2026 zu streichen.
6.9. Versicherungskosten der Klägerin 1 und des Beklagten
Die Aufwendungen für Unfall-, Haftpflicht- und Hausratversicherung sind
gemäss Kreisschreiben Ziff. III. 2 im betreibungsrechtlichen Existenzminimum zu
berücksichtigen und gehören ebenfalls zum familienrechtlichen Notbedarf. Die
Vorinstanz ging davon aus, dass nicht nur dem Beklagten (Urk. 86 S. 24), son-
dern auch der Klägerin 1 hierfür Kosten entstünden. Da sie diese jedoch nicht
auswies, rechnete die Vorinstanz lediglich den gerichtsnotorischen Betrag an
(Urk. 86 S. 20). Hierzu bringt der Beklagte nichts Substantiiertes vor, weshalb es
bei den vorinstanzlich festgesetzten Beträgen bleibt.
6.10. Billag/Serafe-Gebühren der Klägerin 1 und des Beklagten
Auch die Radio- und Fernsehgebühren sind im familienrechtlichen Notbe-
darf beider Elternteile zu berücksichtigen, zumal bis 2018 ebenfalls grundsätzlich
von einer Gebührenpflicht ausgegangen werden kann (Art. 68 RTVG). Bis 2018
betrugen die Gebühren Fr. 451.– pro Jahr und Haushalt und seit 2019 Fr. 365.–
- 25 -
pro Jahr und Haushalt (vgl. Art. 57 lit. a RTVV). Entsprechend sind die von der
Vorinstanz angerechneten Position von Fr. 38.– (Fr. 451/12) und Fr. 30.– (365.–
/12) pro Monat nicht zu beanstanden.
6.11. Kommunikationskosten aller Parteien
In den familienrechtlichen Notbedarf gehört ein bescheidener Betrag für die
Kommunikationskosten, wobei die Kommunikationskosten älterer Kinder, z.B.
Mobiltelefonkosten, in deren Barbedarf aufzuführen sind. Demnach sind die von
der Vorinstanz als angemessen erachteten Beträge (Urk. 86 S. 20, S. 22 und
S. 24) nicht zu beanstanden.
6.12. Transportkosten der Klägerin 1
a) Der Beklagte rügt weiter, die Vorinstanz sei davon ausgegangen, die
Klägerin 1 sei in der Phase zwischen dem 1. April 2018 bis 31. August 2018 kei-
ner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Dennoch habe sie Fr. 85.– für Transportkos-
ten angerechnet, welche zudem nicht ausgewiesen seien. Für die Zeit nach dem
1. September 2018 anerkennt der Beklagte, dass der Klägerin aufgrund ihrer Er-
werbstätigkeit Transportkosten im Bedarf anzurechnen seien. Dies jedoch ledig-
lich im Umfang von Fr. 96.–, da ein Jahresabonnement für drei Zonen des Zür-
cher Verkehrsverbundes (ZVV) Fr. 1'150.– koste (Urk. 58 N 85).
b) Als Zuschlag zum monatlichen Grundbetrag sind im betreibungsrechtli-
chen Existenzminimum lediglich die Kosten der Fahrt zum Arbeitsplatz als Teil der
unumgänglichen Berufskosten zu berücksichtigen (vgl. Kreisschreiben
Ziff. III.3.4). Darüber hinausgehende Verkehrskosten sind im familienrechtlichen
Existenzminimum nicht zu berücksichtigen. Die Kosten für weitere Fahrten (z.B.
an Sportanlässe und kulturelle Veranstaltungen oder für Besuche bei Freunden
und Verwandten, Behördengänge, Arztbesuche, etc.) sind aus dem Grundbetrag
oder einem allfälligen Überschussanteil zu finanzieren (
; Six, Eheschutz, 2014, Rz 2.114). Demzufolge sind
dem Bedarf der Klägerin 1 für die Zeit vom 1. April 2018 bis 31. August 2018 kei-
ne Kosten für den öffentlichen Verkehr anzurechnen.
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c) Für die darauffolgende Zeit bestreitet der Beklagte weder, dass im fami-
lienrechtlichen Existenzminimum der Klägerin 1 die Kosten der Fahrt zum Ar-
beitsplatz als Teil der unumgänglichen Berufskosten zu berücksichtigen sind noch
dass sie hierfür auf ein Abonnement für drei Zonen des ZVV angewiesen ist. Im
Gegensatz zur Vorinstanz, stellt sich der Beklagte auf den Standpunkt, es seien
die anteilsmässigen Kosten eines Jahresabonnements zu berücksichtigen. Da der
Vorinstanz diesbezüglich ein gewisses Ermessen zusteht und der Beklagte eine
Ermessensüberschreitung nicht hinreichend vorbrachte, ist an den vorinstanzli-
chen Transportkosten der Klägerin 1 für die Zeit ab 1. September 2018 festzuhal-
ten, zumal nicht gesichert erscheint, dass die Klägerin die Kosten für ein Jahres-
abonnement in einem Mal aufbringen kann.
6.13. Fremdbetreuungskosten der Klägerin 2
a) Hinsichtlich der Fremdbetreuungskosten der Klägerin 2 rügt der Beklag-
te, dass ab dem 1. Oktober 2026 keine entsprechenden Kosten anzurechnen sei-
en, da die Klägerin 2 die Mehrheit des Tages in der Schule verbringen werde und
in der übrigen Zeit durch die Klägerin 1 betreut werden könne. Ausserdem könne
von einem zehnjährigen Kind auch erwartet werden, ein bis zwei Stunden alleine
zu Hause zu sein (Urk. 85 S. 26).
b) Bis zu welcher Altersstufe und in welchem Umfang ein Kind eine
(Fremd-)Betreuung benötigt, ist grundsätzlich anhand der konkreten Umstände
und der individuellen Bedürfnisse des Kindes zu beurteilen. Auf schematische
Richtwerte kann und sollte dabei nicht abgestellt werden. Da die Bedarfsbemes-
sung jedoch nicht selten mehr als ein Jahrzehnt umfasst, ist dem Gericht hierfür
ein erhebliches Ermessen zuzusprechen. Dass die Vorinstanz dabei ihr Ermessen
überschritten hat, bringt der Beklagte nicht vor, sondern hält stattdessen allein mit
seiner persönlichen Ansicht dagegen. Eine Unangemessenheit betreffend die von
der Vorinstanz berücksichtigten Beträge für die Fremdbetreuungskosten ist weder
dargetan noch ersichtlich (vgl. E. II.2.3.), weshalb an diesen festzuhalten ist.
- 27 -
6.14. Transportkosten des Beklagten
a) Zu den Transportkosten des Beklagten erwog die Vorinstanz, dass er
diese gemäss Buchhaltung über seine Firma abrechne. Es entstünden ihm aller-
dings für die Ausübung seines Besuchsrechts bei der Klägerin 2 Fahrkosten. Bei
einer Distanz von 230 Kilometern pro Weg rechtfertige sich ein monatlicher Be-
trag von – grosszügig berechnet – Fr. 175.– (Urk. 86 S. 24).
b) Die Kosten für die Ausübung des Besuchsrechts können je nach Um-
ständen ebenfalls im familienrechtlichen Notbedarf berücksichtigt werden. Zu be-
denken gilt es, dass der persönliche Verkehr nicht nur im Interesse des Besuchs-
rechtsberechtigten liegt, sondern auch in demjenigen des Kindes und sogar der
Inhaberin der elterlichen Obhut. Hierbei ist jedoch die finanzielle Lage der Eltern
zu berücksichtigen und die Interessen des Kindes dürfen nicht dahingehend be-
einträchtigt werden, als dass die für den Unterhalt des Kindes notwendigen Mittel
für die Kosten der Besuchsrechtsausübung verwendet werden. Gerade bei Man-
gelfällen ist hierbei ein Ausgleich zwischen dem Nutzen, den das Kind aus seinem
Kontakt mit dem nicht sorgeberechtigten Elternteil zieht, und dem Interesse an
der Deckung des Kindesunterhalts zu suchen.
c) In der Verhandlung vom 5. Februar 2019 führte der Beklagte aus, er ha-
be nach der Trennung von der Klägerin 1 seine Tochter, die Klägerin 2, während
sieben Monaten nicht sehen können (Prot. I. S. 42). Da eine  somit während der Phase vom 1. April 2018 bis 31. August 2018 nicht er-
folgte, sind dem Beklagten hierfür auch keine Kosten anzurechnen. Daran ändert
auch die Aussage des Beklagten nichts, die Klägerin 1 haben ihm nicht erlaubt,
die Tochter zu sehen (Prot. I. S. 42).
d) Aus Gründen der Begrifflichkeit und um die jeweiligen Positionen über-
sichtlich dem entsprechenden Bedarf in der verwendeten Tabelle entnehmen zu
können (vgl. E. III.6.16.), erscheint es sinnvoll, die Kosten des Beklagten für die
Besuchsrechtsausübung bei der Klägerin 2 und seinen weiteren Kindern zusam-
men aufzuführen. Demnach sind die Kosten für die Ausübung des Besuchsrechts
- 28 -
bei der Klägerin 2 der Bedarfsposition Kosten für die Ausübung des Besuchs-
rechts bei den beiden Kindern in D._ anzurechnen.
6.15. Kosten zur Besuchsrechtsausübung des Beklagten
a) In Bezug auf die Ausübung des Besuchsrechts bei seinen beiden Kin-
dern in D._ macht der Beklagte geltend, die Vorinstanz habe fälschlicher-
weise festgehalten, diese Kosten seien nicht belegt, obwohl er entsprechende
Dokumente eingereicht habe. Er reise jeweils für fünf Tage pro Monat nach
D._, um das Besuchsrecht mit seinen Kindern auszuüben. Die Kosten belie-
fen sich auf Fr. 762.–, wovon Fr. 469.– auf die Reisekosten und Fr. 293.– auf die
Übernachtung entfielen (Urk. 85 S. 17 f.).
b) Als Beweis, dass die Kosten belegt seien, offeriert der Beklagte in seiner
Berufungsschrift seine Befragung und verweist auf die "Belege Reisekosten nach
D._" und die "Überweisung Miete an Vater" mit dem Hinweis "ad acta". Inso-
fern kommt er seiner Begründungspflicht nicht nach. Unter Beachtung der Unter-
suchungsmaxime kann nur vermutet werden, dass sich der Beklagte diesbezüg-
lich auf die Urk. 12/2 und /4 sowie Urk. 44/6 beruft. Hierbei handelt es sich einer-
seits um vier Tankstellenbelege vom 7. April 2018 an einer Tankstelle in 76694
Forst/DE, vom 8. April 2018 an einer Tankstelle in 6775 Quinto/CH, vom 16. April
2018 an einer Tankstelle in 6915 Pambio-Naranco/CH sowie vom 5. August 2018
an einer Tankstelle in 6828 Balerna/CH (Urk. 12/4). Ausserdem reichte er Konto-
auszüge seiner Kreditkarte mit aufgelisteten Mautgebühren ein (Urk. 12/4), ohne
sich hierzu zu äussern. Eine Regelmässigkeit oder nur schon ein Muster kann
diesen nicht entnommen werden. Ebenso belegen die Zahlungsbelege über je
EUR 250.– vom 2. und 28. Februar 2017, 5. Februar 2018, 9. Mai 2018, 5. Juni
2018 und 5. Juli 2018 an seinen Vater nicht, dass er ihm diese Zahlungen für die
Übernachtungen zu leisten hatte (Urk. 12/2 und Urk.44/6). Es besteht einerseits
keine dahingehende natürliche Vermutung, dass ein Vater von seinem Sohn eine
Entschädigung für die Übernachtung verlangt. Auf der anderen Seite sprechen
auch die vermerkten Zahlungszwecke ("Mantenimento la Pieve", "spese sostenu-
te per la Pieve" und "Spese sostenute per mantenimento la pieve") dagegen, dass
sie für Übernachtungen getätigt wurden.
- 29 -
c) Die Vorinstanz erwog aber weiter, es dürfe davon ausgegangen werden,
dass der Beklagte seine Kinder in D._ besuche, und berücksichtigte dafür in
seinem Bedarf Fr. 450.– pro Monat. Eine Anrechnung der Besuchsrechtskosten
für jedes zweite Wochenende, ungeachtet der finanziellen Verhältnisse in den je-
weiligen Phasen, erscheint aber entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen nicht
angebracht. Daher rechtfertigt es sich, in den Mankophasen vom 1. April 2018 bis
31. August 2018 sowie vom 1. April 2019 bis 30. September 2026 dem Beklagten
einen Betrag von Fr. 200.– für die Besuchsrechtsausübung bei den Kindern in
D._ anzurechnen. Zusammen mit den Kosten für die Besuchsrechtsaus-
übung bei der Klägerin 2 ergibt dies folgende Beträge für die Besuchsrechtsaus-
übung: Beträge für die Besuchsrechtsausübung in Fr.
1.4.18 bis
31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
30.9.26
Ab 1.10.26
bei der Klägerin 2 0.– 175.– 175.– 175.–
bei den Kindern in D._ 200.– 450.– 200.– 450.–
TOTAL 200.– 625.– 375.– 625.–
6.16. Steuern
Schliesslich ist dem Beklagten beizupflichten, dass bei knappen finanziel-
len Verhältnissen die laufenden und verfallenen Steuern nach gefestigter bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung nicht als Zuschlag zum Grundbetrag in das familien-
rechtliche Existenzminimum aufzunehmen sind (BGE 140 III 337 E. 4.4; BGE 126
III 353 E. 1a/aa). Dies hat zur Folge, dass sowohl dem Bedarf der Klägerin 1 als
auch demjenigen des Beklagten kein Betrag für die mutmasslich anfallenden
Steuern in der Zeit vom 1. April 2018 bis 31. August 2018 sowie vom 1. April 2019
bis 30. September 2026 anzurechnen ist.
6.17. Fazit
Zusammengefasst ist für den jeweiligen familienrechtlichen Notbedarf der
Parteien von folgenden Bedarfspositionen auszugehen (Anpassungen zur vor-
instanzlichen Bedarfsaufstellung sind hervorgehoben):
- 30 -
Für die Klägerin 1: Beträge in Fr. 1.4.18
bis 31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
1) Grundbetrag 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.– 1'350.–
2) Wohnkosten 766.– 766.– 1'000.– 1'000.– 1'000.– 1'000.– 1'000.–
3) Krankenkasse 216.– 262.– 216.– 216.– 216.– 216.– 216.–
4) Versicherung 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.–
5) Billag/Serafe 38.– 38.– 30.– 30.– 30.– 30.– 30.–
6) Kommunikation 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.–
7)Transportkosten 0.– 125.– 125.– 125.– 125.– 125.– 125.–
8) Verpflegung 0.– 105.– 105.– 105.– 105.– 105.– 170.–
9) Steuern 0.– 2.– 0.– 0.– 100.– 100.– 350.–
TOTAL 2'485.– 2'763.– 2'941.– 2'941.– 3'041.– 3'041.– 3'356.–
Für die Klägerin 2: Beträge in Fr. 1.4.18
bis 31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
1) Grundbetrag 400.– 400.– 400.– 400.– 600.– 600.– 600.–
2) Wohnkosten 384.– 384.– 500.– 500.– 500.– 500.– 500.–
3) Krankenkasse 20.– 33.– 20.– 20.– 33.– 33.– 33.– 4) Ungedeckte Gesundheits- kosten
0.– 10.– 0.– 0.– 10.– 10.– 10.–
5) Fremdbetreu- ungskosten 0.– 150.– 330.– 210.– 210.– 210.– 0.–
6) Kommunikation 0.– 0.– 0.– 0.– 40.– 40.– 40.–
TOTAL 804.– 977.– 1'250.– 1'130.– 1'393.– 1'393.– 1'183.–
- 31 -
Für den Beklagten: Beträge in Fr. 1.4.18
bis 31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
1) Grundbetrag 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.– 1'200.–
2) Wohnkosten 820.– 830.– 840.– 840.– 840.– 840.– 840.–
3) Krankenkasse 387– 387.– 322.– 322.– 322.– 322.– 322.–
4) Versicherung 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.– 15.–
5) Billag/Serafe 38.– 38.– 30.– 30.– 30.– 30.– 30.–
6) Kommunikation 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.– 100.–
7)Transportkosten 0.– 0.– 0.– 0.– 0.– 0.– 0.–
8) Verpflegung 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 9) Kosten Besuchs- rechtsausübung 200.– 625.– 375.– 375.– 625.– 625.– 625.–
10) Steuern 0.– 2.– 0.– 0.– 200.– 200.– 200.–
TOTAL 2'960.– 3'397.– 3'082.– 3'082.– 3'532.– 3'532.– 3'532.–
7. Berechnung der Unterhaltsbeiträge:
7.1. Die vorinstanzliche Methode zur Berechnung der Unterhaltsbeiträge an die
Klägerin 2 wurde vom Beklagten nicht gerügt; sie erscheint im Übrigen als ange-
messen, weshalb es hierzu keiner Weiterungen bedarf (vgl. Urk. 86 S. 25 ff.).
Entsprechend den vorgegangenen Erwägungen ergibt sich unter Berücksichti-
gung der sich ändernden Verhältnisse aller Parteien für die genannten Zeitperio-
den folgendes Bild:
a) Leistungsfähigkeit des Beklagten:
Die Leistungsfähigkeit des Beklagten ergibt sich aus der Differenz zwi-
schen seinem Einkommen und seinem familienrechtlichen Notbedarf. Aufgrund
des Gesagten präsentiert sich die Leistungsfähigkeit des Beklagten wie folgt:
- 32 -
1. April 2018 bis 31. August 2018
Einkommen: CHF 6'340.–
./. Notbedarf: CHF 2'960.–
Leistungsfähigkeit: CHF 3'380.–
1. September 2018 bis 31. März 2019
Einkommen: CHF 6'340.–
./. Notbedarf: CHF 3'397.–
Leistungsfähigkeit: CHF 2'943.–
1. April 2019 bis 30. September 2026
Einkommen: CHF 6'340.–
./. Notbedarf: CHF 3'082.–
Leistungsfähigkeit: CHF 3'258.–
Ab 1. Oktober 2026
Einkommen: CHF 6'340.–
./. Notbedarf: CHF 3'532.–
Leistungsfähigkeit: CHF 2'808.–
Im vorgenannten Umfang ist von der Leistungsfähigkeit des Beklagten
auszugehen, weshalb seine Rüge unbegründet ist, wonach es ihm bis zum Um-
zug nach D._ nicht möglich sei, einen Unterhalt zu bezahlen, da er nicht für
seinen eigenen Notbedarf aufkommen könne. Die von ihm beantragte Festset-
zung der Unterhaltsbeiträge erst ab März bzw. April 2020 (Urk. 85 S. 27) er-
scheint nicht gerechtfertigt.
b) Barbedarf der Klägerin 2:
Der Barbedarf der Klägerin 2 ergibt sich aus der Differenz ihres familien-
rechtlichen Notbedarfs abzüglich ihres – unangefochten gebliebenen – Einkom-
- 33 -
mens im Umfang der Familienzulagen. Für die einzelnen Phasen ergeben sich
folgende Beträge: Beträge in Fr. 1.4.18
bis 31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
Notbedarf 804.– 977.– 1'250.– 1'130.– 1'393.– 1'393.– 1'183.–
./. Familienzulagen 200.– 200.– 200.– 200.– 200.– 250.– 250.–
Barbedarf 604.– 777.– 1'050.– 930.– 1'193.– 1'143.– 933.–
c) Lebenshaltungskosten der Klägerin 1
Die Klägerin 1 kann ihre Lebenshaltungskosten aufgrund ihrer Betreu-
ungstätigkeit für die Klägerin 2 bis 31. August 2029 nicht decken, was dem
Grundsatz nach unangefochten blieb. Ihr Eigenversorgungsmanko ergibt sich aus
der Differenz zwischen ihrem Einkommen und ihrem familienrechtlichen Notbe-
darf. Die einzelnen Beträge lauten in den verschiedenen Phasen wie folgt:
Beträge in Fr. 1.4.18 bis
31.8.18
1.9.18 bis
31.3.19
1.4.19 bis
31.8.21
1.9.21 bis
30.9.26
1.10.26 bis
30.9.28
1.10.28 bis
31.8.29
Ab 1.9.29
Einkommen 0.– 2'200.– 2'200.– 2'200.– 2'200.– 2'200.– 3'520.–
./. Notbedarf 2'485.– 2'763.– 2'941.– 2'941.– 3'041.– 3'041.– 3'356.–
Eigenversorgung - 2'485.– - 563.– - 741.– - 741.– - 841.– - 841.– 164.–
7.2. Bereits anhand der Erwägungen zu den Einkommens- und Bedarfszahlen
der Parteien ist ersichtlich, dass der vorinstanzlich bestimmte Kindesunterhalt neu
zu fassen ist, weshalb die Dispositivziffern 1 und 2 des angefochtenen Entscheids
aufzuheben sind.
7.3. Im Unterschied zum angefochtenen Entscheid ist von folgenden Unter-
haltssituationen auszugehen (vgl. Urk. 86 S. 27 ff.):
1. April 2018 bis 31. August 2018:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von Fr. 3'380.–. Dieser Betrag ist
angemessen und der Kaufkraft entsprechend auf seine drei Kinder zu ver-
teilen, womit er zu verpflichten ist, für die Klägerin 2 einen Unterhaltsbei-
- 34 -
trag von Fr. 1'690.– monatlich zu bezahlen. Für die beiden Kinder des  in D._ sind kaufkraftbereinigt je Fr. 845.– auszuscheiden.
Mangels konkreter Anhaltspunkte ist entgegen der Auffassung des Beklag-
ten (Urk. 85 S. 27) keine altersbedingte Differenzierung vorzunehmen. Der
Unterhaltsbeitrag für die Klägerin 2 teilt sich in einen Barunterhaltsbetrag
von Fr. 604.– (Bedarf von Fr. 804.– ./. Fr. 200.– Familienzulage) sowie ei-
nen Betreuungsunterhalt von Fr. 1'086.– auf. Es verbleibt ein Manko von
gerundet Fr. 1'400.–.
1. September 2018 bis 31. März 2019:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von Fr. 2'943.–. Dieser Betrag ist
angemessen und der Kaufkraft entsprechend auf seine drei Kinder zu ver-
teilen, womit er zu verpflichten ist, für die Klägerin 2 einen Unterhaltsbei-
trag von gerundet Fr. 1'340.– monatlich zu bezahlen. Für die beiden Kinder des Beklagten in D._ sind kaufkraftbereinigt je Fr. 802.– auszuschei-
den. Der Unterhaltsbeitrag für die Klägerin 2 teilt sich in einen Barunter-
haltsbetrag von Fr. 777.– (Bedarf von Fr. 977.– ./. Fr. 200.– Familienzula-
ge) und einen Betreuungsunterhalt von Fr. 563.–.
1. April 2019 bis 31. August 2021:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von Fr. 3'258.–. Dieser Betrag ist
angemessen und der Kaufkraft entsprechend auf seine drei Kinder zu ver-
teilen, womit er zu verpflichten ist, für die Klägerin 2 einen Unterhaltsbei-
trag von gerundet Fr. 1'630.– monatlich zu bezahlen. Für die beiden Kinder des Beklagten in D._ sind kaufkraftbereinigt je Fr. 814.– auszuschei-
den. Der Unterhaltsbeitrag für die Klägerin 2 teilt sich in einen Barunter-
haltsbetrag von Fr. 1'050.– (Bedarf von Fr. 1'250.– ./. Fr. 200.– Familienzu-
lage) sowie einen Betreuungsunterhalt von gerundet Fr. 580.– auf. Es ver-
bleibt ein Manko von gerundet Fr. 160.–.
1. September 2021 bis 30. September 2026:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von Fr. 3'258.– Dieser Betrag ist
angemessen und der Kaufkraft entsprechend auf seine drei Kinder zu ver-
- 35 -
teilen, womit er grundsätzlich zu verpflichten wäre, für die Klägerin 2 einen
Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 1'630.– monatlich zu bezahlen. Für die
beiden Kinder des Beklagten in D._ wären kaufkraftbereinigt je Fr.
814.– vorgesehen. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt (vgl. Urk. 86 S. 28
f.), ist E._ in dieser Zeitspanne allerdings bereits volljährig, dürfte aber
ihre Erstausbildung noch nicht abgeschlossen haben und deshalb auf ei-
nen Unterhaltsbeitrag des Vaters angewiesen sein. Gleichwohl erscheint
es ihr zumutbar, einen eigenen Beitrag von monatlich Fr. 50.– an ihren Un-
terhalt beizusteuern, womit bei ihr eine Unterhaltsleistung des Beklagten
von Fr. 765.– einzurechnen ist. F._ benötigt in dieser Phase keinen
Betreuungsunterhalt, die Klägerin 2 aber schon. Dieser ist bis anhin nicht
vollständig gedeckt. Der Betrag von Fr. 50.– von E._ ist deshalb im
Umfang von Fr. 40.– zur Deckung des Betreuungsunterhalts der Klägerin 2
heranzuziehen. Für F._ ist ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 814.– vorge-
sehen und der Unterhaltsbeitrag für die Klägerin 2 beträgt somit Fr. 1'670.– . Letzterer teilt sich in einen Barunterhaltsbetrag von Fr. 930.– (Bedarf von Fr. 1'130.– ./. Fr. 200.– Familienzulage) sowie einen Betreuungsunterhalt
von Fr. 740.– auf. Der Überschuss von rund Fr. 10.– verbleibt beim Beklag-
ten.
1. Oktober 2026 bis 30. September 2028:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von gerundet Fr. 2'810.–. Dieser
Betrag ist angemessen zu verteilen. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist
auch für diese Phase zu folgen (vgl. Urk. 86 S. 29), wonach die Tochter
E._ in diesem Zeitpunkt ihre Erstausbildung höchstwahrscheinlich ab-
geschlossen haben wird und der Beklagte für sie keine Unterhaltszahlun-
gen mehr zu leisten haben wird. Sein Sohn F._ wird in dieser Zeitperi-
ode zum Teil noch minderjährig, aber nicht mehr auf Betreuungsunterhalt
angewiesen sein, die Klägerin 2 dagegen schon. Es ist deshalb lediglich
der Barunterhaltsbeitrag für F._ kaufkraftbereinigt auf Fr. 775.– festzu-
legen. Der Barunterhaltsbeitrag für die Klägerin 2 beträgt Fr. 1'195.– rund
(Bedarf von Fr. 1'393.– ./. Fr. 200.– Familienzulage). Zusätzlich besteht bei
der Klägerin 2 ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt in der Höhe von Fr.
- 36 -
840.–, welcher vom Beklagten gedeckt werden kann. Der Beklagte ist da-
mit zu verpflichten, für die Klägerin 2 einen Unterhaltsbeitrag von
Fr. 2'035.– monatlich zu bezahlen.
1. Oktober 2028 - 31. August 2029:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von gerundet Fr. 2'810.–. Dieser
Betrag ist angemessen zu verteilen, wobei festzuhalten ist, dass sein Sohn
F._ in dieser Zeit volljährig ist, aber seine Ausbildung wahrscheinlich
noch nicht abgeschlossen haben und auf einen Unterhaltsbeitrag des Va-
ters angewiesen sein wird. Es ist daher für F._ ein kaufkraftbereinigter
Barunterhaltsbeitrag von Fr. 825.– einzukalkulieren. Der Barunterhaltsbei-
trag für die Klägerin 2 beträgt Fr. 1'143.– (Bedarf von Fr. 1'393.– ./.
Fr. 250.– Familienzulage). Zusätzlich besteht bei der Klägerin 2 ein An-
spruch auf Betreuungsunterhalt in der Höhe von Fr. 840.–, welcher vom
Beklagten gedeckt werden kann. Der Beklagte ist damit zu verpflichten, für
die Klägerin 2 einen Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 1'985.– monatlich zu bezahlen.
Ab 1. September 2029:
Der Beklagte hat eine Leistungsfähigkeit von gerundet Fr. 2'810.–. Dieser
Betrag ist angemessen zu verteilen.
Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass die Klägerin 2 ab Eintritt in die
Oberstufe keine intensive Betreuung mehr benötigt und die Klägerin 1 ihre
Lebenshaltungskosten ab diesem Zeitpunkt mit ihrer höherprozentigen Er-
werbstätigkeit wird decken können (Urk. 86 S. 30). Es ist damit kein Be-
treuungsunterhalt mehr geschuldet. Die Klägerin 2 hat ab 1. September
2029 einen Barbedarf von Fr. 933.– (Bedarf von Fr. 1183.– ./. Fr. 250.–
Familienzulage) und somit einen Anspruch auf einen Unterhaltsbeitrag
mindestens in dieser Höhe. Weiterhin ist davon auszugehen, dass F._
die ordentliche Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben wird. Bei ihm
darf damit weiterhin von einem Unterhaltsbedarf von Fr. 825.– ausgegan-
gen werden. Es verbleibt damit ein Überschuss von Fr. 1'002.– (Fr. 2'810.–
- 37 -
./. Fr. 933.– ./. Fr. 825.–). Dieser ist aufzuteilen zwischen dem Beklagten
und der Klägerin 2, da sie ein Anrecht darauf hat, am Lebensstandard des
Vaters zu partizipieren. Es rechtfertigt sich, für F._ keinen Überschus-
santeil auszuscheiden, da er bereits volljährig ist und selber etwas dazu-
verdienen kann. Das von der Vorinstanz gewählte Verteilungsverhältnis er-
scheint angemessen. Der Überschuss ist daher zu zwei Dritteln dem Be-
klagten zu belassen und zu einem Drittel zum Barunterhaltsbeitrag der
Klägerin 2 anzurechnen. Der Beklagte ist damit zu verpflichten, für
C._ einen Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 1'270.– monatlich zu bezahlen.
7.4. Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar jeweils im Voraus (vgl. Art. 285 Abs. 3
ZGB) auf den Ersten eines jeden Monats. Der Unterhaltsanspruch ist bis zur Voll-
jährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer Ausbildung festzusetzen. Die Zahlungs-
modalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemes-
senen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange die Klägerin 2
im Haushalt der Klägerin 1 lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem
Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
IV. (Kosten- und Entschädigungsfolgen)
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrens zu befinden.
2. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
2.1. Die Vorinstanz hat die Entscheidgebühr auf Fr. 4'500.– festgesetzt und sie
zusammen mit den weiteren Gerichtskosten für die Übersetzung von Fr. 1'256.25
den Klägerinnen 1 und 2 je zu einem Viertel und dem Beklagten zur Hälfte aufer-
legt. Parteientschädigungen wurden nicht zugesprochen (Urk. 86, Dispositiv-
Ziffern 4-6).
- 38 -
2.2. Die Höhe der Gerichtsgebühr entspricht den gesetzlichen Vorgaben und
wurde von den Parteien zu Recht nicht beanstandet, weshalb sie zu bestätigen
ist.
2.3. Der Beklagte dringt mit seiner Berufung nicht durch. Er hat die erstinstanz-
liche Kosten- und Entschädigungsregelung nicht selbständig angefochten, wes-
halb diese zu bestätigen ist.
3. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
3.1. In Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1-3 der Gebührenver-
ordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (GebV
OG) ist die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren auf Fr. 3'500.– festzu-
setzen. Da der Beklagte fast gänzlich unterliegt, sind ihm die Kosten für das Beru-
fungsverfahren aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO).
3.2. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen, den Klägerinnen 1 und 2
mangels entsprechender Anträge und dem Beklagten nicht, da er im Berufungs-
verfahren unterliegt.
4. Unentgeltliche Rechtspflege
4.1. Im Weiteren ist auf das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege einzugehen, welches er für das Berufungsverfahren stell-
te (Urk. 85 S. 28 ff.).
4.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht
über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos
erscheint (Art. 117 ZPO). Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der ge-
samten wirtschaftlichen Situation der rechtsuchenden Partei im Zeitpunkt der Ein-
reichung des Gesuchs. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen Verpflich-
tungen, anderseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 120 Ia
179 E. 3a; BGE 124 I 1 E. 2a). Soweit die finanziellen Mittel der gesuchstellenden
Partei den Betrag überschreiten, dessen sie zur Deckung ihrer persönlichen Be-
dürfnisse bedarf, ist dieser Überschuss mit den voraussichtlichen Kosten des Ver-
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fahrens in Beziehung zu setzen. Dabei sollte der monatliche Überschuss es ihr
ermöglichen, die Prozesskosten bei weniger aufwendigen Prozessen binnen ei-
nes Jahres, bei anderen binnen zweier Jahre zu tilgen (BGer 5A_849/2014 vom
30. März 2015, Erw. 2). Anderenfalls ist sie als mittellos im Sinne von Art. 117
ZPO zu erachten.
4.3. Wie oben dargetan (vgl. E. III.7.3.) resultiert nach Ausschöpfung der Leis-
tungsfähigkeit des Beklagten auf Seiten der Klägerin 2 in den Phasen vom 1. April
2018 bis 31. August 2018 sowie vom 1. April 2019 bis 31. August 2021 ein Man-
ko. Bis zum 1. September 2029 verbleibt dem Beklagten auch kein Überschuss.
Der eingereichten Steuererklärung des Beklagten für das Jahr 2018 ist zudem zu
entnehmen, dass er über kein Vermögen verfügt, welches den Umfang eines
Notgroschens übersteigt (Urk. 89/5). Entsprechend ist die Prozessarmut des Be-
klagten nach Art. 117 lit. a ZPO ausgewiesen. Da das Berufungsverfahren nicht
aussichtslos und der rechtsunkundige Beklagte aufgrund der komplexen Unter-
haltsberechnung auf die Unterstützung einer Rechtsvertreterin angewiesen war,
sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege er-
füllt.
4.4. Nach dem Gesagten ist dem Beklagten unter Hinweis auf die Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO für das Berufungsverfahren die unent-
geltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihm Rechtsanwältin MLaw X._ als
unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.